——.......... Hiii B GIESSEN UQUUUuld 14 U82 137 8 re—— 1.9 7——— ů— 2** 2—* 7—— 5— I.———— 39.•7 5* 2 2— 2 Her Evangelisches Airchengesangbuch für den Konsistorialbezirk Cassel. Herausgegeben vom Königlichen Konsistorium zu Cassel unter Mitwirkung des Gesamt⸗Synodal⸗Ausschusses. Cassel, 1890. Hof⸗ und Waisenhaus⸗Buchdruckerei. D. 9 A. Lieder zum Anfang und Schluß des Gottesdienstes 3 1. Aby,eunt II. Weihnachten ů III. Neujahr. IV. Epiphanias V. Passionszeit VI. Ostern VII. Himmelfahrt VIII. Pfingsten IX. Trinitatis X. Kleine Feste B. Lieder für die Festzeiten des Kirchenjahres C. Lieder von der ehristlichen Kirche J. Bitte und Trost der Kirche II. Ausbreitung der Kirche III. Kirchweih und Einführung von Pfarreru. D. Lieder von den Gnadenmitteln J. Wort Gottes II. Taufe und Konfirmation III. Abendmahl. Nr. 1—14 15—139 15— 28 29— 43 44— 52 53— 56 57— 81 82—104 105—117 118—130 131—134 135—139 140—169 140—156 157—165 166—169 170201 170—175 176—185 186—201 E. Lieder von den Gaben und Wirkungen des heiligen Geistes J. Buße und Bekehrung II. Glaube und Rechtfertigung III. Heiligung 1. Wandel im Licht 2. Liebe zu Jesu 3. Vertrauen auf Gott. A. Gebetslieder a. Bitte b. Lob und Dank C. Lieder für besondere Zeiten und Stände 1. „Tischlieder. 3. Abendlieder Ehe und Hausstand. Obrigkeit 3 7 Landesnot, Krieg und Friede Wetter und Ernte Morgenlieder. B. Kreuz- und Trostlieder. F. Lieder von den letzten Dingen J. Sterben und Begräbnis II. Zukunft Christi, Auferstehung, Gericht und ewiges Leben 6. Anhang geistlicher Lieder Gebete Verzeichnis der Cvangelien und Cpisteln Verzeichnis der Liederdichter Verzeichnis der Lieder Nr. * 202—418 202—225 226.—243 244—418 244—266 26—287 288—418 288—372 288— 298 299—318 319—372 319—333 334—337 338—352 353—361 362—365 366—369 370—372 373—418 419—464 419—451 45²2—464 465—507 331 365 367 37⁵5 99 2 Formular 9—225 der ö —2—225 9——8 sonntäglichen Altarliturgie. 14—266 7—27⁷ 8—418 Gemeinde: Komm, heiliger Geist ꝛc. 8—37² Pfarrer: Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes 8298 und des heiligen Geistes! Amen. 9. 318 Od er: ö ö 9—372 Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat! Amen.“ —333 Geliebte im Herrn! Demütigt euch vor Gott, —337— bekennt euere Sünde und bittet um Vergebung im 8—352 Namen des Herrn Jesu Christi. Laßt uns also beten: 3—361 O himmlischer Vater, ewiger und barmherziger 2. 65 Gott, wir arme Sünder erscheinen vor deiner gött⸗ 35 lichen Majestät und bekennen, wie die Wahrheit ist, 13——— daß wir nicht allein empfangen und geboren sind in —372² aller Bosheit und Verderbnis und daher geneigt zu 3—418 allem Bösen, aber unütz zu einigem Guten, sondern ö auch, daß wir mit unserem sündlichen Leben noch ohne 9—464 Unterlaß deine heiligen Gebote übertreten, dadurch 9—451 wir deinen Zorn wider uns reizen und nach deinem gerechten Urteil auf uns laden zeitliche und ewige 2—464 Strafen. Aber, o Herr, wir tragen Reu' und Leid, daß wir dich erzürnt haben, wir verklagen selbst uns 5—507 und unsere Laster und bitten von Grund unserer Herzen, ö daß deine Gnade zu Hilfe komme unserem Elend und Jammer. Du wollest dich deshalb, o allergütigster 331 Gott und Vater, über uns erbarmen und uns verzeihen 365 alle unsere Sünden um des teuren Leidens und Sterbens 367 willen Jesu Christi, deines Sohnes! Amen. 37⁵—— * An Festtagen oder in festlichen Zeiten ist dem Introitus noch ein entsprechender Bibelsp ruch hinzuzufügen. In den unierten Gemeinden des ehemaligen Konsistorialbezirks Hanau werden die entsprechenden Stücke aus den Gebeten pag. 3 u. 4, eäw. pag. 71 u. 72 sowie 74 der Agende verlesen. Gemeinde: ———.——————— — Herr, er⸗-barm' dich un ⸗ser! Christe, er⸗barm' dich * N I + +.— +— 2—— +. + +. I en ee 1———.. ..,.SPS‚I....... .— — .—— und⸗ ser! Herr, er ⸗barm' dich un ⸗ ser! —— Pfarrer: Hört hierauf den Trost des Evangeliums von der Vergebung der Sünden. So spricht der Herr zu jeder bußfertigen und gläubigen Seele: Sei getrost, deine Sünden sind dir vergeben! Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. O du treuer, gnadenreicher Gott, wir sagen dir Dank für das Werk deiner Erlösung und lob— singen dir mit den himmlischen Heerscharen: Ehre sei Gott in der Höhe! Gemeinde(oder Chor allein): Eh⸗re sei Gott in der Hö- he und Frie⸗de auf 6.—.—.—————— 2— G 7— 4.— r E. ——9—.—————— 2 2— 4+..————.— 2...—.— 2— Lia 2. + 2—4 2— 2—————— Er-den und den Menschen ein Wohl-ge- fal-len! * ⁴— EEÆEe———— Lia———4*.. 2.—— I.—— — + 2. 5 1* Ii...— II A⸗men, A⸗-men, A⸗ men. Pfarrer: Laßt uns beten! O himmlischer Vater, da wir in deinem Namen jetzt versammelt sind, dein Wort zu lernen und unsere Not dir vorzutragen, so wollest du uns beiwohnen mit der Gnade deines heiligen Geistes, daß wir dein Wort andächtig und heilsam hören, in einem feinen guten Herzen bewahren, vielfältige und dir wohl⸗ gefällige Früchte bringen und unser Gebet auch also zu. M II — 5 — 8* V ö dir verrichten, daß wir von dir erhört, mit deiner mächtigen Hilfe erfreut und verursacht werden, dir mit fröhlichem Herzen zu danken. Ach Herr, höre! ach Herr, sei gnädig! ach Herr, merke auf und thue es um dein selbst und um deines allerliebsten Sohnes Jesu Christi willen! Amen. Gemeinde: A.4 ——2 4 + +—. N + I ICL ———— +— *———————— A⸗men, A⸗men, A⸗ men. Pfarrer: Hört nun mit Andacht Gottes Wort in unserem heutigen Evangelium(in unserer heutigen Epistel). Der Geistliche verliest diesen Schriftabschnitt und spricht: Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Gemeinde: *——————4 — e ᷣ nnn mi —i—— SS...‚——4 —.— Hal⸗le⸗-lu⸗ja!— Hal⸗le⸗lu⸗ja!— Hal⸗le⸗ * ²——* —————— ——.— 24——..— iu ia Pfarrer: Laßt uns unseren christlichen Glauben bekennen: Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten hat unter Pontio Pilato, gekreuzigt ist, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige, allgemeine, christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Gemeinde(oder Chor allein) entweder: 4 DDD——— Eh⸗ re sei dem Va⸗ter und dem Soh⸗ne SSS.S............. Druck und Verlag des veformierten Waisenhauses zu Cassel. * 6 2—— deiner Zünd H2 +1 21— .DP‚.. EE..i.i I..— und dem hei ⸗li- gen Gei-ste, wie es war im 2. +—— 2— RSREIEIEIEIEt...—.— An⸗fang, jetzt 2—73 im⸗mer⸗dar und 25 E⸗wig⸗ — ————— ..SPIPIS‚IS‚I‚I‚I‚‚I‚‚e keit zu E⸗wig⸗keit. A⸗ men. oder Gemeinde: Dir, Gott, den Erd' und. preiß, dir, Va⸗ter, göttli Manf die 2 versan des Halle M 2* * und treten. Alles innigs ihn k schlagt das H 2.60 die Ch gebück heilig! aller vernin auchen dringe *2 G st ber Lieder zum Anfa eng und Schluß des Gotteebsdienstes At Eigene Melodie R• 2(Domm, hesnhsi I. K——— 8 ö kliger Geist! üll die Herzen deiner AnGläu züpd bigen und ent— öttlichen Liebe, der du durch din ihnen das Feur deiner Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja! Halleluja!(Halleluja!) Alte Kirche. Mel.: Wunderbarer König. 2* Gott ist gegenwärtig! lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gehücket dienen. Heilig! heilig! heilig! singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. ———— 3Z. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegen⸗ wärtig sehen! f Laß mich dir für und für trachten zu ge⸗ fallen, liebster Gott, in allem. 5. Du durchdringest alles: laß dein schönes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 6. Mache mich voll Einfalt, innig abgeschieden, sanfte und in stillem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit, laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. Anmerkung. Die mit bezeichneten Lieder finden sich in dem neuen 44½ Militär⸗Gesangbuch. Vergleiche Verzeichnis der Lieder. ————— 2 Anfäng d Schluß 7. Herr, komm in mithrden laß mein Geist auserden des Gottesdienstes. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. ein Heilt ch Wen;— 8 dir ein Heiligtum noch ide ch 4. Großer Gott von alten komm, du nahes Wesen, — Zeiten, dessen Hand * in mir verkläre, daß ich stedie Welt regiert, dessen Treu dich lieb und ehre; wo ich get, auf allen Seiten mich von sitz und steh, erblicken und bücken. Gerhard Tersteegen, 1697—17 69. vor dir mich Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag, oder: Vom Himmel hoch. 3 Gottlob! der Sonn⸗ tag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. (Halleluja.) 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt Leben, Heil und Seligkeit. (Halleluja.) 3. Das ist der rechte Son⸗ nentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. (Halleluja.) 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Himmels⸗Ehrenpfort: laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich. (Halleluja.) Joh. Olearius, 1611—1684. laß mich dich Nugend auf geführt, heute weades Tages Lauf mich zu laur Andacht auf. 2. Ach, 2. lieb ich diese — Stunden, densie saind des Herren Fest, das mit viel Trost verbunden, da m dare mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß mir die Gerechtigkeit, Tro es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sam⸗ meln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen; denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es künftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. — Kaspar Neumann, 1648-1715. * ülten Hand Treu von heute mich diese des viel mM 3t und eist mir weist. diesen it zum d unsre Mensch d von t, daß dringt. er als t süßer r sam⸗ ind den elig ist, so nach sprich vir sind 5 preise mehre künftig pir dich Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 3 Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 5 H schöner 72 Morgen, schöner, als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunklen Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. ö 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte, heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche all Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gottes-— werk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird das Kleid mir schicken, das ich ihm zu Ehren trag, sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zions⸗ stille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust, laß mich Lehr und Trost gewinnen, gib zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund, mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnaden⸗ bund, daß, wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gib, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jon. Krause, 1701—1762. Eigene Melodie. 6* err Jesu Christ, dich zu uns wend, dein heilgen Geist du zu uns send, mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 1* 4 Aufang und Schluß des Gottesdienstes. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm Il.. Herzog v. Sachsen-Weimar(2), 1598- 1662. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 7. Hern öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ist, das mein Herz erfreut, dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 8. Höch ster Gott, dir danken wir, daß du uns dein Wort Segcdan, innig bitten wir von dir: hilf uns heilig danach leben, gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schenk uns deine Kraft dazu, gib zum Wissen uns das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach Haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus leite uns auf d deinen Wegen. laß uns hier im Segen gehen, dort gesegnet auferstehen. — J. Ad. Haßlocher, 1645— 1726. Mel.: Herzlich thut mich verlangen, oder in zwei Versen nach der Mel.: Christus der ist mein Leben. 9 Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, 10 mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nik. Selnecker, 1532— 1592. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 10 Licht vom Licht, er— Oleuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnaden— sonne, zeige dich meinem muntern Angesichte, wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Selig⸗ keit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu ge⸗ nießen. Streu das Wort mit Segen ein, laß es hundert⸗ izen, sein. Zünde selbst das Opfer an; das auf meinen Lippen lieget, sei mir Weisheit, Licht 11 Wo und Hin von gezt wird gehn chen aus, gen, hen, 26. ngen, Mel.2 2 sein du von iben, ehr. nicht keit; n in 592. cht. er⸗ dem den⸗ inem ohne mein elig⸗ röme Herz ge⸗ mit dert⸗ pfer ppen Licht Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 5 und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig! singen, und mich in die Ewig⸗ keit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gib mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir und gieß meiner Andachts⸗ kerze immer neue Nahrung zu, o du Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ weiht, weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herr⸗ lichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Sa⸗ lomon; laß mich deine Weis⸗ heit hören; ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonntag macht. Benj. Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. 11* Liebster Jesu, wir sind * hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand ist mit Finsternis um⸗ hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet: Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns alle⸗ samt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren: unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohlgelingen. Tobias Clausnitzer, 1618-1684. Mel.: Erschienen ist, oder: Erhalt uns, Herr. 12 O heilger Geist, laß uns 5 dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr.(Halleluja.) 2. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht, all unser Thun also regier, daß wir Gott preisen für und für.(Halleluja.) Unbekannt 1646. Mel.: Unser Herrscher. 13* Thut mir auf die 5 schöne Pforte, führet mich in Zion ein, ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Woh⸗ * Advent. nung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt, nichts laß meine An⸗ dacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt, speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. 7. Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann, lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Ehrensaal. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 1 4.* Unsern Ausgang segne Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schenck, 1634-1681. IJIJIJI—IIII—— B. Lieder für die Festzeiten des Kirchenjahres. I. A d vent. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. A* uf, auf, ihr Reichs⸗ 15. Acglnofsen! der Kö⸗ nig kommt heran; empfanget unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen! der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da; seht, wie so mancher Ort hoch tröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. ich verd An⸗ unn mich mich inen sich dein die esem inem 27 37. hier. egne Ein⸗ inser hun mit uns 581. ibten gar und schon Ort nnen, nnen und Advent. 7 3. Auf, auf, ihr Vielge⸗ plagten! der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Ver⸗ zagten, dort kommt der Morgen⸗ stern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf er— weisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbe⸗ trübten! der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzge— liebten, hat er schon längst gedacht; nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu be— sehn, dieweil er kommt ge⸗ ritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. O König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Joh. Rist, 1607—1667. Mel.: Ach Jesn, meiner Seele Freude, oder: Eigene Melodie. 16 ein König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Es'lin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm ent⸗ gegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch alle Erden⸗ reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Be⸗ waffnet mit des Glaubens Worten, zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 8 Advent. 6., O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Fr. Rückert, 1788—1866. Mel.: Es ist das Heil uns 17. ottlob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Gottes offenbar; und nun will er aufs neue den alten hoch⸗ beschwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn zu Ien Dein Wunn liches Priestertum muß Dank Gelobt zum Opfer bringen. sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet! 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden; des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin, denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gib uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu erweist, er⸗ neuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, der 0 dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt uns, Herr dein Wort samt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche,‚ Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen HDi Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Herde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, damit kein heuch⸗ lerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne. So halten und vollen— den wir das Kirchenjahr auf Erden: dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphieren. H. Cornelius Hecker, 1699—1743. Eigene Melodie. 18.* Gott sei Dank durch · alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlich keit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ frau Sohn, der wohl zwei⸗ *——..————— in Herr und wir esem egne rche, uns rraft und ottes rein örer uch⸗ bens llen⸗ auf res rden. noch einst sie 43. urch der und Rat zäter und sie ams ung⸗ zwei⸗ —::::2::p:: Advent. 9 gestammte Held hat sich treu⸗ lich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein Zu⸗ kunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste will sich dir zu Füßen legen, zeuch zu unsern Thoren ein; du sollst uns willkommen sein. Heil! Hosianna, o mein Teil! richte du auch eine Bahn dir meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin und des Satans schlaue List sich zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich, aller Angste frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht be⸗ stehn. Heinr. Held, um 1650. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 19 Hosianna! Davids Sohn kommt in Zion eingezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst, 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach, so laß uns unverdrossen deinem Scepter dienstbar sein; herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die Verheißung zu erfüllen; wollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, ei, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna! laß uns hier an den Olberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 8. Hosianna! nah und fern! eile, bei uns einzugehen, du Gesegneter des Herrn, warum villst du draußen stehen? Hosianna, bist du da? Ja, du kommst. Halleluja! Benj. Schmolck, 1672—1737. ö + 10 Advent. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 20. omm, du wertes Löf segeld, dessen alle Heiden hoffen: komm, o Hei⸗ land aller Welt, Thor und Thüren stehen offen komm in göttlich hoher Zier, komm, wir warten mit Begier! 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du großer Ehren⸗ könig; laß mich deine Woh⸗ nung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, ei, so soll mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an mit den Sieges⸗-Palmen⸗ zweigen; so viel ich nur immer kann, will ich Ehre dir er⸗ zeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinst. 4. Hosianna, Davids Sohn! ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, laß dein Scepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höh! Joh. Gottfr. Olearius, 1635—1711. Eigene Melodie. 21* acht hoch die Thür, 21. die Thor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; der⸗ halben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Saniturhutgfel ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unser Not zu End er bringt. derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel aliaken die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Treundlichkeit auch uns erschein Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr. Georg Weissel, 1590— 1635. iesen Ullen ieser die mit onn. nein hür, eur reit; gkeit Lust der ja eich. zott, voll and zens euch dein hein. führ gen hein, und 35. Advent. 11 Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 22. 9 it Ernst, o Men⸗ schenlinder, das Herz in euch bestellt, bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast macht seine Steige richtig, laßt alles was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht nie⸗ drig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, n richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. V. 1—3 Valentin Thilo, 1607— 1662. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen, oder: Aus meines Herzens Grunde. 23.* Nun; jauchzet all, ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mäch⸗ tig zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt: im hohen Himnualsthrane ist versprochen hat zu geben, bei ihm sein Reich bestellt; er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat voll⸗ bracht. 3. Ihr Mächtigen der au nehmt diesen König wollt ihr beraten werden uuß gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Herren Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem Könige zu singen, der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald er⸗ scheinen in seiner Herrlichkeit und alles Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 1606- 1673. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 2 4. Nun! kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar; ** 12 Advent. dein König kommt! drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Halleluja. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang im⸗ mer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; sei für seine Gnad gepreist. Halleluja. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. A Friedensfürst aus 25. O 2 2 ö Davids Stamm! O meiner Seelen Bräutigam! Mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir, o Im⸗ manuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden! Singt mit Freuden: Hosianna! Seht, er kommt jetzt, Hosianna! 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll und weiß nicht, was ich schenken soll dem aus⸗ erwählten König. O teurer Jesu, nimm doch hin mich selbst und was ich hab und bin; ach, freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, keine Leiden sollen mich je von dir scheiden. Gott 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier, mein Leitstern stets, o bleib bei mir, du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna, schenke dich zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden, laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. Ph. von Zesen, 1619—1689. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 26 Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: Mein König komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein, was du findest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evan⸗ gelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abend— mahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir. t, du tstern „ du Du „ du zum Laß auf den noch 689. nicht. önig dir! orte; u zu orte, mein, vein! dein nem ban⸗ Vort ja nein lles was nige inde Abst eder ond⸗ Heil im im herr iein Adveut. 13 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Mel.: Werde munter, mein Gemüte, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. 27. Warum willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Ge⸗ wissen mit vergiften Schlangen⸗ bissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Un⸗ glück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reich— tum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie wert? was ist, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freuden⸗ licht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur will⸗ kommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast be⸗ gangen, das ist alles abge⸗ schafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 14 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie, oder: Valet will ich dir geben. 28* Wie soll ich dich empfangen und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergetze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psal⸗ men ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Ban⸗ den, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst Advent. mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmels-— zelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammers Last, die kein Mund kann aussagen, so fest um⸗ fangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt! ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be— mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch be⸗ wußt. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schrecken vor eurer Sünden⸗ schuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. ö 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augen⸗ er geb wie 2 voll keit The 3 höck kant Fle Süt 4 höck Kra und Heil 5 gebr du Tro nur . Uber mein schaf sten henkst nicht dscher dich nels⸗ eben, ihren oßen Nund um⸗ dein Heer, nerze iehr; t die eure steht t be⸗ und ollet acht. mit und 1 zu ö De⸗ ter⸗ den⸗ sie und mimt und bei ihr nach und vird gen⸗ Weihnachten. 15 blick. Er kommt, er kommt ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und — süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne! und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, 1607—1676. II. Weihnachten. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. Also hat Gott die 29. A Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den ein⸗ gebornen Sohn uns gibt; wie hat er uns so lieb! 2. Was sein erbarmungs⸗ voller Rat beschloß von Ewig⸗ keit, die große wundervolle That vollführt er in der Zeit. 3. Er, unser Heil und höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne Sünde an. 4. Du, Sohn des Aller⸗ höchsten, wirst mir Rat und Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, der Heiland aller Welt. 5. Was mir zum Seligsein gebricht, das, Herr, erwirbst du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nur in dir. 6. Dein Mangel wird mein Uberfluß, dein Leiden stillt mein Leid, dein Riedrigsein schafft mir Genuß der höch⸗ sten Herrlichkeit. 7. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freuden⸗ zeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron, erheb ihn, Christenheit! H. Cornelius Hecker, 1699—1743. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 30 Der heilge Christ ist * kommen, der teure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron, auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge⸗ gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn, die Sünden⸗ angst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos! Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 16 Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da. Er ruft euch insgemein mit süßen Liebesworten:„Ge⸗ öffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein!“ E. M. Arndt, 1769—- 1860. Mel.: Vom Himmel hoch da. — 31. den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht: ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit er⸗ füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbstan unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir:„Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern“. Gelobt sei, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. ies ist der Tag, Weihnachten. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Maje⸗ stät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Selig⸗ keit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Nach einer Prüfung kurzer Tage, oder: O daß ich. 32* Oies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlich— keit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt— und Himmelslicht weicht hun— derttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein; der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg! Sünd 3. du sel Selig und S schon dieses dein H 4 scheine dein L du est dir die genieß du nie 5. nachts deiner meine lehreen wieich sei des Kaspar 33. trage g das( Freude ist die und m nahm, Treuen 2.8 Davids aller E Gottes Lob ve all m Herzen heil und nest dich it, wirst ider hier, rden wir. r Maje⸗ das Herz r Selig⸗ as Herz Sünde tler ists, zagt der schützt, Pe sitzt? nel, die Tag der d Erde, ng ihm, Lied. ag, den verd in n preise, jrist im n ist. 15—1769. zer Tage *—: Nacht, schienen indlich⸗ e Engel Hmeine Welt⸗ yt hun⸗ cht. „meine )t den anz in ckt sich treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht schon in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichtewandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. + Kaspar Fr. Nachtenhöfer, 1624-1685. ö Eigene Melodie. 33 Ermuntre dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Brautzu freien. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren, willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank, Weihnachten. 17 daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein er— wünschtes Leben für solche Feind hingeben? 4. O großes Werk, o Wun⸗ dernacht, dergleichen nie ge— funden! du hast den Heiland hergebracht, der alles über— wunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 5. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Gebärden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, komm, Heiland, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten die Stätte dir bereiten. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast 2 —.————————— ö * 1 18 die Welt bezwungen; hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis' in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Joh. Rist, 1607— 1667. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen, oder: Sei zufrieden, mein Gemüte. 34 2 Frögich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist ge— boren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein ge⸗ lehret, der sein Reich und zu— gleich sich uns selbst verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt — und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. Weihnachten. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen; stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen; liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führer an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost, hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben. Nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet 12. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last all auf deinem Rücken: kein Fleck ist an mir Heil, laß dich zu fir und kl 13. willen und S zuhüll Herze edle& nießen 14. bewahr hier, Mit di voller im an 35. daß du einer des fre Hallelt — ewig( *8* beschlo Schoß worder erhält 4⁷¹ herein, neuen mitten des L Halleli 5.— Gott seiner mich süßen lieben was alles laßt )Nein, t mit u, der it den Licht roßen Thür Faßt ühren euch hwert seine erzen, inden, auch 5und füllet ände! Haben sollt dich meine ingen. Leben. h dich kann m du heinem n mir worden klein, neuen Scheüt! Weihnachten. 19 zu finden, ich bin gar rein 920 klar aller meiner Sünden. 13. Ich bin rein um deinet⸗ willen; du gibst gnug Ehr und Schmuck, mich drin ein⸗ zuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen; o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht ge— nießen! 14. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich oschweben voller—— ohne Zeit, dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie. * e lobet seist du, 35. G Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig findt; und 2 ewig Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie in unser armes Fleisch der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Eugehn gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an, des freu sich alle Christen— heit und dank ihm des in Ewig⸗ keit. Halleluja! Dr. Martin Luther, 1483 1546. Mel.: Lobet den Herren, den mäch tigen König der Ehren. 36. Itruofon ihr Himmel, Vfrohl ocket, ihr Eugel in Chören, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren; sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. Kind jetzt man in der Krippe 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Er⸗ Blut verkleidet sich das den, Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. beschloß, der liegt in Marien Schoß, er ist ein erhält allein. eluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein —5 leucht wohl Nacht und uns Kinder macht. mitten in der des Lichtes Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast Kindlein der alle Ding Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden. 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier 1ndel sehet die Liebe sich zeiget. Liebe, die endlich als Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis ver— in stehen? hier ist die Pforte des 2 2² Lebens nun offen zu sehen: gehet hinein, macht euch dem Kinde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge— denken? du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich ver⸗ loren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich er⸗ heben; laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; gib mir doch bald völlige Kindesgestalt, um dir allein nur zu leben! Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 37. J steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und S Sinn; Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen. Weihnachten 2. Da ich noch nicht ge⸗ boren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt', erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht 1 Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, 100 schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und tam mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich aubetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seelen Trost und Freud durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege bei mir ein 907 und all deine Freuden. Zwar sollt ich denken, Wie gering 10 dich bewirten werde; du bist der Schöpfer; * aller 2 und E lieber verschn gerne höchste schleuß schenkt 2 Vaters Kindle elend, Krippe 3. G'walt ring, u Knechte aller 2 4. C Brust, Speis, ihr Lust 9.—— sprießen Zeit, d richten hnste Wundo⸗ nimmt in des ich ein Wechsel noch f Jesus f t ge⸗ mir dir zu annt', deine dein ie du odes⸗ zonne, bracht zonne. Licht ericht, ihlen! euden t satt nicht hetend in ein Seel dich nach h des t dich insrer ieiner durch das . wirst nicht möge d an mich omm, ein hen. nken, irten öpfer Weihnachten. 21 aller Ding, ich bin nur Staub und Erdez doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Eigene Melodie. 38 Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut auf⸗ schleußt sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und ge⸗ ring, und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, nimmt von ihr seine Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm ent⸗ sprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott auf⸗ richten wollt sein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an und gibt uns in des Vaters Reich die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnte wohl noch freundlicher der treue Jesus sein! 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nik. Herman, 4 1561. Eigene Melodie. 39 Nun singet und seid froh, jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh. nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kind⸗ lein zart und rein, und durch deine Güte, o liebster Jesu mein, zeuch mich hin nach dir, zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Da wir ganz ver⸗ dorben durch Sünd und Eitel⸗ keit, hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da, eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Ach, nirgend mehr denn dort, da die Engel singen dem lieben Jesu mein und die Psalmen klingen im Himmel hell und rein. Eia, wärn wir da, eia, wärn wir da! Nach dem Lateinischen In dulei jJuhilo. Eigene Melodie. 40 Vom Himmel hoch da komm ich her; ich bring euch gute neue 22 Mär; der guten Mär bring liegt Jesus Christ, er, der der ich so viel, davon ich und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket Zeichen recht, die singn nun Krippe, ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröh— lich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in der Krippe drin? Wer mag das schöne Kindlein sein? Es ist der liebe Heiland mein. 8. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering; auf dürrem Gras das Weihnachten. Herr vom Himmel ist. 10. Und wär die Welt viel⸗— mal so weit von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du König groß und reich her prangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft I ö 2 und rein, zu ruhn in meines Windelein so schlecht, da findet 2 Herzens Schrein, daß nimmer ich vergesse dein. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Dr. M. Luther, ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi, 1535. Mel.: Vom Himmel hoch. 41 Vom Himmal kam der 2 Engel Schar, er⸗ schien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. e 9. lich se ist wor eur 7 Brude 4. Sünd mit ei laß z Höll, eur G 5. lassen eur 3 viel fe ders u 6. haben den 6 danket duldig 42. uns zu geborer sich de soll ni 2. Gott wahrer geboren sein M dem He 3. 5 Christu uns in Mit u Not! Christe der der lt viel⸗ in und e doch ein ein nd die b Heu König rangst, eich. fallen zeigen Nacht, nichts hut. Jesu sanft ieines mmer tt im chenkt reuen und der er⸗ ibar; dlein der vids indet desus d ist. Weihnachten. 3. Des sollt ihr billig fröh⸗ lich sein, it worden ein. Er ist geborn 110 Fleisch und Blut; eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? mit euch den wahren Gott; laß zürnen Teufel und die daß Gott mit euch Ihr habt Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zuversicht es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, 993 nicht lassen kann. Zuletzt müßt ihr doch 1 aaen recht, ihr seid nun wor⸗ 43. Wi Des den Gotts Geschlecht. danket Gott in Ewigkeit, ge⸗ duldig, fröhlich allezeit. Dr. M. Aube⸗ 1483—1546. Eigene Melodie. 42. Wir Christenleut habn jetzund Freud, weil uns zu Trost ist Christus Mensch geboren, hat uns erlöst; wer sich des tröst und glaubet fest, soll nicht werden verloren. 2. Ein Wunder-Freud! Gott selbst wird heut ein wahrer Mensch von Maria geboren. Ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von Gott dem Hden Sund dazu erkoren. 3. Die Sünd macht Leid: Christus bringt Freud, weil er zu uns in diese Welt ist kommen. Mit uns ist Gott nun in der Not! Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdammen? —2 4. Drum sag ich Dank mit dem Gesang Christo dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los sein der Sündenlast und unträglichen Bürden. 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! singen wir all aus un⸗ sers Herzens Grunde; denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergessen solln zu keiner Stunde. Kaspar Füger, + 1592. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag, oder: Vom Himmel hoch. singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgen⸗ stern, du Jungfraun Sohn, Herr aller Herrn.(Halleluja.) 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o längft ge⸗ wünschter Gast, dich nunmehr einzes mit hast.(Halleluja.) 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht: dich hat ehesit so lange Jahr der Väter und Propheten Schar.(Halleluja.) 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel.(Halleluja.) 5. Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm; ach daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein.(Halleluja.) 24 Neujahr. 6. Nun du bist hier, da lened du, n 1* ud lein deine Ruh, bist klein und 11. Bin ich gleich Sünd machst doch alles groß, bekleidst und Schulden voll hab ich die Welt und kommst doch bloß. gelebt nicht, wie ich soll, ei (Halleluja.). kommst du doch deswegen her, 7. Du kehrst in fremder daß sich der Sünder zu dir Hausung ein, und sind doch kehr.(Halleluja.) alle Himmel dein; du liegst 5 an deiner Mutter Brust n Ine⸗ Sche faß ich dich nun bist doch aller Engel Lust. alles Scheu, du machst mich (Halleluja.) alles Jammers frei. du trägst 8. Du bist der süße Men den Zorn, du würgst den Tod. schenfreund, doch sind dir so viel und N. 11 Hallel all Angst Menschen feind; Herodis Heer ot.(Halle ja.) hält dich für Greul und bist„13. Du bist mein Haupt, doch nichts als lauter Heil. hinwiederum bin ich dein Glied (Halleluja.) und Eigentum und will, so 9. Ich aber, dein geringster viel dein Geist mir gibt, Knecht, ich sag es frei und stets dienen dir, wie dirs be— mein es recht: ich liebe dich, liebt.(Halleluja.) doch nicht so viel, als ich dich I4. Ich will dein Halleluja gerne lieben will.(Halleluja.) hier mit Freuden singen für 10. Der Will ist da, die und für, und dort in deinem Kraft ist klein; doch wird dir Ehrensaal solls schallen ohne nicht zuwider sein mein armes Zeit und Zahl.(Halleluja.) Herz, und was es kann, wirst Paul Gerhardt, 1607—1676. (Halleluja.) III. Neujahr. Mel.: Wenn ich, o Schöpfer. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab oder: Es ist das Heil uns kommen. Preis und Dank für die bis⸗ 44 Bis hieher hat mich herge Treue, die du, o Gott, Gott gebracht durch mir lebenslang bewiesen täg⸗ seine große Güte; bis hieher lich neue; in mein Gedächtnis hat er Tag und Nacht be⸗ schreib ich an: Der Herr hat wahrt Herz und Gemüte; bis Groß's an mir gethan, bis hieher hat er mich geleit; bis hieher mir geholfen. hieher hat er mich erfreut, bis 3. Hilf fernerweit, mein hieher mir geholfen. treuster Hort, hilf mir zu allen ..r HI iHHHi AV.;23 du in Gnaden nehmen an. Stu jeder Jesu bis Blu hilft An 45 dank daß fahr und 2. Soh höch arm ferne 3. heils Seet false uns 4. Sün werd im gnad 5. lich fröhl aufz einzi 6. dich zu de Nac luja für nem hne ja.) 76. Neujahr. 25 Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen. Amilie Jul. Gräfin v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1637— 1706. Mel.: Vom Himmel hoch. ö* as alte Jahr ver⸗ 45. D ᷓ ⸗ Wir gangen ist danken dir, Herr 8 Feu Christ daß du uns in so groß'r Ge⸗ fahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich ewigen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, das ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgöttere i, behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn und fromm zu werden fangen an, kein'r Sünd im alten Jahr gedenk, ein gnadenreich Neujahruns schenk: 5. Christlich zu leben, selig⸗ lich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tage aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens zob und Ehr! Joh. Steuerlein, 1546—1613. Nach Andern: Jak. Tapp. um 1620. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 46 Das Jahr geht still zu Ende, nun Zei auch 165 mein Herz. In Gotte 5treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz, und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen —, du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern ver— gißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist! Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimat⸗ recht ertauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens, die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur seger vorwärts sehen mit elger Freudigkeit: wird uns durc Grabeshügel der klare Blick verbaut: Herr, gib der Seele Flügel, daß sie hin⸗ überschaut. 26 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimat⸗ wärts. Und ist es uns hie⸗ nieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß, geb. 1835. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 47 Das liebe neue Jahr geht an, das alte hat ein Ende; drum jauchzt und freut sich jedermann, er⸗ hebt sein Herz und Hände zu unserm Gott im Himmelsthron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht das bekannt uns, die wir warn verloren. Im selgen, lieben Gotteswort ge⸗ schrieben ists an manchem Urt und wird uns klar verkündet. 3. Die reine Lehr und Sa⸗ krament wir hab'n in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte. Er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selig neues Jahr und helf ö Ooiv. Bibl. Sie: — en Neujahr. uns zu der Engel Schar, da wolln wir ihn schön preisen! Cyriatus Schneegaß, 1546—1597. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 48 Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, Goͤtt⸗ lob, gedrungen; dies Jahr ist hingelegt; dir, Gott, sei Lob ge⸗ sungen, mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast er⸗ bauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück ver⸗ trauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein fester Trost; dich laß ich ferner walten, wenn mich die Not anstoßt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich, gib, daß ich nichts ver⸗ übe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen, ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schweben, mein Sol drin meir verse du! dien du dein 7. schlo sei h meir Laß werd neue Wor 6 die n nüd noch unse von an 1 11933. neu in d Neujahr. 27 mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen, gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Höll verschlingen? ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar ver⸗ dienet der tiefen Hölle Glut; du aber bist versühnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr be⸗ schlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden; dein Wort verspricht es mir. Gottfr. Wilh. Sacer, 1635—1699. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 49. Gachken der Sterb⸗ lichkeit, der kurzen Lebenstage ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage und wiederum ein Teil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schutz und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben er⸗ nüdet noch vergißt. daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Trutz, da findet allezeit dein Volk in Nöten Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts er⸗ lösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb und Sanfmut in uns allen, und soll uns dieses Jahr auch neue Not befallen, so stärke die Geduld und mache 1 Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, das wir mehr und mehr den alten Menschen töten; verleih an Seel und Leib, was jedem ist von nöten, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. ö 7. Wem du das Ziel be⸗ stimmt, in diesem Jahr zu scheiden, den wollst du, treuer Gott, in Gnaden vollbereiten. Laß ihn im nn hier be⸗ schließen seinen Lauf und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf! Henr. Kath. v. Gersdorf, 1648— 1726. zeuch mich, unser König. Mel.: Zeuch mich, 50 Unser Herrscher, 0.* ilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Zahn geht an; laß es 28 Neujahr. neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, gib mir Buße für die Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade, sondern bald Verzeihung find, Herr, in dir; nur du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Zagen bin; stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 4. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei und ich christlich könne leben sonder n und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlass en. Joh Rist, 1607— 1667. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 51. III soll die Losung sein, da ein neues Jahr cden Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Namo, Jesu Wort soll in seinem Zion schallen; und so oft wir nach dem Ort, da sein Name thronet, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 52.* Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen; 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken,die alleWeltbedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge⸗ wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, Kind blitze 6. fürm unse wo 2— die sei alles o V unse Bru 9. die nach ein 10 pfor Orte die —33——— Epiphauias. 29 5. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsres Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. 10 8 sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten und laß an allen Orten auf so viel Blutvergießen die Friedensströme fließen. IV. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 53. Gott der Juden, Gott der Heiden, aller Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Rioricht der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von sern, dich zu sehn, o Jakobsstern! 2. Wir gesellen uns zu denen, die vom Morgenlande sind. Unser Fragen, unser Sehnen ist nach dir, du großes Kind! 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, gib fröhliche Gedanken den. hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles 5 du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1607 1676. Epiphanias. Unsre Kniee beugen sich, unser Arm umfasse dich. 2 3. Nimm die aufgethanen Schätze, Schatz, der unser Herz erfreut! Deine Mildigkeit er⸗ setze unsrer Hände Dürftigkeit. Reichtum suchen wir bei dir, lauter Armut bringen wir. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoff⸗ nung an; laß dich einen Weih⸗ rauch laben, den die Andacht geben kann. Und als Myrrhen 30 Epiphanias. bringen wir die Geduld und Buße dir. 5. Diese Opfer nimm in Gnaden von ergebnen Herzen an, und laß keinen Feind uns schaden, der dich nicht vertragen kann, wenn Herodis Schwert gewetzt, so behalt uns unverletzt! 6. Nun, wir gehn von deiner Krippen: Laß mit Segen uns von dir. Zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, still der Feinde Mordbegier; mach uns selbst den Weg bekannt, der uns führt ins Vaterland. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 54* Cesu, großer Wun⸗ * Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge— nügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. ö 4. Nimm die Myrrhen bitt-— rer Reu: ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist derstern, der aus e 2— dazu das göttlich Wort; drum fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an! Erdm. Neumeister, 16711756. Mel.: Valet will ich dir geben. 55 O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mag werden zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeu— gen die Leut aus Morgen— land, die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer Kö— nig, wie uns die Schrift ver— meldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf hohem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitz'st nicht in festem Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön ge— zieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Ge— walt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein er⸗ barmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Arm mein in C od 56 du& welc über Got die 2 weie in d ist Din Gla Fin —* — bler an! schie unst haft 4 verl uns ich nd Epiphanias. 31 Armen und segne meinen Lauf. Den Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 6. Du wollst in mir ent— zünden dein Wort, den schönen Stern, halt falsche Lehr und Sünden von meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behm, 1557—1622. Eigene Melodie, oder: Zeuch mich, zeuch mich. 56 Werde Licht, du Stadt der Heiden, und du Salem, werde Licht: schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält. Die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir ver⸗ blendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann; unsre Augen und Gebärden hafteten nur an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt! es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorge— gangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches soviel Angst und Weh aus der Welt hin⸗ weggetrieben, daß nichts Dunk⸗ les übrig blieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch des Glaubens Liebeswerke folgen in Gerech⸗ tigkeit und hernach im Freuden⸗ leben heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinung müss' erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klar— heit wohnen. Joh. Rist, 1607—1667. 32 Passionszeit. V. Passionszeit. Eigene Melodie. R7* hriste, du Lamm 57. C Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele, 7 er am Kreuz ist 58. D meine Liebe und sonst nichts in dieser Welt. O daß ers doch ewig bliebe, der mir jetzt so wohl gefällt! Nun mein Herz soll immer⸗ fort fest bestehn auf diesem Wort, sei es heiter oder trübe: Der am Kreuz ist meine Liebe. 2. Zwar es ist mir unver⸗ borgen, was die Lieb oft nach sich zieht: Schmach, Ver⸗ folgung, Not und Sorgen, Kreuz und Armut bringt sie mit. Ja, wenn er, mein Hei⸗ land, will, ist kein bittrer Tod zu viel. Doch es komme noch so trübe, der am Kreuz ist meine Liebe. 3. Lieber wähl ich solche über mich, daß ich, was er haßt, nicht übe, der am Kreuz ist meine Liebe. 4. Aber wißt ihr meine Stärke und was mich so mutig macht, daß mein Herz des Fleisches Werke und des Sa⸗ tans Grimm verlacht? Jesu Lieb ist mir gewiß, seine Lieb ist stark und süß! Was ist, das mich noch betrübe? Der am Kreuz ist meine Liebe. 5. Diese Liebe lohnet endlich, führt zu ihm ins Vaterhaus, ist zur letzten Zeit erkenntlich und teilt Kränz und Kronen aus. Ach, ach wollte Gott, daß doch alle Welt dereinst sich noch dieses in das Herz einschriebe: Der am Kreuz ist meine Liebe! Joh. Ernst Greding, 1676—1748. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 59 in Lämmlein geht WIR und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es Plage und der Liebe schweren Stand, als ohn ihn die besten Tage und der Ehren eitlen Tand. Heißt mich immer wunderlich, spotte man auch ö geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Wür⸗ gebank, verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden.“ 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott Sühne hin, n dich a ausget Zornes schwer, kannst los du Bluter 3. Herzer will di hängt Wirker Wund kannst gedach zwinge bist st Fehe Felsen 4. dich e lassen wie d fassen. Herze Herz du m will Ruhn tum . lichke singet aller brin soll für 1 ergief guteg 2 5EeH reuz eine utig des Sa⸗ zesu Lieb ——.272727 Passionszeit. 33 Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen.„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zu Straf und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn ab⸗ zwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets gleich wie du mich mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigen⸗ tum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen; mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Ge⸗ dächtnis schließen. dich, mein 6. Erweitre Herzensschrein, du sollst ein Schatzhaus werden der Schätze, die viel größer sein als Wen mui Meer und Erden. eg mit den Schätzen dieser Welt und allem, was der Welt gefällt, ich hab ein Bessres funden; mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was Winden. ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu nutz zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasser⸗ quell, in Einsamkeit mein Sprachgesell, zu Haus und auch auf Reisen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kann mirs Schatten geben; setzt mir der Wehmut Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker. Und wenn des Kreuzes Un⸗ gestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 9. Wann endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darin kleiden. Es soll 3 34 Passionszeit. sein meines Hauptes Krou, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, 16907—1676. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 60 Es ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht; o großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein, das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht, o wahres Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: Des Sohnes Blut erlangt Ge⸗ hör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin, dich wünschen Eugel zu umfangen, ruh auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht; o tröstlich Wort: Es ist vollbracht! 277 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die Engel sind allhier zugegen, ich schlummre sanft mit Jakob ein, die Himmelspfort ist aufge⸗ macht, o Lebenswort: Es ist vollbracht! Sa lom. Franck, 1659—1725. Mel.: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht, oder: Begrabt den Leib. 61 904 Jesu Christ, dein 4 teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearins, 1611—1684. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 62 Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine herber ich lel 2 du he schlag Sünd trager schone verge Recht Thro gange Spot am K du fü unsre Gott 4. Dank lobsit der künft dasel dem ewig und Leide sein, scheis durc besch sterb Mel. 63 mich ugst dein vor ude an Passionszeit. deine große Not und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen; ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt aus Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hin⸗ künftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Unbekannt 1674. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 4 6 3 Herr. stärke mich, dein eLeiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe 35 zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zer⸗ schlagen die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hoch⸗ heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 8. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen 3* üben. O gib zu diesem seligen Geschäfte stets neue Kräfte. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 6 4 Heshliebster Jesu, was hast du ver⸗ brochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins An⸗ gesicht geschlagen und ver⸗ höhnet; du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wiewunderbarlich istdoch diese Strafel Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! J lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu aus⸗ breiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen „Sinnen nicht erreichen, womit Passionszeit. doch dein Erbarmen zu ver⸗ gleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Ver— folgung, nichts von Todes⸗ schmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir an⸗ nehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu. wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehren⸗ krone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Herr Jesu Christ, du ꝛc. 65 ch danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die lee die du in deiner letzten Not empfandst in deinem Herzen. Laß di ein Lo wenn 2. Huld, da di Schul geneig zu mi gerat Gnad 3. Gunst auf d sonst! nimm Frist, bist, 1 Joh. Mel. 50* 66. denker melst schenk ersche wie d littest 2. mag dein Schm deine Spee deiner in de allein miche Fruc sach r ver⸗ )dir im twas, in ich und mein mit nicht fest creuz einen zum aden an⸗ men. desu, auf ren⸗ henn Lob Passionszeit. Laß die Verdienste solcher Pein ein Labsal meiner Seele sein, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerat in Todesnot, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei um⸗ sonst dein teuer wertes Leiden; nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du ihr liebster Jesus bist, und laß mich ewig leben. Joh. Scheffler(Angel.), 1624—1677. Mel.: Christus, der uns selig macht. 3g Cesu, deine Passion 66. Iüwil ich leht hr⸗ denken, wollest mir vom Him⸗ melsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Gib, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande, dein Verspeien, Schläg und Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, in den Marterstunden. 3. Doch laß mich ja nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ur⸗ sach war auch ich, ich und meine 7 Sünde; diese hat gemartert dich, daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünden dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen; liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nach⸗ trage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen— bessern Dank ich dorten geb— Jesu, dir gefallen. Sigismund v. Birken, 1626—1681. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 67* Jesu, deine tiefen 2 Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles ——— wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Sünden⸗ bahn, da nichts ist als Jubi⸗ lieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, du bist meine Zu⸗ versicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auf⸗ erstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütig⸗ keit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich ver⸗ berge mich in dich; kein Feind kann verletzen mich. Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, 1585—1647. Passionszeit. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben, oder: Alle Menschen müssen sterben. 68 Jesu⸗ büßen für die Sünden aller Welt durch dein teures Blutvergießen, der du dich hast dargestellt als ein Opfer für die Sünder, die verlornen Adamskinder: ach. laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 2. Rette mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt; laß, ach laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angstschweiß kühle, wenn ich Drangsalshitze fühle: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Banden frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre sei. Trost der Seelen, Heil der Erden, laß mich nicht zu Schanden werden: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 4. Rede durch dein Stille⸗ schweigen, liebster Jesu, mir das Wort, wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Ge⸗ wissen schreiet und mir mit Verdammnis dräuet: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich der du wollen zu mir und Ge dorn deine verlore 6. Wund sein, u schwur in See deiner die n deine verlor 7. Rute, Huld! Blute schuld der 6 Seite Todes loren 608. Dürst dich e wenn meine deiner mir L laß d mir R 9. sreien Sünd mir Wor laß walle pein sein! eben, erben. ollen die dein r du ein die ach. st an deine neine laß Idu Hilf, weiß Shitze pein I! deine nden ittne und elen, nicht ach. t an tille— mir nden fort Ge⸗ mit laß mir rosen neine die dich Passionszeit. 39 zu mir; kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sünden⸗ dorn mir schade: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 6. Ach, laß deine tiefen Wunden frische Lebensbrunnen sein, wenn mir alle Kraft ver⸗ schwunden; wenn ich schmacht in Seelenpein, senk in Abgrund deiner Gnaden alle Schuld, die mich beladen: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 7. Ach zerbrich des Eifers Rute, ach erzeige Gnad und Huld! Tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sünden⸗ schuld; laß mich in der Angft der Sünden Ruh in deiner Seite finden: ach, laß deine Todespein nicht an mir ver⸗ loren sein! 8. Hilf, daß mir dein Dürsten nütze, das am Kreuze dich geplagt; wenn ich lechze, wenn ich schwitze, wenn mich meine Sünde jagt, laß mich deinen Durst genießen, laß mir Lebensströme fließen: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 9. Jesu, komm mich zu be⸗ freien durch dein lautes Angst⸗ geschrei; wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn mir Wort und Sprach entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen: laß mir deine Todes⸗ pein Leben, Heil und Himmel sein! Unbekannt, 1697. Eigene Melodie, oder: Alle Menschen müssen sterben. 69 5 Isiu meines Lebens 7 Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben! Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach, du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. ö 3. Wunden ließest du dir schlagen, ohnemaßen littest du, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großent Schimpf belegt, gar mit Dornen dich gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergetzen, mir die Ehren⸗ kron aufsetzen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. IE 5. Du hast wollen sein geschlagen, mich zu lösen von der Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich 40 Passionszeit. prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Du hast dich in Not gestecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat ge⸗ büßet meinen Stolz und Über⸗ mut; dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. E. Ch. Homburg, 1605—1681. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 70 Laßt uns doch Christo 1511 dankbar sein, daß er für uns in große Pein sich willig hingegeben. Auch laßt uns sein der Sünde feind und, weil Gott nunmehr unser Freund, nach seinem Willen leben, die Lieb erzeigen jeder⸗ mann, wie Christus selbst an uns gethan. O Menschenkind, betracht es recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Von Sünden schrecke mich dein Tod. Eigene Melodie, oder: O Durchbrecher aller Bande. 71* O du Liebe meiner Liebe, du er⸗ wünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Lei⸗ dens mir zu gute als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Olberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt, und um Gottes Zorn zu Rillen, treu die Last des Kreuzes trägt; 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebs⸗ erbarmen mich zuletzt in höch⸗ letzten nem K 6. kränket Herz senket, nem daß di leben Heil ewig! El Mel.: Schm Haup mit eit sonst Ehr 1 verhö 2. davor das bist d so er Auge mehr zuger st an nkind, ottes Herr und Bott! mich ande. einer er⸗ dich das Lei⸗ Opfer mit ethat weiß lberg mit rlich den aters ottes Last rkem ngst der iebe, sich iebe, sich hren ngen ꝛebs⸗ öch⸗ Passionszeit. 41 ster Huld ihrem Vater über⸗ lassen, die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der Zorn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat; 5. Liebe, die für mich ge⸗ storben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz er⸗ worben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an dei⸗ nem Herzen ruh! 6. Liebe, die sich tot ge⸗ kränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab ge⸗ senket, ach, wie dank ich dei⸗ nem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben, nimm mich ewig liebend an. Elisabeth v. Senitz, 1629—1679. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 72* O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron! o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet: gegrüßet seistdu mirl 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht s alles hingenommen, hat alles hin⸗ gerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat: gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird er⸗ blassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich bob. in meinen Arm und Scho 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herz⸗ lich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich dauke dir von Der ö — o Jesu, liebster Freund, für 42 Passionszeit. deines Todes Schmerzen, da du's so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten kraft deiner Angst und Pein 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhard, 1607—1676. Mel.: Christus, der uns selig macht. 7 3 O hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets unterthan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. M. Weiße, 1 1540. Eigene Melodie. 74. e Gottes, unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, allzeit erfunden g'duldig, wiewohl du wurdst verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden g'duldig, wiewohl du wurdst verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, un⸗ schuldigam Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden g'duldig, wiewohl du wurdst verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein Frieden, o Jesu, o Jesu! N. Decins, 1541. Eigene Melodie. 75 O Traurigkeit, o Herzeleid! ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab Baroße 2. große Not! der Herr ist tot, am Kreuz ist er ge⸗ storben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses ange⸗ richtet, da du durch die Misse⸗ that warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glau⸗ bensgrund, wie bist du doch 9.„— — der dies 7.* und Ri Thräne bis in: sehnen. Mel.: 76. Stamr dein H Der g läßt w Schlät Spott 2. Fleiße Schwe füllt; vor u ein S quillt. — schlag mit P Du wie von U 4. den, finder Meer das und zerschlagen! Passionszeit. 43 Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket. 7. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Joh. Rist, 1607—1667. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 3* HWelt, sieh hier 76. O dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes über⸗ füllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 198 3. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sün⸗ den, die sich wie Körulein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen ge⸗ bunden in der Höll; die Gei⸗ ßeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat ver⸗ dienet meine Seel. ö ö 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch,. dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. ö 8. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel ver⸗ mögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst undEhr⸗ 9. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran er⸗ getzen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 14 11. Ans Kreuz will ich mich schlagen mit dir und dem absagen, was dir, Herr, nicht —44 Passionszeit. gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 12. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände be⸗ gleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 77 Seele, geh auf Gol⸗ gatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize; willst du unempfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jam⸗ merbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft. Ach, der übergroßen Not, es ist ja mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmer⸗ mehr diese Plagen dir ver⸗ zelten, du verbindest mich zu sehr; alle Güter, tausend Welten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallen⸗ trank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben; dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden. Nirgend sonst wird mich der Tod als in deinen Wunden Datten Wer sich hier sein ette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht! Benj. Schmolck, 1672—1787. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 78. ei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der u selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wann ich knien und liegen soll an dem Kreuze, meine S 2.„ Seelen, bin, nin mich qu Schadenr Fall ge mir ger dein Bi sich all 3. Wunder Herz he alle St gessen s schönste Herzeer deinen Gunst 4.7 halten kann. Falten lich an Baum, Raum, Trauer tilg all Mel.:· 70. Grabes deinen 23 vieler! Leben! grab. 3. du w' Passionszeit. 45 Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest! 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin, nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht; wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unver⸗ gessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freund⸗ lich an von des hohen Kreuzes Baum, und gib meiner Bitte Raum, sprich: Laß all dein Trauern schwinden, ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, 1607—-1676 Mel.: O Traurigkeit, o Herzeleid. 79 So ruhest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle, und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Leils, umgeben. 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auf⸗ erwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz ver⸗ klärter Zier aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis ins Grab gedenken. Salom. Franck, 1659—1725. Eigene Melodie. * enn meine Sünd 80. W' mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohnemaßen, wer es betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der 2 Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist all⸗ zumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut.— 46 Ostern. 4. Drum 105 ich dir von un Herzen jetzt mein Leben lang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angst⸗ geschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen! Gib, o mein Herr und Gott, daß ich ver⸗ leugne diese Welt und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz und Heuchelschein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglichin meinen letzten Stunden und des ver⸗ sichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1601—1673. Mel.: Begrabt den Leib. 81 2 ir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, reich uns dein allmächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer, 4 1600. VI. Ostern. Eigene Melodie. 82 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht! Wie kömmt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. Geschrei Uund den frei und fröhlich Fähnlei Feld ut 3. ein reck soll mi vor all nehmen dem ed Jesum worben bleib a Tod u nichts ein to noch s 9. Lachen sie zi macher Die T mein§8 Unglü Nacht 6. hanget Glied Chrer er⸗ hein dest dich 3. dir, rist, bist ures decht vahr deine uns tröst vor uns daß sein, heren die wirst ganz daß Zeben 600. Licht! gt da. wenn gen Ostern. 47 2. Er war ins Grab ge⸗ senket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Victoria! schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will ent⸗ nehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb er⸗ worben ist. 4. Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar, der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr; der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht, er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild. 5. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick. 6. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reiset durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Not, er reiset durch die Höll; ich bin stets sein Gesell. 7. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an einig Ungemach; es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 8. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Wor⸗ ten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel.: Dennoch bleib ich stets an dir, oder: Meinen Jesum laß ich nicht. 83 Auf mein Herz! Ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn. Ewig sei er auch ge⸗ priesen! Seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld — 48 Ostern. nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hilfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn⸗ gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 6. Herr, dies glaub 1 dir zum Ruhm, und mein rost ist nicht vergebens; denn ich bin dein Eigentum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Dank dafür. Kaspar Neumann, 1648—1715. Eigene Melodie. 84 Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, lobn wir den Vater Jesu Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein. Christ will unser Trost sein. Halleluja! Alte Kirche. Eigene Melodie. 85 Christ lag in Todes ü Banden für unsre Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen Danhe sein, Gott loben und ankbar sein und singen: Halleluja, Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Un⸗ schuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seim Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Göttes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Oster⸗ lamm, das hat uns Heil er⸗ worben; das ist an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb ge— storben; des Blut zeichnet unsre Thür; Glaub dem Tod für; der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzens Freud und Wonne, das uns der Herr das hält der scheinen die Sor Gnaden Herzen Nacht iß 4V wohl, zu der alt sein bei! Christus sein und der Gle leben. 86. Tod ist Satans heert: gesunge ist abg ist die wieder 2. Adams verlore hat Chi erkoren Davids Vaters mit sei 38 Grab h gebrock Heils⸗ gesproc wohlge wieder ja alle Uen und en: and llen acht Un⸗ von und hielt gen. ttes ist inde Tod und chts ichel ja! icher eben hielt Tod hat Tod pott eden. ster⸗ er⸗ uzes ge⸗ chnet der der hren. hohe und Herr Ost scheinen läßt. Er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz. Der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl, zum süßen Brot geladen; 0 der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus selbst die Kost will sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Dr. M. Luther, 1483-1546. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. 86 Der Hölle Pforten sind zerstört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz ver⸗ heert: Lob sei dir, Gott, gesungen! Der Sünden Macht ist abgethan; durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen und stecket auf das Heils-Panier, gleichwie er hat gesprochen. Er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschätze. Der starke Held aus ern. 49 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüt erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel wieder geben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hin⸗ weg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugnis obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Christus auf⸗ erstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch, wie Paulus schließt, die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer, 1606 1472 196906 Eigene Melodie. 87 Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag: Christ, unser Herr, heut trium⸗ phiert, all seine Feind gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, weil ihn besiegt des Lebens Herr; zerstört ist nun all seine Macht, Christ 1 —— 50 Ostern. hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, all's, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halle— luja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nik. Herman, 4 1561. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 88 Frähmorgene, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht; vertrieben istder Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieder⸗ bracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn auf⸗ gehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt in Todes Zwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, als Sieger seine Fahne schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ö ist schon im Lauf, ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 7. Wie tief Kreuz, Trübsal oder Pein, mein Heiland greift allmächtig drein, führt mich heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu schand. Halleluja! 8. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 9. Er nährt, er schützt, er tröstet mich, sterb ich, so nimmt er mich zu sich, wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 10. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halle⸗ luja! 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: 89.* Jesu Chi wie grof Tag! 6 die Band auferstar im Gral walt un er hats Er hats die Ma des Gre 2. G gerunge Reich be ketten 1 Gott nun mi Kinder! keit. X wir, en ruhn i Nacht, Licht d 3.0 Staub herrlich des S Du wi und Kr geben. tener dein,‚ Hallelr erschrer Jesus, 4. 0 der V sein, durch vach mm, nem rker den tein er zens bsal reift mich wer zu bin daß henn ab, bei „er so o er hin, eins nicht die ude, eibet alle⸗ 99 ankt len eben reis. 47. Ostern. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 89 V jauchzt ihr Chöre, singt Jesu Christo Preis und Ehre, wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Ge⸗ walt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht. Halleluja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todes⸗ zwun ketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Selig⸗ keit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir tener ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel 34 bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. G. B. Funk, 1734—1814. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 90 Jesus lebet! Erlöste Menschen, kommt, erhebet des Welterlösers Majestät! Hörts, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege teil, den er erstritt. Seid ihr gleich des Grabes Kinder, er ist des Todes Überwinder, er herrscht. der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun. Jesus lebet in Ewigkeit; zu aller Zeit ist er zur Hilfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Überwinder ist er dem reuerfüllten Sünder 4*⁵ 52 Ostern. ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Glaubenslauf ihn zu segnen. Preis sei der Huld, die unsre Schuld vertilgt und trägt uns mit Geduld. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit sich alles regt und alles freut. 5. O Erstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Un⸗ erforschte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser Teil, einst krönet uns das Heil deines Lebens. Gelobt sei Gott! Auch noch im Tod ist er und bleibet unser Gott. Christoph Christian Sturm, 1740—1786. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 91. H uja, 95998 lebt! Tod und Hölle sind bez zwungen; Gruft und Kluft und Erde bebt, da der Held hindurchgedrungen. Geht nicht mehr nach Golgatha: lebt, Halleluja! 2. Halleluja! seht das Grab, die ihr seinen Tod beweinet; Jesus wischet eure Thränen ab, weil die helle Sonne scheinet. Euer Heiland ist nicht da; Jesus lebt, Halleluja! 3. Halleluja! suchet nicht den Lebendgen bei den Toten, glaubet 170 dem Bericht der verklärten Osterboten; Diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja! 4. Halleluja! dieses Wort soll mich wiederum beleben, kann ich gleich nicht an den Ort seines Grabes mich begeben: gnug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Halleluja! 5. Hallelujai er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Jesus lebt, Halleluja! Benj. Schmolck, 1672— 1737. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 92. triumphieret SGottes Sohn, der vom Tod ist erstanden schon, mit großer Pracht und Herrichteit des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Halleluja! 2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstört, verheert mit großer Kraft, wie pflegt zu thun eim starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja! 3. O lieber Herre Jesir Christ, der du der Sünder Heiland bist, führ uns durch deim Barmherzigkeit mit Freuden im dein Herrlichkeit! Halleluja! —— Spott, schnöde —H. uns sch wütet im St und w' seind. 6.— zugleich Himme Gott h wir n Hallelu 1 höchster eingebo Geist Ewigke Hallelu Mel.: X 93. du erli Herr if uns ge durch lösungs er auf in das 2. 8 mir sch. keine mich be Christi er erfi weil Luer esus nicht ten, der diese esus Vort ben. mir ben. hier, nein ube 37. Tag. ieret ohn, den und wir uja! seine mit zu der ällt. Jesir nder deim n im ja! 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Not; wer glaubet und hält dein Gebot, der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Tod. Halle eluja! 5. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, ob er gleich wütet noch so sehr; er Rat im Staub, der arge Feind, und wir nun Gottes Kinder seind. Halleluja! Ostern. 33 Zorn gestillt und mir durch sein Wiederleben die Gerechtig— keit gegeben. ö 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Ge— fängnis frei, und wie seine Höllenfahrt im Triumph voll⸗ zogen ward, so ist seinen Reichsgenossen nun der Himmel aufgeschlossen. 6. Dafür wir danken all⸗ zugleich und sehnen uns ins Himmelreich. Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja!— ö 7. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Bas. Förtsch, 4 1619. Mel.: Werde munter, mein Gennüte. 9 3 Jaachzat Gott in allen Landen! Jauchze, du erlöste Schar! Denn der Herr ist auusundenn der für uns getötet war. Jesus hat durch seine Macht das Er— lösungswerkvvollbracht, welches er auf sich genommen, da er in das Fleisch gekommen. 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Not; alle Schuld, die mich beladen, ist bezahlt durch Christi Tod; das Ges etz hat er erfüllt, also F luch und Es ist am End; 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu sind begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Dankund Preis Singet, s ingt Halleluja; Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferstanden. Erdm. Neumeister, 1671—1756. Mel.: Valet will ich dir geben. 94.