—⁵ 2 —.—. — —.8 + *.— n. N C E. indl znm 8— * 8— asset d 3u 1441 — —* ———— I — — S 2 —„— Deutsches Rindergesangbuch von X D. Paul Eauleck in remen völlige Neubearbeitung nach den hinterlassenen vorarbeiten seines Vaters herausgegeben von Johannes Tauleck Pfarrer in Wetter luhr! 4. Ruflage 1446.-500. Tausend) druck und berlag von L.Bertelsmann in bütersloh vollstündige notenausgabe in Taschenformat auf dünnem papier mit 300 vierstimmigen notensätzen, sümtlichen Texten und wertvollen negistern, gebunden 3 M. der Wortlaut der klirchenlieder entspricht dem des kvangelischen besangbuches fur deutsche in den Schutzgebieten und im Rusland, dem nach und nach die meisten besangbücher gefolgt sind oder noch folgen werden —————..— E Dieses und das Bild S. 166 sind aus: Lieder Paul Gerhardts. Mit Bildern von R. Schäfer. G. Schloeßmanns Verlagsbuchhandlung(G. Fich) Leipzig. Geb. 4,25 Mk., Volksausgabe 1 Mt. RIV.Bibl. Oiessen ꝗ *S. *.— Inhalt. Advent Auf, auf, ihr Reichsgenossen Brich an, du schönes Morgenlicht Dein König kommt in niedern Dein König kommt, o Zion Die Tage sind so dunkel Es kommt ein Schiff, geladen Gott sei Dank durch alle Welt Hoch tut euch auff Hosianna! Davids Sohn Hosianna Gelobet sei. Hosianna! riefen froh d. Herrn Komm, Heidenheiland Macht hoch die Tuerrr Mit Ernst, o Menschenkinder Nun jauchzet all, ihr Frommen O du mein Trost und süßes Tochter Zion, freue dich Wie soll ich dich empfangen Weihnachten Alle Jahre wiederr Der Christbaum ist der schönste Der heilge Christ ist kommen Die schönste Zeit, die liebste Zeit Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Du lieber, heilger, frommer Ehre sei Gott in der Höhe Ein Kindelein, so löbelich. Es ist ein Ros' entsprungen Freu dich, Erd und Sternenzelt Freuet euch, ihr Christen alle Freut euch, ihr lieben Christen Fröhlich soll meinHerze springen Frohlocket, ihr Kinder — ——.—.——èH— C OOS — 16 17 29 30 31 32 ö Nr. Gelobet seist du, Jesu Christ 33 Herbei, o ihr Gläubigen 34 Ich steh an deiner Krippen hier 3 Ihr Hirten, erwacht 36 Ihr Kinderlein, kommet 37 Joseph, lieber Joseph mein„ 38 Kommet, ihr Hirten 39 Kommt und laßt uns Christum 40 Lobt Gott, ihr Christen. 41 Mit den Hirten will ich. 42 Nun singet und seid froh. 43 O du fröhliche, o du selige„44 O heilges Kind, wir grüßen 45 O Jesulein süß, o Jesulein 46 Schaut, welch ein Wunder 47 Schlaf wohl, du Himmelsknabe 59 Schönstes Kindlein, bestes„ 48 Sei uns mit Jubelschalle. 49 Singt und klinget überall 60 Stille Nacht, heilige Nacht„ 50 Still, still! Still, wenns 51 Süßer die Glocken 52 Vom Himmel hoch.. 54 Vom Himmel hoch, o Englein 385 Vom Himmel kam der 3 Wir bitten dich, o Jesulein„ 55 Wir singen dir, Immanuel 56 Wir wollen ihm die Krippe. 57 Zu Bethlehem geboren 58 Jahresschluß und Neujahr Das alte Jahr vergangen ist 62 Helft mir Gotts Güte 63 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen 6⁴ Jesus ist der schönste Nam 65 Nr. Jesus soll die Losung sein. 66 Mit der Freude ziehh.. 67 Nun laßt uns gehn. 68 Epiphanias Am Himmel hat gestanden. 69 Da Christus geboren war.. 70 Herr Jesu, Licht der Heiden 71 Jesu, großer Wunderstern. 72 Zesus ist tommen 73 Mit Fried und Freud. 74 Morgenstern auf finstte 75 O Jesu Christe, wahres Licht 76 Werde licht, du Stadt 77 Wer im Herzen will 79 Wie schön leuchtet der Morgenst. 78 Passionszeit Ach Jesu mein-80 Christe, du Lamm Gottes. 81 Der liebste Herre, den 82 Die wir uns allhier 83 Du gehest in den Garten.. 84 Ehre sei dir, Christe 105 Eines wünsch ich mirr 85 Ein Lämmlein geht 86 Herr Jesu Christ, dein87 Herzliebster Jesu, was hast„ 88 Jesu, deine Passion 106 Jesu, meines Lebens Leben. 89 In stiller Nacht, zur ersten. 104 Kommt, ihr Seelen, nehmt. 90 Laßt uns doch Christo.. 91 Nun ist es alles wohlgemacht 92 OSHaupt voll Blut 9 O hilf, Christe, Gottes Sohn 94 Inhalt O Lamm Gottes, unschuldig O Tag, so schwarz und trübe O Traurigkeit, o Herzeleid. O Welt, sieh hier dein Leben O wir armen Sünder Sei mir tausendmal gegrüßet So ruhest du, o meine Ruh Wir danken dir, Herr Jesu. Wollt ihr wissen, was mein Ostern Auf, auf, mein Herz, mit Christ ist erstanden* Christ lag in Todesbanden. Erschienen ist der herrlich Tag Erstanden ist der heilge. Frühmorgens, da die Sonn Gelobt sei Gott im höchsten Gott sei gedankt Jesus lebt, mit ihm Jesus, meine Zuversicht. Laßt uns erfreuen herzlich. Macht auf das Tor O du fröhliche... Osterzeit O herrlicher Tag, o fröhliche Ostern, Ostern, Frühlingsw. Triumph, Triumph! Es kommt Wach auf, mein Herz, die Nacht Wir wollen alle fröhlich sein Himmelfahrt Ach wundergroßer Siegesheld Auf Christi Himmelfahrt allein Auf diesen Tag bedenken Christ fuhr gen Himmel. Ergrünt, ihr Siegespalmen. Gen Himmel aufgefahren Nr. 9⁵ 96 9 98 99 100 101 102 103 107 108 109 110 111 112 113 114 11⁵ 116 117 118 119 12⁰ 12¹ 12² 123 12⁴4 12⁵ 126 127 128 136 129 2— Himmelfahrt ist heut. In die Ferne möcht ich biehen Mein siegend Haupt Siegesfürst und Ehrenkönig. Zeuch uns nach dir Zum Olberg steigt. Pfingsten Geist der Weisheit. Geist des Glaubens Geist vom Vater Heilger Geist, du Tröster Herr Gott, dein Treu Horch, es rauscht ‚ Jauchz, Erd und Himmel Komm, du sanfter Gnadenregen Komm, heilger Geist, Herre Komm, o komm, du Geist Nun bitten wir den heiligen O du fröhliche..„en n O Gottes Geist. O heilger Geist, kehr bei uns Oheiliger Geist, O komm, du Geist Schmückt das Fest. Sei ewig gepreist. Zeuch ein zu deinen Trinitatis Allein Gott in der Höh. Mein Schöpfer, steh mir bei Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer. Wir glauben all an einen Gott, Bater Dasselbe(gekürzt) Inhalt 7 Nr. 130 131 132 133 134 13⁵ 15⁵ 137 138 14⁰ 139 14¹ 142 143 144 14⁵ 146 147 148 149 150 151 15² 153 15⁵⁴4 156 157 158 159 160 Sonntag und Gottesdienst Ein reines Herz, Herr. 161 Erhalt uns, Herr, bei deinem 162 Gott ist gegenwärtig. 163 Gott Lob, der Sonntag.. 164 Halleluja, schöner Morgen„ 165 Herr, dein Wort, die edle. 166 Herr Jesu Christ, dich 0 uns 167 Herr, öffne mir die 168 Herz und Herz vereint. 169 Liebster Jesu, wir sind hier 170 OGott, du höchsterGnadenhort 171 O Herre Gott, wir Kindlein 172 O selig Haus, wo man. 173 O wie freun wir uns 174 Sei hochgelobt, Herr Jesu„ 175 So feierlich und stille... 176 Treuer Heiland, wir sind. 177 Tut mir auf die schöne 178 Wie reizend schern.180 Wir treten zum Beten.. 179 Die Kirche und ihr Walten Ach bleib bei uns. 181 Der du zum Heil erschienen 182 Die armen Heiden 183 Die Sach ist dein. 184 Eine Herde und ein Hirt. 185 Einer ists, an dem wir hangen 186 Ein feste Burg. Fahre fort, fahre fort 188 Gib Fried zu unsrer 40 180 Gottes Stadt steht fest.. 190 Herr, nun selbst den. 191 Herr, unser Gott, laß.. 192 König Jesu, streite. 153 Nr. 2ob Gott getrosff194 Lobt Gott, ihr frommen. 195 Löwen, laßt euch 196 O daß doch bald dein Feuer 197 O Herre Gott, die Zeit.. 198 Rüstet euch, ihr Christenleute 199 Triumphiere, Gottes Stadt. 200 Verzage nicht, du Häuflein. 201 Wach auf, du Geist 3 202 Wach auf, wach auf,'s ist hohe 203 Walte, walte nah und fern 204 Taufe und Konfirmation Gott sprach zu mir. 205 Herr, unser Gott, wir stehn. 206 Ich bin getauftt. 207 Nun schreib ins Buch. 208 Von des Himmels Thron. 209 Buße und Glaube Ach Gott und Herr. 210 Aus tiefer Not schrei ich.. 211 Ich habe nun den Grund. 212 Jesus nimmt die Sünder an 213 Ist Gott für mich 214 Liebe, die du mich zum Bilde 215 Mir ift Erbarmung. 216 Nun freut euch, lieben.. 217 Such, wer da will.218 Geistlicher Wandel Der Mensch hat nichts so eigen 219 Einen goldnen Wanderstab. 220 Ein getreues Herze wissen„ 221 Eins ist not! Ach Herr.. 222 Es kennt der Herr. 223 Gehe hin in Gottes Namen 224 Himmelan geht unsre Bahn 225 Inhalt Ich bin ein kleines Kindel. 226. Ich will streben. Jesu, geh voran. Mache dich, mein Geist, bereit Mehr Glauben verleih. Mir nach! spricht Christus Mit dem Herrn fang alles an O Gott, du frommer Gotte. O lieb, solang du lieben kannst Sei Gott getreu— Wie lieblich ists hienieden Liebe zu Jesus Ach, sagt mir nichts von Gold Der beste Freund. Der Heiland hat die Kinder Ein Gärtner geht im Garten Herr, bei jedem Wort Herr, ich lieb dich.. 560 ber lieb hab ich dich Ich bete an die Macht Ich will dich lieben Jesu, dir leb ich Jesu, Gnadensonne Jesu, meine Freude. Jesus Christus herrscht Immer muß ich wieder. In dir ist Freude 4 Jesum laß ich nicht O Jesu, meine Wonne Schönster Herr Jesun. Sieh, hier bin ich. Solang mein Jesus lebt. Stern, auf— ich schaue Weil ich Jesu bin Wen Jesus liebt 227 230 231 232 233 23⁴4 23⁵5 236 237 238 239 24⁰ 241 264 242 243 244 24⁵ 246 247 248 249 250 251 252 253 25⁴4 25⁵ 256 257 2⁵5⁸ 259 Wenn ich ihn nur habe Wer ist wohl wie du. Wie hats die Seele Wir haben einen Hirten. Gottvertrauen Alles ist an Gottes Segen. Aus dem Himmel ferne. Befiehl du deine Wege Der Herr ist mein getreuer Hirt Es geht durch alle Lande Es zieht ein stiller Engel Harre, meine Seele Herz, laß dein Sorgen Ja fürwahr, uns führt Ich schau nach jenen Bergen In allen meinen Taten. Mein Vater, der im Himmel Sollt es gleich bisweilen. So nimm denn meine Hände Warum sollt ich mich denn Warum willst du doch Was Gott tut Was mein Gott will Weißt du, wieviel Sternlein Wenn Christus, der Herr Wenn der Herr ein Kreuze. Wenn wir in höchsten Nöten Wer hat den Sand Wer nur den lieben Gott Wie mit grimmgemuUnverstand Beten, Loben, Danken Ach bleib mit deiner Gnade Ach, lieber Gott, behüte. Bis hieher hat mich Gott Danket dem Herrn Nr. 260 261 262 263 265 266 267 268 269 270 27¹ 272 273 289 274 27⁵5 276 277 278 279 Inhalt Die beste Zeit im Jahr. Dir, dir, Jehova 6 Du, meine Seele, singe Gott ist mein Lied. Großer Gott, wir loben Halleluja, Gott zu loben Ich singe dir mit Herz Jehoval Jehova! Deinem Lobe d. Herren, den mächtigen Lobe den Herren, o meine. Lobt froh den Herrn. Nun danket alle Gott Nun danket all und bringet Nun lob mein Seel Nun preiset alle** O daß ich tausend Zungen. Sei Lob und Ehr Sollt ich meinem Gott. Vater unser im Himmelreich Wie groß ist des Allmächtgen Am Morgen Aus meines Herzens Grunde Beim frühen Morgenlicht Die güldne Sonne** Fang dein Werk mit Jesu an Früh am Morgen Jesus gehet dich [Gott des Himmellsss Lobet den Herren alle, die Mein erst Gefühl sei Preis Morgenglanz der Ewigkeit Wach auf, mein Herz. Wie fröhlich bin ich aufgewacht Bei Tische Bescher uns, Herr 2 Nun laßt uns Gott, dem Herren 10 Speis' uns, Vater. Wir danken Gott Am Abend Abend wird es wieder Bald ist es wieder Nacht Der Mond ist aufgegangen. Die Nacht ist kommen Goldne Abendsonne Herr, der du mir das Leben Meinen Heiland im Herzen. Müde bin ich Nun ruhen alle Wälder.. Nun sich der Tag geendet hat Nun sich der Tag geendet, mein O Jesu, treuster Heiland. Wie könnt ich ruhig schlafen Eingang und Ausgang Die Gnade unsers Herrn Die Woche geht zu Ende Gib uns, eh wir gehn Laß mich dein sein Segne und behüte. 3— Unsern Ausgang segne Gott Zieht in Frieden eure Pfade Natur und Ernte Die Himmelrühmen d. Ewigen Du schöne Lilie.** Es regnet, Gott segnet Freuet euch der schönen Erde Geh aus, mein Hers Herzlich tut mich erfreuen Horch, wie schallts dorten Inhalt Nr. 326 Kommt, laßt uns doch 327 O Gott, von dem wir alles Seht die Lilien Singt Gottes Lob im Winter Vöglein im hohen Baum. Wem Gott will rechte Gunst Wie ruhest du so stille Wir pflügen und wir streuen Volt und Vaterland Verleih uns Frieden. Zeuch an die Macht Ewiges Leben Alle Menschen müssen sterben Brich herein, süßer Schein. Christus, der ist mein Leben Ermuntert euch, ihr Frommen Es ist ein Schnitter Ich hab mein Sach Ich hab von ferne. Ich weiß ein lieblich... Jerusalem, du hochgebauten. Im Himmel ist der Freude viel In Christi Wunden Laßt mich gehnn·. Mein Leben ist ein Pilgrimstand Mitten wir im Leben. 348 O wie selig seid ihr doch 349 Unter Lilien jener Freuden 350 Wachet auf, ruft uns die 351 Wenn kleine Himmelserben 352 Wer weiß, wie nahe. 353 Wo findet die Seele 354 Wohlauf, wohlan zum letzten 328 329 33⁰ 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345⁵ 346 347 Nr. 355⁵5 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 37⁵ 376 377 378 387 379 380 381 382 383 384 Hobt Tz- Der da Kommt im E Advent Weise: Aus meines Herzens Grunde Auf, auf, ihr Reichsgenossen, eur König kommt heran! Empfahet unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier, 2 Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hachtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können: im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3 Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4 Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich. Der selbst des Tiers gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 12 5 Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein' Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 6 So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommt geritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 7 Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 8 Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach. Du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach. Drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein. Advent Johann Rist, 1607— 1667 Eigene Weise oder Weise: Nun Hosianna, Davids Sohn; oder Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn Brich an, du schönes Morgenlicht! Das ist der alte Morgen nicht, der täglich wiederkehret; es ist ein Leuchten aus der Fern, es ist ein Schimmer, ist ein Stern, von dem ich längst gehöret. 2 Nun wird ein König, aller Welt von Ewigkeit zum Heil bestellt, ein zartes Kind geboren; der Teufel hat sein altes Recht am ganzen menschlichen Geschlecht verspielt schon und verloren. 3 Der Himmel ist jetztnimmer weit, es naht die selge Gotteszeit der Freiheit und der Liebe: wohlauf, du frohe Christenheit, daß jeder sich nach langem Streit, in Friedenswerken übe! 4 Ein ewig festes Liebesband hält jedes Haus und jedes Land und alle Welt umfangen; wir alle sind ein heilger Stamm, der Löwe spielet mit dem Lamm, das Kind am Nest der Schlangen. 5 Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind mit lächelnder Gebärde: wir grüßen dich, du Sternenheld, willkommen, Heiland aller Welt, willkommen auf der Erde! Maximilian v. Schenkendorf, 1783—1817 Eigene Weise Dein König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Es'lin Füllen; empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen. So ists dem Herren angenehm. 2 Omächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3 Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch aller Erde Reiche werden dem, das du gründest, untertan. Bewaffnet mit deslaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4 Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir be⸗ droht; du kommst, auf den empörtenTriften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5 O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. Advent 3 6 O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert 1788— 1866 Weise: Heilig ist Gott der Vater [Knaben] Dein König kommt, o Zion, er kehret bei dir ein: auf, lasset uns ihm Palmen streun! [Mädchen! 2 Sanftmütig kommt er in sein Reich: jauchzt ihm, alle Lande, freuet euch! Hosianna in der Höhel [Alle! 3 Der Herr ist da, Hallelujal Preiset seinen Namen! Hosiannal Amen, Amenl Friedrich Adolf Krummacher, 1767—1845 Weise: Erwacht von süßem Schlummer oder Christus, der ist mein Leben Die Tage sind so dunkel, die Nächte lang und kalt; doch übet Sterngefunkel noch über uns Gewalt. 2 Und sehen wir es scheinen, aus weiter, weiter Fern, so denken wir, die Seinen, der Zukunft unsres Herrn. 14 3 Er war einmal erschienen in ferner, selger Zeit, da waren, ihm zu dienen die Weisen gleich bereit. 4 Der Lenz ist fortgezogen, der Sommer ist entflohn: doch fließen warme Wogen, doch klingt manch süßer Ton. 5 Es rinnt aus Jesu Herzen es spricht aus Jesu Mund ein Quell der Lust und Schmerzen wie damals noch zur Stund. 6 Wir wollen nach dir blicken, du Licht, das ewig brennt, und ernstlich uns beschicken zum seligen Advent. Maximilian v. Schenkendorf, 1783—1817 Eigene Weise 6 Es kommt ein Schiff, geladen bis an den höchsten Bord, trägt Gottes Sohn voll Gnaden, des Vaters ewigs Wort. 2 Das Schiff geht still im Triebe‚ es trägt ein teure Last; das Segel ist die Liebe, der Heilge Geist der Mast. 3 Der Anker haft't auf Erden, da ist das Schiff am Land. Das Wort soll Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt. Advent 4 Zu Bethlehem geboren im Stall ein Kindelein gibt sich für uns verloren; gelobet muß es sein. 5 Und wer dies Kind mit Freuden umfangen, küssen will, muß vorher mit ihm leiden groß Pein und Marter viel. 6 Danach mit ihm auch sterben und geistlich auferstehn, das Leben zu ererben, wie an ihm ist geschehn. Nach Johannes Tauler, etwa 1308—1361 Weise: Nun komm, der Heiden Heiland oder Eigene Weise Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns her gesendet hat. 2 Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3 Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt. 4 Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. Advent 15 5 Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Zeuch zu unsern Toren ein, es en dir allein; du sollst uns willkommen sein. mach es, wie du gerne tust, ů rein von allem Sündenwust. Hesianne Friede Perd; Ehrenkönig, Held im Streite, 6 Und wie deine Ankunft war, alles, was du schaffen wirst, voller Sanftmut ohn Gefahr, das ist unsre Siegesbeute. also sei auch jederzeit Deine Rechte bleibt erhöht, deine Sanftmut mir bereit. und dein Reich allein besteht. 7 Tröste, tröste meinen Sinn, 4 Hosianna! Lieber Gast, weil ich schwach und blöde bin! wir sind deine Reichsgenossen, und des Satans schlaue List die du dir erwählet hast. sich zu hoch für mich vermißt. Ach, so laß uns unverdrossen deinem Zepter dienstbar sein, 8 Tritt der Schlangen Kopf ent⸗ ů ů daß ich aller Angsten frei Lswel, herrsche du in uns allein. dir im Glauben um und an 5 Hosianna! Steh uns bei, selig bleibe zugetan. o Herr, hilf, laß wohl gelingen, 775 daß wir ohne Heuchelei Bonaniedetonan Mll, Ia vee derh den Jirernen ich dir mag entgegengehn Du nimmst keinen Jünger an, und vor dir gerecht bestehn. der dir nicht gehorchen kann. Heinrich Held, 1620—1659 6 Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen. Weise: Meinen Jesum laß ich nicht oder Du Gesegneter des Herrn, Großer Gott, wir loben dich warum willst du draußen stehen? Hosianna! Davids Sohn 2 9— bist du da? kommt in Zion eingezogen. Ja du kommst, Hallelujal setzt ihm tausend Ehrenbogen; streuet Palmen, machet Bahn, Auf, bereitet ihm den Thron, Benjamin Schmolck, 1672—1737 daß er Einzug halten kann. Eigene Weise 9 Hosianna! riefen froh dem Herrn 2 Hosianna! Sei gegrüßt. die Kinder arm und klein; Komm, wir gehen dir entgegen. der liebe Heiland hört es gern, Unser Herz ist schon gerüst't, drum stimm ich fröhlich ein: will sich dir zu Füßen legen.: Hosianna!: Hosianna! 2 Hosianna, liebster Jesu mein, Lob, Ehr und Preis sei dir! Kehr auch in meinem Herzen ein und bleibe stets bei mir! Hosianna!: Hosianna! 3 Wo du, o treuer Heiland, bist, ist Friede, Glück und Ruh; drum ruf ich dir, Herr Jesu Christ, Hosianna fröhlich zu, : Hosianna!: Hosianna! 4 Ja, ich liebe dich; bin ich auch klein, du nimmst mein Lob doch an, bis ich droben mit den Engeln dein dich besser loben kann: Hosianna!:] Hosianna! Chr. Dieffenbach, 1879 Eigene Weise 10 Hosianna! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, Hosianna in der Höh! [Erst Einzelne, dann Alle! Der da kommt in dem Namen des Herrn, [Einzelnel Hosianna! Alle! Hosianna! [Erst Einzelne, dann Alle! Hosianna in der Höh!: Weise: Erhalt uns Herr bei deinem Wort II Komm, Heidenheiland, Lösegeld, komm, schönste Sonne dieser Welt, laß abwärts flammen deinenSchein; denn so will Gott geboren sein. Advent 2 Komm an von deinem Ehren⸗ thron, Sohn Gottes und der Jungfraun Sohn; komm an, du zweigestammter Held, geh mutig durch das Tal der Welt. 3 Du nahmest erdwärts deinen Lauf und stiegst auch wieder himmelauf: dein Abfahrt war zum Höllental, die Rückfahrt in den Sternensaal. 4 O höchster Fürst, dem Vater gleich, besieg hier dieses Fleisches Reich; denn unsres siechen Leibes Haft sehnt sich nach deiner Himmelskraft. 5 Es glänzet deiner Krippen Strahl, ein Licht leucht't durch dies finstreTal, es gibt die Nacht so hellen Schein, der da wird unverlöschlich sein. Nach Johann Franck, 1618—-1677 Eigene Weise Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, ö mein Schöpfer reich von Rat! Advent 17 2 Er ist gerecht, ein Helfer wert, Weise: Von Gott will ich nicht lassen Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, Mit Ernst, o Menschenkinder, sein Königskron ist Heiligkeit, das Herz in euch bestellt; sein Zepter ist Barmherzigkeit: bald wird das Heil der Sünder, all unsre Not zum End er bringt, der wunderstarke Held, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: den Gott aus Gnad allein Gelobet sei mein Gott, der Welt zum Licht und Leben mein eiland groß von Tat. vers sprochen hat, zu geben, 3 O wohl dem Land, o wohl der bei allen kehren ein. Stadt, ö so diesen König bei sich hat! den aen dem moben Caft; Wohl allen Herzen insgemein, macht seine Steige richtig, da dieser König ziehet ein! de e e e oe bringt mit sich lauter Freud und die Täler all erhöhet, Gelobet sei mein Gott, Wonn, macht niedrig, was hoch stehet, st er 15 955 sn was krumm ist, gleich und schlecht.“ 4 Macht hoch die Fcht weit 3 Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zugrunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, eur Herz zum Tempel zubereit't; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. mein 6 Gelobet sei mein Gott, zu dem kommt Jesus Christ. voll Rat, voll Tat, voll Gnad. 5 Komm, o mein Heiland Jesu 4 Ach mache du mich Armen Christ, zu dieser heilgen Zeit meins Herzens Tür dir offen ist; aus Güte und Erbarmen, ach zeuch mit deiner Gnade ein, Herr Jesu, selbst bereit. dein Freundlichkeit auch uns erschein Zeuch in mein Herz hinein Dein heilger Geist uns führ und leii vom Stall und von der Krippen, den Weg zur ewgen Seligkeit. so werden Herz und Lippen Dem Namen dein, o Herr, dir allzeit dankbar sein. sei ewig Preis und Ehr. Valentin Thilo, 1607—1662 Georg Weissel, 1590— 1635 7*— schlicht Zauleck, Kindergesangbuch. 2 Weise: Aus meines Herzens Grunde Nun jauchzet all ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. ö 2 Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt: im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3 Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4 Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden ö müßt haben Angst und Leid: seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem König Lob zu singen, der ist eur höchstes Gut. Advent 15 O du mein Trost 5 Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, ö der all eur Klag und Weinen verwandeln wird in Freud. Er ist's, der helfen kann: halt't eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 1606—- 1673 Eigene Weise und süßes Hoffen, laß mich nicht länger meiner Pein, mein Herz und Seele sind dir offen, o Jesu, ziehe bei mir ein! Du Himmelslust, du Erdenwonne, du Gott und Mensch, du Morgenglanz, ach komm, du teure Gnadensonne, durchleuchte meine Seele ganz! 2 O daß du doch mein Herz dir machtest zu deiner Krippe, Kindlein hehr, und in ihm schlummertest und wachtest, als wenn es deine Wiege wär! Dann wär in Wahrheit mir gegeben ein selig Ende meiner Pein. Ach Herr, daß du in mir kannst leben, woll erst in mir geboren sein! 3 OHeiland, stille mein Verlangen mit deines Kommens Seligkeit! Voll Demut will ich dich empfangen; mein Herz und Seele sind bereit, Advent mein Denken, Herr, und all mein Sinnen ganz deinem teuren Dienstzu weihn. O laß mich deinen Trost gewinnen, o Jesu, ziehe bei mir ein. Wilhelm Osterwald, 1820—1887 (nach Elmenhorst, 1632—1704) Eigene Weise Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir; ja, er kommt, der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! 2 Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet, deinem Volk! Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh! Hosianna, Davids Sohn, sei gesegnet deinem Volk! 3 Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, du des ewgen Vaters Kind! Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! 182⁰ Eigene Weise oder nach der Weise: Valet will ich dir geben Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, 19 damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei. 2 Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3 Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4 Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtum tut. 5 Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, womit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast. 2³ Er kommt, er kommt den Sündern 20 Adv 6 Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet ö und tröstet, steht allhier. “Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, ö wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8 Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9 Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick: ö Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind ö auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10 Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte ent dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, 1607—1676 Advents-Festgesang Eigene Weise 18 Hoch tut euch auf, ihr Tore der Welt!: daß der König der Ehren einziehe! (Einzelne! Wer ist der König, wer ist der König der Ehren! (Alle! Der Herr, stark und mächtig, mächtig im Streit, Gott Zebaoth. (Einzelne! Hoch tut euch auf, ihr Tore der Welt! (Alle! Hoch tut euch auf, ihr Tore der Welt, daß der König der Ehren einziehe! Der Herr, der Herr ist ein großer Gott, der Herr, der Herr ist ein großer König. : Alles lobe seinen heiligen Namen,: alles lobe seinen heiligen Namen! Amen, Amen. Nach Pf. 24, 7—10 und Pf. 145, 21 —.—.—. H. saast M x — Weihnachten Eigene Weise oder Aus dem Himmel ferne oder Abend wird es wieder Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. 2 Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus, geht auf allen Wegen mit uns ein und aus. 3 Ist auch mir zur Seite, still und unerkannt, daß es treu mich leite an der lieben Hand. Wilhelm Hey, 1789—1854 Eigene Weise 20 Derchristbaum ist der schönste Baum, den wir auf Erden kennen; im Gärtchen klein, im engsten Raum, wie lieblich blüht der Wunderbaum, wenn seine Blümchen brennen, wenn seine Blümchen brennen, ja brennen! 22 Weihnachten 2 Denn sieh, in dieserWundernacht ist einst der Herr geboren, der Heiland, der uns selig macht; hätt er den Himmel nicht gebracht, wär alle Welt verloren, wär alle Welt verloren, verloren. 3 Doch nun ist Freud und Selig⸗ ist jede Nacht voll Kerzen.[keit, Auch dir, mein Kind, ist das bereit't: dein Jesus schenkt dir alles heut, gern wohnt er dir im Herzen, gern wohnt er dir im Herzen, im Herzen. 4 O laß ihn ein, es ist kein Traum, er wählt dein Herz zum Garten: will pflanzen in dem engen Raum den allerschönsten Wunderbaum und seiner treulich warten, und seiner treulich warten, ja warten. Johannes Karl, 1806—1887 Weise: Aus meines Herzens Grunde 2 Der heilge Christ ist kommen, der süße Gottessohn, des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, muß preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2 Das Licht ist aufgegangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn; die Sündenangst ist weg, und Liebe und Entzücken baun weite Himmelsbrücken aus jedem schmalsten Steg. 3 Verwaiset sind die Kinder nicht mehr und vaterlos, Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß; er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 4 Drum freuet euch und preiset, ihr Kindlein fern und nah. Der euch den Vater weiset, der heilge Christ, ist da. Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: „Geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein!“ Ernst Moritz Arndt, 1769—1860 Eigene Weise 22 die scoͤnste Zeit, dis leoste Zeit, sagts allen Leuten weit und breit, damit sich jedes freuen mag, das ist der liebe Weihnachtstag, der liebe Weihnachtstag. 2 Den hat uns Gott der Herr bestellt, den herrlichsten in aller Welt, daß jung und alt, daß groß und klein so recht von Herzen froh soll sein, von Herzen froh soll sein. Weihnachten 23 3 Das beste Kind, das liebste Kind, so viele rings auf Erden sind, kommt her und hört, damit ihrs wißt, das ist der liebe Jesus Christ, der liebe Jesus Christ. 4 Wie der sich freundlich zu uns neigt, mit seinen Händen nach uns reicht! Und wer sein Auge nur gesehn, will nimmer wieder von ihm gehn, nie wieder von ihm gehn. 5 Zur Weihnachtszeit, zur Weih⸗ nachtszeit, da kam er von dem Himmel weit zu seinen armen Menschen her, in einer Krippe schlummert er, in einer Krippe er! Wilhelm Hey, 1789—1854 Weise: Vom Himmel hoch, da komm ich her 3 Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2 Die Völter haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3 Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4 Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5 Dein König, Zion, kommtzu dir. „Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen tu ich gern.“ Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6 Herr, der du Mensch geboren Immanuel und Friedefürst,(wirst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, Messias, bet ich an. 7 Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8 Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 9 Jauchzt, Himmel, die ihr ihn ö erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 10 Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769 24 Weise: O daß ich tausend Zungen hätte 2 Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt⸗ und Himmelslicht weichthunderttausend Sonnen nicht. 2 Laß dich erleuchten, meine Seele, ver äume nicht den Gnadenschein; der Glanz in dieser kleinen Höhle steeckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3 In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern ver⸗ ö gehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4 Laß nur indessen helle cheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5 Drum Jesu, schöne Weihnachts⸗ sonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachts-⸗ wonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und ei des Weihnachtsglanzes voll. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer, 1624 1685 Weihnachten Eigene Weise frommer 25 Du lieber, heilger, Christ, der für uns Kinder kommen ist, damit wir sollen weiß und rein und rechte Kinder Gottes sein. 2 Du Licht, vom lieben Gott gesandt in unser dunkles Erdenland, du Himmelskind und Himmelsschein, damit wir sollen himmlisch sein. 3 Du lieber, heilger, frommercChrist, weil heute dein Geburtstag ist, drum ist auf Erden weit und breit bei allen Kindern frohe Zeit. 4 O segne mich, ich bin noch klein, o mache mir das Herze rein; o bade mir die Seele hell in deinem reichen Himmelsquell, 5 daß ich wie Engel Gottes sei, in Demut und in Liebe treu, daß ich dein bleibe für und für: du heilger Christ, das schenke mir. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860 Weise: Der Tag der ist so freudenreich 26 Ein Kindelein, so löbelich, ist uns geboren heute von einer Jungfrau tugendlich, zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn; das Heil ist unser aller. Ei du süßer Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle. Weihnachten 2 Der Tag der ist so freudenreich, zu loben Gottes Namen: daß Christus von dem Himmelreich auf Erden zu uns kommen. Groß ist die Demut, Huld und Gnad, die Gott vom Himmel bei uns tat: ein Knecht ist er hie worden, in allm, doch ohn Sünd, uns gleich, daß wir ewig werden reich; trug unsre Sündenbürde. 3 Wohl dem, der dieses Glaubens mit ganzem Herzen trauet; list, dem wird die Seligkeit gewiß. Wohl dem, der darauf bauet, daß Christus hat genug getan für uns, damit wir Heil empfahn von Gott, dem ewgen Vater. O welche große Wundertat: Christ trägt unsre Missetat und stillet unsern Hader. 4 Des dank ihm alle Christenheit für solche große Güte ö und bitte sein Barmherzigkeit, daß er uns fort“) behüte vor falscher Lehr und bösem Wahn, der unsern Seelen schaden kann; er woll all Schuld vergeben. Vater, Sohn und Heilger Geist, wir bittn von dir allermeist: laß uns in Frieden leben. 15²⁵ —— hinfort Eigene Weise 2 Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen, 25 von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht milten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht. 2 Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Masd, aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht. Vor 1600 Eigene Weise Freu dich, Erd und Sternen⸗ Halleluja! Izelt, Gottes Sohn kam in die Welt, Halleluja! Uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren, : ward er:] heut geboren. 2 Seht: der schönsten Rose Flor, Halleluja! sprießt aus Jesses Zweig empor, Halleluja! Uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren, ward er: heut geboren. 3 Er, das menschgewordne Wort, Halleluja! Jesus Christus unser Hort, Halleluja! Uns zum Heil erkoren, ward er heut geboren, ward er:] heut geboren. 1520 Dr. Stephen Vaters Gesangbuch, Leitmeritz 26 Weihnachten Eigene Weise 29 Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann: Gott hat viel an uns getan. Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht't, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 2 Siehe, siehe, meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der Krippen Höhle harte lieget dir zugut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 3 Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit herrühr: so laß mich von dir nicht wanken; nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. 4 Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an; schenke, was man bitten fann, zu erquicken deine Brüder; + mv. Eibl. ies 8en Dνάππ⁷—ðẽꝓẽjͤ gib der ganzen Christenschar Frieden und ein selges Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne. Christian Keimann, 1607—1662 Eigene Weise 3 Freut euch, ihr liebenChristen, freut euch von Herzen sehr! Euch ist geboren Christus, wahrlich, recht gute Mär. Es singen uns die Engel aus Gottes hohem Thron; gar lieblich tun sie singen fürwahr ein süßen Ton. 2 Also tun sie nun singen: Das Kindlein ist euch hold, es ist des Vaters Wille, der hat's also gewollt; es ist euch dargegeben, dadurch ihr sollet han des Vaters Gunst und Segen, sein Gnad ist aufgetan. 4 Tod, Teufel, Sünd und Hölle, die han den Sieg verlorn, das Kindlein tut sie fällen, nicht viel gilt jetzt ihr Zorn; wir fürchten nicht ihr Pochen, 120 Macht ist 92 lie 40 das Kind hat sie zerbrochen. Da ist kein Zweifel dran. 154⁰0 Weihnachten 27 Weise: Warum sollt ich mich denn grämen oder Eigene Weise 31 Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2 Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu⸗ Gottes Kind,(gute, das verbindt sich mit unserm Blute. 3 Sollt uns Gott nun können der uns gibt, hassen, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4 Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5 Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset sahrn, o liebe Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 6 Ei, so kommt und laßt uns stellt euch ein, laufen, groß und klein, eilt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 7 Die ihr schwebt in großen sehet hier(Leiden, ist die Tür zu den wahren Freuden; faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 8 Wer sich fühlt beschwert im wer empfindt Herzen, seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergift'ten Wunden. 9 Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. 28 Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 10 Süßes Heil, laß dich um⸗ laß mich dir,[fangen, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich ö mich durch dich wohl zufrieden geben. 11 Ich will dich mit Fleiß be⸗ ich will dir(wahren, leben hier, dir will ich abfahren; mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1607—1676 Eigene Weise 5 Frohlocket, ihr Kinder, seid alle voll Freud; legt ab eure Sorgen und denkt an kein Leid! Jetzt wird gar bald kommen die goldene Zeit, von der König David schon lang prophezeit. 2 Zu Bethlehem drunten im ärmlichen Stall liegt schön in der Krippen, Weihnachten o sehet einmal, ja, unser Erlöser, ein Kindlein, ganz klein; mit Nam heißt er Jesus. Wollt ihr euch nicht freun? 3 O kommt, laßt uns hurtig nach Bethlehem gehn! Schaut, Kinder, dort seh ich den Stall offen stehn. Ein Stern drüber leuchtet, ein Schrift hängt dabei, daß Friede den Menschen und Gott Ehre sei. 4 O göttliches Kindlein, wir bitten dich schön, wollst unser gedenken, wenns hart uns sollt gehn. Gedenk an uns alle, o lieb Jesulein, schenk uns deinen Himmel, ja, laß uns hinein. Volkslied in Bayern und Tirol Eigene Weise 33 Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis. 2 Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis. Weihnachten 3 Den aller Welt Kreis nie be⸗ der liegt in Marien Schoß;(schloß, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis. 4 Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leuchtt wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. 5 Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammertal, er macht uns Erben in seim Saal. Kyrieleis. 6 Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis. 7 Das hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis. Erste Strophe vorreformatorisch(1370), die andern von Martin Luther, 1483—1546 3 Herbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphierend, o kommet,‚,o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! Eigene Weise 29 O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König! 2; Du König der Ehren, du Herrscher der Heerscharen, du ruhst in der Krippen im Erdental, Gott, wahrer Gott, von Ewigkeit O lasset uns anbeten,(geboren! o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König! 3 Kommt, singet dem Herren, o singt, ihr Engelchöre! Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen! Ehre sei Gott im Himmel und auf O lasset uns anbeten,[Erden! o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König! 4 Dir, der du bist heute als Mensch für uns geboren, Herr Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm, dir, fleischgewordnes Wort des ew⸗ O lasset uns anbeten, gen Vaters! o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König! Nach Adeste Fideles Deutsch von Heinrich Ranke, 1797—1876 Weise: Es ist gewißlich an der Zeit oder Eigene Weise 355 Ich md an deiner Krippen o Jesu, du mein Leben, hier, ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. 30 Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen. 2 Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein? Wie könnt ich dich, du Herze mein, aus meinem Herzen lassen? 3 Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden. 4Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Strahlen! 5 Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht satt mich sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 9 Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; Weihnachten du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herrlichkeit durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 10 Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möchte für und für in meinem Herzen tragen So laß mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden! Paul Gerhardt, 1607—- 676 Eigene Weise 36 Ihr Hirten, erwacht, seid munter und lacht. Die Engel sich schwingen vom Himmel und singen: Die Freude ist nah, der Heiland ist da. 2 Ihr Hirten, geschwind kommt, singet dem Kind! Blast in die Schalmeien, sein Herz zu erfreuen; auf, suchet im Feld den Heiland der Welt! 3 Sie hörten das Wort und eilten schon fort; sie kaͤmen in Haufen in Eifer gelaufen und fanden da all den Heiland im Stall. 