* —— *———8—— I——— *+ 23⁷— 2 HNHIi⅛ν⁰ν⁰π⁰⁰9uvummuu....———— S 7 I 7 VIMNMC. . — D Da — — *—— — WMUUμ½ͤ+tuil ö Des Christen Pilgergang In Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung. QuUHαα Ein Gebetbuch von August Bender. evangelischem Pfarrer in Schadeck(Nassau). 1. Thess. 5, 17: Betet ohne Unterlaß. Matth. 21, 22: Alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubet, so werdet ihr es empfahen. ——j Dritte vermehrte Auflage.—— 10. bis 15. Tausend. Malcchdododdtppddvddbogkbbiiotbobdoobdssdoddvvdddotodsaoa / Herborn. Buchhandlung des Nassauischen Colportagevereins. 1899. Gottes ich ihn destowe Andere Das 2 hat, g denselb Komm minder als an Er ha erste f Ich d Beͤurte die es und si ein B das J Heben dürfni dem h Lufzuf — Getigr Buchdruckerei E. Weidenbach, Dillenburg. ist den und 1 — 7 Univ. Bibl, iessen Vorwork zur zweiken Ruflage. Als mein„Pilgergang“ seinen Weg antrat zu dem lieben Gottesvolke, für welches ich denselben vom Herrn mir erbeten, empfahl ich ihn dem Schutz- und Segensgeleite des treuen Gottes; nichts— destoweniger ließ ich ihn mit Sorgen ziehen. Er hatte mit so vielen Anderen denselben Weg zu machen, und er kam als ein Unbekannter. Das Volk aber, soweit es noch ein Bedürfnis nach solchen Büchern hat, greift lieber zu den bekannten und bewährten Führern, um denselben sich anzuvertrauen. Wer wollte ihm das auch verdenken? Kommt doch auch in dieser Gattung manches auf den Markt, was minderwertig ist und nicht selten mehr das Interesse am Geschäft als am Aufbau des Reiches Gottes verrät. Mit dem innigsten Dank gegen den Herrn kann ich sagen: Er hat die Reise meines„Pilgerganges“ zu Herzen genommen; die erste starke Auflage ist im Verlaufe von fünf Jahren vergriffen. Ich danke dies erfreuliche Ergebnis wesentlich den so günstigen Beurteilungen, welche mein Buch gefunden, wie den vielen Freunden, die es sich erwarb; letzteren meinen tiefgefühlten Dank auszusprechen und sie um die Fortdauer ihrer Liebe herzlich zu bitten, ist mir ein Bedürfnis. Die zweite Auflage giebt mir die willkommene Gelegenheit, das Buch seinem vorgesteckten Ziele näher zu führen: das christliche Leben in allen seinen Beziehungen, Lagen, Verhältnissen und Be— dürfnissen mit dem Gebet zu durchdringen, zu tragen und zu fördern; dem christlichen Volke ein Buch in die Hände zu geben, das es nur aufzuschlagen nötig hat, um für das vorhandene Bedürfnis das Geeignete zu finden; ein Hausgebetbuch zu werden. Zu dem Ende ist dem täglichen Bedürfnis durch eine dritte Wochenreihe von Morgen— und Abendsegen größere Rechnung getragen, ein Gebet für den .... ie¶.i........... Geburtstag, eine Fürbitte für einen Kranken, sowie ein Dankgebet für einen Genesenden sind neu hinzugekommen, die Liederverse sind ver— mehrt, teilweise sind die vorhandenen durch geeignetere ersetzt worden. Dazu hat das Buch ein größeres Format und einen einheitlichen Druck erhalten, während der geringe Preis derselbe geblieben ist. So darf ich denn auch wohl zu dem Herrn vertrauen, daß er in seiner großen Barmherzigkeit den Weg meines„Pilgerganges“ ferner segnen werde zum Aufbau seines Reiches auf Erden, zur Mehrung der Ehre seines heiligen Namens. Schadeck, den 4. Oktober 1890. A. B. Vorwort zur dritten Ruflage. Zum drittenmal ist es mir vergönnt,„Des Christen Pilgergang in Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung“ ausgehen zu lassen zu dem Volke, das noch seine Kniee beugt vor seinem Gott. Ich kann das Buch nicht von mir senden ohne die herzlichste Danksagung; unverkennbar hat Gott dem schlichten Buche die Wege gebahnt und es mit seinem Segen begleitet. Wenn ich denke, daß er demselben in verhältnismäßig kurzer Zeit die Thüren und Herzen von vielen Tausenden aufgethan hat, so muß ich sagen: der Herr hat Großes an mir gethan, dessen will ich denn auch fröhlich sein. Bereichert, wie ich hoffe, hebt das Buch von neuem seinen Weg an. Dem zweiten Teile ist eine vierte Wochenreihe Morgen— und Abendgebete und dem dritten Teile ist ein Weihnachts-Abendgebet zugefügt, und damit hat das Buch seinen inhaltlichen Abschluß ge— funden. Gott walte ferner über ihm in seiner Gnade! Den alten und neuen Freunden herzlichen Gruß und Dank! Schadeck, den 7. Juli 1898. set für wütr ober⸗ orden. 7. lichen 7 n ist.— 20——— 13 daß FI 11— +* Janlilien⸗Chronik. V „zur 95 *„ 2 Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen. Jos. 24, 15. Hausvater. Vor- und Zunamen, Stand, Ort und Zeit der Geburt rgang müm Hausmutter. gung; Vor- und Zunamen, Ort und Zeit der Geburt. it und selben vielen hroßes len Trauung. orgen⸗ Ort und Tag derselben, Hochzeitstext ꝛc. dgebet 5 ge⸗ 0 Dank! 0 2 — 8 Voreltern. ——0.0.— 278 U 6.D. O Gedenke der vorigen Zeit bis daher und betrachte, was der Herr gethan hat an den alten Vätern. 5. Mos. 32,7. Unsere Väter hofften auf ihn, und da sie hofften, half er ihnen aus. Ps. 22, 5 22, 5. Ehre Vater und Mutter, auf daß dir's wohl gehe. Eph. 6, 2 u. 3. Eltern des Hausvaters: Vor- und Zunamen, Stand, Ort und Zeit der Geburt. a. dessen Vater: b. dessen Mutter: Eltern der Hausmutter: Vor⸗- und Zunamen, Stand, Ort und Zeit der Geburt. a. deren Vater: b. deren Mutter: 3 ⁵9 N ARinder. 5 Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Lukas 18, 16. Ziehet eure Kinder auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Eph. 6, 4. Namen, Ort und Tag der Geburt und der Taufe, Taufpaten. —77— I—R 0 E ——9 binder. 2. + Kinder. 2 V N—68 I—— — E——— E 0 Es sei denn, daß jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Joh. 3, 3. Derhalben auch hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken. Kol. 1, 9 u. 10. a. des Mannes: Namen, Ort und Tag der Geburt und der Taufe, Eltern der Kinder. Paten⸗Kinder. b. der Frau: Namen, Ort und Tag der Geburt und Taufe, Eltern der Kinder. — 89— Sirrbefille Pe M Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Offenb. 14, 13 Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Joh. 11, 25. Namen, Ort und Tag des Todes und der Beerdigung, Krankheit u. s. w. Y ü 75 ( — 355 V 0 Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben. Offenb. 14, 13. ch bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Joh. 11, 25. Namen, Ort und Tag des Todes und der Beerdigung, Krankheit u. s. w. XIEI N. Z 1 Iumn 11 Sonflige E haultonchile Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wirds machen. Psalm 37, 5. Konfirmationen, Trauungen u. s. w. wohl lichte dir, lit Güte führe erschei wachte von n hat de geshaf mit G Fleh. auf 0 du in ...— öů„W —— — Erster Teil. ... Des Christen Tagesgang. Mein Herz hält dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz. Ps. 27, 8. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Röm. 14, 8. Einleikende Bekracfkung. Wenn das Christenleben ein Pilgerleben ist, und im Lichte des Wortes Gottes erscheint es nicht anders, so stellt dir, lieber Christ, ein jeder Tag, welchen dir Gott in seiner Güte schenkt, die Aufgabe: Deinen Tagesgang zu führen als ein Pilgrim. Zum ersten hast du vor deines Gottes Angesichte zu erscheinen mit herzlicher Danksagung, weil seine Augen wachten, während die deinen schliefen, weil seine Güte dich von neuem umfängt und er dir noch vergönnt zu leben. Wie hat dein Gott dich so lieb, daß er dich zu seinem Bilde geschaffen hat und daß seine Liebe fort und fort über dir waltet. Zum andern hast du, lieber Christ, dein Tagewerk mit Gott zu beginnen, denselben mit Gebet und Flehen hineinzunehmen in deinen Tagesgang auf allen deinen Wegen und in allem deinem Thun, damit du in allen Fällen an deinem Gott deinen Halt und Anker Des Christen Pilgergang. 1 2 Cinleitende Betrachtung. habest, in deiner Schwachheit, Ohnmacht und deinem Unver— mögen aus seiner Fülle schöpfest die Kräfte des Heils, des Widerstandes und der Ueberwindung, und dein Thun und Vornehmen dir gelinge. O, das ist ein unaussprechlicher Trost, daß unser Gott im Himmel, der Vater unseres Herrn Zesu Christi, ein Gott der Pilgrime und Fremdlinge ist. Nicht nur hat er sie lieb, sein Name heißt: Gott mit uns. Er ruft uns zu: Fürchte dich nicht, ich bin mit dir, weiche nicht, ich bin dein Gott. Ach, daß wir nur auf sein Wort hörten und merkten, wir könnten nicht mutlos und verzagt werden! Zum dritten hat dich Alles, was dir in deinem Tages⸗ gang begegnen mag, auf Gott hinzuweisen und zu demselben zurückzuführen. Jede Gabe seiner Liebe, jede Mahnung deines Gewissens und seines heiligen Wortes, jede Widerwärtigkeit und jede Trübsal haben dich zurückzu⸗ führen an das Herz deines Gottes. Wie er dir in Allem zuruft: Gieb mir, mein Sohn, dein Herz und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen, so muß die ungeteilte Hin— gabe deines Herzens und Lebens an Gott deine Antwort sein. Der Pilgrim Gottes hat nichts, das er sein eigen nennen dürfte; Alles ist Gottes und muß an Gott in herz— licher Freiwilligkeit zurückgegeben werden, damit es von ihm gesegnet und geheiligt werde. Die Losung eines Pilgrims ist: Ich bin nicht mehr mein eigen. Wohl denen, die also ihren Tagesgang verrichten, bei denen zur Wahr⸗ heit wird: Einer ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt. Führe mich, Herr, wie du willt. und t hast. ich Fürb sündi und Entsi daß und in de dir k sind. Her; Prei vor ohne Glar stuhll dieng wille Liebe, Vortes, rückzu⸗ Allem deinen n eigen herz⸗ on ihm ilgrims denen, Vahr⸗ Eingang. Eingang. . Um den Geist der Gnade und des Gebets. „Sacharja 12, 10: Ueber das Haus Davids und über die Bürger zu Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Mein lieber Herr und Gott, ich möchte zu dir beten und thun, was du mir in deinem Worte so gnadenvoll geboten hast. In dem Heiligtume deiner betenden Gemeinde möchte ich stehen und dir meine Opfer bringen in Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung. Aber wie darf ich, da ich so sündig und schuldbeladen, und wie kann ich, da ich so arm und ohnmächtig bin! Ach, mein Gott, komme mir zu Hülfe: Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde, wasche mich, daß ich schneeweiß werde, gieb mir den Geist der Gnade und des Gebets, daß ich dich möge anbeten im Geiste und in der Wahrheit und derselbe mich die Bitten lehre, welche dir wohlgefällig, und die Seufzer, welche ganz unaussprechlich sind. Dein heiliger Geist entzünde in deiner Liebe mein Herz, daß es werde ein Opferaltar des Dankes und des Preises; er heilige mein Herz und meine Lippen, daß sie vor dir nicht trügen; er begleite mich allewege, daß ich bete ohne Unterlaß. Laß mich in deiner Barmherzigkeit im wahren Glauben stets einen offenen Zugang finden zu deinem Gnaden⸗ stuhle, auf daß ich gewinne die himmlischen Kräfte für mein Pilgerleben, mich segne und heilige und meinen Brüdern diene und nütze. Ach, erhöre mich, mein Gott, um Christi willen lasse es also geschehen! Amen. O der unerkannten Macht Von der Heil'gen Beten, Ohne das wird nichts vollbracht, So in Freud und Nöten. Schritt für Schritt Wirkt es mit, Wie zum Sieg der Freunde, So zum End' der Feinde. Besondere Tagesgebete. HBesondlere Tagesgebete. 2. Beim Erwachen. Herr, du hast meine Augen aufgethan und mich aus der Nacht an das Licht gezogen, thue nun auch mein Herz auf, daß ich deine Güte erkenne und von Herzen dir dafür danke. Ich stehe auf im Namen deines lieben Sohnes und befehle mich mit Allem, was du mir gegeben hast, für den angefangenen Tag in deine Hände, du treuer Gott. Amen. 3. Wenn man an die Arbeit geht. Das walte Gott! In deinem Namen, Herr, fasse und hebe ich an mein Tagewerk. In der Mühe und Arbeit sei das mein Trost, daß du mich's geheißen hast, hilf, Herr, laß wohlgelingen. Amen. 4. Beim Läuten der Betglocke. Herr, du mahnest mich zum Gebet, ich neige mein Herz und mein Haupt vor dir und bete: Gieb Frieden deinem Volke und deiner heiligen Kirche auf Erden. Steure dem Hader, Krieg und Blutvergießen in allen Landen und an allen Orten. Den Frieden gieb, den die Welt nicht geben, noch nehmen kann, den Frieden mit und in dir, durch deinen lieben Sohn Jesum Christum. Amen. 5. Tischgebete. a. Vor dem Essen. Herr, du bereitest vor mir einen Tisch und willst mich eisen und tränken mit deinen Gaben, habe dafür von Herzen Herz Dank u deiner 4 zehe. deines dad m. meinen die Se und G gelobt himmlis hieniede N dein, hingeher und sch. hat mi an dein freuen. 5 Vaz il aus Herz dafür und den Imen. und lebeit Herr, mein ieden teure und niht dir/ nich rzen Besondere Tagesgebete. 5 Dank und laß Speise und Trank an mir gesegnet sein um deiner Liebe willen. Amen. * Herr, du thust deine Hand und dein Herz gegen mich auf, laß mich deine Liebe erkennen, die mich an dein Herz ziehe. Segne mir deine Gaben für Leib und Seele um deines lieben Sohnes willen. Amen. 2 2 * Lieber himmlischer Vater, du giebst mir das Brot, das meinen Leib nähren und stärken soll; nimm dafür hin meinen Dank. Laß mich auch das Brot nicht vergessen, das die Seele sättigt. Segne beides an mir, daß Leib, Seele und Geist erquicket werden. Amen. b. Nach dem Essen. Herr, du hast mich gespeist und getränkt, dafür sei gelobt und gepriesen. Sei auch ins Künftige mein lieber, himmlischer Vater und verlaß mich nicht, so lange ich noch hienieden zu leben habe. Amen. * 3* Nun ich gegessen habe und satt geworden bin, will ich dein, Herr, nicht vergessen noch dich verleugnen. Ich will hingehen, dir zu dienen und dir zu leben. Dazu stärke mich und schenke mir deines Geistes Beistand. Amen. ** * Herr, ich bin dein Gast gewesen, und deine milde Güte hat mich gespeist. Laß mich einst aus Gnaden auch sitzen an deinem Tische im Himmelreich, um mich deiner ewig zu freuen. Amen. 6. Beim Läuten der Abendglocke. Herr Jesu, das liebe Sonnenlicht, welches uns den Tag über geleuchtet hat, sinkt hinab, und der Abend und 6 Besondere Tagesgebete. die Nacht bricht herein. Wir bitten und rufen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt. Wo du bist, da ist es licht und helle auch am Abend, auch in der dunkelsten Nacht. So komme denn herein, Herr Jesu, bei uns zu bleiben. Amen. 2 Gebet eines Kindes beim Schlafengehen. Lieber, himmlischer Vater, du hast mich, dein Kind, diesen Tag über beschützet und mir viel Gutes erwiesen. Ich danke dir dafür von ganzem Herzen. Verzeih' mir auch, liebster Vater, daß ich dich und meine lieben Eltern diesen Tag oft mit meinen Sünden betrübt habe, ich möchte ja dein liebes und gehorsames Kind sein. Beschütze mich, meine lieben Eltern und Geschwister, meinen Lehrer und alle Kinder in dieser Nacht. Laß deine Engel an meinem Bettlein stehen, daß sie mich behüten, und ich wieder froh und gesund erwache. Amen. 8. Vor dem Einschlafen. Nun schließe ich meine Augen und befehle mich dir, du Hüter Israels, der du nicht schläfst noch schlummerst; sei auch in dieser Nacht mein Hüter, daß ich sicher und ruhig schlafen möge. Amen. 9. In schlaflosen Nächten. Ps. 42, 12: Was betrübst du dich, meine Seele und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Ach, Herr, der Schlaf flieht meine Augen und ich muß wachen auf meinem Lager, darum will ich an dich denken und mit dir reden. Herr, höre die Stimme meines Flehens: betrübt ist meine Seele, und mein Herz ist voll Unruhe. Mimm deiner! Seele zi und laf Liebe. dunkler wegen! auch fi stille ich wi in mit Kraft es dal Ngesi Kind, iesen. auch, iesen te ja neine inder ehen, bache. ö dir, lerst; und und t ihm ott ist. nuß enken hens: ruhe. Besondere Tagesgebete. 7 Nimm von mir, was mich drückt und bekümmert, laß mich deiner und deiner gnädigen Hülfe harren. Sprich meiner Seele zu mit den Tröstungen deines heiligen Wortes und Geistes und laß mich, ob ich schon wachen muß, ruhen in deiner Liebe. Ich schaue auf dich, Herr Jesu, der du einst in dunkler Nacht vor dem Vater im Staub gelegen. Meinet⸗ wegen hast du in heißem Kampfe blutigen Schweiß vergossen; auch für mich warst du betrübt bis an den Tod. Ich will stille sein und in deinem Namen rufen: Vater, nicht wie ich will, sondern wie du willst, dein Wille geschehe! Stärke in mir den Glauben und die Geduld, hilf mir in deiner Kraft tragen und überwinden, was du mir auferlegt; laß es dahin kommen, daß ich dir danke, dieweil du meines Angesichts Hülfe und mein Gott bist! Amen. Harre, meine Seele, harre des Herrn, Alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, Und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach; In allen Stürmen, in aller Not, Wird er dich beschirmen, der treue Gott. Zweiter Teil. .t Des Christen Wochengang. „Ich harre täglich.“ Hiob 14, 14. „Alles, was ihr thut mit Worten oder Werken, das thut Alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn.“ Colosser 3, 17. Einleikende Bekrachkung. Da der Mensch nach Gottes Bilde erschaffen ist, muß er auch in seinem Thun und Werk an seines Gottes Thun und Werk sein heiliges Ur- und Vorbild haben. Als aber der allmächtige Gott Himmel und Erde erschuf, da vollendete er sein Tagewerk und schloß es ab in seinem großen heiligen Wochenwerke. Dies Wochenwerk Gottes leuchtet, wenn auch mit gebrochenen Strahlen, hinein in des Christen Wochen⸗ gang, denselben zu erhellen, zu heiligen und zu verklären. Da aber unser Wochengang um der Sünde willen ein mühseliger und beschwerlicher ist, so haben wir, lieber Christ, umsomehr Gott zu danken, daß an seiner Spitze der liebe Sonntag steht; das ist unter allen Tagen der schönste und herrlichste; von ihm singt ein Lied: Hallelujah, schöner Morgen! Schöner als man denken mag: Heute fühl' ich keine Sorgen; Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. Dal Hilfe 106 Gottesseg der Ses Christus flanzet. Seele E sei deine und laß Berühry und sche uns vorf und in ist um gereizt uns sein Weg sei richtiger auf ihn bote vor deinen A und Arl dich das immer w der evig Einleitende Betrachtung. 9 Das ist unter den Hügeln der Berg, von dem uns Hülfe kommt. Auf ihm liegt der alt- und neutestamentliche Gottessegen, nämlich der Segen der sabbatlichen Ruhe und der Segen des neuen Lebens, welches uns unser Herr Christus erworben hat und in den Herzen der Gläubigen pflanzet. Darum fließt aus diesem Tage für Leib und Seele Erquickung, Erbauung und Belebung. Ach, l. Christ, sei deinem Gotte reichlich dankbar für den l. Sonntag und laß ihn dir geheiligt sein! Weil ferner unser Wochengang uns in die vielfältigste Berührung setzt mit der Welt und uns ihren Versuchungen und schädlichen Einwirkungen aussetzt, so ist die Gefahr für uns vorhanden, Schaden an unserer Seele zu nehmen und uns in dem Irrgarten der Welt zu verlieren; diese Gefahr ist um so größer, als der Mensch von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. Um dies zu verhüten, hat Gott uns seine heiligen Gebote gegeben, damit sie uns der Weg seien, in dem wir zu wandeln haben. Dies ist ein richtiger Weg, und großer Frieden und Segen liegen auf ihm. Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und werden nicht straucheln. Deshalb, lieber Pilgersmann, habe deines Gottes Ge— bote vor Augen und im Herzen und gehe getrost in deinen Wochengang! Ist derselbe auch ein Gang in Mühe und Arbeit, oft genug in Not und Thränen, so laß dich das nicht verdrießen, dein Gott heißt es dich, und immer wieder kommt der liebe Sonntag und endlich kommt der ewige Sabbattag. Wochengebete. Wocfengebeke. Erste Reihe. 10. Morgengebet am Sonntage. Jac. 4, 8: Nahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch. In deinem Ramen, dreieiniger Gott, trete ich in diesen Tag, den deine Liebe gemacht hat. Du willst dich heute wieder aufmachen und dein Volk segnen mit allerlei geistigem Segen in himmlischen Gütern, damit es keines wahren Gutes zu seiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt ermangele; du willst auch mir dich nahen in deinem heiligen Worte und in den Gnadenwirkungen deines Geistes, auf daß meine Seele und mein geistiges Leben auf meiner Pilgerreise nach der ewigen Heimat gespeist und getränkt werde mit dem Brote, darnach man nicht mehr hungert, mit dem Wasser, das ins ewige Leben fließt. So will ich denn auch freudig und dankbar dir entgegenkommen, auf daß ich alles dessen teilhaftig werde, was deine Gnade mir zu geben so willig und bereit ist. Laß mich wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und danken unter dem Haufen, die da feiern. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend. Ich will lieber die Thür hüten in meines Gottes Haus, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. Wecke mir das Ohr und das Herz, zu hören dein Wort als die Stimme meines Hirten, der meine Seele zur Erquickung ruft; öffne mir die Augen, daß ich in deinem Worte und deinen Werken dich erkenne, der du so groß und herrlich und doch so freundlich und herablassend bist und Gemeinschaft suchest mit uns sündigen Menschen. Segne an dem heutigen lieben Sonntage mit deinem Geiste und deiner Kraft alle deine Diener, die dein Wort zu predigen haben, damit sie es rein und lauter verkündigen und deine Gemeinde erbauen; segne alle Gemeinden mit deinem Geiste, daß sie willig hören, fo an diesen Herrlicht Sonntage keit. D dir sei L der du r Y2 Augesich auss dein mir deir und mir in dein erquickt. Leucht. dein E vergeh nich, da und sich und vera geholf der WV hast an urten n derben ö Hennher Heuch. iesen heute igem hren gele; zorte jeine nach dem sse, Udig ossen illig ttes en, fen ber enn Bece die kung und llich igen alle t se nen; illig Wochengebete. 11 hören, folgen und Früchte bringen, die da bleiben. Mehre an diesem Tage in der lieben Christenheit deine Ehre und Herrlichkeit, daß sie vor dir lebe und wandele im rechten Sonntagsschmucke, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heilig— keit. Dir sei Lob, der du uns aus Liebe geschaffen hast, dir sei Lob, der du uns aus Liebe erlöset hast, dir sei Lob, der du uns aus Liebe heiligest zum ewigen Leben. Amen. Ach! wie lieb ich diese Stunden, Denn sie sind des Herren Fest, Das mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Und durch seinen guten Geist Mir den Weg zum Leben weist. 11. Abendgebet am Sonntage. Ps. 119, 105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Mein lieber Vater in Christo! Ich komme vor dein Angesicht, dir zu danken für alles Gute, welches ich heute aus deinen Händen empfangen habe, und besonders, daß du mir dein liebes, teures Evangelium hast verkündigen lassen und mir reichlich Gelegenheit gegeben hast, mich zu erbauen in deinem seligmachenden Worte. Das hat meine Seele erquickt. Erhalte mir dein Wort: es sei meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege; wo ja dein Gesetz nicht mein Trost wäre, so müßte ich vergehen in meinem Elend. Ach, wie betrübt es mich, daß so viele, die doch auf deinen Namen getauft sind und sich Christen nennen, dein teures Wort geringschätzen und verachten. Herr, der du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, der du nicht Gefallen hast am Tode des Sünders, laß nicht ab, den Ver⸗ irrten nachzugehen, ob es deiner Liebe gelinge, sie vom Ver— derben zu erretten. Werde auch nicht müde in deiner Barmherzigkeit an mir armen Sünder; wie viel fehlt doch, 12 Wochengebete. daß ich dir wohl gefiele. Vergieb mir die Sünden und verdrieß Uebertretungen, deren ich mich auch heute schuldig gemacht mir die habe; sei mir gnädig in der bevorstehenden Nacht; bewahre Llippen mir Leib und Seele, daß mich Gefahr und Unfall nicht und la treffe; birg' mich unter deinen Flügeln, daß ich sicher ruhen daß ich und schlafen möge; wecke mich froh und gesund wieder auf, hüte, i daß ich deinen Namen preise. Amen. heilige ö Schreib alles, was man heut gelehrt, Reden In unsere Herzen ein, Hetr Und lasse die, so es gehört, Herr, Dir auch gehorsam sein. heute Erhalte ferner noch dein Wort Schut Und thu uns immer wohl, 7070 Damit man stets an diesem Ort ein re Gott diene, wie man soll. verwir Indessen such' ich meine Ruh': heilige O Vater, steh mir bei, Und gieb mir deinen Engel zu, Daß er mein Wächter sei. 12. Morgengebet am Montag. 1. Chron. 18, 27: Nun hebe an zu segnen das Haus deines Knechts, daß es ewiglich sei vor dir; denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich. Das walte, du barmherziger Gott! Ich beginne mein Wechenwerk und meine Arbeit, in welcher ich nach deinem ö h. Beschlusse im Schweiße des Angesichts mein Brot essen Hhn soll; o Herr, gehe du mit hinein mit deinem Beistande und Rost Segen, denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet duj i ewiglich. Segne mein Amt und meinen Beruf, mein Weihe Geschäft und meine Hantierung, mein Thun und Lassen; 11— segne Haus und Hof, Acker und Vieh, mein Gut und meine l Nahrung. Gieb und erhalte mir die Gesundheit, verleihe t mir weisen Rat und besonnene Ueberlegung bei allem meinem sol ů Vornehmen. Laß mich überall und in Allem vorsichtig 910. wandeln, nicht als einen Unweisen, sondern als einen Weisen. W. Laß mich dankbar von dem zeitlichen Segen das hinnehmen, 6äi was deine Güte mir schenken will, und laß es mich nicht Well. Haus du, nein nem ssen und net nein sen eine eihe nem Hig sen. nen, icht Wochengebete. 13 verdrießen, wenn es mir sauer werden will. Dämpfe in mir die böse Lust, welche das Verbotene begehrt; laß meine Lippen nicht trügen; bewahre mich vor dem unredlichen Gut, und laß meine Füße nicht weichen von deinen Wegen. Gieb, daß ich dich vor Augen und im Herzen habe, daß ich mich hüte, in eine Sünde zu willigen und zu thun wider dein heiliges Gebot. Ich soll dir von allem meinem Denken, Reden und Thun einst Rechenschaft geben, bewahre mich, Herr, daß ich nicht zu Schanden werde, und nimm mich heute und alle Tage meines Lebens in deinen allmächtigen Schutz und deine gnädige Obhut. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen, gewissen Geist, verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Amen. Anfang und Mitte samt dem End' Stell' ich allein in Gottes Händ': Er gebe, was mir nützlich ist; Drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 13. Abendgebet am Montag. Matth. 6, 33: Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen. Mein Tagewerk ist beendet; habe Dank, lieber himm— lischer Vater, daß du den Tag über mein Beistand und Trost gewesen bist. Deiner gnädigen Obhut danke ich es, daß ich diesen Abend gesund erlebt habe. Vergieb mir alle meine Sünden und Uebertretungen, mit denen ich dich den Tag über betrübt und erzürnt habe. Du mahnest in deinem heiligen Worte: Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen, aber vielmehr, als nach deinem Reiche und seiner Gerechtigkeit, habe ich getrachtet nach dem, was in der Welt und von der Welt ist und was zu diesem armen Leben gehört. O lösch in mir den Durst nach dem Weltlichen, Irdischen und Zeitlichen, damit dein Wort mich 14 Wochengebete. nicht treffe: Wer die Welt lieb hat, in dem ist nicht er si⸗ die Liebe des Vaters. Erneuere mein Herz und meinen gebe Sinn, ziehe von mir aus den alten Menschen, der sich durch O wi Lüste in Irrtum verderbet. Erleuchte meine Augen, daß sie auch z nicht sehen auf das, was sichtbar und zeitlich ist, sondern nich auf das, was unsichtbar und ewig ist. Was hülfe es dem sein h Menschen, so er die ganze Welt gewönne und hensch nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was nich 1 kann der Mensch geben, damit er seine Seele ded E wieder löse? Laß mich reich zu werden trachten an den ind Gütern, die weder Motten noch Rost fressen und wonach Herze die Diebe nicht graben und stehlen. Im bußfertigen Glauben Dem * bitte ich dich um den Trost der Sündenvergebung. In Geist solchem Glauben laß mich meine Augen schließen auch dann, Kind wenn für immer mein Tagewerk beendet ist, und ich von Tage hinnen scheiden soll. Erhöre mein Gebet und Flehen um mir deswillen, der mich geliebt und erlöst hat unter heißen kann Todesschmerzen. Amen. snd O höchstes Gut, sei hier und dort ander Mein Reichtum, Lust und Ehre! Gieb, daß in mir sich fort und fort und! Das Sehnen nach dir mehre! Mme Daß ich dich stets vor Augen hab' Und mir und allem sterbe ab, an di Das mich von dir will ziehen. Woh 14. Sei Morgengebet am Dienstag. Epheser 5, 1: So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder. Mein lieber Herr und Gott, deine Liebe schenkt mir diesen Tag, und du vermahnst mich in deinem heil. Worte: So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder. Das heißt mich aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens und in seine Fußtapfen treten. Er hat in deinem Schoß gelegen als dein heiliges und liebes Kind und ist der Abglanz deiner Herrlichkeit und das Eben— ö bild deines Wesens. Doch ist er nicht gekommen, daß nicht neinen durch aß sie ndern dem und was zeele uden onach auben In dann, von um heißen als dit mir Zorte: eben sänget reten. liebes Eben⸗ daß Wochenebete. 1⁵ er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für Viele. O, wie hat seine erbarmende Liebe ihn so tief herabgezogen auch zu den Geringsten und Elendesten! Er hat auch für mich sein heiliges Leben hingeopfert. Wie beschämt mich sein heil'ges Beispiel, da ich vielmehr darnach trachte, zu herrschen statt zu dienen, mich über andere zu erheben, als mich unter sie zu erniedrigen. Das macht die böse Wurzel des Stolzes und der Hoffart, die in meinem Herzen steckt und mein Leben vergiftet. Reiße Du sie aus meinem Herzen, denn du widerstehst den Hoffärtigen, den Demütigen aber giebst du Gnade! Gieb mir deinen Geist, daß ich meinem lieben Heiland nachfolge und dein Kind werde. Durch deinen Geist hilf mir, an dem heutigen Tage alles treulich ausrichten, was Amt und Beruf von mir heischen. Es sei mir eine Freude, daß ich dir dienen kann und darf auch in den Werken meines zeitlichen Berufes, sind dieselben auch noch so geringe. Mache mich auch willig, anderen zu dienen mit der von dir empfangenen Gabe, wo und wie ich kann. Ganz besonders ziehe mein Herz zu den Armen und Geringen, ihnen beizustehen, daß ich dir diene an diesen Geringsten. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Amen. Jesu, hilf mir christlich leben! Führe mich der Tugend Bahn. Du, Herr, kannst mir Kräfte geben, Daß ich richtig wandeln kann. Hilf mir, hilf mir, deinen Willen Willig, freudig stets erfüllen. 15. Abendgebet am Dienstag. Ps. 34, 8: Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten und hilft ihnen aus. Mein lieber, himmlischer Vater, die Nacht ist herbei— gekommen, und ich suche die Ruhe auf meinem Lager. Nimm 16 Wochengebete. hin, du treuer Gott, meinen Dank für das, was du den Tag an mir gethan hast. Du hast mir in deiner erbarmenden Liebe gedient, hast mich bei Leben und Gesundheit erhalten, mir Fortgang gegeben in meines Berufes Arbeiten und mir viel Gutes erwiesen. Laß mich auch in dieser Nacht dir befohlen sein. Hilf vor allem meiner heilsbedürftigen Seele, daß ich im Glauben an deinen lieben Sohn mich deiner sündenvergebenden Guade getröste und mit dir unzertrennlich verbunden bleibe. Befiehl deinen heiligen Engeln, daß sie um mein und der Meinigen Lager die Wache halten, auf daß kein Feind unserer Seelen uns schade. Du treuer Gott, wie hast du deine Kinder so lieb, wie bist du in ihrer Schwachheit und Ohnmacht so treulich um sie besorgt, daß deine heiligen Engel, welche dir dienen, auch ihnen dienen müssen, damit sie dir bewahrt bleiben. O, ich will mich dessen von Herzen freuen und getrost in meine Kammer gehen und meine Augen schließen; deine Hut wird mich bedecken, daß kein Unfall mir schade. Ehre sei dir dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste. Amen. Hirte deiner Schafe, Der von keinem Schlafe Etwas wissen mag; Deine Wundergüte War mein Schild und Hütte Den vergang'nen Tag, Sei die Nacht Auch auf der Wacht Und laß mich von deinen Scharen Um und um bewahren. 16. Morgengebet am Mittwoch. 1. Cor. 4, 2: Nun suchet man nicht mehr an den Haus⸗ haltern, denn daß sie treu erfunden werden. Lieber Herr und Gott, ich danke dir, daß ich wieder erfahren darf, daß deine Güte alle Morgen neu ist und deine Barmherzigkeit kein Ende hat. Ich bin nun mitten in die Woche getreten, ob ich aber das Ende derselben erleben werde, das weiß ich nicht, das steht allein bei dir dahin unser währet aller f 0 fo nicht treu mache In di unden muß Hilf Herzer nicht versän warte nehme Heilige Selle, Kinder und Hi ihter 2 u den nenden halten, dd mir ht dir Seele, deiner nnlich aß sie u, auf Gott, Haus⸗ wieder 2u ist ch bin Ende allein Wochengebete. 17 bei dir, dem Herrn meiner Tage. Ach, wie eilig flieht dahin mein Leben, ein Tag jagt den andern! Was ist unser Leben? Ein Dampf ist es, der eine kleine Zeit währet und dann verschwindet. So bewahre mich denn vor aller falschen Sicherheit und lehre mich meine Tage zählen. Ich soll und will dein Haushalter sein. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. O,, liebster Gott und Vater, mache mich treu, treu auch in dem Kleinsten und Geringsten. In dieser Treue hilf mir heute meinen Haushalt bestellen und nie vergessen, daß ich dir einstmals Rechenschaft geben muß auch von jedem unnützen Wort, das ich geredet habe. Hilf mir, daß ich dich nicht aus meinen Augen und meinem Herzen verliere, daß ich über dem Irdischen das Himmlische nicht vergesse und über dem Zeitlichen das Ewige nicht versäume; laß mich vor allem meines ewigen Berufes treulich warten, damit du mich, wenn meine Stunde kommt, zu dir nehmen kannst in dein himmlisches Reich. Gelobt sei dein heiliger Name. Amen. Bleib' du mir diesen Tag Stets vor den Augen schweben; Laß dein' Allgegenwart Mich wie die Luft umgeben; Auf daß mein ganzes Thun Durch Herz, durch Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund. 1. Abendgebet am Mittwoch. Ps. 91, 1 u. 2: Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibet, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Mein lieber Gott und Vater, dich lobpreiset meine Seele, und mein Herz freut sich deiner. Das ist für deine Kinder auf Erden so tröstlich, daß du in ihrer Schwachheit und Hülflosigkeit, in dem Wechsel der Zeit und in der Unruhe ihrer Tage ihre Zuversicht bist und ihre Burg, ihr Des Christen Pilgergang. 2 18 Wochengebete. Gott, auf den sie hoffen. Darum eile ich zu dir, meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe Ich fühle mich geborgen auch in finsterer Nacht, wenn ich liege unter dem Schatten des Allmächtigen; vor wem sollte ich mich fürchten, auch wenn ich daliege wie tot, wenn dein Schirm mich bedecket? O, so breite deine schützenden Fittige über mich aus, und laß mich von deiner Allmacht und Liebe eingeschlossen sein, wie eine feste Burg. Eilen will ich zu meinem Herrn Jesu und meine sündige und schuldbeschwerte Seele bergen in seine heiligen Wunden. Habe von Herzen Dank, lieber Vater, für Alles, was du heute an mir gethan hast, habe Dank auch für das Schwere und Schmerzliche, welches du mir auflegst. Es müssen ja denen, die dich lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Laß auch alle meine Lieben und alles, was ich habe, von deinem Schirme bedeckt sein. Gieb Ruhe und Frieden in dieser Nacht allen Müden und Kranken, allen Bekümmerten und Angefochtenen, allen Vereinsamten und Verwaisten. Sei in aller Not und in dem Tod unsere Zuversicht und Burg, Herr, du treuer Gott. Amen. Nun wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben Hab' ich dir ergeben, O du Hüter du! Gute Nacht, nimm mich in Acht, Und erleb ich ja den Morgen, Wirst du weiter sorgen. 18. Morgengebet am Donnerstag. Matth. 26, 41: Wachet und betet, daß ihr nicht in Au⸗ fechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. In herzlicher Danksagung beuge ich in dieser Morgen— stunde meine Kniee vor dir, meinem Gott, denn du bist in der verflossenen Nacht mein Schirm und mein Schutz gewesen, du hast mich gesund aus meinem Bette wieder ausstehe Güte t mir F. mir Y schwer geht 1 Willer deine für n Anfer deinet bete! Geif wappr ich ar mich daß d ertrag du mi ich b Gott erhal rechtt in Al⸗ chwach. rgen⸗ bit vieder Wochengebete. 19 aufstehen lassen. In deinem Namen und auf deine große Güte trauend, will ich mein Tagewerk wieder anheben. Gieb mir Freudigkeit, alles zu thun, was du mir gebietest; gieb mir Mut und Ausdauer, wenn der Tag heiß und seine Last schwer wird; gieb mir Hoffuung und Geduld, wenn es nicht geht nach meinen Wünschen, sondern nach deinem heiligen Willen. Gieb mir ein bußfertiges und dankbares Herz, deine Züchtigung laß mir dienen als eine heilsame Arznei für mein Herz und Leben. In keiner Versuchung und Anfechtung laß mich weichen von deinem h. Worte und deiner seligmachenden Wahrheit. Lehre mich wachen und beten, daß ich nicht in Anfechtung falle, der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach; wappne mich mit dem Schilde des Glaubens, mit welchem ich auslöschen kann alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Laß mich nicht über Vermögen versucht werden, sondern mache, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ich es kann ertragen; so hast du mir's ja verheißen. Thue an mir, wie du mir in deinem Worte zurufest: Fürchte dich nicht, ich bin mit dir, weiche nicht, denn ich bin dein Gott, ich stärke dich, ich helfe dir auch und erhalte dich durch die rechte Hand meiner Ge— rechtigkeit. Herr, hilf und laß es mir wohlgelingen. Amen. Ach, Herr Jesu, mich regiere Durch den werten heil'gen Geist, Daß ich so mein Leben führe, Wie dein Wort mich unterweist, Daß ich meines Lebens Lauf Richte nach dem Himmel auf; Und wenn ich einst komm zu sterben, Laß mich dann den Himmel erben! 19. Abendgebet am Donnerstag. Ps. 103, 13: Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Du barmherziger Gott hast dich heute meiner erbarmet, wie ein Vater sich über Kinder erbarmet, du hast mich geliebt und mannigfach gesegnet. Meines Berufes 2* 20 Wochengebete. Arbeiten hast du mich vollbringen, des Tages Mühen und Beschwerden hast du mich tragen lassen. Vor unzähligen Gefahren des Leibes und der Seele hast du gnädig mich beschützt, vor schweren Heimsuchungen hast du mich liebevoll bewahrt. Ach, wie anders hast du es doch mit mir armen Sünder gehalten, als ich es mit dir gehalten habe. War auch am Morgen das Wollen des Guten vorhanden, so be— schämt mich tief der Rückblick auf den verlebten Tag und der Einblick in mein Herz und mein Leben. Vor schweren Sünden hat mich das Aufsehen deiner Gnade bewahrt, aber wer ist rein vor dir, vor dem die Himmel nicht rein sind? Ach, decke meine Sünden zu, vertilge meine Missethat wie eine Wolke und meine Sünde wie den Nebel; das Verdienst deines lieben Sohnes sei meine Fürsprache. Und nun ich mich niederlegen will, schließ du die Thüre meines Hauses und die Thüre meiner Sorgen und Kümmernisse zu. Was soll ich sorgen und mich ängsten? Hast du mir doch geboten, meine Sorgen auf dich zu werfen, hast du doch die Haare auf meinem Haupte gezählt; du bist mein Erbarmer. Deine heilsame Gnade in Christo sei mir genug, sie nur kann mich glücklich und selig machen. Laß sich ihrer getrösten Alle, die auf dich hoffen, meine lieben Angehörigen und Alle, für welche ich thun soll Bitte, Gebet und Fürbitte, sie sei der Trost aller deiner Kinder auf Erden. Erbarme dich unser Aller, du treuer Gott, um deiner Liebe willen. Amen. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 20. Morgengebet am Freitag. Matth. 16, 24: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir. Mein Herr Jesu, dies ist der Tag, an dem du einst am Kreuze gehangen und durch dein heißes Lieben und Leiden die Welt erlöset hast. Du hast, heiliges Gotteslamm, auch meine den T und te Wie k das u nimm Gerec sonder der guf das obwo den k Dem auch trage Gehe dem deine durch hin; itter heiße errun schaft hast Uun und beren aber ind? wie dienst ich auses Was oten, haare deine mich Ale, „für i der unser . Wochengebete. 21 meine Sünden getragen, meine Schuld gebüßt und für mich den Tod geschmeckt, du hast auch mich mit deinem heiligen und teuren Blute erkauft und ewig für mich genug gethan. Wie könnte ich dir genugsam danken, danken für ein Heil, das unaussprechlich ist! Nimm hin mein Herz dir zu eigen, nimm hin mein Leben, daß ich dir lebe und diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Halte mir heute be— sonders vor dein Wort: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Hilf mir verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste; hilf mir, obwohl noch lebend im Fleische, das Fleisch kreuzigen samt den bösen Lüsten und Begierden. Lehre mich in herzlicher Demut und in ernster Selbstverläugnung dir nachfolgen, auch das Kreuz, das deine Hände mir auferlegen, willig tragen und dir nachwandeln auch auf dornenvollen Wegen. Gehe ich nur in deinen Fußtapfen, so bin ich allewege auf dem rechten Wege. Erleuchte und stärke mich dazu durch deines Geistes Erleuchtung, Kraft und Gnade. Führe mich durch Nacht zum Licht, durch Kreuz zur Krone, führe mich hin zu dir und deinem Throne. Erhöre mich um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. Soll's uns hart ergehn, Laß uns feste stehn, Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 21. Abendgebet am Freitag. Joh. 14, 27: Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Mein Herr Jesu, am Kreuze hangend hast du in deinen heißen Todesleiden deinem armen Volke ein großes Gut errungen. In deinem heiligen Gehorsam hast du die Feind⸗ schaft zwischen uns und Gott aus der Mitte gethan und hast einen ewigen Bund des Friedens geschlossen. Du bist nun unser Friede, der aus beiden eins gemacht, und 22 Wochengebete. hast abgebrochen den Zaun, der dazwischen war, da du durch dein Fleisch wegnahmst die Feindschaft; gieb mir deinen Frieden, o Jesu! Du weißt, wie sehr darnach mein Herz verlangt, und wie sehr es ihn bedarf. Stille dieses Dürsten. Verscheuche auch die kummervollen und schwermütigen Gedanken meines Herzens, beschwichtige mein unruhiges Gemüt, stille alle sündlichen und fleischlichen Erregungen, gieb mir deinen Frieden! Gieb mir auch Frieden mit allen Menschen. Habe ich meinen Nächsten betrübt, gekränkt und geärgert, so verzeihe mir das und wende mir des Nächsten Herz zu in Liebe und Frieden; bin ich aber von ihm betrübt, gekränkt und geärgert worden, so vergieb ihm dieses, und laß mich ihn um so mehr lieben. Laß keine Lieblosigkeit und Unversöhnlichkeit, ge— schweige denn Haß und Zorn mit mir schlafen gehen. Gieb Frieden den Gliedern meines Hauses, thue auch das Kleinste weg, was zwischen den Herzen liegt; gieb Frieden allen Gliedern meiner Familie, laß die nichts trennen, die du so nahe verbunden hast. Gieb Frieden allen deinen Kindern, Frieden deinem Volke, Frieden der friedlosen, der drang⸗— salsvollen Welt. O Jesu, gieb mir deinen Frieden! Dein Friede sei mein Ruhekissen, auf das ich mich niederlegen will. Hier ruhe und schlafe ich in deinen Armen. Amen. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ew'ge wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd', Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 22. Morgengebet am Samstag. Röm. 8, 14: Welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Nun ich durch deine Gnade den letzten Tag in der Woche erlebt habe, bitte ich dich, lieber Vater im Himmel, um deine beste Gabe: gieb mir deinen Geist. Du hast ja verheißen: So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren wird geber sein ob und e bitten wollte gering Tag. und Wille gefill zersto Vermt mich in m aller Trau heilig Verhi dieser Weib, Freur du ver dein dern, rang⸗ Dein legen men. it sind u der umel, it j nnet Wochengebete. 23 euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten. Ich kann dein Kind nicht sein ohne deinen Geist; ohne ihn verfehle ich meine himmlische und ewige Berufung in Christo Jesu. Wie dürfte ich dich bitten um deine zeitlichen Gaben und deine irdischen Segnungen, wollte ich diese deine beste Gabe und deinen höchsten Segen gering achten! Dein Geist leite und regiere mich auch diesen Tag. Er reinige mein Herz und erfülle es mit frommen und heiligen Gedanken und Bewegungen; er heilige meinen Willen, daß ich nur denke, rede und thue, was vor dir wohl— gefällig ist, er treibe mich an zu allen guten Werken. Er zerstöre die natürliche Blindheit und Unwissenheit meiner Vernunft und unterweise mich in deiner Wahrheit; er bringe mich zurecht, wenn ich irre und strauchele, und strafe mich in meinem Gewissen, wenn ich sündige. Er tröste mich in aller Mühsal und erquicke mein Herz in der Angst und Traurigkeit. Er fördere auch das Werk meiner Hände und heilige es, daß es dir gereiche zur Ehre und mir zum Segen. Verhilf mir durch deinen Geist zu einem gesegneten Beschlusse dieser Woche. Gieße ihn aus über die Meinigen, über Mann, Weib, Kind und Gesinde, über Brüder und Schwestern, über Freunde und Nachbarn, gieße ihn aus über alles Fleisch, wie du verheißen hast. Durch ihn laß uns sein eine heilige Familie dein Volk, fleißig und zu guten Werken geschickt. Amen O du Geist der Kraft und Stärke, Du, der alles Gute schafft! Hilf uns wirken Gottes Werke, Und im Kampfe gieb uns Kraft. Wenn Versuchung uns bedroht, Siegen hilf, du Geist aus Gott. 23. Abendgebet am Samstag. Ps. 92, 2, 3: Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken, und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Mein lieber, himmlischer Vater in Christo Jesu, betend und hoffend habe ich diese Woche begonnen, dankend und 24 Wochengebete. lobend darf ich sie beschließen. Ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich und die lieben Meinigen bei Leben und Gesundheit erhalten und vor vielen schmerzlichen Heim— suchungen in Gnaden bewahret hast. Mein armes Gebet hast du nicht verachtet, und hast mich in Gnaden angesehen. Durch die Mühen und Arbeiten, durch das Ungemach und die Beschwerden dieser Woche hast du durchgeholfen, und hast mich mit mannigfachem Gute gesegnet. Dazu hast du mit deinem h. Worte und dem Zuspruch deines Geistes meine Seele erquickt. Das alles will ich an diesem Abend meinem lauen, oft so unzufriedenen und undankbaren Herzen vor— halten, daß es werde ein Altar des Dankes, und mein Odem werde ein Weihrauch deines Lobes. Es ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Abends deine Wahrheit verkündigen. Beschließe du nun auch mit mir in Gnaden die Woche. Ach, Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden und vergilt mir nicht nach meiner Missethat, um Christi Willen sei mir ein gnädiger Gott; laß mir deinen Geist und Segen zurück. Umfahe mich und die lieben Meinen bei meinem Ausgange, umschirme Haus, Hof, Feld und Flur und bewahre in Gnaden das Unsrige. Laß mich im Glauben ausschauen nach dem lieben Sonntag, an dem ich ruhen und feiern darf, und du mir entgegen⸗ kommen willst mit deinem lauteren, seligmachenden Worte. Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gotte von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Also will ich dein Lob besingen, So lange sich die Zunge regt, Dein hoher Name soll erklingen, Weil Tag und Nacht die Zeit bewegt; Doch hilf mir in den Himmel ein, Da wird ein ewiger Sabbat sein! Woche ö heilig heili seine dein l gelegt: du gn in ab gieb ö Predi, keit u fürchte und a der E Gottl. Glied age l Kuech auf d auch Laß Name gessn Mume gottlo Geda Heilig vollef inzem Leben Heim⸗ Gebet sehen. und und st du meine einem vor⸗ Odem tlich nem nade gen. Zoche. inen iner Hott; und haus, srige. ntag, egen⸗ orte. breis it zu Wochengebete. 2⁵ Zweite Reihe. Wochengebete mit Zugrundelegung der sieben Bitten im Gebete des Herrn. 24. Morgengebet am Sonntag. Luc. 11, 2: Dein Name werde geheiligt. Herr Gott, du Herr des Himmels und der Erde, deine heiligen Engel beten dich an und rufen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll; deinen Kindern aber hier unten hat dein lieber Sohn die Bitte in das Herz und auf die Lippen gelegt: Dein Name werde geheiligt. Ach, Herr Gott, du gnädiger Gott, gieb und hilf, daß das geschehe. Gieb in allen Schulen und Kirchen die rechte, heilsame Lehre; gieb auf allen Kanzeln und an allen Altären die lautere Predigt deines heiligen Wortes, damit du in deiner Heilig⸗ keit und Unsträflichkeit erkannt werdest und alle Welt dich fürchte. Steure hin und her in allen Schulen und Kirchen und an allen Orten der falschen Lehre, dem Unglauben und der Spötterei, wodurch Jung und Alt hingerissen wird zur Gottlosigkeit und zum Verderben. Gieb mir und allen Gliedern meiner Gemeinde an dem heutigen, lieben Sonn⸗ tage dein heiliges Wort zu hören; erleuchte und stärke deinen Knecht und Diener, und erwecke die Ohren und die Herzen, auf daß wir, von der Kraft deines Wortes ergriffen, nun auch als deine Kinder heilig vor dir leben und wandeln. Laß mich in Wort und Wandel ein Zeuge deines heiligen Namens und deiner Ehre sein, jetzt wo so viele dich ver⸗ gessen und verleugnen und mit heillosem Wesen deinen Namen und deinen Tag schändlich entheiligen. Vor solch gottlosem Wesen bewahre mich und alle die Meinen. In Gedanken, Worten und Werken laß mich deinen Namen heiligen, und mein Herz der tiefsten Ehrfurcht und Anbetung voll sein. Täglich laß mich wachsen in deiner Erkenntnis 26 Wochengebete. und in der Erkenntnis deines lieben Sohnes, bis ich dort dich anbete und mit deinen heiligen Engeln und Auserwählten rufen darf: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll. Amen. Geheiligt werd' der Name dein: Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem Namen würdiglich, Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr', Das arm', verführte Volk bekehr'. 25. Abendgebet am Sonntag. 1. Petri 1, 15: Nach dem, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem eurem Wandel. Ich bin heilig und ihr, sollt heilig sein in allem eurem Wandel, das ist, heiliger Gott, dein Zuruf an uns. O wie er mich tief beschämt, wie ich mich scheuen muß vor dir! Ich bin so unheilig, sündig und schuldbeladen, du findest nichts an mir, das dir wohlgefallen könnte. Mein Herz ist unrein, meine Lippen sind unrein, meine Hände und Füße sind unrein; im Dienste der Sünde ist mein ganzes Wesen befleckt. Wo sollte ich hingehen und hinfliehen, wenn du mit mir in das Gericht gehen wolltest, wo gäbe es eine Zuflucht und Hoffnung für mich, wenn ich nicht fliehen und eilen könnte zu meinem Jesu, welchen du mir zur Heiligung gemacht hast! O Jesu, laß mir zu gute kommen deinen vollkommenen Gehorsam, dein heiliges Leben, dein unschuldiges Leiden und Sterben. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist, damit ich erneuert mit Ernst und Eifer der Heiligung nachstrebe, nicht dahinten bleibe und der Krone des ewigen Lebens verlustig gehe. Nimm dich auch in dieser Nacht meiner und der Meinigen gnädig an, daß ich nicht durch eine schnell über mich hereinbrechende Sichtung beunruhigt und erschreckt, daß mein Herz und mein Geist nicht mit unreinen Bildern befleckt werde. Bringe du mich wieder aus der Nacht in den Tag, aus der Finsternis in das Licht, und Univ.-Bibl. Giessen —ꝛ.— stärker Vouhts Herrn. der Y Plich Gnad Reiche Tage lechten ich in lischen sei da ihm d Volle beuge matt dieser denket nach komm barml mit n über daß d die K dort ählten Herr Umen. hat und . in in uf an scheuen kaden, Mein e und unzes wenn eine n und ligung deinen ldiges ein issen ligung wigen Naht durch und reinen 6 der und Wochengebete. 27 stärke mich durch deinen Geist, zu wandeln als ein Kind des Lichts dir zu allem Gefallen durch Jesum Christum, meinen Herrn. Amen. Laß mich auf dem schmalen Weg Durch die enge Pforte gehen, Laß auf deines Wortes Weg Einzig meine Augen sehen. Gieb Geduld in Kreuz und Leiden, Daß sie nie mich von dir scheiden. 26. Morgengebet am Montag. Luc. 11, 2: Dein Reich komme. Du hast mich, allmächtiger und barmherziger Gott, aus der Nacht an das Licht gezogen, damit ich von neuem die Pflichten meines Berufes erfülle. Laß nun auch dein helles Gnadenlicht in meiner Seele aufgehen, damit ich als deines Reiches Bürger und Genosse heute diesen Tag und alle Tage meines Lebens lebe und wandle. Wirke in mir den rechten, lebendigen Glauben an deinen lieben Sohn, auf daß ich in diesem Glauben schmecke die Lebenskräfte deines himm— lischen Reiches. In dieser Welt der Sünde und des Todes sei das mein Trost, daß ich deinem Reiche angehöre und in ihm das besitze, was Sünde, Not und Tod weit überwindet. Wollen des Lebens Mühen, deren so viele sind, mich nieder beugen, wollen die Kämpfe und Aufechtungen mich müde und matt machen, will der Unglaube und das gottlose Wesen dieser Welt mir Mut und Freudigkeit nehmen, so laß mich denken an dein seliges Reich und im Glauben ausschauen nach seiner Herrlichkeit, die einmal kommt, wenn dein Reich kommt in Kraft und Herrlichkeit. So bezeuge dich heute, barmherziger Gott, nicht nur an mir, sondern an allen, welche mit mir beten: Dein Reich komme. Walte in Gnaden über allen deinen Kindern auf Erden, und laß uns erfahren, daß du, Herr, im Regimente sitzest, daß dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Wochengebete. Es komm' dein Reich zu dieser Zeit, Und dort hernach in Ewigkeit. Der heilige Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei; Des Satans Zorn und groß Gewalt Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt'. 27. Abendgebet am Montag. Joh. 1, 9: Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Du bist, Herr Jesu, das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen zu erleuchten in die Welt gekommen ist. Deines Lichtes Glanz leuchtet heller als der Sterne Schimmer, als des Mondes und der Sonne Schein, denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag. So sei du auch an diesem Abende, in dieser Nacht mein Licht. Zerstreue alle Finsternis meines Herzens, und laß es helle werden in mir; den laß mich schauen in deinem Lichte, der mich je und je ge⸗ liebet hat und mich zu sich gezogen aus lauter Güte. Ach, daß doch alle dich erkennen und lieben möchten, daß du in aller Herzen aufgingest als der rechte Morgenstern! Barmherziger Heiland, siehe an, die noch ferne von dir in der Nacht ihrer Sünden und ihres Unglaubens dahinleben, obschon sie deinen Namen tragen, damit es ihnen wie Schuppen von den Augen falle und sie sich bekehren zu dir, dem Hirten und Bischofe ihrer Seelen. Gedenke derer, denen noch heute die Predigt von deinem Kreuze ein Aergernis und eine Thor⸗ heit ist, denen bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, die Decke vor ihren Herzen hängt, auf denen die Schatten des Todes liegen, die dahinwandeln, als die Kinder des Todes zum Tode. Du hast sie ja geliebet gleich uns und mit Todesschmerzen erkauft. O, laß es Licht werden auf der ganzen Erde, laß sie kommen von Morgen und von Abend, von Mittag und von Mitternacht, um zu Tische zu sitzen in deinem Reiche. Laß einmal die letzte Nacht erhellet werden, und dein Reich kommen in Herrlichkeit. Alsdann ihlen Reich wolle im 5 nur d erfreu thun mein eben hintte dein Deir in m selbe Will Will dami Euf nich it ¶0 mir Herz Pelches icht, Welt r als Bonne und iesem sternis N laß ge⸗ zuter öchten, stern dir in lleben, uppen Hirten heute Thor⸗ gelesn u die Kinder verden d von 02 1 rhelet edann Wochengebete. 29 werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in deines Vaters Reich. Hilf, du treuer Heiland, daß auch ich alsdann mit allen, welche du mir gegeben hast, zählen darf zu den Gesegneten meines Vaters, denen das Reich bereitet ist von Anbeginn der Welt. Amen. O laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finsternis erliegen, Und lösch' der Zwietracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. 28. Morgengebet am Dienstag. Luc. 11, 2: Dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel. Dieweil ich das freundliche Tageslicht wiederum sehe, wollest du mich in dein Herz schauen lassen, liebster Vater im Himmel, damit ich dir von Herzen danke. Es ist ja nur dein Wohlgefallen, daß ich mich wieder meines Daseins erfreue, daß ich noch leben und wirken kann. So lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Gieb mir die Gnade, daß ich vor dich hintreten und sagen kann: Siehe ich komme, zu thun deinen Willen, daß ich aus lauterem Herzen beten kann: Dein Wille geschehe. Widerstehe allem, was an und in mir deinem heiligen Willen zuwider ist, und was den— selben verhindern will; meinen eigenen verkehrten und sündigen Willen wollest du brechen; der Welt eitlen und thörichten Willen und des Teufels gottlosen Willen mache zu nichte, damit weder meines Fleisches, noch der Welt, noch des Teufels Wille Macht und Gewalt über mich gewinne und mich hinreiße in das Verderben. Nur dein Wille, o Gott, ist der allein heilige und gnädige Wille, denselbigen pflanze mir ein, schreibe ihn mit dem Finger deines Geistes in mein Herz und Gewissen, laß ihn mir zu jeder Zeit vor Augen 30 Wochengebete. stehen; mache mich in deiner Gnade treu und gehorsam in deinem Willen. Verleihe mir etwas von der Freudigkeit der heiligen Engel und seligen Geister, die um deinen Stuhl stehen und dir dienen Tag und Nacht, auf daß ich etwas schmecke von der Seligkeit, welche in der willigen Voll— bringung deines Willens gelegen ist. Wer deinen Willen thut, o Gott, der bleibet in Ewigkeit. Erhöre mein Gebet und thue an mir nach deiner Verheißung: Die Gott suchen und nach ihm fragen, denen wird das Herz leben. Amen. Dein Wille gescheh', Herr Gott, zugleich Auf Erden wie im Himmelreich; Gieb uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsam sein in Lieb und Leid Wehr und steur' allem Fleisch und Blut, Das wider Deinen Willen thut. 29. Abendgebet am Dienstag. Ps. 34, 9: Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn trauet. Wie hast du doch die Menschen so lieb! Den Tag über hast du liebevoll über mir gewaltet, mich vor vielen Ge— fahren in Gnaden beschützt, treulich für mich gesorget, mich nicht verlassen noch versäumet, und nun es Abend geworden ist, darf ich wieder zu dir eilen, deinen Schutz und Schirm zu suchen, denn du bist meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Durch Jesum Christum mit dir versöhnet, bin ich dein Kind und du bist mein Vater. Darum mag auch kommeu, was da will, hier bin ich, Herr, dein Wille geschehe. Auch Trübsal und Thränen sind mir heilsam, und ist dein Rat auch wunder⸗ bar, so führest du doch alles herrlich hinaus. Mag diese Nacht meine letzte sein, hier bin ich, Herr, dein Wille geschehe, denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum noch Ge— walt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Kreat Chrif Hände erbarn guten in die ganger iindlie Berg Hülf Erde für helfen allen Bro Mut Hs Esn Naht und laß u . ingl an Itwas Voll⸗ Zillen Bebet pott das Wochengebete. 31 weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von deiner Liebe in Christo Jesu, unserm Herrn. Du hast mich in deine Hände gezeichnet. Habe Dank, ewig Dank, daß du mich so erbarmungsvoll und so wunderbar eingeschlossen hast in deinen guten und gnädigen Willen; das laß zu aller Zeit und auch in dieser Nacht meinen Trost sein und bleiben. Amen. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh' durch Dorn und Hecken. Kann ich's auch anfangs nicht verstehn, Einst wird er mir's entdecken, Wie er nach seinem Vaterrat Mich treu und wohl geführet hat: Dies sei mein Glaubensanker! 30. Morgengebet am Mittwoch. Matth. 6, 11: Unser täglich Brot gieb uns heute. Du hast, liebreicher Gott, durch den Schlaf der ver— gangenen Nacht zu neuer Thätigkeit meinen Leib gestärkt, im kindlichen Glauben sehen nun meine Augen nach den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt; meine Hülfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Ich bitte dich sür diesen Tag und für meine ganze noch rückständige Lebenszeit um deinen helfenden und segnenden Beistand. Bezeuge an mir und an allen deinen Kindern deine milde Güte; unser täglich Brot gieb uns heute. Mache willig und freudig Herz, Mut und Sinn; stärke Arme und Hände, richte auf die lässigen Kniee; verleihe Verstand und Ueberlegung, Rat und Besonnenheit in allen Dingen; segne mein Thun und Lassen. Nicht in sündlicher Begier laß mich laufen nach den Gütern und Genüssen dieses Lebens, aber auch nicht gering achten laß mich, was du mir von zeitlichen Gütern in deiner Freundlichkeit mitteilen willst, auf daß ich mich in allen Dingen erweise als einen klugen und treuen Haushalter. Nur daß ich alles mit ehrlichen Händen und redlichem Ge— 32 Wochengebete. wissen ausrichte, und alles hinnehmen kann als aus deinen Händen, daß ich genieße mein ehrlich erworbenes Stück Brot, wenn schon es mir auch sauer werden sollte, darum bitte ich dich allermeist. Schlicht und recht, das behüte mich, denn ich harre deiner. Nicht mit dem Brot der Sünde will ich mir Leib und Seele verderben. Darum bitte ich dich um die Gabe, die mehr ist als das Brot: Gieb mir deinen heiligen Geist, damit derselbige mich in allen Dingen leite und regiere, mir auch dazu verhelfe, daß ich stets mit herzlicher Danksagung empfange und genieße mein tägliches Brot. Amen. Gieb uns heut' unser täglich Brot Und was man darf zur Leibesnot; Behüt' uns, Herr, vor Unfried', Streit, Vor Seuchen und vor teurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden steh'n, Der Sorg' und Geizes müßig gehn. 31. Abendgebet am Mittwoch. Jesaia 58, 7: Brich dem Hungrigen dein Brot und die, so im Elend sind, führe in das Haus; so du einen nackend siehst, so kleide ihn, und entzieh' dich nicht von deinem Fleisch. Lieber Gott und Vater, du hast heute deinem armen Knechte(deiner geringen Magd) so wohl gethan, du hast mich bekleidet, gespeist und getränkt und mir viel Gutes er⸗ wiesen. Dafür kann ich dir nicht genugsam danken. Muß ich doch derer gedenken, die unter Seufzen und unter Thränen ihr tägliches Brot heute gegessen, oder die in Not und Elend, Hunger und Blöße gedarbt haben, die mit Seufzen und in Kummer ihre Augen schließen müssen. Ich bin ja nicht besser als sie, und sie sind ja auch deine Kinder, o erbarme dich auch ihrer, und gieb ihnen ihr tägliches Brot! Erschließe mein Herz und aller Christen Herzen gegen alle Armen und Notleidenden, Unglücklichen und Elenden, ziehe uns an mit herzlichem Erbarmen. Darum hast du uns ja das zeitliche Gut gegeben, damit wohlzuthun, davon mitzu⸗ teilen, damit Freunde uns zu erwerben für die ewigen Hütten barm Barn keit Hetz ist ei Uebe vor d und wahr und meine denker fahten Kümn Gnad inner und der verg 0 ha meine der du be leber deinen Brot, itte ich mich, t der Darum das e mich chelfe, henieße Und die, nackend Fleish. armen Vhit les er⸗ Muß unter n Not e nit 1 inder, Brot! n alle jiehe ms js nitzu⸗ ewigen Wochengebete. 33 Hütten. Halte mir vor dein Wort: Es wird ein un⸗ barmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit gethan hat, und die Barmherzig⸗- keit rühmet sich wider das Gericht. Behüte mein Herz vor dem schädlichen und schändlichen Geiz, welcher ist eine Abgötterei und eine Wurzelallen Uebels. Ich könnte sonst nicht mehr mit gutem Gewissen vor dich hintreten und bitten: Behüte mir das Meine, Hab und Gut, Haus und Hof, Feld und Flur, behüte und be⸗ wahre Mann, Weib und Kind, Vater und Mutter, Bruder und Schwester, alle Glieder meiner Familie und alle Glieder meiner Gemeinde. Laß mich ernstlich an meine letzte Stunde denken, in der ich, nackt wie ich gekommen, wieder dahin— fahren muß, damit ich mich aller heidnischen Sorgen und Kümmernisse entschlage und mir in allen Dingen an deiner Gnade genügen lasse. Reiche mir dar die Speise für meinen inneren Menschen, das Brot, das du bist, Herr Jesu. Amen. Du giebst Barmherzigkeit ohn End' Mir Armen auf der Erden; So laß auch wieder Herz und Händ' Mit freundlichen Geberden Austeilen, was du mir beschert, Daß auch der Arme werd' genährt Durch den bescherten Segen. 32. Morgengebet am Donnerstag. Matth. 6, 12: Vergieb uns unsere Schulden, wie wir unsern Schuldigern vergeben. Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der du bewahrest Gnade in tausend Glied und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde, so hast du dich einst dem Mose genannt, so nennt dich auch meine Seele mit Dank, Preis und Anbetung. Ja, du bist der Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig und geduldig, du bewahrest Gnade in tausend Glied, du vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde, du bist ein Gott von großer 430 Des Christen Pilgergang. 34 Wochengebete. und Treue. Darum komme ich auch an diesem Morgen vor dein Anugesicht mit herzlichem Seufzen: Komme mir mit deiner Gnade und Barmherzigkeit entgegen, wasche mich wohl von meiner Missethat und reinige mich von meinen Sünden, vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Tilge, was mich in deinen Augen mißfällig, strafbar und unwert macht aller deiner Gnade und Gaben, um deswillen deine Gerichte über mich ergehen müßten von einem Tag zum andern. Wirke und erhalte in mir durch dein Wort und deinen Geist den bußfertigen Glauben an deine Guade in Christo Jesu, damit ich in der Demut wandle und in Sauftmut, Liebe und Geduld meinen Brüdern begegne. Reiche mir deine Hände dar, wenn ich strauchle; hilf mir zurecht, wenn ich irre; verzeihe mir, wenn ich fehle, wer kann merken, wie oft er fehlet, Herr, verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Er⸗ halte mich in deiner Gnade für und für und laß in meinem Herzen und in meinem Munde die Bitte niemals schweigen: Vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Amen. All unser Schuld vergieb uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr Schuld und Fehl vergeben gern; Zu dienen mach uns all bereit In rechter Lieb und Einigkeit. 33. Abendgebet am Donnerstag. 1. Petri 4, 8: Vor allen Dingen aber habt unter ein⸗ ander eine brünstige Liebe, denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Mein Tagewerk ist vollbracht, Hände und Füße dürfen feiern, du aber, meine Seele, eile zu dem Gnadenstuhle deines Gottes! Habe von Herzen Dank, o Herr, für alle deine Wohlthaten, deren ich heute teilhaftig geworden bin; aber vergieb mir auch alle meine Sünden: jeden Gedanken, jedes Wort, jede That, wodurch ich mich an dir versündigt habe; vergieb mir auch jeden Gedanken, jedes Wort, jede That, wodurch ich mich an ich! du berst vergi Brud Fehle soͤhnt ruhen Flehe gebe Mit mite kennst mann allent und sacher en vor r mit b wohl ünden, geben Augen de und gehen Ute in ertigen in der meinen un ich wenn Herr, Er⸗ meinem eigen: 230 uter eii⸗ auch det dürfe eustuhle ür all n; aber 69⁷0 ieb mil nich a Wochengebete. 35⁵ meinem Nächsten verschuldet habe. Nein, ich bin nicht mit meinem Nächsten die Wege der Demut, Sanftmut und Geduld gewandelt, wie ich dir gelobt hatte, ich habe nicht die Liebe walten lassen, die auch decket der Sünden Menge, die alles zum Besten kehret. Mein Herz ist oft voll Lieb— losigkeit und meine Zunge voll Bitterkeit gewesen, ja mit meinen Sünden habe ich den Bruder zur Sünde verleitet und mich doppelt verstrickt in seine Verschuldung. Wie sollte ich mich selbst verführen und vor dir lügen und trügen, der du das Herz ansiehst und alle unsere Gedanken von ferne verstehest! Ach, Herr, es ist mir das alles von Herzen leid, vergieb mir, o Erbarmer! Von Herzen will ich auch meinem Bruder vergeben und Geduld haben mit dem Irrenden und Fehlenden. Mit einem friedfertigen Herzen, mit einem ver⸗ söhnten Gewissen laß mich einschlafen, und in deiner Gnade ruhen. Ach, Herr, noch mein letztes Seufzen sei das heiße Flehen: Vergieb uns unsere Schuld, wie wir ver— geben unsern Schuldigern. Amen. Menschenfreund, nach deinem Bilde Bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmut, deine Milde Sei mein köstlicher Gewinn. Unwert wär' ich, dich zu nennen, Liebt' ich meine Brüder nicht, Unwert, mich nach dir zu nennen, Wich' ich von der Liebe Pflicht. 34. Morgengebet am Freitag. Matth. 6, 13: Führe uns nicht in Versuchung. In deinem Namen, dreieiniger, erbarmungsvoller Gott! Mit wem könnte ich meinen Pilgerweg von Neuem anheben, mit wem fortsetzen und vollenden, als mit dir allein! Du kennst, was für ein Gemächte ich bin, und du weißt, wie mannigfaltig und groß die Versuchungen sind, welche mich allenthalben umgeben. Sünde und Welt sind mir feind und stellen meiner Seele nach; der Teufel, unser Wider— sacher, geht umher wie ein brüllender Löwe und 3* 36 Wochengebete. suchet, wen er verschlinge; dazu mein eigenes Fleisch, welches gelüstet wider den Geist. Da flehe ich zu dir: Nimm dich meiner herzlich an und führe mich nicht in Versuchung. Lehre mich wachen und beten, daß ich nicht in Anfechtung falle; halte mir Augen und Ohren offen, daß ich die Versuchung erkenne und sie fliehe, so lange es noch Zeit ist; lege mir den heiligen Ernst deiner Gebote auf das Herz und Gewissen, daß ich kein so großes Uebel thue und wider den Herrn, meinen Gott, sündige. Weise mir, + Herr, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem Einigen, ö daß ich deinen Namen fürchte. Laß mich nicht in 4 einem unbewachten Augenblicke von der Versuchung überfallen und überwunden werden. Eile mir beizustehen, wenn ich versucht werde, reiche mir in deinem Worte und Geiste dar die Kräfte des Widerstandes und der Ueberwindung, laß mich ergreifen den Schild des Glaubens, mit welchem ich auslöschen kann alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Hilf mir schaffen, daß ich selig werde, mit Furcht und Zittern; hilf mir alles wohl aus⸗ richten und das Feld behalten, so will ich dich loben und deinen Namen preisen immerdar. Amen. Führ' uns, Herr, in Versuchung nicht, Wenn uns der böse Geist anficht. Zur linken und zur rechten Hand Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst' Und durch des heil'gen Geistes Trost. 35. Abendgebet am Freitag. Hebr. 4, 15: Wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleid haben mit unserer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben gleichwie wir, doch ohne Sünde. Dieweil es Abend geworden ist, und der Tag sich geneigt hat, will ich hineingehen in das Heiligtum des Himmels ů und mit Freudigkeit hinzutreten zu dem Gnadenstuhle, auf daß ich Barmherzigkeit empfange und Gnade finde auf die Zet, nicht nicht heit, wie mir geirr mein verg Her bewa suchu suchu barm bin. Gott werde Gez den 6 Fried meine Beut mir das glin für Hüll mitl fechti die heiße gnädi isch, ch zu icht fih ffen, he es e auf thue ir, iner gen, bt in fallen ich dar mich chem des rde, gus⸗ loben r, det ondern Zünde. V mels auf die Wochengebete. 37 Zeit, wenn mir Hülfe not sein wird. Denn wir haben nicht an dir, o mein Jesu, einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleid haben mit unserer Schwach— heit, sondern der versucht ist allenthalben, gleich— wie wir, doch ohne Sünde. So bezeuge denn auch an mir dein herzliches Mitleid. Ich habe den Tag mannigfach geirrt und habe vielfach gefehlt aus angeborener Schwachheit meiner verderbten Natur. Ach, siehe das nicht an, und vergieb es mir! Und weil mein Glaͤube so schwach, und das Herz ein trotziges und verzagtes Ding ist, so behüte und bewahre mich gnädiglich vor allzuschweren und heißen Ver— suchungen und Anfechtungen. Du hast ja selbst in der Ver⸗ suchung gestanden, und hast ihre Hitze erfahren müssen, er— barme dich meiner, der ich ein so armer und schwacher Mensch bin. Sollte ich aber nach dem Rat und Willen meines Gottes mit schweren und heißen Versuchungen heimgesucht werden, ach dann verbirg mich heimlich in deinem Gezelte und erhöhe mich auf einen Felsen, dann bedrohe den Sturm und die Wogen, damit es still werde, und dein Friede mich erquicke! O, das laß nimmer geschehen, daß meine Seele von dir und ihrem Gotte gerissen und eine Beute werde des Mörders von Anfang an. Es gilt ja auch mir deine Verheißung, daß du nicht gekommen bist, das zerstoßene Rohr zu zerbrechen, und den glimmenden Docht auszulöschen, und du hast auch für mich gebetet, daß mein Glaube nicht aufhöre. Hülle mich und die lieben Meinen ein in deine Gnade, sei mitleidig gegen die, welche in dieser Nacht vor heißer An— fechtung den Schlaf nicht finden, sprich ihnen zu und erquicke die müden Seelen und sättige die Bekümmerten. Um deines heißen Leideus und bitteren Sterbeus willen erhöre mich gnädiglich. Amen. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten. Hüter du schläfst ja und schlummerst nicht ein, Laß dein Gebet mich unendlich vertreten Der du versprochen, mein' Fürsprach' zu sein; Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. Wochengebete. 36. Morgengebet am Samstag. Matth. 6, 13: Erlöse uns von dem Uebel. Mein lieber Herr und Gott, durch deine Gnade stehe ich am Schlusse der Woche, und mein Gebet ist heute ganz insonderheit: Erlöse uns von dem Uebel. Es ist ja eine große Gabe deiner Freundlichkeit, daß du mir das Leben gegeben und bis dahin erhalten hast, aber du weißt auch, wie mühereich dieses Leben ist, wie es, wenn es köstlich gewesen, Mühe und Arbeit gewesen, du weißt, wie zu den täglichen Mühsalen so vieles kommt, das sich als eine schwere Last auf deinen Pilgrim legt, also daß es ein dunkles Thal ist, durch welches der Weg unserer Wallfahrt führt, und deine Kinder oft seufzen müssen: Unsere Thränen sind unsere Speise Tag und Nacht. Wenn dein Gnadenlicht uns nicht schiene und dein Wort nicht wäre unser Stecken und Stab, wenn du, Herr Jesu, nicht mit den Deinen wärest alle Tage, so müßten wir umkommen auf dem Wege. Darum sei auch heute mit und bei mir. Mit Willigkeit laß mich auf mich nehmen meines Berufes Arbeiten; mit Geduld laß mich tragen, was du Schweres und Schmerzliches auf mich legest, und lehre mich das Böse, welches mir von meinem Nächsten widerfährt, mit Gutem zu überwinden. Durch die mannigfaltigen Bitterkeiten des Lebens willst du bei Zeiten die Bande lockern, welche mich an das Irdische binden, damit ich eine Sehnsucht gewinne nach der himmlischen Heimat. Lehre mich suchen, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu deiner Rechten. Laß meinen Sinn und Wandel himmlisch sein, und mich befleißigen, ich sei daheim, oder ich walle, daß ich dir, Herr, wohl⸗ gefalle. Also laß heute an mir diesen Tag gesegnet sein, damit ich einen gesegneten Ausgang gewinne. Amen. Von allem Uebel uns erlös, Es sind die Zeit und Tage bös. Erlöse uns vom ewigen Tod Und tröste uns in der letzten Not, Bescher uns auch ein selig End', Nimm unser Seel' in deine Händ'. und A deinen reuli a la Spri Wort direb meinet Du él. komm. Hünde Feiera dann d sein d und se nimm nicht sie f6 wo d leite du g Ach der le dich d baren in dei hander da die lichkit unse 2 stehe ganz ist ja Leben auch, wesen, glichen e Last al is, deine üsere t uns nund wärest arum mich d laß mich lNeinem c die Zeiten damit eimat. is, und sei vohl sein, Wochengebete. 39 37. Abendgebet am Samstag. Matth. 11, 28: Kommet her zu mir alle, die ihr müh⸗ selig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ich danke dir von Grund meines Herzens, lieber Gott und Vater, daß du mir in der abgelaufenen Woche mit deinem segnenden Beistand sichtlich nahe gewesen bist und mir treulich durchgeholfen hast. Nun ist der Feierabend gekommen, da laß mich denn nun auch feiern und ruhen in deiner Liebe. Sprich, o mein Zesu, in mein bußfertiges Herz das trostvolle Wort: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben; bringe zur Ruhe die Angst und die Unruhe meines Herzens, erquicke mich mit sabbatlichem Frieden. Du ladest ja die Mühseligen und Beladenen ein, darum komme ich zu dir und lege mich an dein Herz und in deine Hände. Da laß mich ruhen auch dann, wenn der letzte Feierabend hienieden für mich gekommen ist. Lichte mir als— dann das bange Todesdunkel, erleichtere mir durch dein Nahe— sein den bitteren Todesschmerz, beschere mir ein friedliches und seliges Abscheiden; erlöse mich von allem Uebel und nimm mich auf in dein himmlisches Reich, wo die Deinen nicht mehr hungern und dürsten, auch nicht mehr auf sie fallen wird die Sonne noch irgend eine Hitze, wo das Lamm mitten im Stuhle sie weiden und leiten wird zu den lebendigen Wasserbrunnen, wo du abwischen wirst alle Thränen von ihren Augen. Ach stehe denen in Gnaden bei, welchen dieser Abend schon der letzte Feierabend geworden ist; laß sie im Glauben an dich die Augen zuschließen, um zu erwachen in deinem wunder— baren und seligen Lichte. Trage dein Volk durch die Wüste in dein himmlisches Kanaan, zu der Ruhe, die ihm noch vor— handen ist. Laß einmal den ewigen Sabbat anbrechen, da die erlöste Welt und Kreatur feiern wird in deiner Herr— lichkeit. Heil sei dem, der auf dem Stuhle sitzt, unserem Gott und dem Lamme. Amen. 40 Wochengevere. Meine Sorgen, Angst und Plagen Laufen mit der Zeit zu End; Alles Seufzen, alles Klagen, Das der Herr alleine kennt, Wird, Gott Lob! nicht ewig sein; Nach dem Regen wird ein Schein Von viel tausend Sonnenblicken Meinen matten Geist erquicken. Unser Weg geht nach den Sternen, Der mit Kreuzen ist besetzt, Hier muß man sich nicht entsernen, Ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit Kommt kein Mensch hin sonder Streit; Die in Salems Mauern wohnen, Zeigen ihre Dornenkronen. Dritte Reihe. 38. Sonntag. Morgengebet. Offenb. 22, 16: Ich bin die Wurzel des Geschlechts Davids, ein heller Morgenstern. Geliebter Herr und Gott, Vater meines Herrn und Heilandes Jesu Christi, in seliger Anbetung beuge ich meine Kniee vor dir: es ist wieder Sonntag geworden, Morgen⸗ glanz der Ewigkeit fällt auf meine Seele, dankend neigt sich dir entgegen mein Herz. Ach, was wäre es ein unseliges, banges Leben, säßen wir noch in Finsternis und in des Todes Schatten, wäre der uns nicht erschienen, der von sich zeuget: Ich bin die Wurzel des Geschlechts Da— vids, ein heller Morgenstern. Dieweil du aber bist, Herr Jesu, die Wurzel des Geschlechts Davids, bist du auch der von Gott mir gelegte einige und ewige Grund meines Heils; und weil du bist ein heller Morgenstern, bist du aller Welt Licht, Heil und Leben. Ach, gehe auf und scheine in meinem Herzen, daß es Sonntag werde. Gieb mir und allen meinen Miterlösten die lautere Predigt deines heiligen Wortes; erwecke mir mein Ohr, damit ich aus der Predigt den Glauben gewinne und darinnen beharre und! ich m Auge mir, Erler mehr auf Mor dein Ang zu d hine in war eing du ihn habe was an eschlechts in und meine Norgen⸗ igt sich seliges, in des on sich Da⸗ er bis. u auch Grund eusteimn, ghhe werde. bredigt nit ih hehante Wocheng bete. 41 und mir ein heller Schein in mein Herz gegeben werde und ich meines Gottes Klarheit und Wahrheit erkenne in deinem Angesichte. Verscheuche alles nächtliche Dunkel in und an mir, damit ich als ein Kind des Lichtes lebe und wandele. Erleuchte mich je mehr und mehr, damit ich je mehr und mehr verklärt werde in dein Bild. Gehe in aller Herzen auf und gehe in meinem Herzen nimmer unter, du heller Morgenstern, bis ich dein Leuchten und Strahlen sehe von deinem Stuhle und ich dich schauen darf von Angesicht zu Angesicht. Erhöre mich zu deines Namens Preise. Amen. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte: Schick' uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte; Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. Gieb, daß deiner Liebe Glut Unsre kalten Werke töte Und erweck' uns Herz und Mut Bei entstand'ner Morgenröte, Daß wir, eh' wir gar vergeh'n, Recht aufsteh'n. 39. Sonntag. Abendgebet. Ps. 8 5: Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkest und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst. Also rufe ich voll Dank und Anbetung an diesem Abende zu dir, meinem Herrn und Gott. Du hast mich heute wieder hineinblicken lassen in deines Herzens Gedanken mit uns, in die seligen Wunder, die du unseretwegen gewirkt hast. Es war und ist dir nicht genug, daß du den Menschenkindern eingehaucht deinen Odem: also hast du die Welt geliebt, daß du deinen eingeborenen Sohn gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Ja, was ist der Mensch, daß du seiner gedenkest, was ist des Menschen Kind, daß du, um dich seiner anzunehmen, hingeben konntest dein einiges, heiliges Kind! Aber daß du dich erbarmet hast, das ist aller deiner Kinder 42 Wochengebete. höchster Trost, dafür dankt dir und preist dich meine Seele. Nun weiß ich auch, daß du nicht müde wirst, meiner zu gedenken und dich meiner in meiner Schwachheit und Müh— seligkeit, in meiner Sünde und Verschuldung herzlich anzu⸗ nehmen. O gedenke meiner nach der Gnade, die du deinem Volk verheißen hast, beweise mir deine Hülfe jetzt, wo es Abend geworden ist und ich in meine Kammer gehe, mich zur Ruhe zu legen. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Uebertretung; gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, um deiner Güte willen. Gedenke aller deiner Menschenkinder; derer, die ich die meinigen nenne, wie aller derer, die mir unbekannt sind; derer, die deiner gedenken, wie der Verblendeten und Bethörten, die dich vergessen können. Gedenke meiner an meinem letzten Abende, in meiner letzten Stunde so gnadenreich, wie du des Schächers gedacht hast; gedenke meiner ewiglich. Amen. Herr, es sei mein Leib und Leben Und was du mir hast geschenkt Deiner Allmacht übergeben, Die den Himmel selbst beschränkt. Laß um mich und um die Meinen Einen Strahl der Gottheit scheinen, Der, was deinen Namen trägt, Als dein Gut zu schützen pflegt. 40. Montag. Morgengebet. 9 geng Joh. 9, 4: Ich muß wirken die Werke deß, der mich gesandt hat, so lange es Tag ist: es kommt die Nacht, da niemand wirken kaun. Nun du mich, mein lieber Herr und Gott, durch den lieben Sonntag an Leib und Seele gestärkt hast, daß ich dir für beides nicht genug danken kann, führst du mich in eine neue Arbeitswoche hinein. Ich beginne sie, indem ich des Wortes deines lieben Sohnes gedenke: Ich muß wirken die Werke deß, der mich gesandt hat, so lange es Tag ist; es kommt die Nacht, da Niemand wirken kann. Ja, er mußte wirken, dein geliebter Sohn, um an der ve Lebe; muß v und d Herr berm ehr daß! auf f jeht auf x stand Wirk Fortt mich Seele. ler zu Mih⸗ anzu⸗ einem wo es mich ugend deiner deiner wie enken, Pnnen. letzten hast; 1 mich cht, da den 0 dir eine des rken e e rken nan Wochengebete. 25 der verlorenen Welt auszuführen den Rat deiner ewigen Liebe; seiner Arbeit danke ich meine Seligkeit. Auch ich muß wirken das, was mein Amt und Beruf, meine Pflicht und die Liebe von mir fordern, denn dafür bin ich dein Knecht(deine Magd), bin dein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu allen guten Werken. Ich will es angreifen mit Freudigkeit, denn wirken zu können und zu dürfen, das ist allezeit Gnade von dir. Wäre auch mühereich mein Thun und Werk, es ist noch lange keine Blutarbeit, wie sie mein Herr Jesu für mich gethan hat. Dazu kann es, ehe ich es vermute, Abend werden und die Nacht kommen, da niemand mehr wirken kann; oder du kannst mir meine Hände binden, daß sie ruhen müssen, obschon sie gern arbeiten möchten, daß auf sie triefen heiße Thränen aus meinen Augen, statt daß jetzt zuweilen ein Tröpflein des Schweißes vom Angesicht auf sie fällt. Ach, treuer Gott, reiche mir dar deinen Bei— stand, in meiner Schwachheit dein Vermögen, zu meinem Wirken deinen Segen; laß mich durch dich einen glücklichen Fortgang und einen gesegneten Ausgang gewinnen. Erhöre mich um Jesu willen. Amen. Fang' dein Werk mit Jesus an, Jesus hat's in Händen; Jesum ruf um Beistand an, Jesus wird's wohl enden. Steh' mit Jesu morgens auf, Geh' mit Jesu schlafen, Führ' mit Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen; Dann wird Jesus hier und dort Dich erquicken fort und fort. 41. Montag. Abendgebet. Phil. 1, 6: Ich bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das guͤte Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Mein Tagewerk ist vollendet, mein lieber Herr und Gott, ich danke dir von Herzen, daß ich es durch dein Auf— sehen und Vermögen vollbringen konnte. Habe ich auch in 44 Wochengebete. meinem zeitlichen Berufe redlich das Meine gethan, so ist es doch nur Stückwerk gewesen, und meine Seele und mein Leben erbauet es nicht zum ewigen Leben. Ach, ein so großes und heiliges Werk, wodurch ich armer, sündiger Mensch, ich Kind des Staubes und des Todes das ewige Leben gewinne, das kann ich nicht vollbringen, das kannst nur du allein, mein Erbarmer. Ach, thue es an mir in deiner Gnade. Nimm von mir weg meine Sünden und Uebertretungen, tauche mich ein in deine Barmherzigkeit; durchdringe mich mit deinem Sinne und Geiste immer vollständiger, gieb mir Jesum zu wohnen durch den Glauben in meinem Herzen immer lebendiger; laß mich gewurzelt sein in der Liebe immer tiefer, mache mich in meiner seligen Hoffnung immer freu⸗ diger, in den Leiden immer williger und geduldiger, in meinem himmlischen Berufe immer männlicher; laß meinen Wandel sein immer lauterer. Verhelfe mir in Gnaden zu der guten Zuversicht, daß du, der in mir angefangen hat das gute Werk, es auch vollführen werdest bis an den Tag Jesu Christi, trotz aller meiner Schwachheit, trotz allen Anfechtungen und Kämpfen, trotz der Welt und dem Teufel; ewig will ich dir dafür danken, und du bist ja mächtiger und gnädiger denn alles, du kannst deine Hand nicht ziehen von dem, das du begonnen hast, nicht unvollendet kannst du lassen dein Werk, es ist dir zu teuer geworden. So thue du nun auch in dieser Nacht dein gutes Werk an mir: nimm mich mit den lieben Meinigen und allen deinen Kindern in deine treue Obhut, schirme uns vor allen Gefahren, bewahre uns vor allzuschweren Sichtungen, damit wir das liebe Tageslicht wieder schauen und dich loben und preisen mögen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Wirke du in meinen Sinnen, Wohne mir im Schatten bei, Daß mein schlafendes Beginnen Dir auch nicht zuwider sei; Schaffe, daß ich schon auf Erden Mag ein solcher Tempel werden, Der nur dir und nicht der Welt Ewig dient und wohlgefällt. nenne Wihr schlie nun Ach, gema das mir i möcht Gott nich, der Selhs ninig dem in mi ein J keit ö die g mich und 4 mich kränh mehr damit mit f auch Gabe damit Deint so is d mein großes isch, ic ewinne, allein, Gnade. tungen, ge mich ieb mir Herzen immer r freu⸗ meinem Wandel r guten e Wert, Christ, en und ich dir r denn das du Verk auch in nit den e treue n8 vor gebliht durh Wochengebete. 4⁵ 42. Dienstag. Morgengebet. 1. Kor. 16, 14: Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen. Mein lieber himmlischer Vater, daß ich dich wieder so nennen und zu dir beten kann, danke ich allein deiner Liebe. Während mich die Nacht umgab, und ich auf meinem Lager schlief, hast du liebevoll über mir gewacht und gewaltet und nun lässest du mich wieder schauen das freundliche Tageslicht. Ach, was ich bin und habe— und du hast mich so reich gemacht an den mannigfachsten Gütern und Wohlthaten— das danke ich deiner Liebe; all dein Thun und Lassen an mir ist nur Liebe. Ach, daß ich das doch recht verstehen möchte, daß es mir immer gegenwärtig bliebe! Ach, liebreicher Gott und Vater, dein Geist durchdringe, deine Liebe beseele mich, damit nun auch von mir alle meine Dinge in der Liebe geschehen. Ersticke in meinem Herzen die Selbstsucht, die nur an sich denkt und auf das Ihre sieht; reinige mein Herz von der Mißgunst und dem Neid, der dem andern nicht gönnt, was deine Liebe ihm gab; ertöte in mir den Haß, damit ich in deinen Augen nicht dastehe als ein Totschläger; entledige mich der Umstrickungen der Eitel— keit und Hoffart, in der ich mir selbst gefalle, lieblos auf die andern herabsehe und vor dir ein Greuel bin. Wappne mich wider die Empfindlichkeit und Ungeduld, die Eifersucht und den Argwohn, den Eigenwillen und den Eigensinn. Lehre mich meine Zunge im Zaune halten, damit sie niemanden kränke und verletze, noch Unfriede und Hader anrichte. Viel— mehr laß meine Liebe in allen Dingen eine herzliche sein, damit ich dem andern mit Ehrerbietung zuvorkomme, jedem mit Freundlichkeit, Demut und Sanftmut begegne und jedem, auch dem Geringsten gern diene mit der-von dir empfangenen Gabe. Laß meine Liebe eine langmütige und geduldige sein, damit ich mir bewahre das Zeichen, daran jedermann die Deinen erkennen soll. So laß mich heute und alle Tage 46 Wochengebete meinen Wandel haben, Gutes thun und nicht müde werden, damit ich zu seiner Zeit ernten möge ohne Aufhören. Um deiner Liebe willen laß mein Gebet dir wohlgefallen und erhöre mich. Amen. Liebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht; Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 43. Dienstag. Abendgebet. I. Thessal. 5, 18: Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Herzliebster Gott, du mein Vater in Christo Jesu, ich danke dir, daß ich diesen Tag glücklich verlebt habe. Ich danke dir für das viele Gute, das ich aus deinen Händen nehmen durfte und daß du mich mit den lieben Meinigen vor wie vielen Uebeln gnädig bewahrt hast. Ich danke dir auch, daß es keine größere Last ist, die zu tragen du mir hast auferlegt und daß ich aus deinem Worte unterrichtet bin, daß denen, die dich lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Ach, es betrübt mich, daß ich dir, meinem herz— liebsten Gotte, dem Vater meines Herrn Jesu Christi für den Reichtum deiner Liebe, Geduld und Freundlichkeit so wenig dankbar bin, wie ist mein Herz oft so lau und kalt! Es betrübt und kränket mich, daß ich dich so oft und so heiß mit meinem Undanke betrüben und kränken kann. Ach, vergieb es mir, reinige und läutere mein Herz, erfülle mich mit deinem Geiste, daß ich nicht länger dein so großer und schwerer Schuldner bleibe, daß ich vielmehr befolge deines Apostels Vermahnung: Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch. Ich will dir nicht lohnen, wie dir die Welt lohnt, ein doppeltes Weh müßte mich treffen, wenn ich es thäte. Mache mich dankbar von Herzensgrunde, und das in allen Dingen und zu aller Zeit, damit ich in dir ein zufriedenes und Rcli Leben große lieben nieder Gott, dem wigl Meine nich ferne stzen mich mein allwi danke list Geist. ih eh aufge meine en und gen, denn du mir terrichte Besten m herz⸗ isti fit so weni ütl so hiß ergieb e deinen schwelet Ipostas „denn meuh ut, en Mahe Dinzen e Wochengebete. 47 glückliches Dasein gewinne, dir diene und lebe, und mein Leben ein Opfer der Danksagung werde. Bauend auf deine große Güte und dein gnadenreiches Erbarmen in deinem lieben Sohne, meinem Heilande, will ich mich nun zur Ruhe niederlegen und dankend meine Augen zuschließen. Du treuer Gott, bist mein Hüter, du mein Schutz und Schirm! Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Amen. Wie ein Adler sein Gefieder Ueber seine Jungen streckt: Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm bedeckt; Also bald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab' Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Mittwoch. Morgengebet. Ps. 139, 1—4: Herr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehest meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Mit diesem Worte will ich, mein Herr und mein Gott, meinen mir geschenkten Tageslauf beginnen. Ja, du erforschest mich und kennest mich, du verstehest meine Gedanken von ferne, denn du, Gott, prüfest Herzen und Nieren. Ich mag sitzen oder aufstehen, ich mag gehen oder liegen, du bist um mich und siehest alle meine Wege; nicht ein Wort auf meiner Zunge bleibt vor dir verborgen, denn du bist ein allwissender und allgegenwärtiger Gott. O, von Herzen danke ich dir, daß ich das weiß und daß du ein solcher Gott bist, und von Herzen bitte ich: grabe mit dem Finger deines Geistes diese Worte in mein Herz und Gewissen, auf daß ich es heute und alle Tage nie vergesse, daß ich unter deinem aufgeschlagenen Auge wandle und du der Zeuge bist von meinen Gedanken, Worten und Werken. Es sei das die 48 Wochengebete. treue Gotteshut für mein sündiges Herz und Leben inmitten dieser Welt voll reizender Lust und tausendfältiger Versuchungen. Ach, getreuer Gott, erhalte mich mit Leib, Seele und Geist, mit meinem Herzen und Gewissen, meinem Dichten und Trachten, meinem Thun und Lassen in dieser deiner Gottes⸗ hut, damit ich dir bewahrt bleibe und mich scheue etwas Böses zu thun. Aber es sei auch dein Wort mir ein Trost, wenn ich von der Welt verkannt und von Menschen lieblos gerichtet werde, daß ich an dir meine Zuflucht habe und vor dir mein Herz stillen kann. Ich will nur um so größeren Fleiß anthun, daß ich dir offenbar sei und bleibe in meines Herzens Gedanken und Entschließungen, und regiere du mich mit deinem Geiste, daß ich lauter und un— anstößig sei bis auf den Tag Christi. Dir sei Lob und Preis nun und immerdar. Amen. Komm, in mir zu wohnen, Daß mein Geist auf Erden Dir ein Heiligtum kann werden! Komm, du nahes Wesen; Dich in mir verkläre, Daß ich stets dich lieb und ehre! Wo ich geh, Wo ich steh, Laß mich dein gedenken, Mich in dich versenken. 45. Mittwoch. Abendgebet. Sprüche 2, 7: Er läßt es den Aufrichtigen gelingen und beschirmet die Frommen. Ich weiß, mein Gott, daß du das Herz prüfest, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. Darum will ich dich denn auch immer wieder in mein Herz blicken lassen bis auf seinen Grund, und muß ich dabei auch voll Scham und Scheu meine Augen niederschlagen, ich will es thun mit dem Gebet: Gott, sei mir Sünder gnädig. Soll ich doch aufrichtig, wahr und redlich sein vor Menschen, wie soll ich es vielmal mehr sein vor dir, meinem Gotte, der ich dein Kind sein will. Darum tilge denn auch in und an mir allen Heuchel⸗ schein hauch Er l schir imme imme Liebe zu n nicht ein finde erfrer miret mein laß u lebef deine Hauf Wochengebete. 49 schein und alles gleißnerische Wesen bis auf den leisesten An— hauch, damit ich mich deiner Verheißung getrösten möge: Er läßt es den Aufrichtigen gelingen und be— schirmet die Frommen. Laß es mir gelingen, daß ich immer wahrer und aufrichtiger, immer treuer und redlicher, immer hingebender und völliger werde in meinem Glauben, Lieben und Hoffen, in allen meinen Beziehungen zu dir wie zu meinen Nebenmenschen. Laß es mir gelingen, der ich nichts vor dich bringen kann, das dir wahrhaft gefalle als ein aufrichtiges, frommes Herz, damit ich vor dir Gnade finde und mich auch in dieser Nacht deiner Beschirmung erfreue. Ja, du wirst es mir gelingen lassen, du hast es mir verheißen, daß ich durch deine Gnade meine Seele und mein Leben dir bewahre in der Zeit für die Ewigkeit. Das laß mir gelingen. Amen. Du hast's gesagt: du wirst die Kraft Zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, Wenn mich die Sünden kränken. Laß mich im Eifer des Gebets, Laß mich in Lieb' und Demut stets Vor dir erfunden werden. Dein Kreuz, Herr, sei mein Schirm in Not, Mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, Mein letzter Trost auf Erden! 46. Donnerstag. Morgengebet. Matth. 10, 29—31: Kauft man nicht zween Sperlinge um einen Pfennig? Noch fällt derselben keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupte alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser denn viele Sperlinge. Wunderbarer Gott, ich bete dich an in ehrfurchtsvoller, liebeseliger Bewunderung. Was bist du ein herrlicher Gott, wie unaussprechlich ist deine Allmacht und Liebe, deine Freundlichkeit und Herablassung! Himmel und Erde hast du geschaffen und trägst alle Dinge mit deinem kräftigen Worte, aber du siehst auch den Sperling auf dem Dache, ohne deinen Willen fällt er nicht auf die Erde, und auf meinem Haupte hast du die Haare gezählt. Du nährest die 2. Des Christen Pilgergang. 50 Wochengebete. unter dem Himmel, die nicht säen und ernten und in die Scheunen sammeln, du kleidest die Lilien auf dem Felde, die nicht arbeiten und spinnen, und deinen lieben Sohn höre ich sagen: Darum fürchtet euch nicht, ihr seid besser denn viele Sperlinge. Ja, herzliebster Gott, wir sind besser denn viele Sperlinge! Denn nicht die Vöglein unter dem Himmel und das Getier des Feldes und Waldes tragen dein Bild, das tragen deine Menschenkinder, und erkauft hast du uns nicht mit Gold oder Silber, sondern mit deines Sohnes heiligem und teurem Blute, und wenn du, Schöpfer aller Dinge und du Liebhaber des Lebens, auch die jungen Raben hörst, die zu dir rufen, so rufen doch nur deine Kinder: Abba, lieber Vater. O, mein Gott und Vater, sei gelobt und gepriesen, daß ich an dir einen solchen Gott und Vater habe. Darum will ich mich auch nicht fürchten unter allen meinen Mühen und Nöten, Sorgen und Kümmer⸗ nissen, Kämpfen und Anfechtungen: Du hast ja die Haare auf meinem Haupte gezählt, innigst bin ich von deiner All— macht, Weisheit und Liebe umfangen. Dir will ich vertrauen mit kindlich frommem Herzen, will den Sorgengeist aus meinem Herzen bannen und den Gram aus meinem Angesichte wischen, und bin ich auch noch so arm, schwach und gering, ich bin doch besser denn viele Sperlinge. Geht es auch nicht nach meinem, so geht es doch nach deinem Rate, und der ist der beste; führst du mich auch auf dunkler Straße, du bist bei mir; muß ich auch kämpfen mit den Sorgen des Lebens, du sorgest für mich; muß ich auch oft meinen Weg mit Thränen benetzen, deine Hand trocknet sie. Ach, mein Gott und Vater, stärke in mir das kindlich fromme und feste Vertrauen, denn ich habe ein trotziges und ver⸗ zagtes Herz in mir; stärke es mit deinem Worte und Geiste und den tröstenden Erfahrungen deiner allliebenden und all— waltenden Vorsehung. Ja, du hast auch die Haare auf meinem Haupte gezählt, und ich bin besser denn viele Sperlinge; im Gedenken an diese Worte will ich mein Tage— werk anheben und es fortsetzen, bis zu dem letzten, das du mir und Wochengebete. 51 mir beschieden hast. Ehre und Preis sei deinem heiligen und gesegneten Namen immerdar. Amen. Gott zählet alle Härlein klein; Nicht eines soll verloren sein: Wie sollt' er denn nicht sorgen Für Seel und Leib, Für Kind und Weib? Sie sind ihm unverborgen. Schau über dich! da wohnet Gott, Versöhnt durch Christi Kreuz und Tod: Von dem kann dich nichts scheiden. Dir ist bereit Vor aller Zeit Das Himmelreich voll Freuden. 47. Donnerstag. Abendgebet. Röm. 8, 28: Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Getreuer Gott, der Tag ist vorüber und die Nacht ist herbeigekommen. Was der Tag mir gebracht hat, das weiß ich, was die Nacht mir bringen wird, ist meinen Augen verborgen. Laß mich bei meinem Rückblicke und Ausblicke deines Wortes gedenken: Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Wie tröst⸗ lich sind diese Worte, bewahre sie meinem Herzen. Ja, es ist alles an dir und deiner Gnade gelegen. Nur eins kann mir schädlich und verderblich sein und das eine ist die Sünde und das Böse. Ach, liebster Gott, um Christi willen ver⸗ gieb mir meine Sünde und tilge aus meine Schuld, bewahre mich vor dem Bösen. Was ich hingegen heute mit dir ge⸗ than habe, und wäre es noch so unvollkommen und mangel⸗ haft in deinen Augen, und was du an mir gethan, auch mir zu tragen auferlegt hast, und wäre letzteres mir auch schwer und schmerzlich, das laß mir zum Besten dienen. Erhalte mein Herz in deiner Furcht und Liebe, daß es also geschehe! Laß auch in meinem Herzen die Liebe nicht ausgelöscht werden zu denen, die mich nicht lieben, die es böse mit mir meinen und böse mit mir denken, damit ich deine Wunder an mir erlebe und du an mir gut machest, was jene böse 4* 52 Wochengebete. zu machen gedachten und gedenken. Mit dir will ich auch getrost der Nacht entgegen gehen; brächte sie mir statt des Schlafes und Schlummers Sichtungen und Schmerzen, es soll zu meinem Besten dienen, und nach der Nacht kommt der Tag, nach dem Regen der Sonnenschein. Erhalte mich in deiner Furcht und Liebe unverrückt, so lange ich hier walle; erhalte mich in ihr ewiglich. Amen. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein' Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein' Angst, kein Herzeleid; Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß: Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schooß. 48. Freitag. Morgengebet. 1. Cor. 7, 23: Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht der Menschen Knechte. Es ist Freitag geworden, und ich denke, mein Jesu, an deine Schmerzen. Sie waren so groß, tief und heiß, daß mein Herz nicht vermögend ist, sie nach zu empfinden, noch meine Sprache sie aussprechen kann. In ihnen hast du den Blutpreis bezahlt, mich zu erkaufen aus der Knechtschaft der Sünde und des Todes, mich zu gewinnen, daß ich ein Kind meines Gottes und dein Eigentum würde. In deinen Schmerzen hast du mich hineingeboren in den Stand der seligen Freiheit und mich zum Erben des ewigen Lebens ge— macht. O, mein Jesu, wie bin ich dir durch deine Schmerzen verbunden! Nun will ich auch der Menschen Knecht nicht werden. Begegnen will ich allen mit Freundlichkeit und Demut, zuvorkommen will ich jedem mit Ehrerbietung, ich will allen dienen in der Liebe und mich einem jeden gern erweisen als ein Knecht(eine Magd)— ach, Herr, rüste mich dazu aus!— aber mein Gewissen will ich mir be— wahren, daß ich etwas thun sollte wider dein heiliges Gebot; vor keinem Menschen will ich meine Kniee beugen, daß ich buhlt willi als 6 Schm habe. ein liebef mehr grun diref Stim ladet, das 43 der der mand Wort mich und 9 in de bessen auch guter Wochengebete. 53 buhlte um seine Gunst und Gnade; vor keinem Menschen will ich mich fürchten, da wo ich dich bekennen und mich als Christ ausweisen soll. Und müßte ich darüber auch Schmach leiden, ich weiß, was ich deiner Schmach zu danken habe. Ich bin teuer erkauft, das sei aber auch für mich ein starker Trost, denn ich weiß nun, wie sehr du mich liebest, und daß du mich nicht verlassen noch versäumen, viel⸗ mehr alles thun wirst, daß ich dein verbleibe. Aus Herzens— grund lobe und preise ich deinen heiligen Namen. Amen. Ach, wie teu'r sind wir erworben, Nicht der Menschen Knecht zu sein; Drum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein. Rein und frei und ganz vollkommen Nach dem besten Bild gebild't; Der hat Gnad' um Gnad' genommen, Wer aus deiner Füll' sich füllt. 49. Freitag. Abendgebet. Joh. 10, 27 u. 28: Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. Mein Jesu, mein Hirte und mein Heiland, ich danke dir für diese deine Worte. Ich höre aus denselben die Stimme dessen, der meine Seele zur Erquickung zu sich ein⸗ ladet, der ihr das ewige Leben verheißet. Ach, wecke mir das Ohr, deine Stimme recht zu hören. In dem Geräusch der Welt, in den Zerstreuungen des Lebens, in dem Gewirr der Menschenstimmen wird so gern das Ohr hart, wird manches Ohr gänzlich taub, und doch hast nur du allein Worte des ewigen Lebens, und auch nur du allein kennst mich in meiner Schwachheit und Ohnmacht, in meinen Sorgen und Schmerzen, in meinen Sünden und Uebertretungen, wie in dem tiefen Verlangen meines Herzens; du kennst mich besser als eine Mutter ihr Kind kennt. Darum eile ich denn auch an diesem Abende zu dir und bitte dich als meinen guten Hirten und treuen Heiland: Thue weg, was dieser 54 Wochengebete. Tag zwischen uns gelegt hat, damit wir ungeschieden bleiben; vergieb mir meine Untreue, mein Abweichen, meine Ueber⸗— tretungen und gieb dich mir von neuem zu eigen. Ich will dir folgen, denn nur durch dich, in deiner treuen Liebe kann ich bewahrt sein, denn die Deinen läßt du nimmermehr um⸗ kommen, niemand, selbst Tod und Teufel nicht, kann sie dir aus den Händen reißen. Das sei denn auch das sichere, feste Schloß, in das ich mich in dieser Nacht bergen will mit allem, was mir lieb ist und meinem Herzen anliegt; du bist ja auch der Hüter, der nicht schläft und schlummert. O Dank dir, ewig Dank dir, daß du mein Heiland und Hirte bist. Amen. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhelissen: Drum vergieb die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon Durch die tief geschlag'nen Wunden Gnädiglich entbunden. 50. Samstag. Morgengebet. Ps. 39, 6: Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela. Wie ist doch, Herr, dein Wort so wahr! Meine Tage sind nur einer Hand breit; vor dir, dem Ewigen, ist mein Leben wie nichts. Und ob es währet 70, ja 80 Jahre, es ist doch wie nichts. Daß mein Leben so nichtig ist und ich so flüchtig bin auf Erden, das hast du mir in mein Fleisch und Blut geschrieben; und daß alle Menschen wie gar nichts sind, daran erinnerst du mich so oft und nicht selten so schmerzlich. Und doch will ich es nicht merken und lebe mit den andern so sicher dahin. Ach, verscheuche diese Sicherheit; schenke mir die Weisheit von oben, meine Tage zu zählen und einen jeden gewissenhaft anzuwenden; es sind ihrer ja so wenige. Lehre mich bedenken, daß ich sterbe Beruf mich nicht halter sind allein mein deine Tag diese dann Zeit ein leben Haue Gebe mei ic will ann um⸗ dir ere, will egt; ert. und Wochengebete. 5⁵ sterben muß, damit ich klug werde. Und ob mich auch mein Beruf hineinführt in die Arbeit dieses sichtbaren Lebens, laß mich Gedanken an die Ewigkeit damit verflechten, damit ich nicht von dem Banne der Sichtbarkeit und Zeitlichkeit ge— halten werde. Und da meine Tage nur einer Hand breit sind und mein Leben wie nichts ist, so kannst auch nur du allein, du Ewiger, der du mir ein Erbarmer bist, der Grund meiner Zuversicht und Hoffnung sein. Ach, hilf mir in deiner Kraft und Gnade, daß ich mich mit jedem neuen Tage, den deine Güte mir schenkt, immer tiefer gründe in diesen Grund und ich mich erbaue in deiner Gnade. Ob dann auch mein Leben wie nichts ist, ich bin alsdann in der Zeit ein Kind der Ewigkeit und werde ewiglich leben. Als ein solches laß mich denn auch heute und allezeit vor dir leben und wandeln und mein Werk beschicken als ein kluger Haushalter. Nach dem Reichtum deiner Gnade erhöre mein Gebet und segne meinen Ausgang aus der Woche. Amen. Ich weiß, an wen ich glaube, Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Staub und Rauch verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten ist, Der nimmermehr kann wanken, Mein Heiland und mein Hort,— Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. 