Der 46ste Psalm. ö Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hülfe in den großen Nöthen, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mit⸗ ten ins Meer sänken; wenn gleich das Meer wüthete und wallete und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Sela. Dennoch soll die Stadt GOttes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. GOtt ist bei ihr d'rinnen, darum wird sie wohl bleiben; GOtt hilft ihr frühe. Die Heiden müssen verzagen und die König⸗ reiche fallen, das Erdreich muß vergehen, wenn Er sich hören läßt. Der HErr Zebaoth ist mit uns, der GOtt Jakobs ist unser Schutz. Zum Zesten der Bibelsache und der äußeren, sowie der inneren Mission. Falkenhagen bei Petershagen i. d. Mak. e E EI— 5— — Be Klof ———— Zum Besten der Bibel⸗, Missions⸗ und Traktatsache. 30. Auflage. (Galvanotyp-Ausgabe.) V SSIIIIIIIT Falkenhagen bei Petershagen i. d. Mark, im Magazin der Bibel⸗Gesellschaft. 1864. Berlin, im Magazin des Hauptvereins für christliche Erbauungsschristen, Klosterhr. Nr. 67, dei Beck, Wilhelmsstr. Nr. 115, bei W. Schulze, Scharrnstr. Nr. 11, und bei J. F. Steinhaus in Barmen. Psalm 118, 14 bis 28. Der HERgR ist meine Macht und mein Psalm und mein Heil. Man singet mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HErrn behält den Sieg, die Rechte des HErrn ist erhöhet, die Rechte des HErrn behält den Sieg. Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HErrn Werk verkündigen. Der HéErr züchtiget mich wohl, aber Er giebt mich dem Tode nicht. Thut mir auf die Thore der Gerechtigkeit, daß ich da hinein gehe und dem HErrn danke: Das ist das Thor des HErrn, die Gerechten werden da hinein gehen. Ich danke Dir, daß Du mich demüthigest und hilfst mir. Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden: Das ist vom HErrn geschehen und ist ein Wun⸗ der vor unsern Augen. Hallelujahl ————— Singet und spielet dem HErrn in euren Herzen! 1. Dem dreieinigen Gott. Eigne Melodie. ö ö Alein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank für Seine Gnade, darum, daß nun und nimmer⸗ mehr uns rühren kann kein Schade, ein Wohl⸗ ö gefall'n GOtt an uns hat, nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß, all' Fehd' hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten Dich, für Deine Ebhr' wir danken, daß Du, GOtt Vater, ewiglich, regierst ohn' alles Wanken; ganz unermessen ist Deine Macht, fort g'schieht, was Dein Will' hat bedacht. Wohl uns des feinen HErren! ö 3. O JEsu Christ! Sohn eingebor'n Deines hbimmlischen Vaters, Versöhner der'r, die war'n ö verlor'n, Du Stiller unsers Haders; Lamm GOt⸗ tes, heil'ger HErr und GOtt! nimm an die Bitt' von uns'rer Noth, erbarm' Dich unser Aller! 4. O heil'ger Geist, Du höchstes Gut, Du allerheilsamster Tröster, vor's Teufels G'walt fortan behüt', die IEsus Christ erlöfet durch fernr Mart'r und bittern Tod; abwend' all' un⸗ ern Jamm'r und Noth, dazu wir uns verlassen. 2. Lobe den HErrn, meine Seele! Eigne Melodie. Lobe den HErren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele! das ist mein Be⸗ gehren. Kommet zu Hauf', Psalter und Harfe, * wacht auf! Lasset die Musikam hören! 1 2. Lobe den HErren, der Alles so herrlich re— gieret, der dich auf Adelers Fittigen sicher gefüh⸗ ret, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den SErren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Noth hat nicht der gnädige GOtt über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den HErren, der deinen Stand sicht⸗ bar Liabe et, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der All⸗— mächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den HErren! was in mir ist, lobe den Namen! Alles was Odem hat, lobe mit Abra⸗ hams Samen. Er ist dein Licht, Seele! vergiß es ja nicht! lobende schließe mit Amen! 3. Frohe Lieder dem HErrn! Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme, Bringt dem HErren frohe Lieder, es schalle hier und droben wieder:„Wir sind GOtt ange⸗ nehm gemacht.“ Durch des Heilands Tod und Lei⸗ den sind wir, die wir darin uns weiden, mit Heil für Seel' und Leib bedacht. Lob, Preis und Dank sei Dir, Lamm GOttes! für und für; Hal⸗ lelujah dem Menschensohn auf GOttes Thron, Hallelujah dem Menschensohn! 2. Hochgelobter HErr und König, dem alle Himmel unterthänig, Du bist den Blöden zugethan; davon zeugen auch wir Armen, die sich zu Deinem Lieb'serbarmen mit allem ihrem Elend nahn und Dir, HErr IEsu Christ, der Du Mensch worden bist, dankbar singen.„Du wardst geschlacht't, Du hast's vollbracht und uns GOttangenehm gemacht.“ — I**—— E. —— 2 —+D.—— *—**** 3. Preis und Dank sei Dir gegeben, Du unser ein'ges Herz und Leben! Dich rühm' ein jeder Adernschlag für Dein Lieben und Erwählen, das sich erneu't in unsern Seelen auch heut an diesem Gnadentag! Der Bund, d'rin wir so schön in Dir vereinigt stehn, ist gegründet auf Dich und Dein Verdienst allein, d'rum wird er ewig bleibend sein. 4. Amen, Ruhm, Dank, Preis und Ehre sei Dir von Deinem Sünderheere, o Lamm, in Ewig⸗ keit gebracht! Ewig haben Deine Wunden mit Deinem Herzen uns verbunden, uns Dir zum Eigenthum gemacht. Ach, nimm nun Herz und Hand zum sichern Unterpfand, daß wir bleiben, o GOttes Sohn, Dein Schmerzenslohn, bis Du uns stellst vor Deinen Thron. A. IJEsu, geh' voran! Mel. Wer ist wohl wie Du. Jesu! geh' voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nach⸗ zueilen; führ'uns an der Hand bis in's Vaterland. 2. Soll's uns hart ergeh'n, laß uns feste steh'n und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu Dir! 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden, richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, JEsu, lebenslang; führst Du uns durch rauhe Wege, gieb uns auch die nöth'ge Pflege; thu' uns nach dem Lauf Deine Thüre auf! 6 5. JEsus— mein Begleiter. Mel.: JeEsus meine Zuversicht. un, so gehe mit mir aus, IEsu, meine süße Liebe! Komm in meines Herzens Haus, daß mich keine Noth betrübe; denn ich weiß, wo Du nur bist, daß daselbst der Himmel ist. 2. Leite mich an Deiner Hand, Deine mehr als blöde Taube; mache mich mit Dir bekannt, daß mein Herz Dir völlig glaube, Du seist ganz und ewig mein, und auch ich sei wieder Dein. 3. Sprich durch's Wort mit meinem Geist, laß mich kindlich mit Dir sprechen. Alles, was mich von Dir reißt, wollst Du hemmen, hindern, brechen. Störe Feindeslist und Macht, nimm dein armes Kind in Acht. 4. Laß mich keinen Schritt und Trittohne Dich, mein Heiland! gehen; gehe aller Orten mit, höre stets mein sehnlich flehen. Bist Du nur mein GOtt und Freund, sei die ganze Welt mir feind. 5. Geh' auch wieder mit mir ein; bleibe, JEsu! wo ich bleibe. Eins laß immer bei mir fein, daß Dein Freudengeist mich treibe; so bin ich Dein Eigenthum und Du meine Kraft, mein Ruhm. 6. Mein Leben— ein Pilgrimsstand. Mel.: Ich bin ja, HErr! in Deiner Macht. Mein Leben ist ein Pilgrimsstand; ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott Selbst als eine feste Stadt auf's Bundesblut gegründet hat, da werd' ich meinen GOtt stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrims⸗ stand, ich reise nach dem Vaterland. ——— ——— 2—.— 2 —— 2. So schnell ich Land und Stadt verlass', so schnell läuft meines Lebens Glas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. HErr JEsu! mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlieder, daß ich, was zeitlich ist, veracht' und nur nach dem, was ewig, tracht'. 3. Kein Reisen ist ohn' Ungemach, der Lebens⸗ weg hat auch sein Ach. Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng', der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft an Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten geh'n und kann selbst keinen Ausweg seh'n. 4. Der Sonnenglanz mir oft gebricht der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist find't nirgends Ruh'. Doch alle Müh' ist schon bezahlet, wenn ich das gold'ne Himmels⸗ thor mir stell' in Glaub' und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, IEsu Christ! der Du ein Pilgrim worden bist, da. Du mein Fleisch hast angenommen, zeig' mir im Worte Deinen Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu Deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben flieht, ach, eile Du zu mir mit Deinem Trost herzu. 6. Durch Deinen Geist mich heilig leit', gieb in Geduld Beständigkeit; vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich; hilf mir auf; zieh mich, damit ich Dir nachlauf'; sei mir ein Schirm in Trübsalshitze; laß Deinen süßen Gna⸗ denschein in Finsterniß nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll'! vor Durst nach Dir verschmachten will, so laß mich Dich 105 Labsal finden; und schließ ich meine Augen zu, o bring mich zu der wahren Ruh', da Streit und alle Müh verschwinden. Laß mich ja sein in Abrams Schooß Dein Liebling und Dein Hausgenoss'. 8 8. Bin ich in diesem Mesechsland der blinden Welt schon unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd' ich mit der Himmelsschaar Dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Bräutigam, komm, bleib nicht lang'; in Kedars Hütten wird mir bang'. 7. Des Heilands Reisen. Mel. Wunderbarer König. Unschätbarer Heiland! Laß mich Deine Reisen tief betrachten, dankbar preisen! Ach, die Menschen⸗ liebe konnte Deinen Füßen jeden sauren Tritt ver⸗ süßen. Auch für mich müht'st Du Dich, hocherhab— ner König! bin ich nicht zu wenig?— 2. Nein! Du liebst die Sünder, die verlornen Schafe, Du erbarmst Dich shrer Strafe! Darum bist Du kommen, und mit dem Verlangen auf der Welt umhergegangen, unser Herz von dem Schmerz und dem Fluch des Bösen völlig zu erlösen. 3. Hunger, Frost und Kälte, Durst in heißen Stunden hast Du oft genug empfunden. Dein Ge⸗ schäft war täglich, Deines Vaters Willen uns zum Heil mit Lust erfüllen, wenig ruh'n, Gutes thun, beten, segnen, heilen, Unterricht ertheilen. 4. So hast Du gewandelt und auf Deinen Wegen triefte jeder Tritt von Segen. Laß auch mich so reisen, laß von Deinen Füßen Heil auf meine Pfade fließen! Tag und Nacht sei bedacht, über mich zu wachen und mir Bahn zu machen! 5. O wie manche Feinde pflegen uns auf Rei⸗ sen ihre Tücke zu beweisen! Vielerlei Zerstreuung, irdische Gedanken, Leichtsinn, Plaudern, Scherzen, Zanken, böse Lust in der Brust zum Nichtsthun und Richten kann uns täglich sichten. —— —— ę„*—— 6. Selbst bei Deinen Kindern, wenn sie nicht recht wachen, und sich falsche Freiheit machen, wäͤchst dann mancher Same, der vor Dir nichts tauget und die Kraft vom Herzen sauget. Nur zu bald wird mankalt; Segen wird verloren, Anstoß wird geboren. 7. Halte meine Seele fest in Deinen Armen, zeig' mir täglich Dein Erbarmen! Führe Du mich selber, HErr! so oft ich reise, unverrückt in Deinem Geleise; schütze mich väterlich, daß mich Satans Tücken doch ja nicht berücken! 8. Gieb mir Herzensstille, allezeit zu beten, lehre mich behutsam treten, daß ich ja nicht gleite, nein! auf alle Weise Dich mit Wort und Wandel preise; und dazu, so wie Du, mir und Andern nütze, niemals müßig sitze. ö 9. Laß mich auf der Reise an des Schöpfers Werken Deine eig'ne Größe merken! Alle Krea⸗ turen sollen mich vergnügen, weil sie mir in ihren Zügen Deine Macht, Deine Pracht, Dei⸗ ner Güte Strahlen vor die Augen malen. 10. Deines Vaters Liebe, Deiner Gnade Kräfte, Deines Geistes Heilsgeschäfte, Deiner Engel Wache sollen mich bedecken, so wird mich kein Unglück schrecken. Lob sei Dir! bleib mit mir, HErr, im sel'gen Bande bis zum Vaterlande. 8. JIEsus— mein Trost. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. ö ei Du mir nur immer freundlich, wenn wirk⸗ lich oder nur vermeintlich mir dies und jenesschwer sein wollt; und laß mich stets inne werden, daß Du mein höchster Trost auf Erden, mein Schatz, mein Frieden undmein Goldl HErr IEsu! mache mich recht kindgewöhnt an Dich und verleihe mir lle ranft der lebenslang das Herz nach Dir erhalte krankl 10 9. Reise in JIEsu Namen. Mel.: HeErr IEsu Christ, Dich zu uns wend“. In IEsu Namen reis' ich fort an den mir vorgesetzten Ort; der Paß muß gut und gültig sein kis in die Ewigkeit hinein. 2. Ich zieh' die Reisekleider an, und bin ich denn so angethan, so seh' ich, ob auch meiner Seel' noch was zur Reiserüstun fehl'. 3. Mein Wanderrock und Reiferleid ist JEsu Blutgerechtigkeit; Sein Wort und Geist zeigt mir auch an den Weg, d'rauf man nicht irren kann. 4. Das Posthorn bläs't und rufet mir: Auf! deines Bleibens ist nicht hier! ich fahre fort, schnell bin ich weit; schnell fährtdahindie Lebenszeit. 5. So manche Stund' mein Weg beträgt, so viel ich Meilen hingelegt, so viel gedenk' ich immerhin, daß ich dem Ende näher bin. 6. Kehr' ich in eine Herberg' ein, so lassu ich mir's ein Merkmal sein an einem jeden Ort auf's Neu', daß ich ein Gast auf Erden sei. 7. Wenn's auf dem Weg' zu mancher Frist vor Räubern auch nicht sicher ist, so ruf' ich mei⸗ nen IEsum an, daß Satan mich nicht rauben kann. 8. Hält öfters Rad und Wagen nicht, so daß bald dieß, bald jenes bricht, so stell' ich die Ge⸗ brechen mir von meiner ird'nen Hütte für. 9. Bei jedem heitern Sonnenschein fällt mir das Licht der Bibel ein, das übertrifft auch in der Nacht weit aller Sterne Glanz und Pracht. 10. Wenn Ungewitter oft entsteht, wenn Al⸗ les stürmet, tobt und weht, so geht der Sturm au mir vorbei und mich bedecket IEsu Treu'. 11. Wenn ich vor großem, tiefen Schnee nun weder Bahn noch Weg mehr seh', so freuẽ ich mich/ daß IEsus Christ mein Weg zum Himmel selber ist. 4 * 11 12. Der Schnee, des Feldes Sterbekleid, mahnt mich anmeine Sterblichkeit, die wie der Schnee vom Sonnenschein, dort ewig wird zerschmolzen sein. 13. Wenn durch die von des Nebels Duft ver⸗ schwärzte und verdickte Luft ein sanfter Strahl der Sonne blickt, der innig Aug' und Herz erquickt, 14. So lob' ich IEsu Namens Macht und Licht, wodurch die trüͤbe Nacht, der Nebel, der mein Herz umfing und mich verfinsterte, verging. 15. Käm' ich auch sonsten hier und dar in Lebens⸗ oder Leibsgefahr, so weiß ich, daß ich Christo leb', dem ich auch sterbend mich ergeb'. 16. Ein jeder Baum erinnert mich an's Holz des Lebens innerlich, ein jedes Wasser an die Quell' vom Strom des Lebens, klar und hell. 17. Kommt ungefähr ein Hochgericht mir unterweges zu Gesicht, so denk' ich, wie es Dem erging, der für mich an dem Holze hing. 18. Hör' ich die Vögel in der Luft, wie Al⸗ les da zusammen ruft, so stimm ich ihrem Lob⸗ geschrei mit Amen! Hallelujah! bei. 19. Seh' ich in einem Waldrevier ein wil⸗ des und verlauf'nes Thier: o, denk' ich, so lief ich verirrt, bis daß mich fand der gute Hirt; 20. An diesen denk' ich je und je, so oft ich Schäferhürden seh' und bitt' Ihn, daß Er liebe⸗ voll mich heim zum Schafstall führen woll'. — 10. Gott— mein Führer. Mel. Mir nach, spricht Christus, unser Held. ohl dem, der GOtt zum Führer hat auf allen seinen Reisen; Er ist ihm Selber Rath und That und wird den Weg ihm weisen, den Weg/ den er erwählen soll; denn Er ist ia erbarmungsvoll. 12 2. Er wird vor, mit und bei ihm sein und Mund und Weisheit geben; Er giebt zu Allem Sein Gedeih'n und wird die Steine heben, die da und dort zur Hind'rung sind; warum? er ist Sein liebes Kind. 3. Der Vater wird ja fort und fort noch alle liebe Morgen, von einem bis zum andern Ort für mich, Sein Kind, wohl sorgen; Er hebt und trägt und hilft mir aus bis in Sein neu erbautes Haus. SErr, geh' mir vor, ich folge Dir, laß Deinen Weg mich wissen; ich seh' auf Dich, o winke mir und laß mich richtig schließen, um Deinen Wink rechtzu verstehn undstets nach solchem Winkzu gehn. 5. Ja leite mich nun aus und ein auf allen meinen Wegen, laß alle Hind'rung— Förd'rung sein und lauter Heil und Segen; so führ' in allem mich zur Ruh' und unverrückt dem Himmel zu. 6. Es gehe dann nur immerhin durch Sturm und krause Wellen, wenn ich in Deinem Schiff⸗ lein bin, wird mich kein Sturmwind fällen, weil Du mein Steu'rmann Selber bist und weil Dein Geist mein Führer ist. 7. Geht's gut, laß nichts Vermeß'nes ein; geht's schlecht, vertreib' das Zagen; hilfst Du, laß dies nur Stärkung sein, im Glauben mehr zu wagenz doch gieb bei Glaubensfreudigkeit auch kindliche Gelassenheit. 8. So führe mich nur unverrückt recht mitten durch zum Ziele, dabei mein Herz nach Zion blickt, wenn ich das Fleisch noch fühle; so eh' die ganze Pilgerzeit zu lauter froher Ewigkeit. 11. Himmelan! Mel. JEsus, meine Zuversicht. Himmelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort in Canaan durch die⸗ SSSSSIIIIIII. —— SSS I—***—— 13 Wüsten kommen werden. Hier ist unser Pilgrims⸗ stand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing' dich, mein Geist; denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu Deinem Zweck erlesen. Ein von GOtt erleucht'ter Sinn kehrt in seinen Ur⸗ sprung hin. 3. Himmelan! die Welt kann dir nur geborgte Güter geben. Deine himmlische Begier muß nach solchen Schätzen streben, die uns bleiben, wenn die Welt in ihr erstes Nichts zerfällt. 4. Himmelan! ich muß mein Herz auch bei meinem Schatze haben; denn es kann mich ander⸗ wärts kein so großer Reichthum laben, weil ich schon im Himmel bin, wenn ich nur gedenk' an Ihn. 5. Himmelan! ruft Er mir zu, wenn ich Ihn im Worte höre, das weis't mir den Ort der Ruh', wo ich einmal hingehöre. Hab' ich dieses Wort bewahrt, halt' ich eine Himmelfahrt. 6. Himmelan denk' ich allzeit, wenn Er mir die Tafel decket und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 7. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon auf⸗ wärts steigtüber Sonne, Mond und Sternez denn ihr Licht ist viel zuklein gegen jenen Glanz und Schein. 8. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimath führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. IEsus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 9. Himmelan! ach himmelan! das soll meine Loosung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. 44 12. Ohne Dich keinen Schritt! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. O Vaterherz, o Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel! Dir bin ich einmal übergeben, Dir, Dir gehöret Leib und Seel'! Ich will mich nichtmehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren; so geh nun mit mir aus und ein und leite mich auf allen Tritten; ich geh', ach hör', o HErr, mein Bitten! für mich nicht einen Schritt allein. 2. Du gängelst mich, ich kann nicht gleiten, Dein Wort muß ewig feste steh'n; Du sprichst, Dein Auge soll mich leiten, Dein Erbarme soll mit mir geh'n; ja Deine Güte und Erbarmen soll mich umfangen undumarmen; o daß ich nur rechtkindlich sei, in Allem gläubig zu Dir flehe und stets auf Dei⸗ nen Wink enur sehe; so spür' ich täglich neue Treu'. 3. So lob' und lieb' ich in der Stille und ruh' als Kind in Deinem Schooß; das Schäflein trinkt aus Deiner Fülle, die Braut ist aller Sorgen los, sie sorgetimmerdar in Allen, Dir, ihrem Bräut'gam zu gefallenz sie schmückt und hält sich Dir bereit. Ach, ist, laß gar zeuch mich weit von hinnen, was eitel st, laß ganz zerrinnen, o reiner Glanz der Ewigkeit. 13. Mein Wunsch. Mel. Herr und Aelt'ster Deiner Kreuzgemeine. Eines wünsch' ich mir vor Allem Andern, eine Speise früh und spät; selig läßt's im Thränenthal sich wandern, wenn dies Eine mit uns geht: Un⸗ verrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blut'gem Schweiß und Todesgrauen auf Sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll Er mir vor Augen stehen, wie Er, als ein stilles Lamm, dort so blutig und so bleich IT 15 zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm, wie Er dürstend rang um meine Seele, daß sie Ihm zu Seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als Er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein JEsu, laß mich nie vergessen meine Schuld und Deine Huld! Als ich in der Finsterniß gesessen, trugest Du mit mir Geduld; hattest längst nach Deinem Schaf getrachtet, eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit theurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin Dein!— sprich Du darauf Dein Amen! treuster IEsu, Du bist mein! drücke Dei⸗ nen süßen JIEsusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit Dir alles thun und alles lassen, in Dir leben und in Dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund' unser Wandel, unser Bund! 14. IEsus— mein Stern. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Hätt ich Flügel! hätt ich Flügel! flög' ich. auf zu meinem Stern; über Meere, Thäler, Hü⸗ gel folgt' ich immer meinem HErrn. Ach, das war ein schöner Segen, wenn Er mit den Jün⸗ gern ging, jedes Herz, wie Maienregen, Seinen Trost, Sein Wort empfing. 2. Ach, das war ein schöner Segen, wenn man Ihm am Munde hing, auf den Feldern, auf den Wegen ein:„Ich will's, sei rein!“ em⸗ pfing. Ander Loos ward uns bereitet; wie auch blühet rings das Land, der uns rufet, der uns leitet, unser lieber Freund entschwand. 3. Doch Er ist uns nicht genommen; nicht zu sehen ist Er nur. Zu den treuen, stillen Frommen kommt Er auf geheimer Spur. Will mich denn zu⸗ 16 frieden geben, fassen mich in stillem Sinn. All' mein Sehnen, Lieben, Leben, geb' ich meinem Freunde hin. 4. Seinen Schwestern, Seinen Brüdern will ich mich in Treue nah'n, an den Armen Ihm erwiedern, was Er liebend mir gethan. Einst erklingen andre Stunden und das Herz nimmt andern Lauf; in den sel'gen Liebeswunden löset aller Schmerz sich auf. 5. Meine Seele, gleich der Taube, die sich birgt im Felsenstein, dringt mit Liebe und mit Glaube in den Himmel zu Ihm ein. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, ew'ge Füll' und reiche Lust: All' ihr Kranken, all' ihr Armen, kommt an eures Heilands Brust! 15. Seine Gnade. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Gnade, sei mir täglich neu, die ich durch meines IEsu Treu' zum Trost erfahren habe. Er sprach zu mir, da ich d'rum bat:„All' deine Schuld und Missethat hab' ich verscharrt im Grabe; was Ich für dich hab' erlitten und erstritten, bringt dix Leben; Deine Sünd' ist dir vergeben!“ 16. Frühlingslied. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. as soll ich singen außer Dir, wenn ich auf Deiner Schöpfung Zier mit stillem Augé'blicke, wenn Deine Sonne mich bescheint, wenn Tief' und Höhe sich vereint, daß sie mein Herz erquicke, wenn mich lieblich Deine Güte in der Blüthe, in den Halmen weckt zu Dank⸗ und Wonnepfalmen? 2. Dein Name, HErr, allein ist's werth, daß ihn der Mensch mit Liedern ehrt und ewiglich er⸗ höhet. Wohl dem, der frohes Herzens singt und 1⁷ Dir ein reines Opfer bringt, das vor dem Licht bestehet! Lehr' mich, HErr, Dich würdig preisen, heil'ge Weisen gieb dem Munde bis zur letzten Feierstunde! 3. Hier tönt des Wanderers Gesang oft fröh⸗ lich, öfters schwach und bang,— dort ist das Land der Töne; dort strömen ew'ge Melodie'n, o GOtt! durch Deine Himmel hin, dort jauchzen Deine Söh⸗ ne! Hehre Chöre, Ueberwinder! GOttes Kinder! lasset meinen Dank sich dort mit euch vereinen! 17. Die Schönheit der Natur. Eigene Melodie. Freuet euch der schönen Erde; denn sie ist wohl werth der Freud', o was hat für Herrlich⸗ keiten unser GOtt da ausgestreu't! 2. Und doch ist sie Seiner Füße reich He⸗ schmückter Schemel nur, ist nur eine schön be⸗ gabte, wunderreiche Creatur. 3. Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdenthal. . Und doch sind fie nur Geschöpfe von des höchsten GOttes Hand, hingesä'it auf Seines Thrones weites, glänzendes Gewand: 5. Wenn am Schemel Seiner Füße und am Thron schon solcher Schein: o was muß an Sei⸗ nem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! 18. Der HeErr ist hoch zu loben. Mel. Nun ruhen alle Wälder. O theure Segensgaben, die wir empfangen haben, HErr, HErr, aus Deiner Hand! Wohin 2 18 wir uns nur wenden,— von Deinen reichen Spenden prangt überall das weite Land. 2. Die Luft erschallt von Freude, und mit dem Hoffnungskleide ist Flur und Wald eschmückt. Hier steh' ich ohne Wehe und horche, fühle, sehe, und 120. und Seele wird entzückt. 3. Was Gott heißt auferwachen, muß frisch in's Leben lachen, re Neu durch den Lenz ge in, wie ein Engel lacht. boren, hat sich mein Sinn verloren in überschwänglich reicher Pracht. 4. An GoOttes Welt gebunden, von Schön⸗ heit überwunden, scha Auf, Seele, auf, nach u' ich mich nimmer satt. oben! Der SErr ist hoch zu loben, der solches dir verliehen hat. 5. Wie schön ist's schon auf Erden! Wie wird es einst dir werden dort, wo du näher bist dem dreimal heil'gen Thro Krone, die Gläubigen ne, geschmücket mit der verheißen ist! 19. IEsus— der beste Freund. Mel. Alle Menschen müssen sterben. raußen blüht und duftet wieder die erstan⸗ dene Natur und der Vö durch die weite Flur; ab die Saat nicht frisch un glein frohe Lieder schallen er ach, im armen Herzen ist d grün; Sündenangst und Sündenschmerzen lassen sie nicht fröhlich blüh'n. 2. O wann wird das Elend enden und wann hab' ich Jeiu, allerd Du allein nur kannst es wenden, JE „allerbester Freund! Bin ich stets in Deiner Gnade, Deines Kreuzes mir bewußt: Keiner ist, der dann m in meiner Brust. ir schade, Fried' ist dann *8 zmmu— 4⁵ 20. Das neue Leben. Sonett. Schon regt sich's unter der erstarrten Hülle, Aus ihrem Todesschlaf erwacht die Flur, Und heimlich in dem Schooße der Natur Entfaltet sich des neuen Lebens Fülle: So webt und waltet in des Herzens Stille Des ew'gen Geistes unsichtbare Spur— Doch in gebeugten Seelen wohnt Er nur, Und sterben muß zuvor dein eig'ner Wille! Wenn dann der Erde Blüthen auch zerfallen Und sich zerstreuen in des Windes Weh'n: Der GOttessame kann nicht untergeh'n! In Sturm und Wetter blüht er schöner auf, Zum Gärtner schau't die Blume still hinauf, Bis Er sie pflanzt in Seines Himmels Hallen! 21. Des Frühlings Pracht und Freude. Eigene Melodie. Komm, laß uns geh'n aufs neubelebte Feld, laß uns beseh'n des Frühlings Pracht und Freude, schau' da Dein Werk, die Erd' im neuen Kleide! Es grünt, es blüht, Dir jauchzet alle Welt. 2. Der Vöglein Schaar singt lustig Tag und Nacht; das Bienlein sammelt ein bei'm hellen Wet⸗ ter. Wie süß bestrahlt die Sonne Blum' und Blät⸗ ter! Du bist's, mein Licht, das Alles fröhlich macht! 3. Im Herzen Du; da draußen die Natur! Ich liebe Dich in Deinen Schildereien, und muß mich ja herzkindlich d'rüber freuen; wie schön, wie schön ist Deine Kreatur! „4. Das kleinste Blatt, das feinste Gräselein rühmt Deine Kunst; was grünt und blüht und lebet, 2 20 ein liebend Herz entzückt zu Dir erhebet; wie schön, wie groß muß nicht der Künstler sein! 5. Des immels Rund, wie tausendfältig schön! Wie im Triumph stets neue Wunder grünen! Dein Leben und Dein Wirken, uns zu dienen, kann ich entzückt in dem Gemälde seh'n. 6. Die Sonne lockt der Blüthe Knospen aus, die Erde trägt den Schooß voll Erstlingsgaben, Gras, Kraut und Korn, zum Nähren und zum Laben; hier bring' ich's Dir als Priester in Dein Haus. 7. Ich schaue dort mit süßem Andachtsblick der Blumen Zier in Gärten und in Wiesen, Gestalt, Geruch und Farben hoch gepriesen, und bringe Dir die ganze Pracht zurück. 8. Die Nachtigall singt Hallelujah Dir, ve⸗ wundernd diesen neuen Schmuck im Grünen 3HErr, höre mich, so will ich auch Dir dienen, und Deine Liebe jauchz' allein aus mir! 9. Die Lerche trägt Dein Lob so hoch sie kann; ich möcht' in Dir als meiner Luft so schweben, Dich, sel'ges Gut, mit höchstem Lob erheben; doch wer erreicht's?— ich sink', ich bete an. 22. JEsus— der Schönheit Urquell. Mel. JCsu, komm doch Selbst zu mir. Keine Scönheit hat die Welt, vie mir nigt vor Augen stellt meinen Schönsten, IEsum Christ, der der Schönheit Urquell ist. ö 2. Wann die Morgenröth' entsteht und die gold'ne Sonn' aufgeht, so erinn're ich mich bald Seiner himmlischen Gestalt. 3. Oftmals denk' ich bei dem Licht, wenn der junge Tag anbricht: Ach, was ist für Herr⸗ lichkeit in dem Licht der Ewigkeit! —————— 2¹ 4. Seh' ich dann des Mondes Strahl und die Stern' am Himmelssaal, so gedenk ich: Der dies macht, hat viel tausend größ're Pracht! 5. Schau' ich dann im Frühling an den be⸗ blümten Wiesenplan, schallt es mir in's Herz hinein: Ach, wie muß der Schöpfer sein! 6. Schön erglänzt der Gärten Ruhm, die er⸗ hab'ne Lilienblum': aber noch viel schöner ist meine Lilie, JEsus Christ. 7. Ja, in aller Blumen Reih'n, wie sie mö⸗ gen immer sein, wird gar hell und klar gespürt Dessen Schönheit, der sie ziert. · 8. Wenn ich zu dem Quellbrunn geh' oder „bei dem Bächlein steh', so versenkt sich gleich in Ihn, als den reinsten Quell, mein Sinn. 9. Lieblich fingt die Nachtigall, süße klin⸗ der Flötenhall; aber über allen Ton ist das Wi Mariensohn! 306 10.. Anmuth giebt es in der Luft, wenn— Echo wiederruft; aber nichts ist hier und dorr I. süßer, als des Liebsten Wort. 11. O du Liebe, komm herfür, komm, er⸗ scheine Selber mir! Laß mich seh'n Dein eigen Licht und Dein holdes Angesicht! 12. Ach, mein IEsu, nimm doch hin, was mir trübet Geist und Sinn, daß ich Dich zu je⸗ der Frist sehe, wie Du Selber bist! 13. O, daß Deiner GOttheit Glanz meinen Geist durchdränge ganz, und Dein Strahl der HErrlichkeit mich entzückt' aus Ort und Zeit! 14. Zieh' den Geist in Dich empor, daß ich in der Engel Chor Deines Namens Ruhm er⸗ höh' und mit Dir vereinigt steh'! 23. Sommerlied. Eigene Melodie. Geh⸗ aus, mein Herz! und suche Freud' in dieser lieben Sommerszeit an deines GOttes Ga⸗ ben; schau' nur der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und Dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erd⸗ reich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narcissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. „3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleucht aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg', Hügel, Thal Ind Felder. 34. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Liet baut und bewohnt sein Haus, das Schwälb⸗ peis't die Jungen; der schnelle Hirsch, das He Reh ist froh und kommt aus seiner Höh' in's tiefe Gras esprungen. 5. Die Bächlein rauschen in den Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myr⸗ then. Die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaaf' und ihrer Hirten. . Die unverdroß'ne Bienenschaar fleucht hin Und her, sucht hier und dar ihr' edle Honigspeise. Des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk' und Kraft in seinem schwachen Reise. 7. Der Waizen wächset mit Gewalt; darüber lauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte Deß, der so überflüssig labt und mit so man⸗ chem Gut begabt das menschliche Gemüthe. 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruh'n, des großen GOttes großes Thun erweckt mir alle Sinnen. Ich singe mit, wenn Alles fingt, und ———— 4 weckte, wer in Sünden schlief. 25 Asche fällt. Hier muß das Herz verglühen, das Waizenkorn verdirbt; dort oben gilt ein Blühen, das nimmermehr erstirbt. 4. Du Gärtner treu und milde, o laß uns fromm und fein zum himmlischen Gefilde, zum ew'gen Lenz gedeih'n! Gieb Deinen Pflanzen Säfte, damit sie herrlich steh'n, und gieb den Schwachen Kräfte! sonst müssen sie vergeh'n. 26. Des Trostes Quelle. Aus der Schwermuth dumpfer Zelle nach des Trostes frischer Quelle schmachtete mein Sinn; auf die Höhen, Thäler, Triften, zu des Frühlings reinen Lüften drängt' und zog's mich hin. 2. Und ich sah'n das junge Leben kühn und fröhlich sich erheben zu der Sonne Licht; sah' die Knospe sich entfalten und zur Blume sich gestal⸗ ten, zart wie ein Gedicht. 3. Aus des Haines tiefem Schweigen tönt' in wunderbarer Reigen sanft in meinen Schmerz; und die Augen voller Thränen, und die Brust voll Lieb' und Sehnen, schaut' ich himmelwärts; 4. Und ich dacht' an GOttes Güte, an des (Herzens heil'ge Blüthe, an des Geistes Wehen; sahe dort in Sternengängen grüßend unter Har⸗ fenklängen traute Wesen stehen.—INN 5. Und es wurde still und düster, manchma« 1 bebt' esswie Geflüster; und ich war allein, ach l gugten, stand und dachte Sein: un Alles uns entdeckte, mit allmächt'ger Stimme unz stand in stummem Bangen, mit unsäglichem ccht' an meines IEsu Frieden, wie Er Sichalle Müden und Belad'nen rief; Sich 45 26 7. Wie Er demuthsvoll erschienen, GOttes⸗ licht in Seinen Mienen, gnadenüberfüllt, uns zu mahnen, uns zu ziehen hin zu Seiner Liebe Glühen, wo das Weh' sich stillt: 8. Daß wir's in die Brust uns schrieben, gerne Seine Schäflein blieben, Er der gute Hirt, der in GOttes Huld und Freude treulich uns auf grüner Weide nun und ewig führt. 9. Wenn wir so in Seinem Leben die Na⸗ tur, das frische Weben und den Frühling schau'n, dünkt's uns wohl, als ob die Erde fast so schön und herrlich werde wie des Himmels Au'n. ö 10. Und die kaum enthüllten Keime deuten uns'rer Hoffnung Träume leis' und innig an; und die fernen theuren Bilder neigen reiner sich und milder uns entgegen dann. ö 11. Und ob draußen Stürme wehen, Blumen sterben und vergehen, bleibt das Herz doch voll; möcht' in Wehmuthslust zerspringen, weiß nicht, was es danken, singen, was es beten soll. 27. Die Lerche. Sieh', wie die Lerche fröhlich steigt, sich im⸗ mer böher schwinget; aus kleiner Brust so froh und leicht ihr Morgenlied sie singet.„ 2. Ach, wer doch eine Lerche wär? und hätte solche Lieder! Mich zieht, so sprichst du, trüb⸗ und schwer des Lebens Drang darnieder. 3. Wohl sag' ich oft: Wirß Alles fort, was dich betrüben möge, bestehl dem allertreu'sten Hort getrost die steilsten Wege. ö 4. Doch, ach, will ich dann in die Höh' mit meinen Sorgen fliehen, fühl' ich der Erde Noth und Weh mich nur herunter ziehen. ö * ————— Upiv-Sibl. ö 46 4—— 27 5. Da Rath die Lerch' dir geben soll. Mich dünkt, als woll' ihr Singen recht kindlich und recht freudenvoll den Psalm des Dankes bringen. 6. Mach's eben so! Fang' erst nur an zu danken für dein Leben und alles, was, seit es begann, der HErr dir hat gegeben. 7. Das Danken soll der Weg ja sein, wo GOtt uns Heil erweiset“).— Der kann sich über Alles freu'n, der Ihn für Alles preiset. 28. Der Frühling. Hinaus, hinaus in's Freie aus enger Stu⸗ benluft! Des milden Himmels Bläue, des ersten Veilchens Duft ruft freudig jeder Seele zu; Willkommen, lieber Frühling, du!— 2. Es treibt auf Wies' und Feldern so frisches Grün herpor, und in den dunkeln Wäldern tönt hell der Vögel Chor, es jauchzt des Baumes schwel⸗ lend Blatt:„Der Winter nun ein Ende hat!“ 3. Ist's etwa dir im Herzen noch trübe Winter⸗ nacht?— Hinaus mit deinen Schmerzen, wo Rein GOe Frühling lacht! Sein Keimen wirft und ein Gedeih'n in dich auch wohl den Lenz hinein. 4. Auf Wies' und Feld gar trübe hat Winter lang' geschwebt, doch hat die ew'ge Liebe den Frühlingstag gewebt, mit den Millionen Blüthen, still hier unter Winters Schnee und Hüll'. 5. Und wie nun Blüthe sprießet auf Blüth' so frisch und schnell, so dich aus Allen grüßet ein Aug' gar treu und hell. Kennst du es wohl? In Todesschmach für dich es einst am Kreuze brach. 6. Dieß Aug' voll Heilandsgüte ist stets auf dich gericht't; was auch dein Leben biete, dieß Aug' Pfalm 50, 23. 28 verläßt dich nicht,— ob Leiden drückt, ob dich Gefahr umdunkelt— es bleibt ewig klar. 7. Hast du in ihm gelesen:„Sei von dem Fluch befreit!“ dann füllt dein ganzes Wesen auch Frühlingsherrlichkeit— ob außen Winter sei, in dir keimt Lenz und Leben für und für! „S8. Dann ist des Himmels Bläue, dann Wiese dir und Feld nur Deutung auf die neue, nur auf die bess're Welt— dann klingt dir in der Vögel Chor des Himmels Harmonie schon vor. 9. Dann magst du selbst ein Veilchen sein auf verborg'nem Land, das hier ein kurzes Weilchen blüht still und ungekannt, und wenn es hier sein Blatt gesenkt, erst recht schön an zu blühen fängt. 10. Hinaus, hinaus in's Freie! Der Frühling in der Brust giebt erst die rechte Weihe für Len⸗ zesblüth' und Lust, ihm weht aus Blüth', ihm weht aus Duft entgegen Heimathslicht und Luft. 29. Der Vöglein Chor. Mel. Geh' aus, mein Herz, und suche Freud', Wie lieblich doch im dunklen Wald der Vög⸗ lein helles Lied erschallt! Die Amsel läßt sich hören, die Rachtigall klagt sanft hinein, der Finke stimmt so freudig drein, als sollt's ihm Niemand wehren. 2. Du liebes, liebes Sängerchor, nicht nimmst du dir's erst lange vor, ein Lied heraus zu brin⸗ gen— des Augenblickes Lust und Gunst ist deine ganze, ganze Kunst, und eigne Brust lehrt singen. „3. Nicht willst du, Finke, Lerche sein— nicht fällt's dir, liebe Amsel, ein:„Wer Nachtigall doch wäre!“ Wie jedes Schnabel GOtt gebaut, so ruft ihr leise oder laut: Gebt unserm GOtt die Ehre! ů 4. Und GOtt, der HErr, auf Seinem Thron, hört gnädig jeden, jeden Ton und mag Sich recht 29 deran freuen, will die verschied'ne Melodie zu einer sel'gen Harmonie vereinigen und reihen. 5. Wie euer Lied in Flur und Wald, ihr trauten Vöglein, nun erschallt, so soll in höh'ren Weisen das inn're menschliche Gemüth in Wort und That, in Lieb' und Lied, den großen Vater preisen. 6. Nicht bloß in blühender Natur hat Seine heil'ge Allmacht nur und Gnade sich gekündet; wo Herz um Herz dem Vater dient, da auch ein Gar⸗ ten GOttes grünt, den Er Sich Selbst gegründet. 7. Und über Meer und über Land möcht' GOttes treue Vaterhand hinaus den Garten dehnen—d'rum soll, wo ein begnadigt Herz voll Lieb und Dank schlägt, himmelwärts das Lied gar reich ertönen. 8. Verschieden tönet wohl sein Klang, bald jauchzt es froh, bald klagt es bang'— stimmt laut bald an, bald leise: der Buße Schmerz, des Glaubens Glück, die stille That, des Segens Blick ist Alles seine Weise. 9. Doch Jeder soll an seinem Ort es tönen lassen fort und fort, wie's gerade ihm gegeben; in tausendfacher Art zugleich soll Alles ja im GOttesreich den Einen HErrn erhehen. 10. Wenn nur das Herz die Töne bringt, dann von dem Himmel Amen klingt, trotz aller ihrer Mängel; begnadigt Lied schwebt froh em⸗ por und mischt sich in den höh'ren Chor der sel'⸗ gen GOttesengel. 30. Das Gewitter. Wie Wolke dort auf Wolk' sich drohend thür⸗ met! Der Tag wird Nacht in dunklen Ungewittern; die Erde bebt; die ält'sten Eichen zittern; es zuckt der Blitz, als wollt' er sie zersplittern. Hör', wie im nahen Dorf es ängstlich stürmet! Der Himmel 30 röthet sich im Flammenschein— es brennt, es brennt! Der Wetterstrahl schlug ein. 2. Wie nähren Flammen wüthend sich an Flammen!— Jetzt sind sie in das Kirchlein ein⸗ Ilungen, f die Glocken, die zum Sturme ange⸗ lungen, sie haben sich das Grablied selbst ge— sungen; Altar und Kanzel stürzt zerstört zusammen. Die Bibel, die auf dem Altare lag, nichts aus den hellen Flammen retten mag! 3. Doch kann sie auch dem Element nichtwehren, das Wort, das sie Jahrtausenden gekündet, die heil'⸗ gen Funken, die sie selbst entzündet, das GOttes⸗ reich, das sie in's Herz gegründet, mag keine Wuth des Elements zerstören; es lebt ein heilig, gött⸗ lich Flammenwort in alle, alle Ewigkeiten fort.— 4. Gottlob! die Donner schweigen; heiter wieder wird es am Himmel; Sonn' mit hellem Scheine glänzt auf die Trümmer, glänzt auf die Gemeine, mild tröstend, daß sie zage nicht und weine, die Vögel singen freudig ihre Lieder; ein Regenbogen an dem Himmel schwebt, getrost, ruft Alles, unser GOtt noch lebt!— 5. Mein Herz, wie hast du in dem Sturm gebebet! Ach, wie ergriff dich Zittern nur und Zagen! Was willst du einst, was willst du einst erst sagen, wenn GOttes Sohn in jenen letzten Tagen auf Wolken zum Gerichte nieder schwebet? Wenn Sonn' erbleicht, wenn Stern vom Himmel fällt im nahen Untergang der ganzen Welt? 6. Wenn in den Gräbern sich die todten Lei— ber regen und neu belebt vor ihrem Richter ste⸗ hen, das Buch des Lebens aufgeschlagen sehen, wenn Erd' und Himmel flammend untergehen? wenn es die Besten kaum ertragen mögen, mein sündig Herz, was willst du sagen dann?— dann klagt dich Alles, Alles, Alles an. —— VSNr n RIIrR ⏑n 7. Und wenn's auch klagt!— Wenn Himmel und die Erde vergeht;„Es sollen Meine Worte bleiben!“ so spricht der HErr. Ich will es kind⸗ lich gläuben; die Worte sind's, die ewig mir's verschreiben, daß ich begnadigt durch Sein Ster⸗ ben werde— der Richter, der dereinst mein Ur⸗ theil spricht, derselbe ist's, deß Herz im Tode bricht. 31. Gottes Größe in der Natur. (Auf der Bastei in der Sächsischen Schweiz.) Mel. Nun ruhen alle Wälder. Wie groß sind Deine Werke, Du GoOtt der Kraft und Stärke, die Du hier hingestellt! Ich schau' mit trunk'nen Blicken von hoher Felsen Rücken hinab in diese kleine Welt. 2. Kein Sturm in Ungewittern kann diesen Bau erschüttern, den Deine Hand gebaut. Jahr⸗ tausende schon zogen vorüber, Völker flogen; stolz hat er Beiden nachgeschaut. 3. Dort über tiefen Gründen, wo kaum der Blick kann finden der Berge starken Fuß, dort lebten kühne Ritter, ihr Schwert trug Ungewit⸗ ter in's stille Thal statt Friedensgruß. 4. Hinab zum stillen Thale drang oft beim frohen Mahle der laute Jubelschall, wenn von dem Königssteine beim Kampfspiel und beim Weine ertönte der Posaunen Hall. 5. Wenn dort die Schwerter klirrten, wild durcheinander irrten, fand mancher Feind den Tod. Und zwischen Berg und Klüften drang dann zu stillen Lüften der Gattin Klag' in ihrer Noth. 6. Die Zeiten sind verschwunden, und and're, still're Stunden umlagern diese Höh'n. Es weht des 3² Friedens Palme, still wiegt sich Thau am Halme, da wir von diesen Felsen seh'n. 7. Erhalt), o lieber Vater! Beschützer und Berather, erhalt den Frieden uns. Laß über uns're Hütten sich Freud' und Fried' erschütten durch deine Lieb' und Vatergunst. 8. Wie dort im stillen Thale die Elb' aus voller Schaale tränkt Felder, Wald und Flur, so laß in vollen Güssen auch Deine Gnade fließen auf uns'res Pilgerlebens Spur. 9. Gieb uns, o HErr, hienieden den rechten Seelenfrieden, durch Christum, Deinen Sohn. Mach' uns aus schwachen Sündern zu reichen GOtteskindern, und führ' uns einst vor Deinen Thron. 32. Gebt unserm GOtt die Ehre! (Gedanken auf dem Königsstein in Sachsen.) Mel. Es ist das Heil uns kommen her. ier steht mein Fuß, mein Auge schaut hin⸗ aus in diese Weiten, Entzücken faßt die Seel', und laut möcht' ich dein Lob ausbreiten, zum Himmel rufen: Groß ist GOtt! zum Thale rufen: Groß ist GOtt! Gebt unserm GOtt die Ehre! 2. Laut predigt mir das weite Rund mit tausend hellen Stimmen: Wald, Thal und Fels aus einem Mund,— Gedank' und Augen schwimmen, o GOtt, in dieser Größ' und Pracht, die Dein Wort hat aus Nichts gemacht; gebt unserm GOtt die Ehre! 3. Stolz liegst du hier, du Königsstein, vom Feinde nie berühret, mit deinem Brunnen, durch's Gestein von Menschenhand vollführet. Groß ist die Kunst von Menschenhand, doch Größ'res schuf hier GOttes Hand. Gebt unserm GOtt die Ehre! 33 4». Wie schön wird sein die Königsstadt dort in dem süßen Himmel, die GOttes Hand gebauet hat, und die nach dem Getümmel uns einst in ihren Schooß aufnimmt, wo man das rechte Lied anstimmt: Gebt unserm GOtt die Ehre! 5. Doch hier schon giebt es einen Bau, auf rechtem Fels gegründet: Die Kirche Christi ist es; schau', daß Glaub' dich Ihm verbindet. Dann trotze du der Hölle Macht, der HErr ist Schild und Schirm in Nacht! Gebt unserm GOtt die Ehre! 6. Und hier das Brünnlein helle quillt, das Brünnlein reicher Gnade“), das nur den Durst alleine stillt auf unserm Pilgerpfade. Drum trinke, da es heute heißt, und labe deinen müden Geist. Gebt unserm GOtt dis Ehre! 33. Wohl dem, 2 11 zum Führer at! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Wer nur mit seinem GOtt verreiset, der findet immer Bahn gemacht; weil Er ihm lauter Wege weiset, auf welchen stets Sein Auge wacht. Hier gilt die Loosung früh und spat: Wohl dem, der GOtt zum Führer hat! 2. Er leitet uns mit Seinen Augen, Er gän⸗ gelt uns mit Seiner Hand. Wenn Luft und Wetter nicht mehr taugen, so überdeckt uns Sein Gewand. Ja, Seine Liebe kann allein der beste Schirm im Sturme sein. 3. Er ist uns Wolk'⸗ und Feuersäule, sowohl bei Tag, als bei der Nacht. Durch Ihn wird uns die längste Meile zu einem Schritte nur gemacht. ) Pfalm 46. 3 3⁴ Kein Stein wird in den Weg gelegt, den Er nicht auf die Seite trägt. 4. Er selbst ist Wahrheit, Weg und Leben, und wer Ihm folgt, der irret nicht. Er hat die Hand uns d'rauf gegeben, daß uns bei Ihm kein Leid geschicht. Und wenn der Weg voll Drachen wär', so geht Sein Schutz doch vor uns her. 5. Wir reisen, HErr, in Deinem Namen, sei Du Gefährte, Weg und Stab; die Helden, die 7 zu Jakob kamen, send' auch zu unserm Schutz herab. Mach' Aus⸗ und Eingang so beglückt, daß uns kein Fall das Ziel verrückt. 6. Bleib bei uns, wenn's will Abend wer den, Leit Licht durch Deine Gegenwart. Sei ö unser Leitstern hier auf Erden; und ist der Kreuz⸗ ö steg schwer und hart, so tröst' uns mit der Ro⸗ senbahn, die man dort oben laufen kann. 7. Wirst Du mit uns auf diesem Wege durch Deinen Schutz und Leitung sein und auch indes⸗ sen Deine Pflege den Hinterlassenen verleih'n, soll das unser Opfer sein: Gelobet sei der SErr allein! 3 34. In JEsu Namen. Amen! Mel. HErr JEsu Christ, mein's Lebens Licht. On IEsu Namen reis' ich aus, der Selbst in Seines Vaters Haus, als aus dem höchsten Freu⸗— densaal, ist kommen in dies Jammerthal. 2. Was man in JEsu Namen thut, das macht uns freudig Herz und Muth, es muß in Ihm gerathen wohl und Seines Segens werden voll. 3. Du, JEsu, richtest meinen Fuß, daß nichts von Dir mich wenden muß. Du führst mich aus und wieder ein, durch Dich wird Alles heilsam sein. 23 & 3⁵ 4. Befiehl den Engeln, daß sie mich auf al⸗ len Wegen sicherlich begleiten und durch ihre Wach' abwenden alles Ungemach. 5. Treib' uns're Sachen glücklich fort, und bringe Selbst mich an den Ort, wo ich will dießmal reisen hin; lenk' aller frommen Christen Sinn, 6. Daß sie mich willig nehmen an, wenn. ich nicht weiter reisen kann. Zu solchen Leuten führe mich, die fromm find und recht lieben Dich. 7. Vor Straßenräubern mich bewahr', vor Was⸗ sersnoth und Kriegsgefahr, vor wilden Thieren, Fall und Brand, behüte mich vor Sünd' und Schand'. 8. In Deine Händ' ergeb' ich Dir, Leib, Seel' und was noch sonst bei mir, an allen Orten nah' und weit, bei jedermann zu jeder Zeit. 9. Behüt' in Gnaden Weib und Kind, Bluts⸗ freunde, Haus, Hof, Vieh, Gesind, und was ich mehr verlassen hab', allda wend' alles Unglück ab. 10. Und wenn ich glücklich dann vollbracht, was zu vollbringen ich gedacht, so führe Selbst mich in mein Haus, wo Du mich hast geführet aus; 11. Und laß mich finden unversehrt, was Du aus Gnaden mir verehrt; für solchen Schutz und gark Geleit', o GOtt, dank' ich in Ewigkeit. 33. Heimathslied. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Sonst hat dir mein Herz geschlagen meiner Väter schönes Land; und ich hab' in vor'gen Tagen keinen liebern Platz gekannt. Wie ein Ton von goldnen Saiten fiel Dein Name mir in's Ohr. Aller Lande Herrlichkeiten zog ich deine Fluren vor. 2. Hier entsprang in heil'ger Stille meines Lebens heller Bach; seinem Lauf ging hier die Fülle treuer, warmer Liebe nach; eine Mutter hat nach 36 Schmerzen hier mit Freuden mich geherzt, und ein Vater recht von Herzen mit mir auf dem Kniee gescherzt. 3. Hier, du blauer Bimmelsbogen, hab' ich dir zuerst gelacht; hier zuerst dein Licht gesogen, heit're helle Sternennacht; hier des Mondes gold'nen Na⸗ chen für mich ausgestellt gewähnt, eine Fahrt mit ihm zu machen, mich mit Hand und Fuß gesehnt. Hier war's, wo sich mir die Pforte zu des Geistes Reich erschloß, und des Mundes Hauch — zum Worte voller Geist zusammen floß; wo zuerst ein Strahl von oben meine Seele fromm durchdrang, und mein Herz dem Schöpfer droben still das erste Heilig“ sang! ö 5. Neues Leben, neues Lieben, altes Vaterland; laß die Fessel nur zerstieben, di vormals an dich band. eimath nannt' ich deine Auen, Heimath nenn' ich e nicht mehr; ei atten haben nur des Lebens Schein; über ihnen flücht'ge Schatten; un⸗ zieh'n durch deine auen und verschonen keinen Ort; und dein Pilger fl: st keinen Friedensport! 7. Und ich suchte, ob ich's fände, einer Hei⸗ math Paradies; suchte lange, bis am Ende mir das Kreuz es freundlich wies; anders 62 8 — 2 — —— — 2— V 3denn in ihren Lebenswel⸗ ö Und ich traf in ihren Räumen eine Liebe für mich an, wie ein Engel nur sie träumen, Menschenherz nicht fassen kann. ernommen und kein es Herz gekommen, — —*.—222 SA¶EIII 3⁷ sah' ich da lebendig steh'n: Treu' und Frieden ohne Wanken, Freude ohne Neid und Streit, Kraft und Leben ohne Schranken und den HErrn der Herrlichkeit. 10. Aus der neuen Heimath klangen neue Laute mir in's Ohr; und von meinem Herzen rangen größ're Worte sich empor: An des höch⸗ sten Thrones Stufen, frei und froh durch Christi Blut,„Abba, lieber Vater!“ rufen, dazu ward mir Macht und Muth. 11. Eh'mals hast du mich gezogen, meiner . Väter schönes Land; doch die Zeiten sind ent⸗ flogen, und mein Herz hat sich gewandt. Meine Hand am Pilgerstabe eil' ich heil'gern Bergen zu; und ich suche, bis ich's habe: Heimathsland und Heimathsruh'! 36. Des Glaubens unverrückte Seligkeit in IEsu. Mel. Die Seele Christi heil'ge mich. Lamm GOttes, unveränderlich, und ewig freundlich gegen mich, mit Eifer auf mein Heil bedacht! so bist und bleibst du Tag und Nacht. 2. Der Morgen strahlt von Deiner Huld, der Abend rühmet die Geduld, der helle Mittag lobt Dein Thun, die Mitternacht kann auch nicht ruh'n. 3. So früh, so schnell erwach' ich nicht, als Deiner Gnade süßes Licht. Die Morgenröthe lacht mir zu, doch lange nicht so süß, als Du! 4. Es bringt der Vögel muntre Schaar ihr Morgenopfer singend dar; und, o wie lieblich klingt es mir! Sie singen allesammt von Dir. 5. Wie wärmt und hitzt der Sonnenschein! Doch seh' ich in Dein Herz hinein, so brennt mein Herz, so wallt mein Blut von Deiner heißen Liebesgluth. 38 6. Sind trübe Wolken über mir, fie schei⸗ den mich doch nicht von Dir! Läßt sich auch dicker Nebel seh'n, die Sonne bleibt am Himmel steh'n. 7. Das Wetter ist nur wandelbar, der Him⸗ mel bleibet, wie er war. Auch Du bist immer einerlei, unendlich gut und ewig treu. 8. Ja Wolk' und Nebel dauern nicht, fsie weichen bald dem Sonnenlicht; so, so vertreibt Dein Gnadenstrahl die Sündennebel allemal. 9. Es lebt und webt die Kreatur. Ich leb' In Deinen Wunden nur, da hab' ich Luft und Son⸗ nenschein, was ich da thu', das muß gedeih'n. 10. Giebt mir ein schattenreicher Baum in gro⸗ ger Hitze kühlen Raum: so denk' ich d'ran, wie wohl es thut, wenn man in Deinem Schatten ruht. 11. Wenn Du den Thieren Speise giebst, so seh' ich, wie Du mich erst liebst; Du bist mir Selber Speis' und Trank. Dafür sei Dir unendlich Dank! 12. Der Abend bringt den stillen Schlafz doch Du bewachst Dein liebes Schafz es schläft in Deinen Armen ein und weiß gewiß: Mein Hirt ist mein! 13. Find't alles seine Lagerstatt, so weiß ich, wo mein Geist sie hat, er ruht in Dir und seh⸗ net sich: O mein Erbarmer, segne mich! 14. Die Nacht fingtauch Hallelujah: denn sucht man Dich, so bist Du da. Die finstern Schatten schaden nicht, dem Glauben ist es immer Licht. 15. Wenn man nichts weiter sieht und hört, so seh' ich Dich recht ungestört; und jeder Stern er⸗ zählt von Dir, Dein brünstig liebend Herz zu mir. 16. O Du unendlich treuer HErr! Sei mir doch immer freundlicher! Du bist es wohl, nur schenke mir lebend'ge Zuverficht zu Dir! 39 37. Ein Hallelujah. Mel. Herr und Aelt'ster Deiner Kreuzgemeine. ö Auf! ihr nah' verbund'nen JEsusherzen, die ihr unserm ein'gen Freund 4 zu gern für Seinen Tod und Schmerzen Dank⸗ und Freudenthränen weint; fall't im Geist zu Seinen blut'gen Füßen, sie aus Lieb' und Dankbarkeit zu küssen, und schickt eure Seufzerlein in Sein treues Herz hinein. 2. Laßt uns Ihm ein Hallelujah singen: Mäch⸗ tiglich find wir errett't. Laßt uns Ihm uns selbst zum Opfer bringen, das Ihm sei geheiliget. Blut'ge Arme, für die Sünder offen, nehmt uns auf, so wie wir's gläubig hoffen, Weil Sein Mund so freund⸗ lich spricht: Kommt nur, ich verstoß' euch nicht. 3. Ach, wer waren wir? wer sind wir Armen? wie blutarm, ist Dir bekannt. O Du Herz voll Liebe, voll Erbarmen, das uns suchte, das uns fand; in dem Marterbilde mit den Wunden, die Dein Leib am Kreuz für uns empfunden, wardst Du jeder Seele nah'; gleich war Gnad' und Friede da. 4. Groß ist Seine Huld und nicht zu fassen, daß Er mit so sünd'ger Art, als wir sind, so nah' sich eingelassen; wahrlich wie Sein Herz so zart mit uns armen Sündern umgegangen, dahin wer⸗ den keine Worte langen, durch Sein Bitten und Sein Fleh'n ist uns Sündern wohl gescheh'n. 38. Die selige Stunde. Mel. Alle Menschen müͤssen sterben. Das ist eine sel'ge Stunde, IEsu, da man Dein gedenkt und das Herz von Herzensgrunde tief in Deine Wunden senkt. Wahrlich, nichts als IEsum kennen, JIEsum suchen, finden, nennen, das erfüllet unsre Zeit mit der höchsten Seligkeit. — 2. JEsu, Deine Gnadenquelle fließt so gern in's Herz hinein; Deine Sonne scheinet helle, unser Glaubenslicht zu sein, und bei aller Segensfülle ist Dein Wunsch und ernster Wille, daß man, weil Dein Brünnlein voll, unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun, so laß auch diese Stunde Dein Ge⸗ dächtniß in uns sein! in dem Herzen, in dem Munde leb' und herrsche Du allein. Laß uns Deiner nie vergessen! Wie Maria einst gesessen, da sie Dir hat zugehört, mach' das Herz Dir zugekehrt! 39. Gemeinschaft der Heiligen. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. enn Seelen sich zusammen finden, in denen Du, HErr IEsu! lebst, die sich auf Deinen Tod verbinden, und die Du selber trägst und hebst, die Du mit Deinem Geist erfüllst und deren Herzens⸗ noth Du stillst; wo Christenseelen sich begegnen, da gilt's nur lieben, bitten, segnen. 