* J geh zu deinem Grabe,‚ du großer Osterfürst, weil ich die Hoff⸗ 43— habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon er⸗— wachen, wenn deine Stimme ruft.— 7. Du wirst den Olberg zeigen, wo man gen Himmel fährt, da will ich fröhlich Ostern. steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshäuser, da heißts: Victoria! Da trägt man Siegesreiser; ach wär ich nur schon da! Benj. Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. 95. 23 55 Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich unser! 2. Der ohne Sünde war geborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd,‚ Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat. Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Dr. M. Luther, 1483- 1546. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 96 4. W. lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten aufer⸗ wecken. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben: mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes —— ꝗ Ehre. daß de Gott u dies if 4. mein; Leben. ich s widers Schwe meine 3—0 nichts scheide sternis Leiden dieser Zuver 6. Tod Leben. not geben. ihm sp Zuver Chr. . Heilat weiß mich lange für G 2. lebt, schau. schwe graue sein nach inser den iden, igen. war ottes daß nnet. eben nden alle, harm 546 hein neine das ben: gleich eben. richt: nun ottes Ostern. Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Fin— sternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todes⸗ not wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 97 9— meine Zu⸗ versicht und mein Heiland, ist im Leben: dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? —— 55 3. Ich bin durch der Hoff—⸗ nung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glau⸗ benshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlich⸗ keit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen, nurdie Schwach⸗ heit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben der Höllen, — schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, dort, da werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder, gebt nicht statt der Traurigkeit, sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, lacht des Todes und ů denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 56 Ostern. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. L. Henriette v. Brandenburg(2) 1627-1667. Mel.: Was Gott thut, das ist. fürst, du Leben aller Leben, heut bringst du Friede, da du wirst zur Freude uns gegeben; bracht unsre Not dich in den Tod, jetzt bist du auferstanden und frei von Todesbanden. 2. Die Last und unsrer Sünden Schuld ließ dich in Fesseln fallen, du gabest dich aus großer Huld ans Kreuz zum Heil uns allen. Nun sind wir frei von Sklaverei‚, darinnen wir gefangen, weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf die rechte Gnaden⸗ sonne; die erst erstarb in ihrem Lauf, gibt Strahlen neuer Wonne; jetzt ist die Seel mit Freudenöl von dir gesalbet worden und steht im neuen Orden. 4. Die Kraft von deiner Majestät bricht selbst durch Grab und Steine, dein Sieg ists, der uns mit erhöht zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wut, der Hölle Glut hat alle Macht verloren, und wir sind neu geboren. Sieg — 5. O daß wir diesen teuren Sieg lebendig möchten kennen und unser Herz bei diesem Krieg im Glauben möchte brennen! Denn anders nicht kann dieses Licht uns in das Leben führen, wo wir nicht Glauben spüren. 6. So brich denn selbst durch unser Herz, o Jesu, Fürst 98 OauferstandnerSieges⸗ der Ehren, und laß vorher die Glaubenskerz sich in uns Schwachen mehren, daß wir in dir die offne Thür zur ewgen Ruhe finden und auf— erstehn von Sünden. 7. Erscheine uns mit deiner Güt, wenn wir in Buße weinen, und laß uns deinen teuren Fried zum ersten Anblick scheinen, so können wir, o Held, mit dir die rechten Ostern feiern und uns in dir erneuern. 8 Laß uns das wahre Auf— erstehn von Herzensgrund er— fahren und aus des Todes Grabe gehn, daß wir den Schatz bewahren, das teure Pfand, das deine Hand zum Siegen uns gegeben, so gehn wir ein zum Leben. J. H. Böhmer, 1674—-1749. Mel.: Allein Gott in der Höh, oder: Es ist das Heil uns kommen. 99* O Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun. wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den so herrlich hat nach dieser Chrif 2 alte ihr Mack den ist, den auf; 4. behä höhe mäch gegel Höll. Chri ihr 5. Chri Weil ist, Gliet Wor Gral lebt, 6. wahr stehe Tode ange Tod Lebe verg nen. hein wo as un, le? den lach — — Ostern. diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte; ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, daß in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der ÜUberwinder. 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist er⸗ höhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr ent⸗ gegen stehet. Tod,‚ Teufel, Hölle, Welt und Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo aufer⸗ stehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und un⸗ vergänglich Wesen. 0 7. Das ist die reiche Oster⸗ beut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtig⸗ keit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. Just. Gesenius, 1601—1673. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 100 Sei fröhlich alles weit und breit, was vormals war verloren, weil heut der Herr der Herr⸗ lichkeit, den Gott selbst aus⸗ erkoren zum Sündenbüßer, der sein Blut am Kreuz vergossen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, du wilder Feind des Lebens, den Lebensfürsten umgebracht! Dein Stachel ist vergebens durch ihn geschossen, schnöder Feind, du hättest wahrlich wohl gemeint, er würd im Staube bleiben. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ja hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß wer an ihn nur 58 Ostern. gläubt, von dir jetzt ein Gespötte treibt und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht, die ist dahin und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwinget, der fröhlich spricht:„Ich leb, und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegs-— fürst und sein Herr, des sollt ihr euch erfreuen; dazu so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein, ich habe sie zerstöret; es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein Wort höret. Und weil des Teufels Macht und List ge— dämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden.“ 7. Nun Gott sei Dank, der uns den Sieg durch Jesum hat gegeben und uns den Frieden für den Krieg und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd und Tod, Welt, Teufel, Höll und was in Not uns stürzet, überwunden! Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Allein Gott in der Höh sei, oder: Es ist das Heil uns kommen. 101. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist auf⸗ gegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein An⸗ liegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Gehmit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Judas Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach über⸗ ——— Ostern. 59 wundnem Streit die Feinde schaugetragen. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, ö Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod noch gar der Hölle Rachen; denn Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laur. Laurenti, 1660—-1722. Mel.: Christus der ist mein Leben. 102* Willkommen Held im Streite, aus deines Grabes Kluft, wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Hier ist der alten Schlange der harte Kopf zerknirscht, und uns ist nicht mehr bange bei dir, o Siegesfürst. 3. Der Feind wird schau⸗ getragen und heißt nunmehr weil er gebunden der Feinde ein Spott; wir aber können —— sagen: Mit uns ist unser Gott! 4. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied. Du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 5. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus. Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 6. Schwing deine Sieges-— fahnen auch über unser Herz und zeig uns einst die Bahnen: vom Grabe himmelwärts. 7. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 8. Wir sind mit dir ge⸗ storben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 9. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 10. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon— Triumph. Venj. Schmolck, 1672—1737. 60 Himmelfahrt. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag, oder: Vom Himmel hoch. 10 3 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht.(Halleluja!) 2. Wir bitten dich durch deine Gnad: Nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treue Diener sein.(Halleluja!) 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. (Halleluja!) Thomas Hartmann, um 1604. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 10 4 Wo willst du hin, weils Abend ist, o liebster Pilgrim, Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht ver— führt noch irre macht. 5. Besonders aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest; ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Unbekannt. VI. Himmelfahrt. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 105* Ach wundergroßer 8 Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mäch⸗ tig, prächtig, triumphierest, jubilierest, Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim, viel tausend hohe Sera— phim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wieder⸗ bracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir sind Glieder, ja, es àS——III NH Himmelfahrt. kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir fort⸗ hin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all Uppigkeit verachten. Unart, Hoffart laß uns meiden, ehrist⸗ lich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davidssohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm schier, hilf mir; dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. E. Ch. Homburg, 1665.1681. ihn 61 Mel.: Allein Gott in der Höh, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 106*4 Auf Christi Him⸗ melfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt inr Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmel⸗ an und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh er⸗ langen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf⸗ fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen. Nach Josua Wegelin, 1640. Eigene Melodie, oder ohne Halleluja: Nun freut euch lieben Christen gmein. 107. Auf diesen Tag be⸗ denken wir, daß Christ gen Himm'l gefahren, und danken Gott aus höchster B'gier mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn kein Hoffnung haben. (Halleluja, Halleluja!) 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen, Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war all's ver⸗ schlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen.(Halle⸗ luja, Halleluja!) 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ists nicht ernst zum Herren; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich ver⸗ sperren. Am Glauben liegt's, wird der sein recht, wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himmel g'richtet.(Halleluja, Hallelujal) 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden stets die weltlich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der Vater h'rab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zu⸗ sammen kommen.(Halleluja, Halleluja!l) 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben.(Halleluja, Hallelnja!) Joh. Zwick., 1496—1542. und fliehen Himmelfahrt. Eigene Melodie, oder: Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebeus. 108 Einer ist König, AImmanuel sieget, bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht; ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, er⸗ muntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott; Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Angsten, aus Jammer und Not; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Vaters nicht aus; bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen; Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet tausendmal heller als du es geglaubt. Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus, der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter ——.—.——— und des ihr quic alle 6 seht der! selb ger! dies Str seht Jeh Loh 7 da wal une alle Er nen hör erse 8 heit Go dem da wär ihr er⸗ nit die en, vig in jen hen ute itte ille pfe der en; vig ast ind pt! den ller us, Let, des und sus, nir! uter ————— Himmelfahrt. 63 und helle fließen die S des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, 1— werdet er⸗ quicket, hier ist Erlösung für alles, was drücket. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut; selbst er, Fehovah, wird Sie⸗ gern zum Lohne; wahrlich, dies Kleinod verlohnt sich den Streit; streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, selber Jehovah wird Siegern zum Lohne. 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen eine ge— waltige, siegende Schar deine unendliche Hoheit erhöhen, alles, was Odem hat, ruft: Er ists gar! Sehet, wie Kro⸗ nen und Throne hinfallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichtum, Kraft, Weis⸗ heit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich er⸗ hören, alles, was in mir ist, lobe den Herren! J. L. K. Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1693, gest. zu Halle 1773. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 109. Gott fähret auf gen Himmel mit fro⸗ hem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunen⸗ Ströme hall. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, Lodsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufge⸗ nommen; der ganze Himmel lacht; um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cherubinen: den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Hert macht selbst uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hinge⸗ gangen, dahin sei das Ver⸗ langen, dahin sei euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, dich, o du Gottes Sohn, dich, Weg, dich, Wahrheit, Leben, dem alle Macht gegeben, dich, 9967 Hauptes Kron. Ade mit deinen Schätzen, 25 trugesvolle Welt! Dein Tand kann nicht ergetzen. Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und ...—— 64 Himmelfahrt. köstliches Geschmeide; zu ihm geht unsre Reis'. 7. Wann soll es doch ge⸗ schehen, wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir zu seinen Füßen anbetend ihn begrüßen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, 1635—1699. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 110 ott fährt auf! Was soll ich klagen? Mein König fährt im Siegeswagen hoch über alle Himmel hin! Cherubinen fallen nieder, und Seraphinen bringen Lieder, und alle Himmel preisen ihn. Lobsingt, lob⸗ singet Gott Jehovah Zebaoth! Halleluja! Er ists, der itzt den Thron besitzt, des Scepter durch den Himmel blitzt. 2. Gott fährt auf! Des Olbergs Höhen, die zitternd seinen Kampf gesehen, sind zum Triumphplatz eingeweiht. Hier stand er vor dem Ge⸗ richte, hier bebt' er unter dem Gewichte der Schrecknisse der Ewigkeit. Heil ihm, er hat gesiegt! Sünd. Tod und Hölle liegt' ihm zu Füßen. Wie scheidet er so hoch und hehr! Nun rühret ihn kein Feind nicht mehr. 3. Gott fährt auf! O Tag der Freuden! Wie herrlich enden sich die Leiden, die er als Mittler für uns trug! Golgatha, du sahst ihn bluten; wie rauschten da des Zornes Fluten, und niemand rief: Es ist genug! Nun ist der Zorn gestillt und das Gesetz erfüllt. Halleluja! Er hats vollbracht; durch seine Macht ist uns der Himmel zugedacht. 4. Die Erlösung ist ver⸗ siegelt, der Höllen Thore sind verriegelt, des Himmels Pforten aufgethan. Dorther läßt er Segen strömen, daß alle Gnad um Gnade nehmen und seines Geistes Trost empfahn. Nun dringt des Glaubens Lauf zum Himmel froh hinauf; Halleluja! Sein Licht und Wort wirkt immerfort, und er empfängt die Sieger dort. 5. Schau herab, Gott, und erscheine, befestge, gründe die Gemeine, die hier noch um ihr Kleinod ringt. Rufe, sammle und bekehre die Völker bis zum fernsten Meere, daß alle Welt dich preist und singt: Heilig ist unser Gott Jehovah Zebaoth! Preis und Ehre und Herrlichkeit sei ihm geweiht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Chr. Gottl. Göz, 1746—1803. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 11¹ Großer Mittler, der zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, den auf dem erhabnen Throne in de Heer hüllte 2 Erder vollb: werde gema gestor Heile Aufer Freih 3 Gesch tum, kräfte allen Thro wird Heil Name Brust Sam Lust, gläub bleibe Haus 5. der A diener dir vs Elend ihrer Werke ihren Bittet 6. Tagen Welt lagen gestel ug! ten; nes Es orn üllt. cht; der ver⸗ sind rten er alle und ahn. Zauf auf; und und ort. und die Hihr imle bis alle erben, ben. der eines die n in hützt, jrone Himmelfahrt. in der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit ver⸗ hülltem Antlitz scheut: 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das ist gänzlich aus⸗ gemacht; da du bist für uns gestorben, i ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heilig— tum, die erworbnen Segens⸗— kräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf deiner Brust, und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust, du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deindn Schultern lagen, hast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald 65 mit Weinen s die Sünder zu erscheinen; o, mit welcher Widrigren batest du zur serhen Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstützt, da in der vollkommnen Hütte die verklärte Menschheit sitzt; nun kannst du des Satans Klagen majestätisch nieder— schlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache ut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellst du deinem Vater dar und vertrittst nunmehr mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er möge Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft— 9. Großer Mittler, sei ge⸗ priesen, daß du in dem Heilig⸗ tum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm. Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. J. J. Rambach, 1693-1735. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Wenn ich, o Schöpfer ꝛc. 112. Hes Jesu, deiner Glieder Ruhm, du starkes Haupt der Schwachen! Du hast ein ewig Priestertum, hannst allzeit selig machen; du bist, der das Gebet erhört und der des Glaubens Wunsch ge— 22 66 Himmelfahrt. währt, sobald wir zu dir 7. Wann fahr ich auf aus kommen. dieser Not? Wann komm ich, 2. Uns muß durch deine Heilserstatter, zu deinem und Himmelfahrt der Himmel offen zu memen Gott, zu dein⸗ und stehen. Du hast den Weg ge⸗ meinem Vater? Wann komm offenbart, wie wir zum Vater ich zu dir, höchstes Licht, gehen. Der Glaube weiß und wann seh ich einst dein An⸗ ist gewiß, du habest uns im gesicht? Komm bald, o Jesu! Paradies die Stätte zubereitet. Amen. ö r10 ̃ ef ser sh. Fr. Hiller, 1699—1769. 3. Geht unser Haupt zum 99— Himmel ein, so werden auch 0 WI 6 I.I GI. 8 2 Mel.: Alles ist an Gottes Segen. deaerrdn re. 113. Jhehrnwe geschlossen sein, du bringst sie 19 ee Ast Wals König; alles alle wieder; sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jetzund an erlesen. Zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur wird ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Nur in ihm— o Wunder— gaben!— können wir Er⸗ lösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts, das Leben ist rnr und ein üne ewiges Versühnen kommt in ee e oben. Jesu uns zu gut!“ . Wwas droben ist, laß 3. Gebt, ihr Sünder, ihm künftighin uns unablässig die Herzen, klagt, ihr Kranken, suchen; was eitel ist, das laß ihm die Schmerzen, sagt, ihr uns fliehn, was sündlich ist, Armen, ihm die Not! Er kann verfluchen. Weg, Welt! Dein alle Wunden heilen, Reichtum Lust⸗ und Frendenschein ist weiß er auszuteilen. Leben viel zu elend, viel zu klein schenkt er nach dem Tod. für himmlische Gemüter. 4. Jauchzt ihm, Menge 6. O Kleinod, das im heilger Knechte, rühmt, vol⸗ ö Himmel strahlt, ich will nach lendete Gerechte und du Schar, dir nur laufen! O Perle, die die Palmen trägt, und ihr die Welt nicht zahlt, dich will Märtrer mit der Krone und ich an mich kaufen! O Erbteil du Chor vor seinem Throne, voll Zufriedenheit, o Himmel der die Gottesharfen schlägt! voller Seligkeit, sei mein aus 5. Ich auch auf den tiefsten Jesu Gnaden! Stufen, ich will glauben, reden, aus ich, und und omm licht, An⸗ zesu! 769. egen. erscht alles alles Alle 18 sei man uder⸗ Er⸗ ösung „das d ein ut in ihm anken, t, ihr kann ichtum Leben d. Menge „vol⸗ Schar, id ihr e und hrone, chlägt! tiefsten reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ thänig, ehret, liebet, lobet ihn! Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 114 König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund er⸗ reichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere,. Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnaden⸗ bundes sich von dir regieren lassen und wie du das Un⸗ recht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himm⸗ lischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort Himmelfahrt. 67 ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! J. J. Rambach, 1693—-1735. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 11⁵5* Siegesfürste, Ehren⸗ könig, höchstver⸗ klärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht u Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug be⸗ tracht deine Herrlichkeit und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel 0 Scharen alle rufen Gloria, — 68 Himmelfahrt. sollt ich nicht zu Fuße fallen und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Him-— melsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klar⸗ heit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Aus Zion das Scepter sende weit und breit bis zur Welt Ende. Mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten f herein! Komm, du König aller Ehren! du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmels⸗ thron. Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. tell ich offen: Komm Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 116 105 danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen Himmel fahren bist; o starker Gott, Immanuel, —— stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja! 2. Nun freut sich alle Christenheit und jubiliert ohn alles Leid. Gott Lob und Dank im höchsten Thron, unser Bruder ist Gottes Sohun. Halleluja! 3. Gen Himmel aufgefahren hoch, ist er doch allzeit bei uns noch; sein Macht und Reich unendlich ist, wahr Gott und Mensch zu aller Frist. Halleluja! 3. Wohl dem, der ihm ver⸗ trauen thut und hat in ihm nur frischen Mut. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christo steht unser Be⸗ gier. Halleluja! 5. Er ist der Herr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst; das G'fängnis er gefangen hat, daß uns der bittre Tod nicht schad. Halleluja! 6. Wir freuen uns aus⸗ Herzensgrund und singen fröh— lich mit dem Mund: Der unser Bruder, Fleisch und Blut, ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja! 7. Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder Jesu Christ, daß wir nur fest trauen auf dich und durch dich, leben ewiglich. Halleluja! Tag. dir, rist, bist; uek, uns alle ohn und user ohu. hren uns leich und ujal ver⸗ ihm wie dir? Be⸗ und urch das⸗ hat, nicht aTus fröh⸗ Der Blut,‚ Gut. umel. Pfingsten. 69 8. Amen, Amen, Herr Jesu Christ, der du gen Himmel fahren bist, behalt uns, Herr, bei reiner Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Halle⸗ luja! 9. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit zum Weltgericht in Herrlichkeit; führ uns aus diesem Jammerthal in deinen ewgen Himmelssaal. Halleluja! 10. Amen singen wir noch einmal, wir sehnen uns ins Himmels Saal, da wir mit allen Engeln dein das Amen wollen singen fein. Halleluja! Unbekannt, 1611. Mel.: Ach Gott und Herr! 117 Zeuch uns nach dir, *— 2—0—* 419 so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da VIII. Pf Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 118. er du uns als Vater und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja um ihn uns bitten heißt, demutsvoll fleh ich vor dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn t liebest, treuer Gott, du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir in Liebsbegier, ach reiß uns doch von hinnen, so dürfen wir nicht länger hier den Kummer⸗ faden spinnen. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, ach führ uns deine Himmelsstege; wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen — Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich und mach uns gleich den aus⸗ erwählten Scharen. Fr. Fabricius, 1642-1763. ung st en. er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottes⸗ 70 Pfingsten. Geist, der du menschliche Gemüter besserst und mit Trost erfreust, nach dir, Herr, verlangt auch mich. Ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Mut seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindes⸗ treu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanfmut übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Gib mir wahre Selbst⸗ erkenntnis, daß ich meine Fehler seh und durch demuts⸗ voll Bekenntnis Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungs⸗ geschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen nieder⸗ schlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöten weint, und Gott nicht zu hören scheint, o, dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. set durch dein Wort deine Gnaden⸗ wirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 119 Geist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich er⸗ freun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohl⸗ sein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. O, so setze —— 4 zur such über mick mei und dar Her Seele. zater ‚hne,‚ und rone ache chtig sei, auf ottes einer mir veifel er⸗ einen dohl⸗ was h nie rzens treu liebe, g sei, stehn. höhn, ngen, ngen. —— Pfingsten. 71 4. Stärke mich, wenn wo Natur, seinen lieben Kindern zur Sünde mein Gemüt ver⸗ geben nichts als gute Gaben juchet wird, daß sie mich nicht nur: solltest du denn, der du überwinde. Hab ich irgend ů mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen . e Geist, den mit Verlangen ich 5. Reize mich mit Flehn erwarte, Herr, von dir. Laß und Beten, wenn mer Hilfe den Tröster ewiglich bei mir nötig ist, zu dem Gnadenstuhl sein und lehren mich, in der zu treten. Gib, daß ich auf Wahrheit fest zu stehen und Jesum Christ als auf meinen auf dich im Glauben sehen. Mittler schau und auf ihn 4. Heilger Geist, du Kraft die Hoffnung bau, Gnad um der Frommen; kehre bei mir Gnad auf mein Verlangen Armen ein und sei tausendmal von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darnieder beuge und mein Herz zur Bessrung neige. willkommen; laß mich deinen 5— 6—— Tempel sein. Säubre du nur Leiden stets mit deinem Troste selbst das Haus meines Her⸗ bei, daß ich auch alsdann mit zens; wirf hinaus alles, was Freuden Gottes Führung mich hier kann scheiden von folgsam sei. Gib mir ein g6e. den süßen Himmelsfreuden. lassen Herz. Laß mich selbst 5. Schmücke mich mit deinen im Todoesschmerz bis zum Gaben, mache mich neu, rein frohen Überwinden deines und schön; laß mich wahre Trostes Kraft. empfinden! Liebe haben und in deiner Casseler Gesangonch v. 1v. Gnade stehn. Gib mir einen Iul.: Aron dichsehr, o meine Secke starken Mut. heilige mein Mel.: Freu dich sehr, o meine Secle. Fleisch und Blut; lehre mich. 120 Gott, gib ren br Gott hintreten und im milden Regen, Geist und Wahrheit beten. denn mein Herz ist dürr wie 6. So will ich mich dir er⸗ Sand; Vater, gib vom Himmel geben; dir zu Ehren soll mein Segen, tränke du dein durstig Sinn dem, was himmlisch ist, Land; laß des heilgen Geistes nachstreben, bis ich werde ö Gab über mich von oben ab kommen hin, da mit Vater und wie die starken Ströme fließen dem Sohn dich im höchsten und mein ganzes Herz durch⸗Himmelsthron ich erheben kann gießen. 3 ö uund preisen mit den süßen 3. Kann ein Vater hier im . Engelweisen. Lehen, der doch bös ist von Moritz Kramer, 16 46 1702. heißt guter Vater, deinen Geist 1 —.—n—.;%ð—.—..—.— —————————————..— π⁷e⁰ —— 3 kAAAA 72 Pfingsten. Mel.: Warum sollt ich mich denn grämen. 121 Höcer Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, —1— hat deinen Rat seinem Volk hen 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig; wer ist wohl, wie er soll, tren zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe; rette doch heute noch die verlornen Scafe: Reiß die Welt aus dem Ver⸗ verben, laß sie nicht im Ge⸗ richt der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott ge— fallen. Lehr uns freudig vor Gott treten; sei uns nah und sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben! Schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu Nehen. 7. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, 1713—1780. fr Mel.: Wie grof, ů— des Allmächtgen 122. Ioũ Christen rühmt, Werhebt und preiset, erhebet froh mit Herz und M und die Gnade, die uns Gott Riete mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich, und wir nehmen den Geist der Kraft und K indschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen; er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Ol der Freuden, vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herrschet er nach seinem Leiden und Ihut uns seine Schätze auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, seinem Dienst danket als das nun, in geschäftig, ihm sein Eigentum. 2 3. Auf, auf, ihr Herzen, auf, ihr Zungen! Verkündigt Gottes hohen Ruhm. Sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigentum. O daß ein Geist des Lebens wehe und, was nur Odem hat, erfüll, daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will. ö —2 4. Pfir nicht bleib so Gew boret Geis unset Erde Himt 5. arme Geis Uns teilhe ach in u schaf was salbu 3. gut, Wun Wor. Pfingsten. 73 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischessinn. Ver⸗ bleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu ge⸗ boren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach Jesu, schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft, mach uns zu Gottes echten Kindern, teilhaftig deiner Eigenschaft; ach zünde deine reine Liebe in unser aller Seelen an und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 123 Komm, heilger Geist, 7 o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu, erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du ge⸗ schaffen hast. 2. Der du der Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzens⸗ salbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnaden⸗ gut, du Finger Gotts, der Wunder thut, du lösest aller Wort Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib: von fern hinweg und uns bring uns auf des Friedens Steg, daß wir durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl und, wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. Altkirchlich, nach Karls des Großen „Veni, erentor Spiritus', gegen 800 n. Chr. Eigene Melodie. 124* Komm, heiliger Geist, Herre Gott! erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb ent⸗— zünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen, das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 74 Pfingsten. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödig⸗ keit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Dr. M. Luther, 1483—-1546. Eigene Melodie, oder: Gott des Himmels. 125 omm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jeder⸗ zeit; so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeig uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugnis haben, daß wir Gottes Kinder sind, stärk uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Not und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? o, so mach uns den Beschluß: sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist: schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod und Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Heinr. Held, um 1650. Eigene Melodie. 126 Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, SISIIIIII... daß En; aus bar uns Jes daß trer hat Her uns emj daß and auf erb alle für daf ver wir Her Rut r zu aller il und wird die nach Herz mein nge? Hluß: und Ruh. Nraft neuer deine tans uns und usern Tod möge ochutz leisch dein sollen 18 je eiches und erkiest ist. 1650. rden ist um meist, Pfingsten. 75 daß er uns behüte an unserm ergib dich, komm zu mir in Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Herr, er⸗ barm dich unser! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem hat zum rechten Vaterland. Herr, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen ein⸗ ander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, erbarm dich unser! Dr. M. Luther, 1483-1546. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. * du allersüßte 127. O Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbe— suchet lässest nicht: Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein iin ausgeschütt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als treuen Heiland, der uns bracht lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und ver— waltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund, zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit und vor allen„ mögeGott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich st; fl wo man rein und lauter fliehst hingegen Schand 195 Sünden, weil du lauter Klarheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Hirte pfleget, frommes Herzens, sanftes Muts, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur N 76 Pfingsten. nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei, so bin ich gnug getröst; laß mich sein dein Eigentum; ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, daß mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, halt mich eben, wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben: wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei, so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 128 O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in — fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen: gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch ge— stärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liel bun mit rinn Str Liel und 7 0 keit zeit daß die und führ gint wir mac ihn euch und 2 Sie voll Got brin gib laß zur 3 wen den Kra zut „ daß auch dein Höre, Herz 1, dir Leben. ei mit uns „die issen: daß r und leiden was dich heinen edle und 9 ge⸗ swir egnen idigen ichlich vieder uglück und dein insern r uns deiner reinen gieße ‚daß insern Üstau, derzen deine Liebe, daß unser Sinn ver⸗ bunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich da— rinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe! Fried und Liebe müssen schweben, Fried 5955 Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner n⸗ keit wir führen unsre Lebens⸗ zeit; sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Be— ginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer, 1606-1673. Mel.: Jesu, meine Freude. 129.. Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Topnicen⸗ Friedensüber⸗ bringer, Licht auf unserm Pfad, gib uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge haben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns nicht mehr wie Pfingsten. 77 vor; gib uns Mut, du Hinmi Gut, tröst uns kräftigl ich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, Wiuch deinen 1 6 auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt; und 0. n daß es gedeih, hundert— fältig ui bringe und ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre⸗ Liebesglut; laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß. uns doch am Sündenjoch vor diesem ziehen und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und L führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz er⸗ wähle dir zum eignen Haus wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater: nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse e sei du Lelnr Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubens⸗ flügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dün laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land⸗ 78 bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie, oder: Aus meines Herzens Grunde. deinen Thoren, du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut ge⸗ macht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn um⸗ gebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt.“ 4. Du bist das heilge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigen⸗ tum, zum Priester und Pro⸗ pheten, zum König, den in Nöten Gottschützt imHeiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; sei meines Herzens Gast, der HOerz dein Beten wird erhöret, dein Pfingsten. ö ö Singen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im 130.* Zeuch ein zu Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund— lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd! Laß blühen wie zuvor die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 10. Beschirm die Obrig-⸗ keiten, bau unsres Fürsten Thron, steh ihm und uns zur Seiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, ewi Woô ist wa Wi. steigt t und holfen in. t der hältst 18 im rostes inches zorten forten I. t der eund⸗ uns Haß, reind⸗ t, daß vieder voller bst in Welt, enden, so gib Fried knüpf sich steure Erd, re die Laß änder, n, so und brig⸗ ürsten 8 zur einer stand, Häuser Wohlgefalln Gott an Trinitatis. 79 mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die überwinden und ja zum 2 Gemüter der Sünden mit reiner Glaubenszier, die Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich wider⸗ setzet und, was dein Herz ergetzet, aus unserm Herzen reißt. 12. Gib Freudigkeit Stärke zu stehen in dem Streit, I4X. TLrin i Eigene Melodie. 131.5* Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade; ein uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, an⸗ beten dich für deine Ehr; wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz unermessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm und die Güter mit uns uns fröhlich sterben und nach und dem T Lebens Haus. den Satans Reich und Werke ö anerbeut; hilf damit wir Dienst kein Christ er⸗ uns täglich kämpfen ritterlich, Rf⸗ sich. 13. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit hier wird aus, so hilf od ererben des ewgen Paul Gerhardt., 1607 1676. tatis. an die Bitt von unsrer Not: Allein Gott in der Höh sei Ehr und Erbarm dich unser aller!— 4. heilger Geist, du höchstes Gut, du all' rheil⸗ sams ter Tröster, vors Teufels G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch Marter groß und bittern Tod, ab⸗ wend all unsern Jamm'r und Not; darauf wir uns verlassen. Nik. Decius, 1 1541. 5 5 Mel.: Nun danket alle Gott. 132. elobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augen⸗ blick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster 80 Trinitatis. Sohn, der sich für mich ge⸗ geben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist, 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig! singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 133 Haehiza⸗ Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gottes⸗ lamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja, Gott heilger Geist, sei ewiglich von uns ge⸗ preist, durch den wir neu ge⸗ boren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeit— tag erkoren. Heil uns! Heil uns! da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmel Schar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klin⸗ get, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Barth. Crasselins(2), 1677—1724. Eigene Melodie. 134 Wir glauben all 2* an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns all—-— zeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid sorg wac Ma 2 Jesti und bei Got von ist dur Gla war fund dahi dein gön man Gla hier 3. Wo in im in Ehr Bottes⸗ ir sind seinem ꝛrenget it uns ist die ischaft, rinnen heilger us ge⸗ eu ge⸗ auben tigam chzeit⸗ Heil da ist id ein Preis ott je seinem it an r und rmit Klin⸗ hoch Gott, aoth! 1724. n all Gott, der Vater inder all⸗ Seel allem kein Kleine Feste. ö 81 Leid soll uns widerfahren; er sorget für uns, hüt und wacht; es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz ge— storben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. M. Luther, 1483—-1546. X. Kleine Feste. a. Darstellung Jesu im Tempel. Mel.: Valet will ich dir geben. 135 5 Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Exempel dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns ge⸗ funden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort, ver— gönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit ein Befreier, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns ge⸗ lingen, daß einst wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nach⸗ dem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich ge— schaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar die Deinen oft fremd und strafend an, so daß vor Angst und 6 82 Kleine Weinen ich dich nicht sehen kann; dort aber wirds ge— schehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Joh. Franck, 1618—- 1677. Eigene Melodie. it Fried und Freud 136. M ich fahr dahin in Gottes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille; wie Gott mir ver⸗ heißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Feste. Heiland, den du mich, Herr, hast sehen lan und g'macht bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vor⸗ gestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu'rleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Dr. M. Luther, 1483- 1546. b. Johannistag. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 1 37 Tröstet, tröstet meine Lieben, tröstet mein Volk! spricht mein Gott. Tröstet, die sich jetzt betrüben über Feindes Hohn und Spott! Weil Jerusalem wohl dran, redet sie gar freundlich an, denn ihrLeiden hat ein Ende, ihre Ritterschaft ich wende. 2. Ich vergeb all ihre Sünden, ich tilg ihre Misse⸗ that, ich will nicht mehr sehn noch finden, was die Straf erwecket hat; sie hat ja zwie⸗ fältig Leid schon empfangen, ihre Freud soll sich täglich neu vermehren und ihr Leid in Freud verkehren. 2 3. Eine Stimme läßt sich hören in der Wüste weit und breit, alle Menschen zu bekehren: Macht dem Herrn den Weg bereit, machet Gott ein ebne Bahn! alle Welt soll heben an alle Thale zu erhöhen, daß die Berge niedrig stehen. 4. Ungleich soll nun eben werden, und, was höckricht, gleich und schlecht, alle Menschen hier auf Erden sollen leben schlecht und recht; denn der Herr der Herrlichkeit, der erscheint zur rechten Zeit, macht, daß alles Fleisch kann sehen, wie, was Gott spricht, muß geschehen. Joh. Olearius, 1611—1684. „Herr, g'macht Leben 5terben. en vor⸗ iden, zu e Welt nteuer em Ort il und Heiden, kennen Er ist Preis, nne. —1546. ißt sich eit und ekehren: n Weg in ebne heben rhöhen, stehen. n eben öckricht, kenschen 1leben nn der n Der , macht, 1 sehen, t, muß —1684. Kleine — Feste. 83 cC. Michaelistag. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 138 Du Herr der Sera⸗ phinen, dem tau⸗ send Engel dienen und zi Gebote stehn; du wunder⸗ großer Meister der reinen Himmelsgeister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Ange⸗ sichte im höchst volkkommnen Lichte, doch nehmen sie auch mich in acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, die mich beschirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben und wahre Demut üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen; den laß auch mich erfüllen. Sie leben keusch und rein; o laß mich nichts be⸗ flecken, auch wenn mich Schatten decken, stets diese reinen Geister scheun. 7. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein. Da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 139 err, du hast in deinem Reich große Scharen vieler Engel. Diesen bin ich noch nicht gleich: denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd ich auch so rein als die guten Engel sein? 2. Mich beschweret Fleisch und Blut; hilf du, daß ich geistlich werde; gib mir einen Engelmut, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt durch des heilgen Geistes Gabe, daß ich Weis⸗ heit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. 4. Auch dein Wille soll ge⸗ schehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir ge⸗ horsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 6* 84 Bitte und Trost der Kirche. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schar, daß sie schützend uns umgeben, und da, wo wir schlafen ein, laß sie unsre Wächter sein. 6. Mach es wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben, und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. Kaspar Neumann, 1648—1715. SISIIIIIIIII C. Lieder von der christlichen Kirche. IJ. Bitte und Trost der Kirche. Eigene Melodie, oder: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 140* Ach bleib bei uns, HerrJesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzt betrübten Zeit verleih uns, Herr, Be⸗ ständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein b'halten bis an unser End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, träg und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, rt. damit es schall an jedem O 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsres Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gib, daß wir lebn in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nik. Seluecker, 1532— 1592. Zazaro, sterben, möge u, heiß tragen ht gar erd ist nund einen zeistern G'walt n stets älschen Ehr, unser, rum so ich auf unsres deiner dabei r, daß mehr. bn in ferner un aus dir in 1592. Mel.: Christus der ist mein Leben. 14¹* Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns um⸗ schanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, 1588-1632. Pf. 12. Eigene Melodie, oder: Aus tiefer Not. 142 Ach Gott, vom Himmel sieh dar⸗ ein und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen! Dein Wort man läßt nicht haben wahr; der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. Bitte und Trost der Kirche. Klag erhöret. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andere das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung stolz offenbar spricht:„Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern?“ 4. Darum spricht Gott:„Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr ö Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther, 1483—-1546. 86 Bitte und Trost der Kirche. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du. 143. Chris ste, du Beistand deiner Kreuzge— meine, eile, mit Hilf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden; ihre Blutgerichte mache zu nichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, f eine Macht verhinder; alles, Was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre. Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apell v. Löwenstern, 1594- 1648. Mel.: Christus der ist mein Leben. 144. Die Gnade sei mit allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu, und wenn uns je will grauen, so bleibt der Herr doch treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du lunnst so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen. muß Gnade mit uns sein: denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! Ph. Fr. Hiller, 1699-1769. Eigene Melodie. 145. Ein fes feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen⸗ er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt noiit groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsg achen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns rlöser, doch! liegen, sein; Siegen in. nichts n um rhat es ist. unden Blut, unden . fallen! Die Gnade 1769. urg ist tt, ein n; er Not, roffen. Ernst Macht ausam t nicht cht ist dq gar it für „den Fragst heißt baoth, tt, das It voll t uuns Bitte und Trost der Kirche. 87 gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es 25 uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht 9 macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen dahen und kein Dank 22—— haben; er ist bei uns nähr, Erbe, erfreu, bewirte uns in der wüsten Heid. 4. Erhalt uns, Herr, dein dein wertes Heiligtum, Zerreiß, zernicht, verderbe, was wider deinen Ruhm; wohl aufd dem Plan mit seinem Geist und Gaben. den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß———0 dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bl leiben. Dr. M. Luther, 1483—-1546. Mel.: Valet will ich dir geben. 146. Erhalt uns deine Lehre, Herr, zu der letzten Zeit, erhalt dein Reich, vermehre dein edle Christenheit, erhalt standhaften Glauben, der Hoffnung Leit— stern strahl! Laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammerthal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, der dir widerspricht; erleucht, Herr, und bekehre, allwissend ewig Licht, was dich bisher nicht kennet; ent⸗ decke doch der Welt, der du dich Licht genennet, was ewig dir gefällt. 3. Erhalt, Herr, deine Schafe, der grimme Wolf kommt an; erweck aus ihrem Schlafe, die niemand retten kann als du, o großer Hirte; leit uns auf gute Weid, treib, Nehmen sie ö dein Himme lbrot, laß laß dein gönn uns deinen Schmuck uns zieren, Heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht Gesetz uns führen, tränke, dein Himmelstau uns netz, uns deine Richtschnur lenke, dein Honigseim Sheh 6. Erhalt in Sturm und Wellen dein Häuflein, laß doch nicht uns Wind und Wetter fällen, steur selbst dein Schiff und richt den Lauf, daß wir nicht weichen vom Ziel der Seligkeit, des Hafens Ruh erreichen in selger Ewigkeit. 4——4 Greigen, 4 1660. Eigene Melodie. 147. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Chris stenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gib deim in dieser Nacht, daß dieser Brunn uns 14 1 4* 1 88 Bitte und Trost der Kirche. Volk einen Sinn auf Erd; steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. M. Luther, 1483-1546. Ps. 67. Eigene Melodie. 148. Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, loben dich die Heiden überalle, und sing mit großem Schalle, und Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du dem wir uns vertrauen, und alle Welt die freue sich gebens ists, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd walten; dein erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. M. Luther, 1483—1546. nicht Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk verbrochen. 149. 99 unser Gott, laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen! 2. Mache zu schanden alle, die 1 hass en, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs er— barmen; 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, ver⸗ auf Menschenhilfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängtekleine Häuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 150. O Jesu Christe, wahres Licht, er⸗ an die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. hast du Gott, ÿt zu so in verden deine rufen! u alle, allein Ach n zu 5er⸗ istand un du en sie Wehr „kein mand, ver⸗ nhilfe vollen upfen, der d das etten. chrein elfer! 1647. zu uns meins hriste, t, er⸗ nicht, Herd, werd. Bitte und Trost der Kirche. 89 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrtum verführet sein, auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ laufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein ver— wundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, 1585- 1647. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 151 Schütze die Deinen, 7 die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Mut und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. er wohl 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherrscher deiner schwachen Herde, Himmel und Erde! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 152 erzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang: es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, den weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. ö 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg, 3 1640. Gustav Adolfs Feldlied vor der Schlacht bei Lützen 1632. 90 Bitte und Trost der Kirche. Ps. 124. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. 7 är Gott nicht mit 153. W'é uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir müßten gar verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft und über die groß Wasser läuft, und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. M. Luther, 1483—- 1546. Eigene Melodie, oder: Aus tiefer Not. 15 4 Wo Gott der Herr nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben, und er nicht unfrer Sach zufällt im Himmel hoch dort oben, wo er Israels Schutz nicht ist und selber bricht der Feinde List, so ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, soll uns billig nicht schrecken, er sitzet an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rat aufdecken. Wenn sies aufs klügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. 3. Sie wüten fast und fahren her und thun gar hoch vermessen, zu würgen steht all ihr Begehr, Gotts ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellem einhergehn, nach Leib und Leben sie uns stehn; des wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Ketzern nach, nach unserm Blut sie trachten, noch rühmen sie sich Christen hoch, die Gott allein groß achten. Ach Gott, der teure Name dein muß ihrer Schalkheit Deckel sein; du wirst einmal aufwachen. 5. Aufsperren sie den Rachen weit und wollen uns ver⸗ schlingen; Lob und Dank sei Gott allezeit, es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihr'n Strick zerreißen sehr und stürzen ihre falsche Lehr; sie werdens Gott nicht wehren. 6. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen. Die Gnadenthür steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen, sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neugeborn, die deiner Hilfe warten. 7. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken, ihr Anschlag ist dir in der ihr'n sies o geht Bahn; en. und hoch ht all ihn'n vellem und wird wie Blut en sie Gott Gott, muß sein; hen. tachen ver⸗ nk sei ihn'n ihr'n türzen rdens ereich sind nthür nunft , sie alls Kreuz deiner Ul in ll'ihr ist dir Bitte und Trost der Kirche. 9¹ wohlbekannt, hilf nur, daß wir nicht wanken; Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künftge will sie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und die Erden dein, hast du, Herr Gott, gegründet! Laß leuchten deines Lichtes Schein, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, hilf bis ans End beständig sein. Die Welt laß immer murren. Justus Jonas, 1493—1555. V Mel.: Werde munter, mein Gemüte, oder: Freu dich sehr, o meine Seele. 155 Zion, gib dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden; er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; dies ist sein beliebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres— wellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zer— schellen, mußt du rufen ach und weh, schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt des⸗ gleichen möchte gar auch unter⸗ gehn; dennoch hat es keine Not in dem Leben und im Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die⸗ Thränen deine schönsten Perlen sein, dringt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein, muß dein Purpur sein das Blut und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott ver— trauen. 5. Droht man dir mit⸗ Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid; ei, du wirst doch nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei nur fröhlich, wohlgemut; denn der Herr ists, der es thut; Zion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib dich nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; drum so⸗ laß die Welt nur machen. 7. O ihr Engel, Himmels⸗ erben, freuet euch mit Zion hier; denn die jetzt hat wollen sterben, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und⸗ ewgen Freuden? Joachim Pauli, nach 1674. 92 Ausbreitung der Kirche. Eigene Melodie, oder: Werde munter, mein Gemüte. 156 Zion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat: Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not und läßt mich so harte pressen, meiner hat er ganz vergessen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich ver⸗ gebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr ö ů ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, wer ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; du hast mir mein Herz besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, du liegst mir auf meinem Schoß wie die Kind— lein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, 1585—1647, II. Ausbreitung der Kirche. Mel.: Valet will ich dir geben. 157. Der du in Todes⸗ nächten erkämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel auf⸗ gethan, dir stimmen unsre Zungen ein Halleluja an. 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein, bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. 2 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um „ʃʃ—.2 ———9—— 688— gleich solchen e kann doch, Treue meine Herz nicht Satan ts als ier in )dich ag es muß auern )fort 5vor ir auf Kind⸗ meine Dich keine 1, ia eiden. eiden! 1647, auf dein, einen Süd Ost Gäste Sfest. aden, „ um Ausbreitung mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, hinaus— zustreun dein Feuer weit über Land und Meer. 4. So sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl. Schleuß auf die hohen Pforten, es strömt dein Volk heran; wo noch nicht Tag geworden, da zünd dein Feuer an! Ch. G. Barth, 1799—-1862. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 15 8. Der du zum Heil er⸗ schienen der aller⸗ ärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze ver⸗— söhntest ihre Schuld: 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 2 3. Im schönen Hochzeits— kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. der Kirche. 93 4. Drum kann nicht Friede werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priester⸗ schild, am Borne sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich, Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo⸗ man Teufeln fröhnet und vor⸗ den Götzen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht! 7. Wir rufen, du wirst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zer— brochen, wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns ver⸗ sprochen, werd aller Heiden. Licht! Albert Knapp, 1798— 1864. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 159. Eine Herde und ein Hirt! wie wird dann dir sein, o Erde, wenm sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde‚ mach dich auf und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. 94 Ausbreitung der Kirche. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlich— keit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgen⸗ rotes Helle und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn um⸗ leuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf⸗ gethan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundes-— engel Bahn; großer Tag des Herrn erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Fr. Ad. Krummacher, 1767—1845. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 160. iner ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkaͤuft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder; verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn Armut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Milli— onen, die noch im Todes⸗ schatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahr⸗ tausenden ist ihnen kein Evan⸗ gelium erschienen, kein gnaden⸗ reicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, — enn& EEH —— 57—2 2—e.8 12 reeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee z. em Blut. Herzen iun der r Liebe inm uns dir zum verbirg licht von cht. en dich st unsre deinem re Kraft ig, und küchtig, Stärke eignen Gewinn Rin sich ir nach 1 deine Ehren⸗ o5, der 1 sende id auch n, viel nzum Haus. Wahl hla im iht der Freud wigkeit. Milli⸗— Todes⸗ deinem Jahr⸗ Evan⸗ naden⸗ Glanz Nauf, Ausbreitung der Kirche. 9⁵ denn es ist Zeit. Komm, Herr Jesu, zeuch uns voran und mach uns Bahn; gib deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wun— den, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, es richtet und durchbohrt Saü und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge bedinnest du still und geringe. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Ier se dei Kraft vertrauen wir. an aus der Kammer, laufe deinen Senfkorn, arm eund klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, 1798—-1864. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 161. König Jesu, streite, siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn. Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für. Albert Knapp, 1798— 1864. Mel.: Gott des Himmels, oder: Komm, o komm, du Geist des Lebens. 162. Licht das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern aus Gott entglommen, treib hinweg die . Nacht. Zeuch in deinen Wunderschein bald die ganze W Welt hinein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch mauches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet I, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Geh, du Bräutgam, Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat; o erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord, 4. Und erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen. Vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsers Fußes Leuchte sein. Ewald Rudolf Stier, 1800—1862. Mel.: Errett mich, o mein lieber Herre. 163. O de daß doch bald dein Feuer brennte, du unaus sprochlich Liebender, und * + —.————99———p—————— 96 Ausbreitung der Kirche. bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort in Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches kalte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd und Höllenschmerz, 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwecke, läutre und ver⸗ eine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer ström nicht vergebens; ach zünd in unsern Herzen auch! 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubel⸗ harmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. J. L. Fricker, 4+ 1766. Mel.: Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 164 Wach auf, du Geist der ersten Zeu⸗ gen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn; ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein! die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum an— zuflehn! Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein, laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! Me 1 gil die auf vor den hin. + 1766. lich singen. du Geist en Zeu⸗ aur als die Tag hweigen Feind Schall chdringt aren zu ur doch öcht es hn; ach e Ernte treuer rr̃der in! die wenig ja mit Bitt in O siehe, deiner bewegt, um an⸗ 9. Herr, eschehn. ort mit in der n, laß rfahren Reich breite, enkreis deines D Kirchweih und Einführung ꝛe. 9⁷ 5. Ach daß die Hilf aus präge dich der Jugend selber Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei. 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räum, ach räum aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein, ja, sitze du nur auf dem Stuhle und ein, daß treuer Lehrer viel und Beter sein, die für die ganze Kirche flehn und schrein. Herr, zürne nicht, daß ich so bitte, da ich vor dir nur Staub und Asche bin. Du, als der Brunngquell aller Güte, gibst selber mir etwas von deinem Sinn, daß mich der Menschen Elend jammern kann; drum bitt ich, Herr, o nimm mein Bitten an! K. H. v. Bogatzky, 1690—1774. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. ieht in Frieden 165. 3 eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern spät und frühe! Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein Angesicht. G. F. L. Knak, 1806-1878. III. Kirchweih und Einführung von Pfarrern. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgen⸗ aller stern. 166 ott Vater, 909 Dinge Grund, gib deinen Vaternamen kund an diesem heilgen Orte! Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier 7 98 bei Sündern als bei Kindern voller Klarheit; heilge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshallen. Einheit, Rein⸗ heit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden und nimm von uns allen Schaden. 3. Gott heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden! Gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus, mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben; hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott! Lob, Dank und Preis sei dir vom Kinde bis zum Greis für dies dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten, Herr, wir bitten: Stell uns droben in den Tempel, dich zu loben! ö Albert Knapp, 1798-1864. Kirchweih und Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du. 167 Herr, vor dem 7 sich Erd und Himmel beuget, du Gottes⸗ sohn, von Ewigkeit gezeuget, Einführung ꝛe. blick auf der Deinen Flehn und Dankeslieder huldreich hernieder. 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet; hier schmecken deine Gläubgen hoch⸗ erfreuet das Blut, den Leib, den du zu unserm Leben da⸗ hingegeben. 3. Hier wird in deinem heilgen Wasserbade die Schuld getilgt, geheilt der Seelenschade; hier weihen wir, o Todesüber— winder, dir unsre Kinder. 4. Hier finden Kranke Hei⸗ lung, Kraft die Müden, die Blinden Licht, die Sünder Seelenfrieden; hier atmen freier bei des Lebens Schmerzen die wunden Herzen. 5. Des Ewgen Vorhof ist an diesem Orte, das Heilig⸗ tum des Herrn, des Himmels Pforte, stets offen allen, die dem ewgen Leben entgegen⸗ streben. 6. Mag bei der Stürme Wüten alles zittern, die Kirche steht ein Fels in Ungewittern und bleibet bei der Hölle wildstem Trutze in Christi Schutze. 7. Drum freun wir uns der heilgen Tempelweihe und bitten: Herr, Allgütiger, ver⸗ leihe, daß uns geleite dein mildreicher Segen auf allen Wegen! 8. Nichts raube uns des Herzens fromme Freude, oft kehre dieser Tag zurück, oft Flehn uldreich herr, ist t; hier n hoch⸗ n Leib, hen da⸗ deinem Schuld ischade; esüber⸗ 4 ike Hei⸗ en, die Sünder atmen jmerzen Heilig immels en, die tgegen⸗ Stürme Kirche wittern Hölle Christi ir uns he und *,/ ver⸗ te dein fallen ns des de, oft ick, oft Kirchweih und weide dein Volk, o Herr, sich an den Himmelsgaben, die hier uns laben. 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater, dir Gottes Sohn, dir Tröster und Berater! Lehr uns, dein Volk, durch alle Ewigkeiten dein Lob ausbreiten. Alte Kirche. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 168 Hii uns, Herr, in allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gib uns Weisheit, Kraft und Stärk. Ohne deine Hilf und Gunst ist all unser Werk um⸗ sonst; hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl⸗ gelingen. 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein; brich der Hölle Macht und Pforten und gib deinem Häufelein, deiner armen Chri⸗ stenheit, Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Ge⸗ fahr; laß uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum Besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl⸗ gelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude Einführung ꝛc. 99 und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf nach unsrer Zuver⸗ sicht, laß uns ritterlich obsiegen und zu schanden werden nicht. O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hilfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Martin Rinckart, 1586—1649. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 169. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zuge⸗ zählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne seine Werkel Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr 7 100 und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Stärke. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun, nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns Wort Gottes. dir entgegen Wn* Du hast die Seelen all gezählt, du willst es nicht, daß eine fehlt, laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, reich die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu von dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir, Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. J. D. K. Bickel, 1737—1809. IIIIPPPPPPPPPPPPPPPTTRT D. Lieder von den Gnadenmitteln. I. Wort Mel.: Was Gott thnt, das ist wohlgethan. 170 ein Wort, o Herr, ist milder Tau für trostbedürftge Seelen; laß keiner Pflanze deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jede blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Keil, der Felsen spaltet, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschaltet. O, laß dein Wort noch fort und fort Gottes. der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilger⸗ reise; es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmels⸗ licht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen ʃ— 8—2855——3——7ßt.— * t hast du fehlt, Jesu, daß treu rnecht amen hristi us bei wgen lmen, durch dem t will 809. itern der lger⸗ horen 1 die nels⸗ und daß fand Wort neine einer den einen Wort Gottes. 101 Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte; wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein:„Komm, du bist mein!“ das rief mir nicht vergebens, ein Wort des ewgen 6. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es mir aus Geist und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 7.— 13— bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu f Rien und dir dein Reich zu füllen. K. B. Garve, 1763—-1841. Mel.: Ach Gott und Herr. 171. Gott ist sen Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken: laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ fern mich nicht dein Wort die Lebens. Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, Wie 430 dich würdig ehrte. . Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben; zur Eigtent ist diese Zeit von dir mir ühergeben 5. Dein ewgen Rat, die Missethat der Sünder zu ver⸗ sühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du ver⸗ l lehrst meinen Geist ein gläubig A lbba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu— 9—8 ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 142 err, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir. Denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort thun. 2. Halleluja! Ja und Amen! Herr, du wolles auf mich I + IA * + * 102² sehn, daß ich mög in deinem Namen 11 bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. N. L. v. 1700—1760. Mel.: Gott des Himmels, oder: Unser Herrscher, unser König. 1473.— Teures Wort aus +Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt, in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schlie ß mich stets im Glauben ein; laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schäße Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitle Sorgen Wort Gottes. sein. Schließe mich mit den Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gib dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, merken, was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, iarnren gib, daß 1—— dabei ihm das Leben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richt⸗ schnur gehn. Was ich hier zu Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir laß mich einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf ein Hnadenstehel schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. Mir Menschen sind 174. Wẽ zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig: dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens präge —* ůFFEED 78 it den Wesen ch gar Herz teinen nicht nir die s hier präge iß den mich t, laß Wort laß es ondern m das meine Richt⸗ h hier se wie mein That hat. t mir Folge uf ein Schatz fest im )dort 1737. r Zeit. nsind „Gott, üchtig; Gebot vichtig. tehens . Wort Gottes. 103 nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Proph eten, deine Knechte, daß dunh sie würde wohlbekanut dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen; uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, laß uns dabei verbleiben und gib uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb an⸗ nehmen jederzeit mit Sanft⸗ mut, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Ge⸗ spött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinen Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne., 5. Offn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Frend und S Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hin⸗ genommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurdel nicht us der Same, so in Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden, gleich dem guten, fruchtbarn Lapide und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte Hiugen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden; rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Welt⸗ sorg überall und böse Lüste dämpfen. ö 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke, 1603- 1680. Mel.: Jesu, meine Freude. 175. Wort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm! Bald, da wir gefallen, 10⁴ Taufe. ließest duerschallenEvangelium: Botschaft Lehre, daß man sich eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was der Opfer Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rat; was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in deinem Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies für— wahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; o erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Leben kund, lieblich sind die Füße und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Welt wird nun vermeldt durch der guten bekehre. 5. Kommt, zerknirschteHerzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut. Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, so soll mein Ver— trauen evangelisch sein; auch will ich nun würdiglich dieser Kraft, die mir gegeben, evan— gelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke; stehe du mir bei! Nichts kann uns nun scheiden, hilf, daß auch mein Leiden evangelisch sei. Auch laß mich einstmals auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evangelisch sterben. H. Cornelius Hecker, 1699—1743. II. Taufe(und Konfirmation). Eigene Melodie. 176 Christ unser Herr zum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von Sankt Johann die Taufe nahm, sein Amt nun zu er— füllen; da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe glauben soll, zu meiden Ketzer— haufen. Gott spricht und will, daß Wasser sei, doch nicht allein schlecht Wasser, sein heilig Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohnmaßen, der ist allhier der Täufer. 3. Solchs hat er uns be⸗ weiset klar mit Bildern und in sich Herzen, n das nt zu r euch trug. Mut. eliebet t. stehet; „fällt uf will Ver⸗ auch dieser evan⸗ haffet r bei! heiden, Leiden mich Kind gelisch 1743. et alle selbst Thriste Retzer⸗ 0 will, nicht sein dabei iaßen, er. is be⸗ und Taufe. 105 mit Worten, des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen, den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle und folget seiner Lehre. 4. Auch Gottes Sohn hier selber steht in seiner zarten Menschheit, der heilge Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir ge— taufet werden, all drei Person getaufet han, damit bei uns auf Erden wohnen sich ergeben. 5. Sein Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und 1 taufen läßt, soll dadurch selig werden, ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist ver⸗ dammt zum ewgen Tod tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Thun ist verloren, die Erbsünd machts zur Nichtig⸗ keit, darin er ist geboren, er mag sich selbst nicht helfen. 7. Das Aug alleh das Wasser sieht, wie Menschen Gn Iehen, der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist vor ihm ein rote Flut, von Christi Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, 1483— 1546. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 177. Hen, wir stehen hier vor dir; laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu, rein durch dein Blut von seinen Sünden, laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbinden. Da wir ihm den Namen geben, schreib es in dein Buch zum Leben. 3. Hirte, nimm dies Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Lehrer, zeig ihm deine Bahn; Friedefürst, sei du sein Friede; König, laß es deinen Willen künftig immer treu erfüllen! 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben, endlich auch, wenn dirs gefällt, ehristlich unsern Geist aufgeben und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. Casseler Gesaugbuch v. 1770. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 178. J bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater,. und heilger 106 Geist, ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, heißt. Ich bin in Christum eingesenkt: ich bin mit seinem Geist hesch enkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterheu, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Pein, o guter 19951 mein ah aen sein. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hin⸗ gegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hah einen Fall gethan. 5. Ich 70 dir, mein Gott, aufs neue Leib, S Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Imsternisse ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein 5 Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich: Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsat ninmner wanken, Gott Vater, Sohn und das dir dürfen hier nicht leiden. Taufe. heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. J. J. Rambach, 1693—-1735. : Aus meines Herzens Grunde. 179 Lasset die Kindlein kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kindelein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren; drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich küsset und herzt die Kindelein, bezeugt mit Worten süße, der Hünmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus sein heilgen Wunden am Kreuzes⸗ stamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Ver⸗ langen bringet die Kindlein her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr. Führet sie Christo zu; er will sich ihr erbarmen, legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott ge⸗ fällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die Ihnode Welt, sind frei aller Gefahr und Sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Corn. Becker, 1561—1604. 5 28 * ideines 5 mich . So dir, so ind für. 1735. Grunde. indlein n mir, sie sind ne, ich Kron; u, daß n, bin rum sie undlich udelein, iße, der dieweil lus sein reuzes⸗ ihnen sti Ver⸗ indlein langen, Führet ill sich in seine n Ruh. zeitlich ott ge⸗ Gottes e Welt, jr und 1. Sie en dort —1604. Taufe. 107 Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 18 0. Lasset mich voll Freu⸗ den sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist! Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht. 2. Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein getaufter Christ! denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit hesprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wiederschafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein. Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdm. Neumeister, 1671-1756. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 181 eiebster Jesu, hier sind wir, deinem Worte nachzuleben: dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo führe, denn. das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: „Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu ge— boren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen.“ 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Er⸗ barmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel⸗ möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, und zugleich mit dieser Flut laß es dein Verdienst bedecken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz. in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, schenk ihm den Friede; Wein⸗ 108 Konfirmation. stock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 6. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist ge⸗ gangen; führ die Seufher himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolck, 1672—1737 Konfirmation. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 182. Beit dir, Jesu, will ich l eiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und K Kraft, wie der Weinstock Re Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und an Er⸗ den 120 Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jesus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich so in Freude wie in Leid; bei dir bleib ich, dir ver— schreib ich mich in Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, 193 des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, wenn es nun will Abend werden und die Nacht hernieder steigt! Lege segnend dann die Hände mir aufs müde, schwache Haupt, sprich dann: Kind, hier gehts zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt! 6. Bleib mir dann zur Seite stehen, wann mir Grauen macht der Tod als das kühle, scharfe Wehen vor des Him⸗ mels Morgenrot. Wird mein Auge dunkler, trüber, dann e meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. J. Ph. Spitta, 1801—1859. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 183. Jesu⸗ meiner Seele Leben, meines Herzens Rnehn Freud, dir will ich mich ganz ergeben jetzo und in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen und vor ich will 2 umf We scho Mu Sch da i ich ich Liet auf trüt Lar mir ist und kein Leb gef geg reg wã ern bist and das bei her Se in der bin ich leb ülle das Namen, eib ins n. 2—1737. es Rufs i der ist der sich uf dieser nun mein es nun und die Lege nde mir Haupt, er gehts bt, wer un zur Grauen 18 kühle, s Him⸗ rd mein r, dann daß ich vie man 11859. n sterben, 18 Leben. r Seele meines ud, dir ergeben Meinen nen und Konfirmation. 109 vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, da ich erst ans Licht gekommen; ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich be— trübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude. Trotz dem, der mich von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigen— tum; dir ich völlig mich er⸗ gebe; du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Chr. Seriver, 1629.—1693. Mel.: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 184 ei Gott getreu, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben. Leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein er— geben. Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeitals Vaterdich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keine Not des Kreuzes dich abkehren; ist er dein Vater und dein Gott, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir werden, nichts besser ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich; glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darin er dich gesetzet; wenn er dich hält mit 1 II V IN + II —¶ ͤ— 110 Konfirmation. seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; wen dies Panier beschützet hier, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf au allem Ort, laß dich davon nicht trennen. W. 8 diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur lerlih, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht. Wär ja der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder auf⸗ zustehen. 