**+.— —— ESSISSSSESI* SF ————— * —W r 7* * ö— rre E 7 — 1 — —— **—— —. 7 158* 12 * . ů 5.—9*9—0 9—9—„—979— ——————— EEIG——*—————————3 —8————35——**———— ———— 2— — V ——* II Eν ùν,L, ρ ι SSI n* νì** 2. hirsfun.. ⁰νι⁰⁰π⁰ Frankfurter Evangelisches Gesangbuch. Frankfurt am Main. Verlag von Moritz Diesterweg. 1886. Ausgabe auf gewöhnlichem Papier. Preis: ungebunden 90 Pf. Tasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen in aller Weisheit; lehret und ermahnet euch selbst mit Psalmen und Tob- gesängen und geistlichen, lieblichen Liedern, und singet dem Berrn in eurem Zerzen. Vol. 3, 16. rrn Inhaltsverzeichnis. I. Beilige Zeiten Sonntag Advent. „Weihnachten „Epiphanias Passion Ditern Himmelfahrte. Pfingsten Trinitatis. II. Die christliche Rirche 4 2 Kirche Ordination und Einfüh hrung ins Wierigtentt Kirchweihe. 3. Reformation. 4. Mission III. Gnadenmittel V* IV. De — 2 3 5. Wort Gottes. Taufe Konfirmation. „Abendmahl ilsordnung. Buße „Glaube und Rechtsertignrz Leben in Gott und Christo Nr 1—142 1— 21 22— 38 39—- 55 56— 62 63— 88 89—109 110—120 121—136 137—14 143—172 143—153 154—155 156—158 159—162 163—472 173—209 173—181 182—185 186—193 194—209 210—305 210—230 231—243 244—305 Inhaltsverzeichnis. V. Gebetslieder 1. Lob, Dank und Bitte. 2. Kreuz⸗ und Trostlieder VI. Tieder für vrabaunhe und Zeiten „Ehe und Hensstand Vaterland und Obrigkeit. „Krieg und Frieden. „Jahreswechsel „Jahreszeiten und Ernte Morgen Tischlieder 7. Abend VII. Die letzten Dinge Tod und Begräbnis 2. Auferstehung, Weltgericht 22 Cwigkeit S Verzeichnis der Liederdichter Verzeichnis der Melodien Verzeichnis der Lieder Nr. 306—393 306—344 345—393 394—445 394—400 401—402 403— 405 406—414 41⁵5—420 421—430 431—433 43⁴4—445 446—493 446—477 478— 493 Seite 369 385 389 1. Erf Gl. ihn lich M Di ve de 9 0 J. Beilige Seiten. 1. Sonntag. Eigene Melodie. 1. Kewmi, heiliger Geist, Erfüll die Herzen deiner Gläubigen Und entzünd in ihnen Das Feuer deiner gött— lichen Liebe: Der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen Die Völker der ganzen Welt versammelt hast In Einigkeit des Glaubens. Halleluja! Halleluja! Nach dem„Veni Sancte Spiri- tus“ des Hermann Contractus (1013-1054) von Martin Luther, 1483— 4546. Eigene Melodie. 2. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, Dein heil'gen Geist du zu uns send; Mit Hülf und Gnad er uns re⸗ gier Und uns den Weg zur Wahrheit führ! 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit das Herz zur Andacht fein; Den Glaͤuben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3. Bis wir singen mit Gottes Heer:„Heilig, heilig ist Gott der Herr!“ Und schauen dich von Angesicht In ew'ger Freud und sel'gem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil'- gen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. zu Sachsen-Weimar, 1598-1662. Mel. Vom Himmel hoch ꝛc. 3. Nun jauchzt dem Her— ren alle Welt! Kommt her, zu seinem Dienst euch stellt, Kommt mit Frohlocken, säu— met nicht, Kommt vor sein heilig Angesicht. 2. Erkennt, daß Gott ist unser Herr, Der uns er⸗ schaffen ihm zur Ehr, Daß wir mit Wort und mit der That Verkünden unsers Schöpfers Gnad. 3. Er hat uns alle wohl bedacht Und uns zu seinem 2 J. Heilige Zeiten. Volk gemacht, Zur Herde, die er ist bereit Zu führen stets auf guter Weid. 4. Ihr, die ihr nun bei ihm wollt sein, Kommt, geht zu seinen Thoren ein, Mit Loben durch der Psalmen Klang, Zu seinem Vorhof mit Gesang. 5. Erhebet Gott, lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm, Lobsingt und danket allesamt; Gott loben, das ist unser Amt. 6. Er ist voll Güt und Freundlichkeit, Voll Lieb und Treu zu jeder Zeit; Sein Gnade währet dort und hier Und seine Wahrheit für und für. David Denicke, 1603-1680. Eigene Melodie. 4. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig, Lege mich vor deinen Thron; Schwache Thränen, Kindlich Sehnen Bring ich dir, du Menschen⸗ sohn! Laß dich finden, laß dich finden, Bin ich gleich nur Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, Lenke mich nach deinem Sinn; Dich alleine Ich nur meine, Dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden; Gieb dich mir und nimm mich hin. 3. Ich begehre, Herr, ge— währe Mir nur deine freie Gnad, Die du giebest, Weil du liebest Den, der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, Der hat alles, der dich hat. 4. Dieser Zeiten Eitel⸗ keiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud, Sind nur Schmerzen Meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich fin⸗ den, Großer Gott, ich bin bereit! Joach. Neander, 1650 1680. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 5. Goett Lob, der Sonn⸗ tag kommt herbei, Die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht ge⸗ macht, Mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja! 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ Vom Tod für mich erstanden ist Und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Se⸗ ligkeit. Halleluja! 3. Das ist der rechte Sonnentag, Da man sich nicht g'nug freuen mag, Da wir mit Gott versöhnet sind, 380⁰. I. Sonntag. 3 Daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja! 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort; Führ mich zur Himmels⸗ Ehrenpfort; Laß mich hier leben heiliglich Und dir lobsingen ewiglich. Halleluja! Joh. Olea rius, 1611—4684. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 7 6. Herr, öffne mir die Herzensthür, Zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, Laß mich dein Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gesund; Dein Wort ist, das mein Herz erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heil gen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, 1611—1 684. Eigene Melodie. 0. Liebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsternis umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, Gutes dichten Wollst du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns alle⸗ samt bereit, Offne Herzen, Mund und Ohren; Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnitzer, 1619—1684. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 8. Großer Gott von alten Zeiten, Dessen Hand die Welt regiert, Dessen Treu auf allen Seiten Mich von Jugend auf geführt: Heute weckt des Tages Lauf Mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; Denn sie sind des Herren Fest, Das mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott mich ruhen läßt Und durch seinen guten Geist Mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für r Morgen, Der mir Zeit zr 4 J. Heilige Zeiten. Andacht schenkt; Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt Und von Herzen betet, singt, Daß es durch die Wolken dringt. 4. WMas ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort? Da wir sammeln wie die Bienen Und den Honig tragen fort; Selig ist, wer Tag und Nacht Also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber: Amen! Denn wir sind dein Eigentum; Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es künftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann, 1648— 17ʃ5. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 9. Licht vom Licht, erleuchte mich Bei dem neuen Tages— lichte; Gnadensonne,zeige dich Meinem muntern Angesichte, Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sabbathfröhlich sei. 2. Brunngquell aller Se— ligkeit, Laß mir deine Ströme fließen, Mache Mund und Herz bereit, Deiner Gnade zu genießen. Streu das Wort mit Segen ein, Laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget, Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, Daß kein Irrtum mich betrüget Und kein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, heilig, heilig! singen Und mich in die Ewig⸗ keit Mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, Wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, Bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir Und gieß meiner Andachtskerze Immer neue Nahrung zu, O du Liebes⸗ flamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herr— lichkeit Einen Tempel zube— reiten, Nichts sonst wollen, nichts sonst thun, Als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Salomon; Laß mich deine Weisheit hören. Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und den schönsten Sonntag macht. Benj. Schmolck, 1672—1737. J. Sonntag. 5 Mel. Gott des Himmels und der Erden. 10. DT mir auf die schöne Pforte, Führet mich in Zion ein! Ach, wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht! 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, Komme du nun auch zu mir; Wo du Woh⸗ nung hast genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zeuch in meinem Herzen ein, Laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in Furcht mich vor dich treten; Heil'ge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singen und mein Be— ten Ein gefällig Opfer heißt; Heilige mir Mund und Ohr, Zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum gu— ten Lande, Wenn dein Saat— korn auf mich fällt; Gieb mir Licht in dem Verstande, Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht ge— deihn! 5. Stärk in mir den schwa— chen Glauben, Laß dein teu— res Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben; Halte stets dein Wort mir für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Trost im Herzen grünt! 6. Rede, Herr, so will ich hören, Und dein Wille wird erfüllt; Laß mir nichts die Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mitHimmelsbrot, Tröste mich in aller Not! Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel. Gott des Himmels und der Erden. II. Hallehnja! schöner Morgen, Schöner als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen, Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, Heller Tag der dunkeln Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, Du ver— treibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte Recht als einen Morgentau, Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund Edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt— geschäfte, Heute hab ich sonst 6 J. Heilige Zeiten. zu thun, Denn ich brauche alle Kräfte In dem höchsten Gut zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich, Als nur Gottes Werk, für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, Daß ich Gott ge— fallen mag? Jesus wird das Kleid mir schicken, Das ich ihm zu Ehren trag, Sein Blut und Gerechtigkeit Ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zions⸗ stille Heute voller Arbeit sein, Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schätzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen Und bereite selbst die Brust, Laß mich Lehr und Trost gewinnen, Gieb zu deinem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Hall Recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, Offne selber ihren Mund, Mach mit allen, die dich hören, Heute deinen Gnadenbund, Daß, wenn man hier betund singt, Solches in dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, Wie er angefangen ist; Segne, pflanze und be— gieße, Der du Herr des Sabbaths bist, Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbath halten mag. Jonath. Krause, 1701—1741. Mel. Wunderbarer König. 12. Gort ist gegenwärtig, Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitte, Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, Wer ihn nennt, Schlagt die Augen nieder; Kommt, ergebt euch wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubimen Tag und Nacht gebeuget dienen;„Heilig, heilig, heilig“ Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unsre Stimm, Da auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die mit deinem Dienste streiten. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, Dir zum Eigen⸗ tum ergeben. Du allein Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen! Möcht ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst er⸗ weisen! Möcht ich wie die Engel Immer vor dir stehen nst 1. Sonntag. 7 Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gott, in allem. 5. Geist, der alles füllet, Drin wir sind und weben! Aller Dinge Grund und Leben, Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder! Ich senk mich in dich hinunter, Ich in dir, Du in mir; Laß mich ganz verschwinden, Dich nur sehn und finden! 6. Du durchdringest alles; Laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen Willlig sich entfalten Und der Sonne stille halten, Laß mich so Still und froh Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, Innig, abgeschieden, Sanft und still in deinem Frieden; Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag in Geist und Wahrheit; Laß mein Herz Himmelwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben. 8. Komm in mir zu woh⸗ nen, Laß schon hier auf Erden Ganz dein Heiligtum mich werden. Komm, du nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, Sitz und steh, Laß mich dich erblicken Und vor dir mich bücken! Gerh. Tersteegen, 1697— 1769. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. 13. Liebster Heiland, nahe dich, Mein Gemüt zu rühren Und aus allem kräftiglich Mich zu dir zu führen, Daß ich dich Inniglich Mög in Liebe fassen, Alles andre lassen. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Treuer Hirt der Seelenl Wenn von dir ich fern noch bin, Muß die Ruh mir fehlen. Lust wie Schmerz Quält das Herz, Du allein kannst geben Ruhe, Freud und Leben. 3. Mache mich von Sorgen frei, Von der Welt geschieden, Daß ich eingekehret sei Stets in deinem Frieden; Daß mein Will, Sanft und still, Ohne Widerstreben Dir sich mög ergeben. 4. Stellt die Welt auf flücht'ge Lust All ihr Thun und Treiben, So sei mir nur eins bewußt: Herr, in dir zu bleiben. Herz und Mut Hat es gut, Wenn ich mich nur übe, Herr, in deiner Liebe. 5. Alles Eitle bleibe fern, Und was sonst kann stören! Jesu, ich will schweigen gern Und dich in mir hören. 8 J. Heilige Zeiten. Schaffe du Wahre Ruh, Wirke nach Gefallen, Ich halt still in allem. 6. Was noch flüchtig, sammle du, Was noch stolz ist, beuge, Was verwirret, bring zur Ruh, Was noch hart, erweiche, Daß in mir Nichts hinfür Lebe noch er— scheine, Als mein Freund alleine. Gerh. Tersteegen, 1697—1769. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 14. Herr, vor deinem An⸗ gesicht Hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitten nicht, Die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder Und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, Viele gute Früchte bringen Und mit göttlicher Ge— walt Tief in unsre Seelen dringen. Laß es unsern Sinn erneuen Und das Herz mit Trost erfreuen. 3. Dein Gebot mach uns bekannt Und hilf selbst es treu— lich üben, Dich und den, den du gesandt, Jesum Christum, herzlich lieben, Daß kein Schmerz und keine Freude Uns von deiner Liebe scheide. Daniel Schiebeler, 1741—1774. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 15.. dich uns ohne Hülle! Ström auf uns der Gnaden Fülle, Daß an diesem Gottestage Unser Herz der Welt entsage, Daß durch dich, der starb, vom Bösen Uns Gefallne zu erlösen, Deine glaubende Gemeine Mit dem Vater sich vereine. 2. O daß frei von Erden⸗ bürden Und der Sünde Lasten würden Unsre Seelen, unser Wille Sanft wie diese Sab— bathstille! Daß in deines Him— mels Höhen Wir von fern den Aufgang sähen Jenes Lichts, das dann verkläret, Wann der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seh am Throne, Ist es nicht der Sie— ger Krone? Was ich überm Grab einst höre, Sind's nicht Überwinderchöre? Feiernd tragen sie die Palmen, Ihr Triumph erschallt in Psalmen. Herr, du selber wollst mich weihen Diesem Sabbath dei— ner Treuen! 4. Decke meiner Blöße Schande Mit dem festlichen Gewande Deiner Unschuld, daß am Tage Deines Mahls ich froh es wage Dort zu wan— deln, wo voll Gnaden Deine J. Sonntag. 9 Schar du eingeladen, Wo nicht mehr die Streiter ringen, Wo sie Siegeslieder singen! Friedr. Gottlieb Klopstock, 1724— 1803. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 16. Dest, Seelenft esu, Seelenfreund der Deinen, Sonne der Ge⸗ rechtigkeit, Wandelnd unter den Gemeinen, Die zu deinem Dienst bereit: Komm zu uns, wir sind beisammen, Gieße deine Geistesflammen, Gieße Licht und Leben aus Über dies dein Gotteshaus. 2. Komm, belebe alle Glie— der, Du, der Kirche heilig Haupt; Treibe aus, was dir zuwider, Was uns deinen Segen raubt! Komm, entdeck uns in der Klarheit Gottes Herz voll Gnad und Wahrheit, Laß uns fühlen allzugleich: „Ich bin mitten unter euch!“ 3. Laß sich die Gemüter kehren Zu dir, Glanz derEwig⸗ keitl Laß uns innigst nur begeh⸗ ren, Was uns dein Erbarmen beut. Laß dein Licht und Leben fließen Undin alle sich ergießen, Stärke deinen Gnadenbund, Herr, in jedes Herzens Grund. 4. Komm, o Herr, in jede Seele, Laß sie deine Wohnung sein, Daß dir einst nicht eine fehle In der Gotteskinder Reihn. Laß uns deines Geistes Gaben Reichlich mit einander haben; Offenbare heiliglich, Haupt, in allen Gliedern dich! 5. Was von dir uns zuge⸗ flossen, Müsse Geist und Leben sein; Was die Seele hat genos⸗ sen, Mache sie gerecht und rein. Komm, o Jesu, uns zu segnen, Jedem gnädig zu begegnen, Daß in ew'ger Lieb und Treu Jedes dir verbunden sei. Joh. Mich. Hahn, 1758— 1819. Mel. O du Liebe meiner Liebe. — 15 wie freun wir uns der Stunde, Da wir dir, Herr Jesu, nahn, Um aus deinem heil'gen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wortes sein; Schreibe selbst das Wort des Lebens Tief in unsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen, Großer Meister, rede du! Sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. Lehr uns, wie wir selig werden, Lehr uns, wie wir unsre Zeit, Diese kurze Zeit auf Erden, Nützen für die Ewigkeit. 3. Nun so lege Licht und Liebe, Kraft und Feuer auf dein Wort; Laß es mit lebend'⸗ gem Triebe Mel. Valet will ich dir geben. 18. Lab mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanken, Gieb mir Beständig— keit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nik. Selnecker, 1530—1592. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 19. Uern Ausgang seg— ne Gott, Unsern Eingang gleichermaßen; Segne unser täglich Brot, Segne unser Thun und Lassen, Segne uns mit sel'gem Sterben Und mach uns zu Himmelserben! Hartm. Schenk, 1634— 14681. Eigene Melodie. 20. Die wir uns allhier beisammen finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, In uns wirken fort und fort. Hilf uns, daß wir treu bewahren, Was wir in das Herz gefaßt, Und laß 10 I. Heilige Zeiten. andre auch erfahren, Daß du Lebensworte hast. Karl Joh. Phil. Spitta, 1801— 1859. Zum Schluß des Gottesdienstes. Dir auf ewig treu zu sein; Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen angenehm und schöne, Sage: „Amen“ und zugleich: „Friede, Friede sei mit euch!“ Chr. Renat 95 v. Zinzendorf, 490 7 27 3 785 1 752. Mel. Vater unser im Himmelreich. 21. Amen deb, Preis und Herrlichkeit Sei unserm Gott zu aller Zeit! Wir gehn wohl fort aus seinem Haus, Doch Gottes Leuchte lischt nicht aus; Das Lied verhallt, der Segen bleibt; Das Wort besteht, die Welt zerstäubt. 2. Herr, führ uns All auf Christi Bahn Zu Licht 6 Freiheit himmelan! Die Liebe mehr, den Glaͤuben stärk Und baue fort dein heilig Werk, Bis All ein Sinn zu Christo treibt, Der bis ans Ende bei uns bleibt. Chr. Friedr. Heinr. Sachse, 17851860. u + tts, 1 ** * Eigene Melodie. 22. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlich— keit, Ein König aller König⸗ reich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt.— Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer, reich von Rat! 2. Er ist gerecht, ein Hel⸗ fer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, Sein Königs⸗ kron ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit; All unsre Not zu End er bringt. Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Heiland, groß von That! 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, Bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster, früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, Eu'r Herz zum Tempel zubereit, Advent. 11 Wdvent. Die Palmen der Gottseligkeit Streut hin mit Andacht, Lust und Freud: So kommt der König auch zu euch, Ja, Heil und Leben mit zugleich. Ge— lobet sei mein Gott, Voll Rat, voll That, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! Des Herzens Thür dir offen ist. Ach zieh mit deiner Gnade ein, Dein Freundlichkeit auch uns er⸗ schein, Dein heil' ger Geist uns führ und leit Den Weg zur ew'gen Seligkeit; Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr! Georg Weißel, 1590—1635. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 23. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, Der du vom hohen Himmelsthron Herab bist kommen in die Welt Und uns zu gut dich eingestellt. 2. Wir danken dir mit Herz und Mund Demütiglich zu aller Stund, Daß du uns schenkst zum Erb und Teil Durch dein Ankunft das ew'ge Heil. 3. Wir bitten dich, den treuen Herrn, Weil nun das 12 J. Heilige Zeiten. End nicht mehr ist fern, Du wollest uns zu Gnaden dein Dir lassen stets befohlen sein. 4. Hilf, daß wir leben würdiglich Und in dir sterben seliglich, Daß wir lieben und loben dich Hier zeitlich und dort ewiglich. David Böhme, 1605-1657. Eigene Melodie. 24. Gert sei Dank durch alle Welt, Der sein Wort be— ständig hält, Und der Sünder Trost und Rat Zu uns her⸗ gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunsch und Sehnen war, Und was sie geprophezeit, Ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil und Davids Sohn, Wunder— bar, Rat, Kraft und Held Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil, Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn Dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne thust, Rein von aller Sündenlust. 6. Und wie du voll Sanft⸗— mut kamst, Jedes Armen dich annahmst, Also sei auch jeder⸗ zeit Deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin. Daß im Glauben ich fortan Treu dir bleibe zugethan; 8. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, Prächtig wiederkommen wirst, Ich dir mög entgegen— gehn Und vor dir gerecht vestehn. H. Held, gegen 1650. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 25. Mit Ernst, o Men⸗ schenkinder, Das Herz in euch bestellt, Damit das Heil der Sünder, Der wunderstarke Held, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Verheißen hat zu geben, Bei allen kehre ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig Den Weg dem großen Gast, Macht seine Steige richtig, Laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, Die Thal laßt sein erhöhet, Macht nied⸗ rig, was hoch stehet, Was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmut übet, Mit Angst zu Grunde geht; Ein Herz, das richtig ist 2. Advent. 13 Und folget Gottes Leiten, Das kann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen Zu dieser Gnadenzeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein, Mach es zu deiner Krippen, So werden Herz und Lippen Dir ewig dankbar sein. Valent. Thilo, 1607-1662. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 26. Auff, auf, ihr Reichs⸗ genossen! Eur König kommt heran, Empfahet unverdrossen Den großen Wundermann! Ihr Christen, geht herfür, Laßt uns vor allen Dingen Ihm Hosianna singen Mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist nicht fern; Hinweg all Angst und Schmerzen, Dort kommt der Morgenstern. Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist zu nennen, Da wir ihn fin⸗ den können Im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Seid fromm, ihr Unter⸗ thanen, Der König ist gerecht! Laßt uns die Weg ihm bah⸗ nen, Macht sie zum Einzug recht! Fürwahr, er meint es gut, Drum lasset nur die Pla⸗ gen, Die er uns schickt, ertra⸗ gen Mit unerschrocknem Mut. 4. Frisch auf in Gott, ihr Armen, Der König sorgt für euch; Er will durch sein Erbarmen Euch machen groß und reich; Der alles hat be⸗ dacht, Der wird auch euch ernähren; Was Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. 5. Frisch auf, ihr Hoch⸗ betrübten, Der König kommt mit Macht; An uns, die Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein Noch Zorn hinfür uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 6. Auf, auf mit schnellen Schritten Den König eilt zu sehn, Er kommt in unsre Mitten Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, Den Heiland zu be⸗ grüßen, Der alles Kreuz ver⸗ süßen Und uns erlösen kann. 7. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. Johann Rist, 1607—1667. 14 J. Heilige Zeiten. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 20. Nun jauchzet all, ihr Frommen, Zu dieser Gnaden⸗ zeit, Weil unser Heil ist kom— men, Der Herr der Herrlich— keit, Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Sceepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt, Im hohen Himmels- throne Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhül— len, Bis er des Vaters Willen Im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, Nehmt diesen König an; Soll euch geholfen wer— den, So geht die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt; Sonst, wo ihr ihn verachtet, Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elen⸗ den Zu dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlgemut. Laßt eure Lieder klingen, Des Königs Lob zu singen, Der euer höchstes Gut. 5. Er wird nun bald er⸗ scheinen In seiner Herrlich— keit Und all eu'r Klag und Weinen Verwandelen in Freud. Er ist's, der helfen kann, Macht eure Lampen fer⸗ tig, Seid seiner stets gewärtig, Er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, 1606— 1673. Mel. Valet will ich dir geben. 28. Wie soll ich dich em⸗ pfangen, Und wie begegn' ich dir, O aller Welt Verlangen, O meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich er⸗ götze, Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psal— men Ermuntern meinen Sinn; Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud, Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Bist du, mein Heil, gekommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren 2. Advent. 15⁵ Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie ird'scher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben Zu mir vom Him⸗ melszelt Als dein unendlich Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großer Jammerlast, Die kein Mund kann aussagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in die Herzen, Du herzbetrübtes Heer, Bei denen Gram und Schmerzen Sich häufen mehr und mehr. Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Thür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet zie⸗ hen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Wil⸗ len, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Voreurer Sünden⸗ schuld; Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zu Trost und wah⸗ rem Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augen⸗ blick. Er kommt, er kommt, ein König, Dem alle Macht und List Der Feinde viel zu wenig Zum Widerstande ist. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, Zum Fluch dem, der ihm flucht; Mit Gnad und süßem Lichte Dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, Und hol uns allzumal Zum ew'gen Licht und Wonne In deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 29. Komm, Heidenheiland, Lösegeld, Du Jakobsstern, du Licht der Welt! Laß abwärts flammen deinen Schein, Der du willst Mensch geboren sein. 2. Komm an von deinem Himmelsthron, Wir harren dein, o Gottessohn! Komm, o du zwiefach edler Held, Geh mutig durch dies Thal der Welt. 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf Und stiegest wieder himmelauf; Die Ab⸗ fahrt war zum Todesthal, Die Rückfahrt war zum Sternensaal. 16 I. Heilige Zeiten. 4. O höchster Fürst, dem Vater gleich, Besieg allhier des Fleisches Reich; Denn unser Geist, in Fleisches Haft, Sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 5. Von deiner Krippe glänzt ein Strahl, Der leuchtet durch dies finstre Thal; Er giebt der Nacht so hellen Schein, Der stets wird unverlöschlich sein. Nach einem lateinischen Kirchen⸗ gesang des vierten Jahrhunderts von Joh. Franck, 1618-4677. Mel. Ach was soll ich ünder machen. 30. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja du kommst und säumest nicht, Weil du weißt, was uns ge⸗ bricht. O du starker Trost in Leiden, Jesu, meines Her⸗ zens Thür Steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zu⸗ gegen, Du Weltheiland, Gottes Sohn; Meine Sinne spüren schon Deinen gnadenvollen Segen Und das Wunder dei— ner Kraft, Welches Heil und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Fle⸗ hen hin; Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in dei⸗— nem Lieben übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, Daß dich meines Herzens Grund Innig preise für die Güte, Die du mir, o Seelen⸗ gast, Lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben: Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Schuld Mich zu dir sein hoch erhaben; Dann so will ich singen dir Hosianna für und für. Ernst Christoph Homburg, 1605—4684. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 31. Nun kommt das neue Kirchenjahr, Des freut sich alle Christenschar;: Dein König kommt, drum freue dich, Du wertes Zion, ewig⸗ lich. Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort, Das Wort vom Heiland immerfort, Das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glaͤuben stets vermehrt, Laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja! Joh. Olearius, 1611- 1684. Rel. * 3² Cöseg hoffe aller stehe lich! wart 7 hinei lönig nung Nen mein du 3 an zwei imm dir in Gemüte, den Mund, 8 Herzens eise für die „o Seelen⸗ wiesen hast. nes Geistes auben und Bereuung Nich zu dir Dann so Hosianna h Homburg, 1681. herrlich Tag. das neue freut st sich Dein um freue ion, ewig⸗ noch das VWort bom Das uns weist; ne Gnad uns deine unsern sehrt, Lah ö ö ‚ wir dir 2. Advent. 17 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 32. omm. du Lösegeld, Dessen alle Heiden hoffen; Komm, o Heiland aller Welt, Thor und Thüren stehen offen. Komm in gött— lich hoher Zier, Komm, wir warten mit Begier. 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, O du großer Ehren— könig, Laß mich deine Woh— nung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, Ei so soll mein Reichtum sein, Wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an Mit den Siegespalmen— zweigen, So viel ich nur immer kann, Will ich Ehre dir erzeigen Und im Glau— ben dein Verdienst Mir zu— eignen zum Gewinst. 5. Davids Sohn! Ach Herr, hilf, laß wohl gelingen! Laß dein Seepter, Reich und Kron Uns viel Heil und Segen bringen, Daß in Ewigkeit esteh: Hastunn in der Höh! Joh. Gottfr. Olearius, 1635-1711. wertes Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 33. HGesanuu! Davids Sohn Kommt in Zion ein— gezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, Setzt ihm tausend Ehrenbogen! Streuet Pal— men, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir ent— gegen. Unser Herz ist schon gerüst, Will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein, Du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedens⸗ fürst, Ehrenkönig, Held im Streite; Alles, was du bringen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, Wir sind deine Reichsgenossen, Die du dir erwählet hast; Ach, so laß uns unverdrossen Deinem Scepter dienstbar sein, Herrsche du in uns allein. 5. Hosianna, komme bald, Die Verheißung zu erfüllen; Sollte gleich die Knechtsgestalt Deine Majestät verhüllen, O, so kennet 4.——— schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna, steh uns bei! O Herr, hilf, laß wohl⸗ gelingen, Daß wir ohne Heuchelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht gehorchen kann. 7 — 18 J. Heilige 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen! Du Gesegneter des Herrn, Warum willst du draußen stehen? Hosianna! bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 34. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr Macht uns die große Treue Des ew'gen Gottes offenbar; Und nun will er aufs neue Den alten hoch beschwornen Bund, Den einzig festen Glaubensgrund, Durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm Dem höchsten Herrn zu singen! Dein könig⸗ liches Priestertum Muß Dank zum Opfer bringen: Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit und diesen Ort Zu seinemTempel weihet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden; Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin, Denn sie bewies den alten Sinn Noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gieb uns den neuen Geist Und mach uns durch die Güte, Die sich an Zeiten. uns aufs neu erweist, Er⸗ neuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt uns, Herr, dein Wort Samt Tauf und Abendmahle, So wandern wir mit Freuden fort In diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, Laß Kirche, Schul, Tauf und Altar Uns deine Wege zeigen. 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist Zu reiner Lehr und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, Der Herde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, Damit kein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Erden; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit, Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird sie triumphieren. Heinrich Kornelius Hecker, 1699—1743. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 35. Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte. Sprich: Mein König, komm zu mir, wir nden Hirche aber Dann heceer, 2. Advent. 19 Sieh, ich öffne dir die Pforte, Zeuch mit deiner Sanftmut ein, Was du findest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigentum Schon seit deinem Wasserbade; Komm,‚ dein Evangelium Werde mir ein Wort der Gnade. Du schickst ja dein Wort voran, Daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, Was du hassest und mich reuet. Komm und rei⸗ nige dein Haus, Das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut Alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abend— mahl, Das du uns zum Heil gegeben, Daß wir schon im Erdenthal Mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, Und mein Leben sei in dir. 5. Komm und bring den Geist auch mit, Deinen Geist, der dich verkläret, Der mich im Gebet vertritt Und des Königs Willen lehret, Daß ich bis auf jenen Tag:„Komm, Herr Jesu!“ rufen mag. Phil. Friedr. Hiller, 1699—1769. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 3»HMosiannal Zu der Erde Steigt der Friedefürst herab. Ewig hochgepriesen werde Gott, der ihn der Erde gab. Freut euch, Sünder! Jauchzt ihr Frommen! Unsern Kö⸗ nig, seht ihn kommen! Unser Heil kommt, unser Licht, Unsers Herzens Zuversicht. 2. Zu der Erde neigt sich wieder Gottes Vaterhuld herab; Segen taut vom Himmel nieder, Morgenglanz bestrahlt das Grab. Seht, Erlösung wird gefunden! Seht, es heilen alle Wunden! Müden strömet süße Ruh, Sterbenden Belebung zu. 3. Kommt, ihn würdig zu empfangen, Macht ihm Wege, macht ihm Bahn! Eilt in Demut, mit Verlangen Euern König zu empfahn! Streut ihm Zweige, streut ihm Palmen, Bringt ihm Jubel, singt ihm Psalmen! Geist und Herz sei ihm ge— weiht! Preis dem Herrn der Herrlichkeit! Aug. Ludw. Chr. Heydenreich, 1773—1858. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 37. Da, des Zukunft einst erflehten Tausende in Israel, Du bist unter uns getreten, Christus und Immanuel. Got⸗ tes Rat ist nun enthüllt, Und 20 J. Heilige Zeiten. zu unserm Heil erfüllt Jetzt der Väterheiße Bitte: Christus ist in unsrer Mitte! 2. Aber der der Welt er— schienen, Wie vom Vater er gesandt, Wandelt mitten unter ihnen, Vielen fremd und un⸗ bekannt; Unbeachtet läßt man ihn Seinen Weg vorüberziehn; Ruft er, will man ihn nicht hören, Läßt in Sünden sich nicht stören. 3. Und er klopft an manche Pforte, Suchet Eingang hier und dort, Grüßt sie mit hold⸗ sel'gem Worte, Doch man weist ihn schnöde fort. Wer nicht fühlt, was ihm gebricht, Dem gefällt der Helfer nicht; Wer nicht in sein Herz will gehen, Läßt den Heiland draußen stehen. 4. Kennt ihr ihn, der uns zu retten Von dem Thron des Vaters kam Und, damit wir Frieden hätten, Unsre Strafe auf sich nahm? Lebt ihr als sein Eigentum Ihm zur Freu⸗ de und zum Ruhm? Seid auch ihr schon angeschrieben Unter denen, die ihn lieben? 5. Hosianna, sei will⸗ kommen! Heiland, kehre bei uns ein, Du sollst von uns aufgenommen, Herzlich auf⸗ genommen sein. Sieh, zum Einzug öffnen wir Freudig unsre Herzen dir; Komm, o komm, darin zu wohnen, Ja, als König drin zu thronen. Karl Joh Phil. Spitta, 1801—1859. Mel. Der du das Los von meinen Tagen. 38. Dein König kommt in niedern Hüllen, Ihn trägt der lastbarn Eslin Füllen, Empfangihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedens⸗ palmen, Bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ist's dem Herren angenehm. 2. O mächt'ger Herrscher ohne Heere, Gewalt'ger Käm⸗ pfer ohne Speere, OFriedens⸗ fürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren, Doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erxden, Doch aller Erde Reiche werden Dem, das du gründest, unterthan. Bewaff⸗ net mit des Glaubens Worten Zieht deine Schar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du ke Trifte Bund in ge it in rägt llen, lem! ens⸗ Hfad is's scher täm⸗ ens⸗ 6s rren rone innst t von Erde E du waff⸗ orten den naus nmest ch des weigt droht. 3. Weihnachten. 21 Du kommst, auf den empörten Triften Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer ver— stört. Not ist es, daß du selbst hienieden Kommst, zu erneuen deinen Frieden, Da— gegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finsternis erliegen Und lösch der Zwietracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Friedr. Rückert, 1789 1866. 3. Weihnachten. Eigene Melodie. 39. E· ist ein Ros' ent⸗ sprungen Aus einer Wurzel zart, Als uns die Alten sun⸗ gen: Von Jesse kam die Art Und hat ein Blümlein bracht Mitten im kalten Winter Wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, Davon Jesaias sagt, Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ew'gem Rat Hat sie ein Kind geboren Wohl zu der halben Nacht. Aus dem 16. Jahrhundert. Eigene Melodie. 40. Gelobet seist du, Jesu Christ! Daß du Mensch ge— boren bist Von einer Jung⸗ frau, das ist wahr, Des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ew'gen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippen find't; In unser ar⸗ mes Fleisch und Blut Ver⸗ kleidet sich das ew'ge Gut. Halleluja! 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ew'ge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein neuen Schein; Es leucht wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward Und führt uns aus dem Jammer⸗ thal, Er macht uns Erben in sei'm Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich er⸗ barm Und in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, Sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit Und dank ihm des in Ewigkeit. Halleluja! Martin Luther, 1483-1546. Eigene Melodie. 41.„Vem Himmel hoch, da komm ich her, Ich bring euch gute, neue Mär; Der gu⸗ ten Mär bring ich so viel, Da— von ich sing'n und sagen will.“ 2.„Euch ist ein Kindlein heut geborn, Von einer Jung— frau auserkorn, EinKindelein, so zart und fein, Das soll eu'r Freud und Wonne sein.“ 3.„Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führn aus aller Not; Er will euir Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein.“ 4.„Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Va⸗ J. Heilige Zeiten. ter hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt ewig leben allzugleich.“ 5.„So merket nun das Zeichen recht: Die Krippe, Windelein so schlecht; Da fin⸗ det ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt.“ 6. Des laßt uns alle fröh⸗ lich sein Und mit den Hir— ten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Willkommen sei, du ed⸗ ler Gast, Den Sünder nicht verschmähethast Und kommst ins Elend her zu mir: Wie soll ich immer danken dir? 8. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen ein'gen Sohn! Des freuet sich der Engel Schar Und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther, 1483—1546. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 42. Vom Himmel kam der Engel Schar, Erschien den Hirten offenbar; Sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart, Das liegt dort in der Krippen hart; 2. Zu Bethlehem, in Da⸗ vids Stadt, Wie Micha das verki Herre euer . fröhl euch ebor Eu'r. 4. die 6 habt Gott. und ist w 5. lasse ihn mög Dem lasser 0. habe word Des Gedr verkündet hat; Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröhlich sein, Daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn, eu'r Fleisch und Blut, Eu'r Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gott's Sohn ist worden eu'r Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, Setzt ihr auf ihn eu'r Zuversicht; Es mögen euch viel fechten an; Dem sei Trotz, der's nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, Ihr seid nun worden Gott's Geschlecht, Des danket Gott in Ewigkeit, Geduldig, fröhlich alle Zeit. Martin Luther, 1483-1546. Eigene Melodie 43. Lebt Gott, ihr Christen alle gleich, In seinem höchsten Thron, Der heut schleußt auf sein Himmelreich„ Und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß Und wird ein 3. Weihnachten. 23³ Kindlein klein Und liegt dort elend, nackt und bloß 2): In einem Krippelein.:; 3. Er äußert sich all sein'r Gewalt, Wird niedrig und gering Und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding.: 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Nimmt von ihr seine Speis', An dem die Engel sehn ihr Lust, 1 Denn er ist Davids Reis, 1 5. Das aus sein'm Stamm entsprießen sollt In dieser letzten Zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein Reich, die Christenheit.: 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an Und giebt uns in sein's Vaters Reich Die klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, Das mag ein Wechsel sein! Wie könnte wohl noch freundlicher„ Der treue Jesus sein!: 8. Heut schließt er wieder auf die Thür Zum schönen Paradeis; Der Cherub steht nicht mehr dafür,„ Gott sei Lob, Ehr und Preis. Nik. Hermann, 4 1561. 24. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. 44. Föohlich soll mein Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind, Das verbind't Sich mit unsrem Blute. 3. Nun, er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, Was euch fehlt, alles wieder! 4. Ei, so kommt und laßt uns laufen, Stellt euch ein, Groß und klein, Kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet! 5. Die ihr schwebt in großem Leiden, Sehet, hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 6. Wer sich fühlt beschwert Was euch quält, Ich bring Heilige Zeiten. im Herzen, Wer empfind't Seine Sünd Und Gewissens⸗ schmerzen, Sei getrost; hier wird gefunden, Der in Eil Machet heil Auch die tiefsten Wunden. 7. Die ihr arm seid und elende, Kommt herbei, Füllet frei Eure Glaubenshände! Hier sind alle guten Gaben Und das Gold, Da ihr sollt Euer Herz mit laben. 8. une Heil, laß dich umfangen, Laß mich dir, Mei⸗ ne Zier, Unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich Mich durch dich Wohl zufrieden geben. 9. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier Und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schwe— ben Voller Freud, Ohne Zeit, Dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Nun freut euch, lieben Christen gmein. 45. ch 1—8 an— Krippe hier, O Jesu, mein Leben; Ich stehe, büns und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin Und laß dir's wohlgefallen. 2. garee und Glan; stets wie ke Wie! schein lassen 9. boren gebor zu ei kannt nicht hast Wie 4. nacht Soll zugeb und 2 das bens schön . den 0 nicht nimm bleih weite nöcht 0. Hern lann 3. Weihnachten. 25⁵ 2. Du hast mich ganz und gar erfüllt Mit deiner Lieb und Güte; Dein schöner Glanz, dein süßes Bild Liegt stets mir im Gemüte. Und wie könnt es auch anders sein, Wie mag ich deinen Gnaden— schein Aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht ge— boren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erkoren. Noch war ich nicht ans Licht gebracht, Da hast du schon bei dir bedacht, Wie mein du wolltest werden. 4. Ich lag in tiefer Todes— nacht, Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht Des Glau— bens in mir zugericht, Wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freu— den an Und kann mich satt nicht sehen, Und weil ich's nimmer fassen kann, So bleib ich sinnend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär Und meine Seel ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 6. Wenn bitterlich mein Herze weint Und keinen Trost kann finden, Rufst du mir zu:„Ich bin dein Freund, Ein Tilger deiner Sünden; Was trauerst du und machst dir Pein? Du sollst ja guter Dinge sein, Ich bin dein Bruder worden.“ 7. Du fragst nicht nach der Lust der Welt Noch nach des Lebens Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden, Suchst meiner Seele Trost und Freud Durch deiner Seele Schmerz und Leid, Des ich dir ewig danke. 8. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein, Komm, komm und kehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden! Paul Gerhardt, 1606— 1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 46. Wi singen dir, Im manuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmels-— blum und Morgenstern, Der Jungfrau Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja! 2. Wir singen dir mit deinem Heer Aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, Daß du, o lang gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja! 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat so manch Herz nach dir gewacht; Dich hat gehofft so lange Jahr Der Väter und Propheten Schar. Halleluja! 4. Nun bist du hier, da liegest du, Hältst in der Krippe deine Ruh; Du kehrst in fremder Hausung ein, Und sind doch alle Himmel dein. Halleluja! 5. Du bist der Ursprung aller Freud Und duldest so viel Herzeleid; Du bist der süße Menschenfreund, Doch sind dir so viel Menschen feind. Halleluja! 6. Ich aber, dein geringster Knecht, Ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich, doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. Hal⸗ leluja! 7. Der Will ist da, die Kraft ist klein, Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz; und was es kann, Wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja! 8. Und bin ich gleich der Sünde voll, Hab ich gelebt nicht, wie ich soll, Ei, kommst du doch deswegen her, Daß I. Heilige Zeiten. sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja! 9. So faß ich dich nun ohne Scheu, Du machst mich alles Jammers frei, Trägst meine Schuld, erwürgst den Tod, Verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja! 10. Ich will dein Hal⸗ leluja hier Mit Freuden singen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Soll's schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja! Paul Gerhardt, 1606—1676. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 47. Dies ist die Nacht, da mir erschienen Des großen Gottes Freundlichkeit; Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkel⸗ heit, Und dieses Welt- und Himmelslicht Weicht hundert⸗ tausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle Bricht durch in alle Welt hinein; Er treibet weg der Höllen Macht, Der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Sali Mon Vil Zei, seinet und 4. schein dein mußt Son nicht diese nicht 20 Vei mich Lich won Weil Liht des; 3. Weihnachten. 27 Seligkeit. Wann Sonn und Mond und Stern vergehen Vielleicht noch in gar kurzer Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Liebeslicht; Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht; Willst du genießen diesen Schein, So darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtsonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnacht— wonne Und lehre mich die Weihnachtkunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtglanzes voll. Kasp. Friedr. Nachtenhöfer, 1624—-1685. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König. 48. Iruchzet ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chö— ren! Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren: Sehet doch da, Gott will so freundlich, so nah Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihrEnden derErden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun wer⸗ den. Friede und Freud Wird uns verkündiget heut, Freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, Träget und hebet die Sünd, Alles anbetet und schweiget! 4. Gott ist im Fleische! Wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; Gehet hinein, Eins mit dem Kinde zu sein, Die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge— denken? Du willst dich selber, dein Herz voll von Liebe mir schenken; Sollt nicht mein Sinn Innigst sich freuen darin Und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herze voll Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein; Ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; Komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger ver⸗ 28 I. Heilige Zeiten. — loren! Wohne in mir, Mach mich ganz eines mit dir, Der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich er— heben, Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben; Gieb mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, Völlig mich dir zu ergeben. Gerh. Tersteegen, 1697—1769. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 49. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward; Da sandte Gott von seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, Erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sahn, Dich, meinen Heiland, bet ich an. 6. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 7. Gedanke voller Majestät, Du bist es, der das Herz erhöht; Gedanke voller Se— ligkeit, Du bist es, der das Herz erfreut. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Vaters Schoße sitzt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt, Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist! Chr. Fürchtegott Gellert, 90 7915—1769 3. Weihnachten. 29 Mel. Heut singt die liebeChristenheit. 50. B.5 an, du schönes Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, Der täglich wiederkehret; Ein Licht von dem, der ewig wacht, Durch— bricht die lange, finstre Nacht, Ein Tag, der ewig währet. 2. Es ist ein König aller Welt, Von Ewigkeit zum Heil bestellt, Ein zartes Kind geboren. Der Teufel hat sein altes Recht Am ganzen menschlichen Geschlecht Ver— spielt schon und verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, Es naht die sel'ge Gotteszeit Der Frei— heit und der Liebe. Wohlauf, du frohe Christenheit! Daß jeder sich nach langem Streit In Friedenswerken übe. 4. Ein ewig festes Liebes— band Hält jedes Haus und jedes Land Und alle Welt um-⸗ fangen, Wir alle sind ein heil'ger Stamm, Der Löwe spielet mit dem Lamm, Das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind Mit lächeln— der Gebärde. Wir grüßen dich, du Sternenheld; Willkommen, Heiland aller Welt, Will— kommen auf der Erde! Mar v.Schenkendorf, 1784—1817. Mel. Lobe den Herren, den — mächtigen König. 51. Ehre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren, Laßtuns ihmsin gen, oChristen; auch wir sind erkoren, Sein uns zu freun Und durch ihn selig zu sein; Christen, wir sind nicht verloren. 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Herden verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte ver— schwanden durch ihn, Die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen durch Liebe die Gottheit zu ehren, Folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, Und es ward Friede durch ihn; Singet es laut ihm zu Ehren. 4. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben Hat er durch ihn, den Geliebten, uns allen gegeben; Bis in das Grab Stieg er vom Himmel herab, EinstunszumHimmelzuheben. 5. Selige Aussicht! wie werd ich im Lichte der Höhe, Retter, dich preisen, wenn dort ich verherrlicht dich sehe! Danket schon hier, Christen, o dankt ihm mit mir: Ehre sei Gott in der Höhe! Aug. Herm. Niemeyer, 1754-1828. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 890( 52. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem das Lied der Engel klang, Der hohe Freudentag ist da, Lobsinget ihm, Halleluja! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, Der uns das Lebenslicht gebracht. Nun leuchtet uns ein milder Strahl Wie Morgenrot im dunkeln Thal. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, Von schlichtem Pilgerkleid umhüllt, Und führet uns mit sanfter Hand, Ein treuerHirt, insVaterland. 4. Er, der dort oben herrlich thront, Hat unter uns, ein Mensch, gewohnt, Damit auch wir ihm werden gleich Auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Him⸗ melsbahn Uns, seine Brüder, auch hinan Und wandelt unserpilgerkleid InSternen— glanz und Herrlichkeit. 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, Der hohe Freu— dentag ist da! Ihr Christen, singt Halleluja! Friedr. Ad. Krummacher, 1768—-1845. 30 J. Heilige Zeiten. Mel. Valet will ich dir geben. 2 53. Erfüllt sind Stund und Zeiten, Der neue Tag bricht an; Das Licht der Ewigkeiten Tritt auf die Sie⸗ gesbahn. Zur Mitternacht verschwiegen Hat es sich ein⸗ gestellt, Die Engel Gottes flie— gen Und rufen's in die Welt. 2. Hier liegt's im Mutter⸗ schoße Und ist noch schwach und klein; Nur zu geringem Lose Scheint es bestimmt zu sein, Als sollt es sich ver— lieren In tiefer Dunkelheit, Und doch soll es regieren Die Welt in Herrlichkeit. 3. Es muß vor diesem Lichte Der Glanz der Welt vergehn, Vor diesem Ange— sichte Die Sonne finster stehn. Sein still verborgnes Wesen Hat eine solche Macht, Daß Kranke drin genesen Und Totes neu erwacht. 4. Es freuen sich die Armen, Die Müden in dem Schein; Es ladet voll Er— barmen Die Schwachen zu sich ein; Die Stolzen nur erquicken Sich nicht an seinem Strahl; Nur den verkehrten Blicken Ist dieses Licht zur Qual. 5. O Licht, laß uns hie⸗ nieden Als deine Kinder stehn, hen. und Tag der Sie⸗ acht ein⸗ slie⸗ elt. kter vach gem t zu ver heit, jeren it. esem Welt nge⸗ sehn. Msen Daß Und die dem Er⸗ u zu nur inem hrten t zur ö hie⸗ ste N, * Bis wir dereinst in Frieden Den höhern Aufgang sehn! O Jesu, Stern der Gnade, Des Vaters Glanz und Zier, O leucht auf unsre Pfade, Damit sie gehn zu dir! Chr. Rud. Heinr. Puchta, 1808— 1858. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 54. Der heibge Christ ist kommen, Der süße Gottes— sohn; Des freun sich alle Frommen Am höchsten Him melsthron. Auch was auf Erden ist, Muß preisen hoch und loben Mit allen Engeln droben Den lieben heil'gen Christ. 2. Das Licht ist aufge— gangen, Die lange Nacht ist hin; Die Sünde ist gefangen, Erlöset ist der Sinn. Die Sündenangst ist weg, Und Liebe und Entzücken Baun weite Himmelsbrücken Aus jedem schmalsten Steg. 3. Verwaiset sind die Kin— der Nicht mehr und vater— los, Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnaden— schoß; Er will, daß alle rein Von ihren alten Schulden, Vertrauend seinen Hulden, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, Ihr Kindlein fern 3. Weihnachten. 31 und nah! Der euch den Vater weiset, Der heil'ge Christ ist da. Er ruft so freundlich drein Mit süßen Liebesworten: „Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein!“ E. Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 55. Da lieber heil'ger frommer Christ, Der für uns Kinder kommen ist, Damit wir sollen weiß und rein Und rechte Kinder Gottes sein! 2. Du Licht vom lieben Gott gesandt In unser dunkles Erdenland, Du Himmelskind und Himmelsschein, Damit wir sollen himmlisch sein! 3. Du lieber heil'ger frommer Christ, Weil heute dein Geburtstag ist, Drum ist auf Erden weit und breit Bei allen Kindern frohe Zeit. 4. O segne mich, Ich bin noch klein, O mache mir den Busen rein! O bade mir die Seele hell In deinem reichen Himmelsquell! 5. Daß ich wie Engel Gottes sei In Demut und in Liebe treu, Daß ich dein bleibe für und für, Du heil'ger Christ, das schenke mir! E. Moritz Arndt, 1769—1860. 32 Heilige Zeiten. 4. Epiphanias. Eigene Melodie. 56. Mit Fried und Freud ich fahr dahin In Gottes Willen; Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille; Wie Gott mir verheißen hat, Der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, Der treue Heiland, Den du mich, Herr, hast lassen sehn Und gemacht bekannt, Daß er sei das Leben Und Heil in Not und Ren 3. Den hast du allen für⸗ stel Mit großen Gnaden, Zu seinem Reich die Lund⸗ Welt Heißen laden Durch dein teuer heilsam Wort, An allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht Für die Heiden, Zu erleuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden; Er ist dein's Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther, 1483— 1546. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 57. O Jesu Christe, wahres Licht, Erleuchte, die dich kennen nicht, Und bringe sie zu deiner Herd, Daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gna⸗ denschein, Die in Irrtum verführet sein, Auch die, die heimlich noch ficht an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat. Von dir, das suche du mit Gnad Und sein verwund't Gewissen heil, Laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das an Die Stummen richtig reden lehr, Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres Her⸗ zens Glauben sei. 55 e, die da sind verblend't, Bring her, die sich von uns getrennt, Versammle, die zerstreuet gehn, Mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, 1585— 1647. Mel. Meine Seele, laß es gehen. 58.Werde licht, du Stadt der Heiden, Und du Salem, werde licht, Schaue, welch ein Glanz mit Freuden Uber Gott Diei 9 Weich in die ist zu Ding Glan in 8 2 verbl Lächt sih Himn Aug teten 4. verbe schien Groß fehlb zum sonst das Und heil, teil. das chtiz nnen Her⸗ sind sich mle, Nach ehn. uns d ini hund olche 1647⁷• 4. Epiphanias. 33 Über deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, Die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, Als dies Licht kam in die Welt, Dem kein andres ist zu gleichen, Welches alle Ding erhellt. Die nach diesem Glanze sehen, Dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, Ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet Schier vom Himmel jedermann; Unsre Augen und Gebürden Haf⸗ teten nur an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen, Seine Gnade schien uns nicht, Klein und Große mußten sorgen, Jedem fehlt' es an dem Licht, Das zum rechten Himmelsleben Seinen Glanzuns solltegeben. 5. Aber wie hervorge— gangen Ist der Aufgang aus der Höh, Haben wir das Licht empfangen, Welches so viel Angst und Weh Aus der Welt hinweggetrieben, Daß nichts Dunkles übrig blieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken In der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, Daß du hast so wohl gethan Und uns diesen Schatz geschenket, Der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, Daß wir dir zu jeder Zeit Durch geliebte Glaubenswerke Folgen in Gerechtigkeit Und hernach im Freudenleben Heller als die Sterne schweben. 8. Dein Erscheinung müss' erfüllen Mein Gemüt in aller Not; Dein Erscheinung müsse stillen Meine Seel auch gar im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen Müsse mir deinLichterscheinen. 9. Jesu, laß mich endlich gehen Freudig aus der bö— sen Welt, Dein so helles Licht zu sehen, Das mir dort schon ist bestellt, Wo wir sollen unter Kronen In der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist, 1607—1667. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 59. Herr Jesu, Licht der Heiden, Der Frommen Schatz und Lieb, Wir kommen jetzt mit Freuden Durch deines Geistes Trieb In diesen deinen Tempel Und suchen mit Begier Nach Simeons Exempel. Dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns ge⸗ funden, O Herr, an jedem Ort, Dahin du dich ver⸗ bunden Durch dein Ver— heißungswort; Vergönnst noch heutzutage, Daß man dich gleicherweis Auf Glaubens⸗ armen trage, Wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Pein, Im Schrecken unsre Sonne, Im Kreuz ein Gna⸗ denschein, In Zagheit Glut und Feuer, In Not ein Freudenstrahl, In Krankheit ein Befreier, Ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelin⸗ gen, Daß einst wie Simeon Ein jeder Christ kann singen Den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frie— den Mein Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab erblickt. 3., ich hab in Glauben, Mein Jesu, dich geschaut; Kein Feind kann dich mir rauben, Wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen Und in dem meinen du; Uns scheiden keine Schmerzen, Kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar die Deinen So fremd und stra— J. Heilige Zeiten. fend an, Daß oft vor Angst und Weinen Ich dich nicht sehen kann: Dort aber wird's geschehen, Daß ich von An-⸗ gesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht. Joh. Franck, 1618-1677. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 60. Auf, Seele, auf und säume nicht, Es bricht das Licht herfür; Der Wunder⸗ stern giebt dir Bericht, Der Held sei vor der Thür., 2. Geh aus von deinem Vaterland, Zu suchen solchen Herrn, Laß deine Augen sein gewandt 1 Auf diesen Mor-⸗ genstern. ½ 3. Gieb acht auf diesen hellen Schein, Der aufge— gangen ist, Er führet dich zum Kind hinein,„5 Das heißet Jesus Christ.:: 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, Der alle Feinde schlägt; Er ist das teure Gotteslamm,„ Das unsre Sünde trägt. 5. Drum mache dich be— hende auf, Befreit von aller Last, Und laß nicht ab von deinem Lauf, 51 Bis du dies Kindlein hast. 6. Halt dich im Glauben an das Wort, Das fest ist zum und singe 97.9 8. ande erkat und ewg 9 sein Der Her sole hier zum des Wied Ingst nicht ird's An⸗ soll Kaht, 46⁷⁷. isten fund t das nder⸗ Der 90 einem olchen u sein Mor⸗ diesen ufge⸗ dich Das aus 4 alle t das ö Das be⸗ aller von dies auben est ist 4. Epiphanias. 3⁵ und gewiß; Das führet dich zum Lichte fort„: Aus aller Finsternis.: 7. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar Mit Geist und Leib und Seel Und singe mit der Engel Schar: Hier ist Immanuel! 8. Der zeigt dir einen andern Weg, Als du vorhin erkannt, Den stillen Ruh⸗ und Friedenssteg„ Zum ew'gen Vaterland.: 9. Drum sinke nur vor seinem Glanz In tiefster Demut ein Und laß dein Herz erleuchten ganz Von solchem Freudenschein.:: 10. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, Wo man zum Leben geht; Hier ist des Paradieses Pfort,„ Die wieder offen steht. Mich. Müller, 1673—1704. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 61. Jesu, großer Wunder⸗ stern, Der aus Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen; Nimm doch, nimm doch gnädig an, Was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, Wie ich's von dir selber habe Und damit beschenket bin, So ist dir's die liebste Gabe; Laß es auch bewährt und rein In des Elends Ofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Laß ihn gnädig dir genügen. Herz und Lippen sollen stets, Ihn zu opfern, vor dir liegen; Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich„Ja und Amen“ drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu, Ach, mich schmer— zet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister, 1671—1756. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 62. Wo ist der neuge⸗ borne Held, Der ist ein Hei⸗ land aller Welt? Wo treff ich meinen König an, Daß ich ihn recht verehren kann? Halleluja! 2. Nun, Kind von Beth⸗ lem, sei gegrüßt, Daß du mein Herr und Bruder bist, Der Stern aus Jakob, dessen Schein Nun dringt in alle Welt herein. Halleluja! 3. Du König über Israel! Es ist erfreuet Leib und Seel, Daß Gott nach langer banger 36 I. Heilige Zeiten. Nacht Ein Licht auf Erden hat gebracht. Halleluja! 4. So lang ich lebe, leite mich, Daß ich ja nicht verliere dich; Du führst allein die rechte Bahn, Daß niemand uns verführen kann. Halleluja! 5. Wenn meine Wallfahrt auf der Welt Mit meinem Leben hier verfällt, So führe mich durchs finstre Thal, Daß ich dich find in Zions Saal. Halleluja! Verfasser unbekannt. 5. Passion. Eigene Melodie. 63. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, un⸗ schuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet; All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! Nik. Decius(von Hof), 4 1541. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 2 64. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist Und hast uns durch dein teures Blut Gemacht vor Gott gerecht und gut; 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, Der du gelitten Hohn und Spott, Erlös uns von dem ew'gen Tod Und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, Reich uns dein allmächtige Hand, Daß wir im Kreuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren Pein 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, Daß du uns wirst verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns stehn, Daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer, 1 1600.4 fahrt inem ühre Thal, ions kannt. bei Herr ür hast Blul recht hrer du hott, Wgen der vor eich and, ildiz einer 8 die wirst ganz 5wir gehn. 1600. 5. Passion. 37 Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 65. Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast In deinem Grab gehalten hast, Gieb, daß wir in dir ruhen all, Und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, Die du er⸗ kauft mit deinem Blut, Und führ uns in des Himmels Licht Zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gotteslamm, Getötet an des Kreuzes Stamm; Laß ja uns Sündern deine Pein Den Eingang in das Leben sein. Georg Werner, 1589—1643. Eigene Melodie. 66. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf Urteil dir gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Misse— thaten Bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins An— gesicht geschlagen und ver— höhnet; Du wirst mit Essig und mit Gall getränket, Ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich ge— schlagen! Ich, o Herr Jesu, habe dies verschuldet, Was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seineKnechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, Die dich ge— bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, Und du mußt leiden. 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich g'nugsam solche Treu aus— breiten? Kein's Menschen Herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 7. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, Wo— mit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? 8. Doch eines weiß ich, das wirst du annehmen. Ich will des Fleisches böse Lüste zähmen, Daß sie mein Herz aufs neue nicht entzünden Mit alten Sünden. 9. Weil aber es nicht steht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gieb mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 38 J. Heilige Zeiten. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, Nichts von Ver⸗ folgung, nichts von Todes-— schmerzen Nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, ob's für schlecht zwar ist zu schätzen, Wirst du es doch nicht gar beiseite setzen, In Gnaden wirst du dies von mir an⸗ nehmen, Mich nicht beschämen. 12. Wann dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, Da will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, Lob und Dank singen. Joh Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 67. O Traurigkeit, O Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind Wird ins Grab getragen. 2. O große Not! Der Herr liegt tot; Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, Nur deine Sünd Hat dieses ange— richtet, Da du durch die Misse⸗ that Warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm. Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, O Glaubensgrund, Wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, Muß dich ja beklagen. 6. O selig ist Zu aller Frist, Der dieses recht be— denket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab versenket. 7. O Jesu, du Mein Hilf und Ruh, Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab Nach dir möge sehnen! Johann Rist, 1607—1667. Mel. Herr Christ, der einig Gott'ssohn. 68. Wenn meine Sünd mich kränken, O mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du ge— storben bist Und alle meine Sündenlast Am Stamm des heil'gen Kreuzes Auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, Wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen Der Herr für seinen Knecht; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod. aller t be⸗ der Grab 1 Hilf nit nich dir 4607. inig Sünd Herr mich I ge⸗ meine m des dich laßen, 6s Der Eoͤ 27 „Gott ischen 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi teures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Höllen Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen Jetzt und mein leben— lang Für deine Pein und Schmerzen, O Jesu, Lob und Dank, Für deine Not und Angstgeschrei, Für dein un— schuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier, Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wieviel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. Mein Kreuz und meine Plagen, Sollt's auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen; Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt Und deinem Beispiel folge, Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir ge⸗ than, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen jeder— mann; Ohn Eigennutz und Heuchelschein Und, wie du ssion. 39 mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein. 8. 9 endlich deine Wun— den Mich trösten kräftiglich In meiner letzten Stunden, Und des versichre mich: Weil ich auf dein Verdienst nur trau, Du werdest mich an⸗ nehmen, Daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1601—1671. Eigene Melodie. 69. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder, Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Entzieht sich allen Freuden. Es duldet Schmach und Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod Und spricht:„Ich will's gern leiden!“ 2. Das Lämmlein ist der große Freund Und Heiland meiner Seelen! Den, den hat Gott zum Sündenfeind Und Sühner wollen wählen. „Geh hin, mein Kind, und nimm dich an Der Kinder, die ich ausgethan Zur Straf und Zornesruten. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß; 40 I. Heilige Zeiten. Du kannst und sollst sie machen los Durch Sterben und durch Bluten!“ 3.„Ja Bater, ja von Herzensgrund, Leg auf, ich will dir's tragen; Mein Wollen hängt an deinem Mund,‚, Mein Wirken ist dein Sagen!“ O Wunderlieb, o Liebesmacht! Du kannst, was nie ein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen! O Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest den in Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen. J. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie du mich, Mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht; Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben; Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbstauch dir zu aller Zeit Zum Freu⸗ denopfer bringen; Mein Born des Lebens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen, Und was du mir zu gut ge⸗ than, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Ge⸗ dächtnis schließen. Paul Gerhardt, 1606-4676. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 70. O Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn, O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenkron; O Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, Jetzt aber höchst verhöhnet, 2* ö grüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Davor das Reich der Welt Erschrickt und wird zu nichte, Wie bist du so entstellt! Wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht mehr gleichet, So schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wan⸗ gen, Der roten Lippen Pracht Ist hin und ganz vergangen; Des blassen Todes Macht Hat alles hingenommen, Hat alles hingerafft, Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. . L. Nun, was du, Herr, erduldet, Ist alles meine Last, Ich hab es selbst verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, Der , so Ge⸗ 41676. angen. Blut hmerz Haupt, Mit aupt, Mit Iezt Ge⸗ sichte, Welt lichte, ttellt! ichet! Dem ichet, 7 Wan⸗ hracht ngel Nacht Hat daher eines Herr, Vast, uldet, chau Der * 5. Passion. 41 Zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich, mein Hüter, Mein Hirte, nimm mich an; Von dir, Quell aller Güter, Ist mir viel Guts gethan; Dein Mund hat mich gelabet Mit wun— derbarem Trost, Dein Geist hat mich begabet Mit reicher Himmelskost. 6. Ich will hier bei dir stehen, Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden Und kommt mir herz⸗ lich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich fin— den soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir von Herzen, O Jesu, liebster Freund, Für deines Todes Schmerzen, Da du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte Zu dir und deiner Treu, Und wenn ich nun erkalte, In dir mein Ende sei. mit Plagen 9. Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür; Wenn mir am aller⸗ bängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Angsten Kraft deiner Angst und Pein 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in mei⸗ nem Tod Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzes⸗ not. Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubens— voll Fest an mein Herz dich drücken; Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 71. O Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, Mein Heil, und dich So übel zuge⸗ richt? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von übelthaten weißt du nicht. 3. Ich, ich und meine Sünden, Die sich wie Körn— X 42 J. Heilige Zeiten. lein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und das betrübte Marterheer. 4. Ich bin's, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll; Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel. 5. Du setzest dich zum Bürgen, Ja, lässest dich er⸗ würgen Für mich und meine Schuld. Mir lässest du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld. 6. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr; Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. 7. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 8. Ich will's vor Augen setzen, Mich stets daran er— götzen, Ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb und unverfälschten Treu. 9. Ich will darin erblicken, Wie ich mein Herz soll schmücken Mit stillem, sanf⸗ tem Mut; Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 10. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem absagen, Was meinem Fleisch gefällt; Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Dein Seufzen und dein Stöhnen Und die viel tau⸗ send Thränen, Die dir ge— flossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Begleiten zu der ew'gen Ruh. Paul Gerhardt, 1606—4676. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 72. Sei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und trah zen, deng mird ich s⸗ Wird Treu endet 9 9. Vur hinei eb und blicken, r; soll „sanf⸗ ich die h doch Verken, Kreuz ir und neinem deine pill ich efiel es nd dein iel tau⸗ dir ge⸗ u mich Schoß zu der —16⁷⁵• Gemüte. endmal und 1 selbst h dich ir doch en und Rreuze, meine eil der n und 5. Pa traurig bin; Nimm die Schmer— zen, die mich quälen, Und den ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht Und ich selber mir gemacht. Ganz wird unter deinen Händen, Treuer Herr, mein Jammer enden. 3. Schreibe deine blut'gen Wunden, Jesu, mir ins Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, Da mein ganzes Herze ruht, Laß mich hier zu deinen Füßen Deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Dich will ich umfangen halten, Herr, so fest ich immer kann; Schau, o schau mein Händefalten Und mich selber freundlich an Von des hohen Kreuzes Baum Und gieb mei⸗ ner Bitte Raum, Sprich:„Laß all dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg all deine Sünden.“ Paul Gerhardt, 1606-1676, (nach Bernhard von Clairvaux, 1091—1153). Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. — 73. Der am Kreuz ist neine Liebe, Meine Lieb ist Jesus Christ. Weg, ihr argen Sündentriebe, Welt und Fleisch mit eurer List! Eure Lieb ist nicht von Gott, Eure ssion. 43 Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe; Frevler, was befremdet dich, Daß ich mich im Glauben übe? Jesus gab sich selbst für mich; So ward er mein Friedensschild, Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe; Sünde, du be⸗ siegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich ging ins Gericht! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Spräch ich seinem Blut nicht Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe, Keine Trübsal noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los; Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, noch Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe, Nun ist auch der Tod mein Freund. Wenn ich wie ein Staub zerstiebe, Wird mein Jesus mir vereint. J. Heilige Zeiten. Da, da schau ich Gottes Lamm, Meiner Seelen Bräu⸗ tigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. Verfasser unbekannt, seit 1676. Eigene Melodie. 444. 5.0. f Len Oesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelen⸗ not, In das äußerste Verder⸗ ben, Nur daß ich nicht möchte sterben; Tausend⸗, tausend⸗ mal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Hast getragen Strick und Banden, Du ge⸗ rechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten Aus den schweren Sündenketten. Tau⸗ send⸗, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 3. Willig ließest du dich schlagen, Mich zu lösen von der Pein, Ließest fälschlich dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein; Daß ich möchte Trost erlangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tausend⸗-, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 4. Du hast dich mit Schmach bedecket, Hast ge— litten mit Geduld, Gar den herben Tod geschmecket, Um zu büßen meine Schuld; Daß ich würde frei gegeben, Gabst du hin dein teures Leben. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 5. Deine Demut hat ge— büßet Meinen Stolz und Übermut, Dein Tod meinen Tod versüßet, Es kommt alles mir zu gut; Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend-, tau⸗ sendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 6. Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für die erlittne Not, Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den her⸗ ben, bittern Tod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Deine tausendfachen Plagen, Für dein Weh und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. Ernst Christoph Homburg, 1605— 1681. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 75. Jan, deine Passion Will ich jetzt bedenken; Wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 2 +. sehen Bond Schm schand nenkr wund Gotte emipfy . allein Laßen Undd die U. und gemo Gna 4. mich Reue Sünk aufs Sünd meide büßer Lider 5. will Asu, Dich: und d ar den t, Um Daß Gabst Leben. sei dir, dafür! hat ge⸗ z und meinen nt alles potten, Ehren tau⸗ Liebster dir von erlittne en, für en her⸗ L dein Zagen, blagen, fe Pein 1 sein. omburg, . deinem zassion Bollest Geist .In gesu, ie dll, Littest 5. Passion. 4⁵ 2. Gieb, daß ich recht sehen mag Deine Angst und Bande, Deine Schläge, deine Schmach, Deine Kreuzes-— schande, Deine Geißel, Dor— nenkron, Speer-⸗ und Nägel⸗ wunden, Deinen Tod, o Gottessohn, Den du hast empfunden! 3. Doch so laß mich nicht allein Deine Marter sehen; Laß mich auch die Ursach fein Und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, Ich, und meine Sünde! Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde. 4. Jesu, lehr bedenken mich Dies mit Buß und Reue; Hilf, daß ich mit Sünde dich Martre nicht aufs neue! Weg mit aller Sündenlust! Alles will ich meiden, Was mein Heiland büßen mußt Mit so großen Leiden. 5. Wenn mir meine Sünde will Machen heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, Dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion Laß mich gläubig fassen; Liebet mich sein lieber Sohn, Wie kann Gott mich hassen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nach⸗ trage, Daß ich Demut von dir lern Und Geduld in Plage, Daß ich dir geb Lieb um Lieb. Ach, laß doch dies Lallen— Bessern Dank ich dorten geb— Jesu, dir ge⸗ fallen! Siegmund von Birken(Betulius), 1626—1681. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 76. Herr Jesu Christ, dein teures Blut Ist meiner Seelen höchstes Gut: Das stärkt, das labt, das macht allein Mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein Unschuld und Gerech— tigkeit Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron: Dein teures Blut, dein Lebenssaft Giebt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, Wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, 1611-1684. 2 46 1. Eigene Melodie. 70. O du Liebe meiner Liebe, Du erwünschte Selig⸗ keit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jammervolle Leid Deines Leidens mir zu gute Als ein Opfer eingestellt Und bezaͤhlt mit deinem Blute Alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Ol⸗ berg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen Unauf⸗ hörlich fest geliebt, Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, Den, so nie— mand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen Nicht der strengste Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, Bis sich Kraft und Atem end't, Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die für mich ge⸗ storben Und ein immerwäh⸗ rend Gut An dem Kreuzes-— holz erworben, Ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, Du verwund'te Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft an deinem Herzen ruh! Heilige Zeiten. 5. Liebe, die sich tot gekränket Und für mein erkaltet Herz In ein kaltes Grab gesenket, Ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann Und der Seelen Heil erworben: Nimm mich ewig liebend an. Verfasser unbekannt, um 1697. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 78. Iin vsen Oesu, dessen Tod und Leiden Unsre Freud und Leben ist, Der du abgeschieden bist, Auf daß wir nicht von dir scheiden, Sondern durch des Todes Thür Zu dem Leben folgen dir; 2. Als der scharfe Speer gestochen, Herr, in deine Seite dort, Und dein Blut, des Glaubens Hort, Aus der Seit hervorgebrochen, Läßt du sehen uns dein Herz Voll von Lieb und voll von Schmerz. 3. Deine Arme ausge⸗ strecket Zeigen deine Freund— lichkeit, Zu empfangen die bereit, So dein Kreuz zur Lieb erwecket; Wer nicht unem— pfindlich ist, Sich in deine Arme schließt. 4. Als sich, Herr, dein Haupt geneiget, War es, um zu seg⸗ nen mich; Da der Geist von danne Liebe Zich zum ränket Herz senket, einem daß du leben Heil ewig 4307 u 1607. zunder odund HLeben n bist, on dir ch des Leben Speer deine Blut, (u8 der Läßt Voll hmerz. ausge⸗ eund⸗ n die r Lieb unem⸗ deine Haupt u seg⸗ st von 5. Passion. 47 dannen wich, Noch sich deine Liebe zeiget. Selig, wer auch Zeichen giebt, Daß er bis zum Tod dich liebt! 5. Laß die matte Seel em— pfinden Deiner Liebe süße Flut; Wem nicht deines Lei⸗ dens Glut Kann sein kaltes Herz entzünden, Jesu, der muß wie ein Stein, Ohne Lieb und Leben sein. Gottfr. Wilh. von Leibnitz, 1646—4746. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 79. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, Mein Jesus schließt die Augen zu; Der Friedefürst entschläft im Frie⸗ den, Die Lebenssonne geht zur Ruh Und sinkt in stille Todesnacht; O großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hat's gesprochen; Des Lebens Wort muß sprachlos sein, Das Herz der Treue wird gebrochen, Den Fels des Heils umfaßt ein Stein; Die höchste Kraft ist nun verschmacht, Owahres Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr meine Sünden Verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich ver⸗ künden: Des Sohnes Blut erlangt Gehör; Am Kreuz hat's Frieden uns gemacht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen Zieht mich zu deinem Grabe hin, Dich wünschen Engel zu umfangen: Ruh auch in meinem Herzen drin, Wo dir die Liebe Raum gemacht; O tröstlich Wort: Es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen Zur Ruh auf Christi Grabesstein; Die Engel sind allhier zugegen, Ich schlummre sanft wie Jakob ein; Die Himmelspfort ist aufgemacht, O Lebenswort: Es ist vollbracht! Salomon Franck, 1659—1725. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 80. Seele, geh auf Golgatha, Setz dich unter Jesu Kreuze Und bedenke, was dich da Für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein: O so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jam— merbild Zwischen Erd und Himmel hangen, Wie das Blut mit Strömen quillt, Daß ihm alle Kraft vergangen! Ach der übergroßen Not: Es ist gar mein Jesus tot. 48. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hab ich verschuldet, Und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, Giebst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gottes— lamm, Ich verehre deine Liebe; Schaue von dem Kreuzesstamm, Wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz Setzet mich in tausend Schmerz. 5. Eines will ich thun für dich: Ich will dir mein Herze geben; Dieses soll beständig⸗ lich Unter deinem Kreuze leben: Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, Offne deiner Wunden Thüre; Da hinein will ich stets gehn, Wenn ich Kreuz und Not verspüre, Wie ein Hirsch nach Wasser dürst, Bis du mich erquicken wirst. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, Lehre mich die Welt verschmähen; Laß mich dich, du höchstes Gut, Immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich Wun— derlich, nur seliglich. 8. Endlich laß mich meine Not Auch geduldig über— Heilige Zeiten. winden; Nirgends sonst wird mich der Tod Als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, Spricht zuletzt: Es ist vollbracht! Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. SI. Herr, stärte mich, dein Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu ver⸗ senken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An unsrer Statt gemartert und zer— schlagen, Die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll hoch— heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde Den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; Es beugt mich tief und es st wird deinen ch hier pricht tl 10⁰4. „ dein lich in ver⸗ , von 7 5 5 Uns t, ein Erden Kreuz unsrer zer⸗ ragen: hoch⸗ nn ich meine rbebt, pinde 5. Passion. 49 erhebt mich wieder; Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil! an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit dankendem Gemüte In deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; Allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist Gnad und Lieb erweisen; Uns kommt es zu, sie de⸗ mutsvoll zu preisen; Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, Die Gnade steiget. 9. So sei dann ewig auch von mir gepriesen Für das Erbarmen, das du mir er⸗ wiesen, Da du, mein Hei⸗ land, auch für mich dein Leben Dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben Und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gieb zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715— 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 82.—7— meines Lebens Leben, Du, meines Todes Tod, Für mich dahin gegeben In tiefe Seelennot, In Marter, Angst und Sterben, Aus liebender Begier Das Heil mir zu erwerben, Nimm Preis und Dank dafür. 2. Ich will jetzt mit dir gehen Den Weg nach Gol— gatha, Laß mich im Geiste sehen, Was da für mich ge— schah. Mit innig zartem Sehnen Begleite dich mein Herz, Und meine Augen thrä⸗ nen Um dich vor Liebesschmerz. 3. Ich komm erst zu der Stätte, Wo Jesus niedersank Und ringend im Gebete Den Kelch des Leidens trank; Die Angst, die ihn durchdringet, Traf ihn durch mein Ver⸗ gehn; Der Tod, mit dem er ringet, Den sollt ich selbst bestehn. 4. Mein Heiland wird verraten, Geführt zu Spott und Qual; Ach, meine Misse⸗ thaten, Die brachten allzumal Ihn vors Gericht der Heiden Und in der Feinde Hand; Ich war's, ich sollte leiden, Was da mein Bürg empfand. 3.„Seht, welch ein Mensch!“ er stehet Geduldig 4 wie ein Lamm; Und nun wird er erhöhet, Ein Fluch, am Kreuzesstamm, Vollendet da sein Büßen, Der Welt, auch mir zu gut; Aus Händen, Seit' und Füßen Quillt sein Versöhnungsblut. 6. Du bittest für die Feinde; Mein Jesu, wer war ich? Du denkst an deine Freunde; Gedenk, Herr, auch an mich! Du machst den Schächer selig, Verheißest ihm dein Reich; Das macht mich Sünder fröhlich, Mich, der dem Schächer gleich. 7. Du klagst voll Angst im Herzen:„Mein Gott ver⸗ lässet mich!“ Du dürstest in den Schmerzen, Und niemand labet dich. Nun kommt der Leiden Ende, Du rufst:„Es ist vollbracht!“ Befiehlst in Vaters Hände Den Geist; es war vollbracht. 8. Ich seh mit Lieb und Beugen Des Heilands letzten Blick, Ich seh sein Haupt sich neigen, Das war mein ewig Glück; Mein Bürge stirbt, ich lebe, So todeswert ich bin; Er giebt sich mir, ich gebe Mich ihm zu eigen hin. 9. O du, an den ich glaube, Und den mein Geist umfaßt, Der du im Todesstaube Für mich gelegen hast! Auf dein I. Heilige Zeiten. Verdienst und Leiden Vertrau ich ganz allein, Darauf werd ich einst scheiden Und ewig bei dir sein. 10. Erhalt mir deinen Frieden Und deines Heils Genuß, So lang ich noch hienieden In Schwachheit wallen muß, Bis endlich dir zu Ehren, Der mich mit Gott versöhnt, Dort in den obern Chören Mein Halleluja tönt! Ernst Welislaus Wilh. von Wo⸗ beser, 1727— 1795, und Heinr. von Bruiningk, 1738—1785. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid 83. Am Kreuz erblaßt, Der Marter Last, Der Todes⸗ qualen müde, Findet mein Erlöser erst In dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz Durchdringt mein Herz, Und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich, Tief gebeuget, schlagen. 3. Du schützest mich, Und über dich Gehn aller Trübsal Wetter; Sterben wolltest du für mich, Einziger Erretter! 4. Du hast's gethan, Dich bet ich an, Du König der Er⸗ lösten! Dein will ich im Tode mich Glaubensvoll getrösten. 5.„Es ist vollbracht!“ Riefst du mit Macht; Du zeigst, daß Verst hinge 6. Höchf Demt löser Tiefe 7. entsc ersta der Tode 8. wenn dir 10 werd hesser ihh ertrau fwerd ewig deinen Heils h noch achheit dir zu t Gott obern tönt! on Wo⸗ Heinr. 17⁸⁵ erzeleid erblaßt, Todes⸗ t mein Grabe chmerz „ Und, 7 Nur m ich/ u. „ Und übsal ri 5. Passion. 5¹ daß du dein Leben, Mein Versöhner, göttlich frei Habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rat Will ich in Demut preisen; Mein Er⸗ löser wird mir einst Seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief Er, der entschlief, Den Toten; sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst Sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal Will ich einmal Durchwandeln ohne Grauen; Denn durch dich, Erlöser, ist'ss Mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, Er⸗ forsche mich Und siehe, wie ich's meine. Ja du siehst es, wenn ich still Meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, So werde mein In Ewigkeit ver⸗ gessen. Herr, ich will, solang ich bin, Deine Lieb ermessen. Christoph Friedr. Neander, 172⁴4—1802. Mel.« Wie groß ist des All-— mächt'gen Güte. 84. Lad mir die Feier dei⸗ ner Leiden, O großer Dulder, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden Und dir mein ganzes Leben weihn; Dir, dessen Blut für mich geflossen, Des Herz für mich im Tode schlug, Der ruhig, freundlich und entschlossen Auch meiner Sünde Strafe trug. 2. Drum in den stillsten meiner Stunden Will ich nach deinem Kreuze sehn Und dich für deine Pein und Wunden Mit meiner Thränen Dank erhöhn, Gerührt die große Lieb ermessen, Die noch kein Sterblicher gefaßt, Und nie es undankbar vergessen, Was du für mich geduldet hast. 3. Mir sollen diese Feier⸗ zeiten Der größten Liebe heilig sein; Ich will dich an dein Kreuzbegleiten Und alles, was dir mißfällt, scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Se⸗— gen, Dein Tod mein seligster Gewinn; Mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, Weil ich durch dich gerettet bin. 4. Bleibt mir zu allen Zeiten teuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Stätten, wo die Welt die Feier Der aller⸗ größten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, Wo mein Erlöser litt und starb, Und nur allein auf den vertrauen, Der mir die Selig⸗ keit exwarb. Christoph Gg. Ludw. Meister, 1738—1814. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 85. Amen! Deines Grabes Friede Wird auch unser Grab durchwehn, Wann wir, von der Wallfahrt müde, Ruhn, um froher aufzustehn. Amen! Fürst der Auferstehung, Der des Grabes Siegel brach, Zeuch durch Grab und Tod uns nach Zu der Heiligen Erhöhung, Wo dem Lamm, das uns versöhnt, Aller Himmel Loblied tönt! 2. Großer Erstling deiner Brüder! Ja, du ziehest uns nach dir; Du, das Haupt, ziehst deine Glieder; Weil du lebst, so leben wir. Ja, wir werden auferstehen, Weil du auferstanden bist, Werden dich, Herr Jesu Christ, Einst in deiner Klarheit sehen! Unsre Herzen harren dein; Amen, ewig sind wir dein! K. Bernh. Garve, 1763—1841. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 86. Icoh senle mich in deine Wanden Ich senke mich in deinen Tod, Wenn in der Buße Trauerstunden Die Sünde mir Verdammnis droht; Ich schaue deine Schmerzen an Und weiß, du hasft genug gethan. J. Heilige Zeiten. 2. All Weh will ich in dich versenken, Will teilen deine bittre Not Und hier an keine Rosen denken, der Acker Dornen bot; Ich sprech auf meiner Kreuzes⸗ bahn: Das hat man Gottes Sohn gethan! 3. Flößt die verbotne Lust dem Herzen Ihr Gift mit süßen Reizen ein, So geh ich ein in deine Schmerzen Und töte sie durch deine Pein; Seh ich dein Dürsten, deine Schmach, So scheu ich, was das Herz dir brach. 4. Will keine Sonne mehr mir scheinen, Und schweb ich in Verlassenheit, So denk ich, wie die Schar der Deinen, Wie Gott selbst dich verließ im Streit; Mit dir wird Nacht zum Morgenschein, Bei dir ist kein Verlassensein. Will einst des Todes Pfeil mich schrecken, Und macht mir bang des Grabes Nacht, So hoff ich ihn mit dir zu schmecken, Der mir Unsterblichkeit gebracht. Wer mit dir stirbt, der lebt zu— gleich, Sein Sterben wird zum Himmelreich. 6. So will ich die Ge— meinschaft üben, Aus deren Leid mir Freude grünt; Kann auch die Marter mich be— Wo dir rh mir deint 5. beret ich in teilen hier an Wo dir Ich reuzes⸗ Gottes 1e Lust st mit geh ich Und Pein; deine 9, Was emehr web ich enk ich, Neinen, verließ wird M, Bei sein. Todes Und Hrabes n mit r Mir Wer bt zu⸗ wird je Ge⸗ Kann ich be⸗ 5. Passion. trüben, Durch die du Segen mir verdient? Ich geh in deine Leiden ein; Mit dir 'vereint, heißt selig sein. Joh. Friedr. v. Meyer, 1772-1849. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 2 87.„Es ist vollbracht! In deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist.“ O teures Wort, o sel'ges Ende, Das allem Jammer dich entreißt! Du Menschensohn, hast ausgerungen, Nicht trifft dich ferner Schmach und Hohn, Und aller Orten, aller Zungen Verherrlicht wird der Gottessohn. 2. O du, dem aller Knie sich beugen, Aus dessen Tod das Leben stammt, Auch ich will deinen Ruhm bezeugen, Von deiner Liebe süß ent⸗ flammt. Wie müßt ich nicht! In dir geborgen, Ruht meine Habe, meine Welt. Du bist's, der schon am frühen Morgen Dem Pilger treu sich zugesellt. 3. Bleib ich bei dir, was kann mich irren? Nicht Wahn noch Zweifel stört mein Glück; Du führst aus allen Geistes— wirren Mich auf die rechte Bahn zurück. Bleib ich bei dir, was kann mir schaden? Erbarmen krönt, Erlösung 32 2 winkt, Wann reuevoll und angstbeladen Ein Sünder vor dir niedersinkt. 4. Bleib ich bei dir, was kann mich beugen? Wie froh erfüll ich jede Pflicht! Ich habe einen hohen Zeugen; Der kennt mein Herz,— mehr brauch ich nicht. Bleib ich bei dir, was kann mich schrecken? Zum Tage, Herr, führt jede Nacht. Ich weiß, du wirst mich auferwecken; Auch ster⸗ bend sei dir Lob gebracht. Konr. Max.Kirchner, 1809—874. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 88. Schaut die Mutter voller Schmerzen, Wie sie mit zerrißnem Herzen Unterm Kreuz des Sohnes steht! Wie sie traurig seufzend ringet, Tiefes Wehe sie durchdringet, Durch die Seel ein Schwert ihr geht! 2. Wie betrübt in stummem Leide Steht die hochgebene— deite Mutter des Erlösers da! Wie sie zittert, wie sie zaget, Um den Eingebornen klaget, Den so schwer sie leiden sah! 3. Welcher Mensch wird da nicht weinen, Sieht er unter solchen Peinen Weinend Jesu Mutter stehn? Kann sie jemand ohne Trauer, Ohne tiefen Mitleidsschauer Mit dem Sohne leiden sehn? 4. Für die Sünden seiner Brüder Sieht sie, ach! wie Jesu Glieder Unnennbarer Schmerz zerreißt; Sieht den lieben Sohn erblassen, Wie von Gott und Welt verlassen Still ausatmen seinen Geist. 5. Laß, o Heiland, Quell der Liebe, Deines Herzens heil'ge Triebe Strömen in mein Herz herab! Laß mich dich mein Alles nennen, Ganz für dich in Lieb entbrennen, Der für mich sein Leben gab. 6. Drüch, mein König, deine Wunden, Die du auch für mich empfunden, Tief in meine Seel hinein. Laß in Reue mich zerfließen, Mit dir leiden, mit dir büßen, Mit dir tragen jede Pein. 7. Laß mich herzlich mit dir weinen, Mich durchs Kreuz mit dir vereinen; Aller Weltsinn sei verflucht! Unterm 4 J. Heilige Zeiten. Kreuze will ich stehen Und dich zittern, bluten sehen, Wenn die Sünde mich versucht. 8. Gieb mir teil an deinem Leiden, Laß von aller Lust mich scheiden, Die dir solche Wunden schlug. Ich will auch mir Wunden schlagen, Will das Kreuz des Lammes tragen, Welches meine Sün⸗ den trug. 9. Laß, wenn meine Thrä⸗ nen fließen, utrn n glanz genießen Deines milden Angesichts. Decke mich durch deine Plagen Vor den Angsten und den Klagen Einst am Tage des Gerichts. 10. Gegen aͤller Feinde Stürmen Laß mich, Herr, dein Kreuz beschirmen; Deine Gnade leuchte mir. Deckt des Grabes finstre Höhle Meinen Leib, so nimm die Seele Hin ins Paradies zu dir. Nach des Jacoponus(+ 1306) „Stabat mater“ übersetzt. 6. Ostern. Eigene Melodie. 89. Christ ist erstanden Von der Marter alle; Des soll'n wir alle froh sein, Christ will unserTrost sein.Hallelujal 2. Wär er nicht erstanden, So wär die Welt vergangen; Seit daß er erstanden ist, So lob'n wir den Herrn Jesum Christ. Halleluja! 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des soll'n wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! Alte Kirche(XIII. Jahrhundert). nd dich Wenn cht. il an aller De dir Ich hlagen, ammes Sün⸗ Thrä⸗ naden⸗ milden durch lagsten nst am Feinde Herr, Deine eckt des Reinen Seele 6. Ostern. 5⁵ Eigene Melodie. 90. Corist lag in Todes⸗ banden, Für unsre Sünd gegeben; Der ist wieder er⸗ standen Und hat uns bracht das Leben; Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein Und singen: Halleluja! Halleluja! 2. Den Tod niemand be— zwingen konnt Bei allen Menschenkindern; Das mach⸗ te alles unsre Sünd, Kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald Und nahm auch über uns Gewalt, Sein Reich hielt uns gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, An unser Statt ist kommen Und hat die Sünde abgethan, Damit dem Tod genommen All sein Recht und sein Gewalt; Da bleibet nichts, denn Tods Gestalt, Den Stach'l hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen; Das Leben, das be⸗ hielt den Sieg, Es hat den Tod verschlungen. DieSchrift uns die Kunde bringt, Wie da sein Tod den Tod bezwingt; Ein Spott der Tod ist worden. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, Davon wir sollen leben; Das ist uns an des Kreuzes Stamm Aus heißer Lieb gegeben. Des Blut zeich⸗ net unsre Thür; Das hält der Glaub dem Tode für; Der Würg'r kann uns nicht rühren. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzensfreud und Wonne, Das uns der Herr erscheinen läßt; Er selber ist die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Er⸗ leuchtet unsre Herzen ganz; Der Sünd Nacht ist ver⸗ gangen. Halleluja! Martin Luther, 1483—1546. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 9¹. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du vom Tod erstanden bist Und hast dem Tod zerstört sein Macht Und uns das Leben wieder bracht: Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, Nimm von uns unsre Missethat Und hilf uns durch die Güte dein, Daß wir dein treue Diener sein: Halleluja! 3. Gott dem Vater im höchsten Thron, Samt sei⸗ nem eingebornen Sohn, Dem 56 I. Heilige Zeiten. heil'gen Geist in gleicher Weis In Ewigkeit sei Lob und Preis: Halleluja! Thomas Hartmann, um 1604. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 92. GFrütmurdens, da die Sonn aufgeht, Mein Heiland Christus aufersteht; Ver—-— trieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieder— bracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not, Verschlossen, gleich als wär ich tot, Läßt du die Gnadensonn aufgehn, Nach Traurigkeit mich Freude sehn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang Hält meinen Hei— land Todeszwang, Den drit⸗ ten Tag durchs Grab er dringt Und hoch die Sieges-— fahne schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefangen hält; Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, Darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, Mein Ostertag ist schon im Lauf; Ich wach auf durch des Herren Stimm, Veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 7. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, G'nug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 8. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu sich; Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil seines Leibes Glied ich bin. Halleluja! 9. Mein Herz darf nicht entsetzen sich: Gott und die Engel lieben mich; Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Trau— rigkeit. Halleluja! 10. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; Dort wollen wir mit größrem Fleiß Er⸗ heben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann, 1585— 1647 Eigene Melodie. 93. Jesus, meine Zuver⸗ sicht Und mein Heiland ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt ich l den Tod. Ged oß, o Feind, Kein er auf n des lujal as bin 5„ daß Benn rb ab, m bei schützt, ich,so Wo, ch hin, ied ich nicht ud die Die bereit, Trau⸗ ost, o „dankt vollen Er⸗ und 6. Ostern. 57 ich nicht Darum mich zufrie— den geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland lebt, Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt, Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Wel⸗ ches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff— nung Band Zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glaubenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden. Dieses weiß ich, doch wird er Mich er⸗ wecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 5. Was hier kranket, seufzt und fleht, Wird dort frisch und herrlich gehen; Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen; Hier geh ich natürlich ein, Nach— mals werd ich geistlich sein. 6. Seid getrost und hoch⸗ erfreut, Jesus läßt nicht seine Glieder; Gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr: Chri⸗ stus ruft euch wieder, Wann einst die Posaun erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. 7. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr dort vereint sollt werden. Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1627— 1667. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 94. Wo willst du hin, weil's Abend ist, O liebster Pilgrim, Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein Und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, Dieweil es ist so gut gemeint: Du weißt, daß du zu aller Frist Ein herzens⸗ lieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, Die Nacht sich schon von ferne zeigt; Drum wollest du, o wahres Licht, Mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn Zum Himmel sicher finden kann, Damit die dunkle Sündennacht Mich nicht verführt, noch irre macht. 5. Zumal aus meiner letzten Not Hilf mir durch 58 I. Heilige Zeiten. einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib; ich halt dich fest, Ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Verfasser unbekannt.(Seit 1674.) Mel. Jesu, meine Freude. 95. Aus des Todes Ban⸗ den Ist der Herr erstanden, Mensch und Gottes Sohn! Jesus hat gesieget, Daß nun alles lieget Unter seinem Thron. Unser Freund Hat alle Feind Siegreich auf das Haupt geschlagen Und sie schaugetragen. 2. Daß er wollen sterben, War, uns zu erwerben Heil und Seligkeit. Solches ist geschehen, Und wir dürfen sehen, Daß auf kurze Zeit Jesus sich Wahrhaftiglich In den Tod um unser Leben Hat dahin gegeben. 3. Freiheit von den Sünden Sollen wir nun finden Und recht werden frei; Weil der wiederkommen, Der die Schuld genommen Auf sein Haupt so treu. Er kann nun G'nug für uns thun; Wenn wir nur in ihm er⸗ funden, Bleibt uns Gott verbunden. 4. Was will uns nun schaden, Wenn uns Gott zu Gnaden Bei sich selbst gebracht? Mag die Hölle dräuen, Dürfen wir nicht scheuen Ihre kurze Macht. Hier ist der, Vor dem das Heer Aller Feinde muß er⸗ beben Und hinweg sich heben. 5. Laß mit allen Schrecken Nun die Hand ausstrecken Wider uns den Tod; Seine Pfeil und Bogen Finden sich betrogen, Es hat keine Not. Ob er trifft, Ist's drum kein Gift; Nein, er muß mit seinen Pfeilen Uns viel⸗ mehr nur heilen. 6. Darum mir nicht grauet, Wenn mein Geist anschauet, Daß ich in das Grab Meine müden Glieder Werde legen nieder, Weil ich dieses hab: Daß mein Hort Mir diesen Ort Selbst mit seinem Leibe weihe, Daß ich ihn nicht scheue. 7. Lasset uns als Christen Sterben allen Lüsten Und der Eitelkeit! Denn so wir uns haben Lassen mitbe— graben Hier in dieser Zeit, So wird er, Der große Herr, Uns hervor auch mit sich führen Und mit Kronen zieren. 8. O der großen Freude! Hängst du noch am Kleide Dieser Sterblichkeit? Sollst du nicht hingegen Es getrost ablegen, Weil nach kurzer heben. hrecken strecken Seine den sich ne Not. drum muß u viel⸗ grauet, schauet, Meine elegen S hab: diesen Liibe schell. hristen Und so wir mitbe⸗ Zeit, eHerr, it sich 6. Ostern. 59 Zeit Jesus Christ Voll Willens ist, Uns zu kleiden mit der Sonne In des Himmels Wonne! Phil. Jak. Spener, 1635—4705. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 96. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, Die Sonn ist aufgegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Thür Gebrochen aus dem Grab herfür, Der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Leben, Vollführe deinen Glaubenslauf, Und laß dein Herz sich heben Gen Himmel, da dein Jesus ist, Und such, was droben, als ein Christ, Der geistlich auferstanden. 3. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, Dein Jesus wird ihn heben; Es kann ein Christ bei Kreuzespein In Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht, er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden. 4. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, Noch gar der Höllen Rachen; Denn Jesus lebt, es hat kein not, Er ist noch bei den Schwachen Und den Geringen dieser Welt Als ein gekrönter Siegesheld; Drum wirst du überwinden. 5. Ach, mein Herr Jesu, der du bist Vom Tode auf⸗ erstanden, Rett uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns hast erworben. 6. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern Und ewig in der Herrlichkeit Von allen Überwindern, Die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gieb uns Kraft und Mut, Daß wir auch überwinden! Laurentius Laurentii, 1660—1722. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 97. Itocen der Jünger gehn mit Sehnen Über Feld nach Emmaus; Ihre Augen sind voll Thränen, Ihre Seelen voll Verdruß; Und sie wechseln Klageworte, Doch es ist von ihrem Orte Unser Jesus gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch man— che Herzen Ihrem stillen Kummer nach; Sie bejam⸗ mern voller Schmerzen Ihre 6⁰ I. Heilige Zeiten. Not, ihr Ungemach. Mancher wandelt ganz alleine, Daß er in der Stille weine; Doch mein Jesus ist dabei, Fragt, was man so traurig sei? 3. Oft schon hab auch ich empfunden: Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zu rechten Stunden Sich mit sei⸗ nem Beistand ein; Wann ich mich in Leid verzehre, Gleich als ob er ferne wäre, O, so ist er mehr als nah Und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe ferner noch bei mir! Sucht die Welt mich anzufeinden, Ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübsalswetter schrecken, Wollst du mächtig mich be— decken; Komm, in meinem Geist zu ruhn, Was du willst, das will ich thun! 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet, Und daß ich dein eigen bin. Laß dein Wort mich fester gründen, Laß es auch mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt. 6. Tröst auch andre, die voll Jammer Einsam durch die Fluren gehn, Oder in der stillen Kammer Tiefbe⸗ kümmert zu dir flehn! Wenn sie von der Welt sich trennen, Daß sie satt sich weinen kön— nen, Sprich dann ihren Seelen zu:„Liebes Kind, was trauerst du?“ 7. Hilf, wenn es will Abend werden Und derLebens— tag sich neigt, Wenn dem dunkeln Aug auf Erden Nir⸗ gends sich ein Helfer zeigt; Bleib alsdann in unsrer Mitten, Wie dich deine Jün⸗— ger bitten, Bis du sie ge⸗ tröstet hast: Bleibe, bleibe, teurer Gast! Joh. Neunherz, 1653—1737. Mel. Valet will ich dir geben 98. J ch geh zu deinem Grabe, Du großer Osterfürst, Weil ich die Hoffnung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn, Auch mit des Himmels Erben Ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde Und hast sie eingeweiht, Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut, Auch in den Staub zu legen, Was Asch und Staub vermehrt, Weil dir doch allerwegen Die Erde zugehört. 2 3. Du ruhest in dem Wenn rennen, en kön⸗ ihren d mas Id, was will ebens⸗ ndem u Nir⸗ deinem rfürst, habe, wirst, sterben „Auch Ins Erde Wenn aß sich Auch Was mehrt, 1 Die den 6. Ostern. 61 Grabe, Daß ich auch meine Ruh An diesem Orte habe; Du drückst die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, Wenn mein Gesicht vergeht, Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, Doch brichst du es entzwei; Wenn mich der Tod verriegelt, So bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, Der auch mein Grab bedeckt; Da werd ich den erblicken, Der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich; Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben In meiner letzten Not; Dann schlaf ich ohne RKummer In deinem Frieden ein, Und wach ich auf vom Schlummer, Wirst du mein Loblied sein. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel. Christus, der ist mein Leben. 99. Willtommen, Heldim Streite, Aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute Um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schau⸗ getragen Und heißt nunmehr ein Spott; Wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 3. In der Gerechten Hütten Schallt schon das Siegeslied, Du selbst trittst in die Mitten Und bringst den Osterfried. 4. Ach teile doch die Beute Bei deinen Gliedern aus, Wir alle kommen heute Deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden Mit dir begraben sein, Uns einen Schatz hier finden, Der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir ge⸗ storben, So leben wir mit dir; Was uns dein Tod er⸗ worben, Das stell uns täg⸗ lich für. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich Mit dir zu Grabe gehn, Wenn wir nur dorten selig Mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden, Sein Pfeil ist nun⸗ mehr stumpf: Wir stehn bei Gott in Gnaden Und rufen schon: Triumph! Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 100. Jesus lebt! mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich Von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; 123 3 ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich alle Welt ge— geben; Mit ihm werd auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. Jesus lebt! Wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, Daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben; Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht! 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Keine Herr⸗ lichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist meine Zuversicht! 6. Jesus lebt! Nun ist der J. Heilige Zeiten. Tod Mir der Eingang in das Leben; Welchen Trost in Todesnot Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr.Fürchtegott Gellert, 1715-1769. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 101. Uberwinder, nimm die Palmen, Die dein Zion heute bringt, Das mit frohen Osterpsalmen Den erkämpf⸗ ten Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen Und der Würger Mordgeschrei, Da der Schlange Kopf entzwei Und der Stachel ist zerbrochend Tod und Hölle liegen da; Gott sei Dank, Halleluja! 2. Stecke nun die Sieges⸗ zeichen Auf der dunklen Gruft empor. Was kann deinerKrone gleichen? Held undKönig tritt hervor, Laß dir tausend Engel dienen! Denn nach harter Leidenszeit Ist dein Tag der Herrlichkeit, Höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Halleluja! 3. Neige deines Scepters Spitze Unsrer Ohnmacht gnädig zu! Zittern wir vor deinem Blitze, Frommer Gott, so tröste du; Sind bisweilen ang in rost in meiner läubig Herr, 59—769 Gott nimm Zion fröhen dämpf⸗ st nun nd der Da ntzwei ochenꝰ 1 daz Uũa! ieges⸗ Gruft Krone ih tritt Engel harter ag der jestät, mmel Dank, epters macht ir vor Gott, yeilen 6. Ostern. 6³ wir verdrossen, Abba, so ver⸗ gieb die Schuld. Herrscher, richte mit Geduld UÜber deine Reichsgenossen, Denn dein Name ruhet da; Gott sei Dank, Halleluja! 4. Teile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Herde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns allen, O so jauchzet Herz und Mut, Weil das Los so wundergut Und aufs lieblichste gefallen, Denn der Olzweig grünet da; Gott sei Dank, Halleluja! 5. Laß, o Sonne der Ge⸗ rechten, Deinen Strahl ins Herze gehn; Gieb Erleuchtung deinen Knechten, Daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, O so fördre selbst den Lauf, Rufe fleißig: Wachet auf! Denn die Schatten sind ver⸗ gangen, Und der helle Tag ist da; Gott sei Dank, Halle⸗ luja! 6. Tilg in uns des Todes Grauen, Wenn die letzte Stunde schlägt, Weil du denen, die dir trauen, Schon die Krone beigelegt. Gieb uns in den höchsten Nöten, Gieb uns mitten in der Pein Deinen Trost und Glauben ein, O so kann der Tod nicht töten; Denn die Hoffnung blühet da; Gott sei Dank, Hallelujal Chr. Ludw. Taddel, 1706—1775. Mel. Eine feste Burg ist unser Gott. 102. Er lebt, o frohes Wort, er lebt, Der Heiland aller Sünder; Der Feinde Heer erschrickt und bebt Vor seinem Überwinder. Auf, bringt Gott Lobgesang, Bringt Ehre, Preis und Dank, Da wir nun voller Freud In dieser Osterzeit„Christ ist erstanden!“ singen. 2. Er lebt, der starke Gottessohn, Zu seines Vaters Rechten; Er herrscht auf sei⸗ nem hohen Thron Und hilft den schwachen Knechten; Er lebt nun ewiglich, Er lebt und schützet mich, Er thut mit starker Hand Den Feinden Widerstand, Daß sie mich nicht verderben. 3. Er lebt, Gott hat ihn auferweckt, Er wird auch mich erwecken; Der Tod, den Jesu Sieg erschreckt, Kann mich nun nicht erschrecken; Sein Stachel, seine Kraft, Die Sünd ist weggeschafft. Der treue Zeuge spricht:„Wer glaubt, der stirbet nicht!“ Des tröst ich mich von Herzen. 6⁴ I. 4. Er lebt, er lebt, der tapfre Held; Besingt, ihr Engelchöre, Besingt, ihr Völ⸗ ker in der Welt, Des Hei⸗ lands Sieg und Ehre! Be⸗ singt des Siegers Macht, Der von dem Tod erwacht, Der unsern Tod bezwingt, Der uns das Leben bringt, Der uns zu Siegern machet. 5. Er lebt! er lebt! O laßt uns heut Und stets sein Lob erheben! Er lebt! O laßt uns allezeit Ihm wohlgefällig leben! Hier, Heiland, hast du mich; Befiehl mir! hier bin ich; Dein, dein will ich allein Tot und lebendig sein, Dein will ich ewig bleiben. Ehrenfried Liebich, 1713—1780. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 103. Anfe manden, auf⸗ erstanden Ist der Herr, der uns versöhnt; Seht, wie hat nach Schmach und Banden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort auf seines Vaters Throne, Über Schmerz und Tod erhöht, Herrscht er nun in Majestät; Fallet nieder vor dem Sohne, Der uns einst zu sich erhebt. Halleluja! Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, Der da starb Heilige Zeiten. auf Golgatha; Rühmt es laut in allen Landen: Was sein Mund verhieß, geschah. Wer kann ihm noch wider⸗ streben? Mächtig steigt der Held empor; Im Triumph bricht er hervor. Seht, des Abgrunds Pforten beben, Da ihr Sieger sich erhebt. . Jesus lebt! „Uns vom Tode zu be— sreien, Sank er in des Grabes Nacht; Uns zum Leben zu erneuen, Steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen; Deine Schrecken sind gedämpft, Deine Herrschaft ist bekämpft, Und das Leben ist errungen; Ob man unsern Leib begräbt, Halleluja! Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, Ging er zu dem Va⸗ ter hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben: Dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter und Leiden Im Gedächt⸗ nis Jesum Christ, Der vom Tod erstanden ist. Unver⸗ gänglich sind die Freuden Des, der nach dem Himmel strebt. Halleluja! Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Got⸗ tes Kinder! Er sei euer Lob⸗ gesang; Bringt dem Todes⸗ überwinder Ewig Ehre, Preis und Dank. Rühmt es in mt es Was jeschah. wider⸗ igt der diumph ht, des beben, erhebt. zu be⸗ Hrabes ben zu durch du bist Deine dämpft, fämpft, ungen; egräbt, uns zu m Va⸗ m zur terben unter dächt⸗ r vom Unver⸗ Des, strebt. „Gol⸗ r Lob⸗ Todes⸗ ö Preis es in Ostern. 6⁵ Versuchungsstunden, Wenn euch Sünd und Elend droht, Rühmt es in der Todesnot: Unser Herr hat überwunden, Der uns einst zu sich erhebt. Halleluja! Jesus lebt! Nach J. F. Danneil(+ 1772) von Christian Sturm, 1740- 1786. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 104. J Ich sag es jedem, daß er lebt Und auferstanden ist, Daß erin unsrer Mitte schwebt Und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt Es seinen Freunden gleich, Daß bald an allen Orten tagt:: Das neue Himmelreich.: 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn Erst wie ein Vaterland; Ein neues Leben nimmt man hin„ Ent⸗ zückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer Versank des Todes Graun, Und jeder kann nun leicht und hehr 1 In seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, Geht in den Himmel aus, Und wer nur hört auf seinen Rat, Kommt auch in Vaters Haus. 6. Nun weint auch keiner mehr allhie, Wenn eins die Augen schließt; Vom Wieder— sehn, spät oder früh,„ Wird dieser Schmerz versüßt.:: 7. Es kann zu jeder guten That Ein jeder frisch erglühn, Denn herrlich wird ihm diese Saat„ In schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, Wenn alles uns verläßt; Und so soll dieser Tag uns sein 1 Ein Weltverjüngungsfest.:: Fr. L. von Hardenberg(Novalis), 1772—1801. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 105. Erhöͤhter Sieges⸗ fürst und Held, Dir jauchzet die erlöste Welt Am Feste deiner Wonne. Du gehst aus deines Grabes Thor Als wie ein Bräutigam hervor, Schön wie die Morgensonne. Mächtig, Prächtig Kommst du heute Aus dem Streite, Kommst mit Segen Uns aus deiner Gruft entgegen. 2. Wie majestätisch bauest du Am dritten Tage deiner Ruh Den Leibestempel wie— der! Trotz aller Feinde List und Macht Hast du dein großes Wort vollbracht: Ich sterb und lebe wieder! Gehet, 20 66 J. Heilige Zeiten. Sehet: Alle Riegel, Band und Siegel Sind zerstöret, Jesus lebt und ist verkläret. 3. Erlöste, kommt zu die— sem Grab Und blicket glau— bensvoll hinab: Ist dies die Gruft zum Schrecken? Seit Jesus hier geschlummert hat, Sind Gräber eine Ruhestatt, Die Fried und Hoffnung decken. Zagt nicht, Klagt nicht; Diese Glieder Werden wie— der Sich erheben Und das Leben Christi leben. 4. Dann werd ich ihn im Lichte sehn, Gekrönt vor sei— nem Throne stehn Mit himmlischem Entzücken. Dann ist mein Aug von Thränen leer, Dann schreckt mich Sünd und Tod nicht mehr, Nichts kann mich ihm entrücken. Ewig Selig, Ohne Mängel Wie die Engel Werd ich leben Und ihm Preis und Ehre geben. 5. Indes zerstöre, starker Held, Was mich noch hier zurücke hält, Daß ich mich zu dir schwinge. O gieb mir deinen Geist, dein Licht, Daß ich, wenn Herz und Auge bricht, Vom Tod ins Leben dringe. Mach mich Mutig In dem Streite Und bereite Mich beizeiten Zum Triumph der Ewigkeiten. Christ. Gottl. Göz, 1746—1803. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 106. Halleluja, jauchzt ihre Chöre, Singt JesuChristo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden Des Todes und ist aufer— standen, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hat's vollbracht! Halleluja! Er hat's vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig Sa— tans Reich bezwungen, Von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder Sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald ent— schlafen wir, Entschlafen, Christe, dir, Ruhn im Frieden Die kurze Nacht, Bis deine Macht Den Tag der Ewig— keiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, Du wirst ihn herrlich auferwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben Und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, Dem Staube, der dir teuer ist. Wir wer⸗ den ewig dein, Gerecht und —————— uns die jauchst christo groß, Er, Zanden aufer⸗ 4 uns in ist Preis hracht! bracht, Todes Held ij Sa⸗ „Von . Wir zünder söͤhnt, seiner d ent⸗ hlafen, Frieden deine Ewig⸗ mag wirst „ Der er bist. Leben lichkeit taube, Wer⸗ t und selig sein. Halleluja! Tod und Gericht Erschreckt uns nicht; DennZesus, unserMittler,lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsres Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis verschwinden, Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns die Deinen! Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funk, 1734—1814. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 107. Ottern, Ostern, Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen Aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen himmlisch glühen, Denn der Heiland ist erwacht. 2. Trotz euch, höllische Ge— walten! Hättet ihn wohl gern behalten, Der euch in den Ab⸗ grund zwang. Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen Dringt hinan sein ew'ger Gang. 3. Der im Grabe lag ge⸗ bunden, Hat den Satan über⸗ wunden, Und der lange Ker⸗ 6. Ostern. 6⁷ ker bricht. Frühling spielet auf der Erden, Frühling soll's im Herzen werden, Herrschen soll das ew'ge Licht. 4. Alle Schranken sind ent⸗ riegelt, Alle Hoffnung ist ver⸗ siegelt Und beflügelt jedes Herz; Und es klagt bei keiner Leiche Nimmermehr der kalte, bleiche, Gottverlaßne Heidenschmerz. 5. Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwin⸗ den eilig, Seit im Grabe Jesus lag; Jahre, Monden, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwun⸗ den, Und es scheint ein ew'ger Tag. May v. Schenkendorf, 1784— 1817. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 108. Wandle leuchtender und schöner, Ostersonne, dei⸗ nen Lauf, Denn dein Herr und mein Versöhner Stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, Bargst du dich in nächt'gem Flor, Doch jetzt komm hervor und leuchte, Denn auch er stieg längst empor! 2. Erde, breite dich in Frieden Unter deinem Him⸗ mel aus; Denn dein Herr ist nicht geschieden, Er zer⸗ brach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, Als er 5* 68 J. Heilige Zeiten. seinen Geist verhaucht; Grüße nun den Neubelebten, Wonne⸗ voll in Licht getaucht! 3. Doch du selber, meine Seele, Sag, wie feierst du den Tag, Da der Herr des Grabes Höhle Mit gewalt'gem Arm durchbrach? Feierst du sein Auferstehen Auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, Welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm auf⸗ erstanden Aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden Losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen Und in deinen Sünden tot? Kündet deinen Ostermorgen Noch kein helles Morgenrot? 5. O dann laß dich nicht bedecken Länger mehr die finstre Nacht; Sieh, dein Herr ist, dich zu wecken, Von dem Tode auferwacht. Komm, vom Schlaf dich zu erheben, Komm, der Fürst des Lebens ruft, Wache auf zum neuen Leben, Steig herauf aus deiner Gruft! 6. Steig empor zum neuen Leben, Denn du schliefest lang genug; Kraft zum Leben wird dir geben, Der für dich den Tod ertrug. Fang nur an erst aufzustehen, Fühlst du dich auch noch so matt; Der wird dir zur Seite gehen, Der dich auferwecket hat. 7. O bedenke und erwäge, Wie du gehn magst, nicht so lang; Solch Bedenken macht nur träge, Macht dich mehr noch schwach und krank. Keine Hülfe wird versagen Er, wenn du nur erst be⸗ gannst, Wird dich auf den Armen tragen, Wo du selbst nicht gehen kannst. 8. Sieh, dein Herr ist auferstanden, Daß du könntest auferstehn, Aus der Sünde Haft und Banden In die schönste Freiheit gehn. Willst du ihm dich nur ergeben, Streift er deine Ketten ab, Und du siehst dein altes Leben Hinter dir als leeres Grab. Karl Joh. Phil. Spitta,18011859. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 109. Dein Heiland lebt, o Christenheit! Wohl dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, Und wir, o Jesu, wir sind dein. Halleluja! 2. Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du vom Tod er⸗ standen bist! Lob sei dir, Herr der Herrlichkeit, Von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Halleluja! Verfasser unbekannt. wird dich wäge, nicht enlen dich krank. sagen t be⸗ f den selbst r ist untest zünde u die Wilst geben, mab, Leben Frab. 1859. 6 lebt, dir in Das „ wir Jesu oder⸗ Herr wih⸗ Huja! kannt 7. Himmelfahrt. 7. Himmelfahrt. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 110. Auf christi Him⸗ melfahrt allein Ich meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Pein Hiemit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen him— melan Und große Gab em— pfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends Ruh erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn; Nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich Von deiner Auf— fahrt spüren, Daß mit dem wahren Glaͤuben ich Mög meine Nachfahrt zieren Und dann einmal, wann dir's ge⸗ fällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! Josua Wegelin, 1604—1640. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 11I. Ach wundergroßer Siegesheld, Du Sünden⸗ träger aller Welt, Heut hast du dich gesetzet Zur Rechten deines Vaters Kraft, Der Feinde Schar gebracht zur Haft, Bis auf den Tod ver⸗ letzet. Mächtig, Prächtig Triumphierest, Jubilierest, Tod und Leben, Dir ist alles untergeben. 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim, Viel tausend hohe Se⸗ raphim Dich Siegesfürsten loben, Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Macht Zur Glorie bist erhoben; Singet, Bringet Jubellieder, Fallet nieder, Rühmt und ehret Den, der auf gen Himmel fähret. 3. Du bist das Haupt, o Herr, und wir Sind deine Glieder, nur von dir Kommt auf uns Heil und Leben. Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, Was dem Gemüt Erquickung schafft, Wird uns von dir gegeben. Bringe, 70 I. Heilige Zeiten. Dringe Mein Gemüte, Ew'ge Güte, Dich zu preisen, Ehr dem Siegsherrn zu erweisen. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, Hilf, daß wir fortan für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein, 115 uns demütig, züchtig, rein All UÜppigkeit verachten! Un— art, Hoffahrt Hilf uns meiden, Christlich leiden, Wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. 5. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, Du Sieges-⸗ fürst, Held, Davidssohn, Komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, O Jesu, durch dein teures Blut Ins Heiligtum ge— gangen. Komm, Herr! Hilf, Herr! Dann so sollen, Dann so wollen Wir ohn Ende Jauchzend heben unsre Hände. Ernst Christoph Homburg, 1605—4684. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 112. Großer Mittler, der zur Rechten Seines großen Vaters sitzt Und die Schar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden schützt, Den auf dem erhabnen Throne In der königlichen Krone Alles Heer der Ewigkeit Mit verhülltem Antlitz scheut! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden Und dein Opfer ist vollbracht; Was vollendet sollte werden, Ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad und Heil erworben, Und dein siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun bist du ja Hort und Hüter In des Vaters Heiligtum, Die erworbnen Segensgüter Durch dein Evangelium Allen denen mit— zuteilen, Die zum Thron der Gnaden eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes teure Namen Trägst du stets auf deiner Brust; Und die gläubig zu dir kamen, Sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, Daß sie nichts dir möge rauben, Bittest in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil das Herz dir vor Erbarmen Über ihrem Elend bricht; Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er 72 2 P‚DIDĩñ‚ rone Mit kauf ist ollte urch t für znad dein Uns Hort aters bnen dein mit⸗ u der Huns und eure auf jubig eiben die ichts st in hnen auch noch Herz rem gater nicht 5 er 7. Himmelfahrt. 7¹ ändre ihren Sinn, Darauf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden Stellest du dem Vater dar Und vertrittst vor ihm mit Freuden Deine teu'r er⸗ löste Schar, Daß er wolle Kraft und Leben Deinem Volk auf Erden geben Und die Seelen zu dir ziehn, Die noch deine Freundschaft fliehn. 7. Großer Mittler, sei ge⸗ priesen, Daß du in dem Heiligtum So viel Treu an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Sprich für uns in letzter Not, Wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach, 1693—1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 113. Künig, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, Dem das Recht gehört zum Throne Als des Vaters ew'gem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde Nebst der unge⸗ zählten Herde Der Geschöpfe in den Feldern, In den Seeen, in den Wäldern Sind, Herr über Tod und Leben, Dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes Nach dem Recht des Gnaden⸗ bundes Sich von dir regieren lassen Und, wie du, das Unrecht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren Kann man stets dich loben hören Von dem himm⸗ lischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr, in allen diesen Reichen Ist dir niemand zu vergleichen An dem Überfluß der Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An Vortrefflich— keit der Gaben, Welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 7² J. Heilige Zeiten. 6. Herrsche auch in meinem Herzen Über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; Laß mich Gnad und Hülfe finden, Alle Sünden überwinden, Dich im Glauben ehren, lieben Und mich im Gehorsam üben; Gieb, daß ich hier mutig streite Und dort herrsche dir zur Seite. Joh. Jak Rambach, 1693—1735. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 114. Segeartun und Ehrenkönig, Hochverllärte Majestät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuße fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glaubensaug betracht Deine Herrlichkeit und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, Seh ich dich zur Rechten da, Seh ich, wie der Engel Scharen Alle rufen Gloria: Sollt ich nicht zu Fuße fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Da der Himmel jubiliert, Weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, Deine Klar— heit sich enthüllt Und mit neuem Glanz und Wonne Alle Himmelsgeister füllt. Prächtig wirst du aufge⸗ nommen, Freudig heißt man dich willkommen; Schau, dein armes Kind auch hier Rufet: Hosianna! dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Glorie seh? Sollt ich mut— los niedersinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem Kö— nig will ich trauen, Nicht vor Welt und Teufel grauen, Nur in Jesu Namen mich Beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; Laß sie wirken kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füßen Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende. Mache dir auf Erden Bahn, Alle Her— zen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten Nun erfüll'n und nahe sein; Meines armen Herzens Pforten Stehn dir offen: komm herein! Komm, du König aller Ehren, Du mußt auch bei mir einkehren; Ewig in mir leb und wohn Als in deinem Himmelsthron. 7. Deine Auffahrt, dein Erheben Bringt mir Gott und Himmel nah; Lehr mich nur im Geiste leben, Als füllt. ufge⸗ man dein ufet: Kelch deine mut⸗ deine Kö⸗ vor Nur Ugen nun irken hemel einde inem bis e dir Her⸗ aller und men dir mm, Du ren; vohn hron. dein Gott mich Als 7. Himmelfahrt. 73 vor deinen Augen da: Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, Bei dir abgeschieden drinnen, In das Himmelreich versetzt, Wo nur Jesus mich ergötzt. Gerh. Tersteegen, 1697—1769. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 115. Jesus Christus herrscht als König, Alles wird ihm unterthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Ge⸗ walten, Mächte, die die Thron⸗ wacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, Hier im irdischen Getümmel Ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist einer, Und demselben gleichet keiner; Nur der Sohn, der ist ihm gleich; Dessen Stuhl ist unumstößlich, Des⸗ sen Leben unauflöslich, Des⸗ sen Reich ein ewig Reich. 4. Nur in ihm— o Wun⸗ dergaben!— Können wir Erlösung haben, Die Erlö⸗ sung durch sein Blut. Hört's! das Leben ist erschienen, Und ein ewiges Versühnen Kommt in Jesu uns zu gut. 5. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, Klagt, ihr Kran⸗ ken, ihm die Schmerzen, Sagt, ihr Armen, ihm die Not. Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 6. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? Du sollst nehmen! Willst du leben? Es soll sein! Willst du erben? Du wirst's sehen! Soll der Wunsch aufs höchste gehen, Willst du Jesum? Er ist dein. 7. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder Hier auf kurze Zeit darnieder, Und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden, Nichts kann sie von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Ihnen steht ein Him⸗ mel offen, Welcher über alles Hoffen, Über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine Weiß, daß eine Zeit erscheine, Wo sie ihren König grüßt. 9. Jauchz ihm, Menge heil'ger Knechte, Rühmt, voll⸗ endete Gerechte, Und du Schar, die Palmen trägt, Und ihr Märt'rer mit der Krone Und du Chor vor sei⸗ nem Throne, Der die Gottes⸗ harfen schlägt! 74 I. Heilige Zeiten. 10. Ich auch auf der tief⸗ sten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig, Ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr Hiller, 1699—1769. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 116. Auf, Jünger Jesu, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinemReich; Ertrium⸗ phiert, lobsinget ihm! Lob⸗— singet ihm mit lauter Stimm! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, Und Gott hat ihn mit Preis ge⸗ krönt. 3. Weit, über alle Him⸗ mel weit Geht seine Macht und Herrlichkeit, Ihm dienen selbst die Seraphim, Lob⸗ singen ihm mit lauter Stimm. 4. Sein sind die Völker aller Welt, Er herrscht als sieggewohnter Held; Er herrscht, bis unter seinen Fuß Der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schützet seine Christen— heit, Erhält sie bis in Ewig⸗ keit, Er ist ihr Haupt, lob⸗ singet ihm! Lobsinget ihm mit lauter Stimm! 6. Ja, Heiland, wir er⸗ heben dich, Und unsre Her⸗ zen freuen sich Der Herr⸗ lichkeit und Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Bereitet hast du schon den Ort, Wo wir dich schauen fort und fort; Nach treu vollbrachtem Glaͤubenslauf Nimmst du uns in den Himmel auf. 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit Stärk uns in unsrer Prüfungszeit, Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein Antlitz schaun. 9. Dann werden wir uns ewig dein, Erhöheter Erlöser, freun, Dann singen wir von deinem Ruhm Ein neues Lied im Heiligtum. Nach E. Alberus(+ 1553) von J. S. Diterich, 1721—-1797. Rel. Wie groß ist des Allmächt' gen Güte. 117. J hrauaufgehobnen Segenshände, Voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, Ihr wirkt und waltet bis ans Ende, Uns ungesehn, doch niemals fern. Im Seg⸗ nen seid ihr aufgefahren, 7. Himmelfahrt. 75⁵ Im Segnen kommt ihr einst zurück; Auch in des Glau⸗ bens Zwischenjahren Bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. 2. Ihr segnet Christi Schar hienieden Mit Freude, die ohn Ende währt; Ihr legt auf sie den hohen Frieden, Den keine Welt uns sonst beschert. Ja segnend ruht ihr auf den Seinen, Dies beugt und stärkt uns bis ans Grab, Und wenn wir Sehnsuchtsthränen weinen, So trocknet dies die Thrä— nen ab. 3. Ihr zieht mit Gottes— kraft die Herzen Zu ihm und an sein Herz hinauf; Ihr stillt, ihr heilt die Seelen⸗ schmerzen, Ihr helft der Schwachheit mächtig auf. Ihr brecht den Zwang, der Herzen kettet, Ihr faßt und stärkt des Pilgers Hand, Ihr hebt, ihr tragt, und ihr errettet Und führt uns bis ins Vaterland. 4. Einst öffnet ihr die Himmelsthore Der treuen Erdenpilger⸗Schar Und reicht dem Überwinderchore Des ew'gen Lebens Kronen dar. Dann, dann, mit jeder Gottesgabe, Mit jedem Heil begabt durch euch, Jauchzt euerm goldnen Königsstabe Des weiten Himmels König⸗ reich. K. Bernh Garve, 1763—841. Mel.—. 5 Gott in der Höh sei Ehr. 118. Taimurh, I Triumph! der Sieg ist mein, Mein Hei⸗ land ist erstanden, Der Held zieht in den Himmel ein Aus Grab und Todesbanden. Be⸗ zwungen ist die lange Nacht, Der ganzen Welt das Licht gebracht, Die Finsternis ver⸗ gangen. 2.„Triumph, Triumph!“ — der Himmel klingt, Die Erde klingt es wieder; Der Sünde, Tod und Hölle zwingt, Ist nun im Himmel wieder. Dort sitzet er in Herrlichkeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit Und tröstet seine Brüder. 3. Drob soll'n wir alle fröhlich sein: Der Heiland ist erstanden, Aufgangen ist der helle Schein Den trüben Erdenlanden; Das ew'ge Morgenrot steht klar, Das Wort des Vaters offenbar, Das wen'ge nur verstanden. 4. Drob soll'n wir alle fröhlich sein Und jauchzen, singen, klingen, Daß Gott uns solchen Gnadenschein Der Seligkeit will bringen, Daß 76 J. Heilige Zeiten. er uns auf dem dunklen Pfad Das helle Licht gezündet hat, Das Nacht und Graus kann zwingen. 5. O süßer Schein, o himmlisch Licht, O Todes⸗ überwinder! Wir zittern nicht, wir zagen nicht, Nun sind wir alle Kinder, Sind alle Sieger in dem Sieg, Vollen⸗— det ist des Todes Krieg, Er⸗ löset sind die Sünder. E. Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Valet will ich dir geben. 119. Ergrünt, ihr Sieges⸗ palmen! Ihr Himmel, werdet klar! Ihr Herzen, bringet Psalmen Und schmücket den Altar! Singt von dem Men— schensohne Und seinem großen Sieg, Singt, wie er auf zum Throne Der Ewigkeiten stieg! 2. Der einst, von Qual durchdrungen, Den Sündern war ein Spott, Der unsern Tod verschlungen In seine Todesnot, Den sehn wir hoch und prächtig Im Sieges⸗ glanze ziehn, Der schwinget sich allmächtig Durch alle Himmel hin. 3. Du, Heiland, hast nach oben Zum Throne dich ge— wandt Und waltest ewig droben Zu Gottes rechter Hand. Von dannen wirst du kommen In Richtersmajestät; Dann jauchzen deine From⸗ men, Der Stolzen Hohn vergeht. 4. O Jesu, Heil der Dei— nen, Rüst uns auf diesen Tag, Sei's, daß er heut er⸗ scheinen, Sei's, daß er säumen mag. Wenn dann dir deine Knechte Verklärt entgegen— ziehn, Dann führe deineRechte Auch uns zum Himmel hin. 5. Dann laß in Strömen quillen Dein schönes Lebens⸗ licht; Dann zeig uns ohne Hüllen Des Vaters Angesicht. O himmlisches Entzücken, O sel'ger Liebeszug! Wenn wir nur dich erblicken, Hat unser Herz genug. Nach Beda Venerabilis(4735) von Albert Knapp, 1798— 1864. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 120. Halleluja! Wie lieb⸗ lich stehn Hoch über uns die Himmelshöhn, Seit du im Himmel sitzest, Seit du vom ew'gen Zion dort Aussendest dein lebendig Wort Und deine Herde schützest. Fröhlich, Selig Schaut der Glaube Von dem Staube Auf zum Sohne; Meine Heimat ist am Throne. 2. Die Sterne leuchten ohne sendf der( Scha Das M Sper Lebe der, Glie irst du jestät; From⸗ Hohn Dei⸗ diesen ut er⸗ aäumen deine gegen⸗ Rechte hin. romen Ebens⸗ 3ohne Resicht N, O nn wir unser 35) von 864. ins der ie lieb⸗ us die du im ù vom sendest o deine „Seliz n dem zohne⸗ hrone. euchten 8. Pfingsten. 77⁷ ohne Zahl; Was ist ihr tau— sendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, Das dir vom holden Angesicht Ausgeht mit ew'ger Wonne! Spende, Sende Deine hellen Lebensquellen Reichlich nie— der, Großes Haupt, auf deine Glieder. 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, Ich weiß, daß dort ein Auge wacht, Das einst um uns geweinet, Das einst für uns im Tode brach. Es ist dein Aug, es bleibet wach, Bis neu die Sonne scheinet. O wer Nunmehr Nimmer klagte, Nimmer zagte, Seit du wachest Und aus Nächten Tage machest. 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, Ein Himmel neigt sich drüber her, Dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, Da wallt man sicher früh und spät Vor Feindeslist und Schaden. Keiner Deiner Auserwählten, Geistbeseelten Bleibt verlassen; Treu will ich dein Arm umfassen. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, Zu dir, wenn sich das arme Herz Verwun⸗ det und zerstoßen. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, Und wenn der Docht sein Ol ver⸗ lor, Kommt neues herge⸗ flossen. Im Licht Soll nicht Eine fehlen Von den Seelen, Die zum Leben Dir dein Vater übergeben. 6. O sel'ger König, Jesu Christ, Wie wundervoll und heilig ist, Was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, Bleibt unser Anker, wenn es stürmt, Auf ewig eingesenket. Hier, hier Sind wirFestgebunden; Unsre Stunden Fliehn in Eile, Dann hinauf zum ew'genHeile. Albert Knapp, 17981864. 8. Pfingsten. Eigene Melodie. 121. Komm, heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut Der Gläubigen Herz, Mut und Sinn, Dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glast Zum Glauben du ver⸗ sammelt hast Das Volk aus aller Welt Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 78 J. Heilige Zeiten. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß leuchten uns des Lebens Wort Und lehr uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, Daß wir nicht Meister suchen mehr Denn Jesum mit rech— tem Glauben Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3. Du heilige Glut, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In dein'm Dienst beständig bleiben, Die Trüb— sal uns nicht abtreiben. Durch deine Kraft uns, Herr, be⸗ reit Und stärk des Fleisches Blödigkeit, Daß wir hier ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Martin Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. 122. Nun bitten wir den heiligen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Herr, erbarm dich unser! 2. Du wertes Licht, gieb uns deinen Schein, Lehr uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, Dem treuen Heiland, Der uns ge— bracht zum rechten Vaterland. Herr, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen Ein ander lieben Und in Frie⸗ den auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Not, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, Daß in uns die Sinne Nim⸗ mer verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, erbarm dich unser! Martin Luther, 1483—1546. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 123. RXaunm, o komm, du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit; Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll uns jederzeit, So wird Geist und Licht und Schein In dem dunkeln Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht, Daß wir anders nichts beginnen, Denn was nur dein Wille sucht; Dein Erkenntnis werde groß Und mach uns von Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohl⸗ fahrtsstege, Führ uns auf des Heiles Bahn, Räume erland. ser! schenk 5 uns runst, Herzen Frie⸗ leiben. ser! ter in nicht Tod, Num⸗ rFeind klagen. ser! 1546. 8. Pfingsten. 79 alles aus dem Wege, Was im Lauf uns hindern kann; Wirke Reu an Sünden statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeug⸗ nis fühlen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn alleine zielen, Wenn sich Not und Drangsal find't; Denn des Vaters liebe Rut Ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit; Seufz auch in uns, wenn wir beten, Und vertritt uns allezeit: So wird unsre Bitt erhört Und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, Daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange?— Ei, so mache den Beschluß; Sprich der Seele tröstlich u Und gieb Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, Du gewisser neuer Geist, Fördre in uns deine Werke, Und wenn Sa⸗ tan Macht beweist, Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod und Spott Uns denselben möge rauben; Du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer: Nein, Laß dein Wort ge⸗ wisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr Als des Himmelreiches Erben Jener Herrlichkeit und Ehr, Die uns unser Gott erkiest Und nicht auszu⸗ sprechen ist. Heinr. Held, gegen 1650. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 124.O heil'ger Geist, ö kehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein; O komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein Zu steter Freud und Wonne! Sonne, Wonne, Himmlisch Leben Willst du geben, Wenn wir beten Und im Glaͤuben vor dich treten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, Die sich in fromme Seelen gießt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können alle Christenheit Dein wahres Zeugnis lehren. Höre, Lehre, Daß wir können Herz undSinnen Dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. Steh uns stets bei mit 8⁰ J. Heilige Zeiten. deinem Rat Und führ uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen. Gieb uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Auch wenn wir leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen Und geflissen, Dich zu schauen Und auf deinen⸗ Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Got⸗ teskraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Trutz Mit freudigen Gebärden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, Daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, Laß uns dein himmelsüßes Wort In unsre Herzen brennen, Daß wir uns mögen nimmermehr Von deiner weisheitsreichen Lehr Und deiner Liebe trennen; Fließe, Gieße Deine Güte Ins Gemüte, Daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, gieb dich In unsre Herzen kräftiglich Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Dem Nächsten stets in Liebestreu Und sich darinnen übe. Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe; Fried und Liebe Müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. . Gieb, daß in reiner Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit; Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns forthin sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine toten Werke. Rühre, Führe Unser Sinnen Und Beginnen Von der Erden, Daß wir Him- melserben werden. Mich. Schirmer, 1606—1673. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 125. O on allersüßte Freude, O du allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Unbesuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn Auf— hören alle Dinge, Höre, höre, was 15— singe! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen kann; Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wünschen dran. Ach, ergieb dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder „Kein edund Fried geben. reiner unsre Reistes hin sei rsüßte önstes Lieb hfs chsten, hältt Auf⸗ höre, beste 8. Pfingsten. 8¹ Regen Ausgegossen von dem Thron, Bringst uns nichts als lauter Segen Von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast Und ver⸗ teilst nach deinem Willen, Meine Seele ganz erfüllen. 4. Du bist weise, voll Ver⸗ standes, Das Geheimnis ist dir kund, Hast gezählt den Staub des Sandes Und durch— schaut des Meeres Grund; Nun, du weißt auch zweifels⸗ frei, Wie verderbt und blind ich sei, Drum gieb Weisheit und vor allem, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößt: Bleib ich von dir ungeschieden, So bin ich genug getröst. Laß mich sein dein Eigentum, Ich versprech hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. 6. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treulich stehest bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hülfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Hilf mir, daß er sich erneue, Daß mein Gott sich meiner freue. 7. Sei mein Retter, halt mich eben; Wenn ich sinke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben; Wenn ich liege, sei mein Grab; Wenn ich wieder aufersteh, O so hilf mir, daß ich geh Hin, da du in ew'gen Freuden Wirst die Auserwähl⸗ ten weiden. Paul Gerhardt, 1606—1676. Eigene Melodie. 126. Zeuch ein zu deinen Thoren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich ge⸗ boren, Mich neu geboren hast, O hoch geliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleichen Thrones, Mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsünd'ge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht; Der Tod durchdrang mein Leben, Du hast ihn um⸗ gebracht, Mit Segen mich ge⸗ schmückt, Mir schon im Wasser⸗ bade Versiegelt Gottes Gnade, Die mich im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der 6 lehret, Wie man recht beten soll; Dein Beten wird er⸗ höret, Dein Singen klinget wohl; Es steigt zum Himmel an, Es läßt nicht ab und steiget, Bis der sich helfend neiget, Der allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, Mit Trauern hältst du's nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Achja, wie manches Mal Hast du mit süßen Worten Mir aufgethan die Pforten Zum güldnen Freudensaal. 6. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freund⸗ lichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft Feind du bist, Willst, daß in Liebesflammen Sich wieder thu zusammen, Was voller Zwietracht ist. 7. Du Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wen⸗ den, Wie es dir wohlgefällt; So gieb doch deine Gnad Zu Fried und Liebesbanden, Verknüpf in allen Landen, Was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrig-⸗ keiten, Bau unsers Fürsten Thron, Gieb Glück zu diesen Zeiten; Schmück, als mit einer Kron, Die Alten mit J. Heilige Zeiten. Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüter Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für; Vertreib den bösen Geist, Der sich dir widersetzet Und, was dein Herz ergötzet, Aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wir's sollen geben Ins Todes Hände hin, Wenn's mit uns hier wird aus: So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ew'gen Lebens Haus. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Jesu, meine Freude. 127. Sqmückt das Fest mit Maien, Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an; Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen, Machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, So wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That; Friedens⸗ nigkeit furcht K im müter , Die Mit ertreib ich dir dein nserm ganzes einem sollen de hin, rdaus: sterben rerben aus. 4676. Ude⸗ 6 Fest lumen er an; naden Nachet nt ihn Schein Heil immer rübten, Geist iedens⸗ 8. Pfingsten. 83³ überbringer, Du, der Christi Jünger Führstden Himmels⸗ pfad: Gieb uns Kraft Zur Ritterschaft, Laß uns deine teuren Gaben In dem Streite laben. 3. Laß die Zungen brennen, Wenn wir Jesum nennen, Führ den Geist empor. Gieb uns Kraft zum Beten Und vor Gott zu treten, Sprich uns selber vor. Gieb uns Mut, Du höchstes Gut, Tröst uns kräftiglich von oben Bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf die ganze Welt; Lasse Ströme fließen, Die das Land be— gießen, Wo dein Wort hinfällt, Und verleih, Daß es gedeih, Hundertfältig Früchte bringe Und ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen Über uns zusammen, Wahre Liebesglut; Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns ge⸗ schehen, Dämpfe Fleisch und Blut. Laß uns doch Am Sündenjoch Mit der Welt nicht ferner ziehen Und das Böse fliehen. 6. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, Führ uns ein und aus; Wohn in unsrer Seele, Unser Herz erwähle Dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, Mach uns bekannt, Wie wir Jesum recht erkennen Und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, Und durch Finsternisse Sei du unser Licht; Trag nach Zions Hügeln Uns mit Glaubensflügeln Und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, Die letzte Not Mit uns will zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt; Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, Du werter Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns erfreuen. Benj. Schmolck, 1672— 1737. Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder. 128. O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Das uns im Todesschatten scheint, Du scheinst und lockst so lang vergebens, Weil Finsternis dem Lichte feind. O Geist, dem keiner kann entgehen, Dich laß ich gern mein Innres sehen. 2. Entdecke alles und ver⸗ zehre, Was nicht in deinem 6* 8⁴ I. Heilige Zeiten. Lichte rein; Wenn mir's gleich noch so schmerzlich wäre, Die Wonne folget nach der Pein. Du wirst mich aus dem finstern Alten In Jesu Klarheit umgestalten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, Das ist dein Werk, du Quell des Lichts! Du mußt von Grund aus mich erneuern, Sonst hilft mein eignes Trachten nichts. O Geist, sei meines Geistes Leben, Ich kann mir selbst kein Gutes geben. 4. Du Odem aus der ew'gen Stille, Durchwehe sanft der Seele Grund, Füll mich mit aller Gottesfülle Und da, wo Sünd und Greuel stund, Laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, In Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen Sei kindlich folgsam deinem Trieb; Be⸗ wahr mein Herz und alle Sinnen Untadelig in Gottes Lieb. Dein in mir Beten, Lehren, Kämpfen Laß mich in keiner Weise dämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne Eröffnet und krystallenrein Aus Got⸗ tes und des Lammes Throne Nun quillt in stille Herzen ein, Ich öffne meinen Mund und sinke Hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, Von allem ab⸗ gekehrt, dir nah; Ich will die Welt und mich vergessen, Dies innigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie vergebens. Gerh. Tersteegen, 1697—1769. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. 129. Höchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, Sei nicht fern, Stär⸗ ke Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat Deinen Rat Seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, Jeder Schritt, Jeder Tritt Ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wich— tig; Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe! Rette doch Heute noch Die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Verderben, Laß sie nicht Im Gericht Der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gieb uns allen Durch dein Licht Muelle, r und mab⸗ ill die zessen, Gott eist, o harret 1769. öster, st des Stär⸗ er nie Jesus einem neuen Jeder jebens. wich⸗ Bie er chtig? vom doch lornen aus uiht ockung , gicb Kicht 8. Pfingsten. 8⁵ Unterricht, Wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten; Sei uns nah Und sprich: Ja! Wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, Gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod Nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben; Schenk uns Kraft, Tugendhaft Und ge— recht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen, Treib uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen. 7. Sei in Schwachheit unsre Stütze, Steh uns bei, Mach uns treu In der Prü⸗ fungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist Freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, 1713-1780. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 130. Der du uns als Vater liebest, Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, Ja uns um ihn bitten heißt; Demuts⸗ voll fleh ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, Daß er meinen Geist erneue Und mich dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, Und mein Herz bleibt dir entrissen Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er nicht durch seine Kraft Die Gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 3. Ew'ge Quelle wahrer Güter, Hochgelobter Gottes⸗ geist, Der du menschliche Ge⸗ müter Besserst und mit Trost erfreust, Nach dir, Herr, ver⸗ langt auch mich, Ich ergebe mich an dich; Mache mich zu Gottes Preise Heilig und zum Himmel weise. 4. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Sinn, Daß ich Lieb und Sanftmut übe Und mir's rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knü⸗ pfen kann, wenn meine Hand Zur Erleichtrung der Be— schwerden Kann dem Nächsten nützlich werden. 5. Wenn der Anblick mei⸗ ner Sünden Mein Gewissen niederschlägt, Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mein 86 I. Heilige Zeiten. Herz mit Zittern hegt, Wenn mein Aug in Nöten weint Und Gott nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner Seelen Nicht an Trost und Stärkung fehlen. 6. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir; Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir; O so setze durch dein Wort Deine Gna⸗ denwirkung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich in mir vollende. Dav. Bruhn, 1727—1782. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 131. Gan vom Vater und vom Sohne, Du, der unser Tröster ist Und von Gottes ew'gem Throne Auf die Gläub'gen sich ergießt, Steh mit deiner Kraft mir bei, Daß ich Gott geweihet sei, Und mein Herz schon hier auf Erden Mög ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahr— heit mich erfreun. Lenke kräf⸗ tig meinen Sinn Auf das Wohl der Seele hin; Lehrst du mich das Rechte wählen, Werd ich nie das Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, Durch die Gnade schaff es neu, Daß ich Gott vor allem liebe Und ihm kind⸗ lich dankbar sei. Voll Ver⸗ traun auf ihn zu sehn, Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Warne mich, so oft zu Sünden Mein Gemüt ver⸗ suchet wird; Laß mich bald den Rückweg finden, Hab ich mich von dir verirrt. Nimm in deine Zucht mein Herz, Wirk in mir der Reue Schmerz, Daß ich mich in Demut beuge Und den Sinn zur Bessrung neige. 5. Treib mich kräftig zum Gebete, Wenn mir Hülfe nötig ist, Daß zu Gottes Thron ich trete Durch den Mittler Jesus Christ; Hilf mir gläubig auf ihn schaun Und auf sein Verdienst nur baun, Daß ich mög auf mein Verlangen Gnad um Gnad von ihm empfangen. 6. In des Lebens Müh und Leiden Steh mit deinem Trost mir bei, Daß ich überall mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelassnes Herz; Laß mich selbst ——; ᷓ— .. E=— Verd ehlen. Herzens Gnade ch Gott m kind⸗ (Ver⸗ Seinen Seinen Müsse Cu. oft zu üt ver⸗ ch sbald Hab ich Nimm Herz, Reue nich in uSinn ig zum Hülfe Cottes ich den Hilf schaun st nur If mein Gnad Müh deinem überal ührung ür ein chselbst 8. Pfingsten. 87 im Todesschmerz Deines Trostes Kraft empfinden Und einst siegreich überwinden. Nach Gottfr. Hoffmann(1658— 1742) von Joh. Sam. Diterich, 17²¹1—1797. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 132. Dich, Ceist der Wahrheit, Geist der Kraft, Dich, Geist der Christus⸗ ritterschaft, Die alle Blöden trösten kann, Dich, starker Tröster, ruf ich an. 2. Dich, Licht der Höhe, milden Stern, Dich, freund⸗ lich frommen Geist vom Herrn, Der alles Dunkel lichten kann, Dich, Licht der Höhe, ruf ich an. 3. Tief sitz ich in der dunklen Nacht, Wo mich die Sünd hineingebracht, Tief sitz ich in der Finsternis, Wohin Verzweiflung mich verstieß. 4. Mein Jammer brauset wie ein Meer Mit allen Stür⸗ men um mich her, Er saust und brauset immer zu Undläßt mir Tag und Nacht nicht Ruh. 5. Drum komm, mein Hort, und rette mich, Mein Tröster, komm und tröste mich; Mein Licht, geh auf mit deinem Schein Und funkle durch die Nacht herein! 6. Komm, Helfer in dem Sündengraus, Und sprich mir zu und leg mir's aus, Was ich nicht mehr begreifen mag, Was Christus zu den Sün⸗ dern sprach! 7. Sprich mir das Wort der Liebe zu, Den rechten Klang verstehst nur du, Das rechte Wort, den rechten Klang, Des Glaubens Hoff⸗ nung und Empfang! 8. O Geist der Liebe, Geist des Herrn, Der Him⸗ melsfreude Gnadenstern, Geh auf in mir mit deinem Schein, So kann ich wieder fröhlich sein! E. Moritz Arndt, 1769— 1860. Mel. Vom Himmel hoch ꝛc. 133. O Gottes Geist und Christi Geist, Der uns den Weg zum Himmel weist, Der uns die dunkle Erdennacht Durch seine Lichter helle macht! 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht Als Gottes stille Majestät, Du, aller Lichter reinstes Licht, Erleucht uns Herz und Angesicht. 3. Komm, leuchte mit dem Gnadenschein Hell in die weite Welt hinein; Komm, mach uns in der Finsternis 88 I. Heilige Zeiten. Des lichten Himmelswegs gewiß. 4. Ach, hier ist alles Staub und Nacht, Die Wahn und Sünde trübe macht; Ach, hier ist alles Not und Tod, Geht uns nicht auf dein Morgenrot; 5. Das Morgenrot der bessern Welt, Das wie ein Strahl vom Himmel fällt, Als Gottes Macht und Got⸗ tes Lust Durchblitzt die kranke Menschenbrust. 6. O Gottes Geist und Christi Geist, Der uns wie Kinder beten heißt, Der uns wie Kinder glauben heißt, O komm, o komm, du heil'ger Geist! 7. Komm, Gottes Frieden, Gottes Mut! Komm, stille Kraft, die nimmer ruht! Komm, gieße deinen Gnaden⸗ schein In Seele, Sinn und Herz mir ein! 8. Dann wandl' ich wie ein Kind des Lichts Im Glanze deines Angesichts Schon meinen kurzen Erden⸗ lauf Stets himmelein und himmelauf. E. Moritz Arndt, 1769 1860. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 134. Geist des Lebens, heil'ge Gabe, Du, der See⸗ len Licht und Trost, Ernte⸗ segen aus dem Grabe Un⸗ sers Heilands aufgesproßt, Uns gesandt vom Himmels⸗ throne, Vom erhöhten Men⸗ schensohne, Geist der Kraft und Herrlichkeit, Mache dir mein Herz bereit! 2. O, wer innig möchte dürsten Und zum Gnaden⸗ throne gehn, Würde bald vom Lebensfürsten Dich, du höch⸗ stes Gut, erflehn! Selig, wer von dir geleitet, Sich auf Christi Tag bereitet; Wer dich, wenn sein Stündlein schlägt, Unbetrübt im Herzen trägt! 3. O, du Pfand des neuen Bundes, Geist des Vaters, mild und rein, Heil'ger Odem seines Mundes, Zeuch in unsre Herzen ein! Leib und Seele, Haupt und Glieder Kehren aus dem Tode wieder, Wo sich deine Gotteskraft Einen Sitz und Tempel schafft. Albert Knapp, 1798-1864. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 135. Romm auf uns, o Geist des Herrn! Lehr uns zu dem Vater beten Und beleb uns, daß wir gern Und voll Glauben zu ihm treten; So wird er um Christi willen Unsre Bitten gern erfüllen. Ernte⸗ Un⸗ proßt, mels⸗ Men⸗ Kraft he dir nöchte aden⸗ vom höch 5„er Nauf dich, Hlägt, trägt! neuen aters, Odem unsre Beele, ehren D Einen 9. Trinitatis. 89 2. O du Geist der Herr⸗ lichkeit, Wohn und wirke in uns allen; Jedes Herz sei dir geweiht, Schmückes auch nach Wohlgefallen! Reich sind wir versehn mit Gaben, Wenn wir deine Salbung haben. Verfasser unbekannt. Die drei hohen Feste. Eigene Melodie. 136. O on fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christen⸗ heit! du frohsiche, du selige, Gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Ban⸗ den, Christ ist erstanden: Freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, un⸗ ser Meister, Heiligt die Geister: Freue, freue dich, o Christen⸗ heit! Altes Volkslied. 9. Crinitatis. Eigene Melodie. 137. Alein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum daß nun und nimmermehr Uns rühren kann kein Schade. Ein Wohl⸗ gefall'n Gott an uns hat, Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, an⸗ beten dich, Für deine Ehr wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz unermessen ist dein Macht, Allzeit ge— schieht, was du bedacht, Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn Deines himmlischen Vaters, Versöhner derer, die verlorn, Du Stiller unsers Haders! Lamm Gottes, heil'⸗ ger Herr und Gott, Nimm an die Bitt von unsrer Not, Erbarm dich unser aller! 4. O heil'ger Geist, du höchstes Gut, Mit deinem Heil uns tröste! Vor Satans Macht nimm uns in Hut, Die Jesus Christ erlöste Durch Marter groß und bittern Tod; Wend allen Jammer ab und Not, Darauf wir unsverlassen. Nik. Decius(von Hof), 1 1541. 9⁰ J. Heilige Zeiten. Eigene Melodie. 138. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren, Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget für uns, Hüt und wacht, Es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Derewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren, Von Maria, der Jungfrauen, Ist ein wahrer Mensch ge— boren Durch den heil'gen Geist im Glauben, Für uns, die wir war'n verloren, Am Kreuz gestorben Und vom Tod Wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt Und mit Gaben zieret schöne, Die ganze Christenheit auf Erden Hält in einem Sinn gar eben, Hie all Sünd vergeben werden, Das Fleisch soll auch wieder leben; Nach diesem Elend Ist bereit Uns ein Leben in Cwigkeit. Martin Luther, 1483— 1546. Mel. Nun danket alle Gott. 139. Gelobetseider Herr, Mein Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben; Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der jeden Augenblick Viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich ge— geben; Der mich erlöset hat Mit seinem teuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut. 3. Eelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werter Geist, Den mir der Sohn gegeben; Der mir mein Herz erquickt, Der mir giebt neue Kraft, Der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet' sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles rühmt und lobt, Was durch ihn lebt und webet! Gelobet sei der Herr, Des er Herr, t, mein er, der d Seel er, der terleibe genblick ethan. Herr, I, mein liebster nich ge⸗ set hat ut, Der kt Das Herr, st, mein werter Cohn in Herz t neue ler Not schafft. Hen 0 lebet, 0 lobt, dwebel Des 9. Trinitatis. 91 Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der heil'ge Geist! Joh. Olearius, 1611-1684. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 140. Hallelja, Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke; Von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit Dank, Weis⸗ heit, Kraft und Stärke. Klinget, Singet: Heilig, hei⸗ lig, Hoch und herrlich, Hei⸗ lig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, In dem wir sind erwählet, Das uns mit seinem Blut erkauft, Damit besprenget und ge⸗ tauft Und sich mit uns ver⸗ mählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft Und Ge⸗ meinschaft, Die wir haben Und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja, Gott heil'ger Geist, Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren; Der uns mit Glau⸗ ben ausgeziert, Dem Bräu⸗ tigam uns zugeführt, Den Hochzeittag erkoren. Heil uns! Heil uns! Da ist Freude, Da ist Weide, Da ist Manna Und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Und sei⸗ nem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmelschar Und singet nun und immer⸗ dar Mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, Singet: Heilig, heilig, Hoch und herr⸗ lich, Heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! Barthol. Crasselius, 1667—1724. Mel. Wie schön leucht uns ꝛc. 141. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Herr Gott, der doch mein Alles ist, Mein Trost und meine Wonne! Bist du nicht Schild, was decket mich? Bist du nicht Licht, wo finde ich Im Finstern eine Sonne? Keine Reine, Wahre Freude, Trost im Leide Und in Sün⸗ den Ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, Mein Herr und Heiland, JesuChrist, Mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil? Bist du nicht mein, 92 J. Heilige Zeiten. wo ist mein Teil? Giebst du nicht, wer wird geben? Meine Eine, Wahre Freude, Wahre Weide, Wahre Gabe Hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn du's nicht bist, O Geist, der uns gegeben ist Zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn? Führst du mich nicht, wo komm ich hin? Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine Eine, Wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaͤden Ist in dir, o Geist der Gnaden! Vers 1 und 2: Phil. Friedr. Hiller, 1699—1769. Vers 3: Alb. Knapp, 1798—1864. 9. Trinitatis. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 142. Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir; Du bist es, der die ganze Welt Erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir; Du littst für uns des Todes Pein, Uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet seist du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern; Du hast durch deines Wortes Macht Uns allen Licht und Heil ge— bracht. Halleluja! Christian Sturm, 1740—1786. ich Lag. hetung Gott ist es, haffen leluja! betung hottes, 1 Du II. Die christliche Rirche. 1. Kirche. Mel. Aus tiefer Not ꝛc. 143. Ac Gott vom Him⸗ mel, sieh darein Und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heil'gen dein, Ver⸗ lassen sind wir Armen: Dein Wort man läßt nicht haben wahr, Der Glaub ist auch erloschen gar Bei allen Men— schenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigen Witz er⸗ findet; Ihr Herz nicht eines Sinnes ist, In Gottes Wort gegründet: Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn alle Maß Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle Lahr, Die falschen Schein uns lehren, Dazu ihr Zung stolz offenbar Spricht: Trotz! wer will's uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, Was wir setzen, das gilt ge⸗ mein; Wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: „Ich muß auf sein, Die Ar⸗ men sind verstöret; Ihr Seufzen dringt zu mir herein, Ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen.“ 5. Das Silber, durchs Feu'r siebenmal Bewährt, wird lauter funden; An Got⸗ tes Wort man warten soll Desgleichen alle Stunden: Es will durchs Kreuz be— währet sein, Da wird sein Kraft erkannt und Schein Und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein Vor diesem argen G'schlechte, Und laß uns dir befohlen sein, Daß 94 II. sich's in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher find't, Wo diese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. Martin Luther, 1483—1546. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 7 7* deinem Wort., 144. Ach, bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, das helle Licht, Laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzten, trü ben Zeit Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir dein Wort und Sakrament Be halten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, Wir sind gar sicher, träg und kalt; Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, Damit es schall an jedem Ort. 4. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit Macht erheben hoch Und bringen stets was Neues her, Zu fälschen deine rechte Lehr. 5. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht un ser, sondern dein ja ist! Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 6. Dein Wort ist unsers Die christliche Kirche. Herzens Trutz Und deiner Kirche wahrer Schutz; Da— bei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts anders suchen mehr. 7. Hilf leben uns in dei— nem Wort Und darauf end— lich fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in deinen Himmelssaal. Nik. Selnecker, 1530—1592. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 145. Zion klaͤgt mit Angst und Schmerzen, Zion, Got— tes werte Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er sich erwählet hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der Not Und läßt mich so harte pressen, Meiner hat er ganz vergessen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand jederzeit, Der läßt sich ver— gebens suchen Jetzt in mei— ner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für Grau⸗ sam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen Jetzt nicht wie vorhin er— barmen? 3. Zion, o du vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund, Zwar bist du jetzt die u dei⸗ end⸗ jinnen Zu dir Die er Die Ach, mein in der harte +ganz „ nir hat eistand ver⸗ mei⸗ „ will Grau⸗ Kann Armen in el⸗ eliebte ö de zt die 1. Kirche. betrübte, Seel und Geist ist dir verwund't, Doch stell alles Trauern ein: Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann hassen Und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden Einen solchen Muttersinn, Da die Liebe kann verschwinden, So bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier! Mein Herz hast du mir besessen, Deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Sa⸗ a blenden, Der sonst nichts als schrecken kann; Siehe, hier in meinen Händen Hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; Deine Mauern muß ich bauen Und dich fort und fort an⸗ schauen. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel. Wie groß ist des All- mächt'gen Güte. 146. 22. lobe dich, mein Auge schauet, Wie du auf diesem Erdenkreis Dir eine Kirche hast erbauet Zu deines Namens Lob und Preis; Daß alle sich zusammenfinden In einem heiligen Verein, * Wo sie, erlöst von ihren Sün⸗ den, Sich, Jesu, deines Reiches freun. 2. Du rufest auch noch heutzutage, Daß jedermann erscheinen soll; Doch hört man stets auch deine Klage: Noch immer ist mein Haus nicht voll. Zwar viele sind von dir geladen, Doch we— nige nur ausgewählt, Sie wandeln auf des Weltsinns Pfaden, Und mancher, den du rufest, fehlt. 3. Herr, unter Völkern vieler Zungen Hast du dein Haus nun aufgeführt, In dem dein Preis dir wird gesungen, Das Glaube, Lieb und Hoffnung ziert, Wo alle unter Christus stehen Als ihrem königlichen Haupt, Auf den sie alle freudig sehen, Sie, deren Herz an Christus glaubt. 4. Nicht eignem Werk gilt ihr Vertrauen, Es ruht auf dir und deinem Sohn. Er ist der Fels, auf den sie bauen, Er ist der Weg zu Sieg und Lohn; Er ist der Weinstock, sie die Reben, In ihm nur reifet ihre Frucht; Er ist ihr Licht, ihr Heil und Leben, Durch Wahrheit, Lieb und fromme Zucht. 5. Ein Herr, ein Glaub 96 II. Die christliche Kirche. und eine Taufe Vereinigt sie zum heil'gen Bund; Ein Ziel erglänzt dem Pilgerlaufe, Ein Fels ist ihres Friedens Grund; Ein Vater waltet über allen, Und allen, Gott, bist Vater du. Dir streben alle zu gefallen, Und du giebst ihnen Heil und Ruh. 6. So weih uns denn zum neuen Leben, Daß wir nur deine Wege gehn, Zuerst nach deinem Reiche streben Und niedern Lüsten wider⸗ stehn. Gieb, daß wir als getreue Glieder Fest halten an dem Haupt und Herrn Und dann auch allesamt als Brüder In Lieb ihm folgen treu und gern. 7. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben Noch fer— nerhin bis an das End. Laß nichts uns deine Schätze rauben, Dein heilig Wort und Sakrament. Erfülle dei⸗ ner Christen Herzen, O Gott, mit deinem Gnadenheil Und gieb nach überwundnen Schmerzen Uns droben einst das bessre Teil. Nach Fr. Konr. Hiller, 1662-1726. Eigene Melodie. 147. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Lichtl Mache deinen Leuchter helle, Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebensquelle. Zion, dringe durch die enge Pfort, Fahre fort, fahre fort! 2. Leide gern, leide gern, Zion, leide ohne Scheu Trüb⸗ sal, Angst mit Spott und Hohne; Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebens⸗ krone. Zion, scheint der Trost dir noch so fern, Leide gern, leide gern! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen; Achte nichts ihr Gut und Geld, Laß sie deines Glaubens lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten; Thue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Sterndich leiten. Zion, das, was gut scheint und was schlecht, Prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die an⸗ dern tot, Sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft, nicht in den Schein, Dringe ein, dringe ein! Leuchter be nicht, Squelle. ie enge re fort! e gern, Trüb⸗ tt und den Tod Lebens⸗ Trost de gern, 6e nicht, X Welt, roß zu ihr Gut deines u, wenn rspricht, tl fe recht, u Geist, beiden was er deinen das,Was schlecht, iht! uge ein, u Gott; ist und die all⸗ eich den , in die Scheil, ein! I. Kirche. 97 6. Brich herfür, brich her— für, Zion, brich herfür in Kraft; Laß die Bruderliebe brennen, Zeige, was der in dir schafft, Der dich als sein Volk will kennen. Zion, durch die dir gegebne Thür Brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu! Laß doch nimmer lau dich finden; Auf, das Kleinod rückt her— bei, Auf, verlasse, was da⸗ hinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! Joh. Euseb. Schmidt, 1669—1745. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 148. Herz und Herz vereint zusammen Sucht in Gottes Herzen Ruh; Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder, Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder, Und erneuert euren Bund. Schwöret un⸗ serm Überwinder Lieb und Treu von Herzensgrund; Und wenn eurer Liebeskette Festig⸗ keit und Stärke fehlt, O so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, So vergoß er dort sein Blut; Denkt doch, wie es ihn be⸗ trübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Einer mahne doch den andern, Christo, der sich für uns gab, Kräftiglich stets nachzuwandern, Selbst durch Leiden, Tod und Grab. Einer soll den andern stärken Und erwecken Tag für Tag, Daß in frommen Glaubenswerken Christo man gefallen mag. 5. Halleluja, welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad, Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so geliebet hat; Daß der Vater aller Geister, Der der Wunder Abgrund ist, Daß du, un⸗ sichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bist. 6. Ach du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie sich so herz— lich meine, Wie's dein letzter Wille war. Ja, verbinde in der Wahrheit, Die du selbst 98 II. Die christliche Kirche. im Wesen bist, Alles, was von deiner Klarheit In der That erleuchtet ist. 7. So wird dein Gebet erfüllet, Daß der Vater alle die, Denen du dein Herz ent⸗ hüllet, Auch in seine Liebe zieh; Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 8. Liebe, hast du es ge⸗ boten, Daß man Liebe üben soll, O so mache doch die toten, Trägen Geister lebens⸗ voll; Zünde an die Liebes⸗ flamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 9. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein ge⸗ trenntes Glied mehr ist, Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein: Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700- 1760. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 149. Iunn, der du bist alleine Haupt und König der Gemeine, Segne mich, dein armes Glied; Wollest neue Kraft mir geben Deines Gei⸗ stes, dir zu leben, Stärke mich durch deine Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft und Segen bringe Deinen Glie⸗ dern allzumal, Wo sie hier zerstreuet wohnen Unter allen Nationen, Die du kennest überall. 3. Owie lieb ich, Herr, die Deinen, Die dich suchen, die dich meinen, O wie köstlich sind sie mir! Du weißt, wie mich's oft erquicket, Wenn ich Seelen hab erblicket, Die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen, Und verein'ge mich mit ihnen, Und vor deinem An⸗ gesicht Wünsch ich Zion tau— send Segen, Stärke sie in deinen Wegen, Führ sie selbst nach deiner Pflicht. 5. Die in Kreuz und Lei⸗ den leben, Stärke, daß sie ganz ergeben Ihre Seel in deine Hand; Mache sie in Demut kleiner Und von allen Schlacken reiner, Einzig nur zu dir gewandt. 6. Teuer hast du uns er⸗ worben, Da du bist am Kreuz gestorben, Schütz uns, Jesu, wir sind dein; Halt uns fest, h, dein t neue les Gei⸗ Stärke uGlie⸗ sie hier er allen kennest „Herr, suchen, elöflich eißt, wie Wenn et, Die die dir nich mit em An⸗ ion u⸗ e sie in sie sebt und Ri⸗ daß sie Seel in sie in hon allen uzig nur uns er⸗ im Kreuz 16, Ns uns fess 1* so lang wir leben Und hier noch in Unruh schweben, Laß uns nimmermehr allein, 7. Bis wir einst mit allen Frommen, Herr, bei dir zu⸗ sammen kommen Und von allen Flecken rein Dort vor deinem Throne stehen, Uns in dir, dich in uns sehen, Ewig eins in dir zu sein. Gerh. Tersteegen, 1697— 1769. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 15 0. Kaumt, Kinder, laßt uns gehen, Der Abend kommt herbei; Es ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, Zur Ewig⸗ keit zu wandern, Von einer Kraft zur andern, Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht ge⸗ reuen Der schmale Pilger⸗ pfad, Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; Ein jeder sein Gesichte Von ganzem Herzen richte Hin gen Jerusalem. 3. Laßt uns wie Pilger wandeln, Geduldig, frei und leer; Viel Sammeln, Halten, Handeln Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot; Wir reisen abgeschieden, Mit wenigem Kirche. 99 zufrieden, Und brauchen's nur zur Not. 4. Schmückt euer Herz aufs beste, Sonst weder Leib noch Haus, Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. 5. Ist gleich der Weg oft enge, So einsam, krumm und schlecht, Der Dornen uns in Menge Und manches Kreuze trägt; Doch fürchten wir uns nicht, Wir ziehen fröhlich weiter Und folgen unserm Leiter Und seinem hellen Licht. 6. Wir wandeln einge⸗ kehret, Verachtet und ver⸗ kannt, Man siehet, kennt und höret Uns kaum im fremden Land; Und höret man uns ja, So höret man uns singen Von Gottes großen Dingen, Die unser warten da. 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Vater gehet mit, Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauren Tritt; Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken: Ach ja, wir haben's gut! 7* 7* 10⁰ II. Die christliche Kirche. 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärkre zu; Man trag, man helfe allen Und pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an! Ein jeder sei der Kleinste, Doch auch wohl gern der Reinste Auf unsrer Lebensbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern; Der Weg kürzt immer ab; Ein Tag, der folgt dem andern, Bald fällt der Leib ins Grab; Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier, Gewandt zum ew'gen Gut. 10. Es wird nicht lang mehr währen, Halt noch ein wenig aus; Es wird nicht lang mehr währen, So kom⸗ men wir nach Haus: Da wird man ewig ruhn, Wenn wir mit allen Frommen Da⸗ heim zum Vater kommen, Wie wohl, wie wohl wird's thun! 11. Drauf wollen wir's denn wagen, Es ist wohl wagenswert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten, Es soll nur Jesus sein. Gerh. Tersteegen, 1697—1769. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott.(II.) 151. Wenn Christus seine Kirche schützt, So mag die Hölle wüten. Er, der zur Rechten Gottes sitzt, Hat Macht ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah, Wenn er gebeut, steht's da. Er schützet seinen Ruhm Und hält sein Heiligtum, Mag doch die Hölle wüten! 2. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, Sein Wort von Herzen hält, Dem kann die ganze Welt Die Seligkeit nicht rauben. 3. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, Hält über sein Gebot, Giebt uns Geduld in Not Und Kraft und Mut im Tod, Was will uns da erschrecken? Chr. Fürchtegott Gellert, 17¹15—1769. S.q=../........ seine lag die er zur ö Hat n. Er denn er schützet ilt sein ch die nag die us kann Der erstehn, Hlauben. Christ! ger ist en hält, Welt auben. die ihr uch lein er Gott, Gellet, 69. J. Kirche. 101 Mel. Alles ist an Gottes Segen. 152. Großer Hirte deiner Herden In dem Himmel und auf Erden, Treuer Hei⸗ land, Jesu Christ! Laß in diesen letzten Zeiten Sich dein Reich noch mehr verbreiten, Als bisher geschehen ist. 2. Gieb dazu von Jahr zu Jahren Viel Evangelisten⸗ scharen, Treue Lehrer ohne Fehl, Die im Glauben, Wort und Leben Gründlich, kind⸗ lich dir ergeben, Heiliger Gott Israel! 3. Flöße früh der zarten Jugend Alle Wissenschaft und Tugend Nur durch dein Erkenntnis ein; Gieb ihr Leben, nicht nur Wissen, Und behalt von Argernissen Lehrer mit den Schülern rein. 4. Laß dein Wort die Sichern schrecken Und die Geistlichtoten wecken, Stürz die Selbstgerechtigkeit; Mach die Geistigblinden sehend, Mach die Geistiglahmen ge— hend, Mach dir selbst den Weg bereit. 5. Welchen ihre Schuld vergeben, Die laß stets im Glauben leben, Der viel Geistesfrüchte bringt; Laß sie niemals stille stehen, Treibe sie stets fortzugehen, Bis ihr Geist die Kron erringt. 6. Die am Ende sich be— finden, Denen hilf selbst überwinden. Zeig dem Glau⸗ ben jenen Lohn, Den du denen aufgehoben, Die nach ausgestandnen Proben Sieg⸗ reich stehen vor dem Thron. 7. Herr, so sammle deine Glieder; Dann erscheine gnä— dig wieder Als der ewig gute Hirt, Da aus so viel tausend Herden Eine Gottesherde werden Und um dich sich stellen wird. Joh. Jak. Moser, 1701—1785. Mel. Wachet auf, ruft uns ꝛc. 153. Wachet auf, erhebt die Blicke: Laut mahnen uns die Weltgeschicke, Es dränget hart der Brüder Not! Seht, gekommen ist die Stunde, Die uns vereint zum schönen Bunde, Zu thun, was uns der Herr gebot; Laßt nicht die Hände ruhn; Auf, laßt uns Gutes thun Allen Men⸗ schen Imrechten Geist, Doch, wie es heißt:„An Glaubens⸗ brüdern allermeist“. 2. Wachet auf, schaut an das Gute, Das ihr der Vä⸗ ter Mut und Blute Und ihrer Glaubenstreu verdankt. Auf und tilgt die alten Schul⸗ den! Wie lange soll sich noch gedulden Das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Hülf herbei! Es rudert froh und frei— Wenn ihm Liebe Die Segel schwellt — Hin durch die Welt; Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet auf! in allen Landen Erheben sich, vom Tod erstanden, Die Zeugen frischer Glaubensmacht. Wer⸗ det müde nicht im Werke, Der Gott des Rechts ist unsre Stärke, Und seinem Lichte weicht die Nacht. Drum wirkt, so lang es Tag, So heiß er glühen mag; Reift die Frucht doch Im Sonnenglanz; Der Erntekranz Wiegt auf die Mühen voll und ganz. 4. Wachet auf! die Zeit zum Wachen Soll alle Glie— der munter machen, Und keines trete scheu hintan. Leidet eins, so leiden alle; Drum wachet, daß nicht eines falle, Und stehet freudig Mann für Mann. So streitet wacker fort Und haltet fest am Wort! Hoch vom Himmel Strahlt uns das Licht; Es trüget nicht: Der Herr ist unsre Zuversicht! Karl Rud. Hagenbach, 1801—1874. II. Die christliche Kirche. Ordination und Einfüh⸗ rung ins Predigtamt. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 154. O Jesu, Herr der Herrlichleit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Herde! Du siehst auf die erlöste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werde. Von dir Sind wir Auch erwählet, Zugezählet Den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, Die es zum Himmel führen; Und die voll Eifer, Geist und Kraft, Voll Glauben, Liebe, Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten Laß den Seelen Niemals fehlen Und die Herden Mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt, Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, Durch Lehr und Leben zu erbaun, Gieb Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, Hilf ihm Thun und leiden, Dul⸗ den, streiten, Beten, wachen, Selig sich und uns zu machen. err der g deiner e deiner auf die rst sie, Sorgst, Zon dir wählet, en, Die trösten. jolk, daß deinem st, Die n: Und st und „Liebe, jerz der Hirten Nüemals en Mit den. ier bon Lehrer, Herr, Die rtraun, ben Zu eit ihm n, Hif „ Dul⸗ wachen, machen. 1. Kirche. Ordination und Einführung ꝛc. 103 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, was ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, Gieb uns ein Herz, das folg⸗ sam hört, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft Und Gemeinschaft Feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund Uns dir entgegenführen. Du giebst ihm unter seine Hand Die Seelen als ein teures Pfand, Laß keine ihn verlieren. Jesu, Hilf du, Beut die Hände, Daß am Ende Hirt und Herde Treu vor dir erfunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Du kommst im Namen unsers Herrn, In Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, Führ uns zum ew'gen Vater⸗ land; Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir Gehn wir Durch die Leiden Dieser Zeiten Zu dem Leben, Das uns unser Gott will geben. Joh. Dan. Karl Bickel, 1737—1809. Mel. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. 155. Auf dich seh ich Mit dir geh ich, Jesus Christus, starker Held, Der durch Kriege Führt zum Siege ÜUber Sünde, Tod und Welt. 2. Auf dem Plane Winkt als Fahne Deines Kreuzes Zeichen mir; Zu der schwör ich, Dir gehör ich, Auch durch Leiden folg ich dir. 3. Starke Waffen Wirst Du schaffen Und ins Herz getrosten Mut! Statt des Schwertes Wird dein wertes Wort mir dienen treu und gut. 4. Sei im Streite Mir zur Seite, Kämpfe für mich, wo es gilt. Wie's dann gehe, Ich bestehe, Denn mich deckt des Glaubens Schild. Aug. Herm. Walter, geb. 1817. 104 II. Die christliche Kirche. 2. Eirchweihe. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 156. Keuuurt her, ihr Christen, voller Freud, Er⸗ zählet Gottes Freundlichkeit, Kommt her und laßt er⸗ klingen Die Stimm des Dankes unserm Gott, Laßt uns dem Herren Zebaoth Mit frohem Munde singen. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 2. Wir gehn in unsers Gottes Haus Mit Herzens— wonne ein und aus, Gott lässet uns noch finden Den teuren Schatz, des Lebens Wort; Hier zeigt er uns die Himmelspfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 3. Man höret mit Ver⸗ wundrung an, Was Gottes Güt an uns gethan, Den Glauben zu entzünden. Man lernt Geduld, Lieb, Friede, Zucht, Und was noch mehr des Geistes Frucht, Die Hoffnung fest zu gründen. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 4. O große Wohlthat, die Gott thut An uns mit seinem Himmelsgut, O große Lieb und Gnade! Laß ferner leuch— ten, Gott, dein Wort Zu unserm Trost an diesem Ort, Daß uns kein Feind nicht schade. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 5. Ach Gott, laß deinen Schutz und Treu In aller Not uns stehen bei, Wann uns der Feind will stören. Laß uns mit wahrer Dank— barkeit Dir widmen unsre Lebenszeit, Zu dir die Her— zen kehren. Singet, Bringet Schöne Weisen, Laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir zu genießen haben. 6. Erhalt dein Wort und Sakrament, Verleih zuletzt ein selig end Und laß uns dahin kommen, Wo keines Tempels nötig ist, Wo du in allen alles bist, Wo ewig all did Y ründen. Schöne preisen wir zu er leuch⸗ rt Zu em Olt, nicht Bringet mt uns n, Die n. deinen n aller Wann stören. Dank⸗ uunsre die Her⸗ Bringet ßt uns , Die en. ort und zuleht aß uns keines Wo dil 5⁰ ewig 2. Kirchweihe. 10⁵ alle Frommen Singen, Bringen Schöne Weisen Und dich preisen Um die Gaben, Die sie zu genießen haben. Joh. Christoph Arnschwanger, 1625—-1696. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 157. Ach, wie heilig ist der Ort! Ach, wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort, Hier erhöret Gott Gebete, Hier erschallt sein teures Wort: O wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöll⸗ ners Haus, Weil er Christum aufgenommen; Und hier ru⸗ fet Jesus aus:„Selig sind, die zu mir kommen!“ Deren Herzen nimmt er ein, Daß sie seine Tempel sein. 3. O welch Heil ist bis hieher Diesem Hause wider— fahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, Der sich uns will offenbaren, Woher hät⸗ ten wir den Geist, Der den Weg zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön Sind des Herren Got⸗ tesdienste, Laßt uns froh zu ihnen gehn, Hier erlangt man zum Gewinste Einen Schatz, der ewig währt, Den kein Rost noch Raub verzehrt. 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; Speis' uns gnädig mit dem Worte, Das du uns gegeben hast, Jesu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, Bis die Welt wird untergehn! Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 158. Gett Vater, aller Dinge Grund, Gieb deinen Vaternamen kund An diesem heil'gen Orte! Wie lieblich ist die Stätte hier, Die Herzen wallen auf zu dir: Hier ist des Himmels Pforte. Wohne, Throne Hier bei Sündern Als bei Kindern Voller Klarheit; Heil'ge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, Dies Gottes⸗ haus ist dir geweiht, O laß dir's wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, Dein Segen walte fort und fort In diesen Friedens⸗ hallen. Einheit, Reinheit Gieb den Herzen; Angst und Schmerzen Tilg in Gnaden, Heil uns ganz von Sünden— schaden. 3. Gott, heil'ger Geist, du wertes Licht, Wend her 106 II. Die christliche Kirche. dein göttlich Angesicht, Daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus Dich mit allmächt'gen Flam⸗ men aus, Mach himmlisch uns auf Erden! Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, Früher, später Geht's zum Sterben; Hilf uns Jesu Reich erwerben! 4. Dreiein'ger Gott! Lob, Dank und Preis Sei dir von allen gleicherweis' Für dies dein Haus gesungen! Du hast's geschenkt und auf— erbaut, Dir ist's geheiligt und vertraut Mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier Sind wir Noch in Hütten! Herr, wir bitten: Stell uns droben In den Tempel, dich zu loben! Albert Knapp, 1798—1864. 3. Ueformation. Eigene Melodie. 159. Ern seste urn ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind Mit Ernst er's jetzt meint, Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist, Auf Erd ist nicht sein'sgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren; Es streit für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Ze— baoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch ge— lingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sau'r er sich stellt, Thut er uns doch nichts; Das macht, er ist gericht, Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn Und kein Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin, Sie haben's kein Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben! Martin Luther, 1483—1546. SEI weis' Für gesungen! t und auf⸗ geheiligt it Herzen, Ach, hier N Hütten! Stell uns empel, dich ie Welt Und wollt gen, Eo nicht so doch ge⸗ eser Welt, ellt, Thut s; Das icht, Ein fällen. sie sollen in Dant bei uns an Mit Gaben. eib, Gut, eib, Caß h PReich hen! Ilb. 3. Reformation. 107 Eigene Melodie. 160. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Und steure deiner Feinde Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Stürzen wollen von seinem Thron. 2. Beweis' dein Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist; Be⸗ schirm dein arme Christenheit, Daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott, heil'ger Geist, du Tröster wert, Gieb dein'm Volk einen Sinn auf Erd, Steh bei uns in der letzten Not, Leit uns ins Leben aus dem Tod! Martin Luther, 1483—1546. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. 161. B.an nicht, o Häuflein klein, Obschon die Feinde willens sein, Dich gänz⸗ lich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir wird recht angst und bang: Es wird nicht lange währen. 2. Dich tröste nur, daß deine Sach Ist Gottes, dem befiehl die Rach, Laß ihn alleine walten. Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl kennt, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Teufel, Welt und Höllenpfort, Und was dem thut anhangen, Endlich werden zu Hohn und Spott: Gott ist mit uns, und wir mit Gott, Den Sieg woll'n wir erlangen. Gustav Adolfs Feldlied bei Lützen, 6. Nov. 1632. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 162. Keump, komm, du Licht in Gottespracht, Den Tag, den uns der Herr ge⸗ macht, Mit deinem Glanz zu weihen! Weck auf, was schläft in dunkler Haft! Zünd an der rechten Andacht Kraft, Uns heil'gen Schmuck zu leihen! Frühe Ziehe Uns nach oben, Den zu loben, Der allmächtig Sonnen lenket, groß und prächtig. 2. Dseht: in Glanze steht Die Kirche Christi hoch erhöht; Ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel Sahn harrend auf nach solchem Ziel Und haben's nicht ge— sehen. Selig, Selig, Die da sehen Auf den Höhen Und im Thale Lebenslicht von Gottes Strahle! 3. Verdunkelt stand des hellem 108 II. Die christliche Kirche. Herrn Altar, In Menschen— trug begraben war Das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht vom Anbeginn? Ach Hüter, ist die Nacht bald hin? Ist nah des Aufgangs Stunde? Singet, Bringet Morgenlieder Unserm Hüter! Er schläft nimmer; Herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zu Gottes Helden drang der Schein:„Steht auf! ihr sollt mein Rüst⸗ zeug sein! Euch ruft des Reiches König!“ Da schallt's: „Die Wahrheit macht euch frei! Die Nacht ist hin, der Tag herbei!“ Und Jubel hallt vieltönig. Herr, Herr, Ew'ger! Treu im Halten Und im Walten Überschwänglich; Gott, dein Licht ist unver— gänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsternis! Die Erde bebt, der Vorhang riß: Da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte sind hingeflohn, Manch Reich gestürzt und mancher Thron: Die Kirche steht geborgen. Jesus Christus Gestern, heute Und in weite Ewigkeiten! Eilt, sein Lob heut auszubreiten! 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, Dich grüßt in Lieb und Glauben fest Die heilige Gemeine, Die kämpfend noch hienieden geht, Die triumphierend droben steht; Es ist ja doch nur eine! Ein Wort, Ein Hort! Jauchzt, Verklärte, Jauchz, o Erde, Seinem Namen: Heilig, heilig, heilig! Amen. Chr. Friedr. Heinr. Sachse, 17851860. 4. Mission. Eigene Melodie. 163. Es wolle Gott uns gnädig sein Und seinen Segen geben; Sein Antlitz uns mit hellem Schein Erleucht zum ew'gen Leben, Daß wir er⸗ kennen seine Werk, Und was ihm lieb auf Erden, Und Jesu Christi Heil und Stärk Be⸗ kannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, O Gott, die Völker alle, Und alle Welt, die freue sich Und sing mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Undläßt die Sünd nichtwalten; nit Macht Die Erde riß: Da Morgen. ingeflohn, Die Kirche Christus n weite sein Lob uns Gott Dich grüßt wben fest ine, Die ieden geht, d droben doch nur Ein Hort! „Jauchh, Namen: Amen. ur. Sachse, tärk Bi⸗ rden Und 4. und loben zöͤlker alle, freue sich Heoe Lichter list i walten, 4. Mission. 109 Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bringt Frucht und bessert sich, Dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott, der heilig Geist, Dem alle Welt die Ehre thu, Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Runone Amen! Martin Luther, 1483— 1546. Mel. Wie groß ist des All— mächt'gen Güte. 164. O daß doch bald dein Feuer brennte, Du un⸗ aussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! O möchten seine Him— melsfunken Entzünden jedes tote Herz, Die Durst' gen machen freudetrunken Und heilen allen Sündenschmerz. 2. Niam brennet es mit heller Flamme Schon hier und dort in Ost und West, Dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme Ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest; Erwecke, läutre und vereine Des gan— zen Christenvolkes Schar, Und mach in deinem Gnadenscheine Dein Heil du jedem offenbar. • 3. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starker Gotteshauch! Dein Feuermeer strömt nicht vergebens, Ach, zünd in unsern Herzen auch! Schmelz alles, was sich trennt, zusammen Und baue deinen Tempel aus: Laß leuchten deine heil'gen Flam-— men Durch deines Vaters ganzes Haus! 4. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme Doch bald die ganze weite Welt, Und zeig dich jedem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Heldl Dann tönen dir von Mil⸗ lionen Der Liebe Jubel- harmonien, Und alle, die auf Erden wohnen, Knien vor den Thron des Lammes hin. Joh. Ludw. Fricker, 17294766. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 165. Woech auf, du Geist der ersten RubHun Der Wächter, die auf Zions Mau— ern stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen, Und die ge— trost dem Feind entgegen gehn, Ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt. 110⁰ II. Die christliche Kirche. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte, O möcht es doch in alle Lande gehn! Gieb zu der Ernte doch die Hände; Gieb Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt; O siehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzin— brünstig darum anzuflehn; Drum hör, o Herr, und sprich: „Es soll geschehn.“ 4. So gieb dein Wort mit großen Scharen, Die in der Rraft Evangelisten sein; Laß eilend Hülf uns widerfahren Und brich in Satans Reich und Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis. 5. Ach daß die Hülf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein; Ach, führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf Und also segne deines Wortes Lauf. 7. O bessre Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufe finden kann, Das räume bald aus jedem Wege; Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn Und mach uns bald von jedem Miet— ling freiI', Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hoh und niedre Schule Die Werkstatt deines guten Geistes sein, Und sitze du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber ein, Daß treue Lehrer wir und Beter sehn, Die kräftig vor dem Riß der Kirche stehn. Karl Heinr. von Bogatzky, 1690—1774. Mel. Gott sei Dank durch alle Welt. 166. W. walte nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. ein Vort nI Es sei sen Glanz führe bald fen Der en Thoren doch auch Und also es Lauf. ons wüste dein Wort mu, Dad em Wege; n falschen Ind mach em Miet⸗ irch und Gottes sei und niedre att deines Und sitze Stuhle L Jugend eue Lehter u, Die ur seine schen füt 4. Mission. 11¹¹ 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und aus seinem Schoß herab Seinen Sohn zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heil'gen Todes That Ewig wegge— nommen hat. 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heil'ge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein; Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht! 6. Auf zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das reife Feld, Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Weck zum Werke Lust und Mut; Laß die Völker allzumal Schauen deines Lichtes Strahl! Jonathan Friedr. Bahnmaier, 1774—1841. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 167. Eine Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag er⸗— scheinen wird; Freue dich, du kleine Herde! Mach dich auf und werde licht; Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, Und die Herr⸗ lichkeit des Herrn Nahet däm— mernd sich den Heiden. Blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, ge⸗ treuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgen⸗ rotes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Dürstend an der Lebensquelle, Ihn um⸗ leuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufge— than: Rauscht, verdorrete Ge— beine! Macht dem Bundes— engel Bahn, Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: „Es werde Licht!“ Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, Und auf Erden 112 II. Die christliche Kirche. weit und breit Licht und Wahr⸗ heit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedr. Ad. Krummacher, 1768—1845. Mel. Valet will ich dir geben. 168. du in Todes⸗ nächten Erkämpft das Heil der Welt Und dich als den Gerechten Zum Bürgen dar— gestellt; Der du den Feind bezwungen, Den Himmel aufgethan: Dir stimmen unsre Zungen Ein Halle⸗ luja an. 2. Im Himmel und auf Erden Ist alle Macht nun dein, Bis alle Völker werden Zu deinen Füßen sein, Bis die von Süd und Norden, Bis die von Ost und West Sind deine Gäste worden Bei deinem Hochhzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen, Noch gehn die Boten aus, Um mit dem Ruf der Gna⸗ den Zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, Es ist kein Weg zu schwer, Hinaus zu streun dein Feuer Ins weite Völkermeer. 4. So sammle deine Her⸗— den Dir aus der Völker Zahl, Daß viele selig werden Und ziehn zum Abendmahl. Schließ auf die hohen Pforten, Es strömt dein Volk heran; Wo's noch nicht Tag geworden, Da zünd dein Feuer an. Chr. G. Barth, 1799—1862. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 169. Licht das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgen— stern aus Gott entglommen, Treib hinweg die alte Nacht, Zeuch in deinen Wunder⸗ schein Bald die ganze Welt hinein. 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, Einen recht gepriefnen Lauf, Daß noch manches Knie sich beuget, Sich noch manches Herz thut auf, Eh die Zeit erfüllet ist, Wo du richtest, Jesu Christ. 3. Es sei keine Sprach noch Rede, Da man deine Stimm nicht hört, Und kein Land so fern noch öde, Wo nicht dein Gesetzbuch lehrt. Laß den hellen Freudenschall Siegreich ausgehn überall. 4. Geh, du Bräut'gam, aus der Kammer, Laufe deinen Heldenpfad; Strahle Tröstung in den Jammer, Der die Welt umdunkelt hat. O er⸗ 9+3 —&æ᷑e —.— 2 LFe 6rg 4. Mission. 113 leuchte, ew'ges Wort, Ost und West und Süd und Nord. 5. Komm, erquick auch unsre Seelen, Mach die Augen hell und klar, Daß wir dich zum Lohn erwählen, Vor den Stolzen uns bewahr; Ja laß deinen Himmelsschein Unsres Fußes Leuchte sein. Ewald Rudolf Stier, 1800—1862. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 170. Der du zum Heil erschienen Der allerärmsten Welt Und von den Cheru⸗ bimen Zu Sündern dich ge⸗ sellt, Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld, Als du am dürren Holze Versöhntest ihre Schuld, 2. Damit wir Kinder würden, Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürden Und bautest uns ein Haus; Von Westen und von Süden, Von Morgen, ohne Zahl,= Sind Gäste nun be⸗ schieden Zu deinem Abend⸗ mahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ kleide, Von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völkerscharen ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil verheißen war, Die bringen nun, entsündigt, Dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Friede werden, Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt, Bis du im neuen Leben Die aus⸗ gesöhnte Welt Dem, der sie dir gegeben, Vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Angesicht. Auch sie hast du gegraben In deinen Priester⸗ schild, Am Borne sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde, Laß deinen Odem wehn, Daß auf der finstern Erde Die Toten auferstehn; Daß, wo man Teufeln fröh— net Und vor den Götzen kniet, Ein willig Volk versöhnet Zu deinem Tempel zieht. Albert Knapp, 1798-1864. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 171. Einer ist's, an dem wir hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der 8 114 II. Die christliche Kirche. Schmerzen, In deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigentum, Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder! Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heil'⸗ gen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet, Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach deinem ew'gen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, Und keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, Denn Armut ist Gewinn Für den Himmel. Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach Und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig, Die Ernt 5 groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus! Send auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abend⸗ mahl Im Reich Gottes. Da ruht der Streit, Da währt die Freud Heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millio— nen, Die noch im Todes⸗ schatten wohnen, Von deinem Himmelreiche fern! Seit Jahrtausenden ist ihnen Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, Geh uns voran Und mach uns Bahn, Gieb deine Thüren aufgethan! 5. Deine Liebe, deine Wunden, Die uns ein ew'ges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen Und auf dein Kreuz so lange weisen, Bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, Es richtet und durchbohrt Geist und Seele; Dein Joch ist süß, Dein Geist gewiß, Und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge Beginnest du still und geringe. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen leiten, Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, Wächst endlich ohner Schein 3 Doch zumBaume, Weil du, Herr Christ, Sein Hüter bist, Dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, 1798-1864. 4. Mission. 11⁵ Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 172. Konig Jesu, streite siege, Daß alles bald dir unter⸗ liege, Was lebt und webt in dieser Welt! Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen dei⸗ nen Lebensodem Durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn, Und laß es bald ge⸗ schehn! Amen, Amen! So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Halleluja für und für. Verfasser unbekannt. 8* III. Gnadenmittel. 1. Wort Gattes. Mel. Sollt es gleich bisweilen scheinen. 173. Det Meister, deine Worte Sind die rechte Himmelspforte, Deine Lehren sind der Pfad, Der uns führt zur Gottesstadt. 2. O wie selig, wer dich höret, Wer von dir will sein gelehret, Wer zu jeder Zeit und Stund Schaut auf deinen treuen Mund. 3. Sprich doch ein in meiner Seele, Gieb ihr Wei— sung und Befehle; Lehr sie halten bis zum Tod Deiner Liebe sanft Gebot. 4. Hilf mir, mich im Lieben üben Und Gott über alles lieben; Meinen Nächsten gleich wie mich Laß mich lieben inniglich. 5. Lehr mich heilige Ge— bärden, Laß mir deine Demut werden, Gieß mir deine Sanftmut ein, Laß mich klug in Einfalt sein. 6. Also werd ich mich verbinden Ganz mit dir und Ruhe finden; Also werd ich in der Zeit Sein gelehrt zur Ewigkeit. Johann Scheffler(Angelus Silesius), 1624—1677. Mel. Jesu, meine Freude ꝛc. 174. Wort des höchsten Mundes, Engel meines Bundes, Jesu unser Ruhm, Bald, da wir gefallen, Ließest du erschallen Evangelium: Eine Kraft, Die Glauben schafft, Eine Botschaft, die zum Leben Uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen Fest bestimmet hat, Was die 1. Wort Gottes. Opferschatten Längst ver⸗— kündet hatten, Das vollführt dein Rat; Was die Schrift Verspricht, das trifft Alles ein in Jesu Namen Und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet Allen Zorn und Schuld; Jesus ist gestorben, Jesus hat er⸗ worben Alle Gnad und Huld. Auch ist dies Fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; Ach, erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten Machen Jesu Boten Dieses Leben kund; Lieblich sind die Füße Und die Lehren süße, Teuer ist der Bund: Aller Welt Ist nun vermeld't Durch der guten Botschaft Lehre, Daß man sich bekehre. 5. Dieser Grund bestehet; Wenn die Welt vergehet, Fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; So soll mein Vertrauen Evangelisch sein; Auch will ich Nur würdiglich In der Kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. 6. Jesu, deine Stärke Schaffet diese Werke, Stehe du mir bei. Nichts kann mich nun scheiden, Hilf denn, daß mein Leiden Evangelisch sei. Laß auch mich Einmal auf 11⁰7 dich Als ein Kind, mit dir zu erben, Evangelisch sterben. Heinrich Kornelius Hecker, 1699—1743. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 175⁵. Herr, dein Wort, die edle Gabe, Diesen Schatz erhalte mir! Denn ich zieh es aller Habe Und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist's nicht um tausend Welten, Aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen Fest und unbeweglich stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat Und zugleich zu deinen Füßen Sitzen, wie Maria that. Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700-1760. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 176. Peediner der süßen Lehre, Die ich mit Erstaunen höre, Großer Arzt der Menschenkinder, DuEvangelist der Sünder Und Prophet des neuen Bundes, Laß die 118 III. Gnadenmittel. Worte deines Mundes, Deine Stimme an die Herden Mir zu Geist und Leben werden. 2. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, Schlägt und zeigt den Seelenjammer; Es erquickt mich wie der Regen, Leuchtet mir auf allen Wegen, Stärket meines Geistes Kräfte, Giebt mir neue Lebenssäfte, Ist ein Stab für matte Glieder Und ein Schwert dem Feind zu— wider. 3. Diesem Worte will ich trauen Und darauf beständig schauen; Sonst ist doch kein Licht vorhanden, Fremde Lehre macht zu Schanden, Aber dein Gesetz und Gnade Leiten mich auf rechtem Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben Hat den Grund: Es steht geschrieben. 4. Lehre mich dein Wort betrachten, Mit Begierde darauf achten; Lehre mich's im Geist verstehen, Laß es mir zu Herzen gehen; Mache, daß ich's fröhlich glaube, Und kein Zweifel mir es raube, Daß ich's mit Gehorsam ehre Und sonst keine Stimme höre. 5. Was die Welt bekennt und lehret, Was mein Herz erdenkt und ehret, Was der böse Geist erdichtet, Wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geifter! Mir ist g'nug an einem Meister. Wißt, daß euch der Fluch verzehret, Wenn ihr selbst auch Engel wäret. 6. Selig, selig sind die Seelen, Die sich sonst kein Licht erwählen, Als allein das Wort des Lebens! Diese glauben nicht vergebens, Weil sie Gottes Rat ergründen Und sein Herz im Worte finden. O, ein unschätzbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 7. Licht und Kraft und Mut und Freude, Wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren Und ein ewiges Bewahren: Das sind dieses Wortes Früchte. Alles andere wird zu nichte; Alles andere muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. Ernst Gottlieb Woltersdorf, 1725—1761. Mel. Ach Gott und Herr. 177. Gett ist mein Hort, Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 1. Wort Gottes. 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken! Laß keinen Spott, O Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verständ ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt Der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit Ist diese Zeit Von dir mir übergeben. 5. Dein ew'gen Rat, Die Missethat Der Sünder zu versühnen, Den kennt ich nicht, Wär mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu und Schmerz Der Sünden nicht verzagen. Nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist Ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh Vermag ich's nie; Dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du hast's uns gegeben. Es sei 5 mein Teil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ew'gen Leben. Chr. Fürchtegott Gellert, 17⁴45—1769. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 178. Wech himmlisch Licht ist's, das der Welt So herrlich strahlt, so mild erhellt Den dunklen Pfad durchs Leben? Es ist das Wort des Herrn, das Licht Von Gott gesendet, das uns nicht In Finsternis läßt schweben. Seine Reine, Ew'ge Wahr⸗ heit Strahl in Klarheit Dir, o Erde, Daß der Herr ver⸗ herrlicht werde. 2. Was führt uns hin zum höchsten Gut, Was giebt zur Tugend Kraft und Mut Und reinigt uns von Sünden? Es ist des Lebens Wort allein; Dies lehrt uns treu und standhaft sein Und glücklich überwinden. Heil uns! Laßt uns Dann mit Freuden Auch verbreiten Gottes Lehre, Daß das Reich des Herrn sich mehre. 3. Wo quillt dem Herzen Trost und Ruh? Wo strömt ihm sel'ge Hoffnung zu Und hoher Gottesfrieden? In des Erlösers heil'gem Wort. 12⁰ III. Gnadenmittel. Es führt zur Seligkeit uns dort Und tröstet uns hie⸗ nieden. Diesen Süßen Quell der Freuden Soll kein Leiden, Diesen Glauben Keine Macht der Welt uns rauben. Remigius Fresenius, 1777— 1820. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 179. Dau Wort, o Herr, ist milder Tau Für trost⸗ bedürft'ge Seelen, Laß keinem Pflänzchen deiner Au Den Himmelsbalsam fehlen. Er— quickt durch ihn, Laß jedes blühn Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Blitz, der Felsen splittert, Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark und Bein erschüttert. O laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für unsre Pilgerreise; Es führt auch Thoren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch uns nicht Und leucht in jede Seele, Daßkeine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht: Da ward das Wort der Gnade Mein Lab⸗ sal, meine Zuversicht, Die Fackel meiner Pfade; Sie zeigte mir Den Weg zu dir Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ew'gen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn Zu dir, dem sichern Horte. Wo anders wend ich sonst mich hin? Herr, du hast Lebensworte. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, Den Hunger aus, dein Lebenswort Und deinen Geist zu hören; Send aus ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen. K. Bernh. Garve, 1763—-1841. Eigene Melodie. 180. Trener Heiland, wir sind hier In der An⸗ dacht Stille; Unsre Sinnen und Begier Lenke sanft dein Wille. Deines Wortes heller Schein Strahl in unser Herz hinein, Uns mit Licht erfülle. 2. Kehr, o Jesu, bei uns 1. Wort Gottes. ein, Komm in unsre Mitte, Wollest unser Lehrer sein, Hör der Sehnsucht Bitte: Deines Wortes stille Kraft, Sie, die neue Menschen schafft, Bilde Herz und Sitte. 3. Von dir lernen möch— ten wir Deiner Sanftmut Milde, Möchten ähnlich wer— den dir, Deinem Demuts⸗ bilde, Deiner stillen Thätig⸗ keit, Deiner armen Niedrig⸗ keit, Deines Wohlthuns Milde. 4. Zeige deines Wortes Kraft An uns armen Wesen; Zeige, wie es neu uns schafft, Kranke macht genesen. Jesu, dein allmächtig Wort Fahr in uns zu siegen fort, Bis wir ganz genesen. 5. O wie selig ist es, dir Kindlich zu vertrauen! Uner⸗ schüttert können wir Auf dich Felsen bauen. Herr, wir glauben in der Zeit, Bis die sel'ge Ewigkeit Uns er⸗ hebt zum Schauen. Christian Heinr. Zeller, 1779-1860. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 181. Nun geh uns auf, du Morgenstern, Du selig⸗ machend Wort des Herrn, Du Pfand des Heils, das uns im Sohn Der Vater gab von seinem Thron. 12¹ 2. Bereitet ist für dich die Bahn, Die Herzen sind dir aufgethan; Wir sehnen uns nach deinem Licht Und seufzen auf: Versäum uns nicht! 3. Du Wort der Wahr⸗ heit, lautrer Quell, Mach unsre dunkeln Augen hell, Daß wir die Wege Gottes sehn, Nicht in der Wahrheit irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz Uns an mit tiefem Reueschmerz, Daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott steh uns armen Sün⸗ dern bei! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, O bring uns Botschaft fort und fort Von ihm, der für uns litt und starb Und uns Gerechtigkeit erwarb. 6. Du Wort des Glau⸗ bens, Gieb uns Kraft, Daß wir, der Eitelkeit entrafft, Im gnädig dargebotnen Heil Ergreifen unser ew'ges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz, Durchdring uns und verklär uns ganz, Du Wort, das noch in Kraft besteht, Wenn Erd und Himmel untergeht. Julius Sturm, geb. 18416. III. Gnadenmittel. 2. Caufe. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 182. Lebster Jesu, wir sind hier, Deinem Worte nachzuleben. Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu Christo führe, Denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet aller⸗ meist Dieses Wort in un⸗ sern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht aufgenommen Und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 4. Hirte, nimm dein Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede, Him— melsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, sei du sein Frie⸗ de, Weinstock, hilf, daß diese Rebe Auch im Glauben dich umgebe! 5. Nun wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen; Führ die Seufzer himmelwärts Und erfülle das Verlangen; Ja den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolck, 1672—4737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 183. Ich bin getauft, ich steh im Bunde Durch meine Tauf mit meinem Gott: So sprech ich stets mit frohem Munde In Kreuz, in Trüb⸗ sal, Angst und Not. Ich bin getauft, des freu ich mich, Die Freude bleibet ewiglich. 2. Ich bin getauft, ich hab empfangen Das aller⸗ schönste Ehrenkleid, Darin ich ewiglich kann prangen Hier und dort in der Herrlichkeit. Ich bin mit Jesu Blut er⸗ kauft, Und ich bin auch damit getauft. 3. Ich bin getauft, mir ist gegeben Zu gleicher Zeit der heil'ge Geist, Der hei— liget mein Herz und Leben, Dafür sei ewig Gott gepreist. 2. Taufe. 123 O Zierde, welche große Pracht, Die mich gerecht und selig macht! 4. Ich bin getauft, ich bin geschrieben Auch in das Buch des Lebens ein: Nun wird mein Vater mich ja lieben Und seinem Kinde gnädig sein. Es ist mein Name Gott bekannt Und ein⸗ geprägt in seine Hand. 5. Ich bin getauft; was kann mir schaden? Ich bin und bleibe Gottes Kind. Ich weiß, ich bin bei Gott in Gnaden, Bei dem ich allzeit Hülfe find; Denn wenn ich weine bitterlich, So spricht mein Vater: hier bin ich. 6. Ich bin getauft; was kann mir fehlen, Weil ja mein Vater an mich denkt? Wer kann die Wohlthat all erzählen, Die er mir wirk⸗ lich hat geschenkt? Mein Vater ist ein reicher Herr, Der giebt mir immer mehr und mehr. 7. Ich bin getauft; ihr Feinde, weichet! Ich stehe unter Gottes Schutz, Der seinem Kind die Hände rei⸗ chet: Was acht ich eure Macht und Trutz! Greift ihr ein Gotteskind nur an, So glaubt, daß Gott es schützen kann. 8. Ich bin getauft und bin zufrieden Mit meines Vaters Lieb und Treu; Ich werde von ihm nie geschieden, Mein Lebenstrieb wird täg⸗ lich neu. Wie es mein Va⸗ ter schickt und fügt, Bin ich in allem wohl vergnügt. 9. Ich bin getauft; ob ich gleich sterbe, Was schadet mir das kühle Grab? Ich weiß mein Vaterland und Erbe, Das ich bei Gott im Himmel hab. Nach meinem Tod ist mir bereit Des Himmels Freud und Seligkeit. Joh. Friedr. Starck, 1680—- 1756. Mel. Errett mich, o mein lieber Herre. 184.— Vater, sieh mit Wohlgefallen Dies Kindlein an, das wir dir weihn, Und laß der Unschuld frommes Lallen Dir Lobgesang und Psalter sein. 2. O Hirt, voll Liebe und Erbarmen, Nimm dieses zarte Schäflein ein Und laß in deiner Liebe Armen Es immer wohl bewahret sein. 3. O Geist des Lichtes und der Wahrheit, Erfülle du mit sanftem Schein Des Kindes Herz, laß deine Klar⸗ 12⁴ III. Gnadenmittel. 0 heit Im Pilgerthal ihm Leit— stern sein. Friedr. Ad. Krummacher 1768—1845. 7 Mel. Vater unser im Himmelreich. 185. Dies Kindlein, Jesu, ist nun dein; Laß dir es wohl empfohlen sein. Mit Wasser taufen wir es heut, Mit Geist tauf du's in Ewig⸗ keit. Wir wollen's pflegen fort und fort; Mach, Herr, es ewig selig dort! Rob. Steiger. 3. Ronsirmation. Mel O daß ich tausend Zungen hätte. 186. Jq bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt, Ich bin mit sei⸗ nem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von dei⸗ nem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt; Du willst in aller Not und Pein, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn; Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, Wenn ich hab einen Fall gethan. 4. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 5. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt; So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach, 1693—1735. 3. Konfirmation. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 187. Mit heil'ger Freude nahen wir, Erlöser Jesus Christus, dir, Uns deinem Dienst zu weihen! Wir nahen, Herr, mit Herz und Mund, Der Taufe segensreichen Bund Als Christen zu er⸗ neuen, Und du, Jesu, Wollst zum Bunde Dieser Stunde Segen sprechen, Daß wir nimmermehr ihn brechen. 2. Heil uns! Wir haben dich erkannt, Gott Vater, und das Vaterland, Im Himmel uns bereitet, Und dich, Sohn Gottes, Jesu Christ, Daß du der Sünder Heiland bist, Der sie zum Himmel leitet. Laß dein Uns sein; Unser Leben, Dir ergeben, Soll dich loben! Gieb uns dazu Kraft von oben. 3. O send uns, wie dein Wort verheißt, Den heil'gen guten Gottesgeist, Daß er uns Weisheit lehre! Er steh uns in Versuchung bei, Er mache uns von Sünden frei Und tröst uns, dir zur Ehre, Daß wir Dir hier Wie in Freuden, So in Leiden Leben, sterben, Und die Seligkeit erwerben. Joh. Christoph Spieß, 1771—829. 12⁵ Mel. O du Liebe meiner Liebe. 188. Be dir, Jesu, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn, Nichts soll mich von dir vertreiben, Deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ich's irgend besser haben, Als bei dir, der alle— zeit So viel tausend Gnaden⸗ gaben Für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus that, mir thut, Mich erkauft von Tod und Sünden Mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht ange— hören, Der sein Leben für mich gab, Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich So in Freude wie in Leid; Bei dir bleib ich, dir verschreib ich Mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, Bleib auch, wenn mein Tag sich neigt. Wenn es nun will Abend werden Und die Nacht her— niedersteigt; Wenn mein Aug wird dunkler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröhlich zieh hinüber, Wie man nach der Heimat reist. Karl Joh. Phil. Spitta, 1861—1859. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 189. Beeibt bei dem, der euretwillen Auf die Erde niederkam, Der, um euren Schmerz zu stillen, Tausend Schmerzen auf sich nahm! Bleibt bei dem, der einzig bleibet, Wenn auch alles untergeht, Der, wenn alles auch zerstäubet, Siegend überm Staube steht. 2. Alles schwindet, Herzen brechen, Denen ihr euch hier ergabt, Und der Mund hört auf zu sprechen, Der euch oft mit Trost gelabt, Und der Arm, der euch zum Stabe Und zum Schilde ward, er— starrt, Und das Auge schläft III. Gnadenmittel. im Grabe, Das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt, das Ird'sche findet In dem Irdischen sein Grab, Alle Lust der Welt verschwindet, Und das Herz stirbt selbst ihr ab. Ird'sches Wesen muß verwesen, Ird'sche Flamme muß ver— glühn, Ird'sche Fessel muß sich lösen, Ird'sche Blüte muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube Alles Irdischen und spricht:„Stütze dich auf mich und glaube, Hoffe, liebe, fürchte nicht!“ Darum bleibt bei dem, der bleibet, Und der geben kann, was bleibt, Der, wenn ihr euch ihm verschreibet, Euch ins Buch des Lebens schreibt! Karl Joh. Phil. Spitta, 1801-1859. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 190. Ich bin in dir und du in mir; Nichts soll mich, ew'ge Liebe, dir In dieser Welt entreißen! Auf Erden, wo nur Sünder sind, Nennst du mich freundlich schon dein Kind, O laß mich's ewig heißen Und treu mit Wandel, Herz und Mund Bewahren deinen Friedensbund! 3. Konfirmation. 12⁷ 2. Ich bin in dir und du in mir; Dreiein'ger Gott, du hast zu dir Mich frühe schon berufen. Was mir, dem Kindlein, war bereit, Ergreif ich heut mit Innig⸗ keit An des Altares Stufen Und sag: o Liebe, du bist mein, Ich will dein Kind auf ewig sein. 3. Ich bin in dir und du in mir; Noch wohn ich völlig nicht bei dir, Weil ich auf Erden walle; Drum führ mich, Jesu, treuer Hirt, Daß mich, was locket, schreckt und irrt, Nicht bringe je zu Falle. O daß, was ich dir heut versprach, Mir gehe tief und ewig nach! 4. Ich bin in dir und du in mir, Komm, Herr, mir deine Tugendzier Frühzeitig anzulegen, Daß mir des Lebens Glück und Not, Ja selbst der letzte Feind, der Tod, Nur kommen mög in Segen. Mit dir will ich durchs Leben gehn, Dir leiden, sterben, auferstehn. Albert Knapp, 1798—1864. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Gemeinde. 191. Vor dir, Todes⸗ überwinder, Stehn deine teu'r⸗ erlösten Kinder, Ihr Lobge⸗ sang sei dir gebracht. Freudig gehn sie dir entgegen, Weil du der Liebe reichsten Segen Den Kinderseelen zugedacht. Dein Auge sieht sie hier Im Jugendschmuck vor dir Knien und beten. Herr, sie sind dein, Laß ihre Reihn Dir an dein Herz geleget sein! Chor der Kinder. 2. Friedefürst, ich ward erkoren Am ersten Tag, als ich geboren, Zu deinem sel'gen Gnadenkind. Du gabst mir des Himmels Gaben, Weil wir nichts Gutes eigen haben Und ohne dich verloren sind. O Jesu, meine Ruh, Ich greife freudig zu Nach den Gaben, Die du mir heut Zur Seligkeit Durch dein Erbarmen hast erneut. 3. Laß dich halten und umfassen, Ich will dich ewig nicht verlassen, Verlaß auch du mich ewig nicht! Schütze mich vor Welt und Sünde Und offenbare deinem Kinde Dein gnadenvolles Angesicht, 128 III. Gnadenmittel. Auf daß ich Tag für Tag In dir mich freuen mag Still und heilig, Und mich dein Mund Zu jeder Stund Erinnre an den Liebesbund! Gemeinde und Kinder. 4. O du Hirt erkaufter Seelen, Ich muß des rechten Wegs verfehlen, Wenn meine Seele von dir geht; Darum gieb mir Licht und Stärke Und Glaubensmut zum guten Werke, Zum Ringen, Wachen und Gebet, Bis ich den Pilgerstand Im ew'gen Vater⸗ land Siegreich ende, Und du, Sohn, Der Treue Lohn Mir reichst von deinem Gnadenthron. Albert Knapp, 1798—1864. Mel. Seelenbräutigam. 192. Von des Himmels Thron Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke; Gieb uns Kraft zum heil'gen Werke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, Gieb uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen teures Blut Floß auch 395 zu gut. „Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Wenn wir unsern Bund erneuern Und gerührt vor dir beteuern, Deine Bahn zu gehn, Welt⸗ lust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, Wollest du auf unsre Bitten Uns mit Gnaden überschütten; Licht und Kraft und Ruh Ströme dann uns zu. 5. Gieb auch, daß dein Geist, Wie dein Wort ver⸗ heißt, Unauflöslich uns ver⸗ eine Mit der gläubigen Ge— meine, Bis wir dort dich sehn Und dein Lob erhöhn. Sam. Marot, 1770—1865. Mel. Christus, der ist mein Leben. 193. Allliebender! wir nahen Uns betend deinem Thron, Erhör uns, deine Kinder, Durch Christum deinen Sohn! 2. Als seines Reiches Erben Und auf sein Wort getauft, Hat er, der Welt Erlöser, Uns teuer sich er⸗ kauft. 2 3. Den Taufbund zu er⸗ neuen, Sind wir versammelt hier Und weihen unser Leben Und unsre Herzen dir. 4. Du hörst, was wir geloben, Du siehst in jedes 12 4. Abendmahl. Herz; Ach, laß uns treu dir bleiben In Freude und in Schmerz. 5. Laß uns von dir nicht wanken, Und straucheln wir im Lauf, Dann reich uns deine Hände Und hilf uns wieder auf. 129 6. Und führ uns bis zum Ziele, Wo du des Sieges Kron Dem treuen Kämpfer reichest Vor deinem Gnaden⸗ thron! Joh. Just. 8685 178¹118⁶ 4. Abendmahl. Eigene Melodie. 194. Christe du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Gieb uns deinen Frie⸗ den! Amen. Alte Kirche. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 195. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Für diese Seelenspeis und Trank, Da⸗ mit du uns begabet. Im Brot und Wein dein Leib und Blut Wahrhaftig kommt uns sehr zu gut Und unsre Herzen labet, Daß wir In dir Uns erfreuen, Wohl gedeihen, Ewig leben: Solches wollest du uns geben! 2. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein wertes Nachtmahl zum Gericht; Ein jeder recht bedenke, Daß er mit diesem Lebens⸗ brot Im Glauben stille seine Not, Der Fels des Heils uns tränke: Züchtig, Tüchtig Dich dort oben Stets zu loben, Bis wir werden Zu dir kommen von der Erden. 3. O daß wir solche Selig⸗ keit Erwarten möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen Und folgends aus dem Jam⸗ merthal Gelangen in den Himmelssaal, Dein Antlitz, Herr, zu schauen: Tröstlich, Köstlich Uns als Gäste Auf das beste Bei ihm laben Und ganz voll Genüge haben. Bernh. Derschau, 1591- 1639. Mel. S Herr, bei deinem Wort. 196. ³ stell mich ein, o frommer Gott, Zu deinem Himmels-Gastgebot, Dazu du mich geladen hast: Hilf, daß ich sei ein würd'ger Gast. 2. Mit Sünden bin ich zwar beschwert Und darum deiner Gunst nicht wert; Doch, lieber Gott, erbarme dich Um Christi willen über mich. Verfasser unbekannt, um 1674. Eigene Melodie. 197. Schmücke dich, o liebe Seele! Laß die dunkle Lee Licht d Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Gna⸗ den Will dich jetzt zu Gaste laͤden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der mit süßen Gnadenworten Klopft an deines Herzens Pforten, Eile, sie ihm aufzuschließen; Wirf dich hin zu seinen Füßen, Sprich: O Herr, laß dich um⸗ fassen, Von dir will ich nicht mehr lassen. III. Gnadenmittel. 3. Herr, wie köstlich ist die Gabe, Die ich hier vor Augen habe, Und umsonst wird mir gegeben Lebensbrot, Gewächs der Reben, Weil in aller Berge Gründen Doch der Schatz nicht ist zu finden, Der das Labsal dieser Schalen, Der dies Manna kann bezahlen. 4. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach diesem Mahl zu se hnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten, Daß in diesem Brot und Weine Sich mein Herr mit mir vereine! 5. Jesu, meine Lebens⸗ sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Hier fall ich zu deinen Füßen; Laß mich würdiglich genießen Diese deine Himmelsspeise Mir zum Heil und dir zum Preise. 6. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, 4. Abendmahl. Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe zu gedenken. 7. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen; Laß mich durch dies Seelen⸗ essen Deine Liebe recht er— messen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mag dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck, 1618-1677. Mel. Allein Gott in der Höh ei Ehr. 198. O Zesu, dir sei ewig Dank Für deine beste Gabe, Für meiner Seele Speis und Trank, Die ich empfangen habe. Daß du an deinem Tisch als Gast Mich Armen nicht verschmähet hast, Wie soll ich's, Herr, dir danken? 2. Laß mich nun bleiben stets bei dir, Mit dir ver⸗ einigt leben! Ach, leb und wirke du in mir, Ich will mich dir ergeben! So hab ich, was ich haben soll, Licht, Kraft und Trost, und freude⸗ voll Will ich dir ewig danken. Nach Joh. Olearius, 1611—1684. 131 Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 199. Herr gesu Chris, du höchstes Gut, Du Brunn⸗ quell aller Gnaden, Wir kommen, deinen Leib und Blut, Wie du uns hast ge⸗ laden, Zu deiner Liebe Herr⸗ lichkeit Und unsrer Seelen Seligkeit Zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit Zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid Durch dei— nes Geistes Stärke; Hilf, daß wir würd'ge Gäste sein Und werden dir gepflanzet ein Zum ew'gen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben; Laß Sünd und Not uns für und für Nicht wieder von dir treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Dort ewig selig werden. Vor 1698, Verfasser unbekannt Mel. Erquicke mich, du Heil der Sünder. 200. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden In deiner letzten Trauernacht Uns hast die Früchte deiner Leiden In 9*³ einem Testament vermacht: Es preisen gläubige Ge⸗ müter Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächtnis bei uns neu, Und neue Lebensströme fließen Uns zu von deiner Lieb und Treu. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Erneuern sich in unserm Herzen. 3. Es wird dem zagenden Gewissen Ein neues Siegel aufgedrückt, Daß unser Schuld— brief sei zerrissen, Daß unsre Handschrift sei zerstückt, Daß wir Vergebung unsrer Sünden In deinen blut'gen Wunden finden. 4. Und fester, als es je gewesen, Wird nun das Band, das uns vereint; Von allem Seelenschmerz genesen, Schau'n wir in dir den liebsten Freund. Wir werden mehr in solchen Stunden Mit dir zu einem Geist verbunden. 5. Dies Brot kann wahre Nahrung geben, Erquickung diesem Kelch entfließt; Es mehrt sich unser innres Leben, Wenn unser Glaube dich genießt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke In unserm Kampf und Glaubens-— werke. III. Gnadenmittel. 6. Drum sei dir Lob und Dank gesungen Und deinem Namen Ruhm gebracht, Und mit uns preisen Engelzungen, Herr, deine große Liebesmacht. Wird unser Geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommen loben. Joh. Jak. Rambach, 1693—1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 201. Keuuum, mein Herz, aus Jesu Leiden Strömt auch dir ein Quell der Freuden; Stille hier dein sehnlich Dürsten An dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe Und in seinem Heil mich labe Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. 2. Darum will ich mit Verlangen Auch sein Abend— mahl empfangen; Darf ich da mich ihm verbinden, Werd ich's tiefer noch empfinden, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 3. Ach, wie werd ich oft so müde, Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, Wenn 4. Abendmahl. mir dieses Licht entschwunden: Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenstabe Sanft und mild und voll Vergeben Mir nichts ist als Heil und Leben. 4. Sei gesegnet, ew'ge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Miß⸗ traun mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst gestiftet, Daß ich einen Heiland habe, Welcher ging zum Kreuz und Grabe, Daß er meinen Tod bezwänge Und in seinen Sieg verschlänge. 5. Heil'ges Brot, sei mir gesegnet, Weil mir der in dir begegnet, Der mit seinen heil'gen Wunden Die Er⸗ lösung mir erfunden. Daß ich einen Heiland habe, Der erblaßt und tot im Grabe Auch für meine Schuld ge⸗ legen, Will ich schmecken und erwägen. 6. Heil'ger Kelch, sei mir gesegnet, Weil mir der in dir begegnet, Dessen Blut mich lässet finden Die Ver⸗— gebung aller Sünden. Daß ich einen Heiland habe, Der die dürre Seele labe, Muß dies nicht mein Dürsten stillen Und mein Herz mit Wonne füllen? 15³ 7. Gott, was brauch ich mehr zu wissen, Ja, was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen, Werd ich das nur nicht ver— gessen, Daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei vom Tod und Grabe; Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, So wird mich mein Heiland decken. 8. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen, So will ich mich nur besinnen, Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron, wo man ihn ehret, Mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst Gottlieb Woltersdorf, 17²25— 1761. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt. 202. Ja Berd ů 9 komme, Herr, und suche dich Mühselig und beladen; Gott, mein Er⸗ barmer, würd'ge mich Des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Men⸗ schen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, Ich suche Ruh und finde sie Im Glauben der Erlösten. 134 III. Gnadenmittel. 2. Dich bet ich zuversicht— lich an, Du bist das Heil der Sünder; Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder; Ich denk an deines Leidens Macht Und an dein Wort:„Es ist vollbracht!“ Du hast mein Heil verdienet, Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich versöhnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir: Er tilget deine Sünden Und läßt an seinem Tische hier Dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, Spricht liebreich:„Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst dem, der dich erkauft, Von ganzem Herzen leben.“ 4.„Dein ist des Himmels Seligkeit, Bewahr sie hier im Glauben, Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben! Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen; Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen!“ 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen; Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir stets zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung, O Herr, durch wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 203. Herr, der du dein teures Leben In den Tod für mich gegeben, Zu erlösen mich von Sünden, Wer kann deine Huld ergründen? Sieh, ich komm, von dir ge⸗ laden, Zu dem Mahle deiner Gnaden, Will den Bund mit dir erneuen, Deinem Dienst mich ganz zu weihen. 2. Heute sei der Bund erneuet; Ganz sei dir mein Herz geweihet, Dich will ich mit allen Trieben Meiner ganzen Seele lieben; Immer will ich mich bestreben Nur nach deinem Sinn zu leben; Mich soll weder Lust noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob aus treuem Herzen, Meiner Brüder Not 4. Abendmahl. 13⁵ und Schmerzen Täglich brü⸗ derlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Was du hassest, will ich hassen, Nur dein Wort mich leiten lassen, Nie mit Vor⸗ satz dich betrüben, Alles, was du liebest, lieben. 4. Darum hilf du mir und stärke Mich zu jedem guten Werke! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten. Liebe schlug dir deine Wun⸗ den; Dieses soll in trüben Stunden, Wenn mich Angst und Zweifel drücken, Mich mit Himmelstrost erquicken. 5. Gieb, daß ich und alle Christen Sich auf deine Zu⸗ kunft rüsten, Daß sich keiner vor dir schäme, Wenn dein Tag schon heute käme. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? Joh. Kasp. Lavater, 1741—1804. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 204. Mit dem Haufen deiner Frommen Will auch ich, o Heiland, kommen Zu des neuen Bundes Mahl. Alle Christen sind geladen; Reicher König, deiner Gna⸗ den Ist kein Maß und keine Zahl. 2. Welche große Selig⸗ keiten Willst du, Mittler, uns bereiten, Seele, freu dich seiner Huld! Wenn dich Sünd und Elend drücken, Gott ist hier, dich zu erquicken, Jesus tilgt auch deine Schuld. 3. Darf ich, Herr, ich Sünder, nahen, Deine Gnade zu empfahen, Ich, der nichts als Fluch verdient? Ja, auch mir bist du gestorben, Leben hast du mir erworben, Mich durch deinen Tod versühnt. 4. Den Gedanken darf ich wagen, Darf ihn laut voll Freuden sagen: Ich soll eins mit Jesu sein! Um mir Gnade zu erwerben, Wollt er für mich Sünder sterben: Jesus und sein Heil ist mein. 5. Wer nur glaubt, wird nicht verloren, Er wird rein und neu geboren; Droben ist sein Vaterland. Freuet euch, erlöste Sünder! Gott ist Vater, wir sind Kinder, Hier ist der Erlösung Pfand. Joh. Kasp. Lavater, 1741—1801. 136 III. Gnadenmittel. Mel. Wachet auf, ruft uns die het auf, Stimme. 205. Herr, du wollst uns vollbereiten Zu deines Mahles Seligkeiten, Sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, Mit glaubensvollem Herzen nahen, Und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein, Dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir Das große Abendmahl bei dir. Friedr. Gottlieb Klopstock, 1724—4803. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 206. Wie könnt ich sein vergessen, Der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb ermessen, Dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittren Schmerzen, Er schafft mein Leben neu, Und stets quillt aus dem Herzen Ihm neue Lieb und Treu. 2. Wie sollt ich ihn nicht lieben, Der mir so hold sich zeigt? Wie jemals ihn be— trüben, Der so zu mir sich neigt? Er, der ans Kreuz erhoben, Getragen meine mir nicht folge du Schmach, Ruft er von oben: mir nach!“ „Komm, 3. Ihn will ich ewig lieben, Der mir aus Todes⸗ nacht Von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit ge— bracht; Der noch zur letzten Stunde Mir reicht die treue Hand, Daß mich kein Feind verwunde Im Lauf zum Heimatland. 4. Er giebt zum heil'gen Pfande Mir seinen Leib, sein Blut, Hebt mich aus Nacht und Schande, Füllt mich mit Himmelsmut; Will selber in mir thronen Mit heil'gem Gnadenschein: Sollt ich bei ihm nicht wohnen, In ihm nicht selig sein? 5. Bei Freuden und bei Schmerzen Durchleuchte mich dein Bild, Wie du, o Herz der Herzen, Geblutet hast so mild! Mein Lieben und mein Hoffen, Mein Dulden weih ich dir; Laß mir die Heimat offen Und dein Herz für und für! Christ. Gottl. Kern, 1792-1835. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 207. Kaummit her, ihr seid geladen, Der Heiland rufet euch; Der süße Herr der Gnaden, An Huld und Liebe reich, Der Erd und Himmel 4. Abendmahl. lenkt, Will Gastmahl mit euch halten Und wunderbar gestalten, Was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, Und werft die Angsten weg. Kommt her, versöhnte Kinder, Hier ist der Liebesweg! Empfangt die Himmelslust, Die heil'ge Gottesspeise, Die auf ver⸗— borgne Weise Erquicket jede Brust. 2 3. Kommt her, betrübte Seelen, Die Not und Jammer drückt, Mit Gott euch zu vermählen, Der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab Der Sünde bange Säumnis, Empfanget das Geheimnis, Das Gott vom Himmel gab. 4. O wunderbare Treue, So lockst du mich zu dir? O wunderbare Weihe, So nahst du selig mir? Ich soll der Sünden Tod In deinem Blute trinken, Ver⸗ gehen und versinken In dei⸗ ner Liebe, Gott! 5. O Wonne kranker Her⸗ zen, Die mir von oben kam! Verschwunden sind die Schmerzen, Getröstet ist der Gram; Was von dem Him⸗ mel fleußt, Hat lieblich sich 137 ergossen, Mein Herz ist gar durchflossen Von süßem Lie⸗ besgeist. 6. Drum jauchze, meine Seele, Hell aus der Sünden Nacht! Verkünde und erzähle Die tiefe Wundermacht, Die unermeßlich süß, Ein Born der Liebe, quillet Und jeden Jammer stillet, Der fast verzweifeln ließ. 7. Drum jauchze, meine Seele, Drum jauchze deinem Herrn! Verkünde und erzähle Die Gnade nah und fern, Den Wunderborn im Blut, Die sel'ge Himmelsspeise, Die auf verborgne Weise Dir giebt das höchste Gut. E. Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 208. Wen hast du dir geladen, Mein Heiland mild und gut, Zu deinem Tisch der Gnaden? Nicht die voll Kraft und Mut, Die Reichen nicht und Satten Sind dir willkommen dran; Die Kran⸗ ken und die Matten Rufst du voll Huld heran. 2. Da dürfen wir es wagen Und treten mit heran; Wir müßten wohl verzagen, Ging's nur die Starken an 138 III. Gnadenmittel. 4. Abendmahl. Zu dir, dem guten Hirten, Stell'n wir voll Mut uns ein: Du willst ja den Ver⸗ irrten Von Herzen gnädig sein. 3. Es sei dir, unserm Fürsten, Fortan das Herz geweiht, Mit Hungern und mit Dürsten Nach der Ge— rechtigkeit. Ach, laß uns doch genießen Das wahre Him⸗ melsbrot Und Lebensbäche fließen Auf uns bis in den Todl 4. Laß uns danieder sin⸗ ken An deinem Sühnaltar, Und reiche uns zu trinken Den Kelch des Lebens dar! Wenn auf der Pilgerreise Das Herz so matt und krank, Ist das die rechte Speise, Ist das der rechte Trank. 5. Wer glaubensvoll ge⸗ nossen Den Leib, dazu das Blut, Für unsre Schuld vergossen, Der hat es ewig gut; Der ist vom Fluch ent⸗ bunden, Der jedem Sünder droht, Hat Trost in schweren Stunden Und in der letzten Not. Nach C. F. Tietz von F. A. G. Tholuck, 1799—1877. Mel Es ist das Heil uns kommen her. 209. Mein Heiland, den der Himmel preist, Dich will ich ewig loben. O stärke dazu meinen Geist Mit neuer Kraft von oben. Dein Abend⸗ mahl vermehr in mir Des Glaubens Kraft, damit ich dir Mit neuer Treue diene. Verfasser unbekannt. 139 IV. Heilsordnung. 1. Busze. Eigene Melodie. 210. Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; Dein gnädig Ohr, Herr, kehr zu mir, Und meiner Bitt es öffen. Denn so du willst das sehen an, Was Sünd und Unrecht ist gethan, Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, Die Sünde zu vergeben; Es ist doch unser Thun umsonst Auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann; Des muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, Auf mein Ver⸗ dienst nicht bauen; Auf ihn allein verlassen mich Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen: Doch soll mein Herz an Gottes Macht Ver⸗ zweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward, Und seines Gott's erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, Bei Gott ist viel mehr Gnaden; Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Scha⸗ den. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Martin Luther, 1483 1546. 14⁰ Eigene Melodie. 211. Alein zu dir, Herr Jesu Christ, Mein Hoffnung steht auf Erden; Ich weiß, daß du mein Tröster bist, Kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, Auf Erden ist kein Mensch geborn, Der mir aus Nöten helfen kann; Dich ruf ich an, Von dem ich Hülfe kann empfahn. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß Und reuet mich von Herzen; Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen, Und nimm dich mein beim Vater an, Der du genug für mich gethan, So werd ich los der Sünden Last. Mein Glaub erfaßt, Was du mir, Herr, versprochen hast. 3. Gieb mir durch dein Barmherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine Freundlichkeit Mög in⸗ niglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hülf mir send, Damit behend Des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, Dem Vater IV. Heilsordnung. aller Güte, Und Jesu Christo, seinem Sohn, Der uns all⸗ zeit behüte; Und seinem werten heil'gen Geist, Der seine Hülf uns allzeit leist, Daß wir ihm wohlgefällig sein Hier in der Zeit Und dort hernach in Ewigkeit. Joh. Schnesing(Chiomusus), gest. 1567. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 212. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunn⸗ quell aller Gnaden, Sieh doch, wie ich in meinem Mut Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Laft, Nimm sie aus meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Holz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht mit großem Weh In meinen Sünden untergeh, Noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, Was ich mein Tag begangen, So fällt mir auf mein Herz ein Stein Und bin mit Furcht umfangen. Ja, ich weiß weder aus noch ein Und müßte gar verloren 1. Buße. sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Allein dein heilsam Wort das macht Mit seinem süßen Singen, Daß mir das Herze wieder lacht, Als wenn's beginnt zu springen, Dieweil es alle Gnad ver⸗ heißt Dem, der sich mit zer⸗ knirschtem Geist Zu dir, Herr Jesu, wendet. 5. So komm ich auch zu dir allhie In meiner Angst geschritten Und thu dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Verzeih mir doch genädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab begangen. 6. O Herr, vergieb, ver⸗ gieb mir's doch Um deines Namens willen, Laß sich in mir das schwere Joch Der Übertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb Und dir hinfort zu Ehren leb Mit kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deines Geistes Mut, Heil mich durch deine Wunden, Wasch mich mit deiner Gnade Flut In meiner letzten Stunden, Und. führ mich einst, wenn dir's gefällt, In rechtem Glauben aus der Welt Zu deinen Auserwählten. Barthol. Ringwald, 1530— 1598. 141 Eigene Melodie. 2¹3. Ach Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind meine vielen Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu solcher Zeit Bis an des Erd⸗ reichs Enden Und wollt los sein Des Elends mein, Würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, Ver⸗ stoß mich nicht, Wie ich's wohl hab verdienet! Ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht; Der Sohn hat mich ver⸗ sühnet. 4. Soll's ja so sein, Daß Straf und Pein Auf Sünden folgen müssen, So fahre fort, Nur schone dort, Laß mich nicht ewig büßen! 5. Gieb, Herr, Geduld, Vergiß die Schuld, Schaff ein gehorsam Herze, Daß ich mein Heil, Mein bestes Teil, Durch Murren nicht ver— scherze. 6. Handle mit mir, Wie's dünket dir, Durch dein Gnad will ich's leiden; Laß mich nur nicht Dort ewiglich Von dir sein abgeschieden. Mart. Rutilius, 1550—1618. Mel. Vater unser im Himmelreich. 214. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod, Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, Daß in der Sünd er stehe still, Von seiner Bosheit kehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, Verzweifle nicht in deiner Sünd, Hier findest du Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zuge⸗ saget hat, Und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leid! 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Denk nicht, zur Buße ist noch Zeit, Ich will erst fröhlich sein auf Erd, Bis ich des Lebens müde werd, Alsdann will ich be⸗ kehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist's: Gott ist wohl stets bereit Dem Sün⸗ der mit Barmherzigkeit; Doch wer auf Gnade sündigt hin Und bleibt bei seinem bösen Sinn, Wer seiner Seele selbst nicht schont, Dem wird einst nach Verdienst gelohnt. 