2. Und wenn sie sich auch nie gesehen und leiblich nimmer sich gekannt, doch können sie sich bald verstehen an jenem sel'gen Liebesband, das innig alle die umschlingt, die Dein allmächt'ger Hauch durchdringt, die Du erweckt vom Sünden⸗ schlafe, gezählt hast unter Deine Schafe. 3. Das ist ein köstlich frohes Grüßen, wo Je⸗ der freudig dich bekennt; das ist ein inniges Um⸗ schließen, wo jede Brust vor Liebe brennt: da öffnen sich die Seelen gleich, da redet man vom Himmelreich, vom eig'nen Elend, eig'nen Sün⸗ den, von Deiner Gnade tiefen Gründen. 4. Da geht der Mund von allem über, wovon das Herz erfüllet ist, und Alle sehnen sich hinüber, dahin, wo Du, HErr JEsu! bist. Da fühlt man Deine Gegenwart, und Jedem wirst Du offenbart: 4 41 da schmeckt man recht den sel'gen Frieden der all' den Deinen ist beschieden. 5. Ach, mein HErr IEsu! halt' mich feste in solchem himmlischen Verein; denn das ist ja das Schönst' und Beste, in Dir, o HErr, verbunden sein. O mach' mich fromm und rein und klar, daß ich verbleib' in Deiner Schaar, und wie ein ächter, treuer Rebe in Dir, HErr Christ, auf ewig lebe! 40. IEsus— mein Leben. Mel. IEsus, meine Zuversicht. erzens⸗JIEsu, nimm mich hin! fülle mich mit Geist und Gnade; Dein, HErr, bin ich, wie ich bin. Mache, daß kein Feind mir schade, sei mir Sonne, Stab und Schild, und perklär' mich in Dein Bild. 2. Drücke mich an Deine Brust, schließe mich in Dein Erbarmen; sei mein Leben, meine Lust! trage mich auf Deinen Armen. Sei mein Wunsch, mein Ziel, mein Grab; Heiland, laß von mir nicht ab! 4I. Des Herzens Streben. Wohl ist's ein zartes wundervolles Leben, Wenn draußen Alles duftet, blüht und keimt, Die Erde von des Himmels Frühling träumt, Und Blumen sehnsuchtsstill das Haupt erheben. Und mahnt dich das gebeimnißvolle Weben, Der leise Schimmer, der die Wolke fäumt, Die Woge nicht, die brausend schwankt und schäumt,, An deines Herzens innersttiefes Streben?— O will dich's ahnend zu den Sternen ziehen, Aus dunkler Fremde zu der Heimath Landen, In lichtem Freiheitsäther dich zu baden; 2 So laß dich nicht umsonst so innig laden, Entreiße dich der Welt und ihren Banden, An GOttes Brust zum Leben zu erglühen. 42. Sei getrost! Des frischen Lebens heit're Stimmen schweigen, Der Erde Blüthenkränze find verdorrt, Und draußen heult der schauerliche Nord Und singt der öden Flur den Todesreigen. Doch ob sich Eichen auch dem Sturme beugen, Und Blatt und Blume welkt und schwindet fort, So lebt doch ewig meines GOttes Wort Und läßt mich nicht, und ist und bleibt mein eigen. Und seh' ich weinend die Natur ersterben,— Und mahnt's mich ernst:„Auch du mußt einst vergehen, „Den sünd gen Leib in's dunkle Grab zu legen!“ U So ruft mein Heiland liebend mir entgegen: „Sei doch getrost! du sollst ja auferstehen Und meines Himmels Seligkeit ererben!“ 438. Der Gottesheld. Wenn ob dem Sturm die stärksten Eichen splittern, 8 Und trüb' und bang' die scheuen Wolken zieh'n, Wenn Blitze zuckend durch das Dunkel sprüh'n, aß alle Wesen rings dem Tod erzittern, Der Gottesheld steht reudig in Gewittern, U Ihm strahlt sein Liebesauge still und kühn, Er fieht getrost die wilden Flammen glüh'n. ö Sein Glaub' ist fest und nimmer zu er chüttern! Und immer höher färben sich die Wangen, ö Und heil'ger wogt und voller seine Brust. ö Er ahnt und fühlt des nahen Himmels Lust. Und stirbt er dann, dem ew'gen HErrn getreu, 2 n, 43 So schwingt sein Geist sich frisch hinauf und frei: Die Nacht ist hin, die ew'gen Sterne prangen! 44. Rath und Trost für dich. Was schleichst du mit des bangen Kummers Blicken So hoffnungslos allein den öden Pfad, Als gäb' es nirgends Trost für dich und Rath Und keinen Quell, dich segnend zu erguicken? O möchtest du dich doch im Staube bücken, Erkennen deines Herzens sünd'ge That, Dich sehnen nach des Geistes ew'ger Saat Und dich mit Demuth und mit Reue schmücken. Dann dürftest du, erfüllt von Himmelsfreuden, Mit kindlichstillem Sinn zum Vater beten Und voll Vertrau'n hinaus in's Leben treten. Und droh'n dir dort auch Klippen rings und Wogen— Hast du den HErrn nur tief in dich gezogen, So kann dich nichts von Seiner Liebe scheiden! 45. Der Fels im Meere. Wie finster auch die falschen Wogen schwellen, Daß Fluth anluth sich dumpfundschäumendbricht: Fest steht der Fels im Meer und wanket nicht Und was an Ihn sich stößt, das muß zerschellen! Und ob sich Wolken vor die Sonne stellen: Durch Nacht und Dunkelscheintdes Himmels Licht, Die Hölle bebt vor Seinem Angesicht, Ihr Fürst entflieht— ein Wörtleinkann ihn fällen! Kennst du den Fels, kennst du des Lichtes Klarheit, Glaubst du dem unerschütterlichen Wort, Und ist dein IEsus dein allmächt'ger Hort, Wohlan! so gieb dich Ihm mit Herz und Sinn — In Lieb' und Demuth ganz und ewig hin, Eg ist der Weg, das Leben und die Wahrheit. 46. Gewitterlied. Mel. Auf meinen lieben GOtt. Ein Wetter steiget auf: Mein Herz, zu GOtt hinauf! fall' Ihm geschwind zu Fuße durch wahre Reu' und Buße, damit gleich deine Sünden durch Christi Tod verschwinden. 2. SErr, der du gut und fromm, zu Dir ich gläubig komm', bitt“ mir aus Dein Erbarmen, durch Christum hilf mir Armen; um Dessen wil⸗ len schone, mir nicht nach Sünden lohne! 3. Ich will mit dem, was mein, Ihm ganz ergeben sein, Dein Flügel wird uns decken, ver⸗ jagen alles Schrecken und lassen uns aus Gna⸗ den das Wetter gar nicht schaden. 4. Wohlan! verlaß uns nicht, bleib' unsre ö Zuversicht, laß Deine Vatertreue erblicken uns auf's Neue, so wollen wir, weil wir leben, Dir Preis und Ehre geben. 47. Befiehl dem HErrn deine Wege. Mel. Herzlich thut mich verlangen. efiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege Deß, der den Himmel lenkt, der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem HErren mußt du trauen, wenn dir's soll wohl ergehn; auf Sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbst eigner Pein läßt GOtt sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. 71 45 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was Du dann erlesen, das treibst Du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was Deinem Rath gefällt. 4. Weg' hast Du allerwegen, an Mitteln fehlt's Dir nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht! Dein Werk kann Niemand hindern; Dein' Arbeit darf nicht ruh'n, wenn Du, was Deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel dir wollten widersteh'n, so wird doch ohne Zweifel GOtt nicht zurücke geh'n; was Er Ihm vorgenommen und was Er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele! hoff' und sei unverzagt, GOtt wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken, erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. S. Ihn, Ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn Er, wie Ihm ge⸗ bühret, mit wunderbarem Rath das Werk hin⸗ aus geführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit Seinem Trost verzieh'n, und thun an Seinem Theile, als hätt' in Seinem Sinn Er deiner sich bege⸗ ben, und solltst du für und für in Angst und Nöthen schweben und fragt' Er nichts nach dir; 46 10. Wird's aber sich befinden, daß du Ihm treu verbleibst, so wird Er dich entbinden, da du's am mind'sten gläubst, Er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu kei⸗ nem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron'; GoOtt giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o HErr! mach' Ende an aller unsrer Noth; stärk' unsre Füß' und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit Deiner Pflege und Treu' empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 8. Hoffe auf Ihn! Eigene Melodie. Wer nur den lieben GOtt läßt walten und hoffet auf Ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer GoOtt dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft ö es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Unge⸗ mach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers GOttes gnäd'ger Wille und Sein Allwissenheit es fügt. GOtt, der uns Ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, Er weiß wohl, wenn es nützlich sei; wenn Er uns nur ES EE rr= — D83 2 HN⁴ H ?r S 4 47⁷ —.—— hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt GoOtt, eh' wir's uns verseh'n, und lässet uns viel Gut's gescheh'n. 5. Denk' nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von GoOtt verlassen sei'st, und daß Der GOtt im Schooße sitze, der sich mit stetem Glücke speist: Die Folgezeit verändert viel und setzet Jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja GoOtt sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten Alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich: GoOtt ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf GOttes Wegen, verricht' das Deine nur getreu und trau' des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir wer⸗ den neu; denn welcher seine Zuverficht auf GOtt setzt, den verläßt Er nicht. 49. Er wird's wohl machen. Eigene Melodie. Was(Ott thut, das ist wehlgethan, es bleibt gerecht Sein Wille, wie Er fängt meine Sachen an, will ich Ihm halten stille. Er ist mein GOtt, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, d'rum laß ich Ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan: Er wird mich nicht betrügen, Er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an Sei⸗ ner Huld und hab' Geduld: Er wird mein Un⸗ glück wenden, es steht in Seinen Händen. 3. Was GOtt thut, das ist wohlgethan. Er wird mich wohl bedenken, Er, als ein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für ———— 48 Arzenei, GOtt ist getreu, d'rum will ich auf Ihn ö bauen und Seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses önnen kann, ich will mich Ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffent⸗ lich erscheinet, wie treulich Er es meinet. 5. Was GOtt thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil doch zuletzt ich werd' ergötzt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was GOtt thut, das ist wohlgethan; da— bei will ich verbleiben, es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird GOtt mich ganz väterlich in Seinen Ar⸗ men halten, d'rum laß ich Ihn nur walten. 50. Wie mein Vater will. Mel. Nun ruhen alle Wälder. In allen meinen Thaten lass' ich den Höch⸗ sten rathen, der Alles kann und hat; Er muß zu allen Dingen, soll's anders woͤhl gelingen, Selbst geben guten Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; Er mag's mit meinen Sachen nach Seinem Willen machen, ich stell's in Seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was Er hat ersehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie Er's giedet; was Ihm von mir beliebet, das hab' ich willig auch erkies't. 4. Ich traue Seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schützt; leb' ich nach 2 49 Seinen Schätzen, so wird mich nichts verleßen, nichis fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden durch Christum mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg' ich mich späte nieder, erwach' ich frühe wieder, lieg' oder zieh' ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich Sein süßes Wort. 7. Hat Er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß geh'n; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, ich will ihn freudig übersteh'n. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald Er's mir gebeut; es sei heut' oder morgen, dafür laß ich Ihn sorgen, Er weiß gar wohl die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, Seine, und traue Dem alleine, der dich erschaffen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 51. Jauchzet Gott, alle Lande! Eigene Melodie. ö O, daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt' ich damit um die Wette aus allertiefstem Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was GOtt an mir gethan. 2. O, daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! o, daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang' es noch im Laufe geht; ach, wär' ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! 50⁰ 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte, zu GOttes, meines HErren, Preis; mein Leib und Seele, schicke dich und lobe GOtt herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, be⸗ wegt und regt euch doch mit mir, ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu GOttes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wun⸗ der zu erhöh'n, die allenthalben um mich steh'n.— 6. Ich will von Deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt; ich will Dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich doch mit Seufzen ein. 7. Ach, nimm dieß arme Lob auf Erden, mein GOtt, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei Dir verkläret bin; da fing'ich Dir im höhern Chor viel tausend Hallelujah vor. 52. Das Band der Vollkommenheit. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Herz und Herz vereint zusammen, sucht 10 Gottes Herzen Ruh' lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er ist's Haupt, wir Seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder; Er ist unser, wir sind Sein. ö 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder! und erneuert euren Bund; schwöret eurem Ueberwinder Lieb' und Treu'aus Herzensgrund; und wenn eure —S e.e? —7nY/— ⏑ ——/ — 2.—— Enaaen — 5¹ Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o so fle⸗ het um die Wette, bis sie IEsus wieder stählt. 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder! auf so treues Lieben an, daß ein Jeder für die Brüder auch sein Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, Er vergoß ja dort Sein Blut; denkt doch, wie es Ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Einer reize doch den Andern, unserm blut⸗ befreund'ten Lamm vor das Lager nachzuwandern, das für uns zur Schlachtbank kam. Einer soll den Andern wecken, alle Kräfte Tag für Tag nach Ver⸗ mögen d'ran zu strecken, daß man Ihm gefallen mag. 5. Nichts als nur des Bräut'gams Stimme sei die Regel uns'rer That, weil Er nicht im Löwengrimme uns in Staub getreten hat, son⸗ dern in gehäuften Strömen Seines Bluts den Zorn ertränkt; ei so muß sich Jedes schämen, das sich Ihm nicht willig schenkt. 6. Hallelujah! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad', daß wir Dem in's Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß Du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist. 7. Ach, Du holder Freund! vereine Deine Dir geweihte Schaar, daß sie sich so herzlich eine, wie's Dein letzter Wille war. Ja, verbinde in der Wahr⸗ heit, die Du selbst im Wesen bist, Alles, was von Deiner Klarheit in der That erleuchtet ist. 8. So wird Dein Gebet erfüllet, daß der Va⸗ ter alle die, welche Du in Dich verhüllet, auch in Seine Liebe zieh'; und daß, wie Du eins mit ihnen, also sie auch Eines sein, sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreu'n. 9. Liebe! Du hast es geboten, daß man Liebe üben soll; o so mache doch die todten, 41 Geister 52 lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein Jeder sehen kann: Wir, als die von Einem Stamme, stehen auch für Einen Mann. ö 10. Laß uns so vereinigt werden, wie Du mit dem Vater bist, daß schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist; und allein von Dei⸗ nem Brennen nehme unser Licht den Schein; also wird die Welt erkennen, daß wir Deine Jünger sein. 53. Sehnsucht nach IEsu, dem Freunde. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. Liebster Heiland! nahe Dich, meinen Geist berühre und aus allem kräftiglich mich in Dich einführe, daß ich Dich inniglich mög' in Liebe fassen, alles And're lassen. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, treuer Hirt der Seelen! denn wenn ich in Dir nicht bin, muß mein Geist sich quälen. Creatur ängstet nur; Du allein kannst geben Ruhe, Freud' und Leben. 3. Mache mich von allem frei, gründlich ab⸗ geschieden; daß ich eingekehret sei stets in Dei⸗ nem Frieden, kindlich rein, sanft und klein, Dich in Unschuld sehe, in Dir leb' und stehe. 4. Menschenfreund, Immanuel! Dich mit mir vermähle; o du sanfter Liebesquell! salbe Geist und Seele; daß mein Will' sanft und still, ohne Widerstreben Dir sich mög' ergeben. 5. Jedermann hat seine Lust und sein Zeit⸗ vertreiben; mir sei Eines nur bewußt, HErr! in Dir zu bleiben. Alles soll folgen wohl, wenn ich mich nur übe in dem Weg der Liebe. 6. Creaturen, bleibet fern, und was sonst kann stören! IEsu! ich will schweigen gern und Dich in mir hören; schaffe Du, wahre Ruh', wirke nach Gefallen, halt' mich still in Allem. — S.=NV 53 7. Was noch flüchtig, sammle Du; was noch stolz ist, beuge; was verwirret, bring' zur Ruh'; was noch hart, erweiche, daß in mir nichts hin⸗ für lebe noch erscheine, als mein Freund alleine. 54. Lust am HErrn. Mel. JIeEsus, meine Zuversicht. Habe deine Lust am HErrn; sing' Ihm frohe Dankeslieder, ruf' Ihn an, Er ist nicht fern, neigt in Gnaden sich hernieder, hält getreu, was Er verspricht und vergißt dein ewig nicht. 2. Habe deine Lust am HErrnz folge Sei⸗ nem Liebeswillen auch in Trübsalsnächten gern; Er wird all' dein Sehnen stillen; Er ist deine Zuversicht, sei getrost und weine nicht! 3. Habe deine Lust am HErrn; fürchte nicht des Todes Grauen, IeEsus ist dein Liebes⸗ stern, Seinem Lichte darfst du trauen. Durch das dunkle Todesthal führt Er dich zum Himmelssaal. 55. Heimweh. Mel. Laßt uns alle fröhlich sein. Ach, uns wird das Herz so leer in der Welt Gebrause, und wir sehnen uns so sehr nach dem Vaterhause. 2. An dem Pilgerkleide hat man gar viel zu stücken, und die Schuhe fangen an schmerzlich uns zu drücken; 3. Hätten Lust, daheim zu sein, zu dem HErrn zu kommen, aller Erdennoth und Pein ganz und gar entnommen, 4. Möchten ganz von Schuld befreit und des Fleisches Mängeln, dort dem SErrn der Herr⸗ lichkeit dienen mit den Engeln. 5⁴ —— 5. Aber, HErr, verziehst Du noch, uns hin⸗ auf zu leiten, o so hilf, daß wir uns doch wür⸗ dig vorbereiten. ö 6. O wie wohl, wie wohl wird's thun, recht gekämpft zu haben und dann fröhlich auszu⸗ ruh'in, uns bei Dir zu laben! 56. Die Seligkeit der brüderlichen Ge⸗ P maieinschaft. Mel. JEsu, komm' doch Selbst zu mir. O wie lieblich ist's und fein, in dem HErrn vereint zu sein, und in trautem Bruderkreis Ihm zu bringen Lob und Preis. 2. Wie des Hermons frischer Thau mild er⸗ guickt die dürre Au', also stärkt in Freud“ und Leid der Gemeinschaft Seligkeit. 3. Wie der Balsam köstlich war, der da floß Lon Aarons Haar nieder in sein ganzes Kleid, Duft entströmend nah' und weit; 4. Also labend ist es auch, wenn der sel'ge Liebeshauch, der aus IEsu Herzen geht, Sei⸗ ner Jünger Brust durchweht. 5. O wie flieht da Neid und Streit, o wie wird das Herz so weit, wenn die Schaar ver⸗ sammelt ist um den Hirten JEsus Christ. 6. Aller Augen seh'n auf Ihn, der zum Heil 7. Einer ruft dem Andern zu:„Ich fand auch in IEsu Ruh', und durch Seines Geistes Band bist du mir, ich dir verwandt.“ 8. Wenn dem Einen wohlgeschieht, freut sich mit das and're Glied; ist betrübt des Bruders Herz, fühlen Alle mit' den Schmerz. —.——.. WVu * 5⁵ 9. Einer faßt den Andern an, Alle steh'n für einen Mann, und aus einem Munde geht vol⸗ ler Inbrunst ihr Gebet. ů 10. Alle rühmen JIEsu Huld, Seine Lang⸗ muth und Geduld, Seines Mutterherzens Treu', wie sie alle Morgen neu. 11. Und Er selbst, der Seelenfreund, der die Seinen so vereint und den Liebesbund geweiht, freut sich ihrer Seligkeit. 12. Seine durchgegrab'ne Hand knüpfet fester stets das Band, ach, und gießt des Segens Meer über Seine Glieder her. 13. Hallelujah sei dem SErrn dargebracht von nah' und fern; Dank sei Ihm in dieser Zeit, Lob und Ehr' in Ewigkeit! 57. Ermunterung auf der Pilgerreise. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Durch mancherlei Getümmel geht unser We zum Himmel, zur schönen Zionsstadt. Dort der Ort der Freude, wo einst nach vielem Leide der Pilger ewig Ruhe hat. 2. Drum auf zum Streit hienieden! Das Reich ist uns beschieden, wo Tod und Sünde schweigt. Dort wird nach Buß' und Reue, nach Glauben, Kampf und Treue die Siegespalme einst gereicht. 3. Wie wird uns dort geschehen, wenn wir Ihn werden sehen, den HErrn der Herrlichkeit, wenn Er mit Himmelsschätzen dereinst uns wird ergötzen in jener stillen Ewigkeit! 4 77 4. Ach, wär' der Kampf vorüber! O, wär“ ich schon hinüber in's rechte Vaterland, wo einst in ew'ger Wonne der HErr, die Gnadensonne⸗ Schmerz, Sorg' und alles Leid verbanntl 56 5. Dir will ich mich ergeben in diesem ar⸗ men Leben, HErr JEsu Christ, mein Hort. Nimm mich in Deine Hände, und öffne mir am Ende dort Deines süßen Himmels Pfort'! 38. Reiselied eines Predigers. Mel. SEsus, meine Zuversicht. Zeuch mit mir, Immanuel, bahne freundlich ö Steg' und Wege, ich befehle Leib und Seel' unter Deiner Obhut Pflege, daß Du mich bei ö Tag und Nacht halten woll'st in guter Acht. 2. Sei Du Selbst, o Lebenshort! allenthalben mir zur Seite; führe mich nach Deinem Wort, daß ich falle nicht, noch gleite, und des Satans gift'ger Pfeil mich nicht treff', o süßes Heil! 3. Salbe mich mit Kraft und Muth, Deine Gnade zu verkünden, und Dein theures GOttes⸗— blut, das da tilget alle Sünden und erlös't vom Todesbann, anzupreisen Jedermann. 4. Hilf, daß meines Glaubens Licht leuchten mög' und helle brennen, daß ich mich ja fürchte nicht, Dich mit Freuden zu bekennen; schreib' es an die Stirne mir, daß ich angehöre Dir! 5. Laß auch über Kind und Weib Deine Au⸗ gen offen stehen, schütze sie an Seel' und Leib, daß wir froh uns wiedersehen und mit Dankes⸗ thränen dann beten Dein Erbarmen an. 6. Weid' auch, o getreuer Hirt! meine Schäf⸗ lein unterdessen, daß sich keins von Dir verirrt, ach, und die noch Träber essen, reiße doch mit starker Hand weg von des Verderbens Rand. . Z.. Nun so sei's auf Dich gewagt, ja, ich reis' in Deinem Namen; was Dein Mund mir zugesagt, ————————— m 5⁷7 hältst Du, denn Du heißest Amen; Preis und Dank und Ruhm und Macht sei Dir ewiglich gebracht! 59. Heimkehr eines Predigers. Mel. HErr SEsu Christ, mein's Lebens Licht. Wie freut sich doch mein ganzes Herz, daß ich nun wieder heimathwärts in des getreuen Weibes Arm darf eilen ohne Sorg' und Harm! 2. Wie sehn' ich, ach, so inniglich auch nach den süßen Kindlein mich und nach den Schafen groß und klein erkauft durch IEsu Todespein! 3. Zwar hast Du, lieber treuer HErr, auf dieser Reis' unendlich mehr, als ich versteh'n und sagen kann, an Deinem ärmsten Knecht gethan. 4. Du führtest mich bei Tag und Nacht, hielt'st mich in sich'rer Hut und Acht, und warst mein Licht, mein Schirm und Heil, daß mich nicht traf des Satans Pfeil. 5. Du thatst mir auf den blöden Mund, zu machen Deine Rechte kund, und schenktest mir ge⸗ trosten Muth, zu zeugen, HErr, von Deinem Blut. 6. Du öffnetest der Herzen Thür, wenn ich sie bittend wies zu Dir, daß manche Seele tief bewegt nach Dir nun ein Verlangen trägt. 7. Deß rühm' ich Dich, o IEsu, mein! denn Dir gebührt die Ehrallein, Du bist's, der al⸗ les Gute schafft, Dein ist die Herrlichkeit und Kraft! 8. Nun aber, o wie hüpft mein Herz! nun reis' ich wieder heimathwärts; nach Weib und Kindern steht mein Sinn, zur lieben Heerde zieht mich's hin. 9. O fänd' ich Alle doch gesund! so wollten wir mit Einem Mund' aus ganzer Seele brün⸗ stiglich, o süßer JEsu, preisen Dich! 58 60. Bundeslied. Mel. Heérr und Aelt'ster Deiner Kreuzgemeine. arter GOttes, wer kann Dein vergessen, der in Dir sein Wohlfein find't! Unser Herze wünscht sich unterdessen stets noch mehr zum Dank entzünd't. Unsre Seele soll sich daran nähren, unsre Ohren nie was Lieber's hören; alle Tage kommt Er mir schöner in dem Bilde für. 2. Tausend Dank, Du unser treues Herze! Leib und Geist bet' drüber an, daß Du unter Martern Angst und Schmerze hast genug für uns gethan! Laß Dich Jedes um so heißer lieben, als es noch im Glauben sich muß üben, bis es einst als Deine Braut Dich von Angesichte schaut! 3. Meine kranke und bedürft'ge Seele eilet Deinen Wunden zu; da, da findet sie die sich re Höhle, wo ihr fließen Fried' und Ruh'. Auf Dein Kreuz laß, HErr! mich gläubig sehen; laß Dein Marterbild stets vor mir stehen, so geht mir bis in mein Grab nichts von Deinem Frieden ab. 4. Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf Deine Mar⸗ ter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen angenehm und schöne, sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! 61. Liebesgruß aus der Ferne. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. Ich grüße dich aus weiter Ferne, du viel⸗ geliebter Bruder du! und eilt— ach wie so herzlich gerne— noch heute dir auf Flügeln zu, an deiner Brust mich zu erquicken, in's Bruder⸗ auge dir zu seh'n und dann mit dir mich tief zu bücken vor unserm GOtt in Dank und Fleh'n. .—.— ꝑ́́‚‚‚RRFFtt FIF:..T.— 59 2. Doch ob wir leiblich auch geschieden, im Geiste sind wir innig nah'; wir schmecken Eines Heilands Frieden, und Eine Sonne scheint uns jaz ein sich'res Schloß umschirmt uns Beide— es sind die Wunden uns'res HErrn— wir geh'n auf Eines Hirten Weide, uns leuchtet Einer Liebe Stern. 3. Ja, Eins in Ihm sind unsre Herzen und Eines Leibes Glieder wir, der Eine fühlt des An⸗ dern Schmerzen; bist du vergnügt, ich bin's mit dirz wir zieh'n nach Einem Vaterhause, wo aller Tren⸗ nung Kummer schweigt und alles Leid und Sturm⸗ gebrause dem Anschau'n GOttes ewig weicht! 62. Das Wort des Lebens. Mel. Alle Menschen müssen sterben. ö Wort des Lebens, laut're Quelle, die vom Himmel sich ergießt, Lebenskräfte giebst du Fedem, der dir Geist und Herz erschließt; der sich wie die welke Blume, die der Sonnenbrand gebleicht, vürstend von dem dürren Lande zu der Quelle niederneigt. 2. Ohne dich, was ist die Erde? ein beschränk⸗ tes, finst'res Thal. Ohne dich, was ist der Himmel? ein verschlos'ner Freudensaal. Ohne dich, was ist das Leben? ein erneu'ter finst'rer Tod. Ohne dich, was istdas Sterben? Nachtgrau'n ohne Morgenroth. „3. Wort des Lebens, du erleuchtest, doch er⸗ wärmst du auch zugleich; eine Hölle offenbarst du, aber auch ein Himmelreich. Furchtbar schreckest du den Sünder aus der dumpfen, trägen Ruh'; doch mit Liebe deckst du wieder jedes Büßers Fehle zu. 4. Einen Richter lehrst du fürchten, der mit rechter Waage wägt, doch auch einen Vater lieben, ver mit Langmuth Alle trägt, einen GOtt, der den geliebten ein'gen Sohn zum Opfer giebt, der an 60 Redt die Sünde richtet, und in Ihm die Sünder liebt. 5. Wort des Lebens, wer dich höret, dem versprichst du ew'ges Heil! doch nur dem, der dich bewahret, wird das Kleinod einst zu Theil. Run, so will ich dich bewahren. Schwert des Geistes, GOttes Wort, hilf mir hier auf Erden streiten und die Kron' ererben dort! — 63. Lutherslied. Ein⸗ feste Burg ist unser GOtt, ein' gute Wehr und Waffen; Er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen; der alte böse Feind mit Ernst er's I meint, groß' Macht und viel List sein' graufam Rüstung ist; auf Erd'n ist nicht sein's Gleichen. 2. Mit uns'rer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, den GOtt Selbst hat erkoren. Fragest du, wer der ist? Er heißt IEsus Christ, der HErr Zebaoth, und ist kein and'rer GOtt, das Feld muß Er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und woͤllt'n uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürste dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist ge⸗ richt't: Ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem lan mit Seinem Geist und Gaben. Nehmen te uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein'n Gewinn: das Reich muß uns doch bleiben. —————— ꝗSDIIN———29³⁵KKK4 61 64. Preis dem wunderbaren König! Eigene Melodie. Wunderbarer König, Herrscher von uns Allen, laß Dir unser Lob gefallen! Deines Vaters Güte hast Du lassen triefen, ob wir schon von Dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk' uns doch, laß die Zunge singen, laß die Stimme klingen! 2. Himmel! lobe prächtig deines Schöpfers 2 Thaten, mehr als aller Menschen Staaten. Gro⸗ ßes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern', seid bereit zu ehren einen solchen HErren. 3. O, du meine Seele, singe fröhlich, singe! singe deine Glaubenslieder; was den Odem ho⸗ let, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub darnieder! Er ist GOtt, Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, wer den HErren kennet, wer den HErren IEsum liebet. Hallelujah singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen Ihm ergiebet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd' Ihn loben! 65. Seliges Kennen. ennst du den Ort, da ich am liebsten weile, seitdem ichmeines Herzens Jammerstand, der Sünde tödtend Schlangengift erkannt und tief gefühlt des Höchsten Zornespfeile? Kennst du ihn wohl? Er hei⸗ bet Golgatha, das GOtteslamm erlös'te mich allda. 2. Kennst du die Burg, darin ich Schutz ge⸗ funden, die sich're Freistadt, da kein Feind mich schreckt, kein Blitz und Sturm mich aus der Ruhe weckt, da auch die kränkste Seele muß ge⸗ sunden? Kennst du sie wohl? ich nenne sie so gern, es sind die tiefen Wunden unsers HErrn. 6³ 3. Kennst du die Quelle, d'rin ich täglich dade, die blutig⸗rothe Flecken helle wäscht und Millionen Schulden tilgt und löscht, daß keine mehr dem armen Sünder schade? Kennst du sie wohl, die wundervolle Fluth? Es ist des heil'⸗ gen Lammes theures Blut. Kennst du das Herz voll ewigem Erhar⸗ men, das für die Sünder alle liebend schlägt, der Kranken wartet und die Schwachen trägt und überschwänglich labt die geistlich Armen? Kennst du es wohl? Es ist das JEsusherz, das einst am Kreuze brach in Lieb' und Schmerz. 5. Kennst du das Land, dahin die Pilger wallen, in deren Seele JEsu Liebe glüht, das sel'ge Land, da ew˖ger Friede blüht und ew'ge Jubellieder süß erschallen? Kennst du es wohl? Es sind des Him⸗ mels Au'n, da wir das Lamm von Angesichte schau'n. 66. Gruß.* Mel. Weil ich JEsu Schäflein bin. Seid willkommen allzumal! Ihr seid von der Brüder Zahl, die auf JEsu Christi Wunden sich auf's innigste verbunden. Seid gegrüßt! wir lieben euch, ihr gehört in IEsu Reich. 2. Seid willkommen! Ihr habt's gern, wenn man preis't den lieben HErrn, wenn Ihm Alle Lieder singen und dem Lamm Dankopfer brin⸗ gen, das mit Seinem blut'gen Tod uns erlösit aus aller Noth. 3. Seid willkommen! Was die Welt für Ge⸗ winn und Wollust hält, das habt ihr schon auf⸗ gegeben, kennt ein bess'res Freudenleben. JEsus, Er ist eure Lust, Er allein ist euch bewußt. 4. Seid willkommen! O HErr Christ, weil Du Aller Freude bist, ach, so hör'auf uns're Bitte; ——— SEEI= E= 6³ Tritt hinein in uns're Mitte! Segne uns doch allesammt, daß Dir jedes Herz entflammt. 67. Abschied. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Was macht ihr, daß ihr weinet und brechet mir mein Herz? Im HeErrn sind wir vereinet und bleiben's allerwärts! Das Band, das uns verbindet, lös't weder Zeit noch Ort; was in dem HErrn sich findet, das währt in Ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, als sollt's eschieden sein, und bleibt doch ohne Ende im nnigsten Verein. Man sieht sich an, als sähe man sich zum letzten Mal, und bleibt in gleicher Nähe dem HErrn doch überall. 3. Man spricht:„Ich hier, du dorten, du ziehest und ich bleib'!“ und ist doch aller Orten ein Glied an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege und grüßt sich einmal noch, und geht auf einem Wege in gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen und so gar traurig seh'n, wir kennen ja den Einen, mit dem wir Alle geh'n, in einer Hut und Pflege, ge⸗ führt von einer Hand, auf einem sich'ren Wege, in's eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde nicht schwerem Trennungsleid, nein, einem neuen Bunde mit uns'rem HErrn geweiht. Wenn wir uns Ihn erkoren zu unserm höchsten Gut, sind wir uns nicht verloren, wie weh' auch Scheiden thut. 68. Freudiger Glaubensmuth. Mel. Valet will ich dir geben. Isi GOtt für mich, so trete gleich Alles wider mich; so oft ich sing' und bete, weicht Alles hinter 6⁴ sich; hab' ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei GOtt, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott'? ö 2. Nun weiß und glaub' ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu, daß GOtt, der Höchst' und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh', und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh'— 3. Der Grund, d'rauf ich mich gründe, ist Christus und Sein Blut; das machet, daß ich finde das ew'ge, wahre Gut. An mir und mei⸗ nem Leben ist nichts auf dieser Erd', was Chri⸗ stus mir gegeben, das ist der Liebe werth. 4»8. Mein JeEsus ist mein' Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn Der nicht in mir wäre, so dürft' und könnt ich nicht vor GOttes Augen stehen und vor dem strengen Sitz; ich müßte gleich vergehen, wie Wachs in Feuershitz'.— 5. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie GOtt Dem Hülfe leiste, der bei Ihm suchet Ruh', und wie Er hab' er⸗ bauet ein' edle, neue Stadt, da Aug' und Herze schauet, was es gegläubet hat. 6. Da ist mein Theil und Erbe mir prächtig zugericht't, wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich ier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein JE⸗ sus und Sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 7. Mein Herze geht in Springen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud' und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein HErr IEsus Christ; das, was mich fingend machet, ist, was im Himmel ist. —..——— TIaAr —.——— —.22— Ee AWAWaWAWana= A u Ꝙ D. S N. Wu ennrn 6⁵ 69. Ein Loblied. Mel. Mir nach! spricht Christus, unser Held. uf, Brüder! stimmt ein Loblied an und laßt uns fröhlich fingen; der HErr hat viel an uns gethan, wir wollen Dank Ihm bringen. Das GoOtteslamm ist's wahrlich werth, daß jede Seel' es ewig ehrt. 2. Wer waren wir? Wir waren fern von GOtt und Seiner Gnade. Wer sind wir nun? Erlös't vom HErrn und auf dem rechten Pfade, der uns zu unserm IEsus bringt, bei dem man ewig Psalmen singt. 3. Hier fieht's uns freilich Riemand an, was wir einmal sein werden; armselig sind wir angethan, und unter viel Beschwerden geh'n wir den schmalen Weg, verschmäht, mit Thränen wird von uns gesä't. 4. Doch Hoffnung läßt uns fröhlich sein. Wir sind des Himmels Erben. Wir fürchten keine ew'ge Pein, wenn wir im Glauben sterben, und GoOttes Sohn ist unser Freund, wir sind im Glauben Ihm vereint. 5. Wir sind vergnügt, denn Er, der HErr, ist stets in uns'rer Mitte. Er ist um uns, Sein Völkchen, her und hört auf unsre Bitte. Und droht die ganze Welt mit Krieg, so bleibt mit Ihm uns doch der Sieg. 6. Gar bald wird's überstanden sein. Ihr Brü⸗ der! fortgerungen! Dann geht's zur ewigen Freude ein, dann wird das Lamm besungen, das uns von aller Noth befreit, von Angesicht in Ewigkeit. 70. Liebe und Leben in Gott. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. In Ott zu lieben und zu leben, das ist des Lebens Seligkeit, das kann uns sichern Frieden geben 5 66 in Freud' und Schmerz, in Glück und Leid. Die Zeit entflieht, die Welt vergeht; doch wer in GOtt lebt, der besteht. 2. Das Leben kommt aus Gottes Händen; d'rum soll's auch uns're Freude sein, Ihm Herz und Liebe zuzuwenden und Kraft und Willen Ihm zu weih'n. Wer liebend Ihn im Herzen hält, der lebt schon hier in höh'rer Welt. 3. Und jede Liebe, die auf Erden mit treuen Seelen uns vereint, beglückend kann sie dann nur werden, wenn sie's mit GOtt auch treulich meint. Haucht uns Sein Geist die Liebe ein, dann muß sie schön und himmlisch sein. 4. Zwar mischt in treuer Liebe Freuden auch oft sich Sorg' und Gram und Schmerz; doch wenn in GOtt wir liebend leiden, so tröstet Er im Leid das Herz, und Seelen, die Sein Trost er⸗ freut, wird Walbft das Leid zur Seligkeit. 5. Die Seelen, die wir treu umfassen von früher Jugend Zeiten an, wir müssen einst sie von uns lassen, wenn ihres Lebens Zeit ver⸗ rann; doch steht in GOtt der Liebe Grund, dann bleibt im Tod noch fest der Bund. 6. So soll denn unsers Lebens Leben des sel'gen GOttes Liebe sein; Ihm, dessen Lieb' es uns gegeben, Ihm laßt uns Lieb' und Leben weihn; so bleiben wir durch Freud' und Leid ů in Ihm vereint in Ewigkeit. 71. Die Gemeinschaft der Heiligen. Mel. Nun preiset Alle GOttes Barmherzigkeit. eit durch die Lande und durch die Inseln weit, ja bis an's Ende der Erde ausgestreut, lingt unser Bund in vielen Zungen Pfalmen dem Meister und Huldigungen. — E H EE&-— HH H — ** e S7 [S= VV. 6⁷ 2. Ein HErr und Meister ist unser Haupt und Hort. Er prüft die Geister und braucht sie da und dort. Doch Alle, fest auf Ihn verbunden, steh'n vor Ihm in geweihten Stunden. 3. Er HErr, wir Brüder! So ruft der ganze Bund. Er Haupt, wir Glieder! So tönt durch's Erdenrund des freien Bundes Volksgemeinde. Eine nur ist es und ewig Seine. 4. Schnell einverstanden sind, die sich nimmer sah'n. Mit Geistesbanden schließt Herz an Herz sich an; weil Brüderseelen, Brüderaugen Zeichen der Seele zu lesen taugen. 5. Wo wir auch wohnen, verknüpft uns Seine Hand. Durch alle Zonen reicht unser Brüder⸗ band. In Ihm und Seines Geistes Frieden blei⸗ ben Entfernte noch ungeschieden. 6. Grüß' euch, ihr Lieben, dort über Land und See! Theil nehmt ihr drüben an unserm Wohl und Weh'. O dankt dem HErrn! in Seinen Händen ruh'n wir getrost an den Erdenenden. 7. Zieht hin in Frieden, die ihr zu scheiden scheint; in Norden, Süden fühlt euch mit uns vereint! Mit Blicken und mit Herzensflammen treffen wir immer in Ihm zusammen. 72. Abschiedsgruß. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Mun wollen wir uns scheiden und geh'n den Weg mit Freuden, den IEsus uns gebahntz er geht sich gar zu herrlich, der Weg ist unbe⸗ schwerlich, den auch ein Jeder gehen kann. 2. Geht, bleibt und wachs't im Glauben; den Schatz laͤßt euch nicht rauben, der Teufel lauert 5 ¶ 8 d'rauf. Hört, JEsu Blut, das schreiet:„Ich habe euch befreiet durch Meinen blut'gen Liebeskauf.“ 78. Siegeslied. Volksmelodie. Großer Immanuel, Siegesfürst, Lebensquell, ůRE — — ⏑ mächtigster Held! Nichts bin ich ohne Dich: Darum erhöre mich, schütze mich gnädiglich vor Sünd' und Welt. ö 2. Satan begehret mein, will in mein Herz hinein, mich von Dir zieh'n; aber wenn Du, HErr Christ! mir nur zur Seite bist, hilft ihm all' seine List nichts, er muß flieh'n. 3. Bleib' ich nur Dir, o HErr, für mich Ge⸗ kreuzigter! ewiglich treu, halt' ich nur unver⸗ wandt bis an des Grabes Rand Deine durch⸗ bohrte Hand; dann bin ich frei; 4. Frei von der Sünde Last, die Du getra⸗ gen hast, los aller Pein; frei dann vom eitlen Sinn wall' ich zur Heimath hin. Sterben ist mein Gewinn; denn Du bist mein. 74. Zion, fahre fort! Eigene Melodie. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fortim Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle, Zion, dringe durch die enge Pfort'; fahre fort, faͤhre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone; Zion, fühlest du den Schlangenstich, leide dich, leide dich. 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen, achte nichts. ——— ———.———— NNN be 7/* — 69 .... ihr Gut und Geld, nimm nicht an das Bild des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht. ů 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dich ruft auf beiden Seiten, thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten. Zion, Beide das, was krumm und 2 schlecht, prüfe recht, prüfe recht. 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in GOtt; stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die Andern todt, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft für Heuchel⸗ schein dringe ein, dringe ein. 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich her⸗ für in Kraft; weil die Bruderliebe brennet, zeige, was Der in dir schafft, der als Seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegeb'ne Thür brich herfür, brich herfür. 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu', laß dich ja nicht laulich finden. Auf! das Kleinod rückt herbei. Auf! verlasse, was dahin⸗ ten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! 75. Ja, HErr, aber doch! Mel. Seelenbräutigam. Ja, HErr, aber doch hoff' ich Armer noch: zwar kann ich an mir nichts finden, als nur Missethat und Sünden; ja, HErr, aber doch hoff' ich Armer noch. 2. Ja, HErr, aber doch hoff' ich Armer noch. Zwar bin ich ein schlechter Beter und ein arger Uebertreterz ja, HErr, aber doch hoff' ich Armer noch. 3. Meiner Hoffnung Grund ist Dein süßer Mund:„Ich bin ja nicht für die Frommen, fũür 7⁰ die Sünder bin Ich kommen.“ Meiner Hoffnung Grund ist Dein füßer Mund. 4. Meiner Hoffnung Grund ist Dein süßer Mund:„Kommt mühselig und beladen, Ich be— gegne euch mit Gnaden.“ Meiner Hoffnung Grund ist Dein süßer Mund. ö 5. Was Dein Mund verspricht, brichst Du ewig nicht. Ich will ganz zufrieden leben, weil Du mir Dein Wort gegeben. Was Dein Mund verspricht, brichst Du ewig nicht. ö Mel. Nun, so bleibt es fest dabei. mein JEsu! Du bist's werth, daß man Dich im Staube ehrt. Niemand ist so gut wie Du, meine Seele jauchzt Dir zu. 2. Deine Hand hat mich gemacht, wunderbar an's Licht gebracht, und Dein Blut hat mich erlös't, daß ich ewig sei getröst't. ö 3. Deine Gnade blickt mich an, sagt mir, daß ich kommen kann, und daß Du der Sünden⸗ schuld nicht gedenkst nach Deiner Huld. 4. Nein, ich soll Dein Erbe sein, bleib' ich nur an Dir allein und verlasse Sünd' und Welt, die mein Herz gefangen hält. 5. Nun ich will, reiß mich nur los, mache meinen Glauben groß, gieb mir einen treuen Sinn, nimm mich ganz, mein JEsu! hin. 76. Ehre dem HErrn? 77. Der Sünderfreund. Mel. Dem blut'gen Lamme. Herr, ich beweine, was ich vorhin gethan, wasche mich reine, nimm mich zu Gnaden an, ich 7¹ will auch stets der Deine bleiben, Dir mich mit Leib und mit Seel' verschreiben. 2. Du bist ja gütig und nimmst die Sünder an, die sich reumüthig zu Deinem Throne nah'n; nun siehst Du mich mit vielem Weinen mühselig vor Dir, o SErr, erscheinen. 3. Ich leg' mich nieder zu Deinen Füßen hin und geh' nicht wieder, bis ich begnadigt bin. Groß war an Vielen Dein Erbarmen, ach und Du hast es auch mit mir Armen. 4. HErr, Deine Wunden und Dein unschuld'⸗ ges Blut, in schweren Stunden vergossen mir zu gut, verkünden laut mir Dein Vergeben, d'rum will ich hoffen: Ich werde leben. 78. Lebensregeln. Mel. Ich singe Dir mit Herz und Mund. Mer'⸗, Seele, dir das große Wort: Wenn IEsus winkt, so geh'; wenn Er dich zieht, so eile fort; wenn JéEsus hält, so steh'. 2. Wenn Er dich lobet, bücke dich; wenn Er dich liebt, so ruh'; wenn Er dich aber schilt, so sprich: Ich brauch's, HErr, schlage zu! 3. Wenn JEsus Seine Gnadenzeit bald da, bald dort verklärt, so freu' dich der Barmherzig⸗ keit, die Andern widerfährt. 4. Wenn Er dich aber brauchen will, so steig! in Kraft empor; wird JEsus in der Seele stüll, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel', dein ganzes Herz sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan! —— 7² 79. Immanuel! Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Lasset uns mit IEsu ziehen, den eitlen Tand der Erde fliehen und wandeln auf der schmalen Bahn; herrlich straͤhlt die Lebenskrone hernieder von des Himmels Throne und winkt uns heim nach Canaan. Uns ruft Immanuel; d'rum laßt uns Leib' und Seel' Ihm ergeben! Die Welt zerstäubt, doch ewig bleibt, wer sich dem Heiland einverleibt. 2. Aber ach, wir sind zu schwächlich, arm, blind und bloß und sehr gebrechlich, wir können und ver⸗ mögen nichts; d'rum, HErr IEsu! laß gelingen, gieb uns das Wollen und Vollbringen, daß wir im Strahle Deines Lichts, gestählt durch Deine Kraft, in kühner Ritterschaft muthig kämpfen. Bist Du uns nah', o Jehovah! so siegen wir! Hallelujah! 80. Wahre Erquickung. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Mein gerz ist voller Freudigkeit und fühlet keine Schmerzen; denn Deines Wortes Süßigkeit dringt mir aus Deinem Herzen erquickend in mein Herz binein und stillet alle Sorg' und Pein und giebt mir neue Kräfte. 81. Er läßt mich nicht. Er läßt mich nicht! Und wenn mich Alle, Alle auch verlassen, wenn Treue nur ein Wahn auf Erden wird; dann wird, dann muß der himmlisch treue Hirt nur fester noch Sein armes Lamm umfassen. Das Hirtenherz ist meine Zu⸗ versicht. Er läßt mich nicht!— 2. Er läßt mich nicht! Und wenn auch Höll⸗ und alle Teufel wüthen, die ganze Welt mich reißt ——— —SS= 23 8 SARE Seo 2 3— 7³3 aus Seiner Hand, mein Herz selbst fällt, indem es widerstand: Der weiß dem Feind' die Stirne wohl zu bieten, der:„Ich bin eins mit Meinem Vater“ spricht. Er läßt mich nicht. 3. Er läßt mich nicht! Und wenn ich auch auf fernen, irren Wegen von Ihm mich scheide. Ja, trotz aller Sünd', es schlägt Sein Heilands⸗ herz dem armen Kind' unendlich treu und gna⸗ denreich entgegen, wo es sich selbst den Stab schon weinend bricht. Er läßt mich nicht. 4. Er läßt mich nicht! Wenn, was ich warm und freudig meine nenne, was meinem Leben Licht und Glänzen giebt, dahin sinkt; wenn sich heit'⸗ rer Himmel trübt, ich Wolken nur und finst're Nächte kenne: Ein Strahl ist's, der durch alle Wolken bricht: Er läßt mich nicht. 5. Er läßt mich nicht! Wenn ich zu schwach bin, um zu Ihm zu fliehen, zu geistestodt, um noch zu beten, bin, dann stellt Er 20 vor Sei⸗ nem Vater hin, beugt dort zur Rechten Seint heil'gen Knieen, mein Herz wird wieder stark und frei und licht: Er läßt mich nicht!— 6. Er läßt mich nicht! Und wenn ich liegen werd' in Todesnöthen, wenn dunk'le Nacht den matten Blick umhüllt, wenn Grabesschauer mir die Seele füllt, sie nicht mehr seufzen kann und nicht mehr beten;— durch Grabesdunkel strahlt Sein selig Licht. Er läßt mich nicht. 7. Er läßt mich nicht! Und wenn die Seel' vor Seinem ew'gen Throne nun fühlt: Du hast verdient, daß Er dir flucht! Die Wunden zeigt Er dann, die sie gesucht, die off'ne Seite und die Dornenkrone. Ich ruf', ein Siegesfürst in dem Gericht: Er läßt mich nicht! 7⁴ 82. Abschiedsgruß. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme, Zieht in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen GOttes Gnade und Seiner heil'gen En⸗ gel Wacht! Wenn euch IEsu Hände schirmen, geht's unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im HErrn! Er sei euch nimmer fern, spät und frühe. Vergeßt uns nicht in Seinem Licht, und wenn ihr sucht Sein Angesicht! 88. Christo dem Könige. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Dem König, welcher Blut und Leben dem Leben Seiner Völker weih't, dem König werde Preis gegeben! Erzählt Sein Lob der Ewigkeit! Singt alle Wunder, die Er thut; doch über Alles rühmt Sein Blut! 2. Den König hat mein Herz gefunden, wo anders, als auf Golgatha? Da floß mein Heil aus Seinen Wunden, auch mich, auch mich er⸗ löst' Er da. Für mich gab Er Sein Leben hin, der ich von Seinen Feinden bin. 3. Wem anders sollt' ich mich ergeben? O König, der am Kreuz' verblich! Hier opfr ich Dir mein Blut und Leben; mein ganzes Herz ergießet sich. Dir schwör' ich zu der Kreuzes⸗ fahn' als Streiter und als Unterthan. ö 4. O gieb Dein Manna mir zu essen! Dein Freudenwein erquicke mich! O laß mich Deiner nie vergessen, in meinem Geist verkläre Dich. So halt' ich täglich Abendmahl; denn Dein Verdienst ist ohne Zahl. — „ 7⁵ 84. Der beste HErr. Mel. RNun lasset uns den Leib begraben. ch weiß noch keinen bessern HErrn, was mir efällt, das thut Er gern; doch weiß ich keinen ihiimmsrn Knecht, ich mach' Ihm keine Sache recht. 2. GoOtt Lob! daß mir mein HErr vergiebt und mich aus freier Gnade liebt. GOtt Lob! daß Er mich dulden kann, GOtt Lob! Er nimmt die Sünder an. 3. D'rum bleib' ich stets bei diesem HErrn und das von ganzem Herzen gern; bei Seinem Wort, in Seinem Blut hat's meine Seele ewig gut. 85. Haussegen. Mel. Nun danket Alle GOtt. Laß Dich, HErr Jesu Christ! durch mein Gebet bewegen, komm' in mein Herz und Haus und bringe mir den Segen! Nichts richten Müh' und Fleiß ohn' Deine Hülfe aus; wo Du mit Gnaden bist, kommt Segen in das Haus. 8S6. Mach' dich auf, werde Licht! Mel. SEsus, meine Zuversicht. V Mach' dich auf und werde Licht, Zion! denn dein Licht ist kommen. Sage, Zion! hörst du nicht‚ wie sich GOtt dein angenommen, wie Er Seinen Sohn gesandt, der den Fluch von dir gewandt? 2. Ach, die Herrlichkeit des HErrn ist dir längst schon aufgegangen; warum hältst du dich so fern, Seine Gnade zu empfangen? Mach' dich auf und werde Licht! Thue Buße, säume nicht! 3. Mach' vich auf und werde Licht, daß der Welt geholfen werde! Viele Völker sehen nicht; 76 Finsterniß bedeckt die Erde. Zion, es ist deine Pflicht. Ach, vergiß der Armen nicht! 4. Merke das Verheißungswort: Heiden, die noch irre gehen, werden bald an ihrem Ort auch das Licht und Leben sehen; Königen, die noch in Nacht, wird Dein Heil und Glanz gebracht. 5. Hebe deine Augen auf! Sieh', wie sie von Ferne kommen. Schon hat mancher wilde Hauf' deinen JEsum angenommen, ist aus Satans Reich und Macht schon in GOttes Reich gebracht. 6. Mach' dich auf und werde Licht! Sollten Heiden sich bekehren, ach, und Zion wollte nicht? Zion, laß dich doch belehren! Mach' dich auf und werde Licht! Zion, Zion, säume nicht! 87. Auf, laßt uns Zion bauen! Mel. In allen meinen Thaten. uf, laßt uns Zion bauen mit fröhlichem Vertrauen im Namen IEsu Christ! Zion muß größer werden, so groß, daß auf der Erden kein Mensch mehr außer Zion ist. 2. Seid ihr so wohl geborgen und lebt nun ohne Sorgen, und wollet Brüder seh'n, die noch in Finsternissen, vom Satan fortgerissen, in's ewige Verderben geh'n? 3. Ach jetzt sind Millionen noch unter allen Zonen in Satans Hand und Reich, sie müssen Wohnung haben in Zion und sich laben am Lebensquell mit uns zugleich. 4. Ach seh't! die armen Heiden ermangeln noch der Weiden für ihr trostloses Herz. Sie hören nichts von Gnade und wandeln auf dem Pfade, deß Ende ew'ge Qual und Schmerz. 5. O rettet diese Armen und sendet aus Er⸗ barmen zu ihnen GOttes Wort! Laßt euer Herz —8 hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet fie 34 entflammen und tragt mit Lust zusammen und sendet Glaubensboten fort! 6. Ihr nennet IEsum euer. Ist Er euch wirk⸗ lich theuer und wollt ihr Seinen Ruhm/ dürft ihr es nicht sehen, daß Tausende hingehen ohn' Licht und Evangelium. ö 7. Auf, laßt uns Zion bauen mit freudigm Vertrauen, die schöne GOttesstadt! Wenn wir an's Werk erst gehen, wird sie bald fertig stehen. Wohl dem, der mitgebauet hat! 88. Getrost hinauf! Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Oob auch die Wellen stürmen in deinem Le⸗ benslauf, und hoch sich Wogen thürmen, so blick' deldeir binauf zu Ihm, der Wind und Meer ald kann zum Schweigen bringen, Er merkt wohl auf dein Ringen und sendet Hülfe her. — 8 89. Keine Entschuldigung. Römer 1, 20. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Wenn ich, o Schöpfer, Deine Macht, die Weisheit Deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege; so weiß ich von Be⸗ wund'rung voll nicht, wie ich Dich erheben soll, mein GoOtt, mein HErr, mein Vater! 2. Mein Auge fieht, wohin es blickt, die Bun⸗ der Deiner Werke; der Himmel, prächtig ausge⸗ schmückt, preis't Dich, Du GOtt der Stärke! Wer mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer weis't dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoof 78 der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O GOtt der Macht und Herrlichkeit, GOtt! Deine Güte reicht so weit, so weit die Wolten reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preis't der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schö⸗ pfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat GOtt gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den Deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, Dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täg⸗ licher Beweis von Deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' Ihn ewig, o mein Geist, erhebe Seinen Namen: GOtt, unser Vater, sei gepreis't, und alle Welt sag': Amen! und alle Welt ehr' GOtt den HErrn, und hoff' auf Ihn und dien? Ihm gern; wer wollte GStt nicht dienen? 90. Diesem Hause ist Heil widerfahren. selig Haus, wo man Dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, HErr JEsus Christ, wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist; wo Aller Herzen Dir entgegen schlagen, und Aller Augen freudig auf Dich seh'n, wo Aller Lippen Dein Gebot erfra⸗ gen und Alle Deines Winks gewärtig steh'n. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in Deiner Liebe eines Geistes sind, als Beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glau⸗ bensgrunde anders ist gefinnt; wo Beide unzer⸗ trennbar an Dir hangen in Lieb' und deid, Gemach und Ungemach, und nur bei Dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. * 3 79 n 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets an's Herz Dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu Deinen Füßen gern sich sammeln und horchen Deiner süßen »Rede zu und lernen früh Dein Lob mit Freuden stammeln, sich Deiner freu'n, Du lieber Heiland Du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd Dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehin, bei allem Werk von einem Eifer brennen, daß es nach Deinem Willen mag gescheh'n; als Deine Diener, Deine Hausgenossen, in Demuth willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unver⸗ drossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu'. 5. O— 5 Haus, wo Du die Freude theilest, wo man bei keiner Freude Dein vergißtz o selig Haus, wo Du die Wunden heilest, und Aller Arzt und Aller Tröster bist; bis Jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich Alle zie⸗ hen aus dahin, woher der Vater Dich gesendet, in's große, freie, schöͤne Vaterhaus. 