51 Samstag. Abendgebet. Luc. 10, 42: Eins aber ist not. Maria hat das gute Deil erwählet, das soll nicht von ihr genommen werden. Liebreicher Gott und Vater, ich danke dir, daß in meinem Wochenwerk der Feierabend gekommen ist, an dem ich ruhen darf. Müde ist geworden mein Leibesleben in 56 Wochengebete. den mancherlei Wegen, die ich in meinem zeitlichen Berufe gegangen bin, unter den oft beschwerlichen Lasten, die du mir hast auferlegt; noch müder ist in mir geworden meiner Seele Leben, denn die ist nicht von der Erde und lebt nicht von ihrem Gute. Sie kann darum auch nirgendwo das Eine, was not ist, finden, und wenn du noch weiter aufge— than hättest deine milde Hand, mich zu segnen. Maria fand das gute Teil, als du, Herr Jesu, bei ihr einkehrtest und sie sich zu deinen Füßen setzte, zuzuhören deiner Rede. Darum, liebster Jesu, neige dich auch zu mir und gieb mir ein lauschend Ohr zu hören auf dein Wort, wie auf die Regungen meines inwendigen Menschen. Kehre bei mir ein, mir zu erzeigen in deiner Barmherzigkeit den Dienst deiner sündenvergebenden Liebe und Gnade und meine Seele zu stillen mit dem Wasser, das in das ewige Leben fließt. Laß es durch deine Gnade bei mir kommen zu einem rechten Feierabend, an dem ich sabbatlichen Frieden genieße und ich mit Leib, Seele und Geist erquicket werde. Bereite mich auch durch deinen Geist für den lieben Sonntag, nach dem ich ausschaue, damit ich gleich werde dem guten Lande, auf welchem der Same deines Wortes aufgeht und reichliche Frucht bringt für die Ewigkeit. Und dieselbige zu bringen, ist ja auch not, umsomehr als meine Tage nur einer Hand breit sind und mein Leben wie nichts ist vor dir. Ach, Herr, siehe mich bei meinem Ausgange an und segne mich; laß dir meine Ruhe befohlen sein. Amen. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein ein und alles sein; Prüf', erfahre, wie ich's meine, Tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; Gieb, daß ich nur alles hier achte für Spott Und Jesum gewinne, dies eine ist not. dir, Hause segnen Stim ihn a mit und werd Und denr verk Hor meine Höre Heilg himt Kräf Lebe Das bersi und hleib mehr Gna und rufe du iner licht das fze⸗ uria test ede. mir die ein, iner zu Laß hten und nich dem auf liche gen, and err, laß Wochengebete. 57 Wocfengehete. Vierte Reihe. 52 0. Sonntag. Morgengebet. Ps. 92, 14—15 Die gepflanzt sind in dem Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen. Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, frucht⸗ bar und frisch sein, daß sie verkündigen, daß der Herr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm. Mein lieber Herr und Gott! Von Herzen danke ich dir, daß du mir heute wieder aufthun willst die Thür deines Hauses, um zu mir zu kommen, mich zu lieben und zu segnen. In dem Klange der Glocken höre ich deines Rufes Stimme: Suchet den Herrn, weil er zu finden ist, rufet ihn an, weil er nahe ist. So will ich denn gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihm wallen zum Hause Gottes, und die gepflanzt sind in dem Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen. Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, daß sie verkündigen, daß der Herr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm. Geleite mich bei meinem Gehen und Kommen, meinem Singen, Beten und Hören mit deinem Geiste, daß ich im Glauben an meinen Heiland Jesum Christum den Eingang gewinne zu deinem himmlischen, ewigen Reiche, und ich etwas schmecke von den Kräften der zukünftigen Welt. Laß die Wurzeln meines Lebens unverrückt liegen bleiben an deinen Brünnlein, welche Wassers die Fülle haben, damit dein Leben in mir nicht versiege und ersterbe, wohl aber grünend, blühend, fruchtbar und frisch verbleibe. Schenke mir in deiner Kindschaft die bleibende, ewige Jugend, in der ich mich je länger desto mehr kindlich deiner Liebe erfreue, in deiner Erkenntnis und Gnade wie in den mancherlei Erfahrungen deiner Gütigkeit und Leutseligkeit zunehme und wachse und ich mit meinem 58• Wochengebete. Herzen und Leben ohne Aufhören verkündige, daß du, mein Gott, ein frommer Gott bist; bis du mir aufthust die Thür deines Hauses im Himmel, um dir zu dienen, dich zu lieben und zu loben ewiglich. Erhöre mich, du Gott meines Heils, laß mich deine Herrlichkeit sehen und deiner Güte froh werden. Amen. Thut mir auf die schöne Pforte, Führt in Gottes Haus mich ein! Ach, wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, Komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zieh' doch in mein Herz hinein, Laß es deinen Tempel sein. 53. Sonntag. Abendgebet. Ps. 119, 54: Deine Rechte sind mein Lied im Hause meiner Wallfahrt. Herzliebster Gott und Vater! Es ist nun Abend ge— worden; wie die lieben Vöglein es halten, so will ich es auch thun. Wenn sie am Abend aus den Quellen ihren Durst gestillt, setzen sie sich in das Gezweig und singen dir ihr Lied, bis ihnen die Aeuglein zufallen und sie einschlafen. Ich habe auch heute an deinen Brünnlein gesessen und von ihren Wassern trinken dürfen, und dafür sagt dir Dank und Preis meine Seele. Deine Rechte sind mein Lied im Hause meiner Wallfahrt. Was ist denn auch liebes⸗ werter, was des Preises würdiger als dein heiliges, göttliches Wort. Durch dasselbe thust du mir kund deinen heiligen Willen, sprichst deine Gedanken in mein Herz, giebst mir Trost und Frieden, stärkst mich mit neuer Kraft in deinen Wegen zu wallen, erquickst mir Leib und Leben und machst mich selbst in der Traurigkeit fröhlich. O, laß den Lobpreis deines lieben, teuren Wortes nicht verstummen in meinem Herzen, laß mein Herz und Leben sein ein Lied auf dein gött⸗ liches Aben! Hüter in di Gotte Wall austö dem mein 1 Thu an d heilig Vor ehr wag ein mit leite und De Reif dam Wochengebete. 59 liches Wort. Mit diesem Liede will ich auch an diesem Abende meine Augen zuschließen, wissend, daß meines treuen Hüters Augen nicht schlafen noch schlummern, daß du auch in dunkler Nacht meine Seele festhältst in deiner treuen Gotteshand. Und soll ich es einst verlassen das Haus meiner Wallfahrt, ist die letzte Nacht gekommen, so laß mein Leben austönen im Lobe deiner Gnade und Herrlichkeit. Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste immerdar. Amen. Gott Vater, Sohn und Geist', Ehr' sei dir in der Höhe! Dein Name sei gepreist, Dein guter Will' geschehe! Und steh'n wir einst verklärt Bei dir im Heiligtum, Dann sei dein Name noch Auf ewig unser Ruhm. 5⁴4 Montag. Morgengebet. Phil. 4, 8: Lieben Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach. In deinem Namen, du Gott meiner Väter, du Vater meines Herrn Jesu Christi, trete ich hinein in die neu⸗— geschenkte Woche, ja, in deinem Namen, damit ich für mein Thun und Werk die rechte Richtung und den Segen gewinne, an dem alles gelegen ist. Was ich zu thun habe in meinem heiligen Christenstande, sagt mir dein heiliger Apostel in den Worten: Lieben Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach. Darum komm mir entgegen mit deinem Geiste, damit derselbe mich in alle Wahrheit leite. Wahr und aufrichtig laß mich erfunden werden immer und überall, sowohl vor dir als auch vor den Menschen. Den Geist der Lüge, gebe er sich kund in Worten oder im gleißnerischen Wesen, den tilge aus meinem Herzen und Leben, damit ich nicht hineingerate in die Verstrickungen dessen, der 60 Wochengebete. ein Vater der Lüge ist von Anfang an. Meine Ehre, wie die Ehre meiner Mitmenschen laß mich teuer und heilig halten, damit ich niemanden einen Anstoß, auch den Schwachen kein Aergernis gebe. Lehre mich zu dem Rechten sehen, damit ich meinen Brüdern und Schwestern in allen Diungen gerecht werde und auch das kleinste Unrecht scheue. Laß mich nicht weichen und fallen aus der Zucht deines Wortes und Geistes, damit mein Gewissen in mir wach und lebendig verbleibe, und ich mich schäme auch der bösen Lust in meinem Herzen, womit ich beflecke und besudele dein heiliges Bild, welches ich allezeit in mir und an mir tragen soll. Dem laß mich nachdenken, was lieblich ist und was wohllautet, und wenn mein Heiland unter den Menschenkindern der lieblichste gewesen, müssen auch lieblich sein, die ihm nach— folgen. Darum nimm weg von mir alles eigensinnige und alles stolze Wesen sowie den grämlichen Geist, mit welchem + ich meine Kindschaft und den herrlichen Stand deiner selig⸗ machenden Gnade verleugne. Jeder Tugend will ich ein Freund, jeder Sünde will ich ein Feind sein, und das nicht um ein Ruhm vor Menschen zu sein, sondern um offenbar zu sein allewege vor dir. So laß mich heute und allezeit meinen Gang haben und meinen Wandel führen, damit mir stets offen bleibe der Zugang zu deiner Gnade und deinem Wohl— gefallen. Um meines Heilandes willen erhöre mich. Amen. Laß mich, o Herr, in allen Dingen Auf deinen Willen seh'n und dir mich weih'n! Gieb selbst das Wollen und Vollbringen, Und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin, Herr, dein ist alles, was ich hab' und bin. 55. Montag. Abendgebet. Jerem. 23, 6: Dies wird sein Name sein, daß man ihn nennen wird: Herr, der unsere Gerechtigkeit ist. 0 Du heißt mich, mein Herr und Heiland, an deinen Namen denken, laß ihn mir vor Augen leuchten. Unter den Sündern bist du allein der einzige gewesen, der rein und Heilig hast d deiner zugut, Gere unsere der K Senke damit Erbar deine wenn anklag heute mein ihn inen den und Wochengebete. 61 heilig war, alle Gebote deines Gottes hast du erfüllt, du hast die Gerechtigkeit geleistet, die vor Gott gilt. Nach deiner großen Barmherzigkeit hast du das gethan uns Sündern zugut, damit wir dich heißen könnten: Herr, der unsere Gerechtigkeit ist; ach, dafür sei hochgepriesen! Was kann unseren Ohren und Herzen süßer und erquickender sein als der Klang dieses Namens; er sei mir gebenedeit in Ewigkeit. Senke ihn immer tiefer hinein in meines Herzens Grund, damit er in mir mehre die Glut der Liebe zu Gott, meinem Erbarmer, wie zu dir, meinem Mittler. Decke mich mit deinem Namen zu an diesem Abende, in dieser Nacht, damit, wenn das sichtende und richtende Auge meines Gottes mich anklagen und beschuldigen will der Sünden wegen, die ich heute gethan habe, dasselbe an mir deinen Namen lese, und mein Gott in Gnaden meiner schone und mir vergebe. Laß ihn das Gezelte sein für alle Mühseligen und Beladenen, darinnen sie Ruhe finden; einen Hort des Friedens für die Friedlosen, und ihrer sind in dieser Welt so viele! Aber er sei auch eine Schutzwehr wider alle deine Feinde, die deinen Namen schänden wollen. Bei Tag und Nacht laß ihn leuchten an meiner Stirn, denn die du erlöst und geheiliget hast, die sollen deine Priester sein und dich heiligen in allem ihrem Wandel. Um deines Namens willen laß mich Erhörung finden. Amen. Nichts, nichts kannst du thun zur Erlösung, Sie ist ja vollbracht, sie ist dein, Du sollst sie nur glauben, nur glauben, Um ewig errettet zu sein Nichts, nichts kannst du thun zur Vergebung, Denn Gnade, die wird nicht verdient; Gerechtigkeit ist dir erworben Von dem, der die Sünde gesühnt. 56. Dienstag. Morgengebet. Joh., 15, 5: Ohne mich könnt ihr nichts thun. Joel 2, 21: Der Herr kann auch große Dinge thun. Von Herzeusgrunde sage ich dir, Herr, mein Heiland, Lob und Dank, daß ich durch dein gnädiges Aufsehen wieder 62 Wochengebete. aus der Finsternis an das Licht, aus der Nacht in den Tag gekommen bin. Laß mir nun auch dein Angesicht leuchten, damit mein Thun und Werk, welches ich anheben will, dir wohlgefalle und mir gelinge, denn ohne dich können wir nichts thun. Was ist unsere Kraft, was unser Vermögen, daß wir ihnen vertrauen könnten? Mitten auf dem Wege kannst du uns demütigen, auf ebener Straße können wir straucheln und fallen, und wie oft wissen wir uns rat- und hilflos. Derhalben erbietest du dich in deiner treuen Liebe den Deinen als ihre Zuflucht, ihnen anbietend deine Gnade und Hilfe, und du, Herr, kannst auch große Dinge thun, denn du hast alle Gewalt im Himmel und auf Erden, bei dir ist kein Ding unmöglich; kein Weg ist dir zu dunkel, darauf du die Deinen nicht führen könntest mit treuer, fester Hand; nichts ist deinem Herzen zu teuer, um es ihnen vorzuenthalten, wenn sie desselben bedürfen und dich darum bitten. In kindlichem Vertrauen auf dich will ich an meine Arbeit gehen; auf deine Hände will ich sehen, damit ich mich beim Gelingen nicht überhebe, als hätte ich es gethan, auch nicht beim Mißlingen verzage, als sei keine Hülfe mehr vorhanden. Treulich und redlich will ich das Meine thun und das, was mir widersährt, hinnehmen aus deinen Händen, da du, Herr, auch große Dinge thun kannst, deshalb kannst du auch alles wohlmachen und am Ende herrlich hinausführen. Habe von Herzen Dank, mein lieber Heiland, du heißest mich getrost sein. Amen. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe; Mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen; Ich stell's in seine Vatergunst. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen Und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; Was ihm von mir beliebet, Das hab ich willig auch erkiest. schwer deine nach in u Vat mein lische mich laß i Fürsp Inber für a selben berbun alle Tag ten, dir wir gen, Pege wir und iebe nade nge auf dir mit um und will ehen, ich keine das aus nnst, nlich and, Wochengebete. 63 57. Dienstag. Abendgebet. „Joh. 14, 13: Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehrt werde in dem Sohne. Liebster Heiland, durch des Tages Mühen und Be⸗ schwerden hast du mir geholfen und hast mir mannigfach deine Güte und Liebe bezeugt. Du hast mit mir gethan nach deinem Verheißungsworte: Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geehrt werde in dem Sohne; dafür dankt dir meine Seele. Nun komme ich wieder, meinen lieben himm⸗ lischen Vater in deinem Namen zu bitten, und du wollest mich hören und erhören. Mein barmherziger Hohepriester, laß in meinen Sünden dein allerheiligstes Verdienst meine Fürsprache sein, und erhalte mich in deiner Liebe und Gnade unverrückt. Und was ich für mich erflehe, erbitte ich auch für alle Glieder meiner Familie und für ein jegliches der⸗ selben ganz besonders, gieb daß in deiner Liebe unsere Herzen verbunden bleiben immer und ewiglich. Ich bitte dich für alle meine Freunde und Nachbarn wie für alle Glieder meiner Gemeinde, o hilf, daß die brüderliche Liebe unter einander eine herzliche sei, ach, der Zwietracht und Feind— schaft wehre, die Selbstsucht ertöte in den Herzen. Ich bitte dich für dein liebes Himmelreich, daß es in Kirche und Schule und in den Häusern gepflanzet werde und seine Saaten wachsen und gedeihen; für die Obrigkeit und ihre Diener, daß sie ihres Amtes walten in deiner Furcht; für meinen Kaiser und König, daß sein Herz sich deiner freue; für mein liebes Vaterland, daß dein Schutz es bedecke; für mein liebes Volk, daß es seinen Heiland erkenne. Die Mühseligen und Beladenen laß deine Stimme hören, damit sie zu dir kommen; durchbrich die Macht und Nacht der Sorgen, die so vieler Augen verdunkeln, daß sie des Vaters Angesicht nicht sehen und den Zugang nicht gewinnnen können zu deinem Herzen. Höre das Seufzen der Elenden, das Weinen und Wimmern der Vereinsamten und Verlassenen; 64 Wochengebete. was wund und zerstoßen, das heile, und errette die Ge— bundenen aus den Stricken der Sünde und des Todes. Ich bitte dich auch für meine Feinde und Widersacher, vergieb ihnen, ich will ihnen auch vergeben,— ach, Herr, sieh in mein Herz, ob meine Bitte aufrichtig sei! Mein herzliebster Heiland, in meinem Anliegen erhöre mich, erhöre mich, auf daß der Vater geehret werde in seinem geliebten Sohne, den uns Menschenkindern seine herzliche Barmherzigkeit gemacht hat zu einem Heilande und Erretter. Ehre sei Gott dem Vater, Gott dem Sohne und Gott dem heiligen Geiste. Amen. In diesem teuren Jesusnamen Das Vaterherze öffnet sich: Ein Brunn der Liebe, Fried und Freude Quillt nun so nah, so mildiglich. Mein Gott, wenn's doch der Sünder wüßte, Sein Herz wohl bald dich lieben müßte. 58. Mittwoch. Morgengebet. Ps. 90, 12: Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Liebster Gott und Vater, du lässest mir wieder scheinen das liebe Sonnenlicht, und ich suche dein Angesicht, daß es mir leuchte. Ich weiß es nicht, wie lange mir beides noch scheinen und leuchten wird. Der Mensch, vom Weibe ge— boren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, gehet auf wie eine Blume und fällt ab, fliehet wie ein Schatten und bleibet nicht. Vielleicht liegt schon die Mitte meiner Tage dahinten, zudem bin ich in einem Leben, in dem es so leicht vor Nacht anders werden kann. Darum, du Gott meines Lebens, du Vater meines Herrn Jesu Christi, bete ich: Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Lehre mich in meinem Denken und Wollen, Thun und Lassen denken an mein letztes Stündlein, denken an meine Kammer drunten in der Erde, denken an die Ewigkeit, denken an den Richterstuhl, vor dem wir offen⸗ bar u schlafe mich Welt mir Sorg manc beden Bern die! dami bewa da he haus, erfter mein auf d Wochengebete. 6⁵ bar werden müssen, damit ich mich nicht in Sicherheit ein— schläfere und ohne Buße und Bereitschaft dahingerafft werde, mich nicht verliere in dem Irrgarten der Welt und mit der Welt verloren gehe, auch nicht zanke mit denen, die mit mir auf dem Wege sind, noch mein Herz beschwere mit Sorgen der Nahrung oder mein Leben verdüstere durch die mancherlei Beschwernisse, die mir beschieden sind. Lehre mich bedenken, daß ich sterben muß, damit ich meines himmlischen Berufes allezeit warte, das Licht des Glaubens in mir helle, die Liebe in mir brünstig und die Hoffnung lebendig bleibe, damit mein Weg die Richtung nach der Ewigkeit unverrückt bewahre. Dort hast du mir zugerichtet die bleibende Stätte, da haben die Kinder Gottes ihre Heimat, da ist das Vater⸗ haus, in welchem sie deines seligen Anschauens sich ewiglich erfreuen. Da hinein zu kommen hilf mir, o Herr; erhöre mein Gebet: Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Amen. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut. 59. Mittwoch. Abendgebet. Hiob 19, 25: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Liebreicher Gott und Vater, dein Wort beugt mich in die Kniee in inniger Anbetung. Ich weiß, daß ich einmal terben muß, daß des Todes dichte Schatten mir auslöschen werden meiner Augen Licht, daß in mir versiegen wird mein schmachtendes Leben, Herr, mein Gott, sei mir nahe in meinem letzten Stündlein! Ich weiß, daß man meinen Leib einmal hinaustragen wird, ihn zu legen in die Erde, und daß keine Thräne, wie heiß sie auch wäre, die verdorrte Lebenswurzel erfrischen wird, daß sie wiederum grünte; Herr, mein 30 Des Christen Pilgergang. 66 Wochengebete. sei meines Leibes Hüter auch drunten in der Erde! Aber ich weiß auch, daß mein Erlöser lebt, das ist dein eingeborener Sohn, mein Heiland. Er hat für mich in der heißesten Leidensglut am Kreuze gehangen, mich mit dir zu versöhnen, und er hat auch meinetwegen in das Grab sich betten lassen, mein Grab zu weihen und zu segnen. Allein du hast nicht zugegeben, daß dein Heiliger die Verwesung sehe, hast ihn mit deiner allmächtigen Gotteshand ausgeführt von den Toten und hast bekräftigt und besiegelt sein Wort: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Derselbige? wird auch mich hernach aus der Erde auferwecken und meinen Leib anziehen mit Unsterblichkeit; das Haupt läßt seine Glieder nicht im Grabe, der Verwesung zum Raube. Herr, sei hoch gelobt für diese unaussprechlich herrliche Glaubenszuversicht, sie ist meines Herzens tiefste Freude, meiner Seele innigster Jubel. O laß denselben nicht verklingen in keinem Erdenleid, wie lange es auch währte, in keinem Leibes- und Seelen⸗ schmerz, wie tief er auch wäre, laß ihn nicht verklingen, bis er ausklingt in dem Hallelujah deiner Auserwählten vor deinem Stuhle. Amen. Hallelujah! meiner Schmerzen Immer trübe Nacht vergeht, Weil das Licht gekränkter Herzen, Meine Freudensonn' aufgeht. Hallelujah! weg mit Klagen, Weg mit Jammer und Verzagen. 60. Donnerstag. Morgengebet. 1. Joh. 2, 15: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Mein Herr und Gott, laß mein Ohr und Herz offen sein für die heilige Mahnung deines Wortes! Ich lebe in sie nicht ihre nicht ihren redet mein sich heili Gew Wese dem mir! das 6 dem, schon Veter deine ist n Fre Wie wie mich arme leug wapf arge und Erlö Gna opfe liebt zu bew ewig Wochengebete. 67 lebe in der Welt, mein Gang führt mich von neuem in sie hinein, so will es dein heiliger Wille, aber ich soll nicht von der Welt sein, soll mein Herz nicht hängen an ihre vergänglichen Güter, nicht dienen ihrer schnöden Lust, nicht suchen ihre Liebe und Freundschaft, nicht wandeln auf ihren Wegen, nicht denken, wie sie denkt, nicht reden, wie sie redet, nicht handeln, wie sie handelt; es sollen geschieden sein mein Geist und Sinn und ihr Geist und Sinn. Es kann sich nicht vertragen die schnöde Weltliebe mit der frommen, heiligen Liebe zu dir, jene besudelt mein Herz, befleckt mein Gewissen, verstrickt mich in den Dienst des vergänglichen Wesens, macht mich untüchtig zu dem heiligen Berufe, zu dem ich berufen bin, zerstört meine Kindschaft und vernichtet mir das Erbe, das mir aufbehalten ist bei dir. Es kann das Herz nicht zwei Herren dienen, es kann nicht hangen an dem, was sich entgegengesetzt ist; ach, wie viele haben sich schon auf diese Weise belogen und betrogen. Ach, heiliger Vater, laß mir stets durch mein Herz und Gewissen gehen deine Worte: So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters, und wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. Wie könnt ich glücklich sein ohne deine Liebe, o Vater, und wie muß es schrecklich sein, dein Feind zu sein! Bewahre mich in deiner Liebe; mehre durch deiner Liebe Glut meine arme, schwache, laue Liebe, sie züchtige mich, daß ich ver⸗ leugne das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, sie wappne mich, daß ich mich entledige aller Verstrickungen der argen Welt, sie mache mich tüchtig deinen Willen zu thun und mache mich willig zu tragen, was du mir auferlegest. Erlöst mit dem heißesten Opfer deiner Liebe, gieb mir Gnade, daß mein ganzes Leben werde ein freudiges Dank⸗ opfer meiner Liebe. Von dir, o mein Erbarmer, ge⸗ liebt zu werden, und dich, o mein herzliebster Vater, lieben zu können und zu dürfen, das ist meine Seligkeit; ach, bewahre mich in deiner Liebe, damit ich dir verbleibe ewiglich. Amen. Wochengebete. Seele, was ist Schöneres wohl als der höchste Gott? Außer ihm ist alles voll Eitelkeit und Spott; Ja Not und Tod. Welt ist Welt und bleibet Welt, Weltgut mit der Zeit zerfällt, Schwing dich zu Gott. 61. Donnerstag. Abendgebet. Joh. 16, 33: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Ich danke dir, lieber Herr, daß du mir den Tag über mit deinem Beistande und deiner Hülfe nahe gewesen, und ich danke dir, daß du mir an diesem Abende begegnest mit deinem lieben Worte. Du hast recht: Wir haben in der Welt Angst. Zu den Mühen und Arbeiten unseres Berufes, zu den Sorgen und Nöten des Lebens, zu den Leiden und Schmerzen dieser Zeit kommen hinzu die mannigfachen Bitter⸗ keiten, welche uns die Welt bereitet, dieselben sind nicht die geringste Bürde, welche du uns zu tragen auferlegst. Die Welt kann sich nicht verleugnen; wie sie dich gehaßt hat, so haßt sie noch fort und fort die Deinen. O wie glühend ist nicht selten ihr Haß gegen dich und alles, was deinen Namen trägt, gegen deine heilige Kirche, gegen unsern christ⸗ lichen Glauben, er ist nicht mehr menschlich, er ist teuflisch. Aber du gebietest uns, daß wir sollen getrost sein, dieweil du die Welt überwunden habest. Und das hast du gethan; als die Welt dich von sich stieß, an das Kreuz schlug, dir in das Angesicht spie, da hast du sie überwunden, denn da hast du uns in deiner Liebe gerettet von dieser gegenwärtigen, argen Welt; nun steht unser Heil, Trost, Friede und Leben allein in deinen Händen, der du nun sitzest zur Rechten deines Vaters, ein Herr über alles; auch deine Feinde sind dir gelegt zum Schemel deiner Füße, wie sollten wir nicht getrost sein? Wir kennen die Flügel, die uns bedecken, des Höchsten Schirm, unter dem wir sitzen, den Quell des Trostes und des Friedens, der unser Leben trankt trinke vöͤllig denn dulde und einen Händ dem Wochengebete. 69 tränkt. Ach, gieb mir daraus auch an diesem Abende zu trinken; erfülle mich mit deinem Frieden; laß mich immer völliger werden in der Liebe, in der auch ich alles überwinde, denn sie verträgt alles, sie glaubt alles, sie hoffet alles, sie duldet alles, und die Liebe hört nimmer auf. O, es ist süß und selig in der Liebe alles zu überwinden; gieb mir davon einen reichlichen Vorgeschmack, bis ich nehmen darf aus deinen Händen den Lohn der Ueberwindung. O Herzensdank dir, dem Ueberwinder! In dir ist Freude auch selbst im Leide, Freund der Menschheit, Jesus Christ, Durch den wir haben himmlische Gaben, Der du wahrer Heiland bist. Schöpfer der Freuden, Tröster der Leiden, Wer dir vertraut, hat wohl gebaut, Wird ewig bleiben. Gelobt sei Gott! Auf deine Güte hofft unser Gemüte, Dir ganz ergeben in Tod und Leben! Nichts kann uns scheiden! Gelobt sei Gott! 62. Freitag. Morgengebet. Hebr. 12, 14: Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen. Liebster Gott, habe Dank, daß ich wieder mein Gespräch haben kann mit dir. Weil du ein Gott der Liebe bist, bist du auch ein Gott des Friedens. Du hast nur Gedanken des Friedens und nicht des Leids mit deinen Menschenkindern, das sagt mir tröstlich der heutige Tag, an welchem einst dein geliebter Sohn für uns am Kreuz gehangen, damit wir Frieden hätten und durch seine Wunden heil würden. Habe von Herzen Dank für das heiße Opfer, das deine Liebe dargebracht, ohne deinen Frieden müßte mein Leben sich in Angst und Unruhe verzehren. Nun will ich aus Dank und Liebe deiner Mahnung mich befleißigen und dem Frieden nachjagen gegen jedermann, auch gegen die, welche von lieb— und friedloser Gesinnung gegen mich beseelt sind; es soll mir nicht sauer werden das Opfer der Selbstverleugnung, 70 Wochengebete. welches ich dabei zu bringen habe, und es sind ja auch meine Brüder und Schwestern, die ich herzlich lieben soll. Ach, segne dazu mein Beginnen. Auf daß ich aber nicht Böses gut und Gutes bös heiße, nur um mit den Leuten Frieden zu haben, mahnst du mich, auch nachzujagen der Heilig— ung, ohne welche niemand dich, den Herrn, sehen werde. O laß es mich damit ernstlich nehmen; ich kann mir ja nicht den Frieden mit dir und den Frieden in meinem Gewissen bewahren ohne Eifer in der Heiligung, ohne die— selbe müßte ich deiner Gemeinschaft hier und deines seligen Anschauens dorten verlustig gehen. So hilf denn, mein Gott, daß ich unverrückt in deinen Wegen wandle und fried⸗ fertig gesinnet sei gegen jedermann, damit deine Verheißung auf mir ruhe: Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Amen. Selig, wer in Frieden lebet, Ohne Hader, ohne Zwist, Wer, wo sich ein Streit erhebet, Gerne Friedensstifter ist Und der Eintracht süßes Band Wieder knüpft mit zarter Hand; Die des Friedens sich befleißen, Sollen Gottes Kinder heißen. 63 Freitag. Abendgebet. Matth. 26, 39: Nicht wie ich will, sondern wie du willst. So hast du, herzliebster Jesu, gebetet, als du im Staube auf deinem Angesicht lagst vor Gott, deinem Vater. Un⸗ sagbare Bitterkeiten, wie sie nie ein Menschenherz geschmeckt, waren dir eingeschenkt in deinen Leidenskelch; der Stachel des Todes, welcher ist die Sünde, verwundete deine un⸗ schuldige, reine, heilige Seele; büßen solltest du unter den Händen deines Gottes, was die Sünder und Gottlosen, und auch ich verschuldet, du, dessen Speise es war, zu thun den Willen deines Vaters. Aber ob es auch nicht Liebes-, sondern Zornesschläge waren, die auf dich herabfielen, sie konnten dich nicht abtreiben von deinem Gott; deine Hände keichte Willen will, Knie pprchh mein Sache meine und sond. Aben Seel Fleist und alleze Bate wie sch Hebot n Hillst. aube Un⸗ neckt, achel Wochengebete. 7¹ reichtest du dar und ließest dich binden, dein Herz, deinen Willen gabst du deinem Vater. Du flehtest: Nicht wie ich will, sondern wie du willst. Ich aber beuge meine Knie und bete dich an in herzlicher Danksagung. Unaus-— sprechliches errangst du uns, als du im Staube lagest. Ach, mein Mittler, lehre mich auch also beten. In allen meinen Sachen und Führungen, meinen Leiden und Schmerzen, meinen Kämpfen und Anfechtungen, meinen Widerwärtigkeiten und Bedrängnissen lehre mich beten: Nicht wie ich will, sondern wie du willst. Lehre mich also beten an diesem Abend, damit nach allen Erfahrungen dieses Tages meine Seele ihre Friedensburg gewinne, aus der sie so oft meines Fleisches, der Welt und des Teufels Wille verjagen will, und diese Friedensburg ist dein guter und gnädiger Wille, allezeit in Freud und Leid der Wille meines versöhnten Vaters. Ach, lehre mich beten: Nicht wie ich will, sondern wie du willst! Amen. Mein lieber Heiland, hilf du mir, Dem armen Erdenpilger hier, Von Herzen nach zu sprechen dir: Dein Wille, Herr, geschehe. Lenk' meinen Willen Tag für Tag, Zerbrich ihn mir durch Schlag auf Schlag, Daß ich noch leichter sagen mag: Dein Wille, Herr, geschehe. Dann, wann einst hier ich ausgeweint, Singt dort, wo ewges Licht mir scheint, Mein sel'ges Herz mit dir vereint: Dein Wille, Herr, geschehe. 64. Samstag. Morgengebet. Offenb. 1, 17, 18: Fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte, und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit, und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes. Mein Herr und mein Gott, mein Wochenwerk neigt sich seinem Ende zu, der letzte Tag in demselben ist gekommen. Wie beim Beginn desselben meine Augen sahen nach den Bergen, von denen mir Hülfe kommt, so schauen sie auch jetzt dahin. Der Sonnenglanz deiner Liebe und 7²2 Wochengebete. Barmherzigkeit hat sie von neuem umleuchtet; von ihnen herab höre ich die Stimme: Fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige; in herz— licher Danksagung bete ich an, denn das ist deine Stimme, Herr Jesu. Ja, du bist der Erste, denn dein Ausgang ist von Anfang und von Ewigkeit, du bist der Letzte, denn dein Name ist: Jesus Christus gestern und heute und derselbe in Ewigkeit, und du bist der Lebendige, denn du hast dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht gebracht. Was dich so unaussprechlich herrlich deinem Volke macht, ist dies: obschon du sein König bist, durchwandelst du mit ihm die Zeiten als sein Heiland und Hirte, du nimmst dich des Einzelnen an, als wäre es das Einzige, welches deiner treuen Obhut befohlen. Auch in meinem Leben warst du der Erste, denn an meiner Wiege standest du und hast liebevoll deine Hände nach mir aus— gereckt, und du wirst in meinem Leben der Letzte sein, deine Hände werden mir liegen auf meinen Augen, wenn sie im Tode entschlummern. Was soll ich mich fürchten? Es wird kein Tag in meinem Leben kommen, an dem dein Erbarmen mit mir ein Ende hätte, und keine Nacht wird kommen, in der dein Licht mir nicht schiene. Muß ich auch einmal sterben, durch dich werde ich ewiglich leben, und ich bin ge— wiß, daß du einmal an meine Grabeskammer treten wirst, ihre Riegel zu zerbrechen und meinen Leib aus dem Grabe zu führen, denn du bist ja der Lebendige und hast die Schlüssel der Hölle und des Todes. O, wie bist du so tröstlich und so herrlich, mein Herr Christe! So will ich auch freudig und getrost sein und in deinem Namen wirken, so lange es Tag ist; du hast mich in deine Hand gezeichnet mit deinem Blute und niemand kann mich aus deiner Hand reißen; gelobt sei Gott. Amen. Wollt ihr wissen, was mein Preis ꝰ Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr seh'n mein Eigentum? Wollt ihr hören was mein Ruhm? Jesus der Gekreuzigte, Jesus der Gekreuzigte. Wochengebete. 65. Samstag. Abendgebet. „Offenb. 7, 16: Sie wird nicht mehr hungern noch dülrsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze. Denn das Lamm mitten im Stuhle wird sie weiden, und leiden zu dem lebendgen Wasserbrnunen, und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen. Es ist nun Feierabend geworden in meinem Wochen— gange; derselbe ladet mich ein zur zeitweisen Entledigung der Mühen und Beschwerden, die mit meinem Lebensberufe verknüpft sind. Herzliebster Gott, habe Dank für diesen Ausspann, er thut deinen Pilgern not. Sie müssen ihr Brot essen im Schweiße des Angesichts, dabei rinnen ihnen nicht selten zahllose Thränen aus den Augen, denn du er— sparst ihnen die Züchtigungen nicht, und ihr Weg führt wie oft vorüber an Kranken- und Sterbebetten wie an Gräbern; die dornenvolle Straße macht sie müde, und unter den Stürmen und Wettern altern schnell ihre Kleider; dazu steht dein Volk ruhelos im Kampfe mit Welt, Sünde und des Teufels Gewalt. Ach, hofften wir allein in diesem Leben auf Christum, wir wären die elendesten unter allen Menschen. Nun aber giebt es noch einen Feierabend, an dem du, treuer Heiland, Israels König und Herzog, dein Volk bringest zu seiner bleibenden Ruhe; da wird sie nicht mehr hungern noch dürsten, es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne oder irgend eine Hitze, denn, du teures Gotteslamm, du Mittler unserer Seligkeit, wirst sie weiden und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen, und du liebreicher Gott, wirst mit linder Vaterhand deinen Kindern abwischen alle Thränen von ihren Augen. O, das ist die wunderbare Gottesruhe, das ist die Ruhe mitten in dem wonnevollsten Leben. Derselben freuet sich mit inniger Danksagung meine Seele, laß mich davon an diesem Feierabende einen reichen Geschmack genießen, damit ich um so mehr Fleiß thue, einzukommen zu dieser Ruhe. Zu dem Ende bleibe du, Herr, bei mir, da es Abend geworden ist, damit es bei mir komme zu einer immer innigeren Lebensgemeinschaft mit dir, Wochengebete bis der letzte Feierabend für mich gekommen ist, an dem du mich heimholest zu deinen Freuden. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl— Im Himmel lebt der Christen Schar Bei Gott viel tausend, tausend Jahr, Und werden des nicht müde; Sie haben mehr als Sonnenlicht; Sie sehen Gottes Angesicht; Sie haben großen Frieden, Wo Christus giebt, wie er verheißt, Das Manna, so die Engel speist. Ach, wie verlanget doch nach dir Mein mattes Herze mit Begier, Du überselig Leben! Ach, bringe mich, mein Gott, dahin, Wonach jetzt Seele, Mut und Sinn Mit allen Kräften streben, Der schnöden Welt vergeß ich ganz Und sehn' mich nach des Himmels Glanz. du der ohl⸗ Dritter Teil. —— Des Christen Festgang. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gern, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Lebenlang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu besuchen. Ps. 27, 4. Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubet, wie die Schrift sagt, von deß Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen. Joh.(, 30 u. 38. Einleikende Bekrachkung. Das Christenleben erbaut sich auf den Thaten der barmherzigen Liebe Gottes in Christo Jesu. Dieselben sind der Grund, in welchem es wurzelt und aus welchem es seine Lebenskraft gewinnt. O, es wäre ein un— seliges Leben, ein Leben in Angst und Not, in dem Elend der Sünde und dem Jammer des Todes, wenn es nicht in der heiligsten aller Nächte von den Lippen eines himm— lischen Boten geheißen: Euch ist heute der Heiland geboren! Seitdem Menschenkinder auf dieser armen Erde seufzen, ist nie ein herrlicheres und seligeres Wort ver— nommen worden, in dem Hallelujah aller Seligen durch— rauscht es die Ewigkeit. Der in Gott verborgene Ratschluß ist nun offenbar geworden: O ein Ratschluß voll Erbarmen, Voll von Huld und Freundlichkeit, Der solch einer Welt voll Armen Einleitende Betrachtung. Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die des Sohn's nicht schont, Der in ihrem Schoße wohnt, Um den Sündern ew'ges Leben Durch des Sohnes Tod zu geben! Der Sohn Gottes stieg vom Himmel zur Erde nieder, nahm an unser Fleisch und Blut, um eine Erlösung uns zu erfinden und die Gnade Gottes uns zuzu⸗ wenden. Wohl ist er wieder hingegangen in den Himmel, aber er ist nicht von uns gegangen. Vom Vater sandte er den heiligen Geist, den himmlischen Tröster, und neue Wunder der erbarmenden Liebe Gottes treten vor unsere Augen. Der heilige Geist ist es, welcher die zerstreuten Kinder Gottes sammelt auf Erden zu einer Gemeinde Gottes, zu einem heiligen Brudervolke. Er ist es, der an jenem großen Pfingsttage Christi Kirche auf Erden gegründet hat, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, und ge⸗ segnet mit den herrlichsten Gnadenschätzen: mit Gottes heiligem Worte und den heiligen Sakramenten. Das ist der neu⸗ testamentliche Tempel, schöner und herrlicher als jener war, der auf Moriah gestanden, denn er ist zusammengefügt aus lebendigen Steinen, die Gottes Bildnis an sich tragen, und unter einander mit dem Blute des Sohnes Gottes verkittet sind. Es ist Christi heiliger Leib mit den heiligen Gliedmaßen unter dem himmlischen Haupte zur Rechten der Majestät; es ist unser aller geistliche Mutter. Damit nun auch du, lieber Christ, ein lebendiges Glied an diesem Leibe werdest und dich erbauest zu einer Behausung Gottes im Geiste, läßt dir Gottes unaussprechliche Gnade in seinen Tempeln und an seinen Altären sein heiliges Wort oerkündigen und darreichen seine heiligen Sakramente. Ja, nun haben wir in unserm Pilgergange einen Festgang, herrlicher, als ihn die Kinder Israels hatten, wenn sie hinauf⸗ zogen nach Jerusalem und ihre Herzen in Jubel ausbrachen beim Anblicke des Tempels, denn wir wallen unter den Wundern der Gnade und Barmherzigkeit des dreieinigen Gottes tum, die Tu zu seit für di zur eine uzu⸗ mel, e er neue isere Uten nde esd, auf ostel ge⸗ igem eu⸗ jener efügt sich hnes den zur tter. lied sung jnade Wort g9a/ ang/ nauf⸗ achen den nigen Festgebete. 77 Gottes als das auserwählte Geschlecht, das königliche Priester— tum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, verkündigend die Tugenden dessen, der uns berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Lichte. Unser Gott sei hochgepriesen für diese unaussprechliche Gnade! Erster Abschnitt. Weifnactskreis. 66. Erster Advent. Morgengebet. Matth. 21, 9: Hosianna, dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Das walte Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der heilige Geist! Amen. Barmherziger, ewiger Gott, mit Dank und Freude gehe ich ein in die Thore, die du mir heute aufthust. Deine Liebe will wieder neu werden, deines Volkes willst du dich von neuem annehmen und herzlich erbarmen. Ein neues Kirchenjahr ist angebrochen, die liebliche Adventszeit ist gekommen. Zions König kommt gezogen sanftmütig, und von Herzen demütig, um zu besuchen und zu erlösen sein Volk, um unter uns zu wohnen, zu wirken und zu walten, uns zu lieben und zu segnen, damit uns Pilgrimen das Brot des Lebens nicht mangele, damit wir gewönnen die Wasser, welche in das ewige Leben fließen. Da will ich mit Freuden aufthun die Thüre meines Herzens, will rufen und bitten: Komm herein, du Gesegneter des Herrn, wo sollte ich Trost und Frieden, Leben und Seligkeit finden, bliebest du draußen! Schenke mir deines Geistes Kraft, neu zu werden, meiner Seelen Seligkeit zu schaffen mit 78 Festgebete. Furcht und Zittern. Hilf, Herr, damit dein Feigenbaum, welchen du gepflanzet und so treulich gepfleget hast, dir reichliche Früchte bringe. Wirke in allen Gemeinden, an allen auf deinen Namen Getauften durch deinen Geist, daß sie sich aufmachen, dem Heiland entgegenzugehen, und ihn aufnehmen in ihre Herzen und Häuser. Mache dich auf, Zion, denn dein König kommt. Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Amen. Hosianna! Davids Sohn Kommt in Zion eingezogen, Ach, bereitet ihm den Thron, Setzt ihm tausend Ehrenbogen, Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. 67. Erster Advent. Abendgebet. Röm. 13, 12: Lasset uns ablegen die Werle der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Mein lieber Herr und Gott, von Herzen danke ich dir, daß ich mit deiner Christenheit wieder in deinen herr— lichen Advent eintreten durfte. Wie macht mich das so glücklich und froh, daß du, mein Herr Jesu, abermal zu mir kommst, bei mir einzukehren und bei mir zu bleiben, als mein Heiland; auf allen meinen Wegen mich zu führen, als mein Hirte; mich in meinen Gebeten und meiner großen Schwachheit bei dem Vater zu vertreten, als mein Mittler und Fürsprecher; mit mir zu sein, als mein Seligmacher hier und dort. Mein Herz strecket sich nach dir, ich kann nur rufen und bitten: Komm herein, bei mir zu bleiben ewiglich! Hilf mir durch deinen heiligen Geist, zu thun, wie dein heiliger Apostel mir gebietet: Ich will ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts, will ausziehen den alten Menschen, der sich durch Lüste in Irrtum verderbet und auch den Tag über oft und viel gesündigt hat, will dich anziehen, meinen Herrn Jesum Christum, damit du in mir um, iche auf s0 en on, hne ten ernis fann zu eist, hill gen lten und dich mit Festgebete. 7⁰ eine Gestalt gewinust, und ich in dein Bild verklärt werde. Unter deine Gnadenflügel will ich mich bergen in dieser Nacht; dir will ich befehlen alle meine Lieben, die nahen wie die fernen, sonderlich die, welche deiner am meisten bedürfen. Auch in dieser Nacht bewahre mich vor allen Sünden, meinen Leib und seine Glieder vor aller Befleckung, damit ich dir Tag und Nacht geheiligt sei und dienen möge, los von bösem Gewissen, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, wie es dir wohl— gefällig ist. Ich will auch am Abend rufen, wie ich am Morgen gerufen habe: Hosianna, dem Sohne Davids, ge— lobet sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe! Amen. Hosianna, nah und fern! Eile bei uns einzugehen, Du Gesegneter des Herrn, Warum willst du draußen stehen? Hosianna! Bist du da“ Ja, du kommst, Hallelujah! 68. Zweiter Advent. Morgengebet. Luk. 21, 28: Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter anf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Herr Jesu, mein Heiland, du wirst wiederkommen in großer Kraft und Herrlichkeit. Es werden Zeichen geschehen an Sonne, Mond und Sternen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden. Dann aber wirst du erscheinen in den Wolken des Himmels, du, der du das Kreuz er— duldetest, und der Schande nicht achtetest, und bist gesessen zur Rechten auf dem Stuhle Gottes. Und mit dir wird kommen die Stunde der Erlösung für die Deinen, welche hier im Staube der Erde zu wallen, mit Sünde, Tod und Teufels Gewalt zu kämpfen, und dir ihr Kreuz nachzutragen haben. O, wie herrlich wird deine Zukunft sein, wenn du erscheinest über alle Himmel erhaben, in Kraft und Majestät, und alle heiligen Engel Gottes mit 8⁰ Festgebete. dir, wenn die Deinen froh ihre Häupter erheben, weil du es bist, der da kommt, ihr Heiland und ihr König, und mit dir nun kommt die Stunde ihrer Erlösung. Wie herrlich wird das Erbteil deiner Heiligen sein, wenn sie, dem Irdischen entnommen, von dir verkläret und in das Himmlische versetzt, dir gleich sein werden in deiner Herrlichkeit. Da will ich schon jetzt im Glauben und in der Hoffnung froh mein Haupt erheben und mich in Trübsal und Anfechtung, in der Welt Haß und Feindschaft deiner herrlichen Zukunft getrösten. Aber, Herr, gieb mir auch Kraft zu tägli chem Wachen und Beten, damit ich mein Herz nicht hänge an ö die arme Erde und ihr nichtig Gut, an die Welt und ihre vergängliche Lust, daß ich mein Herz nicht beschwere mit Sorgen der Nahrung, geschweige denn mit Fressen und Saufen, damit ich mein Heil nicht versäume, so lange es noch heute heißt. Bereite du mich an jedem Tage, daß ich würdig sei, zu stehen vor dir. Ach, Herr, rüste und bereite die ganze Christenheit, damit sie als dein Volk deiner Zukunft harre und ihr entgegengehe mit gottseligem Wesen und heiligem Wandel. Amen. Er kommt zum Weltgerichte; Dann bebe nur sein Feind! In hohem Gnadenlichte Erscheint euch euer Freund. Komm, komm, du Gnadensonne, Geh' auf in vollem Glanz Und füll' mit Himmelswonne Das Herz der Deinen ganz. 69. Zweiter Advent. Abendgebet. Röm. 15, 5 u. 6: Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander, nach Jesu Christo, auf daß ihr einmütiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Mein Herr und mein Gott, so lange ich noch hieunten zu leben habe, bedarf ich vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen deiner herzlichen Barmherzigkeit. Habe Dank, daß du sie mir den Tag über erwiesen hast, unds chenke mir Trost Auge Licht welch über Orte die ł die! unse ersch. stes nach obet ten und eit. nle Festgebete. 81 mir aus dem Reichtum deiner Gnade nun am Abend den Trost der Sündenvergebung, daß ich in demselbigen meine Augen schließen möge. O Sonne, die nicht untertauchet, Licht und Glanz auch in dunkler Nacht, sei du mein Licht, welches mir leuchtet. Erhelle die geistige Nacht, die sich über so manche Herzen gebreitet hat und an so vielen Orten die Christenheit bedecket, steure dem Unglauben, zerbrich die Herzenshärtigkeit, entzünde mit dem Feuer deiner Liebe die Herzen, daß sie einmütiglich mögen loben dich, den Vater unseres Herrn Jesu Christi. O Aufgang aus der Höhe, erscheine den Völkern, die noch sitzen in Finsternis und Schatten des Todes! O Wurzel Jesse, stehe auf, zu herrschen über die Heiden mildiglich und gnadenreich, damit die Heiden Gott loben um der Barmherzigkeit willen, daß sie sich freuen mögen mit deinem Volke, daß dich preisen alle Völker, und auch die Heiden hoffen auf dich. Und wo eine Seele an diesem Abend ihre Kammer sucht unter Thränen oder auf ihrem Lager liegt unter Seufzen, da heile, du Gott der Geduld und des Trostes, die gebrochenen Herzens sind, lindere und stille die Schmerzen, rufe dein Wort in die betrübten Herzen: die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. O, daß wir eines Advents warten dürfen, da unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein wird, dafür sei hoch gelobt. Amen. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden 7 Ja, du kommst und säumest nicht, Weil du weißt, was uns gebricht, O du starker Trost im Leiden! Jesu, meines Herzens Thür Steht dir offen, komm zu mir. 70. Dritter Advent. Morgengebet. Hebr. 13, 9: Es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade. Aus heißer Liebe bist du, Herr und Heiland, vom Himmel zur Erde herabgekommen. Als die Zuflucht der 6 Des Christen Pilgergang. 82 Festgebete Elenden, als den Helfer der Hilflosen, als den himmlischen Arzt der Kranken, als den Heiland Gottes hast du dich er— wiesen; die Wunder deiner Barmherzigkeit umleuchteten deine Wege, ein unaussprechlicher Segen trieft aus deinen Fuß— tapfen. Ja, du bist, der da kommen sollte, du bist der rechte einige Christ. Und doch— ach, Herr, vergieb es!— zagt oft mein schwaches kleingläubiges Herz, ob es sich deiner Liebe getrösten könne, ob du in aller Not und Anfechtung Heiland und Helfer sein werdest, ob dein Er— barmen gehe über mein Verschulden! Ach, Herr, laß mich immer wieder knieen zu deinen Füßen und an dein Wort und Thun gedenken, und laß deine Barmherzigkeit hinein— scheinen in mein Herz; mache mein Herz fest durch deine Gnade. Das thue an mir und allen redlichen, frommen Herzen. Das zerstoßene Rohr wollest du nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Laß dich finden von allen, die dich suchen, und laß von allen, welche dich gefunden haben, dein Lob und deinen Ruhm verkündet werden. Und weil jetzt der Sturm— wind des Zweifels, der Lüge und des Unglaubens durch die Welt brauset, wollest du dich erheben mächtig und gnädig und mit der Wahrheit hellem Lichte die Finsternis zerstreuen. Dazu laß heute überall dein Wort lauter und kräftig ver— kündet werden, und begleite es allenthalben mit den Gnaden— wirkungen deines Geistes. Erhöre mein Gebet um deines allerheiligsten Namens Ehre willen. Amen. Du Freund der Menschenkinder, O Herr, verwirf uns nicht! Dein Name, Heil der Sünder, Ist uns're Zuversicht. Drum kommen wir zu dir! Hilf selbst die Macht der Sünden Uns kräftig überwinden; Denn dein, o Herr, sind wir. hinei vor d möch erwe aber hinde deine dem weld und selbst ich versü wille so oj und auf 0 Giel eins tröf wor 3zu Festgebete. 83 1. Dritter Advent. Abendgebet. 1. Cor. 4, Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, Delhe auch wird aus Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren. Ich sehe hinein in das heutige Epistelwort und sehe hinein in mein Herz und mein Leben und bekenne mich vor dir, allwissender und heiliger Gott, tief verschuldet. Ich möchte dein Haushalter sein, welcher dir die Treue erweist— Herr, du weißt es, wie mich darnach verlanget— aber mein träges Fleisch und Blut und mein laues Herz hindern mich. O, wenn du doch durch dein Wort und deinen Geist mein Herz und Leben erneuern und mir mit dem Eifer der Liebe auch die Treue schenken wolltest, welche du, Herr, suchest! Wie bald zerrinnen meine Tage, und du, Herr, wirst mich richten, du, Herr, vor dem selbst die Himmel nicht rein sind. Vergieb mir alles, worin ich diesen Tag wissentlich oder unwissentlich mich an dir versündigt habe, vergieb es mir um deines lieben Sohnes willen. Vergieb mir aber auch, daß ich mich in meinen Gedanken so oft über den Bruder erhebe und denselben mit meinen Gedanken und Worten richte. O, diese Sünde halte mir mit Ernst vor, auf daß ich nicht deiner Gnade mich unwert mache, indem ich stolz und lieblos den Bruder deiner Gnade unwert achte. Gieb, daß ich in einem demütigen und bußfertigen Glauben einschlafe, damit ich mich wachend und schlafend dessen ge— trösten möge, der mein Mittler und Fürsprecher ge⸗ worden ist bei dir. Laß es also geschehen, Herr, und sprich zu meinem Amen dein Amen. Amen. Mit Ernst, o Menschenkinder, Das Herz in euch bestellt, Bald wird das Heil der Sünder, Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad' allein Der Welt zum Licht und Leben Versprochen hat zu geben, Bei allen kehren ein. 6* 8⁴4 Festgebete. 72. Vierter Advent. Morgengebet. Joh. 1, 23: Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn. Mein Herr und mein Gott, von Herzen danke ich dir, daß du mir ein gnädiges Erwachen aus meinem Schlafe ge— schenkt hast, laß nun meine Seele auch zu dir wachen. Mit deiner lieben Christenheit feiere ich den letzten Advent und höre die Stimme: Richtet den Weg des Herrn. Ach, Herr, richte diesen Weg durch dein Wort und deinen Geist auch bei mir! Ich weiß wohl, daß ich ein armer, schuld— befleckter Mensch bin, aber lehre mich, es besser erkennen, tiefer und voller empfinden. Den Geist der Hoffart ertöte in mir; reiße sie aus, diese Wurzel in meinem Herzen, damit ich bußfertig nach meinem Heiland verlange. Taufe du mich, Herr Jesu, mit der Taufe deines Geistes, daß Glaube und Liebe in mir brennen und leuchten, und ich dir ent⸗ gegenwalle mit bußfertigem Sinne und heiligem Wesen und Wandel. Es ist ja fürwahr wunderlich, daß du, dessen Schuhriemen aufzulösen Johannes sich nicht für würdig hielt, mir nahen und bei mir einkehren willst, aber also ver— herrlichst du deine Barmherzigkeit, dafür ich dich lobe und preise in Ewigkeit. In Demut und in Glauben harre ich deiner und rufe am letzten Advent wie am ersten: Hosianna dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hosianna in der Höhe! Amen. Ein Herz, das Demut liebet, Vei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmut übet, Mit Angst zu Grunde geht. Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. Dπππ⁰˙⁰⁰⅛9π Festgebete. 8⁵ 73. Vierter Advent. Abendgebet. Phil. 4, 4 u. 5: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch. Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Wie lieblich, Herr, sind die Worte, mit denen du mir heute begegnet bist: Freuet euch in dem Herrn alle⸗ wege, und abermal sage ich euch: Freuet euch. Das sind Worte deines Herzens, die sind mir ein Vor⸗ geschmack der lieben Weihnacht, da die Freude vom Himmel kam in deinem heiligen Kinde Jesus. Mache deine Worte in mir wirksam, daß sie in meinem Herzen verscheuchen alle Angst, allen Kummer und Schmerz, und ich mich deiner Liebe freue; bist du, Herr, mir doch nahe, und nahe die Zeit meiner Erquickung von deinem Angesicht. Ich will auch alle meine Sorgen auf dich werfen und daran genug haben, daß ich alle meine Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor dir kund werden lassen darf, dieweil ich dein Kind bin, und du mein Vater bist. Berleihe mir nur beständiglich die Kraft des Glaubens und des Gebets, auf daß ich es kann und Herr werde der bösen Sorgengeister, die mich sonst quͤälen. Und da du ein so linder Gott und Heiland bist und so sanft⸗ mütig und geduldig mit mir umgehest, so will ich auch so handeln mit meinem Nächsten. Vergieb mir in deiner Barmherzigkeit, was ich hierin auch heute wieder gesündigt habe; mache mich dir gleichgesinnt, o mein Jesu. Du hast ja einst gerufen: Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. Gieb mir, meinen lieben Hausgenossen, Verwandten, Freunden und Nachbarn, gieb, o Gott, allen deinen Kindern den Frieden, der höher ist als alle Vernunft, deinen Frieden; in demselben laß uns entgegengehen der heiligen Nacht, in der du hast verkündigen lassen: Friede auf Erden; in dem⸗ selben bewahre unsere Herzen und Sinne in Christo Jesu. Ja, der Herr ist nahe. Amen. 86 Festgebete. Ach mein Herr Jesu! dein Nahesein Bringt großen Frieden ins Herz hinein, Und dein Gnadenanblick macht uns so selig, Daß Leib und Seele darüber fröhlich Und dankbar wird. Ach, gieb an deinem kostbaren Heil Uns alle Tage vollkommen Teil, Und laß unsre Seele sich immer schicken, Aus Not und Liebe nach dir zu blicken Ohn' Unterlaß. 74. Gebet am Weihnachtsabend. Jesaia 9, 6: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig⸗Vater, Friedefürst. O du freundlicher, o du leutseliger Gott, wir danken vir von Herzensgrund, daß wieder zur Erde sich geneigt hat die stille Nacht, die heilige Nacht, deine armen Menschen— kinder auf Erden zu bedecken mit deiner Huld und Freundlich⸗ keit. In unsern Augen leuchtet wieder der Glanz des lieben Weihnachtsbaumes, es ist der Abglanz jenes wundersamen Baumes, den deine Liebe in Bethlehem gepflanzt hat und hat ihn so herrlich geschmückt und mit himmlischem Lichte übergossen; denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst, es ist dein liebes, heiliges Kind und unser Immanuel. In seliger An⸗ betung beugen wir unsere Kniee an des Kindleins Krippe, dich zu loben und zu preisen, und du bist ja auch ein Gott der Erbarmung und willst, daß allen Menschen geholfen werde. Gieb uns einen vollen Anteil an der großen Freude, die auch uns widerfahren ist, mache uns kindlich froh, mache alle deine Kinder froh, froh auch die Betrübten und Weinenden, auch die Vereinsamten und Verlassenen, auch die Geringen und Armen, und du hast sie ja auch alle also ge⸗ liebt, daß du deinen eingeborenen Sohn für sie gegeben hast. Gieb uns allen kindlich fromme Herzen, damit wir uns ziehen lasser wir leuts⸗ Umf unter einar jubel Vate Erde und Festgebete. 87 lassen an dein Herz, und du willst ja unser Vater sein, und wir sollen deine Kinder sein; ja, was bist du ein freundlicher, leutseliger Gott, daß du sündige Menschen so lieben kannst. Umfahe uns mit deiner Liebe inniglich, auf daß wir uns untereinander umfahen herzlich, glücklich, noch einmal mit einander Weihnachten feiern zu dürfen auf Erden. Laß uns jubeln mit deiner heiligen Engelschar und allen Seligen im Vaterhause des Himmels, wie mit allen deinen Kindern auf Erden: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all, Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall Und seht, was in dieser hochheiligen Nacht Der Vater im Himmel für Freude uns macht. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Was sie haben prophezeit, Ist erfüllt in Herrlichkeit: Zions Hilf' und Abrah'ms Lohn, Jacobs Heil, der Jungfrau Sohn, Friedefürst, Rat, Kraft und Held Hat sich treulich eingestellt. 45. Erster Weihnachtstag. Morgengebet. Luc. 2, 10 u. 11: Der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Ewiger, allmächtiger Gott, du bist ein Gott wunder— barer, unaussprechlicher Barmherzigkeit. Finsternis bedeckte das Erdreich und Dunkel die Völker. Die du geschaffen hattest nach deinem heiligen Bilde, saßen in den Schatten des Todes; aber das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle. Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herr— schaft ist auf seiner Schulter, und er heißet: Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig⸗Vater, Friedefürst; Maria 88 Festgebete. hat es geboren und gebettet in die Krippe in Bethlehems Stall. Ich höre deinen Engel den frommen Hirten ver— kündigen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Ja, es triefen die Himmel vom Segen und die Wolken regnen Gerechtigkeit; uns ist der Heiland geboren. Also hast du die Welt geliebet, daß du deinen eingeborenen Sohn gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Ich beuge meine Kniee in inniger Danksagung; mein Auge blickt hinein in den Abgrund deiner Barmherzigkeit, und meine Seele frohlocket, denn auch mir ist der Heiland geboren; ich kann, ich soll nun selig werden, das ist je gewißlich wahr. O, gieb, daß mein Herz und die Herzen aller meiner Miterlösten der himmlischen Freude voll werden; laß die Freudenbotschaft hineinschallen in alle Welt, damit die Welt durch sie selig werde. In deiner Weihnachtsliebe will ich mein Weihnachtsfest halten, sie sei mir mehr als alles, sie sei das helle Gnadenlicht und der himmlische Glanz, der mir alles andere verkläret. Daß wir deine Kinder würden, dazu gabst du dein eigenes, liebes Kind, und das ist das Himmelreich auf Erden. Darum will ich auch mit allen deinen Kindern im Himmel und auf Erden frohlocken: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl⸗ gefallen. Amen. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd' in aller Welt gedacht, Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sah'n; Dich, Gott, mein' Heiland, bet' ich an! Festgebete. 76. Erster Weihnachtstag. Abendgebet. Tit. 2, 11 u. 12: Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen ver⸗ leugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt. Lieber himmlischer Vater, wie hast du uns doch so un— aussprechlich geliebt, und wie groß ist dein heißes Erbarmen! Dein eigenes, liebes Kind, deinen Eingeborenen, sandtest du aus deinem Schoße zu uns herab. In ihm ist nun er⸗ schienen deine heilsame Gnade allen Menschen, in ihm kann allen geholfen, können alle selig werden. Mit dankbarem, frohem Herzen will ich deine heilsame Gnade ergreifen, daß ich durch sie gerettet und selig werde; sie wohne und wirke in mir, sie züchtige mich, daß ich verleugne das ungöttliche Wesen und die welt— lichen Lüste und als dein Kind vor dir lebe und wandle züchtig, gerecht und gottselig in dieser Welt. Es sei mir zu gering, daß ich mein Herz hange an die Welt und das ungöttliche Wesen, da du mir Herrlicheres zu besitzen und zu genießen giebst. Viel zu lieb, teuer und heilig sei mir mein himmlischer Beruf, zu dem du mich in Christo Jesu berufen hast, als daß ich ihn verleugnen und mit Füßen treten sollte. Deine Liebe ziehe mich zu dir, o mein Jesu, daß ich ganz dein eigen werde, wie deine unaussprechliche Liebe dich zu mir in den Staub herabgezogen hat, und du mein geworden bist. In dieser Liebe will ich an diesem Abend mich niederlegen, sie bedecke mir alle meine Sünden und lasse mich ruhig schlafen. Bette auch, lieber Gott und Vater, in diese Liebe die lieben Meinen, hülle in sie hinein die Armen, die Kranken und Elenden. Ach, lindere die Not und den Jammer so vieler meiner Brüder und Schwestern, damit sie des Weihnachtssegens nicht verlustig gehen. Du willst ja, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. O, laß dein liebes Weihnachtslicht anbrechen 9⁰ Festgebete. in allen Herzen und deinen Weihnachtsfrieden einkehren in allen Häusern. Wir sind das Volk deines Eigentums, so erhalte uns in deiner Gnade bis auf die Erscheinung unseres Herrn Jesu Christi zum ewigen Leben. Amen. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens⸗- und dein Liebeslicht; Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht; Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein 0. Zweiter Weihnachtstag. Morgengebet. Luk. 2, 15: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend. Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöset sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David. Ich will mich nun aufmachen und nach Bethlehem gehen und die Geschichte sehen, welche du, Herr, mir kund gethan hast, und ich will es eilend thun, weiß ich doch nicht, ob ich noch einmal Weihnachten feiern werde. Geleite mich auf meinem Wege mit deinem Geiste. Gieb mir ein kindlich frommes Gemüt, wie du ein solches den Hirten gegeben. Reiche mir dar den Stecken und Stab deines heiligen Wortes, denn alle Worte deiner heiligen Propheten und Apostel weisen mich hin nach Bethlehem, wo offenhbar geworden das kündlich große Geheimnis: Gott ist geoffenbaret im Fleisch. Daß ich dein heiliges Kind finde in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen, das kann und darf mich nicht beirren, ich achte es als ein Zeichen deiner höchsten Freundlichkeit und Leutselig⸗ keit. Wie könnte ich hoffen, daß du, mein Jesu, dich meiner annehmen und mir ein Heiland werden solltest, wenn du nicht so klein, arm und gering geworden wärest. Ich beuge meine Kniee und bete dich an deiner Krippe an: o komm, bei mir einzukehren und zu wohnen. Bliebest du draußen, ä Festgebete. 9¹ würde ich Weihnachten halten und dennoch meines Heilandes und meines Heils verlustig gehen. Gewinne du eine Gestalt in mir, lebe und wirke in mir, daß ich mit dir innigst und selig verbunden meine Straße ziehe. Weiß ich doch nun, wohin sie gehet— dahin, woher die lieben Engel ge— kommen, und wohin sie zurückgekehrt sind, dahin führet sie. Mit dir will ich froh und selig heimwärts wallen. Amen. O Bethlehem, du Segensstadt, Mit nichten die geringe: Du birgst den Herrn, der alles hat, Den Schöpfer aller Dinge; Aus dir kommt reich an Macht und Ehr' Der Herzog über Gottes Heer, Der Sohn der Ewigkeiten, Der Mann voll Schmach und Leiden. Wie wirst du dulden, zartes Kind, Wie wirken, lieben, flehen, Im Riesenkampf mit Tod und Sünd' Als Leu aus Juda stehen! Und wenn zuletzt, mit Blut bedeckt, Die Lieb' in Sarg und Grab dich streckt, Wie wirst du im Erliegen Unwiderstehlich siegen! 78 Zweiter Weihnachtstag. Abendgebet. Tit. 3, 4 u. 7: Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unseres Heilandes, auf daß wir durch desselbigen Guade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung Mein lieber himmlischer Vater! Am Schlusse dieser heiligen Tage danke ich dir nochmals für dein herzliches Erbarmen, welches uns deinen lieben Sohn zu eigen geschenkt hat. Wie unaussprechlich viel hast du an uns gethan! Ich danke dir für alle die Wunder deiner Gnade, die ich habe sehen und schmecken dürfen, und für allen Segen, den du mir und den Meinen in diesen Tagen geschenkt hast. Ich danke dir auch herzlich für jede Gabe, mit der menschliche Liebe mich erfreut und erquickt hat. O, hättest du uns nicht so lieb, so hätten wir uns untereinander nicht so lieb! Aber, o Gott, je heiliger die Tage sind, desto größer ist auch menschliches Verschulden. Vergieb mir all mein Ver— 92 Festgebete. säumen, Fehlen und Sündigen. Versiegle mir im Glauben deine Gnade in Christo Jesu; sie versüße mir alle Bitter⸗ keiten des Lebens und ermuntere und stärke mich, einen guten Kampf zu kämpfen und zu leiden als ein guter Streiter Christi. Nun es Abend geworden und diese lieben Weihnachtstage zur Neige gehen, will ich ausschauen nach den seligen Weihnachten droben, wo nicht mehr im Bilde irdischen Lichtglanzes uns deine Freundlichkeit und Leutseligkeit entgegenstrahlt, wo wir dich und den, welcher für uns die Krippe und das Kreuz erwählet hat, schauen von Angesicht zu Angesicht. O der wunderbar seligen und herrlichen Weihnachten, wenn deine Kinder versammelt sind im Vaterhause, wenn keine Thräne des Schmerzes mehr zittert in ihren Augen, keine Anfechtung sie mehr drückt, keine bange Sorge mehr durch ihre Herzen zieht, wenn deine Liebe all ihr Sehnen gestillt hat, und sie sich freuen mit un⸗ aussprechlicher, seliger und herrlicher Freude, als die davon gebracht haben das Ende ihres Glaubens, nämlich der Seelen Seligkeit. Ach, Herr, gieb mir und den lieben Meinen einmal Teil an dieser seligsten aller Freuden! Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein, Ewig entsag' ich der Sünde. 79. Gebet am Jahresschlusse. 1. Mose 32, 10: Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knecht gethan hast. Ich stehe am Schlusse dieses Jahres und sage dir, meinem Gott und Vater, innigst und von Herzen Dank und Lob. Wie viel hast du doch das Jahr hindurch an mir gethan! Habe Dank für deine gnädige Führung, für deine Versorgung im Irdischen, für deine Gaben im Geistigen, für dein heiliges, göttliches Wort, welches du mir hast verkündigen, igleit dir/ Danl mir heine für igen/ Festgebete. 93 für dein heilkräftiges Sakrament, welches du mir hast dar⸗ reichen lassen. Es war ja ein mühseliges Jahr, du weißt es, Herr, aber durchgeholfen hast du redlich; an schmerzlichen Heimsuchungen hast du es nicht fehlen lassen, aber meine Gebete hast du nicht verachtet, hast mich in der Trübsal getröstet und nicht über Vermögen versucht werden lassen. Derhalben thue meine Lippen auf, daß meine Zunge deinen Ruhm verkündige. Mein Herz neiget sich vor dir in Dank und Anbetung. Ich bin zu geringe aller Barmherzig— keit und Treue, die du an mir gethan hast. Aber thue auch um Christi willen dein Herz gegen mich auf und sei mir gnädig. Vergieb mir alles, womit ich dich betrübt, mich an dir und meinem Nächsten versündigt, worin ich in Gedanken, Worten und Werken Unrecht gethan habe. O dessen ist viel und kann nicht gezählt werden. Vergieb mir meine Undankbarkeit gegen deine tausendfältigen Wohlthaten, meine Lauheit gegenüber deiner heißen Liebe, meinen Kleinglauben und mein Verzagen in den Stunden der Anfechtung, meine Ungeduld unter dem Kreuz, meine Widerspenstigkeit in deinen Züchtigungen; vergieb mir die Unbußfertigkeit meines Herzens. Ach, Herr, wie oft habe ich deine teuersten Gaben: dein beiliges Wort und deine heiligen Sakramente so gering geschätzt und deinen heiligen Geist so vielfach betrübt, wie habe ich doch mehr um den sterblichen Leib, als um die Seele, vielmehr um das Zeitliche und Irdische, als um das Ewige und Himmlische gesorgt! Weh, was bin ich oft für Wege ge⸗ wandelt, als wenn du Gott nicht zu fürchten wärest, und es keinen Tag der Rechenschaft gäbe! Du suchest Frucht, welche dir wohlgefällt, aber du findest sie nicht. O, Gott, schenke mir erleuchtete Augen, dieses alles zu erkennen, gieb mir ein bußfertiges gebeugtes Herz. Handle nicht mit mir nach meinen Sünden und vergilt mir nicht nach meiner Missethat. Du hast verheißen: Ich, ich tilge deine Uebertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht, ach, thue an mir nach deiner Verheißung und sei mir um Christi willen gnädig! Laß 9⁴ Festgebete. mir deine Gnade scheinen bei meinem Aus- und Eingang! Nimm dich meiner herzlich und gnädig an, der du die Zuflucht aller bist, die auf dich hoffen. Gedenke in Gnaden aller meiner Lieben, aller meiner Freunde und Nachbarn, aller meiner Mitchristen, aller meiner Neben⸗ menschen, gedenke in Gnaden auch aller meiner Feinde, ver⸗ gieb ihnen, ich will ihnen auch vergeben. Bedecke mit deiner Obhut Haus und Hof, Feld und Flur, meine liebe Heimat, mein Vaterland, meinen König und sein ganzes Haus. Laß dir befohlen sein dein Reich auf Erden, deine Kirche und alle ihre Anstalten, laß dir befohlen sein jede Seele, welche nach dir fraget. O, mein Gott, nimm mich an deine Hand, leite mich nach deinem Rat und nimm mich endlich mit Ehren an. O Herr, behüte meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist: Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht. Dein Wort ist unseres Herzens Trutz Und deiner Kirche wahrer Schutz: Dabei erhalt' uns, lieber Herr, Daß wir nichts andres suchen mehr. 80. Neujahr. Morgengebet. Ps. 121, 1 u. 2: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt. Meine Hülfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für, ehe denn die Berge worden, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wir aber sind von gestern her und wissen nichts. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt. Meine Hülfe kommt von wirs meil den meit lang mein und ben⸗ ver⸗ iner mat, Laß und elche and, lich und Festgebete. 9⁵ dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird meinen Fuß nicht gleiten lassen, und der mich be— hütet, schläft nicht. Ich höre dich rufen: Fürchte dich nicht, ich bin mit dir, weiche nicht, denn ich bin dein Gott, ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Am Beginn des neuen Jahres legst du mir den Namen dessen in mein Herz und auf meine Lippen, der sein Volk selig macht von seinen Sünden; du willst mein Tröster sein, der bei mir bleibet. Meine Seele ist stille zu dir. Bist du und bleibst du nur mein Vater, so wirst du mich auch nicht verlassen noch versäumen; bist und bleibst du nur mein Hirte, so stehe ich allerwege unter deiner treuen Hut und Pflege; bist und bleibst du mein Tröster, wirst du mich auch in meinem Glauben erhalten und bewahren, meine Gebete in Gnaden erhören und mich versiegeln auf den Tag meiner Erlösung. Als dein Pilgrim will ich meinen Wanderstab ergreifen und meinen Weg fortsetzen, so lange es dir, meinem Gott, beliebet. Erneuere mir nur mein Herz und meinen Sinn, stärke und ermuntere mich, daß ich kämpfe einen guten Kampf des Glaubens, mich leide als ein guter Streiter Jesu Christi und dir in meinem Thun und Lassen wohlgefalle. Segne dazu im neuen Jahre dein Wort und deine gnadenreichen Sakramente, alles, was du an mir thust in Freud und Leid, in deinen Gerichten und Wegen. O, Herr, laß das angefangene Jahr ein Jahr des Heils sein für deine heilige Kirche auf Erden. Mache zu nichte allen Unglauben und alle Gottlosigkeit, widerstehe der Macht, der List, dem Lug und Trug des Teufels und aller gottlosen Menschen. Laß es ein Jahr des Heils und des Segens sein für jedes von den lieben Meinen, thue Gutes einem jeden nach deiner Barmherzigkeit. Kröne das Jahr mit deinem Gut, und fördere das Werk unserer Hände. Ach, Herr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig, fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. Amen. Festgebete. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich tchristlich könne leben, Sonder Trug und Heuchelei, Daß ich noch allhie auf Erden Fromm und selig möge werden. 81. Neujahr. Abendgebet. Ps. 62, 9: Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsere Zuversicht. Herzlich danke ich dir, mein Gott und Vater, daß ich durch deine Gnade in das neue Jahr hineintreten und den ersten Tag in demselben froh und gesund verleben konnte. Weiß ich auch nicht, was mir das neue Jahr bringen wird, ich hoffe auf dich allezeit, und schütte mein Herz vor dir aus, du bist meine Zuversicht. Dir laß mich nur treu und folgsam sein das ganze Jahr, ja meine ganze Lebenszeit hindurch. An jedem Abend hilf mir Einkehr halten und vor deinen Augen mein Selbstwerk prüfen und an jedem Morgen hilf mir aufstehen mit dem ernsten Vorsatze, dir zu leben und zu dienen. Vor allem Leichtsinn, vor aller Sicherheit, vor aller Trägheit, vor aller Unbußfertigkeit und allem Unglauben bewahre mich, ich bin zu teuer erkauft und für ein zu hohes Ziel berufen, als daß ich mich selber unwert achten sollte der Seligkeit und Herrlichkeit, zu der du mich in Christo Jesu berufen hast. Auch in meinem zeitlichen Berufe hilf mir die verliehenen Gaben, meine Zeit und meine Kräfte wohl anzuwenden, meine Pflichten gewissenhaft zu erfüllen, meine Sorgen zu tragen, Gutes zu thun und nicht müde zu werden, damit ich einst ernten möge ohne Aufhören. Gieb mir, mein Gott, was ich bedarf, und erhöre mich, wenn ich dich anrufe. Am bösen Tage laß mich deiner harren, unter deinen Züchtigungen dir stille halten, auf daß dieselben bei mir wirken eine fried⸗ same Frucht der Gerechtigkeit. Denke daran, daß ich arm und schwach bin und bewahre mich in Gnaden vor allzu schweren Anfechtungen. Alle meine Lieben: Mann, Weib, Kint Hau erh freul die durd zusa liebe also Festgebete. 9⁷ Kinder, Vater und Mutter, Bruder und Schwester, alle meine Hausgenossen, Freunde und Nachbarn lege ich an dein Herz, erhöre sie, wenn sie dich anrufen und erweise dich ihnen freundlich und gnädig. Führe uns allesamt also, daß wir die Heimat und das Baterhaus, das droben ist, durch deine Gnade erreichen mögen, daß alle unsere Wege zusammenlaufen vor deinem Stuhle, dann wollen wir dich lieben, loben und preisen ohne Aufhören. Amen. Laß es also geschehen. Amen. Jesus soll die Losung sein, Da ein neues Jahr erschienen; Jesu Namen soll allein Denen zum Paniere dienen, Die in seinem Bunde stehn, Und auf seinem Wege gehn. Ja, wir wollen unsre Bahn Nur in Jesu Namen gehen; Geht uns dieser Stern voran, So wird alles wohl bestehen, Und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 82. Epiphanias. Morgengebet. Jesaia 60, 1: Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Herr Jesu, du wahrhaftiges, ewiges Licht, du der Welt Heil und Leben, ich sage dir mit allen deinen Erlösten Dank und Preis, daß du in die Welt gekommen bist und hast Menschenkinder dein Angesicht schauen lassen. Ja, da ward es Tag, da ging auf die Sonne der Gnade und Wahrheit, der Welt zu leuchten und nicht mehr unter zu gehen. Seit⸗ dem leben Menschenkinder in deinem Lichte und wandeln in deinem Lichte und freuen sich deiner Herrlichkeit. Aber, ob du auch bist der rechte Aufgang aus der Höhe, der einige Heiland der Welt, noch bedecket Finsternis viele Gebiete der Erde, noch irren Völker im Dunkeln und wohnen in den Schatten des Todes. Derhalben rufet deine Christenheit an diesem Epiphanientage: Mache dich auf und werde Licht, laß die Strahlen deiner Gnade und Wahrheit sieg⸗ Des Christen Pilgergang. 7 98 Festgebete. haft fliegen durch alle Lande, bis sie mit ihrem Lichte säumen so des Erdbodens Enden; es sind dir ja die Heiden zum Ses Erbe gegeben und der Welt Ende zum Eigen⸗ dod tum, und die Heiden werden in deinem Lichte das wandeln, und die Könige im Glanze, der über daz dir aufgehet. Erleuchte mit deinem Lichte, rüste aus mit We deiner Kraft deine Boten, welche ausgehen, den Heiden das mei Evangelium zu predigen; gieb ihnen Teil an der Verheißung, dir, welche dir der Vater gegeben hat, gieb ihnen große Menge hab zur Beute und die Starken zum Raube. Aber wecke auch in auf in der Christenheit das Tote und Schlafende und laß 9ar 1 dein helles Gnadenlicht nicht verdunkelt oder gar ausgelöscht und werden durch die Finsternisse des Unglaubens und des Welt— E ö sinns, siehe, Herr, wie dicht und schrecklich sich diese Finsternis den gelegt hat auf dein Volk! O, mache dich auf, sie zu zerstreuen, nie damit alle Welt erfahre, daß dein ist das Reich, die Kraft H/ und die Herrlichkeit; aber laß auch alle die Deinen sich eifrig W finden, ihr Licht leuchten zu lassen, daß man ihre guten Werke ich sehe und den Vater preise. Mache dich auf, meine Seele, lis werde Licht, damit das Licht seiner Gnade und seiner me Herrlichkeit dich erleuchte, erquicke, beselige und heilige. Erhöre mein Gebet und das Gebet aller deiner Christen um ge * deines allerheiligsten Namens Ehre willen. Amen. sel Werde Licht, du Stadt der Heiden, ö del N Und du, Salem, werde Licht! bu 09 Schaue, welch' ein Glanz mit Freuden Ueber deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, S Die in Finsternis gesessen. 83 Epiphanias. Abendgebet. Matth. 2, 11: Sie gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Wie einst die Weisen aus dem Morgenlande gethan haben, wie sie kamen, dich, du himmlisches Kind, anzubeten, Festgebete. 99 so will ich auch thun mein Lebenlang. Ich will dich, mein Jesu, anbeten und als meinen König preisen. Habe ich en⸗ doch auch deinen Stern gesehen: Deine Liebe hat mir in ypte„das Herz hinein geschienen, dein Rufen hat mein Ohr geweckt, er dazu habe ich dein heiliges, göttliches Wort, das mir den mit Weg zeigt zu dir, als zu meiner Hülfe, meinem Heile und das meiner ewigen Erquickung. Ich will dir geben, mein König, ang, dir, den mein Herz am liebsten hat, das Beste, was ich ruge habe: mich selbst, mein Herz und Leben. Verschmähe nicht uch in deiner Barmherzigkeit mein armes Opfer und laß mich laß ganz dein Eigentum sein. Wirke durch deinen Geist in mir sscht und an mir, was dir wohlgefällt, nämlich das Gold des zelt⸗ Glaubens, in dem ich an dir hange und dir verbleibe, nis den Weihrauch des Gebets, das vor dir taugt, welcher uen, nie in mir erlösche, sowie die Myrrhe einer aufrichtigen raft Herzensbuße und eines frommen, gottseligen ifrig Wesens und Wandels; ach, Herr, siehe, damit möchte zerke ich dich preisen mein Lebenlang. Und da du mein himm— eele, lischer König bist, will ich mich in dieser Nacht mit allen iner meinen Lieben unter deinen Schutz und Schirm begeben. lige Ich weiß, daß ich unter demselben mit Seele und Leib wohl um geborgen bin, auch vor einem Herodes. Ja, wollte mich selbst der Tod erschleichen, will ich mich doch nicht fürchten, ö denn deine Gabe ist das ewige Leben. Mit dir innigst ver— bunden, will ich fröhlich meine Straße ziehen, sie führet mich aus der Fremde in die Heimat zur Anbetung vor deinem Stuhle. Herr, ich preise deinen heiligen Namen. Amen. Jesu, großer Wunderstern, Der aus Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen: Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken kann. bas ind ihm than eten, ö 7⁴ 10⁰ Festgebete. Zweiter Abschnitt. Osterkreis. 84. Estomihi. Morgengebet. Luk. 18, 31: Er nahm zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Ach Herr, laß meine Seele auf deine Stimme hören und deiner heiligen Mahnung folgen, mit dir hinauf zu ziehen nach Jerusalem. Weiß ich doch, weshalb du hinauf gegangen bist, und was daselbst deiner wartete. Bande und Schläge, Spott und Hohn, Geißelhiebe und die Kreuzes⸗ marter waren es, denen du entgegengingst. Also war es zuvor geschrieben durch die Propheten, weil zuvor bedacht in des Vaters ewigem Rate. Du solltest überantwortet werden den Heiden und verspottet und geschmäht und ver⸗ speiet und gegeißelt und getötet werden, um uns eine ewige Erlösung zu erfinden und uns zu erwerben und zu gewinnen, Gott zum ewigen Eigentum. Darum will ich mich auf—⸗ machen und mit dir gehen, du Gebenedeiter; sehen will ich, was du für mich gethan, wie du mich geliebt und gesegnet hast. Nur bitte ich dich, thue mir meine Augen recht auf, wie du sie aufgethan hast dem Blinden am Wege, damit sich dein göttliches Leidensbild tief und unauslöschlich meiner Seele einpräge, damit es mir alle Tage und alle Stunden leuchte vor meinen Augen. Ja, du Sohn Davids, erbarme dich mein und gieße in der nun beginnenden Leidenszeit über mich aus den Segen deines Leidens und Sterbens. Ich möchte dir nicht schuldig bleiben den heißen Dank meines Herzens und den Dank meines Lebens. Auch auf rauhen Wegen möchte ich dir getreulich nachfolgen und unzertrennlich mit dir verbunden sein und bleiben; gieb mir dazu Kraft und Gnade. Aber wecke auch deine Christen— Festgebete. 10¹ heit auf, daß sie deine Stimme höre und sich aufmache, in den kommenden Tagen und Wochen innig sich um dich zu scharen und mit dir zu ziehen, also daß auch diejenigen, welche draußen sind, in ihrem Unglauben und Weltsinn blind und taub, das Rauschen deines Volkes vernehmen, welches dir nachwandelt, seine Stimme hören, 9— dich preiset, und verlänglich werden, zu dir zu kommen. Das hilf, Herr, dazu segne hier und an allen Orten die nun beginnende, heilige Zeit. Amen. Jesu, deine Passion Will ich jetzt bedenken; Wollest mir vom Himmelsthron Dazu Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest große Schmerzen. 85. mam Abendgebet. 1. Cor. 13, 1: Wenn ich mit Menschen- und mit Engel⸗ zungen redete, wid hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Was hat dich, o mein Jesu, bewogen, hinaufzugehen gen Jerusalem, wo Leiden ohne Zahl deiner warteten? also fragt in dieser Abendstunde dankend meine anbetende Seele. Das hat deine Liebe gethan, die dich dahin geführt, und dich für deine armen, elenden und verlorenen Brüder in das Meer der Leiden hinabgezogen. Wie unaussprechlich groß ist diese deine Liebe! Gieße sie in mein Herz hinein, daß ich durch sie von meinen Sünden rein, begnadigt und beseligt werde: gieße sie in mein Herz hinein, daß ich dir gleich gesinnet werde und liebe, wie du geliebet hast. Alles andere ist mir nichts nütze, und wenn ich mit Menschen⸗ und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntuis 10² Festgebete. und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze. Ja, gieße deine Liebe in mein Herz hinein, daß ich mich liebend ganz ergebe in den Willen meines himmlischen Vaters, daß ich nicht an mich selber denke und auf mich selber sehe, sondern auf das, was des andern ist, daß ich meinen Brüdern diene in aller Willigkeit, Freundlichkeit und Geduld. Vergieb mir, liebster Heiland, alles, was ich hierinnen auch heute gefehlt und ge— sündigt habe. Gehe nicht an mir vorüber, dieweil ich so manchmal lieblos an meinem Nächsten vorübergehe, thue nicht an mir, wie ich in meiner Lieblosigkeit schon so manchmal an ihm gethan habe. In deiner Liebe laß mich auch in dieser Nacht mit allen meinen Lieben ruhen, in sie laß mich versenken alle meine Sorgen und Bekümmernisse, meine Leiden und Schmerzen. Deine Liebe gebe Trost und Frieden, Ruhe und Erquickung allen Bekümmerten, Leidenden und Angefochtenen, den Lebenden wie den Sterbenden; sie walte über den Deinen in Ewigkeit. Amen. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit: Liebe, die mir hat erstritten Ew'ge Lust und Seligkeit; Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 86. Invocavit. Morgengebet. Luk. 22, 15: Er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich ver⸗ langet, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Wenn ich es nicht aus deinem wahrhaftigen Munde vernähme, mein Herr und mein Gott: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide, so könnte ich es nicht glauben. Du weißt ja, daß es nicht bloß das letzte Osterlamm war, ver⸗ eide. inde lich en, Du var/ Festgebete. 103 welches du nach dem Willen deines Vaters mit deinen Jüngern essen solltest, du weißt auch, daß nun deine Stunde gekommen war, da du selber das Osterlamm werden, deinen Leib und dein Blut hingeben solltest; und nach diesem aller— schmerzlichsten Opfer verlangt dich herzlich, o Abgrund der Liebe und Barmherzigkeit! Siehe, damit du zu Stande brächtest, was die Osterlämmer vorgebildet und abgeschattet haben all die Zeiten hindurch, in welchen die Väter sie schlachteten und aßen, nämlich die vollkommene Verschonung und Erlösung deines Volks aus dem Diensthause und der Knechtschaft der Sünde und des Todes; damit wir hinfort Ostern halten möchten, versöhnt durch des Lammes Blut, selig mit dir verbunden im neuen Bundesmahl deines hoch— heiligen Abendmahls, damit auch ich an dir hätte die Er⸗ lösung durch dein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden, darum dein herzliches Verlangen! O, liebster Heiland, wie kann ich dir das je vergelten! Ich bitte dich, bewege und entzünde mein Herz, damit mich so herzlich verlange nach dir und der seligen Frucht deiner Todesleiden, wie dich darnach verlanget hat. Laß mich deine Stimme hören, wenn die Welt mich verlocken, mein eigenes Fleisch und Blut mich reizen will, abzuirren vom schmalen Pfade oder träge und schläfrig zu werden in deiner Nachfolge. Aber laß mich auch deine Stimme hören in aller Anfechtung und Traurig-— keit, damit meine Seele dadurch erquickt werde, und ich es ja gewißlich weiß, daß du mich von Herzen liebest, und daß ich in dir meinen Heiland habe immer und ewiglich. Ge— priesen sei dein heiliger Name von nun an bis in Ewig— keit. Amen. Liebe, die sich tot gekränket Und für mein erkaltet Herz In ein kaltes Grab gesenket: Ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Die du mir das Heil erworben, Ew'ge Liebe, nimm mich an. Festgebete. 87. Invocavit. Abendgebet. 1. Wort am Kreuze. Luc. 23, 34: Jesus aber sprach: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Man hat dich, mein Jesus, an das Kreuz erhöhet, man hat dir die Nägel durch Hände und Füße getrieben, heiße Qual beginnt zu durchwühlen deinen heiligen Leib, den hehren Tempel der Gottheit, da thun sich deine Lippen auf, und ich höre dich beten: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Du bist der Heilige Gottes und wirst behandelt von den Händen der Sünder wie ein ausgesuchter Uebelthäter, du bist umhergezogen und hast wohlgethan, und die du geliebt und gesegnet hast, würgen dich hin wie einen Mörder; ach, wo ward je eine schreiendere Blutschuld verübt, als sie an dir gethan wurde, du schuld— loses Gotteslamm! Aber siehe, die, welche diese Sünde gethan, unter deren Missethaten du so unsäglich leiden mußt, die bedeckst du mit deinen flehenden Händen vor dem An- gesicht deines himmlischen Vaters, damit nicht Gottes Zorn über sie entbrenne und sie hinabstürze in das ewige Ver— derben. Ja, du bist der edle wunderbare Baum, der mit süßem, himmlischem Wohlgeruch die Axt übergießt, die ihn fällt; du bist der Heiland Gottes, denn du erfüllst, was verheißen war: Du hast für die Uebelthäter gebeten. Flehend stehe ich unter deinem Kreuze und bitte: Gieb mir Teil an deinem Gebete, siehe, ich habe ja auch Teil an der schweren Schuld, unter der du so qualvoll zu leiden hast; laß den Segen deiner Fürbitte auf mich herabfließen, so daß ich meine Hände falte und bete: Vergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Aber lege mir auch deine heiße, inbrünstige Liebe auf und in mein Herz, daß sie verzehre alle Lieblosigkeit und Bitter⸗ keit, alle Feindschaft und allen Haß, alle Unversöhnlichkeit und Rache, daß sie mich anziehe mit herzlichem Erbarmen, Den ich! gute woll um huen, öhet, xben, den auf, enn ilige nder und irgen idere huld⸗ ünde nußt, An⸗ Zorn Ver⸗ mit ihn Was ten. mir der hast; daß sere u. und tter⸗ Hleit men/ Festgebete. 10⁵ Demut, Sanftmut und Geduld. O, wie könnte und dürfte ich dein Jünger heißen, wie könnte und dürfte ich mich mit gutem Gewissen deiner Liebe getrösten, so ich nicht thun wollte, wie du gethan hast! Ach, mein Jesu, hilf mir dazu um deines bitteren Leidens willen. Amen. Ach, sieh ihn dulden, bluten, sterben, O, meine Seele sing ihm Preis und Dank! Sieh Gottes ein'gen Sohn und Erben, Wie er für dich in Todesnot versank! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, Der, so wie er, für Sünder sterben kann? 88. Reminiscere. Morgengebet. Matth. 26, 36-38: Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane, und sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, bis daß ich dorthin gehe und bete. Und nahm zu sich Petrum und die Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zagen. Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist be⸗ trübt bis an den Tod. Herr Jesu, mein Heiland, aus deinem Munde vernehme ich die Worte: die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen— sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege, und es ergreift tiefe Wehmut meine Seele. Nun ich dich aber in Gethsemane sehe, trauernd und zagend und im Staube liegend, nun ich den Angstschrei deines Herzens höre: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod, und: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch von mir, nun übersteigt das all mein Denken und Fühlen, nun möchte ich nur Eins fühlen: Wie ich dir verschuldet bin, und nur Eins sprechen: O, Herr, erbarme dich meiner: Du warst der liebe Sohn, an dem der Vater Wohl— gefallen hatte, und jetzt bist du gestellt in Angst und Gericht; du bist der Heilige, den niemand einer Sünde zeihen konnte, und nun wird alle Sünde, alle Schuld, alle Strafe auf dich geworfen; du bist der Einzige, der nicht gegessen von der verbotenen Frucht, und du mußt schmecken alle Bitterkeiten des Todes. O, wie heiß der Kampf, wie 106 Festgebete. schmerzensvoll die Mühe, wie thränenreich die Arbeit! Dir sei, mein Jesu, ewig Dank. Dir gehören alle Opfer meines Herzens und Lebens, daß du dich deinem Gotte dargestellt hast für uns arme, schuldbeladene Menschen, für uns Kinder des Todes und der Verdammnis, daß du dich gebeugt unter die unaussprechlich schwere Last und dich ganz hingegeben in den Willen deines Vaters. Nun bist du uns ja in Angst, Not, Tod und Gericht der rechte Heiland und einige Mittler geworden, also daß nun Gott meiner schonen kann, dieweil er deiner nicht verschonet hat, daß er sich meiner erbarmen kann, dieweil er an deinen heiligen Lippen nicht vorübergehen ließ den bittersten Leidenskelch. Ach, daß ich dir genugsam ö dafür danken, dich genugsam dafür lieben könnte! Mache mich dankbar; gieb, daß ich dich liebe von ganzem Herzen und von ganzer Seele. Mache mich um so williger, dir nachzufolgen auch auf dunkeln Wegen und allezeit meinen Willen hinzugeben in den Willen meines Vaters. Ich weiß ja nun, daß hinter all den Wolken und Dunkelheiten, die sich auf meinen Lebensweg legen, die versöhnte Vaterliebe meines Gottes waltet, und daß durch all die Wolken und Dunkelheiten mein Gebet dringet: Abba, lieber Vater! Herr, mein Gott, wie bin ich dir verbunden! Amen. IN. Liebe, die mit blut'gen Thränen An dem Olberg sich betrübt; Liebe, die mit heißem Sehnen Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen In des Vaters Willen legt, Und um Gottes Zorn zu stillen, Treu die Last des Kreuzes trägt. 89. Reminiscere. Abendgebet. 2. Wort am Kreuze. Luk. 23, 42 u. 43: Er sprach zu Jesu; Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach x zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Ueberall, wo ich dich, Eingeborner des Vaters, wandeln sehe, schaue ich Strahlen deiner Herrlichkeit; noch in der tiess dein dich unte kann könit of Wir ged wirf ausg jenet Sün Hert wir aus unte ehenle prach lit im ndeln der Festgebete. 107 tiessten Schmach und Verachtung umleuchten dich die Wunder deiner Barmherzigkeit. Dich zu verhöhnen, zu beschimpfen, dich aufs höchste zu martern, hat man dir auf Golgatha unter Uebelthätern dein Sterbelager bereitet, doch niemand kann dich hindern, noch am Holze des Fluches deines Amtes königlich zu warten. Aber wird er Gnade finden, der dich so flehentlich anschaut, er, an dessen Händen Blut klebt? Wirst du ihn erhören können, der so flehentlich rufet: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst; wirst du den erhören können, den die Menschheit von sich ausgestoßen hat als einen Verruchten? Ach, wie mögen in jener Stunde die Engel Gottes, die sich freuen über einen Sünder, der Buße thut, deinen Worten gelauscht haben! Herr, ich höre dich rufen: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. O, welche un⸗ aussprechlichen Worte! Gnade oben im Himmel, Gnade unten auf der Erde, Gnade über jeden Sünder, der Buße thut! Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie gleich ist wie Rosinfarbe, soll sie doch wie Wolle werden. Ja, du hast den armen Schächer liebend an dein Herz ge— nommen, du Heiland der Sünder, und hast ihm das Herz selig gestillt. Ich sehe nun dicht an deiner Seite den Schächer mit dir gehen in das Paradies, ich schaue ihn, als den seligen Erstling deiner unaussprechlichen Schmerzen mit dir dankend und frohlockend wandeln in der Stadt des lebendigen Gottes. Ja, du weißt sie zu holen aus Ketten und Banden und noch von der Stätte der Hinrichtung mit ihnen zu eilen zu den Freuden des Himmels. Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat be⸗ suchet und erlöset sein Volk, und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David. Nun wirst du auch meiner gedenken in meinen vielen und großen Sünden und dich meiner annehmen in deiner großen Barmherzigkeit. Ich begehre nichts, denn die Gnade eines Schächers, die gieb mir, die gieb mir noch in meinem letzten 108 Festgebete. Stündlein. Gedenke auch meiner in dieser Nacht, gedenke aller, welche dein begehren, daß sie bei dir Trost und Ruhe finden im Leben und im Sterben. Nimm uns ewig auf in dein seliges Paradies. Amen. O Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden; Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 90. Oculi. Morgengebet. Matth. 26, 63 u. 64: Der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Gefangen und gebunden hat man dich, o Jesu, in das Haus des Hohenpriesters geführt und dich in ein menschliches Gericht gestellt, dich, dem der Vater alles Gericht übergeben hat, auf daß sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Du lässest es geschehen, daß falsche Zeugen wider dich auftreten, als wärest du ein Kind des Vaters der Lüge, und nicht das heilige Kind Gottes; ja, du lässest es geschehen, daß sie dich als einen Gotteslästerer zum Tode verdammen. Und doch, wie ist es so wunderbar hell und trostvoll für alle Zeiten und Geschlechter in diesem bangen nächtlichen Gerichte! Denn nun ist es selbst durch Zeugen vor Gericht erhärtet, daß du warest heilig, un— schuldig, unbefleckt und von den Sündern ab⸗ gesondert und höher, denn der Himmel ist. Nun hast du selbst mit einem Eide vor Gott und den Menschen deine ewige Gottheit bekannt, dafür danke ich dir von ganzem Herzen! Deine heilige Unschuld und deine ewige Gottheit sind der Eckstein meiner Erlösung, der einzige ewige Grund meiner Hoffnung. Nun kann und will ich getrost mit meinen Vätern bekennen bis zu meinem letzten Odemzuge: Ich glaube, daß Jesus Christus, wahr⸗ hafti wah meir erloös Tod Sill mit sein ihm glei in erha meir den der Me Laß der sih du we Festgebete. 109 haftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tode und der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen und teuren Blute und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reiche unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden von den Toten, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Herr, mein Gott, erhalte mich in diesem Bekenntnis treu und beständig bis in Dal, mein letztes Stündlein. Verstopfe in deiner heiligen Kirche pttes. den Mund derer, die da vorgeben, du seiest nicht Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, sondern du seiest eines dab Menschen Sohn; sie lügen und machen dich zu einem Lügner! iches Laß deine Gottheit laut bekannt und bezeugt werden, laß in eben der Christenheit leuchten ihren Glanz, auf daß aller Kniee sie sich vor dir beugen, und alle Zungen bekennen, daß lsche du der Herr bist, zur Ehre Gottes des Vaters. Amen. des Jesu, höchstes Gut, ia Unser Fleisch und Blut / Nahmst du an für uns zu sterben: terer Sündern Leben zu erwerben, Tbar Schmecktest du den Tod, rba Wahrer Mensch und Gott. esem urch 91. , Oculi. Abendgebet. l 2 Nun 3. Wort am Kreuze. den Joh. 19, 26 u. 27: Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er afüt u seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach huld spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und Ig von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. ung, und Herr Jesu, du hast der eignen Schmerzen vergessen, nem welche deinen heiligen Leib zermartern, hast dich mitleidig ahr⸗ versenkt in das Elend derer, welche dich an das Kreuz ge⸗ 110 Festgebete. schlagen haben, und hast für die Uebelthäter gebeten. Dem Schächer, der sich im Glauben an dein Heilandsherz gelegt, hast du aufgethan die Pforten des Paradieses, und nun ist deine treue Liebe auf die gerichtet, welche dich einst unter dem Herzen getragen, der du in Liebe gedient und unter⸗ thänig warst dreißig Jahre lang. Ach, sie hatte einst in einer hehren Stunde aus Engels Munde die Worte vernommen: Gegrüßet seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern, und sie ward selig wie nie eine Mutter. Nun aber stehet sie unter deinem Kreuze, schaut dich in deinen heißen Todesschmerzen und ist durchbohrt von Schmerzen, wie sie nie eine Mutter empfunden. Jetzt wird Simeons Wort an ihr zur Wahrheit: Es wird ein Schwert durch deine Seele dringen; o, die Schmerzensvolle! Aber, wie du, Herr, die Deinen geliebt hast, die in der Welt waren, so liebst du sie bis an das Ende; du vergissest der Mutter nicht, welche dir vor anderen lieb gewesen. Ich höre dich reden: Siehe, das ist dein Sohn. Siehe, das ist deine Mutter. Dem treu liebenden Mutterherzen giebst du deinen Johannes zu lieben, und dem Johannes legst du in die Arme deine Mutter, auf daß dich dein Jünger hinfort liebe in dem Liebsten, was du auf Erden besessen. O seliges und heiliges Vermächtnis, das du den Deinen hinterlassen; noch im Sterben hast du die innigen Bande, welche die Herzen der Deinen im Leben verbinden, gesegnet und geheiligt und hast mit deiner Liebe versüßt die bitteren Trennungsschmerzen; o habe von Herzen Dank für diesen großen Trost, dessen mein Herz so sehr bedarf! Ich will daran denken, wenn ich in meinem letzten Stündlein liege, und die Meinen um mich sehe in bitteren Schmerzen, ich will daran denken, daß du sie nicht als Waisen ohne Liebe lassen wirst in dieser Welt. Aber ich will auch daran denken, wenn ich andere verlassen sehe, ich will in ihren Thränen deine Stimme hören: Siehe, das sind die Meinen, in ihnen sollst du mich, deinen Heiland, lieben. Das ist ja das neue Gebot, das du uns gabst, Dem llegt, ist luter uter⸗ einer men: dir, selig inem und utter heit: en; inen t du pelche ehe, tter, innes deine dem liges im der ö hast tzen; essen n ich mich 5 du Welt. assen ziehe, land, gahs, Festgebete. 11¹1 daß wir uns untereinander lieben sollen. O, vergieb mir, mein Heiland, daß ich es so oft schon außer Augen gesetzt habe, daß ich dich so oft schon verwaist nud verlassen gesehen, und habe dich nicht aufgenommen, und habe dir nicht gedienet. Erneure mich durch deinen Geist, daß ich dein Jünger(deine Jüngerin) werde, daß ich nicht das Zeichen verleugne, daran du die Deinen erkennen willst, da— mit du mich nicht einst verleugnen mußt. Um der Liebe willen, mit der du mich geliebet hast, lehre mich lieben ohne Aufhören. Die Liebe hört ja nimmer auf. Amen. Schaut die Mutter voller Schmerzen, Wie sie mit zeriss'nem Herzen Bei dem Kreuz des Sohnes steht! Schauet ihre Trübsals Hitze, Wie des Schwertes blut'ge Spitze Tief durch ihre Seele geht. Wessen Auge kann der Zähren Bei dem Kampfe sich erwehren, Der des Höchsten Sohn umfängt? Wie er mit gelass'nem Mute, Todesmatt, in seinem Blute An dem Holz des Fluches hängt. 22. Laetare. Morgengebet. Joh. 18, 37: Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Mein Herz dichtet ein feines Lied, ich will singen von einem Könige, so möchte auch ich singen in dieser Morgenstunde. Zwar wenn ich dir, Herr, folge, wohin dein Wort mich heute führet, dann möchte mein Herz viel mehr klagen, als singen und fröhlich sein, denn ich sehe dich überantwortet den Heiden, vor dem Landpfleger als einen Empörer hart verklaget. Aber meine Augen hangen an deinen Lippen, du bekennst ein gut Bekenntnis: Ich bin ein König. O majestätisches Wort! Kommt herzu, die ihr Staub seid, und betet an, jauchzt alle, deren Seelen nach Gott fragen! Wohl prangst du nicht in irdischem Glanze und 11² Festgebete. weltlicher Hoheit und herrschest nicht wie die Fürsten und Gewaltigen der Erde; was hätte ich an dir, wenn du ihnen glichest, nimmer könntest du mein Heiland sein. Du bist der wunderbare König, dessen Mantel das Knechtskleid, dessen Szepter das Heilandswort ist, das die Sünder zur Buße ruft und die Mühseligen und Beladenen zur Erquickung einladet, du bist ein Herr des Himmelreichs; Gnade und Wahrheit, Licht und Leben hast du vom Himmel hernieder— gebracht auf diese Erde und hast dir ein Reich der Ge⸗ rechtigkeit, der Liebe und des Friedens gegründet, das ewig⸗ lich währet! Du bist ein Heiland aller verlorenen Sünder, die sonst keinen Trost und Frieden, kein Heil und Leben zu finden vermögen, und bist so wunderbar mildiglich und herrlich, daß du Bettler machst zu Königen vor Gott, deinem Vater. Darum dichtet mein Herz ein feines Lied, ich will singen von meinem Könige, dem Herzoge meiner Seligkeit. O König, regiere du mit deinem Worte und Geiste in meinem Herzen, ich will dein getreuer Unterthan sein, so lange ich lebe. Lehre mich auch heute wandeln in deinen Wegen und thun nach deinem Wohlgefallen. Wenn ich mich schwach fühle, so reiche du mir deine Hand dar und richte mich auf, bedecke mich in allen Anfechtungen und Kämpfen mit dem Schirme deiner Allmacht und Liebe; du bist ja mein König. So hilf mir in Gnaden durch die Tage meiner irdischen Wallfahrt hindurch, bis ich kniee und anbete vor deinem Stuhle und in den Säumen deines Kleides deinen Namen lesen darf: Ein König aller Könige, ein Herr aller Herren. Amen. Jesus Christus herrscht als König; Alles wird ihm unterthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. bist ssen uße ung und er⸗ Ge⸗ ig⸗ Oer, ben und tt, ied, iner und han in zenn dat und du die und ines Ller Festgebete. 113 93. Laetare. Abendgebet. 4. Wort am Kreuze. Matth. 27, 46: Um die neunte Stunde schrie Jesus lant und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Zu deinem Kreuz schaue ich wieder auf, Herr Jesu, und bitte dich, Herr, laß es in meiner Seele stille werden, ganz stille, damit dein Schmerzensruf sie durchbebe: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? O, wenn ich es nicht hörte aus deinem Munde, könnte ich es nimmer glauben, daß dich dein Gott, der fromme Gott, verlassen habe, denn deine Speise war ja die, daß du thatest den Willen deines Vaters im Himmel. Aber nun hat dein Vater sein Angesicht vor dir verborgen, daß du ihn nicht zu finden vermagst; so ganz und gar bist du allen Gefühls der heiligen Gottesnähe und der Gemeinschaft mit deinem Vater beraubt, daß Todesangst deine Seele martert. Als ob er über dich gesprochen hätte: Gehe hinweg von mir, ich kenne dich nicht, so durchschauert die Todesangst der Hölle deine heilige Seele. Nun schmeckst du, was von dir ge— weissagt war: Es umfingen mich des Todes Bande, und die Bäche Belials erschreckten mich; der Hölle Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich; und abermal: Deine Fluten rauschen daher, daß hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich. Doch, wie kann ich von dem reden, mein Heiland, was nie in mein Herz gekommen! All meine Angst und Pein, meine Furcht und mein Grauen, welche ich je empfunden, ist nicht ein Tröpf⸗ lein der Angst und Pein, welche deine Seele gemartert. Das thatest du für mich. Dafür kann ich nur mit Thränen danken— ja, das thatest du für mich. So ganz und gar hast du dich an meiner Statt hingestellet, daß du gestraft und gemartert wardst wie ein Gottloser, daß du 8 Des Christen Pilaeraana. 11⁴ Festgebete. selbst für mich schmecktest die Qual der Verdammten. O, möchte mein Herz sein wie eine ausgeschüttete Salbe des Dankes und der inbrünstigen Liebe! Siehe, daß ich nun mit Paulus rühmen kann: Wir werden nicht ver⸗ lassen, das danke ich deinem Schmerzensschrei: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ja, wenn die Angst noch so groß und die Anfechtung noch so heiß wäre, wenn wir daliegen in des Todes bitteren Schmerzen: Wir werden nicht verlassen, so wir an dich, Herr Jesu, glauben, denn du hast uns vollkömmlich versöhnt, und ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum, noch Gewalt, weder Gegen— wärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes, noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn! Hallelujah! Amen. Marter Christi, wer kann dein vergessen, Der in dir sein Wohlsein fand? Nein, wir wollen immer mehr ermessen Deiner Liebe teures Pfand. Unsre Seele soll sich daran nähren, Unsre Ohren nie was Lieb'res hören, Alle Tage werd' dies Bild Schöner unserm Blick enthüllt. 