III —*—9——.————————————————— ——2— J lang, Gotha— Ihees Iz 5 ö Mürchte dieh miehyrt, glaube mur! Waisenhaus-Buchdruckerei. Her . — Evangelisches Kirchengesangbuch Konsistorialbezirk Cassel. I I I II—I———ꝗ‚ItII‚I‚——————— Herausgegeben vom Königlichen Konsistorium zu Cassel unter Mitwirkung des Gesamt-Synodal-Ausschusses. ——— ⏑—..——ñ— Cassel 1908. Hof- und Waisenhaus-Buchdruckerei. * E —.—ꝛß7— Univ. Bibl. E58EH . Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Ev. Matth. 5, 8. Sur Trinnerung 4.. en s Pce., Her 4. 2 2 — 2 Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Röm. 8, 28. πάππνα Hehurte und L Vauftage Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe. Sprüche 10, 22. H πn ιιινν¼—09rͤi:νιμ Honfirmationen, Trauungen — — Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Offenb. 14, 13. DD Gterbe⸗Tage Ordnung Bauptgottesdienstes an gewöhnlichen Sonntagen.“) — Æ Gemeinde: Komm, heiliger Geist oder ein anderes passendes Eingangslied. Pfarrer: Eingangsspruch. Gemeinde: SSII.......—.—.— .— 2 2 2 + 57 + 2—— 2 2 1 Eh⸗re sei dem Va-ter und dem Soh-ne und dem .....——— SISISIE ISISISI‚IEIFIFIEIEIIIIEIEI‚I‚IEI....— hei⸗li⸗gen Gei-ste, wie es war im An⸗fang, 9 ů *—.— 2— +——— +* 2 oe:...——— —— 2 22.— +4... Oe n —— + 2 jetzt und im-mer⸗-dar, und von E⸗wig-keit zu 2 I D ———E.———— II — 1 1 + IL— II IL — E⸗wig⸗keit. A· ) Dieselbe gilt im wesentlichen auch für den Gottesdienst an Fest⸗ und Feiertagen. Pfarrer: Sündenbekenntnis. Gemeinde: ——————— SSSESSSSSE EEEEEEEE...——.— — Herr, er ⸗bar⸗me dich un- ser! Chri-ste, er-bar⸗ — l———— ᷓPPP— —— me dich un ⸗ ser! Herr, er-bar⸗me dich un ⸗ ser! Pfarrer: Gnadenverkündigung mit„Ehre sei Gott in der Höhe“. Gemeinde: —— I——— 3——— —————.——— SSS.... ————.—— 2.— +——— Er⸗den und den Men-schen ein Wohl⸗ge ⸗ fal-len * A⸗men, A⸗-men, A ⸗ men.“) [Statt dessen kann an Festtagen der Chor mit dem großen „Gloria“ eintreten.) Pfarrer: Der Herr sei mit euch. Gemeinde: . — 00 — Und mit dei- nem Gei-ste. *) Kann auch mit„Und Friede“ beginnen und ohne„Amen“ gesungen werden. Amen“ Pfarrer: Gebet. Gemeinde: . v, der:— FE„ 0— oder:.. —— A ⸗ men. A« men. Pfarrer: Schriftverlesung. Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren; oder: Ehre sei dir, o Herr; oder: Lob sei dir, o Christe. Gemeinde: Q 4 4— 4 11—. +—— 4 110 SDSDSPSPIPIPIPII PIIIII IE..... ————.—.— 1— ̃——— ——— Hal⸗le⸗lu⸗ja,— Hal⸗le⸗lu⸗ja,— Hal⸗le⸗ .gi*+ 0—— V— + lu iad In der Passionszeit und am Bußtag: Amen.] Pfarrer: Glaubensbekenntnis. Gemeinde: —ßß ——————..——— — A⸗men, A⸗men, A ⸗ men.) oder D 2— 3—— 4———..2 6———————.—.— 2 Ehr' sei dem Va-ter und dem Sohn, dem heil-⸗gen * +— ö— — 1——— 2—.— *2——.——— ee=——— Geist in ei⸗ nem Thron, der hei⸗li⸗gen Drei⸗ei⸗nig⸗keit DV D....——— I.. 2.—.————4 +— 23 2.—— sei Lob und Preis in E-wig⸗keit. *) Dieses dreimalige„Amen“ ist auch nach dem Segen bei der Abendmahlsfeier zu nehmen. Gemeinde: Hauptlied. Pfarrer: Predigt.“) Das allgemeine Kirchengebet usw. Gemeinde: Schlußvers. Pfarrer: Gebet, wo es üblich ist. Segen. Gemeinde: 2. *—.HHJHJI— ——————— — A ⸗ men, A⸗ men, ⸗ men. A. B. *) Nach Schluß der Predigt und vor dem Kanzelgebet kann ein Liedvers gesungen werden. —.— 9——iß7.— C. D. Druck und Verlag des reformierten Waisenhauses zu Cassel. 2— II — Iuhalt. A. Lieder zum Anfang und Schluß des Gottesdiensien VIr. 14 B. Lieder für die des 15—139 ann ein J. Advent ů 15— 28 I. Weihnachtee 29 I Neuiah) 52 V. Cpiphaniia 353 5 V. Pasionszeiit 8188 WM. Ssernn 828 104 VII. Himmelfahhtrt d1058 17 VIII. Pfingsteen 18. 150 X. Trinitatis:.„131.34 K. Kleine Feiitt 135139 C. Lieder von der christlichen Kirche.„140-169 I. Biite und Trost der Kuche 140156 II. Ausbreitung der Kirche..„w157—165 III. Kirchweih und Einführung von Wiarrern 166—169 D. Lieder von den Gnadenmitteel. 170—201 I. Wort Gottteeee 170175 II. Taufe und Koufirmati—nnn 170185 I. Abendmahhll(186-204 „ E. Lieder von den Gaben und Wirkungen des heiligen Geistes. Nr. 202—418 1. Buße und BetehrunKg 202-225 A H. Glaube und Rechtfertigungzgz 226—243 II1. Beiligungg 244 18 1. Wandel im Sichitttt„244—26 2. Liehe zu Jeueünnn 207-28% 3. Vertrauen auf Gorkttt 8 18 K. Gebetsliedeee 8 72 4.* a. Bitte R beiner! 5. Lob und Dauk 299318 in ihn c. Lieder für besondere Zeiten und Stände ⸗ 319—372 göttlich I4. Morgenlieder 819333 Manni 2. Tichneder, Die Bü 3. Abendlieder 338 352 993. 6 4. Ehe und Hausstandd353—361 Halleli 5. Obrigteitt 30205 6. Landesnot, Krieg und Friede ⸗ 3866—-369 7. Wetter und Ernure-370-372 ö 56½ B. Kreuz⸗ und Trostliedbee 279118 ö 2. ö und it F. Lieder von den letzten Dingn. 419—464 ftreten. 4. Sterben und Begräbniis 1419451 Alles i II. Zukunft Christi, Auferstehung, Gericht und iinnigst ewiges Leben 452 404 ichlagt 6. Anhang geistlicher Lieder 4à465—-50 168 6 die Che Eebeir. Seie 880 Heili e Verzeichnis der Episteln und Evangelien- 365⁵ 6 aller E Derzeichnis der Siederdicheer 367⁷ vernim Verzeichnis der Lieder 275 auch wi bringer Anm 202—418 20²2—225 226—243 244—418 244—266 267—287 288—418 288—372 288- 298 299—318 319—372 319—333 334—337 338—352 3538—361 362—365 366—369 370—372 373—418 119—464 419—451 5²—464 65—507 330 36⁵ 36⁷7 37⁵ A. Lieder zum Anfang und Schluß des Gottesdienstes. IIIIIIIIJI—————— Eigene Melodie. * j; iger Isr! 4. Kücn heiliger Geist! rfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völler der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja! Halleluja!(Halleluja!) Alte Kirche. Mel.: Wunderbarer König. 2* ott ist gegenwärtig! 2. G Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, 905 die Augen nieder, gebt as Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht ebücket dienen. Heilig, heilig, heilig singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unser Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegen⸗ wärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu ge⸗ fallen, liebster Gott, in allem. 5. Du durchdringest alles; laß dein schönes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 6. Mache mich voll Einfalt, innig, abgeschieden, sanfte und in stillem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit, laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. Anmerkung. Die mit? bezeichneten Lieder finden l in dem neuen Militär⸗Gesangbuch. Vergleiche Verzei gnis der Lieder. 1 2 Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 7. Herr, komm in mir woh⸗ nen, laß mein Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre; wo ich eh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. ö Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 3 ottlob, der Sonn⸗ 5000 G tag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja. 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja. 3. Das ist der rechte Son⸗ nentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Himmels⸗Ehrenpfort; laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich. Halleluja. Johann Olearius, 16111684. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. roßer Gott von alten 4. G Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sam⸗ meln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist wer Tag und Nacht also na dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen; denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künfti wird geschehen, daß wir di im Himmel sehn. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: 5. als ma fühl ick das ist durch s das In 2.0 Seelen, Lichtes dunklen der Se voller E mir all 3. Gottes Morger aus m Vaters wohl d Schatz 4. R geschäft zu tun; Kräfte, zu ruh 1Irbeit werk fi 5. U schmück mag? mir sch Ehren Gerecht Sonnte 5. stille denn von d ein, we nels und hon alten sen Hand sen Treu lich von t, heute uf mich uf. lieb ich sie sind das mit iden, da hen läßt en Geist Leben diesen ʒeit zum 4s sind wenn der »nkt und d singt, Wolken ner als st süßer bir sam⸗ und den Selig ist lso na „sprich wir sind S preise mehre künfti wir di 48—1715. Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 3 Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 5 Hamee, schöner * Morgen, schöner, als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunklen Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte, heute hab ich sonst zu tun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem Hichegt Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gottes⸗ werk für Ralt 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird das Kleid mir schicken, das ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zions⸗ stille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust; laß mich Lehr und Trost gewinnen, gib zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund, mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnaden⸗ bund, daß, wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gib, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und abbats der du Herr des Sabbats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. 9 Jonathan Krause, 1701—1762. Eigene Melodie. 6* Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein heilgen Geist du zu uns send; mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Hand zur An⸗ dacht fein, den Glauben mehr, stärk den Werd h daß uns dein Nam werd wohl bekannt. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heing heilig, ist Gott der Herr, und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 1* N NN 4 * 3* ů ů dein Wort gegeben, innig Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 4. Ehr sei dem Vater und das Wollen und zum Wollen dem Sohn, dem heilgen Geist das Vollbringen, so wird in einem Thron; der heiligen alles wohl gelingen. Dreieinigkeit sei Lob und 3. Gib uns, eh wir gehn Preis in Ee 105 Habne dehn.— 597 „Sachsen⸗Weim Segen; breite deine Hände aus, Henog v. 7699—1062.(leite uns auf deinen Wegen; II laß uns hier im Segen gehen, Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu dort gesegnet auferstehen. uns wend. Johann Adam Haßlocher, 1645—1726. 7 H öffne mir die—.— 2 0 Wwurch dein Wort Mel.: Herzlich tut mich verlangen. mein Herz durch dein Wor 2 mich dein sein zu dir, laß mich dein Wort 9. L5„ bewahren rein, laß mich dein treuer Gott und Herr, von Kind und Erbe sein. dir laß mich nichts treiben, 2. Dein Wort bewegt des halt mich bei deiner Lehr. Herzens Grund, dein Wort Herr, laß mich nur nicht macht Leib und Seel gesund, wanken, gib mir Beständigkeit; dein Wort ist, das mein Herz dafür will ich dir danken in erfreut, dein Wort gibt Trost alle Ewigkeit. und Seligkeit. Nikolaus Selnecker, 1532—1592. 3. Ehr sei dem Vater und— dem Sohn, dem heilgen Geist Mel.: Jesus, meine Zuversicht. in einem Thron, der heiligen 10 Licht vom ahe er⸗ Dreieinigkeit sei Lob und Preis leuchte mich bei dem in Ewigkeit! neuen Tageslichte; Gnaden⸗ Johann Olearins, 1611—1634. sonne, zeige dich meinem * munteren Angesichte. Wohne Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. mir mit Glanze bei, daß mein 8 Höchster Gott dindantr Sabbat fröhlich sei. *— wir, daß du uns 2. Brunnquell aller Selig⸗ keit, laß mir deine Ströme fließen; mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu ge⸗ Glauben solche Stärke, daß nießen. Streu das Wort mit er tätig sei im Werke. Segen ein, laß es hundert⸗ 2. Uns, o Vater, lehrest früchtig sein. du, was wir tun und glauben 3. Zünde selbst das Opfer Halen schenk uns deine Kraft an, das auf meinen Lippen bitten wir von dir: Hilf uns heilig danach leben, gib dem azu, gib zum Wissen uns lieget; sei mir Weisheit, Licht E CE 5 kerze zu, 1 6. weiht keiten keit e nichts sonst ruhn. 7. lomo heit Gnad Kniee Sonr Sont E 5 Anfang und Schluß und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig singen, und mich in die iaein keit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gib mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir und gieß meiner Andachts⸗ kerze immer neue Nahrung zu, o du Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ weiht, weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herrlich⸗ keit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst tun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Sa⸗ lomon; laß mich deine Weis⸗ heit hören; ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonntag macht. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. *Qiebster Jesu, wir 11. L sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. des Gottesdienstes. 5 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand ist mit Finsternis um⸗ hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, tun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns alle⸗ samt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohlgelingen. Tobias Clausnitzer, 16181684. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. F heilger Geist, laß 12.— uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. 2. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht, all unser Tun also regier, daß wir Gott preisen für und für. Unbekannt 1646. Mel.: Unser Herrscher, unser König. * ut mir auf die 13. T schöne Piorte, führet mich in Zion ein. Ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du 6 Advent. Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein; laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Peitar mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine An⸗ dacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in allex Not. 7. Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammertal, Herr, zu deinem Ehrensaal. Benjamin Schmolck, 1672—-1737. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. *Unsern Ausgang segne 14. Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen. Segne unser täglich Brot, segne unser Tun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenck, 1634—1681. —— B. Lieder für die Festzeiten des Kirchenjahres. I. Advent. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. * suf, auf, ihr Reichs⸗ 15. A genossen! Der Kö⸗ nig kommt heran. Empfanget unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Weater singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen! Der König ist gar nah. Hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hoch tröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. 4. 8 trübter 5. Schrit sehn, ritten schön. den He alles erlöser unvere Sünde wir a hoch er singen Advent. 7 3. Auf, auf, ihr Vielgeplag⸗ ten! Der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbe⸗ trübten! Der König kommt mit Macht. An uns, sein Herz⸗ geliebten, hat er schon ängst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu be⸗ sehn, dieweil er kommt ge⸗ ritten stark, herrlich, s und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken die, so er her 0 liebt, mit ah ielbi Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. O König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist, 1607—1667. Eigene Melodie. ein König kommt 16. D in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Es'lin Füllen. Empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm ent⸗ gegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herrn angenehm. 2. O mächtiger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch alle Erden⸗ reiche werden dem, das du gründest, untertan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 8 Advent. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert, 17881866. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen gmein. 17 Gottlob, ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Gottes offenbar; und nun will er aufs neue den alten hoch⸗ beschwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein könig⸗ liches Priestertum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet! 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden; des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gib uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu erweist, er⸗ neuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt uns, Herr, dein Wort samt Tauf und wün deren so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Tale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche, Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Herde rein zu geben. Laß alle Hörer Täter sein, damit kein heuch⸗ lerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden. Dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphieren. Heinrich Cornelius Hecker, 1699—1743. Eigene Melodie. 18* Gott sei Dank durch 3 alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ frau S estamn ich ein 4. S Heil! à Richte in meit 5. 8 ein, e⸗ mach e rein v 6. U kunft ohn 6 jederze bereit. 7.— Sinn, blöde schlaue mir ve 8. entzwe frei, d an sel 7 7 fürst, wirst, gehn stehn. Mel.: 19. Zion ihm tauser Palm er Ei 0 Komt ⏑π— 87* Advent. 9 frau Sohn, der wohl zwei⸗ Unser Herz ist schon gerüst, hrengerlt. hat sich treu⸗ 3n 3 dir r Ban legen. ich eingestellt. Zeuch zu unsern Toren ein; 4. Sei willkommen, o mein du sollst uns willkommen sein. Heil! Hosianna, o mein Teil! 3. Hosianna, Friedefürst, Richte du 96 eine Bahn dir Ehrenkönig, Held im Streite, in meinem Herzen an. aalles, was du schaffen wirst, 5. Zeuch, du Ehrenkönig, das ist unsre Siegesbeute. ein, es gehöret dir allein;[Deine Rechte bleibt erhöht, mach es, wie du gerne tust, und dein Reich allein besteht. rein von allem Sündenwust. 4. Hosianna, lieber Gast, 5 Und Htallen Saurt 1—1 wir sind deine Reichsgenossen, unsf Gefal vo anf Inh die du dir erwählet hast; ach, ohn Gefahr, also sei auch so laß uns unverdrossen deinem Den deine Sanftmut mir Zepter dienstbar sein; herrsche ereit. ö ů Tröste, tröste meinen 0m Lastenn, keu bald Sinn, weil ich schwach und die Verheißung zu erfüllen. blöde bin, und des Satans ö schlaue Lift sich zu hoch vor Wollte gleich die Knechtsgestalt mir vermißt. deine Majestät verhüllen, ei, 8. Tritt der Schlange Kopf 1 ri Danide e In. entzwei, daß ich, aller Angste und auch Davi Ohhn. frei, dir im Glauben um und 6. Hosianna, 906 uns bei; an selig bleibe zugetan; o Herr, hilf, laß wohlgelingen, 9. Daß, wenn du, o Lebens⸗ daß wir ohne Heuchelei dir fürst, prächtig wiederkommen Du Herz 10 Opfer bringen. wirst, ich dir mög entgegen der 29 1 acht uchem an, sehn und vor dir gerecht be⸗ 77 Hsim 40 lus un hier stehn. Hy Heinrich Held, um 1650. an den Olberg dich begleiten, * bis wir einstens für und für Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. dir ein Psalmenlied bereiten. 19. Hn Davids Dort ist unser Bethphage: 2—— Sohn kommt in Hosianna in der Höh! Im Len Tien Wfett in Eit 5 nah 0 190 ihm den Thron, setzt ihnm ile, bei uns einzugehen, du tausend Ehrenbogen, streuet Gesegneter des Herrn, warum Palmen, machet Bahn, daß willst du draußen stehen? 7 er Einzug halten kann! Hosianna, bist du da? Ja, 2. Hostanna, sei gegrüßt! du kommst. Hallelujal Komm, wir gehen dir entgegen. Benjamin Schmolck, 1672—1787. 400 Advent. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 20. Komm, du wertes — Lösegeld, dessen alle Heiden hoffen. Komm, o Hei⸗ land aller Welt, Tor und Türen stehen offen; komm in göttlich hoher Zier, komm, wir warten mit Begier! 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du großer Ehren⸗ könig; laß mich deine Woh⸗ nung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, ei, so soll mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an mit den Sieges⸗Palmen⸗ zweigen. So viel ich nur immer kann, will ich Ehre dir er⸗ zeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinst. 4. Hosianng, Davids Sohn! Ach Herr, hilf, laß wohlge⸗ lingen, laß dein Zepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewig⸗ keit besteh: Hosianna in der 5 * Johann Gottfried Olearius, 1635—1711. Eigene Melodie. * acht hoch die Tür, 21. M die Tor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; der⸗ halben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat. Gelo 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit. All unser Not zu End er bringt, derhalben Gelobet mit Freuden singt: et sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da. de König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit. Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns er⸗ schein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr. Georg Weissel, 1590—1635. Mel.: X 22. Herz wird! der w Gott Welt verspro allen 4 2. 2 den V macht laßt al alle B laßt se rig, u krumm 3.( liebet, steht; chi⸗ geht; e und fo! kann dem ke X. Armen aus( Herr J in meir und v werden ewig d V. 1— Wel.: A 23. zu die unser Herr d * Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 0* it Ernst, o Men⸗ 22. M schenkinder, das Herz in euch bestellt. Bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Tal laßt sein erhöhet, macht nied⸗ rig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein 25 hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. V. 1—3 Valentin Thilo, 16071662. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 23* Nun jauchzet, all ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar Advent. 11 ohne stolze Pracht, doch mäch⸗ tig zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat voll—⸗ bracht. 3. Ihr Mächtigen der Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Herren Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem Könige zu singen, der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald er⸗ scheinen in seiner Herrlichkeit und alles Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 1606-1673. Mel.: Erschiene ist der herrlich Tag. 24 Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar. 12 Advent. Dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang im⸗ mer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! Johann Olearius, 1611—1684. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 25 O Friedensfürst aus * Davids Stamm! O meiner Seelen Bräutigam! Mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir, o Im⸗ manuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden! Singt mit Freuden: Hosianna! Seht, er kommt jetzt, Hosianna! 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll und weiß nicht, was ich schenken soll dem aus⸗ erwählten König. O teurer Jesu, nimm doch hin mich selbst und was ich hab und bin; ach, freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, keine Leiden sollen mich je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier, mein Leitstern stets, o bleib bei mir, du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna, schenke dich zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden, laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. Philipp von Zesen, 1619-1689. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 26 Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte. Sprich: Mein König, komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte; zeuch mit deiner Sanftmut ein, was du findest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigen⸗ tum schon seit deinem Wasser⸗ bade. Komm, dein Evan⸗ gelium werde mir ein Wort der Gnade. Du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet. Komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abend⸗ mahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdental mit dir als im Himmel lehen. Komm, Herr Deben leb in mir, und mein Leben sei in dir. 5. KI Tröster dich ver Gebet ve Willen auf jene Jesu, ri Philipp Mel.: We 27. du Gef Laß dir wohlgef Du mei Helfer hilf, oH von der schmerze mich mit ve 4. linder Pein Kinde 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geis, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu, rufen mag. Philipp Friedrich Hiller, 1699-1769. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 27. Warum willst du draußen stehei du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Gewissen mit vergiften Schlangenbissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief Advent. 13 Hairirb Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Un⸗ glück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reich⸗ tum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich rechtfröhlich ißt. Leuchte mir, o Freuden⸗ licht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein. Sein Gang ist zu dir ekehret, heiß ihn nur will⸗ ommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast be⸗ gangen, das ist alles abge⸗ schafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 7 6 14 Advent. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel.: Valet will ich dir geben. 28.* Wie soll ich dich empfangen und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergetze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psal⸗ men ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Ban⸗ den, du kommst und machst mich los. Ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum tut. 5. Nichts, nichts hat dich 16. trieben zu mir vom Himmels⸗ zelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammers Last, die kein Mund kann aussagen, so fest um⸗ fangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt! Ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch be⸗ wußt. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schrecken vor eurer Sünden⸗ schuld. Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augen⸗ * blick. E ein Könie Feind au zum Wid 10. Eꝛ gerichte, ihm fluc Mel.: Lo 29. 2 er aus f. ebornen ie hat hat er u 2. We voller Ra keit, die g vollfül 3. Er höchstes kann, ni Fleisch in Sünde a 4. Du höchsten, Kraft un und meit Heiland 5. Wa gebricht, du mir: Trost un ich nur „6. Dei Uberfluß mein Le schafft höchsten blick. Er kommt, er kommt ein König, dem wahrlich alle Feind an Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt— Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und Weihnachten. 15 süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, 16071676. IIl. Weihnachten. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. lÜso hat Gott die 29. A Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den ein⸗ Wit Sohn uns gibt. Wie hat er uns so lieb! Wie hat er uns so lieb! 2. Was sein erbarmungs⸗ voller Rat beschloß von Ewig⸗ keit, die große wundervolle Tat vollführt er in der Zeit.: 3. Er, unser 11 und hauhster en des dir digen Erden ist, soll preisen hoch und kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, sdoch ohne Sünde an.: 4. Du, Sohn des Aller⸗ höchsten, wirst mir Rat und Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst,: der Heiland aller Welt. 5. Was mir zum Seligsein gebricht, das, Herr, erwirbst du mir: Versöhnung, Leben Trost und Licht, das hab ich nur in dir. „6. Dein Mangel wird mein Überfluß, dein Leiden stillt mein Leid, dein Niedrigsein schafft mir Genuß st der höchsten Herrlichkeit. 7. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freuden⸗ zeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron, s erheb ihn, Christenheit! st Heinrich Cornelius Hecker, 1699-1743. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 30 Der heilge Christ ist kommen, der teure Gottessohn. Des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge⸗ angen, die lange Nacht ist hin. Die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos. Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen gehn in den Himmel ein. 16 Weihnachten. 4. Drum freuet euch und 7. Du, unser Heil und preiset, ihr Seelen fern und höchstes Gut, vereinest dich nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da. Er ruft euch insgemein mit süßen Liebesworten:„Ge⸗ öffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein!“ Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. Mel.: Vom Himmel hoch. 31.* Dies ist der Tag, 31. D den Gott Aedücht sein werd in aller Welt geda t. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein eharrt, bis daß die Zeit er⸗ süllet ward; da sandte Gott von 5 Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor mor ern 91 d er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt; nimmst selbst an unsrer Menschheitteil, ers cheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt u dir:„Ich komm, im Buche teht von mir; Gott, deinen illen tu ich gern.“ Gelobt sei, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch eboren wirst, Immanuel und Frledefürs, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder h ier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Selig⸗ keit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der derind wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn ernhrd den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht. Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O daß ich tausend Zungen. 32 1 Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlich⸗ keit. Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt⸗ und Himmelslicht weicht hun⸗ derttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume ni ĩ9t den Gnadenschein. Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet. und dich wirst hier, u wir. estät, Herz Selig⸗ Herz e fiel ists, t der hützt, sitztꝰ „die der Erde, ihm, Lied. den d in eise, im ist. 769. gen. icht, nen lich— igel eine elt⸗ un⸗ ine den ö in sich bet Weihnachten. 17 weg der Höllen Macht, der Herzen sagen Preis und Dank, Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht schon in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachts⸗ kunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachts⸗ glanzes voll. Kaspar Fr. Nachtenhöfer, 1624—1685. Eigene Melodie. 33 Ermuntre dich, mein 2 schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braur zu freien. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Leben lang von daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein er⸗ wünschtes Leben sür solche Feind hingeben? 4. O großes Werk, o Wun⸗ dernacht, dergleichen nie ge⸗ funden! Du hast den Heiland hergebracht, der alles über⸗ wunden. Du 925 gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 5. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Gebärden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, komm, Heiland, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein; komm, komm, ich will bei Zeiten die Stätte dir bereiten. 6. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was Jol ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt. Ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von 2 18 Weihnachten. mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis' in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Johann Rist, 1607—1667. Eigene Melodie. 24.* sröhlich soll mein 34. F Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist ge⸗ boren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind das ver⸗ bindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt was er liebt über alle Ma enꝰ Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Machtund Chren. 4. Sollte von uns sein ge⸗ kehret, der sein Reich und zu⸗ gleich sich uns selbst verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will be⸗ trüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, gibt sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen; stellt euch ein, — groß und klein, kommt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Tür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissens⸗ schmerzen, sei getrost, hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir im a 35. daß von wahr Scha 2. Kind findt und ewig 8. besch Scho word erhäl 4 herei neuer mitte des Hall— 5. Gott einer mich üßen ieben was alles laßt ein, mit u, der t den Licht roßen Tür Faßt ühren t euch hwert pfindt ssens⸗ rwird nachet unden. d und füllet Hände! Gaben L sollt ß dich meine angen. Leben; ch dich kann enn du deinem an mir Weihnachten. 19 zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 13. Ich bin rein um deinet⸗ willen; du gibst gnug Ehr und Schmuck, mich drin ein⸗ zuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen; o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht ge⸗ nießen! 14. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud, ohne Zeit, dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 16071676. Eigene Melodie. 35.* elobet seist du, 35. GeJaus Ehrih daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß. Er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, 11. der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammertal, macht Erben uns in seinem Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christen⸗ heit und dank ihm des in Ewig⸗ keit. Halleluja! Dr. Martin Luther, 1483—-1546. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 36 QWauchzet, ihr Himmel, 79srrohlocket, ihr Engel in Chören, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren; sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Er⸗ den, Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch Hirten und Herden. 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget. Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Geheimnis ver⸗ hntn Hier ist die Pforte es Lebens nun offen zu sehen. 2* 20 Weihnachten. Gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge⸗ denken? Du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken. Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren. Komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich ver⸗ loren. Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, nich will ich er⸗ heben. Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben. Gib mir doch bald völlige Kindesgestalt, um dir allein nur zu leben! Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Ich steh an dei steh an deiner 37. Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich stehe bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn; Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen. 2. Da ich noch nicht ge⸗ boren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns Ledrnt n an unsrer Statt zu leiden; suchst meiner Seelen Trost und Freud durch dein ch drr Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden. 7. Zwar sollt ich denken, wie gering 30 dich bewirten werde; du bist der 1Stanh aller Ding, ich bin nur Staub und E lieber verschr gerne + zu nut, eine dein du des⸗ nne, acht und das in sind iden satt ucht tend ein Seel dich nach des dich srer iner urch eid; ren. Hirst licht öge an doch nm, ein den. ken, rten pfer aub Weihnachten. 21 und Erde; doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie. obt Gott, ihr Christen, 38. alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut auf⸗ schleußtsein Himmelreich:und schenkt uns seinen 7 2 2. Er kommt aus seines Vaters Llein und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein.: 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und ge⸗ ring, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt,: der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, nimmt von ihr seine Speis, an dem die Engel sehn 36 Lust, denn er ist Davids Reis,: 5. Das seinem Stamm ent⸗ 5, d sollt in dieser letzten eit, durch welchen Gott auf⸗ richten wollt sein Reich, die Christenheit.: 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an und gibt uns in des Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein echsel sein! Wie könnte wohl noch freundlicher i der treue Jesus sein!: 8. Heut schleußt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis. Der Cherub steht ů3 mehr dafür,: Gott sei Lob, Ehr und Preis!: Nikolaus Herman, 1 1561. Eigene Melodie. un singet und seid 39. N froh, jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kind⸗ lein zart und rein, und durch deine Güte, o liebster Jesu mein, zeuch mich hin nach dir, zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Da wir ganz ver⸗ dorben durch Sünd und Eitel⸗ keit, hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud. Eia, wärn wir da, eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Ach, nirgend mehr denn dort, da die Engel singen dem lieben Jesu mein, und die Psalmen klingen im Himmel hell und rein. Eia, wärn wir da, eia, wärn wir da! Nach dem Lateinischen In dulci jubilo. Eigene Melodie. om Himmel hoch 40. V da komm ich her; ich bring euch gute neue Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn 9—9 sEan will. uch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein so schlecht, da findet das Kind gelegt, das alle elt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröh⸗ lich sein und mit den Hirten 60n Hatde zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und stez dort hin: Was liegt doch in der Krippe drin? Wer mag das schöne Kindlein sein? Es ist der liebe Heiland mein. 8. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering; auf dürrem Gras Weihnachten. liegt Jesus Christ, er, der der Herr vom Himmel ist. 10. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du König groß und reich her prangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das 130 also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 13. Ach du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß nimmer ich vergesse dein. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Dr. Martin Luther, ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi, 1535. Mel.: Vom Himmel hoch. 4 1 Vom Himmel kam der TEngel Schar, er⸗ schien den Hirten offenbar. Sie sagten ihn'n: Ein Kind⸗ lein zart das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das ver⸗ kündet hat. Es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. lich ist w. eur Brud 64. Sünꝛ mit laßt Höll, eur 5. lassen eur 3 viel f ders 6. haben worde danke duldi 42. uns Menf wer fest, 2. wah wahr ebo ein dem 3. Chri 3zu Un Mit Not 1der viel⸗ und doch n ein d die uund Rönig angst, lreich. fallen zeigen Macht, nichts ut. rJesu e sanft neines immer ott im schenkt Des jar und Jahr. Kinderlied ti, 1535. hoch. am der U, er⸗ fenbar. Kind⸗ ort in dabids 8 ver⸗ Herre raller lich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut; eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch tun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zuversicht; es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, ge⸗ duldig, fröhlich allezeit. Dr. Martin Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. ir Christenleut habn 42. W jetzund Freud, weil uns zu Trost ist Christus Mensch geboren, hat uns erlöst; wer sich des tröst und glaubet fest, soll nicht werden verloren. Ein Wunder⸗Freud! Gott selbst wird heut ein wahrer Mensch von Maria geboren. Ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von Gott dem Herren selbst dazu erkoren. 3. Die Sünd macht Leid; Christus bringt Freud, weil er zu uns in diese Weltistkommen. Mit uns ist Gott nun in der Not. Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdammen? Weihnachten. 9. 25 3. Des sollt ihr billig fröh⸗ 4. Drum sag ich Dank mit dem Gesang Christo dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los sein der Sündenlast und unträglichen Bürden. 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! Singen wir all aus unsers Herzens Grunde; denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergessen solln zu keiner Stunde. Kaspar Füger, 1 1592. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 42* ir singen dir, 43. Wẽé Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgen⸗ stern, du Jungfraun Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o längst ge⸗ wünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja! 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja! 5. Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm; ach daß die Jalo bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein. Halleluja! —————— I I ꝗIꝗIIIIPPP—“““— 24 Nenujahr. 6. Nun du bist hier, da du in Gnaden nehmen an. liegest du, Nm in dem Kripp⸗ Halleluja! lein deine Ruh, bist klein und 11. Bin ich gleich Sünd machst doch alles groß, 01o und Schulden voll, hab ich die elt und kommst doch blo. gelebt nicht, wie ich soll, ei Halleluja! üpnnnst du doch deswegen her, 7. Du kehrst in fremder daß sich der Sünder zu dir Hausung ein, und sind doch kehr. Halleluja! 2 alle Himmel dein; du liegst 12. So faß ich dich nun an deiner Mutter Brust und ohne Scheu, du machst mich Halleluiat aller Engel Lust alles Jammers frei, du trägst H Neusüt den Zorn, du würgst den Tod. 5. Du bist dersüßeMenschen, vercchrs in Freud all Angst freund, doch sind dir so viel und R Menschen feind; Herodis Heer un ot. Halleluja! hält dich für Greul und bist 13. Du mein Haupt, doch nichts als lauter Heil. hinwiederum bin ich dein Glied Halleluja! und Eigentum, und will, so 9. Ich aber, dein geringster viel dein Geist mir gibt, Knecht, ich sag es frei und stets dienen dir, wie dirs be⸗ mein es recht: Ich liebe dich, liebt. Hallelujal doch nicht so viel, als ich dich. 14. Ich will dein Halleluja gerne lieben will. Hallelujal hier mit Freuden singen für 10. Der Will ist da, die und für, und dort in deinem Kraft ist klein; doch wird dir Ehrensaal solls schallen ohne nicht zuwider sein mein armes Zeit und Zahl: Hallelujal Herz, und was es kann, wirst Paul Gerhardt, 1607—1676. III. Neujahr. Mel.: Allein Gott in der Höh. 2. Hab Lob, hab Ehr, ab Lienn 44 Preis und Dank für die bis⸗ 44. B6 14 cht dunh herge Treue, die du, o Gott, 1 Güte; bis vurch mir lebenslang bewiesen täg⸗ Bat 7 1 N U Wr⸗ lich neue; in mein Gedächtnis hat er Tag und Nacht be⸗ schreib ich an: Der Herr hat Hiher Herz und Gemüte; bis Groß's an mir getan, bis hieher hat er mich geleit; bis hieher mir geholfen. hieher at er mich erfreut; bis 3. Hilf keneweit, mein hieher mir geholfen. treuster Hort, hilf mir zu allen Stund jedem Jesu! bis in Blut hilft, Amili hr, hab ie bis⸗ o Gott, en täg⸗ ächtnis err hat n, bis „mein zu allen Neujahr. 25 Stunden, hilf mir an all und Mel.: Herzlich tut mich verlangen. jedem Ort, hilf mir durch 46 Das Jahr geht still Jesu Wunden, damit ich sag zu Ende, nun sei his in den Tod: Durch Christi auch still, mein Herz. In Blut hilft mir mein Gott, er Gottes treue Hände leg ich hilft, wie er Gne nun Br Ja wucht Fen Amilie Nudolsia räfin 7.— warzburg⸗ was ies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, Ghgene Melodie. die Tränen, die geflossen, die 45.* Das alte Jahr vere Wunden bvennend heiß. ö Herr J ist. Wir 2. Warum es so viel Leiden danken dir, Herr Jesu Christ, so kurzes Glück nur gibte daß du uns in so großer Warum denn immer scheiden, Gfahr behütet hast lang Zeit wo wir so sehr geliebt? So und Jahr. ö Rbanger Aug gebrochen, und 2. Wir bitten dich ewigen mancher Mund nun stumm, Sohn des Vaters in dem der erst noch hold gesprochen höchsten Thron, du wollst dein— du armes Herz, warum? arme Christenheit bewahren 3. Daß nicht vergessen ferner allezeit. werde, was man so gern ver⸗ 3. Entzeuch uns nicht dein gißt, daß diese arme Erde heilsam Wort, das ist der nicht unsre Heimat ist. Es Seelen höchster Hort; vor hat der——— uns allen, die falscher Lehr, Abgötterei behüt wir auf ihn getauft, in Zions uns, Herr, und steh uns hei. goldnen Hallen ein Heimat⸗ . Hilf, daß wir fliehn der recht erkauft. Sünde Bahn und fromm zu 4. Hier—— wir und werden fangen an, keinr streuen die Tränensaat ins Sünd im alken Jahr gedenk, Feld, dort werden wir uns ein gnadenreich Neujahr uns freuen im selgen Himmelszelt. schent.. Wir sehnen uns hienieden 5. Christlich zu leben, selig⸗ dorthin ins Vaterhaus und lich zu sterben und hernach en die geschieden, die fröhlich am jüngsten Tage ruhen dort schon aus. aufzustehn, mit dir in Dimmel 5. O das 6 hin Gehen einzugehn; durch diese Erdenzeit, nur 6. Zu danken und zu loben immer vorwärts sehen m1 dich mit allen Engeln ewiglich. hurch Freudigkeit; wird uns O Jesu, unsern Glauben mehr durch Grabeshügel der klare zu deines Namens Lob und Blick verbaut, Herr, gib der Ehr! Seele Flügel, daß sie hin⸗ * I Nach oudemn: Jakob. Tupd, um 1070. überschaut. 26 Neujahr. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimat⸗ wärts. Und ist es uns hie⸗ nieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. 1835. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. as liebe neue Jahr 47. D geht an, das alte hat ein Ende; drum jauchzt und freut sich jedermann, er⸗ hebt sein Herz und Hände zu unserm Gott im Himmels⸗ thron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht das bekannt uns, die wir warn verloren. Im selgen, lieben Gotteswort ge⸗ schrieben ists an manchem Ort und wird uns klar verkündet. 3. Die reine Lehr und Sa⸗ krament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte. Er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selig neues Jahr und helf sUnv. Bibi. Giessen uns zu der an sch Schar, da wolln wir ihn schön preisen! Cyriakus Schneegaß, 1546—1597. Mel.: Herzlich tut mich verlaͤngen. urch Trauern und 48. D durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, Gott⸗ lob, gedrungen; dies Jahr ist hingelegt; dir, Gott, sei Lob ge⸗ sungen, mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast er⸗ bauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück ver⸗ trauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein fester Trost; dich laß ich ferner walten, wenn mich die Not anstoßt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gib, daß ich nichts ver⸗ übe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch tun. Soll mich die Armut drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung Sol ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen, ach, 5 gehorch 1055 hier. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schweben, mein Soll ie ich wi ich vor dein 2 6. dringe mein L versch du nie dienet du ab deines 48 schloss sei her mein Laß ie werd neuen Wort Gott Mel.: 49. Leben mit f und 1 unsrer zurück Schut 2.0 die ni müdet noch i sers K von v an un 3 neu in in dei „ da isen! 1597. ngen. und Agen, und und Frgen ott⸗ hr ist b ge⸗ Tegt. 1er⸗ mein ver⸗ leibst mich mein erner Not neine auch ver⸗ dich. eben, mein, Zeben sein. mich wills die dabei gung mir. agen, eben, gilt. eben, Neujahr. 27 mein Heiland, wie du willt. wir wohl geborgen, da ist das Soll ich denn Krankheit leiden, ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen, gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Höll verschlingen? Ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar ver⸗ dienet der tiefen Hölle Glut; du aber bist versühnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr be⸗ schlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu chs en, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden; dein Wort verspricht es mir. Gottfried Wilhelm Sacer, 1635-1699. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 49 Ein Jahr der Sterb⸗ lichkeit, der kurzen Lebenstage ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage und wiederum ein Teil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schutz und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben er⸗ müdet noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm un⸗ sers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr getan. 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind feste Schloß vor aller Feinde Trutz, da findet allezeit dein Volk in Nöten Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts er⸗ lösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmut in uns allen, und soll uns dieses Jahr auch neue Not befallen, so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen töten; verleih an Seel und Leib, was jedem ist von nöten, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit tut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. 7. Wem du das Ziel be⸗ stimmt, in diesem Jahr zu scheiden, den wollst du, treuer Gott, in Gnaden vollbereiten. Laß ihn im Glauben hier be⸗ schließen seinen Lauf und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf! Henriette Katharine v. Gersdorf, 1648-1726. Mel.: Werde Licht, du Stadt der Heiden. 50* Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es 28 Neujahr. neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, gib mir Buße für die Sünd; Hlt daß sie mir nimmer schade, sondern bald Verzeihung find, Herr, in dir; nur du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Flhe Hin, ch u ich so ehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll n und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 4. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 1607—1667. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. Jesus soll die Losung 51. sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name 55 allein denen zum Paniere ienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. set Name, Jesu Wort soll in seinem Zion schallen; und so oft wir nach dem Ort, da sein Name thronet, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; eht uns dieser Leitstern für, 10 wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. un laßt uns gehn 52. N und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen; 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und Hedbe Schrecken, die alle Welt edecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in Role Unge⸗ wittern die Kindlein hier auf Völke ept ö er vo Hem tern! 2. die v Unser dem gehn mit zum u bis und gum eihen n; t und und und Welt euen Inge⸗ auf Epiphanias. 29 Erden mit Fleiß bewahret auf so viel Blutver ießen die werden, 5. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsres Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Tun und Wochen wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen 1— Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten und laß an allen Orten Friedensströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich iere und dort zum Himmel jühre. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1607-1676. IV. Epiphanias. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 53 Gott der Juden, Gott der Heiden, aller Völker Heil und Licht! Saba bert den Stern mit Freuden, er von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von ern, dich zu sehn, o Jakobs⸗ tern! 2. Wir gesellen uns zu denen, die vom Morgenlande uen Unser Fragen, unser Sehnen ist 10— dir, du großes Kind! Unsre Kniee beugen sich, unser Arm umfasse dich. 3. Nimm die aufgetanen Schätze, Schatz, der unser Herz erfreut! Deine Mildigkeit er⸗ setze unsrer Hände Dürftigkeit. Reichtum suchen wir bei dir, lauter Armut bringen wir. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoffnung an; laß dich einen Weihrauch laben, den die An⸗ 30 Epiphanias. dacht geben kann. Und als Myrrhen bringen wir die Geduld und Buße dir. 5. Diese Opfer nimm in Gnaden von ergebnen Herzen an und laß keinen Feind uns schaden, der dich nicht ver⸗ tragen kann; wenn Herodis Schwert gewetzt, so behalt uns unverletzt! 6. Nun, wir gehn von deiner Krippent Laß mit Segen uns von dir. Zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, still der Feinde Mordbegier; mach uns selbst den Weg bekannt, der uns führt ins Vaterland. Benjamin Schmolck, 1672-1737. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. .* Sesu, großer Wun⸗ 54. derstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damitbeschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir enügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bitt⸗ rer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an! Erdmann Neumeister, 1671—1756. Mel.: Valet will ich dir geben. 55 O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Mens ben weit und breit dein Reich bekannt mag werden zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeu⸗ ban die Leut aus Morgen⸗ and, die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf hohem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitz'st nicht in festem Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du succt ge⸗ zieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Ge⸗ walt, daß sie in Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein er⸗ barmen, in dein Reich nimm Epiphanias. 31 mich auf, dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 6. Du wollst in mir ent⸗ zünden dein Wort, den schönen Stern, halt falsche Lehr und Sünden von meinem Herzen fern. Hilf, daß 5 dich er⸗ kenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm, 1557—1622. Eigene Melodie. erde Licht, du Stadt 56. W der Heiden, und du Salem, werde Licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir ver⸗ blendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Gebärden hafteten nur an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt' es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht em⸗ pfangen, welches soviel Angst und Weh aus der Welt hin⸗ weggetrieben, daß nichts Dunk⸗ les übrig blieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl getan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch des Glaubens Liebeswerke folgen in Ge⸗ rechtigkeit und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinung müss' erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klar⸗ heit wohnen. Johann Rist, 1607—1667. Passionszeit. V. Passionszeit. Eigene Melodie. *(Fhriste, du Lamm 57. C Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich Ran 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3.Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. er am Kreuz ist 58. D meine Liebe und 5⁵5 nichts in dieser Welt. O daß ers doch Doht bliebe, der mir jetzt so wohl gefällt! Nun mein Herz soll immer⸗ ort is bestehn auf diesem ort, sei es heiter oder trübe: Der am Kreuz ist meine Liebe. 2. Zwar es ist mir unver⸗ borgen, was die Lieb oft nach 0 zieht: Schmach, Ver⸗ olgung, Not und Sorgen, Kreuz und Armut bringt sie mit. Ja, wenn er, mein Hei⸗ land, will, ist kein bittrer Tod u viel. Doch es komme no 15 trübe, der am Kreuz ist meine Liebe. 3. Lieber 255 ich solche Plage und der Liebe schweren Stand, als ohn ihn die besten Tage und der Ehren eitlen Tand. 9 o mich immer wunderlich, spotte man auch über mich, daß ich, was er haßt, nicht übe, der am Kreuz ist meine Liebe. 4. Aber wißt ihr meine Stärke und was mich so mutig macht, daß mein Herz des Fleisches Werke und des Sa⸗ tans Grimm verlacht? Jesu Lieb ist mir gewiß, seine Lieb ist stark und süß! Was ist, das mich noch betrübe? Der am Kreuz ist meine Liebe. 5. Diese Liebe lohnet endlich, führt zu ihm ins Vaterhaus ist zur letzten Zeit erkenntlich und teilt Kränz und Kronen aus. Ach, ach wollte Gott sch doch alle Welt dereinst sich noch dieses in das Herz einschriebe: Der am Kreuz ist meine Liebe! Johann Ernst Greding, 1876—1748. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. in Lämmlein geht 59. Einndträgtdies juld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es 60 dahin, wird matt und rank, ergibt sich auf die Würgebank, verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat: Gott Sühne hin, dich ich al Zorne schwer kannst los di Blute 3. Herze will d hängt Wirke Wunꝛ kannf gedac zwing bist Gra Felse 4 dich lasser wie d fasser Herze Herz mein mich hiern bestä 5 lichke singe aller brin Lebe Nan bark mir a8 er Kreuz meine nutig des Sa⸗ Jesu Lieb ist, Der be. idlich, haus, ntlich ronen Gott, reinst Herz z ist 1748. bylon. eht Schuld er; es zeduld er; es t und f die aller tan Spott, iemen, pricht: st der eiland n hat: Passionszeit. Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen.„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgetan zu Straf und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst' und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Da, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken is t dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, du machen; seit mein Schutz, in Traurigkeit kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn ab⸗ zwingen. O Liebe, Liebe, du bist Ua du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets gleich wie du mich mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dank⸗ barkeit ergießen; und was du mir zu gut getan, das will 3 ich stets, so tief ich kann in mein Gedächtnis schließen. 6. Erweitre dich, mein Her⸗ zensschrein, du sollst ein Schatz⸗ haus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt und allem, was der Welt gefällt, ich hab ein Bessres funden; mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu nutz zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell, zu Haus und auch auf Reisen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kann mirs Schatten geben; setzt mir der Wehmut Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker. Und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 9. Wann endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden. Es soll sein meines Hauptes Kron, in 3 ö * 34 Passionszeit. welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. 35 Gerhardt, 1607-1676. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 60. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; 925 Friedefürst entschläft im Frieden, die Lübenesonme geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er i gesprochen; das ewge ort muß sprachlos sein, das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht. O wahres Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sunden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich ver⸗ künden: Des Sohnes Blut er⸗ langt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin, dich wünschen Engel zu umfangen, ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum Fer O tröstlich Wort: §e ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die En nach ind allhier zugegen, chlummre sanft mit Jakob ein; ie Himmelspfort ist aufge⸗ macht. O Lebenswort: Es ist ollbracht! Salomo Franck, 1659—1725. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. err Jesu Christ, dein 61. 8 teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und 995 der Himmelsfrend eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Johann Olearius, 1611—1684. Mel.: Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. err Jesu, deine Angst 62². 8 und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde vermeiden. Laß mich an eine große Not und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 2.— du haß schlager Sünde tragen. schone! vergesse Rechte 3.— Thron angen pott am Kr du für unsre Gott Passionszeit. 35 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missetat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt aus Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hin⸗ künftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zu⸗ flucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Unbekannt, 1674. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 63 Herr, stärke mich, dein 2 Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. seh und 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zer⸗ schlagen die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hoch⸗ heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. So sei denn ewig auch von mir 9e pi en für das Er⸗ barmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 8. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib zu diesem seligen Geschäfte stets neue Kräfte. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. 3*³ —3———- ...—...— — V Diiiei‚iieeeeeeeeeeeteeee‚.e‚.‚‚.‚.‚..... Eigene Melodie. * erzliebster Jesu, 64. 9 was hast du ver⸗ brochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missetaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins An⸗ gesicht geschlagen und ver⸗ höhnet; du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich ge⸗ bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu aus⸗ breiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu ver⸗ Passionszeit. gleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebestaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Ver⸗ folgung, nichts von Todes⸗ schmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir an⸗ nehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann, 1585—1647. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. Ich danle dir für. 65. deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Not empfandst in deinem Herzen. Laß d ein Le wenn 2 Huld, da d Schu genei zu m gerat Gnad 8. Gun duf d sonst Nimi: Frist bist, Johe Mel.: 66. denke mels schen ersch wie wur sohr 3 alle mic die Urs en im etwas, enn ich pf und u mein n mit nicht n, fest Kreuz deinen e, zum dir zu Oach ßchmach n Ver⸗ Todes⸗ Herzen. bs für schätzen, cht gar Bnaden ir an⸗ hämen. +Jesu, Throne ehn die ich dir, lingen, 5—1647. der Zeit. für „Herr en, die⸗ n Not Herzen. ich dir ein Labsal meiner Seele sein, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerat in Todesnot, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei um⸗ sonst dein teuer wertes Leiden. Nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du ihr liebster Jesus bist, und laß mich ewig leben. Johann Scheffler(Angel.), 16241677. Mel.: Christus, der uns selig macht. ö Jesu, deine Passion 66. J will ich jetzt be⸗ denken, wollest mir vom Him— melsthron Geist und Andacht schenken. In dem Rilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Gib, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande, dein Verspeien, Schläg und Schmach, deine Kreuzes⸗ schande, deine Geißel, Dornen⸗ kron, Speer⸗ und Nägel⸗ wunden, deinen Tod, o Gottes⸗ sohn, in den Marterstunden. 3. Doch laß mich ja nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, ich und Passionszeit. 37 Laß die Verdienste solcher Pein meine Sünde; diese hat ge⸗ martert dich, daß ich Gnade finde. ö ö 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünden dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle Jesu mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen. Liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? ö 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen— bessern Dank ich dorten geb— Jesu, dir gefallen. Sigismund v. Birken, 1626—1681. Eigene Melodie. 67*Jesu, deine tiefen 28 Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an 38 Passionszeit. dein Leiden, bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich 560 für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Sünden⸗ bahn, da nichts ist als Jubi⸗ lieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, du bist meine Zu⸗ versicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auf⸗ erstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütig⸗ keit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich ver⸗ berge mich in dich; kein Feind kann verletzen mich. Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Johann Heermann, 1585—1647. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 68 Jesz⸗ der du wollen büßen fur die Sünden aller Welt durch dein teures Blutvergießen, der du dich hast dargestellt als ein Opfer für die Sünder, die verlornen Adamskinder; ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 2. Rette mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt; laß, ach, laß mich nicht verzagen, weil du 515 für mich gezagt. Hilf, aß mich dein Angstschweiß kühle, wenn ich Drangsalshitze fühle; ach, laß deine Todes⸗ pein nicht an mir verloren sein! 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Ban⸗ den frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre sei. Trost der Seelen Heil der Erden, laß mich nicht zu Schanden werden; ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 4. Rede durch dein Stille⸗ schweigen, liebster Jesu, mir das Wort, wenn mich Sünden überzeugen und Riern 5 fort und fort, wenn mein bös Ge⸗ wissen schreiet und mir mit Verdammnis dräuet; ach, laß verloren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich deine Todespein nicht an mir zu mi und E dorn deine verlor 6.2 den fr wenn schwur in See deiner die n deine verlor 4. Rute, Huld! Blute schuld der E Seite Tode— loren 8. dich wenn meine deine mir L laß mir 9. freie Lesch Sün mir dni aß wall pein sein! 5 Leben. wollen die ch dein der du ls ein I„, Die +; ach, icht an deine meine ch, laß veil du Hilf, schweiß alshitze Todes⸗ en sein! h deine 5 Ban⸗ erlittne nund Seelen 5 mich werden; in nicht Stille⸗ su, mir Sünden gen fort 3s Ge⸗ nir mit ach, laß an mir enrosen „meine en, die ihe dich zu mir; kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sünden⸗ dorn mir schade; ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 6. Ach, laß deine tiefen Wun⸗ den frische Lebensbrunnen sein, wenn mir alle Kraft ver⸗ schwunden; wenn ich schmacht in Seelenpein, senk in Abgrund deiner Gnaden alle Schuld, die mich beladen; ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 7. Ach, zerbrich des Eifers Rute, ach, erzeige Gnad und Huld! Tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sünden⸗ schuld; laß mich in der Angst der Sünden Ruh in deiner Seite finden; ach, laß deine Todespein nicht an mir ver⸗ loren sein! 8. Hilf, daß mir dein Dürsten nütze, das am Kreuze dich geplagt; wenn ich lechze wenn ich schwitze, wenn 1. meine Sünde jagt, laß mi deinen Durst genießen, laß mir Lebensströme fließen; ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 9. Jesu, komm mich zu be⸗ freien durch dein lautes Angst⸗ geschrei; wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn mir Wort und Sprach entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen; laß mir deine Todes⸗ pein Leben, Heil und Himmel sein! Unbekannt, 1697. Passionszeit. 39 Eigene Melodie. 69*Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben! Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach, du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du ge⸗ rechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tau⸗ send, tausendmal sei dir, lieb⸗ ster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden ließest du dir schlagen, ohnemaßen littest du, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dor⸗ nen dich gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergetzen, mir die Ehren⸗ kron aufsetzen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen sein ge⸗ schlagen, mich zu lösen von der Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost 40 Passionszeit. gehangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Du hast dich in Not gestecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod — geschmecket, um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat, ge⸗ büßet meinen Stolz und Über⸗ mut; dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christoph Homburg, 1605-1681. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 70. Qaßt uns doch Christo Tedankbar sein, daß er für uns in große Pein sich willig hingegeben. Auch laßt uns sein der Sünde feind und, weil Gott nunmehr unser Freund, nach seinem Willen leben, die Lieb erzeigen jeder— mann, wie Christus selbst an uns getan. O Menschenkind, betracht es recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Von Sünden schrecke mich dein Tod. Eigene Melodie. 7* 8 du Liebe meiner Licbe, du er⸗ wünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Lei⸗ dens mir zu gute als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missetat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Tränen an dem Olberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, um Gottes Zorn zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt; 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebser⸗ barmen mich zuletzt in höchster Huld ihrem Vater überlassen, die sel! bat, de sollt f Verdiet 5.L storben Gut a worber dein B deinen Liebe letzten nem HK 6. L kränke⸗ Herz i senket, Schme du ge leben Heil ewig el Mel.: 44 voll S o Hau mit Haupt mit h jetzt Gegri 2. so er Auger Licht lich z st an ikind, ottes Herr und Gott! mich leiner 11er: u dich 1 das Lei⸗ Opfer mit issetat hweiß berg e mit örlich eden zaters zottes e Last arkem Hohn Angst er Liebe, Is sich Liebe, ls sich ihren angen ebser⸗ öchster lassen, Passionszeit. 41 die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat; 5. Liebe, die für mich ge⸗ storben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz er⸗ worben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an dei⸗ nem Herzen ruh! 6. Liebe, die sich tot ge— tränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab ge⸗ senket, ach, wie dank ich deinem Schmerzl Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben, nimm mich ewig liebend an. Elisabeth v. Senitz, 1629—1679. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 72.— Haupt voll Blut ; und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet: Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schänd— lich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hin⸗ gerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan. Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird er⸗ blassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herz⸗ lich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für . G 42 Passionszeit. deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Christus, der uns selig macht. 73 O hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets untertan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach zes geschlachtet, allzeit erfunden fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Michael Weiße, 4 1542. Eigene Melodie. * Lamm Gottes, 74. O unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlach⸗ tet, allzeit erfunden g'duldig, wiewohl du wurdest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Er⸗ barm dich unser, o Jesu, Jesu! 2. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig am Stamm des Kreu⸗ g'duldig, wiewohl du wurdest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, Jesu! 3. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig am Stamm des Kreu⸗ zes geschlachtet, allzeit erfunden g'duldig, wiewohl du wurdest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein Frieden, o Jesu, Jesu! Nikolaus Decius, 1541. Eigene Melodie. FTraurigkeit, o Herze⸗ 75.— leid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen 2. O große Not! Der Herr ist tot, am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses ange⸗ richtet, da du durch die Misse⸗ tat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glau⸗ bensgrund, wie bist du doch zerschl Erden klagen 6. 8 der di der H ins 6 7 und 2 Trän bis in sehner Mel.: 76. Stam dein Der läßt! Schlé Spot 2. Fleiß Schu füllt; vor ein S quill 3 schla mit! Du wie von 4. den, finde Mee das und unser, 5, un⸗ Kreu⸗ funden burdest ast du n wir dein + 1541. „Herze⸗ 1 nicht Vaters Grab er Herr ist er ch das 5 Lieb d, nur 5 ange⸗ »Misse⸗ chtet. n, das ier mit ches er für dich Glau⸗ du doch Passionszeit. 43 zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja be⸗ klagen. 6. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 7. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Tränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Johann Rist, 16071667. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. * Welt, sieh hier 76.— dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes über⸗ füllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt.—6 3. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, und di mit Plagen so übel Sde Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sün⸗ den, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen ge⸗ bunden in der Höll; die Gei⸗ ßeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat ver⸗ dienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel ver⸗ mögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran er⸗ getzen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Ans Kreuz will ich mich schlagen mit dir und dem ab⸗ sagen, was dir, Herr, nicht ge⸗ fällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 12. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Tränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände be⸗ gleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 16071676. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 77 eele, geh auf Gol⸗ 74. S gatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize; willst du unempfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jam⸗ merbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach, der übergroßen Not, es ist ja mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nim⸗ mermehr diese Plagen dir ver⸗ gelten, du verbindest mich zu Passionszeit. sehr; alle Güter, tausend Welten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallen⸗ trank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: Ich will dir mein Herze geben; dieses soll be⸗ ständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, ster⸗ bend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Türe; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt vers chmähen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderlich und setiolnch.. 9. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden. Nirgend sonst wird mich der Tod als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht! Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 7 Zei mir tausendmal 78. S gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, wann ich knien und liegen soll an dem Kreuze meine 2. 0 Seelen mich ni mich g Schade Fall 9 mir ge dein X sich al 3.0 Wunde Herz 1 alle S gessen schönst Herze deinen Gunst 4 halten, kann. Falten lich an Baum Raum Traue tilg a Mel.: 79. Grabe deine 2.0 vieler Leben grab, 3. du I kein llen⸗ was mein Ü be⸗ ereuze b will „ster⸗ offen unden stets und Hirsch is du Fleisch e Welt hich, du or den allem ch und meine binden. ich der Zunden sein zuletzt: 2—1737. te Seele. endmal er mich su, der womit wie ist unn ich un dem send meine Seele wirbest! 2. Heile mich, o Heil der Kreuze, da du stirbest und um Seelen, wo ich krankund traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unver⸗ gessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße halten, auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freund— lich an von des hohen Kreuzes Baum und gib meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, 16071676. Mel.: O Traurigkeit, o Herzeleid. 7 o ruhest du, o meine 79. S Ruh, in deiner Grabeshöhle underweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auf— Passionszeit. 45 erwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz ver⸗ klärter Zier aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis ins Grab gedenken. Salomo Franck, 1659—1725. Mel.: Herr Christ, der einig Gottssohn. 80 2* Wenn meine Sünd will ich: mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich ge— nommen hast. ö 2. O Wunder ohnemaßen, wer es betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist all— zumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle— Qual und Glut. ———.. 46 Ostern. 4. Drum saß ich dir von meinen letzten Stunden und Herzen jetzt und mein Leben des versichern mich, weil ich lang für deine Pein und auf dein erdienst nur trau, Schmerzen, o Jesu, Lob und du werdest mich annehmen, Dank, für deine Not und daß ich dich ewig schau. Angstges chrei, für dein un⸗ Justus Gesenius, 1601—1673. schuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. Mel.: Nun laßt uns den Leib. 5. Herr, laß dein bitter 81. ir danken dir Leiden mich reizen für und Herr Jesu Christ, für, mit allem Ernst zu daß du für uns gestorben biß meiden die sündliche Begier, und hast uns durch dein teures daß mir nie komme aus dem Blut gemacht vor Gott ge⸗ Sinn, wie viel es dich gekostet,‚ recht und gut. 216 50 erlöset i 2. Und bitten dich, wahr 6. Mein Kreuz und meine Mensch und Gott, durch deine Plagen, sollts' auch sein heilgen Wunden rot, erlös Schmach und Spott, hilf mir uns von dem ewgen Tod und geduldig tragen! Gib, o mein tröst uns in der letzten Not. Herr und Gott, daß ich ver 3. Behüt uns auch vor denn Crom Welt 1 folge Sünd und Schand, reich uns dem Rett das du mir dein allmächtige Hand, daß 78.. ich der wir im Kreuz geduldig sein, . Das ütieh de en uns trösten deiner schweren üben, was du an mir getan, Pein und meinen Nächsten lieben, 4. Und schöpfen draus die Gsr dienen b Heuchel Ge Zuversicht, daß du uns wirst Eigennutz und Heuchelschein verlassen nicht, sondern ganz und, wie du mir erwiesen, treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben ans reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wun⸗ gehn den mich trösten kräftiglich in Christoph Fischer, + 1600. VI. Ostern. Eigene Melodie. nun ein so großes Licht! 82 Auf, auf, mein Herz, Mein Heiland war gelegt da, mit Freuden nimm wo man uns hinträgt, wenn wahr, was heut geschicht! Wie von uns unser Geist gen kömmt nach großem Leiden Himmel ist gereist. 2. 0 senket, Geschr und de frei un fröhlie lein a und A 3.— ein re soll n vor al nehme dem e mein Ungli Nacht 9. hange 11 ist ga anh Tod, und 9 Höll; +. Ehrer und il ich trau, men, 1673. Leib. dir, Shrist, en bist teures tt ge⸗ wahr h deine erlös od und n Not. ch vor ich uns d, sei, 0 ein, chweren aus die 18 wirst en ganz jn, daß 3 Leben „ + 1600. 8 Licht! zelegt da, gt, wenn eist gen Ostern. 47 2. Er war ins Grab ge⸗ senket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähn⸗ lein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will ent⸗ nehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb er⸗ worben ist. 4. Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr; der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht; er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild. 5. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn: sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht zum Sonnenblick. 6. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich 3uh mit. Er reiset durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Not. Er reiset durch die Höll; ich bin stets sein Gesell. 7. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an einig Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 8. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Wor⸗ ten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Dennoch bleib ich stets an dir. 83 Auf mein Herz! Ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn; ewig sei er auch ge⸗ priesen! Seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die Tat, was sein Mund ge⸗ redet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld 48 Ostern. nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hilfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenngleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 6. Herr, dies glaub ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens; denn ich bin dein Eigentum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Dank dafür. Kaspar Neumann, 1648—1715. Eigene Melodie. von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, lobn wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein. Christ will unser Trost sein. Halleluja! Alte Kirche. Eigene Melodie. 85 Chuist lag in Todes Banden für unsre Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen: Halleluja, Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Un⸗ schuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seim Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünde abgetan, damit dem Tod ge⸗ nommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Halleluja! 84. Christ ist erstanden 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Oster⸗ lamm, das hat uns Heil er⸗ worben; das ist an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb ge⸗ storben; des Blut zeichnet unsre Tür; das hält der Glaub dem Tod für; der Würger kann uns nicht rühren. Halle⸗ luja! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzens Freud und Wonne, das uns der Herr scheiner Sonhe Glanz ganz. vergan 4 wohl,z der al sein bei Christu sein u allein; andern D Mel.: 86. Tod ist Satane heert. sungen ist abg ist die wieder 2 6 Adams verlore hat Ch erkorer David. Vaters mit se 3 Grab gebroc eils⸗ gespro wohlg wieden ja all reuzes eb ge⸗ zeichnet Glaub Ostern. 49 scheinen läßt. Er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz Aleuch tet unsre Herzen ganz. Der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl, zum süßen Brot ant u der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gunden Christus selbst die Kost will sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Dr. Martin Luther, 1483—-1546. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 86. Der Hölle Pforten sind nlunaen der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz ver⸗ heert. Lob sei dir, Gott, ge⸗ sungen! Der Sünden Macht ist abgetan; durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgese hlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab 9u mit großer Macht gebrochen und stecket auf das Heils⸗ Panier, gleichwie er hat gesprochen. Er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschätze. 4. Drum lasset uns in Fröh⸗ Hehen, Herz und Gemüt er⸗ heben, weil uns ist diese Gna⸗ denzeit vom Thaben wieder geben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hin⸗ weg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat Harkianer 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugnis obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Chriftus auf⸗ erstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfrend tanhen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch, wie Paulus schließt, die andern Glieder wohnen. Michael Schirmer, 1606—1673. Eigene Melodie. 87. Ehenich ist der errlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut trium⸗ phiert, all seine Feind gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angftund Rot hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, weihihn besiegt des Lebens Herr; zerstört ist nun all seine Macht, Christ 4 —t..?—ę—s— 50 Ostern. hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das Feut sich LO heut an diesem D0 der Welt Fürst darniederlag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halle⸗ luja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nikolaus Herman, 1561. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tas Tag. ü 8 ͤö 88. Frähmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn auf⸗ gehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt in Todes Zwang. Am dritten Tag durchs Grab er dringt, als Sieger seine Fahne schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! ö 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Tür. Halleluja! 7. Wie tief Kreuz, Trübsal oder Pein, mein Heiland greift allmächtig drein, führt mich heraus mit seiner Hand; wer mich will halten, wird zu schand. Halleluja! 8. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, genug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 9. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 10. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halle⸗ luja! 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Johann Heermann, 1585—1647. Mel. 89.5 Jesu 6 wie gr Tag! die 2 auferst im Gr walt u er hats Er ha die M des Ge 2. C gerung Reich ö ketten Gott nun m Kinder keit. wir, en ruhn Nacht, Licht d O. Staub herrlich des S Du wi und Kr. geben, teuer if dein Hallelu erschree Jesus, der W sein, durch 1 wach timm, seinem starker d, den zststein ir, er erzens rübsal greift t mich p wer rd zu 5 bin , daß wenn rb ab, im bei itzt, er h, so Wo er hin, Leibes nicht id die reude, reibet Halle⸗ st, o dankt bollen heben Preis. 1647. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 89.3 Jesu Christo Preis und Ehre, wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Ge⸗ walt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht. Hallelujal Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes' und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todes⸗ ketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Selig⸗ keit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel Halleluja! Jauchzt ihr Chöre, singt Ostern. 51 bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns 9.orh. des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedikt Funk, 1734—1814. Mel.: Wachet auf, ruft uns. alleluja, Jesus lebet! 90. 8 Erlöste Menschen, kommt, erhebet des Welt⸗ erlösers Majestät! Hörts, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesangerschalleihmzum Dank, ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege teil, den er erstritt. Seid ihr gleich des Grabes Kinder, er ist des Todes Überwinder, er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun. Jesus lebet in Ewigkeit; zu aller Zeit ist er zur Hilfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger—7 wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Überwinder ist er dem reuerfüllten Sünder 4* ——....2 —ę— 52 Ostern. ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Glaubenslauf ihn zu segnen. Preis sei der Huld, die unsre Schuld vertilgt und trägt uns mit Geduld. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit sich alles regt und alles freut. 5. O Erstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Uner⸗ forschte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser Teil, einst krönet uns das Heil deines Lebens. Gelobt sei Gott! Bieah noch im Tod ist er und bleibet unser Gott. Christoph Christian Sturm, 1740—1786. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 91 nn Jesus lebt! Tod und Hölle sind bezwungen; Gruft und Kluft und Erde bebt, da der Held Dreon naen Holaan Geht nicht mehr nach Golgatha; Jesus lebt, Halleluja! 2. Halleluja! Seht das Grab die ihr seinen Tod be⸗ weinet; wischet eure Tränen ab, weil die helle Sonne scheinet. Euer Heiland ist nicht da; Jesus lebt, Halleluja! 3. Halleluja! Suchet nicht den Lebendgen bei den Toten, glaubet aber dem Bericht der verklärten Osterboten. Diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja! 4. Halleluja! Dieses Wort soll mich wiederum beleben, kann ich gleich nicht an den Ort seines Grabes mich(Clanhr gnug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Halleluja! 5. Halleluja! Er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Jesus lebt, Halleluja! Benjamin Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. 92 96 triumphieret Gottes Sohn, der von dem Tod erstanden schon, Halleluja, Halleluja, mit großer Pracht und Herrlichkeit, des dankn wir ihm in Ewig⸗ keit. Halleluja, Halleluja! 2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstört, verheert mit großer Kraft,) Halleluja, wie pflegt zu tun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt.: Hallelujal 3. O lieber Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Hallelujal e Führ uns durch dein Barm⸗ Hunrih uns scha wütet ne ja! EH& arge Fei Kinder 0 ö 0 zuglei Himmel Es ist a all, so Schall: 7. 6 höchsten eingebo 10, I 1 erlöste« ist aufe etötet eine Y auf sih auf si das Fl rsch mir sche keine J mich be Ostern. 53 Herrucht mit Freuden in dein errlichkeit![ Halleluja! s 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Not; wer glaubet und hält dein Gebot, Hallelu⸗ jal: Der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Tod./ Halleluja! 5. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, ob er gleich wütet noch so sehr; Hallelu⸗ jal: Er liegt im Staub, der arge Feind, und wirnun Gottes Kinder seind. Halleluja!! 6. Dafür wir danken all⸗ zugleich und sehnen uns ins Himmelreich. Halleluja!½ Es ist am End; Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja! 7. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn,: Hallelu⸗ ja, dem heilgen Geist in Luhmnn Weis in Ewigkeit sei ob und Preis. Halleluja!: Basilius Förtsch, 4 1619. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 93 Jauchzet Gott in allen 5 Landen! Jauchze, du erlöste Schar! Denn der Herr ist auferstanden, der für uns etötet war. Jesus hat durch eine Macht das Erlösungs⸗ werk vollbracht, welches er auf sich genommen, da er in das Fleisch gekommen. 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Not. Alle Schuld, die mich beladen, ist bezahlt durch Christi Tod. Das Gesetz hat er erfüllt, also Fluch und Zorn gestillt und mir durch sein Wiederleben die Gerechtig⸗ keit gegeben. 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Ge⸗ dneaf frei, und wie seine Höllenfahrt im Triumph voll⸗ Reich ward, so ist seinen eichsgenossen nun der Him⸗ mel aufgeschlossen. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu sind begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß. Gebet, ihr Erlösten, gebet sei⸗ nem Namen Dank und Preis! Singet, singt Halleluja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferstanden! Erdmann Neumeister, 1671—1756. Mel.: Valet will ich dir geben. J* Och geh zu deinem 94. Gra e, du großer Osterfürst, weil ich die Hoff⸗ nung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich 1 eben auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wo⸗ hin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Olberg fährt, wo man gen Himmel ährt; da will ich fröhlich Ostern. steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshäuser, da heißts: Viktoria! Da trägt man Siegesreiser; ach, wär ich nur schon da! Benjamin Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. SJesus Christus, unser 95. Heiland, der den Tod überwand, ist aufer⸗ standen. Die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich unser! 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes orn, hat uns versöhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat. Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Dr. Martin Luther, 1483—-1546. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 96.* Jesus lebt, mit ihm 725 auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten aufer⸗ wecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zu⸗ versicht. 2. 1r lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben. Mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Ge daß der Gott vers dies ist 1 4. Jesi ist mein; ganzes Le will ich f widerstrel Schwachet Zuversicht 5. Desi wiß, nick Jesu schei Finsternis kein Leider dieser Pfl Zuversicht . Wen Tod mir Sehen. Todesnot Seele gebe zu ihm s meine Zu Chr. Fürch Ei 94. Heiland, weiß ich, mich zufri lange T füs Geda 2. Je lebt, c‚ schauen, s schwebt, grauen? sein Glie nach sich — 82— 2.ũñ4—— 7 7 TVE&EV Ostern. 5⁵ Ehre. Gnade hat er zugesagt, 3. Ich bin durch der Hoff⸗ daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich bin ge⸗ wiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. nung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glau⸗ benshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 7* Jesus, meine Zu⸗ 97. V versicht und mein Heiland, ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlich⸗ keit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Hei⸗ land, kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, dort, da werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder; gebt nicht statt der Traurigkeit, sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun er⸗ klingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. II‚I —— 56 Ostern. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. L. Henriette v. Brandenburg(2) 1627-1667. Mel.: Was Gott tut, das ist. auferstandner Sie⸗ 98. O gesfürst, du Leben aller Leben, heut bringst du Friede, da du wirst zur Freude uns gegeben. Bracht unsre Not dich in den Tod, jetzt bist du auferstanden und frei von Todesbanden. 2. Die Last und unsrer Sünden Schuld ließ dich in Fesseln fallen, du gabest dich aus großer Huld ans Kreuz um Heil uns allen. Nun wir frei von Sklaverei, arinnen wir gefangen, weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf die rechte Gnaden⸗ sonne. Die erst erstarb in ihrem Lauf, gibt Strahlen neuer Wonne. Jetzt ist die Seel mit Freudenöl von dir gesalbet worden und steht im neuen Orden. 4. Die Kraft von deiner Majestät bricht selbst durch Grab und Steine; dein Sieg ists, der uns mit erhöht zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wut, der Hölle Glut hat alle Macht verloren, und wir sind neu geboren. 5. O daß wir diesen teuren Sieg lebendig möchten kennen, und unser Herz bei diesem Krieg im Glauben möchte brennen! Denn anders nicht kann dieses Licht uns in das Leben führen, wo wir nicht Glauben spüren. 6. So brich denn selbst durch unser Herz, o Jesu, Fürst der Ehren, und laß vorher die Glaubenskerz sich in uns Schwachen mehren, daß wir in dir die offne Tür zur ewgen Ruhe finden und auf⸗ erstehn von Sünden. 7. Erscheine uns mit deiner Güt, wenn wir in Buße weinen, und laß uns deinen teuren Fried zum ersten Anblick schei⸗ nen, so können wir, o Held, mit dir die rechten Ostern feiern und uns in dir erneuern. 8. Laß uns das wahre Auf⸗ erstehn von Herzensgrund er⸗ fahren und aus des Todes Grabe gehn, daß wir den Schatz bewahren, das teure Pfand, das deine Hand zum Siegen uns gegeben, so gehn wir ein zum Leben. Justus Henning Böhmer, 1674—1749. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. * Tod, wo ist dein . O Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun wie grausam er sich stelle? Gott i gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Christ g 2. A alte Sch ihr käm Macht s dennoch sie ihnei sieget si der Kop 3. Lel herfür, gefanger Schloß! Rauben ist, das den star auf; er 4. D behält! höhet; mächtig egen f Hölle‚,? Christi ihr Zor 5 8 Christ, Weil nu ist, stel Gliede Worte Grabe lebt, o 6. 2 wahre! stehet, Tode angehe Tod di Leben vergän diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, je⸗ dennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Tür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der Uberwinder. 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist er⸗ höhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr ent⸗ egen stehet. Tod, Teufel, Oolle, Welt und Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo aufer⸗ stehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und un⸗ vergänglich Wesen. Ostern. 57 7. Das ist die reiche Oster⸗ beut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtig⸗ keit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklär⸗ tem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg herrlich hat in diesem Krieg urch Iesum Christ gegeben. Justus Gesenius, 1601—1673. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. ei fröhlich alles 100. S weit und breit, was vormals war verloren, weil heut der Herr der Herr⸗ lichkeit, den Gott selbst aus⸗ erkoren zum Sündenbüßer, der sein Blut am Kreuz ver⸗ gossen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, du wilder Feind des Lebens, den Lebensfürsten umgebracht! Dein Stachel ist vergebens durch ihn geschossen, schnöder Feind, du hättest wahrlich wohl gemeint, er würd im Staube bleiben. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, ist mächtig Dungedwnden durch deine Bande, durch dein Tor, ja hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß wer an ihn nur 58 gläubt, von dir jetzt ein Ge⸗ spötte treibt und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht, die ist dahin und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwinget, der fröhlich spricht: 0 leb, und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegs⸗ fürst und sein Herr, des sollt ihr euch erfreuen; dazu so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein, ich habe sie zer⸗ störet; es darf nicht fürchten Wort hür wer mich und mein Wort höret. Und weil des Teufels Macht und List ge⸗ dämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden.“ 7. Nun Gott sei Dank, der uns den Sieg durch Jesum hat gegeben und uns den Frieden für den Krieg und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd und Tod,‚ Welt, Teufel, Höll und was in Not uns stürzet, überwunden! Paul Gerhardt, 1607.1676. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen gmein. 101* Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist auf⸗ ————i—i—666——— ö Ostern. gegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Serz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Judas Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überw Feinde sche 7. Drun fang an Jesus übe auch übern weil er ge Macht, da in ein neu Gott im( 8. Sch Welt noch Hölle Ra lebt, es h noch bei d den Gerin als ein ge drum wir 9. Ach der du bi standen, ꝛ Macht un Todes Be sammen ii Leben geh hast erwo 10. Se Zeit von und ewig von aller überwund Herr Jesu Mut, daß Laurer 10². deines 6 triumphis leere Gr Ostern. 59 nach überwundnem Streit die Feinde schaugetragen. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod noch gar der Hölle Rachen; denn Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt 2. Hier ist der alten Schlange der harte Kopf zerknirscht, und uns ist nicht mehr bange bei dir, o Siegesfürst. 3. Der Feind wird schau⸗ getragen und heißt nunmehr als ein gekrönter Siegesheld; V drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten aufer⸗ standen, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zu⸗ sammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und ewig in, der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti, 1660—1722. Eigene Melodie. 2* illkommen, Held 102². Win Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 4. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied. Du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 5. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus. Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 6. Schwing deine Sieges— fahnen auch über unser Herz und zeig uns einst die Bahnen vom Grabe himmelwärts. 7. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 8. Wir sind mit dir ge— storben, so leben wir mit dir. Was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 9. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe ehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 10. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf. Wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon. Triumph! Benjamin Schmolck, 1672—1787. Mel.: Erschien ist der herrlich Tag. ir danken dir, Herr 103. Wẽ Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad: Nimm von uns unsre Missetat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treue Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heil⸗ Ew Geist in gleicher Weis in Swigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Thomas Hartmann, um 1604. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 104. Wo willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim, Jesu Himmelfahrt. Christ? Komm, laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint. Du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht ver⸗ führt noch irre macht. 5. Besonders aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu bleib, ich halt dich fest; i weiß, daß du mich nicht verläßt. Unbekannt. VII. Himmelfahrt. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. * Isch wundergroßer 105. A Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mäch⸗ tig, prächtig triumphierest, jubilierest, Tod und Leben ist, 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim, viel tausend hohe Sera⸗ phim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wieder⸗ bracht, mit Majestät und bi er Macht zur Glorie ist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ Herr Christ, dir untergeben. gegen wir sind Glieder, ja es kommt Trost u und Fre und wa schafft, gegeben Gemüte es preis Ehr err 4. 3 uns nack 0 für eiche tr und We und De Uppigke Hoffart lich leid wo die 5. S und Se und fest uns ver was d wohnet auf al Trüger die da stündli 6. H Gnader Held, T das Ve allen durch Heilig schier, sollen, ohn E die Hä Ernst 15•68 nicht ekannt. kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir fort⸗ . für und für nach deinem eiche trachten. Laß unser Tun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all Üppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, christ⸗ lich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davidssohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm schier, hilf mir; dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christoph Homburg, 1605—1681. Himmelfahrt. 61 Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. * Asuf Christi Him⸗ 106. A melfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmel⸗ an und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh er⸗ langen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf⸗ fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen. Nach Josua Wegelin, 1604—1640. Eigene Melodie. 107 Auf diesen Tag be⸗ Vdenken wir, daß 1ů d gen Himml gefahren, und danken Gott aus höchster Bgier mit Bitt, er woll be⸗ wahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir von wegen mancher Gfährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist gmacht, uns steht der Himmel offen; Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nach⸗ zufolgen. Halleluja, Halle⸗ luja! ö 3. Wer nicht folgt und sein Willen tut, dem ists nicht ernst zum Herren; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich ver⸗ sperren. Am Glauben liegts, wird der sein recht, wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himmel grichtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die weltlich Bahn, tun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der Vater h'rab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zusammen kommen. Halleluja, Halle— luja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu ihm nehmen und seinem Sohn wird bo gleich, als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben. Halleluja, Halleluja! Johann Zwick, 1496—1542. Himmelfahrt. Eigene Melodie. 108 Finer ist König, Immanuel sieget, bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht. Tiieden Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, er⸗ muntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott. Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus 4 wiz aus Jammer und Not. Ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Vaters nicht aus. Bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen; Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet tausendmal heller als du es geglaubt. Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus, der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter da stün und hell des Leb ihr Liel quicket, alles, w 6. St seht auf der Kön beut; sel Siegern lich, die sich den unverzag selber Je zum Loh +. Di da wird waltige, unendlick alles, w Er ists Kronen fallen; h Stimme Ht, Pr eit, Pr Gott u dem heil ihr 5 0 ihr Fess. die Lieb hören. 1 lobe den Joha geb. z Mel.: Au 109. Jubelse Getümt nig, get, ebet gen, dein icht. chen hat auter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, und werdet er⸗ quicket, hier ist Erlösung für alles, was drücket. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels an⸗ beut; selbst er, Jehovah, wird Siegern zum Lohne. Wahr⸗ lich, dies Kleinod verlohnt sich den Streit. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, selber Jehovah wird Siegern zum Lohne. 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen eine ge⸗ waltige, siegende Schar deine unendliche Hoheit erhöhen, alles, was Odem hat, ruft: Er ists gar! Sehet, wie Kronen und Throne hin⸗ fallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichtum, Kraft, Weis⸗ heit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heilgen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich er⸗ hören. Alles, was in mir ist, lobe den Herren! Johann Ludwig Konrad Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1693, gest. zu Halle 1773. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 109 Gott fähret auf gen Himmel mitfrohem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunen⸗ Himmelfahrt. hall. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufge⸗ nommen; der ganze Himmel lacht; um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cherubinen: den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt er⸗ höht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Platz. Wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hin⸗ gegangen, dahin sei das Ver⸗ angen, dahin sei euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns zugleich auch singen: Dich Jesu suchen wir, dich, o du Gottes Sohn„dich Weg, dich Wahrheit, Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsers Hauptes Kron. 6. Ade mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt! Dein Tand kann nicht ergetzen. Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und 64 Himmelfahrt. köstliches Geschmeide; zu ihm geht unsre Reis'. 7. Wann soll es doch ge⸗ schehen, wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in feiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir zu seinen Füßen anbetend ihn begrüßen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfried Wilhelm Sacer, 16351699. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. zott fährt auf! 110. G Was soll ich klagen? Mein König uher im Siegeswagen hoch über alle Himmel hin. Cherubinen fallen nieder, und Seraphinen bringen Lieder, und alle Him⸗ mel preisen ihn. Lobsingt, lob⸗ singet Gott Jehovah Zebaoth! Halleluja! Er ists, der itzt den Thron besitzt, des Zepter durch den Himmel blitzt. „2. Gott fährt auf! Des Olbergs Höhen, die zitternd seinen Kampf gesehen, sind zum Triumphplatz eingeweiht. Hier stand er vor dem Ge⸗ richte, hier bebt er unter dem Gewichte der Schrecknisse der Ewigkeit. Heil ihm, er hat gesiegt! Sünd, Tod und Hölle liegt ihm zu Füßen. Wie scheidet er so hoch und hehr! Nun rühret ihn kein Feind nicht mehr. „Gott fährt auf! O Ta der Freuden! Wie herrlich enden sich die Leiden, die er als Mittler für uns trug! Golgatha, du sahst ihn bluten; wie rauschten da des Zornes Fluten, und niemand rief: Es ist genug! Nun ist der Zorn gestillt und das Gesetz erfüllt. Halleluja! Er hats vollbracht; durch seine Macht ist uns der Himmel zugedacht. 4. Die Erlösung ist ver⸗ siegelt, der Höllen Toresind ver⸗ riegelt, des Himmels Pforten aufgetan. Dorther läßt er Segen strömen, daß alle Gnad um Gnade nehmen und seines Geistes Trost empfahn. Nun dringt des Glaubens Lauf zum Himmel froh hinauf; Halleluja! Sein Licht und Wort wirkt immerfort, und er empfängt die Sieger dort. 5. Schau herab, Gott, und erscheine, befestge, gründe die Gemeine, die hier noch um ihr Kleinod ringt. Rufe, sammle und bekehre die Völker bis zum fernsten Meere, daß alle Welt dich preist und singt: Heilig ist unser Gott Jehovah.a Zebaoth! Preis und Ehre udd Herrlichkeit sei ihm geweiht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Christian Gottlieb Göz, 1746—1803. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 111. Großer Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, den auf dem erhabnen Throne in der k Heer de hülltem 2. De Erden vollbrac werden, gemacht gestorbe Heil ern reich Ar die Frei 3. N schäfte ir die erw durch de denen 1 Thron d wird ur Heil un 4. T Namen Brust, Samen Lust. D gläuben leiben, Haus i aus. 5. der Ari dienen, dir vor Elendel ihrer sch Werken ihren S Bitten cht; der er⸗ ver⸗ ten er nad ines Nun auf auf; und und dort. und e die n ihr numle bis alle ingt: ovah eund weiht eit! 1803. erben. der eines d die en in hützt, hrone in der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit ver⸗ hülltem Antlitz scheut: 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das ist gänzlich aus⸗ gemacht; da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein sieg⸗ reich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Ge⸗ schäfte in dem obern Heiligtum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen. Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf deiner Brust, und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust. Du vertrittst, die an dich Baen daß sie dir vereinigt leiben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch n du bh der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, hast du dich vor Gott Himmelfahrt. 6⁵5 gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unter⸗ stützt, da in der vollkommnen Hütte die verklärte Menschheit sitzt. Nun kannst du des Satans Klagen majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellst du deinem Vater dar und vertrittst nunmehr mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er möge Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei ge⸗ priesen, daß du in dem Heillg⸗ tum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir u dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Johann Jakob Rambach, 1693—1735. Mel.: Wenn ich, o Schöpfer. err Jesu, deiner 112. OGlicder Ruhm, du starkes Haupt der Schwachen! Du hast ein ewig Priestertum, kannst allzeit selig machen; du bist, der das Gebet erhört und 5 66 Himmelfahrt. der des Glaubens Wunsch gewährt, sobald wir zu dir kommen. 7. Wann fahr ich auf aus dieser Not? Wann komm ich, Heilserstatter, zu deinem und 2. Uns muß durch deine zu meinem Gott, zu dein⸗ und Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du hast den Weg ge⸗ offenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht aus⸗ aleied sein, du bringst sie alle wieder; sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jetzund an erlesen. Zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben. 5. Was droben ist, laß künftighin uns unablässig suchen, was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen. Weg, Welt! Dein Lust⸗ und 8. bienn ist viel zu elend, viel zu klein für 3 die Gemüter. 6. O Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! O Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich Tansent O Erbteil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein aus Jesu Gnaden! meinem Vater? Wann komm ich zu dir, höchstes Licht, wann seh ich einst dein An⸗ gesicht? Komm bald, o Jesu! lmen. Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Jesus Christus 113. 15 ihm als König; alles wird ihm unter⸗ tänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll be⸗ kennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Nur in ihm— o Wunder⸗ gaben!— können wir Er⸗ lösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts, das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesu uns zu gut! 3. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 4. Jauchzt ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vol⸗ lendete Gerechte und du Schar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 3.— Stufen rufen, hul: als Köt tänig; Philip Mel.: S 114. dessen reichet, Reich g das Ze Rechteg des Ve den so! 5 — H Meere Heere 1 Felderi Wälder und Le gegeben Geister dein m 3 O Grenzei schönste tausend ihrem durchs nach de bundes lassen recht he 4. Ehren loben h lischen Ius ich, und und mim icht, An⸗ esu! 769. egen. istus als nter⸗ Gott be⸗ rr zu geben nder⸗ Er⸗ ösung „das d ein nt in „ihm anken, t, ihr kann ichtum Leben od. Menge t, vol⸗ Schar, nd ihr ne und Throne, schlägt! Himmelfahrt. 67 5. Ich auch auf den tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ tänig; ehret, liebet, lobet ihn! Philipp Friedrich Hiller, w1699—1769. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 114.* König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund er⸗ reichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Zepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Zepter deines Mundes nach dem Recht des Gnaden⸗ bundes sich von dir regieren lassen und wie du das Un⸗ recht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himm⸗ lischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. er auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! Johann Jakob Rambach, 1693—1735. Nel.: Alle Menschen müssen sterben. *(Siegesfürste, Ehren⸗ 11⁵. S könig, höchstver⸗ klärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug be⸗ tracht deine Herrlichkeit und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria, 5*³ Rienn Bers der Lerndr us und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Him⸗ melsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klar⸗ heit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Aus Zion das Zepter sende weit und breit bis zur Welt Ende. Mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen untertan. 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen: Komm herein! Komm, du König aller Ehren! Du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Himmelfahrt. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 116 ir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen Himmel fahren bist. O starker Gott, Immanuel, stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja! 2. Nun freut sich alle Christenheit und jubiliert ohn alles Leid. Gott Lob und Dank im höchsten Thron, unser Bruder ist Gottes Sohn. Halleluja! 3. Gen Himmel Lalseann dei hoch, ist er doch allzeit bei uns noch: sein Macht und Reich unendlich ist, wahr Gott und Mensch zu aller Frist. Halleluja! 4. Wohl dem, der ihm ver⸗ trauen tut und hat in ihm nur frischen Mut. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christo steht unser Be⸗ gier. Halleluja! 5. Er ist der Herr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst; das Gfängnis er ge⸗ fangen hat, daß uns der bitter Tod nicht schad. Halleluja! 6. Wir freuen uns aus⸗ Herzensgrund und singen fröh— lich mit dem Mund: Der unser Bruder, Fleisch und⸗ Blut, ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja! 7. Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder Jesu Christ, daß wir nur fest trauen auf dich und durch dich⸗ leben ewiglich. Halleluja! einmal, Himme allen C wollen Mel. 111 herzlich du bist dieser Mel.: 118. und da dich bi uns bi Christ, der du gen Himmel fah⸗ ren bist, behalt uns, Herr, bei reiner Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Halleluja! 9. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit zum Weltgericht in Herrlichkeit; führ uns aus diesem Jammertal in deinen ew⸗ gen Himmelssaal. Halleluja! 10. Amen singen wir noch einmal, wir sehnen uns ins Himmels Saal, da wir mit allen Engeln dein das Amen wollen singen fein. Halleluja! Unbekannt, 1611. Mel.: Ach Gott und Herr. euch uns nach dir, 1¹7. so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. VIII. Pf Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. Der du uns als Vater 118. 5 liebest, treuer Gott, und deinen Rbest denen, die dich bitten, gibest, ja um ihn uns bitten heißt, demutsvoll fleh ich vor dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Hlerh urr en und mein Herz leibt dir entrissen und dem Pfingsten. 69 8. Amen, Amen, Herr Jesu 2. Zeuch uns nach dir in Liebsbegier, ach reiß uns doch von hinnen, so dürfen wir nicht länger hier den Kummer⸗ faden spinnen. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, ach führ uns deine Himmelsstege; wir irrn sonst leicht, 05 abgeneigt vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den aus⸗ erwählten Scharen. Friedrich Fabricius, 16421703. ingsten. er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge OQuelle heilger Dienst der Welt geweiht, wenn Güter, hochgelobter Gottes⸗ 70 Pfingsten. geist, der du menschliche Ge⸗ müter besserst und mit Trost erfreust, nach dir, Herr, ver⸗ langt auch mich. Ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Mut seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindes⸗ treu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmut übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Gib mir wahre Selbst⸗ erkenntnis, daß ich meine Fehler seh und durch demuts⸗ voll Bekenntnis Gott um die Vergebung fleh. Mache täg⸗ lich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen nieder⸗ schlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöten weint, und Gott nicht zu hören scheint, o, dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. eist vom Vater 119. G und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache sichst stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich er⸗ freun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohl⸗ sein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu höhn, Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. suchet wi überwin mich ver mein He und Sch darniede Herz zut 5. R und Bet nötig ist, zu treter Jesum 6 Mittler die Hofft Gnad e von dem 6.— Leiden st bei, dat mit Frer folgsam gelassen selbst it zum froh Trostes Mel.: Fre 120. denn me Sand; 2 Segen, Land; le Gab üb wie die f und mei gießen. 2. Ke Leben, Pfingsten. 7¹ 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde mein Gemüt ver⸗ suchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darnieder beuge und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hilfe nötig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Überwinden deines Trostes Kraft empfinden! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. ott, gib einen 120. G milden Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gib vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land; laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durch⸗ gießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur, solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen; laß mich deinen Tempel sein. Säubre du nur selbst das Haus meines Her⸗ zens; wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starken Mut, heilige mein Fleisch und Blut; lehre mich, vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir er⸗ Chen dir zu Ehren soll mein inn dem, was himmlisch ibe nachstreben, bis ich werde kommen 3 da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelweisen. Moritz Kramer, 1646—1702. 72 Mel.: Fröhlich soll mein Herze. öchster Tröster, 21. komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe; rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Ver⸗ derben, laß sie nicht im Ge⸗ richt der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott ge⸗ fallen. Lehr uns freudig vor Gott treten; sei uns 890 und sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Lei⸗ den, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben! Schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen; treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. Pfingsten. 7. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, 1713—1780. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Ihr Christen, rühmt, 122. erhebt und preiset, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich, und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen; er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Ol der Freuden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herrschet er nach seinem Leiden und tut uns seine Schätze auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst eschäftig, ihm danket als sein Eigentum. 3. Auf, auf, ihr Herzen, auf, ihr Zungen! Verkündigt Gottes hohen Ruhm. Sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigentum. O, daß ein Geist des Lebens wehe und, was nur Odem hat, erfüll, daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will. tunsre mach hitze. 3nach unsern 5reude. 1780. durchs rühmt, preiset, z und ie uns macht segnet ien den idschaft ießt in schreibt Sinn. Ol der seinen er nach 5 seine eist, in chmückt Ruhm, Dienst et als Herzen, kündigt Sein sungen entum. ebens Odem zelt die ott in Pfingsten. 73 4. So laßt uns denn die Herz in Liebesbrand, stärk Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischessinn. Ver⸗ bleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu ge⸗ boren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach Jesu, schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft, mach uns zu Gottes echten Kindern, teilhaftig deiner Eigenschaft; ach zünde deine reine Liebe in unser aller Herzen an und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Komm, Gott Schöpfer. Domm, heilger Geist, 123. K o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu, erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du ge⸗ schaffen hast. 2. Der du der Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzens⸗ salbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnaden⸗ Wül du Finger Gotts, der Wunder tut, du lösest aller Gott! unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib uns von fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. Altkirchlich, nach Karls des Großen „Veni, ereator Spiritus“, gegen 800 n. Chr. Eigene Melodie. 94.