4 Sie kannten geschwind das himmlische Kind, sie fielen danieder und sangen ihm Lieder und bliesen dabei die Pfeif und Schalmei. Eigene Weise 37 Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all, zur Krippe her kommet in Beth⸗ lehems Stall und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht. 2 O seht in der Krippe im nächt⸗ lichen Stall, seht hier bei des Lichtleins hell⸗ glänzendem Strahl in reinlichen Windeln das himm⸗ lische Kind, viel schöner und holder, als Engel es sind. 3 Da liegt es, ihr Kinder, auf Heu und auf Stroh, Maria undJoseph betrachten es froh, die redlichen Hirten knien betend davor, hoch oben schwebt jubelnd der En⸗ gelein Chor. 4 O beugt wie die Hirten anbetend die Knie, erhebet die Händlein und danket wie sie; stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freun? stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein. Weihnachten 31 5 O betet: Du liebes, du gött⸗ liches Kind, was leidest du alles für unsere Sünd! Ach hier in der Krippe schon Armut und Not, am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod. 6 So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin, wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn. Ach, mache sie heilig und selig wie deins und mach sie auf ewig mit deinem in eins. Christoph von Schmid, 1768— 1854 Eigene Weise 38 Joseph, lieber Joseph mein, hilf mir wiegen mein Kinde⸗ lein! Gott, der will dein Lohner sein im Himmelreich, der Jungfrau Sohn Maria. Es erschien am heutigen Tag, am heutigen Tag in Israel, der Marien verkündet ist durch Eia, eia![Gabriel. Jesum Christ uns hat geborn Maria. Er erschien am heutigen Tag, am heutigen Tag in Israel; aus Maria Heil entsproß. ganzen elt. 2 Süßer Jesus auserkorn, du weißt wohl, daß wir verlorn; fsühn uns deines Vaters Zorn! 32 Dich hat geborn 3 Wahrlich, die Engel verkün⸗ die reine Magd Maria. Weihnachten : digen heut Es erschien usw. Bethlehems Hirtenvolk gar große 3 Kleines Kind, o großer Gott, Freud. Nun soll es werden Friede aufErden, leidest in der Krippe Not, ö den Menschen allen ein Wohl⸗ bringst uns, ewger Liebe Bot', Ehre sei Gott! Igefallen. dab Ius geer Mar 10 Nach einem altböhmischen Weihnachtsliede Es erschien usw. Eigene Weise 40 Kommt und laßt uns Chri⸗ nimm das göttliche Kindelein stum ehren, — Herz und Sinnen zu ihm kehren: daeer en n e e der Jungfrau Kind Maria. wertes Volk der Christenheit. Es erschien usw. ö 2 Sünd und Hölle mag sich grämen, Aus den Liedern des Mönches von Salzburg. Tod und Teufel mag sich schämen: Vor 1400 wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin. Eigene Weise 3 Sehet, was hat Gott gegeben! 3 Kommet ihr Hirten, ihr Seinen Sohn zum ewgen Leben. Männer und Fraun, Dieser kann und will uns heben kommet, das liebliche Kindlein zu aus dem Leid ins Himmels Freud. 4 Seele, liebe Seele mein, schaun! 4 Seine Seel ist uns gewogen, Christus, der Herr, ist heute geboren, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, den Gott zum Heiland euch hat er⸗ uns, die Satanas betrogen, Fürchtet euch nicht! koren. zu besuchen aus der Höh. ö 5 Jakobs Stern ist aufgegangen, 2 Lasset uns sehen in i stillt das sehnliche Verlangen, ö immlische bricht den Kopf der alten Schlangen nn eiden der Swll und zerstört der Höllen Reich. Was wir dort finden, lasset uns 6 O gebenedeite Stunde, künden, da wir das von Herzensgrunde ö lasset uns preisen in frommen glauben und mit unserm Munde ö Halleluja![Weisen. danken dir, o Jesulein! ö Weihnachten 7 Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt, 1607—1676 I Eigene Weise 4α Lobt Gott, ihr Christen all⸗ zugleich, in seinem höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Himmel⸗ und schenkt uns seinen Sohn,(reich und schenkt uns seinen Sohn. 2 Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3 Er äußert sich all seiner Gwalt wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knechts Ge⸗ der Schöpfer aller Ding.(stalt, 4 Er wird ein Knecht und ich 43 ein sein! freundlicher, Herr; das mag ein Wechsel Wie könnt es doch sein das Herzejesulein? 5 Heut schleußt er wieder auf die zum schönen Paradeis: Tür der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nikolaus Herman, 1561 Zauleck, Kin dergesangbuch. 33 Eigene Weise A2vurden Hirten wiltehegenn meinen Heiland zu besehen, meinen lieben heilgen Christ, der für mich geboren ist. 2Mit den Engeln will ich singen, Gott zur Ehre soll es klingen, von dem Frieden, den er gibt jedem Herzen, das ihn liebt. 3 Mit den Weisen will ich geben, was ich Höchstes hab im Leben, geb zu seligem Gewinn ihm das Leben selber hin. 4 Mit Maria will ich sinnen ganz verschwiegen und tiefinnen über dem Geheimnis zart: Gott im Fleisch geoffenbart. 5 Mit dir selber, mein Befreier, will ich halten Weihnachtsfeier; komm, ach komm ins Herz herein, laß es deine Krippe sein. Emil Quandt, 1835—1911 Eigene Weise Nun singet und seid froh, jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leuchtet als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O! 2 Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh. Tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein, 3 34 Weihnachten durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein. Zeuch mich hin nach dir!: 3 Groß ist des Vaters Huld, der Sohn tilgt unsre Schuld. Wir warn all verdorben durch Sünd und Eitelkeit; so hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud. Eia, wärn wir da!: 4 Wo ist der Freuden Ortꝰ Ach nirgends mehr denn dort, da die Engel singen zusamt den Heilgen all, und wo die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal. Eia, wärn wir da!: Vorreformatorisch; in seiner jetzigen Fassung: Hannoversches Gesangbuch 1646 Eigene Weise 44 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachts-— Welt ging verloren,[zeit! Christ ist geboren; freue, freue dich, o Christenheit! 2 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu ver⸗ sühnen; freue, freue dich, o Christenheit! 3 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! König derEhren, dichwolln vir hören. Freue, freue dich, o Christenheit! Johannes Daniel Falk, 1768— 1826 Eigene Weise 45 O heilges Kind, wir grüßen ö dich I:mit Harfenklang und Lobgesang.: 2 Du liegst in Ruh, du heilges Kind: : wir haltenWacht in dunkler Nacht.: 3 O Heil dem Haus, in das du kehrst! Es wird entzückt und hoch beglückt.: Franz Graf Pocci, 1834 Weise: O heiliger Geist, o heiliger Gott OJesulein süß, oJesulein mild, deins Vaters Willn hast du er⸗ füllt; bist kommen aus dem Himmelreich, uns armen Menschen worden gleich, o Jesulein süß, o Jesulein mild. 2 O Jesulein süß, o Jesulein mild, deins Vaters Zorn hast du gestillt. Du zahlst für uns all unsre Schuld und bringst uns deines Vaters Huld, o Jesulein süß, o Jesulein mild. 3 O Jesulein süß, o Jesulein mild, mit Freud hast du die Welt erfüllt; du kommst herab vons Himmels Saal und tröst'st uns in dem Jammertal, o Jesulein süß, o Jesulein mild. 4 O Jesulein süß, o Jesulein mild, du bist der Lieb ein Ebenbild; zünd an in uns der Liebe Flamm, daß wir dich loben allzusamm, o Jesulein süß, o Jesulein mild. Weihnachten 5 O Jesulein süß, o Jesulein mild, hilf, daß wir tun alls, was du willt. WMas unser ist, ist alles dein; ach, laß uns dir befohlen sein, o Jesulein süß, o Jesulein mild. 165⁰ Weise: Bom Himmel hoch, da komm ich her 4 Schaut, welch ein Wunder stellt sich dar! Die schwarze Nacht wird hell und klar; ein großes Licht bricht dort herein, ihm weichet aller Sterne Schein. 2 Es ist ein rechtes Wunderlicht, und gar die alte Sonne nicht, weils wider die Natur die Nacht zu einem hellen Tage macht. 3 Dies ist die rechte Freudenzeit. Weg Trauern, weg, weg alles Leid! Trotz dem, der ferner uns verhöhnt! Gott selbst ist Mensch: wir sind versöhnt. Es hat mit uns nun keine Not, weil Sünde, Teufel, Höll und Tod zu Spott und Schanden sind gemacht in dieser großen Wundernacht. 5 O selig, selig alle Welt, die sich an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dieses recht erkennt und gläubig seinen Heiland nennt! 6 Es danke Gott, wer danken kann, der unser sich so hoch nimmt an und sendet aus des Himmels Thron uns, seinen Feinden, seinen Sohn. 35⁵ 7 Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe nun sei Ehr, auf Erden Friede jederzeit,(keit. den Menschen Wonn und Fröhlich⸗ Paul Gerhardt, 1607—1676 Eigene Weise 48 Schönstes Kindlein, bestes Knäblein, allerliebstes Jesulein, !: sieh, wir alle laden freundlich dich in unsre Herzen ein. 2 Bleibe nicht im rauhen Stalle, weile nicht im kalten Wind, : da dir unsre warmen Arme zum Empfange offen sind. 3 O wir kennen deine Würde; bist du jetzt auch schwach und klein, : sagen wir doch voll Vertrauen: Unser Retter wirst du sein. 1 Sieh, wir alle wollen gerne eine Krippe für dich sein; ö drum, o Jesu, schönstes Kindlein, bestes Knäblein, kehre ein!: Sei uns mit Jubelschalle, 1861 I Christkindchen, heut gegrüßt. Wie freuen wir uns alle, daß dein Geburtstag ist! Für uns zur Welt geboren lagst du auf Heu und Stroh, sonst wären wir verloren, nun aber sind wir froh. 35 Eigene Weise 2 Wie hast du doch uns Kinder von Anfang an geliebt, ob wir dich gleich als Sünder so mannigfach betrübt! O gib zum Christgeschenke uns neue Herzen heut, daß jeder dein gedenke in rechter Dankbarkeit. 3 Laß nur bei soviel Gaben uns nie vergessen dein; denn dich im Herzen haben, geht über goldnen Schein. O laß bei allen Kleinen im ganzen Erdenrund heut deine Lieb erscheinen; o mach dich allen kund! 1875⁵ Eigene Weise 5 Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im locligen Haar, schlaf in himmlischer Ruh. 2 Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht; durch der Engel Halleluja tönt es laut von ferne und nah: Christ, der Retter ist da. 3 Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund, Christ in deiner Geburt. Josef Mohr, 1792—-1848 Weihnachten Eigene Weise 5 Still, still! Still, wenns Kindlein schlafen will. Maria tuts zur Ruhe bringen, tut ihm Schlummerlieder singen. Still, still! Still, wenns Kindlein schlafen will! 2 Schlaf, schlaf, schlaf, o Jesuskindlein, schlaf! Die Engel tun schön musizieren, vor dem Kindlein jubilieren. Schlaf, schlaf, schlaf, o Jesuskindlein, schlaf! 3 Groß, groß, groß, die Lieb ist übergroß. Gott hat den Himmelssaal verlassen und will reisen unsre Straßen. Groß, groß, groß, die Lieb ist übergroß. 4 Kind, Kind, Kind, o liebes Jesuskind! Du kommst zu uns herab auf Erden und willst ein blutigs Opfer werden, Kind, Kind, Kind, o liebes Jesuskind! 5 Wir, wir, wir, wir rufen all zu dir. Du kannst uns das Urteil wenden, alles liegt in deinen Händen. Wir, wir, wir, wir rufen all zu dir. 6 End, End, End, an unserm letzten End, Weihnachten dieweil wir alle sterben müssen, tu das Himmelreich aufschließen. End, End, End, an unserm letzten End! 52 Süßer die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit; 's ist, als ob Engelein singen wieder von Frieden und Freud, wie sie gesungen in seliger Nacht. Glocken mit heiligem Klang klingt doch die Erde entlang! 2 O wenn die Glocken erklingen, schnell sie das Christkindlein hört, tut sich vomHimmel dann schwingen, eilet hernieder zur Erd; segnet den Vater, die Mutter, das Glocken mit heiligem Klang(Kind. klingt doch die Erde entlang! 3 Klinget mit lieblichem Schalle über die Meere noch weit, daß sich erfreuen doch alle seliger Weihnachtszeit, alle aufiauchzen mit einem Gesang. Glocken mit heiligem Klang klingt doch die Erde entlang! Friedrich Wilhelm Kritzinger, 1816—1890 Aus Tirol Eigene Weise Weise: Vom Himmel hoch, da komm ich her 5 Vom Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart. 37 2 Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3 Des sollt ihr billig fröhlich sein, daß Gott mit euch ist worden ein; er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewge Gut. 4 Was kann euch tun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5 Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zuversicht. Es mögen viel euch fechten an. dem sei Trotz, der's nicht lassen kann. 6 Zuletzt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun worden GottsGeschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit. Martin Luther, 1483—1546 Eigene Weise (Einzelne Kinder! 5 4 Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär, der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2 Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 38 3 Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4 Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit't, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5 So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. (Alle Kinder! 6 Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7 Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin: was liegt doch in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. 8 Sei mir willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast, und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so gering, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 10 Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit't, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. Weihnachten 11 Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu und Windelein; darauf du König groß und reich herprangst, als wärs dein Himmel⸗ reich. 12 Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 13 Ach mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14 Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, singen, immer frei das rechte Wiegenliedlein schön, mit Herzenslust den süßen Ton. 15 Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn, des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. „Ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi 1535,“ Martin Luther, 1483—1546 5 K.: Wir bitten dich, o Jesu⸗ lein, schöns Kindelein, wollst mit uns reden ein Wörtelein! Chrstk.: Singt, liebe Kinderlein. 2 K.: Sag an, warum man dich schöns Jesulein,(hier find't, Eigene Weise auf dieser Welt ein kleines Kind? Chrstk.: Aus lauter Lieb allein. Weihnachten 39 3 K.: Warum bist du so sehr schöns Jesulein, veracht't, nichts mit dir bracht, nicht Gut noch Pracht. Christk.: Aus lauter Lieb allein. 4 K.: Warum bist du so arm im schöns Jesulein,[Stall, der du bereichst das Welten-All? Chrstk.: Aus lauter Lieb allein. 5 K.: Für solche Lieb, was mögen schöns Jesulein,(wir, wir Armen, doch hingeben dir? Chrstk.: Mich wieder liebn allein. 6 K.: So nimm denn hin das lieb Jesulein;(Herze mein, du sollst es haben ganz allein. Chrstk.: So seid ihr alle mein? K.: O liebstes Jesulein, wir wolln dein eigen sein. 1850 Weise: Vom Himmel hoch, da komm ich her Wir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnaden⸗ quell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn. 2 Wir singen dir in deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. 3 Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht, dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. 4„Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein!“ 5 Nun du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. 6 Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid, bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. 7 Du bist der süße Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind, Herodes Heer hält dich für Greul, und bist doch nichts als lauter Heil. 8 Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. 9 Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. 10 Und bin ich gleich der Sünden ö voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, so kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. 11 So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei. Du trägst den Zorn, du wüe den od, verkehrst in Freud all Angst und Not. 12 Du bist mein Haupt, hin⸗ wiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, soviel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. 13 Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Paul Gerhardt, 1607—1676 Eigene Weise 5 Wir wollen ihm die Krippe schmücken und bei ihm bleiben die ganze Nacht, die Händ ihm küssen und sie drücken, dieweil er uns so Guts gebracht; und wollen nimmer von ihm gehen und zu ihm beten zu aller Frist und immerdar von Herzen flehen: Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Ach bleib bei uns, ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ! 2 Du lieber Herr, gib deinen Segen den frommen Kindern, die zu dir flehn; geleite sie auf allen Wegen und laß uns deine Gnade sehn. Weihnachten Von allen Gaben gibt es keine, die hochwillkommen wie diese ist; drum bitten wir nur um das Eine: Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ! Ach bleib bei uns, ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ! E. M. Arndt, 1769—1860 Eigene Weise 58 Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein; das hab ich auserkoren, sein eigen will ich sein, eia, eia, sein eigen will ich sein. 2 In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schenken und alles, was ich hab, eia, eia, und alles, was ich hab. 3 O Kindelein, von Herzen will ich dich lieben sehr in Freuden und in Schmerzen je länger und je mehr, eia, eia, je länger und je mehr. 4 Laß mich von dir nicht scheiden, knüpf zu, knüpf zu das Band der Liebe zwischen beiden; nimm hin mein Herz zum Pfand, eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand. 1638 Weihnachten Eigene Weise 59 Schlaf wohl, du Himmels⸗ knabe du, schlaf wohl, du süßes Kind, dich fächeln Engelein in Ruh mit sanftem Himmelswind. Wir armen Hirten singen dir ein herzigs Wiegenliedlein für: Schlafe, schlafe, Himmelssöhnchen, schlafe! 2 Maria hat mit Mutterlieb dich leise zugedeckt, und Joseph hält den Hauch zurück, daß er dich nicht erweckt. Die Schäflein, die im Stalle sind, verstummen vor dir, Himmelskind: Schlafe, schlafe, Himmelssöhnchen, schlafe! 3 Und wirst du groß, dann fließt von Golgatha herab,(dein Blut ans Kreuz dich schlägt der Menschen dann legt man dich ins Grab.[Wut, Hab immer deine Auglein zu, denn du bedarfst der süßen Ruh: Schlafe, schlafe, Himmelssöhnchen, schlafe! Chr. F. Dan. Schubart, 1739—1791 Eigene Weise 60 Singt und klinget überall, lobet Gott mit Freudenschall! Uns geborn ein Kindelein von einer Jungfrau zart und rein, Diesen Tag erschienen ist, Maria. erschienen ist in Israel 41 Gottes Sohn, den loben wir in Eia, eia![Ewigkeit. Wie der Engel Gabriel verkündet. Diesen Tag erschienen ist, erschienen ist in Israel Gottes Sohn, den loben wir in Ewigkeit. Umdichtung des latein. Liedes Resonet in laudibus(vor 1400) nach dem Dilinger Gesangbuch, 1589 Weihnachtsfestgesang 61 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preisen dich, wir sagen dir Dank um deiner gro⸗ ßen Herrlichkeit willen. Herr Gott, himmlischer König, allmächtiger Vater, Herr, du eingeborner Sohn, Jesus Christus. Herr Gott, du Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der du die Sünde der Welt trägst, erbarme dich unser! Der du die Sünde der Welt trägst, nimm an unser Gebet! Der du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser; denn du allein bist heilig, du allein bist der Herr, du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus, mit dem Heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters! Amen, Amen, Amen! Große Doxologie.(Aus dem 3. Jahrh.) Jahresschluß und Neujahr Zum Jahresschluß sind auch zu singen die Lieder: Ach bleib mit deiner Gnade; Bis hierher hat mich Gott gebracht: Fang dein Werk mit Jesu an; Jehova, Jehova; Jesu, geh voran; Mit dem Herrn fang alles an; Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. Weise: Vom Himmel hoch da komm ich her 62 Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so viel Gefahr behütet hast auch dieses Jahr. 2 Wir bitten dich, den ewgen ö Sohn des Vaters in dem höchsten Thron: du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3 Entzieh uns nicht dein heilsam Wort, das ist der Seelen Trost und Hort, vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4 Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn und fromm zu werden fangen an: der alten Sünden nicht gedenk, ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5 Hilf christlich leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am Jüngsten Tage aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn. 6 Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich: o Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Chr. Strophe 1.2: 1568; Str. 3—6: Erfurt 1588 Eigene Weise 6 Helft mir Gotts Güte preisen, ihr lieben Kindelein, mit G'sang und andern Weisen ihm allzeit dankbar sein; vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr tut enden, die Sonn sich zu uns wenden, das Neu⸗Jahr ist nicht weit. (loder Das neue Jahr ist heut) 2 Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad; wenn er uns hätt belohnet all unser Missetat mit gleicher Straf und Pein, Jahresschluß wir wären längst gestorben, in mancher Not verdorben, die wir voll Sünden sein. 3 All solch dein Güt wir preisen, Vater im Himmelsthron, die du uns tust beweisen durch Christum, deinen Sohn, und bitten ferner dich: gib uns ein friedlichs Jahre, vor Leiden uns bewahre und nähr uns mildiglich. Paul Eber, 1511—1569 Weise: Tut mir auf die schöne Pforte oder Unser Herrscher, unser König 6 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2 Was ich denke, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, so steh zur Seiten. 3 Laß dies sein ein Jahr der Gnade, mich bereuen meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade und ich bald Verzeihung find, Herr, bei dir; denn du, mein Leben, kannst die Suͤnd allein vergeben. 4 Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, und Neujahr 43 und voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 5 Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 6 Jesus richte mein Beginnen, Jesus bleibe stets bei mir, Jesus zäume mir die Sinnen, Jesus sei nur mein Begier, Jesus sei mir in Gedanken, Jesus lasse nie mich wanken! 7 Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr. Trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 1607-1667 Weise: Meinen Jesum laß ich nicht 65 Jesus ist der schönste Nam aller, 5ie auf Erden kamen, huldreich, prächtig‚ tugendsam, über alle andre Namen. Seiner großen Herrlichkeit gleicht kein Name weit und breit. 2 Jesus ist das Heil der Welt, heilet uns von allen Sünden, Jesus ist ein starker Held, unsern Feind zu überwinden. an w du Jesen und siegreich sein, laß nur Jesum bei dir ein. Jahresschluß 3 Jesus ist der Lebensbaum, voller edler Tugendfrüchte; findet er im Herzen Raum, wird das Unkraut ganz zunichte. Alles Gift und Unheil weicht, was sein Schatten nur erreicht. 4 Jesus ist das höchste Gut in dem Himmel und auf Erden. Jesu Name macht mir Mut, daß ich nicht kann traurig werden. Jesu Name soll allein mir der höchste Name sein. Johann Scheffler, 1624—1677 Weise: Meinen Jesum laß ich nicht 6 Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinen Wegen gehn. 2 Jesu Name, Jesu Wort soll bei uns in Zion schallen; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3 Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 4 Alle Sorgen, alles Leid soll der Name uns versüßen; und Neufjahr so wird alle Bitterkeit uns zur Freude werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 5 Jesus, aller Völker Heil, unserm Land ein Gnadenzeichen, unsres Ortes bestes Teil, dem kein Kleinod zu vergleichen, Jesus, unser Schutz und Hort, sei die Losung fort und fort. Benjamin Schmolck, 1672—1737 Eigene Weise 6 Mit der Freude zieht der Schmerz traulich durch die Zeiten, schwere Stürme, milde Weste, bange Sorgen, frohe Feste, wandeln sich zur Seiten. 2 Und wo eine Träne fällt, blüht auch manche Rose; schon gemischt, noch eh wirs bitten, ist für Thronen und für Hütten Schmerz und Lust im Lose. 3 Wars nicht so im alten Jahr? Wirds im neuen enden? Sonnen wallen auf und nieder, Wolken gehn und kommen wieder, und kein Wunsch wirds wenden.: 4 Gebe denn, der über uns wägt mit rechter Wage, jedem Sinn für seine Freuden, jedem Mut für seine Leiden !: in die neuen Tage. Johann Peter Hebel, 1760—1826 —.— Jahresschluß und Neujahr 4⁵ Weise: Nun laßt uns Gott dem Herren 6 Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2 Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen 3 durch so viel Angst und Plagen durch Ziltern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4 Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewiitern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 5 Also auch und nicht minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6 Ach Hüter unsres Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Tun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7 Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue: Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8 Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9 Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10 Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Crten auf so viel Blutvergießen die Freudenströme fließen. 11 Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12 Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13 Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14 Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15 Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt 1607—1676 Epiphanias Weise: Ach bleib mit deiner Gnade Am Himmel hat gestanden mit einemmal ein Stern, zu künden allen Landen den neugebornen Herrn. 2 Drei Männer nach ihm fragen wohl in Jerusalem; drei Männer ohne Zagen ziehn nachts gen Bethlehem. 3 Drei Männer voll Verlangen stehn vor ner Türe klein; da sind sie eingegangen mit Gold und Spezerein. 4 Sie weinen sehr aus Reue ob ihrer Sündenschuld, geloben Dienst und Treue dem König reich an Huld. 5 Einst wird die Stunde schlagen, dann geh auch ich hinein, wenn Engel fort mich tragen, zu sehn den Heiland mein. 6 Schau dann ins Aug des Reinen ich armes Menschenkind, wie werd ich da wohl weinen vor Scham ob meiner Sünd! Abel Burckhardt, 1845 Eigene Weise 7 Da Christus geboren war, freuet sich der Engel Schar, singend mit fröhlichem Mut: Preis sei Gott, dem höchsten Gut; denn der verheißne Heiland ist der ganzen Welt gesandt: o Mensch, mach dich ihm bekannt! 2 Weise Herrn im Morgenland sahen an ein Stern zuhand, daß ein König aller Heer in Juda geboren wär, brachten Myrrh, Weihrauch und gaben sich in seine Huld,(Gold, daß er ihr verschonen sollt. 3 Suchen wir auch alle gleich den König vom Himmelreich, Epiphanias 47 geben wir uns unter ihn, lernen demütig von ihm, so wird er uns gnädig sein, erlösen von Schuld und Pein, ewig bei ihm lassen sein. Altes Lied der Böhmischen Brüder Weise: Valet will ich dir geben Herr Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Exempel dich großen Gott allhier. 2 Du wirst von uns gefunden o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort, vergönnst noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage wie hier der fromme Greis. 3 Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Wonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit ein Besreier, ein Stern in Todesqual. 4Herr, laß auch uns gelingen, daß letzt wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden die Augen zugedrückt, nachdem ich schon hinieden den Heiland hab erblickt. 5 Ja, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich geschaut: kein Feind kann dich mir rauben, wie hestig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du, uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6 Sier blickst du zwar die Deinen oft streng und strafend an, daß ich vor Angst und Weinen dich nicht erkennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Johann Franck, 1618—1677 Weise: Meinen Jesum laß ich nicht 7 Jesu, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2 Nimm das Gold des Glaubens wie ichs von dir selber habe(hin, und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 48 Epiphanias 3 Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4 Nimm die Myrrhen bittrer Reu: ach mich schmerzet meine Sünde. Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister, 1671—1756 Weise: Einer ist König 73 Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude; A und O, Anfang und Ende steht da. Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Men⸗ schen so nah! Himmel und Erde, erzählet's den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden! 2 Jesus ist kommen, nun springen die Bande, Stricke des Todes die reißen entzwei. Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden; er, der Sohn Gottes, der machet recht frei, bringet zu Ehren aus Sünde und ö Schande. Jesus ist kommen, nun springen die Bande! 3 Jesus ist kommen der starke Erlöser, bricht dem gewappneten Starken ins Haus, sprenget des Feindes befestigte Schlösser, führt die Gefangenen siegend heraus. Fühlst du den Stärkeren, Satan, du Böser? Jesus ist kommen, der starke Er⸗ löser! 4 Jesus ist kommen, der König der Ehren, Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt! Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren; öffnetihm Tore undTüren fein bald! Dentt doch, er will euch die Krone gewähren. Jesus ist kommen, der König der Ehren! 5 Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden, Sünden der ganzen Welt trägt dieses Lamm. Sündern die ewge Erlösung zu finden, stirbt es aus Liebe am blutigen Stamm. 22——2 2.—.— Epiphanias 49 Abgrund der Liebe, wer kann dich ergründen? Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden! 6 Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden, eilet, ach eilet zum Gnadenpanier! Schwöret die Treue mit Herzen und Händen, sprechet: Wir leben und sterben bei dir! Herzensfreund, gürte mit Wahrheit die Lenden. Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden! Joh. Ludw. Konrad Allendorf, 1693—1773 Eigene Weise 7 Mit Fried und Freud ich fahr in Gotts Wille;(dahin getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille; wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2 Das macht Christus, wahr Gottes der treu Heiland,(Sohn, den du mich, Herr, hast sehen lan und gmacht betkannt, daß er sei das Leben mein und Heil in Not und Sterben. 3 Den hast du allen vorgestellt mit groß Gnaden; zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden Zauleck, Kindergesangbuch. durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4 Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden zu'rleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel der Preis, Ehr, Freud und Wonne. Martin Luther, 1483—1546 Weise: Jesu, komm doch selbst zu mir oder Höchster Priester, der du dich Morgenstern auf finstreNacht, der die Welt voll Freuden macht, Jesu, komm ins Herz hinein, laß es licht und heiter sein. 2 Deines Glanzes Herrlichkeit übertrifft die Sonne weit; tausend Sonnen geben nicht, was dein mildes Gnadenlicht. 3 Du erleuchtest alles ganz, was sich nahet deinem Glanz. Wo du leuchtest, wird die Nacht schnell zum Freudentag gemacht. 4 Nur dein freudenreicher Strahl sendet Trost ins Erdental; ja du Ebenbild des Herrn, bist der helle Morgenstern. 5 Nun, du wahres Seelenlicht! komm herein und säume nicht; Jesu, komm ins Herz hinein, laß es ewig heiter sein. Johann Scheffler, 1657 4. ——— — ρᷣws: Weise: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht 7 O Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die dich kennennicht, und bringe ie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2 Erfülle mit dem Gnadenschein, die in Irrtum verführet sein, auch die, so heimlich noch ficht a in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3 Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4 Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5 Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6 So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich, für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann, 1585—1647 Weise: Anser Herrscher, unser König Werde licht, du Stadt der Heiden, und du, Salem. werde licht; schaue, welch ein Glanz mit über deinem Haupt anbricht!([Freuden Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. Epiphanias 3 Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zuinm rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 4 Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 5 Jesu. reines Licht der Seele, du vertreibst die Finsternis, die in dieser Sündenhöhle unsern Tritt macht ungewiß; Jesu, deine Lieb und Segen leuchten uns auf unsern Wegen. 7 Dein Erscheinung müss' ersüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod. Herr. in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 8 Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so helles Licht zu seyen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Joh. Rist, 1607— 1667 Eigene Weise 78 Wie schön leuchtet der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem die süße Wurzel Jesse!(Herrn, Du Sohn Tavids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, hast mir mein Herz besessen: lieblich, freundlich, Epiph schön und herrlich, groß und ehrlich, reich an Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2 Ei, meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mein Herz heißt dich ein Himmels— dein süßes Evangelium(blum; ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, ö Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3 Geuß sehr tief in meinHerzhinein, du leuchtend Kleinod, edler Stein, die Flamme deiner Liebe, ö daß ich, o Herr, ein Gliedmaß bleib an deinem auserwählten Leib in frischem Lebenstriebe. In dir laß mir ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freudex/, daß der Tod uns selbst nicht scheide. 7 Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, tomm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Philipp Nicolai, 1556—1608 51 Weise: Ach was soll ich Sünder machen Wer im Herzen will erfahren und darum bemühet ist, daß der König Jesus Christ sich in ihm mög offenbaren, der muß suchen in der Schrist, bis er diesen Schatz antrifft. anias 2 Er muß gehen mit den Weisen, bis der Morgenstern aufgeht und im Herzen stille steht; so kann man sich selig preisen, weil des Herren Angesicht glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 3 Denn wo Jesus ist geboren, da erweiset sich gar bald seine göttliche Gestalt, die im Herzen war verloren; seine Klarheit spiegelt sich in der Seele kräftiglich. 4 Jesu, laß mich auf der Erden sonst nichts suchen als allein, daß du mögest bei mir sein und ich dir mög ähnlich werden in dem Leben dieser Zeit und in jener Ewigkeit. 5 So will ich mit allen Weisen, die die Welt für Toren achtt, dich anbeten Tag und Nacht und dich loben, rühmen, preisen, liebster Jesu, und vor dir christlich wandeln für und für. Laurentius Laurenti, 1660—1722 4* Passionszeit Zur Passionszeit zu singen sind neben manchen andern auch die Lieder: Ich bete an die Macht der Liebe; Jesu, Gnadensonne; Liebe, die du mich zum Bilde; Meinen Jesum laß ich nicht, Mir istErbarmung widerfahren Eigene Weise 8 Ach Jesu mein, was große Pein hast du für uns gelitten! In Angst und Not bis in den Tod hast du für uns gestritten. 2 Der blutge Schweiß wird dir so heiß, die Geißeln dich zerschlagen; die Dornenkron ist jetzt der Lohn, den du davongetragen. 3 Des Kreuzes Last erdrückt dich fast, fällst oft darunter nieder. Da heftet man mit Nägeln an dir deine heilgen Glieder. 4 Drei ganze Stund, bloß und verwundt, hängst du in größten Schmerzen. Ach, Jesu mein, wie muß dem sein, der dies nimmt recht zu Herzen. 17. Jahrhundert Eigene Weise 8 Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der erbarm dich unser![Welt, 2 Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3 Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen, Amen, Amen. Wittenberger Kirchenordnung ö 185⁵ Passionszeit 53 Eigene Weise nach In dich hab ich gehoffet, [Einzelne err 8 Der liebste Herre, den ich hab, ward an die Säul gebunden, weil Judas in den Tod ihn gab mit seiner falschen Zungen. [Alle! Wir sind erlöst, der Herr ist für uns tot; das ist uns alln ein guter Trost. 2 Der Herr mußt stehen vorGericht, er ward gar sehr geschlagen von manchem falschen Bösewicht; das schwer Kreuz mußt er tragen. [(Alle! Wir sind erlöst usw. 3 Sie führten ihn nach Golgatha und nagelten mit Schalle ihn an das harte Kreuze da; der Herr litt für uns alle. 4Er litt den Tod für all mein Sünd am heilgen Kreuz so schwere. Von Lieb ist auch meinHerz entzündt, bei ihm zu sein begehre. Stuttgarter Handschrift, 15. Jahrh. Weise: Herr und Altster deinerKreuzgemeine Die wir uns allhier bei⸗ sammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zumeichen, daß diesLobgetöne deinemHerzen angenehm undschöne, sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Letzter Vers des Liedes: Marter Christi Christian Renatus v. Zinzendorf, 1727— 1752 Weise: Wer nur den lieben Gott 84dugehestindenGartenbeten mein trauter Jesu, nimm mich mitl Laß mich an deine Seite treten, ich weiche von dir keinen Schritt. Ich will an dir, mein Lehrer, sehn, wie mein Gebete soll geschehn. 2 Du gehst mit Zittern und mit Zagen und bist bis in den Tod betrübt. Ach, dieses soll ans Herz mir schlagen, daß mir die Sünde so beliebt; drum willst du, daß ein Herz voll Reu mein Anfang zum Gebete sei. 3 Du reißest dich von allen Leuten und suchst die stille Einsamkeit; so muß auch ich mich wohl bereiten und fliehen, was meinHerz zerstreut. Zeuch mich von aller Welt allein, daß nur wir zwei beisammen sein. 4 Dein Wille senkt sich in den Willen des allerbesten Vaters ein; darein muß ich auch mich verhüllen, will ich von ihm erhöret sein; drum bet ich in Gelassenheit: was mein Gott will, gescheh allzeit. 5 Mein Jesu, hilf mir stets so beten, wie mich dein heilig Vorbild lehrt. So kann ich frei zum Vater treten und werde stets von ihm erhört; so bet ich mich zum Himmel ein und will dir ewig dankbar sein. Johann Mentzer, 1658—1734 —p‚‚‚I‚I‚IiI‚IEIEI‚IEIEIITTEEED‚l. Weise: Herr undAltster deiner Kreuzgemeine 8 Eines wünsch ich mir vor allem andern, eine Speise früh und spät; seligläßts imTränental sich wandern, wenn dies eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit blutgem Schweiß und Todes⸗ auf sein Antlitz niedersank grauen und den Kelch des Vaters trank. 2 Ewig soll er mir vor Augen wie er als ein stilles Lamm Istehen, dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm; wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3 Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld. Als ich in der Finsternis gesessen. trugest du mit mir Geduld: hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4 Ich bin dein!— sprich du darauf ein Amen: treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein. Passionszeit mein Wirken ist dein Sagen.“ Mit dir alles tun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen: das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp, 1798—- 1864 Weise: An Wasserflüssen Babylon 8 Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, entsaget allen Freuden: es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2 Das Lämmlein ist der große Nreund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. „Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgetan zur Straf und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß: du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ 3„Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, Passionszeit 55 O Wunderlieb, o Liebesmacht! Du kannst, was nie kein Mensch gedacht: Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4 Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleichwie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herzin Stückebricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 5 Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir nach Möglichkeit zum Freudenopfer bringen; mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zugut getan, das will ich stets, so tief ich kann,‚ in mein Gedächtnis schließen. Paul Gerhardt, 1607— 1676 Weise: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht oder Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 87 Herr Jesu Christ, dein teures Blut ist meiner Seelen höchstes Gut: das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2 Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrentleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3 O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft, gibt mir stets neue Lebenskraft. 4 Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, 1611—1684 Eigene Weise 88 Herzliebster dusw was hast du verbrochen, daß man ein solch scharf Urteil hat gesproch enꝰ Was ist die Schuld, in was für bist du geraten? Missetaten 2 Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht ge und ver⸗ höhnet, du wirst mit Essig und mit Gall ans Kreuz gehenket.(getränket, V 56 Passionszeit 3 Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, mein Herr Jesu, habe dies ver⸗ was du erduldet.(schuldet, 4Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der für seine Knechte.