94. Judica. Morgengebet. Joh. 19, 5: Also ging Jesus herans, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er spricht zu ihnen: Sehet, welch' ein Mensch! Du trittst, herzliebster Jesu, vor meinen Geist im Bilde der tiefsten Schmach und Verachtung. Von Geißel— hieben dein heiliger Leib zerrissen, mit dem Purpurmantel die verwundeten Schultern bedeckt, den Rohrstab in den ge— bundenen Händen, so schaue ich dich! Ich höre deinen Richter rufen: Sehet, welch' ein Mensch! Ach, wie mißhandelt, wie entehrt und geschändet, deinem bethörten Volke ein Schauspiel des Spottes und des Mitleids! O, gieb mir helle Augen, dich recht zu sehen! Siehe, ich bin so! böse mit Din Wel Abe Sch Sil win und meir bild ich per⸗ ein en? noch eren an llich ben, gen⸗ noch ttes, men. Festgebete. bin es ja, der das alles wohl verdient hat; ich bin es, der so dastehen müßte, geschändet und verhöhnt. Mit meinen bösen Lüsten und Begierden, Sünden und Uebertretungen, mit meinem Stolze und mit meiner Hoffart, mit meinem Durst nach den Gütern der Erde und den Genüssen der Welt und des Fleisches habe ich das alles wohl verdient. Aber du für mich, du an meiner Statt! Um meine Schmach von mir abzuwenden, um mich aus dem Elend der Sünde zu erretten, um mir die Kleider des Heils zu ge⸗ winnen, um mich armen Wurm aus dem Staube zu heben und hoch zu Ehren zu bringen, ist es geschehen. O, du mein Erbarmer! Präge mir doch dein heiliges Schmerzens⸗ bild unauslöschlich ein in meine Seele! Stehe du mir vor Augen, damit ich mich schäme, wenn die Lüste und Begierden sich in meinem Herzen regen, die Hoffart in mir ihr Haupt erhebt, und der Durst nach den Gütern und Genüssen der Erde in mir erwacht; stehe mir vor Augen, damit ich in meiner Mühe und Arbeit, in meinen Sorgen und Kümmer— nissen, in meinen Anfechtungen und Kämpfen durch dich ge⸗ stärkt und erquickt werde! O, wenn ich dich nur immer sähe, dann könnte ich nicht abirren vom schmalen Pfade, nicht träge und nicht kleinmütig werden! Ach, laß mich dich doch sehen, wenn mein Auge sonst nichts mehr zu sehen vermag, wenn es in ihm dunkel geworden ist, damit ich getrost und selig von hinnen scheiden möge! Laß mich dich einst sehen in deiner Herrlichkeit zur Rechten des Vaters! O, wie werden meine Augen alsdann leuchten, welche ewige Wonne wird mich überrauschen, wenn ich alsdann sehen werde, wie du bist! Ach, Herr, ich harre deines seligen Anschauens. Amen. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn, O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron, O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, Jetzt aber höchst verhöhnet: Gegrüßest seist du mir! Festgebete. 95. Judica. Abendgebet. 5. Wort am Kreuze. Joh. 19, 28: Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennet; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebet an meinem Gaumen; und du legest mich in des Todes Staub, so war von dir, Herr Jesu, in dem Munde deines Knechtes David geweissagt, und das mußte nun auch geschehen. Ach, wie brennen deine Lippen in der heißesten Leidensglut, wie lechzest du nach Labung! Ach, wie deine Seele in dir schmachtet und schreit nach dem lebendigen Gott, nach dem seligen An⸗ schauen seines AngesichteI! Du rufest: Mich dürstet. Herzu, herzu, ihr Quellen und ihr Brünnlein, die ihr fließet auf Gottes Erde, um Menschenkinder zu laben, herzu, daß ihr den Himmlischen in seinem heißesten Durste tränket! Aber sie hören dich nicht rufen, sie können nicht nach Golgatha umwenden und ihren kühlenden Trank zu deinen brennenden Lippen neigen. Nur die Menschen hören dich von deinem Kreuze herabrufen, und die geben dir— Essig zu trinken! Ja, das war auch geweissagt: Und sie geben mir Galle zu essen, und Essig zu trinken in meinem großen Durst. Für deine heißeste Liebe, für dein herzlichstes Verlangen nach ihren Seelen haben sie nichts wie Undank und Verachtung. O, so wird keinem vergolten, wie dir vergolten wird, so stirbt in der ärmsten Hütte kein Menschenkind dahin, wie du sterben mußt am Kreuze, du, dem nicht einmal ein Tröpflein labenden Wassers die Zunge kühlet! Mein lieber Heiland, was soll ich thun, daß ich dir deine Liebe entgelte, die in so heißer Pein ge⸗ dürstet und geschmachtet hat, was soll ich thun, damit ich eine Erquickung bereite dir, dem ich all meine Erquickung zu b6 war avid wie het achtet An⸗ stet. ließet daß inket! nach einen dich Esst eben uin „für u si einem msten t am assers thun, in ge⸗ it ich V zu Festgebete. 11⁷ danken habe? Ich weiß, was ich thun soll. Siehe, als die Samariterin am Jakobsbrunnen anfing zu dürsten nach dem lebendigen Wasser, da vergaßest du alles Trinken und fühltest dich selig erquickt im Darreichen des Wassers, das ins ewige Leben fließt! Darum will ich immer wieder zu dir kommen und mir schenken lassen von dem Wasser des ewigen Lebens, will dir immer wieder mein Herz zu eigen geben, damit deine Liebe es beselige, und ich dich wieder liebe von ganzem Herzen. Ach, neige dich auch an diesem Abend erbarmungsvoll zu mir, entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Laß mich in deiner Liebe einschlafen und ruhen, und laß all die Meinen, die nahen und fernen, in deiner Liebe gebettet sein, dann werden wir süß schlafen, dann wird Seele und Leib erquicket werden. Ach, Herr, erhöre alle, die zu dir schreien um Trost und Frieden, und thue an ihnen allen, wie du verheißen hast: Ich will die mü den Seelen erquicken und die bekümmerten Seelen sättigen. Amen. O Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. Ich, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget Und deiner Marter großes Heer. 96. Palmarum. Morgengebet. Joh. 19, 15—17: Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn! Da überantwortete er ihn, daß er gekrenzigt würde. Sie nahmen aber Jesum und führten ihn hin. Und er trug sein Krenz, und ging hinaus zur Stätte, die da heißet Schädelstätte, welche heißt auf Hebräisch Golgatha. Weg, weg mit dem, kreuzige ihn, so schreit nun das bethörte Volk, das vorhin noch dir, Herr, entgegenjauchzte: Festgebete. Hosianna, dem Sohne Davids, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Es dürstet nach deinem Blute, und du bist willig und bereit es zu geben; es verwirft dich, und du lässest es geschehen, damit dein Blut werde das teure Lösegeld für unsere Sünden, und deine Berwerfung die Bedingung unserer Annahme bei dem Vater. Sei hochgepriesen für das Opfer deiner heißen Liebe und Barmherzigkeit! Ich will nun mit dir ziehen nach Golgatha und an deinem Kreuze dir darbringen die Opfer meiner herzlichen Buße und innigsten Dankbarkeit. Du wirst sie nicht verachten, denn der Elenden Seufzer verschmähst du nicht. Aber ich will auch mit dir ziehen, wenn ich mit Kreuz beschwert dir nachfolgen soll, und ich meine Pfade benetze mit meinen Thränen. Du in mir und ich in dir, nur daß wir ungeschieden bleiben ewiglich. Stärke mir den Glauben, entflamme die Liebe, laß lebendig sein die Hoffnung, auf daß ich in dich hineinwachse, gleichwie die Rebe am Weinstock. Ich bin nun mit deiner Christen— heit eingetreten in die große Woche deiner heiligen Leiden und deiner bitteren Todesmarter, ich bitte dich, segne sie an mir und allen meinen Miterlösten reichlich. Mache still das Herz, still das Haus, still dein Christenvolk von allen sündlichen und weltlichen Gedanken und Bestrebungen, laß es auch stille werden, du Mitleidsvoller, in den Kammern der Schmerzen und Thränen. Komme deinem Volke und sonderlich den Dienern deines Wortes mit deinem Geiste, deiner Kraft und Gnade zuvor, auf daß wir deines Segens reichlich teilhaftig werden und mit Loben und Preisen unsern Ausgang halten mögen. Ach, du Sohn Davids, er⸗ barme dich unser! Hilf uns und sei uns ein gnädiger Heiland! Amen. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder, Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Verzeiht sich aller Freuden. amit und dem ißen ehen die keit. fzer hen, 0 und tärke sein hwie sten⸗ üiden e an till allen laß mern und eiste, gens nsern er⸗ diger Festgebete. 119 Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Krenz und Tod Und spricht: Ich wills gern leiden. 97. Palmarum. Abendgebet. 6. Worr am Kreuze. Joh. 19, 30: Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Als dich, lieber Heiland, am Kreuze dürstete, da gaben sie dir Essig zu trinken; Gott Lob, es war die letzte Bitter⸗ keit, welche du auf dieser armen Erde in dem Leben unter den Sündern schmecken solltest. Nun ist auch der Leidens— kelch ausgetrunken, die saure Arbeit ist beendet, die dunklen Thäler sind durchschritten, du rufst: Es ist vollbracht. O, allmächtiges Wort, Wort, das Himmel und Erde durch— dringet und Zeit und Ewigkeit erfüllet! Was niemand zu vollbringen im Stande war, was noch ein jeder anstehen lassen mußte ewiglich, du hast es vollbracht. In deinem vollkömmlichen Gehorsam hast du alles erfüllt, was die heiligen Propheten in Erleuchtung des heiligen Geistes geredet haben, worauf die Väter im Glauben hofften und warteten von Jahrhundert zu Jahrhundert. Den ewigen Heilsrat Gottes hast du vollbracht, die Erlösung erfunden, die Versöhnung gestiftet; mit einem Opfer hast du in Ewigkeit vollendet alle, die geheiligt werden. O, wie bin ich dir verbunden, göttlicher Heiland, auch meine Selig⸗ keit hast du zustande gebracht! In deinem mitleidsvollen Er— barmen hast du mir zu thun nichts übrig gelassen, denn daß ich an dich glaube und dir als dein Jünger getreulich nach— folge. Und dazu willst du selbst mir noch Kraft und Guade darreichen. Habe Dank für dies unaussprechliche Erbarmen! Ich will nun gern das Meinige vollbringen, was mir zu thun und zu leiden mein Vater im Himmel auferlegt hat. Wird es mir auch oft schwer, du stärkest mich und erhältst mich, wie du dieses auch heute liebreich gethan hast. Sind V Festgebete. auch gar oft deine Gedanken nicht meine Gedanken, und meine Wege nicht deine Wege— ich darf auch im dunklen Thal ausschauen nach einem seligen und herrlichen Ziel, denn du hast alles vollbracht. Du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Amen. Es ist vollbracht! So ruft am Kreuze Des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Trost und Leben, reize Zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist gescheh'n, Das Gott auch mir zum Heil erseh'n. 98. Gründonnerstag. Morgengebet. Joh. 13, 1. 3—5: Vor dem Feste aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Jesus wußte, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging. Und er stand vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Herr Jesu, dir hat der Vater alles in die Hände gegeben, und du, Herr der Herrlichkeit, voll Allmacht und Majestät, wirst ein Diener deiner armen und geringen Jünger! In den Staub der Erde hat dich deine heiße Liebe herabgezogen und nun beugt sie dich zu den Füßen der Jünger, dieselbigen zu waschen. O, welch ein herablassendes, demutsvolles Erbarmen! Ich bitte dich, laß mir dasselbe zu gute kommen, thue auch an mir, was du an deinen Jüngern gethan hast. Wer soll es sonst thun, wer sich befassen mit dem Schmutz an meinen Füßen, Händen und allen meinen Gliedern, an meinem Leibe und an meiner Seele, wenn nicht du, Erbarmungsvollster! Wasche mich rein von meinen Sünden, damit ich Teil an dir habe. Aber mache mich dir auch gleich gesinnet. Wie könnte ich hoffärtig sein, wenn ich dich so demütig sehe und an meinen eigenen en, auch chen iner und dal aus inen, zesus eben, Und lahm T ill und inde und igen eiße der des, elbe inen sich und iner nich lber tig nen Festgebete. 121 Füßen den Unrat schaue; wie könnte ich mich auch über den Geringsten erheben wollen, dem du doch so liebend und herablassend dientest! Lehre mich thun, wie du gethan hast. Dazu hast du uns ja ein Beispiel gegeben, da— mit wir thun, wie du uns gethan hast. Andern helfen und dienen, auch mit dem Geringsten handeln wie mit einem Bruder, mich dessen nicht schämen, dessen du, Heiliger, dich nicht geschämt hast, dazu mache mich geschickt und allezeit von Herzen bereit. Dazu laß mir auch ge⸗ segnet sein die Betrachtung deines Wortes am heutigen Tag, sowie das Andenken an das, womit du diesen Tag gesegnet und geheiligt hast. Ziehe mich in Liebe zu deinen Füßen, die für mich die Marterstraße nunmehr betreten haben, daß ich sie netze mit meinen Thränen und sie salbe mit der Inbrunst meines Herzens. O, Erbarmungsvoller, erbarme dich meiner und schenke dich mir zu eigen! Amen. Ich komme, Herr, und suche dich Mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich Des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten; Ich fühle meiner Sünden Müh', Ich suche Ruh' und finde sie Im Glauben der Erlösten. 99. Gründonnerstag. Abendgebet. Matth. 26, 26—-28: Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte, und brach es, und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus, das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Es ist der Abend gekommen, an dem dich, herzliebster Heiland, so herzlich verlanget hat, das Osterlamm mit deinen Jüngern zu essen; es ist die Nacht hereingebrochen, in der du verraten wardst und mit deinen Jüngern zu Tische saßest. O bange Nacht, o selige Nacht! Ich schaue in deinen heiligen 12² Festgebete. Händen das Brot und den Kelch, ich höre dich reden: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, und das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden, und: Solches thut zu meinem Gedächtnis. O Werk voll unaussprechlichen Trostes! Obwohl du nun hingehst, zu leiden und zu sterben und durch die Leiden des Todes einzugehen zu deiner Herrlichkeit, so bleibst du doch bei den Deinen alle Tage bis an der Welt Ende. Ich habe dich, habe deinen Leib zu meiner Speise und habe dein Blut zu meinem Tranke, ich habe dich mit den Kräften der zu— künftigen Welt. Gepriesen sei ohne Aufhören dein selig— machender Name für deine heilskräftige Gnadenstiftung! Nun kann es keine Nacht mehr geben, in welche deine Liebe nicht tröstend und erquickend hineinleuchtet, nun kann es keinen Hunger und keinen Durst meiner Seele mehr geben, welchen dein Leib und dein Blut im Nachtmahl nicht selig⸗ lich stillte. Noch in der Nacht des Todes bist du mein Licht und mein Leben, dein Abendmahl meine Weg— zehrung auf meiner Heimreise nach der Ewigkeit, das Unterpfand meiner zukünftigen Auferstehung und Herrlichkeit! Dafür sei ewig geliebet und gelobet! Laß dir auch wohl gefallen mein Gebet und die Thränen meines Dankes; nie laß mich vergessen, was ich dir, Herr, schuldig bin! Ich will nun ruhen und schlafen, da du einst auch meinetwegen gewacht und so heiß gekämpft hast, aber schlafend oder wachend stehe du mir unverrückt vor meinen Augen. Heilige meine Ruhe, damit mein Herz voll Dank und Anbetung sei, wenn ich erwache, und der Morgen mich finde unter deinem Kreuze. Amen. Schmücke dich, o liebe Serle, Laß die dunkle Sündenhöhle, Komm an's helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen: Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden, Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg' in dir halten. 8 und lches und: Werk ehs, odes den dich, Blut zu⸗ elig⸗ ung! sHüebe ues eben, elig⸗ mein zeg⸗ eit, ung obet! änen Herr, einst aber einen Dank mich Festgebete. 123 100. Charfreitag. Morgengebet. Dreieiniger, erbarmungsreicher Gott, in deinem Namen bin ich in diesen heiligen Tag eingetreten, ach, gieb mir erleuchtete Augen des Verständnisses und ein Herz voll frommer Anbetung; nahe dich zu mir, damit ich zu dir ge— zogen werde! Amen. Luk 23, 33: Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn daselbst und die Uebel⸗ thäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Am Kreuze schaue ich dich, o mein Jesu, mit ausge⸗ spannten Armen, mit durchgrabenen Händen und Füßen; du Heiliger am Holze des Fluches, du Gerechter inmitten der Uebelthäter! Ich sehe deine Angst und Pein, ich höre dein Rufen aus der Tiefe, und meine Seele zittert. Ich müßte fragen: Wo ist nun dein Gott, und ist das der Lohn, daß deine Füße nicht abgeirrt auf den Weg der Sünde, in den 33 Jahren nicht ein Mal?— wenn du es mir nicht längst gesagt hättest, daß des Menschensohn müßte überantwortet werden und müßte verspottet und geschmäht und verspeiet und gegeißelt und ge⸗ tötet werden. Nun ist es also geschehen. Ich aber bete an und rufe: Fürwahr, du trugst unsere Krankheit und lud'st auf dich unsere Schmerzen. Wir aber hielten dich für den, der geplagt und von Gott geschlagen und ge— martert wäre. Aber du bist um unsrer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf dir, auf daß wir Frieden hätten, und durch deine Wunden sind wir geheilet, erbarme dich meiner, o Jesu! Nicht lassen wolltest du mich in dem Elend meiner Sünden, darum nahmst du sie anf dich; nicht lassen wolltest du mich in meinem Tod und in der wohlverdienten Verdammnis, darum gabst du dich in die heiße Todesmarter und mußtest eine Weile von Gott verlassen sein! Du hast nun die ewige Erlösung 12⁴ Festgebete. erfunden, dein Blut ist meine Versöhnung, dein Tod mein Leben geworden, du bist nun mein Friede, der aus beiden eins gemacht, du hast abgebrochen den Zaun, der dazwischen lag, indem du durch dein Fleisch wegnahmst die Feindschaft, erbarme dich meiner, o Jesu! Nicht wert bin ich solcher Liebe; nicht wert bin ich auch nur eines Tröpfleins deines heiligen und teuren Blutes, das du vergossen hast, aber du hast mich je und je geliebet und hast mich zu dir gezogen aus lauter Güte. Der du nach den Sündern deine Hände ausreckest, umfahe mich, damit ich mit dir verbunden bleibe ewiglich. Hilf mir an deinem Kreuze Buße thun, allem dem absagen, was dir deine Wunden und Schmerzen bereitet hat, absterben an dem alten Menschen, alle Sünden⸗, Fleisches- und Welt⸗ liebe in den Tod geben. Wehe, wehe, wäre dein Blut umsonst für mich geflossen, hättest du umsonst für mich am Kreuz gehangen! Erbarme dich meiner, o Jesu, daß ich vor diesem Wehe bewahrt bleibe, bewahre mich in deiner Liebe! Erbarme dich aller, daß die Unbußfertigkeit und der Unglaube im Angesicht deiner heißen Kreuzesmarter ein Ende gewinne, daß dein Christenvolk, welches du dir so teuer er⸗ kauft hast, an dich glaube, dich liebe, auf dich hoffe und dir zum Preise lebe und wandele! O Jesu, erbarme dich, Christe, erbarme dich; Herr, Herr, erbarme dich meiner im Leben und Sterben! Um deiner Thränen, Wunden und Todesmarter willen, nimm mich in meinem letzten Stündlein auf in dein himmlisches, seliges Reich! Amen. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet; Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warst verachtet! All' Sünd' hast du getragen; Sonst müßten wir verzagen! Erbarm' dich unser, o Jesu! pein ede, den risc x, o 10 utes, ebet üte. hfahe Hilf agen, erben Zelt⸗ Blut am f ich elner der Ende r er⸗ und dich, leiner inden etzten eich! Festgebete. 12⁵ 101. Charfreitag. Abendgebet. 7. Wort am Kreuze. Luk. 23, 46: Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, verschied er. Dein Sterbestündlein ist gekommen, du Himmlischer! Zwar die Liebe hat dir dein Sterbelager nicht weich gebettet, aber sie macht dir dein letztes Stündlein süß und selig. Wohl ist es noch Nacht um dich, aber gar licht und friede⸗ voll ist es geworden in dir. Die Bitterkeiten der Erde sind alle durchkostet, keine Qual und Pein zuckt mehr durch deine heiligen Glieder. Du hast für uns Versöhnung erfunden und darfst selbst versöhnt mit deinem Gott von hinnen scheiden. Von deines Vaters Armen innigst umfangen, ent⸗ schlummerst du süß und selig auch am Marterholze des Fluches an deines Vaters Brust. Das thut mir selig kund dein letztes, süßes Wort von deinen sterbenden Lippen: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Habe von Herzen Dank, herzliebster Gott, daß du dein einiges Kind also entschlafen lässest, daß du auch am Kreuze noch von ihm zeugest, daß es dein lieber Sohn sei, an dem du Wohlgefallen habest. Du aber, mein herzliebster Heiland, tauche meine Seele und meinen Geist ein in deine Liebe, auf daß ich dir geziemend danke für alles, was du für mich gethan und für alles, was du für mich gelitten hast bis zu deinem seligen Ende. Dein Hauptverneigen und dein seliges Abscheiden lichte mir trostvoll auch meine letzte Nacht, mein letztes Stündlein. Du hast mich verlornes Kind zurück⸗ gebracht in die Arme meines lieben, himmlischen Vaters, du hast mich mit deinem Blute in die Hände gezeichnet, im Glauben darf ich sterbend sprechen: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände, du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. Wer will mich scheiden von deiner Liebe? Du bist mächtiger als alles: Sünde, 126 Festgebete. Tod und Teufels Gewalt hast du siegreich überwunden. Mit Danken und Loben will ich jetzt mein Auge schließen und mit Danken und Loben einst von hinnen scheiden. In deiner Gnade bin ich ja ein seliges Kind Gottes, selig hier im Glauben und selig dort im Schauen. Ehre sei Gott in der Höhe Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür; Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein So reiß mich aus den Aengsten, Kraft deiner Angst und Pein. 10². Stiller Sabbat. Luk. 23, 50—53: Siehe, ein Mann, mit Namen Joseph, ein Ratsherr, der war ein guter, frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihren Rat und Handel, der war von Ari⸗ mathia, der Stadt der Jnden, der auch auf das Reich Gottes wartete, der ging zu Pilato; und bat um den Leib Jesu und nahm ihn ab, wickelte ihn in eine Leinwand, und legte ihn in ein gehauen Grab, darinnen niemand gelegen war. Wunderbar sind deine Wege, du Wunderbarer, und ob sie schon hineinlaufen in Dunkelheit und Nacht, so sind sie doch alle licht- und gnadenvoll! Habe ich gestern an deinem Kreuze gestanden in bitteren Schmerzen, so stehe ich heute an deinem Grabe in stiller Anbetung. Fromme Liebe hat dich vom Kreuze genommen, hat deinen heiligen Leib ge— waschen, hat ihn in Grabtücher gelegt und in die Felsen⸗ kammer gebettet. Da sollte er Ruhe haben nach seiner un⸗ aussprechlichen Arbeit, da sollte er in Frieden liegen nach den ausgestandenen, unnennbaren Schmerzen, bis der dritte Tag käme, den du verheißen hast. O, wie hast du dich so ganz entäußert, wie bist du so tief hinabgestiegen, selbst in des Grabes Nacht! Das hast du aber alles deinen sterb— lichen Brüdern zum Guten und zum Troste gethan. Auch durch die Thore des Todes, auch durch die Nacht des Grabes iner im in hen Festgebete. 12⁷ wolltest du uns vorangehen, daß wir nirgendswo, auch nicht einmal in der nächtlichen Tiefe des Grabes wären ohne dich. Durch deine Grablegung hast du dem Grabe seine Schrecken genommen und hast es gesegnet und geheiliget zu einer Kammer sabbatlichen Friedens für die Leiber deiner heiligen Glieder auf Erden. Sie sollen da ruhen nach des Lebens Mühe und Arbeit, sollen da im Frieden liegen nach den Tagen des Kampfes und der Anfechtung auf Erden. Nun denn, mein Heiland, so will ich mich auch nicht mehr entsetzen vor der bangen und langen Nacht im Schoße der Erde. Gehe getrost hinab in deine Kammer, du mein Leib, du Gefäß der Unehre und Schwachheit; der Herr, der dich erbauet, der Heiland, der dich erlöset hat, ist mit dir, seine Liebe bedecket dich, sein Segen umfängt dich auch in der dunklen Gruft. Nun will ich auch nicht mehr klagen an den Gräbern meiner Lieben, wie die andern, die keine Hoffnung haben; sind sie nur in dir entschlafen, so liegen sie ja unter dem Schatten deines Kreuzes, als ob sie lägen in deinem Schoße. Weiß ich doch, daß ein Ostermorgen kommt, der alle Riegel, Fesseln und Bande lösen, an dem das Verwesliche anziehen wird das Unverwes⸗ liche, das Sterbliche die Unsterblichkeit. Ich will nun still sein, in allen Schmerzen des Lebens auf dich, Herr, hoffen und deiner harren. Friede, seliger Friede, ist das Ziel aller meiner Wege, so ich hier wandele in deiner Nach— folge. O, einiger Mittler und Heiland meiner Seele, ge— benedeiet sei dein heiliger Name von nun an bis in Ewig— keit. Amen. Der du im Grabe Ruhe hast gefunden, Nachdem du für mich sterbend überwunden, Gieb Ruhe, wenn man mich nach meinen Tagen Ins Grab wird tragen. Laß aus deines Leib's Erblassen Labsal mich und Hülfe fassen Und mit dir aus Angst und Leid Fahren in die Herrlichkeit. Festgebete. 103. Erster Ostertag. Morgengebet. Marc. 16, 5 u. 6: Sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang, weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hie. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Allmächtiger, ewiger Gott, ich preise deinen herrlichen Namen, daß du Jesum Christum, deinen lieben Sohn von den Toten auferwecket und nicht zugegeben hast, daß dein Heiliger die Verwesung sähe. In deiner herzlichen Barmherzigkeit, die nicht Gefallen hatte am Tode des Gott-— losen, hast du ihn dahingegeben als das heilige Sühnopfer für meine und der Welt Sünde; und weil du angesehen seinen vollkommenen Gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze, hast du ihn aus dem Grabe gerufen. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilands. Kräftig hast du ihn erwiesen als deinen eingeborenen, wahrhaftigen Sohn, göttlich hast du für Zeit und Ewigkeit besiegelt das Werk der Erlösung und Ver— söhnung, nun ist es vollbracht; wunderbar hast du bestätigt jedes Wort seiner heiligen Lippen. Sünde, Tod, Hölle und Teufel hast du überwunden und hast uns den Sieg gegeben durch Jesum Christum, unsern Herrn. Nun darf ich mit deinem Apostel rufen: Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht verschonet hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr der auch auf— erwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Hallelujah! Allmächtiger, ewiger Gott, laß die Siegesbotschaft deiner Gnade und Herrlichkeit hinein⸗ b, und te ein sprach hureth, Siehe lichen Sohn hast, lichen Gott⸗ opfer esehen Tode Meine hottes, heinen ö Zeit Ver⸗ stätigt e und egeben mit mag enen ihn uns die hier, ristus auf⸗ und Gott, inein⸗ Festgebete. 129 getragen werden in alle Welt, mache sie kräftig, zu zerstören alle Bollwerke der Finsternis dieser Welt. Komme deinen Dienern mit deinem Geiste und deiner Kraft zuvor, daß sie geisteskräftig Zeugnis geben von dem, welchen du um unserer Sünde willen dahingegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket hast; laß die Beute deines Sieges groß sein an diesem Feste. Hilf in deiner allmächtigen Gnade meiner Schwachheit auf, daß ich von keinem Zweifel mehr verwirrt, von keinem Betrug der falschen Lehre mehr verführt, von keiner Anfechtung mehr überwunden, in meinem Glauben zuversichtlich beharre und in demselben durch deine Macht bewaͤhrt werde zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit. Der Herr ist auf⸗ erstanden, lebet und herrschet immer und ewiglich. Hallelujah! Amen. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar, Singt ihm in allen Landen! Er, der für uns getötet war, Ist siegreich auferstanden. Sei gelobt, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und siegreich auferstanden! Hallelujah. 104. Erster Ostertag. Abendgebet. I. Petri 1, 3: Gelobet sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auf⸗ erstehung Jesu Christi von den Toten. Gelobet seist du, Gott, und gepriesen sei deine allmächtige Gnade: Christus, der Heiland, ist er⸗ standen, des Todes Macht ist zerbrochen, des Grabes Nacht ist gelichtet, wir sind wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung! Es war unmöglich, daß Christus vom Tode sollte gehalten werden, und es ist unmöglich, daß dies hinfort an deinen Gläubigen geschehe. So wir samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein. Im Grabe 15 der Des Christen Pilgergang. 130⁰ Festgebete. seine Glieder nicht, der das Haupt ist und gesprochen hat: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Muß auch mein Leib zu seiner Zeit hinabfahren in die Gruft, der Staub zum Staube, ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und er wird mich hernach auferwecken aus der Erde. Hallelujah! Herzliebster Heiland, Aufer⸗ standener, wie danke ich dir, daß du mir eine so fröhliche und selige Hoffnung mitgebracht hast aus deinem Grabe, daß du mich nach Leib, Seele und Geist erlöset und zur Herrlichkeit berufen hast; wie danke ich dir, daß ich hinfort nicht mehr an den Gräbern deiner Entschlafenen traurig sein muß, wie die andern, welche keine Hoffnung haben, dieweil du mit dir führen wirst, welche durch dich entschlafen sind; ja, wie danke ich dir, daß wir einst bei dir, dem Herrn, sein werden allezeit! O, Herr, halte mich unverrückt in meinem Glauben, damit ich unentwegt bleibe in der Hoff— nung! In aller Trübsal laß mich geduldig sein und meinen Wandel im Himmel haben, von dannen ich deiner, meines Herrn, warte, der mir meinen nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe. Ja gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesu Christi, und gepriesen sei seine allmächtige Gnade ewiglich. Amen. Jesus lebt, mit ihm auch ich: Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich Von den Toten auferwecken; Er verklärt mich in sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben; Welchen Trost in Todesnot Wird er meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht. hat: Wer Und rmehr fahren daß wecken ufer⸗ hliche Hrabe, o zur infort sein ieweil sind; Herrn, ickt in Hof⸗ inen iner, Leib klärten Jesu viglich. Festgebete. 131 105. Zweiter Ostertag. Morgengebet. Hebr. 13, 20 u. 21: Gott aber des Friedens, der von den Toten ausgeführt hat den großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Testaments, unsern Herrn Jesum Christum, der mache euch fertig in allem guten Werk, zu thun seinen Willen, und schaffe in euch, was vor ihm gefällig ist, durch Jesum Christum, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Du Gott des Friedens hast von den Toten ausgeführt den großen Hirten der Schafe und hast deiner zerstreuten Herde wiedergegeben den rechten einigen Hirten, dafür sei hochgelobet! Nun darf ich mit David rühmen: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele, er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Du aber, der du dich deiner Herde wegen hast verwunden und töten lassen, daß man daran dich als den guten Hirten erkenne, sei von uns allen gepriesen in alle Ewigkeit. In der Kraft deiner Auferstehung und deines herrlichen Lebens wollest du dich deiner Herde annehmen in treuer Liebe; weide und leite, regiere und erhöhe sie! So manche gehen traurig dahin, als habest du sie vergessen und verlassen, und ob auch in ihnen das Herz brennet, so sind doch ihre Augen gehalten, daß sie dich nicht erkennen, thue an ihnen, wie du gethan hast an deinen Jüngern auf dem Wege nach Emmaus. So manche sind betrübt, als wenn es für sie in den bittersten und schmerzlichsten Erfahrungen ihres Lebens keinen Trost gebe, der sie stillte, rufe einem jeglichen in das Herz: Ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein, trockne ihnen die Thränen, wie du sie der Maria getrocknet hast! Und wo friedlose Herzen sich nach Frieden sehnen, da tritt mitten unter sie und sprich: Friede sei mit Euch. Laß nicht von denen ab, welche noch gänzlich in der Irre gehen, hingegeben an die Welt und ihre Lust, dienstbar dem Fleisch 9* 13² Festgebete. und seinen Lüsten, verkauft an die Erde und ihr armes Gut, tot in Sünden und Uebertretungen; wer soll sie suchen, so du sie nicht suchest, wer soll sie finden, so du sie nicht findest? Ach, werde nicht müde, dich unser aller herzlich anzunehmen, wenn schon wir so oft dich mit unserer Lauheit und unserm Ungehorsam ermüden und mit unseren Sünden dich betrüben. Entreiße uns aller Trägheit und Sicherheit, nimm die Decke der Thorheit und Blindheit von unsern Augen, daß wir dich mit allem Ernste suchen, da, wo du zu finden bist, in deinem heiligen Worte. Laß unter dir, dem einigen Hirten, dein Volk auf Erden wohnen, deine Gemeinden sich erbauen, deine Erlösten leben und wandeln und sich deiner Gnade freuen! Dir sei Ehre von Ewig— keit zu Ewigkeit. Amen. Tröst' auch andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren geh'n, Oder in der stillen Kammer Tiefbetrübet zu dir fleh'n. Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich weinen können; Tritt mit deinem Gnadenschein Tröstlich dann zu ihnen ein. Hilf, wann es will Abend werden, Und der Lebenstag sich neigt, Wenn dem dunkeln Aug' auf Erden Nirgends sich ein Helfer zeigt; Bleib alsdann in unsrer Mitten, Wie dich deine Jünger bitten, Bis du sie getröstet hast; Bleibe, bleibe, teurer Gast! 106. Zweiter Ostertag. Abendgebet. 2. Cor. 5, 15: Christus ist darum für Alle gestorben, auf daß die, so da leben, hinfort nicht ihnen selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Ach, Herr, halte dieses Wort in meinem Herzen lebendig „ und meinem Gewissen gegenwärtig! Wahrlich nein, darum hast du dich nicht hinabversenket in die bittersten Todesleiden, ö daß ich in meinem alten Wesen dahin lebte und im Tode niht zlich auheit ünden erheit, unsern bo du dir, deine ndeln wig⸗ esorben, sondern cbendig darum cleiden Tode Festgebete. 133³ der Sünde verharrte, sonst wärest du ja ein Sündendiener, oder ich führe mit falschem Trost zur Hölle. Nein, darum bist du gestorben und wieder lebendig geworden, damit auch ich stürbe an dem alten Menschen und zum neuen Leben erstünde. Dazu laß mir zufließen die Kräfte deiner Auferstehung und deines Lebens. Herr, der du den Geringsten nicht zu geringe achtest, um zu ihm zu kommen und Wohnung bei ihm zu machen, komm zu wohnen und zu walten in meinem Herzen, bleibe lebendig in mir, sonst vermag ich es nicht. Täglich hilf mir ablegen den alten Menschen, täglich hilf mir kämpfen wider die Welt, die Sünde und des Teufels Gewalt, täglich und stündlich laß mich im frommen Leben und heiligen Wandel erfunden werden. Halte mich wach und lebendig, damit ich nicht in falsche Sicherheit gerate. Du suchst die Frucht des neuen Lebens; o, schaffe solche Frucht bei mir, mein Heiland! Du hast alles für mich gethan, um mich zu erlösen, mit Gott zu versöhnen, um mich mit Leib, Seele und Geist deiner Herrlichkeit teilhaftig zu machen, wie sollte ich mich nicht verbunden und heilig verpflichtet erachten, dein zu sein, dir zu leben, zu dienen alle Augenblicke mit Leib, Seele und Geist. Herr, stärke mich dazu und erhalte mich in deiner Gnade. Ich will das liebe Osterfest, an dem du mich so vieler Gnade gewürdigt haͤst, mit Dauken und Loben be⸗ schließen, ich will mit allen deinen Erlösten das Gelübde erneuern: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Dein Name sei gelobt! Amen. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl ins Herz uns gehn; Gieb Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geistlich auferstehn! Hält der Schlaf uns noch gefangen, O, so förd're du den Lauf, Rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, Und der helle Tag ist da; Gott sei Dank, Hallelujah! Festgebete. Dritter Abschnitt. Pfingstkreis. 107. Himmelfahrt. Morgengebet. Luc. 24, 51: Es geschah, da er sie segnete, schied er von ihnen, und fuhr auf gen Himmel. Mein Herr und mein Gott, mit deiner lieben Christen— heit freue ich mich deiner glorreichen Himmelfahrt. Du warst herunter gefahren, und nun bist du wieder aufgefahren über alle Himmel, auf daß du alles ersüllest. Nach den Leiden des Todes hat dich dein Vater gekrönet mit Preis und Ehre und hat dich gesetzet zum Haupt der Gemeinde über alles. Wer ist so mächtig, wie du bist, der du sitzest zur Rechten auf dem Stuhle der Majestät im Himmel! Wer ist so gnädig, wie du bist, der du heißest ein Heiland und ein Erbarmer! Was du den Deinen gewesen, so lange du in der Welt warst, das bist du ihnen geblieben und bleibest du ewiglich: Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe in Ewigkeit, Hallelujah! An deinem verklärten Leibe trägst du ewiglich die heiligen Zeichen deiner Todesleiden, und in deinen segnenden Händen, mit denen du von der Erde geschieden und gen Himmel gefahren bist, hast du uns gegeben ein gewisses, tröstliches Pfand, daß aus deinen durchgrabenen Händen uns zufließet aller Segen des Himmels, daß wir aus deiner Fülle nehmen Gnade um Gnade. Daß deine heilige Kirche bis dahin bestanden hat und noch be— steht und bestehen wird bis an das Ende aller Tage, wie ein Fels im Meer, umbraust von allen Stürmen und Wogen, daß sie selbst die Pforten der Hölle nicht können überwältigen, das ist dein allmächtiges Werk; und daß noch die selig⸗ machenden Kräfte des ewigen Lebens in deinem Reiche walten, und dir Kinder geboren werden, wie der Tau aus der cied et risten⸗ Du efahren ch den t mit aupt 9, wie tuhle 9j wie Was warst, Jesus be in Leibe leiden, on der du und deinen mmeld, Daß och be h6, wie Wogeh älligen, selih⸗ walten, V der Festgebete. 13⁵ Morgenröte, das ist dein himmlischer Segen. O, du all— mächtiges Haupt, du König aller Gnade und aller Herrlich— keit, herrsche, bis du dir gelegt hast alle Feinde zum Schemel deiner Füße; herrsche in deiner Gemeinde, daß es an ihr und in ihr offenbar werde, daß sie sei ein Gewächs der Ewigkeit; herrsche durch dein Wort und deinen Geist in deiner Christenheit und halte sie lebendig im Glaͤuben, brünstig in der Liebe, standhaft in der Hoff nung; herrsche auch in meinem Herzen, daß ich vor dir meine Kniee beuge, und meine Zunge bekenne, daß du der Herr Bah zur Ehre Gottes des Vaters. Du wirst herrschen in deiner Allmacht und Gnade, in deiner Leutseligkeit 1 Ge⸗ duld, bis du einst wiederkommen wirst in großer Kraft und Herrlichkeit, bis Himmel und Erde neu geworden sind. Hallelujah! Amen. Ach wundergroßer Siegesheld, Du Sündenträger aller Welt, Heut hast du dich gesetzet Zur Rechten Gottes in der Kraft, Hast deinem Reich den Sieg verschafft, Den Feind zum Tod verletzet. Mächtig, prächtig Triumphierst du Und regierst du, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben. 108. Himmelfahrt. Abendgebet. Hebr. 6, 19 u. 20: Wir halten an der angebotenen Hoffnung, welche wir haben als einen sicheren und festen Anker nuserer Seele, der auch hineingeht in das Inwendige des Vor⸗ hangs, dahin der Vorlänser für uns eingegangen ist, Jesus, ein Hohepriester geworden in Ewigkeit. Herr Jesu, du Herr der Herrlichkeit, du bist für uns eingegangen in den Himmel und hast die Pforten des Himmels für uns arme, sündige Menschen aufgeschlossen. Uns die seligen Wohnungen des Friedens zu bereiten, bist du hingegangen. Habe von Herzen Dank für dein herr— 136 Festgebete. liches Auffahren. Nun haben wir einen sicheren und festen Anker unserer Seelen, der auch hin⸗ eingeht in das Inwendige des Vorhangs, dahin für uns eingegangen ist Jesus, ein Hohepriester geworden in Ewigkeit. Wir sind nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Haus⸗ genossen, wir haben ein Vaterhaus, darin viele Wohnungen sind. Wie freut sich dessen meine dankende und anbetende Seele, denn ich sehne mich, einmal herauszukommen aus dieser Welt der Angst und Schmerzen, aus diesem Leib der Sünde und des Todes, ich sehne mich, einmal zu atmen die süße Himmelsluft und zu sein, wo du bist. Du hast Gaben für die Menschen empfangen, ach, teile sie auch mir mit und rüste mich durch deines Wortes und Geistes Kraft aus mit frommem Sinn und Wandel, daß ich allen Fleiß daran wende und darreiche in meinem Glauben Tugend, und in der Tugend Bescheidenheit, und in der Bescheidenheit Mäßig— keit, und in der Mäßigkeit Geduld, und in der Geduld Gottseligkeit, und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe, und in der brüderlichen Liebe allgemeine Liebe, auf daß ich ein Nachfolger derer werde, die durch Glauben und Geduld ererbt haben die Verheißung. Laß mich nicht weichen und abirren mein Leben lang von dem Wege, der deinen Pilgrim zur Heimat führet; lehre mich suchen, was droben ist, da du sitzest zur Rechten Gottes. Und wenn mein letztes Stündlein kommt, dann nimm mich in Gnaden aus diesem Jammerthal zu dir in den Himmel! Du, mein Heiland und Herr, bedecke mich und meine Lieben an diesem Abend, in dieser Nacht mit deinen segnenden Händen. Komme in Gnaden auch zu den armen Kranken, lindere ihre Schmerzen; stärke, was da sterben will. Laß das Licht der seligen Hoffnung leuchten in den einsamen Kammern und verkläre die Stätten schmerzlicher Duldung zu Stätten seliger Ueberwindung. Ach, Herr, ziehe uns alle dir nach, auf daß wir seien, wo du bist. Gelobet sei dein heiliger Name ewiglich. Amen. und bin⸗ uns orden dlinge, Haus⸗ nungen hetende n aus ib der en die Gaben r mit st aus daran ind in Näßig⸗ geduld „ und ich ein eduld uund ilgrim roben wenn znaden mein diesem änden. e ihre t der u und tätten ö nach⸗ dein Festgebete. 13⁷ Auf Christi Himmelfahrt allein Ich meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Pein Hiermit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. 109. Erster Pfingsttag. Morgengebet. Apostelgesch. 2, 1—4: Als der Tag der Pfingsten er⸗ füllet war, waren sie alle einmütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zerteilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes. Gelobet seist du, Herr Gott, Vater, der du Bund und Gnade hältst ewiglich und nicht weichest von dem Worte deiner heiligen Zusage. Du hast geredet durch den Mund deiner heiligen Propheten: Nach diesem will ich aus— gießen meinen Geist über alles Fleisch, und hast gehalten, was du verheißen: einen herrlichen Tag der Pfingsten hast du der Welt geschenkt. Du, Herr und Haupt deiner Gemeine, der du zur Rechten Gottes sitzest, hast deinen Jüngern vom Vater gesendet den verheißenen Tröster, den heiligen Geist, der sie in alle Wahrheit leiten, dich in ihnen verklären sollte, daß sie nicht Waisen wären. Du, Gott, heiliger Geist, der Welt Licht und Leben, bist herniedergefahren und hast Wohnung genommen in den Herzen der Jünger und dein Gezelte aufgeschlagen unter dem sterblichen Geschlechte der Erde. Licht und Leben, Wahrheit und Klarheit hast du aus dem Heiligtum des Himmels hernieder gebracht und bist gekommen, aufzuthun ihre Augen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Lichte. Sei gelobt für deine Gnade und Barmherzigkeit! Erfülle auch uns, daß wir werden Gefäße deiner Gnade und Herrlichkeit. Durchwalte mit deinem allmächtigen Odem deine Kirche, die du erbauet, deine Gemeinde, die du ge⸗ pflanzet hast. Rausche mit deiner Gotteskraft durch die 138 Festgebete. erstorbene Christenheit, daß es sich in ihr rege, und nicht Pi im Tode bleibe, was zum Leben erschaffen und so teuer He erkauft ist. Komm, zu wohnen und zu wirken in unseren in Herzen, damit wir geheiligt werden und den Ruhm dessen Fr verkündigen, der uns berufen hat von der Finsternis zu M seinem wunderbaren Lichte. O, Herr Gott, heiliger Geist, Tr laß es Pfingsten werden allenthalben auf Erden; laß G⁰ es Pfingsten werden, Herr Gott, daß das Land voll werde mi deiner Erkenntnis, wie Wasser das Meer bedeckt. Amen. nic ö O heil'ger Geist, kehr bei uns ein fi Und laß uns deine Wohnung sein; zü O tomm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein x Bei uns und in uns kräftig sein mi Zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, Me Himmlisch Leben mi Willst du geben, ö Wenn wir beten; Aunn Zu dir kommen wir getreten. m 4 110. e Erster Pfingsttag. Abendgebet. Joh. 14, 28: Wer mich liebet, der wird mein Wort di halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Ich danke dir, Herr Gott, heiliger Geist, daß du die arme, sündige Menschheit nicht zu geringe geachtet hast, zu ihr hernieder zu kommen und bleibende Wohnung bei ihr zu machen. Ich danke dir, daß du auch meiner dich hast angenommen und hast mich nicht gelassen in der Blind— heit und Unwissenheit, sondern hast mir verholfen zur Er— kenntnis Gottes und meines Heilandes Jesu Christi. Ach, erleuchte mich mit deinem Lichte und erhalte mich in deiner Gnade! Den Glauben stärke und gründe in mir, mehre durch denselben die Liebe in mir zu meinem Heilande, damit mich der Vater liebe, und der dreieinige Gott bei mir Wohnung mache. Sei du mein Lehrmeister auf meinem nicht teuer unseren dessen lis zu Geist, Rlaß werde Amen. in Wott rden zu du die ö hast ng bei er dich Blind⸗ ur Er⸗ Ac, deiner mehre damit i mir neinem Festgebete. 139 Pilgerwege und erinnere mich alles dessen, was mir mein Heiland gesagt hat. Mache alle Gottesworte in mir lebendig und wirksam, auf daß ich ihre Gotteskraft schmecke und den Frieden gewinne, den Jesus mir erworben hat. In der Ansechtung sprich mir zu, damit ich nicht erschrecke; in der Traurigkeit tröste mich, damit meine Seele stille werde zu Gott, der mir hilft; in der Stunde der Versuchung erhalte mich, daß ich meinem Gotte treu verbleibe. Ziehe dich nicht von mir zurück, wenn ich in Schwachheit fehle und strauchle; weiche nicht von mir, wenn ich dich betrübe; züchtige und strafe mich, wenn ich sündige, damit ich die Buße gewinne, umkehre von allen bösen Wegen und nicht mit der Welt verloren gehe. Heilige mein Leben und meinen Wandel zu einem beständigen Gottesdienst, lehre mich, meinen Gott anbeten im Geist und in der Wahrheit und rufen: Abba, lieber Vater; hilf mir, daß ich meinen Gott preise mit meinem Leibe und meinem Geiste. Vertritt mich mit deinem unaussprechlichen Seufzen; ach, vertritt mich in meinem letzten Stündlein! Versiegle mich auf den Tag meiner Erlösung, auf daß ich etwas sei zum Lobe deiner Herrlichkeit. Erhöre mein Gebet, so will ich dir daunken in Ewigkeit. Amen. Komm, o Geist, o heilig Wesen, Laß uns deinen Tempel sein, Den du dir zum Sitz erlesen, Zeuch in diese Wohnung ein; Wirke selbst in unserm Herzen Wahrer Buße sel'ge Schmerzen, Wirke Weisheit, Liebe, Zucht Als des Glaubens rechte Frucht. tü. Zweiter Pfingsttag. Morgengebet. Ephes. 2, 19—21: So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Herr Gott, groß sind deine Werke, wunderbar ist dein Thun, herrlich ist dein Name in allen Landen! Du hast N II 140 Festgebete. am Tage der Pfingsten Christi heilige Kirche erbauet auf den Grund der Propheten und Apostel, da Jesus Christus der Eckstein ist. Herrliche Dinge werden gepredigt in der Stadt Gottes! Du bist es, Geist des Lebens, der noch immerdar die Christenheit auf Erden berufet, sammelt, erleuchtet und bei Jesu Christo erhält im rechten, einigen Glauben. Fahre fort, in deiner heiligen Kirche zu wohnen und zu wirken. Führe herein die noch draußen sind, und mache lebendig die darinnen sind, daß sie sei und bleibe der neutestamentliche Tempel, aus lebendigen Steinen zusammengefüget in einem Glauben, einer Liebe, einer Hoff— nung, des Herrn Jesu heiliger Leib, an welchem alle Glieder zusammengefasset sind unter das göttliche Haupt, eins dem andern Handreichung thut in der Liebe, und ein jegliches wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Bewahre die Kleinodien des Himmelreichs, welche du, Herr Gott, der Kirche vertrauet hast! Laß das Evangelium des Friedens verkündet werden an allen Orten; lege es in die Herzen und auf die Lippen deiner Diener, durchdringe sie mit deinem heiligen Feuer, daß sie es verkündigen mit großer Kraft und Freudigkeit, rein und lauter. Mache dein Wort so gewaltig, daß es breche den Widerstand der verblendeten, argen Welt; so mächtig, daß es die Starken zum Raube nehme; so ein⸗ dringlich, daß es in allen Herzen entzünde Buße und Glauben; so lieblich und holdselig, daß es erquicke die Mühseligen und Beladenen, und jedermann sein begehre; so heilbringend und tröstlich, daß ein jeder seine Gotteskraft schmecken und rufen möge: Herr, wohin sollen wir gehen, du allein hast Worte des ewigen Lebens! Laß dich nicht ermüden durch den Trotz und Unverstand so vieler Ver— blendeten, noch durch die Thorheit und Schwachheit derer, in welchen du dein Werk hast. Wirke, bis die ganze Welt dem Lamme zu Füßen fällt, und ein Hirt und eine Herde werde! Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, jetzt und in Ewigkeit! Amen. et auf Vesus werden ist des erufet, lechten, iche zu raußen ei und Pteinen Hof⸗ Glieder 8dem tgliches ewahre tt, der riedens Herzen deinem st und waltig, Velt; so ein⸗ auben; en und ingend und u, du b dic Ver⸗ derer, BVelt eine 1e und Amen. Festgebete. 14¹ Du heiliges Licht, edler Hort: Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr' uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt' vor fremder Lehr, Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jesum, mit rechtem Glauben, Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah, Hallelujah! 112. Zweiter Pfingsttag. Abendgebet. Ps. 51, 12: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und tin mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von einem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Herr Gott, heiliger Geist, mit dem Vater und dem Sohne der Welt Licht und Leben, von Herzen danke ich dir, daß du einst Pfingsten gehalten, und daß du mich und die lieben Meinigen mit den lieben Pfingsten abermals begnadigt hast. Ich danke dir, daß du mir nahe gewesen und meine Seele erbauet hast zum ewigen Leben. Ach, setze fort und vollende in mir dein heilbringendes Gnadenwerk! Schaffe in mir ein reines Herz und gieb dich mir zu eigen; erleuchte mich mit dem Lichte der Lebendigen, daß ich stets den Willen meines Gottes erkenne und in demselben lebe und wandle; erfülle meine Seele mit frommen Gedanken und heiligen Bewegungen. Meinen Jesum verkläre in mir, und mache mich ihm gleich gesinnt. Hilf mir bekämpfen und überwinden Welt, Sünde, Fleisch und Blut, den Satan und alle seine Anläufe und Anfechtungen; stehe mir bei in dem Kampfe, der mir verordnet ist. Herz und Mund, Augen und Ohren, alle meine Sinne und Glieder, meinen Leib und mein Leben laß dir geheiligt sein. Laß mich Gutes thun und nicht müde werden, damit ich zu seiner Zeit ernten möge ohne Aufhören. O, behüte mich, du treuer Gott, damit ich dich niemals wissentlich betrübe; o, bewahre mich, du treuer Gott, damit ich nimmer mein Herz gegen dich verschließe oder verstocke! In Gnaden ver⸗ gieb mir, womit ich dich je und auch in diesen heiligen 14² Festgebete. Tagen betrübt oder gar erzürnet habe; in Gnaden umgieb mich und die lieben Meinen und alle die, welche dich an— rufen, wenn wir jetzt unsere Augen schließen und daliegen in finsterer Nacht. Schlafend und wachend laß mich deinen heiligen Tempel sein, bis du mich in Gnaden entnimmst deiner streitenden Gemeinde und mich versetzest in die triumphierende Gemeinde im Himmel, da ich dir dienen, dich lieben und loben werde mit reinem Herzen und heiligen Lippen ohne Aufhören, selig in deiner Gnade. Amen. O mein Hort, ich bin zufrieden, Wenn du nur nicht weichst von mir, Bleib' ich von dir ungeschieden, Bin ich stets getrost in dir, Laß mich sein dein Eigentum, Ich versprech' hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 113. Trinitatisfest. Morgengebet. Röm. 11, 36; Von ihm, und durch ihn, und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Dreieiniger, ewiger Gott! Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, ich beuge meine Kniee vor dir und bete dich an in tiefster Ehrfurcht. Fürwahr, du bist ein wunderbar großer Gott, unergründlich tief in deinem Wirken und Walten; du thust große Dinge, die nicht zu forschen sind. Wer kann sagen, wer und wie du bist? Wer hat den Verstand, daß er dich, den Dreifaltigen erfaßte? Du bist selbst unaus⸗ sprechlich den heiligen Engeln, welche vor dir stehen, und den heiligen Männern, welche du mit deinem Geiste gesalbet hast. Aber eins weiß ich, du hast es mir geoffenbart: Du bist ein Abgrund der Liebe und Barmherzigkeit und darum der Grund meiner Seligkeit. Aus Liebe hast du mich er— schaffen und mir eingehaucht einen lebendigen Odem; wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmest du dich meiner; aus Liebe hast du den eingeborenen Sohn, der in deinem Schoße war, herabgesandt, daß er mich erlöste, und S /P e umgieb ich an⸗ saliegen deinen nimmst u die dienen, eiligen u. zu ihm u und te dich derbar Galten; r kann „ daß unaue⸗ „ und esalbet : Du darum ich er⸗ wie dich der in „und Festgebete. 143 mich mit seinem heiligen und teuren Blute erkaufte, dir zum Eigentum; aus Liebe giebst du mir den heiligen Geist, daß er dein Leben in mir wirke, und ich etwas würde zum Lobe deiner Herrlichkeit. Ja, du dreieiniger Gott, du bist der Gott meines Heiles und meiner Erlösung. Halte mich in diesem Glauben unverrückt und laß mich in demselben dir reichlich dankbar sein. Dich, den Vater, den Sohn und den heiligen Geist will ich lieben und loben ohne Aufhören, denn von dir und durch dich und zu dir sind alle Dinge. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm, dem dreiein'gen Gott, Wie es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar. 114. Trinitatisfest. Abendgebet. Röm. 11, 29: Gottes Gnade und Berufung mögen ihn nicht gereuen. Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit mir und allen Christen! Amen. Dreieiniger Gott, segne mich! Du hast mir ein An⸗ recht an deine Gnade und Barmherzigkeit geschenkt, denn du hast mich in der heiligen Taufe an- und aufgenommen zu deinem Kinde, hast den Bund der Kindschaft mit mir ge— schlossen und mir zugesagt, du wollest mein Vater sein; daran will ich mich halten. Und ob ich schon mit meinen Sünden dich wie vielmal betrübt und erzürnet, den heiligen Taufbund gebrochen habe und aus der Gnade gewichen bin, so will ich doch darum nicht verzagen; es steht ja geschrieben: Gottes Gnade und Berufung mögen ihn nicht gereuen. Aber vergieb mir meine Sünden; dich flehe ich an, der für mich am Holze des Fluches genug gethan und 144 Festgebete. mich mit meinem Gotte versöhnt hat. Thue von mir weg alles, was mich der Liebe unwürdig macht, dein Kind zu heißen. Erneuere, reinige, heilige und verkläre mich, auf daß du dein Bild in mir sehest und Züge deines heiligen Wesens in meinem Thun und Wesen. Halte in mir wach und lebendig den kindlichen Geist, durch welchen ich am Morgen wie am Abende, in guten, wie in bösen Tagen und noch in meinem letzten Seufzen rufe: Abba, lieber Vater! Laß mich rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist; stärke mich in deiner Kraft an dem inwendigen Menschen, auf daß ich nicht mehr ein Kind sei und mich wägen und wiegen lasse durch allerlei Wind der Lehre, richte mich vielmehr mit den Heiligen zu, daß ich mit ihnen hinankomme zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes, und ein vollkommener Mann werde, der da sei in dem Maße des vollkommenen Alters Christi. Du aber, du Gott des Friedens, heilige mich durch und durch, und mein Geist ganz samt Seele und Leib müsse erhalten werden unsträflich auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist du, der mich rufet, du wirst es auch thun. Amen. Mein Schöpfer, steh' mir kräftig bei; O, mein Erlöser, bei mir sei; O, Tröster wert, weich nicht von mir, Mein Herz mit reichen Gaben zier! Herr, segne und behüte mich; Erleuchte, Herr, mich gnädiglich; Herr, heb' auf mich dein Angesicht Und deinen Frieden auf mich richt'. weg d zu „ auf iiligen wach am n und Laß chsen stärke fduß piegen r mit e zu hnes der ters ilige Seele Kunft rufet, Festgebete. 14⁵ Vierter Abschnitt. Trinikakiszeif. 115. Am zehnten Sonntag nach Trinitatis. Luc. 19, 41 u. 42: Als er nahe hinzu kam, sah er die Stadt an, und weinete über sie. Und sprach: Wenn du es wüß test, so würdest du auch bedenken, zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Ach, Herr, du Sohn Gottes, wie hattest du doch Jerusalem und sein Volk so lieb, daß du über es weinen konntest; wie hattest du doch die Menschenkinder so lieb, daß du dich ihretwegen hinabversenken konntest in diese Schmerzen! Ich danke dir aus Herzensgrunde, daß ich an dieser Liebe Teil habe, und wollte ich je an ihr zweifeln, will ich dir nach den weinenden Augen sehen; ach, diese Thränen gehören ja auch zu den Opfern, welche du meinet⸗ wegen dargebracht hast vor Gott! Herr Jesu, du weinst, und was deine weinenden Augen sagen wollen, spricht dein klagender Mund aus: Jerusalem hat nicht erkannt die Zeit, darinnen du es heimgesucht hast, und hat nicht bedenken wollen, was zu seinem Frieden dienet. Wie hast du doch um seine Kinder geworben, wie oft hast du sie versaͤmmeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein ver⸗ sammelt unter ihre Flügel, aber sie haben nicht gewollt! Und nun ist die allerletzte Gnadenfrist gekommen, aber umsonst; Jerusalem verwirft seinen Heiland und kreuzigt seinen König, es hat sich gegen seinen Messias verhärtet und verstockt!— O, Herr, strafe und züchtige mich, wenn ich von dir weiche, ich will dir meinen Rücken darhalten und deine Hände segnen; aber davor bewahre mich, daß je deine Thränen verklagend auf mein Gewissen fallen. Wie soll mir geholfen werden, wie soll ich dem Zorne Gottes ent— rinnen, so ich mich gegen dich verhärte und verstocke!— Ja, Herr Jesu, du weinst; dieweil deine Augen so helle sehen, sind sie so voll Thränen geworden!. Du sichst die Des Christen Pilgergang. 14⁰ Festgebete. schweren Gewitterwolken über die Stadt heraufziehen, du hörst das Wehegeschrei der geängsteten Kinder deines Volkes; du schaust den Greuel der Verwüstung an heiliger Stätte; und es ist gekommen, was du geschaut. Herzu, ihr Völker, daß ihr es sehet: Es ist kein Stein auf dem andern geblieben. Das ist uns zur Warnung geschehen!— Ach, Herr, noch reckst du in heißer Liebe deine Hände nach mir aus, noch habe ich offenen Zugang zu deinem Herzen, noch wirkt dein Geist an meiner Seele, noch stehe ich unter deinen züchtigenden Händen; ach Herr, mahne mich alle Tage, so lange es heute heißt, daß ich meine Heimsuchungszeit erkenne und treulich anwende, damit ich in dir mein Heil, meinen Frieden, mein ö Leben, meine Seligkeit gewinne. Ach, Herr, durch deine Schuld kann ich nimmer verloren gehen, das ist ja gewißlich wahr; behüte und bewahre mich, daß es nicht durch mein Verschulden geschehe! O, treuer Hirte, laß mich in deine ö Hände gezeichnet sein, damit ich dir bewahret bleibe! Amen. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint; Ich will dich lieben, Gottes Lamm, Als meinen Bräutigam. Ich will dich lieben, meine Krone! Dich will ich lieben, meinen Gott! ö Ich will dich lieben sonder Lohne Auch in der allergrößten Not; ů Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herze bricht! 116. Erntefest(Reichliche Ernte). Morgengebet. Psalm 65, 10: Du suchst das Land heim und wässerst es, und machst es sehr reich. Gottes Brünnlein hat Wassers die Fülle. Du lässest ihr Getreide wohl geraten, denn also bauest du das Land. Herr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und 0 deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Du thust große Dinge, die nicht zu forschen sind, und Wunder, die nicht en, du Volkes; Stätte; Völker, blieben. „ noch 8, noch ckt dein tigenden es heute treulich u, mein deine gewißlich mein in deine Amen. 0 wisten t Wassers denn dlso is, und gh ie nigt Festgebete. 14⁷ zu zählen sind. In deiner Hand ist, was die Erde bringet und die Höhen der Berge sind auch dein. Du suchest das Land heim und wässerst es und machst es sehr reich; du krönst das Jahr mit deinem Gut. Gnadenvoll hast du auch über mir gewaltet das Erntejahr hindurch; über Feld und Flur bist du, barmherziger Gott, gegangen, und deine Fußtapfen troffen von Segen; Sonnen⸗ schein und Regen gabst du zur rechten Zeit; vor Hagel, Ungewitter und allem Schädlichen schirmtest du bei Tag und bei Nacht. Dem Menschen hast du sein Brot und dem Vieh sein Futter gegeben reichlich; vor meinen Augen sehe ich die Fülle deines Segens. Wie soll ich dir vergelten alle deine Wohlthaten, die du an mir thust! Es ist das alles dein gnadenreiches Thun, dessen ich nicht wert bin. Thue mir die Augen auf und wecke mein Gewissen, daß ich es wohl beherzige, daß mich deine Güte zur Buße leiten soll. Bewahre mich vor dem Stolz und der Hoffart. Wie kann ich prunken wollen mit dem, das deine Barmherzigkeit an mir that? Auch will ich kein Götzendiener werden, daß ich das arme Gut der Erde mehr liebte als dich, oder darauf mehr vertraute als auf dich. Erinnere mich nur um so nachdrücklicher, daß ich dein Haushalter bin, damit ich alles, was ich von dir empfangen habe, auch nach deinem Willen und Wohlgefallen gebrauche. Mache mein Herz so weich, und meine Hand so mild gegen die Armen und Notleidenden, wie dein Herz und deine Hand gegen mich sich über die Maßen weich und mild erwiesen. Gutes hast du mir ge⸗ than reichlich, so laß mich auch Gutes thun reichlich, damit ich zu seiner Zeit ernten möge ohne Aufhören. Den Sonnenschein deiner Gnade in Christo und den Regen deines heiligen Wortes laß auf mein Herz fallen, damit dasselbe keinen Mangel leide, während der Leib genug hat, damit mir Seele, Geist und Leib erhalten werden zum ewigen Leben. Dank und Ehre und Preis und Ruhm sei dir dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste, nun und in Ewigkeit. Amen. 10⁵ Festgebete. Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 117. Erntefest(Spärliche Ernte). Morgengebet. Matth. 6, 26: Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Schennen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Mein lieber Herr und Gott, es ist billig, daß ich dir von Herzen danke für alle Gaben, welche du mir im Irdischen im verlebten Erntejahr geschenkt hast. Bin ich auch nicht so reich gesegnet worden wie sonst, so habe ich doch tausend— mal mehr empfangen, als ich verdient habe. Hättest du ansehen wollen meine Sünden und Uebertretungen und nach denselben mir vergelten wollen, was sollte aus mir geworden sein? Not, Jammer, Elend und Verderben wäre mein Teil gewesen. Das will ich meinem unzufriedenen und undank⸗ baren Herzen vorhalten und mich beugen unter deine züch— tigende Hand. Wann hast du je fehl gegriffen in deinen Gerichten und Wegen? In den Zeiten des Segens schreit der Undank und die Unbußfertigkeit zu dir auf; nun hast du mit dem Segen zurück gehalten, damit er nicht länger zer⸗ treten werde; nun lässest du uns entbehren, damit wir in uns gehen. Und warum soll ich mit Angst und Zagen an die Zukunft denken und das Lied der Heiden singen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Ich sehe, du nährst die Vögel unter dem Himmel noch, die nicht säen, nicht ernten, nicht in die Scheunen sammeln, und du kleidest auch noch die Lilien auf dem Felde, die nicht arbeiten und spinnen, und doch trägt keins derselben dein Bild, keins ist mit deines Sohnes Blut erkauft, keins betet: Unser tägliches Brot gieb uns heute. Es soll mir genug sein, dir! sein, denn lass an i werd ander da st nach ist a ich es Thrä wer! habe Wem doch, Und halt Verkü * immel an: Scheuuen, ihr denn ich dir rdischen tausend⸗ ttest du ind nach eworden ein Teil undank⸗ ne zich⸗ deinen schreit un hast ager zel⸗ wir in Festgebete. 149 sein, daß du mein Gott und Vater bist, und daß ich an dir meinen Erbarmer habe. Laß meinen Wandel ohue Geiz sein, daß ich mir genügen lasse an dem, was da i st, denn du selbst hast gesagt: Ich will dich nicht ver— lassen noch versäumen. Bin ich auch arm und gering an irdischem Gut, so kann ich ja doch überschwänglich reich werden an himmlischen Gütern, die besser sind als alles andere. Ich will mir Schätze sammeln im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, da die Diebe nicht nach graben und stehlen; und wo des Menschen Schatz ist, da ist auch sein Herz. Gewinne ich nur den Himmel, so will ich es nicht achten, daß ich unterwegs zuweilen mein Brot in Thränen gegessen habe. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachten, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Heil. Und das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den Herrn, daß ich verkündige alles dein Thun. Amen. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Im Nehmen wie im Geben. Was wir aus seiner Hand empfah'n, Genüget uns zum Leben. Er nimmt und giebt, Weil er uns liebt; Laß uns in Demut schweigen Und vor dem Herrn uns beugen. 118. Erntefest. Abendgebet. 2. Cor. 9, 6: Wer da kärglich säet, der wird auch kärglich ernten; und wer da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen, lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, so will ich an diesem Abend dich, meinen lieben himm⸗ 150 Festgebete. lischen Vater, preisen. Ja, du hast mir viel Gutes gethan: das Werk meiner Hände hast du gefördert, meinen Beruf und mein Geschäft hast du gelingen lassen, mein Vieh hast du vor schwerem Schaden und Unfall, und meine Felder vor Mißwachs behütet, überall sehe ich die Spuren deiner segnenden Liebe, und ich bin viel zu gering aller Barmherzigkeit, die du an mir gethan hast. Ach, das vergiß nicht, meine Seele; wenn du den Armen siehst, und die Hungrigen und Elenden in dein Haus kommen, so vergiß nicht, was der Herr dir gesagt hat: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. In deiner milden Güte und Barmherzigkeit hast du mir nur Segen gegeben, laß mich denselben hinnehmen und genießen mit steter, herzlicher Danksagung, und behüte mich, daß er unter meinen Händen mir nicht werde zum Unsegen und zum Fluche, und doch müßte das geschehen, wenn ich mit deinen teuren Gaben der Welt und dem Fleische diente und lebte, oder wenn ich sie zu meinem Abgott machte. Bewahre mir den geschenkten Erntesegen und laß ihn an mir gedeihen, aber behüte mich auch, daß ich nicht mein Herz daran hänge— Bewahre mich vor dem Geiz, der da ist eine Wurzel alles Uebels. Du hast mir deine Gaben gegeben, daß sie mich an dein Herz zögen, daß sie mir ein Antrieb würden, deine Liebe in Christo Jesu zu suchen, und daß sie bei mir eine Frucht wirkten, die da bleibend ist, denn ich bin dein Ackerwerk, und schon in dieser Nacht kannst du deinem Engel gebieten, daß er die Sichel anschlage, mich schneide und einsammle in deine Scheune, da wird denn kärglich ernten, wer kärglich gesäet hat, und wer auf sein Fleisch gesäet hat, der wird vom Fleische das Verderben ernten, wer aber gesäet hat im Segen, der wird auch ernten im Segen. So hilf mir, daß ich Fleiß anthue, meinen Glauben zu beweisen in Liebe, Geduld, Sanftmut und Gottseligkeit. Bin ich denn nicht dein Werkꝰ So laß mich auch fleißig sein zu guten Werken, damit mir einst unser hethan: Beruf eh hast Felder deiner aller Ach, siehs, nen, so 8 ihr mgsten deiner Segen gen mit er unter Fluche, teuren e, oder nir den u, aber hänge. Burzel daß sie würden, bei mir in dein deinem hneide —11 leisch derben wird 121 Geduld, Verkꝰ nit mit Festgebete. 151 einst dargereicht werde der Eingang zu dem ewigen Reiche unseres Herrn Jesu Christi. Amen. Ja, Vater, gieb mir solchen Sinn, Daß ich von meinen Gaben, Die du mir giebst, geb' andern hin, Die Dürftigen zu laben. Laß mich nach deinem Ebenbild Sein liebreich, gütig, sanft und mild, Dies bitt' ich herzlich. Amen. 119. Reformationsfest. Morgengebet. Psalm 87, 3: Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes. Herr, dreieiniger Gott, wer ist so groß, so wunderbar und herrlich, wie du bist! Die Himmel erzählen deine Ehre und die Feste verkündet deiner Hände Werk, ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht thut es kund der andern; ich aber will stammeln von den Wundern deiner Barm⸗ herzigkeit, die du gewirket hast und noch wirkest in deinem Reiche auf Erden. Du hast vor Zeiten geredet zu den Vätern durch die Propheten und am letzten hast du zu uns geredet durch deinen lieben Sohn, denselbigen hast du uns gemacht zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung. Du hast eine heilige Kirche gegründet auf Erden, und hast sie mit deinem heiligen Wort und deinen heilskräftigen Sakramenten, mit deinem gnadenvollen Wohnen und Wirken in ihr gesegnet zu einem Gnadenhaus unter dem sterblichen und sündigen Ge⸗ schlechte. Unaufhörlich hast du in deiner wunderbarlichen Macht über ihr gewaltet, hast ihre Mauern gebauet, wenn sie zerrissen waren, hast sie gereiniget, wenn sie voll Un⸗ reinigkeit geworden. Immer wieder hast du das Gnaden⸗ licht des Evangelii hineinleuchten lassen in die Finsternis dieser Welt, in die Menschenherzen, welche du, Gott des Lichtes und des Lebens, nach deinem Bilde erschaffen. Von deinem Volke bist du noch nicht gewichen, ob es dies auch mit seiner Untreue wie oft verdiente. Du warst immer 152 Festgebete. noch deiner Herde ein treuer Hirte, der Verlassenen und Elenden hat dich je und je noch gejammert, das predigt mir gar eindringlich der heutige Tag, darum komme ich mit der Gemeinde deiner Erlösten vor dein Angesicht mit Danken und frohlocke dem Hort meines Heils, denn du hast uns gemacht, und nicht wir selbst, zu deinem Volke und zu Schafen deiner Weide. Gieb und hilf, daß heute und immerdar mein Herz und die Herzen aller meiner miterlösten Brüder und Schwestern offen stehen deinem heiligen Worte, und be— zeuge dich an uns als den Heiland unserer Seelen. Laß uns gepflanzet sein in deinem Hause, denn die gepflanzet sind im Hause des Herrn, werden in den Vor⸗ höfen unseres Gottes grünen, und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, daß sie verkündigen, daß der Herr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm. Als dein teuer erkauftes Volk hilf uns, vor dir zu leben und zu wandeln und zu verkündigen die Tugenden dessen, der uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis und versetzt in sein Reich. Jesus Christus gestern und heute und der⸗ selbe in Ewigkeit. Amen. Ein feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen, Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, Mit Ernst er's jetzt meint; Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist; Auf Erd' ist nicht sein's Gleichen. 12⁰. Reformationsfest. Abendgebet. Hebr. 2, 3: Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? Welche, nachdem sie erstlich ge⸗ prediget ist durch den Herrn, ist sie auf uns gekommen durch die, so es gehört haben. Mein lieber Herr und Gott, ich danke dir von Herzen und preise deinen heiligen Namen, daß du mich gliedlich .. nund igt mir nit der anken ist und cafen merdar Brüder nd be⸗ Laß anzet Vor⸗ gleich chtbar fromm 8 dein nd zu er uns versetzt dd der⸗ pit eilt llich ge⸗ u dur Herzen ledlich Festgebete. 153 eingefügt hast in die Kirche, welche du mit deinem lauteren Worte und deinen unverfälschten Sakramenten so hoch be— gnadigt und so reich gesegnet hast, daß ich ein Bürger deiner Stadt geworden bin, darinnen die Brünnlein sind, die Wassers die Fülle haben. Du hast mich auch heute wieder aus diesen Brünnlein trinken lassen und den Durst meiner Seele ge— stillt. O, wie bewegt dein erbarmungsvolles Walten über deiner Gemeinde so tief mein Herz! Eine Wolke von Zeugen umgiebt mich, eine Schar von Bekennern und Märtyrern, welche mit ihrem Blut besiegelt haben das Kleinod meines allerheiligsten Glaubens. Ich gedenke der Lehrer, die uns das Wort Gottes gesagt haben und schaue ihr Ende an. Aber der tiefsten Beschämung kann ich mich auch nicht erwehren, wenn ich daran denke, wie viele in der evange— lischen Christenheit dein heiliges Evangelium und die Gnaden— mittel der Kirche geringschätzen, verachten und mit Füßen treten, welche die Freiheit haben zum Deckel der Bosheit. O, wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Selig— keit nicht achten? Barmherziger Gott, steure diesem verderblichen Wesen und nimm von deiner heiligen Kirche die Schmach, die so viele ihrer Glieder auf sie häufen! Laß nicht ab in deiner Geduld und Langmut, deinen Weinberg heimzusuchen; verschone uns noch mit deinen Gerichten, wenn schon wir es nicht wert sind. Ach, Herr, gehe nicht mit mir in das Gericht um meiner Sünde willen! Nimm meine Buße und mein Gelübde an diesem Abend wohlgefällig an, daß ich hinfort mit ganzem Eifer deinem Reiche und seiner Gerechtigkeit nachtrachte, mich erbaue in meinem allerheiligsten Glauben, dir in demselben reichlich dankbar werde, deinem heiligen Evangelium gemäß wandle, ohne Unterlaß wache und bete und in allen Stunden warte auf deine Barmherzigkeit zum ewigen Leben, wozu du mich heute so eindringlich er— mahnet hast. Erhalte uns, unsere Kinder und Kindeskinder, erhalte unser Volk bei deinem reinen Worte und lauteren Sakramente, erhalte deine heilige Kirche, damit wir erhalten bleiben in der Liebe, mit der du uns in Christo Jesu 15⁴ Festgebete. geliebet hast und ewiglich liebest. In deinem Frieden be⸗ wahre unsere Seelen zum ewigen Leben. Amen. Erhalt' uns deine Lehre, Herr, zu der letzten Zeit; Erhalt' dein Reich, vermehre Die edle Christenheit. Erhalt' standhaften Glauben, Der Hoffnung Leitstern strahl', Laß uns dein Wort nicht rauben In diesem Jammerthal. Erhalt', was du gebauet Und was auf dich getauft, Was du dir angetrauet Und durch dein Blut erkauft. Es zielt des Feindes Stürmen Auf deiner Kirche Fall; Komm, Herr, sie zu beschirmen, Sei du ihr Hort und Wall! 121. Zur Totenfeier(letzter Sonntag nach Trinitatis) Morgengebet. Jesaia 40, 1 u. 2: Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich. Herr Gott, geliebter Vater in Christo Jesu, laß es stille werden in meinem Herzen, damit ich deine Nähe fühle. Erfülle mich an diesem ernsten Tage mit ernsten Gedanken und heiligen Bewegungen. Wie viele weinen in Erinnerung an ihre lieben Toten, wie viele Wunden beginnen von Neuem zu schmerzen; ach, was sind der Betrübten und Traurigen, der Witwen und Waisen, der Vereinsamten und Verlassenen so viele!(Auch mich hast du tief gebeuget und meinem Herzen ent⸗ zogen, was dem Herzen so teuer gewesen.) Ach, Herr, tröste, tröste dein Volk, sprich freundlich zu deinen Kindern, welche du so sehr betrübet hast. Du bist der Gott der Ge⸗ duld und des Trostes und willst uns trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Du bist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen Gott, du bist der Vater aller deiner Kinder. Unsere Lieben, welche wir beweinen, sind dir ver⸗ blieben, dazu hast du uns wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung pen be⸗ ugebet. pricht laß es e fühle. edanken mmerung Neuem urigen/ enen so zen ent⸗ tröste, indern, per Ge⸗ einen Toten, deiner ir vel⸗ einer ehung Festgebete. 15⁵ Jesu Christi von den Toten; Christus ist die Auferstehung und das Leben, wer an ihn glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebet und glaubet an ihn, der wird nimmermehr sterben. Alle deine Kinder sammelst du in dein Vaterhaus und wischest ihnen ab die Thränen aus ihren Augen und tröstest sie nach den Leiden der Zeit mit Wonne und Seligkeit. Ja, es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden deine Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutes gethan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Uebels gethan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Ich will meiner Lieben Bild im Herzen tragen, so lange ich lebe, ich will ihr Gedächtnis segnen ohne Aufhören. Habe Dank für alles Gute, das du an ihnen gethan hast, für die Aushülfe, die ihnen geworden. Beugen will ich mich unter deine Hand und hoffen: du werdest alles wohl machen. Stärke in mir den Glauben, halte lebendig die Hoffnung. Wir würden dir nicht danken können, hätten wir hier unsere bleibende Stätte, nun aber danken wir dir, daß wir hinieden nur Gäste und Fremdlinge sind und unsere bleibende Heimat droben haben. Dahin richte denn auch meine Augen, dahin meinen Sinn, dahin meinen Wandel. Lehre mich suchen was droben ist, da Christus sitzet zu deiner Rechten. Es ist noch über ein Kleines, da wirst du mich versammeln zu meinen Vätern und alles Weh mir stillen. Ich will in Zeiten mein Haus bestellen, damit ich gewärtig bin deiner Stunde und dem Knechte gleiche, den sein Herr, wenn er kommt, wachend findet. Rufe mir täglich und stündlich in mein Herz: Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben! Ach, um deßwillen, der mich bis zum Tode geliebet hat, höre nicht auf, mich zu lieben und verhelfe mir zu meiner Zeit und Stunde zu einem seligen Abscheiden. Amen. Alle Menschen müssen sterben, Alles Fleisch vergeht wie Heu; * Festgebete. Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Zu der großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. Drum so will ich dieses Leben, Weil es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn in meines Jesu Wunden Hab ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Jesu Tod. 122. Zur Totenfeier. Abendgebet. 1. Thessalonicher 4, 17: Wir werden also bei dem Herrn sein allezeit. Mein lieber Herr und Gott, es ist Abend geworden, ich will in meine Kammer gehen, mich zur Ruhe zu legen, ich will es thun, indem ich an mein letztes Kämmerlein denke, da hinein man mich einst legen wird. Lege mir die Sorge auf die Seele, schon heute das weiße Kleid zu gewinnen und mir ein friedevolles Schlafkämmerlein zu bereiten. Mein herzliebster Jesu, ziehe mir den alten Menschen aus und ziehe mir das Kleid an, in deinem Blute rein gewaschen; bekleide mich mit dem Rocke deiner Gerechtigkeit, lege mir bei das Verdienst deines bitteren Leidens und Sterbens. Schenke mir einen bußfertigen Glauben und erhalte mich in demselben unverrückt; gieb mir Kraft und Gnade, täglich an meinem alten Menschen zu sterben und aufzustehen zu einem neuen Leben des Geistes, täglich der Welt und ihrem ungöttlichen Wesen zu entsagen und das Himmlische und Ewige zu gewinnen, täglich gewärtig und bereit zu sein, offenbar zu werden vor dem Richterstuhl meines Herrn Jesu Christi, mich selbst zu richten, damit ich nicht gerichtet werde. Was soll ich den Tod fürchten? Wenn Christus mein Leben ist, so ist Sterben mein Gewinn. Was soll mich das Grab schrecken? Wenn ich meinen Herrn Jesum habe, so habe ich die Auferstehung und das Leben, und er wird wein geden mir mal wir fii ewig und Küm Liebe Ach, im 6 em Hertn worden, u legen, in denke, Sorge ewinnen Mein us und vaschen; ge mit terbens. te mich tiglih Hen zu ihrem he und u sein in Msu werde. mein 3a sol Jesun und er Festgebete. 157 wird mich im Grabe nicht lassen. Was soll ich klagen und weinen über meine lieben Entschlafenen, wenn ich der Ruhe gedenke, die noch vorhanden ist deinem Volke, die du auch mir in deiner Barmherzigkeit bereitet hast? Wenn wir ein— mal bei dir, dem Herrn, sein werden allezeit, dann werden wir auch in deiner Liebe allezeit verbunden sein, vereint im seligsten Genusse dich zu schauen, zu lieben und zu loben ewiglich. Ich will in mein Kämmerlein gehen zur Ruhe und will hinter mir zuschließen die Thür der Sorgen und Kümmernisse; ich will ruhen, ruhen, o mein Jesu, in deiner Liebe, von der mich weder Leben noch Tod scheiden soll. Ach, mein Herr und mein Gott, halte mich Tag und Nacht, im Leben und Sterben, in deiner treuen Hirtenhand. Amen. Wie wird mir dann, o dann mir sein, Wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, In ihm entschlafen werde; Von keiner Sünde mehr entweiht, Entbunden von der Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich Seele! Stärke, tröste Dich, erlöste, Mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben! 123. Am Schlusse des Kirchenjahres. Luk. 13, 6; Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und kam und suchte Frucht darauf, und fand sie nicht. Mein Herr und mein Gott, unter deinem gnadenreichen Beistand darf ich abermal ein Kirchenjahr beschließen. Sehe ich hin auf die Sonne, welche mir unterwegs geschienen, auf die Augen, welche mich gehütet, auf die Hände, welche wie Mutterhände mich geleitet haben, so beuge ich meine Kniee vor dir in herzlicher Danksagung. Auch an trüben Tagen war doch deine Güte neu, und deine Barmherzigkeit hatte kein Ende. Treulich hast du deinen Feigenbaum um— graben, hast in deinem Worte und deinen heilskräftigen Sakramenten auf ihn herabfallen lassen Licht und Wärme, 158 Festgebete. Tau und Regen vom Himmel. Bald in lauteren Worten, bald in heimlicher Zusprache hast du zu mir geredet und alles gethan, was zu meinem Heile mir nützte; ja, das be⸗ kenne ich laut vor dir. Und nun kommst du und suchest Frucht an deinem Feigenbaum. Ich kann nur flehen: Herr, erbarme dich meiner und vergieb mir. Bekehre du mich, so werde ich bekehrt, denn du, Herr, bist mein Gott. Nimm dich meiner Seele herzlich an, damit ich nicht verderbe; wirf alle meine Sünden hinter dich zurück. Nimm den für mich an, der mir ein Fürsprecher bei dir geworden ist, sein Verdienst und seine Gerechtigkeit verberge vor deinem heiligen Angesichte meine Unwürdigkeit und Strafbarkeit; um Christi willen sei mir ein gnädiger und barmherziger Gott! Daß du deinen Feigenbaum noch nicht abgehauen und weggeworfen, ist mir ein tröstliches Zeichen, daß du noch mit mir Ge— danken des Friedens hast. Aber ich will mich auch aufmachen und mit heiligerem Eifer jagen nach dem vorgesteckten Ziele, nach dem Kleinod, welches mir vorhält deine himmlische Berufung in Christo Jesu. Ich weiß es ja nicht, wie lange es noch heute heißt, und ich will nicht in die Hände des lebendigen Gottes fallen, denn das ist schrecklich; wohl aber möchte ich mich befehlen in die Hände meines lieben himmlischen Vaters, mit dem ich ver⸗ söhnt bin durch Jesum Christum, denn das ist selig. Hilf mir dazu und vermahne mich alle Tage; halte mir die Augen wacker und mache mein Herz fest in deiner Gnade. Sprich meiner Seele zu: Friede sei mit dir, damit ich im Frieden weiter ziehe. Und was ich für mich erflehe, das wollest du auch thun den lieben Meinen und allen meinen miterlösten Brüdern und Schwestern. Laß dein Reich zu uns kommen und die Saaten wachsen für die Ewigkeit. Nimm deine heilige Kirche mit allen ihren Anstalten und Dienern unter deinen allmächtigen Schutz und deine gnädige Obhut. Dein Wort laß laufen und nicht behindert werden, deine Brünnlein laß fließen und nicht verstopfet werden! Sei deiner Feinde Trutz und deiner Freunde Trost! Hilf dein sie Worten, det und das be⸗ sahe Herr, khre du Gott. erderbe; den für ist, sein heiligen Christ Daoß eworfen, nir Ge⸗ fmachen teckten orhält u. Ic und ich u, denn n in die ich er⸗ His nir die Gnade. mit ich erflehe d allen n Reih wigket en und gnüdige werden/ erden! His Festgebete. 159 deinem Volke und segne dein Erbe, weide sie und erhöhe sie ewiglich! Amen. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns erlöschen nicht. In dieser letzten, trüben Zeit, Verleih' uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir dein Wort und Sakrament Rein behalten bis an unser End. Fünfter Abschnitt. Anikere Gebete bei festlicken Veranlassungen. 124. Allgemeiner Bußtag. Morgengebet. Ps. 50, 16 u. 17: Zu dem Gottlosen spricht Gott: Was verkündigest du meine Rechte, und nimmst meinen Bund in deinen Mund, so du doch Zucht hassest, und wirfst meine Worte hinter dich? Herr, Herr Gott, du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt, du dräuest zu strafen alle, die deine Gebote übertreten, denn du bist ein starker und ein eifriger Gott. An diesem Bußtage erscheine ich mit meinem Volke vor dir und lege mich mit ihm in den Staub vor deinem heiligen Angesichte. Ach, dein Volk hat gesündigt! Alle deine Ge— bote und Worte hat es hinter sich geworfen; des hohen Be— rufes, dessen du es gewürdigt hast, ein Licht zu sein unter den Völkern, hat es sich unwert gemacht. Ze und je hast du ihm deine wunderbarliche Güte erzeigt und ihm aus deinem Heiligtum Hülfe gesendet, aber Hoch und Niedrig will das nicht mehr wissen noch erkennen, daß du, Herr, es bist, der arm und reich macht, der erhöhet und erniedriget. Verlassen sind hin und her deine Altäre, und die Wege zu deinem Heiligtum sind vereinsamt. Ach, wie ist der Abfall 16⁰ Festgebete. so groß, wer kann seine Tiefe ergründen! Aber was soll ich deun mein Volk vor dir verklagen, ich bin ja Fleisch von seinem Fleisch und Bein von seinem Bein, ich bin nicht besser denn die audern auch! Wo ich hinsehe, da zeugen deine Gebote wider mich und verklagen mich als Uebertreter! Erkauft von dir mit dem heiligen teueren Blute deines ge— liebten Sohnes, habe ich mich verkauft an die Welt und ihre Eitelkeiten, an das Fleisch mit seinen Lüsten und Be— gierden. Statt dir zu leben und zu dienen, wie ich dieses dir schuldig bin, bin ich vielmehr in die Welt verflochten, der ich doch deinen Namen trage und dir eigen zu sein wie oft schon gelobt habe. Unflätig ist mein Kleid, und mein Herz ist voll Unglauben und Gottvergessenheit, voll Stolz und Hoffart, voll Trug und Heuchelei, voll Haß und Neid, voll Lüste und Begierden. Mein Schade ist verzweifelt bös, wer kann ihn heilen! Und dennoch, dennoch, sind wir, Herr, vor dein Angesicht gekommen, denn wir wissen und haben es oft schon erfahren, daß es besser ist in deine Hände, als in der Menschen Hände fallen, denn deine Barmherzigkeit ist groß. Du schenkest uns noch Frist zur Buße; ach verhilf uns zu einer wahrhaftigen Buße! Gieße deinen Geist über uns aus, daß er unsere Augen erleuchte und unsere Herzen zerschlage, damit wir in uns gehen und uns rechtschaffen zu dir bekehren. Wir können dir kein Opfer bringen, dich zu versöhnen, aber wir schauen hin auf das Opfer, welches dein geliebter Sohn am Stamme des Kreuzes dargebracht hat, zu versöhnen die Sünden der Welt, und das du wohlgefällig angenommen hast; wir halten uns an den Mittler, den du selber uns gegeben, und in dem Erlösung ist für alle. Ach, um Christi willen sei uns gnädig, du barmherziger Gott, gnädig, gnädig! Christe, du Lamm Gottes, das du trugst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! Christe, der du die Mühseligen und Beladenen einladest, an dein Herz zu kommen, laß uns Ruhe und Erquickung finden an deinem Herzen! Erbarme dich unser, o Jesu, und schenke uns den Frieden, der höher ist, als alle Vern und i und! in ta Sünd und du lä ns soll Fleisch in nicht eugen rtreter! nes ge⸗ elt und nd Be⸗ dieses llochten, ein wie d mein Stolz d Neid, elt bös, „Herr, haben de, als Reit ist verhilf ist über Herzen affen zu dich zu hes dein ht hat, lgefäliig den du e. Ach, Gott, Festgebete. 161 Vernunft; ach, deinen Frieden, deinen Frieden im Leben und im Sterben! Amen. O Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; Ach, geh nicht mit uns ins Gericht! 125. Allgemeiner Bußtag. Abendgebet. Jesaia 38, 17: Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe, denn du wirfst alle meine Sünde hinter dich zurück. Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der du bewahrest Gnade in tausend Glied, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde, also hast du dich selber genannt, Herr, mein Gott, und also preisen dich an diesem Abend meine Lippen. Ja, du lässest immer wieder Gnade vor Recht ergehen, so nur der Sünder sich zu dir bekehrt, und trägst mit großer Ge— duld und Langmut den, der fehlet. Trotz meiner vielen, großen Sünden hast du mir heute Gnade und Vergebung zugesagt, und dein Wort ist wahrhaftig, und was du zusagst, das hältst du gewiß. Damit will ich mich zufrieden geben und mein Herz vor dir stillen. Ich bin gewiß, daß ich durch meinen Herrn Jesum Christum mit dir versöhnt bin, und daß deine Auserwählten niemand beschuldigen kann. Ach, bewaͤhre und versiegle mir diesen Trost bis an mein Ende! Aber, mein lieber Herr und Gott, ich will auch kein Frevler an deiner Barmherzigkeit werden, daß ich heute deine Gnade anflehe und um Vergebung zu dir schreie und morgen in meinem alten Wesen weiter dahin lebe. Ich weiß, daß von solchen, welche deine Gnade auf Mutwillen ziehen, geschrieben steht: So wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein ander Opfer mehr Des Christen Pilgergang. 11 162 Festgebete. für unsere Sünden, sondern ein schreckliches Warten des Gerichts. Ich will ein neuer Mensch werden, will ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts; ich will dein Gesetz auf mein Gewissen und in mein Herz nehmen, daß ich es halte allewege immer und ewiglich; ich will das Arge hassen und dem Guten anhangen. Sonderlich will ich deine Heiligtümer, welche du mir zu meiner Seelen Seligkeit gegeben hast, treu und gewissenhaft gebrauchen, damit ich mich erbaue in meinem allerheiligsten Glauben und dir in demselben reichlich dankbar werde. Ich will meinen Wandel führen in der Wahrheit und Lauterkeit, in Demut, Sanftmut und Geduld, in Verleugnung alles ungöttlichen Wesens und in ungefärbter Bruderliebe, wie ich meinen Heiland habe zum Vorbilde. Mein Gott, das soll das Gelübde sein, mit welchem ich meinen Bußtag beschließe; ach, stehe mir bei, daß ich ihm treu verbleibe! Hilf du mir in meiner Schwachheit und stärke mich in meinem Un⸗ vermögen, denn ohne dich kann ich nichts thun! Herr, du bist ein getreuer Gott und wirst es auch thun. So will ich denn getrost in mein Schlafkämmerlein gehen und will singen mit deiner heiligen Heerschaar: Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade, Sein' Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. 126. Für die Verbreitung der Bibel. 2. Thess. 3, 1: Weiter, liebe Brüder, betet für uns, daß das Wort des Herrn laufe, und gepriesen werde wie bei euch. Herr, unser Gott, du bist ein Gott großer Barm⸗ herzigkeit. Du hast dich der Welt geoffenbaret und Ströme des Lichts und des Lebens auf sie herabfließen lassen. Du + hast Pro dein. Ged sind wun buch Gab liche der! für Sel werd arten en, will Vaffen und in mer und hhangen. mir zu lissenhaft heiligsten de. Ich uterkeit, ng alles wie ich das sol eschließe; Hilf du unem Un⸗ Herr, du So will und will Zott in ö enschen et flt n, hie bei tug· Barn⸗ Ctrome a Du Festgebete. 163 hast vor Zeiten geredet zu den Vätern durch die heiligen Propheten, und am letzten hast du zu uns geredet durch deinen lieben Sohn; und alles, was du geredet hast, alle Gedanken deiner Liebe und alle Thaten deiner Barmherzigkeit sind uns erhalten geblieben bis auf diesen Tag, sie sind der wundersam köstliche Inhalt unseres lieben, heiligen Bibel— buches; o, sei hoch gepriesen für diese himmlische, göttliche Gabe! Was ist süßer und seliger, was lieblicher und tröst— licher, was lebendiger und kräftiger als dein Wort, o Herr! Es ist unser güldenes Kleinod, das wir haben, der Brunnen der Weisheit, die Säule der Wahrheit, der himmlische Same für deine Kinder auf Erden. Es kann uns unterweisen zur Seligkeit, denn es zeuget von Christo. Himmel und Erde werden vergehen, aber deine Worte vergehen nicht. Dazu ist die Schrift gesegnet und geheiligt durch dein heiliges Blut, du ewiges und wahrhaftiges Wort, und durch das Blut, die Thränen und Gebete so vieler Bekenner und derer, die in ihr gefunden haben das ewige Leben. Wunderbar hast du über ihr gewaltet wider ihrer Feinde Macht, List und Gewalt; und Wunder der Gnade, die nicht zu zählen sind, hast du durch sie gewirkt in den Herzen sündiger und verlorener Menschenkinder. O, halte deine Allmachtshände ausgebreitet über deinem heiligen Wort; führe es entgegen seiner erhabenen Bestimmung, das Licht zu sein, das da scheinet in einem dunklen Orte, bis der Tag anbricht und der Morgen— stern aufgeht in den Herzen. Laß zu dem Ende die Schrift getragen werden von Land zu Land, über die Meere zu den fernsten Inseln, zu den Juden und Heiden, wie zu allen, die dein Wort noch nicht kennen und lieb haben, obschon sie auf deinen Namen getauft sind. Segne dazu alle Gesell⸗ schaften, Vereine und Anstalten, welche dein Wort verbreiten, alle Hände, die dabei helfen. Geleite mit deinem Schutz und Segen alle, welche es hineintragen in die Welt, lasse sie Zugang finden zu den Häusern und zu den Herzen, damit ihre Herzen freudig bleiben auch bei dem Widerspruche und Hasse der Welt und des Fürsten dieser Welt. Begleite 11⁵ 164 Festgebete. ein jedes einzelne Bibelbuch mit deinem besonderen Segen, daß es werde ein Preis deiner Gnade bei vielen Seelen. Wecke auf die Herzen und Hände in der Christenheit, damit sie willig und freudig Handreichung thun bei diesem heiligen Werke, wecke auch mein Herz und erhöre auch mein Gebet. Wie könnten wir dir mehr danken für deine teure Gabe, als damit, daß wir sie unsern Brüdern bringen; ach, mache sie uns allen von Herzen lieb und wert, auf daß wir eifrig werden, sie andern mitzuteilen! Laß uns leben in deinem Worte und wandeln nach deinem Worte und wirken sür dein Wort, bis wir nicht mehr sehen durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, bis wir dich sehen von Angesicht zu Angesicht. Amen. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, Einen recht gepries'nen Lauf, Daß noch manches Knie sich beuget, Sich noch manches Herz thut auf, Eh' die Zeit erfüllet ist, Wo du richtest, Jesu Christ. 12. Für die innere Mission. Klagel. 2, 13: Dein Schaden ist groß wie ein Meer, wer kann dich heilen? Herr Jesu, wie hat dich so herzlich der armen, ver— lorenen Welt gejammert; ihretwegen bist du aus deines Vaters Schoß gekommen und ein Heiland geworden. Du weißt es, wie groß noch das Elend der Sünde und der Jammer des Todes ist, selbst inmitten der Christenheit, die sich doch deines Lichts und Lebens erfreut. Ach, wie viele Kindlein, welche auf deinen Namen getauft find, und welche du zum Himmelreich berufen hast, kommen nicht zu dir; wie viele Junge und Alte sind hülflos und elend an Körper und Geist; wie viele Fremdlinge und Reisende ohne Her— berge; wie viele Kranke ohne Wartung und Pflege; wie viele Gefangene ohne Zuspruch! Wie viele Jungfrauen werden verführt und geschändet; wie viele sind Knechte der Wollust, der Trunksucht; wie viele Menschen verderben im Ung ich Aug Nae mei dad Heile das dein inne ausr weld Fren Weg Hert gebr und thun verh. Segen, Seelen. , damit heiligen Gebet. abe, ald lache sie ir esi deinem sür dein in einem ugesicht ein Meet, nen, ver⸗ 3 deines en. Du und der iheit, die vie viele d velth zu dit; 1 Körper hue Her⸗ ege; wi ngfrauen echte de erben in Festgebete. 16⁵ Unglauben, in Gottlosigkeit, in Verzweiflung! Ach, daß ich Wasser genug hätte in meinem Haupte, und meine Augen Thränenqnellen wären, daß ich Tag und Nacht beweinen möchte die Erschlagenen in meinem Volke! Herr, hilf! Ist denn niemand da, der das merket, der den Schaden verbinden und die Wunde heilen will? Ist die Liebe in den Herzen erkaltet, und hat das Erbarmen ein Ende? Nein, Herr, gepriesen sei dafür dein heiliger Name; nein, du hast noch Jünger und Jünger⸗ innen, welche nach deinen verlassenen Kindlein die Hände ausrecken und sich der Elenden erbarmen; du hast noch solche, welche der Kranken warten, die Gefangenen besuchen, den Fremdlingen eine Herberge bereiten, die Gefallenen vom Wege aufheben und den Gebundenen zur Freiheit verhelfen. Herr, laß Tag und Nacht deine Hände segnend über ihnen gebreitet sein und gieb ihrem Thun allenthalben Fortgang und Gelingen. Sie wandeln ja in deinen Fußtapfen und thun die Werke, welche du auch gethan hast. Du hast ja verheißen: Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Aber hilf, Herr, des Elends und des Jammers ist zu viel, und der mit⸗— leidigen Herzen und Hände sind so wenige! Tausende stehen müßig am Markte des Lebens, als hätte sie niemand ge— dinget. O, bewege und erschüttere die Herzen aller, die noch deine Jünger und Jüngerinnen heißen wollen, rufe in die Gewissen: Was ihr nicht gethan habt Einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan, und: Es wird ein unbarmherziges Ge— richt über den gehen, der nicht Barmherzigkeit gethan hat. O, das rufe auch in mein Herz und Ge— wissen, daß ich aufwache, mich aufmache und nichts versäume von dem, was du mir als eine heilige Pflicht auf die Seele und das Gewissen gelegt hast. O, daß es aus jedem Herzen heißen möchte: Herr, hier bin ich, hier meine Gebete, hier meine Gaben, hier ich selbst, und das alles zum Lohne deiner Schmerzen, denn du hast dich meiner erbarmet und mich V 166 Festgebete. durch dein bitteres Leiden und Sterben vom Elend errettet. Ach, Herr, hilf! Mache lebendig den Glauben, entflamme die Liebe und mache uns fertig in allem guten Werke, zu thun deinen Willen, schaffe in uns, was vor dir gefällig ist, zur Ehre und zum Preise deines allerheiligsten Namens. Amen. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O, daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O, würd' es doch nur bald vor Abend Licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hülf und mach uns frei. 128. Für den Gustav⸗Adolf⸗Verein. Ps. 51, 20: Thue wohl an Zion nach deiner Guade, baue die Mauern zu Jerusalem. Gnadenreicher Gott, du hast deiner heiligen Kirche die teuersten Gnadengüter mitgeteilt, du hast ihr gegeben dein heiliges Wort und deine heilskräftigen Sakramente und hast deine Diener verordnet zu Haushaltern über deine Geheim— nisse. Du willst nun auch Kanzeln haben, von denen herab dein heiliges Wort gepredigt wird, und willst Altäre haben, an welchen man bei Jesu zu Tische geht, und willst Schulen haben, in denen man die Kindlein dir zuführt. Und ob auch noch so viele die Kirche und den Gottesdienst gering schätzen, so bleibt es dennoch bei deinem Worte: Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend, und bei deiner Zusage und Verheißung: An welchem Orte ich meines Namens Gedächtnis stiften werde, da will ich zu dir kommen und dich segnen. Darum ist es auch ein gottseliges Werk, Kirchen und Schulen bauen, bessern und erhalten; die das thun, die bauen an den Mauern Jerusalems, an der Stadt Gottes. Darum hast du auch Wohlgefallen an dem Vereine, welcher unter seinen armen, bedrängten Glaubensgenossen dies Werk treibt. rrrettet. flamme guten uns, Preise Gnade, sche die en dein nd hast Heheim⸗ n herab ö haben, Schulen Ind ob gering u Tag usend, lchem iften egnen. Sculen nen an Darum unter treibt. Festgebete. 167 Das hast du bezeugt die Jahre hindurch, in welchen er seinen Samariterdienst ausgeübt hat, das thun kund die Denkmale seiner Arbeit und deines Segens, welche hin und her vor aller Augen sichtbar sind, deren Spitzen nach dem Himmel reichen. O, wie viele Not hast du schon durch ihn gestillt, wie viele Thränen getrocknet in den Augen unserer bedrängten Glaubensbrüder! Dafür sei hoch gepriesen! Aber, barmherziger Gott, die Not ist noch nicht gemindert, sie mehret sich; von Nah und Fern ruft es: Komm herüber und hilf uns! Darum mehre deinen Segen, mehre die Arbeiter! Treibe die Trägen und Faulen an, deren so viele sind, welche sich wohl gerne ihrer evangelischen Freiheit rühmen, aber kein Opfer dafür haben. Du mahnst und strafst nicht umsonst: Ich weiß deine Werke, daß du weder talt noch warm bist. Ach, daß du kalt o der warm wärest! Weil du aber lau bist, und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. O, Herr, treibe uns alle an, daß wir dir nicht schuldig bleiben das Opfer des Dankes für dein unverdientes Erbarmen in Christo Jesu. Was könnte geschehen, wenn wir fleißig, willig und treu wären zu und in der Arbeit! Da flössen Ströme des Segens vom Himmel herab, da gäbe es bald kein Häuflein unserer Glaubens— genossen mehr, welches nicht sagen könnte: Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott, denn der Bo gel hat ein Haus gefunden, und die Schwalbe ihr Nest, nämlich deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott. Ja, Herr, treibe uns alle an, dieweil es noch Zeit ist, damit wir es nicht bereuen müssen, wenn von unserer Aussaat die Zeit der Ernte gekommen. Schreibe uns ins Herz die ein— dringliche Mahnung: Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Laß uns deiner Mahnung folgsam sein, wirke beides in uns, das Wollen und das Vollbringen nach deinem Wohlgefallen, 168 Festgebete. dann werden wir dir danken, dich loben und preisen ohne Aufhören. Amen. Liebe!— hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll, O so mache doch die toten, Trägen Geister lebensvoll; Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 129. Für die Bekehrung Israels. Jesaia, 54, 7 u. 8: Ich habe dich einen kleinen Augen⸗ blick verlassen; aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Augesicht im Angenblick des Zorus ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser. Wie hast du doch Israel so herrlich gemacht du Gott unserer Väter, du Vater unseres Herrn Jesu Christi! Aus allen Völkern nahmst du es, und gelobtest dich ihm als seinen Gott und machtest es zum Volke deines Eigentums, zu deinem erstgeborenen Sohne. Wunderbar hast du es geführt, und wunderbarliche Verheißungen gabst du ihm! Es sollte ja aus ihm kommen, der in Israel Herr sei, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her ge— wesen! Und als die Zeit erfüllet war, hat ihn Maria in Bethlehems Stall geboren, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Israel. Aber er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Und ob er auch in heißer Liebe dürstete nach den Herzen der Kinder Israel und dieselben wie oft versammeln wollte, wie eine Henne ihre Küchlein sammelt unter ihre Flügel, Israel wollte nicht, es verstieß und verwarf seinen Messias. Und nun irrt es umher, unter alle Völker verstoßen, in der Hals— starrigkeit seines Sinnes, unter den Mammon geknechtet, im Hasse gegen alles, was Christi Namen trägt! Dennoch beuge ich meine Knie für Idrael, denn ich muß es lieb haben deine wilst Auge Verh Gei anse ihn uim Sen ihm ein die l Widt Ach, lich die Chri hald Glar Vor unse Bun Laß was wille den en Augen⸗ ill ich dich des Zorns e will ich er. du Gott il Aud lo seinen ims, zul geführt, sollte welches her ge— Laria in en die 3erael. zeinen er Nebe dieselben e ihre wollte nd nun ö Hals⸗ tet, in beuhe hiben Festgebete. deinetwegen, und du verstößest ja auch nicht ewiglich und willst mit großer Gnade sammeln, was du für einen kleinen Augenblick verlassen. Ach, nimm weg von seinen Augen die Verhüllung; gieße aus über Israel und seine Kinder den Geist der Gnade und des Gebets, damit sie ihn ansehen, welchen jene zerstochen haben, und um ihn klagen, wie man klaget um ein einiges Kind, und sich um ihn betrüben, wie man sich betrübet um ein erstes Kind. Sende zu ihm Knechte, gesalbet mit deinem Geiste, die mit ihm freundlich reden, die ihm predigen, daß seine Ritterschaft ein Ende habe, und seine Missethat vergeben sei. Mache die Christenheit in der Liebe Christi brünstig, daß sie JIsraels Widerstand überwinde mit der Wohlthat des Evangeliums. Ach, es ist unsere Schuld, daß bis dahin die Ernte so spär⸗ lich gewesen, denn wir haben nur kärglich gesäet, aber auch die sparsame Ernte ist durch deine Barmherzigkeit deiner Christenheit schon zum Segen geworden. Ach, daß die Zeit bald käme, da Abrahams Kinder sich bekehren zu Abrahams Glauben, da die aus der Beschueidung und die aus der Vorhaut einmütiglich mit einem Munde loben dich, den Vater unseres Herrn Jesu Christi, und als dein neutestamentliches Bundesvolk in deinem Schmucke vor dir leben und wandeln! Laß dir wohlgefallen mein armes Gebet und lege ihm bei, was dir für Israel wohlgefällig ist. Erhöre mich um dessent— willen, der am Kreuze gebetet: Bater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Amen. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen; Es sei kein Ort ohn' dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll' zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf: Und also segne deines Wortes Lauf! O bess're Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufe hindern kann, Das räume bald aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, Von Mietlingen mach' deine Kirche frei, Daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes sei! Festgebete. 130. Für die Bekehrung der Heiden. Hagg. 2, 7 u. 8: Es ist noch ein Kleines dahin, daß ich Himmel und Erde, das Meer und Trockene bewegen werde. Ja alle Heiden will ich bewegen. Da soll dann kommen aller Heiden Trost, und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der Herr Zebaoth. Herr, du bist ein Gott aller Gnade und Barmherzig— keit. Du hast alle Menschen geschaffen, durch dich haben sie das Wesen und sind geschaffen, du trägst sie alle an deinem Herzen. Du bist auch der Heiden Gott und hast sie mit eingeschlossen in deinen ewigen Friedensrat. Was einst in der stillen Nacht von Bethlehem und was in den Schmerzensstunden auf Golgatha geschehen, das ist auch für sie geschehen. Darum hast du, Heiland der Welt, auch in der Stunde deiner herrlichen Auffahrt geboten: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Ach, daß wir dein teures Evangelium haben und täglich seine seligmachende Kraft erfahren, das danken wir allein deinem großen, unverdienten Erbarmen. Herr Gott, der du vernimmst das Seufzen der armen Kreatur, die sich mit uns sehnet, ängstet und wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes, siehe doch, wie ist die Zahl der armen blinden Heiden so groß, wie ist ihr Jammer so unaussprechlich! Ach, Herr, der du auch nach dem rauhsten Winter den linden Frühling sendest und es nach der längsten und bängsten Nacht Tag werden lässest, laß dein Reich kommen zu den armen Heiden, damit unter ihnen aufgehe die Sonne deiner Gnade und Wahrheit, und sie zur Kind— schaft gelangen! Du Aufgang aus der Höhe, erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes; du Morgenstern, der du die Augen so helle und die Herzen so selig machst, brich an in allen Landen und gehe auf in allen Herzen! Erbarmungsvoller Gott, segne das Werk der Mission unter den Heiden mit deinem reichsten Segen; segne alle Missionsanstalten, segne jeden Missionar; rüste eilen laß wert eine muß für dich hochg und Knie vor Wor lang doch untü den denn bin hin, daß ell Werde. men aller it machen, nherzig⸗ haben alle an nd hast Was in den auch für auch in et hin geliun ingelium en, das barmen. armen Utet auf eist die Jammer rauhsten längsten uReih aufgehe r Kind⸗ erscheine Todes Herzen auf in 0 Werl Segen . rist Festgebete. 17¹ einen jeglichen aus mit deiner himmlischen Liebe und Geduld, laß einen jeden teilnehmen an der Verheißung: die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt. Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, daß man sehen muß, der rechte Gott sei zu Zion. Sei hoch gepriesen für alle deine Gnade und Barmherzigkeit, mit welcher du dich schon bekannt hast zu den Werken der Mission; sei hochgepriesen, daß schon wie viele, die da wohnen in Asien und Afrika und auf den Inseln der weiten Meere, ihre Knie mit uns beugen vor unserm König zu deiner Rechten, vor unserm einigen, ewigen Friedefürsten. Ach, daß dein Wort nicht so schnell läuft, und daß dein Haus nur so langsam sich füllet, das ist unsere Schuld! Wie sind wir doch so undankbar und darum auch so untüchtig, so untüchtig zum Gebet und zur Fürbitte, so untüchtig zu den Gaben mildthätiger und mitleidiger Liebe, geschweige denn, daß einer um den andern käme und spräche: Hier bin ich, Herr, sende mich! O, was werden wir antworten können, wenn du uns einst die durchgrabenen Hände vorhalten und fragen wirst: Das that ich für euch, was thatet ihr für mich? Wecke uns auf, wecke uns auf, und mache uns lebendig, daß wir eilen, zu helfen denen, die da seufzen mit zerstoßenen Herzen in des Satans Stricken! Wecke die Christenheit auf, wecke sie auf, daß sie eile und helfe, zu stärken die Herzen und zu füllen die Hände derer, die hinausgehen, sich zu opfern um des Evangeliums willen! Ja, dann wirst du auch dein Wort geben mit großen Scharen von Evangelisten, dann werden sie zu Haufen kommen aus dem Lande der Mitternacht; Mohrenland wird seine Hände ausstrecken zu dir, und aus Saba werden sie alle kommen und dein Lob verkündigen. Ach, Herr, laß es also geschehen! O, seliges Anbeten und seliges Anschauen, wenn sie mit uns liegen werden vor deinem Stuhle, mit uns zu sprechen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit 17² Festgebete. zu Ewigkeit. Ach, Herr, laß es also geschehen, laß es also geschehen um deiner ewigen Erbarmung willen. Amen. Legt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr geliebet, So vergoß er dort sein Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr selbst euch Eintrag thut. 131. Um ein frommes Regiment in der Kirche. „Sesek. 3, 17: Du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel, du sollst aus meinem Munde das Wort hören, und sie von meinetwegen warnen. Herr, du gnadenreicher Gott, du hast deinen geliebten Sohn, nachdem du ihn von dem Tode auferwecket hast, zu deiner Rechten erhöhet und gesetzt zum Haupte der Gemeinde über alles, hie unten aber hast du etliche gesetzt zu Aposteln, etliche zu Hirten und Lehrern, und hast ein Lehramt und ein Regieramt gestiftet, damit der ganze Leib erbauet werde. Von Herzen danken wir dir für die große Gnade und bitten dich: Gieb deiner Kirche auf Erden allezeit ein frommes, gläubiges Regiment. Laß auf denen, welche im Regimente sitzen, ruhen deinen Geist, den Geist der Weisheit und des Verstandes, den Geist des Rates und der Stärke, den Geist der Erkenntnis und deiner Furcht, damit all ihr Vornehmen und Thun von dir gesegnet sei. Du hast sie zu Wächtern bestellt in deinem Heiligtum, so laß sie denn auch allezeit wachen und beten, auf daß in allen Gemeinden dein selig— machendes Wort lauter und rein gelehrt und gepredigt, und die Heilskräfte der Sakramente nicht verhindert oder verkürzt werden, damit durch ihr Verschulden keine Seele ihres Heils verlustig gehe. Mache sie eifrig und treu in der Liebe, allem Unglauben zu steuern, allem gottlosen Wesen zu wehren, die Irrenden zu vermahnen, die Schwachen zu tragen und die Kleinmütigen zu stärken, auf daß die Aergernisse und Spaltungen verhindert, und die Guten gestärkt und getröstet „laß es Amen. . dich zum us meinem warnen. geliebten hast, zu demeinde Aposteln, aint und t werde. d bitten frommes, egimente und des en Geist rnehmen Wichtern allezeit in selig⸗ igt, und berkürzt 8 Heils + Liebe, wehren, gen und isse md etöset Festgebete. 173 werden. Sonderlich stelle sie dar zum Vorbilde guter Werke, mit unverfälschter Lehre, mit Ehrbarkeit, mit heilsamem und untadeligem Worte, auf daß der Widerwärtige sich schäme und nichts habe, das er ihnen möge Böses nachsagen, und alle Redlichen ihnen gehorchen mögen mit um so größerer Dank⸗ sagung. Die aber, welche aus den Gemeinden erwählet sind, mit zu arbeiten und mit zu bauen an deinem Heilig⸗ tum, segne sie mit Erkenntnis des Glaubens, daß deine Ge⸗ meinde erbauet ist auf den Grund der Propheten und Apostel, da Jesus Christus der Eckstein ist, samt der Erkenntnis all des Guten, das wir in Christo Jesu besitzen. Laß sie dem nachsinnen und streben, was deiner Ehre frommt und die Wohlfahrt deiner Gemeinde fördert; laß sie in allen ihren Beratungen und Beschlüssen fleißig sein, zu halten die Einig⸗ keit im Geiste durch das Band des Friedens, damit durch ihre Handreichung der ganze Leib wächset zu seiner Selbst⸗ besserung, und sie mit erbauet werden zu einer Behausung Gottes im Geiste. Ach, Herr, nimm nicht weg das Re— giment deines Gesalbten, wohl aber laß es gestärkt, gefestigt und so fruchtbar werden, daß Ströme des Heils und Lebens von dem himmlischen Haupte herabfließen in den Leib und in alle seine Glieder zum Preise deines göttlichen Namens und zum Heile deines Volkes auf Erden. Erhöre uns, Herr unser Gott, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Vierter Teil. Des Chrislen Pilgergang in der irdischen Heimat. Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien, und schweige nicht über meinen Thränen; denn ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter. Psalm 39, 13. Die leibliche Uebung ist wenig nütze; aber die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. 1. Timoth. 4, 8. Einleikende Betractkung. Wir sind Gäste und Pilgrime hienieden und haben hier keine bleibende Stätte, doch sollen wir während unserer Wallfahrtszeit eine Heimat und ein Vaterland haben. Wir sollen dadurch bewahrt bleiben vor einem unsteten und ziellosen Umherirren, in dem wir uns verlieren würden. Die Heimat will uns an eine besondere Stätte binden, an der wir in enger gezogenen Schranken wirken zur Entfaltung und Verwendung unserer Gaben und Kräfte, wie zur Er— füllung unseres zeitlichen Berufes. Dazu soll sie uns ein Ort der Ruhe und eine Stätte des Friedens sein, die uns lieb und traut ist und uns die mannigfaltigen Mühsale, Beschwerden und Bitterkeiten des Lebens versüßt. Wie teuer ist uns die Heimat, wie innig sind die Bande, welche uns sif in i Par Ge siat. imm mein Thränen; in Bürger, 39, 13. aber die ind hat die Lebens. . 4, d. Rhaben unserer haben. ten und würden. den, an tfaltung zur Er⸗ sie uns ein, die ühsal ie teuer che uns Einleitende Betrachtung. 17⁵ mit ihr verknüpfen! Auch dies, lieber Christ, ist ein Werk der Weisheit deines Gottes und seiner reichen Vaterliebe. Wir danken es Gott, daß wir ein Vaterhaus haben— und dasselbe ist von der Heimat unzertrennlich— da unsere Wiege gestanden, umsonnt von dem treuen Mutterauge und umhegt von dem frommen Muttergebete. Gott gründete das Haus und die Familie, indem er den heiligen Ehestand stiftete. Derselbe ist eine wunderbare Ordnung Gottes, in der er einen Mann und ein Weib zusammenführt und so innig zusammenfügt, daß die beiden sind ein Fleisch. Wie er denselben im Paradiese stiftete, so ist er noch ein Paradiesessegen in diesem vielfach so armen Leben. Paul Gerhardt singt von ihm: Voller Wunder, voller Kunst, Voller Weisheit, voller Kraft, Voller Hulde, Gnad' und Gunst, Voller Labsal, Trost und Saft: Voller Wunder, sag' ich noch, Ist der keuschen Liebe Joͤch. In dem heiligen Ehestand zeigt es sich, wie reich das Menschenherz ist, fähig, täglich in Hingabe und Geduld, Selbstverleugnung und Entsagung, Beständigkeit und Treue die Opfer seiner Liebe zu bringen. Die schönsten Freuden und edelsten Genüsse gewährt dieser Stand. Auf dieser heiligen Gottesordnung beruhen alle Ordnungen und Gemein⸗ schaften des menschlichen Lebens. Nicht genug kann der Christ seinem Gott dafür dankbar sein, und nicht genug kann das Christenvolk darüber wachen, daß ihm die christliche Ehe erhalten bleibe. Fällt dieselbe dahin, so geht der Lebens— grund aller anderen Verhältnisse und Ordnungen verloren, das Leben selbst sinkt herab in Entartung und fällt der Auflösung anheim.— Wie nun das Menschenherz in der Ehe reicher zu werden pflegt an Liebe, so werden auch seine Verpflichtungen reicher. Es entstehen viele Verhältnisse, Lagen und Umstände, die Ansprüche an den Christen erheben, denen er sich nicht entziehen kann. Darum ist auch der Pilgergang in der irdischen Heimat ein so viel gegliederter, ein mannigfaltiger und wechselvoller. Alle diese 176 Gebete für Familie, Haus und Heimat. Verhältnisse müssen von dem Worte Gottes und Gebet getragen werden, wenn der Segen Gottes auf ihnen ruhen soll. Aber sie bedürfen auch eines wirksamen Schutzes; in der Obrigkeit gewährt ihn Gott. Ihr hat der Herr das Schwert gegeben zur Strafe über den, der Böses thut, sie ist berufen zum Schutze derer, die Gutes thun. Ohne diese heilige Ordnung Gottes könnte unmöglich das Leben gedeihen. O der Verblendung, welche das nicht erkennen will!— Jetzt nun sollen wir thun Bitte, Gebet, Fürbitte und Dank— sagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; und dazu, lieber Christ, möchte ich dir in meinem Pilgergange dienen und helfen; Gott aber verleihe dazu seine Gnade und seinen Segen! Erster Abschnitt. Familie, Haus unll Beimnat. 132. Gebet eines Jünglings, einer Jungfrau, um Gottes gnädige Führung. Psalm 23, 3: Er führet mich auf rechter Straße um seines Nameus willen. Mein Herr und mein Gott, liebreicher Vater in Christo Jesu, in Demut beuge ich meine Knie vor dir und bitte dich herzlich um deine gnadenvolle Führung. Ich bin viel zu arm, schwach, thöricht und blind, als daß ich mir selber raten und helfen könnte, ich weiß nicht, was mir frommt. Wie du, mein Gott, mich führst, so will ich gehen; nur, was du mir giebst, kann mir gut und heilsam sein. Es geziemt deinen Kindern nicht, welche du so teuer erkauft hast, sich zu halten wie die Kinder dieser Welt, welchg und y mehr Leben bewah ich nig gefalle Erha daß i ling( mich und C mehr gleiche Lampe Stra Herz Willen Augen Bersag dich Segen sie nie lieben oder mir v wohl Vater mein treuer lin 0 Gebet ruhen ses; in err das hut, sie Leben tj und jergange Gnade ottes raßt um Gebete für Familie, Haus und Heimat. 17⁷ welche nur nach dem trachten, was ihren Augen wohlgefällt und wonach ihre Herzen gelüstet, welche den nichtigen Leib mehr achten, als die unsterbliche Seele, und das zeitliche Leben höher schätzen, als das ewige Leben. O, mein Gott, bewahre mein Herz vor solchem verderblichen Wesen, daß ich nicht mit ihnen laufe dieselben Wege, welche dir nimmer gefallen und mir nicht zu meinem Frieden dienen können. Erhalte vielmehr mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte, daß ich als ein Jüng⸗ ling(eine Jungfrau) meinen Weg unsträflich gehe, indem ich mich halte an dein Wort, daß ich meine Jugend in Zucht und Ehren hinbringe, dieselbe nicht mutwillig zerstöre, viel— mehr mit gutem Gewissen verlebe, daß ich den Jungfrauen gleiche, die der Herr, wenn er kommt, wachend, und deren Lampen er brennend findet. Führe mich auf rechter Straße um deines Namens willen und mache mein Herz in deiner Führung gewiß und getrost, damit ich deinen Willen erkenne und demselben folge. Laß mich vor deinen Augen Gnade finden, daß ich in deinem Geben wie in deinem Versagen deinen väterlichen Willen erkenne, dir danke und dich ehre. Und weil ich gelernt habe, daß des Vaters Segen der Kinder Häuser bauet, der Mutter Fluch aber sie niederreißt, so will ich keinen Schritt thun ohne meiner lieben Eltern Rat und Wohlmeinen, damit, komme es so, oder komme es anders, ihr Wohlgefallen und ihr Segen mir verbleibe. Ich weiß, wie sehr du mich liebest, und wie wohl du es mit mir meinst, darum befehle ich dir, lieber Vater, meines Herzens Wünsche und Anliegen und lege mein Lebensgeschick vertrauensvoll in deine Hände. Du treuer Gott wirst mich nicht verlassen, noch versäumen, ich bin gewiß, du wirst es mit mir wohl machen. Amen. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten. Obgleich im Fleisch der Eigenwill' Will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Rat zu ehren. Des Christen Pilgergang. 178 Gebete für Familie, Haus und Heimat. 133. Gebet im Brautstand. 1. Joh. 4, 19: Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Ich danke dir, du freundlicher und gnadenreicher Gott, daß du mich in den Stand geführt hast, der mich so froh und glücklich macht. Du hast mir ein Herz geschenkt, dem ich in Liebe und Treue mich vertrauen, mit dem vereint ich hoffen darf, in deiner Furcht und Liebe durch dies Leben wallen zu können. Ja, wie hast du mein Herz erfreut! Licht ist das Kleid, das du an hast, und lichtvoll sind deine Wege und Führungen. Herzerquickenden Sonnenschein lässest du in mein Herz und auf meine Wege fallen; ich fühle es wohl, es ist der Sonnenschein deiner herzlichen Barmherzigkeit. Wie hast du mich so gnädig geführet, ach, vergieb, daß ich dir so manchmal mißtrauen konnte; ja, du hast über Bitten und Verstehen an mir ge⸗ than, ich bin es nicht wert! Ich will dir von Herzen dankbar sein und nie vergessen, was ich dir schuldig bin. Erinnere mich durch deinen heiligen Geist täglich, daß du mir in meinem(meiner) Geliebten eine zum ewigen Leben berufene Seele anvertrauen willst, damit ich sie auf betendem Herzen und in meinen Händen trage und ihr nie hinderlich und ärgerlich werde. Begnadige mich, daß ich meinen Brautstand führe in frommer Zucht, wie es deuen geziemt, welche du zur Heiligung berufen. Will ich mich auch deiner Gabe von Herzen freuen, so will ich mir doch keinen Abgott daraus machen, daß ich dich verleugnen und meine Seele betrügen sollte. Ich will mich vielmehr von neuem meinem himmlischen Bräutigam verloben, der in treuer Liebe um meine Seele geworben und mich mit seinem heiligen und teuern Blut erkauft hat. Dein, Herr, will ich sein und dein will ich verbleiben ewiglich. Erhöre mich, herzliebster Gott und Vater, daß ich mich zeitlich und ewiglich deiner Liebe erfreuen möge. Amen. ..... (ein um 1 ganze welch ich 1 Bater mit! uns uns segn Bra Schu könne denn heil uns Hand herzl komu lönn oben und woll Ehr liebe Tad hat uns ott, daß ickenden e Vege deiner gnädig ißtrauen mit ge⸗ Herzen dig bin. daß du wigen ich sie und ihr daß ich 8 deuen mich ir doch leugnen ielmehr en, der ih mü oen iglich nih Amen. Gebete für Familie, Haus und Heimat. 179 Ein getreues Herze wissen, Hat des höchsten Schatzes Preis. Der ist selig zu begrüßen, Der ein treues Herze weiß. Mir ist wohl beim höchsten Schmerz, Denn ich weiß ein treues Herz. 134. Am Hochzeitstage. Ps. 13, 6: Ich hoffe darauf, daß du so gnädig bist; mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfst. Es ist der Tag gekommen, an welchem ich mit meiner (meinem) lieben Verlobten vor deinen Altar hintreten will, um mich mit ihr(ihm) in deinem heiligen Namen für mein ganzes Leben zu verbinden. Herr, hilf mir recht erkennen, welch ein wichtiges und heiliges Vorhaben es ist, zu welchem ich mich anschicke. Du warst bis dahin unser Gott und Vater und hast uns freundlich geführt, du wirst auch ferner mit uns sein. Mit dir haben wir es begonnen, du wirst uns auch Gnade schenken, es mit dir auszuführen. Siehe uns huldvoll an und schenke uns einen frohen und ge— segneten Hochzeitstag. Vergieb uns, was wir in unserm Brautstande versäumt und gefehlt haben, damit wir ohne Schuld und mit getrostem Herzen vor dein Angesicht treten können. Versage uns, lieber Gott, deinen Segen nicht, denn der ist besser als alles; geh du mit hinein in den heiligen Stand, welchen du selbst gestiftet hast; regiere uns mit deinem Wort und Geist, leite uns an deiner Hand, sei und bleibe bei uns früh und spat.— Und du, herzliebster Jesu, du himmlischer Bräutigam unserer Seelen, komm zu unserer Hochzeit. Herzlich bitten wir dich; wie könnten wir uns freuen, bliebest du draußen. Setze dich oben an, damit alle dich sehen, und deine Freundlichkeit und Leutseligkeit allen in das Herz hineinleuchte. Wir wollen uns freuen und fröhlich sein in dir, und dir die Ehre geben. Auch bitten wir dich herzlich, du wollest unsern lieben Eltern ein frohes Herz geben, daß sie sich dieses Tages freuen mögen. Sie haben so unaussprechlich viel für 1²2*³ 18⁰ Gebete für Familie, Haus und Heimat. uns gethan und uns so herzlich lieb, daß wir uns nur freuen können, wenn sie sich mit freuen. Und wir wollen ja auch ihre Kinder sein und bleiben, denn wir wollen deine Kinder sein und bleiben. Wohlan denn, lieber Gott und Vater, hilf uns und laß es uns wohlgelingen. Wir harren deines Segens und getrösten uns deiner Hülfe. Segne uns, hilf uns! Segne unsern Ausgang, segne unsern Eingang von nun an bis in Ewig⸗ keit! Amen. Jesu, geh voran Auf der Lebensbahn, Und wir wollen nicht verweile, Dir getreulich nachzueilen; Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland. Solls uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 135. Gebet frommer Eheleute. Hebr. 10, 24: Lasset uns untereinander unser selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken. Herr, dreieiniger Gott, in deiner Liebe und Gnade hast du uns in den heiligen Ehestand geführt und uns als Mann und Weib mit einander verbunden; dafür loben wir dich und freuen uns deiner Güte. Reiche uns nun auch dar deine Kraft und Gnade, daß wir uns in dem heiligen Stande gottselig verhalten und denselben zieren mit den Tugenden rechtschaffener Christen. Deine Furcht und Liebe wohne in unsern Herzen, auf daß wir vor dir wandeln, als wenn du sichtbar unter uns wärest, wie du es unsichtbar bist. Dein Wort unterweise und regiere uns, daß wir wandeln in deinen Wegen, es sei unsere Speise und Freude. Hilf, daß wir von uns abthun, was in deinen Augen mißfällig ist und uns dessen befleißigen, was vor dir angenehm ist. Wohne unter uns, lieber Herr Jesu, sei und Gieb wir wah Per einan Alles in de alle. sinn; träg In i und eins ander ser selbst ken. Gnade ns als en wit u auch eeiligen it den und andeln, sichtbar wit und deinen 3or dir „ sei Gebete für Familie, Haus und Heimat. 181 und bleibe unserer Seelen und Leiber Heiland und Herr. Gieb uns den Geist der Gnade und des Gebets, daß wir priesterlich dir dienen, uns untereinander selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken, unsere Seelen und Leiber heiligen, und mit einander trachten nach deinem Reiche und seiner Gerechtigkeit. Alles, was wir thun mit Worten und Werken, das geschehe in deinem Namen und zu deiner Ehre. Vernichte in uns alle Eigenliebe und Selbstsucht, den Eigenwillen und Eigen⸗ sinn; ziehe uns an mit der Liebe, welche alles ver— trägt, alles glaubt, alles hofft, alles duldet. In ihr fleißige sich ein jedes, treulich das seine zu thun, und treulich an dem andern zu hangen. In ihr komme eins dem andern mit Ehrerbietung zuvor, trage eins das andere, sehe ein jedes nicht auf das, was sein ist, sondern auf das, was des andern ist. Der Geist der Eintracht und des Friedens, dein guter und frommer Geist, beseele uns in allen Stücken. Versage uns den Segen nicht, welchen du auf den Ehestand legen willst, und laß uns dir in allen Dingen dankbar sein, denn das ist dein Wille in Christo ZJesu an uns. Am bösen Tage wollen wir an deine Barmherzigkeit denken, welche von Ewigkeit her gewesen, und uns an deiner Gnade genügen lassen. Halte dein Wort in unseren Seelen lebendig: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet! O, laß uns in deiner Gnade, deinem Troste und Frieden unsern Wandel haben, so lange wir hier leben. Das hilf uns, treuer Gott, zu deines Namens Preise. Amen. Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heil'ger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab' Und alles Gut' so mild' herab Aus deiner heil'gen Höhe, Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, Die im Orden Eines Lebens einig worden. Gebete für Familie, Haus und Heimat. 136. Um Segen für das Haus. Ps. 127, 1: Wo der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Liebreicher Gott! Du hast mir und den lieben Meinigen in deiner großen Güte ein schützendes Dach verliehen, dafür danke ich dir von Herzensgrunde. Halte dein Wort in meinem Herzen lebendig: Wo der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der Herr nicht die Stadt behütet, da wachet der Wächter umsonst. Es ist umsonst, daß ihr früh aufsteht und hernach lange sitzet, und esset euer Brot mit Sorgen, denn seinen Freunden giebt er es schlafend. Nimm auch mein Haus in deine allmächtige Obhut und unter deine gnadenvolle Waltung. Umschirme es ringsumher bei Tag und Nacht. Bewahre es vor Gefahr und Schaden, vor Diebstahl und Einbruch, vor Feuer und Wassersnot, vor allem Ungemach. Segne des Hauses Glieder, Klein und Groß, Jung und Alt; segne des Hauses Vorräte, Speis' und Trank, alle Güter und alle Nahrung, damit sein Gedeihen sich mehre und wachse für und für. Es sei aber auch, milder und freundlicher Gott, eine Zuflucht der Armen und Bedrängten, eine gastliche Herberge dem Fremdlinge wie dem Freunde, eine Stätte des Friedens für die, welche kommen und gehen.— Lieber Herr Jesu, thue auch an mir, was du an Zachäus gethan hast, und kehre ein in mein Haus. Ein jedes in demselben begehre deiner von ganzem Herzen und ein jedes erfülle du mit Glauben und Liebe. Wo du, Herr, in einem Hause ein⸗ und ausgehest, da wohnet dein Heil, wo du scheinest, Sonne der Gerechtig⸗ keit, da ist Freude und liebliches Wesen die Fülle ewiglich, da ist es auch in der Dunkelheit licht. Ach, davor bewahre uns in deiner Gnade, daß eine Seele im Hause dein ver⸗ gesse, von dir abtrünnig werde und verloren gehe, daß ein ungeratenes und verlorenes Kind im Hause aufwachse, daß ein Knecht oder eine Magd die Wege der Sünde und des Verde mit d sromn ein j des HE des& und 2 Gott imme Pauet, so leinigen dafür ort in Haus pauen. achet r früh tot mit Nimm r deine i Tag n, vor t, vor in und Speis⸗ it sein ei aber Armen ndlinge welche uch an in in er von an und zgehest rechtig⸗ viglich ewahre u vel⸗ i5 ein ö daß 1d des Gebete für Familie, Haus und Heimat. 183 Verderbens einschlage! Regiere ganz besonders die Hauseltern mit deinem Geiste, daß sie dem Hause wohl vorstehen, mit frommem Werk und Wandel den andern voran leuchten und ein jedes auf betendem Herzen tragen. Dein Wort sei des Hauses Licht, deine Furcht des Hauses Hut, deine Ehre des Hauses Zier, das Gebet des Hauses lieblicher Duft und Weihrauch. So segne mein Haus, du, Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der heilige Geist, jetzt und immerdar. Amen. Ich und mein Haus, wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel' und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; Gieb deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. Eine kleine, Fromme, reine Hausgemeine Mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. 137. Gebet einer christlichen Herrschaft für ihr Gesinde. Col. 4, 1: Ihr Herren, was recht und billig ist, das beweiset den Knechten und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt. Herr, allmächtiger Gott, du hast Knecht und Magd unter unsere Hände gestellt, und uns zu Herren über die— selben gesetzt, obwohl wir nicht mehr sind, denn sie, und sie nicht geringer geachtet sind in deinen Augen, als wir. Du hast sie gleicher Weise wie auch uns berufen und verordnet zur Kindschaft bei dir. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib, denn sie sind allzumal Einer in Christo Jesu. Bewahre uns vor Geringschätzung und Stolz. In der Liebe Christi wollen wir unser Gesinde herzlich lieb haben und wert halten. Wie du, lieber Herr und Gott, dein Regiment über uns übest, danach wollen wir uns auch verhalten. Du bist sanftmütig und von Herzen demütig, du zankest und streitest nicht, übest nicht Unrecht 18⁴ Gebete für Familie, Haus und Heimat. noch Gewalt, und lässest dich nicht erbittern; du bist gesinnt, wie ein Vater gegen seine Kinder, darum bewahre uns vor aller Lieblosigkeit, Bitterkeit, Ungerechtigkeit, Härte und Un⸗ bill samt dem fluchwürdigen Geize. Ich will meines Amtes, als Hausvater und Hausmutter warten in deiner Furcht und Liebe, ich will aus treuem Herzen meinem Gesinde erweisen, was recht und billig ist; will es nicht beschweren mit allzu— harter Arbeit und ihm gern gönnen seine Speise und seine Ruhe. Ich will mich in allem an seine Stelle setzen, Mitleid und Erbarmen mit ihm haben, in Geduld seine Schwachheit tragen und das nicht an ihm richten, was ich zunächst an mir selbst richten soll. Ermahne mich, der Seelen und Gewissen meines Knechts und meiner Magd gewissenhaft wahrzunehmen, sie mit deinem Wort zu unterweisen, fleißig für sie zu beten, treulich über ihnen zu wachen, mit frommem Vorbild ihnen voran zu gehen und ihnen in allem in christlicher Liebe förderlich und dienlich zu sein. So will ich denen vergelten, die mir dienen. Lehre mich stets ein— gedenk sein, daß ich dein Haushalter bin, der dir Rechen— schaft geben muß, daß du von dem viel forderst, dem du viel befohlen hast. Führe uns aber auch in deiner Barm— herzigkeit frrommes Gesinde zu, Knechte und Mägde, welche dich fürchten, redlich und rechtschaffen sind und fleißig das Ihre thun, wie Elieser seinem Herrn ein frommer und treuer Knecht gewesen. Diesen Segen wende uns zu in deiner Barmherzigkeit, du hast uns ja darum zu bitten ge⸗ boten. Ermahne doch alle Herren und Frauen, daß auch sie einen Herrn im Himmel haben, bei welchem kein An⸗ sehen der Person gilt, und daß, wer ernten will im Segen, auch säen muß im Segen. Sei den Herren wie den Knechten gnädig, daß sie beide deinen Willen thun und nach deinem Wohlgefallen trachten. Amen. gesinnt, uns vor nd Un⸗ Antes, cht und mweisen, it aljzu⸗ d seine e setzen, ld seine was ich Seelen issenhaft feit rommem llem in So will ets ein⸗ Rechen⸗ dem du Barm⸗ Mägde, fleißig ner und zu in tten ge⸗ auch si ein Au⸗ Segen, wie den nd nach Gebete für Familie, Haus und Heimat. 18⁵ 138. Gebet eines christlichen Dienstboten. Col. 3, 22: Ihr Knechte, seid gehorsam in allen Dingen euern leiblichen Herren nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht. Mein lieber himmlischer Vater, es ist dein Wille, daß ich als Knecht(als Magd) meinen Mitmenschen diene, damit ich mir mein tägliches Brot erwerbe. Es ist ein saurer Beruf, den du mir befohlen hast, aber ich will daran denken, daß du es so willst, auf daß dein guter und gnädiger Wille mir ihn versüße. Ich will aufsehen auf meinen Herrn Zesum, der meinen Stand so hoch geehrt hat, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an; welcher nicht kam, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene, der sich herabgebeugt zu den armen Jüngern, ihnen die Füße zu waschen; welcher auch meiner Seele ge⸗ dient hat und hat mir herausgeholfen aus meinen Sünden. Ja, auf den will ich sehen und ihm nachfolgen. Ach, gieb mir dazu deinen Sinn und Geist, o mein Jesu, daß ich in aller Willigkeit und Demut die Wege gehe, welche mir mein Gott gewiesen hat, und nie vergesse, daß ich nicht allein den Menschen diene, sondern dir, meinem Gotte. Laß mich mit Fleiß und Sorgfalt meine Arbeit verrichten, meiner Herr⸗ schaft Gut und Ehre so ansehen, als wären es meine eigenen Sachen, und auch in dem Geringsten treu sein. Ich will mich auch des Gehorsams befleißigen in deiner Furcht, in Einfältigkeit meines Herzens, nicht mit Dienst allein vor Augen, sondern dieweil ich dein Knecht(deine Magd) bin. Laß mich auch geduldig und friedfertig sein, wie ich ja auch begehre und bedarf, daß man Geduld habe mit meiner Schwachheit und nicht mit mir zanke und streite. Laß mich nur allezeit eine fromme, christliche Herrschaft finden, die sich meiner in Liebe annimmt und mein Wohl auf dem Herzen trägt; ich will dir dafür von Herzen dankbar 186 Gebete für Familie, Haus und Heimat. sein. Ach, lieber Vater, nimm du mich in deinen Schutz wider die vielen Versuchungen, welche mich bedrohen; bewahre mich und laß mich nicht über Vermögen versucht werden! Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn, daß ich nicht strauchele, nicht falle. O, Jesu, erbarme dich deines geringen Knechts(deiner armen Magd), und gedenke daran, wie sauer es dir geworden ist auf dieser armen Erde! Segne mich, mein Gott, mit Gesundheit des Leibes und mit einem zufriedenen und frommen Sinn; segne mein Thun mit deinem Wohlgefallen, daß ich, wenn einst meine Dienst⸗ zeit auf Erden aus ist, deine Stimme höre: Ei du frommer und getreuer Knecht, du bist über Wenigem getreu gewesen, ich will dich über Viel setzen, gehe ein zu deines Herrn Freude, dafür will ich dich loben und preisen ewiglich. Amen. 139. Bei Unfrieden in der Ehe. Jakob. 3, 16: Wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel böses Ding. Herr Gott, du willst, daß Mann und Weib in Liebe und Eintracht bei einander wohnen und in Frieden sich mit einander erbauen, darum hast du sie so nah und innig mit einander verbunden und willst selbst mitten unter ihnen sein. Nun ist es dir aber nicht verborgen, daß der Geist des Unfriedens zwischen uns in der Ehe herrschet, und Hader und Zwietracht die Herzen trennt. Daß daraus eitel Jammer und Herzeleid erwächst, das liegt auch am Tage, und wir fühlen es bitter. Es ist deine Strafe für unsere Missethat, denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und eitel böses Ding. O Gott, tritt dazwischen und rufe einem jeden in das Herz: Seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geiste durch das Band des Friedens; seid friedsam, so wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Erinnere uns an unsere heiligen Gelübde, welche wir dir und uns unter⸗ einand haben 0 geh Herzet Frücht Freu Keus Herz und d Herzet jeglich richten uns n verder und Chri und i Schutz ewahre werden! Bahn, me dich gedenke Erde! nd mit Thun Dienst⸗ Ei du über Viel für will norbnung n Liebe ich mit ig mit en sein. ist des Hader zammer nd wit ssethat, 0 und d rufe alten 5des t det re uns unter⸗ Gebete für Familie, Haus und Heimat. 187 einander an deinem Altare dargebracht haben. Ach, wir haben sie gebrochen, und es ist allein unsere Schuld, daß es so geht, es ist die Schuld unserer unbußfertigen, trotzigen Herzen. Wo dein Geist nicht wohnet, da wachsen nicht die Früchte des Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut und Keuschheit. O Herr, verhilf uns zu einer gründlichen Herzensbuße, sonst kann uns nicht geholfen werden! Thue uns die Augen auf, zu erkennen, daß Satans Geist unsere Herzen vergiftet und gegeneinander aufstachelt. Laß ein jegliches zunächst bei sich selbst Einkehr halten und sich selbst richten, ehe es den andern beschuldigt. O, Herr Gott, laß uns nicht fortwandeln auf diesem argen Weg, daß wir nicht verderben! Schaff in uns, Gott, ein reines Herz, und gieb uns einen neuen, gewissen Geist! Laß uns Christen sein, nicht mit dem Munde, sondern mit der That und in der Wahrheit. Schenke uns die Liebe, von der es heißt: Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mut— willen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden. Ach, liebster Herr und Gott, den lebendigen Glauben pflanze, pflege, erhalte und mehre in unseren Herzen, damit wir den argen Versucher und uns selbst überwinden, über uns selbst wachen, für einander beten, uns untereinander ermahnen, in Liebe und Sanftmut uns tragen, und in allen Dingen trachten nach deinem heiligen Willen und Wohlgefallen! O, Herr Gott, erhöre uns; o, lieber Herr und Gott, hilf uns; erhöre und hilf uns um dessenwillen, der uns mit dir ver— söhnt hat! Amen. 140. Gebet einer gesegneten Frau. 1. Mos. 32, 26: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn! Mein lieber, himmlischer Vater, du hast mich in dem heiligen Stande, in welchem ich mich befinde, mit Mutter⸗ 188 Gebete für Familie, Haus und Heimat. hoffnungen gesegnet. Laß mich sein deine demütig frohe und dankbare Magd, und laß an mir deinen guten und gnädigen Willen geschehen. Bin ich es auch nicht wert, unter meinem Herzen ein Leben zu tragen, welches du mit deinem heiligen Bilde adeln und mit deinem heiligen Geiste erfüllen willst, so will ich meine Ehre auch nicht zu geringe achten und mich nicht schimen vor den Leuten. Gieb, daß diese ganze Zeit eine Zeit stiller Sammlung, frommen Gebets und gläubiger Zuversicht bei mir werde, damit ich mit dir getrost meiner Stunde entgegengehe. Stärke mich, die Be⸗ schwerden meines Standes willig hin zu nehmen und zu tragen, fröhlich in Hoffnung. Erhalte mir Leben und Ge— sundheit; behüte mich in Gnaden vor allem Unfall, vor plötz⸗ lichem Schrecken und allem Schaden. Behüte auch, du lieber Gott, die Frucht meines Leibes, laß sie vor dir gesegnet sein. Schenke mir zu seiner Zeit die große Freude, ein Kind zur Welt geboren zu haben, gesund und wohlgebildet an Leib, Seele und Geist, so will ich ohne Unterlaß dir dafür danken, dich loben und preisen. Ach, Herr, mein Gott, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn, damit ich deine Gesegnete sei und bleibe allezeit. Walte über mir und den lieben Meinen in deiner Allmacht, Liebe und Gnade; ach erhöre mich, du frommer Gott, um Christi willen. Amen. Meine Seele senlet sich Hin in Gottes Herz und Hände; Und erwartet ruhiglich Seiner Wege Ziel und Ende, Lieget still und willenlos In des liebsten Vaters Schoß. 141. Gebet eines Weibes, dessen Stunde gekommen ist. Psalm 118, 5: In der Angst rief ich den Herrn an, und der Herr erhörete mich und tröstete mich. Mein lieber Gott und Vater meines Herrn Jesu Christi, meine Stunde ist nun gekommen, und meine Seele ist voll Angst und Traurigkeit; ach, Vater, hilf mir aus dieser Stunde! O, mein Jesu, gedenke deines Wortes: Ein Weib, wenn 9. zuge, v Barnih was fü sarken gekrage meiner. das du in dein Herr, mich, und Herr, sondert Freude Wille gelin deiner rohe und gnädigen meinem heiligen n will, und mich nze Zeit ts und mit dir die Be⸗ und zu und Ge⸗ vor pltz⸗ du lieber gnet sein. Kind zur an Leib, danken, lasse ich deine mir und nade; ach Amen. en is Herrn Il, 1 Christ e ist tel dieser in Meib Gebete für Familie, Haus und Heimat. 189 wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, und hilf mir! O, heiliger Geist, sprich meiner Seele zu, daß ich nicht ver⸗ zage, und vertritt mich mit deinem unaussprechlichen Seufzen! Barmherziger Gott, habe Geduld mit mir, du weißt ja, was für ein Gemächte ich bin, und reiche mir dar deinen starken Arm. Du hast ja, mein lieber Heiland, den Fluch getragen, der auf uns armen Menschen liegt, so erbarme dich meiner. O, mein himmlischer Tröster, gieb mir das Gebet, das durch die Wolken dringt! Ach, Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm! Herr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, Herr, denn meine Gebeine sind erschrocken, und meine Seele ist sehr erschrocken. Ach, du Herr, wie so lange. Raffe mein Leben nicht weg, sondern eile, mir beizustehen! Gieb mir Gnade, daß ich mit Freuden Mutter werde, wie es dein guter und gnädiger Wille ist. O, mein Gott, hilf mir, Herr, laß es mir gelingen! Christe, erbarme dich meiner; Christe, um deiner heiligen Menschwerdung, um deiner allerbittersten Leiden am Kreuze willen erbarme dich meiner! Ach, Herr, ich hoffe auf dich, und niemand wird zu Schanden, der auf dich hoffet! Amen. 142. Fürbitte für ein Weib, dessen Stunde gekommen ist. Psalm 80, 4: Gott, tröste uns und laß leuchten dein Antlitz, so genesen wir. Ach, Herr, der du bist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, sei gnädig und barmherzig der lieben Mitschwester in ihrer Angst und Not. Gott, höre ihr Gebet und verbirg dich nicht vor ihrem Flehen. Merke auf sie und erhöre sie, wie sie so kläglich zaget. Erbarme dich deiner Magd, du treuer Nothelfer, stehe ihr in Gnaden bei. Gedenke deines geliebten Sohnes und seines heißen Leidens und Sterbens und sei ihr gnädig. Ohne dich können wir nichts thun, lieber Heiland, so sei denn der Kämpfenden nahe; sei mächtig in ihrer Schwachheit, damit sie es 19⁰ Gebete sür Familie, Haus und Heimat. vermöge. Es ist ja dein Wille, heiliger und barmherziger Gott, daß das Weib dir Kinder gebären soll, so nimm dich denn auch der lieben Mitschwester in ihrem schweren Berufe an, damit sie durch dich gestärkt, getröstet und erfreuet werde. Herr Gott, du bist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöten, die uns be⸗ troffen haben, o laß uns auch heute so rühmen können, und das in einer Kürze. Ach Herr, sei du des Weibes Arzt, damit es genese! Gedenke des schwachen Geschöpfes, welches nach dem Lichte dieses Lebens ringt und reiche ihm deine Hand dar; du hast uns ja alle, lieber Herr und Gott, aus Mutterleibe gezogen. Du bist ein allmächtiger Gott, hilf uns; erbarme dich unserer lieben Mitschwester. Gott, tröste uns, und laß leuchten dein Antlitz, so ge⸗ nesen wir. Christe, du Sohn Gottes, unser Heiland und Fürsprecher bei dem Vater, vertritt uns und deine arme Magd. Thue an uns über Bitten und Verstehen, und wir wollen nicht aufhören, dich zu lieben, zu loben und zu preisen. Amen. 143. Gebet einer Mutter nach einer glücklichen Geburt. Psfalm 103, 1: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Herzliebster Gott und Vater, ich lobe und preise dich, denn du hast mir gnädig beigestanden, die Stimme meines Flehens hast du gehört, meine Thränen hast du nicht ver— achtet, du hast mir dein Antlitz leuchten lassen, und ich bin genesen. Ein liebes, teures Kind hast du mir geschenkt, wie freue ich mich, daß ich Mutter geworden bin. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen, lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Ich weiß es, daß ich mein liebes Kindlein von dir habe; es sei und bleibe mir ein Unterpfand deiner großen Liebe und Barmherzigkeit. Dir will ich es auch zu eigen geben, in deiner Zucht und Vermahnung will ich es herzi du& Stun ausge und ich d mir mir getha Nimt IN und liebe from an Brei aller deine Zufl bleih Meil herziger imm dich u Beru et werde. Stärke, u8 be⸗ können, Weibes eschöpfes, eiche ihm nd Gott, ger Gott, Gott, so ge⸗ land und ine arme und wir und zu eburt. , und was eise dich meines icht ver⸗ ö Gebete für Familie, Haus und Heimat. 191 auferziehen. Gieb mir dazu deinen Geist und deinen Segen. Nimm mich und mein liebes Kind auch in den kommenden Tagen und Wochen in deine treue Obhut; walte über uns mit deiner Gnade, damit ich einen glücklichen Ausgang halten möge. Ach segne und behüte uns, du treuer Gott; laß uns dein Angesicht leuchten! Amen. 144. Danksagung eines Vaters für die glückliche Geburt seines Kindes. Psalm 50, 14: Opfere Gott Dank, und bezahle dem Höchsten deine Gelübde. Wie hast du mich so froh und glücklich gemacht, barm— herziger Gott, liebreicher Vater! Meinem lieben Weibe hast du Hülfe gesandt vom Heiligtum und hast ihm in der Stunde der Angst liebevoll zur Seite gestanden und treulich ausgeholfen. Dazu hast du mir ein liebes Kind geschenkt, und mir aufgethan eine Welt voll deiner Güte. Wie soll ich dir deine Wohlthaten vergelten, die du an mir gethan hast? Du hast über die Maßen gnädig mit mir gehandelt. Statt mich heimzusuchen, hast du mir wohl— gethan; statt mich zu züchtigen, hast du mich hoch erfreut. Nimm in Gnaden an meinen bußfertigen, innigen Dank. Ich will hinfort mit ganzem Herzen dir anhangen, leben und dienen, will in allen Stücken meinem lieben Weibe ein liebevoller, treuer Gatte, will meinem lieben Kinde ein frommer und treuer Vater sein. Ermuntere und stärke mich an jedem Tage, dir meine Gelübde zu bezahlen. Breite auch in den kommenden Tagen und Wochen und in aller künftigen Zeit über meinem lieben Weibe und Kinde deine Flügel aus, daß sie unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben, und vor allem Unfall und Uebel bewahrt bleiben. Erhöre mich, liebster Gott, um deines lieben Sohnes, meines Heilandes willen! Amen. Gebete für Familie, Haus und Heimat. 145. Gebet der Eltern nach einer toten Geburt. 1. Samuel. 3, 18: Es ist der Herr; er thue, was ihm wohlgefällt. Herr, unser Gott, du hast deine Hand auf uns gelegt und uns mit heißen Schmerzen heimgesucht. Unsere Freude hast du in Traurigkeit verkehrt; wir hofften auf Leben, und vor unsern Augen haben wir den Tod. Wir wollen nicht mit dir rechten, wir wollen uns demütigen unter deine ge⸗ waltige Hand. Du bist der Herr, thue an uns, was dir wohlgefällt. Du hast es ja nicht gar aus mit uns gemacht. Du hast das teure Leben der Mutter in dem heißen Kampfe erhalten und uns mit dem Schwersten und Schmerzlichsten in Gnaden verschont. Ach, liebster Gott, erhöre unser Gebet und walte in deiner Allmacht und Gnade auch ferner über ihr! Halte alles fern, was den Fortgang ihrer Genesung hindern, alles, was ihr schädlich und ver— derblich sein könnte; ach, Herr, führe es zu einem guten Ausgange! Tröste uns in unserer Traurigkeit, laß uns ein⸗ gedenk bleiben deiner Liebe in Christo Jesu, damit wir vor dir stille werden. Mit unserm lieben Kinde hast du es wohlgemacht, du hast es diesem Leben entnommen, ohne daß es seine Bitterkeiten geschmecket; hat es auch das Licht dieser Welt nicht geschaut, so wird es dort dich schauen und sich deiner Herrlichkeit überschwänglich freuen; droben in dem lieben Vaterhause wirst du es uns behalten, bis wir einst durch deine Gnade heimgekommen sind. O, hilf uns, barm⸗ herziger Gott, daß wir dieses Ziel erreichen mögen. Dein Geist wirke an uns, daß aus der gegenwärtigen Züchtigung uns erwachse eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit. Ach, erhöre uns und laß uns dein sein und bleiben! Amen. geben teure geben hast d sie all das i Furch. haben thun was ihm gelegt Freude en, und en nicht eine ge⸗ uns, gar aus lutter in chwersten er Gott, o Gnade ortgang nd ber⸗ n guten uns ein⸗ wir vor du ed hne daß ht dieser und sich in dem Hir einst „barm⸗ Dein chtigung A Amen. ö Gebete für Familie, Haus und Heimat. 193 146. Gebet frommer Eltern für ihre Kinder. 3. Joh., 4: Ich habe keine größere Freude, denn die, daß ich höre meine Kinder in der Wahrheit wandeln. Herzlich geliebter Gott, du hast uns unsere Kinder ge⸗ geben und hast uns durch sie gar reich gemacht. Es sind teure Güter deiner herzlichen Vaterliebe, wir möchten sie nicht geben und lassen um irgend ein Gut der Erde. Bis dahin hast du sie uns gnädig erhalten; thue es auch ferner, segne sie alle und ein jedes insbesondere. Was du Herr segnest, das ist gesegnet ewiglich. Erhalte in ihren Herzen deine Furcht und deine Liebe, damit sie dich allewege vor Augen haben und sich hüten, in eine Sünde zu willigen und zu thun wider dein Gebot. Behüte sie in den tausendfältigen Versuchungen dieser Welt, laß sie nicht von ihrem eigenen Fleisch verlockt werden; laß sie nicht auf die Abwege der Sünde und des Verderbens geraten und verloren gehen. Halte in ihnen wach die Stimme des Gewissens, halte in ihnen lebendig dein heiliges, göttliches Wort, regiere sie mit deinem Geiste, der sie in alle Wahrheit leite. Wir haben ja keine größere Freude, denn die, daß wir hören unsere Kinder in der Wahrheit wandeln. Gieb ihnen Jesum zu wohnen durch den Glauben in ihren Herzen, laß sie nie irre werden in ihrem allerheiligsten Glauben; halte ihre Seelen fest in deiner Hand. Herr, halte auch uns Eltern täglich unsere heilige Verpflichtung vor Augen, daß wir nicht säumig und träg erfunden werden mit Wachen, Beten, Vermahnen und Warnen, daß wir ihnen vorangehen auf dem Wege des Lebens mit gottseligem Wesen und Wandel. Im Zeitlichen verleihe ihnen, was ihnen gut und heil⸗ sam ist. Gieb ihnen einen zufriedenen Sinn, daß sie dir dankbar sind auch für das bescheidene Teil. Du wirst sie nicht verlassen noch versäumen, so sie nur auf dich hoffen. Mache sie tüchtig und brauchbar für dieses Leben, daß sie ihren Mitmenschen nützen und sich und andern zum Segen sind. Lehre sie in Demut und Bescheidenheit 2—95199 Des Christen Pilgergang. 19⁴ Gebete für Familie, Haus und Heimat. und Liebe üben an allen Menschen. Wende ihnen zu das Wohlgefallen aller Guten und Redlichen. Erhalte ihnen das Leben und die Gesundheit, gesunde Glieder und Sinne, einen frohen Mut und eine standhafte Ausdauer. Mäache sie wacker, wenn der Lebenstag ernst und heiß wird, laß sie um so mutiger und tüchtiger sein, je größer die Aufgabe ist, die ihnen zufällt. Hilf ihnen ritterlich kämpfen in guten und bösen Tagen, und alles wohl ausrichten. Erhalte ihre Herzen brünstig im Gebet und erhöre sie, wenn sie dich anrufen. Sie sind dein, du treuer Gott, sie sind auf deinen Namen getauft, und von Kindheit an haben wir sie dir an das Herz gelegt mit unsern Gebeten und Thränen. Leite sie nach deinem Rate und nimm sie endlich mit Ehren an. Erhöre unser Gebet nach dem Reichtum deiner Barmherzigkeit in Christo Jesu. Sei du unser aller Vater und nimm uns einst mit unsern Kindern auf in dein Vaterhaus im Himmel. Amen. Gönne mir die große Freude, Daß ich einst am jüngsten Tag, Nach so manchem Kampf und Leide Mit Frohlocken sprechen mag: „Liebster Vater, ich bin hier Mit den Kindern, die du mir Hast in jener Welt bescheeret; Ewig sei dein Nam' geehret!“ 147. Gebet frommer Kinder für ihre Eltern. 1. Timoth. 5, 4: Die Kinder sollen lernen, den Eltern gleiches vergelten, denn das ist wohlgethan und angenehm bei Gott. Lieber himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen für die lieben, teuren Eltern, welche du uns gegeben hast. Wie viel Glück und Frende du uns durch dieselben zugewendet hast, können wir nicht aussprechen! Durch sie hast du uns das Leben gegeben und bis dahin erhalten; sie haben in frühester Kindheit uns in der heiligen Taufe dir dargebracht und uns in der Zucht und Vermahnung zu dir erzogen. Wie haben sie für uns gesorgt bei Tag und Nacht! Wie oft und heiß haben sie für uns und um uns gebetet und gen! Wadef Cchalt ihren Frenn d in umeu u er dien. wie Redli lieben Krank erguic auf d Sege allein lehter Herze das Vergi her g haben diele habe sort um Voh denn mit zu dad hnen das ne, einen e wacker, um so ist, die Iten und e Herzen anrufen. Namen an dad eite sie ich mit im deiner Vater und rhaus im den Eltetn hei Gott, ganzen gegeben dieselben Nrch su lten; se aufe dir zu dit Mahl! gebete Gebete für Familie, Haus und Heimat. 19⁵ und geweint, gearbeitet und sich der sauersten Mühe unter— zogen! Ach, liebreicher Gott und Vater, vergelte ihnen alles, was sie an uns gethan haben, wir sind dazu nicht vermögend! Erhalte uns die lieben Eltern noch recht lange! Mache ihren Lebenspfad helle durch die Sonne deiner Liebe und Freundlichkeit und laß sie es im Alter besser haben, als sie es in den früheren Jahren wegen der Mühen und Sorgen um uns gehabt haben. Wir wollen nichts versäumen, sie zu erfreuen. Wir wollen sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert halten, wie wir gelehrt worden sind. Wir wollen durch Fleiß, Redlichkeit und frommen Wandel ihnen Freude bereiten, sie lieben und pflegen alle Tage, besonders in den Tagen der Krankheit und des Alters. Wir wollen ihre Herzen damit erquicken, daß wir ihren frommen Ermahnungen folgen und auf deinen Wegen gehen. Wir wissen, daß du deinen Segen sür uns nicht trennst von dem Elternsegen; allein wäre das auch nicht so, wie könnten wir ohne den letzteren glücklich sein? Schreibe uns auf die Tafel unseres Herzens dein heilig Wort: Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat. Vergieb uns, lieber Vater, um Christi willen, was wir bis— her gegen unsere lieben Eltern versäumt, gefehlt und gesündigt haben; o, es betrübt uns sehr, daß wir ihnen ohne Not so vielen Kummer und manche Stunde des Herzeleids bereitet haben; ach, vergieb es uns! Ermuntere uns, daß wir hin— fort mit doppeltem Eifer unsere Pflichten erfüllen und uns um so kindlicher und treuer erweisen zu deinem und ihrem Wohlgefallen. Dein heiliger Geist wohne und wirke in uns, denn nur die, welche dein Geist treibt, sind deinejKinder. Amen. 148. Gebet der Eltern am Geburtstage ihres Kindes. Ps. 6, 10: Der Herr höret mein Flehen, mein Gebet nimmt der Herr an. Lieber Gott und Vater, wir kommen vor dein Angesicht mit herzlichem Danke und inniger Freude. Als wir dich 13⁵ 196 Gebete für Familie, Haus und Heimat. einst an diesem Tage anriefen, hast du uns in Gnaden an⸗ gesehen, unsere Traurigkeit in Freude verkehrt und uns unser liebes Kind geschenkt. Und wie oft wir unseres Kindes wegen dich seitdem angerufen haben, in der Stunde der Angst und Not mit Beten, Weinen und Flehen zu dir ge⸗ kommen sind und Erhörung gefunden haben, das weißt du. Deshalb sind unsere Herzen an dem heutigen Tage voll Dank und Freude. Unser Kind ist deine liebe Gabe und dein teures Gut, wie sollten wir es nicht herzlich lieb haben! Ach, reinige du nur in deiner Liebe unsere Elternliebe, damit wir aus unserem Kinde keinen Abgott für unsere Herzen machen, sondern es dir wohlgefällig lieben. Was wir darinnen bisher versäumt und verfehlt haben, das vergieb uns, barmherziger Gott, und gieb uns die Weisheit von oben, es ins Künftige besser zu machen. Treuer Vater, nimm dich unseres Kindes stets herzlich an und erhalte es unter deiner Zucht und Hand, denn nur du allein bist der rechte Lehrmeister und Erzieher; es ist ja auch dein Kind, und du sein rechter Vater. Herr, sei gelobt, daß es also ist! Segne denn auch unser liebes Kind reichlich; das in ihm begonnene gute Werk setze fort und vollführe es; regiere es mit deinem Geiste, damit es dir und deinem lieben Sohne erhalten bleibe, in deinen Wegen wandle, und auch deine Wege seinen Augen wohlgefallen mögen. Wende von ihm ab, was ihm besonders schädlich und ver⸗ derblich ist, und stehe ihm am meisten in dem bei, worin ihm die Versuchung am gefährlichsten ist. Erhalte es bei Leben und Gesundheit; fördere seinen Lebensgang; gieb ihm, was sein Herz wünschet, so es ihm heilsam ist; laß sein Thun ihm gelingen; schmücke es mit vielen Tugenden, mache es dir und den Menschen wohlgefällig, daß es unsere Augen erfreue und unsere Herzen erquicke. Ach, liebreicher Gott, erhalte uns und unser Kind in deiner Liebe, mit der du uns in Christo Jesu geliebt hast. Ehre sei dir dem Vater, dem Sohne und dem Geiste. Amen. Gebet Mein unf ich he meier teure o freundlich Erden, als üßere Liebe Viter im Nutter— lib dahin Miter und insam und Mter, verf nuch lange, Rener Lieb Du hast& semer, du al die Lieh ih ihnen z agehen, se Haleihe m Ind mich i sib nir i neine Mut Hazen lei iben und Herpn tr aulen ve Hutter Litbe un pir wo I schen Gnaden an⸗ rt und und nseres Kindez Stunde der u zu dit ge⸗ as weißt du. ich lieb haben! enliebe, damit unsere Herzen en. Wad wir das vergieb Weisheit von reuer Vater, ö nd erhalte eö allein bist der dein Kind, daß es also hlich; das in hre es; regiere einem lieben dle, und auh len mögen. ich und ve⸗ u bei, wornn halte eh bei“ 0; gieb ihn, is; laß sein jenden mache unsere Augen reicher Gott, be, mit det sei dit den Gebete für Familie, Haus und Heimat. 741⁴ 149. Gebet eines Kindes am Geburtstage von Vater oder Mutter. Ps. 81, 2: Singet fröhlich Gott, der unsere Stärke ist. Mein lieber himmlischer Vater, durch deine Gnade darf ich heute den Geburtstag meines lieben Vaters— meiner teuren Mutter— feiern. Wie bist du, Gott, doch so freundlich und gnädig! Ich habe kein teureres Gut auf Erden, als meinen Vater und meine Mutter; ich kenne keine süßere Liebe, als die meiner Eltern. Habe Dank, lieber Vater im Himmel, daß du mir meinen Vater— meine Mutter— gegeben hast, habe Dank, daß du ihn— sie— bis dahin erhalten hast. Das ist deine Gnade, daß mich Vater und Mutter noch nicht verlassen haben, und ich nicht einsam und hülflos geworden bin. Ach, liebster Gott und Vater, verschone mein Herz mit diesem bitteren Schmerze noch lange, lange, verschone es gnädiglich! Erhalte mir in deiner Liebe den Besitz der teuren Eltern noch viele Jahre. Du hast Großes an ihnen und uns gethan, thue es auch ferner, du bist ja ein barmherziger Gott. Segne sie für all die Liebe und Treue, für die unzähligen Wohlthaten, die ich ihnen zu danken habe, segne sie mit zeitlichem Wohl⸗ ergehen, segne sie dermaleinst mit des Himmels Seligkeiten. Verleihe mir die Kraft, sie redlich und herzlich zu lieben und mich ihnen dankbar zu erweisen in allen Dingen. Ver⸗ gieb mir in Gnaden alles, womit ich je meinen Vater— meine Mutter— betrübt und erzürnt habe, es ist mir von Herzen leid. Ich will stets im kindlichen Gehorsam mich üben und das Gebot, welches Verheißung hat, in meinem Herzen tragen; o, möchte ich es niemals, auch nicht in Ge⸗ danken verletzen! Gieb dem lieben Vater— der teuren Mutter— einen frohen Geburtstag, daß sie sich deiner Liebe und der Liebe ihrer Kinder von Herzen freuen; ja wir wollen uns alle freuen und fröhlich sein, wir schmecken und sehen ja, wie freundlich du, Herr, bist. Lobe den 198 Gebete für Familie, Haus und Heimat. Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen, lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Amen. 150. Gebet am Geburtstage. Hiob 10, 12: Leben und Wohlthat hast du an mir gethan, und dein Aufsehen bewahret meinen Odem. Mit herzlicher Danksagung will ich meinen Geburtstag beginnen. Du, herzliebster Gott und Vater, hast mir abermal vergönnt, ein Jahr zu verleben, mit Hiob kann ich sagen: Leben und Wohlthat hast Du an mir gethan, und dein Aufsehen bewahrte meinen Odem. In tausendfältigen Wohlthaten hast du dich an mir bezeugt: viel Gutes hast du mir an Leib und Seele erwiesen, vor wie vielem Bösen hast dGu mich in Gnaden bewahret; wie manchen Sonnenstrahl deiner Freundlichkeit und herzlichen Barmherzigkeit hast du fallen lassen auf meinen Lebensweg, und wie manchen Sorgenstein hast du von meinem Herzen genommen. Daß mich mein Weg führte durch den Staub der Erde und ihre Mühseligkeiten, davon will ich schweigen, dafür bin ich dein Pilgrim und will es nicht besser haben, als meine Brüder und Schwestern. Auch weiß ich, daß der, welcher dein Jünger sein will, sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und dir nachfolgen muß, aber deine Treue will ich rühmen, die mir Kraft und Gnade darreichte in meiner Schwachheit, die mir auch Trost gab am trüben Tage. Ach, nimm für dies alles hin meinen kindlichen Dank. Ich danke dir auch für alle Liebe, welche andere Menschen, sonderlich die lieben Meinen mir erwiesen, für jeden Segenswunsch und jedes Gebet, die meinetwegen heute aus frommem Herzen zu dir aufsteigen. Das zählet ja auch zu dem Reichtum deiner Liebe, Geduld und Freund— lichkeit, dessen ich mich dankbar freuen will, so lange du mir ihn; lieber Herr meinen We zu thun, wühligenal dir bei m fiudest ein tum deiner 8 gilt, m O, wie n auch die z denen, mi berbinden schuldigt, willen, wi Trost dein Lebe mir deiner Hi ein neues Meine thi Knecht(d bloß mein auch nachf und ewig ich nicht deine Ha befehle i deiner v trener G Vter, d st, seinen ne Seele, than hat. st du an mir dem. Geburtstag nir abermal ich sagen: gethan, dem. In lir bezeugt: wiesen, vor Hahret; wie d herzlichen Lebendweg, nem Herzen den Staub schweigen, esser haben, j ich, diß verleugnen, muß, aber und Gnade Trost gab in meinen iebe, welch r erwiesen, Heinetwegen Drs zählet nd Freund⸗ lange du Gebete für Familie, Haus und Heimat. 199 mir ihn zu genießen giebst. Aber du weißt auch, mein lieber Herr und Gott, daß ich so manchmal nur strauchelnd meinen Weg gegangen bin, statt sichere und gewisse Schritte zu thun, daß ich selbst wie manchmal abirrte und dich un— zähligemal mit meinen Sünden betrübt habe. Ich will vor dir bei mir Einkehr halten, mich prüfen und richten: Du findest ein laues, kaltes Herz in mir gegenüber dem Reich— tum deiner Barmherzigkeit, einen lassen, trägen Sinn, obschon es gilt, mit Furcht und Zittern meine Seligkeit zu schaffen. O, wie viele Versäumnisse verklagen mich; darüber haben auch die zu klagen, die du mir so nahe verbunden hast, samt denen, mit welchen mich das Band herzlicher Bruderliebe verbinden soll. Das alles aber, was mich verklagt und an— schuldigt, vergieb mir, herzliebster Gott, um meines Heilandes willen, wirf meine Sünden hinter dich zurück und laß den Trost deiner Gnade mir das Zeichen sein, mit dem deine Liebe mir entgegenkommt in meinem neuen Lebensjahre. Mit deiner Hülfe und unter deinem gnadenvollen Beistand soll es ein neues Jahr werden, will ich mit redlichem Eifer das Meine thun und in allen Stücken mich erweisen als deinen Knecht(deine Magd, dein gehorsames Kind), daß ich nicht bloß meines irdischen Berufes Pflichten treulich erfülle, sondern auch nachjage dem Kleinod, das mir vorhält mein himmlischer und ewiger Beruf. Das alles will ich umsomehr thun, als ich nicht weiß, wie viele Denksteine deiner barmherzigen Liebe deine Hand noch setzen wird auf meinen Lebensweg. Dazu befehle ich mich mit allem, das ich bin und was ich habe, deiner väterlichen Liebe und Barmherzigkeit. Segne, du treuer Gott, meinen Aus- und Eingang. Ehre sei dir dem Vater, dem Sohne und heiligen Geiste. Amen. Dir dank' ich heute für mein Leben, Am Tage, da du mir's gegeben, Dank ich dir, Gott, dafür. Durch freie Gnad' allein bewogen, Hast Du mich aus dem Nichts gezogen, Durch Deine Güte bin ich hier. mãͤꝛñuoVinnu 20⁰ Gebete für Familie, Haus und Heimat. 151. Gebet christlicher Eltern für die Schule und ihre Lehrer. Joh. 21, 15: Weide meine Lämmer. Gnadenreicher Gott, du willst, daß unsere Kinder christlich erzogen werden, damit sie brauchbare Mitglieder deines Reiches auf Erden, ein Segen für sich und andere werden. Deshalb hast du in deiner Weisheit und Liebe die christliche Schule ins Leben gerufen, und ich bringe dir dafür Gebet und Dank— sagung. Sie ist dein Weinberg, welchen du gepflanzet hast, und auf welchem dein Auge mit Wohlgefallen ruht, denn du hast die Kindlein lieb und trägst sie an deinem Herzen. Walte in deiner Allmacht und Gnade auch ferner über ihm; erhalte deinem Volk auf Erden die christliche Schule unver— rückt. Sende Lehrer in deinen Weinberg, zum Himmelreich gelehrt und für den Unterricht wohlgeschickt; treue Arbeiter, die da wissen, wie köstlich das Gut ist, welches ihnen an— vertraut ist, die nie vergessen die Verantwortung, welche ihnen auf das Gewissen gelent ist. Laß sie selbst erbauet sein in unserm allerheiligsten Glauben, um nun auch darin ihre Kinder zu unterrichten und zu erbauen. Täglich laß sie deines Auftrags eingedenk sein: Weide meine Lämmer und deine Stimme hören: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht. Reiche ihnen dar ein reiches Maß der Weisheit, Liebe und Geduld, damit sie verstehen mit den Kindlein zu reden und väterlich mit ihnen zu handeln. Mache sie zu Vorbildern der Kinder, damit ihr Wort eine um so willigere Aufnahme finde und ihre Zucht um so heilsamer und förderlicher werde. Solche aber, welche ihre Weisheit höher achten, als die wahre Gottseligkeit, welche durch falsche Lehre, unchristlichen Wandel und gottvergessenes Wesen den anvertrauten Seelen Anstoß und Aergernis be⸗ reiten und bösen Samen säen, die banne aus deinem Wein⸗ berg. Was du aber den Redlichen und Aufrichtigen zugesagt hast, das wollest du thun: Schmücke sie mit vielem Segen; laß es ihnen nicht fehlen an Freudigkeit und frommer Zu⸗ bersiht in sehlen an ubeiten. timer: fi aber auch und ehrt behrung le genug in Laß und ar sein. Laß und Weis dit dafürd Nsum Ch Wenn Her nun gekor in die f Wir wij Rind, wi Gefahren wie viele sid und wenn wi ich nit Gott, ihte Lehrer. ämmer. dder christlich ines Reiches „Deshalb liche Schule t und Dank⸗ flanzet hass, iht, denn du em Herzen. r über ihm; chule under⸗ Himmelreich uue Arbeiter, 3 ihnen an⸗ welche ihnen uet sein in darin ihre aß sie deines mmer und u zu mir e ihnen dat d, damit sie nit ihnen „ danit iht ö ihte Zucht abet, welche gleit, welche ttvergessenes gernis be⸗ inem Wein⸗ jen zugesagt lem Segen; ommer Zu⸗ Gebete für Familie, Haus und Heimat. 201 versicht in ihrem hohen und heiligen Amte, aber auch nicht fehlen an der Liebe und Dankbarkeit derer, für die sie arbeiten. Gieb doch, daß dein Christenvolk für seine Heilig⸗ tümer: für die Kirche und Schule allezeit ein volles Herz, aber auch eine offene Hand habe. O, es ist ihm nicht gut und ehrt nicht seinen Namen, wenn die in Not und Eut⸗ behrung leben, welche an ihren Seelen arbeiten, und oft genug in schwerem Dienste frühzeitig ihre Kraft verzehren! Laß uns an unserm Teil sie herzlich lieben und ihnen dankbar sein. Laß unsere Kinder durch sie reich werden an Erkenntnis und Weisheit, an Gottesfurcht und Gottseligkeit, wir wollen dir dafür danken und dich preisen. Erhöre unser Gebet durch Jesum Christum. Amen. Menschen weis' und gut erziehen, Die zum Leben Gott erschuf, Welch ein wichtiges Bemühen, Welch ein heiliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, Ihres eig'nen Heiles wegen, Kinder weis' und gut erzieh'n, Welch ein wichtiges Bemüh'n. 152. Wenn das Kind das Elternhaus verläßt und in die Fremde zieht. Jerem. 23, 23: Bin ich nicht ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht ein Gott, der ferne sei? Herr, barmherziger und gnädiger Gott, die Zeit ist nun gekommen, daß unser Kind das Elternhaus verlassen und in die Fremde ziehen muß; unsern Herzen ist es bange. Wir wissen, wie schwach, unerfahren und unbefestigt unser Kind, wie arg und verführerisch die Welt ist, wie zahllos die Gefahren und Versuchungen sind, denen es entgegengeht, und wie viele Kinder denselben schon zum Opfer anheimgefallen sind und gänzlich verloren gingen; ja unsere Herzen zittern, wenn wir daran denken. Aber wir hören dich rufen: Bin ich nicht ein Gott, der nahe ist, und nicht ein Gott, der ferne sei? Ach, wir danken dir für dieses 20²2 Gebete für Familie, Haus und Heimat. köstliche Wort und bitten dich, gedenke desselben auch unserm Kinde zu gut und zum Troste. Sei ihm allenthalben nahe; befiehl deinen Engeln, daß sie es auf den Händen tragen, damit es seinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Halte bei Tag und Nacht deine Augen über ihm offen und deine Hände über ihm ausgebreitet. Halte in ihm lebendig die heilige Furcht und Scheu vor dir, sowie das Andenken an Vater und Mutter, welche es mit Schmerzen geboren und mit Sorgen auferzogen haben. Weiche nicht, liebster Heiland, aus seinem Herzen, damit es nicht vergesse, wie viel du für es gethan hast, und was es dir schuldig ist. Dein Wort wohne in seinem Herzen, und dein Geist erhalte es treu und brünstig im Wachen und Beten. Gieb unserm Kinde Willigkeit und Kraft, daß es allen Fleiß anwende und in seinem Glauben darreiche Tugend, und in der Tugend Bescheidenheit, und in der Bescheidenheit Mäßigkeit; daß es sich mit Willigkeit und Gehorsam in seine Verhältnisse schicke, jedermann mit Ehrerbietung zuvorkomme, treulich allen seinen Pflichten obliege, redlich seine Zeit benutze, um tüchtig zu werden in seinem Berufe. Sende ihm auch fromme Menschen entgegen, die sich seiner annehmen und deinetwegen ihm Liebe und Barmherzigkeit erzeigen. Himmlischer Vater, wir schütten unsere Herzen vor dir aus! Umfahe unser Kind mit deiner Gnade und Treue, gehe ihm voran, damit es den rechten Weg finde und sich nicht verirre, folge ihm nach, damit es nicht dahinten bleibe und die Verheißung versäume. Führe es zu seiner Zeit zurück in unsere Arme und an unsere Herzen, unversehrt an seinem Leibe und unversehrt an seiner Seele, so daß es uns ohne Scham und Scheu in die Augen sehen kann, und wir den Herzschlag seiner frommen, kindlichen Liebe an unserm Herzen verspüren. Alsdann wollen wir dich loben und preisen und sagen: Es ist kein anderer Gott, wie du bist, du thust, was die Gottesfürchtigen begehren, du hörst ihr Schreien und hilsst ihnen. Amen. beginne id zu den! meine H und Stab stütze und zu meinen der heilig hast. Als was mir hast die d muß aus! nich trem habe ich nal geseh mine Th itt), Vor Giste, nr den dui der nahe und bist se aller Shwester Hau un wie am auch unsem alben nahe; iden tragen, Halte bei und deine lebendig die Andenken an geboren und ster Heiland, viel du für Dein Wort alte es treu userm Kinde ende und in nd in der heidenheit d Gehorsam Ehrerbietung redlich seine ufe. Sende ier annehmen eit erzeigen. vor dir aus! 1e, gehe ihm sch ne bleibe und Zeit zurn ũt an seinen 6 uns ohne und wit den nserm Herze preisen und hist, du / du r Gebete für Familie, Haus und Heimat. 203 Es kennt der Herr die Seinen Und hat sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen In jedem Volk und Land; Er läßt sie nicht verderben, Er führt sie aus und ein; Im Leben und im Sterben Sind sie und bleiben sein. 153. Beim Antritt einer Reise. Ps. 121, 8: Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. In deinem Namen, allmächtiger und gnädiger Gott, beginne ich meine Reise. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt, meine Hülfe kommt von dir. Ich ergreife den Stecken und Stab deines göttlichen Wortes, damit derselbe mich stütze und trage alle Wege. Dich aber bitte ich, sende mir zu meinem Geleitsmanne bei Tag und bei Nacht einen von der heiligen Legion, welche du zu deinem Dienste erschaffen hast. Alsdann gehe ich getrost dahin, ob ich schon nicht weiß, was mir begegnen mag; du wirst mit mir sein, denn du hast die Fremdlinge lieb.(Es thut mir weh, daß ich scheiden muß aus dem teuren Elternhause und der lieben Heimat, und mich trennen muß von denen, welche ich so herzlich lieb habe; habe ich doch vielleicht für lange ihre Angesichter zum letzten— mal gesehen, aber ich will meinen Schmerz überwinden und meine Thränen trocknen, weiß ich ja doch, daß es dein Wille ist.) Von Alters her sind deine Kinder nur Fremdlinge und Gäste, nur Wandersleute auf Erden nach dem heiligen Berufe, den du ihnen gegeben hast. Und du,‚ Gott, bist ein Gott der nahe ist, und ein Gott der ferne ist, du bist daheim und bist in der Fremde der Vater deiner Kinder. Nimm sie alle: Vater und Mutter, Mann und Weib, Brüder und Schwestern, die lieben Kindlein unter deine Flügel, umschirme Haus und Hof, behüte die liebe Heimat. Rufe am Morgen wie am Abend den lieben Meinen das Psalmlied in das 204 Gebete für Familie, Haus und Heimat. Herz: Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibet, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. O Gott, laß es mir gelingen, und gieb mir zu seiner Zeit eine fröhliche Heimkehr und ein frohes Wiedersehen. So laß es geschehen: segne meinen Ausgang und Eingang, und wenn wir einmal ausgepilgert haben, nimm uns zu dir auf in dein ewiges himmlisches Reich. Amen. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt, Dem will er seine Wunder weisen In Berg und Thal und Strom und Feld; Den lieben Gott laß ich nur walten, Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld Und Erd' und Himmel will erhalten, Hat auch mein' Sach' auf's Best' bestellt. 154. Gebet auf der Reise. Ps. 119, 133: Laß meinen Gang gewiß sein in deinem Wort, und laß kein Unrecht über mich herrschen. Treuer Gott, nun bin ich auf der Reise und sehe mit meinen Augen, wie herrlich deine Welt ist. Groß sind deine Werke; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran. Herrlich hast du geschmückt den Schemel deiner Füße, wie wunderbar herrlich wird es erst an deinem Stuhle sein? Aber wer erkennt dich in deinen Werken, wer betet dich an in deinen Wundern, welche du gewirkt hast! Blind und taub ist die Welt und trunken von Augenlust und hoffärtigem Wesen. Alles jagt dem Mammon nach und opfert an seinen Altären. Nun merke ich erst recht, daß ich ein Fremdling bin in dieser Welt und wie sehr ich der Hut deiner Augen bedarf. Ach, hüte mich, daß ich nicht in das arge abgöttische Wesen dieser Welt verstrickt werde, daß meine Füße nicht treten auf das Schlüpfrige. Bewahre meine Seele, daß ich dich, meinen Heiland, nicht aus den Augen und aus dem Herzen verliere, der du auch einmal ein Fremdling warst auf dieser Eide und a Du hat, nich besch Geschäften, gewiß se über mi solchen be Ind) mit dem Jeru Heiliges 2 Herberge dem leber meiner in deiner Lie einem gli fröhliche daß ich walle. Nu hast mei Guade unsichtba sten sitze en bleibet, ersicht und hoffe. O u seiner Zeit iedersehen. sgang und haben, nimm deich. Amen. sein in deinen cu. und sehe mit roß sind deine an. Herrlic ie wunderbat Aber wer an in deinen taub ist die igem Wesen. inen Altäten. ling bin in lugen bedorf dtisce Wesen nicht treten daß ich dich dem Hersen ost auf dise Gebete für Familie, Haus und Heimat. 20⁵ Erde und allen Pilgrimen ein trostreiches Vorbild geworden bist. Du hast, treuer Gott, bis dahin mir wohlgethan und treulich mich beschirmet, du hast mir Fortgang gegeben zu meinen Geschäften, sei auch ferner mit mir. Laß meinen Gang gewiß sein in deinem Wort, und laß kein Unrecht über mich herrschen. Laß mich auf meiner Reise auch solchen begegnen,(welche mit mir dieselbe Sprache reden, und) mit denen ich reden kann von der heiligen Stadt, von dem Jerusalem, das droben ist. Gieb mir sonntäglich dein heiliges Wort zu hören, damit ich in deinem Hause die Herberge finde auf meiner Pilgerreise, den Brunnen mit dem lebendigen Wasser. Gedenke in Liebe derer, welche meiner in ihren Gebeten vor dir gedenken, und laß uns in deiner Liebe verbunden sein und bleiben. Führe meine Reise einem glücklichem Ziele entgegen, damit meine Heimkehr eine fröhliche sei. Ja, Herr, das thue an mir und gieb Gnade, daß ich dir wohlgefalle, ich sei daheim oder ich walle. Amen. 155. Gebet nach glücklicher Rückkehr. 5. Mos. 2, 7: Er hat dein Reisen zu Herzen genommen. Nun bin ich wieder daheim. Du, barmherziger Gott, hast meine Reise zu Herzen genommen und zu derselben Gnade gegeben, dafür sei gelobt. Ich danke dir für das unsichtbare Geleit, das du mir bei Tag und Nacht auf allen meinen Wegen zugesellt hast, es hat mich treulich behütet. (Ich danke dir, daß du auch hier so redlich über die Meinen Wache gehalten und die lieben Meinen so gnädig bewahret hast. Wie bin ich so froh, sie wiederschauen zu dürfen von Angesicht zu Angesicht! Ja ich darf bekennen: Wider alle Fährlichkeiten hast du sie beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret, und das alles aus lauter väterlicher und göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit.) Mit frischem Mute will ich jetzt wieder dlIhινammumnmν⁴¹ 206 Gebete für Familie, Haus und Heimat. mein Werk angreifen und allen Fleiß anthun, um in meinem Haushalte treu erfunden zu werden. Ob ich auch mein Reisekleid ausgezogen habe, des Pilgrimsrockes will ich mich nicht entkleiden, will vielmehr immer bedenken, daß ich hier nur unterwegs zur Herberge bin, und will sinnen und trachten, endlich einmal heimzukommen in das liebe Vaterhaus im Himmel. Da werden wir erst ruhen dürfen, wenn wir aus— gezogen haben das Gewand der Sterblichkeit, wenn keine Sonne oder irgend eine Hitze mehr auf uns herabfällt, wenn das Lammemitten im Stuhle uns weiden und leiten wird zu den lebendigen Wasserbrunnen, und du, Gott, abwischen wirst alle Thränen von unsern Augen. O, Herr, hilf gnädiglich, daß wir nicht dahinten bleiben und die Verheißung versäumen. Amen. 156. Gebet für die liebe Heimat. I. Mos. 35, 33: Schändet das Land nicht, darinnen ihr wohnet. Ich danke dir von Herzen, liebreicher, freundlicher Gott, daß du mir auf Erden eine Heimat gegeben hast; wie habe ich sie doch so lieb! Da steht ja das Haus, in dem meine lieben Eltern wohnten und wohnen, da meine Wiege gestanden und ich, von treuer Vater⸗ und Mutterliebe gehütet, mit den lieben Meinigen die glücklichen Tage meiner frohen Kindheit verlebte. Da steht auch dein Haus, das liebe Gotteshaus, in dem ich so manchmal mit Vater und Mutter gesessen, dich anzubeten und dein Wort zu hören; in welchem ich dir dargebracht habe das heilige Gelübde, für immer dein eigen zu sein. Ja, da wohnen die Menschen, die mir so lieb sind. Nirgends auf Erden giebt es einen Ort, der mir lieber und trauter wäre, nirgendswo möchte ich lieber wohnen, nirgendswo lieber sterben; da, wo auf dem Kirchhofe die Kreuze stehen, unter welchen die Väter und Mütter ruhen und schlafen, möchte ich auch einst ruhen, und mit ihnen harren des Tages zukünftiger Auferstehung. O lieber, neler E Kinder wohnen. ihren N Gottlosi Deinen“ ahrein in ihr 9 der irdi O, wie und seli Himm— Blätte da ist dabeim. Age V Kudhei Wsegnet wi Guade ve Jin 0 guter leblich um in meinem ch auch mein will ich mich „daß ich hier rund trachten, Vaterhaus im wenn wir aus⸗ t, wenn keine abfällt, wenn mund leiten len, und du, von unsern nicht dahinten u. o nicht, darinnen ndlicher Gott, ast; wie habe in dem meine Zieze gestanden hütet, mit den rohen Kindheit 2 Getteshaus sutter gesesse, velchem ich dir Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. 207 treuer Gott, umschirme und schütze meine Heimak! Fromme Kinder laß in ihr auswachsen, fromme Menschen in ihr wohnen. Kein Frevel und keine Missethat beflecke und schände ihren Namen; laß sie keine Stätte des Unglaubens und der Gottlosigkeit und deiner heimsuchenden Gerichte jemals werden. Deinen Segen gieße über sie jahraus, jahrein, laß sie jahraus, jahrein geborgen sein unter deinem Schirme; lehre alle, die in ihr wohnen, den Weg suchen und finden, welcher uns aus der irdischen Heimat in die himmlische und ewige führt. O, wie wird diese erst so schön und herrlich sein! Wie süß und selig wird es sein, zu wohnen im Paradiese des Himmels, unter den Lebensbäumen, deren Blätter dienen zur Gesundheit der Völker! Ja, da ist alles Heimweh gestillt, da sind wir endlich dabeim. Amen. Zweiter Abschnitt. Allgemeine untl besonckere Verllälknisse, Zuffände unc Röte des menschlichen Lebens. 157. Gebet in der Jugend. Pred. 11, 9: So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und laß dein Herz guter Dinge sein in deiner Jugend. Thne, was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt; und wisse, daß dich Gott um dies alles wird vor Gericht führen. Mein lieber Gott und Vater, von meiner Geburt und Kindheit an hast du mich beschützt und beschirmt, geliebt und gesegnet, und nun bin ich in die Tage meiner Jugend getreten. Ich will mich derselben von Herzen freuen, denn sie ist deine Guade und Gabe, dazu die schönste Zeit meines Lebens. Ich vernehme ja auch aus deinem Worte: Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und laß dein Herz guter Dinge sein in deiner Jugend. Ja, laß ihn nur lieblich blühen den Garten, welchen du mir gepflanzet hast, ———— —— 208 Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. aber, mein Gott, blühen zu deinem Preise! Durch dein Wort und deinen Geist mahne und stärke mich, daß ich meine ZJugend in Ehren halte, mich freuen möge mit gutem unbe⸗ flecktem Gewissen und nichts verderbe. Ich weiß, es kommt ein Tag, da du mich vor Gericht fordern wirst, da ich dir Rechenschaft geben muß auch von meiner Kindheit und Jugend. Halte in mir wach und lebendig mein Gewissen und die Stimme deines Wortes, daß ich dich nicht aus dem Herzen und aus den Augen verliere, keusch und züchtig lebe in Gedanken, Worten und Werken und meinen Weg unsträflich wandele, daß ich nicht, durch mein Fleisch und Blut und die Reizungen der Welt verlockt, auf das Schlüpfrige trete und mir meine Jugend zu Grunde richte, wie sie schon so viele Jünglinge und Jungfrauen sich zu Grunde gerichtet haben. Sei mir nahe und stärke mich in der Stunde der Gefahr und Versuchung, hilf mir, fliehen die Lüste der Jugend und nachjagen der Heiligung. Ich will nicht mit denen gehen, welche dich vergessen und ihren Heiland mit Füßen treten; ich will nicht da sitzen, wo die Spötter sitzen. Ich will meine Lust haben an deinem Worte und deinen Geboten, nicht an dem Beifall der Menge, sondern an deinem Wohlgefallen. Laß den Sonnenschein deiner Liebe und den milden Tau deiner göttlichen Gnade auf meiner Jugend ruhen, daß daraus erwächst ein zufriedenes, glückliches Alter. O treuer Gott, regiere mich und schirme mich mit deiner Gnade. Amen. 158. Gebet im Altee. Ps. 71, 9: Verwirf mich nicht in meinem Alter; ver⸗ laß mich nicht, wenn ich schwach werde. Mein lieber Gott und Vater in Christo Jesu, ich stehe in den Tagen meines Alters und fühle, wie seine Last mich drückt. Ich kehre zurück zu der Schwachheit und Hülflosigkeit meiner Kindheit, nur daß meine Tage stiller und einsamer Ruoiden sch meiner liugst im dir aus ul mit Mutt Alter u vorden euch tra. werdet. und err wirst mic deiner so und nimt Nebe in schein, der sei der Vort der liebe und warten; Und weil hat, und bereite m Nunger d bei mir hat sich n holt sein, da in dein hon hinr lisung, lle Lieh hst und isse. Durh din daß ich meine gutem unbe⸗ eiß, es komut dern wirst, einer Kindheit mein Gewissen nicht aus dem und züchtig n und meinen mein Fleisch lockt, auf das Grunde richte, rauen sich zu stärke mich in mir, fliehen Heiligung. vergesen und icht da stzen, ben an deinem all der Menge, Sonnenschein ttlichn Gnade in zufriedenes, 9 und schirme hnen Aller; ber Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. 209 geworden sind. Ich bedürfte der Hände einer Mutter, die sich meiner annimmt, aber die das einst gethan, schläft schon läugst im Schoß der Erde. Ich recke meine Hände nach dir aus und flehe: Leite mich, mein Gott und Vater, wie mit Mutterhänden, verwirf mich nicht in meinem Alter und verlaß mich nicht, da ich schwach ge— worden bin. Gedenke deiner Verheißung: Ja, ich will euch tragen bis in das Alter und bis ihr grau werdet. Ich will es thun, ich will heben, tragen und erretten. Du warst immer meine Zuversicht und wirst mich auch jetzt nicht verlassen noch versäumen, wo ich deiner so sehr bedarf. Habe Geduld mit meiner Schwachheit und nimm mein Wollen anstatt des Vollbringens. Deine Liebe in Christo Jesu, meinem Heilande, sei der Sonnen⸗ schein, der meinen Abend mir freundlich verklärt; deine Gnade sei der Trost und die Erquickung meines Herzens; dein Wort der Stecken und Stab, worauf ich mich stütze. Gieb Liebe und Geduld denen, welche um mich sind und meiner warten; laß sie daran denken, daß sie auch alt werden wollen. Und weil es offenbar ist, daß mein Leben bald ein Ende hat, und ich aus dieser Welt scheiden muß, so rüste und bereite mich stündlich zu meinem Heimgang. Wie einst deine Jünger dich baten, liebster Heiland, so bitte ich dich: Bleibe bei mir, denn es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneigt. Ja, Herr, bleibe bei mir, nimm mich und halte mich in deinen Händen, laß mein Herz gewiß sein, daß du mein Heiland bist, und daß du mich in deine Hände gezeichnet hast. O, ich möchte gern von hinnen gehen und sehne mich nach meines Leibes Er⸗ lösung, aber dein Wille geschehe! Ich danke dir für alle Liebe, welche du mir bis dahin so reichlich erwiesen hast und hoffe, du wirst es auch wohl machen mit meinem Ende; mit dem frommen Jakob warte ich auf dein Heil. Lebe ich, so lebe ich dem Herrn; sterbe ich, so sterbe ich dem Herrn, darum ich lebe oder sterbe, so bin ich des Herrn. Des Christen Pilgergang. Amen. 14 21⁰ Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. Ich harre dein! Wie könnt' ich anders sprechen An diesem dunkeln Ort, Wo alle Stützen brechen, Nur du nicht und dein Wort. Drum harr' ich dein. Ich harre dein! Du hast am Kreuz gerungen Für mich in bittrer Pein, Hast alle Feind' bezwungen, Drum soll's mein Wahlspruch sein: Ich harre dein. 159. Gebet einer Witwe. 1. Timoth. 5, 5: Das ist aber eine rechte Witwe, die einsam ist, die ihre Hoffnung auf Gott stellet, und bleibet am Gebet und Flehen Tag und Nacht. Ach, mein Gott, du hast mir meine beste Stütze im Leben zerbrochen, meinen lieben Maunn, den Vater meiner Kindlein, hast du weggenommen und mir das traurige Witwenkleid angezogen. Ach, wie trüb und einsam sind meine Tage geworden, wie kummervoll mein Aus⸗ und Eingang! Alle Last ist nun gelegt auf meine Schultern, und ich bin doch nur ein armes, schwaches Weib. Wer soll mir raten, wer helfen? Wer fragt nach einer Witwe, wer sieht zu ihrem Rechte? Du hast zwar geboten: Ihr sollt keine Witwen und Waisen beleidigen und hast gedroht: Du wollest ein schneller Zeuge sein wider die, so Gewalt oder Unrecht thun dem Tagelöhner, den Witwen und Waisen, aber der Gottlose fragt nichts nach deinem Worte. Darum schreie ich zu dir und schütte dir mein Herz aus; ach, hilf mir und verlaß mich nicht! Wo soll ich Zuflucht finden, wenn du sie mir nicht bietest? Wende deine Augen nach mir, neige dein Herz zu mir, daß ich getröstet werde. Du hast ja auch verheißen, ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen zu sein; ach, gedenke meiner nach deiner Verheißung! Tröste mich in meiner großen Traurigkeit und stärke mich, in Geduld und Ergebung das Auferlegte zu tragen. Lehre mich sile sein Meinen S uädig zu Pogen und guuz in d Ind schme it umsch Erhalter, mit deine gefallen,d eine recht eine rer nung ar Flehen in deiner Gebete 1 eldulden Heibendei dich mein Redacht, mir gnät zuf aller schweige isie. rechtt Witwe, die et, und bleibet am este Stütze in Vater meiner das traurige sam sind meine und Eingangl und ich bin joll mir raten, wer siht u sollt keine hst goroht ider die, so lohner, den sugt nicht dit und sü Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. 21¹ stille sein und auf dich, Herr, hoffen. Verleih mir in allen meinen Sachen Rat, tritt mir in meinen Entschließungen gnädig zur Seite. Du hast mir meinen lieben Mann ent⸗ zogen und hast damit mein und meiner Kinder Schicksal ganz in deine Hände genommen, so laß uns nun auch sehen und schmecken, daß wir von deiner Gnade und Barmherzig— keit umschlossen sind. Sei du mein und meiner Kindlein Erhalter, Versorger und liebreicher Vater. Regiere mich mit deinem Geiste und Worte, damit ich dir möge wohl— gefallen, daß ich in frommem Glauben und gottseligem Wandel eine rechte Witwe sei, wie dein Wort sagt: Das ist aber eine rechte Witwe, die einsam ist, die ihre Hoff— nung auf Gott stellt, und bleibet am Gebet und Flehen Tag und Nacht. Segne meine Kinder, daß sie in deiner Furcht und Liebe heranwachsen, segne an ihnen meine Gebete und Thränen und das frühe Leid, welches sie zu erdulden haben! Ach, daß dasselbe ihnen werden möchte zum bleibenden und ewigen Gewinn! Erhöre mich und erbarme dich meiner, erhöre mich um deswillen, der auch der Witwen gedacht, da er vom Kreuze herab ansah seine Mutter! Sei mir gnädig am Morgen und am Abend und sei mit mir auf allen meinen Wegen. Höre mein Gebet, Herr, und schweige nicht über meine Thränen! Amen. Witwen sind in Gottes Armen, Waisen sind in Gottes Schoß; Ihrer will er sich erbarmen, Wär' die Not auch noch so groß. Ein solch' ungerechter Mann Tastet Gottes Augen an, Der die armen Waisen drücket Und der Witwen Herz bestricket. 160. Gebet einer Waise. Ps. 27, 10: Mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der Herr nimmt mich auf. Mein lieber, himmlischer Vater, ich habe niemanden mehr, den ich mit freudigem, liebeseligem Herzen Vater nennen kann, denn dich allein. Meinen Vater und meine Mutter, 1⁴4 21² Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. meine herzlieben Eltern nahmst du mir; sie haben mich zurück— lassen müssen in meiner Schwachheit und Hülflosigkeit, allein in dieser Welt. Nun ist der Sonnenschein aus meiner Kindheit und Jugend geschwunden, und mein Leben ist freudenlos geworden. In meiner Betrübnis will ich an das Wort denken: Mein Vater und meine Muttter ver⸗ lassen mich, aber der Herr nimmt mich auf. Ja, nimm mich auf in deinen Schutz und Schirm, nimm mich an dein Herz und an deine Hand; sei du mein Vater und sorge für mich. Gieb mir eine Zuflucht bei frommen Menschen, die sich meiner erbarmen und annehmen; hilf mir mit Rat und That und mache mich brauchbar und tüchtig, damit ich mir erwerbe mein tägliches Brot. Laß die Waisen vor dir Gnade finden. Ich will mich zu meinem Troste, liebster Herr Jesu, der Worte erinnern, mit welchen du deine betrübten Jünger getröstet hast: Ich will euch nicht Waisen lassen, ich komme zu euch. So thue auch an mir. Komme zu mir, daß ich in deiner Gemeinschaft verbleibe, an deiner Liebe mein Herz erquicke, mich unter deinen Flügeln geschützt und von dir als meinem guten und treuen Hirten gehütet und geleitet weiß. Mein lieber Heiland, aller Ver— lassenen und Verwaisten mitleidigster Freund und Bruder, erbarme dich meiner und bewahre mich in deiner Liebe zu meiner Seligkeit. Tröste mein Herz, damit ich mich in meines Gottes Führung ergebe und vertrauensvoll auf ihn hoffe. Vermahne mich täglich, daß ich meinen Gott vor Augen und im Herzen habe und niemals abirre von seinen Wegen. Stärke mich und hilf mir in allen Ver— suchungen und Anfechtungen, damit ich nicht in den Unglauben und das Verderben gerate und daß mir das Allerärgste wider— fahre, daß ich meinen Gott und meine Seligkeit verliere. Stehe mir bei, daß ich dein Kind verbleibe und einmal in das himmlische Vaterhaus komme, mich mit den kieben Meinen deiner Herrlichkeit ewiglich zu erfreuen. Ach erhöre, barmherziger Vater, dein armes Kind, um Jesu Christi, meines Heilandes willen. Amen. Ich d ind Vater als dein ge nicht an, d Du selbst angezogen, daran hang geliebter S. u, mein werde, dar meise e8 meine Er immer no ind dich Du his Not un isse. n mich zurük⸗ osikkeit, alen aus meiner in Leben is Uich an das uttter ver— in Vater und en Menschen, mir mit Rat tig, damit ih aisen vor dir roste, liebster eine betrübten cht Waisen auch an mir. aft verbleibe, einen Flügeln treuen Hirten id, aller Ve⸗ und Bruder, ner Liebe zu ich mich in woll auf ihn Gott vot abirre von u allen Ver⸗ en Unglauben rürgste wider⸗ keit verliere d einmal in den leben Ih rlie Ru Christ, Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. 213 O mein allerliebster Jesu, Hör' mich arme Waise an, Weil ich traurig vor dir stehe Und mir selbst nicht helfen kann! Du bist ja mein treuer Heiland, Und dein Kind will ich nur sein, So im Leben, so im Sterben, Treu beständig dir allein! 161. In der Armut. Ps. 9, 19: Er wird des Armen nicht so ganz vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich. Ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mein Gott und Vater bist, und daß ich zu dir kommen und beten darf als dein geliebtes Kind. Bin ich auch arm, so siehst du das nicht an, dein Auge richtet nicht wie dasjenige der Menschen. Du selbst hast mir ja das Kleid der Armut und Niedrigkeit angezogen, und ob auch die Thränen und Sorgen sonderlich daran hangen, so ist es doch derselbe Rock, welchen dein geliebter Sohn getragen hat, als er hienieden wandelte. Und er, mein Heiland, war ärmer denn ich bin; ich habe ja noch immer ein Dach gehabt, unter welches ich am Abend mein Haupt legen konnte, und habe immer noch, wenn auch nur ein kleines und geringes Teil mein eigen nennen dürfen, der Himmlische aber, dem doch alles war, mußte sagen: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester, aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege. An denselben will ich denken, seinen Ruf will ich hören, so oft ich zur Unzufriedenheit, zum Mißmut und Murren gereizt werde, damit ich mich zufrieden gebe und mich nicht ver⸗ messe, es besser haben zu wollen, als es der hatte, dem ich meine Erlösung zu danken habe. Du hast mir ja auch immer noch geholfen, treuer Gott, meine Last mir erleichtert und dich meiner angenommen, du wirst es auch ferner thun. Du bist ja der Armen Schutz, ein Schutz in der Not und: Du wirst des Armen nicht so ganz 214 Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich, und: Ich bin arm und elend, du aber sorgest für mich; des will ich mich trösten; ich will gottselig sein und mir genügen lassen. Halte mir nur mein Auge wacker und stärke mich, daß ich die Ver— suchungen meines Standes überwinde, nicht in Sünde und Schande gerate, vielmehr mein Kleid trage in Zucht und Ehren, in Gottseligkeit und wahrer Frömmigkeit. Hilf mir treulich sorgen um meiner Seele Seligkeit, daß ich zu denen zähle, welche dein lieber Sohn als die ersten selig pries, da er rief: Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr. Hilf mir zu dem Reichtum deiner Gnade, damit ich keinen Mangel habe an dem, was die Seele ergötzet und was ich mitnehmen kann, wenn ich aus diesem Leben abscheiden soll. Wenn ich nur Teil gewinne an dem Erbteil deiner Kinder im Himmel, dann will ich nicht achten der Entbehrungen dieses Lebens gegenüber der Seligkeit und Herrlichkeit, die an mir wird offenbar werden. Ja, wenn ich auch ein Lazarus ge⸗ wesen wäre, ich werde alsdann deine Führung preisen und deine Barmherzigkeit loben ohne Aufhören. Dazu verhilf mir, barmherziger Gott, um Jesu Christi willen. Amen. Nicht so traurig, nicht so sehr, Meine Seele, sei betrübt, Daß dir Gott Glück, Gut und Ehr' Nicht so viel wie andern giebt. Nimm vorlieb mit deinem Gott, Hast du Gott, so hats nicht Not. Der ist albern, der sich kränkt Um ein' Hand voll Eitelkeit, Wenn ihm Gott dagegen schenkt Schätze der Beständigkeit. Bleibt der Zentner dein Gewinn, Fahr der Heller immer hin. Mein§ und bekenne: und aller Du hast mit undern reich Macher leb dum Morge dum ich dir nicht stolz st duß ich nich Reben hast 1 ungewisse Gott; o, t meinen Sto welche die! Uachten im Ein Reich lommen; ein Nade Reich G dise Wort Hewissen! Manes, d und alle 2 shnahtet stehe mir hur Uugen hu verloäs 91 Her die Güt sse. uden wird in arm und will ich mic lassen. Halte f ich die Ver⸗ n Sünde und in Zuct ud it. Hilf mir ich zu denen selig pries, arm sind, mir zu dem ngel habe an tnehmen kann, Denn ich nur im Himmel, dieses Lebend „die an mir u Lazarus ge⸗ preisen und Dazu verhilf illen. Amen. Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. 21⁵ 162. Im Reichtum. 1. Timoth. 6, 17: Den Reichen von dieser Welt gebiete, daß sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den ungewissen Reichtum, sondern auf den lebendigen Gott. Mein Herr und mein Gott, ich demütige mich vor dir und bekenne: Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, welche du an mir gethan hast. Du hast mir der zeitlichen Güter viele gegeben und mich vor andern reich gemacht, obschon ich nicht besser bin, denn diese. Mancher lebt in Armut, Entbehrung, Not und Kümmernis vom Morgen bis zum Abend, und er gefällt dir mehr, denn ich dir gefallen mag. Bewahre mich darum, daß ich nicht stolz sei und mich über meinen armen Bruder erhebe, daß ich nicht prunke und prahle mit dem, was du mir ge— geben hast und was dein ist, und daß ich nicht hoffe auf den ungewissen Reichtum, sondern auf dich, den lebendigen Gott; o, treuer Gott, bewahre meine Seele! Ich will meinen Stand nicht ansehen, wie die Welt ihn ansieht, welche die Reichen glücklich preist, ich will ihn allezeit be— trachten im Lichte deines Wortes. Ich höre dich sagen: Ein Reicher wird schwerlich in das Himmelreich kommen; es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Wie erschütternd ernst sind diese Worte; ach Herr, lege sie auf mein Herz und mein Gewissen! Wie erschütternd ernst das Bild des reichen Mannes, der sich in Purpur und köstliche Leinwand kleidete und alle Tage herrlich und in Freuden lebte, der aber dort schmachtet in der Hölle und in der Qual! O, dieses Bild stehe mir mahnend und warnend vor Augen, so oft Satan zur Augenlust, Fleischeslust und Hoffart mich zu reizen und zu verlocken suchet! Laß mein Auge nicht blind sein und mein Herz nicht bethört werden, daß ich mich hange an die Güter, welche Motten und Rost fressen, und 216 Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. mit meinem Herzen von dir weiche. Dein Kind zu sein und zu bleiben, das soll mir lieber sein als all mein Reichtum. Meine Seele und ihre Seligkeit will ich höher schätzen als die ganze Welt, denn was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne, nähme aber Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? Ich will nicht vergessen, ach, mein Gott, erinnere mich täglich daran, wozu du mir meinen Reichtum giebst, nämlich wohlzuthun und mitzuteilen, Gutes zu thun und nicht müde zu werden, gern zu geben und behülflich zu sein, deine armen Kinder, meine miterlösten Brüder und Schwestern zu trösten, mir Schätze zu sammeln, mir selbst einen guten Grund aufs Zukünftige, damit ich ergreife das ewige Leben. Ich will in den Fußtapfen meines Heilandes wandeln, wie dies Joseph von Arimathia und der Kämmerer aus dem Mohrenland thaten, damit ich meinem Heiland auch nach— folgen kann in seine Herrlichkeit. Stehe mir dazu bei, du treuer Gott, und sei mir um deswillen gnädig, der auch meinetwegen arm ward, damit ich durch seine Armut reich würde. Ach sei mir gnädig in Zeit und Ewigkeit! Amen. Wenn ich, Jesu, dich kann haben, Hab' ich allen Ueberfluß; Deine Gnade kann mich laben, Wenn ich alles lassen muß. Du alleine bist mein Ruhm, Silber, Gold und Eigentum. Nichts ist an der Welt gelegen; Jesus ist mein Schutz und Segen. 163. In schweren Sorgen und Kümmernissen. Ps. 10, 17: Das Verlangen der Elenden hörst du, Herr; ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Herr, mein Gott, ich habe keine andere Zuflucht und Hülfe denn dich allein. Wo ich hinsehe und hingehe, finde i nitgendt helsen, und Wez und Vermöͤgen, ungen an! ind kann! leid. O, Reiche mir Refe. L Herzen gl. an durch u, daß u ugesagt, nan seir Kummer wie du ve Zuversi Hülfe. stlle; du dazu ist sein und Serle sa unverza du dich nir? 5 danken, nein 6 hͤrst di merket. Sohnes! Naeben, wie sich echa nicht u Veisöhne Eohn. se. A Dein Kind u als all min ril ich hihe se es den ne, nähne was kann ele wieder )ott, erinnere ichtum giebt, Gutes zu zu geben und e miterlösten Schätze zu rund aufs ige Leben. wandeln, wie er aus dem d auch nac⸗ dazu bei, du ig, der auc urch seine in Zeit und sen. hrs du hen: let. Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. 21⁷ ich nirgends Hülfe und Trost. Menschen können mir nicht helfen, und ob sie es auch könnten, ein jeder sieht auf seinen Weg und achtet des andern nicht. Es geht schier über mein Vermögen, was ich zu tragen habe, und die Kümmernisse nagen an meinem Herzen. Ich esse mein Brot mit Thränen und kann den Schlaf nicht finden vor Kummer und Herze⸗ leid. O, barmherziger Gott, daß ich dich finden möchte! Reiche mir deine Hand dar, daß ich nicht hinabfahre in die Tiefe. Laß das Fünklein Vertrauen, welches in meinem Herzen glimmt, nicht ausgelöscht werden, vielmehr fache es an durch die Erweisungen deiner Freundlichkeit. Du willst ja, daß man alle Sorgen auf dich werfe, und hast zugesagt, für uns sorgen zu wollen; du willst ja, daß man sein Herz vor dir ausschüt te und Gram und Kummer vor dir nicht verberge, so thue denn auch an mir, wie du verheißen hast, und sorge für mich. Sei du meine Zuversicht, eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Es ist ja unnütz dir zu sagen: Hier fehlt es, hier stille; du weißt ja alles, deinem Auge ist nichts verborgen, dazu ist dir kein Ding unmöglich. O, laß mich geduldig sein und auf dich, Herr, hoffen! Ich will zu meiner Seele sagen: Harre des Herrn, sei getrost und unverzagt und harre des Herrn. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist. Das Verlangen der Elenden hörst du, Herr, ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Dazu bin ich erlöst und von dir erkauft durch deines Sohnes heiliges und teures Blut. Du hast mir ein Anrecht gegeben, dein Kind zu heißen. Ach, so bezeuge dich an mir, wie sich ein Vater an seinem Kinde bezeuget. Erhöre mich und erhalte mich in der Stunde der Anfechtung. Gedenke nicht meiner Sünden und Uebertretungen, mein Versöhner und Fürsprecher ist dein heiliger und geliebter Sohn. Schilt die Wellen und Wogen, die um mich brausen, Wauuu gdii 218 Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. damit es stille werde und ich in der Freude meines Herzens dich anbete. Um Christi willen laß es also geschehen. Amen. Gott läßt keinen traurig steh'n, Noch mit Schimpf zurücke geh'n, Der sich ihm zu eigen schenkt Und ihn in sein Herze senkt. Wer auf Gott sein' Hoffnung setzt, Findet endlich und zuletzt, Was ihm Leib und Seel' ergötzt. 164. Um ein bescheidenes Teil. 1. Tim. 6, 6: Es ist ein großer Gewinn, wer gottselig ist und läßt ihm genügen. Armut und Reichtum gieb mir nicht, laß mich aber mein bescheidenes Teil Speise dahinnehmen, dies Gebetlein steht in deinem Wort geschrieben, Herr, mein Gott, darum ist es dir auch angenehm, und du wirst mich mit demselben erhören. Nein, ich bitte dich nicht um Reichtum; mein Herz will ich nicht verführen, sich zu hangen an die vergänglichen Güter der Erde, du sollst mein Gott sein und bleiben. Aber ich bitte: Verschone mich mit Armut, denn sie ist ein schwerer Stand, und wie leicht könnte es geschehen, daß ich mich an deinem Namen vergriffe und in schwere Sünden hinein geriete. Laß mich mein beschei— denes Teil dahinnehmen, damit ich in dem, was die Notdurft des Lebens belangt, vom Morgen bis zum Abeud genug habe. Dazu segne meinen Beruf und meiner Häude Werk und mache mich fleißig und treu in dem, was die Pflicht von mir fordert. Gieb und erhalte mir einen gott— seligen, zufriedenen Sinn, damit ich dir danke für jedes Stücklein Brot, das du mir darreichst, für jeden Trunk frischen Wassers, der mir den Durst stillt. Wir haben nichts mit in die Welt gebracht, darum auch offenbar ist, wir werden nichts mit hinausnehmen. Nackend kam ich und nackend werde ich wieder gehen, aber als ich kam und hülflos dalag, da recktest du deine Hände iuch nir ind hist du wirst e ot beschu Pandersm dahinten b derhält, u genügen genug, so Resmnet d Augen und al! bekenne wie soll Wie viel gemacht! und dich mir dies licht not geben, 0 gezunden nich vo und we e. ined Herzenz sen. Amen. u„ Wer gottselig , laß mich innehmen, eben, Herr, id du wirst ich nicht um ch zu hangen mein Gott mit Armut, t koͤuute es riffe und i in beschei— em, was die zum Abeld seiner Hände m, was die einen gott⸗ fe für jedes jeden Tumk Wir haben Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. 219 nach mir aus und legtest mich an meiner Mutter Brust, und hast bis dahin deine Hand nicht von mir abgezogen, du wirst es auch ferner nicht thun. Was soll ich mich ohne Not beschweren anf meinem Pilgerwege, das thut auch der Wandersmann nicht; wie leicht könnte es geschehen, daß ich dahinten bliebe und das Ziel, welches mir deine Berufung vorhält, nicht erreichte. Ich will mir an deiner Gnade genügen lassen, ich habe alsdann für Leib und Seele genug, so lange ich lebe. Mein Gott, mache mich also gesinnet durch Jesum Christum, meinen Herrn. Amen. Meine Seele bleibet still, Denn sie ist in Gott vergnügt. Wie sein treuer Rat und Will Es mit mir im Leben fügt: Also laß ich mir's in allem Auch von Herzen wohlgefallen, Daß sonst nichts als er allein, Mir das höchste Gut soll sein. 5 165. Um Erhaltung der Gesundheit des Leibes. Ps. 16, 1: Bewahre mich, Gott, denn ich traue anf dich. Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen und Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, so bekenne ich in meinem allerheiligsten Glauben; o, mein Gott, wie sollte ich dir danken, daß ich dieses bekennen kann! Wie viel hast du doch an mir gethan, wie reich hast du mich gemacht! Ach, daß ich dies so wenig erkenne und beherzige und dich mit meinem Undank oft so tief betrübe! Vergieb mir dies in deiner Langmut und Barmherzigkeit, damit es nicht not thut, mich daran zu erinnern, daß du Macht hast, zu geben, aber auch Macht hast, zu nehmen. Erhalte mir einen gesunden Leib, gerade Glieder, gesunde Sinne; beschirme mich vor aller Gefährlichkeit, bewahre mich vor allem Uebel, und wenn ich zuweilen angefochten und krank werden sollte, 220 Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. dann erhöre mein Gebet, damit es besser mit mir werde. Bewahre mich, daß ich mich deiner Gabe nicht überhebe, darauf nicht stolz und trotzig werde, daß ich nicht meinen Leib zu einem Abgott mache, oder denselben über Gebühr liebe und schätze. Wie darf das Gefäß sich rühmen, als habe es sich selbst bereitet, wie darf es den Werkmeister vergessen und verleugnen, der es gebildet hat? Lehre mich, das anvertraute Gut in Ehren zu halten, vorsichtiglich zu wandeln, mich zu hüten vor allem Leichtsinn, Uebermut, vor aller Unmäßigkeit und jeglicher Ausschweifung, damit ich nicht selber meine Gesundheit schädige oder gar zerstöre, meinen Leib entehre, schände und verderbe. Dein Wort hält mir vor: So jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. O, laß diese Worte in meinem Gewissen eingegraben sein, damit sie mich in jeder Versuchung schrecken! Ziehe mich an mit herzlichem Erbarmen gegen die, welche entbehren müssen, dessen ich mich freuen darf, die zu seufzen haben unter Krankheit, Gebrechen und Siechtum, damit ich ihre Last tragen helfe und dir um so dankbarer werde. Erfülle mich mit deinem Geiste, damit ich dir mit Leib und Seele, Augen und Ohren und allen Gliedern, mit meiner Vernunft und allen meinen Sinnen diene, damit mein Leib ein Gefäß deiner Ehre und ein Tempel deines Geistes sei, damit ich dich preise an meinem Leibe und in meinem Geiste. Treuer und barmherziger Gott, erhalte und bewahre mich in deiner Furcht und Liebe. Amen. 166. Bei einem körperlichen Gebrechen. Marc. 10, 47: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Mein Herr Jesu, wenn du noch auf Erden wandeltest, wollte ich zu dir eilen über Land und Meer und rufen: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein. Du hattest ja die lahmen huüchigen! niht an i mußtest de heilen, af Ungesichte. du: Kom: beladen ich auch 1 bitten: A hrechen u laß; du voh es t Clenden spottet w denn du voller“ der Soh sündiger leiden m ed ja au stehen di zum Le daß du verde daß ich gebe un nich ar daß du, Busen meine Mein zur täg sei das damit! die Mi mir werde, ht überhebe, licht meinen iber Gebüht tühmen, als Verkmeister Lehre mich, iigi bermut, vor mit ich nicht öre, meinen rt hält mit verdirbt, Tenpel O, laß diese mit sie mich it herzlichem ssen ich mich t, Gebrechen und dir um heiste, damit u und allen nen Sinnen Ehre und dich preise te. Treuer h in deiner ni dich meiuet! eltest, olte gesu, an gattes 3 die ů Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. 221 Lahmen, die Blinden, die Tauben, die Aussätzigen, die Gicht— brüchigen und alle die Elenden so herzlich lieb, du konntest nicht an ihnen vorüber, wenn sie sich dir zu Füßen legten mußtest deine Hände nach ihnen ausstrecken, ihnen helfen, sie heilen, daß sie gesund und glückselig weggingen von deinem Angesichte. Aber du bist ja immer noch da, immer noch rufest du: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Darum will ich auch nicht aufhören, zu dir zu kommen, zu rufen und zu bitten: Ach, Herr, hilf mir! Du kennst ja mein Ge⸗ brechen und hörst das tiese Seufzen meiner Seele ohne Unter⸗ laß; du weißt, wie schwer die auferlegte Last ist, und wie weh es thut, wenn gar andere darauf hinweisen, und die Elenden um ihres Leidens willen gekränkt, verachtet und ver⸗ spottet werden. Das alles hast du ja vielmal mehr erduldet, denn du warst der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, und du warst doch der Sohn des lebendigen Gottes, aber ich bin ein armer, sündiger Mensch. Es ist dein Wille, daß ich solches leiden muß, sonst hättest du mir es nicht auferlegt; so muß es ja auch zu meinem Besten notwendig sein. Auch für mich stehen die Worte geschrieben: Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüppel eingehst, denn daß du zwei Hände oder zwei Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. Ach, gieb, daß ich zu deinem Willen mein Herz und meinen Willen gebe und meines Leidens wegen nicht mit dir hadere. Laß mich an deiner Liebe nie verzweifeln und nicht vergessen, daß du, der treue Hirte, das Schwache und Kranke an deinem Busen trägst. Schenke mir große Geduld, damit ich durch meine Geduld dich ehre und in deinen Fußtapfen verbleibe. Mein Leiden diene mir zur Reinigung meiner Sünden und zur täglichen Erneuerung meines inwendigen Menschen; es sei das Feuer, welches das Gold von den Schlacken scheidet, damit du mir aufdrücken mögest dein Bild. Versage mir nicht die Mittel und Wege, dir und meinen Mitmenschen zu dienen 222 Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. und ihnen nützlich zu sein, denn ich möchte nicht unnütz sein in diesem Leben. O, erhöre mich, Gott, mein Heiland, und hilf mir aus einem Tag in den andern, bis du mir völlig ausgeholfen hast! Ach, es wird mir ost so lange bis du kommst, mich zu erlösen. Wie sehne ich mich danach, daß ich einmal, befreit von dieser gegenwärtigen Mühsal und gesund geworden, bei dir sein kann allezeit. Laß mir zu gute kommen, was du verheißen hast: Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Amen. Alles dient zu deinem Frommen, Was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen Und es treulich mit dir meint. Bleibst du ihm nur wieder treu, Ist's gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den Engeln droben Ewig werdest loben. 167. Bei plötzlicher Gefahr und drohendem Unglück. Matth. 