* omm, heiliger 124. K Geist, Herre Erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben ver⸗ sammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen, das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Her⸗ zen Vater ihn nennen. OHerr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr Zungen Band, gibst frei das denn Jesum mit rechtem Wort in alle Land. ö 4. Zünd uns ein Licht an Macht vertrauen. im Verstand, entflamm das Halleluja! Glauben und ihm aus ganzer Halleluja, 74 Pfingsten. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödig⸗ keit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Dr. Martin Luther, 1483—-1546. Eigene Melodie. 125.* Komm o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit; so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeig uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller und getrost in deim Dienst Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? O, so mach uns den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist; schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod und Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. uns hindern kann; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeug⸗ nis haben, daß wir Gottes Kinder sind, stärk uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Not und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Heinrich Held, um 1650. Eigene Melodie. 12 Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn au ba uns Jef daß tre hat Her und em daß and auf erbe alle fürg daß verz wirl Her Mel wir zu t aller uch in u, und so wird nd die ha nach Herz oft Gott, , s0 „sprich zu und d Ruh. Kraft ,neuer deine Satans nk uns eg und ieg. unsern el, Tod on möge Schutz Fleisch ß dein sollen uns je reiches it und erkiest en ist. n 1650. dir den ist um meist, inserm fahrn Pfingsten. 75 aus diesem Elende. Herr, er⸗ barm dich unser! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Herr, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen ein⸗ ander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, erbarm dich unser! Dr. Martin Luther, 1483—1546. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 7* du allersüßte 127. O Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbe⸗ suchet lässest nicht: Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören aller Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Him⸗ mels Throne wie ein Regen ausgeschütt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und ver⸗ waltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und lauter ist; fliehst hingegen Schand und Sünden, weil du lauter Klarheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell; laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Hirte frommes Herzens, sanftes Muts, bleibst im Lieben unbeweget, tust uns Bösen alles Guts. Ach, verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von Dir ungeschieden, ei, so bin ich 76 Pfingsten. gnug getröst; laß mich sein dein Eigentum; ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, halt mich eben, wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei, so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 16071676. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstem⸗ * heilger Geist, 128. kehr bei uns ein und 91 uns deine Wohnung sein, o komm du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was errissen und beflissen dich zu schanen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns deine edle Bal⸗ samkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit Rreichrih Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein Hurzen aenr Wort in unsern erzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn ver⸗ bunden sei dem Nächsten stets und! führe ginne wir eit dein Höre, n Herz hen, dir Leben. bei mit gr uns ad, die wissen; t, daß für und leiden e, was dich zu n Trost le Bal⸗ nd zur estärket unter n aller hlich eichlich wieder Unglück 5 und dein unsern hir uns deiner reinen „gieße te, daß unsern elstau, Herzen S deine n ver⸗ n stets Pfingsten. 77 mit Liebestreu und sich da⸗ rinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe; Fried und Liebe duin schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heilig⸗ keit wir führen unsre Lebens⸗ aß sei unsres Geistes Stärke, aß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Be⸗ ginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, 1606—-16783. Mel.: Jesu, meine Freude. 129.* Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, starker Gottesfinger, Friedensüber⸗ bringer, Licht auf unserm Pfad, ib uns Kraft und Lebenssaft, aß uns deine teuren Gaben zur Genüge haben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor; gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort Hain ker und verleih, daß es gedeih, hundert⸗ fältig Früchte bringe und ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut; laß dein sanftes Wehen auch bei uns ges chehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, fuͤhr uns ein und aus; wohn in uns⸗ rer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus; wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröh⸗ lich siegen. 8. Laß uns hier 1„ Date nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dem laß uns stets dienen und im Guten n als ein fruchtbar Land, is wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ö é ewig uns erfreuen. oben bei der Feinde Toben. Benjamin Schmolck, 1672—1737. — —— SSSS—...——'.— 78 Pfingsten. Eigene Melodie. 130* 39 ein zu deinen Toren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut ge⸗ macht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn um⸗ gebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, En König, den in Nöten Gott schützt im Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der eholfen habe, der allen helfen ann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund— lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlge⸗ fällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd! Laß blühen wie zuvor die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 10. Beschirm die Obrig⸗ keiten, bau unsres Fürsten Thron, steh ihm und uns zur Seiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. eist der u hältst ms im Trostes lanches Worten en zum ꝛist der Freund⸗ aß uns „Haß, Feind⸗ willst, nen sich n, die d t selbst e weite nherzen wohlge⸗ e Gnad banden, Zanden, t. d steure + Erd, eure die dl Laß Länder, hen, so g und Obrig⸗ Fürsten uns zur lit einer erstand, Jugend, Tugend Land. Trinitatis. 79 11. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergetzet, aus unserm Herzen reißt. Stärke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich an⸗ erbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 13. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird 12. Gib Freudigkeit und aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, 1607—1676. IX. Trinitatis. Eigene Melodie. Dank für seine Gnade, darum ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, an⸗ beten dich für deine Ehr; wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz unermessen ist dein Macht, fort gschieht, was dein Will hat bedacht. 3. O Jesu Christ, Sohn unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not: 131* Allein Gott in der Höh sei Ehr und ö höchstes Gut, du allrheil⸗ daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade; Erbarm dich unser aller! O heilger Geist, du samster Tröster, vors Teufels Gwalt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch Marter groß und bittern Tod, ab⸗ wend all unsern Jammr und Not; darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius, 4+ 1541. Mel.: Nun danket alle Gott. 132 Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Wohl uns des feinen Herren! Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller Mutterleibe an, der alle Augen⸗ blick viel Guts an mir getan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster 80 Trinitatis. Sohn, der sich für mich ge— geben, der mich erlöset 96 mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn ge⸗ geben, der mir mein Herz er⸗ quickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sei der Herr, des Nameheiligheißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist, 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig singen, den herz⸗ lich lobt und preist die ganze Christenheit, gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit. Johann Olearius, 1611—1684. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 3* alleluja, Lob, 133. 9 Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig 15 Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja, Gott heilger Geist, sei ewiglich von uns ge⸗ preist, durch den wir neu ge⸗ boren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeit⸗ tag erkoren. Heil uns! Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen. Stimmt an. mit aller Himmel Schar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klin⸗ get, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Bartholomäus Crasselius(2), 1677—1724. Eigene Melodie. 134. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, 3, Ehr⸗ h dem in dem as uns t‚damit und sich Heilig, aft und haben erlaben. heilger uns ge⸗ neu ge⸗ lauben iutigam Hochzeit— 51 Heil da ist und ein „Preis Gott je seinem nmt an. har und dar mit Klin⸗ lig, hoch st Gott, zebaoth! 1677—1724. ben all. en Gott, und der 1 Vater ir seine vill uns ib und wahren; wehren, Kleine Feste. 81 kein Leid soll uns widerfahren; und vom Tod s wieder er sorget für uns,: hüt und wacht;: es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mens Glauben zfür uns, die wirwarn verloren, am Kreuz gestorben X. Klei a. Darstellung Mel.: Valet will ich dir geben. Herr Jesu, Licht 135. H der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Exempel dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns ge⸗ funden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort, ver⸗ gönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein 7 ch geboren durch den heilgen Geist im auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden, das Ileisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit 1 uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. Martin Luther, 1483—1546. ne Feste. Jesu im Tempel. in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit ein Befreier, ein Stern in Todesqual. 4». Herr, laß auch uns ge⸗ lingen, daß einst wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nach⸗ dem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. . Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich ge⸗ schaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6 82 Kleine Feste. 6. Hier blickst du zwar die Deinen oft fremd und strafend an, so daß vor Angst und Weinen ich dich nicht sehen kann; dort aber wirds ge⸗ schehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck, 1618—1677. Eigene Melodie. Mit Fried und 136. M Freud ich fahr dahin in Gottes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille; wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast sehen lan und gmacht bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vor⸗ gestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu leuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Dr. Martin Luther, 1483—1546. b. Johannistag. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. TTröstet, tröstet meine 137.— Lieben, tröstet mein Volk, spricht mein Gott. Tröstet, die sich jetzt betrüben über Feindes Hohn und Spott! Weil Jerusalem wohl dran, redet 15 gar freundlich an, denn ihr Leiden hat ein Ende, ihre Ritterschaft ich wende. 2. Ich vergab all ihre Sünden, ich tilg ihre Misse⸗ tat, ich will nicht mehr sehn noch finden, was die Straf erwecket hat; sie hat ja zwie— fältig Leid schon empfangen, neu vermehren und ihr in Freud verkehren. 3. Eine Stimme läßt sich hören in der Wüste weit und breit, alle Menschen zu be— kehren: Macht dem Herrn den Weg bereit, machet Gott eine ebne Bahn! Alle Welt soll heben an, alle Tale zu erhöhen, daß die Berge niedrig stehen. 4. Ungleich soll nun eben werden, und, was höckricht, gleich und schlecht, alle Men— schen hier auf Erden sollen leben schlecht und recht; denn der Herr der Herrlichkeit, der Rachin Ral— ihre Freud soll sich wi macht, daß alles Fleisch kann eid muß geschehen. sehen, wie, was Gott spricht, Johann Olearius, 1611—1684. weie gleie Wie wah auch 6 Wil erfül! rein: flecke Sche reine Christus, 9„ Herß h, Herr, gmacht 18 Leben Sterben. llen vor⸗ laden, zu ze Welt ein teuer lem Ort heil und Heiden, h kennen Er ist Preis, onne. 483—1546. läßt sich weit und zu be⸗ herrn den Hott eine Lelt soll erhöhen, g stehen. uun eben höckricht, lle Men⸗ n sollen ht; denn keit, der n Zeit, isch kann t spricht, 611—1684. Kleine Feste. C. Michaelistag. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. ö 138. Du Herr der Sera⸗ phinen, dem tau⸗ send Engel dienen und zu Gebote stehn; du wunder⸗ großer Meister der reinen Himmelsgeister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Ange⸗ sichte im höchst vollkommnen Lichte, doch nehmen sie auch mich in acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar. Ich rühme vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben und wahre Demut üben, so mach auch mich dazu bereit. Sie tun ja deinen Willen; den laß auch mich erfüllen. Sie leben keusch und rein; o laß mich nichts be— flecken, auch wenn reinen Geister scheun. 7. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein. Da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. err, du hast in 139. 8 deinem Reich Nise Scharen vieler Engel. Diesen bin ich noch nicht gleich; denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd 5 auch so gein als die deine Rechte für diese deine Lier e Knechte, die mich beschirmen„und Blut; hilf du, daß ich 2. Mich beschweret Fleisch geistlich werde; gib mir einen Engelmut, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt durch des heilgen Geistes Gabe, daß ich Weis⸗ heit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. 4. Auch dein Wille soll ge⸗ schehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir ge⸗ mich horsam werden, und verleih, Schatten decken, stets 35 daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 6*³ 84 Bitte und Trost der Kirche. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schar, daß sie schützend uns umgeben, und da, wo wir schlafen ein, laß sie unsre Wächter sein. 6. Mach es wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben, und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. Kaspar Neumann, 1648—1715. C. Lieder von der christlichen Kirche. I. Bitte und Trost der Kirche. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. * Isch bleib bei uns, 140. A Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzt betrübten Zeit verleih uns, Herr, Be⸗ ständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein b'halten bis an unser End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, träg und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an jedem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Gwalt erheben hoch und bringen stets was Neues 95 zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf —8 verlassen frei. Dein Wort— unsres Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gib, daß wir lebn in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelssaal. Nikolaus Selnecker, 1532—1592. t Lazaro, e sterben, so möge hen, heiß ih tragen u. 648—1715. che. e. geht gar Erd ist ten und uf einen . Geistern it Gwalt gen stets fälschen id Ehr, ht unser, arum so sich auf unsres deiner ; dabei err, daß en mehr. lebn in uf ferner ien aus dir in 32—1592. Bitte und Trost der Kirche. 85 Mel.: Christus, der ist mein Leben. f„ Sie ihen 5. eitel falsche 2 bleib mit deiner List, was eigen Witz ersindet; 1AI. Aßunde m uns, ihr Heiz nicht eines Sinnes Herr Jesu Christ, daß uns ist in Gottes Wort Der an hinfort nicht schade des bösen der wählet dies, der andre Feindes List. das, sie trennen uns ohn alle 2. Ach bleib mit deinem Maß und gleißen schön von Worte beiruns, Erlöser 9——0 3. Gott woll ausrotten alle daß uns beid hier und dorte ö ů sei Gt und Heil beschert.(ar die falschen Schein ans ö ö ehren, dazu ihr Zung stolz 3. Ach bleib mit deinem offenbar spricht:„Trotz, wer Glanze bei uns, du wertes wills uns wehren? Wir haben Licht, dein Wahrheit uns um⸗ Recht und Macht allein, was schanze, damit wir irren nicht. wir setzen, das gilt gemein; wer 4. Ach bleib mit deinem ist, der uns ol meistern?“ Segen bei uns, du reicher Darum spricht Gott: Herr, dein Gnad und alls„Ich muß auf sein, die Armen Vermögen in uns reichlich mn verstöret; ihr Seufzen vermehr. ringt zu mir herein, ich hab 5. Ach bleib mit deinem ihr Klag erhöret. Mein heil⸗ Schutze bei uns, du D sam Wort soll auf den Plan, Held, daß uns der Feind nicht getrost und frisch sie greifen trutze, noch fäll die böse Welt. an und sein die Kraft der 6. Ach bleib mit deiner Armen.“ Treue bei uns, mein Herr und 5. Das Silber, srgt Feur Gott, Beständigkeit verleihe, siebenmal bewährt, wird lauter ilf uns aus aller Not. funden; an Gottes Wort man hilf Josua Stegmann, 1588—1632. warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird Psalm 12. sein Kraft erkannt und Schein, Eigene Melodie. und leucht stark in die Lande. ch Gott vom Hin⸗ 6. Das wollst du, Gott, 142. A mel sieh darein bewahren rein vor diesem und laß dich des erbarmen! argen Gschlechte, und laß uns Wie wenig sind der Heilgen dir befohlen sein, daß sichs in dein, verlassen sind wir Armen! uns nicht flechte. Der gottlos Dein Wort man läßt nicht Hauf sich umher findt, wo diese haben wahr; der Glaub ist losen Leute sind in deinem auch verloschen gar bei allen Volk erhaben. Menschenkindern. Dr. Martin Luther, 1483—1546. .....———— ......——.—————.—.—— ö ö 86 Bitte und Trost der Kirche. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 143. Christe, du Beistand deiner Kreuzge⸗ meine, eile, mit Hilf und Rettung uns ihrn Blu Steure den Feinden; ihre Blutgerichte mache zu nichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre. Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apelles v. Löwenstern, 1594 1648. Mel.: Christus, der ist mein Leben. Die Gnade sei mit 144. D allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu, und wenn uns je will Poch ir so bleibt der Herr och treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt; der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Taten tut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie. *(Ein feste Burg ist 145. E unser Gott, ein ute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen. ö 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. Bitte und Trost der Kirche. 87 Jammer 3. Und wenn die Welt voll kann als du, o großer Hirte; ruft man Teufel wär und wollt uns leit uns auf gute Weid, treib, Erlöser, gar verschlingen, so fürchten nähr, erfreu, bewirte uns in me doch! wir uns nicht so sehr, es soll der wüsten Heid. erliegen, uns doch gelingen. Der Fürst 4. Erhalt uns, Herr, dein ns sein; dieser Welt, wie sauer er sich Erbe, dein wertes Heiligtum, u Siegen stellt, tut er uns doch nicht; zerreiß, zernicht, verderbe, was n ein. das macht, er ist gericht; ein wider deinen Ruhm; laß dein 5 nichts Wörtlein kann ihn fällen. Gesetz uns führen, gönn uns nan um 4. Das Wort sie sollen dein Himmelbrot, laß deinen Herr hat lassen stahn und kein Dank Schmuck uns zieren, heil uns alles ist. dazu haben; er ist bei uns durch deinen Tod. rwunden wohl auf dem Plan mit seinem 5. Erhalt und laß uns les Blut, Geist und Gaben. Nehmen sie hören dein Wort, das selig Stunden den Leib, Gut, Ehr, Kind macht, den Spiegel deiner ut. und Weib, laß fahren dahin, Ehren, das Licht in dieser gefallen! sie habens kein Gewinn, das Nacht, daß dieser Brunn uns Airt: Die Reich muß uns doch bleiben. tränke, dein Himmelstau uns en, die Dr. Martin Luther, 1483—1546. netz, uns deine Richtschnur — lenke, dein Honigseim ergetz. 699—1769. Mel.: Valet will ich dir geben. 6. Erhalt in Sturm und 146. Erhalt uns deine Wellen dein Häuflein, laß Lehre, Herr, zu doch nicht uns Wind und Burg ist der letzten Zeit, erhalt dein Wetter fällen, steur selbst dein Bott, ein Reich, vermehre dein edle Schiff und richt den Lauf, daß Iffen; er Christenheit, erhalt stand⸗ wir nicht weichen vom Ziel ller Not, haften Glauben, der Hoffnung der Seligkeit, des Hafens Ruh etroffen. Leitstern strahl! Laß uns dein erreichen zu selger Ewigkeit. nit Ernst Wort nicht rauben in diesem Adam Gretgen, 1600. ß Macht Jammertal. grausam 2. Erhalt dein Ehr und Eigene Melodie. ist nicht wehre dem, der dir wider⸗ 147* Erhalt uns, Herr, spricht; erleucht, Herr, und bei deinem Wort kacht ist bekehre, allwissend ewig Licht, und steure deiner Feinde gar bald was dich bisher nicht kennet; Mord, die Jesum Christum, für uns entdecke doch der Welt, der deinen Sohn, wollen stürzen en Gott du dich Licht genennet, was von deinem Thron. ragst du, ewig dir gefällt. 2. Beweis dein Macht, Herr 3t Jesus 3. Erhalt, Herr, deine Jesu Christ, der du Herr Zebaoth, Schafe, der grimme Wolf aller Herren bist, beschirm ott, das kommt an; erweck aus ihrem dein arme Christenheit, daß n. Schlafe, die niemand retten sie dich lob in Ewigkeit. 88 Bitte und Trost der Kirche. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gib deim Volk einen Sinn auf Erd; steh bei uns in der letzten Not, gleit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. Martin Luther, 1483—1546. Psalm 67. Eigene Melodie. 148. Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott be⸗ kehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Taten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohlgeraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott, der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre tu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. Martin Luther, 1483—1546. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. err, unser Gott, 149. laß nicht zu Schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen! 2. Mache zu Schanden alle, die dich Reat die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs er⸗ barmen; 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, ver⸗ Deuen ists, auf Menschenhilfe auen; mit dir wir wollen Taten tun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der 56 kann untertreten und as bedrängte kleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Johann Heermann, 1585—1647. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. * Jesu Christe, 150. O wahres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. was hast er Gott, licht zu e, so in chwerden uuf deine ir rufen! den alle, ich allein en. Ach, den zu ichs er⸗ Beistand wenn du Tden sie en Wehr jen, kein liemand, ꝛen, ver⸗ chenhilfe wollen fen, die eld, der n und Häuflein luf dich, Namen: 85—1647. meins Christe, 5 Licht, en nicht, er Herd, ig werd. Bitte und Trost der Kirche. 89 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrtum verführet sein, auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ laufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein ver⸗ wundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann, 1585—1647. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 151 Schütze die Deinen, 3 die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen heißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Mut und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie end⸗ lich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherrscher deiner schwachen Herde, Himmel und Erde! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 5⁰0* erzage nicht, du 152. Bonflein klen, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu ver⸗ stören, und suchen deinen Unter⸗ gang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Händen, wie du selbst ver⸗ ö Welt und Höllenpfort und was dem tut anhangen, end⸗ lich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg, 15841640. Gustav Adolfs Feldlied vor der Schlacht bei Lützen 1632. 90 Bitte und Trost der Kirche. Psalm 124. Mel.: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. 5 Méäär Gott nicht mit 153. W uns diese Zeit, so soll Iorael sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir müßten gar verzagen, die so ein armes Häuflein sind, ver⸗ acht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. Martin Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. o Gott der Herr 154. Wé nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben, und er nicht unsrer Sach zufällt im Himmel hoch dort oben, wo er Israels Schutz nicht ist und selber bricht der Feinde List, so ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, soll uns billig nicht schrecken, er sitzet an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rat aufdecken. Wenn sies aufs klügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. Sie wüten fast und fahren her und tun gar hoch vermessen; zu würgen steht all ihr Begehr, Gotts ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen einhergehn, nach Leib und Leben sie uns stehn; des wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Ketzern nach, nach unserm Blut sie trachten; noch rühmen sie sich Christen hoch, die Gott allein groß achten. Ach Gott, der teure Name dein muß ihrer Schalkheit Deckel sein; du wirst einmal aufwachen. 5. Aufsperren sie den Rachen weit und wollen uns ver⸗ schlingen; Lob und Dank sei Gott allezeit, es wird ihn'n nicht rr Er wird ihr'n Strick zerreißen sehr und Wroen ihre falsche Lehr; sie werdens Gott nicht wehren. 6. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen. Die Gnadentür steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen, sie spricht: Es ist nun all's verlorn, da doch das Kreuz hat neugeborn, die deiner Hilfe warten. 7. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken, ihr Anschlag ist dir t an der Td ihr'n nn sies „so geht Bahn: inden. ast und gar hoch steht all bei ihn'n eswellen ib und des wird ns wie rm Blut jmen sie ie Gott ch Gott, in muß el sein, fwachen. Rachen nus ver⸗ dank sei ed ihn'n rd ihr'n hr und ehr; sie wehren. wie reich lich sind adentür zernunft deiner all in all ihr g ist dir Bitte und Trost der Kirche. 9⁴ wohlbekannt, hilf nur, daß wir nicht wanken; Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künftge will sie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und die Erden dein hast du, Herr Gott, Lichten E Laß leuchten deines ichtes Schein, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, hilf bis ans End beständig sein. Die Welt laß immer murren. Justus Jonas, 1493-1555. Mel.: Zion klagt mit Angst. F ion, gib dich nur 155⁵. 9 zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden; er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; dies ist sein beliebter Brauch. Zion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zer— schellen, mußt du rufen ach und weh, schweigt dein Heiland, still dazu, gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt des⸗ gleichen möchte gar auch unter⸗ ehn; dennoch hat es keine Rot in dem Leben und im Tod. Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Tränen deine schönsten Perlen sein, dringt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein, muß dein Purpur sein das Blut und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott ver⸗ trauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid; ei du wirst doch nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei nur fröhlich, wohlgemut; denn der Herr ists, der es tut. Zion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; drum so laß die Welt nur machen. 7. O ihr Engel, Himmels⸗ erben, freuet euch mit Zion hier; denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, 4 nach 1674. 92 Ausbreitung der Kirche. Eigene Melodie. 56 ion klagt mit Angst 156. 3 und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat: Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not und läßt mich so harte pressen, meiner hat er ganz vergessen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich ver⸗ —— suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen ießt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein, wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich müöchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, wer ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine desef du hast mir mein Herz esessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, du liegst mir auf meinem Schoß wie die Kind⸗ lein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allen Leiden! Johann Heermann, 1585—1647. II. Ausbreitung der Kirche. Mel.: Valet will ich dir geben. 157. Der du in Todes⸗ nächten erkämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel aufgetan, dir stim⸗ men unsre Zungen ein Halle⸗ luja an. 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein, bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und Dün sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um H gleich solchen be kann ich doch, Treue u meine in Herz ich nicht Satan hts als hier in ich dich mag es ůch muß Mauern ich fort ets vor mir auf ie Kind⸗ meine . Dich it, keine reit, ja scheiden. Leiden! 85—1647. ind auf ht nun werden bis die en, bis 10 sind deinem geladen, us, um Ausbreitung der Kirche. 93 mit dem Ruf der Gnaden zu 4. Drum kann nicht Friede füllen dir dein Haus. Es ist werden, bis deine Liebe siegt, kein Preis zu teuer, es ist bis dieser Kreis der Erden zu kein Weg zu schwer, hinaus⸗ deinen Füßen liegt, bis du im zustreun dein Feuer weit über neuen Leben die ausgesöhnte Land und Meer. Welt dem, der sie dir gegeben, 4. So sammle deine Herden vors Angesicht gestellt. dir aus der Völker Zahl, daß 5. Und siehe, tausend Fürsten viele selig werden und ziehn mit Völkern ohne Licht stehn zum Abendmahl. Schleuß auf in der Nacht und dürsten nach die hohen Pforten, es strömt deinem Angesicht; auch sie hast dein Volk heran; wo noch du gegraben in deinen Priester⸗ nicht Tag geworden, da zünd schild, am Borne sie zu laben, dein Feuer an! der dir vom Herzen quillt. Christian Gottlob Barth, 1799—1862. 6. So sprich dein göttlich . Werde, laß deinen Odem wehn, Mel.: Herzlich tut mich verlangen. daß auf der finstern Erde die 58. Der du zum Heil er⸗Toten auferstehn, daß wo 79schienen der aller⸗ man Teufeln fröhnet und vor ärmsten Welt und von den den Götzen kniet, ein willig Cherubinen zu Sündern dich Volk versöhnet zu deinem gesellt, den sie mit frechem Tempel zieht. Stolze verhöhnt für seine Huld, 7. Wir rufen, du wirst als du am dürren Holze ver⸗ hören; wir fassen, was du söhntest ihre Schuld: sprichst; dein Wort muß sich 2. Damit wir Kinder bewähren, womit du Fesseln würden, gingst du vom Vater brichst. Wie viele sind zer⸗ aus, nahmst auf dich unsre brochen, wie viele sinds noch Bürden und bautest uns ein nicht! O du, ders uns ver⸗ Haus; von Westen und von sprochen, werd aller Heiden Süden, von Morgen ohne Licht! Zahl sind Gäste nun beschieden 30 zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ Eigene Melodie. kleide, von allen Flecken rein, Fine Herde und ein führst du zu deiner Freude die 159. Er Hirt! Wie wird Völkerscharen ein; und welchen dann dir sein, o Erde, wenn nichts verkündigt, kein Heil sein Tag erscheinen wird! verheißen war, die bringen Freue dich, du kleine Herde, nun entsündigt dir Preis und mach dich auf und werde licht! Ehre dar. Jesus hält, was er verspricht. 9⁴4 Ausbreitung der Kirche. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlich⸗ keit des Herrn nahet däm⸗ mernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Ach, wie manches Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns um Eigentum, bereite dir zum tuhm deine Kinder; verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ew⸗ Nebel flieht vor des Morgen⸗ rotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn um⸗ leuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgetan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn: großer Tagdes Herrnerscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolf Krummacher, 1767—1845. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. gen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn Armut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 160. Einer ists, an dem 0 wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem 3. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Milli⸗ onen, die noch im Todes— schatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahr⸗ tausenden ist ihnen kein Evan— gelium erschienen, kein gnaden⸗ reicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, zeuch uns voran T, unsre o Mann ner Liebe mm uns edir zum verbirg llicht von esicht. ben dich hast unsre inem ew⸗ eKraft ist ind keiner „der nicht t. Drum un; denn für den schwach, und trägt hmach. „Ehren⸗ roß, der um sende dend auch den, viel den zum rs Haus. ne Wahl nahl im ruht der ie Freud Swigkeit. ne Milli⸗ Todes⸗ 1deinem eit Jahr⸗ in Evan⸗ gnaden⸗ Glanz jeh auf, Komm, 8 voran Ausbreitung der Kirche. 9⁵ und mach uns Bahn; gib deine Türen aufgetan! 5. Deine Liebe, deine Wun⸗ den, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, 17981864. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 161. König Jesu, streite, siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für. Albert Knapp, 1798-1864. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. icht, das in die 162². Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hin⸗ weg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz tut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat; o erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord, 4. Und erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen. Vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsres Fußes Leuchte sein. Rudolf Ewald Stier, 1800—1862. Mel.: Errett mich, o mein lieber Herre. 163. O doß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, 1 uu bist König, Gott und Herr! 96 Ausbreitung der Kirche. 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort in Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Him⸗ melsfunken so manches kalte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd und Höllenschmerz, 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christen— volkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer strömt nicht vergebens; ach, zünd in unsern Herzen auch! 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue dei⸗ nen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubel⸗ harmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. Johann Ludwig Fricker, 1766. ö Mel.: Dir, dir Jehovah, will ich singen. 164 2* Wach auf, du Geist der ersten Zeu⸗ gen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Féind entgegengehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur 1—5 bald entbrennte, o möchtes doe in alle Lande gehn; ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit Babod O Herr der Ernte, siehe doch darein! Die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum an⸗ zuflehn! Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein, laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hilf aus⸗ Zion käme! O, daß dein Geist, 0 wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis —————8— gi vah, will f, du Geist rsten Zeu⸗ Maur als „die Tag schweigen m Feind en Schall urchdringt charen zu Feur 1—5 schtesdo ach Herr, Frnte viel er Arbeit er Ernte, ie Ernt ist echte sein. at ja mit iese Bitt in O siehe, sich deiner in bewegt, ierum an⸗ Herr, geschehn. Wort mit ie in der sein, laß iderfahren ms Reich O breite, yrdenkreis zu deines Hilf aus dein Geist, verspricht, Befängnis Kirchweih und nähme! O, würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Tore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O, bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines 38 Geistes sein; ja, sitze u nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treuer Lehrer viel Einführung ꝛc. 97 und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunnquell aller Güte, gibst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! Karl Heinrich v. Bogatzky, 1690—1774. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 165 ieht in Frieden 165. 3 eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern spät und frühe! Vergeßt uns nicht in seinem Licht und wenn ihr sucht sein Angesicht. Gustav Friedrich Ludwig Knal, 1806—1878. III. Kirchweih und Einführung von Pfarrern. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 166. Gott Vater, aller Dinge Grund, an diesem heilgen Orte! Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels gib deinen Vaternamen kund Pforte. Wohne, throne hier 7 98 Kirchweih und bei Sündern als bei Kindern voller Klarheit; heilge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in Diesen Friedenshallen. i i Rein⸗ heit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden und nimm von uns allen Schaden. 3. Gott heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden! Gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus, mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben; hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott! Lob, Dank und Preis sei dir vom Kinde bis zum Greis für dies dein Haus gesungen! Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten, Herr, wir bitten: Stell uns droben in den Tempel, dich zu loben! Albert Knapp, 17981864. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Herr, vor dem 167.— sich Erd und Himmel beuget, du Gottes⸗ Einführung ꝛc. sohn, von Ewigkeit gezeuget, blick auf der Deinen Flehn und Dankeslieder huldreich hernieder! 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet; hier schmecken deine Gläubgen 2—71 erfreuet das Blut, den Leib, den du zu unserm Leben dahin⸗ gegeben. 3. Hier wird in deinem dehlat Wasserbade die Schuld getilgt, geheilt der Seelen⸗ schade; hier weihen wir, o Todesüberwinder, dir unsre Kinder. 4. Hier finden Kranke Hei⸗ lung, Kraft die Müden, die Blinden Licht, die Sünder Seelenfrieden; hier atmen D.e wudden Hee ie wunden Herzen. 5. Des Ewgen Vorhof ist an diesem Orte, das Heilig⸗ tum des Herrn, des Himmels Pforte, stets offen allen, die dem ewgen Leben entgegenstreben. 6. Mag bei der Stürme Wüten alles zittern, die Kirche steht ein Fels in Ungewittern und bleibet bei der Hölle wildstem Trutze in Christi Schutze. 7. Drum freun wir uns der heilgen Tempelweihe und bitten: Herr, Allgütiger, ver⸗ leihe, daß uns geleite dein mildreicher Segen auf allen Wegen! 8. Nichts raube uns des Herzens fromme Freude, oft kehre dieser Tag zurück, oft ILEDIXIIIIEA —63 ADD- M. NMN..../ f ¶Gnnn 32* „„ 2„. L.X....S...—558—98— gezeuget, n Flehn huldreich Herr, ist het; hier gen 2—71 den Leib, en dahin⸗ deinem e Schuld Seelen⸗ wir, o ir unsre anke Hei⸗ iden, die Sünder atmen chmerzen orhof ist 3Heilig⸗ Himmels u, die dem nstreben. Stürme die Kirche gewittern er Hölle Christi wir uns eihe und iger, ver⸗ eite dein luf allen uns des eude, oft rück, oft Kirchweih und Einführung ꝛc. 99 weide dein Volk, o Herr, sich an den Himmelsgaben, die hier uns laben. 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater, dir Gottes Sohn, dir Tröster und Berater! Lehr uns, dein Volk, durch alle Ewig⸗ keiten dein Lob ausbreiten. Alte Kirche. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. ilf uns, Herr, in 168. Hallen Dugen,daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gib uns Weisheit Kraft und Stärk. Ohne deine Hilf und Gunst ist all unser Werk um⸗ sonst; hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl⸗ gelingen. 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein be⸗ dürftig sein; brich der Hölle Macht und Pforten und gib deinem Häufelein, deiner armen Christenheit, Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal' und Ge⸗ fahr; laß uns keine Drang⸗ sal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf nach unsrer Zuver⸗ sicht, laß uns ritterlich obsiegen und zu Schanden werden nicht. O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hilfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Martin Rinckart, 1586—1649. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Jesu, Herr der 169. O Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde! Von dir sind wir auch erwählet, 4100 ählet den Erlösten, die du seanen willst und trösten. 2. Leb. deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen Her von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne scht Werkel Die Seelen, die ich ihm vertrauen, durch Lehr 7³ 100 Wort Gottes. und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Stärke. Lehr ihn, hilf ihm tun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden tun, nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegenführen. Du hast die Seelen all gezählt, du willst es nicht, daß eine fehlt, laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, reich die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu von dir erfunden werde. 6. Sei uns ges om Knecht des Herrn, du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. OHirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir, Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Johann Daniel Karl Bickel, 1737—1809. D. Lieder von den Gnadenmitteln. J. Wort Gottes. Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 170. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau für n Seelen; laß keiner Pflanze deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; er⸗ quickt durch ihn laß jede blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O, laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger⸗ reise; es führt auch Toren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmels— licht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen e, nimm ihr uns Gott Mit Leiden Leben, Ugeben. 1737—1809. scheitern ern! Pil der Pilger⸗ Toren acht die 1 t un e, daß nd fand 5 Wort „meine meiner nir den meinen Wort Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte; wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein:„Komm, du bist mein!“ Das rief mir nicht vergebens, ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es mir aus Geist und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort 0 Ort den Durst nach deinen ehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernhard Garve, 1763—1841. Mel.: Ach Gott und Herr. ö ott ist mein Hort, 17¹. G und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken; laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ fern mich nicht dein Wort die Gottes. 101 Wahrheit lehrte? Gott, ohne . verstünd ich nie, wie ich ich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewgen Rat, die Missetat der Sünder zu ver⸗ sühnen, den kennt ich nicht wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du ver⸗ zeihst, lchrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 172. Herr⸗ dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort u tun. 2. Halleluja!l Ja und Amen! Herr, du wollest auf 102 Wort Gottes. mich sehn, daß ich mög in sein. Schließe mich mit dem deinem Namen fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria tat. Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 2Teures Wort aus 173. T Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt; in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vor⸗ schmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein; laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitle Sorgen Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gib dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken, was du sagest, laß mich tun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richt⸗ schnur gehn. Was ich hier zu Grunde lege, müsse wie ein Felsen sichn, daß mein Geist auch Rat und Tat in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. ir Menschen sind 174. Wẽé zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens⸗ mit dem 8 Wesen mich gar ein Herz jrn einen cht nicht e mir die vas hier t, präge laß den laß mich gest, laß in Wort „ laß es sondern ihm das le meine er Richt⸗ ich hier hat. zort mir er Folge drauf ein ieß den 1672—1737. m der Zeit. en sind 98 Gott, mtüchtig; nd Gebot d wichtig. verstehens⸗ Wort Gottes. 103 nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, laß uns dabei verbleiben und gib uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb an⸗ nehmen jederzeit mit Sanft⸗ mut, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Ge⸗ spött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne.“ Offn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und S 0 es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Täter sein, 26, R den. bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hin⸗ genommen. In Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen. Der Same, so in Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten, fruchtbarn Lande und sein an guten Werken reich in unserm mt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gib, daß wir halten fest an dir in An⸗ fechtung und Leiden; rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke, 1603—1680. Mel.: Jesu, meine Freude. ort des höchsten 175. Wé Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm! Bald, da wir gefallen, 104 Taufe. ließest du erschallen Evange⸗ lium: Eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was der Opfer Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rat; was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in deinem Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gad und Huld. Auch ist dies für⸗ wahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; o erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Leben kund. Lieblich sind die Füße und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Welt wird nun vermeldt durch der guten Botschaft Lehre, daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Her⸗ zar die in bittern Schmerzen as Gesetz zerschlug; kommt zu 1 Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut. Gott ist hier, der euch ge⸗ liebet und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, so soll mein Ver⸗ trauen evangelisch sein; auch will ich nun cgaeden dieser Kraft, die mir gegeben, evan⸗ gelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke; stehe du mir bei! Nichts kann uns nun scheiden, hilf, daß auch mein Leiden evangelisch sei. Auch laß mich einstmals auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evangelisch sterben. Heinrich Cornelius Hecker, 1699—1743. II. Taufe(und Konfirmation). Eigene Melodie. 176 Christ unser Herr zum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von Sankt Johann die Taufe nahm, sein Amt nun zu er⸗ füllen; da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe glauben soll, zu meiden Ketzer⸗ haufen. Gott spricht und will, daß Wasser sei, doch nicht allein schlecht Wasser, sein heilig Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohnmaßen, der ist allhier der Täufer. 3. Solchs hat er uns be⸗ weiset klar mit Bildern und Botschaft h bekehre. rschte Her⸗ Schmerzen g; kommt „der für Schmerzen ärkt euren er euch ge⸗ d vergibet. d bestehet; zehet, fällt harauf will mein Ver⸗ sein; auch e dieser en, evan⸗ irke schaffet su mir bei! m scheiden, ein Leiden Auch laß dich, als zu erben, „ 1699—1743. merket alle heißt selbst ein Christe iden Ketzer⸗ 5t und will, doch nicht asser, sein auch dabei ohnmaßen, Täufer. er uns be⸗ ildern und Taufe. 105 mit Worten; des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen, den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle und folget seinen Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hier selber steht in seiner zarten Menschheit, der heilge Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir ge⸗ taufet werden, all drei Person etaufet han, damit bei uns auf rden zu wohnen sich ergeben. 5. Sein Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer läubet und sich taufen läßt, oll dadurch selig werden, ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist ver⸗ dammt zum ewgen Tod tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Tun ist verloren, die Erbsünd machts zur Nichtig⸗ keit, darin ist er geboren; er —*7— sich selbst nicht helfen. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen, der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist vor ihm ein rote Flut, von Christi Blut gefärbet, die allen Schaden 3 tut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. Martin Luther, 1483—1546. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. err, wir stehen hier 17⁷. 8 vor dir; laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und er⸗ ei dein Erbarmen, daß es ein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu, rein durch dein Blut von seinen Sünden, laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbinden. Da wir ihm den Namen geben, schreib es in dein Buch zum Leben. 3. Hirte, nimm dies Schäf⸗ lein an! Haupt, mach es zu deinem Gliede! Lehrer, zeig ihm deine Bahn! Friedefürst, sei du sein Friede! König, laß es deinen Willen künftig immer treu erfüllen! 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben, endlich auch, wenn dirs gefällt, christlich unsern Geist aufgeben und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott. * Ich bin getauft auf 178. deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger 106 Taufe. Geist, ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir eiligt heißt. Ich bin in ristum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir ge⸗ währt. Du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Gmor und Liebe, Treu und ehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hin⸗ Can sagt ich bis ins Grab des atans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Her zum Opfer hin; erwecke 1110 zu neuer Treue und nimm Be⸗ sitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich; Gott hört es, ich ent⸗ sage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nim⸗ mer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach, 1693—1735. Mel.: Zeuch ein zu deinen Toren. 179 Lasse die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron: auch für die Kindelein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren; drum sie mein eigen sein. 2. Der 0rr gar freundlich küsset und herzt die Kindelein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus sein heilgen Wunden am Kreuzes⸗ stamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Ver⸗ langen bringet die Kindlein her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr. Führet sie Christo zu; er will sich ihr erbarmen, legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott ge⸗ fällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt, sind frei aller Gefahr und dürfen hier nicht leiden. Sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Cornelius Becker, 1561—1604. SS%=—= satz nim⸗ er, Sohn t mich in iken, bis en heißt. ich dir, so und für. 693—1735. en Toren. Kindlein zu mir, sie sind nne, ich Kron: in, daß cen, bin 1; drum eundlich indelein, üße, der dieweil aus sein Kreuzes⸗ ch ihnen isti Ver⸗ Kindlein rlangen, Führet vill sich in seine en Ruh. zeitlich Bott ge⸗ Gottes de Welt, hr und en. Sie den dort 561—1604. Taufe. 107 Mel.: Alle Menschen müssen sterben. asset mich voll Freu⸗ 180. 25 sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist! Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht. 2. Keine Sünde macht mir bange, ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich sam dist ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so ver⸗ sichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wiederschafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister, 1671—1756. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. iebster Jesu, hier 181. L sind wir, deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist Denn das bringet mich zum Erbe, das im Flecken, und zugleich mit dieser dieses Wort in unsern Ohren: teure Wasserbad mich damit„Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu ge⸗ boren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen.“ 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armenʒ; tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Er⸗ barmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flut laß es dein Verdienst edecken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an! Haupt, mach es zu deinem Gliede! Himmelsweg, zeig ihm die Bahn! Friedefürst, zu Grabe legen, schlaf ich auch schenk ihm den Friede! Wein⸗ 108 Konfirmation. stock, hilf, daß diese Rebe auch himmelwärts und erfülle das im Glauben dich umgebe! Herz, was von Herzen ist ge⸗ gangen; führ die Seufzer Verlangen; ja, den Namen, 6. Nun, wir legen an dein den wir Lebensbu eben, schreib ins zum Leben. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Konfirmation. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. Rei dir, Jesu, will 182. B ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt 5 irgend besser haben als bei dir, der aahmn so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus tat, mir tut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich, dir ver⸗ schreib ich mich in Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden und die Nacht hernieder steigt! Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprich dann: Kind, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt! 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, wann mir Grauen macht der Tod als das kühle, scharfe Wehen vor des Him— mels Morgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 183 Jesa⸗ meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ülle das Namen, eib ind n. 72—1737. Rufs n der ist der sich uf dieser nun mein es nun und die lLege nde mir Haupt, er gehts ebt, wer inn zur Grauen 15 kühle, 8 Him⸗ ird mein r„ dann „daß ich 251 man 1801—1859. ns Leben. er Seele meines ud, dir ergeben Meinen nen und ien, daß Konfirmation. 109 ich dein bin und du mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt 9 6 mich umfangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, da ich erst ans Licht ge⸗ kommen. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich be⸗ trübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immer— dar ernähret. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: Zu dir, Jesu, in die Freude. Trotz dem, der mich von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigen⸗ tum; dir ich völlig mich er⸗ ebe; du bist meiner Seele uhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Christian Scriver, 1629—1693. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 18⁴4 Sei Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben! Leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein er— geben! Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keine Not des Kreuzes dich abkehren; ist er dein Vater und dein Gott, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir werden, nichts besser ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben. Was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darin er dich gesetzet; wenn er dich hält ‚5'-ͤ:r;t:aĩtdiiitt 110 Konfirmation. mit seiner Hand, wer ist, der Gnadenlohn im Himmel dir dich verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; wen dies Panier beschützet hier, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht. Wär ja der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, und laß dich nichts abwenden. Er wird und kann in aller Not dir treuen Bei⸗ stand senden; und käm auch gleich das Höllenreich mit aller Macht gedrungen, wollt auf 1790 zu, 9. glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat ver⸗ heißen, und eine Kron zum aufsetzen; da wirst du dich dann ewiglich in seiner Treu ergetzen. Michael Franck, 1609—1667. Mel.: Seelenbräutigam. on des Himmels 185. B Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. Samuel Marot, 1770—1865. mel dir du dich er Treu 09—1667. gam. himmels sende, n Geist, el Gib n Werke, hn, ewig st bereit, „unsern und dich en, dessen uch uns nd Sinn wenn wir sern und rn, deine eltlust zu nd nahn, wollest du uns mit Licht und me dann daß dein verheißt, reine mit eine, bis und dein 1770—1865. Abendmahl. 111 III. Abendmahl. Eigene Melodie. eilig, heilig, heilig 186. 8 ist der Herre Ze⸗ baoth! Alle Land sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe! Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Eigene Melodie. chaffe in mir, Gott, 187. S ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist! Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von deinem Angesicht, von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. Dich, mein Jesu, 188.— laß ich nicht, du kannst Seelen recht erquicken! Du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! Du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und ver⸗ fluchen; weiß es mein Ge⸗ wissen doch, wo ich soll den Segen suchen. Jesus auch durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! Was für Schätze kann ich ind Meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet nun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn oder näher 00 verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! Lodre, Herz, in vollen Flammen! Halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen, daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag ver⸗ schmachten; kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Teil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles 1t Drum, was in mir ebt, das spricht: Dich, mein Jesu, laß ich nicht! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. U Lebensbrot, Herr 189. D Jesu Christ, mag dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, 0 bitt ich dich demütiglich, u wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 112 2. Auf grüner Aue wollest leiten, den frischen ssern 3. Du In woltenem Him⸗ melsbrot, du wollest mir ver⸗ leihen, daß ich in meiner Seelennot zu dir mag kind⸗ lich schreien. Des Glaubens Kleid bedecke mich, auf daß ich möge würdiglich an deiner Tafel uizen. 4. Tilg Bitterkeit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen. Du hingeopfert Osterlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden all⸗ zuviel. die schmerz⸗ lich ich beweine. In solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du Waemen der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, laß deine Hand mich heilen; erleuchte mich,‚ denn ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen; ich bin verdammt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich und hilf aus lauter naden! führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sünd⸗Wsein lich, matt und krank; doch laß mich einen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken. 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir und wohn in meiner ö Abendmahl. Seele, daß sie di du, Herr, diesen 225 mich und für und si a vermähle. Ach laß doch deine Süßigkeit für meine Seele liebe für mit dir ereit und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm selbst, dich mir zu schenken; o Blut, das du vergossen bist, komm eilig, mich zu tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, goldne Himmelstür, mich dort auch auferwecken. Johann Rist, 1607—1667. allen Haß und Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 190. Haltim Gevichtuis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage; bedenke, daß er Fried gemacht, sein Un⸗ schuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe! jebe für mit dir ch deine Seele e ihren 1, Herr bst, dich lut, das im eilig, bleib in r, drum melstür, wecken. 607—1667. u der Zeit. dächtnis Christ, ie Erden Himmels ruder da licht, daß enommen jank ihm edächtnis für dich am Kreuz durch hat e, Teufel, dich erlöst ihm für zedächtnis auch am eich vom efreit von henke, daß sein Un⸗ derbracht; Liebe! Abendmahl. 113 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten 1 Himmel auf⸗ Deretter ist, die Stätt dir zu ereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herr⸗ lichkeit; dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir getan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, 1650—1704. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. err, dein herzliches 191. 9 Verlangen, da du in den Tod gegangen, mit den Deinen dich zu letzen und dein Nachtmahl einzusetzen, dringt auch mich zum Tisch der Gnaden; du hast mich auch eingeladen; denn auch ich bin unter allen dir nicht aus dem Sinn entfallen. 2. Mich verlangt nach dieser Speise, eh ich noch von hinnen reise; mich verlangt nach diesem Tränken, eh man mich ins Grab wird senken; denn, ist Jesu Leib und Leben, ist sein Blut mir eingegeben, wird mein Leib im Auferstehen seinem Leibe ähnlich sehen. 3. Ich hab— du stillst mein Verlangen— Jesu Leib und Blut empfangen; nun hat mich sein Tod durchdrungen und selbst meinen Tod ver⸗ schlungen; nun hat er sein ewges Leben mir in seinem Blut gegeben; nun entschlaf ich voll Vertrauen, Jesum bald verklärt zu schauen. Chr. Karl Ludwig v. Pfeil, 1712—1784. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. ů err, du hast für 192. 8 alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze nicht mit deiner Wohltat scherze. 2. Räume, bitt ich, mein Gemüte rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich; liebster Jesu, segne mich, und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut, ach, so mir recht bedenken, was hier deine Liebe tut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, 8 114 ö Abendmahl. für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, daß ich glaubeschlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das 19080 den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Not und mich sehne nach dem Brot, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt; denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seist. Drum erhöre, was ich bitt, teile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir Lennee nähr uns auch durch eine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft, ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Manna sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der Tat sich weise. 7. Laß mich deine Liebe Wolt hr und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freuden⸗ mut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; laß mich auch niemanden hassen, der mit mir genießt dein Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 193 Herr, du wollst uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein, dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! An⸗ betung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724—1803. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. rr Jesu Christ, du 194. höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehren⸗ kleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende ich ganz ch werde ie Fülle en Gott 348—1715. t uns die ollst uns iten zu ligkeiten, 0 fahm, npfahen, Herzen los von zir sind, laß uns en! An⸗ iern wir bei dir. 1724—1803. ider Zeit. hrist, du Gut, du den, wir nd Blut, Aden, zu keit und gkeit zu ns selbst Werke; 5 Ehren⸗ Geistes rwürdge den dir ewgen ne, daß ns Ende Abendmahl. 115 bleiben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Bartholomäus Ringwald, 1530—1598. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. err Jesu, dir sei 195. 9 Preis und Dank für diese Seeleuspeis und Trank, damit du uns begabet; im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahr⸗ haftig wohl zu gut und unsre Herzen labet, daß wir in dir und nach allem Wohlgefallen heilig leben; solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches Her verleih, das von der Weltlie ledig sei und allen eitlen Sachen; bleibe, treibe unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten, alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes beder decht zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß wir mit diesem Lebensbrot im Glauben stillen unsre Not, der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 4. O, daß wir solche Selig⸗ keit erwarten möchten alle⸗ zeit in Hoffnung und Ver⸗ trauen, und folgends aus dem Jammertal eingehen in des Himmels Saal, da wir Gott werden schauen, tröstlich, köst⸗ lich uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz voll Genüge haben. 5. Das gib du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, gibs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns be⸗ trachten für und für und alles Böse meiden. Amen, Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden. Vers 1, 3 u. 4 von Bernhard v. Derschow 1591—1639. Vers 2 u. 5 Zusätze des hannoverschen Gesangbuchs v. 1657. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. Ich komme, Herr, 196. J und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder; du hast die Hand⸗ 8* 116 Abendmahl. schrift abgetan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort:„Es ist voll⸗ bracht!“ Du hast mein Heil verdienet; du hast für mich dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei IWn mein Sohn, die Schuld ist dir ver⸗ geben, du bist in meinen Tod Din de und du wirst dem, er dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 197. O Jesu, du mein Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzes stamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin krank, unrein, arm und bloß ach Herr, mein Gott, mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeit⸗ kleid. 4. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwach⸗ heit 935 mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubenskerz; mein Armut in Reichtum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Him⸗ melsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb⸗ eine wahre der Welt 1715—1769. eins Lebens du mein tigam, der izesstamm d gelitten weg der ju deinem Tbt durch l, ich bin und bloß jott, mich Arzt, du bist der bricht, du Heiligkeit, Hochzeit⸗ Jesu, bitt Schwach— as unrein ein durch enschein. verfinstert ie schöne Armut in d meinem vehr, ahre Him⸗ u, wahrer nit solcher wie mir ehm. aster aus mit Lieb⸗ Abendmahl. 117 und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mich zu deiner Ehr. 8. Gib, was nütz ist für Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib. Komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deines Mahles Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und un⸗ 185. seind; den guten Vor⸗ atz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach laß mich meine Tag in Ruh und Frieden bringen christlich zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, 05 ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Johann Heermann, 1585—1647. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. Jesu, meine 198.— Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies Hinnh Er⸗ 915 und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ichs dir ver⸗ danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und ge⸗ tränket* selbst dich mir geschenket 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dank ich für dein Sehnen und heißvergossne Tränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist ge⸗ blieben, dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden 2—8 allen meinen Schaden. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zu⸗ emessen die kräftge Himmels⸗ peise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losge⸗ zählet von Sünden und ver⸗ mählet mit dir, mein liebstes Leben; was kannst du Wertres geben 11. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt ab⸗ treten. 7 118 12. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, 1607—1667. Eigene Melodie. * chmücke dich, o 199. S liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; komm ans helle Licht gegangen, dinn herrlich an zu prangen; enn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobtepflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzu⸗ schließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Tränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebens⸗ fürsten; wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Beides, Freude und auch Bangen, nimmt mein Herze jetzt gefangen. Das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr,‚, Abendmahl. die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann er⸗ gründen? 5. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 6. Jesu, meine Lebens⸗ sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her⸗ getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns brasen und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Johann Franck, 1618—1677. erke. Ist zu finden, kann er⸗ t die muß 5 Wunder dies Brot b es gleich und daß eben uns lichkeiten, eist kann Lebens⸗ Freud und iein ganz uell und hier fall zen; laß ßen dieser mir zum Preise. ein treues nmel her⸗ illig hast Tod für azu ganz dein Blut das uns tränken, enken. Brot des doch nicht vielleicht u deinem nich durch ine Liebe ich auch, mög dein erden. 1618—1677. Buße und Bekehrung. 119 Eigene Melodie. Mel.: O daß ich tausend Zungen. i gelobet, ter li i 200. Hhg gelobet, 201. H ege ich zu 5ß du hast deinen Füßen mit dein Leben für uns Sünder Dank und Lob, Gebet und Guuben Stärk unsern Flehn. Laß neue Gnade auf Glauben. Deine Himmels⸗ mich fließen, mein Heiland, speise heilige uns dir zum laß es doch geschehn, daß mir Preise, du Versöhner Gottes! zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei! David Bruhn, 1727—1782. FIIIIIIIIIIITTTTTTTTTCTCRTC E. Lieder von den Gaben und Wirkungen des heiligen Geistes. I. Buße und Bekehrung. Eigene Melodie. 5. Gib, Herr, Geduld, ver⸗ 202. Ach Gott und Herr, gib die Schuld, schenk ein ge⸗ ö wie groß und horsam Herze, daß ich nur schwer sind mein begangne nicht, wies oft geschicht, mein Sünden! Da ist niemand, Heil murrend verscherze. der helfen kann, in dieser 6. Handle mit mir, wies Welt zu finden. dünket dir, auf dein Gnad 2. Lief ich gleich weit zu will ichs leiden; wollst mich dieser Zeit bis an der Welt nur nicht dort ewiglich von ihr Ende und wollt los sein deiner Liebe scheiden. des Kreuzes mein, würd ich Martin Rutilius, 1550—1618. es 3 nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß Eigene Melodie. mich nicht, wie ichs wohl hab 203* Allein zu dir, Herr verdienet; ach Gott, zürn nicht, Jesu Christ, geh nicht ins Gricht; dein mein Hoffnung 145 auf Sohn hat mich versühnet! Erden! Ich weiß, daß du 4. Solls ja so sein, daß mein Tröster bist, kein Trost Straf und Pein auf Sünde mag mir sonst werden. Von folgen müssen, so fahr hier Anbeginn ist nichts erkorn, fort, nur schone dort und laß 400 Erden war kein Mensch mich hier wohl büßen. geborn, der mir aus Nöten 120 Buße und helfen kann; ich ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen han. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen; und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich getan, so werd ich los der Sünden Last. Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Gib mir nach deinr Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir send, da⸗ mit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seim lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werten heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Johann Schneesing, 4 1567. Psalm 130. Eigene Melodie. 204.* Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne; Bekehrung. denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde u vergeben; es ist doch unser un umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir nie⸗ mand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lasf en sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen,* soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Dr. Martin Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. urch Adams Fall 205. D ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen; das sehen d Unrecht m, Herr, hts, denn ie Sünde hoch unser in dem dir nie⸗ ann, des edermann leben. Gott will Verdienst ihn mein und seiner nir zusagt ist mein Hort, des mein Herz erzweifeln So tu der aus vard, und e. ist der ott ist viel Hand zu wie e. Er ist hirt, der aus seinen 1483—1546. ie. dams Fall 9 Hthen⸗ id Wesen; Buße und Bekehrung. 121 das Gift ist auch auf uns ge⸗ erbt, wir konnten nicht genesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, seitdem die Schlang Eva bezwang, den Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod so war es not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, den Gnadenthron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewgen Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod erneut, was war verdorben. 4. So er uns seinen Sohn geschenkt, da wir ihm feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, gestorben, aufgefahren, dadurch wir sein von Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen auf diesen Hort, des Vaters Wort, wem wollt vorm Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewges Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch Gwalt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer sich will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels Gwalt mit seiner List er⸗ schrecken. 7. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, wird nimmer⸗ mehr zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, hat Hilfe stets zu Handen. Hab ich doch nie im Unglück hie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilig Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nur fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort ein Licht, das leuchtet ferne, die Leuchte, die den Weg weist fort; so dieser Morgenterne in uns aufgeht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, 1479—1534. 122 Buße und Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 206 Du weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Missetat, so mich bisher Weum d hat. 2. enn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Tränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütig⸗ keit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Tränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aus⸗ halten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an; dies tröstet mich zu aller Frist: Herr Jesu Christ, in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Tränen mein, ich weiß, sie sind ge⸗ zählet, und ob sie nicht zu ählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft sie vor dir regen sich, so oft sie auch be⸗ wegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist be⸗ Bekehrung. 5. Wer jetzund säet Tränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, da Freude ist die Fülle; ja, solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Tränen dank ich dir, daß du die Freuden⸗ krone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Tränen für und für. Johann Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. err, ich habe miß⸗ 207. 9 gehandelt, ja mich drückt der Sünden Last; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast; und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allent⸗ halben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen: Herr, ich habe miß⸗ wußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. Hudi darf mich nicht dein Kind mehr nennen, ach nimm Tränen d Gott sein in ceude ist Freude, t seiner un, und wigkeit. id wird r Freud. en dank Freuden⸗ dadurch dir im ;enn du nauf zu 1 Hauf, obsingen ür deine 585—1647. abe miß⸗ t, ja mich Zast; ich wandelt, et hast; jern aus deinem t ich dir st allent⸗ über See in die Flügel leichwohl hen. ß es nur jabe miß⸗ icht dein ich nimm Buße und Bekehrung. 123 mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Aber, Christe, deine Wunden und dein teuerwertes Blut machen meine Seel ge⸗ sunden, löschen meiner Sünden Glut; drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 6. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefe See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee; laß dein guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Johann Franck, 16181677. Eigene Melodie. * Gerr Jesu Christ, 208. 8 du höchstes Gut, du Brunngquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin be— laden und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie Tann hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in ö meinen Sünden untergeh noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, als wenns be⸗ ginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor Zinnen auch ein betrübter ünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden ab⸗ gewaschen sein, wie David und Manasse, 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Angst geschritten und tu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergib, vergib mirs doch um deines Namens willen und tu in mir das schwere Joch der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 2— FFFF F5 12⁴4 Buße und Bekehrung. 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, tröst mich mit deinem Todesschweiß in meiner letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Bartholomäus Ringwaldt, 1530—1598. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. öchster, denk ich an 209. 9 die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot Hintungesert und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O, wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Rn Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schwe⸗ ren Sorgen machtest du mein Herze frei! Was mir nützte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt ich dir? O, wie hab ich so vermessen deines Wohl⸗ tuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Rettung von der dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater, zürne nicht! Dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach, vergib, was ich getan! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach das laß mich Wön in u 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, 61.—v dei⸗ nem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig beil Mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich armer Mensch, 21⁰0. V ich armer Sinder steh hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mein r Seele ie Güte ße, aber sanften selbst zu hab ich u Vater, b ich oft schuldge vergib, um mich Führe de schnell nade! nich aufs schwerter juld sich ud Wort n Sohn a er für ried und ach das zen. n meiner mich dir aß keine sam dei⸗ tehe mir Nache du „dich zu I. Ewig ich v. 1770. eben Gott Sunder Sünder ngesicht. „verfahr licht mit Buße und Bekehrung. 12⁵5 mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herz⸗ lich ů6 von wegen meiner großen Sünd; hilf, daß ich wieder Gnad n ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach, erhör mein seufzend Schreien, du aller⸗ liebstes Vaterherz; wollst alle Sünden mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, er⸗ barme dich, Gott, mein Er⸗ barmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab ver⸗ schuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, werd ich leben, sprich, daß er arme Sünder hör:„Geh hin, die Sünd ist dir ver⸗ geben, nur sündige hinfort nicht mehr.“ Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Er⸗ barmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, i bin erhöret, erhöret bin i zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret; drum will ich enden mein Geschrei: Er⸗ barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tietze, 1641—1703. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. *Icch will von mei⸗ 211. Vener Missetat zum Herren mich Huf und Du wollest selbst mir Hilf und Rat hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst Wprie er ist ohn deines Wortes Licht blind, taub und tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Tun; des großen Jam⸗ mers wollst du nun, o Vater, mich entbinden. 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir getan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Tränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, die hat mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot; du machst, daß mir noch keine Not bis hieher konnte schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluten, so daß es niemals mir gefehlt an irgend einem Guten; und 15 ich ja dein eigen 210 hast du mich auch aus bloßer Treu gestäupt mit Vaterruten. N 4 4 ö 14 ö 11446H. „ ö N I 1* 10 — ö I II +* II V —4 1 1* ö DIII 14 I * 4 41 Iin II 1 * IV N N WI V i 14 1* . I N DI +. N I I I 94 ANBRIIII CI 41 V 44 +*1* neen III * ö 126 6. Bisher hab ich in Sicherheit gar unbesorgt ge⸗ schlafen, gesagt:„Es hat noch lange Zeit, bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirt mit seinen Schafen.“ 7. Dies alles jetzt 71110 mir 212. Jesu der du meine 7 erwacht, mein Herz wi erspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer 6n mich Haeh du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Tor und Riegel. Wo flieh ich hin? Du Morgenrot, erteil mir deine Flügel; verbirg mich wo, du fernes Meer, stürzt hoch herab, fallt auf mich her, ihr Klippen, Türm und Hügel. 9. Ach, nur 015 Und könnt ich gleich bis in den Himmel steigen, könnt ich mich tif hinab ins Reich der tiefsten Hölle beugen, so würde mich doch deine Hand da finden und von meiner Schand und großen Sünde zeugen. 10. Herr Jesu, nimm mich u dir ein, ich flieh zu deinen Wunden! Laß mich da ein⸗ geschlossen sein und bleiben alle Stunden. Dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzesstamm zu tragen aufgebunden. 11. Dies stell du deinem Vater für, daß er sein Herze ott pflegt nicht Buße und Bekehrung. lenke, daß er sich gnädig kehr 50 mir, nicht meiner Sünden enke und wegen dieser Straf und Last, die du auf dich genommen hast, ins Meer sie alle senke. Luise Henriette, Kurfürstin v. Branden⸗ burg(0), 1627—1667. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort. 2. Treulich hast du ja ge⸗ suchet die verlornen Schäfe⸗ lein, die sonst würden ganz verfluchet laufen in die Höll hinein; ja, du Satansüber⸗ winder hast die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünden! Ach, ich irre weit und breit! Es ist nichts an mir zu finden als nur Un⸗ gerechtigkeit; all mein Dich⸗ ten, all mein Trachten heißet unsern Gott verachten; böslich leb ich ganz und gar und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und sig kehr Sünden Straf uf dich Neer sie Branden⸗ 7. n sterben. u meine ist durch us des le und ndennot sen und en durch ort, sei in Hort. u ja ge⸗ Schäfe⸗ en ganz die Höll ansüber⸗ etrübten der Buß, en muß. in Kind ich irre ist nichts nur Un⸗ in Dich⸗ en heißet böslich und sehr 5 es ja 5 Gutes var, was halt ich er Fleisch gen und Buße und Bekehrung. 127 das Gute zu vollbringen Treu erfüllen, was du Prefer folget gar nicht, wie es soll; hast gesagt, daß auf dieser was ich nicht will, tu ich wohl. weiten Erden keiner je ver⸗ 5. Aber, Herr, ich kann loren werden, sondern ewi Fehl wissen, wie viel meiner leben soll, wenn er nur ist Fehler sein; mein Gemüt ist glaubensvoll. anz zerrissen durch der Sün⸗ 10. Herr, ich lan u hilf en Schmerz und Pein, und mir Schwachen, laß mich ja mein Herz ist matt von Sor⸗ verzagen nicht! Du, du kannst gen; ach, vergib mir, was ver⸗ mich stärker machen, wenn borgen, rechne nicht die Misse- mich Sünd und Tod anficht. tat, die dich, Herr, erzürnet hat. Deiner Güte will ich trauen, Jesu, du hast weg⸗ bis ich fröhlich werde schauen genommen meine Schulden dich, Herr Jesu, nach dem vat dein Blut; laß es, Streit in der süßen Ewigkeit. 0 Erlöser, kommen meiner Johann Rist, 1607—1667. Seligkeit zu gut; und dieweil du so zerschlagen, hast die Mel.: Kommt her zu mir, spricht 2365 ich mich andlich f ei, HAhr än o sprich mich endlich frei, r armen Sünder, daß ich ganz dein eigen sei. 213. V kommt zuhauf, 7. Wann ich vor Gericht kommt eilig, kommt und macht soll treten, da man nicht ent⸗ euch auf mühselig und beladen. fliehen kann, ach, so wollest Hier öffnet sich das Jesus⸗ du mich retten und dich meiner herz für alle, die in Reu nehmen an. Du allein, Herr, und Schmerz erkennen ihren kannst es wehren, daß ich nicht Schaden. den Fluch darf hören:„Ihr 2. Es heißt:„Er nimmt zu meiner linken Hand seid die Sünder an!“ Drum komm, von mir noch nie erkannt!“ dein Jesus will und kann dich Du ergründest meine retten und umarmen. Komm Schmerzen, du erkennest meine weinend, komm in wahrer Pein; es ist nichts in meinem Buß und fall im Glauben Herzen als dein herber Tod ihm zu Fuß: Er wird sich allein. Dies mein Herz, von dein erbarmen. ö Leid bedränget und mit deinem 3. Ein Hirt verläßt sein Blut besprenget, das am Kreuz Schäflein nicht, dems in der vergossen ist, geb ich dir, Herr Irr an Hilf gebricht, er sucht Jesu Christ. es mit Verlangen; er lässet 9. Nun ich weiß, du wirst neun und neunzi stehn und mir stillen mein Gewissen, 90 gar in der Wüste gehn, das mich plagt; es wird deine das eine zu umfangen. 128 Buße und 4. Es sucht der liebste Jesus Christ das Schäflein, das verloren ist, bis daß ers hat efunden. So laß dich finden, iebe Seel, und flieh in Jesu Wundenhöhl; noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß! Ich komm mühselig, nackt und bloß; ach laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt; ach nimm mich auf, weil ich ver⸗ wirrt im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schier! Ach laß mich wiederkehren zu deiner Herde, nimm mich an und mach mich Die von Fluch und Bann; ies ist mein Herzbegehren. 7. Laß mich dein Schäflein 56„ sein, sei du mein treuer irt allein im Leben und im terben; laß mich vom eitlen Weltgesind ausgehn und mich als Gottes Kind um dich, mein Heil, bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab der Sündenlust bis in mein Grab und in dem neuen Leben in Heiligkeit, Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. Laurentius Laurenti, 1660—1722. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten. 2 frommer und ge⸗ 214. O treuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und Bekehrung. sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht hast Gefalln an meinem Tod und ist dein herzliches Begehrn, daß ich mich soll zu dir bekehrn: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitte dich durch Christi Tod und seine heilgen Wunden rot 4. Ich bitte dich dur Jesum Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm, verloren Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit ge⸗ langen zu der Seligkeit. Bartholomäus Ringwaldt, 1530—1598. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 2 König, dessen 215. O weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Diensten steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wundertätig; ich armer Mensch verma ric mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott‚ sei mir Sünder gnädig. die Lii dich, das uet mich. ehrn: t, lieber ) armer mm und risti Tod nden rot ch durch ir zu gut aß deine eit mehr igreit. herr, laß Ule meine ich arm, und los derr, nach bessern, It, damit Zeit ge⸗ gkeit. t, 1530—1598. nBabylon. „dessen weit em Erd sten steht, ich halles ein helles Nacht und groß und ier Mensch „Mals daß hr: Gott, ädig. Buße und Bekehrung. 129 2. Hier steh ich, wie der Zöllner tat, beschämet und von ferne; ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen erne. Doch weil ich voller ehler bin, und Sünde meinen ganzen Sinn zum Guten macht untätig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig. 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig. 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug getan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja guttätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig. Regiere du mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewi dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar 91 durch die Liebe tätig; und will es nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder mhn 6. Mein Leben und mein ö Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beirätig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig. Valentin Ernst Löscher, 1673—1749. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. O Vater der Barm⸗ 216. O herzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und tut noch endlich Buße. Was ich begangen wider Kal verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wundertat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, wo⸗ rinnen mirs sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich er⸗ barmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon; sieh an mein kläglich Rufen! 9 130 Buße und 4. Laß deiner Wunden teu⸗ res Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftig⸗ lich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Tür zum Leben. David Denicke, 1603—1680. Mel.: Christus, der uns selig macht. 517 Schlage, Jesu, an 21⁷. mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus der Sünden Schmerz heiße Tränen fließen. Blicke mich wie Petrum an, daß ich in mich drau v daß ich stets gedenke ran und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch den Glockenschall aus dem Schlaf der Sünden, laß für meiner Schulden Fall mich Erbar⸗ mung finden und nimm mich zu Bekehrung. Gnaden auf, meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebens⸗ lauf sei voll Tugendwerke. 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft und mein Trost im Leiden, meiner Seele Stärk und Kraft, so sterb ich mit Freuden; in der Stunde letzter Not wollst du mein gedenken und ein selig End im Tod mir, o Jesu, schenken. Veit Ludwig Megander, 1709. Mel.: Vater unser im Himmelreich. o wahr ich lebe, 218. S spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat und zwar mit einem teuern Eid. O selig, dem sein Sünd ist leid. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: Es ist noch lange Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein er⸗ barmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort Glauben Lebens⸗ werke. ei mein n Trost ele Stärk ich mit dde letzter gedenken im Tod n. er, 4 1709. mmelreich. ich lebe, hein Gott, Sünders yies mein aß er von hon seiner und lebe hedenk, o eifle nicht ier findest id Gnad, saget hat m teuern sein Sünd dich vor ht: Es ist will erst Yrd, und üde werd, hren mich, mein er⸗ tt ist zwar ünder mit h wer auf fährt fort Buße und in seinem bösen Sinn und seiner Seelen selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt ster⸗ ben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut be⸗ kehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße tu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann, 1585—1647. Psalm 6. Eigene Melodie. traf mich nicht 219. S in deinem Zorn roßer Gott, verschone! Ach aß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 2. Zeig mir deine Vater⸗ huld, stärk mit Trost mich Kranken; ach Herr, hab mit mir Geduld, mein Gebeine wanken; heil die Seel mit allzeit zu loben; Bekehrung. 131 dem Ol deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 3. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, lobsage. 4. Ach sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hilfe harren. Ich verschmacht; Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Tränen⸗ güssen. 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hilfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermutshöhle! ö 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel weich, Hölle fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Johann Georg Albinus, 1624—1679. Mel.: Meine Seele, willst du ruhn. ünder, willst du 220. S sicher sein und befreit von Furcht und Pein, 9³ 1832 Buße und b0 M daß du dich bekehrest, a du Gottes Stimme hörest. Auf! Gott rufet Dich zu sich; eile und errette dich! 2. Eile! Sodom lehret dich wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder blitzet; such ein Zoar, das dich schützet! Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden, nehmen u. Dein Gewissen wird be⸗ schweret und der Strafe Maß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch ju sich; eile und errette dich! 5. Deines Herzens Härtig⸗ keit wächst und steiget mit der Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 6. Was du Böses an dir hast, wird sonst wie ein alter st; dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich um⸗ sonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Not, wenn man aus der Welt soll gehen und vor Bekehrung. Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit! Denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und 2— geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen und mit Eifer durchzudringen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 10. Vater der Barmherzig⸗ keit, gib doch, daß die Gnaden⸗ zeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Herde! Vater, ach ich bitte dich, eile und errette mich! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. or Gricht, Herr 221. V Jesu, steh ich hie, ich beug in Demut meine Knie und senfze mit Weh⸗ klagen: Mein große Sünd und Missetat mich verklagt und verdammet hat; doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich fest glaube und dabei im Herzen habe wahre Reu. Herr Jesu Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, ich will mich bessern, hilf du mir! Unbekannt, 1629. estehenl noch zu dich! luch die kommt bringen Fringen. noch zu dich! nherzig⸗ naden⸗ rsäumet Abst zu ach ich tte mich! v. 1770. ich dich, t, Herr steh ich it meine t Weh⸗ ünd und igt und will ich er Jesu in macht en rein, ud dabei jre Reu. es dank dir, ich du mir! unt, 1629. Buße und Bekehrung. 133 Mel.: Zeuch ein zu deinen Toren. 222. Wie treu, mein 8 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! Ach, sprächest du im Grimme: „Weicht, die ihr euch verstockt, weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen!“ Wer wollt es Unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen, und merken wir nicht drauf, ob wir ihn schon vernommen, so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur Herde zurückgeführet werde, davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zu⸗ gang steht ihm offen, er eile nur herzu. 5. Liebhaber unsrer Seelen, mein Hirt, mein treuster eund! Was sollt ich es ver⸗ hehlen, wie wohl dues gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmer⸗ zen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt, ich preise dich! 7. Ach daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zurücke bliebe, an Lieb und Eifer leer, nicht wie viel du getan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann! 8. Nun, Jesu, ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel an⸗ gewandt. Verstoß den Sün⸗ der nicht! Mich reut und schmerzt mein Schade, ver⸗ wandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht! 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was Kund verloren war. Ja, Nam und Tat erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seist. 10. Das laß mich herzlich gläuben; doch gib mir selber Diardr dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod ge⸗ schafft, und wie ich glaubens⸗ voll aus deinem Überflusse zum wirklichen Genusse stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, ver⸗ gehn, so laß mir deine Treue, 134 Buße und mein Hirte, nie entstehn; er⸗ weck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende als meinen Hirten dich. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 2 ir liegen hier zu 223. W deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; ach geh nicht mit uns ins Gericht. 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ja, du hast noch ein Vaterherz, drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnaden⸗ throne und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. Bekehrung. 5. Ach laß die wohlver⸗ diente 10— nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 6. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen, und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen und deine sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Iorael stimm in die Lieder Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Auf meinen lieben Gott. o soll ich fliehen 224. Wẽé hin, weil ich beschweret bin mit vielen großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte deiner großen Güte; laß u auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich hohlver⸗ er unsre ir nicht n deiner Ach Schoß gen los. Land gesunde aß Lieb küssen, htigkeit. deinem d Haus ir Opfer ein mit oll dein en, und timm in n: Der vig sein. 72—1737. »n Gott. fliehen veil ich vielen zo kann Wenn n Angst Gnad, d Rat Gemüte te; laß sen ein en. es Kind, so viel id mich Buße und Bekehrung. 135 so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, der Schuld nicht mehr gedenke, ins Meer sie tief Vehhenid 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich selbst er⸗ löst; was ich gesündigt habe, hast du versenkt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Sünde groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht schlaaer mit dir kann ich sie schlagen; dein Blut darf ich nur zei⸗ gen, so muß ihr Trutz bald schintiaen⸗ 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Führ anch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles mei⸗ den, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leihe ein Gliedmaß ewig bleibe. Johann Heermann, 1585—1647. Mel.: Aus tiefer Not. 2 o soll ich hin, 225. W wer hilfet mir, wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir will ich mich frei be⸗ geben. Du bist, der das Ver⸗ orne sucht; du segnest das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, der Todesleib mich plaget. O Lebens⸗Gott, erbarme dich, vergib mir, was mich naget! Du weißt es wohl, was mir gebricht; ich weiß es auch und, es nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 3. Du sprichst zu mir: Ver⸗ zage nicht! Du rufst: Ich bin das Leben. Drum ist mein Herz auf dich gericht; du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn, in Not als Herzog vor mir ehn. Hilf, Jen, dem Zer⸗ nirschten! 4. Bist du der Arzt, der Kranke trägt, auf dich will ich mich legen. Bist du der Hirt, der Schwache pflegt, erquicke mich mit Segen! Ich bin ge⸗ fährlich krank und schwach; heil und verbind, hör an die Klag! Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen! ———— 136 Glaube und Rechtfertigung. 5. Ich tue nicht, Herr, Elender ich, wer wird mich was ich soll; wie kann ich doch erlösen von des Todes doch bestehen? Dies ängstigt Joch? Ich danke Gott durch mich, das weißt du wohl; Christum. wie wird es endlich gehen? Joachim Neander, 1650—1680. I. Glaube und Rechtfertigung. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. us Gnaden soll 226. A ich selig werden! Herz, glaubst dus oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mitt⸗ ler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, 905 uns sein Tod das Heil ebracht und uns aus Gnaden elig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort„Aus Gnaden,“ so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und über⸗ nahm die Sündenlast. Was nötigt ihn dein Freund zu werden? Sags, wenn du was 50 rühmen hast. Wars nicht, aß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Golt wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur ver⸗ heißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Denn wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering; dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgetan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr Chri Mel.: 227 ird mich 5 Todes ott durch 650—1680. g. s nicht, ollt und en sollt? 1 Dieser so lange t. Was schreiben, m Wort ll unser ade durch Doch, du ik nicht: auch zu! t Adams zur ver⸗ ummt er wer noch kann. Wer dies ab von nn wenn ehret, so ade sei; eint die Glauben leibt dem Herz des ins unter ochmerzen hts mehr Glaube und Rechtfertigung. 137 hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, mein Herze lacht, weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost, trotz allem Zweifel, durchs rote Meer nach Kanaan. Ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. Christian Ludwig Scheidt, 1709—1761. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 7. Der Glaub ist eine 227. D Zuversicht zu Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall tut es nicht; es muß Herz und Gemüte durch⸗ aus zu Gott gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein ohn Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Ver⸗ trauen und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Ver⸗ dienst zu bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Dies aber ist kein Menschenwerk, der Glaub kommt von dem Herren; drum bitt, daß er in dir ihn stärk und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, an — ein; sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich zu Lohwen und böse Werk doch nehmen an, die Christen nicht geziemen. Wer das tut, der soll wissen frei, sein Glaube sei nur Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei und vor dem Nächsten leuchte. Unbekannt, 1714. Eigene Melodie. 228* ins ist not! Ach 0 Herr, dies eine lehre mich erkennen doch; alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem 9151 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Krea⸗ tur; laß, was irdisch ist, da⸗ hinten, schwing dich über die Natur; wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle 138 Glaube und Rechtfertigung. erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ; ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nach⸗ laufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit voll⸗ kommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heil⸗ ges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir er⸗ worben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in an d prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich umströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da fan du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergetzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer 995 haben; nichts, nichts ist, as also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchel⸗ Stamme hen; die ich da jen mein prangt. ß meine em Bild den ich iligung let zum d Leben, md, mir ße mich ust, dein r einzig ich mehr römt die teinmal Heilge fund du Tfunden, öllischen u; dein Freiheit indlichen u klingt. 1„ Fried ine Seel le frische us mich 1 kann ben, als ch immer ichts ist, erquickt, zesu, im Jesu, du in und hre, wie Heuchel⸗ .— ‚— Glaube und Rechtfertigung. 1899 schein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Gib, daß ich hier alles nur achte für Spott und Jesum gewinne, dies eine ist not! Johann Heinrich Schröder, 1666—1699. Eigene Melodie. 8 ist das Heil uns 229. E kommen her von Gnad und lauter Güte, die Werk die helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der 15 genug für uns ge⸗ tan, er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Ge⸗ setz gebot, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom Esetz erfordert allermeist, es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein mch drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; und ist doch nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündge Art, in umn0 Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, die⸗ selbe Art aus eigner Kraft zu lassen, wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohnmaßen. Denn Gleisners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Doch mußt das Gsetz erfüllet sein, sonst wärn wir all verloren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch geboren. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit eins Vaters Zorn gestillt, der über uns Weit alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalten. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht n..r. nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist 0 vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die erk nicht lasset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran dem Nächsten wird die Lieb Guts tun, bist du aus Gott geboren. ů 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder; das Evan⸗ elium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, im Gsetz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. —————— .. 140 Glaube und 10. Die Werk gewißlich kommen her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rech⸗ ter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, was Gottes Wort usage; wann das geschehen ů oll zur Freud, setzt Gott nicht feste Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, und braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Herz spräch lauter„Nein“, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gut⸗ tat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns nn hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd gscheh wie im Himmelsthrone, das täg⸗ lich Brot noch heut uns werd, wollst unsrer Schuld ver⸗ schonen, als wir auch unsern Schuldgern tun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel. Amen. Paul Speratus, 1484—1554. Rechtfertigung. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 230. Ewge Liebe, mein Gemüte waget einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte; send ihm einen Blick 550• einen lick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rat gefaßt, der ver⸗ dammniswerten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O, ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, welcher uns hilflosen Armen Gnade, Trost und Hilfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch be⸗ stimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Anteil nimmt; wer nur an den Mittler Dlaiht und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Ver⸗ derben ohne Grund verdammet hast, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer hrh Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen und T willig ihn a sunger schlosf Engel heilger in De erstaur Tiefen ganz 7 streben zu seit Willen ucht Frucht Geist 100 ei au 8 ö Vertra gegense ohne E entgege wird 1 ewiglich reißen deiner Mel.: d 231. bin ge hier zu Du, He bin dein Seele? sehr, je, mein te waget in den te; send ick, einen der die die mein t, wenn licket. o Liebe, hast und iebe den der ver⸗ lt durch zurch des en Gnad erben. luß voll uld und her uns de, Trost iebe, die ont, der hnt, um tten aus nketten. o weise auch be⸗ er darin 1 Anteil an den ihm treu oll nicht ern Heil um Ver⸗ rdammet wenn sie Bosheit aubt an Glaube und Rechtfertigung. deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn, sein mut⸗ willig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank be⸗ sungen, was dein Rat be⸗ schlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rat, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 141 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohhl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Teil an seinem Heil; dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte 7. Liebe, laß mich dahin Freund, der es aufs beste mit streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein Willes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen meinem Heil ent⸗ gegensehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegengehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand ent⸗ reißen können, noch von deiner Liebe trennen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun. 23 1. Ich freue mich, mein Gott, in dir und bin getrost, wenn ich dich hier zu meinem Teil erwähle. Du, Herr, bist mein, und ich bin dein; was mangelt meiner Seele? mir meint, wo find ich deines⸗ gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht; in dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Wfeh werd ich dich noch näher 5 n, du Ur⸗ sprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. 142 Glaube und Rechtfertigung. 9. Noch hats kein mensch⸗ lich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch eh ichs schon im Glauben. ollkommnes Heil ist da mein Teil, das wird mir niemand rauben. Salomo Liscow, 1640—1689. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. * Och habe nun den 232. Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt; der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken übersteigt; es sind die iah zu Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt; dem alle⸗ mal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht ver⸗ loren werden; Gott will, uns soll Der Son sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsres Herzens Tür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut be⸗ ständig schreit: Barmherzig⸗ keit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich 110 gläubig senken, dem will i mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barm⸗ herzigkeit. 6. Wird alles andre weg⸗ gerissen, was Seel und Leib erquicken kann; wij ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgetan; ist die Errettung noch so weit, mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvoll⸗ kommenheit bemerken, so Doh wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser—.— bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Er⸗ barmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so i, mich die Erde trägt. Das will ich denken, tun und treiben, so lange si ein Glied bewegt. So sing i einstens höchst erfreut: O Ab⸗ grund der Barmherzigkeit! Johann Andreas Rothe, 1688-1758. Mel.: Valet will ich dir geben. * Och weiß, an wen 233. V ich glaube; ich weiß, was fest besteht, wenn stehe, ich ich will i un, und Sünden ch Gottes indet sich he Barm⸗ idre weg⸗ und Leib ich von sen und anz ist die veit, mir zigkeit. meinen innen ich L Unvoll⸗ u, so. hin; doch bereit: erzigkeit. ach dessen viel Er⸗ olle selbst so s het t; so stehe in, durch gkeit. Aunde will e mich die ich denken, lange sch 50 sing i t: O Ab⸗ zigkeit! 1688—1758. dir geben. z, an wen laube; ich eht, wenn Glaube und alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht. Ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie ver⸗ läßt; auf ewgen Grund ge⸗ mauert, steht diese Schutzwehr fest: Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: Es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heilgen dienen,— ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und mein Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub; er, der von Gott erwecket, sich aus dem Grab öhnet der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich laube, 119 weiß, was fest esteht und in dem Erden⸗ staube nicht mit als Staub Rechtfertigung. 143 verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. Mel.: Mein Herzens Jesu, meine Lust. Ich weiß, an wen 234. mein Glaub sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit,— er⸗ wünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod ge⸗ schmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigentum; du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu; du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 4* 1 ö ö WNEEEEEEEE—..——. 144 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene bessre Welt gewährt, wo wir Gott Nam ist auch dein Ruhm, heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag er⸗ scheint, dann werd ichs froh An dich eingen Sohn den empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Sünde noch mein Teil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch ver⸗ hüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich Dirshr wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Ge⸗ rechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Christoph Christian Sturm, 1740—1786. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. Jesu, sieh mich an 235. ItuGnaden! Sich mein Elend, meine Not! Laß dichs jammern, hilf dem mich, spri so weicht mein Jammer fort. Glaube und Rechtfertigung. Schaden! 99 er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein das erfährt dein Eigentum. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, lrmen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner! Jesu, so gedenk 3. meiner; denk an 9 nur ein Wort, o, 3. Alle Worte deiner Lip⸗ pen, alle Taten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Olberg band, dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hilfe schon bereit; wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starken, Frommen; nur den. Sündern riefen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesu, sollt ichs denn. nicht wagen? Sollt ich denn 30 dir nicht fliehn? Sollt ich arum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie ver⸗ stießest du den Armen; meiner wirst du dich erbarmen, weil. doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. ngt mir lltest du ich nicht Wie dein Ruhm, entum. barmen, 18 lenkt, hn den ir zum wie hoch Jesu, so denk an Wort, o, ner fort. ner Lip⸗ er Hand, Krippen, erg band, chmecktes Rreuz so ist, so „ zu der n. ände sich die Hilfe ie Lippen te lauter hießen zu Heilgen, nur den. n; meiner men, weil. und Huld ie Schuld. Glaube und Rechtfertigung. 14⁵ 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächti worden ist, da laß mir au kundbar werden, wozu du eschenket bist. Reiß mich os aus Satans Stricken, brich der Hölle Band in Stücken. Nimm mein Hnnd Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin. 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt. Lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rat mich übt. Ach, so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit und dort in der Ewigkeit! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. *Jesus nimmt die 236. Sünder an, saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht ver⸗ derben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubets doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Ver⸗ gebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blut⸗ rot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schneeweiß kehren, da ich gläubig Dn kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht, wer will mich vor Gott verklagen? Der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann; Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch ange⸗ nommen und den Himmel aufgetan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister, 1671—1756. Mel.: Valet will ich dir geben. *Ist Gott für mich, 237.1• J so trete gleich alles wider mich. So oft ich ruf und bete, weicht alles hinter 10 146 sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wel⸗ len, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sitz; ich müßte stracks vergehen wie Wachs in Feuerhitz. 5. Mein Jesus hat ge⸗ löschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz. Kein Urteil Glaube und Rechtfertigung. mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kum⸗ mer hin, gibt Segen und Ge⸗ deihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwach⸗ heit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl be⸗ wußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Kilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir eh dalt zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuch⸗ ten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plage, die mich erschrecket, kein Unheil sind sein täglich Brot. Spru trauri und Sonn 02 rist mache 23⁰ die un kein J kann, Rettu die w mich mit t Heiland, vohnt mir et meinen Sorg und llen Kum⸗ n und Ge⸗ er in mir das Abba iner Kraft. n meinem d Schwach⸗ und spricht Ssprechlich d meinem wohl be⸗ 5 Herzens ne Lust. cht meinem Trostwort Hilfe leiste, Ruh, und t ein edle, Vund Herze laubet hat. Teil und zugericht; und sterbe, nmel nicht. hier feuch⸗ neine Zeit, in Leuchten eid. it dem ver⸗ fleucht und rfolgt und chwere Last agen, gerät pott; das Plage, die zrot. Glaube und Rechtfertigung. 147 12. Das ist mir nicht ver⸗ borgen, doch bin ich unverzagt, dich will ich lassen sorgen, dem ich mich 3400har Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1607—-1676. Eigene Melodie. 238. MeinHeiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden; den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein; den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zugesprochen, wird diese Frei⸗ statt aufgetan: Mein Heiland nimmt die Sünder an! 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den ver⸗ dienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zah⸗ lung hingegeben und seinem Vater gnug getan, so heißts: Er nimmt die Sünder an! 3. Nun ist sein aufgetaner Schoß ein sichres Schloß ge⸗ jagter Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sünden⸗ heer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut versenket; der Geist, der ihnen wird geschenket, schwingt über sie die Gnaden⸗ fahn: Mein Heiland nimmt die Sünder an! 4. So bringt er sie dem Vater —5 in seinen blutbefloßnen rmen; das neiget dann den Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt, ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Tür um ewgen Leben wird ihnen fröhlich win Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an! 10² 148 Glaube und Rechtfertigung. 5. O, solltest du sein Herze sehn, wie— nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm tränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäus Haus! Wie sanft stillt er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Tränen und denkt nicht, was sie sonst getan! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur getan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern lieb⸗ reich 1 508 Mein Heiland nimmt die Sünder an! 7. So komme denn, wer Sünder heißt und wen sein Sündengreul betrübet, zu weis 221 eh 0 r weist, der sich gebeugt zu ihm begibet! Wie, willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dich zu retten er erschienen? O nein, verlaß die Sünden⸗ bahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich nieder⸗ drückt, du wirst auch seufzend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umge⸗ sehen! So komm denn, armes Herz, heran! Mein Heiland 06 Huch uhtt J5 habs Sprich nicht:„Ich ha zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden so lang und schändlich umgebracht, er hat mich oft umsonst geladen.“ Wenn du es jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst jetzt noch Gnade finden; er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Hei⸗ 12115 1 spr 27 1 Doch sprich auch nicht: „Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben und gleich heut die offne Gnadenpforte schließen.“ Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu. Wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit ver⸗ säumet; ihm wird hernach nicht aufgetan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an! 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder! Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschloßnes Liebes⸗ 6431 lend nicht jeder auch Leope Mel.: 239 fahrer nicht dem stolze⸗ Nun erfreu herzig 2 Zorn Gott haten sühne⸗ des S kam schicht und 8. Gott, dieses dieses ch seufzend „ wie sein ht! Wie em Flehen dir umge⸗ un, armes u Heiland 50 H „Ich habs h hab die n so lang bracht, er geladen.“ tur redlich Fall mit soll ihm uden, und h Gnade enn sonst Mein Hei⸗ inder an! lIuch nicht: ich muß zen, Gott gleich Idenpforte il er ruft, greif mit i. Wer Iträumet, nzeit ver⸗ hernach ut komm, sus an! us selber lig süßer Erfüll auch uns er! Zeig enschmerz Liebes⸗ ....—.—.— Glaube und 6431 und wenn wir unser lend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! Leopold Franz Friedr. Lehr, 1709—1744. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. ö* ir ist Erbar⸗ 239. M 2005 wider⸗ fahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barm⸗ herzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst ver⸗ sühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum ge⸗ schichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, an dieses bet ich auch allein, au dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. Rechtfertigung. 