S GIESSEN Aaadududdd 14 115 02 H— LAOBE N Das beilige Ab endmahl Evangelisches Airchengesangbuch für den ————— Konsistorialbezirk Cassel. —————————————— Herausgegeben vom Königlichen Konsistorium zu Cassel unter Mitwirkung des Gesamt⸗Synodal-Ausschusses. „ F. ö V 518 . S 2 + 2. N2 2. CP 2· Cassel, 1904. Hof- und Waisenhaus-⸗Bu chdruckerei. Ordnung Hauptgottesdienstes an gewöhnlichen Sonntagen.“) Gemeinde: Komm, heiliger Geist oder ein anderes passendes Eingangslied. Pfarrer: Eingangsspruch. Gemeinde: 2————.—. 2 1——— II—— 25555— 6555575 + Eh⸗re sei dem Va⸗ter und dem Soh-ne und dem 2———— .— 2—.— 0 DDE hei⸗li⸗gen Gei-ste, wie es war im An⸗fang, 9 2.— 1——.— — +* + +7 5—— EDi‚i— jetzt und im-mer⸗-dar, und von E-wig-keit zu 4—* —— ͤ— 575— ———— 11 E⸗wig ⸗leit. A ⸗ men. *) Dieselbe gilt im wesentlichen auch für den Gottesdienst an Fest⸗ und Feiertagen. 2— P——=. Pfarrer: Sündenbekenntnis. Gemeinde: 9665 5— 2..— 1——— SSSS S— — Herr, er-bar⸗me dich un-ser! Chri-ste, er- bar⸗ ——.—— me dich un ⸗Hser! Herr, er-bar-me dich un ⸗ ser! Pfarrer: Gnadenverkündigung mit„Ehre sei Gott in der Höhe“. Gemeinde: — 2———— EERE= —.— — CSDSEESSESEEEEEEEESEEEEEEEEEE..— .. Er-den und den Men-schen ein Wohl-⸗ge ⸗wfal-len 2——* Ir— 4.—.— 4.—.— SSISI.I......... 2 Wnrr A⸗men, A⸗men, A ⸗ men.“) (Statt dessen kann an Festtagen der Chor mit dem großen „Gloria“ eintreten. Pfarrer: Der Herr sei mit euch. Gemeinde: — —————..—— I ——.—— + Und mit dei-nem Gei-ste. *) Kann auch mit„Und Friede“ beginnen und ohne„Amen“ gesungen werden. Pfarre Hemeit oßen nen Bfarrer: Gebet. Gemeinde: 0 S —— men. men. DPfarrer: Schriftverlesung. Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren; oder: Ehre sei dir, o Herr; oder: Lob sei dir, o Christe. Gemeinde: .S..— Hal⸗le⸗lu⸗ja,— Hal⸗le⸗lu⸗ja,— Hal⸗le⸗ N i *— +II 7 222—* +I ———* —— I + u (In der Passionszeit und am Bußtag: Amen.)] Pfarrer: Glaubensbekenntnis. Gemeinde: 1— I A⸗men, A⸗-men, men.) oder: —.—..—... Ehr' sei dem Va-ter und dem—— dem heil⸗gen 26 *— *..—6—— Geist in ei⸗ nem Thron, der Dreltgen Drei⸗ei⸗nig⸗keit —— H — S SSSmms sei Lob und Preis in E-wig=keit. *) Dieses dreimalige„Amen“ ist auch nach dem Segen bei der Abendmahlsfeier zu nehmen. —.—— Gemeinde: Hauptlied. Pfarrer: Predigt.“)) Das allgemeine Kirchengebet usw. Gemeinde: Schlußvers. Pfarrer: Gebet, wo es üblich ist. Segen. Gemeinde: A⸗ men, A⸗ men, A. men. )Nach Schluß der Predigt und vor dem Kanzelgebet kann ein Liedvers gesungen werden. Druck und Verlag des reformierten Waisenhauses zu Cassel. In h a l t. A. Lieder zum Anfang und 655 des Gottesdienstes N. B. Lieder für die des 135 Adveni 2 15— 28 Weihnachken 29— 43 52 m 56 i rer IIinime 105—117 ití 118—130 I. Trinitattt::: e H C. Lieder von der christlichen Kirchhe.140—169 L. Bitte und Trost der Kirchee 140 II. Ausbreitung der Kirche 15 185 III. Kirchweih und Einführung von Würrent 106.16 D. Lieder von den Gnadenmitte-unu·unn. 170—201 1. Wort Gotte 5 II. Taufe und Konsirmatiiͥr̊nnnnn 17 176—185 III. Abendmah E. Lieder von den Gaben und Wirkungen des heiligen Geistes. Vr. 202—418 Suße und Setehrun 3202 225 4 N. Glaube und Rechtfertigunthh.226243 ö . Delihung m„ 244—418 4.Wander im Lich 3 6 2. Liehr zu Istt, 3. Vertrauen auf Gott 8 18 Gebet liede 2882 1* 3. Ditttt. P. bo uid Dau 2998 deiner E C. Lieder für besondere Zeiten und Stände 319—372 in ihne 4. Morgenliedeer 8193 Hum 2. Dischieder 284 55 die V„ 3. Ahendliedenn 8338352 versamn 4. Che und Hausstauod 3558301 des 6 5. Drinet... 6 95 Halleli 6. Landesnot, Krieg und Friedee ⸗ 366—369 e. Wetter und Ernte w8370372 Mel. reuz⸗ Trostlieder 73.— B. Kreuz⸗ und Trostlieder 373—418 2.8 P. Lieder von den letzten Dingen.. 419-—464 md i 1Sterben und Begrabni 419. 25J treten. II. Zukunft Christi, Auferstehung, Gericht und ewiges Alles i Sebei ⅛é 152 464 ö innigst Iihn ier K. Anhang geistlicher Lieder w».65.507 schagt . Gebet. Seue 3- W. 0 Verzeichnis der Crangelten und Cpisteln 365 hebücke Verzeichnis der Liederdichter 367 Heligl Verzeichnis der Lieder. 375⁵ vernim Auch u e 202—418 202—225 26—243 —244—418 244—266 25.—287 366—369 7² 7⁰ 73⁴¹⁸ 119—464 419—451 45²—464 465—507/ A. Lieder zum Anfang und Schluß des Gottesdienstes. Eigene Melodie. 1* Komm, heiliger Geist! erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner öttlichen Liebe, der du durch eannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammlt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja! Halleluja!(Halleluja!) Alte Kirche. Mel.: Wunderbarer König. * ott ist gegenwärtig! 2. G lasset uns andrtei und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder, gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig! heilig! heilig! singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unser Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre, dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegen⸗ wärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu ge⸗ fallen, liebster Gott, in allem. 5. Du durchdringest alles; laß dein schönes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 6. Mache mich voll Einfalt, innig abgeschieden, sanfte und in stillem Frieden; mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag im Geist und Wahrheit, laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. Anmerkung. Die mit* bezeichneten Lieder finden sich in dem neuen Militär⸗Gesangbuch. Vergleiche Verzeichnis der Lieder. 1 2 Anfang und Schluß 7. Herr, komm in mir wohnen, laß mein Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre; wo ich geh, sitz und steh, laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerhard Tersteegen, 1697— 1769. Mel.: Erschienen ist der herrlich Sonn⸗ Tag. 3 ottlob! der 2 tag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu. Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht. Halleluja. 2. Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost,‚ Leben, Heil und Seligkeit. Halleluja. 3. Das ist der rechte Son⸗ nentag, da man sich nicht gnug freuen mag, da wir mit Gott versöhnet sind, daß nun ein Christ heißt Gottes Kind. Halleluja. 4. Mein Gott, laß mir dein Lebenswort, führ mich zur Himmels⸗Ehrenpfort; laß mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich. Halleluja. Joh. Olearius, 1611—1684. des Gottesdienstes. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 4 Großer Gott von alten 7 Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden, denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt; das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sam⸗ meln wie die Bienen und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen; denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es lünftig wird geschehen, daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: Gott . als man d fühl ich k das ist ei durch sein das Inner 2. Sü Seelen, E Lichtes ist dunllen der Sege boller Sel mir alles 3. Ac Gottes E Morgente aus mei Vaters g wohl die Schatz ur 4. Ruh geschäfte, zu thun;! Kräfte, in zu ruhn. loet si werk für 3 und der bon alten sen Hand sen Treu lich von „ heute uf mich uf. ich diese sind des it so viel da mein äßt und Heist mir weist. ur diesen Zeit zum ind unsre er Mensch ind von igt, daß dringt. öner als alo nach prich wir sind les preise es nehre wir di 61311⁵• Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 3 Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 5.* H schöner 0 Morgen, schöner, als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen, denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunklen Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Welt⸗ geschäfte, heute hab ich sonst zu thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gottes⸗ werk für mich. 5. Wie soll ich mich heute schmücken, daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird das Kleid mir schicken, das ich ihm zu Ehren trag, sein Blut und Gerechtigkeit ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zions⸗ stille heute voller Arbeit sein, denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schätzen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust, laß mich Lehr und Trost gewinnen, gib zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Hall recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund, mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnaden⸗ bund, daß, wenn man hier bet und singt, solches in dein Herze dringt. 9. Gib, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ist; segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbats bist, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbat halten mag. Jon. Krause, 1701—1762. Eigene Melodie. 6*— Jesu Christ, dich zu uns wend, dein heilgen Geist du zu uns send, mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glaubenmehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig, ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 1* Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Wilhelm II., Herzog v. Sachsen-Weimar(7), 1598—1662. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 7 Here öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, dein Wort macht Leib und Seel gesund, dein Wort ist, das mein Herz erfreut, dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 8. wir, daß du uns dein Wort gegeben, innig bitten wir von dir: hilf uns heilig danach leben, gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei im Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen; schenk uns deine Kraft dazu, gib zum Wissen uns das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach Haus, deinen väterlichen Segen, breite deine Hände aus, leite uns auf deinen Wegen, laß uns hier im Segen gehen, dort gesegnet auferstehen. J. Ad. Haßlocher, 1645—-1726. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 9 Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nik. Selnecker, 1532- 1592. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 10 Licht vom Licht, er⸗ leuchte mich bei dem neuen Tageslichte; Gnaden⸗ sonne, zeige dich meinem munteren Angesichte, wohne mir mit Glanze bei, daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Selig⸗ keit, laß mir deine Ströme fließen, mache Mund und Herz bereit, deiner Gnade zu ge— nießen. Streu das Wort mit Segen ein, laß es hundert⸗ früchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, das auf meinen Lippen lieget, sei mir Weisheit, Licht und Bahn, nich betrüg Feuet bie Altar nich 4. Laß allezeit hei singen, und keit mit d schwingen. Vorshmack im Himme 5. Ruh dir, bau herze. O mir und gi lerze imm zu, o du 6. Die weiht, w keiten! I lichkeitein nichts so sonst thu Ae ruh . Du Lomon; l heit höre Gnadenth Mieen eh Sonne la Sonntag Den s Ind Ber Himmels bon der Riogen Bollen o witd hir gehn iterlichen inde aus, Wegen, n gehen, hen. 15—1726. verlangen. ein sein hen, du rr, von treiben, er Lehr. ar nicht idigleit; anlen in 2—1592. wersicht. icht, er⸗ bei dem Gnaden⸗ meinem „wohne daß meln er Selig⸗ Ströme und Herz zu ge⸗ Wort mit hundert⸗ 15 Hufn 1 Lippe lit, Licht Anfang und Schluß des Gottesdienstes. 5 und Bahn, daß kein Irrtum mich betrüget, und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig, heilig! singen, und mich in die ene keit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gib mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir, bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir und gieß meiner Andachts⸗ kerze immer neue Nahrung zu, o du Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ weiht, weg mit allen Eitel⸗ keiten! Ich will deiner Herr⸗ lichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr als Sa⸗ lomon; laß mich deine Weis⸗ heit hören; ich will deinen Gnadenthron mit gebeugten Knieen ehren, bis mir deine Sonne lacht und den schönsten Sonntag macht. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Eigene Melodie. 11* Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Ver⸗ stand ist mit Finsternis um⸗ hüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herr⸗ lichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach uns alle⸗ samt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohlgelingen. Tobias Clausnitzer, 1618— 1684. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 12 O heiliger Geist, laß uns dein Wort so hören heut und immerfort, daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. 2. Erleuchte uns, du wahres Licht, entzeuch uns deine Gnade nicht, all unser Thun also regier, daß wir Gott preisen für und für. Unbekannt 1646. Mel.: Unser Herrscher, unser König. 13* Thut mir auf die schöne Pforte, führet mich in Zion ein, ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir; wo du Woh⸗ 6 Advent. nung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein; laß es — 3 Tempel sein. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es 118 zur Frucht gedeihn. Stärk in mir den schwachm Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt, nichts laß meine An⸗ dacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt, speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. 7. Offne mir die grünen Auen, daß dein Lamm sich weiden kann, lasse mir dein Manna tauen, zeige mir die rechte Bahn hier in diesem Jammerthal, Herr, zu deinem Ehrensaal. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 14.* Uns 30tt, Anden egne Gott, unsern Ein⸗ gang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne Amer Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schenck, 1634—-1681. B. Lieder für die Festzeiten des Kirchenjahres. I. Ad vent. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. * Asluf, auf, ihr Rei 5 15. A˖d genos fent der nig kommt heran; emp fanaet unverdrossen den roßen Wundermumn Ihr Chr isten, geht herfür, laßt mis vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen! der König ist gar nah; ei all Angst und Sübmzen er Helfer ist schon seht, wie so mancher Ort 90c tröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können in Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, hlagtent=d fern; sed unn dort stem; der Lt mit r. speisen er weisen, ja d dri trübten; de Macht; an liebten, ha gdacht; m noch Pein uns schader aus Gnade sein. 5. So Schritten, schn, die nitten start schön. N. den Heilan alles Kren erlösen kan aergleit Sündern W all z Hocerchn ingen un will ich le werd ine An⸗ Brunn ise mich ste mich grünen um sich ir dein mir die diesem deinem —17³7. ind hier. ng segne un Ein⸗ ne unser er Thun ns mit ach uns —16851. etrübten ist gar und ist schon her Ort nennen, können f und Advent. 7 3. Auf, auf, ihr Vielge⸗ plagten! der König ist nicht fern; seid fröhlich, ihr Ver⸗ zagten, dort kommt der Morgen⸗ stern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen er will euch Hilf er⸗ weisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Frisch auf, ihr Hochbe⸗ trübten; der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzge⸗ liebten, hat er schon längst gedacht; nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 5. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu be⸗ sehn, dieweil er kommt ge⸗ ritten stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. O König, hoch erhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort. 7. Nun, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach; drum wolln wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Joh. Rist, 1607—1667. 16. Eigene Melodie. Dein König kommt in niedern Hüllen, ihn trägt der lastbarn Es'lin Füllen, empfang ihn froh, Jerusalem! 104. ihm ent⸗ gegen Friedenspalmen, bestreu den Pfad mit grünen Halmen! So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch alle Erden⸗ reiche werden dem, das du gründest, unterthan. Be⸗ waffnet mit des Glaubens Worten, zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 8 Advent. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Fr. Rückert, 1788- 1866. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen. 17 Gottlob! ein neues 4 Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Gottes offenbar; und nun will er aufs neue den alten hoch— beschwornen Bund, den einzi festen Glaubensgrund, Lunih seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten errn zu singen! Dein könig⸗ liches Priestertum muß Dank um Opfer bringen. Gelobt e Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet! 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden; des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dahin, denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gib uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu erweist, er⸗ neuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hierzu erhalt uns, Herr dein Wort samt Tauf und Abendmahle, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, laß Kirche, Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Weide heißt, der Herde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, damit kein heuch⸗ lerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollen⸗ den wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphieren. H. Cornelius Hecker, 1699—1743. Eigene Melodie. * ott sei Dank dur 18. G alle Welt, e sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jung⸗ frau Sohn, der wohl zwei⸗ gesummte lich eingest 4. Sein Heil! Hosi⸗ richte du a in meinem 5. Heuch ein, es g mach es, u rein von 6 6. Und lunft war ohn Gefal jerzeit d bereit. . VNis Sinn, we blöde bin schlaue A mir vermi 8. Tritt entzwei, d frei, dir in an selig b . Daß, fütst, prä wirst, ich gehn und stehn. sann in , Herr uf und hern wir diesem „ segne Kirche, tar uns en Kraft eht und Gottes de rein Hörer heuch⸗ laubens vollen⸗ ahr auf wir es werden. je noch er einst vird sie Advent. 9 gestammte Held hat sich treu⸗ lich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein Zu⸗ kunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin und des Satans schlaue List sich zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich, aller Angste frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugethan; 9. Daß, wenn du, o Lebens⸗ fürst, prächtig wiederkommen wirst, ich dir mög entgegen gehn und vor dir gerecht be— stehn. Heinr. Held, um 1650. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 19 5 Davids 2 Sohn kommt in Zion eingezogen. Auf, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Romm, wir gehen dir entgegen; unser Herz ist schon gerüst‚ will sich dir zu Füßen legen, zeuch zu unsern Thoren ein; du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; ach, so laß uns unverdrossen deinem Seepter dienstbar sein; herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die Verheißung zu erfüllen; wollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, ei, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna! laß uns hier an den Olberg dich begleiten, bis wir einstens für und für dir ein Psalmenlied bereiten; dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh! 8. Hosianna! nah und fern! eile, bei uns einzugehen, du Gesegneter des Herrn, warum willst du draußen stehen? Hosinnna, bist du da? Ja, du kommst. Halleluja! Benj. Schmolck, 1672—- 1787. 10 Advent. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 20(Ddomm, du wertes 7 Lösegeld, dessen alle Heiden hoffen: komm, o Hei⸗ land aller Welt, Thor und Thüren stehen offen; komm in göttlich hoher Zier, komm, wir warten mit Begier! 2. Zeuch auch in mein Herz hinein, o du großer Ehren⸗ könig; laß mich deine Woh⸗ nung sein. Bin ich armer Mensch zu wenig, ei, so soll mein Reichtum sein, wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an mit den Sieges-Palmen⸗ zweigen; so viel ich nur immer kann, will ich Ehre dir er⸗ eigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinnst. 4. Hosianna, Davids Sohn! ach Herr, hilf, laß wohlgelingen, laß dein Scepter, Reich und Kron uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh: Hosianna in der Höh! Joh. Gottfr. Olearius, 1635—- 1711. Eigene Melodie. * acht hoch die Thür, 21. M die Thor macht weit, es kommt der Herr der Wontrreih ein König aller önigreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; der⸗ halben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit; all unser Not zu End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat; wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu euch, ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad. 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach zeuch mit deiner Gnaden ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr. Georg Weissel, 1590—1685. Mel.: Von 2.5 Herz in Wird das der wund Gott aus Belt zun ersproche allen kehr 2. Bere den Weg nacht. sei laßt alles, alle Bahn laßt sein drig, wa krumm i 3. Eil liebet, b steht; ein übet, mi geht: ein und folge lann sich dem komn 4. Ad Arnen i aus Gü Her Iq in mein& und vor Werden 8 ewig dan d. 1—3 Ml. 5 Aus 23. zu diese inser d Helfer ist sein ron ist ter ist ser Not rhalben singt: mein at. and, o diesen lallen dieser ist die igt mit Wonn. mein Advent. 11 Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 2 it Ernst, o Men⸗ 22. M schenkinder, das Herz in euch bestellt, bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet, macht nie⸗ drig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen Herr Jesu, selbst bereit. Stal in mein Herz hinein vom Sta und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. V. 1—8 Valentin Thilo, 1607—1662. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. * un jauchzet all 23. N ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mäch⸗ tig zu verheeren und 16 Reich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Scepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt; er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat voll— bracht. 3. Ihr Mächtigen der Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Herren Zorn euch rührt. 4. Ihr Armen und Elenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen, dem Könige zu singen, der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald er⸗ scheinen in seiner Herrlichkeit und alles Leid und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; halt eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 1606—-1678. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 24 Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle Christenschar; 12 Advent. dein König kommt! drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich. Halleluja. 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang im⸗— mer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist. Halleluja. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Halleluja. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 25 O Friedensfürst aus Davids Stamm! O meiner Seelen Bräutigam! Mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sei dir, o Im⸗ manuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden! Singt mit Freuden: Hosianna! Seht, er kommt jetzt, Hosianna! 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll und weiß nicht, was ich schenken soll dem aus⸗ erwählten König. O teurer Jesu, nimm doch hin mich selbst und was ich hab und bin; ach, freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, keine Leiden sollen mich je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmelszier, mein Leitstern stets, o bleib bei mir, du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna, schenke dich zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden, laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. Ph. von Zesen, 1619—-1689. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 26 Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: Mein König komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein, was du findest, das ist dein! 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evan⸗ gelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du hassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mache selbst mit deinem Blut alles wieder rein und gut. 4. Komm in deinem Abend⸗ mahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Süe mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir. 5. Kon Tröster m dich verll Gebet bert Willen lel auf jenen Feu! rufe Ph. Mel.: Werde 7. U du Geseg Laß dir, wohl gefal Du mein Helfer in hih, o He von den schmetzen 2. Mes Jammer, dng und surler Ha Schtecken! Donnersti Zum und ns Herze mein Blut 3. Dazt Agen, bsagt,al ligen'in hlagt. 8 Wuger is, errißt m wisen mit issen. 4. V Irn ein bei Jut, du kitstern ir, du n Du lich, du ich zum Laß er auf laß den t noch —1689. ich nicht. König u dir! Worte; mm u Pforte, nut ein, st dein! dein deinem Evan⸗ Wort ist ja mein e alles was reinige Sünde Advent. 13 5. Komm und bring den Tröster mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Ph. Fr. Hiller, 1699-1769. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 27 arum willst du 5 draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohl gefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget! 3. Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müßt ich nun ewig liegen in der Hölle, die ihn plagt. Ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrißt mich mein eigenes Ge⸗ wissen mit vergiften Schlangen⸗ bissen. 4. Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends tief hinein: da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Un⸗ glück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär; hab ich Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reich⸗ tum, was ists mehr als ein Stücklein armer Erd? hab ich Lust, was ist sie wert? was ist, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet? 6. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man sich recht fröhlich ißt. Leuchte mir, o Freuden⸗ licht, ehe mir mein Herze bricht, laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, komm, laß dich erblicken! 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jetzo zeucht er bei dir ein; sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur will⸗ kommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle. 8. Was du Böses hast be— gangen, das ist alles abge— schafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. i ͤ 14 Advent. 9. Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Valet will ich dir geben. * ie soll ich dich 28. Wé empfangen und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergetze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Pfal⸗ men ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ lassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Ban⸗ den, du kommst und machst mich los; ich stund in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum thut. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmels⸗ zelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammers Last, die kein Mund kann aussagen, so fest um⸗ fangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt! ihr habet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch be— wußt. 8. Auch dürft ihr nicht er⸗ schrecken vor eurer Sünden⸗ schuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augen⸗ blik. Er ein König, Feind auf— zum Widet 10. Er gelichte, zu ihm flucht Mel.: Lobt 20. A er aus fre gebornen wie hat e hat er un 2. Va voller Ra keit, diegt. vollfüh 3. Er, höchstes G schenht ih richt irdscher hat dich immels⸗ Lieben, n ihren großen n Mund est um⸗ in dein Heer, chmerze mehr; abet die der eure et, steht nicht be⸗ ag und wollet Macht. mt mit leb und Not zu uch be⸗ nicht er⸗ zünden⸗ will sie b und kommt ost und daß bei eib iht r nach ind und r2 wir Augen⸗ Weihnachten. 15 blick. Er kommt, er kommt ein König, dem ni. alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Welt⸗ gerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne! und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, 1607—1676. I. Weihnachten. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. 29 Also—* Gott die 2 Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den ein⸗ gebornen Sohn uns gibt; wie hat er uns so lieb! Wie hat er uns so lieb! 2. Was sein erbarmungs⸗ voller Rat beschloß von Ewig⸗ keit, die großewundervolle That vollführt er in der Zeit. 3. Er, unser Heil und höchstes Gut: der alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut,: doch ohne Sünde an. 4. Du, Sohn des Aller⸗ höchsten, wirst mir Rat und Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst,: der Heiland aller Welt. 5. Was mir zum Seligsein gebricht, das, Herr, erwirbst du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nur in dir. „6. Dein Mangel wird mein Uberfluß, dein Leiden stillt mein Leid, dein Niedrigsein schafft mir Genuß der höchsten Herrlichkeit. 7. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freuden⸗ zeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron, serheb ihn, Christenheit! H. Cornelius Hecker, 1699—- 1748. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 30 Der heilge Christ ist 5 kommen, der teure Gottessohn; des freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron, auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufge⸗ gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde ist gefangen, erlöset ist der Sinn, die Sünden⸗ angst ist weg, der Glaube geht zum Himmel nun aus dem Weltgetümmel auf einem sichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos! Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschoß. Er will, daß alle rein von ihren alten Schulden, vertrauend seinen Hulden, gehn in den Himmel ein. 16 Weihnachten. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da. Er ruft euch insgemein mit süßen Liebesworten:„Ge⸗ öffnet sind die Pforten, ihr Kinder, kommt herein!“ E. M. Arndt, 1769—1860. Mel.: Vom Himmel hoch da. * ies ist der Tag, 31. Den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; reise, was durch Jesum hris im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein eharrt, bis daß die Zeit er⸗ üllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbstan unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir:„Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern“. Gelobt sei, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Maje⸗ stät, du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Selig⸗ keit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O daß ich tausend Zungen. 20* Dies ist die Nacht, 3². D da mir erchienen des großen Gottes Freundlich⸗ keit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt— und Himmelslicht weicht hun— derttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein; der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der K Sunden unt 3. In d du sehen de Seligkeit; u und Stern schon in gar dieses Licht dein Himmel 4. Laß scheinen dei dein Liebesl Du es treulit dit diese So genießen die du nicht m 5. Drun nachtssonn deiner Gu meine We lehre mich wieichimdt sei des Wei haspar Fr. G 33. Er Wgegroß das Cpig Freuden zr st die Na und menst nahm, dad Teuenals L und st dich t, Wirst der hier, den wir. Maje⸗ 8 Herz Selig⸗ 8 Herz Sünde tler ists, zagt der scütt he sitzt? nel, die Lag der d Erde, ng ihm, Lied. ag, den verd in preise nstin en ist. 115—69. Zungen. schienen undlich⸗ e Engel umeine Welt⸗ ht hun⸗ icht. u, meine ht den lanz 20 dekt sich tteibet Weihnachten. 