[Gerechte, 6 O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marter⸗ straße! Ich lebte mit der Welt in Lust und und du mußt leiden.(Freuden, 8 Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebes⸗ im Werk erstatten? staten 12 Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14 Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann, 1585—1647 Eigene Weise 8 Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben: tausend⸗, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2 Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und du gerechter Gottessohn,[Banden, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend⸗, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3 Du hast lassen Wunden schlagen, dich erbärmlich richten zu. um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh; ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür 8 Nun ich danke dir von Herzen, Herr, für die gesamte Not: stehn die für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod. Passionszeit Für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. Ernst Christoph Homburg, 1605—-1681 Eigene Weise 90 Kommt, ihr Seelen, nehmt zu Herzen eures Jesu bittre Schmerzen auf dem schweren Todesgang. 2 Schauet ihn in seiner Krone, die er trägt mit großem Hohne; schauet seine Bande an! (3 Schauet, wie er wird geführet, wie er schmählich ist gezieret, schauet seinen Purpurrock!) 4 Schauet, wie er geht gebücket, wie das Kreuz ihn niederdrücket, schauet, wie er niedersinkt! 5 O des Armen und Betrübten! O des Treuen, Vielgeliebten! O der Leiden ohne Zahl! 6 Denkt, ihr Seelen, denket heute, was euch dieser Gang bedeute, den der Herr erduldet hat. 7 Denkt, wenn er euch soll erhöhen, daß ihr müsset mit ihm gehen und das Kreuz ihm tragen nach. 8 Niemand kommt zu ewgen Freuden ohne Christi Kreuz und Leiden. Selig, wer es auf sich nahm! 57 (9 Nimm, o Jesu, deine Schmerzen nimmermehr aus meinem Herzen, daß ich stets gedenke dein! 10 Laß mich dich mein alles nennen, stets in deiner Liebe brennen und dein Kreuz dir tragen nach)“ 185 Weise: Es sind doch selig alle, die 91 Laßt uns doch Christo dank⸗ bar sein, daß er gelitten große Pein, und seinem Willen leben. Auch laßt uns sein der Sünde feind, weil Gottes Wort uns helle scheint, Tag und Nacht danach streben, die Lieb erzeigen jedermann, die Christus hat an uns getan mit seinem bittern Leiden. O Menschenkind, betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, und tu sie ernstlich meiden. Nach Sebald Heyden, 1494—1561 Ich hab mein Sach Gott heimgestellt Nun ist es alles wohlgemacht, weil Jesus ruft:„Es ist voll⸗ Er neigt sein Haupt, o Mensch, und der dir erwirbt stirbt, 2 Der Herr der Herrlichkeit er⸗ bleicht, oder Eigene Weise 9 bracht!“ das Leben, das niemals verdirbt. derLebensfürst, dem niemand gleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, und es wird Nacht, weil Gottes Sohn wird umgebracht! 3 Die Sonn verlieret ihren Schein, des Tempels Vorhang reißet ein, der Heilgen Gräber öffnen sich ganz wunderlich; sie stehen auf gar sichtbarlich. 4 Weil denn die ganze Welt sih regt, so werd auch du, o Mensch, bewegt! Zerreißt ein Fels, und du wirst nicht durch dies Gericht erschüttert, daß dein Herze bricht? 5 Ach, Vater, ach, dein einger Sohn erbleicht am Kreuz mit Schmach und Hohn! Nun, das geschieht für meine Schuld; drum hab Geduld und zeig in Jesu Gnad und Huld. 6 O Jesu Christe, stärke mich zu allen Zeiten kräftiglich; laß mich den Kampf so führen fort nach deinem Wort, daß ich die Kron erlange dort. 7 So will ich dich, Herr Jesu Christ, weil du für mich gestorben bist, von Herzen preisen in der Zeit und nach dem Streit in Freud und Wonn in Ewigkeit. Laurentius Laurenti, 1660—1722 Weise: Herzlich tut mich verlangen 3 O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, Passionszeit o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret, gegrüßet seist du mir! 2 Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht't? 3 Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen und alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft.“) *) daher hast du deines LeibesKraftverloren. 4 Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat, ö gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 5 Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Ouell aller Güter, ist mir viel Guts getan: dein Mund hat mich gelabet Walst 59 mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6 Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7 Es dient zu meinen Freuden und tut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8 Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9 Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein. 10 Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. 901 will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 1607—1676 Weise: Christus, der uns selig macht O hilf,‚ Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets untertan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. M. Weiße, 1531 Eigene Weise 9 5 O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuses ge⸗ allzeit funden geduldig,(schlachtet, wiewohl du warest verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! o Jesu! 2 O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit funden geduldig, wiewohl du warest verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! o Jesu! VVé 0 3 O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit funden geduldig, wiewohl du warest verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen, gib uns dein Frieden, o Jesu!: Niederdeutsch, Rostock 1531 Eigene Weise 9 O Tag, so schwarz und trübe, wie düstre Mitternacht! O Tag, so warm von Liebe, wies keine Sonne macht. 2 Dich schwärzen finstre Taten, du brütest schweres Leid, du zeigst den Herrn verraten, den Herrn der Herrlichkeit. 3 An greuelhafte Gründe führst du den scheuen Fuß, und ungeheure Sünde, das ist dein Morgengruß. 4 Und Liebe ohne Ende aus Gottes Vaterhaus, die breitet hier die Hände am Kreuze segnend aus. 5 Verfolgt vom blutgen Hasse vergießt sie für die Welt— sie kanns, sie kanns nicht lassen— ihr Blut als Lösegeld. 6 O Tag, so schwarz und trübe, du zeugst von meiner Nacht! O Tag, so warm von Liebe, Gnade Macht. ich seh der Gnade Mopen 7·4334 Passionszeit Eigene Weise 97 O Traurigkeit! O Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind wird ins Grab getragen. 2 O große Not! Gotts Sohn liegt tot, am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 3 O Menschenkind, nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missetat warest ganz vernichtet. 4 O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 5 O selig ist zu aller Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 6 O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Tränen, hilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Johann Rist, 1607— 1667 Passionszeit Weise: O Welt, ich muß dich lassen 9 O Welt, sieh hier dein Leben am StammdesKreuzes schwe— dein Heil sinkt in den Tod.(ben; Der große Fürst der Ehren, läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 3 Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder; von Ubeltaten weißt du nicht. 4 Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5 Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 8 Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9 Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich tun: 61 es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. Paul Gerhardt, 1607—- 1676 9 O wir armen Sünder! Unsre Missetat, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Not, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie ele⸗ison, Christe ele⸗ison, Kyrie ele⸗ison! Eigene Weise 2 So nicht wäre kommen Christus in die Welt und hätt angenommen unser arm Gestalt, hätten wir sein müssen ewiglich in Not. Christ hat sich gegeben für uns in den Tod. Kyrie ele⸗ison, Christe ele-ison, Kyrie ele⸗ison! 3 Solche große Gnad und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst. Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod und nicht gar verzagen vor der Hölle Glut. Kyrie ele-ison, Christe ele⸗ison, Kyrie ele⸗ison! 4 Darum wolln wir loben, danken allezeit dem Vater und Sohne und dem heilgen Geist; bitten, daß sie treiben all Not von uns fort, und daß wir stets bleiben bei sein'm heilgen Wort. Kyrie ele⸗ison, Christe ele⸗ison, Kyrie ele⸗ison! Nach Hermann Bonn, 1504— 1548 Weise: Der am Kreuz ist meine Liebe oder Freu dich sehr, o meine Seele 100 Sei mir tausendmal ge⸗ grüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2 Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quä— und den ganzen Schaden hin,(len, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird sich all mein Jammer setzen. Passionszeit 3 Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein liebstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4 Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten“) und mich selber freundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gib meiner Bitte Raum; sprich: Laß all dein Trauern schwin— ich, ich tilg all deine Sünden!(den; *) das Falten meiner Hände. Paul Gerhardt, 1607— 1676 Weise: O Traurighkeit So ruhest du, 10 o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2 Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben. Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3 O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auferwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? Passionszeit 4 Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5 Gar nichts verdirbt; der Leib nur stirbt. Doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 6 Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Salomo Franck, 1659—1725 Wieise: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht 10 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut, 2 und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3 Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein 63 4 und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns werdst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer, 1600 Eigene Weise Wollt ihr wissen, was 10 mein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigentum? Wollt ihr hören, was mein Ruhm? Jesus, der Gekreuzigtel 2 Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? !: Jesus, der Gekreuzigte!: 3Wer ist meines Lebens Saft? Wer ist meines Geistes Kraft? Wer macht rein mich und gerecht? Wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus, der Gekreuzigtel 4 Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn der Feind erbost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer verbindet meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigtel 5 Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? !: Jesus, der Gekreuzigte! 6⁴ Passionszeit 6 Und so wißt ihr, was ich weiß, ihr wißt meinen Zweck und Preis; glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, der uns Gott macht angenehm, Jesu, dem Gekreuzigten Christoph Schwedler, 1672—1730 ein Stimm begann zu klagen, ich nahm in acht, was die doch sagt, tat es im Herzen tragen: Ein junges Blut, von Sitten gut, alleinig ohn Gefährten in großer Not fast halber tot im Garten lag auf Erden. 2 Es war der liebe Gottessohn, sein Haupt hat er in Armen, viel weiß und bleicher denn der Mon, ein Stein es möcht erbarmen. „Ach, Vater, liebster Vater mein, und muß den Kelch ich trinken? Und mags denn ja nit anders sein, mein Seel nit laß versinken!“ 3 Mein Sinn und Mut erschrecken soll ich mein Leben lassen.(tut, O bittrer Tod, mein Angst und Not ist über alle Maßen. Ein Kreuz mir vor den Augenschwebt, o weh, der Pein und Schmerzen! Dran soll ich morgen werdn erhebt, das greifet mir zu Herzen. 4 Der schöne Mon will untergehn, vor Leid nit mehr mag scheinen; die Sterne lass'n ihr Glitzen stehn, mit mir sie wollen weinen. Eigene Weise In stiller Nacht zur ersten Wacht Kein Vogelsang noch Freudenklang man höret in den Lüften. Die wilden Tier auch traurn mit mir in Steinen und in Klüften. Fr. v. Spee, 1591(1594 7) bis 1685 Weise: O wir armen Sünder 10 Ehre sei dir, Christe, der du littest Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod, herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit; hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit! Kyrie ele-ison, Christe ele⸗ison, Kyrie ele-ison! Nach dem lat. Laus tibi Christe, 1568 Weise: Christus, der uns selig macht 106 Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 4 Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue, hilf, daß ich mit Sünde dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was du selber büßen mußt mit so großem Leiden? Sigismund v. Birken, 1626—1681 Ostern Die Osterlieder sollten bis Himmelfahrt gesungen werden Eigene Weise 107 Auf, auf, mein Herz, mit Fr.reuden nimm wahr, was heut geschicht! wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht? Zauleck, Kindergesangbuch. Mein Heiland war gelegt, da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2 Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh er's vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft: Viktoria! Schwingt fröhlich hie und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält, 3 Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel, nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut, zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb erworben ist. 5 Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt es mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch er reißet durch die Höll, Not; ich bin stets sein Gesell. 7 Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: 66 Ostern wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, 1607—1676 Eigene Weise 10 Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. 2 Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis. 3 Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. 13. Jahrhundert 10 Christ lag in Todesbanden, für unsre Sünd gegeben, der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen: Halleluja, Halleluja! Eigene Weise 2 Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seim Reich gfangen. Halleluja! 3 Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünd abgetan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Todsgestalt, den Stachl hat er verloren. Halleluja! 4 Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott der Tod ist worden. Halleluja! 6 So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt. Er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnade Glanz erleucht unsre Herzen ganz. Der Sünd Nacht ist vergangen. Halleluja! Martin Luther, 1483—1546 Ostern 67 Eigene Weise 110 Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag: Christ unser Herr heut triumphiert, all sein Feind er gefangen führt. Halleluja! 2 Die alte Schlange, Sünd und Tod die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3 Sein Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt und ward ihm Herr, zerstöret ist nun all sein Macht. Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4 Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst danieder lag. Halleluja! 5 Drum wir auch billig fröhlich singen das Halleluja fein(sein, und loben dich, Herr Jesu Christ, zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nikolaus Herman f 1561 Eigene Weise * Alle III Erstanden ist der heilge Halleluja! Halleluja![Christ, Der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja! „) Auch abgekürzt zu singen: Strophe 1—5 und 12. Halleluja! 2 Es gingen drei heilige Fraun, Halleluja! Halleluja! des Morgens frühe hin im Taun. Halleluja! 15 3 Sie suchten den Herrn Jesum Halleluja! Halleluja! Christ, der von dem Tod erstanden ist. Halleluja! Mädchen 4 Ach Engel, lieber Engel fein, Halleluja! Halleluja! wo find ich denn den Herren mein? Halleluja! einige Knaben 5 Er ist erstanden aus dem Grab, Halleluja! Halleluja! heut an dem heilgen Ostertag. Halleluja! Mädchen 6 Zeig uns den Herren Jesum Halleluja! Halleluja![Christ, der von dem Tod erstanden ist. Halleluja! einige Knaben 7 So tret't heran und seht die Statt, Halleluja! Halleluja! da unser Herr gelegen hat. Halleluja! Mädchen 8 Der Herr ist hin, er ist nicht da, Halleluja! Halleluja! wenn ich ihn hätt, so wär ich froh. Halleluja. einige Knaben 9 Seht an das Tuch, darin er lag, Halleluja! ö 5* gewickelt bis am dritten Tag. Halleluja! Mädchen ö 10 Wir sehens wohl zu dieser Frist, Hallelujsa! Halleluja! weis uns den Herren Jesum Christ. Halleluja! einige Knaben 11 Ihr sollt nach Galiläa gehn, Halleluja! Halleluja! da werdet ihr den Heiland sehn. Halleluia! Mädchen 12 Habt Dank, ihr lieben Engel Halleluja! Halleluja! fein, nun wolln wir alle fröhlich sein. Halleluja! einige Knaben 13 Geht hin, sagt das Sankt Petro Halleluja! Halleluja!(an, und seinen Jüngern lobesam. Halleluia! 11 E 14 Nun singet all zu dieser Frist! Halleluja! Halleluja! Erstanden ist der heilge Christ! Halleluja! 15 Des solln wir alle fröhlich sein, Halleluja! Halleluja! und Christ soll unser Tröster sein. Halleluja! Vorreformatorisch. 15. Jahrhundert Weise: Erschienen ist der herrlich Tag 112 Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht; Ostern vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja! 3 Nicht mehr, denn nur drei Tage lang bleibt mein Heiland ins Todes Zwang, am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja! 11 O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Tür. Halleluja! 13 Lebt Christus, was bin ich be⸗ trübtꝰ Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 14 Er nährt, er schützt, er tröstet mich, sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 15 Mein Herz darf nicht entsetzen lch, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja! Ostern 16 Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt; dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Vers 11 und 16 sind prächtig zu singen nach K. Löwes Weise„O Wunder groß“ (. Posaunenbuch von Kuhlo). Johann Heermann, 1585—1647 II Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja! 2 Des Morgens früh am dritten Eigene Weise ag, da noch der Stein am Grabe lag, erstand er frei ohn alle Klag. Halleluja, Halleluja, Halleluja! 3 Der Engel sprach:„Fürchtet euch nicht; denn ich weiß wohl, was euch ge⸗ bricht. Ihr sucht Jesum und findt ihn nicht. Halleluja, Halleluja, Halleluja! 4 Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not; kommt, seht, wo er gelegen hat.“ Halleluja, Halleluja, Halleluja! 5 Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja, Halleluja, Halleluja! 69 6 Damit von Sünden wir befreit, dem Namen dein gebenedeit frei mögen singen allezeit. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Michael Weiße, 1534 Eigene Weise. 1635 Gott sei gedankt durch Jesum II Christ, der Himmel mir erworben ist; dennChristus Teufel, Sünd und Tod bezwungen und getilget hat. 2 Und aus dem Grab mit großer Macht Fried, Freud und Leben mit sich bracht; drum ihm allein ich mich befehl, mein Leben, Sterben, Leib und Seel. Weise: Jesus, meine Zuversicht II 53 Jesus lebt, mit ihm auch ich: Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2 Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zuversicht. 3 Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4 Jesus lebt, sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5 Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6 Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769 Eigene Weise 11 Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben: dieses weiß ich; sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2 Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3 Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4 Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5 Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen: ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan. 6 Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, dort, da werd ich geistlich sein. 7 Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder; gebt nicht statt der Traurigkeit; Ostern 71 sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 8 Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Ver⸗ liegen unter eurem Fuß.(druß 9 Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Berlin 1653 Eigene Weise 11⁷ Laßt uns erfreuen herzlich Halleluja! ssehr, Maria seufzt und weint nicht mehr, Halleluja! Verschwunden alle Nebel sein, Halleluja! Jetzt leucht't der lieben Sonne Halleluja![Schein Halleluja, Halleluja, Halleluja! 2 Wo ist, o freudenreiches Herz Halleluja! Wo jetzt, wo ist dein Weh und Halleluja![Schmerz?ꝰ Wie wohl ist dir, o Herz, wie wohl! Halleluja! Jetzt Freuden, Freuden, Freuden Halleluja! voll. Halleluja, Halleluja, Halleluja! 3 Sag, o Maria, Jungfrau schon, Halleluja! Kommt das nicht her von deinem Halleluja![Sohn? Ach ja, dein Sohn erstanden ist; Halleluja! Kein Wunder, daß du fröhlich bist. Halleluja! Halleluja, Halleluja, Halleluja! 4 Dein Herz nun da in Freuden Halleluja! sschwimmt, Und zu und zu die Freude nimmt; Halleluja! Ach Gott, vergiß doch unser nicht, Halleluja! Und teil uns auch ein Tröpfchen mit! Halleluja! Halleluja, Halleluja, Halleluja! 1630 Eigene Weise II Macht auf das Tor der G'rechtigkeit, der Herr kommt wieder aus dem Streit; laßt uns mit Freuden singen an, laßt singen mit, wer singen kann, wir haben nun wieder den Sieges⸗ mann. lalle Knaben]: Machts prächtig, er ist mächtig! lalle Mädchen!: Machts ehrlich, er ist herrlich! Knaben!: Jubilieret! [Mädchen]: Laßt Gott walten! [Alle!: Christ hat den Sieg erhalten! — I III—————..———ꝛ——— 72 der Hölle Pforten sind zerstört, es steht der Himmel offen da, die Engel Gottes sind uns nah, freunsich mit uns, Brüder, Halleluja! (Knaben!: Machts prächtig, er ist mächtig! Machts ehrlich, er ist herrlich! Jubilieret! Laßt Gott walten! Christ hat den Sieg er⸗ alten! Tobias Kiel, 1584—1627 (Mädchen 1: [Knaben!: [Mädchen!: IAlle!]: Eigene Weise O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden, Christ ist erstanden: freue, freue dich, o Christenheit! 2 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen: freue, freue dich, o Christenheit! 3 O du fröhliche, o du selige. gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, laßt ihm uns leben! Freue, freue dich, o Christenheit! Johannes Falk, 1768—1826 Weise: O heiliger Geist, o heiliger Goti 12 O herrlicher Tag, o fröh⸗ liche Zeit, da Jesus lebt ohn alles Leid! Ostern 2 Gott sei gepreist und hoch geehrt, Er ist erstanden von dem Tod, wir sind erlöst aus aller Not. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit!: 2 O herrlicher Tag, o eit, da wir von Sünden sind befreit! Getilget ist nun unsre Schuld, wir sind gerecht aus Gottes Huld. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit!: 3 O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! der Tod ist überwunden heut; es darf uns nicht mehr vor ihm graun wir sind erfüllet mit Vertraun. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit!: 4 O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Die Liebe Gottes uns erfreut: des Herren Sieg hat uns erlöst, uns neues Leben eingeflößt. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit!: 5 O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Erhalt uns, Jesu, diese Freud, zu sagen hier zu aller Stund und dort einmal mit selgem Mund: : O herrlicher Tag, o 16— eitl: Cyriakus Günther, 1650—1704 Ostern 73 Eigene Weise 121 Ostern, Ostern, Frühlings⸗ wehen, Ostern, Ostern, Auferstehen : aus der tiefen Grabesnacht!: Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen heimlich glühen; denn der Heiland ist erwacht! 2 Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten, der euch in den Abgrund zwang?: Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen dringt hinan sein ewger Gang. 3 Der im Grabe lag gebunden, hat den Satan überwunden, und der lange Kerker bricht.: Frühling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, herrschen soll das ewge Licht. 4 Alle Schranken sind entriegelt, alle Hoffnung ist versiegelt und beflügelt jedes Herz. Und es klagt bei keiner Leiche nimmermehr der kalte, bleiche, gottverlaßne Heidenschmerz. 5 Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwinden eilig, seit im Grabe Jesus lag. Jahre, Monden, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell ver⸗ schwunden, und es scheint ein ewger Tag. Max v. Schenkendorf, 1783—1817 Weise: Gott sei gedankt durch Jesum Christ 122 Triumph, Triumph! Es kommt mit Pracht der Siegesfürstheut aus derSchlacht. Wer seines Reiches Untertan, schau heute sein Triumphfest an! 2 Vor Freuden Tal und Wald er⸗ klingt, die Erde frisches Blumwerk bringt; ihr schöner Schmuck zu dieser Frist zeugt, daß ihr Schöpfer Sieger ist. 3 Die Sonne sich aufs schönste ö schmückt und wieder durch das Blaue blickt, die vor im schwarzen Trauerkleid beschaut den blutgen Todesstreit. schweigt, sich mutig als ein Löwe zeigt. Kein harter Fels ihn hält und zwingt; Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. 5 Herr Jesu, wahrer Siegesfürst, wir glauben, daß du schenken wirst uns deinen Frieden, den du bracht mit aus dem Grab und aus der Schlacht. 6 Triumph, Triumph! dich ehren wir und wollen durch dich kämpfen hier, daß wir als Reichsgenossen dort dir folgen durch die Siegespfort. Benjamin Prätorius, 1636—1674 4 Das stille Lamm jetzt nicht mehr DeeeeeeeeeeeeeeeeeEEeESSESEEE—.— ————————— — . xsx̃+ 7⁴ Ostern Weise: Es ist das Heil uns kommen her oder Nun freut euch, lieben Christen g'mein 123 Wach auf, Nacht i hun die die Sonn ist aufgegangen; ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 3 Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 4 Quält dich ein schwerer Sorgen⸗ dein Jesus wird ihn heben; Istein, es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5 Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe: vom Tod heut auferstanden ist und nicht im Grab zu finden. 10 Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti, 1660—1722 12 Wir wollen alle fröhlich sein dieser österlichen Zeit; denn unser Heil hat Gott bereit. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja! Gelobet sei Christus, Marien Sohn! 2 Es ist erstanden Jesus Christ, der an dem Kreuz gestorben ist; dem sei Lob, Ehr zu aller Frist! Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja! Gelobet sei Christus, Marien Sohn! 3 Er hat zerstört der Höllen Pfort und all die Sein'n herausgeführt und uns erlöst vom ewgen Tod. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja! Eigene Weise so wirst du sehn, daß Jesus Christ Gelobet sei 50 Marien Sohn! 1568 7 ½ Himmelfahrt Himmelfahrt Als Himmelfahrtslieder eignen sich auch die folgenden Lieder: Der du zum Heil erschienen; Himmelan geht unsre Bahn: Jesus Christus herrscht als König Weise: Wie schön leuchtet der Morgenstern 12 Ach wundergroßer Sieges⸗ held, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet. Mächtig, prächtig triumphierest, jubilierest; Tod und Leben, dir ist alles untergeben. 2 Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Pracht zur Glorie bist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 3 Du bist das Haupt, hingegen wir sind Glieder; ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried und Freude, Stärk und ö Kraft, Erquickung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4 Zieh, Jesu, uns, zieh uns nach dir, hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Tun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all Uppigkeit verachten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 6 Herr Jesu, komm, du Gnaden⸗ thron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen. Du, du bist allen uns zugut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm doch, hilf noch, dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. Ernst Christoph Homburg, 1605—1681 Himmelfahrt Weise: Es ist gewißlich an der Zeit 126 Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2 Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist hinfort mein Herz und Sinn, nach ihm mich stets verlanget. 3 Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wann dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt; Herr, höre doch mein Flehen! Nach Josua Wegelin, 1604—1640 Weise: Allein Gott in der Höh sei Ehr 127 Auf diesen Tag bedenken wir, daß Christ gen Himml gefahren, und danken Gott aus höchster Bgier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir von wegen mancher Gfährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja. 77 2 Drum sei Gott Lob, der Weg ist uns steht der HDimmeloffen,(gmacht, Christus schließt auf mit großer vorhin war alls verschlossen.[Pracht, Wers glaubt, des Herz ist freuden⸗ dabei er sich doch rüsten soll, voll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja. 3Wer nicht folgt und sein Willen tut, dem ists nicht ernst zum Herren; denn Gott wird auch vor Fleisch und sein Himmelreich versperren.[Blut Am Glauben liegts, wird derseinecht, wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himml gerichtet. Halleluja, Halleluja. 4 Solch Himmelfahrt fängt in uns bis wir den Vater finden(an, und fliehen stets die weltlich Bahn, tun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, er sieht herab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts bis sie zusammenkommen. sab, Halleluja, Halleluja. 5 Dann wird der Tag erst freuden⸗ reich, wenn uns Gott zu ihm nehmen und seinem Sohnwird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen: da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja. Johann Zwick, 1496—1542 Eigene Weise 12 Christ fuhr gen Himmel: was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja! 2 Halleluja! Halleluja! Halleluja! Des sollen wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2 Eigene Weise Gen Himmel aufgefahren Halleluja, lIist, der Ehrenkönig Jesus Christ, Halleluja! 2 Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, Herrscht über Himml und alle Land. Halleluja! 3Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja! 4 Nun sitzt beim Herren Davids Halleluja, Herr, wie zu ihm g'sprochen hat der Herr. Halleluja! 5 Drum jauchzen wir mit großem Halleluja,[Schalln, dem Herren Christ zum Wohl⸗ Halleluja!(gefalln. Himmelfahrt 6 Der heiligen Dreieinigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit! Halleluja! Nach d. Lat. Coelos ascendit hodie. 1601 Eigene Weise 13 Himmelfahrt ist heut: alle sehn erfreut zu dem Himmel hell hinan, sehn die Pforten aufgetan. 2 Weil ja Jesus Christ, der vom Himmel ist, heute wieder ziehet ein, will bei seinem Vater sein. 3 Und die Englein all gehn mit lautem Schall froh entgegen ihrem Herrn, daß er nun nicht mehr so fern. 4 Und wir Kinder stehn, wollens auch mit sehn, weil ja der Herr Jesus Christ unser lieber Bruder ist. 5 Will vom Himmel nun uns viel Gutes tun; nimmt uns einst zu rechter Zeit auf in seine Herrlichkeit. Wilhelm Hey, 1789—1854 Eigene Weise oder Weißt du, wieviel Sternlein stehen auch weltlich: An der Saale In die Ferne möcht ich ziehen, 3 weit von meines Vaters Haus; Himmelfahrt wo die Bergesspitzen glühen, wo die fremden Blumen blühen, ruhte meine Seele aus. 2 Hätt ich Schwingen, hätt ich lügel, flög ich auf zu meinem Stern; über Meere, Täler, Hügel, sonder Schranke, sonder Zügel folgt ich immer meinem Herrn. 3 Ach, das war ein schöner Segen, wenn er mit den Jüngern ging auf den Feldern, auf den Wegen, jedes Herz wie Maienregen seinen Trost, sein Wort empfing. 4 Ander Los ward uns bereitet: wie auch blühet rings das Land, wie sich rings die Ferne breitet, der uns rufet, der uns leitet, unser holder Freund verschwand. 5 Aufgehoben, aufgenommen, in den Himmel ist er nur; herrlich will er wiederkommen, seine Treuen, Stillen, Frommen, folgen immer seiner Spur. 6 Will mich denn zufrieden geben, fassen mich in stillem Sinn; all mein Denken, Sehnen, Streben, meine Lieb und auch mein Leben geb ich meinem Freunde hin. 7 Seinen Schwestern, seinen Brüdern, will ich mich in Treue nahn, an den Armen, Blöden, Niedern will ich dankend ihm erwidern, was er liebend mir getan. 79 8 Einst erklingen andre Stunden, und das Herz nimmt andern Lauf: Erd und Heimat ist verschwunden, und in seinen selgen Wunden löset aller Schmerz sich auf. Max v. Schenkendorf, 1783—1817 Weise: Jerusalem, du hochgebaute Stadt Mein siegend Haupt 13 dort in der Herrlichkeit, du lebst, beglückst, regierst. Ich bin dein Glied, doch lieg ich noch im Streit, bis du zum Frieden führst. Noch kämpf ich viel hienieden mit Sünd und Leidenschaft; doch du gibst deinen Frieden und Mut und Siegerkraft. 2 Zieh mich hinauf, der du die Stätte dort auch mir bereitet hast. Ich schau empor zu jenem selgen Ort, und leicht wird jede Last. Ich werde nie verderben: bin ich doch Gottes Kind mit allen Himmelserben, die ewig bei dir sind. Karl August Döring, 1783—1844 Weise: Alle Menschen müssen sterben 1³ höchstverklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht; Siegesfürst und Ehren⸗ könig, 8⁰ Himmelfahrt sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug betracht't deine Glorie, deine Macht? 3 Weit und breit, du Himmels⸗ deine Klarheit sich ergeußt(sonne, und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Hosianna dir. 4 Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt noch Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 6 Du kannst alles allerorten nun erfülln und nahe sein. Meines armen Herzens Pforten stell ich offen; komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! Gerhard Tersteegen, 1697—-1769 Weise: Ach Gott und Herr 13 Zeuch uns nach dir, so kommen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2 Zeuch uns nach dir, Herr Christ, ach führ uns deine Himmelsstege; wir irrn sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 3 Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer ö das böse Weltgetümmel. 4 Zeuch uns nach dir nur für uns für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Friedrich Funcke, 1642—1699 Weise: Ich dank dir schon durch deinen Sohn 13 Zum Olberg steigt der Heiland auf mit seinen treuen Lieben. Bald ist des Lebens bunter Lauf ganz weit dahinten blieben. 2 Und als sie auf dem Olberg sind, da ists gar herrlich droben; es rauscht durchs Laub ein leiser Wind, die Vögel singn und loben. N 2 Himmelfahrt 81 3„So nah schien uns der Him⸗ mel nie, da möcht uns Gott begegnen.“ Die Jünger fallen auf die Knie, ihr Meister will sie segnen. 4 Und seine Füße nimmer stehn auf dieser armen Erde. Gen Himmel sie ihn schweben sehn mit seliger Gebärde. 5 Wie hoch er sich erhoben hat! Zur Wolke aufgestiegen, sieht er nun Land und Fluß und zu seinen Füßen liegen.[Stadt 6 Da kommt ein' schöne Wolke her! Nun sehn wir ihn nicht wieder; jetzt ist er bei der Engel Heer, die singn ihm frohe Lieder: 7„Halleluja, Lob, Ehr und Preis, wir woll'n dich ewig loben; willkommen uns im Paradeis, im schönen Himmel oben!“ 8 Und er empfängt nun großen für sein gehorsam Leiden;(Lohn Gott setzt ihn auf des Himmels Thron zu seiner rechten Seiten. 9 Die Jünger haben große Freud, daß er dort oben sitzet und aus des Himmels Herrlichkeit sie segnet und beschützet. 10 Uns Kinder auch die Mär ergötzt, das dünkt uns gar so prächtig. Mein Heimat ist der Himmel jetzt und unser Herr allmächtig! Abel Burckhardt, 1805—1882 Zauleck, Kindergesangbuch. Eigene Weise oder Valet will ich dir geben 3 Ergrünt, ihr Siegespalmen, ihr Himmel, werdet klar! Ihr Herzen, bringet Psalmen und schmücket den Altar! Singt von dem Menschensohne und seinem großen Sieg, singt, wie er auf zum Throne der Ewigkeiten stieg! 2 Dort auf dem Olberg stehen die Jünger, arm und schwach; mit deiner Mutter sehen sie dir, o Jesu, nach. Doch sehn sie froh dich scheiden in deinen Sternensaal, weil du mit Licht und Freuden sie tröstest ohne Zahl. 3 Du aber hast nach oben zum Throne dich gewandt und waltest ewig droben zu Gottes rechter Hand. Von dannen wirst du kommen in Richtermajestät; dann jauchzen deine Frommen, der Stolzen Hohn vergeht. 4 O Jesu, Heil der Deinen, rüst uns auf diesen Tag, seis, daß er heut erscheinen, seis, daß er säumen mag! Wenn dann dir deine Knechte verklärt entgegenziehn, dann führe deine Rechte auch uns zum Himmel hin! Aus dem Latein. von Albert Knapp. 1837 6 * 22* V N% 0% + 2. +5 N T D + 7 + —— 2* 2 20 —8 MRN ö 2˙8 2 %. HNN 72 2 316 GIII 2 III + V V 7 I 20 2. I Pfingsten Weise: O Durchbrecher aller Bande 137 Geist des Glaubens, Geist Geist, der einst der heilgen Männer der Stärke, Kön'ge und Prophetenschar, des Gehorsams und der Zucht, der Apostel und Bekenner Schöpfer aller Gotteswerke, Trieb und Kraft und Zeugnis war: Das Himmelfahrts- und Pfingstbild sind aus dem Schmucktestament der Sächsischen Hauptbibelgesellschaft 8 2 2 = —. 2 2* I 2. — 2. 2 —— ——— . E —— . 4 Träger aller Himmelsfrucht; Pfingsten 83 2 Rüste du mit deinen Gaben auch uns schwache Kinder aus, Kraft und Glaubensmut zu haben, Eifer für des Herren Haus; eine Welt mit ihren Schätzen, Menschengunst und gute Zeit, Leib und Leben dranzusetzen in dem großen, heilgen Streit. 3 Gib uns Abrahams gewisse, feste Glaubenszuversicht, die durch alle Hindernisse, alle Zweifel siegend bricht, die nicht bloß dem Gnadenbunde trauet froh und unbewegt, auch das Liebste jede Stunde Gott zu Füßen niederlegt. 4 Gib uns Moses brünstges Beten um Erbarmung und Geduld, wenn durch freches Übertreten unser Volk häuft Schuld auf Schuld. Laß uns nicht mit kaltem Herzen unter den Verdorbnen stehn, nein, mit Moses heilgen Schmerzen für sie seufzen, weinen, flehn. 5 Gib uns Davids Mut, zu streiten mit den Feinden Israels, sein Vertraun in Leidenszeiten, auf den Herren, seinen Fels; Feindeslieb und Freundestreue, seinen königlichen Geist und ein Herz, das voller Reue Gottes Gnade sucht und preist. 6 Gib Elias heilge Strenge, wenn den Götzen dieser Zeit die verführte blinde Menge Tempel und Altäre weiht; daß wir nie vor ihnen beugen Haupt und Knie, auch nicht zum chein, sondern fest als deine Zeugen dastehn, wenn auch ganz allein. 7 Gib uns der Apostel hohen, ungebeugten Zeugenmut, aller Welt trotz Spott und Drohen zu verkünden Christi Blut. Laß die Wahrheit uns bekennen, die uns froh und frei gemacht; gib, daß wirs nicht lassen können, habe du die Ubermacht. 8 Schenk gleich Stephanus uns Frie⸗ mitten in der Angst derWelt,(den wenn das Los, das uns beschieden, in den schwersten Kampf uns stellt. In dem rasenden Getümmel schenk uns Glaubensheiterkeit, öffn im Sterben uns den Himmel, zeig uns Jesu Herrlichkeit. 9 Geist des Glaubens, Geist der Stärke, des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller Gotteswerke, Träger aller Himmelsfrucht; Geist, du Geist der heilgen Männer, Kön'ge und Prophetenschar, der Apostel und Bekenner, auch bei uns werd offenbar! Philipp Spitta, 1801—1859 Weise: Ringe recht 13 Geist vom Vater, taue, taue Segen auf die dürre Flur, daß dein Liebeswirken preise die erquickte Kreatur! 6* 2 Geist des Lebens, wehe, wehe übers weite Totenfeld, weck die Seelen aus dem Schlafe, die der Tod gebunden hält! 3 Geist des Lichtes, leuchte, leuchte, wo es finster ist und Nacht, daß die Finsternis bald weiche und die Nacht zum Tag erwacht! 4 Geistesflamme, zünde, zünde heller hier dein Feuer an, daß es deiner Jünger Herzen wärmen, heilgen, läutern kann! 5 Jesus Christus, höre, höre, sprich dein Amen, wenn wir flehn; send einmal in unsre Lande ein gewaltges Geisteswehn! Verfasser unbekannt Weise: Es sind doch selig alle, die 139 Herr Gott, dein Treu mit Gnaden leist und schick herab den heilgen Geist, der uns die Wahrheit lehre und geb Verstand in Sinn und Herz, daß uns dein Wort nicht sei ein ja, ganz zu dir bekehre.(Scherz, O Gott, dein Gnad daran beweis, daß sich wohl schick zu deinem Preis all unser Tun und Lassen. Was hindern mag, das von uns wend, was fördern mag, das zu uns send, zu wandeln deine Straßen. 2 Und zieh uns frühe, Herr, zu dir, wir wissen nicht, wieviel uns hier bestimmt an Jahr und Tagen. Pfingsten Zucht, Glauben, Furcht, Liebe, Treu lehr uns dein Geist; der mach uns Fried, das woll er nicht versagen. neu, Er bhüt uns stets vor falscher Lehr, der bösen Welt auch treulich wehr, damit sie uns nicht blende; teil aus, Herr, dein Barmherzigkeit, zeig uns dadurch die Seligkeit, hilf uns mit Gnad zum Ende. 3 Jetzund so bitten wir dich, Herr, bestätge du und stärk die Lehr in unsern Herzen allen. Denn das ist wahr: so bös wir sind, begehren wir doch deine Kind' zu sein und dir zu gfallen. So zeig, nun Gott, dein' Gnad und Gunst, erfüll das Herz mit Liebesbrunst, mit Glaub und wahrem Leben, daß wir einmal, wies dir gefällt, das Leben schließen und der Welt getrost den Abschied geben. Johannes Zwick, 1496—1542 Eigene Weise 140 Heilger Geist, wen hoch vom Himmel uns erschein mit dem Licht der Gnaden dein. 2 O du selge Gnadensonn, füll das Herz mit Freud und Wonn allen, die dich rufen an. 4 Lenk uns nach dem Willen dein, wärm die kalten Herzen fein,‚, bring zurecht, die irrig sein. Pfingsten 5 Gib uns, Herr, wir bitten dich, die wir glaͤuben festiglich, deine Gaben mildiglich. 