149 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir, und führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie. 27 Mun freut euch, 240. N lieben Christen mein, und laßt uns fröhlich pringen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war ge⸗ boren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über⸗ maßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu 150 Glaube und Rechtfertigung. mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:„Es ist Zeit zu erbarmen, fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben.“ 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar ns führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen Gstalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo i bleib, da sollst du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben, das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod vers rn das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich getan hab und gelehrt, das sollst du tun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Letze. Dr. Martin Luther, 14831546. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. Gottes Sohn, 241. O Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding es ist, noch standhaft zu verbleiben; drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr, und daß ich drin Hnmn 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Christe Jesu, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und ge⸗ preist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil die wahr Erkennt⸗ nis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, es wohl zu Herzen fasse; daß sich mein Glaube immerfort auf dein in me soll und nen wohl heit leiten. gzetan hab lst du tun ttes Reich u Lob und hüt dich zatz, davon schatz; das ze. 1483—1546. an der Zeit. tes Sohn, Err Jesu echt könne dermannes andhaft zu ilf du mir n wahren jähr, und re. unterweise ater kenne, Jesu, dich ten nenne, en heilgen et und ge⸗ gen Wesen. m großen r Erkennt⸗ nur an dir ergibst die Kichs such, ù bist der führt, die Leben. ich traue wohl zu sich mein auf dein Glaube und Rechtfertigung. 191 Verdienst verlasse; daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, 100 daß in deinen Wunden ich bleib allzeit ein⸗ geschlossen und durch den Glauben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerknickte Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in dem Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorg⸗ fältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich in mir stärken, daß er sei frucht⸗ bar für und für und reich in guten Werken, daß er sei tätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten treu zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich üb die gute Ritter⸗ schaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du an⸗ gezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollst es stärker machen; was du ge⸗ fangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folgt das Schauen. David Denicke, 1603.1680. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen gmein. * uch, wer da will, 2⁴2. S ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzens⸗ grund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 152 4. Meins Herzens Kron und Freudensonn sollst du Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir lobsagen. Georg Weissel, 1590—-1635. Mel.: Unser Herrscher, unser König. 12* Rdeicht, ihr Berge, 243. D allt, ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein! Gottes Gnade hat das Siegel, 5. will unverändert sein. Laßt ie Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie Glaube und Rechtfertigung. mich zufriedenstellt. Gott ist fromm und gut und treu, ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein ge⸗ liebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt leich Lärmen macht; ihre Liebe mag erkalten, ich bin bei ihm wert geacht, und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Er⸗ barmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides tu. 8. Nun, es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn anker⸗ fest gericht, auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benjamin Schmolck, 1672—1737. —3—3———————— meine 2 Tür, du b reinig Temp icht Anges und e erschů 4 Herz und S Stär! deiner 5 Name dein achter nur d Gott ist 0—9 6 uchelei. elt den ie lauter ott hält chen; so hin, als ar, was ar. tlitz sich Hderz doch zeugt in sein ge⸗ er beide m auch veicht. ede mit die Welt ht; ihre ich bin ht, und Abgrund nir doch ist mein sich selbst Lrost, so mermehr Sein Er⸗ 1672—1737. Wandel im Licht. 153 III. Heiligung. 1. Wandel im Cicht. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Fin reines Herz, 244. E Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Tor und Tür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Un⸗ reinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen un⸗ erschöpfter Gütl 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich Rer Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Georg Neuß, 1654—1716. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. rneure mich, o 245. E ewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und er⸗ füllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sünden⸗ wust; ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinne gehn, laß sie nach dem was droben, stehn, bis i dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Johann Friedrich Ruopp, 4 1708. Eigene Melodie. * ahre fort, fahre 246. Ffort, Zion fahre fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide 1.— Zion, leide ohne Scheu Trübsal, 1• 5 mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone; Zion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen, achte nicht ihr Gut und Geld; nimm 154 nicht an das Bild des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ spricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüje recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; tue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides, das was krumm und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben; sei⸗ nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchel⸗ schein dringe ein, dringe ein! 6.* brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Tür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Johann Eusebius Schmidt, 1669—1745. Mel.: Herr Christ, der einig Gottssohn. * Gerr Jesu, Gnaden⸗ 247. 9 sonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Ange⸗ sicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. Wandel im Licht. 2. Vergib mir meine Sün⸗ den und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, zu kreuzgen mein Begier und alle bösen Lüste, auf daß 10 für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach, zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewi lieben kann und dir zum Wohl⸗ gefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und tut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend allen Seelenschaden und eine Sün⸗ nter dich; schwinden glich, laß en mein ach Herr, 3meiner damssinn, erwählen, orthin zu und dir zu rlöset bin. rkenntnis hort, und nis durch damit ich d in der Trutz der Taft mich ein Begier „ auf daß ündenwelt m Fleisch leb in dir. 115 5 c0 „daß i dich ewi um Wohl⸗ zge wallen ahn. rleih mir Kraft und Gnaden⸗ chafft und u Sinnen, ginnen ist Gott der ller Treu, haden und Wandel im Licht. 15⁵ mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. Ludwig Andreas Gotter, 1661—1735. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. * Gimmelan geht 248. 9 unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort in Kanaan durch die Wüste kommen werden; hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan, ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre; wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan, denk ich all⸗ eit, wenn er mir die Tafel ecket, und mein Geist hier all⸗ bereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammertal folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 5. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmel⸗ an! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. 2 Ich ruf zu dir, Herr 249. J Jesu' Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; ver⸗ leih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gib daneben, voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf all mein eigen Tun, sonst wirds mich ewig reuen. 2. anird daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg ö II 156 Wandel sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht abkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; getreu sein bis ans End gib mir, du hasts allein in Händen; und wem dus gibst, der hats umsonst, es mag niemand erwerben noch ererben durch Werke deine Gunst, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola, 1492—1566. Eigene Melodie. Jesu, hilf siegen, du 250. V Fürste des Lebens, sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein. Satan, der sinnet auf allerhand Ränke, wie er mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen, der du mich erkaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu berücken gan rimmig anlaufet oder au schmenheind sich listig verstellt. im Licht. Wüten die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Ver⸗ sühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 4. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt. Wenn ich die Last der Begierden empfinde und sich mein pil Verderben dar⸗ legt, so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen wider den listigen, tückischen Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der wie ein Engel des Lichtes erscheint? Ach Herr, wo du weichst, so muß ich ja irren, wenn mich der Schlange List sucht zu verwirren. bon außen ur, Herr, zerrinnen. jen! Ach, en: Herr, mmer vor ꝛe Sünden agen, die ir täglich laß mich ftig Ver⸗ zu meiner gzen, wenn Eigenlieb, zunst sich Last der und sich ben dar⸗ h vor mir und durch sündlich egen und die Lüste gib, daß Geistes irts sich heiligen indringen „so wird nd Seele en! Wer wider den ind? Wer ersuchung Engel des Ich Herr, uß ich ja Schlange ren. Wandel im Licht. 157 7. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken; wenn sich die Kräfte der Lügen auf⸗ blähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn! Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 8. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen, mein Für⸗ 910595 zu sein. Wenn mich ie Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 9. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur seh! Wenn kein Ver⸗ mögen zu beten sich findet, schüchtrrt 215 Wut. 9e üchtertes Reh, a err, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 10. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang; so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jeu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. 11. Nesu,— siegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich könn nennen mich recht deinen Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben. Johann Heinrich Schröder, 1666—-1699. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. * ommt, Kinder, 251. K laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Gehts der Natur ent⸗ gegen, so gehts gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden; laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur! 4. Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß und Wahr⸗ lich leer; viel sammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot, wir reisen abgeschieden, mit wenigem zufrieden; wir brauchens nur zur Not. 158 Wandel 5. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib noch Haus; wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt; es ist doch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter, wir Dreaten unserm Gihr und brechen durchs Geheg. +. WWonmit, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn. 9. Kommt, laßt uns mun⸗ ter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut, nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier gewandt zum ewgen Gut. im Licht. 10. Es wird nicht lang mehr währen, halt noch ein wenig aus; es wird nicht lang mehr währen, dann kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds tun! 11. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewig⸗ keiten, es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen, 16971769. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 25 ommt, laßt euch 252. K den Herren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund, glauben auch von Herzens— grund und bemühen sich daneben Guts zu tun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für; denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern findt, die beseufzen und Leut⸗ traut mit? noch dort 4. Herzt spüre Trot erne uche. fehler will sie n 5 strebe Treu Leber recht und from tru wir 6. Erba fremd mit d lich fi sind 1 mit d herz erzit 7 werde zeit, Gebä Heilie nicht der Ernst schaue icht lang noch ein licht lang kommen Da wird henn wir daheim wie wohl, en wirs ist wohl gründlich aufhält t‚ du bist hn durch die Ewig⸗ esus sein. 1697—1769. eine Seele. aßt euch en lehren, Allzumal, gehören en Zahl: n Mund, Herzens⸗ hen sich tun, so e Demut zeit arm sich gar ott werd ken dem enn das . Gott etzen, die schätzen. hie Leide göttlich beseufzen Wandel und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Tränen stehn; diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Trotz verschmerzen, weichen erne jedermann; die nicht uchen eigne Rach und be⸗ fehlen Gott die Sach; diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Bn mrident und Treu, daß an ihrem Tun und Leben kein Gewalt noch Un⸗ recht sei; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Be⸗ ni. und Unrecht hassen, die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treu⸗ lich für sie Gott; die behilflich sind mit Rat, auch womöglich mit der Tat, werden wieder Hilf empfangen und Barm⸗ herzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jeder⸗ zeit, die in Werk, Wort und Gebärden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. im Licht. 159 8. Selig sind, die Frieden machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten aller⸗ seits dazu, sich auch Friedens xs—— befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden sein; ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, versühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Unbekannt, 1680. Mel.: Lasset uns den Herren preisen. 253.* Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der — FFF IN II 160 Wandel im Licht. Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himmel reisen irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden leich. Nach dem Leide folgen reuden, Armut hier macht dorten reich, Tränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewig⸗ lichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder⸗ Hin Jesu, unser Haupt du ist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sigismund v. Birken, 1626—1681. Mel.: Straf mich nicht in deinem Zorn. 254.* Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe; und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuch⸗ ten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be— zwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sieh, es fehlt nie hier an falschen Brüdern unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. imm beten und trete weit, und Joh. h enicht in Tu. dich, mein eist, bereit, te, daß dich unverhofft ist Satans ommen zur n. rst recht auf hlafe, denn arauf eine d die Not chte dich in et finden. sonst kann rr erleuch⸗ wird dein e deuchten: r die Füll hen offne ich Satans nag finden, leichtes ist, und Gott ft in seine erschlafen. dich nicht 'ewalt ich n sie si ich bringe. fehlt nie Brüdern ern. ch für dich, nd Herze, freventlich erze; denn und kann und in **—— ihn unsern Sinn, Wandel 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und Fend. eind,‚ Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch sümen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Johann Burkhard Freystein, 1671—1720. Mel.: O Gott, der du ein Heerfürst bist. Mein Leben ist ein 255. M Pilgrimstandzich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland. im Licht. 16¹ 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, läuft meines Lebens Stundenglas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach; der Lebensweg hat auch sein Ach! Man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel; ich muß mich oft in Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist findt nirgends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Himmelstor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim Fleisch 12— da du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden. Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach, eile du und fleug mit Gnad und Hilf herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit, gib in Geduld 11 162 Wandel Uberten keit, vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf, zeuch 1. 10 damit ich dir nachlauf, sei mir ein Schirm in Trübsalshitze. Laß deinen süßen Gnadenschein in Finster⸗ nis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen beri da Streit und alle Müh verschwinden; laß mich da sein in Abrams Schoß dein Lieb⸗ ling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Pi Kic land der blinden Welt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd ich mit der n schar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o bleib nicht lang, hier in der Wüste wird mir bang. Friedrich Adolf Lampe, 1683—1729. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 0 ir nach, spricht 256. M Christus unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem im Licht. Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von Sanftmut und von Güte; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer düne Seel zu finden meint, wird sie ohn mich ver⸗ lieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott ein⸗ führen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, ge⸗ trost und gern in allen Leiden stehen; wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler(Angel.), 1624—1677. zu mir nir, darf schweben; ich weise ahrhaftig ist voll iebe mein der fleußt Sanftmut in Geist, Sinn ist auf ihn. das, was ehen und Herz von n und zu + Seelen 139 euch chwer, ich ich an der elbst, ich alles in er Knecht, wenn er angehn. zu finden mich ver⸗ verlieren Gott ein⸗ ein Kreuz „ist mein ner Zier. denn dem Tm Kreuz emut, ge⸗ en Leiden gekämpft, es ewgen Wandel im Licht. 163 Eigene Melodie. * Durchbrecher 257.— aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Adams⸗ sinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem berlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest. der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als efangen sind geacht, weil des euzes Niedrigkeiten uns ver⸗ acht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, un⸗ geacht der Geist in Zeiten sich auf etwas Bessres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Welt⸗ 10 chäfte durchgebrochen stehen loß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunft⸗ bedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. „Herr, zermalme, brich, zerstöre diese Macht der Finsternis, denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort Duun Tode riß. Heb uns aus em Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des ewgen Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine tuhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie dus nötig findst, so tue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche, Sie⸗ ger, siege, König, brauch dein Regiment; führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End; laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst af in Lust und Gefällig⸗ keit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitel⸗ keit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle schreien wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Frei⸗ heitsbahn. 10. Ach wie teur Mum wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein. Drum, so 11²³ 164 Wandel wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz voll⸗ kommen nach dem besten Bild gebildt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben, führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wann die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, 1666—1714. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 55 Ogroßer Gott, du 258.— dhine Wesen, der du die reinen Herzen dir zur steten Wohnung auser⸗ lesen, ach schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte durch ungefärbte Buße rein und laß es, Herr, durch deine Güte in Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, der mein getreuer Bei⸗ stand sei und mir erwünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir aus Gnaden bei und gib mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. im Licht. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Auch 51. du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit. Johann Olearius, 1611—1684. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 25 süßer Stand, o 259. O selig Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geist nach Christi Bilde in Licht und Recht hat aufgericht und unter solchem klaren Schilde durch alle falschen Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Herzen Kinderspiel; was mancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt absagen, hier heißts: Rührt kein Unreines an! Das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgetan. ch meine „ mein nich nicht n meiner udeinem h hier in )dort in . n Geist, „ja nun von mir rch seine Beistand 325 du t hin zu 16111684. ird durchs Stand, o ben, das Einfalt ein Herz ß Christi It, wenn Christi Recht hat esolchem lrch alle t! chön und solchem l; was ig meinet, schon zu gilt der heißts: nes an! sich nicht nn alles Wandel 3. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, als die im Blute Christi liegt; die reine himmlische Begierde hat solche Torheit schon besiegt. An einem reinen Gotteskinde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt es denn vom eitlen Winde der Welt noch eingenommen sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, damit die Welt sich selbst anficht, vom Neid, damit sich andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht. Den Schatz, den sie im Herzen heget, behält sie wider allen Neid; ist jemand, der Lust dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr törichten Jungfrauen, harrt nur, bis euch die Nacht berückt! Ihr laßt das Ol den Lampen fehlen, ein falscher Schein trügt euren Sinn; sucht doch was Bessres für die Seelen und gebt der Welt das Ihre hin! 6. Ach Jesu, drücke meinem Herzen den Sinn der lautern Einfalt ein; reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, der Welt ihr Wesen, Tand und Schein! Der alten Schlange Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck er⸗ reichen; das ist die neue Kreatur. Johann Joseph Winckler, 1670—1722. im Licht. 165 Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 260. O Vaterherz, o Licht, 0 Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren, so geh nun mit mir aus und ein und leite mich auf allen Tritten; ich geh(ach hör, o Herr, mein Bitten) für mich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und Tat. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich mag dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leitest mich, ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feste stehn; du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 166 Wandel im Licht. 4. O, daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt und Treu, damit ich mich im Glauben higset dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel u halten; denn lauf ich vor, 10 lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen; was du mir tust, ist wohlgetan. 5. Ach, mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, ja laß mir nichts am Herzen hangen als deines großen Namens Ruhm; der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe hald in dem Ge⸗ wissen; laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden nach einer reinen Lieb im Geist. 7. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Das Schäf⸗ lein trinkt aus deiner Fülle, die Braut ist aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein, in allem dir, ihrem Bräutgam, zu gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit. Karl Heinrich v. Bogatzky, 1690—1774. Eigene Melodie. 2 2. inge recht, wenn 261. R Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt Oh halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an, Eu Taa ind Hocst etan auch Tag und Nacht getan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast be⸗ zwungen, das uns Schaden pflegt zu tun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils Sorgen Allein, in räutgam, lückt und Ich, zeuch beit von icht bist, o reiner „1690—1774. E· cht, wenn 5 Gnade ehrt, daß tlade von schwert. )ie Pfort bensweg ibt alles licht zielt ufs Blut inein in r Satan weder in Eifer ziebe dich abziehe; ht Stich bet und feurig an, ien, wärs getan. die Perl icht, daß hast be⸗ Schaden urcht ja 5 Heils Wandel im Licht. 167 mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast. Recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht affen nach der schnöden Eitel⸗ keit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg⸗ und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gib der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 13. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu 81 ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 15. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke, obs vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Ol herbei. 16. Liegt nicht alle Welt im Bösen? 5149 nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist 1 gut. 17. Eile, wo du dich erretten und nicht mitverderben willt; mach dich los von allen Ketten, flieh als ein gejagtes Wild. 18. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein; eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 19. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 20. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt, und wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 21. Eile, lauf ihm doch h bü sprich:„Mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen; mich dürst nach der Ewigkeit.“ Johann Joseph Winckler, 1670—1722. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 2* üstet euch, ihr 262. R Christenleute, die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? 168 Wandel im Licht. Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigen⸗ schaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit; so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu Uberwindern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmus Arends, 1 1721. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 263.* Schaffet, schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit; bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und be⸗ mühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daßz nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und des⸗ selben Neigung gehen, sondern was Gott will und tut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treu⸗ lich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure mach Stat und Geist Ach, geht daß senkt imm dure 9 sehr, schaffet, enkinder, t; bauet der, nur „sondern iget nach und be⸗ den, wie den. ses mög licht nach ind des⸗ „sondern tut, das in eures sein, es Blut in gefallen. sach, zu uch noch 1 Fleisch nen, daß eckt, und kraft nur ft, ja daß in euch chade. Glauben m Kampf en in sich die Welt Christi gzet man Wer den en, muß terben. icht treu⸗ träg und igung zu icht eure Wandel Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie⸗ mals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt; fleischlich reden, tun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle tun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ist, der des Geistes Ol und, nach dem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O, so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzes⸗ tod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; was euch ärgert, senkt ins Grab und denkt immer an die Worte:„Dringet durch die enge Pforte!“ 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu be⸗ stehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. im Licht. 169 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter, 1661—1735. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. * eele, was er⸗ 264. S müdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum ꝛc. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zum Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum ꝛc. 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum ꝛc. 5. Geh einfältig stets ein⸗ her, laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum ꝛc. 170 Wandel 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum ꝛc. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist ge⸗ boren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum ꝛc. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels⸗ höhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum ꝛc. 9. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum ꝛc. 10. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum ꝛc. 11. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel elangen; glaube, daß sein iebeswill stilen werde dein Verlangen; drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf, 1684—1754. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. ei getreu bis an 265. S das Ende, daure redlich aus den Streit, leidest du gleich harte Stände, end⸗ lich ist der Sieg bereit. Ach, im Licht. das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in.t Freudenleben. „Sei getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus dem Herzen rauben, halte den Ge⸗ wissensbund, der geschlossen in der Tauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, wer ihm treu⸗ los hat geschworen. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich ge⸗ liebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hat be⸗ trübt. Denke, wie dein Heiland tat, als er für die Feinde bat; so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Un⸗ gemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? uech, sie häufet nur die Schuld! Der trägt leichter, der das träget mit Geduld, was Gott aufleget. fenn Hilft Gott gleich offen! Hilft Gott gle nicht, wie du willt. Er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen wird erfüllt. Denke, wie er manche Zeit dir zu helfen war bereit, ob⸗ schon du dein Ohr ninn. wenn er bei dir angeklopfet. 6. Drum getreu, getreu aus⸗ halten mußt du deinem lieben Gott, ihn mußt du nur lassen mache eit ist errlichkeit, will geben udenleben. in deinem dir den S aus dem e den Ge⸗ chlossen in Gott nicht st gottlos ihm treu⸗ in deiner er dich ge⸗ ten Gutes ch hat be⸗ n Heiland einde bat; hen eben, vergeben. n deinem kein Un⸗ iebe Jesu t in Weh n was die ie häufet der trägt däget mit aufleget. gleich ott gle Er hat ffen, daß d erfüllt. uche Zeit ereit, ob⸗ enlopret geklopfet. treu aus⸗ m lieben ur lassen Liebe zu Jesu. 17¹ walten, wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur, er ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; rufe nur, Gott I vorhanden, Hoffnung machet nicht zu schanden. Benjamin Prätorius, 1571, 4 nach 1668. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. o jemand spricht: 266. S Ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahr⸗ heit Spott und reißt sie gan darnieder. Gott ist die Lie und will, daß ich den Nächsten liebe Wird als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du an di und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier getan, den kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Ge⸗ richt wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. 2. Tiebe zu Zesu. Mel.: Nun bitten wir den heilgen Geist. sch mein Herr Jesu, 267. A dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnaden⸗ anblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröh⸗ lich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon ge⸗ wahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu ge⸗ nießen recht wär bedacht der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 17² Liebe zu Jesu. 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnern Teil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutgen Todsgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahr— haftiges Inunsleben zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blut⸗ besprengung aus deinen Wun⸗ den erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid. 8. So werden wir bis in Himmel'nein mit dir ver⸗ gnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabene Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen, und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor, 1723—1801. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 268. Ach sagt mir nicht von Gold und Schätzen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja kein Ding er⸗ getzen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe ꝛc. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe ꝛc. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe ꝛc. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, sein aller⸗ schönstes Angesicht, und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und ver⸗ altet nicht. Ein jeder liebe ꝛc. 6. Er kann mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe ꝛc. 1. muß wand er mi im R Drun und L Johe Mel 268 Wort Jesus will ist ein Jesuẽ Kran Scha jedert laden 3 Hirt, er he ist u Das 4. Sohr getra Gnat wenr ein t 5. diese erken früh Liebe das ist d üsend Zungen t mir nicht Gold und Pracht und Welt; es n Ding er⸗ ie Welt vor jeder liebe, iebe Jesum, eine meine zold, mein nnstes Bild, lugen weide mein Herze liebe ꝛc. hergeht mit 5 Fleisches nicht; die 5 verwüsten, de zugericht. kann keine sein Reich der Zeit; t stets in yn nun an Ein jeder m ist nicht sein aller⸗ „ und was unmihn zu und ver⸗ der liebe ꝛc. h über alls * Klarheit kann mir en, daß ich reich. Ein Liebe zu Jesu. 173 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, solang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum tu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler(Angel.), 1624—1677. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 269. Das ist ein teuer wertes Wort, ein Wort, sehr lieb zu hören, daß Jesus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranken an, er heilet allen Schaden; er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich ge⸗ laden. Das ist ein teuer ꝛc. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren, er holt zurücke, was verführt, ist uns zum Heil geboren. Das ist ein teuer ꝛc. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du hast die Schuld getragen, du Osterlamm, du Gnadenthron, du Freistatt, wenn wir zagen! Das ist ein teuer ꝛc. 5. Ach gib mir, daß ich diese Gnad und meine Schuld erkenne, daß ich, dein Schäflein, früh und spat nach dir vor Liebe brenne. Erfüll an mir das werte Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinrich Georg Neuß, 1654—1716. Mel.: Dennoch bleib ich stets an dir. 270. Habe deine Lust am ö Herrn, bei dem Herrn ist Freud und Leben, und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret. Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte kennet; Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und Tat unver⸗ drossen zu erfüllen, und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffst im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. Casseler Gesangbuch v. 1770. 174 Liebe zu Jesu. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 271 Heiland, deine Men⸗ * schenliebe war die Quelle aller Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch Ahoghn dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O, der ungemeinen Triebe deiner, treuen Menschenliebe! 2. ÜUber seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich er⸗ harmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die 95 Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! O, du Zuflucht der Elenden, Den Sen nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt 96 dir gekommen? O wie ist ein runt gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die nen zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich lieb⸗ reich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Er⸗ barmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod ge⸗ geben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich ge⸗ trieben, Sanftmut und Ge⸗ duld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu henren für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone: diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte, diese war, gleich⸗ wie die Tauben, ohne Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit bewahret. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken, du hast das Gesetz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. Johann Jakob Rambach, 1693—1735. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 272. Herr Jesu Christ, mein höchstes Gut, mein Seelenschatz, mein Herzensmut und aller Sinnen Freude! Ich bleibe dennoch 1— an dir, so ist auch nichts, as dich von mir und unsre merzen Ziel 'n Segen zu 1 Fluch hast hat dich ge⸗ it und Ge⸗ ne Schelten, zen andrer t zu tragen, u begegnen, zu henren har zu beten u vertreten. ei Spott und be Schmuck machte dich sündlichen war, gleich⸗ hne Falsch, lauben, mit aret, durch ahret. deine Liebe uden Meng 905 das )desselben mich wider einer Liebe 1. Heilge riebe, salbe e. , 1693—1735. hab ich dich, su Christ, 1 höchstes chatz, mein ler Sinnen be dennoch uch nichts, und unsre Liebe zu Jesu. 17⁵5 Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Tehen regierst und führst den ebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du i mein Licht, du bist mein Licht, ich folge dir, so irr ich nicht. Du leitest mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet; gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem 1 erfreut die Krone der Gerechtig⸗ keit. Herr Jesu Christ, ach voll Begier, 25 voll Begier wünscht ich mich heute noch bei dir. 3. Mein alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so ag Ic nach Himmel und nach Erden; denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein; denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter durch Gewalt und Tod au Seel und Leib verschmachten, dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar als wie die Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil, so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoff fet, ih höffe fet, paß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt dir nicht beständi Glauben hält, muß fpeilich wohl verderben und kann, weil er die Lust und Pracht des Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer dir nicht folgt und ärgerlich in Sünden lebet wider dich und denket auch der Buße nicht, den bringst du um durch dein Gericht; Herr Jesu Christ, du bist dabei, du bist dabei dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich 0—0 zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und auch im Leide. Dein Tun soll alles und allein im Herzen mir und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn; ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu ntn ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! Erdmann Neumeister, 1671—1756. 176 Eigene Melodie. * erzlich lieb hab Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himml und Erde frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr! ö 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag ge⸗ duldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlafkämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten dich Liebe zu Jesu. Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnaden⸗ thron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532—1608. Eigene Melodie. *DNch will dich 274. lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immer⸗ währender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will lieben und erheben, solange mich dein Glanz be⸗ scheint. Ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach daß 6 dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh. Es ist mir leid und bin be— trübt, daß ich so spät geliebt. „Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists odich dich geschehn, daß ich di hab ersehn. vom Tod aß, meine „in aller zohn, mein u Gnaden⸗ su Christ, e mich, ich wiglich. g, 1532—1608. die. will dich ben, meine dich lieben, dich lieben ud immer⸗ Ich will stes Licht, bricht. ich lieben, ls meinen ich will erheben, Glanz be⸗ zich lieben, ls meinen dich so wchgeloht und dich nennet, du ahre Ruh. id bin be⸗ ät geliebt. rirrt und ich suchte nicht; ich geschaffne ists durch ich dich Liebe zu Jesu. 177 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei ge⸗ macht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht Fuß irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht She oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmels⸗ glanz. 7. Ich will dich lieben meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne auch in der allergrößten Not. Ich will dich lieben schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler(Angel)), 1624—1677. Mel.: Jesu, meines Lebens eben. Jesu, frommer 275. Menschenherden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast Haus Lieb dein Leben für die Schafe hingegeben, und du ga es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd; laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufst: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! 25 S ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt; laß mich auch für dich entbrennen, wie du bist für mich entbrannt. Als des Höllenwolfes Rachen eine Beut aus mir wollt machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! 4. Herden ihre Hirten hören, folgen ihrer Stimm allein; Hirten auch zur Herd sich kehren, wenn sie rufen groß und klein. Wenn du rufest, laß mich eilen, wenn du dräuest, nicht verweilen, laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm. Laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost hernieder schallen; wenn ich bete, höre mich, Jesu, sprich: Sch höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf und schrei; Jesu, dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst: in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun, ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottessohn! Unbekannt, 1675. 12 178 Eigene Melodie. 2*Jesu, meine Freude, 276. meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier; ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, laß die Welt er⸗ schüttern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, trotz dem Todesrachen, trotz der Furcht dazu; tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir ge⸗ fällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und leben, gute Nacht gegeben. 22 Jesus tritt herein. mein Gott. laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als Pracht; dir sei ganz, du Laster⸗ Liebe zu Jesu. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck, 1618—-1677. Mel.: Komm, o komm du Geist des Lebens. 77. JTesus, Jesus, nichts 277. Iialz Jesns soll mein Wunsch sein und mein Ziel; jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zu⸗ wider dir, ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nützet mir. Gib dich mir, Herr Jesu, mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt;— 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, Deinen Willen dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. ——3—————.. Uergeister, denmeister Denen, 5 auch ihr eude sein. er Spott bleibst du su, meine 1618—1677. u du Geist us, nichts esus soll und mein ich ein ich will, enn mein llt, rufet willt! dem ich früh und „dem ich gegeben vein Blut ch, Herr, „ E sei doch zu⸗ nimm es gib, was dich mir, mm mich villt; je deinen d an mir, Willen mLeben, rTben als wann, Liebe zu Jesu. 179 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, daß du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröhlich singe nu: Es geschehe mir, mein Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! Ludämilie Elisabeth, Gräfin v. Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, 1640—1672. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 278 2 Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich er⸗ koren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ꝛc. 3. Liebe, die für mich ge⸗ litten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ꝛc. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich hingegeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ꝛc. 5. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ꝛc. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt, Liebe, dir das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ꝛc. 7. Liebe, die mich einst wird führen aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich dort wird zieren mit dem Kranz der Herrlichkeit, Liebe, dir ꝛc. Johann Scheffler(Angel.), 1624—1677. Eigene Melodie. 79* einen Jesum 279. 9 laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, was ich bin und hab, er⸗ geben; alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen, wenn der Lebensfaden bricht: Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen Meinen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem An⸗ gesicht meiner Väter Glaube pranget, mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 12² 180 Liebe zu Jesu. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für zu dem Lebens⸗ bächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laßz ich nicht. Christian Keymann, 1607-1662. Mel.: Ach Gott und Herr. ein Freund ist 280. M mein, und ich bin sein, ihm hab ich mich ergeben; in Freud und Leid bin ich bereit dir, Jesu, stets zu leben. 2. Ich glaub an dich, an dir bleib ich und will dich auch nicht lassen, bis du mich wirt, du Lebensfürst, mit deiner Gnad umfassen. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinst, dein Höllen⸗ angst und Sterben hat mich versöhnt, ja 5e gekrönt zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, die du hier hast für mich. dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekommen. 5. Für mich hast du dich aus der Ruh in diese Welt gegeben, ja gar in Tod und Höllennot, damit ich möchte leben. 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden und sicher sein von aller Pein, von allen Lastbeschwerden. 7. Trotz sei dem Tod und aller Not! Von dir kann mich nichts wenden, weil ich Dänen verwahret bin in einer Seit und Händen. 8. Trotz sei nunmehr des Teufels Heer! Denn du, du hast gebunden die alte Schlang, die auf mich drang, mich tödlich zu verwunden. 9. Trotz sei der Höll, weil mein Gesell sie gänzlich hat zerstöret. Der Höllen Macht und dunkle Nacht ist nun ganz 10. rotz aller Welt! Hier ist der Held, der für mich ist gestorben, dadurch er hat die güldne Stadt des Himmels mir erworben. 11. Herr Jesu Christ, allein du bist mein höchster Schatz auf Erden; ach laß mich nicht, mein Lebenslicht, von dir ge⸗ schieden werden. 12. Denn du bist mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben in Glück und Freud, in Kreuz und Leid, im Sterben und im Leben. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen⸗ Darmstadt, 1638-1683. Mel.: Ich ruf 51 dir, Herr Jesu Christ. Jesu Christ, mein 281. x onstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen gib, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. weil ich bin in nden. mehr des enn du, die alte ch drang, Hunden. zöll, weil lIzlich hat n Macht ist nun Welt! der für dadurch stadt des ben. ist, allein er Schatz lich nicht, n dir ge⸗ ist mein, rhab ich lück und ind Leid, Leben. nvon Hessen⸗ 383. ir, Herr rist, mein Licht, der n so hoch es nicht ch zählen herz dich ben und umfangen itum nur n. Liebe zu Jesu. 181 2. Gib, daß sonst nichts in Wein, mein Himmelsbrot, meiner Seel als deine Liebe wohne; gib, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wo diese wohnt, kann nichts entstehn, was meinen Geist betrübe. Drum laß nichts anders denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren, als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. O, daß ich dieses hohe Gut mein ewig möchte nennen! O, möchte diese edle Glut in mir ohn Ende brennen! Ach hilf mir wachen Tag und Nacht und diesen Schatz bewahren vor den Scharen, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zulieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuze wie ein Dieb und Mörder da⸗ gehangen, verhöhnt, verspottet und verwundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden im tiefsten Herzensgrund zur Gegenlieb verwunden. 6. Was ists, ach Schönster, das ich nicht an deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schutz in aller Not, mein Haus, darin ich wohne. 7. Ach liebste Lieb, wenn du aurur ist was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb Herloren. ist all mein Gut verloren. So gib, daß ich dich, meinen Gast, wohl such und bestermaßen möge fassen, und wenn ich dich ge⸗ faßt, in Ewigkeit nicht lassen. 8. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge⸗ zogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 9. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, und wo ich etwa irre geh, alsbald zurechte führen. Laß sie mich allzeit uten Rat und weise Werke ehren, steuern, wehren der Sünd und nach der Tat bald wieder mich bekehren. 10. Laß sie sein meine Freud in Leid, in Schwachheit mein Vermögen, und wenn ich 21011 vollbrachter Zeit mich so ar Ruhe legen, alsdann laß eine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich Meicl und frei mög in dein Reich eingehen! Paul Gerhardt, 1607—1676. ö 182 Liebe zu Jesu. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 17 Jesu, Jesu, 282. O Gottes Sohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne. Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht besinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, er⸗ freuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich 1 das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es kanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch ver⸗ gleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir ge— fällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigkeit, die jetzt berühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unver⸗ wandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reich— lich werd ich sein erquicket und geschmücket vor deim Throne mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 283 Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm. Trauern es jemals 9Rgesehen niemand nen dort dir und ie in der dlich läßt noch ver⸗ itzen dies, ergetzen. illig dies le Freude lich liebe, 5 dir ge⸗ n klares us Liebe ch endlich ind mit nen, aller mmen. ch deine berühmt in reiner sehn dein lit unver⸗ ohn alle u. Reich⸗ uicket und Throne lelskrone. 1585—1647. e. däutigam, „ Gottes ank für lich zieht von der „SJesui, 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was ver⸗ loren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm mich ernähre und verwehre, daß die Welt mich nicht ver⸗ sehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefst:„Mich dürst!“ großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib. 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt nur um Liebe zu Jesu. 183 den lebendgen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich um⸗ fassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 12. Jesu, hilf, daß ich all⸗ hier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritter⸗ lich du gekämpft für mich. 1 u mein Preis und Ruhm, werte Saronsblum! In mir soll nun nichts er⸗ schallen, als was dir nur kann gefallen, werte Saronsblum, du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, 1620—1701. Eigene Melodie. * ieh, hier bin 284. S ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron; schwache Tränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Ton! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn, dich alleine ich nur meine, dein erkaufter 184 Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin. 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du gibest, den du liebest, und der dich liebt in der Tat. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat! 4. Himmelssonne, Seelen⸗ wonne, unbeflecktes Gottes⸗ lamm! In der Höhle meine Seele suchet dich, o Bräu⸗ tigam. Laß dich finden, laß dich finden, starker Held aus Davids Stamm! 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demütig und weh⸗ mütig deines Kindes Stimme klingt: Laß dich finden, laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt! 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 1650—1680. Mel.: Seelenbräutigam. * er ist wohl wie 285. Wẽĩ du, Jesu, süße Ruh! Unter vielen auser⸗ koren, Leben derer, die ver⸗ loren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat Liebe zu Jesu. geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns Mersent⸗ und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Zepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria tät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir an⸗ lege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Ge⸗ winn, gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! Schulden ) aus der Gott. lichkeit, du m Erlöser in unser er Füll der errlichkeit! held, Tod, Velt, alle Drachen schanden Lösegeld eld! tät, König en Zepter will sitzen Maria ien Ruhm durch des ien, stets nnen als erschönster ut Schild, mir an⸗ daß kein sich rege; gilt als m Sinn, hin, daß rwanken, in den mein Ge⸗ en Sinn. t auf, daß mverrückt mich nicht tan halte Lauf! ——————————* ———— Liebe zu Jesu. 185 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten. Unge⸗ färbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todestal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn! Joh. Anast. Freylinghausen, 1670—1739. Eigene Melodie. 86* ie schön leuchtet 286. Wẽé der Morgen⸗ stern voll Gnad und Wahr⸗ heit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräu⸗ tigam, hast mir mein Herz besessen; lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich an Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochge— borner König! Mein Herz heißt dich ein Himmelsblum; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna, himm⸗ lisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe. Ach möcht es sein, daß ich durch dich an deinem Leibe ewiglich ein lebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich tust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freund⸗ lich, hilf mir Armen mit Er⸗ barmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Freund, ich seine Braut, kein Unglück mich be⸗ trübet. Heil mir, Heil mir, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten zu süßem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freuden⸗ reich erschallen dem liebsten 186 Jesu nur allein, dem wunder⸗ schönen Bräutgam mein, zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubilieret, trium⸗ phieret, dankt dem Herren, 7. Wie bin ich doch so herz⸗ lich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm du schöne Freudenkrone, ů Liebe zu Jesu. schaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Un⸗ glückswellen mir deine Treu ö den Anker reicht. groß ist der König der Ehren. bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Philipp Nicolai, 15561608. Eigene Melodie. ie wohl ist mir, 287. W'é o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so ange⸗ nehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; es sei also, ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freund⸗ 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deiner Seite Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zu⸗ sammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich, du nährest mich mit Himmelsspeise und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, o aller⸗ liebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicher⸗ heit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. M 28 mir führ den Seli Lebe Hor verl. 2. 1—6 en; meh falle Geit sei ach 3 nich grur mick wen und weie Got Welt Haß icht fällen, rksten Un⸗ deine Treu des Moses t auf mich roht Straf Rücken, so n die Höh ner Seite ich schon wo mich ffen kann. mich zu⸗ mein Heil, len? Die neiner an. Ich Wüsten und lehne ährest mich und labest nich. Ich rwegen, sie nd Segen. dich bei 3, wen du und über ühren, den nab. ig andern nicht, weil ut in dir, en, o aller⸗ Wen kann rschrecken, rdervollen ie Sicher⸗ o will ich lus dieser heiden zu igkeit. Bitte. 187 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, ver⸗ nügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vor⸗ schmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien, nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler, 1660—1722. 3. Vertrauen auf Gott. A. Gebetslieder. a. Bitte. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 288* Ach Gott, verlaß mich nicht! Gib mir die Gnadenhände, ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit! Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wal⸗ len; ach, laß mich nimmer⸗ mehr in Sünd und Schande fallen. Gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens⸗ grunde: Ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch be⸗ wegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu tun, was dir gefällt. Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomo Franck, 1659—1725. Eigene Melodie. 1 ir, dir Jehovah, 2 89. D will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lie— der bringen; ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es tu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 188 Bitte. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht getan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich: Abba, lieber Vater, schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vater⸗ herz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab getan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir er⸗ höret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe, drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir ver⸗ lange jederzeit, die gibst du und tust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit. Bartholomäus Crasselius, 1677—1724. Mel.: Mein Herzens Jesu, meine Lust. Gott, deine Güte 290. G reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. „2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weis⸗ heit und Verstand, dich, Gott und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. Kind und me von dir hin. daß ich dies um bin ich Freudigkeit alle gute n dir ver⸗ die gibst schwenglich stehe, bitte ich bitt in r mich zu st vertritt; Ja und von dir auben bitt. ir jetzt und ß du mir ligkeit. 5, 1677—1724. 2 Jesu, 1. heine Güte so weit, so jgehen. Du mherzigkeit beizustehen. mein Fels, imm mein nein Wort, dir beten. nicht um zätze dieser so viel ich iner Gnade nur Weis⸗ dich, Gott sandt, und nnen. Bitte. 189 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des uten Namens Eigentum aß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Chr. Fürchtegott Gellert, 17151769. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. Zerr, höre, Herr, 291. 9 erhöre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus; behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrig⸗ keit und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz; bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, beut allen Widersachern Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Täter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Ge⸗ deihen fließen und ernte reiche Früchte ein. 4. Gib unserm König Glücke, laß deine Gnaden⸗ blicke auf den Gesalbten gehn, schütz ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht. 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasser⸗ schaden, treib Sturm und Hagel ab; bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gib Ruhe uns und Friede, mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft; laß Not und teure Zeiten nicht übers Land sich breiten, da man umsonst nach Brote ruft. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn. Die Wit⸗ wen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 9. Sei allen Kindern Vater, den Müttern sei Berater, den Kleinen gib Gedeihn. Zieh unsre zarte Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 190 11. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden beschütze, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsres Jesus Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt. Benjamin Schmolck, 1672-1737. Eigene Melodie. 92* Serr, wie du willst, 292. 9 so schicks mit mir im Leben und im Sterben; allein zu dir steht mein Be— gier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es ge⸗ scheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum, Amen. Kaspar Bienemann(Melissander), 1540—1591. Bitte. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 293. Mein Gott, ich klopf an deine Pforte mit Seufzen, Flehn und Bitten an; ich halte mich an deine Worte:„Klopft an, so wird euch aufgetan!“ Ach, öffne mir die Gnadentür, in Jesu Namen steh ich hier. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir ist immer Rat und Tat; du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist; der mich heißt freudig vor dich treten, ist mein Erlöser Jesus Christ, und der in mir das Abba schreit, ist, Herr, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gib, Vater, gib nach deinem Willen, was deinem Kinde nötig ist; nur du kannst mein Verlangen stillen, weil du die Segensquelle bist; doch gib, o Geber, allermeist, was mich dem Sündendienst entreißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; will Satan mir das Kleinod rauben, so halt mit der Versuchung ein, damit mein schwaches Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu willen tut. —9—————.———— 6 Ger noch ja schie Dur Jesi Bös 75 woh mich doch litte woh nöti mir, nlieben Gott en. Gott, ich pf an deine zen, Flehn h halte mich „Klopft an, tan!“ Ach, adentür, in ich hier. vas von sich nicht von hat? Du ler Gaben, Rat und Brunn, der 1 bist das gilt. n ich auch „das voller n ist; der g vor dich löser Jesus n mir das Herr, dein keit. „gib nach as deinem r du kannst illen, weil uelle bist; allermeist, indendienst udigkeit im eine Liebe Satan mir u, so halt ein, damit leisch und nichts zu —9————— Trost erfreut. Bitte. 6. Erweck in mir ein gut Gewissen, das weder Welt noch Teufel scheut; und wenn ja Strafen folgen müssen, so schick sie in der Gnadenzeit. Durchstreich die Schuld mit Jesu Blut und mach das Böse wieder gut. 7. Vom Kreuze darf ich wohl nicht bitten, daß es mich gar verschonen soll, hat doch mein Jesus selbst ge⸗ litten, und also leid ich billig wohl; doch wird Geduld mir nötig sein, die wollest du mir, Herr, verleihn. 8. Ich bitte nicht um langes Leben, nur, daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und meinen letzten Sterbetag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. 9. O Gott, was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß, du wirst auch alles mir ge⸗ währen, denn Jesus macht den süßen Schluß, ich soll in seinem Namen schrein, so wird es ja und Amen sein. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 294 Mein lieber Gott, gedenke meiner im besten jetzt und allezeit; denn außer dir ist nirgends einer, der mich mit Rat und Dein Wort 191 macht mich voll Zuversicht und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evan⸗ gelium, und mache mir die Himmelslehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß deine Aussaat wohl gelingt und tausendfache Früchte bringt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke du mit Gnaden drauf; weil ich in Christo vor dich trete, so schleuß dein Vaterherze auf. Doch gib mir nichts als das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin; weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; wen hab ich sonst als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse tut. 6. Gedenke meiner auch in allem, woran ich nicht ge— denken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen, in meinem ganzen Leben an; denn gibst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 192 Bitte. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe; und wenn mich alle Welt Erdt versetze mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist; denn bleibst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. Ich will mich über nichts betrüben; in deine Hände hast du mich zum Heil und Segen andeicheithen, drum sieht die Hoffnung bloß auf dich und denkt im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdmann Neumeister, 1671—1756. Eigene Melodie. Gott, du from⸗ 295. O mer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts it, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ichs tue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs tu, so gib, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt i reden soll und muß, so gi den Worten Kraft und Nach⸗ druck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; ib einen Heldenmut, das reuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben 9 0n bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Gebuld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod ab⸗ scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so tu auch deine Hand zu meinem laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Johann Heermann, 1585—1647. rab ausstrecken; zefährlichkeit, ht verzagen; enmut, das ber tragen. einen Feind herwind, und bedarf, auch . sit jedermann Freundschaft christlich ist. etwas geben ut und Geld, dabei, daß Gut nichts f dieser Welt er bringen, auren Tritt lter dringen, vor Sünd nich bewahr, gen mag mit haar. an meinem ti Tod ab⸗ ele nimm zu nen Freuden; umlein gönn hristen Grab, ne Ruh an 1 die Toten Tag erwecken, ne Hand zu ausstrecken; Stimm und eck auf und verklärt zum auf. tann, 1585—1647. Bitte. Mel.: Wunderbarer König. 296. Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zu⸗ P freudenreich Bösen und en Deinen mit der Sonne schinenn. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel!—* 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen; Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen; Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Bessrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit 193 Tränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken Chre, Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Johann Jakob Rambach, 1693—1735. Eigene Melodie. 2 NVater unser im 297. 655 Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich»rufen an und willst das Beten von uns han, gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Drret das arm verführet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will Heschrge Herr Gott, zugleich auf 13 194 Bitte. Erden wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidens⸗ zeit, gehorsan sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot, was man bedarf zur Leibesnot; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld ver⸗ gib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Fuhr uns, Herr, in Versuchung nicht. Wenn uns der böse Feind anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Ubel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlöse uns vom ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not; 8 uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: Es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Dr. Martin Luther, 1483—1546. Mel.: O Gott, du frommer Gott. Maohl auf, mein 298. W Herz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil dich Gott beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten. Dein Bruder ists, der dich vor ihn getrost heißt treten. Der werte Tröster ists, der dir die Wort gibt ein, drum muß auch dein Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich deucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir soviel Not abgewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du willst, du kannst tun, was dein Wort verspricht. Johann Olearius, 1611—1684. it gebeten ort in dem prechen wir er, 1483—-1546. rommer Gott. auf, mein 3, zu Gott lich bringe, und Gebet en dringe, heten heißt, eber Sohn heißt vor on. rists, der zu beten. „der dich eißt treten. r ists, der ein, drum zebet gewiß du Gottes lichts kann Nund, sein ibt ja alles unmöglich Vaterhand n dir soviel mm freudig sti Namen, er, hilf, ich rich Amen! d geschehn, n nicht, du kannst tun, erspricht. 3, 1611—1684. Lob und Dank. 195 b. Lob und Dank. Psalm 146. Mel.: Valet will ich dir geben. — u meine Seele, 299. D singe, Weinten und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, so lang ich leben werd. 2. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil. Wer dem sich an⸗ vertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig ungetrübt. 3. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer und die unzählge Herde im großen, wilden Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand unrecht tun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod. Er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungers⸗ not, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 6. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht. Er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 7. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Wühmt Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum; jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 3 roßer Gott, wir 300. G loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke! Vor dir beugt die Erde sich und bewundert deine Werke! Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Sera⸗ phinen, stimmen dir ein Lob⸗ lied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir in selger Ruh: Heilig, Heilig, Heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum. 13² 196 Lob und Dank. 4. Der Apostel heilger Chor, Geist, welcher uns mit seinen Lehren und mit Troste kräftig der Propheten große Menge schickt 90 deinem Thron empor neue der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erden⸗ kreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine. Sie verehrt auf seinem Thron deinen einge⸗ bornen Sohn. ob⸗ und Dankgesänge; sein. 6. Sie verehrt den heilgen speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen. Deine Güte zeige sich allen der Verheißung wegen. Auf dich hoffen wir allein; laß uns nicht verloren Unbekannt. 301.* Eigene Melodie. 4. Chor: Herr Gott, dich loben wir, dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! H. Chor: Herr Gott, wir danken dir; ehrt die Welt weit und breit; und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! I. und II. Chor: Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! I. Chor: 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der heiligen zwölf Boten Zahl die teuren Märtrer allzumal Die ganze werte Christenheit dich, Gott Vater im höchsten Thron, den heilgen Geist und Tröster wert 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, du hast dem Tod zerstört sein Macht II. Chor: geht über Himm'l und 4. weit; und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Erden allezeit; deinen rechten und eingen ohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist; zu'rlösen das Hernech Ge⸗ echt: und all Christen zum Himmel bracht. den heilgen mit seinen oste kräftig önig aller Herr Jesu ter ewig ist. u, erbarme nme, Herr, Güte zeige Verheißung hoffen wir cht verloren Unbekannt. 42 anken dir; t und breit; einer Ehr, mit hoher Stimm: rott! re Zebaothl 5235 und Erden weit; opheten all, mit großem Schall. den allezeit; und eingen Sohn, ust sie lobt nd ehrt. um Himmel bracht. Lob und Dank. J. Chor: Du sitzst zur W glei ein Richter du zukünftig bist 4. Nun hilf uns, Herr, den —3— Dienern dein, laß uns im Himmel haben teil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg ihr zu aller Zeit 5. Täglich, Herr Gott, wir loben 305 Behüt uns heut, o treuer Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, zeig uns deine Barmherzigkeit, auf dich hoffen 51 lieber Herr, 197 II. Chor: mit aller Ehr ins Vaters Reich; alles, das tot und lebend ist. die mit deim teurn Blut erlöset sein: mit den Heilgen in ewgem Heil. und segne, das dein Erbteil ist, und heb sie hoch in Ewigkeit. und ehrn deinen Namen stetiglich. vor aller Sünd und Missetat; sei uns gnädig in aller Not; wie unsre Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nimmer⸗ mehr. J. und II. Chor: Amen. Der ambrosianische Lobgesang, verdeutscht durch Dr. Martin Luther. Mel.: Nun danket all und bringet Ehr. 300* Ich singe dir mit 30² Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Him⸗ melszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles tun; du hältst die Wach an unsrer Tür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei. 198 Lob und Dank. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr⸗ und Tränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dicht nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! manchen ö Schranken, er wendet Völkern 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi⸗ ment; nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner tun und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 1607—1676. Psalm 33. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 303 QJauchze, auserwählt Geschlechtel Freut euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte! Ihr Frommen, preist den Höchsten hoch! Lasset eure Harfen klingen, ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt und danket doch! Macht es mit frohem Mut auf Saiten⸗ spielen gut. Hallelujal Sein Wort ist süß; was er ver⸗ hieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte, die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er ihm zur Ehre der lichterfüllten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Halleluja! Er will, er sprichts, sogleich geschichts; ge⸗ beut er, wird etwas aus nichts. 3. Unser Gott herrscht ohne die Gedanken, er macht zu ch niemals inem Regi⸗ er tut und as nimmt ihn ferner icht darein, in Frieden öhlich sein. t. 1607—1676. uft uns die auserwählt chtel Freut Herrn, ihr Frommen, sten hoch! n klingen, Lied ihm und rühmt Macht es nuf Saiten⸗ (ujal Sein as er ver⸗ it, und er em reinsten eit ist sein t ist seiner en schuf er ichterfüllten Sonne, die Es fürchte ern, der sie Er will, er schichts; ge⸗ aus nichts. errscht ohne det Völkern macht zu Lob und Dank. 199 nicht der Heiden Rat. Ewig kann sein Rat nicht wanken, er ändert sich nicht in Ge⸗ danken, er ist gleich groß an Rat und Tat. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt Herr, Herr Zebaoth! Halleluja! Ja, selig ist, wen Gott erkiest und sich zum Erbteil auserliest. 4. O Herr, deine Güte . dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer; ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott, allein. Halleluja! Des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin, und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln und zu dem Stuhl der Gnaden hin. So geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun, Halleluja,— da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach, da will ich dann mit Beten vor den Altar des der dig treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich spiel ein Danklied dir da auf der Harfe für, Halleluja, — dir Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Not. Casseler Gesangbuch v. 1770. Eigene Melodie. 304.* Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine ge⸗ liebete Seele, das ist mein Begehren; kommet zuhauf, Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der All⸗ mächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen, alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht, lob ihn in Ewigkeit. Amen. Joachim Neander, 1650—1680. 200 Lob und Dank. Psalm 146. Eigene Melodie. 305* Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden will ich auf Erden zähle, lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der welcher Gott Jakobs ist; vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hung⸗ rigen will er zur Speis be⸗ scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Ge⸗ bundnen macht er frei, und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesver⸗ geßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich! Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja! Johann Daniel Herrnschmidt, 1675—1723. Psalm 117. Eigene Melodie. 306 Lobet den Herren, alle Heiden, preiset ihn, alle Völker; denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halle⸗ luja, Halleluja! ndient zur hart Ge⸗ frei, und mancherlei. jal ugen gibt erhebt, die n; wo er me finden, Liebe sehn. Fremden nd Waisen Halleluja, Gottesver⸗ yrt er mit ck, daß sie Tte Schritte in ihren ist König dein Gott Halleluja, Menschen, des, der so it. Alles, rufe Amen nit frohem er Gottes, Vater und gen Geist. jal tidt, 1675—1723. 7. ‚die. en Herren, iden, preiset denn seine heit waltet eit. Halle⸗ Lob und Dank. 201 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne und auch dem heilgen Geiste, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ebwigkeit, Amen. Halleluja, Halleluja! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 2 an lobt dich in 307. 9 der Stille, du hocherhabner Zionsgott; des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unauf⸗ hörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder tut, und der auch mir erwiesen das, was mir nütz und gut. Nun, dies ist meine Freude, zu hangen fest an dir, daß nichts mich von dir scheide, so lang ich lebe hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rist, 16071667. Eigene Melodie. 308* Num danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutter⸗ leib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund getan. 2. Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmels⸗ throne, dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart, 15861649. Eigene Melodie. un danket all und 309. N bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 42 64 N 1470½ 1 * U II ** VNV i I III. N HR III IV HINI ö MN * III ö II 4 II I I I. V II I 41 41 II 7 VI N — 202. Lob und Dank. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut; 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Tefe bmn Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf seines Volkes Land; er gebe Glück zu unserm Tun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und be⸗ müht, G ferne von uns stehn. 8. Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Teil. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein An⸗ gesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607—1676. Psalm 103. Eigene Melodie. un lob, mein Seel, 310. N den Herren, was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohltat tut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit rechtem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden in seim Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn⸗ maßen, es mangelt an Er⸗ harmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihren jungen Kindelein, so tut der Herr uns Armen, so wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieben Gmeine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken er mehren, Herze mein; d vergeben Schwachheit mes Leben, nen Schoß, beschüttet, gleich; der t, behütet, Reich. issen lassen und sein Güt ohn⸗ It an Er⸗ Zorn läßt straft nicht „die Gnad aren, den sein Güt b dem, der rn der Ost nsre Sünd herbarmen uUdelein, so Armen, so rchten rein. ne Knechte nur Staub, Geschlechte, end Laub; iber wehet, I; also der sein Ende lad alleine bleibt in ler lieben in seiner hie seinen Fr herrscht yhr starken Lob und Dank. 203 Engel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, 1487—1541. Eigene Melodie. un preiset alle 31¹. N Gottes Barm⸗ herzigkeit! Lobt ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Jorael, seiner Gnaden; freue dich, Israel, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben,: Psalter und Harfe ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden,: machet uns ledig von allen Sünden.: 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christen⸗ heit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden,: freue dich, Israel, seiner Gnaden.: Matth. Apelles v. Löwenstern, 1594—1648. Eigene Melodie. * daß ich tausend 312. O Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir getan. 2. O daß doch meine Stim⸗ me schallte bis dahin, wo die Sonne steht; o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach, wäre jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was 0 ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis. Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt ench doch mit mir; ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Ge⸗ hilfen geben; denn mein Ver⸗ mögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allent⸗ halben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Seel und Leib; Lob sei dir, 204 mildester Berater, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nutzen hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei ge⸗ priesen, daß dein erbarmungs⸗ volles Herz sich mir so hilfreich hat erwiesen und mich durch Blut und Todesschmerz von Satans List und Grausamkeit zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilger, werter Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit n err Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth. Du trägst mit meiner Sündenschuld un⸗ säglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage recht wunderbar⸗ lich hast geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einher⸗ gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Lob und Dank. Zunge regt; ich will dir Freudenopfer 1 beu so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraft⸗ los sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 13. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden; wenn ich bei deinen Engeln bin, da hieb ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Mentzer, 1658—1734. Psalm 34. Es ist das Heil uns kommen her. *(Sei Lob und Ehr 313. Sedem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! Mel.: wibll dir nnn lange ewegt; ja, wird kraft⸗ m ich doch idas arme in Gott, in Im Himmel den; wenn eln bin, da öhern Chor luja vor. , 1658—1734. . Heil uns Er. b und Ehr m höchsten aller Güte, [le Wunder der mein em reichen Gott, der illt. Gebt Ehre! dir die Herrscher ud die auf Meer in vohnen, die öpfermacht, hl bedacht. Ugeschafsen geschaffen ch erhalten, ih und spat balten. In nigreich ist lles gleich. die Ehre! Lob und Dank. 20⁵ 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, ver⸗ nimm mein Weinen! Da 20 mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre! ö 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zu⸗ versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, die alle Welt Aberiln so kommt, so hilft der Uberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die nirgends sonsten finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre. Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre. Die falschen Götzen macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein. Angesicht mit jauchzenvollem Springen; bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohlbedacht und alles, alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schütz, 1640-1690. Eigene Melodie. 314. Sollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in KAdtepn 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat 500 hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutter⸗ leibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding ꝛc. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt 2 deine Tief ergründen können Alles Ding ꝛc. 206 Lob und Dank. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding ꝛc. 5. Meiner Seele Wohler⸗ Deane hat er ja recht wohl edacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding ꝛc. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zu Dienst inn. wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding ꝛc. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein An⸗ gesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding ꝛc. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan her⸗ geführt, die mich doch mein Lebetage niemals hat bisher berührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist ge⸗ meint, in die Ferne wegge⸗ wendet. Alles Ding ꝛc. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bis⸗ weilen Sünde tut und aus dem Wege weicht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding ꝛc. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding ꝛc. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding ꝛc. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind; bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu um⸗ hat bisher Engel, den Böse, was hten ist ge⸗ une wegge⸗ ing ꝛc. ater seinem iemals ganz gleich bis⸗ t und aus also hält rechen mir ott zu gut, mit der Rut n Schwerte ng ꝛc. b afen, seine mir gleich loch, wenn e, sind es in Freund, ein gedenke er schnöden Tt gefangen Kreuze zu Ding ꝛc. ich fürwahr cht aus dem tenkreuz hat nuß endlich der Winter der schöne wird auch 8 erwarten les Ding ꝛc. weder Ziel in Gottes so heb ich dir, Vater, itte, wollst „dich aus ht zu um⸗ Lob und Dank. fangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich 900 dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 16071676. Eigene Melodie. 315. Wenn ich, o Schöp⸗ fer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, aubetend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 207 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu er⸗ kennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen; Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. *Meie groß ist des 316. Wé Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, vergiß, mein Herz, —5. seiner nicht! 2. Wer hat mich wunder⸗ bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich ge⸗ leitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück Hrbn Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 208 Lob und Dank. 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du mit Herrlichkeit umgeben Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte Wdon ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge⸗ schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich Nach 22— 40 45 0 10. ächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. So lang ich dies Gebot er⸗ fülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit 910 herrscht doch in mir ie Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. omit soll ich dich 317. Wochlben mch tiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott. Denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Ge⸗ müte, daß ich deine Wunder⸗ macht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Lang⸗ mut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen mit Erbarmen. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. Ach ja, wenn ich über⸗ lege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend-, tausendmal ꝛc. 5. O, wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. müssen sterben. soll ich dich Wben, mäch⸗ h? Sende mir eines Geistes t. Denn ich 18 erreichen Liebeszeichen. dmal sei dir, zank dafür. ude mein Ge⸗ ine Wunder⸗ de, Treu und be Tag und von deinen ib und Seele Tausend⸗, wie ich dich äufet Schuld zöcht ich vor Hhor der Lang⸗ „womit du, Armen hast Erbarmen. dmal ꝛc. un ich über⸗ Lieb und irch so viel h geführt die seiß ich kein hden Grund Tausend⸗, st du meine — zu dir 1 aus den e zu den die mich n und mit ben laben. mal ꝛc. Lob und Dank. 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. 7. Wie ein Vater nimmt und gibet, nach dems Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns aufs nd war gekommen. Tau⸗ send⸗, tausendmal ꝛc. 8. Mich hast du auf Adlers⸗ flügeln oft getragen väterlich, in den Tälern, auf den Hü⸗ geln wunderbar errettet mich. Schien auch alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. 9. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehn⸗ mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten die mich drangen, ich jedennoch bin entgangen. Tausend-, tausendmal ꝛc. 10. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir Harchteit; Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tau⸗ send⸗, tausendmal 2c. 11. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott Preis, Lob und Dank, daß 209 es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang ferner noch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter, 1661—1735. Eigene Melodie. 318.* Wunderbarer Kö⸗ nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deine Vatergüte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir Hilf uns noch, stärk uns doch; laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten, mehr als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonnen, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Ze⸗ baoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. Owohl dir, glaube mir: Ewig wirst du droben ohne Sünd ihn loben. Joachim Neander, 1650—1680. 14 Morgenlieder. c. Lieder für besondere Zeiten und Stände. 1. Morgenlieder. Eigene Melodie. sus meines Herzens 319. A Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum unsern Herren, dein ein⸗ gebornen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Ehr und Gut bewahr; dir will ich übergeben jetzund und immer⸗ dar als dein Geschenk und Gab mein Eltern und Ver⸗ wandte, Gefreundte und Be⸗ kannte und alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind allhier in diesem Jammertal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, der alle Ding vermag; er segne meine Taten, mein Vornehmen und Sach. Ihm hab ichs Ereh mern mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es allzusammen in Gnaden sehen an; und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in meim Beruf und Stand. Johann Mathesius(9), 1504—1565. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 320 Das walte Gott, T der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Tun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! tände. al sein Tück de, Leib und be und bring all. lKich lassen ing vermag; Taten, mein Sach. Ihm estellt; mein mein Leben errn ergeben, ihm gefällt. o sprech ich nicht daran, zusammen in 1 und streck Hand, greif nit Freuden, beschieden in Stand. (9, 1504—1565. st der herrlich walte Gott, helfen kann! mein Arbeit ur geht es um ist auch Wort: Das Beginnen, E erfordert und Stärk; cht Gottes auch mein den spricht: Morgenlieder. 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und tut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! ö 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt, ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Tun ein Ende hat, er gibt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot, nach seinem alten Vaterbrauch tut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 211 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid, laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Tu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals Ent Be⸗ schluß: Das walte Gott! Johann Betichius, 1650—1722. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 321. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron. Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter An⸗ dacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm: Dein Ohren neig, mein Red ver⸗ 0 Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Frieden zu⸗ gebracht. 14r⁰ 212 Morgenlieder. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mir Leib und Seel Ehal und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nutz und meinem Nächsten tue Guts. 7. Hilf, daß ich zu regieren wiss' mein Augen, Ohren, Händ und Füß, mein Lippen, Mund und ganzen Leib, all bös Begierden von mir treib. 8. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Übel abgewandt, mein Seel mit Sünden nicht be⸗ schwer und mein Gewissen nicht versehr. 9. Behüt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid, tritt zwischen mich und meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind. 10. Mein Aus⸗ und Ein⸗ gang, heut bewahr, daß mir kein ÜUbel widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hilf ist not. Martin Behm, 1557—1622. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 322 Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, und abends, wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich; Herr Jesu, dir be⸗ fehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut; mein Schutz ist dein heiliges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd Aletgein drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht, drum weder Feind noch Tod ich Win denn wo ich bin, bist du bei mir; mein Glück und Kreuz kommt all von dir. 5. Ich leb, ich sterb, so bin ich dein; darum ich dir die Seele mein befehle jetzt und auch im Tod; nimm sie zu dir, o treuer Gott. Unbekannt, 1593. Eigene Melodie. 323 Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herz⸗ erquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. sie m geschie vergär 3 Schöp Gaben alles mehre sind f allein. so ist 51 gehen herzig 5 hoch d laß m Anstot Laster Satar Tücke mich ⸗ stehn. 6 ohn 6 Segen meines Haus. unchri hrist, d. , wenn aufsteh, schlafen u, Herr, dir be⸗ en fünf ich ruhn eib und t; mein es Blut. Christ, heilges m, drum u, wollst nir sein. lir stets 1weder 96 denn ei mir; 3 kommt „so bin dir die etzt und sie zu unt, 1593. e Sonne eud und Grenzen in herz⸗ 5 Licht. eder die jher nun ter und Himmel Morgenlieder. 213 2. Mein Auge schauet, was Gott erbauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir gehen ib so läßt er auf⸗ gehen über uns seiner Barm⸗ herzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen, laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Satanas Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten be⸗ stehn. 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen unchristliches Rennen na Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. Gott, meine Krone, vergib und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället, ich habe gestellet alles in deine Be⸗ liebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Aller⸗ gewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was 214 Morgenlieder. tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, der du nie keinen zu sehr hast betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu'rwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. ie helle Sonn 324. D leucht jetzt her⸗ für, fröhlich vom Schlaf auf⸗ stehen wir. Gottlob, der uns heut diese Nacht behütet vor des Feindes Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein, 3. Daß unser Herz gehorsam leb, deim Wort und Will nicht widerstreb, daß wir stets wandeln deine Bahn in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nikolaus Herman, 1561. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 5 in neuer Tag, ein 325. E neues Leben geht mit der neuen Woche an, Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand eben kann; denn hätt ich eine Gnade nicht, wer gebe mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch! Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkennet meine Seele und gibt sich selbst zum Opfer hin; doch weil ich noch in dieser Höhle mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach, laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn; gib deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum besten ein. Ich bitt um keinen Überfluß, nur was ich nötig haben muß. 6. So tue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine tun; behüte beides, groß deiner ein je vergn vergel 2—5 Ofsen Rat i 4 Morg mag sorger große und erschre 9 und l deinen du au und n bei di bewah d Zungen Tag, ein eben geht oche an, ufs neue niemand hätt ich wer gebe Licht? in lieben Gottes Nacht so aden von ch Herr, och! Du ebe noch. iet meine bst zum ich noch Not und so weich nir, denn dir. n dieser n deinem laß mich che mit d Blute eist, der ur nach Zrot mit z es doch was du as richte Ich bitt nur was in Gott, nich auch e beides, Morgenlieder. 215 groß und kleine, daß sie auf deiner Huld beruhn, und daß ein jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. *(Gott des Himmels 326. G und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr und leite meinen Gang na deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein mj, und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des b0 Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, 1604—1651. Mel.: Jesu, Arzt todkranker Seelen. 30 üter, wird die Nacht 327. Hider Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darin ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte werden, Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe, Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 216 Morgenlieder. 5. Laß doch nicht den Geist der Seelen sich so quälen, zünd dein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 6. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 7. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein klares Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 8. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, 1676—1711. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 39 In Gottes Namen 328. fang ich an was mir zu tun gebühret; mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet; was man in Gottes Namen tut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Ver⸗ mögen schafft, was Gutes zu vollbringen. Er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und dergestalt zur Nahrung geht, daß wir Genüge haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird ja leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen; da wird der Fromme froh und satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt, ihr Land und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich tu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit er⸗ wünschten Lohn empfange. Salomo Liscow, 1640—1689. Mel. 3²⁰ erheb Herr lobsi 2 ohne schlie die Ruhe 3 von Leber mein schütz 4 seine bedec und zu er 5 Herr unser der e jetzt 6 der; Treu sanft Tags +. mir walle selber gefall 8 gnädi meine Rette wenn h Gottes leibt auf wird ja cht durch gen; da froh und n seiner men Brot Frommen er krönet ser bösen ohn kann en. Gott Hand, er ihr Land yreuden. herr Jesu, in meinen lit deiner er Arbeit Gedeihen in allem, se deinen rch deinen gang zu ugescheh „gesche auf daß Treu auf usei und be. omm und ꝛie Werke fehl ich, ir; hilf, zu deines „und gib, dzeit er⸗ bfange. 1640—1689. Morgenlieder. 217 Mel.: Ich dank dir schon dur denen Sohn. 59 Meein erst Gefühl sei 329. Preis und Dank, erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden; wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber tun nach deinem Wohl⸗ gefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, H dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig tue, 10. Daß ich als ein ge⸗ treuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. Fürchtegott Gellert, 17151769. Eigene Melodie. orgenglanz der 330. M Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgen⸗ röte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 218 Morgenlieder. 4. Laß uns ja das Sünden⸗ kleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Ge⸗ rechtigkeit mög als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 5. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aller Y und entfernt von aller Plage sich auf jener Drendenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne, führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth, 1636—1689. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 331. O heilige Dreifaltig⸗ keit, o hochgelobte und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr und mich der Satan nicht verletz, noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Weisheit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! O mein Erlöser, and heilh Gott Vater, Sohn hilf mir frei! O Tröster wert, weich nicht von mir, mein Herz mit werten Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich; erleuchte mich, Herr, gnädiglich; Herr heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behm, 1557—1622. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 332 O Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht bergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufge⸗ weckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad ein⸗ senken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sem, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, ach allerliebstes Leben! Ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich; so hat Geist, Seel und Leib mit dir ver⸗ einigt sich. dem dem fron ster wert, ir, mein 1557—1622. imer Gott. 3es Licht, die Nacht hat dein leue mich was an fe aufge⸗ in Begier ckt dir denn ir Opfer nich ganz nad ein⸗ Seel, mit en Tag: ein, weil iag. a, mein ne Seele, „mit ihr in deiner u meinen st du dich uch mein ergeben, m Haus, en! Ach r, beweg at Geist, dir ver⸗ Morgenlieder. 219 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget. Laß meiner Seele sein dein Bild⸗ nis eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Ge⸗ rechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angetan. 7. Bleib du mir diesen Tag stets vor den Augen schweben, laß dein All⸗ gegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Tun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich tu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens ahn und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange, 1670—1744. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 332* ach auf, mein 333. Worrz und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heint,“) als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben hatten, hast du, o Gott, ge⸗ wehret, daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist ge⸗ schehen, ich kann das Licht noch sehen; von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts. Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Taten; hilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten. wende. 9. Mit Segen mich be⸗ schütte, mein Hrz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reif E. Paul Gerhardt, 16071676. *) Heute Nacht. 220 Tischlieder. 2. Tüschlieder. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 334. Bescher uns, Herr, das täglich Brot; vor Teurung und vor Hungersnot behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. O Herr, tu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt; ernähre uns, die Kinder dein, der du speis'st alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm. Denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missetat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nikolaus Herman, 4 1561. Eigene Melodie. un laßt uns Gott 335. N dem Herren Dank sagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben: dieselben zu bewahren tut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns ge⸗ geben, der selber ist das Leben: ——4 für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall, der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns ver— geben die Sünd, geschenkt das Leben; im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte die Großen mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Frei⸗ heit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum! Amen. Ludwig Helmbold, 1532—1598. ie. uns Gott rren Dank hren von i‚ die wir Seel, das ins geben; en tut er t er dem nuß auch tödliche men von uns ge⸗ as Leben: gestorben, rworben. ein Tauf, »nt wider ilge Geist ns darauf uns ver⸗ geschenkt mel solln vott, wie ine Güte, ehüte die leinen, du neinen. in der liche Frei⸗ n Namen m! Amen. 1532—1598. ——— Abendlieder. 221 Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. peis uns, Vater, 336. S deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Johann Heermann, 1585—1647. Mel.: Herr Gott, dich loben alle wir. 337. Wir danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns mehr beschern. 2. Er woll uns speisen mit seim Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach lieber Gott, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unsr Gast gewesen bist; bleib du bei uns, so hats nicht not, du bist das rechte Lebens⸗ brot. Unbekannt, 1589. 3. Abendlieder. Mel.: Unerschaffne Lebenssonne. 2. ch mein Jesu, sieh, 338. A ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit, und die allerlängste Zeit saust vorbei als wie die Winde, fließt vorbei als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte; mein Erbarmer, mancher Tag geht so dahin, da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen, du erhältst, du schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Verlangen, o mein Herzens⸗ freund, zu dir; neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 222 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch gönnen willt; mein Herz sei mit dir erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein teurer Heiland, wache, wache du in dieser Nacht; schütze mich mit deiner Macht; deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Johann Schlicht, 1681—1723. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 339 Christ, der du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher sein. 3. Obschon die Augen n ein, so laß das Herz och wacker sein; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein er⸗ erbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. Abendlieder. 6. Befiehl deim Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus, um 1500—1553. Eigene Melodie. 3 er lieben Sonne 340. D Licht und Pracht hat nun den Tag Daur Run die Welt hat sich zur Ruh gemacht, tu, Seel, was dir e. bühret, tritt an die Himme tür und bring ein Lied her⸗ für; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll, doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schatz, mein Schutz, mein Eigentum. 3. Der Schlaf Der Menen in der Nacht bei Menschen und bei Tieren, doch einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlum⸗ mert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. — Engel, daß 5 bewach, b uns die „daß wir 1 Ruh. % wir im eweil die ein. Du keit, wir eit. 1 1500—1553. die. en Sonne ind Pracht vollführet, zur Ruh vas dir. Himmels⸗ Lied her⸗ gen, Herz jesum sein Sterne gebet eure t die Nacht doch noch n scheint z die ewge uin Jesus, hm, mein jutz, mein ar herrschet Menschen h einer ist, i dem kein Es schlum⸗ dein Aug, drum soll chend sein, icht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib, gib dich zur Ruh und schlafe sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! Christian Scriver, 1629—1693. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 341 Der Sabbat ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach leuchtend Angesichte Abendlieder. 223 Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot gespeiset und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon n weil ich dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, dein treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu schanden macht. 5. Ich schlafe ganz ver⸗ gnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Welt⸗ getümmel; es träumt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär! Benjamin Schmolck, 16721737. Eigene Melodie. er Tag ist hin, 34⁴2. D mein Jesu, bei mir bleibe; o Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; 6⁵ auf in mir, Glanz der Ge⸗ rechtigkeit; erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. ꝑWCRRRRRT483—+ —* 22—.—— DP PqDqDqIS‚SSSSS—— 22⁴4 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohl⸗ gelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh; du h. gerecht, es gehe, wie es ge 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Beständig⸗ keit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: Du mein und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Joachim Neander, 1650—-1680. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. err, der du mir 343. 8 das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir getan. Abendlieder. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Ge⸗ deihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh ent⸗ gegen: Dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. err, es ist von 344. U meinem Leben wiederum ein Tag Leben Lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch selber an, so ich was nicht recht Suchen und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, denn ich bin noch voller dem Gemüte er Güte, ich Du gibst Stärke, Ge⸗ Werke und Herz in mir. ge Ruh der nes Worts im Leben Büte hoffen, mmel offen Preis des an wen ich je mich im Gott, mein der Schuld bei dir in jhem Himmel nit deinem r Ruh ent⸗ sei gepreist! mein Ende hände befehl Geist. rt, 1715—1769. nter, mein es ist von nem Leben. ag aehen htung geben, wesen bin; lber an, so echt getan, llen Sachen machen. du manches icht gefallen noch voller ö Abendlieder. Sünden in Gedanken, Wort und Tat, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus und bewahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses tun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die Tat; wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 225 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. * inunter ist der 345. 9 Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein; leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Ge⸗ fahr und mancher Plag durch deine amnde hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir habn er⸗ zürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß uns schlafen in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Lain bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint, o lieber Gott. Nikolaus Herman, 4 1561. Mel.: Jesu, meine Freude. 346 Hirn deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hüte den ver⸗ 1⁵ 226 Abendlieder. gangnen Tag. Sei die Nacht o du Hüter du! Gute Nacht! auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Ge⸗ wissen sei mein Ruhekissen; drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefges rnr. Wun⸗ den gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Nom n uns mit Erbarmen in den Vater⸗ armen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf im Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jam⸗ mer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Graun erwecken, noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich tue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, Nimm mich in acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benjamin Schmolck, 16721737. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. un ruhen alle 34⁴7. 9 Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die 98 at dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmels⸗ saal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, leg ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterb⸗ lichkeit; die zieh ich aus, anbegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. Nacht! derleb Tst du 1737. lassen. alle Vieh, Felder, t: ihr s, Auf, eurem 5onne, t dich „ des , ein Jesus, ell in ver⸗ rnlein mels⸗ auch heißen iesem n zur und Sterb⸗ Abendlieder. 227 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, im Nu W sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie u deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich ver⸗ schlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll un⸗ verletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht be⸗ trüben kein Unfall noch Ge⸗ fahr; Gott laß euch ruhig Snae stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie. * un sich der 3⁴8. Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke du mir Düiner den Schirm von einer Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich getan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammertal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Johann Friedrich Herzog, 16471699. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. Treuer Jesu, wache 349. Tdu, weil ich jetzund will einschlafen. Gib mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirte, bei den Schafen, schließ die Türe selber zu, treuer Jesu, wache du. 1⁵ 228 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns viel Ach und Weh er⸗ wecken. Bleib bei uns mit deinem Licht, treuer Jesu, weiche nicht. 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hilfe mach uns frei; treuer Jesu, steh uns bei. 4. Treuer Jesu, wenn es nu einmal mit mir kommt zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu; treuster Jesu, hilf mir dul 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen. Wenn der Tag nun bricht herfür, da du selber wirst erscheinen, führ uns durch die Himmelstür, liebster Jesu, ein zu dir. Unbekannt, 1697. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. nsre müden Augen⸗ 350. User schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die trüb und finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket und die Sterne aufgestecket. Abendlieder. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du o meines Leibes Gast, ob du den, der dich er⸗ schaffen, heute nicht erzürnet hast! Tu, ach tu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist un⸗ verhohlen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht betracht meines Lebens Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Sünde Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht ver⸗ dienten Lohn; laß mich deine Huld umfangen, sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug getan; Vater, nimm den Bürgen an; dieser hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. Sende deiner Engel Scharen als zur Wache mir herab, meine Seele zu bewahren, daß des Todes finstres Grab, daß das Übel, so bei Nacht unsern Leib zu fällen tracht, mich nicht mit dem Netz umdecke, noch ein böser Traum mich schrecke. 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir aleien Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir man bewe wege schäd 3. ergri Wun kann Han! Woh wede hast kein gehst eibes ich er⸗ ürnet zeiten m zu iß er strafe st un⸗ Tag u mir 05 ie hfalls mein efolgt Gnad ver⸗ deine einen mich limm hat mein Engel Vache le zu odes Ubel, b zu mit ein ke. von chlaf mir in ich laß 1 dir Abendlieder. 229 wachen für und het bis die Morgenröt aufgehet und man von dem Bett aufstehet. 7. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teur und wert, dein Reich komm, dein Will escher unser Brot werd uns beschert, und vergib uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Johann Franck, 16181677. Eigene Melodie. Neerde munter 351.— mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat getan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Wal durch sein gnadenreiches Walten hat beschützet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich Hul bewahnt auch die Feind hin⸗ weggetrieben, daß ich unbe⸗ schädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ergründen deine Güt und Wundertat, ja kein Redner kann verkünden, was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohltat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; ja, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an, es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen kann; stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei und mein kaltes Herz erhitze, ob ich gleich im Finstern sitze. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missetat, die mein armes Herz beladen und so gar ver⸗ giftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Hölle stürzen will; da kannst du allein erretten, strafe nicht mein Übertreten. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 8. Schütz mich vor des Teufels Netzen, vor der Macht der Finsternis, die mir oft des Nachts zusetzen und erzeigen Kümmernis. Laß mich dich, 230 Abendlieder. o wahres Licht, immerdar verlieren nicht; wenn ich dich nur hab im Herzen, fürcht ich nicht der Seele Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, soll mein Herz dennoch geflissen nur auf dich gerichtet sein. Meine Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich fest mit Seel und Leibe auch im Schlafe dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Haus⸗ genossen sein in deinen Schutz geschlossen. 11. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Überfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall; wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, er⸗ höre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets ver⸗ ehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen! Johann Rist, 16071667. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. o ist die Woche 352. O nun Hein Herze doch, treuer Gott, dein Herze nicht! Wie sich dein Segens⸗ quell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und unauf⸗ hörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir getan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weih⸗ rauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft 15 tragen; udem ist es voll Heil und Frucht durch deine Lieb, o Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur eines bitt ich über alles, ach, du versagst mir solches nicht, gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missetat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern nadenvoll als ein Gerechter eben soll. ngen oche sen, erze ens⸗ noch sich auf⸗ hand 9„ ⁰ dich lles, veiß, hrist Veih⸗ einen treuz st du igen; und b, 5 arum über mir eines mein zesus, ewig noch st ihn dem „daß id ist ndern echter Ehe und Hausstand. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich ja soll in Christo dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 4. Ehe und Mel.: Schwing dich auf zu deinem Gott. ang dein Werk 35⁵3. F mit Jesu an, Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum affen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List 231 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an. Ach ja, da teilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir d Woche gibst. Du wirst es in der Tat erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister, 1671—1756. Hausstand. schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei, so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben es nach deinem Willen ma auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; laß es doch sein wohlgetan! Ich sprech darauf: Amen. Unbekannt, um 1700. 232 Ehe und Hausstand. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Ich und mein Haus, 354. wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gib deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; dir nur soll sie wohl⸗ gefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf dies Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe alle⸗ zeit zum Dulden, Tragen sein bereit voll Demut, sanft und linde. keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus ge⸗ gründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte; selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uùns das Beste: Jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regieret. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich zieret. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. Mel.: Seelenbräutigam. Aag* Sesu, geh voran 3⁰⁰. auf der Lebens⸗ bahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nach⸗ zueilen; führ uns an der Liebe übe jede Seele; Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o, so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. Sür Kind keit, zu a U O. stehr gese dein dein 6. bitte gnät ebe und voran bens⸗ nicht nach⸗ der d. gehn, auch agen agen; geht ymerz mert R, o, ꝛiden; das Ehe und Hausstand. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf. Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Mel.: Vom Himmel hoch. 356. O Eott, des gnaden⸗ 356.O voller Rat den Ehstand eingesetzet hat, der du ihn segnest, schützest, liebst und ihm Glück, Heil und Gnade gibst; 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn in Lieb und Ein⸗ tracht zu dir gehn, und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald und gib, daß sie zuletzt dein gnadenreicher Trost ergetzt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn und fromme Kinder auferziehn, daß Einig⸗ keit, Zucht, Scham und Treu zu aller Zeit im Wachstum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gib, daß sie deinen Willen tun und unter deinem Schutze ruhn. 6. O treuer Gott, wir bitten dich, regiere sie stets gnädiglich, erhalte sie die ebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 233 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dank, bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist, ihr froher Mund dort ewig preist. Casseler Gesangbuch v. 1770. Eigene Melodie. 357 O selig Haus, wo 357. O man dich auf⸗ genommen, du wahrer Seelen⸗ freund, Herr Jesus Christ; wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets ver⸗ langen an jedem guten wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Haus⸗ genossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und un⸗ verdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. Mel.: Werdemunter, mein Gemüte. F orge doch für meine 358. S Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu sein und dir zu leben. 2. Du hast sie bisher ge⸗ nähret, du hast manchem Un⸗ glücksfall mehr als väterlich Ehe und Hausstand. gewehret, da dein Engel über⸗ all, ob er gleich dein Antlitz sieht, sich doch für sie froh bemüht; o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt ich denn für solche Güte dir nicht herzlich dankbar sein und mit dankendem Ge⸗ müte mich bei solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir getan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödsten Kaltsinn zeugen. 4. Herr, du bists, was mich ergetzet, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schätzet; Herr, du bist mein Gut und Teil; bleib auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Not, auch im Glücke nicht verderben, christ⸗ lich leben, selig sterben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn sie böse Buben locken, o, dann höre 3155 ihr Ohr. Laß der Toren Wahn und Scherz nicht ihr jugend⸗ liches Herz, das nur dir ge⸗ hört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm ge⸗ schäftig sein und den Menschen nütlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets tun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. ber⸗ tlitz Froh ihr dem Iche bar Ge⸗ lücke voll err, ürde dem n. mich Tost am bist auch sie im rist⸗ Herz dir uben t ihr Zahn gend⸗ ge⸗ miß hier u ge⸗ schen urcht einer tun, nach eulich Ehe und Hausstand. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind um bittern Spott, nicht dem reund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungs⸗ zeit tugendsam und fromm Grarert Wenn sie dann zur wigkeit endlich einmal über⸗ gehen, so laß sie vor dir be⸗ stehen. Laß sie sanft und ruhig sterben und dort deinen Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngsten Tag nach hier über⸗ standnem Leide einst mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben; ewig will ich dich erheben. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 6 Tas Gott zu⸗ 359. Wé sammenfügt, das soll der Mensch nicht scheiden, drum gehen wir dahin in Gottes Fried und Freuden. Der unsre Namen schreibt ins Buch des Lebens ein, er selbst, Herr Zebaoth, wird Schild und Lohn uns sein. Benjamin Schmolck(2), 1672—1737. 235 Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 360. Wie schön ists doch Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unver⸗ rückt beisammen stehn im⸗ Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann. zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Asten schön, an Zweigen reich; das Weib gleich einer Reben, die feine Träublein trägt und nährt und sich je Wehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. 4. Sei gutes Muts; wir sind es nicht, die diese Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn 236 Ehe und Hausstand. unsre Sorg uns trübt, der 2. Wohl, wenn der Mann, beste Freund und Rater; das Weib, das Kind im rechten Anfang, Ausgang aller Glauben einig sind, zu dienen M Sachen, die zu machen wir ihrem Herrn und Gott nach gedenken, wird er wohl und seinem Willen und Gebot! 306. weislich lenken. 3. Wohl, wenn ein solches 5. Zwar bleibts nicht aus, Haus der Welt ein Vorbild und es kommt ja wohl ein Stünd⸗ vor die Augen stellt, daß unnte lein, da man Leides voll die ohne Gottesdienst im Geistt und Tränen lässet schießen; je⸗ das äußre Werk nichts ist Fürf dennoch, wer sich in Geduld und heißt! Beit ergibt, bes Leid wird Gottes 4. Wohl, wenn das Rauch⸗ die) Huld in großen Freuden werk im Gebet beständig in 2. schließen. Sitze, schwitze nur die Höhe geht und man nichts daß ein wenig, unser König wird treibet fort und fort als Gottes durd »behende machen, daß die Werk und Gottes Wort! Geb Angst sich wende. 5. Wohl, wenn im äußer⸗ 11 6. Wohl her, mein König lichen Stand mit fleißiger, ö lebet nah herzu! Gib Rat im getreuer Hand ein jegliches ö dem Kreuz, in Nöten Ruh, in nach seiner Art den Geist der 3. Angsten Trost und Freude! Eintracht offenbart. mich Des sollst du haben Ruhm. Wohl, wenn die Elteru daß und Preis, wir wollen singen gläubig sind und wenn sie dein bester Weis und danken alle ind und Kindeskind ber⸗ trag belde, bis wir bei dir, deinen särmen Bicht gan, ergen ich Willen zu erfüllen, deinen Lan 1—0 bleibet ihrer bab ů ö eins zurück. abe Aen ewig loben werden. 7. Wohl solchem Haus, 4 Paul Gerhardt, 1607—1016. denn es gedeiht! Die Eltern send werden hocherfreut, und ihren ihne Kindern sieht mans an, wie ö heit Mel.: O Jesu Christ, meins Gott die Seinen segnen kann. Reg Lebens Licht. 8. So mach ich denn zu nuütz 361. Wohl einem Haus, dieser Stund samt meinem den da Jesus Christ Hause diesen Bund:„Wich 5 allein das All in allem ist. alles Volk auch von ihm fern, gier Ja, wenn er nicht darinnen ich und mein Haus stehn bei ein wär, wie finster wärs, wie dem Herrn!“ wah arm und leer! Chr. Karl Ludwig v. Pfeil, 1712—1784. herr Her. du in d vgen hrer aus, tern hren wie ann. zu inem Wich fern, bei 174. Obrigkeit. 237 5. Obrigkeit. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. Jehovah, Herr und 362. V König der Könige und Herrn! Dir ist man untertänig, du herrschest nah und fern. Du hocherhabner Fürst von Himmel, Erd und Zeiten, du setzest Obrigkeiten, die du erhalten wirst. 2. Es sagen deine Knechte, daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und dein Gebot gebeut; du hast sie hoch lebet, derselbe widerstrebet dem selbst, was Gott gesetzt. 3. Ach lieber Vater, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich erkenn und ehre, was deine Ordnung heißt. Sie tragen ja dein Bild; gib, daß ich Demut übe und sie in Ehrfurcht liebe, wie du es haben willt. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht. Gib ihnen ins Gemüte viel Weis⸗ heit zum Gericht, damit ihr Regiment den Untertanen nützet, die Untertanen schützet, den Guten Sieg vergönnt, 5. Damit durch ihr Re⸗ gieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. e wer ihr zuwider 6. Die uns allhie regieren, Herr, die regiere du durch deines Geistes Rühren und Weisheit immerzu. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 7. Verschone ihre Mängel, laß's ihnen wohl ergehn, laß deine guten Engel als Wächter um sie stehn. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermüden, schaff unsern Grenzen Frieden durch Jesum, unsern Herrn! Philipp Friedrich Hiller, w1699—1769. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. heilige Drei⸗ 363. O einigkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die deine treue Vaterhand ge⸗ setzet selbst in diesen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Tun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand christlich regiere Leut und Land, 3. Damit wir führen unter ihr ein still, geruhig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Amilie Juliane Gräfin v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1637—1706. 238 Obrigkeit. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. I*B Nater, kröne du mit 364. 32 Segen unsern König und sein Haus, führ durch ihn auf deinen Wegen herrlich deinen Ratschluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz, deinen Feinden biet er Trutz; sei du dem Gesalbten gnädig, segne, segne unsern König! 2. Rüst ihn mit des Glau⸗ bens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert, daß Ge⸗ rechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast; sei in Jesu du ihm gnädig, schütze, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streiter Wohlfe für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottes Sohn; sei du ihm auf ewig gnädig, leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihm gewacht; du erhieltest ihn uns gnädig, segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König ehret! das, o Herr, ist dein Gebot, und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis um Tod. Wer dich liebt, er folget dir; drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schütz uns gnädig, Gott, er⸗ halte unsern König! 6. Gib uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns, so siegen wir. Deine Treuen krönst du gnädig, segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit gib uns, Gott, zu aller Zeit; sei du deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann, 1781—1865. Eigene Melodie. erleih uns Frie⸗ 365. V den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrig⸗ keit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig alle⸗ zeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhigs Leben führn. Amen. Dr. Martin Luther, 1483—1546. bis liebt, heten zösen er⸗ den 5eind wir gehen bist mit Deine ädig, ig! Reich iserm deine nin ieden uns, ei du segne, 1865. Frie⸗ iglich, eiten! indrer önnte Gott, brig⸗ vielen g alle⸗ nögen Amen. 1546. Landesnot, Krieg und Friede. 230 6. Landesnot, Krieg und Friede. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 366. AchGott, in Gnaden von uns wend dies schwere Kreuz und groß Elend, damit wir sind um⸗ geben gar und stehn beständig in Gefahr. 2. Behüte uns, die Kinder dein, um Christi unsers Herren Pein vor Pestilenz und schnellem Tod und laß uns nicht in dieser Not. 3. In dieser Not, ach, laß uns nicht! Wend von uns, Herr, dein Zorngericht, daß dir lobsinge unser Mund für deinen Schutz aus Herzens⸗ grund. Bartholomäus Ringwaldt, 1530—1598. Psalm 85. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 367 err, der du vor⸗ mals hast dein Land mit Gnaden angeblicket und des gefangnen Volkes Band gelöst und es erquicket; der du die Sünd und Missetat, die dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut hast vorher ab⸗ gewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet, ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjetzo kränket. ů 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden! Erfreu und tröst uns wiederum nach aus⸗ gestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluten sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben, und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, gieß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach, daß uns doch Gott sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 6. Ach, daß doch diese böse Zeit sich stillt in guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz ver⸗ zagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall werd recht erkannt, ja stetig bei uns wohne. 240 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einher gehn und Friede wird sie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes tun: Das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben. Gerech⸗ tigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn Erden man nicht weiß. zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, 16071676. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 368 Gottlob, nun ist erschollen das edle Fried⸗ und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor. Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 2. Wir haben nichts ver⸗ dienet als schwere Straf und ber n Zorn, weil stets noch ei uns grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut und den⸗ noch muß man fragen: Wer ist, der Buße tut? Wir sind Landesnot, Krieg und Friede. und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vor⸗ mals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid, ihr Gräber voller Leichen und blutgem Heldenschweiß der Helden, deren gleichen auf 4. Sei tausendmal will⸗ kommen, du teure werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Bei⸗ unswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 5. Ach laß dich doch er⸗— wecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei un⸗ erschrocknen Muts; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, 1607—1676. ist daß drieg nand Herz 5rten oller vor⸗ mit aber wüste ichen ß5 der auf will⸗ werte wir, Bei⸗ In t all wer t, der Pfeil Herze stand e mit schnell Wer ei un⸗ Friede, alles 9857 erzu, leben tuh. 1676. Wetter und Ernte. 241 Mel.: Nun danket alle Gott. 369. Herr Gott,dich loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines glimmen. Komm, komm, oedle Flamm, ach komm zu uns all⸗ hier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir; wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit freudigem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an die Himmelstür und tönt mit lautem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh, Herr Gott, wir danken dir! 7. Wetter Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 370. Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und Geistes Glut in unsern Herzen zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei; darum so singen wir mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir! 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar ge⸗ strafet, 9896 in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet; es hat die Vaterhand uns deine Gnadentür jetzt wieder aufgetan: Herr Gott, wir danken dir! 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den frommen Fürsten⸗ stamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir! 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir Ruh künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle nach Begier, o Vater, unsern Wunsch. Herr Gott, wir danken dir! Johann Franck, 1618-1677. und Ernte. Stände satt, reich und fröhlich macht; der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 16 4 * II 1604 Wetter und Ernte. 2. Wir rühmen seine Güte, gute Samkörnlein verlangte die uns das Feld bestellt und oft ohn unsre Bitte getan, was uns gefällt, die immer noch geschont, obgleich wir gottlos leben, die Fried und Ruh ge⸗ geben, daß jeder sicher wohnt. daß wir dich mannigfalt in 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Tun verderbt‚ den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr getan aus unver⸗ dienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, und Hiangsam sich bezeiget durch Regn und Sonnenschein; wards aber nicht geacht, so hat er sich verborgen und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abge⸗ wandten Schaden, für viel und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danke kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not! Gib friedevolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen dein reines wahres Wort, daß wir uns dessen freuen und auch an unserm Ort dies Früchte bringe und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Lebens hast geschenket; deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben, o laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, da er der Ruh geneußt, da ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freuden nach ausgestandnem Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann, geb. 1680. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 7 un lasset uns Gott 371. N preisen für seine Güt und Wundertat; laßt uns ihm Dank erweisen, da er uns so gesegnet hat; die Frucht hat er gege en ar reichlich auf dem Land, hat unser armes Leben versorgt mit milder Hand, daß alles wohlgeraten, was man gesäet aus, und durch seine Guttaten ist wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollt das nicht er⸗ kennen für Gottes Macht und weisen Rat! Wer sollt das nicht bekennen für unsres Gottes Wundertat! Nichts ist der, welcher säet, nichts, der da schneidet ein, nichts, der damit ngte in mme uns chalt nket; lt in rzen, dank es ende, st in der Leid mit dnem Lust. 1680. eel, Gott seine laßt „ 90 die har hat sorgt alles gesäet taten haus. 91 Ex. t und das nsres 1s ist her da damit Wetter und Ernte. 245 umgehet, nichts, der es führet ein; Gott muß mit seinem Segen uns selbst zur Seite stehn, an dem ist es gelegen, er krönt mit Wohlergehn. 3. Und da er nun in Gnaden dies Jahr an unser Feld gedacht, daß wir ohn allen Schaden die Frucht in unsre Scheuern bracht, so soll man ihn ja preisen und rühmen die Wohltat, ihm Ehr und Lob erweisen für solche große Gnad, von Herzensgrund ihm danken und loben mit dem Mund, in Werken auch nicht wanken von ihm zu keiner Stund. 4. Da solches nun geschehen, so leite mich, du treuer Gott, und laß von deiner Höhe ge⸗ segnet sein mein täglich Brot; laß mich es auch genießen n in meinem Haus, daß milde Gaben fließen zu Armen auch heraus, und ich nicht nur hier zeitlich an Früchten werde reich, sondern dereinst auch selig ererb das Himmelreich. Josua Wegelin, 1604—1640. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. Gott, von dem 37². wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? . Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir 5 Tische gehn? Doch muß ie Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzu⸗ stehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnenstrahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brot; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier ist gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch kein⸗ mal vergessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648—1715. 16² 244 Kreuz⸗ und Trostlieder. B. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: Vater unser im Himmelreich. ch Gott, wie 373. A manches Herze⸗ leid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist Trübsal voll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und Rat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der fest getraut auf Jesum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel⸗ mehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Nam der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir tun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein bessre Treu auf Erden ist denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter treuer Hirt, der mich ewig behüten wird. 6. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam er⸗ freuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der Tat. 7. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt ich den Tod wünschen her, ja, daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist fürwahr lebendig tot. 8. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergetz weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 9. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir; wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 10. Drum will ich all mein Lebetag das Kreuz dir fröhlich tragen nach; mein Gott, mac mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit, hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. chter ewig nein zens tum, üigen er⸗ und irdð und u dir vollt „0, denn hat, 610t. tgam auf n ich alle t ich mein 0 Frie n ich 3, so guter zeugt, wgen mein öhlich mach t zum mein aß ich mn. Kreuz⸗ und Trostlieder. 24⁵ 11. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt, erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: O mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller, 1547—1606. Eigene Melodie. 37⁴4 Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er⸗ nähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz un⸗ beständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Ver⸗ gnügung pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht wider⸗ streben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Unbekannt, 1676. Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 375. Auf Gott und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, von ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ keit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu be⸗ siegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir 7 13„ 2⁴6 Kreuz⸗ und Trostlieder. ö ie größte Not hebt 4. O mein Herr Jesu klagen? Die größte? 905 lück Christ, der du so gduldig Gr NN doch der Tod, und 9910 bist für mich am Kreuz sie! t e gestorben, hast mir das Heil der im Grabe. haft erworben, auch uns allen wa R 5. An dem, was 0 5 zugleiche das ewge Himmel⸗-⸗ tre IMNN been kenen, Fe wiche⸗** keinem fehlen. Gesundheit, ädig mick Woô l ück und Pracht sind 5. Erhöre gnädig mich, Ehre, Glück un ö das bitt ich dich?gef ut 31 Glück der Seelen. mein Trost, da ö l nicht das Glü hat, hilf mir am letzten Ende. dem Wi Eir aut Hwisten Weh mich in deine Hände. 190 em 10 2 nic die Trübsal auch versüßen. daß zu 30 I 6. Was ist des Lebens ewgen Hi jeder Stund Lic N Herrlichkeit“ Wi bald is se 6. Amen zu jeder S ör ma verschwunden!. Was ist das sprech ich aus a uns A iten ö dar MIII Leiden dieser Zeiz Bon 3n wolest seloft an⸗ Zehen, ists überwunden Hofft auf Herr Christ, 99 in Namen r den Herrn, er hilft uns.n. auf daß mir 0— VN Seid fröhlich, ihr Gerechten; ewiglich preisen. 110 0 hie V der Herr hilft seinen Knechten. wir Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. 7 55 nic ö Psalm 37, 5. ö sich Eigene Melodie. l.: Herzlich tut mich verlangen. 76. Auf meinen lieben. 475 Refiehl du deine nd 37— Rat⸗ 907 10 0—3⁰⁴8 D Wege und bler⸗ Zw Angst und Not; der ka in Herze kränkt, der aller⸗ 6 Arenndntenrmeinlacläck treusten Pflege des, der den hof dener ö Himmel lenkt; der Wolken, ö wir kann er wenden, steht alls Luft und Winden gibt Wege, dick in seinen Händen. Lauf und Bahn, der wird gro 2. Ob mich mein 55 auch Wege finden, da dein wa anficht, will ich Eai an Fuß gehen kann. ö du auf Christum will t nerr⸗, Dem Herren mußt du der on ehen n trauen, wenn dirs soll wohl⸗ ihm tu ich mich 9 00 en i ergehn; auf sein Werk mußt Sck Tod und auch Ier 2— tdu schauen, wenn dein Werk Nat 3. Ob mich der Tod nimm soll bestehn. Mit Sorgen undd Her uud Ehrnins uit me⸗ mit Grämen und mit selbst⸗ ma und Christus ist enleh 1. ich eigner Pein läßt Gott im Ree dem tu ich mich ergeben; ein gar nichts nehmen, es muß Go 4 r eree erbrten sein. füh Seel wird er versorgen. ngen. deine was Uler⸗ den lken, Lege, wird dein t du vohl⸗ mußt Werk tund elbst⸗ ihm muß ———— Kreuz⸗ und Trostlieder. 247 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du aller⸗ wegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann nie⸗ mand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern, er⸗ sprießlich ist, willst tun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; er⸗ warte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laßt tun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und tun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich be— finden, daß du ihm treu ver⸗ bleibst, so wird er dich ent⸗ binden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unser Not; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1607—1676. 248 Kreuz⸗ und Psalm 73, 23 u. 24. Eigene Melodie. ennoch bleib ich 378. D stets an dir, wenn mir alles gleich zu⸗ wider; keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, der wohl wunderlich Eiin aber endlich in der Tat nur auf meine Wohl⸗ fahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich ausge⸗ kämpfet habe; führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Los in der Aus⸗ erwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir er⸗ gehen; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch bleib ich feste stehen; ich muß, Trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, 1672-1737. Psalm 23. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 379 Der Herr, der aller⸗ enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. Trostlieder. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe, der Reichtum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich tun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Tal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vor dem Unglücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützt mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Ole und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. habe, habe, gibt mit Aue schen in zaget aget, aus und echter und eines )vor muß doch vor 1 zur bösen „ und lir all Lische, rische, viel einem Haupt meine aße, ße. und gutes Freud lebe, 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 2. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, singn und loben. Paul Gerhardt, 16071676. Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. 380. Der Herr ist meine Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn er⸗ geben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird seine Seele stille; ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun! Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von Tat, mit gnaden⸗ vollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer Gott geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. Kreuz⸗ und Trostlieder. 249 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Toren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Verflucht sind, die zu Menschen fliehn; ver⸗ flucht, wer von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Tränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du hist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Glück Hebunh' wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen! 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Casseler Gesangbuch v. 1770. 250 Kreuz⸗ und Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. in Christ kann ohne 381. E Kreuz nicht sein; drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein; es kommt von Liebes⸗ händen, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das Kreu lehrt fleißig beten, zieht a vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit schnödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das muß uns immer wecken, wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt Trostlieder. vergeht, und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. David Nerreter, 1649—1726. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. eduld ist euch von 38². G nöten, wenn Sorge, Gram und Leid und was euch mehr will töten, euch in das Herze schneidt. O auserwählte Zahl, soll euch kein Tod nicht töten, ist euch Geduld von nöten, das ag ich noch einmal. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut, der schenket sie zur Habe, sobald — er in uns ruht; der edle, werte Gast erlöst uns von dem und hilft uns treulich tragen die große Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort, das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott den. Vater sorgen und fürchtet keinen Fall. ————— 5. C Ehren und sch un so ist vermehr vertreib: manch A ist wie davon, mit Go fröhlich 7. GC langen Lust, na das ist Herr vo ach gib mein Bi andres 8. Ge besteht. h üben, ben. ne Kreuz schickt, ckts doch n, sinds zen und gläubig u steten ill mit 349—1726. ich nicht euch von wenn töten, ist ten, das tes Gabe But, der „sobald der edle, uns von ilft uns e große mt aus hängt an läßt sie is ist ihr 5 ist ihr lt sie sich zott den. fürchtet ——— Kreuz⸗ und Trostlieder. 4. Geduld ist wohl zu⸗ frieden mit Gottes weisem Rat, läßt sich nicht leicht er⸗ müden durch Aufschub seiner Gnad, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getrost be⸗ schweren und denkt, wer wills ihm wehren, ist er doch Herr im Haus. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmer⸗ mehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, sein heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohl gemacht. 6. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpft daneben manch Angst und Herzensqual, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Ver⸗ langen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen; das ist dir wohl bewußt, Herr voller Gnad und Huld, ach gib mir und gewähre mein Bitten, ich au nichts andres als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gib durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. Paul Gerhardt, 16071676. 251 Eigene Melodie. zib dich zufrieden 383. G und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich ver⸗ gebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmer⸗ zens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der be⸗ trübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Tränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heim⸗ lich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. 252 Kreuz⸗ und Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einhergingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch be⸗ schweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat Denheren wird auch Unterhalt hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen und deinen Leib zur Notdurft stillen. Gib dich zufrieden. 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht escheren. Er Trostlieder. dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten. Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich Inaud 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine dem nicht etwas fehlen s olltes Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden. 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden: was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden. 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämtlich bringen. dich zufrieden. Gib 15. zu den und C Frieder nun im den G brechen selbst dich zu Mel. 384. alle Sa Er hat geborer mir au was vo hier in 2. machen Lachen, schenkt; der mi lich mi fast di Seinen er mich 3. 0 machen und die mit g Wellen dir steh seiner Unglück erhebt 4. machen, über d willst ugst und S ist dein langsam gewisser, ist desto frieden. u Herzen, er Feinde sie nur en. Gott ht richten. und und kann dein ch, groß alanch selbst auch wenn ers llte. Wo und reine len sollte? Das könnte durchaus Gib dich mag nicht Menschen webt und „kann das iden. Des ägt unsre Grab, da Gib dich Ruhetag ns unser er wird n Banden lem Bösen. der Tod 5der Qual gen. Gib willst verzagen unter deinen Kreuz⸗ und 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden! Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel.: Jesu, meine Freude. 384. Gott der wirds wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erkoren, eh ich noch geboren bin auf diese Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was von nöten, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust ge⸗ schenkt; der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täg⸗ lich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen, laß die Wetter krachen und die Stürme gehn; wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Nur Geduld, trau seiner Huld! Schlägt dich Unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wirds wohl machen, er wird selber wachen über deiner Not. Wenn du Trostlieder. 253 Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde wie der Rauch im Winde. 5. Gott der wirds wohl machen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herze⸗ leid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz! Alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 6. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgetan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmel⸗ an. Dieser Bund hat seinen Grund: Die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 7. Gott der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunder⸗ lich, sei bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen; Gott der wirds wohl machen. Ernst Stockmann, 1634—1712. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 385. Gott ist und bleibt getreu, sein Herz bricht ihm vom Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen 30 betrüben. Er prüfet durch as Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 254 Kreuz⸗ und 2. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen; er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er weiß, was wir ver⸗ mögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht die Seinen gern von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu, er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Der Sturm, der Kreuzessturm, geht augen⸗ blicks vorbei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt ge⸗ treu, er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter rachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nützlich sei; so liebt der Höchste dich. Gott ist und bleibt getreu. Unbekannt, 1695. Trostlieder. Eigene Melodie. ott lebet noch! n zagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden tut, der mit Macht und starken Armen machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mitRreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott nocht versenk das Y Angst dich zu so bed unser 6. C was ve dich all du wed wird de im Leid ists, de⸗ die No Seele, doch un 7. GC was ver Himme hin in? Höll ent Feind e Tod, de Gott tro Seele, doch un 8. G was ver du schor der har ist Gott zu führ wird ne Friede, eben. Lebt doe Johan t noch! was ver⸗ alle Hilf it Macht machet t. Gott denken, 1 lenken. ch: Lebt noch! 1 Seele, schlafen schlafen ugericht? rschaffen, ht? Gott siehet, wo zeschiehet. scht Lebt ch? Der üllet mit nd breit, kfüllet, ist und weit. n will er t an allen enke doch: gott noch! J Seele, 2 Bist du den, nimm auf; Gott Gnaden, n gnädig se währet vergehet denkedoch: gott noch! Kreuz⸗ und Trostlieder. 25⁵ 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr, komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in Mitten in der Angst der Höllen kann er das Meer. dich zufrieden stellen. Seele so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus no Eigene Melodie. *ott wills machen, 387. G daß die Sachen ehen, wie es heilsam ist. aß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, da der Unglaub leidet Straf. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht; zu den ch ein, Gott Höhen aufzusehen wäre deine wird ihn dich umfassen und Glaubenspflicht. im Leiden ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden immer⸗ hin in Trümmer gehn, laß die Höll entzündet werden, laß den Feind erbittert stehn, laß den Tod, den Abgrund blitzen; wer Gott traut, den will er schützen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herrgott noch! 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne 551. Seele, so bedenke doch: ebt doch unser Herrgott noch! Johann Friedrich Zihn, 1650—1719. ei dir sein. Gott 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Nimmer klage, niemals zage, wenn der Herr dir Leiden gibt; der sie sendet, auch u wendet, der hat nie ohn Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Ge⸗ lassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Freud und Leid. 8. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken 256 Kreuz⸗ und fängt. Alle Taten sind ge⸗ raten jedesmal, wie ers ver⸗ 9110. sih ñfnder, huiht die Oin ich gefunden, bricht die Hi mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 11. Eignen Willen zu er⸗ füllen, leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Not und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen die Voll⸗ bringungskraft bald zu. 13. Mehr zu preisen sind die Weisen, die schon in der Übung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen laufen zu den Haufen, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Tränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, was und wie und wann er will. Johann Daniel Herrnschmidt, 1675—1723. Trostlieder. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. ilf, Helfer, hilf in 388. 9 Angst und Not, erbarm dich mein, du treuer Gott, ich bin ja doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr. Wenn ie 0 hab was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Namn; hilf, änzlich auf dein N hilf Balser, hilf! Drauf sprech ich Amn. Martin Moller, 1596, nach Nikolaus Selnecker, 1565. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. ilf, Helfer, hilf in 389. 8 Angst und Not! du kannst es tun, du starker Gott; denn du bist groß von Rat und Tat, wies mancher Christ erfahren hat. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! Du willst es tun, du lieber Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Not, glaubs sicherlich. 9. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! Du mußt es tun, du treuer Gott; denn dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. mir zu Seelen 6. du m1 dein will ich Hilf, allein! Jo Mel.: 390. mein H Was Gewinn mein L Sohn des Hit er gleie auflegt, gewoger 2. 2 nimmer muß m mich a Meer, üben u seiner& stehen; weiß sei zu erhöl höchsten „hilf in nd Not, u treuer och dein el, Welt dich, o Lenn i h mehr? err Jesu ott und nich von es Muts laß mich nn; hilf, f sprech 1596, ecker, 1565. höchsten v,‚F hilf in ind Not! u starker roß von mancher hilf in willst tt; denn llreißen glaubs hilf in u mußt tt; denn icht, daß sen nicht. Angst und Not! Du wirst es tun, wahrhaftger Gott; denn Kreuz⸗ und Trostlieder. 4. Hilf, Helfer, hilf in 257 3. Ich bin ja von mir selber nicht ans Licht der Welt geführet; mein Gott ist, obs gleich währt bis in die der mich zugericht, an Leib Nacht, so hilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun allen in der Welt, wie, wo und wann es dir gefällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es tun, du wirst dein Wort erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar sein. Hilf, Jesu, hilf, du kannsts allein! Johann Jakob Lang, 1646—1690. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 390 Ich hab in Gottes 5 Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich denn stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. und Seel gezieret. Es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu tun und auch lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er tut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich ge⸗ schaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur tu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so kanns nicht sein, es wird dich letzt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart 17 258 in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 8. Das Feld kann ohne Ungestüm gar keine Früchte tragen; so fällt auch Menschen⸗ wohlfahrt hin bei lauter guten Tagen. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 20 Ich hab in guten 391. Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual! 2. Ja, Herr, ich bin ein Wie bitter sei die Sünder, und stets strafst du Arzenei, sie macht doch rote gelinder, als es der Mensch Wangen; so muß ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist da⸗ durch sein Nutz entstehe, und dein Ehr je mehr und mehr sich in 8 selbst erhöhe. 10. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Tür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 11. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, 1607—1676. verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin 10 des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be⸗ denken. Du, Herr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. ch lassen. 1guten n des jen und so will ch auch h Leben bin ein rafst du Mensch eschwert zeitlich doch zu ergeben, n Leben Herrn. ertrauen adchn est gern. Gnade Sünden ebi Kräfte; zeschäfte, ost und Christo Hhimmels ich Grab 5 Todes 1Gnade. hder Not. Kummer Geduld zu ihm Tod be⸗ irst alles gut ist, 715—1769. Kreuz⸗ und Trostlieder. Psalm 121. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. Ich heb mein Augen 392. sehnlich auf und seh die Berge hoch hinauf, wann mir mein Gott vom Himmelsthron mit seiner Hilf zu statten komm. 2. Mein Hilfe kommt mir von dem Herrn, er hilft uns ja von Herzen gern; Himmel und Erd hat er Auu B er hält über uns Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rechter gleiten kann; setz nur auf Gott dein Zuversicht, der uns behütet, schläfet nicht. 4. Der treue Hüter Jsrael bewahret dir dein Leib und Seel; er schläft nicht weder Tag 9115 Nacht, wird auch nicht müde von der Wacht. 5. Vor allem Unfall gnä⸗ diglich der fromme Gott behütet dich; unter dem Schatten seiner Gnad bist du gesichert früh und spat. 6. Der Sonne Hitz, des Mondes Schein sollen dir nicht au Tuih sein. Gott wendet alle Trübsal schwer zu deinem Nutz und seiner Ehr. 7. Kein Übel muß begegnen dir, des Herren Schutz ist gut dafür. In Gnad bewahret deine Seel der treue Hüter JSrael. 8. Der Herr dein Aus⸗ gang stets bewahr, zu Weg und Steg gesund dich spar, 259 bring dich zu Haus in seim Geleit von nun an bis in Ewigkeit. Cornelius Becker, 1561—1604. Eigene Melodie. Ich laß dich nicht, 393. du mußt mein Jesus bleiben. Will rauhe Not, Welt, Höll und Tod mich aus der festen Burg der Treue treiben, nur her, ich halte mich, mein starker Held, an dich. Hör, was mein Herze spricht: D J 8 Bahn, so daß dein Fuß nicht spricht: Du mußt mein Jesus bleiben! Ich laß dich nicht! 2. Ich laß dich nicht, du allerhöchste Liebe, wennZweifel sich setzt wider mich; ich weiß, wie dich der Liebe Flamme triebe. Du trugest Schuld und Pein, sollt ich verurteilt sein an jenem Weltgericht? Du aller⸗ höchste Liebe, ich laß dich nicht! 3. Ich laß dich nicht, du I Seelenstärke, die mich erlabt, mit Kraft begabt, wenn ich in mir des Glaubens Schwach⸗ heit merke. Hält mich der Krankheit Ach in Schmerzens⸗ nächten wach, so spricht die Seele doch: Du süße Seelen⸗ stärke, ich laß dich nicht! 4. Ich laß dich nicht, du Hilf in allen Nöten, leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst mit mir, ich weiche nicht von dir. Verbirg auch dein Gesicht, du Hilf in allen Nöten; ich laß dich nicht! 17 260 5. Ich laß dich nicht, sollt ich den Segen lassen? Nein, Jesu, nein! Du bleibest mein, ich halt dich noch, wenn i nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht; sollt ichden Segen lassen? Ich laß dich nicht! 6. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben, mich reißt das Grab von dir nicht ab, der in den Tod du dich für mich gegeben. Du starbst aus Liebe mir; ich sags in Liebe dir, auch wenn mein Herze bricht: Mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht! Wolfgang Christoph Deßler, 1660—1722. Psalm 30. Mel.: Aus Ich v punt, dich md * ch preise dich un 394. V singe, Herr, deine Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat; denn das ist meine Pflicht, in meinem ganzen Leben dir Lob und Dank zu geben; mehr hab und kann ich nicht. 2. Herr, mein Gott, da ich Kranker vom Bette zu dir schrei, da wird dein Heil mein Anker, da stehst du treulich bei. Da andre fahren hin zur finstren Todeshöhle, da hältst du meine Seele und mich noch, wo ich bin. 3. Ihr Leidensbrüder, singet und danket unserm Herrn, der, wenn die Not eindringet, bald hört und herzlich gern uns Gnad und Hilfe gibt; rühmt ihn, des Hand uns träget Kreuz⸗ und Trostlieder. und, wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 4. Gott hat ja Vaterhände und strafet mit Geduld, sein Zorn nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn uns gutes Muts. 5. Ich sprach zur guten Stunde, da mirs noch wohl erging: Ich steh auf festem Grunde, acht alles Kreuz ge— ring; ich werde nimmermehr, das weiß ich, niederliegen; denn Gott, der kann nicht trügen, der liebt mich gar zu sehr. 6. Als aber dein Gesichte, mein Gott, sich von mir wandt, da war mein Trost zu nichte, da lag mein Heldenstand; es war mir angst und bang, ich führte schwere Klagen mit Zittern und mit Zagen: Herr, mein Gott, wie so lang! 7. Nun wohl, ich bin er⸗ höret, mein Seufzen ist erfüllt; mein Kreuz ist umgekehret, mein Herzleid ist gestillt; mein Grämen hat ein End, es sind von meinem Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch dich, Herr, abgewendt. 8. Ach daß zu deiner Ehre meine Ehre sich erhüb und nimmer stille wäre, bis daß ich deine Lieb und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge mit ewgen Freuden singe im güldnen Himmelssaal. Paul Gerhardt, 1607—1676. SS..= Me 397 — mel; Gott. Welt Hölle selig den Trüb 2. Chris dem 3 Garti nie( Das Feuer manck stärkr wächs keit fli du sie aleren gleich lachet Das Glut, Feuer 9. Gebet riecher Schiff chläget, erhände d, sein Ende, d und 3. Den ien, des ocheinen Muts. guten ch wohl festem reuz ge⸗ lermehr, en; denn trügen, sehr. Gesichte, wandt, 1 nichte, and; es ang, ich en mit 4. Herr, ing! bin er⸗ t erfüllt; gekehret, llt; mein „es sind bittern uch dich, ner Ehre jüb und bis daß ugezählte iderdinge singe im I. 607—1676. Kreuz⸗ und Trostlieder. 261 Mel.: Nach einer Prüfung kurzer Tage. 395 2 Je größer Kreuz, je näher Him⸗ mel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O, selig ist der Mensch geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je bessrer Christe; Gott prüft uns an dem Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüste, fällt nie ein Tränentau hinein! Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palme wächset bei der Last, die Süßig⸗ keit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Ol im Feuer tut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebne Kräuter riechen wohl. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Tale steiget man bergan. Wer durch die Wüste oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täub⸗ lein, findt es hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je Ot Krone, die Gottes chatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Un⸗ geduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck, 16721737. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 396 Ihr Waisen, weinet 28 nicht! Wie, könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott, der wird euch nicht verlassen. Sind gleich die Eltern tot, so lebet dennoch Gott; weil aber Gott noch lebt, so habt ihr keine Not. 262 2. Gott ist und bleibet stets ein Vater aller Waisen, der will sie insgesamt ernähren, kleiden, speisen. Demselben trauet nur, der nimmt sich euer an; seht, er ist euer Schutz und euer Helfers⸗ mann. 3. Gott ist ein reicher Gott, er wird euch wohl versorgen; er weiß ja eure Not, sie ist ihm nicht ver⸗ borgen; ob ihr schon wenig habt, ist auch der Vorrat klein, so will fürs Künftige Gott der Versorger sein. 4. Habt einen guten Mut! Gott hat es ja verheißen, er woll Verlassene aus jeder Trübsal reißen; dies Wort geht euch auch an. Ihr werdet es schon sehn, wie es auch noch an euch wird in Erfüllung gehn. 5. Ja, glaubet, bleibet fromm und geht auf Gottes Wegen, erwartet mit Geduld den euch verheißnen Segen, und weichet nicht von Gott, vertraut ihm allezeit; so werdt ihr glücklich sein in Zeit und Ewigkeit. Johann Friedrich Starck, 1680—1756. Kreuz⸗ und Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 97* In allen meinen 397. DTaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, uns selber geben Rat und Tat. Trostlieder. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was er hat ver⸗ sehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet, was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, o wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwach— heit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. WIDD‚—— hät und Mühe, onst; er Sachen machen, ergunst. chts ge⸗ hat ver⸗ elig ist; gibet, beliebet, erkiest. gnaden, chaden, leb ich o wird nichts nützt. Sünden tbinden, huld; er hen nicht hen und Geduld. e nieder, er, lieg öchwach— ind was o tröstet 4. chlossen, ssen an jn; kein ird mir zott will mich er⸗ zu leben, 3 e8 sei für laß iß allein Kreuz⸗ und Trostlieder. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Fleming, 1609—1640. Eigene Melodie. In dich hab ich 398. gehoffet, Herr; hilf, daß ich nicht zu Schan⸗ den werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt tu dich herfür, eil bald, mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich gar sehr der Feinde Heer anficht auf beiden Seiten! 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott, in aller Not; wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und durch falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, behüt vor falscher Tücke! 263 6. Herr, meinen Geist be⸗ fehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen. Die 1 bu Kraft mach uns sieghaft dur Jesum Christum. Amen. Adam Reusner, 1496 bis um 1575. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. Meine Seele senket 399. M sch hin in Gottes Herz und Hände und erwartet williglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein ruhig, still und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zu⸗ frieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon be⸗ schieden; was die Ungeduld er⸗ regt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts ge⸗ denken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer 0 meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im n ö., trift;—2 Rt erze bricht, trifft und ängste nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 264 5. Meine Seele klaget nicht; denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu kann Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also hab ich allen Spott, alle Marter über⸗ wunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. Johann Joseph Winckler, 1670—1722. Mel.: Jesu, meine Freude. Myeine Seel ist 400. ö Meselle zu Gott, Eoht⸗ Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gokt, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten und mag keinen leiden, der ihr redet ein. Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach sind so viel beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. ö Kreuz⸗ und Trostlieder. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekoste Leiden, und gehn an die Freuden. Johann Kaspar Schade, 1666—1698. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 401. Meine, Sorgen, 5 Angst und Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird, Gottlob, nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich ge⸗ säet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen ab⸗ gemähet, so trägt man die Fruc Wett Himi Käm komn 5. abbr. in de die 2 alles, uns man will finde überr 4 Steri besetz entfer Blut der Mens in S zeiger 30 From Klarh hergel man Stuh in de Palm glückl 6. feste rückt; zeitsg Strei den Kamp wird! nicht ige und in seinen rTtrauen, ien, wie da fleußt Wer sich ken, den ket alles, in Jesu Ek durch etroffen, asset sich )Geduld am End eschiehet; wird es tt seinen Kreuz zu Glück zu alsdann st gekoste an die 1666—1698. eine Seele. Sorgen, gst und der Zeit zen, alles rr alleine ob, nicht m Regen von viel en meinen ken. die ich ge⸗ de wachsen rnen ab⸗ man die ————————— Kreuz⸗ und Trostlieder. Frucht nach Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unver⸗ rückt; seine Freund und Hoch⸗ zeitsgäste werden dact dem Streit beglückt. Israel erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. 265⁵5 7. Darum trage deine Ketten, Seele, und gedulde dich, Gott wird dich' gewiß erretten; das Gewitter leget sich, nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein an⸗ genehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Unbekannt, 1704. Mel.: O Tlant ich muß dich assen. 402 Mein Herz, gib 2 2 dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen, mit unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange, so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnen⸗ schein, nach rauhen Winter— tagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 266 Kreuz⸗ und 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und solls auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebes⸗ schläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns be⸗ legt; nicht Schwerter, sondern Ruten sinds, damit Gott zum Guten die hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm miß⸗ behagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Ge⸗ duld und, sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn. Er mag die Leibes⸗ höhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. Seinigen Trostlieder. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram. Vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hin⸗ tragen zu dem Bräutigam. Joh. Anast. Freylinghausen, 1670—1739. Mel.: Vater unser im Himmelreich. imm von uns, 403. N Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Tun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer Tat. Wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Die Sünd hat uns verderbet sehr, der Teufel 10. uns noch viel mehr, ie Welt, auch unser Fleisch und Blut uns allezeit ver⸗ führen tut. Solch Elend kennst du, Herr, allein, ach laß es dir befohlen sein! 404 du be liegst! der Sck du nie Er wi deinen dir err 2. S spricht muchst machst Ist dir und ie meines in den 53. Sündg befohle. bei dir Wer h schenkt, der du senkt in ha ganz 3, und Sorge, ielleicht en, die en hin⸗ igam. 1670—1739. melreich. er bösen lad und so du, hn uns unserm ganze nnt kein n. t,‚ durch rost und Beweis iad und frischer t deiner rn und sei. at uns Teufel lmehr, Fleisch jeit ver⸗ Elend ein, ach sein! Kreuz⸗ und 5. Gedenk an deines Sohnes Tod, sieh an sein heilgen Wunden rot, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 6. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne gnädig Stadt und Land. Gib uns allzeit dein heilges Wort, behüt vors Teufels List und Mord. Ver⸗ leih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein! Martin Moller, 15471606. Eigene Melodie. chwing dich auf 404. S zu deinem Gott, du betrübte Seele, warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, dualte Schlange! Was erneust du deinen Stich machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht ge⸗ schenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst ver⸗ senkt in der Hölle Flammen? Trostlieder. 267 4. Hab ich was nicht recht getan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmer⸗ zen; denn das ist das Lösegeld meiner Missetaten; dadurch ist der ganzen Welt und auch mir geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 6. Stürme, Teufel und du Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheides Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 268 9. Es ist herzlich gut emeint mit der Christen Plagen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. Wem hier Christus recht bewußt, hat in Gottes Garten droben die vollkommne Lust endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Tränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 11. Ei, so faß, o Christen⸗ herz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt, 16071676. Mel.: Jesu, meine Freude. eele, sei zufrieden! 405. S Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Mut! Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Kreuz⸗ und Trostlieder. Herzen rauben, sei drum unbetrübt! Stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin, droht ein hart Geschicke alle Augenblicke dem erschrocknen Sinn, nur Geduld, des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen; Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! Drücket gleich die Last dich Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn. Mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn, der steht fest, den Gott nicht läßt; drum laß alle Wetter krachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich aus— gehalten, und Gott lassen walten, das macht recht ver— gnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. Casseler Gesangbuch v. 1770. 406 als x Seine ich di doch e 2. schobe aufgel jeder wenne 3 bald 0 strebei Maß und n 4. tröster größte Kindr 5. mchtl ni ich ni Richte 0.5 sich tr Himm nur d ich all 7. nur h andrer gleich Herr, Mel.: 407 freuet i drum man dir ohen der ott wirds Himmel Menschen cdahin, chicke alle schrocknen ld, des auf alle tt wirds Grämen nehmen, Schmerz; wird nur Geduld, Sinn mit gleich die »n, Gott achen. jrist will befleißen, Mag bei d Himmel ude gehn, Bott nicht le Wetter rds doch r tragen, zlagen in hlich aus— tt lassen recht ver— m dir, o Inglück zu irds doch uch v. 1770. Kreuz⸗ und Trostlieder. Eigene Melodie. * Sollt es gleich bis⸗ 406. S weilen scheinen, als wenn Gott verließ die Seinen, o, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufge⸗ schoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge⸗ trösten, wenn die Not am aller⸗ größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehrals väterlich gesinnt 5. Laß die Welt nur immer neiden, will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nicht nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab, Snaht Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze, 1641—1703. Mel.: Da Christus geboren war. 407 Treuer Wächter Israel, des sich freuet meine Seel, der du 269 weißt um alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hilfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach hilf, schütz deine Lehr. Wir ver⸗ derben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzest in des Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadentür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigentum; dein Erbarmen hat kein End; deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt! 6. Zeig ihm deine Wunden rot, deine Marter, deinen Tod, und was du mehr hast getan, zeig ihm unsertwegen an; s age⸗ daß du unsre Schuld hast be⸗ zahlet in Geduld, uns erlanget Gnad und Huld! 270 Kreuz⸗ und 7. Desu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf durch deine starke Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 8. Liebster Herr, Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott,‚, Gott für uns zu aller Zeit: Trotz dem, der uns tut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm, jetzt laß sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Macht zertrenn, auf daß dich die Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 10. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen sehn auf dich, trauen dir sich festiglich. Laß sie werden nicht zu Schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch ganz bekannt! 11. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 12. Jesu, wahrer Friedens⸗ fürst, der der Schlange hat Trostlieder. zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wieder⸗ bracht bei Gott, gib uns Frieden Rurn aliche so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Johann Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. *Mon Gott will ich 408. 65 nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend wie den Morgen tut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll, im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all ver⸗ kehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es tut ihm nichts 905 fallen, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn. Durch n er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret; lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Mund schenk Stun denkt. Zeit, Erden und b 90 vergel und Gut roß iesem Erd geschle erweck 7. loren, Schoß ebore 08, ge ein Kii daran des N 8. dulde wie ick kommt aller ohn ei Christi 0 Wille, sein S erworb auch( im Gle Reich Ihm se pf durch wieder⸗ gib uns so wird h, dafür 585—1647. rgen tut hn, sei, Id. Menschen all ver⸗ Gott gar nd Gnad Aller Not, Schanden, Banden, der Tod. ich ver⸗ ren Zeit; gereuen, d. Ihm ein Leib, zeben sei geben; er fällt. lichts 600 r nützlich mit uns n Herren en Sohn. bescheret, ernähret; 3 Thron! Kreuz⸗ und 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt! Das ist ein selge Stunde, darin man sein ge⸗ denkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubringn auf Erden; wir sollen selig werden und bleibn in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrem Stolz und Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war h12 geacht; ja auch nach iesem Tod, tief in die Erd begraben, wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unver⸗ loren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu⸗ 95 Kan von allen Sünden os, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir wider⸗ fahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold, 1532—1598. Trostlieder. 271 Eigene Melodie. arum betrübst du 409. W' dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat! 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist seht mein Vater und mein Herre Gott, der mir bei⸗ steht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich Staub und Asche habe hier sonst keinen Trost als nur in dir. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festiglich: Wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich als du gewesen ewiglich! Mein Trauen steht zu dir; mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Der zeitlich Ehr will ich entbehrn, willst du das Ewge mir gewährn, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod, das bitt ich dich, mein Herr und Gott! „Alles was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich 272 Gut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund getan durch dein göttliches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für all dein erzeigte Wohltat; ich bitt demütiglich: Laß mich nicht vor deim Angesicht verstoßen werden ewiglich. Unbekannt, 1545. Kreuz⸗ und Eigene Melodie. * arum sollt ich 410. Wé mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hin⸗ ziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders ge⸗ geben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu W dringt herein Angst und P ein, sollt ich drum ver⸗ Trostlieder. zagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar ver— lassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier tun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, faaden das Tor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen. Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergetzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. ———— umfar 411 etan, 8 ache halten Gott, wohl laß ic 2 wohlg betrüg rechter hab4 ab„( Unglü seinen wohlg beden ucht ni Arzen drum und s hickt, der eiß wohl, Unglück bei guten sollt ich tragen? d schärft icht, kann gar ver⸗ und ihre ir nichts 5meiner en, laß sie Heil, wird u machen. ind ohne hrist, wo schauen; Tod auf⸗ t dennoch oleiben. doch kein dern reißt Itausend Tor der d macht unn gehn in süßen Herz auf hergetzen. Gut zu At in sich chwinden. es Lebens id voller Gemüter. die edlen tChristus de laben. Kreuz⸗ und 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 16071676. Eigene Melodie. 411. Was Gott tut, das ist wohl⸗ Wulte es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich wohl bedenken. Er als mein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei. Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. Trostlieder. 273 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter itt nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergetzt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan, dabei will ich verbleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 1649—1708. Eigene Melodie. * as mein Gott 412. Wẽ will, gescheh allzeit, sein Will der ist der beste. Zu helfen den'n er ist bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen; wer Gott ver⸗ traut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoff⸗ nung und mein Leben. Was mein Gott will, daß mir 18 274 geschicht, will ich nicht wider⸗ streben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn nach Gottes Wille zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Feind anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; draͤuf sprech ich fröhlich Amen. Albrecht, Markgraf von Brandenburg⸗ Kulmbach(2), 1522—-1557. Eigene Melodie. 3 enn wir in 413. höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, Kreuz⸗ und Trostlieder. 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädig⸗ lich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns da⸗ von aus Gnaden los; steh nns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir nochmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1511—-1569. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 414. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich will fest und sicher setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes⸗ not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist —II—— du, schläg ich di deinen kannf nicht? 3 sicherl wohl du tre jenes mein und S dies 1 mein V 41⁵ läßt w allezeit lich erl Traur Allerh auf kei 2. schwere uns 1 Was! Morge gemach Kreuz durch! 3 ich se Gottes Allwiss der un. der wei uns fel user Aug wahrer nd flehen ind aller st gnädig⸗ imm bitten 15 Sohns user Heil n wir, o lagen dir wir jetzt in großer 1 an unsre 9K uns da⸗ los; steh bei, mach gen frei, n Herzen nals mit gehorsam Zort, dich und dort. 1511—1569. zott will, t. t vertraut, ohl gebaut uf Erden; uf Jesum T Himmel If dich all fest und esu Christ, in Todes⸗ gleich wär und aller Hoch so bist ———— Kreuz⸗ und du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, für dies und jenes Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. Vers 1 von 251585. 583. 1525—12 3. Nier m er nur den 415. lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunder— lich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Un⸗ gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der man auch sehr wohl, was uns fehlt. Trostlieder. 275 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald er⸗ höhn, bald stürzen kann. „Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 1621—1681. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 416. Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigen⸗ wählen; geschieht, was' er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 18²⁰ 276 Kreuz⸗ und 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heim— gestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei; was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mich widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, zu⸗ letzt wird ers aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat; dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedicke, 1683—1735. Trostlieder. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. Nduunderanfang, herr⸗ 417. W lich Enbe, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunder⸗ weislich ist sein Raten, wunder⸗ herrlich seine Taten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch, es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit. Ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wasser⸗ güssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann er⸗ sinnen, wo man könne Hilf ge⸗ winnen, die Vernunft ist hier blind; ihre nn ugen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und An⸗ fang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, daß es wunderherrlich sei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir tut lauter Guts. 7. zähle verhe nicht Kreu, beken anfat Heinr Mel.: 418 Jesu, Du b mann kann; Hilfe in de 2. ersten Herze 419 Mens. Nebel wieder unser 2 flüchti Tage! innt aufe fährt tes Segen. ang, herr⸗ he, wo die e Gottes Wunder⸗ „wunder⸗ „und du inaus? muß so slich heißt dir zur rAnfang das End „Friede reit. st in den u Wasser⸗ ürst nicht in dem hält Gott gen, daß n muß. Hilf er⸗ le Hilf ge⸗ ft ist hler ebrochnen Berborgne blöde sind. n in allen lles wohl und An⸗ Er wird, n, lassen u, daß es ir nimmer lem Gott rost und fürwahr, daß dus en, wie er 0. Sterben und Begräbnis. 277 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunder⸗ anfang, herrlich End! Heinrich Arnold Stockfleth, 1643—1708. Mel.: Vater unser im Himmelreich. u deinen Füßen 418. 3 liege ich, mein Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wunder⸗ mann, der allezeit erretten kann; drum, bin ich gleich von Hilfe bloß, leg ich mich doch in deinen Schoß. Die Seele mach am ersten heil, mein Jesu, meines Herzens Teil; besprenge mich mit deinem Blut und mach all meine Sünden ut und gib mir nach vergebner Schuld bei meiner Schwachheit auch Geduld. 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses ab— gewandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, dein Blut sei meiner Seele Trank. Ich will wie Lazarus allein in Krankheit auch der deine sein. 4. Wenns meiner Seele selig ist, so heile mich, Herr Jesu Christ! Soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein. Machs, Jesu, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! Christoph Heinrich Zeibich, 16771748. F. Lieder von den letzten Dingen. I. Sterben und Begräbnis. Eigene Melodie. sch wie flüchtig, ach 419. A wie nichtig ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom be⸗ Lahe zu rinnen und mit aufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 278 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wirs uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen. Wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Michael Franck, 1609—1667. Eigene Melodie. *Qille Menschen 420. A müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich nun Er— lösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge— storben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Sterben und Begräbnis. Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Him⸗ melsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzu⸗ mal, wo auf ihren Ehren⸗ thronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hinge⸗ fahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle Huehe du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter tuh! O der großen Freud und Wonne! Jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er⸗ blicket alle diese Herrlichkeit; jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, ‚ schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, 1624—1679. Mel.: 421 denke kommn heute morg ist au ein je Lohn hat ge 3 Ende, Leid, blende Hier dort e lich Sünde K. Ende, daß d von je vor G wird Lebens beigele 5. denken daß si mein mich d deinen auch ni Feuerp n fahr ich hin aus el in den el, da ich auen die sein das el tausend mit Him⸗ 1, dienen hron; da ngen und anfangen: lig heißt zohn und atriarchen ten allzu⸗ n Ehren⸗ ölf Boten tausend ien hinge⸗ erm Gott luja hörn. du schöne, nzest du! Lobgetöne sanfter zen Freud und gehet und gehet kein Ende schon er⸗ errlichkeit; jeschmücket melskleid; hrenkrone Throne, e an, die kann. 1624—1679. 279 Mel.: Herzlich tut mich verlangen. ö 6. Hilf, Gott, daß ich in —421 Bedenke, Mensch, Zeiten auf meinen letzten Tag das Ende, be⸗ mit Buße mich bereiten und denke deinen Tod. Der Tod täglich sterben mag. Im Tod kommt oft behende; wer und vor Gericht steh mir, o heute frisch und rot, kann Jesu, bei, daß ichim Himmels⸗ morgen und geschwinder hin⸗ lichte zu wohnen würdig sei. weg gestorben sein; drum Salomo Liscow, 16401689. bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, hier muß ein jeder dran und wird den Lohn bekommen, nachdem er hat getan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläg⸗ lich Schmerzensschreien; ach Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt. Dort ist die Sterben und Begräbnis. Mel.: Nun laßt uns den Leib egraben. b 29 egrabt den Leib 422. B in seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn, einst blüht er auf und steigt ver⸗ klärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wirds nun mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieses Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Not, aus aller ihrer Missetat durch seinen Sohn erlöset hat. Er wandelt' hier im finstern Tal, er duldete viel Schmerz und Qual. Du trugest Jesu Christi Joch, ent⸗ schlummertest und lebest noch. Lebenskrone den Frommen 5. Er litt viel mehr, der uns beigelegt. versöhnt und himmlisch seine 5. Herr, lehre mich be— denken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken, wie Träumenden uns sein. mein Herze sei bereit. Laß 6. Nun, du Erlöster, schlaf mich den Tod betrachten und in Ruh! Wir gehn nach unsern deinen Richterstuhl, laß mich Hütten zu und machen zu auch nicht verachten der Hölle der Ewigkeit mit Freud und Feuerpfuhl. Zittern uns bereit. Sieger krönt; o Lohn, o Lohn für wenig Pein! Dann wirds 280 7. Ach Jesu Christ, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer letzten Not! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein! Nach Michael Weiße, 4 1542. Eigene Melodie. 3 hristus, der ist 423. C mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem tu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 3. Ich hab nun über⸗ wunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und kann kein ort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her tut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann kommt mein Stündelein, 7. Und laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Sterben und Begräbnis. 8. Wohl in des Himmels Throne sing ich Lob, Ehr und Preis Gott Vater und dem Sohne und auch dem heilgen Geist. Unbekannt, 1609. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. Die Herrlichkeit der 424. D Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz kann stehn. Was uns hier kann ergetzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir un⸗ sterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier getan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, wir werden hin⸗ gerissen ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zer⸗ rinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scher⸗ zen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. die 5 noch gäng vom dich Gold 7. wenn begri der der und 8. Erde werde Sorg zugen Blüt. des? beden schen dein. nosset Himmels Ehr und und dem uheilgen annt, 1609. dich lassen. chkeit der uß Rauch ein Fels, n. Was zen, was wird als vergehn. lach dem wir un⸗ nur ein bald der id dieser gt keiner, . ht Kunst rden hin⸗ uterscheid. Schlösser die Welt ein enges wird zer⸗ id Fleiß Schweiß schen hier den Tod lles stirbt rbt. ein Scher⸗ heimlich zensangst 8, womit wirst du nicht in verfällt? Sterben und Begräbnis. 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unver⸗ gänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Zepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch edler Stein. 7. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt, 8. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indessen wird die Bahre uns vor die Tür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Ge⸗ schenke den Augenblick nur dein. Was du zuvor ge⸗ nossen, ist als ein Strom verflossen; was künftig,— wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre samt falscher Kunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit ver⸗ treibet, der einzig ewig machen kann. 281 12. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort be⸗ stehen und nimmermehr ver⸗ gehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius, 1616—1664. Mel.: Schwing dich auf zu 55 deinem antt Kampf Einen guten 8 425. E hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat so gnädiglich meine Not gedämpfet, daß ich meines ebens Lauf s 9193 vollendet und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt in des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden, bösen Welt jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden, denn sein Tod ist mein Gewinn und mein Trost sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Hingang, den ich tu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch endlich wieder. Heinrich Albert, 1604—1651. 282 Sterben und Begräbnis. Eigene Melodie. 426. Es ist genug! Mein matter Sinn sehnt sich dahin, wo meine Väter schlafen. Ich habe endlich guten Fug; es ist genug, ich muß mir Ruh verschaffen. 2. Ich bin ermüdt, ich hab geführt des Tages Bürd, es muß einst Abend werden. Er⸗ lös mich, Herr, spann aus den Pflug, es ist genug! Nimm von mir die Beschwerden. 3. Die große Last hat mich gedrückt, ja fast erstickt so manche lange Jahre. Ach laß mich finden, was ich such! Es ist genug, ist Zeit, daß ich heimfahre. 4. Nun gute Nacht, ihr meine Freund, ihr meine Feind, ihr Guten und ihr Bösen, euch folgt die Treue für Betrug. Es ist genug, mein Gott will mich auflösen. 5. So nimm nun hin, Herr, meine Seel, die ich befehl in deine Händ und Pflege; schreib sie ein in das Lebensbuch! Es ist genug, ich will mich schlafen legen. 6. Nicht besser soll es mir ergehn, als wie geschehn den Vätern, die erworben durch ihren Tod des Lebens Gruch. Es ist genug, es sei also gestorben. Unbekannt. Eigene Melodie. 427 Es ist genug! So 53 nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das allgemächlich reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich tränet: Es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast har erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von Gotte trennet, was täglich im Gewissen brennet, des ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich netze manche Nacht die harte Lagerstatt mit Tränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt, ich fahr ins Himmels Haus; ich fahre sicher hin im Frieden, mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug. Franz Joachim Burmeister, 4 1688. 4²⁸ vergi dich! ruft Aus sollst die k die il 2 geruf Gott, Kreu, hülf sehnt dem habei sich e 3 Roser spitzer Chris Angst Meer ungef allhie voller 4 und K und unsre keinen Angst sind 1 wir g Jameu 5. herleu von Kumn findt ind, das befreie ich nach ertäglich tränet: lug des )drückt; fa mit ast gar Wohmt lich mich t, was brennet, ug des fast den )t. Wie hart ist manche agerstatt ing, wie sehnen? venn nur rkennet arre sein l, bis er ser meine „ zurücke get: Es Herr, o spanne in Jesus Nacht, o Himmels cher hin großer Irnieden. er, 4 1688. —— Sterben und Begräbnis. 283 Eigene Melodie. 428* ereu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal. Aus Trübsal und großem Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr jemals gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornen⸗ spitzen gar, also auch die Christen gehen durch viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unser Tag; gleich wenn wir geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh findt sich an allem End. Unsre Tränen sind das Brot, so wir essen früh und spät; wenn die Sonn nicht mehr tut scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; ach, sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen auf dem bittern Todes⸗ gang; durch dein Wunden will ich ziehen ins himmlische Vaterland. In das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch gar verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Ver⸗ stand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmels⸗ pfort; du wirst mich in Gnad regieren, auf der rechten Bahn heimführen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele wohl be⸗ wahren wie einst Lazarum im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß und erfülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden, und sie beid vereinigt werden. 284 Sterben und Begräbnis. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren, in Ewigkeit trium⸗ phieren. Unbekannt, um 1615. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. zeht nun hin und 429. Ggunmenrah denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir winkt die süße Ruh von den Engeln droben zu. ö 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, meinen Lanf 908 ich vollendet; lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Tale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß: es doch wie Sand her weh wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht, denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr ver⸗ schwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eiteln Schein; droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu put, 9. Weint nicht! Mein Er⸗ löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! Ernst Moritz Arndt, 1769-1860. Mel.: Vater unser im Himmelreich. err Jesu Christ, 430. 9 wahr Mensch und Gott, der du littst Marter Angst und Spott, für mi am Kreuz auch endlich starbst ilf z Chrif meine miche kürz! 4. mir! stets die mit eurer reis in hin zu ihr ver⸗ Trauern hr lieben on oben ja des eint nicht 1; droben daß nun Welt den iß ich aus aus dem Schemen, aus dem zand des Mein Heiland ich habe uwarmen raus einst 19 der Mein Er⸗ m finstern mpor die und der laube, und cht: Kind nicht! 1769—1860. immelreich. u Christ, tensch und t Marter für mich ich starbst Sterben und Begräbnis. 285 und mir des Vaters Huld er⸗ warbst, ich bitt durchs bittre Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, mir alle Menschen⸗ hilf zerrinnt, so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammertal; ver⸗ kürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ; der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis kommt der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, dann im Gericht mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6.„Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich.“ Dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach Herr, vergib all. unsre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dem Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, 1511—1569. Eigene Melodie. erzlich tut mich 431. verlangen nach einem Di End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend; ich hab Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vorm Tod, dem Fluch der Sünd? Weil ich auf dich tu bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch er⸗ geben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des Len ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 286 4. Der Leib zwar in der Erden zu Staub und Asche kehrt, doch auferweckt soll werden, durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmels Freud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte; es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, dern Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. 7. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Be⸗ ständig bleibt im Glauben! Wir werdn, in kurzer Zeit einander wiederschauen dort in der Ewigkeit. 8. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gib mir ein selig Ende, send mir dein Engelein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. Sterben und Begräbnis. 9. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glau⸗ ben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, 1563—1621. Mel.: Herzlich tut mich verlaͤngen. 432.* Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich bis zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem meinen meist i 9.— der Tr komm, mein 5 will. ja nicht err Fesu in Glau⸗ zu aller lich mir nich halt ich mög ttlob, es 563—1621. verlangen. ein Gast den und and, der Tden, da hier reis dort in Gottes hließt all u ganzes ugend an gewesen? en kann, Morgen, acht mit Sorgen Icht. f meinen Sturm ler, Wind ir manch rfolgung, ob ichs ldt, hab iden und in lieben Fuß und h täglich an gutem Sterben und Begräbnis. Rat; wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft ihr armes Herz! 5. Ich hahe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durch⸗ gangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Eitelkeit. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges 287 Ende an meiner Wander⸗ schaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 1I1. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Tun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 16071676. Eigene Melodie. Ich bin ja, Herr, 433. V in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammertal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich terben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 288 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit 110— und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht; tust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hitz, ohn Kraft und Zier, mit höchster Herzensangst befallen; Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden wie ein Grab; doch kränkt die Sünde mich vor allen; des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton, ich sehe den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gesetzes Fluch mich Sündenkind hinab zur Höllen, da, wo man ewig, ewig: Leid, Qual, Jammer, Angst und Wehe schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn; wir werden ewig nicht entgehn, 910 einmal uns der Hölle achen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? Sterben und Begräbnis. 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe bloß esündigt dir, dir, der du issetat vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich dein teures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorn⸗ Hericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gibest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hier lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach, 1605—1659. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. * Qch habe Lust zu 434. J scheiden, mein Sinn geht aus der Welt; ich sehne mich mit Freuden nach Zions Friedenszelt. Doch weil die Abschiedsstunde hie⸗ nieden keiner kennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament. 4+ rühr, Schm Jesun 5 Träne Van; ick sonst Wenn tragt so bin aller 6.( die ih euch he Gott, Drum Segen schehn, Wegen 7. 8 mein damit hat nicht habe bloß „der du Was zessen an, ben kann, was du, ehme das, ich weiß, bin. ein teures nit deinem ünde nicht ont denn icht und das Zorn⸗ tte deines gibest du und hast vandt? ich weiß du lässest Teil, zu den sitzen. Nacht und Höll oder donnern eweil ich jetzt kann sein. 1605—1659. verlangen. e Lust zu hen, mein Welt; ich uden nach „ o ude mein + Sterben und Begräbnis. 2. Gott Vater, meine Seele bescheid ich deiner Hand; führ sie aus dieser Höhle ins rechte Vaterland. Du hast sie mir gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach, nimm du meine Sünden als ein Vermächtnis an; wirf sie in deine Wunden, ins rote Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; zieh ich des Todes Pfade, so sieh auf mich zurück; ach seufz in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Tränen von meinen Wangen Van; ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Abrams Schoß, so bin ich voller Freuden und aller Tränen los. 6., Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, —euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, es wird gewiß ge⸗ schehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, —8 289 du mir zugebracht. Mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn dieses sagt mein Glaube: Er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende; so geh ich freudig hin und weiß, das ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. Ich hab mich Gott 435. V ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr be⸗ laden, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und mein blasser Leib vermacht, Gnaden fahr ich mit Freud damit dir wieder werde, was dahin. 19 290 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzu⸗ mal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port noch heute nehmt ja fleißig in acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! Johann Siegfried, 1564—1637. Mel.: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 3* Otch sterbe täglich, 436. und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach, wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte chluß, daß ich zu Erde werden muß. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. Sterben und Begräbnis. 5. Es kann vor Abend anders werden als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Toten⸗ bahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Tränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlassnen Schrein 28 deinen Trost erhörlich ein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; ver⸗ kürze mir des Todes Schmer⸗ zen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Ab⸗ schied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, 1672—1737. wenn geme 3 in d sich s⸗ sie u Leber nur Not r Abend es am var; den uf Erden, 1Toten⸗ Schritt ist Würmer Schlag , wenn eisammen hließ in chließ in ein, daß, u Boden an Jesu ich kein »nn Auge, schleußt; gesunden befehl dir Tschließen so schreie Meinen segne du un lauter egnen, o dich und 1Schrein erhörlich der letzte o schließe auf; ver⸗ Schmer⸗ ) zu dir nein Ab⸗ var eilig, 167²2—1737. Sterben und Begräbnis. 291 Mel.: Vater unser im Himmelreich. In Christi Wunden 437. J schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du Inorg mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Fesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber, 1511—1569. Eigene Melodie. Machs mit mir, 438. 9 Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden; was ich dich bitt, ver⸗ sag mir nicht: Wenn sich mein Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut da End. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mich nicht verderben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben, ver⸗ lassen meine liehen Freund, dies mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; bei dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl Huchn bekleidt mit Christi Unschuld rein wie eine Braut dn dand Gehab dich wohl, du gnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. Johann Hermann Schein, 1586—1630. Mel.: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 439. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich 5. selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume kann ja leicht verblühn; drum mache mich nur stets bereit, hier in der Zeit zur Ewigkeitl 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, wenn sonst ein andrer sanfte fällt; doch wie du willst, gib, nur ein Tränental, Angst, daß dabei mein End in dir Not und Trübsal überall. nur selig sei. 19²⁵ 292 Sterben und 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt; doch, wenn ich dieses nur ererbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich jede Stelle ein, die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wann ich ja sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; und hab ich den am Grabe hier, so gilt mirs gleich und geht mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. 440 2 Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hilfe tu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine! Es jammert dein Barmherzig⸗ keit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Begräbnis. heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Gluti Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben; wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr C deit alleine! Ver⸗ gossen ist dein teures Blut/ das gnug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barm⸗ herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! Dr. Martin Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. Welt, ich muß 441. O dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Ge⸗ winn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat be⸗ trogen die Welt, von Gott E durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 6. Kner zu ihm Lebe ebe. Verd — 7 sterb erber berei mehr mich sich 08. hinn besin hern kehre begel auch 9 hand und auf mit Sach geben heiliger r barm⸗ u ewiger entfallen laubens h unser! 1483—1546. 1——— ich muß issen, ich aßen ins kein Geist azu mein 9 in ist nun das Leben mein Ge⸗ ist auf muß mir ind Freud ch hat be⸗ von Gott hand und doch nicht it Glauben iein Sünd Sterben und Begräbnis. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. Wir sind unnütze Knechte, mein Tun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs eben und nicht nach meim Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich er⸗ erben, wie bereit; hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod tut mich vertreiben, mein Seel sich von dem Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, tu dich besinnen, denn du mußt auch hernach; tu dich zu Gott be⸗ kehren und von en Gnad begehren; im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vor⸗ handen, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. er mirs hat 293 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen. Meins Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. Johann Hesse, 1490—1517. Eigene Melodie. — 442 Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Be⸗ gier; da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut. Laß mich selig abscheiden, setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröh⸗ lich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast Dirn n zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmels Schloß, der ist ewig genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 294 Sterben und 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel fein ——0 ins schöne Bündelein er, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger, 1562—1627. Eigene Melodie. enn mein Stünd⸗ 443. Wẽé lein vorhanden ist und soll hinfahrn mein Straße, so gleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein Gwissen wird mich nagen; denn ihr sind viel wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken, Herr, an deinen Tod und deine heilgen Wunden rot; die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich un⸗ geschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er⸗ Begräbnis. denn wo du bist, da komm 00 hin, daß ich stets bei dir le und bin; drum fahr ich hin mit Freuden! 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, mein Arm tu ich aus⸗ strecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelstür auftun, mich führn zum ewgen Leben. Nikolaus Herman, 1561. Eigene Melodie. * er weiß, wie 444. Wé nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods⸗ furcht kann sie vertreiben; sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt ꝛc. 5. dein diese mir die Meit 6 mein dien mich gibt Meir 7. und recht ich und Meir 8. Jesu Leber Hand Mein Mein 9. zogen heilge daher Kind Gott, 10. gegeff getru meine bleib Mein 11. heut o mirs und b mit N schmüt mm i dir 10 ich hin zu Jesu ich aus⸗ ein und ha kann Jesus hn, der auftun, Leben. „+ 1561. iß, wie je mir zeht die od. Ach behende odesnot! 1 durch nur mit cht leicht es am r; denn Erden, Sgefahr. 2c. ich stets id, wenn nuß, die n senken naemeine h bitt ꝛc. eit mein ich bereit age frisch err, wie mit mir! 2c. Sterben und Begräbnis. 295 5. Mach mir stets süße deinen Himmel und bitter diese eitle Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt ꝛc. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Ver⸗ dienste Jesu zu, darein ich mich fest gläubig winde; das gibt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab ich mick recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite und sagt. Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt ꝛc. 9. Ich habe Jesum ange— zogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. ein Gott, ich bitt ꝛe. 10. Ich habe Jesu SPie gegessen, ich hab sein Blut 12. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz ge⸗ wiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Amilie Juliane Gräfin v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 16371706. Mel.: Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. 445. W᷑i fleucht dahin 2 der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ebwigkeit! Wie wenig denken an die Stund von Herzens⸗ grund, wie schweigt hiervon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, blei⸗ best mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. getrunken hier, nun kannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausge⸗ schmückt. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn, gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag! 5. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten u, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 296 6. Weg Eitelkeit, der Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich! Joachim Neander, 1650—1680. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. Niie wird mir 446. Wé dann, mein Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschlafen werde! Dann, Seele, wirst du, ganz be⸗ freit von Sünde und von Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu dich innig, stärke, tröste dich, erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem Sterben und Begräbnis. Toren bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Tränen, nach dem Sehnen dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun meine Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! Ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu er⸗ geben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir, daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen. Casseler Gesangbuch v. 1770. 44⁴ (wer doch allei Tag Rech erhe. Soh und 2. woll mein gut und sage. sollß an bis 3. mein noch in u sie r Vate ist d ein“ in a 4 meir ihn an s solle weh, Gott liebe bei reich — dir ich; zum dich der m. Hier lach den Sehnen und auf ich weiß die mich, ge bricht, sammelt. nich ihre Flehen iein Lob Mach hle meine en. Laß ut enden! d meiner vielleicht „an dem Tt. Bin Ziel noch Leben dir nein Leib nir, Herr, en zu er⸗ oben dich en. nir dann, n, wenn 3 erfreun, werde? von Sünd genoß der mehr ein Preis dir, in Leiden n stehen! erhöhen. buch v. 1770. — Sterben und Begräbnis. 297 Beim Tode von Kindern. Mel.: Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 447. Du bist zwar mein und bleibest mein (wer will mir anders sagen?); doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Welt⸗ gut williglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir! Du sollst sein meines Hauses Zier, an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: Willkomm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht, die Unsrigen zu zieren; wir gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, selgen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. Wie manches junge, fromme Blut wird jämmerlich verführet durch bös Exempel, daß es tut, was Christen nicht gebühret. Da hats denn Gottes Zorn zum Lohn, auf Erden nichts als Spott und Hohn; der Vater muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle Sterben und Begräbnis. Weisheit aus dem Grund und dürft nicht klagen, mit Freude redt von solchen Dingen, die unser keiner noch Wn weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht aus⸗ studieren werden. 10. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den auch du ge— heiligt bist, ich weiß, ich würde müfsen vor Freude Tränen gießen. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier! Nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! Nein, sondern: Komm, du Wagen Eliä, hole mich geschwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen. 12. Nun sei es ja und bleib also, ich will dich nicht beweinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; hie leb und bleib nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, 16071676. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. ottlob, die Stund 44⁴8. G ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in. diesem Tränental. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie öfters wird ver⸗ führet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll⸗ List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir tun kein Leid; denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen. ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz; doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott tut, hochachtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 5 7. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann; nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er tut, ist wohlgetan. 8. finde Sünd und Händ 536 freuer reuen Wohl 10 sich i 10. Was ist 0 viel Nun, wahre uns 1 Mel.: 449 irdisch ird mir wigkeit. sterben, n, mein Freud. Seinen, einen in. n schnell schnell schönen ird ver⸗ 1—0 tschaffne zelt voll. heimlich ag und e stellen, t fällen, in Leid; erletzen, rd setzen. ommner ich euch von euch er Herz; etrachtet chachtet, rn aller: Stunden, Vunden, nichts das er was er⸗ IIe e————————— Sterben und Begräbnis. 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergibt. 10. Ade, nun seid Dranet Was euch jetzund begegnet, ist andern auch geschehn; viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch be⸗ wahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Johann Heermann, 1585—1647. Mel.: O Gott, du frommer Gott. Ihr Eltern, gute 449. V Nacht! Nun ahr es an ein Scheiden; ich fahr zu Jesu hin in seine Himmels⸗ freuden, zu Jesu, welcher mich in Ewigkeit anlacht. Ach, weinet, weinet nicht! Ihr Eltern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen. Wißt, daß die Seele ist zur Himmels⸗ ruh gebracht. Ach, weinet ꝛc. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach, weinet ꝛc. 299 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach, weinet ꝛc. 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst⸗ und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wieder⸗ um erwacht. Ach, weinet ꝛc. Gotthard Schuster, 1673—1761. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. II enn kleine Him⸗ 450. W melserben in ihrer Unschuld sterben, so— büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu 11 entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe, 16881758. Mel.: Es ist genug! So nimm, ö Herr, meinen Geist. ieh hin, mein Kind, 451. 3 denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein 300 Zukunft Christi, Auferstehung, Tod betrübet mich; doch weil Angsten schweben, dort kannst es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste Zieh hin, mein Kind! 2. Zieh hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir, jetzt wieder fortzuziehn. Zieh hin, Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen. Zieh hin, mein Kind! 3. Zieh hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in sagen: du ewig fröhlich leben. Zieh hin, mein Kind! 4. Zieh hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh denn das Ungemach mit Haufen sicheinstellt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zieh hin, mein Kind! 5. Zieh hin, mein Kind! Die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zieh hin, mein Kind! Gottfried Hoffmann, 1658—1712. II. Zukunft Christi, Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort. Frhöhter Jesu, 45⁵². E Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher einge⸗ nommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit in großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, 1051 dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmacht⸗ voller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare, große Heer der Toten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu— beseelt nun alle auf, und keiner fehlt. 4. deine verdi Tat den Pein führf Lebei noch, der( 5. Tag dann Heilc mit? mit ganz Sün! wacke klein 6 ewig Wor laß 1 mals dich, Himi Kraft in de deine Chr Mel.. 45 eurer Aben finstr hat Bräu betet, bald ort kannst sen. Zieh in Kind! ch, sobald eilest fort, mach mit Wer lange eide; wer bald zur ein Kind! ein Kind! schon auf eist. Du ttes lieber ie Krone die Seele hast im n. Zieh 1658—1712. ericht uWolken ngel Heer schon dir sieht die dazu dich höht. dein Ruf allmacht⸗ ind schafft luf deinen ind Meer oße Heer ben. Sie err, neu⸗ auf, und Gericht und 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner Tat zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, daß du der Erden Richter bist? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde, daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig wert, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Nie— mals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch teil an deiner Seligkeit. Christian Samuel Ulber, 1714—1776. Mel.: Valet will ich dir geben. Ermuntert euch, ihr 453. E Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht! ewiges Leben. 301 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel; die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm in Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Tür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit! 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlingsschein verheißt Er⸗ quickungszeiten; die Abend— röte zeigt den schönen Tag von weiten, davor das Dunkel weicht. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer klug ist, der ist wach; Gott kommt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach an allen, die nicht wachen und die des Tieres Bild anbeten samt dem Drachen; drum auf, der Löwe brüllt! 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun. vertraut. 302 Zukunft Christi, Auferstehung, 7. Die ihr Geduld getragen und mitgestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit⸗ leben und regieren und vor des Lammes Whiere mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 8. Hier sind die Sieges⸗ palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizen⸗ halmen in Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod denden⸗ hier schenkt man Freuden⸗ wein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden, hier ist der sichre Port, hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl, hier soll 115 niederlassen die Braut m Freudensaal. 10. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf; geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Er⸗ lösungszeit! Laurentius Laurenti, 1660—1722. Eigene Melodie. Es ist gewißlich an 45⁵4. E der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Frommen. Da wird das Lachen werden teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende; darauf bald werden Bend die Toten gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, wenn er wird hören neue Mär, daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird da gelesen bald, darinnen steht geschrieben, wie Gott will richten jung und alt, nichts soll verborgen bleiben. Da wird ein jeder seinen Lohn empfahen, wie er hat getan in seinem ganzen Leben. 4. Hilf, heilige Dreifaltig⸗ keit, daß mein Nam werd alrert im Buch des Lebens allezeit! An meiner letzten Stunde weich nicht von mir, Herr Jesu Christ, der du allzeit mein Helfer bist, du wollst von mir nicht scheiden! 5. Was werd ich armer Sünder dann vor deinem Richtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech han, der mein Sach wird austragen? Das wirst du tun, Herr Jesu Christ, dieweil daß du gekommen bist, all Sünder zu erlösen. 6. Wenn ich, Herr, meine Sünd bedenk, mein Augen die tun weinen; wenn ich die ewge Freud bedenk, mein Herz das tut sich freuen. n werden d vergehn us davon jird man r Welten d werden Dten gar der Tod in er wird daß alles wird da men steht Bott will It, nichts ben. Da ien Lohn hat getan eben. Dreifaltig⸗ am werd es Lebens er letzten von mir, der du bist, du t Warmer ich armer deinem Was werd han, der Ustragen? m, Herr Idaß du (Sünder rr, meine un Augen wenn ich enk, mein h freuen. Gericht und ewiges Leben. 303 Herr, hilf, daß ich dein An⸗ 3. So kommet denn, ihr esicht mög sehn mit meiner matten Seelen, die manche ugen Licht dort in dem Last und Bürde drückt; eilt, ewgen Leben! ö eilt aus euren Kummerhöhlen, 7. Herr Jesu Christ, du geht nicht mehr traurig und machst es lang mit diesen gehückt! Ihr habt des Tages bösen Tagen. Den Leuten Last getragen, dafür läßt euch wird auf Erden bang, laß der Heiland sagen: Ich selbst sie doch nicht verzagen; send will eure Ruhstatt sein. Ihr ihnen deinen heilgen Geist,‚ seid sein Volk, gezeugt von der sie leit in das Himmel⸗ oben; ob Sünde, Welt und reich durch Jesum Christum! Teufel toben, seid nur getrost Amen. und gehet ein! Nach dem lateinischen Dies irae. 4. Was mag wohl einen —.— Kranken laben und einen Mel.: Wie wohl ist mir, müden Wandersmann? Wo o Freund ist 4930 r 2 95 aruhe zin Es ist noch eine und sanfte darau ruhen kann, 455⁵. E Ruh vorhanden; wenn dieser sich darf nieder⸗ auf, müdes Herz, und werde setzen, an einem frischen Trunk licht! Du seufzest hier in ergetzen, wie sind sie beide so deinen Banden, und deine pergnügt! Doch dies sind Sonne scheinet nicht; sieh kurze Ruhestunden; es ist auf das Lamm, das dich mit noch eine Ruh erfunden, da Freuden dort wird vor seinem man auf ewig stille liegt. Stuhle weiden; wirf hin die 5. Da wird man Freuden⸗ Last und eil herzu! Bald ist garben bringen, denn unsre der heiße Kampf geendet, bald, Tränensaat ist aus. O, welch bald der saure Lauf vollendet, ein Jubel wird erklingen und so gehst du ein zu deiner Ruh. süßer Ton im Vaterhaus! 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ Schmerz, Seufzen, Leid, Tod erkoren, die Ruhe, die kein und dergleichen wird müssen Ende nimmt. Es hat, da noch fliehn und von uns weichen. kein Mensch geboren, die Liebe Wir werden auch das Lamm sie uns schon bestimmt. Das dort sehn; es wird beim Gotteslamm wollt darum Brünnlein uns erfrischen, die sterben, uns diese Ruhe zu Tränen von den Augen erwerben; es ruft, es locket wischen; wer weiß, was sonst weit und breit: Ihr müden noch soll geschehn? Seelen und ihr frommen, ver⸗ 6. Kein Durst noch Hunger säumet nicht, heut einzukommen wird uns schwächen, denn die zu meiner Ruhe Lieblichkeit. Erquickungszeit ist da; die . 30⁴ Zukunft Christi, Auferstehung, 3. Umsonst sucht nun der stechen, das Lamm ist seinem Sünder vor deiner Macht zu Volke nah, es will selbst fliehn. Herr, alle Menschen⸗ Sonne wird uns nicht mehr über ihnen wohnen und ihre kinder wirst du zur Rechnung Treue wohl belohnen mit ziehn. Du rufst, und sie er⸗ Licht und Trost, mit Ehr scheinen vor deinem Richter⸗ und Preis; es werden die thron; den Sündern und den Gebeine grünen; der große Deinen gibst du gerechten Sabbat ist erschienen, da man Lohn. von keiner Arbeit weiß. 4. Frohlockend sehn die 7. Da ruhen wir und sind Frommen dein göttlich An⸗ im Frieden und leben ewig gesicht; schon hier dem Fluch sorgenlos. Ach, fasset dieses entnommen, zagt ihre Seele Wort, ihr Müden, legt euch nicht. Nun triumphiert ihr dem Lamm in seinen Schoß! Hoffen; erlöst von aller Müh, Ach, Flügel her, wir müssen sehn sie den Himmel offen, eilen und uns nicht länger und du, Herr, segnest sie. hier verweilen, dort wartet 5. Wie angstvoll aber beben, schon die frohe Schar. Fort, die hier dein Wort verhöhnt fort, mein Geist, zum Jubi⸗ und durch ein fleischlich Leben lieren, begürte dich zum das eitle Herz verwöhnt. Du Triumphieren! Auf, auf, es gibst der Sünde Knechten kommt das Ruhejahr. ihr Teil in ewger Pein und Johann Sigismund Kunth,‚ 1700—1779. führest die Gerechten 3u deiner Freude ein. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte 456 Ich denk an dein mir stets vor Augen sein, und Gerichte, du drücke sein Gewichte in mein Richter aller Welt; der Tor Gewissen ein! Laß fromm nennts ein Gedichte, das vor dir mich wandeln und Schwachen nur gefällt. Mich hier zu aller Zeit so wie ein soll sein Wahn nicht stören, Weiser handeln, der seinen weil mich dein göttlich Licht Richter scheut! und mein Gewissen lehren, 7. Ist dann dein Tag vor⸗ du haltest ein Gericht. handen, wird diese Welt ver⸗ 2. Ich höre die Posaunen, gehn, so werd ich nicht mit o Herr, im Geiste schon; ich Schanden vor deinem Thron sehe mit Erstaunen dich auf bestehn. Du stellst mich dann dem Richterthron, um den die zur Rechten, von aller Schuld heilge Menge erhabner Engel befreit, führst mich mit deinen steht. Welch herrliches Ge⸗ Knechten in deine Herrlichkeit. pränge, welch hohe Majestät! Casseler Gesangbuch v. 1770. nun der Macht zu Nenschen— Rechnung id sie er⸗ Richter⸗ und den gerechten sehn die tlich An⸗ em Fluch hre Seele hiert ihr ller Müh, nel offen, es sie. ber beben, verhöhnt lich Leben öhnt. Du Knechten Pein und zu deiner n Gerichte sein, und e in mein iß fromm deln und o wie ein her seinen Tag vor⸗ Welt ver⸗ nicht mit em Thron mich dann ler Schuld mit deinen Herrlichkeit. buch v. 1770. ——— Gericht und Mel.: Was Gott tut, das ist wohlgetan. Ich freue mich der 457. V frohen Zeit, da ich werd auferstehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit dich, Gott mein Heiland, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ewgen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran die Stunde der Erlösung, die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, da Engeln Rune im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ebwigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich gläube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tod nicht ewig bleibe. Auch werd ich nicht vor dein Ge— richt wie die, die dich ver⸗ schmähten, mit Angst und Schrecken treten. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten! Peter Busch 1682—H1744. Eigene Melodie. Lerusalem, du 458. V hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz 30⁵ so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Tale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner 10 und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an⸗ lände in jenem Vaterland! 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie ver⸗ läßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Eliä Wagen mit heilger Engelschar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, tu auf die Gnadenpfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach ewiges Leben. dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Tränenland. 2⁰ 306 6. Propheten groß und Pa⸗ triarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, in Klarheit hell umgeben, mit sonnen⸗ lichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Ho⸗ sianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit In⸗ strumenten schön, auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsheer. Johann Matthäus Meyfart, 1590—1642. 459. Mein ganzer Geist, Gott, wird ent⸗ zückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet, wo deine milde Vater⸗ hand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. Zukunft Christi, Auferstehung, 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Tränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst alles neu, das alte ist vergangen. Hin⸗ fort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. In unsers Gottes Heiligtum schallt seines Na— mens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn, hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier wird sie neu besungen. Völlig gibt sich den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie auf ewig frei von aller Müh und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feind⸗ liches Gemüte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. Freu die di aufge 8 Welt vorbe sie er der H Stät. sieen miche so le ich di Joha nach 460 o Se Seele Ende! Zeit, Freuden egen jene 1 bei dir ellst uns war viel 6 Den npfinden; bei den Leiden nur ist da mehr t wischest on deiner ist kein rei; denn lles neu, en. Hin⸗ gerechten Plagen ertragen. Gottes ines Na⸗ on lauter er strahlt errn, hier cht mehr )sie neu gibt sich trösten, sie hier Antlitz wig frei schmecken stört den und ihre in feind⸗ in Neid, ie Triebe eelen, die fehlen. Gericht und 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find 307 Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz er⸗ schrocknes Herz erbebt, daß mir ewiges Leben. ich ewig wieder. Dort sammelt die Zung am Gaumen klebt. deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmels⸗ höhen; da werd ich dich, Herr Jesu Christ, so menschen⸗ freundlich als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. Johann Samuel Diterich, 1721—1797, nach Ahasverus Fritsch, 1629—1701. Eigene Melodie. OEwigkeit, du 460. O Donnerwort, Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja, wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang; hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen! Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein be⸗ stellt! Ach, nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben! Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag? 20³ 308 Zukunft Christi, Auferstehung, 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist, 16071667. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 461. Selig sind des Himmels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung ein⸗ geweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todes⸗ schlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblich⸗ keit. In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre, sei dir, Ver⸗ söhner Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab, wischt unsre Tränen ab, alle Tränen. Er hats vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr, das Alt ist nun nicht mehr. Halleluja! Er sank hinab wie wir ins Grab; er gingzu Gott, wir folgen ihm. Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724—1803. Eigene Melodie. nter Lilien jener 462. Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende, Jesu Hände öffnen schon das Perlentor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Sera⸗ phinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiff⸗ leins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht ent⸗ rücket sein! 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich noch in diesen Wüsten länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nicht rauben, Glauben, der durch alles dringt! Nach dir sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. lach dem nun bist gegangen, en, nicht inen wir tist nun ujal Er us Grab; gen ihm. k, 1724—1803. —— ien jener sollst du inge dich dler fleug de öffnen ö hen, laßt n Haufen es Thron er Sera⸗ enen mit ton. er Bruder, es Schiff⸗ nin den n zu den urcht ent⸗ mir am es Leben, sich hält. n diesen n? Nein, 8zelt. d, laß den t rauben, rch alles sehnt sich Höhle, bis schwingt. Gericht und 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Türen träumend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darnieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! Johann Ludwig Konrad Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1693, gest. zu Halle 1773. Eigene Melodie. *WMachet auf, ruft 463. Wuns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl⸗ auf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujal Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. Zion hört die Wächter singen, das Herz tut ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel bon 28 von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr ewiges Leben. 