17 weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht schon in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens⸗ und dein Liebeslicht; mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichtewandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll. Kaspar Fr. Nachtenhöfer, 1624— 1685. Eigene Melodie. 33 rmuntre dich, mein * schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. 2. Willkommen, Held aus Davids Stamm, du König aller Ehren, willkommen, Jesu, Gottes Lamm, ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt hinein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Freudenpracht, ja dein er⸗ wünschtes Leben für solche Feind hingeben? 4. O großes Werk, o Wun⸗ dernacht, dergleichen nie ge⸗ funden! du hast den Heiland hergebracht, der alles über⸗ wunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 5. O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Gebärden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden, komm, Heiland, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will bei Zeiten die Stätte dir bereiten. 6. Sag an, mein Herzens⸗ bräutigam, mein Hoffnung, reud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast 2 18 Weihnachten. die Welt bezwungen; hilf, daß ich deine Güͤtigkeit stets preis' in dieser Gnadenzeit und mög hernach dort oben in Ewigkeit dich loben. Joh. Rist, 1607 1667. Eigene Melodie. * röhlich soll mein 3⁴. F Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist ge— boren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein ge⸗ kehret, der sein Reich und zu⸗ gleich sich uns selbst verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt, ich bring alles wieder. 7. Ei, so kommt und laßt uns laufen; stellt euch ein, groß und klein, kommt mit großen Haufen; liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. 8. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost, hier wird gefunden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil, laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben. Nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn du hast meine Last auf deinem Rücken: kein Fleck ist an mir zu finden, und llar a 13. Jch Willen; du und Schm Haefht erze schlie Blum nießen! 14. Ih bewahren, hier, dir Mit dir wil voller Fre im andern nü U 35.5 daß du M einer Jun des frenet Halleluja! 2. Des Rind jetzt sindt; in herin, neuen Se 98 in 3 Lit Halleajf . D Ve Gott 0⁰0 in seiner ich mich it süßen n, lieben alt, was g alles und laßt uch ein, umt mit den, der haut den m Licht n großen die Thür . Faßt h führen fort euch en. beschwert ndt seine hmerzen, jefunden, eil auch seid und i, füllet Hände! Gaben iht sollt laß dich ir, meine nhangen. 3 Leben. urch dich ld kann denn du if deinem an mir Weihnachten. zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden. 13. Ich bin rein um deinet⸗ willen; du gibst gnug Ehr und Schmuck, mich drin ein⸗ zuhüllen. Ich will dich ins Herze schließen; o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht ge⸗ nießen! 14. Ich will dich mit Fleiß bewahren, ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud, ohne Zeit, dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie. * elobet seist du, 35. G Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. Halleluja! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Halleluja! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Halleluja! 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Halleluja!. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in 19 der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammerthal, macht Erben uns in seinem Saal. Halleluja! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Halleluja! 7. Das hat er alles uns gethan, sein groß Lieb zu zeigen an, des freu sich alle Christen⸗ heit und dank ihm des in Ewig⸗ keit. Halleluja! Dr. Martin Luther, 1483-1546. Mel.: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 36 QJauchzet, ihr Himmel, 2 frohlocket, ihr Engel in Chören, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren; sehet doch da, Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Er⸗ den, Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch Hirten und Wmr 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget. Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis ver⸗ stehen? hier ist die Pforte des 2* 20 Weihnachten. Lebens nun offen zu sehen; K0d hinein, macht euch dem inde gemein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge— denken? du willst dich selber, dein Herze der Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich ver— loren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich er⸗ heben; laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; gib mir doch bald völlige Kindesgestalt, um dir allein nur zu leben! Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Eigene Melodie. 37 J steh an deiner * Krippe hier, o Jesu, du mein Leben, ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn; Herz‚. Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohlgefallen. 2. Da ich noch nicht ge⸗ boren war, da bist du mir geboren, und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt', erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todes⸗ nacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seelen Trost und Freud durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein, komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden. 7. Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist der Schöpfer aller Ding, und Erde; lieber Gast, verschmähet geme siehet Paule höchsten Th schleußt sein schenkt uns 3% Vaters Se Kindlein elend, nackt Klippelein 3. Er ö Gwalt, w ring, und Knechts O. aller Ding 4. Er lie Brust, nit Speis and Lust., dem 5. Das icht ge⸗ du mir dir zu kannt, h deine at dein wie du Todes⸗ Sonne, gebracht Wonne. te Licht ugericht, rahlen! Freuden ht satt m nicht mbetend inn ein ne Seel ich dich 19055 ach des ast dich unster meiner d durch id; das en. wirst „nicht möge ind an mich komm, mir eln euden. denken, hewitten ichöper Weihnachten. 21 aller Ding, ich bin nur Staub und Erde; doch bist du so ein lieber Gast, daß du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet. Paul Gerhardt, 1607—- 1676. Eigene Melodie. 38 Lobt Gott, ihr Christen, 3 alle gleich in seinem höchsten Thron, der heut auf⸗ schleußt sein Himmelreich s und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß: in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und ge⸗ ring, und nimmt an sich ein's Knechts Gestalt,: der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, nimmt von ihr seine Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust,: denn er ist Davids Reiss 5. Das seinem Stamm ent⸗ sprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott auf⸗ richten wollt ssein Reich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Slaisch und Blut nimmt er an und gibt uns in des Vaters Reich sdie klare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und 25 ein Herr; das mag ein echsel sein! Wie könnte wohl noch freundlicher der treue Jesus sein! 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis; der Cherub steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! Nik. Herman, 1 1561. Eigene Melodie. 39 Nun singet und seid 2777¹93 froh, jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leucht doch als die Sonne in seiner Mutter Schoß. Du bist A und O, du bist A und O. 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh, tröst mir mein Gemüte, o Kind⸗ lein zart und rein, und durch deine Güte, o liebster Jesu mein, zeuch mich hin nach dir, zeuch mich hin nach dir. 3. Groß ist des Vaters Sam der Sohn tilgt unsre chuld. Da wir ganz ver⸗ dorben durch Sünd und Eitel⸗ keit, hat er uns erworben die ewge Himmelsfreud; eia, wärn wir da, eia, wärn wir da! 4. Wo ist der Freudenort? Ach, nirgend mehr denn dort, da die Engel singen dem lieben Jesu mein und die Psalmen klingen im Himmel hell und rein. Eia, wärn wir da, eia, wärn wir da! Nach dem Lateinischen In dulei jubila. Eigene Melodie. 40* Vom Himmel bic da komm i her; ich bring euch gute neue 22 Weihnachten. Mär; der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Fteud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe, Windelein so schlecht, da findet 25 das Kind gelegt, das alle elt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröh⸗ lich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin: was liegt doch in der Krippe drin? Wer mag das schöne Kindlein sein? Es ist der liebe Heiland mein. 8. Sei uns willkommen, edler Gast, den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden liegt Jesus Christ, er, der der Herr vom Himmel ist. 10. Und wär die Welt viel⸗ mal so weit von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu klein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seide dein das ist grob Heu und Windelein, darauf du König groß und reich her prangst, als wärs dein Himmelreich. 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir, wie aller Welt Macht, Ehr und Gut vor dir nichts gilt, nichts hilft noch thut. 13. Ach du herzlieber Jesu mein, mach dir ein Bette sanft und rein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß nimmer ich vergesse dein. 14. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuen sich der Engel Schar und singen uns solch neues Jahr. Dr. M. Luther, ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi, 1535. Mel.: Vom Himmel hoch. 41 Vom Himmel kam der * Engel Schar, er⸗ schien den Hirten offenbar; sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart das liegt dort in der Krippen 1. 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus so gering; auf dürrem Gras Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des s⸗ lich sin, d ist vorden e eur Fleisch Buuder ist 4. Was Sind und mit euch d laßt zürnen Höll, Gotts eur Gesell. 5. Er n lassen nicht eur Zuversi hiel fechten ders nicht 6. Zule haben rech den Gott danket Ge duldig, fr Dr. 4. imszu Tro geboren, 6 sich des tr oll nicht 2. Ein Gott selh wahrer Y eboren. sen Mutt din Here . Die Ohrstusb ns in di it uns t chisten der der elt viel⸗ ein und sie doch sein ein und die ob Heu uKönig prangst, lreich, gefallen uzeigen Macht, nichts thut. er Jeju tte sanft meines nimmer hott im schenkt Sfreuen ar und 5 Jahr. nderlied i, 1535. hoch. sam der ar, er⸗ fenbar; indlein in der Davids erlündet e Jesus lland ist. Weihnachten. 3. Des sollt ihr billig fröh⸗ lich sein, daß Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eur Fleisch und Blut; eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; laßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eur Zuversicht; es mögen euch viel fechten an, dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, ihr seid nun wor⸗ den Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, ge— duldig, fröhlich allezeit. Dr. M. Luther, 1483-1546. Eigene Melodie. 42 Wir Christenleut habn 7 jetzund Freud, weil uns zu Trost istChristus Mensch geboren, hat uns erlöst; wer sich des tröst und glaubet fest, soll nicht werden verloren. 2. Ein Wunder⸗Freud! Gott selbst wird heut ein wahrer Mensch von Maria geboren. Ein Jungfrau zart sein Mutter ward, von Gott dem Herren selbst dazu erkoren. 3. Die Sünd macht Leid; Christus bringt Freud, weil erzu uns in diese Welt ist kommen. Mit uns ist Gott nun in der Not. Wer ist, der jetzt uns Christen kann verdammen? 23 4. Drum sag ich Dank mit dem Gesang Christo dem Herrn, der uns zu gut Mensch worden, daß wir durch ihn nun all los sein der Sündenlast und unträglichen Bürden. 5. Halleluja! Gelobt sei Gott! singen wir all aus un⸗ sers Herzens Grunde; denn Gott hat heut gemacht solch Freud, der wir vergessen solln zu keiner Stunde. Kaspar Füger, 1 1592. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. * ir singen dir, 43. Wé Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgen⸗ stern, du Jungfraun Sohn, Herr aller Herrn. Halleluja. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o längst ge⸗ wünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja. 4. Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wenn er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. 5. Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm; ach daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein. Halleluja. 24 Neujahr. 6. Nun du bist hier; da liegest du, hältst in dem Kripp⸗ lein deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; du liegst an deiner Mutter Brust und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 8. Du bist der süße Men⸗ schenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Heer hält dich für Greul und bist doch nichts als laͤuter Heil. Halleluja. 9. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 10. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 11. Bin ich gleich Sünd und Schulden voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 12. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei, du trägst den Zorn, du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja. 13. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum, und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs be— liebt. Halleluja. 14. Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl: Halleluja. Paul Gerhardt, 1607-1676. II. Neujahr. Mel.: Allein Gott in der Höh! 44 Bis hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte; bis hieher hat er Tag und Nacht be⸗ wahrt Herz und Gemüte; bis hieher hat er mich geleit; bis hieher hat er mich erfreut; bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob, hab Ehr, hab Preis und Dank für die bis⸗ herge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täg⸗ lich neue; in mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Groß's an mir gethan, bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, h jdem Ort, Iqu Wund bis in den 2 But hilft! hilst, wie e Amilie Jul.“ W Cig. 45* H ** danken dir, daß du u Gfahr beh und Jahr. 2. Wir Sohn de höchsten X arme Ch ferner all 3. Entz heilsam A Eeclen h fabcher del ins, Herr. 4. Hilf, eine— werden fan im alten Radenreis zudeines nen an. Sünd hab ich soll, ei gen her, zu dir ich nun st nich trägst en Tod, Angst Haupt, n Glied will, so r gibt, dits be⸗ alleluja zen für deinem m ohne luja. 1676. Neujahr. 25 Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen. Amilie Jul. Gräfin v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1637- 1706. Eigene Melodie. 45* Das alte Jahr ver⸗ gangen ist. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so großer G'fahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich ewigen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, das ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünde Bahn und fromm zu werden fangen an, kein'r Sünd im alten Jahr gedenk, ein gnadenreich Neujahr uns schenk: 5. Christlich zu leben, selig⸗ lich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tage aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn; 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr! Joh. Steuerlein, 1546—1613. Nach Andern: Jak. Tapp, um 1620. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 46 Das Jahr geht still 4 zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz, und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen —, du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern ver⸗ gißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimat⸗ recht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens, die geschieden, die ruhen dort schon aus. 5. O das ift sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut: Herr, gib der Seele Flügel, daß sie hin⸗ überschaut. 