6 Gib ein heilges Leben hier, gib, daß selig sterben wir, gib uns ewge Freud bei dir. Aus dem Lateinischen. Martin Moller, 1547—1606 Eigene Weise 1Ql Horch, es rauscht wie Windeswehen, Weltenfrühling bricht herein, und es flammt aus Himmelshöhen Gottesgeist im Feuerschein. Jubilate, jubilate, jubilate, Amen. Kommtund laßt uns feiernd gehen, Pfingsten strahlt im Schmuck der Mai'n. Jubilate, jubilate, jubilate, Amen. 2 Geist der Pfingsten dich verstehen und dich lieben, lernt allein, wer es willig läßt geschehen, deine Wohnung hier zu sein. Jubilate, jubilate, jubilate, Amen. Wohn in uns, Herr, hör uns flehen, heilger Geist, kehr bei uns ein.: Jubilate, jubilate, jubilate, Amen. Weise: Es sind doch selig alle, die 14²2 Jauchz, Erd und Himmel, juble hell, die Wunder Gotts mit Freud erzähl, die er heut hat begangen an dem trostlosen Häuflein klein, 85 das saß in friedsamer Gemein und betet mit Verlangen, daß es mit Geist getaufet werd, der kam mit Feuersglut zur Erd, mit starkem Sturmestoben; das Haus erfüllt er überall, zerteilt man Zungen sah im Saal und all den Herren loben. 2 Ach Herr, nun gib, daß uns auch find in Fried und Flehn dein selger Wind; weh rein von Sündenstaube ganz das Gemüt, füll an das Haus der Heilgen dein, richt dein Werk aus, daß aufgeh rechter Glaube und unsre Zung ganz Feuer werd, red nichts denn dein Lob hie auf Erd und was den Nächsten bauet. Brenn rein die sündige Natur, mach uns zur neuen Kreatur, obs Fleisch darob auch grauet. 4Durch dich besteht der neue Bund, ohn dich wird Gott niemandem kund, du neuerst unsre Herzen und rufst darin dem Vater zu, schaffst uns viel Fried und große Ruh aund tröstest uns in Schmerzen, daß uns auch Leiden Ehre ist, da du durch Lieb gegossen bist in unser Herz ohn Klage. Du leitest uns auf ebnem Weg und führst uns hier den rechten Steg, weckst uns am Jüngsten Tage. 6 Laß uns nicht sündgen wider dich, zum Tempel weih uns ewiglich, 86 Pfingsten lehr uns im Glauben beten, daß Jesus Christus hier auf Erd durch dich in uns verkläret werd; all Schwachheit wollst vertreten. Der Welt Art stark noch in uns ist, und unserm Fleisch danach gelüst't; drum wollst uns täglich strafen um Sünd und um Gerechtigkeit und um Gericht mit Gütigkeit, daß wir in Gott entschlafen. Ambrosius Blaurer. 1492—1564 Weise: Herr, ich habe mißgehandelt oder Unser Herrscher, unser König 1 4³ Komm, du sanfter Gnaden⸗ regen, komm, du Geist der Herrlichkeit, komm, du Segen aller Segen! Mache du mich selbst bereit, dich mit wartendem Verlangen hier begierig zu empfangen. 2 Fülle mich mit deinen Gaben. Ach, komm selbst zu mir herein; denn ich muß dich selber haben! Laß mich deine Wohnung sein, laß in deinem Licht mich sehen und aus Kraft in Kräfte gehen. 3 So kann ich den Herrn erkennen, der mein Gottversöhner ist, und ihn freudig Heiland nennen, meinen Herrn und meinen Christ, ja, so darf ich Abba beten und als Kind zum Vater treten. Friedrich August Weihe, 1721—1771 Eigene Weise 14⁴ Komm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläub'gen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n! O Herr, durch deines Lichtes Glast zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2 Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja, Halleluja! 3 Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! 1. Strophe vorreformatorisch, 2. und 3. von Martin Luther, 1483—1546 Eigene Weise 14⁵5 Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit; Pfingsten deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 2 Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nicht beginnen, als nur, was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los. 3 Laß uns stets dein Zeugnis fühlen, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn alleine zielen, wenn sich Not und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 4 Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit, seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 5 Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? O so mache den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh. 6 O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist; schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 87 7 Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns desselben mag berauben: du bist unser Schutz und Gott; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 8 Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Nun bitten wir den hei⸗ ö Heinrich Held, 1620—1659 1⁴ ligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Kyrieleis.(Elende. 2 Du wertes Licht, gib uns dei⸗ nen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Eigene Weise Heiland, der uns bracht hat zum rechten Kyrieleis.(Vaterland. 3 Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn Kyrieleis.[bleiben. 88 Pfingsten 4 Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben Kyrieleis.(verklagen. Martin Luther, 1483— 1546 (Strophe 1 aus dem 13. Jahrh.) Eigene Weise O du fröhliche, O du selige. ‚ gnadenbringende Pfingstenzeit! Christ, unser Meister, stenz heiligt die Geister: freue, freue dich, o Christenheit! 2 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit, Füyr, Geist der Gnade, uns deine Pfade. Freue. freue dich. o Christenheit! 3 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Ans, die Erlösten, Geist. willst du trösten: freue, freue dich, o Cbristenheit! Johannes Falk, 1768—-1826 Weise: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend oder Erhalt uns Herr 1 48 O Gottes Geist und Christi Geist, der uns den Weg zum Leben weist, der uns die dunkle Erdennacht durch seine Lichter helle macht. 2 Du Hauch, der durch das Weltall als Gottes stille Majestät lweht du aller Lichter reinstes Licht, erleucht uns Herz und Angesicht. 3 Komm, leuchte mit dem Gnadenschein hell in die weite Welt hinein; komm, mach uns in der Finsternis des Lichtes Himmelswegs gewiß. 4 Ach, hier ist alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe macht; ach, hier ist alles Not und Tod, geht uns nicht auf das Morgenrot: 5 Das Morgenrot der bessern Welt, das wie ein Strahl vom Himmel fällt, als Gottes Macht und Gottes Lust durchblitzt die kranke Menschenbrust. 6 O Gottes Geist und Christi Geist, der uns wie Kinder beten heißt, der uns wie Kinder glauben heißt, o komm, o komm, du heilger Geist! 7 Komm, Gottes Friede, Gottes Mut, komm, stille Kraft, die nimmer ruht; komm, gieße deinen Gnadenschein in Seele, Sinn und Herz mir ein! 8 Dann wandl ich wie ein Kind des Lichts im Glanze deines Angesichts schon meinen kurzen Erdenlauf stets himmelein und himmelauf. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860 Pfingsten 89 Weise: Wie schön leuchtet der Morgenstern 149 O heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne. Du Himmelcslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2 Du OQuell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3 Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst auf rechtem Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4 Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5 O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Lehr und treuen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6 Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7 Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, 90 Pfingsten daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, 1606—1673 Weise: O Jesulein süß, o Jesulein mild 15 O heiliger Geist, o hei⸗ liger Gott, du Tröster wert in aller Not, du bist gesandt vons Himmels Thron von Gott dem Vater und dem Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2 O heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, danach zu lieben allesamt, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 3 O heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort; an Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf getan, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 4 O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort: lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 5 O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort, laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 6 O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank jetzund und unser Leben lang, o heiliger Geist, o heiliger Gott! Altenburg, 1651 Weise: Valet will ich dir geben 15 O komm, du Geist der Wahr⸗ und kehre bei uns ein,(heit, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein, gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, daß jeglicher Getreuer den Herrn bekennen kann. 2 O du, den unser größter Regent uns zugesagt, komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt; gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharfgeschliffnen Waffen der ersten Christenheit! 4 Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium. Pfingsten 7 Du heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern, mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn! O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund! Philipp Spitta, 1801—1859 Weise: Wort des höchsten Mundes 152 Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2 Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad: gib uns Kraft und Lebenssaft, laß uns deine teuren Gaben zur Genüge laben. 3 Laß die Zunge brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor, gib uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. 9¹1 Gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4 Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld, lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5 Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut, laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch das Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen. 6 Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus, wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus; wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7 Mach das Kreuze süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht, trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, 164 I. 92 Pfingsten wenn der Tod, die letzte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8 Laß uns hier indessen, nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt, dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns———7 Benjamin S olck, 1672—1737 Weise: In Christo gelebt 153 Sei ewig gepreist, Gott heiliger Geist, daß du mich gelehrt, wie freundlich mein Jesus zu Sün⸗ dern sich kehrt! 2 Ach ginge mein Sinn doch einzig dahin nach Seel und Gebein, dein Herz, o mein Heiland, durch— aus zu erfreun! 3 Mein Geist sei dir heut aufs neue geweiht; regiere darin nach deinem verborgensten Rate und Sinn! Strophe 1 von Maria Spangenberg s 1751, 2 von Christian Gregor 1 1801, 3 von Nikol. Ludw. von Zinzendorf f 1760 Eigene Weise 1⁵ 4α Zeuch ein zu deinen Toren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2 Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden, Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3 Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es läßt nicht ab und ringet, bis der die Hilfe bringet, der allen helfen kann. 4 Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 5 Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, Pfingsten 9³3 willst, daß durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht seind. 6 Du, Herr, hast selbst in Händen, die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt: so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden; verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 7 Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd. Laß blühen wie zuvor die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 8 Beschirm die Obrigkeiten, richt auf des Rechtes Thron, steh treulich uns zur Seiten, schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 9 Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unsern Herzen reißt. 10 Gib Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 11 Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs ollen geben ins Todes Rachen hin, wenns hier mit uns wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, 1607—-1676 Weise: Warum sollt ich mich denn grämen 15 Geist der Weisheit, gib uns durch dein Licht lallen Unterricht, wie wir Gott gefallen. Lehr uns recht vor Gott hintreten, sei uns nah und sprich Ja, wenn wir gläubig beten. Ehrenfried Liebich, 1713—1780 2. Strophe des Liedes: Höchster Tröster, komm hernieder) ———————323 * 2 2. ꝗ W Trinitatis Als Trinitatislieder kommen auch in Betracht: Ich bin getauft auf deinen Namen; Liebe, die du mich zum Bilde: Nun danket alle Gott: Sollt ich meinem Gott nicht singen Eigene Weise 15 Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade; ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2 Wir loben, preisn, anbeten dich; für deine Ehr wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemess'n ist deine Macht; fort gschieht, was dein Will hat be⸗ Wohl uns des feinen Herren!([dacht. 3 O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders; Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller! 4 O heilger Geist, du höchstes Gut, du allrheilsamster Tröster, vors Teufels Gwalt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod; abwend all unsern Jamm'r und Not; darauf wir uns verlassen. Nik. Decius, 1 1529 Trinitatis 5 Mein Schöpfer steh mir bei, sei meines Lebens Licht; dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht, Hier leg ich Herz und Glieder vor dir zum Opfer nieder und widme meine Kräfte für dich und dein Geschäfte. Du willst, daß ich der Deine sei: mein Schöpfer, steh mir bei! 2 Mein Heiland, wasche mich mit deinem reinen Blut, das alle Flecken tilgt und lauter Wunder tut. Schließ mich verirrten Armen ganz ein in dein Erbarmen, daß ich von Zorn und Sünde hier wahre Freiheit finde. Ich bin voll Sünden ohne dich: mein Heiland. wasche mich! 3 Mein Tröster, gib mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt, regiere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist, der alles Gute schafft: mein Tröster, gib mir Kraft! 4 Gott Vater, Sohn und Geist, dir bin ich, was ich bin. Ach drücke selbst dein Bild recht tief in meinen Sinn, 9⁵ erwähle mein Gemüte zum Tempel deiner Güte, verkläre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen. Wohl mir, wenn du der Meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist! Johann Jakob Rambach, 1693—1735 58 Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren; er sorget für uns, : hüt't und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2 Wir glauben auch an Jesum Christ seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben, für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3 Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, 96 der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganz Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben: hier all Sünd vergeben werden: das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend : ist bereit't: uns ein Leben in Ewigkeit. Martin Luther, 1483—1546 Eigene Weise 15 Wir glauben all an einen ott, Vater, Sohn und heilgen Geist. an den Herren Zebaoth, den die Schar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, tut und schafft. 2 Wir glauben auch an Jesum Gottes und Marien Sohn,(Christ, der vom Himmel kommen ist und uns führt ins Himmels Thron, Trinitatis der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Not. 3 Wir glauben an den heilgen der von beiden gehet aus,[Geist, der uns Trost und Beistand leist wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist zu aller Zeit. Tobias Clausnitzer, 1618—1684 16 Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich durch Jesum, seinen Sohn, uns zum Vater hat gegeben; er will uns allzeit ernähren, uns zur Seligkeit bewahren durch den heilgen Geist im Glauben, kein Leid soll uns widerfahren. Die heilige Dreifaltigkeit sei hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Martin Luther, 1483—1546(gekürzt) — Ende der Festgesänge— „Der Herr volle geben, daß alle Vorsteher und Diener der K irehe samt allen Ohristen hres besten Vermögens daran seten. daßh bet der Jugend und aller Gemeinde Goltes solche schne christliche Gesange in Brauch und Ubun9 bommen. durch welche unsere Gemüter ꝛu Gott. unserm Sehöpter und Chris/o Jesu. unserm Heiland. und also zu Qler Zuchit. Eurbarbheii. christlicher Lieb und Freundschaft durch- einande gelehri. unteresEen gererzt und erzogen werden.“ Nartin Butzer, von 1623 1649 Prediger au Strapburg i. Elsag K. Wu . 2591 —8 . „Kindergesangbuch. Zauleck Sonntag und Gottesdienst Hierher gehören auch(außer manchem anderen Pfingstlied): Gib uns, eh wir gehn; Herr Gott, dein Treu mit Gnaden leist; Immer muß ich wieder lesen; Laß mich dein sein; Segne und behüte; Unsern Ausgang Weise: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 16 Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schließ zu der Sünden Tor und Tür; vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2 Dir, öffn ich, Jesu, meine Tür, ach komm und wohne du bei mir, treib alle Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3 Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt. 4 Und mache dann mein Herz zugleich, an Himmelsgut und Segen reich, gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5 So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn: wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Georg Neuß, 1654—1716 Eigene Weise 62 Erhalt uns, Herr, bei dei⸗ nem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2 Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigleit. 3 Gott heilger Geist, du Trösterwert, gib deim Volk ein'rlei Sinn auf Erd; steh bei uns in der letzten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther 1483—1546 16 Gott ist gegenwärtig: lasset uns anbeten und in Chrlurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten: alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn lennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder. 2 Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, heilig, heilig! singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. Weise: Wunderbarer Känig Sonntag und 4 Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allem. 6 Du durchdringest alles; laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten: laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 8 Herr, komm in mir wohnen, laß mein Herz auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen, 1697—1769 Weise: Erschienen ist der herrlich Tag 164 Gott Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Gottesdienst 99 Heut hat mein Gott das Licht ge⸗ macht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja. 2 Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja. 3 Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 4 Mein Gott, laß mir dein Lebens⸗ wort, führ mich zur Himmelsehrenpfort; laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich, Halleluja. Johann Olearius, 1611—1684 Weise: Unser Herrscher, unser König 16 Halleluja, schöner Morgen, schöner, als man denken Heute fühl ich keine Sorgen,[mag! denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2 Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunklen Sinest Zeit, in der der Segen fließt, Stunde, voller Ewigkeit, du vertreibst mir alles Leid. 7⁷ 10⁰ Sonntag und Gottesdienst 3 Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 5 Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7 Gib, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jonathan Krause, 1701—1762 Weise: O Durchbrecher aller Bande oder: O du Liebe meiner Liebe 166 Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun. 2 Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria tat. Nikol. Ludwig v. Zinzendorf, 1700—- 1760 Eigene Weise 167⁸⁶² Jesu Christ, dich zu uns wend, dein'n heilgen Geist du zu uns send, mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2 Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Ver⸗ stand, daß uns dein Nam werd wohl be— kannt. 3 Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Altenburg 1648 Weise: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 6 8 Herr, öffne mir die Herzens⸗ tür, zieh meinHerz durch deinWortzu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. Sonntag und Gottesdienst 2 Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel ge⸗ sund, dein Wort ists, das mein Herzerfreut, dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3 Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Johann Olearius, 1611—1684 Weise: O du Liebe meiner Liebe 16 Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh, lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu. Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir der Schein, er der Meister, wir die Brüder, er ist unser, wir sind sein. 2 Kommt, ach kommt, ihr Gnaden⸗ und erneuert euern Bund, kinder, schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund; und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke sehlt, o so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt. 3 Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann. So hat uns der Freund geliebet, 101¹ so vergoß er dort sein Blut; denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr euch selbst Eintrag tut. 4 Halleluja, welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat; daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so sühlbar nahe bist. 5 Ach du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war. Ja verbinde in der Wahrheit, der du selbst die Wahrheit bist, alles, was von deiner Klarheit in der Tat erleuchtet ist. 6 Liebe, hast du es geboten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen lann: wir als die von einem Stamme stehen auch für einen Mann. 7 Laßt uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein: also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf 1700—1760 102² Sonntag und Gottesdienst Eigene Weise 170 Liebster Jesu, wir sind hier, dich 201 dein Wort anzu⸗ lenke Sinnen und Begier(hören; auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2 Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Sand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, tun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3 O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tobias Clausnitzer, 1618—-1684 Weise: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 17¹ O Gott, du höchster Gnaden⸗ hort verleih, daß uns dein göttlich Wort von Ohren so zu Herzen dring, daß es sein Kraft und Schein voll⸗ bring. 2 Der einge Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo haft; die Werk der Lieb sind dieser Schein, dadurch wir Christi Jünger sein. 3 Verschaff bei uns auch, lieber Herr, daß wir durch deinen Geist je mehr in dein'r Erkenntnis nehmen zu und endlich bei dir finden Ruh. Konrad Hubert. 1507—1577 7 O Herre Gott, wir Kindlein ein, die wir auch sind von deiner Gmein, wir rufen jetzt an allem Ort: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 2 Denn dich bekennet unser Mund, so weißt du unsers Herzens Grund! wir wissen, daß du Vater bist, hast uns erlöst durch Jesum Christ. 3 Gott, diesen Trost nicht von uns wend; nimm Leib und Seel in deine Känd. Nimm uns, HerrChrist,in deine Arm, aus Gnaden unser dich erbarm. 4 Vor deiner Feinde List und Mord bewahr uns, Herr, erhalt dein Wort; barmherzig ist der Name dein, in dein'm Schutz laß uns sicher sein. Aus der Reformationszeit nach einer Heidelberger Handschrift 17 O selig Haus, wo man dich aufgenommen, du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ, wo unter allen Gästen, die da lommen, du der gefeiertste und liebste bist; wo aller Herzen dir entgegenschlagen und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. Sonntag und Gottesdienst 103 2 Oselig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist ge⸗ sinnt; wo beide unzertrennbar an dir angen h ö in Lieb und Leid, Gemach und Un⸗ gemach und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 3 O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu, und lernen früh dein Lob mit Freu⸗ den stammeln, sich deiner freun, du lieber Hei⸗ land du. 4 O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Haus⸗ genossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und un⸗ verdrossen, in kleinen Dingen zeigen große reu. 5 O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist: bis ieder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet ins große, freie, schöne Vaterhaus. Philipp Spitta. 1801—1859 Weise: O du Liebe memer Liebe 17⁴ O wie freun wir uns der Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute nicht vergebens Hörer deines Wortes sein, schreibe selbst das Wort des Lebens tief in unsre Herzen ein. 2 Sieh, wir sitzen dir zu Füßen, großer Meister, rede du; 104 sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. Lehr uns, wie wir selig werden, lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nützen für die Ewigkeit. Philipp Spitta. 1801—1859 Weise: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 17 Sei hochgelobt, Herr Jesu Christ, daß du der Kinder Heiland bist, und daß die kleine Lämmerschar dir, König, nicht verächtlich war. 2 Gelobet sei des Vaters Rat für seiner Liebe Wundertat: sein ewger Sohn wird arm und klein, daß Kinder können selig sein. 3„Laßt doch die Kindlein her zu mir!“ so riefst du, Herr, drum bin ich hier; „für sie gehört mein ganzes Reich,“ drum werd ich selbst den Kindern gleich. 4 Sei hochgelobt, Herr Jesu Christ, daß du der Kinder Heiland bist, und daß du, hocherhabner Fürst, der Kinder Heiland bleiben wirst. Ernst Gott. Woltersdorf, 1725—1761 Weise: Erwacht von süßem Schlummer 17 So feierlich und stille, als heute nah und fern, seis auch in meinem Herzen am schönen Tag des Herrn. Sonntag und Gottesdienst 2 Es tönen hell die Glocken, sie tönen nah und fern und wollen alle laden ins hohe Haus des Herrn. 3 O solchem freudgen Rufe, wer folgte dem nicht gern! Wer nähme Gnad und Liebe nicht gern von seinem Herrn! 4 Und sieh, der Glaube leitet, wie einst der Weisen Stern, das Herz auf sichrem Pfade hinauf zu seinem Herrn. 5 Da sind ihm alle Lüste, der Erde Schmerzen sern; es lebt in selger Stille allein in seinem Herrn. Chr. Aug. Gebauer, 1792—1852 Eigene Weise 17 Treuer Heiland, wir sind in der Andacht Stille;(hier unser Sinnen und Begier lenke sanft dein Wille. Deines Wortes heller Schein strahl in unser Herz hinein, uns mit Licht erfülle. 2 Kehr, o Jesu, bei uns ein, komm in unsre Mitte; wollest unser Lehrer sein, hör der Sehnsucht Bitte: deines Wortes stille Kraft, sie, die neue Menschen schafft, bilde Herz und Sitte! Sonntag und 3 Von dir lernen möchten wir deiner Sanftmut Milde, möchten ähnlich werden dir, deinem Demutsbilde, deiner stillen Tätigkeit, deiner armen Niedrigkeit, deines Wohltuns Milde. 4 Zeige deines Wortes Kraft an uns armen Wesen; zeige, wie es neu uns schafft, Kranke macht genesen. Jesu, dein allmächtig Wort fahr in uns zu wirken fort, bis wir ganz genesen. 5 O wie selig ist es, dir kindlich zu vertrauen; unerschüttert können wir auf dich, Felsen, bauen. Herr, wir glauben in der Zeit, bis die selge Ewigkeit uns erhebt zum Schauen. Heinr. Zeller. 1779—1860 Weise: Unser Herrscher, unser König oder: Komm, o komm, du Geist 178 Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach, wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2 Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. Gottesdienst 105 3 Laß in Furcht mich vor dich heilige du Leib und Geist,(treten, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilige du Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4 Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5 Särk in mir den schwachen Glau⸗ laß dein teures Kleinod mir(ben, nimmer aus dem Herzen rauben, halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6 Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. 7 Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann; lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammertal, Herr, zu deinem Ehrensaal. Benjamin Schmolck, 1672—1737 17 Wir treten zum Beten vor Gott, den Gerechten; er waltet und haltet ein strenges Gericht. Eigene Weise —7 — 106 Sonntag und Gottesdienst Er läßt von den Schlechten die Guten nicht knechten, sein Name sei gelobt, er vergißt unser nicht. 2 Im Streite zur Seite ist Gott uns gestanden, er wollte, es sollte das Recht siegreich sein: da ward, kaum begonnen, die Schlacht schon gewonnen. Du, Gott, warst ja mit uns, der Sieg, er war dein! 3 Wir loben dich oben, du Lenker der Schlachten, und flehen, mögst stehen uns fernerhin bei, daß deine Gemeinde nicht Opfer der Feinde. Dein Name sei gelobt; o Herr, mach uns frei!! Nach einem niederländischen Dankgebet Weise: O Gott, der du ein Heerfürst bist 180 Wie reizend schön, Herr Zebaoth, ist deine Wohnung, o mein Gott! Wie sehnet sich mein Herz, zu gehen, wo du dich hast geoffenbart, und bald in deiner Gegenwart, im Vorhof, nah am Thron zu stehen! Dort jauchzet Fleisch und Geist in mir, o Gott des Lebens, auf zu dir. 2 Die Schwalb, der Sperling findt ein Haus, sie brüten ihre Jungen aus; du gibst Befriedigung und Leben. Herr Zebaoth, du wirst auch mir, mein Herr, mein Gott, ich traue dir, bei deinem Altar Freude geben. O selig, wer dort allezeit in deinem Lobe sich erfreut! 3 Wohl, wohl dem Mann, der in der Welt dich, Herr, für seine Stärke hält, von Herzen deinen Weg erwählet. Geht hier sein Pfad durchs Tränen⸗ tal: er findet auch in Not und Qual, daß Trost und Kraft ihm nimmer fehlet. Von dir herab fließt mild und hell auf ihn der reiche Segensquell. 4 Du, unser Schild, Gott, schau uns an, schau uns in dem Gesalbten an. Ein Tag in deinem Haus ist besser denn tausend, ohn dich nah zu sehn; ja auf der Schwelle nur zu stehn an meines Gottes Haus, ist größer, als lang in stolzer Ruh der Welt zu wohnen in der Bösen Zelt. 5 Denn Gott der Herr ist Sonn und Schild, er deckt uns, er ist gut und mild, er wird uns Gnad und Ehre geben. Nichts mangelt dem, der in der Not auf Gott vertraut; er hilft im Tod. Er selber ist der Frommen Leben. Heil dem, der stets in dieser Welt, Herr Zebaoth, an dich sich hält! Matthias Jorissen, 1739—1823 S E Die Kirche und ihr Walten Hierher gehören manche Lieder von Pfingsten: Erhalt uns, Herr; Zieht in Frieden eure Pfade Weise: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort oder O Jesu Christ, meins Lebens Licht 1 8 Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend“) worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. *) Abend S Endzeit der Welt 2 In dieser schwern betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3 Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, träg und talt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, schaff, daß es schall an allem Ort. 4 Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5 Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 108 6 Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Gwalt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7 Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8 Dein Wort ist unsres Herzens ru und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 9 Gib, daß wir lebn in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelssaal. Nikolaus Selnecker, 1530—1592 Weise: Valet will ich dir geben 18 Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld: 2 Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, Die Kirche und ihr Walten nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3 Im schönen Hochzeitskleide von allen Flecken rein führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4 Drum lann nicht Friede werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5 Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6 So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; Die Kirche und ihr Walten 109 daß, wo man Götzen frönet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 7 Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst, Wie viele sind zerbrochen! Wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns versprochen, werd aller Heiden Licht! Albert Knapp, 1798—-1864 denn groß ist ihre Not; ach, lieber Gott, erbarme dich, sie sind in Sünden tot. 2 Sie beten stumme Götzen an, sie knien vor Holz und Stein und wissen nicht in ihrem Wahn, daß du bist Gott allein. 3 Sie kennen auch den Heiland der ihre Sünden trug; nicht, sie leben ohne Trost und Licht und liegen unterm Fluch. 4 O Vater der Barmherzigkeit, o Herr voll Lieb und Macht, wann ist erfüllt der Heiden Zeit, wann endet ihre Nacht? 5 Ihr Elend schreit so laut zu dir, und deine Kinder flehn: Eigene Weise Die armen Heiden jammern mich, Ach, öffne bald der Heiden Tür und laß sie Jesum sehn! 6 Sie sind ja auch sein Erb und sein teurer Schmerzenslohn;(Gut, wir bitten durch sein Kreuz und Blut: o gib sie deinem Sohn, 7 daß sie durch ihn mit uns zugleich und deiner ganzen Schar auf Erden und im Himmelreich dich preisen immerdar. Gustav Knak, 1806—1878 Eigene Weise 18 4 Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ, die Sach, an der wir stehn, und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar sproßt zum Licht empor, wird sterbend in der Erde Schoß vorher vom eignen Wesen los; im Sterben los, vom eignen Wesen los. 2 Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit dir, die gleiche Bahn. Wohlan, so führ uns allzugleich zum Teil am Leiden und am Reich führ uns durch deines Todes Tor samt deiner Sach zum Licht empor; zum Licht empor durch deines Todes Tor. Samuel Preiswerk, 1799—1871 11⁰ Die Kirche und ihr Walten Weise: Jesus, meine Zuversicht 185 Eine Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde, mach dich auf und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. 2 Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. 3 Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht: Jesus hält, was er verspricht. 4 Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensgquelle, ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 6 O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf! es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolf Krummacher, 1767—1845 Weise: Wachet auf, ruft uns die Stimme 186 Einer ists, an dem wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut; unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, oMann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhn deine Kinder. ö Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 3 O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitterwenig, drum sende treue Zeugen aus. Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4 Schau auf deine Millionen, die noch im Todesschatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evangelium erschienen, kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, Die Kirche und ihr Wa lten 111 zieh uns voran und mach uns Bahn, gib deine Türen aufgetan. 6 Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, 1798—1864 Eigene Weise 1 8 Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen! 2 Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3 Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht't: ein Wörtlein kann ihn fällen. 4 Das Wort sie sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein'n Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther, 1483—1546 Eigene Weise 188 Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2 Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne; 11² Die Kirche und ihr Walten sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone; Zion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich, leide dich! 3 Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Locken, nichts ihr Lachen; Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ folge nicht, folge nicht! sspricht, 4 Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten, tue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides, das was krumm und prüfe recht, prüfe recht! Ischlecht, 5 Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, dringe ein! 6 Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Tür brich herfür, brich herfür! 7 Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß doch ja nicht lau dich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und halte aus, halte aus![Strauß Johann Eusebius Schmidt, 1670—1745 Weise: Was mein Gott will 189 Gib Fried, zu unsrer Zeit, o HKerr, groß Not ist jetzt vorhanden; der Feind begehrt nichts andres mehr, denn daß er bring zu Schanden den Namen Christ und dämpft mit List wahrn Gottesdienst auf Erden. Den uns erhalt durch dein Gewalt; du hilfst allein in Gfährden. 2 Gib Fried, den wir verloren han durch Unglaub und bös Leben. Dein Wort hast uns geboten an, dem wir all widerstreben. Denn wir zum Teil dies unser Heil mit frevler Gwalt austreiben, zum Teil ohn Grund bekennen rund, ohn herzlich Frommsein bleiben. 3 Gib Fried, auch deinen Geist uns der unser Herz durch Reue Isend, und Leid um unsre Sünd behend in Jesu Christ erneue, Die Kirche und ihr Walten 113 auf daß dein Gnad all Schand und Schad, all Furcht und 142 von uns abkehr, dadurch dein Ehr bei allem Volk groß werde. Wolfgang Capito, 1478—1541 Weise: Wachet auf, ruft uns die Stimme 19 Gottes Stadt steht fest gegründet auf heilgen Bergen, es verbündet sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen, man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Halleluja! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! Philipp Spitta. 1801—1859 Eigene Weise 191 Herr, nun uihene Wagen bald abseit geht sonst die Fahrt, das brächt Freud dem Widerpart, der dich veracht't so freventlich. 2 Gott, erhöh deins Namens Ehr wehr und straf der Bösen Grimm, weck die Schaf mit deiner Stimm, die dich liebhaben inniglich. Zauleck, Kindergesangbuch 3 Hilf, daß alle Bitterkeit scheid, o Herr, und alte Treu wiederkehr und werde neu, daß wir ewig lobsingen dir. Huldreich Zwingli, 1484—1531 Weise: Herzliebster Jesu, was hast du 192 Herr, unser Gott, laß nicht zuschanden werden die, so in ihren Nöten und Be⸗ schwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte und zu dir rufen. hoffen 2 Mache zuschanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht ver⸗ lassen, 140 kehre dich mit Gnaden zu uns laß dichs erbarmen. Armen, 3 Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen nieder⸗ kein Glied mehr regen. legen, 4 Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, vergebens ists, auf Menschenhilfe bauen; mit dir wir wollen Taten tun und [kämpfen, 8 die Feinde dämpfen. 11⁴ Die Kirche und ihr Walten 5 Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuflein retten. Wir trauen auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Johann Heermann, 1585—1647 Weise: Wachet auf 19 König Jesu, streite, siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und jauchzen dir ein Halleluja für und für. 18627 Eigene Weise 10 Lob Gott getrost mit Singen, frohlock, du Christenschar! Es soll dir nicht mißlingen, Gott hilft dir immerdar. Ob du auch hier mußt tragen viel Widerwärtigkeit, sollst du doch nicht verzagen: Gott wendet all dein Leid. 2 Kann eine Mutter lassen auch je ihr eigen Kind? Wirft sie es auf die Gassen, wo fremde Leute sind? Und ob sichs möcht begeben, daß sie so greulich siel: Gott schwört bei seinem Leben, daß er dein bleiben will. 3 Laß dich durch nichts erschrecken, o du christgläubge Schar! Gott wird dir Hilf erwecken und selbst dein nehmen wahr. Er hat dich ja gezeichnet, gegraben in sein Händ; dein Nam stets vor ihm leuchtet, daß er sein Hilf dir send. 4 Es tut ihn nichts gereuen, was er vorlängst gebeut, sein Kirche zu erneuen in dieser bösen Zeit. Er wird herzlich anschauen ihr Jammer und Elend, sie herrlich wieder bauen durchs Wort und Sakrament. 5 Gott solln wir billig loben, der sich aus großer Gnad uns durch sein Geist von oben zu kennen geben hat. Er wird uns auch erhalten in Lieb und Einigkeit und unser freundlich walten hier und in Ewigkeit. Böhmische Brüder 1561. Die Kirche und ihr Walten 11⁵ Eigene Weise 19 5 Lobt Gott, ihr frommen Christen freut euch und jubiliert! Gott will sein Kirche fristen, sein Wahrheit triumphiert. Die Harfen hört man klingen in deutscher Nation, darum viel Christen dringen zum Evangelion. 