309 Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engel⸗ zungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön! Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je ge⸗ spürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halle⸗ luja für und für. Philipp Nicolai, 1556—1608. Mel.: Unser Herrscher, unser König. 46⁴ er sind die vor 464. Wẽ Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzet gleich den Sternen klar; Halleluja nen⸗ all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind Ssnd) hingestrecket in den cher Ean 1. a i welcher Krieg hat gezeuge diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angetan mit weißem Kleide, das zerreibet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 310 gekämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, nicht gefolgt des Satans Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel gelitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hoch— gelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht, sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets er⸗ schienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nun stehn alle sie herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, so hat ihre Seel geächzet nach dem rechten Lebensquell; nun ihr Durst estillet ist, da sie sind bei Jesu Christ. 9. Auf dem Zionsberg sie weidet Gottes Lamm, die Lebenssonn, mitten in den Stuhl sie leitet zu dem rechten Zukunft Christi, 4. Es sind die, die wohl Auferstehung ꝛc. Lebensbronn; Hirt und Lamm, das ewge Gut, lieblich sie er⸗ quicken tut. 10. Ach Herr Jesu, meine Hände ich zu dir nun strecke aus; im Gebet mich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit! 11. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Teufel, Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr mein Fels, mein treuer Gott! 12. Gib, daß ich sei neu geboren, an dir als ein grünes Reis wachse und sei auserkoren, durch dein Blut gewaschen weiß, meine Klei⸗ der halte rein, meide allen falschen Schein; 13. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind und aus großer Trübsal kommen. Hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 14. O wie groß wird sein die Wonne, wenn wir werden allermeist schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinrich Theobald Schenck, 4 1727. (Hessischer Dichter.) SSSSIIIIIIrrrrrrrrrrrrrr —— mein uns nd Lamm, lich sie er⸗ su, meine uun strecke ch zu dir in deinem rden steh Herr, die leisch und I, Sünde, mich nicht wenn ein lt. Führe r, Herr uer Gott! ch sei neu als ein e und sei dein Blut eine Klei⸗ eide allen eil sei bei che, Herr, und aus men. Hilf, wind alle Tod, bis m Gott. wird sein bir werden auf dem ter, Sohn 1 Amen, Dank und henck, 4 1727. gter.) 311 G. Anhang geistlicher Lieder zum Gebrauch bei freien Versammlungen und auch bei ö Nebengottesdiensten. Eigene Melodie. die reine Magd; aus Gottes 465. Der Tag, der ist ewgem Rat hat sie ein Kind so freudenreich aller Kreature; denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jung⸗ frau ist geborn. Maria, du bist auserkorn, daß du Mut⸗ ter wärest. Was geschah so wundergleich? Gottes Sohn vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein, so löbe— lich, ist uns geboren Dent von einer Jungfrau säuberlich zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle! 15. Jahrhundert. Eigene Melodie. 466. Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen; von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt, hat uns gebracht alleine Marie, —— geboren wohl zu der halben Nacht. 3. Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß; mit seinem hellen Scheine ver⸗ treibts die Finsternis. Wahr Mensch und wahrer Gott hilft uns aus allen Leiden, rettet von Sünd und Tod. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammer⸗ tal laß dein Hilf uns geleiten hin in den Freudensaal, in deines Vaters Reich, da wir dich ewig loben; o Gott, uns das verleih! 467. 3u Bethlehem ge⸗ boren ist uns ein Kindelein, das hab ich auserkoren, sein eigen will ich sein. Ei ja, ei ja, sein eigen will ich sein. 2. In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schenken und alles, was ich hab. Ei ja, ei ja, und alles, was ich hab. 3. Aus ganzem, reinem Her⸗ zen möcht ich dich lieben, Herr, in Freuden und in Schmerzen je länger und je mehr. Ei ja, ei ja, je länger und je mehr. 15. Jahrhundert. 312 Anhang. 4. Die Gnade mir doch gebe, bitt ich aus Herzens⸗ rund, daß ich allein dir ebe, jetzt und zu aller Stund. Ei ja, ei ja, jetzt und zu aller Stund. Unbekannt. Eigene Melodie. Weihnachten. du fröhliche, o 468. O du selige, gna⸗ denbringende Rurent Earnt Welt ging verloren, Christ ist Garient Freue, freue dich, o Christenheit! s 2. O du fröhliche ꝛc., Christ ist erschienen uns zu versühnen. Freue ꝛc.: 3. O du fröhliche ꝛc., Himmlische Heere, jauchzen dir Ehre. Freue ꝛc.: Ostern. 1. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Oster⸗ zeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche 2c., [Tod ist bezwungen, Leben errungen: Freue ꝛc. ½3. O du sröhliche 2., 0 Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben! — —* * Freue ꝛc.: Pfingsten. 1. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingsten⸗ zeit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister! Freue, freue dich, o Christenheit!: * 2. O du sröhliche 2c., Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade! Freue ꝛc. 3. O du fröhliche ꝛc., Uns, die Erlösten, willst du Geist trösten! Freue, freue dich, o Christenheitl Johannes Daniel Falk, 1768—1826. * 5 Mel.: Herr und Altster deiner Kreuzgemeinde. * ines wünsch ich 469. E mir vor allem andern, eine Speise früh und spät, selig läßts im Tränen⸗ tal sich wandern, wenn dies eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hangend an des Kreuzes Stamm, wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf ge⸗ trachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. ——————.m iche 24., Gnade, eue ꝛc. liche 2c., n, willst ue, freue 1768—1826. er deiner ünsch ich or allem früh und Tränen⸗ henn dies mverrückt schauen, weiß und in Antlitz Kelch des mir vor rals ein so blutig „hangend imm, wie m meine zu seinem ind dann t, als er cht! laß mich Schuld ILs ich in n, trugest „ hattest Schaf ge⸗ es Hirten lit teurem luft von ———— Anhang. 313 4. Ich bin dein,— sprich du darauf dein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles tun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Abert Knapp, 17981864. Karfreitag. Eigene Melodie. 10 OTag, so schwar 470. O und trübe wnt düstre Mitternacht! O Tag, so warm von Liebe, wies keine Sonne macht! 2. Dich schwärzen finstre Taten, du brütest schweres Leid,— du zeigst den Herrn verraten, den Herrn der Herrlichkeit. 3. An grauenhafte Gründe führst du den scheuen Fuß, und ungeheure Sünde, das ist dein Morgengruß. 4. Und Liebe ohne Ende aus Gottes Vaterhaus, sie breitet hier die Hände am Kreuze segnend aus. 5. Verfolgt von blutgem Hassen, vergießt sie für die Welt— sie kanns, sie kanns nicht lassen— ihr Blut als Lösegeld. 6. O Tag, so schwarz und trübe, du zeugst von meiner Nacht; o Tag, so warm von Liebe, ich seh der Gnade Macht! Heinrich Möwes, 1793—1834. Eigene Melodie. stern, Ostern, 47¹. Olrrühlngsweheni Ostern, Ostern, Auferstehen aus der tiefen Grabesnacht, aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blü⸗ hen, Herzen sollen heimlich glühen, denn der Heiland ist erwacht. 2. Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten, der euch in den Abgrund zwang. Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen dringt hinan sein ewger Gang. Der im Grabe lag gebunden, hat den Satan überwunden, h und der lange Kerker bricht. Früh⸗ ling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, herrschen soll das ewge Licht. 4. Alle Schranken sind entriegelt, alle Hoffnung ist versiegelt) und beflügelt jedes Herz;: und es klagt bei keiner Leiche nimmermehr der kalte, bleiche, gottvergeßne Heidenschmerz. 5. Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwin⸗ den eilig,) seit im Grabe Jesus lag.: Jahre, Monden, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell ver⸗ schwunden! Und es scheint ein ewger Tag. Max von Schenkendorf, 1783—1817. 314 Eigene Melodie. uferstehn, ja auf⸗ 47½2. A erstehn, Wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halle— luja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, die in ihm starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudentränen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein, mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein dann, lebt ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724—1803. Eigene Melodie. e Das 473. D wie Gras, wie Blumen auf der Flur. So⸗ bald der Wind darüber geht, verschwindet ihre Spur. 2. Doch Gottes Gnade bleibt dem Frommen ewig stehn. Wer seinen Bund von Herzen hält, wird nimmer— mehr vergehn. Schottisches Kirchenlied. Mittler Leben welkt ö Anhang. Eigene Melodie. 47 4 Der beste Freund ist in dem Himmel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; mein Jesus stehet felsenfest. Wenn ich mich ganz verlassen finde, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Schmerz ers redlich meint, mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an; doch hier ist es nicht so gemeint, mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten; er sagt für meine Schulden gut. Er hat mir niemals was verneint; mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze gibet, mein Freund, der mein ist und ich sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hun krüt Hac und Jes Mel * 47 gold am Der und Wie Neb 2. stille Hül als ihr schla 3 39 zu und man trost Aug 4. kinde und Wir und komr 5. schar lichs uns werd Erde fröhl 27 reund ist Himmel, Freunde falschen edlichkeit um hab t: Mein Freund. leich dem in Jesus lich mich nich seine cht läßt. nerz ers Jesus ist ufet ihre meisten net dann steht die an; doch gemeint, Freund. lber für für mich teht mir er sagt gut. Er herneint; Freund. der mir Freund, in, mein zeständig 5 in das hab ichs ? Mein Freund. dir deine doch gar hätt ich ————— Anhang. 315 hunderttausend Feinde, so krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind, mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 475. Der Mond ist auf⸗ gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer ver⸗ schlafen und vergessen sollt! 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir ge⸗ trost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschen⸗ kinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergäng⸗ lichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! der weiße 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns ge⸗ nommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abend⸗ hauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius, 1740—1815. Eigene Melodie. 7 Der Pilger aus 476. D der Ferne zieht seiner Heimat zu; dort leuchten seine Sterne, dort sucht er seine Ruh. 2. Sein Sehnen geht hin⸗ über, der Leib fällt in das Grab; die Blumen wachsen drüber, die Blumen fallen ab. 3. In Königsstädten schim⸗ mert des Goldes reiche Pracht, und morgen sind zertrümmert die Städte und die Macht. 4. Die Ströme ziehn hin⸗ unter ins wogenreiche Meer; die Wellen gehn drin unter, man sieht sie nimmermehr. 5. Der Harfenton verklinget im stillen Windeswehn; der Tag, den er besinget, muß heute noch vergehn. 6. Der von dem Honig⸗ seime der Ewigkeit geschmeckt, der Pilger ist daheime nur, wenn das Grab ihn deckt. 316 7. Drum weckt ihn auch hienieden das Heimweh früh und spät; er sucht dort oben Aei wohin sein Sehnen geht. Christian Gottlob Barth, 1799—1862. Eigene Melodie. ö Die Nacht ist vor 477. D der Tür und liegt schon auf der Erden. Mein Jesu, tritt herfür und laß es lichte werden! Bei dir, o Jesu mein, ist lauter Sonnenschein. 2. Gib deinen Gnadenschein in mein verfinstert Herze. Laß in mir brennend sein die helle Glaubenskerze. Vertreib die Sündennacht, die mir viel Jammer macht. 3. Ich habe diesen Tag viel Eitelkeit getrieben, du hast den Überschlag gemacht und angeschrieben. Ich selber stelle mir die schwere Rech⸗ nung für. 4. Soll meine Sünde mir nun angeschrieben bleiben, so bitt ich, wollst du sie mit deinem Blute schreiben; denn diese Schrift allein schreibt keine Schulden ein. 5. Soll etwa meine Schuld wo angeschrieben stehen, da steht jetzt Gottes Huld, die kann mir nicht entgehen; dein heilig, teures Blut macht alle Rechnung gut. ö Anhang. Arbeit wieder. Denn du bist Tag und Nacht auf meinen Nutz bedacht. 7. Ich schlafe, wache du, schlaf in Jesu Namen. Sprich du zu meiner Ruh ein kräftig Ja und Amen! Und also setzt ich dich zum Wächter über mich. 8. Ich schließ die Augen zu, weil Jesus mich bewachet. Ich schlaf in—4 0 Ruh, bis mich das Licht anlachet. Mein Jesu, halte Wacht! Mein Jesu, gute Nacht! Unbekannt. Eigene Melodie. 478 Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ, die Sach, an der wir stehn, und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, be— vor es fruchtbar sproßt zum Licht empor, muß sterben in der Erde Schoß, zuvor vom eignen Wesen los, durch Sterben los, vom eignen Wesen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzugleich zum Teil am Leiden und am Reich; führ uns durch deines Todes Tor samt deiner Sach zum Licht 6. Wohlan, so leg ich mich empor, zum Licht empor, durch in deinem Namen nieder, und morgen ruf ich dich zu meiner Nacht zum Licht empor! Samuel Preiswerk, 1799—1871. in du bist uf meinen wache du, 1 Namen. iner Ruh id Amen! dich zum die Augen bewachet. Iter Ruh, t anlachet. e Wacht! Tacht! Unbekannt. die. h ist dein, zesu Christ, wir stehn, ine Sache untergehn. ukorn, be⸗ proßt zum sterben in zuvor vom 8, durch m eignen Jesu, unser thimmelan , der da die gleiche so nimm n Teil am teich; führ Todes Tor zum Licht npor, durch mpor! k, 1799—1871. Anhang. Mel.: Herr und Altster deiner Kreuzgemeinde. 7 Die wir uns all⸗ 479. D hier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage„Amen“ und zugleich: „Friede, Friede sei mit euch“! Christian Renatus Graf von Zinzendorf, 1727—17⁵² 2.—04. (Geh Melodie. 8 eh aus, mein Herz, 480. G und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben! Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben! 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Narzissen und die Tuli⸗ pan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völk⸗ leinaus, der Storch bautund be⸗ wohnt sein Haus, das Schwälb— lein ätzt die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 317 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schatten⸗ reichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen Gs vom Lustgeschrei der chaf und ihrer Hirten. 6. Ich selber kann und mag. nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus⸗ meinem Herzen rinnen. 7. Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden,— was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden! 8. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit um ihr Hallch Mut und Stimm ihr Halleluja singen! 9. O, wär ich da, o, stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen, so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit: tausend schönen Psalmen. 10. Doch will ich gleich⸗ wohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht ar stille schweigen; mein er soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort: zu deinem Lobe neigen. 318 11. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrucht erziehe! 12. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie. —481 Haure, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stür⸗ men, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewge Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Johann Friedrich Räder, 1815—1872. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. (Zweite Melodie.) 9* Gerz und Herz ver⸗ 482. 9 eint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh. Lasset eure Liebesflammen Anhang. lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder; er das Licht und wir der Schein; er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund! Schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund, und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Halleluja! Welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze Edat der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! 4. Ach du holder Freund, ver⸗ eine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja, verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der Tat erleuchtet ist! 5. Liebe, hast du es ge⸗ boten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann, wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 6. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser von Wo wo blüh aus, 2. ich mein Täle sonde imm 3 ihmz möch mich ihnei Sege gern auf wie N sein 5. bereit das à Ferne land zu! zir seine icht und er der üder; er ein. mmt, ihr erneuert et unserm ud Treu ind wenn Festigkeit so flehet sie Jesus he Höhen, r Gnad, rze sehen, hat, daß ister, der d ist, daß ster, uns eund, ver⸗ te Schar, ch meine, e war; ja, rheit, die ist, alles, arheit in t! u es ge⸗ ebe üben die toten, bensvoll; Sflamme, mn, wir, Stamme, n Mann. vereinigt em Vater luf dieser Anhang. Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Mel.: Soviel Stern am Himmel stehen. 483 Hin nach oben möcht . 4 ö ich ziehen weit von meines Vaters Haus. Wo die Bergesspitzen glühen, wo die fremden Blumen blühen, ruhte meine Seele aus, ruhte meine Seele aus. 2. Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich auf zu meinem Stern; über Meere, Täler, Hügel, sonder Schranke, sonder Zügel folgt ich immer meinem Herrn. 3. Still und selig mit Marien ihm zu Füßen säß ich da, immer möcht ich vor ihm knieen, in mich seine Worte ziehen,: hätt ihn immer hold und nah. 4. Ach, das war ein schöner Segen, wenn er mit den Jün⸗ gern ging, auf den Feldern, auf den Wegen jedes Herz wie Maienregen! seinen Trost, sein Wort empfing.: 5. Ander Los ward uns bereitet; wie auch blühet rings das Land, wie sich rings die Ferne breitet— der uns rufet, der uns leitet,: unser holder Freund verschwand. 6. Aufgehoben, aufgenom⸗ men in den Himmel ist er 319 nur; herrlich will er wieder⸗ tommen, seine Treuen, Stillen, Frommen folgen immer seiner Spur. 7. Will mich denn zufrieden geben, fassen mich im stillen Sinn; all mein Denken, Sehnen, Streben, meine Lieb und auch mein Leben geb ich meinem Freunde hin. 8. Seinen Schwestern, sei⸗ nen Brüdern will ich mich in Treue nahn; an den Armen, Blöden, Niedern will ich dankend ihm erwidern,: was er liebend mir getan. 9. Einst erklingen andre Stunden, und das Herz nimmt andern Lauf; Erd und Him⸗ mel ist verschwunden, in den selgen Liebeswunden: löset aller Schmerz sich auf. 10. Meine Seele, gleich der Taube, die sich birgt im Felsen⸗ stein, wird der Erde nicht zum Raube; in den Himmel dringt mein Glaube, meine Lieb und Sehnsucht ein. 11. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, ewge Füll und reiche Lust. All ihr Kranken, all ihr Armen, zum Genesen, zum Erwarmen kommt an eures Heilands Brust. Max von Schenkendorf, 1783—1817. — —* — Eigene Melodie. Ich bete an die 0* 484. Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, mit dem ich Wurm geliebet 320 Anhang. ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn, du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen gewogen, und wie verlangt dein hellen Thronen 1985 schon von Herz nach mir! Durch Liebe heute an ewig wohnen! sanft und stark gezogen, neigt traute Liebe, gutes Wesen, du mir bündig 3. Nur bin ich sündig, der ein heilger Geist sich mein Alles auch zu dir. Du Erde noch Hein de das hat ch hast mich, ich hab dich erlesen. gezeigt. J 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben. Ich fühls, ich muß für dich nur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Leben ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesus⸗ liebe in Herz und Sinn ge⸗ präget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. 5. Lob sei dem hohen Jesus⸗ namen, in dem der Liebe Quell entspringt; von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem die selge Schar dort trinkt. Wie bengen sie sich ohne Ende! Wie falten siediefrohen Hände! Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Eigene Melodie. Ich hab von ferne, 485. Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gerne mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. das entdeckt. bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch ich bin fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Johann Timotheus Hermes, 1738—1821. Eigene Melodie. Ich will streben 486. nach dem Leben, wo ich selig bin; ich will ringen einzudringen, bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort; bin ich matt, so ruft das Wort: Fortge⸗ rungen, durchgedrungen bis zum Kleinod hin! 2. Als berufen zu den Stufen vor des Lammes Thron, will ich eilen, das Verweilen bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt verl doch Liel mei: 2 dich gnů ich z zu 1 9. die Jesu nenn prächtig, n, du bist dein Licht an diesen schon von ien! indig, der das hat lger Geist uoch nicht ioch nicht vereinigt. fröhlich, erschreckt; eitdem ich will mich und dich g lieben. eden, daß sehn, und [(ich ihr hre hellen, lebenslang gen lassen. es, 1738—1821. die. ll streben dem Leben, ich will n, bis daß man mich, in ich matt, t: Fortge⸗ ungen bis in zu den Lammes eilen, das oft bösen läuft und er versäumt zu, daß ich ihm mein Herz dich alleine nenn ich mein. Anhang. sein Kronenrecht. Was da⸗ hinten, das mag schwinden; ich will nichts davon. 3. Jesu, richte mein Ge⸗ sichte nur auf jenes Ziel; lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl! Lockt die Welt, so sprich mir zu, schmäht sie mich, so tröste du. Deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel. 4. Du mußt ziehen, mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs fehle, fühlt die Seele, aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durch⸗ drin t. Dort wirds tönen bei dem Krönen: Gott ists, der es schafft! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie. 487 Jesu, komm doch selbst zu mir und verbleibe für und für; komm doch, werter Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint! 2. Tausendmal begehr ich dich, weil sonst nichts ver⸗ gnüget mich; tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 3. Keine Lust ist in der Welt, die mein Herz zufrieden stellt. Jesu, nur dein Beimirsein nenn ich meine Lust allein. 4. Keinem andern sag ich auftu; dich alleine laß ich ein, 321 5. Dich alleine, Gottes Sohn, heiß ich meine Kron und Lohn; du für mich ver⸗ wundtes Lamm bist allein mein Bräutigam. 6. O, so komm denn, süßes Herz, und vermindre meinen Schmerz; denn ich schrei doch für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! 7— Nun, ich warte mit Ge⸗ duld, bitte nur um diese Huld, daß du mir in Todespein wollst ein treuer Jesus sein. Johann Scheffler(Angel.), 1624—1677. Eigene Melodie. aßt mich gehn, laßt 488. mich gehn, daß ich Jesum möge sehn; meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht! O, wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht? 3. Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Tal und Hügel heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 21 322 Anhang. 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bringuns, Herr, ins Paradies! Gustav Friedrich Ludwig Knak, 1806—1878. Eigene Melodie. einen Heiland im 489. M Herzen, da schlaf ich so süß, da träum ich so selig vom Paradies, da träum ich so selig vom Paradies. 2. Meinen Heiland im Auge, da schreckt mich kein Feind, er bleibet dem betenden Kinde vereint, er bleibet ꝛc. 3. Meinen Heiland im Sinne, bleibt Böses mir fern; die Sünde entweichet vor Gott, meinem Herrn, die Sünde ꝛc. 4. Drum will ich ihn halten fest, fest und getreu; mein Vater im Himmel, o stehe mir bei, mein Vater ꝛc. Agnes Franz, 1794—1843. Eigene Melodie. ein schönste Zier 490. Mund Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit, in Lieb und Leid, in meinem Herz behalten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erd so fes besteht, solchs muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht 5 und Not von deiner mich trennen. Lie 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben; du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, o schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden. Laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden. Unbekannt, 1597. Mel.: Nun sich der Tag geendet. erk, Seele, dir 491. M das große Wort: Wenn Jesus winkt, so geh; wenn er dich zieht, so eile fort; wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu! 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugetan. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf⸗ 1700—1760. vahr und lt gewiß, im Tod du bist bin dein, geben. mmt ab, err Jesu mir, es hen. Laß schen nicht Erden. kannt, 1597. ag geendet. zeele, dir oße Wort: „so geh; Heile fort; h brauchs, us seine da, bald eu dich der ie andern dich aber steig in Jesus in umm auch Seel, dein von dem mach, bei Schmerz mN. 05 Zinzendorf⸗ Wiegengesang. Mel.: Nun sich der Tag geendet. 492. Nun schlaf, mein liebes Kindelein, und tu dein Auglein zu, der lieb Gott will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel dir geben hat wohl durch die Eltern dein. 3. Und da du warst in Sünd geborn wie Menschen⸗ kinder all und lagst dazu in Gottes Zorn um Adams Sünd und Fall, 4. Da schenkt er dir sein lieben Sohn, den gibt er in den Tod, der kam auf Erd vons Himmels Thron, half dir aus aller Not. 5. Ein Kindlein klein ward er geborn, am Kreuz sein Blut vergoß; damit stillt er seins Vaters Zorn, macht dich von Sünden los. 6. Hör, was dir Christ erworben hat mit seiner Marter groß: Dein heilig Tauf, das selig Bad, aus seiner Seiten floß. 7. Darum bist du nun neu⸗ geborn durch Christi Wunden rot, verschlungen ist Gotts n, 9.55 deinr Schuld ist quitt und los. 8. Mit seinem Geist er dich regiert aus lauter Lieb und Treu, der auch dein zartes Herzlein rührt und macht dich völlig neu. Anhang. 323 9. Er send dir auch sein Engelein zu hüten Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht, 10. Damit der böse Geist kein Teil an deiner Seele find. Das bringt dir alles an Heil, drum bist ein selges Kind. 11. Der heilig Geist, der segne dich, bewahr dich alle⸗ zeit, sein heilger Nam be⸗ hüte dich, schütz dich vor allem Leid! Johann Mathesius, 1504—1565. Mel.: Jesu, komm doch selbst zu mir. Vun, so bleibt es 493. N fest dabei, daß ich Jesu eigen sei. Welt und Sünde, fahret hin! Nur nach Jesu steht mein Sinn. 2. Jesus ist mein höchstes Gut; denn er gab sein teures Blut auch für mich verlornes Kind, daß mein Glaube Gnade find. 3. Herr, ich hang allein an dir! Nimm nur alles selbst von mir, was dir nicht gefällig ist, weil du doch mein Alles bist. 4. Amen, ja du hörest mich, und ich Armer lobe dich; ja, zum voraus werd ich schrein: Jesus wird mein Helfer sein. Unbekannt. 21³ 324 Eigene Melodie. chönster Herr Jesu, 494. S Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn!' Dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron. 2. Schön sind die Felder, schöner sind die Wälder in der schönen Frühlingszeit. Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, schöner leucht der Monden und die Sternlein allzumal. Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, als all die Engl im Himmelssaal. Altes geistliches Volkslied. Mel.: Wie könnt ich ruhig schlafen. 49 5. o nimm stehen, da nimm mich mit! 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz, und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz; laß ruhn zu ö armes Winnnen Mirne minder, da sagte was zu mir: Wenn ich auch gar Oetrost, du ung Blinder, nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein deinen Füßen dein Kind, es 5395 und glauben blind selig Ende und ewiglich! Julie v. Hausmann, geb. 1825. Anhang. Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 49 as du vor tausend 496. W Jahren, mein Heiland, hast getan, läßt du noch 0i erfahren die, so dir gläubig nahn. So wie den armen Blinden, nach deines Worts Bericht, ließt du mich Gnade finden und gabst mir Freud und Licht. 2. Betrübt saß ich am Wege, tiefblind in meinem Geist, Sehnsucht im Herzen rege, doch Wehmut aller⸗ meist; die Psalmen hört ich singen, die Palmen fühlt ich wehn, die dir die Gläubgen bringen, dich nicht sehn. 3. Zu groß wards mit dem Schmerze, zu drückend und konnte denn j 9 7 meine Hände und ward die Pein, da faßt ich führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und mir ein Herze, hub an nach dir zu schrein: Sohn Davids, rette, heile, wie dus ver⸗ heißen hast; o liebster Jesu, Nacht. eile, nimm von mir und Last! 4. Und immer heißer wei⸗ nend, mit immer lauterm Wort stets mehr mein Herz entsteinend, fuhr ich zu rufen fort. Da ward mein Angsten getrost, er rufet dir! 5. Du standst, es, stille, ich wankte zu dir hin; ab fiel Wille, verändert ward mein Sinn. Du sprachst: Was willst du haben? O Herr, ich fühlt mein eigner verlangen. or tausend en, mein „ läßt du die, so dir )wie den ach deines t du mich gabst mir ich am nameinem im Herzen nut aller⸗ n hört ich n fühlt ich Gläubgen nnte dich vards mit. u drückend ⁴ faßt ich ib an nach hn Davids, dus ver⸗ bster Jesu, mir Nacht. heißer wei⸗ er lauterm mein Herz ich zu rufen ein Angsten vas zu mir: er Blinder, ir! „ ich fühlt nkte zu dir nein eigner ward mein achst: Was O Herr, ————————————— Anhang. ich möchte sehn, an deinem Blick mich laben! Du sprachst: Es soll geschehn. 6. Und was du hast ge⸗ sprochen, das fehlt ja nimmer nicht; mein Zagen ward gebrochen; du meiner Seele Licht, du gibst mir deinen Segen; frei von der alten Schmach folg ich auf deinen O05 dir, Herr, in Freuden nach. Friedrich de la Motte⸗Fouqué, 1777—1843. Eigene Melodie. 497 Tas macht ihr, daß ihr weinet und brechet mir das Herz? Im Herrn sind wir vereinet und bleibens allerwärts. Das Band, das uns verbindet, löst weder Zeit noch Ort; was in dem Herrn sich findet, das währt in ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, ohne Ende im innigsten Verein; man sieht sich an, als sähe man sich zum letztenmal, und bleibt in gleicher Nähe dem Herrn doch überall. 3. Man spricht: Ich hier, du dorten, du ziehest, und ich bleib, und ist doch allerorten ein Glied an einem Leib; man spricht vom Scheidewege und grüßt sich einmal noch und geht auf einem Wege in gleicher Richtung doch. als sollts ge⸗ sicher, was ich liebte, die Zu⸗ schieden sein, und bleibt doch kunft wär ein dunkler Schlund, 325 4. Was sollen wir nun weinen und so gar traurig sehn, wir kennen ja den Einen, mit dem wir alle ehn in einer Hut und flege, geführt von einer Hand, auf einem sichern Wege ins eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde nicht schwerem Trauerleid, nein, einem neuen Bunde mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren zu unserm höchsten Gut, sind wir uns nicht verloren, wie weh auch Scheiden tut. Karl Johann Philipp Spitta, 1801-1859. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 10 Mdaas wär ich ohne 498. W dich gewesen, was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten auserlesen, stünd ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem tät ich meine Sorge kund? 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Tränen dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungs⸗ losen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Him⸗ mel, wer hielte da auf Erden aus? 326 Anhang. 3. Har En sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Für alle seine tausend Gaben bleib ich sein demutvolles Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wenn zwei auch nur chn sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein⸗ streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgetan. 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richter⸗ schwerte verschlang der Hoff⸗ nung ÜUberrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser altes Vaterland, wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Seitdem verschwand bei uns die Sünde und fröhlich wurde jeder Schritt, man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit; durch ihn sheiligt⸗ zog das Leben vorüber wie ein selger Traum, und ewger Lieb und Lust ergeben bemerkte man den Abschied kaum. 8. Noch steht in wunder⸗ barem Glanze der heilige Geliebte hier; Einnen von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mitaufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Friedrich v. Hardenberg Movalis), 1772—1801. Eigene Melodie. 0 eil ich Jesu Schäf⸗ 499. Wé lein bin, freu ich mich nur immerhinübermeinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Mangel leide, und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunn⸗ quell hin. 3. Sollt ich denn nicht fröhlich sein, ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß. Henriette Luise v. Hayn, 1724—1782. hinde den ben mit; zog das ein selger Lieb und kte man wunder⸗ rheilige ihrt von uze und nen wir. ist uns ine Hand d, in sein nen, zur eses reift. g Movalis), Ne. ꝛesu Schäf⸗ n, freu ich bermeinen mich wohl der mich ennt und nennt. n sanften und ein chlich süße en Mangel ich durstig im Brunn⸗ henn nicht beglücktes nach diesen Hich endlich des Hirten Amen, ja, . „S 1724—17⁸². ————— Mel.: Herzlich tut mich verlangen. 500 Wenn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dank⸗ barkeit auf Erden nicht aus⸗ gestorben sei. Für mich um⸗ fing dich Leiden, vergingst für mich im Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur eian Widor hast du so viel getan, und doch bist du ver⸗ klungen, und keinerdenktdaran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, o lasse nicht von mir; laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmel⸗ wärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. Friedrich v. Hardenberg(Novalis), 1772—1801. Eigene mm ich ih enn ich ihn nur 501. Wé habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. Anhang. 327 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treuge⸗ sinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straße wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein, ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durch⸗ dringen. 4. Wo ich ihn nur* ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedrich v. Hardenberg(Novalis), 1772—1801. Eigene Melodie. ie bist du mir 50². Wé so innig gut, mein Hoherpriester du! Wie teur und kräftig ist dein Blut! Es bringt mich stets zur Ruh. 2. Wenn mein Gewissen zagen will vor meiner Sünden Schuld, so macht dein Blut es wieder still, setzt mich bei Gott in Huld. ö 3. Hab ich gestrauchelt hier und da und will verzagen fast, so spür ich dein Versöhn⸗ blut nah, das nimmt mir meine Last. ö 4. Es Durch meinen tiefen Schmerz durch seine Gottes⸗ kraft; es stärket mein gestörtes Herz zu neuer Ritterschaft. 328 5. So senkt sich denn mein blöder Sinn in dein Erbarmen ein und kann auf solche Gnade hin gar froh und kindlich sein. 6. Ich hab vergessen meine Sünd, als wär sie nie ge⸗ u Mir du sprichst: Sei still n mir, mein Kind, du mußt auf mich nur sehn. 7. So will ich denn nur sehn auf dich, mein Gott, mein Trost, mein Teil! Ich will nicht denken mehr an mich, in dir ist all mein Heil. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Eigene Melodie. + ie könnt ich 503. ruhig schlafen in dunkler Nacht, wenn ich, o Gott und Vater, nicht dein ganerin Es hat des Tages Treiben mein Herz zerstreut; bei dir, bei dir ist Friede und Seligkeit. 2. O decke meine Mängel mit deiner Huld; du bist ja, Gott, die Liebe und die Ge⸗ duld. Gib mir, um was ich flehe, ein reines Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich ver⸗ gebe, wie du vergibst, und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst; so schlaf ich ohne Bangen im Frieden ein und träume süß und stille und denke dein! Agnes Franz, 1794—1843. Anhang. Mel.: Erwacht von süßem Schlummer. 0⁰Niie lieblich ists 504. Wẽé hienieden, wenn Brüder treu gesinnt in Ein⸗ tracht und in Frieden vertraut beisammen sind. 2. Wie Tau vom Himmel nieder auf Gottes Berge fließt, also auf treue Brüder der Segen sich ergießt. 3. Und einstens wird er⸗ neuet durch sie die heilge Stadt; was Knecht ist, wird befreiet und rein, was Flecken hat. 4. Und alles Volk der Erde geht nun zum Lichte ein; dann wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein. Unbekannt. Eigene Melodie. o findet die Seele 505. Wé die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt mir an, wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht; die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, vom Golde erbaut, ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses allein kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. ———— süßem olich ists den, wenn t in Ein⸗ vertraut Himmel rge fließt, züder der wird er⸗ zie heilge ist, wird as Flecken k der Erde ichte ein; ne Herde sein. Unbekannt. die. t die Seele heimat, die sie mit zu? Ach, e Freistatt inde nicht hten kann? nein, hier heimat der nr Licht. Erde, die b,so chönt h, so schön! 900 Golde die Heimat aut? Ja, Ulein kann eimat der 2—— 4 Anhang. 32 . Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht; das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang, bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu. Unbekannt. Eigene Melodie. 506. Wo ist Jesus, mein Verlangen, mein Geliebter und mein Freund? Ach, wo ist er hingegangen? Wo mag er zu finden sein? Meine Seel ist sehr betrübet mit viel Sünd und Ungemach; wo ist Jesus, den sie liebet, den sie suchet Nacht und Tag? 2. Ach, ich ruf vor Pein und Schmerzen: Wo ist denn mein Jesus hin? Keine Ruh hab ich im Herzen, bis ich endlich bei ihm bin. Ach, wer gibt mir Taubenflügel, daß ich kann zu jeder Frist fliegen über Berg und Hügel, suchen, wo mein Jesus ist? 3. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er vertreibt mir Sünd und Tod. Quält mich was in meinem Herzen, er hilft wiederum aus Not. Darum will ich nicht ablassen, will ihn suchen hin und her, in den Wäldern, auf den Straßen, will ihn suchen mehr und mehr. I. Liebster Jesu, laß dich finden! Meine Seele ruft nach dir. Ach vergib mir meine Sünden! Heiland, zieh mich ganz nach dir. Stille, Jesu, mein Verlangen, sei Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmlische Ruh und bleibe du doch mein; laß mich einzig dir anhangen und auf ewig bei dir sein! Unbekannt. Eigene Melodie. 507. WMollt ihr wissen, 507. Dwas mein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigentum? Wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus der Gekreuzigte! 2. Wer ist meines Glau⸗ bens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus der Gekreuzigte! 3. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn der Feind erbost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer ver⸗ bindet meinen Schmerz? Jesus der Gekreuzigte! 4. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus der Gekreuzigte! Johann Christoph Schwedler, 1672—1730. 330 J. Morgen- und Abendgebete. 1. Luthers Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sollst du knieend oder stehend den Glauben und das Gebet des Herrn beten und alsdann noch dies Gebet sprechen: Ich danke dir, mein lieber danaun Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 326. 2. Morgengebet für jeden Tag der Woche. Barmherziger, gnädiger Gott, du Vater des ewigen Lichtes und Trostes, des Güte und Treue alle Morgen neu ist, dir sei Lob, Ehre und Dank gesagt für das liebliche Tageslicht, und daß du mich in dieser finstern Nacht gnädiglich bewahret und mir einen sanften Schlaf und Ruhe Vluehen hast. Laß mich nun auch in deiner Gnade und Liebe, in deinem Schutz und Schirm wieder fröhlich aufstehen und das liebe Tageslicht nützlich und froh gebrauchen. Vor allen Dingen aber erleuchte mich mit dem ewigen Lichte, welches ist mein Herr Jesus Christus, daß er in mir leuchten möge mit seiner Gnade und mit seiner Erkenntnis. Bewahre in meinem Herzen das Lichtlein meines Glaubens; mehre dasselbe und stärke es. Erwecke deine Liebe in mir; befestige die Hoffnung. Gib mir wahre Demut und Sanftmut, daß ich wandle in den Fußtapfen meines Herrn Jesu Christi, und laß deine göttliche Furcht in allem meinem Tun vor meinen Augen sein. Treib von mir aus alle geistliche Finsternis und Blindheit meines Herzens. Behüte mich diesen Tag und t. Amen. n und das et sprechen: er, durch iese Nacht bitte dich, nden und Ule; denn in deine der böse 1. 20. je. 85 ewigen reue alle t für das ern Nacht und Ruhe nade und aufstehen hen. Vor en Lichte, ir leuchten Bewahre 18; mehre befestige mut, daß ù Christi, Tun vor Finsternis Tag und Gebete. 331 allezeit vor Aberglauben und Abgötterei, vor Hoffart, vor Lästerung deines Namens, vor Verachtung deines Wortes, vor Haß und Zorn, daß die Sonne diesen Tag nicht möge über meinem Zorn untergehen. Behüte mich vor Feindschaft und Neid, vor Unzucht, vor Ungerechtigkeit, vor Falschheit und Lügen, vor dem schädlichen Geiz, vor aller bösen Lust und Vollbringung derselben. Erwecke in mir einen Hunger und Durst nach dir und deiner Gerechtigkeit. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Laß, Herr, mir heute begegnen das Heer deiner heiligen Engel wie dem Jakob, tue denselben Befehl, daß sie mich auf allen meinen Wegen behüten, mich auf den Händen tragen, daß ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Ich befehle dir heute meine Gedanken, mein Herz, Sinne und alle meine Anschläge. Ich befehle dir meinen Mund und alle meine Worte. Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre gereichen und zu Nutz meines Nächsten. Mache mich zum Gefäß deiner Baumherzigkeit, zum Werkzeug deiner Gnade. Segne all mein Tun. Laß meinen Beruf glücklich Defnre d und wehre allen denen, die ihn hindern. Ich befehle dir meinen Leib und meine Seele, meine Ehre und Gut. Laß mich deine Gnade und Güte allezeit begleiten. Halte deine Hand über mich, ich gehe oder stehe, sitze oder wandle, wache oder schlafe. Behüte mich vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Segne meine Nahrung, gib mir, was dein Wille ist, zu meiner Notdurft; laß mich jedoch deine Gaben nicht mißbrauchen. Behüte uns alle vor Krieg, Hunger und Seuchen und vor einem bösen, schnellen Tod. Behüte meine Seele und meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Beschere mir ein seliges Ende und laß mich des lieben jüngsten Tages und der Erscheinung der Herrlichkeit meines Herrn Jesu Christi mit Verlangen und Freuden warten. Gott der Vater segne mich und behüte mich, Gott der Sohn erleuchte sein Antlitz über mir und sei mir gnädig; Gott der heilige Geist erhebe sein Antlitz über mich und gebe mir⸗ seinen Frieden. Amen. Joh. Arnd. Lied Nr. 332. 332 Gebete. 3. Morgengebet am Sonntag. Ewiger, allmächtiger Gott, ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich bewahret und beim Leben erhalten hast, bis dieser Tag herbeigekommen. Meine Augen sehnen sich, Herr, nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit. Ich freue mich, daß mir geredet ist, daß wir heute werden in das Haus des Herrn gehen, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und anzubeten den Herrn im heiligen Schmuck. Ach Herr, hilf und laß alles wohl gelingen. Laß mich mit Frohlocken wallen zu deinem Hause unter dem Haufen derer, die da feiern. Laß mich voll Geistes werden und reden von Psalmen und Lobgesängen und geist⸗ lichen Liedern, auch dir, dem Herrn, singen Und spielen in meinem Herzen, und dir, o Gott und Vater, im Namen Jesu danksagen. Laß dir heute gefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir. Herr, der du wohnest im Heiligtum, wende von mir ab alle sündlichen Gedanken und erneuere in mir den innerlichen Menschen, daß ich voll Geistes und mit allem Willen Gottes erfüllt werde. Laß mich lieb haben den Ort, da deine Ehre wohnet, und meine Seele verlangen nach deinen Vorhöfen. Hilf mir, daß ich selbst dein heiliger Tempel sei, darin dein heiliger Geist wohne. Mache mich fertig in allen guten Werken, zu tun deinen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist, durch Jesum Christum. Dies ist der Ort, da deine Ehre wohnet, da man höret die Stimme des Dankes und da man prediget alle deine Wunder. Hier bete ich zu dir zur ange⸗ nehmen Zeit. So gieße auch über mich aus den Geist der Gnaden und des Gebets, daß ich mit Freudigkeit zu deinem Gnadenstuhle trete, Barmherzigkeit empfahe und Gnade finde. Laß uns alle einerlei gesinnet sein nach Jesu Christo, auf daß wir einmütig mit einem Munde loben dich, Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, in welchem du uns erwählet hast, ehe der Welt Grund geleget worden, zur Seligkeit. Mache uns ferner tüchtig zum herrlichen Eigentum unsers Herrn Jesu Christi und zum Erbteil der Heiligen im Licht. Laß uns mehr und mehr reich werden in aller Er⸗ kenntnis und Erfahrung, daß wir prüfen mögen, was das Beste sei, auf daß wir lauter und unanstößig bleiben bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, dir zu Lob und Ehr. Und weil du durch die Predigt deines 2 heil und abe und mel Am gar heil daß mei Gef Auf kom Erd wen Tre — was mic n ganzem im Leben ine Augen jsem Wort t ist, daß zu schauen den Herrn lles wohl iem Hause oll Geistes und geist⸗ spielen in amen Jesu 8 Mundes r, der du sündlichen schen, daß illt werde. hnet, und mir, daß liger Geist n, zu tun zgefällig ist, heine Ehre d da man zur ange⸗ Geist der zu deinem nade finde. su Christo, dich, Gott m du uns orden, zur Eigentum heiligen im waller Er⸗ „was das hen bis auf tigkeit, dir zigt deines Gebete. 333 Wortes selig machen willst alle, die daran glauben, so gib deinem Diener, daß er mit freudigem Auftun seines Mundes kundmache das Geheimnis des Evangeliums, daß er darin freudig handle und rede, wie sichs gebührt. Tu auch mein Herz auf, wenn ich zuhöre, daß ich darauf acht habe, was geredet wird; öffne mir das Verständnis, daß ich die Schrift verstehe und die Wunder an deinem Gesetze sehe. Gib mir, o Vater, den Geist der Weisheit zu deiner Erkenntnis und erleuchtete Augen, daß ich erkenne, was da sei die Hoffnung unseres Berufes, und welches da sei der Reichtum deines herrlichen Erbes an deinen Heiligen. Laß den Samen deines Wortes bei mir ein gutes Land antreffen, daß ich das Wort höre und behalte in einem feinen, guten Herzen und Frucht bringe in Geduld, daß ich es aufnehme nicht als Menschen⸗ wort, sondern als dein Wort; daß ich es höre und darnach tue. Heilige mich in deiner Wahrheit; denn dein Wort ist die Wahrheit, und laß alle endlich mit Freuden kommen, einen Sabbat nach dem andern vor dir anzubeten in der heiligen Stadt, in dem neuen Jerusalem. Dir sei Preis, Ehre und Dank, der du lebest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 13. Joh. Lassenius. 4. Morgengebet am Montag. ö O du liebreicher und barmherziger Gott, ich fange unter deinem Beistand eine neue Woche an. Ich weiß aber nicht, was mir darin widerfahren wird. Wie viel Übel und Unglück kann uns in einem Tage begegnen, wie viel mehr in einer ganzen Woche! Darum komme ich gleich im 4 b. 0 derselben zu dir und empfehle mich dir ganz und gar. Ach mein Gott, gib mir deinen heiligen Geist, der mich heilige, leite und regiere und meinem Geist das Zeugnis gebe, daß ich ein Kind Gottes sei. Segne mich diese Woche, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Berufsarbeit und Geschäfte, segne meine Schritte und Tritte. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Segen und Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Wenn du mich leitest, so irre ich nicht; wenn du mich hältst, so falle ich nicht. Darum laß deine Treue und Güte mich überall behüten. Segne auch alles, was mein ist, und laß es in deinem Segen blühen. Ach mein Gott und treuer Vater, schütze und bewahre mich vor Schaden und Gefahr, Verlust und Unglück. Laß 334 Gebete. mich bei Tag und Nacht in deiner Hut und Gnade stehen. Bewahre mein Haus und laß um mich und das Meinige deine Engel eine Wagenburg 19 so wird mich kein Unfall stürzen, wie groß er auch ist. Erhöre mein Gebet, wenn ich zu dir schreie, und laß mich nicht unerhört von dem Throne deiner Gnade gehen. Bewahre mich, Herr, vor Sünden, weise mir deine Wege, leite mich in deiner Wahrheit. Erhalte mein weih bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schrei deine Aann zurcht in mein Herz, daß ich nicht aus deiner Gnade falle, sondern darin beständig bleibe bis in den Tod. Gib, daß ich diese Woche möge frömmer und gottseliger werden, in deiner Erkenntnis und Liebe zunehmen und in meinem Glauben darreichen Tugend und in der Tugend Bescheidenheit und in der Bescheidenheit Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit, damit, wenn einst die letzte Lebenswoche einbricht, ich deiner Gnade möge versichert sein. Sollte diese Woche mir eine Kreuzeswoche werden, so stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich alles unter deinem mächtigen Beistand ausstehen und überwinden könne. Sei du selbst mein Helfer und Erretter aus aller Not. Nun, ich befehle mich dir mit Leib und Seele und allem, was ich habe, in deinen gnädigen Vaterschutz, wie auch alle frommen Christen. Sei du uns allen gnädig und beweise dich auch in dieser Woche als den Heiland aller Menschen, be⸗ sonders deiner Gläubigen. Amen. Joh. Friedr. Starck. Lied Nr. 319 oder 353. 5. Morgengebet am Freitag. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, erbarme dich unser und gib uns deinen Frieden. Amen. Heute, an einem Freitage, bist du, mein Heiland, ge⸗ kreuzigt worden. Das laß mich recht zu Herzen fassen in iefer Morgenstunde. Dir, o Herr Jesu, habe ichs zu danken, daß ich noch lebe, daß ich gesund erwacht bin, daß ich so viele göttliche Wohltaten genieße. Ohne dich und deinen Er⸗ lösungstod wäre schon diese Welt ein Ort der Qual, ein Vorschmack der Hölle gewesen, die mich dann sicher erwartete. Ach teuerster Heiland, laß mich doch deine Liebe recht erkennen. e stehen. Meinige rich kein Gebet, hört von ir deine ein Her Schrei 5 deiner den Tod. ottseliger und in Tugend und in tseligkeit, ch deiner erden, so es unter n könne. Not. nd allem, auch alle veise dich schen, be⸗ dr. Starck. e Sünden u deinen iland, He⸗ Hin viefer nken, daß h so viele inen Er⸗ Mal, ein erwartete. erkennen. Gebete. 335 Für mich bist du verraten und verkauft, für mich verspottet, verspeiet, gegeißelt und getötet worden. Für mich und zur Vergebung meiner Sünden hast du dein Blut vergossen. Wie kann ich dir doch deine Liebe vergelten! O gekreuzigter Heiland, der schwache Dank, den ich dir allein darbringen kann, ist, daß ich mir die Früchte deines heiligen Leidens aneigne und sie zu meiner Heiligung benütze. Darum will ich von jetzt an mein Fleisch kreuzigen samt den bösen Lüsten und Begierden; fleißig will ich mich vor Sünden hüten wodurch ich dir so viele Mühe gemacht. Auf dich will ich meine ganze Seligkeit gründen, deinen Befehlen lebenslang gehorsam sein und deinem Vorbild nachfolgen. Deine Demut, dein Fleiß und Arbeit, deine Andacht im Gebet, deine Liebe olln die Feinde, dein menschenfreundliches Herz, das alles soll mich hen Nacheiferung anreizen. Besonders sollst du mir heute an dem Tage deines Todes, o Jesu, vor Augen und im Herzen schweben. Dein Andenken soll mich bewegen, den Leiden Tag heilig zuzubringen. Die Erinnerung an dein eiden und Sterben soll mich nie verlassen und mir insonderheit Mut geben in allen Anliegen, die ich vor Gott bringe. Ach mein Gott, in dem Namen Jesu Christi danke ich dir für alle die Gnade, die du mir vergangene Nacht erzeiget. Um dieses meines Erlösers willen empfehle ich mich und alle die Meinigen und alle Menschen an diesem neuerlebten Tage in deinen göttlichen Schutz und Fürsorge. Um Jesu willen bitte ich dich um Vergebung aller meiner Sünden. Gib, daß ich an deiner Vaterliebe nicht verzage noch verzweifle. Wie könntest du doch meine Verdammnis wollen, da du selbst deinen eingeborenen Sohn für mich in den Tod gegeben? Laß mich nur solche deine Gnade nicht auf Mutwillen ziehen und in Sünden beharren, sondern laß sie vielmehr in mir eine so feurige Liebe entzünden, daß ich dadurch alle Sünde in deiner Kraft überwinden könne. Segne heute meine Berufsarbeit und gib mir dazu die nötigen Kräfte. Laß mich alles mit dir anfangen und mit Lust verrichten. Schenke mir so viel von äußeren Gütern, daß ich mich und die Meinigen versorgen könne. Gibst du mir etwas mehr als ich bedarf, so gib Gnade, daß ich es recht brauche und es nicht zum Schaden meiner Seele diene. Gib mir, Herr, ein keusches Herz. Ach Herr Gott, Vater im Himmel und Herr meines Lebens, behüte mich vor unzüchtigen Gedanken, Blicken, Worten und Werken und 336 Gebete. wende von mir alle bösen Lüste. Von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes will ich mich reinigen und fort⸗ fahren in der Heiligung und in der Furcht Gottes, wozu mich Christus, mein Heiland, berufen. Endlich gib auch, daß ich im Unglück nicht verzagt sei. Dieser Zeit Leiden sind nicht wert der Herrlichkeit, die an uns soll offenbaret werden. Dulden wir hier mit Jesu, so werden wir auch mit ihm herrschen. Diese Zuversicht soll mich auch heute trösten, wenn mir Unglück begegnen sollte: Jesus am Kreuz, aber Jesus auch im Himmel, sitzend zur Rechten Gottes. Mag es gehen, wie Gott will! Er weiß die Seinen zu errekten aus aller Not. Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes, des bin ich fröhlich. Amen. Lied Nr. 80. J. G. Heym. 6. Luthers Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sollst du knieend oder stehend den Glauben und das Gebet des Herrn beten und alsdann noch dies Gebet sprechen: Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 346 oder 347. 7. Abendgebet für jeden Tag der Woche. Barmherzi er, gnädiger Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Finsternis unterschieden hast, den Tag zur Arbeit, die Nacht zur Ruhe, auf daß sich deine Kreatur darin erquicken möchte. Ich lobe und preise dich in allen deinen Wohltaten und Werken, daß du mich durch deine göttliche Gnade und Schutz den vergangnen Tag hast vollenden und seine Last und Plage überwinden und zurücklegen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. Du hilfst ja immer eine Last nach der anderen ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewigen Tage kommen, all. des fort⸗ wozu auch, ꝛeiden baret auch heute rreuz, ottes. n zu anden heym. Amen. id das rechen: durch diesen vollest habe, efehle hände. keine ge dir haffen, Irbeit, juicken ltaten je und e Last ist ja Plage HAegen, mmen, ———— Gebete. 337 da alle Plage und Not aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles das Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu geringe aller deiner Horthh die Ahen die du täglich an mir tust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, das mir diesen Tag hätte begegnen können, und dafür, daß ich unter dem Schatten des Höchsten und dem Schirme des Allmächtigen vor allem Unglück und vor schweren Sünden 12— 1 geblieben bin, und bitte dich herzlich und kindlich, vergib mir alle meine Sünden, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Viel Böses habe ich getan, viel Gutes habe ich versäumt. Ach sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig. Laß heute alle meine Sünden mit mir absterben und gib, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehe; daß mein Schlaf kein Sündenschlaf sei, sondern ein heiliger Schlaf; daß meine Seele und mein Geist immer zu dir wache, mit dir rede und handle. Segne meinen Schlaf, wie den des Erzvaters Jakob, da er im Traume die Himmels⸗ leiter sah und die heiligen Engel und den Segen empfing; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich gedenke, wenn ich erwache; daß dein Name und Gedächtnis in meinem Herzen bleibe, ich wache oder schlafe. Behüte mich vor dem Grauen der Nacht, vor schrecklichen Träumen, vor Feuers⸗ und Wassersgefahr. Siehe, der uns behütet, schläfet nicht; siehe, der Hüter Israels schläfet noch schlummert nicht. Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand. Laß deine heiligen Wächter mich behüten und deine Engel sich um mich lagern und mir aushelfen. Wecke mich morgen zur rechten Zeit wieder auf zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn aber diese Nacht nach deinem unerforschlichen Ratschluß die letzte sein soll und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn. Amen. Joh. Arnd. Lied Nr. 345 oder 349. 8. Abendgebet am Sonntag. Herr⸗ bleibe bei mir, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. O du lebendiger, allmächtiger Gott, wie unbegreiflich sind deine Werke, wie 22 338 Gebete. unaussprechlich deine Güte, welche du den Menschenkindern erzeigest! Ich kann von Gnade und Wahrheit, von Liebe und Barmherzigkeit sagen, indem du den vergangenen Tag mir viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Du hast meine Seele gespeiset mit dem Brot des Lebens und mir aus der lebendigen Quelle zu trinken gegeben; dein Wort ist meinem Munde süßer gewesen denn Honig und Honigseim. Ach laß dein Wort mein ganzes Leben hindurch ein Licht auf meinen Wegen bleiben, daß ich danach meinen Gang richte, so werde ich nicht straucheln oder aus deiner Gnade fallen. Du bist auch mein Erretter, mein Beistand im Leib⸗ lichen gewesen, daß ich gesund diesen Abend erreicht habe. Ich bin nicht wert aller Barmherzigkeit, die du an mir getan hast. Wenn sich nun meine Glieder zur Ruhe legen, so tritt du, o mein Hüter, mir zur Seite; habe acht auf mich und schließe mich in deinen Schutz ein. Laß mich beständig ein Licht in dem Herrn sein und keine Gemeinschaft haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis. Laß dein Wort, das ich gehört, in mir als einen heiligen Samen aufgehen, dessen Früchte man an meinem Leben, in der Frömmigkeit, der Gottesfurcht, dem Absterben der Welt und einer heiligen Hingebung an dich wahrnehmen möge. Sei mein Schirm und Schatten wider die Hitze und Anfechtung und wider die feurigen Pfeile des Satans. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Wende Feuers⸗ und Wassersnot und alles Unglück von mir und den Meinigen ab und laß alle Betrübten, Kranken und Sterbenden deine reiche Gnade genießen; so soll morgen früh unser aller Mund deines Ruhmes voll sein, und wir wollen erzählen, was du Gutes uns an Leib und Seele getan hast. Verzeihe mir, wenn ich nicht mit solchem Eifer dir heute gedienet, wie ich billig gesollt, und nimm deswegen deine Gnade nicht von mir. Laß in der neuen Woche alles neu an mir sein, schenke mir eine neue Liebe und Verlangen nach dir, einen neuen Trieb, dir zu dienen und zu gehorchen; laß mich die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit jeder⸗ mann erkenne, daß ich den Sonntag nicht vergebens hingebracht habe. Hilf, daß ich fleißig erwäge, daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr um die Seele als um den Leib bekümmert sei. Ich sehe mich, mein Gott, nach meiner Ruhe⸗ statt um; ich erinnere mich dabei an meine Grabstätte, darin dern Ziebe Tag hast mir t ist seim. Licht Bang nade Leib⸗ gabe. getan tritt und ein mit Lort, ehen, geit, ligen hirm r die und er ist zende den nden aller hlen, zeihe „wie von henke Tieb, rigen jeder⸗ racht bliche Leib muhe⸗ darin Gebete. 339 ich ruhen werde, bis du mich an dem frohen jüngsten Tag zum ewigen Leben erwecken wirst. Dahin, zu dieser Ruhe, die du deinem Volke bereitet hast, wollest du mich vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen um deiner Gnade willen. Amen. Lied Nr. 341 oder 351. Joh. Friedr. Starct. 9. Abendgebet am Sonnabend. Gnädiger Gott, lieber himmlischer Vater, deine Barm⸗ herzigkeit und Gnade ist so groß, als du selber bist, das erkennet meine Seele in dieser Abendstunde mit herzlichem Dank. Durch deine Hand und Obhut bin ich, liebreichster Vater, diesen Tag und diese ganze Woche über so gnädiglich vor aller Not bewahret worden. Aber ach, wie habe ich dir für das alles gedanket! Wie hat meine Seele dich betrübet und wie zeugen alle meine Sünden wider mich! Ich bekenne, mein Vater, daß ich ein verlorener Sohn bin, der alle deine so große Güte und Gaben übel angewendet. Doch ich weiß, Herr, daß du gnädig und barmherzig bist und für das Heil der Sünder selbst deinen eingebornen Sohn ins Fleisch gesandt hast, auf daß er deine verlorenen Kinder wieder zurückbrächte. So bitte ich dich denn nun im Hinblick auf ihn mit zer⸗ schlagenem und zerknirschtem Herzen, sei gnädig mir armen Sünder, mein Vater, sei gnädig meiner Missetat, die da groß ist! Erbarme dich meiner nach deiner unendlichen Güte, tilge alle meine Sünden und gib mir hinfort ein neues, gehorsames Herz. Bereite mich selbst, mein Gott, hier in der Zeit so zu, wie du mich dort in der Ewigkeit haben willst. Entziehe mir nicht deine Gnade und deinen Beistand in der Not; verlasse nicht dein Kind, für welches dein Sohn sein heiliges Blut vergossen hat. O mein Heiland, vertritt mich mit deiner kräftigen Fürbitte und laß mein geängstetes Gewissen deinen Zuruf hören:„Friede sei mit dir“! Herr Gott heiliger Geist, sei du mein Lehrer und hilf meiner Schwachheit auf. Nimm weg aus meinem Herzen das böse Gewissen und gib mir, daß ich wandle wie am Tage in deinem Lichte. Ja, du großer dreieiniger Gott, laß mich ferner unter den Flügeln deiner Gnade als dein Kind wohl behütet bleiben, und beschirme mich auch in dieser finstern Nacht vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Ich befehle mich ganz deiner göttlichen Liebe. Wache über mir, daß mich kein Unglück betrübe, und laß auch meine Seele 2²²⁵ 340 Gebete. zu dir wachen und an dir ihre Lust haben. Dämpfe den Satan, steure der bösen Welt und hintertreibe alles, was mir schädlich sein könnte. Und weil du meinem Leben ein Ziel gesetzt hast, das ich nicht überschreiten kann, ich aber 0177 weiß, wann es herbeikommen dürfte, so laß ja meinen Schlaf diese Nacht keinen Sündenschlaf sein. Bewahre mich vor einem bösen schnellen Tode; gib mir aber deine Gnade, daß ich mich stets zu sterben bereit halte und am Ende meines Lebens meine Seele mit guter Zuversicht in deine Hände befehlen kann. So schlafe ich denn ruhig ein; denn du, mein Gott, bist bei mir. Du, mein Heiland, zeichnest mich mit deinem Blute, daß mir kein Unfall nahe, und du, heiliger Geist, wachest in meinem Herzen, daß ich auch im Schlafe meines Gottes nicht vergesse oder wider ihn sündige. Bleibe so immerdar bei mir, Herr, mein Licht, und laß mich nach der Finsternis wiederum das Tageslicht gesund und fröhlich erblicken zu deines Namens Preis und Ehre. Amen. Lied Nr. 352. Joh. Lassenius. 10. Selbstprüfung am Wochenschluß. (Auch am Vorabend vor der Beichte und dem hl. Abendmahl zu brauchen.) Lieber himmlischer Vater, ich erscheine in deiner Abend⸗ stunde vor deinem Angesicht und bekenne vor dir, daß ich nicht so gelebt habe, wie ich Bin Das sagt mir mein eigen Herz; das sagt es mir besonders am Schluß dieser Woche. Aber doch hast du, Herr, deine Gnade nicht von mir gewendet. Wie viel bekannte und unbekannte Ubel und Gefahren hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt. Vor wie viel Sünden hast du mich Schwachen bewahrt. Wie viele geistliche und leihliche Wohltaten habe ich und die Meinigen aus deiner rinn. Hand empfangen! Kann ich dir wohl genug dafür danken? Und gibt nicht jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und neue Verpflichtung zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich? Aber, o mein Gott, wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit zum Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Hilf mir, o Herr, daß ich mich vor deinem Angesicht prüfe und Rechnung mit mir halte und mich selber richte, auf daß ich nicht gerichtet werde. Habe ich, so frage ich mich, in deiner Furcht gewandelt und den Gebete. 341 Gedanken von deiner Allgegenwart beständig in meiner Seele zu unterhalten gesucht? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgesetzt und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Nachfolger des demütigen, des sanftmütigen, des wohltätigen und himm⸗ lisch gesinnten Jesus sei? Habe ich jede Gelegenheit, mich selbst zu bessern und andern nützlich zu werden, begierig er⸗ griffen, allen Reizungen zum Stolz, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Wollust widerstanden und mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu sündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, mein Amt und meine Güter so wohl angewandt, als ich hätte tun sollen? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und mich selbst mit der Willigkeit und dem Eifer erfüllet, als es deine Wohltat und meine Schuldigkeit von mir fordern? Habe ich niemanden Gelegenheit gegeben, über mich zu seufzen? Hat Liebe und Verträglichkeit die Woche in dem Umgange mit meinen Freunden und Gefährten, oder Selbstsucht und Uneinigkeit unter uns geherrscht? Habe ich niemandem unrecht getan, niemanden listig hintergangen? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, mich diese Nacht oder bald sterben zu lassen? Ach Gott, jetzt ist es Zeit, an die Ruhe zu denken; aber ich denke mit Scham und Betrübnis an meine Sünden. Herr, wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht ins Gericht mit mir, deinem sündigen Geschöpfe; denn vor dir ist, kein Lebendiger gerecht. Ich bekenne dir meine Sünden und Übertretungen, ich bereue sie von ganzem Herzen und bitte um Jesu willen um Ver⸗ gebung. Ich entschließe mich vor deinem Angesichte, immer mehr von allen Befleckungen des Geistes mich zu reinigen, der Sünde abzusterben und dem Guten nachzujagen. Stärke mich selbst, o Gott, zu diesem Vorsatz. Gib, daß ich die folgenden Tage heiliger als die vergangenen zubringen möge. Muß ich mit Menschen umgehen, so laß mich dabei des Umgangs mit dir, meinem Gott, nicht vergessen und meinen himmlischen Wandel nie aus den Augen setzen. Hege ich Neid und Haß gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ben von mir sein, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche und ihm solches wirklich zu erzeigen geneigt bin. 342 Gebete. Ja, Herr, laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhl zu erscheinen wünsche. Ach du ewiger und unveränderlicher Gott, wir sterbliche Menschen legen immer einen Tag nach dem andern zurück und kommen unvermerkt von einer Woche zur andern näher zur Ewigkeit. Zeuch unsere Sinne von der Eitelkeit ab und laß uns ernstlicher für die Ewigkeit sorgen. Mache uns stark im Glauben, laß uns ritterlich wider alles, was Sünde heißt, kämpfen, damit wir die Krone des Lebens empfangen. Welch ein Glück wird das nicht für uns sein! Denn tust du uns schon so viel Gutes in dieser Welt, wo wir noch sündigen, o, was wird erst droben im Himmel geschehen, wo wir dich nicht mehr beleidigen! Jedoch, o Herr, so lange ich noch nach deinem Willen in dieser Sterblichkeit wallen muß, befehle ich mich dir und alle die Meinigen. Beschütze uns auch in dieser Nacht und laß keine Plage sich zu unsern Hütten nahen. Schenke uns einen erquickenden Schlaf und heilige unsere Herzen zur morgenden Sonntagsfeier. Tröste, barmherziger Gott, alle meine elenden Mitmenschen, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit oder durch andere Arten des Elendes der Ruhe beraubt sind und mit Verlangen auf das Tageslicht warten. Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Steure allen nächtlichen boshaften Unternehmungen und bekehre die Gottlosen, die im Finstern Böses tun. Erbarme dich über die Sünder! Erhöre dies mein Gebet um Jesu, deines Sohnes, willen! Amen. J. G. Heym. Lied Nr. 203 oder 221 oder 224. II. Fest⸗ und Bußtagsgebete. 1. Advent. ö Psalm 24, 7—10. Dank und Anbetung bringen wir dir, Herr Jesu, unser ö Erlöser, daß du in die Welt gekommen bist, ein Retter der Gefallenen und ein Seligmacher der Verlorenen. Gute Botschaft ist das Wort deines Mundes. Gnade und Leben geht von deinem Angesicht. Den Gefangenen bringst du Freiheit, den Gebundenen Erledigung, den zerstoßenen Herzen Heilung, und allen wird geprediget in deinem Namen das der ist e und ver wir dein mack im h und keit, wir und Ach schen imen gkeit. licher laß amit wird zutes oben n! zillen und und uns zur alle erzen der Slicht rdir ingen tun. Hebet eym. unser „em enen. und ingst zenen amen Gebete. 343 das angenehme Jahr des Herrn. Durch dich ist das Warten der Gerechten Freude geworden, und die Hoffnung der Väter ist erfüllt; denn alle Verheißungen Gottes sind Ja in dir und sind Amen in dir, zum Lobe seiner herrlichen Gnade. So komme denn, treuer Heiland und Erlöser, wie du verheißen hast, und sei mitten unter uns, heute und so oft wir versammelt sind in deinem Namen. Der Geist der Gnaden, dein heiliger Geist, bereite dir jetzt und allezeit den Weg und mache deine Steige richtig, auf daß dein Volk dich empfange im heiligen Schmuck, dich aufnehme in einem und Herzen und dir, dem ewigen Könige, diene in Unschuld und Gerechtig⸗ keit, bis du einst wiederkommen wirst am Ende der Tage, und wir dein Antlitz schauen dürfen in Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 21 und 28. 2. Weihnachten. Jesaja 9, 6—7. lmächtiger Gott, Vater der Barmherzigkeit, wir danken dir mit Mund und Herzen für die fröhliche Botschaft von der heilbringenden Geburt deines lieben Sohnes, die du auch heute wieder uns verkünden lässest. Wie gnädig bist du durch ihn unserm Elend zu Hilfe gekommen, wie reich hast du uns gemacht durch dieses kostbare Pfand deiner unergründlichen Liebe! Leben und Seligkeit, ja dich selbst hast du in deinem Sohne uns geschenket. O, hilf uns dieses Wunder deiner Liebe mit demütigem Glauben fassen, und entzünde uns zu brünstiger und treuer Gegenliebe, du Gott unseres Heils! Herr Jesu, Heiland der Welt, wer kann deine Huld verstehen und deinen Namen würdiglich preisen, daß du unseres Fleisches und Blutes teilhaftig geworden bist, in Knechtsgestalt unter uns gewohnet und dich selbst in deinem Leben und in deinem Tode für uns geheiliget hast? O, nimm uns hin für deine Treue zu deinem ewigen Eigentume; wohne durch den Glauben in unsern Seelen und stelle uns dem Vater dar im Schmucke deiner Unschuld und Gerechtigkeit, darin wir ihm wohlgefällig sind. Und du, Geist der Gnade und der Reinigkeit, der du die Jungfrau Maria zur Mutter unseres Herrn geweihet hast, reinige unsere Herzen von aller Sünde, ziere uns mit 344 Gebete. einem frommen Sinn, und hilf uns unsere Seelen bewahren vor aller Befleckung der Welt, damit wir unsere Heiligung vollenden in der Furcht Gottes. Dreieiniger Gott, laß uns den Segen der Mensch⸗ werdung Christ reichlich erfahren, damit auch wir sprechen können: Unsere Seele erhebet den Herrn, und unser Geist freuet sich Gottes, unseres Heilandes. Amen. Lied Nr. 35 und 40. 3. Neujahr. Psalm 90 und Psalm 121. Allmächtiger Gott, heiliger Vater, wir danken dir, daß du uns dieses Jahr vor allem Übel gnädiglich be⸗ hütet und bewahret hast, und bitten dich, du wollest uns ein friedlich, fröhlich und gnadenreiches neues Jahr bescheren, an Leib und Seele uns väterlich segnen und behüten, insonderheit aber deine Gnade verleihen, daß wir mit dem alten Jahre den alten Menschen ausziehen, hingegen den neuen anlegen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, bis wir aus dieser alten Welt in das neue Jerusalem versetzt werden, allda mit neuen Zungen dich ehren, loben und preisen durch Christum Jesum, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir in Einigkeit des heiligen Geistes lebet und regieret, wahrer Gott, immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 51 und 52. 4. Epiphanias. Evangelium Johannis 1, 14. Allmächtiger Herr und Gott, der du deinen einge⸗ borenen Sohn den Heiden geoffenbaret hast, wir bitten dich, du wollest das selige Licht des Evangeliums uns und unseren Nachkommen erhalten, auch Gnade geben, daß es immer weiter dringe zu den Völkern, und also denen, die mit Finsternis und Dunkel bedeckt sind, deine Herrlichkeit je mehr und mehr erscheine, der du mit dem Sohn und dem heiligen Geist lebest und regierest immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 54. wir dein schor Opfe demi und geme zst! die Seel Wer Lebe unser der Gem Men Gebete. 345 5. Gründonnerstag. Psalm 111, 3—4. ir danken dir, Herr Jesu Christe, daß du aus ö herzlicher Liebe das heilige hochwürdige Sakrament deines wahren Leibes und Blutes unter Brot und Wein als ein richtiges Erbgut den Menschenkindern in deinem letzten Testament zu genießen verordnet hast. Wir bitten dich auch ferner, mache uns zu würdigen Gästen dieser himmlischen Mahlzeit, daß wir in herzlicher Reue, wahrem Glauben, rechter Andacht und mit gutem Vorsatz deinen de Leib und dein teures Blut empfangen, auf daß uns diese Speise und dieser Trank zum Leben gereiche und nicht zum Gericht. Erhalte uns auch immerdar bei solchem Troste, den wir aus dem heiligen Abendmahl empfangen, bis wir endlich das Brot im Himmel essen, mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tische sitzen und dich samt allen Auserwählten loben und preisen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 194 und 199. 6. Karfreitag. Jesaja 53 und Psalm 22. 9⁰⁷ Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast au unserm Tod, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben, in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht ver⸗ schonet hast, sondern hast ihn für uns alle dahingegeben zum Opfer und zum Lösegeld für unsere Sünden. Herr Jesu Christe, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines heiligen Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit 2——3 mit unseren Sünden, und um unsere Missetat willen hist du verwundet. O, laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner, du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht; o, laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes, und versetze uns in die Gemeinschaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch samt dir gekreuzigt und begraben werde in den 346 Gebete. Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, womit du uns geliebet hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nach⸗ tragen in Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die Hände deines himm⸗ lischen Vaters, so befehlen auch wir im festen Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Leib in deine allmächtige Hand. Laß, o Herr, das Wort vom Kreuze eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, so noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blut, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 75 und 81. 7. Ostern. Psalm 118, 14—23 und Psalm 16, 6—11. Halleluja, der Herr ist auferstanden! Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja! Allmächtiger Gott und Vater, wir bringen dir in heiliger Freude Anbetung, Preis und Dank, daß du unsern Herrn Jesum, den großen Hirten und Bischof unserer Seelen, von den Toten ausgeführt und als Herrn und Überwinder des Todes vor aller Welt beglaubigt hast. Herr Jesu, du starker Held, du Fürst des Lebens, wir sagen dir von ganzem Herzen Dank für deine siegreiche, froͤhliche Auferstehung, dadurch du dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hast. Geist der Gnade, du heiliger Geist, wir bitten dich, du wollest heute in uns allen die rechte Osterfreude erwecken, daß wir von ganzem Herzen glauben und in solchem Glauben fröhlich leben, bis wir Deneinnt zum neuen Leben auferstehen und mit den Auserwählten dich samt dem Vater und dem Sohne ewig loben und preisen werden. Amen. Lied Nr. 91, 93 und 94. himm nieme heilig wo 1 lehre Dofft Hoffn Jesu sei in Volk Geiste deine hast 9515 erze Glau Wahr und 1 Leben unde2 Verge G Herze Laß 1 Reicht deines Priest ehen. uns ieben nach⸗ e du imm⸗ cauen Seele kraft unter erlöst und t mit Ehre Imen. elujal ir in „daß zischof Herrn hast. „ wir reiche, Nacht Licht dich, ecken, auben stehen dem Gebete. 347 8. Christi Himmelfahrt. Psalm 47 und Psalm 110. Herr unser Gott, du König der Ehren, der du deinen eingeborenen Sohn mit großer Herrlichkeit in dein himmlisches Reich erhöhet hast, wir bitten dich, laß uns niemals ohne Trost sein, sondern sende zu uns herab deinen heiligen Geist, um uns zu trösten; nimm uns auf dahin, wo unser Heiland, Jesus Christus, hingegangen ist und lehre uns auf Erden so unsern Wandel für den Himmel führen, daß wir mit Freuden mögen erwarten die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres Heilandes Jesu Christi, der mit dir und dem heiligen Geist hochgelobet sei in aller Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 106 und 108. 9. Pfingsten. Pfsalm 118, 24.29. Joel 3, 1—5. Allmächtiger Gott, wir loben und preisen dich an diesem festlichen Tage, daß du aus Gnaden dein Volk heimgesucht und durch die Ausgießung deines heiligen Geistes eine Gemeinde dir zum Eigentum gesammelt und deine Kirche auf Erden fest gegründet hast. Auch zu uns hast du von deiner heiligen Höhe deine teuren Gnadengaben espendet und den hellen Schein deines Evangeliums in unsere Henzen gegeben, damit wir an dich glauben und im rechten Glauben geheiligt und erhalten werden. Wir bitten dich demütig, laß durch das Wort der Wahrheit und durch deine gnadenreichen Sakramente uns und die ganze Kirche erneuert, erleuchtet und zum ewigen Leben bewahret werden. Gieße deinen Geist auch jetzt kräftig und reichlich über uns aus und versichere uns dadurch der Vergebung unserer Sünden und der Versöhnung mit dir. O Gott, reinige uns von aller Untugend; erwecke unsere Herzen zum Glauben, zur Liebe, zur Andacht, zum Gebet. Laß uns schmecken die Kräfte der zukünftigen Welt und den Reichtum der himmlischen Gaben, auf daß wir das Volk deines Eigentums, das auserwählte Geschlecht und königliche Priestertum sein und bleiben mögen in alle Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 123, 129 und 130. 348 Gebete. 10. Trinitatisfest. Jesaja 6, 13. 1. ZJoh. 3, 7 und Röm. 11, 36. Heinig, heilig, heilig bist du, Herr Zebaoth; alle Lande sind deiner Ehre voll! Wir danken dir, daß du uns das hohe Geheimnis deines göttlichen Wesens schon in diesem Erdenleben durch einen Spiegel in einem dunkeln Worte sehen lässest, bis wir dereinst von Angesicht zu Angesicht schauen und deine ewige Kraft und Gottheit vollkommen und in der Wahrheit anbeten dürfen. Gott Vater, allmächtiger Schöpfer des Himmels und der Erde, der du auch uns Leben und Odem gegeben und erhalten 0, 5 wir danken dir für alle deine Gnaden und bitten dich, du wollest dich auch ferner erbarmen, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, und unsere feste Burg und Zuflucht sein in aller Not. Wir rühmen deine Gnade, daß du für uns deinen eingeborenen Sohn dahingegeben und in ihm uns erwählet hast zu deinen Kindern. Herr Jesu, du eingeborener Sohn Gottes, wir bringen dir von Herzen Preis und Ehre für deine große Liebe, daß du uns zu gute die Menschheit angenommen, und danken dir für dein heiliges Wort, für dein bitteres Leiden, für deinen martervollen Tod und brr deine herrliche Auferstehung, durch welche du das Werk der Erlösung vollendet und uns die sichere Bürgschaft des ewigen Lebens gegeben hast. Herr Gott, heiliger Geist, du Tröster und Beistand aller Kinder Gottes, der du in alle Wahrheit leitest und uns Segen und alles Gute mitteilest, der du uns berufest, erleuchtest, 2r est und im rechten Glauben erhältst, habe allezeit dein erk an unsern Seelen und verlaß uns Wumernnehr Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, erhebe dein An⸗ esicht auf uns und sei uns gnädig! Segne uns aus deiner Obhe mit allerlei leiblichen und geistlichen Gütern nach deinem Wohlgefallen! Laß aufgehen dein Heil in allen Landen! Barmherziger, gnädiger Gott, tröste alle Betrübten, stärke die Schwachen, sei ein Helfer und Tröster allen Müh⸗ seligen und Beladenen. Richte die Verzagten auf und trockne die Tränen der Armen und Verlassenen. Schöpfer der Welt, Erlöser aller Menschen, Tröster aller Christen, ewiger dreieiniger Gott, führe uns einst zum Anschauen deiner Herr⸗ lichkeit. Laß uns eingehen zu den Toren deins Hauses, auf daß wir mit reinen Lippen dort dich rühmen und samt den E Heilig sind f Ps. 4 uns werter Luthe alle 4andir, Zesens einem gesicht ottheit 3 und uund sich ie si Burg Inade, egeben ringen e, daß en dir deinen durch 8 die daller Segen ichtest, t dein n An⸗ deiner heinem õenl übten, Müh⸗ trockne der ewiger Herr⸗ auses, samt Gebete. 349 den Engeln und allen Auserwählten dich anbeten und sprechen: Heilig, 926 heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind aner hre voll. Amen. Lied Nr. 131 und 134. U. Reformationsfest. Ps. 46. Ps. 87, 1—3. Luk. 12, 32. Offenb. Joh. 14, 6—7. Allmächtiger und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du unsere lieben Vorfahren samt. uns aus der päpstlichen Finsternis geführt und unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüstzeug Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft 5 er den Brunnen Israels gereinigt, die Dir deittae ⸗ Wahrheit von aller Verführung abgesondert, ie heilige Schrift übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehr und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängsteten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und tut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn. Lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort gibt mit roßen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, follen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Verwirrung in Dir Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner, und erhalte den Heilbrunnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unseren Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Gib auch deinen werten heiligen Geist dem Kaiser und König, unserm Landes⸗ herrn, und allen Fürsten und Obrigkeiten, daß sie treue Schirmherren deiner lieben Kirche sein und den Frieden deines Wortes treulich wahren mögen. Segne du, o Gott, ihr Regiment, und laß es dienen zur Förderung deines Reiches, zur Ausbreitung deines Namens und zur Erfüllung deines uten und gnädigen Willens. Erwecke bei uns allen wahre ottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht, wie viele andere, durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch desselben würdig leben und wandeln und für alle deine Wohltaten hier und dort dich, ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 145, 146, 147, 152, 229 und 240. 350 Gebete. 12. Bußtag. Joel 2, 12—15. 9* Gott, schenke uns Buße zum Leben! Du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt, wer böse ist, bleibt nicht vor dir, und du kannst Leib und Seele verderben in die Hölle. Wir bekennen, daß in uns nichts Gutes wohnet und wir wegen unserer Untreue, Trägheit, Sicherheit, Unglaubens, Feindschaft, verkehrten Welt⸗ und Eigenliebe und wegen unzähliger Übertretungen deinen ge⸗ rechten Zorn auf uns gezogen haben. Aber wir bitten, du wollest uns alle Sünden in Gnaden vergeben und unsere Herzen und ganzes Leben heilsamlich ändern und bessern, damit wir nicht als unfruchtbare Bäume abgehauen und ins höllische Feuer geworfen werden, sondern in deiner Gemeinschaft Ruhe, Schutz und Leben finden mögen um Jesu Christi willen. Amen. Lied Nr. 202, 203 und 207. 13. Litanei. (Ebenfalls am Bußtag, wie zu anderer Zeit in jeglicher Not, besonders auch bei schwerem Gewitter zu beten.) Herr, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, erbarme dich! Christe, erhöre uns! Herr Gott Vater im Himmel, erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarm dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig, hilf uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Ubel, vor des Teufels Trug und List, vor bösem, schnellem Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuers⸗ und Wassersnot, vor dem ewigen Tod behüt uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch deine heilige Auferstehung und Himmelfahrt, in unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht hilf uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder bitten, du wollest uns erhören, lieber Herre Gott, und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle wahren Bischöfe, Pfarrherrn und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, ———— allen führte treue zum sie tri geben, Feind und se und b allen« geben, unschu und X erbarn und si bewah⸗ Herre Herre trägt, der W Gottes steten dich! Pse 8 Wolken Hagel ja in ei Strahl bist wer Seele ichts Heit, und ge⸗ „ n usere amit lische tuhe, men. r Not, Herr, Gott Gott Herr uns uns Übel, Tod, eßen, „vor uns, ampf durch etzten rott! zren, Rirche und Alten, Gebete. 351 allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrige und Ver⸗ führte wiederbringen, den Satan unter unsere Füße treten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, erhör uns, lieber Herre Gott! Allen Königen und Fürsten in dir Fried und Eintracht geben, unserm Kaiser und Könige steten Sieg wider seine Feinde gönnen, ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten, segnen und schützen, unsere Kirche, Schule, Rat und Gemeine segnen und behüten, erhör uns, lieber Herre Gott! Allen, so in Not und Gefahr Hn mit Hilf erscheinen, allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen, erhör uns, lieber Herre Gott! Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und sie bewahren und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber Herre Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn, erhör uns, lieber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, verleih uns steten Frieden! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, erbarme dich! Amen. Dr. Martin Luther, 1483.—1546. Psalm 32 und Psalm 130. Lied Nr. 204 und 218. III. Gebete in besonderer Not. 1. Bei großem Ungewitter. Psalm 29. du großer und schrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährst, wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblick verderben, wenn du deine vernichtenden Strahlen auf uns gehen heißest. Denn die Erde bebt und 352 Gebete. wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und er⸗ einne zittern, wenn du zornig bist. Herr, wir schen und hören besitz deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Chrif Rollen deines Donners. Ach, gedenke nicht unserer Sünden und Missetaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes V Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter und 9id und Er uns nicht mit deinen Schlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof und die lieben Früchte des Feldes. Behüte uns vor grausamem Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Klein⸗ mütigkeit und ängstliche Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoff⸗ nung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, zu m o Herr, unter den Schatten deiner Flügel bis das Unwetter keit vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme Jesur deines grimmigen Zornes, womit du die Gottlosen einst in das ewige Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, Sohn und heiligen Geist, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen! Amen. Hiernach bete die Litanei, auch Psalm 51 oder 130, dazu das Sünd Gebet des Herrn. ö heilig vor de 2. Nach dem Unwetter. befohl Allmächtiger Gott, der du 9i hast:„Rufe mich an verlei in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst seines mich preisen“, wir sagen dir von Grund unsers Herzens Lob nach und Dank, daß du unser Gebet gnädiglich erhöret und dies derer böse Wetter also hast vergehen lassen, daß uns dadurch an rede, Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit hast dFin Stärk abermals dein getreues Vaterherz zu erkennen gegeben, daß und z du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln und uns nicht nach unserer Missetat vergelten willst. Verleihe uns, barmherziger Vater, daß wir uns bei ö solchen deinen ernstlichen und Rarrteen Warnungen beständig bessern, in deiner Furcht hinfort leben und auf die Zukunft keit. deines lieben Sohnes, da die Elemente vor Hitze schmelzen fürchte und die Erde und die Werke, die darinnen sind, verbrennen Angest werden, uns gefaßt und bereit machen, damit wir ihm mit Amen, reuden entgegengehen und den neuen Himmel, in welchem erechtigkeit wohnen wird, mit Jauchzen und Frohlocken —————— nd er⸗ hören klichen zünden zohnes deinem lägen; lieben hrecken Klein⸗ in uns e Hoff⸗ 5dein n uns, nwetter stimme inst in ermehr h, daß wahren dazu das mich an u sollst ns Lob nd dies urch an hast du n, daß ud uns 11 ar eständig ukunft melzen rennen hm mit welchem ohlocken Gebete. 353 einnehmen und mit dir in deinem seligen Anschauen ewiglich besitzen mögen, durch denselbigen deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. IV. Gebete für Kirchgang und Gottesdienst. Pred. Sal. 4, 17.„Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Haͤuse Gottes gehest, und komm, daß du hörest!“ Psalm 84, 2—5 und V. 11. 1. Gebet beim Eintritt in den Kirchenstand. Lieber Herr Gott, himmlischer Vater, verleihe mir Gnade, daß ich diesen Gottesdienst zu deiner Ehre, zu meines Nächsten Erbauung und zu meiner eigenen Selig⸗ keit andächtig und dir wohlgefällig verrichten möge durch Jesum Christum. Amen. Oder: Lied des Gesangbuches Nr. 13, V. 1 und 2. 2. Fürbitte für den Prediger. Herr Jesu Christe, du bist selbst der Herr des Predigt⸗ amtes, der es eingesetzt und gestiftet hat, uns arme Sünder selig zu machen durch die lautere Verkündigung deines heiligen Wortes. Siehe, nun sind wir alle hier gegenwärtig vor deinem Angesicht, zu hören alles, was du deinem Diener befohlen hast. So stärke denselben mit deines Geistes Kraft, verleihe ihm, das Wort zu reden mit freudigem Auftun seines Mundes, und regiere ihm Herz, Sinn und Gedanken nach der Wahrheit deines Wortes und nach der Notdurft derer, die hier versammelt sind, damit er nichts anderes rede, als was vor dir wohlgefällig ist und dienen möge zur Stärkung unseres Glaubens, zur Heiligung unseres Lebens und zu unserer Seelen Seligkeit. Amen. 3. Gebet vor dem Ausgang aus der Kirche. O Herr Jesu Christ, mein Herr und mein Hirte, in deine Hände befehle ich mich auf Zeit und Ewig⸗ keit. Erhalte mich bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte, und stelle mich einst mit allen Gläubigen vor das Angesicht deiner Herrlichkeit unsträflich und mit Freuden. Amen, Herr Jesu, Amen! Oder: Lied Nr. 9. 354 Gebete. V. Beicht- und Abendmahlsgebete. Gebete bor der Beichte. 49½ Gott, heiliger Geist, stehe mir mit deiner Gnade bei. Du hast es mir in das Herz gegeben, daß ich meine Sünden bereuen, beichten und mich bessern will. So erinnere mich denn an alles, was ich gesündigt habe; gieße mir einen großen Abscheu vor meinen Sünden in das Herz; schenke mir den ernstlichen Vorsatz, mich vollkommen zu bessern, und gib, daß ich meine Schuld so aufrichtig und reuevoll bekenne, daß ich aus dem Munde deines Dieners in der heiligen Absolution wahrhaft deine Verzeihung erlange und deiner himmlischen Gnade aufs neue mich getrösten kann. Hierzu Psalm 51 oder 130, sowie folgendes Bußgebet: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, womit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner Leidenzn Barmherzigkeit und um des unschuldigen bitteren eidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein. Amen. Ich armer, betrübter Mensch bekenne vor Gott, meinem himmlischen Vater, daß ich leider schwer Sünder gnädig. Amen. Lied Nr. 351, V. 6. Dr Herze gebet Verd und anh eu den 6 mit Jesu stärke sündl und die L und die en lieber gebun und 1 heilig wir e heilig hüten führer heilig Glaul besser: 0 Go Hnade aß ich S gieße Herz; essern, uevoll n der e und nn. gebet: aArmer, issetat, h und erzlich deiner itteren Christi mädig Gott, schwer äußer⸗ rlicher, Unge⸗ Hlichem ie das icht so ist mir durch unter bstehen armen Gebete. 355 Drei Beichtfragen zur Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahl. 1J. Erkennet und bekennet ihr mit reuigem, bußfertigem Herzen eure Sünden? Mißfallt ihr euch deswegen selbst und gebet euch schuldig Gottes Zornes und ewigen Todes und Verdammnis?— Antwort: Ja! 2. Begehrt ihr denn von Grund eures Herzens Gnade und glaubet, daß Gott nicht nur aus lauter Gnade um des teuren Verdienstes und einigen Opfers Jesu Christi willen euch alle eure Sünden vergeben, sondern auch dessen durch den Gebrauch des heiligen Abendmahles versichern und darin mit dem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut des Herrn Jesu Christi speisen und tränken und zum ewigen Leben stärken und erhalten wolle?— Antwort: Ja! 3. Habt ihr auch den gewissen und festen Vorsatz, euer sündliches Leben hinfüro zu bessern, wider den Teufel, die Welt und euer eigen Fleisch zu streiten und euern Glauben durch die Liebe gegen Gott und den Nächsten in kindlicher Geduld und Gehorsam beharrlich zu beweisen?— Antwort: Ja! Gebet nach Empfang der heiligen Absolution. Allmächtiger, ewiger Gott, wir haben mannigfaltig gegen dich gesündigt und wegen unserer Sünden die ewige Verdammnis verdient; aber weil wir glauben, dein lieber Sohn, unser Herr Jesus Christus, habe uns die Ver⸗ gebung der Sünden und die ewige Seligkeit bei dir erworben, und wir dessen jetzt durch das heilige Evangelium und die heilige Absolution in unserm Herzen versichert sind, so bitten wir ganz gehorsamlich, du wollest uns mit der Kraft des heiligen Geistes begaben, daß wir uns forthin vor Sünden hüten und einen rechten, göttlichen Wandel in deinem Berufe führen mögen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebete vor dem heiligen Abendmahl. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig! Gib mir deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. 23² 356 Gebete. O Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein sündiges Herz; du weißt aber und erkennest meine große Armut und Notdurft, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu kärten meine arme Seele. Sprich sie an mit einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Im Hingehen zum Altare. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. Lied Nr. 286, V. 4, oder Nr. 199, V. 6. Beim Empfang des Leibes Christi. err Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Beim Empfang des Blutes Christi. Henn Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Im Weggehen vom Altar. 9— 2 Jesu, bleib in mir, damit ich ewig bleib in dir. men. Lied Nr. 224, V. 10 und Lied Nr. 443, V. 3. Gebet nach dem heiligen Abendmahl. O du mein lieber Herr Jesu Christe! Ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzo abermal so väterlich an deinem Tische mit deinem selbsteignen Leibe und Blute gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, 9 sicherer Begleitung aus diesem Jammertal in das ewige Leben. Amen. Lied Nr. 59, V. 4, oder Nr. 194, V. 3. V (Aue deiner und f sicht, lädst Sünd und t daß daran heilige tränke Herr verber werder erhalt und p hält f so lar mich e haben⸗ zurecht liegen sonder des S (1. Il sie uns wird s die da ß du 2 5 m ich rösten einem ommt 2 laß wahre AImen. wahre Amen. n dir. ge dir hermal Leibe h von neines tal in Gebete. 350 VI. Gebete für Kranke und Sterbende. Vor einer Kranken⸗Kommunion. (Auch sonst vor dem Empfange des heiligen Abendmahles zu beten.) O Herr, ob ich zwar nicht würdig bin, daß du in mein Herz eingehest, so bin ich doch bedürftig deiner Hilfe und begierig deiner Gnade, daß ich möge fromm und selig werden. Nun komme ich in keiner anderen Zuver⸗ sicht, denn auf dein Wort, da du selbst mich zu diesem Tische lädst und mir Unwürdigem zusagst, ich solle Vergebung der Sünden haben durch deinen Leib und dein Blut, die ich esse und trinke in diesem Sakramente. O lieber Herr, ich weiß, daß deine göttliche Zusage und Worte wahrhaftig sind; daran zweifle ich nicht, und darauf esse und trinke ich; mir geschehe nach deinem Wort. O Herr Jesu, vereinige dich mit mir, auf daß ich bleibe in dir und du in mir und ich von dir ungeschieden sei hier zeitlich und dort ewiglich. Dein heiliger Leib, Herr Jesu Christe, speise mich; dein teures Blut tränke mich; dein bittres Leiden und Sterben stärke mich. Herr Jesu Christe, erhöre mich; in deine heiligen Wunden verberge ich 8 0 laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden. Vom bösen Feind errette mich; im wahren Glauben erhalte mich, auf daß ich dich samt allen Auserwählten lobe und preise hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Kurze Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie so lange!(Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Röm 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Missetaten habens ja verdient.(Jerem. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von allen Sünden. (1. Joh. 1, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber danach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Heb. 12, 11.) Selig ist der Mann, 358 Gebete. der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott ver⸗ heißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jakobi 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen, siehe, in meine Hände habe ich dich gezeichnet.(Jes. 49, 15—16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Heb. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christit Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke.— Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37.— 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offb. 2, 10.) Auch können folgende Abschnitte der heiligen Schrift von dem Kranken gelesen oder demselben vorgelesen werden: 1. Pet. 5, 6—11. Psalm 130. 25. 42. 63, 2—9. 91. Klagel. 3, 229 1½2. Röm. 5, 18 27, W.. l. Pet. 14, 5 9. Psalm 126. Offb. 7, 9—17. Auf dem Krankenbette. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand versucht werden über sein Vermögen, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir es können ertragen, ich bitte dich in meinen roßen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu chwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzagen. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünden estorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Tbarme dich über mich sündigen Menschen, vergib mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. heili mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Amen. Not, deswe Jesun wollef So n auf, d ich de Wo es diesem licher Willet fest in mein werder Jesum Du he sein 2 Tode helfen Duh durch dich ir Freunt das sel dich di in der Zzugetat uoch 5 no lebe, si Kraft Treue aus di deinem heimzu Kreuzee ist, ver⸗ h ein arme gäße, hände dich e dich aus irstet, „den Laß den uden 2, 10.) chrift rden: gel. 3, 3—9. treuer rsein Ende ieinen cht zu ragen zagen. veuzes ünden Aunde: 1 alle angen Ende. Not, bottes, n mir Gebete. 359 Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen“, deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen, sündhaften Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir erfahre und verkündige. Wo es mir aber nützlicher ist, zeitig zu sterben, denn allhier in diesem elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein gött⸗ licher Wille! Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allzeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Für ein krankes Kind. err Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, er⸗ barme dich unser und dieses kranken Kindleins! Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, du hast des Jairus Töchterlein vom Tode aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Und wir wenden uns flehend an dein Er⸗ barmen, daß du uns deine Herrlichkeit offenbaren wollest durch deine allmächtige Hilfe! O lieber guter Hirte, nimm dich in Gnaden an dieses deines elenden Schäfleins! Du Freund der Kindlein, der du die Kleinen liebst und ihnen das selige Erbe deines Himmelreiches verheißen hast, erbarme dich dieses Kindleins, es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe angenommen und zu den Deinen hin⸗ zugetan. So ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist! Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleihe ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, daß du uns auflegen willst. Hilf nur, daß 360 Gebete. wir ohne Murren die Last tragen. Stärke unsern Glauben und gib uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser! An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewigkeit. Amen. Kurze Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen. Ach barmherziger, gütiger Gott, hilf mir in meinem Leiden und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach, bleibe es auch jetzt. O Jesu, bleibe bei mir, es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich geneiget. O werter heiliger Geist, stärke mich, erhalte mich im festen Glauben bis an mein Ende, erleuchte mich zum ewigen Leben. Ich will auf Jesu Blut und Wunden sterben; dem lebe ich, dem sterbe ich, auf sein Verdienst verlasse ich mich. Amen. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir; meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott; wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Jesu, du Licht meiner Seelen, wenn meine Augen wollen dunkel werden, so laß in meiner Seele aufgehen die himmlische Klarheit; weich nicht von mir, wenn meine Augen brechen; 510 mir alsdann deine Gestalt, und laß mich sehen dein ild, wie du dich am Kreuz zu Tode geblutet hast. Ob ich schon wandre im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn mein Jesus ist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke mich im Glauben, und laß mich dein Eigentum sein hier zeitlich und dort ewig. Amen. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich Tbei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf mir, lieber Herr, ich weiche nicht von dir, ach, bleibe du auch bei mir. Jesu, wenn mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir siegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen Nöten. Ich bin ja dein Eigen⸗ tum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonn nicht, getau mit d wie ie teilha Kreuz ich al alle 1 hast hast d Todes in dei ich jet auf d Vater mir n das er sollst soll a auf de Schme wollte Gottes Glaub Du bi ich mi seiest u Hilfe, Nöten und B mich 1 ich me auben aus uns dein o ists echen. einem Gott, istand mir, U sich ich im wigen n lebe Amen. E, so Seele werde Jesu, dunkel nlische entum mich nach fmir, i mir. If mir groß Ligen⸗ de, zur Gebete. 361 Wonne, in Herrlichkeit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude eingehen. Amen. O Herr Jesu Christe, alle, die in dich getauft sind, „. die sind in deinen Tod getauft; ich bin in dich getauft, darum bin ich auch in deinen Tod getauft. Ich will mit deiner Hilfe fröhlich und gern sterben, der Grulie wie ich deiner Trübsal teilhaftig sei, auch deiner Herrlichkeit teilhaftig zu werden. O Herr Jesu Christe, du hast am Kreuze gebetet:„Vater, verzeihe ihnen“! Also, Herr, verzeihe ich allen, die wider mich gehandelt haben, auf daß du' mir alle meine Sünden verzeihest. O Herr Jesu Christe, du hast am Kreuz gerufen:„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“? Herr, verlaß mich nicht in meinen Todesnöten. O Herr, du hast am I gesprochen:„Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“! Also, Herr, befehle ich jetzund meine arme Seele in deine Hände. Amen. O Herr Jesu Christe, ich bitte dich durch deine Güte und Barmherzigkeit, du wollest meine Seele stärken auf den fernen Weg, der mir vorstehet in das himmlische Vaterland! Ich glaube, daß du um meinetwillen gestorben, mir meine Sünde aus deiner Gnade verziehen, und daß mir das ewige Leben zugesagt ist; dieses meines Glaubens, o Herr, sollst du ein Zeuge sein und alle deine Auserwählten; dies soll auch mein letzter Wille sein, in solchem Glauben, o Herr, auf deine lautere Barmherzigkeit zu sterben, und ob ich durch Schmerzen, Unvernunft oder andere Anfechtung würde oder wollte abfallen, o Herr, so laß mich im Unglauben und Gotteslästerung nicht stecken, sondern stärke und mehre meinen Glauben, daß mir Sünde, Teufel und Hölle nicht schaden! Du bist stärker und gewaltiger denn die alle, darauf verlaß ich mich; Herr, laß mich nicht zu schanden werden! Amen. O mein Gott, mein Herr und mein Vater, jetzt beweise meiner armen Seele, daß sie inne werde, daß du seiest mein Fels, Burg, Schild, Turm, Hort, Schutz, Zuversicht, Hilfe, Zuflucht, Schirm und Güte, daß ich in diesen großen Nöten vor meinen Feinden durch deine göttliche Gnade, Hilfe und Beistand behalten werde! Herr, auf dich traue ich, la mich nimmer zu schanden werden! In deine Hände befehle ich meinen Geist, Herr, du treuer Gott, erlöse mich! Amen. 362 Gebete. O Vater aller Gnaden, erbarme dich über meine arme bösen Seele; vergib mir alle meine Sünde, die ich wider und dich leider getan habe! Verachte nicht dein armes Geschöpf, ö ewiger verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin; laß begleit den nicht umkommen, welchen du gemacht und erschaffen hast! Jesu, Denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hilfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da träget die Sünde der Welt, und mich mit deinem ö Blute gewaschen und gereiniget hast, ich bitte dich durch dein bitter Leiden, sonderlich und allermeist, das du gefühlet hast, da deine alleredelste Seele ausging von deinem allerheiligsten und Leibe, erbarme dich über meine arme Seele in ihrem Ausgang 110 und führe sie zum ewigen Leben!— O Gott heiliger Geist, Phil. du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtun di des bösen Feindes; stärke mein Vertrauen, daß ich festigli ch 5 8 be eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben! o befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in—— b6 deine Hände; du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du von 6 lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. ö Ein Gebet zum Herrn Christo. habe! O allmächtiger Gott, du Sohn des ewigen Vaters, mirl sei eingedenk deines großen Leidens, das du hast ö ehabt am Stamm des Kreuzes, da deine Seele von deinem Herrn ibe schied!! Sei auch mein eingedenk, wenn meine arme Seele von meinem Leibe scheidet! Jesu, dir lebe ich, dir hast n sterbe ich, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Ein Gebet der Umstehenden für einen Kranken, Kra der in den letzten Zügen liegt. allmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben er⸗ hältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du Hieb. 1 wollest die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen, ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle Sünden aus Gnaden vergeben; nimm das Opfer 2. 2 des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missetat; denn auf desselbigen Namen ist er getauft und mit desselbigen Blut Fawoschen und gereinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein, verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des arme wider chöpf, „laß hast! Gott. ottes, inem )dein hast, igsten gang Geist, gtun igli eben! ist in er du aters, i hast einem arme „ dir n er⸗ 9„ du iesem und Opfer hnes, bigen aschen Qual wider des Gebete. 363 bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde; verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben; schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zu der Versammlung aller Auserwählten in Christo Jesu, nnserm Herrn! Amen. Sprüche, den Sterbenden vorzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 4, u. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mose 49, 18. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. Verlaß mich nicht, Herr mein Gott, sei nicht ferne von mir! Eile, mir beizustehen, Herr meine Hilfe! Psalm 38, 22, 23. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Apostelgesch. 7, 28. Kranken⸗ und Sterbetrost aus Bibel und Gesangbuch. 1. Vom Segen des Leidens. Aöm. 5, 1—5. 2. Kor. 4, 718. Jak. 1, 218 Heh. 12,. 5 Lieder: Nr. 381. 395. 2. Vom Vertrauen auf Gott und des Gebetes Kraft. Pfalm 6. 23. 25. 39. 71. 77. 90. 91. 116. Jes. 38. 2. Kön. 20, 1—11. Hiskias Krankheit und Gebet. Luk. 11, 1—13. Anhalten am Gebet. Luk. 18, 1—8. Desgl. Lieder: 376. 377. 386. 398. 408. 414. 415. 36⁴ Gebete. 3. Vom Trost und der Hilfe des Herrn. Matth. 8, 1—13. Der Hauptmann. Matth. 9, 27—33. Der Blinde. Luk. 10, 23—37. Der barmherzige Samariter. Joh. 5, 1—16. Der 383jährige Kranke. Lieder: 69. 373. 410. 4. Christus der Sünderfreund. Matth. 9, 1—8. Der Gichtbrüchige. Luk. 7, 36—-50. Die Sünderin. Luk. 15, 1—7. Das verlorene Schaf. Luk. 23, 39— 43. Der Schächer. Jes. 53. Das Lamm Gottes. Lieder: 80. 203. 226. 232. 236. 287. 5. Von der Geduld und Ergebung im Leiden. Matth. 11, 28—30. Klagel. 3, 17—33. Matth. 26. 27. Mart. 14. 15. Ink. 22. 23. Joh. 14/. 18. 19. Lieder: 58. 72. 78. 383. 408. 411. 416. 6. Sehnsucht nach oben. 2. Kor. 5, 1—10. Phil. 3, 12.—21. Lieder: 136. 423. 427. 428. 431. 432. 442. 7. In tiefer Angst und Not. Psalm 6. 22. 42. 88. 130. Lieder: 72, V. 9 und 10. 288, V. 1. 388. 393. 413. 8. Trost der Auferstehung. Hiob 19, 1—29. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Matth. 9, 18—26. Jairi Töchterlein. Luk. 7, 11—16. Jüngling zu Nain. Joh. 11. Lazarus. 1. Kor. 15. Joh. 5, 24—29. l. Thess. 4, 18—18. Lieder: 97. 455. 7 0 Er 2. Weihn Er Ev Epiphanie Ep CEv 2. Sonnt Ep Evo 4. Sonnt'. Epi Eve 5. Sonnte Epi Evo Verzeichnis der Episteln und Evangelien. 9. Bereitung aufs Sterben. Joh. 14. 15. 10. 17. Lieder: Psalm 39. Psalm 90. 419. 420. 441. 442. 443. 444. 10. Vom ewigen Leben. Jes. 85. Difb. 7, 9. 17; 21. 22. Lieder: 458. 464. Verzeichnis der Episteln und Evangelien an Sonn⸗ und Festtagen. 1. Advent. Epist. Röm. 13, 11—14. Evang. Matth. 21, 1—-9. 2. Advent. Epist. Röm. 15, 4—13. Evang. Luk. 21, 25-36. 8. Advent. Epist. 1. Kor. 4, 1—5. Evang. Matth. 11, 2— 10. 4. Advent. Epist. Phil. 4, 4—7. Evang. Joh. 1, 19- 28. 1. Welahn dit Epist. Tit. 2, 11—14. Evang. Luk. 2, 1—14. 2. Weihnachtstag. Epist. Tit. 3, 4— 7. Evang. Luk. 2, 15— 20. Sonntag nach Weihnachten. Epist. Gal. 4, 1—7. „ Evang. Luk. 2, 33— 40. Neujahr. Epist. Gal. 3, 23— 29. Evang. Luk. 2, 2l. Sounte nach Neujahr. spist. 1. Petri 4, 12—- 19. Evang. Matth. 2, 13—23. Epiphanias. Epist. Jes. 60, 1—6. Evang. Matth. 2, 1—12. 1. Sonntag nach Epiphanias. Epist. Röm. 12, 1—6. Evang. Luk. 2, 41—52. 2. Sonntag nach Epiphanias. Cpist. Röm. 12, 7— 16. Evang. Joh. 2, 1—11. „Sonntag nach Epiphanias. Cwpist. Röm. 12, 17— 21. Evang. Matth. 8, 1—13. „Sonntag nach Epiphanias. Cpist. Röm. 13, 1— 10. Evang. Matth. 8, 23— 27. „Sonntag nach Epiphanias. Cpist. Kol. 3, 12-17. Evang. Matth. 13, 24-30. N * 6. Sonntag nach Epiphanias. Epist. 2. Petri 1, 16— 21. Evang. Matth. 17, 1—9. Septuagesimä. Epist. 1. Kor. 9, 24— 27. Evang. Matth. 20, 1—-16. Serxagesimä. Epist. 2. Kor. 12, 1— 10. „Evang. Luk. 8, 4-15. Estomihi. Epist. 1. Kor. 13. Evang. Luk. 18, 31—43. Invokavit. Epist. 2. Kor. 6, 1—10. „Cvang. Matth. 4, 1—11. Reminiscere. Epist. 1. Thess. 4, 1—12. Cvang. Matth. 15, 21— 28. Okuli. Epist. Eph. 5, 1—9. . Evang. Luk. 11, 14— 28. Lätare. Epist. Röm. 5, 1—11. „Evang. Joh. 6, 1—15. Judika. Epist. Hebr. 9, 11—15. Evang. Joh. 8, 46— 59. Palmarum. Epist. Phil. 2, 5—11. „ ECvang. Matth. 21, 1—9. Gründonnerstag. Epist. 1. Kor. 11, 23—32. Evang. Joh. 13, 1—15. Karfreitag. Epist. Jes. 53. Evang. die Leidensgeschichte. 1. Oapmn. Epist. 1. Kor. 5, 7—8. Evang. Mark. 16, 1—8. 2. Oigonn. Epist. Apostelgesch. 10, 34— 41. Evang. Luk. 24, 13—35. Quasimodogeniti. Epist. 1. Joh. 5, 1—5. Evang. Joh. 20, 19—-841. 366 Verzeichnis der Episteln und Evangelien. Miserikordias Domini. Epist. 1. Petri 2, 21— 25. Evang. Joh. 10, 12—16. Jubilate. Epist. 1. Petri 2, 11— 20. Evang. Joh. 16, 16— 23. Kantate. Epist. Jak. 1, 16— 21. Evang. Joh. 16, 5— 15. Rogate. Epist. Jak. 1, 22—27. 3— Evang. Joh. 16, 23—-33. Himmelfahrt. Epist. Apostelgesch. 1, 1—11. Evang. Mark. 16, 14— 20. Exaudi. Epist. 1. Petri 4, 8—11. — Evang. Joh. 15, 26— 16, 4. 1. n pist. Apostelgesch. 2, 1— 13. Evang. Joh. 14, 23—31. 2. Pfin sist. I pist. Apostelgesch. 10, 42— 48. ö Evang. Joh. 3, 16— 21. Trinitatisfest. Epist. Röm. 11, 33—36. Evang. Joh. 3, 1—15. 1. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Joh. 4, 16— 21. Evang. Luk. 16, 19—51. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Joh. 3, 13—48. Evang. Luk. 14, 16.—24. 3. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Petri 5, 5—11. Evang. Luk. 15, 4 10. 4. Sonntag nach Trinitatis. ö Epist. Röm. 8, 18— 27. — Evang. Luk. 6, 36—42. 5. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Petri 3, 8—15. Evang. Luk. 5, 1.11. 6. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Röm. 6, 3—11. Evang. Matth. 5, 20— 26. „Sonntag nach Trinitatis. Epist. Röm. 6, 19—23. Evang. Matth. 9, 35—38. 8. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Röm. 8, 12—17. 05 Evang. Matth. 7. 12.— 23. 9. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Kor. 10, 1—-13. Evang. Luk. 16, 1—42. ‚ 10. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Kor. 12, 1—11. Evang. Luk. 19, 4 8. 11. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Kor. 15, 1— 10. Evang. Luk. 18, 9— 14. —1 12. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 2. Kor. 3, 4- 9. Evang. Mark. 7, 31—37. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Röm. 3, 21— 28. Evang. Luk. 10, 23—37. 14. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Gal. 5, 16— 24. Evang. Luk. 17, 11—19. 15. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Gal. 5, 25—6, 10. Evang. Matth. 6, 2⁴— 34. 16. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Eph. 3, 13— 21. Evang. Luk. 7,. 17. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Eph. 4, 1—6. Evang. Luk. 14, 1—11. 18. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Kor. 1, 4- 9. Evang. Matth. 22, 34—46. 19. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Eph. 4, 22—32. Evang. Matth. 9, 1. 20. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Eph. 5, 15— 21. Evang. Matth. 22. 21. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Eph. 6, 10— 17. Evang. Joh. 4, 47— 54. 22. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Phil. 1, 3—11. 1 —— Evang. Matth. 18, 21-35. 23. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Phil. 3, 17— 21. Evang. Matth. 22, 15—- 22. 24. Sonntag nach Trinitatis. Epist. Kol. 1, 9—14. Evang. Matth. 9, 18—26. 25. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 1. Thess. 4, 13— 18. Evang. Matth. 24, 15—28. 26. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 2. Thess. 1, 3—10. Evang. Matth. 25, 31—46. 27. Sonntag nach Trinitatis. Epist. 2. Petri 3, 3— 14. Evang. Matth. 25, 1—13. Michaelistag. Epist. Offenb. 12, 7— 12. Evang. Matth. 18, 1—11. Reformationsfest. Epist. Gal. 5, 1—15. Evang. Matth. 5, 1—12. Erntedankfest. Epist. Psalm 145, 15—21. 0 Evang. Luk. 12, 15— 21. Kirchweihtag. Epist. Offenb. 21, 1—-5. Evang. Luk. 19, 1- 10. ———— Amilie v. Agrict Be Albert Or Alberr In Albinn als 1209 Allend 1 Altenb zu Anna ls Arend Arndt, Pr 367 Verzeichnis der Liederdichter. Amilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, geb. Gräfin v. Barby; geb. 1637, + 1706. Nr. 44. 363. 444. Agricola, Johann; geb. 1492 zu Eisleben, 4 1566 als Hofprediger in Berlin. Nr. 249. Albert, Heinrich; geb. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, + 1651 als Organist zu Königsberg in Preußen. Nr. 326. 425. Alberus, Erasmus; geb. um 1500 zu Sprendlingen in der Wetterau, Freund Luthers, + 1553 als Generalsuperintendent zu Neubrandenburg in Mecklenburg. Nr. 339. Albinus, Johann Georg; geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, + 1679 als Pfarrer in Naumburg. Nr. 219. 420. Albrecht, Markgraf von Brandenburg⸗Kulmbach; geb. 1522 zu Ansbach, + 1557 zu Pforzheim. Nr. 412(2). Allendorf, Johann Ludwig Konrad; geb. 1693 zu Josbach in Oberhessen, + 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. Nr. 108. 462. Altenburg, Michael; geb. 1584 zu Alach bei Erfurt, 4 1640 als Pastor zu Erfurt. Nr. 152. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen-Darmstadt; geb. 1638, + 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. Nr. 280. Arends, Wilhelm Erasmus; 4 1721 als Pastor in Halberstadt. Nr. 262. Arndt, Ernst Moritz; geb. 1769 zu Schoritz auf Rügen, 4 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. Nr. 30. 233. 429. Arnold, Gottfried; geb. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, + 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. Nr. 257. Barth, Christian Gottlob; geb. 1799 in Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen bei Calw, unermüdlicher Förderer der Heidenmission, 4 1862 zu Calw. Nr. 157. 476. Becker, Cornelius; geb. 1561 zu Leipzig, 4 1604 als Professor der Theologie und Pastor zu St. Nicolai in seiner Vaterstadt. Nr. 179. 392. Behm, Martin; geb. 1557 zu Lauban, 1 daselbst als Pastor prim. 1622. Nr. 55. 321. 331. Betichius, Johann; geb. 1650 zu Stöckby in Anhalt, 4 1722 als Diakonus in Zerbst. Nr. 320. Bickel, Johann Daniel Karl; geboren 1737 zu Altweilnau in Nassau, + 1809 als Konsistorialrat in Usingen. Nr. 169. Bienemann, Kaspar(Melissander); geb. 1540 in Nürnberg, 4 1591 als Generalsuperintendent in Altenburg. Nr. 292. Birken, Sigismund, von(Betulius); geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, + 1681 als Privatgelehrter zu Nürnberg. Nr. 66. 253. Böhmer, Justus Henning; geb. 1674 in Hannover, + 1749 in Halle als Professor der Rechte und Kanzler des Herzogtums Magdeburg. Nr. 98. Bogatzty, Karl Heinrich, von; geb. 1690 zu Jankowe in Niederschlesien, + 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. Nr. 164. 260. Bruhn, David; geb. 1727 zu Memel, 4 1782 als Prediger zu Berlin. Nr. 201. Burmeister, Franz Joachim; um 1670 Pfarrer in seiner Vaterstadt Lüneburg. + 1688. Nr. 427. Busch, Peter; geb. 1682 zu Lübeck, 4 1744 als Pastor der Kreuzkirche zu Hannover. Nr. 457. 368 Verzeichnis der Liederdichter. Clandius, Matthias; geb. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, 41815 zu Hamburg Funk, als Revisor der schleswig⸗holsteinschen Bank zu Altona. Nr. 475. Ko Clausnitzer, Tobias; geb. 1618 zu Thum bei Annaberg, + 1684 als Garve Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. Nr. 11. Her Crasselius, Bartholomäus; geb. 1677 zu Wernsdorf im Königreich Gedicke Sachsen, + 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. Nr. 133(2). 289. zu Dach, Simon; geb. 1605 zu Memel, 4 1659 als Professor der Dichtkunst 19895 zu Königsberg in Preußen. Nr. 433. 196 Decius, Nikolaus(Howesch); + 1541 als Pfarrer in Stettin. Nr. 74. 131. Gerhar Denicke, David; geb. 1603 zu Zittau, 4 1680 als Konsistorialrat in Arc Hannover. Nr. 174. 216. 241. 82 Derschow, Bernhard, von; geb. 1591 zu Königsberg, 4 daselbst 1639 als 367 Konsistorialrat und Professor der Theologie. Nr. 195, Vers 1, 3 u. 4. Gersd Deszler, Wolfgang Christoph; geb. 1660 in Nürnberg, T daselbst 1722 ö G Di⸗— Konrektor. San 287. 398. I erich, Johann Samuel; geb. 1721 in Berlin, daselbst 1797 als Oberkonsistorialrat. Nr. 459. 2—— Drese, Adam; geb. 1620 in Thüringen, + 1701 als Kapellmeister zu Gõ 90 Arnstadt. Nr. 283. 515 Eber, Paul; geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, Freund Luthers, 4 1569 Gotter, als Generalsuperintendent in Wittenberg. Nr. 413. 430. 437. Hof: Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin Stolberg-Wernigerode; geb. 1835 Grama zu Gedern am Vogelsberg, 4 1903 in Ilsenburg. Nr. 46. 4.1 Sar Friedrich; geb. 1642 zu Stettin, 4 daselbst 1703 als Pfarrer. e b. 117. Falk, Johannes Daniel; geb. 1768 zu Danzig, 4 1826 als Legationsrat 8960 u Weimar. Nr. 468. Gretger Fischer(Vischer), Christoph; geb. zu Joachimstal in Böhmen, 4 1600 Gryphi als Generalsuperintendent und Hogfprediger in Celle. Nr. 81. scaf Fleming, Paul; geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, 4 1640 als Günthe praktischer Arzt in Hamburg. Nr. 397. 