8, 25: Herr, hilf uns, wir verderben! Herr, mein Gott, große Angst und Fährlichkeit haben mich überfallen, es ist plötzlich dunkel geworden vor meinen Augen, und ich sehe keinen Ausgang; ich bin wie ein Kind des Todes, ich kann nur rufen und schreien: Ach, Herr, hilf, wir verderben! Laß mich nicht hinabfahren in das Verderben, denn ich habe sonst keine Hülfe; beschütze du mich, damit ich erhalten bleibe. Ich habe es ja verdient mit meinen Sünden, meinem Unglauben, daß du mich so züchtigest und strafest, aber du bist ja ein Erbarmer und hast nicht Lust am Tode des Gottlosen. Laß den meinen Fürsprecher sein, der meinetwegen Angst und Gericht erduldete und sein Leben für mich dargegeben hat. Ach, um deines geliebten Sohnes, meines Heilandes willen sei mir gnädig und nimm mich aus dieser Stunde! Der du das Verlangen der Elenden erhörest und ihr Gebet nicht verachtest, erhöre mich! Du Gott meiner Gnade und meines Trostes, sei mein Shuh, me i dis 1 nuch mir suchung! tragen, Ac, wein Danks. Met Seele, di an mir aber du gesendete deine Hu du dein! bon Ang geworden Da die ihm au Ressen m Kindedkin fürchten Herzen ö wad ich diene u Buße, x werden, Retrost dem Vo ümmerde se. st unnit sei Heiland, und u mir ölliz lange bid du danach, daf Mühsal und Wß mir zu t Thränen ien. lnglück. derben! ichkeit haben vor meiuen wie ein Kind Ach, Herr, nabfahren in beschütze u jn verdient du nich so Urbarmer ud den meinen icht erduldete um deines mr gridi a8 Verlangen test eihit stes sei meih Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. 223 Schutz, meine Hülfe, mein Erretter. Bedrohe den Wind und das Meer und laß es stille werden; recke deine Hand nach mir aus, damit ich nicht versinke. Laß die Ver⸗ suchung so ein Ende gewinnen, daß ich es kann er⸗ tragen, so will ich dich rühmen und preisen mein Lebenlang. Ach, mein Gott, erhöre mich, Christe, erhöre mich! Amen. 168. Danksagung für glücklich überstandene Gefahr und Abwendung des Unglücks. Ps. 34, 7: Da dieser Elende rief, hörete der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten. Mein Herr und mein Gott, meine Lippen und meine Seele, die du erlöset hast, lobsingen dir, denn du hast Großes an mir gelhan. Ich bin nicht wert deiner Barmherzigkeit, aber du hast in Gnaden meiner gedacht und hast mir Hülfe gesendet aus deinem Heiligtum, deine Häude beschirmten mich, deine Huld bedeckte mich. Nur für einen Augenblick hast du dein Antlitz vor mir verborgen, nun aber ist meine Seele von Angst und Pein genesen und voll Lobens und Dankeus geworden. Fürwahr, du treuer Gott, du hältst dein Wort: Da dieser Elende rief, hörete der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten. Das sei mir unver⸗ gessen mein Leben lang, das will ich meinen Kindern und Kindeskindern sagen, auf daß sie dich von ganzem Herzen fürchten und lieben und dir vertrauen. Versiegele in meinem Herzen deine Liebe und Treue, damit ich eingedenk bleibe, was ich dir schuldig bin, damit ich fortan dir lebe und dir diene zu deinem Lobe und Preise. Laß mich in täglicher Buße, frommem Glauben und gottseligem Wesen erfunden werden, damit ich einstmals, wenn mein Stündlein kommt, getrost und fröhlich von hinnen scheiden möge. Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste nun und immerdar. Amen. 22⁴4 Gebete für allgemeine und besondere Verhältnisse. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm' ich doch mit Seufzen ein. 169. Um willige Ertragung des Auferlegten. Psalm 68, 20: Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Ach, mein lieber Herr und Gott, ich bete und seufze zu dir. Was ich fürchtete, das ist geschehen, heimsuchend hast du deine Hand auf mich geleget und sie beuget mich. Mein Auge weint, wenn es ansieht, was über mich gekommen ist, mein Herz blutet von den Wunden, die du geschlagen hast. Ja, du hast mir schon wie manchmal predigen lassen: Alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume, aber das bethörte Herz wollte sich nicht weisen und warnen lassen, und daher kommt alle seine Plage. Ach, erhebe mein Auge von der Asche und dem Staube zu dir, damit ich dir in dein Angesicht schaue und die Liebe erkenne, mit der du mich in Christo Jesu geliebt hast, damit ich bete: Dein Wille geschehe. Deine Hand hat mir die Last auferlegt, und nimmer wäre es geschehen, wenn es mir nicht notwendig, gut und heilsam wäre; ach, so hilf mir denn auch die Last tragen und laß sie mir zu meinem Besten dienen. Es ist ja nur ein zeitlicher Verlust, um den ich klage, meiner Seelen Seligkeit berührt es nicht; ich soll vielmehr aus meiner Trübsal Gewinn schöpfen für das ewige Leben. Hilf mir, daß ich in bußfertigem Glauben und kindlichem Ver⸗ trauen meinen Willen an den deinen hingebe und deiner Fügung vertraue. Du bist ein wunderbarlicher Gott, denn du verletzest und verbindest, du zerschmeißest, und deine Hand heilet; du kannst zuletzt doch alles wohl machen. Ich will getrost sein und auf dich hoffen; habe ich dich, meinen Gott ind Heilat Ziit und und Gnade Gebe Nur almächtig 8 schmil nuschen und die schwellen ind singe Saat aun und Flur zuch der Kranke l (8 i ne Ule, meinen Des ten. ast auf, aber et e und seufpe heimsuchend beuget mich. lich gekommen du geschlagen edigen lassen: herrlichkeit e, aber das arnen lassen, e mein Auge t ich dir in der du mich dein Wille uferlegt, ud t notwendig, auch die Last nen. Ed ist lage, meiner vielmeht aus geben. Hi Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 2²2⁵ und Heiland, so habe ich alles genug für Leib und Seele, Zeit und Ewigkeit. Um Jesu willen laß mich deiner Liebe und Gnade befohlen sein und führe alles herrlich hinaus. Amen. Nun, mein Gott, in deine Hände Geb' ich Seele, Leib und Gut. Alles mir zum besten wende, Und halt' mich in deiner Hut. Dieses bitt' ich nochmals kühnlich: Gieb mir nur, was mir ist dienlich, So will ich dir halten still: Gott, dein Will' ist auch mein Will'. Dritter Abschnitt. Gebele für den diristlicken Lanck- undd Bergmann. 170. Im Frühling. Hohel. 2, 11 und 12: Siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist weg und dahin; die Blumen sind hervorgekommen im Lande, der Lenz ist herbeigekommen. Nun ist es Frühling geworden; du lässest, Herr, allmächtiger Gott, deinen Odem ausgehen über das Land, es schmilzet der Schnee auf den Bergen, und in den Thälern rauschen die Ströme und Bäche. Du lockest den Grashalm und die Blumen aus der Erde und lässest die Knospen schwellen an den Bäumen, darauf sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen. Du lässest hervorwachsen die Saat auf dem Felde und kleidest mit frischem Grün Wald und Flur. Zum neuen Leben fühlt der Mensch sich erstanden, auch der Bekümmerte schöpfet neue Hoffnungen, und der Kranke läßt sich tragen in das warme Sonnenlicht, damit es ihn erquicke, er wartet nun der Entledigung seiner Bande. Alles, was Odem hat, lobet dich, und ich will meinen Gott loben, denn du bist sehr herrlich, Des Christen Pilgergang 15 226 Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du an hast, du breitest aus den Himmel wie einen Teppich. Und wenn du schon so schön und prächtig schmückest die Erde, die deiner Füße Schemel ist, wie herrlich mag es erst im Himmel sein an deinem Stuhle! Und auch deines Himmels Herrlichkeit zu schauen, hast du mich in Christo Jesu berufen! O, was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und des Menschen Kind, daß du dich sein annimmst! Hast du doch seinetwegen alles geschaffen, alles so lieblich und herrlich gemacht. Ach, erfülle mich nun auch mit deinem Geist und Leben, damit der rechte Frühling in mir anbreche, die Bande der Sünde und des Todes von mir abfallen und ich zum wahrhaften Leben auferstehe; damit ich als dein liebes und seliges Kind freudig an meines Berufes Geschäfte gehe und dir zur Ehre und zum Preise lebe und wandle. Mein Jesus, sei meine Sonne und Wonne, und dein Lebenswort meiner Seele Freude und mein Trost. Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, so lange ich bin. Amen. Schön ist die Natur, Bach und Wald und Flur Spricht: Es ist ein Gott! Von des Baumes Moos, Aus der Erde Schoß Tönts: Es ist ein Gott. 171. Im Sommer. Jakobi 1, 17: Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts. Herr, du bist ein Vater des Lichts und ein Lieb— haber des Lebens; du hast alles weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güte. Die Sonne geht heraus wie ein Bräutigam aus der Kammer und freuet sich wie ein Held zu laufen den Weg, um zu verscheuchen die Wolken 6 u Hinster Haen Stra de Aehte u dürr werde, Wwinne fü Scweiße m hacht verdrie dem Landm Hrud und! ind die Ti zur vor H Laß alles u uch durch nuch dein hligem u Hmlische urch die l widerf Henn unte sießen. L verden, ar lur in dei damit ich licht verd inmer wi Winken u feuchte kommt seid, ich wige in Reinem Ind Leber mnn. Licht ist dein den Himmel so schön und Schemel ist einem Stuhlel auen, hast du der Mensch en Kind, daf netwegen alles t. Ach, erfülle u, damit der er Sünde und hrhaften Leben 8 Kind freudig zur Ehre und i meine Sonne le Freude und ngen mein „so lange ale volltomment er des Lichto. Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 227 der Finsternis und die Fittige der Nebel, um mit ihren heißen Strahlen zu befruchten das Erdreich, damit am Halm die Aehre und am Baum die Frucht reife, damit das Gras dürr werde, das frühe abgehauen ist, und der Mensch Vorrat gewinne für die kommenden Tage. Ich muß nun im Schweiße meines Angesichtes arbeiten, aber es soll mich das nicht verdrießen, denn du lässest deine Sonne scheinen allermeist dem Landmann zum Nutzen und Segen; wie könnte sonst Gras und Kraut gedeihlich, der Weizen in den Aehren golden und die Traube am Weinstock süß werden. Ach, beschütze nur vor Hagel und Ungewitter die Früchte des Landes und laß alles wohl geraten und gedeihen!— Aber ich will mich auch durch dein Thun unterweisen lassen, denn ich bin ja auch dein Ackerfeld, das du besprenget hast mit deines Sohnes heiligem und teurem Blute und besamen lässest mit dem himmlischen Samen deines heiligen Wortes. Ich will mich durch die Hitze, die mir widerfährt, nicht befremden lassen, als widerführe mir etwas Seltsames, ich will nicht verzagen, wenn unter deinen Züchtigungen Thränen aus meinen Augen fließen. Wie sollte ich denn anders gedeihen und fruchtbar werden, ausreifen für die himmlischen Scheunen! Laß mich nur in deinem Worte und deiner Gnade fest gegründet sein, damit ich in der Anfechtung nicht abfalle und in der Hitze nicht verdorre. Du kommst ja, barmherziger Gott, auch immer wieder, mit mildem Regen das dürre Erdreich zu tränken und mit dem Tau des Himmels das Schmachtende zu feuchten, und allewege höre ich meinen Heiland rufen: Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken, darum will ich auch alle⸗ wege in guten und in boͤsen Tagen, in Freud und Leid mit meinem Jesu verbunden bleiben, damit ich durch ihn gewinne das Leben und volles Genüge. Amen. Geh' aus mein Herz und suche Freud' In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben, Schau an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich auszeschmücket haben. 1⁵² 22 Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 172. Im Herbst. Ps. 103, 15 u. 16: Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Wie teuer ist deine Güte, Gott, daß Menschen⸗ kinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen, so bete und danke ich, mein lieber Herr und Gott, mit David. Wo mein Auge hinblickt, da sehe ich, daß deine Güte unaussprechlich groß und deine Treue ohne Wanken ist. Du hast deinen Segen ausgegossen über das Land und es an Früchten reich gemacht. Nun darf der Landmann freudig ernten, was er gesäet hat, und sehen und schmecken, wie freundlich du, Herr, bist. Ach, gieb, daß unter deinem Segen mein Herz sich beuge, und meine Seele sich zu dir neige. Was sollte es aus mir werden, wenn du, Gott meiner Väter und Vater meines Herrn Jesu Christi, mir nicht in meinem Thun zur Seite stündest und mir Treue hieltest; liegt es doch nicht an jemandes Wollen und Laufen, sondern an deinem Erbarmen. Aber erinnere mich auch, daß du kommst, Frucht zu suchen auf dem Feigenbaum, den du gepflanzet und abermal ein Jahr umgraben und bedünget hast. Ich wäre ja blind und taub, sähe ich nicht, wie alles Irdische vergeht, und sich zum Sterben anschickt, was da lebet, hörte ich deine Stimme nicht: Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde. Wenn der Wind darüber gehet, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Es ist nur noch über ein Kleines und du wirst zu einem deiner Engel sagen, daß er die Sichel anschlage, mich schneide und binde. O, möchte ich alsdann als volle Garbe in deine Hände fallen, du mein Erbarmer! Und wie ich jetzt Fleiß anthue, von neuem den Acker zu bestellen, obschon ich nicht weiß, ob ich noch einmal ernten werde, so laß mich nicht süumen, bei Fleiß darar darreiche heit und det Mäß seligkeit ebe un liebe, de der Eing und Hei ihlihj so deinem Ge Herr, nehmen k nicht ab, Tod und unser Le al lige uhten a Wein Vl mehr in Fur, un . sc Ueben. lann. seinem Leben vi Felde; wenn dn und ihre Stült aß Menschen⸗ ügel trauen, und Gott, mit ich, daß deine ohne Wanken das Land und der Landmann nd schmecken, ieb, daß unter ieine Seele sic den, wenn du, n Sesu Christi, ndest und mit des Wollen armen. Aber“ ht zu suchen flanzet und dünget has. ie alles Irdisch da lebet, hötte Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 229 säumen, bei Zeiten mein Haus zu bestellen und allen Fleiß daran zu wenden, daß ich in meinem Glauben darreiche Tugend und in der Tugend Bescheiden⸗ heit und in der Bescheidenheit Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gott— seligkeit und in der Gottseligkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe allgemeine Liebe, damit mir auch reichlich dargereicht werde der Eingang zu dem ewigen Reiche meines Herrn und Heilandes Jesu Christi. Ach, dazu mahne mich täglich, so lange es heute heißt; dazu begnadige mich mit deinem Geiste. Amenu. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüte Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 175. Im Winter. Hebr. 4, 1: So lasset uns nun fürchten, daß wir die Verheißung, einzulommen zu seiner Ruhe, nicht versäumen und unser keiner dahinten bleibe. Herr, du allein bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende, du alterst nicht, und deine Kraft nimmt nicht ab, für dich giebt es keinen Herbst und Winter, nicht Tod und Grab, sonst aler ist alles nichtig und eitel, und unser Leben ist ein Schatten auf Erden. Ist es doch, als läge die Erde nun selbst in des Todes Banden, als ruhten alle ihre Kindlein bei ihr in der tiefen Kammer. Kein Blümlein blühet nehr am Wege, kein Vöglein singt mehr in den Zweigen, süll ist es im Walde, öde auf der Flur, und der Mensch sucht vor dem Sturm und der Kälte das schützende Obdach, e Nähe und Gemeinschaft seiner Lieben. Ja, es ist Winter geworden, und du, Herr, mahnest 230 Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. mich zur Einkehr in mir und bei dir. O, wie ist es not, daß du mich also mahnest und mir zu dieser Einkehr Zeit giebst, ich würde mich sonst in den Sorgen des Lebens verlieren. Ach, lege mir auf das Gewissen, wie viel ich versäumet habe, damit ich meinem inneren Menschen zurecht helfe und Hert, meine Sinne und Gedanken nach der Ewigkeit richte. Halte Tele, Hir es in den stillen Stunden meiner Seele lebendig vor, was ss. hst d du je und je in deiner Liebe für mich und an mir gethan ne Höhen hast, damit deine Liebe mein Herz zu dir ziehe. Du gönnest Arükern jetzt nach den Tagen der Mühe und Arbeit meinem Leib Hun Rnz und seinen Gliedern Ruhe; ach, hilf mir, daß meine Seele Unagt ihre Ruhe finde in den Wunden meines Heilandes, der so 115 phre heiß für mich gearbeitet hat! Ob ich jetzt auch nicht säen niht ab, und ernten kann, so nährst du mich von den Gaben, welche bieb Sam deine milde Güte mir geschenkt hat. Lehre mich, daß ich nn mir auch nun einen Vorrat sammle für die kommenden Tage . von den Gütern, welche weder Motten noch Rost fressen. 139 Ker Das Leichentuch, das du über die Erde gebreitet hast, mahnt uf 00 mich, daß man auch mir einmal das Totenhemd anziehen Hdeu.e wird, in dem ich liegen soll drunten in der Erde. Du hast. 88 auch mich unter den Richterspruch gestellt, daß ich wieder zu i Erde werden muß, davon ich genommen bin. Hilf mir n des glauben und hoffen, wachen und beten, leiden und streiten,„—— damit ich deine Gnade gewinne, in ihr selig entschlafen und 0 Unf harren möge des Tages der herrlichen Auferstehung. Ach, Sanen z Segen un Herr, erhöre mich, erhalte mich in deiner Liebe und Gnade—5 ö zum ewigen Leben! Amen. 0 in Rermalmt Meines Lebens beste Freude nd G Ist der Himmel, Gottes Thron; Was Meiner Seele Trost und Weide leiden U Ist mein Jesus, Gott's Sohn; Iu Fri Was mein Herze recht erfreut, V Frie Ist in jener Herrlichkeit. jammeln lad uns dich rüht lann. ist es not, Hß iehr Zeit giebh, bens verlieren. ich versäumt recht helfe und t richte. Halx ndig vor, wal an mir gethan e. Du gönnes meinem Leib ßß meine Serle landes, der so uch nicht säen Gaben, welche mich, daß ich mmenden Tage Rost fressen. tet hast, mahnt hemd anziehen rde. Du hast ich wieder zu. n. Hilf mir und streiten, entschlafen und sehng. A0 be und Gnade Gebete für den christlichen Land⸗ und Bergmann. 237 174. Für die Früchte der Erde. Ps. 104, 13: Du feuchtest die Berge von oben her; dy machest das Land voll Früchte, die du schaffest. Herr, allmächtiger Gott, du Gott von großer Güte und Treue, Himmel und Erde und alles, was darauf und darinnen ist, hast du geschaffen, dein ist alles Land und sein Gewächse, die Höhen und Tiefen mit allen Bäumen, Saaten und Kräutern samt den Brünnlein, die da quellen und fließen. Von ganzem Herzen preise ich dich für die Wunder deiner Allmacht, Weisheit und Liebe, mit denen du dich jahraus und jahrein täglich an den Menschen verherrlichest. Laß nicht ab, dein Wohlthun auszugießen über deine Schöpfung, gieb Samen zu säen dem Säemann und Brot zu essen deinen Kindern auf Erden. Suche das Land heim mit deinem Segen und mache es sehr fruchtbar; tränke seine Furchen und feuchte sein Gepflügtes; erquicke die Saaten auf dem Felde und den Weinstock auf den Hügeln mit mildem Sonnenscheine, fördere ihr Gedeihen. Laß die Früchte des Landes wohlgeraten, ohne nach deiner milden Güte den Fleiß des Landmannes, daß er erkenne, daß du sein Gott bist, und sein Herz sich deiner freue. Vor allen Gefahren und Unfällen beschirme, daß kein Spätfrost die jungen Saaten zerstöre, keine Dürre das Gepflanzte austrockne, kein schädliches Ungeziefer die Früchte schädige, kein Feuer, Hagel und Ungewitter sie vernichte; daß sie nicht zertreten und zermalmt werden von den Tritten und Rädern, von Roß und Wagen in banger schwerer Kriegszeit, noch daß sie leiden unter den Händen boshafter, ruchloser Menschen. In Frieden laß uns säer und pflanzen, in Frieden laß uns sammeln und ernten, in Frieden und mit herzlicher Danksagung laß uns genießen unser lägliches Brot. Dafür wollen wir dich rühmen und preisen für und für. Amen. Huuuuuutuummmisttun 232 Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 175. Wenn der Landmann zum erstenmale wieder in den Acker fährt. „I. Mos. 8, 22: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Das walte Gott! Der Winter ist vergangen, und der Frühling ist herbeigekommen; das Land wartet des Pfluges, der es umgräbt, und des Samens, der es befruchtet. So will ich denn der Kreatur das Joch auflegen und mich anschicken, meines Berufes zu warten. Du, lieber und getreuer Gott, mache mein Herz und meinen Mut freudig und getrost. Du hältst dein Wort: So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Samen und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht, und ich will getreulich das Meine thun. Du hast mir die Jahre hindurch immer beigestanden und dich segnend bekaunt zu meiner Arbeit und meinem Thun, du wirst auch fernerhin deine Hand nicht von mir lassen. Mit dir fang' ich an, mit dir hör' ich auf; segne meinen Aus- und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang' ich die Arbeit an, Mit Gott nur geht es glüklich fort, Drum ist auch dies mein(rstes Wort: Das walte Gottl 176. Wenn der Landmann den Acker bestellt hat. Spr. Sal. 10, 22: Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe. Mein lieber Gott, ich habe nun nach Kräften das Meine gethan, ich habe den Acker gepflügt und bin darüber hingegangen, ihn zu besamen. Gahe du nun darüber mit deinem Segen. Mit all' meiner Müh' und all' meinen Sorgen ist es umsonst, Segen und Gedeihen mußt du geben, ind das l aufgehen schein und Uugewitter Erinnere laß den e fullen auf hringen. Da Ernte, d hingehen, daran, u daß er Feldeg mir hell felde de Garben sh beu⸗ Netze de haben, lann de mein G wie die alles h gesegnet vom N Vinder der in den steht, sol nict e, Sommer und gen, und der des Pfluges, fruchtet. So n und mich lieber und Mut freudig die Erde steht, st und Hitze, will getreulich ndurch immer r Arbeit und Hand nicht dit hör' ich n an bis in t hat. errn macht reig Kräften das hin darüber darüber mit al' meinen ijt du geben Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 233 und das hast du uns verheißen. Laß den Samen reichlich aufgehen und die Saaten fröhlich wachsen. Sende Sonnen— schein und Regen zur rechten Zeit; bewahre vor Hagel und Ungewitter und allen schädlichen und verderblichen Einflüssen. Erinnere mich auch daran, daß ich dein Ackerfeld rbin, und laß den Samen deines heiligen, göttlichen Wortes bei mir fallen auf ein feines, gutes Land und hundertfältige Frucht bringen. Ach, Herr Gott, so laß es geschehen! Amen. Wir pflügen und wir streuen Den Samen in das Land,‚ Das Wachstum und Gedeihen Liegt in des Höchsten Hand. 177. Wenn der Landmann in die Ernte geht. Jesaia 9,: Vor dir aber wird man sich freuen, wie man sich freuet in der Ernte. Das walte Gott! Das Feld ist weiß geworden zur Ernte, die Aehren neigen sich der Sichel zu, nun will ich hingehen, zu schneiden und zu binden. Herr, ich gedenke daran, was du einst zu dem Propheten Ezechiel geredet hast, daß er sich solle aufmachen und hinaus auf das Feld gehen, da wollest du mit ihm reden. Gieb mir helle Augen, daß ich in dem weiten, weißen Aehren⸗ felde deine Herrlichkeit schaue; und wenn sich die vollen Garben unter meinen Hͤnden beugen, dann laß mein Herz sich beugen, dich anzubeten. Wie einst die vielen Fische im Netze dem Petrus so gevaltig in das Herz hinein gepredigt haben, so sollen dies bei mir die vollen Garben thun. Wer kann denn auch so große Dinge thun, wie sie der Herr, mein Gott, thut, und wissen Hand ist so mild und reich, wie die Hand meines Erbarmers! Verhilf mir, daß ich alles hinnehme wie aus deinen Händen; verhilf zu einer gesegneten, frohen Erntt! Spende heiteren Sonnenschein vom Morgen bis zum Abend; bewahre vor schädlichen Winden und Stürmen, vr Uugewittern und allen Unfällen, νëιι——ðꝭj,ꝓʒ,gag. 234⁴ Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. damit wir unter deinem Schirme in die Scheune sammeln unten. mögen den reichen Vorrat für die kommenden Tage. Gieb nhen. allerwärts zufriedene, dankbare Herzen, damit man sich freue ggbmmen vor dir, wie man sich in der Ernte freut. Ehre sei dir, loben und dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste. Amen. wir wollen In Gottes Namen fang' ich an, Was mir zu thun gebühret; Mit Gott wird alles wohlgethan Und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut, Ist allenthalben recht und gut Und muß uns auch gedeihen. 178. Bei andauernder Trockenheit. Hiob 38, 28: Wer ist des Regens Vater? Wer hat die Tropfen des Taues gezeuget? Herr Gott, Schöpfer und Erhalter aller deiner Kreaturen, O, sende uns vom Himmel erquickenden Regen. Du bist ja du unser des Regens Vater und erzeugest die Tropfen des Taues. Restillt he Siehe, wie ist das Erdreich so trocken und schmachtet in Heabfall heißem Sonnenbrande wie ein Durstender. Die Saaten eguich, können nicht wachsen, ja sie verwelken; das Vieh schreit nach ist dein Futter, und dem Landmann ist das Herz so schwer. Dazu deine? müssen unsere Hände ruhen und feiern, wir können nicht We siß N pflügen und pflanzen. Deine Hand liegt schwer auf uns, i mein ach, erbarme dich unser! Wir hiben deine Züchtigung ja emuem V wohl verdient, sonderlich damit, deß wir deine lieben Gaben, muhst d welche du uns so manches Jahr reichlich verliehen hast, oft Kümmer und viel mißbraucht und dich mit unserm Undank und unserer Seele Herzenshärtigkeit betrübt und erzirnt haben. Ach, Herr, hat gehe nicht ins Gericht mit uns, laz deine Gnade über uns nsem! walten. Du hörst ja das Schreien der jungen Raben in Vatt: ihren Nestern, wie solltest du nicht hören das Gebet deiner— Kinder, denen du ein Vater bist und den Geist verliehen ab hast, durch welchen sie rufen: Abba, lieber Vater! 1— + Behüte uns, daß wir nicht in Mßglauben und Unglauben 60 Hahre nn. une sammeln Tage. Gich nan sich freue hre sei dir, eiste. Amen. ater? Wer hat ner Kreaturen, Du bist jn des Taues. schmachtet in Die Saaten h schreit nach hwer. Dazu böͤnnen nicht ver auf unt, ichtigung ju n Gaben, hen hast, af at und unserer 20, Her ade über uns en Raben Gebet deiner wist verliche ber Vaten unglabbn Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 23⁵ geraten und die Worte deiner Verheißungen zu Schanden machen. Du wirst uns wohl helfen, wenn deine Stunde gekommen ist, und wirst uns noch Ursache geben, dich zu loben und zu preisen. Du wirst es thun in der Kürze; wir wollen stille sein und dir vertrauen. Amen. Gedenke, Herr, an deinen Bund Um deines Namens willen; Wir bitten dich von Herzensgrund, Doch unsere Not zu stillen. O kehre doch mit Regen ein, Denn du bist ja der Herr allein, Ohn' dich kann es nicht regnen. 13. Danksagung für empfangenen Regen. Röm. 2, 4: Weißt du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? O, barmherziger Gott, ich danke dir von Herzen, daß du unser Anliegen zu Herzen genommen und unsere Not gestillt hast. Du hast den Wolken gerufen und lässest Regen herabfallen, daß das dürre Erdreich und sein Gewächse sich erquicke, und das Herz deiner Kinder sich freue. Ja, das ist deine Güte, die alle Morgen neu ist, und deine Barmherzigkeit, die noch kein Ende hat. Wie süß und labend das Rauschen der Regentropfen, das an mein Ohr und mein Herz schlägt, wie erfrischend und erquickend der Odem, den ich einatme! Wie vieler Not machst du mit einmal ein Ende, wie viele Sorgen und Kümmernisse zerstreust zu! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Vergieb uns, gnidiger Gott, unser Verzagen und unsern Kleinglauben; ag, immer wieder bestätigt sich das Wort: In der Zeit der Anfechtung fallen sie ab! Laß es einen gnädigen Regen sein, der die harten Herzen erweicht, auf daß durch denselben dir erwachse eine reiche Frucht der Dankbarkeit der Liebe und des Vertrauens. Fahre fort, Gutes an uns zu thun, barmherziger Gott, 236 Gebete für den christlichen Land⸗ und Bergmann. und gieb uns deinen Geist, daß deine Güte uns zur Buße leite. Zeitlich und ewiglich sei dein Name gebenedeit. Amen. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich; Gebt unserm Gott die Ehre. 180. Bei andauernder Nässe. Hiob 37, 12: Er kehret die Wolken, wo er hin will, daß sie schaffen alles, was er ihnen gebietet, auf dem Erdboden. Ach, Herr Gott, das Gewölk des Himmels ist düster und schwer, das liebe Sonnenlicht ist verschleiert, zu viel ist des Regens, der vom Himmel fällt! Krank wird das Land, und krank werden seine Gewächse. Auf dem Felde liegt das Getreide und kann nicht geerntet werden, es muß aus⸗ schlagen, wachsen und verderben. Ach, das geschehe doch nicht, daß umsonst sei des Landmannes Schweiß, umsonst seiner Hände Arbeit, umsonst seine Hoffnurgen, umsonst seine Gebete! Haben wir dich auch mit unsern Sünden vielfach betrübt, so wende doch von uns ab diese Strafe; sei uns um deines geliebten Sohnes willen gnädig. Du hast uns geheißen, zu beten: Unser tägliches Brot gieb uns heute; hindere du selber niht, daß geschehe, was zu bitten du uns geboten hast. Zerreiße mit deiner starken und allmächtigen Hand den düsteren Wolkenschleier, damit das liebe Sonnenlicht hervorbreche, und das Land trocken werde. Herr, laß uns leuchten dein Angesicht und sei uns gnädig; laß es hinein leichten in unsere Herzen, damit wir erquickt werden. Thue nach unserm armen, schwachen Gebet, auf daß wir sagen können: Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, er hört ihr Schreien und hilft ihnen. Ameun. He zieht daf wie Ber so feuri und die wissen! Wir ab Herrna Gott, Breite unter daß un uns we falle u nicht u zerstöre unsere Volk lieben Straf unter Bedro Wolts wit d Zuv „ zur Bufe deit. Amen. hin will, daß dem Erdboden. (s ist düster iert, zu viel rd das Land. Felde liegt es muß aus⸗ he doch nicht, nsonst seiner seine Gebete! fach bettübt, i uns um Du hast Brot gieh h. vrt i. er starken und „damit dab nocken werde und sei usere Herzen, 0 shwachn was die Schreien Gebete für den christlichen Land⸗ und Bergmann. 237 Gieb uns von deinem Himmelssaal Dein klares Licht der Sonne, Und laß uns wieder allzumal Empfinden Freud und Wonne, Daß alle Welt bekenne frei, Wie außer dir kein Segen sei Im Himmel und auf Erden. 181. Bei schwerem Ungewitter. Zeit her 25 1 Aennt 4—— 11 Iun n meanen Herr, allmächtiger, gnädiger Gott, ein schweres Unwetter zieht daher, es haben sich am Himmel aufgetürmt die Wolken wie Berge, es rollt der Donner so schrecklich, die Blitze zucken so feurig! Es bangt allen Wesen, im Stall brüllt das Vieh, und die Vöglein flattern in den Lüften so ängstlich und wissen den Ort nicht zu finden, dahin sie fliehen mögen. Wir aber eilen und fliehen in die heiligen Wundmale unseres Herrn Jesu, rufen und schreien: Heiliger und allmächtiger Gott, sei uns ein gnädiger und starker Gott! Breite deine Hände über uns aus, damit wir Zuflucht finden unter dem Schatten deiner Flügel. Ach, bewahre uns, daß uns nicht ein Blitzstrahl treffe, und ein schneller Tod uns wegraffe! Ach, bewahre uns, daß nicht Feuer vom Himmel falle und Hab und Gut verzehre! Ach, bewahre uns, daß nicht wilde Wasserwogen unsere Felder, Gärten und Häuser zerstören! Ach, bewahre uns, daß nicht Hagel und Schlossen unsere Saaten vernichten! Ach, diese Geißeln laß dein armes Volk nicht treffen! Wir rufen dich an im Namen deines lieben Sohnes, der seinen Rücken gebeugt hat unter unserer Strafe und hat auch die Geißelhiebe erduldet. Birg uns unter deine Flügel, wie eine Henne ihre Küchlein birgt. Bedrohe das Unwetter, laß einen Wind ausgehen, der die Wolken zerstreue. Gehi an uns in Gnaden vorüber, damit wir dir nachsehen und rühmen können: Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen -MN 238 Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. Nöten, die uns betroffen haben. Erhöre uns, um Christi willen erhöre uns! Amen. Ein Wetter steiget auf, Mein Herz zu Gott hinauf! Fall' ihm geschwind zu Fuße Durch wahre Reu und Buße, Damit gleich deine Sünden Durch seine Gnad' verschwinden. Wohlan, verlaß uns nicht, Bleib unsere Zuversicht Und laß dein Vaterlieben Auch jetzt an uns sich üben, So woll'n wir, weil wir leben, Dir Preis und Ehre geben. 182. Glück auf. Ps. 90, 17: Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja das Werk unserer Hände wolle er fördern. Glück auf! Das ist von altersher des Bergmanns Losung; das ist sein Gruß, Wunsch, Gebet und Segen. Du, lieber Herr und Gott, hast ihn das gelehrt und legst es ihm in sein Herz und auf die Lippen. Umsonst ist unser Frühaͤufstehen und das Langesitzen bernach, unsere Mühe und Arbeit, Sorge und Not; umsonst auch unsere Geschicklichkeit und Klugheit, unser Verstand und Rat; alles ist an dir, dem allmächtigen Gotte, gelegen. Wie du die Dinge geschaffen hast oben auf der Erde, so hast du auch die Berge und Klüfte gefüllet mit deinem Segen, du hast die Erze in den Flötzen verschlossen und kennst ihre Gänge. Mir hast du den Beruf gegeben, daß ich sie gewinne und aufbereite, damit sie dienen zum Nutzen der Menschen, und ich mir damit verschaffe mein tägliches Brot. Ac, Herr mein Gott, sei mir freundlich und fördere das Werk meiner Hände, ja das Werk meiner Hände wollest du fördern. Gieb Glück bei der En- und Ausfahrt, Glück oben auf der Halde und unten in der Tiefe, Glück zu meiner Schicht, damit ich sie in Segen veifahre. Erhalte mir den Mut freudig, den Leib gesund, die Glieder stark, die Augen hell; gieb und erhalte in mir das Vertrauen zu dir lebendig. aß nich Hesenken! Aker ver Güter d seler aber Heil, wel⸗ silf mir und gieb gewinne! Leben unt Jünger n it, daß e nachfahre sein, so! uns freundlich „ ja das Werk Bergmanns und Segen. rt und legst onst ist unser e Mühe und Heschiclichkit an dir, dem 9e geschaffen Berge und Erze in den Nit hast du ereite, danit mir damit Gott, sei E meiner vollest du fahtt, Gli ick zu meiner llte mir den b.die Mahn dit lebendiz Gebete für den christlichen Land und Bergmann. 239 Laß mich nicht vergessen, während ich in den Strecken und Gesenken nach den Erzen grabe, daß du einen Schatz im Acker verborgen hast, der herrlicher ist, als alle Güter der Welt, denn diese fressen Motten und Rost, jener aber bleibt lauter und ewiglich. Der Schatz ist das Heil, welches du mir bereitet hast in deinem lieben Sohne; hilf mir fleißig darnach graben, mache mich recht fündig und gieb mir reichliche Ausbeute, damit ich das rechte Glück gewinne und reich werde an deiner Gnade, Trost, Frieden, Leben und Seligkeit. Ich will nichts anderes sein, als ein Jünger meines Heilandes Jesu Christi, der herniedergefahren ist, daß er mich erlöse, und aufgefahren ist, damit ich ihm nachfahre in sein himmlisches, ewiges Reich. Dessen will ich sein, so lange ich lebe. Amen. So will dich denn mein Glück und Leben Vertrauend und mit frischem Mut Dir, Gott, mein Vater, übergeben, Nimm sie in deine treue Hut! Erhalt' und stärke meine Kräfte, Dein Segen kröne meinen Fleiß, Beglücke meiner Händ' Geschäfte, Der Welt zum Nutz' und dir zum Preis. 183. Um Gottes gnädige Bewahrung. Jes. 43, 2: So du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein, daß dich die Ströme nicht sollen ersäufen, und so dn ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht anzünden. Herr, allmächtiger Gott, du weißt es, wie gefahrvoll der Beruf ist, in welchem ich dir diene und mein Brot esse. Wenn du von einem Menschenkinde deine Hand abziehest, so gleitet, strauchelt und fällt es auch auf ebenem Wege, und das Unglück kann über es kommen im hellen Sonnenlichte. Ich aber stehe täglich und stündlich in Gefahr des Lebens, darum rufe ich: Herr, allmächtiger Gott, du starker Gott, du Vater meines Herrn Jesu, überwache mich mitten in den Gefahren. Sei du mit mir wenn ich in den dunksen Schächten und Strecken meine Schicht verfahre; halte du die Wände, damit sie mich nicht ꝗꝗVN ö 24⁰ Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. begraben; teufe die Wasser ab, damit sie sich verlaufen; verscheuche die Wetter, damit sie mich nicht erschlagen, die schädlichen Dünste, damit sie mir nicht verderblich werden; bewahre mich, damit mich kein Unfall töte oder verletze, ach bewahre mich, daß ich nicht plötzlich mein Leben verfahre! Ich! Du thust ja alles, was du willst im Himmel und in allen nich wiede Tiefen, und hast mir verheißen, daß mich die Ströme den Lohn nicht sollen ersäufen, so ich durchs Wasser ginge, Rgangenen und daß mich die Flamme nicht solle anzünden, lücllich h so ich ins Feuer ginge; Herr, allmächtiger Gott, Hesundhei thue an mir nach deiner Zusage und Verheißung! huͤdig be Laß allezeit meine Gebete durch die Wolken dringen und sei Shicht is ö mir nahe; gieb mir einen deiner dienstbaren Geister zur nich nicht Seite, daß, wenn ich ein- und ausfahre, derselbe mich behüte, in Sch! daß meine Hände nicht kraftlos, und meine Füße nicht un⸗ uler um sicher werden, daß ich nicht durch jähen Unfall zu Schaden ih ihn u komme! O du wunderbarer Gott, sei und bleibe du mein lderliche Gott! Gieb, daß ich dich vor Augen und im Herzen sondern o habe auch drunten in der Tiefe, damit ich mich scheue ind Mut und nichts Böses thue, aber auch durch deine Allgegenwart . und gern gestärkt und getröstet werde. Mein Glaubenslicht laß in mir sir ö heller brennen als mein Grubenlicht, und gieße aus deinem umen, d 0. Worte demselben Oel zu, damit es nicht verlösche. Wo ich hnh d nur sein mag, will ich im Lichte wandeln und die Dalle Tugenden dessen verkündigen, der mich errettet man an hat von der Obrigkeit der Finsternis und versetzt heute als in sein Reich. Erhöre mein Gebet, so will ich dir danken, dir 1 dich loben und preisen mein Lebenlang. he Wer Gott vertraut, shuldi Hat wohlgebaut nul, wes Im Himmel und auf Erden; Wer sich verläßt Lohntag Auf Jesum Christ, und gi Dem muß der Himmel werden. du wei Drum hoffe ich weiß N Allein auf dich versündi, ö Mit ganz getrostem Herzen; a ö Herr Jesu Christ, 42 4 Mein Trost du bist den zur In Todesnot und Schmerzen.— ann. sih verlaufen; eischagen, de iblich verden; er berlete, ah eben verfahrel und in allen die Ströne sser ginge, anzünden, tiger Gott, Berheißungl ringen und sei Geister zur be mich behüte, üße nicht un⸗ Izu Schaden leibe du mein im Herzen nich scheue Alggegenwart icht laß in mir z6e aus deinem sche. Vo ich In und die ich errettet ünd versetzt ich dir danken, Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 241 184. Am Lohntag. Matth. 20, 8: Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lohn. Ich danke dir, mein lieber Herr und Gott, daß du mich wiederum diesen Tag erleben lässest, an welchem ich den Lohn empfangen soll für meine Schichten in den vorauf— gegangenen Wochen. Ich danke dir, daß du mich dieselben glücklich hast verfahren lassen, daß du mich bei Leben und Gesundheit erhalten und vor Schaden, Unfall und Unglück guädig bewahret hast. Du weißt es, in mancher schlechten Schicht ist mir mein Lohn sauer geworden, allein das soll mich nicht verdrießen, denn dein Gesetz ist, daß der Mensch im Schweiß seines Angesichts sein Brot esse, aber um so mehr will ich denselben in Ehren halten, damit ich ihn nicht, wie so manche thun, in Leichtfertigkeit und lüderlichem Wesen vergeude; er soll ja nicht allein mir, sondern auch den lieben Meinigen, Weib und Kind, Vater und Mutter dienen zur Nahrung und Notdurft des Lebens, und gerne möchte ich auch davon einen Pfennig erübrigen für die kommenden Tage und damit wohl thun meinen armen, darbenden Brüdern. Lege du deinen reichen Segen hinein, damit ich ihn in Gesundheit mit Zufriedenheit und Danksagung genieße, du kannst ja das Geringste segnen, daß man damit weiter reicht, als mit Vielem. Ich will auch heute als ein christlicher Bergmann daran denken, daß ich dir jeden Tag und in jeder Stunde Rechenschaft schuldig bin, wie ich vor dir lebe und wandele, daß ein⸗ mal, wenn ich meine letzte Schicht verfahren habe, der große Lohntag kommt, da du sagen wirst: Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lohn! Ach, lieber Herr und Gott, du weißt es, wie viel ich mich täglich und stündlich an dir versündige, ach, laß es mich auch wissen und lege es mir auf das Gewissen! Wie viel habe ich doch auch wieder in den zurückgelegten Schichten gefehlt und gesündigt! Wenn du mir heute oder an meinem letzten Lohntage geben wolltest, Des Christen Pilgergang. 16 2⁴42 Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. wie ich gehandelt habe, wehe mir alsdann, ich wäre verloren! Darum vergieb mir meine Sünden und Ueber⸗ tretungen, laß mich in herzlicher Buße und frommem Glauben Anteil gewinnen an dem Lohn, den dein lieber Sohn in seinem heiligen Leben und unschuldigen Leiden und Sterben sich erworben hat, an dem Verdienste Jesu Christi, den du mir gemacht hast zu einem Heilande, damit ich mich heute und alle Tage deiner sündenvergebenden Liebe getrösten kann. Du bist reich an Barmherzigkeit über alle, die im Glauben dich anrufen; sei auch mir im Leben und Sterben, in Zeit und Ewigkeit ein gnädiger Gott. Amen. 185. Bei widerfahrenem Unfall und Unglück. Jes. 38, 17: Du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe. Ach, lieber Herr und Gott! Ich bin zu Schaden gekommen und in Unglück geraten; du hast plötzlich deine gewaltige Hand auf mich gelegt, und sie beugt mich in den Staub; wie bin ich so arm und elend geworden; unter den Schlägen deiner Hand liege ich in meinen Schmerzen, klage und weine! Ach Gott mein Heiland, erhöre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinen Thränen! Ich will nicht murren und klagen; ich will daran denken, wie ich lebte und wandelte, wie ich in meinen Schichten meist nur gegraben habe nach den vergänglichen Gütern und habe für taubes Gestein geachtet die unvergänglichen Erze, wie ich mich von der Welt und ihrer Lust habe blenden und bethören lassen und habe das Himmelreich, dein Wort und deine heiligen Gebote für Blende gehalten, wie ich in Sicherheit und Sorg— losigkeit, unbekümmert um meine Seele und ihren Frieden, dahinlebte, obwohl mein Leben stetig schwebte in der Gefahr des Todes; das verschließt mir den Mund, und ich kann nur über mich selbst klagen und weinen. Herr mein Gott, wo du nur hinblickst, habe ich gefehlt und gesündigt. Und deshalb bist du auch über mich gekommen; dich hat meiner umen Se annit sie die heißen Gottes u nich von Beg, der dielen Sd mein hart der Trüb mit dir lobe de ich sollte liege ich Ding un allem der und da meinen Schmer Jetröstet eines§ nich, s holfen! sröhlich daß si wande von der Hatt, h und fül liben“ nn. wäre verloren! und Ueber⸗ und frommem n dein lieber en Leiden und Desu Christ, damit ich mich Lebe getrösten über alle, mir im Leben Gott. Amen. glüd. er Seele herzlich zu Schaden pflotzlich deine t mich in den en; unter den hmerzen, klage pmein Gebet Ich will nicht e ich lebte und nur gegraben e für taubes ich mich vun Kthäten lasse deine heiligen eit und Sorg⸗ hren Frieden in der Gefahr und ich kann mein Gott, indigt. W. hat meiner Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 243 armen Seele gejammert; dich ihrer herzlich anzunehmen, damit sie nicht verdürbe, schlägst du meinem Leib und Leben die heißen Wunden. Ach, es sind die Liebesschläge meines Gottes und Erbarmers, ob sie mir auch wehe thun. Um mich von den falschen Gängen abzubringen auf den rechten Weg, der zum Leben führt; um mich zu reinigen von den vielen Schlacken in meinem inneren und äußeren Leben; um mein hartes und kaltes Herz zu schmelzen in dem Feuerofen der Trübsal; um mich zu dir zu ziehen und innigst mit dir zu verbinden, damit ich etwas würde zum Lobe deiner Gnade: dazu hast du sie mir gesandt. Ach, ich sollte dir billiger Weise von Herzen dafür danken! Dazu liege ich ja unter den Händen des rechten Arztes, dem kein Ding unmöglich ist, und der alles wohl macht. Gieb mir vor allem den Trost in mein Herz, daß du mir vergiebst, und daß ich dein Kind bin; im Glauben laß mich in meinen Schmerzen hinsehen auf den Mann der Schmerzen, damit ich durch seinen Anblick gestärkt und getröstet werde; gieb mir in meinem Leiden die Geduld eines Hiob und mache mich fröhlich in Hoffnung! Heile mich, so werde ich heil; hilf mir, so ist mir ge⸗ holfen! Du kannst auch die zerschlagenen Gebeine wieder fröhlich machen und kannsteneue Kraft geben den Müden, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden; du kannst selbst von dem Tode erretten. Ach, du treuer und barmherziger Gott, hilf mir, thue mir wohl nach deiner Barmherzigkeit und führe alles herrlich hinaus um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, meines Heilandes willen! Amen. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf' auf Erden thut, Der mit Macht und starkem Arme machet alles wohl und gut, Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum Besten lenken, Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf, Gott ist groß und reich an Gnaden, hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu' vergehet nimmer; Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! 16* 244 Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 186. Um eine glückliche Auffahrt. 1. Mos. 49, 18: Herr, ich warte auf dein Heil! Herzliebster Vater in Christo Jesu, ich bin alt und schwach, krank und siech, matt und elend. Ich fühle es wohl und will es mir nicht verbergen, daß ich bald meine Lebens— schicht verfahren habe. Als dein Kind recke ich in meiner Schwachheit meine Hände nach dir aus und flehe mit Jakob: Herr, ich warte auf dein Heil; verhilf mir zu einer glücklichen Auffahrt! Herzlich danke ich dir für alle deine Güte und Barmherzigkeit, welche du von Kindesbeinen mir bis zu dieser Stunde erwiesen hast, vor allem dafür, daß du mich zur rechten Erkenntnis geführt und mir für deine teure Gnade in Christo die Augen und das Herz aufgethan hast; auch das Bittere, das mir in meinem Leben beschieden war, mußte zu meinem Besten dienen. Von Herzen flehe ich dich an: Vergieb mir um Christi willen alle meine Sünden, mit denen ich dich je betrübt und mich an dir so sehr versündigt und verschuldet habe; laß mich, Herr, Gnade finden vor deinen Augen um des⸗ willen, der mir ein Bürge geworden und in seinem heiligen Leben, unschuldigen Leiden und Sterben ewig genug gethan hat; ach, bezeuge es an mir, daß ich in Christo Jesu einen Heiland, Mittler und Seligmacher habe! Herr, ich warte auf dein Heil, verhilf mir zu einer glücklichen Auffahrt! Ich soll nun ein— fahren in die Grube, die kein Licht erleuchtet, und schiene es so hell wie das Sonnenlicht, ach laß in mir nicht ver— löschen das Glaubenslicht, so lange der Odem geht; sei du, mein liebster Jesu, mein Licht, fördere mich auf der dunklen Strecke, bereite mich, auf daß ich meinem Gott wohlgefällig werde! Ich sehne mich, nach meiner Mühe und Arbeit zu meiner Ruhe zu kommen; ich sehne mich nach dem seligen Anschauen meines Gottes; ich bin müde dieser Welt, müde, noch länger in diesem Leib des Todes wallen. des leber nühte ver Lihte möe Ztuhle de Hott, dus dein Hei Vter, den Iu Fiie nann. auf dein Heil! bin alt und fühle es wohl d meine Lebend⸗ ich in meiner lehe mit Jakob: fmir zu einer für alle deine ndesbeinen mir em dafür, daß mir für deine Herz aufgethan eben beschieden u Herzen flehe willen alle rübt und mich ez laß mich, jen um des⸗ den und in Leiden und bezeuge es au Mittler und dein Heil, soll nun ein⸗ , und schien mir nicht vet⸗ Odem geht! mich auf der meinem Gott ner Mihe un hne mich u ich bin müde ib des Tode Gebete um Frieden usw. 24⁵ zu wallen. Ich möchte einziehen in die heilige Stadt des lebendigen Gottes, die im Himmel ist; ich möchte versammelt mit dem Volke Gottes wandeln in ihrem Lichte, möchte trinken aus dem Lebensstrom, der da geht vom Stuhle des Lammes, klar wie Krystall. Ach, herzliebster Gott, du Vater meines Herrn Jesu Christi, ich warte auf dein Heil, laß mich in Frieden fahren! Ehre sei dir dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste! Amen. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Oel, Und seid des Heils gewärtig, Bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, Begegnet ihm in Reihen Und singt Hallelujah! O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, Und förd're deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende Und führ mich aus dem Streit! Ich hebe Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. Vierter Abschnitt. Um Krieten, im Krieg, für ddas Vakerlanc undx sen Raiser. 187. Um Frieden. Pfalm 34, 15: Laß vom Bösen und thue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach. Herr Gott, du bist ein Gott des Friedens, denn du bist der Vater unseres Herrn Jesu Christi. Von Ewigkeit her haben nur Gedanken des Friedens dein Herz beweget. Und Friede auf Erden sangen deine heiligen Heerscharen, als dein heiliges Kind im Fleische erschien. Du ö ö 240 Gebete um Frieden, im Krieg, willst nun auch, daß alle deine Erlösten in Frieden mit und untereinander leben, daß sie sich nicht zanken, dieweil sie auf dem Wege sind, die doch Brüder sind. Wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig bei einander wohnen, da verheißest du, Herr, Segen und Leben immer und ewiglich. Aber wie ist des Unfriedeus auf Erden so viel; allenthalben Neid und Mißgunst, Zwie— tracht und Zank, Feindschaft und Haß, Mord und Totschlag! Als wenn sie dich nicht kenneten, oder berufen wären, mit einander zu zanken und zu streiten, so thun die Menschen, die doch deinen Namen tragen. Ach, du Herr, zerstöre die Macht der Sünde und des Unglaubens, daß des Unfriedens ein Ende werde! Du lässest uns das Evangelium des Friedens in Christo Jesu verkündigen, o schaffe ihm Bahn in allen Landen und Zugang in allen Herzen, damit dieselben den Frieden mit dir gewinnen und nun auch nach— jagen dem Frieden gegen Jedermann und der Heiligung, ohne welche niemand dich sehen wird. Gieße deine Friedensgedanken aus in die Herzen aller Könige, Fürsten und Herren, sowie in die Herzen Aller, welche du über Andere gesetzt hast, damit sie dem nachtrachten, was zum Frieden dient und dir wohlgefällig ist. Beschwichtige in den Völkern und Nationen die Leidenschaften und mache die Liebe mächtiger als die Feindschaft. Bedecke mit deinem Frieden das Vaterland, alle seine Länder und alle seine Be⸗ wohner. Derselbe durchdringe und beseele auch mich, damit ich allewege als ein Kind des Friedens erfunden werde. Und muß ich auch um deines Namens willen streiten wider die Sünde und die Macht des Bösen, so bewahre mein Herz, daß es sich nicht verbittere gegen die, welche ich nur zu lieben und niemals zu hassen habe, damit ich nach allem Kampf und Streit einmal einziehen möge in die heilige Friedensstadt, die droben ist im Himmel. Der Friede, der höher ist als alle Vernunft, bewahre mein Herz und die Herzen aller meiner Miterlösten in Christo Jesu. Amen. Her murren und erre Herzen doch, He Herschleie zu entft iber es und das ind läf von ut werden, ruhr m in diese heiligen und de damit licht be ale Un halten, unterst derleih den U Ind F 500 sie t zu de rieden mit und dieweil sie auf die fein und trächtig hei „Segen und des Unfriedend lißgunst, Zuie und Totschlahl! sen wären, mit die Menschen, rr, zerstöre die des Unfriedend igelium des o schaffe ihm Herzen, damit nun auch nach⸗ un und der sehen wird. m aller Könige, ller, welche du trachten, was .Beschwichtige ten und mache Ge mit deinem alle seine Be⸗ ch mich, damit rsunden werde streiten wider bewahre mein welche ich ur ich nach allen die heilihe ö immel. Der , bewahre Mitelösen i für das Vaterland und den Kaiser. 247 Verleih' uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein Andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, Herr Gott, alleine. 188. Wider Aufruhr und Empörung. Klagel. 3, 39: Wie murren denn die Leute im Leben also? Ein Jeglicher murre wider seine Sünde! Herr Gott, du Gott des Himmels und der Erde, wie murren die Leute im Leben also? Wie sind sie so unzufrieden und erregt, so mißmutig und widerspenstig! Wie sind ihre Herzen so voller Gedanken an Trotz und Auflehnung! Siehe doch, Herr, wie die Verführer unter dem armen Volke ein⸗ herschleichen, mit Gleißnerei und Lügenreden es zu bethören, zu entfremden und abtrünnig zu machen denen, welche du über es gesetzt hast! Höre doch, wie sie dich, den Heiligen und das Heilige verachten und verspotten, wie hoch sie fahren und lästern: Laßt uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile! Wehe, was wird das werden, wenn du, Herr, nicht darein siehest! Ach, vor Auf⸗ ruhr und Empörung in Gnaden uns bewahre! Reiche dar in dieser bösen Zeit ein doppeltes Maß der Erkenntnis deines heiligen Willens, der Weisheit, der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens allen Fürsten, Königen und Obrigkeiten, damit sie ohne Not das Volk nicht bedrücken und über Gebühr nicht beschweren, damit sie hören auf seine Klagen und abstellen alle Ungebühr, damit sie ohne Ansehen der Person zum Rechten halten, sich der Armen annehmen, die Schwachen schützen und unterstützen und allezeit thun, was du geboten hast. Aber verleihe ihnen auch einen getrosten Mut und starke Hände, den Ungehorsam und Trotz zu überwinden, den Uebermut und Frevel zu züchtigen, den Geist der Auflehnung zu dämpfen und zu ersticken, die Verführer und Frevler zu strafen, denn sie tragen nicht umsonst das Schwert. Alle aber, zu denen dein Wort und Geist noch Zugang hat, verwarne ö 248 Gebete um Frieden, im Krieg, und vermahne: Wer sich wider die Obrigkeit setzet, i an bö der widerstrebet Gottes Ordnung, die aber wider ann Blah streben, werden über sich ein Urteil empfangen. I Frebe Erinnere sie, um so mehr zu thun Bitte, Gebet, Für⸗ wshlager bitte und Danksagung für alle Menschen, für die Krieg ch Könige und Obrigkeiten, auf daß wir ein ruhiges(kudlein und stilles Leben führen mögen in aller Gottselig-(kuder, d keit und Ehrbarkeit. Ach, Herr, gieß das Oel des solten. Friedens in die erregten Herzen und schaffe Zugang und Raum 8oz zerstr dem Evangelium des Friedens! Verhilf unserm Volke das Verd ö zur wahren Einkehr und rechtschaffenen Umkehr zu dir, dem che Blut lebendigen Gotte, damit uns nicht in wohlverdienter Strafe zum Hin ö Unglück und Verderben treffe. Ach, Herr, du hast die ngesetzt, ö Obrigkeit verordnet als deine Dienerin, so stehe die Völk. ihr denn auch kräftig zur Seite, regiere, schütze, stärke, erhöhe auch den sie um deines allerheiligsten Namens Ehre willen. Amen. und wie Ach, Gott vom Himmel sieh darein genug ha Und laß dich deß erbarmen: uns gn Wie wenig sind der Heil'gen dein, 5 Verlassen sind wir Armen! Wir auc Dein Wort man läßt nicht haben wahr, unserer Der Glaub' ist auch verloschen gar ö Bei allen Menschenkindern. keit und ö achtung I 189. Gutthat . an die B dr Krieg. Bei einem drohenden Krieg ud A. Matth. 5, 44: Liebet eure Feinde, segnet, die euch den Gre fluchen; thut wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so hut uu euch beleidigen und verfolgen. ö Bn Eerden; Herr, allmächtiger Gott, du Richter aller Welten, die Inö heiligen Lippen deines eingeborenen Sohnes, der noch am GOast u Kreuz für die Uebelthäter gebetet, rufen uns zu: Liebet fromm I; eure Feinde, segnet, die euch fluchen, thut wohl Hunh . denen, die euch hassen, bittet für die, so euch d N 0ꝙ) beleidigen und verfolgen. Aber dein heiliges Wort erlis⸗ ö ist rar geworden unter den Menschen, sie wollen sich heich 14* obon deinem Geiste nicht mehr strafen lassen. Es keit gleit setze, aber wider⸗ empfangen Jebet, Für— hen, für die ein ruhigel Go ttselig⸗ das Oel der ang und Raum unserm Volle hr zu dir, dem dienter Strafe du hast die erin, so stehe stärke, erhöhe illen. Amen. segnet, die euh ittet für die, Velten, di der noch am zu: Lie thut voh ie, so euh Heillges Ven ollen si lassen. für das Vaterland und den Kaiser. 2⁴9 ist ein böser Geist unter sie ausgegangen, Kain gelüstet nach dem Blute seines Bruders Abel. Neid und Haß, Uebermut und Frevel erregen die Völker wider einander, und Könige ratschlagen, daß sie einander bekriegen. Das Geschrei von Krieg schrecket und ängstet die Leute, am Abend weinen die Kindlein in der Kammer, und Eltern härmen sich um die Kinder, die sie erzogen haben, und die nun ihre Stütze sein sollten. Ach, Herr, allmächtiger Gott, stehe auf und hindere es; zerstreue das düstere Gewölke, ehe die Blitze zucken, und das Verderben hernieder fährt! Schrecke die Gewissen auf, ehe Blutschuld sie belastet, und der Jammer von der Erde zum Himmel schreit! Du hast die Könige und die Fürsten eingesetzt, damit sie nach deinem Willen und Wohlgefallen die Völker regierten und ihnen seien wie Väter, du hast auch den Völkern Ziel gesetzet und zuvor versehen, wie lang und wie weit sie wohnen sollen, daran und darinnen laß sie genug haben. Vor Krieg und Blutvergießen bewahre uns gnädiglich, du lieber Herr und Gott! Und ob wir auch mit unsern Sünden und unserm Unglauben, mit unserer Sorglosigkeit und Sicherheit, mit unserer Unbußfertig⸗ keit und Undankbarkeit, mit unserer Geringschätzung und Ver— achtung deines heiligen Wortes und deiner mannigfaltigen Gutthaten deine Strafe wohl verdient haben, so denke doch an die Thränen der Armen, an das Elend der Verstörten und Verjagten, an das Jammergeschrei der Verwundeten, an den Greuel der Verwüstung hin und her. Dein lieber Sohn hat mit seinem Blute Frieden gemacht im Himmel und auf Erden; ach, gedenke daran, Herr unser Gott, und erhalte uns bei ungestörtem Frieden! Banne den bösen, friedlosen Geist und laß walten deinen frommen, heiligen Geist. Du frommer und gnädiger Gott, thue mit uns nach deiner großen Barmherzigkeit, laß uns nicht versinken in dem Abgrund des Verderbens. Ach, hilf uns aus aller Not und erlöse uns von allem Uebel, denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewig⸗ keit. Amen. 250 Gebet um Frieden, im Krieg, Zu dir flieh ich, Verstoß mich nicht, Obgleich ichs wohl verdienet! Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht; Dein Sohn hat uns versöhnet. 190. Gebet eines Kriegers beim Aufbruch zum Heere. Ps. 27, 14: Harre des Herrn, sei getrost und unverzagt und harre des Herrn. Herr, mein Gott, dieweil ich ein Kriegsmann bin nach dem Berufe, den du mir befohlen hast, und dieweil du mich rufest zum Heere durch den Mund meines Kaisers, will ich aufbrechen in deinem heiligen Namen. Ich weiß, daß es ein ernster und schwerer Gang ist, zu dem ich mich anschicke, aber du heißest mich, getrost zu sein und unverzagt und deiner zu harren, darum befehle ich mich deiner Allmacht und Gnade mit Leib und Seele. Schütze mir(mein liebes Weib und meine Kindlein, schütze meine lieben Eltern, Brüder, Schwestern und) all meine Lieben. Halte du die Wacht über Heimat, und Haus, dieweil wir draußen im Felde liegen. Brich du selbst mit auf, Herr Gott, und zieh unserm Heere voran mit deiner himmlischen Heerschar; führe uns zum Kampf und Sieg. Als einen frommen Krieger laß mich kämpfen, streiten, leiden und gieb meinem Wollen das gnädige Vollbringen; laß mich stets zu jeder Zeit und Stunde, in Gefahr, Angst und Not auf dich trauen, mein Gott. Segne meinen Ausgang und laß dir meinen Eingang befohlen sein. Mit dir zieh ich dahin, und du, mein Gott, wirst mit mir sein. Erhöre mein Gebet um deines lieben Sohnes, meines Heilandes Jesu Christi willen. Amen. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, wo er ist, Stets sich lassen schauen; Wollt' ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Mut Dennoch gut Und fein stille bleiben. V gehe uu hilf mi Hand, Hände o falle Herr, näͤdig, in Gna Gott, mein. von d Rufe so st Vort dein diesen lomm ohne dad Hanl um Heere. trost und unverzagt mann bin nach ieweil du mich iisers, wil it weiß, daß es h nich anschick, zagt und deiner acht und Gnade bes Weib und der, Schwestern über Heimat, gen. Brich du u Heere voran um Kampf und npfen, streiten, dͤlbringen; laß Angst und Rot Ausgang und dir zieh i⸗ Erhöre mein eilandes Jesu für das Vaterland und den Kaiser. 251 191. Gebet eines Kriegers vor der Schlacht. Jesaia 49, 16: Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet. Wohlan, mein Gott, es sei in deinem Namen! Ich gehe nun hinein in die Schlacht, tritt an meine Seite und hilf mir ritterlich kämpfen. Mein Leben steht in deiner Hand, ich befehle es dir. Mein Jesus hat mich in seine Hände gezeichnet, dessen will ich getrost sein. Falle ich dahin, so falle ich in deine Hände, denn du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. Sei mir um Christi willen gnädig, wenn meine Seele vor dein Angesicht kommt. Gedenke in Gnaden der Meinen; erhöre ihr und mein Gebet. Treuer Gott, erbarme dich mein; Christe, erbarme dich mein. Weder Leben noch Tod müsse mich scheiden von deiner Liebe. Amen, Amen, so geschehe es. Amen. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Not. 192. Gebet mehr am Anfange des Krieges. Pf. 50, 15: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. Herr, allmächtiger und barmherziger Gott, du sprichst: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Im Vertrauen auf dein Wort kommen wir in unserer Not mit unserm Anliegen vor dein heiliges Angesicht. Um unserer Sünden willen hast du diesen Krieg mit seiner Angst und seinen Schrecken über uns kommen lassen, denn das lässest du nicht geschehen, daß wir ohne unsere Schuld sollten also gestäupt werden. Hilf uns, das zu erkennen und zu beherzigen, damit wir unter deine Hand uns demütigen, zu dir rufen und flehen, Gott sei L 252 Gebete um Frieden, im Krieg, ans Sündern gnädig! Du bist ja so sehr gnädig, hast unserer Sünden wegen selbst deinen lieben Sohn leiden und sterben lassen, auf daß wir Gnade fänden vor dir; auch hast du uns schon so manchmal geholfen und bist uns gewesen ein gnädiger und barmherziger Gott, du wirst es uns auch sein in dieser bangen, schweren Kriegszeit. Wehre ab von unsern Grenzen die Heere unserer Feinde, damit sie nicht das Vaterland überfallen, Felder und Fluren verwüsten, Hab und Gut zerstören und uns und unsere Kinder an allen Orten ängsten. Zeug du, Herr Zebaoth, mit unserm Heere, wie du einst gezogen bist mit deinem Volke durch die Wüste. Sei du, starker Gott, mit deinen Heerscharen die Wagenburg rings um unsere Heere. Deine Furcht wohne in unserer Mitte, auf daß die Feinde erschreckt werden und erkennen, daß du mit uns und für uns streitest. Sei du der Oberste im Krigsrat; die Augen mache helle, den Rat weise und das Herz mutig. Verleihe uns einen Sieg nach dem andern. Gedenke unserer Kinder, Söhne, Gatten und Väter, Brüder und Freunde, welche im Heere sind. Mache sie opferwillig für das liebe Vaterland, treu im Gehorsam, willig in der Vollbringung ihrer Pflichten, mutig und getrost im Kampfe, und auch gegen den Feind laß sie sich erweisen als Christen, daß sie ohne Not Niemanden bedrücken und Gewalt thun, daß sie der Schwachheit des Weibes und der Unschuld des Kindes schonen und ihr Gewissen rein erhalten von Missethat und Frevel. Wappne ihre Leiber wider alle schädlichen und ver— derblichen Einflüsse, wappne ihre Seelen wider alle Ver⸗ suchungen, gieb einem jeden ein betendes Herz, das deiner harret. Mitten in den Gefahren bedecke sie dein Schutz, vor den tötlichen Geschossen der Feinde verbirg sie, damit sie an Leib und Seele bewahret und erhalten bleiben. Ach, sende uns eine baldige gute Botschaft und tröste unsere bekümmerten Herzen! Ach, verhilf uns zu einem gesegneten Ausgang aus dieser Drangsal! Du hast uns verheißen, uns zu erhören, erhöre uns! Verwirf nicht unser Gebet und Flehen, obschon es so geringe ist; thue davon, was dir mißfällt, und thue dazu, U deines li schenke! und fr der di bist ur den S Nun d Schwe lomme die 2 eitel und l Ich,K ist de efall in Ft Serl iden r gnädig, hast hn leden u dir; auch hast uns gewesen t es und aut ehre ab von mit sie nicht erwüsten, Hal dder an allen unserm Heere, rch die Wiste. ie Wagenburg e in unserer und erkennen, u der Oberste at weise und h dem andern. Väter, Brüder sie opferwillig willig in der t im Kampfe, rals Christen, Gewalt thun, uld des Kinded Missethat und chen und ver⸗ der alle Ver⸗ „ das deiner in Schut, vor damit sie an Ab sende bekümmerten Ausgang aus erhoren ehen, obschon lt, und thue für das Vaterland und den Kaiser. 253 dazu, was dir wohlgefällt, ach, thue dazu das teure Verdienst deines lieben Sohnes! Um Christi willen erhöre uns und schenke uns deinen zeitlichen und ewigen Frieden. Amen. Herr, der du vormals hast dein Land Mit Gnaden angeblicket, Und wenn du Strafen ihm gesandt, Es wiederum erquicket, Der du die Sünd' und Missethat, Die alles Volk begangen hat, Uns väterlich verziehen; Willst du, o Vater, uns denn nicht, Nun einmal wieder laben? Und sollen wir an deinem Licht Nicht wieder Freude haben? Ach, geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus Auf uns und unsere Häuser! 193. Gebet nach einem erlangten Siege. Ps. 111, 2: Groß sind die Werke des Herrn, wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran. Herr unser Gott, mitten in der Trübsal machst du uns fröhlich. Du hast große Dinge an uns gethan, der du mächtig bist und deß Name heilig i st. Du bist unsern Feinden zu mächtig geworden und hast sie in den Staub gelegt, einen herrlichen Sieg hast du uns gegeben. Nun dürfen wir aufatmen und hoffen, daß wir von dem Schwersten verschont bleiben und zu einem guten Ausgange kommen werden. Ja, das sind deine Werke, groß sind die Werke des Herrn, wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran. O, gieb allenthalben dankbare Herzen, und laß uns durch deine Güte an dein Herz gezogen werden. Ach, Herr, hilf und sei auch fernerhin gnädig! Teuer erkauft ist der Sieg, Herr, du weißt es. Viele der Unsrigen sind gefallen, und ihre Leiber liegen in fremder Erde, laß sie ruhen in Frieden, bis Christus kommt, sie aufzuerwecken! Wie manche Seele hast du gefordert vor dein Angesicht, ach, sei einer jeden gnädig und gieb ihr deinen ewigen Frieden! Die aber 25⁴ Gebete um Frieden, im Krieg, verwundet und zerstoßen sind, ach, bringe sie in eine Herberge, in welcher die barmherzige Liebe ihrer wartet, sie lindert und pfleget! Gieße du selbst Oel und Wein in ihre Wunden. und lege sie dem in die Hände, den du gesandt hast, zu heilen die zerstoßenen Herzen. Ach, heile, heile auch die Wunden im lieben Vaterlande, die Herzen derer, welche den Verlust teurer Lieben zu beweinen haben, tröste sie in ihrer Anfechtung! Ach, Herr, laß den Krieg und das Blutvergießen, laß unsere Not und Drongsal ein Ende ge— winnen! Nicht genug können wir dir danken für das, was du bis dahin an den lieben Unsrigen im Felde gethan hast, gnädiger und barmherziger Gott, fahre sort, dich ihrer zu erbarmen. Vor wem sollten wir unsere Herden awschüteu⸗ wenn nicht vor dir, du hast ja auch die Haare auf unserm Haupte gezählt! Umfahe in deiner Liebe unsere Kinder, Gatten, Väter und Brüder des Tags über mitten in allen Gefahren, und wenn sie des Nachts auf der Erde liegen, allein vom Himmel bedeckt, so decke du sie zu und hauche sie an mit deinem Frieden, daß sie süß schlafen. Ach,‚ laß Keinen matt, siech und krank dahinten bleiben und in die Hände liebloser, boshafter Menschen fallen, gieb den Müden Kraft und Stärke genug den Unvermögenden! Ach, Herr, wende unsre Not, und verhilf uns bald zu einem gesegneten Frieden! Ach, Herr, gieb Gnade, daß aus dieser Zeit so ernster und doch auch so gnadenreicher Heimsuchung für unser Volk erwachse eine reiche Frucht des Segens, daß es in dir den Hort seines Heils erkenne, von ganzem Herzen sich zu dir bekehre, dich fürchte und liebe, dir lebe und diene. Versiegele du an meinem Herzen deine Liebe und Treue, daß sie mir unvergessen bleibe. Amen. Es freuen sich jetzt Leut und Land, Jetzt weichet Klag und Zagen; Es hat des Höchsten rechte Hand Der Feinde viel geschlagen. Er hat ein herrlich Werk gethan; Gott ist der rechte Kriegesmann; Herr ist sein heil'ger Name. Hehet bei Herr shrieben: d ernst meines H ufe zu lorenen leit, ihr den Friet hast du! gegeben Golgatha dus gött Friedens sineinleu halben e Almächti aller! schläge sieh dar hutigen Stellet 0 I müdlic ine Heberz, , sie lindet ihre Wunden, sandt has, „ heile, eil Heizen derer haben, tröste trieg und dad ein Ende ge⸗ für das, wad e gethan hast, dich ihrer zu u ausschütten, e auf unserm usere Kinder, itten in allen Erde liegen, und hauche sie , laß Keinen u die Hände den Müden mögenden! bald zu einem aß aus dieser Heimsuchung Segen, daß anzem Herzen be und diene. d Treue, daß für das Vaterland und den Kaiser. 25⁵ 194. Gebet bei glücklichem Fortgange und nahendem Ausgange. Ps. 85, 9: Ach daß ich hören sollte, daß Gott der Herr redete, daß er Frieden zusagte seinem Bolle! Herr, mein Gott, in deinem heiligen Worte steht ge— schrieben: Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. So komme ich denn zu dir im Namen meines Heilandes, der die Ungerechten gerecht macht, und rufe zu dir und meine es ernstlich. Um der armen, ver— lorenen Welt kund zu thun den Reichtum deiner Barmherzig⸗ keit, ihr zu erfinden eine ewige Erlösung und zu schaffen den Frieden im Himmel und den Frieden auf Erden, dazu hast du deinen geliebten Sohn herniedergesandt und hinein⸗ gegeben in die heißesten Leiden und Todesschmerzen. Auf Golgatha hast du für alle Zeiten und Geschlechter aufgerichtet das göttliche Zeichen erfundener Versöhnung und gestifteten Friedens. O, überstrahle es mit neuem Glanze, daß es hineinleuchte in die friedlose, angsterfüllte Welt, und allent— halben auf Erden der Bruderzwist ein Ende gewinne! Du allmächtiger Gott bist es, der den Kriegen steuert in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zer⸗ schläget und Wagen mit Feuer verbrennet, ach, sieh darein, damit zur Ruhe komme das Schwert in seiner blutigen Arbeit, und die Werkzeuge des Friedens an seine Stelle treten! Führe hinaus deine heiligen Gedanken und Ratschlüsse, du hast ja nur Gedanken des Friedens und nicht des Leides. Sende doch bald einen Engel vom Himmel in das liebe Vaterland, zu verkündigen mit lauter Stimme: Friede, Friede. Sende deine lieben Engel hin und her in die Hütten, Häuser und Paläste, da Väter und Mütter um ihre Kinder, Gattinnen um ihre Gatten, Kinder um ihre Väter weinen, sie zu lehren in heißem Schmerze zu beten: Dein Wille geschehe, und sie in der Anfechtung aufzu— richten und zu trösten. Ach, laß deine lieben Engel uner— müdlich ein⸗ und ausgehen in den Lazaretten und Spitälern, 256 Gebete um Frieden, im Krieg, U 9 zu stärken, was da sterben will, die Todesmüden zu erquicken, den Heimwehkranken das Weh zu stillen, Aller sich liebend anzunehmen, Aller Wunden zu verbinden, Aller Herzen fröhlich zu machen in Hoffnung! O, mein Gott, ich beuge mich tief in den Staub, hingenommen von deinem unaus⸗ sprechlichen Erbarmen, das du mir bis dahin damit erzeigt hast, daß du schützend und segnend von Anfang an bis hierher gewaltet hast. Ich bekenne mich unwert solcher großen Barmherzigkeit. Da du aber nicht müde wirst im Lieben und Segnen, so wollest du nicht zürnen, wenn ich mich immer wieder unterwinde, zu bitten und zu flehen: fahre fort und führe es zu einem glücklichen Ausgange. Gieb dem Kriege eine letzte entscheidende Wendung, verhilf uns zu einem ehrenvollen und gesegneten Frieden. Ach, daß ich hören sollte, daß Gott der Herr redete, daß er Frieden zusagte seinem Volke! Ach, erhöre mich, erhöre alle, die mit mir beten, sei es draußen im Felde, sei es daheim im Kämmerlein; erhöre uns, gnädiger Gott, und laß uns zu deines Namens Preise bald fröhlich sein über deine gnädige Hülfe! Amen. Ach, daß wir Frieden sollten hören In unseres Gottes Heiligtum! Doch darf uns keine Furcht bethören, Denn Gott ist unser Sieg und Ruhm. Wir stimmen ein mit unserm Liede: Du Friedefürst, gieb Friede, Friede! 95. Gebet frommer Eltern für ihren Sohn, der im Kriege ist. Ephes. 3, 14 u. 15: Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unseres Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Lieber Gott, himmlischer Vater, wir beugen unsere Kniee gegen dich, den Vater unseres Herrn Jesu, der du der rechte Vater bist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, und rufen dich an: Ach, ge⸗ denke unseres Sohnes, welchen die ernste schwere Pflicht in deld ge em deiner Aund er se Impieb ihn Ilen Gefaht mann laß u schlen, unve muu bis in Heltz; behüt shidlichen, Mter, du ind wie li Urr haben Vorte vern sines Heil in Gewiss. den Freve Hest, dam muit es s. lle, was Mdiger Hetzen, de Zurgen av uud Vater Uhr ald sudern d ihe er ii heißer lein Hae sillt in Den du Hrme did Uj m 1 der 8 Todesmiden u tillen, Aler ssh n, Aler Herzen Gott, ich beuge deinem unaus⸗ u damit erpigt an bis hierhe solcher großen virst im Lieben ich mich immer fahre fort und ieb dem Kriege uns zu einem aß ich hören ß er Frieden ich erhöre ale, es dhim in obß me deine gnädige Sohn, ö ..=rriHan...— für das Vaterland und den Kaiser. 257 das Feld gerufen hat, und sei ihm gnädig! Thue Befehl einem deiner Engel, daß er ihn auf den Händen trage, und er seinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Umgieb ihn ringsum mit deinem Schirme, schütze ihn in allen Gefahren! Als einen frommen und tapferen Kriegs⸗ mann laß unsern Sohn erfunden werden: gehorsam den Be⸗ fehlen, unverdrossen in allen Beschwerden, mutig im Streit, treu bis in den Tod. Erhalte ihn bei Leben und Gesund⸗ heit; behüte ihn vor Krankheiten und Seuchen und allen schädlichen, verderblichen Einflüssen. Ach, lieber himmlischer Vater, du weißt, wie sauer uns unser Kind geworden ist und wie lieb wir es haben, hüte es mit deinen Augen! Wir haben es erzogen in deiner Furcht und aus deinem Worte vermahnt, daß es auch im Feindeslande das Wort seines Heilandes bedenke: Liebet eure Feinde, daß es sein Gewissen und seine Seele bewahre vor jeder Unthat und jedem Frevel, ermahne du es täglich und stündlich durch deinen Geist, damit deine Furcht und Liebe in ihm lebendig bleibe, damit es seinen Wandel führe mit Wachen und Beten und alles, was ihm zustößt, hinnehme als aus deiner Hand. Gnädiger und barmherziger Gott, vermahne auch unsere Herzen, damit wir unsere Unruhe stillen und alle unsere Sorgen auf dich werfen. Du bist ja unseres Sohnes Gott und Vater; ehe wir ihn liebten, hast du ihn geliebt, und mehr als wir ihn lieben, liebst du ihn, denn nicht wir, sondern du hast ihn dir erkauft mit deines Sohnes Blut. Läge er in unserm Schoße oder umflögen ihn die Geschosse in heißer Schlacht, ohne deinen Willen fällt ihm kein Haar von seinem Haupte; ja, fiele er dahin, er fällt in deine Hände, und du drückst ihm die Augen zu, denn du bist ja sein Vater. Ach, Herr, du Erbarmer, er⸗ barme dich, mache alles wohl, führe alles herrlich hinaus! Laß uns im Glauben standhaft, in der Liebe brünstig und in der Hoffnung fest und unbeweglich bleiben, damit wir mit dir verbunden und mit Leib, Seele und Geist erhalten bleiben bis auf den Tag Jesu Christi. Amen. Des Christen Pilgergang. 17 258 Gebete um Frieden, im Krieg, Thu als ein Kind und lege dich In deines Vaters Arme, Bitt' ihn und flehe, bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme. So wird er dich durch seinen Geist Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohlgehaltnem Ringen Aus allen Sorgen bringen. 196. Gebet einer Witwe, deren einziger Sohn im Kriege ist. Ps. 39, 13: Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien, und schweige nicht über meinen Thränen. Herr, mein Gott, du mein Erbarmer, du Tröster aller Betrübten, mein einziger Sohn und herzliebes Kind ist hinausgezogen in den Krieg und in das wilde Getümmel der Schlachten, und mein armes schwaches Herz ist voll Unruhe und Angst, voll Zittern und Zagen. Es ist das einzige, was mir übrig blieb aus glücklicheren Tagen, das Kind so vieler Gebete und Thränen, die Stütze in meiner Einsamkeit, die Hoffnung meines Alters; ach, nimm sie nicht weg, zerbrich sie nicht! Gedenke meiner Schwachheit und lege mir nicht zu schwer auf. Tag und Nacht rufe ich und seufze zu dir, der verheißen hat, ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen zu sein; höre mein Gebet, Herr, vernimm mein Schreien, schweige nicht über meinen Thränen. Ich weiß, du wirst mich nicht verlassen noch versäumen, du bist mein Gott, der Vater meines Herrn Jesu Christi. Bisher hast du mir beigestanden, du wirst mich auch ferner nicht zu Schanden werden lassen. Durch so manches dunkle Thal hast du mich geleitet, du wirst auch jetzt deine Hand nicht von mir ziehen, wirst mir vielmehr ein treuer Hirte sein und mit deinem Stecken und Stab mich trösten. Nimm mein teures Kind in deinen Schutz, leite es mit deinen Augen, verbirg es vor allen Gefahren heimlich in deinem Gezelt und erhöhe es Bewahre es an Leib und Seele vor allem Gieb, daß dein heiliges Wort, das ich in meines auf einen Felsen. Uebel. für Aundes Herz gepfl es nicht abirre vot zu die Lebe und sine Brüder. Es Ind freundlich, wi ed an und at Ah, bewahre ihm daß ich es heil ar ich ed habe ziehen wie ist mein Her biel möchte ich n ich höre meinen ich höre ihn rufer erlöset, ich habe mein. Denn so sein, daß die ns Feuer gehst, soll dich nicht an der Heilige in 3 Stimme, laß mei Liebe. Amen. eee VD e riege ij rnimm mai . öster alle Kind is immel de Unuh einzigz Kind s insamkel zerbriß mir nich e zu und eih Gebet. je nich nich nih er meilli gestanden en lasse litet, d wirst m. Stecle Kind il 5 un rhhe u oor alen 1 main für das Vaterland und den Kaiser. 259 Kindes Herz gepflanzet habe, in ihm lebendig bleibe, damit es nicht abirre von deinen heiligen Geboten. Wende ihm zu die Liebe und das Vertrauen seiner Oberen und aller seiner Brüder. Es sei folgsam, friedsam, liebevoll, barmherzig und freundlich, wie es dir wohlgefällig ist. Ach, laß über es kommen und auf ihm liegen meine Gebete und Thränen! Ach, bewahre ihm seine gesunden Glieder und erhöre mich, daß ich es heil an Leib und Seele wieder nehmen darf, wie ich es habe ziehen lassen! Ach, mein lieber Gott und Vater, wie ist mein Herz so voll, ich falle in deine Arme; wie viel möchte ich noch sagen, aber ich will dessen schweigen; ich höre meinen Heiland zu mir reden: Weib, weine nicht, ich höre ihn rufen: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Denn so du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein, daß dich die Ströme nicht sollen ersäufen, und so du ins Fener gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht anzünden, denn ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige in Israel, dein Heiland. Ich lausche deiner Stimme, laß mein Herz stille werden und ruhen in deiner Liebe. Amen. Ach Jesu, der du worden bist Mein Heil mit deinem Blute! Du weißt gar wohl, was Kreuze ist, Und wie dem sei zu Mute, Den Kreuz und großes Unglück plagt; Drum wirst du, was mein Herze klagt, Gar gern zu Herzen fassen. 19. Gebet eines Weibes, dessen Mann im Kriege ist. Ps. 119, 41: Herr, laß mir deine Gnade widerfahren, deine Hülfe nach deinem Wort. Herr, mein Gott, nach deinem Willen hat mein lieber Mann in den Krieg ziehen müssen, vielen und großen Gefahren entgegen, die mich beunruhigen Tag und Nacht. Wer soll ihn schützen und bewahren und erretten, wenn nicht 17⁷ 26⁰ Gebete um Frieden, im Krieg, du allein, du uallmächtiger und getreuer Gott. Ach Herr, laß mir deine Gnade widerfahren! Verhüte es in deiner herzlichen Barmherzigkeit, daß weder Schwert noch Geschoß, noch feindlicher Ueberfall, noch sonst ein Unglück das teure Leben meines geliebten Mannes zerstöre und mich zu einer armen Witwe und meine Kinder zu Waisen mache! Ach, walte es, daß keine Beschwerde, Anstrengung und Mühsal, nicht Krankheit und Siechtum seine Gesundheit schädige und seine Kraft verzehre! Ach, versieh es nach dem Reichtum deiner Barmherzigkeit, daß er sich zu allen Zeiten und an allen Orten deines Schutzes und deiner gnädigen Hülfe erfreuen dürse! Stehe ihm in allen seinen Unternehmungen mit Rat und That zur Seite und führe sie zu einem glücklichen Ausgang. Umgürte ihn mit deiner Kraft, daß er im Kampse tapfer streiten möge. Ich will inzwischen mit dir ringen, wie einst Jakob mit dir gerungen hat, und dich nicht lassen, bis du mich und meine Kinder ge— segnet hast. Ach Herr, laß mir deine Hülfe widerfahren nach deinem Worte! Mache alles, alles wohl! Dein Geist ruhe auf meinem lieben Manne, er leite ihn auf allen seinen Wegen, er erquicke und stärke ihn in allen Mühsalen und Beschwerden. Laß unsere Herzen in treuester Liebe mit einander verbunden bleiben, daß nichts, kein Unglück, wie groß es sein möge, noch Not, noch Tod uns von einander scheide. Ach Herr, nichts, weder Leben noch Tod, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur müsse uns scheiden von der Liebe, die da ist in Christo Jesu, unserm Herrn! O Gott, setze dem Kriege und Blutvergießen ein Ende, beschere uns bald wieder Frieden! Ach, laß mir und meinen Kindlein die Stunde schlagen, daß ich meinem treuen Manne wieder in die Augen schauen und ihm unsere Kindlein an sein Herz legen kann, daß wir mit einander dich loben, rühmen und preisen mögen! Ach, du Vater meines Herrn Jesu Christi, erhöre mich! Ach, du Gott meines Heils und Trostes, Amen. siehe mich und meine Kindlein gnädig an! Gebet frommer 9 4—. auf ihn: Leber himm unser liebes Vate lieber Vater hat laber himnlisch den du und gege um den wir täz Lchite und bewa bst in almnächti ch deine Kinde Hielen tausendm Herr, e es in rt noch Unglüt ud mich mache! Mühsal, ige und eichtum und an Hilfe mungen einem ft, daß hen mit d dich er ge⸗ Ifahren Geist seinen n und de mit E, wie inander weder Tiefes, Liebe , sehe E halo in dis der in Hen 1 und rostes für das Vaterland und den Kaiser. 261 Herr, du bist meine Zuversicht, Auf dich hofft meine Seele; Du weißt es ja, was mir gebricht, Wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich Nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, Sich nicht in Kummer fassen? In deine Hand befehle ich Mein Wohlsein und mein Leben; Mein hoffend Auge blickt auf dich, Dir will ich mich ergeben: Sei du mein Gott Und einst im Tod Mein Fels, auf den ich baue, Bis ich dein Antlitz schaue! 198. Gebet frommer Kinder für den Vater, der im Kriege ist. Röm. 8, 15: Abba, lieber Vater! Ps. 37, 5: Besiehl dem Herrn deine Wege, und hoffe auf ihn: Er wird es wohl machen. Lieber himmlischer Vater, der böse Feind hat uns und unser liebes Vaterland mit Krieg überfallen, und auch unser lieber Vater hat mit hinausziehen müssen in den Krieg. Ach, lieber himmlischer Vater, wir bitten dich für den Vater, den du uns gegeben hast und den wir so herzlich lieb haben, um den wir täglich zu dir beten und weinen: Beschütze, behüte und bewahre ihn in allen Gefahren und Nöten! Du bist ja allmächtig und kannst alles, was du willst, und worum dich deine Kinder auf Erden bitten; und du hast auch die vielen tausendmal tausend Engel, welche um deinen Thron stehen, dir zu dienen, von denen sende einen, damit derselbe unsern lieben Vater schütze und beschirme bei Tag und bei Nacht. Ach, das laß doch ja nicht geschehen, lieber Gott, daß unser herzliebster Vater verwundet oder gar getötet würde, und wir um ihn klagen und weinen müßten! Ach, wie würden wir so unglücklich und verlassen sein, wolltest du ihn uns . 262 Gebete um Frieden, im Krieg, nehmen! Abba, lieber Vater, das laß doch nimmer geschehen! Siehe, wir wollten ja lieber sterben, als daß uns der Vater stürbe! Höre deine armen, betrübten Kinder, du hast es auch versprochen, daß du es thun wolltest. Es steht in deinem heiligen Worte geschrieben: Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, daß du vertilgest den Feind und den Rachgierigen. Und unser lieber Heiland hat gesagt: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Bater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Erbarme dich auch der vielen andern Kinder, die so beten wie wir; erbarme dich aller, die im Kriege für uns kämpfen und streiten, daß sie siegen und den Feind überwinden! Tröste auch alle, liebster Vater, welche betrübt sind und weinen, es sind ihrer so viele! Gieb uns einen baldigen Frieden, damit die Menschen sich nicht mehr unter— einander hassen und töten; du willst ja nicht, daß sie das thun sollen, und du hast auch unsere Feinde lieb! Ach, liebster Gott und Vater, erhöre uns und schenke uns bald den lieben Vater wieder, wir wollen dir unser Leben lang dafür dankbar sein! Ach, erhöre deiner Kinder Gebet um unseres lieben Heilands willen, gieb uns aber auch kindlich fromme Herzen, damit wir dir gefallen mögen! Amen. Befiehl du deine Wege Und was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Deß, der den Himmel lenkt, Der Wolken, Luft und Winden Giebt Wege, ů117. und Bahn, Der wird auch Wege finden, Die dein Fuß gehen kann. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dirs soll wohl ergehn: Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn; Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. Gebet für de Kraft, laufen Werde Herr, all walten und da⸗ liebter Kaiser zpgen. Du Schwert zu ta nehren mit fr halber hat er hlast, abzuwehr des Vaterland sich beugend u auf deine Bar noch erwie Gott, ziehe d Heere deine! Koͤnigs Herz müberwindlic sein teures dämpfen, wie dein Knecht 2 deinen He Stärkel G aufzufahre und nicht natt zu Hische in u sch über sei ö 0 und Te urirn 0 Een ö Kheiligtem ö h nimmer. Is daß un inder, 50 Es steht uMunde du eine len, daß gierigen. vahrlich, 8 bitten es euch inder, die triege für den Feind he betrübt uns einen ehr unter⸗ 5 sie das ch, liebster den lieben ür dankbar res lieben ie Herzen, für das Vaterland und den Kaiser. 19½ Gebet für den Kaiser und König, der im Kriege ist. Jes. 40, 31: Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln, wie die Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden. Herr, allmächtiger Gott, um seines heiligen Amtes zu walten und das bedrängte Vaterland zu schirmen, ist unser geliebter Kaiser und König mit seinem Heere in den Krieg gezogen. Du weißt es, daß ihn nicht gelüstet hat, sein Schwert zu tauchen in des Feindes Blut und sein Gut zu mehren mit fremdem Gute. Notgedrungen und des Gewissens halber hat er das Schwert gezogen, das du ihm befohlen hast, abzuwehren den Uebermut und den Frevel, zu schützen des Vaterlandes geheiligten Boden. Er ist dahingezogen, sich beugend unter deinen allmächtigen Willen und bauend auf deine Barmherzigkeit, welche du ihm bezeugt und je und je noch erwiesen hast. Darum, Herr Zebaoth, du starker Gott, ziehe du mit dem Kaiser und Könige; schare zu unserm Heere deine unsichtbare himmlische Heermacht! Mache des Königs Herz getrost, seinen Rat weise, seinen Arm stark und unüberwindlich, seine That ruhmvoll! Schütze und schirme sein teures Leben in allen Gefahren! Laß ihn den Feind dämpfen, wie einst Moses den Amalek dämpfte, wie einst dein Knecht David darniederschlug den Goliath! Ziehe ihm deinen Harnisch an, umgürte ihn mit deiner Stärke! Gieb dem Kaiser und Könige stets neue Kraft, aufzufahren mit Flügeln wie ein Adler, zu laufen und nicht müde zu werden, zu wandeln und nicht matt zu werden. Der Geist lebendiger Gottesfurcht herrsche in unsern Heeren, damit das fromme Herz des Königs sich über seine Kinder freue. Beseele dieselben mit Helden⸗ sinn und Todesmut, daß sie kämpfen, wie einst ihre Väter kämpften, die ihr Leben nicht geliebt haben, zu zerbrechen das harte Joch ihres Treibers und an des Vaterlandes geheiligtem Namen auszulöschen die Schmach. Siegreich laß öWSS„»„»„»„SWMVVVVVVVVõqIIII¶ 264 Gebete um Frieden, im Krieg, sie kämpfen, siegreich laß sie heimziehen, auf daß alle Welt erfahre, daß du, heiliger Gott, zum Rechten siehest und den Frevel strafest. Erhöhe des Kaisers und Königs Stuhl über alle Kaiser und Könige, mache ihn fest für alle Zeiten! Herr Zebaoth, sei unserm Kaiser und Könige ein starker Gott! Herr Zebaoth, hilf uns in aller Not, daß wir deinen Namen preisen. Amen. 200. Gebet nach einer traurigen Botschaft. Hesekiel 34, 16: Ich will das Verwundete verbinden und des Schwachen warten. Ach, mein Herr und mein Gott, nun weiß ich, daß mein geliebtes Kind(mein Geliebter) draußen im Felde liegt schwer verwundet(tötlich krank), und mein Herz ist voll quälender Gedanken und nagender Unruhe. Ob ich ihm schon nicht helfen kann, möchte ich zu ihm eilen, seiner warten und pflegen, es(ihn) trösten und erquicken, mit ihm weinen und beten! Aber nun kann ich nur zu dir eilen und flehen: Erbarmer, erbarme dich! Bringe mein armes, ver— wundetes(krankes) Kind(meinen heiß Geliebten) in eine Herberge, da fromme Liebe der Verwundeten und Kranken wartet. Du hast ja auch den unglücklichen Mann, welcher unter die Räuber und Mörder gefallen war, nicht draußen liegen lassen, sondern hast ihm gesandt den barmherzigen Samariter. Du bist ja allenthalben nahe, sei auch meinem Geliebten nahe, nimm dich seiner an! Lindere ihm seine Schmerzen und mache ihn geduldig, sprich mit deinem Worte seiner Seele zu, daß sie erquicket und getröstet werde; du willst ja trösten, wie Einen seine Mutter tröstet. Mache ihn fromm ergeben in deinen Willen, stark, zu leiden, wie er stark gewesen ist, zu streiten. O, Jesu, Gnadenreicher, tritt in deinem Leidensbilde vor des Geliebten Seele hin, damit er deine Wundenmale sehe und bei dir den Frieden suche und finde. O, Jesu, Hirte deiner Schafe, welcher das Verwundete verbinden und ded Schwache an deine Br er gesund, un Sollte es aber daß du mein g wilst, ach, soe Hesusnamen ti. schmece und se auf die Lippen der Herr ha sei gelobt!! Unglauben und kann alles sagen: Was bist so unrt ich werdeti esichts Hü Gott, mein E Hülfe und me mei Ach, H damit mein itt eine thrär mein Geliebt Rj und N Sch ge sin Leib ru 096 ni liebten, Renommen, u alle Mel t und den Stuhl über ö iten! Herr rker Gottl“ vir deinen te verhinden ich do Felde liegt z ist voll ihm schon ler warten hm weinen ind flehen: mes, ver⸗ ) in eine d Kranken u, welcher t draußen mherzigen ch meinem ihm seine it deinem tet werde t. Mache eiden, wie nreicher, eliebten und be e deiner den und für das Vaterland und den Kaiser. 26⁵ des Schwachen warten will, nimm den Geliebten an deine Brust! Sprich nur ein Wort, so wird er gesund, und du kannst ja auch vom Tode erretten! Sollte es aber in deinem Willen und Rate beschieden sein, daß du mein geliebtes Kind(meinen Geliebten) zu dir ziehen willst, ach, so erbarme dich, du Erbarmer, drücke ihm deinen Zesusnamen tief ins Herz, damit es(er) den Tod nicht schmecke und selig überwinde, und lege mir in das Herz und auf die Lippen Hiobs Wort: Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gelobt! Ach, du Erbarmer, erbarme dich; hilf meinem Unglauben und stärke meinen Glauben; deine rechte Hand kann alles ändern! Darum will ich zu meiner Seele sagen: Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, daß er meines An⸗ gesichts Hülfe und mein Gott ist. Ach, Herr, mein Gott, mein Erbarmer, ich harre deiner, sei meines Angesichts Hülfe und mein Gott! Amen. 201. Gebet nach einer Todesbotschaft. Joh. 18, 11: Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Ach, Herr, Herr, laß mich fliehen in deine Hände, damit mein armes Herz Ruhe finde an deinem Herzen! Es ist eine thränenreiche Botschaft zu meinen Ohren gekommen, mein Geliebter(mein Sohn, mein Bruder), für den ich bei Tag und Nacht zu dir betete und weinte, ist in blutiger Schlacht gefallen, ist vom Tode dahingerafft worden und sein Leib ruht in fremder Erde. Ach, daß ich ihn hätte umfahen, daß ich ihm hätte zudrücken dürfen die lieben Augen! Du hast mir mein herzliebes Kind(meines Herzens heiß Geliebten, meinen teuren Gatten, meinen lieben Bruder) genommen, meine Freude in Traurigkeit verkehrt, meine Seele uuwaang 266 Gebete um Frieden, im Krieg, ist voll Jammers geworden! Ja, mein Gott, das hast du gethan, ohne deinen Willen wäre es nimmer geschehen! Aber wenn ich auch zu dir weinen und vor dir klagen darf, lege mir den Finger auf den Mund, damit ich nicht wider dich murre! Du hast es ihm ja geboten, treu zu sein seiner schweren Pflicht, treu zu sein selbst bis in den Tod, und einen Un⸗ getreuen möchte ich nicht auf meinem betenden Herzen getragen haben, und er hat es gehalten. Er hat auch sein Herzblut für mich und die lieben Seinen vergossen, auch er zählt nun zu den Edlen und Auserwählten, welche ihr Leben nicht geliebet haben, und haben es für ihre Brüder in den Tod gegeben. In den alten Zeiten haben die Mütter, Frauen und Töchter des heidnischen Griechenlands ihre Häupter umkränzt und sich glücklich gepriesen, wenn es ihren Geliebten beschieden war, in heldenmütigem Kampfe für das Vater— land zu fallen, daran will ich gedenken; ich will auch gedenken jener edlen, frommen Mutter aus den Töchtern Israels (2. Makkab. 7), welche ihre sieben Söhne um ihres Glaubens willen martervoll leiden und dahinsterben sah, und litt es mit großer Geduld um der Hoffnung willen, die sie zu dir hatte, und ward so mutig, daß sie einen Sohn nach dem andern tröstete, daß der Gott, der sie erschaffen, ihnen auch das Leben wiedergeben werde; ach, ich will mich durch jene nicht beschämen lassen, sintemal ich ein Christ(eine Christin) bin und weiß, daß du mein versöhnter Gott und Vater bist, daß wir im Himmel ein besseres Vaterland haben, ein Vaterhaus, in welchem deine Kinder allezeit daheim sind bei dir, dem Herrn, und deiner unaus⸗ sprechlichen Herrlichkeit ewiglich sich freuen. Da will ich hinfort meinen Geliebten suchen. Ich weiß, daß ich ihn daselbst wieder finden werde, wenn meine Thränenzeit auf Erden aus ist und ich lange genug werde das Trauerkleid getragen haben. Ach, mein Gott, halte diese Hoffnung in meinem Herzen lebendig, daß sie und dein heilig Wort mein Stecken und Stab sei! Ach, stärke mich, den bitteren Kelch zu nehmen und zu trinken ud auf die Ha vill auf meine neiner Seele ir heten, wie du gewesen bist! sehe mit bei, und dir nach est in deiner H und dir treu u nillen, welche d nich und erbar A aufe Herr, al Barmherzigkeit harlich sind d zethan, des Himmel, fr nit Jauchze tröstet und wir dich anrie ind sandtest u dem bangen uns gewaltet umsere Feinde se sind gefal Hroßen 10 vohl dem, Hoffrung bide, Meer Hlauben hält uunnn, thut u seinen ö hast du en! Rber darf, lege wider dich schween einen Un⸗ u getragen Herzblut zählt nun eben nicht rin den e Mütter, re Hänpter Geliebten as Vater⸗ gedenken uIbraels Glaubens d litt es sie zu dir nach dem ihnen auh durch jene Christi ott und besseres ne Kinder er unaus⸗ will ih ich ihn enzeit a ranerled offnung heilig arke mich, trinken für das Vaterland und den Kaiser. 267 und auf die Hand zu sehen, welche mir ihn darreicht! Ich will auf meinen Jesum schauen, den heiligen Dulder meiner Seele in Gethsemane; ach, mein Jesu, lehre mich beten, wie du gebetet hast, und stille sein, wie du stille gewesen bist! Ach, mein Jesu, tröste mich, mein Heiland, stehe mir bei, daß ich mein Kreuz auf mich nehme und dir nachfolge! Ach, mein Jesu, halte meine Seele sest in deiner Hand, damit ich deinen Namen nicht verleugne und dir treu und beständig verbleibe! Um der heißen Liebe willen, welche du gegen mich in deinem Herzen trägst, erhöre mich und erbarme dich meiner! Amen. 202. Am Sieges⸗ und Friedensfeste. Luc. 2, 14: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Herr, allmächtiger Gott, du Gott aller Gnade und Barmherzigkeit, Wunderbar heißt dein Name, und wunder— barlich sind deine Werke. Du hast Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich. Jauchzet, ihr Himmel, freue dich, Erde, lobet, ihr Berge, mit Jauchzen, denn der Herr hat sein Volk ge⸗ tröstet und erbarmet sich seiner Elenden! Da wir dich anriefen in unserer Angst und Not, hörtest du uns und sandtest uns Hülfe aus deinem Heiligtum. Mitten in dem bangen und schweren Kriege hast du gnadenvoll über uns gewaltet und mit Adlersflügeln hast du uns bedecket; unsere Feinde hast du überwunden, ihre Macht zerbrochen, sie sind gefallen in die Netze, die sie uns gestellt haben. Großen und herrlichen Sieg hast du uns gegeben. Ja, wohl dem, deß Hülfe der Gott Jakobs ist, deß Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, stehet, der Himmel, Erde, Meer und alles, was darinnen ist, gemacht hat, der Glauben hält ewiglich. Danket dem Herrn, prediget seinen Namen, thut kund unter den Völkern sein Thun! Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken, zu seinen 268 Gebete um Frieden, im Krieg, Vorhöfen mit Loben, danket ihm, lobet seinen Namen! Herr Gott, himmlischer Vater, verleihe uns deinen Geist, damit wir das alles mit bußfertig dankbarem Herzen erkennen und in tiefster Ehrfurcht dich anbeten; verleihe uns deinen Geist, damit uns dies alles unvergessen bleibe unser Leben lang, damit wir dich um so kindlicher fürchten, herzlicher lieben und zuversichtlicher dir vertrauen. Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gieb Ehre, um deine Gnade und Wahrheit!l Und da du ein Erbarmer bist für und für, heile mit milder Hand die schweren Wunden, welche der Krieg uns geschlagen hat. Tröste die Weinenden, sei der Hülflosen und Elenden Helfer, aller Witwen Beistand, aller Waisen Vater, aller verwundeten und zerstoßenen Herzen Heiland! Laß nun auch deinen Frieden wohnen und walten in unserm lieben Vater⸗ lande und in allen Herzen. Laß ihn auch einkehren in die Herzen derer, die bis dahin unsere Feinde waren. Hösch aus den Hader und Haß mit der Glut deiner Liebe, mit der du uns in Christo Jesu geliebet hast. Gieb, daß wir den Frieden gewinnen, welchen Jesus uns erworben hat, welchen die Welt weder geben noch nehmen kann. Darum hilf uns unermüdlich streiten wider die Sünde und alles ungöttliche Wesen, kämpfen den guten Kampf des Glaubens und ergreifen das ewige Leben, damit wir erringen und davon tragen die Krone des ewigen Sieges. Dazu stärke und segne uns, dazu laß uns dein Wort und deinen Geist stets haben bei uns bleibend. Dazu erbaue und fördere Kirche und Schule, und laß unsere Häuser und Herzen deine Tempel sein. O Herr, hilf, o Herr, laß es wohlgelingen! Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen. Nun danket alle Gott Mit Herzen Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an WI Herr E Herren, ich be preiset dich vor allen Vo gemacht hast, deiner Wund das war ein man Kriege nicht ansehen derben; tode sie vom Gro herrlichen e unserer Fein zerbrachst du ließest du f Röͤnig sehr d VBunder! Und wer ks se thust, w gnädiger G und gethan Deulschland den deutsch du hast et seinen rleihe unt dankbarem anbeten; unvergessen ; lindlicer vertrauen. mNamen ahrheitl mit milder geschlagen nd Elenden zater, aller nun auch ben Vater⸗ ren in die en. ösch Liebe, mit „ daß wir Trworben nehmen wider die en guten as ewige ie Krone uns, dazu n bei un schule, ud O Herd, Nenschen für das Vaterland und den Kaiser. 269 Unzählig viel zu zu gut, Und noch jetzund gethan. Der ewig-reiche Gott Woll' uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben, Und uns in seiner Gnad Erhalten fort und fort, Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort. 203. Am Sedanstage. Psalm 111, 4: Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Gott. Herr Gott, du bist ein König und ein Herr aller Herren, ich bete dich im Staube an, voll Dank und Anbetung preiset dich meine Seele. Ich gedenke des Tages, da du vor allen Völkern deinen Namen an uns groß und herrlich gemacht hast, und hast unter uns gestiftet ein Gedächtnis deiner Wunder, du gnädiger und barmherziger Herr! Ja, das war ein Tag, wie es noch wenige gegeben hat, so lange man Kriege führt auf Erden. Du ließest unsere Streiter nicht ansehen die sichere Gefahr und das todbringende Ver⸗ derben; todesmutig, an ihrer Spitze der greise Held, rangen sie vom Grauen des Morgens und ruhten nicht, bis sie den herrlichen Sieg erstritten. Alle Macht und Herrlichkeit unserer Feinde stießest du in den Staub, sein Kriegszeug zerbrachst du, viele zehntausende samt ihrem stolzen Kaiser ließest du fallen in unsere Hände. Da freute sich unser König sehr deiner Hülfe, da sang er das Lied: Das sind die Wunder des Herrn, gebt ihm allein die Ehre! Und wer kann denn auch so große Dinge thun, wie du sie thust, wer kann helfen und erretten, wie du, starker und gnädiger Gott! Ueber Bitten und Verstehen hast du an uns gethan. Auf Sedans blutgetränkten Feldern hast du Deutschlands Völker finden lassen ihre Einigkeit, hast du dem deutschen Reiche geschenkt seinen glorreichen Kaiser. Ba, du hast große Dinge an uns gethan, der du 270 Gebete um Frieden, im Krieg, mächtig bist und deß Name heilig ist. Du übest Gewalt mit deinem Arm und zerstreuest, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Du stößest die Gewaltigen vom Stuhl und erhebst die Niedrigen! Aber, Herr, mein Gott, ich bringe mein Lied mit Seufzen. Das Regenwasser verschießt nicht so bald, als dein Bolk deiner vergißt Deine herrlichen Siege haben wie viele trunken gemacht; Stolz und Hochmut haben ihre Augen verblendet, der Unglaube hat ihren Sinn bethört, von Undankbarkeit strotzen ihre Herzen; weithin hat mein Volk den vergessen, der ihm in seiner großen Not ein Heiland und Erretter gewesen. O, heiliger und barmherziger Gott, mache den Sedanstag für das deutsche Volk zu einem Bußtage, auf daß nicht einmal ein Tag komme, da die, welche nun sagen: Wer ist der Herr, deß Stimme ich hören soll? dich suchen und nicht finden werden, zu dir schreien werden, und ist kein Helfer da. Wir haben es mit unseren Augen gesehen und wollen es unsere Kinder lehren, daß du ein starker und eifriger Gott bist, der da heimsucht die Sünden der Väter an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, daß deine Gerichte nicht schonen Hoch und Niedrig. Hilf uns zur Umkehr, zur Rückkehr zu dir, dem lebendigen Gotte, damit du unser Gott seiest und bleibest immerdar, damit für alle Zeiten dein Gnadenschirm das liebe Vater— land bedecke, und alle seine Kinder darinnen wohnen als unter deinen Flügeln. Ach, Herr Gott, erhöre uns, ach Herr Gott, hilf uns jetzt und immerdar! Amen. 204. Für das Vaterland. Ps. 33, 12: Wohl dem Volk, deß der Herr sein Gott ist. Herr, mein Gott, obschon ich dein Pilgrim bin und mein Vaterland im Himmel habe, hast du mir auch ein irdisches Vaterland gegeben, darin zu wohnen. Von Heren hibe ich sunde. amiesen hast. nnd herlich gen in Auge! Be woersehrt bleil sud. Mache freudig, in N u schirmen. ind Himmlisch Richste Fülle, die Thiler ur den Hügeln re und heilsamer dem Kranken Biche und S Vasser geben Alenthalben Handel und! sindungen, Ki gesegueten Fe wollest du fi sein tägliche liebe Vaterla und alle Zw das Vornehr berleihe bei Stürke; seg auf Jung elöͤsche do innes lieber llen Lände Memals ge tihalte ed, in Herrl. Helligen Ge Du übes uest, die un. Di derhebs ich hingt Hherschieft vergißt, u gemacht; er Unglaube rotzen ihre der ihm in 2 vesen. O. anstag fit icht einmal Zer ist der und nicht kein Helfer und wolln eifriger iden der nd vierte d Nesdrig lebendigen immerdar, ebe Vater⸗ ohnen alt uns, ac sein Gott il. bin iId mir aug für das Vaterland und den Kaiser. 271 Herzen habe ich es lieb, und ich danke dir dafür aus Herzens⸗ grunde. Ich erkenne die große Wohlthat, welche du mir erwiesen hast. Du hast es auch vor andern Ländern groß und herrlich gemacht; ach, behüte es wie einen Augapfel im Auge! Beschirme es an allen seinen Grenzen, daß es unversehrt bleibe vor den Angriffen derer, welche ihm zuwider sind. Mache die Arme seiner Söhne stark und ihre Herzen freudig, in Not und Gefahr das Vaterland zu schützen und zu schirmen. Gönne demselben allen Segen im Irdischen und Himmlischen. Auf seinen Feldern laß wogen der Saaten reichste Fülle, auf den Höhen der Wälder Anmut und Reichtum, die Thäler und Gründe bedecke mit saftigem Grün, und an den Hügeln reife des Weinstocks edle Traube. Seine Quellen und heilsamen Brünulein, dem Durstigen zur Labung und dem Kranken zur Genesung, laß nimmer versiechen; seine Bäche und Ströme laß fröhlich rauschen und dem Lande ihr Wasser geben. Laß gedeihen des Vaterlandes Wohlfahrt allenthalben und in aller Weise; Geschäft und Hantierung, Handel und Verkehr, nützliche Fertigkeiten und heilsame Er⸗ findungen, Künste und Wissenschaften laß ohne Unterlaß ihren gesegneten Fortgang finden. Alle Stände und Berufsarten wollest du fördern und auch dem Aermsten und Geringsten sein tägliches Brot bescheren. Dein Frieden bedecke das liebe Vaterland und beseele alle seine Bewohner; allen Hader und alle Zwietracht stille und mache zu nichte den Rat und das Vornehmen seiner abtrünnigen Kinder. Der Obrigkeit verleihe bei Ausübung ihres Berufes deine Weisheit und Stärke; segne Kirche und Schule; segne den Hausstand; auf Jung und Alt laß ruhen deinen Geist. Nimmer verlösche das Licht deiner Erkenntnis und der Erkenntnis deines lieben Sohnes. Eine Leuchte laß das Vaterland sein allen Ländern, eine Leuchte deiner Gnade und Wahrheit. Niemals gehe es unter, so lange die Welt steht, vielmehr erhalte es, bis dein Reich kommt in Kraft und in Herrlichkeit. Dir, dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste sei Ehre und Preis immer und ewiglich. Amen. 272 Gebete um Frieden, im Krieg, Ja, Heil dem Lande, wohl der Stadt, Wo wahre Christen wohnen, Der Glaube seine Tempel hat, Und Treu' und Liebe thronen. Da ist gut sein, Und mild und rein Ist da des Lebens Sitte; Da, da ist Gottes Hütte! 205. Für den Kaiser und König. 1. Petri 2, 17: Fürchtet Gott; ehret den König. Ich beuge meine Knie vor dir, dem Könige aller Könige und dem Herrn aller Herrn, und bete für meinen Kaiser und König. Ich thue es gerne, denn mein Herz freut sich seiner. Vor andern Königen und Herrn hast du ihn erhöht und dich an ihm verherrlicht, sein Ruhm schallet über die Erde. Dazu hast du ihm gegeben ein weises, frommes Herz, sein Volk väterlich zu lieben und königlich über ihm zu walten. Großes hast du an ihm gethan und hast ihn gesetzt zu einem Segen für das ganze Vaterland und sein Volk. Ich danke dir von Herzen, daß du mich gestellt hast unter seine Hand. Weil sein Herz deinen Namen fürchtet, ist er erhalten geblieben auch in böser Zeit, du hast ihn bedecket mit deiner Barm— herzigkeit wie mit einem Schilde. Ach, erhalte dem Vater⸗ lande seinen ruhmreichen Kaiser, den Unterthanen den geliebten König! Gieb ihm Frieden vor allen seinen Feinden, Frieden an allen Grenzen seines Reichs, Frieden innerhalb derselben; halte ihm offen den Zugang zu dem Brunnen deiner Barm⸗— herzigkeit. Der Glanz deiner Gnade erleuchte sein Leben, er sei ihm Licht und Leben; er leuchte noch hinein in die Nacht, da niemand mehr wirken kann. Mache seinen Stuhl fest für alle Zeiten, und die Krone auf seinem Haupte wie auf den Häuptern seiner Nachkommen unwandelbar; das Scepter des Reiches weiche nicht von seinem Hause, schütze und segne dasselbe ohne Aufhören. Er sei den Unter— drückten ein Helfer, den Armen ein Erbarmer, den Guten ind Frommen Unzler, stele whe sinen 2 ihn säen im af ein dankb. haabschauen; Fin Herz erfr du Gebeten getbeuen Kinde duch den Kai a Himmels Zohnes zun it die Do: auf den S dem ewigen lusichtbare Yreis in E König. ller Köͤnige Kaiser und sich seinemr. ht und dich de. Dazu sein Voll Große lem Segen ke dir von 1d. Weil geblieben er Barn⸗ em Vater⸗ geliebten „ Frieden derselben; ner Barm⸗ uchte sen och hinein ihe seinn m Haußte pandelbat n Huuse den Unter⸗ en Guten für das Vaterland und den Kaiser. 