91. Herbstlied. Mel. In allen meinen Thaten. 4 Der rauhe Herbst kommt wieder; nun sinkt die Freude wieder zum sachten Trauerton. Die Sommerlust vergehet; nichts auf der Welt be⸗ stehet, der Mensch muß eilends auch dahin. 2. Du, Gott und HErr der Zeiten, hilf, daß wir uns bereiten zu unsrer wahren Ruh'! Stets zeig'st Du Dein Gemüthe, schickst uns aus mil⸗ der Güte auch stumme Lehrer mahnend zu. 3. Ein Gräs'lein will uns sagen, ein Blatt will uns vortragen, was uns're Pflicht soll sein: 8 Wir sollen GOttes Gnade fein ebnen ihre Pfade, wenn sie bei uns will kehren ein. 4 Die Rose läßt sich brechen, wird niemals widersprechen des Gärtners Meisterhand; der Apfel, zum Genießen, fällt willig dir zu Füßen und lässet willig seinen Stand. 5. Mensch, willst du widerstreben, dich deinem GOtt nicht geben, was doch dein größter Ruhm? Er hat dich ja erschaffen, geziert mit Glaubens⸗ waffen, damit du sei'st Sein Eigenthum. 6. Schickt Er dir Kreuz und Schmerzen, nimmt Er dir was vom Herzen: Er meint's doch immer gut. Und sind wir GOttes eigen, so laßt uns kind⸗ lich schweigen zu Allem, was Sein Wille thut! 7 Wer will der Welt Getümmel erwählen für den Himmel? Hilf, JEsu, GOttes Sohn, daß wir uns stets gewoͤhnen, uns nur nach Dir zu sehnen und Deinem heil'gen Gnadenthron! 8. Gieb einst durch deine Hände mir auch ein sel'ges Ende: die Welt ist nur Beschwer. Was sie sich auserlesen, ist trüglich Thun und Wesen, ein trübes, sündenvolles Meer. 9. Hier fahr' ich hin mit Sorgen; komm', HErr, am guten Morgen, bring' mich zum sichern ort, wo mit der Engel Weisen ich ewig Dich ann preisen als meines Lebens Licht und Hort! 92. Winterlied. Mel. In Dich hab' ich gehoffet, HErr. Der graue Winter weit und breit hat schon mit Frost und Traurigkeit die Fluren überdecket, die einst des Frühlings grüne Zeit so lieblich aufgewecket. 2. So sinken wir auch einst in's Grab und legen ab den Wanderstab, von Erd' und Schnee 81 bedecket, bis Christus fähret himmelab und uns vom Tod' erwecket. 3. Die Fluthen werden eisenhart, der Bäche frischer Lauf erstarrt, die Bäume stehn gar trau⸗ rig; denn wo die Sonn' entzogen ward, ist Alles kalt und schaurig. 4. Wenn uns're Herzen sind erstarrt und von der Sünde todt und hart, wer will das Elend heben? Des Höchsten Gnad' ist Sonnenart, nur sie kann uns beleben. 5. Der kurze mudtt wie 3 Nacht gar manche Herzen traurig macht; wie dann in jenem Le⸗ ben? Wer hier nicht recht zum Licht erwacht, muß dort im Dunkel schweben. 6. Wie mancher Arme leidet Noth! Er frieret ohne Kleid und Brod, indeß die Reichen pras⸗ sen. GOtt wird sie einst in ihrem Tod auch ohn' Erbarmen lassen. 7. Gerechter GOtt in Ewigkeit, der Du ver⸗ wandelst Jahr und Zeit, füll' uns mit Licht und Gnade! O Sonne der Gerechtigkeit, leit' uns auf ew'gem Pfade! 983. Suche IEsum und Sein Licht! Mel. IEsus, meine Zuversicht. ö eele, was ermüd'st du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche IEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu GOtt aufschwingen, richt' ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad' eindringen. Suche JE⸗ sum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh', dein betrübtes Herz zu laben, eil' zum Lebensquell 9 da — —* 8² kannst vu sie reichlich haben. Suche JEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht.—— 4. Geh' chen, G stets einher, laß dir nicht das Ziel verrücken, GOtt kann aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche JEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht.—— 5. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche IEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 6. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet, aufdie, so da keusch und fromm, sich in reichem Maaß ergießet. Suche JE⸗ sum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 7. Laß dir Seine Majestät immerdar vor Augen schweben, laß mit innigem Gedet sich dein Herz zu Ihm erheben. Suche JEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 8. Sei im Uebrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß Sein Liebeswill' stillen werde dein Verlangen. D'rum such' JEsum und Sein Licht, alles And're hilft dir nicht. 94. JEsus hält, was Er verspricht. Mel. SeEsus, meine Zuversicht. ine Heerde und ein Hirt! Wie wird dann vir sein, o Erde, wenn Sein Tag erscheinen wird, freue dich, du kleine Heerde, mach' dich auf und werde Licht! JIEsus hält, was Er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon er⸗ grünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des HErrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger fleh'n um Licht; JIEsus hält, was Er verspricht. 8³ 3. Komm, o komm, getreuer Hirtl daß die Nacht zum Tage werde; ach, wie manches Schäflein irrt fern von Dir und Deiner Heerde. Kleine Heerde, zage nicht; JEsus hält, was Er verspricht. 4. Sieh', das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste knie't dürstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht; JEsus hält, was Er verspricht. 5. Gräber harren aufgethan, rausch't, verdor⸗ rete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des SErrn, erscheine! IEsus ruft: Es werde Licht! IEsus hält, was Er verspricht. 6. O des Tag's der Herrlichkeit! JEsus Chri⸗ stus, Du die Söonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne! mach' dich auf! es werde Licht! IEsus hält, was Er verspricht. 96. Gebet bei einer Trauung. ater! blick' in dieser heil'gen Stunde gnä⸗ dig nieder auf dies theure Paar! Hör' den Schwur der Treu' aus ihrem Munde, sprich Dein Se⸗ enswort zu ihrem Bunde, sei ihr Schutz und Helfer immerdar! 2. Treuer Bräut'gam frommer Menschensee— len, IEsu, bis zum Tode treuer Freund! segne Du auch, die sich jetzt vermählen, laß sie Dich zum Freund und Führer wählen, bleibe stets mit ihrem Bund vereint! 3. Geist der Gnaden! senke Deinen Frieden tief in der Verlobten Seelen ein; laß in Freud' und Schmerz sie ungeschieden, selig in der Liebe schon hienieden, ewig selig einst im Him⸗ mel sein! 6 8⁴ 96. Tauflied. Mel. Dir, dir, Jehovah! will ich singen. Du hast uns All' einst aufgenommen, drei⸗ ein'ger GOtt! in Deinen Gnadenbund. Dein sind wir, Dein! und freudig kommen wir heut vor Dich mit Dank aus Herzensgrund. Ja, Preis sei Dir, daß Du Dich uns vermählt und uns zu Erben ew'gen Heils erwählt! 2. Ein neues Glied zum großen Bunde wird Dir in diesem Kindlein dargebracht. O nimm es auf in dieser Stunde, umschließ' es ganz mit Deiner Huld und Macht! GOtt! Vater, Sohn und Geist! Dir sei's geweiht, Dein sei und bleib' es bis in Ewigkeit! 3. Du, Vater, riefst dies Kind in's Leben, Du hast Dein Ebenbild ihm aufgedrückt, und willst durch Deinen Sohn ihm geben, was Herz und Geist mit Himmelsschönheit schmückt. Ach! senk' es ganz in Deine Liebe ein und laß Dein Vaterherz ihm Alles sein! 4. O JEsu! voller Huld und Liebe, auch Dir wird dieses Kindlein jetzt getauft. Ach, daß es ewig treu Dir bliebe, Dir, der es Sich zum Eigenthum erkauft! Ja, mach' es ganz zu Deinem Eigenthum und laß es leben Dir zum Preis und Ruhm! 5. O Geist vom Vater und vom Sohne, nimm dieses Kindes Herz zum Tempel ein, schmück' es mit Deiner Gnadenkrone und halt' es'stets von Schuld und Sünde rein, füll' es mit Glauben, Lieb' und Demuth an, daß Dir sein Leben wohlgefallen kann! 6. So blicke denn in Gnaden nieder auf dieses Kind, das wir, o GOtt! Dir weih'n, und laß die Engel, seine Brüder, mit uns die Zeugen dieses Bundes sein! Hallelujah! der ganze Himmel preis't mit uns Dich Vater, Sohn und heil'ger Geist! 97. Nach vollzogener Taufhandlung. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Hallelujah! Amen! Amen! Getauft ist jetzt in Deinen Namen dies Kind, o Vater, Sohn und Geist! Stärk' es nun durch Deine Gnade, zu wandeln auf dem rechten Pfade, den uns Dein Wort zum Himmel weis't. O Vater, stehꝰ ihm bei! Sohn GOttes, mach' es frei, frei von Sünden! Du Geist des HErrn, sei nie ihm fern und bleib' im Tode noch sein Stern! 98. Zum Geburtstage einer Mutter. Mel. Christus, der uns selig macht. lickst du freudig heut' hinauf zu dem Va⸗ ter droben? Dringt dich mächtig heut' dein Herz, kindlich Ihn zu loben, der dich einst in's Leben rief und in deinem Leben tausend Proben Sei⸗ ner Huld dir bisher gegeben? 2. Ja, du liebes Herz! auch wir, wir die treuen Deinen, müssen heut mit deinem Dank unsern Dank vereinen. Was aus GOttes Fülle dri Gutes zugeflossen, hat durch dich ja auch auf uns segnend sich ergossen. 3. Ach! wie ist es doch so schön, sich so lieb zu haben, und wie theuer werden uns unsers GOttes Gaben, wenn in Einem Glauben wir mit einander stehen und durch frommen Lebens⸗ sinn unser Glück erhöhen. 4. Möge GOtt der HErr uns denn ferner fest verbinden, daß in diesem Liebesbund wir viel Segen finden. GOttes Liebe wolle stets segnend dein gedenken und durch deine Lieb' auch uns Freud' und Segen schenken. 1 86 99. Kurz vor dem Heimgange eines theuren Kindleins. Mel. Nun nimm mein Herz. Zeuch hin, mein Kind! in deines JEsu Schooß: da bist du frei und alles Jammers los. Des Lam⸗ mes Blut, die schöne rothe Fluth, und Seine heil'gen Wunden, die haben dich entbunden. 2. Zeuch hin, mein Kind! uns blutet zwar das Herz; doch schau'n wir wehmuthsfreudig himmelwärts; Er liebt uns sehr, der gute, treue HErr; und daß wir's fühlen mögen, schickt Er uns Kreuzessegen. 3. Zeuch hin, mein Kind! zum vielgeliebten SErrn, wir lassen dich mit Thränen, aber gern; du bist bei Ihm mit Seinen Seraphim, da singst du Jubellieder, da finden wir dich wieder. 100. An die Mutter beim Heimgange eines freundlichen Kindes. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Mutterherze! willst du klagen über dein ent⸗ schlaf'nes Kind, das die Engel heimgetragen, wo die Sel'gen alle sind, aus der Erde Nacht und Grauen, aus der Welt und ihrer Pein in des Paradieses Auen, in den ew'gen Sonnenschein? 2. Zwar es waren süße Stunden, als sie dir am Busen lag, als du ihre Lieb' empfunden, die aus holden Aeuglein sprach; aber trockne nur die Thräne und vergiß den stillen Harm: Unsre süße Magdalene ruht in IEsu Schooß und Arm! ——— 8⁷ 101. Gespräch eines Vaters mit seinem fünfjährigen Töchterlein. (St. Matth. 21, 19.) Mel. Laßt uns Alle fröhlich sein. Kind. Vater, weißt du's ganz gewiß, wenn ich heute sterbe, daß ich dann das Paradies und den Himmel erbe? Vater. Ja, mein Herzenstöchterlein! Engel werden kommen und dich sanft aus aller Pein holen zu den Frommen. Kind. Werd' ich meinen Heiland dann auch im Himmel sehen? blickt Er mich auch freund⸗ lich an, wird mich nicht verschmähen? Vater. Nein, Er wird dich inniglich an Sein Herze drücken, und mit Liebesküssen dich süßig⸗ lich erquicken. Kind. Wird man dorten auch noch krank, wie in diesem Leben?— und welch' eine Speis' und Trank wird mir da gegeben? Vater. In dem schönen Himmelssaal weiß man nichts von Leiden, nichts von Krankheit, Nacht und Qual, sondern nur von Freuden.— Manna wird von Seinem Tisch dir der Heiland schenken undmit Lebenswasser frisch wunderbar dich tränken. Kind. Bitte, Vater! Eines noch möchtest du mir sagen: Was für Kleider werd' ich doch in dem Himmel tragen? Vater. Herrlich ist das Himmelskleid und von weißer Seide, Christi Blutgerechtigkeit ist dort dein Geschmeide. Ja, wenn du im Vaterland stehst vor Seinem Throne, schmückt dich Seine Liebeshand gar mit einer Krone. Eine Harfe giebi Er dir freundlich in die Hände, daß du Ihn mit Lieb'sbegier preisen kannstohn'Ende. 88 Kind. Vater, ach wie freu' ich mich auf das liebe Sterben, weil ich dann ja sicherlich soll den Himmel erben! 102. Vor dem Besuch des GoOttesackers. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Mun laßt uns geh'n und treten und in der Stille beten an eines Bruders Grab, und an das Grab gedenken, in das uns GoOtt wird senken, wenn Er von hier uns fordert ab. 103. Auf dem GOttesacker. Mel. SEsu, komm doch Selbst zu mir. Aller Gläub'gen Sammelplatz ist da, wo ihr Herz und Schatz, wo ihr Heiland JEsus Chrift und ihr Leben hier schon ist. 2. Eins geht da, das And're dort in die ew'ge Heimath fort, ungefragt, ob Die und Der uns noch irgend nützlich wär'. 3. Doch der HErr kann nichts verseh'n: und wenn es nun doch gescheh'n, hat man nichts da⸗ bei zu thun, als zu schweigen und zu ruh'n. 4. Manches Herz, das nicht mehr da, geht uns freilich innig nah'; doch, o Liebe! wir sindd Dein, und Du willst uns Alles sein! 104. Meine Grabschrift. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Mein Tod ist durch den Tod gestorben, mein rechtes Leben hebt nun an; der HErr, der uns das Heil erworben, hat mir den Himmel aufgethan. „Wer an Mich glaubt, wird nicht verderben!“ so ruft mir JIEsu Stimme zu. Drum legt den Leib AMM.— * *.— 89 nur hin zur Ruh', mein bessi res Wesen kann nicht sterben. Ich glaube, was mein Heiland spricht: Glaubt ihr es auch und zaget nicht. 105. Seliges Sterben. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Ich danke Dir von Herzen, o IEsu, liebster Freund! für Deine Todesschmerzen da Du's so gut gemeint. Ach gieb, daß ich mich halte zu Dir und Deiner Treu' und, wenn ich nun er⸗ kalte, in Dir mein Ende sei. 2. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt Du dann herfür, wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Aengsten, kraft Deiner Angst und Pein. ö 3. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn Dein Bilde in Deiner Kreuzesnoth: da will ich nach Dir blicken, da will ich glaubensvoll Dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 106. Seliges Auferstehen. Aufersteh'n, ja auferste Staub nach kurzer Ruh'; wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah! h'n wirst du, mein unsterblich's Leben 2. Wieder aufzublüh'n, werd' ich gesä't! Der HErr der Ernte geht und sa mmelt Garben, uns ein, die in Ihm starben! Gelobt sei Er! 3. Tag des Danks, 1 Waun ich ine Tag! du meines Gottes Tag! genug geschlummert habe, erweckst du mich. Wann ich im Grab 9⁰ 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein; mit IEsu geh'n wir ein zu Seinen Freuden! der * müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mitt⸗ ler dann, lebt' ich im Heiligthume zu Seines Namens Ruhme. Hallelujah! 0 * 107. Morgenlied. — Eigene Melodie. tt des Himmels und der Erden, Vater, Sobh und heil'ger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen Drnene starke Hand die Welt und was d'rinnen ist, erhält. „2. Gott! ich danke Dir von Herzen, daß Du id n: dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Se merzen hast behütet und bewacht, daß des oi Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mi dieser Nacht vergeh'n. O HErr IEsu, laß alch Deine Wunden offen steh'n, da Hülf' und Rath ist für meine Missethat. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich aulersehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun Dein großer Tag uns erscheint 24 und Dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. . Führe mich, o HErr! und leite meinen Gang ach Deinem Wort, sei und bleibe Du auch heute mein Beschützer und mein Hort! Nirgends als bei Dir allein kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele sammt den Sinnen und Verstand, großer GOtt! ich Dir befehle unter Deine starke Hand. HErr, mein Schild, mein' Ehr' und Ruhm, nimm mich auf, Dein Eigenthum. 29.— 2 33 + ———— * + *.8 .XNXNNNÆL¶ ̃ꝗ e=AA nRn „I * für—— schenken Ich will mich ganz 11 Ceit hast Du meinen Geist, darinnen wollst Du 2—— allerliebstes Leben! ach, wohn', ach, leb' in 9¹ 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg' von mir wende und mich halt' in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh' trage nach dem Himmel zu. 108. Morgengebet. Mel. O Go˙Ott, Du frommer Gott. O3 JEsu, süßes Licht! nun ist die Nacht ver⸗— gangen, nun hat Dein Gnadenglanz auf's W mich umfangen; nun ist, was an mir ist, Schlafe aufgeweckt und hat nun in Begier zu Dir* 98 estreckt. 2. 5 soll ich Dir denn nun, mein GOtt! in Deine Gnad' einfenten mit Leib, mit ö und Geist heut' diesen ganzen Tag: dassssoll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts ve 2—7 3. Drum siehe da, mein GOtt, da hasth meine Seele, sie sei Dein Eigenthum, mit ihr Dich heut' vermähle in Deiner Liebeskraft; da 29 42 allermeist. 5— Da sei denn auch mein Leib zum Temvel Dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus'; sh. beweg' und rege mich, so hat Geist, Seel Leib mit Dir vereinigt sich.** 5. Dem Leibe hab' ich jetzt die Kleider 16 legetz laß meiner Seele sein Dein Bildniß eines⸗ präget im gold'nen Glaubensschmuck, in der Ge⸗ —6. o allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein JéEsu! schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch Deines Geistes Triebe; auch mit der Demuth mich I———————————————————— 92 vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Bleib' Du mir diesen Tag stets vor den Augen schweben, laß Dein' Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund Dich lobe inniglich, mein GOtt! zu aller Stund'. 8. Ach! segne, was ich thu', ja rede und ge⸗ denke; durch Deines Geistes Kraft es also führ' und lenke, daß Alles nur gescheh' zu Deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib' Dein Eigenthum. 109. Sehnsucht am Morgen. Eigene Melodie. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom un⸗ erschöpften Lichte! schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte und vertreib' durch Deine Macht unsre Nacht. 2. Die bewölkte Finsterniß müsse Deinem Glanz entfliehen, die durch Adams Apfelbiß über uns sich mußte ziehen, daß wir, HErr! durch Deinen Schein selig sein. 3. Deiner Güte Morgenthau fall' auf unser * matt Gewissen, laß die dürre Lebensau' lauter süßen Trost genießen und erquick uns, Deine Schaar, immerdar! 4. Gieb, daß Deiner Liebe Gluth uns're kal⸗ ten Werke tödte und erweck uns Herz und Muth bei entstand'ner Morgenröthe, daß wir, eh' wir gar vergeh'n, recht aufstehen. 5. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Gerech⸗ tigkeit möge wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. —— 93 auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufer⸗ Freudenbahn freuen kann. klärte Gnadensonne! führ uns durch das Thrä⸗ nenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Herzl deine Sünden sind verge der Seele Schmerz, IEsus hat vom Tod in's Lust, die uns erhöh't, nie vergeht. 110. Geburtstagsmorgengruß. Mel, Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. reue dich, freue dich! eraebe laut, agesint en und gesti Leben dich gerufen sanft und mächtiglich; freue dich, freue dich! 2. Sag' Ihm Dank, sag' Ihm Dank, Lob und Ehre, Ruhm und Preis, daß Er theuer dich er⸗ in Seinen Tod getaufet und gesegnet hat dein Lebenlang; sag' Ihm Dank, sag' Ihm Dank.“ 3. Halt' Ihn fest, halt' Ihn fest, Ihn, der deines Lebens Licht; such' Ihn heißer noch zu lieben, geh' von Seiner Seite nicht, bleib' Ihm ewiglich verschrieben. Selig, wer Ihn hat und Himmer läßt. Halt' Ihn fest, halt' Ihn fest! 4. Sei getrost, sei getrost in des Todes finst'⸗ rer Nacht, IEsus hat ihn überwunden, seinen tachel stumpf gemacht, weil Er ihn für uns mpfunden. Darum, wenn des Jordans Fluth uch tos't, sei getrost, sei getrost! ö Amen ja! Amen ja! Damit trösten wir uns hie, bis die GOttesharfen klingen, und in ew'ger Har⸗ 6. Ach Du Aufgang aus der Höh'! gieb, daß 7. Leucht' uns selbst in jene Welt, Du ver⸗ kaufet und erlös't mit blut'gem Schweiß, dich steh', und entfernt von aller Plage sich auf jener — 9⁴ monie wir das neue Lied mitsingen: Ein's ha uns, Lamm, daß Du bist geschlacht't, durchge bracht, durchgebracht! 111. Himmelwärts, o Herz! ö Mel. Geh' aus, mein Herz, und suche Freud“. Wie tönt um mich so süßer Schall!. Schon weckt die frühe Nachtigall der heit're Frühlings⸗ morgen; und froh begrüßt vom Vögel-Chor, steigt hehr und hell die Sonn' empor, die kurz ihr Licht verborgen.*2— 2. Die Lerch'erwacht auf frischer Au' und schüt⸗ telt sich den Morgenthau vom steigenden Gefieder, Sie schwebt und glänzet, kaum geseh'n, und singet aus den blauen Höh'n ihr Morgenlied hernieder, 3. Wohlauf! o neubelebtes Herz, auf! dich den Vögeln himmelwärts in Andacht nachzuschwingen! Wach' auf, dem HErrn, der weit und breit die Erde fülltmit Lieblichkeit, dein Opfer darzubringen! 4., Ja Dich, Du Segens⸗GOtt, erhebt, was nur in Höh'n und Tiefen lebt, und freut sich Deiner Güte, Dir steigt der stillen Blume Duft, Dich preiset in der hellen Luft des Baumes Silberblüthe. 5. Der frohe Fisch im klaren See, der arme Wurm tief unterm Klee dankt freudig Dir sein Leben; Dir dankt der ems'ge Bienenschwarm, Dir, kurzbelebt, doch frei von Harm, der Schmet⸗ terlinge Schweben. 6. Und hell aus tausend Kehlen schallt der Vöglein Lied vom frischen Wald zu Deines Thrones Stufen. Durch Deine Hand gesättigt, ruht im hohen Nest des Raben Brut, die früh Dich angerufen, 7. Das Wild im grünen Dickicht preis't Dich, der's in dunkler Nacht gespeis't, und legt auf Moos sich nieder. Froh kehret Roß und Rind und Schaf, —5, 559* 9449— NesS ha hge 9⁵ froh kehrt der Mensch, erquickt vom Schlaf, zu Weid' und Arbeit wieder. 8. Auch ich, o Schöpfer! blick' empor mit Dei⸗ ner Schöpfung großem Chor, mit Kraft zum Werk erquicket, da rings mein Auge hell und frisch in's tausendfache Lustgemisch belebter Wesen blicket. 9. O G•Ott! laß mich von Lieb' erfüllt, mit IEsu, als Dein Ebenbild durch's Erdenleben wallen; und wann dies Leben einst verblüht, dann laß mein ew'ges Freudeylied im Himmel Dir erschallen. 112. Du meine Seele, singe! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. ei uns gegrüßt, du schöner Morgen, vom HErrn des Lichts uns zugesandt! Du tilgest vieler Herzen Sorgen, bringst Segen viel aus GOttes Hand. O wie erhöh'st du uns're Freude! Ich seh' in ihrem Jubelkleide der Kreaturen ganze Schaar. Ich höre neue Harmonieen, ich höre tausend Me⸗— lodieen, denn Alles bringt GOtt Opfer dar. 2. Vergoldet steh'n der Berge Spitzen, um⸗ wölbt vom blauen Himmelsraum; des Morgen⸗ thaues Perlen blitzen am Gras und an der Blät⸗ ter Saum. Die Saat der Aehren beugt sich nie⸗ der und rauschet sanft und hebt sich wieder, als brächte sie dem Schöpfer Dank. Es lockt an Hecken, in den Hainen die Vogelmutter ihre Kleinen, und lehrt sie früh den Lobgesang. 3. Auf, sing' auch du, o meine Seele, Ihm, den die ganze Schöpfung preis't! Erhebe Seinen Ruhm, erzähle, wie huldvoll Er sich dir beweis't. Ja, großer Vater, von den Schätzen, die Aug' und Ohr und Herz ergötzen, ist auch ein Theil für mich bereit't. D'rum sing' ich in der Wesen Chöre: HErr, 96 Dir sei Lob und Preis und Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! 113. Mit Dir, HErr IEsu! Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. ie süß in früher Morgenstund' ertönt in meinem Herzensgrund, o IJEsu, Deine Stimme! Sie mahnet mich, daß Du mich liebst und Oel dem schwachen Dochte giebst, damit er heller glimme. Nähre, mehre nur Dein Feuer, Du Ge⸗ treuer! ach bewahre Dir mein Herze zum Altare! 2. Mit Dir steh' ich vom Lager auf, mit Dir beginn' ich meinen Lauf, Dein will ich stets ge⸗ denken. Mein Heiland! laß mich nie allein; woll'st immer in und bei mir sein, all' meine Schritte lenken. Ich Dein, Du mein; Du mein Friede, Klang im Liede, Trost im Leide; Brunn⸗ quell aller Lebensfreude! 114. Sonntagsmorgenlied. Mel. Göott des Himmels und der Erden. Großer GOtt von alten Zeiten! dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu' auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt; heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb' ich diese Stunden; denn sie sind des HErren Fest, das mit diesem Trost ver⸗ bunden, da mein GOtt mich ruhen läßt und durch Seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weis't. 3. Doch das bloße Müßiggehen und der Klei⸗ der leere Pracht werden schlecht bei GOtt be⸗ stehen, der das Eitle wenig acht't. HErr! ich bringe, was ich kann, nimm Du nur mich selber an. —— XINI — E it unuV‚ISn + 4. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind uns're besten Sorgen, wenn der Mensch an GOtt gedenkt und von Herzen bet't und fingt, daß es durch die Wolken dringt. 5. Was ist schöner, als GOtt loben? was ist süßer, als Sein Wort? da das Herz zu GOtt er⸗ hoben öffnen sieht des Himmels Pfort“ Selig ist, wer Tag und Nacht also nur nach droben tracht't. 6. O mein GOtt! sprich selber Amen! denn wir sind Dein Eigenthum. Alles preise Deinen Na⸗ men, Alles mehre Deinen Ruhm; bis es künftig wird gescheh'n, daß wir dich im Himmel seh'n. 115. Morgengebet am Sonntage. Mel. Göott des Himmels und der Erden. Hallelujah, schöner Morgen! schöner, als man denken mag; heute fühl' ich keine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblich⸗ keit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen! Sonntag, der voll Lichtes ist! heller Tag der dunkeln Höhlen! Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit! du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck' ich GOttes Güte recht als einen Morgenthau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au'. Da hat wohl die Morgenstund' edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruh't nur, meine Weltgeschäfte! heute hab' ich sonst zu thun. Denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten GOtt zu ruh'n. Heut' schickt keine Arbeit sich, als nur GOttes Werk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich GOtt gefallenmag? JEsus wird die Kleider schicken, 7 98 die ich Ihm zu Ehren trag'. Sein Blut und Ge⸗ rechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein IEsus mei— nen Geist mit dem Wort des Lebens speis't. 7. HErr! ermunt're meine Sinnen und be⸗ reite Selbst die Brust; laß mich Lehr' und Trost gewinnen, gieb zu Deinem Manna Lust, daß mir Deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall'. * 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne Selber ihren Mund. Mach' mit Allen, die Dich hören, heute Deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier bet't und singt, solches in Dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist. Segne, pflanze und begieße, der Du HeErr des Sabbaths bist; bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. 116. Tischgebet. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Speis' uns, o 60ttl Deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzund vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nah⸗ rung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmels⸗Mahlzeit kommen. 117. Vor Tische. 5 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Liebster IEsu, Deine Hände thun sich segnend auf ohn' Ende, und trotz uns'rer vielen Sünden läßt Du Dich doch gnädig finden und giebst reichlich Deine Gaben. Du sollst Dank und Ehre haben, 9 Lob und Preis sei Deinem Namen; ewig dienen wir Dir. Amen. ö 118. Bei Tische. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme— Gnädig bist Du, voll Erbarmen: O HErr wir preisen Dich, wir Armen, für Deine große Freundlichkeit. Deine Huld gab diese Gaben, und daß wir uns im Glauben haben, wir danken's Deiner Gütigkeit. Wie reich sind wir in Dir, wie selig doch schon hier! Hallelufah! Was wird es sein im Reiche Dein, in aller Seligen Verein! 118a. Auf einer Hochzeit vor Tische. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Herr IEsu, komm', sei unser Gast, gesegne, was bescheert Du hast, gesegn' es an uns Allen. Wir setzen uns zum Hochzeitsschmaus, zieh' uns den alten Menschen aus, damit wir Dir gefallen. te Wenn Du, JEsu, siehst die Gäste bei dem Feste, en so sei Keiner ohne Hochzeitskleid, nicht Einer. sie n ů 118b. Auf einer Hochzeit nach Tische. *— Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Iesu, Du hast uns gegeben, was uns erquickt in diesem Leben, auch was uns ewig laben kann. Preis und Lob soll Dir erschallen, und Dank und Ehre von uns Allen für Alles, was Du uns gethan. d O weiche von uns nicht, Du unser Heil und Licht. n Sieh'! wir flehen: HErr, hilf uns aus zum Hoch⸗ ch zeitsschmaus bei Dir und in des Vaters Haus! 10⁰ 119. Nach Tische. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. rüder! nun das Herz erhoben, unsern HErrn dafür zu loben, daß Er freundlich uns gegeben, was uns noth für dieses Leben! Fleh't auch, daß wir Himmelsgaben bis an's Ende mögen haben, bis wir einst nach sel'gem Ster⸗ ben das verheiß'ne Reich ererben. 120. Danklied nach dem Essen. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Dank Dir, HErr! für alle Gaben, die Leib und Seel' empfangen haben und deren wir uns heut' erfreu'n. Selig, selig sind die Stunden, da man, in Dir, HErr! eng verbunden, in Liebe kann beisammen sein. Hier, weiß man, ist der HErr und fühlt sich seliger. Hallelujah! Wo IEsus nah', ist Friede da und GOtt mit uns, Hallelujah! 121. Zum Schluß der Mahlzeit. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Laß endlich bei des Lammes Tisch in Dei— nem Reich uns essen, wo schönre Gaben mild und frisch Du Selbst uns wirst zumessen, wo man vom Lebenswasser trinkt, wo man vor Freu⸗ den jauchzend springt und Hallelujah singet; 2. Wo Jacob, Isaak, Abraham' wird mit zu Tische sitzen, wo unser GOtt und unfer Lamm wird wie die Sonne blitzen: da wird man schmecken Freud' und Ehr', und wir, HErr! wol⸗ 2 nimmermehr zu preisen Dich aufhören. ö & + —— Ṽ ereers e 101¹ Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen GOt⸗ teskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Ueberwindern, die überwunden durch Dein Blut; HErr IEsu, gieb uns Kraft und Muth, daß wir auch überwinden! 122. Das Gebet des HErrn. Mel. Herr GOtt, nun sei gepreiset. O Vater aller Frommen, geheiligt werd' Dein Nam'! laß Dein Reich zu uns kommen/ Dein Wille mach' uns zahm, gieb Brod, ver⸗ gieb die Sünde, kein Arg's das Herz entzünde, löf' uns aus aller Noth! 123. Abendlied. Mel. In allen meinen Thaten. Mun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen! auf, auf! ihr sollt be⸗ ginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonn', geblieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr' hin! ein' and're Sonne, mein JEsus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die gold'nen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal; also werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen— 8 gehen mein GOtt aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleiv und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh' ich aus, dagegen wird Christus mir an⸗ legen den Rock der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herzl 10² freu' dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder! geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund' und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'. 7. Mein' Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel'? Nimm sie zu Deinen Gnaden, sei gut für allen„ Schaden, Du Aug' und Wächter Ifrael! 8. Breit' aus die Flügel beide, o JIEsu, meine Freude! und nimm Dein Küchlein ein; will Sa⸗ tan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dieß Kind soll unverletzet sein! ö 9. Auch euch, ihr meine Lieben! soll heute nicht betrüben ein Unfall, noch Gefahr; GOtt laß euch selig schlafen, stell euch die gold'nen Waffen um's Bett und Seiner Engel Schaar! 124. Abendgebet. ö Mel. Nun ruhen alle Wälder.* Die Abendsonne sinket, vom stillen Himmel winket herab der sanfte Mond. Bedeckt vom dunkeln Schleier, ruht süß in stiller Feier, was auf der weiten Erde wohnt. 2. Wie hast Du, GOtt, so weise auf unsrer Pilgerreise die Nacht uns zugesellt! Vertraut hüllt sie den Matten in ihre stillen Schatten, als in ein kühles, sich'res Zelt. 3. Hier lieg' ich bis zum Morgen des Lebens Müh' und Sorgen und allen Kummer ab; und auf den Arbeitsmüden gießt süße Ruh' und Frieden und neue Kraft der Schlaf herab. 4. Kommt einst auch meinem Leben der Abend, ohne Beben laß mich dann gehn zur Ruh'. Leg' „ droben um den HErrn, d 10³ sanft mich in die Hülle des Grabes, und drück' stille mein Her in IEsu Namen zu. 5. Laß, HErr, mich, wann im Grabe ich aus⸗ geschlummert habe, zum schönern Tag erstehn, und, wie die Morgensonne, des neuen Himmels Wonne mit ewig hellen Augen sehn. 124a. Abendlied. Mel. Nun danket Alle GOtt. Die Nacht ist vor der Thür, doch müssen wir noch singen, dem Seelenbräutigam ein Abend⸗ opfer bringen, dem theuern GOttessohn, der Mensch geworden ist, und nun auf Seinem Thron der Sünder nicht vergißt. Der Schönste bist Du doch von allen Men⸗ schenkindern, tein Flecken ist an Dir, wie an uns armen Sündern, schön auch am Kreuzesstamm, so hast Du uns erkauft. O rühm' das GOttes⸗ lamm, Mensch, der Du bist getauft. 3. Holdselig ist Dein Mund, Dein Wort kann Sünder laben, steht man mit Dir im Bund, was will man mehr noch haben? Im Glauben ist man schön und köstlich angethan, man kann vor GOtt bestehn, wallt fröhlich himmelan. ö 4»4. Sei hochgebenedei't, Du Bräut'gam unsrer Seelen, dem wir mit Freudigkeit uns allesamt defehlen. Erquicke uns wie heut' noch oft in dieser Zeit, bis Leib und Seel' sich freut vor Dir in Ewigkeit. ———ß7— 125. Der Hüter in der Nacht. Dunkel ist die Nacht, Sterne blinken kern er die Welt bewacht auch in dunkler Nacht. 10⁴ 2. Betend schau' ich auf zu dem lieben HErrn; Vater, bist nicht fern, dringt des Herzens Lauf doch zu Dir hinauf! 3. Senkt Dein Geist herab doch in mein Ge— müth heil'gen, innern Fried', Fried', der selbst ins Grab freudig schaut hinab. 126. Komm, IJEsu, zu mir. Mel. Wach' auf, mein Herz, und singe. ch, daß doch Deine Liebe sich tief ins Herz mir schriebe, wär' dieß nur mein Verlangen, Dich IEsu, zu umfangen. 2. Den alten Menschen lassen, den neuen ganz erfassen, ich selber kann's nicht zwingen, Du, JEsu, mußt es bringen. 3. Komm, komm, mein Herz ist offen, erfüll' mein sehnlich Hoffen, senk' Deinen Geist hernie⸗ der, richt' auf die matten Glieder! 127. Mein JéEsu, bleibe bei mir! Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Du mein liebster IEsu! verlaß Dein Kindlein nicht, schein' ewig mir im Herzen mit Deinem süßen Licht. 2. Du warst mein treuer Hirte, Dein treues Lämmlein ich; und ach das Lämmlein freute auf Deinen Auen sich. 3. So gieb ihm ferner Weide und reich' ihm Deinen Quell, es töne seinem Ohre des Hirten Stimme hell. 4. Ja, Hirte, komm und führe, Dein Lämm⸗ lein folget gern, weiß, wenn es selber suchet, ö die Weide bleibet fern. ————— — — 10⁵ 128. Die Sterne. Mel. Valet will ich dir geben. Viel tausend Sterne prangen am Himmel still und schön und wecken mein Verlangen, in's Vaterhaus zu seh'n. O, ewie schöne Sterne in ewig gleichem Lauf, wie blick' ich stets so gerne zu eurem Glanz hinauf! 2. Was mögen da für Hallen und gold'ne Städte fein, wo Engelchöre schallen in der Pro⸗ pheten Reih'n! Gewiß, bei euch dort oben ist unsers Vaters Haus; vom Erdenleid erhoben ruh'n da die Pilger aus. ö 3. Doch wißt, ihr lieben Sterne, auch hier ist GOttes Haus! D'rum strömt ihr ja so gerne des Lichtes Segen aus. Wie lieb muß uns're Erde dem HErrn der Welten sein, daß Er in Knechtsgebehrde kehrt bei den Sündern ein! 4. Was kaum die Engel fassen, in einem Stall geschah, und hier in Zions Gassen strahlt Thabor, Golgatha. D'rum leuchtet nur, ihr Son⸗ nen, im schönen Himmelslicht; doch Zions Pracht und Wonne, ihr überstrahlt sie nicht. 129. Das Sternenheer. Ich seh' das Sternenheer am Himmel stehen, Das durch die Nacht so still hinunterblinkt Und mir hinauf zu seinen Strahlen winkt Und zu der Heimath ahnungsreichen Höhen. Ich seh'— und kann doch nimmer satt mich sehen, Ich weiß nicht, welche Wehmuth mich durchdringt, Welch heil'ger Klang mir durch die Seele klingt Und welcher Wonne Schauer mich durchwehen!— Wohlauf! em Gran wenn du in bangen Stunden Von düsterm Grau'n dich ganz umfangen meinst Und einsam still in deiner Kammer weinst; 106 Erhebe dich getrost zum ew'gen HErrn Und denk an Seinen sel'gen Kiebesstern: Er kennt dein Weh' und heilt die tiefen Wunden. 130. Abendfeier. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Der Mond ist aufgegangen; die gold'nen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der graue Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämmrung Hülle so feierlich und hold! wie eine stille qKammer, wo ihr des Tages Jammer ver⸗ schlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir leichthin belachen, weil wir sie nicht mit Augen seh'n. 4. Wir stolze Menschenkinder sind alle doch nur Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinnste und suchen viele Künste und kommen weiter nur vom Ziel. 5. GOtt, laß Dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglich's bauen, an Eit'lem uns nicht freu'n! Laß uns voll Einfalt werden und vor Dir hier auf Erden, wie Kinder, fromm und fröhlich sein. 6. Woll'st endlich ohne Grämen aus diefer Welt uns nehmen durch einen fanften Tod! Laß, wenn Du uns genommen, uns in den Himmel kommen, Du unser HErr und unser GOtt! 7. So legt euch denn, ihr Glieder, in GOt⸗ tes Namen nieder, kalt ist der Abendhauch. Ver⸗ schon' uns, GOtt, mit Strafen, und laß uns ru⸗ hig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! — — —3.—.iiji——— 2 10⁷ 131. Bete auch du! Wie ist der Abend so traulich, wie lächelnd der Tag verschied; wie singen so herzlich erbau⸗ lich die Vögel ihr Abendlied! 2. Die Blumen müssen wohl schweigen, kein Ton ist Blumen bescheert, doch, stille Beter, neigen sie alle das Haupt zur Erd'. 3. Wohin ich gehe und schaue ist Abendan⸗ dacht. Im Strom' spiegelt sich auch der blaue, prächtige Himmelsdom. ö 4. Und Alles betet lebendig um eine selige Ruh', und Alles mahnt mich inständig: O Men⸗ schenkind, bete auch du! 132. Zum Tagesschluß. Mel. Nun preiset Alle. Nun noch von Herzen ein Lied zu guter Nacht dem Mann der Schmerzen zum Opfer dargebracht, der uns auch diesen Tag gegeben und ihn im Glauben uns ließ verleben. 2. IEsu, wir haben Freude in Dir und Lust und Deine Gaben füllen mit Dank die Brust. Laß Dir das Opfer wohlgefallen, was arme Sünder noch spät Dir lallen. ö 3. Deck' unsre Sünden mit Deiner Gnade zu, ach, laß uns finden in Dir, HErr! sanfte Ruh', und wenn wir morgen auferstehen, so laß uns wieder an's Loben gehen. 133. Das Element des Glaubens. Mel. Mir nach! spricht Christus, unser Held. GOttes Lamm, mein Element ist einzig Dein Erbarmen; Dein Herz, das zu mir wallt und brennt, 10 mit offnen Liebesarmen, Dein Blut, wie es vonn Kreuze floß und alle Welt mit Heil begoß. 2. Ich weiß von keinem andern Trost. Ich müßt' in Sünden sterben. Der Feind ist wider mich erboßt. Die Welt will mich verderben. Mein Herz ist un⸗ rein, blind und todt. O tiefes Elend! große Noth! 3. Die eigene Gerechtigkeit, das Thun der eig'nen Kräfte macht mir nur Schand' und Herze⸗ leid, verzehrt die Lebenssäfte. Onein, es ist kein and'rer Rath, als der, den Dein Erbarmen hat. 4. Wie wohl, ach Gott! wie wohl ist mir, wenn ich darein versinke! o Lebensquell, wenn ich aus Dir Blut der Versöhnung trinke! wenn Dein Erbarmen mich bedeckt, und wenn mein Herz Vergebung schmeckt! 5. Da lebt mein Geist, ist froh und satt, hat Alles, was ihm fehlet. Bald aber wird er kalt und matt, wenn er sich selber quälet, wenn Dein Erbarmen ihm entgeht, wenn er auf fremdem Grunde steht. 6. D'rum bleibe Du mein Element, Du Selbst und Dein Erbarmen. Und wie mein Glaube Dich erkennt, so kenne Du mich Armen. Ich leb' in Deiner Gnad' allein. Ich will in Dir erfunden sein. 7. Das Element der armen Welt, Stolz, Geiz und Fleischeslüste, und was sie sonst für wichtig hält, das ist mir dürr und wüste, das ist mir Galle, Gift und Qual, Du schmeckst mir ein- und allemal. S. Mein erster Odem, den ich zieh', wenn ich vom Schlaf erwache, ist Dein Erbarmen, Deine Müh', die ich Dir täglich mache, und die Du schon auf mich gewandt, da Deine Lieb' am Kreuz gebrannt. 9. Wenn ich aus meinem Bette steh', so tret' ich in's Erbarmen. Und wenn ich bald gen Himmel seh', mein Himmel ist Erbarmen! Und wenn ich 1 109 kniee, fällt mein Sinn, o GOtt, in Dein Er⸗ barmen hin. ö 10. Ich wasche mich, Immanuel, im blutigen Erbarmen. In Dir erschein' ich rein und hell, mein Kleid ist Dein Erbarmen. Ich ess' und trinke viese Kost, Erbarmen ist mein Brot und Most. 11. Ich sitz und geh' und was ich thu', so thu' ich's im Erbarmen. Mein Sitz, mein Grund und meine Ruh', mein Ziel ist Dein Erbarmen; mein sich'rer Weg, mein Licht und Kraft, mein Wohnhaus in der Pilgrimschaft. 12. Leg' ich des Abends mich zur Ruh', mein Bett ist Dein Erbarmen; es langt auf allen Seiten zu, es wärmt mich Dein Erbarmen! In diese Decke hüll' ich mich. Wie sanft, wie süße schläft es sich! 13. Erwach' ich in der stillen Nacht, so lieg' ich im Erbarmen. Wenn mich die Unruh' schlaf⸗ los macht, so wiegt mich Dein Erbarmen. Er⸗ schreckt mich Traum und Finsterniß, Erbarmen leuchtet mir gewiß. ö 14. Ja, bis in's Grab und vor's Gericht be⸗ gleitet mich Erbarmen. Von Tod und Hölle weiß ich nicht, mein Leben ist Erbarmen. Hierin beschließ' ich auch den Lauf und fahre sterbend zu Dir auf. 15. Und wenn ich vor dem Throne bin, Dein Anschau'n zu genießen, soreißt mich Dein Erbarmen hin, im Loben zu zerfließen. Worin allhier mein Herz entbrennt, das bleibt mein ew'ges Element. ö 134. Abendsegen. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. Der Tag ist hin; mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 1⁴⁰ 2. Die Nacht ist da: sei Du mir nah, JEsu! mit hellen Kerzen, treib' der Sünden Dunkelheit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffine Sonne! brich mit Deinem Licht hervor mir zur Freud' und Wonne. 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsterniß zu mindern; ach, daß nichts Veränder⸗ lich's meinen Lauf möcht' hindern! 5. Das Sternenheer zu GOttes Ehr' am blauen Himmel flimmert: wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt und vor bewegt, ruht letzt von seinen Werken: laß mich, SErr! in stiller Ruh' Dein Werk in mir merken. 7. Ein Jeder will bei solcher Still' der sü⸗ ßen Ruhe pflegen: laß die Unruh' dieser Zeit, JEsu! bald sich legen. 8. Ich selbst will auch nach meinem Brauch nun in mein Bettlein steigen; laß mein Herz zu Deinem sich als zum Bettlein neigen. 9. Halt' Du die Wach', damit kein Ach, kein Schmerz den Geist berühre, sende Deiner Engel Schaar, die mein Bettlein ziere. 10. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag' und Nächte weichen? Wann der Tag an⸗ brechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. 12. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. 13. Hallelujah! ei wär' ich da, da Alles lieb⸗ lich klinget, da man ohn' Abwechselung; Heilig, heilig! finget. 11 14. O JEsu, Du mein' Hülf' und Ruh'! laß mich dahin gelangen, daß ich mög' in Deinem Glanz ewig vor Dir prangen! 135. IEsus— mein Hüter. Mel. JIeEsu, meine Freude. Hirte Deiner Schafe! der von keinem Schlafe etwas wissen mag, Deine Wundergüte war mein Schild und Hüte den vergang'nen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von Deinen Schaaren um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde To⸗ ben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen, ach, vergieb die Schuld; denn Dein Sohn hat mich davon durch die tief⸗ . Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Noth betrü⸗ ben, sie sind mein und Dein. Schließ' uns mit Erbarmen in die Vaterarmen ohne Sorgen ein; Du bei mir und ich bei Dir; also find wir un⸗ geschieden und ich schlaf' in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm Dein Küchlein ein; decke zu mit Schutz und Ruh', so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie? wenn ich mein Bette heut' zum Grabe hätte? wie bald roth, bald todt! D'rum, hast Du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnoth, so will ich nicht wider Dich; lieg' ich nur in IEsu Wunden, sterb' ich alle Stunden. 6. Nun, wohlan! ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich Dir ergeben, o Du Hüter, Du! Gute Nacht! nimm mich in Acht, und erleb' ich ja den Mor⸗ gen, wirst Du weiter sorgen. 136. Sonntagsabendlied. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Der Sabbath ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt; GOtt hat mich unterweiset, mit Lebensbrod gespeiset und meiner Seelen Durst gestillt. 2. Gott ruht durch's Wort im Herzen, d'rum leg' ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh', denn allen Sünden⸗Schaden deckt IEsus nun in Gnaden mit Seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreiein'ges Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich Dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, Dein leuchtend Angesichte nimmt alle Finsterniß dahin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht; bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlase ganz vergnüget, denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer; mich stört kein Weltgetümmel, es träumt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär'! 137. Abendseufzer. Mel. HeErr JEsu Christ, mein's Lebens Licht. un, HErr! gieb eine gute Nacht und habe gnädig auf uns Acht, behüt' vor Angst und aller Noth, vor einem bösen schnellen Tod. ..2., Mein GOtt! nimm Leib und Seele hin, ich bring' mich Dir, so wie ich bin, so elend, jämmer⸗ lich und arm; o HErr, Dich über mich erbarm'! — + 113 188. Der HErr ist mein Hirt. Mel. Wach' auf, mein Herz, und singe. Der HErr, der aller Enden regiert mit Sei⸗ nen Händen, der Brunn' der ew'gen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang' ich diesen habe, fehlt's mir an keiner Gabe; der Reichthum Seiner Fülle giebt mir die Füll' und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß Er sie zu erquicken, aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen, um Seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor Andern im finstern Thal muß wandern, fürcht' ich doch keine Tücke, bin frei vor'm Ungelücke. 7. Denn Du steh'st mir zur Seiten, schütz'st mich vor bösen Leuten; Dein Stab, HErr, und Dein Stecken benimmt mir all' mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmer⸗ zen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Oele und fül⸗ lest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maaße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz guten Muthes, voll Lust, voll Freud' und Lachen, so lang' ich lebe, machen. 11. Ich will Dein Diener bleiben und Dein Lob herrlich treiben im Hause, da Du wohneft und Frommsein wohl belohnest. 44 12. Ich will Dich hier auf Erden und dort, da wir Dich werden selbst schau'n im Himmel droben, hoch preisen, sing'n und loben. 139. Anbetung dem heiligen Geiste! Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist. Hallelujah, HErr Gott heil'ger Geist, sei immer und ewiglich gepreis't von uns, Deinen armen, elenden Sündern, die Du gemacht hast zu GOttes Kindern. Hallelujah! 2. Du ew'ges Licht bist's, das uns erleucht't und uns unter IEsu Kreuze beugt, da an Ihn zu glauben, an Seinen Blicken, an Seinen Wunden sich zu erquicken. Hallelujah! 3. Du heil'ge Flamme und Liebesfeu'r, gieb unsern Herzen, zu lieben treu'r Ihn, den Mann der Schmerzen, der uns're Sünde auf sich ge⸗ nommen, daß Er entbinde vom ew'gen Tod. 4. Du heil'ger Tröster und süßes Gut, schreibst Deinen Namen mit JEsu Blut in die Herzen derer, die nach Ihm weinen. Gieb, daß auch wir Dich lieben und meinen. Erbarm' Dich, HErr! 5. Du heil'ger Priester salbst uns're Seel' mit Deinem heil'gen Freudenöl, dem Lamm zur Ehre für Seine Wunden, die es am Kreuze für uns empfunden, GoOtt, heil'ger Geist! 6. O heil'ge Lieb', verbind' Deine Schaar, so wie die erste Gemeine war, in Liebe und Glauben Ein Herz und Seele, mit ihrem Bräu⸗ tigam sie vermähle durch's Lammes Blut. 7. Amen, Amen, o Gott heil'ger Geist, Du sollst empfangen Lob, Dank und Preis, Anbetung und Ehre für Dein Bemühen, Seelen zu rein'⸗ gen und zu erziehen, in Ewigkeit! ——— 11⁵ 140. Er erkennt die Seinen. Mel. Weil die Worte Wahrheit sind. Weit ich JEsu Schäflein bin, freu' ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich schön weiß zu bewirthen, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter Seinem sanften Stab' geh' ich aus und ein und hab' unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Hunger leide; und so oft ich dur⸗ stig bin, führt Er mich zum Brunngquell hin. 3. Sollt' ich nun nicht fröhlich sein, ich beglück⸗ tes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen werd' ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schooß: Amen, ja, mein Glück ist groß! 141. Es ist Alles euer. Der Du Dich Selber mir geschenkt und nicht Dein Licht nur und Dein Wort, der Du Dich Selbst, ein sel'ger Hort, in meines Wesens Grund versenkt, Deß Arm mich überall umfäh't, Deß Fuß mich überall umrauscht Deß Ohr nach meinen Seuf— zern lauscht: o GOtt, wie hast Du mich erhöh't! 142. Geduld. „Deduld! Geduld! Wie lange wird's noch währen, so blüh'n uns aus der Thränensaat die Aehren der ew'gen Freude auf durch GOttes Huld! Geduld! Geduld! Was sind, seit uns're Herzen mit Christi Blut besprengt, der Erde Schmerzen? Der Drangsal Stachel ist die Sündenschuld. 2. Voran! voran! Wie mancher Gruß von Oben versüßt uns mitten unter'm Sturmestoben die Waͤllfahrt schon auf rauher ee 116 voran! Drei Schritte noch, so stehen die wun⸗ den Füße auf den ew'gen Höhen, und Mühe, Noth und Tod sind abgethan. 143. Mit Dir voran! Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. Halt⸗ Du mich nur bei Deiner Rechten, holdsel'ger Freund, und dann voran! Sei Du der Stern in meinen Nächten, in meinem Boot der Steuermann; und sprich, wo ich in Stürmen zage zwei Worte nur vernehmlich aus; sprich nur:„Ich bin's!“ und jauchzend schlage ich meine Ruder durch's Gebraus. 144. IEsus— der höchste Schatz. Mel. Valet will ich dir geben. Schatz über alle Schätze, o Sésu! liebster Schatz, an dem ich mich ergötze, hier hab' ich einen Platz, in meinem treuen Herzen Dir, Schön⸗ ster! zugetheilt, weil Du mit Deinen Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach, Freude meiner Freuden! Du wahres Lebensbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen und mich in Leidenszeit erfreulich überfüllen mit Trost und Süßigkeit. 3. Laß, Liebster! mich anblicken Dein freund⸗ lich Angesicht, mein Herze zu erquicken; komm, komm, mein Freudenlicht! denn ohne Dich zu leben ist lauter Herzeleid, vor Deinen Augen schweben ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle! o JEsu, süße Ruh'! Du treuer Kreuzgeselle, schlaͤg' nach Belieben zu, 11⁷ ich will hiebe leiden, es soll mich keine Pein von Deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herbe bleibt ergeben Dir immer für und für, zu sterben und zu leben, und will viel⸗ mehr mit Dir im tiefsten Feuer schwitzen, als, IEsu! ohne Dich im Paradiese sitzen, veracht't und jämmerlich. 6. O Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht, mein Geist will himmlisch werden und ist dahin gericht't, wo IEsus wird geschauet, da sehn' ich mich hinein, wo JIEsus Hütten bauet; denn dort ist gut zu sein. 7. Nun, IEsu, mein Vergnügen! komm', hole mich zu Dir, in Deinem Schooß zu liegen; komm', meiner Seelen Zier! und setze mich aus Gnaden in Deine Freudenstadt; so kann mir Niemand schaden, so bin ich reich und satt. 145. Die Lebenskrone. wie strahlt die Lebenskrone, die zum sel'⸗ gen Gnadenlohne GOttes Sohn mir zugedacht, wenn ich treu bis hin zum Grabe ritterlich ge— kämpfet habe und den Pilgerlauf vollbracht. 2. O wie blinken Zions Mauern, da sich endet alles Trauern und ein ew'ger Sabbath ist, da der Engel Harfen klingen und die Aus⸗ erwählten singen: Hochgelobt sei JEsus Christ! 3. O wie glänzt die weiße Seide an der Ueberwinder Kleide droben am krystall'nen Meer! Dort umströmt sie ew'ge Wonne, denn der HErr ist ihre Sonne und ihr Ein und Alles Er. 4. Doch, werd' ich es auch ererben, was durch Leiden und durch Sterben JEsus mir verdienet hat? Werd' ich auch zur Rechten stehen, mit den Heil'gen dürfen gehen in die schöne Gottesstadt? 118 5. HErr, Du weißest, wie ich's meine, ob ich los von allem Scheine ohne Falsch und lauter bin; Deiner Augen Flammenblicke leiden weder Trug, noch Tücke: IEsu, prüfe meinen Sinn! 6. Oeffne mir die Herzensgründe, ob auch keine Lieblingssünde heimlich mehr darinnen lebt; ob nicht irgend noch ein Götze, o Du höchster aller Schätze! neben Dir sich mehr erhebt. 7. Wer nicht Allem will entsagen und Dir nach sein Kreuze tragen, kann auch nicht Dein Jünger sein. Wer nicht Leib und Seel' und Leben Dir will ganz zu eigen geben, geht in Salem nimmer ein. 8. Heile, JEsu! meine Schäden, reiß' entzwei die feinsten Fäden, die von Dir mich wollen zieh'n. Gieb zum Wollen das Vollbringen, hilf mir wachen, beten, ringen, hilf mir Alles Eit'le flieh'n. 9. Ja, Du holder Fürst des Lebens, laß mich Armen nicht vergebens weinend fleh'n zu Dir hinauf. Stärke mich in Freud' und Leide, ach und thu' mir, wenn ich scheide, Deines Himmel Pforten auf! 146. Glaubenstrost. Eigene Melodie. Warum sollt' ich mich denn grämen? Hab' ich doch Christum noch, wer will mir Den neh⸗ men? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon GOttes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd' ich auch hinziehen, wenn ich werd' von der Erd? als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben; will Ex's wieder zu Sich kehren, nehm' Er's hin, ich will Ihn dennoch fröhlich ehren. —————— ö 119 4. Schickt Er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt' ich drum verza⸗ gen? der es schickt, der wird es wenden; Er weiß wohl, wie Er soll all' mein Unglück enden. 