605 Förtsch, Basilius; geb. zu Roßla in der Grafsch. Stolberg, 4 1619 als 2 Pfarrer in Gumberta bei Orlamünde. Nr. 92. Hardent Franck, Johann; geb. 1618 zu Guben, 4+ daselbst 1677 als Bürger⸗ stedt meister. Nr. 135. 199. 207. 276. 350. 369. Weif Franck, Michael; geb. 1609 in Schleusingen, + 1667 als Lehrer zu Dahioch Koburg. Nr. 184. 419. astloch Franck, Salomo; geb. 1659 zu Weimar, R daselbst 1725 als Ober⸗ ö und konsistorialsekretär. Nr. 60. 79. 288. burg Sranz. Agnes; geb. 1794 zu Militsch in Schlesien, 4 1843 in Breslau. H.g r. 489. 503. Der. Freylinghausen, Johann Anastasius; geb. 1670 zu Gandersheim in Hayn, 5 Braunschweig, Schwiegersohn Franckes, 4 1789 als Pastor und Herrt Direktor der Franckeschen Anstalten zu Halle. Nr. 285. 402. Hecker. Freystein, Johann Burkhard; 4 1720 als Hof- und Justizrat zu Dresden. zu Y Nr. 254. Heermar uiere Jehen Ludwig; 4 1766 als Pfarrer zu Dettingen in Württem⸗ 1960 erg. Nr. 168. Fritsch, Ahasverus; geb. 1629 zu Mücheln bei Freiburg in Sachsen, 4 1701 Held, Hei als Kanzleidirektor und Konsistorialpräsident zu Rudolstadt. Nr. 459. Helmbon Füger, Kaspar; 4 1592 als Diakonus an der Kreuzkirche zu Dresden. Nr. 42. 1598 mburg, r. 475. 84 als tigreich 289. htkunst 4. 131. lrat in 339 als 3 u. 4. t 1722 97 als Pfarrer. ionsrat + 1600 40 als 619 als Bürger⸗ hrer zu Ober⸗ dreslau. —8 2. )resden. zürttem⸗ + 1701 Nr. 459. Nr. 42. Verzeichnis der Liederdichter. 369 Funk, Gottfried Benedikt; geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, 4 1814 als Konsistorialrat und Direktor des Domgymnasiums zu Magdeburg. Nr.89. Garve, Karl Bernhard; geb. 1763 30 Jeinsen bei Hannover, + 1841 zu Herrnhut als Prediger der Brü ergemeinde. Nr. 170. Gedicke, Lampertus; geb. 1683 zu Gardelegen, 4 1735 als Feldprobst zu Berlin. Nr. 416. Gellert, Christian Fürchtegott; geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, + 1769 zu Leipzig als Professor der Moral. Nr. 31. 63. 96. 171. 196. 266. 290. 315. 316. 329. 343. 375. 391. Gerhardt, Paul; geb. 1607 in Gräfenhainichen bei Wittenberg, 4 1676 als Archidiakonus in Lübben. Nr. 27. 28. 34. 37. 43. 52. 59. 72. 76. 78. 82. 100. 127. 130. 237. 281. 299. 302. 309. 314. 323. 333. 347. 360. 367. 368. 377. 379. 382. 383. 390. 394. 404. 410. 432. 447. 480. Gersdorf, Henriette Katharine, von; geb. 1648 zu Sulzbach in Bayern, Großmutter des Grafen von Zinzendorf, + 1726 zu Großhennersdorf in Sachsen. Nr. 49. Gesenius, Justus; geb. 1601 zu Esbeck in Hannover, 4+ 1673 als Ober⸗ hofprediger und Generalsuperintendent in Hannover. Nr. 80. 99. Göz, Christian Gottlieb; geb. 1746 zu Hengen in Württemberg, + 1803 als Pfarrer zu Hohenheim bei Stuttgart. Nr. 110. Gotter, Ludwig Andreas; geb. 1661 zu Gotha, daselbst 1785 als Hofrat. Nr. 247. 263. 317. Gramann(Poliander), Johann; geb. 1487 zu Neustadt in der Oberpfalz, . 1541 als Pfarrer zu Königsberg i. Pr. Nr. 310. Greding, Johann Ernst; geb. 1676 zu Weimar, + 1748 als Pfarrer bei Hanau. Nr. 58. Gregor, Christian; geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, + 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Nr. 267. Gretgen, Adam; Advokat zu Sorau, + 1660. Nr. 146. Gryphius, Andreas; geb. 1616 zu Glogau, 4 1664 daselbst als Land⸗ schaftssyndikus. Nr. 424. Günther, Cyriakus; geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha, + 1704 als Gymnasiallehrer zu Gotha. Nr. 190. Hardenberg, Friedrich, Freiherr von(Novalis); geb. 1772 zu Wieder⸗ stedt in der Grafschaft Mansfeld, + 1801 als Bergamtsassessor zu Weißenfels. Nr. 498. 500. 501. artmann, Thomas; um 1604 Diakonus zu Eisleben. Nr. 103. aßzlocher, Johann Adam; geb. 1645 zu Speier, + 1726 als Konsistorialrat und Hofprediger des Grafen Johann Ernst von Nassau zu Weil⸗ burg an der Lahn. Nr. 8. H.9.0 Julie; geb. 1825 zu Mitau, 4 1901 zu Wossß an der Ostsee. Nr. 495. Hayn, Henriette Luise, von; geb. 1724 zu Idstein in Nassau, 4 1782 zu Herrnhut. Nr. 499. Hecker, Heinrich Cornelius; geb. 1699 zu Hamburg, 4 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. Nr. 17. 29. 175. Heermann, Johann; geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor zu Köben, 4 1647 zu Lissa in Posen. Nr. 64. 67. 88. 149. 150. 156. 197. 206. 218. 224. 282. 295. 336. 407. 448. Held, Heinrich; um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien. Nr. 18. 125. Helmbold, Ludwig; geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, daselbst 1598 als Superintendent. Nr. 335. 408. 24 370 Verzeichnis der Liederdichter. Herberger, Valerius; geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, 4 1627 als Pfarrer daselbst. Nr. 442. Herman, Nikolaus; 4 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimstal in Böhmen. Nr. 38. 87. 324. 334. 345. 443. Hermes, Johann Timotheus; geb. 1738 zu Petznick bei Stargard in Pommern, 4 1821 als Oberkonsistorialrat zu Breslau. Nr. 485. Herrnschmidt, Johann Daniel; geb. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, + 1723 als Professor der Theologie un Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. Nr. 305. 387. Herzog, Johann Friedrich; geb. 1647 zu Dresden, daselbst 1699 als Rechtsanwalt. Nr. 348. Hesse, Johann; geb. 1490 zu Nürnberg, 1547 als Pfarrer zu Breslau. Nr. 441 Hiller, Philipp Friedrich; geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, + 1769 als Pfarrer zu Steinheim bei Nördlingen. Nr. 26. 112. 113. 144. 299. 302. 486. Hoffmann, Gottfried; geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, 4 171 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 451. Homburg, Ernst Christoph; geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 1681 als Rechtsanwalt in Naumburg. Nr. 69. 105. Hülsemann, Wilhelm; geb. 1781 zu Soest in Westfalen, + 1865 als Superintendent zu Elsey bei Iserlohn. Nr. 364. Jonas, Justus; geb. 1493 zu Nordhausen, Freund und Gehilfe Luthers, Professor in Wittenberg, 4 1555 als uperintendent zu Eichsfeld bei Koburg. Nr. 154. Keymann, Christian; geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen, 4 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 279. Klopstock, Friedrich Gottlieb; geb. 1724 zu Quedlinburg, + 1803 als Legationsrat in Hamburg. Nr. 193. 461. 472. Knak, Gustav Friedrich Ludwig; geb. 1806 in Berlin, Pastor daselbst, + 1878 auf einer Reise zu Dünow bei Stolpmünde. Nr. 165. 488. Knapp, Albert; geb. 1798 zu Tübingen, 4 1864 als Pfarrer zu Stutt⸗ art. Nr. 158. 160. 161. 166. 469. Knoll, Christoph; geb. 1563 zu Bunzlau, 4 1621 als Diakonus zu Sprottau. Nr. 431. Knorr von Rosenroth, Christian; geb. 1636 zu Altrauden in Schlesien, + 1689 als Geheimer Rat in Sulzbach. Nr. 330. Kramer, Moritz; geb. 1646 zu Ammerswort in Holstein, 4 1702 als Pfarrer zu Marne in Süderdithmarschen. Nr. 120. Krause, Jonathan; geb. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, T 1762 als Superintendent in Liegnitz. Nr. 5. Krummacher, Friedrich Adolf; geb. 1767 zu Tecklenburg in Westfalen, + 1845 als Pfarrer in Bremen. Nr. 159. Kunth, Johann Sigismund; geb. 1700 zu Liegnitz, 2 1779 als Super⸗ intendent zu Baruth in der Oberlausitz. Rr. 455. Lampe, Friedrich Adolf; geb. 1683 zu Bremen, daselbst 1729 als Pfarrer. Nr. 255. Lang, Johann Jakob; geb. 1646 zu Nürtingen, 4 1690 als Pfarrer in Stuttgart. Nr. 389. Lange, Joachim; geb. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 4 1744 als Professor der Theologie zu Halle. Nr. 332. Nr. 27 als himstal gard in 485. emberg, ickeschen 699 als Breslau. + 1681 865 als Luthers, Eichsfeld 662 als 803 als daselbst, 55. 488. u Stutt⸗ onus zu Schlesien, 702 als 1762 als Zestfalen, Super⸗ 1729 als farrer in 1744 als Verzeichnis der Liederdichter. 3⁰⁰ Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen); geb. 1660 zu Husum, 4 1722 als Musikdirektor und Kantor in Bremen. Nr. 101. 213. 453. Lehr, Leopold Franz Friedrich; geb. 1709 zu Kronberg bei Frankfurt a. M., Pfarrer in Köthen, 4 1744 in Magdeburg. Nr. 238. Liebich, Ehrenfried; geb. 1713 zu Probsthagen bei Liegnitz, T 1780 als Pastor zu Lomnitz in Schlesien. Nr. 121. Liscow, Salomo; geb. 1640 zu Niemitzsch in der Niederlausitz, 4 1689 als Diakonus zu Wurzen. Nr. 231. 328. 421. Löscher, Valentin Ernst; geb. 1673 zu Sondershausen, + 1749 als Oberkonsistorialrat zu Dresden. Nr. 215. Löwenstern, Matthäus Apelles, von; geb. 1594 zu Neustadt bei Oppeln, + 1648 als Staatsrat zu Breslau. Nr. 143. 311. Ludämilie Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt; geb. 1640, + 1672. Nr. 277. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg; geb. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten von Brandenburg, + 1667 zu Berlin. Nr. 97(2). 211(2). Luther, Martin; geb. 1483 zu Eisleben, 4 daselbst 1546. Nr. 35. 40. 85. 95. 124. 186. 134. 130. 142. 145. 147. 148. 153. 176. 204. 240. 297. 301. 365. 440. Magdeburg, Joachim; geb. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, + 1583 als Pfarrer im Osterreichischen. Nr. 414.(V. 1. Marot, Samuel; geb. 1770 zu Magdeburg, 4 1865 als Konsistorialrat zu Berlin. Nr. 185. Mathesius, Johann; geb. 1504 zu Rochlitz in Sachsen, als Student Luthers Haus⸗ und Tischgenosse, T 1565 als Pastor in Joachimstal. Nr. 319(2). 492. Megander, Veit Ludwig; aus Schweinitz in Sachsen, + daselbst 1709 als Amtsinspektor. Nr. 217. Mentzer, Johann; geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausitz, + 1734 als Pfarrer zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. Nr. 312. Meyfart, Johann Matthäus; geb. 1590 zu Walwinkel oder Walters⸗ hausen bei Gotha, 4 1642 als Pfarrer in Erfurt. Nr. 458. Möwes, Heinrich; geb. 1793 zu Magdeburg, 4 1834 als Pfarrer in Altenhausen bei Magdeburg. Nr. 170. Moller, Martin; geb. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, + 1606 als Pfarrer in Görlitz., Nr. 373. 388. 408. de la Motte⸗Fouqus, Friedrich; geb. 1777 zu Brandenburg, 1843. Nr. 496. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich; geb. 1624 zu Halle, 4 1685 als Pfarrer in Koburg. Nr. 32. Neander, Joachim; geb. 1650 zu Bremen,„ daselbst 1680 als Pfarrer. Nr. 225. 284. 304. 318. 342. 445. Nerreter, David; geb. 1649 zu Nürnberg, 4 1726 zu Stargard als Generalsuperintendent von Hinterpommern. Nr. 381. Neumann, Kaspar; geb. 1648 zu Breslau, daselbst 1715 als Pastor. Nr. 4. 83. 139. 192. 344. 372. Neumark, Georg; geb. 1621 zu Mühlhausen in Thüringen, 4 1681 als Bibliothekar in Weimar. Nr. 415, Neumeister, Erdmann; geb. 1671 zu üchteritz bei Weißenfels, 4 1756 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 54. 93. 180. 236. 272. 294. 352. 2⁴² 372 Verzeichnis der Liederdichter. Neuß, Heinrich Georg; geb. 1654 zu Elbingerode im Harz, + 1716 als Konsistorialrat zu Wernigerode. Nr. 244. 269. Nicolai, Philipp; geb. 1556 zu in Waldeck, 4 1608 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 286. 463. Olearius, Johann; geb. 1611 zu Halle, 4 1684 als Hofprediger zu Weißenfels. Nr. 3. 7. 24. 61. 132. 137. 258. 298. Olearius, Johann Gottfried; geb. 1635 zu Halle, 4 1711 als Kon⸗ sistorialrat in Arnstadt. Nr. 20. Pauli, Joachim; geb. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. Nr. 155. Pfeil, Christoph Karl Ludwig, von; geb. 1712 zu Grünstadt in Bayern, + 1784 auf seinem Gute Deufstekten. Nr. 191. 301. Prätorius, Benjamin; geb. 1571 zu Weißenfels, nach 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch. Nr. 265. Preiswerk, Samuel; geb. 1799 zu Römlingen, Kanton Basel, 4 1871 als Prediger und Professor zu Basel. Nr. 478. Rüder, Dunasg Friedrich; geb. 1815 zu Elberfeld, daselbst 1872 als Haͤndlungsgehilfe. Nr. 481. Rambach, Johann Jakob; geb. 1693 zu Halle, 4 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. Nr. 111. 114. 178. 271. 296. Reusner, Adam; geb. 1496 zu Mündelheim bei Düsseldorf, P äum 1575 in seiner Vaterstadt. Nr. 398. Richter, Christian Friedrich; geb. 1676 zu Sorau, 4 1711 als Arzt am Waisenhaus zu Halle. Nr. 327. Rinckart, Martin; geb. 1586 zu Eilenburg in Sachsen, 4 1649 als Archidiakonus daselbst. Nr. 168. 308. Ringwaldt, Bartholomäus; geb. 1530 zu Frankfurt a. O., 4 1598 als Pfarrer zu Langfeld in der Neumark. Nr. 194. 208. 214. 366. Rist, Johann; geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 4 1667 zu Wedel bei Altona. Nr. 15. 33. 50. 56. 75. 189. 198. 22. 307. 351. 460. Rodigast, Samuel; geb. 1649 zu Gröben bei Jena, 4 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. Nr. 411. Rothe, Johann Andreas; geb. 1688 zu Lissa bei Görlitz, Zinzendorfs Walronatsdfarrer zu Berthelsdorf, + 1758 als Pfarrer zu Thommen⸗ dorf bei Bunzlau. Nr. 232. 450. Rückert, Friedrich; geb. 1788 zu Schweinfurt, Professor der orientalischen N. 16. zu Berlin, 4 1866 auf seinem Landgute Neuses bei Koburg. 1. 15. Ruopp, Johann Friedrich; geb. in Straßburg, 4 1708 als Waisenhaus⸗ Inspektor zu Halle. Nr. 245. Rutilins, Martin; geb. 1550 zu Düben bei Bitterfeld, 4 1618 als Diakonus zu Weimar. Nr. 202. Sacer, Gottfried Wilhelm; geb. 1635 zu Naumburg, + 1699 als Kammeradvokat zu Wolfenbüttel. Nr. 48. 109. Schade, Johann Kaspar; geb. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, 4 1698 als Diakonus zu Berlin. Nr. 400. Schalling, Martin; geb. 1532 zu Straßburg, 1608 als Pfarrer zu Nürnberg. Nr. 273. 9.—. Rektor ndorfs mmen⸗ llischen oburg. nhaus⸗ 18 als 9 als 1698 rer zu Verzeichnis der Liederdichter. 373 Scheffler, Johann(Angelus Silesius); geb. 1624 zu Breslau, 4 1677 als geistlicher Rat des Fürstbischofs zu Breslau. Nr. 65. 256. 288. 274. 278. 48, Scheidt, Christian Ludwig; geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg, 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. Nr. 226. Schein, Johann Hermann; geb. 1586 zu Gruüͤnhain in Sachsen, 4 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. Nr. 438. Schenck, Heinrich Theobald; geb. in Hessen, 4 1727 als Pfarrer in Gießen. Nr. 464. Schenk, Hartmann; geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, 4 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. Nr. 14. Schenkendorf, Mar, von; geb. 1783 zu Tilsit, 4 1817 als Regierungsrat zu Koblenz. Nr. 471. 483. Schirmer, Michael; geb. 1606 zu Leipzig, + 1673 als Konrektor in Berlin. Nr. 23. 86. 128 Schlicht, Levin Johann; geb. 1681 zu Kalbe in der Altmark, 4 1723 als Pfarrer in Berlin. Nr. 338. Schmidt, Johann Eusebius; geb. 1669 zu Hohenfeld bei Erfurt, + 1745 als Pfarrer zu Siebleben bei Gotha. Nr. 246. Schmolck, Benjamin; geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, 4 1737 als Pfarrer in Schweidnitz. Nr. 10. 13. 12. 51. 53. 74. 91. 94. 102. 129. 138. 173. 181. 223. 243. 248. 291. 293. 325. 341. 346. 359(2). 378. 395. 434. 436. 439. 474. Schneegaß, Cyriakus; geb. 1546 zu Bufleben bei Gotha, + 1597 als 1eren zu Friedrichroda in Thüringen. Nr. 47. Schneesing, Johann; geb. zu Frankfurt a. M., + 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha. Nr. 203. Schröder, Johann Heinrich; geb. 1666 zu Hallerspringe in Hannover, +. 1699 als Pfarrer zu Merseberg bei Magdeburg. Nr. 228. 250. Schütz, Johann Jakob; geb. 1640 zu Frankfurt a. M., 4 daselbst 1690 als Rechtsanwalt. Nr. 313. Schuster, Gotthard; geb. 1673 zu Langenhessen bei Zwickau, + 1761 als Archidiakonus zu Zwickau. Nr. 449. Schwedler, Johann Christoph; geb. 1672 zu Krebsdorf in Schlesien, + 1730 als Pfarrer zu Niederwiesa in der Oberlausitz. Nr. 507. Scriver, Christian; geb. 1629 zu Rendsburg, 1693 als Hofprediger zu Quedlinburg. Nr. 183. 340. Selnecker, Nikolaus; geb. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, 1592 als Professor der Theologie in Leipzig. Nr. 9. 140. Senitz, Elisabeth, von; geb. 1629 zu Rankau bei Brieg, 1679 zu Oels. Nr. 71. Tüdies Johann; geb. 1564, + 1637 als Superintendent zu Schleiz. Nr. 435. Spengler, Lazarus; geb. 1479 zu Nürnberg, 4 1534 als Rechtsgelehrter und Ratsschreiber daselbst. Nr. 205. Speratus, Paul(von Spretten); geb. 1484 zu Rottweil in Württemberg, + 1554 zu Marienwerder als Bischof von Pomesanien. Nr. 229. Spitta, Karl Johann Phikipp; geb. 1801 zu Hannover, + 1859 als Superintendent zu Burgdorf. Nr. 182. 354. 357. 497. Starck, Johann Friedrich; geb. 1680 zu Hildesheim, + 1756 als Kon⸗ sistorialrat zu Frankfurt a. M. Nr. 396. Stegmann, Josua; geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, 4 1632 als Superintendent und Professor der Theologie zu Rinteln. Nr. 141. 374 Verzeichnis der Liederdichter. Steuerlein, Johann; geb. 1546 zu Schmalkalden, 4 1613 als Stadt⸗ schultheiß zu Meiningen. Nr. 45. Stier, Rudolf Ewald; geb. 1800 zu Fraustadt in Posen, 4 1862 als Superintendent und Oberpfarrer zu Eisleben. Nr. 162. Stockfleth, Heinrich Arnold; geb. 1643 zu Alfeld in Hannover, 1708 als Generalsuperintendent zu Mönchberg in Bayern. Nr. 417. Stockmann, Ernst; geb. 1634 in Lützen, 4 1712 als Oberkonsistorialrat zu Eisenach. Nr. 384. Sturm, Christoph Christian; geb. 1740 zu Augsburg, 4 1786 als Haupt⸗ pastor in Hamburg. Nr. 90. 234. Tapp, Jakob; um 1620 Superintendent zu Schöningen bei Helmstedt. Nr. 45. Tersteegen, Gerhard; geb. 1697 zu Mörs, 1 1769 als Bandwirker zu Mülheim an der Ruhr. Nr. 2. 36. 115. 251. 484. 502. Thilo, Valentin, der jüngere; geb. 1607 zu Königsberg, daselbst 1662 als Professor der Beredsamkeit. Nr. 22, V. 1—3. Tietze, Christoph; geb. 1641 zu Wilkau bei Breslau, 4 1703 als Pfarrer zu Hersbruck bei Nürnberg. Nr. 210. 406. Tollmann, Gottfried; geb. 1680 zu Lauban in Schlesien, um 1723 Pfarrer zu Leube in der Oberlausitz. Nr. 370. Uulber, Christian Samuel; geb. 1714 zu Landshut in Schlesien, 4 1776 als Hauptpastor zu St. Jakobi in Hamburg. Nr. 452. Wegelin, Josua; geb. 1604 zu Augsburg, 1640 als Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. Nr. 106. 371. —2 d Sigismund; angeblich um 1600 Prediger in Heilbronn. r. Weiße, Michael; geb. zu Neiße in Schlesien, 4 1542 zu Neutomischl als Vorsteher der Böhmischen Brüder. Nr. 73.(422. Weissel, Georg; geb. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, 4 1635 als Prediger zu Königsberg in Preußen. Nr. 21. 242. Wilhelm II., Herzog von Sachsen-Weimar; geb. 1598 auf Schloß Altenburg, 4 1662 zu Weimar. Nr. 6(2). Winckler, Johann Joseph; geb. 1670 zu Luckau in Sachsen-Altenburg, + 1722 als Konsistorialrat zu Magdeburg. Nr. 259. 261. 399. Wolf, Jakob Gabriel; geb. 1684 zu Greifswald, 1754 als Professor der Rechte zu Halle. Nr. 264. Zeibich, Christoph Heinrich; geb. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, + 1748 als Professor der Theologie und Probst zu Wittenberg. Nr. 418. Zesen, Philipp, von; geb. 1619 zu Priorsau an der Mulde, 4 1689 als Privatgelehrter zu Hamburg. Nr. 25. Zihn, Johann Friedrich; geb. 1650 zu Suhl, 7 daselbst 1719 als Archidiakonus. Nr. 386. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig, Graf von; geb. 1700 zu Dresden, Stifter der Brüdergemeinde, 4 1760 zu Herrnhut. Nr. 172. 355. 482. 491. Zinzendorf, Christian Renatus, Graf von; geb. 1727 zu Herrnhut, 1752 in London. Nr. 479. Zwick, Johann; geb. 1496 zu Konstanz, 4 1542 als Pfarrer zu Konstanz an der Pest zu Bischoffszell(Verfasser des ersten Kirchengesangbuchs in der reformierten Schweiz, Zürich 1536). Nr. 107. r;, Stadt⸗ 62 als + 1708 rialrat — Haupt⸗ Nr. 45. rker zu · st 1662 Pfarrer ꝛ1 1723 + 1776 rrer zu lbronn. Schloß enburg, rofessor Stifter 2. 491. rrnhut, onstanz igbuchs Verzeichnis Ach bleib bei uns, Herr Jesu Chris t Ach, bleib mit deiner Gnade Ach Gott, in Gnaden von Ach Gott und Herr, wie Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott, vom Himmel sieh Ach Gott, wie manches Herzeleid Ach mein Herr Jesu, dein Ach mein Jesu, sieh, ich trete Ach, sagt mir nicht von Gold Ach wie flüchtig, ach wie Ach wundergroßer Siegesh. Allein Gott in der Höh sei Allein zu dir, Herr Jesu Alle Menschen müssen sterb. Alles ist an Gottes Segen Also hat Gott die Welt gel. Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Herz, mit Freuden. Auf Christi Himmelfahrt Auf diesen Tag bedenken wir Auferstehn, ja auferstehn Auf Gott und nicht auf. Auf meinen lieben Gott. Auf mein Herz! Ein froher Aus Gnaden soll ich selig Aus meines Herzens Gr. Aus tiefer Not schrei ich zu Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege Begrabt den Leib in seine G. Bei dir, Jesu, will ich.. Bescher uns, Herr, das Bis hieher hat mich Gott Christ, der du bist der helle Ta Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine ——* ——— Nr. M.) 140 69 141 70 366 202 81 288 11⁵ 142² 373 267 338 268 204 82 42¹ 377 11⁷ 42 18² 334 339 Dennoch bleib ich stets an der Lieder. Christe, du Lamm Gottes 57 Christ ist erstanden von der 84 Christ lag in Todes Banden 85 Christ, unser Herr, zum Jordan kam. 176 Christus, der ist mein Leben 423 Das alte Jahr vergangen 45 Das Jahr geht still zu Ende 46 Das ist ein teuer wertes W. 269 Das Leben welkt wie Gras 473 Das liebe neue Jahr geht 47 Das walte Gott, der helfen 320 Das walt Gott Vater und Gott Sohn Dein König kommt in niedern Hüllen. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau. 16 170 378 Der am Kreuz ist meine Liebs 58 Der beste Freund ist in dem 474 Der du in Todesnächten 157 Der du uns als Vater liebest 118 Der du zum Heil erschienen Der Glaub ist eine Zuvers. Der heilge Christ ist kommen Der Herr, der allerenden 379 Der Herr ist meine Zuvers. 380 Der Hölle Pforten sind zerst. 86 Der lieben Sonne Licht„340 Der Mond ist aufgegangen 475 Der Pilger aus der Ferne 476 Der Sabbat ist vergangen 341 Der Tag, der ist so freudenr. 465⁵ Der Tag ist hin, mein Jesu 342 Des Morgens, wenn ich 322 Dich, mein Jesu, laß ich 188 Die Ernt ist nun zu Ende 370 Die Gnade sei mit allen 144 Die güldne Sonne voll Freud und Wonne 323 142 *) In der mit M. bezeichneten Reihe sind die Nummern angegeben, welche die betreffenden Lieder im Militärgesangbuch haben. Nr. Die helle Sonn leucht jetzt 324 Die Herrlichkeit der Erden 424 Die Nacht ist vor der Tür 477 Die Sach ist dein, Herr J. 478 Dies ist der Tag, den Gott 31 Dies ist die Nacht, da mir 32 Die wir uns allhier beis. 479 Dir, dir Jehovah, will ich 289 Du bist zwar mein.... 447 Du Herr der Seraphinen 138 Du Lebensbrot, Herr Jesu 189 Du meine Seele, singe. 299 Durch Adams Fall ist ganz 205 Durch Trauern und durch Rlagen. Du weinest vor Jerusalem 206 Ein Christ kann ohne Kreuz 381 Eine Herde und ein Hirt 159 Einen guten Kampf hab ich 425 Einer ist König, Immanuel 108 Einer ists, an dem wir. 160 Eines wünsch ich mir vor 469 Ein feste Burg ist unser G. 145 Ein Jahr der Sterblichkeit 49 Ein Lämmlein geht und. 59 Ein neuer Tag, ein neues L. 325 Ein reines Herz, Herr schaff 244 Eins ist not! Ach Herr.228 Erhalt uns deine Lehre. 146 Erhalt uns, Herr, bei dein. 147 Erhöhter Jesu, Gottes S. 452 Ermuntert euch, ihr From. 453 Ermuntre dich, mein... 33 Erneure mich, o ewges Licht 245 Erschienen ist der herrlich C. 87 Es ist das Heil uns kommen 229 Es ist ein Ros entsprungen 466 Es ist genug! Mein matter 426 Es ist genug! So nimm, H. 427 Es ist gewißlich an der Zeit 454 Es ist noch eine Ruh vorh. 455 Es ist vollbracht! Er ist 60 Es wolle Gott uns gnädig 148 Ewge Liebe, mein Gemüte 230 Fahre fort, fahre fort, Zion 246 Fang dein Werk mit Jesu 353 Verzeichnis M. 28 29 43 222 73 Freu dich sehr, o meine S. 428 131 Fröhlich soll mein Herze. 34 Frühmorgens, da die Sonn 88 30 der Lieder. Geduld ist euch von nöten 382 Geh aus, mein Herz, und 480 Geht nun hin und grabt 429 Geist vom Vater und vom 119 Gelobet sei der Herr, mein 132 Gelobet seist du, Jesus Ch. 35 Gib dich zufrieden und sei 383 Gott, deine Güte reicht so 290 Gott der Juden, Gott der 538 Gott der wirds wohlmachen 384 Gott des Himmels und der 326 Gott fähret auf gen Himmel 109 Gott fährt auf, was soll ich 110 Gott, gib einen milden Reg. 120 Gott ist gegenwärtig.. 2 Gott ist mein Hort.... 171 Gott ist und bleibt getreu 385 Gott lebet noch! Seele, was 386 Gottlob, der Sonntag. 3 Gottlob, die Stund ist„448 Gottlob, ein neues Kirchj. 17 Gottlob, nun ist erschollen 368 Gott sei Dank durch alle W. 18 Gott Vater, aller Dinge G. 166 Gott wills machen, daß die 387 Großer Gott von alten Z. 4 Großer Gott, wir loben dich 300 Großer Mittler, der zur Rechten Habe deine Lust am Herrn 270 Halleluja! Jauchzt, ihr Ch. 89 Halleluja, Jesus lebet! Er⸗ löste Menschen... 90 Halleluja, Jesus lebt! Tod 91 Halleluja, schöner Morgen 5 Halt im Gedächtnis Jesum 190 Harre, meine Seele... 481 Heiland, deine Menschenl. 271 Heilig, heilig, heilig ist der 186 Herr, dein herzliches Verl. 191 Hert, dein Wworrt 172 Herr, der du mir das Leben 343 Herr, der du vormals hast 367 Herr, du hast für alle S. 192 Herr, du hast in deinem R. 139 Herr, du wollst uns vollber. 193 Herr, es ist von meinem Leben . Nr. 31 143 149 23 11 err Jes. Herr, öfft Herr, sei Herr, stö Herr, un Herr, wie Herr, wir Herzlich Herzlich Herzliebst Herz und Heut trir Hier liege Hilf, Helf Hilf, Hel Hilf, Herr Hilf uns, Himmelat Hin nach Hinunter! Höch dein öchster,! Höchster Höchster hernie Hosianna, Hüter, wi Sünde Jauchze, a Jauchzet Jauchzet, i — OFASSre seeSs e— 0 ur —— — — ⁰ Verzeichnis der Lieder. Nr. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott wir danken 301 Herr Gott, dich loben wir, regier, Herr 369 Herr, höre, Herr, erhöre 291 Herr, ich habe mißgehandelt 207 Herr Jesu Christ, dein teur. 61 Herr Jesu Christ, dich zu 6 Herr Jesu Christ, du höchstes Gut... sieh doch.. 208 Herr JesuChrist, du höchstes Gut... wir kommen 194 Herr Jesu Christ, mein h. 272 Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott.. 430 Herr Jesu, deine Angst. 62 Herr Jesu, deiner Glieder 112 err Jesu, dir sei Preis 195 err Jesu, Gnadensonne 247 err Jesu, Licht der Heiden 135 Herr, öffne mir d. Herzenst. 7 Herr, sei gelobet, daß du 200 Herr, stärke mich, dein L. 63 Herr, unser Gott, laß nicht 149 Herr, wie du willst, soschicks 292 Herr, wir stehen hier vor dir 177 Herzlich lieb hab ich dich 273 Herzlich tut mich verlang. 431 Herzliebster Jesu, was hast 64 Herz und Herz vereint zus. 482 Heut triumphieret Gottes 92 Hier liege ich zu deinen F. 201 Hilf, Helfer, hilf, du kannst 389 Hilf, Helfer, hilf, erbarm 388 Hilf, Herr Jesu, laß geling. 50 Hilf uns, Herr, in allen B. 168 Himmelan geht unsre Bahn 248 Hin nach oben möcht ich 483 Hinunter ist der Sonne Sch. 345 irte deiner Schafe... 346 Höchter, denk 5 an die G. 209 Höchster Gott, dir danken 8 Höchster Tröster, komm hernieder 12¹ Hosianna, Davids Sohn 19 Hüter, wird die Nacht der Sanden 327 Jauchze, Gott an allen. 30³3 Jauchzet Gott in allen L. 93 Jauchzet, ihr Himmel, frohl. 36 M. 16 83 9¹ 119 92 —ᷣ—⁴ 74 35⁵ 93 14⁵ — ——ꝛ—— 66666 Ich armer Mensch, ich.. Ich bete an die Macht der L. Ich bin ein Gast auf Erden ch bin getauft auf deinen ch bin ja, Herr, in deiner ch danke dir für deinen Tod ch denk an dein Gerichte ch freue mich der frohen Z. ch freue mich, mein Gott ch geh zu deinem Grabe Ich habe Lust zu scheiden Ich habe nun den Grund — * SSSE 2 Ich hab mich Gott ergeben Ich hab von ferne, Herr Ich komme, Herr, u. suche Ich preise dich und singe Ich ruf zu dir, Herr Jesu Ich singe dir mit Herz und Mundd Ich steh an deiner Krippe Ich sterbe täglich, und mein Ich und mein Haus... Ich weiß, an wen ich glaube Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält.... Ich will dich lieben, meine Ich will streben nach dem Ich will von meiner M. Je größer Kreuz, je näher Jehovah, Herr und König? Jerusalem, du hochgebaute Jesu, deine Passion Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der du meine Seele Jesu, der du wollen büßen Jesu, frommer Menschenh. Jesu, geh voran Jesu, großer Wunderstern Jesu, hilf siegen, du Fürste Jesu, komm doch selbst zu Jesu, meine Freude. Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Lebens Leben Jesu, sieh mich an in Snadben Jesns Christus herrscht als Jesus Christus, unser Heil. Ich hab in Gottes Herz. Ich hab in guten Stunden! Ich heb mein Augen sehnl.! Ich laß dich nicht, du mußt! 394 249 30² 37 436 35⁵5⁴ 233 234 27⁴4 48 211 183 69 113 9⁵ Nr. M. Jesus, Jesus, nichts als J. 277 Jesus lebt, mit ihm auch 96 54 Jesus, meine Zuversicht. 97 186 Jesus nimmt die Sünder 236 99 Jesus soll die Losung sein 51 Ihr armen Sünder, kommt 213 Ihr Christen, rühmt, erhebt 122 Ihr Eltern, gute Nacht.449 Ihr Waisen, weinet nicht 396 In allen meinen Taten„ 397 121 In Christi Wunden schlaf 437 In dich hab ich gehoffet. 398 In Gottes Namen fang ich 328 Ist Gott für mich, so trete 237 122 Komm, du wertes Lösegeld 20 Komm, heilger Geist, o Schöpfer dddududun 123 Komm, heiliger Geist, erfüll 1 61 Komm, heiliger Geist, Herre 124 Komm, o komm, du Geist 125 62 Kommt, Kinder, laßt uns 251 101 Kommt, laßt euch den H. 252 König, dem kein König„114 100 König Jesu, streite, siege 161 Lasset die Kindlein kommen 179 Lasset mich voll Freuden 180 Lasset uns mit Jesu ziehen 258 38 Laß mich dein sein und bl. 9 17 Laßt mich gehn, laßt mich 488 Laßt uns doch Christo. 70 Licht, das in die Welt gek. 162 Licht vom Licht, erleuchte 10 Liebe, die du mich zum Bitde 278 102 Liebster Jesu, hier sind wir 181 Liebster Jesu, wir sind hier 11 18 Lobe den Herren, den mächt. 304 6 Lobe den Herren, o meine 305 7 Lobet den Herren, alle H. 306 Lobt Gott, ihr Christen„ 38 Mache dich, mein Geist„254 103 Machs mit mir, Gott, nach 438 Macht hoch die Tür... 21 24 Man lobt dich in der Stille 307 Meinen Heiland im Herzen 489 Meinen Jesum laß ich nicht 279 104 Mein erst Gefühl sei Preis 329 Meine Seele senket sich„399 Verzeichnis der Lieder. Nr. M. Meine Seel ist stille.. 400 Meine Sorgen, Angst und Plagen 401 Mein Freund ist mein 280 Mein ganzer Geist, Gott 459 Mein Gott, ich klopf an 293 Mein Gott, ich weiß wohl 439 Mein Heiland nimmt die Sünder ann 238 Mein Herz, gib dich.. 402 Mein Leben ist ein Pilgrst. 255 Mein lieber Gott, gedenke 294 Mein schönste Zier und Kleinod bist Merk, Seele, dir das große 491 Mir ist Erbarmung widerf. 239 105 Mir nach, spricht Christus 256 39 Mit Ernst, o Menschenkind. 22 25 Mit Fried und Freud ich 136 Mitten wir im Leben sind 440 137 Morgenglanz der Ewigkeit 330 Nimm von uns, Herr.. 403 Nun bitten wir den heiligen 126 Nun danket alle Gott.. 308 8 Nun danket all u. bringet 309 Nun freut euch, lieben Christen gmein.... 240 sun jauchzet, all ihr Frommen 23 26 Nun komamt das neue Kirchenjah 2. Nun lasset uns Gott preis. 371 Nun laßt uns gehn... 52 36 Nun laßt uns Gott dem Herren: 33⁵ Nun lob, mein Seel, den 310 Nun preiset alle Gottes.311 Nun ruhen alle Wälder„347 146 Nun schlaf, mein liebes Kindelen 492 Nun sich der Tag geendet 348 147 Nun singet und seid froh 39 Nun so bleibt es fest dabei 493 O auferstandner Siegesf. 98 O daß doch bald dein Feuer 163 O daß ich tausend Zungen 312 0 O du allersüßte Freude„127 63 O du fröhliche, o du 1 468 O du Liebe meiner Liebe 71 47 O Dur O Ewi O Fri O fron O Go O Got O Got O Got O gro O Ha O heil O heil O heil hal O heil hoc Ringe Rüstet Schaffe Schaffe Schlag— Schmůt Schmüs Schöns Schütze Schwin Schütze die Deinen.. Verzeichnis Nr O Durchbrecher aller Bande 25· OEwigkeit, du Donnerwort 460 O Friedensfürst aus Dav. 25 O frommer und getreuer G. 214 O Gott, des gnadenvoller 356 O Gott, du frommer Gott 295 O Gottes Sohn, Herr Jesu 241 O Gott, von dem wir alles 372 O großer Gott, du reines 258 O Haupt voll Blut.. 72 O heilger Geist, kehr bei 128 O heilger Geist, laß uns 12 O heilige Dreieinigkeit, er⸗ halt uns unsre Obrigkeit 363 O heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit„331 O Herr, vor dem sich Erd 167 O hilf, Christe, Gottes S. 73 OJesu Christe, waͤhres Licht 150 O Jesu Christ, mein... 281 OJesu, du mein Bräutigam 197 O Jesu, Herr der Herrlichk. 169 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn 282 O Jesu, meine Wonne. 198 O Jesu, süßes Licht... 332 O König aller Ehren.. 55 O König, dessen Majestät 215 O Lamm Gottes, unschuldig 74 O selig Haus, wo man dich aufgenommeen 8⁵⁷ Ostern, Ostern, Frühlings⸗ wehen 47¹ O süßer Stand, o selig L. 259 O Tag, so schwarz.... 470 O Tod, wo ist dein Stachel 99 O Traurigkeit, o Herzeleid 75 O Vater der Barmherzigk. 216 O Vaterherz, o Licht... 260 O Welt, ich muß—5 lassen 441 O Welt, sieh hier dein.. 76 Ringe recht, wenn Gottes 261 Rüstet euch, ihr Christenl. 262 Schaffe in mir, Gott, ein 187 Schaffet, schaffet, Menschk. 263 Schlage, Jesu, an mein H. 217 Schmücke dich, o liebe S. 199 Schmückt das Fest mit M. 129 Schönster Herr Jesu... 494 —.51 Schwing dich auf zu deinem 404 M. 106 10 6⁴ 107 49 Q 50 108 109 110⁰ 8⁰ 6⁵ Sei mir iane der Lieder. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm Seele, geh auf Golgatha Seele, sei zufrieden Seele, was ermüdst du dich Sei fröhlich alles weit.. Sei getreu bis an das E.2 Sei Gott getreu, halt.. (Sei Lob und Ehr RDREl Selig sind des Himmels Siegesfürste Ehrenkönig Sieh, dein König kommt Sieh, hier bin ich, Ehren⸗ 15nig So jemand spricht: Ich liebe So ist die Woche nun Sollt es gleich bisweilen Sollt ich meinem Gott So nimm Hände Sorge doch für meine.. So ruhest du, o meine Ruh So wahr ich lebe, spricht Speis uns, Vater, deine Straf mich nicht in deinem Such, wer da will, ein ander Sünder, willst du sicher sein denn meine Teures Wort aus Gottes Treuer Jesu, wache du Treuer Wächter Israel Tröstet, tröstet meine Lieben Tut mir auf die schöne. Unsern Ausgang segne Gott Unsre müden Augenlider Unter Lilien jener Freuden Unumschränkte Liebe, gönne Valet will ich dir geben. Vater, kröne du mit Segen Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnäd. Verzage nicht, du Häuflein Vom Himmel hoch, da.. Vom Himmel kam der Engel Schar Von des Himmels Thron Von Gott will ich nicht Vor Gricht, Herr Jesu. 264 111 3313 11 115 60 284 19 35² 406 123 314 12 35⁵8 79 21 336 219 242 112 22⁰ 173 349 407 137 13 20 14 21 350 462 296 442 139 364150 297 365 72 152 148 40 32 41 18⁵ 408 124 221 380 Verzeichnis Nr. M. Wach auf, du Geist... 164 75 Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin 101 56 Wach auf, mein Herz, und sinoe 333 144 Wachet auf, ruft uns die 463 140 Wär Gott nicht mit uns 153 Warum betrübst du dich. 409 Warum sollt ich mich denn 410 125 Warum willst du draußen 27 Was du vor taͤusend Jahren 496 Was Gott tut, das ist.. 411 126 Was Gott zusammenfügt 359 Was macht ihr, daß ihr.497 Was mein Gott will... 412 127 Was wär ich ohne dich gew. 498 Weicht, ihr Berge, fallt„243 113 Weil ich Jesu Schäflein bin 499 Wenn alle untreu werden 500 Wenn ich ihn nur habe„501 Wenn ich, o Schöpfer.. 315 Wenn kleine Himmelserben 450 Wenn meine Sünd mich 80 85 Wenn mein Stündlein.. 443 Wenn wir in höchsten N. 413 86 Werde Licht, du Stadt. 56 Werde munter, mein Gem. 351 Wer Gott vertraut, hat„414 Wer ist wohl wie du, Jesu 285 40 Wer nur den lieben Gott 415 128 Wer sind die vor Gottes 464 Wer weiß, wie nahe mir 444 141 Wie bist du mir so innig gut 502 Wie fleucht dahin der M. 445 Wie Gott mich führt, so 416 Wie groß ist des Allmächt. 316 13 Wie könnt ich ruhig schlafen 503 Wie lieblich ists hienieden 504 Wie schön ists doch, Herr 360 Wie schön leuchtet der Morgenstern 286 41 der Lieder. Nr. Wie soll ich dich empfangen 28 Wie treu, mein guter Hirte 222 Wie wird mir dann, mein Heiland, sein 446 Wie wohl ist mirr 287 Willkommen, Held im Str. 102 Wir Christenleut habn.. 42 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns 81 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen 0 116 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod 103 Wir danken Gott für seine 337 Wir glauben all an einen 134 Wir liegen hier zu deinen 223 Wir Menschen sind zu dem 174 Wir singen dir, Immanuel 43 Wo findet die Seele... 505 Wo Gott der Herr nicht 154 Wohl auf, mein Herz, 0 298 Wohl einem Haus, da Jesus Chrii 361 Wo ist Jesus, mein Verl. 506 Wollt ihr wissen, was.. 507 Womit soll ich dich wohl 317 Wort des höchsten Mundes 175 Wo soll ich fliehen hin.. 224 Wo soll ich hin, wer hilfet 225 Wo willst du hin, weils. 104 Wunderanfang, herrlich E. 417 Wunderbarer König... 318 Zeuch ein zu deinen Toren 130 Zeuch uns nach dir, so„117 Zieh hin, mein Kind... 451 Zieht in Frieden eure Pfade 165 Zion, gib dich nur zufrieden 155 Zion klagt mit Angst.. 156 Zu deinen Füßen liege ich 418 Zu Bethlehem geboren ist 467 qr N¶L 33 14 66 Nacht i nahe he ablegen und anl Lasset 1 am Ta Saufen Unzucht sondern 27806 x also, da obald sobald Das ge erfüllet! den Pr. „Saget ein Köt mütig u 87 33 14 66 Episteln und Evangelien. ——————— 1. Advent. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 13, 11—14. (Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaf.) eil wir solches wissen, näm⸗ W'ĩ lich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; 5968 50 unser Heil jetzt näher ist, enn da wir gläubig wurden; die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeikommen, so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage; nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium: Matth. 21, 1—9. (Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn!) Da sie nun nahe an Jerusalem kamen, gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und alsbald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: „Saget der Tochter Zion: Siehe ein König kommt zu dir sanft⸗ mütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin.“ Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider drauf und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nach⸗ folgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Neue Perikopen. Epistel: Hebr. 10, 19—25. (Der Eingang in das Heilige.) So wir denn nun haben, lieben Brüder, die Freudigkeit zum Eingang in das Heilige durch das Blut Jesu, welchen er uns bereitet hat zum neuen und lebendigen Wege durch den Vorhang, das ist, durch sein Fleisch, und haben einen Hohenpriester über das Haus Gottes: so lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen, in völligem Glauben, besprenget in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser; und lasset uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasset uns untereinander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen, sondern unterein⸗ ander ermahnen; und das so viel mehr, so viel ihr sehet, daß sich der Tag nahet. * 2 2. Advent. Evangelium: Luk. 1, 68—79. (Lobgesang des Zacharias.) Ge sei der Herr, der Gott Israels; denn er hat besucht und erlöset sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David, wie er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Pro⸗ pheten, daß er uns errettete von unseren Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, und Barm⸗ herzigkeit erzeigete unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er ge⸗ schworen hat unserm Vater Abra⸗ loser uns zu geben, daß wir, er⸗ öset aus der Hand unsrer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Ge⸗ rechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Pro⸗ phet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest und Erkennt⸗ nis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barm⸗ herzigkeit unsres Gottes, durch welche uns besucht hat der Auf⸗ gang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Alttestamentlicher Abschnitt: Jerem. 31, 31—34. (Der neue Bund.) Diehe, es kommt die Zeit, spricht S der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen. Nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Kantd nahm, daß ich sie aus Agyptenland führete; welchen Bund sie nicht gehalten haben, und Ich sie zwingen mußte, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein. Und wird keiner den andern, noch ein Bruder den andern lehren und sagen:„Erkenne den Herrn“, sondern sie sollen mich alle kennen, beide, klein und groß, spricht der Herr. Denn ich will ihnen 2 Missetat vergeben und ihrer Sünden nimmermehr gedenken. 2. Adbent. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 15, 4—13. (Die Verheißung den Vätern geschehen.) as ab v ieben ist, Wẽ er zuvor geschrieben is as ist uns zur Lehre ge⸗ schrieben, auf daß wir durch Ge⸗ duld und Trost der Schrift Hoff⸗ nung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter⸗ einander nach Jesu Christ, auf daß ihr einmütiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater wehne Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch untereinander auf, gleichwie euch Christus hat auf⸗ genommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Be⸗ schneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Ver⸗ heißungen, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet:„Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen.“ Und abermal spricht er:„Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volk!“ und abermal:„Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker!“ und abermals spricht Jesaias:„Es wird sein die Wurzel Jesses, und der auferstehen wird, zu herr den w Der G fülle e⸗ Frieder völlige Kraft d Evang (Di s w de Sterner Leuten zagen, Wasserr die Mer vor Fu Dinge, Erden; Kräfte alsdann Mensche Wolkeen lichkeit. zu gesch hebt eur eure E sagte ih an den Bäume; so sehet daß jetz Also au sehet an Reich G ich sage nicht ve Dergchen vergehen gehen ni Fre mit Fre Sorgen dieser T. wie ein über alle So seid betet, da 10 entflit ehen f Menscher itern ben ist, hre ge⸗ ch Ge⸗ t Hoff⸗ her der he euch, unter⸗ st, auf Einem Vater Darum rauf, u auf⸗ Q& 4C. hristus er Be⸗ willen e Ver⸗ chehen; loben en, wie m will Heiden Und et euch, El“ und rn, alle 1, Ale spricht Wurzel n wird, 2. Advent. 3 zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.“ Der Gott aber der Hoffnung er⸗ fülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium: Luk. 21, 25—36. (Die Zukunft des Herrn.) E werden Zeichen geschehen an — der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herr⸗ lichkeit. Wenn aber dieses anfänget, zu geschehen, so sehet auf und er⸗ hebt eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn ihnen ausschlagen, so sehet ihr's an ih daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles bergeher Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte ver⸗ gehen nicht. Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und betet, daß ihr würdig werden möget, u entfliehen diesem allen, das ge⸗ sehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. nen und merket,‚, Neue Perikopen. Epistel: 2. Petri 1, 3—11. (Tut Fleiß, euren Beruf und Erwählung fest zu machen.) Nraft allerlei seiner göttlichen raft, was zum Leben und göttlichem Wandel dienet, uns ge⸗ schenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche uns die teuren und schentrriind.r Verheißungen ge⸗ schenkt sind, nämlich, daß ihr da⸗ durch teilhaftig werdet der gött⸗ lichen Natur, so ihr fliehet die vergängliche Lust der Welt: So wendet allen euren Fleiß daran, und reichet dar in eurem Glauben Tugend, und in der Tugend Er⸗ kenntnis, und in der Erkenntnis Mäßigkeit, und in der Mäßigkeit Geduld, und in der Geduld Gott⸗ seligkeit, und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe, und in der brüderlichen Liebe gemeine Liebe. Denn wo solches reichlich bei euch ist, wird's euch nicht faul noch unfruchtbar sein lassen in der Er⸗ kenntnis unsers Herrn Jesu Christi; welcher aber solches nicht hat, der ist blind und tappet mit der Hand und vergisset die Reinigung seiner vorigen Sünden. Darum, lieben Brüder, tut desto mehr Fleiß, euren Beruf und auhn hr 0 fest zu machen; denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straͤucheln, und also wird euch reichlich dar⸗ gereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unsers Herrn und Heilands Jesu Christi. Evangelium: Luk. 17, 20—30. (Das Reich Gottes ist inwendig in euch.) Da er aber gefraget ward von den Pharisäern: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußer⸗ 1* 4 3. Advent. lichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe, hie, oder: da ist es. Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch. Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, daß ihr werdet begehren, zu sehen Einen Tag des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe hie, siehe da. Gehet nicht hin und folget auch nicht. Denn wie der Blitz oben vom Himmel blitzet und leuchtet über alles, das unter dem Himmel ist, also wird des Menschen Sohn an seinem Tage sein. Zuvor aber muß er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlechte. Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird's auch geschehen in den Tagen des Menschensohns. Sie aßen, sie tranken, sie freieten, sie ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche ging, und kam die Sündflut und brachte sie alle um. Desselbigen gleichen, wie es geschah zu den Zeiten Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzeten, sie baueten; an dem Tage aber, da Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Him⸗ mel und brachte sie alle um. Auf diese Weise wird's auch gehen an dem Tage, wenn des Menschen Sohn soll offenbart werden. Alttestamentlicher Abschnitt: Mal. 3, 19—24. (Der große und schreckliche Tag des Herrn.) enn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen; da werden alle Verächter und Gott⸗ losen Stroh sein, und der künftige Tag wird sie anzünden, spricht der Herr Zebaoth, und wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen. Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln; und ihr sollt aus⸗ und eingehen und hüpfen wie die Mastkälber. Ihr werdet die Gott⸗ losen zertreten; denn sie sollen Asche unter euren Füßen werden des Tages, den ich machen will, spricht der Herr Zebaoth. Gedenkt des Gesetzes Moses, meines Knechts, das ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb an das ganze Israel samt den Geboten und Rechten. Siehe, Ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche 2 5 des Herrn. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, daß ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage. 3. Advent. Alte Perikopen. Epistel: 1. Kor. 4, 1—5. (Richtet nicht vor der Zeit.) D halte uns jedermann, für Christi Diener und Haus⸗ halter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Denn ich bin mir nichts bewußt; aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt; der Dart ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren; als⸗ dann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium: Matth. 11, 2—10. (Bist Du, der da kommen soll.) Da aber Johannes im Gefäng⸗ nis die Werke Christi hörete, ————.—— —5“wꝛ5ĩ5ꝗðꝛĩ—ß— sandte und lie da kon eines a wortete hin un was il Blinde gehen, rein, u Toten wird d und sel ärgert. Jesus von J hinause sehen? das der Oder w zu sehen in weick die da in der was se sehen? sehen? auch m Denn geschriel sende n der dei soll.“ Epi (Ich k Du ab leid evangeli Amt rer schon gei Abscheid habe ein ich habe habe G ist mir Gerechti an jenen erz der daß ich ich mit —5. zeit.) nn, für Haus⸗ imnisse. an den sie treu her ist's on euch einem Gefäng⸗ hörete, ———.— ——5——— 3. Advent. 5 sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist Du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wollet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her webt? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wollet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid 0— hinausgegangen zu sehen? Wollet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ist's von dem geschrieben stehet: 901 di⸗ ich sende meinen Engel vor dir her, 01 deinen Weg vor dir bereiten so 4 Neue Perikopen. Epistel: 2. Tim. 4, 5—8. (Ich habe einen guten Kampf gekämpft.) D aber sei nüchtern allenthalben, leide dich, tu das Werk eines evangelischen Predigers, richte dein Amt redlich aus. Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Abscheidens ist vorhanden. Ich habe einen guten Kampf gekämpfet, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir aber allein, sondern auch allen, die seine Er⸗ scheinung lieb haben. Evangelium: Matth. 3, 1—11. (Die Predigt Johannis des Täufers.) 3² der Zeit kam Johannes der . Täufer und predigte in der Wüste des jüdischen Landes und sprach: Tut Buße, das Himmel⸗ reich ist nahe herbeikommen. Und er ist der, von dem der Prophet Jesaias gesagt hat und gesprochen: „Es ist eine Stimme eines Predi⸗ ers in der Wüste: Bereitet dem Weren den Weg und machet richtig seine Steige.“ Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber war Heuschrecken und wilder Honig. Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und das ganze jüdische Land und alle Länder an dem Jor⸗ dan; und ließen sich taufen von 10 im Jordan und bekannten ihre Sünden. Als er nun viel Pharisäer und Sadducäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, daß ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, tut recht⸗ schaffne Frucht der Buße. Denket nur nicht, daß ihr bei euch wollt sagen: Wir haben Abraham zum Vater., Ich sage euch: Gott ver⸗ mag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Frucht bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Ich taͤufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker denn ich, dem ich auch nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem heiligen Geist und mit Feuer taufen. 5 4. Advent. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 40, 1—8. (Tröstet, tröstet mein Volk.) DT tröstet mein Volk! spricht euer Gott; redet mit Jerusa⸗ lem freundlich und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat, denn ihre Missetat ist ver⸗ geben; denn sie hat Zwiefältiges empfangen von der Hand des Herrn um alle ihre Sünden. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Tale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel sollen ge⸗ niedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, was höckericht ist, soll schlicht werden; denn die Herr⸗ lichkeit des Herrn soll offenbart werden, und alles Fleisch mit⸗ einander wird es sehen. Denn des Herrn Mund hat's geredet. Es spricht eine Stimme: Predige! Und er sprach: Was soll ich pre⸗ digen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorret, die Blume verwelket; denn des Herrn Geist bläset drein. Ja, das Volk ist das Heu. Das Gras verdorret, die Blume ver⸗ welkt; aber das Wort unsers Gottes bleibet ewiglich. 4. Advent. Alte Perikopen. Epistel: Phil. 4, 4—7. (Freuet euch in dem Herrn allewege.) reuet euch in dem Herrn alle⸗ wege, und abermal sage ich: daer euch! Eure Lindigkeit asset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Ver⸗ nunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Evangelium: Joh. 1, 19—28. (Das Zeugnis Johannis des Täufers.) ies ist das Zeugnis des Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht; und er be⸗ kannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn, was denn, bist du Elias? Er sprach: J bin's nicht. Bist du der Prophet Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn! wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern; und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch der Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir Das df ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah 30 Betha⸗ bara, jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Neue Perikopen. Epistel: 1. Joh. 1, 1—4. (Das Wort des Lebens.) Das da von Anfang war, das wir gehöret haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das wir beschauet haben, und unsre! Wort d ist ersc sehen kündige ewig i Vater, was wi das ver auch i habt; 1 mit de Sohn, schreibe Freude Evane (Gneo QVoha uër von de mir wi eweser enn ie haben um Gn durch 9 und V Christer je gesel der in hat es Alttef (Verl Cinan de wecken Brüder Wie di deinem Horebee und spr mehr hi meines Feuer nicht ste zu mir: Bottes, e Ver⸗ en und 9—28. des 3 des Juden Zriester cagten: kannte er be⸗ hristus. denn, h: J ophet „ 0 bist du geben haben. selbst? ĩstimme Wüste: n! wie gt hat. waren fragten Warum hristus ophet? n und r; aber treten, r ist's, welcher h nicht riemen Betha⸗ , da 1. Weihnachtstag. 7 unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens:(Und das Leben ist erschienen, und wir haben ge⸗ sehen und bezeugen und ver⸗ kündigen euch das Leben, das ewig ist, welches war bei dem Vater, und ist uns erschienen;) was wir gesehen und gehöret haben, das verkündigen wir euch, auf daß auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn, Jesu Christo. Und solches schreiben wir euch, auf daß eure Freude völlig sei. Evangelium: Joh. 1, 15—18. (Gnade und Wahrheit durch Jesum Christum.) ‚Qohannes zeuget von ihm, rufet V und spricht: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir ewesen ist; denn er war eher enn ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christ worden. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget. Alttestamentlicher Abschnitt: 5. Mose 18, 15—19. (Verheißung des Propheten.) Gian Propheten wie mich wird der Herr, dein Gott, dir er⸗ wecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen. Wie du denn von dem Herrn, deinem Gott, gebeten hast zu Horeb am Tage der Versammlung und sprachst: Ich will hinfort nicht mehr hören die Stimme des Herrn, meines Gottes, und das große Feuer nicht mehr sehen, daß i nicht sterbe. Und der Herr spra zu mir: Sie haben wohl geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Und wer meine Worte nicht Wane wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will Ich's fordern. 1. Weihnachtstag. Alte Perikopen. Epistel: Tit. 2, 11—14. (Es ist erschienen die heilsame Gnade.) Deun es ist erschienen die heil⸗ —same Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungött⸗ liche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoff⸗ nung und Erscheinung der Herr⸗ lichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium: Luk. 2, 1—14. (Euch ist heute der Heiland geboren.) 8 begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeg⸗ licher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und 8 721 Weihnachtstag. Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertraueten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie ge⸗ bären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in der⸗ selbigen Gegend auf dem Felde bei den 9531 e die hüteten des Nachts ihrer Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet ain nicht; siehe, ich ver⸗ kündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln ge⸗ wickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heer⸗ scharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Neue Perikopen. Epistel: 1. Joh. 3, 1—5. (Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget!) Sebet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget, daß wir Gottes Kinder sollen heißen! Darum kennet euch die Welt nicht; denn sie kennet ihn nicht. Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reiniget sich, glei wie er auch rein ist. Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisset, daß Er ist erschienen, auf daß er unsere Sünden wegnähme, und ist keine Sünde in ihm. Evangelium: Matth. 1, 18—23. (Er wird sein Volk selig machen.) Die Geburt Christi war aber also getan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, ehe er sie heim holte, erfand sich's, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. Joseph aber, ihr Mann, war fromm, und wollte sie nicht in Schande bringen, ge⸗ dachte aber, sie heimlich zu ver⸗ lassen. Indem er aber also ge⸗ dachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum, und sprach: Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht:„Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel heißen, das ist verdolmetscht:„Gott mit uns.“ Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 9, 6 u. 7. (Uns ist ein Kind geboren.) Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder⸗ bar, Rat, Kraft, Held, Ewig⸗ Vater, Friedefürst; auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Stuhl David daß e Gerich an bis tun de 6 (Die a E. unsers Werke die wi seiner uns Wiede heilige gegosse durch land, Gnade ewigen Evan (Di Da Hirten nun ge Geschie ist, die hat. I fanden dazu de Da si breitet zu ihn war. wunde die Hi aber b bewegt die Hi preiset das sie wie de Sünde ind die nd ihr n, auf nähme, n. 8—23. achen.) raber , seine rtrauet erfand ar von g aber, wollte en, ge⸗ zu ver⸗ lso ge⸗ hm ein m, und ingfrau einen werden heißen, ott mit hnitt: ren.) eboren, egeben, seiner zunder⸗ Ewig⸗ iß seine nd des Stuhl 2. Weihnachtstag. 9 Davids und in seinem Königreich, daß er's zurichte und stärke mit Gericht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth. 2. Weihnachtstag. Alte Perikopen. Epistel: Tit. 3, 47. (Die Freundlichkeit und Leut⸗ seligkeit Gottes.) D aber erschien die Freundlich⸗ keit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes,— nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er aus⸗ gegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christ, unsern Hei⸗ land, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Evangelium: Luk. 2, 15—20. (Die Anbetung der Hirten.) a die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund getan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Neue Perikopen. Epistel: Hebr. 1, 1—6. (Gott hat am letzten geredet durch seinen Sohn.) Ndem vor Zeiten Gott manch⸗ mal und mancherleiweise ge⸗ redet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat; welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens, und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort, und hat gemacht die Reini⸗ gung unsrer Sünden durch sich selbst, hat er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel besser worden denn die Engel, so gar viel einen höhern Namen er vor ihnen ererbet hat. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt:„Du bist mein Sohn, heute habe Ich dich ge⸗ zeuget'? Und abermal:„Ich werde sein Vater sein, und Er wird mein Sohn sein“? Und abermal, da er einführet den Erst⸗ gebornen in die Welt, spricht er: „Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.“ Evangelium: Joh. 1, 1—14. (Das Wort ward Fleisch.) Qm Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige ge⸗ macht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Finsternis, hat's nicht begriffen. Und das Licht scheinet in der und die Finsternis Es ward 10 Sonntag nach Weihnachten. ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbige kam zum Zeugnis, daß er von dem Licht zeugete, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugete von dem Licht. Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch das⸗ selbige gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben; welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlich⸗ keit als des eingebornen Sohns vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Alttestamentlicher Abschnitt: Micha 5, 1—3. (Bethlehem Ephratha.) Du Bethlehem Ephratha, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ebwigkeit her gewesen ist. Indes läßt er sie plagen bis auf die Zeit, daß die, so gebären soll, geboren habe; da werden dann die übrigen seiner Brüder wiederkommen zu den Kindern Israel. Er aber wird auftreten und weiden in Kraft des Herrn und im Sieg des Namens des Herrn, seines Gottes. Und sie werden wohnen; denn er wird zur selbigen Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. Sonntag nach Weihnachten. Alte Perikopen. Epistel: Gal. 4, 1—7. (Die Erfüllung der Zeit.) Onch sage aber, so lange der Erbe unmündig ist, so ist zwischen ihm und einem Knechte kein Unter⸗ llin ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die Zeit, die der Vater bestimmt hat. Also auch wir, da wir unmündig waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöste, daß wir die Kind⸗ schaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder; sind's aber Kinder, so sind's auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium: Lut. 2, 33—40. (Simeon und Hanna.) Dein Vater und Mutter wun⸗ derten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Aufer⸗ stehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird,(und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen,‚) auf daß vieler Herzen Gedanken offen⸗ bar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betaget, und hatte elebt sieben Jahre mit ihrem anne nach ihrer Jungfrauschaft; und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren; die kam nimmer mit Fe Nacht. zu zu pries d ihm zu lösung Und d Iehtet⸗ ehreten u ihre das Kir im Gei Gottes Epit (Das ir wird, 8 von Got mit Hät ist, im sehnen 1 Behausu und uns überkleid wir bekl funden wir in d uns und wir wol sondern daß das schlunger uns abe Gott,‚ de Geist, ge denn get daß, dien so walle denn wi und nich aber get Lust, auf und dahe Darum wir sind wir ihm chten. 4. it.) r Erbe vischen Unter⸗ err ist t unter flegern Vater vir, da ꝛen wir rlichen e Zeit seinen Weibe n, auf Gesetz Kind⸗ r denn idt den Herzen, Vater! t mehr, 8 aber Gottes 3—40. wun⸗ von Simeon Maria, r wird Aufer⸗ ind zu prochen schwert „) auf noffen⸗ ir eine Tochter Asser; d hatte ihrem uschaft; ve bei ie kam Sonntag nach Weihnachten. 11 nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hin⸗ zu zu derselbigen Stunde und pries den Herrn und redete von ihm zu allen, die da auf die Er⸗ lösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet Iehtet⸗ nach dem Gesetz des Herrn, ehreten sie wieder gen Galiläa 50 ihrer Stadt Nazareth. Aber as Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. Neue Perikopen. Epistel: 2. Kor. 5, 1—9. (Das Haus, das ewig ist im Himmel.) ir wissen aber, so unser irdisch Das dieser Hütte zerbrochen wird, daß wir einen Bau haben, von Gott erbauet, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist, im Himmel. Und darüber sehnen wir uns auch nach unsrer Behausung, die vom Himmel ist, und uns verlanget, daß wir damit überkleidet werden; so doch, wo wir bekleidet und nicht bloß er⸗ funden werden. Denn dieweil wir in der 101 sind, sehnen wir uns und sind beschweret; sintemal wir wollten lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden, auf daß das Sterbliche würde ver— schlungen von dem Leben. Der uns aber dazu bereitet, das ist Gott, der uns das Pfand, den Geist, gegeben hat. So sind wir denn getrost allezeit und wissen, daß, dieweil wir im Leibe wohnen, so wallen wir ferne vom Herrn; denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und haben vielmehr Lust, außer dem Leibe zu wallen, und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum lleißigen wir uns auch, wir sind daheim oder wallen, daß wir ihm wohlgefallen. Evangelium: Luk. 2, 25— 32. (Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren.) Ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort worden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht schen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn ge⸗ sehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn täten, wie man pfleget nach dem Gesetz, da 10516 er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen baben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Jsrael. oder: Evangelium: Joh. 12, 35—41. (Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch.) Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, daß euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hin gehet. Glaubet an das Licht, dieweil ihr's habt, auf daß ihr des Lichtes Kinder seid. Solches redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen. Und ob er wohl iolthe Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie doch nicht an ihn; auf daß erfüllet würde der Spruch des Propheten Jesaias, den er sagte:„Herr, wer glaubet unserm Predigen, und wem ist der Arm 12 Neujahr. des Herrn offenbaret?? Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaias sagte abermal:„Er hat 98 Augen verblendet, und ihr erz verstocket, daß sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen vernehmen, und sich be⸗ kehren, und ich ihnen 30 Solches sagte Jesaias, da er seine Herrlichkeit sah, und redete von ihm. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 63, 7—26. (Bist du doch unser Vater.) Occh will der Gnade des Herrn V gedenken und des Lobes des Herrn in allem, das uns der Herr getan hat, und der großen Güte an dem Hause Israel, die er ihnen erzeiget hat nach seiner Barm⸗ herzigkeit und großen Gnade. Denn er sprach: Sie sind ja mein Volk, Kinder, die nicht falsch sind. Darum war er ihr Heiland. Wer sie ängstete, der ängstete ihn auch, und der Engel seines Angesichts half ihnen. Er erlösete sie, darum daß er sie liebete, und ihrer schonete. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her. Aber sie erbitterten und entrüsteten seinen heiligen Geist; darum ward er ihr Feind und stritt wider sie. Und sein Volk gedachte wieder an die vorigen Zeiten, an Mose: Wo ist denn nun, der sie aus dem Meer führete samt dem Hirten seiner Herde? Wo ist, der seinen heiligen Geist unter sie gab? Der Mose bei der rechten Hand führte durch seinen herrlichen Arm? Der die Wasser trennte vor ihnen her, auf daß er sih einen ewigen Namen machte? Der sie führte durch die Tiefen wie die Rosse in der Wüste, die nicht straucheln? Wie das Vieh ins Feld hinab gehet, brachte der Geist des Herrn sie zur Ruhe; also hast du dein Volk geführet, auf daß du dir einen herrlichen Namen machtest. So schaue nun vom Himmel und siehe herab von deiner heiligen herrlichen Wohnung. Wo ist nun dein Eifer, deine Macht? Deine große herz⸗ liche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich. Bist du doch unser Vater. Denn Abraham weiß von uns nicht, und Israel kennet uns nicht. Du aber, Herr, bist unser Vater und unser Erlöser; von alters her ist das dein Name. Neujahr. Alte Perikopen. Epistel: Gal. 3, 23—29. (Wir sind alle Gottes Kinder.) Ebe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Wei verwahret und verschlossen au den Glauben, der da sollte offen⸗ bart werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zucht⸗ meister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, 50 ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Verheißung Erben. Evangelium: Luk. 2, 21. (Der Jesusname.) D acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutter⸗ leibe empfangen ward. Epi (Ist Ge enn in nung al Hoffnur des hof wir abe sehen, Geduld. der Gei auf. D wir bet bührt, s tritt un sprechlie die Herz des Ge vertritt das Ge aber, de alle Di denen, rufen si vor erse verordn. dem Ebe daß der unter vi aber ve auch ber rufen he gemacht: bau emacht. iezu sa wer mag auch sei ür ver ür uns sollte er schenken! Evange (Das an Qesus WWer die Schr aue nun e herab errlichen in Eifer, ße herz⸗ sich hart ch unser veiß von met uns ist unser er; von tame. le Gottes uben an wie viel uft sind, ngezogen. We Freier, Weib; iner in ihr aber (brahams rheißung 2, 21. 2 ren, daß n würde, int Jesus, von dem Mutter⸗ Neujahr. 13 Neue Perikopen. Epistel: Röm. 8, 24—32. (Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?) Dern wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoff⸗ nung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Desselbigengleichen auch der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's ge⸗ bührt, sondern der Geist selbst ver⸗ tritt uns aufs beste mit unaus⸗ sprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz be⸗ rufen sind. Denn welche er zu⸗ vor ersehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohnes, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber be⸗ rufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht bau die hat er auch herrlich emacht. Was wollen wir nun iezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eignen Sohnes nicht ür verschonet, sondern hat ihn ür uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Evangelium: Luk. 4, 16—21. (Das angenehme Jahr des Herrn.) QJesus kam gen Nazareth, da N er erzogen war, und ging in die Schule nach seiner Gewohn⸗ heit am Sabbattage und stand auf und wollte lesen. Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaias gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrieben stehet:„Der Geist des Herrn ist bei mir, darum daß er mich gesalbet hat; er hat mich gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Ge⸗ sicht, und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.“ Und als er das Buch zutat, gab er's dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an, zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 90, 1—17. (Herr Gott, du bist unsre Zuflucht.) H5 Gott, du bist unsre Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden, und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit, der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf; gleich wie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blüher und bald welk wird, und des Abends abgehauen wird und verdorret. Das machet dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plötzlich dahin müssen. Denn unsre Missetaten stellest du vor dich, unsre uner⸗ kannte Sünde ins Licht vor deinem Angesichte. Darum fahren alle 14 Sonntag nach Neufjahr. unsre Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsre Jahre zu wie ein Wah Unser Leben währet siebenzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit ge⸗ wesen; denn es fähret schnell da⸗ hin, als flögen wir davon. Wer glaubt's aber, daß du so sehr zürnest? und wer fürchtet sio vor solchem deinem Grimm? Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Herr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig! Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Un⸗ glück leiden. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern. Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns; ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern! oder: Psalm 121. (Eingang und Ausgang.) Osch hebe meine Augen auf zu N den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen; und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der Herr behütet dich, der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts. Der Herr behüte dich vor allem Übel; er behüte deine Seele. Der Eine behüte deinen Ausgang und ingang von nun an bis in Ewigkeit. Sonntag nach Neujahr. Alte Perikopen. Epistel: 1. Petri 4, 12—19. (Mit Christo leiden.) Ohr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht be⸗ fremden,(die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet,) als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Rcht der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlich⸗ keit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepriesen. Niemand aber unter euch leide, als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will's für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen be⸗ fehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Evangelium: Matth. 2, 13—23. (Die Flucht nach Ägypten.) D sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und fleuch nach Rgyytenland und bleib allda, bis ich dir daß He dasselb stand 6 und se Nacht! land; dem T erfüllet durch d der da ich mei Weien Weisen sehr zo ließ alle und an da zwei nach de von de Da ist dem Pꝛ spricht: man e Klagene Rahel wollte denn e Da abe siehe, d Herrn d Agypter auf und seine M in das storben, Leben f und nal Mutter Land J daß Are König R Herodes zu kon empfing zog in! Landes in der Nazaret das da Prophet beißen. jahr. 2—19. — ie Hitze, icht be⸗ erfähret, t.) als ltsames, ihr mit ihr auch g seiner Wonne eid ihr, det über nn der Herrlich⸗ nuf euch. t, aber tiemand als ein beltäter, greifet. hrist, so hre aber denn es Gericht So aber für ein die dem lauben? erhalten ose und u„ welche Willen, len be⸗ schöpfer, 13—23. oten.) gezogen hien der seph im ehe auf ind seine ich nach lda, bis Sonntag nach Neujahr. 15 ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich nach Agypten⸗ land; und blieb allda bis nach dem Tod des Herodes, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht:„Aus Agypten hab ich meinen Sohn gerufen.“ Da Weuen nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder Draen rene töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und drunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremias, der da spricht:„Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen; denn es war aus mit ihnen.“ Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agyptenland, und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und zeuch hin in das Land Israel; sie sind ge⸗ storben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu 10 und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott und zog in die Orter des galiläischen Landes und kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus beißen. Neue Perikopen. Epistel: Jakobi 4, 13—17. (So der Herr will und wir leben.) Wobhlan nun, die ihr saget: 9n 1 oder morgen wollen wir gehen in die oder die Stadt und wollen Ein Jahr da liegen und Handel treiben und gewinnen: die ihr nicht wisset, was morgen sein wird. Denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist's, der eine kleine Zeit währet, darnach aber verschwindet er. Dafür ihr sagen solltet: So der Herr will, und wir leben, wollen wir dies oder das tun. Nun aber rühmet ihr euch in eurem Hochmut. Aller solcher Ruhm ist böse. Denn wer da weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde. Evangelium: Matth. 16, 1—4. (Die Zeichen der Zeit.) Da traten die Pharisäer und Sadducäer zu ihm; die ver⸗ suchten ihn und forderten, daß er sie ein Zeichen vom Himmel sehen ließe. Aber er antwortete und sprach: Des Abends sprecht ihr: Es wird ein schöner Tag werden, denn der Himmel ist rot; und des Morgens sprecht ihr: Es wird heute Ungewitter sein, denn der Himmel ist rot und trübe. Ihr Heuchler, über des Himmels Ge⸗ stalt könnet ihr urteilen; könnet ihr denn nicht auch über die Zeichen dieser Zeit urteilen? Diese böse und ent und Hal Art 125—0 ein Zeichen; und soll ihr kein Zeichen gegeben werden denn das Zeichen des Propheten Jonas. Und er ließ sie und ging davon. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 73, 23—28. (Herr, wenn ich nur dich habe.) Denuucd bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach 16 Epiphanias. deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde; wenn mir gleich Leib und Seele ver⸗ albezen m so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. Denn, siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um alle, die wider dich huren. Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den Herrn Herrn, daß ich verkündige alle dein Tun. Epiphanias. Alte Perikopen. Epistel: Jes. 60, 1—6. (Mache dich auf, werde licht!) Mee dich auf, werde licht; „denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlich⸗ keit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe umher! Diese alle versammelt kommen zu dir. werden von ferne kommen, und deine Töchter auf dem Arme her⸗ deine ee werden. Dann wirst du eine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die 2115 51 am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und 00 per⸗ bringen und des Herrn Lob ver⸗ kündigen. Deine Söhne Evangelium: Matth. 2, 1—12. (Die Weisen aus dem Morgen⸗ lande.) Da Jesus geboren war zu Beth⸗ ö lehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgen⸗ land und sind kommen ihn anzu⸗ beten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Pro⸗ pheten:„Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei.“ Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern er⸗ schienen wäre, und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kind⸗ lein; und wenn ihr's findet, so saget mir's wieder, daß ich auch komme und es anbete. ls sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland esehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet und gingen in das Haus und fanden das Kind⸗ lein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen sollten und zo wieder ihn kon Stimme Dies is welchem 1—12. orgen⸗ u Beth⸗ Lande, derodes, en vom m und eborene haben torgen⸗ anzu⸗ Herodes rit ihm ud ließ ster und n Volk »n, wo werden. thlehem in also n Pro⸗ hem im nichten Fürsten oll mir r über rr sei. Weisen t Fleiß ern er⸗ sie gen ehet hin n Kind⸗ det, so ich auch ls sie hatten, he, der genland ihnen d stand in war. wurden igen in 3 Kind⸗ Mutter, teten es itze auf eihrauch befahl 1. Sonntag nach Epiphanias. ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Neue Perikopen. Epistel: 2. Kor. 4, 3—6. (Das Licht aus der Finsternis.) Osst nun unser Evangelium ver⸗ N deckt, so ists in denen, die ver⸗ loren werden, verdeckt; bei welchen der Gott dieser Welt der Un⸗ Den se n Sinn verblendet hat, aß sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Klar⸗ 935 Christi, welcher ist das Eben⸗ ild Gottes. Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christ, daß er sei der Herr, wir aber eure Knechte um Jesu willen. Denn Gott, der da hieß das Licht der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi. 17 Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 2, 2—5. Von Zion geht das Gesetz aus.) Eꝰ wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher denn alle Berge, und über alle Hügel erhaben werden; und werden alle Heiden dazu laufen, und viel Völker hin⸗ gehen und sagen: Kommt, laßt uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns lehre seine Wege, und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen, und des Herrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und strafen viel Völker. Da Evangelium: Matth. 3, 13—17. (Die Taufe Jesu.) 3³ der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich be⸗ darf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommest zu mir? Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt also sein; also gebührt es uns, alle Gerechtig⸗ keit zu erfüllen. Da ließ ers ihm u. Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf über ihm. Und er sah den Geist Gottes, gleich als eine Taube, herabfahren und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. werden sie ihre Schwerter zu aus der Finsternis hervorleuchten, Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andre ein Schwert aufheben, und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen. Kommet nun, ihr vom Hause Jakob, laßt uns wandeln im Licht des Herrn. I. Sonntag nach Epiphanias. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 12, 1—6. (Das lebendige Opfer.) OIcch ermahne euch nun, lieben Brüder, durch die Barmherzig⸗ keit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern ver⸗ ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß 198 prüfen möget, welches da sei der gute, wohlgefällige und vollkommene Gottes-Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand 2 18 1. Sonntag nach Epiphanias. weiter von sich halte, denn sichs gebührt zu halten; sondern daß er von sich mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausge⸗ teilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben, also sind wir viele Ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied; und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium: Luk. 2, 41—52. (Der zwölfjährige Jesus.) Qesus Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Oster⸗ fest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußtens nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und und ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. Und alle, die ihm zu⸗ höreten, verwunderten sich seines Verstands und seiner Antworten. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen wa und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Neue Perikopen. Epistel: 2. Kor. 6, 14—7, 1. (Ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes.) 3t nicht am fremden Joch O mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleiche mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht:„Ich will mter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch annehmen, und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr. Die⸗ weil wir nun solche Verheißungen haben, meine Liebsten, so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes. Evangelium: Joh. 1, 35—42. (Kommt und sehet!) es andern Tags stand aber⸗ mal Johannes und zween seiner Jünger. Und als er sab Jesum wandeln, sprach er: Siehe, das ist zween I und fol nh wa nachfolg Was 2 zu ihm: dolmetscek zur Herb Kommt und saher Tag bei die zehn den zwe höreten, war An Simon J am erste und spri den Mess verdolme führte ihr sprach er Sohn; di wird ver Alttesta (Wir we Ongch frer sagte des Herr stehen ind Jerusalen Stadt se kommen hinauf g— Herrn, w Israel, des Herrr die Stühl des Hau Jerusalen gehen den möge Frie und Glück meiner Br will ich di des Hauses Gottes, w er ging m gen ttertan. It alle n. Und t, Alter id den n Joch Denn schaffen Was inschaft stimmt der was läubige gas hat Gleiche ber seid Gottes; Ich will d unter hr Gott in Volk us von spricht lnreines nehmen, ihr sollt er sein, r. Die⸗ ißungen so lasset ng des tes uns mit der Gottes. 35— 42. 9 id aber⸗ d zween Ker sab : Siehe, 2. Sonntag nach Epiphanias. das ist Gottes Lamm. Und die zween Jünger höreten ihn reden und folgeten Jesu nach. Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was suchet ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi(das ist ver⸗ dolmetscht: Meister), wo bist du zur Herberge? Er sprach zu ihnen: Kommt und sehets. Sie kamen und sahens und blieben denselbigen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde. Einer aus den zween, die von Johannes höreten, und Jesu nachfolgeten, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus. Derselbige findet am ersten seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden(welches ist verdolmetscht: der Gesalbete). Und führte ihn zu Jesu. Da ihn Jesus sah, sprach er: Du bist Simon, Jonas Sohn; du sollst Kephas heißen(das wird verdolmetscht: ein Fels). Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 122. (Wir werden in das Haus des Herrn gehen.) Occh freute mich über die, so mir sagten: Lasset uns ins Haus des Herrn gehen! Unsre Füße stehen in deinen Toren, Jerusalem. Jerusalem ist gebauet, daß es eine Stadt sei, da man zusammen kommen soll, da die Stämme hinauf gehen, die Stämme des Herrn, wie geboten ist dem Volk Israel, zu danken dem Namen des Herrn. Denn daselbst stehen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses David. Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohl⸗ gehen denen, die dich lieben! Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen. Um des Hauses willen des Herrn, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen. 19 2. Sonntag nach Epiphanias. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 12, 7—16. (Die Liebe ohne Falsch.) H² jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben gemäß. 598 jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorg⸗ fältig. Übet jemand Barmherzig⸗ keit, so tue ers mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Not⸗ durft an. Herberget gerne. Seg⸗ net, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium: Joh. 2, (Hochzeit zu Kana.) m dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit ge⸗ laͤden. Und da es an Wein ge⸗ brach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das tut. Es waren aber allda sechs steinerne 2*⁴ 1—11. 20 2. Sonntag nach Epiphanias. Wasserkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und ging in je einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam, (die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpft hatten,) rufet der Speisemeister dem Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Neue Perikopen. Epistel: 1. Kor. 2, 6—16. (Die verborgene Weisheit.) a wir von reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommnen; nicht eine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Obersten dieser Welt, welche vergehen, sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unsrer Herrlich⸗ keit, welche keiner von den Obersten dieser Welt erkannt hat; denn wo sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht ekreuziget; sondern wie geschrieben stehet:„Das kein Auge gesehen hat, und kein Ohr gehöret hat, und in keines Menschen Herz kommen ist, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.“ Uns aber hat es Gott offenbaret durch seinen Geist; denn der Geist erforschet alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist; welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der heilige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich. Der natirliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Tor⸗ heit, und kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich gerichtet sein. Der geistliche aber richtet alles und wird von niemand ge⸗ richtet. Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? oder wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn. Evangelium: Joh. 1, 43—51. (Philippus und Nathanael.) es andern Tages wollte Jesus wieder bilt Galiläa ziehen und findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. Philippus findet Nathangel und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten ge⸗ schrieben haben, Jesum, Josephs Sohn von Nazareth. Und Natha⸗ nael Razar zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spicht zu ihm: Komm und sieh es. Jesus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, ein Lalich Israeliter, in welchem kein Fa 2oß Natha⸗ nael spricht zu ihm: Woher kennest du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dir Philippus rief, da du unter dem Feigen Nathar zu ihn Sohn, Israel pprach ich dir Dafenr aum; denn d ihm: 2 euch:? Himme Gottes auf des Alttes (Der G Der m Herr g gesandt die zer binden; fangene bunden alle Tr Traurie Schmuc für Tra für eine werden: Bäume des Her die alte was vo richten; Städte, gelegen werden weiden, eure Ac sein. J Herrn h Diener! werdetd in ihrer Mensch ist, ohne der in iemand, er Geist en nicht r Welt, ott, daß uns von wir auch „welche en kann, er heilige geistliche atürliche chts vom ine Tor⸗ rkennen; gerichtet r richtet nand ge⸗ es Herrn will ihn r haben 43— 51. mael.) Ite Jesus ia ziehen id spricht Shilippus aus der Petrus. nael und aben den uMoses heten ge⸗ Josephs id Natha⸗ gas kann kommen? 1: Komm eathangel richt von „Sraeliter, . Natha⸗ her kennest rtete und denn dir mter dem 3. Sonntag nach Epiphanias. 21 Feigenbaum warest, sah ich dich. Nathanael antwortete und spricht zu ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubest, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich Daenr; habe unter dem Feigen⸗ aum; du wirst noch Größeres denn das sehen. Und spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich sage ich euch: Von nun an werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf und herab fahren auf des Menschen Sohn. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 61, 1—6. (Der Geist des Herrn ist über mir.) Der Geist des Herrn ist über mir, darum daß mich der Herr gesalbet hat. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochnen Herzen zu ver⸗ binden; zu verkündigen den Ge⸗ fangenen die Freiheit, den Ge⸗ bundenen, daß ihnen geöffnet werde: zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unsers Gottes; zu trösten alle Traurigen; zu schaffen den Traurigen zu Zion, daß ihnen Schmuck für Asche und Freudenöl für Traurigkeit und schöne Kleider für einen betrübten Geist gegeben werden; daß sie genannt werden Bäume der Gerechtigkeit, Pflanzen des Herrn zum Preise. Sie werden die alten Wüstungen bauen, und was vor Zeiten zerstöret ist, auf⸗ richten; sie werden die verwüsteten Städte, so für und für zerstöret gelegen sind, erneuen. Fremde werden stehen und eure Herde weiden, und Ausländer werden eure Ackerleute und Weingärtner sein. Ihr aber sollet Priester des Herrn heißen, und man wird euch Diener unsers Gottes nennen; und werdet der Heiden Güter essen, und in ihrer Herrlichkeit euch rühmen. 3. Sonntag nach Epiphanias. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 12, 17—21. (Laß dich nicht das Böse über⸗ winden.) HRe euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehr⸗ barkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so Rach mit allen Menschen Frieden. ächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn(Gottes]; denn es stehet geschrieben:„Die Rache ist mein, Ich will vergelten, spricht der Herr.“ So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium: Matth. 8, 1—18. (Der Hauptmann von Kapernaum.) Da er vom Berge herabging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus 450 seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills tun, sei gereiniget! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Haupt⸗ mann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich 22 3. Sonntag nach Epiphanias. bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht esund. Denn ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe unter mir Kriegsknechte; und wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so gehet er; und zum andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das! so tut ers. Da das Jesus hörte, ver⸗ wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben hab ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finster⸗ nis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe haft dir geschehe, wie du Haetund hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Neue Perikopen. Epistel: Röm. 1, 13—20. (Ich schäme mich des Evangeliums nicht.) OQach will euch nicht verhalten, * lieben Brüder, daß ich mir oft habe vorgesetzt, zu euch zu kommen,(bin aber verhindert bisher,) daß ich auch unter euch Frucht schaffete gleich wie unter andern Heiden. Ich bin ein Schuldner der Griechen und der Ungriechen, der Weisen und der Unweisen. Darum, so viel an mir ist, bin ich geneiget, auch 1165 zu Rom das Evangelium zu predigen. Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen. Sintemal darinnen offenbaret wird die Ge⸗ rechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben stehet:„Der Gerechte wird seines Glaubens leben.“ Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. Denn was man von Gott weiß, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart, damit, daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt, an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt; also daß sie keine Ent⸗ schuldigung haben. Evangelium: Joh. 4, 5— 14. (Jesus und die Samariterin.) a kam er in eine Stadt Sama⸗ rias, die heißet Sichar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Put gab. Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also auf den Brunnen; und es war um die sechste Stunde. Da kommt ein Weib aus Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken. Denn seine Jünger waren in die Stadt ge⸗ gangen, daß sie Speise kauften. Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie bittest du, von mir zu trinken, so du ein Jude bist, und ich ein samaritisch Weib? (Denn die Juden haben keine Ge⸗ meinschaft mit den Samaritern.) Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkennetest die Gabe Gottes, und wer der ist, der zu dir saget: Gib mir zu trinken, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser. Spricht zu ihm das Weib: Herr, hast du doch nichts, damit du schöpfest, und der Brunnen ist tief; woher hast du Bist D Jakob, gegeben getrunk sein Vi sprach ⸗ trinket, Alttest aem de⸗ ein tref Herrn durch il Syrien. Mann 1 leute ab Dirner irneer ISrael; Weibes ihrer Fe wäre be maria! Aussatz hinein z es ihm so hat d Jsrael Syrien will der Brief se und nal Silbers und zehn den Bri der lau Brief zu ich habe zu dir seinem 2 tt gilt, ben in chrieben )seines Gottes ffenbart en und hen, die chtigkeit an von ffenbar; fenbart, chtbares ze Kraft hen, so an den höpfung ne Ent⸗ 5— 14. terin.) Sama⸗ ar, nahe seinem har aber n. Da umt ein asser zu zu ihr: nn seine tadt ge⸗ kauften. che Weib von mir ude bist, Weib? eine Ge⸗ aritern.) prach zu die Gabe „der zu trinken, gäbe dir richt zu hast du schöpfest, woher 3. Sonntag nach Epiphanias. hast du denn lebendiges Wasser? Bist Du mehr denn unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? und er hat draus getrunken und seine Kinder und sprach zu ihr: Wer dieses Wasser trinket, den wird wieder dürsten; wer aber des Wassers trinken wird, das Ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet. Alttestamentlicher Abschnitt: 2. Kön. 5, 1—19a. (Naeman.) 9 aeman, der Feldhauptmann des Königs zu Syrien, war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und ho Hrr denn durch ihn gab der Herr Heil in Syrien. Und er war ein gewaltiger Mann und aussätzig. Die Kriegs⸗ leute aber in Syrien waren heraus gefallen und hatten eine junge irne weggeführt aus dem Lande Israel; die war am Dienst des Weibes Naemans. Die sprach zu ihrer Frau: Ach, daß mein Herr wäre bei dem Propheten zu Sa⸗ maria! der würde ihn von seinem Aussatz los machen. Da ging er hinein zu seinem Herrn und sagte es ihm an und sprach: So und so hat die Dirne aus dem Lande srael geredet. Der König zu Syrien sprach: So zieh hin, ich will dem Könige Israels einen Brief schreiben. Und er zog hin und nahm mit sich zehn Zentner Silbers und sechs tausend Gülden und zehn Feierkleider; und brachte den Brief dem Könige Israels, der lautete also: Wenn dieser Brief zu dir kommt, siehe, so wisse, ich habe meinen Knecht Naeman zu dir gesandt, daß du ihn von seinem Aussatz los machest. Und 23 da der König Israels den Brief las, zerriß er seine Kleider und sprach: Bin ich denn Gott, daß ich töten und lebendig machen könnte, daß er zu mir schicket, sein Vieh. Jesus antwortete und daß ich den Mann von seinem Aussatz los mache? Merket und sehet, wie sucht er Ursache zu mir! Da das Elisa, der Mann Gottes, hörte, daß der König Israels seine Kleider zerrissen hatte, sandte er zu ihm und ließ ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Laß ihn zu mir kommen, daß er inne werde, daß ein Prophet in Israel ist. Also kam Naeman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm hehen⸗ Gehe in und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder erstattet und rein werden. Da erzürnte Naeman und zog weg und sprach: Ich meinte, er sollte zu mir heraus kommen und hertreten und den Namen des Herrn, seines Gottes, anrufen und mit seiner Hand über die Stätte fahren und den Aussatz also ab⸗ tun. Sind nicht die Wasser Amana und Pharphar zu Damaskus besser denn alle Wasser in Israel, daß ich mich drinnen wüsche und rein würde? Und wandte sich und zog weg mit Zorn. Da machten sich seine Knechte zu ihm, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dich der Prophet etwas Großes hätte geheißen, solltest du es nicht tun? Wie viel mehr, so er zu dir saget: Wasche dich, so wirst du rein. Da stieg er ab und taufte sich im Jordan sieben⸗ mal, wie der Mann Gottes ge⸗ redet hatte; und sein Fleisch ward wieder erstattet wie ein Fleisch eines jungen Knaben und ward rein. Und er kehrte wieder zu dem Mann Gottes samt seinem Dan Heer. Und da er hinein am, trat er vor ihn und sprach: 24 4. Sonntag nach Epiphanias. Siehe, ich weiß, daß kein Gott ist in allen Landen, außer in Israel; so nimm nun den Segen odon deinem Knecht. Er aber sprach: So wahr der Herr lebt, vor dem ich stehe, ich nehme es nicht. Und er nötigte ihn, das ers nähme; aber er wollte nicht. Da sprach Naeman: Möchte denn deinem Knechte nicht gegeben werden dieser Erde eine Last, so viel zwei Maultiere tragen? Denn dein Knecht will nicht mehr andern Göttern opfern und Brandopfer tun, sondern dem Herrn. Nur darinnen wolle der Herr deinem Knecht gnädig sein; wo ich anbete im Hause Rimmons, wenn mein Herr ins Haus Rimmons gehet, daselbst anzubeten und er sich an meine Hand lehnet! Er sprach zu ihm: Zieh hin mit Frieden. 4. Sonntag nach Epiphanias. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 13, 1—10. (Die Liebe des Gesetzes Erfüllung.) QWedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrig⸗ keit, ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der wider⸗ strebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfahen. Denn die Ge⸗ waltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes, so wirst du Lob von der⸗ selbigen haben. Denn sie ist Gottes Dienerin dir zu gut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut. Darum ists not, untertan zu sein, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen hand⸗ haben. So i nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da Helche ist:„Du sollst nicht ehe⸗ rechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts Guboßme und so ein andres Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort zusammen ge⸗ fasset:„Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium: Matth. 8, 23—27. (Die Stillung des Sturms.) Qesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und Er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben! Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedräuete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten 65 und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehor⸗ sam ist? Ei (Das Woe Sünde die Si durchs nichts nicht nicht die Si erregte ohne! 401. Gesetz. ward Ich ab daß d gereich gegebe nahm trogen dassell ja heil recht u gut ist as se auf de Sünde Gute d die Sü durchs daß da aber fl verkau was ie das ich das tu das ich daß da Evane (Dies Qande VII iß. Er habe e wisset i iete den a ward hen aber Hrachen: Mann, gehor⸗ 4. Sonntag nach Epiphanias. 25 Neue Perikopen. Epistel: Röm. 7, 7—16. (Das Gesetz ist heilig und gut.) Ndoas wollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht, ohne durchs Gesetz. Denn ich wußte nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hätte gesagt:„Laß dich nicht gelüsten.“ Da nahm aber die Sünde Ursache am Gebot und erregte in mir allerlei Lust. Denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. Ich aber lebete weiland ohne Gesetz. Da aber das Gebot kam, ward die Sünde wieder lebendig. Ich aber starb und es befand sich, daß das Gebot mir zum Tode gereichte, das mir doch zum Leben gegeben war. Denn die Sünde nahm Ursache am Gebot und be⸗ trog mich und tötete mich durch dasselbige Gebot. Das Gesetz ist ja heilig und das Gebot ist heilig, recht und gut. Ist denn, das da gut ist, mir ein Tod worden? as sei ferne! Aber die Sünde, auf daß sie erscheine, wie sie Sünde ist, hat sie mir durch das Gute den Tod gewirket, auf daß die Sünde würde überaus sündig durchs Gebot. Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich bin aber fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue; denn ich tue nicht, das ich will, sondern das ich hasse, das tue ich. So ich aber das tue, das ich nicht will, so gebe ich zu, daß das Gesetz gut sei. Evangelium: Joh. 4, 31—42. (Dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland.) Qndes ermahneten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß. Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, da wisset ihr nicht von. Da sprachen die Jünger unter einander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Saget ihr nicht: Es sind noch vier Monate, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebet eure Augen auf und sehet in das Feld; denn es ist schon weiß zur Ernte. Und wer da schneidet, der empfähet Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf daß sich mit einander freuen, der da säet und der da schneidet. Denn hie ist der Spruch wahr: Dieser säet, der andre schneidet. Ich habe euch gesandt, zu schneiden, das ihr nicht habt gearbeitet; andre haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit kommen. Es glaubten aber an ihn viel der Samariter aus derselbigen Stadt um des Weibes Rede willen, welches da zeugete: Er hat mir gesagt alles, was ich getan habe. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, daß er bei ihnen bliebe; und er blieb zween Tage da. Und viel mehr glaubeten um seines Wortes willen und sprachen zum Weibe: Wir glauben nun hinfort nicht um deiner Rede willen; wir haben selber gehöret und erkannt, daß dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 93. (Der Herr ist König.) Der Herr ist König und herrlich geschmückt; der Herr ist ge⸗ schmückt und hat ein Reich an⸗ gefangen, so weit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soll. Von Anbeginn stehet dein Stuhl fest; Du bist ewig. Herr, die Wasserströme erheben sich, die Wasserströme erheben ihr Brausen, die Wasserströme heben empor die 26 5. Sonntag nach Epiphanias. Wellen, die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig⸗ lich; der Herr aber ist noch größer in der Höhe. Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses, o Herr, ewiglich. 5. Sonntag nach Epiphanias. Alte Perikopen. Epistel: Kol. 3, 12—17. (Das Band der Vollkommenheit.) So ziehet nun an, als die Aus⸗ erwähleten Gottes, Heiligen und Geliebeten, herzliches Er⸗ barmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertrage einer den andern und vergebet euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleich wie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit; und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe; und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und eistlichen lieblichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium: Matth. 13, 24—30. (Unkraut unter dem Weizen.) Er legte ihnen ein ander Gleichnis vor und sprach: Das Himmel⸗ reich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausjätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Un⸗ kraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer. Neue Perikopen. Epistel: Röm. 8, 1—9. (Nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind.) Ss ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig machet in Christo Jesu, hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn das dem Gesetz unmöglich war,(sintemal es durch das Fleisch geschwächet ward,) das tat Gott und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und der Sünde halben und verdammte die Sünde im Fleisch, auf daß die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns er⸗ füllet würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnet; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnet. Aber; fleischlich gesinnet sein, ist der Tod, und ge und§ sinnet wider setze„ denn aber f nicht g fleischl anders Wer a der ist Evan Daz gleiche der sei baute. fiel, u wehete an da⸗ denn gelehrt Altte (Ich h — D d sprecht eissete wir dar wir de ihnen: t wuchs md sich ten die er und t guten gesäet? kraut? hat der en die Haß wir 19 Er r nicht zraufet, Lasset sen bis Ernte nittern as Un⸗ ndlein, her den meine —9. denen, d.) mliches o Jesu Fleisch Geist. es, der Christo ht von id des Gesetz s durch d.) das Sohn dlichen halben de im tigkeit, ns er⸗ 1 nicht ondern die da ischlich )sind, Aber T Tod, 6. Sonntag nach Epiphanias. 27 und geistlich gesinnet sein, ist Leben und Friede. Denn fleischlich ge⸗ sinnet sein, ist eine Feindschaft wider Gott; sintemal es dem Ge⸗ setze Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht. Die aber fleischlich sind, mögen Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, so anders Gottes Geist in euch wohnet. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. Evangelium: Matth. 7, 24—29. (Fels und Sand.) Darm, wer diese meine Rede höret und tut sie, den ver⸗ gleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baute. Da nun ein Platzregen siel, und ein Gewässer kam, und weheten die Winde und stießen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Felsen egründet. Und wer diese meine Rede höret und tut sie nicht, der ist einem törichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute. Da nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gewässer, und weheten die Winde und stießen an das Haus, da fiel es und tat einen großen Fall. Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre; denn er predigte ge⸗ waltig und nicht wie die Schrift⸗ gelehrten. Alttestamentlicher Abschnitt: Hes. 33, 10—16. (Ich habe kein Gefallen an dem Tode des Gottlosen.) arum, du Menschenkind, Iur dem Hause Israel: Ihr sprecht also: Unsre Sünden und eissetaten liegen auf uns, daß wir darunter vergehen; wie können wir denn leben? So sprich zu ihnen: So wahr als Ich lebe, spricht der Herr, Herr, Ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe. So bekehret euch doch nun von eurem bösen esen. Warum wollt ihr sterben, ihr vom Hause Israel? Und du, Menschenkind, sprich zu deinem Volk: Wenn ein Gerechter Böses tut, so wird's ihn nicht helfen, daß er fromm gewesen ist; und wenn ein Gottloser fromm wird, so soll's ihm nicht schaden, daß er gottlos gewesen ist. So kann auch der Gerechte micht leben, wenn er sündigt. Denn wo ich zu dem Gerechten spreche, er soll leben, und er verläßt sich auf seine Ge⸗ rechtigkeit und tut Böses, so soll aller seiner Frömmigkeit nicht gedacht werden, sondern er soll terben in seiner Bosheit, die er tut. Und wenn 1 zum Gott⸗ losen spreche, er soll sterben, und er bekehret sich von seiner Sünde und tut, was recht und gut ist, also daß der Gottlose das Pfand wiedergibt und bezahlet, was er geraubt hat, und nach dem Wort des Lebens wandelt, daß er kein Böses tut: So soll er leben und nicht sterben, und aller seiner Sünden, die er getan hat, soll nicht gedacht werden; denn er tut nun, was recht und gut ist; darum soll er leben. 6. Sonntag nach Epiphanias. Alte Perikopen. Epistel: 2. Petri 1, 16—21. (Wir haben ein festes prophetisches Wort.) D wir sind nicht klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund getan haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herrlich⸗ keit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und 28 6. Sonntag nach Epiphanias. ihm 0 durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herr⸗ lichkeit:„Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel geschehen, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Und wir haben desto fester das prophetische Wort, und ihr tut wohl, daß ihr drauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weis⸗ sagung in der Schrift geschieht aus eigner Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen hervor⸗ ebracht, sondern die heiligen enschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Evangelium: Matth. 17, 1—9. (Verklärung Christi.) Nach sechs Tagen nahm Jesus 0 zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und führte sie beiseits auf einen hohen Berg und ward verkläret vor ihnen; und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da er⸗ schienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut sein; willst du, so wollen wir hie drei Hütten machen, dir eine, Moses eine und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Da das die 1 höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht! Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand denn Jesum allein And da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Neue Perikopen. Epistel: 2. Kor. 3, 12— 18. (Des Herrn Klarheit.) D wir nun solche Hoffnung haben, brauchen wir großer Freudigkeit und tun nicht wie Moses, der die Decke vor sein Angesicht 01 0n daß die Kinder Israel nicht ansehen konnten das Ende des, das aufhöret; sondern ihre Sinne sind verstocket. Denn bis auf den heutigen Tag bleibet dieselbige Decke unaufgedecket über dem alten Testament, wenn sie es lesen, welche in amihe auf⸗ höret; aber bis auf den heutigen Tag, wenn Moses gelesen wird, hänget die Decke vor ihrem Herzen. Wenn es aber sich bekehrete zu dem Herrn, so würde die Decke abgetan; denn der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Nun aber spiegelt sich in uns allen des Herrn Klarheit mit aufgedecktem Angesichte, und wir werden ver⸗ kläret in dasselbige Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom Herrn, der der Geist ist. Evangelium: Joh. 5, 39—47. (Suchet in der Schrift.) Suchet in der Schrift, denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben drinnen; und sie ist's, die von mir zeuget; und ihr wollt nen zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen; aber ——— stehest sprach deines der E Jakob Angest Gott het auf Da sie ahen sie 1Aund gingen, sprach: iemand Sohn den ist. — 18. .) offnung großer cht wie or sein Kinder ten das sondern Denn bleibet ket über enn sie to auf⸗ heutigen n wird, Herzen. rete zu e Decke ist der ist des t. Nun llen des »decktem sen ver⸗ on einer UIs vom 39—47. ft. enn ihr s ewige t's, die r wollt ihr das ) nehme n; aber Septuagesimä. 29 ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin kommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmet mich nicht an. So ein andrer wird in seinem eignen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre von ein⸗ ander nehmet? und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht. Ihr sollt nicht meinen, daß Ich euch vor dem Vater verklagen werde; es ist einer, der euch ver⸗ klaget, der Moses, auf welchen ihr hoffet. Wenn ihr Moses nenrt er. so glaubtet ihr auch mir; enn er hat von mir geschrieben. So ihr aber seinen Schriften nicht laubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben? Alttestamentlicher Abschnitt: 2. Mose 3, 1—6. (Berufung Mosis.) Mose hütete der Schafe Jethros, seines Schwähers, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinter die Wüste und kam an den Berg Gottes Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Busch. Und er sah, daß der Busch mit Feuer brannte, und ward doch nicht ver⸗ zehret; und sprach: Ich will dahin, und beschauen dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennet. Da aber der Herr sah, daß er hinging, zu sehen, rief ihm Gott aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hie bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zeuch deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehest, ist ein heilig Land. Und sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Septuagesimä. Alte Perikopen. Epistel: 1. Kor. 9, 24—27. (Der Lauf nach dem Kleinod.) Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer er⸗ langet das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich be⸗ täube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Evangelium: Matth. 20, 1—16. (Die Arbeiter im Weinberge.) D ansocter. 3 ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und gin aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde und tat gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig Hetet und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs 30 Septuagesimä. zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gib ihnen den Lohn und heb an an den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde gedinget waren, und empfing ein ben die seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfahen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns 22.2 gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin! Ich will aber diesem Letzten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht, zu tun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Neue Perikopen. Epistel: Phil. 1, 27—2, 4. (Wandelt lio Christ dem Evangelio Christi.) (Tandelt nur würdiglich dem W Evangelium Christi, auf daß, ob ich komme und sehe euch, oder abwesend von euch höre, ihr stehet in Einem Geist und Einer Seele, und samt uns kämpfet für den Glauben des Evangeliums, und euch in keinem Weg erschrecken lasset von den Widersachern, welches ist ein Anzeichen, ihnen der Ver⸗ dammnis, euch aber der Selig⸗ keit, und dasselbige von Gott. Denn euch ist gegeben, um Christi willen zu tun, daß ihr nicht allein an ihn glaubet, sondern auch um seinetwillen leidet, und habet den⸗ selbigen Kampf, welchen ihr an mir gesehen habt und nun von mir höret. Ist nun bei euch Er⸗ mahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so erfüllet meine Freude, daß ihr Eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einhellig seid. Nichts tut durch Zank oder eitle Ehre, sondern durch Demut achte einer den andern höher denn sich selbst; und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was des andern ist. Evangelium: Luk. 10, 38—42 (Eins ist not.) Eĩ begab sich, da sie wandelten, ging Er in einen Markt. Da war ein Weib, mit Namen Martha, die nahm ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel— 7 schaffen, ihm zu dienen. sie trat Imzn und sprach: Berr fragest du nicht darnach, daß mich meine Schwester läßt allein dienen? Sage ihr doch, daß sie es auch angreife. Jesus aber antwortete und sprach zuihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mü e; Eins aber ist not. Maria das gute Teil erwählet, das soll nicht von ihr genommen werden. Alttestamentlicher Abschnitt: Jer. 9, 23 u. 24. (Wer sich rühmet, der rühme sich des Herrn.) So spricht der Herr: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. at Sonder der rül wisse un bin, de und Ge denn soe der Her Epist. (Laß Eꝰ ist nüt auf die e des He Mensche Jahren imer ist a so weiß weiß es zücket bi Und ich k (ob er i dem Lei nicht; 5 zücket in unausspi Mensch selbigen für mie mich nick Schwach rühmen nicht tör Wahrhei mich ab jemand an mir s Und auf hohen Of mir jege! näm ich mich mit ich michen dreimal daß er hat zu e und meine Zinnes mütig S tut Indern idern id ein Seine, 18 des 8—42. delten, Markt. tamen luf in eine a; die und eartha haffen, mtrat fragest meine enen? mauch ortete artha, 4 bar a h 8 soll erden. nitt: ne sich Ein seiner ne sich teicher )tums. at Sexagesimä. 31 Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich des, daß er mich wisse und kenne, daß Ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übet auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der Herr. Sexagesimä. Alte Perikopen. Epistel: 2. Kor. 12, 1—10. (Laß dir an meiner Gnade genügen.) Eꝰ ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren(ist er in dem Leibe ge⸗ wesen, so weiß ich's nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich's auch nicht; Gott weiß es) ward derselbige ent⸗ zücket bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen (ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward ent⸗ zücket in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Für den⸗ selbigen will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. rühmen wollte, täte ich darum nicht törlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir 3— oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarungen überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satanas Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir 1 00 und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Epenn hen auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich gutes Muts in Schwach⸗ heiten, in Schmachen, in Nöten, in Verfolgungen, in Angsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Evangelium: Luk. 8, 4—15. (Vom Säemann.) a nun viel Volks bei einander war und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrte es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und er⸗ stickten's. Und etliches fiel auf ein gut Land; und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dies Gleichnis Und so ich mich wäre? Er aber sprach: Euch ist's gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleich⸗ nis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und Fel werden. Die aber auf dem Fels, sind die: Wenn sie es hören, nehmen sie das Wort 32 Sexagesimä. mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel; eine Zeit lang anrn sie und zu der Zeit der nfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören und ehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Land sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. Neue Perikopen. Epistel: Phil. 1, 12—21. (Daß nur Entius verkündigt werde.) Occh lasse euch aber wissen, lieben N Brüder, daß, wie es um mich stehet, das ist nur mehr zur Förderung des Evangeliums ge⸗ raten, also daß meine Bande offenbar worden sind in Christo in dem ganzen Richthause und bei den andern allen, und viel Brüder in dem Herrn aus meinen Banden Zuversicht gewonnen haben und desto kühner worden sind, das Wort zu reden ohne Scheu. Etliche eid predigen Christum auch um teides und Haders willen; etliche aber aus guter Meinung. Jene verkündigen Christum aus Zank und nicht lauter; denn sie meinen, sie wollen eine Trübsal zuwenden meinen Banden; diese aber aus Liebe; denn sie wissen, daß ich zur Verantwortung des Evangeliums hie liege. Was tut's aber? Daß nur Christus 2195 ceiehe werde allerlei Weise, eschehe zum Vorwand bper in zahrheit, so freue ich mich doch darinnen und will mich auch freuen; denn ich weiß, daß mir dasselbige gelinget zur Seligkeit durch euer Gebet und durch Handreichung des Geistes Jesu Christi; wie ich sehnlich warte und hoffe, daß ich in keinerlei Stück zu Schanden werde, sondern daß mit aller Freudigkeit, gleich wie sonst alle Zeit, also auch jetzt Christus hoch gepriesen werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Evangelium: Joh. 11, 20—27. (Ich bin die Auferstehung und das Leben.) Als Martha nun hörte, daß Jesus kommt, gehet sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Martha zu Jesu Herr, wärest du hie gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben; aber ich weiß auch noch, daß, was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder soll auferstehen. Martha spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Pauhn du das? Sie spricht zu— 4 Herr, ja; ich glaube, daß Du bist Christus, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen ist. Alttestamentlicher Abschnitt: Amos 8, 11 u. 12. (Hunger nach dem Wort Gottes.) Siehe es kommt die Zeit, spricht der Herr, Herr, daß ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Haner nach Brot, oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, zu hören; daß sie hin und her, von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen um⸗ laufen und des Herrn Wort suchen und doch nicht finden werden. ( W· hätte! ein tön Schelle könnte nisse 1 Berd 0 erge Liebe Und u den Ar Leib bi nicht, f Die L freundl die Lie sie bläl nicht u das Ih bittern, zu, sie rechtigke Wahrhe laubet uldet nimmer sagunge die Sp und die Denn u und un werk. das Vo Stückwe Kind w Kind un und 10 30. we was jetzt dur dunkeln Angesicht kenne ich werde ick ůit, gleich auch jetzt werde an rch Leben Christus terben ist „20—27. ing und rte, daß t sie ihm eb daheim zu Jesu: sen, mein ben; aber „was du wird dir pricht zu ferstehen. Ich weiß hen wird jüngsten ihr: Ich und das ubet, der ch stürbe; glaubet imermehr 159 Sie ja; ich istus, der die Welt schnitt: 2. Gottes.) it, spricht ich einen n werde, ch Brot, sondern errn, zu her, von rn, von gen um⸗ 'rt suchen erden. Estomihi. 33 Estomihi. Alte Perikopen. Epistel: 1. Kor. 13. (Das Lob der Liebe.) Wenn ich mit Menschen⸗ und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn 41 weissagen könnte und wüßte alle Geheim⸗ nisse und alle Erkenntnis und 2 allen Glauben, also daß ich erge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht er⸗ bittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freuet sich nicht der Unge⸗ rechtigkeit, sie freuet sich aber der Wabrheit; sie verträget alles, sie Duldet⸗ alles, sie hoffet alles, sie uldet alles. Die Liebe Breis⸗ nimmer auf, so doch die Weis⸗ sagungen aufhören werden, und die Dren aufhören werden, und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stück⸗ werk. Wenn aber kommen wird das Vollkommne, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da 35 aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesichte. Jetzt er⸗ kenne ich's stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleich wie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Evangelium: Luk. 18, 31—43. (Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem.) QJesus nahm zu sich die Zwölfe, N und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Pro⸗ pheten von des Menschen Sohn. enn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und ver⸗ speihet werden; und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er wieder auf⸗ erstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht was das Gesagte war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das hindurch ging, forschte er, was das wäre. Da ver⸗ kündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vornean gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe zu ihm brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir tun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobte Gott. 3 3⁴ Estomihi. Neue Perikopen. Epistel: 1. Kor. 1, 21—31. (WDir predigen den gekreuzigten Christus.) ieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen die, so daran lauben; sintemal die Juden eichen fordern, und die Griechen 9165 Weisheit fragen, wir aber predigen den gekreuzigten Christ, den Juden ein Argernis und den De ben eine Torheit, denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christum, Reit. Kraft und göttliche Weis⸗ heit. Denn die göttliche Torheit ist weiser, denn die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, denn die Menschen sind. Sehet an, lieben Brüder, euren Beruf; nicht viel Weise nach dem 911 0 nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen; sondern was töricht ist vor der Welt, das 5 Gott erwählet, daß er die Weisen zu Schanden machte; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählet, daß er zu anden machte, was stark ist; und das Unedle vor der Welt und das Verachtete hat Gott er⸗ wählet, und das da nichts ist, daß er zunichte machte, was etwas ist, auf daß 612 vor ihm kein Fleisch rühme. Von ihm kommt auch ihr her in Christo Jesu, welcher uns gemacht ist von Gott zur Weisheit und zur Gerechtig⸗ keit und zur Heiligung und zur Erlösung, auf daß,(wie geschrieben stehet,)„wer sich rühmet, der rühme sich des Herrn.