7. Sei Gott getren bis in den Tod, und laß dich nichts abwenden. Er wird und kann in aller Not dir treuen Bei⸗ stand senden, und käm auch gleich das Höllenreich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat ver⸗ heißen, und eine Kron zum Guadenlohn im Himmel dir aufsetzen; da wirst! du dich dann ewiglich in seiner Treu ergetzen. Mich. Franck, 1609—-1667. Mel.: Seelenbräutigam. on des Himmels 185. V Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gib uns Kuaft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Frewigleitz unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Keoir⸗ überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der glänbigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. Samuel Marot, 1770—1865. , 18 bai Eh kor He nel dir ch dann rgetzen. 1667. m. immels sende, Geist, Gib Werke, , ewig bereit, unsern nd dich „dessen h uns Sinn un wir nund 1, deine ust zu Hnahn, lest du 5 mit cht und dann dein erheißt, ne mit e, bis d dein 1865. Abendmahl. 111 II. Abendmahl. Giaen Melodie. 186. Heis ig, hei lig, heilig st der Herre 3e⸗ baoth! Alle 9—0 Ehre voll. ind seine Dme in der Höhe! Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Eigene Melodie. 187. Schaffei in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist! Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von deinem Angesicht, von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Mel.: Jesum lieb ich ewiglich. 188. ich, mein Jesu, laß ich nicht, du kannst Seelen recht erquicken! Du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken. Du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und ver⸗ fluchen; weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen. Wnt macht durch seine Huld 0 gerecht von 1105 Schuld. Ach, was hab ich für 1—5 Gut! Was für Schätze kann ich zeigen! Meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet ——7 mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande gibt? 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! Lodre, Herz, in vollen Flammen! Halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen, daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin: Leib und Seele mag verschmachten; kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Teil; Fest sus ist mir Trost. und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu, laß ich nicht! Casseler Heinnsbilch v. 1770. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 189. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, mag dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 2. Auf grüner Aue wollest du, Herr, diesen Tag mich leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank; doch laß mich einen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken. 3. Du gnadenreiches Him-— melsbrot, du wollest mir ver— leihen, daß ich in meiner Seelen— not zu dir mag kindlich schreien; des Glaubens Kleid bedecke mich, auf daß ich möge würdig⸗ lich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen; du hingeopfert Ofterlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden all— zuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine; in solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. 6. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, laß deine Hand mich heilen; erleuchte mich, denn ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen; ich bin verdammt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich und hilf aus lauter Gnaden! 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir und wohn in meiner Seele, daß sie dich liebe für Abendmahl. und für und sich mit dir vermähle. Ach laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm selbst, dich mir zu schenken; o Blut, das du vergossen bist, komm eilig, mich zu tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, goldne Himmelsthür, mich dort auch auferwecken. Joh. Rist, 1607—- 1667. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 190* Halt im Gedächt⸗ nis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat ge⸗ litten, ja gar am Kreuz ge⸗ storben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich er⸗ löst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod er⸗ standen ist, befreit von Not und Plage; bedenke, daß er hied gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe! 43————————— mit dir ch deine Seele e ihren %Herr bst, dich lut, das m eilig, bleib in „ drum 'elsthür, Hecken. —1667. der Zeit. Bedächt⸗ Christ, Erden himmels Ider da cht, daß lommen ink ihm s Jesum hat ge⸗ euz ge⸗ rch hat Teufel, dich er⸗ ink ihm s Jesum dritten Tod er⸗ on Not daß er Inschuld mk ihm Abendmahl. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, d der nach den Leidens-— zeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtuis Jesum Christ, der einst wird wieder— kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vor— genommen. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewig— lich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, 1650-1704. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 191. Herr dein herzliches Verlangen, da du in den Tod Lünger⸗ mit den Deinen dich zu letzen und dein Nachtmahl einzusetzen, dringt auch mich zum Tisch der Gnaden; du hast mich auch eingeladen; denn auch ich bin unter allen dir nicht aus dem Sinn entfallen. 2. Mich verlangt nach dieser Speise, eh ich noch von hinnen reise; mich verlangt nach diesem Tränken, eh man mich ins Grab wird senken; denn, ist Jesu Leib und Leben, ist sein 113 Blut mir eingegeben, wird mein Leib im Auferstehen seinem Leibe ähnlich sehen. 3. Ich hab— du stillst mein l ne— Jesu Leib und Blut empfangen; nun hat mich sein Tod durchdrungen und selbst meinen Tod ver— schlungen, nun hat er sein ewges Leben mir in seinem Blut gegeben, nun entschlaf ich voll Vertrauen, Jesum bald verklärt zu schauen. Chr. Karl Ludwig v. Pfeil, 1712—1784. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 192. err, du hast für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der me Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß Banr Herze nicht mit deiner Wohlthat scherze. 2. Räume, bitt ich, mein Gemüte rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, segne mich, und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut, 1— so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, 8 114 Abendmahl. für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Not und mich sehne nach dem Brot, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt; denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seist. Drum erhöre, was ich bitt, teile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft, ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Manna sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. 7. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freuden— mut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; laß mich auch niemanden hassen, der mit mir genteßt dein Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Kaspar Neumann, 1648-1715. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 193. err, du wollst uns deines vollbereiten zu Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein, dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! An⸗ betung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. Fr. Gottl. Klopstock, 1724- 1803. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 19 4 err Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehren⸗ kleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende nich ganz ich werde die Fülle ien Gott 48—1715. t Uns die vollst uns reiten zu zeligkeiten, „o Gott! empfahen, 1 Herzen S los von Wir sind, laß uns men! An⸗ feiern wir bei dir. 724—1803. in der Zeit. Christ, du 5 Gut, du iaden, wir und Blut, laden, zu hkeit und ligkeit zu . uns selbst en Werke; es Ehren⸗ Geistes zir würdge derden dir m ewgen uns, daß ans Ende Abendmahl. bleiben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Bartholomäus Ringwald, 1530—1598. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 195 err Jesu, dir sei Preis und Dank für diese Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet; im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unsre Herzen labet, daß wir in dir und nach allem Wohlgefallen heilig leben; solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches Herz verleih, das von der Weltlieb ledig sei und allen eitlen Sachen; bleibe, treibe unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nachtmahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß wir mit diesem Lebensbrot im Glauben stillen unsre Not, der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen vou der Erden. 115 4. O, daß wir solche Selig⸗ keit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen, und folgends aus dem Jammer⸗ thal eingehen in des Himmels Saal, da wir Gott werden schauen, tröstlich, köstlich uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz voll Genüge haben. 5. Das gib du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, gibs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns be⸗ trachten für und für und alles Böse meiden. Amen, Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden. 4. von Bernhard v. Derschow, 1591—1639. Str. 2 u. 5. Zusätze des hannoverschen Gesangb. von 1657. 2* Str. 1. 3. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 196 Ich komme, Herr, 2 und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder; du hast die Hand⸗ 8* 116 schrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein W Wort:„Es ist vollbracht!- Du hast mein Heil verdienet; du hast für mich dich darge⸗ stellt, Gott war in Di und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei etrost mein Sohn, die Schuld ist dir ver⸗ geben, du bist in meinen Tod getauft nd du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist Seligkeit, bewahr es hier im Glauͤben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Labe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. das Glück der Laß mich den Ernst Abendmahl. 3. Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt bemeiden ö 1715—1769. Chr. Fürchtegott Gellert, Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Erhalt uns, Herr. Jesu, du mein 197. O Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin krank, unrein, arm und bloß: ach Herr, mein Gott, mich nicht verstoß! 3. Du 9310 der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts.Haiti du bist der Brunn der Heil igkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. Drum, o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwach⸗ heit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen We Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert 9915 zünd an die schöne Glaubenskerz; mein Armut in Reichtum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Himmelsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. — 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb le wahre er Welt 15—1769. dich zu is, Herr. zu mein im, der esstamm gelitten eg der deinem t durch ich bin id bloß: tt, mich lrzt, du bist der richt, du Heiligkeit, zeitkleid. EE Jesu, Schwach⸗ Unrein ch deinen erfinstert e schöne Armut dmeinem hr⸗ wahre u, wahrer it solcher wie mir m. ster aus mit Lieb Abendmahl. 117 und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mich zu deiner Ehr. 8. Gib, was nütz ist für Seel und Leib; was schädl ich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleibenf für und für. 2. 3040 daß durch deines Mahles Kraft das Bös in mir 01 abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und un⸗ sichtbar seind, den guten Vor— satz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach laß mich meine Tag in Ruh und Frieden bringen christlich zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 198. Jesu, meine Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmliche Er- getzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ichs dir ver⸗ danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und ge— tränket, ja selbst dich mir ge⸗ schenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dank ich für dein Sehnen und heißvergossne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das siandhaft ist ge⸗ bl ieben, dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. 2 laß mich nicht vergessen, daß du mir zu⸗ gemessen die kräftge Himmels⸗ speise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich 555 in mir finde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben: was kannst du Wertres geben? 11. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten.“ 118 12. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist, 1607—- 1667. Eigene Melodie. 199.* Schmücke dich, o 7 liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnaden— worten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzu⸗ schließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach Ach dieser Kost zu sehnen! wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebens⸗ fürsten; wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Beides, Freude und auch Bangen, nimmt mein Herze jetzt gefangen. Das Geheimnis dieser Speise und die un⸗ — erforschte Weise machet, daß Abendmahl. ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? 5. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 6. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmels⸗ speise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her— getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für nus gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck, 1618—-1677. err, die Ist auch den, der ründen? die muß Wunder es Brot es gleich ind daß ben uns gegeben. ichkeiten, st kann Ussonne, Wonne, eginnen, cht der deinen irdiglich immels⸗ und dir utreues nel her⸗ lig hast Tod für u ganz in Blut as uns n, deiner zrot des ch nicht dielleicht deinem ich durch e Liebe ch auch, ög dein den. 8—1677. Buße und Bekehrung. 119 Eigene Melodie. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 200 225.7 sei gelobet, 201 ier liege ich zu daß du hast deinen Füßen mit dein Leben für uns Sünder Dank und Lob, Gebet und hingegeben! Stärk unsern Flehn. Laß neue Gnade auf Glauben. Deine Himmels⸗ mich fließen, mein Heiland, speise heilige uns dir zum laß es doch geschehn, daß mir Preise, du Versöhner Gottes! zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei! David Bruhn, 1727—-1782. E. Lieder von den Gaben und Wirkungen des heiligen Geistes. J. Buße und Bekehrung. Eigene Melodie. 5. Gib, Herr, Geduld, vergib 202 Ach Gott und Herr, die Schuld, schenk ein gehorsam 8 wie groß und Herze, daß ich nur nicht, wies schwer sind mein begangne oft geschicht, mein Heil murrend Sünden! Da ist niemand, der verscherze. helfen kann, in dieser Welt 6. Handle mit mir, wies zu finden. dünket dir, auf dein Gnad 2. Lief ich gleich weit zu will ichs leiden; wollst mich dieser Zeit bis an der Welt nur nicht dort ewiglich von ihr Ende und wollt los sein deiner Liebe scheiden. des Kreuzes mein, würd ich M. Rutilins, 1550—1618. es doch nicht wenden. I 3. Zu dir flieh ich, verstoß Eigene Melodie. mich nicht, wie ichs wohl hab 203* Allein zu dir, Herr verdienet; ach Gott, zürn nicht, Jesu Christ, geh nicht ins G'richt; dein mein Hoffnung steht auf Erden! Sohn hat mich versühnet! Ich weiß, daß du mein Tröster Solls ja so sein, daß bist, kein Trost mag mir sounst Straf und Pein auf Sünde werden. Von Anbeginn ist jolgen müssen, so fahr hier nichts erkorn, auf Erden war sort und schone dort und laß kein Mensch geborn, der mir mich hier wohl büßen. aus Nöten helfen kann; ich 120 Buße und Bekehrung. ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen han. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch Dten Tod und Sachergen zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich los der Sünden Last. Herr, halt mir fest, wes du dich mir versproch en hast. 3. Gib mir Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf d daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten nach dein'r und End dein Hilf mir ele da⸗ mit behend des sich von mir wend. 4. +9 10 Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seim lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werten heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist„damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Joh. Schneesing, 4 1567. Ps. 130. Eigene Melodie, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 204.*QAus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne; Teufels List denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde 0 vergeben; es ist doch unser Thun auch in dem besten Leben. Vor dir nie⸗ mand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Nacht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Irael rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Guade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Srn erlösen wird aus seinen Sündeu allen. Dr. Martin Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. 205. Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen; sehen Inrecht Herr, „ denn Sünde ) unser ndem ir mie⸗ u, des rmann n. tt will erdienst mein seiner zusagt st mein t, des bis in an den n Herz weifeln 5o thu er aus d, und st der ist viel und zu ie groß Er ist der seinen —1546. 18 Fall erderbt Wesen; Buße und das Gift ist auch auf uns ge⸗ erbt, wir konnten nicht genesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, seitdem die Schlang Eva bez hudem den Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war es not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, den Gnadeuthron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewgen Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod erneut, was war verdorben. 4. So er uns seinen Sohn geschenkt, da wir ihm feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, gestorben, aufgefahren, dadurch wir sein von Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen auf diesen Hort, des Vaters Wort, wem wollt vorm Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewges Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben: darum uns bald kein Macht noch 121 G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer sich will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List er⸗ schrecken. 7. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, wird nimmermehr zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, hat Hilfe stets zu Handen; hab ich doch nie im Unglück hie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund,‚ du wollst nicht von mir nehmen dein 98115 Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nur fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort ein Licht, das leuchtet ferne, die Leuchte, die den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns auorhr sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Bekehrung. * Spengler, 1479— 1534. 122 Buße und Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 206. Di weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Missethat, so mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an; dies tröstet mich zu aller Frist: Herr Jesu Christ, in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Thränen mein, ich weiß, sie sind gezählet, und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft sie vor dir regen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. Bekehrung. 5. Wer jetzund säet Thränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, da Freude ist die Fülle, ja, solche Freude die kein Mann mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freuden⸗ krone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Zeuch mich, zeuch mich. 207 Hern. ich habe miß⸗ * gehandelt, ja mich drückt der Sünden Last, ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allent⸗ halben sein: wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß es nur bekennen: Herr, ich habe miß⸗ gethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen, ach nimm nen vott in ist ude iner und keit. vird eud. dank den⸗ urch im du zu dauf, ugen heine 347. ch. miß⸗ mich ich idelt, und aus inem 9dir lent⸗ über in die lügel wohl nur miß⸗ dein nimm Buße und Bekehrung. 123 mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Aber, Christe, deine Wunden und dein teuerwertes Blut machen meine Seel ge— sunden, löschen meiner Sünden Glut; drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 6. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefe See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee; laß dein guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Joh. Franck, 1618— 1677. Mel.: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 0* err Jesu Christ, 208. H du höchstes Gut, du Brunngquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Ge⸗ wissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich 22 nicht vor großem Weh in ö meinen Sünden untergeh noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht häkte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, als wenns beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden ab⸗ gewaschen sein, wie David und Manasse, 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Angst geschritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergib, vergib mirs doch um deines Namens willen und thu in mir das⸗ schwere Joch der Übertretung stillen, daß sich mein Herz. zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 124 Buße und 8. Stärk mich mit deinem e heil mich mit deinen Wunden; tröst mich mit deinem Todesschweiß in meiner letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben von der Welt zu deinen Aus-— erwählten. B. Ringwald, 1530-1598. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 209. Höchster ster, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O, wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie maͤnchen schweren Sorgen machtest du mein Herze frei! Was mir nützte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt ich dir? O, wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Rettung von mich lockte mich oft zur Buße, aber Bekehrung. dem Schaden meiner Seele bemühn. Deine Güte ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater, zürne nicht! Dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. Ach vergib, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an. Führe — vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! Mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 210. IJc armer Mensch, Wich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit Seele Hüte aber iften t zu ich ater, Roft ildge rgib, mich ühre hnell aufs erter sich Wort Zohn für und das einer 9 dir keine inem mir he du ch zu Ewig 770. Gott ensch,‚ ünder sicht: rfahr mit Buße und Bekehrung. Mel.: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. X mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von meiner großen ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du aller⸗— liebstes Vaterherz: wollst alle Sünden mir verzeihen und lin— dern meines Herzens Schmerz; erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab ver⸗ schuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, sprich, daß der arme Sünder hör:„Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, nur sündige hinfort nicht mehr.“ Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret; drum will ich enden mein Geschrei: Er⸗ barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tietze, 1641—1703. wegen du we Sünd: hilf, Rat hiezu, o Gott, bescheren und daß ich wieder Gnad erlange, Arafie neue Herzen in uns schafft, 12⁵ 2¹¹ 4* J will von. meiner Misse⸗ that zum Herren mich bekehren= du wollest selbst mir Hilf und deines guten Geistes Kraft, der aus Gnaden mir gewähren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Wortes Licht blind, taub und tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden. 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, die hat mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot, du machst, daß mir noch keine Not bis hieher konnte schaden 5. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluten, so daß es niemals mir gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch⸗ aus bloßer Treu gestäubt mit Vaterruten. 126 6. Bisher hab ich in Sicherheit gar unbesorgt ge⸗ schlafen, gesagt:„Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht Buße und mit unsrer Schuld so strenge mit seinen Schafen.“ 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Thor und Riegel. Wo flieh ich hin? Du Morgenrot, erteil mir deine Flügel; verbirg mich wo, du fernes Meer, stürzt hoch herab, fallt auf mich her, ihr Klippen, Türm und Hügel. 9. Ach, nur umsonst! und könnt ich gleich bis in den Himmel steigen, könnt ich mich auch hinab ins Reich der tiefsten Hölle beugen, so würde mich doch deine Hand da finden und von meiner Schand und großen Sündeé zeugen. 10. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh zu deinen Wunden! Laß mich da ein⸗ geschlossen sein und bleiben alle Stunden. Dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzesstamm zu tragen aufgebunden. 11. Dies stell du deinem bald zu strafen; er fähret nicht fort, es hat Geduld der Hirt Bekehrung. lenke, daß er sich gnädig kehr zu mir, nicht meiner Sünden denke und wegen dieser Straf und Last, die du auf dich genommen hast, ins Meer sie alle senke. L. Henriette v. Brandenburg(2) 1627-1667. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 212 Itse⸗ der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort. 2. Treulich hast du ja gesuchet die verlornen Schäfe⸗ lein, die sonst würden ganz verfluchet laufen in die Höll hinein; ja, du Satansüber⸗ winder hast die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünden! Ach, ich irre weit und breit! Es ist nichts an mir zu finden als nur Un⸗ gerechtigkeit; all mein Dichten, all mein Trachten heißet unsern Gott verachten; böslich leb ich ganz und gar und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch Vater für, daß er sein Herze und Blut zu zwingen und 0 0 L kehr inden Straf dich er sie 71667. terben, eben. meine durch des und ennot mwund durch e Hort. u ja chäfe⸗ ganz Höll süber⸗ rübten u der nmuß. Kind h irre nichts ir Un⸗ ichten, unsern ch leb d sehr es ja Gutes r, was alt ich Fleisch naund Buße und Bekehrung. das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergib mir, was verborgen, rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 6. Jesu, du hast weg⸗ genommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Selig⸗ keit zu gut; und dieweil du so zerschlagen, hast die Sünd am Krenz getragen, ei, so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 7. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht ent— fliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören:„Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt!“ 8. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 9. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine 127 Treu erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erden keiner je ver⸗ loren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 10. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Joh. Rist, 1607-1667. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 2¹3 Ii armen Sünder, kommt zuhauf, kommt eilig, kommt und macht euch auf mühselig und beladen: hier öffnet sich das Jesus⸗ herz für alle, die in Reu und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt:„Er nimmt die Sünder an!“ Drum komm, dein Jesus will und kann dich retten und umarmen. Komm weinend, komm in wahrer Buß und fall im Glauben ihm zu Fuß: er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, dems in der Irr an Hilf gebricht, er sucht es mit Verlangen; er lässet neun und neunzig stehn und sie gar in der Wüste gehn, das eine zu umfangen. 128 4. Es sucht der liebste Jesus Christ 0 Schäsken, verloren ist, bis daß ers hat gefunden. So laß dich finden, liebe Seel, und flieh in Jesu Wundenhöhl; noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß! Ich komm mühselig, nackt und Wan: ach laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt; ach nimm mich auf, weil ich ver⸗ wirrt im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schier! ach laß mich wiederkehren zu deiner Herde, nimm mich an und mach mich frei von Fluch und Bann: dies ist mein Herzbegehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß mich vom eitlen Weltgesind ausgehn und mich als Gottes Kind um dich, mein Heil, bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab der Sündenlust bis in mein Grab und in dem neuen Leben in Heiligkeit, Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. Laurentius Laurenti, 1660—1722. Mel.: Begrabt den Leib. 214. O frommer und ge⸗ trener Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und das Buße und Bekehrung. sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, aanädger Gott, nicht hast Gefalln an meinem Tod und ist dein herzliches Begehrn, daß ich mich soll zu dir bekehrn: 3. Auf dies Wort, Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitte dich durch Christi Tod und seine heilgen Wunden rot; 4. Ich bitte dich durch Jesum Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Derldren so werd ich arm, verloren Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort' mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit ge— langen zu der Seligkeit. B. Ringwald, 1530-1598. lieber Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 7 r dessen 21⁵. O Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Diensten steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist Den helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig. ————————————— 2 Zöl von und gern Feh gan unt mei Hin Süt genn Got „ das nich. ädger n an dein 5 ich lieber armer und Tod rot; durch Ugut deine mehr „laß meine arm, los nach ssern, damit it ge⸗ 598. ylon. dessen weit Erd steht, jeiget, helles t und und kensch daß Gott, ————————————— Buße und Bekehrung. 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin und Sünde meinen ganzen Sinn zum Guten macht unthätig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig. 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig. 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere du mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig; und will es 129 nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst beirätig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig. Val. Ernst Löscher, 1673—1749. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 216 O Vater der Barm⸗ herzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, worinnen mirs sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich er⸗ barmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon; sieh an mein kläglich Rufen! 0 130 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. D. Denicke, 1603—-1680. Buße und Mel.: Christus, der uns selig macht. 217⁷ Schlage, Jesu, an mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus der Sünden Schmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich wie Petrum an, daß ich in mich schlage, daß ich stets gedenke dran und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch den Glockenschall aus dem Schlaf der Sünden, laß für meiner Schulden Fall mich Erbarmung; Gnade sündigt hin, fährt fort finden und nimm mich zu Bekehrung. Gnaden auf, meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebens⸗ lauf sei voll Tugendwerke. 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft und mein Trost im Leiden, meiner Seele Stärk und Kraft, so sterb ich mit Freuden; in der Stunde letzter Not wollst du mein gedenken und ein selig End im Tod mir, o Jesu, schenken. Veit Ludwig Megander, 4 1709. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 218 So wahr ich lebe, 5 spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat und zwar mit einem teuern Eid. O selig, dem sein Sünd ist leid. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: Es ist noch lange Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein er⸗ barmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf in se See wir 5 Got du kom den schn ich! Hei 21 gro laß nac Ha löse Gri 8 hul Kre mir wa Hlauben Lebens⸗ erke. i mein Trost e Stärk ich mit e letzter zedenken m Tod + 1709. melreich. ch lebe, n Gott, Zünders smein er von n seiner nd lebe denk, o fle nicht findest Gnad, get hat teuern n Sünd ich vor Es ist will erst d, und e werd, en mich, liein er⸗ ist zwar der mit wer auf ihrt fort Buße und in seinem bösen Sinn und seiner Seelen selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut be⸗ kehre dich, eh morgen kommt, kanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann, 1585-1647. Ps. 6. Eigene Melodie. traf mich nicht 219. S in damnem Zuun großer Gott, verschone! Ach laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 2. Zeig mir deine Vater⸗ huld, stärk mit Trost mich Kranken; ach Herr, hab mit mir Geduld, mein Gebeine 131 dem Ol deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 3. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, lobsage. 4. Ach sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hilfe harren. Ich verschmacht; Tag und Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. 5. Ach ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hilfe fragen. Wie so lang machst du bang Bekehrung. meiner armen Seele in der Schwermutshöhle! 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel weich, Hölle fleuch! was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Georg Akbinus, 1624—-1679. Mel.: Meine Seele, willst du ruhn. 220 Sünder, willst du 5 sicher sein und befreit von Furcht und Pein, wanken; heil die Seel mit schaffe, daß du dich bekehrest, 9* 132 Buße und da du Gottes Stimme hörest. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder blitzet; such ein Zoar, das dich schützet. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird be⸗ schweret und der Strafe Maß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 5. Deines Herzens Härtig— keit wächst und steiget mit der Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 6. Was du Böses an dir hast, wird sonst wie ein alter Ast; dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Not, wenn man aus der Welt soll gehen und vor Gott nicht kann bestehen! Bekehrung. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit; denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 9. Suche, wo du weife bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen und mit Eifer durchzudringen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 10. Vater der Barmherzig⸗ keit, gib doch, daß die Gnaden⸗ zeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Herde. Vater, ach ich bitte dich, eile und errette mich! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 221 Vor G'richt, Herr 7 Jesu, steh ich hie, ich beug in Demut meine Knie und seufze mit Weh— klagen: Mein große Sünd und Missethat mich verklagt und verdammet hat; doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut albein macht mich von allen Sünden rein. weil ich fest glaube und dabei im Herzen habe wahre Reu. Herr Jesu Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, ich will mich bessern, hilf du mir! Unbekannt, 1629. weie ich wer Wer 3 uns nich vern uns bren zur. davt 4 Sün an, als Ziel noch steht herz 5 meir Frer hehl Ich ein doch mich noch zu dich! auch die kommt starker durch schossen. noch zu dich! eise bist, met ist, bringen dringen. noch zu dich! nherzig⸗ yznaden⸗ rsäumet lbst zu ach ich te mich! .11770. Weh⸗ ind und gt und will ich r Jesu macht en rein. id dabei e Reu. 8 dank dir, ich du mir! + 1629. Mel.: Zeuch ein zu deinen Thoren. 222 Wie treu, mein 2 guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der, elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen nicht selber aus Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! Ach sprächest du im Grimme: „Weicht, die ihr euch verstockt, weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen!“ wer wollt es Unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen, und merken wir nicht drauf, ob wir ihn schon vernommen, so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur Herde zurückgeführet werde, davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 5. Liebhaber unsrer Seelen, mein Hirt, mein treuster Freund! was sollt ich es ver— hehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. Buße und Bekehrung. 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt, ich preise dich. 7. Ach daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zurücke bliebe, an Lieb und Eifer leer, nicht wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann! 8. Nun, Jesu, ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! Mich reut nnd schmerzt mein Schade, ver— wandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seist. 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft, und wie ich glaubensvoll aus deinem Überflusse zum wirk⸗ lichen Genusse stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt ich mich aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine 134 Treue, mein Hirte, nie entstehn; erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende als meinen Hirten dich. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 223.* Wir liegen hier 5 zu deinen Füßen, ach Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; ach geh nicht mit uns ins Gericht. 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht, nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ja, du hast noch ein Vater— herz, drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zuge⸗ neigt. Buße und Bekehrung. 5. Ach laß die wohlver⸗ diente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 6. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen, und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen und deine sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel stimm in die Lieder Zions ein: der Herr soll mein Gott ewig sein. Benj. Schmolck, 1672—- 1737. Mel.: Auf meinen lieben Gott. Mao soll ich fliehen 22 4. Wẽé hin, wei 1 de⸗ schweret bin mit vielen großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her⸗ käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel — ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine — wohlver⸗ ser unsre vir nicht n deiner ch Schoß agen los. n Land gesunde laß Lieb JRküssen, chtigkeit. t deinem id Haus dir Opfer sein mit soll dein gen, und stimm ein: der wig sein. 72— 1737. en Gott. ch fliehen eil ich be⸗ n großen Rettung Velt her⸗ sie nicht r Gnad, ind Rat Gemüte züte: laß issen ein zen. ytes Kind, d, so viel und mich in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, der Schuld nicht mehr gedenke, ins Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich selbst er— löst; was ich gesündigt habe, hast du versenkt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Sünde groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut auffasse und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen; dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trutz bald schweigen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich, jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles Buße und Bekehrung. 135 meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Aus tiefer Not. 225 Wo soll ich hin, wer hilfet mir, wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir will ich mich frei be⸗ geben. Du bist, der das Ver⸗ lorne sucht; du segnest das, so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, der Todesleib mich plaget. O Lebens-Gott, erbarme dich, vergib mir, was mich naget! Du weißt es wohl, was mir gebricht; ich weiß es auch und sag es nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 3. Du sprichst zu mir: Ver⸗ zage nicht! Du rufst: Ich bin das Leben. Drum ist mein Herz auf dich gericht. Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn, in Not als Herzog vor mir gehn. Hilf, Jesu, dem Zer⸗ knirschten! 4. Bist du der Arzt, der Kranke trägt,— auf dich will ich mich legen. Bist du der Hirt, der Schwache pflegt,— erquicke mich mit Segen! Ich bin gefährlich krankund schwach; heil und verbind, hör an die Klag! Hilf, Jesu, dem Zer⸗ schlagnen! 136 Glaube und Rechtfertigung. 5. Ich thue nicht, Herr, Elender ich, wer wird mich was ich soll; wie kann ich doch erlösen von des Todes doch bestehen? Dies ängstigt Joch? Ich danke Gott durch mich, das weißt du wohl; Christum. wie wird es endlich gehen? Joachim Neander, 1650— 1680. II. Glaube und Rechtfertigung. Mel.: O daß ich tausend Zungen. 226 Aus Gnaden soll ich selig werden! Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahr⸗— heit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil ge⸗ bracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort:„Aus Gnaden,“ so oft dich deine Sünde plagt, so schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt; was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und über⸗ nahm die Sündenlast. Was nötigt ihn dein Freund zu werden? Sags, wenn du was zu rühmen hast. Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur ver⸗ heißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Denn wenn der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering; dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgethan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich dDmich Todes durch 1680. lt und sollt? Dieser lange Was reiben, Wort unser durch ch, du nicht: h zu! ldams r ver⸗ imt er r noch n. er dies von wenn et, 0 de sei t die auben t dem 3 des unter nerzen mehr m ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohle ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich hei ilen soll; mein Geist ist froh, mein Herze lacht, weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost, trotz allem Zweifel, durchs rote Meer nach Kanaan; ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. Chr. Ludwig Scheidt, 1709—1761. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 227 Der Glaub ist eine Zuversicht zu Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall thut es nicht; es muß Herz und Gemüte durchaus zu Gott gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein ohn Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Ver⸗ trauen und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Ver⸗ dienst zu bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Dies aber ist kein Menschenwerk, der Glaub konmt von dem Herren; drum bitt, daß er in dir ihn stärk Glaͤube und Rechtfertigung. 13 7 und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, an dir sein; sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich zu rühmen und böse Werk doch nehmen an, die Christen nicht geziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, sein Glaube sei nur Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei und vor dem Nächsten leuchte. Unbekannt 1714. Eigene Melodie. 228.* Eins ist not! Ach 2 dies eine lehre mich erkennen doch; alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, dar⸗ unter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergetzt. 2. Seele, willst du dieses finden, s uchs bei keiner Kreatur: laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur; wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste notwendigste 138 Glaube und Teil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ; ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Hei⸗ land, sie wollte belehren; ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Ver⸗ langen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nach⸗ laufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit voll⸗ kommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir er⸗ worben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, die Rechtfertigung. Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich umströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergetzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchel⸗ schein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite whabe laube meine Bild en ich gung zum Leben, d, mir mich t, dein einzig mehr mt die einmal Heilge ast du unden, lischen dein reiheit Geiste Fried Seel frische mich kann 1, als immer ts ist, quickt, u, im su, du nund e, wie euchel⸗ bösem, d leite Glaube und Rechtfertigung. 159 mich, Höchster, 911 ewigem Wege; gib, daß ich hier alles nur achte für Spott und Jesum Kabhne, dies eine ist not! J. H. Schröder, 1666- 1699. Eigene Melodie. 229. Esri ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte, die Werk die helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat genug für uns ge⸗ than, er 05 der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Ge— setz gebot, da man es nicht konnt halten, erhob sich n und große Not vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'setz erfordert allermeist, es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; und 1 doch nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, die— selbe Art aus eigner Kraft zu lassen, wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohnmaßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Doch mußt das G setz erfüllet sein, sonst wärn wir all verloren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch geboren; der hat es ganz für uns erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und weil es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalten. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht be⸗ trügen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset, der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht lasset. Mit Gott der Glaub it wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder; das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit allen seinen Werken. 10. Die Werk gewißlich kommen her aus einem rechten 140 Glauben, denn das nicht rechter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben; doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das ge⸗ schehen soll zur Freud, setzt Gott nicht feste Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, und braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Herz spräch lauter„Nein“, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gut⸗ that willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name; 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd g'scheh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot noch heut uns werd, wollst unsrer Schuld ver⸗ schonen, als wir auch unsern Schuldgern thun, laß uns nicht in Veysuchung stehn, lös uns vom Übel. Amen. Paul Speratus, 1484— 1554. Glaube und Rechtfertigung. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 230 Ewge Liebe, mein Gemüte waget einen kühnen Blick in den Ab— grund deiner Güte; send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rat gefaßt, der verdammniswerten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O, ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, welcher uns hilflosen Armen Gnade, Trost und Hilfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch be— stimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Anteil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Ver⸗ derben ohne Grund verdammet hast, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch Seele. mein vaget Ab⸗ ihm Blick ernis Auge dem Ziebe, hast riebe der )Urch des inad . voll und uns Trost die der um aus n. veise be⸗ arin nteil ttler eben oren eben Glaube und und Tod zum Lohn, sein mutwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank be⸗ sungen, was dein Rat be⸗ schlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rat, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen meinem Heil ent⸗ gegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: In dich hab ich gehoffet, oder: Ich weiß, mein Gott. 2 31 Jch freue mich, mein — Gott, in dir und bin getrost, wenn ich dich hier zu meinem Teil erwähle. Du, Herr, bist mein, und ich bin dein; was mangelt meiner Seele? Rechtfertigung. 141 2. Du hast mich von der⸗ Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, wirst gnaden⸗ voll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Teil an seinem Heil; dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint, wo find ich deines⸗ gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht; in dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ur⸗ sprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. 142 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Teil, das wird mir niemand rauben. Salomon Liscow, 1640—1689. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte, oder: Fürwahr, du bist. 232* Ich habe nun den 2 Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt; dem alle— mal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, deswegen klopft er für und für so stark an unsres Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut be— ständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! ö Glaͤube und Rechtfertigung. 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weg— gerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvoll— kommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Er— barmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreu:: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe, 1688- 1758. Mel.: Valet will ich dir geben. 2 33* Ic weiß, an wen ich glaube; ich weiß, was fest besteht, wenn — 2——.82——— — mich ch mich wenn änken, Herze Haller zigkeit. weg⸗ Leib h von und n; ist weit: zigkeit. neinen en ich nvoll⸗ fällt doch Hdereit: igkeit. dessen IEr⸗ selbst nit es t1so eid in, igkeit. e will ch die ich in, so wegt. höchst der 758. ben. t wen e; ich wenn Glaube und Rechtfertigung. 143 alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund ge— mauert, steht diese Schutzwehr fest: Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heilgen dienen— ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, das ist mein Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, mein Heiland und mein Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub; er, der von Gott erwecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was ich glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erden— staube nicht mit als Staub verweht. bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt: es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt, 1769—1860. Mel.: Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht. 234. J weiß, an wen mein Glaub sich hält; 4— Feind soll mir 12 rauben! Als Bürger einer bessern Welt ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit,— erwünschter Lohn des Krieges! Der 90 für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt: was kann mir denn nun schaden: 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruͤhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Cigentum: du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu, drum eile ich ihm freudig zu; du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! Glaube und 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene bessre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag er⸗ scheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Sünde noch mein Teil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch ver— hüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Ge⸗ rechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. n? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du Christoph Christian Sturm, 1740—1 786. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 235 Jehu, sieh mich an in Gnaden! Sieh mein Elend, meine Not. Laß dichs jammern, hilf dem Schaden. Ach, er bringt mir Rechtfertigung. sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam ist auch dein Ruhm, das erfährt dein Eigentum. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach wie hoch bedarf ich deiner! Jesu, so gedenk auch meiner; denk an mich, sprich nur ein Wort, o, so weicht mein Jammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Olberg band, dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hilfe schon bereit; wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starken, Frommen; nur den Sündern riefen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesu, sollt ichs denn nicht wagen? Sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen meiner wirst du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. —GEN — test du ich nicht Vie dein Ruhm, ntum. barmen, 8 lenkt, yn den ir zum vie hoch esu, so henk an zort, o, er fort. Lippen, nd, ja rippen, band, necktes uz so st, so zu der e sich Hilfe Lippen lauter zu dir eilgen, den ů voll . denn denn Sollt weil Nie men; rmen, und neine derben kann: Je Glaͤube und Rechtfertigung. 6. Wo die Sünde mit Be⸗ schwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist. Reiß mich los aus Satans Stricken, brich der Hölle Band in Stücken. Nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin. 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt. Lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rat mich übt. Ach so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit und dort in der Ewigkeit! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 236 4 Itsu⸗ nimmt die ö Sünder an, saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht ver— sus nimmt die Sünder an. 145⁵ 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubets doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekennemeine Sünden laß, mein Heiland, mich bei dirGnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schnee— weiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht, wer will mich vor Gott verklagen? Der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann; Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch ange— nommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeister, 1671—-1756. Mel.: Valet will ich dir geben. 237. I für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin 10 19 M. Aü I NV NII N II * V I 1 N. * UR ö * ———————— DAA. 146 Glaube und Rechtfertigung. geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut, das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sitz; ich müßte stracks vergehen wie Wachs in Feuerhitz. 5. Mein Jesus hat ge⸗ löschet, was mit sich führt den Tod, der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kum⸗ mer hin, gibt Segen und Ge⸗ deihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde er⸗ siehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durch— süßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brot. lügeln r mich it mir neinen g und Kum⸗ id Ge⸗ nmir Abba Kraft. u Orte achheit icht er ch sind eunde, t, der de er⸗ ieinem stwort leiste, „ und 1edle, Herze et hat. il und ericht; sterbe, nicht. uchten mein durch⸗ n ver⸗ jt und t und e Last gerät Kreuz d sein Glaube und Rechtfertigung. 12. Das ist mir nicht ver⸗ borgen, doch bin ich unverzagt, dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freu⸗ den, kein Thron, kein Herrlich⸗ keit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. 238 Mein Heiland nimmt ö die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden; den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein; 147 den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zu⸗ gesprochen, wird diese Freistatt aufgethan: MeinHeiland nimmt die Sünder an! 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den ver⸗ dienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sünder an! 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß ge⸗ jagter Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut ver⸗ senket; der Geist, der ihnen wird geschenket, schwingt über sie die Gnadenfahn: Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an! 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen»blutbefloßnen Armen; das neiget dann den Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt, ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan: Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an! 5. O, solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen 10*² ——.—— ISSSx—————— 148 Glaube und Rechtfertigung. Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäus Haus! Wie sanft stillt er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Thränen und denkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern lieb⸗ reich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an! 7. So komme denn, wer Sünder heißt und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begibet! Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dich zu retten er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn. Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an! 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich nieder⸗ drückt, du wirst auch seufzend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umge— sehen! So komm denn, armes Herz, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 9. Sprich nicht:„Ich habs zu grob gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden so lang und schändlich umgebracht, er hat mich oft umsonst geladen.“ Wenn du es jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst jetzt noch Gnade finden; er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an! 10. Doch sprich auch nicht: „Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen.“ Nein, weil er ruft, so höre du und greif mit beiden Händen zu. Wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet; ihm wird hernach nicht aufgethan, heut komm, heut nimmt dich Jesus an! 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder! Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschloßnes Liebesherz: und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sage ninn Mel hã 23 fahr nicht dem Her; weiß und 2. Zori Got: hat sühn des kam schich weit 3. Got: went ich nenr Herz und die 4. mir einzi Erbe auf Not im 5. an Erbe Wie Flehen umge— armes eiland 5D habs ab die lang ht, er aden.“ redlich UEmit lihm ,‚ und Hnade sonst Mein er an! nicht: muß Gott gleich pforte rruft, beiden Seele at die ihm ethan, t dich selber süßer Erfüll h uns Zeig hmerz herz; Elend nicht jeder 5 Glaube und sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! L. Frz. Fr. Lehr, 1709— 1744. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte, oder: Fürwahr, du bist. 239* Mir ist Erbar⸗ mung wider⸗ fahren, Erbarmung, deren ich nicht wert, das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst ver⸗ sühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum ge⸗ schichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir, und Rechtfertigung. 149 führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie, oder: Es ist gewißlich an der Zeit. 240 un freut euch, lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt mich besessen. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über⸗ maßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. E 150 Glaube und Rechtfertigung. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:„Es ist Zeit zu erbarmen, fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben.“ 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt' er sein Gewalt, er ging in meiner armen G'stalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben, das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab V und gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Letze. Dr. M. Luther, 1483—- 1546. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 241 O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding es ist, noch standhaft zu verbleiben; drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr, und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Christe Jesu, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und ge⸗ preist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil die wahr Erkennt⸗ nis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, es wohl zu Herzen fasse; daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse; daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. ottes t zu und ischen edle zur 546. Zeit. Zohn, zhrist, uben, es ist, oiben; oben mir drin rweise kenne, „dich lenne, eilgen id ge⸗ Vesen. roßen kennt⸗ m dir 'st die such, st der et, die n. traue hl zu mein dein 5 zur wenn hwert, et. Glaube und Rechtfertigung. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit ein⸗ geschlossen und durch den Glauben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerknickte Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in dem Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorg⸗ fältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich in mir stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich in guten Werken, daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten treu zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich üb die gute Ritter⸗ schaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 10. Herr Jesu, der du an⸗ gezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollst es stärker machen; was du ge⸗ fangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folgt das Schauen. David Denicke, 1603-1680. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit, oder: Nun freut euch, lieben Christen gmein. uch, wer da will, 242. S ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. will, 2. Such, wer da Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herz⸗ lich ehret. 152 Glaͤube und Rechtfertigung. 4. Meins Herzens Kron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir lobsagen. Georg Weissel, 1590—1635. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. eicht, ihr Berge, 243. Wé fallt, ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein! Gottes Gnade hat das Siegel: sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenngleich alles bricht und fällt, sondern ihren — Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein ge⸗ liebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt gleich Lärmen macht; ihre Liebe mag erkalten, ich bin bei ihm wert geacht, und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Er⸗ barmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn anker⸗ fest gericht, auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benj. Schmolck, 1672—-1737. is t ob eden rieg mer Uler licht und sich doch in ge⸗ eide und mir leich mag wert und mir nein elbst — Wandel im Licht. 153 II. Heiligung. 1. Wandel im Cicht. Mel.: Begrabt den Leib, oder: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 244. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Heiße und Wohnhaus. 3. Laß deines nn Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen un⸗ erschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen weich; gib Weis⸗ heit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß, 1654—-1716. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Erhalt uns, Herr. 245. CE mich, o ewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und er— füllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sünden⸗ wust; ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam eif t und nichts sonst, als was du wilst will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinne gehn, laß sie nach dem, was droben, 5— bis ich dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu Angesicht. J. B⸗ Woph + 1708. Eigene Melodie. znTahre fort, fahre 2 46. F fort, Zion, fahre fort im Licht, mache d deinen 15 helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion leide ohne Scheu Trüb⸗ sal, Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebens⸗ krone; Zion, fühlest du der Schlange Stich, lede dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen, achte nicht ihr Gut und Geld; nimm 154 Wandel nicht an das Bild des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ spricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion beides, das was krumm und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben; sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchel⸗ schein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, ver⸗ lasse was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! J. E. Schmidt, 1669—- 1745. Mel.: Herr Christ, der einig Gottssohn. 247* H err Jesu, Gnaden⸗ sonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. im Licht. 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben, ach Herr, er⸗ höre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, zu kreuzgen mein Begier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohl⸗ gefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und thut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, iner inn, len, zu r zu bin. tnis und urch ich der der nich gier ich welt eisch dir. iebe ich wig ohl⸗ llen mir und den⸗ afft nein und gut. der reu, Wandel wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. L. A. Gotter, 1661—1735. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht, oder: Jesus, meine Zuversicht. 248.* Hu geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort in Kanaan durch die Wüste kommen werden; hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hin⸗ gehöre; wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmel⸗ fahrt. 4. Himmelan! denk ich all⸗ zeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr im Licht. 155 Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmel⸗ an! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; ver⸗ leih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Glauben, Herr, geben, dir zu leben, dem Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o wohl geben, daß ich nicht wenn ich muß hie davon, daß nicht bauen auf all mein eigen reuen. Herzensgrund den Feinden Nächsten nütz zu sein, dein 249 IJ ruf zu dir, Herr ich mein, den wollest du mir Herre Gott, du kannst es mir wieder werd zu Spott; die Hoffnung gib danehen, voraus ich dir mög vertrauen und Thun, sonst wirds mich ewig 3. Verleih, daß ich aus mög vergeben; verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff 156 Wandel im Licht. mir ein neues Leben; dein Welt mich zu berücken ganz Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht abkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; getreu sein bis ans End gib mir, du hasts allein in Händen; und wem dus gibst, der hats umsonst, es mag niemand erwerben noch ererben durch Werke deine Gunst, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola, 1492-1566. Eigene Melodie, oder: Einer ist König, Immanuel sieget. 250 Iih hilf siegen, du Fürste des Lebens, sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein; Satan, der sinnet auf aller⸗ hand Ränke, wie er mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen, der du mich erkaufet, rette, wenn grimmig anlaufet oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wüten die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf siegen! Ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Versühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 4. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt. Wenn ich die Last der Begierden empfinde und sich mein tiefes Verderben darlegt, so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; laß mich eindringen ins gött— liche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen wider den listigen, tückischen Feind?ꝰ Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der wie ein Engel des Lichtes erscheint? Ach Herr, Fleisch und Blut, Satan und wo du weichst, so muß ich ja — +——— 2 ——— 22— t——— Wandel im Licht. 157⁷ irren, wenn mich der Schlange List sucht zu verwirren. 7. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken; wenn sich die Kräfte der Lügen auf⸗ blähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn! Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 8. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen, mein Fürsprech zu sein; wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 9. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur seh! Wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh, ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 10. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang; so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. 11. Jesu, hilf siegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich könn nennen mich recht deinen Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben. J. H. Schröder, 1666- 1699. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 2 51* Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärket. euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Gehts der Natur ent⸗ gegen, so gehts gerade doch. Die Fleisch und Sinne pflegen, sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden; laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur! 4 Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß und wahrlich leer; viel sammeln, halten, handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der: —sssIs— CDSDSS bSIIXXe ——————— 158 Wandel trag sich tot, wir reisen abge— schieden, mit wenigem zufrieden; wir brauchens nur zur Not. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib noch Haus, wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt; es ist doch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg. 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag,‚ man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn. 9. Kommt laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. wenig Mut, nur noch ein Nur noch ein im Licht. wenig treuer, von allen Dingen freier gewandt zum ewgen Gut. 10. Es wird nicht lang mehr währen, halt noch ein wenig aus; es wird nicht lang mehr währen, dann kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds thun! 11. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewig— keiten, es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Mel: Freu dich sehr, o meine Seele. 252 ommt, laßt euch den Herren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund, glauben auch von Herzensgrund und bemühen sich daneben Guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für; denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern G-rn SS — — 29 * SEN ngen Gut. lang ein lang imen wird wir heim Hohl, wirs vohl dlich hält bist urch wig⸗ sein. 69. Seele. euch ren, mal, ören ahl: und, und eben ben. mut arm gar verd dem das vird sich eide tern Wandel im Licht. 159 findt, die beseufzen und be⸗ klagen ihr und andrer Leute Sünd; die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Trotz verschmerzen, weichen gerne jedermann; die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach; diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sei; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Be⸗ trug und Unrecht hassen, die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Er⸗ barmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behilflich sind mit Rat, auch womöglich mit der That, werden wieder Hilf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzeus jeder⸗ zeit, die in Werk, Wort und Gebärden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Frieden machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten aller⸗ seits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden sein, ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe, 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, versühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Unbekannt 1680. Mel.: Sollt ich meinem Gott nicht singen. 253* Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der 5 /PqPqPq/qꝗqꝗYꝗFꝗFI‚IF‚F‚I‚I‚I‚I‚I‚FI‚I‚I‚I‚II—————————————— ——— ö ö ö ———————— ————— 160 Wandel im Licht. Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Thränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. — 3. Lasset uns mit Jesu sterben. Sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewig— lichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder— geben; Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. ö Sigism. v. Birken, 1626-1681. Mel.: Straf mich nicht in deinem Zorn. 4.* ache dich, mein 254. M Geist, bereit wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe; und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnaden⸗ gaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be— zwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe. Wach und sieh, es fehlt nie 615 an falschen Brüdern unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. in mein dereit, dich rhofft atans n zur )t auf denn lange t dem inden kann hten; ht dir Gott aden⸗ n. atans mag t ein uden; liebt, wenn nicht be⸗ sich einge. t nie unter für und tlich denn kann in —————..—. Wandel im Licht. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burkh. Freystein, 1671- 1720. Eigene Melodie. 255 Mein Leben ist ein Pilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand, ich reise nach dem Vaterland. 161 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, läuft meines Lebens Stunden-Glas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach; der Lebensweg hat auch sein Ach! Man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel; ich muß mich oft in Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf kund zu, mein matter Geist findt nirgends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Himmelsthor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. JIsraels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach eile du und fleug mit Gnad und Hilf herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit, gib in Geduld 11 162 Beständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf, zeuch mich, damit ich dir nachlauf, sei mir ein Schirm in Trübsalshitze. Laß deinen süßen Gnadenschein in Finster⸗ nis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, da Streit und alle Müh verschwinden; laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Pilger⸗ land der blinden Welt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd ich mit der Himmels⸗ schar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o bleib nicht lang, hier in der Wüste wird mir bang. Friedr. Ad. Lampe, 1683—.1729. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 256* ir nach, spricht Christus unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Wandel im Licht. Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von Sanftmut und von Güte; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich ver⸗ lieren; wer sie hier zu ver— lieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, ge⸗ trost und gern in allen Leiden stehen; wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler(Angel.), 1624—-1677. 3. +** mir darf eben; weise aftig voll mein leußt tmut Beist, n ist ihn. was und von d zu eelen euch wer, han elbst, alles böser venn zehn. nden ver⸗ ver⸗ Gott reuz mein ier. dem rreuz „ge⸗ eiden npft, vgen 97.— — Wandel Eigene Melodie, oder: O du Liebe meiner Liebe. 257** O Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Him⸗ mel ist: übe ferner dein Ge⸗ richte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns ver⸗ acht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, un⸗ geacht der Geist in Zeiten sich auf etwas Bessres schickt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte Waen unt Mer stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenk⸗ im Licht. 163 lichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, brich, zerstöre diese Macht der Finster⸗ nis, denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangen⸗ brut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des ewgen Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie dus nötig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche, Sieger, siege, König, brauch dein Re⸗ giment; führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End; laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefällig⸗ keit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitel⸗ keit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle schreien wir dich an: zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Frei⸗ heitsbahn. 10. Ach wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein. Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du 11³ 164 Wandel im Licht. uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen nach dem besten Bild gebildt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben, führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfr. Arnold, 1666—- 1714. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 258. O großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zur steten Wohnung auser⸗ lesen, ach schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich vein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte durch ungefärbte Buße rein und laß es, Herr, durch deine Güte in Christi Blut gewaschen sein; dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, der mein getreuer Bei⸗ stand sei und mir erwünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir aus Gnaden bei und gib mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Auch führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet, oder: Wie groß ist des Allmächtgen Güte. 259 O süßer Stand, o 5 selig Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geist nach Christi Bilde in Licht und Recht hat aufgericht und unter folchem klaren Schilde durch alle falsche Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Herzen Kinderspiel; was mancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? es gilt der Welt absagen, hier heißts: Rührt kein Unreines an! das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgethan. 3. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, als die im Blute Christi liegt; die reine himm⸗ RR Wandel im Licht. 165 lische Begierde hat solche Thor⸗ heit schon besiegt; an einem reinen Gotteskinde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt es denn vom eitlen Winde der Welt noch ein⸗ genommen sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, damit die Welt sich selbst anficht, vom Neid, damit sich andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; den Schatz, den sie im Herzen heget, behält sie wider allen Neid; ist jemand, der Lust dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, harrt nur, bis euch die Nacht berückt! Ihr laßt das Ol den Lampen fehlen, ein falscher Schein trügt euren Sinn; sucht doch was Bessres für die Seelen und gebt der Welt das Ihre hin! 6. Ach Jesu, drücke meinem Herzen den Sinn der lautern Einfalt ein; reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, der Welt ihr Wesen, Tand und Schein! Der alten Schlange Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen: das ist die neue Kreatur. Joh. Jos. Winckler, 1670—1722. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 260 O Vaterherz o Licht, oo Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren, so geh nun mit mir aus und ein und leite mich auf allen Tritten; ich geh(ach hör, o Herr, mein Bitten) für mich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, ich mag dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leitest mich, ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feste stehn; du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt D* — e——:==:—— 2 Ju————— B 166 Wandel im Licht. und Treu, damit ich 1037 im Glauben stärke, dich lieb und lob und ang sei und deine dn lasse walten, stets Ordnung, Maß und Zil zu halten; denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen; was du mir thust, ist wohl⸗ gethan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, ja laß mir nichts am Herzen hangen als deines großen Namens Ruhm; der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem Gewissen; laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden nach einer reinen Lieb im Geist. 7. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Das Schäf⸗ lein trinkt aus deiner Fülle, die Braut ist aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein, in allem dir, ihrem Bräutgam, zu gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit. Karl Heinrich v. Bogatzky, 1690—-1774. Eigene Melodie. u* Minge recht, wenn 261. R Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht ent— lade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an, laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse hast be⸗ zwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. in am, und uch von ist, ner 4. enn ade rt, nt⸗ ihn ort veg les ielt lut in tan att ifer ich he; ich. ind rig 'en, icht erl V be⸗ den Wandel im Licht. 167 — 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast. Recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitel⸗ keit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe Träg⸗ und Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht — den Willen, gib der Lust den Zügel nicht; willst du die Begierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab be— ständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherztaufihrerHut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 13. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 15. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke, obs vielleicht der letzte sei: bringt die Lampen ins Ge⸗ schicke, holt stets neues Ol herbei. 16. Liegt nicht alle Welt im Bösen? steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? eilen, eilen ist hier gut. 17. Eile, wo du dich erretten und nicht mitverderben willt; mach dich los von allen Ketten, flieh als ein gejagtes Wild. 18. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein; eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 19. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 20. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt, und wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 21. Eile, lauf ihm doch entgegen, sprich:„Mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen; mich dürst nach der Ewigkeit.“ J. J. Winckler, 1670—1722. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 262.* Rüstet euch, ihr Christenleute, die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? 168 Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. ö 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigen⸗ schaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit; so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken und Christus wird die Welt er— schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu Über⸗ windern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. W. E. Arends, 1721. Wandel im Licht. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 263.* Schaffet, schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit; bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und des⸗ selben Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. 3. Ihr habt Ursach, zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in sich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht; unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treu⸗ lich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern ——8—00 28370 „ns Wandel Streit und Krieg folget nie⸗ mals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt; fleischlich reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ist, der des Geistes Ound, nach dem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O, so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; was euch ärgert, senkt ins Grab und denkt immer an die Worte:„Dringet durch die enge Pforte!“ 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Selig⸗ keit zu schaffen. im Licht. 169 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. C. Andr. Gotter, 1661— 1735. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 264* Seele, was er⸗ müdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum ꝛc. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil zum Lebensquell hinzu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum ꝛc. 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret, laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum ꝛe. 5. Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel ver⸗ rücken, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum ꝛc. 170 Wandel im Licht. 