5. GOtt hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich letzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist GOtt und schärft mit Maaßen Sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! GOtt, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt' ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten, son⸗ dern reißt unsern Geist aus viel tausend Nö⸗ then, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann geh'n zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen; hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus wird mich ohn' Ende laben. 11. SErr, mein Hirt, Brunn' aller Freuden! Du bist mein, ich bin Dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin Dein, weil Du Dein Leben und Dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich Dich fasse und Dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da Du mich und ich Dich lieblich werd' umfangen! 147. An Paul Gerhardt. O Gerhardt, theurer GOttesmann! der Lieder sang, wie's Keiner kann, ich 10 5 im schwachen Nachgesang dir meines Herzens Lieb' und Dank. 2. Voll Glaubens- und voll Liebesfinn gingst du den Weg einst still dahin und suchtest als ein wahrer Christ, was göttlich und von Christo ist. 3. Dein Auge war hinaufgewandt zu Dem, der Seinen Sohn gesandt, und der in Ihm dem, der Ihn liebt, des ew'gen Lebens Erbtheil giebt. 4. Und wie der Glaube dich durchdrang, ward jede Regung ein Gesang, und jedes liebende Gefühl zwang deine Hand zum Saitenspiel. 5. Du sangst uns süße Lieder vor, die klin⸗ en lieblich uns in's Ohr, die sind so himmlisch lar und rein und dringen sanft in's Herz hinein. 6. Gleich Psalmen schallet dein Gesang, wenn er ertönt von Lob und Dank, und wenn du singst aus Herzensgrund:„Ich singe Dir mit Herz und Mund. ö 7. Sanft tröstend rührst du das Gemüth, wenn du uns singst dein Trosteslied:„Befiehl, o Seele, was dich kränkt, dem Vater, der den Himmel lenkt.“ 8. Und greifst du kühn in's Saitenspiel und sprichst im Glaubenshochgefühl:„Ist GOtt für mich, wer schadet mir?“ so fühlen wir uns stark mit dir. 9. Vor allem singst du ach! so schön, wenn du, den Heiland zu erhöh'n, die Harfe fanft und lieb⸗ lich rührst und uns Sein Bild vor Augen führst. 10. Wie tönt dein Weihnachtspsalm so hell: „Wir singen Dir, Immanuel!“ wie süß dein Red, das zu Ihm spricht:„O IEsu Christ, mein schönstes Licht!“ Hn E e —.—— SE Deos Sg 12¹ 11. Wie dankbar preis't dein frommes Herz des Welterlösers Tod und Schmerz, wie Er, ge⸗ horsam, in Geduld„ein Lämmlein geht und trägt die Schuld!“ 12. Wie warnst du ernst die Sünderwelt, wenn du ihr zeigst am Kreuz den Held, der sterbend uns das Heil gewann:„O Welt, sieh' hier dein Leben an!“ 13. Wie rufst du glaubensvoll Ihm zu:„O Haupt voll Blut und Wunden Du, mein Heil, soll ich einst scheiden hier, soscheide Du nur nicht von mir.“ 14. Und liebend steigt dein Herz hinab mit Ihm vom Kreuz in's Felsengrab, und wie dein Herz, folgt auch dein Lied dem HErrn, für den dein Herz erglüht. ö 15. Ihm folgt es, wie Er aus dem Thor des Grabes lebendtritt hervor, und jauchzt voll Sieges⸗ freudigkeit:„Sei fröhlich Alles weit und breit!“ 16. Ja, bis Er stieg zum Himmelsthron, folgst du dem liebsten GOttessohn, und immerfort tönt dein Gesang von Seiner Lieb' und deinem Dank. 17. Es lebte Christus ganz in dir, drum macht' in heiliger Begier Sein Lob dein geist⸗ begabter Mund dem Volk, das Er erlös'te, kund. 18. Du fühltest dich durch Ihn vereint mit GOtt, als GOttes Kind und Freund, und warst, gleich IZom, stets hingewandt zum Vater und zum Vaterland. 19. Du blicktest ganz in Christi Sinn auf dieses Lebens Wechsel hin, durch Ihn war dir das Leben schön, mocht's auch durch Sturm und Dornen geh'n. 20. Die Freuden, die dein Herz hier fand⸗ nahmst Du voll Dank aus GOttes Hand, und sprachst:„Kann ich mich hier so freu'n, wie schön wird's erst im Himmel sein! 12² A. Und ward dein Leben schwer und schwül, da nahmest du dein Saitenspiel, und blicktest kindlich himmelwärts, und sangst dir Christi Trost z. ö 22. Daß auch das Kreuz uns Segen schafft, daß stark in uns sei GOttes Kraft, und daß das“ Leiden dieser Zeit nicht werth sei jener Herrlichkeit: 3. Das glaubtest du, und unserm Ohr sangst. du's in füßen Weisen vor, was dem, der glaubt uch 10. als Christ, in Freud' und Kummer tröst⸗ ich ist. 24. Ja tröstend spricht's die Herzen an dein Lied, du theurer GOttesmann! Und wie ein wah⸗ res GOtteswort zieht's uns mit sich nach oben fort. 25. O Dank dem Geist, der deine Brust mit Liedern füllt' und Dichterlust, Dank dir für deine Harmonie'n, die wundersam uns an sich zieh'n. 26. In frühen Kindheitsjahren schon klang mir so süß ihr reiner Ton, und immer noch is ihr Erguß mir oft ein seliger Genuß. V. Mit Liebe hängt mein Herz dir an so lang' es schlägt, du theurer Mann. O reich' einst freund⸗ lich mir die Hand dort in der Lieder Vaterlandl 148. Es ist Abend geworden. Mel. Erhalt' uns, HErr, bei Deinem Wort. das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht 2. In diefer letzt'n betrübten Zeit verleih' uns daß wir Dein Wort und N 43 10. D'rum jauchzt und dankt Dir Herz und Sinn, o süßer, heil'ger Christ! daß ich Dein selig Schäflein bin und du mein Hirte bist. 175. Siehe, Ich stehe vor der Thür. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. Ieésus stebt an deiner Thür mit dem Gna⸗ denhammer, klopft und rufet: Oeffne Mir deines Herzens Kammer! laß mich ein, werde Mein, daß Ich dich bewohne, in dir leb' und throne. 2. Sieh', Ich habe dein gedacht, eh' du noch geboren, und durch Meine Liebesmacht dich für Mich erkoren. Schmach und Noth, Fluch und Tod litt Ich deinetwegen, dir zum Heil und Segen. Deine Sünd' hab' Ich gesühnt, deine Schuld getragen, dir die Seligkeit verdient und den Feind geschlagen, dessen List grausam ist, Seelen zu verderben, daß sie ewig sterben. 4. Thu' Mir auf, Ich bitte dich, deines Her⸗ zens Pforte und erwähl' im Glauben Mich dir zum Fels und Horte und zum Licht; säume nicht, dich an meinen Gaben seliglich zu laben. 5. Gnad' und Friede will Ich dir überflüssig schenken und mit Wonne für und für deine Seele tränken, Himmelswein, süß und rein soll dein Herz erguicken, dich der Erd' entrücken. 6. Meiner Unschuld Hochzeitskleid soll dich herrlich zieren, und Ich selbst will hocherfreut dich zum Vater führen, daß Er dich väterlich als Sein Kind begrüße, in die Arme schließe. 7. Thu' Mir eilend auf die Thür, eh' Ich weiter gehe; Ich dein König stehe hier, klopfe, bitt' und flehe. Pfeilgeschwind, armes Kind! und als pattit du Flügel, ofne Schloß und Riegel. * I 444 8. Wehe, wenn du Mich verschmähst, ach, und bis an's Ende Meiner Liebe widersteh'st, und Ich dann Mich wende dort und hier weg von dir, und du geh'st verloren;— besser, nie geboren!— 176. Schieb' es nicht auf! Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. Mach dich auf, mach' dich auf, armes, un⸗ bekehrtes Herz! falle deinem GOtt zu Fuße, fleh' Ihn an um Reu' und Schmerz und um wahre Herzensbuße, hemm), ach hemme deinen Sünden⸗ lauf, mach' dich auf, mach' dich auf! 2. Säume nicht,:, schnell entflieht die Gna⸗ denzeit, immer näher kommt das Ende, merk' auf GOttes Wort noch heut, fleuch aus Sodom, fleuch behende; denn der HErr ist nah und Sein Gericht; säume nicht, ½. 3. Ringe recht,:1 ring' und kämpfe bis auf's Blut, brich mit GOtt des Satans Ketten, daß du von der Hölle Gluth deine Seele mögst er⸗ retten; bleibe nicht der Sünde Sclav' und Knecht, ringe recht, ½. 4. IEsus winkt, 51 komm' und eil' in Seinen Arm, denn Er will von allen Sünden und von allem Leid und Harm dich in Seinem Blut ent⸗ binden; selig, wer aus GOttes Brünnlein trinkt, IEsus winkt, 1. 5. Glaube nur, ½ glaube froh und zitt're nicht; keiner ist dem Lamm zu schnöde, fieh' doch, wie Sein Angesicht schaut so mild auf alles Blöde; ja den Kränksten heilet Seine Kur, glaube nur, glaube nur! —— —.. 8 ——————— 177. Deine Sünd' ist dir vergeben. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Trockne nur die heißen Thränen, IEsus Chri⸗ stus stilltdein Sehnen, derdirtreulich nachgegangen, der dich suchte mit Verlangen, als du Seiner noch vergaßest und im Todesschatten saßest, JEsus will an Seinem Herzen dich befrei'n von allen Schmerzen. 2. Ist verzweifelt auch dein Schade, größer noch ist JSEsunade,brennen die Gewissenswunden, owie bald sind sie verschwunden, wenn Er sanft mit Wein und Oele labt die schuldbelad'ne Seele und in Sei⸗ nen Mutterarmen läßt Sein krankes Kinderwarmen. 3. Wag' es nur, auf Ihn zu schauen, Seiner Kur dich zu vertrauen, Ihn bei Seinem Wort zu fassen, fest auf Ihn dich zu verlassen. Laß das bange, trübe Zagen und die zweifelsvollen Fra⸗ gen; denn Er schwört's bei Seinem Leben: Deine Sünd' ist dir vergeben. 4. Ei so freue dich von Herzen, jauchze laut dem Mann der Schmerzen, dessen Blut am Kreuz vergossen, dir den Himmel aufgeschlossen und ge⸗ löscht der Hölle Flammen, daß dich nichts mehr kann verdammen; und dein einziges Begehren sei: Zeitlebens Ihn zu ehren! 178. Das gute Theil. Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. Eins ist noth! Eins ist noth! Eins nur ist das gute Theil: IEsum suchen, IEsum finden, und durch Seine Wunden heil, los zu werden aller Sünden, frei von Satans Macht und ew'⸗ gem Tod,— Eins ist noth! Eins ist noth! 2. Eins ist noth!:, Hast du IEsum schon er⸗ wählt? ruh'st du schon an Seinem 0 bist im 1 0 Glauben Ihm vermählt, der für dich mit bittern Schmerzen trug den Zorn des HErren Zebaoth? — Eins ist noth! 2½ ö 3. Eins ist noth! 5 Suche JIEsum und Sein Licht, wenn du Ihn noch nicht gefunden— alles Andre hilft dir nicht;— nur durch Ihn kannst du gesunden und der Höll' entflieh'n, die dich bedroh't:— Eins ist noth! 1 4 4. Eins ist noth!:,: IEsus ruft: Komm' her zu Mir! Fall' Ihm demuthsvoll zu Fuße mit wahrhafter Heilsdegier und mit Thränen wahrer Buße; kämpf' und ringe bis an's Morgenroth. — Eins ist noth! 2/½ 5. Eins ist nothl:, Wirf den Ballast über Bord, laß die falschen Stützen sinken; trau' allein auf JEsu Wort, folge Seinen Liebeswinken, glaub' an Ihn; denn das ist Sein Gebot.—“ Eins ist noth! ½1. 6. Eins ist nothl:, Setze dich an JEsu Tisch, ach, und iß dich satt und selig,— IEsu Kost ist mild und frisch, Seine Gaben sind unzählig.— Komm, genieß' Ihn selbst, das Lebensbrot.— Eins ist nothl 7. Eins ist noth!:, Du bist's, theures GOt⸗ teslamm! O daß alle Welt Dich kennte und in heißer Liebesflamm' ewig nur für Dich entbrenntel — Ruf' ins Herz doch Allen, die noch todt:— „Eins ist noth!“ 179. Ja, bleibe bei uns! Mel. Ach bleib mit Deiner Gnade. Ac bleib' mit Deiner Liebe bei uns, Du Liebesmeer, und hilf, daß uns're Triebe nur glüh'n zu Deiner Ehr'!l„ * 14⁷ ö„ 2. Ach bleib' mit Deinen Wunden bei uns, * Du höchstes Gut, daß wir zu allen Stunden nichts wissen, als Dein Blut. 3. Ach bleib' mit Deinem Frieden bei uns, Du Friedensfürst, bis Du, wenn wir ermüden, nach Haus' uns bringen wirst. 4. Ach bleib' mit Deinem Leben bei uns in Freud' und Leid, erhalt' uns Dir ergeben für Zeit und Ewigkeit! 180. Meinem süßen Immanuel! 8 Mel. JeEsu, meines Herzens Freud'. Dir zu Füßen lieg ich hier tief im Staube, ach, und brenne vor Begier, süßer IEsu! Preis und Dank zu bringen Dir für Dein Lieben, für Dein heißes Lieben. 2. Du hast mich vom Fluch und Tod, von der Hölle losgekauft durch Kreuzesnoth, Mann der Schmerzen! da Dein Blut so purpurroth ward dergossen, ward für mich vergossen. 3. Du bezahltest meine Schuld, treuer Bürge! und erwarbst mir GOttes Huld, GOttes Frie⸗ den, litt'st und büßtest mit Geduld alle Sünden, * alle meine Sünden. 4. Lange Zeit vergaß ich Dein kalt und schnöde; aber Du gedachtest mein, guter Hirte! wolltest in mein Herz hinein, mich zu segnen, Deinen Feind zu segnen. 5. Und obwohl ich widerstand Dir, o König! rissest Du mit starker Hand voll Erbarmen den⸗ „naoch mich wie einen Brand aus dem Feuer, aus dem ew'gen Feuer. 1 6. All' mein Elend heiltest Du, Arzt der See⸗ labtest mich mit Himmelsruh' überschwänglich, 10* — ——.— 14⁸ decktest meine Schande zu mit dem Kleide, HErr, mit Deinem Kleide. ö 7. O wie wohl ist mir zu Muth, Du mein Alles! daß ich nun in Deinem Blut rein gewa⸗ schen Dich, Du allerhöchstes Gut, kenn' und habe, Dich zum Freunde habe! 8. Du versäumst mich Aermsten nicht spät und frühe; bist mein Trost und süßes Licht, wenn ich weine, ach, und läßt Dein Angesicht stets mir leuchten, zur Genesung leuchten. 9. Ja, Du bist wahrhaftig mein, Hallelujah! Ach und ich bin ewig Dein, Fürst des Lebens! Wer mag nun zuwider sein Deinem Kinde, Dei⸗ nem sel'gen Kinde? ö 10. Nichts kann Deiner Allmachtshand mich entreißen, noch des Geistes Unterpfand mir ent⸗ wenden; unauflöslich ist das Band uns'rer Liebe, JEsu, meine Liebe! 181. Die selige Zeit. Mel. Valet will ich dir geben. Wenn GOttes Winde wehen vom Thron der Herrlichkeit und durch die Lande gehen, dann ist es sel'ge Zeit; wenn Schaaren armer Sünder entflieh'n der ew'gen Gluth, dann jauchzen GOt⸗ tes Kinder hoch auf vor gutem Muth. 2. Wenn hier ein Auge thränet vor bitt'rer Seelenpein, und dort ein Herz sich sehnet nach JEsu Gnadenschein; wenn geistlich Taube hören und Stumme schrei'n und fleh'n zum großen HErrn der Ehren, dann ist's gar wunderschön. 3. Wenn Lahme fröhlich springen und geistlich Todte schnell aus Sündengräbern dringen, dann tönt's in Zion hell; dann freu'n sich IEsu Glieder —— 149 und drücken voller Lust die neugebor'nen Brüder an die bewegte Brust. 4. Dann steigen heil'ge Flammen hinauf zu GoOttes Thron und Alles rühmt zusammen den Vater, Geist und Sohn,— des Vaters Gnaden⸗ triebe, des Geistes Muttertreu', und ach des Sohnes Liebe erhebt ein Jeder frei. 5.„Komm“ rufen brünstig Alle,„und hilf,‚ dreiein'ger GOtt, daß Satans Reich zerfalle und Dir, HErr Zebaoth, bald auf der ganzen Erde, so weit Dein Name dringt, ein Lob bereitet werde, das unaufhörlich klingt!“ 182. Des HErrn JEsu Nahesein. Mel. Nun bitten wir den heiligen Grist. Ach mein HErr ZEsu! Dein Nahesein bringt großen Frieden in's Herz hinein, und Dein Gna⸗ denanblick macht uns so selig, daß auch's Gebeine darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir seh'n Dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber uns're Seele kann's wohl gewahren; Du kannst Dich fühlbar g'nug offenbaren auch ungeseh'n. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu genießen recht wär' bedacht, der hätt' ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt' immer fragen: Wer ist wie Du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeih'n, heilen, still'n, und trösten, erfreu'n und segnen und uns'rer Seele als Freund begegnen, ist Deine Lust. 5. Ach, gieb an Deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommen Theil und laß uns're Seele sich immer schicken, aus Noth und Liebe nach Dir zu blicken ohn' Unterlaß. 1—0 6. Und wenn wir weinen, so tröst' uns bald mit Deiner blut'gen Todesgestalt! ja, die laß uns immer vor Augen schweben, und Dein wahr⸗ haftiges In-uns⸗-leben zu sehen sein. 7. Ein herzliches Wesen und Kindlichkeit sei uns're Zierde zu aller Zeit, und die Blutbespren⸗ gung aus Deinen Wunden erhalt' uns solche zu allen Stunden bei Freud' und Leid. 8. So werden wir bis in Himmel hinein mit Dir vergnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, wenn sich das Herz nur an Dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns Deine durchgrab'ne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim D'randenken beschämt dastehen und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. 183. Der Geliebte. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Von Dir will ich nicht weichen, o weiche nicht von mir! In aller Dinge Reichen gleicht keine Güte Dir. Ob ich zum Pol mich schwänge, ob ich zum Brunn' des Lichts durch ferne Meere dränge, Geliebt'res find' ich nichts. 2. Bringt Edelstein' und Schätze, bringt Glück und Wonne her; was ist's, das mich ergötze, fehlt mir mein Leben, Er? Bringt Kronen her und Gü⸗ ter, bringt, was kein Wunsch noch weiß: Dir, Lab⸗ sal der Gemüther, mein IEsu, bleibt der Preis. 3. Wenn bitt'res Leid mir sprießet in Furchen meiner Flur, durch Dich ist's mir versüßet, Ver⸗ wandler der Natur! Soll heut' ich Lust genie⸗ ßen, des Lebens Freudenwein, stets will ich Dir zu Füßen ein treuer Jünger sein. 2— 15⁴ 4. Geh' ich durch Nacht und Nöthe, bloß, hung'⸗ rig und verbannt, Du bist mir Morgenröthe, Brod, Heimath und Gewand. Wird voll mein Mund Lon Gaben, glänzt um mich Herrscherschein: ich kann es Alles haben, doch lieben Dich allein. 5. Du lässest Felsen grünen und schaffest Saat im Meer; Dir müssen Welten dienen, und Sterne sind Dein Heer. Doch Demuth blüht und Liebe zum Kranze Deiner Macht; es bleibt kein Auge trübe, wo ihre Milde lacht. 6. Weckt mich zum Kampf das Leben, so waffnet sie den Sinn; will Schlummer mich um⸗ weben, sie ist mir Wächterin; und wird mein Leib erblassen, ist sie des Friedens Thür. Von Dir will ich nicht lassen, o laß Du nicht von mir! 184. Die Freuden der Ewigkeit. Eigene Melodie. Wie wird mir sein, wenn ich Dich, JEsu, sehe in Deiner göttlich hohen Majestät; wenn ich verklärt vor Deinem Throne stehe, die Ewigkeit mich Stau⸗ nenden umweht? Wie wird mir sein? o HErr! ich fass'es nicht, nur Thränen rinnen von dem Angesicht. 2. Wie wird mir sein, wenn Deines Hauptes Strahlen mein Haupt umleuchten, das dem Grab' entschwand, und wenn im Himmelsglanz sich vor mir malen die Freuden, die kein sterblich Herz empfand? Wie wird mir sein? o welche Selig⸗ keit empfind' ich, denk' ich dieser frohen Zeit! 3. Wie wird mir sein, wenn Engelsharfen iönen und fanft ich ruh' in des Erlösers Schooß wenn dann geweint sind alle meine Thränen und ich nun ganz von Erdenfesseln los? Wie wird mir sein, o Du, mein HErr, mein GOtt! wenn nicht mehr schrecken Sünde, Höll' und Tod? 15² 4. Wie wird mir sein, wenn ich sie wieder⸗ sehe die Theuren alle, die ich hier geliebtz wenn ich mit ihnen in des Heilands Nähe lobsingend weil', von Trennung nie getrübt? Wie wird mir sein? o Freuden ohne Zahl, ihr strömet Licht in's dunkle Todesthal. 5. Ja, unaussprechlich sind die sel'gen Freu⸗ den, die dort der HErr mir einst bereiten wird. D'rum will ich harren, stille sein und leiden, bis mich nach kurzem Streit der treue Hirt aus Gnaden führt zum ew'gen Frieden ein; mein HErr, mein GOtt! wie wird alsdann mir sein! 185. Segenswunsch. Mel. Die Seele Christi heil'ge mich. Die Gnade des HErrn ZEsu Christ, Die Liebe Deß, der Vater ist, Des Heil'gen Geist's Gemeinschaft sei Uns allen täglich fühlbar neu! PPPee (Zweiter An hang.) 186. Guter Rath. O Seele, siehst du keine Spur, so glaube nur!—„Ja, wer nur glauben könnte!“— So gieb dich JEsu in die Kur und bete nur!— „Ja, wer nur beten könnte!“— So seufze nur, geängst'te Kreatur, und weine nur!— Und fin⸗ dest du im Glauben, Beten, Weinen nicht deines treuen Heilands Spur, so harre nur! 15³3 187. Aufforderung zum Gebet. Mel. Nun preiset Alle GOttes Barmherzigkeit. Brüder, ach betet, da ihr beisammen seid. Wenn ihr hintretet zum Thron der Herrlichkeit, öffnen sich gleich des Himmels Pforten, Ströme der Gnade entquillen dorten. 2. Denkt, o ihr Brüder, denkt an die Pfing⸗ stenzeit. Was floß hernieder vom Thron der Herrlichkeit? Wahrlich! das waren sel'ge Stun⸗ den. Was hat die Jüngerschaar da empfunden! 3. Mit heißem Flehen laßt uns zum Vater eh'n. Ihr werdet sehen, Sein Wort bleibt feste teh'n. Was ihr erfleht in IEsu Namen, das ist beim Vater auch Ja und Amen. 4. Käme ein Brausen wie ein gewalt'ger Wind, Brüder, von draußen, füllte das Herz ge⸗ schwind mit Frieden, Kraft und Licht und Leben, Brüder, was würd' es für Freude geben! 5. Seh'n wir die Flammen auch nicht vor Au⸗ gen sprüh'n, wird uns zusammen Sich der HErr nicht entzieh'n, brennende Flammen in's Herz uns geben, Kräfte des Himmels zum ew'gen Leben. 6. Werft euch nur nieder, werft euch auf's Angesicht, betet, ihr Brüder: Wir lassen, HErr, Dich nicht. Ihr sollt wie Jacob mit Ihm ringen. Uns zum Heil läßt Er Sich gern bezwingen. 188. IEsus— mein Führer. Mel. Seelenbräutigam. Jeésu, Du allein sollst mein Führer sein, zeige mir Selbst Deine Wege, Deiner Wahrheit schmale Stege; Deiner Wahrheit Grund ist Dein Wort und Bund. 2. Gründe, HErr! dabei stete Furcht und Scheu in mir und in meiner Seelen, Deinen Weg nicht 15⁴ zu verfehlen; Deine Furcht bewahr' mich vor der Gefahr! 3. Weil Du kommen bist, was verirret ist, wiederum zurecht zu führen und kein Schäflein zu verlieren, darum fleht dein Knecht: Führe mich zurecht! 4. Guter, treuer Hirt! ich bin ganz verirrt, ein verloren Schaf auf Erden; führemich zu Deinen Heerden, führe mich dahin, wo ich bei Dir bin. 189. Der Segen Aarons. Einem Brautpaar. Mel. JeEsus, meine Zuversicht. Der HErr segne dich und behüte dich. Ott der Vater kröne dich mit dem aller⸗ reichsten Segen und begegne väterlich dir auf allen deinen Wegen, daß du's unter Seiner Hut habest überschwänglich gut. Der HErr lasse Sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. IEsu Antlitz leuchte dir Tag und Nacht in Freud' und Leide und erquicke für und für dich auf grüner Lebensweide; Seiner Gnade süßer Schein strahl' in's Herz dir stets hinein. Der HErr hebe Sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.(4 Mose 6.) Und der werthe heil'ge Geist, der in alle Wahrheit leitet, hin zum Kreuz die Sünder weis't, Frieden giebt und Trost verbreitet und uns führt zum ew'gen Licht, heb' auf dich Sein Angesicht. — .— V. 15 190. Die Seligkeit des gläubigen Christen. Mel. Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel. O wie selig find die Deinen, HErr, schon hier in Deinem Blut! Muß man gleich noch manchmal weinen, lässest Du Dein Antlitz schei⸗ nen, bald ist Alles wieder gut. 2. Aber ach, was wird es werden, wenn der Geist sich heimwärts schwingt, wo von allen Deinen Heerden ohne Kummer und Beschwerden ewig Hallelujah klingt. 3. Nimm uns hin, o süßes Leben, Dein zu bleiben für und für, laß in Dir uns sein und weben, Du der Weinstock, wir die Reben, zeuch uns alle ganz zu Dir! 191. Des Christen Sehnsucht. Mel. Meine Armuth macht mich schreien. Unter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! als ein Adler fleuch behende, JIEsu Hände öffnen mir das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich lausen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstigeborner Bruder! doch die Ruder meines Schiffleins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben! was die Erde in sich hält. Sollt' ich noch in diesen Wüsten länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzens⸗HeilandIschenk' mir Glauben, festen Glauben, der durch Alles sieghaft dringt; nach Dir —— ....:n..— 156 sehnt sich meine Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst Du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Thüren träumend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd' und Straf' getragen, Furcht und Zagen muß nun ferne von mir geh'n! Tod! dein Stachel liegt darnieder, meine Glieder wer⸗ den fröhlich aufersteh'n. 8. Herzens-Lamm! Dich will ich loben hier und droben i der zart'sten Lieb'sbegier. Du hast Dich zum ew'gen Leben mir gegeben; hole mich, mein Lamm! zu Dir. 192. Mein Hauptgesuch. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Die Sünden sind vergeben, das ist ein Wort zum Leben für den geängst'ten Geist, sie sind's in JEsu Namen, in dem ist Ja und Amen, was GOtt uns Sündern je verheißt. 2. Das ist auch mir geschrieben, auch ich bin von den Lieben, weil GOtt die Welt geliebt, auch ich kann für die Sünden bei GOtt noch Gnade finden. Ich glaube, daß Er mir vergiebt. 3. Mein Hauptgesuch auf Erden soll die Ver⸗ gebung werden, so wird mein Tod nicht schwer. O, in den Sünden sterben ist ewiges Verderben; denn dort vergiebt GOtt keine mehr. 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf GOttes Wort zu ruh'n, die Seele zu erretten, zu glauben und zu beten, und das in IEsu Namen thun. 5. Ach GOtt! laß meiner Seelen es an dem Trost nicht fehlen, daß Du die Schuld vergiebst. 4* — S. —— 157⁷ Wenn ich mich betend beuge, so sei Dein Geist mein Zeuge, daß Du Dein Kind in Christo liebst. 6. Wenn ich von hinnen scheide, so mach' mir das zur Freude, daß ich begnadigt bin. Im Glauben der Vergebung, in Hoffnung der Be⸗ lebung geh' ich alsdann in Frieden hin. ö 193. GoOttes Gruß. Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Ihr Pilger aus der Ferne und aus der Näh' umher, wir grüßen euch so gerne; doch GOttes Gruß ist mehr. 2. Wie an dem Osterfeste der HErr so freu⸗ denreich, so grüße Er euch Gäste, Sein Friede sei mit euch. 3. Wie an dem Pfingsttagsfeste der HErr so gnadenreich, so grüße Er euch Gäste, Sein Geist komm' über euch. 4. So tröstet GOtt die Seelen, die Seine Jünger sind, die Seinen Dienst erwählen und lieben GOttes Kind. 7— 5. Bald sind nach allen Winden wir wieder ausgestreut, doch wird GOtt jedes finden, bald, bald zur rechten Zeit. ö 6. Dann feiern wir im Himmel ein selig Wiederfeh'n, im fröhlichen Getümmel: wie wird's dann sein so schön! 194. Nahe Dich zu mir, wenn ich Dich anrufe. Missionsfestlied. Mel. IEsu, komm doch Selbst zu mir. Komm', ach komm', HErr IEsu Christ, der Du gar zu freundlich bist und Dich gern erbit⸗ ten läßt, komm' zu uns auf's Heidenfest. 15⁸ 2. Segne Deines Wortes Schall, daß er tief in's Herz uns fall'; laß die Gnadenwinde weh'n, daß die Todten aufersteh'n. 3. Sammle, theurer GOttessohn, einen rei⸗ chen Schmerzenlohn aus der Festgemeine Dir, der Dich preise dort und hier. 4. Wenn die Christenschaar erwacht, wird auch hell der Heiden Nacht, denn Du kannst dem heißen Fleh'n Deines Volks nicht widersteh'n. 5. Darum komm, HErr JEsu Christ, der Du gar zu freundlich bist und Dich gern erbitten läßt, komm zu uns auf's Heidenfes. 195. Bin Ich nicht ein Gott, der nahe ist? Nach dem Fest. Mel. IEsu, komm' doch Selbst zu mir. Sei gelobt, HErr IEsu Christ, dessen Treu' unendlich ist, daß Du unser kindlich Flehn' hast in Gnaden angeseh'n. 2. Ja, mein Hort, Du warest da, trat'st den Seelen fühlbar nah', ach und thatst mit süßem Mund Deine Lieb' uns Armen kund. ö 3. Manches Auge wurde feucht, mancher starre Sinn erweicht, und in manche Seele drang wie ein Schwerdt des Wortes Klang. 4. O, begieße nun die Saat, daß sie wachs' und wohlgerath' und zum Preise Deiner Huld Frucht erzeuge mit Geduld. 5. Ja, gedenk' auf Deinem Thron aller Welt, o GOttessohn, daß Dein süßer Name bald auf der ganzen Welt erschallt. 159 196. In des dreieinigen GOttes Namen. Mel. Heérr IEsu Christ, Dich zu uns wend'. In GOttes Namen fahren wir, Sein' Hülf', und Gnad' begehren wir; des Vaters Güt' behüt uns heut', bewahr' auch unser' Seel' und Leib. 2. Christus sei unser Geleitsmann, bleib' stetig bei uns auf der Bahn und wend' von uns des Fein⸗ des List, auch was Sein'm Wort zuwider ist. 3. Der heil'ge Geist auch ob uns halt' mit Sei⸗ nen Gaben mannigfalt. Er tröst' und stärk' uns in der Noth und führ' uns endlich heim zu GOtt. 197. Das rechte Reisen. Mel. Ach, was soll ich Sünder machenꝰ? Heœrr, der Du von Ewigkeiten jeden Tritt der Deinen kennst, Ort, Zeit, Maaß und Ziel ernennst, wenn, wo, wie sie sollten schreiten, Deine Hand, die über sie, faßt und führt sie je und je. 2. Deinem Licht ist nichts verborgen, wirken, wachen, schlafen, geh'n, leiden, liegen, sitzen, steh'n, bleibtein Stück von Deinen Sorgen; auch wenn wir bei Fremden sein, gängelt uns Dein Augenschein. 3. Wäre auf dem Ball der Erden nur ein Winkel ohne Dich, würde er ganz sicherlich uns zu einer Hölle werden; denn der Trost der Dei⸗ nen ist, daß du allenthalben bist. 4. Dein so holdes Angesichte geht uns auch auf Reisen vor, da wacht Herz, Hand, Aug' und Ohr, daß uns nichts zu Schanden richte, daß Macht, List und Schmeichelei nicht der Seelen Fallstrick sei. 5. Du bewahrest uns're Glieder, unterstütz'st den schwachen Leib, daß auch er dir bräuchlich bleib'. Sinken wir in Schwachheit nieder, so bist Du der rechte Mann, der durch ein Wort helfen kann. ö II ———— 160 6. HErr, ich tret', aus Pflicht gedrungen, auch jetzt eine Reise an, mach' Du allenthalben Bahn;„ hab' ich dies von Dir errungen, daß Du meine Sonn' und Schild, nun so geh' es, wie Du willt. 7. Führe meiner Seele Sache, weil ich un⸗ terweges bin, präge tief in meinen Sinn, daß ich auch im Kleinsten wache und Dein inn'res Gnadenwerk in mir augenblicklich merk'. 8. Treibe mich zu vielem Beten und zu der jseheimen Kunst, mit in dich gesenkter Brunst ille vor Dich hinzutreten, wenn indeß die große Welt sich mit Tändeln unterhält. 9. Laß mich glauben, eh' ich spreche, laß mich glauben, eh' ich schweig', mache mich zum Sauer⸗ teig, der da alles sanft durchbreche; srane Worte, segne That, so glänzt meiner Füße Pfad. 10. Ford're die, die ich verlasse, stets zum Ringen für mich auf, bis nach meiner Reise Lauf ich sie wieder froh umfasse und ein jedes dann mit mir, HErr, mein GOtt! lobfinget Dir. 198. Trost im fremden Lande. Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. Bist du gleich ferne von Bekannten, was scha⸗ det's, da dir früh und spät ein Heer von glän⸗ zenden Trabanten umher um deinen Wagen steht? Was schadet's, wenn die Freunde scheiden und kein Gefährte mit dir geht, da dich die Engel selbst begleiten und IEsus dir zur Seite steht? 2. Die finst're Nacht darf dich nicht schrecken, die über Land und Meere fällt; will gleich die Sonne sich verstecken, dein IEsus ist das Licht der Welt. Er, der die Sonne selbst formiret, darf eines fremden Lichtes nicht; wenn Dessen weise Hand dich führet, ist dir die Nacht auch selbst ein Licht. 161 3.Ich weile hier im fremden Lande, allein in Gottes Eigenthum; find' ich gleich lauter Un⸗ bekannte, so kennt mich doch mein höchster Ruhm. Mein Hort, in den mein—0 versenket, zeigt mir Sein holdes Angesicht und spricht: Mein Kind, sei ungekränket; dein treuer Vater läßt dich nicht. 199. Gedanken des Ministers v. Pfeil, als er aüf der Reise nach Regensburg den ö Arm zerbrach. Wie? war mein Paß auf diesem Weg nicht gut? Verfehlten denn die Engel ihrer Hut? Kann, wenn wir GOtt mit Glaubensarmen fassen, Er Seinem Kind den Arm zerbrechen lassen?— Der Paß war gut: der Name IEsu Christ', Der bis an's End' der Himmel gültig ist; Die Engel sind getreu in ihrem Schützen, Der Glaube kann auf Dich sich sicher stützen, Wer ist, wie Du, so gnädig und getreu? Doch bricht der HErr mir meinen Arm entzwei! Spricht auch: Warum? zum Schöpferein Geschöpfe? Der Töpfer hat in seiner Hand die Töpfe; All' mein Gebein soll sagen immerzu: Wer ist, o großer GOtt! wer ist wie Du! Fern sei, daß Du d'rum ungerecht sein solltest, Wenn Du mich ganz in Stücke brechen wolltest; „Du fassest mich bei meiner rechten Hand Und ich fass' auch Dich, mit zerbrochnen Armen Dein gnädiges und väterlich's Erbarmen. Schau' her, ich leg' in IEsu Seitenschrein Die lahme Hand, den morschen Arm hinein. Den Glaubensarm hast Du mir ganz gelassen, Mit dem will ich die Nägelmahle fassen. Dein Schmerze heilt und lindert meinen Schmerz, O schenke mir nur ein zerbrochnes 9415 162² Für mich ward Dir die Seite einst durchstochen, Jedoch kein Bein am Leibe Dir zerbrochen, ö Für mich gehört's, der ich dem Schächer gleich! ö Gedenke auch an mich in Deinem Reich, Vergieb mir, HErr, die Werke meiner Hände, Die ich auf's Neu' zu Deinem Dienst verpfände. Ich lobe Dich und preise Deinen Rath Auch für die jetzt an mir vollbrachte That, Wenn Du nur nicht von Deinem Knechte weichest, Vielmehr mir jetzt die Vaterhände reichest. O gieb, daß ich fortan, mein Lebenlang Dich unverrückt mit Armen fest umfang', Und meinen Arm gebrauch' zu keinem Dinge, Als nur, wo ich Dein Wollen, HErr! vollbringe. Zu diesem Zweck heil' den zerbrochnen Stab, Den Arm, den ich nur Dir gewidmet hab', Die Heilungskraft für alle Krumm' und Lahmen Ist ja in Dir, Du theurer IEsusnamen! Du kannst, Du willst, Dutthust es wirklich. Amen. 200. Segen der Gastfreiheit. enn Deinem Haus' ein Gast sich naht, so nimm ihn freundlich an die Hand und führ' ihn ein zu jeder Frist und sieh', ob's nicht ein En⸗ gel ist, den dir der HErr gesandt. 2. Gar Mancher nahm schon unbewußt solch einen Engel auf als Gast; doch weil sein Sinn verblendet war, und er nicht sah das Flügelpaar, da ward er ihm zur Last. Hebräer 13, 2. „3. Nein, naht ein Gast sich Deiner Thür, und säh' er auch gering nur aus, schau' ihn recht an, es könnte sein, er trät' als Engel bei dir ein, der Segen bringt in's Haus. 4. Vielleicht, daß er von einer Last, die lange dir schon drückend ward, gar unverhofft dich nun be⸗ 163 freit, und in der Noth dir Rettung beut,— wär' das nicht Engel⸗Art?“ 5. Vielleicht, daß er den Schmerzensdorn, der lange dir im Herzen saß, heraus dir zieht gar undermerkt und dich mit Trostes⸗Balsam stärkt,— wär' nicht ein Engel das? 6. Vielleicht, daß er den Sündendorn, der noch viel schmerzlicher dich sticht und den dir Herz und Welt verschweigt, mit Lieb' und Freund⸗ lichkeit dir zeigt,— wär's da ein Engel nicht? 7. Und nicht, daß er ihn bloß dir zeigt, ach nein, er führt dich dann wohl auch dem Einen zu, der einzig ist der rechte Arzt, dem HErren Christ: wär' das nicht Engel⸗Brauch? 8:. Drum, naht ein Gast, o merk' es dir, so führ' ihn freundlich bei dir ein, schau ihm nur hold in's Angesicht und raub' ihm das Vertrauen nicht, es könnt' ein Engel sein. 201. Tauflied. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. Liebster FEsu, wir sind hier, Deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu Dir, weil Du den Befehl gegeben, daß man sie zu Dir hinführe; denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in un⸗ sern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu geboren, wird von Dir nicht auf⸗ genommen, kann in GOttes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu Dir, nimm dies Pfand von unfern Armen; tritt mit Deinem Geist her⸗ für und erzeige Dein Erbarmen, daß Dein Kind es hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch' es, JEsu, durch Dein Blut, von den angeerbten Flecken, laß es H—1 nach dieser 1 164 luth Deiner Liebe Flügel decken, schenk' ihm einer Unschuld Seide, daß es ganz in Dich sich kleide. 5. Hirte, nimm Dein Schäflein an; Haupt, mach' es zu Deinem Gliede; Himmelsweg, zeig' ihm die Bahn; Friedefürst, schenk' Du ihm Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe stets im Glauben dich umgebe. 6. Nun, wir legen an Dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ' die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen: ja, den Namen, den wir geben, schreib' in's Lebensbuch zum Leben! 202. Traulied. Mel. Lobe den HErren, den mächtigen König. Senke, o Vater! herab Deinen göttlichen Frieden auf diese Herzen, die Du für einander beschieden; gieb ihnen Heil, laß ihnen werden zu Theil Gnad' und Erbarmen hienieden. 2. Leite und führe sie, Heiland! auf ebenen Wegen, laß ihre Herzen in Treue und Liebe sich regen; scheuche zurück Untreu' und böses Ge⸗ schick; gieb ihnen himmlischen Segen! 3. SErr! Du bist weise, Du schenkest nicht immer uns Freuden; um uns zu bilden, zu zie⸗ hen nach Dir, schickst Du Leiden, beugst unsern Sinn, trübest den reichsten Gewinn, doch nicht — um von uns zu scheiden. 4. Hast Du für sie denn der Leiden auch manche erkoren, damit sie würden für Dich und den Himmel geboren; dann, HErr! gieb Kraft, Du bist's allein, der sie schafft; laß sie nicht gehen verloren! 5. So werden Freuden und Leiden mit Segen sie krönen, und sie Dir danken, o Heiland! am Ziel V 4 * 16⁵ einst mit Thränen, daß Du erhört, daß Du aus Gnaden gewährt, was wir erflehten mit Sehnen. 208. Triumphlied des freudigen Glaubens beim Ungewitter. Mel. Lobe den HErren, den mächtigen König. Rollet, ihr Donner, und prasselt mit schrecklichem Knallen! Lasset vom dunkeln Getöse die Wolken er⸗ schallen! Schlaget mit Macht, daß die Welt schüt⸗ tert und kracht: Mir wird der Glaube nicht fallen. 2. Schwärzet, verdunkelt, ihr schweren Gewitter den Himmel. Mache nur, Sturmwind und Regen, ein banges Gewimmel. Brauset daher; rauschet, ergießet ein Meer! Mein Herz ist ohne Getümmel. 3. Leuchtet und strahlet, ihr hellen, durchschnei⸗ denden Blitze. Speiet nur Flammen und schreckliche, feurige Spitzen. Schwefel und Gluth schießet mit tödtlicher Wuth: Ich will im Friedensthal fitzen. 4. JEsus, der starke GOtt, hat mir die Sünden vergeben. Ich bin errettet und habe das ewige Leben. Er ist mein Freund. Ich bin Ihm auch nicht mehr feind: Was soll ich nun noch erbeben? 5. GOtt, der Allmächtige, liebet mich Sünder aus Gnaden. Seine Kraft schützet die Kinder, die elenden Maden. Alle Gefahr trifft ohne Ihn nicht ein Haar. Der Schade selbst kann nicht schaden. 6. Will sich das Herz aus natürlicher Blödigkeit scheuen, will mich die zweifelnde Furcht von dem Glauben zerstreuen,— hat Er Geduld, und Seine mächtige Huld wird mich noch völlig befreien. 7. Nun so mag alles, was schrecklich ist, fürch⸗ terlich toben. Kenn' ich doch Einen, der herrschet und fitzet dort oben. Er ist mein Licht, darum ent⸗ setz' ich mich nicht, ich will den großen GOtt loben. 166 8. Sollt' ich dem König zur Schande so ängst⸗ lich erbeben? Sollt' ich nicht immer in göttlicher Freudigkeit leben? Mitten in Noth will ich den herrlichen GOtt im Geist fein lustig erheben. 9. Raubet, ihr Wetter, beraubet mich irdischer Dinge. Das ist dem Herzen zur Traurigkeit viel zu geringe. GOtt ist mein Gut. Mein ist des Hei⸗ landes Blut. Verbrennt, ihr Güter: Ich finge. 10. Nehmt mir die Freunde und schlag't die Verwandten darnieder. Sind sie im Glauben, so find' ich sie ewiglich wieder. Nehmt, was ihr wollt, thut, was ihr ausrichten sollt: Mir blei⸗ ben fröhliche Lieder. — 11. Willst Du mich endlich, mein Abba, im Wetter erschlagen: Wohl mir! so werd' ich im ärke gen Himmel getragen. Stärke den Muth; ärke den Glauben an's Blut, so will ich nim⸗ mermehr zagen. 12. Wahrlich, ich höre den Donner mit Freuden erschallen. Sollte mir denn nicht die Allmacht des Vaters gefallen? O Majestät, die hier so fürchter⸗ lich geht! Mich labt Dein Blitzen und Knallen. 13. Zittert, ihr Frechen, und fürchtet den mäch⸗ tigen Richter. Bebet, erschrecket, verändert die wil⸗ den Gesichter. Die ihr noch liebt, was man in Finsterniß übt, seht hier die rächenden Lichter. ö 14. Fühlet den Schauer, ihralles verleugnen⸗ den Spötter. Sagt doch, was dünkt euch? Wie ist euch bei brüllendem Wetter? Ist da kein GOtt? Spötter, ihr werdet zu Spott! Du siegest, großer Erretter! 15. Singet und betet, ihr knechtischen Knechte der Sünden. Ist es vorüber, so laßt ihr den Kum⸗ mer verschwinden;— aber gedenkt: Der, den ihr freventlich kränkt, wird ew'ges Feuer entzünden. 16. Fallet doch einmal dem König der Ehren zu Fuße, bittet um Gnade zur redlichen, gläu⸗ * — . * N ö ——————— — 167 bigen Buße. Seine Geduld, die unaussprechliche Huld, vergönnt euch heute noch Muße. 17. Schlage, du Donner des Wortes, zerschlage das Scherzen. Leuchtet, ihr Blitze des Geistes, und treffet mit Schmerzen. Stürmet den Muth, regne du löschendes Blut, so wachsen Früchte der Herzen. 204. Kampflied. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Müstet euch, ihr Christenleute! die Feinde suchen euch zur Beute; ja, Satan selbst hat eu'r begehrt. Wappnet euch mit GOttes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel. Hosiannah! Der Starke fällt durch diesen Held und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besiegt sie, denn ihr seid ja Christen und stehet in des HErren Kraft. Stärket euch in JEsu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glau⸗ bens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! Da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit; so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wen'gen Jahre, eh' ihr kommt auf die Todtenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn GOtt wird die Todten wecken und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. GOtt Lob! wir sind ver⸗ söhnt; daß uns die Welt verhöhnt, währt nicht lange, und GOttes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron'. ö 4. JEsu, stärke Deine Kinder, und mach' aus denen Aeberwinder, die Du erkauft mit Deinem Blut. Schaff' in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu Dir erheben, wenn uns entfalleu will ö —— —— —e..e....— —6 der Muth. Gieß' aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an Dir im Tod und Leben für und für. — —j——— 205. Die Kirche Christi, ein Wunder. Hohelied 1, 5. Mel. Wie schön ist unsers Königs Braut. er ist der Braut des Lammes gleich? wer ist so arm, und wer so reich? wer ist so häßlich und so schön? wem kann's so wohl und übel gehn? Lamm GOttes, Du und Deine sel'ge Schaar sind Menschen und auch Engeln wunderbar. 2. Aus Gnaden weiß ich auch davon, ich bin ein Theil von Deinem Lohn, so elend, als man's kaum erblickt, so herrlich, daß der Feind erschrickt, so gottlos, daß wohl alle besser find, und so gerecht, als Du des Vaters Kind. ö 3. Ein Wurm, bis in den Staub gebeugt, der auf den Thron des Königs steigt. Bekümmert, trübe, bloß und krank, und doch voll lauter Lob⸗ ö 7+77 EE SFH —6S esang.— So schwach, daß meine Kunst in nichts esteht, so stark, daß Satan aus dem Wege geht. 4. Verfolgt, verlassen und verflucht;?) doch von dem HErrn hervorgesucht. Ein Narr vor aller ugen Welt;“*) bei dem die Weisheit Lager hält. Verdrängt, verjagt, besiegt und ausgefegt. P Und doch ein Held, der ew'ge Palmen trägt. 5. Wer bin ich, wenn es mich betrifft? ein Abgrund voller Sündengift. Wer bin ich, Lamm, in Deiner Pracht? ein Mensch, der Engel weichen AH E. 18Sor. 4, 11—13. ů 5 5) 1 Cor. 3, 18. Offenb. 7, 9—14. * 2 4090 macht; so rein, so weiß, so schön, so auserwählt, daß mir's an Worten zur Beschreibung fehlt. 6. O Sündenschuld, wie beugst du mich! o Glaube, wie erhebst du dich! Wer faßt hier den geheimen Rath? Nur, wer den Geist des Glaubens hat, der durch des Lammes Blut zusammen schreibt, was sonst wohl himmelweit geschieden bleibt. . Das ist der GOttheit Wunderwerk und Seines Herzens Augenmerk, ein Meisterstück, aus nichts gemacht; so weit hat's Christi Blut gebracht! Hier forscht und betet an, ihr Seraphim, bewun⸗ dert uns, und jauchzt und danket Ihm! 1 Petr. 1,21. 206. Heimweh nach Jerusalem. Volksmelodie. Laßt mich geh'n, laßt mich geh'n, daß ich IEsum möge seh'n, in meine Seel' ist voll Ver⸗ langen, Ihn auf ewig zu umfangen und vor Seinem Thron zu steh'n. 2. Süßes Licht,:, Sonne, die durch Wolken bricht, wann werd' ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau' Dein holdes 2—2—— Angesicht? „3. Ach wie schön„ ist der Engel Lobgetön'!; Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel, flög' ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höh'n.; 4. Wie wird's sein,, wenn ich zieh' in Sa⸗ lem ein, ½: in die Stadt der goldinen Gassen— OErr, mein GOtt! ich kann's nicht fassen, was das wird für Wonne sein. 5. Paradies, Paradies! wie ist deine Frucht so süß! en unter Deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen:— Bring' uns, SErr, in's Paradies! 1 ö ————ß7.— —40 (Dritter Anhang.) ö Einladung. Herr SEsu Christ! Dich zu uns wend', Dein'n heil'gen Geist Du zu uns send'; mit Hülf' und Gnaden uns regier' und uns den Weg zur Wahr⸗ heit führ'. 207. 2. Thu' auf den Mund zum Lobe Dein, be⸗ reit“' das Herz zur Andacht fein, den Glauben ö mehr', stärk' den Verstand' daß uns Dein Nam“ werd' wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit GOttes Heer: Heilig, heilig ist GOtt, der HErr, und schauen Dich von Angesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Ehr' sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist in Einem Thron'; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! ———* 208. Bußlied. Mel. Kommt her zu Mir, spricht GOttes Sohn. Ach GOtt, gieb Du uns Deine Gnad', daß wir all' Sünd' und Missethat bußfertiglich erkennen und glauben fest an Jésum Christ, der uns're Hülf“ und Meister ist, wie Er Sich Selbst thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach Deinem Wort gott⸗ selig leben fort und fort zu Ehren Deinem Namen, daß uns Dein guter Geist regier', auf eb'ner Bahn zum Himmel führ', durch JIEsum Christum. Amen. 209. Abendmahlsvers. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Esu, wahres Brod des Lebens! Hilf, daß ich doch nicht vergebens, oder mir wohl gar zum, 85— 2—25*“˖ꝛ“C V ——————————— 17² Schaden sei zu Deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermes⸗ sen, daß ich einst, wie hier auf Erden, mög' ein Gast im Himmel werden. 210. IEsus, mein Erlöser und mein Vorbild. Wenn mir Deines Blutes Kraft, mein Er⸗ löser! Ruhe schafft, o lehre mich ermessen, daß Du auch mein Vorbild bist. 2. Aber weil mein schwacher Fleiß Dir nur schlecht zu folgen weiß, o so laß mich's nie ver⸗ gessen, daß Dein Tod versöhnend ist. 211. Das geweihte Bruderband. Mel. Gott sei Dank in aller Welt. Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu uns'rer Zeit, brich in Deiner Kirche an, daß die Welt es sehen kann! 2. IEsu! Haupt der Kreuzgemein'! mach' uns alle, groß und klein, durch Dein Evangelium ganz zu Deinem Eigenthum. 3. Sammle, großer Menschenhirt! alles, was sich hat verirrt; laß in Deiner Gnade fein Alles ganz vereinigt sein! 4. Bind' zusammen Herz und Herz, laß uns trennen keinen Schmerz; knüpfe Selbst durch Deine Hand das geweih'te Bruderband! 5. Laß die ganze Brüderschaar lieben, loben, immerdar, in Dir ruhen allezeit, immer und in Ewigkeit. 17² 212. Die Liebesharmonie. Mel. Mir nach! spricht Christus, unser Held. O JEsu! sei Du unser Grund zum Hause, das da bleibe; Du holder Freund! richt' auf den Bund, tauf' uns zu Einem Leibe, damit die Freundschaft mag besteh'n, wozu wir uns berufen seh'n. 2. Mit Seelen, die in Liebe steh'n, läßt sich schon etwas wagen; wenn wir in Einem Sinne geh'n, ist alles leicht zu tragen; wir sind's bei uns auch schon gewohnt, daß jeglichem die Liebe lohnt. 3. Die Liebesharmonie ist schön, man hört sie lieblich spielen; wo Brüder in der Eintracht steh'n und sich fein herzlich fühlen, das ist gleich einem Saitenklang, erfreulich wie ein Lobgesang. 4. Der OErr ist Selbst in ihrer Mitt' und seg⸗ net sie mit Frieden; sie schmecken Seine Lieb' und Güt', und haben schon hienieden den Vorschmack ew'ger Seligkeit, die Er den Seinen zubereit't. 213. Gebet auf der See. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Scwellet sanft, ihr weißen Segel! in des Höchsten Lebenswind! Flieget schnell dahin, wie Vögel, führt uns sicher und gelind! Stolzer Ab⸗, grund, bleib' im Schlummer! Spare, HErr, uns Angst und Kummer! Schirm' uns, ew'ge Maje⸗ stät, die auf Meereswellen geh't. 2. Du, die Kraft der Ewigkeiten, sollst allein der Fährmann sein; Du alleine sollst uns leiten und unsichtbar benedei'n. Dir, HErr JEsu, sei ge⸗ huldigt, Dir, vor dem wir schwer beschuldigt, aber bitte fort und fort für uns, Deine Schuldner, dort. 3. O laß Deine Himmelsbläue, die in unser Antlitz lacht, geistlich auch, und stets auf's Neue in uns tilgen alle Nacht, daß wir nicht vom Feind * ** **— ee 2•.?— 257r— 8 68383636838386 — ergriffen, keusch auf GOttes Wassern schiffen. Dich in uns're Herzen zieh'n, nicht, wie Jonas, vor Dir flieh'n! 4. Kommt der Sturm, so steu'r und wehre! Kommt die Nacht, so sei uns Licht! Strahl' uns auf dem dunklen Meere gnadenreich in's Ange⸗ sicht! Laß uns von den ird'schen Wogen immer⸗ dar sein hingezogen, wo des Lichts krystall'nes Meer wallt vor Deinem Throne her. 5. Wie die reine Mittagssonne in den Was⸗ sern spiegelt sich, also laß in heil'ger Wonne uns're Geister spiegeln Dich, Dich, den höchsten Quell der Lichter, Dich, den König, Freund und Richter!— Nun, geh' leuchtend uns voran, gieb uns off'ne Meeresbahn! 214. Herr, hilf uns! wir verderben. Mel. Auf meinen lieben GOtt. Herr IEsu, schlafe nicht, wenn Mast und Segel bricht! Laß uns nicht untersinken, noch in dem Meer ertrinken; laß uns nicht also sterben; HErr, bilf uns, wir verderben! 2. Bedräu' der Winde Grimm, wenn sie mit Ungestüm das lecke Schiff zerschellen und an die Felsen prellen. Wach' auf, HErr, wehr! dem Sausen, dem Stürmen, Wüthen, Brausen! 3. Du bist es, welchem Wind und Meer ge⸗ horsam sind; darum laß Dich erwecken! Die Fluth will uns bedecken; die stolzen Wellen schlagen, daß wir fast ganz verzagen. 4. Du bist der Wundermann, der in uns will und kann den kleinen Glauben mehren und Furcht und Schrecken wehren; ob wir uns gleich ent⸗ „färben, läss'st Du uns nicht verderben. ö ————— .—— . 17⁴ 5. Du steu'rst dem Sturm mit Macht, wenn alles bricht und kracht, wenn Wirbelwinde toben, so schauest Du von oben zu uns herab auf Er⸗ den, daß wir erhalten werden.— 6. Du lenkst die wilde Fluth, bezähmest ihre Wuth; wenn gleich das Schiff sich schüttert, wird es doch nicht zersplittert. HErr, Du kannst uns erhalten; Dich lassen wir nur walten. 215. In Sturmesnoth. ö Mel. HErr SEsu Christ, mein's Lebens Licht. In dieser schrecklichen Gefahr, wo Menschen⸗ hülf' ist aus sogar, wo nichts zu seh'n ist, alt der Tod, ruf' ich zu Dir aus tiefer Noth. 2. Aus tiefer Noth schrei' ich zu Dir:„Sei gnädig, HErr, sonst sterben wir! Dein Ohr, 9 Vater, neige sich! Erhör' und rett' uns 0 3. Komm', treuer GOtt, verzeuch nicht lang! Ach siehe, mir ist angst und bang; ich bin be⸗ trübt, der Tod bricht ein, und meine Sünd' er⸗ weckt mir Pein. 4. Ach, Vater, ich bekenn' es hier, ich hab es wohl verdient an Dir, daß mich verschlingl die wilde Fluth und niederzieht zur ew'gen Ginth., 5. Doch bitt' ich, HErr, um Deine Huld,— o trage mich noch in Geduld! Laß wider das Ge⸗ richt noch heut' sich rühmen die Barmherzigkeit! 6. Schau', großer GOtt! auf IEsum Christ, der auch mein Mittler worden ist; um Seinet wil⸗ len sieh' mich an, und räche nicht, was ich gethan. 7. Umfasse Du mich als Dein Kind; gebiete, HErr, dem Wetterwind und der empörten, wil⸗ den See, daß uns nicht länger Leid gescheh'.„ 17⁵ 8. O Heiliger! sprich nur ein Wort, so finkt die Fluth an ihren Ort, so wandelt über'm stil⸗ len Meer Dein Friede wieder mild einher. 9. HErr, unsre Zuflucht, unser Heill Komm! nicht zu spät! hilf uns in Eil'! Wer ist bei uns? 11. Laß, JEsu, wenn wir untergeh'n, uns Dich, nur Dich im Geiste seh'n; Dein theures Blut, Dein bitt'rer Tod versüß' uns auch die letzte Noth. 12. Verschlingt das Meer den Leib allhier, so nimm die Seele, HErr, zu Dir, und ruf' am jüngsten Tage mich, bei Dir zu leben ewiglich. * 216. Flügelt uns, ihr Winde! Mel. Werde munter, mein Gemüthe. In die Segel sanft und linde und doch stark und kühn zugleich, hauchen GOttes Himmels⸗ winde, flügeln uns durch's Wasserreich. Furchend, aber spurlos doch, schnell und immer schneller noch bricht der Kiel die starken Wellen, fort, nach nie erblickten Stellen. 2. O du Bild vom flücht gen Leben, dring' uns ernsthaft in den Sinn! Ob wir spurlos auch verschweben, pflügen wir doch Furchen hin, Fur⸗ chen, d'rein aus sel'ger Welt unsichtbarer Same fällt, unsichtbaxe Landungsküste winkt uns durch die schäum'ge Wüste. 3. Laßt uns, Brüder, also schiffen, daß in letzter Brandungsnoth Stranden an den Felsen⸗ riffen nur den müden Leib bedroht, und, bis der verklärt erwacht, freudig still die Seele lacht in 176 dem ewigen Himmelsfrieden, den GOtt Seinem Volk beschieden. 4. O daß dort der Seelen viele, viele mö⸗ ele, auch durch uns hinzuzuthun Seelen, noch is jetzt umstrickt, noch bis jetzt durch Nacht ge⸗ drückt, frei durch uns von Band und Binde. fen friedlich ruh'n! O daß es dem HErrn ge⸗ b Eia, flügelt uns, ihr Winde! 217. Rufe getrost, schone nicht! Eigene Melodie. Ruft getrost, ihr Wächterstimmen! ruft ge⸗ trost und schonet nicht; Christus will ein Zeug⸗ niß haben! Wenn's die Prediger vergraben, ach, das ist ein groß Gericht! Ruft getrost,‚ ihr Wäch⸗ terstimmen, rufet laut und schonet nicht. 2. Wahrlich! St Erden müssen lauter Zeugen werden, wenn kein Mensch von Christo zeugt. Wahrlich, Steine müs⸗ sen reden, wenn der Mund der Priester schweigt. 3. Darum auf, ihr Kinder GOttes! bittet um Elia's Geist! Wollt ihr euch nach Christo nen⸗ nen, so müßt ihr Ihn frei bekennen, daß Sein Name werd' gepreist. Darum auf, ihr Knechte GOttes, bittet um Elia's Geist! 4. Seid ihr Stimmen in der Wüste, so ver⸗ weis't die Welt auf's Wort; führt die Kranken und Gesunden zu des Heilands Blut und Wun⸗ den, als dem einz'gen Gnadenhort. Seid ihr Stimmen in der Wüste, nun, so weis't die Welt auf's Wort! eine müßten reden, wenn der Mund der Priester schweigt; ja die Felsen dieser ———— 2 X U 17⁷ 218. Seufzer vor der Predigt. Mel. Kommt her zu Mir! spricht GOttes Sohn. Ach SErrt erbarm' Dich über mich, ach HErr, mein GOtt, hilf gnädiglich, daß ich nur Dich be⸗ kenne mit Wort und Wandel allezeit und Dich in Glaubensfreudigkeit mein Ein und Alles nenne. 2. Ich gehe nun zur Kirche hin, doch ist so herzlich angst mein Sinn, ich bin ein armer Sünder, d'rum fleh' ich: HErr, erbarme Dich und siehe gnädig her auf mich und alle Deine Kinder! 3. Sie möchten gern gesegnet sein; d'rum komm und kehre bei uns ein mit Deinen Friedensgaben; ja komm, Du lieber heil'ger Christ, der Du auch unser Heiland bist, daß wir an Dir uns laben. 4. Ach thue mir den Mund doch auf und hebe hoch mein Herz hinauf zu Dir, Du wahres Le⸗ ben, auf daß ich zeugen kann von Dir mit einer himmlischen Begier und ohne Furcht und Beben. 5. O mach' Dein Wort zum Feuer mir und brauche mich zum Hammer hier, für so viel Felsen⸗ herzen! Erweck', o HErrldie Todten all' durch Deines Mundes Donnerschall, auf daß sie Dich exwählen. 