273 und Frommen ein Vorbild. Erhalte ihm seinen weisen Kanzler, stelle unter seine Hand fromme und weise Räte, welche seinen Willen thun zu deines Namens Preis. Laß ihn säen im Segen und laß ihn ernten im Segen; auf ein dankbares und zufriedenes Volk möge sein Auge herabschauen; an seines Volkes Liebe und Treue möge sich sein Herz erfreuen! Umgieb ihn bei Tag und Nacht mit den Gebeten seiner Unterthanen, als seiner frommen und getreuen Kinder, und erhöre solche Gebete gnädiglich. Laß durch den Kaiser und König gebauet und gefördert werden das Himmelreich auf Erden, das Reich deines lieben Sohnes zum Dank und Preis dessen, der auch für ihn einst die Dornenkrone getragen hat und ist gesessen auf dem Stuhle deiner Majestät. Dir, Gott, dem ewigen Könige, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren und allein Weisen sei Ehre und Preis in Ewigkeit. Amen. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, Laß auf des Kaisers Wegen Dein huldvoll heilig Angesicht Ihm leuchten, uns zum Segen, Und salbe ihn mit deinem Geist, Daß er sich kräftiglich erweist Zu deines Namens Ehre. Fünfter Teil. Des Christen geistlicher Lebensgang. Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein. Und wird keiner den andern, noch ein Bruder den andern lehren und sagen: Erkenne den Herrn, sondern sie sollen mich alle kennen, beide, Klein und Groß, spricht der Herr. Jerem. 31, 33 u. 34. Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennet die Seinen; und: es trete ab von der Ungerechtigkeit, wer den Namen Christi nennet⸗ 2. Timoth. 2, 19. Einleitende Betracktung. In seiner erbarmenden Liebe hat der dreieinige Gott den Grund zu unserer zeitlichen und ewigen Lebenswohlfahrt gelegt. Er hat uns nicht bloß erschaffen, er hat uns auch erlöst und ist als heiliger Geist unausgesetzt wirksam. Es kommt nun darauf an, daß die Thaten der erbarmenden Gnade Gottes sich an uns verwirklichen, daß das göttliche Leben in uns gepflanzt, gepflegt und erhalten werde, denn Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben. Mit der Bedeutung, welche die Geburt für das leibliche Leben hat, steht in Aehnlichkeit die Bedeutung der heiligen Taufe für unser geistiges Leben. Die heilige Taufe erzeugt dasselbe in dem Menschen, setzt ihn in das höchste, persönliche Zehiltnis der ue gättlichen Nuernde Einw isem Vasser Tufgnade fal der Taufe sel hun der Ange stefen. Es Ich bin gett igen Kinder del Heilandes suen. Geta Mlch des Er Mlch zunächf Hläclich die litt später e seiner Konf — uu seiner Ta Ashe des diel nehr ale auch viel me in dem heili⸗ Das ist m. Und: Das velches ve der Sünde nie der n nie solhed Speisun Hrist teilh auh der Iss Reben irihm, wil Rewinnt, 0 sahen kum ume ist ů. rz geben und len mein Voll 1d wird keiner andern lehren dern sie sollen Groß, spricht 33 u. 34. und hat diess und: es trete Namen Christ h. 2, 19. inige Gol awohlfthtt t uns auch ksam. E Tbarmendel 8 gtlich erde, denl ht ererbel. 16 kellch heiligen zufe erget persalldt Einleitende Betrachtung. 27⁵ Verhältnis der Kindschaft zu Gott, fügt ihn in den Bund der göttlichen Guade und stellt ihn somit unter die fort— dauernde Einwirkung Gottes. Es ist etwas Herrliches mit diesem Wasser des Lebens! Kann auch der Christ aus der Taufgnade fallen und dieselbe ihm verloren gehen, die That der Taufe selbst bleibt unentwegt bestehen; immer wieder kann der Angefochtene und selbst der Verirrte auf sie zurück⸗ greifen. Es liegt der denkbar größte Trost in den Worten: Ich bin getauft. Indem wir in der Kirche die unmün⸗ digen Kinder taufen, wissen wir, daß wir damit den Willen ves Heilandes vollziehen und für ihr Seelenheil am besten sorgen. Getauft, sollen die Kinder genährt werden mit der Milch des Evangeliums, und glücklich das Kind, dem diese Milch zunächst von frommer Mutterhand gereicht wird, und glücklich die Mutter, welche solches thut! Zu der Milch tritt später eine stärkere Speise hinzu. Wenn das Kind in seiner Konfirmation sich mit Bekenntnis und Gelübde zu seiner Taufe bekannt hat, so steht ihm der Gang zum Tische des Herrn offen. Das heilige Abendmahl ist viel mehr als eine bloße Versicherung der göttlichen Gnade, auch viel mehr als eine geistige Vereinigung mit Christo; in dem heiligen Einsetzungswort stehen die Worte geschrieben: Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird, und: Das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden, und diese Worte bleiben bestehen, wenn schon es nie der menschlichen Vernunft gelingen wird, auszudenken, wie solches geschehen möge. Offenbar ist nun, daß wir in der Speisung des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesu Christi teilhaftig werden nicht sowohl der Heils⸗, sondern auch der Lebenskräfte unseres Herrn und Heilandes. Als Reben wachsen wir in ihn, den Weinstock, und bleiben in ihm, während der Herr in uns hineinwächst und Gestalt gewinnt, so daß es in der That bei einem gläubigen Christen heißen kann: Ich in dir und du in mir. Für die Pil⸗ grime ist das heilige Abendmahl recht eigentlich die himmlische 18³ 276 Einleitende Betrachtung. Festspeise auf ihrem Wege, mit ihr gestärkt, steigen sie getrost hinab in des Todes dunkles Thal. Es ist etwas Wunder⸗ bares mit diesen beiden Sakramenten; ein ähnliches finden wir nicht mehr im Reiche Gottes! Die Gnade des drei⸗ einigen Gottes wird uns in einer Bezeugung und Verbriefung mitgeteilt, welche selbst für unsere Sinne wahrnehmbar ist. Der Herr hat wohl gewußt, wie sehr wir einer solchen Weise bedürfen, da wir hienieden noch im Glauben wandeln und nur zu gern von schweren Zweifeln angefochten werden. Er sei gepriesen für diese seine herablassende Huld und Freund⸗ lichkeit! Wenn schon es gewiß wahr ist, daß wir nur durch die Gnade Gottes selig werden, so kann unser Ver— halten der Gnade Gottes gegenüber kein bloß empfangendes sein, es muß auch ein mitwirkendes und thätiges werden. Wenn wir im Schweiße des Angesichts unser Brot essen sollen, so heißt es hier: Schaffet, daß ihr selig werdet mit Furcht und Zittern. Wir stehen damit vor einer Lebensaufgabe, welche für uns die allerwichtigste ist und unsern ganzen Menschen erfordert. Im Christen⸗ leben ist der geistliche Lebensgang das Entscheidende. Kommt es nicht zu dem letzteren, dann hat der Christ kein Recht, sich mit dem herrlichen Namen eines Pilgrims zu schmücken. In dem geistlichen Lebensgange betreten wir im Christenleben das Gebiet, von dem ein herrliches Lied singt: Es glänzet der Christen inwendiges Leben, Obgleich sie von außen die Sonne verbrannt. Was ihnen der König des Himmels gegeben, Ist keinem, als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, Was niemand berühret, Hat ihre erleuchteten Sinne gezieret Und sie zu der göttlichen Würde geführet. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, Sie bleiben unmächtig und schützen die Welt, Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sind arm, doch sie haben, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, Sie bleiben in Freuden, Sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen Und führen das Leben des Glaubens von innen. Laufe, Gebet chris weh Barmher mser Kindleit nnd glücklich Uht gezogen hm auch hine Mir hören d nir komm solcher ist herzlicher Di Aindlein dar; Zuje ihm s und ein; Heiste, da Ihams Fall hittliches Leb geboren w geboreneu geuem geb volen. Se Mter und aude erba N unser ut deiner Hute. Un en Gesß! sein O Sterbenl sie getro 8 Wunder⸗ ches finden e des drei⸗ Verbriefung ehmbar is, ner solchen en wandely ten werden, nd Freund⸗ nur durch unser Ver⸗ apfangendes es werden, Brot essen ihr seliz lehen damt lerwichtigse m Christe utscheidende Christ kin lgrims u ten Wir in Lied siuht: I⁷. Gebete bei Tause, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. Erster Abschnitt. Taufe, Ronfirmakion, Beicktte, Abendmasil. 206. Gebet christlicher Eltern am Tauftage ihres Kindes. Mark. 10, 14: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Barmherziger Gott, liebreicher Vater, du hast uns unser Kindlein geschenkt und uns durch dasselbe gar froh und glücklich gemacht. Aber du hast es nicht bloß an das Licht gezogen und ihm Leben und Odem gegeben, du willst ihm auch hineinverhelfen in dein himmlisches, herrliches Reich. Wir hören den Heiland rufen: Laßt die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes, und säumen nicht, mit herzlicher Danksagung dir, dem dreieinigen Gotte, unser Kindlein darzubringen. Ach, laß das Wasser in der heiligen Taufe ihm sein ein gnadenreiches Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geiste, damit es rein gewaschen werde von der durch Adams Fall ihm angeborenen Sünde, und dein heiliges, göttliches Leben in es gepflanzt werde. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist, drum müssen wir von neuem geboren werden, wenn wir in dein Reich kommen wollen. Sei du unserm lieben Kinde ein treuer Gott und Vater und erbarme dich über es, wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, verlaß und versäume es nicht; sei du, Herr Jesu, unserm Kinde ein einiger Heiland und Hirte, decke es mit deiner Guade wie mit Flügeln, weide es als der gute Hirte. Und du frommer, heiliger Geist, laß es sein ein Gefäß deiner Gnadenwirkung, weiche nicht von ihm und sei sein Beistand und Tröster im Leben und im Sterben! Ach, dreieiniger, barmherziger Gott, walte du, 278 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. daß der Kindes- und Friedensbund, den du mit ihm schließest, unversehrt bleibe! Wir gedenken heute, daß auch wir getauft sind, und erneuern in Buße und Glauben unsern Taufbund. Wir können nicht mithelfen, daß unser Kind in deiner Gnade bewahrt bleibe, wenn wir nicht selbst darin stehen. Wir können es nicht aufziehen in der Zucht und Ver⸗ mahung zu dir, wie du uns doch so eindringlich gebietest, wenn wir nicht selbst uns vermahnen lassen durch dein heiliges Wort und uns stellen unter die Zucht deines Geistes. Hilf uns armen, schwachen Eltern, daß wir an unserm Kinde nichts versäumen und unsere Seelen wahrnehmen an der Seele unseres Kindleins. Segne und heilige uns diesen Tag; laß alles in demselben gemäß sein deinem Worte: freuet euch in dem Herrn allewege, ja, freuet euch. Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Amen. Liebster Jesu, wir sind hier, Deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu Christo führe, Denn das Himmelreich ist ihre. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen, Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 207. Gebet eines frommen Paten. Matth. 25, 40; Was ihr gethan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Mein Herr und Gott, die Liebe und das Vertrauen lieber Verwandten und Freunde haben mich geladen, Paten⸗ stelle zu vertreten bei der Taufe eines Kindes. Für das unmündige Kind, welches des Heils bedürftig auf deine Gnade wartet, soll ich den christlichen Glauben bekennen, und das Gel u ih m sIh idet Hälan Kind sir seiner R ein mir Kraft, aunet Ma diesen u nit getl stend d Tufe zug erschei chwered Ic vergi süunt hal last mir x ich i Rln Stü ufe mir abt E Hrüder Menem 0 a mein hlungehe Imit es Haheig Mfehtut m ibe R denn S. Wnen undele Wun sin Wammer schließeh, ir getauft Taufbund. ier Gnad? en. Vir ud V⸗- gebietes, urch den 8 Geistez rm Kinde an der no diesen u Vorte: uet euch. enschen, unter die than Vertrauel N/ Ratal Für ine Gund Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 279 thue ich mit Freuden, denn mein Glaube ist mir von Herzen lieb und teuer, ich bekenne ja in ihm dich, meinen Gott und Heiland! Aber ich soll auch vor dir heilig geloben, für das Kind zu wachen und zu beten, mitzusorgen allermeist für seiner Seele Seligkeit, und mich gegen es zu verhalten, wie ein Vater und eine Mutter. Ach, hilf mir und gieb mir Kraft, daß das von mir geschehe und ich eingedenk bleibe deiner Mahnung: Was ihr gethan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. O, Herr, wenn ich daran denke, daß du einstens die Seelen der Kinder, denen ich mich in ihrer Taufe zugelobt habe, mit aus meinen Händen fordern wirst, so erscheint mir die Patenschaft als ein so heiliges und schweres Amt und Werk, daß ich dich nur anrufen kann: Ach, vergieb mir, was ich bis dahin darin gefehlt und ver⸗ säumt habe, und bewahre mich vor neuer Verschuldung! Du legst mir das Kind auf mein Herz und Gewissen; hilf mir, daß ich über ihm wache und für es bete und mich ihm in allen Stücken erweise als einen frommen und getreuen Paten! Rufe mir immer wieder die Worte zu: Was ihr gethan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan, damit ich dir, meinem getreuen Heiland, die Dankespflicht nicht schuldig bleibe; laß meine Liebe zu dem Kinde herzlich sein; laß mich ihm vorangehen in frommem Glauben und gottseligem Wandel, damit es durch mich erbauet und gefördert werde in der Gottseligkeit; laß mich ihm nicht fehlen in der Not und Anfechtung, damit ich es in seiner Schwachheit stütze und ihm überwinden helfe. Segne mein armes, geringes Thun an dem Kinde reichlichst; schenke ihm selbst deinen besten Segen. Erhalte es in seiner Taufgnade, regiere es mit deinem Geiste, daß es dem Vorbilde seines Heilandes nach⸗ wandele und zu deiner Ehre lebe. Laß es nicht fehlen unter deinen Kindern an jenem Tage! Erhalte dem Kinde auch seine lieben Eltern und lohne ihre Liebe und Treue mit frommen, süßen Elternfreuden. Mache uns fertig in 28⁰ Gebete bei Taufe, Koufirmation, Beichte u. Abendmahl. allen guten Werken, zu thun deinen Willen. Erhöre mein Gebet um deines lieben Sohnes willen. Amen. 208. Gebet christlicher Eltern um Segen für den Konfirmanden⸗ unterricht ihres Kindes. Ps. 119, 144: Unterweise mich, so lebe ich. Lieber, himmlischer Vater, die Zeit ist gekommen, daß unser Kind seiner Konfirmation entgegensieht; es soll nun der Unterricht beginnen, der es für dieselbe vorbereitet, ge— schickt und würdig macht. Ach, lieber himmlischer Vater, lege unserm Kinde die Wichtigkeit dieser Zeit recht nahe an das Herz; ermahne es täglich, damit es nichts versäume und die Zeit wohl auskaufe. Unterweise du es, damit es lebe. Oeffne ihm Ohr und Herz, damit dein heilsames Wort in sein Herz falle als in ein feines gutes Land. Erschließe ihm das Verständnis deiner seligmachenden Wahrheit, damit es erkenne und tief beherzige, was du in deinem lieben Sohne zu seinem Heile gethan hast, und daß wir allein in deiner Liebe in Christo Jesu durch den rechten Glauben Vergebung unserer Sünden, Leben und Seligkeit bei dir finden. Laß unseres Kindes Glauben tiefe Wurzeln schlagen und mache sein Herz brünstig in der Liebe zu dir und seinem Heilande. Und du, frommer, heiliger Geist, der du in alle Wahrheit leitest, stehe unserm Kinde bei und bekräftige und bezeuge das Wort an seinem Herzen, damit es schmecke die seligmachende Kraft deines heiligen Evangeliums. Laß den Unterricht unserm allerheiligsten Glauben gemäß sein, damit die Lehre und Ermahnung sich nicht stütze auf Menschen— wort und menschliche Weisheit, sondern allein auf dein heiliges, untrügliches Wort. Gieb deinem Diener Weisheit, Liebe und Geduld in Herz und Mund, damit er Zugang gewinne zu den Herzen der ihm anvertrauten Kinder, und es ihm gelinge. Aber unterweise du auch uns, damit wir leben. Lege uns die Wichtigkeit dieser Zeit täglich nahe, damit wir 0 niht inte mit ihm wachen nihtd He unh dir ihm auch Hesäße es user Kii Etem di harmherz ohlgefl Geb Le in diese nit uns hast d deiner vol seir soll nas allezet der G ist n Oddank udact handle lchkeit Sedle Wllen Rlium Uber. Hiel Gebete bei Taufe Konfirmation, Beichte und Abendmahl. 281 Billen, nicht unterlassen, unser Kind zu lehren und zu vermahnen,= Amen mit ihm zu hören und zu lernen, mit ihm und für es zu wachen und zu beten. Wir können ja an unserem Kinde nichts Heilsameres thun, als dieses; dazu haben wir es ja aauch dir gelobt schon am Tage seiner Taufe. Was würde ihhm auch helfen alle Weisheit, Kenntnis und Geschicklichkeit, besäße es das Eine nicht, was Not ist. So laß denn für unser Kind und alle Konfirmandenkinder, für uns und alle nen, dyEltern diese Zeit eine reich gesegnete sein. Ach, wirke, du manden⸗ soll mn barmherziger Gott, in ihr eine reiche Frucht, welche dir eitet, E. wohlgefällt und die da bleibet! Amen. r Vrter, nahe an 209. ahn Gebet christlicher Elter Tage der Prüf 20 hristlicher Eltern am Tage der Prüfung 54(Vorstellung) ihres Kindes. n 1. Sam. 7, 12: Bis hierher hat uns der Herr geholfen. Bahrheit Lieber, treuer Gott, mit Dank und Freude sind wir em lieben in diesen Tag getreten, mit Dank und Freude wollen wir allein in mit unserm Kinde wallen in dein Haus. Bis hierher Glauben hast du uns geholfen, und unsere Herzen sind voll bei dir deiner Güte; laß nun auch unsere Zunge deines Ruhmes scchlage voll sein. Es ist die Stunde gekommen, da unser Kind thun d seinem soll nach der Vermahnung deines heiligen Apostels: Seid der du allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, bei ud der Grund fordert der Hoffnung, die in euch u, damit ö ist; mache es dazu getrost und freudig. Sammle sein⸗ igeliunt, ö Gedanken aus aller Zerstreuung, mache Geist und Seele mäß sein andachtsvoll, daß es dich gegenwärtig wisse und rede und Nenscher handle als vor deinem Angesichte. Laß ihm deine Freund— heihes lichkeit entgegenleuchten in dem Angesichte Jesu, damit seine , Hiebe Seele dir entgegenjauchze. Gieb unserm Kinde einen tiefen, Rnim vollen Eindruck von der Süßigkeit und Seligkeit deines Evan⸗ eh ihn geliums, damit sein Mund rede, wovon sein Herz voll ist. leben. Aber erinnere es auch ernstlich deines Wortes: Welchem amit ui viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen, 282 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern, damit es sich nicht selbst täusche und nicht das Wissen höher achte, als das Thun.— Wir gehen nicht in dein Haus, unsere Ehre zu suchen, sondern alle Ehre niederzulegen zu deinen Füßen. Du bist, der die Blumen pflanzet, wir sind es, die sie begießen; du bist es, der sie so herrlich schmücket und so lieblich duften lässet, wir sind es, die sich daran erfreuen. Und so ist auch unser liebes Kind deine Gabe; und deine Gnade ist es, welche es gesegnet hat mit deinem Wort und Geist. Ach, daß unser Kind dir und uns wohlgefällig bliebe sein Lebenlang! Und wenn wir aus dem Munde unserer Kinder vernehmen die Geheimnisse des Himmelreiches, so laß alle Eltern mit uns dich preisen, der du solches den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen geoffenbaret. Lege auf unsere Kinder deine Erkenntnis und die Erkenntnis deines lieben Sohnes, damit in deiner Kirche ein neuer Frühling erblühe und wir deiner Verheißung entgegen gehen: Das Land ist voll Erkenntnis des Herrn, wie mit Wasser des Meeres bedecket. Ach, erhöre uns, erhöre uns und laß uns weggehen von deinem Angesicht mit Danken, Loben, Rühmen und Preisen! Amen. 210. Gebet eines Konfirmanden am Tage der Prüfung (Vorstellung). Röm. 8, 26: Der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Mein lieber, himmlischer Vater, ich danke dir von Herzen, daß du mir diesen Tag schenkest. Du weißt es, wie wichtig derselbe für mich ist, deshalb eile ich zu dir und bitte dich, stehe mir an demselben in Gnaden bei. Vor dir, meinen lieben Eltern und Lehrern, vor der ganzen Gemeinde soll ich Rechenschaft geben, wie ich den heilsamen Unterricht deines Wortes benutzt habe, ob ich unterwiesen bin in deiner und deines lieben Sohnes Erkenntnis und weiß, was ich 4 evange gbe, und u wohlge mir bange ufl Verg sumt hab siht zu e Reinem l. Hrsto, d Ind zu! reude w Han getr lob berei Hiichen S Ie meir nen reie ih lobe ud um Hebet M Whes beng rd man ind nict hen nich lle Ehn Blumen „der se wir sind er liebs gesegnet ser Kind nd wenn heimnisse preisen, tborgen“ nbaret. kenntnis in neuer en gehen: n, wie vöͤre uns, Angesich üifung achheit añt Herzen. 1 wichth nd bitt Vor dir, Hemeinde uterrigt in deiner was ih Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl 283 als evangelischer Christ zu glauben, zu lieben und zu hoffen habe, und wie ich als ein solcher leben und wandeln soll, dir wohlgefällig. Ach, mein lieber, himmlischer Vater, es ist mir bange, hilf du der Schwachheit deines Kindes gnädig auf! Vergieb mir, was ich irgendwie in dem Unterricht ver⸗ säumt habe, suche das heute nicht bei mir heim, damit ich nicht zu Schanden werde. Wie freue ich mich doch, von dir, meinem lieben Gott und Vater, von meinem Heilande Jesu Christo, der mich aus Gnaden erlöset hat, reden zu können und zu dürfen, ach, laß es doch eine große und bleibende Freude werden! Sammle meine Gedanken und mache mein Herz getrost. Hilf mir, daß ich dir in meinem Munde ein Lob bereite, meiner lieben Eltern Herz erquicke und einen reichen Segen davon trage! Lege deinen Segen auf mich und alle meine Mitkonfirmanden; schenke uns in deiner Liebe einen reichen und frohen Tag, wir wollen dir dafür danken, dich loben und preisen. Ach, hilf uns, lieber Gott, und sei uns um Christi willen gnädig! Amen. Ach bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ! Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Gebet christlicher Eltern am Konfirmationstag ihres Kindes. Morgengebet. Ps. 118, 24. 25: Dies ist der Tag, den der Herr macht; laßt uns freuen und fröhlich darinnen sein. O Herr, hilf, o Herr, laß wohlgelingen. Mit herzlicher Danksagung erscheinen wir vor deinem Angesichte, Herr, dreieiniger Gott; in Dank und An⸗ betung sind unsere Herzen vor dir gebeuget, denn wir sind zu geringe aller Barmherzigkeit, die du an uns und unserem Kinde gethan hast. Wohlgebildet an Körper nnd Geist hast du es uns gegeben und erhalten bis auf diesen Tag; uner⸗ müdlich war dein Wohlthun, gar langmütig war deine Barm⸗ herzigkeit. Du hast es gesegnet mit dem heilsamen Unterrichte 284 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte und Abendmahl deines Wortes, das es aus deinem heiligen Gesetze und Evangelium kennt und weiß deinen guten und gnädigen Willen zu seiner Seligkeit. Und nun ist sein Konfirmationstag gekommen, da es vor dir und deiner Gemeinde unsern aller— heiligsten Glauben bekennen, durch Bekenntnis und heiliges Gelübde sich dir geloben und mit dir verbinden soll, da du ihm erneuern willst seinen Taufbund und ihm schenken willst die allertenersten Verheißungen. O Herr, hilf, o Herr, laß wohlgelingen! Gieb unserm Kinde deinen Geist und laß auf es herabfallen den Sonnenschein deiner Liebe, lege auf seine Seele den Tau deiner himmlischen Gnade, heilige sein Herz und seine Lippen, damit Mund und Herz nicht trügen, wenn sie sich dir geloben. Laß unser Kind sich legen in deine Arme und an dein Herz, auf daß es dir verbleibe immer und ewiglich. Und da es zum ersten Male geladen ist zu deinem hochheiligen Abendmahle, so thue Gnade auf Gnade hinzu, mache ihm weit auf die Thüre seines Herzens, damit sein Heiland bei ihm einkehre. Laß es im Gennsse deines heiligen Leibes und Blutes, o Jesu, gewiß werden, daß du sein Heiland und Seligmacher bist; laß es schmecken von den Kräften der zukünftigen Welt; laß es hinein wachsen in dich, den Weinstock, und in dir ver— bleiben, damit es reichliche Frucht bringe. O Herr, hilf, o Herr, laß wohlgelingen! Wir wollen heute auch an unsern Konfirmationstag denken und uns erinnern, was wir an demselben vor dir bekannt und gelobt haben, damit wir dir nicht schuldig bleiben unsere Herzensbuße und die Versprechungen eines neuen Gehorsams. Und da wir mit unserm lieben Kinde wallen wollen um deinen Altar, glied⸗ lich mit ihm verbunden am Leibe Jesu, wollest du uns bereiten, damit wir würdig vor dir erfunden und deiner Ver— heißung teilhaftig werden: Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Ja, du thust uns heute den Himmel auf, gieb uns helle Augen, hineinzuschauen in seine Herrlichkeit. Das ist ein Tag der 0 Ghoͤrung Neller, gue Dies nnd fröhl Lahlgelin Hebet He sol unse ö di zu gaust un Mgtions u ht an sol. seinen Vir hon der tunken Oliedli dir ber uiht Libe wundet 1 l ö setze un Billen ionsta ern alle⸗ nis nd verbinden und ihn err, hil, ten Geis ler Liebe Gnade ind Hen Kind sic 3es dit ten Male so thue ie Thine Ne. d o Jssu, her bist: elt; la dir ver⸗ , hilf, ute aut ern, wai M, damit und di wir mit ar, glied du und iner Vel⸗ set und en, und ge. 9, e Mhe Tag der Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 285 Erhörung unserer Gebete und Thränen, laß es einen Tag neuer, gnadenvoller Erhörung sein. Dies ist der Tag, den der Herr macht; laßt uns freuen und fröhlich darinnen sein. O Herr, hilf, o Herr, laß wohlgelingen! Amen! Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, Laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme Hast du lassen fließen, Ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärk' uns doch! Laß die Zunge singen, Laß die Stimme klingen! 212. Gebet christlicher Eltern am Konfirmationstage ihres Kindes. Abendgebet. Psalm 19, 15: Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Hort und mein Erlöser. Herzlich geliebter Gott, ehe wir unsere Augen schließen, soll unsere Zunge ihr Gespräch haben mit dir, dir zu danken, dich zu loben und zu preisen; laß es dir wohlgefallen. Du hast unserm Kinde und uns einen reich gesegneten Konfir⸗ mationstag geschenkt. Du hast uns nicht bloß froh gemacht, du hast unsere Herzen beseligt in deiner Gnade. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist, der sich also herabthut zu seinen armen Menschenkindern, sie zu lieben und zu segnen! Wir haben mit unserem Kinde an deinem Tische, o Jesu, von dem einen Brot gegessen und von dem einen Kelch ge— trunken, wie hat das doch unsere Herzen erquicket! Gliedlich mit ihm verbunden an deinem Leibe, laß uns in dir verbunden bleiben unzertrennbar, daß uns auch der Tod nicht scheide. Erhalte unser Kind in deiner Furcht und Liebe und versiegele an ihm deine Gnade. Laß es würdiglich wandeln nach deinem Evangelium, dir zu allem Gefallen, in allen guten Werken. Ja, auch es muß kämpfen und 286 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. leiden, und niemand wird gekrönt, er kämpfe denn recht. Sei du ihm allezeit nahe mit deiner Hilfe. In Glück und Unglück, in Freud und Leid halte seine Seele fest in deiner Hand, daß sie dir niemand aus den Händen reiße. Amen, laß es also geschehen! Das sei aus dem reich ge— segneten Tage für uns ein Segen, daß wir treuer werden in der Kindschaft zu dir, dann werden wir auch treuer werden gegen unsere Kinder, welche du uns gegeben hast. Was dahinten liegt, decke in Gnaden zu, wir wollen uns strecken nach dem, was vornen ist, und uns umsomehr befleißigen, dir wohl zu gefallen. Stärke uns dazu in deiner Kraft und laß uns getreu sein bis in den Tod. Laß es also geschehen! Amen. Halte sie mit starken Armen, Wenn sie straucheln sollten, fest; Laß sie fühlen dein Erbarmen, Das sie nimmermehr verläßt; Und wenn eines sich verirrte Und verließe deine Bahn, Ach, dann nimm dich, guter Hirte, Des verirrten Schäfleins an! 213. Gebet einer Witwe am Konfirmationstage ihres Kindes. Ps. 65, 2: Gott, man lobet dich in der Stille. Ach, lieber Gott, barmherziger Vater, ich wollte wohl gerne hingehen mit dem Haufen, und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken, ich wollte wohl gerne heute sagen: Der Herr hat Großes an uns gethan, des sind wir fröhlich, aber du hast mir das Witwenkleid angezogen, in Thränen wandle ich meine Wege. Ohne den treuen Gatten, der sich mit mir so innig auf diesen Tag gefreut hat, muß ich dir allein mein liebes Kind entgegen⸗ führen. Ja, das thut mir in meinem Herzen weh! Aber sollte ich deshalb mit Klagen und Murren vor dir erscheinen! Das sei ferne von mir, daß ich mich so vergessen und deine Liebe verleugnen sollte! Ich will dir danken, daß du mir 0 Rein lieb Ind ed Iunken, de en muß aner arn Hebet ur ihm zum Hegzz u chließe e wiglich. Frieden Tugende Ind mir zur Stü wandle. michlichf Kinde d anu selber ö Gauben die und Bagebu Eine ur in Hin einen Mmzertr mir unt welche in der Herr, Fricder nn recht In Glit le fest in den reiße reich g T werden er werden st. Vn 8 stteckn efleißigen er Kaft— ed alu Kindes, ille. lte wohl allen zum lte wul gethat, twenlleid hne del osen D entgegel ů Mer scheinen und dein du mi Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 287 mein liebes Kind gegeben, es bis auf diesen Tag erhalten und es mannigfach gesegnet hast; ich will dir von Herzen danken, daß ich noch bei ihm bin und es nicht ganz verwaist sein muß am Tage seiner Freude. Und da du das Gebet einer armen Witwe so gerne erhörest, so erhöre auch mein Gebet und sei meinem Kinde freundlich und gnädig. Oeffne ihm zum heiligen Bekenntnis und frommen Gelübde sein Herz; umfasse es väterlich, du bist ja sein rechter Vater; schließe es an dein Herz, damit es dir verbleibe immer und ewiglich. Segne es durch deinen Geist an Glauben, Liebe, Frieden und Goͤttseligkeit, schmücke es reichlich mit den Tugenden, welche dir wohlgefallen, damit es zu deiner Ehre und mir zur Freude und zum Trost meines Herzens wie zur Stütze in den kommenden Tagen heranwachse, lebe und wandle. Ach, segne an ihm meine Thränen und Gebete reichlichst! Ich danke dir auch, daß ich mit meinem lieben Kinde dein hochheiliges Nachtmahl feiern darf; ach, mache du selber uns würdig und wohlgeschickt, damit wir in frommem Glauben und herzlicher Danksagung deiner Liebe gedenken, die uns bis in den Tod geliebet hat, und damit wir mit Vergebung, Leben und Seligkeit reichlich begnadigt werden. Eine uns bei deinem Mahle mit der großen Gemeinde, die im Himmel ist, und mit den lieben Vollendeten, welche um deinen Stuhl stehen; ach, laß uns mit denselbigen in dir unzertrennlich verbunden bleiben! So segne diesen Tag an mir und meinem lieben Kinde und allen Witwen und Kindern, welche ihn so feiern müssen wie wir, wir wollen dich dafür in der Stille loben und dir unsere Gelübde bezahlen. Ach, Herr, laß uns leuchten dein Angesicht, damit wir Trost und Frieden haben auf unsern Wegen. Amen. Es kann ihm nichts gefallen, Denn was mir nützlich ist. Gut meint ers mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ; Ja, seinen lieben Sohn, Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seel ernähret; Lobt ihn im Himmelsthron! 288 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 214. Gebet frommer Eltern am Konfirmationstage ihres körperlich oder geistig leidenden Kindes. Matth. 11, 29: Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir. Herr, unsere Feiertage sind uns Trauertage geworden, wir sehen unser Kind an und weinen. Wie hast du ihm doch so früh auferlegt dein Joch, wie ist es doch so früh mühselig und beladen! Ach vergieb, wenn wir klagen, aber du kennst die heiße Elternliebe, du hast sie uns selbst in das Herz gepflanzet. Wie gern hätten wir unser liebes Kind gesund und froh, wie auch die andern Kinder sind, aber wir haben es nehmen müssen, wie es deine Hand uns gab; ach hilf, daß wir uns in Demut und Geduld beugen Ran deine Band und dein Joch willig auf uns nehmen! Wenn wir daran denken, wie dich, o Jesu, der Armen und Elenden, der Kranken und Blöden so herzlich gejammert hat, wie unser Sündenelend und Todesjammer dir das Herz gebrochen hat, dann werden wir getröstet. Ach, um dieser deiner Liebe willen, hilf der Schwachheit unseres Kindes auf und sei ihm gnädig! Laß an diesem heiligen Tage deine Liebe unserm Kinde in sein Herz scheinen und deine Gnade es erquicken, damit er ein Feiertag seiner Seele werde. Ach, verbinde du dich mit ihm, du Heiland und Hirte, der du der Kranken warten und die Lämmer in deine Arme sammeln und an deinem Busen tragen willst! Ach Vater in Christo, sei unserm Kinde der rechte Vater, erbarme dich seiner und sei ihm nahe an jedem Tage, den es zu verleben hat; trage es mit Händen der Geduld und Barmherzigkeit, verlaß es nicht, hil f ihm sein Joch tragen, hilf ihm endlich aus! Liebster Heiland, neige dich zu uns hernieder in deinem heiligen Abend gieb uns und unserm Kinde die Gewißheit, daß du unser Heiland und ewiglich bleibest, gieb deinen Trost und Frieden in unsere Herzen. Laß uns immer wieder willig auf uns nehmen dein Joch und von dir lernen, damit wir Ruhe u mit he nut und Iud krage ehen kein aß us 66 wird Wugen au Habunden lhigung mser He Imwische uud derer g thun, Geb M herzen, Zet m nich ge Lonfirn heute f Hemei ihres und lerntt eworden, du ihm so früh en, aber selbst in T liebes er sind, and und d beugen nehmen! men und nert hat, as Herz m dieser des auf ge deine e Gnade de. Ach der du sammeln Christo iner und at; trage herlaß es Liebster Heiligel heit, diß en Tro wiedet j, damit Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 289 wir Ruhe finden für unsere Seelen. Ziehe uns von neuem an mit herzlichem Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanft⸗ mut und Geduld, daß wir unser krankes armes Kind heben und tragen, lindern und trösten. Sollte ihm für dieses Leben kein Tag der Genesung beschieden sein, ach, Herr Gott, laß uns stille sein, lehre uns beten: dein Wille geschehe! Es wird ja einmal der Tag kommen, da du der Blinden Augen aufthun und der Tauben Ohren öffnen, da du den Gebundenen eine Freiheit und den Gefangenen eine Er⸗ ledigung schaffen wirst, da wollen wir mit unserm Kinde unser Hallelujah singen, dich ewiglich loben und preisen. Inzwischen gedenke, du mitleidiger Heiland, der Gebundenen und derer, die Trübsal leiden; wahrlich, wahrlich, du wirst es thun, du hast es verheißen. Amen. Die Seel bleibt unverloren, Geführt in Abrams Schoß; Der Leib wird neu geboren, Von allen Sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb' des Herren; Darum muß uns nicht irren Des Teufels list'ge Art. 215. Gebet eines Konfirmanden am Konfirmationstage. Morgengebet. Ps. 143, 10: Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Mein lieber himmlischer Vater, ich danke dir von Herzen, daß du mich die vergangene Nacht und die ganze Zeit meines Lebens so treulich beschützt hast und lässest mich gesund diesen Tag erleben. Ich habe mich auf meinen Konfirmationstag gefreut, aber nun ist mir bange. Ich soll heute mit dir meinen Taufbund erneuern, vor dir und der Gemeinde den christlichen Glauben bekennen und es heilig versprechen, daß ich in Zeit und Ewigkeit dein bleiben will. Ich soll heute eingesegnet werden und zum ersten Male das heilige Abendmahl meines Herrn und Heilandes Jesu Christi 19 Des Christen Pilgergang. 290 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. empfangen. Wie wichtig und heilig dieser Tag, ich kann es nicht ausdenken und aussprechen! Lieber himmlischer Vater, stehe mir doch gnädig bei und hilf mir, daß derselbe ein Tag des Heils und Segens werde für mich und meine lieben Eltern; laß mich an demselben nichts denken, reden und thun, was dir mißfällig wäre. Gieb mir deinen guten Geist, daß derselbe mich mit frommen Gedanken und heiligen Be— wegungen erfülle, mich stärke, mit Herz und Mund abzulegen mein Bekenntnis und mein Gelübde, dein heiliges Wort und deine teuren Gnadenverheißungen in mein Herz auf⸗ zunehmen und in demselben treu aufzubewahren; daß er mich bereite, in frommem Glauben zu genießen im heiligen Abendmahle meines Herrn Jesu Leib und Blut zu meiner Seele Seligkeit; ach, gieb mir deinen guten Geist, daß er mich heute und alle Tage führe auf ebener Bahn! Wer soll mir armen, schwachen Kinde denn helfen, wenn nicht du, barmherziger Gott und Vater, und du, mein Heiland Jesus Christus, du hast mich ja so herzlich lieb und willst gern den heiligen Geist geben denen, welche dich darum bitten; dazu ist es ja dein heiliger und gnädiger Wille, daß ich das alles thun soll zu deiner Ehre und meinem Heile in Zeit und Ewigkeit. Ach, so hilf mir und allen meinen Mitkonfirmanden, laß es uns allen wohlgelingen, damit wir deiner Liebe froh werden. Amen. Vater, gieb auch mir die Gabe, Die du alle bitten heißt! O, wie wohl, wenn ich sie habe! Gieb mir deinen guten Geist; Vater, sieh mein heiß Verlangen, Diese Gabe zu empfangen! Ach, erhöre meine Bitt': Teile deinen Geist mir mit. Unmittelbar nach dem Eingang in die Kirche. O heiliger und barmherziger Gott, ich bin in dein Haus gekommen und habe die Stätte betreten, da deine Ehre wohnet, sei mit mir und meinem Geiste, daß ich dir, nahe in heiliger Ehrfurcht. Laß Auge und Ohr, Verstand Geb Hurnunft u Wort geich suen und smmlische Lich geded Mle mit: Rein He uhten Gla Sale hun eise mich und ich le Vor O Gule din llänke mie nate von Uumi. Nsum Hunden Huligem Hels in minem un dei Whadel Gehe YN h i0 ich kamm r Viter selbe ein ne lieben den und en Geis, gen Be⸗ bzulegen Vort erz auf⸗ daß er heiligen meiner daß er u Ver un nicht Heiland d wilsst darum ille, daß m Heile meinen amit wir in dein da deine ich dif, erstand Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 291 Vernunft und alle meine Sinne auf dich und dein heiliges Wort gerichtet sein. Ich sehe den Altar, an dem ich heute knieen und deinen Segen empfangen soll, o mein lieber himmlischer Vater, verwirf dein Kind nicht! Ich sehe den Tisch gedeckt, an dem du mich, mein Herr Jesu, zum ersten Male mit deinem Leibe und Blute speisen und tränken willst; o mein Heiland, sei mir gnädig, daß ich dich empfahe im rechten Glauben. Amen. Vor dem Empfange des Brotes im Abendmahle. O mein Jesu, weil du mich geladen hast und meine Seele hungert, komme ich zu deinem heiligen Abendmahle, speise mich mit deinem heiligen Leibe, damit du lebest in mir, und ich lebe in dir. Amen. Vor dem Empfange des Kelches im Abendmahle. O mein Jesu, weil du mich geladen hast und meine Seele dürstet, komme ich zu deinem heiligen Abendmahle, tränke mich mit deinem heiligen Blute, damit es mich rein mache von allen meinen Sünden. Amen. Unmittelbar nach Empfang des heiligen Abendmahls. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Zesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich in Gnaden angesehen und mich in deines lieben Sohnes heiligem Abendmahl teilhaftig gemacht hast aller Güter des Heils und der Erlösung. Bleibe du nun, o Jesu, stets in meinem Herzen und gieb mir deinen Geist, daß ich hinfort ganz dein eigen sei und als ein Kind meines himmlischen Vaters lebe und wandle. Amen. 216. Gebet eines Konfirmanden am Konfirmationstage. Abendgebet. 1. Joh. 2, 28: Kindlein, bleibet bei ihm! Mein himmlischer Vater, aus kindlich frommem Herzen sage ich dir an diesem Abend Lob und Dank. Du hast 19* 292 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. mich heute sehr froh und glücklich gemacht, denn du hast mür mein Vornehmen gelingen lassen. Ich weiß gewiß, daß du mein Gott und Vater bist, denn du hast mir das feier⸗ lich gesagt, und ich habe deine Liebe an meinem Herzen empfunden. Ich weiß, daß du, o Jesu, mein Heiland und Seligmacher bist, denn du hast mir das bezeugt und bekräftigt in deinem heiligen Abendmahle. Was ich dir, meinem Gott und Heilande heute gelobt habe, das sei und bleibe mir heilig mein Lebenlang. Ich will mir das Wort tief in mein Herz schreiben: Kindlein, bleibet bei Jesuz denn bleibe ich bei Jesu, so bleibe ich auch bei dir, meinem Gott und Vater, und nichts kann mich alsdann von deiner Liebe scheiden. Aber, lieber Herr Jesu, bleibe du auch bei mir als mein Hirte, bei dem mir nichts mangelt, der mich weidet auf einer grünen Aue und mich führet zu frischem Wasser. Ich danke dir auch für die Liebe, mit der mich heute meine lieben Eltern so innigst geliebt und gesegnet haben. Unter Thränen haben sie mich vermahnt, daß ich mein Lebenlang dich vor Augen und im Herzen habe, daß ich in keine Sünde willige, noch thue wider dein Gebot, ach, wie könnte ich das je vergessen! Wie sollte ich dich und meine lieben Eltern so betrüben, daß ich dich aus dem Auge und dem Herzen verlöre und einschlüge die Wege der Sünde und des Verderbens, nimmer könnte ich glücklich sein! Und nun, liebster Vater, vergieb mir auch, wenn ich dich heute irgendwie betrübt habe, drücke mir selbst meine Augen zu, damit ich in deiner Liebe froh einschlafe und froh wieder erwache. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Amen. Bleib mir nah auf dieser Erden, Bleib auch, wenn mein Tag sich neigt; Bleib, wenn es will Abend werden Und die Nacht herniedersteigt. Lege segnend dann die Hände Mir aufs müde, schwache Haupt, Sprechend: Kind, hier gehts zu Ende, Aber dort lebt, wer hier glaubt! Luß dein Mein Merin Lbuffmat uch halte in Himm giebt, a ind gewo Der Gewa uut seinet Leden un dener ni ih Vater sen, d Nhen!! Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 293 du hal ewiß, daß dad feir Hesondbere Gebete für Ieufonfirmierke. n Hern ů iland ind 21⁴. bekrästig 9 8 men Gh Laß dein Wort in meinem Herzen wohnen und mich Lebe m bei Jesu bleiben. t fif u. Joh. 8, 31 u. 32:, So ihr bleiben werdet an meiner i Nesu Rede, so seid ihr meine rechten Jünger; und werdet die Wahr⸗ ö esu heit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. r„, meinen.——— ö ö m Den Mein lieber Herr Jesu, ich will dein Jünger(deine Jüngerin) sein und bleiben. Das habe ich dir in meiner Wauch ba. 65 Konfirmation ernstlich und heilig gelobt, und ich will es 1 auch halten; gieb mir deine Kraft dazu. Ich weiß, daß es u frischen ö 13 ö der mih im Himmel und auf Erden keinen andern Heiland e giebt, als du allein, der mich so geliebt und erworben . D ih und gewonnen hat von allen Sünden, vom Tode und von bab W der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern ebch 0 mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen 1 Leiden und Sterben, daß ich sein eigen sei. Ach, ich wäre dic deiner nicht wert, wollte ich dich nicht lieber haben, denn 555— ich Vater und Mutter habe; wehe mir, wenn ich dein ver⸗ der 1 gessen, dich verleugnen, dich verlieren sollte, ich müßte verloren in! gehen! Aber ich weiß, wenn ich dein rechter Jünger(deine dih hak rechte Jüngerin) sein und bleiben will, dann muß ich bleiben Augen u. bei deinem Worte, denn du sagest es selbst: So ihr uh wihn bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr idlich mo meine rechten Jünger, und werdet die Wahr⸗ heit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Und du hast mir ja durch treuer Lehrer Mund dein Wort so reichlich in das Herz gepflanzet; nein, ich will es nicht wegwerfen, ich will daran festhalten; ich will es von Herzen lieb haben, ich will es gern hören, wenn es ö gepredigt wird, und daheim in meinem Kämmerlein darin suchen und forschen und alle deine Worte in meinem Herzen bewahren, wie das einst die fromme Maria, deine Mutter, 294 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl gethan hat, ach, hilf mir dazu! Ermahne mich täglich, gieb und erhalte mir deinen Geist, daß er mich unterweise, mir das Verständnis deines Wortes erschließe und dein Wort an meinem Gewissen bezeuge, damit ich auch seine selig⸗ machende Gotteskraft schmecken möge. So werde ich gewiß— lich glücklich sein, und du wirst mich einst zu dir nehmen in dein himmlisches, seliges Reich; du willst ja die Deinen alle zu dir ziehen, damit sie seien, wo du bist. Erhöre mich, lieber Herr Jesu, erhöre mich: Laß dein Wort in meinem Herzen wohnen und mich bleiben bei dir! Amen. Dich Jesum laß ich ewig nicht, Dir bleibt mein Herz ergeben; Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben, Du, du allein, Du sollst es sein, Du sollst mein Trost auf Erden, Mein Glück im Himmel werden. 218. Lehre mich wachen und beten. 1. Cor. 16, 13: Wachet, stehet im Glauben, seid männ⸗ lich und seid stark. Herr, lehre mich wachen! Ob auch mein Geist willig ist, so bin ich doch schwach und noch ein Kind, und in meinem Herzen wohnet die böse Lust, welche mich reizt und lockt, nicht zu thun, was dir wohlgefällt, sondern wonach mein Herz gelüstet. Herr, der Versuchungen sind so viele in der Welt, und jede Versuchung ist gefahrvoll und kann mich in das Verderben verstricken, denn hinter jeder Versuchung steht der Teufel, der umhergeht wie ein brüllender Löwe, zu suchen, wen er verschlinge. Ach, da lehre mich wachen, daß ich nicht sicher und sorglos, träg und schläfrig werde und es mir ergehe, wie es deinem Jünger Petrus ergangen ist, der dich so schrecklich verleugnet hat. Halte mir stets das Gewissen wach, auf die Stimme deiner Mahnung und Warnung zu hören: zu fliehen vor der Sünde wie vor einer Schlange, und zu meiden die böse Lust. Aber den Aug wenn ich und erh Restand demit ie Rlübde Hewisse Us dei mene 5 dmit i lieb mein Uhaus und hen ahl. iglich g weise, mj dein Nun seine sehy ich guuiß dir nehmn die Deinn irhöre nit in meinen n. eu, seid nünr Geist vilt in meinen und loch onach Mein iele in d un mich 0 ichung stel der Löe, lehre ni nd schlift ger Petr Halte mi Mahnug r Sündt böse Lus⸗ Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 29⁵5 Aber lehre mich auch beten, damit ich dir stets unter den Augen bleibe und meine Zuflucht nehme zu dir. Und wenn ich bete, liebster Vater, dann neige dein Ohr zu mir und erhöre mich; reiche mir dar deine Kraft und deinen Beistand und bedecke mich mit deinem Schutz und Schirm, damit ich auf dem rechten Wege bleibe, meine Konfirmations⸗ gelübde dir bewahre, mit Vorwürfen und Schuld mein Gewissen nicht belaste und mich nicht selbst elend mache. Als dein Kind breite ich zu dir, meinem himmlischen Vater, meine Hände aus und flehe: Nimm dich stets meiner an, damit ich bleibe auf deinen Wegen. Amen. Mache dich, mein Geist, bereit! Wache, fleh' und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Ueber viele Frommen Zur Versuchung kommen. 219. Laß mich nicht folgen der Menge zum Bösen. Matth. 7, 13: Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Mein lieber Herr und Gott, ich weiß, daß du mich lieb hast, denn du bist ja die Liebe, und daß du darum auch mein Glück und Heil in diesem und jenem Leben willst. Unaussprechlich viel hast du aus Liebe schon an mir gethan und thust es noch immer, darum will ich dich auch von Herzen lieben und dir folgen. Ich will nicht folgen der Menge zum Bösen und gehen den breiten Weg. O Herr, laß mich nicht dahinleben in Unglauben und Gottvergessen⸗ heit; laß mich nicht thun, was vor dir nimmer recht ist; laß mich nicht mit der Welt laufen in das Verderben! Mein Heiland, der mich lieb hat und mich zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen, der mahnt mich: Gehet ein durch die enge Pforte; denn die Pforte ist weit und 296 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet, und ihrer sind viele, die dargauf wandeln. Und die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden. Ich will den schmalen Pfad gehen und mich halten zu den wenigen, welche dich fürchten und lieben, an den Heiland glauben und ihm nachfolgen, und müßte ich auch darüber von der Welt verspottet werden. Stärke mich, meiu lieber Gott, daß ich dir in diesem Vornehmen tren und beständig verbleibe. Und wenn ich alle Tage herrlich und in Freuden leben könnte wie der reiche Mann, dennoch will ich der Welt nicht leben und dienen, denn die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber deinen Willen thut, der bleibet in Ewigkeit. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele, oder was kann der Mensch geben, daß er seine Seele wieder löse? Lieber als die Welt mit all ihrem Gute und all ihrer Herrlichkeit, soll mir sein meine Seele und ihre Seligkeit. O laß mich dieselbe stets im Auge behalten und teuer achten! Ich weiß, daß ich einmal sterben muß, und dann kann mir aller Welt Lust und Herrlichkeit nichts nützen. Da kann mir nur allein helfen, Trost und Frieden geben deine teure Gnade in Christo Jesu. Darum sei es meine Losung, ach, schreibe sie tief in mein Herz hinein: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn; darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Amen. Ringe, denn die Pfort' ist enge Und der Lebensweg ist schmal; Hier bleibt alles im Gedränge, Was nicht zielt zum Himmelssaal. Ringe mit Gebet und Flehen, Halte feurig damit an; Laß den Eifer nicht vergehen, Tag und Nacht sei es gethan! bllist unt du mein du in d nich sor denne o hssen. 0 wird Hur ein slieden ö aber 0 Meinez und S an mei sein! ht. ih her Kümm halte Name lihem Rnz Wege IM f bführet, n. Und al, der die ihn und mit id liebet, müßte ic0 ärke mit) men trey je herrlic „ dennoch ie Welt Willen ülfe ei gewönne le, oder Seele rem Gute Beele und ö behalten ben muß, eit nichth Frieden im sei es hinein: en wir, en odert Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmaht 297 Halt dir ja die Krone feste, Halte männlich, was du hast; Recht beharren ist das Beste, Rückfall ist ein böser Gast. Eilet, zählet Tag und Stunden, Bis der Bräut'gam kommt und winkt, Und euch, wenn ihr überwunden, Dort zum Schauen Goltes bringt. Leite mich nach deinem Rat. Ps. 73, 24: Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich eudlich mit Ehren an. Herzlieber Gott, wie danke ich dir, daß du mein Vater bist und mich würdigest, dein Kind zu sein. Und weil du mein Vater bist, und ich dein Kind bin, bin ich gewiß, daß du in deiner herzlichen Liebe dich meiner annehmen und für mich sorgen, mich leiten und führen wirst. Darum will ich deine Hand erfassen und mich von dir leiten und regieren lassen. Wie du mich führst, so will ich gehen, und so wird es auch am besten für mich sein. Giebst du mir nur ein bescheidenes Teil zu genießen, ich will damit zu— frieden sein, mein bestes Teil bist du selber. Sollte ich aber gering und arm sein und mein Brot im Schweiße meines Angesichts essen müssen, wie so viele meiner Brüder und Schwestern, so soll mich das nicht beirren. Ich denke an meinen Heiland, der meinetwegen nicht hatte, da er sein Haupt hinlegte, und die Dornenkrone getragen hat. Willst du mir aber ein Besseres bescheren, so will ich herzlich danken, daß du mich damit vieler Sorgen und Kümmernisse entledigst, will aber auch umsomehr beten: Er⸗ halte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte, und festhalte an der Demut. In kind⸗ lichem Vertrauen lege ich mein Lebensgeschick und mich selbst ganz in deine Hände. Weg hast du allerwege, und deine Wege sind die rechten Wege. Und ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn 298 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. In guten und bösen Tagen will ich auf dich, Herr, hoffen und mit Assaph beten: Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Gelobt sei dein heiliger Name ewiglich! Amen. Wie Gott mich führt, so geb' ich mich In seinen Vaterwillen; Scheint 5der Vernunft gleich wunderlich, Sein Rat wird's doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh' er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. Beichte und Rhendmalll. 221. Der Christ erwägt den hohen Ernst des Abendmahlsgenusses. 1 Cor. 11, 28 n. 29: Der Mensch prüfe aber sich selbst und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher nuwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Herr, mein Gott, ich habe mir vorgenommen, das Abend— mahl deines lieben Sohnes, meines Herrn und Heilandes zu genießen, und trete vor dein heiliges Angesicht, deinen Segen zu erbitten zu meinem Vorhaben. Des Herrn Tisch ist ein heiliger Tisch, und dreimal heilig sind seine Gaben. Meine Seele erzittert, wenn ich vernehme, was deine heiligen Evangelisten bezeugen, wenn sie schreiben und kund thun: Un ser Herr Jesus, in der Nacht, da er ver⸗ raten ward, nahm er das Brot, dankte und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu meinem Ge— dächtnis. Desselbigen gleichen nahm er auch den selch ihnen alled in me vergo Solch Gedät Heilige deiner Hinr geschi hat es darrei mir l mein Blut St. ist d Das die das Blut sassen Vort so ke Herr alm betet daß bei G0 nich darr . tröstn ich Hen, ich stett rechten dDnimnf in heilign genussez er sich silgt hitsem Kelh, und triuttt rscheidet du ad Abend⸗ Heilandes t, deinen enn Tih ze Gaben, 1e heiligel ind thun: er ver⸗ hrachs/ Nehmet für euch en Ge auch den ö Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 299 Kelch nach dem Abendmahle, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. Unser Herr Jesus Christus ist es selber, welcher dies heilige Mahl gestiftet hat, Er, der nun sitzet zur Rechten deiner Majestät, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, der da spricht und es geschieht, der da gebeut und es steht da. Und er hat es also gestiftet, daß er, das Brod gebend, seinen Leib darreicht, und den Kelch gebend, sein Blut mitteilt; das sagen mir lauterlich die Worte seines heiligen Mundes: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, das ist mein Blut, das für euch vergossen wird. Ingleichen bekennt St. Paulus: Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das gesegnete Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? O, wie heilig das Mahl, das uns Christi heiligen Leib und sein heiliges Blut zu genießen giebt! Ich kann es nicht begreifen und sassen, ich beuge mich in tiefer Demut unter dein heiliges Wort. Wenn alle Dinge möglich sind dem, der da glaubet, so können sie nimmer unmöglich sein dem, der aller Kreaturen Herr und Meister ist! Ich stehe vor dem Geheimnis deiner allmächtigen und erbarmungsvollsten Liebe, und meine Seele betet dich an, du Mittler meiner Seligkeit. Nun sehe ich, daß du Himmlischer, dich noch fort und fort erniedrigst, um bei uns einzukehren, daß du uns noch fort und fort deine Gnade, die Frucht deines heiligen Lebens, Leidens und Sterbens nicht bloß verheißest und anbietest, sondern wahrhaftiglich darreichest und unter sichtbaren Zeichen selbst verbriefest; daß du uns noch speisest mit deinem wahrhaftigen Leibe und tränkest mit deinem wahrhaftigen Blute, uns teilhaftig zu 300 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. machen der Kräfte deines Lebens, dich mit uns innigst zu vereinigen, in uns zu leben und zu wirken, daß noch ein jegliches deiner Glieder sagen möge: Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. O welch' ein himmlisch herrliches und seliges Mahl! Da möchte ich weit aufthun die Thüre meines Herzens und laut rufen: Komm herein, du Gesegneter meines Vaters, aber dein heiliger Apostel vermahnt und bedräuet mich: Der Mensch prüfe sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. O, wie ernst, wie eindringlich mahnen diese Worte! Käme ich unwürdig, in gedankenloser Gewohnheit, Sicherheit, Un— bußfertigkeit und im Unglauben, mit lieblosem, unversöhnlichem Herzen, äußerlich ehrbar, aber innerlich verworfen, verhärtet und verstockt; äußerlich in dem Scheine, deiner Gnade zu bedürfen und Jesum zu lieben, innerlich aber voll Stolz, Selbstgerechtigkeit und Weltliebe; ohne Buße und Bekehrung, aber voll Augenlust, Fleischeslust und Hoffart: wehe mir alsdann, ich verschuldete mich an des Herrn Jesu Leib und Blut; wie sollte mir geholfen werden? Wehe mir, statt des Segens fiele auf mich herab das Gericht! Sollte ich ferne vom Mahle bleiben, sei's aus Gleichgiltigkeit, Geringschätzung und Verachtung, sei's aus sattem Tugendstolze und Selbst— gerechtigkeit, sei's aus Furcht und Scheu: und wenn ich meine Hände mit Lauge wüsche und nähme viele Seife dazu, und wenn ich anzöge mein bestes Kleid, ich bin ein armer, sündiger, elender Mensch, sollte ich ferne bleiben? Wehe mir, ich bliebe fern von meinem Heilande Jesu Christo, geschieden von der Gemeinschaft seiner Liebe und seines Lebens, ohne Ver— gebung meiner Sünden, ohne Leben und Seligkeit, ich bliebe in meinen Sünden und in meinem Tode; wehe mir, es er⸗ ginge mir wie dem Diürstenden, der die Quelle flieht und nun elendiglich verschmachten muß! Glenden gegebe der S bin ich. von der Hände Sohn begehtt glaub O du duß er fromme fann, seiner! uich; migst noch ein sch nun welch Herzen meines bedräuet so esse Kelc, t, der damit, Herrn. Käme eit, Un⸗ hnlichen verhärtet nade zu Stoh, eehrung, hehe mir Heib und statt des ich ferne schätzung Celbst⸗ h meine u, und ündige, nir, ich den von ne Vei⸗ 0 bliebe „ed er⸗ iht und Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 301 Ach, Herr, mein Gott, unterweise mich, lehre mich, was ich thun soll! Wahrlich ja, der Herr hat das heilige Abend— mahl gestiftet, Er, der gekommen ist, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist, der Heiland, nicht der Frommen und Heiligen, der Heiland der Sünder und Elenden; und er hat es gestiftet für die Sünder und Elenden, das zeigen mir deutlich die Worte an: Für euch gegeben und für euch vergossen zur Vergebung der Sünden, und ein armer, sündiger und elender Mensch bin ich. Nirgends sehe ich, daß mein Heiland Jesus Christus von den Armen, Kranken und Elenden, die hilfesuchend ihre Hände nach ihm ausreckten, die ihn anschrieen: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich unser, etwas Anderes begehrte, denn daß sie glaubten an ihn. So bete ich: Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben. O, du frommer und getreuer Gott, gieb mir deinen Geist, daß er in mir erwecke, erhalte und mehre einen kindlich frommen Glauben an meinen Heiland Jesum Christum, dann kann, dann darf, dann soll ich kommen und nehmen aus seiner Fülle Gnade um Gnade. Ach, mein Gott, erhöre mich; Christe, erhöre mich! Amen. 222. Eine Beichtbetrachtung. 1. Cor. 11, 31: So wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. In diesen Worten kommt uns sündigen Menschen Gott mit einer großen Gnade entgegen. Er will uns nicht gegenüber— treten als der heilige und gerechte Gott, um uns zu richten; geschähe dieses, wir hätten keine Zuflucht mehr. Vielmehr aber sollen wir uns selber richten, und wenn dies von uns geschieht, sollen wir nicht gerichtet werden. So ist es in unsere Hände gelegt, dem Gericht Gottes zu ent— gehen— und das ist große Gnade. Aber damit wird auch eine Verantwortung auf unser Herz und Gewissen gelegt, welche sehr schwer ist. Wenn wir das Selbstgericht unter— 302 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. lassen und uns in falsche Sicherheit einwiegen, dann ist um so größer unsere Verschuldung, und unsere Verdammnis ist unausbleiblich. Gehen wir aber mit uns selber in das Ge— richt, so drängt sich uns die Frage auf: Wer bürgt uns, daß unser Gericht ein gerechtes und in den Augen Gottes wohlgefälliges ist, so daß wir nun auch unser Gewissen stillen und getrost sein können? Lieber Christ, wonach sollen wir uns richten, um zu einem gerechten Gerichte zu kommen? Sollen wir uns richten, wie das so viele thun, nach den Gedanken und Meinungen, welche wir von uns selber haben? Ach, daß das nimmer geschehe! Es wurzelt ja in unseren Herzen die Hoffart, die Selbstgerechtigkeit, der Eigendünkel; fast jeder entschuldigt und beschönigt sich, gleist vor Gott und den Menschen, belügt und betrügt sich; fast niemand will es wahr haben, daß sein Schaden verzweifelt bös und seine Wunden unheilbar sind. Auf diesem Wege würden wir uns erst recht verstricken in die Sünden und das Verderben. Sollen wir uns nach andern beurteilen und richten, es mit dem Pharisäer halten und es so machen, wie es, wer weiß wie viele, machen? Ach, davor wolle uns Gott bewahren! Nicht mit unsern sündigen Brüdern, sondern mit uns selbst und mit Gott haben wir es zu thun, und was kann uns das für ein Ruhm sein, daß jene vielleicht nicht besser sind, als wir? Hüten wir uns vor diesem unheil— vollen Wege, auf demselben ging der Pharisäer in sein Haus, ohne Gnade gefunden zu haben. Einzig und allein können wir uns richten nach den heiligen Geboten unseres Gottes, in denen er uns seinen Willen kund thut; sie allein können unser Maßstab und unser Spiegel sein. Blicken wir hinein in diesen Spiegel mit heiligem Ernst, lassen wir Gottes Gebote hineinleuchten in unsere Herzen und unser Leben, thun wir dies mit dem Gebet: Erforsche mich, Gott, underfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich es meine. Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine andern in dem wir Got nuen? Ratter, Heschüft, Ohiist, lihted! ufteuest hhöttise R Namet uufen, z o soll dad nic Gottes nißbrar lche M V, da nicht braud estes Herli Reib u Christ u hei die Ex der E Lclen, line: Ind 0 lift. Gott Ue Hri nist un mnis ist dad Ge⸗ rgt und, Gottes Hewissen ichten, len wir danken haben? unseren ndünkel; jott und will es ud seine wir uns rderben. ichten, wie es, uL Gott aun mit un, und vielleicht unheil⸗ U Haus, iach den er und Jaßstab Spiegel ileuchten mit dem Herzz keine Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 303 andern Götter neben mir haben! gebietet uns Gott in dem ersten seiner heiligen Gebote. Fürchten und lieben wir Gott über alle Dinge, steht zu ihm allein unser Ver⸗ trauen? Nein, so ist es nicht. Mann, Weib, Kinder, Vater, Mutter, Geld, Gut, Haus, Hof, Ehre, Ansehen, Amt, Stand, Geschäft, Beruf, Welt- und Fleischeslust u. s. w., siehe, mein Christ, das sind deine Götter, trotzdem, daß du dich des Lichtes der wahren Erkenntnis Gottes und Jesu Christi erfreuest, und mit dem Blute des Sohnes Gottes von diesem abgöttischen Wesen erkauft bist! Lieber, du solltest wohl Gott danken, daß du den Namen deines Gottes hast, daß du deinen Gott an— rufen, zu ihm beten, ihn loben und ihm danken kannst, ach, wo solltest du denn Zuflucht und Trost finden, wenn du das nicht könntest! Aber gebrauchst du denn den Namen Gottes dazu, wozu dir ihn Gott gab? Nein. Täglich mißbrauchst du ihn, befleckest du ihn, auch wenn du der greu— liche Mensch nicht bist, der fluchen und falsch schwören kann. Ja, das thust du, trotzdem es heißt: Gott wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen miß— braucht! Fürchtest du denn nicht deinen Gott?! So oft der liebe Sonntag kommt, sollte das dein erstes sein, deinem Gott auf den Knieen zu danken für diesen herrlichen Tag, an dem er dir in seiner Barmherzigkeit für Leib und Seele Ruhe gönnen und geben will; und ein jeder Christ sollte sich mit besonderem Eifer befleißigen, diesen Tag zu heiligen. Geschieht es? Nein. Du selber klagst, daß die Entheiligung des Tages des Herrn so heillos groß ist in der Christenheit, aber, blicke hinein in dein Herz und dein Leben, du bist selbst in dieses arge Wesen verstrickt. Es giebt keine größere Gnade Gottes, als die ist, daß wir sein heiliges und heilsames Wort haben, und daß er uns solches verkündigen läßt. Aber wie mancher Sonntag kommt und geht, und dein Gott hat dich nicht gesehen in seinem Hause vor seinem Angesicht, seine Gnade suchend und begehrend. O, lieber Christ, diese Sünden schreien zu Gott! 304 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. Es ist dir geboten: du sollst Vater und Mutter ehren, auf daß es dir wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Keinem Gebote solltest du dich williger unterstellen, keins freudiger thun als dieses; deine Eltern sind nicht nur deines Gottes Stellvertreter, es sind auch deine größten Wohlthäter; o wie viel hast du ihnen zu danken! Und nun will es dir Gott noch mit vielem Segen lohnen, wenn du sie ehrst, ihnen dienst, gehorchst, sie lieb und wert hältst. Aber blicke hinein in dein Herz und dein Leben, siehe Vater und Mutter an, wie oft hast du sie mit deinem Unge⸗ horsam, deiner Lieblosigkeit, deiner Geringschätzung, deinem Undank betrübt und erzürnt! Ach, bist du denn blind, daß du nicht erkennen willst die Macht der Sünde und die Ver— kehrtheit deines Willens? Du bist kein Mörder, du wandelst nicht die Wege eines Kain, aber Johannes sagt: Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger, und ihr wisset, daß ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibendz; und dein Herr und einstmaliger Richter sagt: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, thut wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen. Hast du das gethan? O, wie ist die Lieblosigkeit so groß in dem Menschenherzen und Menschenleben! Du hast deinem Manne, deinem Weibe die eheliche Treue nicht gebrochen, aber du hast doch gelernt: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon die Ehe mit ihr gebrochen in seinem Herzen. Wehe dem aber, der seine Zunge schändet mit schandbaren Worten, und seinen Leib besudelt mit Unzucht! Es steht geschrieben: So jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott ver⸗ derben, denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. Du bist kein Dieb in deinen Augen, aber hundertmal siehst du mehr auf das deine, als auf das, vas de Schuden relde, Hahe he Es verklei ber wi Ich, dae vielen a Gutedre ihr lebe N Reinen, nicht v icke ii Ugrun Dan slbe d Vorte danke halsh nic vir! selbst Unse unser Unse und Sollt der eifti ich vor und Mutter lange wiliigr ne Eltern auch deine danken! u lohnen, und wert ben, siehe lem Unge⸗ „ deinem lind, daß die Ve⸗ die Wege Bruder wisset, e Leben ustmaliger die euth „ bittet n. Hist 5 in den ibe die hest doh gehren, chen in e Zim besudel ind den Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 30⁵ was des andern ist, und wie oft muß der andere Schaden leiden deinetwegen. Dazu Mißgunst, Neid, Schaden⸗ freude, Habsucht; dies sind auch große Untugenden, und vom Geize heißt es: Er sei eine Abgötterei. Es betrübt und verletzt dich, wenn dich andere belügen, verkleinern, verunglimpfen und verleumden, aber wie hältst du es denn damit mit deinem Nächsten? Ach, das Lügen, Verkleinern, Herabsetzen, Verleumden geht vielen aus dem Munde wie Wasser; und das Entschuldigen, Gutesreden und alles zum besten kehren, lernen wie viele ihr lebenlang nicht! Nun trösten sich gar manche mit ihrem Herzen, meinen, wenn sie auch dies oder das gethan hätten, was nicht recht wäre, so sei doch ihr Herz gut. O Lieber, blicke in dein Herz, Gottes Gebote erhellen dir auch diesen Abgrund, denn sie sagen zuletzt: Laß dich nicht gelüsten! Dein Herz ist voll böser Lüste und Begierden; es ist das⸗ selbe Herz, in welches der Heiland hineinsah, als er die Worte sprach: Aus dem Herzen kommen arge Ge— danken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerung. Nun, lieber Christ, welches ist dein Urteil? Stimmt es nicht zusammen mit dem Urteil Gottes: So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns; und: Unserer Uebertretung vor dir ist zu viel, und unsere Sünden antworten wider uns; und: Unsere Missethat ist über unser Haupt gewachsen, und unsere Schuld ist groß bis in den Himmel? Sollten es aber leere Droh- und Schreckworte sein, wenn der Herr, dein Gott, sich nennt einen starken und eifrigen Gott und drohet, deine Missethat. heim⸗ zusuchen? Oder wer kann ihm entfliehen? Wo soll ich hingehen vor deinem Geiste und hinfliehen vor deinem Angesichte? Wer muß da nicht seufzen und klagen: Des Christen Pilgergang. 20 306 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. Ach Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind mein' begang'ne Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. Und doch, mein lieber Mitpilger, giebt es für uns noch eine Zuflucht. Wir hören einen rufen: Ich will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre; und: So wahr ich lebe, ich habe keinen Gefallen an dem Tode dee Gottlosen, sondern will, daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe, das ist die Stimme des Erbarmers, der uns mahnt: So wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Hin zu seinen Füßen! Zu dir flieh' ich, Verstoß mich nicht, Wie ich's wohl hab verdienet! Ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht: Dein Sohn hat uns versühnet. 223. Beichtgebet. Luk. 18, 13: Gott, sei mir Sünder gnädig! Herr, Gott Himmels und der Erde, ich armer, sündiger Mensch bekenne mich schuldig, deine Gebote oft und viel— fältig übertreten zu haben in Gedanken, Worten und Werken. Ich bin aus sündlichem Samen gezeugt, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen, dazu habe ich gehäuft täg— lich und stündlich Missethat, Uebertretung und Sünde. Ich bin meine eigenen, verkehrten Wege gegangen und habe mir selbst gelebt und habe gedient dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Lüsten. Obschon du mir zugerufen und mich verwarnt hast in deinem heiligen Worte und in den Regungen meines Gewissens, habe ich doch nicht hören wollen. Obschon du mich mannigfach geliebt und gesegnet hast, habe ich es nicht merken mögen, daß es deine Hand gewesen, vchwei Trübsal det Auf Schuld wider n chuldig ind hat hundert sollst d mein K beflekt allein mit m hesehe ich leb Tode lbe; Nsu nehme Mittl. Resift gnäd Uuger Sohn 0 w hing diene barm nir und noch UU nicht daß sich vahr it ode der ottlose as ist die wir uns erichtet sündige und viel⸗ d Werkel. 1e Mutter zäuft tih⸗ nde. Y habe mir Hesen ind und nich in del n volli. hft Hu gewsen Gebete bei Tause, Konfirmation, Beichte und Abendmahl. 30⁷ geschweige, daß sie mich an dein Herz gezogen. Da du mir Trübsal sandtest, wandte ich mich von dir; in der Stunde der Anfechtung fiel ich ab. Wo du mich prüfest, findest du Schuld und Verfehlung. Ueberall zeugen meine Sünden wider mich. Ich bin der Knecht, der dir zehntausend Pfund schuldig ist, und hat es nicht geachtet, sondern ist hingegangen und hat seinen Mitknecht ergriffen, und hat ihn gewürgt der hundert Groschen wegen, obschon du mir geboten hast: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Sündig ist mein Herz, sündig sind meine Lippen, sündig und schuld⸗ befleckt ist mein Leben und Wandel vor dir, und an dir allein habe ich gefündigt und Unrecht gethan, und wenn dr mit mir ins Gericht gehen willst, kann ich vor dir nimmer bestehen. Aber ich gedenke an dein heiliges Wort: So wahr ich lebe, spricht der Herr, ich habe keinen Gefallen an dem Tode des Gottlosen, sondern will, daß er sich bekehre und lebe; ich gedenke daran, daß du bist der Vater meines Herrn Zesu Christi. Voll herzlicher Reue über meine Sünden nehme ich meine Zuflucht allein zu meinem Heiland und Mittler, der mir eine Erlösung erfunden und die Versöhnung gestiftet hat: ich bitte und flehe: Sei mir um Christi willen gnädig, seinetwegen laß mich Gnade finden vor deinen Augen, seinetwegen sprich in mein Herz: Sei getrost, mein Sohn(meine Tochter), deine Sünden sind dir vergeben, so will ich dir danken und dich loben, will hingehen und dir bringen rechtschaffene Früchte der Buße, will dir leben und dienen alle Tage meines Lebens. O mein Erbarmer, er⸗ barme dich, um Christi willen erhöre mich! Gott, sei mir Sünder gnädig! Amen. Sieh nicht an unsre Sünden groß, Sprich uns davon in Gnaden los; Steh uns in unserem Elend bei, Mach uns von allen Plagen frei. 20³ 308 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 224. Danksagung für empfangene Absolution, auch Abendgebet am Beichttage. Ps. 28, 6: Gelobt sei der Herr, denn er hat erhört die Stimme meines Flehens. Mein lieber himmlischer Vater, von ganzem Herzen danke ich dir, daß du die Stimme meines Flehens gehöret und mein Seufzen nicht verachtet hast. Durch den Mund deines Dieners hast du mir verkündigen lassen die Ver— gebung meiner Sünden und den Trost deiner gött⸗ lichen Gnade, und deine Worte sind gewisse und wahrhaftige Worte. Dafür lobet und preiset dich meine Seele. Du hast die Handschrift, die wider mich war, zerrissen, Gnade über Gnade an mir geübt und mein Gewissen gestillt durch den Reichtum deiner Barmherzigkeit in Christo Jesu. Ach, hilf mir, den köstlichen Schatz deiner sündenvergebenden Liebe treu zu bewahren, damit ich in demselben habe und genieße meinen zeitlichen und ewigen Frieden! Gieb mir in deinem Frieden ein allezeit versöhnliches Herz gegen meinen Mitbruder; ermuntere mich, daß ich nun auch umsomehr liebe, je mehr du mich geliebet und in deiner Liebe mir vergeben hast. Laß mich den noch übrigen Teil dieses Tages deiner besonderen Obhut befohlen sein, daß ich weder durch Versuchungen und Anfechtungen zur Sünde gereizt, noch durch die Welt und die zeitlichen Dinge in meinem Geiste und meinen Gedanken zerstreuet werde. Auf das Himmlische und Ewige richte all mein Verlangen und meine Begier, entgegen meinem himmlischen Bräutigam, der mich würdigen will, mich mit seiner Einkehr zu begnadigen. Drücke mir selbst am Abend meine Augen zu und stelle einen deiner heiligen Engel an mein Lager, daß ich auch im Schlafe dir geheiligt bleibe. Ach, du treuer Gott, behüte mich; ach, du barmherziger Gott, laß mein Vorhaben mir gelingen und mich bei dir finden Leben und volle Genüge! Amen. ᷓDĩWHery..N 5 Gest, getbeten hat. 5 u, Hei Heme den G. ih dei ind E du mi. dich br deiner und E Werder heilige Lbens die V du di liss kit Hind Heilig Werde Gdö Mufe helt d8 die ihm Her Wele endgehel hat erhötl Herzen gehöret uMund ie Ver⸗ ler gätt⸗ hrhaftige le. Du „ Gnade illt durch u. Ac, gebenden abe und mit in ry gegen mmsomehr iebe mir il dieses ich weder gereisj meinem Auf das nd meine der nich Radihel d siele ich uh , behit aben mit Genihe! Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u. Abendmahl. 309 229. Am Kommuniontage. Morgengebet. Offenb. 19, 9: Selig sind, die zu dem Abendmahl des Lammes berufen sind. In deinem Namen, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, bin ich vom Schlafe aufgestanden und in diesen Tag getreten, welchen mir deine besondere Freundlichkeit geschenkt hat. Ich soll heute ein Gast bei dir, mein Jesu, werden; du, Heiliger, willst mich nicht zu gering achten deiner innigsten Gemeinschaft, ja du willst mich speisen und tränken mit den Gaben deines heiligen Leibes und Blutes, auf daß ich deines Heils und Lebens teilhaftig und mit Leib, Seele und Geist erquicket und beseliget werde. Wer bin ich, daß du mich solcher hohen Gnade würdigest? Was kann ich vor dich bringen, das dir gefallen möge? Ich danke das alles deiner unaussprechlichen Liebe; du willst mir ein Heiland und Seligmacher sein, ach, so laß mein Herz einen Altar werden des Dankes und der Anbetung! O heiliger Geist, heilige mich, daß ich mich des Druckes und der Last dieses Lebens entledige, der Sorgen und Kümmernisse entschlage, die Welt und was von der Welt ist, dahinten lasse. Thue du die Thüre meines Herzens auf und räume alle Hinder⸗ nisse hinweg, damit der Mittler und Bürge meiner Selig⸗ keit bei mir einkehre und Wohnung mache. Heilige meine Hände und meine Lippen, damit ich nicht beflecke die hoch— heiligen Gaben und ich nicht als ein Unwürdiger erfunden werde. Erhebe mein Herz zu feiernder Andacht, daß ich im Gedächtnis halte Jesum Christum, den Gekreuzigten und Auferstandenen, mit ihm durchwalle die Stätten, die sein heiliger Fuß durchwandelte, mir in schmerzensvoller Arbeit das Heil zu erringen, daß ich daselbst kniee und darbringe die Opfer meines Dankes und die Gelübde meines Gehorsams, ihm nun auch um so williger und freudiger nachzufolgen. Herr, ich warte auf dein Heil; bereite mich mit allen, welche du zu deinem heiligen Abendmahl geladen hast, 310 Gebete bei Taufe, Konfirmation, Beichte u Abendmahl. damit sich an uns allen dein Wort erfülle: Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind. Herr Jesu, Herr der Herrlichkeit, sei unter deiner Gemeinde, welche um deine Altäre wallet, bezeuge dich an ihr heils— kräftig, damit die Welt erkenne, daß du ihr Haupt und Herr bist, der du nun sitzest zur Rechten deines Vaters' hochgelobt in Ewigkeit! Amen. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens, Oder gar zu meinem Schaden Sei zu deinem Tisch geladen; Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög' dein Gast im Himmel werden! 226. Am Kommuniontag. Abendgebet. 2. Timoth. 2, 8: Halte im Gedächtnis Jesum Christum! Mein lieber, treuer Gott, ich danke dir und preise dich, daß du mein Gebet, welches ich diesen Morgen in Jesu Namen vor dich gebracht habe, gnädig erhöret und mir einen gesegneten Feiertag geschenkt hast. Ich durfte mit deiner Gemeinde wallen um deinen Altar und durfte im Nachtmahl deines lieben Sohnes schmecken die Kräfte der zukünftigen Welt. Ich habe von dem gesegneten Brot ge— gessen und von dem Kelche des Herrn getrunken und bin Christi teilhaftig geworden. Wie könnte ich nun noch zweifeln an deiner Liebe? Wie sollte mir um Trost und Frieden bange sein? Bin ich ein Glied am Leibe Christi, so bin ich auch dein heiliges, geliebtes Kind, und nichts kann mich scheiden von deiner Liebe. Da ich nun meinen Herrn Jesum in mich aufgenommen habe, muß derselbige auch eine Gestalt in mir gewinnen, und mein Leben muß ähnlich werden seinem heiligen Leben, denn ich bin nicht eines toten, sondern eines lebendigen Christus teilhaftig geworden. Hilf mir ritterlich kämpfen gegen allen Unglauben, alle Welt- und Fleischesliebe nd meit und in Meinem Zuuge Herrn Nunde, Dazu st Vz be heute u mit all⸗ den we des Lar Herrlic Heil; Gott Un du b nich ward ich i lig sisz d. Hen hemeinde, hr heilk. upt und Vaterd Christum d preise in Nau und mir rfte mit urfte in häͤfte der Brot ge⸗ und bin zweifeln Frieden bin ich in mich n Msum e Gestalt n seinem ern eines ritterlich shellite Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. 3¹¹ und meinen Wandel führen im Gehorsam der Wahrheit und in ungefärbter Bruderliebe, damit ich den mit meinem Wandel nicht verleugne, welchen ich mit meiner Zunge bekenne. Ich will im Gedächtnis halten meinen Herrn Jesum Christum unverrückt, ihn nicht bloß mit meinem Munde, sondern auch mit meinem ganzen Leben bekennen. Dazu stärke und ermuntere mich täglich. Und nun ich diesen Tag beschließen will, will ich mich erinnern, daß, wie ich heute um deinen Altar gewandelt bin, ich einst wandeln soll mit allen deinen Heiligen um deinen Stuhl, angethan mit den weißen Kleidern, rein gewaschen und helle gemacht in des Lammes Blut. Ach, da will ich mich ewiglich deiner Herrlichkeit freuen und mit all deinen Heiligen lobsingen: Heil sei dem, der auf dem Stuhle sitzt, unserm Gott und dem Lamme! Amen. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Händ in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. Zweiter Abschnitt. Glauben, Lieben und Hoffen. Um treue Benutzung der himmlischen Gnadenmittel. Phil. 2, 12: Schaffet, daß ihr selig werdet mit Furcht und Zittern. Dreieiniger Gott, du Gott meines Heils und Lebens, du bist ein treuer Vater deiner Menschenkinder. Du hast mich geliebt und erwählt, ehe denn der Welt Grund gelegt ward;— ach, wie kann ich deine Liebe begreifen!— Da ich in das Leben trat, recktest du erbarmungsvoll deine Hände 31² Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. nach mir aus und nahmst mich an als dein Kind, obschon ich dir nichts bringen konnte, denn Hülflosigkeit, Ohnmacht und Elend. Du hast mir dein heiliges Wort gegeben, das helle Licht der Wahrheit und des Lebens, und so oft mich hungert und dürstet, darf ich kommen zu deinem heiligen Abendmahle, um meines Heilandes teilhaftig zu werden. Wahrlich, du hast mir weit aufgethan die Thore zu den Schätzen deines Hauses; ich könnte reich und glücklich sein, wenn ich nicht so blind, thöricht und träge wäre! Ach, ich bin im Irdischen viel klüger und eifriger als in Benutzung deiner teuren Gnadenmittel! Das laß du doch nicht so weiter gehen, daß ich mich so verschulde; mache mich treu; ich weiß ja nicht, wie lange ich noch dein Haushalter sein kann! Ermuntere mich, daß ich in deinem Worte täglich forsche, damit ich das ewige Leben darin finde. Es sei mein täglich Brot; es sei mein Stecken und Stab und ein Licht auf meinen Wegen. Wie sollte ich es nicht von Herzen lieben! Wer dein Wort hält, ver wird je den Tod nicht schmecken ewiglich. Treibe mich auch an, fleißig und treulich zu benutzen das Sakrament des heiligen Abendmahls, damit dein Leben in mir erhalten und gefördert werde. Ich lebe ja doch hienieden wie in einem dürren Lande, die himmlische Speise finde ich nirgends, denn an deinem Tische. Es ist nur an mir gelegen, glück— lich und selig zu sein; so laß mich denn auch nichts ver— säumen; rufe mir täglich in mein Herz und Gewissen: Schaffet, daß ihr selig werdet mit Furcht und Zittern. Amen. Schaffet, schaffet, Menschenkinder, Schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht wie sichre Sünder Nur auf gegenwärtge Zeit, Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. Hde ge fuage; d aß nich in mir nd bess ih das ich Oott, k nich vo Renes Haz ei linige Herzen nir,( neuen Menen Heiland der Kra nit Nens f nece r Hg wilst. denn sack, ahhle mat, berotd deiner eben, daß oft nic helligen werden. e zu den llich sen, Ach, ih Benutuy nicht so nich treu; alter sin te täglih sei mein ein Liht u Herzen ja den auch an, eiligen lten und in einen nirgends en, glüc⸗ Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. 228. Um Erneuerung des Herzens und Lebens. Ephes. 4, 23: Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüts. Heiliger Herr und Gott, du hast mich nach deinem Bilde geschaffen, du willst auch, daß ich dein Bild an mir trage; aber du weißt, wie so sehr verderbt meine Natur ist, daß nichts Gesundes, nichts Reines und dir Wohlgefälliges in mir sich findet. Ich kann mich auch selbst nicht heilen und bessern. Ach, das Fleisch gelüstet wider den Geist, daß ich das Gute, das ich will, nicht thue, sondern das Böse, das ich nicht will, vollbringe! Nur du allein, du starker Gott, kannst mir helfen. Erneuere mich; erneuere mich von meines Herzens Grund aus. Laß den Samen deines heiligen Wortes in mir dein Leben wirken; laß mein Herz einen Tempel deines Geistes sein, damit derselbe mich reinige und heilige. Du willst dich schauen in meinem Herzen wie in einem ungetrübten Spiegel. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gieb mir einen neuen gewissen Geist. Erneuere mein Leben und meinen Wandel. Ich darf nicht hoffen auf die Gnade meines Heilandes Jesu Christi zum ewigen Leben, wenn ich nicht in der Kraft deines Geistes ausziehe den alten Menschen mit seinen Werken und anziehe den neuen Menschen, der nach dir geschaffen ist in recht⸗ schaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. O, wecke mich auf aus aller Sicherheit, verscheuche allen Selbst⸗ betrug! Du hast in mir angefangen das gute Werk, du willst es fortsetzen und in mir vollenden. So mache mich denn stark an allerlei Kräften des inwendigen Menschen; stark, durch den Geist des Fleisches Geschäfte zu töten; stark, abzulegen die Sünde, die mir noch anklebt und mich träge macht, und zu laufen durch Geduld in dem Kampfe, der mir verordnet ist, damit ich dein Eigentum werde zum Lobe deiner Herrlichkeit. Amen. 314 Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. Erneure mich, O ewig's Licht, Und laß von deinem Angesicht Mein Herz und Seel mit deinem Schein Durchleuchtet und erfüllet sein. Schaff in mir, Herr, Den neuen Geist, Der dir mit Lust Gehorsam leist't, Und nichts sonst, als was du willst, will, Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll'! 229. Um Glauben. Hebr. 11, 1: Es ist aber der Glaube eine gewisse Zu⸗ versicht deß, das man hoffet und nicht zweifelt an dem, das man nicht siehet. Lieber Gott und Vater, ohne Glauben ist es unmöglich, dir zu gefallen, mit dir Gemeinschaft zu haben und der himmlischen, ewigen Dinge teilhaftig zu werden. Dein lieber Sohn fordert Glauben von denen, die bei ihm Hülfe und Heil suchen. Sind doch nach deinem Worte alle Dinge möglich dem, der da glaubt. Wonach sollte ich darum mehr verlangen, als nach dem Glauben? Ja, hilf mir, o Herr, zu dem rechten Glauben, der nicht zweifelt an alle dem, was du uns in deinem heiligen Worte geoffenbaret hast. Schenke mir Gewißheit des Glaubens. Ich will nicht den Namen haben, daß ich glaube, ich möchte auch meines Glaubens froh und gewiß werden im Herzen und im Leben, ihn mit der That beweisen. Laß mich deine Gnade in Christo er— greifen, wie ich von ihr ergriffen bin. Den rechten, lebendigen Glauben wirke und erhalte in mir und mache mich in dem— selben in aller Anfechtung, in Not und Tod, treu und be— ständig bis ans Ende. Es ist ja dein Gnadenwerk an den Menschen, das niemand thun kann, denn du allein. O, komm zu Hülfe meiner Schwachheit und fache an das Fünklein des Glaubens, das du in mir entzündet hast, daß es eine Flamme werde, die mich durchdringt, reinigt und heiligt! Du hast mir ja für meinen Glauben einen so sicheren und festen Grund gegeben in deinem göttlichen Wort, a9 du! wuiz ble sst; das sa mich ihh imme lebens Zurg, — Hrist, der Sel iebe. hemöch Jott! Sohn Lerlo; Uhnu velche bon& Uat; nich Wer ir In Min lot. nich Herze Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. 31⁵ das du hast eingraben lassen in die beiden Testamente, das ewig bleibet. An diesem Wort laß mich halten treu und fest; das laß mich höher achten als alles. In diesen Grund laß mich immer völliger hineinwurzeln und wachsen, damit ich immer mehr daraus gewinne die Kräfte des ewigen Lebens. Du bist meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Amen. Allein auf Gottes Wort Will ich mein Grund und Glauben bauen, Das soll mein Schatz sein ewiglich, Dem ich allein will trauen. Kein menschlich Weisheit will ich nicht —— IR I. Dem göttlich Wort vergleichen; Iri. Was Gottes Wort klar spricht und richt't, ³—² 4 Soll billig alles weichen 1. ½ 52 unmöglich 230. und der Um Liebe. Dein lieber 1. Joh 4, 16: Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe Hülfe und bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. e Dinge O mein geliebter Gott, du Vater meines Herrn Jesu ich darum Christi, wie hast du mich beglückt und mir einen Abgrund .o Heu, der Seligkeit erschlossen darin, daß ich weiß: Gott ist die ale den. Liebe. Ohne deine Liebe wäre ich nicht erschaffen und aret hast vermöchte nicht mit deinen Kindern zu jauchzen: Also hat nicht den Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Glaubeit Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht Fihn mt verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Ach, wie unergründlich tief, heiß und selig ist die Liebe, ů er⸗ Hrise welche mich geliebt hat zu meiner Seligkeit, deren Ströme aundo⸗ von Bethlehem und Golgatha herabfließen und durch die Nin Welt rauschen! O, gieße deine Liebe in mein Herz, nimm 92 b mich auf in deine Lebens- und Liebesgemeinschaft; . wer in der Liebe bleibt, der bleibt ja in dir und du in 5. Wn. ihm! Aus mir selbst vermag ich dich nicht zu lieben, denn 9—1 mein Herz ist von Natur durch die Sünde verderbt, lieblos, haf, tot. Umfahe du mich mit deinen Vaterarmen und ziehe inigt mich an dein Herz, damit ich dich wieder liebe von ganzem * Herzen, dich in deinem geliebten Sohne, den du aus Liebe hen Vort, 316 Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. für mich dahin gegeben, dich in meinen Brüdern. Ja, hilf mir, treuer Vater, durch deinen Geist zu solcher kindlichen Liebe, sie ist ja auch meine Seligkeit. Laß deine Liebe ein Feuer in mir werden, welches alle Selbstsucht und Lieblosig⸗ keit, Zorn und Haß, alle Weltliebe und alles abgöttische Wesen zerstört, mich reinigt und läutert, mich zu jeder Zeit willig und freudig macht, zu thun deinen Willen und auch am Tage der Trübsal dir kindlich zu gehorchen. Schenke mir die völlige Liebe, in der ich Freudigkeit habe zu dir, auch in Angst und Gericht. O du Gott der Liebe, du Vater meines Herrn Jesu Christi, nimm mich zum Opfer hin mit Leib, Seele und Geist; laß mich dein sein und bleiben! Nichts sei mir zu schwer, was du von mir forderst, nichts sei mir zu lieb, was ich deinetwegen verleugnen soll. Erhöre mich um der Liebe willen, mit der du mich geliebet hast und ewiglich liebst in Christo Jesu, deinem lieben Sohne. Amen. Wo ist ein solcher Gott zu finden, Der so, wie er, treulose Kinder liebt? Den Sohn gab er für ihre Sünden; Er ist's, der allen alle Schuld vergiebt. O, liebt auch ihn! Wer in der Liebe bleibt, Der bleibt in Gott, der Sünd und Schuld vertreibt. 231. Um Hoffnung. Röm. 12, 12: Seid fröhlich in Hoffnung. Gott der Liebe und des Lebens, du hast mir die Hoffnung tief in mein Herz gepflanzet. So wenig meine Brust aufhören kann zu atmen, so lange ich lebe, so wenig kann ich aufhören zu hoffen. Aber auf wen soll ich denn hoffen, worauf soll ich warten, wohinein soll ich meinen Anker werfen, daß er mein Lebensschifflein hält und auch in Sturm und Ungewitter nicht ausreißt? Ach, ich bin so verblendet und thöricht und hoffe auf das Sichtbare und Zeitliche, rechne auf dies und das und halte Fleisch für meinen Arm. Darum bin ich selbst schuld, daß ich mich 0 oft k Crfahrut Iunn nul wiglich Reined 0 teller iner Leute, ist un Zerreiße esseln, .n f Ind ob hoffen, auf di sihes, bei dir wig re Etbarn 8 nich Uugen denn i wbhel ich we Han nichtt seine meine nich S0 töster Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. 317 I/ sih) so oft täusche und betrüge, daß es aus einer schmerzlichen lindlichn Erfahrung in die andere gehet. Ich armer, sündiger Mensch ö ö Lebe kann nur auf einen hoffen, der mir ein Erbarmer ist und Lieblosh⸗ ewiglich bleibt: das bist nur du, mein Gott, der Vater ahhitish meines Herrn Jesu Christi, der mich zu seinem Eigentum jeder Zei so teuer erkauft hat und sich selbst mir anbietet zum Grunde und auh meiner Hoffnung. Hoffet auf ihn allezeit, liebe Schenl Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus. Gott be zu dis ist unsere Zuversicht! darauf will ich mich gründen. Liebe, V. Zerreiße die Bande, die mich an das Sichtbare und Zeitliche um Opfer fesseln, und verbinde mich unlöslich mit dir, mache mein sein u Herz fest in deiner Gnade. Ich will auf dich, Herr, hoffen, ir fordeis und ob meine Augen mir sagten: Hier sei nichts mehr zu uen sol. hoffen, und ob alle Welt mich einen Thoren hieße, ich will gelicht auf dich, Herr, hoffen. Was ist so klein, das du nicht em lieben sähest, was ist so groß, das dir unmöglich wäre, was ist bei dir zu früh, was zu spät, bei dir, dem allmächtigen, ewig reichen, ewig treuen Gotte, und was geht über dein 0 Erbarmen? Du machst alles bei den Deinen wohl, du kannst es nicht anders. Und wenn ich daläge im Tode, und meine Augen sähen hinunter in das Grab, ich hoffe auf dich, denn ich weiß, du wirst mir um deiner Barmherzigkeit willen ö aushelfen und mir geben das Erbe deiner Heiligen. Ja, 4 ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und er wird mich hernach aus dem Staube aufwecken und wird meinen N nichtigen Leib verklären, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe. So will ich als ein Pilgrim mir die ö ö 431 07 ö meine meine Straße ziehen, fröhlich in Hoffnung; du wirst 4 i mich nicht zu Schanden werden lassen, denn niemand wird ů Kih den zu Schanden, der auf dich, Herr, hoffet. Weß soll ich mich minn trösten? Ich hoffe auf dich! Amen. ind anh Meine Hoffnung stehet feste ich bin 6 Auf den lebendigen Gott, ö Ind Er ist mir der allerbeste, tbare U. Der mir beisteht in der Not. ö flisch fiüt Er allein soll es sein, ö Den ich nur von Herzen mein'. ih ui 318 Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. 232. Um herzliches Erbarmen. Luk. 6, 36: Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Herr, wie bist du so groß! Der Erdkreis umfasset dich nicht. Wie bist du so heilig! Die Himmel sind nicht rein vor dir. Und wie bist du doch so barmherzig, ja gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte, Gnade und Treue! Das sehe ich an dem, der die Knechtsgestaͤlt annahm, in den Hütten der Armen und Ge— ringen lebte, die Kranken und Elenden in seine Hände nahm, das Verirrte suchte und alle, alle so heiß liebte und für alle, alle litt und starb. Nun soll ich nachfolgen den Fußstapfen meines Heilandes und soll barmherzig sein, wie du, Vater im Himmel, barmherzig bist. Ach, bilde mich nach dir, daß ich es vermag. Flöße mir ein die heißen Triebe innigen Mitleids, herzlicher Liebe, freudigen Wohlthuns. Mache Auge, Ohr, Mund, Hand und Füße, alles an mir und in mir dazu willig und geschickt. Es ziehe mich herab zu den Niedrigen und Geringen, es ziehe mich hin zu den Armen und Elenden, daß ich ihnen diene und helfe, und wo ich es nicht kann, daß ich mit ihnen weine und für sie bete, nur daß mein Herz mit und bei ihnen sei. Anders bist du ja nicht gegen mich gesinnet, anders handelst du nicht mit mir, dein Thun an mir ist herzliches Erbarmen. Wenn dir einst das Herz brach, daß du dich meiner erbarmen mußtest, wie sollte ich nicht gerne thun, was du mir gebietest: Brich den Hungrigen dein Brot und die, so im Elend sind, führe in das Haus; so du einen nackend siehst, so kleide ihn und entziehe dich nicht von deinem Fleische. Du willst das ja alles ansehen, als geschähe es dir. Wehe, es wird ein unbarm⸗ herziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit gethan hat; ach, laß mich nicht in dies Gericht fallen, was sollte aus mir werden! Vergieb, was ich darin gefehlt und Haschulde Herzigkit iehe mie deine Gelig Barnh verden! V sinzog, h, daß il deine u, dein der seines licher Inde seine m Uortet mened die auch gunn nfasset dö. nicht ren a gnädiz er Güte V„ der die und Oe⸗ inde nahn d für all Fußstapfen du, Vater c dir, diß be innin 3Z. Mace nit und in rab zu dei den Armen wo ich bete, uut bist du f t mit mu, n. Vou erbarma gebiets 1/ so m ‚u einel iehe dis 0 10 alles U unbamm iet in Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. 319 verschuldet habe, vergieb mir alle Lieblosigkeit und Unbarm— herzigkeit, decke das alles zu mit deinem Erbarmen. Ach, ziehe mich an mit herzlichem Erbarmen, damit ich auch zähle zu deinen Auserwählten, deinen Heiligen und Geliebten! Selig sind ja die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen, und ich möchte auch selig werden! Ach, erhöre mein Gebet und hilf mir! Amen. 233. Um Freundlichkeit. 2. Cor. 6, 4 u. 6: Sondern in allen Dingen laßt uns beweisen als die Diener Gottes— in Freundlichkeit. Was war es, mein Jesu, das die Menschen so zu dir hinzog, als du in unserem Fleische wandeltest? Was war es, daß auch die Unglücklichen und Elenden sich erquickten in deinem Anschauen? Deine Freundlichkeit, Herr, zog sie an, deine herzgewinnende Lieblichkeit und Milde! Du bist ja der Abglanz der Herrlichkeit Gottes und das Ebenbild seines Wesens, und der Herr unser Gott ist ein freund— licher Gott. Er sendet mir den Sonnenschein, der meine Pfade erhellt, und die Blümlein an denselben läßt er wachsen, seine milde Hand nährt und kleidet mich, sein lindes, liebes Wort tröstet und heilet mich. Wie sollte ich denn, da ich meines Gottes Kind sein will, anders meinen Brüdern be— gegnen, anders mit ihnen reden und handeln können, denn freundlich! Laß mich auch mit dieser Frucht des Geistes geschmückt sein; auch meine Liebe sei langmütig und freund⸗ lich. Behüte mich vor der falschen Freundlichkeit, mit der auch die Welt buhlet und gleißet; das sei ferne von mir, daß ich heuchelte! Heilige mich in deiner Wahrheit und Liebe, daß die Freundlichkeit in meinen Augen, meinem An⸗ gesichte, in meinem Reden und Thun nichts sei, denn der Wiederschein einer innigen und herzlichen Bruderliebe, welche mein Herz beweget. Muß ich auch manches erfahren, was mich betrübt und kränkt, es soll mein Herz nicht verbittern und mich nicht mürrisch machen; ich will, mein Jesu, in 32⁰0 Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. deinen Fußstapfen bleiben, ich will, Lieblichster und Freund— lichster von allen, die je gewesen, immer wieder vor dein Angesicht treten und nicht aufhören zu bitten: Ach, komm zu wohnen und zu wirken in meinem Herzen und mache mich dir gleichgesinnt. Amen. O, du Freundlichster von allen, Keinen hast du je verschmäht! Ler verirrt war, wer gefallen, Wer um Trost zu dir gefleht, Hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 234. Um Demut. 1. Petr. 5, 5: Allesamt seid untereinander unterthan, und haltet fest an der Demut. Mein Gott, ich trete in das Licht vor deinem Ange⸗ sicht, dir zu bekennen und zu klagen, nicht bloß, daß ich ein armer, ohnmächtiger Mensch bin, sondern daß ich ein großer Sünder und Uebertreter deiner heiligen Gebote bin, und daß du an mir nichts Wohlgefälliges findest. Der Heilige, der einst deinem Schoße entstieg und zur Erde hernieder kam, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es doch nicht für einen Raub, Gott gleich sein; sondern entäußerte sich selbst, und nahm Knechts— gestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Gebärden als ein Mensch erfunden, er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz— aber wie viel fehlt, daß ich meinem Jesu wäre gleichgesinnt! Daß ich meine Augen niederschlage und zur Erde sehe, daß ich mit meinem Munde meine Sünden bekenne und sie be⸗ weine mit dem Spiel meiner Augen, daß ich demütig thue vor den Leuten, das macht mich nicht demütig vor dir. Ein geängstetes und zerschlagenes Herz ist es, was du Gott an⸗ siehst, und was mich demütig macht in deinen Augen. Und im di az br Demut gening all me deine eine l als ei Hinde ind st ihre! heben Brust ethöre ich w. du w und See noc hör wir Do Mein Du Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. 321 d Frun. um dieses zerschlagene und zerknirschte Herz flehe ich dich vor den an; brünstig flehe ich um das Kleid ungeheuchelter, lauterer Ac, ken Demut: daß ich mich so klein achte wie ein Kind, mich so und nuch. gering halte, als wenn ich der Geringste wäre, daß ich in all meinem Thun und Werk nichts zu rühmen weiß, denn deine unverdiente Gnade, daß ich vor dir nichts bin, als eine leere Hand, die sich bittend nach dir ausreckt, nichts als ein armes, nichtiges Gefäß, welches du sorglich in deinen „Heünden halten mußt, damit es nicht zerbreche, daß ich lebend uund sterbend nichts begehre, als allein die Gnade, welche ihhre Hände nach einem Petrus ausgereckt, um ihn aufzu⸗ heben von seinem tiefen Falle, welche einen Schächer an ihre Brust zog. O liebster Gott und Vater, du wirst mich eerhören, du weißt, daß mein Gebet ein ernstliches ist, und er untertha ich weiß, daß du Wohlgefallen hast an den Demütigen; ja du wirst mich erhören. Amen. Anage?“ Selig sind, die Demut haben en V Und sind allzeit arm im Geist, daß ich ein Rühmen sich gar keiner Gaben, ö in groser Daß Gott werd' allein gepreis't. ein Rrf Danken ihm auch für und für, bin, Ind Denn das Himmelreich ist ihr: ö I1 Gott wird dort zu Ehren setzen, + Die sich selbst gering hier schätzen. hernied ö var, hiell 235. 91 39 Um Sanftmut. nechts“ ů s Matth. 5, 5: Selig sind die Sanftmütigen, denn sie Mensch werden das Erdreich besitzen. nden, E ö ln dherer Siehe, das ist mein Knecht, ich erhalte ihn; II geh 1be und mein Auserwählter, an welchem meine iunt Seele Wohlgefallen hat. Er wird nicht schreien ů 6 U6 noch rufen, und seine Stimme wird man nicht e schs hören auf den Gassen. Das zerstoßene Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden ö mütig 0 Docht wird er nicht auslöschen— so war von dir, ö dir. nas mein Heiland, geweissagt, und so hast du es gehalten, als Gott! du unter uns lebtest. Ich bete dich an und danke dir, daß Des Christen Pilgergang. 21 x 322 Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. du so sanftmütig und geduldig gewesen; du warst es auch zu meiner Seelen Seligkeit. Nun nenne ich dich mein und sage: Ich bin dein, und du weißt es ja, wie mich von Herzen verlanget, daß du mein wärest und ich dein; aber welch ein Abstand ist zwischen dir und mir! Dir dienten die Engel und Heiligen des Himmels, ehe du kamst, und du kamst den armen Menschenkindern zu dienen. Du warst heilig und gingest mit den Sündern um, als wären sie die Geliebten und Heiligen deines Vaters. Ich aber bin ein armer sündiger Mensch, der täglich irrt, strauchelt und fehlt, und ich fühle mich von meinem Mitbruder so leicht verletzt, gereizt, erzürnt und fahre wider ihn auf— ach, wie oft gegen meine eigenen Lieben!— in harten Worten und mürrischem Wesen, fange an mit ihm zu zanken und zu streiten, obwohl es doch mein Bruder ist. Ach, worinnen ich einen andern richte, darin verdamme ich mich selbst, sintemal ich eben dasselbe thue, das ich richte! O, wie viel habe ich darin schon gefehlt und wie viel Verderben an— gerichtet! Wie soll mir geholfen werden, wenn du mir nicht hilfst, wenn ich dich nicht in wahrer Buße und ungeheucheltem Glauben anziehe und von dir angezogen werde mit rechter Sanftmut. Laß mich doch immer bedenken, daß ich es mit dem Bruder zu thun habe, dessen Seele du so teuer geachtet, daß du sie dir mit deinem Blute erworben hast, die so zart und empfindsam ist, daß sie schon zurückschrickt vor dem harten Worte wie eine Blume, auf welche der Reif fällt. Sei du mir vor Augen, wenn ich lieblos, gereizt und erzürnt werde. Du schaltest nicht wieder, da du gescholten wardst, du drohtest nicht, da du littest, du stelltest es aber dem anheim, der da recht richtet; dazu hilf auch mir. Ach, du mein Gott und Heiland, laß nicht ab, dich meiner herzlich anzunehmen und zu erbarmen, verleihe mir deinen Geist und rüste mich aus mit deinem Sinn. Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. Amen. Selig sind die frommen Herzen, Die mit Sanftmut angethan, Die der Feinde Zorn verschmerzen, Hschit silt, Heilige Anfe ist, welch haber Wie wie seinen ebeut Golg für u daß! Ind mein der vor auch u a as, Mein Hag duß noch G auch zu ein und mich vun in; abet dienten „And du du wars n sie die bin ein und fehlt t verlett, wie ost rten und und zu worinnen ich selbs, wie viel erben an⸗ mir nicht eucheltem it rechter 9 es mit geachte, e so zurt em hatten Sei du nt werde. drohtes heim, der tein Gott Zunehmen riste nih gütigen, men. Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. Gerne weichen jedermann, Die auf Gottes Rache schauen Und die Sach ihm ganz vertrauen; Die wird Gott mit Gnaden schützen, Daß das Erdreich sie besitzen. 236. Um Geduld. Hebr. 6, 12: Ihr sollt nicht träge werden, sondern Nachfolger derer, die durch den Glauben und Geduld ererben die Verheißung. Herr, wie hoch ist doch die Geduld in deinen Augen geschätzee! Von dem guten Samen, der auf ein gutes Land fällt, sagst du: Er bringe Frucht in Geduld, und dein heiliger Apostel spricht: Selig der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. Wie warst du, mein Jesu, selber so geduldig! Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht aufthut. Willig hast du deinen Rücken gebeugt unter die Last unserer Sünden und hast sie nach Golgatha getragen. Deine Geduld, Herr Jesu, achten wir für unsere Seligkeit. O, mache auch mich geduldig! Gieb, daß dein heiliges Wort bei mir falle auf ein gutes Land und Frucht wirke in Geduld, damit ich mit Willigkeit in meines Gottes Führungen mich schicke und auch am Tage der Trübsal meine Seele fasse in Geduld, weil mir der vor Augen stehet, der mich je und je geliebet hat, die mich auch lehret, den Verzug seiner Hülfe für Gnade und Gewinn zu achten. Und wie du mich in so großer Langmut getragen hast, da ich noch ferne Wege ging, und mich noch trägst in meiner großen Schwachheit, so will ich auch meinen Bruder tragen in Geduld; will auch von meinem Widersacher hoffen, daß dein Geist ihn noch erleuchten, und deine Gnade ihn noch herumholen werde. Sonderlich laß mich beweisen große Geduld denen gegenüber, die Trübsal leiden und in schwerer 21² ö 32⁴ Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. Anfechtung sich befinden, damit ich an den kranken Kindern meines Gottes, die er in heißer Liebe an seinem Herzen trägt, nichts versäume und verfehle, und ihr Seufzen mich nicht bei dir verklage. Den Reichtum deiner Güte, Geduld und Langmut laß mich nie gering achten, sondern wohl be— nutzen, damit ich werde ein Nachfolger derer, die durch den Glauben und die Geduld ererbt haben die Verheißung. Amen. Geduld ist mein Verlangen Und meines Herzens Lust, Nach der ich oft gegangen, Das ist dir wohl bewußt. Herr, voller Gnad und Huld, Ach, gieb mir und gewähre Mein Bitten, ich begehre Nichts anders als Geduld. 237. Um Versöhnlichkeit. Matth. 