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum ꝛc. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum ꝛc. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels-— höhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir ent— fernet stehen. Suche Jesum ꝛe. 9. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum ꝛe. 10. Laß dir seine Maje⸗ stät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum ꝛc. 11. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen; drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, 1684-1754. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. ei getreu bis an 265. S das Ende, daure redlich aus den Streit, leidest du gleich harte Stände, end⸗ lich ist der Sieg bereit. Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus dem Herzen rauben, halte den Gewissensbund, der geschlossen in der Tauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gott— los und verloren, wer ihm treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie deim Heiland that, als er für die Feinde bat; so mußt du ver⸗ zeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Un— gemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach, sie häufet nur die Schuld! Der trägt leichter, der das träget mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt: er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen wird erfüllt. Denke, wie er manche Zeit dir zu helfen war bereit, ob⸗ schon du dein Ohr verstopfet, wenn er bei dir angeklopfet. 6. Drum getreu, getreu aushalten mußt du deinem lieben Gott, ihn mußt dir wert der Herrlichkeit, M 2 br He an lie Liebe zu nur lassen walten, wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur, er ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; rufe nur, Gott ist vor⸗ handen, Hoffnung machet nicht zu schanden. Benj. Prätorius, nach 1668. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 28 o jemand spricht: 266. S Ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahr⸗ heit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brüder hassen, 2. Siehe Mel.: Nun bitten wir den heiligen Geist. — ch mein Herr Jesu, 267. A dein Nahesein bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnaden⸗ anblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröh⸗ lich und dankbar wird. Jesu. 17⁴ die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du⸗ liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Ge⸗ richt wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. zu Jesu. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele kanns schon ge⸗ wahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu ge⸗ nießen recht wär bedacht, der 172 Liebe zu Jesu. hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗ duldig sein, uns täglich reich⸗ lich die Schuld verzeihn, heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kost⸗ baren Heil uns alle Tage vollkommnern Teil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutigen Todsgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blut⸗ besprengung aus deinen Wun⸗ den erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid. 8. So werden wir bis in Himmel'nein mit dir ver⸗ gnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch mauchmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor, 1723—1801. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 268 Ach sagt mir nicht von Gold und Schätzen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja kein Ding er⸗ getzen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe ꝛe. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe ꝛc. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe ꝛe. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes Angesicht, undwas von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liehe ꝛ20. 6. Er kann mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe ꝛc. gen licht und und es er⸗ vor ebe, um, ꝛine iein ild, eide rze mit hes die en, ht. ine ich it; Liebe zu Jesu. 173 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, solang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Joh. Scheffler(Angel.), 1624—1677. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 269 as ist ein teuer wertes Wort, ein Wort, sehr lieb zu hören, daß Jesus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranken an, er heilet allen Schaden; er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich ge⸗ laden. Das ist ein teuer ꝛc. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren, er holt zurücke, was verführt, ist uns zum Heil geboren. Das ist ein teuer ꝛc. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du hast die Schuld getragen, du Osterlamm, du Gnadenthron, du Freistatt, wenn wir zagen! Das ist ein teuer ꝛc. 5. Ach gib mir, daß ich diese Gnad und meine Schuld erkenne, daß ich, dein Schäflein, früh und spat nach dir vor Liebe brenne, erfüll an mir das werte Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinr. Georg Neuß, 1654— 1716. Mel.: Dennoch bleib ich stets an dir. 270. 98 deine Lust am Herrn, bei dem Herrn ist Freud und Leben, und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich ver⸗ kehret. Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte kennet; Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen, und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl⸗ gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffst im Himmel an, was dein Herz; nur wünschen kann. Casseler Gesangbuch v. 1770. ö 174 Liebe zu Jesu. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 271 eiland, deine dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der ungemeinen Triebe deiner, treuen Menschenliebe! 2. Uber seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich er⸗ barmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der ge⸗ beugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu be— kehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Menschenliebe war die Quelle aller Triebe, die Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! ö 6. Deine Lieb hat dich ge— trieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte, diese war, gleich— wie die Tauben, ohne Falsch, voll Treu im Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit bewahret. 8. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken, du hast das Ge⸗ setz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. J. J. Rambach, 1693-1735. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 272 Herr Jesu Christ, 7 mein höchstes Gut, mein Seelenschatz, mein Herzensmut und aller Sinnen Freude! Ich bleibe dennoch stets au dir, so ist auch nichts, das dich von mir und unsre 4 zen gen uch ge⸗ uld hen, Und lich ing nde der ind iuck dich hen ich⸗ sch, mit rch ebe eng Be⸗ uch sen ild tes nit 4 Liebe scheide; du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner Anie Hand, regierst und führst d den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht, ich solge dir, so irr ich nicht. 2. Du leite est mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet; gehts gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Lrnn wohl Wendaet ah hartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die rone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach voll Begier, ach voll Begier wünscht ich mich heute noch bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; hab ich nur dich, so frag ich nicht nach Himmel und nach Erden; denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein; denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich ist. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: Jesu. 175⁵5 dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar als wie die Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist lnd bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil, so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt dir nicht beständig Glauben hält, muß freilich wohl verderben und kann, weil er die Lust und Pracht des Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer dir nicht wig und ärgerlich in Sünden lebet wider dich und denket auch der Buße nicht, den bringst du um durch dein Gericht: Herr Jesu Christ, du bist dabei, du bist dabei dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht dent. in Freud und auch im Leide: dein Thun soll alles und allein im Herzen mir und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn; ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! Erdm. Neumeister, 1671—1756. ——...—— wPIPIIIIF——————— E. ——— ö.— ————————————.3323322 4.. —— I——— BS——— —— α.xπ-n⁵¹ìjr —————— 176 Liebe zu Jesu. Eigene Melodie. * erzlich lieb hab 273. Herid z 130 Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden: die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himm'l und Erde frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot. ö 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlafkämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage: alsdann vom Tod er⸗ wecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron? Herr Jesu Christ, erhöre mich, er⸗ höre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532—1608. Eigene Melodie. *Ich will di 2 74. V lieben, miene Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immer⸗ währender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller⸗ besten Freund; ich will dich lieben und erheben, solange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gottes Lamm als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich ge⸗ schehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke — — — 99 2—8 4.—. Liebe zu Jesu. dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne auch in der allergrößten Not, ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler(Ingel), 1624—1677. Mel.: Alle Menscheu müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 275 Jesn; frommer Menschenherden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben für die Schafe hingegeben, und du gabst es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd; laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufst: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! — à — V du mich machst bist für mich entbrannt. 177 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt; laß mich auch für dich entbrennen, wie du Als des Höllenwolfes Rachen eine Beut aus mir wollt machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! 4. Herden ihre Hirten hören, folgen ihrer Stimm allein; Hirten auch zur Herd sich kehren, wenn sie rufen groß und klein; wenn du rufest, laß mich eilen, wenn du dräuest, nicht verweilen, laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost hernieder schallen; wenn ich bete, höre mich, Jesu, sprich: Ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf und schrei, Jesu, dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden Amen. fühle schon deinen bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Nun, ich glaub und ö Trost, o Gottessohn! Unbekannt, 1675. Eigene Melodie. 276* Jesu- meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier; ach 12 ————— 178 wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, laß die Welt erschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, trotz dem Todesrachen, trotz der Furcht dazu; tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit da⸗ hinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister Jesus tritt herein. Denen, Liebe zu Jesu. die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Franck, 1618—-1677. cel.: Gott des Himmels, oder: Komm, o komm du Geist. 27⁷ Jesus, Jesus, nichts »Vals Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel; jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke und ist doch zu⸗ wider dir: ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nützet mir. Gib dich mir, Herr Jesu, mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt; 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott. Deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, daß du dich und viel dazu hast geschenkt und mir . erwiesen, daß ich fröhlich singe ——0 —FFFFFFFFFFIFTFTT Liebe zu Jesu. 179 Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! Ludäm. Elisabeth, Gräfin von Schwarz⸗ burg-Rudolstadt, 1640—1672. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 278 Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ꝛc. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ꝛe. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich hingegeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ꝛc. 5. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ꝛc. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ꝛc. 7. Liebe, die mich einst wird führen aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich dort wird zieren mit dem Kranz der Herrlichkeit, Liebe, dir ꝛe. Joh. Scheffler(Angel.), 1624—1677. Eigene Melodie. einen Jesum 279. M laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, was ich bin und hab, er⸗ geben; alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge⸗ sicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; laß das letzte Tages⸗ licht mich auf dieser Welt er⸗ reichen, wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget, mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott ver⸗ söhnet, der mich freiet vom Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 12* 180 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Ehristus läßt mich für und für zu dem Lebens— bächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christ. Keymann, 1607—1662. Mel.: Ach Gott und Herr! 280. Mein Freund ist mein, und ich ihm hab ich mich Frer id und Leid stets bin sein, Hiehtehn in bin ich bereit dir, Jesu, zu laben 2. Ich glaub an dich, an dir bleib ich und will dich auch 0 lassen, bis du mich wirst, du Lebensfürst, mit deiner Gnad umfassen. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinst, dein Höllen⸗ angst und Sterben hat mich versöhnt, ja gar gekrönt zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, die du hier hast für mich auf dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf 1 gekommen. 5. Für mich hast du dich aus der Ruh in diese Welt gegeben, ja gar in Tod und Höllennot, damit ich möchte leben. 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden und sicher sein von aller Pein, von allen Lastbeschwerden. 7. Trotz sei dem Tod und aller Not! Von dir kann Liebe zu Jesu. mich nichts wenden, weil ich forthin verwahret bin in deiner Seit und Händen. 8. Trotz sei nunmehr des Teufels Heer! denn dil du hast gebunden die alte S Schlang, Die auf mich drang, mich töd— lich zu verwunden. 9. Trotz sei der Höll, weil mein Gesell sie gänz lich hat zerstöret. Der Höllen Macht und dunkle Nacht ist nun ganz umgekehret. 10. Trotz aller Welt! hier ist der Held, der für mich ist gestorben, dadurch er hat die güldne⸗ Stadt des Himmels mir erworben. 11. Herr Jesu Christ, allein du bist mein höchster Schatz auf Erden; ach laß mich mahh, mein Lebenslicht, von dir ge⸗ schieden werden. 12. Denn du bist mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben in Glück und Freud, in Kreuz und Leid, im Sterben und im Leben. Anna Sophie v. Hessen, 1638—1683. Mel.: Ich ruf zu dir, Christ. 281. O Jesu Christ, mein schönstes Licht, der du in dauen Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gib, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und ls dein Eigentum nur einzig an dir hangen. Herr Jesu — 5„—— 4———2 Liebe zu Jesu. 181 2. Gib, daß sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne; gib, daß ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wo diese wohnt, kann nichts entstehn, was meinen Geist betrübe. Drum laß nichts anders denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren, als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. O daß ich dieses hohe Gut mein ewig möchte nennen! O möchte diese edle Glut in mir ohn Ende brennen! Ach hilf mir wachen Tag und Nacht und diesen Schatz bewahren vor den Scharen, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zulieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuze wie ein Dieb und Mörder da⸗ gehangen, verhöhnt, verspottet und verwundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden im tiefsten Herzensgrund zur Gegenlieb verwunden. 6. Was ists, ach Schönster, das ich nicht an deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schutz in aller Not, mein Haus, darin ich wohne. 7. Ach liebste Lieb, wenn du entweichst, was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, ist all mein Gut verloren. So gib, daß ich dich, meinen Gast, wohl such und bestermaßen möge fassen, und wenn ich dich gefaßt, in Ewigkeit nicht lassen. 8. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge— zogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 9. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, und wo ich etwa irre geh, alsbald zurechte führen. Laß sie mich allzeit guten Rat und weise Werke lehren, steuern, wehren der Sünd und nach der That bald wieder mich bekehren. 10. Laß sie sein meine Freud in Leid, in Schwach⸗ heit mein Vermögen, und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen! Paul Gerhardt, 1607— 1676. 182 Liebe zu Jesu. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 282.* O Zes u, Jesu, Gottes Sohn, mein Bru⸗ der und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne: Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich 11 daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff 10 das Ziel, daß ich, soviel soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht be— sinne, kann mich ohn dich gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer ů. liebt, den liebest du, schaffst seinem at Fried und Ruh, er⸗ 11300 sein Gewissen; es geh ihm, wie es wol, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauern 29 7 verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es kanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch ver⸗ gleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd ab⸗ scheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigkeit, die jetzt berühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unver⸗ wandtem Augenlicht 9980 alle Furcht und Schrecken. Reich⸗ lich werd ich sein erquicket und geschmücket vor deim Throne mit der schönen Himmelskrone. Joh. Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 2 8 3. SJau, Gottes Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm. — — Liebe zu Jesu. 183 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut. Wenn dufreund⸗ lich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm mich er— nähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefst:„Mich dürst!“ großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib. 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sich bewirbt nur um den lebendgen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 12. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über⸗ winde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 13. Du mein Preis und Ruhm, werte Saronsblum! In mir soll nun nichts er⸗ schallen, als was dir nur kann gefallen, werte Saronsblum, du mein Preis und Ruhm. Adam Drese, 1620— 1701. Eigene Melodie. 284 Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron; schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn: Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn, dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin. 184 Liebe zu Jesu. 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du gibest, den du liebest, und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat! 4. Himmelssonne, Seelen— wonne, unbeflecktes Gottes— lamm, in der Höhle meine Seele suchet dich, oBräutigam: Laß dich finden, laß dich finden, starker Held aus Davids Stamm! 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demütig und weh— mütig deines Kindes Stimme klingt: Laß dich finden, laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt! 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 1650—1680. Mel.: Seelenbräutigam. er ist wohl 285. Wẽé wie du, Jesu, süße Ruh! Unter vielen aus⸗ erkoren, Leben derer, die ver— loren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held!— 5. Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Seepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir an⸗ lege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Ge⸗ winn, gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unver⸗ rückt zu dir fortsetze, und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; fördre meinen Lauf! —— Liebe zu Jesu. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten: ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 3. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn! J. A. Freylinghausen. 1676-1739. Eigene Melodie. * Meie schön leuchtet 286. Wẽé der Morgen⸗ stern voll Gnad und Wahr⸗ heit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräuti⸗ gam, hast mir mein Herz be⸗ sessen; lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich an Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei⸗meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mein Herz heißt dich ein 185 Himmelsblum; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe. Ach möcht es sein, daß ich durch dich an deinem Leibe ewiglich ein lebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich thust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freund— lich, hilf mir Armen mit Er⸗ barmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Freund, ich seine Braut, kein Unglück mich be⸗ trübet. Heil mir, Heil mir, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten zu süßem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freuden⸗ reich erschallen dem liebsten ——ꝛꝛ—— ——ñ— 186 Liebe zu Jesu. Jesu nur allein, dem wunder⸗ schönen Bräutgam mein, zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubilieret, trium⸗ phieret, dankt dem Herren, groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis auf⸗ nehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm du schöne Freuden⸗ krone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nicolai, 1556- 1608. Eigene Melodie. * ie wohl ist mir, 287. Wẽé o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so ange⸗ nehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also; ich trau ihr 1197 wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freund⸗ schaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Un⸗ glückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht Straf und Hölle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deiner Seite Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zu⸗ sammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich, du nährest mich mit Himmelsspeise und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunder— wegen, sie enden sich in Lieb⸗ und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicher⸗ heit? Mein Licht, so will ich öSDIccccKeæeexDDDNRN ³ ‚ EREENENRK-NNMEME&XX D““ Bitte. 187⁷ auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Ge⸗ müte nach deiner unum⸗ schränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien, nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein! W. Chr. Deßler, 1660—- 1722. 3. Vertrauen auf Gott. A. Gebetslieder. a. Bitte. Mel.: O Gott, du frommer Gott. * ch Gott, verlaß 288. A ö mich nicht! Gib mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit! Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens⸗ grunde: Ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach laß dich doch be⸗ wegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. 1ch Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salom. Franck, 1659—1725. Eigene Melodie. ir, dir Jehovah, 289. D will ich suger denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen 188 Bitte. Jesu Christ, so wie es dir höret, weil es im Namen durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich in Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich: Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vater⸗ herz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht ver⸗ sagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir er⸗ deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe, drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jeder⸗ zeit, die gibst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt: in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit. Barth. Crasselius, 1677—1724. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen, oder: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 290 Gott; deine Güte 1 reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Über⸗ fluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. —583—*—685324 2-.. Bitte. 189 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 29 j Herr, höre, Herr, er⸗ bhöre, breit deines Namens Ehre au allen Orten aus; behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz; bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, beut allen Widersachern Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Ge— deihen fließen und ernte reiche Früchte ein. 4. Gib unserm König Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schütz ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone in segensvollem Glanze — stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht. 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab; bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gib Ruhe uns und Friede, mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft; laß Not und teure Zeiten nicht übers Land sich breiten, da man umsonst nach Brote ruft. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 9. Sei allen Kindern Vater, den Müttern sei Berater, den Kleinen gib Gedeihn. Zieh unsre zarte Jugend zur Fröm— migkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage: geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgtem Stütze, die Reisenden beschütze, die Sterbenden begleit mit. 8————7.——.t.:.s 1 + + HAIIt ů NI I ö ö ö PFF... m᷑‚ ‚ ‚ mnnn 2 — 8—————— —— N RN deinen Engelscharen, daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen in unsres Jesus Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt. Benj. Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie, oder: Aus tiefer Not. 292.* Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben; allein zu dir steht mein Be⸗ gier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es ge⸗ scheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum, Amen. Kaspar Bienemann(Melissander), 1540—1591. 190 Bitte. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 293 Mein Gott, ich klopf an deine Pforte mit Seufzen, Flehn und Bitten an, ich halte mich an deine Worte:„Klopft an, so wird euch aufgethan!“ Ach öffne mir die Gnadenthür, in Jesu Namen steh ich hier. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir ist immer Rat und That; du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist; der mich heißt freudig vor dich treten, ist mein Erlöser Jesus Christ, und der in mir das Abba schreit, ist, Herr, dein Geist der Freudigkeit. 4. Gib, Vater, gib nach deinem Willen, was deinem Kinde nötig ist; nur du kannst mein Verlangen stillen, weil du die Segensquelle bist; doch gib, o Geber, allermeist, was mich dem Sündendienst ent⸗ reißt. 5. I. 20 Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; will Satan mir das Kleinod rauben, so halt mit der Versuchung ein, damit mein schwaches Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu willen thut. I.......-- tt opf rte ten ine ird fne esu sich von Du en, md der zut, uch ller der zich sus 0 ein ach tem inst veil och vas nt⸗ im iebe mir halt mit und zu Bitte. 191 6. Erweck in mir ein gut Gewissen, das weder Welt noch Teufel scheut; und wenn ja Strafen folgen müssen, so schick sie in der Gnadenzeit. Durchstreich die Schuld mit Jesu Blut und mach das Böse wieder gut. 7. Vom Kreuze darf ich wohl nicht bitten, daß es mich gar verschonen soll; hat doch mein Jesus selbst gelitten, und also leid ich billig wohl; doch wird Geduld mir nötig sein, die wollest du mir, Herr, verleihn. 8. Ich bitte nicht um langes Leben, nur, daß ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und meinen letzten Sterbetag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. 9. O Gott, was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß, du wirst auch alles mir gewähren, denn Jesus macht den süßen Schluß: ich soll in seinem Namen schrein, so wird es Ja und Amen sein. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 294. Mein lieber Gott,ge⸗ denke meiner im besten jetzt und allezeit; denn außer dir ist nirgends einer, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmels⸗ lehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß deine Aus⸗ saat wohl gelingt und tausend⸗ fache Früchte bringt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke du mit Gnaden drauf; weil ich in Christo vor dich trete, so schleuß dein Vaterherze auf. Doch gib mir nichts als das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin; weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; wen hab ich sonst als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch in allem, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen in meinem ganzen Leben an. Denn gibst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn 5 sterbe; und wenn mich alle Welt vergißt, versetze —'''''xpxp— 192 Bitte. mich in jenes Erbe, wo du 4. Findt sich Gefährlichkeit, mein Teil und Leben bist; so laß mich nicht verzagen, denn bleibst du nicht im gib einen Heldenmut, dos Himmel mein, so wollt ich Kreuz hilf selber tragen. Gib, nie geboren sein. daß ich meinen Feind mit 8. Ich will mich über nichts betrüben; in deine Hände hast du mich zum Heil und Segen angeschrieben; drum sieht die Hoffnung bloß auf dich und denkt im Glauben ungekränkt, daß Gott im besten meiner denkt. Erdm. Neumeister, 1671—1756. Eigene Melodie. 295.* V O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib Hin mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun ge⸗ bühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es ge— rate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein Rende Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat 04 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher Wringen. durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod ab⸗ scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf, und führ ihn schön verklärt zum auser⸗ wählten Hauf. Joh. Heermann, 1585—1647. 45—.——— — NN ——„5—.—///— D 56 45—9—5—7.—— Bitte. 403 Mel.: Wunderbarer König. 296 Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zu⸗ gleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen; Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Bessrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. J. J. Rambach, 1693—-1735. Eigene Melodie. 297 Vater unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns han: gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh. Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich. Gib 13 194 Bitte. uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot, was man bedarf zur Leibesnot; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld ver— gib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern; zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht. Wenn uns der böse Feind anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem ÜUbel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlöse uns vom ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not; bescher uns auch ein selig End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: Es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Dr. M. Luther, 1483- 1546. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 298. Wohl auf, mein Herz, zu Gott dein Andacht fröhlich bringe, daß dein Wunsch und Gebet durch alle Wolken dringe, weil dich Gott beten heißt, weil dich sein lieber Sohn so freudig treten heißt vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ists, der dir befohlen hat zu beten. Dein Bruder ists, der dich vor ihn getrost heißt treten. Der werte Tröster ists, der dir die Wort gibt ein, drum muß auch dein Gebet gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort vertreibt ja alles Zagen. Was dir unmöglich deucht, kann seine Vaterhand noch geben, die von dir so viel Not abgewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen, sprich: Lieber Vater, hilf, ich bin dein Kind, sprich Amen! Ich weiß, es wird geschehn, du wirst mich lassen nicht, du wirst, du willst, du kannst thun was dein Wort verspricht. Joh. Olearius, 1611—1684. AMEEö K Vort chen 46. ott. nein Bott nge, ebet nge, eißt, so inen der eten. dich eten. der rum ewiß ttes kann sein Ales glich hand viel udig men, ich nen! hehn, t, du thun t. 684. Lob und Dank. 195 b. Lob und Dank. Ps. 146. Mel.: Valet will ich dir geben. 299. Ds meine Seele, singe, wohlauf und 55 schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd. 2. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil. Wer dem sich an— vertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 3. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht: der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer und die unzählge Herde im großen, wilden Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er Rlt nr geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod. Er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungers⸗ not, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 6. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht. Er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 7. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum; jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, 1607-1676. : Meinen Jesum laß ich nicht. 300. Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke! Vor dir beugt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Sera⸗ phinen, stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, n dir in 1417 Ran Heilig, Heilig, Heilig! z 3. Heilig, Hew Gott Ze⸗ baoth! Heilig, Herr der Krieges⸗ heere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum. 196 4. Der Apostel heilger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob- und Dankgesänge; der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erden— kreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine. Sie verehrt auf seinem Thron deinen einge— bornen Sohn. Lob und Dank. 6. Sie verehrt den heilgen Geist, welcher uns mit seinen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen. Deine Güte zeige sich allen der Verheißung wegen. Auf dich hoffen wir allein; laß uns nicht verloren sein. Unbekannt. 5 2—— 301.* Eigene Melodie. IJ. Chor: Her Gott, dich loben wir, dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! II. Chor: Herr Gott, wir danken dir: ehrt die Welt weit und breit; und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! I. und II. Chor: Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth. I. Chor; 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der heiligen zwölf Boten Zahl die teuren Märtrer allzumal Die ganze werte Christenheit dich, Gott Vater im höchsten Thron, den heiligen Geist und Tröster wert 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, der Jungfrau Leib nicht hasft verschmäht, du hast dem Tod zerstört sein Macht II. Chor: geht über Himm'l und Erden weit; und die lieben Propheten all, lohen dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Erden allezeit; deinen rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist; zu'rlösen das menschlich Ge⸗ schlecht; und all Christen zum Himmel bracht; ( Hͤͤ SI Oth. den all, em eit; igen lobt ohm Ge⸗ tmel Lob und Dank. 197 I. Chor: du sitzst zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zuküuftig bist 4. Nun 9 uns, Herr, dei Dienern dein, laß uns im Himmel haben teil Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ wart und pfleg ihr zu aller Zeit 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, sei uns gnädig, o Herre Gott, zeig uns deine Barmherzigkeit, auf dich hoffen wir, lieber Herr, I. und II. Chor: II. Chor: mit aller Ehr ins Vaters Reich: alles, das tot und lebend ist. die mit deim teurn Blut erlöset sein mit den Heiligen in ewgem Heil. und segne, das dein Erbteil ist, und heb sie hoch in Cwigkeit und ehrn dein Namen stetiglich. vor aller Sünd und Missethat: sei uns gnädig in aller Not: wie unsre Hoffnung Zu dir steht; in Schanden laß uns nimmer⸗ mehr. Amen. Der ambrosianische Lobgesang, verdeutscht durch Hr. M. Luther. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. J)singe dir mit 302. VHe rz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen Fih und spat viel Heil und Segen fließt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater nicht von dir allein gegeben werdꝰ 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unserm Vaterland? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du mußt alles thun; du hältst die Wach an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Dir nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromin und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten treu⸗ lich bei. 198 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was —— hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr⸗ und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Dingsi ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und er⸗ nährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück⸗ gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi— Lob und Dank. ment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 1607-1676. Ps. 33. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 303. Iannale, auserwählt Gef schlechte! Freut euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte! Ihr Frommen, preist den Höchsten hoch! Lasset eure Harfen klingen, ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt und danket doch! Macht es mit frohem Mut auf Saitenspielen gut. Halleluja! Sein„ ist ist süß; was er verhieß, Wahrheit, und er hälts H 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte, die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er ihm zur Ehre der Ichterl ten Sterne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält. Halleluja! Er will, er sprichts, sogleich geschichts; gebeut er, wird etwas aus nichts 3. Unser Gott herrscht 565 Schranken, er wendet Völkern die Gedanken, er macht zu nicht der Heiden Rat. Ewig kann sein Rat nicht wanken, 2*—— und ein rner rein, eden sein. 76. die ählt reut ihr reist asset nüßt gen; und mit elen Lort ist wiß. sten sein iner fer ten die rchte eisie will, hts; aus ohne kern zn wig uken, 8*— Lob und Dank. 199 er ändert sich nicht in Gedanken, Harfe für, Halleluja!— dir er ist gleich groß an Rat und That. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt Herr, Herr Zebaoth! Halleluja! Ja, selig ist, wen Gott erkiest und sich zum Erbteil auserliest. 4. O Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer; ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh Meer und Berge sein, bist du, o Gott, allein. Halleluja! Des Himmels Rund‚, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin, und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln und zu dem Stuhl der Gnaden hin. So geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun, Halleluja!— da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Ach, da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich spiel ein Danklied dir da auf der Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Not. Casseler Gesangbuch v. 1770. Eigene Melodie. 304* Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine ge⸗ liebete Seele, das ist mein Begehren; kommet zuhauf. Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmiel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der All— mächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen, alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht, lob ihn in Ewigkeit. Amen. Joachim Neander, 1650-1680. 200 Lob und Dauk. Ps. 146. Eigene Melodie. 305.* Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobͤ⸗ singen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halle⸗ luja, Halleluja. 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was dar⸗ innen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja. 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hung⸗ rigen will er zur Speis be⸗ scheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft; die hart Ge⸗ bundnen macht er frei, und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja. 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja. 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich; Halleluja, Halleluja. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja. Joh. Dan. Herrnschmidt, 1675—1723. Ps. 117. Eigene Melodie. 306 Lobet den Herren, Qalle Heiden, preiset ihn alle Völker; denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halle⸗ luja, Halleluja. 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne und auch dem Ge⸗ und rlei. ter tief ann läßt ein Lutz, er uja. nen and hen llen Der ion, ich; hen, so les, nen jem tes, und eist. Lob und heilgen Geiste, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit, Amen. Halle⸗ luja, Halleluja. Casseler Lacnn v. 1770. Mel.: Nun lob mein Seel den Herren. 307 Man lobt. in der Stille, du hocherhabner Ziansnottrli des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so⸗ lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von Am Seel und jauchzen schnell, die unaufhör⸗ lich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir er⸗ wiesen das, was mir nütz und gut. Nun, dies ist meine Freude, zu hangen fest an dir, daß nichts mich von dir scheide, solang ich lebe hier. 3. Herr, du hast deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kamen, hast du das bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, 45 vergelt ichs dir? Ach bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Relc des Dank. 201 Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, 1607—1667. . Melodie. 308. Dun danket alle Gott mit Herzen, Mund lird Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutter⸗ leib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewigreiche Gott woll uns bei chler Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und 11— 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmels⸗ throne, dem dreieinigen Gott, as der im Anfang war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart, 1586—1649. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 309. Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm 202 höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt: 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf seines Volkes Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Ps. 103. Eigene Melodie. 310. Nun lob, mein Seel, * den Herren, was in mir ist, den Namen sein. starken Engel, Sein Wohlthat thut er mehren, Lob und Dank. vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit rechtem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden in seim Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn⸗ maßen, es mangelt an Er⸗ barmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihren jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, so wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit bei seiner lieben G'meine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr x˖ waltet seins nein; geben hheit eben, choß, üttet, der zütet, assen sein ohn⸗ Er⸗ läßt nicht znad den Güt der Ost zünd men , so ,„ so rein. echte aub, chte, aub; ehet, der nde eine wig⸗ eine, reit, Er Ihr eins Lob und Dank. 203 Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Gramann, 1487—1541. Eigene Melodie. 31¹ un preiset alle Gottes Barm⸗ herzigkeit! Lobt ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, freue dich, Israel, seiner Gnaden. Matth. Apell v. Löwenstern. 1594- 1648. Eigene Melodie. 312 O daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht; o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wäre jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis; mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herz⸗ inniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in⸗ sich hat, soll sich mir zum Ge⸗ hilfen geben; denn mein Ver— mögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allent— halben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster⸗ Vater, unendlich Lob für Seel und Leib; Lob sei dir, IA III I * * I. + I I.V 11˙0 ů III I ö 1 IDN * ö I 1* 1 204 Lob und mildester Berater, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nutzen hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei ge⸗ priesen, daß dein erbarmungs-⸗ volles Herz sich mir so hilf— reich hat erwiesen und mich durch Bluüt und Todesschmerz von Satans List und Grau⸗ samkeit zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilger, werter Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth. Du trägst mit meiner Sünden-⸗ schuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage recht wunderbarlich hast geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn. Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. Dank. 12. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 13. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden; wenn ich bei deinen Engeln bin, da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Joh. Meuntzer, 1658—1734. Ps. 34. Mel.: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 313 1 Sei Lob und Ehr * dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Him⸗ melsheer, o Herrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist einer 9 die dir ange ja, ftlos mit arme Bott, Im den; geln hern luja 34. Ehr. Ehr sten züte, üder nein chen der Bebt Him⸗ iller den, nem isen lles erm ffen ten, spat In ist Lob und Dank. 205 alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4J. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk Denteht er bleibet ihre Zu⸗ versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, die Welt erzeiget, so kommit, so hilft der Uberfl uß, der Sch öpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die nirgends sonsten finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre. Ihr, die ihr Gottes Gart bekennt, gebt unserm Gott die Ehre; die falschen Götzen macht zu Spott, der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre! 10 9. So kommet vor sein⸗ Angesicht mit jauchzenvollem Pilht un bezahlet die gelobte⸗ Pf licht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat, es alles⸗ wohlbedacht und alles, alles recht gemacht; Gebt unserm. Gott* Chre J. Schütz, 1640—1690. Eigene Melodie. 314. Sant ich meinem— Gott nicht singen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn. Ende hebt und trägt, die in 25 Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes⸗ Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler seim Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und⸗ wieder mich des—61 Arm. bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und⸗ das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding 2e. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich⸗ vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist⸗ ob er sich gleich hoch befleißt, 206 Lob und Dank. deine Tief ergründen können? Alles Ding ꝛc. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding ꝛc. 5. Meiner Seele Wohler⸗ gehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizu— legen. Alles Ding ꝛe. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zu Dienst gestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding ꝛc. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein An⸗ gesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding ꝛc. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan her⸗ geführt, die mich doch mein Lebetage niemals hat bisher berührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist ge— meint, in die Ferne wegge— wendet. Alles Ding ꝛe. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bis— weilen Sünde thut und aus dem Wege weicht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding ꝛe. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding ꝛe. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding ꝛe. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht ——— her den vas ge⸗ ge⸗ tem anz bis⸗ aus zält iein vill und en. ine eich chs hen, lich lich die rch ike. ahr jem hat lich ter zne uch ten de. iel ebe ide nd, en, cht cht Lob und hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie, oder: Es ist das Heil uns kommen her. 315 Wennich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, an⸗ betend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlich— keit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere: Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! D Dank. 207 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu er⸗ kennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen; Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag Amen. Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—-1769. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 316.* Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie ver⸗ gessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Ge⸗ wissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 208 Lob und Dank. 3. Schau, o mein Geist, in Mel.: Alle Menschen müssen sterben, jenes Leben, zu welchem du oder: Jesu, meines Lebens Leben. n erschaffen bist, wo du mit 317 Womit soll ich dich n Herrlichkeit umgeben, Gott ewig wohl loben, 2 sehn wirst, wie er ist. Du hast mächtiger HerrZebaoth? Sende z ein Recht zu diesen Freuden, mir dazu von oben deines g durch Gottes Güte sind sie Geistes Kraft, mein Gott. a dein. Sieh, darum mußte Denn ich kann mit nichts er⸗ 2 Christus leiden, damit du reichen deine Gnad und Liebes⸗ könntest selig sein. zeichen. Tausend, tausendmalsei u micht chrolesen Go solt dis 3 Hing Hartdagir 0 ich nicht ehren und seine Güte ite Has, uehr ene 29—6—— 901 0 nicht verstehn? Er sollte rufen, müte, daß ich deine in 5. ö Iht Hv RN macht, deine Gnade, Treu und a. ich nicht hören, den Weg, den Güte stets erhebe T er mir zeigt, nicht gehn? Sein Nacht d Domd mnem(öug⸗ 2 Tnntost ren i Herz e danen Iei ünSeee 0 schrieben, sein Wort bestärkt dengüssen Lei 1 nd⸗. ihn ewiglich; Gott soll ich unieubmale, eend über alles lieben und meinen Den 3290 I 6 Nächsten gleich als mihh. Hasten d h i 2 3 ö verlassen und gehäufet Schuld al 5., Dies ist mein Dank, auf Schuld, so möcht ich vor d dies ist sein Wille: Ich soll voll— Scham erblassen vor der Lang⸗ D kommen sein wie er. Solang mut und Geduld, womit du, ich dies Gebot erfülle, stell ich o Gott, mich Armen hast ge⸗ E sein Bildnis in mir her. Lebt tragen mit Erbarmen. Tau⸗ m seine Lieb in meiner Seele, send⸗, tausendmal ꝛc. be so treibt sie mich zu jeder 4. Ach ja, wenn ich über⸗ st Pflicht; und ob ich schon aus lege, mit was Lieb und di Schwachheit fehle, herrscht Gütigkeit du durch so viel bi doch in mir die Sünde nicht. Wunderwege mich geführt die ta 6. O Gott, laß deine Güt Lebenszeit, so weiß ich kein und Liebe mir immerdar vor Ziel zu finden, noch den Grund + Augen sein! Sie stärk in mir hier zu ergründen. Tausend⸗ die guten Triebe, mein ganzes tausendmal ꝛe. ö m Leben dir zu weihn, sie tröste„5. O wie hast du meine 3 mich zur Zeit der Schmerzen, Seele stets gesucht zu dir zu— sie leite mich zur Zeit des ziehn, daß ich aus der Sünden⸗ 16 Glücks, und sie besieg in meinem höhle möchte zu den Wunden er Herzen die Furcht des letzten fliehn, die mich ausgesöhnet Augenblicks. haben und mit Kraft zum Leben ehr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. laben. Tausend-, tausendmal ꝛe.. P ———— sterben, Leben. 9 dich loben, Sende heines Gott. S er⸗ iebes⸗ nalsei dafür. Ge⸗ uder⸗ tund und Bna⸗ Seele end⸗, dich huld vor ang⸗ du, ge⸗ Tau⸗ ber⸗ und vieh die kein und ud⸗, eine zu den⸗ den net ben lee. 8—8—4... Lob und Dank. 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend-, tausendmal ꝛc. 7. Wie ein Vater nimmt und gibet, nach dem's Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns aufs höchste war gekommen. Tau⸗ send⸗, tausendmal ꝛe. 8. Mich hast du auf Adlers⸗ flügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Schien auch alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. 9. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehn⸗ mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich jedennoch bin entgangen. Tausend-, tausendmal ꝛc. 10. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tau⸗ send-, tausendmal ꝛc. 11. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß 209 es mir bisher gelungen! Ach laß meines Lebens Gang ferner noch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. L. A. Gotter, 1661—1735. Eigene Melodie. 318* underbarer Kö⸗ nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deine Vatergüte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch; laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonnen, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub dar⸗ nieder. Er ist Gott Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir: ewig wirst du droben ohne Sünd ihn loben. JIoachim Neander, 1650—1680. 14 Morgenlieder. C. Lieder für besondere Zeiten und Stände. 1. Morgenlieder. Eigene Melodie. 319 Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum unsern Herren, dein eingebornen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. ů 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Ehr und Gut bewahr; dir will ich übergeben jetzund und immer⸗ dar als dein Geschenk und Gab mein Eltern und Ver⸗ wandte, Gefreundte und Be⸗ kannte und alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind allhier in diesem Jammerthal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, der alle Ding vermag: er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach. Ihm hab ichs heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es allzusammen in Gnaden sehen an; und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in meim Beruf und Stand. Johann Matthesius(2) 1504-1565. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag, 320 as walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk: mein Herz sucht Gottes An⸗ gesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! AA„* in Tück ib und d bring lassen hermag: , mein Ihm mein Leben ergeben, efällt. ech ich daran, men in d streck „greif reuden, eden in id. 1—1565. lich Tag, Gott, ukann! Arbeit eht es st auch Das ginnen, fordert Stärk; es An⸗ Mund Das drum sprech Morgenlieder. 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts, ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat, er gibt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot, nach seinem alten Vaterbrauch thut er 211 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid, laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir bei⸗ stehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Be⸗ schluß: Das walte Gott! Joh. Betichius, 1650— 1722. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 321 Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron. Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter An⸗ dacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm: Dein Ohren neig, mein Red ver⸗ uimm. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab mir Guts, drum sprech ich die finstre Nacht in Ruh und auch: Das walte Gott! ö Frieden zugebracht. 1⁴⁷ 212 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mir Leib und Seel regier und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nutz und meinem Nächsten thue Guts. 7. Hilf, daß ich zu regieren wiss' mein Augen, Ohren, Händ und Füß, mein Lippen, Mund und ganzen Leib, all bös Begierden von mir treib. 8. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Übel abgewandt, mein Seel mit Sünden nicht be— schwer und mein Gewissen nicht versehr. 9. Behüt mich heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid, tritt zwischen mich und meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind. 10. Mein Aus- und Ein⸗ gang heut bewahr, daß mir kein Übel widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hilf ist not. ů Martin Behm, 1557— 1622. Morgenlieder. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 32 2 es Morgens, wenn ich früh aufsteh, und abends, wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich, Herr Jesu, dir be— fehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut; mein Schutz ist dein heiliges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm, drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht, drum weder Feind noch Tod ich acht; denn wo ich bin, bist du bei mir; mein Glück und Kreuz kommt all von dir. 5. Ich leb, ich sterb, so bin ich dein; darum ich dir die Seele mein befehle jetzt und auch im Tod: nimm sie zu dir, o treuer Gott. Unbekannt, 1593. Eigene Melodie. 323 Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herz⸗ erquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. h zu uns 8,wenn aufsteh, chlafen Herr, dir be⸗ fünf ch ruhn ib und mein Blut. Christ, heilges ,„ drum wollst ir sein. stets weder denn i mir; kommt so bin hir die zt und sie zu 1593. Sonne ud und renzen herz⸗ Licht. er die in steh öhlich, einem Morgenlieder. 2. Mein Auge schauet, was Gott erbauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer ge— setzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen: seguen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen, laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Satanas Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten be⸗ stehn. 6. Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Buaundn, unchristlichees Rennen nach 215 Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus⸗ 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn; alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlic und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, ver⸗ gib und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein ab— gewandt. Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället, ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allerge⸗ wißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was 214 tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, der du nie keinen zu sehr hast betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab' ich zu'rwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 324. Die leucht jetzt her— helle Sonn für, fröhlich vom Schlaf auf⸗ stehen wir; Gottlob, der uns heut diese Nacht behütet vor des Feindes Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein, 3. Daß unser Herz gehorsam leb, deim Wort und Will nicht widerstreb, daß wir stets wandeln deine Bahn in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nik. Herman, 1 1561. Morgenlieder. Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 325 Ein neuer Tag,‚ ein neues Leben geht mit der neuen Woche an, Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch! Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkennet meine Seele und gibt sich selbst zum Opfer hin; doch weil ich noch in dieser Höhle mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn; gib deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum Besten ein. Ich bitt um keinen Überfluß, nur was ich nötig haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun; behüte beides, groß und kleine, daß sie auf .———6———— 2—2——2— Sʃ„ ...„•. hätte. ein geht an, neue land ich zäbe 2 ben ttes t so von err, Du och. eine um och und eich nir, dir. eser iem nich mit ute der ach mit och du hte bitt 9⁴s ott,‚ uch es, auf Morgenlieder. 215⁵ deiner Huld beruhn, und daß ein jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. Benj. Schmolck, 1672- 1737. Eigene Melodie. 396* ott des Himmels 251070 und der Erden, Vater‚« 70 und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig ie der ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht 922800 o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und —ᷓ ist für meine Miss ethat. Hilf, daß ich mit diesem n geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Ge— richt, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends als bei D dir allein kann ich recht be⸗ wahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und 3. stand, großer Gott, ich dir b dich le unter deine starie Hand. Herr, mein Sch ld mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, 1604- 1668. Eigene Melodie. 327 H wird die Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin ⸗ Wird die Finsternis der Sinnen bald Wen darin ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lchte werden, Seelensonne, gehe auf! Ich bin 11—. ster, kalt und trübe, Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. arum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Laß doch nicht den Geist der Seelen sich so quälen, 216 zünd dein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 6. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 7. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein klares Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 8. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter, 1676—1711. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 328 In Gottes Namen fang ich an, was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet; was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Ver⸗ mögen schafft, was Gutes zu vollbringen. Er giht uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und dergestalt zur Nahrung — geht, daß wir Genüge haben. ———ꝛ7̃—————————— Morgenlieder. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird ja leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen; da wird der Fromme froh und satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt, ihr Land und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomo Liscow, 1640-1689. ttes auf ja urch da und beit ben. nen net sen mn ott er ind su, ten ner eit hen m, sen en zu ich er lit Ot en Morgenlieder. Mel.: Ich dank dir schon durch deinen Sohn. erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden; wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu Re 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. Zuversicht, 329 Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, „ das seine Pflicht erkenn und 217 9. Gib mir ein Herz voll erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, willig thue, 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Vohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715.—1769. Eigene Melodie. 330. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schit uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. —....]———————— 218 4. Laß uns ja das Sünden⸗ kleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Ge— rechtigkeit mög als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 5. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnaden— sonne, führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Ch. Knorr v. Rosenroth, 1636-1689. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 3 31 O heilige Dreifaltig⸗ keit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr und mich der Satan nicht verletz noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Weis⸗ heit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! O mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster wert, Morgenlieder. weich nicht von mir, mein Herz mit werten Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich; erleuchte mich, Herr, gnädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behm, 1557—1622. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 332 O Jesu, süßes Licht, nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufge— weckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad ein— senken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, ach allerliebstes Leben! Ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich; so hat Geist, Seel und Leib mit dir ver— einigt sich. Morgenlieder. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget. Laß meiner Seele sein dein Bild— nis eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Ge⸗ rechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Bleib du mir diesen Tag stets vor den Augen schweben, laß dein Allgegen⸗ wart mich wie die Luft um⸗ geben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange, 1670—1744. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 3 ach auf, mein 333. Wonz und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heint,) als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben Anmerkung.*) Heute Nacht. 219 hatten, hast du, o Gott, ge⸗ wehret, daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist⸗ geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben: hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet⸗ und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessres habe. ö 7. So wollst du nun⸗ vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten; hilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich be⸗ schütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel⸗ reise. ö Paul Gerhardt, 1607—1676. ö ö ö ö V ö 4 ö ö ö — 1 * * * 220 Tischlieder. 2. Tischlieder. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 334. Bescher uns, Herr, das täglich Brot; vor Teurung und vor Hungers— not behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt; er⸗ nähre uns, die Kinder dein, der du speis'st alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm. Denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nik. Herman, 4 1561. Eigene Melodie. 335 Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. — 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von der Sünden. 4. Ein Arzt ist uns ge⸗ geben, der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall, der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns ver— geben die Sünd, geschenkt das Leben; im Himmel solln wir haben, oGott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte die Großen mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Frei⸗ heit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen. Ludwig Helmbold, 1532—1598. Abendlieder. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 336 Speis uns, Vater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Joh. Heermann, 1585—-1647. Mel.: Vom Himmel hoch, oder: Herr Gott, dich loben alle wir. 337. ir danken Gott für seine Gab'n, 3. 4 Abendlie Mel.: Unerschaffne rh i 338. Ach)mein Jesu, sieh, ich trete, da der Tag nunmehr sich neigt und die Finsternis sich zeigt, hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde wie ein Pfeil zur Cwigkeit, und die allerlängste Zeit saust vorbei als wie die Winde, fließt vorbei als wie ein Fluß mit dem schnellsten Wassrgn 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, und lieber 221 die wir von ihm empfangen hab'n, und bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns. mehr beschern. 2. Er woll uns speisen mit seim Wort, daß wir satt werden hier und dort; urh Gott, du wollst uns geb'n nach dieser Zeit das ewge Leb'n. 3. Wir danken dir, Herr⸗ Jesu Christ, daß du uns'r Gast gewesen bist; bleib du bei uns, so hats nicht not, du bist das rechte Lebensbrot. Unbekgannt 1589. der. mein Erbarmer. Mancher Tag geht so dahin, da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach, ich muß mich herz— lich schämen, du erhältst, 1 schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will. mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür recht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Ver⸗ langen, o mein Herzensfreund, zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr: vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. ů 6. Laß mich meine Tage zählen/ die du mir noch gönnen * 1 IIN V — * + ö +* ö 222 Abendlieder. willt; mein Herz sei mit dir erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein teurer Heiland, wache, wache du in dieser Nacht; schütze mich mit deiner Macht: deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Joh. Schlicht, 1681—1723. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 339 Christ, der du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher sein. 3. Obschon die Augenschlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein er⸗ erbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl deim Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus, e. 1500- 1553. Eigene Melodie. 340 Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu, Seel, was dir gebühret, tritt an die Himmels— thür und bring ein Lied herfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll, doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schatz, mein Schutz, mein Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren, doch einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlum— mert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. Abendlieder. 223 4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib, gib dich zur Ruh und schlafe sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl gemacht. Nun Jesu, Jesu, gute Nacht! Chr. Scriver, 1629—1693. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 341 Der Sabbat ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot gespeiset undmeiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sünden⸗ schaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpur⸗ mantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonn⸗ tag ist erschienen, der alle Nacht zu schanden macht. 5. Ich schlafe ganz ver⸗ gnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; es trãäumt mir nur vom Himmel; ach wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet. 342 Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe; o Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtig⸗ keit; erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 224 Abendlieder. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohlgelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht ver— steh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Beständig— keit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens— kündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, da ist die Hand: du mein und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. ö 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebens⸗ sonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Joach. Neander, 1650—1680. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 343 err, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen: dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 344 err, es ist von 5 meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen an nüte ich zibst eihn iffst der ts ehn, im und ens ich im iein uld in mel zen, en: ein ein, ich, Abendlieder. hat, denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ich selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vater⸗ treu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus und bewahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That; wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 225 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 345* H ist der Sonne Schein, die finstre Nacht bricht stark herein; leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir hab'n er⸗ zürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß uns schlafen in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint, o lieber Gott. Nik. Herman, 4 1561. Mel.: Jesu meine Freude. 346 Hirte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hüte den ver⸗ gangnen Tag. Sei die Nacht 15 226 Abendlieder. auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Ge⸗ wissen sei mein Ruhekissen; drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vater— armen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf im Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Graun erwecken, noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich: lieg ich nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, o du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht; und erleb ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. un ruhen alle 34⁴7⁷. N Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmels⸗ saal: also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammer⸗ thal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterb— lichkeit; die zieh ich aus: da— gegen wird Christus mir an⸗ legen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. nnr 3 —9—————9 5—„2 K —„Z.„ — 24296——...‚I erleb auf, Urem mnne, dich des ein esus, in ver⸗ lein iels⸗ hen, ehen mer⸗ dich, end der Abendlieder. 227 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt: es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, im Nu sind sie ge⸗ schlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich verschl Uingen, so laß die Englein singen: dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heinte nicht be— trüben kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig 60 lafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. Paul 1607—1676. Eigene Melodie, oder: Lobt Gott, ihr Christen. 348.* Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finster⸗ nis ist dir verhaßt, weil du wache du. bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an, doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Fr. Herzog, 1647—-1699. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 3 49. Treuer Jesu, wache du, weil ich jetzund will einschlafen. Gib mir und den Meinen Ruh, bleib, v Hirte, bei den Schafen, schließ die Thüre selber zu, treuer Jesu, * IWF +* 4 II 4 41 I 0 14 N. 228 Abendlieder. 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, Furcht und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns viel Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns mit deinem Licht, treuer Jesu, weiche nicht. 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hilfe mach uns frei; treuer Jesu, steh uns bei— 4. Treuer Jesu, wenn es nu einmal mit mir kommt zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu; treuster Jesu, hilf mir du! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen. Wenn der Tag nun bricht herfür, da du selber wirst erscheinen, führ uns durch die Himmelsthür, liebster Jesu, ein zu dir. Unbekannt, 1697. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. usre müden Augen⸗ 350. Usder schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die trüb und finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket und die Sterne aufgestecket. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du o meines Leibes Gast, ob du den, der dich er⸗ schaffen, heute nicht erzürnet hast! Thu, ach thu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht betracht meines Lebens Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Sünde Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht ver⸗ dienten Lohn; laß mich deine Huld umfangen, sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an; dieser hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 5. Sende deiner Engel Scharen als zur Wache mir herab, meine Seele zu be⸗ wahren, daß des Todes finstres Grab, daß das Übel, so bei Nacht unsern Leib zu fällen tracht, mich nicht mit dem Netz umdecke, noch ein böser Traum mich schrecke. 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Mer⸗ lrnet eiten zu aus wolk ist Tag mir licht Ziel alls nein der nad ver⸗ eine nen nich mi hat lein gel mir be⸗ res bei len em ser ** Abendlieder. 229 Morgenröt aufgehet und man von dem Bett aufstehet. 7. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teur und wert, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert, und vergib uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Joh. Franck, 1618—-1677. Eigene Melodie. Werde munter, mein Gemüte, 351. und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnadenreiches Walten hat beschützet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feind hin⸗ weggetrieben, daß ich unbe⸗ schädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ergründen deine Güt und Wunderthat, ja kein Redner kann verkünden, was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; ja, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an, es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen kann; stehe mir, o Vater, bei, daß dein Glanz stets vor mir sei und mein kaltes Herz erhitze, ob ich gleich im Finstern sitze. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misse⸗ that, die mein armes Herz beladen und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Hölle stürzen will; da kannst du allein erretten, strafe nicht mein Ubertreten. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; da ich mich so sehr betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 8. Schütz mich vor des Teufels Netzen, vor der Macht der Finsternis, die mir oft des Nachts zusetzen und erzeigen Kümmernis. Laß mich dich, o wahres Licht, immerdar 230 verlieren nicht; wenn ich dich nur hab im Herzen, fürcht ich nicht der Seele Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, soll mein Herz dennoch geflissen nur auf dich gerichtet sein; meine Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich fest mit Seel und Leibe auch im Schlafe dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schutz geschlossen. 11. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Uberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall; wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen! Joh. Rist, 1607—1667. Abendlieder. Mel.: O, daß ich tausend Zungen hätte. 352. So die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht! Wie sich dein Segens⸗ quell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und unauf⸗ hörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weih⸗ rauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zu tragen; zudem ist es voll Heil und Frucht durch deine Lieb, o Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur eines bitt ich über alles, ach, du versagst mir solches nicht, gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an — diesem Segen und will also hätte. doche ssen, Herze zens⸗ noch sich lauf⸗ hand „ 0 dich lles, veiß, hrist zeih⸗ inen reuz du gen; und Vo dank iber mir nes tein us, wig och ihn Hem daß ist ern ter an lso Ehe und Hausstand. 231 den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich ja soll in Christo dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an. Ach ja, da teilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche gibst; du wirst es in der That erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein 8. Und wenn ich morgen Ende hat. früh aufs neue den Sonntag 4. Ehe und Mel.: Christus, der uns selig macht. 353 Fang, dein Werk mit Jesu an: Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an: Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List Erdm. Neumeister, 1671—1756. Hausstand. schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei, so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf: Amen. Uubekannt, um 1700. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. & in Haus 354. Ich und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gib deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; dir nur soll sie wohl⸗ gefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelen⸗ speise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf dies Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe alle⸗ zeit zum Dulden, Tragen sein bereit voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Ge⸗ duld uns fassen. —————— Ehe und Hausstand. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnaden⸗ fülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regieret. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich zieret. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. J. Ph. Spitta, 1801—1859. ö Mel: Seelenbräutigam. 55.* Jesu, geh voran 355. Jauf der ebens⸗ bahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nach⸗ zueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen nie⸗ mals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o, so gib Geduld zu beiden? richte unsern Sinn auf das Ende hin. —*————— disch den des denn leer tlust este: den⸗ iner wir aus dein der zute der ide, wir in Ehe und Hausstand. 233 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Mel.: Vom Himmel hoch da. 356 O Gott, des gnaden⸗ voller Rat den Ehstand eingesetzet hat, der du ihn segnest, schützest, liebst und ihm Glück, Heil und Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn in Lieb und Ein⸗ tracht zu dir gehn, und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige,‚ daß du es geschickt. Hilf bald und gib, daß sie zuletz dein gnadenreicher Trost ergetzt. 4. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn und fromme Kinder auferziehn, daß Einig⸗ keit, Zucht, Scham und Treu zu aller Zeit im Wachstum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gib, daß sie deinen Willen thun und unter deinem Schutze ruhn. 6. O treuer Gott, wir bitten dich, regiere sie stets gnädiglich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dank, bis dich, Gott, Vater, Sohn und Geist, ihr froher Mund dort ewig preist. Casseler Gesangbuch v. 1770. Eigene Melodie. 357 O selig Haus, wo man dich auf⸗ genommen, du wahrer Seelen⸗ freund, Herr Jesus Christ. wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit 234 Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Haus⸗ genossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. ö 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. K. J. Ph. Spitta, 1801—1859. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 58 Sorge doch für meine 358. Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu sein und dir zu leben. 2. Du hast sie bisher ge⸗ nähret, du hast manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, da dein Engel über⸗ Ehe und Hausstand. all, ob er gleich dein Antlitz sieht, sich doch für sie froh bemüht; o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt ich denn für solche Güte dir nicht herzlich dankbar sein und mit dankendem Ge⸗ müte mich bei solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödsten Kaltsinn zeugen. 4. Herr, du bists, was mich ergetzet, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schätzet: Herr, du bist mein Gut und Teil; bleib auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Not, auch im Glücke nicht verderben, christ⸗ lich leben, selig sterben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn sie böse Buben locken, o, dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugend— liches Herz, das nur dir ge— hört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm ge⸗ schäftig sein und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz ihnen ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heilgen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. itlitz froh ihr dem lche kbar Ge⸗ lücke voll herr, ürde dem . nich rost am bist uuch sie im ist⸗ erz dir Ehe und Hausstand. 235. 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungs⸗ zeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal über⸗ gehen, so laß sie vor dir be⸗ stehen. Laß sie sanft und ruhig sterben und dort deinen Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngsten Tag nach hier überstandnem Leide einst mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier nehst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben; ewig will ich dich erheben. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 359 Was Gott zu⸗ I sammenfügt, das soll der Mensch nicht scheiden, drum gehen wir dahin in Gottes Fried und Freuden. Der unsre Namen schreibt ins Buch des Lebens ein, er selbst, Herr Zebaoth, wird Schild und Lohn uns sein. Unbekannt. Mel.: Wie schön leuchtet der. Morgenstern. ie schön ists doch, 360. Hert Jesn Christ im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unver⸗ rückt beisammen stehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Asten schön, an Zweigen reich; das Weib gleich einer Reben, die feine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. 4. Sei gutes Muts; wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu 236 Ehe und machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stünd⸗ lein, da man Leides voll die Thränen lässet schießen; je⸗ dennoch, wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Sitze, schwitze nur ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gib Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Wo Gott zum Haus nicht gibt sein Gunst, oder: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. ohl einem Haus, 361. Weh zuen a Jesus Christ allein das All in allem ist. Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Hausstand. Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Rauch⸗ werk im Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindeskind ver⸗ säumen nicht am ewgen Gllüick! Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht! Die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meineni Hause diesen Bund:„Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn!“ Ch. K. L. v. Pfeil, 17⁴42—1784. ienen nach ‚t! Aches rbild ohne das jeißt! nuch⸗ g in ichts Ottes ßer⸗ iger, iches 5eb tern sie ver⸗ ück! ück. us, ern ren wie un. zu sem zich rn, bei Obrigkeit. 5. Obrigkeit. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 362. Ithun Herr und König der Könige und Herrn! Dir ist man unterthänig, d. herrschest nah und fern. Du sochehabne Fürst von Himmel, Erd und Zeiten, du setzest Obrigkeiten, die du erhalten wirst. 2. Es sagen deine Knechte, daß keine Obrigkeit als nur dubch deine Rechte und dein Gebot gebeut; du hast sie hoch geschätzt, wer ihr zuwider lebet, derselbe widers strebet dem selbst, was Gott sarhr 3. Ach lieber Vater, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich erkenn und ehre, was deine Ordnung, heißt. Sie ja dein Bild; gib, daß ich Demut übe und sie in Ehrfurcht liebe, wie du es haben willt. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht. Gib ühren ins Gemüte viel Weis⸗ heit zum Gericht, damit ihr Regiment den Unterthanen nützet, die Unterthanen schützet, den Guten Sieg vergönnt; 5. Damit durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehr⸗ bar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Du herrschest selbst im Land; das Herz der O Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten,—— steht in deiner Hand. 6. Die uns allhie regieren, Herr, ie regiere du durch deines Geistes Rühren und Weisheit immerzu. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde 1— als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 7. Verschone ihre In ad laß's ihnen wohl ergehn, laß deine nel Engel als Wächter um sie stehn. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermüden, schaff unsern Grenzem Frieden durch Jesum, unserm Herrn! Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. : Erhalt uns, Herr, bei ꝛc. 363. O heilige Drei⸗ anigleit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die deine treue Vaterhand gesetzet selbst in diesen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand christlich regiere Leut und Land,‚ 3. Damit wir führen unter ihr ein still, geruhig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl inn Himmel dort. Amilie Jul. Gräfin v. Schrahnrg⸗ Rudolstadt, 1637—1706. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 364.* Vater, kröne du mit Segem unsern König und sein Haus, führ durch ihn auf deinen 238 Wegen herrlich deinen Rat⸗ schluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz, deinen Feinden biet er Trutz; sei du dem Gesalbten gnädig, segne, segne unsern König! 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast; sei in Jesu du ihm gnädig, schütze, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streiter Reihen für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottes Sohn; sei du ihm auf ewig gnädig, leite, segne unsern König! 4. Nähre Flamme, die Volks erneut, du die heilge das Herz des daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihm gewacht; du erhieltest ihn uns gnädig, segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König ehret! das, o Herr, ist dein Gebot, und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, Obrigkeit. der folget dir; drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schütz uns gnädig, Gott, er⸗ halte unsern König! 6. Gib uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! so siegen wir. Deine Treuen krönst du gnädig, segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Ge⸗ rechtigkeit gib uns, Gott, zu aller Zeit; sei du deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König! Wilh. Hülsemann, 1781—1865. Eigene Melodie. 365* Verleih uns Frie⸗ den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. ö 2. Gib Gnade unsrer Obrig⸗ keit, Licht. Heil und vielen Segen, daß wir gottselig alle⸗ zeit, gerecht und züchtig mögen ein rühigs Leben führn. Amen. Dr. M. Luthev, 1183—1546. Deine ädig, 3 Reich serm deine dein Ge⸗ zu nem egne 65. Landesnot, Krieg und Friede. 239 6. Landesnot, Krieg und Friede. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein, oder: Begrabt den Leib. 366 Ach Gott, in Gnaden von uns wend dies schwere Kreuz und groß Elend, damit wir sind um⸗ geben gar und stehn beständig in Gefahr. 2. Behüte uns, die Kinder dein, um Christi unsers Herren Pein vor Pestilenz und schnellem Tod und laß uns nicht in dieser Not. 3. In dieser Not, ach, laß uns nicht! Wend von uns, Herr, dein Zorngericht, daß dir lobsinge unser Mund für deinen Schutz aus Herzens⸗ grund. B. Ringwaldt, 1530—-1598. Psalm 85. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 367 err, der du vor⸗ mals hast dein Land mit Gnaden angeblicket und des gefangnen Volkes Band gelöft und es erquicket; der du die Sünd und Missethat, die dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut hast vorher ab⸗ gewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjetzo kränket. 2 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden! Erfreu und tröst uns wiederum nach aus⸗ gestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluten sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben, und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach gieß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns doch Gott sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! ö 6. Ach daß doch diese böse Zeit sich stillt in guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz ver⸗ zagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. ö 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall werd recht erkannt, ja stetig bei uns wohne. 240 werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einher gehn und Friede wird sie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. Der Herr wird uns viel Gutes thun: das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben. Gerech— tigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 368.* Gottlob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor. Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! 2. Wir haben nichts ver— dienet als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut und den⸗ noch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind Guts. Landesnot, Krieg und Friede. 8. Die Güt und Treue und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vor⸗ mals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid, ihr Gräber voller Leichen und blutgem Heldenschweiß der Helden, deren gleichen auf Erden man nicht weiß. ů 4. Sei tausendmal will⸗ kommen, du teure werte Frie⸗ densgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiuns⸗ wohnen in sich hab. hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich be— trübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herz⸗ leids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. In dir 5. Ach laß dich doch er⸗ wecken, wach auf, wach auf. du harte Welt, eh als das letzte Schrecken dich und plötzlich überfällt. aber Christum liebet, sei un⸗ erschrocknen Muts; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu. schnell Wer da sollt ihr bei Goͤtt leben im ewgen Fried und Ruh. Paul Gerhardt, 16071676. 1 Rist daß Krieg nand Herz örten oller vor⸗ ischer zuter vüste ichen 5der auf will⸗ Frie⸗ was uns⸗ dir nser be⸗ ückt C3⸗ scht dne nen er⸗ auf, das nell Ler un⸗ ede, les hre zu, ben. 6⁰ Wetter und Ernte. Mel.: Nun danket alle Gott. 369 H dich loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns all⸗ hier, so singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir; wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit freudigem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an die Himmels⸗ thür und tönt mit lautem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh, Herr Gott, wir danken dir! 7. Wetter Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 370 Die Ernt ist nun zu Ende, der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich 241 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei; darum so singen wir mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir! 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar ge⸗ strafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet; es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder auf⸗ gethan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den frommen Fürsten⸗ stamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir! 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle nach Begier, o Vater, unsern Wunsch. Herr Gott, wir danken dir! Joh. Franck, 1618-1677. und Ernte. und fröhlich macht; der alte Gott lebt noch, man kann es deutlich merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 16 ——— 2⁴² 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft ohn unsre Bitte gethan, was uns gefällt, die immer noch geschont, obgleich wir gott⸗ los leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus un⸗ verdienter Güte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, und gnugsam sich bezeiget durch Reg'n und Sonnenschein; wards aber nicht geacht, so hat er sich verborgen und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danke kommt das Bitten: du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not! Gib friedevolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen dein reines, wahres Wort, daß wir uns dessen freuen und auch an unserm Ort dies Wetter und Ernte. gute Samkörnlein verlangte Früchte bringe und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Lebens hast geschenket; daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben, o laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, da er der Ruh geneußt, da ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freuden nach ausgestandnen Leiden die Garben voller Lust. Gottfried Tollmann, um 1723. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. 371 Nun lasset uns Gott preisen für seine Güt und Wunderthat; laßt uns ihm Dank erweisen, da er uns so gesegnet hat; die ö Frucht hat er Jedsbiet gar reichlich auf dem Land, hat unser armes Leben versorgt mit milder Hand, daß alles wohlgeraten, was man gesäet aus, und durch seine Gut⸗ thaten ist wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollt das nicht er⸗ kennen für Gottes Macht und weisen Rat! Wer sollt das nicht bekennen für unsres Gottes Wunderthat! Nichts ist der, welcher säet, nichts, der da ö . ö „——..... · 2 —————.—— langte ir in omme Wuns erhalt enket; Ut in erzen, Dank es Sende, ist in T der Leid mit üdnen Lust. 1725. „den Gott seine laßt „ da die gar hat sorgt alles gesäet Gut⸗ nach t. er⸗ und das ottes der, r da Wetter und Ernte. schneidet ein, nichts, der damit umgehet, nichts, der es führet ein; Gott muß mit seinem Segen uns selbst zur Seite stehn; an dem ist es gelegen, er krönt mit Wohlergehn. 3. Und da er nun in Gnaden dies Jahr an unser Feld gedacht, daß wir ohn allen Schaden die Frucht in unsre Scheuern bracht, so soll man ihn ja preisen und rühmen die Wohlthat, ihm Ehr und Lob erweisen für solche große Gnad, von Herzensgrund ihm danken und loben mit dem Mund, in Werken auch nicht wanken von ihm zu keiner Stund. 4. Da solches nun geschehen, so leite mich, du treuer Gott, und laß von deiner Höhe ge⸗ segnet sein mein täglich Brot; laß mich es auch genießen ehristlich in meinem Haus, daß milde Gaben fließen zu Armen auch heraus, und ich nicht nur hier zeitlich an Früchten werde reich, sondern dereinst auch selig ererb das Himmelreich. Josua Wegelin, 1604—1640. Mel.: O, daß ich tausend Zungen hätte. 372 O Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 243 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnenstrahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brot; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier ist gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch kein⸗ mal vergessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648—1715. 16• 2⁴4 Kreuz⸗ und Trostlieder. B. Krenz⸗ und Trostlieder. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 373 Ach Gott, wie manches Herze⸗ leid begegnet mir zu dieser Zeit; der schmale Weg ist Trübsal voll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und Rat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der fest getraut auf Jesum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel⸗ mehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Nam der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein bessre Treu auf Erden ist denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter treuer Hirt, der mich ewig behüten wird. 6. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzeus Schatz und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam er— freuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt ich den Tod wünschen her, ja, daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist fürwahr lebendig tot. 8. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein höchste Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergetz weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 9. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir, wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 10. Drum will ich all mein Lebetag das Kreuz dir fröhlich tragen nach; mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit, hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich, mein Lauf vollenden kann. n„‚‚ W.rmFnnn ewig „mein erzeus chtum, zeigen m er⸗ b und wirds ft und in dir wollt her, wär; derzen igtot. Utgam rauf in ich alle ft.ich mein fnung Fried in ich 9, so guter daß ebens mein öhlich mach t zum mein iß ich m. Kreuz⸗ und 11. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sünd und Schanden mich behüt, erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: o mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller, 1547—1606. Eigene Melodie. 37 4 Alles ist an Gottes 5 Segen und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er⸗ nähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz un⸗ beständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Ver⸗ gnügung pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu K erfüllen, es hat alles seine Trostlieder. 245 Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben, wie Gott will, so muß es bleiben, wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht wider⸗ streben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Unbekannt, 1676. Mel.: Was Gott thut, das ist wohl gethan. 375. Auf Gott und nicht auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, von ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ keit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu be⸗ siegen wäre? ö 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir ————————ÄÄ—— N ————— Fr-..........e..:.:.:::.eeeeeeeett EEEE— 246 Kreuz⸗ und klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. ö 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Ch. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 376 Auf meinen lieben Gott trau 4. in Angst und Not; der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem thu ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. Trostlieder. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du so g'duldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände,‚ daß selig ich abscheide zur ewgen Him⸗ melsfreude. 6. Amen zu jeder Stund sprech ich aus Herzensgrund: du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Sigismund Weingärtner, um 1600. Ps. 37, 5. Mel.: Herzlich thut mich verlangen, oder: Eigene Melodie. 377.* Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der aller⸗ treusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl⸗ ergehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbst⸗ eigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. hrist, für hast auch ewge mein hilf limm selig Him⸗ tund und: iten, iten, men 500. gen, heine was ller⸗ den lken, Zege,‚ auch Fuß t du ohl⸗ nußt Werk und lbst⸗ ihm muß Kreuz⸗ und Trostlieder. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hin⸗ dern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; er⸗ warte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 247 8. Ihn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu ver⸗ bleibst, so wird er dich ent⸗ binden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dank⸗ geschreie den Sieg und Ehren⸗ kron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1607—1676. 248 Ps 73,23 m. 24. Eigene Melodie, oder: Jesus, meine Zuversicht. 378 Denuoch bleib ich 2911 stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider; keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, der wohl wunderlich ge⸗ schiehet, aber endlich in der That nur auf meine Wohl⸗ fahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich ausge⸗ kämpfet habe; führe mich die Lebenshahn zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Los in der Aus⸗ erwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir er⸗ gehen; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch bleib ich feste stehen; ich inuß, Trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein. Benj! Schmolck, 16721737. Ps. 23. Mel: Nun laßt uns Gott dem Herren. 379 Der Herr, der aller⸗ ö enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. Kreuz⸗ und Trostlieder. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe, der Reichtum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freu⸗ den auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaͤget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vor dem Unglücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützt mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische. wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Ole und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße, 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. habe, Babe, gibt Freu⸗ iden, ellen, ällen. zaget laget, aus mwund chter und eines vor muß keine lücke. zur hösen und rall ische, ische, viel inem aupt teine saße, . und utes reud lebe, Kreuz⸗ und Trostlieder. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, singn und loben. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Was Gott thut, das ist wohl gethan. 380 Der Herr ist meine Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn er⸗ geben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird seine Seele stille; ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun! du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen — wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer Gott geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! der Thoren 249. Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Verflucht sind, die zu Menschen fliehn; ver⸗ flucht, wer von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Uugewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen! 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Casseler Gesangbuch v. 1770. 250 Mel.: Was Gott thut, das ist wohl gethan. 381. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein: es kommt von Liebes⸗ händen, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit schnödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das muß uns immer wecken, wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen! ö I 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt Kreuz⸗ und Trostlieder. vergeht, und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden: ich will mit Christo leiden! Dav. Nerreter, 1649—1726. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 382 Geduld ist euch von nöten, wenn Sorge, Gram und Leid und was euch mehr will töten, euch in das Herze schneidt. O aus⸗ erwählte Zahl, soll euch kein Tod nicht töten, ist euch Ge⸗ duld von nöten, das sag ich noch einmal. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut, der schenket sie zur Habe, sobald er in uns ruht; der edle, werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die große Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort, das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott den Vater sorgen und sürchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zufrieden mit Gottes weisem Rat, läßt sich nicht leicht ermüden durch teht. ben, reuz ickt. doch inds und ubig eten risto 26. ssen. von enn und euch Us⸗ kein Ge⸗ ich abe der O er erte em lich ast. hem tes icht ind all, äßt ind den üßt rch Kreuz⸗ und Aufschub seiner Gnad, hält frisch und fröhlich aus, läßt sich getrost beschweren und denkt, wer wills ihm wehren, ist er doch Herr im Haus. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmer⸗ mehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, sein heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohl gemacht. 6. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpft daneben manch Angst und Herzensqual, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Ver⸗ langen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen; das ist dir wohl bewußt, Herr voller Gnad und Huld, ach gib mir und gewähre mein Bitten, ich begehre nichts andres als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gib durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. Paul Gerhardt, 1607.—1676. Eigene Melodie: 383 Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens; in Trostlieder. 251 ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich ver⸗ gebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmer⸗ zens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der be⸗ trübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heim⸗ lich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden. ö 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden. 491¹½⁹ 2⁵52 Kreuz- und Trostlieder. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einhergingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch be⸗ schweret, hat Gott, dein Fürst, zun schon erhöret. Gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein Armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich eingen füllen und deinen Leib zur Notdurft stillen. Gib dich zufrieden. 9. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten. Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden. 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden. 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden. 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämt⸗ lich bringen. Gib dich zufrieden. 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie desto . gen, inde nur ott ten. und dein zroß den. zuch ers Wo ine, lte? inte aus dich licht hen und das Des usre da dich tag zott ßen ibs hird gen mt⸗ hen. gen ten mit uch sie Kreuz⸗ und Trostlieder. den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden! Paul Gerhardt, 16071676. Mel.: Jesu, meine Freude. 38 4 ott der wirds ö wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heim⸗ gestellt. Er hat mich erkoren, eh ich noch geboren bin auf diese Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was von nöten, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust ge⸗ schenkt; der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täg⸗ lich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen, laß die Wetter krachen und die Stürme gehn; wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Nur Geduld, trau seiner Huld! Schlägt dich Un⸗ glück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wirds wohl machen, er wird selber wachen über deiner Not. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde wie der Rauch im Winde. 253 5. Gott der wirds wohl machen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herze⸗ leid? Drum, mein Herz, ver⸗ giß den Schmerz! alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. ö 6. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmel⸗ an. Dieser Bund hat seinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 7. Gott der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunder⸗ lich, sei bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen; Gott der wirds wohl. machen. ö Ernst Stockmann, 1634—1712. Meb: O Gott, du frommer Gott. 385. Gott ist und bleibt getreu, sein Herz. bricht ihm vom Lieben, pflegt. er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt ge⸗ treu, er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen; er⸗ braucht die Ruten oft und ——⸗⸗xx 25⁴4 bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er weiß, was wir ver⸗ mögen, er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht die Seinen gern von Last und Banden frei, wenn große Not eutsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt ge⸗ treu, er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Der Sturm, der Kreuzessturm, geht augenblicks vorbei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu, er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nützlich sei; so liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. Unbekannt, 1695. Eigene Melodie. ott lebet noch! 386. G Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Kreuz⸗ und Trostlieder. Hilf auf Erden thut, der mit Macht und starken Armen machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen Weh ge⸗ schiehet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn zollt Ifen, cht? ffen, Hott ehet, ge⸗ enke gott eele, Der mit reit, llet, und dem rost so nser ele, Bist den, nen ind hem tes ine ele, och ele, ͤun Kreuz⸗ und Trostlieder. 25⁵5 dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wir versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr⸗ gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden immerhin in Trümmer gehn, laß die Höll entzündet werden, laß den Feind erbittert stehn, laß den Tod, den Abgrund blitzen; wer Gott traut, den will er schützen. Seele, so bedenke doch:; lebt doch unser Herrgott noch! 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn: es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmielan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne eben. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! J. Fr. Zihn, 1650—1719. Eigene Melodie. * GBott wills machen, 387. G daß die Sachen gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur 105 plagen, da der Unglaub leidet Straf. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Nimmer klage, niemals zage, wenn der Herr dir Leiden gibt; der sie sendet, auch sie wendet, der hat nie ohn Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Ge⸗ lassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Freud und Leid. 8. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu vieln. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind ge⸗ raten jedesmal, wie ers ver⸗ hängt. 10. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unver— sehens sein. 11. Eignen Willen zu er⸗ füllen, leidet sichs noch ziemlich wohl; da ist Plage, Not und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen fällt dem Sollen die Voll-— bringungskraft bald zu. 13. Mehr zu preisen sind die Weisen, die schon in der Übung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld! Wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sün⸗ denschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen laufen zu den Haufen, die zur linken Seite stehn. 16. Aber denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, was und wie und wann er will. 256 Kreuz- und Trostlieder. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, oder: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 3 88 Hitß Helfer, hilf in Angst und Not. erbarm dich mein, du treuer Gott, ich bin ja doch dein liebes Kind trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott, mein Herr. Wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesn Christ, du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des freu ich mich von Herzen fein, bin gutes Muts und harre dein, verlaß mich gänzlich auf dein Nam'n; hilf, Helfer, hilf! Drauf sprech ich Am'n. Martin Moller, 1596, nach Nik. Selnecker, 1565. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, oder: Wenn wir in höchsten. Nöten sein. 389 Hith Helfer, hilf in Angst und Not! du kannst es thun, du starker Gott; denn du bist groß von Rat und That, wies mancher Christ erfahren hat. 2. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! du willst es thun, du lieber Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Not, glaubs sicherlich. 3. Hiff, Helfer, hilf in Angst und Not! du mußt Joh. Daniel Herrnschmidt, 1675—1723. es thun, du treuer Gott; denn deinem chsten ilf in Not, treuer dein Welt h, o nich iehr? Jesu und von Nuts mich hif ich „ 65½ inem sten. fin kot! rker von cher in Ulst enn ßen ubs in 5t nn Kreuz⸗ und dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. 4. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not! du wirst es thun, wahrhaftger Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so hilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun allen in der Welt, wie, wo und wann es dir gefällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du wirst dein Wort erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar sein. Hilf, Jesu, hilf, du kannsts allein! Joh. Jak. Lang, 1646—1690. Mel.: Was mein Gott will, das g'scheh allzeit. 390 Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Ge⸗ winn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. ö 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen; halt ich denn stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. Trostlieder. 25⁷ 3. Ich bin ja von mir selber nicht ans Licht der Welt geführet; mein Gott ist, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. ö 6. Fürwahr, der dich ge⸗ schaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so kanns nicht sein, es wird dich letzt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird 17 258 dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 8. Das Feld kann ohne Ungestüm gar keine Früchte tragen; so fällt auch Menschen⸗ wohlfahrt hin bei lauter guten Kreuz⸗ und Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, sie macht doch rote Wangen; so muß ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 9. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist da⸗ durch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 10. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 1I1. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Eude der alles wird zu solchem nde kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, 1607—16076. Trostlieder. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. ch hab in guten 391. J Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual! 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst, und du errettest gern. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und berenn. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte: sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod be⸗ denken. Du, Herr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. —n—— XNXnrnnr JMVIX AeN „HSE// e Lälder. guten udes en und so will h auch )Leben zin ein afst du Mensch schwert zeitlich och zu rgeben, Leben Herrn. trauen bauen; t gern. Gnade ünden Jetzt räfte; chäfte, und hristo nmels Grab Todes znade. r Not. mmer eduld tihm d be⸗ alles it ist, 1768. ——— Kreuz⸗ und Ps. 121. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 392 Ich heb mein Augen sehnlich auf und seh die Berge hoch hinauf, wann mir mein Gott vom Himmelsthron mit seiner Hilf zu statten komm. 2. Mein Hilfe kommt mir von dem Herrn, er hilft uns ja von Herzen gern; Himmel und Erd hat er gemacht, er hält über uns Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, so daß dein Fuß nicht gleiten kann; setz nur auf Gott dein Zuversicht, der uns behütet, schläfet nicht. 4. Der treue Hüter Israel bewahret dir dein Leib und Seel; er schläft nicht weder Tag noch Nacht, wird auch nicht müde von der Wacht. 5. Vor allem Unfall gnä⸗ diglich der fromme Gott be— hütet dich; unter dem Schatten seiner Gnad bist du gesichert früh und spat. 6. Der Sonne Hitz, des Mondes Schein sollen dir nicht beschwerlich sein. Gott wendet alle Trübsal schwer zu deinem Nutz und seiner Ehr. 7. Kein Übel muß begegnen dir, des Herren Schutz ist gut dafür. In Gnad bewahret deine Seel der treue Hüter Israel. 8. Der Herr dein Aus⸗ gang stets bewahr, zu We und Steg gesund dich spar, Mel.: ö ö ö Trostlieder. 259 bring dich zu Haus in seim Geleit von nun an bis in Ewigkeit. Corn. Becker, 1561—1604. Eigene Melodie Ich laß dich nicht, 393. N 251 mußt 1. Jesus bleiben. Will rauhe Not, Welt, Höll und Tod mich aus der festen Burg der Treue treiben: nur her, ich halte mich, mein starker Held, an dich. Hör, was mein Herze spricht: du mußt mein Jesus bleiben! Ich laß dich nicht! 2. Ich laß dich nicht, du allerhöchste Liebe, wenn Zweifel sich setzt wider mich; ich weiß, wie dich der Liebe Flammetriebe. Du trugest Schuld und Pein: sollt ich verurteilt sein an jenem Weltgericht? Du allerhöchste Liebe, ich laß dich nicht! 3. Ich laß dich nicht, du süße Seelenstärke, die mich erlabt, mit Kraft begabt, wenn ich in mir des Glaubens Schwach⸗ heit merke. Hält mich der Krankheit Ach in Schmerzens⸗ nächten wach, so spricht die Seele doch: Du süße Seelen⸗ stärke, ich laß dich nicht! 4. Ich laß dich nicht, du Hilf in allen Nöten, leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst mit mir, ich weiche nicht von dir. Verbirg auch dein Gesicht, du Hilf in allen Nöten: ich laß dich nicht! 10 .—.——..——— 260 Kreuz⸗ und 5. Ich laß dich nicht, sollt ich den Segen lassen? Nein, Jesu, nein! du bleibest mein, ich halt dich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht; sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht! 6. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben, mich reißt das Grab von dir nicht ab, der in den Tod du dich für mich gegeben. Du starbst aus Liebe mir; ich sags in Liebe dir, auch wenn mein Herze bricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht! Wolfg. Christ. Deßler, 16601722. Ps. 30. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 39 4 Ic preise dich und singe, Herr, deine Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat; denn das ist meine Pflicht, in meinem ganzen Leben dir Loh und Dank zu geben; mehr hab und kann ich nicht. 2. Herr, mein Gott, da ich Kranker vom Bette zu dir schrei, da wird dein Heil mein Anker, da stehst du treulich bei. Da andre fahren hin zur finstren Todeshöhle, da hältst du meine Seele und mich noch, wo ich bin. 3. Ihr Leidensbrüder, singet und danket unserm Herrn, der, V wenn die Not eindringet, bald Trostlieder. gört und herzlich gern uns Gnad und Hilfe gibt; rühmt ihn, des Hand uns träget und, wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 4. Gott hat ja Vaterhände und strafet mit Geduld, sein Zorn nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn uns gutes Muts. 5. Ich sprach zur guten Stunde, da mirs noch wohl erging: Ich steh auf festem Grunde, acht alles Kreuz ge⸗ ring; ich werde nimmermehr, das weiß ich, niederliegen denn Gott, der kann nicht trügen, der liebt mich gar zu sehr. 6. Als aber dein Gesichte, mein Gott, sich von mir wandt, da war mein Trost zu nichte, da lag mein Heldenstand; es war mir angst und bang, ich führte schwere Klagen mit Zittern und mit Zagen: Herr, mein Gott, wie so lang! 7. Nun wohl, ich bin er⸗ höret, mein Seufzen ist erfüllt; mein Kreuz ist umgekehret, mein Herzleid ist gestillt; mein Grämen hat ein End, es sind von meinem Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch dich, Herr, abgewendt. 8. Ach daß zu deiner Ehre mein Ehre sich erhüb und nimmer stille wäre, bis daß ich deine Lieb und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge ————— n uns rühmt et und, „ nicht rhände 5„ sein Ende, ld und Den en, des heinen Muts. guten wohl festem ug ge⸗ rmehr, iegen; nicht zu sehr. esichte, vandt, nichte, es g, ich mit Herr, in er⸗ füllt; kehret, mein sind ittern dich, Ehre und daß zählte dinge „„——— Kreuz⸗ und Trostlieder. mit ewgen Freunden singe im güldnen Himmelssaal! Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 395* Inen Kreuz, 7 je näher Him⸗ mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O, selig ist der Mensch geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt! 2. Je größer Kreuz, je bessrer Christe; Gott prüft uns au dem Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüste, fällt nie ein Thränentau hinein! Das Gold wird auf dem Feuer— herd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last, die Süßig⸗ keit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Mut wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der, Liebe Glut, gleich wie das Ol im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebne Kräuter riechen wohl; wenn um das 261 Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüste oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täub⸗ lein, findt es hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe trium⸗ phiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Über— winder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Un⸗ geduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmolck, 1672— 1737. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 396 Ihr Waisen, weinet nicht! Wie, könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott, der wird euch 262 Kreuz⸗ und nicht verlassen. Sind gleich die Eltern tot, so lebet dennoch Gott; weil aber Gott noch lebt, so habt ihr keine Not. 2. Gott ist und bleibet stets ein Vater aller Waisen, der will sie insgesamt ernähren, kleiden, speisen. Demselben trauet nur, der nimmt sich euer an; seht, er ist euer Schutz und euer Helfers⸗ mann. 3. Gott ist ein reicher Gott, er wird euch wohl versorgen; er weiß ja eure Not, sie ist ihm nicht verborgen; vb ihr schon wenig habt, ist auch der Vorrat klein, so will fürs künf⸗ tige Gott der Versorger sein. 4. Habt einen guten Mut! Gott hat es ja verheißen, er woll Verlassene aus jeder Trübsal reißen; dies Wort geht euch auch an. Ihr werdet es schon sehn, wie es auch noch an euch wird in Erfüllung gehn. 5. Ja, glaubet, bleibet fromm und geht auf Gottes Wegen, erwartet mit Geduld den euch verheißnen Segen, und weichet nicht von Gott, vertraut ihm allezeit; so werdt ihr glücklich sein: in Zeit und Ewigkeit. Joh. Friedrich Starck, 1680—1756. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. * In allen meinen 397. J Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu Trostlieder. allen Dingen, solls anders wohl gelingen, uns selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was er hat ver⸗ sehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet, was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwach⸗ heit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei anders rgeben it und Mühe, ist; er n nach h stells ts ge⸗ it ver⸗ ig ist; gibet, eliebet, rkiest. naden, haden, eb ich wird nichts ützt. ünden inden, ld; er nicht und duld. ieder, lieg vach⸗ was röstet ossen, an kein mir will er⸗ eben, 5sei Kreuz- und Trostlieder. heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. P. Fleming, 1609—1640. Eigene Melodie. 398 In dich hab ich 5 gehoffet, Herr; hilf, daß ich nicht zu Schanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich gar sehr der Feinde Heer anficht auf beiden Seiten! 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott, in aller Not: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt Wpalch gericht mit Lügen und durch falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, behüt vor falscher Tücke! 263 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen. Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Ad. Reusner, 1496 bis um 1575. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. eine Seele senket 399. M sich hin in Gottes Herz und Hände und erwartet williglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein ruhig, still und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zu⸗ frieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungedulder— regt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts ge⸗ denken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken; Sorgen kommt dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 264 5. Meine Seele klaget nicht; denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will töten; wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freuden⸗ licht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also hab ich allen Spott, alle Marter über⸗ wunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler, 1670—1722. Kreuz⸗ und Mel.: Jesu, meine Freude. V V Meine Seel ist 400. M stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten und mag keinen leiden, der ihr redet ein; von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach sind so viel beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. Trostlieder. 8. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekost'te Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kasp. Schade, 1666- 1698. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. eine Sorgen, 401. M Angst un Plagen laufen mit der Zeit zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird, Gottlob, nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen ab⸗ gemähet, so trägt man die ge und seinen rauen, n, wie fleußt r sich , den alles, Jesu durch 'offen, t sich eduld End iehet; rd es einen iz zu E zu dann ost'te die 698. deele. Igen, und Zeit Alles leine licht egen viel inen hin sen ab⸗ die Krenz⸗ und Frucht nach Haus; wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei; nach dem Kämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, muß man leiden in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unver⸗ rückt; seine Freund und Hoch⸗ zeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht gefunden, wo man nicht hat überwunden. Trostlieder. 265 Darum trage deine Ketten, Seele, und gedulde dich, Gott wird dich gewiß erretten; das Gewitter leget sich, nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein an⸗ genehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Unbekannt, 1704. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 402 ein Herz, gib dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen, mit unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, ab⸗ gewischt; wenns bei uns heißt: Wie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnen⸗ schein, nach rauhen Winter⸗ tagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 266 Kreuz⸗ und 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und solls auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebes⸗ schläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruten sinds, damit Gott zum guten die Seinigen hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm miß⸗ behagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Ge⸗ duld und, sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Le⸗ ben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Trostlieder. Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hin⸗ tragen zu dem Bräutigam. A. Freylinghausen, 1670—1739. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 403 imm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal; behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer That. Wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Die Sünd hat uns ver⸗ derbet sehr, der Teufel plagt uns noch viel mehr, die Welt, auch unser Fleisch und Blut uns allezeit verführen thut; solch Elend kennst du, Herr, allein, ach laß es dir befohlen sein! ö 5. Gedenk an deines Sohnes Tod, sieh an sein heilgen Wunden rot, die sind ja für leicht die hin⸗ n. 39. eich. uns, euer und iden wen rieg hen, ösen und du, uns erm mze kein irch und Heis ind her ner ind C⸗ agt elt, lut it; , en es en ür Kreuz⸗ und die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. 6. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne gnädig Stadt und Land; gib uns allzeit dein heilges Wort, behüt vors Teufels List und Mord; ver⸗ leih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein! M. Moller, 1547— 1606. Eigene Melodie, oder: Christus, der uns selig macht. chwing dich auf 404. S zu Dalien Gott, du betrübte Seele, warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. ö 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht ge⸗ schenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst ver⸗ senkt in der Hölle Flammen? 267 4. Hab ich was Lad recht gethan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmer⸗ zen; denn das ist das Löse⸗ geld meiner Missethaten; da⸗ durch ist der ganzen Welt und auch mir geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Ge⸗ walt der Höllen. 6. Stürme, Teufel und du Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein: wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich Trostlieder. von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 268 9. Es ist herzlich gut ge— meint mit der Christen Plagen: wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. Wem hier Christus recht bewußt, hat in Gottes Garten droben die vollkommne Lust endlich zu gewarten. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 11. Ei, so faß, o Christen⸗ herz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Jesu, meine Freude. 405 Seele, sei zufrieden! Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Un⸗ geduld und Schmerzen, fasse frischen Mut! Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt, will man deinen Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! Kreuz⸗ und Trostlieder. Stellt man dir viel Elend für, drohen der Verfolger Rachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin, droht ein hart Geschicke alle Augen— blicke dem erschrocknen Sinn, nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn: mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn, der steht fest, den Gott nicht läßt; drum laß alle Wetter krachen: Gott wirds doch wohl machen. 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich aus— gehalten, und Gott lassen walten, das macht recht ver— gnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen: Gott wirds doch wohl machen. Casseler Gesangbuch v. 1770. lend olger wohl umel Liebe droht igen⸗ Zinn, mels deine wohl ämen men, nerz; nur duld, mit 9 die Gott will ißen, bei mmel gehn, nicht etter doch agen, nrin aus⸗ assen ver⸗ r, o ck zu doch 770. Kreuz⸗ und Trostlieder. 269 Eigene Melodie. 406 Sollt es gleich bisweilen schei⸗ nen, als wenn Gott verließ die Seinen, o, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er auf⸗ geschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel: er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge⸗ trösten, wenn die Not am aller⸗ größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden, will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nicht na andrer Gabe; legt man mi gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze, 1641—-1703. Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 407 reuer Wächter Israel, des sich freuet meine Seel, der dun weißt um alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hilfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach hilf, schütz deine Lehr. Wir ver⸗ derben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn, wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzest in des Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnaden⸗ thür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigen⸗ tum: dein Erbarmen hat kein End; deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt! 6. Zeig ihm deine Wunden rot, deine Marter, deinen Tod, und was du mehr hast gethan, zeig ihm unsertwegen an; sage, daß du unsre Schuld 270 Kreuz- und Trostlieder. hast bezahlet in Geduld, uns erlanget Gnad und Huld! 7. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf durch deine starke Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 8. Liebster Herr, Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit: Trotz dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm, jetzt laß sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Macht zertrenn, auf daß dich die Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 10. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen sehn auf dich, trauen dir sich festiglich. Laß sie werden nicht zu Schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch ganz bekannt! 11. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht breumt: der die Wagen ar verbrennt und der Menschen Dzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 12. Jesu, wahrer Friedens⸗ fürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wieder⸗ bracht bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich, so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. J. Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 408* Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll, im Land. ö 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all ver⸗ kehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es—* mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts ge⸗ fallen, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn. Durch ihn er uns bescheret, Kreuz⸗ und was Leib und Seel ernähret; lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt! Das ist ein selge Stunde, darin man sein ge⸗ denkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubring'n auf Erden; wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt ver⸗ gehet mit ihrem Stolz und Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht; ja auch nach diesem Tod, tief in die Erd begraben, wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unver⸗ loren, geführt in Abrams Schoß; der Leib wird neu⸗ geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle er⸗ worben uns und Gnad; auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! L. Helmbold, 1532—1598. Trostlieder. 271 Eigene Melodie. 409 Warum betrübst du dich, mein Herz/ bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, der alle Ding erschaffen hat! 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein, mein Vater und mein Herre Gott, der mir bei⸗ steht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich Staub und Asche habe hier sonst keinen Trost als nur in dir. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd veracht, so weiß ich und glaub festglich Wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich als du gewesen ewiglich! Mein Trauen steht zu dir; mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich 4605 6. Der zeitlich Ehr will ich entbehrn, willst du das Ewge mir gewährn, das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod, das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine 272 Kreuz- und Trostlieder. Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund gethan durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für all dein erzeigte Wohlthat; ich bitt demütiglich: laß mich nicht von deim Angesicht verstoßen werden ewiglich. Unbekannt, 1545. Eigene Melodie. * arum sollt i 410. Wumt deun grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hin— ziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein: Gott allein ist es, ders ge⸗ geben; will ers wieder zu sich ilihr nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum ver⸗ zagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar ver⸗ lassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmels⸗ freuden. 9. Allda will 8 süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergetzen; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. vohl, glück Uten ich genꝰ? zärft kann ver⸗ ihre chts iner laß Heil, iden hne wo ten; ruf⸗ toch Tod sern ten, ern da 12 As⸗ 3en auf en; zu sich en. ns ler ter. len en. Kreuz- und Trostlieder. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. * as Gott thut, 411. Wẽ das ist wohl⸗ gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille: er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten! 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 273 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergetzt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich ver⸗ bleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 1649—-1708. Eigene Melodie. * as mein Gott 4¹². Wẽ will, gescheh allzeit, sein Will der ist der beste; zu helfen den er ist bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen; wer Gott ver⸗ traut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoff⸗ nung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir ge⸗ schicht, will ich nicht wider— 18 274 streben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn nach Gottes Wille zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Feind anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen; hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich Amen. Unbekannt, 1557. Eigene Melodie, oder: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. * enn wir in 413. Whochten Roten sein und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ gemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer schlägt darnieder. Kreuz⸗ und Trostlieder. Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädig⸗ lich allen, die darum' bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unfre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns da⸗ von aus Gnaden los; steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzer können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1511—1569. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. er Gott vertraut, 414. Wẽé hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich will fest und sicher setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes⸗ not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all Und wenn „* flehen Naller Sohns —2* ir jetzt großer unsre 18 da⸗ steh mach frei, Herzer mit orsam „dich dort. 1569. il, traut, ebaut rden; qesum mmel h all und hrist, odes⸗ wär aller bist e all wenn * Kreuz⸗ und ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, für dies und jenes Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. Vers 1 von Joach. Magdeburg, 1525—-1583. Eigene Melodie. 415 Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunder— lich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Un⸗ gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott., der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 275 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei: wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald er⸗ höhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 1621—1681. Trostlieder. Mel.: Aus tiefer Not, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 416. Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigen⸗ wählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinent fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kind⸗ lichem Vertrauen. 18³ 276 2. Wie Gott mich führt, o bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heim— gestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei; was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, zu⸗ letzt wird ers aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat; dies sei mein Glaubensanker. Lamp. Gedicke, 1683—1735. Kreuz- und Trostlieder. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. ö underanfang, herr⸗ 41⁷. Wẽ lich Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunder⸗ weislich ist sein Raten, wunder⸗ herrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch, es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wasser⸗ güssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann er— sinnen, wo man könne Hilf gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind, ihre halbge— brochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben rei. Er wird, was er ange⸗ fangen, lassen so ein End er⸗ langen daßeswunderherrlichsei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. Segen. g,herr⸗ wo die Gottes under⸗ under⸗ ind du aus? iuß so eislich id dir lnfang End Friede naden zasser⸗ nicht dem geben inge⸗ d er⸗ ichsei. nmer Gott und dahr, dus ie er Sterben und Begräbnis. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunder⸗ anfang, herrlich End! H. A. Stockfleth, 1643—1708. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 418 Zu deinen Füßen Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wunder⸗ mann, der allezeit erretten kann; drum, bin ich gleich von Hilfe bloß, leg ich mich doch in deinen Schoß. 2. Die Seele mach am ersten heil, mein Jesu, meines Herzens Teil; besprenge mich liege ich, mein 21⁷ mit deinem Blut und mach all meine Sünden gut und gib mir nach vergebner Schuld bei meiner Schwachheit auch Geduld. 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses ab⸗ gewandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, dein Blut sei meiner Seele Trank. Ich will wie Lazarus allein in Krankheit auch der deine sein. 4. Wenns meiner Seele selig ist, so heile mich, Herr Jesu Christ! Soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein! Machs, Jesu, Jesu, durch dein Blut mit mir an Leib und Seele gut! Christoph Heinrich Zeibich, 1677—1748. —III- F. Lieder von den letzten Dingen. I. Sterben und Begräbnis. Eigene Melodie. 419 Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom be⸗ ginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 278 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wirs uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen. Wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Mich. Franck, 1609—1667. 0 Eigene Melodie, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 420 Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu; dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich nun Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. ö 3. Jesus ist für mich ge⸗ storben, und sein Tod ist mein Sterben und Begräbnis. Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Sera⸗ phinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzu⸗ mal, wo auf ihren Ehren⸗ thronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hinge— fahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O, der großen Freud und Wonne! Jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er⸗ blicket alle diese Herrlichkeit; jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus, 1624—1679. Sterben und Begräbnis. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 421 Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke deinen Tod; der Tod kommt oft behende: wer heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist aus⸗ genommen, hier muß ein jeder dran und wird den Lohn be⸗ kommen, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach Sün⸗ der, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit; laß mich den Tod betrachten und deinen Richter⸗ stuhl, laß mich auch nicht ver⸗ achten der Hölle Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Tag mit Buße mich bereiten und 279 täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmels⸗ lichte zu wohnen würdig sei. Sal. Liscow, 1640—1689. Eigene Melodie. 422 Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn, einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wirds nun mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieses Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Not, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Er wandelt' hier im finstern Thal, er duldete viel Schmerz und Qual. Du trugest Jesu Christi Joch, ent⸗ schlummertest und lebest noch. 5. Er litt viel mehr, der uns versöhnt und himmlisch seine Sieger krönt; o Lohn, o Lohn für wenig Pein! Dann wirds wie Träumenden uns sein. 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehn nach unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach Jesu Christ, dein bittrer Tod stärk uns in unfrer 280 letzten Not! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein! Nach M. Weiße, + 1542. Eigene Melodie. 423 Christus der ist 5 mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem thu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann kommt mein Stündelein, 7. Und laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid und ewig bei dir leben in Himmels⸗ wonn und Freud. 8. Wohl in des Himmels Throne sing ich Lob, Ehr und Sterben und Begräbnis. Preis Gott Vater und dem Sohne und auch dem heilgen Geist. Unbekannt, 1609. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 42⁴4 Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz kann stehn. Was uns hier kann ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir un⸗ sterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund er⸗ blichen, fragt keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, wir werden hin⸗ gerissen ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zer⸗ rinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Isteine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? mM Her enr DE — ⏑ Enss Sterben und Begräbuis. 281 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Toten⸗ reihen kein Scepter dich be— freien, kein Purpur, Gold noch edler Stein. 7. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehus abfällt: 8. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Ge— schenke den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was künftig,— wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre samt falscher Kunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 12. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort be— stehen und nimmermehr ver⸗ gehen, weil ihn die Stärke selbst erhält. Andr. Gryphius, 1616—-1664. Mel.: Christus, der uns selig macht. 425 Einen guten Kampf hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat so gnädiglich meine Not gedämpfet, daß ich meines Lebens Lauf seliglich vollendet und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt in des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden, bösen Welt jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in lauter Freuden, denn sein Tod ist mein Gewinn und mein Trost sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Hingang, den ich thu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch endlich wieder. Heinrich Albert, 1604—1668. Eigene Melodie. 426 Es ist genug! Mein matter Sinn sehnt sich dahin, wo meine Väter 282 Sterben und Begräbnis. schlafen. Ich habe endlich guten Fug; es ist genug, ich muß mir Ruh verschaffen. 2. Ich bin ermüdt, ich hab geführt des Tages Bürd, es muß einst Abend werden. Er⸗ lös mich, Herr, spann aus den Pflug, es ist genug! Nimm von mir die Beschwerden. 3. Die große Last hat mich gedrückt, ja fast erstickt so manche lange Jahre. Ach laß mich finden, was ich such! Es ist genug, ist Zeit, daß ich heimfahre. 4. Nun gute Nacht, ihr meine Freund, ihr meine Feind, ihr Guten und ihr Bösen, euch folgt die Treue für Betrug. Es ist genug, mein Gott will mich auflösen. 5. So nimm nun hin, Herr, meine Seel, die ich befehl in deine Händ und Pflege; schreib sie ein in das Lebensbuch! Es ist genug, ich will mich schlafen legen. 6. Nicht besser soll es mir ergehn, als wie geschehn den Vätern, die erworben durch ihren Tod des Lebens G'ruch. Es ist genug, es sei also gestorben. Unbekannt. Eigene Melodie. 427. Es ist genug! So err nimm, ö meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das allgemächlich reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich thränet: Es ist genug. 2. Es ist genug des Jam⸗ mers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von Gotte trennet, was täglich im Ge⸗ wissen brennet, des ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich netze manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt, ich fahr ins Himmels Haus; ich fahre sicher hin im Frieden, mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug. Franz Joach. Burmeister, 1662. Eigene Melodie. 428.* Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, u Sterben und Begräbnis. 283 weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus Trübsal und großem Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr jemals gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornen⸗ spitzen gar, also auch die Christen gehen durch viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz sind unsre Tag; gleich wenn wir geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh findt sich an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spät; wenn die Sonn nicht mehr 4*7 thut scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei von mir jetzund nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; ach, sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen auf dem bittern Todes⸗ gang; durch dein Wunden will ich ziehen ins himmlische Vaterland. In das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch gar verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Ver⸗ stand sich nicht besinnt, bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst mich in Gnad re⸗ gieren, auf der rechten Bahn heimführen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele wohl be⸗ wahren wie einst Lazarum im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß und erfülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden, und sie beid vereinigt werden. ö 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun 284 Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren, in Ewigkeit triumphieren. Unbekannt, um 1615. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 429 Geht nun hin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir winkt die süße Ruh von den Engeln droben zu. ö 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, meinen Lauf hab ich vollendet; lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. „5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! denn ich reis in Sterben und Begräbnis. weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr ver⸗ schwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eiteln Schein: Droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzens⸗ wunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! mein Er⸗ löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt, 1769—1860. Mel.: Bater unser im Himmelreich. 430 Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre .......——— Sterben und Begräbnis. 285 Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, mir alle Menschenhilf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammer⸗ thal; verkürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Händ; der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis kommt der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, dann im Gericht mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6.„Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich.“ Dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dem Wort zu trauen festiglich, bis wir entschlafen seliglich! Paul Eber, 1511—1569. Eigene Melodie. 431 Herzlich thut mich v. verlangen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend; ich hab Lust abzu⸗ scheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Tensel Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vorm Tod, dem Fluch der Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben: Sterben. ist mein Gewinn. 286 4. Der Leib zwar in der Erden zu Staub und Aschekehrt, doch auferweckt soll werden, durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmels Freud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte; es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, der'n Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. 7. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werd'n in kurzer Zeit einander wieder⸗ schauen dort in der Ewigkeit. 8. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gib mir ein selig Ende, send mir dein Engelein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 9. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke —— Sterben und Begräbnis. 9 in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, 1563—1621. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. * Icch bin ein Gast 43² Iauf Erden und hab hier keinen Stand, der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich bis zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. ö 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat; wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz,ö in was für Furcht und Zagen hft ihr Ae Sers! sank oft ihr armes Herz! =Drr WNNNAe ———————— 874—„954 Sterben und 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durch⸗ gangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Eitelkeit. 9. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. Begräbnis. 287 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast: da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. Ich bin ja, Herr, 433. Vin demer Mocht du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer 288 Sterben und Begräbnis. nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht: thust du es, Gott mein Heiland, nicht? ö 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hitz, ohn Kraft und Zier, mit höchster Herzensangst befallen; Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden wie ein Grab; doch kränkt die Sünde mich vor allen; des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton, ich sehe den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gesetzes Fluch mich Sünden⸗ kind hinab zur Höllen, da, wo man ewig, ewig: Leid! Qual! Jammer! Angst und Wehe! schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn; wir werden ewig nicht entgehn, hat einmal uns der Hölle Rachen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir, dir, der du Missethat vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich dein teures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gibest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß ge⸗ wiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hier lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. Simon Dach, 1605—1659. Mel.: Valet will ich dir geben. ö* habe Lust zu 434. Ilcheden, mein Sinn geht aus der Welt; ich sehne mich mit Freuden nach Zions Friedenszelt. Doch weil die Abschiedsstunde hie⸗ nieden keiner kennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament. 2. Gott Vater, meine Seele bescheid ich deiner Hand; führ sie aus dieser Höhle ins rechte Vaterland. Du hast sie mir 3 Sterben und Begräbnis. 289 gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach, nimm du meine Sünden als ein Vermächtnis an; wirf sie in deine Wunden, ins rote Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; zieh ich des Todes Pfade, so sieh auf mich zurück; ach seufz in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen von meinen Wangen an; ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Abrams Schoß, so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht. Mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn dieses sagt mein Glaube: er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende; so geh ich freudig hin und weiß, daß ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. Benj. Schmolck, 16721737. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. Ich hab mich Gott 435. I ergeben ⸗ dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß ge⸗ schieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr be— laden, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzu⸗ mal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner 19 290 Qual. Den rechten Port noch heute nehnit ja fleißig in acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! Joh. Siegfried, 1564.—1637. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten, oder: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 436.* Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach, wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wüurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, daß ich zu Erde werden muß. ö 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten; wohl dem, der Haus und Herz be⸗ stellt! Denn ewig Unglück oder Glück häugt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden als es am Sterben und Begräbnis. Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Toten⸗ bahr. Ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. ö 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlassnen Schrein durch deinen Trost erhörlich' sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf: so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. „Beni. Schmolck, 1672—1787. Mel.: Vater unser im Himmelreich⸗ 437 15 In. Christi Wunden 2773 schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein. — 3 — — Sterben und Begräbnis. Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuch und Ehrenkleid, damit wil ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest mich, ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber, 1511—1569. Eigene Melodie. 438 Machs mit mir, (Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden; was ich dich bitt, versag mir nicht: Wenn sich mein Seel soll scheiden, so nimm sie, Her in deine Händ! ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mich nicht verderben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben, ver⸗ lassen meine lieben Freund,‚ diess mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deiner Hand sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Trübsal ö überall. fällt; 291. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; bei dir, o Herr, ich Rettung find ich Wöstuichdenes Weneein Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Christi Unschuld rein wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. J. H. Schein, 1586—-1630. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 439. N ein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erhe, das ewig in der Welt besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald Die Biun doch eine Scherbe, die Blume kann ja leicht verblühn drum mache mich nur stets bereit, hier in de Zeit zur Ewigkeit! Mein Gott, ich weiß nicht wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe. wenn sonst ein andrer⸗ sanfte doch wie du willst, gib, 19*⁷ 292 daß dabei mein End in dir nur selig sei. ö ů 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt; doch, wenn ich dieses nur ererbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich jede Stelle ein, die Erd ist allent⸗ halben dein. 5. Nun, liebster Gott, wann ich ja sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; und hab ich den am Grabe hier, so gilt mirs gleich und geht mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benj. Schmolck, 1672—1737. Eigene Melodie. ö* zitten wir im 440. Maahe, sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starter Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Rot! Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein Barmherzig⸗ keit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, 441. O Sterben und Begräbnis. heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Ver⸗ gossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barm⸗ herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Dr. M. Luther, 1483—1546. Trost! Erbarm dich unser! Eigene Melodie. Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geift will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben fetzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Ge⸗ winn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat be⸗ trogen die Welt, von Gott gezogen durch Schand und Büberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben fagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. g.— r reee Sterben und Begräbnis. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich schauen, wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 6. Wir sind unnütze Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach meim Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich er⸗ erben, wie er mirs hat bereit; hier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seel sich von dem Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, thu 1 besinnen, denn du mußt au hernach; thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren; im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vor⸗ handen, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen. Meins Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. Joh, Hesse, 1490-1547. Eigene Melodie. 442 Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut. Laß mich selig abscheiden, setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröh⸗ lich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmels Schloß, der ist 294 ewig genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel fein feste ins schöne Bündelein der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Balerius Herberger, 1562—1627. Eigene Melodie. 443 Wenn mein Stünd⸗ 21 lein vorhanden ist und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden wird mich nagen; denn ihr sind viel wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken, Herr, an deinen Tod und deine heilgen Wunden rot; die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich un⸗ geschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworhen. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods⸗ ——ꝛ— Sterben und Begräbnis. furcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden! ö 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, mein Armkthu ich aus⸗ strecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken, denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. Nik. Herman, 4 1561. Eigene Melodie, oder: Wer nur den lieben Gott. WMeer weiß, wie D Wẽ nahe mir mein Ende! hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein kränken sehr, mein Gwissen Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden. leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt ꝛc.— 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt ꝛe. 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bexeit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie — ich Trost in und alles was ich gerne hätt. Jesu scheide, Leben oder Tod. Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! bin und bleib' in⸗ Sterben und Begräbnis. 295 du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt ꝛc. 5. Mach mir stets süße deinen Himmel und bitter diese eitle Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewig⸗ keit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt ꝛe. ö 6. Ach Vater, deck all⸗ meine Sünde mit dem Ver⸗ dienste Jesu zu, darein ich mich fest gläubig winde; das gibt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt ꝛe. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab ich mich recht und wohl gebett; da find 2 Todesst tunden Mein Gott, ich bitt ꝛe. 8. Nichts ist, das mich von nichts, es sei Ich leg die Mein Gott, ich bitt ꝛc. 9. Ich habe Jesum ange⸗ zogen schon längst in meiner heilgen Tauf, du bist mir auch daher gewogen, haft mich zum Kind genommen auf. Gott, ich bitt ꝛe. 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, Mein meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt ꝛe. 11. So komm mein nd heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich deinen ich hab sein Blut getrunken hier, nun kannst du und bin es ganz gewiß: ö winn, hletter Not, Lust, Reichtum in dem Tod? O Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt ꝛc. ö 12. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub Durch deine Gnad und Christi Blut machstdus mit meinem Endegut. Am. Jul. v. Schwarzburg-⸗Rudolstadt, 1—8— 1706. Mel.: Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. 445. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewig⸗ keit! Wie wenig denken an die Stund von Herzen sgrund, wie schweigt hiervon der 1——. Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wafferschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht be⸗ steht, gleichwie ihr dieses täg⸗ lich seht. 3. Nur du, Jehovah, blei⸗ best mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Ge⸗ wenn 1t0 allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, v Gottes Sohn, gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, 95 eh ich sterb, ich sterben mag! Wos hilft dié Welt in Ehr und Mensch, du läufstdem Schatten ö 1 14 14 4 14 . 296 zu, bedenk es nu, du kounnst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das bleibet mir. Herr Jesu, nach dir“ 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich! Joach. Neander, 1650-1680. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 446 Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir ent⸗ O mein Begier, zieh mein Herz schlafen werde! Dann, Seele, wirst du, ganz befreit von Sünde und von Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu dich innig, stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; mein Herz stärkt sich in dir, glaubt und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Sterben und Begräbnis. Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun meine Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! Ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir, daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen. Caͤsseler Gesangbuch v. 1770. Wa * Sterben und Begräbnis. 297 Beim Tode von Kindern. Mel.: Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 447. Du bist zwar mein und bleibest mein (wer will mir anders sagen 7), doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Welt⸗ gut williglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir! du sollst sein meines Hauses Zier, an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: illkomm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. Hohn; 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht, die Unsrigen zu zieren; wir gehn und sorgen Tag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, selgen Stand, und ist doch selten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. 7. Wie manches junge, fromme Blut wird jämmerlich verführet durch bös Exempel, daß es thut, was Christen nicht gebühret. Da hats denn Gottes Zorn zum Lohn, auf Erden nichts als Spott und der Vater muß mit Grämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle 298 Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch nicht weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht aus⸗ studieren werden. 0 10. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den auch du ge⸗ heiligt bist, ich weiß, ich würde müssen vor Freude Thränen gießen. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier! Nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Eliä, hole mich ge⸗ schwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen soschöne Ding erzählen. 