“ Evangelium: Mark. 10, 35—45. (Die Söhne Zebedäi.) Da gingen zu ihm Jakobus und ZJohannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, daß du uns tuest, was wir dich bitten werden. Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, daß ich euch tue? Sie sprachen zu ihm: Gib uns, daß wir sitzen, einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken, in deiner Herr⸗ lichkeit. Jesus aber spra u ihnen: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den Ich trinke, und euch taufen lassen mit der Taufe, da Ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja, wir können es 99995 Jesus aber den zu ihnen: Zwar ihr werdet den Kelch trinken, den Ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, da Ich mit getauft werde; zu 51 aber zu meiner Rechten und zu meiner Linken, stehet mir eiche zu, euch zu geben, sondern welchen es bereitet ist. Und da das die Zehn höreten, wurden sie 962. 2 über Jakobus und Johannes. ber Jesus rief ihnen und sprach zu ihnen: Ihr wisset, daß die weltlichen Fürsten herrschen, und die Mächtigen unter ihnen haben Gewalt. Aber also soll es unter euch nicht sein, sondern welcher will groß werden unter euch, der soll euer Diener sein; und welcher unter euch will der Vornehmste werden, der soll aller Knecht sein. Denn auch des Menschen Sohn ist nicht kommen, daß er ihm dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zur Bezahlung für viele. o der: Evangelium: Joh. 11, 47—58. (Kaiphas' Rat.) Da versammelten die Hohen⸗ priester und die Pharisäer einen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben; so kommen dann die Römer und nehme Einer der de war, nichts ist un für de Volk redete sonder Jahrs für d x ür da Volk die Ki waren dem 2 wie sin wande den J dannen der Wi Ephren daselbs waren Juden; gen Jc vor de reinigt fragten mit ein dünket die 90 ie Ho lassen jemand er's an Alttest Meister, 8 tuest, hen. Er ollt ihr, sprachen ir sitzen, ud einer er 0. ra u was ihr trinken, )taufen Ich mit achen zu 5 wohl. 1: Zwar ken, den werden t getauft meiner Linken, zu geben, eitet ist. höreten, Jakobus esus rief en: Ihr Fürsten gen unter ber also „sondern en unter ner sein; will der soll aller luch des kommen, sondern in Leben 47—58. Hohen⸗ Pharisäer Was tun tut viel also, so glauben; zmer und Invokavit. nehmen uns Land und Leute. iner aber unter ihnen, Kaiphas, der desselben Jahrs Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns besser, Ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern, dieweil er desselbigen Jahrs Hoherpriester war, weis⸗ agte er; denn Jesus sollte sterben ür das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern daß er auch die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zufammen brächte. Von dem Tage an ratschlagten sie, wie sie ihn töteten. Jesus aber wandelte nicht mehr frei unter den Juden, sondern ging von dannen in eine Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt, genannt Ephrem, und hatte sein Wesen daselbst mit seinen Jüngern. Es waren aber nahe die Ostern der Juden; und es gingen viele hinauf gen Jerusalem aus der Gegend vor den Ostern, daß sie sich reinigten. Da standen sie und fragten nach Jesu und redeten mit einander im Tempel: Was dünket euch, daß er nicht kommt auf das Fest? Es hatten aber die Hohenpriester und P arisäer lassen ein Gebot ausgehen, so jemand wüßte, wo er wäre, daß er's anzeigte, daß sie ihn griffen. Alttestamentlicher Abschnitt: Jer. 8, 4—9. (Mein Volk geht irre.) arum sprich zu ihnen: So spricht der Herr: Wo ist jemand, so er fällt, der nicht gerne wieder aufstünde? Wo ist jemand, so er irre gehet, der nicht gerne wieder zurecht käme? Dennoch will ja dies Volk zu Jerusalem irre gehen für und für. Sie halten so hart an dem falschen Gottes⸗ dienst, daß sie sich nicht wollen 35 abwenden lassen. Ich sehe und höre, daß sie nichts Rechtes reden. Keiner ist, dem seine Bosheit leid wäre und spräche: Was mache ich doch! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein grimmiger Hengst im Streit. Ein Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, eine Turteltaube, Kranichund Schwalbe merken ihre Zeit, wann sie wieder⸗ kommen sollen; aber mein Volk will das Recht des Herrn nicht wissen. Wie möget ihr doch sagen: „Wir wissen, was recht ist, und haben die heilige Schrift vor uns?“ Ist's doch eitel Lüge, was die Schriftgelehrten setzen. Darum müssen solche Lehrer zu Schanden, erschreckt und gefangen werden; denn was können sie Gutes lehren, weil sie des Herrn Wort ver⸗ werfen? Inbokabit. Alte Perikopen. Epistel: 2. Kor. 6, 1—10. (In allen Dingen Diener Gottes.) Wir ermahnen euch als Mit⸗ helfer, daß ihr nicht ver⸗ geblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht:„Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen.“ Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Und wir geben niemand irgend ein Argernis, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen beweisen wir uns als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten. in Angsten, in Schlägen, in Ge⸗ fängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keusch⸗ heit, in Erkenntnis, in Langmut. in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur 3⁴ 36 Invokavit. Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Ge⸗ rüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbe⸗ kannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium: Matth. 4, 1—11. (Christi Versuchung.) Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und eihn Nächte gefastet hatte, hungerte i Und der Versucher trat zu 5 und sprach: Bist du Gottes So so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und Mense Es stehet geschrieben:„Der ensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.“ Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: „Er wird seinen Engeln über dir Befehl tun, und sie werden daß auf den Händen tragen, auf da du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch eschrieben:„Du sollst Gott, deinen Herri, nicht versuchen.“ Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und .— ihm alle Reiche der Welt — Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Heb dich weg von mir, Satan! Denn es stehet geschrieben: „Du sollst anbeten Gott, deinen Dade und ihm allein dienen.“ a verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Neue Perikopen. Epistel: Hebr. 4, 15 u. 16. (Der mitleidige Hohepriester.) Wir haben nicht einen Hohen⸗ priester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unsern Schwachheiten, sondern der ver⸗ sucht ist allenthalben, gleich wie wir, doch ohne Sünde. Darum lass et uns hinzutreten mit Freudig⸗ keit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfahen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird. Evangelium: Matth. 16, 21—26. (gHerr, schone dein selbst!) Ven der Zeit an fing J Jes us an und zeigte seinen Jüngern, wie er müßte hin gen Jerusalem gehen und viel leiden von den Altesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an und sprach: Herr, schone dein selbst; das wider⸗ fahre dir nur nicht! Aber er wandte sich um und sprach zu Petrus: Heb dich, Satan, von mir! Du bist mir ärgerlich; denn du meinest nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist Da 250 Jesus zu seinen Jüngern: ill mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird's finden. Was hülfe es den Menschen, so er die nähme Seele? Mensch wieder Evane (Der Qesus XG. Es folg nach a als er ihnen: in Anf sich vor wurf u und spr nimm d nicht n geschehe ein Eng ihn. U dem To Es wa Blutstr Erde. Gebet u und fan keit; ur schlafet auf daß fallet. Alttest N Go ihm: 2 wortete: Nimm J den du das Lan daselbst Berge, d stand Ab auf und — „ deinen dienen.“ fel; und Izu ihm u. 16. riester.) Hohen⸗ t könnte unsern der ver⸗ leich wie Darum Freudig⸗ auf daß ühen und ůit, wenn „21—26. lbsth Jesus an Jüngern, erusalem von den tern und getötet 'n Tage 18 nahm id sprach: 18 wider⸗ Aber er prach zu an, von ich; denn öttlich, is. Da Jüngern: gen, der d nehme olge mir. erhalten en; wer eret um 5 finden. schen, so Invokavit. 37 er die bene Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? oder: Evangelium: Luk. 22, 39—46. (Der Kampf in Gethsemane.) Jesus ging hinaus nach seiner Gewohnheit an den Olberg. Es folgeten ihm aber seine Jünger nach an denselbigen Ort. Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Stein⸗ wurf und kniete nieder, betete und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafen vor Traurig⸗ keit; und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Alttestamentlicher Abschnitt: 1. Mose 22, 1—14. (Isaaks Opferung.) Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er ant⸗ wortete: Hie bin ich. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einigen Sohn, den du lieb hast und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem iand den ich dir sagen werde. Da stand Abraham des Morgens frühe auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zween Knaben und seinen Sohn Isaak; und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, davon ihm Gott 416⸗01 hatte. Am dritten Tage hub Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne; und sprach zu seinen Knaben: Bleibt ihr hie mit dem Esel; ich und der Knabe wollen dorthin gehen; und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak; er aber nahm das Feuer und Messer in seine Hand und HDass die beide mit einander. a sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hie bin ich, mein Sohn. Und er 1301 Siehe, hie ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beide mit einander. Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott sagte, baute Abraham daselb einen Altar und legte das Ho drauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel und sprach: Abra⸗ Oie hin ich.. 1005. Lee ie bin ich. r sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einigen Sohnes nicht verschonet um meinetwillen. Da hub Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hangen; und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohns Statt. Und Abraham hieß die Stätte: 38 Reminiscere. Der Herr siehet. Daher man noch heutiges Tages sagt: Auf dem Berge, da der Herr siehet. Reminiscere. Alte Perikopen. Epistel: 1. Thess. 4, 1—12. (Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung.) Meeiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu,(nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen,) daß ihr immer Pwerch werdet. Denn ihr wisset, we wir—. egeben haben durch den Herrn Aumn. Denn das ist der ille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Gefäß zu behalten in Heiligun und Ehren, nicht in der Brunst der Lust, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch ver⸗ vorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der euch über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sodern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist brüderlichen in euch. Von der brüderlichen Liebe aber ist nicht not, euch zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehret, euch unter einander zu lieben. Und das tut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Macedonien sind. Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder, daß ihr noch völliger werdet, und ringet darnach, daß ihr stille seid und das Eure schaffet und arbeitet mit euren eignen Händen, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehrbar⸗ lich wandelt gegen die, die draußen sind, und ihrer keines bebürfet. che Gebote Evangelium: Matth. 15, 21—28. (Das kananäische Weib.) Qesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe, ein kananäisch Weib ging aus der⸗ selbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ih kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt denn nur zu den verlornen 23ie en von dem Hause Israel. Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herrn Tisch fallen. Da antwortete Jesus und be ist zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Neue Perikopen. Epistel: 1. Joh. 2, 12—17. (Habt nicht lieb die Welt.) Odar Kindlein, ich schreibe euch; denn die Sünden sind euch vergeben durch seinen Namen. Ich schreibe euch Vätern; denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch Jünglingen; denn ihr habt den Bösewicht über⸗ wunden. Ich habe euch Kindern Hater. denn ihr kennet den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich habe euch Jünglingen geschrieben; denn ihr seid stark, und das Worz —ñ————— Lust; tut, de Evan ( Freue im Die n Herr, unterte sprach wohl fallen habe er In S und üb 300 o euch d Freuet im Hin Evan x ie See des He aber fo sie ein Pet se Petrus sah ihr bra prach: Er— Weib, über e rr, du h mein! Teufel wortete ten zu hun und on dir, h. Er ? Ich zu den 1 Hause ind fiel Herr, ete und aß man me und Sie ch essen amlein, fallen. ö be ist lube ist willst. sund zu —ñ——.———— Reminiscere. 39 Gottes bleibt bei euch, und habt den Bösewicht überwunden. Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und Buünere Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibet in Ewigkeit. Evangelium: Luk. 10, 17—20. (Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind.) Die Siebenzig kamen wieder mit Freuden und sprachen: Herr, es sind uns auch die Teufel untertan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich sah wohl den Satanas vom Himmel fallen als einen Blitz. Sehet, ich habe euch Macht gegeben, 5 treten auf Schlangen und Skorpione, und über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch beschädigen. Doch darin freuet euch nicht, daß euch die Geister untertan sind. Freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind. oder: Evangelium: Luk. 22, 54—62. (Petri Verleugnung.) Sie riffen Jesum und führeten ihn hin, und brachten ihn in des Hohenpriesters Haus. Petrus aber folgete von ferne. Da zündeten sie ein Feuer an mitten im Hof und setzten sich zusammen; und Petrus setzte sich unter sie. Da sah ihn eine Magd sitzen bei dem Licht und sah genau auf ihn und Erabe Dieser war auch mit ihm. Er aber verleugnete ihn und sprach: Weib, ich kenne sein nicht. Und ein andrer und sprach: Du bist auch der einer. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht. Und über eine Weile, bei einer Stunde, be⸗ kräftigte es ein andrer und sprach: Wahrlich, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer. Petrus aber sprach: Mensch, i weiß nicht, was du sagest. Un alsbald, da er noch redete, krähte der Hahn. Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er 50 ihm gesaget hatte: Ehe denn der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich. Alttestamentlicher Abschnitt: 2. Mose 33, 17—23. (Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig.) Der Herr sprach zu Mose: Was du jetzt geredet hast, will ich auch tun; denn du hun Gnade vor meinen Augen gefunden und ich kenne dich mit Namen. Er aber sprach: So laß mich deine Herrlichkeit sehen. Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht alle meine Güte vorübergehen lassen, und will ausrufen des Herrn Namen vor dir. Wem ich aber gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wes ich mich erbarme, des erbarme ich mich. Und sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich siehet. Und der Herr sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir; da sollst du auf dem Fels stehen. Wenn denn nun meine Herrlichkeit vorüber gehet, will ich dich in der Fels⸗ kluft lassen stehen und meine Hand soll ob dir halten, bis ich vorüber gehe. Und wenn ich meine Hand von dir tue, wirst du mir hinten⸗ nach sehen; aber mein Angesicht über eine kleine Weile sah ihn kann man nicht sehen. 40 Okuli. Okuli. Alte Perikopen. Epistel: Ephes. 5, 1—9. (Er hat sich selbst dargegeben für uns.) So seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie elhn de uns hat geliebet und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch nicht schand⸗ bare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Dank⸗ Hald nel Denn das sollt ihr wissen, aß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzen⸗ diener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeb⸗ lichen Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Un⸗ Hangenoi Darum seid nicht ihre itgenossen. Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts; die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Dann gehet er hin und nimmt Wahrheit. Evangelium: Luk. 11, 14—28. (Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich.) Qesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete 7933 und die Brüste, die du gesogen der Stumme. Und das Volk ver⸗ ihnen spra Teufel aus wunderte 36 Etliche aber unter urch Beelzebub, den en: Er treibt die Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andre. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelze⸗ bub. So aber Ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durck wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So 1ch. aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. enn ein starker Gewapp⸗ neter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubre Geist von dem Menschen aus⸗ fähret, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er's mit Besemen gekehret und geschmücket. sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. SRRSRSSSSSSe.eeee.eeee gen Ji er san ingen arkt ihm H nahme er sein zu wa aber verder Evan andern gehrten immel. danken jeglich nimmt ärger wenn sie da, Abigen . Und redete, Ük die Selig en hat, sesogen „selig hören Okuli. 41 Neue Perikopen. Epistel: 1. Petri 1, 13—16. (Ihr sollt heilig sein.) Daur so begürtet die Lenden eures Gemütes, seid nüchtern und setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jesu Christi, als gehorsame Kinder, und stellet euch nicht gleich wie vorhin, da ihr in Unwissenheit nach den Lüsten lebtet, sondern nach dem, der euch berufen hat. und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem eurem Wandel. Denn es stehet geschrieben:„Ihr sollt heilig sein, denn Ich bin heilig.“ Evangelium: Luk. 9, 51—56. (Die Donnerskinder.) Eꝰ begab sich, da die Zeit erfüllet war, daß er sollte von hinnen genommen werden, wendete Er sein Angesicht, stracks gen Jerusalem zu wandeln. Und er sandte Boten vor sich hin; die Ma gen hin und kamen in einen arkt der Samariter, daß sie ihm Herberge bestelleten. Und sie nahmen i n nicht an, darum daß er sein Angesicht gewendet hatte, zu wandeln gen Jerusalem. Da aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir anlenr daß Feuer vom Himmel alle und verzehre sie, wie Elias tat? Jesus aber wandte sich und bedräute sie und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Des Menschen Sohn ist nicht kommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten. oder: Evangelium: Luk. 22, 63—72. (Verspottung Christi.) ie Männer, die Jesum hielten, — verspotteten ihn und schlugen ihn, verdeckten ihn und schlugen 10 ins Angesicht und fragten n und sprachen: Weissage, wer ist's, der dich schlug? Und viel andere at sagten sie wider ihn als es Tag ward, sammelten sich die Ältesten des Volks, die Hohenpriester und Schriftgelehrten und führeten ihn 2 vor ihren Rat und sprachen: ist Du Christus? sage es uns. Er sprach aber zu 1588 Sage ich's euch, so glaubet ihr's nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht und laffet mich doch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Prac der Kraft Gottes. Da Gorvese sie alle: Bist Du denn ottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget's, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugnisses? Wir haben's selbst gehöret aus seinem Munde. Alttestamentlicher Abschnitt: Jer. 26, 1—15. (Ob sie vielleicht hören wollen und sich bekehren.) Qm Anfang des Königreichs V Jojakims, des h. Josias, des Königs in Juda, geschah dies Wort vom Herrn und sprach: So spricht der Herr: Tritt in den Vorhof am Hause des Herrn und 56 ler allen Städten Judas, die a herein gehen, anzubeten im Hause des Herrn, alle Worte, die ich dir befohlen habe, ihnen zu sagen; und tue nichts davon. Ob sie vielleicht Riaar wollen und sich bekehren, ein jeg licher von seinem bösen Wesen, damit mich auch reuen möchte das Übel, das Ich baen v ihnen zu tun um ihres ösen Wandels willen. Und sprich 0 ihnen: So spricht der Herr: erdet ihr mir nicht gehorchen, daß ihr in meinem Gesetze wandelt, das ich euch vorgelegt habe, daß ihr höret auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, welche 42 Lätare. zInd stets zu euch gesandt habe und ihr doch nicht hören wolltet: So will ich's mit diesem Hause machen wie mit Silo, und diese Stadt zum Fluch allen Heiden auf Erden machen. Da nun die Priester, Propheten und alles Volk Wote Jeremia, daß er solche Worte redete im Hause des Herrn, und Jeremia nun aus⸗ eredet mohie alles, was ihm der Hert befohlen hatte, allem Volk u sagen, griffen ihn die Priester, In und das ganze Volk und sprachen: Du mußt sterben! Warum darfst du weissagen im Namen des Herrn und sagen: Es wird diesem Hause Otbeit wie Silo, und diese Stadt soll so wüste werden, daß niemand mehr drinnen wohne? Und das ganze Volk sammelte sich im Hause des errn wider Jeremia. Da solches öreten die Fürsten Judas, Hinaan ie aus des Königs Hause hinauf ins Haus des Herrn und setzten sich vor das neue Tor des Herrn. Und die Priester und Propheten sprachen vor den Fürsten und allem Volk: Dieser ist des Todes schuldig; denn er hat geweissagt wider diese Stadt, wie ihr mit euren Ohren gehöret habt. Aber Jeremia sprach — allen Fürsten und zu allem olk: Der Herr hat mich gesandt, daß ich solches alles, das ihr ge⸗ höret habt, sollte weissagen wider dies Haus und wider diese Stadt. Soj elnrn nun euer Wesen und Wandel und gehorchet der Stimme des Herrn, eures Gottes, so wird den Herrn auch gereuen das Übel, das er wider euch geredet hat. Siehe, ich bin in euren Händen; ihr möget's machen mit mir, wie es euch recht und gut dünkt. Doch sollt ihr wissen: Wo ihr mich tötet, so werdet ihr un⸗ schuldig Blut laden auf euch selbst, auf diese Stadt und ihre Einwohner. Denn wahrlich, der Herr hat mich zu euch gesandt, daß ich solches alles vor euren Ohren reden sollte. Lätare. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 5, 1—11. (Der Friede mit Gott.) Nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott Duech unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir auch den Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herr⸗ lichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trüb⸗ sale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet; Geduld aber bringet Erfahrung; Er⸗ fahrung aber bringet Hoffnung; Schanden aber läßt nicht zu Schanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus, da wir noch schwach waren nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben. Nun stirbet kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen dürfte vielleicht jemand sterben. Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. So werden wir ja viel mehr durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht worden sind. Denn so wir Gott versöhnet sind durch den Tod seines Sohns, da wir noch Feinde waren, viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind. Nicht allein aber das, sondern wir unserg uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen huben. Evan (Die D 331 Tiberie ihm vi sie die den Kr hinauf sich da Es we der Ju seine A viel V spricht wir Br sagte denn e wollte. ihm: rot i ein jegl nehme. Jünger Simon hie, de zween unter s Schaffe Es wa Ort. tausend die Bro Jünger die sich gleicher wie vit satt w Jünger Brocker Da sa zwölf 5 fünf Ge denen, nun d sahen, Das ist die We nun me und ih Könige auf de Lätare. 43 Evangelium: Joh. 6, 1—15. (Die wunderbare Speisung.) Dn fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?(Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er tun 910 5 Philippus antwortete m: Für zweihundert Groschen rot ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrote und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dantis und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel sie wollten. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Rönige machten, entwich er abermal auf den Berg. er selbst allein. Neue Perikopen. Epistel: 2. Kor. 7, 410. (Die göttliche Traurigkeit.) Och rede mit großer Freudigkeit zu euch; ich rühme viel von euch; ich bin erfüllet mit Trost; ich bin überschwenglich in Freuden in aller unser Trübsal. Denn da wir gen Macedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe, sondern allenthalben waren wir in Trüb⸗ sal; auswendig Streit, inwendig Furcht. Aber Gott, der die Ge⸗ ringen tröstet, der tröstete uns durch die Ankunft des Titus. Nicht allein aber durch seine Ankunft, sondern auch durch den Trost, damit er getröstet war an euch, und verkündigte uns euer Ver⸗ langen, euer Weinen, euren Eifer um mich, also daß ich mich noch mehr freuete. Denn daß ich euch durch den Brief habe traurig ge⸗ macht, reuet mich nicht. Und ob mich reuete, dieweil ich sehe, daß der Brief vielleicht eine Weile euch betrübt hat, so freue ich mich doch nun, nicht darüber, daß ihr seid betrübt worden, sondern daß ihr betrübt seid worden zur Reue. Denn ihr seid göttlich betrübet worden, daß ihr von uns ja keinen Schaden irgend worinnen nehmet. Denn die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereuet; die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod. Evangelium: Joh. 6, 47—57. (Ich bin das Brot des Lebens.) Wonage-W wahrlich, ich sage Wer an mich glaubet, der hat 935 ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind bas donn Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt. auf daß, wer 44 Lätare. davon isset, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel kommen. er von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das Ich geben werde, ist mein Fleisch, welches Ich Welt⸗ werde für das Leben der Welt. Da zanketen die Juden unter einander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahr⸗ lich, ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschen⸗ sohns und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein rh isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und Ich in ihm. Wie mich gesandt b der lebendige Vater, und Ich ebe um des Vaters willen, also, wer mich isset, derselbige wird auch leben um meinetwillen. oder: Evangelium: Matth. 27, 15—31. (Christus und Barabbas.) Arf das Fest hatte der Land⸗ pfleger die Gewohnheit, dem Volk Einen Gefangenen loszu⸗ eben, welchen sie wollten. Er bn aber zu der Zeit einen Ge⸗ angenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barabbas oder Jesum, von dem gesagt wird, er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß sie ihn aus Neid über⸗ antwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu Thane mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinet⸗ wegen. Aber die Hohenpriester und die Altesten überredeten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Land⸗ pfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Sie sprachen: Barabbas. Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus? Sie sprachen alle: Laß ihn kreuzigen! Der Landpfleger sagete: Was hat er denn Übels getan? Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: Laß ihn kreuzigen! Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsre Kinder! Da gab er ihnen Barabbas los; aber Jesum ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er ge⸗ kreuziget würde. Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich in das Richthaus und sammelten über ihn die ganze Schar; und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an; und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand und beugeten die Kniee vor ihm und spotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seiest du, der Juden König! Und Wohr ihn an und nahmen das Rohr und 653 0 damit sein Haupt. Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie n den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. künfti eine g Hütte, ditier ieser durch sonder mal i und h 57r er Bi der Ki Unrein keit, u Christ Ge otte reinig zu die fen mit e heute seinet⸗ priester ten das 5bitten rächten. Land⸗ ihnen: diesen zgeben? Pilatus ch denn gesagt prachen Der hat er schrieen n: Laß bilatus ondern ümmel d wusch lkund an dem het ihr ganze komme rinder! iS los; n und er ge⸗ ahmen flegers hthaus ganze 8 und mantel nkrone Haupt Hand r ihm achen: Juden n und 911 0 a sie en sie zogen und e ihn Judika. 45 Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 52, 7—10. (Die Boten, die Frieden verkündigen.) Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Boten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen; die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König! Deine Wächter rufen laut mit ihrer Stimme und rühmen mit einander; denn man wird's mit Augen sehen, wenn der Herr Zion bekehret. Lasset fröhlich sein und mit einander rühmen das Wüste zu Jerusalem; denn der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem gelöset. Der Herr hat offenbart seinen heiligen Arm vor den 1 En aller Heiden; daß aller Welt Enden sehen das Heil unsers Gottes. Judika. Alte Perikopen. Epistel: Hebr. 9, 11—15. (Der Hohepriester der zukünftigen Güter.) C ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zu⸗ künftigen Güter, und ist durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand dieser& das ist, die nicht von ieser Schöpfung ist, auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern durch sein eigen Blut ein⸗ mal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung er⸗ 57r 0. Denn so der Ochsen und er Böcke Blut und die Asche von der Kuh, gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinig⸗ keit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Gott durch den ewigen Geist ott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Über⸗ tretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißne ewige Erbe empfahen. Evangelium: Joh. 8, 46—59. (Wer kann mich einer Sünde zeihen?) Woelher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Worte; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus ant⸗ wortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden u ihm: Nun erkennen wir, daß u den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und Du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So Ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, von welchem ihr sprecht, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht; Ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner gleich wie ihr seid. Aber Ich 46 Judika. kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute—— Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin Ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus. Neue Perikopen. Epistel: 1. Petri 1, 17—25. (Das teure Blut Christi.) Sintemal ihr den zum Vater —— anrufet, der ohne Ansehen der Person richtet nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, so lange ihr hie wallet, mit Furcht, und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eiteln Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes, der zwar zuvor ersehen ist, ehe der Welt Grund gelegt ward, aber offen⸗ baret zu den letzten Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubet an Gott, der ihn auf⸗ erwecket hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, auf daß ihr Glauben und Hoffnung zu Gott haben möchtet. Und machet keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist zu ungefärbter Bruderliebe und habt euch unter einander brünstig lieb aus reinem Herzen, als die da wiederum geboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus un⸗ vergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet. Denn„alles Fleisch ist wie Gras, und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret, und die Blume abge⸗ fallen; aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit.“ Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündiget ist. Evangelium: Joh. 13, 31—35. (Ein neu Gebot gebe ich euch.) Da er hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen; und, wie ich zu den Juden sagte: Wo Ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen, sage ich jetzt auch euch. Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr. unter einander liebet, wie ich eu geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt. oder: Evangelium: Luk. 23, 27—34a. (Vater, vergib ihnen.) Eꝰ folgte ihm nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klageten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Un⸗ fruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! uns! grüner werder hingeft täter, würde die St stätte, und di zur Re Jesus ihnen; sie tun Altte (Die 3ras ist e abge⸗ 1 Wort Das ist iter euch 31—35. euch.) n war, ist des t, und m. Ist so wird in ihm rklären. ioch eine werdet zu den hingehe, ommen, Lin neu ihr ich eu auch ihr ei wird jr meine e unter 7—344. 1.) großer ber, die 1. Jesus nen und usalem, sondern ud über es wird er man die Un⸗ er, die ind die haben! gzen, zu let über — Palmarum. uns! Und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das tut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andre Übel⸗ täter, daß sie mit ihm abgetan würden. Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädel⸗ stätte, kreuzigten sie ihn daselbst und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun. Alttestamentlicher Abschnitt: 4. Mose 21, 4—9. (Die Lin ben der Schlange in der Wüste.) a zogen sie von dem Berge D Hor auf dem Wege gegen das Schilfmeer, daß sie um der Edomiter Land hinzögen. Und das Volk ward verdrossen auf dem Wege und redete wider Gott und wider Mose: Warum hast du uns aus Agypten geführt, daß wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hie, und unsre Seele ekelt über dieser magern Speise. Da sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, daß viel Volks in Israel starb. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir wider den Herrn und wider dich geredet haben; bitte den Herrn, daß er die Schlangen von uns nehme. Mose bat für das Volk. Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie zum Zeichen auf; wer gebissen ist und siehet sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie auf zum Zeichen; und wenn jemanden eine Schlange biß, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben. + Palmarum. Alte Perikopen. Epistel: Phil. 2, 5—11. (Erniedrigung und Erhöhung Christi.) Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch und an Gebärden als ein Mensch er⸗ funden; Worzam 98 sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und 96 ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen be⸗ kennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters. Evangelium: Matth. 21, 1—9. (Einzug Christi.) Da sie nahe an Jerusalem kamen gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und alsbald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: „Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanft⸗ mütig und reitet auf einem Esel 48 Palmarum. und auf einem Füllen der last⸗ baren Eselin.“ Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen 9 das und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider drauf und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vor⸗ ging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Da⸗ vids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Host⸗ anna in der Höhe! Neue Perikopen. Epistel: Hebr. 12, 1—6. (Lasset uns aufsehen auf Jesum.) ——4 auch wir, dieweil wir — eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und auf⸗ sehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens; welcher, da er wohl hätte mögen Bren haben, erduldete er das reuz und achtete der Schande nicht und ist gesessen zur Rechten auf dem Stuhl Gottes. Gedenket an den, der ein solches Wider⸗ sprechen von den Sündern wider ch erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Mut matt werdet und ab⸗ lasset. Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde und habt bereits Dreder. des Trostes, der zu euch redet als zu den Kindern:„Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst; denn welchen der Werr lieb hat, den üchtiget er; und er stäupt einen zehlichen Sohn, den er aufnimmt.“ Evangelium: Joh. 12, 1—8. (Die Salbung.) Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl, und Martha dienete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salbe von ungefälschter, köstlicher Narde, und salbete die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haare seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simons Sohn, a der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um drei hundert Groschen und den Armen Dan Das sagte er aber nicht, aß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. Da sprach Jesus: Laß sie mit Frieden; solches hat sie behalten zum Tage meiner Begräbnis. Denn Arme 997 15. allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. Alttestamentlicher Abschnitt: Sach. 9, 8—12. (Dein König kommt zu dir sanftmütig.) Och will selbst um mein Haus V das Lager sein wider Kriegs⸗ volk, daß es nicht dürfe hin und fe ziehen,— nicht mehr über ie fahre der Treiber; denn ich 2in es nun 1Dtr.. mit meinen ugen. Aber du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze; siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen abtun von geben l in der nahm d und sp mein L wird; dächtni auch de mahl u das ne Blut; trinket Denn f esset ur sollt il kündige Welcher Brot ist Herrn: dem Le Der M und alsf und trin welcher der isse zum Ge untersch Darum und Kre „1. Ostern thanien, storbene, et hatte machten Martha var der he saßen. id Salbe r Narde, ist diese im drei 1 Armen er nicht, fragte, eb und ig, was Jesus: ches hat meiner habt ihr der 9151 chnitt: dir Haus Kriegs⸗ jin und „ dein erechter d reitet einem Denn m von ——— Gründonnerstag. Ephraim und die Rosse von Jeru⸗ salem, und der Streitbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden lehren unter den Heiden, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis ans andre und vom Strom bis an der Welt Ende. Auch lasse ich durchs Blut deines Bundes los deine Gefangenen aus der Grube, da kein Wasser innen ist. So kehret euch nun zur Festung, ihr, die ihr auf Hoffnung gefangen liegt; denn auch heute verkündige ich, daß ich dir Zwiefältiges ver⸗ gelten will. Gründonnerstag. Alte Perikopen. Epistel: 1. Kor. 11, 23—32. (Des Herrn Abendmahl.) ch habe es von dem Herrn N empfangen, das ich euch ge⸗ geben habe. Denn der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm das Brot, dankte und brach's und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch nem Ge⸗ wird; solches tut zu meinem Ge⸗ dächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abend⸗ mahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches tut, so oft ihr's trinket zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod ver⸗ kündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber zum Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch viel Schwache und Kranke unter euch, und ein 49 gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. ECvangelium: Joh. 13, 1.15. (Die Fußwaschung.) Jor dem Fest der Ostern, da V Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und bei dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas, Simons Sohn, dem Ischarioth, ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, und Jesus wußte, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurze, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus; und der⸗ selbige sprach zu ihm: Herr, solltest Du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was Ich tue, das weißt du jetzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus ant⸗ wortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der bedarf nichts, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter 50 Karfreitag. wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch etan habe? Ihr heißet mich heister und Herr und saget recht dran, denn ich bin's auch. So nun Ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gerant daß ihr tut, wie ich euch getan habe. Neue Perikopen. Epistel: 1. Kor. 10, 16 u. 17. (Der gesegnete Kelch.) Der gesegnete Kelch, welchen wir segnen, ist der nicht die Ge⸗ meinschaft des Bluts Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn Ein Brot ist's, so sind wir viele Ein Leib; dieweil wir alle Eines Brots teil⸗ haftig sind. Evangelium: Luk. 22, 14—20. (Einsetzung des heiligen Abendmahls.) Da die Stunde kam, setzte er sich nieder, und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach 10 ihnen: Mich hat herzlich ver⸗ anget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmet denselbigen und teilet ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächse des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme. Und er nahm das Brot, dankte und brach's und gab's ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Das ist der Kelch, das neue Testa⸗ ment in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 111. (Der Herr hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder.) h donte der Occh danke dem Herrn von ganzem Herzen im Rat der Frommen und in der Gemeine. Groß mrer die Werke des Herrn; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust dran. Was er ordnet, das ist löblich und herrlich, und seine Gerechtig⸗ keit bleibet ewiglich. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr. Er gibt Speise denen, so ihn fürchten; er gedenket ewiglich an seinen Bund. Er läßt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen. Sie werden erhalten immer und ewiglich und geschehen treulich und redlich. Er sendet eine Er⸗ lösung seinem Volk; er verheißet, daß sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang; das ist eine feine Klugheit, wer darnach tut, des Lob bleibet ewiglich. Karfreitag. Alte Perikopen. Epistel: Jes. 53. (Der leidende Knecht Gottes.) Wer glaubt unsrer Aem des Und wem wird der Arm des Herrn offenbaret? Denn er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erd⸗ niema Betru ist. also Wenn opfer Same leben, wird d Darur hat, w die Fi ichtnis. n Kelch, sprach: Testa⸗ das für hnitt: chtnis r.) ganzem ommen oß mrer rihrer t dran. löblich rechtig⸗ hat ein under, ge Herr. so ihn glich an ndigen seinem as Erbe seiner Recht; schaffen. ner und treulich ine Er⸗ erheißet, bleiben ist sein herrn ist ist eine lach tut, zottes.) Aum de rm des er schoß eis und em Erd⸗ Karfreitag. 51 reich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns ge⸗ fallen hätte. Er war der Aller⸗ verachtetste und Unwertste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum aben wir ihn nichts geachtet. ürwahr, Er trug unsre Krank⸗ eit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünden willen zer⸗ schlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten; und durch seine Wunden sind wir eheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Er ist aber aus der Angst und Gericht ge⸗ nommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Misse⸗ tat meines Volks Her war. Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, und bei Reichen, da er gestorben war, wiewohl er niemand unrecht getan hat, noch Betrug in seinem Munde ewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuld⸗ opfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn Er trägt ihre Sünden. Da⸗ rum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleich gerechnet ist, und Er vieler Sünde getragen hat und für die Ubeltäter gebeten. Evangelium: (Die Leidensgeschichte.) Neue Perikopen. Epistel: 2. Kor. 5, 14—21. (Einer für alle gestorben.) Die Liebe Christi dringet uns also; sintemal wir Lorden daß, so Einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben, und er ist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum von nun an kennen wir niemand nach dem Fleisch; und ob wir auch Christum gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. Darum, ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden. Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch Jesum Christ und das Amt gegeben, das die Versöhnung prediget. Denn Gott war in Christo und ver⸗ söhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns auf⸗ gerichtet das Wort von der Ver⸗ söhnung. So sind wir nun Bot⸗ schafter an Christi Statt; denn Gott vermahnet durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset 0— versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner 4* 52 1. Ostertag. Sünde wußte, für uns zur Sünde Em die auf daß wir würden in hm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Evangelium: Luk. 23, 39—46. (Der Tod des Herrn.) er Übeltäter einer, die da gehenkt waren, lästerte ihn und sprach: Bist Du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andre, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig drinnen; denn wir empfahen, was unsre Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes getan. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommest. Und Jesus sprach zu ihm: Wahr⸗ lich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Und es war um die sechste Stunde, und es ward eine Finsternis über das ganze Land bis an die neunte Stunde. Und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels zerriß mitten ent⸗ zwei. Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesaget, verschied er. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 22, 1—20. (Warum hast du mich verlassen?) Nein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich heule, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht. Aber Du bist heilig, der du wohnest unter dem Lob Israels. Unsre Väter hoffeten auf dich, und da sie hoffeten, halfest du ihnen aus. Zu dir schrieen sie und wurden errettet; sie hoffeten auf dich und wurden nicht zu Schanden. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks. Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf und 0 den Kopf:„Er klage es dem Herrn, der 261 ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm.“ Denn Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warest meine Zuversicht, da ich noch an meiner Mutter Brüsten war. Auf dich bin ich geworfen von Mutterlei an; Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hie kein Helfer. Große Farren haben mich umgeben, ge⸗ waltige Stiere haben mich um⸗ ringet; ihren Rachen sperren sie auf wider mich wie ein brüllender und reißender Löwe. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zer⸗ trennet; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legest mich in des Todes Staub. Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. Ich kann alle meine Gebeine zählen. Sie aber schauen und sehen ihre Lust an mir. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. Aber Du, Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! 1. Ostertag. Alte Perikopen. Epistel: 1. Kor. 5, 7 u. 8. (Wir haben auch ein Osterlamm.) Wir haben auch ein Oster⸗ lamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten (Di Da und und käme kamet der Sonn unter den Und gewa sie 8 ie g und rechte lang setzter sichet suchet Gekre und Stätt Gehet Jüng euch k auch euch schnell Grabe und sagten fürcht Epi (Ch: Se, auferst etliche d kein tte und lle, die sperren In den Herrn, errette Denn Mutter meine meiner uf dich tterlei meiner t ferne nahe; Große en, ge⸗ ch um⸗ ren sie Illender ich bin „alle ch zer⸗ neinem Wachs. net wie Zunge ,„ und Staub. igeben, t mich Hände h kann . Sie 1. 8. amm.) Oster⸗ 18, für et uns alten J. Ostertag. 53 Sauerteig, auch nicht im Sauer⸗ der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium: Mark. 16, 1—8. (Die Auferstehung des Herrn.) Da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe am ersten Tage der Woche sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie ent⸗ setzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hin legten. Gehet aber hin und sagt's seinen Jüngern und Petrus, daß er vor euch hin gehen wird nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch Khert hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen; und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Neue Perikopen. Epistel: 1. Kor. 15, 12—20. (Christus, der Erstling derer, die da schlafen.) So Christus geprediget wird, ¾D daß er sei von den Toten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch, die Auf⸗ erstehung der Toten sei nichts? Ist aber die Auferstehung der Toten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden falsche Zeugen Gottes, daß wir wider Gott gezeuget hätten, er hätte Christum auferwecket, den er nicht auferweckt hätte, sintemal die Toten nicht auferstehen. Denn so die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht aufer⸗ standen, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, so in Christo ent⸗ schlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling worden unter denen, die da schlafen. Evangelium: Matth. 28, 1—10. (Er ist nicht hier, er ist auferstanden.) Al⸗ der Sabbath um war, und der erste Tag der Woche anbrach, kam Maria Magdalena und die andre Maria, das Grab zu besehen. Und siehe, es muder ein groß Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu, und wälzte den Stein von der Tür, und setzte sich drauf. Und seine Hend war wie der Blitz, und sein Kleid weiß als der Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht, und wurden, als wären sie tot. Aber der Engel antwortete und sprach zu den Weibern: Fürchtet euch nicht; ich weiß, daß ihr Jesum, den Ge⸗ kreuzigten, suchet. Er ist nicht hie; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und sehet die Stätte, da der Herr gelegen 54 2. Ostertag. e. und gehet eilend hin und saget es seinen Jüngern, daß er auferstanden sei von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hin⸗ gehen nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilend zum Grabe hinaus mit Hesen. und großer Freude und iefen, daß sie es seinen Jüngern verkündigten. Und da sie gingen, seinen Jüngern zu verkündigen, siehe, da begegnete ihnen Jesus, und sprach: Seid gegrüßet! Und sie traten zu ihm und griffen an seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht; gehet hin und verkündiget es meinen Brüdern, daß sie gehen nach Galiläa, daselbst werden sie mich sehen. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 118, 14—24. (Die Rechte des Herrn behält den Sieg.) Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil. Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Ge⸗ rechten: Die Rechte des Herrn behält den Sieg; die Rechte des Herrn ist erhöhet; die Rechte des Herrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen. Der Herr züchtiget mich wohl; aber er gibt mich dem Tode nicht. Tut mir auf die Tore der Ge⸗ undt dem daß ich dahin eingehe, und dem Herrn danke. Das ist das Tor des Herrn; die Gerechten werden dahin eingehen. Ich danke dir, daß du mich demütigest und Vaule mir. Der Stein, den die auleute verworfen haben, ist zum Eckstein worden. Das 75 vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen. Dies ist der Tag, den der Herr macht; laßt uns freuen und fröhlich drinnen sein. 2. Ostertag. Alte Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 10, 34—41. (Gott hat Christum auferweckt.) Pouund tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm ange⸗ nehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum,(welcher ist ein Herr über alles,) die durchs ganze jüdische Land geschehen ist und angegangen in Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselbigen Jesum von Peilien gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft; der umhergezogen ist und hat wohl⸗ getan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er getan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz ge⸗ hangen. Denselbigen 25 Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vor⸗ erwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm demsen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Evangelium: Luk. 24, 13—35. (Die Emmausjünger.) (Siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld Wegs weit, des Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich 84—1. rweckt.) ind auf ahre ich zott die dern in fürchtet n ange⸗ von der Kindern ündigen Jesum in Herr ganze ist und lach der redigte; um von tit dem ft; der t wohl⸗ alle, die waren; 1. Und E8, das Lande haben olz ge⸗ t Gott ige und u, nicht den vor⸗ ott, die trunken standen 13—35. „. gingen in einen rusalem 5 Name redeten diesen jah, da sten sich 2. Ostertag. 55 mit einander, nahte Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegen und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach u ihm: Bist Du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber 90n zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Taten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes und ekreuziget. Wir aber hoffeten, Er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt mn Weiber der Unsern; die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden's also, wie die Weiber sagten; aber ihn sahen sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben; mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit ein⸗ gehen? Und fing an von Moses und allen Propheten und legte 2502 alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hin gingen; und Er stellte sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nötigten ihn und srachen Bleib bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich den hte Und er ging hinein, ei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und Nudes ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehreten wider gen Jerusalem und fanden die Elfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Neue Perikopen. Epistel: 1. Kor. 15, 54—58. (Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat.) Wenn dies Verwesliche wird 115. 0 die Unverweslich⸗ keit, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet:„Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn, sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn. Evangelium: Joh. 20, 11—18. (Maria am Grabe.) Moria stand vor dem Grabe ö und weinte draußen. Als sie nun weinte, guckte sie in das Grab und siehet zween Engel in 56 Quasimodogeniti. weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den andern zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hin gelegt hatten. Und die⸗ selbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hin gelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück, und siehet Jesum stehen, und weiß nicht, daß es Jesum ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und ue zu ihm: Herr, hast Du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn bmgereget⸗ So will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und heiet zu ihm: Rabbuni, das heißet: Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an; denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkündiget den Jüngern: Ich hat⸗ den Herrn gesehen und solches at er zu mir gesagt. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 16, 8— 11. (Dein Heiliger wird die Verwesung nicht sehen.) Odcch habe den Herrn allezeit vor V Augen; denn er ist mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben. Darum freuet sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich; auch mein Fleisch wird sicher liegen. Denn du wirst meine Seele nicht der Hölle lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese. Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich. Quasimodogeniti. Alte Perikopen. Epistel: 1. Joh. 5, 1—5. (Was von Gott geboren ist, über⸗ windet die Welt.) Wer da glaubet, daß Jesus sei der Christ, der ist von Gott geboren; und wer da lieber den, der ihn geboren hat, der liebet auch den, der von ihm San ist. Daran erkennen wir, aß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, über⸗ windet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt über⸗ wunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, wenn nicht der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn it Evangelium: Joh. 20, 19—31. (Friede sei mit euch.) Amn Abend desselbigen ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch. Und da er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen gläub antwe Mein Sprice du mi glaub sehen viel vor geschr iese ihr gl Sohn den C seinen rlasset, velchen ich's nicht glauben. Quasimodogeniti. 57 ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Wouleh einer, der da heißet willing, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meine Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Türen verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite und sei nicht un⸗ gläubig, sondern gläubig. Thomgs antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Auch viel andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes, und daß 90 durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. Neue Perikopen. Epistel: 1. Petri 1, 3—9. (Wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung.) Gelonet sei Gott und der Vater V unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barm⸗ herzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergäng⸗ lichen und unbefleckten und un⸗ verwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche bereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit. In derselbigen werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wo es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer 0— wird, zu Lobe, Preis und Ehre, wenn nun offen⸗ baret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, und werdet euch freuen mit unaus⸗ sprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davonbringen, nämlich der Seelen Seligkeit. Evangelium: Joh. 21, 15—19. (Simon Johanna, hast du mich lieb?ꝰ) Da sie nun das Mahl gehalren hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon Jona, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer! Spricht er wieder zum andern Mal zu ihm: Simon Jona, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe! Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Jona, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, Du weißt alle Dinge, Du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! 58 Miserikordias Domini. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein andrer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber, zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Und da er das gesaget, spricht er zu ihm: Folge mir nach! Alttestamentlicher Abschnitt: 1. Mose 32, 22— 31. (Jakobs Kampf.) Ale ging das Geschenk vor ihm her; aber er blieb dieselbe Nacht beim Heer und stand auf in der Nacht und nahm seine zwei Weiber und die zwo Mägde und seine elf Kinder und zog an die Furt des Jabbok, nahm sie und führte sie über das Wasser, daß hinüber kam, was er hatte; und blieb allein. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgen⸗ röte anbrach. Und da er sah, daß er ihn nicht übermochte, rührte er das Gelenk seiner Hüfte an; und das Gelenk der Hüfte Jakobs ward über dem Ringen mit ihm derrenkt. Und er sprach: Laß mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber er antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Er sprach: Wie heißest du? Er antwortete: Jakob. Er sprach: Du sollst nicht mehr Jakob hant ut sondern Israel; denn du ast mit Gott und mit Menschen ekämpft und bist obgelegen. nd Jakob fragte ihn und sprach: Sage doch, wie heißest du? Er aber sprach: Warum fragest du, wie ich heiße? Und er segnete ihn daselbst. Und Jakob hieß die tätte Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht gesehen, und meine Seele ist genesen. Miserikordias Domini. Alte Perikopen. Epistel: 1. Petri 2, 21— 25. (Ihr waret wie die irrenden Schafe.) Doaan seid ihr berufen; sinte⸗ mal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräute, da er litt, er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, auf daß wir, der Sünde abge⸗ storben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium: Joh. 10, 12—16. (Der gute Hirte.) Oncch bin der gute Hirte. Der Hier Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und fleucht; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Mietling aber fleucht; denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht. Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und Ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die di⸗ nicht aus diesem Stalle; und die⸗ selben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Herde und Ein Hirte werden. ich hit bereite und er ihr se Ich hi den W zu ihm nicht, können uni. —25. enden sinte⸗ gelitten Vorbild chfolgen er keine uch kein funden; t, da er uute, da ser dem welcher jetragen 18 Holz, e abge⸗ leben; ihr seid waret über ihr Hirten . 12—16. . Der 1 Leben eietling des die het den sset die r Wolf Schafe. ; denn jtet der er gute en und zie mich h kenne e mein Ind ich oie sind nd die⸗ und sie on, und 1 Hirte Jubilate. 59 Neue Perikopen. Epistel: Eph. 2, 4—10. (Gott hat uns samt Christo lebendig gemacht.) F ott, der da reich ist an Barm⸗ herzigkeit, durch seine große Liebe, damit er uns geliebet hat, da wir tot waren in den Sünden, hat er uns samt Christo lebendig gemacht,(denn aus Gnade seid ihr selig worden,.) und hat uns samt ihm auferwecket, und samt ihm in das himmlische Wesen gesetzt in Christo Jesu, auf daß er erzeigete in den zukünftigen Zeiten den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christo Jesu. Denn aus Gnade seid ihr selig worden durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf daß sich nicht semand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln sollen. Evangelium: Joh. 14, 1—6. (In des Vaters Hause sind viele Wohnungen.) Er sprach zu seinen Jüngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet an Gott und glaubet an mich. In meines Vaters Hause sind viel Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo Ich bin. Und wo Ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hin gehest; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 23. (Der Herr ist mein Hirte.) Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser; er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn Du bist bei mir, dein Stecken und Stab tröstet mich. Du be⸗ reitest vor mir einen Tisch im An⸗ gesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Ol und schenkest mir voll ein. Gutes und Barm⸗ herzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Jubilate. Alte Perikopen. Epistel: 1. Petri 2, 11—20. (Fremdlinge und Pilgrime.) . Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pil⸗ grime: Enthaltet euch von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übeltätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn's nun an den Tag kommen wird. Seid untertan aller mensch⸗ lichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Haupt⸗ leuten, als die von ihm gesandt sind zur ahe d⸗ über die Übeltäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr 60 Jubilate. mit Wohltun verstopfet die Un⸗ wissenheit der törichten Menschen, als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Tut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid untertan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Ubel verträgt und leidet das Un⸗ recht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um ohltat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium: Joh. 16, 16—23. (Über ein Kleines.) ber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn Ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jünger untereinander: Was ist das, das er saget zu uns: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: Über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird 99 freuen; ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude ver⸗ lehret werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit: denn ihre Stunde ist kommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurig⸗ keit; aber ich will euch wieder⸗ sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll nie⸗ mand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Neue Perikopen. Epistel: 1. Joh. 4, 9—14. (Daran ist erschienen die Liebe Gottes.) Danan ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen. Darinnen stehet die Liebe: nicht, daß wir Gott geliebet haben, sondern daß Er uns geliebet hat, und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet, so sollen wir uns auch untereinander lieben. Niemand hat Gott jemals eben So wir uns untereinander lieben, so bleibet Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns. Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und Er in uns, daß er uns von seinem Geist gegeben hat. Und wir haben gesehen und zeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat zum Heiland der Welt. Evangelium: Joh. 12, 20—26. (Das Weizenkorn, das in die Erde fällt, bringt viel Früchte.) Eꝰ waren etliche Griechen unter denen, die hinauf kommen waren, daß sie anbeteten auf das Fest. Die traten zu Philippus, der von Bethsaida aus Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesum gerne sehen. Philippus kommt und sage eu Weizen ersterbe aber er Hat, d. at, de wer sei hasset, ewigen will, de Ich bin sein. U den wir Alttest (Die k H un Dinge Heer be rufet si Vermög roß, da aun. Jakob, Mein 2 borgen, meinem Du nich Der He die En hat, wi sein Ve Er gibt Stärke g Die Kn matt, u aber die kriegen sahren daß sie werden, nicht mi kommen. geboren r an die llen, daß voren ist. Traurig⸗ 1 5 o soll nie⸗ Und an ihr mich — 14. e Liebe ie Liebe aß Gott gesandt ir durch en stehet ir Gott daß Er gesandt ung für en, hat o sollen rlieben. Ahieber. rlieben, ud seine Daran in ihm daß er gegeben hen und uSohn er Welt. 20—26. ie Erde te.) n unter ommen zuf das ilippus, Saliläa rachen: gerne t und Kantate. 61 saget's Andreas, und Philippus und Andreas sagten's weiter Jesu. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist kommen, daß des Menschen Sohn verkläret werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt's allein; wo es aber erstirbet, so bringet's viel rüchte. Wer sein Leben lieb at, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wird's erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo Ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 40, 26— 31. (Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft.) ebet eure Augen in die Höhe, H und sehet! Wer hat solche Dinge geschaffen und führet ih Heer bei der Zahl heraus? Er rufet sie alle mit Namen; sein Vermögen und starke Kraft ist so roß, daß es nicht an Einem fehlen ann. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagest: Mein Weg ist dem Herrn ver⸗ borgen, und mein Recht gehet vor meinem Gott vorüber? Weißt Du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auf⸗ sahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden. Kantate. Alte Perikopen. Epistel: Jak. 1, 16—21. (Alle gute Gabe kommt von oben herab.) Orret nicht, lieben Brüder. Alle N gute Gabe und alle voll⸗ kommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeg⸗ licher Mensch sei schnell zu hören; laͤngsam aber zu reden und lang⸗ sam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Un⸗ sauberkeit und alle Bosheit und nehmt das Wort an mit Sanft⸗ mut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium: Joh. 16, 5—15. (Es ist euch gut, daß ich hingehe.) V un 9.0 ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber Ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß Ich hingehe. Denn, so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch: so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Ge⸗ rechtigkeit und um das Gericht: um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch 62 Kantate. viel zu sagen; aber ihr könnet's jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was Bündiaer, ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von den Meinen wird er's nehmen und— verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum hab ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Neue Perikopen. Epistel: 2. Tim. 2, 8—13. (Halte im Gedächtnis Jesum Christum.) H im Gedächtnis Jesum Christum, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Samen Davids, nach meinem Evangelium, über welchem ich mich leide bis zu den Banden als ein Übeltäter; aber Gottes Wort ist nicht gebunden. Darum dulde ich's alles um der Aus⸗ erwähleten willen,— daß auch sie die Seligkeit erlangen in Christo Jesu mit ewiger Herr⸗ lichkeit. Das ist gewißlich wahr: Sterben wir mit, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird Er uns auch verleugnen; glauben wir nicht, so bleibet Er treu; er kann sich selbst nicht ver⸗ leugnen. Evangelium: Joh. 6, 60—69. (Wollt ihr auch weggehen?) iele seiner Jünger, die das öreten, sprachen: Das ist eine hören? Da Jesus aber bei sich selbst merkte, daß seine Jünger arte Rede; wer kann sie darüber murreten, sprach er zu ihnen: Argert euch das? Wie, wenn ihr denn sehen werdet des Menschen Sohn auffahren 12 da er zuvor war? Der Geist ist's, der da lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die Ich rede, die sind Geist und sind Leben. Aber es sind etliche unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wußte von Anfang wohl, welche nicht glaubend waren, und welcher ihn verraten würde. Und er sprach: Darum hab ich euch gesaget: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben. Von dem an gingen seiner Jünger viele hinter 5 und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubet und erkannt, daß du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 98. (Singet dem Herrn ein neues Lied.) Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er tut Wunder. Er sieget mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. Der Herr läßt sein Heil verkündigen; vor den Völkern läßt er seine Gerechtigkeit offenbaren. Er ge⸗ denket an seine Gnade und Wahr⸗ —5 dem Hause Israel. Aller elt Enden sehen das Heil unsers Gottes. Jauchzet dem Herrn alle Welt, singet, rühmet und lobet! Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und Psalmen; mit Trom⸗ meten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem Könige! Das Meer brause, und was drinnen ist; der Erdboden, und die drauf ihr ne komm ch er zu 32 Wie, erdet des n 1. zeist ist's, Is Fleisch orte, die und sind che unter Denn ug wohl, ren, und de. Und ich euch zu mir enn von Von dem ser viele n hinfort da sprach Vollt ihr itwortete r, wohin ist Worte ind wir nnt, daß ohn des schnitt: es Lied.) naneues Wunder. ten und n. Der ündigen; er seine Er ge⸗ d Wahr⸗ Aller il unsers errn alle d lobet! fen, mit t Trom⸗ hzet vor e! Das drinnen ie drauf Rogate. 63 wohnen. Die Wasserströme feöh⸗ locken, und alle Berge seien fröh⸗ lich vor dem Herrn; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Recht. Rogate. Alte Perikopen. Epistel: Jak. 1, 22—27. (Seid Täter des Worts.) Seid Täter des Worts und nicht Hörer allein, dadurch ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Täter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn, nach⸗ dem er sich beschauet hat, gehet er davon und vergisset von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das voll⸗ kommne Gesetz der Freiheit und darinnen beharret und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Täter, derselbige wird seli sein in seiner Tat. So sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern täuschet sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottes⸗ dienst vor Gott, dem Vater, ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium: Joh. 16, 23—33. (Bittet, so werdet ihr nehmen.) Wouhrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude voll⸗ kommen sei. Solches hab ich zu euch durch Sprichwörter gereden. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß Ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, 50 euch lieb, darum daß ihr mich iebet und glaubet, daß Ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und ge⸗ kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr. Siehe, es kommt die Stunde und ist schon kommen, daß ihr 993 Seir werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset. Aber ich bin nicht allein; denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habet ihr Angst; aber seid getrost, Ich habe die Welt überwunden. Neue Perikopen. Epistel: 1. Tim. 2, 1—6. (Fürbitte für alle Menschen.) 0 i alten ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Dank⸗ sagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gott⸗ seligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut und angenehm vor Gott, unserm Heiland, welcher 64 Himmelfahrt. will, daß allen Menschen geholfen werde, und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist Ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus. Der ich selbst gegeben hat für alle zur Prlösung, daß solches zu seiner Zeit geprediget würde. Evangelium: Luk. 11, 5—13. (Anhaltendes Gebet.) Er sprach zu 150 0 Welcher ist —unter euch, der einen Freund hat und ginge zu ihm zu Mitter⸗ nacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leihe mir drei Brote; denn es ist mein Freund zu mir kommen von der Straße, und ich habe nicht, das ich ihm vorlege; und er drinnen würde antworten und 249 en: Mache mir keine Unruhe; die Tür ist schon zu⸗ eschlossen, und meine Kindlein sind bei mir in der Kammer; ich kann nicht aufstehen und dir geben. Ich sage euch: Und ob er nicht aufstehet und gibt ihm, darum daß er sein Freund ist, so wird er doch um seines unverschämten Geilens willen aufstehen und ihm geben, wie viel er bedarf. Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der nimmt; und wer da suchet, der findet; und wer da anklopfet, dem wird aufgetan. Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater ums Brot, der ihm einen Stein dafür biete, und so er um einen Fisch bittet, der ihm eine Schlange für den Fisch biete? Oder so er um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion dafür biete? So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben eben, wie viel mehr wird der ater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 55, 6—11. (Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken.) Suchet den Herrn, so lange er zu finden ist; ruft ihn an, so lange er nahe ist. Der Gott⸗ lose lasse von seinem Wege, und der Übeltäter seine Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich sein erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so viel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege, und meine Gedanken denn eure Gedanken. Denn gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde und machet sie fruchtbar und wachsend, daß sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen: Also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein. Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern tun, das mir gefällt, und soll ihm gelingen, dazu ich's sende. Himmelfahrt. Alte Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 1, 1—11. (Die Himmelfahrt.) Die erste Rede hab ich getan, lieber Theophilus, von alle dem, das Jesus en. 0 beide, zu tun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln welche er hatte erwählet) dur den heiligen Geist Befehl getan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte ließ mancherlei Erweisungen, und lie fich sehen unter ihnen vierzig Tage lang Reich samm sie ni sonder Labt abt denn etauf Geister komme Zeuger Himme gesehen Evane (Er wa Duletz 3 saf schalt i Herzen⸗ Leslant gesehen sprach alle We gelium glaubet bschnitt: ö nicht lange er ihn an, )er Gott⸗ ege, und nken und so wird und zu ihm ist ummeine zedanken, ht meine sondern ist denn ne Wege ud meine edanken. gen und illt und sondern achet sie daß sie id Brot, ort, so et, auch rzu mir in, das elingen, Himmelfahrt. 6⁵ lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie ver⸗ sammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem Ver⸗ sondern warteten auf die Ver⸗ Labt ge des Vaters, welche ihr habt gehöret(sprach er] von mir; denn Johannes hat mit Wasser etauft; ihr aber sollt mit dem eiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammenkommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel?ꝰ Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in 918 Judäa und Samarien und is an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er auf⸗ gehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen en Himmel fahrend, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium: Mark. 16, 1420. (Er ward aufgehoben gen Himmel.) 3saße da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte er sich und schalt ihren Unglauben und ihres Cealant Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evan⸗ gelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt wer⸗ den. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel aus⸗ treiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er auf⸗ gehoben gen Himmel und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten; und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Neue Perikopen. Epistel: Kol. 3, 1—4. (Trachtet nach dem, was droben ist.) Seid ihr nun mit Christo auf⸗ erstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, das droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in der Herrlichkeit. Evangelium: Luk. 24, 50—53. (Da er sie segnete, fuhr er gen Himmel.) Er führte sie Dhng bis gen — Bethanien und hub die Hände auf und segnete sie. Und es ge⸗ schah, da er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehreten wieder gen Jerusalem mit großer Freude; und waren allewege im Tempel, priesen und lobeten Gott. 5 66 Exaudi. oder: Evangelium: Joh. 17, 11—26. (Das hohepriesterliche Gebet.) Oach bin nicht mehr in der Welt; aber sind in der Welt, und Ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, die du mir gegeben hast, daß sie eines seien, gleich wie wir. Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt Ich sie in deinem Namen. Die du mir gegeben hast, die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verloren, ohne das verlorne Kind, daß die Schrift erfüllet würde. Nun aber komme ich zu dir und rede solches in der Welt, auf daß sie in ihnen haben meine Freude vollkommen. Ich habe ihnen ge⸗ geben dein Wort, und die Welt haßte sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch Ich nicht von der Welt bin. W bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Übel. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie Ich auch nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahr⸗ heit. Gleich wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende Ich sie auch in die Welt. Ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie eheiligt seien in der Wahrheit. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf daß sie alle eines seien, gleich wie Du, Vater, in mir, und Ich in dir; daß auch sie in uns eines seien, auf daß die Welt glaube, Du habest mich gesandt. Und Ich —— 6 ihnen gegeben die Herrlich⸗ eit, die du mir gegeben hast, daß sie eines seien, gleich wie Wir eines sind, Ich in ihnen, und Du in mir, auf daß sie vollkommen seien in eines, und die Welt er⸗ kenne, daß Du mich gesandt hast, und liebest sie, gleich wie du mich liebest. Vater, ich will, daß, wo Ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn 0 W6tt mich geliebet, ehe denn die Welt gegründet ward. Gerechter Vater, die Welt kennet dich nicht; Ich aber kenne dich, und diese erkennen, daß Du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kund getan und will ihn kund tun, auf daß die Liebe, damit du mich liebest, sei in ihnen, und Ich in ihnen. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 110, 1—4. (Setze dich zu meiner Rechten.) Der Herr sprach zu meinem Herrn:„Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.“ Der Herr wird das Zepter deines Reichs senden aus Zion. Herrsche unter deinen Feinden! Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern in heiligem Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte. Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen:„Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.“ Exandi. Alte Perikopen. Epistel: 1. Petri 4, 8—11. (Mäßig und nüchtern zum Gebet.) Sd seid nun mäßig und nüch⸗ tern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt untereinander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei untereinander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade aru hÿö bei eud von eur —5 ich euch, u Gebet, Rane C ichkeit, Weishe 325 s „daß sie „ die du du hast die Welt er Vater, icht; Ich erkennen, ast. Und men kund und tun, t du mich id Ich in schnitt: 4. Rechten.) meinem zu meiner inde zum ze.“ Der r deines Herrsche ich deinem williglich ick. Deine oren wie orgenröte. u,‚ und es „Du bist nach der 8—11. m Gebet.) ind nüch⸗ Vor allen reinander i die Liebe 1 Menge. ider ohne einander, zabe, die die guten lei Gnade Gottes. So jemand redet, daß er's rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er's tue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Ge⸗ walt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium: Joh. 15, 26—16, 4. (Der Geist der Wahrheit.) Wenn der Tröster kommen wird, delchen Ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater aus⸗ gehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir ge⸗ wesen. Solches hab ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann tun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, wird meinen, er tue Gott einen Dienst dran. Und solches werden sie euch darum tun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr dran gedenket, daß Ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Neue Perikopen. Epistel: Eph. 1, 15—23. (Gesetzt zum Haupt der Gemeine über alles.) arum auch ich, nachdem ich ge⸗ höret habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesum und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, daß der Gott unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Herr⸗ lichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung zu Exaudi. 67 seiner selbst Erkenntnis und er⸗ leuchtete Augen eures Verständ⸗ nisses, daß ihr erkennen möget, welche da sei die Hoffnung eures Berufs, und welcher sei der Reich⸗ tum seines herrlichen Erbes an seinen Heiligen, und welche da sei die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, die wir glauben nach der Wirkung seiner mächtigen Stärke, welche er ge⸗ wirket hat in Christo, da er ihn von den Toten auferwecket hat und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen; und hat alle Dinge unter seine Füße ge⸗ tan und hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeine über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allen erfüllet. Evangelium: Joh. 7, 33—39. (Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke.) Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und da Ich bin, könnet ihr nicht hin kommen. Da sprachen die Juden untereinander: Wo will dieser hin gehen, daß wir ihn nicht finden sollen? Will er zu den Zerstreuten unter den Griechen gehen und die Griechen lehren? Was ist das für eine Rede, daß er saget: Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo Ich bin, da könnet ihr nicht hin kommen? Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubet, wie die Schrift saget, von des Leibe 5³ 68 1. Pfingsttag. werden Ströme des lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, welchen em⸗ pfahen sollten, die an ihn glaubten; denn der heilige Geist war 9050 nicht da; denn Jesus war no nicht verkläret. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 42. (Meine Seele dürstet nach Gott.) ie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? Wenn ich denn des inne werde, so schütte ich mein Herz heraus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen, die da feiern. Was betrübest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem An⸗ gesicht. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir; darum ge⸗ denke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg. Deine Fluten rau⸗ schen daher, daß hie eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens. Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dränget? Es ist als ein Mord in meinen Gebeinen, daß mich meine Feinde schmähen, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. 1. Pfingsttag. Alte Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 2, 1—13. (Die Ausgießung des heiligen Geistes.) Al der Tag der Pfingsten er⸗ füllet war, waren sie alle einmütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es er⸗ schienen ihnen Zungen zerteilet wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige. Männer aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden bestürzt; denn es hörte ein jeg⸗ licher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen untereinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, da⸗ rinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadozien, Pon⸗ tus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den nicht der hab bei e Tröst mein Nam lehre das Fried Fried Ich e Herz sich n hin Hätte ihr e habe: der Und ehe! wenn glaul viel komn hat n die 8 Vater Feinde ) zu mir 1 Gott? meine uhig in denn ich daß er nd mein 1—13. eiligen jsten er⸗ sie alle Und es sen vom waltigen 18 ganze id es er⸗ zerteilet setzte sich r ihnen; heiligen predigen dem der chen. Es erusalem fürchtige. olk, das Da nun kam die wurden ein jeg⸗ Sprache sich aber ꝛsprachen ind nicht en, aus vir denn iche, da⸗ Parther „und die mien und en, Pon⸗ ien und id an den Enden von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber, wir hören sie mit unsern Zungen die großen Taten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten's ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium: Joh. 14, 23—31. (Der Tröster.) Qesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches hab ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich Ja gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe Ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß Ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich. Und nun hab ich's euch gesaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, ihr glaͤubet. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und ich also tue, 1. Pfingsttag. 69 wie mir der Vater geboten hat, stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Neue Perikopen. Epistel: Eph. 2, 19—22. (Gottes Hausgenossen.) So seid ihr nun nicht mehr Gäste —und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Pro⸗ pheten, da Jesus Christus der Eckstein ist; auf welchem der ganze Bau ineinander gefüget wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist. Evangelium: Joh. 14, 15—21. (Ich will euch nicht Waisen lassen.) E. ihr mich, so haltet meine Gebote; und Ich will den Vater bitten, und er soll eu einen andern Tröster geben, daß er bei a ewiglich, den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfahen; denn sie siehet ihn nicht und kennet ihn nicht. Ihr aber kennet ihn; denn er bleibet bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch. Es ist noch um ein Kleines, so wird mich die Welt nicht mehr sehen; ihr aber sollt mich sehen; denn Ich lebe und ihr sollt auch leben. An demselbigen Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in meinem Vater bin und ihr in mir und Ich in euch. Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der mich liebet. Wer mich aber liebet, der wird von meinem Vater geliebet werden, und Ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. 70 2. Pfingsttag. Alttestamentlicher Abschnitt: Hes. 36, 22— 28. (Das neue Herz.) arum sollst du zum Hause ö Israel sagen: So spricht der Herr, Herr: Ich tue es—5— um euretwillen, ihr vom Hause Israel, sondern um meines hei⸗ ligen Namens willen, welchen ihr entheiliget habt unter den Heiden, zu welchen ihr kommen seid. Denn ich will meinen großen Namen, der vor den Heiden entheiligt ist, den ihr unter denselbigen ent⸗ heiliget habt, heilig machen. Und die Heiden sollen erfahren, daß Ich der Herr sei, spricht der 5en Herr, wenn ich mich vor ihnen an euch erzeige, daß ich heilig sei. Denn ich will euch aus den Heiden holen und euch aus allen Landen versammeln und wieder in euer Land führen. Und will rein Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet. Von all eurer Unreinigkeit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neu Herz und einen neuen Geist in euch geben, und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen un wil ein fleischern Herz geben; ich wi meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln, und meine Rechte halten und dar⸗ nach tun. Und ihr sollet wohnen im Lande, das ich euren Vätern egeben habe, und sollet mein Volk sein, und Ich will euer Gott sein. 2. Pfingsttag. Alte Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 10, 42—48. Auch auf die Heiden ward die Gabe es heiligen Geistes ausgegossen.) Er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß Er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der n Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Be⸗ schneidung, die mit Petrus kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward; denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen Heraht gleich wie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium: Joh. 3, 16—21. (Also hat Gott die Welt geliebet.) Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht Zelt r in die Welt, daß er die elt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht ge⸗ richtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohns Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebe⸗ ten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges tut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan. Ef (Di Er he Er etliche Hirten Heilige Werk! Christi wir al Glaub Sohns kommun sei im Alters mehr 8 und u Wind der M mit sie führen schaffer wachset der da welcher samme am an lenke, Handr. eines Maße, wächset und de Evane (Il Glei 1 auch. So ihr bleibet wie J halte, Solche meine eure 8 Das if ind der gen alle seinen auben, npfahen h diese e Geist höreten. der Be⸗ kommen auch auf heiligen 5; denn Zungen priesen. tag auch en, daß en, die pfangen r? Und in dem 16— 21. Zelt geliebet, ebornen die an werden, haben. hn nicht er die Hie Welt Wer an licht ge⸗ ibet, der glaubet ebornen ber das zie Welt en liebe⸗ enn das en böse. as Licht icht, auf gestrafet zahrheit cht, daß m; denn —— 8—¶.————— 2. Pfingsttag. 71 Neue Perikopen. Epistel: Eph. 4, 11—16. (Die Erbauung des Leibes Christi.) (Er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Christi erbauet werde, bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohns Gottes, und ein voll⸗ kommner Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi, auf daß wir nicht mehr Kinder seien und uns wägen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, da⸗ mit sie uns erschleichen, zu ver⸗ führen. Lasset uns aber recht⸗ schaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib zu⸗ am andern nar ist, und ein Glied am andern hanget durch alle Ge⸗ lenke, dadurch eins dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße, und machet, daß der Leib wächset zu seiner selbst Besserung; und das alles in der Liebe. Evangelium: Joh. 15, 9—16. (Ihr seid meine Freunde.) Gleich wie mich mein Vater liebet, also liebe Ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe. So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleich wie Ich meines Vaters Gebote halte, und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleich wie ich euch liebe. Niemand hat größre Liebe denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, so ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich ge⸗ sagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich 535 von meinem Vater gehöret, hab ich euch kund getan. Ihr habt mich nicht er⸗ wählet, sondern Ich habe euch erwählet, und gesetzt, daß ihr hin⸗ gehet und Frucht bringet, und eure Frucht bleibe; auf daß, so ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 44, 1—6. (Ich will Wasser gießen auf das Durstige.) So höre nun, mein Knecht Jakob, und Israel, den ich erwählet habe! So spricht der Herr, der dich gemacht und bereitet hat, und der dir beistehet von Mutterleibe an: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob und du Jesurun, den ick erwählet habe! Denn ich wi Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre; ich will meinen Geist auf deinen Samen gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen, daß sie wachsen sollen wie Gras, wie die Weiden an den Wasserbächen. Dieser wird sagen: Ich bin des Herrn, und jener wird genennet werden mit dem Namen Jakob; und dieser wird sich mit seiner Hand dem Herrn zuschreiben und wird mit dem Namen Israel ge⸗ nannt werden. So spricht der Herr, der König Israels, und sein Erlöser, der Herr Zebaoth: Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte und außer mir ist kein Gott. Trinitatisfest. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 11, 33—36. (O welch eine Tiefel) O welch eine Tiefe des Reich⸗ tums, beide, der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Rat⸗ geber gewesen, oder wer hat ihm was zuvor gegeben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium: Joh. 3, 1—15. (Gespräch mit Nikodemus.) Eĩ war ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Niko⸗ demus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die Du tust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, unt, daß ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist öichren wird, das ist Geist. Laß ich's nicht wundern, daß ich dir Trinitatis. gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und then zu ihm: Wie mag solches zugehen Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Is⸗ rael und weißt das nicht? Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel Meuschen kommen ist, nämlich des enschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Neue Perikopen. Epistel: Eph. 1, 3—14. (Der geistliche Segen in himm⸗ lischen Gütern.) G m sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch den⸗ selbigen, ehe der Welt Grund elegt war, daß wir sollten sein heilt und unsträflich vor ihm in der Liebe; und er hat uns ver⸗ ordnet zur Kindschaft gegen ihm selbst durch Jesum Christ, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenebm —** EGrbes wir Lob f Epi (Der 3* e euch, friedse Liebe sein. mit de euch unsers die L meins. sei mi nneuem id bläset, rest sein ißt nicht, d wohin jeglicher, oren ist. d then ugehen prach zu in Js⸗ Wahr⸗ ir: Wir zeugen, und ihr ücht an. ich euch ge, wie ich euch nasagen hret gen Himmel nlich des Himmel er Wüste at, also erhöhet an ihn werden, 1 haben. 14. himm⸗ er Vater Christi, allerlei mlischen Wie er irch den⸗ Grund lten sein ihm in ins ihm gen ihm ist, nach Willens, Gnade, ngenebm 2 Trinitatis. 73 gemacht in dem Geliebten, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, welche uns reichlich widerfahren ist durch allerlei Weis⸗ heit und Klugheit; und er hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Wohlgefallen, so er sich vorgesetzt hatte in ihm, daß es ausgeführet würde, da die Zeit erfüllet war, auf daß alle Dinge zusammen verfasset würden in Christo, beide, das im Himmel und auf Erden ist, durch ihn, durch welchen wir auch zum Erb⸗ teil kommen sind, die wir zuvor verordnet sind nach dem Vorsatz des, der alle Dinge wirket nach dem Rat seines Willens, auf daß wir etwas seien zu Lobe seiner Herrlichkeit, die wir zuvor auf Christum hofften; durch welchen auch ihr gehöret habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium von eurer Seligkeit; durch welchen ihr auch, da ihr glaubetet, ver⸗ siegelt worden seid mit dem heiligen Geist der Verheißung, welcher ist das Pfand unsers Erbes zu unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zu Lob seiner Herrlichkeit. o der: Epistel: 2. Kor. 13, 11—13. (Der apostolische Segenswunsch.) Duletzt, lieben Brüder, freuet 3 euch, seid vollkommen, tröstet euch, habt einerlei Sinn, seid friedsam, so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßet euch untereinander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Ge⸗ meinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen. Evangelium: Matth. 28, 16—20. (Der Taufbefehl.) Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf einen Berg, dahin Jesus sie beschieden hatte. Und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; etliche aber zwei⸗ felten. Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes; und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 6, 1—8. (Das dreimal heilig.) Des Jahrs, da der König Usia starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabnen Stuhl, und sein Saum füllte den Tempel. Seraphim standen über ihm, ein jeglicher hatte sechs Nuugel mit zween deckten sie ihr Antlitz, mit zween deckten sie ihre Füße und mit zween flogen sie. Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Daß die Über⸗ schwellen bebeten von der Stimme ihres Rufens und das Haus ward voll Rauchs. Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen. Da flog der Seraphim einer zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar 1 und rührte meinen Mund und sprach: Siehe, hiemit sind deine Lippen gerühret, daß deine 74 1. Sonntag nach Trinitatis. Missetat von dir genommen werde, und deine Sünde versöhnet sei. Und ich hörte die Stimme des Herrn, daß er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hie bin ich, sende mich! oder: 4. Mose 6, 22— 27. (Der Aronitische Segen.) Der Herr redete mit Mose und sprach: Sage Aron und seinen Söhnen und sprich: Also sollt ihr sagen zu den Kindern Israel, wenn ihr sie segnet: Der Herr segne dich und behüte I Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; Der Herr hebe sein eden über dich und gebe dir Frieden. Denn ihr sollt meinen Namen auf die Kinder Israel legen, daß Ich sie segne. 1. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 1. Joh. 4, 16—21. (Gott ist Liebe.) Niir haben erkannt und ge⸗ glaubet die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Darinnen ist die Liebe völlig bei uns, daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie Er ist, 10 sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Wein aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, er ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium: Luk. 16, 19—31. (Der reiche Mann und der arme Lazarus.) (Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voller Schwären und begehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser taͤuche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes em⸗ pfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, könnten nicht, und auch nicht von dannen zu uns Litte ich vich Da sprach er: So itte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Moses und die Proph Pater ater einer inge, Er spr und di sie aur von de Episte (Die D0 auch ke tern, d es war mit gr. Zeugn Herrn bei ih keiner hatte: die da verkau ten das und leg und me ihm ne Evane (Gleie Ein ih Himme korn,! säete das kle wenn e das gr wird e unter! wohner Ein an ihnen: Sauert nahm drei Se ir von t, daß be —. 981. arme n, der ur und te alle n. Es Namen er Tür te, sich en, die n; doch en ihm ab sich b und Engeln Reiche zraben. und in Augen ferne Schoß. Vater in und ußerste tauche denn amme. edenke, Sem⸗ Leben, Böses ird er iniget. en uns festigt, hinnen i nicht, zu uns r: So du ihn Haus; zrüder, daß sie in Ort ach zu nd die 1. Sonntag nach Trinitatis. 75 Propheten; laß sie dieselbigen ören. Er aber sprach: Nein, ater Abraham; sondern, wenn einer von den Toten zu ihnen inge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Moses und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten aufstünde. Neue Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 4, 32—35. (Die Liebe in der Gemeinde.) Der Menge der Gläubigen war Ein Herz und Eine Seele; auch keiner sagete von seinen Gü⸗ tern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemein. Und mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesu, und war große Gnade bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wie viel ihrer waren, die da Acker oder Häuser hatten, verkauften sie dieselben, und brach⸗ ten das Geld des verkauften Guts, und legeten's zu der Apostel Füßen; und man gab einem jeglichen, was ihm not war. Evangelium: Matth. 13,31—35. (Gleichnisse vom Senfkorn und Sauerteig.) Ein ander Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senf⸗ korn, das ein Mensch nahm und säete auf seinen Acker; welches das kleinste ist unter allem Samen; wenn es aber erwächst, so ist es das größte unter dem Kohl und wird ein Baum, daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen unter seinen Zweigen. Ein ander Gleichnis redete er zu ihnen: Das Himmelreich ist einem Sauerteig gleich, den ein Weib nahm und vermengte ihn unter drei Scheffel Mehls, bis daß es gar durchsäuert ward. Solches alles redete Jesus durch Gleich⸗ nisse zu dem Volk und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen; auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht:„Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen die Heimlichkeiten von Anfang der Welt.“ Alttestamentlicher Abschnitt: 5. Mose 6, 4—13. (Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen.) öre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allem Vermögen. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du 30 Herzen nehmen; und sollst sie einen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest, oder auf dem ent gehest, wenn du dich niederlegest, oder aufstehest; und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein; und sollst sie über deines Hauses Pfosten schreiben und an die Tore. Wenn dich nun der Herr, dein Gott, in das Land bringen wird, das er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob ge⸗ schworen hat, dir zu geben, große und feine Städte, die du nicht gebauet hast, und Häuser, alles Guts voll, die du nicht gefüllet hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Olberge, die du nicht gepflanzt hast, daß du issest und satt wirst: So hüte dich, daß du nicht des Herrn ergessest der dich aus Agyptenland, aus dem Diensthaus, geführet hat; sondern sollst den Herrn, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinen Namen schwören. 76 2. Sonntag nach Trinitatis. 2. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 1. Joh. 3, 13—18. (Lasset uns lieben mit der Tat und mit der Wahrheit.) VBunt euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Tot⸗ schläger; und ihr wisset, daß ein Totschläger hat nicht das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran Gr set wir erkannt die Liebe, daß Er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu,— wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kind⸗ lein, laßt uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Evangelium: Luk. 14, 16—24. (Das große Abendmahl.) Er sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmah und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und fie fingen an alle nacheinander, sich zu ent⸗ schuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu be⸗ sehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Neue Perikopen. Epistel: Röm. 10, 1—15. (Christus des Gesetzes Ende.) Brüder, meines Herzens Wunsch ist, und flehe auch Gott für Derael, daß sie selig werden. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und trachten, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und sind also der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nicht untertan. Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubet, der ist gerecht. Moses schreibt wohl von der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt:„Welcher Mensch dies tut, der wird drinnen leben.“ Aber die Gerechtigkeit aus dem Glauben spricht also:„Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will hinauf gen Himmel fahren?“(Das ist nichts anders, denn Christum Rnab iadie Oder:„Wer will hinab in die Tiefe fahren?“(Das ist nichts anders, denn Christum von den Toten holen.) Aber was sagt sie?„Das Wort ist dir nahe, in dei Herzer Glaub so du Jesum glaube ihn E wecket so me wird mit de man spricht wird Es ist Juden umal ie ih Name soll se aber glaube laube haben ohne aber p werde stehet: derer, die do Evan (Die De. sitzen, sprach er sta Und e saß in viele saßen seinen Phari seinen Meiste Sünd sprach bedürf die Kr lernet üssen der men und Blinden sprach: was du ber noch r sprach aus auf ie Zäune kommen, lKwerde. Männer d, mein d —15. Ende.) Herzens he auch sie selig nen das m Gott, enn sie licht, die en, ihre urichten, chtigkeit, itertan. Gesetzes bet, der bt wohl aus dem Mensch leben.“ us dem ich nicht Uhinauf Das ist hristum zer will (Das hristum ber was zir nahe, 3. Sonntag nach Trinitatis. 77 in deinem Munde und in deinem Herzen.“ Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesum, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Toten aufer⸗ wecket hat, so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubet, so wird man gerecht: und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht:„Wer an ihn glaubet, wird nicht zu Schanden werden.“ Es ist hie kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller umal Ein Herr, reich über alle, ie ihn anrufen. Denn„wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden.“ Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber Iuben2. von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben stehet:„Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen!“ Evangelium: Matth. 9, 9—13. (Die Berufung des Matthäus.) De Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgete ihm. Und es begab sich, da er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin und lernet, was das sei:„Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.“ Ich bin kommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten. Alttestamentlicher Abschnitt: Spr. Sal. 9, 1—10. (Das Mahl der Weisheit.) Vie Weisheit bauete ihr Haus, und hieb sieben Säulen, schlach⸗ tete ihr Vieh und trug ihren Wein auf und bereitete ihren Tisch und sandte ihre Dirnen aus, zu rufen oben auf den Höhen der Stadt: Wer unverständig ist, der mache sich hieher! Und zum Narren sprach sie: Kommt, zehret von meinem Brot, und trinket des Weins, den ich schenke; verlasset das unver⸗ ständige Wesen, so werdet ihr leben, und gehet auf dem Wege der Klugheit. Wer den Spötter züchtiget, der muß Schande auf sich nehmen, und wer den Gott⸗ losen straft, der muß gehöhnet werden. Strafe den Spötter nicht, er hasset dich; strafe den Weisen, der wird dich lieben. Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen. Der Weisheit Anfang ist des Herrn Furcht, und den Heiligen erkennen, ist Verstand. 3. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 1. Petri 5, 5—11. (Haltet fest an der Demut.) llesamt seid untereinander untertan und haltet fest an der Demut. Denn Gott wider⸗ stehet den Hoffärtigen; aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütiget euch nun unter die ge⸗ waltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn Er sorget für euch. Seid nüchtern, 78 3. Sonntag nach Trinitatis. und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herr⸗ lichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräf⸗ tigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium: Luk. 15, 1—10. (Jesus nimmt die Sünder an.) Eb naheten zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem ver⸗ lornen, bis daß er's finde? Und wenn er's gefunden hat, so leget er's auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über Einen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht be⸗ dürfen. Oder welch Weib ist, die zehn at die hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht an⸗ zünde und kehre das Haus und ünde mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über Einen Sünder, der Buße tut. Neue Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 3, 1—16. (Die Heilung des Lahmen.) Tetrus und Johannes gingen P miteinander hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, da man pflegt zu beten. Und es war ein Mann, lahm von Mutter⸗ leibe, der ließ sich tragen; und sie setzten ihn täglich vor des Tempels Tür, die da heißet die schöne, daß er bettelte das Almosen von denen, die in den Tempel gingen. Da er nun sah Petrus und Johannes, daß sie wollten zum Tempel hinein⸗ gehen, bat er um ein Almosen. Petrus aber sah ihn an mit Jo⸗ hannes und sprach: Siehe uns an! Und er sah sie an, wartete, daß er etwas von ihnen empfinge. Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was 75 aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth stehe auf und wandele! Und griff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Alsobald standen seine Schenkel und Knöchel fest; sprang auf, konnte gehen und stehen, und ging mit ihnen in den Tempel, wandelte und sprang und lobete Gott. Und es sah ihn alles Volk wandeln und Gott loben. Sie kannten ihn auch, daß er's war, der um das Almosen gesessen hatte vor der schönen Tür des Tempels; und sie wurden voll Wunderns und Entsetzens über dem, das ihm widerfahren war. Als aber dieser Lahme, der nun gesund war, sich zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißet Salomos, und wunderten sich. Als Petrus das sah, antwortete er dem Volk: Ihr wund was wir d unsre Der und Väter verkle worte Pilat ihn leugn rechte den Fürst tötet. von Zeug an se ihr se 5900 urch Gesur Evat nieme er in Tagli Brot efunden, IUso auch, ude sein er Einen 1—16. men.) gingen in den Stunde, Und es Mutter⸗ und sie Tempels zne, daß n denen, Da er nes, daß hinein⸗ Ilmosen. mit Jo⸗ he uns wartete, npfinge. her und 9 aber amen th stehe riff ihn richtete n seine sprang en, und Tempel, lobete 8 Volk . Sie war, n hatte mpels; inderns as ihm r dieser ar, sich hielt, in die lomos, Petrus Volk: 3. Sonntag nach Trinitatis. 79 Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch darüber? oder was sehet ihr auf uns, als hätten wir diesen wandeln gemacht durch unsre eigne Kraft oder Verdienst? Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unsrer Väter, hat seinen Knecht Jesum verkläret, welchen ihr überant⸗ wortet und verleugnet habt vor Pilatus, da derselbige urteilte, ihn loszulassen. Ihr aber ver⸗ leugnetet den Heiligen und Ge⸗ rechten und batet, daß man euch den Mörder schenkte; aber den Fürsten des Lebens habt ihr ge⸗ tötet. Den hat Gott auferwecket von den Toten; des sind wir Zeugen. Und durch den Glauben an seinen Namen hat diesen, den ihr sehet und kennet, sein Name stark gemacht, und der Glaube durch ihn hat diesem gegeben diese Gesundheit vor euren Augen. Evangelium: Luk. 15, 11—32. (Der verlorene Sohn.) Er sprach: Ein Mensch hatte zween Söhne; und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lang darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und 193 ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun alle das Seine ver⸗ zehret hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbige ganze Land, und er fing an, zu darben. Und ging hin und hängte sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, der Säue zu hüten. Und er be⸗ ehrte, seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Taglöhner Ful mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße, mache mich als einen deiner Taglöhner. Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündiget in den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut ihn an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße; und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet's; lasset uns essen und fröhlich sein; denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig worden; er war verloren und ist gefunden worden. Und fingen an, fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde; und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Gesänge und den Reigen; und rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist kommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock egeben, daß ich mit meinen Frennden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn kommen ist, der sein Gut mit Huren ver⸗ schlungen hat, hast du ihm ein 80 4. Sonntag nach Trinitatis. gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig worden; er war verloren und ist wiedergefunden. Alttestamentlicher Abschnitt: ö Jes. 12. (Danklied der Erlöseten.) 3³ derselbigen Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, Herr, daß du zornig bist gewesen über mich, und dein Zorn sich gewendet hat, und tröstest mich. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der Herr ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen. Und werdet sagen zur selbigen Zeit: Danket dem Herrn, prediget seinen Namen, machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name hoch ist. Lobsinget dem Herrn, enn er hat sich herrlich bewiesen; solches sei kund in allen Landen. Jauchze und rühme, du Ein⸗ wohnerin zu Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir. 4. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 8, 18—27. (Die seufzende Kreatur.) D ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herr⸗ lichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitel⸗ keit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immer⸗ dar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Desselbigen gleichen auch der Geist hilft unsrer Schwach⸗ heit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit un⸗ Die wersen fors Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Evangelium: Luk. 6, 36—42. (Seid barmherzig.) D seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht ver⸗ dammt. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, ge⸗ rüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist ᷓäIPI‚P‚P‚IssesxF———c?t?ee/ 4. Sonntag nach Trinitatis. 81 worfen uuch die on dem Wesens it der wissen, ich mit immer⸗ ondern ben des us auch idschaft Leibes wohl J. Die het, ist e kann siehet? as wir ir sein Meichen chwach⸗ n nicht, e sich's t selbst tit un⸗ er aber 5, was enn er dem, 3—42. „, wie nherzig det ihr dammt 9t ver⸗ rd euch d euch ckt, ge⸗ 5 wird 1; denn ihr mit wieder ten ein Blinder weisen? in die iger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeug zuvor den Balken aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Neue Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 4, 1—12. (Es ist in keinem andern Heil.) A ls sie zum Volk redeten, traten zu ihnen die Priester und der Sadper des Tempels und die Sadducäer,(die verdroß, daß sie das Volk lehreten und verkündig⸗ ten an Jesu die Auferstehung von den Toten;) und legeten die Hände an sie und setzten sie ein bis auf morgen; denn es war jetzt Abend. Aber viele unter denen, die dem Wort zuhöreten, wurden gläubig; und ward die Zahl der Männer bei fünf tausend. Als es nun kam auf den Morgen, versammel⸗ ten sich ihre Obersten und Altesten und Schriftgelehrten gen Jeru⸗ salem, Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alexander, und wie viel ihrer waren vom Hohenpriestergeschlechte; und stelleten sie vor sich und fragten sie: Aus welcher Gewalt oder in welchem Namen habt ihr das ge⸗ tan? Petrus, voll des heiligen Geists, sprach zu ihnen: Ihr Obersten des Volks und ihr Altesten von Israel! So wir 2531 werden gerichtet über dieser ohltat an dem kranken Menschen, durch welche er ist gesund worden, so sei euch und allem Volk von Israel kund getan, daß in dem ö Namen Jesu Christi von Nazareth, welchen ihr gekreuziget habt, den Gott von den Toten auferwecket hat, stehet dieser allhie vor euch gesund. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein worden ist; und ist in keinem Andern Heil, ist auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden. Evangelium: Matth. 5, 13—16. (Das Salz der Erde und das Licht der Welt.) Onhr seid das Salz der Erde. 9 Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man's salzen? Es ist zu nichts hinfort nütze, denn daß man es hinausschükte und lasse es die Leute zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. Also laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 65, 17— 19. 24—25. (Die neue Erde.) Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und neue Erde schaffen, daß man der vorigen nicht mehr gedenken wird, noch zu Herzen nehmen; sondern sie werden sich ewiglich freuen und fröhlich sein über dem, das 1 schaffe. Denn siehe, Ich wi Jerusalem schaffen zur onne und ihr Volk zur Freude. Und ich will fröhlich sein über Jeru⸗ salem und mich freuen über mein Volk; und soll nicht mehr drinnen gehört werden die Stimme des 6 82 Weinens, noch die Stimme des Klagens. Und soll geschehen, ehe sie rufen, will Ich antworten; wenn sie noch reden, will Ich hören. weiden zugleich, der Löwe wird Stroh essen wie ein Rind, und die Schlange soll Erde essen. Sie werden nicht schaden noch ver⸗ derben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr. 5. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 1. Petri 3, 8—15. (Heiliget Gott den Herrn in euren Herzen.) Endlich seid allesamt gleich ge⸗ sinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schelt⸗ wort mit Scheltwort, sondern da⸗ hagen segnet und wisset, daß ihr azu berufen seid, daß ihr den Segen erbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie 4 trügen. Er wende sich dom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn merken auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn stehet wider die da Böses tun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nach⸗ kommet? Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und er⸗ schreckt nicht; heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Evangelium: Luk. 5, 1—11. (Petri Fischzug.) Et begab sich, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am Wolf und Lamm sollen 5. Sonntag nach Trinitatis. See Genezareth und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Netze, trat er in der Schiffe eines, welches Simons war und bat ihn, daß er's ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug tut. Und Simon ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht ge⸗ arbeitet und nichts Uach das aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das taten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winketen ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus ich bin ein sündiger Mensch! Denn es war ihn ein Schrecken ankommen und alle, die mit ihm waren, über diesem Fischzug, den sie mitein⸗ ander getan hatten; desselbigen gleichen auch Jakobus und Jo⸗ hannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgeten ihm nach. Neue Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 5, 34—42. (Gamaliel.) Da stand auf im Rat ein Pha⸗ risäer, mit Namen Gamaliel, ein Schriftgelehrter, in Ehren ge⸗ halten vor allem Volk, und hieß die Apostel ein wenig hinaustun und sprach zu ihnen: Ihr Männer von J wahr ihr tun stand a er wär ihm ein hundert alle, d streuet nach sta in den machte nach; u und al zerstreu Lasset und la Rat o Mensche ist's al ihr's ni nicht e wider fielen f Apostelt ihnen, dem Ne gehen. von der würdig Namen? bist der zwei Fischer i und in der Simons r's ein Und 8 Volk r hatte h er zu he und daß ihr on ant⸗ Meister, icht ge⸗ n; aber as Netz 8 taten, Menge 3. Und en, die daß sie ziehen. »n beide 9, fel ah, fiel sprach: aus, ich Denn kommen en, über mitein⸗ selbigen ind Jo⸗ ebedäus, Jesus hte dich wirst du führeten herließen ach. 34—42. in Pha⸗ zamaliel, hren ge⸗ und hieß inaustun Männer ννπ⁰⁰½⁰π˙ —.