6. Geh' mit mir, HErrder Herrlichkeit, und tilge alle Schüchternheit in Deinem schwachen Kanechte, gieb Du mir, was ich reden soll, mein Herz laß, Deines Geistes voll, verkünden Deine Rechte! 7. So will ich preisen Deine Gnad', die mich auch heut besuchet hat, aus tiefstem Herzensgrunde. Ja, OErr, Du sollst mein IEsus sein, Du sollst mein bleiben ganz allein heut und zu jeder Stunde. 219. Die then'ren Märtyrer. Löwen, laßt euch wiederfinden, wie im ersten Christenthum, die nichts konnte überwinden!— 12 17⁸ Seht nur an ihr Märtyrthum, wie in Lieb' sie glühten, wie sie b d sprühten, daß sich vor der Sterbenslust selbst der Satan fürchten mußt'. 2. In Gefahren unerschrocken und von schnöden Lüsten rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des HErrn Gemein'; ihr Sinn drang zum Himmel; fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geist, suchte nicht, was zeitlich heißt. Alle Dinge nach der Wahrheit, und nach Fleischesmeinung nicht, maaßen gründlich sie, voll Klarheit, denn ihr Urtheil stand im Licht. In der Trübsal fröhlich waren sie und selig; fern von Menschensclaverei, und von ihren Banden frei. 4. Ganz großmüthig sie verlachten, was die Welt für Vortheil hält, und wornach die Meisten trachten, Ehre, Wollust, Tand und Geld; Furcht war nicht in ihnen; aufdie Kampfschaubühnen sprangen sie mit Freudigkeit, hielten mit den Thieren Streit. 5. O daß ich, wie diese waren, mich befänd' auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund er⸗ fahren Deine starke Helfershand, mein GOtt, recht lebendig! Gieb, daß ich beständig, bis zum Tod durch Deine Kraft übe gute Ritterschaft. 6. Ohne Dich bin ich nicht tüchtig, irgendetwas Gut's zu thun; was da heilig, groß und wichtig/ ö seh ich bloß auf Dir beruh'n. HErr, HErr, meine ö Hoffnung! Halte Dein' Verheißung; hilf mir, daß ich als ein Held durch den Glauben halt' das Feld. 7. Gieb, daß ich mit Geisteswaffen kämpf' in IEsu Löwenstärk', und ja niemals mög' erschlaffen, 6 daß mir dieses große Werk durch Dich mög' ge⸗ ö —— lingen und ich tapfer ringen; daß ich in die Luft nicht streich', sondern bald das Ziel erreich'. 8. Ei wohlan, nur fein standhaftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Laßt uns folgen recht herz⸗ haftig jener Zeugenwolke Lauf! Rur den Leib —.— 179 kasteiet, und sich nicht gescheuet! Er hat's Leiden wohl verdient, und die Seel' darunter grünt. 9. Fort mit jenem Sinn der Griechen, denen Kreuz nur Thorheit ist! O laßt uns zurück Wer. kriechen, wenn an's Kreuz soll JEsus Christ! Fügt euch dicht zusammen, wenn der Schlangen⸗ samen sich dem Glauben widersetzt, und das Schlachtschwerdt auf uns wetzt. 10. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Märtyrer wird gedüngt der Kir⸗ chenacker; diese Feuchtung treibet sehr; alle Pflan⸗ zen sprossen, die davon begossenz o dann trägt er reichlich Frucht, eine schöne Gartenzucht! 11. Komm, befrucht', o gold'ner Regen, uns, Dein Erb', die dürre Erd', daß wir Dir getreu sein mögen und nicht achten Feu'r und Schwerdt, als in Liebe trunken und in Dir versunken. Mach' Dein' Kirch' an Glauben reich und das End' dem Anfang gleich! 220. Verzage nicht! Mel. Kommt her zu Mir! spricht GOttes Sohn. Verza e nicht, o Häuflein klein! obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu zerstören, und suchen deinen Untergang, davor dir wird recht angst und bang': Es wird nicht lange währen. 2. Dich tröste nur, daß deine Sach ist GOttes; Dem befiehl die Rach', laß Ihn alleine walten. Er wird durch Seinen Gideon, den Er wohl kennt, dir helfen schon, dich und Sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott GOtt ist und Sein Wort. muß Teufel, Welt und Höllenpfort' und was ihn'n thut anhangen, endlich werden zu Hohn und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg woll'n wir erlangen. 10 12 180⁰ 4. D'rum sei getrost, du kleines Heer! streit' rit⸗ terlich für GOttes Ehr' und laß dir gar nicht grauen, GOtt wird den Feinden nehm'n den Muth; daß sie sterben in ihrem Blut, wirst du mit Augen schauen. 5. Amen! das hilf, HErr JEsu Christ, dieweil Du unser Schutzherr bist, hilf uns durch Deinen Namen; so wollen wir, Deine Gemein', Dich loben und Dir dankbar sein und singen fröhlich: Amen! 221. Bitte um Frieden. Mel. Was mein GOtt will, gescheh' allzeit. Gieb Fried', o frommer, treuer GOtt, Du Vater aller Gnaden! wend' ab die drohend große Noth, verhüt' all' unsern Schaden! der Feind mit Macht dahin nur tracht't, die Völker zu ver⸗ heeren, die Deinen Sohn, den Heiland fromm, erkennen, lob'n und ehren. 2. Gieb Fried, o JEsu, lieber HErr, Du Schützer Deiner Heerde! denn es betrifft Dein Amt und Ehr', den Gottesdienst so werthe; solch's all's der Feind mit Ernst jetzt meint, will's hindern und ausrotten; d'rum steh' uns bei, OErr IEsu, frei, die Feinde mach' zu Spotten. 3. Gieb Fried, o HErr GOtt, heil'ger Geist, Du Tröster aller Blöden! Dein' Hülf' uns jetzt und allzeit leist', laß Dein' Kirch' nicht veröden, das G'bet erweck', den Glauben stärk', gieb wahre Buß' und Reue; die Feinde stürz', Dein Volk beschütz' auf daß sich's ewig freue. 222. Eingangslied. Eigene Melodie. Liebster Jesul wir ind hier, Dich und Dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die ———————— ..———————— 18¹ süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu Dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Fin⸗ sterniß umhüllet, wo nicht Deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten wollst Du Selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit! Licht vom Licht aus GOtt geboren! mach' uns allesammt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Fleh'n und Singen, laß, HErr JEsu, wohl gelingen! 223. Ausgangslied. Mel. Liebster JEsu, wir sind hier. Mun Gott Lob! es ist vollbracht, Singen, Beten, Lehren, Hören; GOtt hat alles wohlgemacht, d'rum laßt uns Sein Lob vermehren; unser GOtt sei hoch gepreiset, daß Er uns so herrlich speiset. Z. Weil der GOttesdienst ist aus, uns auch mitgetheilt der Segen, so geh'n wir mit Freud' nach Hauß', wandeln frei auf GOttes Wegen; GOttes Geist uns ferner leite und uns alle wohl bereite. 3. Unsern Ausgang segne, GOtt, unsern Ein⸗ ang gleichermaßen. Segne unser täglich Brod, egne unser Thun und Lassen, segne uns mit sel'⸗ gem Sterben und mach' uns zu Himmelserben! 223a. Nach gemeinschaftlicher Er⸗ bauung. Mel. In allen meinen Thaten. Steht auf, ihr lieben Brüder, ihr, die ihr Christi Glieder, ruft Seinen Namen an, daß Er 18 uns wolle segnen, mit Gnaden uns begegnen, so geh'n wir fröhlich unsre Bahn. 2. HErr JEsu! blick' hernieder auf uns, die wir als Brüder vereint hier vor Dir fleh'n! Verleih' uns Deinen Frieden und bleib' bei uns hienieden, bis wir vor Deinem Throne steh'n. 3. So wollen wir nun scheiden, es geh' durch Freud' und Leiden, es gehe, wie es geh', bleibt Der uns nur gewogen, der uns zu Sich gezogen, der Freund dort oben in der Höh'. ö 223b. Schlußvers. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. I eh't nun heim in eure Hütten, theure Seelen, GOtt mit euch! Folgt dem Lamm auf allen Tritten, bis ihr kommt in's Himmelreich; IEsus geht euch ja voran, führt euch allzeit him⸗ melan. Sucht Ihn immer mehr zu lieben, euch im Glauben recht zu üben. 2. Haltet fest das Wort im Herzen, IEsus sei stets euer Licht; macht euch manche Noth auch Schmerzen, tragt, es währt so lange nicht. Stehet auf und sprecht mit mir: IEsu, ja, wir folgen Dir, Du, o Heiland aller Sünder, segne, segne Deine Kinder! 224. IEsu Nähe. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Ach, wie schön ist's, lieben Brüder! wenn man IEsu Nähe spürt, wenn uns hier als Seine Glie⸗ der IEsu Liebe tief gerührt! Da ist Friede in der Brust und da fühlt man neue Lust, fortzuwandern auf dem Pfade, stark gemacht durch Seine Gnade. —* 183 2. Haltet fest an dieser Gnade, traut dem HErrn, Er läßt euch nicht; geht und folget im⸗ mer grade betend Ihm, dem ew'gen Licht! Steht von nun an nicht mehr still; höret, was der Heiland will: Selig will Er euch vollenden, alles Kreuz und Elend enden. 225. Vor und nach dem Schlußgebete in einer Versammlung. Mel. Marter Gottes, wer kann dein vergessen, a) Vor dem Gebete: Eh wir heute von einander gehen, falten wir die Hände gern, um gemeinschaftlich zu GOtt zu flehen, zu dem treuen, guten HErrn. IEsus wird mit Seinen Gnadenhänden uns den Segen liebend reichlich spenden, Er erhört Ge⸗ bet und Fleh'n, läßt uns Seine Hülfe seh'n. b) Nach dem Gebete: Nun wir glauben, ja es wird geschehen. Amen, spricht der Heiland heut', unser Loben, Beten, Sin⸗ gen, Flehen, bringt doch lauter Seligkeit. JIEsus kann und wird uns nimmer lassen, wenn wir treu im Glauben Ihn erfassen, Er führt uns in's Him⸗ melreich, spricht:„Mein Frieden sei mit euch!“ 226. Schlußgesang. Mel. Freu“ dich sehr, o meine Seele. Endlich kommt einmal die Stunde, wo wir scheiden nimmermehr, endlich tönt aus JEsu Munde: Kommet Kinder, kommet her, komint, ge⸗ nießt die ew'ge Freud hier in Meiner Herrlich⸗ keit! Brüder, Schwestern, welche Freuden fol⸗ gen dann auf uns're Leiden! 184 2. Nun so gehet im Gefühle dieser Hoffnung heut' nach Haus. Glaubt, der HErr wird an dem Ziele theilen schöne Kronen aus. Steht nur fest im Glauben hier, Sein Verdienst sei eure Zier, und Sein Geist woll' euch stets lei⸗ ten, stärken, trösten, vollbereiten. 227. Abendgebet. Mel. In allen meinen Thaten. Wenn ich mich schlafen lege, mein Heiland! und erwäge, was Du an mir gethan, so preistt Dich mein Gemüthe, und Du, voll Gnad' und Güte, nimmst auch des Nachts Dich meiner an. 2. Ich gehe nun zu Bette; Du weißt, was ich gern hätte: im Traum Dein Marterbild, im Schlafe Deine Nähe; wenn ich Dich gleich nicht sehe, sei doch mein Herz mit Dir erfüllt. 3. Schleuß diese Nacht mich Armen aus Gnade und Erbarmen in Deine Arme ein; gieb, daß kein Feind mich schrecke, Dein Heil sei meine Decke, Dein Licht in Finsterniß mein Schein! 228. Ein Lied von Zion. (Psalm 126.) Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Die ihr die stillen Harfen noch an Babels Weiden hänget, singt euer Lied von Zion doch, wiewohl der Feind euch dränget. Stimmt nur von der Erlösung an, ob in das Lied schon dann und wann sich eine Thräne menget. 2. Wenn einst der HErr nach Seiner Kraft aus so viel Drang der Bösen die noch gefang'ne Bürgerschaft von Zion wird erlösenz so werden wir * „* ö‚ ⁴.— 7 MeCV rr VS 185 nach langem Weh' dort sein, wie frohe Träumende bei Seiner Wundergröße.„ 3. Da wird, wie von dem süß'sten Traum, der munt're Mund voll Lachen, und,'s glaubt das frohe Herz es kaum, die Zunge jauchzend machen. Nehmt die Verheißung, wenn ihr müd', so könnt ihr ein erquicklich Lied von Zions Hoff⸗ nung machen. 4. GOtt Lob! der Christ hat's dennoch gut; er kann im Trauern singen, und noch als fremd im Glaubensmuth sein Herz zur Heimath schwin⸗ gen. Letzt geht's auf Zions Berg recht an; dieß Große hat uns GOtt gethan, hier soll es fröh⸗ lich klingen. (Vierter Anhang.) 229. Arme habt ihr allezeit bei euch. Der Du Dich Selbst für mich dahingegeben, und sterbend mir erwarbst das ew'ge Leben,— wie soll ich Deine Lieb', o HErr der Welten! Dir je vergelten! 2. Du weißt, wie arm ich bin,— und was ih habe, das ist ja Alles, Alles Deine Gabe; doch laß Dir meines Dankes kindlich Lallen, o HErr, gefallen! 3. Und weil Du willst, daß ich in Deinen Brüdern Dir Deine Lieb' und Treue soll erwi⸗ dern, so wag' ich es, den Armen, HErr, zu schenken, ein Angedenken, „4. Und leg' in stiller Demuth diese Lieder für sie zu Deinen Gnadenfüßen nieder. Nicht wahr, mein Hort! Du wirst sie freundlich neh⸗ men, mich nicht beschämen? 186 5. Und da Du gern bist mächtig in Den Schwachen, und kannst aus Nichts, mein JEsu, etwas machen, so laß auch dieß mein anspruch⸗ loses Singen nicht ganz verklingen. 6. Bespreng' es, HErr, mit Deinem reinen Blute, das mir und allen Sündern floß zu gute, und laß es, wenn auch unter Schaam und Beu⸗ gen, Dein Heil bezeugen: 7. Wie mich Verlor'nen auf des Irrwahns Pfade gesucht hat und gefunden Deine Gnade, und wie unendlich viel Du mir vergeben, o sü⸗ ßes Leben!— 8. Und hast Du dann durch diese schwachen Töne ein Herz gelenkt auf Deiner Marter Schöne, so gieb, daß es zum Dank mit Bitt' und Gabe die Armen labe„ — 280. Barmherzig und gnädig ist der HErr, geduldig und von großer Güte. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. enn ich an Dein Erbarmen denke, Du meines Lebens Sonn' und Schild, und mich ins Liebesmeer versenke, das Dir, o HErr, vom Herzen quillt, so weiß ich oft vor Rührung kaum, ob's Wahrheit oder nur ein Traum. 2. Ich war Dein Feind— ach HErr, so lange, und trank mit frevelnder Begier den Taumel⸗ kelch der alten Schlange, anstatt mich zu erge⸗ ben Dir, und treulos mit verkehrtem Sinn ging ich auf breiter Bahn dahin. 3. Du mühtest Dich, mich zu bekehren und riefst und locktest für und für;— doch ach— ich wollte Dich nicht hören, noch öffnen Dir des Herzens Thür, weil mich die Welt mit ihrem Tand gefesselt hielt durch Satans Band. 18⁴⁷ —— 270 4. Doch immer wieder trat'st aufs Neue, o , SeEsu, Du mir in den Weg, und suchtest mich 3 mit Muttertreue zu leiten auf den schmalen Steg; denn größer noch als meine Schuld war Deine nLangmuth und Geduld. 2 5. Ja, HErr, Du hast mit mir gerungen und endlich mein erstarrtes Herz durch Deine Liebesmacht bezwungen, mich aufgelös't in Reu“ 8 und Schmerz und mir, als ich Dich weinend 1 bat, vergeben alle Missethat. 3 6. Dirauf hast Du mit dem besten Kleide Dein ungetreues Kind geschmückt und mit so n sel'ger. 916 hatd mich Würmlein an die Brust ˙ und nie gekränkt Dich, noch betrübt. ö 7. Du bot'st mir Himmelsbrot zu essen und 4 tränktest mich mit Lebenswein; und daß ich ja mein Leid vergessen und ganz beseligt möchte sein, gabst Du mir Deiner Treue Pfand, den Ring der Kindschaft an die Hand. 8. Da wallte Dir, o süßes Leben, mein Herz und all mein Dichten, Seh⸗ nen, Streben war anders nichts, als IEsu, Du! Mittel, End' und mei⸗ 1 N W 46 HIR V 4 —— — — — — — 3 2 — — — — 2 —— —. * — — — — — —2 — ———————— 9. Ich hing an Deinem GOttesmunde und sog 5 in mich Dein Lebenswort; ich dachte Dein zu aller ö war, als ö wär' ich außermir und lebt' undwebt' allein in Dir. 10. Doch ach, wie oft hab' ich gebrochen, was fest versprochen!— Wie sank mir oft der Glau⸗ sich das Fleisch in mir und &NV — 2 — * V — — — * + S — — — —— + —— — — — — —. —— — 1 4 V 2 2 — * 2 — — — 11. Da lernt' ich immer mehr verstehen, wie vurch und durch verderbt ich bin, und mußte tief * ——— 186 und tiefer sehen, wie trotzig und verzagt mein Sinn und wie die freie Gnad' allein mein Licht und Heil vermag zu sein. 12. Ja nichts als Deine freie Gnade und Deines Blutes edler Saft giebt mir auf meinem Pilgerpfade tagtäglich neue Stärk' und Kraft; Dein mitleidvolles JIEsusherz heilt immer wie⸗ der meinen Schmerz. 13. Ich weiß von nichts als Deinen Wun⸗ den, die sind mein Schloß und Paradies; da hab' ich Ruh' und Trost gefunden; da wird mir auch das Herbste süß; da rühm' ich auch der Trübsal mich und preis' auch unterm Kreuze Dich. 14. Drum hilf mir stets der Gnade trauen, und wenn mich meine Sünde beugt, nur schnell auf Deine Marter schauen, die laut von Deiner Gnade zeugt und noch im Tod und vor Gericht mich füllt mit sel'ger Zuversicht! 281. Wann werde ich dahin kommen, daß ich GOttes Angesicht schaue? Mel. Nun preiset Alle. Ich hab' von ferne, HErr, Deinen Thron erblickt und wär' so gerne, der Erde ganz ent⸗ rückt, hinauf geeilt mit raschen Schwingen, ewig Hallelujah Dir zu singen. 2. Denn ach hienieden bangt noch so oft mein Herz, und Deinen Frieden stört mir der Sünde Schmerz; es ist mein tägliches Betrüben, daß ich Dich, JEsu, nicht g'nug kann lieben. 3. Zwar Dein Erbarmen ist überschwänglich groß; Du läss'st mich Armen, Elenden niemals los, und Deines Blutes heil'ge Quelle wäscht immer wieder mich rein und helle. —.— ö O.— 189 4. Doch geht mein Sehnen stets nach dem Vaterland, wo alle Thränen stillt Deine Liebes⸗ hand, wo Sünd' und Welt mich nicht mehr schre⸗ cken, wo ich ohn' Ende Dein Heil soll schmecken. 5. Wann wird's geschehen, daß ich im ew'gen Licht, Dich werde sehen, IEsu, von Angesicht?— Mein Herze jauchzt in sel'ger Wonne jetzt schon entgegen Dir, Lebenssonne! 232. Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Eigene Melodie. Eins ist Noth— und hätt'st du Krösus Schätze, aber dieses Eine fehlte dir— Gold und Silber sind ein todter Götze, der nicht öffnen kann des Himmels Thür. 2. Eins ist noth— und trügst du eine Krone und den Herrscherstab in deiner Hand— arm und elend wärst du auf dem Throne, wenn du dieses Eine nicht erkannt. 3. Eins ist noth— und machten hohe Gaben dich zum Meister in jedweder Kunst— ohne die⸗ ses eine Gut zu haben, wär' auch all' dein Wissen Schein und Dunst. 4. Eins ist noth— du fragst, was ist dieß Eine?— GOttes Gnad' in JEsu Christi Blut! Selig, wer sie nennen darf die seine, selig, wer in IEsu Wunden ruht. 5. Selig, wem der Sünden Schuld vergeben, die das GOtteslamm gebüßt so schwer; selig, wer im Sohne fand das Leben und mit Ihm den Tod nicht fürchtet mehr. 6. Offen steht das Paradies dem Glauben, wenn das Herz in GOttes Gnade schwimmt und, trotz 190⁰ aller Feinde Droh'n und Schnauben, Gnad' um Gnad' aus JEsu Fülle nimmt. 7. Aber leben ohne GOttes Gnade ist hienieden schon der Hölle Pein, ohne JEsum zieh'n auf breitem Pfade heißt nichts and'res, als— verloren sein! 283. Heute ist unseres Königs Fest. Festgesang. O du selige, o du fröhliche, lang' ersehnete Gnadenzeit! da wir uns sammeln, Dank Ihm zu stammeln, Ihm, dessen Tod uns vom Tod' befreit. 2. O du köstliche, o du festliche, wunderherr⸗— liche Segenszeit! da wir in Haufen IEsum an⸗ laufen und vor Ihn bringen der Brüder Leid. 3. O du glückliche, herzerquickliche, unvergeß⸗ liche Wonnezeit! Christ in der Mitten hört unser Bitten, Ihn laßt uns preisen in Ewigkeit! 234. Er hat ein Gedächtniß gestiftet Seiner Wunder. Missionsfestlied. Herbei, o ihr Gläubigen, dankend und für⸗ bittend— o kommet, o kommet aufs Heidenfest. Seht GOttes Wunder an den Menschenkindern! O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König! 2. O König der Ehren, Herrscher der Herr⸗ schaaren, Du trugest die Sünde der ganzen Welt, uns zu erretten von der Hölle Flammen. O las⸗ set uns anbeten den König! 3. Du Herzog des Lebens, Preis sei Deinem Namen, daß Du Dich im Wort uns geoffenbart. Wir haben Frieden, HErr, in Deinem Blute; o lasset uns anbeten den König! m* ꝗ ...8 ——.— —* —— 19¹ 4. Doch, ach unsre Brüder, die Dein Heil nicht kennen; sie sitzen im Schatten des Todes noch. Bringe sie Alle, HErr! zu Deinem Lichte, auf daß sie Dich anbeten, mit Freuden Dich an⸗ beten, sammt allen Deinen Kindern, o König! 283. Machet die Thore weit! Festgesang. Macht auf das Thor, die Thüren weit: Es naht der HErr der Herrlichkeit, Er will die Her⸗ zen nehmen ein, die Er erkauft mit Todespein; hell leuchtet hernieder der Gnade Schein. Fallt nieder, singt Ihm Lieder! Dankt fröhlich. ER macht selig; huldigt Alle Seinem Namen, Ihm sei die Ehre! Amen. 236. Es wird Eine Heerde und Ein Hirt — werden. Ich will Dich erheben mit Herz und mit Mund, Dich, o mein Heil und Leben, SErr, meiner Hoffnung Grund. 2. Denn Du hast mich Armen mit mächtiger Hand gerettet voll Erbarmen von des Verder⸗ bens Rand. 3. Nun bin ich so fröhlich, von Sünden⸗ schuld los, so unaussprechlich selig in Deinem Liebesschooß. 4. O wüßten's doch Alle, wie freundlich Du bist, und folgten Deinem Schalle, Du süßer IEsus Christ! 5. Send' aus Deine Boten nach Süd und nach Nord, und wecke Selbst die Todten durch Deiner Allmacht Wort; 192² 6. Daß bald auf der Erde zum Preis Dei⸗ ner Treu' nur Eine sel'ge Heerde in Deinen Hürden sei! 287. Kindermissionslied. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Die armen Heiden jammern mich; denn groß ist ihre Noth,— ach lieber GOtt, erbarme Dich, sie sind in Sünden todt. 2. Sie beten stumme Götzen an, fie knie'n vor Holz und Stein, und wissen nicht in ihrem Wahn, daß Du bist GOtt allein. 3. Sie kennen auch den Heiland nicht, der ihre Sünden trug; sie leben ohne Trost und Licht und liegen unter'm Fluch. 4. O Vater der Barmherzigkeit, o SErr voll Lieb' und Macht,— wann ist erfüllt der Heiden Zeit? wann endet ihre Nacht? 5. Ihr Elend schrei't so laut zu Dir, und Deine Kinder flehn: Ach öffne bald der Heiden Thür, und laß sie JEsum sehn! 6. Sie sind ja auch Sein Erb' und Gut, Sein theurer Schmerzenslohn;— wir bitten durch Sein Kreuz und Blut: O gieb sie Deinem Sohn! 7. Daß sie durch Ihn mit uns zugleich und Deiner ganzen Schaar auf Erden und im Him⸗ melreich Dich preisen immerdar! 238. Weihnachtswonne. „Die heilsame Gnade isterschienen allen Menschen.“ Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Ottes Gnad' ist uns erschienen, strahlt aus IEsu holden Mienen, aus des füßen Kindes Blicken — - — ———— En A * 887 V ———————— 193 uns entgegen zum Entzücken. Kommt nur her, ihr Adamskinder, eilt zum Kripplein nur, ihr Sünder, knieet voll Erstaunen nieder, hört der Engel Freudenlieder! 2. Alle Menschen sind geladen, Allen quillt der Born der Gnaden; die verwundeten Gewis⸗ sen, die der Sünde Schmerz zerrissen, und die Schafe, die verirrten, die sich losgemacht vom Hirten— Alle, Alle sollen kommen, Alle werden angenommen. 3. Dieses Kind weiß Rath für Alle, auf⸗ zusteh'n von Adams Falle, der Verdammniß zu entrinnen und den Himmel zu gewinnen; denn es hat die Schuld entrichtet und die Handschrift anz vernichtet; durch Sein Opfer und Ver⸗ ühnen ist uns GOttes Gnad' erschienen. Jes.9, 6. 4. Nun so weicht, ihr Trauergeister, vor dem holden Freudenmeister! Schwindet all', ihr ban⸗ gen Sorgen, meine Seel' ist wohl geborgen. GOttes Wort steht nicht auf Schrauben,— darum will ich's muthig glauben: Der Sein Kind nicht abgeschlagen, kann in Ihm mir nichts versagen. 5. JSM esei Preis und Dank gegeben! Ja, mich selbst, mein armes Leben, all' mein Dich⸗ ten, Sinnen, Denken will ich Ihm zum Opfer schenken. Fleuch nur, Welt, mit Deinen Schätzen, mich kann IEsus nur ergötzen und der Duft von Seinem Namen; sonst ist Alles eitel. Amen. Hohelied 1, 3. Pred. Sal. 1, 2. 289. Einem Brautpaare. Der HErr istmit euch, weil ihr mit Ihmseid. Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. Freue dich! 1 Jauchze still, o sel'ges Paar, denn der HErr, der dich verbunden, dessen Lieb' 2 13 19⁴ unwandelbar, denket dein zu allen Stunden, will dich segnen heut und ewiglich, freue dich! 2. Er ist dein! wie Sein holder Mund verspricht, dein mit allen Seinen Schätzen, Seinem Leben, Heil und Licht, Er, der Alles kann ersetzen, der die ganze Welt regiert allein—, Er ist dein!:½ 3. Du bist Sein!:, Sein mit Leib und Geist und Muth, denn Er hat dich auserwählet, dich besprengt mit Seinem Blut, ja Sich Selbst mit de dir vermählet und dein ganzes Herz genommen lie ein—, du bist Sein! ½ El 4. Fürchte nichts! ½ weder Sünde, Welt, noch Tod, noch des Satans Dräu'n und Schre— au cken; GOtt ist bei dir in der Noth, dich mit G Seinem Schild zu decken; und im Frieden Sei⸗ S nes Angesichts jürchte nichts! ½1 ö 5. Eins in Ihm! der Sich Selber dir ge⸗ he schenkt und gekrönt mit Seiner Gnade, ganz ins bl Liebesmeer versenkt, walle fröhlich deine Pfade, auf He Ihn schauend, wie die Cherubim, eins in Ihm!:, S. Z 50 oh 240. Friede sei mit dir! ö (Bei Uebersendung der„geistlichen Friedensstörer“ von Bogatzkh einer Jüngerin des HErrn.) 68 A ‚ us des Heilands tiefgeschlag'nen Wunden Strömt, wie aus dem Fels der Wunderquell, 2 GOttes Frieden mild und sanft und hell Und beseligt den, der Ihn gefunden.„ Sün Wẽĩ 4 Ertmicht auch dir ihn zu genießen, theure Magd des treu'sten HErrn? klich, ja dir glänzt des Friedens Stern; Jauchze laut, denn IEsus Selbst ist dein, Ach und will dein ew'ger Friede sein, Ob auch Trübsalsfluthen sich ergießen. 241. Fürchte dich nicht, glaube nur! Mel. JIeEsus, meine Zuversicht. Bist du Sein, o theures Herz, bist du Sein, der dich erwählet und durch bittern Todesschmerz liebend Sich mit dir vermählet, daß du alles Elends los könntest ruh'n in Seinem Schooß? 2. Glaubst du fest an GOttes Blut, das, geströmt aus IEsu Wunden, immerdar noch Wunder thut? Glaubst du, daß es dich entbunden von der Sunde Schuld und Pein und gewaschen weiß und rein? 3. Bist du voll getrosten Muths, wenn du heute solltest sterben, daß du kraft des IEsus⸗ bluts ganz gewiß mit JIEsu erben und in sel'ger Herrlichkeit um Ihn sein wirst. allezeits 4. Ja, du bist Sein Eigenthum—, glaub' es ohne Furcht und Zweifel; glaub's zu Seines Namens Ruhm, glaub's und trotze kühn dem Teufel; denn ob Erd' und Himmel bricht—, IEsu Treue wanket nicht! 22.„Meine Gnade soll nicht von dir weichen.“ „Ob Hügel weichen und Gebirge sinken, Doch bleibt dir Meine Gnad' auf ewig stehenz Mein Friedensbund mit dir soll nie vergeh'n, Ich schirme dich zur Rechten und zur Linken.“ So spricht der HErr, vor dessen Allmachtswinken Der Feinde Schaaren gleich der Spreu verweh'nz O trau' Ihm fest, Er hört dein heißes Fleh'n Und läßt dich nicht im Trübsalsmeer ertrinken. 13 196 Du bist ja Sein und ruh'st an Seinem Herzen Von Seiner starken Liebeshand umfangen Und hast in Ihm schon hier das ew'ge Leben. Und Er, der alle Sünden dir vergeben, Wird einst noch völlig stillen dein Verlangen Und heilen dich von allen deinen Schmerzen. 243. Wenn ich schwach bin, bin ich stark. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Du weißt, HErr IEsu! was mir fehlt, Du zählest meine Thränen, Du kennst die Sorge, die mich quält, ja, Du verstehst mein Sehnen, Du blickst mir tief ins Herz hinein und siehst die stille Seelenpein, die mich zur Erde beuget. 2. Daß ich so wenig liebe Dich, der Du mich erst geliebet und von der Höll' erlöset mich— das ist's, was mich betrübet; und daß ich nicht bei Tag und Nacht auf Deinen Ruhm nur bin bedacht,— das macht mir bitt're Schmerzen. 3. Du bist so überschwänglich gut, o reiche Lebensquelle, und Deines Brünnleins Gnaden⸗ fluth strömt ewig klar und helle; ich aber, ach! ich schäme mich, ich bin so untreu gegen Dich, so sündig und so schnöde. 4. Wie oft vergess'ich Deiner noch und bin so man und träge, als wäre schwer Dein füßes Joch undlästig Deine Wege, die doch nur Heil und Güte sind und seliglich Dein armes Kind in's ew'ge Leben führen. 5. Die Bruderliebe fehlt mir oft, die nicht das Ihre suchet, die Alles duldet, glaubt und hofft, nur segnet, nimmer fluchet, die gern der Sünden nicht nach Schaden trachtet. 6. O hätt' ich mehr Barmherzigkeit und wallen⸗ des Erbarmen mit Freundes und mit Feindes Leid Menge deckt, mit Heuchelei sich nicht befleckt und S und ach mit all' den Armen, die noch auf brei⸗ tem Wege geh'n und fern von Dir, HErr IEsu! steh'n am Abgrund des Verderbens! 7. O wär' ich brünst'ger im Gebet, Dir, HErr! an's Herz zu dringen und aller Orten früh und spät mit dir im Ernst zu ringen, daß Du Dich bald der armen Welt, die Satan noch gefangen hält, in Gnaden wollst erbarmen! 9. Doch ach, ich muß vor Gram und Schmerz mein Angesicht verhüllen,— verzagt und trotzig ist mein Herz und voll von Eigenwillen, das Fleisch ist mit dem Geist im Streit und macht mir tausend Herzeleid, daß ich mich selber hasse. 9. Doch wohl mir, daß ich, wie ich bin, mit allen meinen Sünden darf fliehn zu Dir, o JEsu! hin und Gnad' um Gnade finden. Dein Blut ist meine Wundarznei, das macht mich immer wieder frei von Schmerz und bitt'rem Harme. 10. In Deinen Wunden hab' ich Ruh' vor aller Feinde Schnauben; Dein' Unschuld deckt mein Elend zu, wenn ich Dich fass' im Glauben, in Dir hab' ich des Vaters Huld, Vergebung aller meiner Schuld' und Freud' und sel'gen Frieden.— 11. Hallelujah sei Dir gebracht, Du meines Lebens Leben, denn Du hast Alles wohl gemacht und mir Dich Selbst gegeben. Ja, HErr! Du bist mein Licht und Heil, mein höchstes Gut und bestes Theil, mein Ein und Alles, Amen. 244. Ich weiß, an Welchen ich glaube. Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. ö Jo weiß, an Wen ich glaube und wer die Zuflucht ist für mich gescheuchte Taube—, Du bist's, HErr IEsu Christ! 2. Du hast für mich gebeten als ich, noch blind und todt, muthwilligübertreten Dein heiliges Gebot. 3. Du bist mir nachgegangen in meines Irr⸗ sals Nacht, hast Dich an mich gehangen und mich zurecht gebracht. 4. Laut schrieen meine Sünden zu Gott, dem höchsten Gut,— Du ließest sie verschwinden und zeigtest Ihm Dein Blut; 5. Und drücktest voll Erbarmen, in sel' Liebeslust, mich Wurm, mich Staub, mich Ar⸗ men 8 Deine GOttesbrust. 6. Du hauchtest Fried' und Leben mir tief in's Herz hinein, ich schmeckte Dein Vergeben und trank des Himmels Wein. 7. Da schwur ich, voller Wonne und frei von aller Noth, o IEsu, Gnadensonne! Dir Treue bis zum Tod. 8. Ach hilf, daß ich sie halte, so lang' ich athme hier; und wenn ich einst erkalte, so nimm mich auf zu Dir. 9. Da will ich Dir zu Füßen, o Lamm, für mich geschlacht't, in ew'gem Dank zerfließen, daß Du mich durchgebracht. 245. Es ist in keinem Andern Heil. Mel. Ich singe Dir mit Herz und Mund. Es ist in keinem Andern Heil als, JEsul nur in Dir; Du bist das allerbeste Theil, des Paradicses Thür. Wer ohne Dich vor GᷣOtt erscheint, den trift Sein heil'ger Zorn; doch wer Ihm naht, mit Dir vereint, dem fließt der Gnadenborn. 3. Denn Du hast uns mit GOtt versöhnt, gewandt des Richters Schwerdt, als Du, gemar⸗ tert und verhöhnt, des Kreuzes Kelch gelkert. 199 4. Du bist das wundervolle Lamm, das für uns Sünder starb, der holde Seelenbräutigam, der blutend um uns warb. 5. Du hast die Handschrift uns'rer Schuld getilgt und abgethan, so daß in Dir,(o große Huld!i) uns nichts mehr schaden kann. 6. Dein Nam' ist uns'res Glaubens Burg und unser festes Schloß, da dringt kein Wetter⸗ strahl hindurch, da trifft uns kein Geschoß. 7. Dein Nam' ist wie ein süßer Duft, wie Balsam für das Herz, voll warmer, frischer Le⸗ bensluft— und lindert allen Schmerz. 8. Dein theurer IEsusname macht, daß auch im Todesthal das Auge Deiner Kinder lacht, als ging's zum Hochzeitssaal. 9. O drücke Deinen Namen mir sehr tief in's Herz hinein; so kann ich all'zeit fröhlich hier und ewig selig sein. 246. Seid allezeit fröhlich! Mel. Nun danket Alle GOtt. Ich bin ein sel'ger Mensch, mein Herz ist voll Entzücken und Himmelswonne strahlt aus allen meinen Blicken, die Kniee sind gebeugt, die Hände falten sich, die Lippe jauchzet laut und lobt und preiset Dich; 2. Ja Dich, HErr IEsu Christ, Du süße Freudenquelle, der Du die schwere Schuld ge⸗ büßt an meiner Stelle und mich verlornes Kind erlös't vom Tod und Fluch und eingezeichnet mich in's schöne Lebensbuch. 3. Was wär' ich ohne Dich?— ach ewiglich verloren!— Was bin ich, HErr, in Dir?— zur GOttesstadt erkoren, die Deiner Allmacht Hand so 200⁰ wundervoll erbaut! und wo man Dich, o GOtt, von Angesichte schaut. 4. Das ist's, was mein Gemüth mit heil'ger Lust erfüllet; das ist's, wovon der Mund froh⸗ lockend überquillet,— Dein Blut, o GOttes⸗ lamm! Dein theures Opferblut und Deine Liebꝰ und Huld macht mich so wohlgemuth. 5. Ach richte meinen Blick allein und alle Stunden auf Dein erbarmend Herz und Deine Todeswunden! Du meiner Seele Freund,— so weiß ich nichts von Pein und schlafe sterbend noch mit sel'gem Lächeln ein. 247. Ist GOtt für uns, wer mag wider uns sein! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Wie wohl ist mir, o süßes Leben, wenn mich Dein Gnadenlicht bescheint, wenn ich Dein seli⸗ ges Vergeben im Herzen fühl', o Seelenfreund, wenn Du mich tränkst mit Deinem Frieden und ich, von aller Welt geschieden, mich legen darf in Deinen Schooß—, dann weiß ich nichts von Erdgetümmel, ich hab' hienieden schon den Him⸗ mel, mein Glück ist überschwänglich groß. 2. Doch ach, die alte Höllenschlange— sie gönnt mir diese Freude nicht, sie lechzt danach, wie sie mich fange und loösche meines Glaubens —————————2ꝗ2 Licht—, von Deiner Brust will sie mich reißen, mir nehmen, was Dein Mund verheißen und trennen, IEsu, mich und Dich; ja, wie sie Evam einst belogen und um das Paradies betrogen, so will sie auch verführen mich. 3. Den Tod hat Satan mir geschworen und en beständig auf mein Herz;— d'rum hilf, HErr! onst bin ich verloren, hilf mir durch deinen Tod ö ——.———..—.....— AA 201¹ und Schmerz! Ach bleibe Du mir stets zur Seite und sei mein Schirm und Schild im Streite und meine Burg und gute Wehr; bin ich von Dei⸗ nem Arm umschlungen, von Deiner Liebeskraft durchdrungen, so fürcht ich nicht des Teufels Heer. 4. Mit Dir will ich durch Feuersgluthen ge⸗ trost und ohne Zittern geh'n, an Deiner Hand den Trübsalsfluthen mit heit'rer Stirn entgegen⸗ seh'n. Du darfst ja nur ein Wörtlein sprechen, so müssen sich die Wogen brechen und mir wohl gar für Mauern sein; die Flamme muß vor Dir erbleichen und kann in Dir mich nicht erreichen; denn Du bist mein und ich bin Dein. 248. Die mit Thränen säen, werden mit Freuden ernten. Mel. IEsus, meine Zuversicht. Sei getrost, betrübtes Herz, sei getrost und unverzaget: IEsus kennt den bittern Schmerz, der an deiner Seele naget, und die schwere Kreuzeslast, die du auf den Schultern haft. 2. JEsus, der dich auserwählt, sieht dein namenloses Sehnen, hört dein Seufzen, ach— und zählt alle deine Trauerthränen; und Sein Aug', o zweifle nicht!— ist in Lieb' auf dich gericht't. 3. Ja fürwahr, Er ist dir hold— und will nur im Trübsalsfeuer läutern deines Glaubens Gold, weil du Ihm so werth und theuer; trau' auf Ihn und fasse Muth, denn Er Selber schürt die Gluth. 4. Denk' an Sein unendlich Weh, an Sein Zittern, Angst und Zagen, da Er in Gethsemane deiner Sünden Schuld getragen, da Er mit dem Tode rang, bis Er ihn für dich bezwang. ...... 202 5. Schaue, wie am Kreuzesstamm Ihn umrin⸗ gen Zornesfluthen, wie das heil'ge GOtteslamm dort sich muß für dich verbluten, wie Er gern aus Liebe stirbt und den Himmel dir erwirbt! 6. Folg' Ihm still und willig nach auf dem steilen Dornenpfade, dulde fröhlich Seine Schmach, achte sie für lauter Gnade; denn der Geist der Herrlichkeit ruht auf dir in solchem Leid. 7. Und wie dein Immanuel stieg vom Kreuz hinauf zum Throne, also wird auch deine Seel' erben einst die Lebenskrone, wenn du treu und ritterlich hier ertrugst der Schlange Stich. 8. Ja, dann wird die Thränensaat tausend⸗ fache Früchte bringen und des Heilands Gnaden⸗ rath dich zum ew'gen Jubel dringen. Die Er⸗ lösungszeit ist nah',— jauchz' ihr zu: Hallelujah! 249. Meine Seele erhebet den HErrn. Mel. Dir, dir, Jehovah! will ich singen. Wo find' ich Worte, Dir zu danken! Du wun⸗ dersüßer, theurer Lebenshort! daß Du mich Armen, Schwachen, Kranken so unaussprechlich labst mit Deinem Wort und tränkst mit Deiner Gnaden Ueber⸗ fluß, daß ich vor großer Freude weinen muß. 2.„Die ganze Schuld ist dir vergeben,— so spricht Dein holder Liebesmund zu mir, Ge⸗ rechtigkeit und ew'ges Leben, ja Alles, was Ich habe, schenk' Ich dir; du sollst Mein Bruder, Mein Miterbe sein, kraft Meines Blut's und Meiner Todespein.“ 3. O JEsu, JEsu, darf ich's glauben, ist's keine Täuschung, ist's kein schöner Traum? Auch ich bin eine Deiner Tauben und find' in Deiner Wun⸗ denhöhle Raum? Ich Asch' und Thon, ich Sünden⸗ würmlein ich darf zu den Auserwählten zählen mich? EA 4. Ja! spricht Dein Wort auf allen Seiten, jal ruft Dein Geist mir tief in's Herz hinein; du darfst auf Dich es Alles deuten, was GOtt ver⸗ heißen, es ist Alles dein! O zweifle nicht, o glaub und freue dich und preise deinen Retter ewiglich! 5. Nun, HErr, ich wag's in Deinem Namen, ob auch mein Herz und Satan widerspricht; ich glaub' und jauchze fröhlich Amen! ich bin erlös't und werde nicht gericht't! Ich bin Dein ganzes, sel'ges Eigen⸗ thum, und Du dist mein, zu Deines Kreuzes Ruhm. 6. Dir will ich Jubellieder singen, so lange noch die ird'ne Hütte steht, mich fest um Deine Füße schlingen und sie mit Thränen netzen früh und pät, bis Du mich einst auf ewig zu Dir nimmst und Selber mir die gold'ne Harfe stimmst. 250. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen! Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Herr/ wir Alle müssen sterben.— Ach, daß wir dann nur nicht verderben und fahren in die ew'ge Pein! Laß in Deines Blutes Quelle uns waschen uns're Kleider helle, nimm uns in Deine Wunden ein. Ja, mach' uns Selbst bereit, Du HErr der Herrlichkeit! abzuscheiden; verbirg uns nicht Dein Angesicht, daß wir besteh'n im Welt⸗ gericht! 231. Frühe wache ich zu Dir. Mel. Dir, Dir, Jehovah! will ich singen. Mein erster Blick, wenn ich erwache, sind Deine Wunden, o HErr JEsu Christ! und die un⸗ endlich große Sache, daß Du für mich am Kreuz ge⸗ storben bist, erfüllt mit Dank und Staunen meinen Sinn und reißt mein Herz zu Deinen Füßen hin. 2⁰⁴ 2. Ist's möglich, wunderbarer König! daß Du zu Sündern kommst in Knechtsgestalt, daß Du, dem Alles unterthänig, Dich Selbst entäu⸗ ßerst Deiner Allgewalt? Ist's möglich, daß Du, ew'ger HErr und GOtt! für mich erduldest Lei⸗ den, Hohn und Spott? 3. Ja, Amen, ja, es ist geschehen, was nie ein Ohr gehört, ein Herz erdacht, kein menschlich Auge je gesehen:— Der Schöpfer hat Sich Selbst zur Schuld gemacht; die Liebe hat des Richters Zorn gestillt mit einem Opfer, welches ewig gilt. 4. Nun ist für Alle Rath zu finden, und wär' auch ihre Sünde roth wie Blut, Dein GOttesblut tilgt alle Sünden und macht den allertiefsten Scha⸗ den gut; Dein Gnadenbrünnlein fließt für Jeder⸗ mann; wer noch so elend ist, Du nimmst ihn an! 5. Du hast auch mich zu Dir gezogen aus lau⸗ ter Güte, mich verlor'nen Sohn, mit Liebeskräften überwogen, daß ich geworden Deiner Schmerzen Lohn und nun nichts And'res kann und mag und weiß, als Deines süßen JEsusnamens Preis. O laß die Wunder Deiner Gnade mir aller Orten, HErr, vor Augen steh'n, daß ich auf mei⸗ nem Pilgerpfade nur Dich und Dein Erbarmen möge seh'n, bis Deine treue, starke IEsushand mich heimgebracht in's ew'ge Vaterland! 252. IEsus Christus, gestern und heute und Derselbe auch in Ewigkeit. Geburtstagsgruß. Jesus sei mit dir auf allen Wegen; JEsus kröne dich mit Huld und Segenz IEsu Antlitz leuchte dir in Gnaden, IEsus heile dich von allem Schaden: IEsus nur allein sei deine Freude, „5 ꝰ ²eeebebes —20 IA 20⁵ IEsu Liebesmeer dein Trost im Leide; IEsu Blut sei deiner Seele Leben, IEsu Ehre deines Herzens Streben. IEsu Unschuld decke deine Sünden, IEsu Bildniß sei an dir zu finden, IEsu Name strahl' in deinem Herzen, IEsu Kreuz versüße deine Schmerzen; IEsu Hand regiere deine Schritte, IEsu Ohr erhöre deine Bitte; IEsus sei der Grundton deiner Lieder, IEsus mache dir die Welt zuwider, IEsus sei dein Hoffen und dein Sehnen; IEsus nur das Ziel von deinen Thränen; IEsu Wille deine liebste Speise, SeEsu Wort dein Stecken auf der Reise, IEsus sei dein Himmel schon hienieden, IEsus bringe dich zum ew'gen Frieden! 2353. Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen. Jésus klopft an deines Herzens Pforte, Der am Holz des Fluchs für dich gehangen, All dein Sehnen kennt und leises Bangen, IEsus beut sich dir zum Lebenshorte. O vernimm doch Seine Liebesworte, Stille doch Sein brennendes Verlangen, Dich mit Mutterarmen zu umfangen, Selig dich zu machen hier und dorte. Nirgends, als bei Ihm ist Trost zu finden, Und in Seinen heil'gen Liebeswunden Kann allein dein krankes Herz gesunden. Darum komm' zum Arzt, o komm' noch heute, Wie du bist, und gieb dich Ihm zur Beute: Glaub' an Ihn, Er tilget deine Sünden! 206 254. Gedenke, wovon du gefallen bist, und thue Buße. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Sieh', es steht der Mann der Schmerzen, den du ausgestoßen hast aus dem sündenvollen Herzen, vor dir, ein betrübter Gast, klopfet leis' an deine Thüre, fleht und bittet:„Laß Mich ein, daß Ich dich aus Sodom führe und erlös' aus aller Pein. 2. Sprich, wo willst du Frieden finden in der leeren, armen Welt, die mit schwerem Dienst der Sünden Vieler Herz gefangen hält? Ach, mit ihren Zauberbanden hat sie Netz' auch dir ge— stellt,— und du wirst mit ihr zu Schanden, wenn sie einst in Nichts zerfällt. 3. Jetzt noch such' Ich das Verirrte, gehe jedem Schäflein nach;— denn Ich bin der gute Hirte, dem das Herz am Kreuze brach. Ach, Ich. hab' auch dich erkaufet von der ew'gen Höllen⸗ pein, und, in Meinen Tod getaufet, schwurst du, ewig Mein zu sein. 4. Aber bald hast du zerrissen deiner Taufe heil'gen Bund;— doch Ich weckte dein Gewissen; und dein Herz, so krank und wund, beugte sich vor Mir mit Thränen, rief Mich um Erbarmen an, und Ich stillte bald dein Sehnen, Ich, der Ich allein es kann. 5. O, da jauchztest du mit Schalle, rühmtest Meine Gnad' und Huld, riefest die Gespielen alle, frei zu werden auch von Schuld; deine Seele schwamm in Wonne, dankt' und lobte Tag und Nacht; denn Ich Selbst war deine Sonne, Ich, der dich zum Licht gebracht. 6. Doch da kam die dunkle Stunde, wo die Schlange dich belog und mit schmeichlerischem Munde dich zum zweiten Mal betrog. O, da ö m b: I 8 1 V.E E?/ —55—— 58 mußt' Ich von dir fliehen, denn du gingst den breiten Weg, wolltest nicht mehr mit Mir ziehen, auf dem schmalen Lebenssteg. 7. Ach, wie tief bist du gefallen, einst so reiche Himmelsbraut! und wie hab' Ich oft von Allen weg— und nur nach dir geschau't, ob du dei⸗ nen Fuß nicht wendest aus des Satans finst'rem Reich und zu Mir Gebete sendest,— thät's du's — o Ich hörte gleich! 8. Darum komm zum dritten Male tief ge⸗ beugt von deiner Schuld, beichte deine Sünden alle, hoff' auf Meine IEsushuld; komm', so will Ich dich entbinden von der centnerschweren Last und von allen deinen Sünden, weil du Mich gesuchet hast. 9. Auf der allertiefsten Stufe sitz' und höre still Mir zu, bis Ich Selbst dich wieder rufe aus der angewies'nen Ruh'; steh' nicht auf, bis Ich dich sende, geh' nicht fort vom Kreuzes⸗ stamm; hebe betend stets die Hände auf zu Mir, dem GOtteslamm. 10. Aber gieb Mir auch das ganze, ja, das ganze Herz gieb Mir, daß Ich Selber es um⸗ schanze gegen Satans Mordbegier; folge Mir auf Meinen Wegen, klamm're fest dich an Mein Wort: so erfüll' Ich dich mit Segen zeitlich hier und ewig dort.“ 255. Habe deine Lust am HErrn, Der wird dir geben, was dein Herz wünschet. (Geburtstagsgruß.) Mel. Die Tugend wird durch's Kreuz geübet. NMur einen Wunsch, nur ein Verlangen hab' ich für dich, du theures Herz! daß du an IEsu mögest hangen, unwandelbar in Freud' und 4*—..—— 22⁰8 Schmerz; daß deine Freistadt Seine Wunden und Seine Liebe dein Panier und Er dir nah' in allen Stunden, das wünsch' ich und erfleh' ich dir. 2. Ist Er dein Licht in Finsternissen, dein Compaß auf des Lebens Meer, dein Trost und Balsam im Gewissen, dein Sieg im Kampf und deine Wehr, ruh'st du in Seinen Mutterarmen, gebunden an Sein sanftes Joch und tief versenkt in Sein Erbarmen,—o sage selbst, was fehlt dir noch? 256. Laß ihn noch dies Jahr! Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Kommt her, ihr theuren Seelen, o kommt und hört mich an; der Sünder will erzählen, was GOtt an ihm gethan! 2. Ich war ein Knecht der Sünde, ein Kind der eiteln Welt, ein Rohr, geknickt vom Winde, durch Satans List gefällt. 3. Ich ging auf breitem Pfade in falscher Todesruh' und ern von GOttes Gnade dem ew'gen Feuer zu. ö 4. Es lag die Axt dem Baume längst an der Wurzel schon, und ich— im Sündentraume— vergaß des Richters Droh'n. 5. Und als Er immer wieder die Frucht an mir nicht fand, da hieß es: Schlag ihn niederl was hindert er das Land? 6. Doch Er, deß Nam' Erbarmen, der große Schmerzensmann ließ jammern Sich des Armen und nahm Sich meiner an. 7.„Ein Jahr noch laß ihn stehen, den un⸗ fruchtbaren Baum!“ so klang Sein heißes Fle⸗ hen— und weckte mich vom Traum. 8. Ich sah' der Schulden Größe, die tödtend auf mir lag, und meine Schand' und Blöße,— daß ich zusammenbrach. * ( EE —— —24 200 9. Da flossen bitt're Thränen, des Herzens len Eis zerrann,— ich schrie in bangem Sehnen: O G'Ott, was fang' ich an? 10. Ist nirgend eine Stätte zum Trost in meiner Pein? Ist Niemand, der mich rette? Muß ich verloren sein? 11.„Zu Mir, zu Mir, du Armer, zu Mir, verlor'nes Kind!“ rief JIEsus, mein Erbarmer, —„Ich tilge deine Sünd'! 12. Ich hab' auch dich erworben am Kreuz mit Meinem Blut, bin auch für dich gestorben, — d'rum komm' und fasse Muth! 13. Ja, glaub' an Mich und lebe und dank' und freue dich; wem Ich die Schuld vergebe, darf rühmen ewiglich!“ 14. So sprach Er voller Gnade— ich that, was Er gebot; und gut war aller Schade, ver⸗ schwunden Noth und Tod. 15. Ich warf mich weinend nieder zu Sei⸗ nen Füßen hin, und weiht“ Ihm Herz und Glie⸗ der, Geist, Seele, Muth und Sinn. 16. Und hätt' ich tausend Leben, so wollt' ich diesem HErrn sie jauchzend übergeben, ja, für Ihn sterben gern.— 257. Dein Stecken und Stab trösten mich. Jesu Gnadensonne, süße Seelenzier, Brunn⸗ quell aller Wonne, neige Dich zu mir! 2. Blicke voll Erbarmen auf Dein Kind herab, tröste Selbst mich Armen, sei mein Schild und Stab. 3. Tilg' alld meine Sünde, HErr, in Deinem Blut, daß der Zorn verschwinde, o du höchstes Gut! 4. Laß mir Deine Wunden, Deiner Marter Schön' alle Tag' und Stunden vor den Augen steh'n. 14 210— 5. Dir nur will ich leben und für Dich nur sein, Dir mich ganz ergeben und zum Opfer weih'n. 6. Sprich dazu Dein Amen, o mein Fels und Hort! Preis sei Deinem Namen ewig hier und dort! 258. Selig sind die Todten, die in dem HErrn sterben. Zuruf einer seligen Jungfrau an ihre Freundin. Weine nicht, daß ich so früh entschlafen, dul geliebte, theure Schwester du! Jesus rief mich heim zu Seinen Schafen in des Himmels ew'ge Sabbathsruh', wo der Erde Noth und Seufzer schwinden, jeder Thränenquell verfiegen; muß, und die Seele, frei vom Dienst der Sünden, schmeckt Jehovah's sel'gen Friedenskuß. 2. Weine nicht— wir bleiben fest verbunden und im Tod und Leben ungetrennt; denn des Lammes heil'ge Liebeswunden find ja uns'rer Freundschaft Element; ach, und wenn nach kur⸗ ben Pilgerwegen einst auch deines Leibes Hütte richt, kommen wir frohlockend uns entgegen droben vor des Vaters Angesicht. 259. Ach, daß du den Himmel zerrissest und führest herab. Gebet eines Predigers. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. Herr, nach Deines Geistes Regen schmacht“ und lechz' ich allerwegen; denn umsonst ist meine Mühe, meine Sorgen spät und frühe. All' mein Graben und Begießen bringt den Samen nicht Lam Sprießen, all' mein Bitten, Rufen, Lehren, ann die Sünder nicht bekehren. ö —— —5„.„e eee äNNNNNRN — 2. Nein, ich sehe sie mit Haufen blindling's in's Verderben laufen; Satan hat sie ganz verblendet und von Dir hinweg gewendet. Ihre Seel ist sůn⸗ detrunken, tief in Eitelkeit versunken, abgestumpft und ohne Leben, nur des Fleisches Lust ergeben. 3. Du allein kannst Todte wecken und die sich're Welt erschrecken; Du allein machst Blinde sehen, Taube hören, Lahme gehen; ja, Du kannst aus harten Steinen Herzen schaffen, die da weinen und zer⸗ knirschtin Reu'und Buße, zitterndliegen Dirzu Fuße. 4. O so hilf doch Deinen Knechten, starker Held zu GOttes Rechten! Komm' SErr JEsu, komm' in Eile, schärfe Deines Wortes Pfeile, daß sie Mark und Bein durchdringen, aller Sün⸗ der Herz bezwingen und des Satans Reich zer⸗ stören, Dir allein zu Lob und Ehren! 5. HErr, Du hast es fest versprochen, und Dein Wort wird nie gebrochen, daß Du auch das schwächste Flehen wollst in Gnaden nicht verschmähen. Ach, so laß Dich doch erbitten, Deinen Geist herabzuschütten, daß die ganze Menschenheerde Deines Kreuzes Beute werde. 260. Widerstehet dem Teufel! Mel. Laßt mich geh'n. Gottes Lamm ½ theurer Seelenbräutigam! Eines bitt'ich Dich von Herzen, laß mich unter Freud' und Schmerzen schau'n auf Dich am Kreuzesstamm. 2.Unverrückt:, sei Dein Blut mir eingedrückt, ach und Deine tiefen Wunden öffne mir zu allen Stunden) wenn mein blöder Geist erschrickt. 4. Satan wacht:, mich zu zieh'n in Zwei⸗ fels Nacht, ja er legt mix Netz und Schlingen, mich von Deiner Spur zu bringen, groß ist seine List und Macht. 140 ö 4 2¹² 4. Doch er flieht 5½ wenn er mich beim Kreuze sieht; da muß Angst und Trauer schwinden, Du Pellded. mir alle Sünden und ich sing' ein Ju⸗ dellied. 5. Ja Dein Blut) macht den tiefsten Scha⸗ den gut; halt' ich Dich nur fest im Glauben, laß ich Welt und Satan schnauben, und hab' einen Heldenmuth. 2 261. Ich bin beides, Dein Pilgrim und Dein Bürger. Volksmelodie. Ich bin ein Pilger GOttes hier auf Erden und wall' an meines Hirten treuer Hand; ich möchte gern ein Himmelsbürger werden; denn droben ist mein rechtes Vaterland. Hier wird mir oft noch bange, ich frag': Ach HErr, wie lange? Wann kommt der Tag, da ich im ew'gen Licht darf schau'n Dein mildes Heilandsangesicht? 2. Zwar fühl' ich schon Dein Nahesein hie— nieden, wenn aus dem Gnadenbrünnlein Du mich tränkst, und Deinen süßen, wundervollen Frieden in meine schuldbelad'ne Seele senkst; dann steh ich auf vom Staube und jauchze laut: Ich glaube! Mein Herz ist leicht, die Wolken sind dahin, ich weiß gewiß, daß ich begnadigt bin. 3. Doch ach, sie bleiben nicht, die sel'gen Zei⸗ ten, weil sich im Busen noch die Sünde regt, weil Fleisch und Geist noch täglich müssen streiten, und Satan mir noch oftmals Wunden schlägt. Das beugt den Muth darnieder, verstimmt die Jubel⸗ lieder und preßt der Brust den tiefen Seufzer aus: Ach wär' ich doch nur erst im Vaterhaus! 4. Nein, nein, die vollen, ungetrübten Freu⸗ den, sie blüh'n im dunklen Thränenthale nicht; ———ERRn———— ⏑ 2 2— nnnnnnN 2¹3 hier giebt's noch manchen Dornenstich zu leiden, und oft noch wechseln Finsterniß und Licht; d'rum sehn' ich mich von hinnen nach Salems gold'nen Zinnen, wo auf des kurzen Pilgerstandes Leid mich labt des ew'gen Lebens Herrlichkeit. 2362. Rufe getrost, schone nicht! Geistlicher Schlachtruf. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Stehet auf, ihr Gottesmänner, ihr kühnen, — muthigen Bekenner, steht auf und rüstet euch zum Streit! Hört ihr nicht der Hölle Toben? denn Satanas hat sich erhoben, sein Zorn ist groß, kurz seine Zeit. Er sammelt seine Macht zur letzten, blut'gen Schlacht, zähneknirschend;— doch fürchtet nicht den Bösewicht,— denn seiner harrt schon das Gericht. 2. Aber laßt euch ja nicht blenden, mit Wahr⸗ heit gürtet eure Lenden und setzt den Helm des Heiles auf; ziehet an den Harnisch GOttes zum Trutz der Welt und ihres Spottes, und wallt in Eintracht euren Lauf. Wie auch der Löwe brüllt, des Glaubens starker Schild macht ihn zittern. Der gift'ge Pfeil zerbricht in Eil'“, dem Glauben wird der Preis zu Theil. 3. Ja fürwahr, ihr werdet siegen, und Sa⸗ tans Heer muß unterliegen, wenn ihr in IEsu Namen kämpft; wenn ihr wachet, betet, ringet, des Geistes Schwert fein tapfer schwinget und eures Fleisches Lüste dämpft. D'rum greift den Feind nur an,— der rechte Kriegesmann, GOtt ist mit euch, und nach dem Streit liegt euch bereit der Kranz der ew'gen Herrlichkeit. 2⁴ 268. Er ist unser Friede. (Seinem mit ihm an Einem Tage wiederge⸗ bor'nen Bruder zum Geburtstage.) elobt sei Er, der dich und mich gefunden Und aus des langen Wahnes tiefer Nacht Erbarmungsvoll uns hat an's Licht gebracht, Und ach— so wunderbar in Ihm verbunden, Wir wohnen in der Freistadt Seiner Wunden, Wir ruh'n im Schatten Seiner Lieb' und Macht, Ja, IEsus ist die Sonne, die uns lacht, Das Manna, das uns labt zu allen Stunden. O laß auf's Neu' uns gänzlich Ihm verschreiben, Deß Herz am Kreuz für uns in Liebe brach, Und freudig tragen Seine sel'ge Schmach. Komm', Bruder, komm', wir pilgern Hand in Hand, Die Krone strahlt, uns winkt das Vaterland, Da wir auf ewig einst beisammen bleiben. 264. Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen. Hoffnungsseufzer einer selig Entschlafe⸗ nen vor ihrem Ende. Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. r wischt all' meine Thränen einst von den Augen ab! d'rum gehet all' mein Sehnen nach Ihm bis in mein Grab. 1* 265. Nachruf. An dieselbe. Gestillt ist nun dein Sehnen, du theure Himmelsbraut! getrocknet deine Thränen, ver⸗ hallt des Seufzers Laut. * —2 — ⏑—⏑—— en E⸗ re ⸗ —t— 2. Der hier im Thal der Leiden dein Ein und Alles war, Den schau'st du nun mit Freu⸗ den und lobst Ihn immerdar. 3. Wir lassen dich mit Schmerzen aus un⸗ sern Armen los; doch gönnen wir von Herzen dir auch dein köstlich Loos. 4. Bald zieh'n auch wir hienieden die Pil⸗ gerkleider aus und geh'n durch IEsu Frieden in's süße Vaterhaus. ö 5. Da finden wir dich wieder vor IEsu An⸗ gesicht, und uns're Jubellieder verstummen ewig nicht. 266. Weine nicht! Heimathsgruß der seligen C—e St. an ihren K. Weine nicht, liebes, theures, süßes Herzl daß ich deinem Blick entnommen; denn ich bin aus allem Schmerz zu des Himmels Freude kommen, aus 2 dunklen Thal zum ew'gen Licht— weine nicht 2. Weine nicht, daß mein Platz im Hause leer, und ich nicht in deinen Armen, du Geliebter, weile mehr; IEsus wird Sich dein erbarmen; Er ist bei dir) wie Sein Mund verspricht— weine nicht! 3. Weine nicht, wenn die Waislein um dich steh'n und nach ihrer Mutter fragen: heiße sie nur aufwärts seh'n— IEsum rührt ihr kindlich Klagen, daß Sein Mutterherz in Liebe bricht—weine nicht! 4. Weine nicht, JEsus bleibt dein Schild und Lohn; und wie lange wird es währen, bis auch dich vor Seinen Thron ruft hinauf der HErr der Ehren und wir All' Ihn schau'n von Ange⸗ sicht?— Weine nicht! ö 2¹ 267. Noch ein Trostwort. eine nicht! sie weilt im Licht; mit den Seraphinen allen wird ihr Loblied laut erschal⸗ len, und mit sel'gem Angesicht hört sie, was ihr Heiland spricht. Sei getrost, weine nicht! 