26 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das erz, geh selber uns wärts. Und ist es uns hie⸗ nieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß, geb. 1835. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 47. Das liebe neue Jahr geht an, das alte hat ein Ende; drum jauchzt und freut sich jedermann, er⸗ hebt sein Herz und Hände zu unserm Gott im Himmelsthron, dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem heilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht das bekannt uns, die wir warn verloren. Im selgen, lieben Gotteswort ge— schrieben ists an manchem Ort und wird uns klar verkündet. 3. Die reine Lehr und Sa⸗ krament wir hab'n in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte Er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selig neues Jahr und helf zur eiten und führ uns heimat⸗ Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 48. Neujahr. uns zu der Engel Schar, da wolln wir ihn schön preisen! Cyriakus Schneegaß, 1546— 1597. Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch Sorgen groß und klein bin ich, Gott⸗ lob, gedrungen; dies Jahr ist hingelegt; dir, Gott, sei Lob ge⸗ sungen, mein Herze wird erregt. 2. Der du mich hast er⸗ bauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück ver⸗— trauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, du bist mein fester Trost; dich laß ich ferner walten, wenn mich die Not anstoßt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich; gib, daß ich nichts ver— übe, was irgend wider dich. Dir ist mein Will ergeben, ja, er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken, ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen, ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schweben mein Heila Coll ich der ich will gel ich von hin dein Will! 6. Soll dringen, g mein Licht. veschlingen du nicht. dienet der du aber b deines So! 7. Heut schlossen; sei heut au mein Her Laß ich d werd ich, neuen E Wort ver Gottfr. Ma.: O C 40. E Abenstag mit seiner und wied unsrer P Wrückgele Schutz m har, da preisen! 1097. erlangen. rn und Plagen, st und ig und Sorgen „Gott⸗ Jahr ist Lob ge⸗ derregt. ast er⸗ t mein ick ver⸗ bleibst st mich st mein ferner ie Not meine ill auch ts bel⸗ er dich. ergeben, 1 mein, Leben sein. ch nich wills 0 d dabei olgung du mir. tragen, hier. H leben, hweben Neujahr. 27 mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen, gar gern, o Gott, mein Licht. Soll mich die Höll verschlingen? ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar ver⸗ dienet der tiefen Hölle Glut; du aber bist versüͤhnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr be⸗ schlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu ergossen, mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden; Wort verspricht es mir. Gottfr. Wilh. Sacer, 1635-1699. Mol.: O Gott, du frommer Gott. 49 Ein Jahr der Sterb⸗ 2 lichkeit, der kurzen Lebenstage ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage und wiederum ein Teil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schutz und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben er⸗ müdet noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs neu in dein so treues Sorgen, in dein Erbarmen ein; da sind dein wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Trutz, da findet allezeit dein Volk in Nöten Schutz. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk m im Glauben, laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts er⸗ lösche bei uns nicht. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmut in uns allen, und soll uns dieses Jahr auch neue Not befallen, so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen töten; verleih an Seel und Leib, was jedem ist von nöten, und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden sein; du machst doch alles gut. 7. Wem du das Ziel be⸗ stimmt, in diesem Jahr zu scheiden, den wollst du, treuer Gott, in Gnaden vollbereiten. Laß ihn im Glauben hier be⸗ schließen seinen Lauf und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf! Henr. Kath. v. Gersdorf, 1648—1726. Mel.: Werde Licht, du Stadt der Heiden. 50. Hef Herr Jesu, laß 2 gelingen, hilf, das neue Jahr geht an; laß es 28 neue Kräfte bringen, daß aufs, neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. ö 2. Laß dies sein ein H⁵⁷ der Gnade, gib mir Buße fü die Sünd; hilf, daß sie mix nimmer schade, sondern bal Verzeihung find, Herr, in dir nur du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich s sehr betrübe, ja voll Angsf und Zagen bin; in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten 4. Herr, du wollest Gnad geben, daß dies Jahr mir heili sei und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch all hier auf Erden fromm und selig möge werden. 5. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr, trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr; freudi will ich dich umfassen, wen ich soll die Welt verlassen. Joh. Rist, 1607—1667. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht 51 Jesus soll die Losun 2 sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in seinem Zion schallen; und so oft wir nach dem Ort, stärke mich Neujahr. da sein Name thronet, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns zum Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. m MNaun laßt uns gehn 52. N und treten wut Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen; 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Unge⸗ wittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Asso minder läf Kinder, we blitzen, in 6. Ach fürwahr es unserm T wo nicht d 7. Gelo die alle M sei den st alles Herz 0. Oab 0 Vater, 1 unserm Kr Brunnen 9. Gib die sich nach dir ein Herz, 10. 80 Pforten Orten auf die Friede wallen, Ruhm tum. ind sein lauben ins zu ei uns ie Jahr eligkeit. len wir gehen; rn für, estehen nschein . 5 Leid süßen; tt uns müssen. Schid ttill I757. Herren. gehn n mit 1 zum en bis 1 und 1 zum deihen en; st und odurch große decken. treuen Unge⸗ ier auf wahret Epiph 5. Also auch und nicht minder läßt Gott ihm u Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach Hüter unsres Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten und laß an allen Orten auf so viel Blutvergießen anias. 29 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kran⸗ ken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1607-1676. die Friedensströme fließen. ———— IV. Epiphanias. Mel.: Gott des Himmels und der[Unsre Kniee beugen sich, unser Erden. der Heiden, aller Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht. Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, o Jakobsstern! 2. Wir gesellen uns zu denen, die vom Morgenlande sind. Unser Fragen, unser Sehnen Arm umfasse dich. 53. Gott der Juden, Gott 3. Nimm die aufgethanen Schätze, Schatz, der unser Herz erfreut! Deine Mildigkeit er⸗ setze unsrer Hände Dürftigkeit. Reichtum suchen wir bei dir, lauter Armut bringen wir. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb und Hoff⸗ nung an; laß dich einen Weih⸗ rauch laben, den die Andacht ist nach dir, du großes Kind! geben kann. Und als Myrrhen 30 Epiphanias. bringen wir die Geduld und Buße dir. 5. Diese Opfer nimm in Gnaden von ergebnen Herzen an und laß keinen Feind uns schaden, der dich nicht vertragen kann; wenn Herodis Schwert gewetzt, so behalt uns unverletzt! 6. Nun, wir gehn von deiner Krippen: Laß mit Segen uns von dir. Zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen, still der Feinde Mordbegier; mach uns selbst den Weg bekannt, der uns führt ins Vaterland. Benj. Schmolck, 1672-I1787. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 54* Jesu, großer Wun⸗ derstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe; laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir ge⸗ nügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bitt⸗ rer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an! Erdm. Neumeister, 1671—1756. Mel.: Valet will ich dir geben. 55 O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mag werden zur ewgen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeu⸗ gen die Leut aus Morgen⸗ land, die Knie sie vor dir beugen, dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer Kö⸗ nig, wie uns die Schrift ver⸗ meldt, doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf hohem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitz'st nicht in festem Schlosse; hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist du schön ge⸗ zieret, dein Glanz erstreckt sich weit, dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch dein Macht und Ge⸗ walt, daß sie in Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein er⸗ barmen, in dein Reich nimm mich auf, dein Güte schenk mir Armen und Den Feinde dem Teufe daß sie m rett mich e 6. Du zünden dei Stern, ha Sünden v fern. Hilf, und mit d meinen Kö in Ewigkei Mar du Salem welch ein über dein Gott hat die im Fi 2. Du weichen, ü die Be st zu gle Ding erhä Ganze fe Finstern mn! Ia, d shier vom unsre Au hasteten! 1 uns uih Epiphanias. 31 daß ich Armen und segne meinen Lauf. mußten sorgen, jedem fehlt' es nde und Den Feinden wollst du wehren, an dem Licht, das zum rechten kann: dem Teufel, Sünd und Tod, Himmelsleben seinen Glanz pfer an! daß sie mich nicht versehren; uns sollte geben. I=I. rett mich aus aller Not. 5. Aber wie hervorge⸗ 6. Du wollst in mir ent⸗Wgangen ist der Aufgang aus an zünden dein Wort, den schönen der Höh, haben wir das Licht Ehren. Stern, halt falsche Lehr und empfangen, welches soviel Angst Dabids Sünden von meinem Herzen und Weh aus der Welt hin⸗ al eng fern. Hilf, daß ich dich erkenne weggetrieben, daß nichts Dunk⸗ it den und mit der Christenheit dich les übrig blieben. hier uf, meinen König nenne jetzt und 6. Dieses Licht läßt uns weit und in Ewigkeit. nicht wanken in der rechten unt mag Martin Behm, 1557—1622. Glaubensbahn. Ewig, Herr, eligkeit. will ich dir danken, daß du iche zeu⸗ Cigene Melodie. hast so wohl gethan und uns Rorgen⸗ 56 Werde Licht, du Stadt diesen Schatz geschenket, der vor dir der Heiden, und zu deinem Reich uns lenket. etkannt. du Salem, werde Licht; schaue, 7. Gib, Herr Jesu, Kraft hinweiset welch ein Glanz mit Freuden und Stärke, daß wir dir zu t; drum über deinem Haupt anbricht! jeder Zeit durch des Glaubens „daß du Gott hat derer nicht vergessen, Liebeswerke folgen in Gerech⸗ — die im Finstern sind gesessen. tigkeit und hernach im Freuden⸗ er Kö⸗ 2. Dunkelheit die mußte 2—.— 750. W rift ver⸗ 10 18 Li ů0— en i deh, den Air e daen dan Hunr u Gedd, is nr Ale chen welches alle erfüllen mein Gemüt in aller m Rosse Ding erhält. Die nach diesem a e en an, sihst G1 9 iehen dürzen nicht im stillen meine Seel auch gar He her Futbantaeden Hür. im Tod. Herr, in Freuden Hohn. 946 und im Weinen müsse mir 900 3. Ach, wie waren wir ver⸗ dein Licht erscheinen. uaht 0 blendet, ehe noch dies Licht brach 9 Jesu, laß mich endlich egielet an! Ja, da hatte sich gewendet gehen freudig aus der bösen . du schier— Wwd: Gebinden Velt, dein so helles Licht zu shüten unsre Augen 115 Erde en sehen, das mir dort schon ist nd Ge⸗ hafteten nur an der Erden. bestellt, wo wir sollen unter sthen 4. Gottes Rat war uns Kronen in der schönsten Klar⸗ 0 verborgen, seine Gnade schien heit wohnen. meil er⸗ uns nicht; Klein und Große Joh. Rist, 1607—1667. ich nimn chent mn Passionszeit. V. Passionszeit. Eigene Melodie. 7* hriste, du Lamm 57. C Gottes, der du trägst die Sünd der Welt,‚, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns deinen Frieden! Amen. Alte Kirche. Mel.: Freue dich sehr, o meine Seele. Ner am Kreuz ist 58. D meine Liebe und sonst nichts in dieser Welt. O daß ers doch ewig bliebe, der mir jetzt so wohl gefällt! Nun mein H fort fest bestehn auf diesem Wort, sei es heiter oder trübe: Der am Kreuz ist meine Liebe. 2. Zwar es ist mir unver⸗ borgen, was die Lieb oft nach sich zieht: Schmach, Ver⸗ folgung, Not und Sorgen, mit. Ja, wenn er, mein Hei⸗ zu viel. Doch es komme noch so trübe, der am Kreuz ist meine Liebe. 3. Lieber wähl ich solche Plage und der Liebe schweren Stand, als ohn ihn die besten Tage und der Ehren eitlen Tand. Heißt mich immer erz soll immer⸗ Joh. Ernst Greding, 1676—1748. über mich, daß ich, was er haßt, nicht übe, der am Kreuz ist meine Liebe. 4. Aber wißt ihr meine Stärke und was mich so mutig macht, daß mein Herz des Fleisches Werke und des Sa⸗ tans Grimm verlacht? Jesu Lieb ist mir gewiß, seine Lieb ist stark und süß! Was ist, das mich noch betrübe? Der am Kreuz ist meine Liebe. 5. Diese Liebe lohnet endlich, führt zu ihm ins Vaterhaus, ist zur letzten Zeit erkenntlich und teilt Kränz und Kronen aus. Ach, ach wollte Gott, daß doch alle Welt dereinst sich noch dieses in das Herz einschriebe. Der am Kreuz ist meine Liebe! Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 59. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld Kreuz und Armut bringt sie die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und land, will, ist kein bittrer Tod wunderlich, spottet man auch krank, ergibt sich auf die Wür⸗ gebank, verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sühnet wol hin, mein dich an de ausgethan Zornesruter schwer, der, unnst und 10s durch e Auten.“ 5. uOl, Herzensgrut will dirs tre hängt an d Wirken ist Bunderlieh lunnst, wa Hedacht, G. wingen. bist stork, Grab und Felsen spr 4. Meit dich aus! aassen, dich wis du mit fassen. Di Hetzens Li Helz in S du mein wll nich Ruhno hier um bestän was er n Kreuz meine o mutig erz des des Sa⸗ Fu ine Lieb Vas is, e? Der iebe. endlich, terhaus, enntlich Kronen de Gott, dereinst as Herz dreuz ist —1748. Bubylon. in geht Schuld nder; es Geduld der; es att und je Wür⸗ ö aller jet an Spott, triemen, spricht: itt der Heland den hat Passionszeit. 33 Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen.„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zu Straf und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja, von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn ab⸗ zwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets gleich wie du mich mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigen⸗ tum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieb⸗ lichkeit bdoi Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen; mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen Huund für in Dankbarkeit Verßen, und was du mir zu (gigethan, das will ich stets, so tief ich kann in mein Ge⸗ dächtnis schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollst ein Schatzhaus werden der Schätze, die viel größer sein alsHimmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt und allem, was der Welt gefällt, ich hab ein Bessres funden; mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu nutz zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls sein mein Wasser⸗ quell, in Einsamkeit mein Sprachgesell, zu Haus und auch auf Reisen 8. Was schadet mir des Todes Gift? dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kann mirs Schatten geben; setzt mir der Wehmut Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranker. Und wenn des Kreuzes Un⸗ gestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 9. Wann endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden. Es soll 3 34 sein meines des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 60. Gsist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden, die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht; o großes Wort: Es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein, das Herz der Treue wird gebrochen, den Fels des Heils umfaßt ein Stemz die höchste Kraft ist nun verschmacht, Wort: Es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron o wahres Blut, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: Des Sohnes Blut erlangt Ge⸗ Höll und Tod, so laß ja dies hör; am.