————— 5. Sonntag nach Trinitatis. 83 von JIsrael, nehmet euer selbst wahr an diesen Menschen, was ihr tun sollet. Vor diesen Tagen stand auf Theudas und gab vor, er wäre etwas und hingen an ihm eine Zahl Männer, bei vier hundert; der ist erschlagen, und alle, die ihm zufielen, sind zer⸗ streuet und zunicht worden. Dar⸗ 5 stand auf Judas aus Galiläa in den Tagen der Schätzung und machte viel Volks abfällig ihm nach; und der ist auch umkommen, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreuet. Und nun sage ich euch: Lasset ab von diesen Menschen und lasset sie fahren. Ist der Rat oder das Werk aus den Menschen, so wird's untergehen; ist's aber aus Gott, so könnet ihr's nicht dämpfen; auf daß ihr nicht erfunden werdet, als die wider Gott streiten wollen. Da fielen sie ihm zu und riefen den Aposteln, stäupten sie und geboten ihnen, sie sollten nicht reden in dem Namen Jesu, und ließen sie gehen. Sie gingen aber fröhlich von des Rats Angesichte, daß sie würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden; und höreten nicht auf, alle Tage im Tempel und hin und her in Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesu Christo. Evangelium: Luk. 9, 18—26. (Die Nachfolge Christi.) Eꝰ begab sich, da er allein war, und betete, und seine Jünger bei ihm, fragte er sie und sprach: Wer sagen die Leute, daß ich sei? Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; etliche aber, du seiest Elias; etliche aber, es sei der alten Propheten einer auferstanden. Er aber sprach zu ihnen: Wer saget ihr aber, daß ich sei? Da ant⸗ wortete Petrus und sprach: Du bist der Christ Gottes. Und er bedräute sie und gebot, daß sie das niemand sagten, und sprach: Des Menschen Sohn muß noch viel leiden und verworfen werden von den Altesten und Hohen⸗ priestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret um meinetwillen, der wird's erhalten. Und was Nutzes hätte der Mensch, ob er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst, oder beschädigte sich selbst? Wer sich aber mein und meiner Worte schämet, des wird sich des Menschen Sohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und seines Vaters und der heiligen Engel. Alttestamentlicher Abschnitt: Klagl. Jer. 3, 22— 32. (Die Güte des Herrn ist's, daß wir nicht gar aus sind.) Die Güte des Herrn ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. Denn der Herr ist freund⸗ lich dem, der auf ihn Hurf. und der Seele, die nach ihm fraget. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen. Es ist ein köstlich Ding einem Mann, daß er das Joch in seiner Jugend trage; daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas überfällt, und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung erwarte und lasse sich auf die Backen schlagen und 6³ 84 6. Sonntag nach Trinitatis. viel Schmach anlegen. Denn der Herr verstößet nicht ewiglich, sondern er betrübt wohl und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte. 6. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 6, 3—11. (In Christi Tod getauft.) isset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod ge⸗ tauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch seiner Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo ge⸗ storben, so glauben wir, daß wir wis mit ihm leben werden und wissen, daß Christus, von den Toten erwecket, hinfort nicht stirbet; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu Einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde estorben seid und lebet Gott it risto Jesu, unserm Herrn. Evangelium: Matth. 5, 20—26. (Die bessere Gerechtigkeit.) Och sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmel⸗ reich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfre deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du 905 bei 197 auf dem Wege bist, auf da dich der Widersacher nicht dermal⸗ eins überantwortet dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. ö Neue Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 8, 26—88. (Der Kämmerer aus Mohrenland.) Der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Stehe auf und gehe gen Mittag auf die Straße, die von Jerusalem gehet hinab gen Gaza, die da wüste ist. Und er stand auf und ging hin. Und siehe, ein Mann aus Mohrenland, ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Kandace in 1 re Ehar welcher war über alle ihre Schatzkammer, der war kommen gen Jerusalem, anzubeten und zog wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaias. Der Geist aber sprach zu Philippus: Gehe hinzu und halte dich zu diesem Wagen. Da lief Philippus hinzu und hörte, daß er den Prophet Verstehe Er aber mich nie ermahnt träte ur Inhalt las, we Schaf und still Scherer, seinen 2 keit ist Wer u Länge a ist von Da antt Philipp dich, vo solches? jemand tat sein von dief ihm da Und als kamen der Kär ist Wass mich tau sprach: Herzen, antwort daß Jes ist. Und und stie beide,; merer, Evang Wa ö und gin Mein S heute it antwort will's 2 es ihn ging zur also. sprach: ist: Du er tötet, dig sein. it seinem Gerichts Bruder SRats )u Narr, Feuers du deine erst und aß dein habe, so ar deine hin und Bruder, fre deine deinem du boh auf da dermal⸗ Richter, orte dich st in den sage dir icht von bis du bezahlest. 26—88. renland.) redete zu h: Stehe ttag auf zerusalem die da auf und in Mann ämmerer Königin „welcher tzammer, erusalem, der heim ügen und as. Der hilippus: dich zu Philippus er den 7. Sonntag nach Trinitatis. 85 Propheten Jesaias las und sprach: Verstehest du auch, was du liesest? Er aber sprach: Wie kann ich, so mich nicht jemand anleitet? Und ermahnte Philippus, daß er auf⸗ träte und setzte sich zu ihm. Der Inhalt aber der Schrift, die er bas, war dieser:„Er ist wie ein Schaf zur Schlachtung geführet, und still wie ein Lamm vor seinem Scherer, also hat er nicht aufgetan seinen Mund. In seiner Niedrig⸗ keit ist sein Gericht aufgehoben. Wer wird aber seines Lebens Länge ausreden? Denn sein Leben ist von der Erde weggenommen.“ Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte dich, von wem redet der Prophet solches? Von ihm selber, oder von jemand anders? Philippus aber tat seinen Mund auf und fing von dieser Schrift an und predigte ihm das Cvangelinm von Jesu. Und als sie zogen der Straße nach, kamen sie an ein Wasser. Und der Kämmerer sprach: Siehe, da ist Wasser; was hindert's, daß ich mich taufen lasse? Philippus aber sprach: Glaubest du von ganzem Herzen, so mag's wohl sein. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Und er hieß den Wagen salten und stiegen hinab in das Wasser beide, Philippus und der Käm⸗ merer, und er taufte ihn. Evangelium: Matth. 21, 28—32. (Die zwei Söhne.) as dünket euch aber? Es hatte ein Mann zween Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, gehe hin und arbeite heute in meinem Weinberg. Er antwortete aber und sprach: Ich will's nicht tun. Darnach reute es ihn und ging hin. Und er ging zum andern und sprach gleich also. Er antwortete aber und sprach: Herr, ja; und ging nicht 55 Welcher unter den zweien at des Vaters Willen getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Jef sus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren mögen wohl eher ins Himmelreich kommen denn ihr. Johannes don zu euch und lehrte euch den rechten und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren Hlaubten ihm. Und ob ihr's wohl sahet, tatet ihr dennoch nicht Buße, daß ihr ihm darnach auch geglaubt hättet. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 1. (Der Weg der Gerechten und der Weg der Gottlosen.) Wobl dem, der nicht wandelt im Rat' der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen, sondern hat Lust zum Gesetz des Herrn und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzet an den Wasser⸗ bächen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht; und was er macht, das gerät wohl. Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreuet. Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gerichte, noch die Sünder in der Gemeine der Gerechten. Denn der Herr kennet den Weg der Ge⸗ rechten; aber der Gottlosen Weg vergehet. 7. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 6, 19—23. (Die Gabe Gottes ist das ewige Leben.) Osch muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleich wie ihr eure Glieder begeben habet zu 86 7. Sonntag nach Trinitatis. Dienste der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet auch nun eure Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret 5 frei don der Gerechtigkeit. as hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium: Matth. 9, 35—38. (Die Ernte ist groß und der Arbeiter wenig.) Qesus ging umher in alle Städte und Märkte, lehrte in ihren Schulen und predigte das Evan⸗ gelium von dem Reich und heilete allerlei Seuche und allerlei Krank⸗ 2551 im Volke. Und da er das olk sah, jammerte ihn desselbigen, denn sie waren verschmachtet und zerstreuet wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenig sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende. Neue Perikopen. Epistel: 1. Tim. 6, 6—12. (Gottselig und genügsam.) Eꝰ ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet sich genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum offenbar ist, wir werden auch nichts Mahrung und Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns genügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel törichter und schädlicher Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Ubels; des hat etliche gelüstet, und sind vom Glauben irre gegangen und machen ihnen selbst viel Schmerzen. Aber du, Gottes Mensch, fliehe solches! Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Gott⸗ seligkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut; kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen bist und bekannt hast ein gut Bekenntnis vor vielen Zeugen. Evangelium: Mark. 4, 26—29. (Die selbstwachsende Saat.) Er sprach: Das Reich Gottes hat sich also, als wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und stehet auf, Nacht und Tag; und der Same gehet auf und wächset, daß er's nicht weiß; denn die Erde bringet von ihr selbst zum ersten das Gras, darnach die Ahren, darnach den vollen Weizen in den Ahren. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schicket er bald die Sichel hin; denn die Ernte ist da. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 62, 6—12. (Wächter auf den Mauern Jerusalems.) O Jerusalem, ich will Wächter auf deine Mauern bestellen, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nimmer slille schweigen sollen und die des Herrn gedenken sollen; auf daß bei euch kein Schweigen sei und ihr von ihm nicht schweiget, bis daß Jerusalem ugerie zobe ö geschw bei de will deinen noch d arbeite lassen; samme den H einbrin den V Gehet bereite Bahn, Steine auf ül Herr l Welt Zion: stehe, seine 2 wird die Er wird 1 unverl idie da allen in ind viel Lüste, Nenschen immnis. zel alles stet, und egangen st viel Gottes ige aber r Gott⸗ r Liebe, kämpfe aubens; n, dazu bekannt rr vielen 26— 29. zaat.) Gottes henn ein id wirft f, Nacht te gehet s nicht iget von 3 Gras, sach den t. Wenn icht hat, hel hin; schnitt: uern Wächter bestellen, ie ganze hweigen gedenken ich kein von ihm rusalem 8. Sonntag nach Trinitatis. 87 ugerichtet und gesetzt werde zum zobe auf Erden. Der Herr hat geschworen bei seiner Rechten und bei dem Arm seiner Macht: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen geben, noch deinen Most, daran du er arbeitet hast, die Fremden trinken lassen; sondern die, so es ein⸗ sammeln, sollen's auch essen und den Herrn rühmen; und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Vorhöfen meines Heiligtums. Gehet hin, gehet 15 durch die Tore, bereitet dem Volk den Weg; machet Bahn, machet Bahn, räumet die Steine hinweg; werft ein Panier auf über die Völker! Siehe, der 5 lässet sich hören bis an der Welt Ende: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt; stehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung ist vor ihm. Man wird sie nennen das heilige Volk, die Erlöseten des Herrn, und dich wird man heißen die besuchte und unverlassene Stadt. 8. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 8, 12—17. (Welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder.) Do sind wir nun, lieben Brüder, VO Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Mit⸗ erben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium: Matth. 7, 13—23. (Von den falschen Propheten.) Gebo ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viele, die drauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenig ist ihrer, die ihn finden. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweis⸗ sagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie exkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter! 88 8. Sonntag nach Trinitatis. Neue Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 16, 16—32. (Der Kerkermeister in Philippi.) Eꝰ geschah, da wir zu dem Gebet gingen, daß eine Magd uns begegnete, die hatte einen Wahr⸗ sagergeist und trug ihren Herrn viel Gewinst zu mit Wahrsagen. Dieselbige folgete allenthalben Paulus und uns nach, schrie und sprach: Diese Menschen sind Knechte Gottes des Allerhöchsten, die euch den Weg der Seligkeit verkündigen. Solches tat sie manchen Tag. Paulus aber tat das wehe, und wandte sich um und sprach zu dem Geiste: Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, daß du von ihr ausfahrest. Und er fuhr aus zu derselbigen Stunde. Da aber ihre Herrn sahen, daß die Hoffnung ihres Gewinstes war ausgefahren, nahmen sie Paulus und Silas, zogen sie auf den Markt vor die Obersten und führeten sie zu den Hauptleuten und sprachen: Diese Menschen machen unsre Stadt irre; sie sind Juden und verkündigen eine Weise, welche uns nicht ziemet anzunehmen, noch zu tun, weil wir Römer sind. Und das Volk ward erregt wider sie; und die Hauptleute ließen ihnen die Kleider abreißen und hießen sie stäupen. Und da sie sie wohl gestäupet hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und geboten dem Kerkermeister, daß er sie wohl verwahrete. Der, da er solch Gebot empfangen hatte, warf er sie in das innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Stock. Um die Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobeten Gott. Und es höreten sie die Gefangenen. Schnell aber ward ein großes Erdbeben, also daß sich bewegeten die Grundfesten des Gefängnisses. Und von Stund an wurden alle Türen aufgetan und aller Bande los. Als aber der Kerkermeister aus dem Schlafe fuhr und sah die Türen des Gefängnisses aufgetan, zog er das Schwert aus und wollte sich selbst erwürgen; denn er meinte, die Gefangenen wären entflohen. Paulus aber rief laut und sprach: Tu dir nichts Übels; denn wir sind alle hie. Er forderte aber ein Licht und sprang hinein und ward zitternd und fiel Paulus und Silas zu den Füßen und führte sie heraus und sprach: Lieben Herrn, was soll ich tun, daß ich selig werde? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig. Und sagten ihm das Wort des Herrn und allen, die in seinem Hause waren. Evangelium: Matth. 12, 46—50. (Wer Gottes Wille tut, der ist mein Bruder.) De er noch also zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen, die wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er antwortete aber und sprach zu dem, der es ihm ansagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und reckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, derselbige ist mein Bruder, Schwester und Mutter. Alttestamentlicher Abschnitt: Jer. 23, 16— 29. (Das Wort Gottes Feuer und Hammer.) So spricht der Herr Zebaoth: Gehorcht nicht den Worten der Propheten, so euch weissagen. Sie betrügen euch; denn sie predigen jeman daß ie Herr. und E Ich he pheten sagen spreche hat ge die P; weisse Trüge daß 1 vergef einer wie i vergaf Propl erzähl Wort recht. —50. er ist Volk seine lußen, Da deine stehen reden. ach zu Zer ist meine id aus prach: Nutter wer Baters mein ttter. nitt: und baoth: Vorten zsagen. edigen 9. Sonntag nach Trinitatis. 89 ihres Herzens Gesicht und nicht aus des Herrn Munde. Sie sagen denen, die mich lästern:„Der Herr hat's gesagt, es wird euch wohlgehen“; und allen, die nach ihres Herzens Dünkel wandeln, sagen sie:„Es wird kein Unglück über euch kommen“. Aber wer ist im Rat des Herrn gestanden, der sein Wort gesehen und gehört habe? Wer hat sein Wort ver⸗ nommen und gehöret? Siehe, es wird ein Wetter des Herrn mit Grimm kommen, und ein schrecklich Ungewitter den Gottlosen auf den Kopf fallen. Und des Herrn Zorn wird nicht nachlassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr's wohl erfahren. Ich sandte die Propheten nicht, doch liefen sie; ich redete nicht zu ihnen, doch weissagten sie. Denn wo sie bei meinem Rat blieben und hätten meine Worte meinem Volk ge⸗ predigt, so hätten sie dasselbe von ihrem bösen Wesen und von ihrem bösen Leben bekehret. Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht auch ein Gott von ferne her? Meinst du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der Herr. Bin Ich's nicht, der Himmel und Erde füllet? spricht der Herr. Ich höre es wohl, was die Pro⸗ pheten predigen und falsch weis⸗ sagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumet, mir hat geträumet. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die falsch weissagen und ihres Herzens Trügerei weissagen und wollen, daß mein Volk meines Namens vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern erzählet? gleich wie ihre Väter meines Namens vergaßen über dem Baal. Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? spricht der Herr. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zer⸗ schmeißt? 9. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 1. Kor. 10, 1—18. (Das Vorbild des Wüstenzuges.) Qcch will euch, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsre Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle auf Moses getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Tranktgetrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit⸗ folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie wurden niedergeschlagen in der Wüste. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir nicht uns ge⸗ lüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleich wie jener etliche wurden, als geschrieben stehet:„Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken und stand auf, zu spielen.“ Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich wie jener etliche murreten und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles wider⸗ fuhr jenen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnang, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl 90 9. Sonntag nach Trinitatis. zusehen, daß er nicht falle. Es at euch noch keine denn mensch⸗ liche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Ver⸗ mögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr's könnt ertragen. Evangelium: Luk. 16, 1—12. (Der ungerechte Haushalter.) Er sprach auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Tu Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht Haus⸗ Iter sein. Der Haushalter sprach ei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben kann ich nicht, so schäme ich mich, zu betteln. J weiß wohl, was ich tun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Ols. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und den achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haus⸗ halter, daß er klüglich getan hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klüger denn die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlechte. Und Ich sade euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige vertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer wird euch geben, das euer ist? Neue Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 17, 16—84. (Paulus in Athen.) Da Paulus ihrer zu Athen wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er sah die Stadt so gar abgöttisch. Und er redete zu den Juden und Gottesfürchtigen in der Schule, auch auf dem Markte alle Tage zu denen, die sich herzufanden. Etliche aber der Epikurer und Stoiker Philosophen stritten mit ihm. Und etliche sprachen: Was will dieser Lotter⸗ bube sagen? Etliche aber: Es siehet, als wollte er neue Götter verkündigen. Das machte, er hatte das Evangelium von Jesu und von der Auferstehung ihnen verkündigt. Sie nahmen ihn aber und führeten ihn auf den Gerichts⸗ platz und sprachen: Können wir auch erfahren, was da für eine neue Lehre sei, die du lehrest? Denn du bringest etwas Neues vor unsere Ohren; so wollten wir erne wissen, was das sei. Die Athener aber alle, auch die Aus⸗ länder und Gäste, waren gerichtet auf nichts anders, denn etwas Neues zu sagen oder zu hören. Paulus aber stand mitten auf dem Gerichtsplatz und 9 sehe Ihr Männer von Athen, ich sehe euch, daß ihr in allen Stücken ar sehr die Götter fürchtet. Ich in herdurch gegangen und habe gesehen eure Gottesdienste und fand einen Altar, darauf war geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch dense Gott Welt drinn Himt nicht ema tenf jema jeder allen. gema aller dem und sehen wohn sucher fühle zwar, jeglid ihm als a gesag Gesch. liches nicht gleich steine liche ö Und Unwi ebeu nder er ei welche des 6 durch er's be vorhä ihn b weckt. erstehr etliche sprach weiter von il binrn igz u einer mit N mit ih mrecht nrecht. rechten er will auen? n nicht geben, 6—34. Athen n Geist adt so hete zu chtigen ir eine ehrest? Neues ten wir i. Die e Aus⸗ erichtet 9. Sonntag nach Trinitatis. 91 denselbigen, dem ihr unwissend Gottesdienst tut. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was drinnen ist, er, der ein Herr ist Himmels und der Erde, wohnet nicht in Tempeln mit Händen Mensene sein wird auch nicht von Mand Hedir gepfleget, als der jemands bedürfe, so Er selber jedermann Leben und Odem allenthalben gibt. Und er hat gemacht, daß von Einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt und vorge⸗ sehen, wie lang und wie weit sie wohnen sollen, daß sie den Herrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten; und zwar, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; als auch etliche Poeten bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. So wir denn gött⸗ liches Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei Der Mensch setzt sich's wohl vor gleich den güldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch mensch⸗ liche Kunst und Gedanken gemacht. Und zwar hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen; nun aber Cadeh er allen Menschen an allen nden, Buße zu tun, darum daß er einen Tag gesetzt hat, auf welchen er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit durch einen Mann, in welchem er's beschlossen hat, und jedermann vorhält den Glauben, nachdem er ihn hat von den Toten aufer⸗ weckt. Da sie höreten die Auf⸗ erstehung der Toten, da hatten's etliche ihren Spott; etliche aber sprachen: Wir wollen dich davon Evangelium: Matth. 13, 44—46. (Die köstliche Perle und der Schatz im Acker.) Abermal ist gleich das Him⸗ — melreich einem verborgnen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freuden über demselbigen und verkaufte alles, was er hatte und kaufte den Acker. Abermals ist gleich das Himmelreich einem Wanfmden. der gute Perlen suchte. Und da er Eine köstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte und kaufte die⸗ selbige. Alttestamentlicher Abschnitt: Spr. Sal. 16, 1—9. (Des Menschen Weg und Gottes Weg.) im Herzen; aber vom Herrn kommt, was die Zunge reden soll. Einen jeglichen dünken seine Wege rein; aber der Herr wäget die Geister. Befiehl dem Herrn deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen. Der Herr macht alles zu bestimmtem Ziel, auch den Gottlosen für den bösen Tag. Ein stolz Herz ist dem Herrn ein Gräuel und wird nicht un⸗ gestraft bleiben, wenn 11 sich gleich alle aneinander hängen. Durch Güte und Treue wird Missetat versöhnet, und durch die au des Herrn meidet man das weiter hören. Also ging Paulus von ihnen. Etliche Männer aber bin ut ihm an und wurden gläu⸗ ig; unter welchen war Dionysius, einer aus dem Rat, und ein Weib, mit Namen Damaris und andere mit ihnen. öse. Wenn jemands Wege dem Herrn wohlgefallen, so macht er auch seine Feinde mit ihm zufrieden. Es ist besser wenig mit Gerechtigkeit, denn viel Einkommens mit Unrecht. Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg, aber der Herr allein gibt, daß er fortgehe. 92 10. Sonntag nach Trinitatis. 10. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 1. Kor. 12, 1—11. (Mancherlei Gaben und Ein Geist.) Ven den geistlichen Gaben will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hinge⸗ gangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. Darum tu ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben; aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter; aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutz. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkennt⸗ nis nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Wunder zu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unter⸗ scheiden; einem andern mancher⸗ lei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und teilet einem jeglichen seines zu, nach dem er will. Evangelium: Luk. 19, 41—48. (Der Herr weint über Jerusalem.) Al er nahe hinzu kam, sah er die Stadt an und weinte über sie und sprach: Wenn doch auch du erkennetest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum daß du nicht erkannt hast die Zeit, da⸗ rinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: „Mein Haus ist ein Bethaus“; ihr aber habt's gemacht zu Mörder⸗ grube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vor⸗ nehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm tun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörte ihn. Neue Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 20, 17—38. (Pauli Abschiedswort.) Non Miletus sandte er gen Eypyhesus und ließ fordern die Altesten von der Gemeine. Als aber die zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wisset, von dem ersten Tage an, da ich bin nach Asien kommen, wie ich allezeit bin bei euch gewesen und dem Herrn gedienet mit aller Demut und mit viel Tränen und An⸗ fechtungen, die mir sind wider⸗ fahren von den Juden, so mir nachstelleten; wie ich nichts ver⸗ halten habe, das da nützlich ist, daß ich's euch nicht verkündiget hätte und euch gelehret öffentlich und sonderlich; und habe bezeuget, beide, den Juden und Griechen, die Buße zu Gott und den Glauben an unsern Herrn Jesum Christum. Und nun siehe, ich, im Geiste ge⸗ bunden, fahre hin gen Jerusalem, weiß nicht, was mir daselbst be⸗ gegnen wird, nur, daß der heilige mein eigen das Absch greul nicht aus Män reden Daru daran habe einen 190 ich be seiner euch; Erbe werde Silbe utlich uget, u, die luben stum. e ge⸗ alem, st be⸗ eilige 10. Sonntag nach Trinitatis. 93 Geist in allen Städten bezeuget und spricht, Bande und Trübsale warten mein daselbst. Aber ich achte der keines, ich halte mein Leben auch nicht selbst teuer, auf daß ich vollende meinen Lauf mit Freuden und das Amt, das ich empfangen habe von dem Herrn Jesu, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes. Und nun siehe, ich weiß, daß ihr mein An⸗ gesicht nicht mehr sehen werdet, alle die, bei welchen ich durch⸗ kommen bin und geprediget habe das Reich Gottes. Darum zeuge daß ich rein bin von aller Blut; denn ich habe euch nichts ver⸗ halten, daß ich nicht verkündiget hätte all den Rat Gottes. So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welche euch der heilige Geist gesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Ge⸗ meine Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat. Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied werden unter euch kommen greuliche Wölfe, die der Herde nicht verschonen werden. Auch aus euch selbst werden aufstehen Männer, die da verkehrete Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen. Darum seid wacker und denket daran, daß ich nicht abgelassen habe drei Jahre, Tag und Nacht, einen jeglichen mit Tränen zu ver⸗ ich eren Und nun, lieben Brüder, ich befehle euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und zu geben das Erbe unter allen, die geheiliget werden. Ich habe euer keines Silber, noch Gold, noch Kleid begehrt. Denn ihr wisset selber, daß mir diese Hände zu meiner Notdurft und derer, die mit mir ewesen sind, gedienet haben. Ich abe es euch alles gezeiget, daß man also arbeiten müsse und die Schwachen aufnehmen und ge⸗ denken an das Wort des Herrn Jesu, daß Er gesagt hat:„Geben ist seliger denn nehmen.“ Und als er solches gesagt, knieete er nieder und betete mit ihnen allen. Es ward aber viel Weinens unter ihnen allen und fielen Paulus um den Hals und küsseten ihn, am allermeisten betrübt über dem Wort, das er sagete, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen; und geleiteten ihn in das Schiff. Evangelium: Matth. 23,34—39. (Jerusalem! Jerusalem!) *. 5 1 1 U 8 2 ich euch an diesem heutigen Tage, Darn n siehe, Ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und derselbigen werdet ihr etliche töten und kreuzigen und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abel bis aufs Blut Zacharias', des Sohnes Berechjas, welchen ihr getötet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigest die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer Haus soll euch wüst gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Alttestamentlicher Abschnitt: Jer. 7, 1—11. (Die Predigt am Tor des Tempels.) Dies ist das Wort, welches geschah zu Jeremia vom Herrn und sprach: Tritt ins Tor im Hause des Herrn und predige 9⁴ 11. Sonntag nach Trinitatis. daselbst dies Wort und sprich: Höret des Herrn Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen Toren eingehet, den Herrn anzubeten! So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Bessert euer Leben und Wesen, so will ich bei euch euchnie an diesem Ort. Verlasset euch nicht auf die Lügen, wenn sie sagen: Hie ist des Herrn Tempel, hie ist des Herrn Tempel, hie ist des Herrn Tempel! Sondern bessert euer Leben und Wesen, daß ihr Recht tut einer gegen den andern und den Fremdlingen, Waisen und Witwen keine Gewalt tut und nicht unschuldig Blut ver⸗ gießet an diesem Ort; und folget nicht nach andern Göttern zu eurem eignen Schaden: So will ich immer und 8 Drt⸗ bei euch wohnen an diesem Ort, im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe. Aber nun verlasset ihr euch auf Lügen, die kein nütze sind. Daneben seid ihr Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige und räuchert dem Baal und folget fremden Göttern nach, die ihr— kennet. Darnach kommt ihr dann und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprecht: Es hat keine Not mit uns, weil wir solche Gräuel tun. Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für eine Mördergrube? Siehe, Ich sehe es wohl, spricht der Herr. U. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 1. Kor. 15, 1—10. (Nicht ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.) Occh erinnere euch, lieben Brüder, ö des Evangeliums, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch ver⸗ kündiget habe, so ihr's behalten habt; es wäre denn, daß ihr's umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsre Sünden, nach der Schrift, und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift, und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Dar⸗ nach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf Ein Mal, deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer un⸗ zeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium: Luk. 18, 9—14. (Pharisäer und Zöllner.) Er sagte zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären und verachteten die andern, ein solch Aheniaan Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andre ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllne auch se gen H seine 2 mir S euch: fertiget Denn wird e sich se! erhöhet künftige Tiefes, mag u Gottes, unserm er ging Haus u —14. 9 sich 3 sie m die : Es uf in r ein ner. betete e dir, ie die rechte, dieser n der nvon d der 11. Sonntag nach Trinitatis. 9⁵ Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerecht⸗ fertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Neue Perikopen. Epistel: Röm. 8, 33—39. (Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?) er will die Auserwähleten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht machet. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist, ja vielmehr der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und ver⸗ tritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Fähr⸗ lichkeit oder Schwert? Wie ge⸗ schrieben stehet:„Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind Der ig wie Schlachtschafe.. Aber in dem allen überwinden wir weit um des willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zu⸗ künftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Evangelium: Luk. 7, 36—50. (Die große Sünderin.) Eꝰ bat ihn der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße. Und er ging hinein in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tisch. Und siehe, ein Weib war in der Stadt, die war eine Sünderin. Da die vernahm, daß er zu Tische saß in des Pharisäers Hause, brachte sie ein Glas mit Salbe. Und trat hinten zu seinen Füßen und weinte, und fing an seine Füße zu netzen mit Tränen und mit den Haaren ihres Haupts zu trocknen, und küßte seine Füße und salbte sie mit Salbe. Da aber das der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüßte er, wer und welch ein Weib das ist, die ihn an⸗ rühret; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sage an. Es hatte ein Wucherer zween Schuldner. Einer war schuldig fünf hundert Groschen, der andre fünfzig. Da sie aber nicht hatten, zu bezahlen, schenkte er's beiden. Sage an, welcher unter denen wird ihn am meisten lieben? Simon antwortete und sprach: Ich achte, dem er am meisten geschenket hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht ge⸗ richtet. Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehest du dies Weib? Ich bin kommen in dein Haus, du hast mir nicht Wasser gegeben zu meinen Füßen; Diese aber hat meine Füße mit Tränen genetzet und mit den Haaren ihres Haupts getrocknet. Du hast mir keinen Kuß gegeben; diese aber, nachdem sie hereinkommen ist, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Ol gesalbet; sie aber hat meine Füße mit Salbe gesalbet. Der⸗ halben sage ich dir: Ihr sind viele Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebet; welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig. Und er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. 96 12. Sonntag nach Trinitatis. Da fingen an, die mit zu Tisch aßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch die Sünden vergibt? Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dir ge⸗ holfen; gehe hin mit Frieden. Alttestamentlicher Abschnitt: Dan. 9, 15—18. (Auf deine große Barmherzigkeit.) Nun, Herr, unser Gott, der du dein Volk aus Agyptenland geführt hast mit starker Hand, und hast dir einen Namen gemacht, wie er jetzt ist: wir haben ja ge⸗ sündiget und sind leider gottlos gewesen. Ach, Herr, um aller deiner Gerechtigkeit willen wende ab deinen Zorn und Grimm von deiner Stadt Jerusalem und deinem GSünden Berg. Denn um unsrer Sünden willen und um unsrer Väter Missetaten willen trägt Jerusalem und dein Volk Schmach bei allen, die um uns Hör sind. Und nun, unser Gott, öre das Gebet deines Knechtes und sein Flehen und siehe gnädig⸗ lich an dein Heiligtum, das ver⸗ störet ist, um des Herrn willen. Neige dein Ohr, mein Gott, und höre, tue deine Augen auf und siehe, wie wir verstöret sind und die Stadt, die nach deinem Namem genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. 12. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 2. Kor. 3, 4—9. (Das Amt des Geistes.) Ein solch Vertrauen haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet und in die Steine ist ge⸗ bildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht des Moses um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch aufhöret, wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben! Denn so das Amt, das die Ver⸗ dammnis prediget, Klarheit hat, viel mehr hat das Amt, das die Gerechtigkeitprediget, überschweng⸗ liche Klarheit. Evangelium: Mark. 7, 31—37. (Hephatal) Da er wieder ausging von den Grenzen von Tyrus und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten in das Gebiet der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er und 1 ihn von dem Volk besonders und legete ihm die Finger in die Ohren und spützte und rührte seine Zunge und sah auf gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: Hephata! das ist: Tu dich auf! Und alsbald taten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten's niemand sagen. Je mehr Er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten und wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. 5 wir elcher hat, neuen bens, nder Geist das staben st ge⸗ daß nunten Moses seines t, wie Amt, jaben! Ver⸗ t hat, is die weng⸗ —37. n den und läische et der achten stumm daß er Ind er onders in die rührte f gen ich zu u dich )seine seiner redete mn, sie mehr sie es en sich rachen: yt; die nd die 1 1 — 13. Sonntag Neue Perikopen. Epistel: Apostelgesch. 16, 9—15. (Die Purpurkrämerin Lydia.) Pouder erschien ein Gesicht bei der Nacht; das war ein Mann aus Macedonien, der stand und bat ihn und sprach: Komm herüber nach Macedonien und hilf uns! Als er aber das Gesicht ge⸗ sehen hatte, da trachteten wir also⸗ bald, zu reisen gen Macedonien, gewiß, daß uns der Herr dahin erufen hätte, ihnen das Evan⸗ gelium zu predigen. Da fuhren wir aus von Troas; und strackes Laufs kamen wir gen Samo⸗ thracien, des andern Tages gen Neapolis und von dannen gen Philippi, welche ist die Hauptstadt des Landes Macedonien und eine Freistadt. Wir hatten aber in dieser Stadt unser Wesen etliche Tage. Am Tage des Sabbats gingen wir hinaus vor die Stadt an das Wasser, da man pflegte zu beten und setzten uns und redeten zu den Weibern, die da usammenkamen. Und ein gottes⸗ jürchtig Weib, mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt der Thyatirer, hörete zu; dieser tat der Herr das Herz auf, daß sie drauf achthatte, was von Paulus geredet ward. Als sie aber und ihr Haus getauft ward, ermahnte sie uns und sprach: So ihr mich achtet, daß ich gläubig bin an den Herrn, so kommt in mein Haus und bleibet allda. Und sie nötigte uns. Evangelium: Joh. 8, 31—36. (Vom Bleiben an der Rede Jesu.) Da sprach nun Jesus zu den — Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werde die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird nach Trinitatis. 97⁷ euch frei machen. Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Samen, sind nie kein Mal jemands Knechte gewesen; wie sprichst du denn: Ihr sollt frei werden? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibet nicht ewiglich im Hause; der Sohn bleibet ewig⸗ lich. So euch nun der Sohn frei machet, so seid ihr recht frei. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 29, 18— 21. (Die Tauben hören.) 3² selbigen Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buchs, und die Augen der Blinden werden aus dem Dunkel und Finsternis sehen, und die Elenden werden wieder Freude haben am Herrn, und die Armen unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels; wenn die Tyrannen ein Ende haben, und es mit den Spöttern aus sein wird, und vertilget sein werden alle die, so wachen, Mühe anzu⸗ richten, welche die Leute fündigen machen durchs Predigen und stellen dem nach, der sie strafet im Tor, und stürzen durch Lügen den Gerechten. 13. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Röm. 3, 21—28. (Allein durch den Glauben.) Nin ist ohne Zutun des Gesetzes ( die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbaret und bezeuget durch das Gesetz und die Propheten. Ich sage aber von solcher Gerech⸗ tigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christ zu allen und auf alle, die 7 98 13. Sonntag nach Trinitatis. da glauben. Denn es ist hie kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie an Gott haben sollten; und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Er⸗ lösung, so durch Christum Jesum geschehen ist, welchen Gott hat vorgestellet zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete in dem, daß er Sünde vergibt, welche bis anher blieben war unter göttlicher Geduld; auf daß er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt; auf daß Er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Jesum. Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen. Durch welch Gesetz? Durch der Werke Gesetz? Nicht also, sondern durch des Glaubens Gesetz. So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Evangelium: Luk. 10, 23—537. (Der barmherzige Samariter.) Er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben's nicht gesehen und hören, das ihr höret, und haben's nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Schrift⸗ elehrter auf, versuchte ihn und Meister, was muß ich tun, aß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten als dich selbst.“ Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer is denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die törder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber Straße daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vor⸗ über. Ein Samariter aber reiste und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß drein Ol und Wein und hub ihn auf sein Tier und führte ihn in die Herberge und pflegte sein. Des andern Tages reiste er und zog heraus zween Groschen und gab ste dem Wirte und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst dar⸗ tun, will ich dir's Hoelher wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und tu desgleichen. Neue Perikopen. Epistel: 1. Petri 2, 1—10. (Jesus Christus der Eckstein.) So leget nun ab alle Bos⸗ heit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alles Afterreden; und seid begierig nach der vernünftigen lautern Milch, als die jetztgebornen Kindlein, 160 daß ihr durch dieselbige zu⸗ nehmet, so ihr anders geschmeckt sprach mein Jesus Nensch, hinab er die und davon hefahr gefähr, Straße „ ging leichen zu der r vor⸗ reiste er ihn ing zu zunden Wein r und je und Tages ween irte esein; st dar⸗ wenn dünkt en der unter Er zigkeit Jesus nd tu 10. ein.) Bos⸗ g und alles ig nach Milch, ndlein, ge zu⸗ chmeckt 1 22 14. Sonntag nach Trinitatis. 99 habt, daß der Herr freundlich ist, zu welchem ihr kommen seid, als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber bei Gott ist er auserwählet und köstlich. Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott ange⸗ nehm sind durch Jesum Christum. Darum stehet in der Schrift: „Siehe da, ich lege einen aus⸗ erwähleten, köstlichen Eckstein in Zion; und wer an ihn glaubet, der soll nicht zu Schanden werden.“ Euch nun, die ihr glaubet, ist er köstlich; den Ungläubigen aber ist der Stein, den die Bauleute ver⸗ worfen haben und zum Eckstein worden ist, ein Stein des An⸗ stoßes und ein Fels des Arger⸗ nisses; die sich stoßen an dem Wort und glauben nicht dran, dazu sie auch gesetzt sind. Ihr aber seid das auserwählete Ge⸗ schlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des u x ů Herrn Wort geschah zu Sacharja Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht; die ihr weiland nicht ein Volk waret, nun aber Gottes Volk seid und weiland nicht in Gnaden waret, nun aber in Gnaden seid. Evangelium: Mark. 12, 41—44. (Scherflein der Witwe.) Qesus setzte sich gegen den Gottes⸗ kasten und schaute, wie das Volk Geld einlegte in den Gottes⸗ kasten; und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; die machen einen Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat 1591 in den Gotteskasten gelegt denn alle, die eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem übrigen eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, ihre ganze Nahrung, eingelegt. Alttestamentlicher Abschnitt: Sach. 7, 410. (Barmherzigkeit gegen die Brüder.) Des Herrn Zebaoth Wort ge⸗ schah zu mir und sprach: Sage allem Volk im Lande und den Priestern und sprich: Da ihr fastetet und Leid truget im fünften und siebenten Monat diese sieben⸗ zig Jahre lang, habt ihr mir so gefastet? Oder da ihr aßet und tranket, habt ihr nicht für euch selbst gegessen und getrunken? Ist's nicht das, welches der Herr predigen ließ durch die vorigen Propheten, da Jerusalem bewohnet war und hatte die Fülle samt ihren Städten umher und Leute wohneten, beide, gegen Mittag und in den Gründen? Und des und sprach: Also sprach der Herr Zebaoth: Richtet recht, und ein jeglicher beweise an seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit; und tut nicht unrecht den Witwen, Waisen, Fremdlingen und Armen; und denke keiner wider seinen Bruder etwas Arges in seinem Herzen. 14. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Gal. 5, 16—24. (Die Frucht des Geistes.) Occh sage: Wandelt im Geist, Jiso werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch; dieselbigen sind widerein⸗ ander, daß ihr nicht tut, was ihr 7* 100 wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, eindschaft, Hader, Neid, Zorn, ank, Zwietracht, Rotten, Haß, ord, Saufen, Fressen und der⸗ gleichen, von welchen ich euch habe dar gesagt und sage noch zuvor, aß, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freund⸗ lichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanft⸗ mut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Evangelium: Luk. 17, 11—19. (Die zehn Aussätzigen.) Eꝰ begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund worden war, kehrte er um und ries Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die Neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder um⸗ kehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. 14. Sonntag nach Trinitatis. Neue Perikopen. Epistel: 1. Tim. 1, 12— 17. (Mir ist Barmherzigkeit widerfahren.) Occh danke unserm Herrn Christo V Jesu, der mich stark gemacht und treu geachtet hat und gesetzt in das Amt, der ich zuvor war ein Lästerer und ein Verfolger und ein Schmäher; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan im Unglauben. Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unsers Liebe samt dem Glauben und der ziebe, die in Christo Jesu ist. Das ist gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. Aber darum ist mir Barmherzig⸗ keit widerfahren, auf daß an mir vornehmlich Jesus Christus er⸗ deen alle Geduld, zum Vorbild enen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen Könige, dem Unver⸗ gänglichen und Unsichtbaren und allein Weisen, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. Evangelium: Joh. 5, 1—14. (Sündige hinfort nicht mehr.) war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem. Es ist aber zu Jeru⸗ salem bei dem Schaftor ein Teich, der heißet auf ebräisch Bethesda und hat fünf Hallen, in welchen lagen viel Kranke, Blinde, Lahme, Verdorrte, die warteten, wann sich das Wasser bewegte. Denn ein Engel fuhr herab zu seiner Hag in den Teich und bewegte das Wasser. Welcher nun der erste, nachdem das Wasser beweget war, hineinstieg, der ward gesund, mit welcherlei Seuche er behaftet war. Christo emacht gesetzt r war rfolger mir ist i/, denn an im desto unsers ind der su ist. nd ein hristus Welt, „unter te bin. herzig⸗ an mir us er⸗ zorbild sollten Gott, Unver⸗ n und )hPreis —14. tehr.) Juden, uf gen Jeru⸗ Teich, thesda velchen Lahme, inn sich nn ein ar Has te das r erste, et war, ud, mit et war. 15. Sonntag nach Trinitatis. 10¹ Es war aber ein Mensch daselbst, acht und dreißig Jahre lang krank elegen. Da Jesus denselbigen sah liegen und vernahm, daß er so lange gelegen war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, wenn das Wasser sich beweget, der mich in den Teich lasse; und wenn ich komme, so steiget ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bette und gehe hin! Und alsobald ward der Mensch gesund und nahm sein Bette und ging hin. Es war aber desselbigen Tages der Sabbat. Da sprachen die Juden zu dem, der gesund war worden: Es ist heute Sabbat; es ziemt dir nicht, das Bette zu tragen. Er ant⸗ wortete ihnen: Der mich gesund machte, der sprach zu mir: Nimm dein Bette und gehe hin! Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bette und gehe hin? Der aber gesund war worden, wußte nicht, wer es war; denn Jesus war gewichen, da so viel Volks an dem Ort war. Darnach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe zu, du bist gesund worden; sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas Argeres widerfahre. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 50, 14— 23. (Opfere Gott Dank.) Obfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde! Und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Aber zum Gottlosen spricht Gott: Was verkündigest du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund, so du doch Wort hassest und wirfest meine Worte hinter dich? Wenn du einen Dieb siehest, so läufest du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern. Deinen Mund lässest du Böses reden und deine Zunge treibet Falschheit. Du sitzest und redest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn ver⸗ leumdest du. Das tust du und ich schweige; da meinest du, ich werde sein gleich wie du. Aber ich will dich strafen und will dir's unter Augen stellen. Merket doch das, die ihr Gottes vergesset, da ich nicht einmal hinraffe, und sei kein Retter da. Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes. 15. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Gal. 5, 25—6, 10. (Was der Mensch säet, das wird er ernten.) o wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eiteler Ehre geizig sein, einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl über⸗ eilet würde, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem. ihr die ihr geistlich seid; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeg⸗ licher aber prüfe sein eigen Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn, was der Mensch säet, das 10² 15. Sonntag nach Trinitatis. wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes tun an jeder⸗ mann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium: Matth. 6, 24—84. (Sorget nichtl!) 2 iemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben; oder wird dem einen an⸗ hangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise, und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himm⸗ lischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist aber unter euch, der seiner Länge Eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet S0 der ist, als derselbigen Eins. o denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch tun, o ihr Klein⸗ gläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürft. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeg⸗ licher Tag seine eigne Plage habe. Neue Perikopen. Epistel: 2. Thess. 3, 6—18. (Mit stillem Wesen arbeiten.) Wir gebieten euch, lieben Brü⸗ der, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi, daß ihr euch entziehet von jedem Bruder, der da unordentlich wandelt und nicht nach der Satzung, die er von uns empfangen hat. Denn ihr wisset, wie ihr uns sollt nachfolgen. Denn wir sind nicht unordentlich unter euch gewesen, haben auch nicht umsonst das Brot genommen von jemand, sondern mit Arbeit und Mühe Tag und Nacht haben wir gewirket, daß wir nicht jemand unter euch beschwerlich wären. Nicht darum, daß wir des nicht Macht 15 sondern daß wir uns selbst zum Vorbilde euch gäben, uns nachzufolgen. Und da wir bei euch waren, geboten wir euch solches, daß, so jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen. Denn wir hören, daß etliche unter euch wandeln un⸗ ordentlich und arbeiten nichts, sondern treiben Vorwitz. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie durch unsern Herrn Jesum Christ, daß sie mit stillem Wesen arbeiten und ihr eigen Brot essen. Ihr aber, lieben Brüder, werdet nicht verdrossen, Gutes zu tun. daselbs einer“ versorg wir ken? den? die scher alles nach einer lches nicht der zeine jeg⸗ habe. 16. Sonntag nach Trinitatis. 103 Evangelium: Joh. 11, 1—11. (Siehe, den du lieb hast, der liegt krank.) Es lag einer krank, mit Namen Lazarus, von Bethanien, in dem Flecken Marias und ihrer Schwester Martha.(Maria aber war, die den Herrn gesalbet hat mit Salbe und seine Füße getrock⸗ net mit ihrem Haar; derselbigen Bruder, Lazarus, war krank.) Da sandten seine Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, den du lieb hast, der liegt krank. Da Jesus das hörte, sprach er: Die Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, daß der Sohn Gottes dadurch geehret werde. Jesus aber hatte Martha lieb und ihre Schwester und La⸗ zarus. Als er nun hörte, daß er krank war, blieb er zween Tage an dem Ort, da er war. Darnach spricht er zu seinen Jüngern: Laßt uns wieder gen Judäa ziehen. Seine Jünger sprachen zu ihm: Meister, jenes Mal wollten die Juden dich steinigen und du willst wieder dahin ziehen? Jesus ant⸗ wortete: Sind nicht des Tages zwölf Stunden? Wer des Tages wandelt, der stößet sich nicht; denn er siehet das Licht dieser Welt. Wer aber des Nachts wandelt, der stößet sich; denn es ist kein Licht in ihm. Solches sagte er und darnach spricht er zu ihnen: La⸗ zarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, daß ich ihn aufwecke. Alttestamentlicher Abschnitt: 1. Kön. 17, 8—16. (Elias und die Witwe.) Da kam das Wort des Herrn zu ihm und sprach: Mache dich auf und gehe gen Zarpath, welche bei Sidon liegt und bleibe daselbst; denn ich hahe daselbst einer Witwe geboten, daß sie dich versorge. Und er machte sich auf und ging gen Zarpath. Und da er kam an das Tor der Stadt, siehe, da war eine Witwe und las Holz auf. Und er rief ihr und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäße, daß ich trinke. Da sie aber hinging, zu holen, rief er ihr und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brots mit. Sie sprach: So wahr der Herr, dein Gott, lebet, ich habe nichts Gebacknes, ohne ein Hand voll Mehls im Kad und ein wenig Ol im Kruge. Und siehe, ich habe ein Holz oder zwei aufgelesen und gehe hinein und will mir und meinem Sohn zurichten, daß wir essen und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht; gehe hin und machs, wie du gesagt hast; doch mache mir am ersten ein kleines Gebacknes davon und bringe mir's heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du darnach auch machen. Denn also spricht der Herr, der Gott Israels: Das Mehl im Kad soll nicht verzehret werden und dem Olkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, da der Herr regnen lassen wird auf Erden. Sie ging hin und machte, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch und ihr Haus eine Zeit lang. Das Mehl im Kad ward nicht verzehret und dem Olkrug mangelte nichts nach dem Wort des Herrn, das er geredet hatte durch Elia. 16. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Eph. 3, 13—21. (Der rechte Vater über alles, was da Kinder heißet.) arum bitte ich, daß ihr nicht D müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee vor dem Vater unsers Herrn Jesu 10⁴ 16. Sonntag nach Trinitatis. Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß Christus wohne durch den Glauben in euren Herzen und ihr durch die Liebe eingewurzelt und ge⸗ gründet werdet, auf daß ihr be⸗ greifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen die Liebe Christi, die doch alle Erkenntnis übertrifft, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles, das wir bitten oder ver⸗ stehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium: Luk. 7, 11—17. (Weine nichtl) Eꝰ begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger Bolle. viel mit ihm und viel olks. Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nichtt Und trat hinzu und rührte den Sarg an; und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns auf⸗ gestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle um⸗ liegenden Länder. Neue Perikopen. Epistel: Hebr. 12, 18—24. (Ihr seid gekommen zu der Stadt des lebendigen Gottes.) D ihr seid nicht kommen zu dem Berge, den man an⸗ rühren konnte und mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter. Noch zu dem Hall der Posaune und zur Stimme der Worte, welcher sich weigerten, die sie höreten, daß ihnen das Wort ja nicht gesagt würde; denn sie mochten's nicht ertragen, was da gesagt ward: „Und wenn ein Tier den Berg an⸗ rühret, soll es gesteiniget oder mit einem Geschoß erschossen werden“; und also erschrecklich war das Ge⸗ sicht, daß Moses sprach: Ich bin erschrocken und zittere. Sondern ihr seid kommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des leben⸗ digen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu der Menge vieler tausend Engel und zu der Gemeine der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu dem Mittler des neuen Testaments, Jesu, und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet denn Abels. Evangelium: Matth. 11, 25—30. (Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid.) 3 derselbigen Zeit antwortete O Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater; denn es 4 1 ist alf dir. geben niema nur kennet Sohn offenb alle, d seid, Nehm lernet mütig so we eure sanft Altt. Stadt n zu Al⸗ Feuer und Noch und elcher „daß 10 t t dard: g an⸗ 2 mit den“; 3 Ge⸗ bin ndern Berge eben⸗ ischen Nenge der ie im nd zu „und deten ittler „und ung, ·bels. —30. ie ihr d.) ortete preise imels 8 den orgen digen un es 17. Sonntag nach Trinitatis. 105 ist also Dinge iu gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir über⸗ geben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn denn nur der Vater; und niemand kennet den Vater denn nur der Sohn und wem es der Sohn will offenbaren. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch eraquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanft⸗ mütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht. Alttestamentlicher Abschnitt: Hiob 5, 17—26. (Er schlägt und heilt.) Siete. selig ist der Mensch, den Gott strafet; darum weigre dich der Züchtigung des Allmäch⸗ tigen nicht. Denn Er verletzet und verbindet; er zerschlägt und seine Hand heilet. Aus sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in der siebenten wird dich kein Übel rühren. In der Teurung wird er dich vom Tod erlösen und im Kriege von des Schwertes Hand. Er wird dich verbergen vor der Geißel der Zunge, daß du dich nicht fürchtest vor dem Verderben, wenn es kommt. Im Verderben und Hunger wirst du lachen und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten; sondern dein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere auf dem Lande werden Frieden mit dir halten; und wirst erfahren, daß deine Hütte Frieden hat; und wirst deine Behausung versorgen und nichts vermissen; und wirst erfahren, daß deines Samens wird viel werden und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden; und wirst im Alter zu Grab kommen, wie Garben eingeführt werden zu seiner Zeit. 17. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Eph. 4, 1—6. (Ein Leib und Ein Geist.) Sse ermahne nun euch ich Ge⸗ Dandelt⸗ in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's erußen eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanft⸗ mut, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Be⸗ rufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch allen und durch euch alle und in euch allen. Evangelium: Luk. 14, 1—11. (Sabbatfeier in Liebe und Demut.) E begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wasser⸗ süchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den u5 surach: Ja und Pharisäern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sbrach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszeucht am Sabbattage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, 106 18. Sonntag nach Trinitatis. daß nicht etwa ein Vornehmerer denn du von ihm geladen sei, und dann komme, der dich und ihn Arich, hat, und spreche zu dir: Zeiche diesem! Und du müssest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich untenan, auf daß, wenn da kommt, der dich eladen hat, er 15 zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst er⸗ niedriget, der soll erhöhet werden. Neue Perikopen. Epistel: Hebr. 4, 9—13. (Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes.) ist noch eine Ruhe vor⸗ handen dem Volk Gottes. Denn wer zu seiner Ruhe kommen der ruhet auch von seinen zerken, gleich wie Gott von seinen. So lasset uns nun Fleiß tun, ein⸗ zukommen zu dieser Ruhe, auf daß nicht jemand falle in dasselbige Beispiel des Unglaubens. Denn das Wort Gottes ist lebendig und IWeith und schärfer denn kein zwei 9. 08. 5 Schwert und dringet bndch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und keine Kreatur ist vor ihm unsicht⸗ bar, es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir. Evangelium: Matth. 12, 1—8. (Des Menschen Sohn ist ein Herr auch über den Sabbat.) 3³ der Zeit ging Jesus durch die Saat am Sabbat; und seine Jünger, waren hungrig, fingen an, Ahren auszuraufen nd aßen. Da das die Pharisäer sahen, Iprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, das sich nicht ziemt, am Sabbat zu tun. Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, da ihn und die mit ihm waren, hans ain Wie er in das Gottes⸗ aus ging und aß die Schaubrote, die ihm doch nicht ziemte zu essen, denen, die mit ihm waren, sondern allein den Priestern? Oder habt ihr nicht gelesen im Gesetz, wie die Priester am Sabbat im Tempel den Sabbat brech hen und sind doch ohne Schuld? Ich sage aber euch, daß hie der ist, der auch grö er ist denn der Tempel. Wenn ihr aber wüßtet, was das sei:„Ich habe Wohlgefallen an der Barmherzigkeit und nicht am Opfer“,— hättet ihr die Un⸗ schuldigen nicht verdammt. Des Menschen Sohn ist ein Herr auch über den Sabbat. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 75, 5—8. (Gott erniedrigt und erhöht.) Onch fprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Ge⸗ walt, 15 reb nicht so 90 auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig, es habe keine Not, weder von Auf⸗ gang, noch von⸗ Niedergang, noch von dem Gebirge in der Wüste. Denn Gott ist Richter, der diesen niedriget und jenen erhöhet. 18. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 1. Kor. 1, 4—9. (Durch Shrgn an allen Onch danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht an all kenntn von C ist, al habt wartet unsers auch! ans E auf de Christi welche meinsce Christi Evan (Das a l er h f konnte und we Tage 18. Sonntag nach Trinitatis. 107 an aller Lehre und in aller Er⸗ kenntnis; wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest erhalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Ge⸗ meinschaft seines Sohns Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium: Matth. 22, 3446. (Das vornehmste Gebot und die vornehmste Frage.) a die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm:„Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.“ Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andre aber ist dem leich:„Du sollst deinen Nächsten ieben als dich selbst.“ In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünkt euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt:„Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße?“ So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und wagte auch niemand von dem Tage an hinfort, ihn zu fragen. Neue Perikopen. Epistel: Jak. 2, 10—17. (Das Gesetz der Freiheit.) enn so jemand das ganze Gesetz hält und sündiget an Einem, der ist's ganz schuldig. Denn der da gesagt hat:„Du sollst nicht ehebrechen“, der hat auch gesagt: „Du sollst nicht töten.“ So du nun nicht ehehrichest, tötest aber, bist du ein Übertreter des Ge⸗ setzes. Also redet und also tut, als die da sollen durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden. Es wird aber ein unbarmherzig Ge⸗ richt über den gehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; und die Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gericht. Was hilft's, lieben Brüder, so jemand sagt, er habe den Glauben und hat doch die Werke nicht? Kann auch der Glaube ihn selig machen? So aber ein Bruder oder Schwester bloß wäre und Mangel hätte der täglichen Nahrung, und jemand unter euch spräche zu ihnen: Gott berate euch, wärmet euch und sättiget euch; gäbet ihnen aber nicht, was des Leibes Notdurft ist: was hülfe sie das? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber. Evangelium: Mark. 10, 17—27. (Der reiche Jüngling.) Da er hinausgegangen war auf den Weg, lief einer vorne vor, kniete vor ihn und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Aber Jesus sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Du weißt ja die Gebote wohl: Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden. Du sollst niemand täuschen. Ehre deinen Vater und 108 19. Sonntag nach Trinitatis. Mutter. Er antwortete aber und sprach zu ihm: Meister, das hab ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlet dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich. Er aber ward Unmuts über der Rede und ging traurig davon; denn er hatte viel Güter. Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen! Die Jünger aber ent⸗ setzten sich über seiner Rede. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Lieben Kinder, wie schwer ist's, daß die, so ihr Vertrauen auf Reichtum setzen, ins Reich Gottes kommen! Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann denn selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist' denn alle aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott. Alttestamentlicher Abschnitt: 2. Chron. 1, 7— 12. (Salomos Gebet um Weisheit.) Qn derselben Nacht erschien Gott Salomo und sprach zu ihm: Bitte, was soll ich dir geben? Und Salomo sprach zu Gott: Du hast große Barmherzigkeit an meinem Vater David getan und hast mich an seiner Statt zum Könige gemacht; So laß nun, Herr, Gott, deine Worte wahr werden an meinem Vater David; denn Du hast mich zum Könige gemacht über ein Volk, des so viel ist als Staub auf Erden. So gib mir nun Weisheit und Erkenntnis, daß ich vor diesen Volk aus⸗ und eingehe; denn wer kann dies dein großes Volk richten? Da sprach Gott zu Salomo: Weil du das im Sinn hast und hast nicht um Reichtum, noch um Gut, noch um Ehre, noch um deiner Feinde Seele, a um langes Leben gebeten, sondern hast um Weisheit und Erkenntnis gebeten, daß du mein Volk richten mögest, darüber ich dich zum Könige ge⸗ macht eumt so sei dir Weisheit und Erkenntnis gegeben; dazu will ich dir Reichtum und Gut und Ehre geben, daß deines gleichen unter den Königen vor dir nicht gewesen ist, noch werden soll nach dir. 19. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Eph. 4, 22—32. (Ziehet den neuen Menschen an.) So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbet. Er⸗ neuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott ge⸗ schaffen ist in Henei Ge⸗ rechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unterein⸗ ander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet 43— nicht Raum dem Lästerer. er gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, da es not tut, daß es holdselig sei zu hören. Und betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit V und iesem wer )ten? Weil haß Gut, einer inges t um zeten, ögest, e ge⸗ Sheit will Ehre unter vesen v. atis. 2. an.) nach den Lüste Er⸗ eures ieuen t ge⸗ Ge⸗ Arum t die inem rein⸗ und jonne ehen. dem „der beite twas geben faul ehen, rung selig nicht damit 2 19. Sonntag nach Trinitatis. 109 ihr versiegelt seid auf den 2110 der Erlösung. Alle Bitterkeit un Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit. Seid aber unterein⸗ ander freundlich, herzlich, und ver⸗ gebet einer dem andern, gleich wie Gott euch vergeben hat in Christo. Evangelium: Matth. 9, 1—8. (Der Gichtbrüchige.) Da trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gicht⸗ brüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schrift⸗ Dieie. sprachen bei sich selbst: ieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf, und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben— sprach er u dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, eb dein Bette auf und gehe heim! Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Neue Perikopen. Epistel: Jak. 5, 13—20. (Das Gebet des Glaubens.) eidet jemand unter euch, der bete; ist jemand gutes Muts, der singe Psalmen. Ist jemand krank, der rufe zu sich die Altesten von der Gemeine und lasse sie, über sich beten und salben mit Ol in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und so er hat Sünden getan, werden sie ihm vergeben sein. Bekenne einer dem andern seine Sünden und betet fürein⸗ ander, daß ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elias war ein Mensch, gleich wie wir; und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monden. Und er betete abermal, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht. Lieben Brüder, so jemand unter euch irren würde von der Wahr⸗ heit und jemand bekehrte ihn, der soll wissen, daß, wer den Sünder bekehret hat von dem Irrtum seines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen und wird be⸗ decken die Menge der Sünden. Evangelium: Joh. 9, 24—41. (Der Blindgeborene.) a riefen sie zum andern Mal dem Menschen, der blind ge⸗ wesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre: wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete und sprach: Ist er ein Sünder, das weiß ich nicht; eines weiß ich wohl, daß ich blind war und bin nun sehend. Da sprachen sie wieder zu ihm: Was tat er dir? Wie tat er deine Augen auf? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch jetzt gesagt; habt ihr's nicht gehöret? Was wollt ihr's abermal hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden? Da schalten sie ihn und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger. Wir wissen, daß Gott mit Moses geredet hat; von wannen aber dieser ist, wissen wir nicht. Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist ein wunderlich Ding, daß ihr nicht wisset, von wannen er sei; und F— —— 110 20. Sonntag er hat meine Augen aufgetan. Wir wissen aber, daß Gott die Sünder nicht höret, sondern so jemand gottesfürchtig ist und tut nach Trinitatis. ö ö seinen Willen, den höret er. Von der Welt an ist's nicht erhöret, daß jemand einem gebornen Blinden die Augen aufgetan habe. Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und lehrest uns? Und stießen ihn hinaus. Es kam vor Jesum, daß sie n ausgestoßen hatten. Und da er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? Er antwortete und sprach: Herr, welcher ist's? auf daß ich an ihn glaube. Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn ge⸗ gesehen, und der mit dir redet, der ist's. Er aber 9 105 Herr, ich laube; und betete ihn an. Und Jesus sprach: Ich bin zum Ge⸗ richte auf diese Welt kommen, auf daß, die da nicht sehen, sehend werden, und die da sehen, blind werden. Und solches höreten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind wir denn auch blind? Jesus sprach u ihnen: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber sprecht: Wir sind sehend, bleibet eure Sünde. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 32, 1—7. (Wohl dem, dem die übertretungen vergeben sind.) Wobl dem, dem die üÜber⸗ tretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missetat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist! Denn da ich's wollte verschweigen, ver⸗ schmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen. Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrock⸗ denn es ist böse Zeit. nete, wie es im Sommer dürre wird.(Sela.) Darum bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Über⸗ tretungen bekennen. Da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde. (Sela.) Um des willen werden alle Heiligen zu dir beten zur rechten Zeit; darum, wenn große Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselbigen gelangen. Du bist mein Schirm; du wirst mich vor Angst behüten, daß ich errettet gar fröhlich rühmen kann.(Sela.) 20. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Eph. 5, 15—2t. (Sehet zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt.) So sehet nun zu, wie ihr vor⸗ S sichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, und kaufet die Zeit aus; Darum werdet nicht unverständig, sondern Wile ⸗ was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein werdel vol Wesen folget, sondern werdet vo Geistes; redet untereinander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen, und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid untereinander untertan in der Furcht Gottes. Evangelium: Matth. 22, 1—14. (Die königliche Hochzeit.) Qesus antwortete und redete Wabermal durch Gleichnisse zu ihnen und sprach: Das Himmel⸗ reich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte; und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit rufeten; und sie u mal und Sieh berei Mast berei sie ve einer zu sei griffe tötete hörte seine Mörd Stad Knech bereit nicht die S wen bracht ra Böse wurde König und se hatte! sprach du her kein l aber König ihm H ihn in wird klappet aber u ommer dürre um bekannte und verhehlte Ich sprach: meine Über⸗ Da vergabst einer Sünde. illen werden rbeten zur wenn große „werden sie langen. Du 1 wirst mich 5ĩ ich errettet mn.(Sela.) Trinitatis. en. 15— 2T. oorsichtiglich vie ihr vor⸗ It, nicht als rn als die e Zeit aus; it. Darum dig, sondern i des Herrn ch nicht voll mordentlich werdet voll inander in ängen und singet und tren Herzen, it für alles r, in dem esu Christi; r untertan 22, 1—14. chzeit.) ind redete eichnisse zu 5 Himmel⸗ önige, der lachte; und 8, daß sie tfeten; und 20. Sonntag sie wollten nicht kommen. Aber⸗ mal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andre zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und töteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig und schickete seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren's nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte ingen aus auf die Straßen und rachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähne⸗ klappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Neue Perikopen. Epistel: Röm. 14, 1—9. (Unser keiner lebt ihm selber.) Den Schwachen im Glauben nehmet auf und verwirret nach Trinitatis. die Gewissen nicht. Einer glaubet, er möge allerlei essen; welcher aber schwach ist, der isset Kraut. Welcher isset, der verachte den nicht, der da nicht isset; und welcher nicht isset, der richte den nicht, der da isset; denn Gott hat 111 ihn aufgenommen. Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest? Er stehet oder fällt seinem Herrn. Er mag aber wohl aufgerichtet werden; denn Gott kann ihn wohl aufrichten. Eine: hält einen Tag vor dem andern; der andre aber hält alle Tage Meich Ein sei in seiner Meinung gewiß. Welcher auf die Tage hält, der tut's dem errn; und welcher nichts drauf hä t, der tuts auch dem Herrn. Welcher isset, der isset dem Herrn, denn er danket Gott; welcher nicht isset, der isset dem Herrn nicht und danket Gott. Denn unser keiner lebet ihm selber und keiner stirbet ihm selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auf⸗ erstanden und wieder lebendig worden, daß er über Tote und Lebendige Herr sei. Evangelium: Joh. 15, 1—8. (Der Weinstock und die Reben.) Och bin der rechte Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. Einen jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen; und einen jeglichen, der da Frucht bringet, wird er reinigen, daß er mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Worts willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und Ich in euch. Gleich wie der Rebe kann keine Frucht bringen von ihm selber, er bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet und Ich in ihm, der bringet viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen, wie ein Rebe und 112 21. Sonntag nach Trinitatis. verdorret, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und müssen brennen. So ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch wider⸗ Nater Darinnen wird mein ater geehret, daß ihr viel Frucht bringet und werdet meine Jünger. Alttestamentlicher Abschnitt: Spr. Sal. 2, 1—8. (Laß dein Ohr auf Weisheit Acht 10 bm J ein Kind, so du willst meine Rede annehmen und meine Gebote bei dir behalten, daß dein Ohr auf Weisheit acht hat, und du dein Herz mit Fleiß dazu neigest; ja, so du mit Fleiß darnach rufest und darum betest, so du sie suchest wie Silber und sorsches wie Schätze: alsdann wirst du die Furcht des Herrn vernehmen und Gottes Erkenntnis finden. Denn der Herr gibt Weisheit und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Verstand. Er läßt's den Auf⸗ richtigen gelingen und beschirmet die Frommen und behütet die, so recht tun, und bewahret den Weg seiner Heiligen. 21. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Eph. 6, 10—17. (Des Christen Waffenrüstung.) uletzt, meine Brüder, seid stark 3 in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herrn der Welt, die in der Finster⸗ nis dieser Welt' herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um des willen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand tun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Panzer der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurige Pfeile des Bösewichtes; und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium: Joh. 4, 47—54. (Heilung des Sohnes des Königischen.) Er war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa nach Galiläa und ing hin zu ihm und bat ihn, da inabkäme und hülfe seinem Saln Penn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr 1395 Zeichen und Wunder sehet, glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andre Zeichen, das Jesus tat, da er aus Judäa nach Galiläa kam. Ner Episte ( Ahr Kinde Eltern das ist billi Mutter“, da das Verheif dir's wohl auf Erden. eure Kinder ziehet sie a Vermahnun Knechte, seid lichen Herrn tern, in Einf als Christo; vor Augen, efallen, so hristi, daf Gottes tut v Willen. La ihr dem He den Mensch ein Der por wird er von er sei ein K Und ihr He selbige gegen Dräuen; w Herr im Hi ihm kein Ar Evangeliu (Lasset di Sie brach daß e Jünger abe sie trugen. sah, ward e zu ihnen: mir komme nicht; denn Gottes. Wé Wer das R pfähet als e nicht hinein herzte sie 1 auf sie und fertig n des n aber ubens, könnt ichtes; Heils zeistes, 8. hrachen lebente Fieber. es um Jesus Sohn seinem n das tat, da a kam. 21. Sonntag nach Trinitatis. Neue Perikopen. Epistel: Eph. 6, 1—9. (Haustafel.) Ahhr Kinder, seid gehorsam euren V Eltern in dem Herrn; denn das ist billig.„Ehre Vater und Mutter“, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat:„Auf daß dir's wohlgehe und lange lebest auf Erden.“ Und ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zu Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leib⸗ lichen Herrn mit Furcht und Zit⸗ tern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo; nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu efallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes tut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen, und wisset, was ein Der por Gutes tun wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er sei ein Knecht oder ein Freier. Und ihr Herren, tut auch das⸗ selbige gegen ihnen und lasset das Dräuen; wisset, daß auch euer Herr im Himmel ist und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Evangelium: Mark. 10, 13—16. (Lasset die Kindlein zu mir kommen!) Sie brachten Kindlein zu ihm, daß er sie anrührete; die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Da es aber Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: Laßt die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht em⸗ pfähet als ein Kindlein, der wird nicht hinein kommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie. 113 Alttestamentlicher Abschnitt: 2. Sam. 7, 17— 29. (Wer bin ich und was ist mein Haus L) Da Nathan alle diese Worte und all dies Gesicht David gesagt hatte, kam David, der König und blieb vor dem Herrn und sprach: Wer bin ich, Herr, Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hieher gebracht hast? Dazu hast du das zu wenig geachtet, Herr, Herr, sondern hast dem Hause deines Knechts noch von fernem Zukünftigem geredet und das nach Menschenweise, Herr, Herr! Und was soll David mehr reden mit dir? Du erkennest deinen Knecht, Herr, Herr! Um deines Worts willen und nach deinem Herzen hast du—— große Dinge alle kund daß du sie deinem Knecht und tätest. Darum bist du auch groß geachtet, Herr, Gott; denn es ist keiner wie du und ist kein Gott denn du, nach allem, das wir mit unsern Ohren gehört haben. Denn wo ist ein Volk auf Erden wie dein Volk Israel, um welches willen Gott ist hin⸗ gegangen, sich ein Volk zu erlösen und sich einen Namen zu machen und solch große und schreckliche Dinge zu tun auf deinem Lande vor deinem Volk, welches du dir erlöset hast von Agypten, von den Heiden und ihren Göttern? Und Du hast dir dein Volk Jsrael zubereitet, dir zum Volk in Ewig⸗ keit; und du, Herr, bist ihr Gott worden. So bekräftige nun, Herr, Gott, das Wort in Ewigkeit, das du über deinen Knecht und über sein Haus geredet hast; und tu, wie du gereder hast: So wird dein Name groß werden in Ewigkeit, daß man wird sagen: Der Herr Zebaoth ist der Gott über Israel, und das Haus bor dir. Dennedn wird bestehen vor dir. enn du, Herr Zebaoth, du Gott Israels, 8 114 22. Sonntag nach Trinitatis. hast das Ohr deines Knechts ge⸗ öffnet und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein Knecht sein Herz gefunden, daß er dies Gebet zu dir betet. Nun, Herr, Herr, Du bist Gott, und deine Worte werden Wahrheit sein. Du hast solches Gute über deinen Knecht geredet. So hebe nun an und segne das Haus deines Knechts, daß es ewiglich vor dir sei; denn Du, Herr, Herr, hast's geredet und mit deinem Segen wird deines Knechts Haus gesegnet werden ewiglich. 22. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Phil. 1, 3—11. (Erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit.) Occh danke meinem Gott, so oft V ich euer gedenke,(welches ich allezeit tue in alle meinem Gebet für euch alle und tue das Gebet mit Freuden,) über eurer Gemein⸗ schaft am Evangelium vom ersten Tage an bis her; und bin des⸗ selbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das ute Werk, der wird's auch voll⸗ führen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum daß ich euch in meinem Herzen habe in Pdas meinem Gefängnis, darin ich das Evangelium verantworte und be⸗ kräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzens⸗ Detes in Jesu Christo. Und darum ete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Er⸗ kenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unan⸗ stößig auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch zu Ehre und Lobe Gottes. Evangelium: Matth. 18, 21—35. (Der Schalksknecht.) a trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündiget, vergeben? Ist's genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht sieben⸗ mal, sondern siebenzigmal sieben⸗ mal. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte, zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir's alles be⸗ 9381610 Da jammerte den hn esselbigen Knechts und ließ ihn los und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht I. und fand einen seiner itknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, das sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und 1——— zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, die⸗ weil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und nicht d Nutzen Evan (We⸗ Die S— und tmuß her an Ist's sprach ieben⸗ ieben⸗ elreich seinen id als ihm lusend nnicht Herr b und as er el der n an zeduld 8be⸗ Herrn 6 ihn rihm Tnecht seiner ndert iff ihn prach: juldig knecht prach: will vollte mund bis yuldig nechte sehr üchten 3sich eihn ch zu diese die⸗ st du rmen e ich habe? und 22. Sonntag nach Trinitatis. 115 überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird Bruder seine Fehler. Neue Perikopen. Epistel: Hebr. 13, 1—9. (Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde.) Bleibet fest in der brüderlichen Liebe. Gastfrei zu sein, ver⸗ esset nicht; denn durch dasselbige haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherberget. Gedenket der Gebundenen als die Mitgebunde⸗ nen, und derer, die Trübsal leiden, als die ihr auch noch im Leibe lebet. Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen, und das Ehe⸗ bette unbefleckt, die Hurer aber und die Ehebrecher wird Gott richten. Der Wandel sei ohne Geiz; und lasset euch genügen an dem, das da ist. Denn Er hat gesagt:„Ich will dich nicht verlassen noch ver⸗ säumen“; also daß wir dürfen sagen:„Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten; was sollte mir ein Mensch tun?“ Ge⸗ denket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach. Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasset euch nicht mit mancherlei und fremden Lehren umtreiben; denn es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisen, davon keinen Nutzen haben, so damit umgehen. Evangelium: Luk. 9, 57—62. (WVer ist geschickt zum Reiche Gottes) ODSie gingen in einen andern Markt. Es begab sich aber, da sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wo du hin gehest. Und Jesus euch mein himmlischer Vater auch tun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen ein jeglicher seinem sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hin lege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir 1.— Der sprach aber: Herr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten In Toten begraben; gehe du aber hin und verkündige das Reich Gottes. Und ein anderer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, daß ich einen Abschied mache mit denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug leget und siehet zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes. Alttestamentlicher Abschnitt: Spr. Sal. 24, 14— 20. (Der Gerechte fällt und stehet wieder auf.) Also lerne die Weisheit für deine Seele. Wenn du sie findest, so wird's hernach wohlgehen und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein. Laure nicht als ein Gott⸗ loser auf das Haus des Gerechten; verstöre seine Ruhe nicht. Denn ein Gerechter fällt siebenmal und stehet wieder auf; aber die Gott⸗ losen versinken in Unglück. Freue dich des Falles deines Feindes nicht, und dein Herz sei nicht froh über seinem Unglück. Der Herr möchte es sehen und ihm übel gefallen und seinen Zorn von ihm wenden. Erzürne dich nicht über den Bösen und eifre nicht über die Gottlosen. Denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Gottlosen wird ver⸗ löschen. 8* 116 23. Sonntag nach Trinitatis. 23. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Phil. 3, 17—21. (Unser Wandel ist im Himmel.) olget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, daß sie sind die Eaden des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib ver⸗ klären wird, daß er ähnlich werde seinem verkläreten Leibe nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge sich untertänig machen. Evangelium: Matth. 22, 15—22. (Die Zinsmünze.) a gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger samt Herodes' Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist's recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalk⸗ heit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Uberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. Neue Perikopen. Epistel: 1. Tim. 4, 4—11. (Die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze.) Denn alle Kreatur Gottes ist — gut und nichts verwerflich, das mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiliget durch das Wort Gottes und Gebet. Wenn du den Brüdern solches vorhältst, so wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, aufer⸗ zogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, bei welcher du immerdar gewesen bist. Der un⸗ eistlichen aber und altvettelischen Fabeln entschlage dich; übe dich selbst aber an der Gottseligkeit. Denn die 1819 0 Ubung ist wenig nütz; aber die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütz und hat die Ver⸗ heißung dieses und des zukünftigen Lebens. Das ist gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort. Denn dahin arbeiten wir auch und werden geschmäht, daß wir auf den leben⸗ digen Gott gehoffet haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, sonderlich der Gläubigen. Solches gebiete und lehre. Evangelium: Matth. 10, 24—33. (Der Jünger ist nicht über seinen Meister.) Der Jünger ist nicht über seinen — Meister, noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Meister, und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub eheißen, wie viel mehr werden sie seine Hausgenossen also heißen! So fürchtet euch denn nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was ihr höret in das Ohr, das predigt auf den Dächern. Und die d nicht aber und Hölle Sper Denn auf Nun dem tet er denn mich den r himm aber den mein Altt einan und§ auf d rechtig daß tue, u gebe; ihm b 24. S E (Tücht Des haben, euch zu 24. Sonntag nach Trinitatis. 117 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Kauft man nicht zween Sperlinge um Einen Pfennig? Dennoch fällt derselbigen keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählet. So fürch⸗ tet euch denn nicht; ihr seid besser denn viel Sperlinge. Wer nun mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 85, 9—14. (Güte und Treue, Gerechtigkeit und Friede.) Ab, daß ich hören sollte, was Gott der Herr redet; daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Torheit geraten! Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; daß Treue auf der Erde wachse und Ge⸗ rechtigkeit vom Himmel schaue; daß uns auch der Herr Gutes tue, und unser Land sein Gewächs gebe; daß Gerechtigkeit fürder vor ihm bleibe und im Schwang gehe. 24. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: Kol. 1, 9—14. (Tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Licht.) Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir's gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntnis Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht zu aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. Evangelium: Matth. 9, 18—26. (Jairi Töchterlein.) a er solches mit ihnen redete, D stehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgte ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir ge⸗ holfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. 118 25. Sonntag nach Trinitatis. Neue Perikopen. Epistel: 1. Thess. 5, 14—24. eunt hrit) Zukunft Wir ermahnen euch, lieben Brüder, vermahnet die Un⸗ gezognen, tröstet die Kleinmütigen, traget die Schwachen, seid geduldig egen jedermann. Sehet zu, daß einer Böses mit Bösem jemand vergelte, sondern allezeit jaget dem Guten nach, beide, untereinander und gegen jedermann. Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlaß, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Den Geist dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht, prüfet aber alles und das Gute be⸗ haltet. Meidet allen bösen Schein. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz, samt Seele und Leib, müsse bewahret werden un⸗ sträflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi. Getreu ist er, der euch rufet, er wird's auch tun. Evangelium: Joh. 10, 23—30. (Meine Schafe hören meine Stimme.) Odesus wandelte im Tempel in der Halle Salomos. Da um⸗ zingten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsre Seele auf? Bist Du Christ, so sage es uns frei heraus. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch Wor t und ihr glaubet nicht. Die Werke, die Ich tue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir. Aber ihr glaubet nicht; denn ihr seid meiner Schafe nicht, als 5 euch gesagt habe. Denn meine chafe hören meine Stimme, und Ich kenne sie, und sie folgen mir; und Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmer⸗ mehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. Der Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eines. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 39, 5—14. (Lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß.) Hiet lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel ver⸗ gebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es einnehmen wird. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Errette mich von aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren ein Spott werden. Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn Du hast's getan. Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand. Wenn du einen züchtigest um der Sünde willen, so wird seine Schöne ver⸗ zehret wie von Motten. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen! Höre mein Gebet, Herr, und ver⸗ nimm mein Schreien und schweige nicht über meinen Tränen; denn ich bin dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hie sei. 25. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 1. Thess. 4, 13—18. (Von denen, die da schlafen.) Wir wollen euch, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig keine H wir leb Zukunft nicht vo Denn ei einem des Erze Gottes Himmel werden nach wi bleiben, selben Wolken der Lu dem H tröstet e unterein würden Mensch Ues; ines und ut. 3 es muß und eine bei ichts sind icher ein ver⸗ und 25. Sonntag nach Trinitatis. 119 traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben auf die Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Dar⸗ nach wir, die wir leben und über⸗ bleiben, werden zugleich mit den⸗ selben hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Evangelium: Matth. 24, 15—28. (Greuel der Verwüstung.) Wenn ihr nun sehen werdet ů den Greuel der Verwüstung, (davon gesagt ist durch den Pro⸗ pheten Daniel,) daß er stehet an der heiligen Stätte,(wer das lieset, der merke draufl) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist; und wer auf dem Dach ist, der steige nicht her⸗ nieder, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Weh aber den Schwangern und Säugerinnen zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sab⸗ bat. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht ge⸗ wesen ist von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein erwähleten willen werden die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus oder da, so sollt ihr's nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Pro⸗ pheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, daß verführet werden in den Irrtum(wo es möglich wäre) auch die Auser⸗ wähleten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Neue Perikopen. Epistel: Hebr. 10, 32—39. (Werfet euer Vertrauen nicht weg.) GLanket an die vorigen Tage, —in welchen ihr, nachdem ihr erleuchtet waret, erduldet habt einen großen Kampf des Leidens, zum Teil selbst durch Schmach und Trübsal ein Schau⸗ spiel worden, zum Teil Gemein⸗ schaft gehabt mit denen, welchen es also gehet. Denn ihr habt mit den Gebundenen Mitleiden gehabt und den Raub euer Güter mit Freuden erduldet, als die ihr wisset, daß ihr bei euch selbst eine bessere und bleibende Habe im Himmel habt. Werfet euer Ver⸗ trauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den Willen Gottes tut und die Ver⸗ heißung empfahet. Denn„noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll und nicht verziehen. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird, an dem wird Mensch selig; aber um der Aus⸗ meine Seele kein Gefallen haben.“ 120 26. Sonntag nach Trinitatis. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten. Evangelium: Joh. 5, 19—29. (Welche die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, die werden leben.) a antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von ihm selber tun, sondern was er siehet den Vater tun; denn was derselbige tut, das tut gleich auch der Sohn. Der Vater aber hat den Sohn lieb und zeiget ihm alles, was Er tut; und wird ihm 205 größre Werke zeigen, daß ihr euch verwundern werdet. Denn wie der Vater die Toten auf⸗ erweckt und Sohn sie lebendig, also auch der Sohn machet leben⸗ dig, welche er will. Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem GSöhe gegeben, auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort höret und glaubet dem, der mich esandt hat, der hat das ewige eben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode um Leben hindurchgedrungen. ahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören werden, die werden leben. Denn wie der Vater das Leben hat in ihm selber, also hat er dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber; und hat ihm Macht Dure auch das Gericht zu halten, darum daß er des Menschen Sohn ist. Ver⸗ wundert euch des nicht. Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören; und werden hervorgehen, die da Gutes etan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Ubels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Alttestamentlicher Abschnitt: Hiob 14, 1—5. (Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit.) Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Un⸗ ruhe; gehet auf wie eine Blume und fällt ab; fleucht wie ein Schatten und bleibt nicht. Und du tust deine Augen über einen solchen auf, daß du mich vor dir ins Gericht zeuchst. Kann wohl ein Reiner kommen von den Unreinen? Auch nicht einer. Er hat seine bestimmte Zeit, die Zahl seiner Monde stehet bei dir; du hast ein Ziel gesetzt, das wird er nicht überschreiten. 26. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 2. Thess. 1, 3—10. (Er wird herrlich erscheinen mit seinen Heiligen.) Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist; denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegeneinander, also daß wir uns euer rühmen unter den Ge⸗ meinen Gottes über eurer Geduld und Glauben in allen euren Ver⸗ folgungen und Trübsalen, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem i auch leidet; nach dem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbart werden vom Himmel samt den Engeln seiner Kraft und mit en; und a Gutes jung des n haben, ichts. chnitt: geboren, geboren, voll Un⸗ ume und Schatten ist deine luf, daß zeuchst. men von iner. Er die Zahl dir; du wird er litatis. —10. ten mit allezeit der, wie Glaube se eines nimmt aß wir sen Ge⸗ Geduld en Ver⸗ die ihr iB Gott würdig „‚„ über ich dem rgelten Trübsal Trübsal un nun fenbart nt den d mit 26. Sonntag nach Trinitatis. 121 Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evaͤngelium unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem An⸗ gesichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht, wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugnis an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium: Matth. 25,31—46. (Das Endgericht.) Menn des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker ver⸗ sammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Geseg⸗ neten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mich ge⸗ tränket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen und ihr 4a⸗ mich bekleidet. Ich bin krank ge⸗ wesen und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten ant⸗ worten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeiset, oder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget, oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder Donnten gesehen und find zu dir ommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast ewesen und ihr 286 mich nicht beherberget. Ich bin nackend ge⸗ wesen und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und ge⸗ fangen gewesen und ihr habt mich nicht besucht. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder krank, oder gefangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt Einem unter diesen Ge⸗ ringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Neue Perikopen. Epistel: Offenb. Joh. 2, 8—11. (Sei getreu bis an den Tod.) D Engel der Gemeine zu Smyrna schreibe: Das saget der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig worden: Ich weiß deine Werke und deine Trüb⸗ sal und deine Armut,(du bist aber reich,) und die Lästerung von denen, die da sagen, sie seien Juden und sind's nicht, sondern sind des Satans Schule. Fürchte dich vor der keinem, das du leiden wirst. Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen. 122 27. Sonntag nach Trinitatis. auf daß ihr versucht werdet und werdet Trübsal haben zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinen sagt: Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem anderen Tode. Evangelium: Luk. 19, 11—27. (Die anvertrauten Pfunde.) Da sie nun zuhöreten, sagte er weiter ein Gleichnis, darum daß er nahe bei Jerusalem war und sie meineten, das Reich Gottes sollte alsobald offenbart werden, und sprach: Ein Edler zog ferne in ein Land, daß er ein Reich einnähme und dann wiederkäme. Dieser forderte zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt, bis daß ich wiederkomme. Seine Bürger Aber waren ihm feind und schicketen Botschaft ihm nach und ließen sagen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche. Und es begab sich, da er wiederkam, nachdem er das Reich eingenommen hatte, hieß er dieselbigen Knechte fordern, welchen er das Geld gegeben hatte, daß er wüßte, was ein jeglicher gehandelt hätte. Da trat herzu der erste und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund erworben. Und er sprach zu ihm: Ei, du frommer Knecht, dieweil du bist im Geringsten treu gewesen, sollst du Macht haben über zehn Städte. Der andre kam auch und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund Aindomit Zu dem sprach er auch: nd du sollst sein über fünf Städte. Und der dritte kam und Pina, Herr, siehe da, hie ist dein Pfund, welches ich habe im Schweißtuch behalten; ich fürchtete mich vor dir, denn du bist ein harter Mann; du nimmst, das du nicht gelegt hast, und erntest, das du nicht esäet hast. Er sprach zu ihm: lus deinem Munde richte ich dich, du Schalk. Wußtest du, daß ich ein harter Mann bin, nehme, das ich nicht gelegt habe, und ernte, das ich nicht gesäet habe; warum hast du denn mein Geld nicht in die Wechselbank gegeben? und wenn ich kommen wäre, hätte ich's mit Wucher erfordert. Und er sprach zu denen, die dabei standen: Nehmet das Pfund von ihm und gebet's dem, der zehn Pfund hat. Und sie sprachen zu ihm: Herr, hat er doch zehn Pfund. Ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird gegeben werden, von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, das er hat. Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir! Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 126. (Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.) Nenn der Herr die Gefangnen Wĩ Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumen⸗ den. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der Dez⸗ hat Großes an ihnen getan. Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. Herr, bringe wieder unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringest im Mittagslande. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen; und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben. 27. Sonntag nach Trinitatis. Alte Perikopen. Epistel: 2. Petri 3, 3—14. (Der neue Himmel und die neue Erde.) Wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren . aß ich e, das ernte, harum nicht und e ich's d er inden: nund d hat. Herr, sage wird r, der mmen )jene u, daß ringet tir! nitt: rden ignen ꝗFso 27. Sonntag nach Trinitatis. eignen Lüsten wandeln und sagen: Wo— die Verheißung seiner Zu⸗ kunft? Denn nachdem die Vater entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Mutwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; d die Welt durch dieselbigen mit der Sintflut verderbet. Also auch der Himmel, der jetzund ist, und die Erde werden durch sein Wort ge⸗ sparet, daß sie zum Feuer behalten werden auf den Tag des Gerichts und Verdammnis der gottlofen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so tut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich in Frieden erfunden werdet. ennoch ward zu der Zeit ihre Lampen. 123 Evangelium: Matth. 25, 1—18. (Gleichnis von den zehn Jung⸗ frauen.) ann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus dem Bräutigam ent⸗ gegen. Aber fünf unter ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die törichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Ol mit sich. Die klugen aber nahmen Ol in ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen! Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ole, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch ge⸗ breche; gehet aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. Und da sie hingingen, zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hin⸗ ein zur Hochzeit; und die Türe ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euer nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Neue Perikopen. Epistel: Offenb. Joh. 7, 9—17. (Die große Schar in weißen Kleidern.) D 0. sah ich und siehe, eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Heiden 124 und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl stehend und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen, schrieen mit großer timme und sprachen: Heil sei dem, der auf dem Stuhl sitzt, unserm Gott und dem Lamm! Und alle Engel standen um den Stuhl und um die Altesten und um die vier Tiere und fielen vor dem Stuhl auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weis⸗ heit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Und es antwortete der Altesten einer und sprach zu mir: Wer sind diese, mit den weißen Kleidern angetan, und woher sind sie kommen? Und ich sprach zu ihm: Herr, Du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind's, die kommen sind aus großer Trübsal und haben 1— Kleider gewaschen und haben ihre Kleider helle gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Stuhl Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Stuhl sitzt, wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze; denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Evangelium: Luk. 12, 35—48. (Selig die Knechte, die der Herr wachend findet.) Lesset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen; und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er auf⸗ brechen wird von der Hochzeit, auf daß, wenn er kommt und anklopfet, 27. Sonntag nach Trinitatis. sie ihm alsbald auftun. Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kommt, wachend findet. Wahr⸗ lich, ich sage euch: Er wird ch aufschürzen und wird sie zu Tis setzen und vor ihnen gehen und ihnen dienen. Und so er kommt in der andern Wache und in der dritten Wache und wird's also finden, selig sind diese Knechte. Das sollt ihr aber wissen, wenn ein Hausherr wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so wachte er und ließe nicht in sein Haus brechen. Darum seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu der Stunde, da ihr's nicht meinet. Petrus aber sprach zu ihm: Herr, sagest du dies Gleichnis zu uns, oder auch zu allen? Der Herr aber sprach: Wie ein groß Ding ist's um einen treuen und klugen Haushalter, welchen der Herr setzet über sein Gesinde, daß er ihnen zu rechter Zeit ihre Gebühr gebe! Selig ist der Knecht, welchen sein Herr findet also tun, wenn er kommt. Alttestamentlicher Abschnitt: Jes. 35, 3—10. (Die Erlösten Zions werden kommen mit Freuden.) tärket die müden Hände und erquickt die strauchelnden Kniee! Saget den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht! Sehet, euer Gott, der kommt zur Rache; Gott, der da bergilt, kommt und wird euch helfen. Alsdann werden der Blinden lugen aufgetan werden, und der Tauben Ohren werden geöffnet werden; alsdann werden die Lahmen löcken wie ein Hirsch, und der Stummen Zunge wird Lob sagen. Denn es werden Wasser in der Wüste hin und wieder fließen und Ströme im dürren Lande. Und wo es zuvor l. trocke stehen ist, so zuvor soll& stehen Bahn der he kein und d daß m Toren da kei reißen daselb man u Die C wieder komme Freud sein, sie er Seufz Darst E (Ball S0 se Weg b Sert, err, des Bu er komi Wer u Zukun scen cheiner Feuer die Se sitzen un reinige reiniget und S dem He Gerecht wohlge Selig Herr, so Wahr⸗ dird st zu Tis jen und kommt in der 3also Knechte. „wenn welcher wachte n Haus yr auch Sohn nde, da 18 aber gest du er auch sprach: n einen shalter, er sein rechter Selig n Herr kommt. hnitt: rden 9 de und elnden zagten et euch t, der der da Neuch der herden, verden verden Hdirsch, wird herden und te im zuvor Darstellung Jesu im Tempel. 12⁵ trocken ist gewesen, sollen Teiche stehen; und wo es dürre gewesen ist, sollen Brunnquellen sein. Da zuvor die Schakale gelegen haben, soll Gras und Rohr und Schilf stehen. Und es wird daselbst eine Bahn sein und ein Weg, welcher der heilige Weg heißen wird, daß kein Unreiner drauf gehen darf; und derselbige wird für sie sein, daß man drauf gehe, daß auch die Toren nicht irren mögen. Es wird da kein Löwe sein und wird kein reißend Tier drauf treten, noch daselbst gefunden werden, sondern man wird frei sicher daselbst gehen. Die Erlöseten des Herrn werden wieder kommen und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein, Freude und Wonne werden ste ergreifen und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. Darstellung Jesu im Tempel. Alte Perikopen. Epistel: Mal. 3, 1—5. GBald wird kommen zu seinem Tempel der Herr.) iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir 15 den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht; und der Engel des Bunds, des ihr begehret, siehe, er kommt! spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen, und wer wird bestehen, wenn er wird er⸗ scheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmieds und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit; und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judas und Jerusalems wie vorhin und vor langen Jahren. Und ich will zu euch kommen und euch strafen und will ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer hebrecher und Meineidigen unb wider die, so Gewalt und Unrecht tun den Taglöhnern, Witwen und Waisen und den Fremdling drücken und mich nicht fürchten, spricht der Herr Zebaoth. Evangelium: Luk. 2, 22—32. (Darstellung Jesu.) Da die Tage ihrer 13 Moen nach dem Gesetz des Moses kamen, brachten sie ihn gen Jeru⸗ salem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn;(wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: „Allerlei Männliches, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen“;) und daß sie gäben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gesetz des Herrn ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottes⸗ fürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Ant⸗ wort worden von dem heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn täten, wie man pfleget nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volks Israel. 126 Neue Perikopen. Epistel: 1. Joh. 5, 9—15. (Das Zeugnis Gottes von seinem Sohne.) Ss wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; denn Gottes Zeugnis ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei sich. Wer Gott nicht glaubet, der macht ihn Den Lügner; denn er glaubet nicht em Zeugnis, das Gott zeuget von seinem Sohn. Und das ist das Zeugnis, daß uns Gott das ewige Leben hat gegeben, und solches Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Solches hab ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohns Gottes, auf daß ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habt und daß ihr glaubet an den Namen des Sohns Gottes. Und das ist die Freudigkeit, die wir haben zu ihm, daß, so wir etwas bitten nach seinem Willen, so höret er uns. Und so wir wissen, daß er uns höret, was wir bitten, so wissen wir, daß wir die Bitten haben, die wir von ihm gebeten haben. Evangelium: Matth. 21, 42—44. (Der Stein, der zum Eckstein geworden ist.) QJesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eck⸗ stein worden. Von dem Herrn ist das geschehen und es ist wunder⸗ barlich vor unsern Augen?“ Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das seine Reformationsfest. Früchte bringt. Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zer⸗ schellen; auf welchen aber er fällt, den wird er zermalmen. Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 96, 1— 10. (Saget, daß der Herr König sei.) (Singet dem Herrn ein neues D Lied: singet dem Herrn, alle Welt! Singet dem Herrn und lobet seinen Namen; verkündiget von Tag zu Tag sein Heil! Er⸗ zählet unter den Heiden seine Ehre, unter allen Völkern seine Wunder! Denn der Herr ist groß und hoch zu loben, wunderbarlich über alle Götter. Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der Herr 0˙1 den Himmel gemacht. Es stehet herrlich und prächtig vor ihm und gehet gewaltiglich und löblich zu in seinem Heiligtum. Ihr Völker, bringet her dem Herrn, bringet her dem Herrn Ehre und Macht! Bringet her dem Herrn die Ehre seines Namens; bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe! Betet an den Herrn in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt! Sagt unter den Heiden, daß der Herr König sei und habe sein Reich, so weit die Welt ist, bereitet, daß es bleiben soll; und richtet die Völker recht. Reformationsfest. Alte Perikopen. Epistel: Gal. 5, 1—15. (Bestehet in der Freiheit.) So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen. Siehe, ich Paulus sage euch: Wo ihr euch beschneiden lasset, so nützet euch Christus nichts. Ich * er auf ird zer⸗ er fällt, hnitt: ig sei.) neues rn, alle n und ündiget l Er⸗ seine useine st groß barlich Götter her der emacht. tig vor ch und igtum. Herrn, re und 5. it.) eiheit, Reformationsfest. zeuge abermal einem jeden, der sich beschneiden lässet, daß er das ganze esetz schuldig ist zu tun. Ihr habt Christum verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen. Wir aber warten im Geist durch den Glauben der Ge⸗ rechtigkeit, der man hoffen muß. Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. Ihr liefet fein. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Solch Überreden ist nicht von dem, der euch berufen hat. Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teich. Ich versehe mich zu euch in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnet sein. Wer euch aber irre machet, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle. Ich aber, lieben Brüder, so ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich denn Verfolgung? So hätte ja das Ärgernis des Kreuzes aufgehöret. Wollte Gott, daß sie auch ausgerottet würden, die euch verstören! Ihr aber, lieben Brüder, seid zur Freiheit berufen; allein sehet zu, daß ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet, sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn alle Gesetze werden in Einem Wort erfüllet, in dem:„Liebe deinen Nächsten als dich selbst.“ So ihr euch aber untereinander beißet und fresset, so sehet zu, daß ihr nicht untereinander ver⸗ zehret werdet. Evangelium: Matth. 5, 1—12. (Die Seligpreisungen.) Da er das Volk sah, ging er auf einen Berg un setzt sich; und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind: 127 denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich be⸗ sitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der erden Seli denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn ste werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolget werden; denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und ver⸗ folgen und reden allerlei Übels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind. Neue Perikopen. Epistel: 1. Kor. 3, 11—23. (Einen andern Grund kann niemand legen.) inen andern Grund kann nie⸗ mand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christ. So aber jemand auf diesen Grund bauet Gold, Silber, edle Steine, Holz, Heu, Stoppeln, so wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wirds klar machen; denn es wird durchs Feuer offenbar werden, und welcherlei eines jeg⸗ lichen Werk sei, wird das Feuer bewähren. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebauet hat, so wird er Lohn empfahen. Wird aber jemandes Werk ver⸗ brennen, so wird er des Schaden leiden; er selbst aber wird selig werden, 21 doch, als durchs Feuer. Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes 128 Reformationsfest. Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig; der seid 205 Niemand betrüge sich selbst. elcher sich unter euch dünket, weise zu sein, der werde ein Narr in dieser Welt, daß er möge weise sein. Denn dieser Welt Weisheit ist Torheit bei Gott. Denn es tehet geschrieben:„Die Weisen erhaschet er in ihrer Klugheit.“ Und abermal:„Der Herr weiß der Weisen Gedanken, daß sie eitel sindG.“ Darum rühme sich niemand eines Menschen. Es ist alles euer; es sei Paulus oder Apollos, es sei Kephas oder die Welt, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige, alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes. Evangelium: Joh. 2, 13—17. (Die Tempelreinigung.) Der Juden Ostern waren nahe, und Jesus zog hinauf gen Jerusalem und fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechs⸗ ler. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen und ver⸗ schüttete den Wechslern das Geld und stieß die Tische um; und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: Traget das von dannen und macher nicht meines Vaters Haus zum Kaufhause. Seine Jünger aber gedachten dran, daß geschrieben stehet:„Der Eifer um dein Haus hat mich gefressen.“ Alttestamentlicher Abschnitt: Psalm 46. (Die feste Burg.) Gete ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den roßen Nöten, die uns getroffen haden. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unter⸗ ginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenn gleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge ein⸗ fielen. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Woh⸗ nungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. Die Heiden müssen ver⸗ zagen und die Königreiche fallen; das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören läßt. Der Herr Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. Kommt her und schauet die Werke des Herrn, der auf Erden solch Zerstören an⸗ richtet; der den Kriegen steuert in aller Welt; der 1 zerbricht, Spieße zerschlägt un Feuer verbrennt. Seid stille und erkennt, daß Ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden; ich will Ehre einlegen auf Erden. Der Herr Zebaot ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. Wagen mit zeine ö daß um 4 itt: und den offen uns uter⸗„* ins das von ein⸗ stadt hren Voh— tt ist e fest am ver⸗ llen; nun er aoth 8 ist und der an⸗ rt in richt, mit und Ich den egen aoth ö — ist.*