12. Nun sei es ja und bleib also, ich will dich nicht beweinen; du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; hie leh und bleib nun immerzu, ich mill, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, 16071676. Miel.: O Welt, ich muß dich lassen. 448 Gottlob, die Stund HHFn ist(kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern man Sterben und Begräbnis. dürft nicht klagen, mit Freude sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben, mein Leben wird sein lauter Frend. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie öfters wird ver⸗ führet manch Kind, an dem spüret—rechtschaffne Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid: denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? ö 95 6. Zuvor bracht ich euch Frende, jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz: doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott thut, hoch⸗ achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. . Gott zählet alle Stunden; er schlägt und heilet Wunden er kennet jedermann; nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohlgethan. Sterben und Begräbnis. 299· 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergibt. 10. Ade, nun seid gesegnet! Was euch jetzund begegnet, ist andern auch geschehn; viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir unswiedersehn. Joh. Heermann, 1585—1617. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 449. hr Eltern, gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiden; ich fahr zu Jesu hin in seine Himmels⸗ freuden, zu Jesu, welcher mich in Ewigkeit anlacht. Ach, weinet, weinet nicht! Ihr Eltern, gute Nacht! ö 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen. Wißt, daß die Seele ist zur Himmiels⸗ ruh gebracht. Ach, weinet ꝛe. 3Z. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach, weinet ee. Kinde! 4. Ihr Eltern, gute Nacht! — Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach, weinet ꝛe. ö 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst- und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib erwacht. Ach, weinet ꝛe. Gotthard Schuster, 4 1761. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 450 ö. Wenn: kleine Him⸗ melserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie⸗ unverloren sein. Ich 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe, 1688— 1758. Mel.: Es ist genug, so nimm, Herr, ö meinen Geist. 451. Zieb hin, mein Kindr denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen schläft sanft, bis daß erwiederum. — ö 300 Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil zes Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zieh hin, mein Kind! ö 2. Zieh hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir, jetzt wieder fortzuziehn. Zieh hin, Gott hat es so ver⸗ sehen; was dieser will, das muß geschehen. Zieh hin, mein Kind! 3. Zieh hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Zukunft Christi, Auferstehung, Angsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zieh hin, mein Kind! 4. Zieh hin, mein Kind! Wir folgen alle nach, so bald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh denn das Ungemach mit Haufen sich einstellt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zieh hin, mein Kind! 5. Zieh hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zieh hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann, 1658—1712. II. Zukunft Christi, Auferstehunng, Gericht z und ewiges Leben. Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort. 452 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Throͤn als Herrscher einge⸗ mommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit in großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun.— 2. Wer faßt, o Heiland, je6t die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmacht⸗ voller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare, große Heer der Toten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu⸗ —2 2— Gericht und ewiges Leben. 301 beseelt nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, daß du der Erden Richter bist? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde, daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig wert, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch teil an deiner Seligkeit. Chr. Sam. Ulber, 1714—1776. Mel.: Valet will ich dir geben. rmuntert euch, ihr 4⁵3. E dnnn eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht! 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig. bereitet Leib und Seel; die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm in Reihen und singt Halleluja! 2 3. Ihr klugen Jungfraum alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engel⸗ chor. Die Thür ist aufge⸗ schlossen, die Hochzeit ist be⸗ reit; auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen, der Bräutgam ist. nicht weit! 4. Er wird nicht lang ver⸗ ziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlings⸗ schein verheißt Erquickungs⸗ zeiten; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weiten, davor das Dunkel weicht. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer klug ist, der ist wach; Gott kommt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach an allen, die nicht wachen und die des Tieres Bild anbeten samt dem Drachen; drum auf, der Löwe brüllt! 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen. und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 30² 7. Die ihr Geduld getragen — Zukunft Christi, Auferstehung, teur, wenn alles wird vergehn und mitgestorben seid, nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit⸗ leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 1i 8. Hier sind die Sieges⸗ palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizen⸗ halmen in Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freuden⸗ wein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden, hier ist der sichre Port, hier sind die güldnen Gassen, hier ist das Hochzeitsmahl, hier soll sich niederlassen die Braut im Freudensaal. 10. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf; geh auf, verlaͤngte Sonne, und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit! Laur. Laurenti, 1660 1722. „Eigene Melodie. ö 45 4. Es ist gewißlich an ne Ninder Zeit, daß Gottes Sohn wird komimett in seiner großen Herrlichkeit, Zzu richten Bös und Frommen. Da wird das Lachen werdein sollt allezeit! im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende: auferstehn die Toten gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, wenn er wird hören neue Mär, daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird da ge⸗ lesen bald, darinnen steht ge— schrieben, wie Gott will richten jung und alt, nichts soll verborgen bleiben. Da wird ein jeder seinen Lohn em⸗ pfahen, wie er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. Hilf, heilige Dreifaltig⸗ keit, daß mein Nam werd gefunden im Buch des Lebens An meiner letzten Stunde weich nicht von mir. Herr Jesu Christ, der du all⸗ zeit; mein Helfer bist, du wollst von mir nicht scheiden! 5. Was werd ich armer Sünder dann vor deinem Richtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech han, der mein Sach wird austragen? Das wirst du thun, Herr Jesu Christ, dieweil daß' du gekommen bist, all Sünder zu erlösen. 0 3 6. Wenn ich, Herr, meine Sünd bedenk, mein Augen die thun weinen: wenn ich die ewge Freud bedenk, mein Herz das thüt sich freuen. Herr/ hilf, daß ich dein Angesicht darauf bald werden 8 ISAA ——— 8 Gericht und ewiges Leben⸗ 303 mög sehn mit meiner Augen Licht dort in dem ewgen Leben! 7. Herr Jesu Christ, du machst Ues lang mit diesen bösen Tagen. Den Leuten wird auf Erden bang, laß sie doch nicht verzagen, send ihnen deinen heilgen Geist, der sie leit in das Himmel⸗ reich durch Jesum Christum! Amen. Nach dem lateinischen Dies irae. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 455 Es ist noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in dei⸗ nen Banden, und deine Sonne scheinet nicht; sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuͤhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket: weit und breit: Ihr; müden Seelen und ihr frommen, ver⸗ säumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 2. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr traurig und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen, dafür läßt euch' der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 11⁰ 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte darauf ruhen kann, wenn dieser sich darf niedersetzen, an einem frischen Trunk ergetzen, wie sind sie beide so' vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhe⸗ stunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 41196 5. Da wird man Freuden⸗ garben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn; es wird beim Brünn⸗ lein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst moch soll ge⸗ schehnꝰW Hι 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die 304 Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah, es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis; es werden die Gebeine grünen; der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach, Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, begürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr. Joh. Sig. Kunth, 1700—1779. Mel.: Ach Herr, mich armen Sünder. 6cadch denk an dein 456. J Gerichte, du Richter aller Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht —— und mein Gewissen lehren, du haltest ein Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Ge⸗ pränge, welch hohe Majestät! Zukunft Christi, Auferstehung, 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschen⸗ kinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufst, und sie erscheinen vor deinem Richter⸗ thron, den Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 11230* 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich An⸗ gesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphiert ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber beben. die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Teil in ewger Pein und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jefu, dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut! 1— 0 7. Ist dann dein Tag vor⸗ handen, wird diese Welt ver⸗ gehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Casseler Gesangbuch v. 1770. ——ꝛ—7:ñ3—— Gericht und ewiges Leben. 305 Mel.: Was Gott thut, das ist * wohlgethan. 457. 35 frene mich der ich werd auferstehen. frohen Zeit, da Dann werd ich in der Herrlichkeit dich, Gott mein Heiland, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ewgen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran die Stunde der Erlösung, die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, da Engeln gleich im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bists, an den ich gläube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tod nicht ewig bleibe. Auch werd ich nicht vor dein Ge— richt wie die, die dich ver⸗ ichmähten, mit Angst und Schrecken treten. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzu— gehen. O hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten! ö Peter Busch, 4 1744. Eigene Melodie. 458.* Jerusalem, du V hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär ö ö in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wist du kommen schier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an⸗ lände in jenem Vaterland! 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Fir⸗ mament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Eliä Wagen mit heilger Engel⸗ schar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort gezogen schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 2⁰ 306 6. Propheten groß Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freuden⸗ saal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang ge⸗ sungen das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart, 1590—1642. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. ö ein ganzer Geist, 459. M Gott, wird ent⸗ zückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet, wo deine milde Vater⸗ hand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. und Zukunft Christi, Auferstehung, 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene n inden die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hin⸗ fort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligtum schallt seines Na⸗ mens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn, hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier wird sie neu besungen. Völlig gibt sich den Erlösten, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie auf ewig frei von aller Müh und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feind⸗ liches Gemüte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. ——22—2——2— 7——————— FTF CCEHEE AS&/ C S den enie dir ins viel um och den en; nes ehr hest ner ein un eu, in⸗ ten jen en. tes ta⸗ ter hlt ier ehr teu ich en, ier litz rei ken hen hre Id⸗ id, ebe en, M. Gericht und 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich ewig wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? Wo glänzt sein Thron? In jenen Himmels⸗ höhen; da werd ich dich, Herr Jesu iland so menschen⸗ freundlich als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. J. S. Diterich, 1797. (nach Ahasverus Fritsch, 4 1701.) x Eigene Melodie. 460. O Evwigkeit, du Donnerwort, Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne ewiges Leben. 307 Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz er⸗ schrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja, wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang; hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen! nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt! Ach, nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschen⸗ kind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben! Vielleicht ist heut der letzte 20* 308 Zukunft Christi, Auferstehnng, Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag? 6. O/ Ewigkeik, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Scele bohrt, o Anfang sonder Ende! OC Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit; nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir⸗ gefällt, Herr Luid in dein Fendendelt. Johann Mist⸗ 4607—1667. Mal: Wachette auf, mät uns die Stimme. 461. Stlag sind des Hummes Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung ein⸗ geweiht. Nach den letzten Augenblicken des 2 Todesschlum⸗ mers folgt Entzücken, folgt Wonne der Uns Hs or In Frieden ruhen f los von der Erde Müh 90 Vor Gottes Thron zu seinem Sohn Dauern ihre Werkef sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Ver⸗ söhner Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Bank, Sne Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab, wischt unfre Thränen ab, alle Thränen. Er hats vollbracht; nicht Tag⸗ nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheiut uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist dit, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr, das Alt ist nun nicht mehr. Halleluja! Er sank hinab wie wir ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. Fr. Gottl. 17241893. 220¹ Eigene Melodie. 462 nter Lilien jener üü Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleiutg behende, Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Sera⸗ phinen schon bediahen mit dem ana Jubeltom.s 604 3. Löse, erstgeborner Wuder, doch die Ruder⸗ meines Schiff⸗ leins, sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Sht ahi rücket sein! 4. Nichts soll mir am erzen klehen, süßes Leben, 90 as die Erde in sich hält. ollt ich noch in diesen Wüsten länger fristen? Nein, 105 eil ins Himmelszelt. Herzensheiland, laß den Glaubew mir nicht rauben, Glauben, der durch allesdringt! Nach dir sehnt I laß mich, ein in den sich meine —k————— —— —k————— Gericht und Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst duXes machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Thüren träu⸗ mend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt dar— nieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn ö 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! Joh. Ludwig Konrad Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1693, gest. zu Halle 1773. Eigene Melodie. ö ö* Mdachet auf, ruft 463. Wansdie Eiume der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl— auf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. Aflc 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freuden springen, siewachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, 309 von Gnaden stark, von Wahr⸗ heit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen⸗ und mit Engel⸗ zungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön! Von zwölf ewiges Leben. Perlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je ge⸗ spürt, kein Ohr hat je gehört .. solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halle⸗ luja für und für! Ph. Nicolai, 1556-1608. Mel.: Gott des Himmels, oder: Komm, o komm, du Geist des Lebens. 464. Wer sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzet leich den Sternen klar; Halle⸗ luja singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das zerreibet keine Zeit und 310 Zaukunft Christi, Auferstehung ꝛc. veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, die wohl ge⸗ kämpfet für des großen Gottes Ehr, haben Fleisch und Blut gedämpfet, nicht gefolgt des Satans Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel ge⸗ litten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hoch⸗ gelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht, sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets er⸗ schienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nun stehn alle sie herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, so hat ihre Seel geächzet nach dem rechten Lebensquell; nun ihr Durst gestillet ist, da sie sind bei Jesu Christ.—9.— 9. Auf dem Zionsberg sie weidet Gottes Lamm, die Lebenssonn, mitten in den Stuhl sie leitet zu dem rechten Lebensbronn; Hirt und Lamm, das ewge Gut, lieblich sie er⸗ quicken thut. 10. Ach Herr Jesu, meine Hände ich zu dir nun strecke aus; im Gebet mich zu dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 11. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Teufel, Cünde Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt, führe mich aus aller Not, Herr mein Fels, mein treuer Gott! 12. Gib, daß ich sei neu geboren, an dir als ein grünes Reis wachse und sei aus⸗ erkoren, durch dein Blut ge⸗ waschen weiß, meine Kleider halte rein, meide allen falschen Schein; 13. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind und aus großer Trübsal kommen. Hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 14. O wie groß wird sein die Wonne, wenn wir werden allermeist schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theob. Schenk, 4 1727. (Hessischer Dichter.) N ne echten amm, ie er⸗ meine strecke 1 dir einem ha im einde und ünde, mich n ein führe Herr Bott! neu ünes aus⸗ ů ge⸗ eider schen ibei Herr, aus Hilf alle bis 1. sein rden dem ohn nen, und 27. frau ist geborn. 311 G. Anhang geistlicher Lieder. Eigene Melodie. er Tag, der ist 465. D so frendenreic aller Kreature; denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jung⸗ Maria, du bist auserkorn, daß du Mut⸗ ter wärest. Was geschah so Sir Gottes Sohn vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein, so löbe⸗ lich, ist uns geboren nin. von einer Jungfrau fäuberlich zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle! 15. Jahrh. Eigene Melodie. 466. Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen; von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd; aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht. 3. Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß, mit seinem hellen Scheine ver⸗ treibts die Finsternis. Wahr Mensch und wahrer Gott hilft uns aus allen Leiden, rettet von Sünd und Tod. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammer⸗ thal laß dein Hilf uns geleiten hin in den Freudensaal, in deines Vaters Reich, da wir dich ewig loben: o Gott, uns das verleih! 15. Jahrhundert. Eigene Melodie. 467. Zu Bethlehem ge⸗ ö boren ist uns ein Kindelein, das hab ich auserkoren, sein eigen will ich sein. Ei ja, ei ja, sein eigen will ich sein. 312 468. O 2. In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein 6. schenken und alles was ich hab. Herz. will ich ihm Ei ja ꝛc. ö 3,. Aus ganzem, reinem Herzen möcht ich dich lieben, Herr, in Frenden und in Ei ja ꝛc. Schmerzen je länger und je mehr. gebe, bitt ich aus Herzens-— grund, daß ich allein dir lebe, jetzt und Ci ja ꝛc. Unbekannt. Eeigene Melodie. Weihnacht en. du fröhliche, o FHN N. du selige, gna⸗ denbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich,‚ 0 Christenheit! 2. O du fröhliche 2ee, Christ ist erschienen uns zu versühnen. Freue ꝛc. nn 3. O du fröhliche ꝛc., Himmlische Heere jauchzen dir 4. Die Gnade mir doch zu aller Stund. Anhang. 3. O du fröhliche ꝛc., Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben! Freue ꝛc. Ri⸗ ö 4 Pfi II gsten. 4 177 1. O du fröhliche, o du selige, gnadeubringende Pfing⸗ stenzeit! Chrift, unser Meister, heiligtt die Geister: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche ꝛc., Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade! Freue ꝛ. 3. O du fröhliche ꝛc., Uns, die Erlösten, willst du Geist trösten! Freue, freue dich, o Christenheit!. 1 Joh. Dan. Falk, 1768—1326. Mel.: Herr und Altster deinet Kreuzgemeinde. 469.* Eines wünsch ich mir vor allem andern, eine Speise früh und spät, selig läßts im Thränen⸗ thal sich wandern, wenn dies eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. ö 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, han⸗ gend an des Kreuzes Staͤmm. wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! Anhang. 313 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein!— sprich du darauf dein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen: das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 1798-1864. Karfreitag.0 Eeeigene Melodie. E x Tag, so schwarz 470. O und trübe wie düstre Mitternacht! O Tag, so warm von Liebe, wies keine Sonne macht! 2. Dich schwärzen finstre Thaten, du brütestschweres Leid, — du zeigst den Herrn verraten, den Herrn der Herrlichkeit. 3. An grauenhafte Gründe führst du den scheuen Fuß, und ungeheure Sünde, das ist dein Morgengruß. 4. Und Liebe ohne Ende aus Gottes Vaterhaus, sie breitet hier die Hände am Kreuze segnend aus. 471. Oße 5. Verfolgt von blutgem Hassen, vergießt sie für die Welt— sie kanns, sie kanns nicht lassen— ihr Blut als Lösegeld.* 6. O Tag, so schwarz und trübe, du zeugst von meiner Nacht; o Tag, so warm von Liebe, ich seh der Gnade Macht! ö H. Möbes, 1793—1834. Eigene Melodie. Ostern, Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen heimlich glühen, denn der Heiland ist erwacht. 2. Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten, der euch in den Abgrund zwang. Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen dringt hinan sein ewger Gang. ö 3. Der im Grabe lag ge⸗ bunden, hat den Satan über⸗ wunden, und der lange Kerker bricht. Frühling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, herrschen soll das ewge Licht. 4. Alle Schranken sind ent⸗ riegelt, alle Hoffnung ist ver⸗ siegelt und beflügelt jedes Herz; und es klagt bei keiner Leiche nimmermehr der kalte, bleiche, gottvergeßne Heidenschmerz. 314 Anhang. 5. Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwinden eilig, seit im Grabe Jesus lag. Jahre, Monden, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwunden! Und es scheint ein ewger Tag. Max von Schenkendorf, 1783—1817. 95 Eigene Melodie. 472 Auferstehn, ja auf⸗ ö erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halle⸗ Iuja!(Halleluja)) 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, die in ihm starben. Halle⸗ luja!(Halleluja!) 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du mei⸗ nes Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich.(er⸗ weckst du mich./ 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein, mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. (sind dann nicht mehr.) 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Halleluja)) Fr. G. Klopstoc, 1724—1808. Eigene Melodie. ö 473 Das Leben welkt wie Gras, wie Blumen auf der Flur. So⸗ bald der Wind darüber geht, verschwindet ihre Spur. 2. Doch Gottes Gnade bleibt dem Frommen ewig stehn. Wer seinen Bund von Herzen hält, wird nimmer⸗ mehr vergehn. ö (Schottisches Kirchenlied.) Eigene Melodie. 47⁴4 Der beste Freund ist in dem Him⸗ mel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; mein Jesus stehet felsenfest. Wenn ich mich ganz verlassen finde, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Schmerz ers redlich meint: mein Jesus ist der beste Freund. ö 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an, doch hier ist es nicht so gemeint: mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten; er sagt für meine Schulden gut. Er Anhang. 31⁵ hat mir niemals was verneint: mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze gibet, mein Freund, der mein ist und ich sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, so krüm⸗ men sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nim⸗ mer Feind: mein Jesus ist der beste Freund. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen 47 5 Der Mond ist auf⸗ gegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer ver⸗ schlafen und vergessen sollt! 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschen⸗ kinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergäng⸗ lichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel ommen, du unser Herr und⸗ unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matth. Claudius, 1740—1615. Eigene Melodie. 81 er Pilger aus⸗ 476. ver Fene zieht seiner Heimat zu; dort leuchten seine Sterne, dort sucht er⸗ seine Ruh.. 2. Sein Sehnen geht hin⸗ über, der Leib fällt in das Grab; die Blumen wachsen drüber, die Blumen fallen ab. 3. In Königsstädten schim⸗ mert des Goldes reiche Pracht, und morgen sind zertrümmert die Städte und die Macht. 316 Anhang. 4. Die Ströme ziehn hin⸗ unter ins wogenreiche Meer; die Wellen gehn drin unter, man sieht sie nimmermehr 5. Der Harfenton verklinget im stillen Windeswehn; der Tag, den er besinget, muß heute noch vergehn. ö 6. Der von dem Honig⸗ seime der Ewigkeit geschmeckt, der Pilger ist daheime nur, wenn das Grab ihn deckt. 7. Drum weckt ihn auch hienieden das Heimweh früh und spät; er— dort oben Frieden, wohin sein Sehnen geht. nih Eigene Melodie ö 477. Die Nacht ist vor der Thür und liegt schon auf der Erden. Mein Jesu, tritt herfür und laß es lichte werden! Bei dir, o Jesu mein, ist lauter Sonnen⸗ schein. 2. Gib deinen Gnadenschein in mein verfinstert Herze. Laß in mir brennend sein die helle Glaubenskerze. Vertreib die Sündennacht, die mir viel Jammer macht. 3. Ich habe diesen Tag viel Eitelkeit getrieben, du⸗ hast den Uberschlag gemacht und angeschrieben. Ich selber stelle mir die schwere Rechnung für. 4. Soll meine Sünde mir nun angeschrieben bleiben, so⸗ bitt ich, wollst du sie mit Ch. G. Barth, 1799—1862. deinem Blute schreiben; denn diese Schrift allein schreiht keine Schulden ein. 5. Soll etwa meine Schuld wo angeschrieben stehen, da steht jetzt Gottes Huld, die kann mir nicht entgehen; dein heilig, teures Blut macht alle Rechnung gut. 6. Wohlan, so leg ich mich in deinem Namen nieder, und morgen ruf ich dich zu meiner Arbeit wieder. Denn du bist Tag und Nacht auf meinen Nutz bedacht. 83 7., Ich schlafe, wache du, 10 schlaf in Jesu Namen. Sprich du zu meiner Ruh ein kräftig Ja und Amen! Und also setz ich dich zum Wächter über mich. ö 8. Ich schließ die Augen zu, weil Jesus mich bewachet. Ich schlaf in guter Ruh, bis mich das Licht Utt M Mein Jesu, halte Wacht! Mein Jesu, gute Nacht! Unbekannt. Eigene Melodi. 5 478. Die Sach ist dein. Herr Jesu Christ, die Sach, an der wir stehn. und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar sproßt zum Licht empor, muß sterben in der Erde Schoß, zuvor vom eignen terben los, Wesen los, durch S vom eignen Wesen los. — ö . t — 828. ⁸2́«ìz„ —4— —2— Anhang. 317 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzu⸗ gleich, zum Teil am Leiden und am Reich; führ uns durch deines Todes Thor samt deiner Sach zum Licht empor, zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor! S. Preiswerk, 1799—1871.äͤ Mel.: Herr und Altster deiner Kreuzgemeinde. 479 Die wir uns all⸗ hier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage„Amen“ und zugleich: „Friede, Friede sei mit euch!“ Chr. Renatus Graf von Zinzendorf, 17271752. Eeigene Melodie. 480 eh aus, mein Herz, F und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben! Schan an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben! 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide.: Narzissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt. aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt. mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 99² 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein ätzt die Jungen der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus⸗ seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen.„ s 5. Die Bächlein rauschen. in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schatten⸗ reichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen. ganz vom Lustgeschrei der. Schaf und ihrer Hirten. 6. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes⸗ großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn⸗ alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 7. Ach, denk ich, bist dit hier so schön und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden,— was will doch wohl, nach dieser Welt dort in dem reichen Himmels⸗ zelt, und güldnen Schlosse⸗ werden! ö 01 8. Welch hohe Lust, welch' heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie⸗ muß es da wohl klingen, da⸗ 318 Auhang. so viel tausend Seraphim mit eingestimmtem Mut und Stimm ihr Halleluja singen! 9. O, wär ich da, o, stünd ich schon, ach füßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen, so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen! 10. Doch will ich gleich⸗ wohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein d. soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 11. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrucht erziehe! 12. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 16071676. Eigene Melodie. ö 481 Herre, meine Seele, 4699 harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er ald bene I Sei unverzagt, bal der Morgen tagt, und ein mneuer Frühling folgt dem Winter nach! In allen Stür⸗ men, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott! 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott ver⸗ läßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht! Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du. treuer Gott! J. Fr. Räder. Mel.: O du Liebe meiner. 482* Herz und Herz ver⸗ eint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh. Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glie⸗ der; er das Licht und wir der Schein; er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund! Schwöret unserm Uberwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund, und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! —————— .— Anhang. 319 4. Ach du holder Freund, ver⸗ eine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja, verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der That erleuchtet ist! Liebe, hast du es ge⸗ boten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann, wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 6. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nik. Ludw. Graf von Zinzendorf, 1700—1760. Mel.: So viel Stern am Himmel. 483 Hin nach oben möcht ich ziehen weit von meines Vaters Haus. Wo die Bergesspitzen glühen, wo die fremden Blumen blühen, ruhte meine Seele aus(ruhte meine Seele aus). 2. Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich auf zu meinem Stern; über Meere, Thäler, Hügel, sonder Schranke, sonder Zügel folgt ich immer meinem Herrn. 3. Still und selig mit Marien ihm zu Füßen säß ich da, immer möcht ich vor ihm knieen, in mich seine Worte ziehen, hätt ihn immer hold und nah. 4. Ach, das war ein schöner Segen, wenn er mit den Jün⸗ gern ging, auf den Feldern, auf den Wegen jedes Herz wie Maienregen seinen Trost, sein Wort empfing. 5. Ander Los ward uns bereitet; wie auch blühet rings das Land, wie sich rings die Ferne breitet— der uns rufet, der uns leitet, unser holder Freund verschwand. 6. Aufgehoben, aufgenom⸗ men in den Himmel ist er nur; herrlich will er wieder⸗ kommen, seine Treuen, Stillen, Frommen folgen immer seiner Spur. 7. Will mich denn zufrieden geben, fassen mich im stillen Sinn; all mein Denken, Sehnen, Streben, meine Lieb und auch mein Leben geb ich meinem Freunde hin. 8. Seinen Schwestern, seinen Brüdern will ich mich in Treue nahn; an den Armen, Blöden, Niedern will ich dankend ihm erwidern, was er liebend mir gethan. ö 9. Einst erklingen andre Stunden, und das Herz nimmt andern Lauf; Erd und Him⸗ mel ist verschwunden, in den selgen Liebeswunden löset aller Schmerz sich auf. 10. Meine Seele, gleich der Taube, die sich birgt im Felsen⸗ stein, wird der Erde nicht zum Raube; in den Himmel dringt mein Glaube, meine Lieb und Sehnsucht ein. 11. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, ewge Füll und reiche Lust. All ihr Kranken, all ihr Armen, zum Genesen, zum Erwarmen kommt an eures Heilands Brust! Max von Schenkendorf, 1783—1817. Eigene Melodie. 484. Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, mit dem ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich, ich hab dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben. Ich fühls, ich muß für dich nüur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Leben ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket Auhaug. ein! Möcht deine süße Jesus⸗ liebe in Herz und Sinn ge⸗ präget sein!“ In Wort und Werk, in allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. 5. Lob sei dem hohen Jesus⸗ namen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem die selge Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände! Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. Eigene Melodie. 48 5 Ich hab von ferne, 2 Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn, du bift allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, der⸗ Erde noch geneigt, das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch ich bin fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich, zeitlebens inbrünstig lieben. pPpPP—————.———— 2——— Eπ⁰ mmm.-, 4————————— D .— ——————— Anhang. 32¹ 5. Ich bin zuftieden, daß ich die Stadt Licht und ohn Er⸗ müden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes, 1738—1821. Eigene Melodie. 486 Ich will streben 0.9 V nach dem Leben, wo ich selig bin; ich will ringen einzudringen, bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort; bin ich matt, so ruft das Wort: Fortge⸗ rungen, durchgedrungen bis zum Kleinod hin! 2. Als berufen zu den Stufen vor des Lammes Thron, will ich eilen, das Verweilen bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt sein Kronenrecht. Was da⸗ hinten, das mag schwinden; ich will nichts davon. 3. Jesu, richte mein Ge⸗ sichte nur auf jenes Ziel; lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn e durhen fühl! Lockt die tröste du. Deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel. 4. Du mußt ziehen, mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs fehle, fühlt die Seele, aber dut hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durch⸗ elt, so sprich mir zu, schmäht sie mich, so. dringt. Dort wirds tönen bei dem Krönen: Gott ists, der es schafftt Ph. F. Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie. 487 Itsus komm doch —— selbst zu mir und verbleibe für und für; komm doch, werter Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint! Vi ö 2. Tausendmal begehr ich dich, weil sonst nichts ver⸗ gnüget mich; tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 3. Keine Lust ist in der Welt, die mein Herz zufrieden stellt. Jesu, nur dein Bei⸗ mirsein nenn ich meine Lust allein. ö 4. Keinem andern sag ich zu, daß ich ihm mein Herz aufthu; dich alleine laß ich ein, dich alleine nenn ich mein. 5. Dich alleine, Gottes Sohn, heiß ich meine Kron und Lohn; du für mich ver⸗ wundtes Lamm bist allein mein Bräutigam. 6. O, so komm denn, süßes Herz, und vermindre meinen Schmerz; denn ie h schrei doch für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! ö 1 6 Run, ich warte mit Ge⸗ duld, bitte nur um diese Huld, daß du mir in Todespein wollst ein treuer Jesus sein. Joh. Scheffler, 1624—1677. 21 322 ½% Eigene Melodie. 88. Vaßt mich gehn, laßt 488. L mich gehn, daß ich Jesum möge sehn; meine Seel ist voll Verlangen/ ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die—0 Wolten bricht! O, wann werd ich da⸗ hin kommen, daß ich dort mit allen Frommen, schau dein holdes Angesichts 30 3. Ach wie schön ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Hns Hahn: ag.. 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein 5. Paradiés, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gnst. Knat, 1800—187s. 19˙%0, Eigene Melodie. 489. Meinen Heiland im . Herzen, daschlaf ich so süß, da träum ich so selig vom Paradies, da⸗ träum ich so selig vom Paradies 2. Meinen Heiland im Auge, da schreckt' mich kein Anhang. Feind, er bleibet dem betenden Kinde vereint, er bleibet e. 3. Meinen Heiland in Sinne, bleibt Böses mir fern; die Sünde entweichet vor Gott, meineimn Herrn, die Sünde ꝛc. 4. Drum will ich ihn halten fest‚ fest und getreü; mein Vater im Himmel, o stehe mir bei, mein Vater ꝛ4. Aanes Fräanz, 17914—1843.— Nach dem Anfangs⸗ und Schlußsatz der Mel.: O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, oder: Eigene Melodie. 41 ein schönste Zier 490. Mumd Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lässen walten und, allezeit, in Lieb und Leid in meinem Herz be⸗ Dalten* 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, solchs muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst und Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben; du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, 5 schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden. Laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden. Unbekannt, 1597.— —2——/—jß7—— —.—.———— üden 2c. ün fern; Hott 6. Uten nein mir Piatz mer⸗ Zier bist desu ssen Lieb be⸗ —92——5i5i——jß7—— Anhang. 323 Mel.: RNun sich der Tag geendet,/ oder: Lobt Gott, ihr Christen. 491 Merk, Seele, dir das große Wort: Wenn Jesus winkt, so geh; wenn er dich zieht, so eile fort; wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu! 3. Wenn Jesus seine Gna⸗ denzeit bald da, bald dort verklärt, so, freu dich der Barmherzigkeit, die andern widerführt.. 864 4. Wenn er dich aber bräauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm aüch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan.— Nit. Ludw. Graf v. Zinzendörf, 1700-1760. Wiegengesang. Mele: Lobt Gott, ihr Christen. 492. Nun schlaf, mein fi liebes Kindelein, und thu dein Auglein zu, der lieb Gott will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel dir geben hat wohl durch die Eltern dein. 2 3. Und da du warst in Sünd geborn wie Mesnschen⸗ kinder all und lagst dazu in Gottes Zorn um Adams Sünd und Fall, 4. Da schenkt er dir sein lieben Sohn, den gibt er in den Tod, der kam auf Erd vons Himmels Thron, half dir aus aller Not. 5. Ein Kindlein klein ward er geborn, am Kreitz sein Blut vergoß; damit stillt er seins Vaters Zorn, macht dich von Sünden Los½%0 6. Hör, was dir Ehrist er⸗ worben hat mit seiner Marter groß: dein heilig Talif, das selig Bad, aus feiner Seiten 7. Darum bist du nun neu⸗ geborn durch CEhristi Wunden rot, verschlungen ist Gotts Hittunig. Zorn, dein'r Schuld ist quitt und los. ä 8., Mit seinem Geistt er dich regiert aus lauter Lieb und Treu, der auch dein zartes Herzlein rührt und macht dich volligen u 7756% Oui B 9. Er send dir auch sein Engelein zu hüten Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht, 10. Damit der böse Geist kein Teil an deiner Seele find. Das bringt dir alles Christi Heil, drum bist ein selges Kind. 96 ö 21⁷ 324 segne dich, bewahr dich alle⸗ zeit, sein heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! Johann Mathesius, 1504—1565. —— Eigene Melodie, V* oder: Jesu, komm doch selbst zu mir. 493 Nun, so bleibt es fest dabei, daß ich Jesu eigen sei. Welt und Sunde fahret hin! Nur nach Jesu steht mein Sinn. 2. Jesus ist mein höchstes Gut; denn er gab sein teures Blut auch für mich verlornes Kind, daß mein Glaube Gnade find. ö 3. Herr, ich hang allein an dir! Nimm nur alles selbst von mir, was dir nicht ge⸗ fällig ist, weil dir doch mein Alles bift 4. Amen, ja du hörest mich, und ich Armer lobe dich; ja, zum voraus werd ich schrein: Jesus wird mein Helfer sein. Unbekannt. Eigene Melodie. 494 Schönster Herr Ar Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn! Dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron. 44 2. Schön sind die Felder, schöner sind die Wälder in der S..eeeEFEreeFFFE:E:“—— Anhang. 11. Der 200 Geist, der schönen Frühlingszeit. Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, schöner leucht der Monden und die Sternlein allzumal. Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, als all die Eng'l im Himmelssaal. Altes geistl. Volkslied. Mel.: Wie könnt ich. 495 So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! 10 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz, und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz; laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind, es will die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich ů—n gar nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Julie v. Hausmann. Mel.: Ach Herr, mich armen Sünder. 49 6. Wasdu vor tausend Jahren, mein Heiland, hast gethan, läßt du noch jetzt erfahren die, so dir ———— ——— Anhang. 325 gläubig nahn. So wie den armen Blinden, nach deines Worts Bericht, ließt du mich Gnade finden und gabst mir Freud und Licht. 2. Betrübt saß ich am Wege, tiefblind in meinem Geist, Sehnsucht im Herzen rege, doch Wehmut allermeist; die Psalmen hört ich singen, die Palmen fühlt ich wehn, die dir die Gläubgen bringen, und konnte dich nicht sehn. Zu groß wards mit dem Schmerze, zu drückend ward die Pein, da faßt ich mir ein Herze, hub an nach dir zu schrein: Sohn Davids, rette, heile, wie dus verheißen hast; o liebster Jesu, eile, nimm von mir Nacht und Last! 4. Und immer heißer wei⸗ nend, mit immer lauterm Wort stets mehr mein Herz entsteinend, fuhr ich zu rufen fort. Da ward mein Angsten minder, da sagte was zu mir: Getrost, du armer Blinder, getrost, er rufet dir! 5. Du standst, ich fühlt es, stille, ich wankte zu dir hin; ab fiel mein eigner Wille, verändert ward mein Sinn. Du sprachst: Was willst du haben? O Herr, ich möchte sehn, an deinem Blick mich laben! Du sprachst: Es soll geschehn. 6. Und was du hast ge⸗ sprochen, das fehlt ja nimmer nicht; mein Zagen ward ge⸗ brochen; du meiner Seele Licht, du gibst mir deinen Segen; frei von der alten Schmach, folg ich auf deinen Wegen dir, Herr, in Freuden nach. de la Motte Fouqus, 1777—1843. Eigene Melodie, oder: Valet will ich dir geben. 497 Was macht ihr, daß ihr weinet und brechet mir das Herz! Im Herrn sind wir vereinet und bleibens allerwärts. Das Band, das uns verbindet, löst weder Zeit noch Ort; was in dem Herrn sich findet, das währt in ihm auch fort(das währt in ihm auch fort). 2. Man reicht sich wohl die Hände, als sollts geschieden sein, und bleibt. doch ohne Ende im innigsten Verein; man sieht sich an, als sähe man sich zum letzten Mal, und bleibt in gleicher Nähe dem Herrn doch überall. 3. Man spricht: Ich hier, du dorten, du ziehest, und ich bleib, und ist doch allerorten ein Glied an einem Leib; man spricht vom Scheidewege und grüßt sich einmal noch und geht auf einem Wege in gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen und so gar traurig sehn, wir kennen ja den Einen, mit dem wir alle gehn in einer Hut und Pflege, geführt von einer Hand, auf einem land Wege ins eine Vater⸗ and. 326 Anhang. 5. So sei denn diese Stunde nicht schwerem Trauerleid, nein, einem neuen Bunde mit unserm Herrn geweiht; wenn wir uns ihn erkoren zu unserm höchsten Gut, sind wir uns nicht verloren wie weh auch Scheiden thut.. Spitta, 1801—1859. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet, oder: Wie groß ist des Allmächtgen Güte 4 Was wär ich ohne 498. W'é dich gewesen, was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten auserlesen, stünd ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte, die Zu⸗ kunft wär ein dunkler Schlund, und wenn miein Herz sich tief hetrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus ꝰ 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Für alle seine tausend Gaben bleib ich sein demutvolles Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wenn zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus guf allen Wegen und holt die Irrenden herein, streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richter⸗ schwerte verschlang der Hoff⸗ nung Uberrest. ö 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser altes Vaterland, wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Seitdem verschwand bei uns die Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt, man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit; durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber wie ein selger Traum, und ewger Lieb und Lust ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. ꝗser Anhang⸗ 8. Noch steht in wunder⸗ barem Glanze der heilige Ge⸗ liebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wix. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mitaufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift.— F. v. Hardenberg Movalis), 1772—1801. Eigene Melodie. 499 Weil ich Jesu Schäf⸗ lein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirten, der mich liehet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. ö 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Mangel leide, und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. 3. Sollt ich denn nicht fröh⸗ lich sein, ich beglücktes Schäfe⸗ lein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heim⸗ getragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß. Luise v. Hayn, 1724—1782. Mel.: Valet will ich dir geben, oder: Befiehl du deine Wege. 500 Wenn alle untren 7 werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dank⸗ barkeit auf Erden nicht aus⸗ 327 gestorben sei, Für michtumfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf. ewig diesed Herz. r, üt 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, hast du so viel gethan, und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran. I 333 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer sedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, o lasse nicht von mir: laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. X F. v. Hardenberg(Novalis), 1772—1801. Eeigene Melodie. 501 enn ich ihn nur 3 habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treuge⸗ 328 sinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straße wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein, ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mür sein, die mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durch⸗ dringen. 4. Wo ich ihn nur habe, ist mein Vaterland, und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder⸗ F. v. Hardenberg(Novalis), 1772—1801. Eeeigene Melodie. 0 + 1 ie bist du mir 502. Wẽ so innig gut, mein Hoherpriester du! Wie teur und kräftig ist dein Blut! Es bringt mich stets zur Ruh. 2. Wenn mein Gewissen zagen will vor meiner Sünden Schuld, so macht dein Blut es wieder still, setzt mich bei Gott in Huld. 3. Hab ich gestrauchelt hier und da und will verzagen fast, o spür ich dein Versöhnblut nah, das nimmt mir meine Last. 4. Es stillet meinen tiefen Schmerz durch seine Gottes⸗ kraft; es stärket mein gestörtes Herz zu neuer Ritterschaft. 5. So senkt sich denn mein blöder Sinn in dein Erbarmen ein und kann auf solche Gnade hin gar froh und kindlich sein. ö Anhang. 6. Ich hab vergessen meine Sünd, als wär sie nie ge⸗ schehn; du sprichst: Sei still in mir, mein Kind, du mußt auf mich nur sehn. 7. So will ich denn nur sehn auf dich, mein Gott, mein Trost, mein Teil! Ich will nicht denken mehr an mich, in dir ist all mein Heil. Gerh. Tersteegen, 1697—1769. Eigene Melodie. ie könnt ich ruhig 503. W' schlafen in dunkler Nacht, wenn ich, o Gott und Vater, nicht dein gedacht? Es hat des Tages Treiben mein Herz zerstreut; bei dir, bei dir ist Friede und Seligkeit. 2. O decke meine Mängel mit deiner Huld; du bist ja, Gott, die Liebe und die Ge⸗ duld. Gib mir, um was ich flehe, ein reines Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich ver⸗ gebe, wie du vergibst, und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst; so den ich ohne Bangen im Frieden ein und träume süß und stille und denke dein! Agnes Franz, 1794—1843. Eigene Melodie. 504. Wie liablich its hienieden, wenn Brüder treu gesinnt in Ein⸗ tracht und in Frieden vertraut beisammen sind. ——— —===== 388— 2—SIKuAAA neine ge⸗ still nußt nur nein will nich, 69. ihig kler und ht? ben dir, keit. gel ja, He⸗ ich ⁵ ück er⸗ ud du ne nd nd m n⸗ ut ——— —===== +.......— Anhang. 2. Wie Tau vom Himmel nieder auf Gottes Berge fließt, also auf treue Brüder der Segen sich ergießt. 3. Und einstens wird erneuet durch sie die heilge Stadt; was Knecht ist, wird befreiet und rein, was Flecken hat. 4. Und alles Volk der Erde geht nun zum Lichte ein; dann wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein. Unbekannt. Eigene Melodie. 505 Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt mir an, wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht; die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses allein kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht; das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang, bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh, Ruh, 329 Ruh, Ruh, himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu. 101 Eigene Melodie. ö 506 Wo ist Jesus, mein 27 Verlangen, mein Geliebter und mein Freund? Ach, wo ist er hingegangen? Wo mag er zu finden sein? Meine Seel ist sehr betrübet mit viel Sünd und Ungemach; wo ist Jesus, den sie liebet, den sie suchet Nacht und Tag? 2. Ach, ich ruf vor Pein und Schmerzen: Wo ist denn mein Jesus hin? Keine Ruh hab ich im Herzen, bis ich endlich bei ihm bin. Ach, wer gibt mir Taubenflügel, daß ich kaun zu jeder Frift fliegen über Berg und Hügel, suchen, wo mein Jesus ist? 3. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er vertreibt mir Sünd und Tod. Quält mich was in meinem Herzen, er hilft wiederum aus Not. Darum will ich nicht ablassen, will ihn suchen hin und her, in den Wäldern, auf den Straßen, will ihn suchen mehr und mehr. 4. Liebster Jesu, laß dich finden! Meine Seele ruft nach dir. Ach vergib mir meine Sünden! Heiland, zieh mich ganz nach dir. Stille, Jesu, mein Verlangen, sei und bleibe du doch mein; laß mich einzig dir anhangen und auf ewig bei dir sein! Unbekannt. Eeigene Melodie. 507 Wollt ihr wissen 507. W̃ was mein Preis?ꝰ Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigentum? Wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus der Gekreuzigtee 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus der Gekrenzigte! 161 Gebete. der Gekreuzigte! 3. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt. wenn der Feind erbost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer ver⸗ bindet meinen Schmerz? Jesus 4. Wer ist meines Todes +* V. N Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus der Gekreuzigte! Joh. Ehr. Schwedler, 1072—1730. — — Gebets⸗Anhang. I. Morgen⸗ und Abendgebete. L 1. Luthers Morgensegen. 300 2217 Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sollst du knieend oder stehend den Glauben und das Gebet des Herrn beten und alsdann noch dies Gebet sprechen: Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch hehüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 326. 2. Morgengebet für jeden Tag der Woche. Barmherziger, gnädiger 141¹ Lichtes und Trostes, Morgen neu ist, dir sei Lob, E liebliche Tageslicht, und daß du Gott, du Vater des ewigen des Güte und Treue alle hre und Dank gesagt für das mich in dieser finstern Nacht gnädiglich bewahret und mir einen sanften Schlaf und Ruhe IIʃ˖FF.— —.———— 5——————— Gebete. 331 dens verliehen hast. Laß mich nun auch in deiner Gnade und der Liebe, in deinem Schutz und Schirm wieder fröhlich aufstehen uickt und das liebe Tageslicht nützlich und froh gebrauchen. Vor ver⸗ allen Dingen aber erleuchte mich mit dem ewigen Lichte, us welches ist mein Herr Jesus Christus, daß er in mir leuchten Im möge mit seiner Gnade und mit seiner Erkenntnis. Bewahre des in meinem Herzen das Lichtlein meines Glaubens; mehre ten Dasselbe und stärke es. Erwecke deine Liebe in mir; befestige 4 ö die Hoffnung. Gib mir wahre Demut und Sanftmut, daß lich ich wandle in den Fußstapfen meines Herrn Jesu Christi, der und laß deine göttliche Furcht in allem meinem Thun vor meinen Augen sein. Treib von mir aus alle geistliche Finsternis und Blindheit meines Herzens. Behüte mich diesen Tag und allezeit vor Aberglauben und Abgötterei, vor Hoffart, vor —3— Lästerung deines Namens, vor Verachtung deines Wortes, vor Haß und Zorn, daß die Sonne diesen Tag nicht möge über meinem Zorn untergehen. Behüte mich vor Feindschaft und Neid, vor Unzucht, vor Ungerechtigkeit, vor Falschheit und Lügen, vor dem schädlichen Geiz, vor aller bösen Lust und Vollbringung derselben. Erwecke in mir einen Hunger und Durst nach dir und deiner Gerechtigkeit. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. nnnraie Laß, Herr, mir heute begegnen das Heer deiner heiligen Engel wie dem Jakob, thue denselben Befehl, daß sie mich auf allen meinen Wegen behüten, mich auf den Händen tragen, daß ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Ich befehle ht dir heute meine Gedanken, mein Herz, Sinne und alle meine Anschläge. Ich befehle dir meinen Mund und alle meine 18 Worte. Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre gereichen und zu Nutz meines Nächsten. Mache mich zum Gefäß deiner Barmherzigkeit, zum Werkzeug deiner 8 Gnade. Segne all mein Thun. Laß meinen Beruf glücklich fortgehen und wehre allen denen, die ihn hindern. Ich befehle dir meinen Leib und meine Seele, meine Ehre und Gut. Laß mich deine Gnade und Güte allezeit begleiten. Halte deine Hand über mich, ich gehe oder stehe, sitze oder n wandle, wache oder schlafe. Behüte mich vor den Pfeilen, 6 die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern 5 schleicht, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Segne t meine Nahrung, gib mir, was dein Wille ist, zu meiner Not⸗ e ö durft; laß mich jedoch deine Gaben nicht mißbrauchen. 332 Gebete. Behüte uns alle vor Krieg, Deunte und Seuchen und vor einem bösen, schnellen Tod. ehüte meine Seele und meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Beschere mir ein seliges Ende und laß mich des lieben jüngsten Tages und der Erscheinung der Herrlichkeit meines Herrn Jesu Ehristi mit Verlangen und Freuden warten. Gott der Bater segne mich und behüte mich, Gott der Sohn erleuchte sein Antlitz über mir und sei mir gnädig; Gott der heilige Geist erhebe sein Antlitz über mich und gebe mir seinen Frieden. Amen. Joh. Arnd. Lied Nr. 332. 3. Morgengebet am Sonntag. Ewiger, allmächtiger Gott, ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich bewahret und beim Leben erhalten hast, bis dieser Tag herbeigekommen. Meine Augen sehnen sich, Herr, nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit. Ich freue mich, daß mir geredet ist, daß wir heute werden in das Haus des Herrn gehen, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und anzubeten den Herrn im heiligen Schmuck. Ach Herr, hilf und laß alles wohl gelingen. Laß mich mit Frohlocken wallen zu deinem Hause unter dem Haufen derer, die da feiern. Laß mich voll Geistes werden und reden von Psalmen und Lobgesängen und geist⸗ lichen Liedern, auch dir, dem Herrn, singen und spielen in meinem Herzen, und dir, o Gott und Vater, im Namen Jesu danksagen. Laß dir heute gefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir. Herr, der du wohnest im Heiligtum, wende von mir ab alle sündlichen Gedanken und erneuere in mir den innerlichen Menschen, daß ich voll Geistes und mit allem Willen Gottes erfüllt werde. Laß mich lieb haben den Ort, da deine Ehre wohnet, und meine Seele verlangen nach deinen Vorhöfen. Hilf mir, daß ich selbst dein heiliger Tempel sei, darin dein heiliger Geist wohne. Mache mich fertig in allen guten Werken, zu thun deinen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist, durch Jesum Christum. Dies ist der Ort, da deine Ehre wohnet, da man höret die Stimme des Dankes und da man prediget alle deine Wunder. Hier bete ich zu dir zur ange⸗ nehmen Zeit. So geuß auch über mich aus den Geist der Gnaden und des Gebets, daß ich mit Freudigkeit zu deinem Gnadenstuhle trete, Barmherzigkeit empfahe und Gnade finde. etYe„„„ng — 7—2—— — Gebete. 333 Laß uns alle einerlei gesinnet sein nach Jesu Christo, auf daß wir einmütig mit einem Munde loben dich, Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, in welthem du uns erwählet hast, ehe der Welt Grund geleget worden, zur Seligkeit. Mache uns ferner tüchtig zum herrlichen Eigentum unsers Herrn Jesu Christi und zum Erbteil der Heiligen im Licht. Laß uns mehr und mehr reich werden in aller Er⸗ kenntnis und Erfahrung, daß wir prüfen mögen, was das Beste sei, auf daß wir lauter und unanstößig bleiben bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, dir zu Lob und Ehr. Und weil du durch die Predigt deines Wortes selig machen willst alle, die daran glauben, so gib deinem Diener, daß er mit freudigem Aufthun seines Mundes kundmache das Geheimnis des Evangeliums, daß er darin freudig handle und rede, wie sichs gebührt. Thu auch mein Herz auf, wenn ich zuhöre, daß ich darauf acht habe, was geredet wird; öffne mir das Verständnis, daß ich die Schrift verstehe und die Wunder an deinem Gesetze sehe. Gib mir, o Vater, den Geist der Weisheit zu deiner Erkenntnis und erleuchtete Augen, daß ich erkenne, was da sei die Hoffnung unseres Berufes, und welches da sei der Reichtum deines herrlichen Erbes an deinen Heiligen. Laß den Samen deines Wortes bei mir ein gutes Land antreffen, daß ich das Wort höre und behalte in einem feinen, guten Herzen und Frucht bringe in Geduld, daß ich es aufnehme nicht als Menschen⸗ wort, sondern als dein Wort; daß ich es höre und darnach thue. Heilige mich in deiner Wahrheit; denn dein Wort ist die Wahrheit, und laß alle endlich mit Freuden kommen, einen Sabbat ind dem andern vor dir aͤnzubeten in der heiligen Stadt, in dem neuen Jerusalem. Dir sei Preis, Ehre und Dank, der du lebest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 13. Joh. Lassenius. 4. Morgengebet am Montag. O du liebreicher und barmherziger Gott, ich fange unter deinem Beistand eine neue Woche an. Ich weiß aber nicht, was mir darin widerfahren wird. Wie viel Übel und Unglück kann uns in einem Tage begegnen, wie viel mehr in einer ganzen Woche! Darum komme ich gleich im an derselben zu dir und empfehle mich dir ganz und gar. Ach mein Gott, gib mir deinen heiligen Geist, der mich heilige, leite und regiere und meinem Geist das Zeugnis gebe, 334 Gebete. daß ich ein Kind Gottes sei. Segne mich diese Woche, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Beru fsarbeit und Geschäfte, segne meine Schrikte und Tritte. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mit Segen und Hilfe kommt. Meine Hilfé kommt vom Herrn, der Himniel und Erde gemacht hat. Wenn du mich leikest, so' irre ich nicht; wenn dit mich hältst, so falle ich nicht. Darum laß deine was mein ist, und laß es in deinem Segen blühen. Ach mein Gott und treuer Vater, schütze und bewahre mich vor Schaden und Gefahr, Verlust und Unglück. Laß mich bei Tag und Nacht in deiner Hut und Gnade stehen. Treue und Güte mich überall beéhüten. Segne auch alles, Bewahre mein Haus und laß um mich und das Meinige deine Engel eine Wagenburg schlagen, so wird mich kein Unfall stürzen, wie groͤß er auch ist. Erhöre mein Gebet, wenn ich zu dir schreie, und laß mich nicht unerhört von dem Throne deiner Gnade geheen. B e Bewahre mich, Herr, vor Sünden, weise mir deine Wege, leite mich in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte.“ Schreib deine heilige Uönden in mein Herz, daß ich nicht aus deiner Gnade falle, sbndern darin beständig bleibe bis in den Tod. Gib, daß ich diese Woche möge frömmer und gottseliger werden, in deiner Erkenntnis und Liebe zunehmen und in meinem Glaͤuben darreichen Tugend und in der Tugend Bescheidenheit und in der Bescheidenheit Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und int der Geduld Gottseligkeit, damit, wenn einst die letzte Lebenswoche einbricht, ich deiner Gnade möge versichert sein. „Sollte diese Woche mir eine Kreuzeswoche werden/ so stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich alles unter deinem mächtigen Beistand auss tehen und überwinden könne. Sei du selbst mein Helfer und Erretter aus aller Not. Nun, ich befehle mich dir mit Leib und Seele und allem. was ich häbe, in deinen gnädigen Vaterschutz, wie auch alle frommen Christen. Sei du uns allen gnädig und beweise dich auch in dieser Woche als den Heiland aller Menschen, be⸗ sonders deiner Gläubigen. Amen IJoh. Friedr. Stattt. iee ee Nr.319 oder 358.% 10 0010f 71 53. Morgengebet am Freitag. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, Weerbarme dich unser und gib uns deinen Frieden. Amen. —V&o⸗c egne und eine Hilfe und icht; eine lles, ihre Laß hen. eine fall ich oie eine em lige ille, ich ner Gebete. 33 Heute, an einem Freitage, bist du, mein Heiland, gekreuzigt worden.Das laß mich krecht, zu. Herzen fassen. in dieser Morgenstunde. Dir, o Herr Jesu, habe ichs zu danken, daß ich noch lebe, daß ich gesund erwacht bin, daß ich so viele göttliche Woh lthaten, genieße. Ohne dich und deinen Er⸗ lösungstod wäre schon diese Welt⸗ ein Ort, der Qual, ein Vorschmack der Hölle gewesen, die mich dann sicher erwartete. Ach teuerster Heiland, laß mich doch deine Liebe recht erkennen. Für mich bist du verraten und verkauft, für mich verspottet, verspeiet, gegeißelt und getötet worden. Für mich und zur Vergebung meiner Sünden hast. du dein. Blut⸗ vergossen. Wie kann ich dir doch deine Liehe vergelten! O. gekreuzigter Heiland, der schwache Dank, den ich dir allein darbringen kann, ist, daß ich mir die Früchte deines heiligen Leidens aueigne und sie zu meiner Heiligung benütze. Darum will ich von jetzt an mein Fleisch kreuzigen samt den bösen Lüsten und Begierden; fleißig will ich mich vor Sündeu hüten, wodurch ich dir so viele Mühe gemacht. Auf dich will ich meine ganze Seligkeit gründen, deinen. Befehlen lebenslang gehorsam sein; und deinem Vorbild⸗ nachfolgen. Deine Demut, dein Fleiß und Arbeit, deine Andacht im Gebet, deine Liebe gegen die Feinde, dein menschenfreundliches Herz, das alles soll mich zur Nacheiferung anreizen. Besonders sollst du, mir heute an dem Tage deines Todes, o Jesu, vor Augen und im Herzen schweben. Dein Andenken⸗ solhemich bewegen, den ganzen Tag heilig zuzubringen. Die Erinnerung an dein Leiden und Sterhen soll mich nie verlassen und mir insonderheit Mut geben in allen Anliegen, die ich vor Gott bringe. Ach mein Gott, in dem Namen Jesu Christi, danke ich dix für alle die Gnade, die du mir vergangene. Nacht erzeiget. Um dieses meines Erlösers willen empfehle ich mich und alle die Meinigen und alle Menschen an diesem neuerlebten Tage in deinen göttlichen Schutz und Fürsorge. Um Jesu willen bitte ich dich um Vergebung aller meiner Sünden. Gib, daß ich an deiner Vaterliebe nicht verzage noch werzweifle. Wie könntest du doch meine Verdammnis wollen, da du selbst deinen eingehorenen Sohn für mich in den Tod gegeben? Laß mich nur solche deine Gnade nicht auf Mutwillen ziehen und in Sünden beharren, sondern laß sie vielmehr in mir eine so feurige Liebe entzünden, daß ich dadurch alle Sünde in deiner Kraft überwinden könne. „. Segne heute meine Berufsarbeit und gib mir dazu die nötigen Kräfte. Laß mich alles mit dir anfangen und mit 336 Gebete. Lust verrichten. Schenke mir so viel von äußeren Gütern, daß ich mich und die Meinigen versorgen könne. Gibst du mir etwas mehr als ich bedarf, so gib Gnade, daß ich es recht brauche und es nicht zum Schaden meiner Seele diene. Gib mir, Herr, ein keusches Herz. Ach Herr Gott, Vater im Himmel und Herr meines Lebens, behüte mich vor unzüchtigen Gedanken, Blicken, Worten und Werken und wende von mir alle bösen Lüste. Von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes will ich mich reinigen und fortfahren in der Heiligung und in der Furcht Gottes, wozu mich Christus, mein Heiland, berufen. Endlich gib auch, daß ich im Unglück nicht verzagt sei. Dieser Zeit Leiden sind nicht wert der Herrlichkeit, die an uns soll offenbaret werden. Dulden wir hier mit Jesu, so werden wir auch mit ihm herrschen. Diese Zuversicht soll mich auch heute trösten, wenn mir Unglück begegnen sollte: Jesus am Kreuz, aber Jesus auch im Himmel, sitzend zur Rechten Gottes. Mag es gehen, wie Gott will! Er weiß die Seinen zu erretten aus aller Not. Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes, des bin ich fröhlich. Amen. Lied Nr. 80. S. G. Heym. 6. Luthers Abendsegen. ö Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sollst du knieend oder stehend den Glauben und das Gebet ö des Herrn beten und alsdann noch dies Gebet sprechen: Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir ver⸗ geben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. ö Lied Nr. 346 oder 347. 7. Abendgebet für jeden Tag der Woche. Barmherziger. gnädiger Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Finsternis unterschieden hast, den Tag zur Arbeit, die Nacht zur Ruhe, auf daß sich deine Kreatur darin erquicken möchte. Ich lobe und preise dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du mich durch deine göttliche Gnade und daß mir recht Bott, vor hende sches der stus, glück der wir Diese glück mel, will! noch lich. m. men. Gebet sum so ver⸗ und fehle Dein acht Gebete. 33 Schutz den vergangenen Tag hast vollenden und seine Last und Plage überwinden und zurücklegen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. Du hilfst ja immer eine Last nach der andern ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewigen Tage kommen, da alle Plage und Not aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles das Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, die du täglich an mir thust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, so mir diesen Tag hätte begegnen können, und dafür, daß ich unter dem Schatten des Höchsten und dem Schirme des Allmächtigen vor allem Unglück und vor schweren Sünden behütet geblieben bin, und bitte dich herzlich und kindlich, vergib mir alle meine Sünden, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Viel Böses habe ich gethan, viel Gutes habe ich versäumt. Ach sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig. Laß heute alle meine Sünden mit mir absterben und gib, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehe; daß mein Schlaf kein Sündenschlaf sei, sondern ein heiliger Schlaf; daß meine Seele und mein Geist immer zu dir wache, mit dir rede und handle. Segne meinen Schlaf, wie den des Erzvaters Jakob, da er im Traume die Himmels⸗ leiter sah und die heiligen Engel und den Segen empfing; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich gedenke, wenn ich erwache; daß dein Name und Gedächtnis in meinem Herzen bleibe, ich wache oder schlafe. Gib mir, daß ich nicht erschrecke vor dem Grauen des Nachts, daß ich mich nicht fürchte vor dem plötzlichen Schrecken, sondern recht schlafe. Behüte mich vor schrecklichen Träumen, vor Einbruch der Feinde, vor Feuers⸗ und Wassersgefahr. Siehe, der uns behütet, schläfet nicht; siehe, der Hüter Israels schläfet noch schlummert nicht. Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand. Laß deine heiligen Wächter mich behüten und deine Engel sich um mich lagern und mir aushelfen. Wecke mich morgen zur rechten Zeit wieder auf zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn aber diese Nacht nach deinem unerforschlichen Ratschluß die letzte sein soll und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihs mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn. Amen. Joh. Arnd. Lied Nr. 345 oder 349. 22 7.2—.— ——....., —x 338 Gebete 8. Abendgebet am Sonntag. err, bleibe bei mir, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. O du lebendiger, allmächtiger Gott, wie unbegreiflich sind deine Werke, wie unaussprechlich deine Güte, welche du den Menschenkindern erzeigest! Ich kann von Gnade und Wahrheit, von Liebe und Barmherzigkeit sagen, indem du den vergangenen Tag mir viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Du hast meine Seele gespeiset mit dem Brot des Lebens und mir aus der lebendigen Quelle zu trinken gegeben; dein Wort ist meinem Munde süßer gewesen denn Honig und Honigseim. Ach laß dein Wort mein ganzes Leben hindurch ein Licht auf meinen Wegen bleiben, daß ich darnach meinen Gang richte, so werde ich nicht straucheln oder aus deiner Gnade fallen. Du bist auch mein Erretter, mein Beistand im Leiblichen gewesen, daß ich gesund diesen Abend erreicht habe. Ich bin nicht wert aller Barmherzigkeit, die du an mir gethan hast. Wenn sich nun meine Glieder zur Ruhe legen, so tritt du, o mein Hüter, mir zur Seite; habe acht auf mich und schließe mich in deinen Schutz ein. Laß mich beständig ein Licht in dem Herrn sein und keine Gemeinschaft haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis. Laß dein Wort, das ich gehört, in mir als einen heiligen Samen aufgehen, dessen Früchte man an meinem Leben, in der Frömmigkeit, der Gottesfurcht, dem Absterben der Welt und einer heiligen Hingebung an dich wahrnehmen möge. Sei mein Schirm und Schatten wider die Hitze und Anfechtung und wider die feurigen Pfeile des Satans. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Wende Feuers⸗ und Wassersnot und alles Unglück von mir und den Meinigen ab und laß alle Betrübten, Kranken und Sterbenden deine reiche Gnade genießen; so soll morgen früh unser aller Mund deines Ruhmes voll sein, und wir wollen erzählen, was du Gutes uns an Leib und Seele gethan hast. Verzeihe mir, wenn ich nicht mit solchem Eifer dir heute gedienet, wie ich billige gesollt, und nimm deswegen deine Gnade nicht von mir. Laß in der neuen Woche alles neu an mir sein, schenke mir eine neue Liebe und Verlangen nach dir, einen neuen Trieb, dir zu dienen und zu gehorchen; laß mich die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit jedermann erkenne, daß ich den Sonntag nicht vergebens hingebracht der liger eine von gen. und dem zu esen nzes ich oder nein bend du tuhe auf mich Hhaft dein hen, Reit, igen und igen heil; bens und igen deine und du mir, ich mir mir rieb, igen iann acht Gebete. 339 habe. Hilf, daß ich fleißig erwäge, daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr um die Seele als um den Leib bekümmert sei. Ich sehe mich, mein Gott, nach meiner Ruhe⸗ statt um; ich erinnere mich dabei an meine Grabstätte, darin ich ruhen werde, bis du mich an dem frohen jüngsten Tag zum ewigen Leben erwecken wirst. Dahin, zu dieser Ruhe, die du deinem Volke bereitet hast, wollest du mich vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen um deiner Gnade willen. Amen. Lied Nr. 341 oder 351. 86h. Sriedr. Start. 9. Abendgebet am Sonnabend. Gnädiger Gott, lieber himmlischer Vater, deine Barm⸗ ö herzigkeit und Gnade ist so groß, als du selber bist, das erkennet meine Seele in dieser Abendstunde mit herzlichem Dank. Durch deine Hand und Obhut bin ich, liebreichster Vater, diesen Tag und diese ganze Woche über so gnädiglich vor aller Not bewahret worden. Aber ach, wie habe ich dir für das alles gedanket! Wie hat meine Seele dich betrübet, und wie zeugen alle meine Sünden wider mich! Ich bekenne. mein Vater, daß ich ein verlorener Sohn bin, der alle deine so große Güte und Gaben übel angewendet. Doch ich weiß, Herr, daß du gnädig und barmherzig bist und für das Heil der Sünder selbst deinen eingebornen Sohn ins Fleisch gesandt hast, auf daß er deine verlorenen Kinder wieder zurückbrächte. So bitie ich dich denn nun im Hinblick auf ihn mit zerschlagenem und zerknirschtem Herzen, sei gnädig mür armen Sünder, mein Vater, sei gnädig meiner Missethat, die da groß ist! Erbarme dich meiner nach deiner unendlichen Güte, tilge alle meine Sünden und gib mir hinfort ein neues, gehorsames Herz Bereite mich selbst, mein Gott, hier in der Zeit so zu, wie du mich dort in der Ewigkeit haben willst. Entziehe mir nicht deine Gnade und deinen Beistand in der Not; verlasse nicht dein Kind, für welches dein Sohn sein heiliges Blut vergossen hat“ O mein Heiland, vertritt mich mit deiner kräftigen Fürbitte und laß mein geängstetes Gewissen deinen Zuruf hören:„Friede sei mit dir!“ Herr Gott heiliger Geist, sei du mein Lehrer und hilf meiner Schwachheit auf. Nimm weg aus meinem Herzen das böse Gewissen und gib mir, daß ich wandle wie am Tage in deinem Lichte. Ja, du großer dreieiniger Gott, laß mich ferner unter den Flügeln deiner * —4⁰ Gebete. Gnade als dein Kind wohl behütet bleiben, und beschirme mich auch in dieser finstern Nacht vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Ich befehle mich ganz deiner göttlichen Liebe. Wache über mir, daß mich kein Unglück betrübe, und laß auch meine Seele zu dir wachen und an dir ihre Lust haben. Dämpfe den Satan, steure der bösen Welt und hintertréibe alles, was mir schädlich sein könnte. Und weil du meinem Leben ein Ziel gesetzt hast, das ich nicht überschreiten kann, ich aber nicht weiß, wann es herbeikommen dürfte, so laß ja meinen Schlaf diese Nacht keinen Sündenschlaf sein. Bewahre mich vor einem bösen schnellen Tode; gib mir äber deine Gnade, daß ich mich stets zu sterben bereit halte und am Ende meines Lebens meine Seele mit guter Zuversicht in deine Hände befehlen kann. So schlafe ich denn ruhig ein; denn du, mein Gott, bist bei mir. Du, mein Heiland, zeichnest mich mit deinem Blute, daß mir kein Unfall nahe, und du, heiliger Geist, wachest in meinem Herzen, daß ich auch im Schlafe meines Gottes nicht vergesse oder wider ihn sündigeé. Bleibe so immerdar bei mir, Herr, niein Licht, und laß mich nach der Finsternis wiederum das Tageslicht gesund und fröhlich erblicken zu deines Namens Preis und Ehre. Amen. 5 ö Joh. Lassenius. Lied Nk. 352. a 10. Selbstprüfung am Wochenschluß. (Auch am Vorabend vor der Beichte und dem hl. Abendmahl zu brauchen.) Lieber himmlischer Vater, ich erscheine in dieser Abend⸗ stunde vor deinem Angesicht und bekenne vor dir, daß ich nicht so gelebt haͤbe, wie ich sollte. Das sagt mir mein eigen Herz; das sagt es mir besonders am Schluß dieser Woche. Aber doch hast du, Herr, deine Gnade nicht von mir gewendet. Wie viele bekannte und unbekannte Übel und Gefahren hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt. Vor wie viel Sünden hast du mich Schwachen bewahrt. Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich und die Meinigen aus deiner freigebigen Hand empfangen! Kann ich dir wohl genug dafür danken? Und gibt nicht jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und neue Verpflichtung zur Dankbarkeit und zum Gehoͤrsam gegen dich? Aber, v mein Gott, wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit zum Guten, wie dein mich und ich, Ged Iu Her und des lisch il grif zur wed We meii thu mei Eife von übe Wo odet ich Bin und gefe ich wer verl sün Ich sie geb mel reir St! die möt des mich und iebe. auch ben. eibe nem ann, ja ahre eine am in ein; mnest di, imi hige. mich und nen. 8 hen.) end⸗ dir, mir ieser von und mir chen habe zen! eder teue ung 6 iten, Gebete. 34¹1 wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Hilf mir, o Herr, daß ich mich vor deinem Angesicht prüfe und Rechnung mit mir halte und mich selber richte, auf daß ich nicht gerichtet werde. Habe ich, so frage ich mich, in deiner Furcht gewandelt und den Gedanken von deiner Allgegenwart beständig in meiner Seele zu unterhalten gesucht? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgesett und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Nachfolger: des demütigen, des sanftmütigen, des wohlthätigen und himm⸗ lisch gesinnten Jesus sei? Habe ich jede Gelegenheit, mich selbst zu bessern und andern nützlich zu werden, begierig er⸗ griffen, allen Reizungen zum Stolz, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Wollust widerstanden und mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu sündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, mein Amt und meine Güter so wohl angewandt, als ich hätte thun sollen?. Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und mich selbst mit der Willigkeit und dem. Eifer erfüllet, als es deine Wohlthat und meine Schuldigkeit von mir fordern? Habe ich niemanden Gelegenheit gegeben, über mich zu seufzen? Hat Liebe und Verträglichkeit die Woche in dem Umgange mit meinen Freunden und Gefährten, oder Selbstsucht und Uneinigkeit unter uns geherrscht? Habe ich niemandem unrecht gethan, niemanden listig hintergangen? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, mich diese Nacht oder bald sterben zu lassen? Ach Gott, jetzt ist es Zeit, an die Ruhe zu denken; aber ich denke mit Scham und Betrübnis an meine Sünden. Herr, wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht ins Gericht mit mir, deinem sündigen Geschöpfe; denn vor dir ist, kein Lebendiger gerecht. Ich bekenne dir meine Sünden und Übertretungen, ich bereue sie von ganzem Herzen und bitte um Jesu willen um Ver⸗ gebung. Ich entschließe mich vor deinem Angesichte, immer mehr und mehr von allen Befleckungen des Geistes mich zu reinigen, der Sünde abzusterben und dem Guten nachzujagen. Stärke mich selbst, o Gott, zu diesem Vorsatz. Gib, daß ich die folgenden Tage heiliger als die vergangenen zubringen möge. Muß ich mit Menschen umgehen, so laß mich dabei des Umgangs mit dir, meinem Gott, nicht vergessen und ,ññì0ππππιπ⁰⁰⁰⁰7 4 342 ö Gebete. meinen himmlischen Wandel nie aus den Augen setzen. Hege ich Neid und Haß gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm ver⸗ zeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche und ihm folches wirllich zu erzeigen geneigt bin. 2110 dereinst vor deinem Richterstuhl zu erscheinen wünsche. A du ewiger und unveränderlicher Gott, wir sterbliche Menschen legen immer einen Tag nach dem anderen zurück und kommen unvermerkt von einer Woche zur andern näher zur Ewigkeit. Zeuch unsere Sinne von der Eitelkeit ab und laß uns ernstlicher für die Ewigkeit sorgen. Mache uns stark im Glauben, laß uns ritterlich wider alles, was Sünde heißt, kämpfen, damit wir die Krone des Lebens empfangen. Welch ein Glück wird das nicht für uns sein! Denn thust du uns schon so viel Gutes in dieser Welt, wo wir noch sündigen, o, was wird erst droben im Himmel geschehen, wo wir dich nicht mehr beleidigen! Jedoch, o Herr, so lange ich noch nach deinem Willen in dieser Sterblichkeit wallen muß, befehle ich mich dir und alle die Meinigen. Beschütze uns auch in dieser Nacht und laß keine Plage sich zu unsern Hütten nahen. Schenke uns einen erquickenden Schlaf und heilige unsere Herzen zur morgenden Sonntagsfeier. Tröste, barmherziger Gott, alle meine elenden Mitmenschen, die in dieser Nacht duͤrch Schmerzen und Krankheit oder durch andere Arten des Elendes der Ruhe beraubt sind und mit Verlangen auf das Tageslicht warten. Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Steure allen nächtlichen boshaften Unternehmungen und bekehre die Gottlosen, die im Finstern Böses thun. Erbarme dich über die Sünder! Erhöre dies mein Gebet um Jesu, deines Sohnes, willen! Amen. Ili Lied Nr. 203 oder 221 oder 224. J. G. Heym. ö II. Fest⸗ und Bußtagsgebete. 1. Adbent. Psalm 24, 7—10. ö ank und Anbetung bringen wir dir, Herr Jesu, unser Erlöser, daß du in die Welt gekommen bist, ein Retter der Gefallenen und ein Seligmacher der Verlorenen. Ja, Herr, laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und Gut Lebe du Her; das der ist und verh wir dein mac im und keit, wir ege iem ber⸗ ihm und Ach hen nen keit. her laß mit ird tes ben len ind ind ns zur lle ʒen der cht dir en in. het Gebete. 343 Gute Botschaft ist das Wort deines Mundes. Gnade und Leben geht von deinem Angesicht. Den Gefangenen bringst du Freiheit, den Gebundenen Erledigung, den zerstoßenen Herzen Heilung, und allen wird gepredigt in deinem Namen das angenehme Jahr des Herrn. Durch dich ist das Warten der Gerechten Freude geworden, und die Hoffnung der Väter ist erfüllt; denn alle Verheißungen Gottes sind Ja in dir und sind Amen in dir, zum Lobe seiner herrlichen Gnade. So komme denn, treuer Heiland und Erlöser, wie du verheißen hast, und sei mitten unter uns, heute und so oft wir versammelt sind in deinem Namen. Der Geist der Gnaden, dein heiliger Geist, bereite dir jetzt und allezeit den Weg und mache deine Steige richtig, auf daß dein Volk dich empfange im heiligen Schmuck, dich aufnehme in einem gläubigen Herzen und dir, dem ewigen Könige, diene in Unschuld und Gerechtig⸗ keit, bis du einst wiederkommen wirst am Ende der Tage, und wir dein Antlitz schauen dürfen in Herrlichkeit. Amen. Lied Nr. 21 und 28. 2. Weihnachten. „Jesaja 9, 6—. Allmächtiger Gott, Vater der Barmherzigkeit, wir danken dir mit Mund und Herzen für die fröhliche Botschaft von der heilbringenden Geburt deines lieben Sohnes, die du auch heute wieder uns verkünden lässest. Wie gnädig bist du durch ihn unserm Elend zu Hilfe gekommen, wie reich hast du uns gemacht durch dieses kostbare Pfand deiner unergründ⸗ lichen Liebe! Leben und Seligkeit, ja dich selbst hast du in deinem Sohne uns geschenket. O, hilf uns dieses Wunder deiner Liebe mit demütigem Glauben fassen, und entzünde uns zu brünstiger und treuer Gegenliebe, du Gott unseres Heils! Herr Jesu, Heiland der Welt, wer kann deine Huld verstehen und deinen Namen würdiglich preisen, daß du unseres Fleisches und Blutes teilhaftig geworden bist, in Knechts⸗ gestalt unter uns gewohnet und dich selbst in deinem Leben und in deinem Tode für uns geheiliget hast? O, nimm uns hin für deine Treue zu deinem ewigen Eigentume; wohne durch den Glauben in unsern Seelen und stelle uns dem Vater dar im Schmucke deiner Unschuld und Gerechtigkeit, darin wir ihm wohlgefällig sind. r 344 Gebete. Und du, Geist der Gnade und der Reinigkeit, der du die Jungfrau Maria zur Mutter unseres Herrn geweihet hast, reinige unsere Herzen von aller Sünde, ziere uns mit einem frommen Sinn, und hilf uns unsere Seelen bewahren vor aller Beflockung der Welt, damit wir unsere Heiligung vollenden in der Furcht Gottes. ö ö Di.eeieiniger Gott, laß uns den Segel der Mensch⸗ werdung Christi reichlich erfahren, damit auch wir sprechen können: Unsere Seele erhebet den Herrn, und unser Geist freuet sich Gottes, unseres Heilandes⸗ Anten. Lied Nr. 35 und 20 Rar n75. Neujahr. mt Psalm 90 und Psalm 121. Alnahger Gott, heiliger Vater, wir danken dir, daß du uns dieses Jahr vor allem Ubel gnädiglich be⸗ hütet und bewahret hast, und bitten dich, du wollest uns ein 1.