—9 hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: Es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Grabe hin, dich wünschen Engel zu Abetdersen ruh auch in meinem Herze drin, wo dir die Liebe Raum emacht; o tröstlich Wort: 8 ist vollbracht! Passionszeit. 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein; die— sind allhier zugegen schlummre sanft mit Jakob 30 die Himmelspfort ist aufge⸗ macht, o Lebenswort: Es ist vollbracht! Salom. Franck, 1659—- 1725. Mel: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 61 5 Jesu Christ, dein teures Blut is meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, mein Labsal sein: dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Herr Jesu Christ, di Gut. 62. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß mir vßr höchstes Augen allzeit sein, die„9„ ö zu vermeiden. Laß mich deine 2•0 herben, bi ih lebe,d 2 de — hast, schlagen, 4 Edlas nagen; ad shone meir vergessen Recht ergel 3. Duh Thron, b gangen, Spott un am Kreuze du für un uusre schr Gott ver 4. Dr Dankbark lobsingen, der Selig fünftig U dosebst ro den aun uig dafh e durch dei sah ieße! sterbe. A Mal. Herz 63. 8 nih in tl Ich tuh auf ie Engel u, ich Rob ein, aufge⸗ Es ist —1125. ns Lebens rist, dein lut ist 3 Gut, t, das erz von Schmuk, Unshuld ht, daß ehn und eingehn. Gottes in Heil, N teures ft gibt Sraft. letzten tTeufel, a dies in Blut en rein. 1684 Passionszeit. 35 deine große Not und deinen erben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. 2. Die Wunden alle, die du hast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen; ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missethat bei Gott versöhnen möchtest. 4. Drum will ich jetzt aus Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen, und wenn du zu der Seligkeit mich wirst hin⸗ künftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Pein und dein betrübtes Leiden laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen. Unbekannt, 1674. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 63 2 r stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zer⸗ schlagen die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hoch⸗ heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 8. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen 3 36 Passionszeit. üben. O gib zu diesem seligen Geschäfte stets neue Kräfte. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—-1769. Eigene Melodie. erzliebster Jesu, 64. 9 was hast du ver⸗ brochen, daß man ein solch schan Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins An— gesicht geschlagen und ver— höhnet; du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4 Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahl der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu aus— breiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu ver⸗ gleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk Dene 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Dann werd ich dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Ver— folgung, nichts von Todes⸗-— schmerzen nehmen zu Herzen. 11. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; in Gnaden wirst du dies von mir an— nehmen, mich nicht beschämen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehren— krone, da will ich dir, wenn alles wird wohl Tünden⸗ Lob und Dank singen. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 55 Och danke dir für 65. Odeinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Not empfandst in deinem Herzen. Laß die Ve ein Labsal wenn mir 2. Ich Huld, die da duem Schuld d geneiget. zu mir, u gerat in Gnade spi 3. Laß Gunst aus auf daß e sonst dein nimm sie il wo st, und Ihh. Sche Mel.: Chr 2 0. denken, u melsthron schenken erschei ein, wie du, litt it al 2. Gil g dein denn Vei Schmach, WW Speer⸗ denen 2 i dun u ver⸗ ich dir ten im etwas, enn ich ipf und u mein en mit inicht n, fest Kreuz deinen „ zum dir zu Kreuz chmach n Ve⸗ Todes⸗ Herzen. bs für chätzen, ht gar Hnaden ür an⸗ chämen. 2 Feu, ne auf Ehren⸗ wenn 1 Lob N/ Passionszeit. 37 Laß die Verdienste solcher Pein ein Labsal meiner Seele sein, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir hast erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerat in Todesnot, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei um⸗ sonst dein teuer wertes Leiden; nimm sie hinauf zur selben Frist, wo du ihr ebster Jesus ist, und laß mich ewig leben. Joh. Scheffler(Angel.), 1624-1677. Mel.: Christus, der uns selig macht. 66 Issu. deine Passion will ich jetzt be— denken, wollest mir vom Him⸗ melsthron Geist und Andacht schenken. erschein, Jesu, meinem Herzen, wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen. 2. Gib, daß ich recht sehen mag deine Angst und Bande, dein Verspeien, Schläg und Schmach, deine Kreuzesschande, deine Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, deinen Tod, o Gottessohn, in den Marterstunden. 3. Doch laß mich ja nicht allein deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ur⸗ In dem Bilde jetzt sach war auch ich, ich und meine Sünde; diese hat gemartet dich, daß ich Gnade sinde. 4. Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünden dich martre nicht aufs neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was mein Heiland büßen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mir meine Sünde will machen heiß die Hölle, Jesu mein Gewissen still, dich ins Mittel stelle. Dich und deine Passion laß mich gläubig fassen; liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen? 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern dir das Kreuz nach— trage, daß ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen bessern Dank ich dorten geb— Jesu, dir gefallen. Sigism. v. Birken, 1626—-1681. Eigene Melodie. 67„+WJesu, deine tiefen 7W Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; die verleidet meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden, bald wird alles 38 Passionszeit. wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Sünden⸗ bahn, da nichts ist als Jubi⸗ lieren, alsdann schau ich emsig an deiner Marter Centnerlast, die du ausgestanden hast; so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja, für alles, das mich kränket, geben deine Wunden Kraft; wenn mein Herz hinein sich senket, schöpf ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, du bist meine Zu⸗ versicht; dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auf⸗ erstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütig⸗ keit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich ver⸗ Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 68 Jesu, der du wollen büßen für die Sünden aller Welt durch dein teures Blutvergießen, der du dich hast dargestellt als ein Opfer für die Sünder, die verlornen Adamskinder: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 2. Rette mich durch deine Eünde wenn mich meine ünde plagt; laß, ach, laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angstschweiß kühle, wenn ich Drangsalshitze fühle: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 3. Aanr d. mich durch deine Bande von des Satans Banden frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre sei. Trost der Seelen. Heil der Erden, laß mich nicht zu Schanden werden: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 4. Rede durch dein Stille⸗ schweigen, liebster Jesu, mir das Wort, wenn mich Sünden berge mich in dich; kein Feind kann verletzen mich. Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, 1585—1647. überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Ge⸗ wissen schreiet und mir mit Verdammnis dräuet: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mit; kt und Gnade dorn mir deine Tode vetloren se 6. Ach, Bunden fr sein, wenn schvunden: in Seelenp deiner Gn die mich deine Todt vetloren f J. Ach, Rute, ach Ruus 2 Buute me schuld; der Sün Seite fit Todespei loren feir 8. Hi Dirsten e dich geple wen ich Reine Si denen T nir eben lcß deine Mir berlo 9. Ns 5 Leben. wollen ir die ch dein der du als ein er, die er: ach, nicht an ch deine meine ich, laß weil du . Hilf tschweiß salshitz odespein sein! ich deine Banden erlittne Passionszeit zu mir; kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sünden⸗ dorn mir schade: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 6. Ach, laß deine tiefen Wunden frische Lebensbrunnen sein, wenn mir alle Kraft ver⸗ schwunden; wenn ich schmacht in Seelenpein, senk in Abgrund deiner Gnaden alle Schuld, die mich beladen: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 7. Ach, zerbrich des Eifers Rute, ach, erzeige Gnad und uld! Tilge doch mit deinem lute meine schwere Sünden⸗ schuld; laß mich in der Angst der Sünden Ruh in deiner Seite finden: ach, laß deine Todespein nicht an mir ver⸗ loren sein! 8. Hilf, daß mir dein Dürsten nütze, das am Kreuze dich geplagt; wenn ich lechze, wenn ich schwitze, wenn mich meine Sünde jagt, laß mich deinen Durst genießen, laß mir Lebensströme fließen: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 9. Jesu, komm mich zu be⸗ freien durch dein lautes Angst⸗ geschrei; wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn mir Wort und Sprach entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen: laß mir deine Todes⸗ pein Leben, Heil und Himmel sein! Unbekannt, 1697. 39 Eigene Melodie. 69* Oesu, meines Lebens 05 Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben! Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach, du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strickund Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden ließest du dir schlagen, ohnemaßen littest du, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergetzen, mir die Ehren⸗ kron aufsetzen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast wollen sein geschlagen, mich zu lösen von der Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein; daß ich möchte trostreich 40 Passionszeit. prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausend⸗ mal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 6. Du hast dich in Not gestecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat ge⸗ büßet meinen Stolz und Uber⸗ mut; dein Tod meinen Tod versüßet; es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tau⸗ sendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod; für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Angst und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. E. Ch. Homburg, 1605—-1681. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 7 aßt uns doch Christo 70.* dankbar sein, daß er für uns in große Pein sich willig hingegeben. Auch laßt uns sein der Sünde feind und, weil Gott nunmehr unser Freund, nach seinem Willen leben, die Lieb erzeigen jeder⸗ mann, wie Christus selbst an ö uns gethan. O Menschenkind,‚ betracht es recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Von Sünden schrecke mich dein Tod. Eigene Melodie. * du Liebe meiner 71.— Liebe, du er⸗ wünschte Seligkeit, die du dich aus höchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Lei⸗ dens mir zu gute als ein Opfer eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt; 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Olberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die den eignen Willen in des Vaters Willen legt und, um Gottes Zorn zu stillen, treu die Last des Kreuzes trägt; 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, als sich Kraft und Atem endt, Liebe, die sich liebend neiget, als sich Leib und Seele trennt; 4. Liebe, die mit ihren Armen mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebs⸗ erbarmen mich zuletzt in höch⸗ ster Huld i assen, die nich bat, Zon sollt iht Verdier 5. Liebe storben und Gut an de Worben, ac dein Blut! deinen Wu Qebe du, lehten Stu nem Herze 6. Lieb kränket un Hetz in e senket, ad nem S daß du leben kar Heil ern ewig liebe Clisabet Mel. Herzl 09 25 Schnerz ö Haupt, z miteiner L sonst schön chr und; Wrhöhnet D waor san ins groß bit du e erblei Mugerlil Mehr dugericht selbst an chenkind, Gottes gt! Herr err und d Gott! te mich meiner du er⸗ e du dich in das Schweiß Olberg die mit Ufhörlich die den Vaters Gottes die Last starkem nd Hohn nit Angst icht der 1, Liebe, als sich , Kebe als sich Passionszeit. 41 ster Huld ihrem Vater über⸗ lassen, die selbst starb und für mich bat, daß mich nicht der orn sollt fassen, weil mich ihr Verdienst vertrat; 5. Liebe, die für mich ge⸗ storben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz er⸗ worben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, wenn ich in den letzten Stunden sanft an dei⸗ nem Herzen ruh! 6. Liebe, die sich tot ge⸗ kränket und für mein erkaltet Herz in ein kaltes Grab ge⸗ senket, ach, wie dank ich dei⸗ nem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann, und der Seelen Heil erworben, nimm mich ewig liebend an. Elisabeth v. Senitz, 1629— 1679. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 790* O Haupt voll Blut 72.— und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron! o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst verhöhnet: gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen, hat alles hin⸗ gerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, er⸗ duldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat: gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts 21. dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird er⸗ blassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und kommt mir herz⸗ lich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 8. Ich danke dir Laud. Tuür o Jesu, liebster Freund, für —mmp:: 42 Passionszeit. deines Todes Schmerzen, da getragen, sonst müßten wir du's so gut gemeint. Ich gib, verzagen. Erbarm dich unser, daß ich mich halte zu dir o Zesu, Jesu! und deiner Treu, und wenn 2. O Lamm Gottes, un⸗ ich nun erkalte, in dir mein schuldig am Stamm des Kreuzes Ende sei. geschlachtet, allzeit erfunden 9. Wenn ich einmal soll g'duldig, wiewohl du wurdest scheiden, so scheide nicht von verachtet; all Sünd hast du mir; wenn ich den Tod soll getragen, sonst müßten wir leiden, so tritt du dann herfür; verzagen. Erbarm dich unser, wenn mir am allerbängsten o Jesu, Jesu! wird um das Herze sein, so 3. O Lamm Gottes, un⸗ reiß mich aus den Angsten schuldig, amStammdesKreuzes kraft deiner Angst und Pein. geschlachtet, allzeit erfunden 10. Erscheine mir zum g'duldig, wiewohl du wurdest Schilde, zum Trost in meinem verachtet; all Sünd hast du Tod, und laß mich sehn dein getragen, sonst müßten wir Bilde in deiner Kreuzesnot verzagen. Gib uns dein Da will ich nach dir blicken, Frieden, o Jesu, Jesu! da will ich glaubensvoll dich N. Decius, 1541. fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Eigene Melodie. Paul Gerhardt, 1607—1676. Traurigkeit 0 75. O Herzeleid! ist das Mel.: Christus, der uns selig macht. nicht zu beklagen? Gott des 73 O hilf, Christe, Gottes Vaters einig Kind wird ins 5 Sohn, durch dein Grab getragen. bitter Leiden, daß wir dir stets 2. O große Not! der Herr unterthan, all Untugendmeiden, ist tot, am Kreuz ist er ge⸗ deinen Tod und sein Ursach storben; hat dadurch das fruchtbarlich bedenken, dafür, Himmelreich uns aus Lieb wiewohl arm und schwach, dir erworben. Dankopfer schenken. 