5. Gnad hat' dir zuge⸗ saget Gott Durch Jesu Christi Blut und Tod, Doch sagen IV. Heilsordnung. hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir kund, Verborgen ist die Todesstund. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich, Eh' morgen kommt, kann's ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und rot, Ist morgen krank, vielleicht gar tot. Stirbst du nun ohne Reu und Leid, So büßest du in Ewigkeit. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und Buße thu den Augenblick, Eh' mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann, 1585— 1647. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 21⁵. Im, Retter meiner Seele, Der du für die Sün⸗ der starbst Und, daß sie kein Tod mehr quäle, Sie zum Eigentum erwarbst; Du, du rufest allen Sündern Wie ein VaterseinenKindern:„Kommt, Verschuldete, zu mir!“ Sieh, ich komme, Herr, zu dir. 2. Ich auch bin so voller Sünden, Voller Ungerechtig⸗ keit; Nirgends kann ich in mir finden Gutes, rein und —* 1. Buße. unentweiht. Meine Lüste zu bezwingen, Was ich wollte, zu vollbringen, Meistens, achl vermocht ich's nicht; Geh nicht mit mir ins Gericht! 3. Laß mich trauern, laß mich weinen; Aber für mein zagend Herz Laß auch Licht und Heil erscheinen, Lindre meines Kummers Schmerz. Du allein, Herr, kannst es wehren, Daß ich nicht den Fluch darf hören:„Ihr zu meiner linken Hand, Weicht, ich hab euch nie erkannt!“ 4. Jesu, du hast wegge⸗ nommen Unsre Schulden durch dein Blut; Laß, Er⸗ löser, o laß kommen Mir auch dein Verdienst zu gut; Dies mein Herz, von Gram bedränget, Das dein teures Blut besprenget, Übergeb ich, Jesu, dir; Nimm es gnädig an von mir. 5. Hilf mir siegen, hilf mir siegen; Wenn die Sün⸗ de mich anficht, Laß mich ja nicht unterliegen, Thu mir, wie dein Mund ver⸗ spricht; Komm du selbst, in mir zu leben, Kraft zur Heiligung zu geben, Daß, von Sünden rein und frei, Ganz mein Herz dir eigen sei. 6. Steh mir bei in allen Leiden, Stärke mich in Not 143 und Schmerz; Nichts laß, Herr, mich von dir scheiden. Gieb, daß stets mein armes Herz Höre, was dein Mund geschworen:„Wer da glaubt, ist nicht verloren; Ewig lebt er; ins Gericht Kommt, wer an mich glaubet, nicht.“ 7. Herr, ich glaube, Hilf mir Schwachen, Ohne dich vermag ich nichts; Du nur kannst mich gläubig machen, Quell des Lebens und des Lichts! Ohne dich müßt ich verzagen; Mit dir kann ich alles wagen; Selbst in finstre Todesnacht Hast du Lebens⸗ licht gebracht. 8. Mit dem Tod hast du gerungen, Steh auch mir im Tode bei; Hilf, der du den Tod bezwungen, Daß auch ich sein Sieger sei. Dir, Herr, will ich fest vertrauen, Dort werd ich dein Antlitz schauen, Mächtig kämpf ich; auf den Streit Folgt des Himmels Seligkeit. Johann Rist, 1607-1667. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 216. will von mei⸗ ner Missethat Zum Herren mich bekehren; Du wollest selbst mir Hülf und Rat 14⁴ IV. Heilsordnung. Hierzu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1627—1667. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 216. O Vater der Barm—⸗ herzigkeit, Ich falle dir zu Fuße; Verstoß den nicht, der zu dir schreit Und thut noch endlich Buße. Was ich be— gangen wider dich, Verzeih mir alles gnädiglich Durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rat, Worin es sonst mir fehlet. Gieb Willen, Mittel, Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich er— barmen. O Gottes und des Menschen Sohn, Erbarm dich mein und mein verschon, Hör auf mein kläglich Rufen. 4. O heil'ger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich die Sündenlust anficht, Laß mich von dir nicht wanken. Ver⸗— leih, daß nun und nimmer⸗ mehr Begier nach Reichtum, Lust und Ehr In meinem Herzen herrsche. 5. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Daß ich des Satans Trutz und List Durch Christi Sieg mög dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst und Not Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben. David Denicke, 1603-1680. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 218. Jc armer Mensch, ich armer Sünder Steh hier vor Gottes Angesicht: Ach Gott, ach Gott! verfahr ge— linder Und geh nicht mit mir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner großen Sünd; Ach, daß vor dir ich Gnad erlange, Ich armes und verlornes 1. Buße. 14⁵ Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Ach höre doch mein sehnlich Schreien, Du aller— treustes Vaterherz! Wollst alle Sünden mir verzeihen Und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, er⸗ barme dich, Gott, mein Er⸗ barmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab ver— schuldet, lohne Und handle nicht nach meiner Sünd; O treuer Vater, schone, schone, Erkenn mich wieder als dein Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben; Sprich, daß der arme Sünder hör: „Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, Nur sündige hinfort nicht mehr.“ Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhört von dei⸗ ner Güt und Treu; Weil sich der Trost im Herzen mehret, Drum ruf ich noch— mals zweifelsfrei:„Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich!“ Christoph 4641. 464 03. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 21¹9. S chaffet, schaffet, Menschenkinder, Schaffeteure Seligkeit! Bauet nicht, wie freche Sünder, Nur auf gegenwärt'ge Zeit, Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, Müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut Und nach dessen Neigung gehen, Son⸗ dern was Gott will und thut, Das muß ewig und allein Eures Lebens Richtschnur sein, Mag es eure schwachen Herzen Nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, Daß in euch noch Sünde ist, Daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, Daß ihr fehlt zu jeder Frist, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft, Daß nichts außer seiner Gnade In euch ist, als Seelen⸗ schade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet! Selig, wer im Kampf besteht Und die Sünden in sich dämpfet! Selig, wer die Welt verschmäht! Unter Christi Kreuzesschmach Jaget 10 146 IV. Heilsordnung. man dem Frieden nach; Wer den Himmel will erwerben, Muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treu— lich ringen, Sondern träg und lässig sein, Eure Nei— gung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget nie ein rechter Sieg. Nur den Siegern wird die Krone Beigelegt zum Gnaden— lohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, Findet nicht bei Christen statt; An dem Fleisch Gefallen tragen, Macht des Geistes Kräfte matt; Unter Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich gar nicht an, Daß man noch mit frechem Herzen Wolle sicher thun und scherzen. 7. Furcht muß herrschen vor dem Richter, Dessen Hand das Seepter trägt, Der die sichern Bösewichter Zur Verdammnis niederschlägt. Er ist's, der, wie's ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt; O so laßt uns zu ihm gehen, Ihn um Gnade anzuflehen! 8. Und zu werden Christi Glieder, Die sein reiner Geist bewegt, Kämpft den alten Menschen nieder, Bis ihm seine Macht gelegt. Was euch hindert, senkt ins Grab; Was euch ärgert, hauet ab Und denkt stets an Christi Worte: „Dringet durch die enge Pforte!“ 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geh doch nicht Mit mir Armen ins Gericht! Gieb mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen Meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärk Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, 1661-1735. Mel Ein Lämmlein geht und trägt. 0 220. O König, dessen Majestät Weit über alles stei⸗ get, Dem Erd und Meer zu Diensten steht, Vor dem die Welt sich neiget, Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig; Ich armer Mensch vermag I. Buße. 14⁷ nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, Beschämet und von ferne, Ich suche deine Hülf und Gnad, O Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin Und Sünde meinen ganzen Sinn Zum Guten macht unthätig, So schlag ich nieder mein Gesicht Vor dir, du reines Himmelslicht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, Durchängsten mein Gewissen; Drum schlag ich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, Daß ich noch wandle auf der Erd; Doch weil du winkst, so bet ich Mit ganz zer⸗ knirschtem, bangem Geist, Der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, Den Gnaden⸗ thron der Sünder, Der für die Welt genug gethan, Durch den wir Gottes Kinder Im gläubigen Vertrauen sind; Der ist's, bei dem ich Ruhe find, Sein Herz ist ja gut⸗ thätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, Bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn In diesem ganzen Leben; Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, Laß meinen Glauben immer— dar Sein durch die Liebe thätig; Und will's nicht fort, so wie es soll, So ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht Allein auf deiner Gnade; Mir geh es gleich bös oder gut, Gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jesu, selbst noch gnädig; Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! Val. Ernst Löscher, 1673—1749, Mel. Jesus, meine Zuversicht. 221. Jesus nimmt die Sünder an! Sagt doch dieses Trostwort allen, Welche von der rechten Bahn Auf ver⸗ 10² 148 kehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; Doch hat er in seinem Worte Klar und liebreich sich erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht ver⸗ derben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er Macht aus Sündern Gotteskinder; Glaubt es doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden; Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, Daß dies zort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun so fass' ich frohen Mut, Auf dich werf ich meine Sünden; Dein am Kreuz vergoßnes Blut Lässet mich Vergebung finden, Daß ich IV. Heilsordnung. gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sün⸗ der an! Mich hat er auch angenommen, Mir den Him⸗ mel aufgethan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdm. Neumeister, 1671—1756. Eigene Melodie. 222. An dir allein, an dir hab ich gesündigt Und übel oft vor dir gethan; Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt; Sieh, Gott, auch meinen Jammer an! 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, Und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir ꝰ 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, Vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlitz finden, Du Gott der Langmut und Ge⸗ duld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott 1. Buße. Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Na⸗ mens willen; Du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen, Und lehre mich dein heilig Recht; Laß stets mich thun nach deinem Wohlgefallen, Du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Oerr, eile, du miein Schutz, mir beizustehen Und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrei'n, der Herr erhört mein Flehen Und nimmt sich meiner Seele an. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 223. Meine Seele, Voller Fehle, Suchet in dem Dunkeln Licht; Jesu, neige Dich und zeige Mir dein tröstlich An⸗ gesicht; Auf mein Flehen Laß dich sehen, Und verbirg dich länger nicht. 2. Ich empfinde, Meine Sünde Sei an allem Kummer schuld; Ich gestehe Dir's und flehe Um Vergebung und Geduld. Du, mein 149 Leben, Kannst mir geben Neue Hülfe, neue Huld. 3. Ach von Herzen Und mit Schmerzen Such ich dich, mein Trost und Heil. Wie so lange Ist es bange Meiner Seele! Komm in Eil, Laß dich nieder, Komme wieder, Meines Herzens bestes Teil! 4. Richtig wandeln, Weise handeln, Wollst du künftig mir verleihn; Gieb die Triebe Reiner Liebe Voller in mein Herz hinein. Welch ein Segen Ist zugegen, Wenn es heißt: Du mein, ich dein. 5. Lehre, leite, Vollbereite Mich, wie du mich haben willt; Gieb mir Klarheit, Geist und Wahrheit, Daß ich gleich sei deinem Bild; Daß man merke, Meine Stärke Sei in dir und du mein Schild. 6. Bis im Lichte Dein Gesichte Mir sich droben völlig zeigt, Wenn die Deinen Nicht mehr weinen, Und die Klagestimme schweigt. Drum so zeige Mir die Steige, Da man auf zum Himmel steigt! Magdalena Sibylla Rieger, 1707—1786. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 224. Hochster, denk ich an die Güte, Die du mir bis⸗ her erzeigt, O so wird mein ganz Gemüte Tief beschämet und gebeugt, Daß ich dich nicht so verehrt, Wie mich deine Vorschrift lehrt, Dich, der mich so sehr geliebet, Mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelen⸗ kräfte, Meine Glieder sind ja dein, Und sie sollten zum Geschäfte Deines Diensts geheiligt sein; Doch hab ich der Eitelkeit Unbedachtsam sie geweiht; Ja, ich ließ zum Dienst der Sünden Nur zu oft mich willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen UÜber mir, o Vater, neu; Von wie manchen schweren Sorgen Machtest du mein Herz schon frei! Was mir nützte, gabst du mir; Aber ach, wie dankt ich dir? Was du gabst, hab ich vermessen Oft gemiß— braucht, oft vergessen. 4. Fromm, gehorsam deinen Lehren, Sollt ich stets die Sünde fliehn; Dich durch Wort und That zu ehren, Sollt ich freudig mich bemühn. Deine Güte lockte mich Oft zur Buße, aber IV. Heilsordnung. ich Blieb verstockt beim Ruf der Gnade Auf dem schnöden Sündenpfade. 5. Ich erkenne meine Sünden, Beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß vor dir mich Gnade finden, Neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergieb, was ich gethan; Nimm mich noch erbarmend an; Führe mich durch deine Gnade Schnell zurück zum Tugendpfade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gieb, daß mein beschwerter Geist Deiner Vaterhuld sich freue, Die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, Da er für die Sünder starb: Fried und Freude im Ge— wissen, Ach, das laß auch mich genießen! 7. Stärle selbst in meiner Seele Den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß mir's an Kraft nicht fehle, Dem Gelübde treu zu sein! Stehe mir stets mächtig bei, Daß ich ganz dein eigen sei! Dich zu lieben, dir zu leben, Sei mein eifrigstes Be— streben! Nach Friedrich Fabricius, 1642—1703, von Joh. Sam. Diterich, 1721—1797. 1. Buße. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 225. Ich erhebe mein Ge⸗ müte Sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir, Denn ich kenne deine Güte, O wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; Nur Verächter deiner Huld Stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, Zeige deinen Willen mir, Daß ich richtig wandeln möge; Führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; Sicher kann ich auf dich bauen: Deine Vater⸗ treueist Ewig, wie du selber bist. 3. Ach gedenke, Herr, der Sünden Meiner Jugendjahre nicht; Laß mich Gnade vor dir finden, Geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, Willst du, Vater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich, Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben, Dir ist seine Seele wert; Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege Machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht Um⸗ kehrt! Du verwirfst ihn nicht. 151 5. Allen, die zu dir sich wenden, Über ihre Schuld betrübt, Willst du Trost und Rettung senden, Wenn ihr Herz sich dir ergiebt. Freude schenket deine Güte Dem ge⸗ ängsteten Gemüte, Welchem du die Sündenlast Liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden Soll mich ferner überwinden; Ach bewahr, ich bitte dich, Meinen Geist und stärke mich! Joh. Kasp. Lavater, 1741—1801. Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. 226. Gett der Gnaden! Schwerbeladen Neigt sich unser Haupt vor dir. Unsre Herzen Sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, Denn wir tragen Auf uns aller Sünden Last; Aller Qualen Volle Schalen, Die du aus⸗ 152 gegossen hast. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wir bekennen, Herr, wir nennen Laut vor dir die Missethat; Es ist keiner Hier ein Reiner, Jeder erntet böse Saat. Hab Er⸗ barmen Mit uns Armen, Sieh auf den, der für uns bat! 4. Herr, verzeihe! Jesu, leihe Uns dein priesterlich Gebet. Gott, verschone, Wenn vom Sohne Jetzt das Gnaden⸗ wort ergeht. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Weil der Mittler bei dir steht! 5. Jesu, rette, Brich die Kette Unsrer Finsternis ent— zwei, Daß der Glaube, Tief im Staube, Unsers Herzens Zuflucht sei. Hab Erbarmen Mit uns Armen, Mach uns aus den Sünden freil 6. Wenn du Frieden Uns beschieden, Fürchten wir die Strafe nicht; Dein Ver⸗ söhnen Wird uns krönen Mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen Hilft den Armen, Du bist unsre Zu⸗ versicht. Chr. Rud. Heinr. Puchta, 1808— 1858. Liebe bricht. IV. Heilsordnung. Eigene Melodie. 2 227. Kehre wieder, kehre wieder, Der du dich verloren hast; Sinke reuig bittend nieder Vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfft du kommen Und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, Und sein heil'ges Wort verspricht Dir Ver⸗ gebung, Heil und Segen; Kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung In die Einsam⸗ keit zurück, Wo in geistiger Erneuung Deiner harrt ein neues Glück; Wo sich bald die Stürme legen, Die das Herz so wild bewegen; Wo des heil'gen Geistes Mahnen Du mit stillem Beben hörst Und von neuem zu den Fah⸗ nen JesuChristi heiligschwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele; Deines Gottes treues Herz Beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sün⸗ denschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen Dir mit ausgestreckten Armen Winket von dem Kreuzesstamme; Kehre wieder, fürchte nicht, Daß der Gnäd'ge dich ver⸗— damme, Dem sein Herz vor I. Buße. 4. Kehre wieder; neues Leben Trink in seiner Liebes⸗ huldl Bei dem Herrn ist viel Vergeben, Große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen, Er hat Trost für alle Schmerzen, Er kann alle Wunden heilen, Macht von allen Flecken rein, Darum kehre ohne Weilen Zu ihm um und bei ihm ein. 5. Kehre wieder; endlich kehre In der Liebe Heimat ein, In die Fülle aus der Leere, In das Wesen aus dem Schein, Aus der Lüge in die Wahrheit, Aus dem Dunkel in die Klarheit, Aus dem Tode in das Leben, Aus der Welt ins Himmel⸗ reich! Doch was Gott dir heut will geben, Nimm auch heute, kehre gleich! Karl Joh. Phil. Spitta, 1801—1859. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 228. 2 ir flehen um Erbarmen Zum Richter aller Welt, Der mit allmächt'gen Armen Die heil'ge Wage hält. Ach, wer in dem Ge⸗ richte, Wer kann vor Gott bestehn? Vor deinem An⸗ gesichte, Herr, müssen wir vergehn. 153 2. Wer will uns da er⸗ lösen Von Seelennot und Tod? Wer tilgt den Fluch des Bösen, Den Zorn, der uns bedroht, Das Beben, das beklommen Im Busen tief sich regt? O Heiland, sieh, wir kommen Zu dir, von Leid bewegt. 3. Du heilest alle Schmer⸗ zen Mit himmlischer Geduld Und nimmst vom bangen Herzen Die schwere Last der Schuld. Ach, schenke deinen Frieden, Der wonnevoll er⸗ quickt, Dem Traurigen und Müden, Der weinend zu dir blickt. 4. Laß keinen von den Deinen In trostlos bittrer Qual; In jede Nacht laß scheinen Der Hoffnung sanften Strahl. Belehre und bekehre Du selbst mit Rat und That, Daß sich auf Erden mehre Des Himmels heil'ge Saat. 5. Behgleite, Herr, im Streite Den dir geweihten Geist, Daß ihn von deiner Seite Nicht Welt noch Hölle reißt. Nein, Welt nicht soll noch Hölle Zerreißen dieses Band! O ew'ge Lebens⸗ quelle, Beglückt ist, wer dich fand! Konr. Mar. Kirchner, 1809—4874. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 229. Mag über uns dein Eifer flammen, Weil wir vor dir nicht recht gethan, Mag uns das eigne Herz ver⸗ dammen, Wir wagen's dennoch, dir zu nahn; Wir treten vor dein Angesicht: Verwirf, o Herr, verwirf uns nicht. 2. Du siehst, wie uns die Sünden brennen, Wir wissen keinen andern Rat, Denn dir von Herzen zu bekennen All unsre Schmach und Missethat, Und was vergessen unser Mund, Das lies in unsrer Seelen Grund. 3. Wir können nicht vor dir bestehen, Ach, geh nicht mit uns ins Gericht! Wir beugen unsre Knie und flehen: Ver⸗ wirf uns nicht, verwirf uns nicht! Nimm uns um Christi willen an, Der auch für uns genug gethan. 4. Wir zitterten vor deinem Throne Und suchten bebend zu entfliehn, Wenn du im eingebornen Sohne Nicht den Versöhner uns verliehn, Das Lamm, das sich in Tod und Grab Für unsre Schuld und Sünde gab. 5. Herr, wollest länger IV. Heilsordnung. nicht verhüllen Dein Antlitz, hör auf unser Schrei'n, Um Christi, deines Sohnes, willen Laß leuchten deiner Gnade Schein! Es floß ja auch für uns zu gut Vom Kreuz sein heilig Opferblut. 6. Vergieb, vergieb uns unsre Fehle, Ob uns das eigne Herz verdammt, Und gieß in unsre bange Seele Den Frieden, der vom Himmel stammt, Und send uns deinen heil'gen Geist, Der uns der Sünde Macht entreißt. Julius Sturm, geb. 1846. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 230. Van, sieh mich an in Gnaden, Rette mich aus meiner Not; Heile meiner Seele Schaden, Ach, er bringt mir sonst den Tod. In dem Dulden deiner Leiden, Durch dein Kreuz und Todesscheiden, Herr, verheißest allen du Hülfe, Trost und Seelenruh. 2. Jesu, soll ich denn verzagen, Weil ich schuld— beladen bin? Nein, ich darf, ich will es wagen, Glaubens⸗ voll zu dir zu fliehn. Du wirst meiner dich erbarmen, Nie verstießest du die Armen; 2. Glaube und Rechtfertigung. Größer noch als meine Schuld Ist doch deine Gnad und Huld. 3. Laß die Gnade mächtig werden, Wie die Sünd es worden ist; Herr, auch mich laß inne werden, Daß du mein Erlöser bist. Eile, Heiland, mich zu retten, Und zerbrich der Sünde Ketten, Daß, von Schuld und Sünden freiIi, Ganz ich nur dein eigen sei. 15⁵5 4. Mach auf ewig mich dir eigen, Daß mein Herz nur dein begehrt; Hilf mir meiden, dulden, schweigen, Wie dein Mund die Deinen lehrt. Dir nur, Herr, nur dir ergeben Sei mein ganzes Thun und Leben; Nimm es ganz, nimm Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin! Verfasser unbekannt. 2. Glaube und Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 231.— gläubig Herze, benedei Und preise Gottes Güte; Dien ihm ohn alle Heuchelei Mit dankbarem Gemüte, Dieweil ja niemand nicht vermag, Ohn seinen Beistand einen Tag Und Augenblick zu leben. 2. Er ist, der dich von Herzen liebt, Viel Gutes dir mitteilet, Dir deine Missethat vergiebt Und deine Wunden heilet, Dich gänzlich wappnet zu dem Krieg, Auf daß der Feind nicht oben lieg Und deine Hoffnung raube. Rechtfertigung. 3. Er ist barmherzig und sehr gut Den Armen und Elenden, Die sich von allem Übermut Zu seiner Wahr⸗ heit wenden; Er nimmt sie als ein Vater auf Und giebt, daß sie den rechten Lauf Zur Seligkeit vollenden. 4. Wie sich ein Vater⸗ herz bezeigt Bei seinen lieben Kindern, Also hat sich auch Gott geneigt Zu uns sehr armen Sündern. Er hat uns lieb und ist uns huld, Ver⸗ giebt uns gnädig alle Schuld Und hilft uns überwinden. 5. Er giebt uns seinen guten Geist, Verneuert das Gemüte, Daß wir vollbringen, 156 IV. Heilsordnung. was er heißt, Und trauen seiner Güte. Er hilft uns hie mit Gnad und Heil, Verheißt uns auch ein herr— lich Teil Von großen Him⸗ melsschätzen. 6. Nach unsrer Unge⸗ rechtigkeit Hat er uns nicht vergolten, Vielmehr erzeigt Barmherzigkeit, Da wir ver⸗ derben sollten. Er ist mit Lieb und Freundlichkeit Den⸗ selben immerfort bereit, Die ihn von Herzen lieben. 7. Was Gott nun ange⸗ fangen hat, Das woll er auch vollenden; Wir geben uns ganz seiner Gnad Und seinen treuen Händen, Thun auch daneben allen Fleiß, Daß Gottes Name, Ehr und Preis Durch uns befördert werde. 8. O Vater, steh uns gnädig bei, Weil wir sind im Elende, Daß unser Thun aufrichtig sei Und nehm ein selig Ende. Leucht uns mit deinem hellen Wort, O Herr, an diesem dunklen Ort, Auf daß wir ja nicht irren. 9. O Gott, nimm an zu Lob und Dank, Was wir einfältig singen, Und laß dein Wort mit freiem Klang Hin durch die Herzen dringen. O hilf, daß wir mit deiner Kraft Durch eine gute Ritter⸗ schaft Des Lebens Kron erringen. Michael Weiß, 4 1534. Eigene Melodie. 232. Nun freut euch, lieben Christen g'mein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat Und seine süße Wunder⸗ that; Gar teu'r hat er's erworben. 2. Dem Teufel ich ge⸗ fangen lag, Im Tod war ich verloren; Mein Sünd mich quälet Nacht und Tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein Guts am Leben mein, Die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht, Es war mit ihn'n verdorben; Der frei Will haßte Gott's Gericht, Zum Guten gar erstorben; Die Angst mich zu ver— zweifeln trieb, Daß nichts denn Sterben bei mir blieb; Zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit Mein Elend über⸗— 2. Glaube und maßen; Er dacht an sein Barmherzigkeit, Er wollt mir helfen lassen; Er wandt zu mir das Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein Scherz, Er ließ's sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:„Die Zeit ist hie zu'rbarmen; Fahr hin, mein's Herzens werte Kron, Und sei das Heil dem Armen; Und hilf ihm aus der Sünden Not, Erwürg für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben!“ 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward, Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart, Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, Er ging in meiner armen G'stalt, Den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: „Halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen; Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein, und du bist mein, Und wo ich bleib, da sollst du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden.“ 8.„Vergießen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben; Das leid ich alles dir zu gut, Das halt Rechtfertigung. 15⁷ mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Unschuld trägt die Sünde dein; Da bist du selig worden.“ 9.„Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr ich von diesem Leben; Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübnis trösten soll Und lehren, mich erkennen wohl, Und in der Wahrheit leiten.“ 10.„Was ich gethan hab und gelehrt, Das sollst du thun und lehren, Damit das Reich Gott's werd gemehrt Zu Lob und seinen Ehren; Und hüt dich für der Menschen G'satz, Davon verdirbt der edle Schatz, Das laß ich dir zur Letze.“ Martin Luther, 1483— 1546. (Altestes evangelisches Kirchenlied.) Eigene Melodie. 233. Es ist das Heil uns kommen her Von Gnad und lauter Güte; Die Werke helfen nimmermehr, Sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, Der hat g'nug für uns all gethan, Er ist der Mittler worden. 158 IV. Heilsordnung. 2. Was Gott uns im Gesetz gebot, Das konnte niemand halten, Darum er⸗ hob sich große Not In mancherlei Gestalten; Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, Den das Gesetz will allermeist; Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Weil ein Gesetz gegeben, So könnten wir auch selber frei Und heilig darnach leben. So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns zeigt an die sünd'ge Art In unserm Fleisch ver⸗ borgen. 4. Nicht möglich war's, dieselbe Art Aus eigner Kraft zu lassen; Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich Sünd ohn Maßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, Und alles, was vom Fleische stammt, Kann nimmer vor ihm gelten. 5. Doch das Gesetz er⸗ füllt muß sein, Sonst wären wir verloren, Drum schickt Gott seinen Sohn herein, Der ward ein Mensch ge⸗ boren. Ganz hat er das Gesetz erfüllt, Damit des Vaters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und weil es nun er⸗ füllet ist Durch ihn, den Gott erlesen, So lerne nun ein frommer Christ Des Glaubens rechtes Wesen; Der spricht: Du lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein; Du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann ja nicht lügen; Du sprichst ja, daß kein Mensch verzag, Und wirst fürwahr nicht trügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, Dem ist der Himmel schon erkauft, Daß er nicht werd verloren. 8. Gerecht vor Gott sind die allein, Die dieses Glaubens leben; Dann wird des Glaubens heller Schein Durch Werke kund sich geben. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, Und aus der Nächstenlieb sieht man, Daß du aus Gott geboren. 9. Die Sünd, durch das Gesetz erkannt, Schlägt das Gewissen nieder. Das Evan⸗ gelium kommt zur Hand Und stärkt den Sünder wieder, Es spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, Denn im Gesetz ist keine Ruh Mit allen seinen Werken. 2. Glaube und 10. Gewiß, die Werke kommen her Aus einem rechten Glauben; Denn das kein rechter Glaube wär, Dem man die Werk wollt rauben; Doch macht allein der Glaub gerecht; Die Liebe wird des Nächsten Knecht, Dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, Was Gottes Wort zusage; Wann das geschehen soll zur Freud, Setzt Gott nicht feste Tage; Er weiß wohl, wann's am besten ist, Und braucht an uns kein arge List, Des soll'n wir ihm vertrauen. 12. Und wenn er nicht zu helfen scheint, Laß dich es nicht erschrecken; Denn wo er's oft am besten meint, Da will er's nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; Und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, So laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis Um dieser Wohlthat willen Gott Vater, Sohn und heil'gem Geist; Der woll mit Gnad erfüllen, Was er in uns begonnen hat Zu Ehren seiner Macht und Gnad, Daß heilig werd sein Name. Rechtfertigung. 159 14. Sein Reich zukomm; sein Will auf Erd G'scheh wie im Himmelsthrone; Das täglich Brod noch heut uns werd; Wohl unsrer Schuld verschone, Wie wir den Schuldnern thun nach Pflicht; Auch führ uns in Ver⸗ suchung nicht; Hilf uns vom Übel. Amen. Paul Speratus, 1484— 1554. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 234. Such, wer da will, Ein ander Ziel, Die Selig⸗ keit zu finden; Mein Herz allein Bedacht soll sein, Auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, Sein Werk sind klar, Sein heil'ger Mund Hat Kraft und Grund, All Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, Die uns doch nichts erworben; Hier ist der Mann, Der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil Durch ihn zu teil, Uns macht ge⸗ recht Der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, Laßt alles stehn, Die ihr das Heil begehret. Er ist der Herr Und keiner mehr, Der 16⁰ IV. Heilsordnung. euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund Von Herzensgrund, Sucht ihn allein; Denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein's Herzens Kron, Mein Freudensonn Sollst du, Herr Jesu, bleiben; Laß mich doch nicht Von deinem Licht Die Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis, Dein Wort mich speis'; Bleib du mein Ehr, Dein Wort mich lehr, An dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht Dein Angesicht; Laß mich im Kreuz nicht zagen; Weich nicht von mir, Mein höchste Zier, Hilf mir mein Leiden tragen; Hilf mir zur Freud Nach diesem Leid; Hilf, daß ich mag Nach dieser Klag Dort ewig Lob dir sagen. Georg Weißel, 1590—1635. Mel. Valet will ich dir geben. 5 N. 235. Ist Gott für mich, so trete Gleich alles wider mich; So oft ich ruf und bete, Weicht alles hinter sich; Hab ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rottꝰ 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ich rühm's auch ohne Scheu, Daß Gott der Höchst und Beste, Mein Freund und Vater sei; Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh Und dämpfe Sturm und Wellen, Und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ew'ge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, Mein Glanz und helles Licht; Wenn der nicht in mir wäre, Könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen Heldenmut, Darf kein Gerichte scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. 5. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg und Schmerzen, Nimmt allen Kummer hin; Giebt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 2. Glaube und 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Nichts nimmt mir meinen Mut, Die Höll und ihre Flammen Höscht meines Heilands Blut, Kein Urteil mich erschrecket, Kein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schwachheit find't, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, Der an des Herzens Grunde Ersiehet seine Lust. 8. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab erbauet Ein edle neue Stadt, Da Aug und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 9. Die Welt, die mag zerbrechen, Du stehst mir ewiglich; Nicht Feu'r und Schwert der Frechen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, Kein Armut, keine Pein, Kein Zorn der großen Fürsten Soll mir ein Hindrung sein. 10. Kein Engel, keine Freu⸗ den, Kein Thron, kein Herr⸗ Rechtfertigung. 161 lichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein Angst und Herze— leid, Was man nur kann er⸗ denken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 11. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein: Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 236. O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, Du mei⸗ ner Seele Leben! Was mir zum Glauben nötig ist, Kann ich mir selbst nicht geben; Drum hilf du mir von oben her, Den wahren Glauben mir gewähr, Und daß ich drin verharre. 2. Lehr du und unterweise mich, Daß ich den Vater kenne, Daß ich, o Jesu Christe, dich Den Sohn des Höchsten nenne; Daß ich auch ehr den heil'gen Geist, Zugleich gelobet und gepreist In dem drei⸗ ein'gen Wesen. 11 Hei 162 IV. 3. Wär auch mein Glaub ein Senfkorn klein, Und daß man ihn kaum merke, Wollst du doch in mir mächtig sein, Daß deine Gnad mich stärke, Die das zerstoßne Rohr nicht bricht, Das glimmend Docht auch vollends nicht Auslöschet in dem Schwachen. 4. Herr, durch den Glauben wohn in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich an guten Werken; Daß er sei thätig durch die Lieb, Mit Freuden und Geduld sich üb, Dem Nächsten stets zu dienen. 2. Insonderheit gieb mir die Kraft, Daß vollends bei dem Ende Ich übe gute Ritter⸗ schaft, Zu dir allein mich wende In meiner letzten Stund und Not, Des Glaubens End durch deinen Tod: Die Selig⸗ keit erlange. 6. Du hast entzündet, Jesu Christ, Das Fünklein in mir Schwachen; Drum, was von Glauben in mir ist, Das wollst du stärker machen; Was du begonnen hast, vollführ Bis an das End, daß dort bei dir Glauben folge Schauen. David Denicke, Auf 1603-1680. ilsordnung. Mel. lieben Gott läßt walten. 2•07. Ich bin ein Mensch von Gottes Gnaden. O süßes Wort, das mich er— Wer nur den götzt! Ein Mensch mit Sün⸗ den zwar beladen Und doch vor Gott so hoch geschätzt, Daß er in seiner Gnade steht, Die über alle Würden geht. 2. Ich bin ein Christ von Gottes Gnaden. In Christo hab ich diesen Ruhm; Was will mir Welt und Satan schaden? Ich bleibe Gottes Eigentum. Durch diese Gnade ganz allein Kann ich gerecht und selig sein. Ich bin ein Kind von Gnaden. Drum ihr Kinder dieser Welt! Bin ich gleich hier mit Kreuz beladen, So wißt, daß Gott es also hält: Die Kinder, die in Gnaden stehn, Die müssen durch viel Trübsal gehn. 2 . Gottes schweigt, 4. 2 bin und bleib ich hier auf Erden Von Gottes Gnaden, was ich bin. Aus Gnaden wird mir dort auch werden Ein unaussprechlicher Gewinn. Drum soll mir nichts erfreulich sein, Als Gottes Gnade ganz allein. Benj. Schmolck, 1672- 1737 2. Glaube und Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 238. Ich habe nun den Grund gefunden, Der meinen Anker ewig hält; Wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, Das alles Denken übersteigt, Es sind die offnen Liebesarme Des, der sich zu den Sündern neigt, Dem allemal das Herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht ver⸗ loren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; Deswegen kam sein Sohn auf Erden Und nahm hernach denHimmel ein; Deswegen klopft er für und für So stark an unsers Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht ver⸗ binden, Da findet kein Ver⸗ dammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barm— herzigkeit, Barmherzigkeit! Rechtfertigung. 163 5. Darein will ich mich gläubig senken, Dem will ich mich getrost vertraun, Und wenn mich meine Sün⸗ den kränken, Nur bald nach Gottes Herzen schaun: Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, Was Leib und Seel erquicken kann; Darf ich von keinem Troste wissen Und scheine völlig ausgethan, Ist die Errettung noch so weit: Mir bleibet die Barm⸗— herzigkeit. 7. Es gehe nur nach dessen Willen, Bei dem so viel Erbarmen ist; Er wolle selbst mein Herze stillen, Damit es das nur nicht ver— gißt; So stehet es in Lieb und Leid Gegründet auf Barmherzigkeit. 8. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt; Das will ich denken, thun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigleit! Joh. Andr. Rothe, 1688—1758. 164 IV. Heilsordnung. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte 239. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; Das zähl ich zu dem Wunder— baren, Mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigleit. 2. Ich hatte nichts denn Zorn verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit ihm selbst ver— sühnet Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum geschicht's? Erbarmung ist's, und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt. Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin er freut Und rühme die Barm herzigkeit. 4. Dies laß ich kein Ge schöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein; Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet ich auch allein; Auf dieses duld ich in der Not, Auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir, Und führe durch den Tod mich Armen Durch meines Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut Und rühme die Barmherzig— leit. Phil. Friedr. Hiller, 1699—1769. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 240. Weicht, ihr Berge, fallt,ihr Hügel, Gottes Gnade weicht mir nicht; Und der Friede hat dies Siegel: Daß Gott seinen Bund nicht bricht. Dieses macht mich unver zagt, Weil es mein Er barmer sagt. 2. Das sind Worte für die Blöden, Die sind alles Glaubens wert; Das heißt an die Herzen reden, Das ist Trost, wie man begehrt. Gottes Gnade weicht dir nicht, Weil es dein Erbarmer spricht. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, Die so manches Elend beugt, Man find't Gnade, man hat Frieden, Welcher alles Übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du Dies in allen Nöten zu. 2. Glaube und 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen Und der Strafen lange Pein, Ach so rede meinem Herzen Deinen Trost und Frieden ein: Daß du mir in Jesu Christ Ewig ein Erbarmer bist. 5. Gieb mir einen starken Glauben, Der dein Wort mit Freuden faßt, So kann mir der Tod nicht rauben, Was du mir geschenket hast. Auch die Hölle nimmt mir nicht, Was mein Heiland mir verspricht. Phil. Friedr. Hiller, 1699—1769. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 241. Mein Glaub ist meines Lebens Ruh Und führt mich deinem Himmel zu, O du, an den ich glaube! Ach gieb mir doch Beständig— keit, Daß diesen Trost der Sterblichkeit Nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, Welch Glück es ist, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterb— lichen Geschlecht Zur sel'gen Ewigkeit ein Recht Durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehrt zurück der Staub, Mein Geist wird Rechtfertigung. 165 nicht des Todes Raub; Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, Ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ; Mein Herz ist ruhig und vergißt Die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu: Hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit Mir, der ich meiner Seligkeit Mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald verschwindet all mein Schmerz, Und Himmels— freuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch Nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch In meinem Lauf auf Erden. Gehorsam üb ich meine Pflicht; Doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, Was ich dereinst soll werden. Mein Trost ist dies: Gott hat Ge— duld Und straft mich nicht nach meiner Schuld. 166 6. Der du den Tod für mich bezwangst, Du hast mich, Mittler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen. Dir, dir verdank ich meine Ruh; Denn meine Wunden heilest du, Du stillest mein Ge⸗ wissen. Und fall ich noch in meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, Daß mich dein Evangelium Lehrt glau⸗ ben, hoffen, lieben! Es giebt mir schon in dieser Zeit Den Vorschmack ew'ger Seligkeit, Ich will es treulich üben. Es sei mein Trost, es sei mein Licht, Auch wenn das Herz im Tode bricht. Balthasar Münter, 1735—1793. Mel. Valet will ich dir geben. 242. Ich weiß, woran ich glaube; Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Sand und Staub verweht. Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet Und Trug die Klugen hält. 2. Das ist das Licht der Höhe; Das ist der Jesus Christ, Der Fels, auf dem IV. Heilsordnung. ich stehe, Der diamanten ist; Der nimmermehr kann wan⸗ ken, Der Heiland und der Hort, Die Leuchte der Ge— danken, Die leuchtet hier und dort. 3. So weiß ich, was ich glaube; Ich weiß, was fest besteht Und in dem Erden— staube Nicht mit als Staub verweht; Ich weiß, was in dem Grauen Des Todes ewig bleibt Und selbsft auf Erdenauen Schon Himmels⸗ blumen treibt. E. Moritz Arndt, 1769—4860. Mel. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 243. So halte fest denn, was du hast, Halt aus in Treu und Glauben, Und laß durch keine Lust noch Last Dir deine Seele rauben, Die Seele, die Gott selbst geliebt, Für die sein Sohn gestorben, Für die er Kampf und Sieg geübt, Das ew'ge Heil erworben. 2. Das ew'ge Heil, das ew'ge Gut, Ein Brunnen ohn Versiegen, Voll Lieb und Lust, voll Trost und Mut, Voll himmlischem Vergnügen; Ein Born von unerschöpfter Kraft, Von unsichtbarer 3. Leben in Gott und Christo. Stärke, Der Geist und Leben in uns schafft Zu jedem guten Werke. 3. Kommt alle, die ihr seid beschwert, O kommt doch ohne Säumnis! Teilt mit uns, was uns Gott be⸗ schert, Das selige Geheimnis! Es halten's immerdar bereit Die allertreusten Hände: Der Herr ist bei uns allezeit Bis an der Welten Ende. 4. Er sieht uns all, wir sehn ihn nicht, Doch wenn die Herzen brennen, Und wir vor seinem Angesicht Den heil'gen Namen nennen, Dann wissen wir und glauben fest Mit christlichem Ver— trauen: Er kommt ja bald, und fröhlich läßt Er uns sein Antlitz schauen. 167 5. Und mit ihm alle, die er nahm An seine Brust nach oben, Und die befreit von Leid und Gram Dort seine Größe loben. Es ist ja nur ein Gottesreich Im Himmel und auf Erden, Und jenen sel'gen Siegern gleich Soll jeder von uns werden. 6. So halte fest denn, was du hast, Halt aus in Treu und Glauben, Und laß durch keine Lust noch Last Dir deine Krone rauben! Die Arbeit ruft, es ruft der Streit, Es rufen Lobgesänge; Es wächst der Bau in Herrlichkeit, Die Welt wird ihm zu enge. Ernst Albert Zeller, 1804—1877. 3. Teben in Gott und Christo. Eigene Melodie. 244. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr! Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Hülf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd und Him⸗ mel frag ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, So bist du doch mein Zuversicht, Mein Teil und meines Herzens Trost, Der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schan⸗ den laß mich nimmerme 168⁸ IV. Heilsordnung. 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab, Mein Leib und Seel, und was ich hab In diesem armen Leben. Damit ich's brauch zum Lobe dein, Zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, Wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, Des Satans Mord und Lügen wehr; In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ich's trag geduldiglich. Herr Jesu Chrift, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach Herr, laß einst die Engel dein Am letzten End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen; Den Leib in seinem Kämmer⸗ lein Gar sanft, ohn ein'ge Qual und Pein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud, o Gottessohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532—1608. Eigene Melodie. 245. Wie schön leucht uns der Morgenstern, Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn Uns herrlich aufge— gangen! O guter Hirte, Davids Sohn, Mein König auf dem Himmelsthron, Du hast mein Herz umfangen: Lieblich, Freundlich, Schön und prächtig, Groß und mächtig, Reich an Gaben, Hoch und wundervoll er— haben. 2. O Kleinod, dem kein Kleinod gleicht, Sohn Gottes, den kein Lob erreicht, Vom Vater uns gegeben! Mein Herz zerfließt in deinem Ruhm; Dein süßes Evan⸗ gelium Ist lauter Geist und Leben. Dich, dich Will ich Ewig fassen, Nimmer lassen; Brot des Lebens, Dein be— gehr ich nicht vergebens. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, Du Gottes⸗ licht und Himmelsschein, Die Flamme deiner Liebe, Und stärk mich, daß ich ewig bleib, O Herr, ein Glied an deinem Leib In frischem Lebens— triebe! Nach dir Wallt mir Mein Gemüte, Ew'ge Güte, Bis es findet Dich, des Liebe mich entzündet. 3. Leben in Gott und Christo. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wenn mich dein heilig Angesicht Mit Freundlichkeit anblicket. O Herr Jesu, mein trautes Gut: Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich inner⸗ lich erquicket. Nun ich Bitt dich: Blick mich Armen Voll Erbarmen An mit Gnaden; Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott, Vater, du starker Held! Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet; Dein Sohn hat sich mit mir ver⸗ traut, Mein Herz auf ihn mit Freuden schaut, In dem mich nichts betrübet. Preis dir, Heil mir! Himmlisch Leben Wird er geben Mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang, Und laßt den hohen Lobgesang Ganz freudenreich erschallen! Ich will mit meinem Jesu heut Und morgen und in Ewig⸗ keit In steter Liebe wallen! Singet, Klinget, Jubilieret, Triumphieret! Dankt dem Herren, Ihm, dem König aller Ehren! 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, Daß du 169 der erst und letzte bist, Der Anfang und das Ende! Du, der sein Leben für mich ließ, Nimmst mich einst in dein Paradies, Drauf faß ich deine Hände. Amen, Amen! Komm, o Sonne, Meine Wonne, Bleib nicht lange, Daß ich ewig dich umfange! Phil. Nicolai, 15561608. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 246. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, Mein Mittler auf dem Gnadenthron, Du meine Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnenklar Und klarer als die Sonne. Herzlich Lieb ich Mit Gefallen Dich vor allen; Nichts auf Erden Kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, Daß ich nicht g'nug kann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte; Ich werd von Tag zu Tag entzünd't, Je mehr ich lieb, je mehr ich find, Daß ich dich lieben sollte. Von dir Laß mir Deine Güte Ins Gemüte Lieblich fließen, So wird sich die Lieb ergießen. 170⁰ IV. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Ehre, Freude, Gut und Geld, Wenn ich es recht besinne, Kann mich Ohn dich G'nugsam laben; Ich muß haben Reine Liebe, Die tröst, wenn ich mich 530 65 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaff sst seinem Herzen Fried und Ruh, Erfreuest sein Ge— wissen; Es geh ihm, wie es woll auf Erd, Wenn ihn gleich ganz das Kreuz ver zehrt, Soll er doch dein genießen: Ewig, Selig! Nach dem Leide Große Freude Wird er finden, Alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, Kein Mensch gesehen noch gelehrt, Es läßt sich nicht beschreiben, Was denen dort für Herr— lichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben. Gründlich Läßt sich Nicht erreichen, Noch ver gleichen Den Welltschätzen Dies, was uns dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig Soilsaord Heilsordnung. dies allein, O Jesu, meine Freude sein, Daß ich dich herzlich liebe, Daß ich in dem, was dir gefällt Und mir dein klares Wort vermeld't, Aus Liebe mich stets übe, Bis ich Endlich Werd ab scheiden Und mit Freuden Zu dir kommen, Aller Trüb— sal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Freundlichkeit, Die schon auf Erden mich erfreut, In reiner Liebe schmecken Und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augen licht Ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd ich Sein erquicket Und ge schmücket Vor dem Throne Mit der schönen Himmels krone. Joh. Heermann, 1585— 1647. Eigene Melodie. 247. Manen. 247. einen Jesum laß ich nicht; Weil er sich für mich gegeben, So er— fordert meine Pflicht, Un— verrückt nur ihm zu leben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich ewig nicht, Weil ich soll auf Erden leben; Ihm hab ich voll Zu— versicht, Was ich bin und 3. Leben in Gott und Christo. hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge— sicht, Alle Sinne mir ent⸗ weichen; Laß das letzte Tages⸗ licht Mich auf dieser Welt erreichen; Wenn der Lebens⸗ faden bricht, Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem An⸗ gesicht Meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht Meine Seele wünscht und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott ver— söhnet, Der mich frei macht vom Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh ihm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für Zu den Lebens⸗ bächen leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Christian Keymann, 1607—1662. 17•⁴¹ Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 248. Warum willst du draußen stehen, Du Geseg⸗ neter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, Wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, Hilf, o Heiland, meinem Herzen Von den Wunden, die mich schmerzen. 2. In der Welt ist alles nichtig, Nichts ist, was nicht kraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; Hab ich Reichtum, was ist's mehr Als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist's, das mich heut erfreue Und nicht morgen schon mich reue? 3. Aller Trost und alle Freude Ruht in dir, Herr Jesu Christ; Dein Erfreuen ist die Weide, Wo das Herz recht fröhlich ist; Leuchte mir, o Freudenlicht, Ehe mir mein Herze bricht. Laß mich, Herr, an dir erquicken; Jesu, komm, laß dich erblicken. Paul Gerhardt, 1606—1676. Eigene Melodie. 249. meine Freude, Meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, dahinten, Kommt nicht mehr ach lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir! Du bist mein, Und ich bin dein; Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lieber werden! 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei. Laß von Ungewittern Rings die Welt erzittern, Jesus steht mir bei! Wenn die Welt In Trümmer fällt, Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz des Feindes Lau⸗ ern, Trotz des Todes Schau— ern, Trotz der Furcht dazu! Zürne, Welt, und tobe! Ich steh hier und lobe Gott in sichrer Ruh. Gottes Macht Hält mich in acht; Erd und Abgründ müssen schweigen Und vor ihm e neigen. 4. Weg mit allen Schätzen; Du bist mein Ergütz en, Jesu, Gen ne Lust! Weg, i ihr eiteln Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht! Gute Nacht, ihr Sünden, Bleibet weit IV. Heilsordnung. ans Licht! Gute Nacht, Du Stolz und Pracht; Dir sei ganz, du Sündenleben, Gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauer⸗ geister, Denn mein Freuden⸗ meister, Jesus, tritt herein! Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Freude sein. Duld ich schon Hier Spott und Hohn, Den⸗ noch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Franck, 1618-1677. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 25 0. Ach, sagt mir nichts von Gold und Schätzen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt! Es kann mich ja kein Ding ergötzen, Das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Denn er allein ist meine Freude, Mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum. der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Leibes Schönheit dauert nicht; Die 3. Leben in Gott und Christo. Zeit kann alles das verwüsten, Was Menschenhände zuge— richt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, Sein aller⸗ schönstes Angesicht, Und was von Schmuck an ihm zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über alles heben Und seiner Klarheit machen gleich, Er kann mir so viel Schätze geben, Daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Und ob ich's zwar noch muß entbehren, So lang ich wandre in der Zeit, So wird er mir's doch wohl gewähren Im eiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Joh. Scheffler(Angelus Silesius), 162⁴4—1677. 173 Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt. 251. Auf Christenmensch, auf, auf zum Streit! Auf, auf zum UÜberwinden! In dieser Welt, in dieser Zeit Ist keine Ruh zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron Des ew'gen Lebens nicht davon. 2. Der Satan kommt mit seiner List, Die Welt mit ihrem Prangen, Das Zleisch, durch Lust dich, wo du bist, Zu fällen und zu fangen. Streitst du nicht wie ein tapfrer Held, Bist du dahin und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn Des Feldherrn hast geschworen; Gedenke, daß du als ein Mann Zum Streit bist auserkoren; Gedenk, daß ohne Streit und Sieg Noch keiner zum Triumphe stieg. 4. Wie schmählich, wenn ein Kriegesmann Dem Feind den Rücken kehretl Wie schänd— lich, wenn er fechten kann Und dennoch sich nicht wehret! Wie sträflich, wenn er gar mit Fleiß Sich zaghaft giebt dem Feinde preis! 5. Wer überwunden und den Raum Der Laufbahn wohl durchmessen, Der wird 17⁴4 IV. Heilsordnung. im Paradies vom Baum Des ew'gen Lebens essen. Er wird fürwahr von keinem Leid Noch Tod berührt in Ewigkeit. 6. So streit denn wohl, streit keck und kühn, Daß du mögst überwinden; Streng an die Kräfte, Mut und Sinn, Daß du dies Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron, Bleibt ewiglich in Spott und Hohn! Joh. Scheffler(Angelus Silesius), 162⁴4—1677. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 252. Ich will dich lieben, meine Stärke, Ich will dich lieben, meine Zier; Ich will dich lieben mit dem Werke Und immerwährender Begier! Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lang dein Gnadenglanz mir scheint. Ich will dich lieben, Gotteslamm, Das für mich litt am Kreuzesstamm. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, Du hochgelobter Heiland du! Daß ich nicht früher mein dich nannte, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich nicht früher dich geliebt. 4. Ich ging verirrt und war verblendet, Ich suchte Ruh und fand sie nicht; Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das geschaffne Licht; Nun aber ist's durch dich ge⸗ schehn, Daß ich mein ew'ges Heil gesehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht. Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, froh thu ich's kund: Du, Heiland, machtest mich gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen, Und laß mich nicht mehr irre gehn; Laß meinen Fuß auf deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn. Erleuchte Leib und Seele ganz, Du reiner, heller Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott, Dich lieben auch bei Schmach und Hohne, Auch in der aller⸗ größten Not. Ich will dich 3. Leben in Gott und Christo. lieben, schönstes Licht, Bis einst mein Herz im Tode bricht. Joh. Scheffler(Angelus Silesius), 1624—1677. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 253. iebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich er⸗ koren, Eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir er⸗ geb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat er⸗ stritten Ew'ge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich dargegeben Mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 175⁵ 5. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden An ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden Und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele litt; Liebe, die das Lösgeld giebet Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird entrücken Aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich einst wird schmücken Mit dem Kranz der Herrlich— keit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Joh. Scheffler(Angelus Silesius), 1624—1677. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt. 254. Mir nach, spricht Christus, unser Held, Mir nach, ihr Christen alle! Ver⸗ leugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle: Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für Mit heil' gem 176 IV. Heilsordnung. Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben; Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, Voll Liebe mein Gemüte, Mein Mund voll Huld und Freundlichkeit, Voll Sanftmut und voll Güte: Mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, Zu fliehen und zu meiden Und euer Herz von arger List Zu rein'gen und zu scheiden; Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, Sieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, Wird sie ohn mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laß uns denn dem lieben Herrn Mit unserm Kreuz nachgehen Und wohl— gemut, getrost und gern In allen Leiden stehen! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron Des ew'gen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler(Angelus Silesius), 1624—1677. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. 255. Lasset uns mit Jesu ziehen, Seinem Vor⸗ bild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen, Auf der Bahn, die er uns brach, Immerfort zum Him⸗ mel reisen, Irdisch noch, schon himmlisch sein, Glauben recht und leben rein, In der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, Geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, Seinem Vorbild wer— den gleich; Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Thränen— saat, die erntet Wonne, Hoff⸗ nung tröstet mit Geduld, Denn es scheint durch Gottes Huld Nach dem Regen bald 3. Leben in Gott und Christo. 17⁷ die Sonne. Jesu, hier leid ich mit dir, Dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; Sein Tod rettet uns vom Tod, Rettet von der Seel Verderben, Von der ewiglichen Not; Laßt uns töten, weil wir leben, Unser Fleisch, ihm sterben ab, So wird er uns aus dem Grab In das Himmels⸗ leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, Daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben: Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, Wir sind deines Leibes Glieder. Wo du lebst, da leben wir; Ach, erkenn uns für und für, Treuer Freund, als deine Brüder! Jesu, dir ich lebe hier, Dorten ewig auch bei dir. Siegmund von Birken(Betulius), 1626—4684. Mel. Ach Gott und Herr. 256. Mein Freund ist mein, Und ich bin sein, Ihm hab ich mich ergeben. In Freud und Leid Bin ich bereit, Dir, Jesu, stets zu leben. 2. Ich glaub an dich, An dir hang ich; Ich will dich auch nicht lassen, Bis du mich wirst, O Lebensfürst, Mit deiner Gnad umfassen. 3. Mir zum Gewinn Gabst du dich hin; Dein Todeskampf und Sterben Hat mich versöhnt, Ja gar gekrönt Zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, Die du hier hast Für mich auf dich genommen, Hat mich befreit Von allem Leid, Das sonst auf mich gekommen. 5. Trotz sei dem Tod Und aller Not! Von dir kann nichts mich wenden, Weil ich forthin Bewahret bin In deinen treuen Händen. 6. In deinem Reich Werd ich nun gleich Den lieben Engeln werden Und sicher sein Vor aller Pein, Vor Not und vor Beschwerden. 7. Herr Jesu Christ, Allein du bist Mein höchster Schatz auf Erden; Ach, laß mich nicht, Mein Lebenslicht, Von dir geschieden werden. 8. Denn du bist mein, Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben In Glück und Freud, In Kreuz und Leid, Im Sterben und im Leben. Anna Sophie, Landgr.v.Hess. Darmst., 1638-1683. 12 Eigene Melodie. 257. Ruhe ist das beste Gut, Das man haben kann; Stille und ein guter Mut Steiget himmelan. Die suche du! Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott; ihm eile zu; Gott ist die Ruh. 2. Ruhe suchet jedes Ding, Allermeist ein Christ. Du, mein Herz, nach Ruhe ring, Wo du immer bist. O suche Ruh; In dir selber wohnt sie nicht; Such in Gott, was dir gebricht; Gott ist die Ruh. 3. Ruhe giebt dir nicht die Welt, Ihre Freud und Pracht; Ruhe giebt nicht Gut und Geld, Lust, Ehr, Gunst und Macht; Keins reichet zu. Wenn du recht bekümmert bist, Suchst du das, was droben ist; Gott ist die Ruh. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns alle ladet ein Vor des Himmels Thron, Zur wahren Ruh. Wer den Ruf ver⸗ nommen hat, Dringe ein zur Gottesstadt; Gott ist die Ruh. 5. Ruhe beut er allen an, Die beladen sind. Arm IV. Heilsordnung. und Reiche, kommt heran, Mann und Weib und Kind, Ihr findet Ruh. Traget ihr des Leides viel, Gott setzt allem Leid ein Ziel; Gott ist die Ruh. 6. Ruhe kommt aus Glauben her, Der nur Jesum hält; Jesus machet leicht, was schwer, Richtet auf, was fällt. Sein Geist bringt Ruh; Gieb im Glau⸗ ben Herz und Sinn Seinem Geist zu eigen hin; Gott ist die Ruh. 7. Ruhe findet sich zu⸗ meist, Wo Gehorsam blüht; Ein in Gott gesetzter Geist Macht ein still Gemüt Und Seelenruh. Darum selig, wer sich giebt, Daß er Gottes Willen übt. Gott ist die Ruh. 8. Ruhe hat, wer willig⸗ lich Christi sanftes Joch Hin⸗ gebücket nimmt auf sich; Ist es lieblich doch Und schaffet Ruh. Folge deinem Heiland gern, Dann ist nie dein Friede fern; Gott ist die Ruh. 9. Ach, du Gott der wahren Ruh, Gieb auch Ruhe mir! Was ich denke, red und thu, Streb nach Ruh in dir; Gieb Ruh dem 3. Leben in Gott und Christo. Geist. Schließt sich dann mein Auge zu, So führ Leib und Seel zur Ruh, Dem Himmel zu! Johann Kaspar Schade, 1666—-4698. Eigene Melodie 258. Eins ist not! Ach Herr dies Eine Lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, So werd ich mit einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei keiner Kreatur, Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, notwendigste Teil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie dies Eine zu genießen Sich Maria dort befliß, Als sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht nieder⸗ ließ; Ihr Herze entbrannte, nur einzig zu hören, Wie 179 Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; Ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, Und wurde ihr alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir; Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir! Ob viele zum größesten Haufen auch fallen, So will ich dir dennoch in Liebe nachwallen, Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt; Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Wo⸗ rinnen die Demut und Ein⸗ falt regieret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weis⸗ heit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen Durch dein teures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes ge⸗ storben; Da hab ich die 12* 18⁰ IV. Heilsordnung. Kleider des Heiles erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht; Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heili⸗— gung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; Entreiße mich aller vergäng⸗ lichen Lust; Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Auf mich strömt die Gnadenflut. Du bist ein⸗ mal eingegangen In das Heil'ge durch dein Blut: Da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, Daß ich nun von Tod und Verdammnis ent⸗ bunden; Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles G'nügen, Fried und Freude Jetzo meine Seel ergötzt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßeres kann mich im Herzen erlaben, Als wenn ich, mein Jesu, dich immer soll haben; Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein; Prüf, er⸗ fahre, wie ich's meine, Tilge allen Heuchelschein; Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege! Gieb, daß ich nichts achte, nicht Leben noch Tod, Nur Jesum gewinne; dies Eine ist not! Joh. Heinrich Schröder, 1666—1699. Eigene Melodie. 259. I.u, hilf siegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein, Wie sie ihr drohendes Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein: Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, Daß sie mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt; Wenn ich die Last der Begierden empfinde Und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröte Und durch dein Leiden die Sündenlust töte. 3. Leben in Gott und Christo. 3. Jesu, hilf siegen, da⸗ mit auch mein Wille Dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, Und ich mich stets in dein Wollen verhülle, Wo sich die Seele zur Ruhe hin⸗ lenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, Daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 4. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten, Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein Für⸗ sprach zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 5. Jesu, hilf siegen und laß mir's gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges er— lang; So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. 6. Jesu, hilf siegen, wenn's nun kommt zum Sterben; Mach du mich würdig und stetig bereit, Daß ich mich nenne des Himmelreichs Erben Dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, dir bleib 181 ich auf ewig ergeben, Hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben. Joh. Heinrich Schröder, 1666-1699. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 260. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Den Heiland, der auf Erden Vom Thron des Himmels kommen ist, Dein Bruder da zu werden; Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen Fleisch und Blut; Dank ihm für diese Liebel 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der für dich hat gelitten Und dir, da er gestorben ist, Am Kreuz das Heil erstritten. Besieget hat er Sünd und Tod Und dich erlöst aus aller Not; Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit von Not und Plage: Be⸗ denke, daß er Fried gemacht, Das Leben wieder hat ge— bracht; Dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der nach den 182 Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit; Dank ihm für diese Liebe! 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der einst wird wiederkommen Und sich, was tot und lebend ist, Zu richten vorgenommen. O sorge, daß du da bestehst Und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann Mit wahrem Glauben fassen Und nie, was du an mir gethan, Mög aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Not Mich trösten mag und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, 1650-1704. Eigene Melodie. 261. E· glänzet der Christen inwendiges Leben, Ob hier auch von außen kein Schimmer sie schmückt; Was ihnen der König des Himmels gegeben, Das wird nur vom Auge des Geistes erblickt. Was viele verachten Bei irdischem Trachten, Hat ihre IV. Heilsordnung. erleuchteten Sinne Und gezieret sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie gleichen im Rußern den Kindern der Erde Und tragen auch an sich des Irdischen Bild, Sie fühlen, wie andre, der Menschheit Beschwerde, Oft sehn sie die Sonne der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, Sie reden und handeln, Wie jeder es treibet in zeitlichen Dingen, Doch kann sie die weltliche Lust nicht bezwingen. 3. Denn innerlich sind sie von göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort; Es lodert in ihnen die himmlische Flamme, Entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel, als Brüder, Erfreun sich der Lieder, Die hier von den Lippen der Frommen er— klingen Und bis in das innerste Heiligtum dringen. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, Sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sind arm, doch sie haben, was ihnen gefällt. Sie ftehen in Leiden Und bleiben in Freuden, Sie scheinen getötet 3. Leben in Gott und Christo. den äußeren Sinnen Und führen das Leben des Glau⸗ bens von innen. 5. Wenn Christus, ihr Leben, sich wird offenbaren, Wenn er sich einst allen in Herrlichkeit zeigt, Dann wird auch den frommen und gläu⸗ bigen Scharen Die Krone des ewigen Lebens gereicht. Sie werden regieren, Mit ihm triumphieren, Wie leuch⸗ tende Sterne des Himmels dort prangen, Wenn aller Weltschimmer in Nacht ist vergangen. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Du ewige Sonne der inneren Welt, Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, Wie oft auch die Menge für thöricht ihn hält. Hier wenig geschätzet Und oftmals verletzet, Hier stille mit Christo im Vater gelebet: Das ist es, was einst uns zum Himmel erhebet. Nach Christ. Fr. Richter, 1676—1714. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 262. O Durchbrecher aller Bande, Der du immer bei uns bist, Bei dem Schaden, Spott und Schande Lauter Lust und Himmel ist: Stehe 183 ferner im Gerichte Wider unsern Adamssinn, Bis du uns zum hellen Lichte Führest aus dem Kerker hin. 2. Ist's doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk; Dazu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk; Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und uns aus der Unruh führest Zu der sel'gen Ruhe⸗ statt. 3. Schau denn her auf unsre Ketten, Da wir mit der Kreatur Seufzend um Erlösung beten Von der Schwachheit der Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns hart danieder drückt, Ob auch unser Geist zu Zeiten Sich auf etwas Bess'res schickt. 4. Herr, zermalme, Herr, zerstöre Diese Macht der Finsternis; Denn der preist nicht deine Ehre, Den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Lust der Welt hinaus; Laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus. 5. Herrscher, herrsche, Sieger, siege! König, brauch dein Regiment! Führe deines 1 —⁰ 4 IV. Reiches Kriege, Mach d + Sklaverei ein End! M sie frei, die arme Seele, Durch des neuen Bundes Blut, Daß sie sich nicht länger quäle; Nimm sie auf in deine Hut! 6. Lange hält uns schon gefangen Lust und Selbstge⸗ fälligkeit; Ach, laß uns nicht länger hangen In dem Tod der Eitelkeit. Ja die Last treibt uns zu rufen, Alle flehen uns nur die gebrochnen Freihrirsbahn 7. Teuer sind wir ja er⸗ worben, Nicht der Menschen Knecht zu sein; Drum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein. Der wird rein, frei und voll⸗ kommen, Ahnlich deinem heil'gen Bild, Wer hat Gnad um Gnad genommen, Die aus deiner Fülle quillt. 8. Zeuch uns, Jesu, in Sterben, Laß mit dir gekreuzigt sein, Was 44 Reich nicht kann ererber Führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen; Laß uns nur nicht lässig sein; Werden wir doch als wie temmeh Wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried eilsordnung. Mel. Herr In Christ, dich zu 18 wend. 263. Ei reines Herz, Herr, schaff in mir, Schleuß zu der Sünde Thor und Thür, Vertreibe sie und laß zu, Daß sie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn' ich, Jesu, meine Thür; Ach, komm und wohne du bei mir; Was unrein ist, das treib hinaus Aus deinem Tempel, deinem deines guten Geistes d Lein hellglänzend Un Angesicht 5 mein Herz und Gemüt, O Brun⸗ ien unerschöpft er Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich An Himmels⸗ ut und Segen reich; Gieb Weisheit, Stärke, Rat, Ver⸗ stand Aus deiner milden Gnadenhand: 5. So will ich deines Namens Ruhm Ausbreiten als dein Eigentum Und dieses achten für Gewin Wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Neuß, 16⁵⁴—H 3. Leben in Gott und Christo. 18⁵ Eigene Melodie. 264. Seetenbräntiganm, Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, Die für mich aus reinem Triebe Starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut Stärket Mut und Blut; Wenn du freundlich mich anblickest Und mit deinem Geist er— quickest, Macht mich wohl— gemut Deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, Zu ersetzen, was verloren, Durch den Keuzes— tod, Wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht Meines Glau— bens Licht. 5. So werd ich in dir Bleiben für und für; Deine Liebe will ich ehren Und in mir dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, Deine Liebesflamm Mich ernähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht versehre, Ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Deinen Frieden gieb Aus so großer Lieb Uns, den deinen, die dich kennen Und nach dir sich Christen nennen; Denen du bist lieb, Deinen Frieden gieb. 8. Wer der Welt abstirbt, Sich mit Ernst bewirbt, Dir zu leben und zu trauen, Der wird bald mit Freude schauen, Daß niemand verdirbt, Der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich, Du mein ganzes Ich; Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich um— fassen, Weil im Glauben ich Nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenkron; Hier im Hoffen und Ver⸗ trauen, Dort im Haben und im Schauen; Denn die Ehrenkron Folgt auf Spott und Hohn. 11. Desu, hilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde Und an dei⸗ nem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 12. Du mein Preis und Ruhm, Werte Himmelsblum! 186 In mir soll nun nichts er— schallen, Als was dir nur kann gefallen, Werte Him-— melsblum, Du mein Preis und Ruhm! Adam Drese, 1620—1701. Eigene Melodie. 265. Meche dich, mein Geist, bereit, Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe, Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe; Und die Not Samt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen; Wache, sonst wird dir sein Licht Ewig ferne stehen; Denn Gott will Für die Füll Seiner Gnadengaben Offne Augen haben. 4. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach und sieh, Daß dich nie Falsche Brüder fällen, Die dir Netze stellen. IV. Heilsordnung. 5. Wach und hab auf dich wohl acht, Trau nicht dei⸗ nem Herzen; Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Gnad verscherzen; Denn es ist Voller List, Kann sich selber heucheln Und in Hof— fart schmeicheln. 6. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen, Denn der Herr nur kann dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläf— rig bleibest Und sein Werk nicht treibest. 7. Doch getrost, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Im Gebet anflehen; Denn er will Alle Füll Seiner Gunst aus⸗ schütten, Wenn wir gläubig bitten. 8. Drum so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil uns Angst, Not und Gefahr Immer näher treten, Daß zur Zeit Wir bereit, Da uns Gott wird richten Und die Welt ver⸗ nichten. Joh. Burchard Freystein, 1671—1720. 3. Leben in Gott und Christo. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 266. Rüstet euch, ihr Christenleute; Die Feinde suchen euch zur Beute, Ja Satan selbst hat eu'r be⸗ gehrt. Waffnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr blei⸗ bet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, Hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt Durch diesen Held, Mit ihm behalten wir das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, Besieget sie, die ihr seid Christen Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß eure Kniee nicht erlahmen; Auf, zeigt des Glaubens Ritterschaft! Wer hier er⸗— müden will, Der schaue auf das Ziel, Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit, So krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen'⸗ gen Jahre, Eh ihr kommt auf die Totenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken Und Christus wird die Welt erschrecken, So stehen wir mit Freuden auf. Gott⸗ 187 lob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nichtlange, Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kin⸗ der Und laß sie werden Über⸗ winder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Aus dem die Liebe fleußt In die Herzen! So halten wir Getreu an dir Im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasmus Arends, Jest. 11. Eigene Melodie. 267. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht, was kann mich quälen? Ich eile deinen Ar⸗ men zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wenn mit der Fülle hoher Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Wem muß nicht volle G'nüge werden, Der in dir suchet Ruh und Lustꝰ 188 2. Die Welt mag meine Feindin heißen— Es sei alsol ich trau ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb er⸗ weisen Mit einem freund— lichen Gesicht. In dir ver— gnügt sich meine Seele, Du bist mein Freund, den ich erwähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Kein Sturm der Welt kann mich zerschellen, Weil in den stärksten Trübsals⸗ wellen Mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich die Last der Sünden drücken, Blitzt auf mich des Gesetzes Weh, Zeigt sich die Hölle meinen Blicken, Dann schau ich auf zur Kreu— zeshöh; Ich fliehe, Herr, zu deinen Wunden, Da habe ich den Ort gefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zu— sammen, Du bist mein Heil; wer will Wetrammens Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reise, Ich folg und lehne mich auf dich; Du giebst mir aus den Wolken Speise Und tränkest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wun⸗ derwegen, Sie enden sich in Lieb und Segen, In Wüsten Stab. Ich selbst bist du mein IV. Heilsordnung. weiß, wen du willst herrlich zieren Und über Sonn und Sterne führen. Den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, Ich seh ihn an mit frohem Mut; Denn du, mein Herr, verlässest keinen, Des Herz in deiner Liebe ruht. Wie kann des Weges Ziel mich schrecken, Da aus der Nacht, die mich wird decken, Ich eingeh in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich denn mit Freuden Aus dieser finstern Wildnis scheiden Zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir Freund der Seelen, wenn ich mich lehn Mich kann Welt, Tod nicht quälen, Denn du, mein Herr, du tröstest mich. Laß solche Ruh in dem Ge— müte Nach deiner unum⸗ schränkten Güte Des Himmels —— Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeiche— leien! Nur er, mein Heil, kann mich erfreuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein. Wolfg. Christoph Deßler, 1660—1722. dann, o So wohl, auf dich! Not und 3. Leben in Gott und Christo. Eigene Melodie. 268. Riuse recht, wenn Gottes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, Daß dein Geist sich ganz entlade Von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, Und der Lebensweg ist schmal, Immer stehn hier im Gedränge Christi Streiter allzumal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring in Gottes Reich hinein. Mag der Sa— tan widerstreben, Du darfst nimmer furchtsam sein. 4. Ringe, deine Lieb er⸗ glühe! Halbe Liebe hält nicht stand. Daß dein Herz der Welt entfliehe, Sei es ganz für Gott entbrannt. 5. Hast du nun die Perl errungen, Denke nicht: nun ist's gethan! Noch ist alles nicht bezwungen, Was der Seele schaden kann. 6. Schaffe ja mit Furcht und Zittern Deiner Seele Seligkeit. Laß dein Herzdurch nichts erschüttern, Wenn der Feinde Macht dir dräut. 7. Deine Krone halte feste; Halte treulich, was du hast. Recht beharren ist das Beste, Rückfall bringt dir neue Last. 189 8. Wahre Treu liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Suchet Ruhe nicht noch Pflege, Hält sich selber nichts zu gut. 9. Wahre Treu kommt dem Getümmel Eitler Welt⸗ lust niemals nah; Ist ihr Schatz doch in dem Himmel, Darum ist ihr Herz auch da. 10. Wahre Treu führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Sorgt nur, wie sie überwinde, Kämpft, bis sie erlangt den Sieg. 11. Drum wohlauf, ihr tapfern Streiter, Kämpfet recht und macht euch Bahn! Geht auf Christi Wegen weiter, Denn so geht ihr himmelan. Joh. Joseph Winkler, 1670— 1722. Mel. Herr Christ, der einig Gott's⸗ sohn. 269. Herr Jesu, Gnaden⸗ sonne, Wahrhaftes Lebens⸗ licht! Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Ange— sicht Nach deiner Gnad er— freuen Und meinen Geist erneuen; Mein Gott, versag mir's nicht! 2. Vergieb mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich; Laß alles Zürnen 19⁰ IV. Heilsordnung. schwinden Und hilf mir gnä⸗ diglich; Laß deine Friedens⸗ gaben Mein armes Herze laben; Ach, Herr, erhöre mich. 3. Befördre dein Erkennt⸗ nis In mir, mein Seelen⸗ hort, Und öffne mein Ver⸗ ständnis Durch dein lebendig Wort; Damit ich an dich glaube Und in der Wahrheit bleibe, Jagwachse fort und fort. 4. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Liebesbahn. 5. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu, Wend allen Seelen— schaden Und mach mich täglich neu; Gieb, daß ich deinen Willen Getreulich mög erfüllen, Und steh mir kräftig bei! Ludw. Andr. Gotter, 1661—1735. Eigene Melodie 270. O Ursprung des Lebens, O ewiges Licht, Da niemand vergebens Sucht, was ihm gebricht! Leben— dige Quelle, Die lauter und helle Sich aus seinem hei— ligen Tempel ergießt Und in die begierigen Seelen ein— fließt. 2. Du sprichst:„Wer begehret Zu trinken von mir, Was ewiglich nähret, Der komme; allhier Sind himm⸗ lische Gaben, Die kräftiglich laben; Er trete im Glauben zur Quelle heran, Hier ist, was ihn ewig beseligen kann!“ 3. Mein Hirt und mein Hüter, Ich komme zu dir, Gewähre die Güter Des Heiles auch mir! Du kannst dein Versprechen Mir Ar-— men nicht brechen; Du siehest, wie elend und dürftig ich bin, Auch giebst du die Ga⸗ ben aus Gnaden nur hin. 4. O Brunnguell, du la⸗ best Geist, Seele und Mut, Und wen du begabest, Find't ewiges Gut. Wenn man dich genießet, Wird alles versüßet; Es jauchzet, es singet, es springet das Herz, Es weichet zurücke der bittere Schmerz. 5. Drum gieb mir zu trinken, Wie dein Wort ver⸗ heißt; Laß gänzlich versinken Den sehnenden Geist Im Meer deiner Liebe. Laß hei⸗ 3. Leben in Gott und Christo. lige Triebe Mich immerfort treiben zum Himmlischen hin, Es werde mein Herze ganz selig darin. 6. Wenn du auch vom Leiden Was schenkest mir ein, So laß mich mit Freuden Gehorsam dir sein; Denn alle die, welche Mittrinken vom Kelche, Den du hast getrunken im Leiden allhier, Die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Dann laß mich auch werden, Mein Jesu, erquickt, Da wo deine Herden Kein Leiden mehr drückt, Wo Freude die Fülle, Wo lieb⸗ liche Stille, Wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges Leben wird ewig belohnt! Chr. Jak. Koitsch, 1671—1735. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 271. Heland, deine Men⸗ schenliebe War die Quelle deiner Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich in un⸗ ser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab ge⸗ strecket. O der ungemeinen Triebe Deiner treuen Men⸗ schenliebe! 191 2. Uber seine Feinde wei⸗ nen, Jedermann mit Hülf erscheinen, Sich der Blin⸗ den, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst ver⸗ zehren, Sterben für die ärg⸗ sten Sünder, Das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, Der gebeugt zu Dir gekommen? O wie ist dein Herz gebro⸗ chen, Wenn dich Kranke an⸗ gesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, Das Erbetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, Zu den Kleinen sich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich lieb⸗ reich zu sich locken: Das war deines Werkes Weise, Herr, und deine liebste Speise. 5. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, Ohne Schel— ten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu segnen, Für der Feinde Schar zu 192 IV. Heilsordnung. beten Und die Moͤrder zu vertreten. 6. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein un⸗ schätzbar teures Leben In den ärgsten Tod gegeben; Da du in der Sünder Hän⸗ den, Alle Leiden zu vollen— den Und den Segen zu er⸗ werben, Als ein Fluch hast wollen sterben. 7. Herr, laß deine Liebe decken Meiner Sünden Meng und Flecken; Du hast das Gesetz erfüllet, Seinen Fluch hast du gestillet; Laß mich wider dessen Stürmen Dei⸗ ner Liebe Schild beschir— men, Heil'ge meines Herzens Triebe, Salbe sie mit dei— ner Liebe. Joh. Jak. Rambach, 1693—1735. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 272. Gaaube, Liebe, Hoff⸗ nung sind Das Geschmeide wahrer Christen, Und mit dem muß Gottes Kind Sich bemühen auszurüsten; Wo man Gott will eifrig dienen, Da muß dieses Kleeblatt grünen. 2. Glaube legt den ersten Stein Zu des Heiles festem Grunde, Sieht auf Jesum nur allein Und bekennt mit Herz und Munde Sich zu seines Geistes Lehren, Läßt sich keine Trübsal stören. 3. Liebe muß des Glau⸗ bens Frucht Gott und auch dem Nächsten zeigen, Unter— wirft sich Christi Zucht Und giebt sich ihm ganz zu eigen; Sie läßt sich in allem Leiden Nicht von ihrem Jesu scheiden. 4. Hoffnung macht der Liebe Mut, Alle Not zu überwinden, Und kann in der tiefsten Flut Als ein fester Anker gründen; Was sie hier erdulden müssen, Muß das Künftige versüßen. 5. Der du bist mein Herr und Gott, Ach, bewahr in mir den Glauben, Mache du den Feind zu Spott, Der mir will das Kleinod rau⸗ ben. Laß das schwache Rohr nicht brechen Und den klei⸗— nen Docht nicht schwächen. 6. Mache meine Liebe rein, Daß sie nicht im Schein bestehe, Flöße deine Kraft mir ein, Daß sie mir von Herzen gehe, Und ich aus rechtschaffnem Triebe Dich und auch den Nächsten liebe. 7. Gründe meine Hoff⸗ nung fest, Stärke sie in allen 3. Leben in Gott und Christo. 19 Daß sie dich nicht fahren läßt, Wenn du mich auch wolltest töten. Laß sie auf zum Himmel schauen Und auf das, was künftig, bauen. 8. Glaub und Hoffnung hören auf, Wenn wir zu dem Schauen kommen, Doch die Liebe dringt hinauf, Wo sie Ursprung hat genommen. Ach, da werd ich erst recht lieben, Mich im Lieben ewig üben. Benj. Schmolck, 1672—1737. Nöten, Mel. Jesus, meine Zuversicht. 273. Hummelan geht unsre Bahn, Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir dort in Kanaan Durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrims⸗Stand, Dro⸗ ben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; Denn du bist ein himmlisch Wesen Und kannst das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Zweck er⸗ lesen. Ein von Gott erleuch⸗ ter Sinn Kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre; Das weist mir den Ort der Ruh, Wo ich einmal hin gehöre. Wenn mich dieses Wort verwahrt, Halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! mein Glaube zeigt Mir das schöne Los von ferne, Daß mein Herz schon aufwärts steigt ÜUber Sonne, Mond und Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Hei⸗ mat führen, Da ich über alle Not Ewig werde trium⸗ phieren. Jesus geht mir selbst voran, Daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ach him⸗ melan!— Das soll meine Losung bleiben, Ich will allen eitlen Wahn Durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Mel. Seelenbräutigam. 274. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Not Zu er⸗ 13 194 IV. Heilsordnung. lösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Not Hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket. In der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Sünde, Tod und Welt Hast du mächtig überwunden Und ein ew'ges Heil erfunden Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Scepter will ich küssen, Ich will sitzen dir zu Füßen, Wie Maria thät, Höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigentum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe bren⸗ nen Als dein Eigentum, Du mein höchster Ruhm! 4. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt Als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, er zur Welt will hin, Daß DO + ich nicht mög von dir wanken, Sondern bleiben in den Schranken; Sei du mein Gewinn, Gieb mir deinen Sinn! 9. Deines Geistes Trieb In die Seele gieb, Daß ich wachen mög und beten, Freudig vor dein Antlitz treten; Ungefärbte Lieb In die Seele gieb. 10. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 11. Einen Heldenmut, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein teures Blut. 12. Soll's zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todes— thal begleiten Und zur Herr⸗ lichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen, 1670—1739 3. Leben in Gott und Christo. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 275. Mein Jesu, mei⸗ nes Herzens Lust! Nichts ist mir auf der Welt bewußt, Das meine Seele stillet, Als deine Huld, die köstlich ist, So daß auch seiner selbst vergißt, Den du mit ihr erfüllet. Zeuch mich Kräftig Zu der Liebe Rein⸗ stem Triebe Von der Erde, Daß ich ganz dir eigen werde! 2. Was hatt' ich doch für Trost und Licht, Als ich dein holdes Angesicht, Mein Jesu, noch nicht kannte! Wie blind und thöricht ging ich hin, Da mein verkehrter Fleischessinn Von Weltbegierden brannte, Bis mir Von dir Licht und Leben Ward gegeben, Dich zu kennen, Dich mein höchstes Gut zu nennen. 3. Die Lust der Welt hat wohl den Schein, Als wär ihr eitles Fröhlichsein Ein herrliches Vergnügen; Allein wie eilend fleucht's vorbei, Sich lohnend nur mit bittrer Reu Und des Gewissens Rügen. Drum muß Jesus Mit den Schätzen Mich er⸗ götzen, Die bestehen, Sich von Kraft zu Kraft erhöhen. 195 4. Ja, wer ihn fest im Glauben hält, Der kann die Freuden jener Welt Im Vorgenuß schon schmecken. Pflegt Jesus gleich zu man⸗ cher Zeit In Kümmernis und Traurigkeit Sein Antlitz zu verdecken: Ist doch Sein Joch Frei von Plagen, Welche nagen, Welche quä⸗ len, Welt⸗ und sündergebne Seelen. 5. Ich weiß nun auch aus deinem Wort, Daß du, mein Heiland und mein Hort, Dich ewig nicht verhüllest. Du zauderst, ew'ge Liebe, du, Auf daß mit desto größrer Ruh Du nachher mich erfüllest. Wenn ich Treulich In dir lebe, In dir leide, In dir sterbe; Bin ich deines Himmels Erbe. 6. Der Glaube, der mich dir verband, Soll halten dich mit starker Hand. Herr, mehre mir den Glauben. Im Glauben kann mich nie— mand dir, Im Glauben kann dich niemand mir, O, mächt'ger Jesu, rauben. Durch dich Werd ich Tapfer ringen Und be⸗ zwingen Welt und Sünden Und mit Ehren überwinden. Jdach. Lange, 1670—1744. 13 196 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 276. Seele, was er⸗ müd'st du dich In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreu⸗ ten Sinn, Laß ihn sich zu Gott aufschwingen; Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad ein⸗ dringen! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben; Eil der Lebens⸗ quelle zu, Da kannst du sie reichlich haben! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrücken, Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 5. Schwinge dich fein oft im Geist Über alle Himmels⸗ höhen; Laß, was dich zur Erde reißt, Weit von dir entfernet stehen! Suche Je⸗ IV. Heilsordnung. Alles sum und sein Licht: andre hilft dir nicht. 6. Laß dir seine Majestät Immerdar vor Augen schwe— ben; Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zu ihm erheben! Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 7. Sei im übrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen. Glaube, daß sein Liebeswill Stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, 1684—1754. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 27 7. Herr, der du einst gekommen bist, In Knechts⸗ gestaͤlt zu gehn, Des Weise nie gewesen ist, Sich selber zu erhöhn; 2. Komm, führe unsre stolze Art In deine Demut ein; Nur wo sich Demut offenbart, Kann Gottes Gnade sein. 3. Der du noch in der letzten Nacht, Eh du für uns erblaßt, Den Deinen von der Liebe Macht So treu gezeuget hast, 3. Leben in Gott und Christo. 4. Erinnre deine kleine Schar, Die sich sonst leicht entzweit, Daß deine letzte Sorge war Der Glieder Einigkeit. 5. Du opfertest die Jünger noch Dem Vater im Gebet, O würden unsre Herzen doch Oft im Gebet erhöht! 6. Der du um unsre Seligkeit Mit blut'gem Schweiße rangst Und thrä⸗ nenvoll im bangen Streit Des Todes Macht bezwangst, 7. Bezwing doch unsern stolzen Sinn, Der nichts von Demut weiß, Und führ ihn in die Liebe hin Zu deiner Liebe Preis. 8. Gekreuzigter, den seine Lieb In Not und Tod ge⸗ führt, Ach würd auch unsrer Liebe Trieb Treu bis zum Tod verspürt! 9. Drum leit auf deiner Leidensbahn Uns selber an der Hand, Weil dort nur mit dir herrschen kann, Wer hier mit überwand. Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700-1760. Mel. Seelenbräutigam. 278. Iasu geh voran Auf der Lebensbahn; Und wir wollen nicht verweilen, 197 Dir getreulich nachzueilen: Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland. 2. Soll's uns hart er⸗ gehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trüb⸗ sal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Küm⸗ mert uns ein fremdes Leiden: O so gieb Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang! Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nöt'ge Pflege; Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700—1760. Mel. Valet will ich dir geben. 279. Vor Christi Augen leben, Ist wahre Seligkeit; Sich ihm zu eigen geben, Ist, was allein erfreut. Nichts können und nichts wissen, Nichts wollen und nichts thun, Als Jesu folgen müssen: Das heißt in Frie⸗ den ruhn. 2. Der Christ steht aus 198 IV. Heil dem Schlafe In Christi Freundschaft auf Und fürch⸗ tet keine Strafe Im ganzen Tageslauf. Und ist der Tag vollendet, So legt er sich zur Ruh, Von Christo un⸗ verwendet Thun sich die Sinne zu. 3. So geht er fest und stille Dahin bei Tag und Nacht; Auf Jesum ist sein Wille, Nicht auf die Welt bedacht. Er hört und sieht und fühlet, Hört, sieht und fühlt doch nicht, Und weiß, von Schmerz durchwühlet, Kaum, daß ihm weh geschicht. 4. Gewiß, wer erst die Sünde Getilgt durch Christi Blut, Und gleich dem from⸗ men Kinde Auf ihn lenkt Sinn und Mut, Kann auch gottselig handeln Und kann bald anders nicht. Herr Jesu, lehr uns wandeln In deiner Augen Licht! Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700—1760. Mel. Mein Jesu, dem die Sera⸗ phinen. 280. Wie dank ich's, Heiland, deiner Liebe, Daß du von deinem Gnadenthron Durch deines heil'gen Geistes Triebe Mich hast erneut, o Sordnung. Gottessohn? Wie dank ich's deinem treuen Herzen, Daß du mich von dem Fluch be— freit Und mir die ew'ge Seligkeit Erworben hast durch Todesschmerzen? 2. Das hab ich an mir wahrgenommen, Zu deiner Stunde ist's geschehn; Da bin ich meinem Feind ent⸗ kommen, Da hab ich in dein Licht gesehn; Da wurde köstliches Geschmeide, Das Kleid des Heils mir zuge⸗ wandt, Mir mitgeteilt der Kindschaft Pfand, Des Geistes sel'ge Ruh und Freude. 3. Doch wär es, daß mein Herz noch hinge Mit einem Faden an der Welt, Auf etwas seine Sehnsucht ginge, Was dir, mein Hei⸗ land, nicht gefällt: Ach, wäre dies, mein liebstes Leben, So bitt ich, brauche du Gewalt, Zerreiße diesen Faden bald, Mein Wille sei dir übergeben. 4. Mein ganzes Herz sei dir gegeben, Zu deiner Woh⸗ nung nimm es hin Und hauch ihm ein dein selig Leben, Dein Geist regier allein darin. Die Liebe, die dich ehmals nieder In dieses Erdenwesen zog Und Mensch 3. Leben in Gott und Christo. zu werden dich bewog, Die zieh auch jetzt zu mir dich wieder. 5. Zerbrich, vertilge, ja zermalme, Was deinem Wil⸗ len nicht gefällt. Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie mich an der Kette hält, Das gilt ja gleich in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geist, Der alles Eitle von sich weist, Und nur die lautre Liebe taugen. 6. Ja, Amen, hier sind Herz und Hände, Aufs neue sei's dir zugesagt: Ich will dich lieben ohne Ende, Mein Alles werde dran gewagt. Du giebst mir einen neuen Namen, Der gilt in deiner Treuen Zahl Und gilt in deinem Ehrensaal, Wohin die UÜberwinder kamen. Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700—1760. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt. 281. So jemand spricht: Ich liebe Gott! Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit Spott Und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich Den Nächsten liebe gleich als mich. 199 2. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Lei⸗ bes Glieder, Drum diene deinem Nächsten gern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, Mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut; Ich sollte Brü— der hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich ver— sühnt, Hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täg⸗ lich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld Mit mei⸗ nen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du ver⸗ giebst, Und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den From⸗ men hier gethan, Den klein⸗ sten auch von diesen, Das sieht er, mein Erlöser, an, Als hätt' ich's ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein Und Gott in Brü⸗ dern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht Wird über den er⸗ gehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die 200 ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. Fürchtegott Gellert, 171⁵5—1769 Mel. Wie wohl ist mir, o der Seelen. 282. O Vaterherz, b Lcht, o Leben, O treuer Hirt, Immanuel! Dir bin ich einmal übergeben, Dir, dir gehöret meine Seel. Ich will mich nicht mehr selber Freund führen, Der Vater soll das Kind regieren; So geh denn mit mir aus und ein. Ach Herr, erhöre meine Bitten Und leite mich auf allen Tritten; Ich gehe keinen Schritt allein. 2. Was kann dein schwa⸗ ches Kind vollbringen? Ich weiß in keiner Sache Rat; Drum sei in groß und klei⸗ nen Dingen Mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen, Ich darf dich ja zu allem nehmen, Du willst mir selber sein; So alles sollst du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende Dann stellt sich lau⸗ Segen ein. machen; ter IV. Heilsordnung. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten, Dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst:„Mein Auge soll dich leiten, Mein Ange— sicht soll vor dir gehn.“ Ja, deine Güt und dein Erbar— men Soll mich umfangen und umarmen! O daß ich nur recht kindlich seiI', Bei allem gläubig zu dir flehe Und stets auf deinen Wink nur sehe, So spür ich täg⸗ lich neue Treu. 1. Gieb, daß ich auch am Kleinsten merke Auf deine Weisheit, Güt und Treu, Damit ich mich im Glauben stärke, Dich lieb und lob und ruhig sei,. Und deine Weisheit lasse walten, In allem mich an dich zu hal⸗— ten. Drum halte mich auf rechter Bahn Und mach in allem mich gelassen, Nichts ohne dich mir anzumaßen; Was du mir thust, ist wohl— gethan. 5. Du weißt allein die rechten Wege, Weißt auch, was meinen Frieden stört; Drum laß mich meiden alle Stege, Wo Welt und Sünde mich versehrt. Ach, daß ich nimmer von dir irrte, Noch durch Zerstreuung mich ver— wirrte, Selbst nicht beim 3. Leben in Gott und Christo. allerbesten Schein. meine Seele feste, Hab auf mich acht aufs allerbeste Und halte der Versuchung ein. 6. Du wollst ohn Unter⸗ laß mich treiben Zum Wa— chen, Ringen, Flehn und Schrein; Laß mir dein Wort im Herzen bleiben Und Geist und Leben in mir sein. Laß deinen Zuruf stets er⸗ schallen, Daß ich in Furcht vor dir mög wallen; Zieh ganz zu dir die Seele hin. Vermehr in mir dein inn'res Leben, Dir unaufhörlich Frucht zu geben, Und bilde mich nach deinem Sinn. 7. Ach, mache mich recht treu und stille, Daß ich dir immer folgen kann; Nur dein, nur dein vollkommner Wille Sei für mich Schranke, Ziel und Bahn. Nichts soll mich ohne dich vergnügen, Laß mir nichts mehr am Herzen liegen Als deines heil'gen Namens Ruhm. Das sei allein mein Ziel auf Er⸗ den; Ach, laß mir's nie ver⸗ rücket werden, Denn ich bin ja dein Eigentum. 8. Laß mich in dir den Vater preisen, Der ganz die Liebe selber ist; Laß deinen Geist mir täglich weisen, Wie gnädig du in Christo O halte 201 bist. Ach, offenbare deine Liebe Und wirke doch die heißen Triebe Der reinen Gegenlieb in mir. Durch— dring dadurch mein Herz und Sinnen, Daß ich hin⸗ fort mein ganz Beginnen In deiner Lieb und Lob nur führ. 9. So lieb und lob ich in der Stille Und ruh als Kind in deinem Schoß. Ich schöpfe Heil aus deiner Fülle, Die Seel ist aller Sorgen los. Sie sorget nur vor allen Dingen, Wie sie zum Himmel möge dringen, Sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; Was du nicht bist, laß ganz zer⸗ rinnen, O reiner Glanz der Ewigkeit! Karl Heinr. von Bogatzky, 1690- 1774. Mel. Was Gott thut, wohlgethan. 283. Dich Jesum laß ich ewig nicht, Dir bleibt mein Herz ergeben; Du hörst, was meine Seele spricht: Nur einem will ich leben. Du, du allein, Du sollst es sein; Du sollst mein Schatz auf Erden, Mein Teil im Himmel werden. das ist 2. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht Und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund Hat festen Grund; Die deiner sich nicht schämen, Die kann dir nie⸗ mand nehmen. 3. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Aus göttlichem Erbarmen Gingst du für Sünder ins Gericht Und büßtest für mich Armen, Mit Dankbarkeit Will ich allzeit Dir Ehr und Dank erweisen Und deine Gnade preisen. 4. Dich Jesum laß ich ewig nicht; Du stärlkest mich von oben. Auf dir steht meine Zuversicht, Wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir, Du eilst zu mir; Wenn mich die Feinde hassen, Wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich Jesum laß ich ewig nicht, Nichts soll von dir mich scheiden; Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, Mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid Währt kurze Zeit; Bald ist es über— standen, Und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich Jesum laß ich IV. Heilsordnung. ewig nicht, Nie soll mein Glaube wanken; Und wann des Leibes Hütte bricht, Sterb ich mit dem Gedan⸗ ken: Mein Freund ist mein, Und ich bin sein; Er ist mein Schutz, mein Tröster, Und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, 1713—1780. Mel. Nun bitten wir den hei— ligen Geist. 284. Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein Bringt großen Frieden ins Herz hinein, Und dein Gnaden⸗ anblick Macht uns so selig, Daß Leib und Seele darü⸗ ber fröhlich Und dankbar wird. 2. Wir schaun dein freund⸗ liches Angesicht Voll Huld und Gnade zwar leiblich nicht, Aber unsre Seele Kann dich gewahren, Du kannst fühlbar dich ihr offen⸗ baren, Auch ungesehn. 3. O wer nur immer, bei Tag und Nacht, Dein sich zu freuen recht wär be— dacht! Der hätte ohn Ende Von Glück zu sagen, Und seine Seele müßt immer fra⸗ gen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein Und täglich 3. Leben in Gott und Christo. 20³3 reichlich die Schuld verzeihn, Heilen, stillen, trösten, Er⸗ freun und segnen Und un— sren Seelen als Freund be⸗ gegnen, Ist deine Lust. 5. Ach gieb an deinem kostbaren Heil Uns alle Tage vollkommnen Teil Und laß unsre Seele Sich immer schicken, Aus Not und Liebe nach dir zu blicken Ohn Un⸗ terlaß. 6. Und wenn wir wei⸗ nen, so tröst uns bald Mit deiner Leidens- und Siegs⸗ gestalt, Laß sie vor den Au⸗ gen Uns immer schweben, Daß an uns allen dein gött— lich Leben Zu sehen sei. 7. Laß frohes Wesen und Kindlichkeit Uns immer schmücken in Freud und Leid. Muß auch oft die Thräne Die Wange netzen, Wenn nur an dir das Herz sich ergötzen Und stillen kann. 8. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, Hast so viel Treue an uns gewandt, Daß wir beim Darandenken Beschämt dastehen, Und un⸗ ser Auge muß übergehen Vor Lob und Dank. Christian Gregor, 1723— 4801. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 285. Gern in alles mich zu fügen, Mich der Stille still zu freun, Ohne Worte, mit Vergnügen Aller Knechte Knecht zu sein, Nie mit Gaben stolz zu prangen, Menschenruhm nie zu ver⸗ langen: Diese Weisheit fleh ich mir, Hocherhabner Gott, von dir. 2. Unbekannte Wege wan— deln, Wege, die dein Aug nur kennt, Stille dulden, schweigend handeln, Wo kein Menschenmund mich nennt: Das, du freundlicher Ge⸗ währer, Aller Demut Quell und Lehrer, Jesus Christus, lehre mich, Still und schwei⸗ gend sehn auf dich. 3. Gott der Niedrigen und Stillen, Die so gern im Schatten ruhn, Streng und fromm nach deinem Willen Einsam leiden oder thun, Laß, o Vater, mich nicht klagen, Soll ich schwere Lasten tragen, Schweigend lieber in mich gehn, De⸗ mutsvoll auf dich nur sehn. 4. Gott, du bist mein Gott, ich falle Demutsvoll zu Fuße dir. Du erquickst, begnadigst alle, Schenkest 204 IV. Heilsordnung. Gnad und Ruh auch mir, Unterstützest mein Bestreben, Immer stiller dir zu leben, Meiner Ohnmacht nie zu traun, Fester stets auf dich zu baun. Joh. Kasp. Lavater, 1741—180ʃ1. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 286. Vater den mein Herz verehret, Dem mein Leben angehöret, Heilig sei mir dein Gebot: Über alles dich zu lieben, Deinen Willen gern zu üben Und dir treu zu sein, o Gott! 2. Ohne dich ist ja kein Friede, Und die Seele ringt sich müde Nach dem Blend— werk dieser Zeit. Ihre Sehn— sucht kannst du stillen, Jeden edeln Wunsch erfüllen Hier und auch in Ewigkeit. 3. Gieb, daß schimmernd Glück der Erde Nie für mich verführend werde, Deine Huld sei mehr mir wert! Sie nur ist das Glück der Seelen, Und das werd ich nie verfehlen, Wenn mein Herz dich kindlich ehrt. 4. Innre Ruhe, Seelen⸗ frieden Hab ich, Vater, schon hienieden, Lieb ich herzlich dich allein. Such ich dir, Gott, mehr als allen Durch mein Leben zu gefallen, So sind deine Freuden mein. 5. Laß den Reiz der Eitel⸗ keiten Nie von dir mein Herz ableiten, Bleib du mir mein böchstes Gut! Hilf mir den Betrug der Sünden Sehn und standhaft über— winden, Gieb dazu mir Kraft und Mut! 6. Lenke, Vater, mein Bestreben Hin zu einem bessern Leben; Lehre mich schon in der Zeit Mich des Ewigen zu freuen, Edle Saaten auszustreuen, Saa⸗ ten für die Ewigkeit! Joh. Kasp. Lavater, 1741—1801. Mel. Wie groß 12 des Allmächt'gen Güte. 287. S. viele gehn um⸗ her und suchen Und finden doch das Rechte nicht; Sie nennen immer sich die Klu— gen, Wie viel der Klugheit auch gebricht. Der eine denkt: Ich hab's ergriffen! Und was er hat, ist nichts als Gold. Der andre will die Welt umschiffen; Nichts als ein Name ist sein Sold. 2. Der läuft nach einem Siegerkranze Und die nach 3. Leben in Gott und Christo. einem Lorbeerzweig; Und so wird von verschiednem Glanze Getäuscht ein jeder, keiner reich. Habt ihr von Jesu nichts gelesen, Von ihm kein einzig Wort gehört, Wie himmlisch gütig er gewesen, Und welch ein Gut er uns beschert? 3. Wie er vom Himmel hergekommen, So milde war und so gelind? Welch Wort die Welt von ihm vernom⸗ men, Wie viel durch ihn ge⸗ nesen sind? Wie er, von Liebe nur beweget, Sich ganz uns hingegeben hat Und in die Gruft sich hingeleget Zum Grundstein einer Got⸗ tesstadtꝰ 4. Kann diese Botschaft euch nicht rühren, Ist euch des Menschen Sohn nicht g'nug, Zu öffnen ihm des Herzens Thüren, Ihm, der der Welt Verschuldung trug? O laßt doch willig alles fahren, Thut doch auf alles gern Verzicht, Um ihm die Seele zu bewahren, Ihm, der euch so viel Huld ver⸗ spricht! 5. Nimm ganz mich hin, du Held der Liebe! Sei du mein Leben, meine Welt! Wenn nichts vom Irdischen mir bliebe, Ich weiß, wer 20⁵ ganz mich schadlos hält. Du giebst mir meine Lieben wie⸗ der; Du bleibst in Ewigkeit mir treu. Dir, Heil'ger! singt der Himmel Lieder; Ach, daß mein Herz dir hei— lig sei! Fr. L. von Hardenberg(Novalis), 1772—4801. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. 288. Was wär ich ohne dich gewesen, Was würd ich ohne dich nicht sein? Zu Furcht und Angsten auserle⸗ sen, Ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, das ich liebte; Die Zukunft wär ein dunk⸗ ler Schlund; Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem thät ich meine Sorge kund ꝛ 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen Erschien mir nächtlich jeder Tag; Ich folgte nur mit heißen Thrä⸗ nen Dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Un⸗ ruh im Getümmel Und horff— nungslosen Gram zu Haus; Wer hielte ohne Freund im Himmel, Wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, Und bin ich 206 IV. Heilsordnung. seiner erst gewiß, Wie schnell verzehrt ein lichtes Leben Die bodenlose Finsternis! Mit ihm bin ich aufs neu geboren, Die Welt wird mir verklärt durch ihn; Das Paradies, das mir verloren, Muß fröhlich wieder mir er⸗ blühn. 4. O geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Irrenden herein; Streckt jedem eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, Im Glaͤu⸗ ben schauen wir ihn an; Die eines Glaubens mit uns werden, Auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, Ein böses We— sen wohnte drin; Und ward's in unserm Geiste helle, So war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde Die bebenden Gefang⸗ nen fest; Furcht vor des Todes Richterschwerte Ver— schlang der Hoffnung Überrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, Ein Menschen— sohn voll Lieb und Macht, Und hat ein allbelebend Feuer In unserm Innern ange— facht. Nun sahn wir erst den Himmel offen Als unser wahres Vaterland; Wir konn⸗ ten glauben nun und hoffen Und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Noch steht in wunder— barem Glanze Der heilige Geliebte hier; Gerührt von seinem Dornenkranze Und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, Der seine Hand mit uns ergreift Und, in sein Herz mit aufgenommen, Zur Frucht des Paradieses reift. Fr. L. von Hardenberg(Novalis), 1772—1801. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 289. Wenn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Lei⸗ den, Vergingst für mich in Schmerz; Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig die⸗ ses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang ver⸗ gißt. Von Liebe nur durch— drungen Hast du so viel ge— than, Und doch bist du ver— klungen, Und keiner denkt daran. 3. Leben in Gott und Christo. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei; Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich kindlich an dein Knie. 4. Ich hahe dich empfun⸗ den, O lasse nicht von mir; Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Fr. L. von Hardenberg(Novalis), 1772— 1801. Eigene Melodie. 290. Weun ich ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nie vergißt: Weiß ich 1—— von Leide, Fühle nichts als An⸗ — Lieb und Freude. Wenn ich ihn nur D Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treu gesinnt nur meinem Herrn, Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, Schlaf ich fröhlich ein: 207 Ewig wird zu süßer Labe Seines Herzens Flut mir sein, Die mit sanftem Zwingen Alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wo ich ihn nur habe, Ist mein Vaterland, Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find ich neu in seinen Jüngern wieder. Fr. L von Hardenberg(Novalis), 1772—18014. Mel. Ruhe ist das beste Gut. 291. Himmelan, nur himmelan Soll der Wandel gehn; Was die Frommen wünschen, kann Dort erst ganz geschehn; Auf Erden nicht. Freude wechselt hier mit Leid; Richt hinauf zur Herrlich— keit Dein Angesicht. 2. Himmelan schwing dei— nen Geist Jeden Morgen auf; Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, Unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu:„Gott, der mich zum Himmel schuf, Präg ins Herz mir den Be— ruf; Mach mich getreu.“ 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinauf gestellt; Sorg nicht mutlos, nicht zu⸗ viel Um den Tand der Welt, Flieh diesen Sinn! Nur 208 was du dem Himmel lebst, Dir von Schätzen dort er— strebst, Das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, Wenn dich Kummer drückt, Weil dein Vater, treu und reich, Stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts Weiß man von den Sorgen nichts; Sei himm⸗ lisch-froh! 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack hier Seine Lasten gern; O schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sich's gebührt; Denke: auch durch Leiden führt Die Himmelsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ Mitten durch die Schmach; Eil, weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach: Er litt und schwieg. Halt dich fest an Gott, wie er, Statt zu klagen, bete mehr, Erkämpf den Sieg. 7. Himmelan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich, Im Him— melssinn. Von der Weltlust freier stets Und mit ihm vertrauter geht's Zum Him— mel hin. IV. Heilsordnung. 8. Himmelan führt dich zuletzt Selbst die Todesnacht, Sei's, daß sie dir, sterbend jetzt, Kurze Schrecken macht. Harr aus, harr aus! Auf die Nacht wird's ewig hell; Nach dem Tod erblickst du schnell Des Vaters Haus. 9. Halleluja! Himmelan Steig dein Dank schon hier. Einst wirst du mit Scharen nahn, Und— Gott naht zu dir, In Ewigkeit. Aller Jam⸗ mer ist vorbei,— Alles preist verklärt und neu, In Ewig⸗ keit. 10. Halleluja singst auch du, Wenn du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh In den Himmel ziehst. Ge— lobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, Er hilft dir zu deinem Sieg: Gelobt sei er! Johann 49181 Schöner, 1749—1818. Wortum solt ich mich denn grämen. 292. Meines Herzens reinste Freude Ist nur die, Daß ich nie Mich von Jesu scheide. Daß ich ihn durch Glauben ehre, Jederzeit Hoch— erfreut Seine Stimme höre. Freundlich ruft er alle Müden Und erfüllt, Sanft Mel. 3. Leben in Gott und Christo. 209 und mild, Ihren Geist mit Frieden. Seine Last ist leicht zu tragen. Er macht Bahn, Geht voran, Stärkt uns, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die Leidens⸗ stunden; Größern Schmerz, Als sein Herz, Hat kein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder Einer weint, Unser Freund Mitleidsvoll hernieder. 4. Will das Herz vor Jammer brechen, Ach, er trägt Und verpflegt Uns in unsern Schwächen. Selig, wer in bösen Zeiten, In Gefahr Immerdar Sich von ihm läßt leiten. 5. Jesu, treuster Freund von allen, Mit dir will Froh und still Ich durchs Leben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; Lebensfürst! Ja, du wirst Einst mich auferwecken. Sam. Gottlieb Bürde, 1753—1831. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 293. Wenn alle von mir scheiden, So scheidet er doch nicht. Auch in der Nacht der Leiden Bleibt er mein Trost, mein Licht. Er liebt, so lang er lebet, Drum liebt er ewiglich. Heil mir, auch mich erhebet Er einst hinauf zu sich. 2. Er liebt, er tröstet, heilet Das müde, wunde Herz, Und wer nur zu ihm eilet, Dem nimmt er allen Schmerz. Er liebt uns ohne Ende, Ist allen treu gesinnt, Uns segnen seine Hände, Die einst durchgraben sind. 3. Versöhnte Gotteskinder, Liebt ihn nur lebenslang; Dem Todesüberwinder Bringt ewig Preis und Dank! Ihm dürft ihr fest vertrauen, Er lebt, er lebt für euch; Er will, ihr sollt ihn schauen In seinem Himmelreich. 4. Wer kann so kräftig trösten, Wer kann so hoch erfreun? Wer kann so die Erlösten Beseligend erneun? Den Himmel hat hienieden, Wem er im Herzen wohnt; Was wird erst dem beschie— den, Dem er dort oben lohnt! 5. Das Menschenleben schreitet Zum ew'gen Leben hin; Dorthin, von dir ge⸗ leitet, Schaut der verklärte Sinn. Zum Himmel wir verlangen, Wir sehnen uns von hier, Du bist voran⸗ gegangen, Heil uns, wir folgen dir. Karl Aug. Döring, 1783— 1844. H 14 21⁰ IV. Heilsordnung. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 56 Laß 294. aß in meinem Pilgerkleide Wallen mich zu deinem Ruhm, Und von fremder Herrschaft scheide Dein erkauftes Eigentum. Treue, Herr, gieb deinem Knecht, Gürte mich mit Gnad und Recht, Mache rein die Lampe brennen, Bis wir dich empfangen können. 2. Vor des Glaubens Aug erhelle Sich dein Bild nis ewig klar, Und gleich einem Spiegel stelle Dich mein neues Leben dar. Ein falt leite meinen Schritt Keine Schalkheit laufe mit. Wert nur sei mein stilles Handeln Denen, die im Lichte wandeln. 3. Der du bist der Thron der Gnade Und des Vaters Freundlichkeit, Wasche mich im Geistesbade Zum Gefäß der Heiligkeit, So wie du mich selbst verlangst, Wie du gern in Seelen prangst; Nicht, was eigne Zier ist, wähle Meine dir geweihte Seele. 4. Scheuche mit des Richters Blicken, Was von Trug sich um mich wälzt. Sollt ich mich mit Flimmern schmücken, Die der Tag des Zorns zerschmelzt? Leite frei mich durch den Tand, Und vom bessern Vaterland Laß zu den entwirrten Sinnen Stärkungen herniederrinnen. Joh. Friedr. von Meyer, 772—1849. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Oah N 2 295. Von dir will ich nicht weichen, O weiche nicht von mir! In aller Dinge Reichen Gleicht keine Güte dir. Wenn ich gen Himmel flöge, Wenn ich zum Brunn des Lichts Durch ferne Meere zöge, Geliebtres find ich nichts. 2. Bringt Edelstein und Schätze, Bringt Glück und Wonne her: Was ist, das mich ergötze, Fehlt mir mein Leben, er? Bringt Kronen her und Güter, Bringt, was ein Wunsch nur weiß, Dir, Labsal der Gemüter, Mein Jesu, bleibt der Preis. 3. Wenn bittres Leid mir sprießet In Furchen meiner Flur, Durch dich ist's mir versüßet, Verwandler der Natur! Sollt heut ich Lust genießen, Des Lebens Freu 3. Leben in Gott und Christo. 21¹ denwein, Noch will ich dir zu Füßen Ein treuer Jünger sein. 4. Geh ich durch Nacht und Nöte Bloß, hungrig und verbannt, Du bist mir Morgenröte, Brot, Heimat und Gewand. Wird voll mein Mund von Gaben, Glänzt um mich Herrscher— schein, Ich kann es alles haben, Doch lieben— dich allein. 5. Du lässest Felsen grünen Und schaffest Saat im Meer; Dir müssen Wel⸗ ten dienen, Und Sterne sind dein Heer; Doch Demut blüht und Liebe Zum Kranze deiner Macht; Es bleibt kein Auge trübe, Wo deine Milde lacht. 6. Weckt mich zum Kampf das Leben, So waffnet sie den Sinn; Will Schlummer mich umweben, Sie ist mir Wächterin. Und wird mein Leib erblassen, Ist sie des Friedens Thür: Von dir will ich nicht lassen, O lasse nicht von mir! Joh. Friedr. von Meyer, 177²2—1849. Mel. Christus, der ist mein Leben. 296. 2 habe dich ge— funden, Gott der Barmher⸗ zigkeit! Ich hab in guten Stunden Schon oft mich dir geweiht. 2. Ich wollte treu dir bleiben Und deinen Willen thun, Dein Werk mit Freu⸗ den treiben, In deiner Liebe ruhn. 3. Doch was ich wirken sollte, Das hab ich nicht vollbracht, Und was ich werden sollte, Das hemmt der Sünde Macht. 4. Mir winken tausend Sterne Und leuchten mir voran, Doch wandl' ich von dir ferne Oft eine irre Bahn. 5. O Gott der Gnade, weiche Von deinem Kinde nicht, Die Vaterhand mir reiche, Zieh mich empor zum Licht. 6. Lehr du mich siegreich streiten, Steh meiner Schwach⸗ heit bei, Laß deinen Geist mich leiten, Mach mich in Wahrheit frei. Friedrich August Köthe, 17811850. Mel. Valet will ich dir geben. 297. Aus irdischem Ge⸗ tümmel, Wo Glück und Lust vergeht, Wer ist mein Weg zum Himmel, Dahin die 14 21² IV. Heilsordnung. Hoffnung steht? Wer spornet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Wenn Irrtum uns befangen, Kein Strahl die Nacht durchbricht, Wie kön⸗ nen wir gelangen Zum wahren Lebenslicht? Getrost! es strömt die Klarheit Von Gottes ew'gem Thron, Denn Christus ist die Wahrheit, Der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, Wenn bang das Herz verzagt, Die Hoff⸗ nung ew'ger Freuden, Daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben? Wer giebt im Tode Ruh? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. Chr. K. Jul. Asschenfeldt, 1792—1856. Mel. Valet will ich dir geben. 298. Jq höre deine Stimme, Mein Hirt, und allgemach, Wenn auch in Schwachheit, klimme Ich deinen Schritten nach. O laß zu allen Zeiten Mich deine Wege gehn Und dei— nem sanften Leiten Mich niemals widerstehn. 2. Dein Stab und Stecken trösten Mich, wenn Gefahr mir droht, Du zeigest dich am größten Mir in der größten Not. Will mir die Kraft verschwinden Und aller Mut entfliehn, Weißt du doch Rat zu finden, Mich aus der Angst zu ziehn. 3. Oft denk ich: wie wird's weiter In dieser Leidensnacht? Da wird's auf einmal heiter, Daß mir das Herze lacht. Oft bin ich wie gebunden Und weiß nicht aus noch ein; Und doch wird bald gefunden Ein Ausgang aus der Pein. 4. Oft fühl ich mich so traurig In dieser argen Welt, Die Zukunft sich so schaurig Mir vor die Seele stellt. Dein Wort, zum Heil beschieden, Spricht dann mir tröstend zu, Da geb ich mich zufrieden Und finde in dir Ruh. 5. Oft machen mir der Sünden Verborgne Wunden Gram, Da weißt du zu verbinden, Zu heilen wun⸗ dersam. Oft sink ich müde nieder, Ermatt' in meinem Lauf, Da weckest du mich wieder Und richtest sanft mich auf. 3. Leben in Gott und Christo. 6. Mein Hirt, mein Gnadenspender, Zieh mich dir kräftig nach, Ich folgte gern behender, Allein ich bin so schwach. O komm, mir beizuspringen, Wenn ich nicht weiter kann, Es wird mir wohl gelingen, Nimmst du dich meiner an. 7. Vielleicht ist's nur ein Kleines, So ist die Mühe aus, Du führst mich dann in deines Und meines Va⸗ ters Haus; Dann wird dein treues Leiten Durch so viel Angst und Pein Für alle Ewigkeiten Mein Dank⸗ und Loblied sein. Karl Joh. Phil. Spitta, 1801—1859. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 295. O Ieiu, meine Sonne, Vor der die Nacht entfleucht! O Jesu, meine Wonne, Die alle Not ver⸗ scheucht! Im Herzen klingt mir täglich Der eine helle Ton: Wie hast du so un⸗ säglich Geliebt, o Gottes Sohn. 2. Es faßt mich so ein tiefes, Ein himmlisches Ge— fühl; Es ist mir stets, als rief es: Hier ist dein einzig Ziel! Ja, wenn mir gar 213 nichts bliebe, frohem Sinn Christi Liebe Letzte hin. 3. Um diese Perle wäre Mir alles andre feil, Selbst Hab und Gut und Ehre, Mein ganzes Erdenteil. Wie gerne will ich meiden Das alles froh und still, Wenn's von dem Herrn mich scheiden Und ihn mir rauben will! 4. Ich kenn auch gar kein Leben, Von dir, mein Herr, getreunt; Du bist mein einzig Leben Und Lebenselement. Ich kenne gar kein Sterben, Seitdem ich leb in dir; Denn was mich konnt verderben, Die Sünde, nahmst du mir. 5. Ich weiß nichts mehr von Leiden, Denn alles Kreuz und Leid Kann mich von dir nicht scheiden, Du Born der Seligkeit; Ja, wenn ich dich nur habe, Dann gilt mir alles gleich, Ich bin am Bettelstabe Noch wie ein König reich. 6. Ich bin schon hier auf Erden So selig und so leicht; Und was wird dort erst werden, Wo alle Schwach— heit weicht! Das macht ein selig Sterben, Daß ich als Ich gäb mit Um Jesu Auch noch das Gnadenlohn Ein Königreich soll erben Und eine ew'ge Kron. 7. O lieber Herr, so präg es Recht meinen Sinnen ein; O lieber Herr, so leg es Mir tief ins Herz hinein, Daß ohne deine Liebe Ich ganz verloren wär Und ohne Hoffnung triebe Auf wüstem Meer umher; 8. Doch daß du mich allmählich Zum Hafen hast gebracht Und mich so über selig Aus Gnaden hast ge— macht, Daß ich vor nichts erschrecke, Was aͤndern schreck lich ist, Weil ich es seh und schmecke, Wie du mein Hei land bist. Karl Joh. Phil. Spitta, 1801—1859. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 300. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, Du mil— der Liebeshort! Einst bist du abgeschieden Mit süßem Freudenwort:„Ich geb euch meinen Frieden, Wie ihn die Welt nicht giebt, Verheißen und beschieden Dem, der mich glaubt und liebt!“ 2. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden! Die Welt will Streit und Krieg, Der Stille wird gemieden, Der Wilde 21⁴4 IV. Heilsordnung. hat den Sieg, Und Unruh herrscht auf Erden Und Lug und Trug und List. Ach, laß es stille werden, Du stiller Jesus Christ! 3. Gieb Frieden, Herr, gieb Frieden, Du milder Liebeshort! Dann wird es schon hienieden Ein Para— diesesort, Und Sorgen fliehn und Schmerzen Aus jeder schweren Brust; In Freuden glühn die Herzen, In Lieb und Himmelslust. E. Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. — 0. 301. Ich bin des Le— bens müde, Der eitlen Eitel— keit, O komm, du Gottes⸗ friede, Und nimm mich aus dem Streit, Nimm mich in deine Ruh, In deine stillen Freuden, Und schließe bittern Leiden Des Wahns Erinn⸗ rung zu. 2. Zu viel hab ich ge— duldet, Gekämpfet überlang, Gesündigt und verschuldet, Drum ist mir weh und bang; Ich weiß nicht aus noch ein Auf diesen öden Straßen, Ich wäre gar verlassen, Wär Jesus Christ nicht mein. 3. Ich wäre längst ver— gangen, Wär Jesus Christ 3. Leben in Gott und Christo. nicht mein, In Zittern und in Bangen, In Sündenangst und Pein, In tiefer Seelen⸗ not, Wär er, das Licht der Frommen, Vom Himmel nicht gekommen, Der Zu⸗ kunft Morgenrot. 4. Du süßer Jesu Christe, So freundlich und so hold! Ach wenn doch jeder wüßte, Was deine Huld gewollt, Wir würden immerdar Ent⸗ zückt nach oben schauen, Und von den Sternenauen Herab würd alles klar. 5. Ja, von den Ster⸗ nenauen, Wo unsre Heimat ist, Daher käm uns das Schauen, Wer du gewesen bist, Nein, wer du ewig bist: Im Himmel und auf Erden Würd offenbaret wer⸗ den Der ganze Jesus Christ. E. Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Die wir uns allhier bei⸗ sammen finden. 302. Eines wünsch ich mir vor allem andern, Eine Speise früh und spät; Selig läßt's im Thränenthal sich wandern, Wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blut'gem Schweiß 215 und Todesgrauen Auf sein Antlitz niedersank Und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hängend an des Kreuzes Stamm; Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: „Es ist vollbracht!“ 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach meiner Seel getrachtet, Eh ich auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit teurem Loösegeld Mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! sprich du darauf ein Amen! Treu⸗ ster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesus⸗ namen Brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles lassen, In dir leben und in dir erblas⸗ sen, Das sei bis zur letzten Stund Unser Wandel, un⸗ ser Bund! Albert Knapp, 17981864. 216 IV. Heilsordnung. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 303. Velt des Herrn, du hast hienieden Einen langen, schweren Streit! Kämpfe sind dir hier beschie— den, Friede in der Ewigkeit. Lege an die rechte Wehre, Stehe auf dem ew'gen Fels, Daß dir Sieg und Heil be— schere Er, der Heiland Israels! 2. Träumest du von gu⸗ ten Tagen, Oder wachst du auf zum Streit? Wiegst du dich in alten Sagen, Oder kennst du deine Zeit? Hörest du den Ruf der Wächter: „Glaubet ihr, so bleibt ihr stehn! Aber wehe dem Ver— ächter, Denn sein Trost wird untergehn.“ 3. Volk des Herrn, du hast hienieden Einen langen, schweren Streit; Nun, so suche keinen Frieden In der bösen Zeitlichkeit. Führe dei— nes Gottes Kriege! Jesu Kreuz ist das Panier; Unter diesem Zeichen siege; Seine Schmach sei deine Zier! Samuel Preiswerk, 1799—1871. Mel. Christus, der ist mein Leben. 304.— Christo hab ich Frieden, In Christo hab ich Ruh, Ihm lebe ich hie— nieden, Ihm fall ich einst— mals zu. 2. Ihm will ich mich er⸗ geben Im Leben wie im Tod; Er ist mein Heil und Leben, Was hat es da für Not! 3. Was soll ich denn ver⸗ zagen; Ist Christus doch bei mir, Ihm will ich alles kla— gen, Was mich noch drücket hier. 4. Ihm will ich ganz ver— trauen In aller meiner Not, Auf seine Hülfe schauen, Er ist mein Herr und Gott. 5. Er wird mich nicht verlassen, Wenn mich der Tod anficht; Ihn will ich fest umfassen, Wenn mir das Auge bricht. 6. Wenn mein Leib will erkalten, Wenn alles mich verläßt, Will ich mich an ihn halten Und an ihn klam— mern fest. 7. Herr Jesu, du alleine Bist meine Zuversicht, Ich bin auf ewig deine, Mein Gott, verlaß mich nicht! 8. Dein bin ich aller— orten, Dein will ich ewig sein, Dein bin ich hier und dorten, Ach nimm mich zu dir ein! Ludwig Schmidt, geb. 1831. 3. Leben in Gott und Christo. 21⁷ Mel. Christus, der ist mein Leben. 305. Mein Wandel ist auf Erden Und führt dem Himmel zu; Durch Wonnen und Beschwerden Such ich die ew'ge Ruh. 2. Mir geht ein Freund zur Seite, Ein starker Sie⸗ gesheld. Des Schild deckt mich im Streite, Der mir erkämpft das Feld. 3. In Stürmen und im Glücke Hält seine treue Hand Und zieht zu sich zurücke Mich sanft am Liebesband. 4. Ich stehe oder falle, So bin ich Gottes Kind, Weil meine Sünden alle Durch ihn gesühnet sind. 5. Mein Wandel ist auf Erden, Führt mich dem Him⸗ mel zu; In Wonnen und Beschwerden Such ich die ew'ge Ruh. Verfasser unbekannt, seit 1842. V. Gebetslieder. 1. Lob, Dant und Bitte. Eigene Melodie. 306. Herr Gott dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir! Dich, Vater in Ewigkeit, Ehrt die Welt weit und breit. All Engel und Himmelsheer, Und was dienet deiner Ehr, Auch Cherumbim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Heilig ist unser Gott, Der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Geht über Himmel und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Pro-⸗ pheten all, Die teuren Märt'rer allzumal Loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werte Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit; Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Deinen rechten und einigen Sohn, Den heil'gen Geist und Tröster wert Mit rech⸗ tem Dienst sie lobt und ehrt. 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewiger Sohn du bist, Hast nicht verschmäht der Jung⸗ frau Schoß, Zu machen uns von Sünden los. Du hast dem Tod zerstört sein Macht Und all Christen zum Him⸗ mel bracht; Du sitzest zur Rechten Gottes gleich Mit aller Ehr ins Vaters Reich; Ein Richter du zukünftig bist All des, was tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die durch dein Blut erlöset sein; Laß uns im Himmel haben teil Mit den Heiligen am ewigen 1. Lob, Dank und Bitte. 219 Heil; Hilf deinem Voll, Herr Jesu Christ, Und segne, das dein Erbteil ist; Wart und pfleg sein zu aller Zeit Und heb es hoch in Ewig⸗ keit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Und ehr'n dein Namen stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, Vor aller Sünd und Misse⸗ that! Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnä⸗ dig in aller Not! Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wie unser Hoffen zu dir steht! Auf dich hoffen wir, lieber Herr, In Schanden laß uns nimmermehr! Amen! Martin Luther, 1483-1546 (nach Ambrosius, Bischof von Mailand, 4 397: Te Deum lau- damus). Eigene Melodie. 307. Vater unser im Himmelreich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an, Und willst das Beten von uns han: Gieb, daß nicht bet allein der Mund, Hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß auch wir leben heiliglich, Nach deinem Namen wür⸗ diglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, Das arm verführte Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit Und dort hernach in Ewigkeit. Der heil'ge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancher— lei. Des Satans Zorn und groß Gewalt Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich Auf Erden wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidens⸗ zeit, Gehorsam sein in Lieb und Leid; Wehr und steur allem Fleisch und Blut, Das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut unser täglich Brot, Was man be⸗ darf zur Leibesnot; Behüt uns vor Unfried und Streit, Vor Seuchen und vor teurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergieb uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr Schuld und Fehl ver⸗ geben gern; Zu dienen mach uns all bereit In rechter Lieb und Einigkeit. 22⁰ V. Gebetslieder. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, Wenn uns der böse Geist anficht Zur linken und zur rechten Hand; Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst, Und durch des heil'gen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös, Es sind die Zeit und Tage bös; Erlös uns von dem ew'gen Tod Und tröst uns in der letzten Not; Bescher uns auch ein selig End, Nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Am en, das ist: Es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Was wir hiermit gebeten han Auf dein Wort in dem Namen dein; So sprechen wir das„Amen“ fein. Martin Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. 308. Nun lob, mein Seel, den Herren, Was in mir ift, den Namen sein. Sein Wohlthat thut er meh— ren, Vergiß es nicht, o Herze mein; Hat dir dein Sünd vergeben Und heilt dein Schwachheit groß, Beschirmt dein armes Leben, Nimmt dich in seinen Schoß. Mit reichem Trost beschüttet, Ver— jüngt dem Adler gleich; Der Herr schafft Recht, behütet, Die leid'n in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen laͤssen Sein heilig Recht und sein Gericht, Dazu sein Güt ohn Maßen, Es man⸗ gelt an Erbarmung nicht; Den Zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Die Gnad thut er nicht sparen, Den Blöden ist er hold; Sein Güt ist hoch erhaben Ob dem, der fürchtet ihn; So fern der Ost vom Abend, Ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich er⸗ barmen Ob ihrer jungen Kindelein, So thut der Herr uns Armen, So wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennet unsre Schwäche, Er weiß, wir sind nur Staub, Wie Gras auf dürrer Fläche, Ein Blum und fallend Laub; Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine Steht fest und bleibt in Ewigkeit Bei seiner lieb'n Gemeine, Die steht in seiner I 1. Lob, Dank und Bitte. 221 Furcht bereit, Die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet Sein's Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heil'ges Wort. Mein Seel soll auch ver⸗ mehren Sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, 14874541. Eigene Melodie. 309. In dich hab ich gehoffet, Herr, Hilf, daß ich nicht zu Schanden werd Noch ewiglich zu Spotte; Das bitt ich dich: Erhalte mich In deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, Erhör mein Bitt, thu dich herfür, Eil bald mich zu erretten. In Angst und Weh Ich lieg und steh, Hilf mir in mei⸗ nen Nöten. 3. Mein Gott und Schir⸗ mer, steh mir bei, Sei mir ein Burg, darin ich frei Und ritterlich mög streiten Wider mein Feind, Der gar viel seind An mir auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, Mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, Mein Hülf, mein Heil, mein Leben, Mein starker Gott In aller Not: Wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht Mit Lügen und durch falsch Gedicht Viel Netz und heimlich Stricke. Herr, nimm mein wahr In der Gefahr, Be⸗ hüt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir, Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, Aus aller Not Hilf mir am letzten Ende. 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit Sei Gott Vater und Sohn bereit, Dem heil'gen Geist mit Namen. Die göttlich Kraft Mach uns sieghaft Durch Jesum Christum. Amen. Adam Reißner, 1474 bis um 1575. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 310. Herr Gott, der du mein Vater bist, Ich schrei im Namen Jesu Christ Zu dir, auf sein Wort, Eid und Tod: Hör, Helfer treu, in Angst und Not! 2. Laß uns dein Wort, stärk uns im Geist; Hilf, daß wir thun, was du uns heißt; Gieb Fried, Schutz, gute Freund und Brot, Be⸗ hüt die Stadt, du treuer Gott! 3. Errett von Hölle, Sünd und Tod, Aus Leibes und der Seelen Not, Ein selig Stündlein uns bescher: Dein ist das Reich, Kraft, Preis und Ehr! 4. Auf dein Wort sprech ich: Amen! Herr, Aus Gnad mein kleinen Glauben mehr; Du bist allein der Vater mein, Laß mich dein Kind und Erbe sein! Johann Mathesius, 1504—1565. Eigene Melodie. 311. Jo ruf zu dir, Herr Jesu Christ, Ich bitt, erhör mein Klagen; Verleih mir Gnad zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr, ich mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nütz zu sein, Dein Wort zu halten eben. 2. Verleih, daß ich aus V. Gebetslieder. Herzensgrund Den Feinden mög vergeben; Verzeih mir auch zu dieser Stund, Schaff mir ein neues Leben; Dein Wort mein Speis' laß all⸗ weg sein, Damit mein Seel zu nähren, Mich zu wehren, Wenn Unglück gehet her, Das mich von dir möcht kehren. 3. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden; Be⸗ ständig sein ans End gieb mir, Du hast's allein in Händen; Und wem du's giebst, der hat's umsonst, Es mag niemand erwerben Noch ererben Durch Werke deine Gunst, Die uns errett vom Sterben. 4. Ich lieg im Streit und widerstreb, Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen; In deiner Gnad allein ich leb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun An⸗ fechtung und Gefahr, Wollst Du mich nicht verlassen, Fest mich fassen; Behüt mich immerdar; Ich weiß, du wirst's nicht lassen! Johann Agricola, 1492—1566. 1. Lob, Dank und Bitte. 2223 Mel. Christus, der ist mein Leben. 312. Ach vleid urit dei⸗ ner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hin⸗ fort nicht schade Des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser wert, Daß uns beid hier und dorte Sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze Bei uns, du wertes Licht; Dein Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr; Dein Gnad und all Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze Bei uns, du starker Held, Daß uns der Feind nicht trutze, Noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit ver⸗ leihe, Hilf uns aus aller Not! Josua Stegmann, 1588—1632. Eigene Melodie. 313. O Gott, du from⸗ mer Gott, Du Brunnquell aller Gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben; Gesunden Leib gieb mir Und daß in solchem Leib Ein unverletzte Seel Und rein Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, Was mir zu thun ge⸗ bühret, Wozu mich dein Be⸗ feh!l In meinem Stande führet, Gieb, daß ich's thue bald, Zu der Zeit, da ich soll, Und wenn ich's thu, so gieb, Daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen, Laß kein unnützes Wort Aus meinem Munde gehen; Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlich⸗ keit, So laß mich nicht ver⸗ zagen, Gieb einen Helden⸗ mut, Das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich mei⸗ nen Feind Mit Sanftmut überwind, Und wenn ich Rat bedarf, Auch guten Rat er⸗ find. 5. Laß mich mit jeder⸗ mann In Fried und Freund⸗ schaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichtum, Gut und Geld, So gieb auch dies dabei, daß von un⸗ rechtem Gut Nichts unter⸗ menget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt Mein Leben höher bringen, Durch manchen sauern Tritt Hindurch ins Alter dringen: So gieb Ge⸗ duld; vor Sünd Und Schande mich bewahr, Auf daß ich tragen mag Mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End Auf Christi Tod ab— scheiden, Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freu⸗ den. Dem Leib ein Räum⸗ lein gönn Bei frommer Chri⸗ sten Grab, Auf daß er seine Ruh An ihrer Seite hab. 8. Wann du die Toten wirst An jenem Tag er⸗ wecken, So woll auch deine Hand Zu meinem Grab aus⸗ strecken. Laß, Herr, durch deine Stimm Dann meinen Leib erstehn Und schön ver⸗ klärt zur Schar Der Aus⸗ erwählten gehn. Joh. Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 314. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, Dank ihm, o Christenheit! Er läßt dich V. Gebetslieder. freundlich zu sich laden: Freue dich, Israel, seiner Gnaden! ½%½2. Der Herr rezieret Über die ganze Welt; Was sich nur rühret, Alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben; Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, Lasset das Trauern sein! Zu grünen Weiden Stellet euch willig ein; Da läßt er uns sein Wort verkünden, Machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er giebet Speise Reich⸗ lich und überall; Nach Va⸗ ters Weise Sättigt er all⸗ zumal; Er schaffet früh und spaten Regen, Füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis' und ehre Seine Barmherzigkeit, Sein Lob vermehre, Dank ihm, o Christenheit! Uns soll hin⸗ fort kein Unfall schaden: Freue dich, Israel, seiner Gnaden! Matthäus Apelles von Löwenstern, 1594—1648. Eigene Melodie. 315. Nun danket alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große * 2—. 1. Lob, Dank und Bitte. 22⁵ Dinge thut An uns und allen Enden; Der uns von Mutterleib Und Kindesbei⸗ nen an Unzählig viel zu gut Und noch jetzund gethan. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns in seiner Gnad Erhalten fort und fort Und uns aus aller Not Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden gleich, Im höchsten Himmelsthrone; Ihm, dem dreiein'gen Gott, Als der im Anfang war Und ist und bleiben wird Jetzund und immerdar! Martin Rinckart, 1586— 1649. Mel. Nun lob mein Seel den Herren. 316. Man lobt dich in der Stille, Du hocherhab— ner Zions⸗Gott! Des Rüh⸗ mens ist die Fülle Vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden Der Frommen Zuversicht, In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor jedermann Und deinen Ruhm vermeh⸗ ren, So lang er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen, Wer deine Güt und Größe kennt, Und stets dein Lob erneuen, Wer dich in Christo Vater nennt. Dein Name sei gepriesen! Du bist's, der Wunder thut; Du hast auch mir erwiesen, Was mir ist nütz und gut. Drum geb ich mich mit Freu⸗ den Dir, Herr, zu eigen hin; Nichts soll von dir mich scheiden, So lang ich leb und bin. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht, Denn als die Schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, Nun wie vergelt ich's dir? Ach, bleibe mir geneiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und prei— sen weit und breit Dich hier, mein Gott, im Leben Und dort in Ewigkeit. Johann Rist, 1607— 1667. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 317. ⁰ singe dir mit Herz und Mund, Herr, mei⸗ 1⁵ nes Herzens Lust; Ich sing und mach auf Erden kund, :: Was mir von dir be⸗ wußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ew'ge Quelle seist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt.: 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o Vater, nicht von dir„ Allein gegeben werd?: 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld ¾ Mit Tau und Regen netzt d 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost, Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most Zu seinen Zeiten find't?: 6. Wer giebt uns Leben, Kraft und Mut, Wer hält mit seiner Hand Des güld⸗— nen Friedens wertes Gut n In unsrem Vaterland ꝰ: 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir, Du, du mußt alles thun; Du hältst die Wach an unsrer Thür 2: Und läßt uns sicher ruhn.: 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst im⸗ V. Gebetslieder. mer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Ge⸗ fahr 1: Geraten, treulich bei.:: 9. Du strafst uns Sün⸗ der mit Geduld Und schlägst nicht allzusehr; Ja, endlich nimmst du unsre Schuld ) Und wirfst sie in das Meer.:. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht Und giebst uns, was uns hoch erfreut 1 Und dir zu Ehren reicht.:n 11. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, : Wenn uns die Erd ent⸗ 9e9t. 12. Wohlauf, mein Herze, sing und spring Und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding,, Ist selbst und bleibt dein Gut.:, 13. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, Schafft Rat und läßt dich nicht.: 14. Was kränkst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin 1 Auf den, der dich ge⸗ macht.:; — 1. Lob, Dank und Bitte. 22⁷ 15. Hat er dich nicht tes Muts, Die Straf erläßt, von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf„ Hat er zum Heil gekehrt!; 16. Er hat noch niemals was versehn In seinem Re⸗ giment, Nein, was er thut und läßt geschehn,„Das nimmt ein gutes End.:: 17. Ei nun, so laß ihn ferner thun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier im Frieden ruhn„ Und ewig fröhlich sein.: Paul Gerhardt, 1606—1676. Mel. Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 318. Nun danket all und bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer„1 Im Himmel stets vermeld'tl: 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, un⸗ serm höchsten Gut, Der seine Wunder überall„ Und große Dinge thut!: 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an Frisch und gesund erhält, Und wo kein Mensch mehr helfen kann,„ Sich selbst zum Helfer stellt.: „Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet gu⸗ die Schuld vergiebt„ Und thut uns alles Guts.: 5. Er gebe uns ein fröh⸗ lich Herz, Erfrische Geist und Sinn Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz : Ins Meeres Tiefe hin. n 6. Er lasse seinen Frie⸗ den ruhn Auf seines Volkes Land; Er gebe Glück zu un⸗ serm Thun„ Und Heil in allem Stand.: 7. Er lasse seine Lieb und Güt Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht,„ Gar ferne von uns stehn.: 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil Und bleib auch, wenn wir von der Erd Abschei⸗ den, unser Teil.: 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Au⸗ gen zu Und zeig uns drauf sein Angesicht„ Dort in der ew'gen Ruh.: Paul Gerhardt, 16061676. Eigene Melodie. 319. Soltt ich meinem Gott nicht singen, Sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, Wie 4² 228 V. Gebetslieder. so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lieben, Das sein treues Herze regt, Das ohn Ende hebt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Über seine Jungen streckt, Also hat auch immer wieder Mich des Höchsten Arm bedeckt, Allsobald im Mutter— leibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ew'gen Feuer Durch sein teures Blut gewinn. O du Brunnen ohn Ergründen, Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deines Grundes Tiefe finden! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Giebt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch die Welt zur Himmelspfort, Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Macht zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seelen Wohl— ergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Not zustehen, Nimmt er's gleich— falls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt; Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide; In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, Überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich alle liebe Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht ge— leitet, wär ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles — 1. Lob, Dank und Bitte. Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Seine Strafen, seine Schläge, Ob es mir gleich bitter scheint, Dennoch, wenn ich's recht erwäge, Sind es Zeichen, daß mein Freund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das Kreuz zu ihm hinlenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Das weiß ich fürwahr und lasse Mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christen⸗ kreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe find't, Ei, so heb ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind; Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu um⸗ fangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1606—1676. ⁰ Eigene Melodie. 320. Labe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele, das ist mein Be⸗ gehren; Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, Der dich er⸗ hält, Wie es dir selber gefällt; Hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich be⸗ reitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich ge— leitet; In wie viel Not Hat nicht der gnädige Gott Über dir Flügel gebreitet. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge— segnet, Der aus dem Him⸗ mel mit Strömen der Liebe geregnet; Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, Was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht, Lobende schließe mit Amen! Joach. Neander, 1650-1680.—3 230 V. Gebetslieder. Eigene Melodie. 321. Wunderbaner Kö⸗ nig, Herrscher von uns allen, Laß dir unser Lob gefallen! Deine Gnadenströme Hast du lassen fließen, Ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch, Stärk uns doch, Laß die Zunge singen, Laß die Stimme klingen! 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Stärke, Mehr als aller Menschen Werke! Großes Licht der Sonnen, Sende deine Strah⸗ len, Die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, Seid bereit zu ehren Einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Glaubenslieder! Was da Odem holet, Janchze, preise, klinge, Wirf dich in den Staub darnieder! Er ist Gott Zebaoth, Er ist nur zu loben Hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet! Halle⸗ luja singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet! O wohl dir, Glaube mir, Endlich wirst du droben Ohne Sünd ihn loben. Joach. Neander, 1650—1680. Mel. O Gott, du frommer Gott. 322. Wohsauf mein Herz, zu Gott Dein An⸗ dacht fröhlich bringe, Daß dein Wunsch und Gebet Durch alle Wolken dringe, Weil Gott dich beten heißt, Weil dich sein lieber Sohn So freudig treten heißt Vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ist's, der dir Befohlen hat zu beten; Dein Bruder ist's, der dich Vor ihn getrost heißt treten; Der werte Tröster ist's, Der dir die Wort giebt ein; Drum muß auch dein Gebet Gewiß erhöret sein. 3. Da siehst du Gottes Herz, Das dir nichts kann versagen. Sein Mund, sein teures Wort Vertreibt ja alles Zagen; Was dich unmöglich deucht, Kann seine Vaterhand Noch geben, die von dir So viel Not abgewandt. 4. Komm nur, komm freudig her In Jesu Christi Namen; Sprich: Lieber Vater, hilf, Ich bin dein Kind, sprich: Amen! Ich weiß, es wird geschehn, Du wirst mich lassen nicht, Du wirst, du willst, du kannst Thun, was dein Wort verspricht. Joh. Olearius, 1611—1684. 1. Lob, Dank und Bitte. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 32³3. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder thut, Dem Gott, der mein Ge⸗ müte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, der allen Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, O Herrscher aller Thronen, Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Sie preisen deine Schöpfer⸗ macht, Die alles also wohl bedacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott ge⸗ schaffen hat, Das will er auch erhalten; Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not:„Ach Gott, vernimm mein Schreien!“ Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; Ach danket, danket Gott mit mir, Gebt unserm Gott die Ehre! 231 5. Der Herr und nimmer nicht Von sei⸗ nem Volk geschieden. Er bleibet ihre Zuversicht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Ich will dich all mein lebenlang, O Gott, von nun an ehren; Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein Seel und Leib erfreue dich: Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott: Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. So kommet vor sein Angesicht, Mit Jauchzen Dank zu bringen, Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl be— dacht Und alles, alles wohl gemacht, Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jak. Schütz, 1640—1690. ist noch 232 Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 324. Bis hieher hat mich Gott gebracht Durch seine große Güte, Bis hie⸗ her hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüte, Bis hieher hat er mich ge⸗ leit, Bis hieher hat er mich erfreut, Bis hieher mir ge— holfen. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank Für die bisher'ge Treue, Die du, o Gott, mir lebenslang Bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Groß's an mir gethan, Bis hieher mir geholfen! 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, Hilf mir zu allen Stunden, Hilf mir an all und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden, Damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, Er hilft, wie er geholfen. Emilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1706 Mel. Allein Gott in der Höh ei Ehr. 32⁵. Herr Gott, du bist von Ewigkeit Und bleibest V. Gebetslieder. sonder Ende; Die Welt so groß, das Meer so breit Sind Werke deiner Hände; Des Himmels Bau, der Erden Last, Und was du, Herr, geschaffen hast, Zeugt uns von deinem Wesen. 2. Du bist voll Glanz und Majestät, Voll Herrlich— keit und Stärke, Und wer dein Wesen nicht versteht, Dem zeigen deine Werke, Daß du ein Herr der Herren bist Und deine Macht unendlich ist Im Himmel und auf Erden. 2 3. Ich ehre dich in solcher Pracht Im Herzen und mit Worten; Mein Geist erwäget Tag und Nacht Dein Heil an allen Orten; Mein Mund bekennet jedem frei, Daß sonst kein Gott und Herrscher sei, Als du, den wir verehren. 4. Ach Gott, erwecke doch die Welt, Die ganz im Ar⸗ gen lieget, Dich und dein Wort verächtlich hält Und Sünd zur Sünde füget; Du schlägest sie, sie fühlen's nicht; Ach, wenn sie doch dein Straf— gericht Noch zur Erkenntnis brächte. 5. Ich glaube, Herr, du bist mein Gott, Ich will es alle lehren, Sollt auch der fremden Kinder Spott Sich 1. Lob, Dank und Bitte. noch darüber mehren; Ich weiß gewiß, ich traue dir, Du wirst noch ihnen und auch mir, Daß du regierest, zeigen. Mart. Günther, um 1720. Eigene Melodie. 326. Lebr den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Werde ge⸗ priesen früh und spat. Halle— luja, Halleluja! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weibe geboren, Und kehren um zu ihrem Staub; Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hülfe an. Halleluja, Hallelujal 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Des Hülfe der Gott Jakobs ist, Der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen Und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, Und 233 was darinnen ist, gemacht; Alles muß treulich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ist's, der Herr⸗ scher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Hal⸗ leluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, Er ist's, der ihnen Recht verschafft; Hung⸗ rigen will er zur Speis' be⸗ scheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft; Die hart Ge— bundnen macht er frei, Und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, Erhebt, die tief gebeuget gehn; Wo er kann gläubige Seelen finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsehn ist des Fremden Trutz; Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergess'- nen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halle— luja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Des, der so große Wunder thut; Alles 23⁴ V. Gebetslieder. was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heil'gen Geist! Halleluja, Halleluja! Joh. Daniel Herrnschmibt, 1675—1723. Eigene Melobie. 327. Da⸗ dir, Jehovah, will ich singen; Denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, Ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es thu im Namen Jesu Christ, So wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir, Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinnen und Verstand regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl Und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan, So klingt es schön in mei— nem Liede, Und ich bet dich in Geist und Wahrheit an, So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seuf⸗ zern, die ganz unaussprech⸗ lich sind, Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Mit⸗ erbe Jesu Christi sei, Da⸗ her ich„Abba, lieber Va⸗ ter!“ schrei. 5. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen einge⸗ richt Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Na⸗ men deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freu⸗ digkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jederzeit, Die giebst du und thust überschwenglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst ver⸗ tritt; In ihm ist alles Ja und Amen, Was ich von 1. Lob, Dank und Bitte. dir in Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Se⸗ ligkeit. Barthol. Crasselius, 1667—1724. Mel. O Gott, du frommer Gott. 328. Ach Gott, verlaß mich nicht! Gieb mir die Gnadenhände, Ach, führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu mei⸗ ner Seligkeit. Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz; Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wal⸗ len; Ach, laß mich nimmer⸗ mehr In Sünd und Schande fallen! Gieb mir den guten Geist, Gieb Glaubenszuver⸗ sicht, Sei meine Stärk und Kraft, Ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens⸗ grunde: Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde! Wenn mich Versuchung plagt Und meine Seel anficht, So weiche nicht von mir, Ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach, laß dich doch be— 235 wegen; Ach Vater, kröne doch Mit reichem Himmels⸗ segen Die Werke meines Amts, Die Werke meiner Pflicht, Zu thun, was dir gefällt: Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich bleibe dir erge⸗ ben, Hilf mir, o großer Gott, Recht glauben, christ— lich leben Und selig schei— den ab, Zu sehn dein An⸗ gesicht; Hilf mir in Not und Tod, Ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Franck, 1659—1725. Eigene Melodie. 329. O daß ich tausend Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund, So stimmt ich damit um die Wette Vom allertiefsten Her— zensgrund Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan. 2. O daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht; O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, 236 braucht allen euren Fleiß Und stehet munter im Ge— schäfte Zu Gottes, meines Herren Preis. Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir; Ihr schwanken Gräser in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat,(sich mir zum Gehülfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu er— höhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 7. Ich hab es ja mein Lebetage Schon so manch liebes Mal gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Zwar wunderbar, doch wohl geführt; Denn in der größe— Gebetslieder. sten Gefahr Ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tief⸗ sten Leiden Nicht triumphie⸗ rend mit dir gehn? Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht trau— rig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt; Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt; Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, So stimm ich noch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin; Im Himmel soll es besser wer⸗ den, Wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing ich dir im höhern Chor Viel taͤusend Halleluja vor. Joh. Mentzer, 1658—1734. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 330. Wamit soll ich dich wohl loben, Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben Deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen 1. Lob, Dank und Bitte. Deine Gnad und Liebeszei⸗ chen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu und Güte Froh erhebe Tag und Nacht; Denn was ich nur bin und habe, Kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen Und gehäufet Schuld auf Schuld, So möcht ich vor Scham erblas⸗— sen Ob der Langmut und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Hast getragen voll Erbarmen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich über— lege, Wie mit Lieb und Gü⸗ tigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit, So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch den Grund hier zu ergrün⸗ den. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 5. O wie hast du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich aus der Sünden Höhle Möchte zu 237 den Wunden fliehn, Die mich ausgesöhnet haben Und mit Kraft zum Leben laben. Tau⸗ send⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 6. Ja Herr, lauter Gnad und Wahrheit Sind vor deinem Angesicht, Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen Werken Deine Güt und All⸗ macht merken. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kamst du, Herr mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Ganz sich zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Ver— langen Möcht an deinem Willen hangen. Tausend-⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und giebet, Wie's den Kin⸗ dern nützlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist Und dich meiner angenom⸗ men, Wenn's aufs höchste auch gekommen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 9. Du hast mich auf Adlers Flügeln Oft getragen 238 väterlich, In den Thälern, auf den Hügeln Wunderbar erwecket mich; Schien mir alles zu zerrinnen, Ward ich deiner Hülf doch innen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 10. Fielen tausend mir zur Seiten Und zur Rechten zehnmal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel starkes Heer, Daß den Nöten, die mich drangen, Ich jedennoch bin entgangen. Tausend-, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 11. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 12. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir bisher gelungen. Ach, laß meines Lebens Gang Ferner doch durch Jesu Lei⸗ ten Nur gehn in die Ewig⸗ keiten, Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir! Ludw. Andr. Gotter, 1661—1735. V. Gebetslieder. Mel. In allen meinen Thaten. 331. Herr, höre, Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus. Behüte alle Stände Durch deiner Allmacht Hände, Be⸗ schütze Kirch und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reich⸗ lich schallen Zu unsrer See⸗ len Nutz; Bewahr vor allen Rotten, Die deiner Wahr⸗ heit spotten, Beut allen Fein⸗ den Trutz. 3. Gieb du getreue Leh⸗ rer Und unverdrossne Hörer, Die beide Thäter sein; Auf Pflanzen und Begießen Laß dein Gedeihen fließen Und ernte reichlich ein. 4. Gieb unserm Kaiser Glücke, Laß deine Gnaden⸗ blicke Auf unsre Fürsten gehn; Schütz sie auf ihren Thronen Und laß auch ihre Kronen In vollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen, Schaff jedermann sein Recht, Daß Fried und Freud sich müssen In unserm Lande küssen, Ja segne Herr und Knecht. 6. Wend ab in allen Gnaden So Feu'r⸗ als Was⸗ 1. Lob, serschaden, Treib Sturm und Hagel ab; Bewahr des Lan⸗ des Früchte Und mach uns nicht zu nichte, Was deine Hand uns gab. 7. Die Hungrigen erquicke Und bringe die zurücke, Die sonst verirret sein; Die Wit⸗ wen und die Waisen Wollst du mit Troste speisen, Wann sie um Hülfe schrein. 8. Sei allen Kindern Va⸗ ter, Den Müttern sei Be⸗ rater, Den Kleinen gieb Ge⸗ deihn; Zeuch unsre zarte Jugend Zur Frömmigkeit und Tugend, Daß sich die Eltern freun. 9. Komm als ein Arzt der Kranken, Und die im Glauben wanken, Laß nicht zu Grunde gehn; Die Alten heb und trage, Auf daß sie ihre Plage Geduldig über⸗ stehn. 10. Bleib der Verfolgten Stütze, Die Reisenden be⸗ schütze, Die Sterbenden be⸗ gleit Mit deinen Engelscha— ren, Daß sie in Frieden fahren Zu Zions Herrlich⸗ leit. 11. Nun, Herr, du wirst erfüllen, Was wir nach dei⸗ nem Willen In Demut jetzt begehrt; Wir sprechen nun Dank und Bitte. 239 das Amen In unsres Jesu Namen, So ist der Wunsch gewährt. Benj. Schmolck, 1672-1737. Mel. Jesu, meine Freude. 332. Algenngsam We⸗ sen, Das ich hab erlesen Mir zum höchsten Gut! Du vergnügst alleine Völlig, innig, reine, Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, Ist still und satt, Wer dir kann im Geist anhangen, Darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, Kann in Frieden leben; Er hat, was er will. Wer im Herzensgrunde Lebt mit dir im Bunde, Liebet und ist still. Bist du da Und innig nah, Muß das Schönste bald erbleichen Und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein! Was Geschöpfe haben, Kann den Geist nicht laben: Du ver⸗ gnügst allein. Was ich mehr Als dich begehr, Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden Droben und auf Erden, Alles reicht nicht 24⁰ V. Gebetslieder. zu. Einer nur kann geben Freude, Ruh und Leben, Eins ist not: Nur du! Hab ich dich Nur wesentlich, So mag Leib und Seel ver— schmachten, Ich will's doch nicht achten. 3. Laß von dir mich scheiden Freuden nicht noch Leiden, Keine Kreatur; Stets nach dir verlangen, Kindlich an dir hangen Sei mein Himmel nur! Bleib nur du Mein Gut und Ruh, Bis du wirst in jenem Leben Dich mir völlig geben. Gerh. Tersteegen, 1697—1769. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 333. Großer Gott, wir fallen nieder; Zwar du be— darfst nicht unsrer Lieder, Uns ziemt und nützt dein Lob so sehr. Dir zum Lob sind wir geboren, So teu'r erkauft, so hoch erkoren! O Seligkeit, dir geben Ehr! Zu deinem Lobe nur Ist alle Kreatur. Sel'ges Wesen, Laß uns dir nahn, Wir beten an, In Geist und Wahrheit sei's gethan. 2. Droben steht vor dei— nem Throne Im Schmuck der Überwinderkrone Der Erstgebornen sel'ge Schar, Samt den unzählbaren From— men, Die durch den Sohn zu dir gekommen; Sie bringen ihre Psalmen dar: Macht, Weisheit, Herrlich— keit, Preis, Dank in Ewig⸗ keit! Amen, Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 3. Gott, sie loben deine Werke, Die Weisheit, Liebe, Huld und Stärke Und bringen dir allein die Ehr; Schaun im Licht auf deinen Wegen Gerechtigkeit und Heil und Segen, Ihr „Amen“ sagt unendlich mehr. Ihr Lob zu wenig ist; Dein Lob du selber bist. Amen, Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 4. Durch dein Wollen muß bestehen. Was wir durch dich geschaffen sehen; Dein Werk ist groß und wunderbar. Lob muß dir von allen werden Im Him⸗ mel, Meer und auf der Erden, Es stellt von deiner Pracht was dar. Dein Lob ist eingeprägt In allem, was sich regt. Amen, Amen! Auch wir sind dein Und — 1. Lob, Dank und Bitte. stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 5. Alle jene Millionen, Die als dein Volk auf Erden wohnen, Erheben dich, du ew'ges Gut! Freuen sich, dich zu bekennen, Gott, ihren Vater dich zu nennen, Der sie erlöst durch Christi Blut, Ihr allgenügend Teil, Ihr Trost, ihr ganzes Heil. Amen, Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 6. Komm, in uns dich zu verklären, Daß wir dich würdiglich verehren; Nimm unser Herz zum Heiligtum, Daß es ganz von dir ge⸗ stillet, Von deiner Herrlich⸗ keit erfüllet Zerfließ in deiner Gottheit Ruhm. Dich, unser höchstes Gut, Erhebe Geist und Mut. Amen, Amen! Halleluja, Halleluja! Der Herr ist groß und gut und nah! Gerh. Tersteegen, 1697—1769. Mel. Christus, der ist mein Leben. 334. So lang ich hier noch walle, Soll dies mein Seufzer sein, Ich sprech bei jedem Falle: Herr, hilf mir, ich bin dein! 241 2. Wenn morgens ich erwache Und schlafe abends ein, Befehl ich Gott die Sache: Herr, hilf mir, ich bin dein! 3. Geh ich an die Ge— schäfte, So bitt ich zum Gedeihn Ihn um Verstand und Kräfte: Herr, hilf mir, ich bin dein! 4. Will sich mein Fleisch vergehen, Betrogen von dem Schein, So halt ich an mit Flehen: Herr, hilf mir, ich bin dein! 5. Wenn mich die Sün⸗ den kränken, So kann ich noch allein An den Ver⸗ söhner denken: Herr, hilf mir, ich bin dein! 6. Fühl ich mich schwach im Beten, Und ist mein Glaube klein, Soll mich sein Geist vertreten: Herr, hilf mir, ich bin dein! 7. Wenn ich in Leidens⸗ tagen Bei seiner Rute wein, So will ich kindlich sagen: Herr, hilf mir, ich bin dein! 8. Will Satan mich be⸗ rauben, Und macht die Welt mir Pein, Ruf ich getrost im Glaͤuben: Herr, hilf mir, ich bin dein! 9. Macht auch mein Herz mir Grauen, Der Herr sei 16 242 V. Gebetslieder. nicht mehr mein, So seufz' ich voll Vertrauen: Herr, hilf mir, ich bin dein! 10. In meinen letzten Stunden Schätz ich mich heil und rein Durch meines Heilands Wunden; Er hilft mir, ich bin sein! Phil. Friedr. Hiller, 1699—1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 335. Gott deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken gehen; Du krönst uns mit Barmherzigkeit Und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, Vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, Denn ich will vor dir beten. „2. Ich bitte nicht um Überfluß Und Schätze dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, Dich Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, So sehr sie Menschen rühren; Des guten Namens Eigentum Laß mich nur nicht ver⸗ lieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, Der Ruhm vor deinem Angesicht Und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, Auch nicht um langes Leben; Im Glücke Demut, Mut in Not, Das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 336. Gott ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke, Hehr ist sein Nam, Und groß sind seine Werke Und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, So sind und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid Und seine Wahl das Beste; Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Feste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn Anfang Gott Und Gott in 1. Lob, Dank und Bitte. ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war In Himmel, Erd und Meere, Das kennet Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich Vor— oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. . Er ist dir nah, Du sitzest oder gehest; Ob du ans Meer, Ob du gen Him⸗ mel flöhest, So ist er allent⸗ halben da. 8. Er kennt mein Flehn Und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft Ich Gutes thu und fehle, Und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb auf sein Buch, Wie lang ich leben sollte, Da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht an⸗ gehöre. Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, Den du hast werden lassen, Verkün⸗ digt seines Schöpfers Macht. 243 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel; Du Luft und Meer, Ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, Führst uns auf grüne Wei⸗ den, Und Nacht und Tag Und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; Sollt ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, Will Gott mein Retter wer⸗ den, So frag ich nichts Nach Himmel und nach Erden Und biete selbst der Hölle Trutz. Chr. Fürchtegott Gellert, 171⁵5—1769. Es ist das Heil uns kommen her. 337. Wem ich, o Schöpfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege, So weiß ich von Bewundrung voll Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater! Mel. 16· 2⁴⁴ V. Gebetslieder. 2. Mein Auge sieht, wo⸗ hin es blickt, Die Wunder deiner Werke; Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht, Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt den Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen! 4— Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm‚, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge⸗ ringste Wurm, Bringt mei⸗ nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; Bringt unserm Schöpfer Ehre „Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wun⸗ derbar bereitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erkennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täg⸗ licher Beweis Von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen; Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag: Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien ihm gern; Wer wollte Gott nicht dienen? Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 338. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärte⸗ tem Gemüte Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunder⸗ bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich ge⸗ leitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem 1. Lob, Dank und Bitte. du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewig⸗ lich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht; Und ob ich schon aus Schwach— heit fehle. Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immer⸗ dar vor Augen sein; Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur 245 Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 339. De Herr ist Gott und keiner mehr; Frohlockt ihm, alle From⸗ men! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herr⸗ lich, so vollbommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, Er ist unendlich, grenzenlos In seinem gan⸗ zen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszuspre⸗ chen, wer ermißt Die Dauer seines Lebens? Wir Men⸗ schen sind von gestern her; Eh noch die Erde war, war er, Und eher als die Himmel. 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet; Ihn fas⸗ sen alle Himmel nicht, Die seine Kraft erfüllet; Er blei⸗ bet ewig, wie er war, Ver⸗ borgen und doch offenbar In seiner Werke Wundern. 246 V. Gebetslieder. 4. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Fin⸗ sternis, Was ihr beginnt; er sieht's gewiß, Er sieht es schon von ferne. 5. Wer schützt den Welt⸗ bau ohne dich, O Herr, vor seinem Falle? Allgegen⸗— wärtig breitet sich Dein Fittich über alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, der verschonet. 6. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, Ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich, wer ist wie er, So herrlich, so voll⸗ kommen? Joh. Andr. Cramer, 1723—1788. Mel. Sollt es gleich bisweilen. 340. Urquell aller Selig⸗ keiten, Die in Strömen sich verbreiten Durch der Schöp⸗ fung weit Gebiet, Vater, hör mein flehend Lied! 2. Nicht um Güter dieser Erde, Nicht damit ich rei⸗— cher werde, Auch um Welt— lust komm ich nicht, Vater, vor dein Angesicht. 3. Schätze, die mich nicht verlassen, Wenn ich sterbend werd erblassen, Tugenden, des Christen wert, Sind es, die mein Herz begehrt. 4. Geber aller guten Gaben! Festen Glauben möcht ich haben, Den kein Zweifel, keine Nacht Schwe— rer Leiden wankend macht. 5. Unverfälschte, wahre Liebe, Voller edler, reiner Triebe; Liebe, die dem Feind verzeiht Und dem Freund das Leben weiht; 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, Wenn die Welt ihr alles raubte, Hin⸗ blickt, wo sie wonnevoll Alles wieder finden soll. 7. Starken Mut im Kampf des Christen Mit der Welt und ihren Küsten, Sieg dem Geist, und wenn er siegt, Demut, die im Staub sich schmiegt. 8. Stärke, alle Lebens⸗ plagen Mit Gelassenheit zu tragen; Stilles Harren, bis der Tod Mich erlöst auf dein Gebot; 1. Lob, Dank und Bitte. 9. Seelenruhe, Mut im Sterben, Wenn die Lippen sich entfärben, Und der letzte Seufzer spricht: O mein Jesu, laß mich nicht! 10. Herr, du wollst im Erdenleben Mir nur diese Güter geben, Bis dein Ruf einst meinen Eeist Zu dir, Vater, kommen heißt. Chr. Friedr. Daniel Schubart, 1739—1791. Eigene Melodie. 341. Ichovah, Jehovah, Jehovah! Deinem Namen Sei Ehre, Macht und Ruhm. Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt Auf dein Wort in Staub zer⸗ fällt, Soll in unsern Hallen Das„Heilig, Heilig, Heilig!“ erschallen. Halleluja, Hal— leluja! Gottl. Konr. Pfeffel, 1736—-1809. Eigene Melodie. 342. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, Nicht einen Schritt; Wo du wirst gehn und stehen, Da nimm mich mit. 247 2. In dein Erbarmen hülle Mein schwaches Herz, Und mach es gänzlich stille In Freud und Schmerz; Laß ruhn zu deinen Füßen Dein armes Kind; Es wird die Augen schließen Und glauben blind. 3. Wenn ich auch gleich nichts fühle Von deiner Macht, Du führst mich doch zum Ziele Auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich! Julie Hausmann, geb. 1826. Mel. Wie groß ist des All-⸗ mächt'gen Güte. 343. Veingt Dank dem Herrscher, Preis und Ehre! Frohlockt im Staube, betet an! Vom ganzen erdgeschaff— nen Heere Darf nur der Mensch zu Gott sich nahn. Er darf's, wo ihren hehren Flügel Die Andacht seiner Seele leiht; Im Tempel, auf dem Blumenhügel, Im Schatten stiller Einsamkeit. 2. Wie festlich prangt die Morgenröte, Das stille Abendrot, wie schön, Wenn wir im heiligen Gebete Durch ihren Glanz zum Schöpfer 248 V. sehn! Wie schimmert in der Nacht die Ferne, Wenn schaudernd, doch voll Zuver⸗ sicht Der Fromme mit dem Gott der Sterne Als Kind mit seinem Vater spricht. 3. Nie leichter fühlt der Christ die Bürde, Die ihn oft matt zur Erde zieht, Nie mehr die Hoheit seiner Würde, Als wenn er vor der Gottheit kniet. Da at⸗ met schon der Staubver⸗ wandte Das Leben, das im Himmel lebt, Zu dem er aus dem Sinnenlande Durch stille Grabesschauer schwebt. 4. Da schwindet jedes Glück der Erde Vor seinem hellen Blick in nichts; Da schwinden Kummer und Be⸗ schwerde, Wie Schatten vor der Macht des Lichts. Drum laßt, mit reiner Seelen⸗Fülle, Uns oft dem Weltgeräusch entfliehn Und in dem Him⸗ mel unsrer Stille Vor dem Erhabnen betend knien. Verfasser unbekannt. Eigene Melodie. 344. Gioßer Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke. Vor dir beugt die Erde sich Und bewundert deine Werke. Wie du warst Gebetslieder. vor aller Zeit, du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Sera⸗ phinen Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in sel ger Ruh„Heilig, heilig, heilig!“ zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth, Heilig, Herr der Kriegesheere, Starker Helfer in der Not, Himmel, Erde, Luft und Meere Sind er⸗ füllt von deinem Ruhm, Alles ist dein Eigentum. 4. Der Apostel heil'ger Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu deinem Thron empor Neue Lob— und Dankgesänge. Der Blut— zeugen große Schar Lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erden⸗ kreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater; dir zum Preis Singt die heilige Gemeine; Sie ver⸗ ehrt auf seinem Thron Dei⸗ nen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'- gen Geist, Welcher uns mit solchen Lehren Und mit Troste kräftig speist, Der, o König aller Ehren, Der mit dir, Herr Jesu Christ, Und dem Vater ewig ist. So bleibst Kreuz- und Trostlieder. 2⁴9 7. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen! Deine Güte zeige sich Allen der Ver— heißung wegen! hoffen wir allein, nicht verloren sein! Verfasser unbekannt. Auf dich Laß uns 2. üreuz⸗ und Crastlieder. Eigene Melodie. 345. Was mein Gott will, gescheh allzeit, Sein Will, der ist der beste; Zu helfen dem er ist bereit, Der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, Der fromme Gott, Und züchtiget mit Ma⸗ ßen. Wer Gott vertraut, Fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, Mein Hoff⸗ nung und mein Leben; Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht wi⸗ derstreben. Sein Wort ist wahr, Er hat das Haar Auf meinem Haupt gezählet; Er sorgt und wacht, Nimmt uns in acht, Auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt Hinfahrn nach Gottes Willen Zu mei⸗ nem Gott; wenn's ihm ge— fällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme Seel Ich Gott befehl In meiner letz⸗ ten Stunden; Du frommer Gott! Sünd, Höll und Tod Hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, Du wollst mir's nicht versagen: Wenn mich der böse Feind anficht, Laß mich, Herr, nicht ver⸗ zagen. Hilf mir und wehr, Ach Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Wer das begehrt, Dem wird's ge⸗ währt; Drauf sprech ich fröhlich: Amen! Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg⸗ 556—(2), 1522—1557 Eigene Melodie. 346. Werum betrübst du dich, mein Herz, Beküm⸗ merst dich und trägest Schmerz Nur um das zeit— 250 V. Gebetslieder. lich Gut? Vertrau du dei⸗ nem Herrn und Gott, Der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, Er weiß gar wohl, was dir gebricht, Himmel und Erd ist sein; Er ist mein Vater und mein Gott, Der mir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Dein Kind du nimmermehr vergißt, Du väterliches Herz. Ich bin nur Erd und weiß ohn dich Auf Erden keinen Trost für mich. 4. Der Reiche trotzt auf zeitlich Gut, Ich tran auf dich mit festem Mut, Ob ich gleich werd veracht; Ich weiß und glaube festiglich, Wer dir vertraut, dem mangelt's nicht. 5. Du bist, o Gott, so reich noch heut, Als du es warst von Ewigkeit, Zu dir steht mein Vertrau'n; Mach reich an meiner Seele mich, So g'nügt mir hier und ewiglich. 6. Der eitlen Ehr ich gern entbehr, Das Ewige mir nur gewähr, Das du erworben hast Durch deinen herben, bittern Tod: Das bitt ich dich, mein Herr und Gott. 7. Denn alles, was auf dieser Welt, Es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, Das währt nur eine kleine Zeit Und hilft doch nichts zur Selig— keit. 8. Ich danle dir, Herr Jesu Christ, Daß solches kund mir worden ist Durch dein göttliches Wort; Ver⸗ leih mir auch Beständigkeit Zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, Daß du hast alles wohlgemacht; Ich bitt demütig dich, Du wollst von deinem Angesicht Mich ewiglicht verstoßen nicht. Verfasser unbekannt, um 1565. Eigene Melodie. 347. Wenn wir in höch⸗ sten Nöten sein Und wissen nicht wo aus und ein Und finden weder Hülf noch Rat, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist das unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Dich anrufen, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Not. 2. Kreuz⸗ und Trostlieder. 3. Und heben unser Aug und Herz Zu dir in wahrer Reu und Schmerz Und suchen der Sünd Vergebung Und aller Strafen Linde— rung, 4. Die du verheißest gnä⸗ diglich Allen, die darum bitten dich Im Namen des Herrn Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprach ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, Und klagen dir all unser Not, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünde groß, Sprich uns von ihr aus Gnaden los, Steh uns in unserm Elend bei, Mach uns von allen Sünden frei; 7. Auf daß von Herzen können wir Nachmals mit Freuden danken dir, Ge— horsam sein nach deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1511—1569. Mel. Was mein Gott will, ge⸗ scheh allzeit. 348. Wer Gott ver⸗ traut, Hat wohl gebaut Im Himmel und auf Erden; Wer sich verläßt Auf Jesum 251 Christ, Dem muß der Him⸗ mel werden. Darum auf dich All Hoffnung ich Ganz fest und treu will setzen; Herr Jesu Christ, Mein Trost du bist In Todesnot und Schmerzen. 2. Und wenn's gleich wär Dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider, Den⸗ noch so bist Du, Jesu Christ, Der sie all schlägt darnieder. Und wenn ich dich Nur hab um mich Mit deinem Geist und Gnaden, So kann fürwahr Mir ganz und gar Nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich Ganz sicherlich, Denn du kannst mir wohl geben, Was mir ist not, Du treuer Gott, Hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu, Mein Herz erneu, Errette Leib und Seele; Ach höre, Herr, Dies mein Begehr Und laß mein Bitt nicht fehlen. Joach. Magdeburg, 1525 bis nach 1583. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 349. err, wie du willst, so schick's mit mir Im Leben und im Sterben; 252 Allein zu dir steht mein Be⸗ gier, Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; gieb mir Geduld, Denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Und Lieb zu deinem Worte; Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr Und gieb mir hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit; Wend ab all Un⸗ gerechtigkeit In meinem gan⸗ zen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat Von dieser Welt abscheiden, Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, Daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, O Herr; ein seligs End gieb mir Durch Jesum Christum, Amen! Kaspar Bienemann(Melissander), 1540—1594. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 350. Von Gott will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Sonst ging ich in der Irr. Er reicht mir seine Hand; Den Abend wie den Mor— gen Will er mich wohl ver— V. Gebetslieder. sorgen, Wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Men⸗ schen Treue Und Wohltha all verkehrt, So wird mir bald aufs neue Sein Macht und Gnad bewährt; Er hilft aus aller Not, Befreit von Sünd und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenn's auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen In meiner schweren Zeit, So kann mir gar nicht grauen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott, dem Herrn, ergeben; Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Denn was mir nützlich ist. Er meint's gut mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ, Den ein⸗ gebornen Sohn, Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seele nähret; Lobt ihn im Himmelsthron! 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Die er uns beide schenkt; Das ist ein sel'ge Stunde, Darin man sein gedenkt. Sonst ist all unsre Zeit Verloren hier 2. Kreuz⸗ und Trostlieder. auf Erden; Wir sollen selig werden Und sein in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet Mit ihrem Stolz und Pracht, Nicht Ehr noch Gut bestehet, Zuvor so groß geacht; Wir werden nach dem Tod Tief in die Erd begraben, Wenn wir geschla⸗ fen haben, Will uns erwecken Gott. 7. Darum, ob ich schon dulde Hier Widerwärtigkeit, Wie ich's auch wohl ver⸗ schulde, Kommt doch die Ewigkeit, Die aller Freude voll, Dieweil ich Christum kenne Und mich von ihm nicht trenne, Mein Erbteil werden soll. 8. Das ist des Vaters Wille, Der uns geschaffen hat, Sein Sohn giebt uns die Fülle Der Wahrheit und der Gnad; Und Gott, der heil'ge Geist, Im Glauben uns regieret, Zum Reich des Himmels führet, Drum sei er hochgepreist! Ludwig Helmbold, 1532—1598. Eigene Melodie. 351. Auf meinen lieben Gott Trau ich in Angst und Not, Er kann mich allzeit 253 retten Aus Trübsal, Angst und Nöten, Mein Unglück kann er wenden: Es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, Will ich verzagen nicht; Auf Christum will ich bauen Und ihm allein ver⸗ trauen, Ihm will ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Ist Sterben mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben; Dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, Mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du geduldig bist Für mich am Kreuz gestorben, Hast mir das Heil erworben Und bringst uns all zugleiche Zum ew'-⸗ gen Himmelreiche. 5. Amen! Zu aller Stund Sprech ich aus Herzens— grund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Ewiglich prei⸗ sen. Amen! Friedr. Beurhaus(2), gest. 1609. Mel. Vater unser im Himmelreich. 352. Ach Gott, wie manches Herzeleid Begegnet mir zu dieser Zeit; Der schmale Weg ist trübsalvoll, Den ich zum Himmel wan⸗ dern soll; Wie schwer doch läßt sich Fleisch und Blut Zwingen zu dem ewigen Gut. 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, H und Rat Allzeit gewiß ge⸗ funden hat. Niemand jemals verlassen ist, Der fest ver⸗ traut auf Jesum Christ. 3. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, So weißt du, Herr, daß ich's nicht acht. Wenn ich dich hab, so hab ich wohl, Was mich ewig erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, Was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 4. Kein bessre Treu auf Erden ist, Denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; Ich weiß, daß du mich nicht ver läßt, Dein Wahrheit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter, treuer Hirt, Der mich ewig behüten wird. 5. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, Mein's V. Gebetslieder. Herzens Schatz und mein Reichtum: Ich kann's doch ja nicht zeigen an, Wie hoch dein Nam erfreuen kann; Wer Glaub und Lieb im Herzen hat, Der wird's erfahren mit der That. 6. Wenn ich mein Hoff— nung stell zu dir, So fühl ich Fried und Trost in mir; Wenn ich in Nöten bet und sing. So wird mein Herz recht guter Ding. Dein Geist bezeugt, daß solches frei Des ew'gen Lebens Vor⸗ schmack sei. 7. Drum will ich, weil ich lebe noch, Gern tragen deines Kreuzes Joch; Mein Gott, mach mich dazu be— reit, Es dient zum besten allezeit. Hilf mir mein Sach recht greifen an, Daß ich den Lauf vollenden kann. Konrad Hojer, um 1570-1612. Eigene Melodie. 353. allen meinen Thaten Laß ich den Höch— sten raten, Der alles kann und hat; Er muß zu allen Dingen, Soll's anders wohl gelingen, Selbst geben Rat und That. 2. Kreuz- und Trostlieder. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst; Er mag's mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell's in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen, Und was mir selig ist; Ich nehm es, wie er's giebet; Was ihm von mir beliebet, Das hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gna⸗ den, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Übel schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, So wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir nützt. 5. Er wolle meiner Sün⸗ den In Gnaden mich ent— binden, Durchstreichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urteil sprechen Und haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, Lieg oder zieh ich fort; In Schwachheit und in Banden, Und was mir stößt zu Handen, So tröstet mich sein Wort. 7. Hat er es denn be⸗ schlossen, So will ich un— verdrossen An mein Ver⸗ 255 hängnis gehn; Kein Unfall unter allen Wird je zu hart mir fallen, Ich will ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir ge⸗ beut; Es sei heut oder morgen: Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe Weiß allen Sachen Rat. Paul Flemming, 1609-1640. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 354. Sei getreu bis an das Ende, Daß nicht Marter, Angst und Not Dich von deinem Jesu wende; Sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit Ist nicht wert der Herrlichkeit, Die dein Jesus dir will geben Dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Leiden Und laß dich kein Ungemach Von der Liebe Jesu scheiden, Murre nicht 256 mit Weh und Ach; Denn du machest deine Schuld Größer nur durch Ungeduld. Leichter trägt, wer willig träget, Was sein Gott ihm auferleget. 3. Sei getreu in deinem Glauben! Laß dir dessen festen Grund Ja nicht aus dem Herzen rauben; Halte treulich deinen Bund, Den dein Gott durchs Wasserbad Fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, Wenn du treulos ihm ge— schworen. 4. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt! An dem Näch⸗ sten Gutes übe, Ob er dich gleich hart betrübt. Denke, wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat. Du mußt, soll dir Gott vergeben, Auch verzeihn und liebreich leben. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Gottes Wort; Hat dich Kreuz und Not betroffen, Und Gott hilft nicht allso⸗ fort: Hoff auf ihn doch festiglich! Sein Herz bricht ihm gegen dich, Seine Hülf ist schon vorhanden, Hoff⸗ nung machet nie zu Schan⸗ den. V. Gebetslieder. 6. Nun wohlan, so will ich leiden, Glauben, lieben, hoffen fest, Will getreu · sein bis zum Scheiden, Weil mein Gott mich nicht ver— läßt. Herr, den meine Seele liebt, Dem sie sich im Kreuz ergiebt, Sieh, ich fasse deine Hände: Hilf mir treu sein bis ans Ende! Nach Benj. Prätorius, 1571—4668. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 355. O du betrübte Seele mein, Stell doch ein⸗ mal das Trauern ein, Schwing die Gedanken über sich: Der wohnt im Him⸗ mel, kennet dich. 2. Gedenke doch an Je⸗ sum Christ, Der weiß aufs best, was nützlich ist Und dienet deiner Seligkeit, Die er durch seinen Tod bereit't. 3. So du ein rechter Christ willst sein, So mußt du, gleich dem Herren dein, Das Kreuze tragen in der Still, Dies ist des Herren ernster Will. 4. Willst du genießen seiner Freud, Mußt du zu⸗ vor mittragen Leid; Die himmlisch Rosen bricht man 2. Kreuz- und Trostlieder. 257⁷ nicht, Eh uns ein Dorn des Kreuzes sticht. 5. So ist auch nur ein Augenblick, Daß währet alles Mißgeschick, Wenn du be— denkst die Ewigkeit, Darin besteht die Seligkeit. 6. Wohlan, so mag's nur immer gehn, Wie mir es ist von Gott versehn; Was er mir schickt, ist alles gut, Ob gleich nicht alles sanft mir thut. 7. Ihm sei es gänzlich heimgestellt, Er mach's nur, wie es ihm gefällt, Und laß den schwachen Willen mein Sein'm Willen ganz ergeben sein. Joh. Mich. Dilherr, 1604—4669. Mel. Singen wir aus Herzens⸗ grund. 356. Auf den Nebel folgt die Sonn, Auf das Trauern Freud und Wonn, Auf die schwere, bittre Pein Stellt sich Trost und Labsal ein; Meine Seele, die zu⸗ vor Sank bis zu dem Höllenthor, Steigt nun bis zum Himmelschor. 2. Der, vor dem die Welt erschrickt, Hat mir meinen Geist erquickt, Seine 8 hohe, starke Hand Reißt mich aus der Höllen Band; Alle seine Lieb und Güt Uberströmet mein Gemüt, Daß es nun in Lieb er⸗ 3. Hab ich vormals Angst gefühlt, Hat der Gram mein Herz zerwühlt, Hat der Kummer mich beschwert, Hat die Sünde mich bethört: Ei, so bin ich nunmehr frei, Heil und Rettung, Schutz und Treu Steht mir wieder treulich bei. 4. Gott läßt keinen trau⸗ rig stehn, Noch mit Schimpf zurücke gehn, Der sich ihm zu eigen schenkt Und ihn in sein Herze senkt: Wer auf Gott sein Hoffnung setzt, Findet endlich und zuletzt, Was ihm Leib und Seel ergötzt. 5. Kommt's nicht heute, wie man will, Sei man nur ein wenig still; Ist doch morgen auch ein Tag, Da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt: Wann die kommt, kommt unsre Bitt Und die Freude reichlich mit. 6. Als ich furchtsam und verzagt Mich selbst und mein Herz geplagt, Als ich manche liebe Nacht Mich 17 258 V. Gebetslieder. mit Wachen krank gemacht; Als mir aller Mut entfiel, Tratst du selbst, mein Gott, ins Spiel, Gabst dem Un⸗ fall Maß und Ziel. 7. Nun so lang ich in der Welt Haben werde Haus und Zelt, Soll mir dieser Wunderschein Stets vor meinen Augen sein; Ich will all mein lebenlang Mei— nem Gott mit Lobgesang Hierfür bringen Preis und Dank. 8. Allen Jammer, allen Schmerz, Den des ew'gen Vaters Herz Mir schon jetzo zugezählt Oder künftig auserwählt, Will ich hier in diesem Lauf Meines Lebens allzuhauf Frisch und freudig nehmen auf. 9. Ich will gehn in Angst und Not, Ich will gehn bis in den Tod, Ich will gehn ins Grab hinein Und doch allzeit fröhlich sein; Wem der Stärkste bei will stehn, Wen der Höchste will erhöhn, Kann nicht ganz zu Grunde gehn. Paul Gerhardt, 1606-1676 Mel. Herzlich thut mich ver— langen. 357. B efiehl du deine Wege, Und was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Des, der den Him⸗ mel lenkt: Der Wolken, Luft und Winden Giebt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dir's soll wohlergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott ihm gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein ew'ge Treu und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Ge— blüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zu Stand und Wesen, Was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du aller⸗ wegen, An Mitteln fehlt's dir nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk kann niemand hindern, Dein Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kin⸗ dern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten wider⸗ 2. Kreuz- und stehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn: Was er ihm vorge⸗ nommen, Und was er haben will, Das muß doch end— lich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff und sei unver⸗ zagt! Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf! gieb dei⸗ nem Schmerze gute Nacht! was das Herze Betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll: Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich Und Sorgen Laß fahren, wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rat Das Werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und thun an sei⸗ Trostlieder. 259 nem Teile, Als hätt in seinem Sinn Er deiner sich begeben Und sollt'st du für und für In Angst und Nöten schweben, Als frag er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da du's am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Den Sieg und Ehrenkron. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende Mit aller unsrer Not! Stärk unsre Füß und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1606—4676. 260 V. Gebetslieder. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 358. Geduld ist euch vonnöten, Wenn Sorge, Gram und Leid, Und was euch mehr will töten, Euch in das Herze schneid't. O auserwählte Schar! Soll euch der Tod nicht töten, Ist euch Geduld vonnöten, Das ist gewißlich wahr. 2. Geduld ist Gottes Gabe Und seines Geistes Gut, Er schenkt sie uns zur Habe, Sobald er in uns ruht. Der edle, werte Gast Erlöst uns von dem Zagen Und hilft uns treu— lich tragen Die große Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben Und hängt an Gottes Wort:Das läßt sie sich nicht rauben, Das ist ihr Heil und Hort, Das ist ihr hoher Wall; Da hält sie sich verborgen, Läßt Gott, den Vater, sorgen Und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zu⸗ frieden Mit Gottes weisem Rat, Läßt sich nicht leicht ermüden Durch Aufschub seiner Gnad, Hält frisch und fröhlich aus, Läßt sich getrost beschweren Und denkt: „Wer will's ihm wehren? Ist er doch Herr im Haus!“ 5. Geduld dient Gott zu Ehren Und läßt sich nim⸗ mermehr Von seiner Liebe kehren; Und schlüg er noch so sehr, So ist sie doch be— dacht, Sein heil'ge Hand zu loben, Spricht:„Gott, der hoch erhoben, Hat alles wohl gemacht!“ 6. Geduld ist mein Ver⸗ langen Und meines Herzens Lust, Nach der ich oft ge— gangen, Das ist dir wohl bewußt, Herr voller Gnad und Huld! Ach gieb mir und gewähre Mein Bitten, ich begehre Nichts anders als Geduld. 7. Geduld ist meine Bitte, Die ich sehr oft und viel Aus dieser Leibeshütte Zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, So gieb durch deine Hände Auch ein geduldig Ende, So hab ich alles g'nug! Paul Gerhardt, 1606—1676. Eigene Melodie. 359. Gieb dich zufrie— den und sei stille In dem Gotte deines Lebens. In ihm ruht aller Freuden Fülle, 2. Kreuz⸗ und Trostlieder. Ohn ihn mühst du dich ver⸗ gebens. Er ist dein Quell Und deine Sonne, Scheint täglich hell Zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, Unge⸗ färbten treuen Herzens. Wo er steht, thut dir keinen Schaden Auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not Kann er bald wenden, Ja, auch den Tod Hat er in Händen. Gieb dich zufrieden! 3. Wie dir's und andern oft ergehe, Ist ihm wahr— lich nicht verborgen. Er sieht und kennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sor⸗— gen; Er zählt den Lauf Der heißen Thränen Und faßt zuhauf All unser Seh⸗ nen. Gieb dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Ein'⸗ ger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Als⸗ dann will er dein Treuster werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid Und heimlich Grämen Und weiß die Zeit, Dir's zu benehmen. Gieb dich zufrieden! 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Her⸗ 261 zens stilles Klagen, Und was du keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar kühnlich sagen; Er ist nicht fern, Steht in der Mitten, Hört bald und gern Der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, Halt an Gott, so wirst du siegen; Ob alle Fluten dich um— ringen, Wirst du doch nicht unterliegen. Denn, wenn du wirst Zu hoch beschweret, Hat Gott, dein Fürst, Dich schon erhöret. Gieb dich zu⸗ frieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat ge— geben, Wird auch Unter⸗ halt bescheren. Er hat die Hand Voll reicher Gaben, Dran See und Land Sich können laben. Gieb dich zu⸗ frieden! 8. Sprich nicht:„Ich sehe keine Mittel; Wo ich such, ist nichts zum besten.“ Denn das ist Gottes Ehren⸗ titel: Helfen, wann die Not am größten. Wenn ich und du Ihn nicht mehr spüren, Tritt er herzu, Uns wohl zu führen. Gieb dich zu⸗ frieden! 262 V. Gebetslieder. 9. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen; Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, Faßt man gewisser, Und was verzeucht, Ist desto süßer. Gieb dich zufrieden! 10. Nimm nicht zu Her⸗ zen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten. Laß sie nur immer weidlich spot⸗ ten, Gott wird's hören und recht richten. Ist Gott dein Freund Und deiner Sachen, Was kann dein Feind, Der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden! 11. Es kann und mag nicht anders werden, Alle Menschen müssen leiden. Was webt und lebet auf der Erden, Kann das Un⸗ glück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab Schlägt unsre Lenden Bis in das Grab, Da wird sich's enden. Gieb dich zufrieden! 12. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Wo uns unser Gott wird lösen; Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leibs und allem Bösen. Es kommt einmal Der Tod behende, Und alle Qual Hat dann ein Ende. Gieb dich zufrieden! 13. Er wird uns bringen zu den Scharen Der Er⸗ wählten und Getreuen, Die hier mit Frieden heimge⸗ fahren, Sich auch nun im Frieden freuen, Da sie den Grund, Der nicht kann brechen, Den ew'gen Mund Selbst hören sprechen:„Gieb dich zufrieden!“ Paul Gerhardt, 1606—1676. Eigene Melodie. 360. Schwing dich auf zu deinem Gott, Du be⸗ trübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, In der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans Listꝰ Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, däm⸗ pfen. 2. Hab ich was nicht recht gethan, Ist mir's leid von Herzen; Dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen; Denn das ist das Lösegeld Meiner Missethaten, Dadurch ist der ganzen Welt Und auch mir geraten. 3. Christi Unschuld ist mein Ruhm, Sein Recht 2. Kreuz- und Trostlieder. meine Krone, Sein Ver⸗ dienst mein Eigentum, Darin frei ich wohne Als in einem festen Schloß, Das kein Feind kann fällen, Brächt er gleich davor Geschoß Und Gewalt der Höllen. 4. Was ist in dem Him⸗ melszelt, Was im tiefsten Meere, Was ist Gutes in in der Welt, Das nicht mir gut wäre? Wem er⸗ glänzt das Sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht Mir und meinem Leben? 5. Ich bin Gottes, Gott ist mein! Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein Mit dem bittern Leide, Laß es drin⸗ gen, kommt es doch Von geliebten Händen; Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. 6. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Die gedeihen selten wohl Ohne Zucht und Ruten; Bin ich denn nun Gottes Kind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Auf was Guts will ziehen? 7. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen Plagen, Wer hier zeitlich 263 hat geweint, ewig klagen, vollkommne Lust Christi Garten, Leiden ist bewußt, zu erwarten. 8. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen, Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen; Denn es kommt die Erntezeit, Da sie Garben machen; Da wird all ihr Gram und Leid Lauter Freud und Lachen. 9. Ei, so faß, o Christen⸗ herz, Alle deine Schmerzen, Wirf sie fröhlich hinter⸗ wärts! Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr; Gieb dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr: Er wird helfen. Amen! Paul Gerhardt, 1606—1676. Darf nicht Sondern hat Dort in Dem sein Endlich Eigene Melodie. 361. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch; Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rau⸗ ben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben! 2. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben Ist nicht 264 V. Gebetslieder. mein; Gott allein Ist es, der's gegeben; Will er's wieder zu sich kehren, Nehm er's hin! Ich will ihn Den— noch fröhlich ehren. 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, Wie er soll All mein Un⸗ glück enden. 4. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergötzt, Sollt ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar ver⸗ lassen. 5. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen; Wollt ihn auch der Tod aufreiben, Soll der Mut Dennoch gut Und fein stille bleiben. 6. Kann uns doch kein Tod nicht töten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöten, Schließt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Da man kann Gehn zu Himmels⸗ freuden. 7. Was sind dieses Le— bens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn Ende laben. 8. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 9. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich Ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 1606-1676. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 0— 362. Wes Gott gefällt, mein frommes Kind, Nimm fröhlich an; stürmt gleich der Wind Und braust, daß alles kracht und bricht, So sei getrost, denn dir geschicht, Was Gott gefällt. 2. Der beste Will ist Gottes Will, Auf diesem ruht man sanft und still. Da gieb dich allzeit frisch hinein, Begehre nichts als nur allein, Was Gott gefällt. 2. Kreuz- und Trostlieder. 3. Der klügste Sinn ist Gottes Sinn: Was Men⸗ schen sinnen, fället hin, Wird plötzlich kraftlos, müd und laß, Thut oft, was bös, und selten das, Was Gott gefällt. 4. Der frömmste Mut ist Gottes Mut, Der nie⸗ mand Arges gönnt und thut: Er segnet, wenn uns schilt und flucht Die böse Welt, die nimmer sucht, Was Gott gefällt. 5. Das treuste Herz ist Gottes Herz, Treibt alles Unglück hinterwärts, Beschirmt und schützet Tag und Nacht Den, der stets hoch und herrlich acht't, Was Gott gefällt. 6. Ach, könnt ich singen, wie ich wohl Im Herzen wünsch und billig soll, So wollt ich öffnen meinen Mund Und singen jetzo diese Stund, Was Gott gefällt. 7. Ich wollt erzählen seinen Rat Und übergroße Wunderthat, Das süße Heil, die ew'ge Kraft, Die allent⸗ halben wirkt und schafft, Was Gott gefällt. 8. Er ist der Herrscher in der Höh, Auf ihm steht unser Wohl und Weh; Er trägt die Welt in seiner 265 Hand; Hinwieder trägt uns See und Land, Was Gott gefällt. 9. Sein ist die Weisheit und Verstand, Ihm ist be⸗ wußt und wohlbekannt, So⸗ wohl wer Böses denkt und thut, Als auch wer Gutes thut und liebt, Was Gott gefällt. 10. Sein Häuflein ist ihm lieb und wert; Sobald es sich zur Sünde kehrt, So winkt er mit der Vater⸗ rut Und locket, bis man wieder thut, Was Gott ge⸗ fällt. 11. Ist dem also, so mag die Welt Behalten, was ihr wohlgefällt. Du aber, mein Herz, halt genehm Und nimm vorlieb mit Gott und dem, Was Gott gefällt. 12. Laß andre sich mit stolzem Mut Erfreuen über großes Gut, Du aber nimm die Kreuzeslast Und sei geduldig, wenn du hast, Was Gott gefällt. 13. Lebst du in Sorg und großem Leid, Hast lau⸗ ter Gram und keine Freud, Ei, sei zufrieden! trägst du doch In diesem sauren Le⸗ bensjoch, Was Gott gefällt. 14. Mußt du viel leiden hier und dort, So halte fest 266 V. Gebetslieder. an deinem Hort; Denn alle Welt und Kreatur Ist un⸗ ter Gott, kann nichts, als nur Was Gott gefällt. 15. Wirst du veracht't von jedermann, Höhnt dich dein Feind und klagt dich an, Sei wohlgemut! dein Jesus Christ Erhöhet dich, weil in dir ist, Was Gott gefällt. 16. Der Glaub ergreift des höchsten Huld, Die Hoff— nung bringt und schafft Ge⸗ duld: Schließ beide tief ins Herz hinein, So wird dein ew'ges Erbe sein, Was Gott gefällt. 17. Dein Erb ist in des Himmels Thron, Hier ist dein Scepter, Reich und Kron, Hier wirst du schmecken, hö⸗ ren, sehn, Hier wird ohn Ende dir geschehn, Was Gott gefällt. Paul Gerhardt, 1606-4676. Eigene Melodie. 363. Ales ist an Got⸗ tes Segen Und an seiner Gnad gelegen, Über alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoffnung setzet, Der behält ganz unverletzet Einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret Und so manches Glück bescheret, Ist und blei— bet ewig mein. Der mich wunderbar geführet Und mich leitet und regieret, Wird forthin mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh machen Und ganz unbeständig sind. Ich begehr, nach dem zu ringen, Was allein kann Frieden bringen, Den man in der Welt nicht find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; Was ich wünsche, wird sich schicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Le⸗ ben Hab ich seiner Gnad ergeben Und ihm alles heim⸗ gestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Ver⸗ langen zu erfüllen, Es hat alles seine Zeit; Ich hab ihm nichts vorzuschreiben, Wie Gott will, so muß es bleiben, Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger all⸗ hier leben, Will ich ihm nicht widerstreben; Ich ver⸗ lasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, 2. Kreuz- und Trostlieder. Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Um 1676, Verfasser unbekannt. Eigene Melodie. 364. Wer nur den lie⸗ ben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Not und Traurig⸗ keit. Wer Gott, dem Aller⸗ höchsten, traut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Un⸗ gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, wann es nützlich sei; Wenn er uns nur hat treu erfunden Und merket keine 267 Heuchelei, So kommt Gott, eh wir's uns versehn Und lässet uns viel Guts ge— schehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß ihm der im Schoße sitze, Der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit ver⸗ ändert viel Und setzet jeg⸗ lichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott ge— ringe Sachen, Und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, Ver⸗ richt das Deine nur getreu Und trau des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu; Denn welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 16211681. Mel. Jesu, meine Freude. 365. Meine Seel ist stille Zu Gott, dessen Wille Mir zu helfen steht; Mein Herz ist vergnüget Mit dem, wie's Gott füget, Nimmt an, wie es geht. Geht es nur Dem Himmel zu, Und bleibt Jesus ungeschieden, So bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller Ort und Zeiten, Und mag keinen leiden, Der ihr redet ein; Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, Wonach sind so viel beflissen, Mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, Sagt sie, und sonst keiner Wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, In dem ich mich freue, Sich mir ganz ergiebt. Er allein, Er soll es sein, Dem ich wie⸗ der mich ergebe Und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge Und dich gläubig lege Sanft in seinen Schoß; Lerne ihm vertrauen, So wirst du bald schauen, Wie die Ruh so groß, Die da fleußt Aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket Alles, was sie kränket, Tief in Jesu Brust; Sie wird V. Gebetslieder. stark durch Hoffen; Was sie je betroffen, Träget sie mit Lust, Fasset sich Ganz män⸗ niglich Durch Geduld und Glauben feste; Am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; Wer zu Jesu fliehet, Wird es recht erfahrn, Wie Gott seinen Kindern Pflegt das Kreuz zu mindern Und das Glück zu sparn Bis zu End; Alsdann sich wend't Das zuerst gekost'te Leiden, Und gehn an die Freuden. Johann Kaspar Schade, 1666-1698. Eigene Melodie. 366. Soltt es gleich bisweilen scheinen, Als ver— ließe Gott die Seinen, O so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufge⸗ schoben, Hat er drum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenn's nötig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kin⸗ der streben, So hält Gott auch Maß und Ziel; Er giebt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Not am 2. Kreuz- und Trostlieder. allergrößten; mich, sein Kind, väterlich gesinnt. 5. Will der Feind mir bange machen, Ich kann seine Macht verlachen; Drückt mich schwer des Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Mögen mich die Men⸗ schen kränken, Mag auf mein Verderben denken, Wer mir ohne Ursach feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben; Ist der Himmel mein Ge⸗ winn, Geb ich alles andre hin. 9. Herr, kann ich nur dich umfassen, Will ich al⸗ les andre lassen; Legt man mich dereinst ins Grab, G'nug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Tietze(Titius), 1641—1703. Er ist gegen Mehr als 269 Mel. Alles ist an Gottes Segen. 367. IDernene, herrlich's Ende, Wo die wunderweisen Hände Got⸗ tes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Ra⸗ ten, Wunderreich sind seine Thaten, Und du sprichst: Wo will's hinaus? 2. Denke doch: Es muß so gehen, Was Gott weis⸗ lich heißt geschehen Ihm und dir zur Herrlichkeit; Ob der Anfang seltsam scheinet, Ist das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist wie in Flüssen Und in großen Wassergüssen, Und du spürst nicht seinen Fuß; So auch in dem Meer der Sorgen Hält Gott seinen Pfad ver⸗— borgen, Daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen mag ersinnen, Wo man Hülfe kann gewinnen, Die Ver⸗ nunft ist hier zu blind; Nicht für das Verborgne taugen Ihre halbgebrochnen Augen, Weil sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, Weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er läßt, was er angefangen, So zum Ende stets gelangen, Daß es wunderherrlich sei. 6. Drum laß dir doch nimmer grauen, Lerne dei⸗ nem Gott vertrauen, Sei getrost und gutes Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, Daß du wirst am Ende spüren, Wie er dir thut lauter Guts. 7. Deinem Glauben wird's nicht fehlen; Du wirst noch der Welt erzählen, Was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz ver⸗ süßen, Daß du wirst beken⸗ nen müssen: Wunderanfang, herrlich's End! Heinr. Arn. Stockfleth, 1643—1708. Eigene Melodie. 368. Wos Gott thut, das ist wohlgethan, Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten, Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich nicht betrügen; Er füh⸗ ret mich auf rechter Bahn, V. Gebetslieder. So laß ich mir genügen An seiner Huld Und hab Geduld: Er wird mein Un⸗ glück wenden, Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er wird mich wohl bedenken, Er, als ein Arzt und Wundermann, Wird mir nicht Gift ein⸗ schenken Für Arzenei; Gott ist getreu, Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben In Freud und Leid; Es kommt die Zeit, Da öffent⸗ lich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken; Weil doch zuletzt Ich werd ergötzt Mit süßem Trost im Herzen, Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, So 2. Kreuz- und Trostlieder. wird Gott mich Ganz väter⸗ lich In seinen Armen hal⸗— ten; Drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 1649—1708. Eigene Melodie. 369. Gett lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Er⸗ barmen Alle Hülf auf Er⸗ den thut, Der mit Kraft und starken Armen Machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, Alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr⸗Gott noch! 2. Gott lebet noch! Seele, was verzaͤgst du doch? Sollt' der schlummern oder schla⸗ fen, Der das Aug hat zu⸗ gericht? Der die Ohren hat erschaffen, Sollte dieser hö⸗ ren nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, Wo den Frommen Weh geschiehet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr⸗Gott noch! „3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet Mit den Wolken weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, Ist von uns nicht fern und 271 weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr⸗Gott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz bela— den, Nimm zu Gott nur deinen Lauf, Gott ist groß und reich von Gnaden, Hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet im— mer, Seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr⸗ Gott noch! 5. Gott lebet noch! Seele was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, Dein Verbrechen quält dich sehr: Komm zu Gott, er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen Kann er dich zufrie⸗ den stellen. Seele, so be— denke doch: Lebt doch unser Herr⸗Gott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen Und im Leiden bei dir sein. Gott ist's, der es herzlich meinet, Wo die 272 V. Gebetslieder. Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr-Gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt schon geängstet wallen Auf der harten Dornen⸗ bahn: Es ist Gottes Wohl⸗ gefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammerleben Frieden, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr-Gott noch! Johann Friedrich Ziehn, 1650—1719. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. 370. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort; Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; Wo Gott nicht giebet, da ge⸗ bricht's; Gott giebt und thut mir alles Guts; Drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 3. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür; Auf sein Wort werf ich aus mein Netz Und sag in mei⸗ ner Arbeit stets: Das walte Gott! 4. Legt Gott mir seinen Segen bei Nach seiner gro⸗ ßen Güt und Treu, So g'nü⸗ get mir's zu jeder Stund; Drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 5. Trifft mich ein Un⸗ glück: unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott ge⸗ wagt; Er wird mir gnädig stehen bei; Drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 6. Er kann mich segnen früh und spat, Bis all mein Thun ein Ende hat; Er giebt und nimmt, macht's, wie er will; Drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 7. Nichts glücket ohne Gottes Gunst, Nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; Mit Gott geht's fort, gerät auch wohl, Daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! Joh Betichius, 1650—1722. 2. Kreuz- und Trostlieder. 273³ Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 37⁰1. Meine Seele sen⸗ ket sich Hin in Gottes Herz und Hände Und erwartet ruhiglich Seiner Wege Ziel und Ende, Liegt fein stille, arm und bloß In des lieb⸗ sten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, Ist mit allem wohl zufrieden; Was der eigne Wille spricht, Ist zum Tode schon beschieden; Was die Ungeduld erregt, Ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, Will vielmehr an nichts gedenken, Was gleich spitzen Dornen sticht Und den Frieden nur kann krän⸗ ken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu: Meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, Liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, Trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße liegt, Bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht, Denn sie weiß von keinen Nöten, Hangt an Gottes Angesicht Auch als⸗ dann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, Wird der Freuden⸗ geist verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, Und die Zunge bleibt gebunden: Also hab ich allen Spott, Alle Mar⸗ ter überwunden, Bin gleich wie ein stilles Meer, Voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Joseph Winkler, 1670—1722. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 372. Ein Christ tann ohne Kreuz nicht sein: Drum laß dich's nicht be— trüben, Wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein Die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, Je ernster sind Des frommen Vaters Schläge: Schau, das sind Gottes Wege. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein: Gott will's nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein Sind deines Vaters Gaben. Soll's denn so sein, So gieb dich drein; Es kommt von Liebeshänden: Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein: Das Kreuz 18 27⁴4 V. Gebetslieder. lehrt fleißig beten, Zieht ab von eitlem Trug und Schein Und lehrt zu Jesu treten. Drum wirf's nicht hin Mit sprödem Sinn, Wenn's nun zu dir gekom⸗ men: Es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein: Das muß uns immer wecken; Wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir er⸗ schrecken, Wenn unbereit Die Ewigkeit Und der Po⸗ saunen Schallen Uns würde überfallen. 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein: Es lehrt die Sünde hassen Und un⸗ sern lieben Gott allein Mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, Und Gott besteht. Bedenk's und laß dich üben, Das ew'ge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein: Was Gott schickt, wiüll ich tragen. Schickt's doch der liebe Va— ter mein, Sind's doch nur kurze Plagen Und wohlge⸗ meint! Wer gläubig weint, Lebt dort in steten Freuden: Ich will mit Christo leiden. David Nerreter, 1649— 1726. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 373. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Ohn alles Eigenwählen; Ge— schieht, was er mir aus⸗ ersehn, Wird es an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt Im kindlichen Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Obgleich im Fleisch der Eigenwill Will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Rat zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, Ich ruh in seinen Händen; Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie er's will kehrn und wenden, Sei ihm allein ganz heimgestellt; Er mach es, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich In seinen Vaterwillen; Scheint's der Vernunft gleich wunderlich: Sein Rat wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat be— dacht, Eh er mich an das 2. Kreuz- und Trostlieder. Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im Glau— ben, Hoffen, Leiden; Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will von ihm mich scheiden? Ich fasse in Ge⸗ duld mich fest; Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh durch Nacht und Schrecken. Kann ich's auch anfangs nicht verstehn, Einst wird er mir's entdecken, Wie er nach seinem Vaterrat Mich treu und wohl geführet hat: Dies sei mein Glaubens⸗ anker. Lambert Gedicke, 1683—-1735. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 374. Gott lebt! Wie kann ich traurig sein, Als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von mei⸗ ner Pein, Die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz Und meinen Schmerz, Drum darf ich nicht verza— gen, Soll ihm nur alles klagen. 27⁵5 2. Gott hört, wenn nie⸗ mand hören will; Wie sollte mir denn bangen, Als könnt an der Erhörung Ziel Mein Seufzen nicht gelangen? Ruf ich empor, So hört sein Ohr. Sein Amen schal⸗ let wieder Und sendet Hülf hernieder. 3. Gott sieht! Wie klaget denn mein Herz, Als säh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ganz offen⸗ bar erscheinen. Zur Erde fällt Nicht ungezählt Die kleinste meiner Zähren, Er wird mir Trost gewähren. 4. Gott führt! Drum geh ich ruhig fort Auf al— len meinen Wegen. Mag mir die Welt bald hier, bald dort Arglistig Schlingen le⸗ gen, So wird er zwar Mich wunderbar Doch selig im⸗ mer leiten, Daß nie mein Fuß kann gleiten. 5. Gott giebt! Und wär ich noch so arm, Doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, Als müßt ich Hungers ster⸗ ben? Er hat ja Brot: Und wenn in Not Ich müßt durch Wüsten reisen, Er würde doch mich speisen. 187 6. Gott lebt, ich merk es überall; Gott hört, ihm darf ich klagen; Gott sieht, er kennt der Thränen Zahl; Gott führt, ich darf nicht zagen. Drum nicht betrübt! Gott giebt und liebt, Wird mir die Gnade geben, Auch dort mit ihm zu leben. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel. 55 Gott in der Höh sei Ehr. 375. Es ist gewiß ein köstlich Ding, Sich in Ge⸗ duld stets fassen Und Got⸗ tes heil'gem Rat und Wink Sich völlig überlassen, So⸗ wohl bei trüber Not und Pein Als bei vergnügtem Sonnenschein; Geduld er⸗ hält das Leben. 2. Drum auf, mein Herz, verzage nicht, Wenn dich ein Leiden drücket; Flieh nur getrost zum ew'gen Licht, Das kräftiglich erquicket! Küß in Geduld des Vaters Rut, Der dir so viel zu gute thut; Geduld bringt Mut und Kräfte. 3. Nur frisch im Glau⸗ ben fortgekämpft, Bis sich der Sturmwind leget! Im Kreuze wird die Lust ge⸗ dämpft, Die sich im Fleisch V. Gebetslieder. noch reget; Dem Geist wird neue Kraft geschenkt, Daß er sich still in Gott versenkt; Geduld erhält viel Gnade. 4. Es wird auch keiner dort gekrönt, Der hier nicht recht gestritten, Der nicht, wenn ihn die Welt verhöhnt, Die Schmach des Herrn ge— litten; Wer aber Christi Joch hier trägt, Dem wird sein Schmuck dort angelegt; Geduld erlangt die Krone. 5. Gott hilft dir auch bei aller Not, Dem kannst du sicher trauen; Er über— giebt dich nicht dem Tod, Du sollst das Leben schauen; Er steht dir bei, er tröstet dich, Beweiset sich recht vä— terlich; Geduld ist voller Segen. 6. Erwarte nur der rech⸗ ten Zeit, So wirst du wohl empfinden, Wie er in süßer Freundlichkeit Sich mit dir wird verbinden. Es wird nach ausgestandner Pein Dein Labsal unaufhörlich sein; Geduld wird nicht zu Schanden. Jak. Gabr. Wolf, 1684—1754. 2. Kreuz- und Trostlieder. 27⁷ Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 376. Mech's lieber Gott, wie dir's gefällt In allen meinen Sachen, Die Hoffnung ist auf dich ge⸗ stellt, Du wirst's am besten machen; Ich seh auf deine rechte Hand, Dabei ist mir der Trost bekannt, Daß sie kann alles ändern. 2. Will's vor der Welt unmöglich stehn, Des⸗ wegen unverzaget! Was Gott will, das muß doch ge⸗ schehn, Wohl dem, der's auf ihn waget. Der Höchste kann im Augenblick Durch seine Hand mein Mißgeschick In Glück und Heil ver⸗ wandeln. 3. Zwar fällt mir oft ein Zweifel vor, Der dies und das will sprechen; Doch du wirst das zerstoßne Rohr Nicht vollends gar zerbre⸗ chen; Das Docht des Glau⸗ bens, das nur glimmt Und bloß von dir noch Kräfte nimmt, Wirst du nicht gar verlöschen. 4. Gieb nur Geduld und stärke mich, Wenn ich in Schwachheit leide, Ich halte mich allein an dich, Und dies ist meine Freude. Die Welt sei Welt und bleibe Welt, Du bist der Schatz, der mir gefällt, Da ist mein ganzes Herze. 5. Wenn du mich schlägst, so dank ich dir Und will die Rute küssen, Denn in dem Kreuze läßt du mir Dein Vaterherze wissen, Das wallt vor Liebe gegen mich. Du sprichst:„Mein Kind, ich werde dich Nicht lassen noch versäumen!“ 6. Das tröstet meinen blöden Mut, Daß ich mich wenig kränke; Du machst doch endlich alles gut Und besser, als ich denke; Wer weiß, wie nah die Freuden⸗ zeit, Da mir mein Her⸗ zenswunsch gedeiht, Und ich im Segen lebe! 7. Drum weiche Sorg und Traurigkeit! Ich bin in Gott zufrieden; Gott hat mir schon zu rechter Zeit Mein Teil und Heil be⸗ schieden. Ist mir's zur Zeit noch unbekannt, So kann des Höchsten rechte Hand Doch alles fröhlich ändern. Erdm. Neumeister, 1671—1756. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 377. Auf Gott und nicht auf meinen Rat Will ich mein Glücke bauen Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmäch— tig hält, Wird mich in mei⸗ nen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ich's bat, gewährt, Wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, Sein Wille, der geschehe! 4. Ist nicht ein unge⸗ störtes Glück Weit schwerer oft zu tragen Als selbst das widrige Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Not Hebt doch der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. V. Gebetslieder. 5. An dem, was wahr— haft glücklich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Ge— sundheit, Ehre, Glück und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715— 1769 Mel. Nun ruhen alle Wälder. 378. Jo hab in guten Stunden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen Mich auch in Lei⸗ den fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, 2. Kreuz- und Trostlieder. 279 Das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich er⸗ geben, Nicht meine Ruh, mein Leben Mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade fin⸗ den, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; Sein Heil laß mein Ge⸗ schäfte, Dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe; Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau ich deiner Gnade; Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, Im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; Der Herr wird alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. Fürchtegott Gellert, 1745—1769. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 379. Wass isr, daß ich mich quäle? Harr seiner, meine Seele, Harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet; Gott weiß es, und Gott schützet All⸗ mächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, Mein Glück und meine Plage, Eh ich die Welt noch sah. Eh ich mich selbst noch kannte, Eh ich ihn Vater nannte, War er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen Ist dem Gott nicht verborgen, Der alles sieht und hält; Und was er mir beschieden, Das dient zu meinem Frieden, Wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, Um glücklich hier zu werden, Die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen Den Grund zum Glück zu legen, Das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück ver⸗ mehret, Sei mir von dir gewähret! Gott, du ge⸗ währst es gern. Was dieses Glück verletzet, Wenn's alle Welt auch schätzet, Sei, Herr mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krank— heit Plagen, Ist Mangel 280⁰ schwer zu tragen, Noch schwerer Haß und Spott: So harr ich und bin stille Zu Gott; denn nicht mein Wille, Dein Wille nur ge⸗ scheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, Und aller deiner Werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir wider⸗— fahren, Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein Gott, bewahrest mich. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—4769. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 380. Fortgekämpft und fortgerungen, Bis zum Lichte durchgedrungen Muß es, bange Seele, sein! Durch die tiefsten Dunkelheiten Kann dich Jesus hinbeglei— ten; Mut spricht er den Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich fassen, Scheinst du gleich von ihm verlassen, Glaube nur und zweifle nicht! Bete, kämpfe ohne Wanken! Bald wirst du voll Freud ihm danken, Bald umgiebt dich Kraft und Licht. 3. Aus des Jammers wilden Wogen Hat dich oft herausgezogen Seiner V. Gebetslieder. Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Rettung fand? 4. Schließ dich ein in deine Kammer, Geh und schütte deinen Jammer Aus in Gottes Vaterherz! Kannst du gleich ihn nicht empfin⸗— den, Worte nicht, nicht Thränen finden, Klag ihm schweigend deinen Schmerz. 5. Kräftig ist dein tiefes Schweigen, Gott wird sich als Vater zeigen; Glaube nur, daß er dich hört. Glaub, daß Jesus dich ver⸗ treten, Glaube, daß, was er gebeten, Gott, sein Vater, ihm gewährt. 6. Drum so will ich nicht verzagen, Mich vor Gottes Antlitz wagen, Flehen, ringen fort und fort. Ja, ich werde überwinden; Wer ihn sucht, der wird ihn fin⸗ den, Wird ihn haben hier und dort. Joh. Kasp. Lavater, 1741— 1801. Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 381. Crolich bricht der heiße Tiegel, Und der Glaub empfängt sein Siegel, Gleich 2. Kreuz- und Trostlieder. dem Gold, im Feu'r be⸗ währt; Zu des Himmels höchsten Freuden Werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt! 2. Unter Leiden prägt der Meister In die Herzen, in die Geister Sein all⸗ geltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, Will er auch des künft'gen Schöpfer Auf dem Weg der Leiden sein. 3. Leiden bringt em⸗ pörte Glieder Endlich zum Gehorsam wieder, Macht sie Christo unterthan, Daß er die gebrochnen Kräfte Zu dem Heiligungsgeschäfte Sanft und still erneuern kann. 4. Leiden sammelt unsre Sinne, Daß die Seele nicht zerrinne In den Bildern dieser Welt, Ist wie eine Engelwache, Die im in— nersten Gemache Des Ge—⸗ mütes Ordnung hält. 5. Leiden macht im Glau⸗ ben gründlich, Macht ge— beugt, barmherzig, kindlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde, Droben bist du eine Würde, Die nicht jedem widerfährt. 6. Im Gefühl der tief⸗ 281 sten Schmerzen Dringt das Herz zu Jesu Herzen Immer liebender hinan, Und um eins nur fleht es sehn⸗ lich: Mache deinem Tod mich ähnlich, Daß ich mit dir leben kann! 7. Endlich mit der Seuf⸗ zer Fülle Bricht der Geist durch jede Hülle, Und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset denn hienieden, Welch ein Meer voll Gottes⸗ frieden Droben ihm be⸗ schieden sei? 8. Jesu, laß zu jenen Höhen Heller stets hinauf uns sehen, Bis die letzte Stunde schlägt, Da auch uns nach treuem Ringen Heim zu dir auf lichten Schwingen Eine Schar der Engel trägt. Nach Karl Friedr. Hartmann, 17⁴43—1815. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 382. Wenn der Herr einst die Gefangnen Ihrer Bande ledig macht, O dann schwinden die vergangnen Leiden wie ein Traum der Nacht. Dann wird unser Herz sich freun, Unser Mund voll Lachens sein. Jauchzend werden wir erheben Den, der Freiheit uns gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, Richt auf uns den Vaterblick; Führe die ver⸗ stoßnen Knechte In das Vaterhaus zurück! Ach, der Pfad ist steil und weit; Kürze unsre Prüfungszeit! Führ uns, wenn wir treu gestritten, In des Friedens stille Hütten! 3. Ernten werden wir mit Freuden, Was wir weinend ausgesät; Jenseits reift die Frucht der Leiden, Und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem Thron, Er, er selbst ist unser Lohn. Die ihm lebten, die ihm starben, Bringen jauchzend ihre Garben. Sam. Gottlieb Bürde, 1753—1831J. Mel. Wie groß ist des All-⸗ mächt'gen Güte. 383. Gekrenzigter, zu deinen Füßen Hebt aus dem Staube sich empor Mein Herz, wenn es von Gram zerrissen; Es sucht dein Herz, dein Aug und Ohr: Dein Herz, die Ruhe⸗ statt der Armen, Die nie⸗ mand sonst erquicken kann, V. Gebetslieder. Dein Herz, das zärtlich, voll Erbarmen Den Leidenden ist aufgethan. 2. Du unser heil'ger Blutsverwandter, Der einst so heiß für uns geweint, O du mit jeder Not be⸗ kannter, Erfahrner Arzt und Seelenfreund, Eröffne du dein Herz dem Matten Als eine stille Felsenkluft, Wo Kühlungen ihn sanft um⸗ schatten, Wenn oft ein Schmerz dem andern ruft. 3. Dein Aug mit jenem Blick voll Gnade, Das du dem Petrus zugewandt, Daß er, verirrt auf dunklem Pfade, Dich guten Hirten wieder⸗ fand, Dein Aug begegne meinem Sehnen, Das auf⸗ wärts seine Seufzer schickt: Denn milder fließen meine Thränen, Wenn du mich, Jesu, angeblickt. 4. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blut'gen Kreuz herab: So sieh auch mich an und die Meinen In jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns sein, befreit vom Staube, Der oft den Geist mit Angst beschwert, Wenn endlich Hoffnung, Lieb und Glaube kühnsten Bitten sieht erhört? Die 2. Kreuz⸗ und Trostlieder. 5. O du mein freund⸗ lichster Regierer, Seitdem ich wall im Pilgerland, Sei ferner noch mein treuer Führer Bis zu dem schönen Heimatland! Halt mir dein Ohr für alles offen, Was ich dir klag im Kämmerlein, Und laß mich stets voll Demut hoffen, Daß es soll Ja und Amen sein. Chr. Adam Dann, 175⁵58— 1837. Mel. Herzlich thut mich ver⸗ langen. 384. Hier lieg ich, Herr, im Staube Vor dei⸗ nem Angesicht. Wo ist mein froher Glaube, Wo meine Zuversicht? Wo sind die hellen Stunden, Da ich im Licht dich sah? Ach, alles ist verschwunden, Und nur mein Schmerz ist da. 2. Sieh, Vater, voll Erbarmen, Voll Gnad und voll Geduld Hernieder auf mich Armen, Vergieb mir meine Schuld; Hilf, daß ich nie versinke, Reich mir die starke Hand: Mit einem deiner Winke Ist alles ab⸗ gewandt. 5. Herr, du hast nur Gedanken Des Friedens 283 über mich; Dein Rat wird nimmer wanken, Bau ich nur fest auf dich. Die deine Kinder heißen, Die sind dir wohlbekannt, Nichts kann sie dir entreißen Aus deiner Vaterhand. 4. Laß Berg und Hügel weichen, Der Friedensbund steht fest: Der wird das Ziel erreichen, Der still sich führen läßt, Der, wie die Bahn sich lenket, Die er hier wandeln soll, Bei jeder Schickung denket: Der Herr macht alles wohl. 5. Drum fasse dich, o Seele, Und traure nicht so sehr; Wie viel zum Trost dir fehle, Bald klagest du nicht mehr. Er kommt, er kommt, der Retter, Er kommt und zögert nicht, Auch durch das trübste Wetter Dringt seiner Sonne Licht. Joh. Friedr. Ludw. Drewes, geb. 1762. Mel. Auferstehn, ja auferstehn. 385. Ie fürwahr, uns führt mit sanfter Hand Ein Hirt durchs Pilgerland Der dunklen Erde, Uns, seine kleine Herde. Halleluja! 2. Wenn im Dunkel auch sein Häuflein irrt, Er wacht, der treue Hirt, Und läßt den Seinen Ein freundlich Sternlein scheinen. Halle— luja! 3. Sicher leitet aus des Todes Graun Er uns zu grünen Au'n, Zu frischen Quellen, Zu ew'gen Lebens— wellen. Halleluja! 4. Freundlich blickt sein Aug auf uns herab; Sein sanfter Hirtenstab Bringt Trost und Friede, Er wachet sich nicht müde. Halleluja! 5. Ja fürwahr, er ist getreu und gut; Auch unser Schicksal ruht In seinen Armen, Sein Name ist Er⸗ barmen. Halleluja! Friedr. Ad. Krummacher, 1768—-1845. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 386. O Herr, mein Gott, verlaß mich nicht In meinem großen Jammer; Senk einen Strahl von dei⸗ nem Licht In meine Trüb— salskammer! Barmherziger, ich suche dich! Von oben her erquicke mich, Gieb meiner Seele Frieden! 2. Du hast mir einen Sturm erweckt, Mir zittern die Gebeine; Mit Krank- V. Gebetslieder. heit hast du mich erschreckt, Ich seufze, Herr, und weine. Doch hast du deine Gnaden⸗ hand In dieser Not nicht abgewandt Von deinem schwachen Kinde. 3. Ich weiß es wohl, du liebst mich noch, Hast du mich gleich zerschlagen; Drum will ich auch das Trübsalsjoch, Das du mir auflegst, tragen. In allem, Herr, gescheh dein Will; Ich halte dir in Demut still Und beuge meine Kniee. 4. Verspottet mich in meinem Leid Der Feind und Widersacher, So gründ ich meine Freudigkeit Auf meinen Seligmacher Und tröste mich in meiner Not Mit seinem blut'gen Kreuzes⸗ tod, Den er für mich ge⸗ litten. 5. Wer kann mir denn nun Schaden thun, So lang ich Christum habe? In seiner Gnade will ich ruhn, Bis man mich trägt zu Grabe. Hier ist der Herr und macht gerecht Durch sein Verdienst den armen Knecht, Wer will mich denn verdammen? 6. Das Kreuz währt eine kleine Zeit, Darnach muß es vergehen. Doch 2. Kreuz- und Trostlieder. Gottes Lieb und Freundlich⸗ keit Wird ewiglich bestehen. Mein Glaube stehet felsen⸗ fest: Der Herr, der treue Gott verläßt Den nicht, der auf ihn trauet. Christian August Bähr, 1795—1846. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 387. Silf, in meinem Gott zufrieden Aufwärts blicken, wenn hienieden Mich die Dunkelheit befällt; Im⸗ mer ruhig und gelassen Ihn, den Herrn, ins Auge fassen; Wär doch so mein Herz ge⸗ stellt! 2. Wäre doch mein innres Leben Ganz und gar dem Herrn ergeben, Säh ich nur auf ihn allein; O, dann könnte selbst der Schrecken Keine Unruh mir erwecken, Mir kein Sorgen⸗ anlaß sein! 3. Möcht ich mich in Gott versenken, Fest im Glauben es bedenken, Daß er alles weiß und thut, Daß der höchste Welt⸗ regierer Auch mein treuer Lebensführer Und mein Gott ist, groß und gut! 4. Möcht ich niemals doch vergessen, Wenn mich 285 Leid und Sorgen pressen, Daß ein Vaterauge wacht! Selbst die Haare 9 dem Haupte Zählet er. O daß ich's glaubte: Auch aufs Kleinste giebt er acht. 5. Warum sollt ich mich denn ängsten? Sind nicht auch die allerbängsten Nächte von ihm vorgesehn? Vorm Beginn kennt er das Ende, Und es führen seine Hände Alles, wie es soll geschehn. 6. Wie er will, so muß es gehen. Könnt ich ihm denn widerstehen, Ich, der doch so schwach und klein? Seinem Willen mich zu fügen Sollt mein seligstes Vergnügen, Meine liebste Pflicht mir sein! 7. Herr, mach meine Seele stille. O Allweiser, wenn mein Wille Nur in deinem Willen ruht, Ja, dann strahlt, trotz Leid und Schmerzen, Fried und Freude mir im Herzen; Dann ist alles, alles gut! Peter 9795.— 643. 1793—1848. Mel. Der du das Los von meinen Tagen. 388. Das ist mein Trost in allen Leiden, Daß 286 nichts mich kann von Jesu scheiden, Von seiner Liebe keine Macht, Und daß der größte aller Schmerzen Hat nicht Gewalt in einem Herzen, Worin die Liebe Jesu wacht. 2. Wenn er mir bleibt, was kann mir fehlen? Wenn er mich labt, was kann mich quälen? Wie hat er alles wohl bestellt! Wenn ich nur seinen Namen nenne, Dann ist's, als ob das Herz mir brenne, Im Lichte steht die ganze Welt. 3. Wenn meine Pflichten oft mich drücken, So darf ich Liebesrosen pflücken Aus seinem bittren Kreuzestod. Wie kommt mir wunderbare Stärke, Wie sind dann leicht die schweren Werke, Dieweil mein Jesus sie gebot. 4. Mein Leid muß mir zu Freuden werden, Denk ich an Jesu Leid auf Erden Und seinen schweren Kreuzes— pfad. Mein Iesus ist vor— angegangen; Ach kann mir noch vor Dornen bangen Auf Wegen, die mein Herr betrat? 5. Ach könnt ich diese Hülle mein meiden! Doch still, Herz, verschließ be— V. Gebetslieder. scheiden Den heißen Wunsch in deiner Brust; Es ist ja meines Heilands Wille, Und daß ich den getreu er— fülle, Das werde meine höchste Lust. 6. Geduld! sie wird ja endlich kommen, Die Stunde, mir zum Heil und From⸗ men, Gott hat sie keinem noch versagt. Bis dahin denk in allen Leiden, Daß nichts dich kann von Jesu scheiden, Von seiner Liebe keine Macht. Annette von Droste-Hülshoff, 17971848. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 389. Ich habe viel ge⸗ litten, Doch Jesus litt noch mehr; Was er so hart er— stritten, Ist mir nun Kraft und Wehr. Hinan zu sei⸗ nem Hügel, Du müder Sinn, hinan, Und lern in diesem Spiegel, Wie man ertragen kann. 2. Geh ein in seine Lei⸗ den, Geh ein in seinen Tod, Und laß dich willig scheiden Von aller deiner Not. Sei dir in ihm ge⸗ storben, So weicht, was dich betrübt: Der hat die 2. Kreuz⸗ und Trostlieder. Ruh erworben, Der sich sein selbst begiebt. 3. Was ist es, das mir fehle, Schweigt erst mein Anspruch still? O süßes Los der Seele, Die Gottes Rat nur will! Dies dul⸗ dende Verlangen Führt' Jesum himmelein, Und wo er hingegangen, Da soll sein Diener sein. 4. Nur eines, was ich heische, Sei mir noch hier gewährt: Hilf, daß der Welt Geräusche Nicht meine Seele stört. Doch kommt's nach deinem Willen, So laß mich kindlich, klein, Auch dann dein Bild erfüllen Durch Harren und Verzeihn. 5. Ich hab ein neu Verlangen: Was du willst, will auch ich. Nicht rauben, nur empfangen Mag ich mein Wohl durch dich. Gott wohnt in meiner Seele, Er⸗ quickt mich täglich viel; Um⸗ sonst, daß ich mich quäle, Sein Himmel ist mein Ziel! Joh. Friedr. von Meyer, 177²2—1849. Mel. Valet will ich dir geben. 390. Wes willst du dich betrüben? Der alte Gott lebt noch, Nicht hüben 287 und nicht drüben, Nicht ferne und nicht hoch: Sein Hauch weht allenthalben, Sein Lieben klingt durchs All In höchster Engel Psalmen, In kleinster Vög⸗ lein Schall. 2. Er weiß um deine Schmerzen, Er weiß um deine Lust, Und willst du ihn von Herzen, Gleich hat ihn deine Brust, Gleich fällt wie Frühlingsregen Bei warmem Sonnenschein Sein süßer Gnadensegen Dir voll ins Herz hinein. 3. Auf, wirf dein schlech⸗ tes Grämen, Dein eitles Sorgen weg! Verscheuche alle Schemen, Die irren deinen Weg. Du sollst im Lichte schreiten, Und der dich frei gemacht, Das große Licht der Zeiten, Schloß ewig deine Nacht. 4. Mag alles sinken, wanken, Dies eine bleibet fest, Gedanke der Gedanken, Der nimmer sinken läßt: Das große Licht der Zeiten, Dein Heiland Jesus Christ, Wird Strahlen um dich spreiten, Wo alles finster ist. 5. Dies wage fest zu fassen, Dies halte treu und fest, Den schwöre nie zu lassen, Der nimmer dich verläßt; Der dich mit sei⸗ nem Blute Erlöst aus Nacht und Wahn, Will, daß mit hellem Mute Du wandelst deine Bahn. E. Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 391. Stiille halten dei⸗ nem Walten, Stille halten deiner Zucht, Deiner Liebe stille halten, Die von je mein Heil gesucht; Ja, das will ich, wie's auch geh, Wie's auch thu dem Herzen weh. 2. Stille halten ohne Klage, Ohne Murren, ohne Trotz. Was dazu die Welt auch sage, Ich will spotten ihres Spotts; Weiß ich doch, wie gut mir war Stille halten immerdar. 3. Wo ich's selber wollte zwingen Und es wagen ohne dich, Ach, da sanken mir die Schwingen Meines Mutes jämmerlich; Aber wo ich stille hielt, Hast du stets mein Heil erzielt. 4. Ward es anders auch gewendet, Ging's durch banges Dunkel oft, Immer hat es gut geendet, Besser, V. Gebetslieder. denn ich je gehofft, denn bei Tag und Besser, Nacht Ich's im Herzen ausgedacht. 5. Darum will ich stille halten Tag und Nacht, jahr⸗ ein und aus, Bricht auch neues zu dem alten Kreuz und Leid herein ins Haus; Weiß ich nur, es kommt von dir, Nun, es sei willkom⸗ men mir. 6. Du, o Herr, giebst Kraft den Deinen Und den Schwachen allermeist, Darum gieb mir deinen reinen, Deinen guten, stillen Geist, Daß— es gelte wo und wann Ich dir stille halten kann. 7. In der wellenlosen Stille Über tiefem Meeres— grund Thut sich mir dein Gotteswille In dem klarsten Spiegel kund, Da nur kann dein Odem wehn, Wo die Stürme schlafen gehn. 8. Wie das Weltmeer seine Masten Sicher trägt auf stiller Flut, So, Herr, laß mich deine Lasten Tra⸗ gen mit ergebnem Mut, Kehr mit deinem Frieden ein, Laß mich stille, stille sein! Karl Rud. Hagenbach, 1801—1874. 2. Kreuz- und Trostlieder. 289 Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 392. O mein Herz, gieb dich zufrieden! O verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, Nimmt dir keiner Welt Ge⸗ walt. Keiner hindert, was er will, Harre nur, ver⸗ traue still; Geh des Wegs, den er dich sendet! Er be— gann, und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkel⸗ heiten, So lobsing ihm aus der Nacht; Sieh, er wird dir Licht bereiten, Wo du's nimmermehr gedacht. Häuft sich Not und Sorg umher, Wird die Last dir allzu⸗ schwer, Faßt er plötzlich deine Hände Und führt selber dich ans Ende. 3. Wär auch alle Welt dir feindlich, Rottete sich wider dich: Dank ihm, o der Herr ist freundlich, Seine Huld währt ewiglich. Sind auch Trauer, Angst und Leid Seines Segens dunkles Kleid: Dank ihm; er schickt seinen Segen Auf geheimnisvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen; Kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts schauen, Wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuer— flamm und Wind Boten seines Willens sind; Und kann's nur ein Wunder wenden, Auch ein Wunder kann er senden. 5. O so laß denn alles Bangen! Wirke frisch, halt mutig aus! Was mit ihm du angefangen, Führet er mit dir hinaus. Und ob alles widersteht: In Ver⸗ traun und in Gebet Bleib am Werke deiner Hände, So führt er's zum schönsten Ende. Viktor von Strauß, geb. 1809. Eigene Melodie. 393. Ales, was dein Gott dir giebt, Nimm ge— trost aus seinen Händen, Denn zum Segen muß sich wenden Alles, was dein Gott dir giebt. Ja für jeden, der ihn liebt, Muß das Leid auch selig enden: Alles, was dein Gott dir giebt, Nimm getrost aus seinen Händen. 2. Alles, was dein Gott dir nimmt, Gieb getrost, so er's verlanget, Wie dein Herz auch zagt und banget, Wenn dein Alles Gott dir 19 290 V. Gebetslieder. 2. Kreuz- und Trostlieder. nimmt. Wenn dein schönster Stern verglimmt, Der so leuchtend erst gepranget, Und wenn Gott dir alles nimmt, Gieb's getrost, so er's ver— langet. 3. O so bleib getrost und still, Giebt dir Gott, will er dir nehmen. Was er giebt, nimm ohne Grämen Und verbleib getrost und still. Wo er nimmt, er geben will Reichres nur, dich zu beschämen: O so bleib getrost und still, Giebt dir Gott, will er dir nehmen. Friedrich Heinrich Oser, geb. 1820. VI. Besondere Verhältnisse und Seiten. 1. Ehe und Hausstand. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 394. Wee schön istrs doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heil'ger Ehe. Wie steigt und neigt sich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heil'gen Höhe, Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, Die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und Hand in Hand durchs Leben gehn Im Bunde rei— ner Treue: Da blüht das Glück von Jahr zu Jahr, Da sieht man, wie der Engel Schar Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, Kein Wurm Kann zerschla— gen, Kann zernagen, Was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Sei gutes Muts! Nicht Menschenhand Hat aufgerichtet solchen Stand, Es ist ein höh'rer Vater; Der hat uns je und je ge⸗ liebt Und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang Aller Sachen, Die zu machen Wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man Leides voll Die Thränen lässet fließen; Doch wer sich still und in Geduld Ergiebt, des 19· 292 VI. Leid wird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Schweige, Beuge Dich ein wenig! Unser König Wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 5. Wohl denn, mein Kö⸗ nig, nah herzu! Gieb Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, In Angsten Trost und Freude! Des sollst du ha⸗ ben Ruhm und Preis; Wir wollen singen bester Weis' Und danken alle beide, Bis wir Bei dir, Deinen Willen Zu erfüllen, Deinen Namen Ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt, 1606—4676. Rel. Werde munter, mein Gemüte. 395. Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; Ob sie gleich vor dir sind Sünder, Sind sie dir doch zugethan, Und du hast sie in der Tauf Väterlich genommen auf, Daß sie, wenn sie sollten sterben, Wären deines Rei⸗ ches Erben. 2. Du hast sie bisher ernähret Und so manchem Unglücksfall Mehr als vä⸗ terlich gewehret, Der sie hier und überall Hätt' in Besondere Verhältnisse und Zeiten. Angst und Not gestürzt, Ja, das Leben abgekürzt; Aber deine Vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich nicht für solche Güte Immer dir verpflichtet sein Und mit dankbarem Gemüte Solchen Glücks⸗ und Segensschein Rühmen und vor jedermann Deine Wohlthat zeigen an: Ach, so müßt ich ganz ver— messen Gottes, meines Heils, vergessen. 4. Sammeln andre große Schätze, Suchen in der Welt ihr Heil, Daß sie Geld und Gut ergötze, So bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, Lasse sie in keiner Not Und in keinem Kreuz verderben, Bis sie endlich selig sterben. 5. Schütze sie vor bösen Leuten Und vor der Ver⸗ führer Schar, Daß ihr Fuß nicht möge gleiten; Laß sie ihre Lebensjahr In der Tu⸗ gend bringen zu, Bis du sie, wie mich, zur Ruh Wirst in's kühle Grab ver⸗ senken Und die Seligkeit uns schenken. 6. Können sie in diesem Leben Hier, und wo es dir gefällt, Was zu deiner Ehre geben, So laß in der gan⸗ J. Ehe und Hausstand. zen Welt Ihnen, wo sie im⸗ mer gehn, Deine Furcht vor Augen stehn, Daß sie dich im Thun und Lassen Stets in ihre Herzen fassen. 7. Gönne mir die große Freude, Daß einst an dem jüngsten Tag, Nach so vie⸗ lem Kreuz und Leide Ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier Und die Kinder, die du mir Hast in jener Welt besche⸗ ret; Ewig sei dein Nam geehret! Ludw. Heinr Schlosser, 1663—1723. Mel. O Gott, du frommer Gott. 396. Ibr Waisen, wei⸗ net nicht! Wie, könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott, Der wird euch nicht verlassen. Sind gleich die Eltern tot, So lebet dennoch Gott; Weil aber Gott noch lebt, So habt ihr keine Not. 2. Gott ist und bleibet stets Ein Vater aller Wai⸗ sen, Der will sie insgesamt Ernähren, kleiden, speisen. Demselben trauet nur, Der nimmt sich eurer an, Seht, er ist euer Schutz Und euer Helfersmann. 293 3. Gott ist ein reicher Gott, Er wird euch wohl versorgen; Er weiß ja eure Not, Sie ist ihm nicht ver⸗ borgen. Ob ihr auch wenig habt, Ist auch der Vorrat klein, So will fürs Künf⸗ tige Gott der Versorger sein. 4. Habt einen guten Mut! Gott hat es ja ver⸗ heißen, Er woll Verlassene Aus ihrer Trübsal reißen. Das Wort geht euch auch an; Ihr werdet es schon sehn, Wie auch an euch es wird In die Erfüllung gehn. 5. Ja glaubet, bleibet fromm Und geht auf Got⸗ tes Wegen, Erwartet mit Geduld Den euch verheißnen Segen Und weichet nicht von Gott, Vertraut ihm alle⸗ zeit; So werd't ihr glücklich sein In Zeit und Ewigkeit. Joh. Friedr. Starck, 1680-1756. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 397. Wohl einem Haus, da Jesus Christ Allein das All in allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, Wie elend wär's, wie arm und leer. 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind Im rechten Glauben einig sind, Zu dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein sol⸗ ches Haus der Welt Ein Vorbild vor die Augen stellt, Daß ohne Gottesdienst im Geist Das äuß're Werk nichts ist noch heißt. 4. Wohl, wenn gleich Räuchwerk das Gebet Be— ständig in die Höhe geht, Und man nichts treibet fort und fort Als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußer— lichen Stand Mit fleißiger, getreuer Hand Ein jegliches nach seiner Art Im Glau— ben seine Pflicht bewahrt. 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, Und wenn sie Kind und Kindeskind Ver— säumen nicht am ew'gen Glück, So bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; Die Eltern werden hocherfreut, Und ih— ren Kindern sieht man's an, Wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund Samt meinem 294 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom Herren wich, So dienen wir ihm ewiglich. Chr. K. L. von Pfeil, 17¹12—1776. Mel. Lobe den Herren, den mäch— tigen König der Ehren. 398. Sente, o Vater, herab deinen göttlichen Frie— den Auf diese Herzen, die du für einander beschieden; Gieb ihnen Heil, Laß ihnen werden zu teil Gnad und Erbarmen hienieden. 2. Leite und führe sie, Heiland, auf ebenen Wegen, Laß ihre Herzen in Treue und Liebe sich regen; Scheuche zurück Untreu und böses Geschick; Gieb ihnen himm— lischen Segen! 3. Herr, du bist weise, du schenkest nicht immer uns Freuden; Um uns zu bil⸗ den, zu ziehen nach dir, schicsst du Leiden, Beugst unsern Sinn, Trübest den reichsten Gewinn; Doch nicht, um von uns zu scheiden. 4. Hast du für sie denn der Leiden auch manche er— koren, Damit sie würden für dich und den Himmel geboren: Dann, Herr, gieb Kraft, Du bist's allein, der 1. Ehe und Hausstand. sie schafft; Laß sie nicht gehen verloren. 5. So werden Freuden und Leiden mit Segen sie krönen, Und sie dir danken, o Heiland, am Ziel einst mit Thränen, Daß du er⸗ hört, Daß du aus Gnaden gewährt, Was wir erflehten mit Sehnen. Emanuel Christ. Gottl. Langbecker, 1792—1843. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 399. V und mein Haus, wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel und Leib zu die— nen. Du sollst der Herr im Hause sein; Gieb deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. Eine Kleine Fromme, reine Hausgemeine Mach aus allen! Dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser aller Seelen; Es leucht uns wie das Sonnenlicht, Damit's am rechten Lichte nicht Im Hause möge fehlen. Reiche Gleiche Seelenspeise Auch zur Reise Durch dies Leben Uns, die wir uns dir ergeben. 29⁵5 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus Und alle, die drin wohnen, aus, Im Glau⸗ ben uns verbinde; Laß uns in Liebe allezeit Zum Dul⸗ den, Tragen sein bereit, Voll Demut, sanft und linde. Liebe Übe Jede Seele, Kei⸗ nem fehle, Dran man kennet Den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus ge⸗ gründet sein Auf deine Gnade ganz allein Und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun Auf deine treue Hülfe schaun Mit kindlichem Gemüte; Selig, Fröhlich, Selbst mit Schmerzen In dem Herzen Dir uns lassen Und dann in Geduld uns fassen. 5. Giebst du uns irdisch Glück ins Haus, So schließ den Stolz, die We tlust aus, Des Reichtums böse Gäste! Denn wenn das Herz an Demut leer Und voll von eitler Weltlust wär, So fehlte uns das Beste: Jene Schöne, Tiefe, stille Gnadenfülle, Die mit Schätzen Einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, Daß in dem Haus kein andrer Geist, Als nur ——.—. *—*9.— 296 VI. Besondere dein Geist regiere; Daß er, der alles wohlbestellt Und gute Zucht und Ordnung hält, Uns alles lieblich ziere. Sende, Spende Ihn uns allen, Bis wir wallen Heim und droben Dich in deinem Hause loben. Karl Joh. Phil. Spitta, 1801—1859. Eigene Melodie 400. O selig Haus, wo man dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ! Wo un⸗ ter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist; Wo aller Herzen dir entgegenschlagen, Und aller Augen freudig auf dich sehn; Wo aller Lippen dein Gebot erfragen, Und alle deines Winks ge— wärtig stehn 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, In deiner Liebe eines Geistes sind, Als beide eines Heils gewürdigt, keiner Im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; Wo beide unzer⸗ trennbar an dir hangen In Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen Verhältnisse und Zeiten. An jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Hän⸗ den des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Sei⸗ nen Mit mehr als Mutter— liebe hegt und pflegt; Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Rede zu Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freun, du lieber Hei⸗ land, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich ken— nen Und wissen, wessen Augen auf sie sehn, Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Daß es nach dei— nem Willen mag geschehn; Als deine Diener, deine Hausgenossen, In Demut willig und in Liebe frei, Das Ihre schaffen froh und unverdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, Wo man bei keiner Freude dein ver⸗ gißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest Und aller Arzt und aller Tröster bist; Bis jeder einst sein ö 2. Vaterland Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich alle ziehen aus Dahin, woher dein Vater und Obrigkeit. 297 dich gesendet, Ins große, freie, schöne Vaterhaus. Karl Joh. Phil. Spitta, 1801—1859. 2 — Vaterland Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 401. Viter, kröne du mit Segen Unsern König und sein Haus, Führ durch ihn auf deinen Wegen Herr⸗ lich deinen Ratschluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz, Deinen Feinden biet er Trutz; Sei du dem Gesalb— ten gnädig: Segne, segne unsern König! 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, Reich ihm deines Geistes Schwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Ihm des Friedens Heil ge— währt. Mach ihm leicht die schwere Last, Die du auferlegt ihm hast, Sei in Jesu du ihm gnädig: Schütze, segne unsern König! 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und frommem Flehn Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königs⸗ und Obrigleit. thron Eine Burg, o Gottes⸗ sohn; Sei du ihm auf ewig gnädig: Leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heil'ge Flamme, Die das Herz des Volks erneut, Daß es un⸗ serm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht Hast du über ihm gewacht, Du erhieltest ihn uns gnädig: Segne, segne unsern König! 5. Gieb uns Mut in den Gefahren, Wenn der Feind uns ernst bedroht, Daß wir Treue dann bewahren, Gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! so siegen wir, Deine Treuen krönst du gnädig; Segne, segne unsern König! 6. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit Gieb uns, Gott, zu aller Zeit; Sei du deinem Volke gnädig; Segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann, 1781—1865. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 402. Ein Haupt hast du dem Volk gesandt Und trotz der Feinde Toben In Gnaden unser Vaterland Geeint und hoch erhoben. Mit Frieden hast du uns bedacht, Den Kaiser uns bestellt zur Wacht, Zu dei⸗ nes Namens Ehre. 2. Wir danken dir mit Herz und Mund, Du Retter aus Gefahren, Und flehn aus tiefster Seele Grund, Du wollest uns bewahren, Mel. 298 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Herr aller Herrn, dem kei— ner gleich, Den Kaiser und das deutsche Reich Zu deines Namens Ehre. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, Laß auf des Kaisers Wegen Dein huld— voll heilig Angesicht Ihm leuchten uns zum Segen, Und salbe ihn mit deinem Geist, Daß er sich kräftiglich erweist Zu deines Namens Ehre. 4. Ach komm, wie zu der Väter Zeit, Ein Feuer an⸗ zuzünden, Daß wir im Frie⸗ den und im Streit Fest auf dein Wort uns gründen, Ein frommes Volk, das dir vertraut Und dir zum Tem— pel sich erbaut Zu deines Namens Ehre. Julius Sturm, geb. 1816. 3. Krieg und Frieden. Eigene Melodie. 403. Verleih uns Frie⸗ den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; Es ist doch ja kein andrer nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott, alleine! Martin Luther, 1483—1546. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 404. Gottlob, nun ist erschollen Das edle Fried⸗ und Freudenwort, Daß nun⸗ mehr ruhen sollen Die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder Dein Sai⸗ 3. Krieg und Frieden. tenspiel hervor, O Deutsch— land, und sing Lieder Im hohen vollen Chor. Erhebe dein Gemüte Und danke Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte Bleibt den⸗ noch ewiglich. 2. Sei tausendmal will⸗ kommen, Du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen Dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket All unser Glück und Heil; Wer dich betrübt und krän⸗ ket, Der drückt ihm selbst den Pfeil Des Herzleids in das Herze Und löscht aus Unverstand Die goldne Freu⸗ denkerze Mit seiner eignen Hand. 3. Das drückt uns nie⸗ mand besser In unsre Seel und Herz hinein, Als ihr zerstörten Schlösser Und Städte voller Schutt und Stein; Ihr vormals schönen Felder, Mit frischer Saat bestreut, Jetzt aber lauter Wälder Und dürre, wüste Heid. Ihr Gräber voller Leichen Und tapfrer Helden Schweiß, Der Helden, deren gleichen Auf Erden man nicht weiß. 4. Hier trübe deine Sin⸗ nen, O Mensch, und laß 299 den Thränenbach Aus bei⸗ den Augen rinnen; Geh in dein Herz und denke nach! Was Gott bisher gesendet, Das hast du ausgelacht; Nun hat er sich gewendet Und väterlich bedacht, Vom Grimm und scharfen Dringen Zu deinem Heil zu ruhn: Ob er dich möchte zwingen Mit Lieb und Gutesthun. 5. Ach, laß dich doch er— wecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, Eh als das letzte Schrecken Dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, Sei unerschrocknen Muts: Der Friede, den er giebet, Be⸗ deutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, Da sollt ihr bei Gott leben In ew'gem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, 1606—1676. Mel. Nun danket alle Gott. 405. Herr Gott, dich loben wir! Regier, Herr, unsre Stimmen, Laß deines Geistes Glut In unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, Ach komm zu uns allhier, So singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir, Wir preisen deine Güte, Wir rühmen deine Macht Mit herzlichem Gemüte; Es steiget unser Lied Bis an des Himmels Thür Und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir! 3. Herr Gott, dich loben wir Für deine große Gna⸗ den, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des goldnen Friedens Zier; Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in laͤngen Jahren Der Waffen schwe⸗ res Joch Und frechen Grimm erfahren; Jetzt rühmet un— 4. Jahre Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 406. Das alte Jahr vergangen ist; Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du in Not uns und Gefahr Behütet hast auch dieses Jahr. 2. Wir bitten dich, den ew'gen Sohn Des Vaters 300 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. ser Mund Mit Begier: Gottlob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir! 5. Herr Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar ge⸗ strafet, Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weg— geraffet. Es hat die Vater⸗ hand Uns deine Gnadenthür Jetzt wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir! 6. Herr Gott, wir dan⸗ ken dir Und bitten, du wollst geben, Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, Erfülle für und für, O Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir! Joh. Franck, 1618-1677. herzlicher Kwechsel. auf dem höchsten Thron, Du wollst dein arme Christen— heit Bewahren ferner alle Zeit. 3. Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, Es ist der Seele Trost und Hort. Vor Unglaub und Abgötterei Be⸗ hüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Jahreswechsel. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn Und fromm zu werden fangen an. Der alten Schuld nicht mehr gedenk, Ein gnadenreich neu Jahr uns schenk. 5. Hilf christlich leben stetiglich, In dir einst ster⸗ ben seliglich Und danach fröhlich auferstehn Und mit dir in den Himmel gehn: 6. Zu loben und zu prei⸗ sen dich Mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr Zu deines Namens Lob und Ehr! Joh. Steuerlein, 1546—1613. Eigene Melodie. 407. Hiuf, Herr Jesu, laß gelingen, Hilf, das neue Jahr geht an, Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben Wol⸗ lest du aus Gnaden geben. 2. Was ich dichte, was ich mache, Das gescheh in dir allein; Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr, bei mir sein; Geh ich aus, wollst du mich leiten, Komm ich heim, steh mir zur Seiten. 3. Laß mich beugen meine Kniee Nur zu deines Na⸗ 301 mens Ehr! Hilf, daß ich mich stets bemühe, Dich zu preisen mehr und mehr; Laß mein Bitten und mein Flehen Auf zu dir gen Himmel gehen. 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, Mach mich frei von meiner Sünd. Laß sie mir nicht ferner schaden, Gieb, daß ich Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, Kannst die Sünd allein vergeben. 5. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Weil ich mich so sehr betrübe, Ja voll Angst und Zagen bin; Stärke mich in meinen Nöten, Daß mich Sünd und Tod nicht töten. 6. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben Sonder Trug und Heuchelei; Daß ich noch allhier auf Erden Fromm und selig möge werden. 7. Jesu, laß mich fröh⸗ lich enden Dieses ange— fangne Jahr; Trage stets mich auf den Händen, Halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, Wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 1607—1667. Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. 408. Nun laßt uns gehn und treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hier her Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern; Wir leben und gedeihen Vom alten zu dem neuen. 3. Durch und Plagen, so viel Angst Durch Zittern und durch Zagen, Durch Krieg und große Schrecken, Die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern In schweren Un gewittern Die Kindlein hier auf Erden Mit Fleiß be— wahret werden: 5. Also auch und nicht minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wenn Not und Trübsal blitzen, In seinem Schoße sitzen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist ver— gebens Mit unserm Thun und Machen, Wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, Die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! 302 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 8. Laß ferner bitten, O Vater, und bleib mitten In unserm Kreuz und Leiden Ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gieb mir und allen denen, Die sich von Herzen sehnen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jam— merpforten Und laß an al— len Orten Auf so viel Blut— vergießen Die Friedens— ströme fließen. 11. Sprich deinen mil— den Segen Zu allen unsern Wegen, Laß Großen und auch Kleinen Die Gnaden sonne scheinen. 12. Sei der Verlass'nen Vater, Der Irrenden Be dich er⸗ rater, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Gieb fröhliche Ge— danken Den hochbetrübten Seelen, Die sich mit Schwer— mut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, Füll uns mit deinem Geiste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du 4. Jahreswechsel. geben, O meines Lebens Leben, Mir und der Christen— schare Zum sel'gen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1606—1676. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 409. Durch Trauern und durch Plagen, Durch Not, durch Angst und Pein, Durch Hoffnung und durch Klagen, Durch Sorgen groß und klein Bin ich, gottlob! gedrungen: Dies Jahr ist nun dahin; Dir, Gott, sei Lob gesungen! Bewegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich hast er— bauet, In dir besteht mein Heil; Rn ist mein Glück vertrauet, Du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohlerhalten, Du bist mein Trost und Hort; Dich laß ich ferner walten, Herr, führ mich fort und fort! 3. Mein Gott, o meine Liebe, Was du willst, will auch ich; Gieb, daß ich nichts verübe, Was⸗ irgend wider dich! Dir ist mein Will er— geben, Ja, er ist nicht mehr mein, Dieweil mein ganzes Leben Dein eigen wünscht zu sein. 303 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich will's auch thun. Soll mich die Armut drücken, Ich will da⸗ bei beruhn. Soll mich Ver— folgung plagen, Ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Ver⸗ achtung tragen, Ach, ich ge— horche dir. 5. Soll ich verlassen le— ben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schweben, Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, Ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr be— schlossen; Herr, deine Gnad sei heut Neu auf mich aus— gegossen; Mein Herz werd auch erneut! Laß ich die alten Sünden, So werd ich, Gott, bei dir Auch neuen Segen finden; Dein Wort verspricht es mir. G. Wilhelm Sacer, 1635-1699. Mel. Es ist das Heil uns kom— men her. 410. Gontlob! Ein Schritt zur Ewigkeit Ist aber⸗ mals vollendet; Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, daraus mein Le— ben fließt, Daraus sich alle Gnad ergießt In meine Seel zum Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr, Und wird mir allzulange, Bis es er⸗ scheine, daß ich gar, O Le— ben, dich umfange, Damit, was sterblich ist an mir, Verschlungen werde ganz in dir, Und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheimgeftellt Die rechte Zeit und Stunde; Wiewohl ich weiß, daß dir's gefällt, Daß ich mit Herz und Munde Dich kommen heiße und darauf Von nun an richte meinen Lauf, Daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann Von deiner Liebe trennen, Und daß ich frei vor jedermann Dich meinen Freund darf nennen, Und daß du dort, o Lebens— fürst, Dich ganz mit mir vereinen wirst Und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, Daß sich das Jahr geendet Und also auch von dieser Zeit Ein neuer Schritt vollendet, Und schreite hurtig weiter fort, 304 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn auch die Hände lässig sind Und meine Kniee wanken, So biet mir deine Hand geschwind In meines Glaubens Schwanken, mit durch deine Kraft mein Herz Sich stärke, und ich himmelwärts Ohn Unterlaß aufsteige. 7. Geh, Seele, frisch im D Da⸗ 27 Glauben dran Und sei nur unerschrocken; Laß dich nicht von der rechten Bahn Die Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam däucht, So eile, wie ein Adler fleugt, Mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen; Du hast, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir ge⸗ zogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. August Hermann Francke, 1663—1727. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 411 Jesus soll die Lo⸗ sung sein, Da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein Denen zum Pa⸗ 4. Jahreswechsel. niere dienen, Die in seinem Bunde stehn Und auf seinen Wegen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort Soll in den Gemein⸗ den schallen; Und so oft wir an den Ort, Der nach ihm genannt ist, wallen, Mache seines Namens Ruhm Unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil Wollen wir im Glauben ehren; Also wird es uns zu teil, Wird sich täglich bei uns mehren; Auch fürs neue Jahr uns beut Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir Nun in Jesu Namen gehen; Geht uns dieser Leit⸗ stern für, So wird alles wohl bestehen Und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid Soll sein Name uns ver⸗ süßen, So wird alle Bitter— keit Uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, Welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmolck, 1672—1737. Jesu 30⁵5 Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 412. Galt ruft der Sonn und schafft den Mond, Das Jahr darnach zu teilen; Er schafft es, daß man sicher wohnt, Und heißt die Zeiten eilen; Er ordnet Jahre, Tag und Nacht: Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank er⸗ teilen. 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüll⸗ ten Zungen Sei dir für das verfloßne Jahr Ein heilig Lied gesungen; Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, Für Fried und Ruh, für jede That, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, In deiner Furcht zu leben. Du schützest uns, und du vermehrst Menschen Glück, wenn sie zuerst Nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, Des Lebens Ruh und Freuden, Doch schadet mir das Glück der Welt, So gieb mir Kreuz und Leiden; Nur stärke mit Ge⸗ Der 20 306 duld mein Herz, Und laß mich nicht in Not und Schmerz Den Glücklichen beneiden. 5. Hilf deinem Volke vä⸗ terlich In diesem Jahre wieder; Erbarme der Ver⸗ las'nen dich Und der be⸗ drängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That Und laß dich, Gott, mit Heil und Rat Auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit Auf seinem Stuhle throne; Daß Tugend und Zufriedenheit In un⸗ serm Lande wohne; Daß Treu und Liebe bei uns sei: Dies, lieber Vater, dies ver⸗ leih In Christo, deinem Sohne! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 413. Das Jahr geht still zu Ende, Nun sei auch still, mein Herz, In Gottes treue Hände Leg ich nun Freud und Schmerz, Und was dies Jahr umschlossen, Was Gott, der Herr, nur weiß, Die Thränen, die ge⸗ flossen, Die Wunden, bren⸗ nend heiß. VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 2. Warum es so viel Lei⸗ den, So kurzes Glück nur giebt? Warum denn immer scheiden, Wo wir so sehr geliebt? So manches Aug ge— brochen, Und mancher Mund nun stumm, Der erst noch hold gesprochen— Du ar— mes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, Was man so gern ver⸗ gißt: Daß diese arme Erde Nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, Die wir auf ihn getauft, In Zions goldnen Hallen Ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen Die Thränensaat ins Feld, Dort werden wir uns freuen Im sel'gen Him⸗ melszelt; Wir sehnen uns hienieden Dorthin ins Va⸗ terhaus Und wissen's, die geschieden, Die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen Durch diese Erdenzeit: Nur immer vorwärts sehen Mit sel'ger Freudigkeit; Wird uns durch Grabeshügel Der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, Daß sie hinüber schaut! 6. Hilf du uns durch die Zeiten, Und mache fest das 5. Jahreszeiten und Ernte. Herz, Geh selber uns zur Seiten, Und führ uns hei⸗ matwärts. Und ist es uns hienieden So öde, so allein, O laß in deinem Frieden Uns hier schon selig sein. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg, geb. 1835. 307 Mel. Vater unser im Himmelreich. 414. Nun treten wir ins neue Jahr, Herr Jesu Christ, uns auch bewahr! Gieb Gnad, daß wir dies ganze Jahr Zubringen mö— gen ohn Gefahr; Gieb Glück und Heil, gieb Fried und Ruh, Hernach die Seligkeit dazu! Verfasser unbekannt. 5. Jahreszeiten und Ernte. Mel. Heut singt die liebe Christen⸗ heit. 41⁵. Geh aus, mein Herz, und suche Freud In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben; Schau an der schönen Gärten Zier, Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide. Nar⸗ cissen und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an Als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täub⸗ chen fleugt aus seiner Kluft Und macht sich in die Wäl⸗ der; Die hochbegabte Nach— tigall Ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, Der Storch baut und bewohnt sein Haus, Das Schwälblein speist die Jungen; Der schnelle Hirsch, das leichte Reh Ist froh und kommt aus seiner Höh Ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in dem Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schattenreichen Myrten; Die Wiesen liegen hart dabei Und klingen ganz von Lust⸗ 20*² geschrei Der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdross'ne Bienenschar Zeucht hin und her, sucht hier und dar Die edle Honigspeise; Des süßen Weinstocks starker Saft Bringt täglich neue Stärk und Kraft In seinem schwachen Reise. 7. Der Weizen wächset mit Gewalt, Darüber jauch— zet jung und alt Und rühmt die große Güte Des, der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüte. 8. Ich selber kann und mag nicht ruhn; Des großen Gottes großes Thun Er⸗ weckt mir alle Sinnen; Ich singe mit, wenn alles singt, Und lasse, was dem Höch— sten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hier so schön, Und läßt du's uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden, Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güldnen Schlosse werden? 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird wohl in Christi Garten sein? Wie muß es da wohl klin⸗ 308 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. gen, Da so viel tausend Seraphim. Mit unverdross'- nem Mund und Stimm Ihr Halleluja singen? 11. O wär ich da! O stünd ich schon, Ach süßer Gott, vor deinem Thron Und trüge meine Palmen! So wollt ich nach der Engel Weis' Erhöhen deines Na— mens Preis Mit tausend schönen Psalmen. 12. Doch will ich gleich— wohl, weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schwei— gen. Mein Herze soll sich fort und fort An die⸗ sem und an allem Ort Zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf nur und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer dei⸗ ner Gnad In meiner Seele früh und spat Viel Glau⸗ bensfrücht erziehe. 14. Erwähle mich zum Paradeis, Und laß mich bis zur letzten Reis' An Leib und Seele grünen; So will ich dir und deiner Ehr Allein und sonsten keinem mehr Hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1606-1676. 5. Jahreszeiten und Ernte. Ernte. O daß ich tausend Zungen hätte. 416. O Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus. Du aber teilest deine Gaben Recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich: Ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Men⸗ schen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn? Und dennoch läßt du's kei⸗ nem fehlen, Denn du weißt allem vorzustehn Und schaf— fest, daß ein jedes Land Sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und end⸗ lich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, so das Land begießt, Des Himmels Tau, der Sonne Strahl Sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, Das Acker⸗ land wird ihm zu Brot; Es mehret sich vielfält'ger Weise, Was anfangs schien, als wär es tot, Bis in der Mel. 309 Ernte jung und alt Er⸗ langet seinen Unterhalt. 5. Nun Herr, wer kann's zu Ende denken? Der Wun⸗ der sind hier gar zu viel. So viel als du kann nie⸗ mand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel. Denn immer wird uns mehr beschert, Als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollen's auch keinmal vergessen, Was uns dein Segen träget ein; Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Namens Denk— mal sein, Und Herz und Mund soll lebenslang Für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648—1745. Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. 417. Die Crat ist uun zu Ende, Der Segen ein⸗ gebracht, Woraus Gott alle Stände Satt, reich und fröhlich macht; Der alte Gott lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel Liebeswerken, Drum preisen wir ihn hoch. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt Und oft ohne unsre Bitte Gethan, was uns gefällt: Die immer noch geschont, Ob wir gleich gottlos leben, Die Fried und Ruh gegeben, Daß jeder sicher wohnt. 3. O allerliebster Vater, Du hast viel Dank ver⸗ dient; Du mildester Be⸗ rater Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir Für abgewandten Schaden, Für viel und große Gnaden; Herr Gott, wir danken dir. 4. Zum Danke kommt das Bitten: Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns behüten Und aller andern Not; Gieb frieden⸗ volle Zeit, Erhalte deine Gaben, Daß wir uns da⸗ mit laben, Regier die Obrig⸗ keit. 5. Besonders laß ge⸗ deihen Dein reines, wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen; Halt auch an unsrem Ort Dies edle Saatkorn rein, Laß es viel Früchte bringen, Daß wir in allen Dingen Recht fromme Leute sein. 6. Kommt unser Lebens⸗ ende, So nimm du unsern Geist In deine Vaterhände, Da er der Ruh geneußt, Da ihm kein Leid bewußt; 310 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. So ernten wir mit Freuden Nach ausgestandnem Leiden Die Garben voller Lust. Gottfr. Tollmann, um 1723. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen üte. G 418. Wir alle, Men⸗ schenvater, bringen Dir unsern feierlichsten Dank, Und unsre frohen Herzen singen Dir ihren lauten Preisgesang. Für Millionen deiner Kinder Ist jetzt ein neuer Tisch bereit; Du nährst den Frommen und den Sünder, Und alles wird durch dich erfreut. 2. Herr, welchen Reich— tum deiner Gaben Hast du mit liebevoller Hand, Uns zu erhalten und zu laben, Von neuem uns herabgesandt; Wir ernteten aus deiner Fülle Den Segen unsrer Fluren ein; Denn uns zu segnen ist dein Wille, Wer wollte dir nicht dankbar sein? 3. Wie väterlich kannst du versorgen, Mehr als wir bitten und verstehn; Du hörst am Abend und am Morgen Mit Vaterhuld auf unser Flehn. Selbst unser 5. Jahreszeiten und Ernte. 0 Undank, unsre Sünden Er⸗ müden deine Liebe nicht. Wir schmecken, sehen und empfinden, Was uns dein göttlich Wort verspricht. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, Die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, Da jede Stunde von ihr zeugt? Du schenktest Son⸗ nenschein und Regen Zur rechten Zeit für jede Frucht. O wohl uns, wenn auf deinen Wegen Auch unser Herz dich ewig sucht! 5. Um deine Gaben an⸗ zuwenden, Verleih uns Weisheit und Verstand; Nicht um sie üppig zu ver⸗ schwenden, Entströmten sie, Gott, deiner Hand. Wir sollen alle sie genießen, Doch mäßig auch und dankbar sein; So gütig, wie du dich bewiesen, Soll jeder der Beglückten sein. 6. Ja groß, o Gott, ist deine Milde! Wir wollen freudig dich erhöhn Und liebreich sein nach deinem Bilde Und hören auf des Armen Flehn. Er jauchze heute mit uns allen, Er trockne seine Thränen ab Und denke stets mit Wohl— 311 gefallen, Daß deine Hand uns Segen gab! Chr. Gg. Ludw. Meister, 1738—4844. Gottfr. Bened. Funk, 1734—1814. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 419. Herr, die Erde ist gesegnet Von dem Wohl— thun deiner Hand; Güt und Milde hat geregnet, Dein Geschenk bedeckt das Land; Auf den Hügeln, in den Gründen Ist dein Segen ausgestreut; Unser Warten ist gekrönet, Unsre Herzen sind erfreut. 2. Aller Augen sind er⸗ hoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, Daß du Speise giebst von oben Und ver⸗ sorgest jeden Mund; Und du öffnest deine Hände, Dein Vermögen wird nicht matt, Deine Hülfe, Gab und Spende Machet alle froh und satt. 3. Gnädig hast du aus⸗ gegossen Deines Überflusses Horn, Ließest Gras und Kräuter sprossen, Ließest wachsen Frucht und Korn. Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, Und das Gut steht unver⸗ 312 sehret, Und gesegnet ist das Jahr. 4. Herr, wir haben solche Güte Nicht verdient, die du gethan; Unser Wissen und Gemüte Klagt uns vieler Sünden an. Ach gieb, daß auch das Gefilde Für dich rühre unser Herz, Daß der Reichtum deiner Milde Uns bewege himmelwärts. 5. Hilf, daß wir dies Gut der Erden Treu ver⸗ walten immerfort! Alles soll geheiligt werden Durch Gebet und Gotteswort. Was wir wirken und vollenden, Sei gesät in deinen Schoß, Dann wirst du die Ernte senden Unaussprechlich reich und groß. Chr. Rud. Heinr. Puchta, 1808-1858. S V △᷑8 Bei sparsamer Ernte. Mel. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 420. Waes Gott thut, das ist wohlgethan! denken Gottes Kinder; Wenn man nicht reichlich ernten kann, Liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz Nur himmelwärts, Ob wir auch oft auf Erden Bei Mangel traurig werden. o VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Im Neh— men und im Geben Sind wir bei ihm stets wobl daran Und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, Weil er uns liebt; Und seine Hände müssen Wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Er zeigt uns oft den Segen, Und ehe man ihn ernten kann, Muß sich die Hoffnung legen; Weil er allein Der will sein, andre Güter der Gemüter. Schatz nimmt er Zum Heile So 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; Es geh nach seinem Willen; Und läßt sich's auch zum Mangel an, weiß er ihn stillen. Obgleich das Feld Nicht viel enthält, Man kann bei wenig Gaben Satt werden und sich laben. So zu 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, Das Feld mag traurig stehen, Wir gehn getrost auf seiner Bahn Und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft Uns Lebens⸗ kraft, Es nennt uns Gottes Erben, Wie können wir verderben? 6. Morgen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! So wollen wir stets schließen; Ist gleich bei uns kein Kanaan, Wo Milch und Honig fließen, 313 Doch ist's genug Zur Sät⸗ tigung, Wenn Gott das Wen'ge segnet Und uns mit Huld begegnet. Benj. Schmolck, 1672— 1737. 6. Morgen. Eigene Melodie. 421. Aus meines Her⸗ zens Grunde Sag ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde Und all mein lebenlang, O Gott in dei— nem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren Durch Christum unsern Herren, Dein eingebornen Sohn, 2. Daß du mich hast aus Gnaden In der ver⸗ gangnen Nacht Vor Fähr⸗ lichkeit und Schaden Be⸗ hütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, Wollst mir mein Sünd vergeben, Womit in diesem Leben Ich hab er— zürnet dich. 3. Dich will ich lassen raten, Der alle Dinge lenkt; Du segne meine Thaten, Und was mein Herz ge⸗ denkt. Dir sei es heimge⸗ stellt, Leib, Seele, Geist und Leben, Und was du mir gegeben; es dir gefällt. 4. Darauf so sprech ich: Amen! Und zweifle nicht daran; Gott nimmt in Jesu Namen Mein Flehen gnä⸗ dig an. Drauf streck ich aus die Hand, Greif an das Werk mit Freuden, Das Gott mir wollt bescheiden In meinem Amt und Stand. Johann Mathesius, 1504—1565. Mach's, wie Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 422. walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heil'ger Geist im Himmels⸗ thron. Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht; Wenn's Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh In rechter Andacht meine Knie Und ruf zu dir mit heller Stimm: Dein Ohren neig, mein Red vernimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, Weil du mich gnädig hast behüt, Daß ich nun hab die finstre Nacht In Ruh und Frieden zuge— bracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Nimm mich auch diesen Tag in Hut; Laß heut dein liebe Engelein 3.50 Wächter und Gef fährten s ein. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier Und mich mit schönen Gaben zier; Er führ mich heut auf rechter Bahn, Daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gieb Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht Mit Freuden diesen Tag verricht Zu deinem Lob und meinem Nutz, Und daß ich thu dem Nächsten Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, Daß ich vom Übel abgewandt Mein Seel mit Sünden nicht beschwer Und mein Gewissen nicht versehr. 8. Behüt mich heut und allezeit Vor Schaden, Schand und Herzeleid; Tritt zwi⸗ schen mich und meine Feind, 314 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. So sichtbar und unsichtbar seind. 9. Mein Aus⸗ und Ein⸗ gang heut bewahr, Daß mir nichts Übles widerfahr; Behüte mich vor schnellem Tod, Und hilf mir, wo mir Hülf ist not. Martin Behemb, 1557—1622. Eigene Melodie. 423. Gett des Him⸗ mels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Ge⸗ fahr, Angst, Not und Schmer— zen Hast„behütet und be— wacht; Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn. O Herr Jesu, laß dich finden Und dein Herz mir offen stehn, Wo alleine Hülf und Rat Ist für meine Misse— that. 6. Morgen. 31⁵ 4. Hilf, daß ich mit die⸗ sem Morgen Geistlich auf⸗ erstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn einst dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort; Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand; Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigen⸗ tum! 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Fein⸗ des Macht, List und An⸗ schläg von mir wende Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Him⸗ mel zu. H. Albert, 1604—1668. Eigene Melodie. 424. Die güldne Sonne, Voll Freud und Wonne, Bringt unsern Grenzen Mit ihrem Glänzen Ein herz— erquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, Die lagen darnieder; Aber nun steh ich, Bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu sei⸗ nen Ehren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen sei mächtig und groß; Und wo die Frommen Dann sollen hinkommen, Wann sie mit Frieden Von hinnen geschieden Aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt; Die besten Güter Sind unsre Gemüter; Lieder der Frommen, Vom Herzen gekommen, Sind Weihrauch, der ihn am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen, Segnen und mehren, Unglück ver⸗ wehren, Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen; Wenn wir auf—⸗ stehen, So läßt er aufgehen Uber uns seiner Barmherzig⸗— keit Schein. 316 5. Alles vergehet, Gott aber stehet Ohn alles Wanken; Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, Die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen Die tödlichen Schmer— zen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. 6. Gott, meine Krone, Vergieb und schone! Laß meine Schulden In Gnad und Hulden Aus deinen Augen sein ferne gewandt. Sonsten regiere Mich, lenke und führe, Wie dir's ge⸗ fället: Ich habe gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 7. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, Das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßte Und Allergewißte, Aus allen Schätzen der edelste Hort. 8. Willst du mich krän⸗ ken, Mit Gallen tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen: Wohlan, so mach es, wie dir es be— liebt! Was gut und tüchtig, Was schädlich und nichtig So VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Meinem Gebeine, Das weißt du alleine, Hast niemals einen zu bitter betrübt. 9. Kreuz und Elende, Das nimmt ein Ende; Nach Meeresbrausen Und Windes— sausen Leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle Und selige Stille Darf ich erwarten Im himm— lischen Garten; Dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, 1606—1676. Eigene Melodie. 55* 425. Wach auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem treuen Menschenhüter! 2. Als Nacht und dunkle Schatten Mich ganz um— fangen hatten, Bedecktest du mich Armen Mit göttlichem Erbarmen. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Mein starker Schutz dir g'nüge; Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen! 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen, Ich kann das Licht noch sehen; Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 6. Morgen. — 5. Du willst ein Opfer haben, Hier bring ich meine Gaben; In Demut fall ich nieder Und bring Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen; Du kannst ins Herz mir sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bess'res habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten; Hilf selbst das Beste raten, Den Anfang, Mitt und Ende, Ach Herr, zum Besten wende! 9. Mit Segen mich be⸗ schütte, Mein Herz sei deine Hütte, Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Him⸗ mel reise. Paul Gerhardt, 1606—1676. Mel. Valet will ich dir geben. 426. Es hat uns heißen treten, O Gott, dein lieber Sohn Mit herzlichen Ge— beten Vor deinen hohen Thron Und uns mit teurem Amen Erhörung zugesagt, Wenn man in seinem Namen Nur bittet, fleht und klagt. 37 2. So komm ich denn gegangen In dieser Morgen— stund; Ach, laß mich doch erlangen, Was ich aus Herzensgrund Von dir, mein Gott, begehre Im Namen Jesu Christ, Und gnädig mir gewähre Das, was mir nützlich ist. 3. Doch bitt ich nicht, zu geben Mir, Herr, aus deiner Hand Geld, Gut und langes Leben, Nicht Ehr, noch hohen Stand; Denn dieses ist nur nichtig Und lauter Eitelkeit, Vergänglich, schwach und flüchtig Und schwindet mit der Zeit. 4. Ich bitte, mir zu schenken Ein fromm und keusches Herz, Das nimmer⸗ mehr mag denken Auf Sünd und schnöden Scherz; Das stets mit Liebe flammet Zu dir, Gott, himmelan Und alle Lust verdammet Der lastervollen Bahn. 5. Hernach laß mich ge— winnen Nach deiner großen Kraft Kunst, Weisheit, kluges Sinnen, Verstand und Wissenschaft; Daß all mein Thun und Handeln Dir mög gefällig sein, Laß vor der Welt mein Wandeln Sein ohne falschen Schein. 6. So wird von jenen allen: Stand, Leben, Ehr und Geld Auf meine Seite fallen, So viel dir, Gott, gefällt; Man muß die Seel erst schmücken, Dann wirst du allgemach Den Leib auch schon beglücken, Glück folgt der Tugend nach. Georg Neumark, 1621—1681. Eigene Melodie. 427⁷. Mergendlanz der Ewigkeit, Licht vom uner⸗ schaffnen Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte, Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgen⸗ tau Fall auf unser matt Gewissen; Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen, Und erquick uns, deine Schar, Immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut Unsre kalten Werke töte, Und erweck uns Herz und Mut Bei erstandner Morgenröte, Daß wir, eh wir gar vergehn, Recht aufstehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, Gieb, daß auch am jüngsten Tage Unser 318 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Leib dir entfernt aufersteh von aller Und, Plage, Sich auf jener Freudenbahn Freuen kann. 5. Leucht uns selbst jene Welt, Du verklärte Gnadensonne; Führ uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth, 1636—4689. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 428. Bang dein Werk mit Jesu an: Jesus hat's in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wird's wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, Geh mit Jesu schlafen, Führ mit Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der An-⸗ fang sein, Jesum anzubeten, Daß er woll dein Helfer sein Stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht Will er stehn zur Seiten, Wenn des Satans List und Macht Dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Laß die Feinde 6. Morgen. wüten; Er wird dich vor ihrer List Schützen und be⸗ hüten. Setz nur das Ver⸗ trauen dein In sein All⸗ machtshände Und glaub sicher, daß allein Er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott Also ange⸗ fangen: Ei, so hat es keine Not, Wirst den Zweck er⸗ langen; Es wird folgen Glück und Heil Hier in diesem Leben, Endlich wird dir Gott dein Teil Auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach Sei dir über⸗ geben, Es nach deinem Willen mach Auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; Laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf: Amen! Verfasser unbekannt, um 1700. Mel. O Gott, du frommer Gott. 429. O Jesu, süßes Licht, Nun ist die Nacht vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen, Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe aufgeweckt Und hat 319 nun in Begier Zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad einsenken Mit Leib, mit Seel, mit Geist Heut diesen ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele, Sie sei dein Eigen⸗ tum, Mit ihr dich heut vermähle In deiner Liebes⸗ kraft; Da hast du meinen Geist, Darinnen willst du dich Verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus, Ach aller⸗ liebstes Leben! Ach wohn, ach leb in mir, Beweg und rege mich; So hat Geist, Seel und Leib Mil ir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt Die Kleider angeleget, Laß meiner Seele sein Dein Bildnis eingepräget In güldnem Glaubensschmuck, In der Gerechtigkeit, Die allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 320 VI. 6. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld Durch deines Geistes Triebe; Auch mit der Demut mich Vor allem kleide an, So bin ich wohl— geschmückt Und köstlich an— gethan. 7. Bleib du mir diesen Tag Stets vor den Augen schweben, Laß dein Allgegen— wart Mich wie die Luft umgeben, Auf daß mein ganzes Thun Durch Herz, durch Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, Ja rede und gedenke, Durch deines Geistes Kraft Es also führ und lenke, Daß alles nur Nlow Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib dein Eigentum. Joach. Lange, 1670—- 1744. C igene Melodie. 430. Mein erst Ge⸗ fühl sei Preis und Dank, Erheb ihn, meine Seele; Der Herr hört deinen Lob⸗ Lobsing ihm, meine gesang, Seele! Besondere Verhältnisse und, Zeiten. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht Lag ich und schlief in Frieden; Wer schafft die Sicherheit der Nacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, Und dein ist unser Leben; Du bist es, der es uns erhält Und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen, Und lehre du mich, selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle 6. Morgen. Tischlieder. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Er— kenn und willig thue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züch⸗ tig und gerecht Durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Näch⸗ sten beizustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an andrer Wohlergehn Und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht genieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Tischlieder. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 431. Gesegn uns, Herr, die Gaben dein, Die Speis' laß unsre Nahrung sein! Hilf, daß dadurch erquicket werd Der dürft'ge Leib auf dieser Erd! 2. Doch dieses zeitlich Brot allein Kann uns nicht g'nug zum Leben sein; Dein göttlich Wort die Seele speist, Hilft uns zum Leben allermeist. 321¹ 3. Drum gieb uns beides, Herr und Gott, Hilf endlich auch aus aller Not; So preisen wir dein Gütigkeit Hier und auch dort in Ewigkeit. Verfasser unbekannt, vor 1562. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 432. Wir danken Gott für seine Gab'n, Die wir von ihm empfangen hab'n; Wir bitten unsern lieben Herrn, Er woll auch ferner sie bescher'n, 2. Und speisen uns mit seinem Wort, Daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geb'n Nach dieser Zeit das ew'ge Leb'n. Verfasser unbekannt, um 1588. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 433. Speip, o Gott, uns, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder; Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jetzo vor uns haben, Daß sie uns in diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich mit den Frommen Zu der Himmelstafel kommen. Joh. Heermann, 1585—4647. 21 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 7. Abend. Mel. Erhalt uns, Herr, bei dei⸗ nem Wort. 434. Hinunter ist der Sonne Schein, Die finstre Nacht bricht stark herein: Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, Laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Schaden, Fahr und mancher Plag Durch deine Engel hast be— hüt Aus Gnad und väter⸗ licher Güt. 3. Womit wir hab'n er⸗ zürnet dich, Dasselb verzeih uns gnädiglich Und rechn' es unsrer Seel nicht zu, Laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, Daß uns der böse Feind nicht fäll: Vor Schrecken, Angst und Feuers⸗ not Behüte uns, o lieber Gott. Nik. Hermann, 1 1561. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 435. Mein schönste Zier und Kleinod bist Auf Erden du, Herr Jesu Christ; Dich will ich lassen walten Und allezeit In Lieb und Leid In meiner Brust be⸗ halten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, Kein Ding so fest auf Erden steht, Ein jeder muß bekennen: Es soll kein Not, Ja nicht der Tod Von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht, Dasselbe mich dir ganz verspricht Im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, ach schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, Es will nun Abend werden; Laß doch dein Licht Aus⸗ löschen nicht Bei uns allhier auf Erden. Seit 1598, Verfasser unbekannt. 7. Abend. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 436. O wertes Licht der Christenheit, O heilige Dreieinigkeit, Weil jetzt die Sonne von uns weicht, Durch dein Licht unser Herz erleucht! 2. Am Morgen früh, da danken wir, Des Abends beten wir zu dir; Auch un⸗ ser armer Lobgesang Dich rühmet unser lebenlang. 3. Lob, Ehr und Dank sei dir erweist, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! Du dreimal einig wahrer Gott, Tröst unser Herz in aller Not! Matth. Apelles von Löwenstern, 1594-1648. Eigene Melodie. 437. Werde munter, mein Gemüte Und ihr Sinne geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor 0 0 in schweren Plag Durch sein gnadenrei⸗ ches Walten Hat beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barm⸗ herzigkeit, Daß mir ist mein 323 Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich hast bewahrt, Auch den Feind hinweggetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. O du Licht der from⸗ men Seelen, O du Glanz der Ewigkeit! Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Weil es nunmehr dunkel schier; Daß ich nimmer mich betrübe, Tröste mich mit deiner Liebe! 4. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanfte, süße Ruh; Alles Übel laß ver⸗ schwinden, Decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausge⸗ nossen Sei'n in deinen Schutz geschlossen. 5. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind ge⸗ beten hat! Jesu, den ich stets verehre, Bleibe ja mein Schutz und Rat, Und mein Hort, du werter Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen! Johann Rist, 1607—1667. 2¹⁷ Eigene Melodie. 438. Run ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, Es schläft die ganze Welt; Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt, 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen, Die güldnen Stern⸗ lein prangen Am blauen Himmelssaal: Also werd ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit. Die zieh ich aus; dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sünden⸗-Arbeit frei. 324 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Betten ihr begehrt: Es kommen Stund und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh ein Bettlein in der Erd! 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, Im Nu sind sie geschlossen, Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel! 8. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein; Will Satan mich ver— schlingen, So laß die Eng— lein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht be— trüben Ein Unfall noch Ge⸗ fahr; Gott laß euch selig schlafen, Stell euch die güld⸗ nen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar. Paul Gerhardt, 1606—4676. Eigene Melodie. 439. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe; O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; Geh auf in mir, Glanz der Gerech⸗ NVNIT RIY“ 7. Abend. 32⁵5 tigkeit; Erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; Dir sei die Ehr, daß alles wohlgelungen Nach deinem Rat, ob ich's gleich nicht versteh; Du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Be⸗ ständigkeit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzenskündiger; Ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen. Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, Da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, Zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; Bewahre mich durch deine große Macht, Wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schla⸗ fen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebenssonn, erquicke mei⸗ nen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Joach. Neander, 1650-1680. Eigene Melodie. 440. Nun sich der Tag geendet hat, Die Sonne nicht mehr scheint, Schläft, was von Arbeit müd und matt, Und was zuvor ge⸗ weint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst ohne Rast, Du schläfst noch schlummerst nicht: Ob uns die Finsternis umfaßt, Bleibst du doch unser Licht. 3. Gedenke, Herr, nun auch an mich In dieser dunklen Nacht, Und halte du mich gnädiglich In dei⸗ ner Hut und Wacht. 4. Ich fühle zwar der Sünden Schuld, Die mich bei dir verklagt: Doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugesagt. 5. Er hat für mich ge— nug gethan, Als er am Kreuze starb; Ich nehm den Trost im Glauben an, Den mir sein Tod erwarb. 6. Drauf thu ich meine Augen zu Und schlafe fröh— lich ein: Mein Gott wacht über meine Ruh, Wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Ge⸗ danken hin, Hemmt nicht der Andacht Lauf: Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein In diesem Erden— thal: So führ mich, Herr, zum Himmel ein Zur aus⸗ erwählten Schar. 9. Und also leb und sterb ich dir, O Herr Gott Ze⸗ baoth, Im Tod und Leben hilf du mir Aus aller Angst und Not. Friedr. Herzog, 1647— 1699. Joh Mel. Jesu, meine Freude. 441. Hute deiner Schafe, Der von keinem Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wundergüte War mein Schild und Hütte Den vergangnen Tag. Sei die Nacht Auch auf der Wacht, Und laß mich von deinen Scharen Um und um be⸗ wahren. 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhe⸗ kissen, Drum vergieb die Schuld. Denn dein Sohn Hat mich davon Durch die 326 VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. tiefgeschlagnen Wunden Gnä⸗— diglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben Keine Not betrüben, Sie sind mein und dein; Schließ uns mit Erbarmen In den Vaterarmen Ohne Sorgen ein. Du bei mir, Und ich bei dir, Also sind wir un⸗ geschieden, Und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer, Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, Unter deinen Flügel Nimm dein Küchlein ein. Decke zu Mit Schutz und Ruh, So wird uns kein Grauen wecken, Noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette Heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch hast du beschlos— sen, Daß mein Ziel ver⸗ flossen, Kommt die Todes⸗ not: So will ich Nicht wi⸗ der dich: Lieg ich nur in Jesu Wunden, Sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben Hab ich dir er— geben, O du Hüter du! 7. Abend. 327 Gute Nacht, Nimm mich in acht; Und erleb ich ja den Morgen, Wirst du weiter sorgen. Beni. Schmolck, 1672—1737. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 442. Herr, es gescheh dein Wille! Mein Leib eilt nun zur Ruh, Es fallen in der Stille Die müden Au⸗ gen zu. Erlaß mir Schuld und Strafe, Daß ich von Sünden rein, Zum Tode wie zum Schlafe Bereitet möge sein. 2. Laß fern von Schreckens⸗ bildern Und wilder Träu⸗ merei Die Seele nichts sich schildern, Das ihrer unwert sei; Laß frei von eitlen Sorgen Den Tag mich wie⸗ dersehn Und auf den Kampf⸗ platz morgen Mit neuen Kräften gehn. 3. Doch wenn der To⸗ desschlummer Für mich in dieser Nacht Den Freuden und dem Kummer Ein schnelles Ende macht, Dann stärk mich, wann das Schrecken Der letzten Stunde droht; Du wirst mich auf⸗ erwecken, Ein Schlaf nur ist mein Tod. 4. Drum fahr ich hin mit Freuden Zu Jesu, mei⸗ nem Herrn; Die Welt und ihre Leiden, O Gott, ver⸗ laß ich gern. Wohl dem, der bis ans Ende Sich als ein Christ erweist; Mein Gott, in deine Hände Befehl ich meinen Geist. Joh. Friedr. von Cronegk, 1731—1758. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe. 443. Der Abend kommt, die Sonne sich verdecket, Und alles sich zur Ruh und Stille strecket; O meine Seel, merk auf, wo bleibest du? In Gottes Schoß, sonst nirgends findst du Ruh. 2. Herr, sammle selbst Begierden und Gedanken, Die noch so leicht aus Schwachheit von dir wan— ken; Mein Ruheplatz und Heimat, thu dich auf, Daß ich in dir beschließe meinen Lauf. 3. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, Bewahrt, verschont, gestärket und ge⸗ weidet; Ich bin's nicht wert, daß du so gut und treu; Mein Alles dir zum Dank ergeben sei! 328 4. Vergieb es, Herr, wo ich mich heut verirret Und mich zu viel durch dies und das verwirret! Es ist mir leid, es soll nicht mehr ge— schehn; Nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 5. Da nun der Leib sein Tagwerk hat vollendet, Mein Geist sich auch zu seinem Werke wendet, Zu beten an, zu lieben inniglich, Im stil—⸗ len Grund, mein Gott, zu schauen dich. 6. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; Mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget, Ins Heiligtum, ins Dunkel kehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille sein. 7. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket; Mein Wille sich in dich ge— lassen senket. Begierden, schweigt! Vernunft und Sin— nen, stilll Mein müder Geist im Herrn jetzt ruhen will. 8. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; Laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben! Meintreuer Hirt, führ mich in dich hinein; In dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 9. Im Finstern sei des VI. Besondere Verhältnisse und Zeiten. Geistes Licht und Sonne, Im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; Deck mich bei dir in deiner Hütte zu, Bis ich erreich die volle Sabbathruh. Gerh. Tersteegen, 1697—1769. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 444. Hur, der du mir das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet ich kind— lich an; Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut an mir gethan. 2. Mit müte dankendem Ge— Freu ich mich deiner Güte, Ich freue mich in dir; Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn; Auf deine Güte hof— fen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, Ich bin 7. Abend. 329 bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen Eil ich der Ruh ent⸗ gegen, Dein Name sei ge⸗ preist; Mein Leben und mein Ende Ist dein; in deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. Fürchtegott Gellert, 171⁵5-1769. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 445. Der Wond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Him⸗ mel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wie— sen steiget Der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämm⸗ rung Hülle So traulich und so hold! Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen Und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost belachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschen⸗ kinder Sind eitel arme Sün⸗ der Und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftge⸗ spinste Und suchen viele Künste Und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, Auf nichts Vergänglichs trauen, Nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6. Wollst endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen sanften Tod; Und wenn du uns genommen, Laß uns in Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott. 7. So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen nieder; Kalt ist der Abend— hauch. Verschon uns Gott mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen Und unsern kranken Nachbar auch. Matth. Claudius, 1740—1815. VII. 1. Cod und Mel. Nun ruhen alle Wälder. 446. O Welt, ich muß dich lassen, Ich fahr dahin mein Straßen Ins ew'ge Vaterland; Mein Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Setzen in Gottes gnäd'ge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ew'ge muß mir werden, Mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Antlitz will ich schauen Wahrlich durch Jesum Christ, Der für mich ist gestorben, Des Huld erworben, Mein Mitt ler er auch worden ist. 4. Die Sünd mag mir e V Vegrabnis. nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden, Umsonst durch Christi Blut: Kein Werk kommt mir zu frommen, So ich will zu ihm kommen; Der christlich Glaub allein es thut. 5. O Welt, laß ab von Sünden, Der Tod wird dich auch finden; Drum richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen, Laß alle ird'schen Sachen Und fang ein göttlich Leben an. Johann Hesse, 1490—1547. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. G 447. Wĩ enn mein Stünd lein vorhanden ist, Und ich soll fahrn mein Straße, Geleit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hülf mich nicht “..— — E — 1. Tod und Begräbnis.„331 verlasse! Mein Seel an meinem letzten End Befehl ich dir in deine Händ; Du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr Und mein Gewissen nagen; Denn ihr ist viel wie Sand am Meer, Doch will ich nicht ver⸗ zagen; Will denken in der letzten Not, Herr Jesu Christ, an deinen Tod, Der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, Des tröst ich mich von Herzen; Von dir ich ungeschieden bleib In Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; Ein ewig Leben hast du mir Mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Werd ich im Grab nicht bleiben; Mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Kann Todesfurcht ver⸗ treiben; Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin; Drum fahr ich hin mit Freuden. Nik. Hermann, 4 1561. Mel. Vater unser im Himmelreich. 448. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, Der du littst Marter, Angst und Spott, Für mich am Kreuz auch endlich starbst Und mir des Vaters Huld erwarbst: Ich bitt durchs bittre Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot Und ringen werde mit dem Tod, Wenn mir vergeht all mein Ge— sicht, Und meine Ohren hören nicht, Wenn meine Zunge nicht mehr spricht, Und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, Und mir all menschlich Hülf zerrinnt: So komm, Herr Christe, mir behend Zu Hülf an meinem letzten End Und führ mich aus dem Jammer⸗ thal, Verkürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, Mit deinem Geist stets bei mir bleib; Bis sich die Seel vom Leibe trennt, Dann nimm sie, Herr, in deine Händ; Der Leib hab in der Erde Ruh, Bis naht der jüngste Tag herzu. 332 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, In dem Gericht mein Fürsprech sei Und meiner Sünd nicht mehr gedenk; Aus Gnaden mir das Leben schenk, Wie du hast zugesaget mir In dei— nem Wort, das trau ich dir. 6. Ach Herr, vergieb all unsre Schuld; Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt herbei; Auch unser Glaub stets wacker sei, Aufs Wort zu trauen festiglich, Bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, 1511—1569. Mel⸗ Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. n Christi Wun⸗ den schlaf ich ein, Die machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. 2. Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich zum Himmel werd eingehn. Mit Fried und Freud ich fahr dahin, Ein Gotteskind ich allzeit bin. 3. Dank hab, mein Tod, du förderst mich, Ins ew'ge ich, Leben wandre Mit VII. Die letzten Dinge. Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glau⸗ ben mein! Paul Eber, 1511- 1569. Eigene Melodie. 450. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt, Er mach's mit mir, wie's ihm gefällt; Ob ich allhier noch länger leb, Ich drein mich geb, Nicht seinem Willen widerstreb. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will, Ich schreib ihm nicht vor Maß noch Ziel; Es sind gezählt all Härlein mein, Beid, groß und klein, Fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es hilft kein Reich— tum, Geld noch Gut, Kein Kunst, noch Gunst, noch stolzer Mut; Des Bleibens ist ein kleine Zeit, Voll Müh und Leid, Und wer's bedenkt, ist stets im Streit. 4. Heut sind wir frisch, gesund und stark Und liegen morgen tot im Sarg; Heut blühn wir wie ein Rose rot— Bald krank und tot! Ist allenthalben Müh und Not. 5. Man trägt eins nach dem andern hin, Wohl aus 1. Tod und Begräbnis. 333 den Augen, aus dem Sinn; Die Welt vergisset unser bald, Jung oder alt, Auch unsrer Ehren mannigfalt. 6. Ach Herr, leyr du uns früh und spät, Daß uns der Tod gewiß zusteht, Und unsers Bleibens ist nicht hier; Bald scheiden wir, Und hin ist Jugend, Kraft und Zier. 7. Das macht die Sünd, du treuer Gott! Dadurch ist komm'n der bittre Tod, Der nimmt hinweg all Menschenkind, Wie er sie find't, Fragt nicht, wes Stands und Ehr sie sind. 8. Und ob mich schon mein Sünd anficht, Dennoch will ich verzagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für mich in Tod Sein lieben Sohn gegeben hat. 9. Das ist mein Trost zu aller Zeit, In allem Kreuz und Traurigkeit: Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag Ohn alle Klag Werd auf— erstehn aus meinem Grab. 10. Mein lieben Gott von Angesicht Werd ich an— schaun, dran zweifl' ich nicht, In ew'ger Freud und Selig⸗ keit, Die mir bereit; Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. Joh. Leon, + 1597. Eigene Melodie. 451. Fren dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual; Weil dich Christus nun, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Aus Trübsal und großem Leid Sollst du fahren in die Freud, Die kein Ohr je hat gehöret, Und in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen Zu dem Herren, meinem Gott, Weil mich stets viel Kreuz betroffen, Daß er mir hülf aus der Not; Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, So hab ich gewünschet eben, Daß sich enden mög mein Leben. 3. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, Unser eigen Fleisch und Blut Plagen stets hier unsre Seele, Lassen uns bei keinem Mut; Wir sind voller Angst und Plag, Lauter Kreuz sind unsre Tag; Wenn wir nur geboren werden, Find't sich Jammer g'nug auf Erden. 4. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, Der du ewiglich aufgehst, Sei du jetzt von mir nicht ferne, Weil dein Blut mich hat *.+— 334 VII. erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud Mög von hinnen fahren heut; Ach, sei du mein Licht und Straße, Mich mit Bei⸗ stand nicht verlasse. 5. Ob mir schon die Augen brechen, Und mir das Gehör verschwind't, Meine Zung nicht mehr kann sprechen, Der Ver—⸗ stand sich nicht besinnt: Bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmels pfort; Du wirst mich in Gnad regieren, Auf der rechten Bahn heimführen. 6. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Not und Qual, Weil dich Christus nun, dein Herre, Ruft aus diesem Jammer⸗ thal. Seine Freud und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ebwigkeit, Mit den Engeln jubilieren Und auf ewig triumphieren. Um 1600. Verfasser unbekannt Ei Melodi 452. Sn der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; Dem thu ich mich ergeben, Mit Freud fahr ich dahin. Die letzten Dinge. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mög zu ihm kommen Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich über⸗ wunden.—— Leiden, Angst und Not; Durch seine heil'- gen Wunden Bin ich ver⸗ söhnt mit Gott 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Atem geht schwer aus, Und kann kein Wort mehr sprechen, Nimm, Herr, mein Seufzen auf. 5. Wenn mir Herz und Gedanken Zergehn, als wie ein Licht, Das hin und her thut wanken, Wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, Wie es dein Rat und Wille, Wenn kommt mein Stündelein. 7. Und laß mich gleich den Reben Anhangen dir allzeit Und ewig bei dir leben In Himmels Wonn und Freud. Seit 1608. Verfasser unbekannt. Eigene Melodie. 453. He rzlich thut mich erlangen Nach einem sel'⸗ gen End, Weil ich hier bin 1. Tod und Begräbnis. umfangen Mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust ab— zuscheiden Von dieser argen Welt, Sehn mich nach ew'gen Freuden; O Jesu, komm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöset Von Sünde, Tod und Höll; Es hat dein Blut gekostet, Drauf ich mein Hoffnung stell; Warum sollt mir denn grauen Vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, Bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, Der Tod sehr bitter mir, Will ich mich doch ergeben, Zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, Da meine Seel fährt hin; Des freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden Zum Staube wird ver⸗ kehrt, Doch auferweckt wird werden, Durch Christum schön verklärt, Wird leuchten als die Sonne Und leben ohne Not In ew'ger Freud und Wonne; Was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, Zu leben länger hier, Und mir auch immer 335 zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier: Doch ich das gar nicht achte, Es währt nur kurze Zeit; Nach Himm⸗ lischem ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Gesegn' euch Gott der Herre, Ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu⸗ sehre Über den Abschied mein; Beständig bleibt im Glauben; Wir werd'n in kurzer Zeit Einander wieder schauen Dort in der Ewig⸗ keit. 7. Nun will ich mich ganz wenden Zu dir, Herr Christ, allein; Gieb mir ein selig Ende, Send mir die Engel dein; Führ mich ins ew'ge Leben, Das du erworben hast, Als du dich hingegeben Für meine Sün⸗ denlast. 8. Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ; Den schwachen Glauben stärke In mir zu aller Frist; Hilf ritterlich mir ringen, Dein Hand mich halt mit Macht, Daß ich mög fröhlich singen: Gott⸗ lob, es ist vollbracht! Chr. Knoll, 1563—4621. 336 VII. Eigene Melodie. 454. Valet will ich dir geben, Du arge, falsche Welt; Dein sündlich böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, Hinauf steht mein Begier; Da wird Gott ewig lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, O Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, Stärk meinen blöden Mut, Laß selig mich abscheiden, Setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlich sein. Er— schein mir in dem Bilde Zu Trost in meiner Not, Wie du, Herr Christ, so milde Dich hast geblut zu Tod. 4. Verschließ mein Seel aus Gnaden Tief in dein Herz hinein, Und laß sie los von Schaden Bei dir auf ewig sein. Der ist wohl hier gewesen, Wer kommt ins Himmelschloß; Auf ewig Die letzten Dinge. Wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam ist gewesen, aufs beste Ins Buch des Lebens ein, Und halte mich gar feste Im seligen Verein Mit Himmelsbürgern droben, Die vor dir leben frei, So will ich ewig loben, Daß treu dein Herze sei. Valerius Herberger, 1562—1627. Eigene Melodie. 455. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt, Hilf mir in meinem Leiden; Ver— sag mir nicht, was ich dich bitt: Wenn meine Seel will scheiden, So nimm sie, Herr, in deine Händ: Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, Du läßt mich nicht verderben; Ach, du bist doch von mir nicht fern, Ob ich gleich hier muß sterben Und lassen meine lieben Freund, Die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, Die Seel sich zu dir schwinget, In deiner Hand sie unversehrt Durch Tod ins Leben 1. Tod und Begräbnis. dringet; Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Mühe überall. 4. Der Tod, die Hölle, Welt und Sünd Mir kön⸗ nen nichts mehr schaden; An dir, o Herr, ich Rettung find, Ich tröst mich deiner Gnaden; Dein ein'ger Sohn aus Lieb und Huld Für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Was sollt ich denn nun traurig sein, Weil ich kann wohl bestehen, Ge⸗ schmückt mit Christi Unschuld rein Zu meinem Gotte gehen? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, 1586—-4630. Eigene Melodie. 456. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen: Ihr seid ent⸗ gangen Aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben: Was wir hier kennen, Ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 337 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz und Leiden Ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab all eure Thränen, Ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; Euch wird gesungen, Was durch keines Ohr all— hier gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt er⸗ erben? Wer wollt hier blei⸗ ben, Sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, Lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, Ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, 1605—- 1659. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 457. Die Herrlichkeit der Erden Muß Rauch und Asche werden, Kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergetzen, Was wir für ewig schätzen, Wird als ein leichter Traum vergehn. 338 VII. Die letzten Dinge. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir un⸗ sterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn; Sobald der Geist gewichen Und dieser Mund erblichen, Fragt leiner, was man hier ge⸗ than. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, Wir werden hingerissen Ohn einen Unter⸗ scheid. Was nützt der Schlös— ser Menge? Dem hie die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zer— rinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen Und saurer Schweiß erwirbt. Was Men-— schen hier besitzen, Kann für den Tod nicht nützen; Dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, Das nicht ein heimlich Schmerzen Mit Herzensangst vergällt? Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, Die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, Da keine Macht noch Krone Kann unver—- gänglich sein? Es mag von Totenreihen Kein Scepter dich befreien, Kein Purpur, Gold noch edler Stein. Wie eine Rose blühet, Wenn sie die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, Die, eh der Tag sich neiget, Eh sich der Abend zeiget, Ver⸗ welkt und unversehns abfällt 8. So wachsen wir auf Erden Und hoffen groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei. Doch eh wir zugenommen Und recht zur Blüte kommen, Bricht uns des Todes Sturm ent⸗ zwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; Indessen wird die Bahre Uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen Und, eh wir uns besinnen, Der Erde sagen gute Nacht. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, Ist als ein Strom verflossen; Was künftig, wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre, Und geh den Herren an, Der immer König bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der einzig ewig machen kann. 1. Tod und Begräbnis. 339 12. Wohl dem, der auf ihn trauet, Er hat recht fest gebauet; Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort bestehen Und nimmer⸗ mehr vergehen, Weil ihn die Stärke selbst erhält. Andreas Gryphius, 1616—1664. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 458. bin ein Gast auf Erden Und hab hier keinen Stand: Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Hier reif ich nur zum Grabe; Dort in der ew'gen Ruh Ist Gottes Gnadengabe, Die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an Als Müh und Not ge⸗ wesen? So lang ich denken kann, Hab ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen Hat mir viel Angst erweckt. Ver⸗ folgung, Haß und Neiden, Ob ich's gleich nicht ver⸗ schuld't, Hab ich doch müssen leiden Und tragen mit Ge— duld. 4. So ging's den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, Wenn's fehlt an gutem Rat. Wie mußten die sich plagen! In was für Weh und Schmerz, In was für Furcht und Zagen Sank oft ihr armes Herz! 5. Die frommen, heil'gen Seelen, Die gingen fort und fort Und änderten mit Quälen Den erst be⸗ wohnten Ort. Sie zogen hin und wieder, Ihr Kreuz war immer groß, Bis daß der Tod sie nieder Legt in des Grabes Schoß. 6. Ich habe mich er⸗ geben In gleiches Glück und Leid. Was will ich besser leben In dieser Sterb⸗ lichkeit? Es muß ja durch⸗ gedrungen, Es muß gelitten sein. Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freude ein. 7. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt, Doch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straßen, Die zu der Heimat führt, Da mich 2 7 34⁰ VII. Die letzten Dinge. ohn alle Maßen Mein Vater trösten wird. 8. Mein Heimat ist dort oben, Da aller Engel Schar Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält, Auch alles hebt und leget, gachdem's ihm wohlgefällt. 9. Zu dem steht mein Verlangen, Da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, Daß ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wen'ger find ich Freud, Die meinem Geist gefalle; Das meist ist Herzeleid. 10. Die Herberg ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selig's Ende An meiner Wanderschaft, Und was mich kränkt, das wende Durch deinen Arm und Kraft! 11. Wo ich bisher ge⸗ sessen, Ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, So tret ich dann hinaus; Und was ich hier gebrauchet, Das leg ich alles ab, Und wann ich ausgehaͤuchet, So legt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du zeuchst mich, wann ich scheide, Hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ew'gen Wonne, Da ich stets freudenvoll, Gleich als die helle Sonne, Nebst andern leuchten soll. 13. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Du ausge⸗ schmücket hast. Da will ich herrlich singen Von deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 1606—1676. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. 459. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig' denken an die Stund Von Herzensgrund, Wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich⸗ wie ein Traum, Ein nicht'⸗ ger, leerer Wasserschaum; Im Augenblick es bald ver⸗ geht Und nicht besteht, Gleichwie ihr dieses täglich seht. 1. Tod und Begräbnis. 341 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir Das, was du bist, ich traue dir; Laß Berg und Hügel fallen hin; Mir ist's Gewinn, Wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn, So lehre mich, o Gottes Sohn; Gieb, daß ich zähle meine Tag Und munter wach, Daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, Bedenk es nun, Du kommst sonst nicht zur wahren Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt, Das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh Und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, Daß stetig ich Mit klugem Herzen suche dich. Joach Neander, 1650—1680. Mel Wer nur den lieben Gott läßt walten. 460. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnot. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, Leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, Und wenn ich einstens sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi 342 Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Mach immer süßer mir den Himmel Und immer bittrer diese Welt; Gieb, daß mir in dem Welt⸗ getümmel Die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 6. Ach Vater, deck all meine Sünde Mit dem Verdienste Jesu zu, Darein ich mich fest gläubig winde, Das giebt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod, Ich leg die Hand in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! 8. So komm mein End heut oder morgen, Ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; Ich bin und bleib in deinen Sorgen Mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut! VII. Die letzten Dinge. 9. Ich leb indes mit dir vergnüget Und sterb ohn alle Kümmernis; Mir g'nüget, wie mein Gott es füget; Ich glaub und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut Machst du's mit meinem Ende gut! Emilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt, 1637—1706. Eigene Melodie. 461. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt Auf Bundesblut ge— gründet hat; Da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrim— stand, Ich reise nach dem Vaterland. 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, Läuft schnell des Lebens Stunden— glas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit; Herr Jesu, mach mich nur bereit Und öffne meine Augenlider, Daß ich, was zeitlich ist, veracht Und nur nach dem, was ewig, tracht! — P—— Ef.. 1. Tod und Begräbnis. 3⁴3³ 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach, Der Lebensweg hat auch sein Ach, Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng,. der Feinde viel, Die mich abwenden von dem Ziel, Ich muß mich oft an Dor⸗ nen stoßen, Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die mit Gnadenlicht In un⸗ verfälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu; Mein matter Geist find't nirgends Ruh, Doch alle Müh ist schon bezahlet, Wenn ich das goldne Him⸗ melsthor Mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch hast angenommen, Zeig mir im Worte deinen Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleugt, ach eile du Und fleug mit Gnad und Hülf herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit, Gieb in Geduld Beständigkeit, Vor Straucheln meinen Fuß be⸗ schütze, Ich falle stündlich, hilf mir auf; Ach, zeuch mich, daß ich dir nachlauf; Sei mir ein Schirm in Trübsalshitze, Laß deinen süßen Gnadenschein In Fin⸗ sternis nie ferne sein. 7. Wann mir mein Herz, o Gnadenfüll, Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Lab⸗ sal finden; Und schließ ich einst die Augen zu, So bring mich zu der stolzen Ruh, Da Streit und alle Müh verschwinden; Laß mich da sein in Abrams Schoß Dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem fremden Land Der blinden Belt gleich unbekannt: Dort sind die Freunde, die mich kennen; Dort werd ich mit der Himmelsschar Dir jauch⸗ zend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe bren⸗ nen. Mein Heiland komm, o bleib nicht lang, Hier in der Wüste wird mir bang! Fr. Adolf Lampe, 1683—1729. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 462. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein sichres Erbe, Kein Gut, das ewiglich besteht, Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe, Ob es nicht heute schon ge— schieht; Zerbrechlich bin ich gleich der Scherbe, Der Blume gleich, die schnell verblüht; Drum mache täg— lich mich bereit Hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Wie mich des Todes Hand be— rührt. Dem einen wird das Sterben herbe, Sanft wird der andre heimgeführt. Doch wie du willst, nur dies verleih, Daß einst mein Ende selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Staub mich einst bedeckt; Doch wenn ich nur dies Heil erwerbe, Daß mich dein Ruf zum Himmel weckt, Mag hier, mag dort die Stätte sein: Die Erd ist allenthaben dein. VII. Die letzten Dinge. 5. Nun, wann ich einst sterbe, nimm du liebster Gott, — Oo meinen Geist zu dir, Auf daß ich dort mit Christo erbe. Wenn nur mein Heiland lebt in mir, So gilt mir's gleich, und geht mir's wohl, Wann, wo und wie ich sterben soll. Benj. Schmolck, 1672—4737. Mel. Wie groß ist des All-— mächt'gen Güte. 463. Laß mir, wenn meine Augen brechen, Herr, deinen Frieden fühlbar sein; Komm, deinen Trost mir zuzusprechen, Und segne mein Gebeine ein; Gieb Ruhe mir in deinen Armen, Da⸗ rin ich Gnad und Friede fand, Und trag mich vollends mit Erbarmen Sanft zu dir heim ins Vaterland. Chr. Renatus von Zinzendorf, 1727—1752. Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. 464. Die Christen gehn von Ort zu Ort Durch mannigfalt'gen Jammer Und kommen in den Friedensport Und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem f seine Arme auf; Lauf In Tod und Begräbnis. 34⁵ Das Weizenkorn wird in sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist, Gelobt sei'n eure Schritte, Du friedevoll befreiter Geist, Du jetzt ver⸗ lassne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, Dir glänzt der Morgenstern, Euch Glie— der deckt mit sanfter Ruh Der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit Der großen Offenbarung, Indessen bleibt das Pilgerkleid In heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, So tief hinab, so hoch hinan! Nik. Ludw. von Zinzendorf, 1700—1760. Mel. Christus, der ist mein Leben. 465. 44 Simeon ver⸗ schieden, Das liegt mir oft im Sinn; Ich führe gern im Frieden Aus diesem Le— ben hin. 2. Ach laß mir meine Bitte, Mein treuer Gott, geschehn, Laß mich aus dieser Hütte In deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns geschehen, An diesem nehm ich teil:z Wer Jesum werde sehen, Der sehe Gottes Heil. 4. Ich seh ihn nicht mit Augen, Doch an der Augen Statt Kann mir mein Glaube taugen, Der ihn zum Heiland hat. 5. Ich hab ihn nicht in Armen, Wie jener Fromme da, Doch ist er voll Erbar— men Auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden, Es rühmt: Mein Freund ist mein; Auch in den letzten Stunden Ist meine Seele sein. 7. Ich kenn ihn als mein Leben, Er wird mir nach dem Tod Bei sich ein Leben geben, Dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn fassen, Sein Geist giebt Kraft dazu; Er wird mich auch nicht lassen, Er führt mich ein zur Ruh. 9. Wenn Aug und Arm erkalten, Hängt sich mein Herz an ihn; Wer Jesum nur kann halten, Der fährt im Frieden hin. Phil. 1699 Friedr. Hiller, —1769. 346 Mel. Christus, der ist mein Leben. 466. Ic weiß, an wen ich glaube, Und daß mein Heiland lebt, Der aus dem Todesstaube Den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, Wenn alles wankt und weicht, Der, wenn dem Herzen bange, Die Retter⸗ hand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertrane, Und wenn mein Auge bricht, Daß ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thrä— nen So tröstend und so mild, Und mein unendlich Sehnen Wird nur durch ihn gestillt. Aug. Herm. Niemeyer, 1754— 1828. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 467. Hallelujs, Amen, Amen! In meines großen Jesu Namen Eil ich dem ew'gen Ziele zu. Über mir schwebt Gottes Segen, Sein Fried ist nah auf allen Wegen, Mein Herz erquickt einst ew'ge Ruh. Du nimmst, Herr Jesu Christ, Wenn vollendet ist Meine nun VII. Die letzten Dinge. Wallfahrt, thor Den Geist empor; Dann sing ich dir im höhern Chor. Durchs Todes⸗ Karl Aug. Döring, 1783—4844. Mel. Christus, der ist mein Leben. 468. Mag auch die Liebe weinen! Es kommt ein Tag des Herrn; Nach dunkler Nacht wird scheinen Ein heller Morgenstern. 2. Mag auch der Glaube zagen! Ein Tag des Lichtes naht; Aus Dämmrung wird es tagen, Zur Heimat führt sein Pfad. 3. Mag Hoffnung auch erschrecken, Mag jauchzen Grab und Tod! Die Schlum— mernden wird wecken Der— einst ein Morgenrot. Friedr. Ad. Krummacher, 1768—1845. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 469. Gegt nun hin und grabt mein Grab, Denn ich bin des Wanderns müde; Von der Erde scheid ich ab, Denn mir ruft des Him⸗ mels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 1. Tod und Begräbnis. 