5, 24: Gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Mein Gott, ich weiß aus deinem Worte, daß ich dir vergeblich diene und dir mit meinen Gebeten und Opfern nicht gefallen kann, so ich vor dein Angesicht komme und habe etwas im Herzen wider meinen Bruder. Aber du weißt auch, wie verderbt und böse ich bin, daß ich uur zu oft mein eigenes Ich höher achte, als dein Wort und ver⸗ gängliche Ehre höher schätze, denn deine Gunst und Gnade. Denke ich daran, welch' ein Opfer du in deinem geliebten Sohne gebracht hast, die Welt mit dir selber zu versöhnen, so wäre ich nicht wert, deinen Namen zu tragen, wollte ich mich nicht überwinden und mich mit meinem Nächsten ver⸗ söhnen. Du willst mir die zehntausend Pfund erlassen, sollte ich meinem Mitknecht nicht erlassen die hundert Groschen, die er mir schuldig ist? Wehe mir, ich wäre in deinen Augen ein Schalksknecht! Du reizest niemanden zum Bösen, ich aber gebe meinem Nächsten mannigfachen Anlaß, sich an mir zu verschulden. So wir dem Nächsten seine Fehler unsete ih eile noo mit de Herzen O Ge aus u walten Herzer läglich litten, ew ü 95 nich! leben Tuge nuß Vr eine dein. mit Gef gelr nid u Kinden m Herzen Ifzen nih e, Gedub wohl b⸗ ie durh ͥben die 4 hne dich mit ine Gabe. aß ich dir d Opfern mme und Aber du ch nur u und ver⸗ id Gnnde. geliebten versöhnen, wollte ic hsten vei⸗ erlasse, hundei wire mden zu en Mulih sten seil Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. 32⁵ Fehler nicht vergeben, so wirst du, himmlischer Vater, uns unsere Fehler auch nicht vergeben. Darum hilf mir, daß ich eile und mich mit meinem Widersacher versöhne, dieweil er noch mit mir auf dem Wege ist. Eile du mir zuvor mit deinem Geiste, auf daß ich Zugang finde zu seinem Herzen, und er sich mit mir versöhne und in Liebe vertrage. O Gott des Friedens, lösche die Feindschaft und den Hader aus unter deinen Kindern auf Erden, und laß unter ihnen walten den Geist des Friedens, damit die mit versöhnten Herzen und im Frieden miteinander ihre Wege wallen, die täglich vor dein Angesicht treten und dich um Vergebung bitten, die auf deine Barmherzigkeit hoffen zum ewigen Leben. Erhöre mich um Christi willen, erhöre mich! Amen. Herr Christ, der du mit heißen Thränen Im Tod noch bat'st für deine Feind', Laß deine Thränen mich versöhnen! Du hast ja auch für mich geweint. Laß mich die Rach' dir überlassen; Gieb, daß ich liebe, die mich hassen; Vergieb den Feinden ihre Schuld; Gieb ihnen Reu, mir die Geduld. 238. Um das Wachsen an dem, der das Haupt ist. Ephes. 4, 15: Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken au dem, der das Haupt ist, Christus. Ich soll nicht stille stehen, sondern ich soll wachsen und leben: wachsen, mein Jesu, an dir, dem Haupte und aller Tugenden heiligem Vorbild. Wer aber wachsen will an dir, muß immer kleiner werden und darf der Schmerzen und Thränen nicht achten. Du bist der Weinstock, laß mich eine Rebe sein an dir. Hilf mir und stärke mich durch deinen Geist, daß ich immer mehr verlerne, Gefallen an mir selbst zu haben, und lerne, meine Lust und mein Gefallen zu haben an dir. Ist mein alter Mensch mit dir gekreuziget, bin ich durch dich der Welt gekreuziget, so laß mich immer mehr verleugnen das ungöttliche Wesen und 326 Gebete um Glauben, Lieben und Hoffen. die weltlichen Lüste und immer treuer werden im Dienste meines Gottes. Mehre in mir den Glauben, die Liebe, die Hoffnung; mehre in mir die Kräfte des neuen, geist⸗ lichen und göttlichen Lebens, damit du immer mehr in mir und an mir eine Gestalt gewinnest, und ich immer völliger werde in der Demut und Geduld, in der Lauterkeit, in der Wahrheit und Liebe, in der Gottseligkeit. Es soll mich nicht verdrießen, daß ich täglich stehen muß unter der Zucht meines himmlischen Vaters, denn Trübsal bringet Ge⸗ duld, Geduld aber bringet Erfahrung, Erfahrung aber bringet Hoffnung, Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den heiligen Geist. Ich will auch nicht müde werden, ob auch mein äußerer Mensch verweset, so nur der innere Mensch von Tag zu Tag erneuert wird. Du hast mich gepflanzet für die Ewigkeit; du bist die Sonne, aus der ich gewinne mein Licht und mein Leben; das Vaterhaus droben ist mein Ziel; wo die Kinder Gottes sich ewig ihrer Herrlichkeit freuen, ist meine Heimat. Ach, hilf mir, daß ich wachse an dir, meinem Haupte, damit ich immer inniger mit dir verwachse für alle Ewigkeit. Amen. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn; Nichts soll mich von dir vertreiben, Deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. allen meine die v fallen lich, geseh wenn habe deine als prun in d emp berb nich Jün bin liche weil in abe O, pri sie au Ri u Dienste ie Liebe, len, geis. Ir in mir r völliger terkeit, in soll mich der Zucht iget Ge⸗ fahrung nicht zu ugegossen will auc verweset, erneuert keitz du Licht und in Ziel, it freuen, se an di verwachse Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. Dritter Abschnitt. Streiken und Rämpfen, Leicen untd Huldlen. 239. Wider die Hoffart und Selbstgerechtigkeit. 1. Petr. 5, 5: Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen giebt er Gnade. Mein Herr und mein Gott, du kennst mein Herz mit allen seinen Schäden, du siehst auch den tiefsten Schaden meiner Seele. Du weißt, mein Herz ist voll Hoffart, und die vergiftet mein ganzes Wesen und Thun. Ich habe Ge⸗ fallen an mir selber und bin doch so elend und jämmer⸗ lich, arm, blind und bloß. Ich will von den Leuten gesehen, gelobt und gepriesen sein, und es verdrießt mich, wenn sie das nicht thun, worin sie so oft nur heucheln. Ich habe nichts, das ich nicht empfangen hätte, und bin keiner deiner Gaben und Gnaden wert, und doch thue ich oft damit, als wenn das alles mein eigen und mein Verdienst wäre, prunke und prahle damit und bin ein Lügner und Betrüger in deinen Augen. Ich suche nicht deine Ehre und bin doch empfindlich in der meinigen. Da verdrießt, verletzt und verbittert mich oft ein Wörtlein. Und dennoch erzürne ich mich über die Stolzen und Hoffärtigen und gebe vor, ein Jünger dessen zu sein, welcher der demütigste gewesen. Wie bin ich doch so blind gegen mich selber, gegen meine natür⸗ liche Verderbnis, meine täglichen Sünden und Uebertretungen, weil ich mich spiegele vor andern, und nicht vor dir und in deinem heiligen Worte, weil ich dein Wort auf der Zunge, aber nicht im Herzen habe, weil ich so selbstgerecht bin! O, erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ich es meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege! Ach, mein Herr und mein Gott, reiße diese böse, arge Wurzel aus meinem Herzen! Tilge 328 Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. aus durch deinen heiligen Geist die Hoffart meines Herzens; nimm es genau mit mir, damit ich es genau mit mir selber nehme, über mich selbst wache, und meiner Seele Seligkeit mir ein heiliges Anliegen werde. Führe mich niedrige und geringe Wege, denn deine Gunst und Gnade soll mir mehr sein, als in der Welt angesehen sein und hochstehen. Höre nicht auf, du Erbarmer, an mir zu arbeiten, nur du allein kannst mich zurechtbringen. Hilf mir und heile mich, heile mein Herz von der Hoffart! Amen. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigensucht, Hoffart und Mißgunst sich regt; Wenn ich den Reiz der Versuchung empfinde, Und ein ungöttlicher Trieb mich bewegt! Hilf mir dann kämpfen und wachen und beten, Siegreich die Lüste des Fleisches ertöten. 240. Wider die Fleischeslust und den Fleischessinn. Gal. 5, 24: Welche Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Herr, daß ich Fleisch bin, voller Ohnmacht und Nichtig⸗ keit, das macht mich nicht unwert vor dir; aber die bösen Lüste und Begierden, welche in meinem Fleische wohnen, und die daraus entspringenden Werke des Fleisches, die ver⸗ schulden mich schwer. Wie der Unkrautsame im Acker liegt, so wohnen die bösen Lüste und Begierden in meinem Fleische; wer kann sie zählen? Ach, ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute, finde ich nicht. Oder soll ich mich dessen rühmen dürfen, daß ich äußerlich sittlich und ehrbar dastehe, daß ich mich der schandbaren Worte und der schlüpfrigen Reden schäme, daß ich noch kein Hurer und Ehebrecher bin in grober That? — ich will dir von Herzen danken, daß du mich vor dem Schändlichsten bewahret hast— aber wenn ich nun in meinem Herzen an diesen Sünden Gefallen habe, sie hege und pflege, und du siehst doch das Herz an! Ach, ich schäme mich vor mit sell Ulben, wem ic in die gaben u ind sau ju thun dus mei den Lei yot det Meint, leisch enen§ villn u, da angeh lüsten die ich 5, daf lümmei d D vider sreit Seele denn die Kr Meine gben, Herzent. nir selhe Seligkei drige und mir mehr u. Höre du allein ich, heile iun. e kreuzigen Nehtig⸗ die bösen wohnen, die ver⸗ ker liegt, Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 329 mir selbst, wenn ich hineinsehe in mein Herz und mein Leben, wie stehe ich doch da vor deinen Augen! Und wenn ich auch kämpfe wider die eine böse Lust, so falle ich in die Stricke der andern. Ohne Sorgen sein und es gut haben wollen im Essen und Trinken, sich der redlichen Mühe und sauren Arbeit scheuen, nur um dem Fleische nicht wehe zu thun, schöne Kleider tragen und sich des Kleides schämen, das mein Heiland trug, prunken in köstlicher Einrichtung und den Leib am Abende weich betten, während das Elend nackt vor der Thüre liegt und die bittere Armut ungestillte Thränen weint, das heißt auch: Fleischlich gesinnt sein— und fleischlich gesinnt sein ist der Tod. Ich habe einen Heiland, welcher um meiner bösen Lüste und Begierden willen gegeißelt und gekreuzigt wurde,— wer sieht es mir an, daß ich einen solchen Heiland habe? Die Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden, welches sind denn aber die Nägel, die ich je in mein Fleisch geschlagen habe? Daher kommt es, daß mein Wachsen an dem, der das Haupt ist, noch so kümmerlich ist, denn das unter die Dornen fällt, wird von den Dornen erstickt. Ach, wecke mich auf, zu kämpfen wider die fleischlichen Lüste, welche wider die Seele streiten, zu zerreißen die Bande, welche das Leben meiner Seele umstricken! Ich will nicht länger mein Fleisch schonen, denn ich will leben und nicht sterben. O, reiche mir dar die Kraft siegreicher Ueberwindung, hilf mir überwinden und meine Lust haben an dir allein, du wirst mir dann auch geben, was mein Herz wünschet. Amen. Tilg' all meine Sünde, Herr in deinem Blut, Daß mein Zorn verschwinde, O mein höchstes Gut! Laß mir deine Wunden, Deiner Marter Schön Alle Tag und Stunden Vor den Augen steh'n! Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden 241. Wider die Weltlust und den Weltsinn. 1. Joh. 2, 16: Alles, was in der Welt ist(nämlich des Fleisches Lust, und der Augen Lust, und hoffärtiges Leben) ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Herzliebster Heiland, in jener bangen Nacht, da du hingingest, dich hohepriesterlich für die Deinen zu opfern, batest du auch: Ich bitte nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Uebel. Das herzlichste Erbarmen zog dich herab zu der verlorenen Welt und hat dich in ihr gehalten, dein gnadenvolles Werk an ihr zu vollenden. Laß mir dein Vorbild immer vor Augen stehen! Ich soll leben in der Welt, so lange es meinen Gott geliebet, und soll an und in ihr thun den Willen meines Vaters; aber ich soll nicht sein von der Welt, nicht ihres Sinnes und Geistes. Ich soll mein Erstgeburts⸗ recht nicht verkaufen um das Linsengericht dieser Welt, soll nicht trinken an ihren löcherichten Brunnen von ihrem schäd⸗ lichen Wasser; nicht buhlen um ihre verderbliche Gunst; nicht knieen vor ihrem Gotte, der seine Kinder umbringt, welches ist der Mammon. Dein Name soll mir lieber sein, denn alles in der Welt. Ach, wie viele wähnen, reich und angesehen sein in der Welt, sei besser, als ihr Haus mit dir zu bauen, auf deine Güte trauend. Sie mögen deine Schmach nicht und geraten aus einer Thorheit in die andere und meinen die Welt zu überwinden damit, daß sie sich dieser Welt gleich stellen. Aber vor dir ist es gleich, ob dich jemand verleugnet auf grobe oder feine Weise; so ich dich aber verleugne, wirst du mich auch verleugnen. Kann deine Gnade mich nicht züchtigen, daß ich verleugne das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, so kann sie mich auch nicht retten und selig machen. Das will ich mir läg⸗ lich und stündlich vorhalten. Du aber töte die Lust der Welt in mir und entreiße mich ihren Verstrickungen durch die Kraft deines Kreuzes! Ich kann ja nicht beides besitzen: d Wel Belt d jein. Nhinten mein He in ihrei dem il Ohr m damit d oren g somme N W . ist änlit üttiges ehe ͤt, da D zu opfern. der Welt em Uebel. verlorenen volles Wer immer vor lange eh thun den u der Vell rstgebutts Welt, sol hrem schid⸗ che Gunst; umbtingt mir lieber ihnen, reic iht Haul nögen dein die andere aß si sh isez so ih ien. Kanh. Leugne da un sie MI mir iih⸗ Lust de mgen duut ded beshen: ——— Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 331 der Welt Freundschaft und deine Freundschaft. Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. Einmal muß ich doch diese Welt verlassen und muß dahintenlassen ihre Herrlichkeit. O, mache doch bei Zeiten mein Herz frei von der Liebe zur Welt und zu allem, was in ihr ist. Denn. so jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. O, wecke mir Ohr und Gewissen, täglich auf deine Stimme zu hören, damit die Kraft deiner heiligen Fürbitte nicht an mir ver— loren gehe, ich vor dem Uebel bewahrt bleibe und einmal komme aus der Welt zum Vater. Amen. Der am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb ist Jesus Christ! Weg, ihr argen Seelendiebe, Welt und Fleisch mit eurer List. Eure Lieb ist nicht von Gott, Eure Lieb ist gar der Tod, Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 242. Wider den Mißbrauch des Namens Gottes und die Heuchelei. Ps. 86, 11: Erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Barmherziger Gott und Vater, aus tiefstem Herzens⸗ grunde bin ich dir dankbar, daß du dich der armen Mensch⸗ heit so gnadenvoll geoffenbaret hast, daß du dich ihr genennet hast, damit wir dich nennen könnten: Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Gnade und Treue. Der du bewahrest Gnade in tausend Glied und vergiebst Missethat, Ueber— tretung und Sünde. Von Herzen bin ich dir dankbar, daß du auch mir deine seligmachende Wahrheit kund gethan hast. Dein Name liege immer in meinem Herzen als mein teuerstes Kleinod; er werde geheiliget von mir in Gedanken, Worten und Werken. Vergieb mir, daß ich denselbigen 332 Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. schon so oft und vielfach mißbraucht und entheiligt habe. Ich bin ein Mensch von verderbtem Herzen und unreinen V Lippen; entsündige mich, daß ich deinen Namen heilige. Es verdrießt mich, es brennt mir in meinem Herzen, daß ich sehen muß den schnöden Mißbrauch deines Namens in der Christenheit. Ueber die Kinder des Unglaubens und der Welt decke das Gebet des Hohenpriesters: Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Die aber deinen ö 0 Namen kennen und dennoch mißbrauchen, die schrecke auf mit in ö dem Wehe über die Heuchler. Wie viele eifern um deine schlaf Ehre und suchen das Ihre. Ihrethalben wird dein Name dich st so oft gelästert bei der Welt, und die Schwachen ärgern sich bibarn an diesem argen Wesen. O, laß davon mein Herz nicht Geist umstrickt werden! Schlicht und recht, das behüte mich, denn halten ich harre deiner. Bewahre mich vor aller Heuchelei, vor Sünde allem Lug und Trug. Ich will mein Christentum nicht gen§ auswendig haben, sondern inwendig; es soll mein Glaube Herze nicht ein Rock sein, den alten Menschen damit zu schmücken, nicht sondern das Kleid, in welchem ich vor dir lebe und wandle; mein ich will nicht anders sein vor den Menschen, als ich vor bringe dir bin in meinem Kämmerlein. Fromm will ich sein; ach mir frommer Gott, mache mich fromm; gläubig und christlich chiis will ich sein; ach gnadenreicher Gott, thue Gnade auf mir Gnade hinzu, daß ich es werde und sei! Versiegle mir deinen o id Namen mit den Gnadenwirkungen deines Geistes an meinem Ind ö Herzen, laß ihn heilskräftig verwachsen mit meinem ganzen Heile ö Leben. Ich will ihn legen auf die Meinen(meine Kinder), Luß! daß ich sie segne; laß ihn noch liegen auf meinen Lippen nein in meinem Abscheiden, damit ich mit ihm überwinde des Ham Todes Nacht und des Grabes Grauen, damit ich ihn preise Herz mit meinem letzten Odem. Erhalte mein Herz bei dense V dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. mein Amen. weiß WA wäht V siun berh en. iligt habe d unpeinn n helin. erzen, dih Namens in ubens und ier, vetgitl aber deinen Ke auf mit um deint dein Name ärgern sih Herz niht mich, denn schelei, vor ttum nict in Glaube schmücke, nd wandle; lo ich vor sein; ah d chrislic Fnade auf mit deinen an meinem em ganzen ne Kinder nen Lippen winde deb ihn preis Herz bei fürcte Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 333 243. Wider die Unbußfertigkeit und den Unglauben. Jes. 57, 15: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, so zerschlagenen und demütigen Geistes sind, daß ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. Einiger, treuer Gott, der du in der Höhe und im Heiligtum wohnest und bei denen, so zer⸗ schlagenen und demütigen Geistes sind, der du dich so gerne herablässest zu uns armen Menschenkindern, erbarme dich meiner! Ach, mir fehlt noch der gedemütigte Geist und das zerschlagene Herz. Meine Augen sind ge⸗ halten, mich selbst recht zu erkennen, und ob auch meine Sünden zu Haufen vor mir liegen, und meine Verschuldung gen Himmel schreit, ich will es doch nicht merken und zu Herzen nehmen. Darum kann auch das Licht deiner Gnade nicht in mein unbußfertiges, ungläubiges Herz fallen. O, mein Schaden ist verzweifelt böse! Was sollte ich dir williger bringen, als ein bußfertiges, gläubiges Herz? Du willlst mir ja gnädig sein, mir alle Sünden vergeben, mich in Christo gerecht machen, mich mit Friede und Freude erfüllen, mir zur herrlichen Kindschaft und zur Seligkeit verhelfen, so ich nur im bußfertigen Glauben deine Gnade ergreife und in meinem Herzen bewahre. Ach, barmherziger Gott, heile mich von aller Unbußfertigkeit und allem Unglauben! Laß das Licht deines heiligen Gesetzes hell hineinleuchten in mein Herz und Gewissen; mache dein Wort zu einem Hammer, der mein Herz zerschlägt! Entzünde in meinem Herzen durch dein teures Evangelium den Glauben und laß denselben lebendig bleiben, wachsen und zunehmen, damit mein Geist erquicket und mein Herz beseligt werde. Ich weiß es nicht, wie lange meine Buß⸗ und Gnadenfrist noch währet; ach, säume nicht, und ich will auch nicht länger säumen! Um deswillen, der des Schächers gedachte und ihm verhalf zu des Paradieses Freude, erhöre mich! Amen. * II Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. Ach! was sind wir ohne Jesus? Purstig, jämmerlich und arm. Ach! was 65 wir? voller Elend. Ach, Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsere Not bewegen, Die wir dir vor Augen legen. 24⁴4. Wider den toten Glauben. Jac. 2, 17: Der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber. Herr Gott, erleuchte mich mit deinem Lichte, auf daß ich erkenne und bedenke, was zu meinem 2—— dient. Wie ist doch der Betrug der Sünde so groß! Was hilft das„Herr, Herr“ sagen, so ich nicht den Willen meines Vaters thue; mit„Herr, Herr sagen“ kann ich doch nicht in das Himmelreich kommen! Was soll mir ein Glaube frommen, welcher das Herz kalt und tot läßt, bei dem der alte Mensch nur um so ungestörter sein Wesen hat! Was soll mir ein Glaube frommen, welchem das Kennzeichen der Jüngerschaft mangelt, der die Liebe verleugnet! Ein Glaube ohne Liebe ist ja tot und läßt mich im Tod. Ach, verscheuche doch durch das helle Licht deines Wortes und Geistes in mir allen Wahn und alle Wahngebilde! Nur wenn ich deine teure Gnade in Christo Jesu ergreife und von ihr ergriffen werde, vermag ich dir zu gefallen. Nur so ich mit dem Herzen glaube, werde ich gerecht, und so ich mit dem Munde bekenne, was mein Herz glaubt, werde ich selig. Hilf mir, daß ich dein teures Evangelium mit vollem Herzen erfasse, durch deines Geistes und Wortes Kraft zum neuen Leben wieder⸗ geboren werde und in demselben wandle, damit ich ein rechtschaffener Christ werde. Vernichte in mir alles, was Tod heißt und mir zum Tode dient; heile mich von dem toten Glauben; dafür pflanze, pflege und erhalte in mir den lebendigen Glauben an meinen Herrn Jesum Christum und sein teures Evangelium; derselbige bewahre mein Herz und meinen Sinn zum ewigen Leben. Lieber Herr und Hott, er Wn zu nein E harmhe ö 0 oft die mi hronet Stimn denn Name Wasse joullen brenne Ich b dein naisse Thorb alten berzag shrei doh, roße Rgte und N„ ½ 558* 40 Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 335 I was zu meinem Frieden dient. Amen. ö Dir nur will ich leben Und für dich nur sein; Dir mich ganz ergeben Und zum Opfer weih'n. Sprich dazu dein Amen, O, mein Fels und Hort; Preis sei deinem Namen, Gott, erleuchte mich mit deinem Lichte, auf daß ich erkenne, Werke hat, il Preis dir, hier und dort. ö 245. le, auf daß eden dien. Wider den Kleinglauben und das Verzagen. Was hilt Marc. 9, 24: Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem x len meines Unglauben. ö doch nict Wo ist ein Gott, der so mächtig und gnädig ist, als du, ö en Glubmein Gott, bist? Wo ist ein Heiland, der so mitleidig und ei dem de. barmherzig ist, als du, mein Herr Jesu? Und doch bin ich ö hatl Val so oft kleingläubig und verzagt. Da sehe ich die Wogen, Kennzeichen die mich umringen, aber dich sehe ich nicht, der über ihnen gnet! Ein thronet. Da höre ich das Gebrause des Sturmes, aber deine Tod. Ach Stimme höre ich nicht, die mir zurufet: Fürchte dich nicht, Vortes und denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem W. ldel Namen gerufen, du bist mein. Denn so du durchs cgreife und Wasser gehst, will ich bei dir sein, daß dich die Ströme nicht ln. Nur sollen ersäufen, und so du ins Feuer gehst, sollst du nicht gerecht, brennen, und die Flamme soll dich nicht anzünden, denn:. vas mein Ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige in Jsrael, ö , daß ih dein Heiland. Ich bin so thöricht, daß ich deine Allmacht nis duth messe nach meiner Ohnmacht, deine Weisheit nach meiner ben wiede⸗ Thorheit, dein herzliches Erbarmen nach meinem lauen und nit ich ein kalten Herzen, und das alles macht mich kleingläubig und 0 les, u verzagt, läßt mich in der Stunde der Not und Anfechtung von den schreien: Herr, hilf mir, ich verderbe. Bewahre mich in mir del doch, daß ich mein Vertrauen nicht wegwerfe, das eine so 1 Chrsun große Belohnung hat. Mein Herz ist ein trotziges und ver⸗ in Hen zagtes Ding; aber deinen Kindern giebst du neue Herzen, 62 U und du kannst auch ein schwaches und verzagtes Herz stark 336 Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden und fest machen. O, ich will mich meines Kleinglaubens und Verzagens von Grund meines Herzens schämen, ich will dich nicht länger damit betrüben. Du hast noch nie eines deiner Kinder vergessen, du hast noch niemand die Treue gebrochen. Hast du denn nicht, mein Jesu, meinen Namen in deine Hände gezeichnet und mir verheißen, daß niemand mich aus deinen Händen reißen soll? Und wo hättest du je deines Amtes nicht gewartet, du himmlischer Tröster, wo es einem Herzen um Trost bange gewesen? Dein Wort ist ein Fels; der Bund deines Friedens und deiner Gnade ist ewig! Darum will ich mich aufmachen und abschütteln diese verderb⸗ lichen Bande, ich will auf Gott, meinen Heiland, hoffen und seiner harren. Rüste mich dazu aus mit deiner Macht und Gnade, gieb, daß mein Herz fest werde. Rufe mir zu: Sei getrost und unverzagt!— Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben, daß ich getrost und unverzagt deiner harre, denn du giebst den Müden Kraft und Stärke genug den Unvermögenden. Dein Name sei gelobt. Amen. Gottes Hände Sind ohn' Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Ist's beschwerlich, Scheints gefährlich: Deinem Gott ist nichts zu viel. Wenn die Stunden Sich gefunden, Bricht die Hilf' mit Macht herein; Und dein Grämen Zu beschämen, Wird es unversehens sein. 246. Wider die Lauheit und die Trägheit. Offenb. 3, 16: Weil du lau bist, und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. 4******* 0 Wie viel hast du, mein lieber Herr Jesu, für mich * zethan, ich vermag es nicht auszusprechen! Was bei Menschen ö unmöglich war, was ein Bruder dem andern nicht thun ynnte, u Mir kettet a mir ett Hür z dir daf kit, w Aber a deines kalt meine Erlösu und X und 2 kostet. der sih daß scf Zittt Ich, Anges der w berdie ich v zu er licht, siohe Rore die“ helig Ramn Olut Efer M . en einglaubes en, ich wil nie eingg die Tlaut nen Namen h niemam ättest du j öster, wo Vort ist en de ist eviz iese verdetb⸗ hoffen und Macht und se mir zun be, lieber getrost und üden Krast Name si Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 337 konnte, hast du für mich gethan. Eine ewige Erlösung hast du mir erfunden, du hast mich versöhnt mit Gott, mich er⸗ rettet aus der Sünde, des Todes und des Teufels Gewalt, mir erworben die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, und die Thür zum Himmelreich mir weit aufgethan. Wie sollte ich dir dafür ohne Aufhören danken in der herzlichsten Dankbar⸗ keit, wie sollte ich dich dafür lieben in heißer Inbrunst! Aber ach, mein Herz ist lau, und mich trifft das Gericht deines heiligen Wortes: Weil du lau bist, und nicht kalt oder warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Wieviel hat es dich gekostet, meine Erlösung zu vollbringen: ein ganzes Leben voll Entsagung und Verleugnung, unausdenkbare Schmach und Pein, Schweiß und Thränen, ja dein heiliges, teures Blut hat es dich ge⸗ kostet. Nun rufst du: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach, nun mahnst du: Ringet, daß ihr eingehet durch die enge Pforte, und: schaffet, daß ihr selig werdet mit Furcht und Zittern, aber in dem allem findest du mich laß und träge. Ach, es giebt vor meinem Gewissen, vor deinem heiligen Angesichte, vor deinem Richterstuhle keinen stärkeren Zeugen, der wider mich ist, als ich selbst bin! Um mein Brot zu verdienen und meines Berufes Pflichten zu erfüllen, arbeite ich vom Morgen bis zum Abend. Gilt es, ein Besonderes zu erstreben und zu erringen, so scheue ich auch weite Wege nicht, noch der Hitze und Entbehrung auf denselben, und in frohen Gesellschaften kann ich wachen vom Abend bis zum Morgen; aber, wo ist die Begier nach deinem heiligen Worte, die Inbrunst im Gebet, die Treue in der Nachfolge, der heilige Ernst in der Verleugnung und Entsagung, der stete Kampf mit der Welt, der Sünde und meinem Fleisch und Blut, das Gutesthun und Nichtmüdewerden, der fromme Eifer in der Liebe! Ach, in dem allem bin ich über die Maßen laß und träge! Und am Ende tröste ich mich noch, daß deine Gnade mir aushelfen und zudecken werde meine Des Christen Pilgergang. 22 ö 338 Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. schreienden Versäumnisse, als wäre deine Marter ein Ruhe⸗ 16 kissen für die Lauen und Trägen, und dein Kreuz der nicht“ Rettungsanker für die Sicheren und Sorglosen! Wehe mir, nir f wenn der Bräutigam kommt, und es mir ergehet, wie den bin ei thörichten Jungfrauen! Ach Herr, wecke mich auf, rüttele rachtfe mich auf; und wenn es gute Worte und heilige Mahnungen Sünd nicht thun, dann schone der Rute nicht, denn die Lauen und Gott, Trägen bedürfen des Stachels des Treibers! Ach, erbarme und dich, daß ich nicht dahinten bleibe und nicht des Kleinods an ne verlustig gehe; erhöre mich, denn ich möchte gerne selig deinet werden! Hilf mir, daß ich das Heute nicht versäume, so ich laͤnge es noch heute heißt! Amen. Hör Ich will streben nach dem Leben, wo ich selig bin; Sch! Ich will ringen, einzudringen, bis daß ich's gewinn Hen Hält man mich, so lauf ich fort, den Bin ich matt, so ruft das Wort: Bü Fortgerungen, durchgedrungen, bis zum Kleinod hin! daß Als berufen zu den Stufen vor des Lammes Thron, 6 Will ich eilen, das Verweilen bringt oft bösen Lohn. ö hier Wer auch läuft und läuft zu schlecht, mir Der versäumt sein Kronenrecht. Was dahinten, das mag schwinden, ich will nichts davon. Gua gew 247. Ged In schwerer, heißer Anfechtung. 05 Jal. 1, 12: Selig ist der Mann, der die Anfechtung ö erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des auch Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die mir ihn lieben. ale Herr, mein Gott, ich bin in schwere, heiße Anfechtung Sc gekommen und weiß mir nicht zu helfen. Leiden, Sorgen, mög Kümmernisse und Widerwärtigkeiten mannigfaltiger Art um— Zit ringen mich, und ich sehe keinen Ausgang. Meine Sünden sar ö bereiten mir Angst und Unruhe, ich weiß nicht, ob sie mir win vergeben sind; mein Glaube ist arm und schwach, und mein die Herz ist lau und kalt. Wohl aber steigen aus meinem Herzen wü arge Gedanken auf: Es sei umsonst, auf dich zu hoffen und pf ö sich deiner zu trösten. Es fällt kein Sonnenblick mehr in ih mein Herz und Leben, und ich muß zweifeln an deiner Liebe ein Ruhe⸗ ö Kreuz der Vehe mir, „ wie den uf, rüttele Nahnungen. Lauen und , erbarme 8 Kleinods gerne selig rsäume, so von. ie Anfechturg ie Krone del denen, die Anfechtung „ Sorgen, + Art um⸗ ne Sünden b sie mi und meil em Herzel hoffn un mehr il einer Libe Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 339 und Gnade, wie an meiner Kindschaft, und das kann ich nicht ertragen. O mein Herr und mein Gott, laß dich von mir finden, stehe mir doch in meinem Elende bei! Ja, ich bin ein sündiger, elender Mensch, und ich kann mich nicht rechtfertigen vor deinen Augen, genug habe ich dich mit meinen Sünden betrübt, erzürnt und Strafe verdient. Aber, o treuer Gott, ich bin ja doch auf deinen Namen getauft und nach deinem Namen genannt, von Kindesbeinen an nannte ich dich Vater, und seitdem du mich zur Erkenntnis deines lieben Sohnes gebracht hast, getröste ich mich, daß ich einen Heiland habe, der mich mit dir versöhnet hat. Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Thränen, denn ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, wie alle meine Väter. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hier sei. Setze deinen Bogen in die Wolken, daß er mir ein Zeichen sei, daß du meiner in Freundlichkeit und Gnade gedenkest; laß die Versuchung so ein Ende gewinnen, daß ich es kann ertragen. Gieb mir die Geduld eines Hiob und laß mich ansehen das Ende des Herrn, auf daß ich erfahre, daß du, Herr, barmherzig bist und ein Erbarmer, daß du die Deinen seliglich führest, wenn auch wunderlich. Hilf mir aus aller meiner Not! Reiche mir dar den Schild des Glaubens, damit auszulöschen alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Umgürte mich in meiner Schwachheit, daß ich Widerstand thue und das Feld behalten möge. Gieb mir Gnade, daß mir aus meiner heißen Züchtigung und schweren Anfechtung erwachse eine fried⸗ same Frucht der Gerechtigkeit, daß ich Anteil ge⸗ winne an der Verheißung: Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er b e⸗ währet ist, wird er die Krone des Lebens em⸗ pfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. Ach, laß mich in deiner Kraft und Gnade bewährt erfunden werden! Erhöre mich um deswillen, 22 —— 34⁴⁰ Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. der in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit 0 starkem Geschrei und Thränen geopfert zu dem, der ihm von— dem Tode konnte aushelfen, und ist auch erhöret; erhöre mich, m 0 so will ich dich loben und preisen, will sagen und rühmen: Hure Du hast nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen Seren und hast dein Antlitz vor mir nicht verborgen, und da ich h zu dir schrie, hörtest du mich. Amen. fif Zion klagt mit Angst und Schmerzen, nit n Zion, Gottes werte Stadt, und 1 Die er trägt in seinem Herzen, Die er ihm erwählet hat. Wüste ö Ach, spricht sie, wie hat mein Gott hinab Mich verlassen in der Not 65 Und läßt mich so harte pressen! mich Meiner hat er ganz vergessen. die i Zion, o du Vielgeliebte!(60 Sprach zu ihr des Herren Mund, als Zwar du bist jetzt die Betrübte, heißt Seel' und Geist ist dir verwund't; Doch stell alles Trauern ein; Zeige Wo mag eine Mutter sein, mein Die ihr eigen Kind kann hassen Und aus ihrer Sorge lassen? mit Du bist mir stets vor den Augen, mich Du liegst mir in meinem Schoß, 0 Wie die Kindlein, die noch saugen; Meine Treu zu dir ist groß. doch Dich und mich soll keine Zeit, ledi Keine Not, Gefahr, noch Streit, Ja der Satan selbst nicht scheiden, dich Bleib getreu in allem Leiden. ö mich 248 ö*er Ane W In Trübsinn und Schwermut. Aba +—. 2—. Psalm 142, 4: Wenn mein Geist in Aeugsten ist, so Ro! nimmst du dich meiner an. nic O Gott, mein Gott, wie bin ich so arm und so elend! verl Ich kann nicht Worte finden, es zu sagen, und meine Seufzer mei ö vermögen es nicht auszusprechen. Trüb ist das Leben um Resd mich her, und noch trüber ist es in mir selbst. Nirgends I sehe ich ein Zeichen deiner Freundlichkeit, daran ich mich erquicken könnte. Was mir geredet wird von deiner herz— lichen Barmherzigkeit, das dünkt mir wie ein Märlein längst lchen mit er ihm von chöre mich, d rühmen: ded Armen nd dr ih igten ist,so so elend! 1e Seufzer Leben um Ningends ich nih iner herz lein läng Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 341 vergangener Tage. Wessen soll ich mich aber freuen, wenn ich mich meines Gottes nicht freuen kann; was soll mir noch Halt und Trost gewähren, verschließt sich mir der Schoß deiner Barmherzigkeit? Ich bin unter Menschen wie ein Vereinsamter, unter den Glücklichen wie ein Unglücklicher, der sich verbergen möchte, daß ihn kein Auge sehe. Was hilft es mir, daß ich meine Hände gen Himmel ausrecke und mit meiner Stimme schreie, mein Gott antwortet mir nicht, und meine Stimme verhallt wie die eines Verirrten in der Wüste. Wie bin ich verlassen und verstoßen! Ach, soll ich hinabsinken in finstere Nacht, dieweil ihre Fittiche sich auf mich legen, und die Bande der Schwermut mich umfangen, die ich nicht zerreißen kann! Willst du mich geringer achten, als das kananäische Weib, der du mich doch auch mit so heißen Schmerzen erlöst und mit Blut erkauft hast! Ach, zeige mir an, warum du mir so sehr zürnest, ich will mit meiner Buße nicht sparen, ich will mich zu deinen Füßen legen mit Weinen und Beten und nicht wieder aufstehen, bis du mich aufhebst aus dem Staube! Du hast ja Wohlgefallen, so jemand den Trübseligen Handreichung thut, thue du es doch auch an mir. Entnimm mich meinem Elende und ent⸗— ledige mich der Bande des Trübsinns und der Schwermut, dich mich umstricken. Gieb mir deinen guten Geist, daß er mich erleuchte und führe auf ebener Bahn. Ach, gieb mir doch, daß ich dir danken möge, daß du meines Angesichts Hülfe und mein Gott bist! Christe, erbarme dich meiner! Du willst ja das zerstoßene Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, so thue doch auch an mir, wie von dir verheißen ist! Gieb mir doch einen hellen Gnaͤdenschein in mein Herz, daß ich wieder fröhlich werde; ach laß es bald geschehen! Christe, erbarme dich! Amen. Das schreib' dir in dein Herze, Du herzbetrübtes Heer, Bei welchem Gram und Schmerze Sich häuft je mehr und mehr: Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür; Der eure Seelen labet Und tröstet, steht allhier. 249 Für einen Irrsinnigen. Hebr. 13, 3: Gedenket der Gebundenen. Ach Herr, wer kann deine Gedanken verstehen, wer kann dir nachgehen auf deinen Wegen! Fürwahr, du bist ein verborgener Gott! In tiefes Dunkel hast du unsern geliebten Bruder(unsere geliebte Schwester) hinabgeführt, und uns ist bange. Du hast ihn(sie) unmündiger gemacht als ein Kind, das da lallet; er(sie) ist elender geworden als ein Stummer, der nicht reden kann. Er(sie) redet, was er(sie) nicht weiß, und spricht, was sonst nicht in sein (ihr) Herz gekommen wäre, sein(ihr) Geist irrt. Sein(ihr) eigenes Fleisch und Blut ist ihm(ihr) fremd geworden, und die er(sie) zuvor so herzlich geliebt hat, kennt er(sie) nicht mehr. Ach Gott, schau an den großen Jammer; höre des (der) Unglücklichen Geschrei; gedenke des(der) Ge— bundenen! Wir sind ja nicht besser wie unser Bruder (unsere Schwester), und so du willst Sünden zurechnen, Herr, wer wird vor dir bestehen? Laß uns den Trost und den Ruhm, daß bei dir ist viel BVergebung und Gnade. Hebe deine Hand auf, welche sich so schwer auf den Bruder(die Schwester) gelegt hat, mache sie zu einer gnadenreichen Gotteshand, welche ihm(ihr) Hülfe sendet. Christe, erbarme dich seiner (ihrer)) Du hast ja einst die Besessenen gesund gemacht, die man zu dir brachte, und hast das Gebet derer erhört, die sie dir zugeführt, ach, erhöre auch unser Gebet, gedenke des(der) Gebundenen! Du bist ja unser Immanuel, der rechte„Gott mit uns“; o, sei mit uns und sei uns gnädig, sei unserm Bruder(unserer Schwester) ein Heiland und Helfer! O Gott, heiliger Geist, gedenke des(der) Gebundenen! Banne den Irrgeist, welcher ihn(sie) ge— fangen hält, zerstreue die Dunkelheiten, welche seinen(ihren) Heist v damit ins di. Gott, Uuͤnser IITIA heiße Gebr sie ar Dueh uns! annst Gebu wolle den. „, wer kann Hbist ein du unsern inabgefühtt, ger gemacht geworden ssie) redet, icht in sein Sein liht borden, und sie nicht r; höre des der) Ge⸗ ser Bruder hnen, Herr den Ruhm, deine Hand Schweste Hotteshand, dich seiner d gemacht erer erhött „ gedenke Zmmanuel d sei un in Heiland des ey 1(se) ge 9— b Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 343 Geist umnachten, laß es in ihm(ihr) licht und helle werden, damit er(sie) mit uns der Gotteskindschaft sich freue, mit uns dich anbete, dir danke und dich preise! Ach, barmherziger Gott, erbarme dich auch derer, welche du in unserm Bruder (unserer Schwester) so schwer heimgesucht hast; siehe an ihre heiße Not, und errette sie aus aller Not, gedenke der Gebundenen! Gieb ihnen alle Liebe und Geduld, damit sie an dem(der) Leidenden thun, was recht ist vor dir. Du hast gesagt: Ich bin der Herr, dein Arzt, so laß uns denn nicht hülflos weggehen von deiner Thüre, helfen kannst nur du allein, und verheißen hast du, daß du die Gebundenen willst los und frei machen. In frommem Glauben wollen wir deiner Stunde harren, wollen in deiner Furcht und Liebe, in aller Demut und Gottseligkeit unsere Wege wandeln und unser Herz bei dem Einigen erhalten, daß wir deinen Namen fürchten. Ach, erhöre uns, du Gott unseres Heiles und Trostes, erhöre uns, daß wir erkennen und rühmen: Der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer! O, gedenke der Gebundenen! Amen. 250. In der Dürre. Jes. 44, 3: Ich will Wasser gießen auf das Durstige, und Ströme auf die Dürre. Herr, mein Gott und Vater in Christo Jesu, ich bin auch wie ein dürres Land, welches die Hitze versenget hat; mein Lebenssaft ist in mir vertrocknet; alle Bächlein, welche mir Erquickung geben, sind in mir versieget; selbst der heilige Born, aus welchem die Samariterin einst getrunken von dem herrlichen Wasser, das in das ewige Leben quillt, versaget mir die Erquickung; es schmachtet in mir meine arme hungernde und durstende Seele. O Herr, alle deine Gerichte sind gerecht, man kann dir auf Tausend nicht eins antworten! Ich habe es wohl verdienet. Da es mir wohl ging, da du mich in Freundlichkeit ansahest und ließest auf mir ruhen das Sonnenlicht deiner leutseligen Gnade, dankte ich dir es 344 Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. wenig. Statt mich umsomehr zu demütigen, wurde ich hoffärtig und merkte es nicht, daß der alte Mensch unter den Erfahrungen deiner milden Güte wucherte. Darum nahmst du mir wieder, dessen ich nicht wert gewesen. Aber, o treuer Gott, du hörst ja den Landmann, wenn er zu dir seufzet und klaget in der Dürre, denn du bist ein gütiger Schöpfer und ein Liebhaber des Lebens. Immer wieder sendest du noch Frühregen und Spätregen, daß es noch kommt zu einer freudigen Ernte. Ach, erhöre denn auch das Seufzen meiner armen schmachtenden Seele, laß sie nicht umkommen wie in einer Wüste, leite mich aus dem Sonnen⸗ brande und laß mich ruhen unter dem Schatten deiner Flügel! Mein Hirte, führe mich zu frischem Wasser und erquicke meine Seele; laß dein Wort einen offenen Zu⸗ gang gewinnen in mein Herz, daß ich erquickt und beseligt werde unter den Erfahrungen deines gütigen Wortes und der Kräfte der zukünftigen Welt. Du willst ja Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf die Dürre. Du willst dem Durstigen geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst. Meine Seele ver⸗ langet, Herr, nach dir, und das Verlangen der Elenden hörst du, Herr, ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Laß es doch wieder grünen auf dem Ackerfelde meines inwendigen Menschen. Erhalte und pflege in mir das Leben, das du gepflanzt hast, und mache es früchtereich für den Erntetag der Ewigkeit. Ach, laß kommen die Zeit der Erquickung vor deinem gütigen Ange⸗ sicht. Amen. Jesu, Gnadensonne, Süße Seelenzier. Brunnquell aller Wonne, Neige dich zu mir! Blicke voll Erbarmen Auf dein Kind herab; Tröste selbst mich Armen, Sei mein Schild und Stab. 2 müssen auf mi welche müde, Kämp zens; diesen j, de meist auch Verh mat den zuf lauf und nach See sätt deine en. wurde ith ensch unten e. Darun sen. Abet, Her zu dir ein gütiger mer wieder s es noch n auch das 5 sie nicht m Sonnen⸗ tten deiner Wasser und ffenen Zu⸗ ind beseligt Vortes und à Basser auf die Brunnen Seele ver⸗ Elenden daß dein rünen auf rhalte und und mache Ach, lß igen Ange⸗ Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 251. Für die Müden. Jer. 31, 25: Ich will die müden Seelen erquicken und die bekümmerten Seelen sättigen. Ach Herr, die harten Wege, welche ich habe gehen müssen, haben meine Füße wund gemacht, die Hitze, welche auf mich herabgeschienen, hat meine Kraft erschöpft; die Last, welche du mir aufgelegt, drückte mich zu Boden; ich bin so müde, müde des Wanderns im Staube der Erde, müde des Kämpfens und Ringens, müde des Weinens und Seuf⸗ zens; ich bin müde dieser armen, eitlen Welt, müde in diesem Leibe des Todes. Aber du, lieber Gott, weißt es ja, daß deine müden Kinder am liebsten liefen, daß sie am meisten verlangen nach dem Vaterhause, darum hast du sie auch besonders lieb und stärkst sie mit den trostreichsten Verheißungen. Ja, die Knaben werden müde und matt, und die Jünglinge fallen. Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden. Darum recke ich meine Hände nach dir aus und harre deiner. Denn du willst die müden Seelen erquicken und die bekümmerten Seelen sättigen. Ach, durchhauche mich in meiner Ohnmacht mit deiner Kraft, stärke mich in meinem Unvermögen, lege mir dein süßes Gotteswort in mein Herz und auf meine Lippen, daß es mir Labung und Erquickung gebe, drücke den Stab deiner Verheißungen in meine Hand, daß ich mich daran halte; nimm und trage dein müdes Kind in deinen Armen! Schon winkt mir in der Ferne das goldene Ziel, schon sehe ich leuchten deine heilige Stadt, drum will ich wieder auf⸗ richten die lässigen Hände und die müden Kniee und will gewisse Tritte thun, daß ich nicht strauchele wie ein Lahmer, will an deiner Hand und in deiner Kraft nachjagen dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, 346 Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. ohne welche wird niemand den Herrn sehen. Bald umfängt mich die selige Ruhe; über ein Kleines, und du erquickest meine müde Seele und sättigest meine bekümmerte Seele ewiglich. Ja, Herr, ich harre dein; meine Seele harret, und ich hoffe auf dein Wort. Amen. Meine Saat, die ich gesäet, Wird zur Freude wachsen aus; Wenn die Dornen abgemähet, So trägt man die Frucht nach Haus; Wenn ein Wetter ist vorbei, Wird der Himmel wieder frei: Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten Kommen die Erquickungszeiten. 252. Um das Still⸗- und Treusein. Ps. 46, 11: Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin. Offenb. 2, 10: Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Herr, du mahnst deine Kinder zum Stillesein. Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin, so sprichst du. Weil du unser Gott und Vater bist, weil du selbst die Haare auf unserm Haupte gezählt hast und du alles wohl machst, sollen wir stille sein in deinen Führungen und in deinem Thun an uns. Ich möchte auch gerne im Ungemach und im Leiden sprechen: Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Aber du weißt es, wie unruhig das Herz in mir ist, wie oft die bangen Sorgen es quälen, die Leiden es beunruhigen, die Anfechtungen es aufregen, die Welt es kränkt und stört; darum, o mein Jesu, bitte ich dich: gieb und erhalte mir deinen Frieden, damit ich allezeit weiß, daß ich einen versöhnten Gott und Vater habe und von seiner freundlichen Gotteshand geleitet werde. Eine, du mein Mittler, mein Herz und meinen Willen mit dem Willen meines Gottes, wie du eins mit dem Vater bist, damit ich so stille werde, wie du stille gewesen.— Aber du mahnst mich auch, mein Gott: Sei getreu bis an den Tod, und ich kann nicht stille sein, wenn ich dir nicht treu bin, tleu im Vahrhe und in nich tl innerste ind V damit deinen möchte wenn heit, so dod mit 2 den ewige den. ald umfäng du erguiceh nerte Seel. le harret, ich Gott bil, Tod, so will ih senn. Seid so spricht. du selbst de alles wohl igen und il m Ungemah stille zu wie unruhi) es quälel, Mfregen, di su, bitte i0 ich allezel habe Ind Eine, d dem Mill. tt, damit 10 du mahhst den Tod t treu bih, Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. 347 treu im Glauben, in der Liebe und Hoffnung, treu in der Wahrheit, der Demut und Geduld, treu in der Gottseligkeit und in der Erfüllung aller meiner Pflichten. Ach, mache mich treu auch im kleinsten und geringsten, auch in den innersten Bewegungen meines Herzens, treu in jedem Worte und Werke, damit ich ganz bei dir bin, und dir angehöre, damit ich dir gebe, was du mir gegeben hast, und in allem deinen Dienst und deine Ehre suche! Still und treu, so möchte ich in den Tagen meiner Pilgerschaft meine Wege gehen, wenn auch ungesehen von den Leuten und in aller Verborgen⸗ heit, wenn auch ungekannt und oft verkannt von der Welt, so doch von dir gekannt und dir, Herr, offenbar, deine Treue mit Treue entgeltend. Mache mich still und treu bis in den Tod, auf daß du mir geben mögest die Krone des ewigen Lebens. Amen. Ach, mach einmal mich treu und stille, Daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille Sei hier mein' Schranken, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, Ja laß mir nichts am Herzen hangen, Als deines heilgen Namens Ruhm; Der sei allein mein Ziel auf Erden; Ach, laß mirs nie verrücket werden; Denn ich bin ja dein Eigentum. 253. Um die Heiligung des Herzens und Lebens. 1. Thess. 4, 7: Gott hat uns nicht berufen zur Unreinig⸗ keit, sondern zur Heiligung. Wie groß und erhaben ist das Ziel, das mir vorhält deine Berufung, o Herr, ich soll heilig sein, wie du heilig bist! O, wie möchte ich das so gerne sein, daß ich inwendig und auswendig erneuert, gereinigt und geheiliget wäre, daß ich mit jedem Odemzuge dich liebte und dir lebte, mit meinen Lippen deinen Ruhm verkündigte, mit meinem Thun und Lassen dich priese. Aber ich bin ein Mensch mit sündigem Herzen, mit unreinen Lippen und sträflichem Wandel. Deine Kinder nennst du deine Heiligen und Geliebten! ach, daß du mich 348 Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden auch so nennen könntest! Hilf mir, daß ich immer mehr anziehe den Herrn Jesum Christum, den du auch mir zur Heiligung gemacht hast; daß ich selbst immer treuer werde in der Heiligung: im Wachen und Beten, im Ablegen der Sünde, die mir anklebt, im Kampfe wider mein Fleisch und Blut, die Welt, die Sünde und den Teufel. Ich will immer mehr lernen von dem, der mir sein Joch auferlegt hat, und ihm immer ähnlicher werden, damit mein Leben immer mehr werde ein Opfer, welches dir wohlgefällt. Heiliger und barmherziger Gott, dazu stärke mich mit deinem heiligen Geiste und der Kraft deines Wortes; dazu laß nicht ab, dich immer wieder meiner anzunehmen in großer Geduld und Langmut. Ach, wie wird es mir sein, wenn kein Gedanke mich mehr verklagt, kein Vorwurf mich mehr bedrückt, kein Seufzer mehr meine Schuld verrät, und keine Verirrung und Verfehlung mehr wider mich zeuget; wie wird es mir sein, wenn du mich geheiliget hast und ich vor deinem Stuhle liegen und rufen darf: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Du Gott des Friedens, heilige mich durch und durch, und mein Geist ganz, samt Seele und Leib müsse behalten werden unsträflich auf die Zukunft meines Herrn Jesu Christi. Amen. Heilgster Jesu, Heilgungsquelle! Mehr als Krystall, rein, klar und helle, Du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Cherubinen Und Heiligkeit der Seraphinen Ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir, Ach bilde mich nach dir. Du mein alles! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich mag heilig sein wie du. Nun, liebster Jesu, liebstes Leben, Mach' mich in allem dir ergeben Und deinem heilgen Vorbild gleich. Dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe, Daß ich viel' Glaubensfrüchte bringe Und tüchtig werd' zu deinem Reich. —. ee Um die Gnade wählet, ehe mich verord herügkeit h Erkenntnis danke ich! nun auch Unzählig s Ind nicht!! nir selber. Shatz, ind Christum in nit dem sligen Erf sahrt deine hutz ach, Bestegle Hegen we Olaube ni Hast, im hlibe, ob ih selber ö ninem Fr los, denn ah du a ö mn n mir n euer werde blegen der Fleisch und Ich wil ferlegt hu, ben immer eiliger ud igen Geist dich immer Langmut. mich meht ufzer meht Verfehlung m du mich und rufen Zebaoth, Gott det nd mein behalten es Herrn Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. Ach, zeuch mich ganz zu dir, Behalt' mich für und für, Treuer Heiland! Jesu, Jesu, Laß mich, wie du Und wo du bist, einst finden Ruh. 254. Um die Versiegelung und Bewahrung durch den heiligen Geist. Ephes. 4, 30: Betrübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Gnadenreicher Gott, in Christo Jesu hast du mich er— wählet, ehe der Welt Grund gelegt war, und durch denselben mich verordnet zur Kindschaft. In deiner herzlichen Barm— herzigkeit hast du mich zu deiner und deines lieben Sohnes Erkenntnis geführt; mehr als für mein leibliches Leben, danke ich dir für diese große Gnade. Erhalte und bewahre nun auch in mir dein Werk. Du weißt, wie not es ist. Unzählig sind die Feinde, welche nach meiner Seele stehen, und nicht die kleinsten und geringsten derselben trage ich in mir selber. Dazu versehre ich so oft den mir anvertrauten Schatz, indem ich nicht genugsam hüte mein Leben, als durch Christum in dir verborgen. Ich soll ein Brief sein, geschrieben mit dem Finger deines Geistes und beschrieben mit den seligen Erfahrungen von dem, was in der Zeit meiner Wall⸗ fahrt deine segnende und züchtigende Gnade an mir gethan hat; ach, versiegle den Brief durch deinen heiligen Geist! Versiegle dein Wort an mir, daß es mir nimmer aus meinem Herzen weiche; versiegle deine Treue an mir, daß mein Glaube nicht wanke. Versiegle mich mit Leib, Seele und Geist, im Leben und im Sterben, damit ich dir bewahret bleibe, ob auch die Anfechtungen noch so groß wären, und ich selber nichts mehr sähe und fühlte von deiner Nähe und deinem Frieden, damit keine Macht und Gewalt das Siegel löse, denn allein deine Hand, wenn offenbar werden wird, was du an mir zum Preise deiner Gnade und Herrlichkeit 350 Gebete im Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. gethan hast. Mache deine lieben Engel zu deinen Boten, welche mich führen und schützen, welche mich zu meiner Zeit tragen und legen in deine Hände. Ach, du treuer Gott, um Christi willen erhöre mein Gebet und Flehen und be— wahre mein Herz und meinen Sinn in Christo Jesu. Ge⸗ lobt sei dein heiliger Name, und Preis sei deiner Gnade von nun an bis in Ewigkeit. Amen. Der Uieben, nicht er aber, w sein wer D06 sind itt uns 6 welche 6 und unter Roßen M di Jahr Heshicht 0 legen mnüber, n. nen Boten, neiner Zül“ euer Gott n und be⸗ Jesu. Ge⸗ ner Gnade Sechster Teil. —— Des Christen Heimgang. Ich weiß, daß mein Erlöser lebet, und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. Hiob 19, 25. Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Joh. 11, 25 u. 26. Einleikende Bekrachkung. Der heilige Johannes schreibt: 1. Joh. 3, 2: Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder, und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist; das sind köstliche Worte! Wie viel Großes und Herrliches ist uns bereits erschienen! Täglich schauen wir die Wunder, welche Gott in seiner Schöpfung gewirkt hat, oben am Himmel und unten auf der Erde, während uns von dem Walten seiner großen Macht und Weisheit über den Nationen und Geschlechtern die Jahrhunderte und Jahrtausende hindurch die Blätter der Geschichte erzählen. Blicken wir aber hin auf uns selbst, so legen sich uns die Worte auf die Lippen: Ich danke dir darüber, daß ich wunderbarlich gemacht bin; wunderbarlich — 35⁵²2 Einleitende Betrachtung. sind deine Werke, das erkennt meine Seele wohl. Aber dies alles bleibt zurück hinter einem andern: Es ist er⸗ schienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen. Das Reich der Gnade brach an, als in der stillen Nacht von Bethlehem der Eingeborene im Fleisch erschien, als aufging der verheißene wunderbare Stern, der seitdem in seinem seligen Glanze als der Morgen⸗ und Abendstern dahinwandelt, mit seinem Lichte die Nacht verscheuchend und neues Leben wirkend, und mit seinem milden Glanze am Abend die Müden zur Ruhe einladend. Dem Wunder der Menschwerdung des Sohnes Gottes geht zur Seite das Wunder, daß nun durch Gottes Barmherzigkeit in Christo Jesu aus unseligen und verlorenen Sündern Kinder und Auserwählte Gottes werden. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben. Für diese seine Kinder hat Gott in seiner Barmherzigkeit am großen Pfingsttag den neuen Tempel erbaut, damit die⸗ selben ihn anbeteten im Geiste und in der Wahrheit, den Tempel, der sich nun in die Herzen und das Leben der Gläubigen hineinbauen soll, auf daß ein jegliches von ihnen selbst wieder ein heiliger Tempel werde, Gott zum Lobe und Preise. Auf diese herrlichen Wunder sah der heilige Apostel Paulus hin, als er in die Worte ausbrach: O, welch' eine Tiefe des Reichtums, beides der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege— denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Und doch auch dies soll dahinten bleiben, von einer neuen Herrlichkeit überstrahlt, denn es spricht Johannes: Es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, werden wir ihm gleich sein, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Also, wir werden ihn sehen, den wir hier nicht gesehen, aber lieb hatten, nachdem uns unter den Erfahrungen seiner Freundlichkeit und Leutseligkeit so manchmal das Herz brannte, dieweil wir auf dem Wege waren, ihn, unsern Mittler, den Mann mseres Trostes waden ihn sch Suechtägestal hingenommen Uir sahen sein geborenen Sohn uuch nicht wie il sah, das dennoc aurühren, so w der Herrlichkei lischen Majestä Wundenmale a Da werden de himmlischer Fr bei diesem seli, Es ist mir ni Es ist mehr Selig sind dei die allewege (2. Chron. 9, O, dies selige nd Herrlichkei Wir werder herlich, so h aller Augen o wiglich, als und offenbar Leben der Heit Gottes g lächt bloß lendung un Oerrlichkei dehe unseres Hes unsere n den unent siheltin den Des Chris Mer st ei⸗ schen. ht von ufging seinem Indelt, Leben Mäden ng des durch n und ottes Macht auben. igkeit it die⸗ empel, ubigen wieder Preise Baulus Tiefe hottesl ichiih u ihn d doch lichket nicht aber, ö seis werdel atteh, n eil vñ Mall Einleitende Betrachtung 353 unseres Trostes und Friedens, den Heiland Gottes! Wir werden ihn sehen, wie er ist, nicht mehr in der armen Knechtsgestalt, wie ihn seine Jünger sahen, obwohl dieselben, hingenommen von seiner Erscheinung, dennoch ausrufen: Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des ein⸗ geborenen Sohnes, vom Vater voller Gnade und Wahrheit; auch nicht wie ihn das arme, unglückliche, Hülfe suchende Weib sah, das dennoch dachte: Möchte ich nur seines Kleides Saum anrühren, so würde ich gesund— wir werden ihn sehen in der Herrlichkeit, die ihm sein Vater gegeben, in seiner himm⸗ lischen Majestät! Daß es aber derselbe ist, bezeugen die Wundenmale an seinem verklärten Leibe und seine Stimme. Da werden dann der Pilgrime Augen leuchten, und ein himmlischer Freudenglanz wird ihre Angesichter überstrahlen bei diesem seligen Anschauen. Da werden sie auch bekennen: Es ist mir nicht die Hälfte gesagt deiner großen Weisheit. Es ist mehr an dir, denn das Gerücht, das ich gehört habe. Selig sind deine Männer, und selig sind diese deine Knechte, die allewege vor dir stehen und deine Weisheit hören (2. Chron. 9, 5—7)— und sie sind nun selbst diese Seligen! O, dies selige Anschauen wäre schon für eine Ewigkeit Freude und Herrlichkeit genug! Aber sie sollen ihn ja nicht bloß sehen. Wir werden ihm gleich sein, bezeugt Johannes, so herrlich, so himmlisch, wie er selbst ist! Dann ist vor aller Augen offenbar geworden, daß er ihr Bruder geworden ewiglich, als er an sich genommen ihr Fleisch und Blut; und offenbar ist geworden das mit Christo verborgene Leben der Gläubigen, daß sie in der That und Wahr⸗ heit Gottes Kinder sind, gleich ihrem erstgeborenen Bruder. Nicht bloß Seligkeit und ein ewiges Leben, sondern Vol— lendung und Verklärung unserer ganzen Natur zur Herrlichkeit Jesu Christi, das ist das hohe Endziel der Wege unseres Gottes und darum auch unseres Pilgergangs. Dies unsere seligste und herrlichste Hoffnung, fest begründet in den unentwegbaren Thaten der göttlichen Liebe, und be⸗ siegelt in dem heiligen Buche, von dem der Treue und Wahr⸗ Des Christen Pilgergang. 23 35⁴ Einleitende Betrachtung. haftige redet: Die Schrift kann nicht gebrochen werden. werden. Nun Diese selige Hoffnung fällt mit ihrem Glanze besonders väterlich mit u hinein in den letzten Abschnitt unseres Pilgerganges, welcher leben Kranken uns hinführt in die Kammern der Kranken und an die unser Arzt, He Lager der Sterbenden, und uns hineinblicken läßt in das deine Hände. dunkelste aller Thäler,— in das Todesthal mit seinen Gebet nur ein Gräbern. Aber, gottlob, es ist dies letzte nur eine kurze in zu einem E Wegfrist, und: Es ist erschienen, was wir sein werden. thätige Güte, Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, binden und de Wenn er sich einst dar in der Herrlichkeit stellt, du etretten,! So werden sie mit ihm als Herren der Erden Auch herrlich erscheinen, zum Wunder der Welt. Erhörung find Sie werden regieren, Krunte) hald Mit ihm triumphieren, 0 Als leuchtende Sterne des Himmels dort prangen, Ohhne ot has Denn dann ist die Welt und das Alte vergangen. é heimgesucht x Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, eergieb i Daß ihr solches Samens gewürdiget seid! ergieb ihm Denn das ist des Ewigen göttliches Siegel, iht mädig Zum Zeugnis, daß er euch dereinst noch erneut Ged 1 Ihr sollt noch mit ihnen eduld in a Aufs prächtigste grünen, und laß ihn Wenn einst ihr verborgenes Leben erscheinet, V Wonach sich eu'r Seufzen mit ihnen vereinet.* ch, Herr, t Hallelujah! esicht! Laß und abfallen, daß du die 2 niemand die Erst b itt. rster Abschni unserm lieber Rrankfiei und Sterben. shwachen Gel sprich in sei x 255. Freden. Er hemkheit get Fürbitte für einen Kranken(eine Kranke). Matth. 9, 2: Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Liebster Gott und Vater, wir kommen vor dein Ange⸗ sicht, dich für unsern lieben Kranken(unsere liebe Kranke) herzlich zu bitten. Ach, siehe an seine(ihre) Not und seines (ihres) Herzens heißes Verlangen, daraus entnommen zu hast; erhöte rden. ndel elher n die dab seinen ku rden. seint en Gebete bei Krankheit und Sterben. 35⁵ werden. Nimm es zu Herzen, liebster Gott, und handele väterlich mit uns, deinen Kindern. Dir bringen wir unsern lieben Kranken(unsere liebe Kranke), Herr Jesu, der du unser Arzt, Heiland und Helfer bist, und legen ihn(sie) in deine Hände. Ist unser Glaube auch schwach und unser Gebet nur ein Geringes, so siehe das nicht an, wir flehen ja zu einem Erbarmer. Erzeige an ihm(ihr) deine wunder⸗ thätige Güte, und du willst ja auch das Verwundete ver⸗ binden und des Schwachen warten, selbst vom Tode kannst du erretten, denn du bist der Heiland Gottes. Laß uns Erhörung finden und unsern lieben Kranken(unsere liebe Kranke) bald wieder von seinem(ihrem) Bette aufstehen. Ohne Not hast du ihn(sie) nicht mit Krankheit und Schmerzen heimgesucht, so lasse es ihm(ihr) auch zum besten dienen; vergieb ihm(ihr) seine(ihre) Sünde und erzeige dich ihm (ihr) gnädig. Gieb fromme Ergebung in deinen Willen, Geduld in allen Schmerzen, segne den Arzt und die Arznei und laß ihn(sie) nicht über Vermögen versucht werden. Ach, Herr, erhöre uns, hilf uns, laß uns leuchten dein An⸗ gesicht! Laß uns in der Anfechtung nicht mutlos werden und abfallen, stärke in uns den Glauben, und wir glauben, daß du die Auferstehung und das Leben bist, und daß dir niemand die Deinen aus der Hand reißen kann. Thue unserm lieben Kranken(unserer lieben Kranken) nach unserm schwachen Gebet, handle mit uns nach deiner Barmherzigkeit, sprich in sein(ihr) und unsere Herzen deinen Trost und Frieden. Erhöre uns, du Heiland Gottes, der du unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf dich genommen hast; erhöre uns zu deines Namens Preise. Amen. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum besten dienen. aa⸗ 356 Gebete bei Krankheit und Sterben. 256. Ein Gebet in Krankheit. Hiob, 2, 10: Haben wir Gutes empfangen von Gott, und sollten das Böse nicht auch annehmen? Mein lieber Gott und Vater, du hast mich auf das Krankenbett gelegt und mir diese Schmerzen gesendet; ich will es annehmen aus deiner Hand. Du bist ja mein Gott und weist am besten, was mir gut und heilsam ist, ich aber bin kurzsichtig, bethört und verblendet. Darum will ich dir auch stille halten und deiner Zucht mich nicht weigern; habe ich Gutes von dir empfangen, sollte ich das Böse nicht auch annehmen? Du hast mich so lange in Gnaden verschont und mir so manchen Freudentag beschert, darum will ich mich nicht an dir versündigen, daß ich am Tage der Trübsal wider dich murre; ach, das laß ferne von mir sein, denn das bringt mir keinen Frieden! Es ist ja auch nur eine kleine Wolke, die mir für einen Augenblick deine Freundlichkeit verbirgt, und wenn sie noch größer würde und länger währte, will ich doch nimmer an deiner Liebe zweifeln, denn die hast du mir versiegelt in Christo Jesu, deinem lieben Sohne. Ich will aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, und will von ihm lernen, wie er meine Krankheit getragen und meine Schmerzen auf sich geladen hat, um mich mit dir zu ver⸗ söhnen, um mir den Reichtum deiner Barmherzigkeit und die Gewißheit des ewigen Lebens zu erwerben. Ich habe mich ja auch mit meinem Heilande nicht verbunden für gute Tage und Wohlleben, sondern mein Kreuz auf mich zu nehmen und ihm nachzufolgen. Darum mein Jesu, stärke mich, deinen kranken Jünger(deine kranke Jüngerin), und sei mir nahe, bedecke mich mit deiner Liebe in meinen Schmerzen und gieb mir das Labsal deines Wortes in meiner Duldung. Du wirst mir auch wieder aufhelfen und mich gesund machen, wenn es dein guter, gnädiger Wille ist; das weiß ich gewiß; ja ich bin gewiß, daß nichts mich scheiden kann von deiner Liebe. O mein treuer Gott, laß nich dit befch Sohnes, meines S Di —6ees 66 258 C haf Ach Her Gebet, laß m Es ist mir daß ich dei vergaß und x Vater, schuld Deine Güte Uebe hat mi— dir abgewend. 0 zugekeh owenig ge Darum n Kankheit ih in nich ebend zu d ich bekehr deglih bitt an nich auch thun d Gebete bei Krankheit und Sterben. 357 mich dir befohlen sein um Zesu Christi, deines geliebten Sohnes, meines Heilandes willen. Amen.— Gath Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, f O Sollt' ich d'rum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden: endet; Er weiß wohl, mein Wie er soll 1.— All mein Unglück enden. sn Gott hat mich bei guten Tagen 9 Darum Oft ergötzt, niht Sollt' ich jetzt Nicht auch etwas tragen? ollte Tain achr und schärft mit Maßen ö Sein Gericht, ich 0 Kann mich nicht dentag Ganz und gar verlassen. I„ daß 250. l Ein anderes Gebet in Krankheit. ieden Ps. 119, I1: Es ist mir lieb, daß du mich gedemütiget einen hast, daß ich deine Rechte lerne. e u Ach Herr und Gott, sei mir gnädig und erhöre mein ler an Gebet, laß mich geduldig sein und auf deine Güte hoffen! ö hrist Es ist mir lieb, daß du mich gedemütiget hast, daß ich deine Rechte lerne, denn da ich gesund war, esum, 10 vergaß und versäumte ich, was ich dir, meinem Gott und meine Vater, schuldig bin und dem Heile meiner Seele dient. ve Deine Güte hat mich nicht zur Buße geleitet, und deine u Liebe hat mich nicht zu dir gezogen. Ich habe mich von I. dir abgewendet und dem Dienste der Welt und den Eitel⸗ V g keiten zugekehrt. Ach, wie betrübt es mich, daß ich deiner so wenig gedacht habe und dir so undankbar gewesen! ich zu ö ö. Darum bist du nun auch über mich gekommen mit dieser „ 310 Krankheit und hast mich auf das Siechbett gelegt, damit meine ů ich in mich gehe und mich von Grund meines Herzens und minn Lebens zu dir bekehre. Bekehre du mich, so werde u ich bekehrt, denn du, Herr, bist mein Gott. 0 Herzlich bitte ich dich: du wollest mir meine Tage fristen ö eiden und mich wieder gesund werden lassen; du wollest das auch thun derer wegen, die um mich betrübt und bekümmert 358 Gebete bei Krankheit und Sterben. sind und vermeinen, meiner noch länger zu bedürfen. Aber ich will auch an die Ewigkeit denken und mich für dieselbe bereiten, denn ich weiß, daß ich einmal sterben muß, sei es heute oder morgen. Ach mein Gott, laß deinen Geist an meiner Seele recht lebendig und wirksam werden, daß ich im lebendigen Glauben immer inniger verbunden werde mit meinem Heilande Jesu Christo, den du mir gemacht hast zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, damit ich, wenn du kommst, dir in die Hände fallen möge als reife Garbe für die Ewigkeit. Ach, laß diese meine Krankheit mir zum Heil und Segen gereichen, damit deine Gnade, Geduld und Langmut sich an mir verherrliche; ich will dir dafür zeitlich und ewiglich danken! Herr, mein Gott, ich will dein sein und bleiben; laß mich dein sein im Leben und im Sterben, in Zeit und Ewigkeit! Lebe ich, so lebe ich dem Herrn, sterbe ich, so sterbe ich dem Herrn, darum ich lebe oder sterbe, so bin ich des Herrn, dazu laß meine Seele sprechen: Amen, Amen. Herr, lehr' mich stets mein End' bedenken, Und wenn ich einstens sterben muß, Die Seel' in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß', Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein Gott, ich bitt' durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 258. Bei lang andauernder Krankheit. Ps. 6, 4: Meine Seele ist sehr erschrocken. Ach du, Herr, wie so lange! Ach, du Herr, wie so lange, so seufzet meine Seele; wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir! Siehe doch, wie so arm, hülflos und elend ich bin; ich bin wie ein Kind, das die Mutter heben und tragen, lindern und trösten muß, und das in seiner Hülflosigkeit weint und schreit unter ihren Reibe; vom Nahts benet du Herr, berwartest u eich, der Bidd schaue einigen unt doch daran, sein. Gede durch welch Kind! Dy achtunddreif weißt auch, und dahein Feuer mein daß mein werde, der willen vei Geduld; v verzagt m bersüße u Pein! Laß au hast j Vecdene meiner wo Hert, mei es nur nos Lerderben Herigkeit! silf mir! Gebete bei Krankheit und Sterben. 359 Ue unter ihren Händen! Es ist nichts gesundes an meinem digsele Leibe; vom Morgen bis zum Abend seufze ich, und des ö „ si Nachts benetze ich mit meinen Thränen mein Lager. Ach, eit du Herr, wie so lange! Ich weiß es, daß du nichts daß it verwartest und versäumest, denn du bist dem Goldschmied n werde gleich, der vor dem Tiegel sitzet und wartet, bis er sein genaht Bild schaue in dem Metall. Ach, du hast viel an mir zu ligung reinigen und zu läutern, das fühle ich wohl; aber gedenke „dir in doch daran, daß ich nur ein Schatten bin, und laß es genug wigkeit sein. Gedenke in meinen Schmerzen der Schmerzen Christi, 5 Segen durch welchen ich mit dir versöhnt bin, und ich bin ja dein ngmut Kind! Du kannst ja wohl an mir thun, was du an dem lich und achtunddreißigjährigen Kranken auch gethan hast. Aber du ein und weißt auch, wie mich verlanget, außer dem Leibe zu wallen xben, in und daheim zu sein bei dir. Hilf nur, daß ich in dem , stect! Feuer meiner Trübsale gereinigt und geläutert werde, und „ so bn daß mein Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden „Amen. werde, denn das vergängliche Gold. Um der Geduld Christi willen verlängere mir mit meinem Leiden deine und meine Geduld; vergieb es mir, wenn ich so manchmal kleinmütig, verzagt und ungeduldig werde. In der Liebe Christi ö versüße und erleichtere mir meine Schmerzen und meine Pein! Laß meine Seele bei dir Ruhe und Erquickung finden; du hast ja zur Ruhe und Erquickung die Mühseligen und Beladenen zu dir eingeladen. Segne die Hände derer, die meiner warten und mich pflegen; segne sie ewiglich! Ach, Herr, meine Seele harret deiner, laß es genug sein! Laß ö ees nur noch über ein Kleines sein, daß du mein Leben vom ö Verderben erlösest und mich krönest mit Gnade und Barm⸗ herzigkeit! Christe, erbarme dich meiner, Herr, erhöre mich/ u ö hilf mir! Amen. t meine Es ist genug Des Kreuzes, das mir fast Sihe Den Rücken wund gemacht! bin wie Wie schwer, o Gott, ö 0 Wie hart ist diese Last! dern in Ich netze manche Nacht Die harte Lagerstatt mit Zähren; ö 360 Gebete bei Krankheit und Sterben. Ach, Herr, wie lange soll es währen! holfen werde. Es ist 98 nüin nd lnged de 5— 1* Spann' doch, wenn dirs gefällt, Selle Ind u Herr, aus dem Joch mich aus! dich meiner n Mein Jesus kommt. 90 Nun, gute Nacht, nacht deine O Welt, ich geh' ins Himmelshaus, nagen die al Ich fahre sicher hin in Frieden, ghcht: if Mein großer Jammer bleibt darnieden. Hacht; Es ist genug! Durch Sti 259. sein. Hert E. 2 sti, Der Kranke tröstet sich der Allmacht Gottes. Risi Jes. 30, 15: Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr gnädig 0 stark sein. will dich da Herr, allmächtiger Gott, du hast durch dein Wort Himmel und Erde geschaffen, und alle Dinge trägst du mit deinem kräftigen Worte. Wer ist so groß, wie du bist? Fürwahr, deine Größe ist unaussprechlich, nichts geht über deine Macht und Gnade. Was du willst, das kannst du, und ob Einer schon im Grabe läge, du kannst ihn heraus— führen. Du kannst auch die Hand meines Arztes segnen, daß er mich heilt, und kannst in die Arznei legen deine wirksame Kraft, daß ich gesund von meinem Bette aufstehe. Darum komme ich zu dir auf dein Wort: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Ja, du hörst den Elenden, der dich anruft, De und hilfst ihm aus allen seinen Nöten. Mit herzlichem Gebete und innigem Flehen will ich mich legen in deine allmächtigen Hände, in die Hände meines Gottes und Ac Vaters; thue an mir armen Kranken, was dir wohlgefällt. o nancm Gieb meinem Arzte den rechten Einblick, damit er das Uebel Wem ih recht erkenne und behandele. Du mußt ja das Beste dabei nd nicts ö thun. Segne an mir alle angewandten Heilmittel, alles, was die Liebe thut; segne an mir mein Sitzen und Liegen, mein Wachen und Schlafen, mein Essen und Trinken. Und Monzen bi Rahts vor suden kanr den Verzug achten als mir nützlich und heilsam, denn du ob du auch verziehen solltest mit deiner Hülfe, so will ich 0 lebs willst, daß nicht zuerst dem Leibe, sondern der Seele ge— Dupt, daf • gewiß 5 vürdet iht uWort du mit du bist? eht über unst du, heraub⸗ segnen, en deine aufstehe nich an lst du Ranruff erzlichen in deine ttes 10 lgefäll. l ste dabei , alles⸗ ů Liegen u. Und will id denn du eele ge⸗ Gebete bei Krankheit und Sterben. 361 holfen werde. Was nützt mir auch Gesundheit des Leibes und langes Leben, wenn ich dabei Schaden nähme an meiner Seele und meiner Seele Seligkeit verlustig ginge. Nimm dich meiner nur herzlich an, reiche mir dar in meiner Ohn⸗ macht deine Kraft; lindere mir meine Schmerzen; hilf mir tragen die auferlegte Last; hilf am Tage und hilf in der Nacht; hilf mir stille sein und hoffen, denn du hast gesagt: Durch Stillesein und Hoffen werdet ihr stark sein. Herr, allmächtiger Gott, Vater meines Herrn Jesu Christi, erhöre mich, zeige an mir, daß du mächtig und gnädig bist, ein treuer Helfer in aller Not. Ich will dich dafür loben und preisen ohne Aufhören. Amen. Was helfen uns die schweren Sorgen?ꝰ Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unseres Gottes Gnaden-Wille, Wie sein' Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 260. Der Kranke tröstet sich der Liebe Gottes. Hebr. 12, 6: Welchen der Herr lieb hat, den züchtiget De Wn; 25 er: er stäupet aber einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt. Ach mein lieber Gott und Vater, vergieb mir, daß so manchmal Zweifel an deiner Liebe mein Herz beunruhigen. Wenn ich da liege in meiner Krankheit und Schwachheit und nichts fühle als meine Schmerzen, wenn ich mich vom Morgen bis zum Abende nach deiner Hülfe sehne(und des Nachts vor Fieberhitze mein müdes Auge den Schlaf nicht finden kann), dann kommen diese Zweifel und quälen mich. Ach liebster Vater, lege deine linde Gotteshand auf mein Haupt, damit ich deine Nähe fühle, und mein Herz sich stille! So gewiß du deinen geliebten, eingeborenen Sohn in die 362 Gebete bei Krankheit und Sterben. in meiner An, Schmerzen des Todes gegeben hast, so gewiß liebest du mich. uch uiht Ach, das Kreuz auf Golgatha, dieses ewige Denkmal deiner. du u Liebe, komme mir nicht aus dem Auge! Du wärest ja nicht siht; du mein Gott und Vater, und ich wäre nicht dein geliebtes besucht wer Kind, wolltest du mich sein lassen ohne Züchtigung. Du Vesuchung züchtigst ja gerade den, welchen du lieb hast, und 0 derte a stäupest den Sohn, den du aufnimmst. Du willst i heligen meine Seele für die Cwigkeit reif machen, deshalb sendet uuh gebrah deine Liebe mir diese Schmerzen. Ach, lieber Gott und Vater, hunt du mir nimm dich deines armen, kranken Kindes herzlich an; be⸗ ih dich bett schwichtige mir meine Schmerzen und trockne mir meine Ouade Ind Thränen! Laß es mich wissen und fühlen, daß ich dir am male Gere Herzen liege! Sprich mir in deiner Liebe zu und tröste mich, aubt, wirt du willst uns ja trösten, wie einen seine Mutter tröstet. hilf meinem Es muß mir noch kommen die Zeit der Erquickung von und dir get deinem Angesicht, denn du liebest mich. Ja, du liebest and schwach mich, ob ich es auch nicht wert bin, denn du bist mein dich halten Erbarmer! Ach, hilf, daß auch ich dich in meinen Schmerzen umfasse mi und Thränen herzlich liebe und in der Liebe Christi zeitlich in deiner und ewig mit dir verbunden bleibe! Um Christi willen er⸗ Uin ich in! höre mich und laß mich dein sein und bleiben! Amen. für Leben Gott liebt, ob ich die Vaterlieb' hewahre mi In Schlägen nicht gleich finde; Wie er ein lieber Vater blieb Am Kreuze seinem Kinde, So bleibt er mir Mein Vater hier, Der je und je mich liebet, Obgleich sein Kreuz betrübet. 261. Der Kranke tröstet sich der Treue Gottes. 1. Cor. 1. 9: Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unseres Herrn. Herr, weß soll ich mich trösten? Ich hoffe V auf dich; und keiner wird zu Schanden, der deiner harret. Ja, daran will ich mich halten, mein * treuer Gott! Du bist getreu, darum kannst du auch du nih ial deinet st jnnich geliebteg ng. Du ast, und Du willt b sendet nd Vater an; be⸗ ir meine 9 dir an röͤste mich r tröstet kung von du liebet ist mein Schmeren tii zeitlch willen et⸗ Amen. Gebete bei Krankheit und Sterben. 363 in meiner Angst und Not, in meinen Trübsalen und Thränen mich nicht ohne Trost und Hülfe lassen. Ja, das kannst du nicht; du lässest mich nicht! Du lässest mich auch nicht versucht werden über Vermögen, sondern machst, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ich es ertragen kann. Ich denke an den Bund deines Friedens, den du schon in der heiligen Taufe mit mir geschlossen; habe ich denselben auch gebrochen, so blieb doch deine Treue unversehrt. Dazu hast du mir in meinen tausendfältigen Sünden, mit denen ich dich betrübt und erzürnet habe, im Namen Jesu Christi Gnade und Vergebung zugesagt. In Christi Blut habe ich meine Gerechtigkeit, meinen Trost und Frieden; wer an ihn glaubt, wird ja nicht zu Schanden. Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben! Ich will dir meine Gelübde bezahlen und dir getreu sein bis in den Tod, aber du siehst, wie arm und schwach ich bin, darum stärke mich; ich will mich an dich halten und will dich nimmer lassen; aber, liebster Gott, umfasse mich, damit ich dir nicht entfalle. Halte mich fest in deiner Hand und sei mir ein starker und treuer Gott! Bin ich in dir geborgen, so bin ich mit Leib, Seele und Geist für Leben und Sterben treu bewahret. Ach, erhalte und bewahre mich, du ewig treuer Gott! Amen. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, Und was er thut, ist gut; Sein Liebesschlag Erweckt und bessert mich; Die Rute meint es gut; Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter, Der Kampf macht mich zum guten Streiter. Gott ist getreu! Gott ist getreu! Vergiß, o Seel, es nicht, Wie zärtlich treu Gott ist. Gott treu zu sein, Sei deine frohe Pflicht, So lang du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, Laß dir den starken Trost nicht rauben: Gott ist getreu! 364 Gebete bei Krankheit und Sterben. 262. Gebet nach glücklich überstandener Krankheit. Joh. 5, 14: Siehe zu, du bist gesund geworden, sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas Aergeres widerfahre. Mein lieber Gott und Vater, du hattest mich auf das Krankenbett gelegt und mich mit Schmerzen heimgesucht. (Du hattest mich in mein Grab blicken lassen und an den Rand der Ewigkeit geführt); mir war bange. Ich wollte gern leben und wußte nicht, was aus mir werden würde, wenn du mich von hinnen fordern würdest. Denn da ich gesund war, habe ich vielmehr mir selbst als dir gelebt, vielmehr der Welt als dir gedient, vielmehr um meinen Leib als um meine hülfsbedürftige Seele gesorgt. Darum bist du auch mit dieser Krankheit über mich gekommen und hast mich heimgesucht. Aber du hattest keinen Gefallen an meinem Tod und hast als ein Erbarmer mit mir gehandelt. Mein Seufzen blieb dir nicht verborgen, die Thränen der Meinigen hast du angesehen und ihr Gebet erhört; du hast mir von meiner Krankheit geholfen und mich genesen lassen. Ach, liebster Gott und Vater, ich kann dir nicht genug dafür danken; laß mir unvergessen bleiben mein Leben lang, was du an mir gethan hast. Ich will das Wort meines Heilands, was er einst zu dem Kranken am Teiche Bethesda geredet hat, so ansehen, als sei es zu mir geredet: Siehe zu, du bist gesund geworden, sündige hinfort nicht mehr, daß dir nicht etwas Aergeres widerfahre. Es sei ferne von mir, daß ich mein altes Leben fortsetzen, hingehen und ferner sündigen wollte, das hieße ja mutwillig sündigen und an deiner Gnade freveln. Das sei ferne von mir. Dazu stehe ich ja immer unter deiner Hand, und wie leicht könnte mir zur Strafe etwas Aergeres widerfahren, wo ich alsdann den Zugang zu deiner Barmherzigkeit verschlossen fände. Mein neu geschenktes Leben will ich dir weihen, in Dankbarkeit und Liebe dir und den lieben Meinigen das entgelten, was du und sie an mir gethan haben, damit mein Leiden ihnen und mir ein und getreuer ahle. Förde was mit schad lich wandeln, Veisen. Lob was er dit( Ac 8 des Lebens Salbe, es k vollen Eingr in mein Fle Hülfel 2 haltung mi wiedernähm mein Gott, meines Arz und segne Himmel m malth; mir alle sc und Einflü erhalten bl der Schme die heißest arme dich da ich au heit. Tden, sündige itrfchn 0 auf dad eimgesucht. ud an den Ich wollte en würde, eun da ich dir gelebt, neinen Leib um bist du d hast mich einem Tod in Seufzen jen hast du on meiner ebster Gott laß mir mir gethan 3 er einst so ansehen t gesund daß dir sei ferne igehen und wdigen und ir. Dazu icht könnte alsdann en finde danlbarkei elten, wab iden ihnen Gebete bei Krankheit und Sterben. 365 und mir ein Segen werde. Ach, dazu hilf mir, mein lieber und getreuer Gott, hilf mir, daß ich dir mein Gelübde be⸗ zahle. Fördere meine Genesung und halte ferne von mir, was mir schaden könnte; laß mich in allen Stücken vorsichtig⸗ lich wandeln, nicht als einen Unweisen, sondern als einen Weisen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat. Amen. Dich allein will ich erwählen, Alle Kräfte meiner Seele Nimm nun ganz in deine Macht. Ja, ich will mich dir verschreiben: Laß es ewig feste bleiben, Was ich dir hab' zugesagt. 263. Bei einer gefahrvollen Operation. Ps. 38, 23: Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. Ach Herr, mein Gott, ich bin in eine schwere Gefahr des Lebens gekommen; es kann mir nicht helfen Arznei und Salbe, es kann mir nur geholfen werden durch einen gefahr⸗ vollen Eingriff in mein Leben, durch einen blutigen Schnitt in mein Fleisch. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe! Du hast mir mein Leben gegeben und seine Er⸗ haltung mir zur heiligen Pflicht gemacht, bis daß du es wiedernähmest, darum bau' und hoffe ich auf dich; Herr, mein Gott, laß mich nicht zu Schanden werden! Mache meines Arztes Auge helle, seine Hand sicher, führe du sie und segne sie; du kannst noch Wunder thun, beides im immel und auf Erden, denn bei dir ist kein Ding un⸗ möglich; ich lege mich in deine Hände. Halte ferne von mir alle schädlichen Zwischenfälle, alle verderblichen Umstände und Einflüsse; beschirme mich mit deiner Gnade, damit ich erhalten bleibe. Mache mich stark und getrost in Erduldung der Schmerzen und laß mich auf den sehen, der für mich die heißeste Kreuzespein erduldet hat; Gott im Himmel er⸗ barme dich! Sollte aber mein Stündlein vorhanden sein, da ich aus dieser Welt scheiden soll, so geschehe dein 366 Gebete bei Krankheit und Sterben. Wille; ich befehle meinen Geist in deine Hände; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott! Ich fliehe zu deinem Kreuze, mein Jesu; bleibe bei mir, Herr dieweil es Abend worden ist! Halte mich in deinen Armen; laß mich ruhen an deinem Herzen! Christe, erbarme dich, vertritt mich bei deinem Vater, mache mich selig! Es be— schirme und behüte mich deine ewige Allmacht, es bedecke mich deine ewige Liebe. O du gnadenreicher Gott, sei mir ein Erbarmer! Bestätige an mir deinen Namen, der über alle Namen ist, und laß mich deine Herrlichkeit sehen! O Herr, hilf, o Herr, laß wohlgelingen! Amen. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen; Wen suchen wir, der Hülfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Kyrie, eleison! 264. Nach glücklich überstandener Operation. Ps. 103, 3: Lobe den Herrn, meine Seele, der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset. Mein Herr und mein Gott, von deiner Macht und Gnade will ich singen. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Ge— brechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit⸗ Ja, lobe den Herrn, meine Seele; wunderbar und gnaden⸗ voll hast du über mir gewaltet! Mein armes, schwaches Gebet hast du durch die Wolken dringen lassen und hast mir Hülfe gesandt aus deinem Heiligtum; da ich Elender nief, hört habe an bei der H gepriesen mein Lebe Haupt de lohne es ein Sege mich gew Heilung eine geth mehr als ich auch tragen se Crinneru eine M mein Lel Ja, mül ich will auferlegt lieben& Ach, du und vie und lob ledigt Reich. 20 Hände tti Y it, Hen Armen; ime dic, Co be⸗ 8 bedech sei mit der über hen! O der dir alle rechen, det acht und Seele, Namen; nich e dein e Ge— rlöset, zigkeit gnaden⸗ hwache nd has Clendet Gebete bei Krankheit und Sterben. 367 rief, hörtest du mich und halfest mir aus aller Not. Ich habe an den Pforten des Todes gestanden, aber du hast mich bei der Hand genommen und zum Leben zurückgeführt. Sei gepriesen für dein herzliches Erbarmen, es sei mir unvergessen mein Leben lang! Innigen Dank will ich legen auf das Haupt derer, durch welche du mir Hülfe gesandt hast; ach, lohne es ihnen und segne sie, daß sie noch für viele andere ein Segen und Anlaß deines Lobes seien, wie sie es für mich gewesen! Thue Gnade auf Gnade hinzu, damit meine Heilung einen glücklichen Fortgang nehme. Du hast ja das eine gethan, du wirst auch das andere thun; du hast ja mehr als einen Segen, dessen will ich mich trösten. Wenn ich auch aus dieser schweren Stunde ein Malzeichen davon tragen sollte für mein ganzes Leben, es soll mir eine stete Erinnerung sein an das, was du an mir gethan hast, und eine Mahnung an das, was ich dir schuldig bin, daß ich mein Leben dir widme, der es mir von neuem geschenkt hat. Ja, müßte ich selbst als ein Krüppel meine Tage fristen, ich will mein Leiden ansehen als das Kreuz, welches du mir auferlegt hast, und will es tragen in der Nachfolge meines lieben Heilandes, welcher das Kreuz für mich erduldet hat. Ach, du lieber Herr und Gott, gieb mir nur große Gnade und viele Geduld, daß ich auch in meinem Leiden dich liebe und lobe, dir lebe und diene, bis du mich aller Last ent— ledigt und mir ausgeholfen hast in dein ewiges, himmlisches Reich. Amen. iüt Ich will von meiner Missethat Zum Herren mich bekehren; Du wollest selbst mir Hülf und Rat Hierzu, o Gott, bescheren, Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. * Herr Jesu, nimm mich bei dir ein, Ich flieh zu deinen Wunden, 7 Die du, o Heiland, wegen mein Am Kreuze hast empfunden, Als unser aller Sünden Müh' Dir, o du Gottes Lamm, ward' hie Zu tragen aufgebunden. 368 Gebete bei Krankheit und Sterben. 265. Der Kranke bestellet sein Haus. Jes. 38, 1: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben. Ach, lieber Gott und Vater, es naht die Stunde, in der ich von hinnen scheiden soll; gieb mir deinen Geist, daß ich dein Wort beherzige: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben. In Demut beuge ich meine Kniee vor dir, meinem Gott und Vater, und danke dir für alles Gute, das du mir in der Zeit meines Lebens, von Mutterleibe an, erwiesen hast; wie ist dessen so viel! Ja, du hast Leben und Wohlthat bis hierher an mir gethan, und dein Aufsehen bewahrte meinen Odem. In der heiligen Taufe hast du mich schon aufgenommen in deine Kindschaft. Dein heiliges Wort hast du mir gegeben, als ein Licht auf meinem Wege, dich zu erkennen, den wahrhaftigen Gott, und den du gesandt haͤst, Jesum Christum. An deinem Gnadentisch hast du mich wieder und wieder erquickt mit deinem himmlischen Manna. Ja, du hast dich meiner Seele treulich angenommen, daß sie nicht verdürbe! Wie viel habe ich dir doch zu danken, barmherziger Gott und Vater! Aber ach, ich kann dir nur danken unter bitteren Thränen, denn ich denke an meine Sünden; wer vermag sie zu zählen! Wie oft habe ich deine Güte und den Reichtum deiner Barmherzigkeit mit Undank, deine segnende und züchtigende Gnade mit Unbußfertigkeit und innerem Widerstreben vergolten! Wie bin ich doch so träge und lässig gewesen in dem Einen, was Not ist! O, meine Schuld ist ungeheuer groß; ich müßte jetzt verzagen, wo du mich zur Rechenschaft fordern wirst vor dein Angesicht, hätte nicht mein hochgelobter Heiland meinen Schuldbrief an das Kreuz geheftet, hättest du mir nicht in deines Sohnes Blut einen Gnadenbrief ausgestellt, in welchem du die Wort geschrieben hast: Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden! Ach, versiegle diesen Brief an meinem Herzen, daß ich, wenn mein Stündlein kommt, in meinem Mittler getrost von hinnen scheiden möge! Ach Herr, hin zu ger Knechte get gehen, ohn scheiden vo verbunden stehen sie mir mein und Vate reichen E meiner L die Klein Resegnet Christi, du an m daß sie d Wegen; Zeit in Stuhle! Usscheide Reinig werden Ddie Wel dein gut in mir dad Nal zu rufei Heill pirst sterben. de, in der „ daß it Denn du e vor dir, es Gutt, Nutterleibe hast Leben Aufsehen E hast du n heiliges em Wege⸗ du gesandt sst du mich Manna. ———— men, daß u danken, u dir nur an meine ich deine Undant, ffertigkeit doch s stl O vetzagen Ungesihh. ebrief all Sohnes ie Wotth lutrot versighl tündlein n nige 7 Gebete bei Krankheit und Sterben. 369 Ach Herr, erbarme dich meiner, Christe, erbarme dich! Ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und Treue, die du an deinem Knechte gethan hast. Aber ich kann nicht von deinem Angesichte weg— gehen, ohne daß ich mein Herz ausgeschüttet habe vor dir. Ich muß scheiden von meinen Lieben. Du hast ja unsere Herzen so innig verbunden und mit so heiligen Banden zusammengeknüpft. Nun stehen sie um mein Bette und weinen und klagen, und es bricht mir mein Herz, daß ich sie verlassen muß. Barmherziger Gott und Vater, stille du unsere Herzen vor dir! Lege deinen reichen Segen auf die Häupter und in die Herzen aller meiner Lieben, auf ein jegliches besonders, vor allem auf die Kleinen und Unmündigen! Was du segnest, das bleibt gesegnet ewiglich. Herr Gott, Vater meines Herrn Jesu Christi, sei du ihr Gott und Vater, thue an ihnen, was du an mir gethan hast! Erhalte ihre Herzen bei dem Einigen, daß sie deinen Namen fürchten; erhalte sie auf guten, frommen Wegen; laß keins irre gehen; sammle ein jegliches zu seiner Zeit in dein Vaterhaus, daß ich es wiederfinde vor deinem Stuhle! Herr, erhöre mich, Christe, erhöre mich; wie du im Abscheiden der Deinen gedachtest, so gedenke auch der Meinigen!— Und nun, Herr, laß meine Seele stille werden in dir und auf dich warten! Laß da draußen liegen die Welt, nimm alles Irdische aus meinen Gedanken, damit dein guter Geist, mein himmlischer Tröster, allein sein Werk in mir habe, und mein Herr mich wachend finde, daß ich das Nahen seiner Tritte vernehme, wenn er kommt, mich I—*—*— zu rufen zur Hochzeit. Herr, ich warte auf dein Heil! Amen. F 266. Der Kranke versöhnt sich mit seinem Nächsten. Matth. 5, 25: Sei willfertig deinem Widersacher bald, ö dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist. Ach heiliger Gott, ich habe mich an meinem Nächsten sehr versündigt; ich bin ihm die Liebe schuldig geblieben, welche ich ihm hätte erzeigen sollen. Ich bin neidisch, gehässig 24⁴ Des Christen Pilgergang. 370 Gebete bei Krankheit und Sterben gegen ihn gewesen; ich habe(ihn geringschätzt und verachtet; ich habe ihn mit Worten gekränkt und erzürnt; ich habe mich an seinem Leib und Leben, an seinem Gute und seiner Ehre hart versündigt und) ihm bitteres Unrecht zugefügt. Darum ist er nun mein Widersacher geworden, der mir zürnt und der mich dir überantworten wird, wenn ich ihm nicht willfertig geworden bin bald, dieweil ich noch bei ihm auf dem Wege bin. Heiliger Gott, du schiebst mir meine Schuld in das Gewissen, und sie drückt mich sehr; vergieb sie mir in deiner großen Barmherzigkeit! Mache mein Herz willig, das Unrecht, welches ich meinem Nächsten angethan habe, so viel ich vermag, wieder gut zu machen. Laß mich Gnade finden in deinen Augen, daß mein Widersacher mir willfertig werde, wenn ich ihn bitte, mir um Christi willen mein Unrecht zu verzeihen. Ja, lenke du sein Herz, daß er sich mit mir versöhne! Ich will ihm auch seine Schuld vergeben von Grund meines Herzens; sie ist ja die viel geringere, und es wäre anders gekommen, hätte ich gethan, was du mir geboten hast, und ihn geliebt, wie mich selbst. Ich will allen vergeben, die sich an mir versündigt haben, von Herzensgrund, auch meinem Feinde. Auch das letzte Fünklein Zorn, auch den leisesten Anhauch der Bitterkeit lösche in meinem Herzen aus, damit nichts mir verhindere deine Vergebung und die Gnade, die du mir zugesagt. Du Gott des Friedens, in Frieden möchte ich aus dieser Welt scheiden, in Frieden mit dir und in Frieden mit allen Menschen, dazu hilf mir! Um deswillen, der mich mit dir versöhnet hat, laß mich ruhen an deinem Herzen und in Frieden entschlafen. Amen. 267. Der Kranke bittet um einen gesegneten Genuß des heiligen Abendmahls.* Offenbarung 3, 20: Siehe, ich stehe vor der Thüre und klopfe an.* Herzliebster Jesu, du hast mich armen, schuldbeladenen Menschen gemahnet, mein Haus zu bestellen, und nun stehst du vor u du Geseg dir aus, Kindern Geist th bereite empfang herab, meiner Tod gef dich mei Leib stä des Wil läufe de allen Gott h Kranker Du 9 einiger mit mi Ich in der Lei hat, so Und kl beflekt du mi gebote Herze erachtet; ebe mich ner Ehre Darum rnt und villfertiz Em Vege in dab in deiner Unrecht, vermag, n deinen wenn ich perzeihen. pne! JH d meines re anders hast, und eben, die meinem leiisesten 15, damit eGnade, Frieden dir und mir! Um ich ruhen nen. 6 des V I Thürt! heladenen un steht Gebete bei Krankheit und Sterben. 371 du vor meiner Thüre und klopfest an. Ach, komm herein, du Gesegneter meines Vaters; ich recke meine Hände nach dir aus, denn du bist die Zuflucht der Elenden, unter den Kindern des Todes der Fürst des Lebens! Dein heiliger Geist thue mir weit auf die Thüre meines Herzens und bereite mich, in sehnlichem, gläubigem Verlangen dich zu empfangen. Beuge dich tief zu mir armen, elenden Menschen herab, der ich halb tot daliege am Wege; erbarme dich meiner um der Liebe willen, welche dich in den bittersten Tod geführt hat, um mir ein Heiland zu werden; erbarme dich meiner und segne mich mit deiner Einkehr. Dein heiliger Leib stärke mich, damit ich durch denselben gewinne die Kräfte des Widerstandes wider die Sünde, den Tod und die An-⸗ läufe des Teufels; dein heiliges Blut mache mich rein von allen meinen Sünden, damit ich reingewaschen vor Gott hintreten kann, wenn er mich ruft. Du Arzt der Kranken, laß meine Seele durch dich Genesung finden! Du Heiland der Sünder, laß mir Heil widerfahren; du einiger Seligmacher, mache mich selig! Verbinde dich mit mir, damit ich im Leben und Sterben in dir verbleibe. Ich in ihnen und du in mir, so flehe ich, wie du einst in der Leidensnacht flehtest; und wie dich dein Vater erhöret hat, so erhöre auch mich; Christe, erhöre mich! Amen. 268. Des Kranken Beichtgebet. Ps. 130, 1—4: Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Herr, mein Gott, von Grund meines Herzens bekenne und klage ich, daß mein Herz und Leben sündig und schuld⸗ befleckt ist vor dir. Ich bin nicht die Wege gewandelt, die du mich geheißen hast; ich habe nicht gethan, was du mir geboten hast. Dich, meinen Gott, habe ich nicht von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und aus 24· SSS—mö;FVL'äãꝛ.«7;„˙3pG;/,—SMꝰ 37²2 Gebete bei Krankheit und Sterben. allen Kräften geliebet, auch nicht meinen Nächsten wie mich selbst. Da ich jung und gesund war, habe ich dich mit meiner Unbußfertigkeit, meinem Unglauben, meinem sündlichen, ungöttlichen Wesen und Leben betrübt; und da ich alt und krank ward, habe ich mich mit meiner Ungeduld und dem Widerstand gegen deine heilsame, züchtigende Gnade versündigt. Wo ich hinblicke, finde ich nichts, was dir wohlgefällig wäre, finde ich lauter Sünde und Schuld. Kränker und elender, als an meinem Leibe, bin ich an meiner Seele und weiß keine Zuflucht und Rettung denn allein deine grundlose Barm⸗ herzigkeit. O treuer Gott, erbarme dich meiner! Um deines geliebten Sohnes willen, der die Last meiner Sünden ge⸗ tragen, in den heißesten Todesschmerzen Angst und Gericht meinetwegen erduldet, erbarme dich meiner und vergieb mir alle meine Sünden! Bestätige deinen Namen an mir, daß du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Gieb mir Gnade, daß ich die Trostverheißungen deines heiligen Evangeliums und die Zusicherung deiner Vergebung durch deines Dieners Mund im Glaͤuben hinnehme, mich fest daran halte und mein Herz stille. Barmherziger Gott, Vater meines Herrn Jesu Christi, erbarme dich meiner; Christe, erbarme dich meiner! Amen. 269. Der Kranke dankt nach dem Empfange des heiligen Abendmahls. ů Joh. 6, 35: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht. hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Treuer Gott, geliebter Vater, von Herzen danke ich dir, daß du mich bis hierher gebracht hast. Alle meine Sünden hast du hinter dich geworfen und sie versenket in den Ab⸗ grund deiner Barmherzigkeit. Du hast mir dein Angesicht leuchten lassen, und meine Seele ist genesen. Ob ich auch daliege krank und elend, ich bin dein Kind; du wirst mich in deine Dab ha deines l Herzen mich no genießen nicht m das ins Und nu und d auch w des To nicht u lange! erhalte grabene hilf üb und dei Gelobt Amen! 48 deine sie mich ich nit idlichen, alt und Ind dem sündigt. ig wäre, elender, nd weiß Barm⸗ n deines den ge⸗ Gericht ergieb men an Iduldig Gnade, ngeliums Dieners lte und 8 Herrn me dich Gebete bei Krankheit und Sterben 373 in deinen Händen tragen, mir helfen und mich erretten. Das hast du mir abermals versiegelt in dem Abendmahl deines lieben Sohnes; daran will ich mich halten. Von Herzen danke ich auch dir, mein lieber Herr Jesu, daß du mich nochmals gewürdigt hast, dein heiliges Abendmahl zu genießen. Ich habe von dem Brote gegessen, wonach einen nicht mehr hungert, ich habe von dem Wasser getrunken, das ins ewige Leben fließt; ich bin deiner teilhaftig geworden. Und nun: Herr, bleibe bei uns; es ist Abend worden, und der Tag hat sich geneigt; bleibe an meiner Seite, auch wenn mein Fuß hinabschreiten muß in das dunkle Thal des Todes; nimm mich bei deiner rechten Hand, damit ich nicht umkomme in der Tiefe. Laß mir nicht verlöschen, so lange meine Seele noch atmet, das Licht deines Wortes; erhalte mir das Gefühl deiner Nähe; ach, halte deine durch— grabenen Hände über mir ausgebreitet und erhalte mich; hilf überwinden! Ich freue mich des seligen Anschauens Gottes und der Herrlichkeit meines Mittlers, hilf mir zu dieser Freude! Gelobt sei Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist! Amen! 270. Der Christ im Abscheiden. Apostelg. 7, 58: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Herr, Herr Gott, ich waͤndle in der Tiefe, reiche mir deine Hand dar, daß ich nicht versinke!— Ich habe auf dich gehofft, laß mich nicht zu Schanden werden!— Vater im Himmel, gedenke deines lieben Sohnes und erbarme dich deines Kindes; hilf ihm aus!—— Du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott, mache mich selig!—— Christe, du Lamm Gottes, erbarme dich meiner!— Herr Jesu, nimm meinen Geist auftl——— Nimm mich zu dir in deinen Himmel!— Ich bin ja dein! — Komm, Herr Jesu!— Amen. 37⁴4 Gebete bei Kranlheit und Sterben. 291. Trostsprüche, einem sterbenden Christen zuzusprechen. Ps. 23, 4: Ob ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir; dein Stecken und Stab tröstet mich. Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jer. 31, 3. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen ein⸗ geborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh. 3, 16. Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Joh. 3, 17. Das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Jesus Christus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. 1. Tim. 1, 15. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Matth. 11, 28. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Joh. 6, 37. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen; und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. Joh. 10, 27 u. 28. Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Joh. 11, 25 u. 26. Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Joh. 14, 19. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Offenb. 2, 10. Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Holze des Lebens, das im Paradiese Gottes ist. Offenb. 2, 7. Harre des Herrn, sei getrost und unverzagt und harre des Herrn. Psalm 27, 14. Amen. He Schwest ihr) in Staubes erbarme Sünden angst, willen, erkauft wesen barmhen mach's ihm sil ihr) a einem ern Thal, in Steckez ih diz —nen ein⸗ en, nicht „, 10. Pelt, daß hn selig es Wort, Sünder beladen uostoßen. enne sie, Gebete bei Krankheit und Sterben. 2⁰. Fürbitte für einen sterbenden Christen. Jak. 5, 15: Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten. Herr Gott, Vater im Himmel, unser Bruder(unsere Schwester, unser Kind) liegt im Sterben, walte über ihm (ihr) in Gnaden! Gedenke daran, daß es ein Gemächt des Staubes ist, und tritt ihm zur Seite! Herr Gott Vater, erbarme dich! Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, erbarme dich! Um deiner bitteren Todes⸗ angst, um deiner heiligen Wunden, um deines teuren Blutes willen, mit dem du deinen Jünger(deine Jüngerin, dein Kind) erkauft hast, erbarme dich! Du bist selbst im Sterben ge⸗ wesen und hast die Angst des Todes gefühlt, sei mitleidig, barmherzig und gnädig; hilf in Gnaden aus! Herr Jesu, mach's kurz! Löse auf die Schmerzen des Todes, thue an ihm(ihr), wie du an dem Schächer gethan hast, thue ihm (ihr) auf den Eingang zum Paradiese Gottes! Herr, hilf zu einem gnädigen Abscheiden! O heiliger Geist, bewahre unsern Bruder(unsere Schwester) im rechten Glauben bis an das Ende!— Treuer Gott, nimm seinen(ihren) Geist auf in deine Hände! Herr, du lebest, laß ihn(sie, es) auch leben! O heiliger Geist, laß ihn(sie, es) versiegelt sein auf den Tag der Erlösung!— O treuer Gott, wir beugen uns unter deine allmächtige Hand, nur laß uns rühmen können: Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Ach, erhöre unser armes, schwaches Gebet um deines allerheiligsten Namens willen! Amen. B. U. 273. Segen über einen sterbenden Christen. Judä 21: Behaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet 92 die Barmherzigkeit unsers Herrn Jesu Christi, zum ewigen deben. Es segne dich Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der heilige Geist. Der dreieinige und ewige Gott gebe dir mmm 376 Gebete bei Krankheit uud Sterben. den Frieden, der höher ist als alle Vernunft; er schenke dir das Labsal seiner Nähe und dort das Schauen seines An⸗ gesichts! Fahre hin in Frieden; der Gott der Geduld und des Trostes tröste dich nach dem Leiden dieser Zeit mit Freude und Wonne ewiglich! Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen. Zweiter Abschnitt. Tod unil Begräbnis. Drei schwere Tage im Christenleben. 274. Erster Tag. Morgengebet. Hos. 6, 1: Kommt, wir wollen wieder zum Herrn! Denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Ach Herr, unser Gott, deine Hand hat sich schwer auf uns gelegt; wir können nur weinen und seufzen. Viel an Lebensglück hast du uns entzogen und tränkest mit Betrübnis unsere Herzen. Ach, laß uns erkennen, daß du, unser Gott und Vater, mit uns handelst, daß deine Hand es ist, die uns beugt. Wie dürften wir murren wollen, da du doch dem (der) Geliebten ausgeholfen und ihn(sie) erlöst hast aus diesem Leibe des Todes, und wie dürften wir zagen, du bist und bleibst ja unser Trost im Leben und Sterben. Durch deines Sohnes Blut hast du uns alle erkauft und durch seine Auferstehung wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung alle, die an dich glauben. Darum wollen wir auch nicht trauern wie die, die keine Hoffnung haben! Nein, wir möchten— ob auch unter Thränen— dir danken, danken für alles, was du uns in dem(der) geliebten Ent⸗ schlafenen geschenkt hast, dir danken, daß wir ihn(sie) so huge habet var. Du Segen in d wir dir vo guf, und e scheiden ke troͤste deir deinem Fr wieder zur auch heile binden. Amen! Her nir ist l die) ent bin wie in mein sille wer nahm, w schen, w Vater n diese Tr ud ic Du kam du und enke dir nes An⸗ Hvuld und t Freude gang und m Herrn! U; er hat wer auf Viel an hetrübnis ser Gott is, die doch dem ast aus du bift Durch d durch ndigen Hen wit Men, ö danken ten Ent⸗ sj s 37⁷7 Gebete bei Tod und Begräbnis. lange haben durften, der(die) so innig mit uns verwachsen war. Du hast uns viele Liebe und Freundlichkeit, vielen Segen in dem(der) teuren Geliebten zugewandt; dafür wollen wir dir von Herzen danken. Und die Liebe hört ja nimmer auf, und ewig bleibt deine Liebe, von der deine Kinder nichts scheiden kann. Habe Erbarmen mit uns und tröste uns, tröste deine weinenden Kinder und stille ihre Herzen mit deinem Frieden. Sprechen wollen wir: Kommt, wir wollen wieder zum Herrn, denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch ver⸗ binden. Du Gott der Geduld und des Trostes, erhöre uns! Amen! Was Gott thut, das ist wohlgethan; Es bleibt gerecht sein Wille, Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß ich ihn nur walten. 203. 1. Tag. Abendgebet. Luk. 24, 29: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Pf. 62, 2: Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Herr, bleibe bei mir, denn es will Abend werden, mir ist bange, ich fühle mich vereinsamt, du hast mir den (die) entzogen, den(die) meine Seele so innig liebte, ich bin wie verwaist. Mir ist es, als sei es Abend geworden in meinem Leben. Bleibe bei mir, daß meine Seele stille werde zu dir. Ich will auf deine Hand sehen, die mir nahm, was sie mir einst gegeben, und will auf dein Herz sehen, welches diese Hand regieret. Du bist mein Gott, der Vater meines Herrn Jesu Christi; du willst mich durch diese Trübsal nur zu dir ziehen. O, gieb mir die Gnade, daß ich mich in Demut beuge unter deine gewaltige Hand. Du kannst mich ja nicht verlassen und versäumen; je tiefer du uns betrübst, desto herzlicher mußt du dich wieder er⸗ sanmmh 378 Gebete bei Tod und Begräbnis. barmen, und den Hülflosen und Verlassenen mußt du am meisten helfen. Ach, mache nur mein Herz fest im Vertrauen zu dir, meinem Gotte, der mir hilft! Ist es auch trüb an diesem Abend, ach, alles um mich her so trübe! ich will in meiner Thränenkammer aufsehen zu dem wunderbaren, herr⸗ lichen Lichte, wohin du die aufnimmst, welche dir entschlafen sind; ich will die Klagen meines Mundes verstummen lassen und mit Hiob reden: Du, Herr, hast es gegeben, du, Herr, hast es genommen; dein Name, o Herr, sei gelobet. Du wirst in meinem Herzen und Leben das Licht deiner Gnade nicht verlöschen lassen und mich einmal— ach mein Gott, hilf dazu!