3. O Menschenkind, nur M. Weiße, 154o0. deine Sünd hat dieses ange⸗ N richtet, da du durch die Misse⸗ Eigene Melodie. that warest ganz vernichtet. 74.* O Lamm Gottes, 4. Dein Bräutigam, das unschuldig, am Gotteslamm, liegt hier mit Stamm des Kreuzes ge⸗lut beflossen, welches er ganz schlachtet, allzeit erfunden mildiglich hat fürdich vtgossen. g'duldig, wiewohl du wurdest 5. O süßer Mund, o Glau⸗ verachtet; all Sünd hast du bensgrund, wie bist du doch Herchlagen Eiden lebt, 6. O sel der dieses der Herr d ind Grab und Ruh, Thränen: bis ins G sehnen. Stammd dein Hei % Det gro eie Schweiße füllt, alle vor uner ein Seufz hull. 3. V shlager, Mit Pla Du eit Wie Wir von Ubel 40 de inden d ket, d das Ele und das pten wir ich unser, ttes, un⸗ SKreuzes erfunden Wurdest hast du ßten wir ich unser, ttes, un⸗ SKreuzes erfunden wurdest hast du zten wir nes dein su! „f 1541. leit, o ist das Gott des wird ins der Herr st er ge⸗ uch das us Lieb nnd, nur ie Misse⸗ nichtet. am, das hier mit er ganz oaiosen 0 Glau⸗ du doch Passionszeit zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der 2— der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 7. O Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab sehnen. Joh. Rist, 1607- 1667. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 76 O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit leiße, sein Leib ist ganz mit chweiße des Blutes über⸗ füllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge⸗ schlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sün⸗ den, die sich wie Körnlein n. des Sandes an dem eer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. nach dir möge 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Mant in und an Füßen ge⸗ bunden in der Höll; die Gei⸗ ßeln und die Banden und was du ausgestanden, das hat ver⸗ dienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, ver⸗ bunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel ver⸗ mögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran er⸗ getzen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. 11. Ans Kreuz will ich mich schlagen mit dir und dem absagen, was dir, Herr, nicht 44 gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 12. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände be⸗ gleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 77 Seele, geh auf Gol⸗ gatha, setz dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize; willst du unempfindlich sein, o so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jam⸗— merbild zwischen Erd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft Ach, der übergroßen Not, es ist ja mein Jesus tot! 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich verschuldet, und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze hin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz setzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmer⸗ mehr diese Plagen dir ver— Passionszeit. sehr; alle Güter, tausend Welten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallen⸗ trank. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben; dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 7. Laß dein Herz mir offen stehn, öffne deiner Wunden Thüre; da hinein will ich stets gehn, wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich erquicken wirst. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden. Nirgend sonst wird mich der Tod als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht! Venj. Schmolck, 1672— 1737. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 7 ei mir tausendmal 78. S gegrüßet, der mich je und je geliebt. Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wann ich gelten, du verbindest mich zu knien und liegen soll an dem Kreuze, da meine Seel 2. Heile Seelen, woi bin, nimm! nich quälen Schaden hir Fall gebrat mir gemach dein Blut sich all mei 3. Schte Bunden m Hetz hineit alle Stund gessen sein. schönstes G Herze ruht deinen Fis Gunst gen 4. Die halten auf lann. Sd Halten und lch an von Baum und Aaum, spr Hauern se tlg all dei Paul! A: l. 70. So Irbrshöh inen Tod 2Nm widet Pain Wbens Dit Rub, Fels! 3 8.H u wirst tausend noch kein Gallen⸗ iß noch will dir ieses soll deinem du mein, leidend, nir offen Wunden will ich Kreuz wie ein ürst, bis st. f die Welt dich, du vor den in allem ich und ch meine TWII nden. mich der Wunder ier sein zulezt: 21737. ine Seele. sendmal Passionszeit. Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest! 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin, nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht; wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, wird klärter Zier aus dem Grabe 3. Schreibe deine blutgen sich all mein Jammer setzen. Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unver⸗ gessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten und mich selber freund— lich an von des hohen Kreuzes Baum und gib meiner Bitte Raum, sprich: Trauern schwinden, ich, tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: O Traurigkeit, o Herzeleid. 79 o ruhest du, o meine 5 Ruh, Grabeshöhle und erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsen⸗ grab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, ich weiß, du wirst mich wieder auf⸗ ich Laß all dein in deiner 45⁵ erwecken; sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz ver⸗ gehen. 6. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senken und an deinen bittern Tod bis ins Grab gedenken. Salom. Franck, 1659—1725. Mel.: Herr Christ, der einig Gottssohn. enn meine Sünd 80. Wé mich. o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohnemaßen, wer es betrachtet recht! Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist all— zumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle⸗ Qual und Glul 46 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angst⸗ geschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die fündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen! Gib, o mein Herr und Gott, daß ich ver⸗ leugne diese Welt und folge dem Exempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Ostern. letzten Stunden und des ver⸗ sichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1601-1675. Mel.: Nun laßt uns den Leib. 81 ir danken dir, 4 Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand‚, reich uns dein allmächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, 4 Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns wirst Eigennutz und Heuchelschein 1 ö und, wie du mir erwiesen, verlassen nicht, sondern ganz aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen VI. Eigene Melodie. 82. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht! Wie kömmt nach großem Leiden treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer, 4 1600. O stern. nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist. 2. Er w enket, der Heschrei. Ind denket, frei und ruft stöhlich hi⸗ Jühnlein a Fed und J 3. Das i ei rechtes soll miren vor allem, nehmen me dem edlen Nuum Ch worben ist 4. Dieg die krümn der Sünd bleib allz Dd nit nichts bei em totes es ver⸗ auf dein werdest ih dich 1—1675. n Leib. sen dir, u Christ, rben bist in teures t gerecht „ wahr ich deine rlös uns und tröst ot. uch vor eich uns d, daß dig sein, schweren raus die ins wirst ern ganz hn, dd 16 Leben „1 1600. Ostern. 47 2. Er war ins Grab ge⸗ senket, der Feind trieb groß Geschrei. Eh ers vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Victoria! schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel: nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will ent⸗ nehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesum Christ aus Lieb er⸗ worben ist. 4. Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar, der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr; der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht, er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild. 5. Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht zum Sonnenblick. 6. Ich hang und bleib auch hangen an Christo als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reiset durch den Tod, durch Welt, durch Sünd und Not, er reiset durch die Höll; ich bin stets sein Gesell. 7. Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an einig Wngn es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt. 8. Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Wor⸗ ten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, 1607 1678. Mel.: Dennoch bleib ich stets an dir. 83 Auf mein Herz! Ein froher Tag hat die Nacht der Furcht vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst! Jesus hat die Welt erlöst. 2. Er ist Gottes ewger Sohn; ewig sei er auch ge⸗ priesen; Seiner Feinde Schar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen; Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis gekrönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld 48 Ostern. nicht Gold, nein, sich selber das Leben; des wir sollen hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn⸗ gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt sein. 6. Herr, dies glaub ich dir um Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens; denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing ich dir jetzt und ewig Dank dafür. Kaspar Neumann, 1648—1715. Eigene Melodie. 8⁴4 Christ ist erstanden von der Marter alle; des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja! 2. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen; seit daß er erstanden ist, lobn wir den Vater Jesu Christ. Halleluja. 3. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein. Christ will unser Trost sein. Halleluja! Alte Kirche. Eigene Melodie. 85 Christ lag in Todes Banden für unsre Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und singen: Halleluja, Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unsre Sünd, kein Un⸗ schuld war zu finden. Davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seim Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unser Statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt, da bleibt nichts denn Tods Gestalt, den Stachel hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben das behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß, ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5. Hier ist das rechte Oster⸗ lamm, das hat uns Heil er⸗ worben; das ist an des Kreuzes Stamm in heißer Lieb ge— storben; des Blut zeichnet unsre Thür; das hält der Glaub dem Tod für; der Würger kann uns nicht rühren. Halleluja! 6. So feiern wir das hohe Fest mit Herzens Freud und Wonne, das uns der Herr cheinen lä die Sonne, Gnaden Gl Herzen ga Racht istve Wir wohl, zum] der alt S sein bei dem Christus se ein und spe der Glaub lcben. Ha Dr. Nel.: E . Dod ist n Satans heert: L gesungen! it abgeth ist die wieder au 2. Ba⸗ Wams S betloren, Ht Christ etloren. Dubids Maters 3 mhit seinem „Heu Hub u Abrochen Hels⸗Por Aprochen mögt wieder Nalle r sollen ben und singen: niemand i allen 5 macht kein Un⸗ Davon ald und alt, hielt gefangen. „Gottes Statt ist Sünde m Tod echt und bt nichts N Stachel lleluja! uderlicher d Leben 6 behielt den Tod rift hat * Tod in Spott worden. te Oster⸗ Heil er⸗ Ostern. scheinen läßt. Er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleuchtet unsre Herzen ganz. Der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! 7. Wir essen und leben wohl, zum süßen Brot geladen; der alt Sauerteig nicht soll sein bei dem Wort der Gnaden. Christus selbst die Kost will sein und speisen die Seel allein; der Glaub will keins andern leben. Halleluja! Dr. M. Luther, 1483-1546. Mel.: Es ist das Heil uns kommen her. er Hölle Pforten 86. D sind zerstört, der Tod ist nun verschlungen, des Satans Reich ist ganz ver⸗ heert: Lob sei dir, Gott, gesungen! Der Sünden Macht ist abgethan; durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erkoren. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen und stecket auf das Heils⸗Panier, gleichwie er hat gesprochen. Er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschätze. 49 4. Drum lasset uns in Fröhlichkeit Herz und Gemüt erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel wieder eben. Wir haben Christi Reich und Macht; er ist hin⸗ weg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugnis obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit wie Christus auf⸗ erstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch, wie Paulus schließt, die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer, 1606—1678. Eigene Melodie. 87 rschienen ist der 7 herrlich Tag, dran sich niemand genug freuen mag; Christ, unser Herr, heut trium⸗ phiert, all seine Feind gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, weil ihn besiegt des Lebens Herr; zerstört ist nun all seine Macht, Christ 4 50 Ostern. hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn die Erd, all Kreatur, all's, was betrübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halle⸗ luja fein und loben dich, Herr Jesu Christ; zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nik. Herman, 1 1561. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 88 Fuumuntae da die — Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht; vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wieder⸗ bracht. Halleluja! 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, läßt du mir früh die Gnadensonn auf⸗ gehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja! 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt in Todes Zwang; am dritten Tag durchs Grab er dringt, als Sieger seine Fahne schwingt. Halleluja! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält, drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja! 5. In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf, ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja! 6. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja! 7. Wie tief Kreuz, Trübsal oder Pein, mein Heiland greift allmächtig drein, führt mich heraus mit seiner Hand, wer mich will halten, wird zu schand. Halleluja! 8. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja! 9. Er nährt, er schützt, er tröstet mich, sterb ich, so nimmt er mich zu sich; wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja! 10. Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halle⸗ luja! 11. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt, dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja! Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: L 8 Nu Chti wie groß, Ngl Et die Bande auferstand im Grab walt und er hats v Er hats die Mac des Gral 2. Gl gerungen Rich be letten u Gott nun m Kinder: keit. wir, ent muhn it Racht, Aht de 3. 1 Staubl herlich de Sti Du virs und Rra geben, keuer it den, 6 11. Ishredt Nus, 4. X de V. Eein, b durchr ich wach Stnm it seinem „ostarker eind, den Ingststein mir, er Herzens „Trübsal and greift ihrt mich and, wer wird zu was bin veiß, daß bt; Wenn Ostern. 51 Mel.: Wachet auf, ruft uns. alleluja! jauchzt 89.§ ihr Chöre, singt Jesu Christo Preis und Ehre, wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Ge⸗ walt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht. Halleluja! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todes⸗ ketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Selig⸗ keit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne bricht! O, was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns die Deinen. Die Todesbahn gingst du voran, wir folgen dir in deine Ruh. G. B. Funk, 1734—1814. Mel.: Wachet auf, ruft uns. 90 Jesus 2 lebet! Erlöste Menschen, kommt, erhebet des Welterlösers Majestät! Hörts, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege teil, den er erstritt. Seid ihr gleich des Grabes, Kinder, er ist des Todes Überwinder, er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun. Jesu lebet in Ewigkeit; zu aller Zeit ist er zur Hilfe uns bereit. 