2 Von Mitternacht ist kommen ein evangelisch Mann, hat Gottes Wort genommen aus seiner Feinde Bann. Menschenlehr ist gefallen, Gottes Wort ist auf dem Plan; das Heil leuchtet uns allen, niemand es wehren kann. 3 Lebendig Wasser quillet aus Gottes Brünnlein klar, die Durstgen labt und stillet, heilt alles Volt fürwahr, der Herr hat angeschauet die saßen im Elend; sein Reich er wieder bauet durchs Wort und Sakrament. 4 Ein jeder soll auch hören, wer unser Hauptmann ist: der König aller Ehren, unser Herr Jesus Christ. Der will uns helfen streiten in aller unsrer Not jetzt und zu allen Zeiten, als er versprochen hat. 5 Gottes geliebte Ritter, seid mannlich in dem Streit! Das grausam Ungewitter währt nur ein kleine Zeit. Tut nur beständig bleiben, seid treu bis in den Tod; laßt euch zurück nicht treiben, vertrauet unserm Gott. ö 6 Amen! Es wird geschehen! In einem Augenblick wird Gottes Macht man sehen wider der Welte Tück. Wir werden bei ihm erben die herrlich Kron und Freud, Sieg und Triumph erwerben durch ihn in Ewigkeit. Ludwig Hailmann, 1517 Eigene Weise 196 Löwen, laßt euch wieder⸗ sinden, wie im ersten Christentum, die nichts konnte überwinden; seht nur an ihr Martertum: wie in Lieb sie glühten, wie sie Feuer sprühten, daß sich vor der Sterbenslust selbst der Satan fürchten mußt. 2 In Gefahren unerschrocken und von schnöden Lüsten rein, die zum Eitlen konnten locken, war damals des Serrn Gemein. Ihr Sinn drang zum Simmel; fern aus dem Getümmel war erhoben Herz und Geist, suchte nicht, was zeitlich heißt. 8* 116 3 Ganz großmütig sie verlachten, was die Welt für Vorteil hält, und wonach die meisten trachten, es mag sein Ehr, Wollust, Geld. Furcht war nicht in ihnen; auf die Kampfschaubühnen sprangen sie mit Freudigkeit, hielten mit den Tieren Streit. 4 Es dürft wieder dazu kommen, daß des Feindes tolle Wut zu der Schlachtbank deine Frommen führte und vergöß ihr Blut. Nach gemeiner Sage große Trübsalstage werden kommen uns zu Haus und noch ein sehr harter Strauß. 5 Ei wohlan, nur fein standhaftig! O ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig folgen jener Zeugen Hauf! Nur den Leib berühret, was ihm so gebühret; er stets Leiden wohl verdient, und die Seel darunter grünt. 6 Gib, daß ich mit Geisteswaffen kämpf in Jesu Löwenstärk und ja niemals mög erschlaffen, daß mir dieses große Werk durch dich mög gelingen und ich tapfer ringen, daß ich in die Luft nicht sreich, sondern bald das Ziel erreich. Anmutiger Blumenkranz 1712 Die Kirche und ihr Walten Weise: Errett mich, o mein lieber Herre 197 O daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! 2 Zwar brennt es schon in heller Flamme, jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West dir, dem für uns erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3 Und noch entzünden Himmels⸗ funken so manches kalte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd- undHöllenschmerz. 4 Verzehre Stolz und Eigenliebe und sondre ab, was unrein ist, und mehre jener Flamme Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. 5 Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 6 Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer ström nicht ver⸗ gebens, ach zünd in unsern Herzen auch. 7 Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. Die Kirche und ihr Walten ö 117 8 Beleb, erleucht, erwärm, ent⸗ flamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. 9 Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelharmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. Georg Friedrich Fickert, 1758—1815 Weise: Ach Gott, vom Himmel sieh darein 198 O Herre Vutt Ounen ist in welcher wir jetzt leben. Erhalt uns bei der reinen Lehr, die du aus Gnad uns geben. Halt uns durch deinen Geist im Zaum, daß wir der Wahrheit geben Raum, der Lüge widerstreben. 2 O Jesu Christe, komm doch schier, tu deine Macht erzeigen. All unsre Hilfe steht bei dir, ist doch die Sach dein eigen. Komm, Herr, und laß erbitten dich! Du kannst allein gewaltiglich der Wahrheit Feinde schweigen.“) *) zum Schweigen bringen Johann Walther, 1564 Weise: Wachet auf, ruft uns die Stimme 199 Rüstet euch, 1er Christen⸗ leute! Die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel, Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 4 Jesu, stärke deine Kinder und mach aus denen Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Gieß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen: so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmus Arends, 1677—1721 Weise: Gott sei Dank 200 Triumphiere, te Stadt, die der Sohn erbauet hat! Kirche Jesu, freue dich; der im Himmel schützet dich. 2 Deine Feinde wüten zwar, zittre nicht, du kleine Schar; denn der Herr der Herrlichkeit machet deine Grenzen weit. ———3—3————Wn..— 118 Die Kirche und ihr Walten 3 Nimmt der Völker Toben zu, laß sie wüten, leide du; leide mit Geduld und Mut; blute, fruchtbar ist dein Blut. 4 Deinen Feinden eilt er nach, siegt und rächet deine Schmach, und allmächtig beugt der Held in dein selig Joch die Welt. 5 Kirche, rufe, Lehrerin, zeuch in neue Welten hin; lehre, denn sie sollen dein, alle sollen Gottes sein. 6 Rühm es, singe: Jesus lebt! Jesus, der mein Haupt erhebt, der, wie sehr die Höll auch tobt, mich beschützt, sei hoch gelobt. 7 Gott sei angebetet er, der mein Vater, der umher Raum mir macht, und wenn es stürmt, meine Kinder mir beschirmt. Johann Andreas Cramer, 1723—1788 Weise: Kommt her zu mir, spricht Gottes 201 Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2 Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3 So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort, und was dem tut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott, Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg, 1584—1640 Weise: Dir, dir, Jehova, will ich singen 202 Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schwei⸗ gen und die getrost dem Feind entgegen⸗ ö gehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2 O daß doch bald dein Feuer brennte, o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, W. lein. — Die Kirche und ihr Walten 119 5 Ach, daß die Hilf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volt aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei. 10 Du wirst dein herrlich Werk vollenden, der du der Welten Heil und Richter ist; du wirst der Menschheit Jammer wenden, so dunkel jetzt dein Weg, oHeilger, ist. Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn: du tust doch über Bitten und Ver⸗ stehn. Karl Heinrich von Bogatzky, 1690—1774 Strophe 10: Albert Knapp, 1798—1864 Weise: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 203 Wach auf, wach auf,'s ist hohe Zeit! Christ, sei mit deiner Hilf nicht weit! Das wütend ungestüme Meer läuft an mit Macht und Psehr⸗ uns ehr. 2 Silfst du nicht bald, so ists ge⸗ schehn, zugrund wir müssen eilends gehn. Bedräu der Wellen wild Gebrüll, so legt es sich und wird ganz still. 3 Ach Herr, um deines Namens Ehr halt uns in Fried bei deiner Lehr! Gib deiner Kirche wieder Ruh, Gesundheit, gute Zeit dazu. 4 Darüber auch das Allerbest, daß wir, im Glauben treu und fest, mögen preisen den Namen dein, dir leben, dein lieb Vöklein sein, 5 aus deinem Geist ganz neu ge⸗ born; den gib uns Herr, sonst ists verlorn. Dies alles unser Herz begehrt, wiewohl wir sind der keines wert. 6 Züchtge du uns mit Vaters Rut und mach uns böse Kinder gut; straf uns nun nicht in deinem Grimm, gedenk, was deiner Ehre ziem. 7 Sei du Hauptmann in allem Streit, dein siegreich Hand helf uns beizeit, damit der Feind, wie groß er ist, muß sehen, daß du stärker bist. 8 In deiner Kraft wir liegen ob, daß weit erschall dein Ehr und Lob und alle Welt des innewerd, daß du noch lebst und Eid auf rd. Ambrosius Blaurer, 1492—1564 12⁰ Weise: Triumphiere, Gottes Stadt oder: Nun komm, der Heiden Heiland 20 AWalte, walte nah und fern, allgewaltigWort desHerrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. schuf und in den Armen hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat; 3 Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes Tat ewig weggenommen hat; 4 Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft; 5 Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein: walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 6 Auf zur Ernt in alle Welt! Weithin wogt das reife Feld; klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Garben überall. 7 Herr der Ernte, groß und gut, weck zum Werke Lust und Mut, laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl. Jonathan Friedr. Bahnmaier, 1774—1841 2..—.—..——— Weise: Ach lieber Gott, behüte mich 205 Gott sprach zu dir, du Kindlein Illein: „Ich will dein Gott und Vater sein.“ Ruf du zu ihm:„O Vater mein, ich will dein treues Kind auch sein.“ 2 Gott sprach zu dir, du Kindlein klein: „Ich will dein Herr und Heiland sein.“ Ruf du zu ihm:„O Heiland mein, ich will dein Knecht und Diener sein.“ 3 Gott sprach zu dir, du Kindlein llein: „Ich will dein Licht und Tröster sein.“ Ruf du zu ihm:„O Tröster mein, ich will dein heilge Wohnung sein.“ Taufe und Konfirmation 121 4 So sprach Gott in der Taufe dein, so ruf du stets im Leben dein. Beacht es wohl, du Kindlein klein, wenn zum Verstand wirst kommen sein. Hänel Weise: Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ 2 0 6 Herr, unser Gott, wir stehn vor dir, du schaust auf uns herab. Dir treu zu sein, geloben wir, hilf, Herr, bis an das Grab. Du warst mit uns von Kindheit an, hast Gutes stets an uns getan; du trugst uns alle mit Geduld; erhalt uns deine Vaterhuld, verwirf uns nicht, verwirf uns Sünder nicht. 2 Du gabst den eingebornen Sohn, das teure Gotteslamm, für unser Heilin Schmach und Hohn zum Tod am Kreuzesstamm. Durch seiner Wunden Blut und Schmerz gewann er unser armes Herz; wir lassen ihn nun ewig nicht. Ob gib uns deines Geistes Licht, das Gnadenlicht, des heilgen Geistes Licht. 3 Hilf uns, daß wir durch seine den Weg des Lebens gehn(Kraft und in des Glaubens Ritterschaft dem Bösen widerstehn. Und ists vollbracht, und willdas Herz uns brechen einstim letzten Schmerz, so führ uns, Herr, an Jesu Hand durchs finstre Tal ins Vaterland, ins Vaterland, ins ewge Vaterland. Gustav Knak, 1806—1878 Weise: O daß ich tausend Zungen hätte oder Wer nur den lieben Gott läßt walten 20 Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2 Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3 Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt: Ich hab, o Herr, aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt, hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4Meintreuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verlorengehn. —*——*————— Nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan. 5 Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6 Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach, 1693—1735 Weise: Christus, der ist mein Leben 208 Nun schreib ins Buch des Lebens, Herr, ihre Namen ein und laß sie nicht vergebens dir zugeführet sein! 2 Ach präge jedem Kinde dein Wort recht tief ins Herz, daß es, bewahrt vor Sünde, dir dien in Freud und Schmerz. 3 Du, der du selbst das Leben, der Weg, die Wahrheit bist, uns allen wollst du geben dein Heil, Herr Jesu Christ. Vor 1850 12² Taufe und Konfirmation Weise: Seelenbräutigam 20 Von des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2 Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, ů unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zugut. 3 Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir unsern Bund erneuern und gerührt vor dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4 Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5 Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine, mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. Samuel Marot, 1770—1865 V — —..—— Buße und Glaube Eigene Weise 21 Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2 Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Erde Enden und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich es doch nicht wenden. —22.7——5 123 3 Zu dir flieh ich; verstoß mich nicht, wie ichs woh hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich versühnet. 4 Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hier fort, nur schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5 Gib, Herr, Geduld, vergiß der Schuld, „schaff ein gehorsam Herze, daß ich nur 70016 wies wohl geschicht, mein Heil murrend verscherze. 6 Handle mit mir, wies dünket dir, durch dein Gnad will ichs leiden; nur wollst du mich nicht ewiglich, mein Gott, dort von dir scheiden. Jena 1613 Eigene Weise 2¹1 Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen. Dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffen: Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan: wer kann, Herr, vor dir bleiben? 12⁴ Buße und Glaube 2 Bei dir gilt nichts denn Gnad und die Sünde zu vergeben,[Gunst, es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3 Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort: das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4 Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5 Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther, 1483—1546 Weise: O daß ich tausend Zungen hätte 21 Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält: wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2 Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3 Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein: deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Tür. 4 O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht ver⸗ binden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit, Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5 Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun und, wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun: da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 10 Bei diesem Grunde will ich bleiben, solange mich die Erde trägt; das will ich denken, tun und treiben, solange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens hocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Johann Andreas Rothe, 1688—1758 Weise: Meinen Jesum laß ich nicht 2¹ Jesus nimmtdie Sünderan. Saget doch dies Trostwort welche von der rechten Bahn lallen, auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2 Keiner Gnade sind wir wert; doch er hat in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an. 3 Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4 Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubets doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5 Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, Buße und Glaube daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6 Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in Schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 8 Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgetan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdmann Neumeister, 1671—1756 Weise: Valet will ich dir geben oder Eigene Weise 2¹⁴ Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott? 2 Nun weiß und glaub ich feste ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. ———————— . pDeieeeeee 126 3 Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 7 Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 9 Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10 Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 14 Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, Buße und Glaube kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der'r keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15 Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1607—- 1676 Weise: Komm, o komm, du Geist des Lebens 2¹5 Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit hast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3 Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4 Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5 Liebe, die mich hat gebunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler, 1624—1677 Weise: O daß ich tausend Zungen hätte 21¹6 Mir ist Erbarmung wider⸗ fahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2 Ich hatte nichts als Zorn ver⸗ dienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst versühnet und macht durchs Blut des Sohns ö mich rein. Wo kam dies her, warum geschiehts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3 Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4 Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; Buße und Glaube auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5 Gott, der du reich bist an Er⸗ barmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit. Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769 Eigene Weise 21 Nun freut euch, liebenChri⸗ sten gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat; gar teur hat ers erworben. 4 Es jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ's sein Bestes kosten. 5 Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hier zu'rbarmen, fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben. ö * 128 6 Der Sohn dem Vater ghorsam er kam zu mir auf Erden[ward, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen Estalt, den Teufel wollt er fangen. 7 Er sprach zu mir: Halt dich an es soll dir jetzt gelingen;(mich, ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. Martin Luther. 1483—1546 Weise: Mein Herzens-Jesu, meine Lust 2¹8 Such, wer da will, ein an⸗ der Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, sein Werk sind ar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2 Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben: hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Buße und Glaube Ans wird das Heil durch ihn zuteil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3 Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Serzens⸗ grund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4 Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis, bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5 Wend von mir nicht dein An— gesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir, mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel, 1590—1625 .— ME— Christlicher Wandel Eigene Weise 2¹0 Der Mensch hat nichts so eigen, so wohl steht ihm nichts an, als daß er Treu erzeigen und Freundschaft halten kann, wenn er mit seinesgleichen soll treten in ein Band, verspricht sich, nicht zu weichen, mit Herzen, Mund und Hand. 2 Die Red ist uns gegeben, damit wir nicht allein für uns nur sollen leben und fern von Leuten sein: wir sollen uns befragen Zauleck, Kindergesangbuch. 129 und sehn auf guten Rat, das Leid einander klagen, das uns betreten hat. 3 Was kann die Freude machen, die Einsamkeit verhehlt? ö Das gibt ein doppelt Lachen, was Freunden wird erzählt. Der kann des Leids sich wehren, der es von Herzen sagt; der muß sich selbst verzehren, der insgeheim sich nagt. 4 Gott stehet mir vor allen, die meine Seele liebt; dann soll mir auch gefallen, der mir sich herzlich gibt. Mit diesen Bundsgesellen verlach ich Pein und Not, geh auf den Grund der Höllen und breche durch den Tod. 5 Ich hab, ich habe Herzen so treu, wie sichs gebührt, die Heuchelei und Scherzen nie wissentlich berührt! Ich bin auch ihnen wieder von Grund der Seele hold; ich lieb euch mehr, ihr Brüder, als alles Erdengold. Simon Dach, 1605—-1659 Eigene Weise Einen goldnen Wanderstab ich in meinen Händen hab; aus dem Himmel ist er her, nach dem Himmel weiset er. Dieser Stab, seht, ist mein Glaube, hält mich aufrecht hier im Staube; trennt auch Leib und Seele sich, auf ihn trau und baue ich. 9 130 Christlicher 2 And ein Engel freundlich mild, meines Gottes Ebenbild, wohnt in meiner Seele still, lentet mich, wie Gott es will. Dieser Engel ist die Liebe, o daß sie die erste bliebe! Sie macht uns zu Brüdern gleich, führet uns zu Gottes Reich. 3 And am Himmel hell und rein steht ein Sternlein, das ist mein, winkt und lächelt mir zur Lust, füllt mit Wonne meine Brust. Dieses Sternlein ist das Hoffen, sieht von fern den Himmel offen, führet die, die ihm vertraun, zu des Himmels selgen Aun. Johann Baptist Berger, 1806—1888 Eigene Weise 22 Eine getreues Herze wissen, hat des höchsten Schatzes der ist selig zu begrüßen, Preis; der ein solches Kleinod weiß. Mir ist wohl beim höchsten Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. 2 Läuft das Glücke gleich zuzeiten anders, als man will und meint: ein getreues Herz hilft streiten wider alles, was ist feind. Mir ist wohl beim höchsten Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. 3 Sein Vergnügen steht alleine in des andern Redlichkeit; hält des andern Not für seine, weicht nicht, auch bei böser Zeit. Mir ist wohl beim höchsten Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. Wandel 4 Gunst, die kehrt sich nach dem Glücke, Geld und Reichtum, das zerstäubt, Schönheit läßt uns bald zurücke, ein getreues Herze bleibt. Mir ist wohl beim höchsten Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. 5 Ob beisammen, ob geschieden; ein getreues Herze hält, gibt sich allezeit zufrieden, steht auf, wenn es niederfällt. Ich bin froh beim höchsten Schmerz, denn ich weiß ein treues Herz. Paul Fleming, 1 1640 Eigene Weise 222 Eins ist dies Ene lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das alles ersetzt, so werd ich mit Einem in allem ergötzt. 2 Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur; wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle er⸗ ö scheinet: Christlicher Wandel da, da ist das beste, notwendige Teil, mein Ein und mein Alles, mein selig⸗ stes Heil. 3 Wie dies Eine zu genießen sich Maria dort befliß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ: ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Einem ge⸗ schenkt: 4 also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehrten zum größe⸗ sten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nach⸗ laufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt?ꝰ 10 Drum auch Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem ege; 131 gib, daß ich nur alles hier achte für Spott undJesum gewinne: diesEine ist not. Johann Heinrich Schröder, 1667—1699 Eigene Weise oder Was macht ihr, daß ihr weinet 223 Es kennt—0 nen die und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen, in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein, im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2 Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt m und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 3 Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem einen, daß er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn, die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4 Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht. 9* 132 Christlicher Wandel Weise: Jesus, meine Zuversicht die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt, die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. 6 So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt uns fest dabei; laß nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, : so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn. Philipp Spitta, 1801—1859 Eigene Weise oder Ringe recht 22 Geh hin in Gottes Namen, greif dein Werk mit Freu⸗ frühe säe deinen Samen.([den an, Was getan ist, ist getan. 2 Sieh nicht aus nach dem Ent⸗ fernten, was dir nah liegt, mußt du tun; säen mußt du, willst du ernten, nur die fleißge Hand wird ruhn. 3 Müßigstehen ist gefährlich, heilsam unverdross'ner Fleiß, und es steht dir abends ehrlich an der Stirn des Tages Schweiß. 4 Weißt du auch nicht, was ge⸗ oder was mißlingen mag,[raten folgt doch allen guten Taten Gottes Segen für dich nach. 5 Geh denn hin in Gottes Namen, greif dein Werk mit Freuden an, frühe säe deinen Samen. Was getan ist, ist getan. Philipp Spitta, 1801—1859 22 Himmelan geht unsre Bahn, wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2 Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleucht'ter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3 Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre. Das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 5 Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6 Himmelan, ach himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen falschen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck, 1672—1737 —..m8 —— P—88 Christlicher Wandel 133 Eigene Weise 22 Ich bin ein kleines Kin⸗ delein und meine Kraft ist schwach; ich wollte gern ein gut Kind sein und weiß nicht, wie ichs mach. 2 Mein Heiland! du bist mir zugut ein Kindelein gewest und hast mich durch dein teures aus aller Not erlöst.(Blut 3 Mein liebster Heiland! rate zu, was ich zur Dankbarkeit für alle deine Liebe tu, ich bin nicht gnug gescheit. 4 Ich denke, weil ich oft gehört, daß du mein junges Herz zu einer Gabe hast begehrt, und daß es dir kein Scherz: 5 So nimm dir denn mein Herze nimms, liebster Jesu, an: hin, ich weiß so, daß ich deine bin, du guter, lieber Mann. 6 Bewahre mir mein Herzelein vor allem, was befleckt, du hasts gewaschen, halt es rein, verhüllt und zugedeckt. 7 Müßt ich noch lang hienieden und nähm an Jahren zu, sein so hilf, du Herzens⸗Jesulein! daß ich dir auch was tu. 8 Und wenn ich nun im Bund gewandelt seliglich,[der Tauf so schließe meinen Gnadenlauf und küß und hole mich. und meine Kraft ist schwach, ich wollte gerne selig sein und weiß nicht, wie ichs mach. 22 Ich bin ein kleines Kindelein 2 Mein Heiland, du warst mir zugut ein armes, kleines Kind und hast mich durch dein teures Blut erlöst von Tod und Sünd. 3 Mein lieber Heiland, rat mir nun, was ich zur Dankbarkeit dir soll für deine Liebe tun, und was dein Herz erfreut. 4 Ach, nimm mein ganzes Herz dir hin, nimms, liebster Jesu Christ! Ich weiß, daß ich dein eigen bin und du mein Heiland bist. 5 Du hast mich in der Taufe ja zum Gottestind geweiht und, eh ich etwas wußt und sah, zum Himmelreich erneut. 6 Ich armes Kindlein aber kann nichts von mir selber tun; drum hilf mir, o du starker Mann. Herr Jesu, hilf mir nun! 7 Bewahre mir mein Herzelein vor allem, was befleckt: du hasts gewaschen; halt es rein, verhüllt und zugedeckt. Nikol. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 1700—1760 22 Ich will streben nach dem wo ich selig bin;[Leben, ich will ringen, einzudringen, bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort; bin ich matt, so ruft das Wort: Fortgerungen, durchgedrungen bis zum Kleinod hin! —— 134 ö Christlicher Wandel 2 Jesu, richte mein Gesichte nur auf jenes Ziel; lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl. Lockt die Welt, so sprich mir zu; schmäht sie mich, so tröste du. Deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel. 3 Du mußt ziehen, mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs fehle, fühlt die Seele; aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durchdringt. Dort wirds tönen bei dem Krönen: Gott ists, der es schafft. Ph. Fr. Hiller, 1699—1769 Weise: Seelenbräutigam 229 Jesu, geh voran auf der Lebensbahn, und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2 Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3 Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4 Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf. Nik. Ludw. Graf v.Zinzendorf, 1700—1760 Weise: Straf mich nicht in deinem Zorn 230 Mache dich, berei, Geist, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 3 Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 7 Bete aber auch dabei, mitten in dem Wachen; denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. Christlicher Wandel 13⁵ 9 Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir gläubig bitten. 10 Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Johann Burchard Freystein, 1671—1718 Eigene Weise 23 Mehr Glauben verleih mir, mehr Licht und mehr Mut, mehr Trost der Vergebung, zum Beten mehr Glut, mehr Schmerz um die Sünde, mehr Scheu vor der Schuld, mehr Stille im Harren, im Leid mehr Geduld. 2 Mehr Hoffnung entzünde, mehr Sehnsucht in mir, mehr Lust nach dem Himmel, mehr Heimweh nach dir, mehr Aufblick nach oben, mehr Tröstung im Weh, mehr Siegesgewißheit, mehr Kraft aus der Höh. 3 Mehr mildes Erbarmen, mehr brünstige Lieb, mehr Sanftmut und Frieden, mehr Opfersinn gib, mehr Einfalt und Wahrheit, mehr Demut dazu. Ja, nimm mich und mach mich, mein Heiland, wie du. A. H. Francke, 1856—1891 Weise: Machs mit mir, Gott, nach deiner 23 Mir nach! spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen, alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandelnach! 2 Ich bin das Licht, ich leucht euch mit heilgem Tugendleben; für wer zu mir kommt und folget mir darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3 Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte; mein Mund der fließt zu jeder Zeit von Sanftmut und von Güte. Mein Geist u. Wille, Kraft u. Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4 Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 136 Christlicher Wandel 5 Fällts euch zu schwer, ich geh ich steh euch an der Seite,(voran, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn. 6 Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7 So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen; wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler, 1624—1677 Strophe 4 Zusatz 1695 23 Mit dem Herrn fang alles an! Kindlich mußt du ihm vertrauen, darfst auf eigne Kraft nicht bauen; Demut schützt vor stolzem Wahn, mit dem Herrn fang alles an! 2 Mit dem Herrn fang alles an! Die sich ihn zum Führer wählen, können nie das Ziel verfehlen, sie nur gehn auf sichrer Bahn. Mit dem Herrn fang alles an! 3 Mit dem Herrn fang alles an! Mut wird dir dein Helfer senden, froh wirst du dein Werk vollenden; denn es ist in Gott getan. Mit dem Herrn fang alles an! 23 4 O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Ga⸗ ohn den nichts ist, was ist, ben, von dem wir alles haben: gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2 Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs tue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs tu, so gib, daß es gerate wohl. 3 Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4 Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen, gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen; 9—.—.—————— Christlicher Wandel 137 gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind und, wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5 Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6 Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gib Geduld, vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7 Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden: die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8 Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so tu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Johann Heermann, 1585—1647 Weise: Wenn wir in höchsten Nöten sein 235 O lieb, solang du lieben kannst! O lieb, solang du lieben magst! Die Stunde kommt, die Stunde kommt, wo du an Gräbern stehst und klagst. 2 Und sorge, daß dein Herze glüht und Liebe hegt und Liebe trägt, solang ihm noch ein ander Herz in Liebe warm entgegenschlägt. 3 Und wer dir seine Brust er⸗ ö schließt, o tu ihm, was du kannst, zulieb. Und mach ihm jede Stunde froh und mach ihm keine Stunde trüb! 4 Und hüte deine Zunge wohl, bald ist ein böses Wort gesagt! O Gott, es war nicht bös gemeint— der andre aber geht und klagt. 5 O lieb, solang du lieben kannst, o lieb, solang du lieben maͤgst! Die Stunde kommt, die Stunde kommt, wo du an Gräbern stehst und klagst. Ferdinand Freiligrath, 1810—1876 —: .—9—9—9——9——————————— 138 Christlicher Wandel Weise: Was mein Gott will 236 Sei Gott getreu, halt sei⸗ nen Bund, o Mensch, in deinem Leben; leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben. Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2 Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich kein Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, auf sein Wort kannst du bauen. Was er verspricht, das bricht er nicht, drauf sollst du kühnlich trauen. 3 Sei Gott getreu in deinem Stand darein er dich gesetzet; wenn er dich hält mit seiner Hand, wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; wo diese Wehr steht um dich her, da ist dir wohl geraten. 4 Sei Gott getreu, sein liebes Wort, standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt immerfort ohn alles Wanken stehen. 7 Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verheißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufsetzen. Da wirst du dich dann ewiglich in seiner Treu ergötzen. Michael Franck, 1609—1667 Eigene Weise 237 Wie lieblich ists hienieden, wenn Brüder, treu gesinnt in Eintracht und in Frieden vertraut beisammen sind!:; 2 Wie Tau vom Hermon nieder auf Gottes Berge fließt, also auch auf die Brüder der Segen sich ergießt. 3 Und einstens wird erneuet durch sie die heilge Stadt, : was Knecht ist, wird befreiet, und rein, was Nieen hat. 4 Und alles Volk der Erde, geht nun zum Lichte ein; : dann wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein.. Friedrich Gottlob Wetzel, 1779—1819 1 1 RBᷓVᷓE —*9.—7.i.—.————7———— Weise: O daß ich tausend Zungen hätte 238 Ach, sagt mir nichts von Gold und Schätzen, von Prachtund Schönheitdieser Welt; es kann mich ja kein Ding ergötzen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2 Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. W EE 2 AN . 3 Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht, die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht't. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4 Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit, sein Thron bleibt stets in gleichen ö Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. ́e 14⁰ 5 Sein Reichtum ist nicht zu er⸗ gründen, sein allerschönstes Angesicht, und was von Schmuck an ihm zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6 Er kann mich über alles heben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7 Und ob ichs zwar noch muß entbehren, solang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum tu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler, 1624—-1677 23 Der beste Freund ist in dem Himmel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr; drum hab ichs immer so gemeint: mein Jesus ist der beste Freund. 2 Die Menschen sind wie eine Wiege; mein Jesus stehet felsenfest, daß, wenn ich gleich daniederliege, Eigene Weise Liebe zu Jesus mich seine Freunds Hft. doch nicht läßt. Er ist's, der mit mir lacht und weint: mein Jesus ist der beste Freund. 3 Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an. Doch hier ist es nicht so gemeint: mein Jesus ist der beste Freund. 4 Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten, er spricht für meine Schulden gut. Er hat mir niemals was verneint; mein Jesus ist der beste Freund. 5 Mein Freund, der mir sein Herze gibet, mein Freund, der mein und ich bin sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach hab ichs nun nichtrecht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6 Behalte, Welt, dir deine Freunde, sie sind doch gar zu wandelbar; und hätt ich hunderttausend Feinde, so krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck, 1672—1737 Liebe zu Jesus Weise: Nun danket all und bringet Ehr 240 Der Heiland hat die Kin⸗ der lieb; er ist ihr guter Freund und hat es mit den Kinderlein nur immer gut gemeint. 2 Der Heiland hat die Kinder lieb; einst hat er sie geküßt, geherzet und gesegnet auch. So gut ist Jesus Christ. 3 Der Heiland hat die Kinder lieb; drum Kinder ruft er euch; wer zu ihm kommt, dem schenket er sein schönes Himmelreich. 4 Der Heiland hat die Kinder lieb, wiewohl sies nicht verdient; doch wer da glaubt: Er liebt auch wird durch ihn Gottes Kind. mich, 5 Der Heiland hat die Kinder lieb, macht unsre Herzen rein. Wenn wir ihn sehen, wie er ist, wie herrlich wird das sein! 2 4 Ein Gärtner geht im Garten, wo tausend Blumen blühn, und alle treu zu warten, ist einzig sein Bemühn. 2 Der gönnt er sanften Regen und jener Sonnenschein; das nenn ich treues Pflegen, da müssen sie gedeihn. 3 In liebenden Gedanken sieht man sie fröhlich blühn; Eigene Weise 141 sie möchten mit den Ranken den Gärtner all umziehn. 4 Und wenn ihr Tag gekommen, legt er sie an sein Herz, und zu den Selgen, Frommen trägt er sie himmelwärts. 5 Zu seinem Paradiese, zu seiner schönen Welt, die nimmermehr, wie diese, in Staub und Asche fällt. 6 Hier muß das Herz verglühen, das Weizenkorn verdirbt; dort oben gilt ein Blühen, das nimmermehr erstirbt. 7 Du Gärtner treu und milde, o laß uns fromm und fein zum himmlischen Gefilde, zum ewgen Lenz gedeihn! Marx von Schenkendorf. 1783—1817 Eigene Weise 242 Herr, ich lieb dich, Herr ich lieb dich, ach, von Herzen lieb ich dich! Laß mich nicht von dir abwenden, noch von falscher Lieb verblenden. Eitler Lieb will mich entschlagen, daß aus Herzensgrund kann sagen: Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb dich, ach, von Herzen lieb ich dich! 2 Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb ach, von Herzen lieb ich dich!(dich, Mein Gedanken, meine Sinnen, 14² meine Seufzer, mein Beginnen, alles, was in mir sich findet, sich mit deiner Lieb verbindet. Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb dich, ach, von Herzen lieb ich dich. 3 Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb ach, von Herzen lieb ich dich![dich, Wenn mir deinen Trost entziehest, wenn dich zeigst, als ob du fliehest, wenn mich tust in Leid versenken, will ich nur an dich gedenken. Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb dich, ach, von Herzen lieb ich dich! 4 Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb ach, von Herzen lieb ich dich![dich! Wenn die Seel vom Leib wird fahren, dann mit deinen Himmelsscharen werd ich dich, o Jesu, droben ewig in dem Himmel loben. Herr, ich lieb dich, Herr, ich lieb dich, ach, von Herzen lieb ich dich! Vor 1722 bekannt, katholisch Eigene Weise 24 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himml und Erden frag ich wennich dich nurkann haben. nicht, Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, Lie be zu Jesus der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2 Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab, mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3 Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlafkämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am Jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnaden⸗ Herr Jesu Christ,[thron. erhöre mich, ö erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532—1608 Liebe zu Jesus Eigene Weise 24 Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. 2 Wie bist du mir so zart gewogen und wie verlangt dein Herznach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen. 3 Ich fühls, du bists, dich muß ich aben, ich fühls, ich muß für dich nur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; drum folg ich deinen selgen Zügen. 4 Ehr sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell entspringt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem der SelgenSchardort trinkt Wie beugen sie sich ohne Ende, wie falten sie die frohen Hände! 5 O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein; möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein. Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. Gerhard Tersteegen, 1697—1769 143 Eigene Weise 24 Ich will dich lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier. Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, solange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. 