268. Trachtet nach dem, das droben ist! Mach droben laß mich trachten, nach dem nicht, das auf Erden ist, die Weltlust ganz ver⸗ achten nach Deinem Wort, HErr IEsu Christ! 2. Verborgen laß mein Leben in Dir sein, lieber GOtt, allein! und mich Dir ganz erge⸗ ben, aufrichtig, ohne Heuchelschein. 3. Dir leg' ich meine Seele so gern in Deine treuen Händ', ja Leib und Geist befehle ich Dir bis an mein letztes End'. 269. Kommt, deun es ist alles bereit. Michts, nichts ist an mir zu finden, als viel tausend, tausend Sünden; durch Dich aber, GOtt — der Gnaden, bin auch ich ja eingeladen zu dem ge himmlischen Verein: JEsu Blut, das macht mich rein. ö 270. Dein Wille geschehe! Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Ach gieb mir, HErr, doch nur die Gnade,⸗ daß ich nie mag, was Du nicht willst; es wäre ein zu großer Schade, wenn Du nicht meine Wünsche stillsi denn ach auf selbsterwähltem Weg verlieret man den rechten Steg. 2⁴7 2. Und hätt' ich Dich, mein Heil, verloren, ich armer Wurm, wo wollt' ich hin? d'rum halt' mich fest, die Du erkoren, und gieb mir einen ihr solchen Sinn, der sich gleich einer treuen Braut nur Deinem Herzen anvertraut. st! 271. Wenn ich nur Dich habe: em Mel. HErr JEsu Christ, mein's Lebens Licht. E er⸗ ieb, daß ich keinen Andern mein', o Heiland, ! sals nur Dich allein, daß ich Dich lieb' in Freud' in, und Leid und einst Dich schau' in Ewigkeit. ze 2. Ist auch der Weg zu Dir hin schmal, geht's schwer auch durch dies Thränenthal, hältst ine Du mich nur an Deiner Hand, so komm' ich doch in's Vaterland. ö 272. Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein. Mel. Wie groß ist des Allmächr'gen Güte. Du, HErr, verließest einst den Himmel und Itt) kamst in dieses Jammerthal, erlittest von dem Welt⸗ em getümmel viel Schmerzen, Noth und große Qual, ich und gabst für mich Dein theures Leben aus treuer Lieb' am Kreuzesstamm, ach könnt' ich meines ganz Dir geben, wie selig wär' ich, GOtteslamm! 2. Nur stilll ich freu' mich herzlich d'rüber, daß einst wird kommen diese Zeit, wo Du, mein Heiland, mich hinüber gebracht aus dieser Zeit⸗ 5e/ lichkeit, wo keine Sünde mehr mich quälet, wo ire Alles überwunden ist, wo mir mein Heiland nie ne mehr fehlet, mich nicht mehr fällt des Feindes List. em 3. Ach HErr, gieb mir nur unterdessen hie⸗ nieden auf der Pilgerbahn die Gnade, Dich nicht D zu vergessen, noch das, was Du an mir gethan; S so muß ich stets iun diesem Leben hoch preisen Deine Treu' und Huld, weil Du die Sünde mi vergeben und Selbst gebüßt für alle Schuld. 4. Hat erst das Glauben aufgehöret, hast D mich erst dahin gebracht, wo man von Buße nich mehr höret, wo nach dem Weinen wird gelacht dann wird das Loben besser schallen aus reines Herzen, heil'gem NMund, wo mir wird mit de Sel'gen allen ganz werden Deine Liebe kund. 273. Es ist euch gut. Mel. Nun lasset uns den Leib begraben. Mein Heiland meint es immer gut, wen mir das Kreuz auch wehe thut; will Er ja do 274. Euer Herz erschrecke nicht und 2 1 Maugß ich heiße Thränen weinen, will! Schmerz zu groß mir scheinen, bleibst Du i mein Glaubenslicht, schadet mir das Leiden niz 275. Alles und in Allen Christus! Mel. O du Liebe meiner Liebe. Herzens⸗-IEsu, komm und dämpfe Rend Seelen⸗Feinde List, hilf, daß ich recht treu kämpfe, der Du meine Stärke bist. Dazu bist 2 ja gekommen, los zu machen mich und frei und d hast mich angenommen, schaff' in mir doch Alles n 2. Krank bin ich nach Leib und Seele, d — nimm mich in Deine Hut; Du kennst alle mei Fehle, wasche mich mit Deinem Blut. Laß 1 Dich recht frei bekennen vor der hoh'n und niede W wi Welt, mag sie schmeicheln oder brennen oder i wie sie sich auch ssellt. 3. HErr, es soll mein ganzes Leben zeigen, daß ich Deine sei; aber Du nur kannst es ge⸗ ben; mache Selber mich recht treu. Ach, wenn ich auf mich nur sehe, dann vergeht mir aller Muth; wenn ich aber zu Dir flehe, wärmt mich Deine Liebesgluth. 276. Mein Joch ist sanft. Mel. Mir nach! spricht Christus, unser Held. Laß mich in falscher Sicherheit mein Leben nur nicht enden; HErr, mach' zum Sterben mich bereit, laß mich in Dir vollenden undstets in meinem Lebenslauf mit Freuden Dein Joch nehmen auf. 2. Dein Joch ist sanft und leicht die Last; d'rum laß mit Dank im Herzen, was Du mir aufgeleget hast, Leib's⸗oder Seelenschmerzen, hinnehmen mich aus Deiner Hand, die sicher führt in's Vaterland. 277. Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei. Mel. Nun danket Alle Gott. O HErr! hindurch hilf mir durch dieses arme Leben, und gieb, daß ich an Dir von Herzen möge kleben und Allem sagen ab, was mich nicht puche zu Dir; ich will bis in mein Grab Dich suchen stets allhier. 2. Mach' mich nur Selber frei von dem, was 220 278. Und nun, Kindlein, bleibet D bei Ihm! 6 —— Der seligen Mutter Bitte. In der Hälfte meiner Tage rief mich mein an Erbarmer ab aus des Erdenslebens Plage, und D ich sank in's kühle Grab; früh, recht früh rief Li Er mich ab.* 2. Meine lieben Kindlein weinen zwar wohl um das Mutterherz; aber still nur! euch, die Seinen, trifft aus Liebe nur der Schmerz, glaubt es fest, ich kenn' Sein Herz. ö 3. O wie werden wir Ihn loben, wenn auch ihr seid, wo ich bin! Kinder, trachtet nur nach droben, laßt euch zieh'n nach IEsu Sinn, folgeil m Vater weis't euch hin. D 279. Seid fröhlich in Hoffnungg ur Mel. GoOtt des Himmels und der Erden. Ti Lieber Vater in dem Himmel, höre Deines Kindes Fleh'n: Komm' ich aus dem Weltgetüm⸗ mel, laß mich dann zu Dir nur geb'n, wo mich Deine Herrlichkeit wird erquicken ohne Zeit. 2. O wie köstlich wird's dann werden, ganz vereint mit Dir zu sein; kann man doch schon hier auf Erden innig sich im Glauben freu'n. Fröhlich du bin in Hoffnung ich: IEsu Blut macht selig mich,. lie ——— c 280. SErr, Du erforschest mich und un kennest mich. ha Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. Ert Du, HErr, kennst alle meine Werke, Du weißt/ es steht nicht gut mit mir; doch Deine Gnad n mir ich merke und nah' im Glauben kindlich Dir, 1 Denk' ich an Deine Feuerblicke, Sohn Gottes, die mich schauen an, so tröstet mich zu meinem Glücke: Du bist's auch, der vergeben kann. 2. Die Sünde kann mir nicht mehr schaden, ein anfechten wohl, doch tödten nicht; ich komm, weil ind Du mich eingeladen zu Dir, ach sei mein Trost und rief Licht, Du treuer und wahrhaft'ger Zeuge! Hilf Selbst doch überwinden mir, in Gnaden stets zu ohl, mir Dich neige, wenn ich klopf' an die Lebensthür. die—— ubt 281. Maria hat das gute Theil er⸗ uch wählet. e Alch Herr Ehrisf! Ou willst mein Heil; gieb hei mir Gnad', Maria's Theil; gern lieg' ich zu Deinen Füßen, laß mich Deine Huld genießen. „Strecke Deine Segenshände über mich, o HErr! und sende Deinen heil'gen Geist herab, mir zum Tröster bis in's Grab. nes im⸗ 282. Fürwahr, Er trug unsere lich Krankheit. x Mel. Nun lass't uns den Leib begraben. anz ier Krank bin ich sehr nach Leib und Seel'; lich drum beides, HErr, ich Dir befehl', ach nimm ich, in Deinen Schutz mich hin, mach' in Dir fröh— »lich Herz und Sinn. 2. Doch mußt Du, HErr! nicht von mir zieh'n und von dem armen Sünder flieh'n, weil er es hat zu grob gemacht?— Das hat die alte Schlang' erdacht. ißt, 3. Ist meine Sünde gleich blutroth, hab' ich in verdient den ew'gen Tod, gesenkt ist sie in's tiefe hir Meer, nur wüthen kann das Höllenheer.— 1 22² 4. Die List des Feindes ist so stark, sie kann verzehren Fleisch und Mark; doch Deine Gnad', o JEsu! ist viel mächt'ger, als des Feindes List. 5. Erhalt' mir stets den Blick recht klar, daß ich im Glauben immerdar kann blicken nach dem Kreuzesstamm, wo Du für mich starbst, GOttes⸗ lamm! ö 283. Lobe den HErrn, meine Seele! Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Es soll mir gar nichts lieber sein, als GOt⸗ tes Sohn zu loben; ich kann mich über nichts mehr freumn, als daß Du kamst von oben zu mir, Du ein'ge Lebensthür, daß ich durch Dein Verdienst nun hier bin zu dem Vater kommen. —— 284. Vor Ihm sollen Aller Kniee sich beugen. ö Mel. Kommt her zu Mir! spricht GOttes Sohn. ö enn meine Seel' zum Heil betracht't, daß einst mein HErr, der mich gemacht, hing an dem Kreuzesstamme, so sink' ich voll Anbetung hin, dieß Wunder beugt mir Herz und Sinn, Dank sei dem GOtteslamme! 2. Dem Lamme, dem stets Ruhm erschallt, von dem auch alle Zungen bald bekennen werden müs⸗ sen, daß Er der HErr alleine ist, deß Name heißet JEsus Christ, den wir nur wollen wissen. 3. Dieß Lamm, das alle Seraphim anbeten und die Cherubim, allein ich mir erwähle; es hat gebüßt auch meine Schuld, unendlich groß ist Seine Huld: Lobsing' Ihm, meine Seele! g U! *——— 285. Ohne Mich könnet ihr nichts thun. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Sti hochgelobet, GOttessohn! für Deine große Treue! Ach blick' herab von Deinem Thron und gieb mir Gnad' aufs Neue, daß ich von Herzen liebe Dich, allein nur Dir ergebe mich im Leben und im Sterben. 286. Fürbitte. Huf, SErr JIEsu! all' den Meinen, ach, es sind ja auch die Deinen, laß sie ihre Schuld er⸗ kennen und Dich gläubig Heiland nennen. 2. Hilf, daß fie die Welt verachten, ernst nach Deinem Reiche trachten, hilf, daß sie Dich brün⸗ stig lieben und sich gern im Guten üben. 3. Hilf, o HErr, daß sie mit Thränen sich nach Deiner Gnade sehnen, öffne Du doch ihre Herzen, heile sie durch Deine Schmerzen. 4. Wollst, HErr IEsu! uns erhören, Aller Herzen zu Dir kehren, selig, selig machen Alle, daß Dein Lob stets freudig schalle! 287. Krankentrost. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt walten. Micht mehr als meine Kräfte tragen, SErr SEsul legest Du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen, es folgt gewiß Erquickung d'rauf; d'rum laß mich immer mit Vertrau'n, auch wenn ich krank bin, auf Dich schau'n! e ee..—..— *. SSSSSIeeeeeeeee— 288. Mein Geist freuet sich GOttes, meines Heilandes. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte. Mein liebster JZEsu! Du bist kommen zu mir vom hohen Himmelsthron und hast Dich meiner an⸗ genommen, auf daß ich sei Dein Schmerzenslohn! Du bist es werth, o Mann der Schmerzen, daß man Dich liebet und Dich ehrt und daß man stets von ganzem Herzen Dich preiset und sich zu Dir kehrt. 2. Gern möcht' auch ich's; d'rum hilf mir Schwachen! Du bist mein allertreu'ster Freund. Hilf kämpfen mir, hilf beten, wachen, Du hast's ja immer gut gemeint. Auch mich, der Deinen Zorn verdienet, trägst Du mit großer Lieb' und Huld, hast mich durch Deinen Tod versühnet und mich erlös't von aller Schuld. 3. Wenn ich auch gleich vor Dir, mein König! nur Asche, Staub und Erde bin, ist Dir mein Lob doch nicht zu wenig, ichweiß, Du nimmst's in Gna⸗ den hin. D'rum, meine Seele, lob' und preise den roßen, lieben, treuen HErrn und Seines Rathes underweise, erheb' Ihn hoͤch: Er hört es gern. 289. HErr JEsu, nimm meinen Geist auf! Mel. Kommt her zu Mir, spricht GOttes Sohn. Was doch mein lieber HErr wird thun, ob Er mich bald wird heißen ruh'n von dieser Pil⸗ gerreise, ob ich Ihn bald nun werde seh'n, vor Seinem Thron im Himmel steh'n zu Seinem Lob und Preise? 2. So wie Du willst, mein lieber HErr! nur Deine Gnad' in mir vermehr', halt mich bei Deiner Rechten. Ach laß mich ja nur wanken nicht, bleib' — SeS S n —————— Du nur meines Glaubens Licht, will mich der 2 Feind anfechten. 3. Mit Thränen sehn' ich mich nach Dir, ich weiß, nichts Gutes wohnt in mir, vergieb mir meine Sünden! Du hast ja Selbst gebüßt für mich, ich danke, rühm' und preise Dich, Du hilfst mir überwinden. 4. O JeEsu, theurer Schmerzensmann! Dich bet' ich tief im Staube an, erhör mein schwaches Lallen, verlaß Du mich nur, Heiland, nicht, und wenn mein Aug' im Tode bricht, laß mich an Dein Herz fallen. ö 5. Wenn meine letzte Stunde schlägt und man den Leib zur Ruhe legt, wo er muß ganz verwe⸗ sen, laß sein durch Deine Liebesmacht nur meinen Geist zu Dir gebracht, dann bin ich ganz genesen. 290. Heimathsgruß eines selig Entschla⸗ fenen. Trauert nicht um mich, ihr treuen Herzen, Meine Wallfahrt hat ja nun ein Ende Und die durchgegrab'nen IEsushände Haben mich entbunden aller Schmerzen. Ewig strahlen hier die Lebenskerzen, Und wohin ich rings das Auge wende, Strömt mir Wonn' und Frieden zu ohn' Ende, Nirgend Wolken, die den Himmel schwärzen. Weinet nicht, ich ruh' in JEsu Armen, Seliglich versenkt in Seine Schöne Und umrauscht von ew'gem Lobgetöne; Ach und wie Er mich aus Sturm und Wogen Hat hinauf an Seine Brust gezogen, Wird auch euch vollenden Sein Erbarmen. ———— 15 * —.. (Fünfter Anhang.) 291. Keunst du diese Sehnsucht? daß mir allhier im Dunkeln möcht' ein Strahl des Lichtes funkeln! Mein Herz schwim⸗ met mir in Thränen, ich fühl' ein recht heißes Sehnen, aufgelös't zu sein von der schweren n wo die tiefste Schwermuth fliehet und der Feind von dannen ziehet; ach! wer hilft mir doch? 2. Ich weiß nichts, als IEsu Wunden, da manch' Täublein Ruh' gefunden; ach, in diese Felsenklüfte schwingt mein Geist sich durch die Lüfte, da ist meine Ruh'; dahin eil' ich zu; hier ist doch für mich kein Bleiben; ich will stets an IEsum gläuben, bei Ihm ist gut sein. 3. Wird mir gleich die Welt zu enge, bald komm' ich aus dem Gedränge; IEsus wird den Kummer stillen und mir meinen Wunsch erfüllen; das weiß ich gewiß, und kein Hinderniß raubt mir dieses sel'ge Hoffen; mir steht schon der Himmel offen, da ich wohnen werd'. 4. Mag die Noth gleich näher treten, ich will kämpfen, wachen, beten. Mein Freund läßt sich x alles sagen, ich will Ihm den Kummer klagen. P.Golgatha schallt mein Gloria. Er kann mir den Schmerz sversüßen. Ich darf Seine Wun⸗ Ach! au den küssen: Da ist Seligkeit. 5. Wenn ich werd' nach Zion kommen zu den auserwählten Frommen, da will ich, mich zu er⸗ quicken, gleich nach meinem Heiland blicken; da werf' ich vor Ihm meine Krone hin und will Hallelujah singen und voll Freuden jauchzend springen mit der Zionsschaar. 6. Nur aus Gnaden werd' ich selig, denn der Gaben sind unzählig', die Er mir giebt zu genteßen; sollt' ich nicht im Geist zerfließen? Herzelseinicht kalt, ——. Stunden! schlaget baldz Himmel! in dir wär' ich lie⸗ ber! Engelltragetmich hinüber, fliehe, Welt und Erd! 7. Der Sohn GÖttes, der Allein'ge, kommt zu uns, daß Er uns rein'ge von den Sünden, die uns drücken und uns ganz von GoOtt ver⸗ rücken; Er nimmt williglich diese Last auf Sich, zärtlich spricht Er: Statt der Strafe will Ich, daß GOtt mich abstrafe! Amen, das geschieht. 8. Angst⸗ und qualvoll ist Sein Leben, unab⸗ lässig Sein Bestreben, und nach mehr als drei⸗ —*———————. ßig Jahren sieht er Sich noch nicht im Klarenz Er tt viel und doch kommt das schwere Joch! Ach, die letzten Martertage sind für Ihn voll Höllenplage: Kommt zum Oelberg, kommt! 9. Er alleine tritt die Kelter des Zorns GOt⸗ tes; seht, da fällt Er auf die Erde!— seht den Boden— naß von IEsu Bußkampfstropfen; wie Er wimmernd klagt! Ach hört, was Er sagt: Abba! schreit Er zu drei Malen, Abba! reiß Mich aus den Qualen, doch nicht, wie Ich will. 10. Seht Sein Antlitz, wie voll Kummer; blaß, fast wie im letzten Schlummer— wie der Seraph tief sich bücket, Ihn zum Todeskampf erquicket. Seht die Thränenfluth untermengt mit Blut. Angst⸗ schweiß träufelt wie Blutstropfen; hört des bau⸗ gen Herzens Klopfen; fühlt ihr, was Er fühlt? 11. O Gethsemane! Angstgarten, wo Zorn⸗ fluthen auf Ihn warten, auf den ewiglich Ge⸗ liebten, jetzt bis in den Tod Betrübten.— Da kommt Er heran, der gequälte Mann. Ach! wie Ihn der Tod erschüttert, wie Er bebet, zagt und zittert, unser Schmerzensmann. 12. Welch' ein harter Kampf! welch' Ringen, um die Hölle zu bezwingen; ein Erzengel stärkt Ihn kräftig, und nun betet Er gar heftig, heft'⸗ ger als voͤrher, o, wie wimmert 945 inselnd krümmt Er Sich im Staube— jammert in der Folter Schraube, und weint immer mehr. 13. Nacht am Oelberg, Nacht voll Trauer!— Nie gefühlte Höllenschauer, die Ihm Mark und Bein durchwühlen, muß hier mein Erlöser füh— len. Herzfressende Gluth! Seh't, seh't! Er schwitzt Blut— Blut mischt sich in Seine Thränen; hört Sein Aechzen, Fleh'n und Stöhnen! Seh't! der SErr schwitzt Blut. 14. O, Calvaria, Blutstätte! voll von Kreu⸗ zigungsgeräthe; angenagelt, Blut vergießend, Aug' und Mund im Tode schließend, ehr' ich hier den HErrn. Ach! hier stürb' ich gern! Heil'ge, feierliche Stunden, welch ein Blutstrom aus den Wunden! Ach, hier stürb' ich gern. 15. O mein guter HErr! ich Armes bin d'ran Ursach', nimm mein warmes, Dir geweih'tes Herz voll Liebe; sanft und feurig sind die Triebe, wo⸗ mit Dich mein Geist für die Martern preis't. Keusch und heilig wird mir werden Leib und Seele schon auf Erden; Amen, so wird's sein. 16. Volk des HErrn, sei vor Ihm fröhlich, denn GOtt Selber macht dich selig; und Sein Geist wird ohn' Aufhören an dir schmücken und dich lehren, bis du einst dort bist, ws GOtt sichtbar ist. Wonnevoll wirst du da stehen und wirst GOtt, wirst IEsum sehen, GOtt Selbst, wie Er ist. 17. Mit entsündigt reinen Zungen wird nun JEsus dort besungen. Aber schon in diesem Leben will ich mich Ihm ganz ergeben, diesem Marter⸗ mannz alles wag' ich d'ran, um Ihm einzig zu ge⸗ fallen, bis ju den Erlös'ten allen Er mich rufen wird. 18. Ei! wie prangen da die Wunden für die Augen der Gesunden, und vom Arzte ist kein Schweigen. Hört den Hochgesang der Reigen, und den Harfenton; seht den Menschensohn! An⸗ 960666 ———22— 8 betung und feurig's Danken wird von den ge⸗ heilten Kranken ewig Ihm gebracht. 19. Wie vortrefflich wird das klingen, wenn wir dort einstimmig singen: Du, o Lamm! für uns erwürget, hast Dich selbst für uns verbürget; hast alles vollbracht, Dir gebührt die Macht; Du bist würdig zu empfangen, ja, Du kannst mit Recht verlangen Dank, Ruhm, Preis und Macht. 20. Im Jerusalem dort oben, wo wir ohne Sünd' Ihn loben, scheinet weder Mond noch Sonne; denn es leuchtet stets zur Wonne GOtt Selbst und das Lamm, unser Bräutigam.— Surch Ihn ist in jenen Chören selig, selig ohne Aufhören, selig, wer da wohnt. 292. Vesper zur See. Schiffshauptmann. Laß Deine Rechte unser Lied sein im Hause uns'rer Wallfahrrt. Der Du auch im Meere Wege gegeben hast, und mitten unter den Wel⸗ len sicheren Lauf. HErr, was ist der Mensch, daß Du sein gedenkest, und ein Menschenkind, daß Du Dich seiner annimmst! Chor(Matrosen). Mel. Valet will ich dir geben. O Herzog aller Gnaden, bleib' bei uns in der Nacht, der Du uns sonder Schaden bis hier⸗ ber durchgebracht! Zünd' an der Liebe unsern Du Wächter in der Höh', und segn' an unsern Herzen den Lobgesang zur See. Steuermann. Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Mit dieser Wimpel Wallen im letzten Abendstrahl laß froh hinauf ihn schallen zu Deinem Gnadensaal! Alle. Vorige Melodie. Durch alle Seemannschöre gieb uns am Lobe Theil, daß Dein der Flaggen Ehre, und Dein der Segel Heil. Schiffshauptmann. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Wer ist so gnädig, HErr, wie Du? Wer kann so viel erdulden? Wer sieht mit so viel Lang⸗ muth zu bei so viel schweren Schulden, die aus der ganzen, weiten Welt ohn' Unterlaß bis an das Zelt des hohen Himmels steigen? Steuermann. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Es muß ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch in den Tag hin⸗ ein, was gar nicht gut ist, üben. Alle. Du kannst nicht anders sein, als gut, daher fließt Deiner Güte Fluth auf alle Deine Werke. Schiffshauptmann. Mit Deinem Wandeln auf dem Meere, das alle Wasser geheiliget hat; mit Deiner theuern Gegenwart im Schiffe der Apostel; mit Deiner Fürbitte in der Nacht, als sie Noth litten;“) mit dem ewigen Gnadenlichte, als sie Dir zu Füßen sanken im Schiffe;“) mit dem allmächti⸗ gen Worte, dem Wind und Meer gehorsam sind; mit der Gnade des letzten Abendmahls, das Du mit uns gehalten; mit Deiner Hohenpriester⸗ lichen Fürbitte für Deine ganze Kirche auf Er⸗ den; mit dem ganzen Verdienste Deines Lebens, Leidens, und Sterbens— Matth. 14, 23. 24.—. V. 33. ——— ri ⏑ be n 22— — V VII 23¹ —2——..———— Chor. Segne uns, lieber HErre GOtt! Steuermann. Mel. Allein GOtt in der Höh' sei Ehr'. Du führest Deiner Kirche Schiff durch aller Zeiten Walten. Noch hat kein Blitz, kein Felsen⸗ riff den heil'gen Bau gespalten. Der Compaß ruht in Deiner Hand, die Heil und Segen nur umspannt, weil sie für uns durchgraben. Chor. Vorige Melodie. D'rum haben wir zum Steuermann Dich, Fürst der Ehr'n, erkoren; mit uns'rer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren. Sind wir doch ein Gemächt von Staub, der Sünde, wie der Wellen Raub, wo Du nicht Gnade schenkest. Steuermann. Mel. JIeEsus, meine Zuversicht. Walte mit mir, wo ich bin; laß mich nicht den Pfad verlieren und die Engel her und hin liebreich unser Segel führen; und die Welle un⸗ ter mir rausche Psalmen für und für! Schiffshauptmann. Mel. In allen meinen Thaten. Gedenke uns'rer Lieben jenseit des Meeres drüben, die jetzt in dieser Stund? mit uns die Hand erheben; laß ihre Seelen leben, und steh' zu Deinem Gnadenbund. Chor. Vorige Melodie. Wenn sie voll Angst und Grämen, so wollst „Du sie beschämen durch Deinen Friedenskuß; den gieb auch uns'rem Volke, das Deine Zeu⸗ genwolke Dir über's Meer ja schaffen muß. ö 4 V 9 232 Schiffshauptmann. Mel. SeéEsus, meine Zuversicht. Geh' nicht mit uns in's Gericht, wenndie Winds⸗ braut sich erhoben, dann versag' uns nicht Dein Licht aus der Zionsburg da droben, wo, wenn Alles untergeht, klar C ew'ge Leuchtthurm steht! Chor. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Du kannst mich nicht verlassen, der Deinem Worte traut, und ganz auf Dein Erblassen sein ewig Heil gebaut. Wenn Mast und Steu'r zerbro⸗ chen und todt die Kraft des Lichts, dann sprich, wie Du gesprochen:„Ich bin es! fürchtet nichts!“ Und wenn ich in den Tiefen, wo's nun und nimmer tagt, von Sünden, die da schliefen, mich— sehe angeklagt, dann sprich Du voll Erbarmen: „Komm', Menschenkind, zu Mir!“ und trag' auf Deinen Armen gen ½½ mich zu Dir! Alle. Mel. SeEsus, meine Zuversicht. Ja, auch in des Meeres Grund ruht mein Herz in Dir geborgen. Wecken wird Dein Se⸗ gensmund mich am großen Ostermorgen. Ueber mir rauscht sanft die Well':„Friede über Israel!“ Hafen ist in aller Welt, wo man liegt zu Deinen Füßen; und Dir sei's anheimgestellt, ob wir so, ob so ihn grüßen. Bleibt uns nur Dein ewig Reich, ist uns alles And're gleich. Schiffshauptmann. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Aber wenn der Thürme Spitzen, d'rauf die gold'nen Kreuze steh'n, wieder uns entgegen blitzen und wir in den Hafen geh'n, dann durch alle Seemannschöre gieb am Lob uns wieder Theil, daß der Flaggen Macht und Ehre Dein, und Dein der Segel Heil! 233 Steuermann. Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele. Ach, wir werden wohl erscheinen mit gesenktem Angesicht. Uns're Augen werden weinen vor dem ew'gen Gnadenlicht, wenn mit Deinem Kelch und Brod Du gestillet alle Noth, und im dünden. Deiner Wunden wieder wir das Land gefunden. Schiffshauptmann. Du GOtt aller Gnaden, der Du uns berufen hast zu Deiner ewigen Herrlichkeit in Christo IEsu, Du wollest uns, die wir eine kleine Zeit leiden, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen, von allem Uebel uns erlösen und uns aushelfen zu Deinem himmlischen Reiche durch FEsum Christum, welchem Ehre sei von zu Ewigkeit! Amen. Alle. Mel. Wach' auf, mein Herz, und singe. Erhalt' uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen Deinen Namen durch IE- sum Christum! Amen. 2983. Das betet jetzt fleißig! Mel. Alle Menschen müssen sterben. Geistdes Glaubens, Geist der Stärke, des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller GOt⸗ teswerke, Träger aller Himmelsfrucht! Geist, der einst der heil'gen Männer, Kön'ge und Prophe⸗ ten Schaar, der Apostel und Bekenner Trieb und Kraft und Zeugniß war! 2. Rüste Du mit Deinen Gaben auch uns schwache Kinder aus, Kraft und Glaubensmuth zu haben, Eifer für des HErren Haus; eine Welt mit ihren Schätzen, Menschengunst und gute Zeit, Lieb' und Leben d'ran zu setzen in dem großen heil'gen Streit. 3. Gieb uns Abrahams gewisse, feste Glau⸗ 234 benszuversicht, die durch alle Hindernisse, alle Zweifel siegend bricht; die nicht blos dem Gna⸗ denbunde trauet froh und unbewegt, auch das Liebste jede Stunde GOtt zu Füßen niederlegt. 4. Gieb uns Josephs keusche Sitten, wenn die Welt ohn' Schaam und Zucht uns durch Dräuen, uns durch Bitten in ihr Garn zu zie— hen sucht. Lehr' uns fliehen, lehr' uns meiden diese üpp'ge Pothiphar, ihren Haß geduldig lei⸗ den, GOtt getreu sein immerdar. 5. Gieb uns Mosis brünst'ges Beten um Erbarmung und Geduld, wenn durch freches Ueber⸗ treten unser Volk häuft Schuld auf Schuld. Laß uns nicht mit kaltem Herzen unter den Verdorb'- nen steh'n, nein, mit Mosis heil'gen Schmerzen für sie seufzen, weinen, fleh'n. 6. Gieb uns Davids Muth zu streiten mit den Feinden Israels, sein Vertrau'n in Leidens⸗ zeiten auf den HErren, seinen Fels; Feindeslieb' und Freundestreue, seinen königlichen Geist, und ein Herz, das voller Reue GOttes Gnade sucht und preis't. 7. Gieb Elias heil'ge Strenge, wenn den Götzen dieser Zeit die verführte, blinde Menge Tempel und Altäre weiht, daß wir nie vor ihnen beugen Haupt und Knie, auch nicht zum Schein, sondern fest als Deine Zeugen dasteh'n, wenn auch ganz allein. 8. Gieb uns der Apostel hohen, ungebeugten Zeugenmuth, aller Welt, trotz Spott und Drohen, zu verkünden Christi Blut. Laß die Wahrheit uns dekennen, die uns froh und frei gemacht; gieb, daß wir's nicht lassen können, habe Du die Uebermacht. 9. Schenk' uns wie Stephano Frieden mit⸗ ten in der Angst der Welt, wenn das Loos, das uns beschieden, in den schwersten Kampf uns stellt. In dem rasenden Getümmel schenk' uns —— c—— 2³⁵ Glaubensheiterkeit, öffn' im Sterben uns den Himmel, zeig' uns JIEsu Herrlichkeit. 10. Geist des Glaubens, Geist der Stärke, des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller GOtteswerke, Träger aller Himmelsfrucht, Geist, Du Geist der heil'gen Männer, Kön'ge und Pro⸗ pheten Schaar, der Apostel und Bekenner— auch bei uns werd' offenbar! 294. Wir haben einen GOtt, der da hilft Eigene Melodie. Erhalt' uns, HErr, bei Deinem Wort und steure stets der Feinde Mord, die IEsum Christum, Deinen Sohn, wollen stürzen von Deinem Thron. 2. Beweis' Dein' Macht, HErr JEsu Christ, der Du ein HErr all'r Herren bist, beschirm' Dein' arme Christenheit, daß sie Dich lob' in Ewigkeit. 3. G0Ott heil'ger Geist, Du Tröster werth, gieb Dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd'; steh' bei uns in der letzten Noth, g'leit' uns in's Leben aus dem Tod. 4. Ihr' Anschläg', HErr, zu nichte mach', laß treffen sie die böͤse Sach', und stürz sie in die Grub' hinein, die sie machen den Christen Dein; 5. So werden sie erkennen doch, daß Du, o HErr GOtt! lebest noch und hilfst gewaltig Dei⸗ ner Schaar, die sich auf Dich verlässet gar. * 295. Das thut der Kirche noth. Mel. HErr und Aelt'ster Deiner Kreuzgemeine. Gnad' und Heil und Friede sei mit Allen, die in Christo IEsu sind, und die zu dem Sinn, Ihm zu gefallen, Lieb' und Dankbarkeit verbind't. Seid zum Dienst und zum Genusse tüchtig, beides ist der Kirche Christi wichtig; dien't, als wär't ihr Stahl und Erz, liebet, wie ein krankes Herzl 2. Kirchlein! folge lauterlich dem Worte deines Heilands JEsu Christ, dem man Herz und Hand und Fuß durchbohrte, da Er uns're Schuld gebüßt. Thue stets mit Lust, was Dessen Wille, der dir Kräfte giebt aus Seiner Fülle; schäm' dich, wenn Er dich erhebt; freu' dich, daß Er für dich lebt! 3. Hab' an Ihm, was nur dein Herz begehret; denn Er will dir Alles sein; wenn dir wo was schmerzlich's widerfähret, sieht Sein freundlich Auge drein; wenn dir's wohl geht, beugt dich Seine Gnade; wenn du wanderst, krönt Er deine Pfade, segnet, was du für Ihn thust, und er⸗ quickt dich, wenn du ruhst. 4. Ihm ist nichs zu viel und nichts zu wenig, was man braucht, warum man weint; Er ist unser Hirte, Haupt und König, Schöpfer, Bru⸗ der, HErr und Freund, Hülf' und Rath und Trost und Fried' und Freude, Schutz und Habe, Leben, Licht und Weide, Hoherpriester, Opferlamm, un⸗ ser GOtt und Bräutigam. 296. Auf! nach dem himmlischen Jeru⸗ salem! Eigene Melodie. Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt'GOtt, ich wär' in dir! mein sehnend Herz so groß Ver⸗ langen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über Alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schöͤn're Stund', wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit AAE S EEAA————2——72 * I + =· H — 5— 23⁷ freiem Freudenmund die Seele geb' von mir in GOttes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland? 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt' der Element', fährt auf Eliä Wagen, mit engelischer Schaar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu' auf die Gnadenpfort'! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh' ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir GOtt hat gegeben das Erb' der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein' edle Schaar kommt dort gezogen schon? was in der Welt von Auserwählten war. Ich seh' die beste Kron, die IEsus mir, der HErre, entgegen hat gesandt, da ich noch war von ferne in meinem Thränenland. 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland trugen dort des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau' ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klar⸗ heit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud' erfüllet wird der Sinn, der Mund voll Lob und Preis. Das Hallelujah reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn' End' in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schon in Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hundert tausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie vom Anfang gesungen das him⸗ melische Heer. 2³⁸ (Sechster Anhang.) 297. Familien⸗Vesper. Hausvater. Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. Chor(Kinder und Gefinde.) Mel. Alle Menschen müssen sterben. Ja, HErr, bleib' mit uns im Bunde, laß uns leuchten als ein Licht, das man in der Abend⸗ stunde auf dem Leuchter zugericht't. Hausmutter. (Sonnabend Abend): Uns're Arbeit ist zu Ende und der Sabbath bricht nun an; (Sonntag Abend): Unser Sabbath geht zu Ende und die stille Nacht bricht an; (Sonst am Abend): Unser Tagwerk geht zu Ende und die stille Nacht bricht an; Deine durchgegrab'nen Hände haben All's für uns gethan. Chor. Vorige Melodie. Und nun stehn wir an der febten Deiner Felsen⸗ gruft, HErr Christ, und es fehlen uns die Worte, Dir zu danken, wie Du bist;— alle Creaturen schwei— gen und zu Grabe geht das Licht,— aber freudig laß uns zeugen; denn es geht nicht zum Gericht. Hausmutter. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Denn, eh' wir schlafen gehen, hältst du aus Deinen Höhen nach Deiner Gnadenwahl mit uns, die wir Dich bitten, in allen unsern Hütten Dein theuerwerthes Abendmahl.(Ofb, 3.) —2 SAAAerrc den uns nd⸗ 289.— Hausvater. Vorige Melodie. Und sprichst noch immer:„Friede!“ zu Allem, was nun müde sich sehnt nach Deiner Ruh', kommst nicht in Sturm und Blitze und neigst des Seepters Spitze uns zur Erhörung gnädig zu. Chor. Mel. Allein GOtt in der Höh' sei Ehr'. Hab' Dank für Segen und für Noth, für Freude und für Schmerzen, für Wort und Zeugniß und Gebot, und laß an Deinem Herzen, Du ewig⸗ treue Liebe Du! uns finden nun die Sabbaths⸗ ruh':— Laß Deine Kirche wachsen. Hausvater. O, Du Hirte und Hüter Israels, Der Du nicht schläfst noch schlummerst,— ö Hausmutter. Bewahre Dein Erbe! Hausvater. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen. Chor. Mel. Herzlich thut mich verlangen. Gedenke, HErr, der Tage, wo Du ein Mensch wie wir all' uns're Noth und Plage menschlich empfunden hier, wo einsam auf den Höhen beim Weh'n der Sternennacht Du mit Gebet und Fle⸗ hen Dein Opfer dargebracht, Hausmutter. Mel. Valet will ich dir geben. Und dann im Morgenlichte die Jünger Dir erwählt:(Luc. 7.) Alle. O heilige Geschichte, so ganz für uns erzählt! Ach wähle, wenn wir schlafen, Du ewigtreuer Hirt, auch uns zu Deinen Schafen, wenn's wieder Morgen wird! Hausvater(reeitirend). Pfleg' auch der Kranken als Deiner Gelieb⸗ ten. Hilf den Gefangenen, tröst' die Betrübten. Wittwen und Waisen wollest Du speisen, blei⸗ ben ihr Rath und ihr Licht und ihr Recht! Hausmutter. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Soll diese Nacht die letzte sein?— SErr, der uns aufgenommen, die volle Liebe hat nicht Pein und heißet Dich willkommen; denn Du, deß Treue uns bekannt, Du führst mit der durch⸗ grab'nen Hand in's Paradies den Schächer. Chor. Mel. Valet will ich dir geben. Ich weiß, ich kann nicht sterben; Du lebst in meiner Brust; ich soll das Leben erben, das ist mir klar bewußt. Ich weiß, ich muß zerstäuben, sei's morgen oder heut; doch bei Dir werd' ich bleiben in alle Ewigkeit. Hausvater und Hausmutter. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Du ruh'st durch's Wort im Herzen, d'rum leg' ich ohne Schmerzen einst meinen Leib zur Ruh', denn aller Sünde Schaden deckst Du aus ew'gen Gnaden mit Deinem Purpurmantel zu. Chor. Vorige Melodie. ö O Du dreieinig Wesen, mein Geist ist schon ge⸗ nesen, weil ich Dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte—Dein leuchtend Angesichte treibt alle Fin⸗ sternisse hin. Alle. Mel. Valet will ich dir geben. Vor Deinen Augen schweben, ist wahre Selig⸗ keit, ein unverrücktes Leben mit Dir schon in der 1 der Zeit. Nichts können und nichts wissen, nichts wollen und nichts thun, als Dir nur folgen müssen— das heißt: im Frieden ruh'n. eb⸗ Hausvater. en. GOtt Vater, nimm uns in Deine Hut! GOtt ei⸗ Sohn, wasch' uns mit Deinem Blut! GOott heil'ger Geist, erleuchte uns, daß wir in den Himmel kommen! Chor. Tr, Die Gnade unsers HErrn JEsu Christi und die icht Liebe GOttes und die Gemeinschaft des heiligen Ju, Geistes sei mit uns Allen, mit uns Allen! Amen. 298. Der Berg Golgatha. Mel. Alle Menschen müssen sterben. in Meine Seele geht voll Freuden zu dem ist Berge Golgatha, und bei Christi Kreuz und Lei⸗ en, den finget sie Hallelujah. Mich betrübet zwar ich die Sünde, doch, was ich bei IEsu finde, das verwandelt alles Leid in die größte Fröhlichkeit. 2. Ach fünf Brunnen reich an Blute quellen da mit vollem Lauf und das fang' ich mir zu Gute im mit der Hand des Glaubens auf. Wenn mich das ur Gesetze zwinget und auf volle Zahlung dringet, so us bezahl' ich nur damit, so sind alle Schulden quitt. 1. 3. Fällst du mich mit deinen Klauen, arger Feind, recht grausam an? O ich lasse mir nicht grauen! Kennst du wohl denselben Mann, der e⸗ hier an dem Kreuze hänget? Weil mich Dessen m Schutz umfänget, so verlach' ich deine Wuth, n⸗ die mir keinen Schaden thut. 4. GOttes Gnade, Heil und Leben, Trost und Segen hab' ich hier. Meine Sünden find ver⸗ g⸗ geben. Nichts Verdammlich's ist an mir. JEsus er ist für mich gestorben und, was Sein Verdienst 16 — erworben, dessen maaß' ich mich so an, als hätt' ich es selbst gethan. ger 5. O wie wohl hab' ich's getroffen! Hien nur soll meine Wohnung sein. Christi Wunden stehenlich mir offen, da begeb' ich mich hinein. Hier will ich mein Lusthaus haben. Hier soll sich die Seelg lich laben. Hier ist meine Ruhebank. Hier verbleih ich lebenslang. ö 6. Hier soll auch des Lebens Ende und meis Sterbebette fein. Mich bedecken JEsu Hände We also schlaf' ich selig ein. In dem Tode Chri sterben heißt das rechte Leben erben. So bin i dem Himmel nah' auf dem Berge Golgatha. — unt 299. Die drei großen christlichen Feste. du fröhliche, o du selige, gnadenbringendt Weihnachtzeitl:, Welt war verloren, Christ wan geboren; freue, freue dich, o Christenheit!n 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringend Osterzeit!: Welt lag in Banden, Christ ist en standen; freue, freue dich, o Christenheit! ½1 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringends häl Pfingstenzeit!:, Christ, unser Meister, heiligt dil ere Geister; freue, freue dich, o Christenheit!): Lei Die Gnadenzeit überhaupt. La O du heilige, o du selige, friedenbringemd Gnadenzeit! z)3 Welt liegt in Sünden, Christ lasl die sich finden; freue, freue dich, o Christenheitt a n 300. Nur Ihn! au enn ich Ihn nur habe, wenn Er mein nus M. ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe, Sein ma Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide fühle nichts als Andacht, Lieb' und Fraude. los 3— 0** 2⁴3 al 2. Wenn ich Ihn nur habe, lass' ich Alles gern, folg' an meinem Wanderstabe treugesinnt die nur meinem HErrn; lasse still' die Andern breite, ehmlichte, volle Straßen wandern. will 3. Wenn ich Ihn nur habe, schlaf' ich fröh⸗ eelt lich ein, ewig wird zur süßen Labe Seines eibsHerzens Fluth mir sein, die mit sanftem Zwin⸗ gen alles wird erreichen und durchdringen. nei! 4. Wenn ich Ihn nur habe, hab' ich auch die noe Welt; und des Himmels reiche Gabe meinen rissl Blick nach oben hält. Tief versenkt in Schauen, ich kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich Ihn nur habe, ist mein Vaterland; und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbtheil in te die Hand, längst vermißte Brüder find' ich nun „lin Seinen Jüngern wieder. endt SSRR Hard 301. IEsu Christi Blut. +* Mel. Fahre fort, Zion, fahre fort im Licht. 2• Lammes Blut! Lammes Blut! Du allein be⸗ endl hältst den Preis. Aller Seligkeiten Quelle, komm, t dil ergieß' dich Fluthenweis': Komm, durchdring' mir eib und Seele; o du unvergleichlich ewig Gut, „Lammes Blut! Lammes Blut! en 2. Mächtig Blut!:, Du hast eine That gethan, lall die ein ewig Lob verdienet, die niemand aussprechen %½ kann: Gtt hast du mit uns versühnet, löschest aus gerechte Zornes-Gluth, mächtig Blut! ½ 3. Schönes Blut!:, O du freier, offner Born, aus dir quillet Heil und Leben; was der erste nul Mensch verlor'n, wird hier wieder frei gegeben. Du ein machst desperate Schaden gut, schönes Blut!: Lide. 4. Reines Blut!:, Du machst von der Strafe los, bringst Vergebung aller Sünden, öfnest GOt⸗ 16² 9 — — 2⁴⁴ ies Liebesschooß, da läßt du Verzagte finden eines Vat recht getrosten, guten Muth, reines Blut! ½ als 5. Herrlich Blut!:, Brautschmuck der Gerech tigkeit, den befleckten Adamskindern dienet nmsund reine Kleid; auch den allerärmsten Sündern kommsuns dein Purpur im Gericht zu gut, herrlich Blut!:sind 6. GOttes Blut!:, Wunderbar verwandelst dugen Tod in Leben, Leid in Freude, Fluch in Segen Qual in Ruh', Zorn in süße Gnaden⸗Weide. Sesbar het, wie so große Wunder thut GOttées Blut!:[Hin 7. Kräftig Blut!:,: Du zermalmest Stein umsdere Klipp'; Herzen, gleich den harten Felsen, muß dein Gut heißer Liebestrieb ganz durchdringen und zerschmel zen, bis quillt eine süßeThränenfluth: KräftigBluti 8. Mildes Blut!:, O du hochgewünschter Thau, komm, du sanfter Gnaden⸗Regen, wäss're meim dürre Au', setze sie in Flor und Segen: Du bist'ssewi was Verschmacht'ten sanfte thut, mildes Blut!:, Sch 9. Süßes Blut!:, Süßer als der beste Mossätt wie vollkommen kannst du laben den, der dich in Glauben kost't, all' sein Leiden ist vergraben, seimsmei Seele jauchzt vor gutem Muth, süßes Blut! Iguc 10. Redend Blut! in Du, du redest mir dassdg Wort bei dem Vater in der Höhe; ja, du brings mich an den Ort, wo ich Ihn mit Freuden sehl wer du erschreiest mir unendlich Gut, redend Blut!des 11. IEsus⸗Blut! ½ Mit dir strömet lautes nich Heil; alle Tropfen schreien Gnade, armer Sün der süßes Theil, nach dir dürst' ich arme Mades den überschmemme mich, du edle Fluth, JIEsus-Blut! Whie 12. Christi Blut! n O du Balsam vollen vol Kraft! der vom Oberhaupte fließet, der mit süh ßem Lebenssaft sich in alle Glieder gießet; Dis ein machst glles Blöde wohlgemuth, Christi Blut! Se 13. Bundes⸗Blut!:, Du läßt die Gefangnei Si aus aus der wasserlosen Höhle, führst sie ein in“ ö ney Pater⸗Haus, da die sonst getrennte Seele in GOtt als in stolzem Frieden ruht: Bundes⸗Blut! ech. 14. Siegend Blut!:, Du führst unsern Kampf eselund Streit aus zum sel'gen Ueberwinden, schmückst mmsuns mit dem weißen Kleid, läßt uns ew'ge Weide „finden dort auf's Lammes allersüß'ster Hut, sie⸗ t dagend Blut!: gen 15. Theures Blut!, Blut von unschätz⸗ Selbarem Werth; Schätze aller Königreiche, ja die Ubimmel sammt der Erd' sind mit dir nicht zu unsdergleichen; du, du bist mein ewig Hab' und deiGut, theures Blut, theures Blut! nel 20 H dah 302. IEsus— mein Alles. ein Was hätt' ich, hätt' ich IEsum nicht auf stͤsewig mir erkoren? für flücht'ge Freude ew'gen ½ Schmerz!— Ach, ohne IEsum, armes Herz, koßtlpätt'st du dich selbst verloren! in] 2. Was konnt' mir doch die ganze Welt für einlmeinen JIEsum geben? Und wär' die ganze Welt Ulauch mein;— nein, sollt' ich ohne Hoffnung sein, dallda möcht' ich auch nicht leben. ngs 3. Wer wär' mein Tröster dann im Schmerz, h wer auf dem Sterbebette? wer einst am Tage Ildes Gerichts? Ach, hier und dort hätt' ich ja utesf nichts, wenn ich nicht JEsum hätte. zun, 4. Ich hätte nichts als ew'ge Pein für stun⸗ (denlang Ergötzen; ach, ohne IEsum dort und hier— Gedanke, weiche fern von mir, Gedanke voll Entsetzen! 65. Nun aber, da ich IEsum hab', o welch' lein reiches Leben! Ist Erde doch und Himmel Sein, d'rum ist auch Alles, Alles mein, weil Er nei Sich mir gegeben. 2⁴6 303. Simon Johanna, hast du Mich lieh Eigene Melodie. Mein Heiland nimmt die Sünder an, di unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kei Engel trösten kann, die nirgend Ruh' und Re tung finden, den'n selbst die weite Welt zu klein die sich und GOtt ein Greuel sein; den'n Mi ses schon den Stab gebrochen und sie der Höl zugesprochen, wird diese Freistadt aufgethan Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb Il von Seinem Thron auf Erden, Ihn drang d Sünder Noth und Er fent an ihrer Statt ei Fluch zu werden; Er senkte Sich in ihre Nos und schmeckte den verdienten Tod; nun, da denn Sein eigen Leben zur theuern Zahlun hingegeben und Seinem Vater g'nug gethan so heißt's: Er nimmt die Sünder an. 1 3. Nun ist Sein aufgethaner Schooß ei sichres Schloß gejagter Seelen, Er spricht f von dem Urtheil los und tilget bald ihr ängs lich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenhei in's unergründlich tiefe Meer von Seinem res nen Blut versenket; der Geist, der ihnen win geschenket, schwingt über sie die Gnadenfahn Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt Er sie dem Vater hin in Ses 7 nen blutbefloss'nen Armen; das neiget denn deh Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen; Er nimn sie auf an Kindes-Statt; ja, Alles, was Er und hat, wird ihnen eigen übergeben und selb die Thür zum ew'gen Leben wird ihnen fröhlit aufgethan; mein Heiland nimmt die Sünder an.! — 5. O, solltest du Sein Herze sehn, wie Sich nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie nog 5.„ nH&hE irre gehn, als wenn ihr Auge vor Ihm thränet. Wie streckt Er Sich nach Zöllnern aus, wie eilt Er in Zachäi Haus, wie sanft stillt Er der Magdalenen den milden Fluß erpreßter Thränen u. denktnicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an., 6. Wie freundlich blickt Er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun dies hat Er nicht nur gethan, da Er auf Erden mußte wallen; nein, Er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie Er unter Schmach und Leiden, so ist Er auf dem Thron der Freuden den Sündern lieb⸗ reichzugethanzmeinHeiland nimmtdie Sünderan.:,: 7. So komme denn, wer Sünder heißt und wen sein Sünden⸗Greu'l betrübet, zu Dem, der Keinen von Sich weis't, der sich gebeugt zu Ihm begiebet. Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Noth verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dein Erlöser nun erschienen? O nein, verlaß die Sünden⸗Bahn; mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an.) 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch kriechend angenommen; sieh', wie Sein Herz dir offen steht und wie Er dir entgegen geht! Wie lang' hat Er mit vielem Flehen Sich brünstig nach dir umgesehen! So komm' denn, armer Wurm, heran: Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: ich hab's zu grob gemacht, ich hab' die Güter Seiner Gnaden zu lang und schändlich durchgebracht, Er hat mich oft umsonst geladen. Wofern du's nur jetzt redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll Ihm nichts die Hände binden und du sollst dennoch Gnade finden; Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. ½ 248 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit ich muß erst diese Lust genießen, GOtt wird jg eben nicht gleich heut' die offnen Gnaden⸗Pfor⸗ ten schließen. Nein, weil Er ruft, so höre du und greif' mit beiden Händen zu; wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet; ihm wird hernach nicht aufgethanz heut' komm, heut' nimmt dich IEsus an. ½ 11. Ach zieh' uns Selbsten recht zu Dir, hold⸗ selig⸗süßer Freund der Sünder! Erfüll' mit seh⸗ nender Begier auch uns und alle Adams⸗Kin⸗ der. Zeig' uns bei unserm Seelenschmerz Dein aufgespalt'nes Liebesherz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein Jeder sagen kann: GOtt Lob! auch mich nimmt IJEsus an. ½ 804. Weine nicht! Wenn Kummerthränen das Auge weint, weil unserm Sehnen kein Freund erscheint; wenn bang' und trübe die Seele zagt und ihre Leiden dem Vater klagt: ö 2. Dann bleibt die Hülfe doch oft noch fern, und wir vermissen den treuen HErrn; Er scheint das Flehen nicht zu verstehn, und läßt in Kum⸗ mer uns fast vergehn. 3. Doch bleibt das Herz nur getrost und still und spricht geduldig: Nun, wie GOtt will! was mir geschehe,— Du bleibst mein Licht, Du bleibst ö mein Leben, Dich lass' ich nicht!! 4. Dann ist der Schmerz dir schon halb ge⸗ stillt, und was zum Heil ist, wird dir erfüllt; sei fromm und treu nur, treu deinem HErrn, die ew'ge Liebe bleibt ja dein Stern. ö — 255595——2328 4 2⁴9 305. Die Ruhe. Met. Nun lasset uns den Leib begrab'n. ach treu vollbrachtem Lebenslauf nimmt uns des Grabes Ruhe auf; wir wallen nun der Hei⸗ math zu, kurz war der Schmerz, süß ist die Ruh'. 2. Das, was uns liebte, bleibt zurück; das, was wir liebten, unser Glück und uns'rer heißen Sehnsucht Ziel— wir geben's auf wie Kinderspiel. 3. Doch was im Glauben wir erkannt, das folgt uns in das bess're Land; noch fester schließt es sich uns an und leitet uns die dunkle Bahn. 4. Auch was wir wirkten treu und rein— es soll uns nicht verloren sein; die Saat, die lieb⸗ reich wir gestreut, gedeiht uns für die Ewigkeit. 5. O wohl uns, wenn an Grabes Rand noch eine treue Freundeshand mit Schmerz uns Hülf' und Labung beut und unsre Seele mild erfreut! 6. O wohl uns, wenn ein Armer weint, daß uns're Stunde schon erscheint, wenn uns're Lieben für uns fleh'n und schmerzerfüllt zum Himmel seh'n! 7. Doch Heil mir, wenn Du, IEsus Christ, mein Helfer, dann mir nahe bist: O nimm mich nach voll⸗ brachtem Lauf in Deines Himmels Frieden auf! 306. Sehnsucht nach Gott. ie dürstet meine Seel', o GOtt, nach Dir! Wann, wann, o SErr, werd' ich Dein Antlitz schauen! Wann, himmlisch Licht, o wann erscheinst Du mir und leuchtest mir zu ew'gen Himmels⸗ Auenz ach, wann wird endlich meiner Ahnung Bild, mein Sehnen und mein Hoffen mir erfüllt? 2. Hier bin ich, HErr, und fasse Deine Hand, nimm sie und führ' mich durch den Tod zum Le⸗ benz es ist ja schnell gelbs't das inn scht Band, 250 und leicht kann sich der freie Geist erheben zu seinem Urquell, zu dem reinen Licht, wo Alles klar vor Deinem Angesicht; 3. Wo mir die Binde von den Augen fällt und Deiner Führung Räthsel mir sich lösen, wo alles Wunderbare Deiner Welt, und was hier unbegreiflich mir gewesen, sich meinem Auge mehr und mehr enthüllt und tiefes Staunen meine Seel' erfüllt; 4. Wo Deine Lieb' und Gnade mir erscheim unendlich höher noch als hier auf Erden, wo nur der Wonne Thräne wird geweint, der Tren⸗ nung Schmerzen mir zur Freude werden, wenn nun, befreit von allem Leid und Weh', ich die verklärten Lieben wiederseh'. — 5. Doch— soll es halten noch das ird'sche Band,— HErr, wie Du willst, ich will nicht widerstreben; und wie Du mir, schon eh' ich Dich ekannt, unendlich viel verheißen und gegeben, o laß auch ferner Deiner Gnade Schein und Deine treue Liebe um mich sein, 6. Daß ich, so lang' ich hier noch Pilgrim bin, den Blick zwar fest nach Deinem Himmel wende, doch wirk' und schaffe und mit treuem Sinn, was Du befiehlst, erfülle und vollende, bis die ersehnte Stunde nun erscheint, die mei⸗ nen Wunsch mit Deinem Willen eint. 7. Wenn dann der Ruf in meine Seele tönt: Komm in Mein Reich und leb' ein höh'res Le⸗ ben! wie wird sich da, mit ihrem GOtt versföhnt, die freie Seele leicht und froh erheben und mit Johannes rufen hocherfreut: Komm, komm, HErr IEsu, komm, ich bin bereit! 251 ö 307. Missions⸗Festlied. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Aus der Näh' und aus der Ferne sind wir vereint und wollten gerne von Dir, o HErr! gesegnet sein; denn umsonst ist unser Streben, wenn Du uns fehlst, o liebstes Leben, drum komm, ach komm zu uns herein! Komm wie ein frischer Thau, der dürren Herzen Au' zu befeuch⸗ ten. Gieb Licht und Muth, fach' an die Gluth der Lieb' und Freud', o höchstes Gutl 2. Salbe, IEsu, Deine Knechte, die Deinen Ruhm und Deine Rechte verkünden heut' und Deinen Bund. Gnadenströme lasse fließen von ihrem Leib' und sich ergießen in unsrer Seele tiefsten Grund. Die Todten rufe Du aus ihrer falschen Ruh', HErr und König! daß sie erwacht aus ihrer Nacht, dann preisen Deine Liebesmacht. 3. Denk' auch an die armen Heiden, die auf des Teufels gift'gen Weiden noch ohne Trost und Hoffnung gehn. Schau', wie sie den Götzen fröhnen, weil sie Dein heiliges Versöhnen nicht kennen, HErr! und nicht verstehn. Ach grausen⸗ volle Noth, von ew'ger Qual bedroht, zu ver⸗ schmachten! O JEsusherz, ihr stummer Schmerz schreit um Erbarmen himmelwärts. 4. Laß Dich jammern jener Blinden und rette sie von ihren Sünden durch Deines Wor⸗ tes Schall und Licht. Sende viel Evangelisten hinaus und hilf, daß allen Christen das Herz vor Lieb' und Mitleid bricht, und daß sie früh und spät erscheinen mit Gebet für die Heiden, o GOttessohn! vor Deinem Thron, bis alle ö Welt Dein Schmerzenslohn! ‚ 25² 308. Abschieds⸗Gruß. Zum Andenken an die Passionszeit 1850, in welcher die Stereotypie des Reise⸗ psalters vollendet wurde. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Lebt wohl, ihr theuren Herzen, in Ihm, der uns mit Schmerzen vom ew'gen Zorn befreit. Lebt wohl in IEsu Wunden, die uns so eng ver⸗ bunden, daß uns nicht scheidet Raum noch Zeit. 2. Auf Ihn nur laßt uns schauen und unbe⸗ weglich trauen dem starken GOttessohn, daß wir in Freud' und Plagen mit Wahrheit können sa— gen: Ich hab' nur Eine Passion. 3. In Seinen Liebesarmen, umschlossen vom Erbarmen, hat man's unsäglich gut; Er will uns fest umfassen, Er kann uns nicht verlassen, wir kosten Ihm Sein theures Blut. 4. Wohlan, so laßt uns schwören, daß wir nur Ihm gehören, bis unser Aug' einst bricht. Ja, JEsu, süßes Leben! wir bleiben Dir erge⸗ ben, laß leuchten uns Dein Angesicht! 5. Wir fleh'n in Deinem Namen: Begieße Selbst den Samen, den Du hier ausgestreut und hilf, daß alle Seelen Maria's Theil erwählen, Dich Selbst, o Quell der Seligkeit! 6. Weck' auf die sich'ren Herzen, die mit der Sünde scherzen auf breiter Höllenbahn; und die in eignen Werken noch ihre Hoffnung stärken, erlöse bald von ihrem Wahn. 7. Stärk' aber Deine Kinder, daß sie als Ueberwinder im Glaubenskampf besteh'n, bis wir auf Salems Zinnen, wenn Du uns rufst von hinnen, im ew'gen Licht uns wiederseh'n. —60———.— —— 0, 253 (Siebenter Anhang.) 309. Der Segensgang. Eigene Melodie. Ich ging unter Erlen am kühlenden Bach und dachte der Huld meines Heilandes nach, da ward mir im Herzen so weh und so wohl, da standen die Augen von Thränen mir voll. 2. Mir schwebte vor Augen/ holdselig und mild, der Freund meiner Seele im blutigen Bild; da sank ich am Ufer in's kühlende Moos, da stürzten die Thränen herab auf den Schooß. 3. Da kniete ich Armes vorm Heilande hin, und bat mir zu schenken ein neu Herz und Sinn, zu ändern mich durch Seine göttliche Kraft, durch's Blut Seiner Wunden, das Fried' und Heil schafft. 4. Ich fühlte, wie IEsus, mein Alles, mein Freund, Sich zu mir her nahte, wie gut Er es meint; Er legte die Hand auf mein jammervoll Herz, befreite mich gnädig von Jammer und Schmerz. 5. Dann schenkt' Er mir reichlich vom Gna⸗ denquell ein; dann nahm Er mein Herz in Sein Herze hinein; die Freistatt der Wunden ward mir aufgethan, das Kleid Seiner Unschuld auch legt' Er mir an. 6. Er sprach: Laß dir's wohl sein, du bist nun befreit vom ewigen Tode, vom ewigen Leid, gehörst zum königlichen Eigenthums⸗-Volk, zum Priesterthum GOttes, zum Blutzeugen⸗Volk. 7. So hat sich mein JIEsus mit mir nun ver⸗ traut, mein Herz Sich zum Tempel und Wohnung erbaut; nun fühl' ich erst, was ich für Sorgen und Müh'n,für Arbeit gemachtIhm, mich zu Sich zu zieh'n. 8. Nun ist's Ihm gelungen, nun bleib' ich Sein Lohn der bittersten Schmerzen, ich elender Thonz 25⁴ nun lass' ich auf ewig nicht mehr von Ihm ab, ich bleibe Sein Eigenthum bis in mein Grab. 9. Die Welt, sie mag spotten, die kann mir nichts thun, an JEsu kann ich nun recht seliglich ruh'n; wer JEsum zum Freunde hat, dem ist stets wohl, wenn gleich die Welt arg ist und Satans List voll. 10. Er hilft ja den Seinen ins Freudenreich ein, befreit sie auf ewig von Strafe und Peinʒ d'rum muthig und freudig, wer JEsu sich weiht, Er hilft ja so herrlich aus irdischem Leid. 11. O selig, o selig, wer IEsum bekennt, wer Ihn seinen Heiland mit Herz und Mund nennt, der wird einst von JEsu ein Erbe genannt, wenn Er die Ungläub'gen zur Hölle verdammt.