— ich, fröhlich und gnadenreiches neues Jahr bescheren, an Leib und Seele uns väterlich segnen und behüten, insonderheit aber deine Gnade verleihen, daß wir mit dem alten Jahre den alten Menschen ausziehen, hingegen den neuen anlegen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, bis wir äls dieser alten Welt in das neue Jerusalem versetzt werden, allda mit neuen Zungen dich ehren, loben und preisen durch Christum Jesum, deinen Sohn, Unseren Herrn, der mit dir in Einigkeit des heiligen Geistes lebet und regieret, nmr Gott, immer und n Amen. Lied Nr. 51 und 52. 4. Chiphanins. Evangelium: Johannis 1, 14. Allmächtiger Herr und Gott, der du deinen einge⸗ ö borenen Sohn den Heiden geoffenbaret hast, wir bitten dich, du wollest das selige Licht des Evangeliums uns und unseren Nachkommen erhalten, auch Gnade geben, daß es immer weiter dringe zu den Völtern, und also denen, die mit Finsternis und Dunkel bedeckt sind, deine Herrlichkeit je mehr und mehr erscheine, der du mit dem Sohn und dem heiligen Geist lebest und immer und Amen. ö Lied Nr. 54. lich Leil Erb zu ma daß und teu die Ert den im⸗ sitz vor du ast, sem bor ing ch hen eist Gebete. 345 5. Gründonnerstag. Psalm II 3.—4.— Wir danken dir, Herr Jesu Christe, daß du aus herz⸗ licher Liebe das heilige hochwürdige Sakrament deines wahren Leibes und Blutes unter Brot und Wein als ein richtiges Erbgut den Menschenkindern in, deinem letzten. Testament zu genießen verordnet hast. Wir bitten dich auch ferner, mache uns zu würdigen Gästen dieser himmlischen Mahlzeit, daß wir in herzlicher Reue, wahrem Glauben, rechter Andacht und mit gutem Vorsatz deinen allerheiligsten Leib und dein teures Blut empfangen, auf daß uns diese Speise und dieser Trank zum Leben gereiche und nicht zum Gericht. Erhalte uns auch immerdar bei solchem Troste, den wir aus dem heiligen Abendmahl empfangen, bis wir endlich das Brot im Himmel essen, mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tische sitzen und dich samt allen Auserwählten loben und preisen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ö Lied Nr. 194 und 199. 6. Karfreitag. Jesaja 53 und Psalm 22. Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserm Tod, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben, in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht ver⸗ schonet hast, sondern hast ihn für uns alle dahingegeben zum Opfer und zum Lösegeld für unsere Sünden. Herr Jesu Christe, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines heiligen Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unserer Missethat willen bist du verwundet. O, laß es uns nie vergessen, wie schwer die Stiase auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner, du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht; o, laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes, und versetze uns in die Gemein⸗ schaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch ———.—.—.—..——— 346 Gebete. samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir u einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Wergen durch die Liebe, womit du uns geliebet hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nachtragen in Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die Hände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir im festen Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist Hanz samt Seele und Leib in deine allmächtige Hand. Laß, o Herr, das Wort vom Krenze eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, so noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blut, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 75 und 81. 7. Ostern.— 8 Psalm 118, 14—23 und Psalm 16, 6—11. l Halleluja, der Herr ist auferstanden! 150 Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja! ö Allmächtiger Gott und Vater, wir bringen dir in ů heiliger Freude Anbetung, Preis und Dank, daß du unsern Herrn Jesum, den großen Hirten und Bischof unserer Seelen, von den Toten ausgeführt und als Herrn und Über⸗ winder des Todes vor aller Welt beglaubigt hast. Herr Jesu, du starker Held, du b füt des Lebens, wir sagen dir von ganzem Herzen Dank für deine siegreiche, fröhliche Auferstehung, dadurch du dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hast. 12 ö Geist der Gnade, du heiliger Geist, wir bitten dich, du wollest heute in uns allen die rechte Osterfreude erwecken, daß wir von ganzem Herzen glauben und in solchem Glauben fröhlich leben, bis wir dereinst zum neuen Leben auferstehen und mit den Auserwählten dich samt dem Vater und dem Sohne ewig loben ünd preisen werden. Amen. Lied Nr. 91, 93 und 94. hin nie hei un un daf un der En Gebete. 8. Christi Himmelfahrt. Psalm 47 und Psalm 110. 65 Herr unser Gott, du König der Ehren, der du deinen eingeborenen Sohn mit großer Herrlichkeit in dein himmlisches Reich erhöhet hast, wir bitten dich, laß uns niemals ohne Trost sein, sondern sende zu uns herab deinen heiligen Geist, um uns zu trösten; nimm uns auf dahin, wo, unser Heiland, Jesus Christus, hingegangen ist und lehre uns auf Erden so unsern Wandel für den Himmel führen, daß wir mit Freuden mögen erwarten die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres Heilandes Jesu Christi, der mit dir und dem heiligen Geist hochgelobet sei in aller Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 106 und 108. 9. Pfingsten. Psalm 118, 24—29. Joel 3, 1—5. Allmächtiger Gott, wir loben und preisen dich an diesem festlichen Tage, daß du aus Gnaden dein Volk heimgesucht und durch die Ausgießung deines dane Geistes eine Gemeinde dir zum Eigentum gesammelt und deine Kirche auf Erden fest gegründet hast. Auch zu uns hast du von deiner heiligen Höhe deine teuren Gnadengaben gespendet und den hellen Schein deines Evangeliums in unsere Herzen gegeben, damit wir an dich glauben und im rechten Glauben geheiligt und erhalten werden. ö Wir bitten dich demütig, laß durch das Wort der Wahrheit und durch deine gnadenreichen Sakramente uns und die ganze Kirche erneuert, erleuchtet und zum ewigen Leben bewahret werden. Gieße deinen Geist auch jetzt kräftig und reichlich über uns aus und versichere uns dadurch der Ver⸗ gebung unserer Sünden und der Versöhnung mit dir. O Gott, reinige uns von aller Untugend; erwecke unsere Herzen zum Glauben, zur Liebe, zur Andacht, zum Gebet. Laß uns schmecken die Kräfte der zukünftigen Welt und den Reichtum der himmlischen Gaben, auf daß wir das Volk deines Eigen⸗ tums, das auserwählte Geschlecht und königliche Priestertum sein und bleiben mögen in alle Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 123, 129 und 130. ——.8—— —————————————.x.. 2 —-- ᷣ 348 Gebete. Daichf 10. Trinitatisfest. Jesaja 6, 1—3. 1. Joh. 5, 7 und Röm. 11, 36. eilig, heilig, heilig bist du, Herr Zebaoth; alle Lande sind deiner Ehre voll! Wir danken dir, daß du uns das hohe Geheimnis deines göttlichen Wesens schon in diesem Erdenleben durch einen Spiegel in einem dunkeln Worte sehen lässest, bis wir dereinst von Angesicht zu Ange— sicht schauen und deine ewige Kraft und Gottheit vollkommen und in der Wahrheit anbeten dürfen. Gott Vater, allmächtiger Schöpfer des Himmels und der Erde, der du auch uns Leben und Odem gegeben und erhalten hast, wir danken dir für alle deine Gnaden und bitten dich, du wollest dich auch ferner erbarmen, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, und unsere feste Burg und Zu⸗ flucht sein in aller Rot. Wir rühmen deine Gnade, daß du für uns deinen eingeborenen Sohn dahingegeben und in ihm uns erwählet hast zu deinen Kindern. ö Herr Jesu, du eingeborener Sohn Gottes, wir bringen dir von Herzen Preis und Ehre für deine große Liebe, daß du uns zu gute die Menschheit angenommen, und danken dir für dein heiliges Wort, für dein bitteres Leiden, für deinen martervollen Tod und für deine herrliche Auferstehung, durch welche du das Werk der Erlösung vollendet und uns die sichere Bürgschaft des ewigen Lebens gegeben hast. Herr Gott, heiliger Geist, du Tröster und Beistand aller Kinder Gottes, der du in alle Wahrheit leitest und uns Segen und alles Gute mitteilest, der du uns berufest, erleuchtest, heiligest und im rechten Glauben erhältst: habe allezeit dein Werk an unseren Seelen und verlaß uns nimmermehr. Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, erhebe dein An— esicht auf uns und sei uns gnädig! Segne uns aus deiner Höhe mit allerlei leiblichen und geistlichen Gütern nach deinem Wohlgefallen! Laß aufgehen dein Heil in allen Landen! Barmherziger, gnädiger Gott, tröste alle Betrübten, stärke die Schwachen, sei ein Helfer und Tröster allen Müh⸗ seligen und Beladenen. Richte die Verzagten auf und trockne die Thränen der Armen und Verlassenen. Schöpfer der Welt, Erlöser aller Menschen, Tröster aller Christen, ewiger dreieiniger Gott, führe uns einst zum Anschauen deiner Herr⸗ lichkeit. Laß uns eingehen zu den Thoren deines Hauses, auf daß wir mit reinen Lippen dort dich rühmen und samt r Gebete. 349 den Engeln und allen Auserwählten dich anbeten und sprechen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll. Amen. ö Lied Nr. 131 und 134. + 10 11. Reformationsfest. Ine Sͤte Pf. 46. Pf. 87, 1—3. Luk. 12, 32. Offenb. Joh. 14, 67. Allmächtiger und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du unsere liehben Vorfahren samt uns aus der päpstlichen Finsternis geführt und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüst⸗ zeug Martin Lüther ein größes Licht angezündet hast. In deines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehr und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängsteten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und thut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn. Lobe, Zion, deinen Göott, der sein Wört gibt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn fürchten, sollen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, dit treuer Gott, du häst uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Verwirrung in diesem Licht gnädig erhaͤlten, so bewahre es ferner, und erhalte den Heilbrünnen der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unseren Kindern, daß die Stadt Goktes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Gib auch deinen werten heiligen Geist dem Kaiser und König, unserm Landes⸗ herrn, und allen Fürsten und Obrigkeiten, daß sie treue Schirmherren deiner lieben Kirche sein und den Frieden deines Wortes treulich wahren mögen. Segne du, o Gott, ihr Regiment, und laß es dienen zur Förderung deines Reiches, zur Ausbreitung deines Namens und zur Erfüllung deines guten und gnädigen Willens. Erwecke bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht, wie viele andere, durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch desselben würdig leben und wandeln und für alle deine Wohlthaten hier und dort dich, ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preisen mögen in alle Ewigkeit. Amen.— 40 Lied Nr. 145, 146, 147, 152, 229 und 240. 350 Gebete. 12. Bußtag. —⁴⁰⁵ Joel 2, 1213. ⁴ 11⁵ Herr Gott, schenke uns Buße zum Leben! Du bist . nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt, wer böse ist, bleibt nicht vor dir, und du kannst Leib und Seele verderben in die Hölle. Wir bekennen, daß in uns nichts Gutes wohnet und wir wegen unserer Untreue, Trägheit, Sicherheit, Unglaubens, Feindschaft, verkehrten Welt⸗ und Eigenliebe und wegen unzähliger Übertretungen deinen ge⸗ rechten Zorn auf uns gezogen haben. Aber wir bitten, du wollest uns alle Sünden in Gnaden vergeben und unsere Herzen und ganzes Leben heilsamlich ändern und bessern, damit wir nicht als unfruchtbare Bäume abgehauen und ins höllische Feuer geworfen werden, sondern in deiner Gemein⸗ schaft Ruhe, Schutz und Leben finden mögen um Jesu Christi willen. Amen. ö Lied Nr. 202, 203 und 207. 13. Litanei. 131019UW (Ebenfalls am Bußtag, wie zu anderer Zeit in jeglicher Not, 963 besonders auch bei schwerem Gewitter zu beten.) 1 Herr, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, ⁰ erbarme dich! Christe, erhöre uns! Herr Gott Vater im Himmel, erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, er barm dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig hilf uns, lieber Herre Gott!. Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Übel, vor des Teufels Trug und List, vor bösem, Wiutpre Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und lutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer⸗ und Wassersnot, vor dem ewigen Tod behüt uns, lieber Herre Gott! Durch dein' heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein' heilige Auferstehung und Himmelfahrt, in unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht hilfz uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder bitten, du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle wahren Bischöfe, Pfarrherrn und Gebete. 351 Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrige und Verführte wiederbringen, den Satan unter unsere Fihe treten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, erhör uns, lieber Herre Gotti e Allen Königen und Fürsten in dir Fried und Eintracht geben, unserm Kaiser und Könige steten Sieg wider seine Feinde gönnen, ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten, segnen und schützen, unsere Kirche, Schule, Rat und Gemeine segnen und behüten, erhör uns, lieber 195 Gott! Ri Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilf erscheinen, allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen, erhör uns, lieber Herre Gott! Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und sie bewahren und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber Herre Gott! ö 5 Hai5 O Jesu Christe, Gottes Sohn, erhör uns, lieber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich üb er uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, verleih uns steten Frieden! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, erbarme dich! Amen. 14 Dr. Martin Luther, 1483—1546. Psalm 32 und Pfalm 130. Lied Nr. 204 und 218. III. Gebete in besonderer Not. 1. Bei großem Ungewitter. 0 1V95 IRfalm 2d. 5 151 ö O du großer und schrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährst, wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten 35² Gebete. ja in einem Augenblick verderben, wenn du deine vernichtenden un Strahlen auf uns gehen heißest. Denn die Erde bebt und we wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und er⸗ Fr zittern, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören Ge deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen nel Rollen deines Dönners. Ach, gedenke nicht unserer Sünden bes und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Ch Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter, und zerschmettere uns nicht mit deinen Schlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof und die lieben. Früchte des Feldes. Behüte uns vor grausamem Schrecken IV und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Klein— mütigkeit und ängstliche Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoff⸗ nung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Unwetter vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zornes, womit du die Gottlosen einst in das ewige Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, Nä Sohn und heiligen Geist, einigen wahren Gott, in Ewigkeit dir preisen mögen! Amen. udhnn Hiernach bete die Litanei, auch Psalm 51 oder 130, dazu das Gebet des Herrn. 0 2. Nach dem Unwetter. It 233 Allmächtiger Gott, der du gesagt hast:„Rufe mich an O in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst heil mich preisen“, wir sagen dir von Grund unsers Herzens Lob vor und Dank, daß du unser Gebet gnädiglich erhöret und dies befo böse Wetter also hast vergehen lassen, daß uns dadurch an verl Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit hast dun Mu abermals dein getreues Vaterherz zu erkennen gegeben, daß da du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln und uns nicht dir nach unserer Missethat vergelten willst. 32523—7— Gla Verleihe uns, barmherziger Vater, daß wir uns bei S 5 solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständig 15 bessern, in deiner Furcht hinfort leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes, da die Elemente vor Hitze schmelzen ouden und d er⸗ hören lichen inden hnes inem igen; ieben recken lein— uns Hoff⸗ Wille Herr, rüber eines wige issen, zater, igkeit das han sollst Lob dies han t du daß nicht bei⸗ indig kunft elzen Gebete. 353 und die Erde und die Werke, die darinnen sind, verbrennen werden, uns gefaßt und bereit machen, damit wir ihm mit Freuden entgegengehen und den neuen Himmel, in welchem Gerechtigkeit wohnen wird, mit Jauchzen und Frohlocken ein⸗ nehmen und mit dir in deinem seligen Anschauen ewiglich besitzen mögen, durch denselbigen deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. ö IV. Gebete für Kirchgang und Gottesdienst. Pred. Sal. 4, 17.„Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehest, und komm, daß du hörest!“ Psalm 84, 2— 5 und V. 11. 1. Gebet beim Eintritt in den Kirchenstand. Lieber Herr Gott, himmlischer Vater, verleihe mir Gnade, daß ich diesen Gottesdienst zu deiner Ehre, zu meines Nächsten Erbauung und zu meiner eigenen Seligkeit andächtig und dir wohlgefällig verrichten möge durch Jesum Christum. Amen. Oder: Lied des Gesangbuches Nr. 13, V. mund 2. 2. Fürbitte für den Prediger. H Jesu Christe, du bist selbst der Herr des Predigt⸗ amtes, der es eingesetzt und gestiftet hat, uns arme Sünder selig zu machen durch die lautere Verkündigung deines heiligen Wortes. Siehe, nun sind wir alle hier gegenwärtig vor deinem Angesicht, zu hören alles, was du deinem Diener befohlen hast. So stärke denselben mit deines Geistes Kraft, verleihe ihm, das Wort zu reden mit freudigem Aufthun seines Mundes, und regiere ihm Herz, Sinn und Gedanken nach der Wahrheit deines Wortes und nach der Notdurft derer, die hier versammelt sind, damit er nichts anderes rede, als was vor dir wohlgefällig ist und dienen möge zur Stärkung unseres Glaubens, zur Heiligung unseres Lebens und zu unserer Scelen Seligkeit. Amen. wollest mir armen, sündhaften Mens Hetie In Gebete. 3. Gebet vor dem Ausgang aus der Kirche. • Herr Jesu Christ, mein Herr und mein Hirte, in deine Hände befehle ich mich auf Zeit und Ewig⸗ keit. Erhalte mich bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte, und stelle mich einst mit allen Gläubigen vor das Angesicht deiner Herrlichkeit unsträflich und mit Freuden. Amen, Herr Jesu, Amen! ů85 ö x — Oder: Lied Nr. 9. V. Beicht- und Abendmahlsgebete. Gebete vor der Beichte. H Gott, heiliger Geist, stehe mir mit deiner Gnade bei. Du hast es mir in das Herz gegeben, daß ich meine Sünden bereuen, beichten und mich bessern will. So erinnere mich denn an alles, was ich gesündigt habe; gieße mir einen großen Abscheu vor meinen Sünden in das Herz; schenke mir den ernstlichen Vorsatz, mich vollkommen zu bessern, und gib, daß ich meine Schuld so aufrichtig und reuevoll bekenne, daß ich aus dem Munde deines Dieners in der heiligen Absolution wahrhaft deine Verzeihung erlange und deiner himmlischen Gnade aufs neue mich getrösten kann. Hierzu Psalm 51 oder 130, sowie folgendes Bußgebet: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, damit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grund— losen Barmherzigkeit und um des unschuldigen bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du chen gnädig und barm⸗ Jo armer, betrübter Mensch bekenne vor Gott, meinem himmlischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen, groben Sünden, sondern vielmehr mit innerlicher, angeborener Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmut, Ungeduld, Ungehorsam, ew lie gel Un hei wi rte, in Ewig⸗ Namen or das reuden. Gnade daß ich l. So eße mir Herz; bessern, euevoll in der ge und in. ßgebet: armer, ssethat, chꝛund herzlich grund⸗ Leidens en, du barm⸗ Gott, schwer rlichen, borener horsam, 355 Gebete. Hoffart, böser Lust, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen bösen Tücken, wie das mein Herr und Gott an mir erkennt und ich leider nicht so vollkommen erkennen kann. Aber es reuet mich und ist mir leid, und ich begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn Jesum Christum. Ich will auch unter Gottes gnädigem Beistand inskünftige von Sünden abstehen und mein Leben täglich bessern. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig. Amen. Lied Nr. 351, V. 6. Drei Beichtfragen zur Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahl. 1. Erkennet und bekennet ihr mit reuigem, bußfertigem Herzen eure Sünden? Mißfallt ihr euch deswegen selbst und gebet euch schuldig Gottes Zornes und ewigen Todes und Verdammnis?— Antwort: Ja! 2. Begehrt ihr denn von Grund eures Herzens Gnade und glaubet, daß Gott nicht nur aus lauter Gnade um des teuren Verdienstes und einigen Opfers Jesu Christi willen euch alle eure Sünden vergeben, sondern auch dessen durch den Gebrauch des heiligen Abendmahles versichern und darin mit dem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut des Herrn Jesu Christi speisen und tränken und zum ewigen Leben stärken und erhalten wolle?— Antwort: Ja! 3. Habt ihr auch den gewissen und festen Vorfatz, euer sündliches Leben hinfüro zu bessern, wider den Teufel, die Welt und euer eigen Fleisch zu streiten und euern Glauben durch die Liebe gegen Gott und den Nächsten in kindlicher Geduld und Gehorsam beharrlich zu beweisen?— Antwort: Ja! Gebet nach Empfang der heiligen Absolution. Allmächtiger, ewiger Gott, wir haben mannigfaltig gegen dich gesündigt und wegen unserer Sünden die ewige Verdammnis verdient; aber weil wir glauben, dein lieber Sohn, unser Herr Jesus Christus, habe uns die Ver⸗ gebung der Sünden und die ewige Seligkeit bei dir erworben, und wir dessen jetzt durch das heilige Evangelium und die heilige Absolution in unserm Herzen versichert sind, so bitten wir ganz gehorsamlich, du wollest uns mit der Kraft des 52 23* 356 Gebete. heiligen Geistes begaben, daß wir uns forthin vor Sünden hüten und einen rechten. göttlichen Wandel in deinem Berufe führen wüägen Ruen Sesum antehen Hanar. Amen. . vor dem heiligen Abendmahl. —.— Gott, sei mir armen Sünder gnädig! Gib mir deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfahen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern 105 ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen! Amen. 5 O Herr Jesu Chrifte, ich bin nicht würdig, daß du ö eingehest in mein sündiges Herz; du weißt aber und erkennest meine große Armut und Notdurft, darüm ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich 15 an mit einem Waft⸗ 405 35 sie gesund. Amen. Im Dingehen zum Attare 1— D Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. Lied„ 286, V. 4, oder Nr. 199, B. 6. Beim Empfang des Leibes Christi Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewähre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Beim Empfang des Blutes Christi. Jesu Christe, dein heiliges Blut stätke und bewahre mlich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Im Weggehen vom Altar. 15 Hr bleib. in mir, damit ich ewig in dir bleibe Amen. Lied Nr. 224, V. 10 and Lied Nr. 4⁴3, V. 3. so un He Gl in dein und den läd Sü und daß dar gese mir dir heil Bli mic Wu abg Glo lobe hält so l erlö inden zerufe Imen. mir das achen Leben mir, 5 du aber n ich östen inem ommt laß hahre men. und bigen leibe. GGiebet nach dem heiligen Abendmahl. 1 O du mein lieber Herr Jesu Christe! Ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzo abermal so väterlich an deinem Tische mit deinem selbsteignen Leibe und Blute gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen, laßs mir solches gedeihen zur Stärkung meines Glaubens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen. 230 ½½ Lied Nr. 59, V. 4, oder Nr. 194, V. 3. VI. Gebete für Kranke und Sterbende. Vor einer Kranken⸗Kommunion. (Auch sonst vor dem Empfange des heiligen Abendmahles zu beten.) O Herr, ob ich zwar nicht würdig bin, daß du in mein Herz eingehest, so bin ich doch notdürftig deiner Hilfe und begierig deiner Gnaͤde, daß ich möge fromm und selig werden. Nun komme ich in keiner anderen Zuversicht, denn auf dein Wort, da du selbst mich zu diesem Tische lädst und mir Unwürdigem zusagst, ich solle Vergebung der Sünden haben durch deinen Leib und dein Blut, so ich esse und trinke in diesem Sakramente. O lieber Herr, ich⸗ weiß, daß deine göttliche Zusage und Worte wahrhaftig sind; daran zweifle ich nicht, und darauf esse und trinke ich; mir geschehe nach deinem Wort. O Herr Jesu, vereinige dich mit mir, auf daß ich bleibe in dir und du in mir und ich von dir ungeschieden sei hier zeitlich und dort ewiglich. Dein heiliger Leib, Herr Jesu Christe, speise mich; dein, teures Bliit tränke mich; dein bittres Leiden und Sterbens stärke mich. Herr Jesu Christe, erhöre mich; in deine heiligen Wunden verberge ich mich; laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden. Vom bösen Feind errette mich; im wahren Glauben erhalte mich, auf daß ich dich samt allen Auserwählten lobe und preise hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Kurze Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie so lange!(Psalm 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Römer 7, 2159˙½ Gebete. 357 358 Gebete. Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsre Missethaten habens ja verdient.(Jerm. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von allen Sünden.(1. Joh. 1, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber danach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.(Heb. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jacobi 1, 12.) ů ö Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen; siehe, in meine Hände habe ich dich gezeichnet.(Jef. 49, 15.—16.). Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.(Heb. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.) ö Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke.— Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37.— 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offb. 2, 10.) Auch können folgende Abschnitte der heiligen Schrift von dem Kranken gelesen oder demselben vorgelesen werden: 1. Pet. 5, 6—11. Psalm 130. 25. 42. 63, 2—9. 91. Klagel. 3, 22—42. Röm. 8, 18— 27, 28— 39. 1. Pet. 1, 3—9. Psalm 126. Offb. 7, 9— 17. 775 In Auf dem Krantenbette. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässest niemand versucht werden über sein Vermögen, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir es können ertragen: ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möt O Pei gest Erl mei thaten Sünde Wir igkeit, „des 1. 7.) reude, eine zeübet htung esdes e ihn haein harme cgäße, Hände dich e dich maus ürftet, den treuer rsein Ende leinen gt zu ragen Gebete. möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzagen. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünden gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergib mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Amen. ö Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen,“ deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen, sündhaften Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir erfahre und verkündige. Wo es mir aber nützlicher ist, zeitig zu sterben, denn allhier in diesem elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille! Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allzeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fsest im ehristlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Für ein krankes Kind. ö —5 Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, er— barme dich unser und dieses kranken Kindleins! Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, du hast des Jairus Töchterlein vom Tode aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Und wir wenden uns flehend an dein Erbarmen, daß du uns deine Herrlichkeit offenbaren wollest durch deine allmächtige Hilfe! O lieber guter Hirte, nimm dich in Gnaden an dieses deines elenden Schäfleins! Du Freund der Kindlein, 360 Gebete. der du die Kleinen liebst und ihnen das selige Erbe deines Himmelreiches verheißen hast, erbarme dich dieses Kindleins, es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe ange⸗ nommen und zu den Deinen hinzugethan. So ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist! Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleihe ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Hilf nur, daß wir ohne Murren die Last tragen. Stärke unsern Glauben und gib uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser! An dein Herz und in deine Hände legen wir dies deit, n so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewig⸗ keit. Amen. Kurze Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen. 11 Ach barmherziger, gütiger Gott, hilf mir in meinem Leiden und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du, bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach, bleibe es auch jetzt. O Jesu, bleibe bei mir, es will Abend werden, und der; Tag meines Lebens hat sich geneiget. O werter heiliger Geist, stärke mich, erhalte mich im festen Glauben bis an mein Ende, erleuchte mich zum ewigen Lehen. Ich will auf Jesu Blut und Wunden sterben: dem lehe ich, dem sterbe ich, auf sein Verdienst verlasse ich mich. Amen. 00½½½ 7110½½½½ Kr H V ö Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir; meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott; wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Jesu, du Licht meiner Seelen, wenn meine Augen wollen dunkel werden, so laß in meiner Seele aufgehen die himmlische Klarheit; weich nicht von mir, wenn meine Augen brechen; zeige mir alsdann deine Gestalt; und⸗ laß mich sehen dein deines 18, es ange⸗ chdie iland, ihm noch 1, so ist du haften Schar Wille. flegen agen. iligen hmen, dich dies Swig⸗ chen. inem Hott, stand , es sich mich erde zesu, inkel ische hen; dein Gebete. 361 Bild, wie du dich am Kreuz zu Tode geblutet hast. Ob ich schon wandre im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn mein Jesus ist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke mich im Glauben, und laß mich dein ne 1——11 hier zeitlich⸗ und dort ewig. Amen. Dernah bbeiben ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich mach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf mir, lieber Herr, ich weiche nicht von dir, ach, bleibe du auch bei mir. Jesu, wenn mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir siegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen Nöten. Ich bin ja dein Eigentum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne, zur Hok lichkeit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht so bin ich selig, 112 werde ich zur Freude eingehen. Amen. . d Herr Jesu Christe, alle, die in dich getauft sind, die sind in deinen Tod get auft; ich bin in dich getauft, darum bin ich auch in deinen Tod getauft. Ich will mit deiner Hilfe fröhlich und gern sterben, der Hoffnung, wie ich deiner Trübsal teilhaftig sei, auch deiner Herrlichkeit teilhaftig zu werden. O Herr Jesu Christe, du hast am Kreuze gebetet: „Vater verzeihe ihnen!“ Also, Herr, verzeihe ich allen, die wider mich gehandelt haben, auf daß du mir alle meine Sünden verzeihest. O Herr Jesu Christe, du hast am Kreuz gerufen:„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver⸗ lassen 2% Herr, verlaß mich nicht in meinen Todesnöten. O Herr, du hast am Kreuz gesprochen:„Vater in deine Hände befehle ich meinen Geist!“ Also, Herr, befehle ich jetzund meine arme Seele in n Hände. Amen. 59 75 O Herr Jesu Christe, ich bitte dich 12— deine Güte und Barmherzigkeit, du wollest meine Seele stärken auf den fernen Weg, der mir vorstehet in das himmlische Vaterlandẽ Ich glaube, daß du um meinetwillen gestorben, mir meine Sünde aus deiner Gnade verziehen, und daß mir das ewige Leben 362 Gebete. zugesagt ist; dieses meines Glaubens, o Herr, sollst du ein Zeuge sein und alle deine Auserwählten; dies soll auch mein letzter Wille sein, in solchem Glauben, o Herr, auf deine lautere Barmherzigkeit zu sterben, und ob ich durch Schmerzen, Unvernunft oder andere Anfechtung würde oder wollte abfallen, o Herr, so laß mich im Unglauben und Gotteslästerung nicht stecken, sondern stärke und mehre meinen Glauben, daß mir Sünde, Teufel und Hölle nicht schaden! Du bist stärker und gewaltiger denn die alle, darauf verlaß ich mich; Herr, laß mich nicht zu schanden werden! Amen. O mein Gott, mein Herr und mein Vater, jetzt beweise — meiner armen Seele, daß sie inne werde, daß du seiest mein Fels, Burg, Schild, Turm, Hort, Schutz, Zuversicht, Hilfe, Zuflucht, Schirm und Güte, daß ich in diesen großen Nöten vor meinen Feinden durch deine göttliche Gnade, Hilfe und Beistand behalten werde! Herr, auf dich traue ich, laß mich nimmer zu schanden werden! In deine Hände befehle ich meinen Geift, Herr, du treuer Gott, erlöse mich! Amen. O Vater aller Gnaden, erbarme dich über meine arme ö Seele; vergib mir alle meine Sünde, die ich wider dich leider gethan habe! Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin; laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und erschaffen hast! Denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hilfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da träget die Sünde der Welt, und mich mit deinem Blute gewaschen und gereiniget hast: ich bitte dich durch dein bitter Leiden, sonderlich und allermeist, das du gefühlet hast, da deine alleredelste Seele ausging von deinem allerheiligsten Leibe, erbarme dich über meine arme Seele in ihrem Ausgang und führe sie zum ewigen Leben!— O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes; stärke mein Vertrauen, daß ich festiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben! So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände; du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. u ein mein deine erzen, allen, nicht mir und laß weise ß du sicht, oßen Hilfe laß e ich . arme vider höpf, laß hast! Bott. ttes, inem dein hast, gsten zang zeist, des aube So eine ebest Gebete. 363. Ein Gebet zum Herrn Christo. O allmächtiger Gott, di Sohn des ewigen Vaters, sei eingedenk deines großen Leidens, das du hast gehabt am Stamm des Kreuzes, da deine Seele von deinem Leibe schied! Sei auch mein eingedenk, wenn meine arme Seele von meinem Leibe scheidet! Jesu, dir lebe ich, dir sterbe ich, dein. bin ich tot und lebendig. Amen. Ein Gebet der Umstehenden für einen Kranken, der in den letzten Zügen liegt. O allmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben er⸗ hältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen, ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle Sünden aus Gnaden vergeben; nimm das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missethat; denn auf desselbigen Namen ist er getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und ge⸗ reinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein, verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde; ver⸗ leihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben; schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zu der Versammlung aller Auserwählten in Christo Jesu, unserm. Herrn! Amen. Sprüche, den Sterbenden vorzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich⸗ kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21½ ö ö Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Tim. 4, 18. 230 Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mose 49, 18. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe⸗ die Welt überwunden. Joh. 16, 33. 364 Iffig ann u3Gebete. Verlaß mich nicht, Herr mein Gott; sei nicht ferne von mir! Eile, mir beizustehen, Herr meine Hilfe! Ps. 38, 22, 23. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Ps. 68, 21. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Ps. 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Apost.⸗Gesch. 7, 28. Kranten⸗ und Sterbetrost aus Bibel und Gesangbuch. ö 1. Vom Segen des Leidens. Röm. 5, 1 57702 Ror. 4, 718., Jac. 1, 2.— 12. O.. Biil. i ö Lieder: Nr. 381. 395). 2. Vom Vertrauen auf Gott und des Gebetes 5 Psalm 6. 23. 25. 39. 71. 77. 90. 91. 116. Jes. 38. 2. Kön. 20, 1—11. Hiskias Krankheit und Gebet. Luk. 11,1—13. Anhalten am Gebet. Luk. 18, 1—8. Desgl.— Lieder: 376. 377. 386. 398. 408. 414. 415. 3. Vom Trost und der Hilfe des Herrn. Matth. 8, 1—13. Der Hauptmann. Matth. 9, 27—33. Der Blinde. Luk. 10, 23—37. Der barmherzige Samariter. Joh, 5, 1116. Der 38 jährige Kranke⸗ Lieder: 69. 373. 410. 4. Christus der Sünderfreund. Matth. 9, 1.—8. Der Gichtbrüchige. Luk. 7, 36—50. Die Sünderin. 6 Lul 15. Das verlorene Schaft Luk. 23, 39—43. Der Schächer. Jes. 53. Das Lamm Gottes. 45159½m—7⁵ Lieder: 80. 203. 226. 232. 236. 287. 5. Von der Ged uld und Ergebu ug im Leiden. Matth. 11, 28—30. Klagel. 3, 17—33. Matth. 26. 27. Mark. 14. 15.. Luk. 22. 23. Joh. 17. 18.%19. Hsgilin Lieder: 58. 72. 78. 383. 408. 411. 416. Verzeichnis der Evangelien und Epistel. 365 e von e 6. Sehn sucht nach oben. 6%2. Kor. 5, 14410. Phil. 3, 12½1%% fn derrn 2%% Lieder: 136. 423. 427. 428. 431. 432. 442. 7. In tiefer Angst und Not. Pialm 6, 22. 12. 88. 150. Lieder: 72, V. 9 und 10. 288, 388. 303. 413. hast 7, 28. ch. 2—7 8. Trost der Auferstehung. Hiob 19, 1—29. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. — 12. Matth. 9„, 1826. Jairi Töchterlein. Luk. 7, 11—16. Jüngling zu Nain. Joh. 11. Lazarus. I. Kor. 15. Joh. 5, 24—29. 1. Thess. 4, 13—18. 23 Lieder: 97. 455. 38. 9. Bereitung aufsiSterben. Joh. 14. 15. 16. 17. Psalm 39. Psalm 90. Lieder: 419. 420. 441. 442. 443. 444. 10. Vom ewigen Leben. Jes. 35. Offb. 7, 9—17; 21. 22. Lieder: 458. 464. —— Verzeichnis der Evangelien und Episteln an Sonn⸗ und Festtagen. Am 1. Sonntage des Advents. Am 2. heiligen Christtage. Evang. Matth. 21 v. 1 bis 9. Evang. Luk. 2 v. 15 bis 20. Epist. Röm. 13 v. 11 bis 14. Epist. Tit. 3 v. 3 bis 8. Am 2. Sonntage des Advents. Am Sonntage nach dem Christtage. Evang. Luk. 21 v. 25 bis 33. CEvang. Luk. 2 v. 38 bis 40. Epist. Röm. 15 v. 4 bis 13. Am: N niab 1. 1 bis 7. 24 Am 3. Sonntage des Advents. ‚ Chang. Int. 2 v. 21 Cvang. Matth. 11 v. 2 bis 10. Epist. Gal. 3•9.3 his 29. ö r Am Sonntage nach dem neuen Jahr. n. Am 4. Sonntage des Advents. Evang. Matth. 2 v. 13 bis 23. „ Evang. Joh. 1 v. 19 bis 28. Epist. 1. Petr. 4 v. 12 bis 19. 27. Epist. Philipp. 4 v. 4 bis 7. Am Tage der Erscheinung Christi⸗ Am heiligen Christtage. oder Epiphanias. Evang. Luk. 2 v. 1 bis 114.ͤ ö Evang. Matth. 2 v. 1 bis 12. Epist. Tit. 2 v. 11 bis 14. Epist. Jes. 60 v. 1 bis 6 366 Am 1. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Luk. 2 v. 41 bis 52. Epist. Röm. 12 v. 1 bis 6. ů Am 2. Sountage nach Epiphanias. Evang. Joh. 2 v. 1 bis 11. Epist. Röm. 12 v. 7 bis 16. Am 3. Waatth. nach Epiphanias. Evang. Matth. 8 v. 1 bis 13. Epist. Röm. 12 v. 17 bis 21. Am 4. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Matth. 8 v. 23 bis 27. Epist. Röm. 13 v. 8 bis 10. Ant 5. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Matth. 13 v. 24 vis 30. Epist. Col. 3 v. 12 bis 17. Am 6. Sonntage nach Epiphanias. Evang. Matth. 17 v. 1 bis 9. Epist. 2. Petr. 1 v. 16 bis 21. Am Sonntage Septuagesimä. Evaug. Matth. 20 v. 1 bis 16. Epist. 1. Cor. 9 v. 24 bis Kap. 10 v. 5. Am Sountage Sexagesimä. Evang. Luk. 8 v. 4 bis 15. Epist. 2. Kor. 11 v. 19 bis Kap. 12 v. 10. Am Sonntage vor der Fasten, Quinquagesimä oder Estomihi. Evang. Luk. 18 v. 31 bis 43. Epist. 1. Cor. 13 ganz. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Evang. Matth. 4 v. 1 bis 11. Epist. 2. Cor. 6 v. 1 bis 10. Am 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Evang. Matth. 4 5 21 bis 28. Epist. 1. Ibesf. 1 bis 8. Am 3. Sonntage in der Fasten, Oculi. Evang. Luk. 11 v. 14 bis 28 Epist. Eph. 5 v. 1 bis h. Am 4. Sonntage in der Lätare. Evang. Joh. 6 v. 1 bis 15. Epist. Gal. 4 v. 21 bis 31. Am 5. Sonntage in der Fasten, Judica. ö Evang. Joh. 8 v. 46 bis 59. Epist. Ebr. 9 v. 11 bis 15. Am 6. Sonntage in der Fasten, Palmarum. rn Matth. v. 1 bis 9. Epist. Phil. 2 v. 5 bis 11. Am grünen Domr Evang. Joh. 13: v. 1•—̊᷑) 17. Epist. 1. Cor. A v. 28 bis 3g. Am Karfreitage. Jef. 53 ganz, oder Ps. 22. Die Leidensgeschichte. Fasten, V Verzeichnis der Evaugelien und Epistel. Am heiligen Ostertage. Evang. Marc. 16 v. 1 bis's. Epist. 1. Cor. 5 v. 6 bis 8 Am Ostermontage. Evang. Luk. 24 v. 13 bis 35. Epist. Apost. 10 v. 34 bis 41. Am 1. Sonntage nach Quasimodogeniti. Evang. Joh. 20 v. 19 bis 23. Epist. 1. Joh. 5 v. 4 bis 12. Am 2. Misericordias Domini. Evang. Joh. 10 v. 12 bis 16. Epist. 1. Petr. 2 v. 21 bis 2 Am 3. Sonutage nach Jubilate. Evang. Joh. 16 20 16 bis 23. Epist. 1. Petr. 2 v. 11 bis 17. Am 4. Sentr nach Ostern, Cantate. Sonng. Joh. 16 v. 5 bis 15. Epist. Jac. 1 v. 17 bis 21. Am 5. Sonutage nach Ostern, Rogate oder Vocem Jucunditatis. Evang. Joh. 16 v. 23 bis 30. Epist. Jac. 1 v. 22 bis 27. Am Tage der Himmelfahrt Christi. Evang. Marc. 16 v. 14 bis 20. Epist. Apost. 1 v. 1 bis 11. Am Sonntage nach der Himmelfahrt Christi, Exaudi. Evang. Joh. 15 v. 26 bis Kap. 16 v. 4 Epist. 1. Petr. 4 v. 8 bis 11 Am heiligen Pfingsttage. Evang. Joh. 14 v. 23 bis 31. Epist. Apost. 2 b. 1 bis 13. Am Pfingstmontage. Evang. Joh. 3 v. 16 bis 21. Epist. Apost. 10 v. 42 bis 48 Am Sonntage Trinitatis. Evang. Joh. 3 v. 1 bis 15. Epist. Röm. 14½ v. 33 bis 36. Am 1. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 16 v. 19 bis 31. Epist. 1. Joh. 4 v. 16 bis 21, Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Lut. 14 v. 16 bis 24. Epist. 1. Joh. 3 v. 13 bis 18. ů Am 3. Sountage nach Trinitatis Eonte Lukt 15 v. 1 bis*— Epist. Petr. 5 v. 6 bis 8 Am 4. Canntage nach T Teintate Evang. Luk. 6 v. 36 bis 42. Epist. Röm. 8 v. 18 bis 23. Am 5. Waun 8 9. nach Bintatts Evang. Lut. 5 v. 1 bis 11. Epist. 1. Petr. 3 v. 8 bis 15. Ostern, Sonntage nach Ostern, Ostern, Ostern, Ostern, Ostern, Ostern, Rogate hristi. afahrt 6 v. 4. Verzeichnis der Liederdichter. 367 Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Am 17. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 5 v. 20 bis 26. ö Cvang. Luk. 14 v. 1 bis 11 Epist. Röm. 6 v. 3 bis 11. ö Epist. Eph. 4 v. 1 bis 6. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Mare. 8 v. 1 bis 9. Evang. Matth. 22 v. 34 bis 46. Epist. Röm. 6 v. 19 bis 23. Epist. 1. Cor. 1 v. 4 bis g. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 7 v. 15 bis 23 Evang. Matth. 9 v. 1 bis s. Epist. Röm. 8 v. 12 bis 17. Epist. Eph. 4 p. 22 bis 30. Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Am 20. Sountage nach Trinitatis. Chift Luk. 16 v. 1 bis 9. Evang. Matth. 22 v. 1 bis 14. Epist. 1. Cor. 10 v. 6 bis 13. Epist. Eph. 5 v. 15 bis 21. Am 10. Sopiilage nach Trinitatis. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 19 v. 41 bis 48. Evang. Joh. 4 v. 47 bis 54. Epist. 1. Cor. 12 v. 1 bis 11. Epist. Eph. 6 v. 10 bis 17. Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Am 22. Sountage nach Trinitatis. Evang. Luk. 18 v. 9 bis 14. Evang. Matth. 18 v. 3— 55 35 Epist. 1. Cör. 15 v. 1 bis 10. Epist. Phil. 1. v. 3 bis Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Am 23. Sonntage 25— Trinitatis. Evang. Mare. 7 v. 31 bis 37. Evang. Matth. 22 v. 15 bis 22. Epist. 2. Cor. 3 v. 4 bis 9. Epist. Phil. 3 v. 17 bis 21. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Am 24. Sonutage nach Trinitatis. Evang. Luk. 10 v. 23 bis 37, Evang. Matth. 9 v. 18 bis 26. Epist. Gal. 3 v. 15 bis 22. 8— Epist. Col. 1 v. 9 bis 14. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. An 25. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 17 v. 11 bis 19. Evaug. Matth. 24 v. 15 bis 28. Epist. Gal. 5 v. 16 bis 24. Epist. 1. Thess. 4 v. 13 bis 18. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Am 26. Sonutage nach Trinitatis. Evang. Matth. 6, v. 24 bis 34. Evang. Matth. 25,v. 31 bis 46. Epist. Gal. 5 v. 25 bis Kap. 6 v. 10. Cpist. 2. Thess. Iv. 3 H Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 7 v. 11 bis 17. Evang. Matth. 25 v. 1. bis 13. Epist. Eph. 3 v. 13 bis 21. Epist. 1. Thess. 5 v. 1 bis 11. Ver deichnis der Liederdichter. Amilie Juliane, Gräfin von S geb. Gräfin v. Barby, geb. 1637, + 1706. Nr. 44. 363. 444. Agricola, Johann; geb. 1402 zu. Eisleben, 4 1566 als Hofprediger in Berlin. Nr. 249. Albert, Heiurich; geb. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, 41651 als Organist zu Königsberg in Preußen. Nr. 326. 425. Alberus. Erasmus:, geb. um 1500 zu Sprendlingen in der Wetterau, Freund Luthers, 4 1553 als Generalsuperintendent in Neubrandenburg Mecklenburg). N. 339. Albinus, Johann Georg; geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, 5 1679 als Pfarrer in Naumburg. Nr. 219. 420. r 155 Markgraf von Brandenburg, Kulmbach; geb. 1522 zu Ausbach, 1557 zu Pforzheim. Nr. 412(2) Allendorf, Johann Ludwig Konrad; geb. 1693 zu Josbach in Oberhessen, + 1773 als Pastor und Scholarch zu Halle. Nr. 108. 462. Altenburg, Michael: geb. 1584 zu Alach bei Erfurt, 164⁴⁰ als Pastor zu Erfurt. Nr. 152. Verzeichnis der Liederdichter. Anna Sophie, Landgräfin von Hessen⸗Darmstadt; geb. 1638, + 1683 als Abtissin des Stifts Quedlinburg. Nr. 280. Arends, Wilhelm Erasmus; 4 1721 als Pastor in Halberstadt. Nr. 262. Arndt, Ernst Moritz; geb. 1769 zu Schoritz auf Rügen, + 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. Nr. 30. 233. 429. Arnold, Gottfried; geb. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, 4 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. Nr. 257. Barth, Christian Gottlob; geb. 1799 in Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen 90 Calw, unermüdlicher Förderer der Heidenmission, 4 1862 zu Calw. er. 157. 476. Becker, Cornelius; geb. 1561 zu Leipzig, + 1604 als Professor der Theologie und Pastor zu St. Nicolai in seiner Vaterstadt. Nr. 179. 392. Behm, Martin; geb. 1557 zu Lauban, +daselbst als Pastor prim. 1622. Nr. 55. 321. 331. Betichius, Johann; geb. 1650 zu Stöckby(Anhalt), 4 1722 als Diakonus in Zerbst. Nr. 320. Bickel, Johann Daniel Karl; geb. 1737 zu Altweilnau(Nassau), + 1809 als Konsistorialrat in Usingen. Nr. 169. Bienemann, Kaspar(Melissander); geb. 1540 in Nürnberg, + 1591 als Generalsuperintendent in Altenburg. Nr. 292. rken, Sigismund von(Betulius); geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, 1681 als Privatgelehrter zu Nürnberg. Nr. 66. 253. Böhmer, Justus Henning; geb. 1674 in Hannover, 4 1749 in Halle als Professor der Rechte und Kanzler des Herzogtums Magdeburg. Nr. 98. Bogatzky, Karl Heinrich, von; geb. 1690 zu Jankowe in Niederschlesien, 7 1774 als Privatmann im Waisenhause zu Halle. Nr. 164. 260. Brugr, David; geb. 1727 zu Memel, 1782 als Prediger zu Berliu. Nr. 201. Burmeister, Franz Joachim; um 1670 Pfarrer in seiner Vaterstadt Lüneburg. Nr. 427. ö ö Busch, Peter; geb. 1682 zu Lübeck, 4 1744 als Pastor der Kreuzkirche zu Hannover. Nr. 457. ö Claudius, Matthias; geb. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, 4 181⁵5 zu Hamburg als Revisor der schleswig⸗holsteinschen Bank zu Altona. Nr. 475. Clausnitzer, Tobias; geb. 1618 zu Thum bei Annaberg, + 1684 als Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. Nr. 11. Crasselius, Bartholomäus; geb. 1677 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. Nr. 133(2).½289. Dach, Simon: geb. 1605 zu Memel, 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg in Preußen. Nr. 433; Decius, Nikolaus(Howeschl: 4 1541 als Pfarrer in Stettin. Nr. 74. 191. Denicke, David; geb. 1603 zu Zittau, 4 1680 als Konsistorialrat in Hannover. Nr. 174. 216. 241. Derschow, Bernhard, von; geb. 1591 zu Königsberg, daselbst 1639 als Konsistorialrat und Professor der DologieR. 199,, ö Deszler, Wolfgang Christoph; geb. 1660 in Nürnberg, daselbst 1722 als Konrektor. Nr. 287. 393.—5— I Diterich, Johann Samuel; geb. 1721 in Berlin, daselbst 1797 als Oberkonsistorialrat. Nr. 459. W 93— Drese, Adam; geb. 1620 in Thüringen, 4 1701 als Kapellmeister zu Arnstadt. Nr. 283. ö 83 als r. 262. 50 als 1714 lingen Calw. r der 392. 1622. konus 1809 1 als Eger, e als L. 98. lesien, 60. erlin. rstadt kirche hsen, kunst Verzeichnis der Liederdichter. 369 Eber, Paul; geb. 1911 zu Kitzingen in Franken, Freund Luthers, + 1569 als Generalsuperintendent in Wittenberg. Nr. 413. 430. 437. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin Stolberg⸗Wernigerode, geb. 183 5 zu „Gedern am Vogelsberg, lebt zu Jänkendorf in Schlesien. Nr. 46.88 Fabricius, Friedrich; geb. 1642 zu Stettin, d daselbst 1703 als Pfarrer. Nr. 117. Falk, Johannes 4540 geb. 1768 zu Danzig, zu Weimar. 468. 7. 1820 als Lehttiosrat. Fischer(Vischer), hritophz geb. zu 8 Joachimsthal in als Generalsuperintendent und Hofpicdiger in Celle. Fleming, Paul; geb. 1609 zu Hartenstein in Sahsen tischer Arzt in Hamburg. Nr. 397. Fört ch, Basilius; geb. zu Roßla(Grassch. Stolberg),* Y. 1 in Gumberta bei Orlamünde. Nr. 92. Frauck, Johann; geb. 1618 zu Guben,„ daselbst 1677 * 9 5 13 Nr. 135. 199. 207. 276. 350. Frauck, Michael; geb. 1609 in Sohlensingen, Nr. 184. 419. Franck, Salomo; geb. 1659 zu Weimar, sistorialsekretär. Nr. 60. 79. 288. Franz, Agnes; geb. 1794 zu Militsch in Schlesien, Nr. 489. 503. Erachumchpg Johann Anastasius; ge bo 1670˙½ Böhmen, + 1600 81½½ + 1640• 23—— 16197als Pfarter als Bürgermeister⸗ 1667 als Lehrer zusK K oburg⸗ daselbst 1725 als Oberton⸗ 1843 in Breslau. zu Gandersheim in Braunschweig, Schwiegersohn Franckes, 4 1739 als Pastor und Aas 27½ιt»02. Freyjtein. Johann Burkhard; 1720 als Hof-⸗ und Justizrat zu D Diesden dery Francke'schen Anstalten— Halle.. N Nr. 2. 54. . 285 Fricker, Johann Ludwig; 7 1766 als Pfarrer zu Duiingen sinaentergt. Nr. 163. Füger, Kaspar; 4 1592 als Diakonus an der Kreuzkirche zu Dresden. Nr. 42 2. Funk, Gottfried Bencdikt; geb. 1734 Izu Hartenstein in Sachsen, 5˙1814 als Konsistorialrat und D Dircktor des Domgymnasiums zu Magdeburg. Nr. 89. Garve, Karl Bernhard; geb. 1763 zu Jeinsen bei 33 + 1811 3 Herrnhut als Prediger der Brüdergemeinde. Gedicke, Lampertus; geb. 1683 zu Gardelegen, Berlin. Nr. 416. Rr. 70. 71735 als Fedpröbst zu Gellert. Christian Fürchtegott; geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, + 1˙ 70 zu Leipzig als Professor der Moral. Nr. 31. 260. 290. 315..316. 329. 343.815. 2 Gerhardt Paul; geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Witteuberg, 1676 als Archidiakonus in Lübben. Nr. 27. 28. 72. 64 78. 8². 100. 127. 130. 234. 314. 323. 333. 347. 360. 30½. 308. 390. 394. 404. 410. 432. 447. 480. 63 5. 391. 34. 37⁷. 28ʃ1. 96. 171. 196. 37. 43. 52. 20 59. 2 299. 302.5 509. 370. 382. 383. Gersdorf, Henriette Katharine, von; geb. 1648 zu Sulhbach in Walern 741726 u Meßhamtersvor ⸗ Großmutter des Grafen von Zinzendorf, in Sachsen. Nr. 49. Gesenius Justus; geb. 1601 zu Esbeck in Hannover, Vofcrriger und tet. Arh. Laag au in Hannover. Göz, C Christian Gottlieb; geb. 1746 zu Hengen in Württembera* 1803— als Pfrrer zu Hohenheim bei Stuttgart. Nr. 110. 1673 als Ober⸗ *0 80. 99. 24 370 Verzeichnis der Liederdichter. Gotter, Ludwig Andreas; geb. 1661. zu Gotha, daselbst 17³⁵ als Hofrat. % Nr. 247. 263. 317.• 1 Gramann(Poliander), Johann; geb. 1487 zu 2 eustadt in der Oberpfalz, . 1541 als Pfaxrer zu 9.1876 i. Pr. Nr. 319. Greding, Johann Ernst; geb, 1576 zu Weimar, 4 1748 als Pfarrer bei Hanau N. 8. Gregor, Christian; geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, 1801 als Bifthof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Nr. 267. Gretgen, Adam; Advokat zu Sorau, 0e Gryphius, Andregs; geb. 1616 zu Ggan, + 1664 daselbst als Land⸗ Maaftsthuditus Nr. 424. 5 Günther, Cyriatus; geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha,. 1704, als Gymnasiallehrer zu Gotha. Nr. 190. 8— Hardenberg, Friedrich, Freiherr.(Novalis); geb. 1772 zu Wiederstedt in der Grafschaft Mansfeld, 1801 als Bergamtsassessor zu ur fels. Nr. 498. 500. 501. Hartmann, Thomas; um 1604 Diakonus zu Eisleben. Nr. 103. Haßlocher, Joh. Adam; geb. 1645 zu r. + 1726 als Konsistorialrät und Hofprediger zu* d L. Nrais: ausmann, Julie; geb. 1825 zu Mitau, jetzt in St. Peters burg⸗ Nr.495. Hayn⸗ Henriette Luise, von; geb. 1724 zu Idstein(Rassan) 7 178² zu Herrnhut. Nr. 499. Hecker, Heinrich Cornelius; geb. 1699 zu Hamburg, 4 1743 als Prarrer 55 Meuselwitz bei Altenburg. Nr. 17. 29. 175.—— Heermann, Johann; geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor zun Köben, 1647 zu Lissa in Posen. Nr. 64. 67. 88. 149. 150. 156. 197. 200. 218. 224. 28.. 295..%404 448. eld, Heinrich; um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien. Nr. 18. 125 Heimbold, Luüdwig; geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, 1 waselbst 1598 als Superintendent. Nr. 335. 408. Herberger, Valerius; geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, 1 16²⁷ als Pfarxer daselbst. Nr. 442. Herman, Nikolaus; 4 1561 in hohent Alter als Kantor zu Joachimsthal in Böhmen. Nr. 98 87321. 334. 345. 413., Hermes, Johann Timotheits⸗ geb. 1738 zu Petznick bei Stargürd in Pommern, 1821 als Oberkonsistorialrat zu Breslau. Nr. 485. E chmidt, Johann Daniel; geb. 1675 3u Rn in Württeiuberg, 1723 als Professor der Theologie und? Mitdirektor der Francke schen „Stiftungen zu Halle. Nr. 305. 387. Herzog, Johann Friedrich; geb. 1647 zu D Dresden,„ daselbst 1699 als Rechtsanwalt. Nr. 348. 4 Hesso I. Juain geb. 1490 zu Nürnberg, + 1517 als Pfarrer zu Breslan. kr. 441. Hiller, Phiiipp Friedrich; geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, 7 1769 als Pfarrer zu Steinheim bei Nördlingen. Nr. 25. 112. 113. 144. 239. 362. 186. Hoffmann, Gottfried; geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, t 1112 als ö Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 451. 32— Homburg, Ernst Christoph; geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, + 1681 als Rechtsamoalt in Naumburg. Nr. 69. 105. Hülsemann, Wilhelm; geb. 1781 zu Soest in Westphalen, 4 1805 als Superintendent zu Elsey bei⸗Iferlohn. Nr. 364. Verzeichnis der Liederdichter. 371 Hofrat. Jonas, Justus; geb. 1493 zu Nordhausen, Freund und Gehilse Luthers, —— Professor in Wittenberg, 7 1555 als Superintendent 5u— bei erpfalz, Koburg. Nr. 154. . Keymann, Christian; geb. 1607 zu Pankraz, in Böhmen, 1662. als ö Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 279. Klopstock, Friedrich Gottlieb, geb. 1724 zu Quedlinburg. + 1803 Vischof Legationsrat in Hamburg. Nr. 193. 161. 472. ö Knak, Gustav Friedrich Ludwig: geb. 1806 in Berlin, Pastor daselbst, Land⸗ 1878 auf einer Reise zu Dünow bei Stolpmünde. Nr., 163.•488 Knapp, Albert; geb. 1798 zu Tübingen, 4 1864 als Pfarrex zu Stuttgart. 44 gls Nr. 158. 160. 161. 166. 469.; EfFA Knoll, Christoph; geb. 1563 zu Bunzlau, 4. 1621 als Diakontts 3it —— Sprottau. Nr. 131. derstedt Knorr von Rosenroth, Christian; geb. 1636 zu n in Schlesien, Veißen⸗ 7 1689 als Geheimer Rat zu Sulzbach. Nr. 330 * Kramer, Moritz; geb. 1646 zu Ammerswort in Holstein, + 1702 als Pfarrer zu Marne in Süderdithmarschen. Nr. 120. Runtmaac orialrät Krause, Jonathan; geb. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, 4 1⁰⁵ als Superintendent in Liegnitz. Nr. 5. 1•4495. I et84 l Friedrich Adolf; geb. 1767 zu Tecklenburg in Westfalon, 782 zu 1845 als Pfarrer in Bremen. Nr. 159. WMr Kunth, Johann Sigismund; geb. 1700 zu Liegnitz, 1779 als Super⸗ Pfarrer intendent zu Barnth in der Oberlausitz. Nr. 4506 stot zit + Londe, 255, 0 Adolf; geb. 1683 zu Bremen, daselbst 1729 als Pfarrer. — kr. 255. 189• Lang, Johann Jakob: geb. 1646 zu Nürtingen, 4 1690 als Pfarrer in . 12³. Sinttgart. Nr. 389.——— vaselbst Lange, Joachim; geb. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 4. 1714 als Prof Is der Theologie zu Halle. Nr. 332. ö 97 Als Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen): geb. 1660, zu Husum, 4 1722 ö als Musikdirektor und Kantor in Bremen. Nr. 101. 213. 453. msthal ö Lehr, Leopold Franz 1741 geb. 1709 zu Kronberg bei Frankfuxt g. M., 4 Pfarrer in Köthen, 1744 in Magdeburg. Nr. 238. ard in Liebich, Ehrenfried: geb. 1713 zu Probsthagen bei Liegnitz, 4 1780 als 5 Pastor zu Lomnitz in Schlesien. Nr. 121. entd erg Liscow, Salomo; geb. 1640 zu Niemitzsch in der Niederlausitz, +.1689 eschen ö als Dakomntt zu Wurzen. Nr, 231. 328. 421.* ö Löscher, 2 Valentin Ernst; geb. 1673 zu Sondershausen, T 1749 als Ober⸗ 99 als konsistorialrat zu Dresden. Nr. 215. gaäntes Matthäus Apelles, von; geb. 1594 zu Neustadt bei Oppeln, eslail +.16148 als Staatsrat zu Breslau. Nr. 143. 311. 2 27 Ludämilie e Gräfin von Schwarzburg⸗ Rudolstadt; geb. 1640, .—— 1672. Nr. 277 Isg Luise Henriette, Kurfürstin zu Brandenburg; geb. 162²7⁷ im Haag Ge⸗ mi mahlin des großen Furfürsten von Brandenburg; 4 1667 zu Berlin. 12 als Nr. 97(7). 211. 4 ö Luther, Martin; geb. 148³ zu Eisleben, 4 daselbst 1546. Nr. 46. +1681 44. 85. 5.% l 1203aal34. 130„2. 15. 146 18. ö 153. 176. 204. 2405 294. 391 9, 440. 65 als Magdeburg, Joachim; geb. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, 1883 als Pfarrer im Osterreichischen. Nr. 414.(1. Str.) 2⁴² Verzeichnis der Liederdichter. Marot, Samuel; geb. 1770 zu Magdeburg, + 1865 als Konsistorialrat zu Berlin. Nr. 185. Mathesius, Johann; geb. 1504 05 Rochlitz in Sachsen, als Student Luthers 42751 und Tischgenosse, 4 1565 als Pastor in Ibachimsthal. Nr. 319 492. Megander, deit Ludwig; aus Schweinitz in Sachsen, t daselbst 1709 als Rontsimspenor Nr. 217. Mentzer, Johann; geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausitz, + 1734 als Pfarrer Zu Kemnitz bei 13.05•1 in der Lausitz. Nr. 312. Meyfart, Johann Matthäus; geb. 1590 zu Walwinkel oder Waltershausen bei Gotha, + 1642 als Pfarrer in Erfurt. Nr. 458. Möwes, Heinrich: geb. 1793 zu Magdeburg, 1834 als Pfarrer in Altenhausen bei Magdeburg. Nr. 470. Moller, Martin: geb. 1547 zn Kropstädt bei Wittenberg, 1606 als . Pfarrer in Görlitz. Nr. 373. 388. 403 de* Fouqué, Friedrich; geb. 1777 zu Brandenburg, 4 1843. 496. Machtenhöfer Kaspar Friedrich; geb. 1624 zu Halle, 4 1685 als Pfarrer in Koburg. Nr. 32. Neander, Joachim; geb. 1650 zu Bremen, 7 daselbst 4680 als Pfarrer. Nr. 225. 284. 304. 316. 342. 445. Nerreter, David; geb. 1649 zu Nürnberg, 1726 zu Stargard als Generalsuperintendent von Hinterponmnern. Nr. 381. Neumann, Kaspar; geb. 1648 zu Breslau, 4 daselbst 1715 als Pastor. Ar. 1. 83. 139. 192. 344. 372. Neumark, Georg; geb. 1621 zu Mühlhausen in Thüringen, 1681 als Bibliothekar in Weimar. Nr. 415. Neumeister, Erdmann; geb. 1671 zu lichteritz bei Weißenfels, 4 1756 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 54. 93. 180. 236. 272. 294. 352. Neuß, Heinrich Georg: geb. 1654 zu Elbingerode im Harz, 4 1716 als Konsistorialrat zu Wernigerode. Nr. 244. 269. Nicolai, Philipp; geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, 4 1608 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 286. 163.— Olearins, Johann; geb. 1611 zu Halle, 4 1684 als Hofprediger zit Weißensels. Nr. 3. 7. 24. 6f. 132. 100 258. 208. Olearins, Johann Gottfried; geb. 1635 zu Halle, 4 1711 als Kon⸗ sistorialrat in Arnstadt. Nr. 20. Pauli, Joachim; geb. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. Nr. 155. Pfeil, Chri stoph Karl Ludwig, von; geb. 1712 zu Grünstadt in Bayern 9 9 + 1784 auf seinem Gute Deufstetten. Nr. 101. 361. Prätorius, Benjamin; geb. 1571 zu Weißenfels, 4 nach 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch. Nr. 265. Preiswerk, Samuel; geb. 1799 zu Römlingen, Kant. Basel, 1871 als Prediger und Professor zu Basel. Nr. 478. Räder, J. Fr., geb. 1815 zu Elberfeld, ebenda 1872 als Handlungs⸗ gehilfe. Nr. 481. Rambach, Johann Jakob; geb. 1693 zu Halle, 1735 als Prefessor der Theologie und Superintendten zu Gießen. Nr. 111. 114. 178. 271. 296. Reusner, Adam; geb. 1496 zu Mündelheim bei 8 + um 1575 in seiner Vaterstadt. Nr. 308. Ris Ro Ro Rü Ru Ru Sat Sch Sch Sch S6 törialrat Student imsthgl⸗ st 1709 734 als Shausen Arrer in 506 als + 1843. Pfarrer Pfarrer. ard abs Pastor. 681 als 756 als 352. 16 als 308 als iger zit 5 Kou⸗ + 1674 Bayern, Pastor 3714 als dlungs⸗ ssor der 1. 290. u. 157⁵⸗ Verzeichnis der Liederdichter. 375 Richter, Christian Friedrich; geb. 1676 zu Sorau, 4 1711 als Arzt am Waisenhaus zu Halle. Nr. 327. Rinckart, Martin: geb. 1586 zu Eilenburg in Sachsen, 4 1649 als Archi⸗ diakonus daselbst. Nr. 168. 308. Ringwaldt, Durthudenwas geb. 1530 zu Frankfurt a. O., 4 1598 als⸗ Pfarrer zu Langfeld in der Neumark. Nr. 194. 208. 214. 306. Rist, Johann; geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 4 1667 zu Wedel bei Altona. Nr. 15. 33. 50., 50.7. 189. 198. 212. 0. 351. 460. 2 Rodigast, Samuel; geb. 1649 zu Gröben bei Jena, 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. Nr. 411.* Rothe, Johann Andreas; geb. 1688 zu Lissa bei Görlitz, Zinsendorfs Patronatspfarrer zu Berthelsdorf, 4 1758 als Pfarrer zu Thommen⸗ dorf bei Bunzlau. Nr. 232. 450.* Rückert, Friedrich: geb. 1788 zu Schweinfurt, Professor der orientalischen Sprachen zu Berlin, 4 1866 auf seinem Landgute Neuseß bei Koburg. Nr. 16. Ruopp, Johann Friedrich; geb. in Straßburg, 4 1708 als Waisenhaus⸗ Inspektor zu Halle. Nr. 245. Rutilius, Martin; geb. 1550 zu Düben bei Bitterfeld, 4 1618 als Diakonus zu Weimar. Nr. 202. Sacer, Gottfried Wilhelm; geb. 1635 zu Naumburg, 1699 als Kammer⸗ advokat zu Wol lfenbüttel. Nr. 43.109. Schade. Johann Kaspar; geb. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, 4 1698 als Diakonus zu Berlin. Nr. 400. Schalling, Martint; geb. 1532 zu +. 1608 als Pfarrer zu Nürnberg. Nr. 273. I Angelus Silesius); geb. 1624 zu Breslau, 4 1677 als geistlicher Rat des Fürstbischofs zu Breslau. Nr. 65. 256. 268. 274. 278. 487. Scheidt, Christian Ludwig; geb. 1709 zu Waldenburg in 250W . 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. Nyr. 22 Schein, Johann Hermann: geb. 1586 zu Grünhain in Sachsen⸗* 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. Nr. 438. ö Schenck, Heinrich Theobald; geb. in Hessen, 4 1727 als Pfarrer in Gießen. Nr. 464. Schenk, Hartmann: 1634 zu 1 bei Eisenach, 4 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. Nr. Schenkendorf. Max, von; geb. 2— 30 Tilsit, 4 1817 als Regierungsrat zu Coblenz. Nr. 471. 483.—— Schirmer, Michael; geb. 1606 zu Leipzig, 1673 als Konrektor in Berlin. Nr. 23. 86. 128. Schlicht, Levin Johaun; geb. 1681 zu 5 in der Altmark. +.17½23 als Pfarrer in Berlin. Nr. 338. Schmidt, Johann Eusebius; geb. 1669 zu Hohenfeld bei Exfurt, 174⁵ als Pfarrer zu Siebleben bei Gotha. Nr. 246. Schmolck, Benjamin; geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, + 173⁷ als Pfarrer zu Schweidnitz. Nr. 10. 13. 19.,.51.%53. 1 5. 94. 102. 129. 138. 173. 181. 223..J243. 248. 293. 325. 341. 346. 359(D). 378. 395. 434. 430. 439. 474. Schneegaßt Cyriakus: geb. 1546 zu B Zufleben bei Gotha,. le ů Pastor zu Friedrichsroda in Thüringen. Nr. 47. — 37⁴4 Verzeichnis der Liederdichter. Schneesing, Johann; geb⸗ zu Frankfurt a. M., 1567 als Pfarror zu Friemar bei Gotha. Nr. 203. Schröder, Johann Heinrich; geb. 1666. zu Hallerspringe in Hannover⸗ J. 1699 als Pfarrer zu⸗Meseberg bei Magdeburg. Nr. 228. 250. Schütz, Johann Jakob; geb. 1640 zu Frantfurt a. M., daselbst 1690 als Rechtsanwalt. Nr. 313. Schuster, Gotthard; geb. 1673 zu Lau Archidiakonus zu Zwickau. Nr. 449 Schwedler, Johann Christoph; geb. 1672 zu Krebsdorf in Schlesien, + 1730 als Pfärrer zu Niederwiesa in der Oberlansitz. Nr. 507. Scriver, Chriftian; geb. 1629 zu Rendsburg, 1 1693 als Hofprädiger zu Quedlinburg. Nr. 183. 340.— 8* ö 191 Selnecker, Nikolaus; geb. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, 4 1592 als Professor der Theologie in Leipzig. Nr. 9. 140. Senitz, Elisabeth, von; geb. 1629 zu Rankau b. Brieg, 4 1679 zu Oels. Nr.71. Siegfried, Johann; geb. 1564, 4 1637 als Superintendent zu Schleiz Nr. 435. Spengler, Lazarus; geb. 1479 zu Nürnberg, 4 1534 als Rechtsgelehrter und Ratsschreiber daselbst. Nr. 205.1 Speratus, Paul(von Spretten); geb. 1484 zu Rottweil in Württemberg, 4. 1554 zu Marienwerder als Bischof von Pomesanien. Nr. 229. Spitta, Karl Johann Philipp: geb. 1801 zu Hannover, + 1859 als Superintendent zu Burgdorf. Nr. 182. 354. 357. 497. Starck, Johann Friedrich; geb. 1680 zu Hildesheim, 4 1756 als Kon⸗ sistorialrat zu Frankfurt a. M. Nr. 39006. Stegmann, Josua; geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, 4 1632 als Superintendent und Professor der Theologie zu Rinteln. Nr. 141. Steuerlein, Johaun; geh. 1546 zu Schmalkalden, 4 1613 als Stadt⸗ schultheiß zu Meiningen. Nr. 45, B. 122. Stier, Rudolf Ewald; geb. 1800 zu Fraustadt in Posen, + 1862 als Superintendent und Oberpfarrer zu Eisleben. Nr. 162. Stockfleth, Heinrich Arnold; geb. 1643 zu Alfeld in Hannover, + 1708. als Generalsuperintendent zu Mönchberg in Bayern. Nr. 417. Stockmann, Ernst; geb. 1634 in Lützen, 1712 als Oberkonsistorialrat zu Eisenach. Nr. 384. Sturm, Christoph Christian: geb. 1740 zu Augsburg, 4 1786 als Haupt⸗ 34. ö ö pastor in Hamburg. Nr. 90. 23 ö ö Tersteegen, Gerhard: geb. 1697 zu Mörs, 4 1769 als. Bandwirter. zu Mülheim an der Ruhr. Nr. 2. 36. 115. 251. 484. 502. Thilo, Valentin, der jüngere; geb. 1607 zu Königsberg, daselbst 1662 als Professor der Beredsamkeit. Nr. 22. Tietze, Christoph; geb. 1641 zu Wilkau bei Breslau, + 170³ als Pfarrer zu Hersbruck bei Nürnberg. Nr. 210. 406. ö Tollmann, Gottfried: geb. 1680 zu Lauban in Schlesien, um 1723 Pfarrer zu Leube in der Oberlausitz. Nr. 370. ö Ulber, Christian Samuel; geb. 1714 zu Landshut in Schlesien, + 1776 als Hauptpastor zu St. Jacobi in Hamburg. Nr. 452. ö burg in Ungarn. Nr. 106. 37 Weingärtner, Sigismund; angebl. um 1600 Prediger in Heilbronn. Nr. 376. Wegelin, Josua; geb. 1604 zu— + 1640 als Pfarrer zu Preß⸗ 371. Weißze, Michael; geb. zu Neiße in Schlesien, 4 1542 zu Neutomischl als Vorsteher der Böhmischen Brüder. Nr. 73.(422.) igenhessen bei Zwickau, + 1761als Ach,! Ach, b Ach 6 Ach 6 Ach G Ach G Ach G Ach n Ach m Ach, se Acher Ach w Allein Allein Alle A Alles Alsosk Auf, e Auf, a welche Wizu over⸗ 1690 2 als „ 5 als Verzeichnis der Lieder 37⁵5 Weissel, Georg; geb. 1590 zu Doninau in Ost⸗Preußen, Tneo als⸗ Prediger zu Königsberg in Preußen. Nr. 21. 242. Wilhelm II., Herzog von Sachsen⸗Weimar; geb. 1598 auf Saloß Alten⸗ burg, 4 1662 zu Weimar. Nr. 6 9). Winckler, Johann Jofeph; geb. 1670 zu Luckau in Sachsen⸗ Altenburd⸗ + 1722 als Konsistorialrat zu Magdeburg. Nr. 259. 2617½399. Wolf, Jacob Gabriel; geb. 168⁴ zu Greifswald, 2151 als Professor der Rechte zu Halle. Nr. 264. ö Roianhrx Zeibich, Christoph Heinrich; geb. 1677 zu Mölbis bei Leipz ig, F. 1748 als Professor der Theologie und Probst zu Wittenberg. Nr. 418. ä Zesen, Philipp, von; geb. 1619 zu Priorsau an der Mulde, 1 1689 als Privatgelehrter zu Hamburg. Nr. 25. Zihn, Johann Friedrich; geb. 1650 zu Suhl, + daselbst 1719 als Richts diakonus. Nr. 386. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von; geb. 17⁰⁰ zu Dresden. Stifter der Brüdergemeinde, + 1760 zu Herrnhut. Nr. 1²⁴². 335.—82. 491. Zinzendorf, Christian Renatus Graf von; geb. 1727 zu Herrnhut, 4 1752 in London. Nr. 479. AEIAN Zwick, Johann: geb. 1496 zu Constanz, 4+ 1542 als Pfarrer zu Constanz au der Pest zu Bischoffszell Hrich 11 des ersten Kirchengesangbuchs in der reformierten Schweiz, Zürich 1 2—— Nr. 107. ——...2.8 Verzeichnis der Lieder. Nr. M. ö Ni. W. Ach, bleib bei uus, Herxr J.140 69. Auf Christi Himmelfahrt„106 59 Ach, bleib mit deiner Gnade 141 70. Auf diesen Tag bedenken wir 107 Ach Gott, in Gnaden von 366 Auferstehn, ja auferstehn„472 Ach Gott und Herr, wie 202 81 Auf Gott und nicht auf„ 375,116. Ach Gott, verlaß mich nicht 288 115Auf meinen lieben Gott. 376 ö Ach Gott, vom Himmel sieh 142 Auf, mein Herz! Ein froher 83 Ach Gott, wie manches H. 373 Aus Gnaden soll ich selig 2 Ach mein Herr Jesu, dein 267 Aus meines Herzens Gr. 319 Ach mein Jesu, sieh, ich trete 338 Aus tiefer Not schrei ich zu 204 82 Ach, sagt mir nicht von Gold 268 Ach wie flüchtig, ach wie 419 Bedenke, Mensch, das Ende 421. Ach wundergroßer Siegesh. 105 58 Befiehl du deine Wege 24180 117 Allein Gott in der Höh sei 131 1 Begrabt den Leib in seine G. 422 Allein zu dir, Herr Jesu 203 89 Bei dir, Jesu, will ich.. 182 Alle Menschen müssen sterb. 420.129Bescher uns, Herr, das 4334. Alles ist an Gottes Segen 374 Bis hieher hat mich Gott 44 Also hat Gott die Welt gel. 29 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 15 22Christ, der du bist der helle T. 339 Auf, auf, mein ein Herz, mit F. 82 Christe, du Beistand dein. Kr. 143 In uder mit M. bezeihnaten Reihe sind die Nummern angeheben, welche die betreffenden Lieder im Militärgesangbuch haben. FFFFFFFFFFFfFFFFF*—— ———:— —eeeeeeeeeeeff 376 Verzeichuis der Lieder. Nr. MS. Nr. M. Christe, du Lamm Gottes 57 77 Ein Christ kann ohne Kreuz 381 Gott Christ ist erstanden von der 84 Eine Herde und ein Hirt. 159 Gott Christ lag in Todes Banden 85 Einen guten Kampf hab ich 425 Gott Christ, unser Herr, zum Jord. 176 ö Einer ist König, Innnauuel 108 Gott Christus der ist mein Leben 423 130 Einer ists, an dem wir.. 160 Gott Das alte Jahr vergangen 45 34 Cines wüusch ich mir vor 469 5„ Son Das Jahr geht still zu Ende 46 Cür feste Burg ist unfer Gott 145 71 Sott Das ist ein teuer wertes W. 269 Ein Jahr der Sterblichkeit 40 Gott Das Leben welkt wie Gras 473 Ein Lämmlein geht und. 5 Gott Das liebe neue Jahr geht 47 Ein neuer Tag, ein neues L. 325 Grof Das walte Gott, der helfen 320 Ein reiues Herz, Herr, schaff 244 Grof Das walt Gott Vater und G. 321 Eins ist not! Ach Herr.. 228 9⁰ Grof Dein König kommt in nied. 16 Erhalt uus deine Lehre146 3 Hab. Dein Wort, o Herr, ist milder 170 Erhalt uns, Herr, bei deiu. 190 7— Halle Dennoch bleib ich stets an 37 Erhöhter Jesu, Gottes S. 15 Halle Der am Kreuz ist meine L. 58 Ermuntert euch, ihr From. 10 Halle Der beste Freund ist in dem 474 Ermuntre dich, mein. 27⁵ Halle Der du in Todesnächten.157 Erneure mich, o ewges Licht 243 Halle Der du uns als Vater.. 118 Erschienen ist der herrlich T. 8² Halt Der du zum Heil erschienen 158 Es ist das Heil uns kommen 229 Harr Der Glaub ist eine Zuversicht 227 Es ist ein Ros dunn inent e Heile Der heilge Christ ist kommen 30 Es— mein matter S. 157 Heili Der Herr, der allerenden. 379 Es ist geuug. e Herr Der Herr ist meine Zuversicht 380 Es ist eWißlich an der Jeit 454 Herr Der Hölle Pforten sind zerst. 86 Es ist noch eine 2 vurh. 155 Herr Der lieben Sonne Licht und 340 56 ist vollbracht! Er— 0 Herr Der Mond ist aufgegaugen 475 Es Gott uns gnädig 526 Herr Der Pilger aus der Ferne 476 Ewge Liebe, mein Gemüte 230 Herr Der Sabbat ist vergangen 341 Herr Der Tag der ist so freudenr. 465 Fahre fort, fahre fort, Zion 246. 73 Herr Der Tag ist hin, mein Jesu 342 Fang dein Werk mit Jesu 353 Herr Des Morgens, wenn ich 322 Freu dich sehr, o meine S. 428 131 Herr Dich, mein Jesu, laß ich„ 188 Fröhlich soll mein Herze 34 30 Herr Die Ernt ist nun zu Ende 370 Frühmorgens, da die Sonn 88 Herr Die Gnade sei mit allen„144 726 Herr Die güldne Sonne voll F. 323 142 Geduld ist euch von nöten 382 Herr Die helle Sonn leucht jetzt 324 Geh aus, mein Herz, und 480— Herr Die Herrlichkeit der Erden 424 Geht nun hin und grabt 429 Herr Die Nacht ist vor der Thür 477 Geist vom Vater und vom 119 ö Herr Die Sach ist dein, Herr J. 478 Gelobet sei der Herr, mein G. 132 Herr Dies ist der Tag, den Gott 31 28 Gelobet seist du, Jesus Ch. 35 31 Herr Dies ist die Nacht, da mir 32 29 Gib dich zufrieden und sei 383 ö ö Herr Die wir uns allhier beis. 479 Gott, deine Güte reicht so 2900 Herr Dir, dir, Jehovah, will ich 289. 2 Gott der Jnden, Gott der 53 ö Herr Du bist zwar mein und„147 Gott der wirds wohliachen 384 Herr Du Herr der Seraphinen. 138 Gott des Hinunels und der 326 143 Herr, Du Lebensbrot, Herr Jesu 189. Gott fähret auf gen Himmel 109 Verr Du meine Seele, singe„ 20900 Gott fährt auf, was soll ich 110 Herr Durch Adanis Fall ist ganz 205 Gott, gib einen milden Reg. 120 Herr, Durch Trauern und durch P. 48 Gott ist gegenwärtig 2 3 ö Herr, Du weinest vor Jerusalem 2066 Gott ist mein Hort, und 17111 Herr, 1— — 143 M. Verzeichnis der Gott ist und bleibt Asmsz⸗ Gott lebet noch! Seele, was Gottlob, der Sonntag. Gottlob, die Gottlob, ein neues Kirchenj. Gottlob, Gott sei Dank durch alle W. Gott Vater, aller Dinge G. Gott wills machen, daß die! Großer Gott von alten 3. Großer Gott, wir loben dich 30 Großer Mittler, der zur R. Habe d Halleluja, jauchzt, ihr Chöre Hallelnja, Jesus lebet, erlöste Halleluja, Jesus lebt, Tod Halleluja, Lob, Preis und E. Hallelnja, schöner Morgen Halt im Gedächtnis Jesum Harre, meine Seelen. Heiland, deine Menschenl. Heilig, heilig, heilig ist der H. Herr, dein herzliches Verl. Herr, dein Wort Herr, der du mir das Herr, du hast für alle S. Stund ist.——— nun ist erschollen? deine Lust am Herrn? Leben: Herr, der du vormals hast! Nr. 205 Herr, du hast in deinem R. 13ʃ Herr, du wollst uns vollber. Herr, Herr, höre, Herr, Herr Jesu Christ, dein teur. Herr Jesu Christ, dich zu Herr Jesu Christ, du. Herr Jesu Christ, du.. wir Herr Desu Christ, mein h. Herr Jesu Christ, wahr M. Herr Jesu, deine Angst und Herr Jesu, deiner Glieder R. Herr Jesu, dir sei Preis. Herr Jesu, anr Herr Jesu, Licht der Heiden Herr, offne mir d. Herzensth. Herr, sei gelobet, daß du Herr, stärke mich, dein L. Herr, unser Gott, laß nicht Herr, wie du willst, so schicks Herr, wir stehen hier vor dir es ist von meinem L. 3 Herr Gott, dich loben wir, H.* Herr Gott, dich lob. wir! reg.! erhöre. 2 Herr, ich habe mißgehandelt sieh 2 200 63 149 292 177 M. 149 52 23 7 118 —*—— 16 Lieder. 3 Nr. Herzlich lieb hab ich dich„273 Herzlich thut mich verlang. 131 Herzliebster Jesu, was hast 64 Herz und Herz vereint zus. 482 Heut triumphieret Gottes. 92 Hier liege ich zu deinen F. 201 Hilf, Helfer, hilf, du kannst 389 Hilf, Helfer, hilf, erbarm„ 388 Hilf, Herr Jesu, laß Peling. 50 Hilf uns, Herr, in allen D. 168 Himmelan geht unsre Bahn 2⁴8 Hin nach oben möcht ich„483 Hinunter ist der Sonne Sch. 345 Hirte deiner Schafe.. 346 Höchster, denk ich an die G. 209 Höchster Gott, dir dauken 8 Höchster Tröster, komm hern. 121 Hosianna, Davids Sohn.19 Hüter, wird die Nacht der S. 327 Jauchze, auserwählt Geschl. 303 Jauchzet Gott in allen L. 93 Jauchzet, ihr Himmel, frohl. 36 Ich armer Mensch, ich.. 210 Ich bete an die Macht der L. 484 Ich bin ein Gast auf Erden 432 Ich bin getauft auf deinen 178 Ich bin ja, Herr, in dein. 433 Ich danke dir für deinen Tod 65 Ich denk an dein Gerichte 456 Ich freue mich der frohen Z. 457 Ich freue mich, mein Gott 231 Ich geh zu deinem Grabe 94 Ich habe Lust zu scheiden 434 Ich habe nun den Grund 232 Ich hab in Gottes Herz. 390 Ich hab in guten Stunden 391 Ich hab mich Gott ergeben 435 Ich hab von ferne, Herr 485 Ich heb mein Augen sehnl. 392 Ich komme, Herr, u. suche 196 Ich laß dich nicht, du mußt 393 Ich preise dich und singe„394 Ich ruf zu dir, Herr Jesu 249 Ich singe dir mit Herz u. M. 302 Ich steh an deiner Krippe 37 Ich sterbe täglich, und mein 436 Ich und mein Haus Ich weiß, an wen ich gl. Ich weiß, an wen mein Gl. Ich will dich lieben, meine: Ich will streben nach dem“ 53 133 9⁴4 8— 3•5 Nr. M. Ich will von meiner M.. 211,84 Je größer Kreuz, je näher 395 420 Jehovah, Herr und König 362 Jerusalem, du hochgebaute 458 135 Jesu, deine Passion 66 Jesu, deine tiefen Wunden 67 45 Jesu, der du meine Seele 2122 Jesu, der du wollen büßen 68 Jesu, frommer Menschenh. 275 Jesu, geh voran.. 355 97 Jesu, großer Wunderstern 54 37 Jesu, hilf siegen, du Fürste 2350 Jesu, komm doch selbst zu 487 Jesu, meine Freude... 276 98 Jesu, meiner Seele Leben 1838 Jesu, meines Lebens Leben 69 46 Jesus-Christus herrscht als 113 Jesus Christus, unser Heil. 95 Jesu, sieh mich an in Gn. 235 Jesus, Jesus, nichts als J. 2770 Jesus lebt, mit ihm auch 96. 54 Jesus, meine Zuversicht.. 97 136 Jesus nimmt die Sünder 236 99 Jesus soll die Losung sein 51 Ihr armen Sünder, kommt 213 Ihr Christen, rühmt, erhebt 122 Ihr Eltern, gute Nacht.. 449 Ihr Waisen, weinet nicht 396 In allen meinen Thaten. 397 121 In Christi Wunden schlaf 437 In dich hab ich gehoffet. 398 In Gottes Namen fang ich 328 Ist Gott für mich, so trete 237 122 Komm, du wertes Lösegeld 20 Komm, heilger Geist, o Sch. 123 Komm, heiliger Geist, erfüll 1 Komm, heiliger Geist, Herre 124 61 Komm, o komm, du Geist 125 62 Kommt, Kinder, laßt uns 251 101 Kommt, laßt euch den H. 252 König, dem kein König„ 114 100 König Jesu, streite, siege 161.7 179— 180 Lasset die Kindlein kommen Lasset mich voll Freuden Lasset uns mit Jesu ziehen 253 38 Laß mich dein sein und bl. 9 17 Laßt mich gehn, laßt mich 488 Laßt uns doch Christo 70 Licht, das in die Welt gek. 162 Licht vom Licht, erleuchte. 10 ö ö Verzeichuis der Lieder. x mr. M. Liebe, die du mich zum B. 278 102 Liebster Jesu, hier⸗sind wir 181 Liebster Jesu, wir sind hier 14. 18 Lobe den Herren, den mächt. 304 6 Lobe den Herren, o meine 305 7 Lobet den Herren, alle H. 306 Lobt Gott, ihr Christen 38 Mache dich, mein Geist. 254 1033 Machs mit mir, Gott, nach 438 Macht hoch die Thür.. 21 21 Man lobt dich in der St. 307 Meinen Heiland im Herzen 489 Meinen Jesum laß ich nicht 279, 104 Mein erst Gefühl sei Preis 329 Meine Seele senket sich. 399 Meine Seel ist stille... 400 Meine Sorgen, Angst u. Pl. 401 Mein Freund ist mein, u. ich 280. Mein ganzer Geist, Gottt 459 Mein Gott, ich klopf au. 293 Mein Gott, ich weiß wohl 439 Mein Heiland uimmt die S. 238. Mein Herz, gib dich... 402 Mein Leben ist ein Pilgrimst. 258 Mein lieber Gott, gedenke 294 Mein schönste Zier und Kl. 496 Merk, Seele, dir das große 491 Mir ist Erbarmung widerf. 239 105 Mir nach, spricht Christus 256. 39 Mit Ernst, o Meuschenkind. 22. 25 Mit Fried und Freud ich 136. Mitten wir im Leben sind 440 137 Morgenglanz der Ewigkeit 330 403 126 3088 309 Nimm von uns, Herr Nun bitten wir den hl G. Nun danket alle Gott Nun danket all u. bringet Nun freut euch, lieben Chr. 240 Nun jauchzet, all ihr From. 23 26 Nun kommt das neue K. 24 Nun lasset uns Gott preis. 371 Nun laßt uns gehn u. tr. 52 36 Nun laßt uns Gott d. H. 335 Nun lob, mein Seel, den. 310 Nun preiset alle Gottes 311 Nun ruhen alle Wälder.„ 347 146 Nun schlaf, mein liebes K. 4992 Nun sich der Tag geendet 348 147 Nun singet und seid froh 39 Nun so bleibtzes fest dabei 493 26 36 146 14⁷ Verzeichnis O auferstandner Siegesfürst S daß doch bald dein F. O daß ich tausend Zungen O du allersüßte Freude. S du fröhliche, o du selige O du Liebe mieiner Liebe. O Durchbrecher aller Bande 2 O Ewigkeit, du Donnerwort O Friedensfürst aus Davids O frommer und getreuer G. O Gott, des gnadenvoller O Gott, du frommer Gott O Gottes Sohn, Herr Jefu 2⸗ O Gott, von dem wir alles O großer Gott, du reines 2 S Haupt voll Blut: O heilger Geist, kehr bei O heilger Geist, laß uns O heilige Dreieinigkeit, erh. O heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit Herr, vor dem sich Erd hilf, Christe, Gottes S. Jesu Christe, wahres L. du mein Bräut. Jesu, Herr der Herrlicht. Jesu, Jefu, Gottes S. Jesu, meine Wonne Jesu, König aller Ehren König, dessen Majestät O Lamm Gottes, unschuldig O selig Haus, Ostern, Ostern, Frühlingsw. O süßer Stand, o selig L. O Tag, so schwarz und O Tod, wo ist dein Stachel — Traurigkeit, o Herzeleid Jes U, 50 550 05 56—— O Bater der Barmherzigk. 2 O Vaterherz, o Licht O Welt, ich muß dich lassen O Welt, sieh hier dein Ringe recht, wenn Gottes Rüstet euch, ihr Christenl. Schaffe in mir, Gott, ein Schaffet, schaffet, Menschenk. Schlage, Jesu an mein H. Schnnücke dich, o liebe S. Jesu Christ, mein.. süßes Licht..3 wo man dich? Nr. 261 262 18⁷ 263 217 199 M. 10 2 107 5⁵ 50 10⁸ 109 110 80⁰ der Lieder. Schmückt das Fest mit M. Schönster Herr Jesu Schütze die Deinen 225⁰ Schwing dich auf zu d deinem Seelenbräutigam, Jesu, G. Seele, geh auf Golgatha Seele, sei zufrieden. Seele, was ermüdst du dich Sei fröhlich alles weit und Sei getreu bis an das E. Sei Gott getreu, halt Sei Lob und Ehr dem Sei mir tausendmal Selig sind des Himmels Siegesfürste, Ebrenkönig Sieh, dein König kommit Sieh, hier binich, Ehrenk. So jemand spricht, ich liebe⸗ So ist die Woche nun Sollt es gleich bisweilen Sollt ich meinem Gott. So nimm denn meine H. Sorge doch für meine So ruhest du, o meine Ruh So wahr ich lebe, spricht Speis uns, Vater, deine! Straf mich nicht in deinem⸗ Such, wer daewill, ein ander Sünder, willst du'sicher sein 22 Teures Wort aus Gottes Thut mir auf die schöne Treuer Jesu, wache du Treuer Wächter Vracl.. Tröstet, tröstet meine Lieben Unsern Ausgang segne Unsre müden Augenlider Unter Lilien jener Freuden Unumschränkte Liebe, gönne 2 Valet will ich dir geben Vater, kröne du mit Segen Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnäd. Verzage nicht, du Häuflein Vom Himmel hoch da.. Vom Himmel kam der E. Von des Himmels Thron Von Gott will ich nicht Vor G'richt, Herr Jesu 215 408 221 404 230 283 4035 7 264 111 100 265 184 — 313411 78 461 26 28⁴4 266 3⁵2 406 314 12 495 358 79 218 336 210 24² 2²⁰ 17 7 13 20 349 407⁷ 5— — 14.21 304. 462 96 442 139 36411 50 297 365 152 40 —41 185 72 148 32 124 380 Nr. M. Wach auf, du Geist 164 75 Wach auf, mein Herz, die N. 101 56 Wach auf, mein Herz, und 333 144 Wachet auf, ruft uns die 463 140 Wär Gott nicht mit uns 153 Warum betrübst du dich.409 Warum sollt ich mich denn 410 125 Warum willst du draußen 27 Was du vor tausend Jahren 496 Was Gott thut, das ist 411 120 Was Gott zusammenfügt. 359 Was macht ihr, daß ihr.„497 Was mein Gott will... 42 127 Was wär ich ohne dich gew. 198 Weicht, ihr Berge, fallt„243 113 Weil ich Jesu Schäflein bin 499 Wenn alle untreu werden 500 Wenn ich ihn nur habe.. 501 Wenn ich, o Schöpfer.. 315 Wenn kleine Himmelserben 450 Wenn meine Sünd mich. 80 85 Wenn mein Stündlein.. 443 Wenn wir in höchsten N. 413 86 Werde Licht, du Stadt.. 56 Werde munter, mein Gem. 351 Wer Gott vertrant, hat„ 414 Wer ist wohl wie du, Jesu 285 40 Wer nur den lieben Gott 415 128 Wer sind die vor Gottes. 464 Wer weiß, wie nahe mir 144 141 Wie bist du mir so innig gut 502 Wie fleucht dahin der M. 445 Wie Gott mich führt, so. 416 Wie groß ist des Allmächt. 316 13 Wie könnt ich ruhig schlafen 503 Wie lieblich ists hienieden 504 Wie schön ists doch, Herr 360 Wie schön leuchtet der M. 286 41 Wie soll ich dich empfangen 28 27 Verzeichnis der Lieder. Nr. Wie treu, mein gitter Hirte 222 Wie wird mir dann, mein 446 Wie wohl ist mir 287 Willkommen, Held im Str. 102 Wir Christenleut hab'n.. 42 Wir danken dir, Herr Jefu Christ, daß du für uns 81 Wir danten dir, Herr Jefn Christ, daß du gen H. 116 Wir danken dir, Herr Jesn Christ, daß du vom Tod 103 Wir danken Gott für seine 337 Wir glauben all an einen 134 Wir liegen hier zu deinen 223 Wir Menschen sind zu dem 174 Wir singen dir, Immanuel 43 Wo findet die Seele... 505 Wo Gott der Herr nicht.„154 Wohl auf, mein Herz, zu 28 Wohl einem Haus, da J. Vo ist mein Verl. 5 Wollt ihr wissen, was.. 5 Wo ist Jesus, Womit soll ich dich wohl. Wort des höchsten Mundes Wo soll ich fliehen hin. Wo soll ich hin, wer hilfet Wo willst du hin, weils. Wunderanfang, herrlich E. Wunderbarer König.... 31 Zeuch ein zu deinen Th. Zeuch uns nach dir, so. Zieh hin, mein Kind... Zieht in Frieden eure Pfade Zion, gib dich nur zufrieden Zion klagt mit Angst... Zu deinen Füßen liege ich Zu Bethlehem geboren ist 118 467 14 6⁰ Evang x kal Olberg zweene1 bin in d und ball angebm löset sie Und soe so sprech bald wi geschah würde, pheten, Tochter, zu dir einem( der lastl Die d wie ihn brachten und leg setzten i breitete anderen men un Das V nachfolg dem So da komm Hosiann Epist. ieben wisse Stunde! sintemal da wir e 66 Evangelien und Episteln. Evangelium am 1. Sonntage des Advents, 21, V. 1—9. a sie nun uahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so⸗ bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf das erfüllt würde, das Refagt ist durch den Pro⸗ pheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, d ein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Püllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäu⸗ men und streuten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Matth. Epistel, Röm. 13, V. 11—14. ieben Brüder, weil wir solches — nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe, 400. unser Heil jetzt näher ist, denn a wir es Liendim die Nacht ist ver⸗ 0 gangen, der Tag aber herbei ge⸗ kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbar⸗ lich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Harn Jesun Christum, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium am 2. Sonntage des Advents, Luk. 21. V. 25—33. U'd es werden Zeichen geschehen an der Sonne und dem Mond und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und als⸗ dann werden sie seheu des Meuschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so seht ihr es an ihnen und merkt, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht an⸗ gehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. 