3⁴⁷ 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, Meinen Lauf hab ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Ird'sche endet, Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Denn wie mäch— tig stolz und hoch Wir auch stellen unsfre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl! Laß mich nun in Frieden scheiden, Deine Hoff— nung, ach! ist hohl, Deine Freuden werden Leiden, Deine Schönheit Unbestand: Alles Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, Denn ich reis' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr erbleichet ganz. 6. Ihr, die nun in Trauern geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, Tröstet froh des Herrn Gemeinde; Weint nicht ob dem eitlen Schein: Droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrland will, Aus dem Schatten, aus dem Schemen, Aus dem Eitlen, aus dem Nichts Hin ins Land des ew'gen Lichts. 8. Weinet nicht, mein süßes Heil, Meinen Heiland hab ich funden, Und ich habe auch mein Teil In den warmen Herzenswun⸗ den, Woraus einst sein from⸗ mes Blut Floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Er⸗ löser lebt, Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube Und die ew'ge Liebe spricht: „Kind des Vaters, zittre nicht!“ E. Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 470. In Gottes Rat ergeben, Verlaß ich gern die Welt; Ich geh zum bessern Leben, Sobald es ihm gefällt. Was wär's, was mich betrübte? Dort 348 Den Noch schau ich ewig den, meine Seele liebte, eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen Uns voll Erbar⸗ men zu: Kommt her, be⸗ ladne Herzen, Ihr findet bei mir Ruh!— Dies Wort aus deinem Munde Laß, Herr, mich zu erfreun, In meiner letzten Stunde Mir Geist und Leben sein. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken Laß meine Seele sehn, Wie du, o Heil der Sünder, Einst mit dem Tode rangst, Und wie du, Über⸗ winder, Allmächtig ihn be— zwangst. 4. Der frohe Siegsge⸗ danke: Wo ist dein Stachel, Tod? Stärk mich, daß ich nicht wanke In meiner To⸗ desnot. So ist, ob ich gleich sterbe, Doch Sterben mein Gewinn; Ich bin des Him— mels Erbe, Dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schreibst ins Buch des Lebens Auch meinen Namen ein; Dein Blut kann nicht vergebens Für mich vergossen sein. Dir trauet meine Seele, Dich lobt, was in mir ist, Dich, dem ich VII. Die letzten Dinge. sie empfehle, Der du die Liebe bist. Verfasser unbekannt. Beim Tode von Eltern. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 471. Eingesargt zum letzten Schlummer, Blaß, in deinem Sterbekleid, Ohne Schmerzen, ohne Kummer, Seh ich dich mit stillem Leid, Vielgetreue Mutter du! Jetzo trägt man dich zur Ruh; Schlummre süß im kühlen Grunde Bis zur Auferstehungsstunde! 2. Auge, das mit Lieb und Sehnen Oft die Seinen angeblickt, Segnend mit viel tausend Thränen Haben wir dich zugedeckt. Nie auf die⸗ ser Erde mehr Blickst du zärtlich auf uns her; Doch zu Wiedersehens Grüßen Wirst du heller dich er⸗ schließen. 3. Hand, die treulich uns geleitet, Die uns nichts als Liebe gab, Freud und Trost um uns verbreitet, Ruhe nun im stillen Grab! Un⸗ ermüdet war dein Fleiß, Und dein Tagewerk war heiß. Wenn die Toten auf⸗ erstehen, Wird in dir die Palme wehen. 1. Tod und Begräbnis. 34⁴9 4. Edler Mund, zum Rei⸗ nen, Großen Und zu Lieb und mildem Wort Freund⸗ lich, lieblich aufgeschlossen, Nimmer tönest du hinfort; Aber was die Lippe sprach, Tönt in unserm Herzen nach, Bis du, wenn die Grä⸗ ber springen, Gott wirst Halleluja singen. 5. Herz, das ohne Falsch geschlagen, Das in Liebe nie geruht, Das uns ster⸗ bend noch getragen, Ruhe sanft in Gottes Hut! Wei⸗ nend, dankend rufen wir: Ew'ger Segen folge dir! Wenn die Grüfte sich bewe— gen, Schlage wieder uns entgegen! 6. Dann wird froh die Thräne fließen, Wie sie jetzt in Trauer fließt; Froh wird dich dein Kind begrüßen, Das dich heut in Thränen grüßt. Dann, dann wird der schwere Stein Weg von dei— nem Grabe sein. Christus war im Tod dein Leben, Ewig darfst du vor ihm schweben. Albert Knapp, 1798—1864. Mel. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. 472. Vater, hier im Erdenschoße Ruhst du lange nun forthin; Bald wird auch mit grünem Moose Sich dein stilles Grab um— ziehn; Stürme werden drü⸗ ber fliegen, Schnee auf dei⸗ nem Bette liegen. 2. Doch in unsern treuen Herzen Wird dein Geist, dein Bild, dein Wort Unter tiefen Liebesschmerzen Un— vergänglich leben fort, Wie du liebend uns umfangen Und in Frieden hingegangen. 3. O wie heilig ist dies Bette, Wo der Herr dich hingelegt! O wie teuer diese Stätte, Die nun dein Ge⸗ beine hegt, Das im ew'gen Osterwehen Himmlisch klar soll auferstehen. 4. Schlafe wohl, o Vater, schlafe Deiner Wallfahrt Lei⸗ den aus, Bis der Hirte seine Schafe Sammelt in des Vaters Haus! Sanft sei dir der letzte Schlum— mer, Dein Erwachen ohne Kummer! 5. Jesus Christus, Herr der Toten, Der du nichts von dem verlierst, Was dein Vater dir geboten, Daß du's zur Vollendung führst, Die— ses Vaters Geist und Ende Legen wir in deine Hände. 6. Komm, in unser Herz zu geben Deiner Wahrheit 350 hellen Schein, Daß, wenn sich die Toten heben, Unser Vater ohne Pein Spreche bei des Herrn Erscheinen: Sieh, hier bin ich und die Meinen! Albert Knapp, 1798— 1864. Beim Tode von Ehe— gatten. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 473. 20 Gott, ich muß in Traurigkeit Mein Leben nun beschließen, Dieweil der Tod von meiner Seit So eilends hat gerissen Mein treues Herz, der Tugend Schein, Des muß ich jetzt beraubet sein; Wer kann mein Elend wenden? 2. Wenn ich an seine Freundlichkeit Gedenk in meinem Herzen, Die er mir hat zu jeder Zeit, In Freud und auch in Schmerzen, Erwiesen ganz beftändiglich, Mein Kreuz und Weinen mehret sich, Vor Angst möcht ich vergehen. 3. Bei wem soll ich auf dieser Welt Rechtschaffne Liebe finden? meiste Teil nicht Glauben hält, Die Treu will gar ver— Der VII. Die letzten Dinge. und Die schwinden. red Ich glaub es ohne Scheu: best ist doch getraute Treu; Der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr, mir geht ein scharfes Schwert Jetzund durch meine Seele, Die ab— zuscheiden oft begehrt Aus ihres Leibes Höhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, In solchem Kreuz mein Tröster bist, Muß ich vor Leid verzagen. 5. O treugeliebtes selig Herz, Zu dir will ich mich wenden In diesem meinem großen Schmerz, Ob sich mein Angft wollt wenden; Ich will betrachten deinen Stand, Wie Gott dir alles Kreuz gewandt In höchste Freud und Wonne. 6. Kein Angst, kein Trüb⸗ sal, Weh und Not Kann dich jetzund verletzen; Im Himmel will der fromme Gott Mit Liebe dich er— götzen. Die Seele schaut mit Lust und Freud Den Herrn in seiner Herrlichkeit Mit allen Auserwählten. 7. Du kommst nicht wie— der her zu mir In dies betrübte Leben; Ich aber komm hinauf zu dir, Da werd ich mit dir schweben In höchster Freude, Wonn 1. Tod und Begräbnis. 351 und Lust, Die deine Seele täglich kost, Drauf ich mich herzlich freue. 8. O wie mit großer Freudigkeit Woll'n wir ein⸗ ander kennen; Da wird uns dann zu keiner Zeit Der bittre Tod mehr trennen. Ach, welche Freude wird dann sein, Wenn ich dich, den ich jetzt bewein, Mit Freuden werd umfangen. 9. Dies will ich stets in meinem Leid Mir zu Ge⸗ müte führen, Erwarten in Geduld die Zeit, Wie Chri⸗ sten will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir Und mich durch seinen Geist regier Zu seines Namens Ehren. Joh. Heermann, 1585— 1647. Beim Tode von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 474. D. bist zwar mein und bleibest mein, Wer will mir anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein, Der Herr von ew'gen Tagen, Der hat das meiste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, o mein Sohn, mein Wille, Mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es Wünschen, wollt ich dich, Du Sternlein meiner Seelen, Vor allem Weltgut williglich Mir wün⸗ schen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir, Du sollst sein meines Hau⸗ ses Zier, An dir will ich mein Lieben Bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meint's noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, In Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, Ein Quell, da Alt und Jungen In aller Welt ent⸗ sprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, Und der mir ihn gegeben, Will, daß er nah an seinem Thron Im Himmel solle leben. Ich sprach: Ach weh, mein Licht verschwind't! Gott spricht: Willkommen, liebes Kind, Dich will ich bei mir ha⸗ ben Und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schö⸗ nes Wort, Und heil'ger als wir denken. Bei Gott ist ja kein böser Ort, Kein Un⸗ glück und kein Kränken, Kein Angst, kein Mangel, kein Versehn, Bei Gott kann keinem Leid geschehn, Wen Gott versorgt und liebet, Wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, sollt ich doch von ferne stehn Und nur ein wenig hören, Wenn deine Sinne sich erhöhn Und Got⸗ tes Namen ehren, Der hei⸗ lig, heilig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist: Ich weiß, ich werde müssen Vor Freude Thränen gießen. 7. Ich würde sprechen: Bleib allhier, Nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! Nein, sondern: Komm, du Wagen Eliä, hole mich geschwind Und bring mich dahin, da mein Kind Und so viel liebe Seelen So schöne Ding erzählen. 8. Nun sei es ja und bleib also, Ich will dich nicht beweinen; Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lauter Sonnen schei— nen, Die Sonnen ew'ger Freud und Ruh; Hier leb und bleib nun immerzu, Ich will, will's Gott, mit andern Auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, 1606-1676. VII. Die letzten Dinge. Begräbnis. Eigene Melodie. 475. Nun laßt uns den Leib begraben, Dran wir keinen Zweifel haben, Er wird am jüngsten Tag aufstehn Und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er und von der Erden, Wird auch zur Erd wieder werden Und von der Erd wieder aufstehn, Wenn Gottes Posaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus lauter Gnad Von aller Sünd und Missethat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trüb⸗ sal und Elend Ist kommen zu ei'm sel'gen End, Er hat getragen Christi Joch, Ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, Der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, An welchem Gott ihn verklären Und ew'ger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ewiger Freud und Wonne Leuchten wie die helle Sonne. — EÆE E— 1. Tod und Begräbnis. 35⁵³ 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen Und gehn all heim unsre Straßen, Schicken uns auch mit allem Fleiß, Denn der Tod kommt uns gleicherweis. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, Der uns durch sein Blut hat erlöst Vons Teufels G'walt und ew'ger Pein: Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein. Michael Weiß, 1534. Vers 8 ist Luthers Zusatz von 1540. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 476. Nu bringen wir den Leib zur Ruh Und decken ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß Zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, Nicht im— mer der Verwesung Raub; Er wird, wenn Christus einst erscheint, Mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, Lern hier, was unser Leben ist: Nach Sorge, Furcht und mancher Not Kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; Auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier ange— wandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, Wie wir selbst, einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Trau⸗ rigkeit, Wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, be— sinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, Soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, Mach's einst mit mei⸗ nem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, Vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm jeder seine Seele wahr. 9. Wenn unser Lauf vol⸗ lendet ist, So sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Ge—⸗ winn, Zieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, Die Gräber 23 35⁴4 mächtig öffnen wirst, Dann laß uns fröhlich auferstehn Und dort dein Antlitz ewig sehn. Chrenfried Liebich, 1713—1780. Mel. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. A. 477. Wohlauf, wohl⸗ an, zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus; Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erden⸗ haus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, Gehab dich wohl und laß dein Leid! Schleuß nur getrost die Pforte zu! Was trauerst du? Dein Geist geht hin zur ew'gen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, Ihr Lie— ben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! der Tag war schwül Im Erdgewühl. Hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, Ein Sieges⸗ zug der Leichenzug. Triumph, der Herr macht gute Bahn; Sein Kreuz voran, Das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hoch— festlich drein Und läutet hell VII. Die letzten Dinge. den Sabbath ein, Der nach des Werktags kurzer Frist Durch Jesum Christ Für Gottes Volk vorhanden ist. B. 6. O selig, wer das Heil erwirbt, Daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, Die Gottesstaͤdt, Die droben ist, gefunden hat! 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und eins ist not! Die Welt beut ihre Güter feil; Denk an dein Heil, Und wähl in Gott das beste Teil. 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du. nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; Schau himmelwärts! Da, wo dein Schatz ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, Eh dich der Tod an Tote reiht. Sie ru⸗ fen: Gestern war's an mir, Heut ist's an dir. Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg und Bett in Sarg und Grab. Wann, wie und wo, 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 355 ist Gott bewußt. Schlag an die Brust! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt. 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, Da blüht zu schön kein Wangenrot; Im Finstern droht Der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Gräbernacht Das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmer⸗ mehr! Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, Schon hier die ew'gen Hütten baut. Er sieht das Kleinod in der Fern Und kämpfet gern Und harrt der Zukunft sei⸗ nes Herrn. CO. 15. Nun, Thor des Frie⸗ dens, öffne dich! Hinein! hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich, Gönnt all⸗ zugleich Auch ihm ein Räum⸗ lein neben euch. 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, Viel Wohnungen im Himmel dort; Bereitet ist die Stätte schon Am Gnadenthron, Bereitet ihm durch Gottes Sohn. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt; Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein; Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Friedr. Heinr. Sachse, 1785 1860. 2. NAuferstehung, Weltgericht und Ewiglteit. Eigene Melodie. 478. Mitten wir im Le⸗ ben sind Mit dem Tod um⸗ fangen. Wen such'n wir, der Hülfe thu, Daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger 2 356 Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Not! Er⸗ barm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht Uns der Höllen Ra⸗ chen; Wer will uns aus solcher Not Frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit Unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott! Heiliger, starker Gott! Heiliger, barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Höllen Glut! Er⸗ barm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd uns trei⸗ ben, Wo soll'n wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Vergossen ist dein teures Blut, Das g'nug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott! Heiliger, star⸗ ker Gott! Heiliger, barm⸗ herziger Heiland! Du ewi⸗ ger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten Erbarm Glaubens Trost! dich unser! Martin Luther, 1483—1546. VII. Die letzten Dinge. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 479. Es ist gewiflich an der Zeit, Daß Christ, der Herr, wird kommen In seiner großen Herrlichkeit, Zu richten Bös und Fromme. Wer wird alsdann vor ihm bestehn, Wenn alles wird durchs Feu'r gehn, Wie uns sein Wort bezeuget? 2. Posaunen wird man hören gehn An aller Welt ihr Ende; Dann werden alsbald auferstehn Die To⸗ ten gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, Wann er wird hören neue Mär, Daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird dann gelesen bald, Darinnen steht geschrieben, Wie Gott will richten jung und alt; Nichts wird verborgen blei— ben. Da wird ein jeder sei⸗ nen Lohn Empfahen, wie er hat gethan In seinem ganzen Leben. 4. Was werd ich armer Sünder dann Vor deinem Richtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech han, Der meine Sach austrage? Das wirst du thun, Herr Jesu Christ, Weil du zuvor ———— 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 357 gekommen bist, All Sünder zu erlösen. 5. Wann ich, Herr, meine Sünd bedenk, Mein Augen müssen weinen, Wann ich die große Freud bedenk, Mein Herz thut sich er— freuen; Herr, hilf, daß ich dein Angesicht Mög sehn mit meinem Augenlicht Dort in dem ew'gen Leben. 6. Herr Jesu Christ, du machst es lang In diesen bösen Tagen, Den Leuten wird auf Erden bang, Laß sie doch nicht verzagen; Gieb ihnen deinen heil'gen Geist, Der sie in alle Wahrheit leit Durch Jesum Christum. Amen. Barthol. Ringwaldt, 1530—1598. Eigene Melodie. 480. Wochet aufl ruft uns die Stimme Der Wäch⸗ ter sehr hoch auf der Zinne; Wach auf, du Stadt Jeru⸗ salem! Mitternacht heißt diese Stunde; Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr, klugen Jung— frauen? Wohlauf, der Bräut⸗ gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit Zu der Hochzeit; Ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen; Das Herz thut ihr vor Freuden springen; Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gna⸗ den stark, von Wahrheit mächtig; Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf! Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Ho⸗ sianna! Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen- und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude. Des jauch— zen wir Und singen dir Das Halleluja für und für. Phil. Nicolai, 15561608. Eigene Melodie. 481. Vernsanen, Du hochgebaute Stadt, Wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnend Herz So groß Ver⸗ 358 langen hat Und reißt sich los von hier: Weit über Berg und Thale, Weit über blaches Feld Schwingt sich zum Himmelssaale Und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag Und noch viel schönre Stund, Wann kommst du doch heran, Da ich mit Lust, Mit lob— erfülltem Mund Die Seel befehlen kann In Gottes treue Hände Auf Christi Wort und Pfand, Daß ihre Wallfahrt ende In jenem Vaterland! 3. O Ehrenburg, Sei nun gegrüßet mir! Thu auf die Gnadenpfort! Wie lange schon Hat mich verlangt nach dir, Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Le— ben, Aus jener Nichtigkeit; Nun hat mir Gott gegeben Das Erb der Ewigkeit. 4. Was für ein Volk, Welch eine edle Schar Kommt dort gezogen schon! Was in der Welt Von Auserwählten war, Trägt dort die Ehren— kron. Die wird auch mir gespendet Aus meines Jesu Hand, Nun ich den Lauf vollendet In jenem Thrä⸗ nenland. 5. Propheten groß Und Patriarchen hoch, Die Gläub'⸗ VII. Die letzten Dinge. gen insgemein, Die weiland dort Trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit über— all, Mit Klarheit hell um— geben, Mit sonnenlichtem Strahl. 6. Und lang ich an Im schönen Paradies, Im Hei⸗ ligtum des Herrn, Dann schaut mein Geist, Was er einst glaubend pries, Was er gesehn von fern. Das Halleluja schallet In reiner Heiligkeit, Das Hosianna hallet Ohn End in Ewig⸗ keit. 7. Mit Jubelklang, Mit Instrumenten schön Auf Chören ohne Zahl, Daß von dem Schall Und von dem süßen Ton Sich regt der Freudensaͤal, Mit hun⸗ derttausend Zungen, Mit Stimmen noch vielmehr, Wie von Anfang gesungen Das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart, 1590—1642. Eigene Melodie. 482. O ECvigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 359 O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Trau— rigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz er— schrocknes Herz erbebt, Daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt Und ganz wird aufgehoben; Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, Sie ist ein Meer, das Wellenspiel Läßt nimmer ab zu toben, Ja, wie mein Heiland selber spricht, Ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, O ewig, ewig ist zu lang; Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht Zu⸗ samt der großen Pein be⸗ tracht, Erschreck ich recht von Herzen: Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich als die Ewigkeit. 4. Wach auf von deinem Schlaf, wach auf, Halt ein in deiner Sünden Lauf Und bessre bald dein Leben. Wach auf, denn es ist hohe Zeit, Es kommt heran die Ewig— keit, Dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag: Wer weiß da, wann er sterben mag? 5. O Ewigkeit, du Don⸗ nerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Trau⸗ rigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Johann Rist, 1607—- 1667. Eigene Melodie. 483. Alle Menschen müssen sterben, Alles Fleisch ist gleich wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu; Dieser Leib, der muß ver⸗ wesen, Wenn er anders soll genesen Der so großen Herr⸗ lichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich die— ses Leben, Wenn es meinem Gott beliebt, Auch ganz wil— lig von mir geben, Bin da⸗ rüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden Hab ich nun Erlösung fun⸗ den, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge⸗ storben, Und sein Tod ist mein Gewinn; Er hat mir 36⁰ VII. Die letzten Dinge. das Heil erworben, Drum fahr ich mit Freuden hin Hier aus diesem Weltgetüm— mel In den schönen Gottes— himmel, Da ich werde alle— zeit Schauen Gottes Herr— lichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, Da viel tau— send Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Die nen Gott vor seinem Thron; Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied aufangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. O Jerusalem, du Schöne, Ach, wie helle glän zest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh! Ach, der gro— ßen Freud und Wonne, Jetzo gehet auf die Sonne; Jetzo gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag! Joh Georg Albinus, 1624—1679 Mel. Herzlich thut mich verlangen 48 4. Bodenke. Mensch, das Ende, Bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende: Wer heute frisch und rot, Kann morgen und geschwinder Hinweggestorben sein, Drum bilde dir, o Sünder, Ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen, Hier muß ein jeder dran Und wird den Lohn bekommen, Nach dem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Höllen Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende Mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, Dort aber ewiglich Ein kläglich Schmerzens— schreien: Ach Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke stets die Zeit, Daß dich ja nichts abwende Von jener Herrlichkeit, Da— mit vor Gottes Throne Die Seele wird verpflegt: Dort ist die Lebenskrone Den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich be— denken Der Zeiten letzte Zeit, Daß sich nach dir zu lenken, Mein Herze sei bereit. Laß mich den. Tod betrachten Und deinen Richterspruch, Laß mich auch nicht verach— ten Den ew'gen Tod und Fluch. 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 361 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich berei— ten Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte Steh mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmelslichte Zu wohnen würdig sei. Salomo Liskow, 1640-1689. Mel. Valet will ich dir geben. 485. Ermuntert euch, ihr Frommen! Zeigt eurer Lampen Schein; Der Abend ist gekommen, Die finstre Nacht bricht ein; Es hat sich aufgemachet Der Bräu⸗ tigam mit Pracht. Auf, be⸗ tet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig, Und füllet sie mit Ol, Und seid des Herrn gewärtig; Bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, Begegnet ihm in Reihen Und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor. Die Thür ist auf⸗ geschlossen, Die Hochzeit ist bereit; Auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen! Der Bräut'gam ist nicht weit. 4. Er verziehen; wird nicht lang Drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen, Der schönste Frühlingsschein Ver⸗ heißt Erquickungszeiten; Die Abendröte zeigt Den schönen Tag von weitem, Davor das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Er⸗ den, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Gebärden, Und seid nicht mehr betrübt; Es sind die Freudenstunden Gekommen, und der Braut Wird, weil sie überwunden, Die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getra⸗ gen Und mit gestorben seid, Sollt nun nach Kreuz und Klagen In Freuden sonder Leid Mitleben und regieren Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphieren In eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Sieges⸗ palmen, Hier ist das weiße Kleid; Hier stehn die Weizen⸗ halmen In Frieden nach dem Streit Und nach den Winter— tagen; Hier grünen die Ge— bein, Die dort der Tod er⸗ schlagen; Hier quillt der Freudenwein. 362 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden; Hier ist die sichre Pfort, Hier sind die güldnen Gas— sen, Hier ist der Freuden⸗ saal, Da wir uns nieder⸗ lassen Zum ew'gen Hochzeits— mahl. 9. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, Und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit, Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurentii, 1660—4722. Mel. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. 486. Ruhe hat uns Gott verheißen, Ruhe, die da ewig währt. Da wir hier durch Wüsten reisen, Wo uns Gott den Glauben lehrt, Soll uns die Ver⸗ heißung treiben, Daß wir nicht dahinten bleiben. 2. Lehr mich, Herr, im Glauben wallen, Nur nach deiner Führung gehn, Stehen, wenn schon andre fallen, Hoffen, wenn noch nichts zu VII. Die letzten Dinge. sehn. Denn die dein Wort angenommen, Läßt du, Gott, zur Ruhe kommen. 3. Will der Weg mir lange werden, Zeige mir das nahe Land; Ist das Streiten voll Beschwerden, Stärke mir zum Sieg die Hand. Dahin, wo ich aus⸗ gegangen, Laß mein Fleisch nicht mehr verlangen. 4. Laß mich nicht von Ruhe träumen, Wo mein Geist doch keine hat; Die nicht glauben, die versäumen Ihren Teil an jener Stadt; Und in dieser Erden-Wüste Sind die Gräber ihrer Lüste. 5. Was ich denke, was ich thue Unter meiner Pilgrimslast, Alles geh auf deine Ruhe, Die du uns verheißen hast, Daß ich auf Verheißung sterbe Und das Los des Glaubens erbe. Phil. Friedr. Hiller, 1699—1769. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 487. Nach einer Prü⸗ fung kurzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage In göttliche Zu⸗ friedenheit. Hier übt die Mel. 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 363 Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden Schon manchen sel'gen Augenblick, Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm ein un⸗ vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Kör⸗ pers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt; Bald kämpft in seinem eignen Herzen Ein Feind, der öfter siegt als fällt; Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld In Kummer und in Un⸗ geduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das Laster öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Bekümmerten vergißt, Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such ich's nur, dort werd ich's finden, Dort werd ich heilig und verklärt Der Tugend ganzen Wert empfinden, Den unaus⸗ sprechlich großen Wert. Den Gott der Liebe werd ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille Mein Will und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wunderbar und heilig nen⸗ nen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Schickung im Zusammen⸗ hang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich offenbart; Ein Heilig, Heilig, Heilig singen Dem Lamme, das erwürget ward, Und Cheru— bim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, ihr Glück mein Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, Der 36⁴4 VII. Die letzten Dinge. Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionenmalen Noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft,— o möchte Gott es geben!— Vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offen— bart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie Ist doch ein Augenblick voll Müh! Chr. 1715.—67 Gellert, 715—1769. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 488. Es ist noch eine Ruh vorhanden, Auf, müdes Herz, und werde licht; Du seufzest hier in deinen Ban— den, Und deine Sonne schei— net nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freu— den Dort wird vor seinem Stuhle weiden; Wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der schwere Kampf voll— endet, Bald, bald der saure Lauf geendet, Dann gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Die Ruhe, die kein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch ge— boren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Hei— land wollte darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Er ruft, er locket weit und breit:„Ihr müden Seelen und ihr frommen, Versäumet nicht, heut einzukommen Zu meiner Ruhe Lieblichkeit!“ 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, Die manche Last und Bürde drückt! Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, Geht nicht mehr traurig und gebückt! Ihr habt des Tages Last getragen. Dafür läßt euch der Heiland sagen:„Ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr, die ihr seid des Kam— pfes müde, Mit euch ist Gott, mit euch sein Friede! Kommt, geht zur Ruhe Gottes ein!“ 4. Dort wird man Freu⸗ dengarben bringen, Denn unsre Thränensaat ist aus. O welch ein Jubel wird 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 365 erklingen Und süßer Ton ins Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, Leid wird ferne weichen, Es wird kein Tod uns mehr erreichen; Wir werden unsern König sehn. Er wird am Brunnquell uns erfrischen, Die Thränen von den Augen wischen; Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 5. Da ruhen wir und sind im Frieden Und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, Legt euch dem Heiland in den Schoß. Ach, Flügel her! wir müssen eilen, Nicht länger mehr hienieden weilen, Dort wartet schon die frohe Schar. Fort, Fort, mein Geist, zum Jubilieren, Be— gürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Siegm. Kunth, 1700—- 1779. Eigene Melodie. 489. Auferstehn, ja auf⸗ erstehn wirst du, Mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblich Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät! Der Herr der Ernte geht Und sam⸗ melt Garben Uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug ge— schlummert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein! Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden; Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann, lebt ich Im Heilig— tume Zu seines Namens Ruhme. Halleluja! Friedr. Gottlieb Klopstock, 17²2⁴4—1803. Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. 490. Wie wird mir dann, o dann mir sein, Wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, In ihm entschlafen werde, Von keiner Sünde mehr entweiht, Ent⸗ laͤden von der Sterblichkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich, Seele! Stärke, tröste Dich, Erlöste, 366 VII. Die letzten Dinge. Mit dem Leben, Das dir dann dein Gott wird geben! 2. Ich freue mich und bebe doch, So drückt mich meines Elends Joch, Der Fluch der Sünde nieder! Der Herr erleichtert mir mein Joch; Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, Glaubt und erhebt sich wie— der. Jesus Christus, Laß mich streben, Dir zu leben, Dir zu sterben, Deines Vaters Reich zu erben! 3. Verachte denn des Todes Graun, Mein Christ, er ist ein Weg zum Schaun, Der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürch— terlich: Ins Allerheiligste führt dich Der Weg im finstern Thale! Gottes Ruh ist Unvergänglich, Über— schwänglich, Die Erlösten Wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, Die mich, wann nun mein Auge bricht, Zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, Eh ich dies Flehen noch vollbracht, Mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater! Ich befehle Meine Seele Deinen Händen, Laß mich einst in Frieden enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel, Ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, An dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, Die Hütte meiner Sterblichkeit, Wird sie erst spät zertrümmert: Laß dann, Vater, Reiche Saaten Guter Thaten Mich be— gleiten Vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, Wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, Ihn dort an⸗ beten werde, Von keiner Sünde mehr entweiht, Ein Mitgenoß der Ewigkeit, Nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, Heilig, Heilig singen Wir und bringen Deinem Namen Preis und Ehr auf ewig. Amen! Friedr. Gottlieb Klopstock, 1724-1803. Mel. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit. 491. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt Und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt, Und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hingegeben! 2. Auferstehung, Weltgericht und Ewigkeit. 367 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist gesehn! Du bist allmächtig, Drum ist dein Licht so schön! Könnt ich an diesen hellen Thronen Doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, Der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig Dein heil'⸗ ger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann er— schreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Lei— den üben Und dich zeit⸗ lebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn, Und ohn Ermüden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen, goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. J. Tim. Her mes, 1738—1821. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 492. ilger sind wir, wallen hier, Gottes Stadt, nach deinen Hütten; Schmal der Weg und eng die Thür, Stein und Dorn auf allen Schritten. Ferne strahlt der Heimat Licht, Doch wer weicht, erreicht sie nicht. 2. Manchen seh ich vor mir her Nach des Zieles Kronen eilen. Warum säum ich? Ist's auch schwer, Wie nur könnt ich hier verweilen? Strahlt doch fern des Him— mels Pracht; Hier ist dunkle, öde Nacht. 3. Nein, ich will zum Vaterland, Zu der Ruh der Heimat dringen. Die hier Weh und Schmerz umwand, Stehn am Throne jetzt und singen: Nimmer wert sei Erdenleid Ihrer großen Herrlichkeit. 4. Bin ich etwa Sünder nur? Und nicht auch mit Gott verbunden? Wall ich nicht auf dessen Spur, Der die Welt hat überwunden? Wie, kann Kleinmut mich entweihn? Wo er ist, da soll ich sein. 5. Er, der mir ein ewig Teil, Das kein Auge sah, bereitet, Hat nur zu ge⸗ wisserm Heil Mich den rauhern Weg geleitet. Glau⸗ bensvoll schreit ich voran, Jesus ebnet mir die Bahn. 6. Wall ich weiter nur voran, Werden Rosen um mich sprießen, Und am Ziele meiner Bahn Wird die Pforte sich erschließen, Und nach treu vollbrachtem Lauf Nimmt die Gottes⸗ stadt mich auf. Joh. Friedr. von Meyer, 177²2—1849. Eigene Melodie. 493. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, Daß ich Je— sum möge sehn; Meine Seel ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen Und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, Licht, Sonne, die Wolken bricht! O werd ich dahin Daß ich dort süßes durch wann kommen, mit allen 368 VII. Die letzten Dinge. 2. Auferst., Weltg. ꝛc. Frommen Schau dein hol— des Angesicht. 3. Ach wie schön, ach wie schön Ist der Engel Lob— getön! Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, Flög ich über Thal und Hügel Heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wird's sein, wie wird's sein, Wenn ich zieh in Salem ein, In die Stadt der goldnen Gassen! Herr, mein Gott, ich kann's nicht fassen, Was das wird für Wonne sein. 5. Paradies, Paradies, Wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen Wird's uns sein, als wenn wir träumen: Bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Friedr. Ludwig Knak, 1806—4878. 369 Verzeichnis der Liederdichter. (Die Zahlen bezeichnen die Nummern der Lieder im Gesangbuch.) Agricola, Johann; geb. 1492 zu Eisleben, gest. 1566 als Hofprediger in Berlin. 311. Albert, Heinrich; geb. 1604 zu Lobenstein, gest. 1668 als Orgaͤnist in Königsberg. 423. Alberus, Erasmus; geb. zu Sprendlingen bei Frankfurt a. M., gest. 1553 als Gen.⸗Superint. in Neubrandenburg. 116. Albinus, Johann Georg; geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, gest. 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 483. Ambrosius, geb. 340 zu Trier, gest. 397 als Bischof zu Mailand. 306. Angelus Silesius s. Scheffler. Arends, Wilhelm Erasmus; gest. 1721 als Pfarrer in Halberstadt. 266. Arndt, Ernst Moritz; geb. 1769 zu Schoritz auf Rügen, gest. 1860 als Professor zu Bonn. 54, 55, 118, 132, 133, 207, 242, 300, 301, 390, 469. Arnold, Gottfried; geb. 1666 zu Annaberg in Sachsen, gest. 1714 als Pastor zu Perleberg. 262. Arnschwanger, Johann Christoph; geb. 1625 zu Nürnberg, gest. 1696 als Pfarrer zu St. Lorenz daselbst. 156. Asschenfeld, Christoph Karl Julius; geb. 1792 in Kiel, gest. 1856 als Propst in Flensburg. 297. 2⁴ 37⁰ Verzeichnis der Liederdichter. Bahnmaier, Jonathan Friedrich; geb. 1774 zu Oberstenfeld in Württemberg, gest. 1841 als Dekan von Kirchheim u. Teck. 166. Barth, Christian Gottlob; geb. 1799 zu Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen, starb 1862 als Missions- und Jugend⸗ schriftsteller in Calw. 168. Bähr, Christian August; geb. 1795 zu Atterwasch bei Gu— ben, gest. 1846 als Pfarrer zu Weigsdorf bei Zit⸗— tau. 386. Beda Benerabilis; 674— 735, ein angelsächsischer Mönch. 119. Behemb, Martin; geb. 1557 zu Lauban in der Lausitz, gest. 1622 als Pfarrer daselbst. 422. Betichius, Johann; geb. 1650 zu Steckby(Anhalt-Zerbst), gest. 1722 als Diakonus in Zerbst. 370. Betulius s. Birken. Zeurhaus, Friedrich; gest. 1609 als Professor am Gymna⸗ sium zu Dortmund. 351. Bickel, Johann Daniel Karl; geb. 1737 zu Altweilnau im Taunus, gest. 1809 als Superint. zu Usingen. 154. Bienemann(Melissander), Kaspar; geb. 1540 zu Nürnberg, gest. 1591 als Gen.-Superint. zu Altenburg. 349. Birken(Betulius), Siegmund von; geb. 1626 zu Wilden⸗ stein bei Eger, gest. 1681 als Privatgelehrter zu Nürn⸗ berg. 75, 255. Bogahky, Karl Heinrich von; geb. 1690 zu Jankowe in Schlesien, gest. 1774 als Privatmann in Halle. 165, 282. Böhme, David; geb. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, gest. 1657 als Hofprediger in Ols. 23. Brandenburg, Luise Henriette, Kurfürstin von; geb. 1627 zu Gravenhaag in Holland, gest. 1667 zu Berlin. 93, 216. Brandenburg-Culmbach, Markgraf Albrecht Alcibiades; geb. 1522 zu Ansbach, gest. 1557 zu Pforzheim. 345. Bruhn, David; geb. 1727 zu Memel, gest. 1782 als Pre⸗ diger in Berlin. 130. Verzeichnis der Liederdichter. 37¹ Bruiningk, Heinrich von; geb. 1738 zu Riga, gest. 1785 als Bischof der Brüdergemeinde in Barby. 82. Bürde, Samuel Gottlieb; geb. 1753 zu Breslau, gest. 1831 als Kanzleidirektor in Berlin. 292, 382. Chiomusus s. Schnesing. Clairvaux, Bernhard von; geb. 1091 zu Fontaine in Bur⸗ gund, gest. 1153 als Abt des Cisterzienserklosters zu Clairvaux. 72. Claudius, Matthias; geb. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, gest. 1815 als Bankbeamter in Hamburg. 445. Clausnitzer, Tobias; geb. 1619 zu Thum bei Annaberg in Sachsen, gest. 1684 als Pfarrer zu Weiden in der Oberpfalz. 7. Contractus, Hermann; Mönch im Kloster Reichenau, geb. 1013, gest. 1054. 1. Cramer, Johann Andreas; geb. 1723 zu Jöhstadt in Sach⸗ sen, gest. 1788 als Professor der Theologie in Kiel. 339. Crasselius, Bartholomäus; geb. 1667 zu Wernsdorf in Sachsen, gest. 1724 als Pfarrer in Düsseldorf. 140, 327. Cronegk, Johann Friedrich von; geb. 1731 zu Ansbach, gest. 1758 in Nürnberg. 442. Dach, Simon; geb. 1605 zu Memel, gest. 1659 als Pro— fessor der Poesie zu Königsberg. 456. Dann, Christian Adam; geb. 1758 in Tübingen, gest. 1837 als Pfarrer in Stuttgart. 383. Danneil, Johann Friedrich; geb. 1719 zu Quedlinburg, gest. 1772 als Prediger daselbst. 103. Zecius(von Hof), Nikolaus; gest. 1541 als Prediger zu Stettin. 63, 137. Denicke, David; geb. 1603 in Zittau, gest. 1680 als Kon— sistorialrat in Hannover. 3, 217, 236. Derschau, Bernhard; geb. 1591 in Königsberg, gest. 1639 als Oberpfarrer daselbst. 195. Desler, Wolfgang Christoph; geb. 1660 zu Nürnberg, gest. 1722 als Konrektor an der heil. Geistschule daselbst. 267. 2⁴²⁷ + 37² Verzeichnis der Liederdichter. Dilherr, Johann Michael; geb. 1604 zu Themar bei Mei⸗ ningen, gest. 1669 als Pfarrer in Nürnberg. 355. Diterich, Johann Samuel; geb. 1721 zu Berlin, gest. 1797 als Konsistorialrat daselbst. 116, 131, 224. Döring, Karl August; geb. 1783 zu Markt-Alvensleben bei Magdeburg, gest. 1844 als Pfarrer in Elberfeld. 293, 467. Drese, Adam; geb. 1620 in Thüringen, gest. 1701 als fürstlich Schwarzburgscher Kapellmeister in Arnstadt. 264. Drewes, Johann Friedrich Ludwig; geb. 1762 zu Horn im Fürstentum Lippe, Pfarrer in Detmold. 384. Droste⸗Zülshoff, Annette Elisabetha von; geb. 1797 zu Hülshoff bei Münster, gest. 1848 zu Mersburg am Bodensee. 388. Eber, Paul; geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, gest. 1569 als Gen.⸗Superint. und Prof. der Theologie zu Wit⸗ tenberg. 347, 448, 449. Engstfeld, Peter Friedrich; geb. 1793 zu Heiligenhaus bei Elberfeld, gest. 1848 als Lehrer und Organist zu Duisburg. 387. Tabricius, Friedrich; geb. 1642 zu Stettin, gest. 1703 als Pfarrer daselbst. 224. Tinger, Johann Justus; geb. 1781 zu Frankfurt a. M., gest. 1868 als Kaufmann daselbst. 193. Tlemming, Paul; geb. 1609 zu Hartenstein an der Mulde, gest. 1640 als Arzt zu Hamburg. 353. Tranck, Johannes; geb. 1618 zu Guben in der Lausitz, gest. 1677 als Bürgermeister daselbst. 29, 59, 197, 249, 405. Tranck, Salomon; geb. 1659 zu Weimar, gest. 1725 als Konsistorial-Sekretär daselbst. 79, 328. Francke, August Hermann; geb. 1663 in Lübeck, Gründer der nach ihm genannten Stiftungen in Halle, gest. 1727 als Pfarrer und Prof. der Theologie zu Halle. 410. Tresenius, Remigius; geb. 1777 zu Homburg v. d. Höhe, gest. 1820 als Pfarrer zu Frankfurt a. M. 178. Verzeichnis der Liederdichter. 37³ Treylinghausen, Johann Anastasius; geb. 1670 zu Gan⸗ dersheim im Fürstentum Wolfenbüttel, gest. 1739 zu Halle. 274. Treystein, Johann Burchard; geb. 1671, gest. 1720 als Justizrat zu Dresden. 265. Tricker, Johann Ludwig; geb. 1729 zu Stuttgart, gest. 1766 als Pfarrer in Dettingen u. sod. in Urach. 164. Tunk, Gottfried Benedikt; geb. 1734 zu Hartenstein in der Grafschaft Schönburg, gest. 1814 als Rektor des Dom⸗ gymnasiums und Konsistorialrat zu Magdeburg. 106,418. Garve, Karl Bernhard; geb. 1763 zu Jeinsen bei Hanno⸗ ver, Prediger der Brüdergemeinde, gest. 1841 zu Herrnhut. 85, 117, 179. Gedicke, Lambert; geb. 1683 zu Gardelegen in der Alt— mark, gest. 1735 als Feldpropst in Berlin. 373. Gellert, Christian Fürchtegott; geb. 1715 zu Hainichen im sächsischen Erzgebirge, gest. 1769 als Professor an der Universität in Leipzig. 49, 81, 100, 151, 177, 202,222, 281, 335-338, 377- 379, 412, 430, 444, 487. Gerhardt, Paul; geb. 1606 zu Gräfenhainichen in Kur⸗ sachsen, gest. 1676 als Archidiakonus in Lübben in der Lausitz. 28, 44—46, 69—- 72, 125, 126, 235, 248, 317—-319, 356—362, 394, 404, 408, 415, 424, 425, 438, 458, 474. Gesenius, Justus; geb. 1601 zu Esbeck im Hannöverschen, gest. 1671 als Gen.-Superint. und Oberhofprediger in Hannover. 68. Gokter, Ludwig Andreas; geb. 1661 zu Gotha, gest. 1735 als Assistenzrat daselbst. 219, 269, 330. Göz, Christian Gottlieb; geb. 1746 zu Hengen in Würt— temberg, gest. 1803 als Pfarrer in Hohenheim bei Stuttgart. 105. Gramann(Poliander), Johann; geb. 1487 zu Neustadt in Bayern, gest. 1541 als Pfarrer in Königsberg. 308. Gregor, Christian; geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, gest. 1801 als Bischof der Brüdergemeinde in Ber— thelsdorf. 284. 37⁴ Verzeichnis der Liederdichter. Gryphius, Andreas; geb. 1616 zu Großglogau, gest. 1664 als Landschafts-Syndikus daselbst. 457. Günther, Cyriakus; geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha, gest. 1704 als Lehrer am Gymnasium zu Gotha. 260. Günther, Martin; geb. um 1690 zu Großrückerswald im sächs. Erzgebirge, war 1721 Pfarrer zu Klingenmünster in der Kurpfalz. 325. Hagenbach, Karl Rudolf; geb. 1801 in Basel, gest. 1874 als Prof. der Theologie daselbst. 153, 391. HZahn, Johann Michael; geb. 1758 zu Altdorf in Württem— berg, gest. 1819 als Landmann in Sindlingen. 16. Hardenberg(Novalis), Friedrich Ludwig von; geb. 1772 zu Widerstedt in der Grafsch. Mansfeld, gest. 1801 als Assessor zu Weißenfels. 104, 287—- 290. HZartmann, Karl Friedrich; geb. 1743 zu Adelberg in Württemberg, Pfarrer in Lauffen am Neckar, gest. 1815 als Privatmann in Tübingen. 381. HBartmann, Thomas; 1604 Diakonus zu Eisleben. 91. ö Hausmann, Julie; geb. 1826 in Riga, Lehrerin in St. Petersburg. 342. HZecker, Heinrich Kornelius; geb. 1699 zu Hamburg, gest. 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. 34, 174. DZeermann, Johann; geb. 1585 zu Rauden in Schlesien, gest. 1647 als Privatmann zu Lissa in Polen. 57, 66, 92, 145, 214, 246, 313, 433, 473. Held, Heinrich; gegen 1650 Sachwalter zu Guhrau in Schlesien. 24, 123. Helmbold, Ludwig; geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, gest. 1598 als Superint. daselbst. 350. Herberger, Valerius; geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, gest. 1627 als Pfarrer daselbst. 454. HZermann, Nikolaus; Kantor zu Joachimsthal in Böhmen, gest. 1561. 43, 434, 447. BZermes, Johann Timotheus; geb. 1738 zu Petznick bei Stargard in Pommern, gest. 1821 als Prof. der Theologie und Ober-Konsistorialrat in Breslau. 491. Verzeichnis der Liederdichter. 37⁵ HZerrnschmidt, Johann Daniel; geb. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, gest. 1723 als Direktor der Francke⸗ schen Stiftungen und Prof. der Theologie in Halle. 326. Herzog, Johann Friedrich; geb. 1647 zu Dresden, gest. 1699 als Rechtskonsulent daselbst. 440. Hesse, Johann; geb. 1490 zu Nürnberg, gest. 1547 als Prediger in Breslau. 446. Hessen⸗Darmstadt, Anna Sophie, Landgräfin von; geb. 1638, gest. 1683 als Abtissin des Stiftes Quedlin⸗ burg. 256. Heydenreich, August Ludwig Christian; geb. 1773 zu Wies⸗ baden, gest. 1858 ebendaselbst als Bischof der Nassau⸗ schen Landeskirche. 36. Hiller, Friedrich Konrad; geb. 1662 zu Unteröwisheim bei Bruchsal, gest. 1726 als Advokat in Stuttgart. 146. Hiller, Philipp Friedrich; geb. 1699 zu Mühlhausen a. d. Enz in Württemberg, gest. 1769 als Pfarrer von Steinheim bei Nördlingen. 35, 115, 141, 239, 240, 334, 465, 486. Hoffmann, Gottfried; geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, gest. 1712 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 131. Hojer, Konrad; geb. um 1570, gest. 1612 als Subprior zu Melsenbeck. 352. Homburg, Ernst Christoph; geb. 1605 zu Mühla bei Eifenach, gest. 1681 als Rechtskonsulent zu Naum⸗ burg. 30, 74. 111. Hülsemann, Wilhelm; geb. 1781 zu Soest, gest. 1865 als Pfarrer in Elsog bei Iserlohn. 401. Jacoponus a Tuderto(da Todi); Franziskaner⸗Mönch, gest. 1306. 88. Rern, Christian Gottlob; geb. 1792 zu Schönstetten auf der schwäbischen Alp, gest. 1835 als Pfarrer zu Dürmenz⸗Mühlacker. 206. Reymann, Christian; geb. 1607 zu Pankratz in Böhmen, gest. 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. 247. 376 Verzeichnis der Liederdichter. Rirchner, Konrad Maximilian; geb. 1809 zu Frankfurt a. M., gest. 1874 als Pfarrer daselbst. 87, 228. Rlopstock, Friedrich Gottlieb; geb. 1724 zu Quedlinburg, gest. 1803 zu Hamburg. 15, 205, 489, 490. Rnak, Gustav Friedrich Ludwig; geb. 1806 in Berlin, gest. 1878 als Prediger daselbst. 493. Rnapp, Albert; geb. 1798 zu Tübingen, gest. 1864 als Ober⸗Konsistorialrat zu Stuttgart. 119, 120, 134, 141, 158, 170, 171, 190, 191, 302, 471, 472. Rnoll, Christoph; geb. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, gest. 1621 als Diakonus zu Sprottau. 453. Rnorr von Rasenroth, Christian; geb. 1636 zu Altrauden in Schlesien, gest. 1689 als Kanzleidirektor zu Sulz⸗ bach in der Oberpfalz. 427. Roitsch, Christian Jakob; geb. 1671 zu Meißen, gest. 1735 als Rektor des Gymnasiums zu Elbing. 270. Röthe, Friedrich August; geb. 1781 zu Lübben in der Lausitz, gest. 1850 als Konsistorialrat in Allstädt bei Weimar. 296. Rrause, Jonathan; geb. 1701 zu Hirschberg, gest. 1741 als Pfarrer und Superintendent zu Liegnitz. 11. Rrummacher, Friedrich Adolf; geb. 1768 zu Tecklenburg in Westfalen, gest. 1845 als Pfarrer in Bremen. 52. 167, 184, 385, 468. Runth, Johann Siegmund; geb. 1700 zu Liegnitz, gest. 1779 als Superint. zu Baruth in der Lausitz. 488. Lampe, Friedrich Adolf; geb. 1683 zu Bremen, gest. 1729 als Prediger daselbst. 461. Langbecker, Emanuel Christian Gottlieb; geb. 1792 in Berlin, gest. 1843 als Hof- und Staats-Sekretär daselbst. 398. Lange, Joachim; geb. 1670 zu Gardelegen, gest. 1744 als Prof. der Theologie zu Halle. 275, 429. Laurentii, Laurentius(Lorenz Lorenzen); geb. 1660 zu Husum, gest. 1722 als Musikdirektor am Dom zu Bremen. 96, 485. Verzeichnis der Liederdichter. 377⁷ Lavalter, Johann Kaspar; geb. 1741 zu Zürich, gest. 1801 als Prediger zu St. Peter daselbst. 203, 204, 225, 285, 286, 380. Leibnih, Gottfried Wilhelm von; geb. 1646 zu Leipzig, gest. 1716 als Justizrat und Historiograph zu Han nover. 78. Leon, Johann; geb. zu Ohrdruff in Thüringen, gest. 1597 als Pastor zu Wölfis. 450. Liebich, Ehrenfried; geb. 1713 zu Propsthagen in Schlesien, gest. 1780 als Pfarrer zu Lomnitz bei Hirschberg. 102, 129, 283, 476. Liskow, Salomo; geb. 1640 zu Niemitsch in der Lausitz, gest. 1689 als Diakonus in Wurzen. 484. Löscher, Valentin Ernst; geb. 1673 zu Sondershausen, gest. 1749 als Ober-Konsistorialrat zu Dresden. 220. Löwenstern, Matthäus Apelles von; geb. 1594 zu Polnisch Neustadt im Fürstent. Oppeln, gest. 1648 als Staats-— rat des Herzogs von Münsterberg Ols in Breslau. 314, 436. Luther, Ur. Martin; geb. 1483 zu Eisleben, gest. als Prof der Theologie zu Wittenberg 1546 zu Eisleben. 1. 40-42, 56, 90, 121, 122, 138, 143, 159, 160, 163, 210, 232, 306, 307, 403, 475, 478. Magdeburg, Jogchim; geb. 1525 zu Gardelegen, gest. nach 1583 in 91155 348. unte Samuel; geb. 1770 zu Magdeburg, gest. 1865 als Konsi storialrat in Berlin. 192. Mathesius, ZJohann; geb. 1504 zu Rochlitz in Sachsen, gest. 1565 als Pfarrer zu Joachimsthal in Böhmen. 310, 421. Meister, Christoph Georg Ludwig; geb. 1738 zu Halle, gest. 1811 als Pastor prim. und Lehrer am Gym nasium zu Bremen. 84, 418. Warhar s. Bienemann. Menher, Johann; geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausitz, gest. 1734 als Pastor zu Kemnitz in der Oberlausitz. 329. Verzeichnis der Liederdichter. Mleyer, Johann Friedrich von; geb. 1772 in Frankfurt a. M., gest. 1849 als Schöff und Senator daselbst. 86, 294, 295, 389, 492. Meyfart, Johann Matthäus; geb. 1590 zu Walwinkel im Gothaschen, gest. 1642 als Pfarrer und Prof. der Theologie zu Erfurt. 481. Moser, Johann Jakob; geb. 1701 zu Stuttgart, gest. 1785 als Landschafts-Konsulent daselbst. 152. Müller, Michael; geb. 1673 zu Blankenburg, gest. 1704 als Kandidat der Theologie und Hauslehrer zu Schau— beck in Württemberg. 60. Münter, Balthasar; geb. 1735 zu Lübeck, gest. 1793 als deutscher Prediger zu Kopenhagen. 241. Aachtenhäfer, Kaspar Friedrich; geb. 1624 zu Halle, gest. 1685 als Prediger zu Koburg. 47. Aeander, Christoph Friedrich; geb. 1724 zu Eckau in Kur⸗ land, gest. 1802 als Propst zu Gränzhof in Kur⸗— land. 83. Aeander, Joachim; geb. 1650 zu Bremen, gest. 1680 als Prediger daselbst. 4, 320, 321, 439, 459. Nerreter, David; geb. 1649 zu Nürnberg, gest. 1726 als Gen.⸗Superint. zu Stargard in Pommern. 372. Aeumann, Kaspar; geb. 1648 zu Breslau, gest. 1715 als Pastor prim. daselbst. 8, 416. Aeumark, Georg; geb. 1621 zu Mühlhausen in Thüringen, gest. 1681 als Bibliothekar und Archiv-Sekretär in Weimar. 364, 426.„ Aeumeister, Erdmann; geb. 1671 in Uchtritz bei Weißen⸗ fels, gest. 1756 als Hauptpastor in Hamburg. 61, 221, 376. Ueunherz, Johann; geb. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, gest. 1737 als Ober-Pfarrer zu Hirschberg. 97. Ueuß, Heinrich Georg; geb. 1654 zu Elbingerode am Harz, gest. 1716 als Superint. in Wernigerode. 263. Uicolai, Philipp; geb. 1556 zu Mengeringhausen im Wal⸗ deckschen, gest. 1608 als Hauptpastor zu Hamburg. 2 480. 2 Verzeichnis der Liederdichter. 379 Aiemeyer, August Hermann; geb. 1754 zu Halle, gest. 1828 als Prof. der Theologie, Kanzler der Universität und Direktor der Franckeschen Stiftungen daselbst. 51, 466. Rovalis s. Hardenberg. Olearius, Johann; geb. 1611 zu Halle, gest. 1684 als Gen.⸗Superint. in Weißenfels. 5, 6, 31, 76, 139, 198, 322. Olearius, Johann Gottfried; geb. 1635 zu Halle, gest. 1711 als Superint. zu Arnstadt. 32. Oser, Friedrich Heinrich; geb. 1820 zu Basel, Hausgeist⸗ licher an der dortigen Strafanstalt. 393. Pfeffel, Gottlieb Konrad; geb. 1736 zu Colmar im Elsaß, gest. 1809 als Präsident des Konsistoriums daselbst. 341. Pfeil, Christoph Karl Ludwig von; geb. 1712 zu Grün⸗ stadt in der Grafsch. Leiningen, gest. 1776 als Ge⸗ heimrat und Minister auf dem Gut Deufstetten bei Ansbach. 397. Poliander s. Gramann. Prätorius, Benjamin; geb. 1571 zu Weißenfels, gest. nach 1668 als Pfarrer zu Lissa bei Delitzsch. 354. Preiswerk, Samuel; geb. 1799 zu Römlingen, Kant. Basel, gest. 1871 als Prediger und Professor an der Uni⸗ versität zu Basel. 303. Puchta, Christian Heinrich Rudolf; geb. 1808 zu Cadolz⸗ burg in Mittelfranken, gest. 1858 als Pfarrer zu St. Jakob in Augsburg. 53, 226, 419. Rambach, Johann Jakob; geb. 1693 zu Halle, gest. 1735 als Prof. der Theologie zu Gießen. 112, 113, 186, 200, 271. Reisfner, Adam; geb. 1471 zu Mündelheim in Bayern, war Sekretär des Feldhauptmanns Georg von Frunds— berg und starb um 1575 in seiner Vaterstadt. 309. Reuff, geb. Gräfin zu Stolberg, Fürstin Eleonore; geb. 1835 zu Gedern im Vogelsberg, lebt zu Jänkendorf in der Oberlausitz. 413. 38⁰ Verzeichnis der Liederdichter. Richter, Christian Friedrich; geb. 1676 zu Sorau, gest. 1711 als Arzt des Waisenhauses in Halle. 261. Rieger, Magdalena Sibylla; geb. 1707 zu Maulbronn, gest. 1786 als Witwe des Oberamtmanns Im. Rie⸗ ger in Stuttgart. 223. Rinckart, Martin; geb. 1586 zu Eilenburg in Sachsen, gest. 1649 als Archidiakonus daselbst. 315. Ringwald, Bartholomäus; geb. 1530 zu Frankfurt a. d. O., gest. 1598 als Pfarrer zu Langfeld bei Sonnenburg. 212, 479. Rist, Johann; geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, gest. 1667 als Pfarrer zu Wedel an der Elbe. 26, 58, 67, 215, 316, 407, 437, 482. Rodigast, Samuel; geb. 1649 zu Gröben bei Jena, gest. 1708 als Rektor am grauen Kloster in Berlin. 368. jothe, Johann Andreas; geb. 1688 zu Lissa bei Görlitz, gest. 1758 als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau. 238. Rutilius, Martin; geb. 1550 zu Düben im Meißenschen, gest. 1618 als Archidiakonus in Weimar. 213. Rückert, Friedrich; geb. 1789 zu Schweinfurt, gest. 1866 als preuß. Geheimrat auf Neuseß bei Koburg. 38. Sacer, Gottfried Wilhelm; geb. 1635 zu Naumburg, gest. 1699 als Kammerkonsulent in Wolfenbüttel. 409. Sachse, Christian Friedrich Heinrich; geb. 1785 zu Eisen⸗ berg im Altenburgschen, gest. 1860 als Konsistorial⸗ rat zu Altenburg. 21, 162, 477. Sachsen⸗Weimar, Herzog Wilhelm II. zu; geb. 1598 zu Al⸗ tenburg, gest. 1662 zu Weimar. 2. Schade, Johann Kaspar; geb. 1666 zu Kühmdorf bei Mei⸗ ningen, gest. 1698 als Diakonus zu St. Nikolai in Berlin. 257, 365. Schalling, Martin; geb. 1532 zu Straßburg, gest. 1608 als Prediger an der Liebfrauenkirche zu Nürnberg. 244. Scheffler(Angelus Silesius), Johann; geb. 1624 zu Bres⸗ lau, wurde Katholik 1653 und starb 1677 als geist⸗ licher Rat des Fürstbischofs von Breslau daselbst. 173, 250—254 Verzeichnis der Liederdichter. 381 Schein, Johann Hermann; geb. 1586 zu Grünhagen im Meißenschen, gest. 1630 als Kantor an der St. Tho⸗ masschule in Leipzig. 455. Schenk, Hartmann; geb. 1634 in Ruhla bei Eisenach, gest. 1681 als Pfarrer von Völkershausen in Thüringen. 19. Schenkendorf, Gottlob Ferdinand Maximilian Gottfried Schenk von; geb. 1784 zu Tilsit, gest. 1817 als Re⸗ gierungsrat in Koblenz. 50. 107. Schiebeler, Daniel; geb. 1741 zu Hamburg, gest. 1771 als Advokat daselbst. 14. Schirmer, Michael; geb. 1606 zu Leipzig, gest. 1673 als Konrektor am grauen Kloster in Berlin. 27, 124. Schlosser, Ludwig Heinrich; geb. 1663 zu Darmstadt, gest. 1723 als Pfarrer in Frankfurt a. M. 395. Schmidt, Johann Eusebius; geb. 1669 zu Hohenfelden bei Erfurt, gest. 1745 als Pfarrer zu Siebleben bei Gotha. 147. Schmidt, Ludwig; geb. 1831 zu Prenzlau, lebt als Direk⸗ tor der Handelsschule in Leisnig. 304. Schmolck, Benjamin; geb. 1672 zu Brauchitschdorf im Für⸗ stentum Liegnitz, gest. 1737 als Pastor prim. zu Schweidnitz. 9, 10, 33, 80, 98, 99, 127, 157, 182, 237, 272, 273, 331, 374, 411, 420, 441, 462. Schnesing(Chiomusus), Johann; geb. zu Frankfurt a. M., gest. 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha. 211. Schöner, Johann Gottfried; geb. 1749 zu Rügheim bei Würzburg, gest. 1818 als Pfarrer zu St. Lorenz in Nürnberg. 291. Schröder, Johann Heinrich; geb. 1666 zu Hallerspringe im Fürstent. Calemberg, gest. 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Wolmirstedt. 258, 259. Schubart, Christian Friedrich Daniel; geb. 1739 zu Ober⸗ sontheim in Württemberg, gest. 1791 als Hof-Musik— direktor und Theaterdichter in Stuttgart. 340. Schütz, Johann Jakob; geb. 1640 zu Frankfurt a. M., gest. 1690 als Rechtskonsulent und Reichsrat daselbst. 323. 38² Verzeichnis der Liederdichter. Schwarzburg⸗Rudolstadt, Emilie Juliane, Gräfin von; geb. 1637, gest. 1706. 324, 460. Selnecker, Nikolaus; geb. 1530 zu Hersbruck in Bayern, gest. 1592 als Prof. der Theologie und Superint. in Leipzig. 18, 144. Spener, Philipp Jakob; geb. 1635 zu Rappoltsweiler im Elsaß, gest. 1705 als Konsistorialrat und Propst zu St. Nicolai in Berlin. 95. Speratus, Paul(von Spretten); geb. 1484 zu Rottweil, gest. 1551 in Marienwerder als Bischof von Pome⸗ sanien. 233. Spieß, Johann Christoph; geb. 1771 zu Dillenburg, gest. 1829 als Pfarrer an der deutschen reformierten Ge— meinde zu Frankfurt a. M. 187. Spitta‚, Karl Johann Philipp; geb. 1801 in Hannover, gest. 1859 als Superint. zu Burgdorf. 17, 37, 108, 188, 189, 227, 298, 299, 399, 400. Starck, Johann Friedrich; geb. 1680 zu Hildesheim, gest. 1756 als Konsistorialrat zu Frankfurt a. M. 183, 396. Stegmann, Josua; geb. 1588 zu Sulzfeld in Franken, gest. 1632 als Prof. der Theologie und Superintendent zu Rinteln. 312. Steiger, Robert;(2). 185. Steuerlein, Johann; geb. 1546 zu Schmalkalden, gest. 1613 als Stadtschultheis in Meiningen. 406. Stier, Ewald Rudolf; geb. 1800 zu Fraustadt in Posen, gest. 1862 als Superint. in Eisleben. 169. Stockfleth, Heinrich Arnold; geb. 1643 zu Alfeld bei Hil⸗ desheim, gest. 1708 als Brandenburg-Bahyreuthscher Kirchenrat und Gen.-Superint. zu Mönchsberg. 367. Strauß, Viktor Friedrich von; geb. 1809 zu Bückeburg, ehemals Schaumburg-Lippescher Bundestagsgesandter in Frankfurt a. M., lebt als Privatmann in Dres⸗ den. 392. Sturm, Christoph Christian; geb. 1740 zu Augsburg, gest. 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 103, 142. I Verzeichnis der Liederdichter. ö 383 Sturm, Julius Karl Reinhold; geb. 1816 zu Köstritz im Fürstent. Reuß, lebt daselbst als Pfarrer und Kirchen— rat. 181, 229, 402. Taddel, Christian Ludwig; geb. 1706 zu Rostock, gest. 1775 als Hofrat und Justizkanzlei-Direktor daselbst. 101. Tersteegen, Gerhard; geb. 1697 zu Mörs, wurde Band⸗ weber und starb 1769 als Privatmann zu Mülheim a. d. Ruhr. 12, 13, 48, 114, 128, 149, 150, 332, 333, 443. Thilo, Valentin; geb. 1607 zu Königsberg, gest. 1662 als kgl. polnischer Geheimsekretär daselbst. 25. Tholuck, Friedrich August Gottgetreu; geb. 1799 in Bres⸗ lau, gest. 1877 als Prof. der Theologie in Halle. 208. Tietz, C. F.(2). 208. ietze(Titius), Christoph; geb. 1641 zu Willau in Schle⸗ sien, gest. 1703 als Diakonus in Hersbruck. 218, 366. Titius s. Tietze. Tollmann, Gottfried; geb. zu Lauban in Schlesien, war 1723 Pfarrer zu Leuba in der Oberlausitz. 417. ischer, Christoph; geb. zu Joachimsthal in Böhmen, gest. 1600 als Hofprediger und Gen.-Superint. in Zelle. 64. Walter, August Hermann; geb. 1817 zu Leipzig, war da⸗ selbst Katechet und Nachmittagsprediger zu St. Petri, lebt jetzt im Pensionsstande. 155. Wegelin, Josua; geb. 1604 zu Augsburg, gest. 1640 als Pfarrer zu Preßburg in Ungarn. 110. Weiß, Michael; geb. zu Neiße in Schlesien, gab das erste deutsche Gesangbuch der böhmischen Brüder heraus und starb 1534 als Priester der Brüder-Unität zu Landskron in Böhmen. 231, 475. Weißel, Georg; geb. 1590 zu Domnau in Preußen, gest. 1635 als Prediger zu Königsberg. 22, 234. Werner, Georg; geb. 1589 zu Preuß.⸗Holland, gest. 1643 als Diakonus zu Königsberg. 65. Winkler, Johann Joseph; geb. 1670 zu Luckau in Sachsen— Altenburg, gest. 1722 als Domprediger und Konsisto— rialrat in Magdeburg. 268, 371. Verzeichnis der Liederdichter. Wobeser, Ernst Welislaus Wilhelm von; geb. 1727 zu Luckenwalde in Brandenburg, gest. 1795 als Mitglied der Altesten⸗Konferenz der Brüdergemeinde in Herrn⸗ hut. 82. Wolf, Jakob Gabriel; geb. 1684 zu Greifswald, gest. 1754 als Prof. der Rechte und Hofrat in Halle. 276, 375. Woltersdorf, Ernst Gottlieb; geb. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, gest. 1761 als Pfarrer in Bunzlau. 176. 201 Zeller, Christian Heinrich; geb. 1779 zu Hohen⸗Entringen bei Tübingen, gest. 1860 als Stifter und Vorsteher der Armen⸗Schullehrer-Anstalt zu Beuggen bei Basel. 180. Zeller, Ernst Albert; geb. 1804 in Heilbronn, gest. 1877 ö als Direktor der Irren-Anstalt in Winnenthal. 243. ö Ziehn, Johann Friedrich; geb. 1650 zu Suhl, gest. 1719 als Archidiakonus daselbst. 369. Zinzendorf, Christian Renatus von, der Sohn des Stifters der erneuerten Brüdergemeinde; geb. 1727 zu Herrn— hut, gest. 1752 daselbst. 20, 463. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig von; geb. 1700 zu Dresden, der Vater des Obigen, gest. 1760 zu Herrnhut. 148, 8 175, 277—280, 464. 1⁰ Lieder von unbekannten Verfassern: 39, 62, 73, 70, 11 89, 94, 109, 135, 136, 161, 172, 194, 196, 199, 12 209, 230, 305, 343, 344, 346, 363, 414, 428, 431, 432, 435, 451, 452, 470. 7 77, 100, 431, Verzeichnis der Melodien. (Die durch die Schrift hervorgehobenen Zahlen verweisen auf das Lied der betreffenden Original-Melodie.) Ach Gott und Herr 177. 213. 256. Ach, was soll ich Sünder machen 30. 78. 381. Allein Gott in der Höh sei Ehr 110. 118. 137. 198. 236. 325. 375 402. 412. „Allein zu dir, Herr Jesu Christ 211. Alle Menschen müssen sterben 46. 9½ 14. 215 220. 230. 285. 483. Alles ist an Gottes Segen 88. 107. 115. 149. 192. 204. 286. 363. 367. 380. 387. Alles, was dein Gott dir giebt 393. An dir allein, an dir hab ich gesündigt 222. Auferstehn, ja auferstehn 385. 489. Auf meinen lieben Gott 351. Aus meines Herzens Grunde 54. 207. 421. Aus tiefer Not schrei ich zu dir 143. 199. 210. 212. 216. 27. 349. 305. 36. 386. 447. 473. Christe, du Lamm Gottes 194. Christ ist erstanden von der Marter 89. „Christ lag in Todesbanden Christus, der ist mein Leben 99. 193. 230. 304. 305. 258. 312. 334. 452. 465. 466. 468. Der du das Los von meinen Tagen 38. 388. Der lieben Sonne Licht und Pracht 464. Der Tag ist hin, mein Jesu 439. 443. Die güldne Sonne 424. Die wir uns allhier beisam⸗ men finden 20. 302. 2. Dir, dir, Jehovah, will ich singen 165. 327. Ein feste Burg 102. 154. 159. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld 69. 202. 220. Eins ist not! Ach Herr Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 64. 144. 160. 196. 310. 434. Ermuntre dich, mein schwacher Geist 474. Erquicke mich, du Heil der Sünder 128. 200. Errett mich, o mein lieber Herre 184. 0. Erschienen ist der herrlich Dag 5, 31. 46. 62. 01. 92. 109. 142. 362. 370. Es glänzet der Christen in⸗ wendiges Leben 261. Es ist das Heil uns kommen her 96. 209. 231. 233. 234. 260. 323. 324. 335. 35½. 339. 440. 479. „Es ist ein Ros'entsprungen 39. 386 34. 35. 36. . Herr Gott, 3 Hilf, Herr Jesu, Verzeichnis der Melodien. Es wolle Gott uns gnädig sein 163. Fahre fort, fahre fort 147. Freu dich sehr, o meine Seele 73. 125. 130 1. 145. 219. 224. 248. 294. 354. 382. 392. 401. 451. 471. Gelobet seist du, Jesu Christ 40 „Gieb dich zufrieden 359. Gott des Himmels und der Erden 8. 10. 14. 123. 169. 240. 253. 391. 423. Gott ist mein Lied 336. Gott lebet noch 369. Gott sei Dank durch alle Welt 24. 166. Großer Gott, wir loben dich 344. Herr Christ, der einig Gott's- sohn 68. 269. dich loben wir 306. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 2. 6. 23. 57. 76. 94. 132. 181. 268. 397. 422. 431. 432. 436. 449. 244. lieb hab ich dich — — Herzlich thut mich verlangen 59. 70. 82. 170. 206. 208. 228. 289. 293. 295. 299. 300. 357. 384. 389. 409. 413. 442. 453. 458. 470. 484. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen 66. 81. Heut singt die liebe Christen⸗ heit 50. 161. 415. laß ge⸗ lingen 407. 472. 486. Ich hab mein Sach Gott heimgestellt 450. 459. 477. „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 311. . Kehre wieder, O. Mache In allen meinen Thaten 334. 353 „In dich hab ich gehoffet, Herr 309. 435. „Jehovah, Jehovah 341. Jerusalem, du hochgebaute Stadt 481. Jesu, hilf siegen 259. Jesu, meine Freude 95. 127. 174. 249. 332. 365. 441. Jesu, meines Lebens Leben 36. 74. 112. 114. 330. „Jesus, meine Zuversicht 35. 61. 93. 100. 273. 469. 492. 167. 221. kehre wieder 227. Komm, heiliger Geist, er- füll 1. Komm, heiliger Geist, Herre Gott 121. Laßt mich gehn 493. Liebster Jesu, wir sind hier 7. 1 1. 135. 182. 22. Lobe den Herren, den mäch— tigen König 48. 51. 320. 398. Lobe den Herren, o meine Seele 326. . Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich 43. 60. 104. 317.318. dich, mein Geist, bereit 13. 265. Mach's mit mir, Gott, nach deiner Güt 251. 254. 281. 45⁵5. Macht hoch die Thür, die Thor 22. Meinen Jesum laß ich nicht 9. 32. 33. 80. 157. 247. 276. 371. 411. 4. Mein erst Gefühl sei Preis 430. Meine Seele, laß es gehen 58. Mein Jesu, dem die Sera⸗ phinen 280. Nun Nun du O Ursprung des 270 Verzeichnis der Melodien. Mein Leben ist ein Pilgrim 99. stand 461. Mit Fried und Freud ich fahr dahin 56. Mitten wir im Leben sind — Morgenglanz der Ewigkeit 27. Nun bitten wir den heiligen Geist 122. 284. Nun danket alle Gott 139. 315. 405. Nunfreut euch, lieben Christen g'mein 34. 45. 232. Nun laßt uns den Leib be⸗ graben 65. 475. 476. Nun lob, mein Seel, Herren 308. 346. 404. preiset alle Gottes Barmherzigkeit 314. 491. ruhen alle Wälder 7148. 30. 438. 444. 445. 446. 457. den Nun sich der Tag geendet hat 277. 440 O daß ich tausend Zungen hätte 47. 186. 238. 239. 250. 252. 329. 416. O du fröhliche, o du selige 136. Liebe meiner Liebe 47. 7% 108. 148. 175, 188. 189. 262. 303. 419. 2. O Ewigkeit, du Don nerwort 190. 241. 482. 3. O Gott, du frommer Gott 313. 322. 328. 396. 429. O Lamm Gottes, unschuldig 63. „O selig Haus, wo man dich aufgenommen 400. O Traurigkeit, o Herzeleid 67. 83. Lebens SOwie selig seid ihr doch 456. „Sollt ich So Valet will ich 387 Ringe recht, wenn Gottes Gnade 155. 268. Ruhe ist das beste Gut 257. 291. Schmücke dich, o liebe Seele 15. 113. 176. 197. 201. 205. 271. 433. „Schwing dich auf zu dei⸗ nem Gott 75. 360. 428. „Seelenbräutigam 192. 264. 274. 278. „Sieh, hier bin ich, Ehren⸗ könig 4. 223. 226. Singen wir aus Herzens⸗ grund 356. „Sollt es gleich bisweilen scheinen 173. 340. 366. meinem Gott nicht singen 85. 101. 103. 255. 319. nimm Hände 342. denn meine „Treuer Heiland, wir sind hier 180. dir geben 18. 28. 53. 98. 1419. 168. 235. 242. 279. 29. 298. 390. 426. 454. 485. Vater unser im Himmel⸗ reich 21. 185. 214. 307. 352. 414. 448. Verleih uns Frieden gnä⸗ diglich 403. Vom Himmel hoch, da komm ich her 3. 29. 41. 22. 32. 355. 146.438. 406. Wach auf, mein Herz, und singe 408. 425. Wachet auf, ruft uns die Stimme 106. 153. 171. 12. 194. 205 26. 333. 467. 480. Warum betrübst du dich 346. Warum sollt ich mich denn grämen 44. 129. 292. 361. 25* 118. Was Gott thut, das ist wohlgethan 179. 283. 368. 372. 374. 377. 420. 119. Was mein Gott will, ge⸗ scheh allzeit 243. 345. 348. 120. Wenn ich ihn nur habe 290. 121. Wenn wir in höchsten Nöten sein 347. 355. 122. Werde munter, mein Ge— müte 37. 72. 395. 437. 123. Wer nur den lieben Gott läßt walten 79. 86. 183. 218. 229. 237. 364. 460. 462. 487. 124. Wie groß ist des Allmächt'⸗ gen Güte 84. 87. 117. Verzeichnis der Melodien. 146. 164. 287. 288. 338. 343. 383. 418. 463. 125. Wie schön leucht uns der Morgenstern 105. 414. 120. 124. 140. 141. 154. 156. 458. 162. 178. 187. 15. 245. 246. 275. 394. 399. 490. 126. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen 267. 282. 488. 127. Wir glauben all an einen Gott 138. 128. Wunderbarer König 12.321. 129. Zeuch ein zu deinen Thoren 20. 26. 2, 129. 190. 301. 390. 358 17. Verzeichnis derjenigen Melodien, welche gleiches Versmaß haben. Vierzeilig. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. Nun laßt uns den Leib begraben. Vom Himmel hoch, da komm ich her. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Sechszeilig. 1. Heut singt die liebe Christenheit. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. „O daß ich tausend Zungen hätte. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. Meine Seele, laß es gehen. 4. Großer Gott, wir loben dich. N — Jesus, meine Zuversicht. Meinen Jesum laß ich nicht. Siebenzeilig. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Es ist das Heil uns kommen her. eun freut euch, lieben Christen g'mein. Achtzyeilig. 1. Herzlich thut mich verlangen. Valet will ich dir geben. 2. Aus meines Herzens Grunde. Zeuch ein zu deinen Thoren. 3. Nun danket alle Gott. O Gott, du frommer Gott. 4. Alle Menschen müssen sterben. Jesu, meines Lebens Leben. 5. Freu dich sehr, o meine Seele. Werde munter, mein Gemüte. Verzeichnis der Lieder. Ach bleib bei uns, Herr Ach bleib m. deiner Gnade Ach Gott, ich muß in. Ach Gott und Herr, wie Ach Gott, verlaß mich Ach Gott vom Himmel Ach Gott, w.manch.Herzel. Ach, mein Herr Jesu Ach, sagt mir nichts v. Gold Ach, wie heilig ist der Ort Ach, wundergr. Siegesh. Allein Gott in der Höh Allein zu dir, Herr J. Chr. Alle Menschen müssesterb. Alles ist an Gottes Segen Alles, was d. Gott dir giebt Allgenugsam Wesen.. Allliebender, wir nahen Amen! D. Grabes Friede Amen! Lob, Preis und Am Kreuz erblaßt... An dir allein, an dir hab ich Auf, auf, ihr Reichsgenoss. Auf, Christenmensch, auf 23 Auf Christi Himmelfahrt Auf d.Nebelfolgtd. Sonne 31 Auf dich seh ich, mit dir geh Auferstanden, auferstand. Auferstehn, ja auferstehn Auf Gott und nicht auf Auf, Jünger Jesu, freuet Auf meinen lieben Gott Auf, Seele, auf u. säume Aus des Todes Banden Aus irdischem Getümmel Aus meines Herz. Grunde Aus tiefer Not schrei ich zu Bedenke, Mensch, d. Ende Befiehl du deine Wege Bei dir, Jesu, will ich bleib. Bis hieher hat mich Gott Bleibt bei dem, der euretw. Brich an, du schönes. Bringt Dank d. Herrscher Christe, du Lamm Gottes Christ isterstanden vonder Christ lagin Todesbanden Christus, d. ist mein Leben Dank u. Anbet. bringen Das alte Jahr vergangen Das ist mein Trost in Das ahr gehtstill zu Ende Das walte Gott, d. helfen 389 Nr. 489 377 116 351 60 9⁵ 297 —421 210 484 357 188 324 189 50 343 194 89 90 452 142 406 388 413 370 Das walt Gott Vater. Dein Heiland lebt, o Dein König kommt in. Dein Wort, o Herr, ist Der Abend kommt, die Der am Kreuz ist meine Der du, Herr Jesu, Ruh Der du in Todesnächten Der du uns als Vater Der du z. Heil erschienen Der hl. Christ ist kommen Der Herr ist Gott und Der Mondistaufgegangen Der Tag ist hin, mein Dich, Geist der Wahrheit Dich Jesum laß ich ewig Die Christen gehn v. Ort Die Ernt ist nun zu Ende Die güldne Sonne voll Die Herrlichkeit der Erden Dies ist der Tag, d. Gott Dies ist die Nacht, da mir Dies Kindl., Jesu, ist nun Die wir uns allhier beis. Dir, dir, Jehovah, will Du bist zwar mein und Du, des Zukunft einst Du lieber, heil'ger, fromm. Du, meines Lebens Leben Durch Trauern und durch Ehre sei Gott in der Höhe EinChrist kann ohne Kreuz Eine Herde und ein Hirt Einer ist's, an dem wir Eines wünsch ich mir Verzeichnis der Lieder. Nr. 422 103 38 179 443 73 65 168 13⁰ 17⁰ 54⁴ 339 445 439 132 283 464 417 42⁴ 45⁷ 49 47 185 20 327 47⁴ 37 55 82 409 51 372 167 17¹ 302 Ein feste Burgist uns. Gott Eingesargt zum letzten. Ein Haupt hast du dem Ein Lämml. geht und trägt Ein reines Herz, Herr Eins ist not! Ach Herr Empor zu Gott, m. Lobges. Endl. bricht d. heiße Tiegel Erfüllt s. Stund u. Zeiten Ergrünt, ihr Siegespalm. Erhalt uns, Herr, b. d. W. Erhöhter Siegesf. u. Held Er lebt, o froh. Wort, er l. Ermunt. euch, ihr From. Es glänzet der Christen Es hat uns heißen treten Es ist d. Heil uns kommen Es ist ein Ros'entsprungen Es ist gewiß e. köstl. Ding Es ist gewißlich an der Zeit Es ist noch e. Ruh vorh. Es ist vollbracht, er ist Es ist vollbrachtl In deine Es wolle Gott uns gnädig Fahre fort, fahre fort. Fang dein Werk mit J. an Fortgekämpft u. fortger. Freu dich sehr, o m. Seele Fröhlich soll m. Herze spr. Frühmorgens, da d. Sonn Geduld ist euch vonnöten Gehaus, meinHerz, u. suche Geht nun hin u. grabtmein Geist d. Lebens, hl. Gabe Nr. 159 471 402 69 263 258 52 381 53 119 160 105 102 485 261 426 233 39 375 479 488 79 87 163 147 428 380 451 44 92 358 41⁵ 469 134 Verzeichnis Geist v. Vater u. v. Sohne Gekreuzigter, zu d. Füßen Gelobet sei d. Herr, m. Gott Gelobet seist du, Jesu Chr. Gern in alles mich zu fügen Gesegn' uns, Herr, d. Gab. Gieb dich zufried. u.s. stille Gieb Frieden, Herr, g. Fr. Glaube, Liebe, Hoffn. sind Gott, d. Güte reicht so weit Gottder Gnaden! Schwer Gott des Himmels und der Gott ist gegenwärtig.. Gott ist mein Hort.. Gott ist mein Lied... Gott lebet noch, Seele, was Gott lebt! wie kann ich Gottlob! der Sonntag. Gottlob! ein neues.. Gottlob! ein Schritt zur Gottlob! nun isterschollen Gott ruftd.Sonnu. schafft Gott s. Dank durch alle W. Gott Vater, aller Dinge Großer Gott v. alten Zeit. Großer Gott, wir fallen Großer Gott, wir loben Großer Hirte deiner Herd. Großer Mittler, der zur Halleluja, Amen, Amen Halleluja, jauchzt ihr. Halleluja, Lob, Preis. Hallelujalschöner Morgen Halleluja! Wie lieblich Halti. Gedächtnis J. Chr. Nr. 131 383 139 40 285 431 359 300 272 335 226 423 der Lieder. Heiland, d. Menschenliebe Herr, dein Wort, die edle Herr, der du dein teures Herr, der d.einst gekommen Herr, der du mir das Leben Herr, die Erde ist gesegnet Herr, du wollst uns vollb. Herr, es gescheh dein Wille Herr Gott, der du mein Herr Gott, d. lob.wir, H. G. Herr Gott, d. lob. w. regier Herr Gott, du bist von Ew. Herr, höre, Herr, erhöre Herr Jesu Christ, d. teures Herr Jesu Christ, dich zu Herr JesuChrist, d.höchstes Herr JesuChrist, d. höchstes Herr Jesu Christe, Gottes Herr Jesu Christ, wahr Herr Jesu, dir sei Preis Herr Jesu, Gnadensonne Herr Jesu, Licht d. Heiden Herr, öffnemir d. Herzens. Herr, stärke mich, dein. Herr, vor deinem Anges. Herr, wie d. willst, so schick's Herzlich lieb hab ich dich Herzlich thut m. verlangen Herzliebster Jesu, was hast Herz und Herz vereint zus. Hier lieg ich, Herr, i.Staub. Hilf, Herr Jesu, laß gel. Himmelan geht unsre B. Himmelan, nur himmelan Hinunter ist der Sonne Hirte deiner Schafe.. 392 Höchster, denk ich an die Höchster Tröster, komm Hosianna! Davids Sohn Hosianna! Zu der Erde Ich armer Mensch, ich Ich bin des Lebens müde Ich bin ein Gast auf Erden ö Ich b.ein Mensch v. Gottes Ich b. getauft a. d. Namen Ich b. getauft, i. steh im B. Ich bin in dir u. du in mir ö Ich erhebe mein Gemüte V Ich geh zu deinem Grabe +* Ich habe dich gefunden Ich habe nun d. Grundgef. Ich habe viel gelitten Ich hab in guten Stunden Ich hab mein Sach Gott Ich hab von ferne.. Ich höre deine Stimme Ich komme, Herr, u. suche d. Ich lobe dich, mein Auge Ich ruf zu dir, Herr I.Chr. Ich sag es jedem, d. er lebt Ich senke mich in d. Wund. Ich singe dir mit Herz und Ich steh an d. Krippe hier Ich stell mich ein,ofrommer Ich u. mein Haus, wir sind Ich weiß, an wenichglaube ö Ichweiß, woranich glaube ö Ich will dich lieben, meine Ich will v. mein. Missethat ö IhraufgehobnenSegensh. Ihr Waisen, weinet nicht Nr. 224 129 33 36 218 301 458 287 186 183 190 220 98 296 238 389 378 450 4901 298 202 146 311 104 86 317 45 196 399 466 242 252 216 117 396 Verzeichnis der Lieder. In allen meinen Thaten In Chr. Wunden schlaf ich In Christohab ich Frieden In dich hab ich gehoffet In Gottes Rat ergeben Ist Gott für mich, so trete Ja fürwahr, uns führt. Jauchzet, ihr Himmel.. Jehovah! Jehovah! Jerusalem, du hochgebaute Jesu, deine Passion Jesu, der du bist alleine. Jesu, dessen Tod u. Leiden Jesu, geh voran auf der. Jesu, großer Wunderstern Jesu, hilf siegen, du Fürste Jesu, meine Freude... Jesu, meines Lebens Leben Jesu, Retter meiner Seele 2 Jesus Christus herrschtals Jesu, Seelenfreund der. Jesu, sieh mich an inGnad. 22 Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht. Jesus nimmt die Sünder 27 Jesus soll die Losung sein Kehre wieder, kehrewieder Komm auf uns, o Geist des Komm, du wert. Lösegeld Komm, Heidenheiland Komm, heil. Geist, erfüll Komm, h. Geist, Herre Gott Komm, komm, du Licht in Komm, meinHerz,aus Jesu 2 —— — — ——2— 162 — Verzeichnis der Lieder. Komm, o komm, du Geist Kommst du, kommst du. Kommt her, ihr Christen. Kommt her, ihr seid gelad. Kommt, Kinder, laßt uns König, dem kein König König Jesu, streite, siege Lasset uns mit Jesu ziehen Laß in mein. Pilgerkleide Laß mich dein sein und. Laß mir die Feier deiner. Laß mir, wenn m. Augen Laßt mich gehn, laßt mich Licht, das in die Welt.. Licht vom Licht, erleuchte Liebe, die du mich z. Bilde Liebster Heiland, nahe dich Liebster Jesu, w. s. h., dein. Liebster Jesu, w.s. hier, dich Lobe d. Herren, den mächt. Lobe den Herren, o meine 3 Lobt Gott, ihr Christen alle Mache dich, mein Geist Mach's, lieber Gott, wie Mach's mitmir, Gott, nach Macht hoch die Thür.. Mag auch die Liebeweinen Mag über uns dein Eifer Man lobt dich in der Stille Meinen Jesum laßich nicht Mein erst Gefühl sei Preis Meine Seele senket sich. Meine Seele voller Fehle Meine Seel ist stille.. Nr. 123 30 156 207 150 113 172½ 255 294 18 84 463 493 169 9 253 13 Meines Herzens reinsten. Mein Freund ist mein Mein Glaub ist meines Mein Gott, ich weiß wohl Mein Heiland, den der. Mein Jesu, der du vor dem Mein Jesu, mein. Herzens Mein Leben ist ein... Mein schönste Zier und. MeinWandelistauf Erden MiristErbarmung widerf. Mir nach, spricht Christus Mit dem Haufen deiner. MitErnst, OMenschenkind. Mit Fried u. Freud ichfahr Mit heil'ger Freude nahen Mitten wir im Leben sind Morgenglanz der Ewigkeit Nach einerPrüfungkurzer Nunbitten wir den heiligen Nun bringen wir den Leib Nun danket alle Gott.. Nun danketall und bringet Nun freuteuch, lieb. Christ. Nun geh uns auf, du.. Nun jauchzetall, ihr From. Nun jauchzt dem Herren Nun kommt das neue.. Nun laßt uns den Leib. Nun laßtuns gehnurtreten Nun lob, mein Seel, den 308 Nun preiser alle Nun ruhen alle Wälder. Nun sich der Tag geendet Nun treten wir ins neue 39⁴ Verzeichnis der Lieder. Nr. Odaß doch bald dein Feuer 164 O daß ich tausend Zungen O du allersüßte Freude. O du betrübte Seele mein O du fröhliche, o du selige O du Liebe meiner Liebe O Durchbrecherall. Bande OEwigkeit, d.Donnerwort O gläubig Herze, benedei O Gott, du frommer Gott O Gottes Geist und Christi O Gottes Sohn, Herr Jesu O Gott, o Geist, o Licht. O Gott, von dem wir alles O Haupt voll Blut und. Odheil ger Geist, kehr b. uns 9 Herr, mein Gott, 20 J. Christe, wahres Licht 8 Feu, dir sei ewig Dank O Jesu, Herr der Herrlichk. OJesu, Jesu, Gottes Sohn O—— meine Sonne. O Jesu, süßes Licht. O König, dessen Majestät O LammGottes, unschuld. O mein Herz, gieb dich zuf. O selig Haus, wo mandich Ostern, Ostern, Frühlings. O Trauxrigkeit, o Herzeleid O Ursprung des Lebens. O Vater der Barmherzigk. O Vaterherz, o Licht. O Vater, sieh mit Wohlgef. O Welt, ich muß dich lassen O Welt, sieh hier deinLeben O wertes Licht der Christ. 329 125 355 136 77 262 482 231 313 133 236 128 416 70 124 386 57 198 154 246 299 429 220 63 392 400 107 67 270 217 282 184 446 71 436 O wie freun wir uns der O wie selig seid ihr doch. Pilger sind wir, wallen. Prediger der süßen Lehre Ringe recht, wenn Gottes Ruhe hatunsGottverheiß. Ruhe ist das beste Gut. Rüstet euch, ihr Christenl. Schaffet, schaff. Menschenk. Schaut die Mutter voller Schmücke dich, oliebe Seele Schmückt das Fest mit Schwing dich aufzu deinem Seele, geh auf Golgatha. Seelenbräutigam.... Seele, was ermüdst du dich Sei getreu bis an das Ende Sei Lob u. Ehr dem höchst. 3 Sei mir tausendmal gegr. Senke, o Vater, herab.. 3 Siegesfürst u. Ehrenkönig Sieh, dein König kommtzu Sieh, hier bin ich, Ehrenk. So halte fest denn, was du So jemand spricht: Ich. So lang ich hier noch walle Sollt es gleich bisweilen 3 Solltich meinem Gottnicht So nimm denn m. Hände 342 Sorge dochfürmeineKind. 395 So viele gehn umher und So wahr ich lebe, spricht Speis, o Gott, uns, deine Verzeichnis der Lieder. Stillehalten deinem Walt. Still in meinem Gott zufr. Such, wer da will, ein Thut mir auf die schöne Treuer Heiland, wir sind Treuer Meister, deine W. Triumph, Triumph! der überwinder, nimm die Unsern Ausgang segne Urquell aller Seligkeiten Valet will ich dir geben Vater, den mein Herz. Vater, hier imErdenschoße Vater, kröne du mit Segen Vater unseri. Himmelreich Verleih uns Frieden.. Verzage nicht, o Häuflein Volk des Herrn, du hast Vom Himmel hoch, da Vom Himmel kamd. Engel Von des Himmels Thron Von dir will i. nicht weichen Von Gott will ich n. lassen Vor Christi Augen leben Vor dir, Todesüberwinder Wach auf, du Geist der Wach auf, mein Herz, die Wach auf, mein Herz, und Wachet auf, erhebtd. Blicke Wachet auf! ruft uns die Walte, walte nah u. fern Wandle leuchtender und Nr. 391 387 234 10 180 173 118 101 19 340 454 286 472 401 307 403 161 303 41 42 192 295 350 279 191 165 96 425 153 480 166 108 Warum betrübst du dich Warum sollt ich mich denn Warum willst du draußen Was freut mich noch, wenn Was Gott gefällt, mein WasGott thut, das i. wohl⸗ gethan, es bleibt.. WasGott thut, das i. wohl⸗ gethan, so denken.. Was ist's, daß i. michquäle Was m. Gott will, gescheh Was wär ich oh ne dich gew. Was willst du dich betr. Weicht, ihr Berge, fallt ihr Welch himmlisch Licht ist's Wen hast du dir geladen Wenn alle untreu werden Wenn alle von mir scheiden Wenn Christus seineKirche Wenn derHerr einst d. Gef. Wenn ich ihn nur habe Wennich, oSchöpfer, deine Wenn meine Sünd mich Wenn mein Stündlein Wenn wir in höchst. Nöten Werde Licht, du Stadt der Werde munter, m. Gemüte Wer Gott vertraut, hat Wer ist wohl wie du„. Wer nur den lieben Gott Wer weiß, wie nahe mir Wie dank ich's, Heiland Wie fleucht dahin der. Wie Gott mich führt, so Wie groß ist des Allmächt'. Wiekönntich sein vergessen Wie schön ist's doch, Herr! Wie schön leucht uns der Wie Simeon verschieden Wie soll ich dichempfangen Wie wird mir dann, odann Wie wohl ist mir, o Freund Willkommen, Held im. Wir alle, Menschenvater Wir danken dir, Herr J. Ch., daß du für uns Wir danken dir, Herr J. Ch., daß du vom Tod Wir danken Gott für seine Wir flehen um Erbarmen Wir glauben all an einen 267 99 418 6⁴ 91 432 228 138 der Lieder. Wir singen dir, Immanuel Nr. 46 Wohlauf, meinHerz,z. Gott 322 Wohlauf, wohlan, zum. Wohl einem Haus, da Jes. Wo ist der neugeborneHeld Womit soll ich dich wohl 2 Wort des höchsten Mund. Wo willst du hin, weil's Wunderanfang, herrlich's Wunderbarer König.. Zeige dich uns ohne Hülle Zeuchein zu deinen Thoren Zion klagt mit Angst und Zween der Jünger gehn mit 97 Colour& Srey ControsChart Slue Cyan Green Vllow Red