— 12. Schon schwebte die Sonne im sinkenden Strahl, schon zogen sich dunkele Schatten in's Thal, der Mond schien durch Erlen schon still in den Bach, ich dachte noch immer dem Heilande nach. 13. Da lag ich am Ufer, vergaß nun den Bach, die schattigen Gänge— nur Ihm dacht' ich nach, nicht duftenden Blumen, nicht Kühle am Bach, ich dachte nur immer dem Heilande nach. 14. So ging ich von dannen mit thränendem Blick und sah nach dem Bach und den Erlen zurück; sie schwanden: es schwand nicht das blutige Bild, das wachend und schlafend die Seele mir füllt. 15. Mein JEsus, der blieb mir im Herzen zurück, o Herrlichkeit GOttes, o ewiges Glück! daß ich den Freund habe, der einzig allein für mich ist gestorben— Dein Lohn will ich sein. 16. Er schwindet nicht, wenn mir auch alles ver⸗ schwind't, wenn alles vergehet wie Rauch vor dem Wind; Du bleibest mein FIEsus, Du bleibst meine Zier, Du bleibest mein Alles, hier schwöre ich's Dir. 17. Du giebst mir auch Kräfte zu halten den Schwur, thust selbst in mir Alles, Dir lass' ich mich 250 b, nur; Du führest mich selig, Du bleibest mein GOtt, Du bleibest mein Leben, mein Heiland im Tod.— ts 18. Doch höre!ach höre des Heilandes Stimm' n;heut ruft Er! heut komme! heut gieb dich Ihm hin; I,Udenn morgen, ach morgen kann's wohl zu spät sein, 0 komm' heute, so wirst du dich ewig mitfreu'n.— 5 310. Die Macht der Liebe. Eigene Melodie. er Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in t, JIeEsu toffenbart, ich geb' mich hin dem freien Triebe, inmit dem ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, in's Meer der Liebe mich versenken. n[. 2. Wie bist Du mir so sehr gewogen und 5wie verlangt Dein Herz nach mir; durch Liebe n sanft und stark gezogen, neigt sich mein Alles h.[auch zu Dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, n Du hast mich, ich hab' Dich erlesen. ch 3. Ich fühl's, Du bist's, Dich muß ich haben; mich fühl's, ich muß für Dich nur sein; nicht im ö Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Plätzchen ist min Dir allein. Hier ist die Ruh', hier ist Ver⸗ ; gnügen; d'rum folg' ich Deinen sel'gen Zügen. * 4. Für Dich ist ewig Herz und Leben, Erlö⸗ ser, Du, mein einzig Gut! Du hast für mich Dich hingegeben zum Heil durch Dein Erlösungs⸗ blut. O Heil des schweren, tiefen Falles, für rDich ist ewig Herz und Alles! ö 5. Ich liebt' und lebte recht im Zwange, als „ ich mir lebte ohne Dich. Ich wollte Dich nicht, nach, so lange, doch liebtest Du und suchtest mich! e[O, wenn doch dies der Sünder wüßte, sein Herz wohl bald Dich lieben müßte. 14 6. O JIEsul daß Dein Name bliebe im Grunden Drück' ihn tief hinein! Möcht' Deine süße Jesuss 2⁵6 Liebe in Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen sei JEsus und sonst nichts zu lesen. 7. Des Vaterherzens Eingeweide in diesem Namen öffnen sich; ein Brunn' der Liebe, Fried! und Freude quillt nun so nah', so mildiglich! Mein GOtt! wenn's doch der Sünder wüßte, sein Herz alsbald Dich lieben müsste. 8. Lob sei dem hohen JEsus-Namen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle! Bächlein kamen, aus dem die sel'ge Schaar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende, wie fal— ten sie die frohen Hände!— Wir beugen uns mit ohne Ende; wir falten mit die frohen Hände! 311. IEsus— der Schönste. ö Kreuzbrüderlied. Schönster SErr IEsu, Herrscher aller Enden, GOttes und Mariä Sohn, Dich will ich lieben, Dich will ich ehren, Du meiner Seelen Freud' und Kron'. 2. Schön sind die Felder, noch schöner sind die Wälder in der schönen Frühlingszeit: IEsus ist schöner, JEsus ist reiner, der unfer traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht't die Sonne, noch schöner leucht't der Monden und die Sternlein allzumal: IEsus leucht't schöner, IEsus leucht't reiner, als all' die Eng'l im Himmelssaal. 312. Schifferlied. Volksmelodie. Mach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, Dir unsern Dank erschallen. Lobt Ihn mit Herz und Mund! Lobt ört nst Ihn zu jeder Stund'! Christ Kyrie! komm' zu uns auf der See! 2. Einst in meiner letzten Noth laß mich nicht versinken, sollt' ich von dem bittern Tod Well' auf Welle trinken; reich' mir dann lieb⸗ entbrannt, HErr! Deine Gnadenhand; Christ Kyrie! komm' zu uns auf der See! 313. Die heiligen zehn Gebote. Mel. Erschienen ist der herrlich' Tag. Dies sind die heil'gen zehn Gebot', die uns gab unser HErre GOtt, durch Mosen Seinen Die⸗ ner treu, hoch auf dem Berge Sinai. Kyrieleis. 2. Ich bin allein dein GOtt und HErr, kein' Götter sollst du haben mehr; du sollst Mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrunde lieben Mich. Kyrieleis. 3. Du sollst nicht führen zu Unehr'n den Na⸗ men GOttes, deines HErrn, du sollst nicht prei⸗ sen recht noch gut, ohn' was GOtt selbsten red't und thut. Kyrieleis. 4. Du sollst heil'gen den sieb'nten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollst von dein'm Thun lassen ab, daß GOtt nur Sein Werk in dir hab'. Kyrieleis. 5. Du sollst ehr'n und gehorsam sein dem Va⸗ ter und der Mutter dein, und wo dein' Hand ihn'n dienenkann, so wirstdu langes Leben han. Kyrieleis. 6. Du sollst nicht tödten zorniglich, nicht hassen, noch selbst rächen dich, Geduld haben und sanften Muth, und auch dem Feinde thun das Gut'. Kyrieleis. 7. Dein' Eh' sollst du bewahren rein, daß auch dein Herz kein' Andre mein', und halten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit recht fein. Kyrieleis. 17 258 8. Du sollst nicht stehlen Geld noch Gut, nich wuchern jemands Schweiß noch Blut; du folls aufthun dein' milde Hand den vielen Arm'n in deinem Land. Kyrieleis. 9. Du sollst kein falscher Zeuge sein, nicht lü⸗ gen auf den Nächsten dein; sein' Unschuld sollst auch retten du, und seine Schande decken zu. Kyrieleis. 10. Du sollst dein's Nächsten Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus. Du sollst ihm wünschen alles Gut, wie dir dein Herze selber thut. Kyrieleis. 11. Die G'bot all' uns gegeben sind, daß du dein' Sünd', o Menschenkind, erkennen sollst und lernen wohl, wie man vor GOtt recht leben foll. Kyrieleis. 12. Das helf' uns der HErr IEsus Christ, der unser Mittler worden ist! Es ist mit unserm Thun verlor'n, verdienen doch nur eitel Zorn. Kyrieleis! Durch Dr. Luther verbessert. 3814. Der christliche Glaube. Eigene Melodie. Wir glauben all' an Einen GOtt, Schöpfer Dimmels und der Erden, der sich zum Vater gige⸗ ben hat, daß wir Seine Kinder werden; Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, allem Unfall will Er wehren, kein Leid soll uns widerfahren, Er sorget für uns, hüt't und wacht, es steht alles in Seiner Macht. 2. Wir glauben auch an FEsum Christ, Seinen Sohn und unsern HErren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher GOtt von Macht und Ehren; von Ma⸗ ria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch gebo⸗ ren, durch den heil'gen Geist im Glauben; für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod' wied'r auferstanden ist durch GOtt. 129494 ————— 2⁵9 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, GOti mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne; die ganze Christenheit auf Erd'n hält in einem Sinn gar eben. Hier all' Sünd'n vergeben wer⸗ den; das Fleisch soll uns wieder leben, nach die⸗ sem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. 315. Das Gebet des HErrn. Eigene Melodie. Vater unser im Himmelreich, der Du uns alle heißest gleich Brüder sein und Dich rufen an, und willst das Beten von uns han; gib, daß nicht bet' allein der Mund, hilf, daß es geh' aus Herzensgrund. 2. Geheiligt werd' der Name Dein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach Deinem Namen würdiglich, behüt' uns, HErr, vor falscher Lehr', das arm' verführte Volk bekehr'. 3. Es komm' Dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit, der heil'ge Geist uns wohne bei mit Seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß' Gewalt zerbrich, vor ihm Dein' Kirch' erhalt'. 4. Dein Will' gescheh', HErr GOtt, zugleich auf Erden, wie im Himmelreich, gib uns Ge⸗ duld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, wehr' und steur' allem Fleisch und Blut, das wider Deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brod, und was man darf zur Leibesnoth; behüt' uns, HErr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor theu⸗ rer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg' und Geizes müßig gehn. 17⁷ 260 6. All' unsre Schuld vergib uns, HErr, daß sie uns nicht betrübemehr, wie wir auch unsern Schuldi⸗ gern ihr' Schuld und Fehl vergeben gern, zu dienen mach' uns all bereit in rechter Lieb' und Einigkeit. 7. Führ' uns, HErr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht zur linken und zur rechten Hand, hilf uns thun starken Widerstand im Glauben fest und wohl gerüst't, und durch des heil'gen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös', es sind die Zeit'n und Tage bös'; erlös' uns von dem ew'⸗ gen Tod und tröst, uns in der letzten Noth; be⸗ scheer uns all'n ein sel'ges End'ꝰ, nimm unsre Seel' in Deine Händ'. 9. Amen, das heißt: es werde wahr, stärk' unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiemit gebeten han auf Dein Wort in dem Namen Dein, so sprechen wir das Amen fein. 316. Die heilige Taufe. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind GOttes ist! Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz befitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht? 2. Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein etaufter Christ! denn ich weiß gewiß, so lange die— er Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, IEsu, durch Dein Blut entbinden, weil dastheure Wasserbad mich damitbesprengethat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe ——5 —955——2—4— 261 kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet GOttes Bund mich frei. 4. Freudig sag' ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist; lieg' ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf' ich auch auf solchen ein; ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist! 317. Die Beichte. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. frommer und getreuer GOtt! ich hab' ge⸗ brochen Dein Gebot und sehr gesündigt wider Dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber Du, gnädiger GOtt, nicht hast Gefall'n an meinem Tod und ist Dein herzliches Begehr'n, daß ich mich soll zu Dir bekehr'n: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm! ich armer Sünder zu Dirt komm', und bitt' Dich durch den bittern Tod und heilige fünf Wunden roth 4. Dein's lieben Sohnes JEsu Christ', der mir zu gut Mensch worden ist, laß Deine Gnad' und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon', o HErr, laß Deine Huld zude⸗ cken alle meine Schuld, so werd' ich arm ver⸗ lornes Kind ledig und los all meiner Sünd'. 6. Ich will, o HErr! nach Deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög' nach dieser Zeit gelangen zu der Seligkeit. 318. Das heilige Abendmahl. Mel. Gott sei gelobet und gebenedeiet. Herr IEsu Christe, mein getreuer Hirte, komm' mit Gnaden mich bewirthe, bei Dir alleine find' ich Heil und Leben; was ich darf, kannst Du mir geben. Kyrie eleison! Dein arm Schäf⸗ lein wollest Du weiden auf Israels Bergen in Oeben p⸗ und zum frischen Wasser führ'n, da das eben her thut rühr'n. Kyrie eleison! 2. All andre Speis und Trank ist ganz ver⸗ ebens, Du bist selbst das Brod des Lebens; ein Hunger plaget den, der von dir isset, alles Jammers er vergisset. Kyrie eleison! Du bist die lebendige Quelle, zu Dir ich mein Krüglein stelle, laß mit Trost es fließen voll, so wird meiner Seelen wohl. Kyrie eleison! 3. Laß mich recht trauern über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich Dich fasse, mich auf Dein Verdienst verlasse. Kyrie eleifon! Gib mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünd' nicht scherze noch durch meine Sicherheit mich bring' um die Seligkeit. Kyrie eleison! 4. Mir ist befleckt sehr greulich mein Gewis⸗ sen: Ach! laß die Bluts⸗Tröpflein fließen aus Deinen Wunden, welche Du empfangen, da Du bist am Kreuz gehangen. Kyrie eleison! Wird da⸗ mit mein Herz gerühret, wirds von Stund' an rein und g'zieret durch Dein Blut mit Glauben schön, kann in Dir vor GoOtt besteh'n. Kyrie eleison! 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Begier er nach ihm fraget: O süßer IEsu! schau', wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden. Kyrie eleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den ich mit Verlangen hoffe. —E ER& — *r 263 Hilf, o wahrer Mensch und GOtt! hilfst Du nicht, so bin ich todt. Kyrie eleison! 6. Du rufest alle zu Dir in Genaden, die müh⸗ selig und beladen; Alle ihre Missethat willst Du verzeihen, ihrer Bürde sie befreien. Kyrie eleison! Ach! komm selbst, leg' an Deine Hände und die schwere Last von mir wende. Mache mich von Sün— den frei; Dir zu dienen Kraft verleih'. Kyrieeleison! 7. Du wollest Geist und Herze zu Dir neigen! nimm mich mir, gib mich Dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin Dein Rebe, nimm mich in Dich, daß ich lebe. Kyrie eleison! Ach! in mir find' ich eitel Sünden, in Dir müss'n sie bald verschwin— den; in mir find' ich Höllenpein, in Dir muß ich selig sein. Kyrie eleison! 8. Komm, mein Freund, o komm, Du schöne Krone! JEsu, komm und in mir wohne. In mir will ich Dich mit Gebet oft grüßen, ja mit Lieb' und Glauben küssen. Kyrie eleison! Komm, und schenk' mir Deine Liebe, so wird nichts sein, das mich betrübe, Deine Sanftmuth und Geduld, die Frucht Deiner Gnad' und Huld. Kyrie eleison! 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenskraft ertheilen, daß ich aus mir nun all' Untugend reiße, Dir zu dienen mich befleiße. Kyrie eleison! In Dir hab' ich, was ich soll haben, Deiner Gnaden Brünnlein mich laben. Laß mich ewig sein in Dir und bleib' ewig auch in mir. Kyrie eleison! 819. Die Betglocke. Mel. Christus, der uns selig macht. Schlage, IEsu, an mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus dem Sündenschmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich wie Petrum an, 26⁴ daß ich in mich schlage, daß ich stets gedenke dran, und doch nicht verzage. ö 2. Weck' mich durch der Glocke Ton aus dem Schlaf der Sünden. Laß, o HErr! vor Dei— nem Thron mich Erbarmen finden, und nimm mich in Gnaden auf; meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebenslauf sei voll Tugendwerke. 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft und mein Trost im Leiden, meiner Seele Heil und Kraft; so sterb' ich mit Freuden; in der Stunde letzter Noth woll'st Du mein gedenken und ein sel'ges End' im Tod mir, o JéEsu! schenken. 820. Unendlicher Reichthum. Mel. HErr, ich habe mißgehandelt. was bin ich doch in IEsu, wie unendlich reich und groß! Niemand kann mein Heil ermessenz denn mein Glück ist grenzenlos; keine Zunge mag beschreiben, was es heißt: an IEsum gläuben. 2. Von Natur bin ich ein Sünder, der des Rich⸗ ters Zorn verdient; aber IEsus, mein Erbarmer, hat auch mich mit GOtt versühnt. Seine Marter, Angst und Wunden haben mich vom Fluch entbunden. 3. Meine Schulden sind bezahlet durch des Lam⸗ mes theures Blut, und Sein ganzes Thun und Lei⸗ den kommt aus Gnaden mir zu gut. Mich erschreckt nicht Tod noch Hölle: IEsus stand an meiner Stelle. 4. Seiner Unschuld weiße Seide ist nun mei⸗ ner Blöße Kleid, und mein königlicher Purpur ist die Blutgerechtigkeit, die mein Bürge mir erworben, da statt meiner Er gestorben. 5. Wer will nun mich noch verklagen? GOtt ist hier und spricht mich frei; alle Sünden sind ver⸗ geben, Satans Kette ist entzwei; Ebals Flüche sind verklungen und in Sieg der Tod verschlungen. 26⁵ 6. Abba Vater! darf ich rufen zu dem höchsten Ett hinauf, denn in IEfu, dem Geliebten, thut Sein Herz sich ganz mir auf, und Er kußt mit Lieb's⸗ erbarmen als Sein Kind mich Staub, mich Armen. 7. Könnt' ein Weib ihr Kind vergessen— Er vergißt mein ewig nicht, zählet alle meine Thränen, ist und bleibt mein Schild und Licht, ja, Er hat— o heißes Lieben!— mich in Seine Hand geschrieben. 8. Ach, und wenn ich überwinde in der Kraft von JEsu Pein, soll ich Würmlein GOttes Erbe durchs Verdienst des Sohnes sein, ewiglich mit Ihm regieren und ohn' Ende triumphiren. 9. O, was bin ich doch in JEsu, wie unend⸗ lich reich und groß! niemand kann mein Heil er⸗ messen, denn mein Glück ist grenzenlos; keine Zunge mag beschreiben, was es heißt: an JEsum glauben. 3821. Weihnachtslied. Volkston. Herbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphi⸗ rend, o kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein uns zum Heil geboren! O lasset uns anbeten den König! 2. König der Ehren, Herrscher der Heerschaa— ren, Dich trug der Jungfrau reiner Schooß, Dich, wahrer GOtt, von Ewigkeit geboren. d lasset uns anbeten den König! 3. Kommt, singet dem HErren, o singt Ihm, Engelchöre, frohlocket, frohlocket, ihr Seligen! Ehre sei GOtt im Himmel und auf Erden! O lasset uns anbeten den König! 4. Dir, der Du heute bist für uns geboren, o JEsu, sei Ehre, Preis und Ruhm! Dir Fleisch gewordenes Wort des ew'gen Vaters! O lasset uns anbeten den König! ö 322. Neujahrsanfang. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ich her. Das neugeborne Kindelein, das herzeliebe IEsulein schaor. abermal ein neues Jahr der auserwählten Christen⸗ aar. 2. Deß freuen sich die Engelein, die gerne um und bei uns sein und singen in den Lüften frei, daß GOtt mit uns versöhnet sei. 3. Ist GOtt versöhnt und unser Freund, was kann uns thun der arge Feind? Trotz Feindes⸗Macht und Höllen⸗Pfort' das IEsulein bleibt unser Hort. 4. Er bringt das rechte Jubeljahr: was trauern wir denn immerdar? Frisch auf! jetzt ist es Singens⸗Zeit, das JEsulein wend't alles Leid. 323. Jahresschluß. Mel,. Liebster IEsu, wir sind hier. S;5gnet uns zu guter Letzt auch noch dieses Jahres Ende, segnet künftig, segnet jetzt, o ihr theuren JEsus⸗Hände! segnet, daß an Leib und Seele Niemand etwas Gutes fehle. 2. Helft, so wir gefallen sind, helft uns wieder aufzuste⸗ hen! lehrt uns munter und geschwind in den Wegen SEsu gehen; daß an Weisheit, Gnad' und Segen wir auch täglich wachsen mögen. 3. Ja, versiegelt dieses noch, o ihr treuen IEsus⸗-Hände! am Beschlus des Jahres doch, daß wir alle bis an's Ende lasen. immer fester fassen, nichts von ihm uns trennen assen. 324. Das Jubeljahr. Mel. Christus, der ist mein Leben. inst kommst Du prächtig wieder, Du König Deiner Schaar! und holest Beine Glieder zum frohen Iudeliabr. 2. Dann wird man von den Ghoren, die sich Dein Tod errang, weit bess're Lieder hören, als je ein Zion sang. 3.. Ach, laß uns nur getreulich im Glaubenskampfe steh'n, so wird das Herz erfreulich einst seinen Richter seh'n! SSS. WNELE E 3 lein ten⸗ bei uns uns ortẽ wir das 26⁴ (Achter Anhang.) 825. Mein Bethesda. (Beim Gebrauch der Brunnenkur.) Mel. Sollt' ich meinem GOtt nicht singen. Mein Bethesda ist die Gnade, die so große Wunder thut. Hier in diesem warmen Bade wird die ärgste Krankheit gut. Wen die Gnadenfluth be⸗ rühret, der wird göttlich ausgeheilt, ihm wird große Kraft ertheilt, er wird aus dem Grund kuriret. Gnade ist die beste Kur; Gnade, Gnade such' ich nur. 2. Mein Bethesda hat fünf Hallen, worin viele Kranke sein. IEsu Wunden sind ja Allen, welche um Erbarmung schrei'n, fünf willkomm'ne Gna⸗ denhoöͤhlen; in denselben ist nie kaum, sondern immer reichlich Raum für recht geistlich kranke Seelen. Gnade ist die beste Kur; Gnade, Gnade such' ich nur. ö 3. Mein Bethesda ruhet nimmer, dieses Meer steht niemals still. Nein, die Gnade wallet im⸗ mer, man gebraucht sie, wenn man will. Seht, wie sich die Fluthen regen, die da mehr als wun⸗ derreich. Unsers Arztes Gnadenreich darf kein Engel erst bewegen. Gnade ist die beste Kurz Gnade, Gnade such' ich nur. 4. Hier darf man nicht lange fragen, welcher unter Menschen sich will erbarmen, uns zu tra⸗ gen; nein, der Arzt will brünstiglich uns auf Seine Achseln laden und uns durch Sein GOt⸗ tesblut als die rechte Gnadenfluth waschen, hei⸗ len, stärken, baden. D'rum bleibt Gnaͤde meine Kur; Gnade, Gnade such' ich nur. 5. Gnadenarzt der kranken Herzen, nimm Dich meiner gnädigst an; tilge Du der Seele Schmer⸗ 268 zen, die kein Mensch mir lindern kann. Heile meine Todeswunde, deren Gift mich ganz durch⸗ geht, woraus aller Schmerz entsteht, durch die Gnad' recht aus dem Grunde. Gnade ist die beste Kur; Gnade, Gnade such' ich nur. 6. Wo es Dir nun nicht zuwider, ach, so gieb auch Dein Gedeih'n zu dem Bade meiner Glie⸗ der, die da krank und kraftlos sein. Du bist ia die Quell' des Lebens; segne Du des Bades Fluß mir durch Deinen Gnadengruß; so brauch' ich es nicht vergebens. Gnade ist die beste Kur; Gnade, Gnade such' ich nur. 7. Dir will ich mich ganz ergeben, Deiner Gnad' befehl' ich mich. Gnad ist besser als das Leben und deswegen bitt' ich Dich: Laß mir's gnädig nur gelingen, daß ich nach so mancher Last serbe als ein Gnadengast; so will ich im Himmel singen: Gnade war dort meine Kurz Gnade such ich ewig nur. 326. Gottes Barmherzigkeit. Eigene Melodie. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbar⸗ mung, deren ich nicht werth. Das zähl' ich zu dem Wunderbaren; mein stolzes Herz hat's nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet, und soll bei GOtt in Gnaden sein; GoOtt hat mich mit sich selbst versühnet und macht durch's Blut des Sohn's mich rein. Wo kam dies her? warum geschieht's? Erbarmung ist's und weiter nichts. 3. Das muß ich Dir, mein GOtt, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich ——⏑ *— IA x kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies lasf' ich kein Geschöyf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet' ich auch allein, auf dieses duld' ich in der Noth, auf dieses hoff' ich noch im Tod. 5. GOtt, der Du reich bist an Erbarmen, nimm Dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Hei⸗ lands Tod zu Dir; da bin ich ewig hoch erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 327. Stundenlied. Mel. Vater unser im Himmelreich. Die Zeit eilt nach der Ewigkeit; mein GOtt, mach' mich doch stets bereit, daß ich, es sei Nacht oder Tag, bei jeder Stund' und Glockenschlag am Glauben reich, von Sünden frei, zur Ewig⸗ keit bereitet sei. ö 2. Schlägt's Eins— mein Herze glaube d'rauf, es ist ein GOtt, ein Glaub), ein' Tauf'. Schlägt's Zwei— alsdann ich GOtt befehl' zwei Stücke, meinen Leib und Seel'. Schlägt's Drei— ich bete zu der Zeit zur heiligen Dreieinigkeit. 3. Schlägt's Vier— ich stell mir vor's Gesicht den Tod, Höll', Himmel und Gericht. Schlägt's Fünf— dann schließ' ich mich allein in die funf Wunden JEsu ein. Schlägt's Sechs — so weiß ich, daß vollbracht, was in sechs Tagen GOtt gemacht. ů ö 4. Schlägt's Sieben— meine Seel', be⸗ merk', GOtt ruhte nach dem Schöpfungswerk. — mmee Schlägt's Acht— bedenk' die erste Welt, da nur acht Seelen GoOtt erhält. Schlägt's Neun— ach, JEsus krümmet sich und ruft;„Mein GoOtl verlässet mich.“ 5. Schlägt's Zehn— ich denk' der zehn Ge⸗ bot'; ach, GOtt, erbarm' Dich meiner Noth! Schlägt's Eilf— der Hausherr heißt mich geh'n zur Arbeit und nicht mußig steh'n. Schlägt's Zwölf— lob' GOtt je mehr und mehr; gieb Acht auf zwölf Apostel Lehr'. 6. Nun, Mensch, erforsche deinen Stand, ob deine Zeit gut angewandt. Ist GOttes Wort dein Stern, dein Licht, thust wahre Buß' und heuchelst nicht, ist Glaub' und Lieb' in Herz und Mund, so ist GOtt bei dir alle Stund'! 828. Kindergebet. Eigene Melodie. Mit tausend Gaben will GOtt uns laben; aber Eins weiß ich, das bet' ich fleißig: Abba, der auch mein Vater heißt, Abba, gieb mir den heiligen Geist! ö 2. Bei allen Spielen muß ich's ja fühlen: ich bin nicht selig, nicht innig 11. 406 wenn nicht mein Herz den Schöpfer preis' mir den heiligen Geist! 3. Gut ist's, viel lernen, Trägheit entfernen; aber das Beste, das Schönste, Größte: Liebe zu dem, der JEsus heißt: Abba, gieb mir den heiligen Geist! 4. O Vater leite mein Herz noch heute zu Seiner Liebe; alles zerstiebe, was mich von meinem Heiland reißt, Abba, gieb mir den heiligen Geist! 5. Er ist das Leben, und allen Reben giebt Er die Kräfte: O Vater, hefte fest mich an Ihn, der „Weinstock“ heißt, Abba, gieb mir den heiligen Geist! t: Abba, gieb 6 ö ö —14 6. Dann blühet Wonne, dann glänzt die Sonne, die Himmel träufen, die Früchte reifen alle für Dich, der Du sie weihst: Abba, gieb mir den heiligen Geist. 329. Mein Schifflein. Mel. Valet will ich Dir geben. Mein Schifflein geht behende dem Frie⸗ denshafen zu; der Lauf ist bald zu Ende. Es folgt die sel'ge Ruh'. Ich sehe schon von wei⸗ jem des Leuchtthurms hellen Schein; ich will mich nur bereiten, ich geh' zur Ruhe ein. 2. O Schifflein, du mußt eilen! Ihr Segel, schwellet an! Ich mag nicht länger weilen auf stürm'scher Mesresbahn. Schon lange hör' ich toben die wilde Meeresfluth; geht's auch durch schwere Proben, doch fass' ich neuen Muth. 3. Der Trübsal hohe Wellen bedrohen stets . en.— Wann kommt mein Schiff an's Ziel? 4. Getrost! in meinem Nachen ist IEsus ich werde schauen, wonach mein Herze tracht't. 5.— den wahren Hoffnungsstern. Am Kreuz hing meine wenn's auch trübe: Mein Heiland ist mein Theil. 6. Der Purpur Seines Blutes des Schiffes Wimpel schmückt, das macht mich frohen Muthes, wenn Angst mein Herze drückt. Geschmückt mit die⸗ w*.....FE 27² 0kh˙!dh sem Blute kann ich versinken nicht, es redet mir zu Gute, es schützt mich im Gericht. 7. Mein Anker laßt mich hoffen, ich habe fe⸗ sten Grund, der Himmel sieht mir offen in mei⸗ ner letzten Stund'. Des Geistes sanftes Wehen schwellt meine Segel hier, ich werde feste stehen in Dir, mein HErr, in Dir. 8. An meinem Schifflein wehet die Flagge meines HErrn, daran geschrieben stehet:„Die Ruhe ist nicht fern, die einst wird Seinem Volke.“ Das macht mich wieder still, wenn manche schwarze Wolke dies Licht verdunkeln will. 9. So fahr' ich sicher weiter, mein IEsus mit mir schifft, Er macht mich froh und heiter, wenn Unglück mich auch trifft. Wenn schwere Wetter wüthen, wird Seine starke Hand mich armes Kind schon hüten; sie führt in's Vaterland. 10. Dirum Schifflein, eile, eile! Ich sehne mich nach Haus'. Du graus ger Sturmwind, heule; etobt hast du bald aus. Ich sehe schon den Ha⸗ en, ich schaue GOttes Stadt, wo IEsus Sei⸗ nen Schafen die Stäatt' bereitet hat. 11. Mein Lauf ist bald vollendet: Wohlauf, mein armes Herz! Die Fahrt ist bald geendet, es geht stracks himmelwärts. SErr IEsu, wär' ich droben, wie wollt' ich freuen mich! Dort will ich preisen, loben Dich, JEsu, ewiglich! 330. Säelied. Mel. Wer nur den lieben GOtt läßt warten. Zufrieden streu' ich diesen Samen in das ge⸗ pflügte Erdreich hin, und thu' es, HErr! in Deinem Namen, ich, der ich nichts als Erde bin; ach! 12.—— FTF ehnn nR S —— ——— gnet sein, schließ' es in Dei⸗ u, GOtt! weißt, was immer Sonnenblick Hagel an, heut' kom die oftmals scharf und schädlich sind. 3. Hier kann ein bald blitzt es von des Himmels Haus; mag ich leich meine Furchen düngen n kann; man spürt nicht e, es meld't sich Sturm und met Hitze, morgen Wind, zuweilen aus. Korn, Hafer, geräth oft nicht und blei 4. So steht's, mein wenn Deine Hand nicht Se von meinem Angesichte Saat vermengt; doch ist Nacht umsonst, wen 5. Da nun m dem Acker nicht die nenicht an Dir gelegen, daß meine Wohlan, so thu' ich, was nimm Dich meiner an 6. Laß doch mein das unter freiem Himme meiner an enommen, alt, so stehe mir ruf gesegnet sei 7. Behüte doch die edlen Gaben, die meine Hand von Dir er Saat noch haben, noch hält; die * Seufzen vor Dich kommen, Ueschallt; wie Du Dich ob ich nun jung bin oder ferner bei, daß mein Be⸗ GO in das milde Erdreich fällt. Ach, Vater! laß sie wohl vollem Segen ste 8. Wend' gna gleb uns ein gesegnet dendenken an Deinemi unsre Scheunen füllt und un hen. dig ab, was sie kann tränken und and: so wollen wirmitFreu⸗ lde Vaterhand, wenn Vorrath ser groß Verliggenftit. 1 bet klein. Vater! um die Früchte, gen schenkt; der Schweiß wird vielmals mit der mein Sorgen Tag und Dein Auge wacht. ein Sorgen, Pflügen/ Eggen Früchte bringt, ist es, o HErr für Ungelücke, was Arbeit wohlgelingt. ich kann Du aber tt Lob! daß wir die aufgeh'n, laß sie in ————— LE 27⁴ 9. Frost, Regen, Dürre, Mehlthau, Fluthen 56 und was sonst unsre Früchte schlägt, sind freilich wi oft sehr scharfe Ruthen und hemmen, was das haf Erdreich trägt; treib' von uns, was das Land 10. Doch will ich Dir das nicht vorschreiben, SErr Zebaoth! was mich ergötzt; Du wirst uns doch gewogen bleiben durch Christum, der uns 3 das ersetzt, was jener Fluch uns hat gebracht, 11. Wenn Andre ihrem Kopfe trauen, so trau' ich De inem Vaterfinn; wenn sie auf Aberglauben bauen, so weiß ich, daß ich sicher bin. Gott, meine n Dur nur bei Dir; was Dir beliebt, 12. So geh' ich denn in Deinem Namen auf dem Gepflügten hin und her. Sprich, HErr! da⸗ zu Dein kräftig Amen! und meine Bitte mir ge⸗ währ'; mach' mich zu solchem Ackersmann, der sich in Dein Herz finden kann. 13. Laß mich zu einem Erdreich werden, das nichts als Glau ensfrüchte trägt; spürt man Frost, anser und Beschwerden, wird mir ein Hauskreuz auferlegt, so führe mich nach Deinem Rath zu frommer, gottgelass'ner That. 14. Willst Du mit Thau die Furchen tränken und geben, was mein Heil vermehrt; willst Du uns gute Nahrung schenken und wenden, was die Ernte stört: so soll mein Mund bei Tag und EEE HDei SSSDIrnn —j ö zuns getroffen, die Saat verkümmern, die wir sänn: so gieb, nach Deiner Gnad' und Huld, Trost, Rath und christliche Geduld. 16. Nun kaͤnn ich nichts als dies noch sagen: 25 HErr! wie Du willst, so schicks mit mir; Du wirst die Sorgen ferner tragen, wie Du bezeugt ast für und für, bis nach der Saat⸗ und Thrä⸗ nenzeit folgt jene Ernt' der Seligkeit. 331. Zimmermannsspruch. zu singen nach der Melodie: HErr IJEsu Christ, Dich zu uns wend'. E Gotit Lob und Dank durch IEsum Christ, Daß dieses Haus gerichtet ist; GOtt Lob und Dank! Mit Vatertreu' Stand Er uns bei der Arbeit bei. 2. Bir können nichts durch unsre Macht; GOtt schützet uns bei Tag und Nacht. Er ist's, der uns durch Seine Güt' Auch jetzt bei diesem Bau behüt't. 3. Drum Preis und Ehre GOtt allein! Ihm wollen wir das Haus nun weih'n. Er breite Seine Hände aus Und segne uns und dieses Haus. Der Zimmermann betet: Ja mein GOtt und Vater im Himmel droben, Dich wollen wir herzlich für Alles loben, Du waltest über uns in Gnaden, Du hast uns behütet vor allem Schaden;—*. Du gabst zum Werke das Gelingen, Daher wir von Herzen Dank Dir bringen. ö Erhöre auch, was wir kindlich beten, ö Und segne, o Vater, auch meine Reden. Sie mogen durch Deine Gnade Allen Zum Segen sein und wohl gefallen. Amen. Zuvor ist ö Ich weiß, ihr Brüder und lieben Herr'n, Es ist so Sitte, und ihr habt es 9e181 1 2 276 Wenn wir Zimmerleute nach Art der Alten Euch nach der Arbeit noch Reden halten. Doch sollt ihr wissen, mich haben die Possen, Die sonst vorkamen, schon längst verdrossen. Der fromme Sirach spricht so sich aus: Des Narren Rede steht wie ein eingefallen Haus. Und der liebe Apostel Sankt Paulus spricht: Scherz und Narrentheidinge ziemen euch nicht. Ihm geb' ich recht. Wir sind ja Christen. Ja, wenn wir wie Heiden von GOtt nichts wüßten, Nicht wüßten, wie GOtt so heilig ist, Und unser lieber HErr JEsus Christ Um unsrer vielen Sünden willen, Um GoOttes Zorn über uns zu stillen, Am Kreuzesstamm so elend starb Und dadurch uns ewiges Heil erwarbz Wir haben als Christen ja Christenpflichten, Auch wenn wir Häuser bauen und richten. Da ziemt es uns, GOtt die Ehre zu geben Und nicht wie Heiden sündlich zu leben. In einem in GOtt gebauten Haus Bleibt auch Sein Segen gewiß nicht aus; Doch da muß GOttes Fluch sich finden, Wo man gebaut hat Lust und Sünden. ODiese eingerückten Verse können auch ausgelassen werden, wenn Jemandem das Lernen schwer fällt.) Wohlan, ich rede zu GOttes Ehren Und hoffe, ihr werdet es gern so hören. ir bauen, ihr Lieben, ein neues Haus, Die alten zerbrechen, man zieht hinaus. Wir müssen Wohnung und Scheunen haben, Darin uns zu bergen und GSttes Gaben. Da wendet man sich an den Zimmermann, Der die Arbeit versteht und bauen kann. Doch sage, wohin willst du dich wenden, , Sn ——..——.— 27⁷ —iß—i— Wenn du wirst dein zeitlich Leben enden, Wenn das irdische Haus dieser Hütten zerbricht? Daran denken leider die Meisten nicht. Und doch, wie lange wird es denn währen, So werden die Würmer den Leib verzehren. Wer wird dann der armen Seele geben Ein wohnliches Haus für das ewige Leben? Schau höher hinauf, da ist der Mann, Der ein himmlisches Haus dir geben kann, Dein JEsus ist's, des Zimmermanns Sohn Zur Rechten GOttes auf hohem Thron. An Ihn sollen sich von allen Enden Die armen Sünder auf Erden wenden, Ihm beugen die Knie, die Sünden bekennen, Ihn ihren HErrn und Erlöser nennen, Von Herzen an Seine Versöhnung glauben, So soll ihnen Niemand den Himmel rauben. Wer ungläubig bleibt, geht ewig verloren; Es wäre viel besser ihm, nie geboren; Es muß in der Hölle und ewigen Pein Fürwahr ein erschreckliches Wohnen sein. Doch zu Seinen Jüngern der Heiland spricht: Ihr glaubet an Mich, drum erschrecket nicht. Viel Wohnungen sind in des Vaters Haus, Und wär' es nicht so, so geh' Ich voraus, Um euch, Meinen Jüngern, die Stätt' zu bereiten, Und komme auch wieder, dahin euch zu geleiten. Wo Ich bin, da sollt ihr auch mit Mir sein, Wer mit Mir geweint, soll sich mit Mir auch freu'n. Wohlan, meine Brüder, ergebt euch dem HErrn, Verlasset die Welt und folget Ihm gern, Ergreift Ihn im Glauben und seid Ihm getreu, So legt Er euch Himmel und Seligkeit bei. Gebet nach dem Spruch. Ach erbarm' Dich unser, Du großer GOit, Vergieb uns die Sünden, HErr Zebaoth. E 28 O JEsus, Immanuel, laß doch Dein Blut Uns armen Sündern kommen zu gut. ir wollen's ergreifen, Du aber hilf aus nd bringe uns endlich in's V ch obiger Melodie. Ja, Amen, SErr, erhör' das Fleh'n, Laß uns die Himmelswohnung sehn, enn unser Leib für diese Welt Im Tode bricht und sterbend fällt. Hausw eihe. Nun haben wir noch das Haus zu weih'n. Der Bauherr wolle so gütig fein Und laut erklären hier vor uns Allen, b ihm der Bau auch wohlgefallen. (Der Bauherr antwortet: O, ja, ich bin ganz zufrieden.) Ihr wollt auch ferner noch erklären, Wollt ihr's gebrauchen zu GOttes Ehren? (Bauherr: Zu nichts Anderm.) Und soll ich's weih'n dem GOtt, der heißt GOtt Vater, Sohn und heil'ger Geist? (Bauherr: ZJa, dem dreieinigen GoOtt.) Nun, so sei's dem dreieinigen GOtt geweiht, er hebe an, es zu segnen heut' Und fahre fort, so lang' es steht, Daß der Segen nie zu Ende geht. (Während der letzten Verse setzt der Zimmermann die Krone auf das Haus.) Wir habe n's gekrönt mit GOttes Gaben, So lieblich wir sie im Garten habenz Dich gläubig fassen, Und so lange wir leben, ni , wure IE S N *** 2*—— 279 So wöge es GOtt um IEsu willen Mit lieblichen Gaben beständig füllen. Er segne den Hausherrn mit Abrahams Glauben, Mit Stephanus Muth,wenn die Feinde schnauben, Mit Salomos Weisheit, das Haus zu regieren, Mit Petri Beredtsamkeit, Herzen zu rühren, Mit Hiobs Geduld, wenn sich Leiden einfinden, Mit Simeons Trost, will der Odem verschwinden, Er segne die Hausfrau mit Sar ah's Gehorsam, Der auch aus dem Glauben und nicht aus dem ö ö Fleisch kam, Mit der Sünderin Liebe, der nichts war so süße, Als JéEsu zu netzen mit Thränen die Füße, Mit Mariä Ergebung in GOttes Willen, Mit dem Fleiß der Tabea, die Zeit auszufüllen, Mit Hanna's Gebetsgeist, den HErrn zu loben, Bis wir's ohne Sünde vermögen dort oben. Er segne die Kinder, die Eltern zu ehren Und früh sich zum Heiland der Welt zu bekehren. Er segne mit Samuels frommem Leben Sie alle, sich ganz ihrem GOtt hinzugeben. Er segne das Haus auch mit frommem Gesinde, Daß es gern zum Gebete zusammen sich finde, Daß es fleißig die Arbeit im Hause betreibe Und willig und folgsam der Herrschaft verbleibe. Er segne das Vieh auf dem Hof' und im Stalle, Daß nichts davon jemals mißrathe und falle. Er segne den Boden, die Kammern und Keller, Er segne die Kannen, die Schüsseln, die Teller, Er segne die Felder, die Gärten, die Wiesen; Ja, Er lasse Ströme des Segens fließen Auch auf Alle, die hier anjetzo zugegen, Er gebe auch mir Seinen reichen Segen, Und verleihe, daß wir Ihm für Alles stets danken Und in Seinem Gehorsam und Liebe nie wanken. Amen! Gebet! Ja, segne uns, mein GOtt, so sind wir gesegnet. Wie ein Vater seinen lieben Kindern begegnet So bist Du allezeit mit uns umgegangen, O möchten wir nur treuer an Dir hangen. Gieb uns, wir bitten Dich, immer mehr Gnade, Mit Treue zu wandeln auf heilsamem Pfade, Bewahre uns immer vor allen Sünden, Die Deinen Zorn erwecken und entzünden, Und habe Dank, daß Du durch Deinen Namen, Uns alle labtest, Schlußgesang nach der obigen Melodie. 1. Ja Dank sei Dir, Lob, Ruhm und Ehr', OErr, unser GOtt! alltäglich mehr; Du bist sehr gut, und wir nicht werth, Was Du uns Gutes schon beschert. 2. O HErr, wer Dich recht lieben könnt'! Gieb, daß uns recht das Herz entbrennt, Zu lieben Dich, zu danken Dir Mit immer feuriger Begier; 3. Bis wir vor Deinem Throne stehn. Herz, freu' dich auf das Lobgetön. Man bricht schon jetzt vor Freude aus, Gedenkt man an das Vaterhaus. 832. Wiegenlied. Eigene Melodie. Ac lieber HErre ZEsu Christl Weil Ou ein Rind gewesen bist, so gieb auch diesem Kindelein die Gnad' und auch den Segen Dein! Ach JEsu, SErre mein, behüt' dies Kindelein! 2.. Dein'r Engel Schaar, die wohn' ihm bei, es schlaf, es wach', und wo es sei, Dein Geist behüt's, o GOttes Sohn, daß es erlaͤng' der Heil'⸗ die hier zusammenkamen. Amen! ——— e 3——5 I.N Kindelein! 3. Nun schlaf', nun schlaf, mein Kindelein! IEsus soll freundlich bei dir sein. Er gebe, daß dir träume wohl und werdest aller Tugend voll, ach IEsu, HErre mein, behüt' dies Kindelein! 4. Ein' gute Nacht, ein'n guten Tag geb' dir, der alle Ding' vermag! Hiermit sollst du gesegnet sein, du herzeliebes Kindelein, ach JEsu, HErre mein, behüt' dies Kindelein! 333. Sein Vergeben. Eigene Melodie. Bist Du hier? den ich tausendfach betrübt, tausendfach vergessen habe? HErr, der wunderbar uns liebt, Geber aller guten Gabe! Warum trittst Du zur verschloss'nen Thür ein zu mir? 2. Freudenleer, mir zur Last, zum Ueberdruß war ich von Dir weggegangen; mir gebührt kein Friedensgruß, mir kein Trösten und Umfangen; doch Du trittst mit sanftem Friedensschein still herein.— 3. Alles ist, alles ist nun wieder gut; wie die Regenwolke fliehet, wie sich vor der Sonne Gluth schnell der Nebel niederziehet, also tilgest Du mit ew'ger Huld meine Schuld. 4. HErr, mein Heil! schenke mir ein offnes Ohr, schenk' ein Auge mir zum Sehen, festen Blick zu Dir empor und ein Herz, Dich zu verstehen, zu ver⸗ steh'n, was Du, HErr JEsu Christ, Sündern bist! 331. Flehentliche Einladung des HErrn⸗ IEsu in die Versammlung. Mel. Nun nimm mein Herz und Alles ꝛc. Nun, JEsu, komm! OHErr! wir warten Dein, damit wir nicht umsonst beisammen sein. O süßes 2 Licht! verschmäh' uns Arme nicht. Wir wissen keine Freude, als Dich, Du Seelenweide. 2. O komm herein, Du Seelenbräutigam. Komm, Hirte, komm, ja komm, erwürgtes Lamm! Des Geistes Kraft, die lauter Segen schafft, ergreife uns zusammen, und schenk' uns heil'ge Flammen, 3. Du hast gesagt: Wer bittet, der empfängt. Wir glauben, daß Dein Herz daran gedenkt. Drum bitten wir bei Deiner Gnadenthür. Wir suchen, laß uns finden, Du Helfer von den Sünden. 4. Wir lassen Dich, Du treuer JEsu, nicht, bis uns Dein Mund den vollen Segen spricht. Wir klopfen an/ so gut ein Jeder kann. HErr, laß Dein Herz erbitten und sei in unsrer Mitten. 5. Wir sinken hin, o Lamm, vor Deinem Thron. liegen wir, Du gnadenvoller Sohn. Wir haben nichts, sind Kinder des Gerichts, die doch, was Du verheißen, im Glauben zu sich reißen. 6. Wir rufen Dich, o JEsu, insgesammt: Gieb Feuer her, das in den Herzen flammt! Du Le⸗ bensbrod, vertreibest ja den Tod. So wollest Du Dein Leben den todten Herzen geben. 7. Wir fassen, OErr, Dich Selbst bei Deinem Wort, und lassen Dich nicht ohne Segen fort. Wir liegen da, bis zum Hallelujah.*) Wir halten an mit Bitten, bis Du wirst Segen schütten. 8. Wir schreien Dir zusammen Alle vor: Ach, öffne uns Dein gnadenreiches Ohrl Wo sich Dein Geist im Herzen nicht beweist, ist alles Thun verloren. Denn wir sind todt geboren. 9. So komm denn nun! Ach bleib' nicht ferne stehn. Du kannst ja nicht vor uns vorüber ge'hn. Nein, IEsu, nein, das kann nicht möglich sein. Du mußt uns recht begegnen und unsre Seelen segnen. D. i. bis wir Gnade erlangen und Dich also fröhlich loben können. 283 10. Komm, faß uns an, verdopple Deine Kraft. Ach, wären wir doch ganz hinweggerafft! Hin⸗ weg von hier, hinauf, o Lamm, zu Dir, hinein in Deine Wunden! HErr, gieb uns solche Stunden! —.—— 335. Schlußlied bei geendigter Ver⸗ sammlung. Mel. Nun nimm mein Herz. So geht nun hin, ein jeder kehre heim und hungre recht nach IEsu Honigseim. Geht seufzend fort. Verschüttet nicht das Wort. Was euer Herz erfahren, das laßt euch recht bewahren. 2. O, sei uns selbst, HErr IEsu, was Du bist, die höchste Lust, die unaussprechlich ist, das höchste Gut, darin die Seele ruht, der Brunn⸗ quell aller Freuden, wo wir beständig weiden. 3. Wir gehen weg, doch nicht aus Deiner Hand. Dein Auge sei auf jeden Tritt gewandt! Zeuch uns und mich, HErr IEsu, ganz in Dich, daß wir Dein Manna essen und allen Tand vergessen. 4. Hallelujah! gelobt sei unser HErr! In Seinem Dienst wird's täglich herrlicher. Je mehr man nimmt, je mehr ist schon bestimmt. Das soll uns ewig dringen, Ihm Gloria zu singen. 336. Das Reich des SErrn. Mel. Fahre fort. Reichdes HErrn,: brich hervor in vollem Tag! Deiner Strahlen Macht erhelle, was in Todes⸗ schatten lag! Wolk und Zweifelsnebel fälle, sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des HErrn,. 2. Siege bald, n komm, das kalte Reich der Nacht aller Enden zu zerstören! Sieh', es sammelt seine Macht; doch wer kann den Sieg Dir wehren? Denn die Sonne der GerechtigkeitführtdenStreit, n. 28⁴ —— — alles Abgefallne Dann umarmen Freud' und Friede sich ewiglich, ½ 4. Ueberall,: laß bis an der Welte laß durch jeden Kreis der Erden Deinen Namenswa hell erkannt, Deine Kraft verherrlicht werden, bisfdur Du als der Völker Friedefürst herrschen wirst, 7½48er . Menschenhuld, 7 klopft in Deiner milden Brust. Unter Menschenkindern wohnen, das ist Dei⸗dur nes Herzens Lust. imm, o nimm die Nationen,Haus nimm zum Wohnstzalle Länderein. Sie sind Dein, Ga 6. Aber ihr, ½ die der König ausgesandt, geht ma voran in alle Zonen! Bahnt die Weg' und macht bekannt unter allen Nationen, wie die Gnade, Wi wo der HErr regiert, tri phirt Welch' ein HErr! uns ein Stand! Wenn wir Seines Dienstes pflegen, Do lohnt Er unsrer armen Hand schwaches Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt Sein Friede enbare als der Völker Recht 5 und Licht! Kommt, daß alle Wel x ö elt erfahre, wie die Reb Menschenheerd' ihr großer Hirt weiden wird! 1651 rar —.— der 337. Meisstonslied. Rut Mel. Valet will ich dir geben. ö af Di Stern in allen Nächten, Du Schild in. jedem Streit, Du Mann zu GOttes Rechten in purpurfarb'nem Kleid; verlaß die ew'ge Hütte blin und Deiner Engel Reih'n, und trag in unsre grei Mitte heut Deinen Stuhl hinein! ö 2. Du hast vom Marterhügel uns huldreich angeblickt, Du hast Dein fürstlich Siegel uns an —.— edie Stirn gedrückt. Drum wagen wir's und laden inDich ungescheut herbei. Die Allmacht Deiner der Gnaden macht uns den Muth so frei. „%½%½ 3. Es ist ein froh Getöne ringsum im Land ind erwacht. Das hat uns, Deine Söhne, vom Schlafe nenlwach gemacht. Weinlese⸗Lieder schwingen sich bisldurch die öde Welt, und Sens' und Sichel klin⸗ „gen in Deinem Erndtefeld. den] 4. Das klingt uns wundersüße, das dringt idurch Mark und Bein. Ei, ständen unsre Füße en,hauch bei den Schnittern Dein! Ei, wär' Dein ½ Garbenacker auch unser Arbeitsplan! HErr JEsu, mach uns wacker, nimm unser Helfen an! 5. Ob wir gleich kaum geboren, noch wie in Bieglein ruh'n; auch mit zerstoßnen Rohren kannst Du, HErr, Thaten thun. Sieht man auch kaum uns glimmen in Deines Vaters Haus, mit Blitzen, Donnern, Stimmen kannst Du uns rüsten aus. 6. Das war ja so Dein Wesen, von alten Tagen her, daß Du Dir hast erlesen, was schwach, gebeugt und leer, daß mit zerbroch'nen Stäben Du Deine Wunder thatst, und mit geknickten Reben die Feinde untertratst. 7. Zeig's denn in dieser Stunde durch Deine Taube an, ob Dir aus unserm Bunde ein Bru⸗ der dienen kann; die noch in Wüsten schlafen, zu rufen in Dein Schloß! Zeig's an, wer soll im 4.6 sein Schifflein binden los. 8. Wer soll die Ruder schlagen wohl über's weite Meer? Wer Deine Fahnen tragen in's blinde Heidenheer? Zeig's an, wen Du erkoren, greif' in die Schaar hinein!— Wir haben's All' geschworen: Dein sind wir, Amen— Dein! * ——* 286 338. Die Heimath der Ruh'. Wo findet die Seele die Heimath der Ruh! Wer deckt sie mit schützenden Fittigen zu? Ach bietet die Welt keine Freistatt mir an, wo Sünde nicht kommen, nicht anfechten kann? Nein, nein nein, nein, hier ist sie nicht: die Heimath der Seelen ist droben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Heimath zu sehn, die Heimath der Seele, so herrlich, so schön! Je⸗ rusalem droben, von Golde gebaut, ist dieses die Heimath der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses allein kann Ruhplatz und Heimath dersi Seele nur sein.* 3. Wie selig die Ruhe bei IEsu im Lichtl Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dont Fre krw nicht. Das Rauschen der Harfen, der lieblichef Klang bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh', Ruh', Ruh', Ruh', himmlische Ruh' im Schooße des Mittlers, ich eile dir zu! 4. Wie freut sich ein Jeder im Himmel zu sein Wo Viele schon prangen, von Sünden ganz rein die hier schon im Leben mit JEsu verwandt, sind droben geschmücket mit heil'gem Gewand. Rein, rein, rein, rein— von Sünden rein ziehn dro⸗ ben errettet die Seligen ein. 5. Ach, theuerster IEsu, versetze uns balh dorthin, wo Dir ew'ges Hallelujah schallt! Das Herz in uns brennet von inniger Gluth, mit himmlischen Zungen zu preisen Dein Blut. Still, still, still, still!— Wie bald kann's sein, so holt mich mein IEsus auch zu Sich hinein. 6. Drum auf, liebe Seele, die Heimath ist nab' Nach wenigen Tagen, so sind wir schon dg. So kämpfe nun muthig und mach' dich bereit, schon winket die Krone nach Kampf und nach Streit. 9* Ich, nde einn den hn, Je⸗ di ja, der cht! hort — iche/ ng. im inl inz sind ein, o⸗ ald Das mit till, holt ab'“ So hon Freud', Freud', Freud', Freud“— ewige Freud' erwartet den Dulder nach Trübsal und Leid. 339. Mein Kranz. Mel. Von GStt will ich nicht lassen. —ę Ich will ein Kränzlein binden von schönen Blümlein mir; wo werd' ich' solche finden, die nicht verderben hier? Der Blümlein Art ist ja, wenn sie am besten stehen, daß alsdann ihr Ver⸗ gehen auch gar gewiß ist nah'. 2. Ein edler Gärtner träget dort Blümlein in der Hand, Sein schöner Garten heget der⸗ gleichen, wie bekannt. Ach, IEsum, meine ich, den seh' ich meiner warten in Seinem Kirchen⸗ garten, allda zu laben mich. 3. Darf ich Dich wohl ansprechen, HErr IEsu, mein' Begier? so hilf mir Blümlein brechen zu einem Kranz und Zier! Gieb mir das Blümlein her des Glaubens, welcher hanget an Dir allein und pranget für andern Blümlein sehr. 4. Das Blümlein GOtt erkennen, GOtt fürch⸗ ten stets kindlich, Ihn herzlich Vater nennen, gieb mir, ich bitte Dich, das Blümlein der Geduld, der Hoffnung, Demuth, Liebe und Frömmigkeit mir giebe nach Deiner Treu' und Huld. 5. Ach, gieb mir auch zu solchen das Blüm⸗ lein Zucht, Keuschheit; laß mir die Blümlein folgen der Mäß⸗ und Emsigkeit, Du giebest gerne doch, gieb sie mir auch zum Kranze und was zu dessen Glanze und Zier gehöret noch. 6. Es sollen die Violen und meine Röslein sein, die ich mir wollen holen aus Deinem Lust⸗ gärtlein; mein' Tausendschön“ sind sie, sammt denen Wundernelken und Blümlein, die nicht welken, wie schöne riechen die! E 7. Nun, JIEsu, winde, winde Du Selbst den Kranz allein, ein Reiflein nimm geschwinde: mein arme Seel' soll's sein; ach, mach' sie Tugend volll doc denn wenn Du Selbst mich schmückest, mich krönes all. und beglückest, so steht mein Kranz mir wohl. 25 i 840. Die wahre Ruh'. Eigene Melodie. Auf, hinauf zu deiner Freude, meine Seele, I Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide, G hin, zu deinem IEsu hin! Er ist dein Schatz; 90 JEsus ist dein einzig's Leben; will die Wel ge! kein'n Ort dir geben, bei Ihm ist Platz. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter in dies ift öh' zu IEsu auf; an, hinan die Glaubensleiter, Re lettre mit geschwindem Lauf! GOtt ist dein Schutz, IEsus bleibet dein Beschirmer wider alle Seel⸗ bestürmer und bietet Trutz. 3. Fest, fein fest dich angehalten an die stark IEsustreu, laß du, laß du GOtt nur walten, Seine Güt ist täglich neu; Er meint's recht gut am Wenn die Feinde dich anfallen, müssen sie zurücke prallen, hab' guten Muth! Iun 4. Ein, hinein in GOttes Kammer, die dirssig IEsus aufgethan! Klag' und sag' Ihm deinen da Jammer, schreie Ihn um Hülfe an. Er steht dirsche bei; wenn dich alle Menschen hassen, kann und will Er dich nicht lassen, das glaube frei. S5 5. Hoch, so hoch du kannst erheben deine der Sinnen von der Erd', schwing dich, Dem zu we übergeben, was du hast, der dein ist werth, dein fel JEsus ist, der um dich so treulich wirbet und He für dich aus Liebe stirbet, drum Sein du bist. ine zu ein ind . 6. Auf, hinauf, was droben suche, trachte doch allein vahin, wo dein IEsus; sonst verfluche allen schnöden Sündensinn. Zum Himmel zu, Welt und Erde muß verschwinden, nur bei JEsu ist zu finden die wahre Ruh'. 341. Hallelujah! Eigene Melodie. Lobe den HErren, o meine Seele! ich will Ihn loben bis zum Tod. Weil ich noch Stun⸗ den auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem GOtt. Der Leib und Seel' gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Hallelujah, Hallelujah! 2. Fürsten sind Menschen, vom Staub geboren, und finken wieder in den Staub. All ihr Regieren ist auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man GOtt um Hülfe an. Hallelujah, Hallelujah! 3. Selig, ja selig ist Der zu nennen, deß Hülfe der GOtt Jacobs ist, welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf IEsum Christ. Wer diesen HErrn zum Beistand hat, findet Iam besten Rath und That. Hallelujah, Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und was darinnen ist, gemacht. Alles muß treu⸗ lich erfüllet werden, was Er uns einmal zuge⸗ dacht. Er ist es, der Herrscher aller Welt, wel⸗ scher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah! 5. Sollt' Er was sagen und doch nicht halten? Sollt' Er was reden und nicht thun? Kann auch der Wahrheit Kraft veralten? Kann auch Sein wallend Herze ruhn? O nein! Sein Wort steht felsenfest; wohl dem, der sich auf Ihn verläßtl Hallelujah, Hallelujah! ö 0 19 290 Neunter Anhang⸗ — 342.„Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“ lan, ertö wen mei Friedrich Wilhelm, Preußens König,) stie auf seiner Väter Thron,) hatt' ein Recht, das die! Haupt zu schmücken mit der gold'nen Königskron'f get Seht, da beuget er sein Scepter vor dem Erren wer Zebaoth, legt die Krone Dem zu Füßen, der sie ihm zu Lehn nur bot. Gib. 15. Oit. 1795. 3) Am 7. Juni 1840. 2. Und vor seines Volkes Augen hebt zum Schwur er auf die Hand:„HErr, wenn Alle untreu würden, Dich verließ' das ganze Land, will ich und mein Haus Dir dienen— das soll sein mein Königsrecht— zu Dir beten, vor Dir knieen— Du der HErr und ich Dein Knecht.“ ö 3. Spricht's, und nach der Väter Weise, dien ihr Haus mit GOtt gebaut, schreibt er an des Schlosses Kuppel, daß es jedes Auge schaut, eine Inschrift, die ein Richter für viel tausend Häuser ist:„Heil und Seligkeit alleine in den Namen JIEsus Christ.“ 4. Also dienet er dem HErren und sein Haus — die Königin, er ein Salomo an Weisheit sie Maria gleich an Sinn. Landesvater, Landes⸗ mutter! wer zählt Eurer Kinder Zahl, die im mal desselben HErren stürben für Euch allzu⸗ mal?!—— ö 5. Friedrich Wilhelm, Preußens König, liegt gebeuget und geknickt auf dem schweren Schmer⸗ zenslager, das der treue HErr ihm schickt,*) und dem Haufe, das GOtt dienet, eine Hiobsprobe hart, da ihm eine Dornenkrone um die Stirn' gewunden ward.*) Ertertraͤnkte am 6. Oct. 1857. cker 1 6. Und die Schmerzensdornen bohren Jahre lang in's treu'ste Herz— doch aus Königsmund' ertonet es voll Glauben himmelwärts:„OErr, wenn All' in Trübsal weichen— das soll sein mein Koͤnigsrecht— will ich und mein Haus Dir dienen— Du der HErr und ich Dein Knecht.“— 7. Friedrich Wilhelm, Preußens König, lie⸗ get auf der Todtenbahr',“) mit der Landesmutter weinet treuer Landeskinder Schaar, tausend Glo⸗ cken, tausend Herzen stimmen an den Klagesang: „Landesmutter, Landesmutter! wie ist uns das Herz so bang!“) Er starb am 2. Januar 1861. 8. Doch die Landesmutter rufet uns den ban⸗ gen Kindern zu:„Einsam ist mein Haus zwar worden, da mein König ging zur Ruh', aber meines Königs Loosung soll der Kön'gin Recht auch sein: SErr, wenn Alle trostlos wären, sollst mein Trost Du sein allein, 9. Dem ich dienen will fein stille in dem engen Herzenshaus, weil nicht Leben, noch auch Sterben löschet diese Inschrift aus, die, wie an des Schlosses Kuppel, darein eingegraben iste en„Heil und Seligkeit alleine in dem Na⸗ men JEsus Christ.