5 Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht ge⸗ bracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6 Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irregehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. Johann Scheffler, 1624—1677 Eigene Weise 246 Jesu, dir leb ich, Jesu, dir sterb ich; Jesu, dein bin ich im Leben und im Tod. iebe zu Je 2 O sei uns gnädig, sei uns barmherzig; führ uns, o Jesu, in deine Seligkeit. Jesu, Gnadensonne, 2⁴ süße Seelenzier, Brunnguell aller Wonne, neige dich zu mir. 2 Blicke voll Erbarmen auf dein Kind herab; tröste selbst mich Armen, sei mein Schild und Stab. 3 Dir nur will ich leben und für dich nur sein, dir mich ganz ergeben und zum Opfer weihn. Eigene Weise 4 Sprich dazu dein Amen, o mein Fels und Hort! Preis sei deinem Namen ewig hier und dort! Gustav Knak, 1806—1878 2⁴4 Jes u, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach, wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. Eigene Weise x ö ö 14⁴4 Li Jes us 2 Unter deinem Schirmen ö bin ich vor den Stürmen ö aller Feinde frei. ö Laß von Ungewittern rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei. Obs mit Macht gleich blitzt und kracht, ö obgleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3 Trotz dem alten Drachen, trotz des Todes Rachen, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht: Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4 Weg mit allen Schätzen; du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust. ö Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, ö Kreuz, Schmach und Tod ö soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6 Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Liebe zu Jesus Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck, 1618—1677 Weise: Alles ist an Gottes Segen 249 Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott zu Fuß; aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 3 Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner, nur der Sohn, der ist ihm gleich; dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 5 Nur in ihm, o Wundergaben, können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts: das Leben ist erschienen und ein ewiges Versühnen kommt in Jesus uns zugut. 7 Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not. Wunden müssen Wunden heilen, Heilsöl weiß er auszuteilen, Reichtum schenkt er nach dem Tod. Zauleck, Kindergesangbuch 14⁵ 11 Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte, und du Schar, die Palmen trägt, und du Siegsvolk in der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 12 Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm untertänig; ehret, liebet, lobet ihn! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769 Eigene Weise 2 5 0 Immer Wadlesen wieder in dem alten heilgen Buch, wie er ist so sanft gewesen, ohne List und ohne Trug; 2 wie er hieß die Kindlein kommen, wie er hold sie angeblickt und sie in den Arm genommen und sie an das Herz gedrückt; 3 wie er Hilfe und Erbarmen allen Kranken gern erwies und die Blöden und die Armen seine lieben Brüder hieß; 4 wie er keinem Sünder wehrte, der bekümmert zu ihm kam, wie er freundlich ihn bekehrte und den Tod vom Herzen nahm. 10 89895998888c999.........‚.... ——————————————————3—8— 146 5 Hat die Herde sanft geleitet, die sein Vater ihm verliehn, hat die Arme ausgebreitet, alle an sein Herz zu ziehn. 6 Immer muß ich wieder lesen, und ich lese mich nicht satt, wie er ist so treu gewesen, wie er uns geliebet hat. Luise Hensel, 1798-1876 Eigene Weise 2 51 In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ; durch dich wir haben himmlische du der wahre Heiland bist.[Gaben, Hilfest von Schanden, rettest von Banden; wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben, Halleluja. Zu deiner Güte steht unser Gmüte, an dir wir kleben im Tod und Leben; nichts kann uns scheiden, Halleluja. 2 Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; du hasts in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde, Halleluja. Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Machtdort oben mit Herz und Munde, Halleluja! Johann Lindemann, 1549—1631 Liebe zu Jesus ö Eigene Weise 25 Meinen Jesum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 2 Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht't; meinen Jesum laß ich nicht. 3 Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4 Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5 Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, ö mich befreiet vom Gericht; ö meinen Jesum laß ich nicht. 6 Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Liebe zu Jesus 14⁷ Christus wird mich für und für zu der Lebensgquelle leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christian Keimann, 1607—1662 Weise: Lob Gott getrost mit Singen 25. O Jesu, meine Sonne, vor derdie Nacht entfleucht, o Jesu, meine Wonne, die alle Not ver cheucht, im Herzen klingt mir täglich der eine helle Ton: wie hast du so unsäglich geliebt, o Gottessohn! 2 O lieber Herr, so präg es recht meinen Sinnen ein, o lieber Herr, so leg es mir tief ins Herz hinein, daß ohne deine Liebe ich ganz verloren wär und ohne Hoffnung triebe auf wüstem Meer umher. 3 Doch daß du mich allmählich zum Hafen hast gebracht und mich so überselig aus Gnaden hast gemacht, daß ich vor nichts erschrecke, was andern schrecklich ist, weil ich es seh und schmecke, wie du mein Heiland bist. Schönster Herr Jesu, Philipp Spitta, 1826 25 Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn, Eigene Weise dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron! 2 Schön sind die Felder, schön sind die Wälder in der schönen Frühlingszeit; Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3 Schön leucht't die Sonne, schön leucht't der Monde und die Sternlein allzumal. Jesus leucht't schöner, Jesus leucht't reiner als alle Engl im Himmelssaal. 4 Schön sind die Blumen, schöner sind die Menschen in der frischen Jugendzeit; sie müssen sterben, müssen verderben: Jesus lebt in Ewigkeit. 5 Alle die Schönheit Himmels und der Erden ist verfaßt in dir allein. Nichts soll mir werden lieber auf Erden als du, der schönste Jesus mein. Münster 1677 Eigene Weise 2 5 5 Sieh, hier bin. lege mich vor deinen Thron; schwache Tränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. 10*² 148 Liebe zu Jesus Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Ton! 2 Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt lenke mich nach deinem Sinn;(dich, dich alleine nur ich meine, dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin! 3 Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du gibest, den du liebest, und der dich liebt in der Tat. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, der dich hat! 4 Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud, sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 1650—-680 25 Solang mein Jesus lebt und seine Kraft mich hebt, muß Furcht und Sorge von mir mein Herz in Lieb erglühn.[fliehn, 2 Er ist ein guter Hirt, der treu sein Schäflein führt; er weidet mich auf grüner Au, tränkt mich mit Himmelstau. 3 Wenn sich die Sonn verhüllt, der Löwe um mich brüllt,“) so weiß ich auch in finstrer Nacht, daß Jesus mich bewacht. *beim Gewitter Eigene Weise 4 Und glitte je mein Fuß, brächt mir die Welt Verdruß, so eilt ich schnell zu Jesu Herz, der heilte meinen Schmerz. 5 Drum blick ich nur auf ihn, o seliger Gewinn! Mein Jesus liebt mich ganz gewiß, das ist mein Paradies. Ernst Gebhardt, 1832—1899 Eigene Weise 2 Stern, auf den ich schaue, Fels, auf dem ich steh, Führer, dem ich traue, Stab, an dem ich geh, Brot, von dem ich lebe, Quell, an dem ich ruh, Ziel, das ich erstrebe,— alles, Herr, bist du!: 2 Ohne dich, wo käme, Kraft und Mut mir her? Ohne dich, wer nähme meine Bürde, wer? Ohne dich, zerstieben würden mir im Nu : Glauben, Hoffen, Lieben;— alles, Herr, bist du!: 3 Drum so will ich wallen meinen Pfad dahin, bis die Glocken schallen und daheim ich bin. Dann mit neuem Klingen jauchz ich froh dir zu: Nichts hab ich zu bringen,— alles, Herr, bist du!!: Friedrich Adolf Krummacher, 1767—1845 Liebe zu Jesus 149 Eigene Weise 25 Weilich JesuSchäflein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich schön weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2 Unter seinem sanften Stab geh ich ein und aus und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Mangel leide; und sooft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. 3 Sollt ich denn nicht fröhlich sein, ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß: Amen! ja, mein Glück ist groß! Henriette Luise von Hayn, 1724—1782 ist mein Vaterland; Eigene Weise 259 Wen ene liebt, wen Jesus liebt, der kann allein recht fröhlich sein und nie betrübt. 2[: Im Himmel hoch: auf Gottes Thron liebt Gottes Sohn die Seinen noch. 3: Und gibt und schenkt der Gaben viel ohn Maß und Ziel und sorgt und denkt. 4: Und liebt auch mich: gibt auf mich acht: drum Tag und Nacht so froh bin ich. Wilh. Hey, 1789—1854 26 Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt: weiß ich nichts von Leid e, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2 Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treugesinnt nur meinem Herrn; lasse still die andern breite,lichte, volle Straßen wandern. 3 Wo ich ihn nur habe, Eigene Weise und es fällt mir jede Gabe wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder find ich nun in seinen Jüngern wieder. Georg Friedrich Philipp von Hardenberg (Novalis), 1772—1801 Weise: Seelenbräutigam 2615— ist wohl wie du, süße Ruh?ꝰ Unter Dicten auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 15⁰ Liebe zu Jesus 2 Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott! 3 Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4 Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held. 5 Höchste Majestät, König und Prophet, deinen Zepter will ich küssen, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria tät, höchste Majestät. 6 Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm. 7 Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8 Steure meinen Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn. 9 Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf, fördre meinen Lauf. 10 Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11 Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 12 Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 13 Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, Liebe zu Jesus 151 mich durchs Todestal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anast. Freylinghausen, 1670—1739 Weise: Nun danket all oder Lobt Gott, ihr Christen allzugleich 26 Wie hats die Seele doch so gut, die sich dem Herrn ergibt, die nichts mehr will und nichts mehr als daß sie Jesum liebt. tut, 2 Still wandelt sie an seiner Hand, ein selig Kind des Lichts, das Antlitz hin zu ihm gewandt, und scheut und fürchtet nichts. 3 Sie ziehet mutig ihre Bahn: mit ihm wird nichts zu schwer, und Erdenlust und eitler Wahn verlocken sie nicht mehr. Aus den„Feldblumen“ 26 Wir haben einen Hirten, und der hat uns so lieb,; das Elend des Verirrten : ihn auf die Erde trieb. 2 Daß wir den Heiland finden, ergriff uns seine Hand; Iun ging es uns wie Blinden : in einem fremden Land. 3 Er will uns treu bewahren, der treue Kinderfreund; wir sollen einst erfahren, : wie gut er es gemeint.: 4 Wir preisen dein Erbarmen, du treues Hirtenherz; halt uns in deinen Armen : und führ uns himmelwärts. Chr. H. Zeller, 1799—1860 Weise: Ringe recht 26 4 Herr, bei jedem Wort und Werke mahne mich dein Geist daran: hat auch Jesus so geredet, hat auch Jesus so getan? 2 Werd ich so in meinem Wallen und im Dienst als Jesu Knecht diesem Herren auch gefallen, dien ich meinem Herrn auch recht? 3 Folg ich ihm, wohin er gehet, oder stehet nur mein Sinn, wo der Wind der Welt hinwehet? Zeig mir, Jesu, wo ich bin. 4 Dir zu folgen, laß alleine meinen Ruhm und Ehre sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein. 5 Deinem Beispiel nachzuleben, deinem Vorbild nur allein, laß mein einiges Bestreben, Jesu, bis ans Ende sein. Christ. Karl Ludw. v. Pfeil, 1712—1784 Gottvertrauen Eigene Weise 2 Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad ge⸗ über alles Geld und Gut.(legen Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2 Der mich hat bisher ernähret und mir manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3 Viele mühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz unbeständig sind: ich begehr nach dem zu ringen, was Genügen pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4 Hoffnung kann das Herz er⸗ quicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5 Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen, es hat alles seine Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben: wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 6 Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Nürnberg 1676 26 Aus dem Himmel ferne, wo die Englein sind, schaut doch Gott so gerne her auf jedes Kind. 2 Höret seine Bitte treu bei Tag und Nacht, nimmts bei jedem Schritte väterlich in acht. Eigene Weise 153 Gottvertrauen 3 Gibt mit Vaterhänden ihm sein täglich Brot,— ů hilft an allen Enden Z—.. ihm aus aller Not. 4 Sagts den Kindern allen, daß ein Vater ist,, dem sie wohlgefallen,.0 F E der sie nie vergißt. A. Wilhelm Hey, 1789—1854 7 5 Weise: Herzlich tut mich verlangen 267 Befiehl du deine Wege N und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. 4 Weg hast du allerwegen Der Wolken, Luft und Winden an Mitteln fehlt dirs nicht; gibt Wege, Lauf und Bahn, dein Tun ist lauter Segen, der wird auch Wege finden, dein Gang ist lauter Licht; da dein Fuß gehen kann. dein Werk kann niemand hindern, 2 Dem Herren mußt du trauen, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn dirs soll wohlergehn; wenn du, was deinen Kindern auf sein Werk mußt du schauen, ersprießlich ist, willst tun. wenn dein Werk soll bestehn. 5 And ob gleich alle Teufel Mit Sorgen und mit Grämen hier wollten widerstehn, und mit selbsteigner Pein so wird doch ohne Zweifel läßt Gott sich gar nichts nehmen, Gott nicht zurückegehn; es muß erbeten sein. was er sich vorgenommen 3 Dein ewge Treu und Gnade, und was er haben will, o Vater, weiß und sieht, das muß doch endlich kommen was gut sei oder schade zu seinem Zweck und Ziel. dem sterblichen Geblüt; 6 Hoff, o du arme Seele, und was du dann erlesen, hoff und sei unverzagt! das treibst du, starker Held, Gott wird dich aus der Höhle, und bringst zu Stand und Wesen, da dich der Kummer plagt, was deinem Rat gefällt. mit großen Gnaden rücken; 154 Gottvertrauen erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud 7 Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 11 Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron; Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12 Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärt unsfre Füß und Hände und laß bis in den Tod 8 Ihn, ihn laß tun und walten, uns allzeit deiner Pflege er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9 Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und tun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollst du für und für in Angst und Nöten schweben, als frag er nichts nach dir. 10 Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1607—1676 Weise: Es ist gewißlich an der Zeit 268 Der Herr ist mein getreuer Hirt dem ich mich ganz vertraue: zur Weid er mich, sein Schäflein, führt auf schöner, grüner Aue; zum frischen Wasser bringt er mich, mein Seel zu laben kräftiglich durchs selge Wort der Gnaden. 2 Er führet mich auf rechter Bahn von seines Namens wegen: obgleich viel Trübsal geht heran auf finstern Todesstegen, so grauet mir doch nicht dafür, mein treuer Hirt ist stets bei mir, sein Steckn und Stab mich tröstet. 3 Ein Tisch zum Trost er mir bereit't, ———. Gottvertrauen 15⁵ sollts auch die Feind verdrießen, schenkt mir voll ein, läßt Ol der Freud sich auf mein Haupt ergießen; sein Güte und Barmherzigkeit werden mir folgen allezeit, in seinem Haus ich bleibe. Kornelius Becker, 1561—1604 Eigene Weise 269 Es geht durch alle Lande ein Engel still umher, kein Auge kann ihn sehen, doch alles siehet er. Der Himmel ist sein Vaterland, vom lieben Gott ist er gesandt. 2 Er geht von Haus zu Hause, und wo ein gutes Kind bei Vater oder Mutter im Kämmerlein sich findt, da wohnt er gern und bleibet da und ist dem Kindlein immer nah. 3 Und geht das Kind zur Ruhe, der Engel weichet nicht; er hütet treu sein Bettchen bis an das Morgenlicht; er weckt es auf mit stillem Kuß zur Arbeit und zum Frohgenuß. Karl Ludwig Theodor Lieth um 1820 27 Es zieht ein stiller Engel durch dieses Erdenland; zum Trost für Erdenmängel hat ihn der Herr gesandt. In seinem Blick ist Frieden Eigene Weise und milde, sanfte Huld; o folg ihm stets hienieden, dem Engel der Geduld. 2 Er führt dich immer treulich durch alles Erdenleid und redet so erfreulich von einer schönern Zeit. Denn willst du ganz verzagen; hat er doch guten Mut; er hilft das Kreuz dir tragen : und macht noch alles gut. 3 Er macht zu linder Wehmut den herbsten Seelenschmerz und taucht in stille Demut das ungestüme Herz. Er macht die finstre Stunde allmählich wieder hell; er heilet jede Wunde gewiß, wenn auch nicht schnell.: 4 Er zürnt nicht deinen Tränen, wenn er dich trösten will. Er tadelt nicht dein Sehnen; nur macht ers fromm und still. Und wenn im Sturmestoben du murrend fragst: Warum? so deutet er nach oben : mild lächelnd, aber stumm. 5 Er hat für jede Frage nicht Antwort gleich bereit; sein Wahlspruch heißt: Ertrage, die Ruhstatt ist nicht weit. So geht er dir zur Seite und redet gar nicht viel, und denkt nur in die Weite, m ans schöne, große Ziel. Philipp Spitta, 1801—1859 156 ö Gottvertrauen x Eigene Weise 271 Harre, meine Seele, harre des Herrn; alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2 Harre, meine Seele, harre des Herrn; alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht: Gott verläßt uns nicht, größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Friedrich Räder, 1815—1872 Weise: Wenn ich ein Vöglein wär 27 Herz, laß dein Sorgen sein, Sorgen schafft Angst und und nützt doch nicht; Pein vertrau auf Gott, den Herrn, sein Hilf ist dir nicht fern, Gott schlummert nicht. 2 Sieh nur die Lilien an, wer hat sie angetan * 1er. mit solcher Zier? Gott webt zu aller Zeit ihnen das Feierkleid, webt es auch dir. 3 Nimm doch der Vöglein wahr, die, aller Sorgen bar, so fröhlich sind: Gott nährt sie spät und früh; bist du nicht mehr als sie, nicht Gottes Kind?: 4 Gotteskind, hörst du nicht, wie so vornehmlich spricht dein Jesus Christ? ö „Herz, laß dein Sorgen sein, ö trachte nach dem allein, : was droben ist.“ J. Sturm 1816—1896 Weise: Auferstehn, ja auferstehn wirst du 27 Ja e uns führt mit sanfter Hand ein Hirt durchs Pilgerland der dunklen Erde, uns, seine kleine Herde. Halleluja. 2 Wenn im Dunkeln auch sein Häuflein irrt, er wacht, der treue Hirt, und läßt den Seinen ein freundlich Sternlein scheinen. Halleluja. 3 Sicher leitet aus des Todes er uns zu grünen Aun,(Graun zu frischen Quellen, zu ewgen Lebenswellen. Halleluja. Gottvertrauen 157 4 Freundlich blickt sein Aug auf uns herab. Sein sanfter Hirtenstab bringt Trost und Friede; er wachet sich nicht müde. Halleluja. 5 Ja fürwahr, er ist getreu und auch unsre Heimat ruht(gut; in seinen Armen. Sein Name ist Erbarmen. Halleluja. Friedr. Adolf Krummacher, 1767—1845 Weise: O Welt, ich muß dich lassen 274 In allen meinen Taten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mir selber geben Rat und Tat. 2 Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3 Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab auch ich ertiest. 4 Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Abel schützt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5 Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6 Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zuhanden, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7 Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8 Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9 So sei nun, Seele, deine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Fleming, 1609—- 1640 27 158 Gottvertrauen Weise: Herr Jesu Christ, dich 27 5 Mein Vater, der im Him⸗ mel wohnt, als König aller Engel thront, der ist mir nah bei Tag und Nacht und hat auf meine Schritte acht, 2 Er nährt den Re auf dem a und macht zur Früh die Vöglein wach. Er schmückt mit Blumen Wald und Flur und pflegt die Zierde der Natur. 3 Von meinem Haupte fällt kein Haar, mein Vater sieht es immerdar; und wo ich auch verborgen wär, in Herz und Nieren schauet er. 4 Geschrieben stand in seiner Hand mein Name, eh ich ihn gekannt; in seinem Schutz geh ich einher; und er ist Gott: was will ich mehr? 5 O Vater mein, wie gut bist du, gib, daß ich niemals Böses tu! Mach mich den lieben Engeln gleich in deinem großen Himmelreich! Heinr. Bone, 1813—1893 Eigene Weise Sollt es gleich bisweilen scheinen, als wenn Gott verließ die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2 Silfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3 Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel: er gibt, wem und wann er will. 4 Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten. Er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5 Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts danach; Gott ist Richter meiner Sach. 6 Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7 Ach, Herr, wenn ich dich nur habe. frag ich nicht nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab! Christoph Tietze, 1641—1703 27 So nimm denn meine und führe mich(Hände bis an mein selig Ende und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt: wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit. 2 In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz Eigene Weise (und mach es gänzlich stille Gottvertrauen 159 in Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind: es will die Augen schließen und glauben blind. 3 Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht: so nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Julie v. Hausmann, 1826—1901 27 Warum sollt ich mich denn Hab ich doch(grämen? Christum noch; wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2 Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem; nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3 Gut und Blut, Leib, Seel und ist nicht mein;[Leben Gott allein ist es, ders gegeben. Eigene Weise Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4 Schickt er mir ein Kreuz zu dringt herein[tragen, Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5 Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit sein Gericht,[Maßen kann mich nicht ganz und gar verlassen. 7 Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8 Kann uns doch kein Tod nicht sondern reißt töten, unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Tor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. 160 Gottvertrauen 10 Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter: dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 11 Herr, mein Hirt, Brunn aller du bist mein,[Freuden, ich bin dein, niemand kann uns scheiden: ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben; 12 du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 1607—1676 Weise: Warum sollt ich mich denn grämen 279 Warum willst du doch für armes Herz,[(morgen, immerwärts als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen, weil Gott will in der Still sich der Not annehmen? 2 Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib; darum bleib ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken; traue fest: er verläßt nicht, die an ihn denken. 3 Sage nicht: Was soll ich essen? Gott hat dir schon allhier so viel zugemessen, daß der Leib sich kann ernähren; übriges wird indes Gottes Hand bescheren. 4 Sorgst du, wie du dich sollst Jesus spricht: kleiden? Sorge nicht solches tun die Heiden; schau die Blumen auf den Feldern, wie so schön diese stehn und die Bäum in Wäldern. 5 Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, wenn er singt, hüpft und springt, wer ihm soll anzeigen, was er essen soll und trinken? Nein, ach nein, er folgt fein nur des Himmels Winken. 6 Ach der Glaube fehlt auf Erden! Wär er da, müßt uns ja, was uns not ist, werden. ————— Gottvertrauen ö 161 Wer Gott kann im Glauben fassen, der wird nicht, wenns gebricht, von ihm sein verlassen. 7 Wer Gerechtigkeit nachtrachtet und zugleich Gottes Reich über alles achtet, der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank lebenslang wie im Schlaf empfangen. 9 Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide: sorge nur für meine Seelen, so wird mir auch allhier nichts am Leibe fehlen. 10 Alles sei dir unverhohlen, was mir fehlt, was mich quält, großer Gott, befohlen. Sorge du, so will ich schweigen und vor dir nach Gebühr meine Knie beugen. 11 Ich will dir mit Freuden danken fort und fort, hier und dort, und will nimmer wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Teil, Hilf und Heil, liebster Jesu! Amen. Laurentius Laurenti, 1660—1722 Zauleck, Kindergesangbuch Eigene Weise 280 Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2 Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3 Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich wohl bedenken; er als ein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4 Was Gott tut, das ist wohlgetan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid: es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5 Was Gott tut, das ist wohlgetan, muß ich den Kelch gleich schmecken, 11 16² der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6 Was Gott tut, das ist wohlgetan, dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 1649—1708 28 Was mein Gott will, das gscheh allzeit, sein Will der ist der beste, zu helfen dem er ist bereit, der an ihn glaubet feste: Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 4Noch eins, Herr, willich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wird's ge⸗ währt; drauf sprech ich fröhlich Amen. Eigene Weise 1554 Gottvertrauen Eigene Weise 282 Weißt du, wieviel Stern⸗ lein stehen an dem blauen Himmelszelt? Weißt du, wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt? Gott der Herr hat sie gezählet, daß ihm auch nicht eines fehlet man der ganzen großen Zahl. 2 Weißt du, wieviel Mücklein spielen in der heißen Sonnenglut? Wieviel Fischlein auch sich kühlen in der hellen Wasserflut? Gott der Herr rief sie mit Namen, daß sie all ins Leben kamen, : daß sie nun so fröhlich sind. 3 Weißt du, wieviel Kinder frühe stehn aus ihrem Bettlein auf, daß sie ohne Sorg und Mühe fröhlich sind im Tageslauf? Gott im Himmel hat an allen seine Lust, sein Wohlgefallen; kennt auch dich und hat dich lieb.: Wilhelm Hey, 1789—1854 28 Wenn Christus, der Herr, zum Menschen sich neigt, wenn er sich als Hort dem Flehenden zeigt: mag schwinden das Leben, mag nahen der Tod, wir können nicht sinken; denn Helfer ist Gott. Eigene Weise Gottvertrauen 2 Wenn nahet die Qual, die Wonne vergeht, die Träne uns rinnt, nichts Irdsches besteht: zu ihm dann gewendet, er ist unser Freund, zu ihm dann gebetet, zu ihm dann geweint! Nik. Kaiser, 1734—1800 Eigene Weise oder Jesus, meine Zuversicht 284 Wenn der 45 ein Kreuze schickt, laßt es uns geduldig tragen! Betend zu ihm aufgeblickt! Trost wird er uns nicht versagen. Drum es komme, wie es will, in dem Herren bin ich still. 2 Ist auch oftmals unser Herz schwach und will wohl gar verzagen, wenn es in dem stärksten Schmerz keinen Tag der Freud sieht tagen, sagt ihm: komm es, wie es will, in dem Herren bin ich still. 3 Darum bitt ich, Herr, mein Gott, laß mich immer glaubend hoffen! Dann, dann kenn ich keine Not; Gottes Gnadenhand ist offen. Drum es komme, wie es will, in dem Herren bin ich still. Ernst v. Willich, 1860—1873 Eigene Weise 285 Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat, 163 2 so ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not; 3 und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4 die du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5 Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir stehn jetzt verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6 Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei: 7 Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1511—1569 28 Wer hat den Sand gezählt, welcher im Wasser haust? Wem hat kein Blatt gefehlt, wenn der November braust? Wer weiß im Januar, wie viele der Flocken wehn, wie viele auf ein Haar Tropfen aufs Weltmeer gehn? 11* Eigene Weise 164 Gottvertrauen 2 Wer mißt den Ozean, wo er am tiefsten fließt? Wer mag die Strahlen fahn, welche die Sonne schießt? Wer holt das Lichtgespann fliegender Blitze ein? Nenne den Wundermann! Keiner mag größer sein. 3 Gott ist der Ohnezahl, vor dem die Zahl vergeht, der durch den Sternensaal Sonnen wie Flocken weht. Gott ist der Aberall, Gott ist der Ohnegrund, schneller als Licht und Schall, tiefer als Meeresgrund. 4 Sandkörner zählest du, nimmer die Freundlichkeit; Weltmeere missest du, nie die Barmherzigkeit; Sonnenstrahl holst du ein, nimmer die Liebe doch, womit sein Gnadenschein Sündern entgegenflog. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860 Eigene Weise 28 Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2 Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3 Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4 Er kennt die rechten Freuden⸗ stunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, uns lässet uns viel Guts geschehn. 5 Denk tnicht in deiner Drangsals⸗ hitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6 Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7 Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, Gottvertrauen verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 1621—1681 Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ists, der in der Nacht, einer ists, der uns bewacht: Christ Kyrie, du wandelst auf der See. 2 Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, wo dann Rettung finden? Keine Hilf als bei dem Herrn; er ist unser Morgenstern. Christ Kyrie, erschein uns auf der See! 3 Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen; lobet ihn mit Herz und Mund, lobet ihn zu jeder Stund! Christ Kyrie, ja, dir gehorcht die See. 4 Einst in meiner letzten Not laß mich nicht versinken! Eigene Weise Wie mit grimmgem Un⸗ verstand 165 Soll ich von dem bittern Tod Well auf Welle trinken: reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ Kyrie, komm zu uns auf die See! Ich schau nach jenen Johann Daniel Falk, 1768— 1826 28 Bergen gern: mein Heil, das ich begehr, kommts von den Bergen her? Nein, meine Hilf ist von dem Herrn, der schuf durchs Wort:„Es werde!“ den Himmel und die Erde. 2 Er läßt nicht gleiten deinen Fuß, dein Hüter schlummert nicht, wenn dirs an Kraft gebricht. Er schläft nicht, wenn er helfen muß; sieh, Israels Gebieter ist auch dein Gott und Hüter! 3 Jehova selber schützet dich, er steht in deinem Stand an deiner rechten Hand,‚ beschattet dich so gnädiglich, daß dich bei Nacht und Tage nicht Frost noch Hitze plage. 4 Jehova, der die Welt regiert, wacht über Leib und Seel, daß dir kein Gutes fehl. Beim Ausgang und beim Eingang der Herr dich selber leiten(wird bis in die Ewigkeiten. Matthias Jorissen, 1739—1823 Eigene Weise I EE 4 0 0 60 Sout n meinem Goit nichtes sin gen E—.8; H. 1 Beten, Loben, Danken Weise: Christus, der ist mein Leben 3 Ach bleib mit deinem Glanze 290³⁰⁹ bleib mit deiner Hnade bei uns, du wertes Licht, bei uns, Herr Jesu Christ, dein Wahrheit uns umschanze, daß uns hinfort nicht schade damit wir irren nicht. des bösen Feindes List. 2 Ach bleib mit deinem Worte(4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, Erlöser wert, bei uns, du reicher Herr, daß uns beid hier und dorte dein Gnad und alls Vermögen sei Güt und Heil beschert. in uns reichlich vermehr. Beten, Loben, Danken 5 Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze noch fäll die böse Welt. 6 Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, 1588—1632 Weise: O Herre Gott, wir Kindlein 291 Ach, lieber Waaich behüte und meine Eltern gnädiglich; auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr. 2 Und alle, die uns sind verwandt, beschütz durch deine rechte Hand. Behüte mich vor aller Sünd; hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Johann Heermann, 1585—1647 Eigene Weise 29 Danket dem Herrn! Wir danken dem Herrn; denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich, sie währet ewiglich.: 2 Lobet den Herrn! Ja, lobe den Herrn auch, meine Seele; vergiß es nie, was er dir Guts getan, was er dir Guts getan! wird jeden Morgen neu. 167 3 Sein ist die Macht! Allmächtig ist Gott, sein Tun ist weise, und seine Huld wird jeden Morgen neu, 115 Groß ist der Herr! Ja, groß ist der Herr; sein Nam ist heilig, und alle Welt ist seiner Ehre voll, ist seiner Ehre voll. 5 Anbetung ihm! Anbetung dem Herrn! Mit hoher Ehrfurcht wird auch von uns sein Name stets genannt, : sein Name stets genannt. 6 Lobsinget ihm! Wir lobsingen ihm in frohen Chören, und er vernimmt auch unsern Lob⸗ gesang, mauch unsern Lobgesang. K. F. W. Herrosee, 1754—-1821 Eigene Weise 29 Die beste Zeit im Jahr ist mein, da singen alle Vögelein, Himmel und Erden ist der voll, viel gut Gesang da lautet wohl. 2 Voran die liebe Nachtigall macht alles fröhlich überall mit ihrem lieblichen Gesang, des muß sie haben immer Dank 168 Beten, Loben, Danken 3 Viel mehr der liebe Herre Gott, der sie also geschaffen hat, zu sein die rechte Sängerin, der Musika ein Meisterin: 4 dem singt und springt sie Tag und Nacht, seins Lobes sie nichts müde macht: den ehrt und lobt auch mein Gesang und sagt ihm einen ewgen Dank. Martin Luther, 1483—1546 Eigene Weise 29 4 Dir, dir, Jehova, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es tu im Namen Jesuchrist, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2 Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3 Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht getan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich in Geist und Wahr⸗ heit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 8 Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glau⸗ ben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit. Bartholomäus Crasselius, 1667—1724 Eigene Weise oder Valet will ich dir geben 29 5 Du, meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd, ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd. 2 Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil. Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt: sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. Beten, Loben, Danken 5 Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod; er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnot, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 7 Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm, der Herr allein ist König, ich eine welke Blum; jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich mehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, 1607—- 1676 296 Gott ist mein Lied: er ist der Gott der Stärke, Herr ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2 Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3 Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Eigene Weise 169 6 Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nach⸗ mals tue, und er erforschet mich und dich. 8 Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele; er weiß, wie oft ich Gutes tu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 10 Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 12 Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Tal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13 Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14 Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15 Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769 170 Eigene Weise 297 Großer Gott, wir loben dich! Herr, wir preisen deine Stärke! Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2 Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir in selger Ruh: Heilig, heilig, heilig! zu. 3 Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum. 4 Sieh dein Volk in Gnaden an, hilf uns, segne, Herr, dein Erbe, leit uns auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe. Wart und pfleg es in der Zeit, heb es hoch in Ewigkeit. 5 Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen, und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Rett aus Sünden, rett aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott. 6 Herr erbarm, erbarme dich! auf uns komme, Herr, dein Segen! Deine Güte zeige sich allen der Verheißung wegen. Beten, Loben, Danken Auf dich hoffen wir allein; laß uns nicht verloren sein! Umdichtung des altkirchlichen Tedeum. Ign. Franz, 1739—1790 29 Halleluja, Gott zu loben, bleibe meine Seelenfreud. Ewig sei mein Gott erhoben, meine Harfe ihm geweiht. Ja solang ich leb und bin, dank, anbet und preis ich ihn. 2 Heil dem, der im Erdenleben Jakobs Gott zur Hilfe hat, der sich dem hat ganz ergeben, dessen Nam ist Rat und Tat: hofft er von dem Herrn sein Heil, seht, Gott selber wird sein Teil. 3 Er, der Himmel, Meer und Erde mit all ihrer Füll und Pracht durch sein schaffendes: Es werde! hat aus nichts hervorgebracht: Er, der Herrscher aller Welt, ists, der Treu und Glauben hält. 4 Er, der Herr, ists, der den Armen, Unterdrückten Recht verschafft, gibt mit mächtigem Erbarmen Hungernden stets Brot und Kraft, und von Zwang und Tyrannei macht er die Gefangnen frei. 5 Er, der Herr, ists, der den Blinden liebreich schenket das Gesicht. O ja, die Gebeugten finden bei ihm Stärke, Trost und Licht. Seht, wie Gott, der alles gibt, immer treu die Frommen liebt. Eigene Weise Beten, Loben, Danken 6 Er ists, der den Fremdling schützet, der die Witwen hält im Stand, der die Waisen unterstützet, führt an seiner Vaterhand. Die ihm ruchlos widerstehn, müssen ratlos irregehn. 7 Er ist Gott und Herr und König, er regieret ewiglich. Zion, sei ihm untertänig, freu mit deinen Kindern dich: sieh, dein Herr und Gott ist da! Halleluja, er ist nah! Matthias Jorissen, 1739—1823 Weise: Nun danket all und bringet Ehr 299 Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2 Ich weiß, daß du der Brunn und ewge Quelle bist,(der Gnad daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3 Was sind wir doch? Was haben auf dieser ganzen Erd,(wir das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 17¹ 5 Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten findt? 6 Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 7 Ach Herr, mein Gott, das kommt du, du mußt alles tun:(von dir, du hältst die Wach an unsrer Tür und läßt uns sicher ruhn. 13 Wohlauf, mein Herze, sing und und habe guten Mut: Ispring dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14 Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 17 Er hat noch niemals was ver⸗ in seinem Regiment: sehn nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18 Ei nun, so laß ihn ferner tun und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 1607—-1676 —— 17²2 Beten, Loben, Danken Eigene Weise 30 Jehova! Jehova! Jehova, deinem Namen sei Ehre, Macht und Ruhm! Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt auf dein Wort in Staub zerfällt, soll in unsern Hallen das Heilig! Heilig! Heilig! er⸗ Halleluja. Halleluja.[schallen. Gottlieb Konrad Pfeffel, 1736—1809 Eigene Weise 30 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein kommet zuhauf,[Begehren. Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören. 2 Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher der dich erhält,(geführet, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3 Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich ö freundlich geleitet; in wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4 Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet, denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5 Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen. Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht; lobende, schließe mit Amen. Joachim Neander, 1650—1680 Eigene Weise 302 Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja. ö 3 Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Halleluja, Halleluja. Beten, Loben, Danken 4 Dieser hat Himmel und Meer und Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja. 8 Rühmet, ihr Menschen, den ö hohen Namen des, der so große Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und Heilgen Geist. Halleluja, Halleluja. Johann Daniel Herrnschmidt, 1675—1723 303 Lobt froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre! Er höret gern ein Lied zu seiner Lobt froh den Herrn!:(Ehre. 2 Es schall empor zu seinem Heiligtume aus unserm Chor ein Lied zu seinem Ruhme! Lobt froh den Herrn! 