— führen aus der Nacht zum Licht, zu deinem seligen Anschauen! So gieb denn, daß ich in meiner heißen Be⸗ trübnis bei dir meine Ruhe finde. Bedecke mich und meine Lieben in dieser Nacht mit deinem Schutz und Frieden. Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Amen. Er wird alle deine Sachen, Alles, was dich jetzt betrübt, Wieder wissen gut zu machen; Denn er schläget, die er liebt; Er verletzt und wirft darnieder, Er erhebt und heilet wieder: Thränen, Angst und bitter Leid Wandelt er in Fröhlichkeit. 276. Zweiter Tag. Morgengebet. 1. Thess. 4, 14: So wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Ach, lieber Herr und Gott, gieb doch deinem heiligen Worte und deinem Geiste reichlich Zugang zu unseren Herzen, damit wir getröstet werden. Wir glauben— ach, lieber Herr und Gott, hilf unserem Glauben auf!— wir glauben, daß dein geliebter Sohn Jesus Christus für unsere Sünden ge⸗ storben ist, und daß du, allmächtiger und barmherziger Gott, denselben um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt hast, und in diesem Glauben ist ja auch— das hoffen wir— der(die) Geliebte, du wisst, in dein traurigen Deiner& lieben En zu gute! und decke iht) wi Missetha in diesen schicken, Begräbn unserer der) Er Heiland Amen. im meisten len zu dit, trüb an ch will in ren, herr⸗ lafen sind, lassen und Herr, hast Du wirst nade nicht Gott, hilf iem seligen heißen Be⸗ und meine Frieden. ir hilft. sus gestorben u eishlasn m heiligen den Herzen, liebet Heit auben, daß zünden ge⸗ iger Gott, hst, wd der dit —— Gebete bei Tod und Begräbnis. 379 Geliebte, welchen(welche) wir beweinen, entschlafen. Und du wirst, die durch Jesum entschlafen sind, mit ihm führen in dein lichtes seliges Reich. Ach Herr, mache unsere traurigen Herzen in diesem Glauben gewiß und getrost! Deiner Gnade befehlen wir unseren(unsere liebe Entschlafene) lieben Entschlafenen und bitten dich: Laß ihm(ihr) reichlich zu gute kommen das teure Verdienst deines lieben Sohnes, und decke ihn(sie) damit zu vor deinem Angesicht, laß ihm (ihr) widerfahren deine Barmherzigkeit, der du vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde. Hilf auch, daß wir in diesem Glauben heute unsere schmerzlichen Geschäfte be⸗ schicken, des(der) Entschlafenen Leib zuzurichten zu seinem Begräbnis. Siehe unsere Thränen und Gebete an als Opfer unserer Liebe und unseres Dankes, welche wir dir in dem (der) Entschlafenen schuldig sind. Ach lieber Herr Jesu, Heiland der zerbrochenen Herzen, heile auch unsere Herzen! Amen. Jesus, meine Zuversicht Und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? Jesus, er mein Heiland, lebt; Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt; Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 277. Zweiter Tag. Abendgebet. Ps. 126, 5: Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Lieber Vater in dem Himmel, du willst deinen Kindern zu einer ewigen unaussprechlich herrlichen Freude verhelfen, darum ersparst du ihnen die Thränen nicht; denn die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Wir müssen ja durch viele Trübsale in das Reich Gottes gehen. Du hast unsere Füße auf diesen Weg gesetzt, nimm unu mꝶmum 380 Gebete bei Tod und Begräbnis. uns an deine Hand und führe uns. Du hast soviel an deinen Kindern zu ziehen und zu züchtigen, um dieselben auf den rechten Weg zu bringen und auf ihm zu erhalten, damit sie reif werden für die ewige Heimat; darum wollen wir uns auch nicht sträuben gegen deine heilsame Zucht. Liel Deine Hand ist immer die linde Vaterhand, sie schlägt und ensten ö heilet, verletztt und verbindet. Wir wollen denken an die Gnade! Freuden jener Welt, wenn wir einmal versammelt sind im nehmen lieben Vaterhause und allezeit daheim sein werden bei dem nahmst Herrn. Ja, da werden wir uns freuen mit unaussprechlicher, er wiede seliger und herrlicher Freude! Ach, laß einen Schein von Turinen dieser Freude fallen in unsere Herzen; laß, wenn wir jetzt Ach, wir ö uns niederlegen, um in deinem Frieden zu ruhen, diese Freude licb unseren letzten Gedanken sein. Wenn wir einst aus dem Verpieb letzten Schlummer erwachen, dann werden wir sein wie die nuß 10 ö Träumenden, dann wird unser Mund voll Lachens 25 Früt und unsere Zunge voll Rühmens sein. Da werden Glaube wir sagen: Der Herr hat Großes an uns gethan! demt in ö Ach du lieber Herr und Gott, du Vater unseres Herrn gtrost Jesu Christi, verhilf uns zu der ewigen Freude, und wir deb To ö werden dir ewiglich danken! Amen. deh ui 6 Wenn der Herr einst die Gefang'nen einen V Ihrer Bande ledig macht, uns ja O, dann schwinden die vergang'nen ö Leiden, wie ein Traum der Nacht. Heilank Dann wird unser Herz sich freun, u H N Unser Mund voll Lachens sein; W Jauchzend werden wir erheben Erstli Den, der Freiheit uns gegeben. du rf ö Ernten werden wir mit Freuden, Leb ½% Was wir weinend ausgesät; en Jenseits reift die Frucht der Leiden, er 3l. W Und des Sieges Palme weht. ů— 7— WI Unser Gott auf seinem Thron, an m Er, er selbst ist unser Lohn: noch Die ihm lebten, die ihm starben, WA Bringen jauchzend ihre Garben.. de usern V Stimi * ö und WN ö ast sioil dieselben erhalten, um wolln me Zughst. schlägt ud en an die lt sind in n bei dem prechlicher chein von u wit jeht iese Freude aus dem in wie die Lachens da werden gethan res Herm und wir Gebete bei Tod und Begräbnis. 278. Dritter Tag. Morgengebet. Joh. 12, 24: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt es allein: wo es aber erstirbt, da bringet es viele Früchte. Lieber Herr und Gott, wir sind in einen schweren und ernsten Tag getreten; hilf uns, gieb uns deine Kraft und Gnade! Wir sollen heute für eine kleine Weile Abschied nehmen von dem(der) Geliebten, welchen(welche) du uns nahmst, und sollen den teuren Leib zur Erde bringen, damit er wieder zur Erde werde, und das thut weh. Nur unter Thränen säen wir das Verwesliche auf den Gottesacker. Ach, wir hangen zu sehr an dem Weizenkorn, es ist uns zu lieb und teuer geworden, und unser Glaube ist schwach. Vergieb es uns, o Herr, und stärke uns den Glauben. Es muß ja das Weizenkorn zur Erde fallen und ersterben, wenn es Früchte bringen soll. Mache unsere Herzen gewiß im Glauben, daß die in dir Entschlafenen kommen sollen zu dem neuen herrlichen Leib der Auferstehung; und laß uns getrost den armen nichtigen Leib, den Leib der Sünde und des Todes, in die Erde legen. Herr, stärke uns im Glauben, daß wir festhalten an der Hoffnung, welche wir haben als einen festen Anker unserer Seelen. Als deine Kinder darf uns ja auch das dunkle Grab nicht schrecken. Du, lieber Heiland, hast auch unsere Gräber gesegnet und geheiliget zu Kammern sabbathlichen Friedens, und du bist der Erstling geworden unter denen, die da schlafen; du rufst uns zu: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Es ist ja nur noch über ein Kleines, und wir werden auch hinabgebettet in den Schoß der Erde und werden da liegen und mit unsern lieben Entschlafenen warten, bis wir, o Herr, deine Stimme hören, und du, großer Erzhirte, deine Schafe sammeln und unsere nichtigen Leiber verklären wirst, daß EL. mWMLWuͤ; y,„;ᷣG5ww 382 Gebete bei Tod und Begräbnis sie ähnlich werden deinem verklärten Leibe. Ach, wie Ins hilf uns halten an der überschwänglichen Hoffnung, die wir unsere 0 haben, und nicht wanken! Hilf uns deinen Willen thun, dohinfahte zum Lobe deiner Gnade und Herrlichkeit! Amen. ahne den Du gingest, Jesu, unser Haupt, zu sein Durch Leiden himmelan, dich zu Und führest jeden, der da glaubt, Mit dir die gleiche Bahn. Leben zu Wohlan, so führ' uns allzuglei 11 Teil am Leiden Rap ant Reich wallen Führ uns durch deines Todes Thor williger Durch deine Gnad' zum Licht empor! eifriger W 279. des ande Dritter Tag. Abendgebet. Werlen, ö Röm. 14, 8: Leben wir, so leben wir dem Herrn: dener 1 sterben wir, so sterben wir dem Herrn, darum wir leben oder mit uns ö sterben, so sind wir des Herrn. ö Uast tra. Tief gebeugt sagen wir dir, lieber Gott und Vater, irst du W von Herzen Dank, daß du uns in diesen schweren Tagen wollen und besonders heute nahe gewesen. Fühlbar haben wir neuen deine Nähe empfunden, und das Wort, welches du uns hast wir de verkündigen lassen, hat unsere Herzen gestärkt und getröstet; Herrn dafür danken wir dir von Herzen. Wie du deinen selig wir de N Entschlafenen zum Frieden verhilfst, so schaffe nun auch den in unse rechten Frieden in unseren Herzen! Vergieb uns alles, wodurch wir in diesen Tagen mit unserm Trauern dich be trübt haben; du kennst ja das arme schwache Menschenherz, WII du kennst es in seinen Tiefen. Vergieb uns auch alles, was wir an unserm(unserer) lieben Entschlafenen gesündigt haben W während seiner(ihrer) Lebenszeit; ach, es fehlt uns so sehr * die Liebe, die alles verträgt, alles glaubt, alles hofft, alles duldet. O, wie ist uns dies alles von Grund unseres R Herzens so leid, wie schmerzt es uns so tief; ach, um Jesu willen vergieb es uns, damit wir in deinem Gnadentrost den Frieden gewinnen! In demselbigen laß uns unsere thränenmüden Augen an diesem Abende zuschließen und hin⸗ fort ein neues beginnen. Wir haben es schmerzlich erfahren,. ö V wie bald du einen Menschen von hinnen fordern kannst, und lih 6 be. Ac 3, die wir lUen thun. dem Herri: ir leben oder md Vater, ten Tagen haben uir u uns hist gettösttt einen seliz u auch den uns alles n dich be⸗ Gebete bei Tod und Begräbnis. 383 wie uns nichts gewisser ist als das Ende. Herr, behüte unsere Seele! Behüte unsern Ausgang! Laß uns nicht dahinfahren in unsern Sünden! Laß uns nicht sterben ohne den Glauben an deinen Heiland! Ermahne uns, treu zu sein in unserm Haushalten, kindlich dir zu vertrauen, dich zu lieben, allem ungöttlichen, sündlichen Wesen und Leben zu entsagen und nur dir allein zu leben. Aber wir wollen auch uns selbst in frommer Liebe inniger umfassen, williger uns tragen in aller Geduld und Langmütigkeit, eifriger für einander wachen und beten und umsomehr einer des andern wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken, auf daß wir dir wohlgefallen und einst in dir und deiner Gnade getrost sterben mögen. Dann bist du auch mit uns, unser Immanuel. Du hilfst uns die auferlegte Last tragen, und nach dem Reichtum deiner Barmherzigkeit wirst du alles wohl machen. Mit dem heiligen Gelübde wollen wir aus diesen schweren Tagen scheiden und den neuen Lebensabschnitt beginnen: Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn; darum wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Ach Gott, halte diese Worte lebendig in unseren Herzen! Amen. Ich bin nicht mehr mein eigen! Dem Herrn bin ich getauft! Laut will von dem ich zeugen, Der mich so teu'r erkauft. Nur er soll mir gefallen, Er, deß ich ewig bin. Mit ihm nur will ich wallen Zur sel'gen Heimat hin! 280. Gebet beim Tode des Mannes. Jer. 29, 11: Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr, nämlich Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich euch gebe das Ende, deß ihr wartet. s. 68, 6: Der ein Vater ist der Waisen und ein s. Richter der Witwen; er ist Gott in seiner heiligen Wohnung. Ach Herr, mein Gott, wie hast du mich doch so schmerz⸗ lich heimgesucht, wie hast du mich so arm gemacht. Ich bin 384 Gebete bei Tod und Begräbnis. zu einer Witwe(und meine Kinder sind zu Waisen) ge⸗ worden. Der mir so lieb und teuer war, der meinem Herzen am nächsten stand und sein Leben mit mir geteilt, den hast du von meiner Seite genommen, und ich muß ihm nachsehen in seine Kammer. Zerbrochen ist die Stütze, die mich in meiner Schwachheit trug, der mir(und meinen Kindern) der Ernährer war, den müssen meine Augen be⸗ weinen. Betrübt ist meine Seele; voll Unruhe mein armes Herz; ich schreie zu dir, ach, sieh an meine Thränen und höre mein Schreien! Ich habe keine andere Zuflucht, als zu dir allein, und keinen andern Trost, als auf dich, Herr, zu hoffen. Du willst dich ja der Witwen annehmen und der Waisen dich erbarmen; o erbarme dich meiner! Laß den Gnade finden in deinen Augen, den du von hinnen ge⸗ fordert, deines lieben Sohnes Leiden und Sterben laß seine Fürsprache sein, aber laß auch mich Gnade finden und ver— gieb mir meine Sünden und Versäumnisse an dem teuren Entschlafenen; wie thun sie mir in meinem Herzen weh, ach vergieb mir! O mein Gott, laß es mich wissen, daß du nur Gedanken des Friedens und nicht des Leids mit mir hast, sei mir nahe, recke deine Hände nach mir aus; umfahe mich(und meine Kindlein) mit deinem Schutz und Schirm! (Siehe, du hast sie mir gegeben, sei du ihr Beschützer, ihr Versorger, ihr Vater!) Laß mich deine Hand fühlen, gieb mir Weg und Bahn, darauf ich wandeln kann! Ich will dir eine rechte Witwe sein, ich will meine Hoffnung auf dich setzen und am Gebet bleiben Tag und Nacht; laß mich nur nicht zu Schanden werden! Du Gott meiner Kindheit, du Herr meiner Jugend, du Vater meines Herrn Jesu Christi, verlaß mich nicht, um Christi, deines lieben Sohnes, meines Heilandes willen erhöre mich. Amen. Thu als ein Kind und lege dich In deines Vaters Arme; Bitt ihn und flehe, bis er sich Dein, wie er pflegt, erbarme: So wird er dich durch seinen Geist Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohl gehaltnem Ringen Aus allen Sorgen bringen. M wie schn war, he Es bric Freundi Gehilfi ohne d (ach, o die tief schlager Reshch Hand Meiner Barmh habe ie Chema was i— weh, 1 will m von m meiner auf E Liebe Kindle nimm eine 8 Thal Lucht Gieb lehre Niser) g r meinem tir geteil, muß ihm Stütz die id meinen Augen be⸗ zein armel ränen und flucht, als dich, Hert, chmen und ner! Laß hinnen ge⸗ laß seine und ver⸗ em teuren azen weh, issen, daß mit mir 3j umfahe d Schirm! hütze, iht hlen, gieh Ich will V auf dich j mich nur udheit, du u Christ, 6, meines Gebete bei Tod und Begräbnis. 281. Beim Tode des Weibes. Ps. 56, 9: Fasse meine Thränen in deinen Sack; ohne Zweifel, du zählest sie.. Joh. 13, 7: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren. Mein Herr und mein Gott, wie tief hast du mich gebeugt, wie schmerzlich mich gedemütigt. Das, was mir am liebsten war, hast du mir genommen, es ist mein herzliebes Weib. Es bricht mir mein Herz, daß ich hinfort sein soll ohne die Freundin, der sich meine Seele vertrauen konnte, ohne die Gehilfin, die so redlich und treulich mir zur Seite gestanden, ohne die Gefährtin, die Freud und Leid mit mir geteilt, (ach, ohne die Mutter meiner Kinder)! O Gott, gieße in die tiefen Wunden, die du meinem Herzen und Leben ge⸗ schlagen hast, deinen Trost. Ich bete: Herr, dein Wille geschehe, reiche mir die Kraft dar, das Kreuz aus deiner Hand zu nehmen und es meinem Heiland nachzutragen. Meinem lieben Weibe vergelte nach dem Reichtum deiner Barmherzigkeit und mir vergieb meine Sünden. Wie vieles habe ich unterlassen, was ich als ein treuer und liebevoller Ehemann hätte thun, und wie vieles habe ich gethan, was ich hätte unterlassen sollen, das thut meinem Herzen weh, um deiner Liebe willen vergieb mir meine Schuld. Ich will mich beugen unter deine Züchtigung, sei du nicht ferne von mir. Gedenke meiner,(gedenke in deiner Vaterliebe meiner lieben verwaisten Kinder, denen du ihr bestes Teil auf Erden nahmst: die fromme Mutterliebe; aber deine Liebe ist ja auch wie Mutterliebe, o, erweise sie meinen Kindlein reichlichst; breite deine Flügel über sie aus und nimm sie unter deinen Schutz und Schirm; sammle sie, wie eine Henne ihre Küchlein sammelt)! Ach Herr, sei im dunklen Thal mein Stecken und Stab; laß dein Wort mir sein die Leuchte meines Fußes und das Licht auf meinen Wegen! Gieb mir weisen Rat und leite mich nach deinem Rate, lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen!(Verdoppele in 25⁵ Des Christen Pilgergang. ue /᷑ìfr ꝓer 386 Gebete bei Tod und Begräbnis. mir die Treue in meinen Vaterpflichten), verlaß mich nicht! Laß mich erkennen, daß du mein Gott und Vater bist, ein Erbarmer aller Traurigen, ein Helfer aller Hülflosen und Verlassenen. Erhöre mein Gebet, Herr, und ver⸗ nimm mein Schreien und schweige nicht über meinen Thränen; ach, erhöre mich, tröste mich,(auf daß auch meine Kinder durch mich getröstet werden). Amen. Harre meine Seele, harre des Herrn, Alles ihm befehle, hilfs er doch so gern. Wenn alles bricht: Gott verläßt uns nicht. Größer als der Helfer Ist die Not ja nicht. Ewige Treue Retter in Not, Rett auch unsere Seele, Du treuer Gott. 282. Beim Tode des Vaters. Ps. 85, 5: Tröste uns, Gott, unser Heiland! Joh. 14, 18: Ich will euch nicht Waisen lassen, ich komme zu euch. Lieber Vater im Himmel, wir armen Kinder weinen und beten zu dir, denn du hast uns so tief betrübet. Du hast uns den lieben Vater sterben lassen, wir haben nun auf Erden keinen Vater mehr! O, wie viel haben wir ver⸗ loren! Wie sind wir so arm und hülflos! Doch, es ist dein Rat und Wille, daß du unsern lieben Vater heraus⸗ genommen aus den Leiden, Sorgen und Mühen dieses armen Lebens, ach, nimm ihn auf in dein lichtes, seliges Himmelreich, gieb ihm deinen ewigen Frieden; gieb auch uns deinen Frieden. O liebster Gott und Vater, verlaß uns nicht, neige dein Herz zu uns und tröste uns; du willst ja, Herr Jesu, die Deinen nicht Waisen lassen, komme zu uns und nimm dich unserer herzlich an. Ach, wir haben oft nicht erkannt die Liebe unseres Vaters, und welche Güte und Treue du uns in ihm erzeigt hast; wir haben ihn oft mit unseren Sünden betrübt; ach, vergieb uns, was wir in Unver ins soe gieb es Und we Vater Himme ab und schirmen liebe Y der Ku Heimgat bald ster auch, de niemald damit über un erhöre leuchten ich nicht bist, ein losen und und ver⸗ cht über „ auf daß Amen. ub. n lassen, i jer weinen übet. Du haben nun u wir ber⸗ och, e0 it er heraub⸗ hen dieses eo, selie gieb auc Gebete bei Tod und Begräbnis. 387 in Unverstand und Schwachheit gesündigt haben; wie ist es uns so herzlich leid; ach lieber Gott, um Jesu willen ver⸗ gieb es uns, damit doch des Vaters Segen über uns komme. Und weil du unser Gott und Vater bist, der rechte Vater über alles, was da Kinder heißt, im Himmel und auf Erden, so stehe uns bei. Laß nicht ab und werde nicht müde, uns zu lieben und zu segnen, zu schirmen und zu führen. Erhalte uns um so länger unsere liebe Mutter; ach, tröste sie, Gott unser Heiland, damit der Kummer und Schmerz um des geliebten Vaters Heimgang ihr Herz nicht verzehre, und sie uns nicht auch bald sterbe! O Herr, tröste uns, tröste uns; aber hilf uns auch, daß wir deine rechten Kinder werden, daß wir niemals dich vergessen und niemals von deinen Wegen weichen, damit dein Wohlgefallen auf uns ruhen und dein Segen über uns kommen kann. Ach, lieber Vater im Himmel, erhöre deine Kinder, die zu dir weinen und beten, laß uns leuchten dein gnädiges Angesicht. Amen. Sollt' es gleich bisweilen scheinen, Als ob Gott verließ die Seinen, O, so glaub' und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Not am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 283. Beim Tode der Mutter. Jes. 49, 15: Kann auch ein Weib ihres Kindleins ver⸗ gessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Ach lieber Gott und Vater, wir haben so oft und viel zu dir geweint und gebetet, daß du uns doch unsere teure Mutter wieder gesund werden lassen und am Leben erhalten wollest, und nun ist es doch so anders gekommen; unter unseren Händen ist sie entschlafen. Erloschen ist uns das liebe Sonnen⸗ licht ihrer Augen, gebrochen ist das treue Mutterherz. Ach, 25* 388 Gebete bei Tod und Begräbnis. du hast uns wie viel genommen, denn viel, sehr viel hattest du uns in ihr gegeben. Du nahmst uns, die uns unter ihrem Herzen getragen, deren Herz in treuster Liebe für uns schlug, deren Hände für uns arbeiteten, für uns beteten, deren Augen über uns wachten, um uns weinten; der Fittige warmer, treuer Mutterliebe hast du uns beraubt, und die Welt ist so versuchungsreich. Das Leben ist oft so rauh und kalt. Ach liebster Vater, wir fliehen in deine Arme, wir legen uns an dein Herz; wir hören dich ja sagen: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes. Und ob sie desselbigen vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. So vergiß auch uns nicht und sei uns ein rechter Vater, aber laß uns auch deine rechten Kinder sein. Ziehe uns durch die widerfahrene Trübsal zu dir, erhalte in deiner Furcht und Liebe unsere Herzen und laß uns dir kindlich vertrauen; erhalte uns auf guten frommen Wegen. Wir wollen nun um so treuer und kindlicher unserm lieben Vater gehorchen, ihn um so mehr lieb und wert haben, damit wir ihm durch unser ganzes Thun und Verhalten an unserm Teil den bitteren Trennungs⸗ schmerz von der lieben Mutter erleichtern und seine einsamen Tage erhellen. Dazu stehe uns bei mit deiner Kraft und Gnade, gieb uns deinen Segen; ach, segne uns, du treuer Gott! Amen. Ach Gott, verlaß mich nicht, Gieb mir die Gnadenhände; Ach, führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit; Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz, Ach Gott, verlaß mich nicht. V von un arme 2 Leben i und fte uns so wir ha uns w willst Herzn uns ur die un erbarm Stätte gebroc ach, l einand einand und u iel hattest uns unter e für und ten, deren er Fittige „und die so raub ine Arme, ja sagen: rgessen, an ihres so will auch uns auch deine derfahrene ebe unsere halte uns so treuer jn um so ser ganzes rennungs⸗ e einsamen Kraft und du treuer Gebete bei Tod und Begräbnis. 389 284. Beim Tode des Letzten der Eltern. Jes. 55, 8 u. 9: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern, so viel der Himmel höher ist, denn die Erde, so sind auch meine Wege höher, denn eure Wege, und meine Gedanken, denn eure Gedanken. Offenb. 7, 17: Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen. Lieber Gott und Vater, nun hast du uns auch das letzte von unsern teuren Eltern sterben lassen, und wir sind nun arme Waisen geworden. Das warme Sonnenlicht in unserm Leben ist erloschen, wie fühlen wir uns so allein, verlassen und fremd! Wer wird sich nun unser annehmen und für uns sorgen, wer über uns wachen und für uns beten? Ach, wir haben niemand mehr, an den wir mit voller Zuversicht uns wenden und halten könnten, als dich allein, und du willst ja auch unser Vater sein. O, nimm uns an dein Herz und in deine Arme, trockne unsere Thränen! Bringe uns unter die Hut frommer Menschen, die für uns sorgen, die um der Liebe Christi willen uns lieben und sich unser erbarmen. Wir haben nun kein Elternhaus mehr, die traute Stätte unserer Kindheit und unserer frohsten Tage ist ab⸗ gebrochen; das eine muß nun hierhin, das andere dorthin;ͥ— ach, laß uns doch in herzlicher, geschwisterlicher Liebe mit einander verbunden bleiben, für einander beten und über einander wachen!(Hilf uns älteren Geschwistern, den jüngeren und unmündigen, soweit wir vermögen, beistehen mit Rat und That, mit liebender Führung und Weisung.) Erhalte uns alle, o treuer Gott, auf guten, frommen Wegen; ach, es ist uns so bange in dieser Welt! Regiere uns mit deinem guten Geist, daß wir unser Leben lang dich vor Augen und im Herzen haben und uns hüten, in eine Sünde zu willigen und zu thun wider dein Gebot. Erhalte uns unter deiner treuen Hut, damit wir bewahret bleiben! Haben wir auch kein Eltern⸗ haus mehr, so haben wir doch ein Vaterhaus im Himmel, wo du deinen Kindern die Thränen abwischen und all ihren 39⁰ Gebete bei Tod und Begräbnis. Jammer und all ihr Herzeleid stillen wirst, wo sie nicht mehr von einander getrennt werden und Waisen sind, sondern viel⸗ mehr allezeit daheim sein werden bei dir, dem Herrn. O nimm uns alle in Gnaden auf in deine Kindschaft, lehre uns immer kindlicher das Abbarufen und bringe uns endlich alle in dein himmlisches Vaterhaus zur ewigen Seligkeit durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dir's nicht, Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk kann niemand hindern, Dein' Arbeit darf nicht ruhn,“ Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. 285. Gebet der Eltern beim Tode eines Kindes. Hiob 1, 21: Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen; der Name des Herrn sei gelobt! Treuer Gott, du kennest unsere Herzen, dein Vaterherz weiß unsern Schmerz um den Hingang unseres geliebten Kindes. Du bist ja die Liebe selber; und was sich in unsern Herzen von Liebe reget, ist ja nur ein Tröpflein, welches du aus deinem Meer in das Elternherz gegossen hast; dazu bist du ja der rechte Vater über alles, was Kinder heißet im Himmel und auf Erden. Noch ehe unser Kind da war, er⸗ flehten wir es von dir; und da wir es empfangen hatten, war es die Lust unserer Augen und die Freude unserer Herzen. Dennoch dürfen wir es dir nicht weigern, du bist der Herr, so thue an uns, was dir wohlgefällt; unser Kind war dein und ist und bleibet dein ewiglich. Wir sprechen mit deinem Knecht Hiob: der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sei gelobet. Ja, du hast es genommen in dein Reich. Deß sind wir gewiß, deß ist uns seine heilige Taufe Siegel und Unterpfand. Wenn wir dessen gedenken, daß es nun daheim ist bei dir, wie dürften wir es wieder begehren? Wir haben 8 jn n gurten Gefahre Ach lie Schmer das un baren; gemacht faller Erinne treulich unserer ist, ur trachte unoen berufe an d in Herz und Kind Zeit Her und des. Herr hat es Vaterherz geliebten in unsern welches du dazu bist heißet im U War, er⸗ Gebete bei Tod und Begräbnis. 391 es ja nicht für die Erde allein erzogen, nicht für den Irr— garten dieser Welt mit ihren zahllosen Versuchungen und Gefahren, sondern vielmehr für dein himmlisches, ewiges Reich. Ach lieber Gott, stille unsere Herzen und verbinde unsere Schmerzen. Laß uns diesen Verlust werden zu einem Bande, das uns immer fester verbinde mit deinem ewigen, unsicht⸗ baren Reiche. Mit unserem lieben Kinde hast du es wohl— gemacht, sein Los ist ihm auf das liebliche ge— fallen, ihm ist ein schönes Erbteil geworden. Erinnere uns daran, daß wir deine Kinder sind, damit wir treulich unseres himmlischen Berufes warten, an unseren(und unserer Kinder) Seelen nicht versäumen das Eine, was Not ist, und daß wir nun um so mehr nach deinem Reiche trachten, da ja auch unser geliebtes, heimgegangenes Kind uns nach oben zieht, hin zur seligen Heimat, zu der du uns berufen in Christo Jesu, unserem Herrn. Amen. Zeuch hin, mein Kind, Denn Gott selbst fordert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar; Dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlaß ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 286. Beim Tode des einzigen Kindes. Luk. 7, 13: Weine nicht. Herr, thue doch auch an uns, wie du gethan hast einst an der armen Witwe zu Nain, gehe nicht an uns vorüber in unserem Jammer, sondern sprich dein Wort in unsere Herzen: Weinet nicht. Tief hast du uns gebeuget. Was uns auf Erden das liebste war, unser einziges, herzliebes Kind hast du uns genommen. Es war uns ein so teures Zeichen deiner Huld und Freundlichkeit, die Wonne unserer Herzen. Ach, lege doch deinen Finger auf unsere Lippen und stille unsere Herzen, auf daß wir nicht anheben, wider 392 Gebete bei Tod und Begräbnis. dich zu murren. Du hast deines eigenen Sohnes nicht ver⸗ schonet, sondern hast ihn für uns alle dahingegeben. Du hast in deiner unergründlichen Barmherzigkeit dein heiliges Kind Jesum hingegeben für die verlorene Welt, gegeben in die Krippe und an das Kreuz hinan in die schmerzlichsten Todesleiden. Was aber sollen wir denn thun? Wir sollen nur zurückgeben, was dein war, ehe es uns gewesen, zurück⸗ geben unser Kind in die Hände seines rechten Vaters, wir sollen es dem nicht wehren, der es zu sich gezogen, um es zu lieben und zu segnen ewiglich. Du, lieber Heiland, sprichst auch über ihm: Das Kind ist nicht tot, sondern es schläft. Nun ist es in deinen Garten gepflanzet, und soll allein blühen zu deiner Ehre. Nun ist ihm das Los gefallen aufs liebliche, ihm ist ein schönes Erbteil geworden. Wir sollen ja auch wiedernehmen dürfen, was wir jetzt geben mußten, wenn wir selbst über ein kleines— ach hilf uns dazu!— zu dir gekommen sind. Ja, da wird unser Mund noch voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens werden ob der Herrlichkeit und Freude, die du uns bereitet hast. Ach lieber Gott und Vater, erhebe doch unsere Herzen und mache uns stark im Glauben, in der Liebe und Hoffnung, stark in unserer schmerzlichen Duldung, damit wir deine Liebe nicht verleugnen, in der wir allein haben unsern einzigen Trost und unsere zuversichtliche Hoffnung im Leben und im Sterben! Ach Herr Gott, ziehe uns unserm lieben Kinde nach und bringe uns einst in dein himmlisches, ewiges Reich um deines geliebten Sohnes unseres Heilandes willen. Amen. Herr Jesu, unser Leben! In Thränen dankt man dir, Daß du uns Trost gegeben, Denn davon leben wir. Was wir in Schwachheit säen, Das wird in Herrlichkeit Auf dein Wort auferstehen; Das ists, was uns erfreut. Gebet b Wir deinem Wi ins gelegt Beugung! eichen Au um den Al du uns pt alle Hei Blume. ist abge brochen i Alters, u teures Ki uellen ge Ich Gott dllagen! nissen: d Aschlagen hand; ab nögen ur heiligen nit dein Rsum, d Rehorsam uuß wir ondern Gduld'e vin Hei st dur Rtreu b. icht ver⸗ N. Du heiliges geben in nzlichsten dir sollen zurück ers, wir „um ed Heiland, sondern zet, und das Los eworden. izt geben hilf und er Mund werden tet hast zen und hoffnung, ine Liebe einzigen und im n Kinde zes Reich Amen. Gebete bei Tod und Begräbnis. 287. Gebet beim Tode eines Sohnes oder einer Tochter. 1. Petri 1, 24: Alles Fleisch ist wie Gras, und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen. Wir sind sehr gedemütigt, Herr, erquicke uns nach deinem Worte; du hast deine gewaltige Hand schwer auf uns gelegt, segne uns mit dem Segen der Demut und Beugung! Wir dachten nun zu ernten von der oft thränen⸗ reichen Aussaat unserer Sorgen und Mühen, wir meinten, um den Abend unseres Lebens werde es licht sein, da lässest du uns predigen: Alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Menschen wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume ist abgefallen. Dahin sind unsere Hoffnungen, zer— brochen ist uns die Stütze in den Tagen des nahenden Alters, unser geliebter Sohn(unsere geliebte Tochter), unser teures Kind ist nicht mehr; unsere Augen sind Thränen⸗ quellen geworden, und wir essen unser Brot mit Sorgen! Ach Gott, habe Geduld mit uns, wenn wir weinen und klagen! Tröste, tröste uns Gott, unser Heiland! Wir wissen: deine Hand ist es, welche uns die brennende Wunde geschlagen hat; wir wollen uns stellen unter deine Vater— hand; aber reiche uns auch die Kraft dar, daß wir es ver⸗ mögen und unser Herz und unsern Willen geben in deinen heiligen Willen. Dein Wort bleibet in Ewigkeit. Erleuchte mit deinem Wort unsere Augen, daß wir aufsehen auf Zesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher gehorsam ward bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz, auf daß wir in der Anfechtung nicht abfallen, nicht träge werden, sondern Nachfolger derer, die durch den Glauben und die Geduld ererbt haben die Verheißung. Herr, wir warten auf dein Heil; stärke uns den Glauben, mache unsere Herzen fest durch deine Gnade, damit wir überwinden und dir getreu bleiben! In Frieden wollen wir unser teures Kind IFr:le m:P..vñnnmm; 394 Gebete bei Tod und Begräbnis. ziehen lassen, barmherziger Gott, bedecke es mit deinem Frieden ewiglich! In deinem Frieden laß uns unsere Wege gehen, du treuer Gott, wirst mit und bei uns sein, uns heben und tragen, helfen und erretten, wie du deinen Gläu⸗ bigen verheißen hast, bis du uns aus diesem thränenvollen Leben ausgeholfen in dein himmlisches, ewiges Reich! Amen. Heben will er dich und tragen, Wenn du schwach und hülflos bist. Auch des grauen Alters Klagen Hört er, der uns nie vergißt. Die Verheißung steht noch fest, Daß er Fromme nie verläßt, Nicht versäumt auf sie zu schauen, Wenn sie kindlich ihm vertrauen. 288. Gebet beim Tode eines Bruders oder einer Schwester. Röm. 8, 35: Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jonathan; ich habe große Freude und Wonne au dir gehabt, so klagen wir, lieber Herr und Gott, um unsern lieben Bruder(unsere liebe Schwester). O, wie viele Freude hatten wir an ihm (ihr)) Unsere Herzen waren verbunden in inniger, ge⸗ schwisterlicher Liebe, dein Geist hatte uns auch geeint in dem einen Glauben an dich, unsern Gott und Vater und in der Liebe zu Christo, dem Erstgeborenen unter vielen Brüdern. Viele frohe Tage und viele glückliche Stunden haben wir mit einander verleben dürfen. Nun ist dieses Glück zerronnen, das treue Bruderherz(Schwesterherz) hat aufgehört zu schlagen! Aber dir sei Lob und Dank dafür: die Liebe hört nimmer auf, und wer will uns scheiden von deiner Liebe? Drücke des(der) lieben Entschlafenen Bild unauslöschlich in unsere Herzen und laß seinen(ihren) Namen uns teuer bleiben, so lange wir leben. Gieb uns auch die große Gnade, daß wir uns wiederfinden droben vor deinem Throne. O wie werden wir uns freuen in deinem Anschauen, wenn wir miteinander knieen dürfen vor deinem Stuhle, dich zu lieben und zu preisen ewiglich! So wollen wir das Weh des Todes be— zwingen wir wied durch die wir auch behren u zihen— not soll soll uns machen i alle dein als auch Kinder v dazu un das him unserer heimges die Ge und ihn seines dahin. du das wollten machst t deinem ere Wer sein, uns ien Gläu⸗ inenvollen hl Amen. chwester, ebe Gottes han; ich lagen wit, er(unser r an ihm liger, RP. nt in dem und in der Brüdern. haben wir zerronnen, 1 schlagen rt nimmer 7Drult in unser hleiben, s „ daß ll vie werden liteinande n und Todes be⸗ Gebete bei Tod und Begräbnis. 39⁵5 zwingen und uns freuen der lebendigen Hoffnung, zu der wir wiedergeboren sind nach deiner großen Barmherzigkeit durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten! Müssen wir auch noch leiden und kämpfen, dulden und ringen, enr⸗ behren und verleugnen, und oft weinend unsere Straße ziehen— kein Leid, kein Schmerz, kein Kampf, keine Erden⸗ not soll uns von deiner Liebe scheiden, nein, das alles soll uns nur noch inniger mit dir verbinden und uns treuer machen in der Nachfolge deines lieben Sohnes. Dein sind alle deine Kinder, sowohl die droben sind im Vaterhause, als auch die, welche noch in der Fremde wallen, und deine Kinder wollen wir sein und bleiben ewiglich. Ach, hilf uns dazu und gieb uns reichliche Gnade, damit wir gewinnen das himmlische Erbe, welches du uns verheißen hast! Amen. O, du treuster Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie es so herzlich meine, Wie's dein letzter Wille war, Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sei'n, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun! 289. Beim Tode eines Verunglückten. Klagel. Jer. 3, 37: Wer darf denn sagen, daß solches geschehe ohne des Herrn Befehlꝰ Ps. 37, 7: Sei stille dem Herrn und warte auf ihn. Herr, wie sind wir so sehr erschrocken! In der Angst unserer Herzen schreien wir zu dir; mit Unglück hast du uns heimgesucht; so plötzlich, so schmerzlich hast du den Geliebten (die Geliebte) uns entrissen! Nicht ahnend, daß du kommen und ihn(sie) von hinnen abrufen würdest, ging er(sie) die Wege seines(ihres) Berufes, da rafftest du ihn(sie) so plötzlich dahin. Ach, es geziemt uns nicht zu fragen: Warum hast du das gethan? Wer sind wir, daß wir mit dir rechten wollten? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich also? Du bist der Herr, und wir sind Ge⸗ 396 Gebete bei Tod und Begräbnis. fäße deiner Hand, und in deiner Hand ist die Seele alles dessen, was da lebet und der Geist alles Fleisches eines jeglichen. Es geschieht ja doch nichts ohne den Rat deines Willens. Laß es doch unseren Trost sein, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen! Deine Kinder, die du in deine Hand gezeichnet, kann dir ja niemand und nichts aus deinen Händen reißen. Herr, lieber Heiland, laß diese schwere, schmerzliche Heimsuchung uns zum Besten dienen! Gieße das Oel des Glaubens und den Trost deiner Liebe in die tiefen Wunden unserer Herzen, daß wir uns in aller Demut beugen unter deine gewaltige Hand, daß wir stille sind und ertennen, daß du der Herr bist. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Laß uns nicht in Sicher— heit und Sorglosigkeit fallen, erhalte uns in steter Buße und Bereitschaft. Ach, wache und walte über uns! Ach, laß uns in aller Anfechtung und Not und mitten im Tode unsere Zuflucht nehmen zu dir, auf daß wir mit Leib, Seele und Geist dir bewahrt bleiben auf den Tag unseres Herrn Jesu Christi! Ach Herr, erhöre uns, du Gott, unser Heiland, erhöre uns und gieb uns deinen Trost und deinen Frieden! Amen. Auf, auf! Gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht; Laß fahren, was das Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. 290. Beim Tode eines Selbstmörders. Ebr. 10, 31: Schrecklich ist es, in die Hände des leben⸗ digen Gottes zu fallen. Offenb. Joh. 16, 7: Ja, Herr, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht. Herr, Herr Gott, du hast uns in den Staub gestoßen, deine Ruten zerfleischen uns! Ach, daß er(sie) dahingehen konnte, dir vers welcher wir une fallen richtet, Finstert Nur di Bruder nur du kinder Gericht Mensch armen Gnader Geder nicht dem ur säumt mit Vei ist. N willen! Herzen Furcht auch ei Bermö gewinn Glaube keine 9 Das wir ni Finster die unser Herr eele alles hes eines at deines ien, die dienen! kann dir . Herr, imsuchung bens und Herzen, gewaltige daß du sterben u Sicher⸗ ter Buße 81 Ach, im Tode ib, Seele es Herrn t, unser d deinen des lebel Hott, deilt hingehen Gebete bei Tod und Begräbnis. 397 konnte, ehe du ihn(sie) abgerufen, daß er(sie) sich also an dir versündigen und verschulden konnte, das ist der Jammer, welcher unsere Herzen zernaget! Und nun: Wessen sollen wir uns trösten? Wir wissen nur eins: Er(sie) ist ge⸗ fallen in deine Hände, und du bist es, der ihn(sie) richtet, welcher auch wird an das Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren. Nur du allein weißt es, was in der Seele unseres armen Bruders(unserer armen Schwester) vorgegangen ist, und nur du allein kennst die Fäden, an welchen die Menschen— kinder gezogen werden. Herr, allmächtiger Gott, all deine Gerichte sind gerecht, und du bleibst rein, wenn du von Menschen gerichtet wirst, ach Herr, gedenke unseres(unserer) armen Bruders(Schwester); ach, gedenke seiner(ihrer) in Gnaden! Gieb, daß wir uns beugen unter deine Gerichte! Gedenke nicht unserer Sünde und vergilt uns nicht nach unserer Missethat. Viel haben wir an dem unglücklichen Bruder(der unglücklichen Schwester) ver— säumt mit Wachen und Beten, mit Lieben und Tragen, mit Vermahnen und Warnen; ach, du weißt es, wieviel das ist. Vergieb uns um des heiligen und teuren Blutes Christi willen! Verhilf uns auch zu gründlicher Buße, wahrer Herzensbekehrung und Lebenserneuerung, damit wir in deiner Furcht und Liebe, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist, dir dienen unser Leben lang. Sei uns aber auch ein treuer und barmherziger Gott, laß uns nicht über Vermögen versucht werden und die Versuchung so ein Ende gewinnen, daß wir es können ertragen. Halte uns fest im Glauben, treu in der Liebe, standhaft in der Hoffnung, daß keine Anfechtung, wie groß sie auch wäre, uns dir entreiße. Das Licht deines Geistes laß in uns nicht verlöschen, damit wir nicht von dir abirren und hineingeraten in Nacht und Finsternis. Dein Wort lebe und wirke in uns, es sei die Leuchte unseres Fußes und das Licht auf unserm Wege, unseres Herzens Labsal und Trost. Ach Herr Gott, hilf uns; ach Herr Gott, erbarme dich unser; 398 Selige Ausblicke. erlöse uns aus allen Nächten und Dunkelheiten und bringe uns zum ewigen Lichte! Erhöre uns um Christi willen. Amen. Dritter Abschnitt. Selige Rusbliche. 291. Gebet am Gedächtnistage eines frommen Entschlafenen. Sprüche 10, 7: Das Gedächtnis des Gerechten bleibt 5 Seipgil 1, 21: Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Ich gedenke heute, mein Gott, vor deinem Angesicht des(der) lieben Entschlafenen, welchen(welche) du von hinnen nahmst. Du weißt, lieber Vater, wie lieb ich ihn(sie) hatte, du weißt, was ich an dem(der) teuren Heimgegangenen verloren. Von neuem beginnt die Wunde zu bluten, die du meinem Herzen und Leben geschlagen hast, und von neuem erwacht in meinem Herzen die Sehnsucht nach dem(der) lieben Heimgegangenen. Aber deine Hand war und ist es, die mich gebeugt, darum will ich immer wieder mich demütigen unter deine Hand, hoffend: du werdest doch alles wohl machen. Du nimmst nicht, ohne zu geben. Loslösen wolltest du mein Herz von dem Sichtbaren und Zeitlichen und es hinrichten auf das Unsichtbare und Ewige. Du hast mir hier eine Lücke gerissen in Herz und Haus, damit ich droben desto heimischer würde. So will ich denn heute aufschauen zum Vaterhaus, wohin mir der(die) liebe Entschlafene voraus— gegangen. Warst du, treuer Heiland, sein(ihr) Leben, so weiß ich auch, daß das Sterben sein(ihr) Gewinn war. Die in dir leben, kommen ja heim zu dir. Das sagt mir gewißlie dem 6 sprich ihre? auch ni du zu meinde, sehen unseres Seele mehr, so trer und i leuchtet bewer Werk nicht willen, mich i welche Zeit. Herrn bringe Amen. lafenen. hten bleibt Sterben ist Angesict hinnen hn(sie angenen ten, die n neuem em(der) 0 it ed, emütigen machen. du mein inrichten ier eine en deso Hen zum voraus⸗ eben, so un wat. sagt mir Selige Ausblicke. 399 gewißlich dein Wort: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, ver Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nach. Drum dürfen wir auch nicht trauern wie die, die keine Hoffnung haben. Die du zu dir genommen, die daheim sind in der oberen Ge— meinde, sind uns ja nicht verloren, wir sollen sie wieder— sehen in einer Kürze, wenn anders wir auch das Ziel unseres Glaubens davonbringen. Steht mir die geliebte Seele jetzt nicht mehr zur Seite, schlägt hier das Herz nicht mehr, das meine Lust und Freude war, so will ich um so treuer deine Gotteshand umfassen, mich von ihr führen und inniger ziehen lassen an dein Herz. Laß mir nur leuchten dein helles Gnadenlicht, damit ich fest und un— beweglich bleibe und immer mehr zunehme in dem Werke des Herrn, sintemal ich weiß, daß meine Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn. Um deines Namens willen, Herr mein Gott, erhöre mich, erhalte und bewahre mich in deiner Macht und durch den Glauben zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit. Amen. Ich hab' mich Gott ergeben, Dem liebsten Vater mein, Hier ist kein ewig Leben, Es muß geschieden sein. Der Tod bringt mir kein'n Schaden, Er ist nur mein Gewinn, In Gottes Fried' und Gnaden Fahr ich mit Freud' dahin. 292. Um Stillung des Heimwehs. 2. Cor. 5, 8: Wir sind aber getrost und haben viel⸗ mehr Lust, außer dem Leibe zu wallen und daheim zu sein bei dem Herrn. Ich danke dir, mein lieber Gott und Vater meines Herrn Jesu Christi, von ganzem Herzen für alles Gute, welches du mir je erwiesen hast. Wie könnte ich dir ver— 400 Selige Ausblicke. gelten alle deine Wohlthaten, die du an mir gethan hast? Ich will deinen Namen preisen; deine Liebe umfängt mich, deine Langmut trägt mich, deine Treue tröstet mich. Ich danke dir für jede Stunde, welche du mir zu leben vergönnest; du giebst sie mir zur Zubereitung für die Ewigkeit, und ich will auch wirken, so lange es Tag ist. Laß mich nur das Beste nicht vergessen, die Heimat. Du hast mir jaZselbst in mein Wanderbuch geschrieben: Sei ein Fremdling in diesem Lande. Darum kommt auch mein Herz nicht zur Ruhe, und ich sehne mich nach der Heimat und dem Vaterhause; ach, möchte ich sie doch atmen die Luft meiner Heimat, da würde meine Seele genesen! Je einsamer meine Wege werden, je mühseliger mir das Wandern wird, je mehr meiner Lieben daheim sind, desto mehr sehne ich mich, aus der Fremde in meine Heimat zu kommen, bei ihm daheim zu sein, den meine Seele liebt, und mich seines Anschauens zu freuen. Ach Herr, mein Gott, stille dies Sehnen und Verlangen meines Herzens und laß mich heimwärts wallen. — Du hast mir ja dein heiliges Wort gegeben, es ist das Licht und die Leuchte auf meinem Wege, die Nahrung und Speise meiner Seele; ich kann dir nicht genugsam danken für dies himmlische Wort. Wo dein Gesetz nicht wäre mein Trost gewesen, so wäre ich vergangen in meinem Elende. Dazu ist mir geoffenbaret, daß du nur Gedanken des Friedens und nicht des Leides mit mir hast. Aber wir wandeln hier im Glauben; wie oft werde ich da schmerzlich daran erinnert, daß deine Gedanken nicht unsere Gedanken, und deine Wege nicht unsere Wege sind; wie oft wandere ich im Thränenthal, und das Kreuz verläßt mich nicht; erst wenn ich dein Angesicht sehe, werde ich genesen. Dann wird mir auch offenbar werden das Geheimnis deiner Führungen, wenn ich sie schaue im Zusammenhang, und es wird mir offenbar werden das Geheimnis meiner Leiden, wenn ich hineinblicken darf in den Abgrund deiner Barm— herzigkeit, und ich es vor Augen sehe, daß du mich je und je geliebet hast und hast mich zu dir gezogen aus lauter Güte. mein ewigli . Seel. sättit deines kehr mich daß han hast? ngt mich, ich. J0 ergönnest; „ und ich nur das jn selbst emdling Herz nicht und dem st meiner mer meine wird, je ich mich, m daheim inschauens hnen und 8 wallen. ist das rung und m danken wäre mein u Elende. ken des st. Aber e ich da cht unsere wie läßt mich genesen nis deiner „ ind e I Leiden, er Barll⸗ e und u lauter Selige Ausblicke. 40¹ Güte. Dann wird zerbrochen sein der letzte Stachel, der mein Herz verwundet, und mein Herz wird gestillt sein ewiglich. Ach, um diese ewige, selige Stillung flehe ich dich an. Du hast auch verheißen: Ich will die müden Seelen erquicken und die bekümmerten Seelen sättigen. Darum, o mein Gott und Vater, vergiß nicht deines Kindes in der Fremde, das auf den Ruf zur Heim⸗ kehr wartet. Herr, ich warte auf dein Heil, bringe mich heim! Amen. Wann schlägt die Stunde, wann darf ich geh'n? Heim, ach nur heim! Möcht' meinen Heiland im Himmel bald seh'n: Heim, ach, nur heim! Hier auf der Erde ist Trübsal und Schmerz, Droben wär' selig auf ewig mein Herz. Darum verlangt mich so sehr himmelwärts, Heim, ach, nur heim! Doch, lieber Heiland, wie dir es gefällt; Bin auch gern hier. Kämpfe und streite gegen Sünde und Welt; Bin auch gern hier. Liebe die Brüder und Schwestern im Herrn, Sehe dein Kommen auf Erden so gern, Schaue im Glauben die Heimat nicht fern, Bin auch gern hier. Glücklich hienieden und glücklich auch dort; Wünsche nichts mehr. Wenn ich nur dich habe, ewiger Hort; Wünsche nichts mehr. Glücklich in Leiden und Trübsal ich bin, Selig, wenn sterbend ich scheide dahin, Christus mein Leben und Sterben Gewinn: Wünsche nichts mehr. 293. Um ein seliges Ueberwinden. Offenb. 2, 7: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Holz des Lebens, das im Paradies Gottes ist. 1. Joh. 5, 4: Alles, was von Gott geboren ist, über⸗ windet die Welt; und der Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Ewiger Gott und Vater, ich danke dir von Herzen, daß ich auch bekennen darf: Ich glaube ein ewiges Des Christen Pilgergang. 26 4⁰0² Selige Ausblicke. Leben. Es bewegt mich tief, wenn an meinem Geiste vorüberzieht der Haufen Zeugen, welche dieses Bekenntnis und diesen Glauben getragen haben in ihrem Herzen und auf ihren Lippen, und haben mit ihm die Welt und den Bösewicht überwunden und alle Qualen des Lebens sieg— reich erduldet. Herr, mein Gott, erhalte mich treu, fest und unbeweglich in diesem meinem Glauben, mache ihn sieg— haft über alle meine Feinde, auch über die Schrecken des Todes. Es kommt die Zeit meines Abscheidens, und mein Fleisch zittert in der Angst des Todes. Das Grab ist dunkel, und mir graut vor der Tiefe. Ach, mein Heiland, tritt mir in meinem Stündlein gnadenreich zur Seite, laß mich dich sehen, der überwunden hat und nun sitzet zur Rechten des Vaters; laß den heiligen Geist, meinen Tröster und Bewahrer, nicht von mir weichen, bis mir der letzte Odemzug entflohen ist. Birg und bedecke mir Leib und Seele mit deiner Gnade. Du kannst lindern, tröstlicher und seliger bergen und bedecken, als eine Mutter ihr Kind, denn du sagest mir: Sei getrost, du bist mein, siehe in die Hände habe ich dich gezeichnet. Ach Ueber— winder, hilf mir selig überwinden! Mag denn auch mein Leib in die Erde gebettet werden, er wird da liegen in seinem Kämmerlein und schlafen ganz mit Frieden. Du aber wirst mir Macht geben, einzugehen durch die Thore in die Stadt, in das Jerusalem, das droben ist, zu schauen alle seine Wunder, denn das kein Auge gesehen, und kein Ohr gehört hat, und in keines Menschen Herz gekommen ist, das hast du denen bereitet, die dich lieben. Ach, du mein Ueberwinder, hilf mir selig überwinden! Denn: Wer überwindet, dem giebst du ja zu essen von dem Holze des Lebens, das im Paradies Gottes ist, ja: Wer überwindet, der wird esallesererben, und du wirst sein Gott sein, und er wird dein Kind sein. Ach Gott, mein Heiland, hilf mir selig überwinden, auf daß ich alles ererbe! Amen. u Geiste ekenntnis rzen und und den ens sieg⸗ fest und ihn sieg⸗ ecken des ns, und as Grab ch, mein reich zur hat und en Geist, chen, bis edecke mir lindern, eMutter ist mein, 9 Ueber⸗ uch mein liegen in en. Du ie Thore u schauen und kein mmen is du mein : Wer m Holß ja: Wer du wits in. f daß ich Selige Ausblicke. Wer überwindet, soll vom Holz genießen, Das in dem Paradiese Gottes grünt, Er soll von keinem Tod noch Elend wissen, Wenn er dem Herrn des Lebens redlich dient, Der wird ihn laben Mit Himmelsgaben, Und er wird haben, Was ewig tröst't. 294. Um die Ruhe der Heiligen. Hebr. 4, 9: Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes. Herr, du hast uns erwählet und erkauft zu dem Volke deines Eigentums und hast uns gezeugt durch deinen Geist aus himmlischem ewigem Samen; wir tragen in unserem Schoße die beiden Testamente, das der Verheißung und das der Erfüllung. Aber, obwohl das Volk des Friedens, und bestimmt die Tugenden deß zu verkünden, der es aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Lichte, ist es doch in unserer Zeit in Unruhe und voll Kampfes. Die Welt mag uns nicht leiden, und Satan haßt uns, und wenn du uns nicht getragen hättest und trügest wie auf Adlers⸗ flügeln, unser Same wäre längst von der Erde vertilget. Darum hast du deinem Volke eine Ruhe bereitet, die noch vorhanden ist, die himmlische, ewige Ruhe deiner Heiligen. Ach mein Gott, darf ich meine Hände ausrecken nach dieser Ruhe und hoffen, zu ihr zu kommen? Zähle ich zu deinem Volke und deinen Heiligen? Ja, Herr, denn deine Heiligen sind die Elenden, die am Wege liegen, und du hebst sie auf; sind die Veritrten und Verlorenen, welche deine Liebe suchte und fand; sind die armen Sünder, welche deine Gnade erflehten, gleich wie jener Zöllner. Ja, Herr, diese sind es, die gekommen sind aus großer Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen, und haben ihre Kleider helle gemacht im Blute des Lammes. Darum wirst du mir auch durchhelfen und mich bringen zu deiner Ruhe; dein Geist giebt Zeugnis 26· 40⁴4 Selige Ausblicke. meinem Geiste, daß ich dein Kind bin. Ach, wie wird es uns sein, wenn keine Sünde uns mehr anklebt, keine Schuld uns mehr drückt, wenn alle Anfechtung erduldet ist, und aller Kampf ein Ende hat; wenn wir trinken werden aus dem lauteren Strome des lebendigen Wassers, der gehet von deinem und des Lammes Stuhle, klar wie Krystall; wenn wir ruhen werden unter den Bäumen des Lebens, zu lauschen dem Gesange deiner heiligen Engel, dem wunderbaren Liede von dem Lamme. Ja, dann werden wir sein wie die Träumenden! Darum will ich denn auch aufrichten die lässigen Hände und die müden Kniee und gewisse Tritte thun mit meinen Füßen als dein Pilgrim; will treu bleiben deinem Volke und treu der Fahne mit dem hohen Kreuzes⸗ zeichen; will die Leiden dieser Zeit nicht wert achten der Herrlichkeit, die an uns soll geoffen— baret werden; will entsagen und verleugnen, leiden und dulden, streiten und kämpfen, denn ich werde kommen zur Ruhe deiner Heiligen. Du hast mich berufen zu deinem Reiche und deiner Herrlichkeit, und du bist treu! Amen. Unter Lilien jener Freuden Sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor, Wie ein Adler fleuch behende, Jesu Hände Oeffnen schon das Perlenthor. Löse, erstgeborner Bruder Doch die Ruder Meines Schiffleins; laß mich ein In den sich'ren Friedenshafen Zu den Schafen, Die der Furcht entrücket sein. O, wie bald kannst du es machen, Daß mit Lachen Unser Mund erfüllet sei. Du kannst durch die Todesthüren Träumend führen Und machst uns auf einmal frei. Um! vird ed Schuld d aller 18 dem et von wenn lauschen n Liede nwie frichten Tritte bleiben reuzes⸗ wert offen— en und en zur deinem nen. Selige Ausblicke. 40⁵ 295. Um eine selige Auferstehung und Verklärungimeines Leibes. Phil. 3, 20 u. 21: Unser Wandel ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe. 1. Cor. 15, 42-44: Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesäet in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesäet in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesäet ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Herr, allmächtiger, gnädiger Gott, wie sind deine Ge⸗ danken so sehr tief! Du hast es nicht zu geringe geachtet, selbst den Leib des Menschen zu bilden und dem Gebilde einzuhauchen deinen lebendigen Odem. Und ob auch die Sünde in die Welt gekommen, und der Tod durch die Sünde, und der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen, dieweil sie alle gesündigt haben, deine heiligen Gedanken hat sie nicht zu nichte gemacht. Du hast eine ewige Er⸗ lösung erfunden, dein eingeborener, heiliger und geliebter Sohn hat sich vermählet mit unserer Natur, hat in derselben gelebt und gelitten, ist in ihr auferstanden, gen Himmel gefahren und hat sich gesetzet zu deiner Rechten. Noch trägt er an seinem verklärten Leibe die heiligen Martermale unserer Erlösung: an seinen Händen und Füßen die Nägelmale und in seiner Seite die Speerwunde. Das alles aber ist geschehen mir zu einem gewissen und festen Unterpfande, daß einst mein Heiland und mein Herr auch meinen Leib bringen wird zur seligen und herrlichen Auferstehung. Dann wird er ja nicht mehr haben irgend eine Runzel oder einen Flecken, wird nicht angethan sein mit Schwachheit, Krankheit und Siechtum. Nein, du ziehest ihn an mit ewiger Jugend und himmlischer Schöne, denn Christus wird meinen nich⸗ tigen Leib verklären, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leib. O, das wird eine Seligkeit und Herrlichkeit sein, wie sie nie in eines Menschen Herz ge⸗ kommen ist. Nun werde ich erst anfangen zu leben, und all 406 Selige Ausblicke. mein Leben wird sein ein heiliges Lieben, und all mein Lieben wird sein ein heiliges Anbeten, Loben und Danken, und ich werde dessen nicht müde werden ewiglich, denn deine Gnade und Wahrheit waltet über mir in Ewigkeit. Aber, wie will ich von Unaussprechlichem reden, da ich noch mit sterblichen, sündigen Lippen rede; ich kann nur meine Kniee beugen in seliger Danksagung, kann nur anbeten, rufen und sprechen: Herr, dreieiniger Gott, erhalte mich in deiner Liebe und Gnade unverrückt, damit ich etwas werde zum Lobe deiner Herrlichkeit! Amen. Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du, Mein Staub, nach kurzer Ruh; Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah! Wieder aufzublüh'n, werd' ich gesä't; Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben Uns ein, die in ihm starben. Hallelujah! Tag des Danks, der Freudenthränen Tag! Du, meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. Ach, in's Allerheiligste führt mich Mein Mittler. Dann leb' ich Im Heiligtume Zu seines Namens Ruhme! Hallelujah! 296. Um den neuen Himmel und die neue Erde. Jes. 65, 17: Siehe, ich will einen neuen Himmel undd neue Erde schaffen, daß man der vorigen nicht mehr gedenken wird, noch zu Herzen nehmen. Siehe, ich mache alles neu, so hast du, drei⸗ einiger Gott, verheißen; gedenke deiner Verheißung, du Er⸗ barmer! Du hattest die Erde geschaffen, daß sie sei der Schemel deiner Füße und der Vorhof des Himmels für deine Kinder auf Erden, aber sie ist geworden eine Be⸗ hausung der Sünde und ein Jammerthal des Todes. Ach, sehed Mühen Teufel einst doch k Mid Ach, d verjün hat ei da sie auch lujah, Him recht herzit es is der 1 für selige so ihr fahr zube dein daß Lht dein Lieben nd ich Gnade ie will blichen, gen in rechen: be und deiner Selige Ausblicke. 407 siehe doch, wie sie ringen, seufzen und wehklagen in ihren Mühen, Aengsten und Schmerzen, von der Sünde und dem Teufel bedränget, vom Tode dahingeraffet! Ja, du hattest einst verkündigen lassen: Friede auf Erden; aber es ist doch kein Friede, sondern eitel Unfriede und Zwietracht, Neid und Haß, Krieg und Blutvergießen ohne Aufhören. Ach, du Erbarmer, laß deinen Odem ausgehen, daß die Erde verjünget, und deinen Geist, daß sie erneuert werde! Sie hat einst trinken müssen des Heiligen Blut und hat gebebet, da sie ihn hinwürgten am Holze des Kreuzes; so muß sie auch ihr Jubeljahr haben, wenn er kommt, und ihr Halle— lujah, wenn er erscheint. Wir warten eines neuen Himmels und einer neuen Erde, in welchen Ge⸗ rechtigkeit wohnet. Du hattest in deiner Barm⸗ herzigkeit auf Erden gepflanzet ein Gewächs der Ewigkeit, es ist die Gemeinde deiner Erlösten, die Braut des Lammes, der du dein Heiligtum anvertraut, die du zum Segen gesetzt für alle Völker. O, laß doch bald für sie anbrechen die selige Zeit der Erquickung vor deinem Angesicht, nachdem sie so lange hienieden Christi Schmach getragen. Träufelt ihr Himmel von oben und ihr Wolken regnet Gerechtigkeit, fahre hernieder, Jerusalem, du hochgebaute, du heilige Stadt, zubereitet als eine geschmückte Braut, daß dein Glanz und deine Herrlichkeit leuchte vom Aufgang bis zum Niedergang, daß deine Kinder kommen zu Haufen, zu wandeln in deinem Lichte! Baue deine Hütte, du Gott unseres Heils, unter deinen erlösten Kindern, komm zu wohnen in ihrer Mitte, daß du, Gott, seiest alles in allem, und der Herr Christus sei der Erstgeborene unter seinen Brüdern! Siehe, ich komme bald; das ist, Herr, deine heilige Zusage; schon schlägt aus der Ferne das Triumphlied der Auserwählten an mein Ohr: Hallelujah, Heil und Preis, Ehre und Kraft sei Gott, unserm Herrn, denn der allmächtige Gott hat das Reich eingenommen: Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben. Ich lausche, beuge meine Kniee, bete an und frohlocke: Selige Ausblicke. Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Hallelujah! Amen. Wachet auf, ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne; Wach' auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde: . Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl auf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit Zu der Hochzeit; Ihr müsset ihm entgegengeh'n. Zion hört die Wächter singen, Einle Das Herz thut ihr vor Freuden springen, 4 1 Sie wachet und steht eilend auf. 50—770 Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Besor Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; 2 Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. 3 Nun komm, du werte Kron', Herr Jesu, Gottessohn. 4 Hosianna, 5. Wir folgen all' 6. Zum Freudensaal 7 Und halten mit das Abendmahl. 9 Gloria sei dir gesungen Mit Menschen- und mit Engelzungen, Mit Harfen- und mit Cymbelton. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir steh'n im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Einl Solche Freude. Voch Drum jauchzen wir 10 ö Und singen dir ů ö Das Hallelujah für und für. ů 10 i Es spricht, der solches zeuget: Ja, ich komme 10 bald. Amen. Ja, komm, Herr Zesu! de auf fallen. siomme Inhalts-Verzeichnis. Erster Teil. Des Christen Tagesgang. Einleitende Betrachtung LH 1. Eingang: Um den Geist der Gnade und des Gebets Besondere Tagesgebete. e Beim Erwachen. Wenn man an die Arbeit geht. Beim Läuten der Betglocke. Tischgebete: a) vor dem Essen, b) ach dem essen Beim Läuten der Abendglocke Gebet eines Kindes beim Schafengehen Vor dem Einschlafen. In schlaflosen Nächten Zweiter Teil. Des Christen Wochengang. Einleitende Betrachtung. Wochengebete. Erste Reihe. 10. Morgengebet am Sonntage. Abendgebet am Sonntage. Morgengebet am Montag. Abendgebet am Montag „Morgengebet am Dienstag Abendgebet am Dienstag. Morgengebet am Mittwoch Abendgebet am Mittwoch. „Morgengebet am Donnerstag „Abendgebet am Donnerstag „Morgengebet am Freitag. Abendgebet am Freitag Seite SS— Inhalts-Verzeichnis. Morgengebet am Samstag 3. Abendgebet am Samstag Wochengebete über die 7 Bitten. Zweite Reihe. „Morgengebet am Sonntag, I. Bitte 25. Abendgebet am Sonntag 38 S5& 5. Morgengebet am Montag, 2. Bitte. Abendgebet am Montag „Morgengebet am e 3. Bitte Abendgebet am Dienstag Morgengebet am Mittwoch, 4. Bitte Abendgebet am Mittwoch. Morgengebet am Donnerstag, 5. Bitte Abendgebet am Donnerstag Morgengebet am Freitag, 6. Bitte. Abendgebet am Freitag. Morgengebet am Samstag, 7. Bitte Abendgebet am Samstag Wochengebete. Dritte Reihe. Morgengebet am Sonntag Abendgebet am Sonntag „Morgengebet am Montag. „Abendgebet am Montag 2. Morgengebet am Dienstag. „Abendgebet am Dienstag „Morgengebet am Mittwoch Abendgebet am Mittwoch 5. Morgengebet am Donnerstag. „Abendgebet am Donnerstag „Morgengebet am Freitag „Abendgebet am Freitag „Morgengebet am Samstag „Abendgebet am Samstag Wochengebete. Vierte Reihe. 2. Morgengebet am Sonntag 3. Abendgebet am Sonntag „Morgengebet am Montag. 5. Abendgebet am Montag Morgengebet am Dienstag. „Abendgebet am Dienstag „Morgengebet am Mittwoch „Abendgebet am Mittwoch 60. 01. 62.“ 63.“ 64. 65. — ——½ ——— —&& e == Einle 66. 67. Zweiter Advent, Morgengebet „Gebet am Jahresschlusse „Neujahr, Morgengebet. Inhalts⸗Verzeichnis. „Morgengebet am Donnerstag. „Abendgebet am Donnerstag 2. Morgengebet am Freitag 3. Abendgebet am Freitag Morgengebet am Samstag 5. Abendgebet am Samstag Dritter Teil. Des Christen Festgang. itende Betrachtung Erster Abschnitt. Weihnachtsstreis. Erster Advent, Morgengebet 0 Abendgebet. 1 Abendgebet. Dritter Advent, Morgengebet 1 Abendgebet Vierter Advent, Morgengebet. 0 Abendgebet Gebet am Weihnachtsabend Erster Weihnachtstag, Morgengebet. Abendgebet Zweiter Weihnachtstag, Morgengebet Abendgebet. Abendgebet 2. Epiphanias, Morgengebet. 10 Abendgebet. Zweiter Abschnitt. Osterkreis. „Estomihi, Morgengebet. Abendgebet 5. Invocavit, Morgengebet 7 Abendgebete. „Reminiscere, Morgengebet. Abendgebet Oeuli/ Morgengebet „UAbendgebet 2. Lätare, Morgengebet 1 Abendgebet. „Judica, Morgengebet 2. Stiller Sabber 3. Erster Ostertag. Morgengebet Inhalts-Verzeichnis „Judica, Abendgebet. „Palmarum, Morgengebet. 0 Abendgebet „Gründonnerstag, Morgengebet Abendgebet Charfreitag, Morgengebete. Abendgebet 10 Abendgebet 3 Zweiter Ostertag. Morgengebet 1 Abendgebet Dritter Abschnitt. Pfingsthreis. „Himmelfahrt. Morgengebet Abendgebet 9. Erster Pfingsttag. Morgengebet. 0 Abendgebet. Zweiter Pfingsttag. Morgengebet 10 Abendgebet. 3. Trinitatisfest. Morgengebet. 0 Abendgebet Vierter Abschnitt. Trinitatiszeit. 5. Am zehnten Sonntag nach Trinitatis.. 3. Erntefest(Reichliche Ernte). Morgengebet 7. Erntefest(Spärliche Ernte). ½½ 118. 112. 120. 121. 122. 123. Fünfter Abschnitt. 124. 125. 126. 127. 128. 229. 130. 131. Erntefest. Abendgebet.. Reformationsfest. Morgengebet 0 Abendgebet Zur Totenfeier(letzter Sonntagen. Tinit) Morgenden Zur Totenfeier. Abendgebet. Am Schlusse des Kirchenjahres Allgemeiner Bußtag. Morgengebet. 7 Abendgebet Für die Verbreitung der Bibel Für die innere Mission Für den Gustav-Adolf-Verein Für die Bekehrung Israels Für die Bekehrung der Heiden Um ein frommes Regiment in der Kirche Andere Gebete bei festlichen Veranlassungen. 116 1 23 12⁵5 132 134 ** Einlei Seite 110 10 3* 0 * 3 321 20 23 18 e *2 14 61959 3³ 3 15 3 145 145 1460 148 551 15⸗ ö‚ 0 15⁴ 0 15 19 asungen. 150 10 16² 164 166 165 * 33 461˙7 Inhalts⸗Verzeichnis. Vierter Teil. Des Christen Pilgergang in der irdischen Heimat. Einleitende Betrachtung 130. 134⁴ 152. 153. 154. 155. 156. Zweiter Abschnitt. 15. 158. 159. 160. Erster Abschnitt. Familie, Haus und Heimat. „Gebet eines Jünglings, einer um Gottes gnädige Führung Gebet im Brautstand Am Hochzeitstage 5. Gebet frommer Eheleute 5. Um Segen für das Haus Gebet einer christlichen Herrschaft für ihr Hefe „Gebet eines christlichen Dienstboten Bei Unfrieden in der Ehe „Gebet einer gesegneten Frau. Gebet eines Weibes, dessen Stunde gekommen ist Fürbitte für ein Weib, dessen Stunde gekommen ist „Gebet einer Mutter nach einer glücklichen Geburt „Danksagung eines Vaters 423 die R Geburt seines Kindes 5. Gebet der Eltern nach einer toten Geburt „Gebet frommer Eltern für ihre Kinder „Gebet frommer Kinder für ihre Eltern 148. 149. Gebet der Eltern am Geburtstage ihres Kindes Gebet eines Kindes am von Vater oder Mutter.* Gebet am Geburtstage Gebet christlicher Eltern für die Schule und ihre Lehrer Wenn das Kind das Elternhaus und in die Fremde zieht* Beim Antritt einer Reisen. Gebet auf der Reise. Gebet nach glücklicher Rückkehr Gebet für die liebe Heimat und Nöte des menschlichen Lebens. Gebet in der Jugend Gebet im Alter. Gebet einer Witwen. Gebet einer Waise 413 Seite 174 176 178 179 180 181 183 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 125 19⁷ 198 200 201 203 204 20⁵ 206 Allgemeine und besondere Verhältnisse, Zustände 207 208 210 211 414 161. 162. 163. 164. 165. 166. 167. 168. 169. Dritter Abschnitt. 170. 144. 17⁰. 173. 174. 145. 176 Vierter Abschnitt. 187. 188. 189. 190. 191. 192. 193. 194. 195. 196 Inhalts-Verzeichnis. In der Armut Im Reichtum In schweren Sorgen und Kümmernissen Um ein bescheidenes Teil Um Erhaltung der Gesundheit des Leibes Bei einem körperlichen Gebrechen Bei plötzlicher Gefahr und drohendem Unglück Danksagung für glücklich überstandene Gefahr und Abwendung des Unglücks Um willige Ertragung des Auferlegten Im Frühling Im Sommer Im Herbst Im Winter Für die Früchte der Erde Wenn der Landmann zum erstenmale wieder in den Acker fährt 5. Wenn der Landmann den Acker bestellt hat 1 178. 179. 180. 181. 182. 183. 184. 185. 186. Wenn der Landmann in die Ernte geht Bei andauernder Trockenheit. Danksagung für empfangenen Regen Bei andauernder Nässe Bei schwerem Ungewitter Glück auf Um Gottes gnädige Bewahrung Am Lohntag Bei widerfal hrenem Unfa l und unalua Um eine glückliche Auffahrt und den Kaiser. Um Frieden Wider Aufruhr und Empörung Bei einem drohenden Krieg Gebet eines Kriegers beim Aufbruch zum Heere Gebet eines Kriegers vor der Schlacht Gebet mehr am Anfange des Krieges Gebet nach einem erlangten Siege Gebet bei glücklichem Fortgange und nahendemdusgange Gebet frommer Eltern für ihren Sohn, der im Kriege ist 3. Gebet einer Witwe, deren einziger Sohn im Kriege ist Am Frieden, im Krieg, für das Vaterland Seite 213 215 216 218 219 220 222 223 224 Gebete für den christlichen Land- und Bergmann. 225 226 228 229 23¹ 232 232 233 234 235 236 237 238 239 241 242 244 Inhalts-Verzeichnis. 41⁵ Sdil Seite A 197. Gebet eines Weibes, dessen Mann im Kriege ist„ 259 25 198. Gebet frommer Kinder für den Vater, der im Kriege ist 261 210 199. Gebet für den Kaiser und König, der im Kriege ist 263 215 200. Gebet nach einer traurigen Botschattf.... 264 210 201. Gebet nach einer Todesbotschark1tfttt. 265 220 202. Am Sieges⸗ und 204 e 203. Am Sedanstage 2689 und 204. Fur das Baterlanhnd 270 8 2 205. Für den Kaiser und Kömig 42 Vabna Zürf. 280 2 Des Christen geistlicher Lebensgang 250 Einleitende Betrachtung PPP 258 Erster Abschnitt. Taufe, Zortrurchon, Beichte, Abendmahl. 220 206. Gebet christlicher Eltern am Tauftage ihres Kindes 277 2 207. Gebet eines frommen Paten 278 in den 208. Gebetchristlicher Eltern um Segen für den Konfirmanden⸗ 20² unterricht ihres Kindes.. 280 23² 209. Gebet Eltern am Tage der Prifans.(Vor⸗ 233 stellung) ihres Kindes.. 281 234 210. Gebet eines dein u am Tage der Prüf ung 235(Vorstellung) 282 23⁰ 211. Gebet christlicher Eltern am Konfirmationstag ihres 29 Kindes. Morgengebee 283 238 212. Gebet christlicher Eltern am Konfirmationstage ihres 239 HKindes. Abendgebeett 382885 241 213. Gebet einer Witwe am Konfirmationstage ihres Kindes 286 2⁴⁰ 214. Gebet frommer Eltern am Konfirmationstage ihres 20⁴⁰ körperlich oder geistig leidenden Kindess 288 215. Gebet eines Konfirmanden am Konfirmationstage. halerland Morgengebet.. 289 Unmittelbar nach dem Eingang in die Kirche; vor dem 25³ Empfang des Brotes; des Kelches; nach Empfang 2 des heiligen Abendmahhs.. 290—291 23 24 6. Gebet eines Konfirmanden am Konfirmationstage. I 200 Abendgebet.. 12 251 Besondere Gebete für Neukonfirmierte. 250 217. Laß dein Wort in meinem wohnen und mich W bei Jesu bleiben 29 % 0 218, Lehre mich wachen und bet⁰ün Sgang W 219. Laß mich nicht folgen der Menge zum Väfen 2 ur W 220. Leite mich nach deinem Rertr Hieg 416 Inhalts⸗Verzeichnis. Beichte und Abendmahl. Der Christ erwägt den 2355 55. des genusses 2. Eine Beich tbetrachtung 223. Beichtgebet & D ꝰ ν 243. 244. 245. 246. 247. 248. 249. 250. 251. 252. 253. 254. „Danksagung für empfangene Absolution, au Abend⸗ gebet am Beichttage Am Kommuniontage. Morgengebet 1 Abendgebet Zweiter Abschnitt. Glauben, Lieben und Hoffen. „Um treue Benutzung der himmlischen Gnadenmittel „Um Erneuerung des—˙ und Lebens Um Glauben Um Liebe Um Hoffnung 2. Um herzliches Erbarmen 3. Um Freundlichkeit Um Demut „Um Sanftmut Um Geduld Um Versöhnlichkeit. Um das Wachsen an dem, der das Haupt ist Dritter Abschnitt. 239. 240. 241. 242. Streiten und Kämpfen, Leiden und Dulden. Wider die Hoffart und Selbstgerechtigkeit Wider die Fleischeslust und den Fleischessinn Wider die Weltlust und den Weltsiin Wider den Mißbrauch des Namens Gottes und die Heuchelei.. Wider die Unbußfertigkeit und den Unglauben Wider den toten Glauben Wider den Kleinglauben und das Verzagen Wider die Lauheit und die Trägheit In schwerer, heißer Anfechtung. In Trübsinn und Schwermut Für einen Irrsinnigen. In der Dürre Für die Müden Um das Still⸗ und Treusein 4691 Um die Heiligung des Herzens und Lebens Um die Versiegelung und en 990 den heiligen Geist Seite ls⸗ 208 301 200, nd⸗ .8 00 310 ittel 311 3 4 ⁵ ⁰ 10 . 20 3321 322 324 25 ulden. . 34 35 3⁰⁰ ö Inhalts-Verzeichnis. Sechster Teil. Des Christen Heimgang. Einleitende Betrachtung 295. 250. 23. 258. 259. 260. 261. 262. 263. 264. 265. 266. 267. 268. 269. 270. 271. 272. 273. 274. 275. 276. 277. 278. 279. 280. 281. 282. 283. 284. 285. 286. 287. 288. Des Christen Wochengang. Erster Abschnitt. Krankheit und Sterben. Fürbitte für einen Kranken(eine Kranke) Ein Gebet in Krankheit Ein anderes Gebet in Krankheit Bei lang andauernder Krankheit Der Kranke tröstet sich der Allmacht Gottes Der Kranke tröstet sich der Liebe Gottes. Der Kranke tröstet sich der Treue Gottes.. Gebet nach glücklich überstandener Krankheit. Bei einer gefahrvollen Operation Nach glücklich überstandener Operation Der Kranke bestellet sein Haus.* Der Kranke versöhnt sich mit seinem N kächsten Der Kranke bittet um einen H 1 0 des heiligen Abendmahls Des Kranken Beichthrbet Der Kranke dankt nach dem empfond des heltge Abendmahls.. Der Christ im Abscheiden Trostsprüche, einem sterbenden Christen zuzusprechen Fürbitte für einen sterbenden Christen. Segen über einen sterbenden Christen Zweiter Abschnitt. Tod und Begräbnis. Erster Tag. Morgengebet Abendgebet Zweiter Tag. Morgengebet. „Abendgebet Dritter Tag Morgengebet. „Abendgebet Gebet beim Tode des Mannes Beim Tode des Weibes Beim Tode des Vaters Beim Tode der Mutter 30. Beim Tode des Letzten der Eltern. Gebet der Eltern beim Tode eines Kindes Beim Tode des einzigen Kindes. Gebet beim Tode eines Sohnes oder einer Tochter Gebet beim Tode eines Bruders oder einer Schwester 27 Inhalts-Verzeichnis. Beim Tode eines Verunglückten Beim Tode eines Selbstmörders. Dritter Abschnitt. Selige Ausblicke. Gebet am Gedächtnistage eines frommen Entschlafenen Um Stillung des Heimwehs Um ein seliges Ueberwinden Um die Ruhe der Heiligen ũ Um eine selige Auferstehung und Verklärung meines Leibes Um den neuen Himmel und die neue Erde en Verzeichnis der im Verlag der Buchhandlung des Rassauischen Colportagevereins zu Herborn erschienenen Schriften. a. Unterhaltungsschriften. Berthold, H., Unterm Christbaum in drei Jahrhunderten. 6 Weihnachts⸗ geschichten für Jung und Alt, mit einem Farbendruckbild: Die Hirten an der Krippe; brosch. 80 F, einfach geb. 1, eleg. geb. 1,20. — An Gottes Hand.— Allerlei Schatzgräber.— Gottes Wort und Gottes Wege, à 60 h, Bibliotheksband à 90, eleg. geb. à 1 c◻t3 Helene Berthold hat eine recht fließende Erzählergabe, und nach Tendenz und Ausführung sind ihre, oft aus persönlichen Erlebnissen oder aus alten Quellen geschöpften Geschichten recht lobenswert. Christl. Bücherschatz 1893. Alle vier Bücher sind sowohl in feinem Einband zu Festgeschenken als auch für Volks⸗ und Schüler-Bibliotheken in Bibliotheksband besonders zu empfehlen. Caspari, K. H., Erzählungen. Gesamt-Ausgabe in drei Bänden à 60), Bibliotheksband à 90 H, eleg. geb. à 1 α. Inhalt: Band I: Christ und Jude. Eine Erzählung aus dem 16. Jahrhundert, 263 Seiten.— Band IL: Der Schulmeister und sein Sohn. Erzählung aus dem 30jährigen Krieg. Zu Straßburg auf der Schanz, 205 Seiten.— Band III: Alte Geschichten aus dem Spessart. Dorfsagen, 178 Seiten. Caspari's Erzählungen kann man mit Recht als die besten unter den christlichen Volksschriften bezeichnen, sie sollten in keiner Volks- und Schul— bibliothek fehlen und eignen sich bei dem äußerst billigen Preis in feiner Ausstattung als Festgeschenke für Jung und Alt. Eitner, Ml., Der alte Mann von Steinsbergen. Die Schloßfrau von Dorndorf. Zwei Erzählungen, brosch. 1 J¾. Bibliotheksband 1,35, eleg, geb. 1,50. Dieselben einzeln: Der alte Mann von Steinsbergen 40 H, geb. 60 5 Die Schloßfrau von Dorndorf 60 J, geb. 80 f. Tauth, A., Unter der Schreckensherrschast der Jakobiner. Blätter aus der Leidensgeschichte des Fürstentums Nassau-Saarbrücken während der franz. Revolution, 35), Bibliotheksband 60„, eleg. 75. — In der Schule des Lebens. 2. Aufl. 60, Bibliotheksband 90 h, eleg. geb. 1 ëͤ.(Für Volks- und Gemeinde-Bibliotheken, sowie als Geschenk für Dienstmädchen und Arbeiterfrauen besonders geeignet.) Trenkel, W)., Der Salzgraf.— Das Altarbild. Zwei Erzählungen aus dem Orlagau, à 60, Bibliotheksband à 90, eleg. geb. à 1. Dieselben in einem Band auf holzfreiem Papier gedruckt 1,20, Bibliotheksband 1,50, eleg. geb. 1,80. Giberne, Agnes, Will Foster, der alte Fährmann oder der Weg zum Frieden, 35, Bibliotheksband 60 H, eleg. geb. 75 G. Glaubrecht, O., Der Kalendermann vom Veitsberg. Eine Erzählung für das Volk, 60 H, Bibliotheksband 90 h, eleg. geb. 1 H. — Anna, die Blutegelhändlerin.— Die Goldmühle. Zwei Erzählungen für das Volk, 50 0, Bibliotheksband 80 s, eleg. geb. 1 α,. — Die Heimkehr 60 h, Bibliotheksband 90, eleg geb. 1 H II. Haardt, 3., In Gottes Schule. Vier Erzählungen für Jung und Alt. 13 Bogen Oktav 80 H. Bibliotheksband 1,20=l, eleg. geb. 1,50 A. Als Geschenk für Kinder von 12—16 Jahren, insbesondere für Kon⸗ firmanden, ebenso für Eltern und Erzieher, sowie für Volks-, Gemeinde⸗ und Schüler⸗Bibliotheken sehr zu empfehlen. Hempfing, K. Er. G., Aus stürmischer Zeit. Drei Erzählungen aus dem dreißigjährigen Krieg 1%, geb. in Bibliotheksband 1,40%h, eleg. geb. 1,60 A. Dieselben in 2 Bändchen: I. Der Müllerhans 60, Bibliotheks⸗ W band 90 h, eleg. geb. 1 ¾. II. Weihnachten in schwerer Zeit. Martha. WI 40 0, Bibliotheksband 60 h. Die drei Erzählungen geben anschauliche Bilder von den Schrecknissen des dreißigjährigen Krieges, zeigen aber auch an den verschiedenen Personen, wie es in dieser dunkeln Zeit an Licht nicht fehlte, an Gottvertrauen, Mut und Bekenntnistreue, und wie der Glaube an die Hilfe Gottes in 10 wunderbarer Weise die erhoffte Errettung findet. Die Schilderung der Verhältnisse und Personen ist einfach, anschaulich und natürlich, die Anlage durchsichtig, die Entwicklung spannend, der Ausdruck volkstümlich. Das Buch kann für Gemeinde⸗ und Schülerbibliotheken, sowie als Geschenk für Alt und Jung bestens empfohlen werden. Jevetzow, C., Neue Tage. Autorisierte Uebersetzung aus dem Dänischen 140— von L. Fehr, 80 h), Bibliotheksband 1,10 α, eleg. geb. 1,20 M. „Neue Tage“ übertrifft die früheren trefflichen Schriften der Verfasserin noch bedeutend. Es erzählt keine Liebesgeschichte, sondern schildert, wie zwei junge Eheleute im Wohl- und Weltleben immer weiter auseinander kommen, bis die Erkenntnis, wie hohl und nichtig dieses Treiben ist, sie V beide elend macht. Dann kommt das Licht von oben, erleuchtet den dunkeln Pfad und macht aus den kalten selbstsüchtigen Herzen warme, opferfreudige. Das Buch ist vortrefflich für erwachsene Mädchen und junge Eheleute geeignet. 0— Tagesgrauen. Vier Erzählungen aus dem Leben, 60 0, Bibliotheksband * 90 0, eleg. geb. 1 M. Lonsdale, Schwester Dora. Ein Lebensbild. Aus dem Englischen über— tragen von Adelheid Grein, geb. Hermanni, 16½ Bogen, mit dem Bildnis von Schwester Dora 1,20, VĩWÜ Bibliotheksband 1,50=., eleg. geb. 1,60. ‚— Das Lebensbild einer solchen Christin, die ihre Kraft ganz in den Dienst der Barmherzigkeit stellt, ist außerordentlich anziehend, ist erbaulich, ist be— schämend, ist erweckend und zur Nachfolge reizend. Das Buch wird auf jedes Herz, das offen und empfänglich ist für die Kraft der Wahrheit und die Hraft der dienenden Liebe, einen bleibenden Eindruck machen. Dazu ist es * auch sehr unterhaltend und spannend, und die gute Uebersetzung liest sich recht fließend. Ein einleitendes und empfehlendes Vorwort von Professor D. Maurer ist dem Lebensbild vorangesetzt. Der Preis ist sehr niedrig, die Ausstattung sehr elegant, und es eignet sich als Festgeschenk für Jung u. Alt. möller, Antonie, Unterm Weihnachtsbaum. Vier Weihnachts⸗ ö erzählungen für Jung und Alt. Mit vier Bildern, in feinem Farbendruck, brosch. 60 h), Bibliotheksband 90 s, eleg. geb. 1 W. — Die rechte Weihnachtsfrende. Drei Weihnachtserzählungen für Jung und Alt mit' drei Bildern in Farbendruck 50), Bibliotheksband 80 h, eleg. geb. 1 M. Müller, C. W., Der große Krieg 1870/71. Dem deutschen Volk und Heer erzählt. 18 Bogen Oktav, reich illustriert, auf holzfreiem Papier ge⸗ druckt, 1,60, eleg. geb. in Leinwand oder Bibliotheksband 2 H. Ein wirklich gutes, dabei billiges Volksbuch über den großen Krieg 1870/71 fehlte bis jetzt, und hoffen wir, daß unser Kriegsbuch von Müller eine Lücke ausfüllen wird. 2— ————. 7 9 und Alt. 50 A. für Kon⸗ Gemeinde⸗ ungen aus „ eleg. geb. Bibliotheks⸗ Martha. ichrecknissen Personen, ütbertrauen, Gottes in derung der die Anlage lich, Das heschenk für Dänischen V. Verfasserin hildert, wie auseinander ben ist, sie den dunkeln ferfreudige. ite geeignet. lotheksband schen über⸗ em Bildnis b. 160 I. den Dienst lich, ist be. ch wird auf heit und die Dazu ist es ig liest sich n Professor niedrig/ zung U. Al Welnochs Farbendruc, d Jung un 50, eleg. n Volk und Papier ge⸗ III. Es wird in demselben keine trockene Zusammenstellung von Kriegs— ereignissen ꝛc. gegeben, sondern wir finden darin eine frische, lebensvolle Schilderung der großen Kämpfe und Siege, wie sie der Verfasser teils mit⸗ erlebt, teils durch gründliche Studien größerer Werke in volkstümlicher Weise zur Darstellung bringt. Nahezu 50 Illustrationen, die Porträts der deutschen und französischen Heerführer, die Begegnung K önig Wilhelms J. mit Napoleon, die Kaiserproklamation in Versailles nach dem berühmten Bild von Werner, Abschied und Heimkehr der Krieger nach den Reliefs an dem National⸗ denkmal auf dem Niederwald ꝛc. sind dem Buch beigegeben und erhöhen seinen Wert. Der äußerst niedrige Preis bei feiner Ausstattung auf holzfreiem Papier ermöglicht eine weite Verbreitung. In keiner Gemeinde-, Schul- und Familienbibliothek sollte dasselbe fehlen. Müller, C. I., Am Abgrund. Ueberwunden. Zwei Erzählungen aus dem großen Krieg 1870/71. 2. Aufl. 60„, Bibliotheksb. 90 H, eleg. geb. 1 M. — In des Königs Rock. Bilder und Erinnerungen aus dem großen Krieg 1870/71. 3. Aufl. brosch. 60 4, Bibliotheksband 90 s, eleg. geb. 1 MρOꝛð — Auf Umwegen. Eine Dorfgeschichte. 2. Aufl., 60 HJ, Bibliotheksb. 90 h, eleg. geb. 1 c◻ʃ3 (Die erste Auflage erschien unter dem Titel: Das Ehegespenst.) Eins der besten Volksbücher, das mir zu Gesicht gekommen ist: für das Volk und aus dem Volke heraus, wie es leibt und lebt, in populärer, doch edler Sprache geschrieben, fein, doch durchsichtig komponiert, frisch, spannend, frei von Unnatürlichem, zuletzt befriedigend, ja erhebend. (Theolog. Litteraturbericht.) — Menschenwille und Gotteswege. 4 Erzählungen, 2. Aufl. 1 ½, Bibliotheks⸗ band 1,35 sc, eleg. geb. 1,50-. Gar köstliche Erzählungen aus dem wirklichen Leben. Schon die erste derselben, des Pfarrherrn Nikolaus Rothius Freudens- und Leidenschronika, giebt ein überaus fesselndes Bild aus vergangenen Tagen. Jede bereitet uns wahre Freuden Der Leser wird das Buch nur mit wahrer Befriedigung aus der Hand legen.(Schlesisches Wochenblatt.) Müsken, Emmy)y, Helene oder aus lauter Güte. Eine Erzählung aus dem Leben 60 h, Bibliotheksband 90, eleg. geb. 1 ÆHè.;.0 Als Geschenk für die erwachsene weibliche Jugend, besonders auch für Konfirmanden, junge Frauen und Erzieherinnen, sowie für Volks-, Ge— meinde- und Schülerbibliotheken sehr zu empfehlen. Nathusius, WM., Elisabeth. Eine Geschichte, die nicht mit der Heirat schließt. 2. Aufl. Auf holzfreiem Papier gedruckt, 43 Bogen, 1,60 A, Bibliothelsband 2, eleg, geb. 2,40 K. — Langenstein und Boblingen, 60 4, Bibliotheksband 90 H, eleg. geb. 1 Hι. — Die Botenfrau. Die Kassette. Der Sonntag, eine Schule des Himmels. Wo wächst der Glücksbaum. Vier Erzählungen 60), Bibliotheksb. 90, eleg. geb. 1 H‚ — Tante Sofie Der kleine Kurrendejunge. Der Turmwart zu Weißlingen. Der Wolkenbruch. Balster Maier unter den Franzosen. Fünf Erzählungen 60, Bibliotheksband 90(, eleg. geb. 1. Die Erzählungen der Nathusius bedürfen keiner Empfehlung mehr; wo es gilt, gute Lektüre fürs Volk zu beschaffen, da wird man an ihnen nicht vorübergehen. Es ist ein großes Verdienst, das sich der sehr thätige Nass. Colportageverein erwirbt, indem er die obengenannten Bücher zu billigen Preisen anbietet. Mögen sie für alle Volksbibliotheken, Jünglings- und Jungfrauenvereine und dergleichen angeschafft werden. B. M.⸗T. Litteraturbericht für Theologie. IV. Ramsauer, O., Kindergeschichten, mit 4 Bildern in Farbendruck, geheftet 60, Bibliotheksband 90, eleg. geb. 1 ¶H08. Die Kindergeschichten von O. Ramsauer gehören mit zu dem Besten, was für Kinder geschrieben worden ist. Sie sind einfach und für das lindliche Alter verständlich. Dabei wird in jeder Erzählung eine heilsame Wahrheit dem Kindesherzen veranschaulicht und nahe gebracht. Die 4 Bilder in Farbendruck sind von der bewährten Kaufmann'schen lithographischen Anstalt in Lahr ausgeführt worden. Der Preis ist bei feiner Ausstattung und schönem Einband sehr niedrig gestellt. Rothenburg, Adelh. v., Es wird wieder gut. Die Techows von Groß-Beeren. 60 h, Bibliotheksb. 90 H, eleg, geb. 1. — Die Hochzeitsreise Das Käthchen von Riedbach. Eine Geschichte aus der Hinkelsgasse,. Aufl. 1 J, Bibliotheksband 1,35 H eleg. geb. 1,60 H. Wie frischer Waldduft wirkt der Genuß dieser Erzählungen; man fühlt sich in unmittelbarster Berührung mit der Natur, nicht nur der sichtbaren, sondern auch derjenigen, welche die Schönheit des reinen, einfältigen Ge— müts offenbart Das Emypfindungsleben der Verfasserin ist weit entfernt von sentimentaler Weichlichkeit, sie hat auch einen klaren Blick für das derb Komische. Die Begebnisse, die sie erzählt, liegen fern ab von der großen Welt; wie das Volk denkt, liebt und leidet, schildert die Verfasserin in anmutigster Weise— ihr Hauptmotiv ist die reine und selbstlose Weiblichkeit, die nicht das Ihre sucht, sondern in der sich hingebenden selbstlosen, barm— herzigen Liebe das Höchste zu leisten vermag.(Konserv. Monatsschrift). Scljubert, Dr.(5. H. v., Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Robert der Soldat. Der Merresstrom. Drei Erzählungen 60 H, Bibliotheksband 90 G, eleg. geb. 1 H — Die Zwillinge. Die Schatzgräber. Zwei Erzählungen 50.60, Bibliotheks— band 80 H. eleg. geb. 1 HãE§. — Die alte Schuld. Eine Erzählung für Jung und Alt, 60, Bibliotheks— band 90 Hs, eleg. geb. 1 ƶHöU!: Schubert's Erzählungen bedürfen keiner Empfehlung. Diese Auswahl ist das Beste, was er geschrieben hat. Der von uns gestellte sehr billige Preis ermöglicht eine weite Verbreitung Sclyupp, O., Es giebt noch Wunder. Fünf Erzählungen aus dem Leben. Broschiert 60 f, Bibliotheksband 90 H, eleg. geb. 1 Hς,9U Irilhelmi, J., Der goldne Kelch. Eine Erzählung aus dem 30jähr. Krieg. 2. Aufl. Broschiert 40, Bibliotheksb. 65 H, eleg. geb. in Leinwand S0 F. — FP., Kirchengeschichte in Lebensbildern für Schule und Haus. 5. Aufl. geb. 60 F, eleg. geb. 80 f. Ein Büchlein, das seinen Zweck erfüllt und in guter, knapper Form das Wissenswerteste namentlich aus der deutschen Kirchengeschichte mitteilt. Es sollte ein Inventarstück jeder Schul- und Volksbibliothek sein. (Pfarr⸗Haus.) Auch als Konfirmationsgeschenk sehr zu empfehlen, wobei wir günstige Partiepreise stellen. b. Biographien. Cuntz, Verd.,(Pastor zu Bremen). Carl Wilhelm Theodor Ninck. Ein Lebensbild. 2. Aufl. 15½ Bogen 1,80 A eleg. geb. 2,70 H, mit Gold— schnitt 3 Æ✕ Wer kennt nicht den teuren und treuen Diener Gottes, dessen Lebens⸗ bild uns hier gezeichnet ist, einen Mann, der sich buchstäblich aufgerieben hat in seiner rastlosen Arbeit, die sich berghoch auftürmte, je mehr seine Kräfte zur Neige gingen. Was hat der Mann alles geschaffen in der Zeit, während V. ick gaheftt er Pastor an der kleinen Anschar— Kapelle war! An ihm ist es wahr geworden: 5 Wer da glaubt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen. 1 Besten, Wir möchten wünschen, daß recht viele Geistliche das Bild dieses teuren für das Geistlichen sich vor Augen halten möchten; aber allen, die das Buch lesen, ie hei eilfame wird es reiche Anregung geben.(Beilage zum Reichsb. 25. Mai 1890.) 1n Emil Ohly, ein Lebensbild aus der Nassauischen und Rheinischen Kirche; Hraphischen dargestellt von seinem Sohn K. Ohly, Pastor an der lutherischen Gemeinde ISftattung in Elberfeld. 21 Bogen 80, brosch. 2, eleg. geb. 2,80, mit Gold— schnitt 3 M. chows von Der im März 1888 als Pastor an der lutherischen Kirche in Elberfeld verstorbene Emil Ohly war ein naher und treuer Freund des Pastor Ninck chichte aus in Hamburg, mit dem er 1½ Jahrzehnt enge verbunden auf dem Gebiete b. 1,60 J. der inneren Mission in der gemeinsamen nassauischen Heimat gearbeitet und man fühlt gekämpft hat. Kaum sechs Jahre hat er in Elberfeld arbeiten dürfen, aber sichtbaren, durch seine kräftigen und innigen Predigten, seine brünstigen Gebete, seine ältigen Ge⸗ fleißige Seelsorge und seine mannigfache Vereinsthätigkeit hat er weit über it entfernt die Grenzen der Gemeinde hinaus großen Segen verbreitet. Der Sohn hat ir das derb eingehend und in kindlicher Liebe das Leben seines Vaters geschildert, zu— der großen gleich aber mit erfreulichem Erfolge sich bemüht, ein Bild der mittel- und fasserin in niederrheinischen kirchlichen Verhältnisse zu geben, unter denen der Vater Geiblichkeit, bis zum Tode im Segen gearbeitet hat.(Brem. Kirchenbl. 1891, Nr. 16.) sen, barm⸗ Fischer, 65., Charles Haddon Spurgeon. Ein Prediger nach dem Herzen natsschrift). Gottes, 7 Bogen, geh. mit Porträt 30 H, eleg. geb. 75 f.. „. Robert c. Erbauliche und belehrende Zücher. S. Amos Comenius, Passious⸗, Oster⸗ und Himmelfahrtspredigten, gehalten in Lissa 1636, nach der böhmischen P d von 1757 105 Deutsche e Mit dem Bilde des V serfassers. 2. wohlseile Aufl., 27 Bog. 8, brosch. 2, eleg geb. 2,75. Aus dem Schreibkalender des Jubilars.(Erfahrungen aus der Seelsorge.) Nuswahl 9 Bogen 8o, brosch.. v., eleg. geb. 1,50 f%. II schr hilie Bender, A., Des Christen Pilgergang in Bitte, Gebet, Fürbitte und schr dlng Danksagung. Ein Gebetbuch, 3. Aufl. mit Familienchronik, geb. in Lein⸗ wand 1,50, Halbfranzband 1,60, Goldschnitt 3 H, Leder 2,40. Bibliotheks⸗ Hibliotheks⸗ dem Leben. Ein recht gutes und dabei billiges Gebetbuch, das alle Verhältnisse des Christenlebens berücksichtigt und mit seinen kindlichen, herzlichen Gebeten jähr. Krieg. in der Bibelsprache in kurzen Sätzen sich zum Begleiter durchs 401 für wand 0. Jedermann empfiehlt.(Theolog. Litteraturbericht 5. Aufl. Eine schöne, wirklich dankenswerte Gabe ist das vorliegende Gebetbuch Wenn es auch an Gebetbüchern nicht fehlt, so ist doch bei den verschiedenen pper Form Bedürfnissen des Christenvolkes ein neues, praktisches Buch der Art sehr te mitteilt. willkommen. Die Gebete sind wirklich Gebete, nicht zu lang, nicht zu n. modern und doch der heutigen Sprache anbequemt. Wir können das Buch Haus.) nur angelegentlich empfehlen, zumal der Preis bei einer Stärke von 27 Bogen dir günstige ein sehr geringer ist.(Evangelische Kirchenzeitung.) Bibelkunde für 408 6. Auflage, cart. 15), 50 Exempl. 6, 100 Exempl. 10 Brandt, Wl. G. I., Blicke in die Erziehung, Bu und Müttern iutk. Ein gewidmet. 2. Ausg. 80, eleg. geb. in Kaliko 1,20 nit Gobd⸗ Herr Regierungs- und Schulrat Dr. Keller schreibt duüber: Wie einem Wanderer zu Mute sein würde, dem auf sandigen dürren Wegen gütige en 1 Hände einen duftigen Blütenstrauß reichen, welcher ihm Herz und Sinn serieben,„, erquickt, so war es mir, als ich die„Blicke in die n erhielt; man seine! Krüfte ö hätte ihnen mit vollem Recht das Prädikat:„leuchtende“ zufügen können. 1, während VI. re,0 K. H., Predigten über die 10 Gebote, geheftet 60), fein geb. Dammann, Zul., Das erste und letzte Blatt der Bibel, oder Schöpfung und Erlösung.— 4. Aufl., geheftet 30 F, eleg. geb. 60 H. Denkschrift des Königl. Preußischen evangel. theol. Seminars zu Herborn für die Jahre 1873-1890, geh. 60 f. — für das Jahr 1890—1891, geh. 1.50. Inhalt: 1. Zimmer, Prof. Dr., Theolog. Kommentar zu den Thessalonicherbriefen. 2. Nachrichten über das Seminar. Dical br. G. Chr., Evangelienpredigten. 2. Aufl. 1,60, geb. 2. Mich wunderts nicht, daß diese kurzgedrängte Evangelienpostille so will⸗ kommene Aufnahme gefunden hat. Versteht es doch der bewährte Praktiker vortrefflich, durch geschickte klare Disposition und eng an den Text geknüpfte, bei dem Raum von 4 Seiten für die Predigt selbstverständlich mehr an⸗ deutende als ausgeführte Gedankenreihen zugleich das Verständnis des Textes aufzuschließen, wie das Nachdenken des Lesers anzuregen. Möge das Buch, das nun in zweiter Auflage erscheint, viele neue Freunde werben; möge es den einen lieb werden als Widerhall der gehörten Predigt, den andern insonderheit Kranken, freundlichen Sonntagsgruß und ⸗gabe aus dem reichen Evangelienschatz entbieten.(Theol. Litteraturbericht.) — Epistelpredigten 1,60, geb. 2. Ernst, D. C.,(General.⸗Sup.), Die sieben Sendschreiben der Offenbarung Johannis, für die Gemeinde ausgelegt. 2. Aufl. 1%%, eleg. geb. 1,50 G. — Der Brief des Jakobus, für die Gemeinde ausgelegt. 2. Aufl. 1,50, eleg. geb. 2 M. — Der Brief des Apostels Paulus an die Christen zu Ephesus, für die Ge⸗ meinde ausgelegt. 2. Aufl. 1,20, eleg. geb. 1,70.. — Der 1. Brief des Petrus, für die Gemeinde ausgelegt. 2. Aufl. 1,50/ geb. in Kaliko 2 H. — Christus ist mein Leben. Predigten, brosch. 1,50 1, geb. in Kaliko 2. Festschrift des evangelisch-theologischen Seminars zu Herborn zur Feier des Comenius⸗Jubiläums 1892, geh. 60). Inhalt: I. Die Schulgesetze der hohen Schule zu Herborn 1584 bis 1609 von Prof. Dr. Zimmer. 2. Fest⸗ rede zur Seminarfeier des Jubiläums des Johann Amos Comenius von Prof. D. H. Maurer, 50 h, Eischer, Prof. br. K.,(Gymn.⸗Direkt.), Die Wiederkunft des Herrn, historisch⸗chronologisch und geschichtsphilosophisch betrachtet. Vortrag, ge⸗ halten auf der Konferenz evangel. Geistlicher und Gemeindeglieder zu Diez am 23. April 1890, geheftet 40, Hischer, G., Gethsemane. Ein Passionsbild in 7 Betrachtungen, 2. Aufl. mit Titelbild, geh. 15 4, geb 50 f. Gofiner, J., Schatzkästchen. Biblische Betrachtungen und Lieder auf alle Tage des Jahres, Halbfranzb. 2 H, 5 Expl. 9, 10 Expl. 17 α bar. Gott mit uns. Ein Jahrgang Predigten über freie Texte, herausgegeben von D. H. Maurer, Dekan und Professor zu Herborn. 38 Bogen groß 80, brosch. 3, geb. 3,60. Es ist ohne Zweifel ein trefflicher Gedanke, das 25⸗jährige Jubiläum des Vereins durch ein solches Denkmal— die Herausgabe eines Predigt⸗ buches der Mitglieder und Mitarbeiter des Vereins zu feiern. Das Vorwort enthält einige kurze Mitteilungen über die Entstehung des Vereins im Jahre 1864, seine segensreiche Wirksamkeit im Kriege 1870/71 und die Arbeit in letzter Zeit. Es werden uns im ganzen 70 Predigten dargeboten; unter W; Gute K. Hau E — Ui Im 56 Litur de Liur S 50 0, fein Schöpfung Herborn Prof, Dr., chten über 1,60, le so will⸗ ie Praktiker geknüpfte, mehr an⸗ des Textes das Buch, ben; möge den andern dem reichen richt.) ffenbarung eb. 150. I. 4,50,%. jür die Ge⸗ I. 150, aliko 2. Feier des Ugeseze der . 2. Fes⸗ zenius won des Herru, rtrag, ge⸗ er zu Diez u, 2. Aufl r auf all 17 bar. egeben von ů groß 80 Jubiläum Puddig⸗ 18 Lonn ö reins n 25 Arbeit oten unter VII. den Verfassern derselben finden wir manchen Namen von gutem, altbekannten Klang,‚ so vor allem den des Herausgebers, Ohly, Ninck, Dammann, Schlosser, Ernst u. v. a. Es würde zu weit gehen, wollten wir auf die Predigten im einzelnen eingehen; nur sei kurz bemerkt, daß die Predigten durchweg derart geschrieben sind, daß auch der gewöhnliche Mann des Volkes einen reichen Gewinn aus ihnen ziehen wird; und wenn auch die vielen verschiedenen Verfasser gar viele verschiedene Gaben darbieten, so durchweht doch alle in gleicher Weise der eine Geist und schließt sie alle zu einem großen Ganzen zusammen. Der auffallend billige Preis— 3 0, für ein Buch von fast 600 Seiten — erleichtert dem Werke eine weite Verbreitung, welche auch wir ihm gern wünschen. C. Er.(Beilage zur Neuen Preuß. 4 Zeitung 1879 Nr. 593.) Gute Botschaft. Traktate mit je 4 Seiten, zum Verteilen an Gesunde und Kranke. 100 Exempl. 80 H, 1000 Expl. 6. Haarboeck, K., Also hat Gott die Welt geliebt. Missionspredigt über Evangel. Joh. 3, 16. Geh. 10 f. — Uunser Programm. Missionspred. über 1. Kor. 1, 23—24, geh. 10 f. Im Ofen des Elends. Lebensbild einer Leidensschwester von L. K. 15 h, 50 Exempl. 6, 100 Exempl. 11. Liturgische Karfreitagsandacht, mit oder ohne Chormitwirkung, entworfen von dem evang ⸗theol. Seminar zu Herborn, geh. a 15, 25 Expl. 3. Liturgische Andacht zur Totenfeier, mit oder ohne Chormitwirkung, entworfen von dem evang.⸗theol. Seminar zu Herborn, geh. à 15, 25 Expl. 3. Liturgische Weihnachtsandacht, mit oder ohne Chormitwirkung, entworfen von dem evang ⸗theol. Seminar zu Herborn, geh. 10 F, 25 Expl. 2. — Textblätter für die Gemeinde 100 Expl. 80 f. Lohniann, 33., Aus gemischter Ehe. Abdruck aus dem Werke: Aus dem Schreibkalender des Jubilars. Erfahrungen aus der Seelsorge 10, 50 Expl. 4,50, 100 Expl. 8. Mallet, Fr., br. theol.,(weiland Pastor in Bremen.) Bethanien. Be— trachtungen über Evang. Joh. 11. 11 Bogen auf holzfreiem Papier ge— druckt 60 HF, eleg. geb. 1, mit Goldschn. 1,25 H. Maurer, D. H.,(General-Sup.), Der Brief Pauli an die Philipper, für die Gemeinde ausgelegt, 10 Bogen, 2. Aufl. 1,50, geb. 2. — Der Brief Pauli an die Kolosser, in 31 Betrachtungen für die Gemeinde ausgelegt, 13 Bogen brosch. 1,50, geb. 2 Hι. — Handbuch zu dem von der Bezirkssynode Wiesbaden herausgegebenen Evangel. Katechismus. Katechetische Studien zur Vorbereitung auf den Unterricht, 20 Bogen Oktav, 2,80, geb. 3,50. — Der Leidensweg des Christen. Predigt über 1. Pet. 5, 6—11, geh. 10. — Der Geist des Herrn kann alles erneuern. Eine Zeitpredigt über Hefek. 36, 27, am 2. Pfingsttage 1890 gehalten, 10 H. — Union und Bekenntnis in der Nassanischen Landeskirche, Vortrag geh. 50 f. — Zum 300jähr. Gedächtnis der Stiftung der Hohen Schule Johannea zu Herborn. Ein kurzer Ueberblick der Geschichte der Anstalt, geh. 25 f. Mlonod, Adolf, Abschiedsworte an seine Freunde und die Kirche. Aus dem Französischen übersetzt von P. Böing. 12 Bogen auf holzfreiem Papier gedruckt 75 H, eleg. geb. 1,25 1, mit Goldschn. 1,50 H. Murrauy, Andrew, Nicht mein Wille. Die Seligkeit eines Lebens in dem Willen Gottes. Betrachtungen für einen Monat. In das Deutsche übertragen von Pastor G. Holtey Weber, 125 Seiten 60 H, eleg. geb. 1. mit Goldschnitt 1,20 ¾. Dasselbe in 4 Heften: 1. Gottes Wille des Himmels Herrlichkeit. 2 Des Christen Wandel nach dem Willen Gottes. 3. Die Erkenntnis des Willens Gottes. 4. Leben und Leiden nach dem Willen Gottes, à 10, 100 Hefte gemischt 9 VIII. Oosterzee, dr. J. J. v., Aus meiner Trostbibel. Für die Stillen im Lande. In das Deutsche übertragen von G. Holtey-Weber. 2. Auflage 10½ Bogen 60 h, eleg. geb. 1 c, mit Goldschn. 1,25. Poensgen, C., Die besten Ratschläge zur Führung eines gesegneten Hausstandes. Predigt über Ev. Joh. 2, 1—11, geh. 10 H, 50 Expl. 3 M, 100 Exempl. 5 H. Achmolke, Güldnes Kleinod. Ein Gebetbuch für alte Leute, mit sehr großer Schrift, geb. in Halbleinwand 60 J, in ganz Leinwand mit Titel 80 H. Sieben Jahre eines evang. Pfarrvikars in einem deutschen Kleinstaat 60, geb. 1 H. Spieß, G.,(Pfarrer). Geheiligt werde dein Name! Ein Büchlein vom Schwören. 24 S. mit Umschlag, geh. à 10), 50 Expl. 4 ⏑, 100 Expl. 6=M, 200 Expl. 10 AJ. Spitta, J. F, Psalter und Harfe. Mit einem alphabetischen und einem doppelten Sachregister, Angabe der Melodien, 10½ Bogen, geh. 25), eleg. geb. 60, geb. mit Goldschnitt 1 MHèl Stamm, Dr Gug., Ueber die menschliche Freiheit. 40 f. HAtarlx, Joh., Fr., Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen, geb. in Halbleder mit Futteral 1%, 20 Expl. gegen bar 18 l. Vogel, G., Der Missionsherr auf seinem Siegeszug durch die Völkerwelt. Missionspredigt über Lukus 18, 35— 43, geh. 10), 50 Exempl. 4 H, 100 Exempl. 7. — Das Rettungs-Werk der heiligen Mission. Missions⸗Predigt über 2. Mose 2, 1—10, geh. 10 5, 50 Expl. 4 0M, 100 Expl. 7 A. Wagner. W., Die Hausandacht. Ein Wort an christliche Hauseltern nebst Beispielen aus der Erfahrung. 2 Bogen in steifem Umschlag geh. 10, 50 Expl. 4,50%, 100 Expl. 8-=. — Unter Christi Kreuz. Betrachtungen über die sieben Kreuzesworte Jesu, geh. 20 s, fein geb. 50 f. — Gute Botschaft für Kranke. Acht biblische Betrachtungen mit je 4 Seiten, à 16, 50 Expl. 40), 100 Expl. 70 f. — Dieselben in steifem Umschlag geheftet, 32 Seiten, 10 G. Zur Verteilung an Kranke besonders zu empfehlen. ]Weber, Lie. der Theol., Pastor in M.⸗Gladbach. Zeit und Ewigkeit. Vor⸗ trag 36 Seiten 20 H. Luthers kleiner Katechismus, geh. 5 f. Taufscheine, 50 Expl. 1 M. Trauscheine, 50 Expl. 1 H, d. Kinder- und Zugendschriften, zum Verteilen in Sonntagsschulen, Kindergottesdiensten sowie zur christlichen Colportage besonders geeignet. Biblisches Bilderbüchlein. 4 Hefte aus dem Alten und 4 Hefte aus dem Neuen Testament à 25 H§, 10 Expl. 2, 50 Expl. 8, 100 Expl. 15, 200 Exempl. 28. Kinderfreude, 14 Hefte mit je 32 Seiten und einem Bild in Farbendruck in Umschlag geheftet a 10&, 50 Expl. 4,50, 100 Expl. 8 M, 200 Expl. 15(%h, 500 Expl. 36 A. Heft 1—4. Kindergeschichten von O. Ramsauer.— Heft 5. Westphal, Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Eine Weihnachtsgeschichte. Der Großvater⸗ stuhl.— Heft 6. Heidemann, Mutterliebe. Durch Nacht zum Licht. Zwei Weihnachtsgeschichten. Theremin, Der Weihnachtsabend, Gedicht.— Heft 7. Möller, Christkindleins Einkehr.— Heft 8. Möller, Walters Geheimnis. 0 — 4— 7 / Stillen im 2. Auflage gesegneten pl. 3 ½ „mit sehr Titel 80. staat 60), ichlein vom Expl. 6%½ und einem 25 0, eleg. Tagen, geb. Bölterwelt. npl. 4, edigt über Hansellern geh. 10), orte Fesu, 4 Seiten, gleit. Vor⸗ chrislichen e aus dem l. 15 M, hendruck in 200 Erbl. IX. Eine Weihnachtsgeschichte. Heft 9. Schmid, das Täubchen. Heft 10. Mütterleins Christbaum.— Heft 11. Wie August, der Lehrjunge, den heiligen Abend feierte.— Heft 12. Die rechte Weihnachtsfreude.— Heft 1 3. Mariechens Weihnachtswunsch.— Heft 14. Der Weihnachtsmorgen oder das Tintenfäßchen. — Heft 10—14 von Antonie Möller. Die Sammlung wird Gebete für Kinder 5 f, 200 Expl. 9. Berthold, H. Elisabeths Bibel.— Die Liebe ist die größte unter ihnen. Um des Gerechten Wohnung her versammelt sich der Engel Heer. Zwei Weihnachtsgeschichten.— Unter die Räuber gefallen. Uebers Jahr. Endlich. Drei Weihnachts⸗ geschichten.— In Feindesland. Eine Weihnachtsgeschichte aus dem großen Krieg 1870/71. Engels Weihnachten.— Die blinde Eva.— Inga das Zigeuner⸗ mädchen.— Die kleine Ruth. Eischer, G., Pastor in Essen. Eben⸗Ezer. Bilder aus dem großen Kriege 1870/71. Ein Jubelbüchlein zur 25jährigen Wiederkehr der großen Kämpfe und Siegestage für unser liebes deutsches Volk. 3. Aufl. 21.—30. Tausend. 4 Bog. 80, reich illustr., in steifem Umschlag geh. — Deutschlands großer Heldenkaiser. Bilder aus dem Leben Kaiser Wilhelms J. zu dessen 100jährigen Geburtstag, 4 Bog., reich illustr. in steifem Umschlag geheftet. Haardt, J., Reich oder die Wege des Herrn sind eitel Güte. Mit einem Bild in Farbendruck.— Daheim oder Liebet euch unter einander.— Der Unnütz oder die Macht der Liebe. WMarshall, G., Eine Rose ohne Dornen.— Die Botschaft der Lilien. Nathustus, MI., Die Botenfrau. — Der Turmwart von Weißlingen. Der Wolkenbruch. — Tante Sophie. Der kleine Kurrendejunge.(Zwei Weihnachts-⸗ geschichten.) — Balster Meier unter den Franzosen. gchmidt, Der Weihnachtsabend. Nathustus, MI., Wo wächst der Glücksbaum? geh. 25, 50 Ex. 16, 200 Ex. 30. TLischer, G., Gustav Adolf, oder jeder Zoll ein König. Ein Lebensbild zum 300jährigen Geburtstag des Heldenkönigs für unser Volk. — Heil Kaiser WilhelmeIl.! Ein Kaiserbüchlein für Jung und Alt. — Heil Deutschlands Kaiserin! Bilder aus dem Leben unserer Kaiserin Auguste Viktoria. Mit je 48 S. Text und vielen Bildern in steifem Umschlag geheftet. Haardt, J., Gottlieb oder die Liebe decket auch der Sünden Menge. Horn, O. v., Drei Tage aus Gellerts Leben. Schmidt, Chr. v., Die Ostereier. — Das Lämmchen. — Heinrich von Eichenfels. chubert, Der Meeresstrom. — Der Reichsfreiherr von und zum Stein, mit 8 Illustrationen. fortgesetzt. 4 20, 50 Ex., auch gemischt, für 7,50 M, 100Ex. 14%, 200Ex. 25%, 500CEx. 60%, a 20, 50Expl., auch gemischt, für 7j700, 100 Expl. 14 ½, 200 Expl. 25(, 500 Expl. 60. 10 Ex. 2 M, a 15, 40 Ex., auch gemischt, 6%, 100 Expl. Hornung, Aus der Tiefe in die Höhe. 10), 50 Ex. 4,50, 100 Ex. 8. Schmidt, Chr., Das Täubchen. Erzählung für Kinder. Mit einem Bild in Farbendruck, 10), 50 Expl. 4,50 1, 100 Expl. 8 M, 200 Ex. 15 M, 500 Expl. 35. X e. Andere kleinere Volksschriften, besonders für Colportage geeignet. HBerthold, H. Frau Meisterin. Das siebente Gebot. 25).— Aus alten Papieren. Kleinere Erzählungen. 25..— Gottes Wege. Gottes Stimme. Zwei Erzählungen 20..— Gott thut heute noch Wunder. Gehe hin und thue desgleichen. 20 f. Caspari, B. H., Zu Straßburg auf der Schanz. 15 f. Eitner, MI., Der alte Mann von Steinsbergen. 40 H, geb. 60 H. — Die Schloßfrau von Dorndorf. 60 H, geb 80. ö Glaubrecht, O., Anna, die Blutegelhändlerin. 25 à).— Die Gold⸗ mühle. 20 H. Gutwitt, A., Gustchens Lebensschule, geh. 30 4, geb. 45 f. x Immanuel, W., Wachet und betet oder: Durch Ihn zu Ihm.(Anna Rose), 33. Aufl. geh. 20 H. IJedderhose, Aus Nassaus Leidensgeschichte 20. TLevetzow, C., Der Rektor.— Die beiden Brüder. Der Goldschmied à 20. Das neue Mädchen 15 5 Müller, C. 10., Der falsche Zuuve.— Edle Rache. Du sollst nicht töten. Ein Weihnachtsabend, à 25 ,, 10 Expl. 2%, 50 Expl. 8 c( auch gemischt Nathusius, Ml., Die Kassette. Der Sonntag, eine Schule des Himmels. 20 6. Norden, G., Nach Hause. Eine Erzählung für das Volk. 25 h. Rothenburg, Adelh. von, Es wird wieder gut. 40„.—. Die Techows von Groß-Beeren. 20..— Die Hochzeitsreise. 35 J.— Das Käthchen von Riedbach. 50 A.— Eine Geschichte aus der Hinkels⸗ gasse. 25. Schubert, br. G. H., Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Robert der Soldat. 40).— Die Zwillinge 15, kart. 25 A.— Die Schatzgräber 30, kart. 45 f. Hchupp, O., Erlebnisse eines frommen Doktors. Die vornehme Tante. e W.. Schrecken 30 f).— Das große Los. Der Rettungs⸗ engel 25 f. Hauth, A., Die Sozialdemokraten, was sie wollen und wie sie sind. Ein Wort der Belehrung und ernsten Mahnung an die deutschen Arbeiter. 4. Aufl. 16.—20. Tausend. 2 Bog. geh. à 10 H, 50 Expl. 4 0, 100 Expl. 7„hl, 200 Expl 13 A., 500 Expl. 30, 1000 Expl. 50 H. I. *...—— N 6 Aus e. Gottes Wunder. 60 Die Gold⸗ m. Anna Holdschmied sollst nicht Expl. 8 Schule des — Die 35 H.— er Hiulels⸗ Robert der chatzgrübet gme Tante. Rettungs⸗ sind. Ein lArbeiter. „100⁰ Expl. COIOUr& Grey CoOntros Chart O Blue SVAn Green VEIIOVV Red Magenta Srey 1 Grey 2 Grey 3 Grey 4 Black