“ 318. Haussegen. 1. Euer Anfang sei im Namen des HErrn! Der Anfang sei mit GOtt gethan, „Das walte GOtt, der helfen kann!“ Mit Ihm, in Ihm zu dieser Stund' Beginnt und schließt ihr euren Bund. Der rechte Anfang jederzeit, 19* 292. Er heiße fort und fort wie heut: Ruf „Das walte GOtt, der helfen kann!“ Er Was so beginnt, ist recht gethan. E 2 Auf + An Der HéErr sei mit euch! Er In eures Bundes Mitte D Sei stets der HErr der Dritte. Un Singt d'rum bis hin zum Grabe: „Wenn ich Ihn nur habe!“ „Ach mein Herr Jesu, Dein Nahesein Da Bringt großen Frieden in's Herz hinein.[Be 3. Be Der Segen des HErrn sei über euch! 2 „WoGOtt zumHausnichtgiebt Sein' Gunst,Di Arbeitet Jedermann umsonst.“ „Wo GoOtt der HErr nicht bei uns hält S und uns'rer Sach' Er nicht zufällt, ist's mit uns verloren.“ De och, wo man Ihn erkoren, Klingt das Lied auf allen Wegen: M „Alles ist an GOttes Segen 10 Und an Seiner Huld gelegen.“ 8 4.. O Seͤrr hilf! O Herr, laß wohl gelingen! W Geht betend eure Pfade, Und singt zu jeder Frist: „Ach bleib' mit Deiner Gnade Bei uns, HErr JEsu Christ!“ Zu jedem Werk, zu jeder That S Giebt Er den Seinen Hülf' und Rath. V „HErr IEsu Christ, Dich zu uns wend', r. Dein'n heil'gen Geist Du zu uns send'!“ Ruft nur getrost bei jedem Schritt— Er hört, Er kommt, Er gehet mit— „JEsu, geh' voran Auf der Lebensbahn!“ An Seiner Hand muß es ja stets gelingen; — N n st/ —*— en Er giebt den Geist, das Wollen und Vollbringen. „O heil'ger Geist, kehr' bei uns ein, Und laß uns Deine Wohnung sein!“ 5. Danket dem HErrn, denn Er ist freundlich! Beten ist die Himmelsleiter; Betend geht es fröhlich weiter. Wo im Gebet vereint nach oben Die Herzen zieh'n, da giebt es Gnadenproben, Die zu dem Preisgesang die Stimmen lieblich 30* einen: „So führst Du doch recht selig, HErr, die Deinen.“ Da klingt's und singt's zu mancher Stund'ꝰe „Ich singe Dir mit Herz und Mund.“* Man hört nach mancher dunklen Nacht: „Der HErr hat Alles wohlgemacht.“ „Sollt' ich meinem GOtt nicht singen, Sollt' ich Ihm nicht dankbar sein?“ Und— wo solche Lieder klingen, Wahrlich— da ist Sonnenschein! 6 Der HErr behüte deinen Ausgang und deinen Eingang. So pilgert fort und habet frohen Muth, ö Von Ihm geschützt, gesegnet, habt ihr's allzeit gut. „Wer nur den lieben GOtt läßt walten uund hoffet auf Ihn allezeit, Den wird Er wunderbar erhalten in allen Kreuz und Traurigkeit.“ Drum singt bei allen Dingen, Den großen und geringen: „In allen meinen Thaten Laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat.“ Und wenn euch etwas kränkt: „Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt Der allertreusten Pflege Deß, der den Himmel lenkt.“ 7. Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen. Alles nehmt für gut, Was Gott mit euch thut. Allzeit fröhlich singt ein Christ, Wenn's ihm schwer um's Herze ist: „GOtt will's machen, Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist.“ Drum stimmt an in Freud' und Leid: „Was mein GᷣOtt will, gescheh' allzeit.“ Und drängt ein Zweifel sich herfür: „HErr, wie Du willst, so schick's mit mir! Wohl dem, der gläubig sagen kann: „Was GoOtt thut, das ist wohlgethan;“ Der jauchzt zuletzt voll Freud' Ihm zu: „Wo ist ein solcher GOtt, wie Du?“ 8. Uns ist bange! Mach' dich gefaßt! es kommen dunkle Stunden, Das Auge thränt, es bluten tiefe Wunden. uge 11 den, [Begegnet uns zu dieser Zeit!“— „Warum sollt' ich mich denn grämen?!“ 29⁵ „Ach GOit, wie manches Herzeleid Ohn' Trübsal kommst du nicht zur Friedenshöh'/ Du seufzest schwer, es ist dir angst und weh— Aus tiefer Noth schrei' ich zu Dir!“ Wo soll ich hin, wer hilfet mir? „O GOtt, erhör' mein Klagen Und laß mich nicht verzagen!“ 9. Aber wir verzagen nicht. „Ein' feste Burg ist unser GOtt!“ Das geb' euch Muth in aller Nothz „Ist GOtt für mich, so trete Gleich Alles wider mich“ Das fing' nun frisch und bete: Das Stürmen leget sich. „Wer GOtt vertraut, ö Hat wohl gebaut.“ Darum rühmt nun sonder Schämen: Statt zu sorgen, statt zu klagen, Sehet stets auf GOttes Händ': „Meine Sorgen, Angst und Plagen Laufen mit der Zeit zu Endꝰ. 10. Die Loosung. Eins sei und bleib' das Loosungswort An jedem Tag, an jedem Ort: „Mein Leben ist ein Pilgrimsstand, Ich reise nach dem Vaterland.“ Ein Anders schließet sich dann an, Da man's erfährt und rühmen kann: „Wo JIEsus Christus ist der HErr, Wird's alle Tage herrlicher.“ 296 11. Ich und mein Haus wollen dem HErrn dienen. „Nun bitten wir den heil'gen Geist Um den rechten Glauben allermeist.“ Erdenglück ist ja zu wenig, Lust und Gut fliegt bald davon: „Sieh', hier sind wir, Ehrenkönig, Legen uns vor Deinen Thron!“ Ja, täglich heiß' es mit Herzensbegier: „Liebster IJEsu, wir sind hier, Dich und Dein Wort anzuhören,“ Wirst uns ja Licht und Kraft bescheeren. So sei's, wollst Dich mit uns vermählen, Wir sagen uns Dir gänzlich zu,— „Wie wohl ist mir voh„o Freund der Seelen, Wenn ich in Deine r Liebe ruh'!“ 12. Der Schlußstein. Wohl einem Haus, wo JEsus Christ, Allein das All in Allem ist; Ja, wenn Er nicht darinnen wär', Wie finster wär's, wie arm und leer! Wohl, wenn sich Mann und Weib und Kind, In Einem Glaubensgeist verbindt, Zu dienen ihrem HErrn und GOtt Nach Seinem Willen und Gebot! ohl, wenn das Räuchwerk im Gebet eständig in die Höhe geht, ind man nichts treibet fort und fort, Als GOttes Werk und GOttes Wort! Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; Die Eltern werden hocherfreut, Und ihren Kindern steht man's an, Wie Gott die Seinen segnen kann! 2 *ee 29⁷ So mach' ich denn zu dieser Stund' Mit meinem Hause diesen Bund: Wenn alles Volk vom HErrn abwich“,— Wir dienen doch Ihm ewiglichl —.—————————— 311. Lobgesang am Abend. Eigene Melodie. Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, der Tag hat sich geneiget; schon senkt die Nacht berunter sich auf Erden und Alles ruht und schwei⸗ get. Ihr Tage und Nächte, lobet den HErrn, ihr Sterne des Himmels, lobet den HErrn, lobet und preiset Ihn hoch, alle ihr Werke des HErrn! 2. Bleibe bei uns, denn dunkel wird's auf Erden; Nachtthau hernieder steiget! Müd' ist das Herz und duldet viel Beschwerden, wenn sich Dein 5 15 Trost nicht zeiget. Ihr thauenden Lüfte, lobet den HErrn! Ihr Wolten des Himmels, lobet den HErrn! Alle ihr Engel des HErrn, lobet und preiset den HErrn! 3. Bleibe bei uns, dann mag es Abend wer⸗ den;z laß nur Dein Licht uns scheinen, der Du im Himmel wohnest und auf Erden, gern bleibst Du bei den Deinen! Ihr Diener des HErren, lobet den HErrn! Ihr Priester des HErren, lo⸗ bet den HErrn! Alles was lebet und liebt, lobe und preise den HErrn! 4. Bleibe bei uns, bis daß von dieser Erden wir einstens müssen scheiden! HErr, sieh au uns, damit wir selig werden, eingeh'n zu Dei— nen Freuden! Ihr Wunder der Liebe, preiset den HErrn! Ihr Seine Erbarmung, preiset den Errn! Lobet und preiset den HErrn in dem Altare des HErrn! 298 5. Bleibe bei uns, denn es will Abend wer⸗ den; der Tag hat sich geneiget! Bei Tag umnd Nacht, im Himmel und auf Erden, sich Dein Hoheit zeiget! Dir, GOtt, sei die Ehre, Vater und Sohn, und heiligem Geist auf himmlischem Thron; wie Er von Anbeginn war, jetzo und immerdar! ö 345. Der Frühling. Eigene Melodie. Blamenglöclein läuten durchdie Thäͤler hin, weiße Schäflein weiden in der Wiesen Grün. 2. Vöglein fingen Lieder, singen lauten Schlag, Frühling kehrte wieder, rief die Erde wach. 3. Und auf linden Lüften kommen Engelein, schmücken rings die Triften, kehren bei uns ein; 4. Sagen, daß dort oben ew'ger Frühling sei, wer hinaufgehoben, sei von Kummer frei; Wer hinaufgehoben, schaue IEsum Christ, der zum Vater droben segnend gaͤngen ist. 6. Wenn der Lenz gekommen, dann gedenke Sein; wen Er aufgenommen, wird im Himmel sein. 346. Reise zur himmlischen Hochzeit. sgeht zur Hochzeit zu, die Krone blinkt von oben! Ich klopf' in meine Händ' mit Sin⸗ gen und mit Loben, die Hochzeit ist gewiß, der Bräut'gam auf dem Weg, es ist Zeit über Zeit, daß ich den Schmuck anleg'! 2. Es geht zur Hochzeit zu, in JIEsu Blut⸗ eschmeide, als in dem schönsten Gold und rein⸗ en weißen Seide: Sein' Unschuld ist mein Rock, Sein Name meine Kron', Sein Blut mein bester Schmuck, darin fahr' ich davon. Wé in er⸗ Ind ine ter em ind 299 ——— 3. Es geht zur Hochzeit zu, da ich nach allem deide bei meinem Bräut'gam bleib' in Seiner Himmelsfreude, die nie kein Aug' geseh'n, die nie kein Ohr gehört, die noch kein Herz versteht, die ewig, ewig währt. 4. Es geht zur Hochzeit zu, der Tod klopft an die Thüre, daß als des Bräut'gams Bot' er mich zum Bräut'gam führe; er macht die Thüre auf zum Himmelshochzeithaus; ich geh'ꝰ, wenn mein GOtt will, gar gern zur Welt hinaus. 5. Es geht zur Hochzeit zu! Wie will ich mit Verlangen doch meinen Bräutigam in Her⸗ zenslust umfangen! Ich zähle alle Stund' und [(warte auf das Nu, da's heißt; Der Bräut'gam kommt, es geht zur Hochzeit zu! 317. Exaudi!(Erhörel) * Pröhlich, fröhlich laßt uns sein! Wir gehören Ihm allein, unserm süßen JEsu Christ, der auch unser HEiland ist; 2. Der in dieser Segenszeit Freude uns und Frieden beut, da Er liebend uns verheißt Seinen werthen, heil'gen Geist. 3. Komm, o komm in uns hinein, heil'ger (Geist, und laß uns sein Deine Wohnung für und für, sei Du uns'rer Seele Zier! 4. Laß hinfort uns Zeugen sein Deiner Wahr⸗ heit; Du allein bist vom Vater uns gesandt, Seiner Liebe theures Pfand. 5. Unser Tröster willst Du sein, unsre Freude 705 allein, unser Beistand immerdar, unser Licht, o hell und klar. 6. Ja, wir lieben inniglich, o Du Geist der Wahrheit, Dich! Heil'ge Freude, heil'ge Lust sei in Dir uns stets bewußt! 30⁰ 7. Denn die richtet unsern Sinn auf das, was zukünftig, hin, da nach dieser kurzen Zeitli uns erwartet ew'ge Freud', 8. Wo erfüllt mit Wonne ganz wir des Him⸗ mels Pracht und Glanz selber seh'n, o da wird sein sel'ger Freude Gnadenschein! 848. Wer bist du? Ich bin ein armes Würmelein; so arm ist keins als ich. In IEsu Wunden tief hinein kriech' und verschlupf' ich mich. 2. Ein schüchtern Vögelein bin ich, von. Sturm und Wind erschreckt, das in die Seiten— höhle sich des GOtteslamms versteckt; 3. Ein Hündlein, nicht ein Stücklein Brot vom Gnadentische werth, das nur allein zur höchsten Noth ein Brosamlein begehrt. 4. Ein Küchlein, dem die Henne gluckt, und das sich unter sie und unter ihre Flügel duckt, daß es dem Weih' entflieh'; 5. Ein Kindlein bin ich nackt und bloß, das an der Mutter hangt, das nach der Mutter Brust und Schooß und weiter nichts verlangt. 6. Und endlich, was bin ich noch mehr im Auge Seines Lichts? Und was dagegen, was ist Er? Er Alles, und ich Nichts! 349. Kleinkinderlied. Ich bin ein kleines Kindelein und meine Kraft ist schwach; ich möchte gerne selig sein und weiß nicht, wie ich's mach'! 2. Mein HEiland, Du bist mir zu gut ein Kindelein gewest und hast mich durch Dein theu⸗ res Blut von aller Noth erlöst. 30¹ 3. Ach liebster HEiland, rath' mir nun, was ich zur Dankbarkeit für alle Deine Lieb' soll thun und was Dein Herz erfreut. 4. Ach nimm mein ganzes Herz Dir hin, nimm's, liebster JEsu Christ! ich weiß, daß ich Dein Eigen bin und Du mein HEiland bist. 5. Du hast mich in der Taufe ja mit Dei⸗ nem Heil bekleid't, und eh' ich etwas wußt' und sah', zu Deinem Kind geweiht. 6. Und so gehör' ich jener Schaar, die dro⸗ ben vor Dir steht, in lichten Kleidern immerdar der Engel Lied erhöht. 7. Ja, HErr, ich will, wie man's versprach, auf ewig Deine sein, Dir folgen gern durch Freud' und Schmach, um dort mich auch zu freu'n. 8. Ich armes Kindlein aber kann nichts von mir selber thun, d'rum hilf mir, o Du starker Mann, SErr JIEsu, hilf' mir nun! 9. So nimm mein ganzes Herz denn hin, nimm's, liebster IEsu, an. Ich weiß ja, daß ich Deine bin, Dein Arm nur retten kann. 10. Bewahr' mein Herz und halt' es rein von Allem, was befleckt; ja, Deines Geistes heller Schein halt' immer mich bedeckt. 11. Nimmst Du mich früh aus dieser Zeit, dann ist mir wohl gescheh'n; ich komm' in jene Herrlichkeit, wo Friedenspalmen weh'n. 12. Doch soll ich länger hier noch sein, nehm' ich an Jahren zu, so hilf, daß in des Glaubens Schein ich fröhlich Gutes thu'. 13. Und schließ' ich endlich meinen Lauf in Liebe gegen Dich, so hebe mich zu Dir hinauf, dann freu' ich ewig mich. ö —i—iii 30² 330. Meine Freude. Mel. HeéErr JEsu Christ, Dich zu uns wend“, Wein HEiland! daß ich ohne Dich nichts hab' noch kann, deß freu' ich mich, und Alles, was Du thust an mir, beugt meine Seel' in Staub vor Dir. 2. Ich bin Dein armes Würmelein, mir ist so wohl, daß ich's darf sein und hab's erfahren in der That, daß man Dich so am nächsten hat. 3. Als ich noch etwas wollte sein, so hatt' ich nichts, als lauter Pein; seitdem ich nun ein Würmlein bin, ist mir so wohl in Herz und Sinn. 4. Ach blieb' ich's und würd's immer mehr, so würd' ich Dir noch ganz zur Ehr', Du bliebst mir Alles, und ich nichts, ich wär' ein selig Kind des Lichts. 851. Weinet nicht! „br Eltern, gute Nacht! Nun geht es an ein Scheiden: ich fahr' zu JEsu hin in Seine Himmelsfreuden, zu JEsu, welcher mich in Ewig⸗ keit anlacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr El⸗ tern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird hin in's Grab getragen: wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht. Ach weinet, weinet nichtz ihr Eltern, gute Nacht! 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die GOtt den Frommen hat aus Gnaden zugedacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! * 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Her⸗ zenslust umfassen, wenn GOtt mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst⸗ und Marterstunden— die sind in dieser Welt nun völ⸗ lig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht. Ach weinet, weinet nicht; ihr Eltern, gute Nacht! 352. Mein Kind, du bist nicht todt. Mel. Ach bleib' mit Deiner Gnade. Zeuch hin in GOttes Himmel, du vielge⸗ liebtes Kind, aus diesem Weltgetümmel, wo nichts denn Leiden sind. 2. Du blühtest— eine Blume, die man mit Freuden sah, zu deines Schöpfers Ruhme;— nun bist du nimmer da! 3. Im Paradieses-Garten prangst du in neuer Pracht, wohin nach kurzem Warten dein HEiland dich gebracht. 4. Die Engel, deine Brüder, die trugen dich zu Ihm. Nun fingst du deine Lieder mit allen Seraphim. 5. Aus deines Mundes Lallen hat Sich der HErr bereit't zu Seinem Wohlgefallen ein Lob in Ewigkeit. 6. Dein Mund der ist voll Lachen, voll Weinen ist mein Herz, seit dir die Augen bra⸗ chen im bittern Todesschmerz. 7. Doch bin ich ohne Kummer; mein Kind, du bist nicht todt. Dein Leib schläft fußen Schlum⸗ mer; die Seele ist bei GOtt. 8. Kein Leid kann dich versehren, du bist in Christi Schooß, das will ich dir nicht wehren, dein Glück ist gar zu groß. 30⁴ 9. Ich kann dich nicht mehr holen vom Him— mel her zu mir; GoOtt Lob, daß wir wohl sol— len bald kommen hin zu dir! 10. Wir gehen Alle schlafen und stehen Alle auf, die Lämmer sammt den Schafen, wie freu' ich mich darauf! 11. An jenem Tag der Wonne, wo Groß' und Kleine stehn im Glanz der Himmelssonne, will ich dich wiedersehn. 12. Doß will ich mich getrösten, ich hoffe auf den HErrn; im Herzen der Erlösten geht auf der Morgenstern. ö 13. HErr IEsu, komm, vollende uns durch Dein theures Blut, und nimm am letzten Ende uns auf in Dein Erbgut. 14. Mach uns, das ist Dein Wille, dem sel'- gen Kinde gleich, recht fromm, fein, sanft und stille, so erben wir Dein Reich. 15. Mit allem Engelheere singen wir aller— meist: Dir sei Lob, Preis und Ehre, Gott Vater, Sohn und Geist! 333. Euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Es glänzet der Christen inwendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt;z was ihnen der König des Himmels gegeben, ist Keinem, als ihnen nur selber, bekannt. Was Niemand verspüret, was Niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Leute, ein Schauspiel der Engel, ein Ekel der Welt, und innerlich sind sie die lieblichsten Bräute, 8 Ide 2 + x der Zierrath, die Krone, die IEsu gefällt, das Wunder der Zeiten, die hier sich bereiten, den König, der unter den Lilien weidet, zu küssen, in güldenen Stücken gekleidet. 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kin⸗ der und tragen das Bilde des Irdischen auch; sie leiden am Fleische, wie andere Sünder, sie essen und trinken nach nöthigem Brauch. In leiblichen Sachen, im Schlafen und Wachen sieht man sie vor Andern nichts sonderlichs machenz nur daß sie die Thorheit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, die GOtt durch Sein mächtig Wort selber gezeugt, ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, vom obern Jerusalem freund⸗ lich gesäugt. Die Engel sind Brüder, die ihre Lobliever mit ihnen gar freundlich und lieblich absingen; das muß denn ganz herrlich, ganz prächtig erklingen! 5. Sie wandeln auf Erden und leben im Him⸗ mel, sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, sie kriegen, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen im Leiden, sie bleiben in Freuden; sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen und füh⸗ ren das Leben des Glaubens von innen! 6. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn Er sich einst, wie Er ist, öffentlich stellt; so werden sie mit Ihm als Kön'ge der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren und ewig floriren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hü⸗ gel, dieweil du den göttlichen Samen geneußt! denn das ist Jehovah Sein göttliches Siegel, 20 —.—. zum Zeugniß, daß Er dir noch Segen verheißt. Du sollst noch mit ihnen auf's prächtigste grü— nen, wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, wonach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. O JEsu, verborgenes Leben der Seelen, Du heimliche Zierde der inneren Welt, gieb, daß wir die heimlichen Wege erwählen, wenn gleich uns die Larve des Kreuzes verstellt. Hier übel genennet und wenig erkennet; hier heim⸗ ö lich mit Christo im Vater gelebet: dort öffent⸗ lich mit Ihm im Himmel geschwebet! 354. Gebet nach dem Lesen der heiligen Schrift. Du heil'ger Finger meines GOttes, schreibe mir tief in's Herz Dein Lebenswort hinein! O süßer IEsu, bleibe, bleibe bei mir mit Deinem hellen Gnadenschein! Du Licht, verlösche meiner Seele nicht, bleib' Du mein Trost und meine Zuversicht. 2. Du willst Dich mir ja ganz zu eigen ge⸗ ben, Du trauter, hochgelobter HEiland mein! Du Selber willst mein Heil und Leben, mein Ein und Alles, meine Liebe sein, Du siehst nicht an der Sünden große Zahl, erquickest mich nach Deiner Gnadenwahl. 3. Viel größer, herrlicher ist Deine Gnade, als alle meine Sünde, meine Schuld, Du leitest mich auf Deinem Pfade hin zu der reichen, un⸗ ermess'nen Huld und schmück'st mich mit dem weißen, seidnen Kleid des Heils und Deiner Blutgerechtigkeit. 4. Wenn die im tiefsten Herzensgrunde strah⸗ let, dann bin ich schön als meines Königs Braut, rrrNN XO rnrn 30⁷ wenn Dessen Bild in mir sich malet, der göttlich mild vom Kreuze auf mich schaut, dann kann ich still und froh und selig sein, denn IEsus ist und mit Ihm Alles mein! 355. Christnachtslied. Morgenstern auf finstre Nacht, der die Welt voll Freude macht: IEsulein! komm herein, leucht' in meines Herzens Schrein. 2. Deines Glanzes Herrlichkeit übertrifft die Sonne weit: Du allein, IEsulein! bist, was tausend Sonnen sein. 3. Deinem freudenreichen Strahl folgt man willig überall: schönster Stern, nah und fern ehrt man Dich als GOtt den HErrn. ö 4»68. Ei nun, wahres Seelenlicht! komm herein und säume nicht: komm herein, IEsulein! leucht' in meines Herzens Schrein! 356. Die heilige Nacht. Volksmelodie. Salle Nacht, heilige Nacht! Alles schlaft einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe, der ist und der war, schlaf' in himm⸗ lischer Ruh! 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kund gemacht; durch der Engel Hallelujah tönt es laut von ferne und nah: Christ der Retter ist da! 3. Stille Nacht, heilige Nacht! GOttes Sohn, o wie lacht Lieb' aus Deinem göttlichen Mund, 20⁷ 30⁸ da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in Deiner Geburt! 3837. Bergmanuslied. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. ir fahren in den tiefen Schacht, in To⸗ desschatten und in Nacht, viel Schätze auszu— spüren: das Eisen, so die Erd' aufreißt, das Gold, das auf der Krone gleißt, und Steine, die schön zieren. Glück auf! Glück auf! wer den einen Schatz, den feinen trägt in Händen, dem kann ihn kein Dieb entwenden. 2. Uns leuchtet weder Mond noch Stern, wir sind vom Sonnenlichte fern, vergessen, wie die Todten; hoch über uns geht Menschenfuß, kein Vöglein bringt uns seinen Gruß, den Blumen ist's verboten. Glück auf! Glück auf! eine Sonne bringt uns Wonne, selig funkeln GOttes Au⸗ gen auch im Dunkeln. keines Falken Auge brennt, kein Löwe wagt zu gehen, da Schwaden zieh'n und Wetter dräu'n, da wagen wir uns kühn hinein, der Wunder diel zu spähen. Glück auf! Glück auf! köstlich Finden! wer in blinden, tauben Schlünden GOt⸗ tes Tiefen lernt ergründen. 4. HErr, mach' uns reich an Glaubensgold, befrei' uns von des Teufels Sold! laß uns Dir treulich dienen. Als Grubenlicht bis an das End' leucht uns Dein Wolt und Sacrament und Dei⸗ nes Blut's Rubinen. Glück auf! Glück auf! bis wir droben einst mit Loben Dich umfassen in der Staͤdt mit güld'nen Gassen! 3. Auf Steigen, die kein Adler kennt, da 309 338. IEsus betet, JEsus wacht. Weil das Tagwerk nun gethan, steigt mein IEsus still bergan, hat gewirkt vom frühen! Morgen, Sich verzehrt in Hirtensorgen; schläft Er nun in stiller Nacht? Nein, Er betet noch und wacht; 2. Schwingt die Seele himmelzu, sucht im Schooß des Vaters Ruh', will den Staub vom Herzen spülen, im Gebet die Seele kühlen: Winde, säuselt süß und sacht; IEsus betet, JE⸗ sus wacht. 3. Erdennoth und Sündenschmerz schnitten durch Sein heilig Herz; schweige nur, o Welt⸗ getümmel, tröst' Ihn du, o sel'ger Himmel;z Sterne glänzt in stiller Pracht: IEsus betet, IEsus wacht. 4. O, wer dem Gespräch gelauscht, das da Sohn und Vater tauscht! Engel, sammelt euch in Chören, fern anbetend zuzuhören; halt' den Odem an, o Nacht: JIEsus betet, IEsus wacht.— 5. Tief in Schlummer ausgestreckt, ruht die Welt von Nacht bedeckt, und verträumt in dum⸗ pfer Kammer ihrer Tage Lüst' und Jammer; schlaf', o Welt, in finstrer Nacht: IEsus betet, IEsus wacht.— 6. Aus der Nacht verborg'nem Schoß macht der böse Feind sich los, schleicht mit leisen Mör⸗ derschritten um der Menschenkinder Hütten; bö⸗ ser b1. hast keine Macht: JEsus betet, JEsus wacht. 7. Wacht wo noch im Kämmerlein einsam Eins beim Lampenschein, scheucht wo noch den süßen Schlummer vom verweinten Aug' der Kummer; schlaf, o Herz, ein Hirt hat Acht, IEsus betet, IEsus wacht.— ——— 2 8 31⁰ 8. Zwar vollbracht ist nun Sein Lauf, doch Sein Lieben hört nicht auf; droben in den ew'⸗ gen Hütten wacht Er noch, für uns zu bittenz hat auch mein und dein gedacht: JEsus betet, IEsus wacht. 339. Des Glaubens Frage und Antwort. Jes. 53, 5. Mel. Ringe recht, wenn GOttes Gnade. Ach, wo findet meine Seele, wenn ihr Mo⸗ sis Donner blitzt, eine tiefe Felsenhöhle, da der Glaube sicher sitzt? Keine weiß ich, als die Wunden, die man meinem Heiland schlug: als Er Mosis Fluch empfunden, als Er meine Sünden trug. 2. Wer kann mir die Freistadt sagen, die dem Sünder offen steht, wenn er unter Furcht und Zagen nach Errettung seufzen geht? Keine weiß ich, als die Wunden, welche 6Ot⸗ tes Lamm empfing, das, von Liebesmacht ge⸗ bunden, in des Todes Rachen ging. 3. Wohin soll ich mich verstecken? Ach, wo treff' ich Kleider an, daß ich meine Schande decken und vor Gott bestehen kann? Keine weiß ich, als die Wunden, die vom Haupte bis zum Fuß meine Seel' an Dem gefunden, der am Kreuz verbluten muß. 4. Aber meiner Schulden Menge(denn sie sind wie Sand am Meer) bringt mich eftig ins Gedränge, schreit: Wo kommt die Za lung her? Keine weiß ich, als die Wunden und Sein Blut, das Lösegeld. Schuld und Rechnung ist verschwunden. Er versöhnt die ganze Welt. 5. Weiß denn Niemand eine Quelle, die den —— M1I Durst des Herzens löscht, und den Koth der Sündenfälle ganz von meiner Seele wäscht? Keine weiß ich, als die Wunden und des t, heil'gen Lammes Blut. Ach, es labt mich alle⸗ Stunden; ach, es macht mich rein und gut. 6. Wo ist aber meine Hütte, Tag und Nacht daheim zu sein, daß mein Herz sich nicht zer⸗ rütte? sagt: Wo geh' ich aus und ein? Keine weiß ich, als die Wunden, die der HErr dem Thomas wies. Wer sich da hinein gefunden, hat ein ew'ges Paradies. r 360. Wer da bittet, der nimmt. Keiner wird zu Schanden, welcher GOttes barrt; sollt' ich sein der Erste, der zu Schanden ward? Nein, das ist unmöglich, du getreuer Hortl neher fällt der Himmel, eh' mich täuscht Dein Wort. 2. Du hast zugesaget:„Wer da bittet, nimmt,“ ewer da sucht, soll finden, was ihm GOtt bestimmt. [Wer im festen Glauben muthig klopfet an, dem bwird ohne Zweifel endlich aufgethan. 3. Nun so will ich's wagen, HErr, auf Dein Gebot, alle meine Sorgen, eign' und fremde Noth, hall' mein heimlich Grämen, alles was mich quält, Dir an's Herz zu legen der„die Thränen zählt.“ 4. Du bist mein Erbarmer und mein bester Freund, meines Lebens Sonne, die mir lacht Aund scheint auch in finstern Nächten, und durch's Todesthal mir hinüber leuchtet zu des Lammes ahl. Opferduft zum Preis des Lammes. daß mein Herz ein Altar wär' voll Räuch⸗ werk des Gebets; o daß ich Dank und Preis und Ehr' dem Lamm darbrächte stets! —.—— 2. Dem theuer werthen GOtteslamm, das 30. mich vom ew'gen Leid mit bitterm Weh' am Kreuzesstamm erbarmungsvoll befreit. 3. Wüßt' ich von diesem Lamme nichts, so wär's um mich geschehn; und ach! am Tage des Gerichts müßt' ich zur Linken stehn. 4. Doch wohl mir, dieses Lämmlein trug die Sünden aller Welt, für alle ward Es Selbst ein Fluch und zahlt' ein Lösegeld, 45 5. Ein Lösegeld, das ewig gilt, genug für 17 Alle thut, der Sünde Pein und Jammer stilltz N das Lös'geld ist Sein Blut. Er 6. GOtt Lob! Es hat auch mich erkauft, Hal⸗ He lelujah! auch mich, in Seinen Tod bin ich ge⸗—— tauft, ich armes Würmlein ich. Se 7. Wo sind die Sündenschulden all'?— im(1 Meer des Bluts ertränkt; ich weiß, daß GOtt( von ihrer Zahl nicht einer mehr gedenkt.* 8. O nein, ich bin Ihm lieb und werth in 70 dem erwürgten Lamm, ich habe, was mein Herz 9 begehrt; Er ist mein Bräutigam. 77 9. Nun fürcht' ich weder Noth noch Tod, trotz'“ 2 allen Feinden nun, in Seinen heil'gen Wunden 40 roth kann ich fein sicher ruhn. 10. Mein Herz frohlockt, es jauchzt mein Mund, mir ist so wohl zu Muth; und fragst du un nach der Freude Grund: es ist des Lammes Blut. Oe 11. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr' sei—3 diesem Lamme stets! O daß mein Herz ein Altar D wär' voll Räuchwerk des Gebets!— ae36?2. Reisepaß und Wanderbuch eines Christen. so e Charakter. die Vorzeiger dieses ist mein Unterthan und Knecht, in Jes. 65, 13. 14.) Mein Kind,(Gal. 3, 26.) Mein eeigner Prinz, aus göttlichem Geschlecht,(Ap. Gesch. für 17, 29.) Mein theures Ebenbild,(Röm. 8, 29.) lt: Mein Königshut und Krone,(Jes. 62, 3.) Mein Erbtheil,(Ps. 47, 5.) Eigenthum(Tit. 2, 14.) und al⸗ Haus, darin Ich wohne,(Ebr. 3, 6.) Mein Gast, je⸗(1Chron. 30, 15.) Mein Schaf, Joh. 10,27.) Mein Schatz,(5 Mos. 32, 9.) Mein theu'r erkauftes Gut, im(1 Cor. 6, 20. 1 Petr. 1, 18. 19.) Mein Liebling, Itt(Röm. 9, 25.) ja die Braut,(Hohel. 4, 9.) die Mir im Schooße ruht, Mein Glied,(Eph. 5, 30.) in Mein Reb' an Mir,(Joh. 15, 5.) Mein Küchlein, rz(Matth. 23,27.) Meine Taube,(Hohel. 6,8.) Mein Lohn für Meinen Dienst,(Jes. 53, 11.) Mein Raub tz(V. 12.) von Satans Raube,(Jes. 49, 14.15.) Mein en Freund,(Joh. 15, 14. 15.) Mein Bruder selbst, (Matth. 25, 40. Ebr. 2, 11. 12.) ein Erbe Meines in Theils,(Röm. 8, 17.) Mein Haus⸗(Eph. 2, 19.) du Und Tischgenoß,(Luc. 22, 30.) ein Zeuge Meines it. Heils,(Joh. 16, 27.) ein Pflänzlein Meiner Hand, ei Ses. 60, 21. c. 61, 3.) das selbst Mein Geist ver⸗ ar oflegt, Mein Eichbaum,(Jes. 61,3.) der nicht weicht, Mein Baum, der Früchte trägt,(Matth. 7, 17.) Mein Werk,(Jes. 60, 21.) ein Schüler Meiner Zucht,(Joh. 13, 35.) Mein Acker,(1 Cor. 3, 9.) Mein Gebäu,(Hohel. 4, 17.) Mein Garten, Meine Frucht,(Hosea 14, 9.) Mein reines Waizenkorn, (Matth. 13, 30.) ein Säugling Meiner Gnade (GHs. 8, 3. 1 Petr. 2, 2.) ein Heil'ger,(1 Petr. 2, 9. 3¹⁴ +. dessen Fuß allein auf Meinem Pfade,(Ps. 119, 59.,101.) Mein theures(Jer. 31, 20.) Wunderkind (Ps. 4, 4.; 71, 7.) ein Kind der neuen Welt,(Lue 20, 35. 2 Petr. 3, 13.) ein Mensch, der niemals é stürbt,(Joh. 11, 25. 26.) dem nichts unmöglich fällt. (Marc. 9, 23.) Mein theu'rer Bund'sgenoß,(Pf. 25, 10.) ein Freund von Meinen Freunden,(Cs. 110, 63. 1 Joh. 3, 14.) der Engel Mitgesell, (Ebr. 12, 22. Offb. 22, 9.) ein Feind von Meinen Feinden,(Ps. 139, 21.) ein Streiter,(2 Tim. 2, 4.) der sich nie in Nahrungshändel flicht, der in den Schranken läuft,(1 Cor. 9, 24—26.) und um die Krone ficht, ein Kaufmann Meiner Perl,(Matth. 13, 45. 46.) ein Schaffner Meiner Habe,(1 Petr. 4, 10.) ein Bergmann Meines Gold's,(Spr. Sal. 2, 3— 5.Nein Wuch'rer Meiner Gabe;,(Matth. 25, 20. 27.) Mein Priester,(Offb. 1, 6.) Mein Prophet,(Col. 3, 16.) Mein königlicher Held, (Offb. 22, 5. 1 Cor. 6, 2. 3. Offb. 12, 11. Ps. 48/ 8. Röm. 8, 37.) ein Bürger Meiner Stadt, (Phil. 3, 20.) ein Pilgrim dieser Welt(Ebr.“ 11, 13. c. 13, 14.) Name. Sein Nam' ist unbekannt,(2 Cor. 6, 9.) und übel angeschrieben,(Luc. 6, 22.) doch denen wohl bekannt,(2 Cor. 6, 9.) die Meinen Namen lie⸗ ben. Sein Nam' ist wie die That, er heißt und ist ein Christ,(Ap. Gesch. 11, 26.) ein Mensch, den Ich gesalbt,(L Cor. 1, 21. 22.) und der Mein Jünger ist.(Joh. 8, 31.) Statur. Die Demuth macht ihn klein,(Matth. 11, 29.) nach seinem Augenmaaße.(Eph. 4, 2. 2 Sam. 5/½ 22.), Er nennt sich einen Wurm,(Pf. 22, 7.) ein Stäublein auf der Straße,(1 Mos. 18, 2.) . I * —.—9——7—5——52„ und wenn die Welt ihn miss't, so heißt es, der gilt nichts,(B. Weish. 2, 11.) doch nehmt nur Meinen Stab, den Maaßstab Meines Lichts, (Psf. 36, 10.) und thut die Augen auf, so wird * er größer werden, als Og und Goliath, und alles Volk der Erden(Jes. 43, 4.0 Angesicht. Sein Angesicht ist schön,(Hohel. 4, 7.) ganz heiter,(2 Cor. 6, 10.) roth und weiß, und Meiner Unschuld Bild,(Eph. 5, 27.) sein Haupt trägt Ehr' und Preis.(Röm. 2, 7.) Mein neuer(Offb. h. 3, 12.) Name steht auf seiner Stirn geschrieben, wer Meine Schönheit kennt und liebt,(1 Joh. 5, 1.) der muß ihn lieben. Scheint aber sein Ge⸗ sicht nicht lieblich anzuseh'n, wie kann ein Rei⸗ sender der Sonnen Brand entgeh'n?(Hohel. 1, 6. D'rum ist Mein Kind so schwarz, wie Kedars Hütten;(V. 5.) das ist sein Ordensband,(Pf. 116, 10.) geglaubt und d'rum gestritten; die Sonne dieser Welt(Joh. 17, 4.) steht seinem Sinn nicht an, drum sticht und brennt sie ihn und rächt sich, wo sie kann. Doch Meine schöne Braut wird darum nicht erröthen, von innen(Ps. 45, 14. Hohel. 1, 5.) sieht sie aus wie Salomo's Tapeten. Kleidung.* Sein Kleid ist weiß und hell,(Offb. 7, 14.) im Blute rein gemacht, im Himmel selbst gewirkt, von unerhörter Pracht;(Hes. 16, 13.) er ist mit Purpur,(Spr. Sal. 31, 22. Offb. 19, 8. Ps. 45, 14.) Seid' und güld'nem Stück gekleidet, und dann mit Meinem Rock,(Jes. 61, 10.) der keine Schminke leidet,(Eph. 4, 24.) weil er von Un⸗ schuldswoll' und Liebesgarn gewebt, und weil dar⸗ auf gedruckt, wie Ich im Fleisch gelebt.(Phil. 2,5.) * * * 47 1 316 Das ist ein neues Kleid, das wider alle Mode, von GOttes Hand gemacht, und frei von Fleischessode; (Judä v. 23.) eins aber merket wohl, verwundert euch nur nicht, wenn dieser schöne Schmuck nicht in die Augen sticht;(Col. 3, 3. 1 Joh. 3, 1.) denn wer Mir dienen will und Meiner Gnade leben, dem wird ein schwarz Gewand zum Ueberkleid gegeben, von Schande, Schmach(Matth. 5, 11. c. 10, 22.) und Spott und Haß der Welt gemacht, mit Koth und Staub gefärbt, mit giftigem Verdacht,(2 Cor. 6,S.) ganz um und um besetzt, mit Lästerung be⸗ schrieben,(1 Cor. 4, 12. 13.) von denen, die die Welt und ihren Fürsten lieben. Dies ist Mein Hofgewand,(Matth. 10, 25. c. 16, 24.) das allen Zierrath deckt, das häßlich anzuseh'n,(1Cor. 4, 10.) das alle Reichen schreckt. Matth. 19, 22.) Doch ist es meinem Knecht ein Zeichen großer Ehre, (Ap. Gesch. 5, 41.) und ihr erkennt dabei, daß er Mir angehöre;(Joh. 15, 18—20.) ja zündet nur Mein Licht, das Wort der Wahrheit, an, daß auch, was unsichtbar, euch sichtbar werden kann, so sollt ihr alsobald verwund'rungsvoll gesteh'n, es sei noch nie ein Schmuck von solcher Pracht geseh'n. Rüstung. „Mein Knecht trägt überall Mein ganzes Eben⸗ bild, d'rum führt er, wie ihr seh't, Schwert,(Eph. 6, 13. 16. 17.) Panzer, Helm und Schild, der Wahrheit festen Gurt,(v. 14. 15.) die Stiefeln an den Füßen, den Bogen, Köcher, Spieß und Pfeile ginug zum Schießen; denn wer Mein Pilgrim ist, muß durch die Wüste geh'n, wo Teufel,(1 Petr. 5, 8. Gal. 5, 17. Joh. 15, 19.) Fleisch und Welt, die bittern Feinde steh'n. Doch fürchtet euch nur nicht vor seinen scharfen Waffen,(Ebr. 4, 12.) sie sollen nicht den Tod, nein, Heil und Leben schaffen; und 4 Srtr V Toe 3¹⁷ wenn euch auch sein Schwert bis auf den Tod verwund't, so macht's euch nur dadurch lebendig und gesund. Die Augen sind ihm klar,(Mare. 13, 27. 1 Petr. 5, 8.) er pflegt herum zu blicken, ö ob Satan, Fleisch und Welt nicht ihre Boten schicken, bei wem und wo er ist, was um ihn her geschieht;(1 Thess. 5, 21.) d'rum lass't es nur ge⸗ scheh'n, daß er euch scharf besieht.(1 Joh. 4, 1.) Reise⸗Gepäck. Er reis't in Meinem Dienst, auf Mein'n Befehl und Willen, drum ließ Ich ihn mit Fleiß in Pil⸗ grims⸗Kleider hüllen, ein schlechter Reiserock deckt seiuen Zierrath zu, und was er sonsten trägt, ist Gürtel,(Luc. 12, 35. Ps. 23, 4. Eph. 6, 15. 2Mos. 12, 11.) Stab und Schuh. Viel nimmt er niemals mit,(Luec. 21, 34. c. 14, 33. c. 12, 33. 34.0 denn alles Gut der Erden muß, wenn Mein Pil⸗ ger reis't, zurück gelassen werden, und was er mit ch nimmt von Geld und Proviant,(Ps. 119, 56. 72. 127.) ist leicht und unsichtbar, und wird ihm nie entwandt.(Matth. 6, 20.) Gesellschaft. Seht ihr, daß Andre mehr zu seiner Seiten gehen, so wißt, er pflegt sich gern nach Brüdern umzusehen;(1 Joh. Z, 14.) doch kommt er oft allein,(Matth. 7, 14.) weil wenig Pilgrimm' sind, denn selten lebt ein Mensch, der Meine Straße find't; wer aber Augen hat, sieht viel zu seiner Seiten, weil Wir und Unser Heer ihn Tag und Nacht begleiten.(Ps. 91, 11. Ebr. 1, 14.) Brief und Siegel. Sorgt Jemand für Betrug und meint, es sei Gefahr, dem legt Mein ächtes Kind auch Brief . * ———8888 —. 318 und Siegel dar; sein Brief ist Unser Wort,(2 Joh. v. 10.) das ihn legitimirt, sein Siegel ist Mein Geist,(Eph. 1, 13. 14.) die Salbung, die ihn ziert. Lebensart. Doch thut die Augen auf, ja, seht auch, ob ihr höret; denn seine Sprache(1 Joh. 4, 9.) klingt den Fremden ganz verkehret; er siehtnicht, wie man sieht, er sieht gerad hinauf,(Matth. 6, 21.) dahin sein Schatz ihn zieht; er geht nicht, wie man geht, er fliegt mit Adlers Kraft,(Jes. 40, 31.) durch Hecken, Berg und Thal, vom Geiste weggerafft; er ißt nicht, wie man ißt, er ißt von and'rer Speise,(Joh. 4, 32. 34. Hohel. 2, 4. 5.) man sieht ihn stets zu Haus(Hohel. 4, 12.) und immer auf der Reise, er reis't nach Canaan(Ebr. 11, 13—16.) hinaus aus dieser Welt, hindurch durch's Jammerthal,(Ps. 84, 2.] hinauf in's Himmelszelt.(2 Cor. 5, 1. 2. 6. 8.) D'rum kann und will er nicht in Sodoms Stadt verweilen,(2 Cor. 6, 15. Offb. 11, 86 e. 18, 4.) sein Wunsch ist Extrapost, sein Wahlspruch: Eilen, eilen! (1 Mos. 19, 17. 22. Ebr. 4, 1. Phil. 3, 12—14.) Instruction seinetwegen. So ist nun Mein Befehl: Laßt Meinen Diener gehn; es halt ihn Niemand auf, es muß ihm nichts gescheh'n,(Ps. 105, 15.) begehrt ihr Meine Huld und wünscht, Ich soll euch 210f e so müßt ihr Mei⸗ nem Knecht, als käm' Ich Selbst, begegnen.(Joh. 13, 20.) D'rum, seid ihr Meines Volks, so nehmt.ihn fröhlich auf, Röm. 12, 13.) erquickt und labet ihn, befördert seinen Lauf,(2 Tim. 1, 16.) bemüht euch, ihm mit Fleiß den rechten Weg zu zeigen, ja, nichts derhind're euch, mit Freuden mitzureisen, und wiffet, daß gewiß Ich schreib' euch alles an,(Ebr. 6, 10. list's auch ein Wassertrunk) was ihr ihm Gut's ä—33...——————ßꝛ—..——t——ß— — 4.—.— — *.*—*29..⁶7.e ——— h 319 gethan.(Matth. 10, 42.) Die aber Meinen Knecht verletzen, hindern, schaden,(Ps. 34, 22.) die sollen Meinen Zorn und Urtheil auf sich laden,(Matth. 22, 6. 7. 5 Mos. 32, 43.) denn wer sich wider ihn (und wär's ein König) setzt,(Apostg. 12, 1. ver⸗ gleiche 23) der wisse, daß er Mir das Auge selbst verletzt;(Zach. 2,8.) Ich will ihn namentlich ins Buch des Todes schreiben, und dennoch soll Mein Kind, Trotz allen, sicher bleiben;(Ps. 27, 1.2. 5.) verfolgt, zerschlagt ihn nur, ihr krümmt ihm doch kein Haar,(Luc. 21, 18.) Mein Flügel decket ihn, er lachet der Gefahr;(Ps. 63, S.) Ich kenne seinen Weg und werd' ihn ewig kennen,(Ps. 1, 6.) wer Mich und ihn nicht liebt, hört's, der soll ewig brennen,(1 Joh. 3, 15.) Mein Vater und Mein Geist beschließen eben das,(Joh. 10, 30.) und Ich versiegle Selbst mit Blut und Geist den Paß. Erworben durch Mein Blut und Leben, Vom Thron der Herrlichkeit gegeben, Geschrieben schon von Ewigkeit, Und gültig durch die ganze Zeit. Ich aller Herren HErr und aller Kön'ge König, Adeß Erd' und Himmel ist, Sdem aller Ruhm zu we⸗ nig, der ohne Titel⸗Prunk 4— und wüs ist und heißt, IX 1 2 und was man von Ihm 17 beweisit. — auuez —2— sagt, im Werke Selbst 4 II 320 Register. Ach bleib'bei uns, HErr JEsu Christ (Selnecker, 1 15902)) Ach bleib' mit Deiner Gnade(Stegmann, 7630.. Ach bleib' mit Deiner Liebe(G. Knat) Ach, daß doch Deine Liebe(A. Sybel, 14½1838,15. Dei.).. Ach gieb mir, HErr, doch nur(Caroline Straube, + 1844, 11. Sept.) Ach lieber HErre JEsu Christ(von Lau⸗ fenberg 1449)*. 0 Ach, mein HErr JEsu, Dein Nahesein 1 (Gregor)—*————**—*—* Ach, mein HErr JEsu, wenn ich Dich (Gregor) Ach, uns wird das Herz so leer(C. g. YPh. Spitta) Ach GOtt, gieb Du uns Deine Gnad' Sehner, 4653% Ach HErr Christ, Du willst mein Heil Earoline Strante) Ach HErr,erbarm'Dich übermichle Str.) Ach wie schön ist's,lieben Brüder( Dräger) Ach, wo findet meine Seele(Wolteredorf) Allein GOtt in der Höh' sei Ehr'(R. Decius, um 1521))jJ)ʒ vÜ+ Aller Gläub'gen Sammelplatz(Zinzen⸗ Vör un. Gregeh. Alle Welt, was lebt und(3. Frant, 1677) Amen ja, Amen ja, damit trösten Seite. 12² 12 146 10⁴4 131 — * 7 8 —————.— Nro. 69. 106. 340. 37. 87. 307. 26. 24⁰. 159. 47. 344. 198. 333. 241. 98. 34⁵. 123. 2* 5— 187. 119. 120. 38. 322. 83. 32¹ Auf, Brüder, stimmt ein Loblied an (M. Grce) Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du (Klopstock, 1 1803) 40 Auf, hinauf zu deiner(E. Schade, 1 1698) Auf, ihr nah' verbund'nen JEsusher⸗ zen(C. R. v. Zinzendorf, + 1752.) Auf, laßt uns Zion bauen(M. Görcke) Aus der Näh' und aus(Knak)) Aus der Schwermuth dumpfer Zelle (G. Knak)„——————— Aus des Heilands tiefgeschlag'nenlKnal) ei Dir, IEsu, will ich(Loskiel) Befiehl du deine Wege(V. Gerhardt, 4 1670, 7. Zuni) ·· Bleibe bei uns(Knapps Liederschatz Bist du gleich ferne von Bekannten Bist Du hier?(A. Knappp Bist du Sein?(Knat) Blickst du freudig heut hinauf(C. Fr. A. Straube, 4+ 1811, 21. August) Blumenglöcklein läuten(Kalendermann) Breit' aus die Flügel beide(P. Gerhardt) Bringt dem HErren frohe Lieder Brüder, ach betet(M. Goͤrck7m Brüder, nun das Herz erhoben(M. Görcke)*******— + Dank Dir, HErr! für alle Gaben (R. OGrche). 7. Das ist eine sel'ge Stunde(E. G. Woltersdorf, 4 1761, 17. Dezember) Das neugeborne Kindelein(G. Schneegab) Dem König, welcher Blut und Leben (Woltersdorf).. Seite. —3—3——————————— * 1 * ö * . 14 * 14 ————ͤ ⁴ Der Du Dich Selber mir geschenkt (Fr. W. Krummacher) Der Du Dich Selbst für mich(Enak) Der graue Winter weit und breit. Der HErr, der aller Enden(P. Gerhardt) Der Mond ist aufgegangen(M. Clau⸗ dius, 1815.* Der rauhe Herbst kommt wieder(o. Albert, 10% Der Sabbath ist vergangen(B. Schmolk, + 1737)——**— p‚*—** ‚˖— Der Tag ist hin(J. A. Freylinghausen, 5 Des frischen Lebens heit're Stimmen S Die Abendsonne sinket(E. v. Zinzendorf) Die armen Heiden(GKnat) Die Gnade des HErrn JEsu Christ Die ihr die stillen Harfen noch(Hiller) Die Nacht ist vor der Thür(M. Görcke) Die Sünden sind vergeben(Hiler)— Die wir uns allhier beisammen finden (. Zuzenrort) Die Zeit eilt nach der Ewigkeit.. Dies sind die heil'gen zehn Gebot'. Dir zu Füßen lieg' ich hier(G. Knak) Draußen blüht und duftet(G. Knak) Du hast uns All' einst aufgenommen (Straube, + 484100..„„„* Du, HErr, verließest einst(Car. Straube) Du, HErr, kennst alle meine Werke (Car. Straube). 10. März 1860) Du heil'ger Finger(Maria Straube, 1 Dunkel ist die Nacht(Spor) Seite. T — r eN 323— Durch mancherlei Getümmel(C. Becker) Du schöne Lilie auf dem Feld' 226 J. Ph. Spitta) 7. Du Stern in allen Rächen 6. W. Krummacher) Du weißt, HErr JEsu(auat)* h' wir heute von einander gehen (Dräger) Eine Heerde und Ein Hirt(r. Aug. Krummacher) Ein' feste Burg ist unfer GStt cnn Luther, 4 18. Febr. 1546) Ein Gärtner geht im Garten(Max. Schenkendorf, 4 1817), Eines wünsch ich mir vor(Atb. Knapp) Eins ist noth(G. Knakt) Eins ist noth— und(enab)** Ein Wetter steiget auf(Aem. Zullane, + 17⁰) Einst kommst du prächtig wieder(Schoͤnerz Endlich kommt einmal die Stunde (Dräger..* Er läßt mich nicht G. Amdt) 3 Er wischt all' meine Thränen(carol. Straube) Erhalt' uns, HErr, bei Deinem(duther) Es ist in keinem Andern(Knak) Es soll mir gar nichts(Er. St.) Es geht zur Hochzeit zu(Gräfin E. C l Schwarzburg⸗Rudolstadt7) Ereren(8 der Christen inwendiges en(Fr. Hiller)****** Fahe fort, fahre fort, Zion(3. E. Schmidt, 4 1745)amⅎ* 21* Seite. 3²⁴ Familien⸗Vesper(H. Schütze)7) Freue dich, freue dich(G. Knar). Freue dich, jauchze still(Knat) Freuet euch der schönen Erde(Spitta) Friedrich Wilhelm, Preußens König Len Fröhlich, fröhlich laßt uns sein(Ma⸗ rin Straube) Geduld! Geduld! wie lange wirds noch(Fr. W. Krummacher) Geh' aus, mein Herz, und suche Freud' . Derhartt). Geht nun heim in eure Hütten(Dräger) Geist des Glaubens(Spittaͤ)/ Gelobt sei Er, der dich und mich(Knak) Gestillt ist nun dein Sehnen(Knat) Gieb Fried', o frommer, treuer GOtt (Schneegaß, 15³2... Gieb mir ein fröhlich Herz(E. Neu⸗ meister, 1756 m8. Gieb, daß ich keinen Andern(Car. Str.) Gnad' und Heil und Friede(Mayfarth) Gnädig bist Du, voll Erbarm.(M. Görcke) GOtt, der Vater, kröne(G. Knar) GOtt des Himmels und der(H. Albert) GOttes Gnad' ist uns(Knak) GOtteslamm(Knalrrr) Großer GOtt von alten Zeiten(E. Neu⸗ imamn, 4. 171 Großer Immanuel(G. Knak.) abe deine Lust am HErrn(G. Knak) Hallelujah, Amen, Amen(Straube 4) Hallelujah, HErr GOtt heil'ger Geist (E. Lutze)„„* 3³⁵ Hallelujah, Lob, Preis und Ehr Hallelujah, schöner Morgen(J. Krause, Halt' Du mich nur bei Deiner Rechten (Fr. W. Krummacher) Haussegen(Kellners Leben::: Hätt' ich Flügel, hätt' ich Flügel(M. v. Schenkendorff: Herbei, o ihr Gläubigen(Knak) Herbei, o ihr Gläubigen HErr, der Du von Ewigkeiten HErr, Du hast uns reich gesegnet (M. Gorce)) HErr, ich beweine(M. Görcke) HErr IEsu Christ, Dich zu uns wend (Wilbelm II., 4 1662 HErr JEsu Christe, mein getreuer. HErr IEsu, komm', sei unser Gast (M Görce)): SErr JIEsu, schlafe nicht HErr, nach Deines Geistes Regen(Enab) HErr, wir alle müssen sterben(Knat) Herzens⸗IEsu, komm'(Car. Str.) Herzens-IEsu, nimm mich hin(Irdr. A. Weihe, 1 NI.) Herz und Herz vereint zusammen (N. L. v. Zinzendorf/// Hier steht mein Fuß, mein Auge(C. Becker) Hilf, HErr JEsu, all' den Meinen (Fl. Knak, 4 183600)0) Himmelan geht uns're Bahn(B. Schmolck) 7—— Hinaus, hinaus in's Freie(Ferv. Arndt) Hirte Deiner Schafe(. Schmolck) — — Seite. 129 —9 ———— **———— I..4.—.—— I* X** .——. 3²⁶ Ja HErr, aber doch(M. Görcke) Ich bete an die Macht der Liebe (Errsteegen)). Ich bin ein Pilger GOttes(Knat). Ich bin ein sel'ger Mensch(Knakt/ Ich bin ein armes Würmelein(v. Pfeil) Ich bin ein kleines Kindelein(N. L. 9.„Zinzendor). ch danke dir von Herzen(. Gerhardt) fühl's, ich bin entbunden(G. Knat) gehe nun zu Bette ging unter Erlen(Gr. Reuß) grüße dich aus weiter Ferne(Knak) hab' von ferne(Knart). seh das Sternenheer(G. Knak). weiß, an wen ich glaube(Knat) Ich weiß noch keinen bessern(Woltersdorf) Ich will dich erheben(Knak) Ich will ein Kränzlein binden(Ludä⸗ milia Elisabeth, 1 1672) Jerusalem, du hochgebaute(Weyfahrt) IEsu, Du allein, sollst(5. Pfeil, 1178⁴) IEsu, Du hast uns gegeben(M. Görcke) IEsu geh' voran(N. L. von Zinzendorf, + 1760)* IEsu, Gnadensonne(Knar). IEsu, meines Herzens Freud'(9. Zutner, 1678). IEsu, wahres Brot des Lebens(. ) IEsus klopft an deines Herzens Pforte (Knak)*—*——*—* IEsus sei mit dir(Anat) He SE * Jesus steht an deiner Thür(G. Kuat) VX Seite. 69 SIMXXIA 32⁷ Ihr Eltern, gute Nacht!! Ihr Pilger aus der Ferne(M. Görcke) In allen meinen Thaten(. Flemming, 4 16100 In der Hälfte meiner Tage(Car. Str.) In die Segel sanft und linde In dieser schrecklichen Gefahr.. In GOttes Namen fahren(M. Heermann) In GOtt zu lieben und zu leben(Str.i) In IEsu Namen reis' ich aus(. Heermann) In IEsu Namen reis' ich fort(.». Pfeil) Ist GOtt für mich, so trete(V. Gerhardt) Keine Schönheit bat die(3. Schefler) Keiner wird zu Schanden(G. Knat) Kennst du den Ort(G. Knat Komm', ach komm', HErr JEsu(6. Knal) Komm', laß uns geh'n(G. Tersteegen,t1768) Kommt her, ihr theuren Seelen(Knak) Kommt, Kinder, laßt uns(G. Tersteegen) Krank bin ich sehr(Car. Str.) Lamm GOttes, unveränderlich(E. G. Woltersdorf)* Lammes Blut! Du alleiein Laß Dich, HErr JEsu Christ(J. Heer⸗ mann, 101777 ũ5„ Laß endlich bei des Lammes Tisch (F. Rist, 1 1007))..... Laß mich Dein sein und bleiben(N. Selnecker). Laß mich in falscher Sicherheit(Car⸗Str.) Laß, o IEsu, mir auf Erden(Losklel) Lasset mich voll Freuden(Neumeister) Lasset uns mit IEsu ziehen(G. Knat) —— F. Seite. 302 157 48 220 175⁵ 174 159 6⁵ 3⁴ 10 6³ —— + Nro. 206. 308. 279. 7 53. 1417. 201. 222. 3289 Laßt mich geh'n(G. Knak) Lebt wohl, ihr theuren Herzen(G. Knat) Lieber Vater in dem Himmel(Car. Str.) Liebster Heiland, nahe Dich(G. Tersteegen) Liebster IEsu, Deine Hände(M. Görcke) Liebster IEsu, wir sind hier, Deinem (Schmolck) Liebster JIEsu, wir sind hier/ Dich und (Clausnitzen) Lobe den HErren, den mächtigen Kö⸗ nig(J. Neander, 1 16800 Lobe den HErren, o meine Seele (Herrnschmidt, 23))) Löwen, laßt euch wiederfinden.. Mach dich auf, armes, unbek. Herz (G. Knak) Mach' dich auf und werde(M. Oörcke) Macht auf das Thor(Knalt) Man lobt Dich in der(S. Rist, 11667) Marter GOttes, wer kann Dein ver⸗ gessen(C. R. o. Zinzendorf). Mein Bethesda ist die Gnade** Mein erster Blick(Knak) 2* Mein Hauptgesuch(C. Hidler)* Mein Heiland meint es(Car. Straube) Mein Heiland nimmt die Sünder an (Lehr, 1 17⁴⁴)*. Mein Heiland, daß ich ohne(Bruͤderges. Mein Herz ist voller Freudigkeit(C. A. F. Straube 1v)... Mein Jesus ist mein Leben Meines Lebens beste(S. Liscow, t 1689) Mein Leben ist ein Pilgrimsstand (Ir. A. Lampe, 1 20h/ Seite. 169 252 220 52 9 163 * I — e l —— —IIIIIIII 329 Meine Seele geht voll Freud.(Neumeister) Mein liebster IEsu, Du bist kommen Car. Straube) Mein Schifflein geht behende(dreger) Mein Tod ist durch den Tod(Straube 1) Merk' Seele, dir das große Wort (N. L. von Zinzendor 3Z—*0— Mir ist Erbarmung wiserfahren 6 Hiller, 4 1769)„ Mit tausend Gaben( Knapp) 2 Morgenstern auf finstre Nacht(Brorgs.) Morgenglanz der Ewigkeit K. v. Rosenroth, 4 10899) Muß ich heiße Thränen w.(car. Str.) Mutterherze, willst du klagen(G. Knak) Mach droben laß mich——— 535 Straube, 1) Nach dem Sturme fahren wir Nach treu vollbrachtem Lebenslauf (J. Cyr. E. Straube, 4 1819, 2. Nov.) Nichts, nichts ist an mir(Car. Str.). Nicht mehr, als meine Kräfte(Fior. Knak, 4 1833, 27. April Nun danket Alle GOtt(M. Runtart, 41619) Nun GOtt Lob, es ist vollbracht(Schenk) Nun HErr, gieb eine gute(Car. Str.) Nun hierzu sage aAmͥeen Nun JIEsu, komm(Woltersdorf Nun laßt uns geh'n und treten 5— Nun noch von Herzen(M. Görcke * Nun ruhen alle Wälder(V. Gerhardt) 1 Nun so gehe mit mir aus(Fr. A. Weihe) Nun wollen wir uns scheiden Nur einen Wunsch(Knar) — *ꝗ* 320. 3 56. 2977 wie lieblich ist's und Tain(G. Knal) Oo auch die Wellen(Carol. Straube, 4 1. Septemper 184409). Ob Hügel weichen(Knat)* O daß ich tausend Zungen hätte(. Mentzer, geb. 165⁵⁸„. O daß mein Herz ein Altar wär(0. Knat) O daß mir allhier im Dunkeln. O Du mein liebster IEsu(A. Sybel) O du selige, o du fröhliche(Knat) O du fröhliche, o du selighe frommer und getreuer GOtt.. O Gerhardt, theu'rer GOttesmann (C. A. Fr. Straube, 20 O Gnade, sei mir täglich neu 3 Gregor, 4 1801). O heil'ger Geist, tehr' bei uns ein (M. Schirmer, 1 1673) O GoOtteslamm, mein Element(E. G. Woltersdorf7) 5 Sin urch hilf mir(Car. Str., 1) O JIEsu, sel Du unser Grund. O JEsu, süßes Licht(J. Lange, 1 1744) O mein JEsu, Du bist's werth(M. Görcke) 9— O Seele, siehst du keine Spur* O selig Haus, wo man Dich aufge— nommen(Spitta) 8* O theu're Segensgaben Cint)* O Vater aller e(B. Ringwaldt, geb. 1531 O Vaterherz, o Licht und Leben(E. H. v. Bogatzty) O was bin ich doch in JEsu(Knat) 33¹ O wie selig sind(G. Knak) O wie strahlt die Lebenskrone(G. Knar) Pil des HErrn(Garve). Rollet, ihr Donner(Woltersborf) Ruft getrost, ihr Waͤchterstimmen Rüstet euch, ihr Christenleute. 4 über alle Schätze(S. Liscow) Schlage,‚, JEsu, an mein Herz(Megander) Schon regt sich's unter der Hülle(G. Knak) Schönster HErr IEsu(aus dem 12. Jahrhundert) Schuld und Strafe sind erlassen(ph. Fr. Hiller, 4 17699). Schwellet sanft, ihr weißen Segel (A. Knapp) Seele, was ermüdest du dich(. G. Wolff, +. 17510. Segnet uns zu guter Letzt 00. Pfeit) Sei Du mir nur immer(Cor. Gregor) Seid willkommen allzumal(M. Görcke) Sei gelobt, HErr IEsu(G. Knak) Sei getrost, betrübtes Herz(Knatk) Sei I 0 GOttes Sohn(Car. Straube) St; wochgelobt in dieser(. Laurenti, 1 Sei uus gegrüßt, du schöner Rorger (Fröbing, 4 18050). Senke, o Vater, herab(Langbecker) Sieh', es steht der Mann(Mauh. Kuat) Sieh', wie die Lerche fröhlich(J. Arndt) 33² —7777 Sie jauchzet doch mit.(Wol⸗ tersdorf))* 335. So geht nun hin(Woltersdorf) 171. So lange JeEsus bleibt der SErr (N. L. d. Henzendorf)) 211. Sonne der Gerechtigkeit 35. Sonst hat dir mein Herz geschlagen (H. Möwes) 116. Speis' uns, o GoOtt/ Deine Kinder (J. Heermann)/ 262. Stehet auf, ihr Gottesmänner(Knat) 223 a. Steht auf, ihr lieben Brüder(Dräger) 357. Stille Nacht, heilige Nacht!.. 200. Trauert nicht um mich CEnak) 177. Trockne nur die heißen Thränen(G. Knak) ——2—2——————..sP?F ——ᷓ—ͤ— 7. Unschätzbarer Heiland(E. G. Wolteradorß) 191. Unter Lilien jener Freuden(Allendorf) 95. Vater, blick' in dieser(Straube, 1). 315. Vater unser im Himmelreich(Lutber) 101. Vater, weißt du's ganz gewiß(G Knal) 220. Verzage nicht, o Häuflein klein(G. ö Adolph, 4 16320 8 292. Vesper zur See(5. Schüge)* 128. Viel sansend Sterne prangen(e Valenth) — Meyer) 302. Vorzeiger dieses is Mein Unt gen(K. H. v. Bogatzky, + 177⁴. chet auf, ruft uns die Stimme 183. Von Dir will ich nicht weichen—— v. Wach' 30 Du Geist der ersten Zen⸗ ö plai, 1608)„ Seite. ö Ñ 1. 104 2 383 ‚. 140 17106 36 * 35⁵ ö 98 213 1. 181 307 2 225 5 145⁵ 2 8 5 .. Nro. Seite. 146. Warum sollt' ich mich denn(P. Gerhardt) 118 289. Was doch mein lieber HErr wird ö thun(Car. Straube). 24 49. Was G˙tt thut, das ist wohlgethan (S. Rodigast, + 17087)). 302. Was hätt ich, hätt'ich IZEsum(A. Moraht) 245 67. Was macht ihr, daß ihr weinet(Spitta) 63 44. Was schleich'st du mit des bangen (G. Kt)„447472 16. Was soll ich singen außer Dir(A. Knapp) 16 140. Weil ich IEsu Schäflein bin(EL. v. Hayn, ged. 112) 115 258. Weine nicht, daß ich so früh(Knak). 210 266. Weine nicht, liebes, theures, süßes Herz(Anal)) 267. Weine nicht, sie weilt(B. Str.). 216 71. Weit durch die Lande und durch die Inseln(C. B. Garve77)67 Wenn deinem Haus' ein Gast. 162 Wenn GOttes Winde wehen(G. Knak) 148 Wenn ich an Dein Erbarmen denke (Knak). 186 Wenn ich einmal soll scheiden(Paul Gerhardt))) y 89 0. Wenn ich Ihn nur habe(Novalis)„242 27. Wenn ich mich schlafen lege. 184 89. Wenn ich, o Schöpfer Deine Macht (Chr. F. Gellert, + 17690 304. Wenn Kummerthränen(J. Eor. E. Straube, 4 1819)) 8 84. Wenn meine Seel' zum Heil(Car. Str.) 222, 210. Wenn mir Deines Blutes Kraft„ 171 43. Wenn ob dem Sturm die stärksten (G. Knak) 39. Wenn Seelen sich zusammen(G. Knat) 40 333 47 33⁴ 205. Wer ist der Braut(Woltersdorfß; 48. Wer nur den lieben GOtt läßt walten (G. Neumark, + 1681)„ 33. Wer nur mit seinem Gott 359. Weil das Tagwerk nun gethan 306. Wie dürstet meine Seel'(J. Chr. E. Straube, 4 1849)))). 45. Wie finster auch die falschen(G. Knat) 59. Wie freut sich doch mein ganzes(G. Knat) 31. Wie groß find Deine Werke(C. Becker) 151. Wie herrlich ist die neuelA. Fritsch, 4 1701) 174. Wie jauchzt und freu't sich(G. Knat) 131. Wie ist der Abend so traulich(Spitta) 29. Wie lieblich doch im dunk'len Wald (F. Arndt) Rüado). 150. Wie schön leucht't uns der Morgen⸗ nern(55. Nicohͤͤ· 111. Wie tönt um mich so süßer Schall (J. M. Müller, + 18119) 199. Wie? war mein⸗Paß(o. Pfeil77 184. Wie wird mir sein(G. Langbecker, 18⁴3³) 247. Wie wohl ist mir(Knakp) 30. Wie Wolke dort auf Wolke drohend ). 358. Wir fahren in den tiefen Schacht. 3 314. Wir glauben all'an Einen GOtt(Luther) 338. 91 findet die Seele die Heimath der uh'*—*—*——* Wo find' ich Worte(Knat7ʒ) Wohl dem, der GOtt zum Führer hat geh hh)) Ohl ist's ein zartes, wundervolles ben(G,) 113. Wie süß in früher Morgenstund'(A.