3 Vom Preise voll laß unser Herz dir singen! Das Loblied soll zu deinem Throne dringen. Lobt froh den Herrn! 3 4 Wir stammeln hier; doch hörst du unser Lallen Eigene Weise — 17³ zum Preise dir mit Vaterwohlgefallen. Dir jauchzen wir, dir singen wir. 5 Einst kommt die Zeit, wo wir auf tausend Weisen — o Seligkeit!— dich, unsern Vater, preisen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Georg Geßner, 1765—1843 Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und der große Dinge tut Händen, an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zugut und noch jetzund getan. 2 Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3 Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmelsthrone, dem dreimal Einen Gott, als der ursprünglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart, 1586—1649 Eigene Weise 17⁴ Eigene Weise 30 Nun danket all und brin⸗ get Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeld't. 2 Ermuntert euch und singt mit Gott, unserm höchsten Gut,[Schall, der seine Wunder überall und große Dinge tut. 3 Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen sich selbst zum Helfer stellt. kann, 4 Der, ob wir ihn gleich hoch be— doch bleibet gutes Muts, ltrübt, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts. 5 Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf al Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6 Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Volk und Land; er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand. 7 Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8 Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil. Beten, Loben, Danken 9 Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607—1676 Eigene Weise 306 Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein; sein Wohltat tut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett't dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden in sei'm Reich. 2 Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht; sein'n Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob den'n, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend,‚ ist unsre Sünd dahin. 3 Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Beten, Loben, Danken 17⁵ Er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein End, das ist ihm nah. 4 Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit bei seiner lieben Gmeine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, 1487—1541 30 Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden: Freue dich, Israel, seiner Gna⸗ den!: 2 Der Herr regieret über die ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben, : Psalter und Harfen ihm Ehre geben. Eigene Weise 3 Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, : machet uns ledig von allen Sünden. 4 Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und spaten Regen, :füllet uns alle mit seinem Segen.: 5 Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: : Freue dich, Israel, seiner Gna⸗ den!: Matthäus Apelles von Löwenstern, 1594—1648 Eigene Weise 30 8 O daß ich taus 120 10 und einen kanfendfachen Muund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir getan. 2 O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht; o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht; ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! ———..——ͤ—————— 176 4 Ihr grünen Bätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräser in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5 Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6 Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Werschützet mich aufmmeinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 9 Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz bewegt; ja wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 10 Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin: da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Mentzer, 1658—1734 Beten, Loben, Danken Weise: Allein Gott in der Höh sei Ehr oder Es ist das Heil uns kommen her 309 Bis hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte, bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte. Bis hieher hat er mich geleit't, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2 Hab Lob und Ehre, Preis und für die bisherge Treue, Dank die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue; in mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir getan, bis hieher mir geholfen. 3 Hilf fernerweit, mein treuster hilf mir zu allen Stunden,(Hort, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein er hilft, wie er geholfen.(Gott, Amilie Juliane v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1706 Weise: Mein Herzensjesu, meine Lust 31 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! —— Beten, Loben, Danken 177 3 Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4 Ich rief zum meiner ot: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5 Der Herr ist noch und nimmer von seinem Volk geschieden;(nicht er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 8 Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott: der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9 So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen; bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht Zauleck, Kindergesangbuch. und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schütz, 1640—1690 Weise: Lasset uns den Herren preisen 31 Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8 Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde tut und aus den Bahnen weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zugut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10 Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12 178 Beten, Loben, Danken 11 Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1607—1676 Weise: Die Tugend wird durchs Kreuz 31 Wie groß ist des All⸗ mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2 Wer hat mich wunderbar be⸗ reitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich soviel Glückgenießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3 Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4 Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn?ꝰ Sein Will ist mir ins Herz ge— schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5 Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. Solang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6 O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein: sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769 Am Morgen Eigene Weise 31 Aus meines HerzensGrunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum unsern Herren, dein eingebornen Sohn, 179 2 daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3 Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 6 Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag. Er segne meine Taten, mein Vornehmen und Sach: ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben und was er sonst gegeben; er machs, wies ihm gefällt. 7 Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen in Gnaden sehen an; und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in mei'm Beruf und Stand. Georg Niege, 1525—1588 12* 18⁰ Eigene Weise 31 Beim frühen Morgenlicht erwacht mein Herz und Gelobt sei Jesus Christus! lspricht: Die Feierglocke schallt mit heiliger Gewalt: Gelobt sei Jesus Christus!: 2 Was tönt der schönste Klang, der lieblichste Gesang? Gelobt sei Jesus Christus! In Gottes heilgem Haus sprech ich vor allem aus: Gelobt sei Jesus Christus!: 3 Und was mein Werk auch sei, ich spreche froh dabei: Gelobt sei Jesus Christus! Die schönsten Früchte bringt das Herz, das freudig singt: : Gelobt sei Jesus Christus!: 4 Singt, Himmel, Erd und Meer und aller Engel Heer: Gelobt sei Jesus Christus! Es schalle weit und breit, in alle Ewigkeit: Gelobt sei Jesus Christus!: Aus Unterfranken, katholisch Eigene Weise Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen danieder; Am Morgen aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2 Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und und wo die Frommen(groß, dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3 Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt! Die besten Güter sind unsre Gemüter; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt. 4 Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. Am Morgen 8 Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Sein Heil und Gnaden(Grund. die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 10 Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11 Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan, so mach es, wie dir es Was gut und tüchtig,[beliebt. was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals keinen zu sehr noch betrübt. 12 Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen 18¹ leuchtet der Sonne gewünschtes Freude die Fülle[Gesicht. und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten, dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt, 1607—1676 Weise: Christus, der uns selig macht oder Schwing dich auf zu deinem Gott 3 Fang dein Werk mit Jesu Jesus hats in Händen; lan, Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. ö 2 Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. ů Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3 Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 182 4 Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5 Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben; es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; laß es doch sein wohlgetan! Ich sprech darauf: Amen. Waldenburg in Schlesien, um 1734 Weise: Kommt und laßt uns Christum ehren 317 Früh am Morgen Jesus gehet und vor allen Türen stehet, klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2 Nun, so lasset ihn nicht dorten, tut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3 Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein. 4 Weiden uns auf grüner Auen, daß wir deine Fülle schauen Am Morgen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. 5 Amen, ja es soll geschehen, Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, daß er uns nicht läßt allein. Gott des Himmels und Gerhard Stip, 1809—1882 31 der Erden, Vater, Sohn und Heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält: 2 Gott, ich danke dir von Herzen, Eigene Weise daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmer⸗— hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3 Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missetat. [zen 4 Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. Am Morgen 5 Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort: nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. 6 Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand: Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum! 7 Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, 1604- 1651 Eigene Weise Lobet den Herren 31 alle, die ihn ehren, laßt uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar lobet den Herren![bringen: 2 Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich lobet den Herren!(auferwecket: 183 3 Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem lobet den Herren!(Segen: 6 O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben: lobet den Herren! 7 Gib, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen: lobet den Herren! 8 Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen; lehr uns verrichten heilige Ge— schäfte, und wo wir schwach sind, da gib du uns Kräfte: lobet den Herren! Paul Gerhardt, 1607—- 1676 Weise: Ich dank dir schon 320 Mein erst Gefühl sei Preis und Dank; erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang: lobsing ihm, meine Seele! 18⁴ 2 Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3 Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4 Du bist es, Herr und Gott der und dein ist unser Leben;(Welt, du bist es, der es uns erhält und mirs jetzt neu gegeben. 5 Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 6 Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber tun nach deinem Wohlgefallen! 7 Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle! 8 Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig tue, Am Morgen 9 daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe, 10 daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue, 11 daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769 Eigene Weise 321 Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften schick uns diese Morgenzeit(Lichte, deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2 Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3 Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 2— Am Morgen 18⁵5 4 Ach du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am Jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann! 5 Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth, 1636—1689 Weise: Nun laßt uns Gott dem Herren 322 Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2 Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein begehret; Gott aber hats gewehret. 3 Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trotz dem, der dich betrüge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4 Dein Wort das ist geschehen: ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5 Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben: mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 6 Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze sehen; denn du weißt, daß zur Gabe ich ja nichts Beßres habe. 7 So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8 Sprich Ja zu meinen Taten, hilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten wende. 9 Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Eigene Weise Wie fröhlich bin ich auf⸗ Paul Gerhardt, 1607—1676 32 gewacht, wie hab ich geschlafen sanft die Nacht! Hab Dank im Himmel, du Vater mein, daß du hast wollen bei mir sein. 2 Behüte mich auch diesen Tag, daß mir kein Leid geschehen mag, o schütze mich vor Sünd und Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! — s fh A ll I Bei Tische Weise: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort 324 Bescher uns, Herr, das täglich Brot; vor Teurung und vor Hungersnot behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2 O Herr, tu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt be— kannt: ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3 Erhörst du doch der RabenStimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm, denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Futter gibst. 4 Gedenkt nicht unsrer Missetat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5 O Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; Bei Tische vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6 Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist: drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nun laßt uns Gott, dem Nikolaus Herman, 1 1561 32 Herren, Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben. 2 Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben, dieselben zu bewahren, tut er nie etwas sparen. 3 Nahrung gibt er dem Leibe; die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von den Sünden. 4 Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Christus, für uns gestorben, hat der das Heil erworben. 5 Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6 Durch ihn ist uns vergeben die Sünd, geschenkt das Leben; Eigene Weise 187 im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7 Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte uns Große mit den Kleinen; du kannsts nicht böse meinen. 8 Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Freiheit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen! Ludwig Helmbold. 1532—1598 Weise: Schmücke dich, o liebe Seele 326 Speis uns, Vater, deine Kinder; tröste die betrübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmelsmahlzeit kommen. Joh. Heermann. 1584—-1647 Weise: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 3 7 Wir danken Gott für seine Gabn, die wir von ihm empfangen habn, und bitten unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr beschern 2 und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach lieber Herr, du wollst uns gebn nach dieser Zeit das ewge Lebn. Erasmus Alber, 1500—1553 Am Abend Eigene Weise 32 Abend wird es wieder, O über Wald und Feld säuselt Frieden nieder, und es ruht die Welt. 2 Nur der Bach ergießet sich am Felsen dort, und er braust und fließet immer, immer fort. 3 Und kein Abend bringet Frieden ihm und Ruh, keine Glocke klinget ihm ein Rastlied zu. 4 So in deinem Streben bist, mein Herz, auch du: Gott nur kann dir geben wahre Abendruh. Heinr. Hoffmann v. Fallersleben, 1798—-1874 Eigene Weise 32 Bald ist es wieder Nacht, ja wieder Nacht, mein Bettlein ist gemacht. Drein will ich mich legen, wohl mit Gottes Segen, weil er die ganze Nacht, die ganze a gar treulich mich bewacht. 2 Da schlaf ich fröhlich ein, ja fröhlich ein; gar sicher kann ich sein. Vom Himmel geschwinde kommen Engelein linde und decken still mich zu, ja still mich und schützen meine Ruh. zu 3 Und wirds dann wieder hell, ja wieder hell, dann wecken sie mich schnell, dann springe ich munter vom Bettlein herunter. Hab Dank, Gott Vater du, Gott Vater du! Ihr Englein auch dazu. Wilhelm Hey, 1789—1854 Am Abend Eigene Weise 33 Der Mond istaufgegangen, die goldnen Sternlein am Himmel hell und klar.(prangen Der Wald steht schwarz und schweiget und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2 Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3 Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön: so sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4 Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5 Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs bauen, nicht Eitelkeit uns freun; laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6 Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; 189 und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott. 7 So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt weht der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch. Matthias Claudius, 1740—1815 Weise: Herzliebster Jesu, was hast du 3 Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen: Gott walts zu Frommen nach sein'm Wohlgefallen, daß wir uns legen, in sein'm Gleit und Segen der Ruh zu pflegen. 2 Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister; halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr: schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel. 3 Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken, laß uns in Züchten unser Tun und Dichten zu dein'm Preis richten. ————————..— 19⁰ 4 Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Be⸗ trübten, pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder. 5 Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset; frist unser Leben, wollst die Sünd erlös uns. Amen. vergeben, Petrus Herbert, 1 1571 Eigene Weise 332 Goldne Abendsonne, wie bist du so schön! Nie kann ohne Wondee deinen Glanz ich sehn. 2 Willst nun, Sonne, fliehen mit dem goldnen Strahl, nach dem Meere ziehen über Berg und Tal. 3 Abendglocken klingen von der Türme Dach mit gewaltgen Schwingen dir den Abschied nach. 4 Und die Hände heben zum Gebet sich all, die Gebete schweben auf zum Glockenschall. Am Abend 5 Seht, sie ist geschieden, läßt uns in der Nacht; doch wir sind in Frieden, der im Himmel wacht. 6 Du, o Gott der Wunder, der im Himmel wohnt, gehest nicht so unter wie die Sonn, der Mond. 7 Wollest auf uns senken, Herr, dein ewges Licht, daß zu dir wir lenken unser Angesicht. Strophe 1 von Barbara Urner, geb. Welti, 2—6 von Dr. Chr. Gottl. Barth, gest. 1862 Weise: O Welt, ich muß dich lassen 33 Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an; ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir getan! 4 Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5 Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist; mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist! Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769 Am Abend Eigene Weise Meinen Pich o imHerzen, 354 schlaf ich so süß, : da träum ich so selig vom Pa⸗ radies. 2 Meinen Heiland im Auge, da schreckt mich kein Feind, : er bleibet dem betenden Kinde vereint. 3 Meinen Heiland im Sinne, bleibt Böses mir fern, : die Sünde entweichet vor Gott, meinem Herrn. 4 Darum will ich ihn halten fest, fest und getreu; : mein Vater im Himmel, o stehe mir bei. Agnes Franz, 1794—- 1843 Eigene Weise 33 Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe beide Auglein zu, Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein. 2 Hab ich unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. 3 Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; alle Menschen, groß und klein, sollen dir befohlen sein. 191 4 Kranken Herzen sende Ruh, Lan Augen schließe zu. Laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. Luise Hensel, 1798-1876 O Welt, ich muß dich lassen Weise: 3 Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und es schläft die ganze Welt;(Felder, ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2 Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3 Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wann mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal. 4 Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5 Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. 192 Am Abend Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. 6 Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7 Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen. Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8 Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, so laß die Engel singen: dies Kind soll unverletzet sein. 9 Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar. Paul Gerhardt, 1607—1676 Eigene Weise 337 Nun sich der 2. geendet und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt't und was zuvor geweint. 2 Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3 Gedenke, Herr, doch auch an in dieser finstern Nacht(mich und schenke du mir gnädiglich den Schutz von deiner Wacht. 8 Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammertal, so führ mich in den Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9 Und also leb und sterb ich dir, o Herr Gott Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Johann Friedrich Herzog, 1647—1699 Weise: O Welt, ich muß dich lassen 33 Nun sich der Tag geendet, meinHerz sich zu dir wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. 2 Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein: die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. Am Abend 3 Daß du mich stets umgibest, daß du mich herzlich liebest und rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich, so reine, laß früh und spät mir wichtig sein. 4 Ein Tag der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, so schöne, mein Herz an dich gewöhne, mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen, 1697—1769 Eigene Weise 339 O Jesu, treuster Heiland mein, ich geh in mein Schlafkämmerlein; ich will mich legen in die Ruh; schleuß du die Tür selbst nach mir zu. 2 Verzeih mein Sünd aus Gna⸗ den mir, schädliche Träum treib all von hier, breit über mich dein Flügel aus, so stehn die Engel um das Haus. 3 Behüt vor Feur- und Wassersnot, vor einem bösen schnellen Tod; vor allem ÜAbel und Gefahr mich und all fromm Christen bewahr. 4 Wenn ich nun schlaf, wach du für mich, treib alles Unglück hinter sich; laß mich zu deinem Lob aufstehn und fröhlich an mein Arbeit gehn. 1661 Zauleck, Kindergesangbuch. 193 Weise: So nimm denn meine Hände 3 4 Wie könnt ich ruhig schlafen in dunkler Nacht, wenn ich, o Gott und Vater, nicht dein gedacht? Es hat des Tages Treiben mein Herz zerstreut; bei dir, bei dir ist Frieden und Seligkeit. 2 O decke meine Mängel mit deiner Huld; du bist ja, Gott, die Liebe und die Geduld. Gib mir, um was ich flehe: ein reines Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3 Auch hilf, daß ich vergebe, wie du vergibst, und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst: so schlaf ich ohne Bangen im Frieden ein und träume süß und stille und denke dein. Agnes Franz, 1794—1843 13 DerHENNSeRHe N 19⁵ Eingang und Ausgang Eigene Weise Die Gnade unsers Herrn 34 Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heilgen Geistes sei[: mit uns allen: Amen. Weise: Herzlich tut mich verlangen 34 Die Woche geht zu Ende, nicht aber Gottes Treu; denn wo ich mich hinwende, da ist sie immer neu. Die Zeit kann wohl verschwinden, nur Gottes Güte nicht; sie läßt sich täglich finden und gibet Trost und Licht. 2 Die ganze Woche zeuget von deiner Gütigkeit, die du zu mir geneiget; ja, meine Lebenszeit vom Anfang bis jetzunder auf diesen Augenblick rühmt deine Gnadenwunder im Glück und Ungelück. 3 Allein mein Herze bebet, wenn es zurückedenkt, wie übel ich gelebet und dich, mein Gott, gekränkt. Je mehr du mich geliebet und meiner hast verschont, je mehr ich dich betrübet und nur mit Haß belohnt. 4 Mein Glaube heißt mich hoffen, es sei durch Christi Blut ein neuer Bund getroffen und alles wieder gut. Drum will ich dir geloben, auf ewig treu zu sein; dein guter Geist von oben wird mir die Kraft verleihn. 5 Ich bin dein Kind aufs neue: Drum gib, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue und alles sicher mach. Ich werde gleichsam sterben, der Schlaf ist wie ein Tod; doch kann ich nicht verderben: du lebst in mir, mein Gott. 6 Ja du, mein Gott, wirst wachen, ich werde ruhig sein. So mag der Höllen Rachen gleich Donner auf mich spein: Dein Kind wird nichts empfinden, als wenns im Himmel wär; Schutz werd ich bei dir finden; mich deckt der Engel Heer. 7 Du willst auch die versorgen, die mein und deine sein: So wird uns alle Morgen auch deine Kraft erfreun. Wir werden Opfer bringen mit Herzen, Mund und Hand und dir ein Loblied singen, wo du, Herr, bist bekannt. 13* 3 196 8 Soll das in diesem Leben die letzte Woche sein, will ich nicht widerstreben und mich im Geiste freun auf einen Feierabend, den Christi Tod gemacht; und diese Hoffnung habend sprech ich nun: Gute Nacht! Benjamin Schmolck, 1672—1737 Weise: Liebster Jesu, wir sind hier 34 Gib uns, eh wir gehn nach Haus, deinen väterlichen Segen! Breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen! Laß uns hier im Segen gehen, dort gesegnet auferstehen. 3. Strophe von: Höchster Gott, wir danken dir; von Joh. Ad. Haßlocher, 1645—1726 Weise: Valet will ich dir geben e n du treuer Gott und Herr; von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker, 1530—1592 34 Segne und behüte uns durch deine Güte! Herr, erheb dein Angesicht über uns und gib uns Licht! Eigene Weise * Eingang und Ausgang 2 Schenk uns deinen Frieden alle Tag hinieden, gib uns deinen guten Geist, der uns stets zu Christo weist! 3 Amen, Amen, Amen! Ehre sei dem Namen Jesu Christi, unsers Herrn! denn er segnet uns so gern! Weise: Liebster Jesu, wir sind hier 346 Unsern Ausgang segne Go t, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brot, segne unser Tun und Lassen; segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartmann Schenk, 1634—-1684 Weise: Wachet auf, ruft uns die Stimme 3 47 Zieht in Pfade 5 Mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern spät und frühe. Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein Angesicht. Gustav Knak, 1806—1878 V 0½ Va 2 SS W 7h FEN s Natur und Ernte Eigene Weise Die Himmel rühmen des 34 Ewigen Ehre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen ie Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne m und läuft den Weg gleich als ein Held. 2 Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Weltꝰ Er ist dein Schöpfer, ist Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Er ists: ihnliebe von ganzem Gemüte und nimm an seiner Gnade teil!: Christian Fürchtegott Gellert, 1715—1769 Eigene Weise 349 Du schöne Zn. 6, dem wer hat in solcher Wracht dich vor die Augen mir gestellt, ! wer dich so schön gemacht?: 2 Wie trägst du so ein weißes mit goldnem Staub besät,(Kleid, daß Salomonis Herrlichkeit vor deiner nicht besteht?: 3 Gott hob dich aus der Erde Grund, hat liebend auf dich acht; er sendet dir in stiller Stund : ein Engelein bei Nacht. 4 Das wäscht dein Kleid mit Tau so rein und trocknets in dem Wind und bleicht es in dem Sonnenschein und schmückt sein Blumenkind.: 5 Du schöne Lilie auf dem Feld, in aller deiner Pracht bist du zum Vorbild mir gestellt, zum Lehrer mir gemacht.: 6 Du schöne Blume auf dem Feld, du kennst den rechten Brauch. Du denkst: der hohe Herr der Welt versorgt sein Blümchen auch.: Philipp Spitta, 1801—1859 Eigene Weise 35 Es regnet, Gott segnet die Erde, die so durstig ist, daß ihren Durst sie bald vergißt. O frischer Regen, du Gottessegen! ι.. E. Natur und Ernte 199 2 Es regnet, Gott segnet den hohen Baum, den kleinen Strauch und all die tausend Blumen auch. O frischer Regen, du Gottessegen! 3 Es regnet, Gott segnet; was lebt und webt in weiter Welt: für jedes Tier ein Tröpflein fällt. O frischer Regen, du Gottessegen! 4 Es regnet, Gott segnet die Menschen alle väterlich; sein Himmelstau erquickt auch mich. O frischer Regen, du Gottessegen! Johann Peter Hebel, 1760—1826 Eigene Weise 351 Freuet euch Eide denn sie ist wohl wert der Freud. O, was hat für Herrlichkeiten unser Gott da ausgestreut. 2 Und doch ist sie seiner Füße reich geschmückter Schemel nur, ist nur eine schönbegabte, wunderreiche Kreatur. 3 Freuet euch an Mond und Sonne und den Sternen allzumal, wie sie wandeln, wie sie leuchten über unserm Erdental. 4 Und doch sind sie nur Geschöpfe von des höchsten Gottes Hand, hingesät auf seines Thrones weites, glänzendes Gewand. 5 Wenn am Schemel seiner Füße und am Thron schon solcher Schein, o was muß an seinem Herzen erst für Glanz und Wonne sein! Philipp Spitta, 1801—1859 Eigene Weise 3 52 Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2 Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narzissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3 Die Lerche schwingt sich in die Luft das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. 4 Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, 200 Natur und Ernte das Schwälblein speist die Jungen, der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5 Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten. 6 Die unverdroßne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und dar ihr edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise. 7 Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überflüssig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte. 8 Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 9 Ach, denk ich, bist du hier so schön und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden! 10 Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdroßnem Mund und ihr Halleluja singen!(Stimm 11 O wär ich da, o stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen: so wollt ich nach der Engel Weis' erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 12 Doch will ich gleichwohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13 Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe. 14 Mach in mir deinem Geiste Raum, daß ich dir werd ein guter Baum, und laß mich Wurzel treiben; Natur und Ernte verleihe, daß zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben. 15 Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis' an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1607—1676 Weise: Lob Gott getrost mit Singen 3 5 Herzlich tut mich erfreuen die liebe Sommerzeit, all mein Gemüt erneuen, der Mai viel Wonne beut: die Lerch tut sich aufschwingen mit ihrem hellen Schall; lieblich die Vögel singen, voraus die Nachtigall. 2 Der Kuckuck mit sein'm Schreien macht fröhlich jedermann, des Abends munter reihen sich Mägdlein wohlgetan. Spazieren zu den Brunnen, pflegt man zu dieser Zeit; all Welt sucht Freud und Wonne mit Reisen fern und weit. 3 Es grünet in den Wäldern, die Bäume blühen frei, die Röslein auf den Feldern von Farben mancherlei. Ein Blümlein steht im Garten, heißt: Christ, vergiß nicht mein; das edle Kraut zu warten, gibt Trost der Seele dein. 201¹ 4 Das Kraut je länger je lieber in meinem Herzen blüht, bringt mich zu Gott hinüber, weil Christ mich stets behüt't. Ich hab es wohl vernommen, was dieses Kraut vermag; wohl dem, der mit Gotts Namen und Wort umgeht all Tag. 5 Darum lobt Gott im Sommer, desgleich im Winter tut; Christ wendt all unsern Kummer und bringt viel Freud und Mut. Der Zeit will ich genießen, solang ich leb allhie; Gotts Gnad wird sich ergießen üb'r uns so spät wie früh. 1571 35 wie schallts dorten so lieblich hervor! Fürchte Gott!: ruft mir die Wachtel ins Ohr. Sitzend im Grünen, von Halmen umhüllt, mahnt sie den Horcher am Saaten⸗ : Liebe Gott!: gefild: Er ist so gütig und mild. 2 Wieder bedeutet ihr hüpfender : Lobe Gott!:[Schlag: der dich zu lohnen vermag. Siehst du die herrlichen Früchte im Feld? Sieh sie mit Rührung, Bewohner : Danke Gott!:[der Welt! der dich ernährt und erhält. Eigene Weise 3 Schreckt dich im Wetter der Herr : bitte Gott!:(der Natur, und er verschonet die Flur. Machen die künftigen Tage dir bang, tröste dich wieder der Wachtelgesang. : Traue Gott!: deutet ihr lieblicher Klang. S. Fr. Sauter, 1766—1846 Eigene Weise 35 Kommt, laßt uns doch anhören die Vöglein in dem Wald, wie sie den Schöpfer ehren, daß Berg und Tal erschallt. Sie singen ohne Sorgen, sind freudig, denken nicht, ob ihnen wohl auch morgen dies oder das gebricht. 2 Sie trachten nicht nach Schätzen mit Kummer, Müh und Streit; der Wald ist ihr Ergötzen, die Federn sind ihr Kleid. Ihr Tisch ist stets gedecket, sie sind gar hoch vergnügt, weil jeder, was ihm schmecket, so viel ihm not ist, kriegt. 3 Sie hausen still im Neste, baun keine Scheunen auf, sind nirgends fremde Gäste und bieten nichts zu Kauf. Es singt dafür ein jeder, so gut er kann und mag, dem Schöpfer helle Lieder den ganzen lieben Tag. Natur und Ernte 4 Der Mensch macht sich viel Plagen, mehr als das arme Tier, und spannt an seinen Wagen viel tausend Sorgen für. „Was,“ spricht er,„werd ich essen? Was trink ich Armer doch? Der Herr hat mein vergessen?“ O Mensch, Gott lebet noch! 5 Kommt, die ihr Gott nicht trauet, daß er euch kleiden kann, geht hin aufs Feld und schauet die schönen Lilien an. Wer schuf denn ihr Geschmeide? Wenn Salomo wollt gehn in Samt und Purpurseide, wär er doch nicht so schön. 6 Du siehest sie nicht spinnen, doch sind sie so geschmückt, daß aller Künstler Sinnen darüber wird entzückt. Der Herr, der solchermaßen den Blumen Kleider gibt, wird ohne Kleid nicht lassen den Menschen, den er liebt. 7 Auf, Seele, lern ihm trauen! O glaub: er läßt dich nicht. Lern kindlich auf ihn bauen, wenn etwas dir gebricht. Sei ängstlich nicht für morgen, noch was du heut verzehrt, und lasse den nur sorgen, der alle Welt ernährt. Andr. Heinr. Buchholz, 1607—1671 ———— Natur und Ernte 203 Weise: O daß ich tausend Zungen hätte 356 O Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 3 Du machst, daß man auf Hoff⸗ nung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4 Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brot; es mehret sich vielfältgerweise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 6 Wir wollens auch keinmal ver⸗ gessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648—1715 Eigene Weise 35 Seht die Lilien auf dem Feld, wie sie wachsen, blühen. Sagt, wer hat sie hingestellt ohne Sorg und Mühen? Wer hat sie so schön gemacht, ausgeschmückt mit solcher Pracht, herrlich sondergleichen?: 2 Gott der Herr rief euch hervor, daß die Erd ihr schmücket, schwingt des Menschen Herz empor, niedrer Sorg entrücket; lehrt es gläubig aufwärtsschaun, ewig, ewig Gott vertraun, : blühn als Himmelsblume. 3 Auf, mein Herz, sei unverzagt, wirf auf ihn die Sorgen; der nach trüber Winternacht ruft den Frühlingsmorgen, der die Blumen nicht vergißt, auch mein guter Vater ist; lob ihn, meine Seele!: Wilhelm Greef., 1809—1875 Eigene Weise 358 Singt Gottes Lob im Winter auch, er ist so ireu und gut; er nimmt vor Frost und Sturmes⸗ die Saat in seine Hut. hauch 2 Er deckt sie mit dem Schnee so weich und sicher zu; Iso dicht, sie merkt den harten Winter nicht und schläft in stiller Ruh. 3 Singt Gottes Lob zur Winter⸗ er ist so treu und gut;[zeit, er schenkt dem Sperling warmes und warmes, rasches Blut. Kleid ——.... 20⁴ 4 Er zeiget ihm sein Futter an, ein Körnlein hie und da, und führt ihn, daß ers finden kann, auf Wegen fern und nah. 5 O lobet Gott den Winter lang, er ist so treu und gut und führt auch eurer Füße Gang und gibt euch frohen Mut 6 und schenkt euch guter Gaben viel für euern Leib und Geist, schenkt Kraft zum Fleiß und Lust zum Spiel und Glauben allermeist. Wilhelm Hey. 1789—1854 Eigene Weise 3 5 Vöglein i im hohen Baum, 0 0 ists, ihr seht es kaum, singt doch so schön, daß wohl von nah und fern alle die Leute gern !: horchen und stehn. 2 Blümlein im Wiesengrund blühen so lieb und bunt, tausend zugleich. Wenn ihr vorübergeht, wenn ihr die. seht, : freuet ihr euch. 3 Wässerlein fließt so fort, immer von Ort zu Ort nieder ins Tal. Dürsten nun Mensch und Vieh, kommen zum—..—— sie, !: trinken zumal. Natur und Ernte 4 Habt ihr es auch bedacht, wer hat so schön gemacht alle die drei? Gott der Herr machte sie, daß sich nun spät und früh jedes dran freu. Wilhelm Hey, 1789—1854 Eigene Weise Wem Gott will rechte 36 Gunst erweisen, den schickt er in 910 weite Welt, dem will er seine Wunder weisen in Berg und Wald und Strom und Feld. 2 Die Bächlein von den Bergen springen, die Lerchen jubeln hoch vor Lust. Wie sollt ich nicht mit ihnen singen aus voller Kehl und frischer Brust! 3 Den lieben Gott laß ich nur walten; der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld und Erd und Himmel will erhalten, hat auch mein Sach aufs best bestellt. J. v. Eichendorff, 1788—1857 Weise: Der Mond ist aufgegangen 3 6 Wie ruhest du so stille in deiner weißen Hülle, du mütterliches Land! Wo sind des Frühlings Lieder, des Sommers bunt Gefieder und dein beblümtes Festgewand? Natur und Ernte 2 Du schlummerst nun entkleidet; kein Lamm und Schäflein weidet auf deinen Aun und Höhn. Der Vöglein Lied verstummet, und keine Biene summet; doch bist du auch im Schlummer schön. 3 Die Zweig und Astlein schimmern, und tausend Lichter flimmern, wohin das Auge blickt. Wer hat dein Bett bereitet, die Decke dir gespreitet und dich so schön mit Reif ge⸗ schmückt? 4 Der gute Vater droben hat dir dein Kleid gewoben, er schläft und schlummert nicht. So schlummre denn in Frieden! Der Vater weckt die Müden zu neuer Kraft und neuem Licht. 5 Bald in des Lenzes Wehen wirst du verjüngt erstehen zum Leben wunderbar! Sein Odem schwebt hernieder; dann, Erde, stehst du wieder mit einem Blumenkranz im Haar! Friedr. Adolf Krummacher, 1767—1845 Wir pflügen und wir 36 streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des HDimmels Hand: der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf Eigene Weise 205 und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn! 2 Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot: es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe usw. 3 Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst, von ihm das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm. Alle gute Gabe usw. 4 Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf; er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf. Er schenkt uns soviel Freude, er macht uns frisch und rot; er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot. Alle gute Gabe usw. Matthias Claudius, 1740—1815 —.—.— Volk und Eigene Weise 36 Verleih uns Frieden ö gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Martin Luther, 1483—1546 Eigene Weise 364 Zeuch an die Macht, du Arm des Herrn, wohlauf! und hilf uns streiten! Noch hilfst du deinem Volke gern, wie du getan vorzeiten. Wir sind im Kampfe Tag und Nacht, o Herr, nimm gnädig uns in acht, und steh uns an der Seiten. 2 Mit dir, du starker Heiland du, muß uns der Sieg gelingen; wohl gilt es streiten immerzu, bis einst wir dir lobsingen. Vaterland Nur Mut! die Stund ist nimmer weit, da wir nach allem Kampf und Streit die Lebenskron erringen. 