1 2 Am 3. und 4. Sonntage des Advents. Epistel, Röm. 15, V. 4-13. as aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnt seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmütiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unseres Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Ver⸗ heißung, den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk! Und abermal: Lobet den Herren, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völter! Und abermal spricht Jesaias: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auf—⸗ erstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung ha⸗ bet durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium am 3. Sonntage des Advents, Matth. 11, B. 2—10. Daꝰ aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinaus⸗ gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus⸗ gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1. Kor. 4, V. 1—5. Diii halte uns jedermann, näm⸗ lich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu er⸗ funden werden. Mir aber ist es ein geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzeu offenbaren; alsdann wird einem jeg⸗ lichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium am 4. Sonntage des Advents, Joh. 1, P. 19.—28. U'd dies ist das Zeugnis Johannis, da die Juden sandten von Jeru⸗ salem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er ant⸗ wortete ihm: Antwor haben? Er spr eines P den We Jesaias waren, und fra Warum Christu. Prophe und spr aber er den ihr nach m mir ger bin, daß Dies g des Jor Ep Creue un euch! C allen Y Sorget: lasset eu mit Dar Und der ist, dent Herzen Evang Eꝰ be eir ausging würde. allererst. Cyrenin Und jet schätzen Stadt. Joseph Nazaret Stadt T darum Geschleu sich schã ingen, Volk naus⸗ ehen? S der rwas hen? eichen weiche önige taus⸗ einen euch, Phet. ieben Engel r dir 5. nãm⸗ und nisse. tden u er⸗ 5 ein ichtet ichen licht. aber tigt; chtet. bis wird stern rzeu jeg⸗ Am heil. Christtage. wortete: Nein. ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben? Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste; richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum errten du denn, so du nicht Christus bist, Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Waffer; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Epistel, Phil. 4, V. 4—7. Feund euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen Der Herr is nahe. Sorget nichts, sondern in allen D Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium am hl. Christtage, Luk. 2, V. 1—14. Eꝰ begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe, mit Maria, seinem noch Clias, noch ein um/ sie, und sie fürchteten sich sehr. m 2. heil. Christtage. 3 Da sprachen sie zu vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich ver⸗ kündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heer⸗ scharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Epistel, Tit. 2, V. 11—14. Dem es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herr⸗ lichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigen⸗ tum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangel. am 2. heil. Christtage, Lul. 2, V. 15—20. U da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem, und die Ge⸗ schichte sehen, die da 9. ist, die 4 Am Sonntage nach Christtag. Am Neuen Jahrestage.“ uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und be⸗ wegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Epistel, Tit. 3, V. 3—8. enn wir waren auch weiland unweise, ungehorsame, irrige, dienende den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bosheit und Neid, und hasseten uns unter einander. Da aber erschien die Freund⸗ lichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes; nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausge⸗ gossen hat über uns reichlich durch Je⸗ sum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung; das ist je gewißlich wahr. Evang. am Sonnt. n. Christtag, Luk. 2, V. 33—40. nd sein Vater und Mutter wunder⸗ ten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar wer⸗ den. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phannels, vom Geschlechte Aser, die war wohl betagt, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrau⸗ schaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kann nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu dersel⸗ bigen Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Gal. 4, V. 1—7. Och sage aber: So lange der Erbe NI ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; son— dern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefan⸗ gen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllt ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, daß wir die Kind⸗ schaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Evang. am Neuen Jahrestage, Luk. 2, B. 21. Ud da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, wel⸗ cher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen war. Epistel, Gal. 3, V. 23—29. he denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den. Glaube werden Zuchtm daß wi würden kommer dem Z1 Gottes an Chr euer aru haben kein Ju Knecht, noch B Einer 1 Christi, und na Evane a f si Herrn sprach: Kindlei und flis allda, vorhan suche, er stand und se Nacht und bli Herodis der Her hat, de habe ic Herode— Weisen zornig, alle Ki an ihr zweijäh der Zei Weisen füllt, pheten dem G gehört, Heulen und w frau⸗ e bei kam Gott lacht. ersel⸗ errn, e auf eten. atten rten Stadt und heit, 1. Erbe und' b er son⸗ derin umte „ 0. fan⸗ gen. indte nem han, jesetz ind⸗ denn den der o ist eitel sind tum. Ige, daß da wel⸗ ehe igen Am Sonntage nach dem Neuen Jahre. 5 Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube ge⸗ kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viele euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude, noch Grieche; hier ist kein Knecht, noch Freier; hier ist lein Mann, noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben. Evangelium am Sonntage nach dem Neuen Jahre, Matth. 2, V. 13—23. a sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe in Agyptenland, und bleibe allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Agyptenland; und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllt würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Agypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernt hatte. Da ist er⸗ füllt, das gesagt ist von dem Pro⸗ pheten Jeremia, der da spricht: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehört, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agyptenland und sprach: Stehe auf, und nimun das Kindlein und seine Mutter zu dir, und ziehe hin in das Land Israel: sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörte, daß Arche⸗ laus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürch⸗ tete er sich, dahin zu kommen. Und int Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Orter des galiläischen Landes, und kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth, auf daß erfüllt würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Epistel, 1. Petri 4, V. 12—19. Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht befremden (die euch widerfährt, daß ihr versucht werdet), als widerführe euch etwas Seltsames; sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet über den Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepriesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder, oder Dieb, oder Übelthäter, oder der in ein fremdes Amt greift. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will es für ein Ende nehmen mit denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihnt ihre Seele befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. 6 Am Sonnt. der Erschein. Christi. Am 1. Sonnt. n. Epiph. Evangel.am Sonnt. der Erschei⸗—Denn siehe, Finsternis bedeckt das nung Christi(Epiphaniä), Matth. 2, V. 1—12. a Jesus geboren war zu Beth⸗ lehem im jüdischen Lande zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschraͤk er und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volt, und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heim⸗ lich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre; und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so sagt mir es wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgen⸗ lande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mut⸗ ter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Epistel, Jes. 60, V. 1—6. Moh dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herr⸗ lichkeit des Herrn geht auf über dir. Erdreich, und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgeht. Hebe deine Augen auf und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehrt und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphaniä, Luk. 2, V. 41—52. H. seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gin⸗ gen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem; und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Be⸗ kannten. Und da sie ihn nicht fanden. gingen sie wieder gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tem⸗ pel sitzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunder⸗ ten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, ent⸗ setzten sie sich; und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen ge⸗ sucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist ———.———..———..... es, daß ihr nich das me standen ihnen 5 hinab war il Mutter ihrem an We Gott u Ep Qch Vdu daß ih Opfer, Gott w vernün euch ni verände Sinnes welches fällige wille. die mir ellch, de denn si dern de ein jeg teilt H. Denn Leibe alle G haben, in Chr einer d manche die un Evan * nd H und di aber u auf die an We Jeinu z1 Jesus! h. t das aber „und r dir. Licht Ranz, deine se alle Deine nmen, zogen eLust Herz eiten, er zu heiden ge der äufer erden und Herrn nach jahre erfest. gin⸗ nach a die ieder Kind seine inten rten, chten Be⸗ iden‚ und nach Am 2. Sonntage es, daß ihr mich gefucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie ver⸗ standen das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, V. 1—6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei welches sei euer vernüuftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlge⸗ fällige und der vollkommene Gottes⸗ wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sich's gebühret zu halten; son⸗ dern daß er von sich mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausge⸗ teilt hat das Maß des Glaubens. Denn gleicherweise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evang. am 2. Sonntage nach Epiphaniä, 114. A N Joh. 2, B. 1 nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrac spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe nach Epiphaniä.— ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wassmde gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reini⸗ gung, und gingen ie in einen zwei oder drei Maß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speise⸗ meister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam (die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpft hatten), ruft der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herr— lichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Epistel, Röm. 12, V. 7—16. Hen jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt je⸗ mand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. 7 jemand Barmherzigkeit, so thue er e mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unterein⸗ ander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Not⸗ durft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröh⸗ 8 Am 3. u. 14. lichen, und weinet mit den Weinen⸗ den. Habt einerlei Sinn unter⸗ einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch her⸗ unter zu den Niedrigen. Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, V. 1—13. Daꝰ Jesus aber vom Berge herab⸗ ging, folgte ihm viel Volts nach. Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach; Ich will es thun; sei gereinigt! Und alsobald war er von seinem Aussatze rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zengnis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, son⸗ dern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund; denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so geht er, und zum andern: Komm her! so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das! so thut er's. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nach⸗ folgten: Wahrlich, ich sage euch, sol⸗ chen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Sonntage nach Epiphaniä. Gehe hin, dir geschehe, wie du ge⸗ glaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, Röm. 12, V. 17—21. H euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Befleißigt euch der Ehrbar⸗ keit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn, denn es steht ge⸗ schrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangel. am 4. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 8, V. 23—27. Usd Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siehe, da erhob sich ein großes Un⸗ gestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward: und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und wrachen: Herr, hilf uns, wir ver⸗ derben! Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und be⸗ dräuete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? Epistel, Röm. 13, V. 8—10. Sẽid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet: denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen: du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis ———.— Ar geben; so ein wird i sollst selbst. nichts des G Evar Er ö nU melrei der gi säete. kam f zwisch. Da nu brachte Da tr vater nicht gesäet kraut? der Fe Knecht gehen Nein, Weizer kraut ander um de Schnit Unkral daß me samme Ep u liebte, lichkeit und ve vergebe mand gleichw also a an die der Vo Gottes 1 ge⸗ ward 24. klug. * mit bar⸗ jlich, allen elber gebet ge⸗ ich So deise zenn trige Laß den, mit ach Am 5. Sonnt. nach Epiphaniä. geben; dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesen Worten verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangel. am 5. Sonntage nach Epiphaniä, Matth. 13, V. 24—30. E· legte ihnen ein anderes Gleich⸗ nis vor und sprach: Das Him⸗ melreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Haus⸗ vater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Un⸗ kraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hin⸗ gehen und es ausjäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Un⸗ kraut ausjätet. Lasset beides mit ein⸗ ander wachsen bis zu der Ernte, und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. Epistel, Kol. 3, V. 12—17. Se ziehet nun an als die Auser⸗ wählten Gottes, Heilige und Ge⸗ liebte, herzliches Erbarmen, Freund⸗ lichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so je⸗ mand Klage hat wider den andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu Am Sonnt. Septuagesimä. 9 welchem ihr auch berufen seid in einen Leibe; und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und dantet Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium am Sonntage Septuagesimä, Matth. 20, V. 1—16. Does Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Martte müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neuute Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedingt. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abeud ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Ar⸗ beitern, und gib ihnen den Lohn, und hebe an, an den letzten bis zu den ersten. Da kamen die um die elfte Stunde gedingt waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den einpfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesem letzten geben, gleich wie dir: oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darumf scheel, daß ich so Win bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind beru⸗ fen, aber wenige sind auserwählt. Epistel, 1. Kor. 9, V. Kaß. 0„VB. 5. Wifstt ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen 05. aber einer— das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpft, enthält sich alles Dinges 24 bis jene also, daß sie eine vergängliche Krone eimpfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streicht, sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mose getauft mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geist⸗ liche Speisen gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trant getrunten. Sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher Fels war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium am Sonntage Sexagesimä, Luk. 8, V. 4—15. a nun viel Volks bei einander war und aus den Städten zu ihm ö ö Am Sonntage Sexagesimä. eilten, sprach er durch ein Gleichnis: Es gi ing ein Säemann aus, zu säen seinen Samen, und indem er säete, fiel etliches an den Weg und ward ver⸗ treten, und die Vögel unter dem Him⸗ mel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrte es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dor⸗ nen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichnis wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Ge⸗ Heimnis des Reiches Gottes, den an⸗ dern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; därnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Frenden an, und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reich⸗ tum und Wollust dieses Lebens, und Wüsene und bringen keine Frucht. Das aber auf dem— Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Epistel, 2. Kor. 11, V. 19 bis Kap. 42, B. 9. Di ihr vertragt gerne die Nar⸗ ren, dieweil ihr klug seid. Ihr vertragt, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand trotzt, so euch jemand in das Angesicht srreicht. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Woranf nun je⸗ mand darar Ebrä⸗ liten, Sam Chrif mehr. habe öfters gewef fünfm wenie stäup. habe und 2 Tiefe gereis. wesen den 3 den J Heide in F Fährl lichkei in M chen, Faster was daß und t Wer schwa brenn soll, s heit r unsere sei ge nicht pflege die S 535 Korbe Maue aus s das 9 ich kt Offen einen zehn wesen er au ich es bige rv Himn hnis: säen e, fiel ver⸗ Him⸗ el auf orrte hatte. Dor⸗ t auf fiel auf, Da t hat ihn was rach: Ge⸗ an⸗ ie es und ören. õame ran E und ezen, selig sind das aben Iben ung die und eich⸗ und icht. ind, tin und —.—2—2————....—.—.———— Am Sonntage mand kühn ist(ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch kühn. Sie sind Ebräer, ich auch. Sie sind Israe⸗ liten, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi(ich rede thörlich), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfters gefangen, oft in Todesnöten gewesen. Von den Juden habe ich flinfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal ge⸗— stäupet, einmal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tog und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe(des Meeres). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährl ichkeit ge⸗ wesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fähr⸗ lichkeit unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wa⸗ chen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; Ohne was sich sonst zuträgt, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, so will ich mich meiner Schwach— heit rühmen. Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobt in Ewigkeit, weiß, daß ich nücht lüge. Zu Damaskus der Land⸗ pfleger des Königs Areta verwahrte die Stadt der Damasker und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nütze, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vier⸗ zehn Jahren(ist er in dem Leibe ge⸗ wesen, so weiß ich es nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weiß es), dersel⸗ bige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Quinquagesimä. 11 Menschen(ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward ent⸗ zückt in das Paradies und hörte un⸗ aussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen, von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheiten. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir sieht, oder von mir hört. Und auf daß ich mich nicht der hohen L Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nam⸗ lich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe; dafür ich dreimal dem Herrn gefleht habe, daß er von mir wiche; und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangelium am Sonntage i Luk. 18, V. 31—43. Jesus nahm zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrie⸗ ben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn; denn er wird über⸗ antwortet werden den Heiden, und er wird gespottet und geschmähet und verspeihet werden. Und sie wer⸗ den ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder aufer⸗ stehen. Sie aber vernahmen der keines. und die Rede war ihnen verborgen und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Je⸗ richo kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das durchhin ging, forschte er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von ginge vorüber. Und er rief und sprach: 12 Am 1. Sonntage in den Fasten. Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich in einem dunkeln Wort, dann aber mein! Die aber vorne an gingen, be⸗ dräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Da⸗ vids, erbarme dich mein! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, folgte ihm nach und pries Gott, und alles Bolk, das solches sah, lobte Gott. Epistel, 1. Kor. 13, B. 1—13. Wern ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wär' ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Er⸗ keuntnis, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib breunen, und hätte der Liebe nicht, so wäre es mir nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freund⸗ lich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellt sich nicht unge⸗ berdig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden, sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit. Sie verträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weissagungen auf⸗ hören werden, und die Sprachen auf⸗ hören werden, und das Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Bollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kin⸗ dische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel von Angesicht zu Angesicht. Jetzt er⸗ kenne ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoff⸗ nung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Evangel. am 1. Sonntage in den Fasten(Invocavit), Matth. 4, V. 1—11. a ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es steht ge⸗ schrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeg⸗ lichen Wort, das durch den Mund Gottes geht. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stieht geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herr⸗ lichteit, und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dienten ihm. Epistel, 2. Kor. 6, B. 1—10. ir ermahnen aber euch, als Mit⸗ helfer, daß ihr nicht vergeblich die Gn⸗ spricht: nehmer Tage d ist die Tag de mand i daß un sondern beweise großer ten, in fängnis in Wae in Erken lichkeit, ungefär Wahrhe Waffen und z3; Schand gute Ge doch wo und doe und sie tigten, die Tre als die reich me und do Evane den 2 U ent Sidon. Weib gi schrie ih du Soh Meine geplagt. Wort. baten il von dir Er autnu nicht ge lorenen rael. nieder u er antw fein, da aber er⸗ erde unt 4•7 die Am 2. und die Gnade Gottes empfauget, denn er Rhen Ich habe dich in der ange⸗ ne hmen Zeit erhört, und habe dir am 7. des Heils geholfen. Seht, jetzt ist die angeneh 2 7 Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Laßt uns aber nie⸗ mand irgend ein Argernis 5 geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde: sondern in allen Dingen laßt uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nö⸗ ten, in Angsten, in Schlägen, in Ge⸗ fängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langumt, in Freund⸗ lichkeit, in dem heiligen Geiste, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen Der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken: durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und Gerüchte; als d ie Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekaunt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüch⸗ tigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangel. am 2. Sonntage in den Fasten(Reminiscere), Matth. 15, V. 21—28. U. d Jesus ging ans von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein kananäisches Weib ging aus derselbigen Grenze und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten msen Jünger, baten ihn und sprache n: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er autwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den ver⸗ lorenen Schafen von dem Hause Is⸗ · rael. Sie kam aber und siel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brot ö Sonntage in den Fasten. 13 nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst. Und ihre Toch⸗ ter ward gesund zu derselbigen Stunde. Epistel, 1. Thess. 4, V. 1—7. eiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott geallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wißt, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangel. am 3. Sonntage in den Fasten(Oculi), Luk. 11, V. 14—28. U nd er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zei⸗ chen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit sich selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr sagt, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, —.———— ——— ———.— — durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast verwahrt, so bleibt das Seine mit Frieden; wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilt den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zer⸗ streut. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfährt, so durch⸗ wandert er dürre Stätte, sucht Ruhe und findet sie nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er es mit Besemen gekehrt und geschmückt. Dann geht er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit dem⸗ selbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volke die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Epistel, Ephes. 5, V. 1—9. o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebt hat, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßem Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz laßt nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zusteht; auch schandbare Worte und Narrenteidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, noch Unreiner, oder Geiziger(welcher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laßt euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um Am 4. Sonntage in den Fasten. die gespeist wurden. dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Un⸗ glaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret wei— land Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht aber des Geistes ist allerlei Gütigteit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonntage in den Fasten(Lätare), Joh. 6, V. 1—15. arnach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa, und es zog ihm viel Volts nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen? (Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige wert Brots ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gersten⸗ brot und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie den Jüngern die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigengleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesust lich de kommer daß sie haschen machter Berg, Epi Deur he von der Freien. ist nach von der geboren denn de eins vo Knechts. Agar. der Ber Jerusal ist diens das Je ist die F Denn er du Unfr und bri nicht sch same he den Ma Brüder, heißung Zeit, der verfolgte boren u Aber we Magd h der Ma⸗ dem So nun, lie Kinder, Evang de efus un zeihen? heit sage Wer vor Wort; Am Jesus that, sprachen sie: Das ist wahr⸗ lich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun mertte, daß sie konnnen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. 22—31. Epistel, Gal. 4, V. Denn es steht geschrieben, daß Abra⸗ ham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleische geboren, der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas, denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinai, das zur Knechtschaft gebiert, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabien der Berg Sinai, und langt bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es steht geschrieben: Sei fröhlich du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist. Denn die Ein⸗ same hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaaks nach der Ver⸗ heißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist ge⸗ boren war, also geht es jetzt auch, Aber was sagt die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangel. am 5. Sonntage in den Fasten(Judica), Joh. 8, V. 46—59. efus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahr⸗ heit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der hört Gottes Wort; darum hört ihr nicht, denn 5. Sonntage in den Fasten. 1⁵ ihr seid nicht von Gott. Da ant⸗ worteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucht und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird der Tod nicht sehen ewiglich! Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewig⸗ lich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben? Was machst du aus dir selbst? Jesus ant⸗ wortete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sei euer Gott, und kennt ihn nicht; ich aber kenne ihn, und so ich würde sagen, ich keune ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum T Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, V. 11—15. hristus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünf⸗ tigen Güter, durch eine größere und volltommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebaut ist, auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut; sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so 16 der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh gesprengt, heiligt die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wieviel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlöfung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium am Palmsonntage, Matth. 21, V. 1—9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird s agen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so⸗ bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllt würde, das gesagt ist durch den Pro⸗ pheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und tha⸗ ten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Fül⸗ len, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber viel Volks breiteten die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäu⸗ men und streuten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hofianna in der Höhe! Epistel, Phil. 2, V. 5—11. Eir jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob Am Palmsonntage. Am Grünen Donnerstage. er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Ge⸗ berden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehor⸗ sam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Kniee derer, die im Himmel und auf Erden und uuter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium am Grünen Donnerstage, Joh. 13, V. 1—15. Vor dem Fest aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischariot in das Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott ge⸗ kommen war und zu Gott ging, stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro, und dersel⸗ bige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwor⸗ tete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Pe⸗ trus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwor⸗ tete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du lein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: 2 Wer ger die Füß rein; u Denn e darum! Da er 1 nahm e wieder ihnen: habe? Herr, 1 bin es und Me habe, so ander di habe ick wie ich Epist gen Denn d da er v Brot, d Nehmet für euch zu mein gleichen mahl, das neu solches meinem von dies Kelch tri verkündi cher nun ißt, ode trinkt, und Bl prüfe ab von diese Kelch. und trir selber da Untersche Darum und Kra Teil schle richteten, Wenn u werdener auf daß verdamm hielt leich und leich Ge⸗ Er hor⸗ am Bott nen daß llen und nd, daß hre Am heiligen Ostertage und am heiligen Oster⸗Montage. 17 Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht allerein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wißt ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und sagt recht daran; denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unterein⸗ ander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epistel, 1. Kor. 11, V. 23—32. Och habe es von dem Herrn empfan⸗ gen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach es und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen⸗ gleichen auch den Kelch, nach dem Abend⸗ mahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Wel⸗ cher nun unwürdig von diesem Brot ißt, oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig ißt und trintt, der ißt und trinkt sich selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch so viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtigt, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Evangel. am heiligen Ostertage, Mark. 16, V. 1—8. Daꝰ der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und salbten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unterein⸗ ander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein ab⸗ gewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht. Ihr sucht Jesum von Nazaxeth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Ga⸗ liläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen von dem Grabe, denn es war sie Zittern und Entsetzen angekommen, und sagten nie⸗ mand nichts, denn sie fürchteten sich. Ep istel, 1. Kor. 5, V. 7—8. eget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleich⸗ wie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laßt uns Ostern halten nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauer⸗ teige der Bosheit und Schalkheit, son⸗ dern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. Evang. am heil. Oster⸗Montage, Luk. 24, V. 13—35. nd siehe, zween aus ihnen gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld⸗ weges weit, des Name heißt Eumaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da 2 18 Am 1. sie so redeten und befragten sich mit Rander nahte Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und seid so traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter Ren Fremd⸗ lingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen ges n ist? Und er sprach zu ihnen: Welches! Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten. und Worten vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Ver⸗ dammnis des Todes und Lekreuzigt. Wir aber hoftten, er sollte Israel er⸗ lösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kpunderdsagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden es also wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er fürder gehen. Und sie. 5 ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete Sonntage nach Ostern. auf dem Wege, als er uns die Schrift öffunete? Und sie standen auf zu der⸗ selbigen Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem und fanden die Elfe ver⸗ sammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahr⸗ haftig auferstanden, und Simoni er⸗ schienen! Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Epistel, Apost. Gesch. 10, V.34—41. Péund aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansieht; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wißt wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr Uber alles; die durch das ganze jüdische Land eschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes 3 predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbt hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet und an ein Holz gehängt. Denselbigen hat Gott auferweckt am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Toten. Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern(Quasimodogeniti), Joh. 20, B. 19—29. A Abend aber desselbigen Sabbats, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede —————————————— sei n Zeigt Da den Aberr Gleie so ser blies Nehn ihr d erlaff dener Ep Di unser Welt der d glaub Diese und?! Wass Blut. zeugt drei der L Geist, drei der 6 Blut. So en nehm denn gezeu, glaub solche Eve Oste e Schrift zu der⸗ eder gen Elfe ver⸗ waren, st wahr⸗ noni er⸗ ien, was aAr, und väre an 34—41. und auf ich mit Person allerlei cht thut, yr wißt Gott zu hat und n durch in Herr jüdische ngen in hannes 1Jesum nit dem umher an und Teufel tt war en alles idischen uhaben ehängt. eckt am ffenbar rn uns, Gott, trunken ist von enach iti) ibbats, und die Furcht id trat Friede —————————————— Am 2. und 3. Sonntage nach Ostern. 19 sei mit euch! Und als er das sagte, Zeigte er seine Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie au und spricht zu ihnen: Rehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie aulassen und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1. Joh. 4—10. enn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da Aaubt, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeugt, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beifammen. So wir der Menschen Zeugnis an⸗ nehmen, so ist Gottes Z Zeugnis größer; denn Gottes Zeugnis ist das, daß er gezeuget von seinem Sohne. Wer da glaubt an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugnis bei ihm. 5,% V. Evang. am 2. Sonnt. nach Ostern(Misericordias Domini), Joh. 10, V. 12—16. Ich bin ein guter Hirte. Ein guter NI ieh läßt sein Leben für die Schafe. Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht, und der Wolf er⸗ hascht und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht, denn er ist ein Mietling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die 0 Da sprach Jeien Lebe noch andere Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stinume hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden. Epistel, 1. 21—25. enn dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen: welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde Petri 2, V. erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohte, da er litt: er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtig⸗ keit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern(Jubilate), Joh. 16, V. 16—23 72 Uer ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern untereinander: Was ist das, daß er sagt zu uns üÜber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater R Da uber sie: Was ist das, daß er sagt: lber ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß fie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr 2* mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude ver⸗ kehrt werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen; und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, I. Peiri 7, B. 1117. Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime: Ent⸗ haltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führt einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller mensch⸗ lichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Ge⸗ sandten von ihm, zur Rache über die Übelthäter und zu Lobe den From⸗ men. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopft die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bos⸗ heit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann! Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Ehrt den König! Evangelium am 4. Sonntage nach Ostern(Cantate), Joh. 16, V. 5—15. Nem aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand unter euch fragt mich: Wo gehst du Am 4. Sonntage nach Ostern. hin? Sondern dieweil ich solches In euch geredet habe, ist euer Herz voll Tranrens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hin⸗ gehe, so kommt der Tröster nicht zun euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann der⸗ selbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht seht: um das Ge⸗ richt, daß der Fürst dieser Welt ge richtet ist. Ich habe euch noch viek zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten; denn er wird nicht von ihm selbst reden. sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Der⸗ selbige wird mich verklären, denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen und euch ver⸗ kündigen. Epistel, Jak. 1, V. 17—21. A gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und Finsternis. Er hat uns gezeugt nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf das wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist, welches kann eure Seelen selig machen. 7 werde er es nichts Bittet eure F habe gerede ich nie euch ꝛv heraus An der in mei nicht, bitten hat eu liebt u ausgeg ausgeg Welt; und ge ihm se du frei wort. Dinge dich je wir, da Epi eid ni selbst b ein Hö Thäter der sein beschaut schaut gißt vo war. vollkom darinne vergeßli derselbig That. euch läf hält sein dern ver dienst ist lches zit erz voll age euch ut, daß ht hin⸗ richt zu will ich un der⸗ eWelt um die Hericht. lauben t aber, nd ihr 15 Ge— zelt ge sch viek dt nicht r Geist er wird denn reden, „ das künftig Der⸗ in von n und 15 der darum 5 von h ver⸗ 21 nmene „ von em ist el des t uns ch das 5wir turen. glicher igsanr zunmt Zorn ht ist. berkeit t das teuch eelen Am 5. Sonntage nach Ostern u. am Himmelfahrtstage. 21 Evangelium am 5. Sonntage nach Ostern(Rogate), Joh. 16, V. 23—30. Wonlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen; und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebt und glaubt, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagst kein Sprich⸗ wort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage, darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Epistel, Jak. 1, V. 22— 27. eid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrügt. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschaut. Denn nachdem er sich be⸗ schaut hat, geht er davon und ver⸗ gißt von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharrt, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, son⸗ dern verführt sein Herz, des Gottes⸗ dienst ist eitel. Ein reiner und unbe⸗ fleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium am Tage der Himmelfahrt Christi, Mark. 16, V. 14—20. IJen da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte er sich und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtig⸗ keit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt, und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubt, der wird ver⸗ dammt werden. Die Zeichen aber die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zun⸗ gen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitzt zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Epistel, Apost. Gesch. 1, V. 1—11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jesus anfing beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufge⸗ nommen ward, nachdem er den Aposteln welche er hatte erwählt, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich auch nach seinen Leiden lebendig erzeigt hatte durch mancherlei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Ver⸗ 22 Am 6. heißung des Vaters, welche ihr habt gehört(sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist ge⸗ tauft wesen, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen ge⸗ kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nach⸗ sahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr und seht gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufge⸗ nommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehn habt gen Himmel fahren. Evangel. am 6. Sonntage nach Ostern(Exaudi), Joh. 15, V. 26 bis Kap. 16, V. 4 Wern aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahr⸗ heit, der vom Bater ausgeht, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von An⸗ fang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß wer euch tötet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich er⸗ kennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenkt, Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1. Petri 4, V. 8—11. Se seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt untereinander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter⸗ einander ohne Murmeln, und dient einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott dar⸗ reicht, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, V. 23—31. er mich liebt, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebt, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt ge⸗ hört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich—— habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, r;rs;:öęm;r auf ihr viel komm hat! Wel und gebo von Epi Ur müti schne eines das man als 1 auf e wurd und Zung ausz zu I gotte Volk Da 1 die versti daß ö Sie wund ander die hörer Spre Part und tami- dociet und den und und Arab Zung reden wurd deme Die Spot süßen E. Solches ug nicht h. —11. rüchtern Dingen rünstige iuch der unter⸗ id dient r Gabe, e guten Gaben daß er jemand jue als 'tt dar⸗ e'n Gott jristum, ut von . sttage, d mein Vater en zu dei ihm t liebt, nd das t mein, gesandt geredet, Aber welchen meinem h alles S des, Frieden n gebe wie die ke nicht abt ge⸗ e: Ich u euch. det ihr e: Ich ater ist abe ich schieht, Am Pfingst-Montage. 23 auf daß, wenn es nun geschehen wird, ihr glanbet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn kommt der Fürst dieser Welt 0 hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat: steht auf, und laßt uns von hinnen gehen. Epistel, Apost. Gesch. 2, V. 1—13. Un als der Tag der Pfingsten er⸗ füllt war, waren sie alle ein⸗ mütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zerteilt, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jernsalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen und wurden verstürzt; denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, ver⸗ wunderten sich und sprachen unterein⸗ Limnn Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie bören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopo⸗ tamien und in Judäa und Kappa⸗ docien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den Enden der Libyen bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber; wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich alle und wurden irre, und 4— einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern ahrr hatten es ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evang. am Pfingst-Montage, Joh. 3, V. 16—21. lso hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen— nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Arges thut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit sthut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, deun sie sind in Gott gethan. Epistel, Ap. Gesch. 10, V. 42.—48. U'd der Herr hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Worte zu⸗ hörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit 10 gekom⸗ men waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegosfen ward, denn sie hörten, daß sie mit 3 Zungem redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch je— mand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. 24 Evangelium am Sonnt. und 1. Sonnt. n. Trinitatis. Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, V. 1—15. 5war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikode⸗ mus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott ge⸗ kommen, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem ge⸗ boren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jentand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Niko⸗ demus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himm⸗ lischen Dingen sagen würde? Und niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nänilich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöht hat, ———— also muß des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Epistel, Röm. 11, V. 33—36. welch eine Tiefe des Reichtums, beides der Weisheit und Ertennt⸗ nis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvorgegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewig⸗ keit! Amen. Evang. am 1. Sonnt. n. Trinit., Luk. 16, B. 19—31. 5war ein reicher Mann, der klei⸗ dete sich mit Purpur und töst⸗ licher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es be⸗ gab sich aber, daß der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sah Abraham von ferne und Lazarum in seinem Schoß, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Außerste seines Fingers ins 2 zasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus da⸗ gegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß die da wollten —— DSDSI * ——.—.— von kön: dan spro daß Har Brü daß Ort ihm Pro Er ham Tot. Buf Hör nicht ob je Ep und Liebe eine Geri sind ist 1 völli denn aber der L er h man'z haßt denn den e den haber liebt, Eva erhöht an ihn sondern 52 36. htums, rkennt⸗ jreiflich rschlich Herrn st sein er hat 5 ihm n von u sind Ewig⸗ rinit., r klei⸗ köst⸗ Tage raber 5, der ären, nden Tische und 5 be⸗ starb ugeln zieiche aben. Nder alif und und dich ß er asser denn ume. ohn, hast Dda⸗ nun virst ist roße Iten —:. *— —— und von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abra⸗ ham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten auferstände. Epistel, 1. Joh. 4, V. 16—21. ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laßt uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. So je⸗ mand spricht: Ich liebe Gott, und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe. Evang. am 2. Sonnt. n. Trinit., Luk. 14, V. 16—24. Eꝰ war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu s agen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu eutschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus: 3. Sonntage nach Trinitatis. 2⁵5 gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast: es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nötige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll wird. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Ep istel, 1. Joh. 3, V. 13—18. erwundert euch nicht, meine Brü⸗ der, ob euch die Welt haßt. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder haßt, der ist ein Tot⸗ schläger, und ihr wißt, daß ein Tot⸗ schläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und sieht seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit., Luk. 15, V. 1—10. Eꝰ nahten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn hörten. Und die Pharisäer und — V—————.—.— j———————— ö .—..—.—..—.—..— 26 Am 4. Sonntage Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und ißt mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eins verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis daß er es sinde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße thut, vor neun⸗ undneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht an⸗ zünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Frende sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut. Epistel, 1. Petri 5, V. 6—11. Do demütigt euch nun unter die 9—7 gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe, und sucht, welchen er verschlinge; dem widersteht fest im Glauben, und wißt, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns be⸗ rufen hat zu seiner ewigen Herrlich⸗ keit, in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, grün⸗ den. Demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. nach Trinitatis. Evang. am 4. Sonnt. n. Trin., Luk. 6, V. 36—42. Da seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis. Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehst du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiche dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Röm. 8. V. 18—23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichteit nicht wert sei, die an uns soll geoffenbart werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offen⸗ barung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitel⸗ keit, ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des ver⸗ gänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnt sich mit uns, und ängstet sich noch immer— dar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unseres Leibes Erlösung. Got zare stehe getr in d war wen setzt dem gehi Fah Netz thut spra die gefa ich! that Fise win Sch hälf und daß Pet: und aus Den kom: lber ande auch Söb Und dich du 9 die alles Ei E barr Bös. mit und daß wer Trin., auch michtet ichtet. rauch wird euch cüttelt in in mit wird sagte ch ein Weg beide jer ist n der ist er aber uders einem Oder uder: litter x d du oinem rden esiehe eines 3. nicht übart rren ffen⸗ emal ritel⸗ udes auf frei ver⸗ ichen wir sich mer⸗ dern des 9bei und ung. dieser Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. 27 Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., Luk. 5, V. 1—11. Ed begab sich aber, da sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Gene⸗ zareth und sahe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren aus⸗ getreten und wuschen ihre Netze, trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich und lehrte das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte auf⸗ gehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werft eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kämen und hälfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und füllten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus sah, siel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hin⸗ aus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ange⸗ kommen, und alle die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mitein⸗ ander gethan hatten, desselbigengleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zäbedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Epistel, 1. Petri 3, V. 8—15. Erc aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet und wißt, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn sieht auf die, so Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommt? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschreckt nicht. Heiligt aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., Matth. 5, V. 20—26. Eꝰ sei denn eure Gerechtigkeit besser, denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt ge⸗ hört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten: wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig. Wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf den Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und ver⸗ söhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst über⸗ antworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlst. Epistel, Röm. 6, V. 3—11. Wiß ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christum getauft sind, * 28 Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich⸗ wie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auf⸗ erstehung gleich sein; dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf daß der sünd⸗ liche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer ge⸗ storben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, das Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; das er aber lebt, das lebt er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde ge⸗ storben seid, und lebt Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 7. Sonnt. n. Trin., „Mark. 8, B. 1—9. 3Z²⁴ der Zeit, da viel Volks da war und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharrt und haben nichts zu essen; und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Wo⸗ her nehmen wir Brot hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brote? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote und dankte und brach sie und gab sie seinen Jüngern, daß sie die⸗ selbigen vorlegten; und sie legten dem Bolk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten: und er ließ sie von sich. Epistel, Röm. 6, V. 19—23. Occh muß menschlich davon reden, NI um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Un⸗ reinigkeit, und von einer Ungerechtig⸗ keit zu der andern, also begebt nun auch eure Glieder zum Dienst der Ge⸗ rechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämt; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei. und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt. n. Trin., Matth. 7, V. 15—23. eht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmel⸗ reich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage deine nicht getrie Nam werd euch von Er S wir! ihr 1 ihr st den 4 so wé Geist Kind kuech euch ihr h gen, lieber Zeug Kind so sin Erbe ande mit Evo Ei einen rücht umg spra⸗ dir? halte mehr spra⸗ Mei grab zu b thun Amt Häu alle⸗ zu d Herr — Am 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. Tage: Herr, deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel aus⸗ getrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weicht alle von mir, ihr übelthäter. Epistel, Röm. 8, V. 12—17. Se sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebt, so werdet ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfan⸗ gen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geiste, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit. Luk. 16, V 1—9. I sprachaber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm be⸗ rüchtigt, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn und PI3 zu ihm: Wie höre ich das von dir? T Thue Rechnung von deinem Haus⸗ halten; denn du tannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Dend nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Herr, baben wir nicht in ihr habt nicht einen 29 Tonnen OÖls. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich und schreibe flugs fünzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wieviel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte; denn die Kinder dieser Welt. klü⸗ ger denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbt, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, 1. Kor. 10, V. 6—13. Dais ist aber uns zum B Vorbilde ge⸗ schehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwir jeue gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden, als ge⸗ schrieben steht: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laßt uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen 91 einen Tag dreiundzwanzigtausend. Laßt uns auchChristum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen um⸗ Lener ern Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murrten, und wurden um⸗ gebracht durch den V erderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur War⸗ nung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche dersuchung be⸗ treten; aber Gott ist getreu, der 998— nicht läßt versuchen über euer Ver⸗ mögen, sondern macht, daß die Ver⸗ suchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnt ertragen. Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Luk. 19, V. 41—48. nd als er nahe hinzu kam, sah er die Stadt an und weinte über sie und sprach: Wenn du es wüßtest, deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem anderen lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Bolk hing ihm an und hörte ihn. Epistel, 1. Kor. 12, V. 1—11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht ver⸗ halten. Ihr wißt, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stum⸗ men Götzen, wie ihr geführt wurdet. Dann thue ich euch kund, daß niemand Jesum verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Ga⸗ ben, aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Amter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in Allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Exkenntnis, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in dem⸗ selbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun; einenn dern Weissagung; einem andern eister zu unterscheiden; einem andern 30 Am 11. Sonntage nach Trinitatis. ö ztest, mancherlei Sprachen; einem andern, so würdest du auch bedenken zu dieser die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirkt derselbige einige Geist und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem er will. Evang.am 11. Sonnt. n. Trinit., Lul. 18, B. 9—14. Er sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solches Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöll⸗ ner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, son⸗ dern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerecht⸗ fertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöht, der wird er⸗ niedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. Epistel, 1. Kor. 15, V. 1—10. Ii erinnere euch aber, lieben Brü⸗ der, des Evangelii, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch an⸗ genommen habt, in welchem ihr auch steht, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch ver⸗ kündigt habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestor⸗ ben sei für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn füunfhundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Dar Jake Am mir, seher rin ich heiß Got Got und verg viel nich die Eve U er a unte Und der daß ex n ders die seine seuf; das that Ban redet sie si er a breit die 9 woh höre Hdern, aber und nach nit., elbst ren, ches chen iner ner. sich ö daß ö über, ö wie 1. in von zöll⸗ eine son⸗ ach: Ich 7V echt⸗ enn er⸗ elbst*. den. Darnach ist er gesehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, ge⸗ sehen worden. Denn ich bin der Ge⸗ ringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evang.am 12.Sonnt. n. Trinit., Mark. 7, V. 31—37. nd da er wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volke beson⸗ ders, und legte ihm die Finger in die Ohren und spützte und rührte seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: Hephata! das ist: thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es aus⸗ breiteten, und verwunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohlgemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2. Kor. 3, V. 4—9. in solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher uns auch tüchtig ge⸗ macht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buch⸗ stabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist Am 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. 31 macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet, und in die Steine ist gebildet, Klarbeit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhört; wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammnis predigt, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit pre⸗ digt, überschwengliche Klarheit. Evang. am 13.Sonnt. n. Trinit., Luk. 10, V. 23—37. Urd er wandte sich zu seinen Jün⸗ gern und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr seht, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr hört, und haben es nicht gehört. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, ver⸗ suchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Ge⸗ müte, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da ant⸗ wortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlu⸗ gen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigengleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste und kam dahin, und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wun⸗ 32 Am 14. Sonntage nach Trinitatis. den und goß darein Ol und Wein, Evang.am 14. Sonnt. n. Trinit., und hob ihn auf sein Tier, und führte ihn in die Herberge und pflegte sein. Des anderen Tages reiste er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst dar⸗ thun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen Dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen. Epistel, Gal. 3, V. 15—22. ieben Brüder, ich will nach mensch⸗ licher Weise reden; verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist und thut auch nichts dazu. heißung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Tastament, das von Gott zuvor bestätigt ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert⸗ unddreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Ver⸗ heißung gegeben; Gott hat es aber Abraham durch Verheißung frei ge⸗ schenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist ge⸗ stellt von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler; Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißung? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Nun ist ja die Ver⸗ Lut. 17, V. 11-19. nd es begab sich, da er reiste gen Jerusalem, zog er mitten durch Samaria und Galiläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stan⸗ den von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarm dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeigt euch den Priestern. Und es ge⸗ schah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm: und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst keiner gefun⸗ den, der wieder umkehrte und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, V. 16—24. ch sage aber: Wandelt im Geiste, so NI werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselben sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offenbar sind aber die Werke des Flei⸗ sches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zau⸗ berei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keusch⸗ heit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, samt den Lüsten und Begierden. int. n. Trinit., 11.13, da er reiste gen er mitten durch äa. Und als im, begegneten änner, die stan⸗ ;en ihre Stimme lieber Meister, dd da er sie sah, gehet hin, und n. Und es ge⸗ en, wurden sie er ihnen, da er rden war, kehrte ott mit lauter f sein Angesicht mkte ihm; und er. Jesus aber : Sind ihrer 12 Wo sind aber ist keiner gefun⸗ hrte und gäbe ser Fremdling? Stehe auf, gehe t dir geholfen. V. 16—24. elt im Geiste, so e des Fleisches un das Fleisch und den Geist Dieselben sind ihr nicht thut, euch aber der ter dem Gesetze. Verke des Flei⸗ ruch, Hurerei, bgötterei, Zau⸗ r, Neid, Zorn, n, Haß, Mord, ergleichen, von vor gesagt und e solches thun, nicht ererben. eistes ist Liebe, Freundlichkeit, ftmut, Keusch⸗ 8 Gesetz nicht. ngehören, die mt den Lüsten — Am 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. 33 Evang.am 15.Sonnt. n. Trinit., Matth. 6, V. 24—34. N kann zween Herrn dienen; entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern ver⸗ achten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorgt nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an; sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himm⸗ lischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorgt ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürft. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorgt nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, V. 25 bis Kap. 6, V. 10. S wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln. Laßt uns 22 nicht eitler Ehre geizig sein, unter⸗ einander uns zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilt würde, so helft ihm wieder zurecht mit sanft⸗ mütigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an sich selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Ver⸗ derben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laßt uns Gutes thun an jedermann, aller⸗ meist aber an des Glaubens Genossen. Evang. am 16.Sonnt. n. Trinit., Luk. 7, B. 11—17. U. es begab sich danach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr. Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle 3 3⁴ Am 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. eine Furcht an und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volt heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Epistel, Ephes. 3, V. 13—21. D.nd bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, starkzu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum z zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge, und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllt werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, was wir bitten oder ver⸗ stehen nach der Kraft, die da in uns wirkt, dem sei Chreei in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller; Zeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evang.am 17.Sonnt. n. Trinit., Luk. 14, V. 1—11. nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, Ler war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbattage? Und sie konnten ihm dar⸗ auf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham unten an sitzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöht, der soll er⸗ niedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden. Epistel, Ephes. 4, V. 1—6. o ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt wie ich's gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und ver⸗ tragt einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater(unser aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evang.am 18.Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, V. 34—46. Dꝰ aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schrift⸗ gelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du solls selbs das Da war Wie Soh Er deni da e mein Rech zum Dar ist e konn durf m dar⸗ n. Er Gästen, t, oben ihnen: n wirst ot oben icherer, i; und ud ihn Weiche n mit ondern he hin, f daß, en hat, hinauf! denen, Denn oll er⸗ selbst den. —6. ngener elt wie rinnen Demut id ver⸗ Liebe, nigkeit edens. * auch geures C, eine unser „ und llen. rinit., u, daß Maul ie sich. chrift⸗ prach: ehmste sprach Am 19. und 20. solli deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ichel lege d deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, 1. Kor. 1, B. 4—9. Qch danke meinem Gott allezeit N enrethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntnis, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die 8 Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi; welcher auch euch wird sest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evang.am 19.Sonnt. n. Trinit., 9, B. 1—8. a trat er in das Schiff und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gicht⸗ brüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Gott. sah, sprach er: Matth. Da aber Jesus ihre Gedanken Warum denkt ihr so Sonntage nach Trinitatis. Dieser lästert 2— 55 Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf, und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich, und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistel, Ephes. 4, V. 22—28. So legt nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffner Ge⸗ echliglit und Heiligkeit. Darum legt die Lügen ab, und redet die Wahrheit ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind. Zürnt und sündigt nicht, laßt die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebt auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu gebe dem Dürftigen Evang. am 20.Sonnt. n. Trinit., Matth. 1—44. nd Jesus antwortete und redete Abermal durch Gleichnisse zu ihnen und sprach: Das Hinmnclrrh ist gleich einem Könige, der seinem Sol ue Hoch⸗ zeit machte; und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist ge⸗ schlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Hantierung,‚ 22. B. 3 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Etliche aber griffen seine Knechte, höhnten und töteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu sei⸗ nen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht wert. Darum geht hin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gin⸗ gen aus auf die Straßen und brach⸗ ten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hoch— zeitliches Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen und hast doch kein hochzeit⸗ liches Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Häude und Füße, und werft ihn in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind be⸗ rufen, aber wenige sind auserwählt. Epistel, Ephes. 5, V. 15—21. So seht nun zu, wie ihr vorsich⸗ tiglich wandelt, nicht als die Un⸗ weisen sondern als die Weisen. Und schickt euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht un⸗ verständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und sauft euch nicht voll Weins, daraus ein unordent⸗ liches Wesen folgt, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Psalmen und Lobgesängen und geist⸗ lichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzeu. Und sagt Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seid untereinander unterthan in der Furcht Gottes. Evang.am 21. Sonnt. n. Trinit., Johannes 4, V. 47—54. nd es warein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser örte, daß Jesus kam aus Judäa in V Galiläa, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab käme und hülfe seinem Sohne: denn er war totkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebt. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie spra⸗ chen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzem Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläa kam. Epistel, Ephes. 6, V. 10—17. Zen meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an den Harnisch Got⸗ tes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ergreift den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wenn das böse Stündlein kommt, Widerstand thun und alles wohl ausrichten und das Feld be⸗ halten möget. So steht nun, um⸗ gürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerech⸗ tigkeit, und au Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangeliunn des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurige Pfeile des Bösewichts, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Gei⸗ stes, welches ist das Wort Gottes. fand ihm er g spra schu nied Ged heza thu alle nund hülfe krank. un ihr t, so sprach denn ht zu Der Jesus indem seine achen: rvon besser spra⸗ bente Da tunde gesagt aubte tnun that, un. 1.0. rk in einer Got⸗ die denn Blut und rren ieser stern illen auf dlein Alles be⸗ um⸗ und rech⸗ als ium seid. den hem feile elm Bei⸗ e8. Æ Am 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. 3 Evang.am 22.Sonnt. u. Trinit., Matth. 18, V. 23—35. D ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehutausend Pfund schul⸗ 903 Da er es nun nicht hatte zu ezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn ů1 sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da siel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Ge— duld mit mir, ich will dir alles be— zahlen. Da jammerte den Herrn des⸗ selbigen Knechts und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an und würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldigebist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles hezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten vor ihren We alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich Und sprach zu ihm: Du Schaltskuecht, alle diefe Schuld habe ich dir er⸗ lassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er be⸗ zahlt e alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmilischer Vater auch thun, so ihr nicht ver⸗ gebt von euren Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Febler. Epistel, Phil. 1, V. 3—11. ch danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke(welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden), — über eurer Gemeins chaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich der⸗ maßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängnis, da⸗ rinnen ich das Evangelium verant⸗ worte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teill gaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzens⸗ grund in Jesu Christo. Und darum bete ich, d daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllt mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen(in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evang. am 23.Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, V. 15—22. die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger samt Herodis Dienern und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrst den Weg Gottes recht, und du fragst nach niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weist mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das hörten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. a gingen ö 38 Am 24. und 25. Epistel, Phil. 3, V. 17—21. Tolgt mir, lieben Brüder, und seht F auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Wei⸗ nen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wir⸗ kung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, V. 18.—26. a er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um und sah sie und sprach: Sei getrost, mieine Tochter, dein Glaube hat dir ge⸗ holfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weicht, denn das Mägd⸗ lein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel, Kol. 1, V. 9—14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehört haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu Sonntage nach Trinitatis bitten, daß ihr erfüllt werdet mit Er⸗ kenntnis seines Willens in allerlei geist⸗ licher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Er⸗ kenntnis Gottes, und gestärkt werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Laugmütig⸗ keit mit Freuden. Und dauksagt dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht, welcher uns errettet hat von der Obrig⸗ keit der Finsternis und hat uns ver⸗ setzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evang.am 25.Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, V. 15—28. Menn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte (wer das liest, der merke darauf!), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nie ge⸗ wesen ist von Anfang der Welt bis⸗ her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden ver⸗ kürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen wer⸗ den die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführt werden in den Irrtuut (wo es möglich wäre) auch die Auser⸗ wählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so ge der K gleick gang also Men ist, Epi die d rig se nung daß ist, schla fihre 4 18 die 1 Zukr nicht Dent einen Erze Gott mel, aufer wir Zugle werd eutge also tröst unte Evo W lichke ihm, Stul vor den. scheid von die und dann seine iegne Reick Er⸗ eist⸗ ihr llem allen Er⸗ erdet ichen ütig⸗ dem it zu icht, brig⸗ ver⸗ nes, sung hung nit., den Wwon niel, tätte ufl, r im dem eder, olen. kehre Wehe gern eure oder dann enge⸗ bis⸗ wird. ver⸗ selig; wer⸗ dann Ziehe, hr es alsche tehen thun, rtuut user⸗ zuvor sagen isten, Am 26. Sonntage nach Trinitatis. 39 so geht nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgeht vom Auf⸗ gang und scheint bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zutunft des Menschen Sohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Ep istel, 1. Thess. 4, V. 13—18. ir wollen euch aber, lieben Brü⸗ ö der, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht tran⸗ rig seid wie die andern, die keine Hoff⸗ nung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, so ent— schlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Him⸗ mel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit deuselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander. Evang.am 26.Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, V. 31—46. enn aber des Meuschen Sohn konimen wird in seiner Herr⸗ lichteit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völter versammelt wer⸗ den. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet; und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Ge⸗ iegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von An⸗ beginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin ein Gast ge⸗ wesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefaugen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig ge⸗ sehen und haben dich gespeist? Oder durstig und haben dich getränkt? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherbergt? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krant oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig ge⸗ wesen, und ihr habt mich nicht ge⸗ tränkt. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krant und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig. oder durstig, oder einen Gast, oder nackt, oder krank, oder gefangen. und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Epistel, 2. Thess. 1, V. 3—10. Wir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist: denn euer Glaube wächst 40 sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trüb⸗ salen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trüb⸗ sal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbart werden vom Himmel, samt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Ange⸗ sicht des Herrn und von seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeug⸗ nis an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubt. Evang. am 27.Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, V. 1—13. Dren wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren klug, und fünf waren thöricht. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nah⸗ men nicht Ol mit sich; die klugen aber nahmen Ol in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen. Zur Mitter⸗ nacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht aus, ihm entgegen! Da standen diese Jung⸗ frauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ol, denn unsere Lampen verlöschen. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Da antworteten die klugen und spra⸗ chen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu den Krämern und kauft für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thür ward ver⸗ schlossen. Zuletzt kamen auch die an⸗ deren Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum wachet, denn ihr wißt weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistel, 1. Thess. 5, V. 1—11. Vea den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht not euch zu schreiben; denn ihr selbst wißt ge⸗ wiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird sie das Verderben schnell überfallen, gleich wie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid all⸗ zumal Kinder des Lichtes und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsternis. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trun⸗ ken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoff⸗ nung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesetzt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besitzen, durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnt euch unter⸗ einander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. spra⸗ t uns in zu selbst. kam bereit uzur ver⸗ e an⸗ Herr, Ortete sage ö arum nicht ö Tagg all⸗ nder der ö So ö die und fen, da ö SSI N.