3 Drängt uns der Feind auch um und um, wir lassen uns nicht grauen; du wirst aus deinem Heiligtum schon unsre Not erschauen. Fort streiten wir in deiner Hut und widerstehen bis aufs Blut und wollen dir nur trauen! 4 Herr, du bist Gott! In deine Hand o laß getrost uns fallen! Wie du geholfen unserm Land, so hilfst du fort noch allen, die dir vertraun und deinem Bund und freudig dir von Herzensgrund ihr Loblied lassen schallen. Friedrich Oser, 1820—1891 Eigene Weise 36 5 Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu; dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2 Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich nun Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3 Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn, er hat mir das Heil erworben, Ewighkeit drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in des großen Gottes Himmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4 Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5 Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren; da wir unserm Gott zu Ehren, ewig Halleluja hören. ——————— 208 6 O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne: jetzo gehet auf die Sonne, jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7 Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichkeit; jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelcskleid, mit der güldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Leipzig 1652 366 Brich herein, süßer Schein selger Ewigkeit, leucht in unser armes Leben, unsern Füßen Kraft zu geben, : unsrer Seele Freud! 2 Hier ist Müh morgens früh und des Abends spät, Angst, davon die Augen sprechen, Not, davon die Herzen brechen; kalter Wind oft weht. 3 Jesu Christ, du nur bist unsrer Hoffnung Licht, stell uns vor und laß uns schauen jene immergrünen Auen, I: die dein Wort verspricht. Tod und Ewigkeit 4 Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell herein, daß uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine, : selge Ewigkeit!: Marie Schmalenbach, 1835—1924 ö 367 Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem tu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2 Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm sei. 3 Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden ö bin ich versöhnt mit Gott. 4 Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 5 Wenn mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her tut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6 Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann kommt mein Stündelein. Tod und 7 An dir laß gleich den Reben mich bleiben allezeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Jena 1609 Weise: Valet will ich dir geben 368 Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein; es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht. 2 Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel! Die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah; begegnet ihm im Reihen und singt Halleluja! 3 Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Tür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen, der Bräutgam ist nicht weit! 6 Die ihr Geduld getragen und mit gestorben seid, Ewigkeit 209 mitleben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 9 O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, erwünschte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti, 1660—1722 Eigene Weise 369 Es ist ein Schnitter, heißt der Tod, hat Gwalt vom großen Gott: heut wetzt er das Messer, es schneidt schon viel besser, bald wird er drein schneiden, wir müssens nur leiden. Hüt dich, schöns Blümelein! 2 Was heut noch grün und frisch dasteht, wird morgen weggemäht: die edel Narzissel, die himmlische Schlüssel, die schön Hyazinth, die türkische Bünd. Hüt dich, schöns Blümelein! 3 Viel hunderttausend ungezählt da unter die Sichel hinfällt: sollt nun nach Kreuz und Klagen rot Rosen, weiß Lilien, in Freuden sonder Leid Zauleck, Kindergesangbuch beid wird er austilgen; 14 21⁰ To d und Ewigkeit ihr Kaiserkronen, man wird euch nicht schonen! Hüt dich, schöns Blümelein! 4 Das himmelfarben Ehrenpreis, die Tulpen gelb und weiß, die silbernen Glocken, die goldenen Flocken, senkt alles zur Erden: was wird daraus werden? Hüt dich, schöns Blümelein! 5 Ihr hübsch Lavendl und Ros⸗ ihr vielfarbige Röselein,(marin, ihr stolze Schwertlilien, ihr krause Basilien, ihr zarte Violen, man wird euch bald holen! Hüt dich, schöns Blümelein! 8 Trutz Tod! Komm her, ich fürcht dich nit! Trutz, komm und tu ein Schnitt! Wenn er mich verletzet, so werd ich versetzet— ich will es erwarten— in himmlischen Garten: Freu dich, schöns Blümelein! Regensburg 1637 Eigene Weise 370 Ich hab mein Sach Gott heimgestellt, er machs mit mir, wies ihm gefällt. Sollt ich allhier noch länger lebn, ohn Widerstrebn sein'm Willen tu ich mich ergebn. 2 Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; ich schreib ihm nicht 905 Maß und iel Es sind gezählt die Haare mein, beid, groß und klein; fällt keines ohn den Willen sein. 3 Es ist allhier ein Jammertal, Angst, Not und Trübsal überall; des Bleibens ist ein kleine Zeit voll Müh und Leid, und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4 Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, kein Kunst noch 575 u stolzer t Ut, fürn Tod kein Kraut gewachsen ist; mein frommer Christ, alles, was lebet, sterblich ist. 5 Heut sind wir frisch, gesund und start und liegen morgen tot im Sarg; heut blühn wir wie die Rosen rot, bald krank und tot; ist allenthalben Müh und Not. 6 Man trägt eins nach dem andern hin, wohl aus den Augen, aus dem Sinn; die Welt vergisset unser bald, jung oder alt, auch unsrer Ehren mannigfalt. 7 Ach Herr, lehr uns bedenken wohl, daß wir sind sterblich allzumal; auch wir allhier kein Bleiben sehn, wir müssen gehn, gelehrt und reich, jung, alt und schön. Tod und Ewigkeit 8 Das macht die Sünd, du treuer Gott, daher kam uns der bittre Tod, der nimmt hinweg all Menschenkind, wie er sie findt, fragt nicht, wes Stands und Ehr sie sind. 9 Ich hab hier wenig guter Tag, mein täglich Brot ist Müh und Klag. Wann mein Gott will, so will ich hin in Frieden ziehn; Tod schadt mir nicht, istmein Gewinn. 10Mein'nlieben Gott von Angesicht werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, in ewger Freud und Seligkeit, die mir bereit; ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. Weise: Nun preiset alle Ich hab von ferne, Johann Leon, 1 1597 37 Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. 2 Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen !: doch schon von heute an ewig ů wohnen. 211 3 Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt; das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, : noch nicht ganz innig mit dir vereinigt.: 4 Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben : und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5 Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Auge lassen. Johann Timotheus Hermes, 1738—1821 Eigene Weise 37 2 Ich weiß ein lieblich Engelspiel, da ist all Leid vergangen. Im Himmelreich ist Freude viel, ohn End und Ziel, dahin soll uns verlangen. 2 Da zieht Gott ab der Hande sein ein Ringelein von Golde: „Sieh, edle Seele, das sei dein, ja das sei dein, denn ich bin dir gar holde!“ 14* 212 Tod und 3 Da steht der Selgen Chor dabei viel hoch auf Himmels Zinnen und aller Engel Scharen frei, was Freud da sei, das mag kein Herz besinnen. Heinrich v. Laufenberg, 1430 373 Jerusalem, du hochge⸗ baute Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Tale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2 O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterland. 3 O Ehrenburg, nun sei gegrüßet tu auf der Gnaden Pfort! smir, Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, „Eigene Weise maus jener Nichtigkeit und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit. Ewigkeit 4 Was für ein Volk, was für ein edle kommt dort gezogen schon?[Schar Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Tränenland. 5 Propheten groß und Patriarchen auch Christen insgemein, hoch, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 6 Wenn dann zuletzt ich angelanget im schönen Paradeis, bin von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine man singt in Heiligkeit, das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit. 7 Mit Jubelklang, mit Instrumen⸗ in Chören ohne Zahl, IÜten schön, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsheer. Johann Matthäus Meyfart, 1590—1642 —7— Tod und Eigene Weise oder: Es sungen drei Engel 57 Im Himmel, im Himmel ist der Freude so viel; : da singen die Engel und haben ihr Spiel. 2 Sie singen, sie springen und loben ihren Gott: : der Himmel und—2—— erschaffen hat.: 3 Dort oben, dort oben vor der himmlischen Tür, : da steht ein arm Seele und weinet so sehr.: 4 Arm Seele, arm Seele, was stehest du hier? : wenn ich dich anschaue, so weinest du mir. 5 W'rum sollt ich nicht weinen, du gütiger Gott: ich hab übertreten die zehen Gebot. 6 Hast du übertreten die zehen Gebot, fall nieder auf die Knie und bete zu Gott. 7 Bet immer, bet immer und all⸗ zeit mit Fleiß, so wird dir Gott schenken die himmlische Freud. 8 Die himmlische Freud ist ein wunderschöne Stadt, da Friede und Freude kein Ende mehr hat. Volkslied 213 Weise: Vater unser im Himmelreich 57 5 In Christi Wich enn schlaf die machen mich von Sünden rein; Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. Damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2 Mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Hab Dank, o Tod, du förderst mich; ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt sein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Leipzig 1638 Ewigkeit Eigene Weise 37 Laßt mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Jesum möge sehn; meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2 Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht, o wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht! 3 Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Tal und Hügel heute noch nach Zions Höhn. 214 Tod und 4 Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr, mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 5 Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen; bring uns, Herr, ins Paradies! Gustav Knak, 1806—1878 Weise: O Gott, der du ein Heerfürst bist 37 Mein Leben ist ein Pilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ich reise nach dem Vaterland. 2 So schnell ich Land und Sand verlaß, so schnell läuft auch 3 Stunden⸗ glas, und was vorbei ist, kommt nicht ö wieder; ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht. Ewigkeit 5 Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hastangenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben flieht; ach eile du mit deiner Gnad und Hilf herzu. Friedrich Adolf Lampe, 1683—1729 Eigene Weise 37 8 HAlle! Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hilfe tu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. Mädchen! Heiliger Herre Gott! Knaben! Heiliger, starker Gott! (Mädchen! Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott! Knaben! Laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not. Alle! Kyrieleison! 15. Jahrhundert. Tod und Eigene Weise 37 Unter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler flieh behende, Jesu Hände ö öffnen schon das Perlentor. 2 Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Seraphinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3 Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4 Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5 O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Türen träumend führen und machst uns auf einmal frei. 6 Du hast Sünd und Straf ge⸗ Furcht und Zagen tragen; muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt danieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. Ewigkeit 21⁵ 7 Gotteslamm, ich will dich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben: hole, Heiland, mich zu dir! Johann Ludw. Konr. Allendorf, 1693—1773 Eigene Weise 380 Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde; sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja: Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 2 Zion hört die Wächter singen, das Herz tut ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig,‚ von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht Nun komm, du werte Kron, lauf. Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna: Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 216 Tod und 3 Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Tore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat mehr gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Philipp Nicolai, 1556—1608 Weise: O Welt, ich muß dich lassen 3 8 Wenn kleine Himmelserben in ihrer Anschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2 Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden: was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3 O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe, 1688—1758 Ewigkeit Eigene Weise 382 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt r Tod. Ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott,:J ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2 Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. : Mein Gott,: ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3 Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. : Mein Gott,: ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 4 Laß mich beizeit mein Haus be⸗ stellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein Gott, 2 ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! Tod und 5 Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer diese Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott,:] ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 8 Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf, du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott,: ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 10 So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. : Mein Gott,: ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 11 Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: : Mein Gott,: aus Gnad durch Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Amilie Juliane Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1706 Ewigkeit ö 2¹⁷ Eigene Weise 38 Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh, wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu? Ach bietet die Welt keine Freistatt uns an, wo Sünde nicht herrschen, nicht an⸗ fechten kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht, die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2 Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde er⸗ baut, ist dieses die Heimat der Seele, der Brautꝰ Ja, ja], dieses allein kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3 Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht; das Rauschen der Harfen, der liebͤ⸗ liche Klang bewillkommt die Gelen mit süßem Gesang Ruhe, Ruhe: 5 himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu! Franz Ludwig Jörgens, 1792—1837 —————————————‚——p—p—ß—‚—— 218 Tod und Weise: Ich fahr dahin 38 4* wohlan zum letzten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus: : wohlauf hinaus: kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2 Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und laß dein Leid! Schließ nur getrost die Pforte zu. Was trauerst du?: Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3 Tragt ihn fein sanft ins Schlaf— gemach, ihr Lieben folgt ihm segnend nach! Hab gute Nacht! Der Tag war im Erdgewühl. schwül Hab gute Nacht! Die Nacht ist kühl. 5 Ihr Glocken, tönt hochfestlich drein und läutet hell den Sabbat ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. + + 7 Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst soviel, und eins ist not. Die Welt beut ihre Güter feil: denk an dein Heil: und wähl in Gott das beste Teil! 8 Was sorgst du bis zum letzten Trittꝰ *) Strophe 1—5 im Sterbehaus, 7— 14 unterwegs, 15—17 auf dem Friedhof. Ewigkeit Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz. Schau himmelwärts!: Da, wo dein Schatz, da sei dein Herz! 9 Mit Gott bestell dein Haus beizeit, eh dich der Tod an Tote reiht, sie rufen: gestern wars an mir, : heut ists an dir!: Hier ist kein Stand, kein Wohnen hier. 14 Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier sich ewge Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. T+T +T 15Nun, Tor des Friedens, öffne dich! HineinlHierschließtdie Wallfahrtsich. Ihr Schlafenden im Friedensreich, gönnt allzugleich: dem Staub ein Räumleinnebeneuch! 16 Viel Gräber hier im Ruheport, viel Wohnungen im Himmel dort, bereitet ist die Stätte schon :m am Gnadenthron, bereitet uns durch Gottes Sohn. 17 Sein ist das Reich mit All⸗ gewalt; er zeugt und spricht: Ich damme bald. Ja komm, Herr Jesu, führ uns ein! : Wir harren dein:: Amen, dein laß uns ewig sein! Christian Friedr. Heinr. Sachse, 1785—1860 ...... ν 219 Nachtrag Weihnachten Eigene Weise 38 5 Vom Himmel hoch, o Englein kommt! Eia, eia, susani, susani, susani, kommt, singt und tlingt, kommt, pfeift Halleluja, Halleluja! lund trommt! Von Jesus singt und Maria! 2 Kommt ohne Instrumente nit, eia, eia, susani, susani, susani, bringt Lauten, Harfen, Geigen mit! Halleluja, Halleluja! Von Jesus singt und Maria. 3 Hier muß die Musik himmlisch sein, eia. eia, susani, susani, susani, weil dies ein himmlisch Kindelein. Halleluja. Halleluja! Von Zesus singt und Maria. 4 Die Stimmen müssen lieblich gehn, eia, eia, susani, susani, susani, und Tag und Nacht nicht stille stehn: Halleluja, Halleluja! Von Jesus singt und Maria. 5 Das Lautenspiel muß lauten süß, eia, eia, susani, susani, susani, davon das Kindlein schlafen müß. Halleluja, Halleluja! Von Jesus singt und Maria. 6 Singt Fried den Menschen weit und eia, eig. susani, susani, susani.[breit, Gott Preis und Ehr in Ewigkeit! Halleluja, Halleluja! Von Jesus singt und Maria. 16²³3 Beten, Loben, Danken 3 8 Eigene Weise Vater unser im Himmel⸗ reich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns han, gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzens Grund. 2 Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm, verführet Volk bekehr. 3 Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der Heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4 Dein Will gescheh, Herr Gott zugleich auf Erden wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut. 5 Gib uns heut unser täglich Brot und, was man darf zur Leibesnot; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 2²⁰ 6 All unsre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr; wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7 Führ uns, Herr, in Versuchung wenn uns der böse Geist anficht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des heilgen Geistes Trost. 8 Von allem Übel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. Bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9 Amen, das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort in dem Namen dein: so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther, 1483—1546 Ewiges Leben. Eigene Weise 38 O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott ge— kommen! Ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält ge⸗ fangen. 2; Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3 Ihr hingegen ruht in eurer Kammer sicher und befreit von allem Jammer, kein Kreuz und Leiden ist euch hinderlich in euren Freuden. 4 Christus wischet ab euch alle Tränen, habt das schon, wonach wir uns erst sehnen, euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhier ge— drungen. 5 Ach wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt er— Wer wollt hier bleiben, lerben? sich den Jammer länger lassen treiben? 6 Komm, o Christe, komm uns auszuspannen, lös uns auf und führ uns bald von Bei dir, o Sonne,(dannen. ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, 1603. 1659 Pastor: Xinder: Pastor: Kinder: 221 Ordnung des Kindergottesdienstes I. Einfachste Form Lied Eingangsspruch Gebet Ach bleib mit deiner Gnade(Str. 1) Schriftverlesung. Spruch, Halleluja Halleluja! ed oder Kinderansprache des Pastors ied [Schlußansprache mit nachfolgendem Liedervers! Hastor: Gebet mit Gebet des Herrn oder nur gemeinsam: Gebet des Herrn Pastor: Segen Kinder: Amen, Amen, Amen. Pastor: oder II. Nach der preußischen Agende Eingangslied Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen (Gelobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum.) So spricht der Herr: Laßt die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes. Advent: So spricht der Herr: Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. Weihnachten: So spricht der Herr: Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr. ——9——————— ELinder oder Liturgie Reujahr: Jesus Christus gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit. ů Passionszeit: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Ostern: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja! Pfingsten: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht, verwirf mich nicht von deinem Angesicht, von deinem Angesicht und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Advent: Mit Ernst, o Menschenkinder, V. 4 Weihnachten: Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich, V. 1 Neufahr: Hilf, Herr Jesu, saß gelingen, V. 1 Passionszeit: Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. Ostern: Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, V. 1 pfingsten: Komm, o komm, du Geist des Lebens, V. 1 Pastor: Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet' Linder: Pastor: Linder: Pastor: Linder: Pastor sich der Herr über die, so ihn fürchten(oder ein andrer Gnadenspruch). Ehre sei Gott in der Höhe! Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Amen, Amen, Amen Der Herr sei mit euch! Und mit deinem Geiste Gebet Amen oder: Ach bleib mit deiner Gnade, V. 1 (und K.) Verlesung eines biblischen Abschnitts Pastor: Herr, dein Wort ist unsers Fußes Leuchte und ein Licht Kinder auf unserm Wege. Halleluja! Halleluja, Halleluja, Halleluja! P. u. K.: Das Apostolische Glaubensbekenntnis Liturgie ö 223 Kinder: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Amen; oder: Amen, Amen, Amen Unterweisung. Lied)) Pastor: Freies Schlußgebet und Gebet des Herrn Xinder: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth! Alle Lande sind seiner Ehre voll! Hosianna! Hosianna in der Höh! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna! Hosianna! Hosianna in der Höhl Pastor: Segen (Kinder Schlußgesang) ) Wo die Unterweisung nicht durch den Pastor allein, sondern mit Helfern und in Gruppen stattfindet, folgt auf dieselbe und das Lied der Kinder noch die Katechisation des Geistlichen, der sich ein Liedervers anschließt. III. Form“) Eingangslied Pastor:(Eingangsspruch) Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,— der Himmel und Erde gemacht hat; oder Advent: der also die Welt geliebet hat, daß er seinen ein⸗ gebornen Sohn gab; Neujahr: der da ist und der da war und der da kommt; Passionszeit: der seines eigenen Sohnes nicht verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben; Himmelfahrt: der sich gesetzt hat zur Rechten seines Vaters in der Höhe; Pfingsten: der seinen Geist ausgegossen hat über alles Fleisch; Bußtag: der nicht will den Tod des Gottlosen, sondern daß er sich bekehre und lebe; ) Für den Leiter des Kindergottesdienstes der die Liturgie einzurichten hat, gilt als Hauptregel: Die Liturgie sei in ihrem Aufbau straff, d. h. die Reihenfolge sei immer die gleiche; die einzelnen Teile aber mögen dann so abwechselungsreich wie möglich gestalt't werden, doch immer so, daß sich mit den Jahren eine Gewöhnung (Tradition) bildet, durch die sich der Organist und die Helfer wie die älteren Kinder immer schnell aus kennen. Festigkeit in der Form, Mannigfaltigkeit im Inhalt! 22⁴ ö ö Liturgie an Tagen festlicher Freude wie Erntefest, Jahresfest usw.: der uns ge⸗ segnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum; Totensonntag: der da die Menschen lässet sterben und spricht: kommt wieder Menschenkinder. So spricht der Herr: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes; oder: Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet; oder Advent: Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe! Hosianna. Passion: Lasset uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, da er wohl hätte Freude haben mögen, erduldete er das Kreuz. Osterzeit: Ich bin der erste und der letzte, spricht der Serr; ich war tot und siehe, ich lebe und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes. Pfingsten: Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe. Kinder: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste; wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Amen; oder Advent: Hosianna, gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, Hosianna in der Höh! Der da kommt in dem Namen des Herren, der da kommt in dem Namen des Herren, Hosianna! Hosianna! Hosianna in der Höhl Hosianna in der Höhl Passion: O hilf Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir dir stets untertan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wie⸗ wohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken! Ostern: Christ ist erstanden!(Lied Nr. 108 Str. 1-3); Pfingsten: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend(Str. 1). Kinder: Gebet mit Sündenbekenntnis. Pastor:(Bußlied) Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. x; Liturgie 2²⁵ je⸗ oder: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze, und gib mir 227 en einen neuen, gewissen Geist; verwirf mich nicht, ver⸗ wirf mich nicht von deinem Angesicht, von deinem risti, t: Angesicht; und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. pastor:(Gnadenspruch) So spricht der Herr: Wie sich ein Vater. en über Kinder erbarmet, so erbarmt sich der Herr über die, ziebe 875 so ihn fürchten; s sei id oder: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan; dein It oder: Ich will meinen Geist in euch geben und will idig, solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten keit! id wandeln und meine Rechte halten und danach tun; te oder: Ich liebe die, die mich lieben, und die mich frühe iden suchen, finden mich. ; Ehre sei Gott in der Höhe! 18). el Einder: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen, Amen, Amen; * ö oder: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, r und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohl⸗ gefallen, und den Menschen ein Wohlgefallen. Nr. 25 Pdastor: Laßt uns den Herrn um Andacht zum Anhören des gött⸗ 313 lichen Wortes bittenl 211 5 Einder: Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; „ lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, 329 2 daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden; 267 oder: Sieh, wir sitzen dir zu Füßen, großer Meister, rede 31⁴4 dul Sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. 32⁴ ö Lehr uns, wie wir selig werden, lehr uns wie wir unsre 309 79— Zeit, diese kurze Zeit auf Erden nützen für die Ewigkeitl! 2 5 Pastor: Schriftverlesung mit anschließendem Bibelspruch oder Ge⸗ 36⁶ sangbuchvers: 81 Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! 128 oder: So spricht der Herr: So ihr solches wisset, selig 108 seid ihr, so ihr es tut! 09 oder: So spricht der Herr: Wer Ohren hat, zu hören, 67 der höre! 15 70 2 92 Zauleck, Kindergesangbuch. 2²26 Xinder: Pastor: ¶ Kinder Pastor: XKinder: Pastor: Pastor: 2. U. K. Pastor: Pastor: Linder: Pastor: Liturgie oder: So spricht der Herr: So gehe hin, und tue desgleichen! oder: Herr, wohin sollen wir gehen, du hast Worte des ewigen Lebensl! Halleluja! Hallelujal Halleluja! Halleluja! Glaubensbekenntnis. Laßt uns in Einmütigkeit des Glaubens mit den Worten der Väter also bekennen: Ich glaube an Gott usw. singen danach: Amen, Amen, Amen) oder: Wir bekennen miteinander den Glauben der Christen⸗ heit(den Apostolischen Glauben): oder: Wir singen und bekennen unseren christlichen Glauben: (Kinder singen eines der Lieder: Wir glauben all an einen Gott) Stille viertel Minute im ganzen Gottesdienstraum. [Übungslied(von dem Pastor oder einem Singlehrer angesagt und geleitet).) Unterweisung der Kinder durch die Helfer oder den Pastor. Hauptlied(dem Bibelabschnitt angepaßt). Ansprache oder Fortsetzung der Unterweisung. Schlußlied(auf die Ansprache Bezug nehmend oder als Loblied zum Schluß des Gottesdienstes, der Anbetung, überleitend). Gebet. (Gebet des Herrn) Laßt uns beten, wie unser Herr Jesus uns beten gelehrt! Vater unser... oder Unser Vater... Austeilung des Segens: Der Herr segne euch... oder schöner: Laßt uns Gott um seinen Segen bittenl) (s. Nr. 345) Segne und behüte uns durch deine Güte, Herr, erheb dein Angesicht über uns und gib uns Lichtl Schenk uns deinen Frieden alle Tag hienieden, gib uns deinen Heilgen Geist, der uns stets zu Christo weist! Der Herr segne dich und behüte dich...! Liederverzeichnis 22²⁷ Kinder: Amen, Amen, Amen.(Ehre sei dem Namen Jesu Christi, unsers Herrn; denn er segnet uns so gern.] Kinder: Ausgangsvers: Unsern Ausgang segne Gott(s. Nr. 346); oder: Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen, Amen; oder: Jesu, dir leb ich, Jesu, dir sterb ich, Jesu, dein bin ich im Leben und im Tod. O sei uns gnädig, sei uns barmherzig, führ uns, o Jesu, in deine Seligkeit! oder(Weihnachten): O du fröhliche(Str. 1); oder(Passion): Die wir uns allhier beisammen finden (. Nr. 77); oder(Ostern): Macht auf das Tor der G'rechtigkeit(s. Nr. 118). Liederverzeichnis Nr. Nr. Abend wird es wieder... 328 Aus meines Herzens Grunde 313 Ach bleib bei uns.181 Aus tiefer Not schrei ich.. 211 Ach bleib mit deiner Gnade. 290 Ach Gott und Herr. 210 Bald ist es wieder Nacht. 329 Ach Jesu mein. 80 Befiehl du deine Wege 267 Ach, lieber Gott, behüte. 291 Beim frühen Morgenlicht.. 314 Ach, sagt mir nichts... 238 Bescher uns, Herr 324 Ach wundergroßer Siegeshe 125 Bis hieher hat mich Gott 309 Alle Jahre wieder 19 Brich an, du schönes. 2 Allein Gott in der Höh.. 156 Brich herein, süßer Schein.366 Alle Menschen müssen sterben 365 Ehrif Alles ist an Gottes Segen. 265 chrift sudr—— Dimmel 125 Am Himmel hat Iagendj„60 Christ ist erstanden.108 Aus. muf mes Herz sen 107 Christ lag in Todesbanden. 109 5* 0 ein Herz Auf Christi Himmelfahrt allein 126 Wrihues der ist mren Lete e Auf diesen Tag bedenken wir 127 Da Christus geboren war.. 70 Aus dem Himmel ferne.. 266 Danket dem Herrn.292 15² 228 Liederverzeichnis Nr. 62 Das alte Jahr vergangen ist Dein König kommt in niedern Dein König kommt, o Zion. Der beste Freund ist in dem Der Christbaum ist der schönste Der du zum Heil erschienen Der Heiland hat die Kinder Der heilge Christ ist kommen Der Herr ist mein getreuer. Der liebste Herre Der Mensch hat nichts so eigen Der Mond ist aufgegangen. Die armen Heiden jammern Die beste Zeit im Jahr Die Gnade unsers Herrn. Die güldne Sonne. Die Himmel ruhmen desEwigen Die Nacht ist kommen Die Sach ist dein, Herr Jesu Die schönste Zeit, die liebste Dies ist der Tag, den Gott. Dies ist die Nacht, da mir Die Tage sind so dunkel Die wir uns allhier beisammen Die Woche geht zu Ende Dir, dir, Jehova, will ich Du gehest in den Garten beten Du lieber, heilger, frommer Du, meine Seele, singe Du schöne Lilie Ehre sei dir, Christe Ehre sei Gott in der Höhe Eine Herde und ein Hirt Einen goldnen Wanderstab Einer ists, an dem wir hangen Eines wünsch ich mir. Ein feste Burg ist unser Gott Ein Gärtner geht im Garten Ein getreues Herze wissen Ein Kindelein, so löbelich Ein Lämmlein geht und trägt Ein reines Herz, Herr, schaff Eins ist not! Ach Herr Ergrünt, ihr Siegespalmen Erhalt uns, Herr, bei deinem Ermuntert euch, ihr Frommen Erschienen ist der herrlich Tag Erstanden ist der heilge Christ Es geht durch alle Lande Es ist ein Ros' entsprungen. Es ist ein Schnitter Es kennt der Herr die Seinen Es kommt ein Schiff, geladen Es regnet, Gott segnet Es zieht ein stiller Engel. Fahre fort, fahre fort. Fang dein Werk mit Jesu an Freuet euch der schönen Erde Freuet euch, ihr Christen alle Freu dich, Erd und Sternenzelt Freut euch, ihr lieben Christen Fröhlich soll mein Herze Frohlocket, ihr Kinder Früh am Morgen Jesus gehet Frühmorgens, da die Sonn Geh aus, mein Herz, und suche Gehe hin in Gottes Namen Geist der Weisheit Geist des Glaubens Geist vom Vater, taue, taue Nr. 85 187 241 221 26 86 161 222 .136 162 368 110 111 269 27 369 223 Liederverzeichnis Gelobet seist du, Jesu Christ Gelobt sei Gott im höchsten Gen Himmel aufgefahren ist Gib Fried zu unsrer Zeit Gib uns, eh wir gehn. Goldne Abendsonne Gott des Himmels und der. Gottes Stadt steht fest Gott ist gegenwärtig Gott ist mein Lied. Gott Lob, der Sonntag.. Gott sei Dank durch alle Welt Gott sei gedankt durch Gott sprach zu dir. Großer Gott, wir loben dich 3 Halleluja, Gott zu loben. Halleluja, schöner Morgen Harre, meine Seele Heilger Geist, du Tröster. Helft mir, Gotts Güte preisen Herbei, o ihr Gläubigen. Herr, bei jedem Wort. Herr, dein Wort, die edle Herr, der du mir das Leben Herr Gott, dein Treu. Herr, ich lieb dich Herr Jesu Christ, dein Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu, Licht der Heiden Herr, nun selbst den Wagen Herr, öffne mir die Herzenstür Herr, unser Gott, laß Herr, unser Gott, wir stehn. Herz, laß dein Sorgen Herzlich lieb hab ich dich Herzlich tut mich erfreuen Nr. 33 113 129 189 343 332 318 10 163 Herzliebster Jesu, was hast du Herz und Herz vereint Hilf, Herr Jesu, laß. Himmelan, geht unsre Bahn Himmelfahrt ist heut Hoch tut euch auf Horch, es rauscht wie. Horch! wie schallts dorten Hosianna, Davids Sohn Hosianna! Gelobet sei, der da Hosianna! riefen froh dem Ja fürwahr, uns führt Jauchz, Erd und Himmel 5 Ich bete an die Macht Ich bin ein kleines. 226. Ich bin getauft auf deinen. Ich habe nun den Grund Ich hab mein Sach Ich hab von ferne.. Ich schau nach jenen Bergen Ich singe dir mit Herz und. Ich steh an deiner Krippen. Ich weiß ein lieblich Ich will dich lieben Ich will streben nach dem Jehova! Jehova! deinem Jerusalem, du hochgebaute Jesu, deine Passion Jesu, dir leb ich. Jesu, geh voran. Jesu, Gnadensonnen. Jesu, großer Wunderstern Jesu, meine Freude Jesu, meines Lebens Leben Jesus Christus herrscht als Jesus ist der schönste Nam 65⁵ 230 Jesus ist kommen, Grund Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder an Jesus soll die Losung sein Ihr Hirten erwacht Ihr Kinderlein kommet Im Himmel ist der Freude. Immer muß ich wieder lesen In allen meinen Taten In Christi Wunden. In die Ferne möcht ich liehen In dir ist Freude In stiller Nacht. Joseph, lieber Joseph mein Ist Gott für mich, so trete. Komm, du sanfter Gnadenregen Komniet, ihr Hirten. Komm, Heidenheiland, Lösegeld Komm, Heiliger Geiste. Komm, o komm, du Geist Kommt, ihr Seelen, nehmt zu Kommt, laßt uns doch. Kommt und laßt uns Christum König Jesu, streite, siege. Laß mich dein sein und bleiben Laßt mich gehns Laßt uns doch Christo. Laßt uns erfreuen herzlich. Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Jesu, wir sind hier. Lobe den Herren, den mächtigen Lobe den Herren, o meine. Lobet den Herren alle, die. Lob Gott getrost mit Singen Nr. 73 115 11⁰ 213 66 Liederverzeichnis Lobt froh den Herrn, ihr. Lobt Gott, ihr Christen Lobt Gott, ihr Frommen Löwen, laßt euch wiederfinden Mache dich, mein Geist, bereit Macht auf das Tor der. Macht hoch die Tür, die Tor Mehr Glauben verleih. Meinen Lasun im Herzen. Meinen Jesum laß ich nicht. Mein erst Gefühl Mein Leben ist ein pilgrimstand Mein Schöpfer steh mir bei. Mein siegend Haupt Mein Vater, der im Himmel Mir ist Erbarmung widerfahren Mir nach! spricht Christus Mit dem Herrn fang alles an Mit den Hirten will ich Mit der Freude zieht. Mit Ernst, o Menfchenkinder Mit Fried und Freud. Mitten wir im Leben sind Morgenglanz der Ewigkeit Morgenstern auf finstre Nacht Müde bin ich, geh zur Ruh. Nun bitten wir den Heil. Geist Nun danket alle Gott. Nun danket all und bringet Ehr Nun freut euch, lieben Christen Nun jauchzet all, ihr FTrommen Nun ist es alles wohlgemacht Nun laßt uns gehn und treten Nun laßt uns Gott, dem Herren Nun lob, mein Seel — —— — —— Liederverzeichnis 231 Nr. Nun preiset alle. 307 Nun ruhen alle Wälder.. 336 Nun schreib ins Buch. 208 Nun sich der Tag geendet hat 337 Nun sich der Tag geendet, mein 338 Nun singet und seid froh.. 43 O daß doch bald dein Feuer 197 O daß ich tausend Zungen„ 308 O du fröhliche... Osterzeit. 119 O du fröhliche.. Pfingstenzeit 147 O du fröhliche.. Weihnachtsz. 44 Odu mein Trost u. süßes Hoffen 15 O Gottes Geist und Christi„ 148 O Gott, du frommer Gott. 234 O Gott, du höchster Gnadenhort 171 O Gott, von dem wir. 356 O Haupt voll Blut und Wunden 93 O Heilger Geist, kehr bei uns ein 149 O heiliger Geist, o heiliger Gott 150 O heiliges Kind, wirr 4»5 O Herre Gott, die Zeit.. 198 O Herre Gott, wir Kindlein 172 O herrlicher Tag, o fröhl. Zeit 120 O hilf, Christe, Gottes Sohn 94 O Jesu Christe, wahres—.— 76 O Jesulein süß 46 O Jesu, meine Sonne 253 O Jesu, treuster Heiland.. 339 O komm, du Geist der Wahrheit 151 O Lamm Gottes, unschuldig 95 O lieb, solang du lieben kannst 235 O selig Haus, wo man dich. 173 Ostern, Ostern, Frühlingswehen 121 O Tag, so schwarz und trübe 99 O Traurigkeit! O Herzeleid. 97 O Welt, sieh hier dein Leben 98 O wie freun wir uns der Stunde 174 O wie selig seid ihr doch.. 387 O wir armen Sünderl. 96 Rüstet euch, ihr Christenleute! 199 Schaut, welch ein Wunder. 47 Schlaf wohl, du Himmelsknabe 59 Schmückt das Fest mit Maien 152 Schönster Herr Jesu.. 254 Schönstes Kindlein 48 Segne und behüte.. 345 Seht die Lilien auf dem Fed 357 Sei ewig gepreist 153 Sei Gott getreu. 236 Sei hochgelobt, Herr JesuChrist 175⁵ Sei Lob und Ehr 310 Sei mir tausendmal gegrüßet 100 Sei uns mit Jubelschalle.. 49 Siegesfürst und Ehrenkönig„ 133 Sieh, hier bin ich. 255 Singt Gottes Lob im Winter 358 Singt und klinget überall 60 So feierlich und stille 170 Solang mein Jesus lebt.. 256 Sollt es gleich bisweilen.. 276 Sollt ich meinem Gott nicht 311 So nimm denn meine Hände 277 So ruhest du, o meine Ruh 101 Speis' uns, Vater 326 Stern, auf den ich schaue 251 Stille Nacht, heilige Nacht„ 50 Still, still! Still, wenns Kindlein 51 Such, wer da will 28 Süßer die Glocken nie klingen 52 Tochter Zion, freue dich 16 Treuer Heiland, wir sind hier 177 AAA 4 4 4 5 5 4 4 1 4 232 Liederverzeichnis Nr. Nr. Triumphiere, Gottes Stadt„200 Wer ist wohl wie dnn 261 Triumph, Triumph! Es kommt 122 Wer nur den lieben Gott. 287 Tut mir auf die schöne Pforte 178 Wer weiß, wie nahe mir.. 382 Ansern Ausgang segne Gott Unter Lilien jener Freuden. Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnädiglich Verzage nicht, du Häuflein klein Vöglein im hohen Baum. 346 379 386 363 201 359 Vom Himmel hoch, da komm 54 Vom Himmel hoch, o Ve 385⁵ Vom Himmel kam. 53 Von des Himmels Thron. 209 Wach auf, du Geist. 202 Wach auf, mein Herz, die Nacht 123 Wach auf, mein Herz und singe 322 Wach auf, wach auf203 Wachet auf, ruft uns die.. 380 Walte, walte nah und fern„204 Warum sollt ich mich denn„278 Warum willt du doch—Ü27 Was Gott tut, das ist 280 Was mein Gott will 281 Weil ich Jesu Schäflein bin 258 Weißt du, wieviel Sternlein 282 Wem Gott will rechte 32 360 Wen Jesus liebt. 259 Wenn Christus, der Herr. 283 Wenn der Herr ein Kreuze„284 Wenn ich ihn nur habe 260 Wenn kleine Himmelserben. 381 Wenn wir in höchsten Nöten 285 Werde licht, du Stadt der 77 Wer hat den Sand. 286 Wer im Herzen will erfahren 79 Wie fröhlich bin ich aufgewacht Wie groß ist des Allmächtgen Wie hats die Seele Wie könnt ich ruhig schlafen Wie lieblich i ists hienieden Wie mit eud dahdn Unverstand Wie reizend schön Wie ruhest du so stille Wie schön leuchtet der Morgenst. Wie soll ich dich empfangen. Wir bitten dich, o AuFen Wir danken dir, Herr Jesu Wir danken Gott. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer 158. Wir glauben all an einen Gott, Vater. Wir haben einen Hirten Wir pflügen und wir streuen Wir singen dir, Immanuel Wir treten zum Beten Wir wollen alle fröhlich Wir wollen ihm die Krippe Wo findet die Seele Wohlauf, wohlan zum lehten Wollt ihr wissen, was mein Zeuch an die Macht Zeuch ein zu deinen Toren. Zeuch uns nach dir Zieht in Frieden eure Pfade Zu Bethlehem geboren Zum Olberg steigt der Heiland 323 312 262 340 .134 347 58 135