3. Nun verzagt auch nicht, Verbrecher! Gott ist euch nun kein strenger Rächer, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Überwinder durch unsres Grabes Dunkel ist er dem reuerfüllten Sünder 4* 52 Ostern. ein Vater der Barmherzigkeit. Er nimmt ihn liebreich auf, mit Kraft zum Glaubenslauf ihn zu segnen. Preis sei der Huld, die unsre Schuld vertilgt und trägt uns mit Geduld. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie verneut zur Frühlingszeit sich alles regt und alles freut. 5. O Erstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Un⸗ erforschte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Einst sind sie unser Teil, einst krönet uns das Heil deines Lebens. Gelobt sei Gott! Auch noch im Tod ist er und bleibet unser Gott. Christoph Christian Sturm, 1740—1786. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 97 alleluja! Jesus lebt! 91. 9 Tod und Hölle sind bezwungen; Gruft und Kluft und Erde bebt, da der Held hindurchgedrungen. Geht nicht mehr nach Golgatha: Jesus lebt, Halleluja! 2. Halleluja! seht das Grab die ihr seinen Tod beweinet; wischet eure Thränen ab, weil die helle Sonne scheinet. Euer Heiland ist nicht da; Jesus lebt, Halleluja! 3. Halleluja! suchet nicht den Lebendgen bei den Toten, glaubet aber dem Bericht der verklärten Osterboten; diese wissen, was geschah: Jesus lebt, Halleluja! 4. Halleluja! dieses Wort soll mich wiederum beleben, kann ich gleich nicht an den Ort seines Grabes mich begeben; gnug, daß es mein Glaube sah: Jesus lebt, Halleluja! 5. Halleluja! er wird mir Leben in dem Tode geben. Also sterb ich freudig hier, Christi Tod ist nun mein Leben. Nur getrost, ich glaube ja: Jesus lebt, Halleluja! Benj. Schmolck, 1672—-1737. Eigene Melodie. eut triumphieret 92. 9 Gottes Sohn, der von dem Tod erstanden schon, Halleluja, Halleluja! mitgroßer Pracht und Herrlichkeit, des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja! 2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstört, verheert mit großer Kraft, Halleluja! wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. E Dtichern 3. O lieber Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Hallelujallhführunsdurchdein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit 1+ Haͤllelujal 4. Hie Angstund hilt dein der Welt Spott, schnöden 5 N ins schad wütetnock liegt Feind, u Rinder sei 6. D Rgleich Himmelr ist am( ll, so f Scall: 4. höchsten geborne dem heil Weis und Pre ab, weil et. Euer JFeus het nicht u Doten, richt der 1; diese : Jesus es Wort beleben, den Ort begeben; Glaube lelujal wird mir e gehen. dig hier, un mein ich glaube eluja! 72—1737. mphieret ohn, der hen schon, mitgroßer keit, des Cwigkeit it er seine eert mit 1ja wie rler Held ltig ällt. esu Christ lland bist, durchdein reuden n Llelujalh Ostern. 53 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Not; wer glaubet und hält dein Gebot, Halleluja! der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Tod. Halleluja! 5. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, ob er gleich wütet noch so sehr; Hallelujals: er liegt im Staub, der arge Feind, und wir nun Gottes Kinder seind. Halleluja! 6. Dafür wir danken all⸗ zugleich und sehnen uns ins Himmelreich. Halleluja! Es ist am End; Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja! 7. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem ein⸗ gebornen Sohn, Halleluja!: dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Bas. Förtsch, F 1619. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 93. In Gott in allen Landen! Jauchze, du erlöste Schar! Denn der Herr ist auferstanden, der für uns getötet war. Jesus hat durch seine Macht das Er⸗ lösungswerk vollbracht, welches er auf sich genommen, da er in das Fleisch gekommen. 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Not; alle Schuld, die mich beladen, ist bezahlt durch Christi Tod; das Gesetz hat er erfüllt, also Fluch und Zorn gestillt und mir durch sein Wiederleben die Gerechtig⸗ leit gegeben. 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten sind entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Ge⸗ fängnis frei, und wie seine Höllenfahrt im Triumph voll⸗ Reacch ward, so ist seinen teichsgenossen nun derHimmel aufgeschlossen. 4. Tod, du kannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu sind begraben, werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Dank und Preis! Singet, singt Halleluja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferstanden! Erdm. Neumeister, 1671-1756. Mel.: Valet will ich dir geben. 94* Ich geh zu deinem 7 Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoff⸗ nung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn 54 Ostern. ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu; so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei; wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon er⸗ wachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Olberg zeigen, wo man gen Himmel fährt, da will ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Friedenshäuser, da heißts: Victoria! Da trägt man Siegesreiser; ach wär ich nur schon da! Benj. Schmolck, 1672—-1787. Eigene Melodie. 95 Ni=. Christus, unser 4 Heiland, der den Tod überwand ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm dich unser! 2. Der ohne Sünde war eborn, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm dich unser! 3. Tod, Sünd, Teufel, Leben und Gnad, alles in Händen er hat. Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm dich unser! Dr. M. Luther, 1483- 1546. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. * Jesus lebt, mit ihm 0. Wauch ach Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten aufer⸗ wecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Chte. Gr daß der L Gott verst dies ist m 4. Jesu mein; sein Leben. 9 ich sein Widerstreb Schwachet meine Zu 5. Net nichts so scheiden, sternis, k Keden. dicer P Zuversi geben, ihm spri Zuversit Chr. Für⸗ N.. ngekehrt iuser, da a trägt wir ich 2—1757. 1, unser der den rstanden, zefangen. nde war Gottes net, daß gönnet. fel, Leben Händen tten alle, Erbarm 3—1546. wersicht. mit 5 Tbbd, In ird auch n aufer⸗ mich in st meine Ostern. 55 Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Fin⸗ sternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todes⸗ not wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 97 Jesus, meine Zu⸗ 2 versicht und mein Heiland, ist im Leben; dieses weiß ich, sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff⸗ nung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glau⸗ benshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlich⸗ keit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein nicht, werd in seiner Liebe brennen, nur die Schwach⸗ heit um und an wird von mir sein abgethan. 6. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, dort, da werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder, gebt nicht statt der Traurigkeit, sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wann die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erden⸗ kluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird chwachheit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 56 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. L. Henriette v-Vrandenburg(2) 1627-1667. Mel.: Was Gott thut, das ist. 98 Oauferstandner Sieges⸗ 97 fürst, du Leben aller Leben, heut bringst du Friede, da du wirst zur Freude uns gegeben; bracht unsre Not dich in den Tod, jetzt bist du auferstanden und frei von Todesbanden. 2. Die Last und unsrer Sünden Schuld ließ dich in Fesseln fallen, du gabest dich aus großer Huld ans Kreuz zum Heil uns allen. Nun sind wir frei von Sklaverei, darinnen wir gefangen, weil du hervorgegangen. 3. Nun geht uns fröhlich wieder auf die rechte Gnaden⸗ sonne; die erst erstarb in ihrem Lauf, gibt Strahlen neuer Wonne; jetzt ist die Seel mit Freudenöl von dir gesalbet worden und steht im neuen Orden. 4. Die Kraft von deiner Majestät bricht selbst durch Grab und Steine, dein Sieg ists, der uns mit erhöht zum vollen Gnadenscheine. Des Todes Wut, der Hölle Glut hat alle Macht verloren, und wir sind neu geboren. Ostern. 5. O daß wir diesen teuren Sieg lebendig möchten kennen und unser Herz bei diesem Krieg im Glauben möchte brennen! Denn anders nicht kann dieses Licht uns in das Leben führen, wo wir nicht Glauben spüren. 6. So brich denn selbst durch unser Herz, o Jesu, Fürst der Ehren, und laß vorher die Glaubenskerz sich in uns Schwachen mehren, daß wir in dir die offne Thür zur ewgen Ruhe finden und auf⸗ erstehn von Sünden. 7. Erscheine uns mit deiner Güt, wenn wir in Buße weinen, und laß uns deinen teuren Fried zum ersten Anblick scheinen, so können wir, o Held, mit dir die rechten Ostern feiern und uns in dir erneuern. 8. Laß uns das wahre Auf⸗ erstehn von Herzensgrund er⸗ fahren und aus des Todes Grabe gehn, daß wir den Schatz bewahren: das teure Pfand, das deine Hand zum Siegen uns gegeben; so gehn wir ein zum Leben. J. H. Böhmer, 1674—- 1749. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. * 8Tod, wo ist dein 99. O Stachel n wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach iesm K Christ geg 2 W alte Schla iht kämpf Macht si scdennoch sie ihn in sieget sie der Kopf 3. Lebe herfür, de Refangen, Schloß u den Raub! it, das den starke auf; er i 4. D behält d höhet, mächtig Rgen ste Höͤlle, W hrstte n teuren n kennen i diesem möchte ers nicht 5 in das vir nicht n selbst esu, Fürst 5 vorher h in uns daß wir hür zur und auf⸗ hit deiner e weinen, wen Fried heinen, so mit dir iern und ahre Auf⸗ grund er⸗ Todes wir den das teure hand zum so gehn 741749. 15 kommen. 0 ist dein nun, wo le? Was ufel thun ch stele 4 uns den hat nach Ostern. Krieg durch Jesum diesem Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, jedennoch er sie dämpfte; ob sie ihn in die Fersen sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür, den Feind nimmt er efangen, zerbricht der Höllen chloß und Thür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der Uberwinder. 4. Des Sisn Rechte die behält den Sieg und ist er⸗ höhet, des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr ent⸗ stehet. Tod, Teufel, ölle, Welt und Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind, ihr Zorn ist kraftigs worden. 5. Es war gétötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt, er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo aufer⸗ stehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und un⸗ vergänglich Wesen. 57 7. Das ist die reiche Oster⸗ beut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerehtin⸗ keit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun, wo ist dein Sieg, o Hölle? was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben. geg Justus Gesenius, 1601—-1678. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. Dei fröhlich alles 100. S weit und breit, was vormals war verloren, weil heut der Herr der Herr⸗ lichkeit, den Gott selbst aus⸗ erkoren zum Sündenbüßer, der sein Blut am Kreuz vergossen uns zu gut, vom Tod ist auferstanden. 2. Wie schön hast du durch deine Macht, du wilder Feind des Lebens, den Lebensfürsten umgebracht! Dein Stachel ist vergebens durch ihn geschossen, schnöder Feind, du hättest wahrlich wohl gemeint, er würd im Staube bleiben. 3. Nein, nein, er trägt sein Haupt empor, ist mächtig durchgedrungen durch deine Bande, durch dein Thor, ja hat im Sieg verschlungen dich selbst, daß wer an ihn nur 58 Ostern. gläubt, von dir jetzt ein Gespötte Wo ist treibt und spricht: dein Stachel? 4. Denn deine Macht, die ist dahin und keinen Schaden bringet dem, der sich stets mit Herz und Sinn zu diesem Fürsten schwinget, der fröhlich spricht:„Ich leb, und ihr sollt mit mir leben für und für, weil ich es euch erworben. 5. Der Tod hat keine Kraft nicht mehr, ihr dürfet ihn nicht scheuen. Ich bin sein Siegs⸗ fürst und sein Herr, des sollt ihr euch erfreuen; dazu so bin ich euer Haupt, drum werdet ihr, wenn ihr mir glaubt, als Glieder mit mir leben. 6. Der Höllen Sieg, der ist auch mein, ich habe sie zerstöret; es darf nicht fürchten ihre Pein, wer mich und mein ort höret. Und weil des Teufels Macht und List ge⸗ dämpft, sein Kopf zertreten ist, mag er ihm auch nicht schaden.“ 7. Nun Gott sei Dank, der uns den Sieg durch Jesum hat gegeben und uns den Frieden für den Krieg und für den Tod das Leben erworben, der die Sünd und Tod, Welt, Teufel, Höll und was in Not uns stürzet, überwunden! Paul Gerhardt, 1607- 1676. Mel: Nun freut euch, lieben Christen. * ach auf, mein 101. WoHar, die Nacht ist hin, die Sonn ist auf⸗ gegangen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür He der aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben jen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein An⸗ liegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Geh mit Maria Magdalen und Salome zum Grabe, die früh dahin aus Liebe gehn mit ihrer Salbungsgabe, so wirst du sehn, daß Jesus Christ vom Tod heut auferstanden ist⸗ und nicht im Grab zu finden. 6. Es hat der Löw aus Judas Stamm heut siegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach über⸗ wundnem schaugetro +D fang an Nuus üb auch über weil er g Nacht, d in ein ne Gott im 8. Se Welt noc Hölle R lcbt, es noch bei den Ger als ein drum wi msgemeii gehen eit erworben 10. S Het van ind ewi von alle iberwun Har Je Mut, 0 Lauren 12. demes miump lere deinen Heiland ute durch zebrochen für, der ynne. Grab der such ein re deinen laß dein Himmel, ind such, u Christ, den. dahinten em, was Herz zu erhoben. Ise Velt Himmels finden. schwerer sus wird in Christ reud und dein An⸗ xrn und icht fern, den. Nagdalen rabe, die gehn nit so wirst Chrit tanden ist finden. öw aus siegreich erwürgte ms zun eben und nach über⸗ Ostern. 59 wundnem Streit die Feinde schaugetragen. 7. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 8. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod noch gar der Hölle Rachen; denn Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 9. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gotteskindern und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti, 1660—- 1722. Eigene Melodie. * Niillkommen Held 10². WumStreih, aus deines Grabes Kluft, wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Hier ist der alten Schlaͤnge der harte Kopf zerknirscht, und uns ist nicht mehr bange bei dir, o Siegesfürst. 3. Der Feind wird schau⸗ getragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unsey Gott! 4. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied. Du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 5. Ach teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus. Wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 6. Schwing deine Sieges— fahnen auch über unser Herz und zeig uns einst die Bahnen vom Grabe himmelwärts. 7. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 8. Wir sind mit dir ge⸗ storben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 9. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 10. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph. Benj. Schmolck, 1672- 1737 60 Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 103 Wirdanken dir, Herr 5 Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein acht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad: nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treue Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Thomas Hartmann, um 1604. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei o willst du hin, deinem Wort. 104. weils Abend ist, o liebster Pilgrim, Jesu Christ? VII. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 105* Isch wundergroßer 10⁵.— A Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verletzet; mäch⸗ tig, prächtig Leanmdhrereil, jubilierest, Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. Hi m m Himmelfahrt. Komm, laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt, die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn zum Himmel sicher finden kann, damit die dunkle Sündennacht mich nicht ver⸗ führt noch irre macht. 5. Besonders aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib, ich halt dich fest; ich weiß, das du mich nicht verläßt. Unbekannt. el fahrt. 2. Dir dienen alle Cheru⸗ bim, viel tausend hohe Sera⸗ phim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wieder⸗ bracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; singet, klinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. 3. Du bist das Haupt, hin⸗ gegen wir sind Glieder, ja es lommt vo Bost und Ind Freut und was chafft, u gegeben. Hemüte, 5 preise, Cht erwei 4. Zeu m nach d hin für mn Michetrac und Wan und Dem Uppigkeit Hoffart la lich leide wo die 6 5. Se und Sche Ind feste ins verla was drob vohnet T auf alle wige, die da na stindlich 6. Her Orddenth Hb, Dal u arl Auen un glückselig meinem 1 liebster st so gut aß du zu enslieber sich sehr sich schon Nu vollest ht, mich richt. daß ich nel sicher ie dunkle licht ver⸗ der letzten einen esu, bleib, ich weiß, ellit Unbelannt. Cheru⸗ he Sera⸗ ten loben, 1 wieder⸗ ät und lorie bist et, rihm ähret auf Posaunen aupt, hin⸗ der, 10 6s Himmelfahrt. 61 kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, und was dem Herzen Labsal schafft, wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir, hilf, daß wir fort⸗ hin für und für nach deinem Reiche trachten; laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all üppigkeit verachten. Unart Hoffart laß uns meiden, christ⸗ lich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen 6— arme Christenseelen. Herr Jesu, komm, du Gradenthren, du Siegesfürst, Held, Davidssohn, komm, stille das Verlangen! Du, du bist allen uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm schier, hilf mir; dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende fröhlich klopfen in die Hände. E. Ch. Homburg, 1605—1681. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 106.* Auf Christi Him⸗ melfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmel⸗ an und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends, Ruh er⸗ langen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf— fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt, Herr, höre doch mein Flehen. Nach Josua Wegelin, 1 1640. Eigene Melodie. uf diesen Tag be⸗ 107. A* 1 wir Christ gen Himm'l gefahren, und danken Gott aus höchster B'gier mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hier auf Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn ihn kein Hoffnung haben. Halleluja, Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen, Christus schließt auf mit großer Pracht, vorhin war all's ver⸗ schlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch, rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halle⸗ luja, Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ists nicht ernst zum Herren; denn der wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich ver⸗ sperren. Am Glauben liegt's, wird der sein recht, wird auch gewiß das Leben recht zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets die weltlich Bahn, thun uns zu Gottes Kindern; die jehn hinauf, der Vater h'rab, an Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, bis sie zu⸗ sammen kommen. Halleluja, Halleluja! 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben. Halleluja, Halleluja! Joh. Zwick, 1496— 1542. Himmelfahrt. Eigene Melodie. 108 iner ist König, Immanuel sieget, bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht; ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, er⸗ muntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott; Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Angsten, aus Jammer und Not; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Vaters nicht aus; bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen; Jesus, der Treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet tausendmal heller als du es geglaubt. Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus, der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und hell des Lebe iht Lieb guicket,! dlles, we 6. Stt seht auf der König selbst er, gern zu dies Hr Streit; f. scht auf Nhovah Lohne. 7. D da wird waltige, unendlic alles, u Er ists nen un höret, w. ershallen h Re eit, Pre 1 den heil a ssün wärel& de Lich hören, 0 lobe den a, i NA. Aus 109. hen Jul Getümn e. t König, luel sieget, und gebet hingegen, labe dein + Frucht; nendlichen Fülle hat zände, er⸗ trauet mit en Gott; rsüßet die Angsten, cot; ewig genesen in lieblichen „im Leiden die Rute aus; bitte icher Fülle m Kampfe luten der vergehen: hleibt ewig ange haf Alf, um 6 Haupt! er Fteuden nal helle t. FNesus e regiere⸗ Alen des Himmelfahrt. 63 und helle fließen die Ströme des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, und werdet er⸗ quicket, hier ist Erlösung für alles, was drücket. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut; selbst er, Jehovah, wird Sie⸗ gern fi Lohne; wahrlich, dies Kleinod verlohnt sich den Streit; streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, selber Jehovah wird Siegern zum Lohne. 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen eine ge⸗ waltige, siegende Schar deine unendliche Hoheit erhöhen, alles, was Odem hat, ruft: Er ists gar! Sehet, wie Kro⸗ nen und Throne hinfallen; höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichtum, Kraft, Weis⸗ heit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Luße n zerreißt. Amen, die Liebe wird wahrlich er⸗ hören, alles, was in mir ist, lobe den Herren! J. L. K. Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1693, gest. zu Halle 1773. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 109 Gott fähret auf gen — Himmel mit fro⸗ hem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunen⸗ hall. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufge⸗ nommen; der ganze Himmel lacht; um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cherubinen; den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns zurück nicht lassen; er zeiget uns die Straßen, er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herr macht selbst uns Platz; wir gehen von der Erden dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hinge⸗ gangen, dahin sei das Ver⸗ langen, dahin sei euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier; laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, dich o du Gottes Sohn, dich, Weg, dich, Wahrheit, Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsers Hauptes Kron. 6. Ade mit deinen Schätzen, du trugesvolle Welt! Dein Tand kann nicht ergetzen. Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, der Herr ist unsre Freude und 6⁴ Himmelfahrt. köstliches Geschmeide; zu ihm geht unsre Reis'. 7. Wann soll es doch ge⸗ schehen, wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir zu seinen Füßen anbetend ihn begrüßen? Komm stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, 1635—- 1699. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 110 Goti fährt auf! 2 Was soll ich klagen? Mein König fährt im Siegeswagen hoch über alle Himmel hin; Cherubinen fallen nieder, und Seraphinen bringen Lieder, und alle Himmel preisen ihn. Lobsingt, lob— singet Gott Jehovah Zebaoth! Halleluja! Er ists, der itzt den Thron besitzt, des Scepter durch den Himmel blitzt. 2. Gott fährt auf! Des Olbergs Höhen, die zitternd seinen Kampf gesehen, sind zum Triumphplatz eingeweiht. Hier stand er vor dem Ge⸗ richte, hier bebt er unter dem Gewichte der Schrecknisse der Ewigkeit. Heil ihm, er hat gesiegt! Sünd, Tod und Hölle iegt ihm zu Füßen. Wie scheidet er so hoch und hehr! Nun rühret ihn kein Feind nicht mehr. 3. Gott fährt auf! O Tag der Freuden! Wie herrlich enden sich die Leiden, die er als Mittler für uns trug! Golgatha, du sahst ihn bluten; wie rauschten da des Zornes Fluten, und niemand rief: Es ist genug! Nun ist der Zorn gestillt und das Gesetz erfüllt. Halleluja! Er hats vollbracht; durch seine Macht ist uns der Himmel zugedacht. 4. Die Erlösung ist ver⸗ siegelt, der Höllen Thore sind verriegelt, des Himmels Pforten aufgethan. Dorther läßt er Segen strömen, daß alle Gnad um Gnade nehmen und seines Geistes Trost empfahn. Nun dringt des Glaubens Lauf zum Himmel froh hinauf; Halleluja! Sein Licht und Wort wirkt immerfort, und er empfängt die Sieger dort. 5. Schau herab, Gott, und erscheine, befestge, gründe die Gemeine, die hier noch um ihr Kleinod ringt. Rufe, sammle und bekehre die Völker bis zum fernsten Meere, daß alle Welt dich preist und singt: Heilig ist unser Gott Jehovah Zebaoth! Preis und Ehre und Herrlichkeit sei ihm geweiht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Chr. Gottl. Göz, 1746- 1803. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 1 zroßer Mittler, der 111¹. G zur Rechten seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schützt, den auf dem erhabnen Throne in der köt Heer der hilltem“ 2. Dei Erden u vollbracht werden, d gemacht; gestorben, Heil erwot Aufersteh Freiheit; 23 22 Heschäfte tum, die räfte du allen den⸗ Dhron d Namen Brust, Samen LAust; du gläuben, hleiben,! Haus ihn 5„ D der Arm dienen, aen, Rhellt 5 trugl Himmelfahrt bluten; in der königli a Heer der Ewaal Krone alles mit Wei. 68 —5 hüll wigkeit mit ver⸗ Weinen für die Sü Cs 23— Antlitz scheut: Ni Waaheit 9, Msit Welcher er De hent: Middrigket batest du zur elbe —7 Erden and Dem auf dieser 36 5 selben lbracht vollbracht; Wonswoilendert ist 7. Aber. uns der ucht das ist gänzlich n von der Allmacht rn acht; da du bist fü„da in d unterstützt ü ů er v utzt, ore snd A en, und dein siegrei nun kannst du itzt Pootten Tuhec a läßt nin— Klagen majestätich Satans uner 3. Run i adnn Lahn dein aͥß alle 140 5 ist dieses redend Blut unsre bö ein men und rih in dem Pbern Helig gut. unsre böse Sache ampfahn. kräft⸗ eworbnen Segens⸗i Die Verdieuste dei ens Lauf Ghendenen Ratt ora 5 sealst vi denen Bnten hinauf; + zuteilen, die zu ar und vertritts Vater ict und niun Putth eilen; mun mit Freuden Lannn e nunmehr rt, und Heil und Seren deine Hand Schar, daß er 91980 erlöste ger dort. 4. Deir e e und Leben deinem. Kraft hott, und Namen wägest Volkes werte Erden geben und 98. auf ünde die Brust und a du auf deiner TI. dir ziehn, die noch Dane um ihr Samen dentest en gerechten Freundschaft fliehen ene sanne Lusti du vertres, mit vieler 9. Großer Mittler, sei ölier bis gläuben, daß si„die an dich priesen, daß du in d r, sei ge⸗ duß alt leben, bittest ie dir vereinigt tem so der e dn: Haus ihnen ein Dbnea beniesn: die ti Ehre. n, Iehovah 5. Doch 5er zohnung aQus. und Ruhm. Laß hre, Dank Chre und der Armen, die did du auch Verdienst vertreten Wn dein geweiht dienen, nicht weit Welt noch fi dem Vater bete Ereh igteit Dn wor Eoernen wer tren u Dur, wule 46—1508. Elend bricht: en über ihrem den Mund versck lie 5 wenn ihrer sch ht; daß dein Vater S. J. Lntode der Tod. eh Werken Lan daß er nicht nach W sterben. Wuen Eunm a daß er ändre Mel.: Wenn ich, o Schöpf ttler, det Bitten hin. ch, da zielt dein 1 o Schöpfer. und die Tagen, da die Sun Fleisches starkes Haupt nim. du chee den denen Sch n euh Prcheram, ultern kannst mewig Priestertum, nst allzeit selig machen; du en schüßt, lagen, hast du di U Throne gestellt bald ni dich vor Gott ö bist d t Seufzen, bald Fin ren ö der des Glaube erhört und ns Wunsch ge⸗ — 66 Himmelfahrt. währt, wir kommen. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du hast den Weg ge⸗ offenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. sobald zu dir 3. Geht unser Haupt zum Himmel ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht aus⸗ geschlossen sein, du bringst sie alle wieder; sie werden da sein, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jetzund an erlesen. Zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schatz und Ruh nur sei bei dir dort oben. 5. Was droben ist, laß künftighhin uns unablässig suchen, was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen. Weg, Welt! Dein Lust⸗ und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüter. 6. O Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! O Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! O Erbteil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Seligkeit, sei mein aus Jesu Gnaden! 7. Wann fahr ich auf aus dieser Not? Wann komm ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein⸗ und meinem Vater? Wann komm ich zu dir, höchstes Licht, wann seh ich einst dein An⸗ gesicht? Komm bald, o Jesu! Amen. Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 113 JesusChristus herrscht 0 als König; alles wird ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Nur in ihm— o Wunder⸗ 97— können wir Er⸗ ösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hörts, das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesu uns zu gut! 3. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen, klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen, sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 48. Jauchzt ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vol⸗ lendete Gerechte und du Schar, die Palmen trägt, und ihr Märtrer mit der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 5. Ich auch auf den tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, tufen, ob hin; Jef als Könie thänigz e 0 dessen R keichet, Reich geb das See Recht ge des Val den so r krönen, 2. Hi Meere Heere! Feldern Wälder und Leh gegeben. Häster dein mä Grenzen chönster nusend 9 auf aus komm ich, einem und dein⸗ und ann komn tes Licht, dein An⸗ d3 Jaul 1699—1709. ttes Segen. tusherrscht nig; alles nig, alle ruß. Alle „ Iequs se „dem man o Wunder⸗ wir Er⸗ Erlösung hörts, das „ und ein kommt in ünder, ihn hr Kranken „ sagt, iht tl Er kann „Reichtun en, Lober Tod. , Menge ihmt, val du Schal und iht Krone und m Thron en schlägt den tlefsten uben, veden Himmelfahrt. rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin; Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter⸗ thänig; ehret, liebet, lobet ihn! Ph. Fr. Hiller, 1899—1769. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 114.* önig, dem kein n Konig gleichet, dessen Ruhm kein Mund er⸗ reichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den Feldern, in den Seen, in den Wäldern sind, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Scepter deines Mundes nach dem Recht des Gnaden⸗ bundes sich von dir regieren lassen und wie du das Un⸗ recht hassen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himm⸗ lischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort 67 ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu Verglechen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vortrefflichkeit der Gaben, welche deine Bürger haben. Du beschützest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, laß mich dich im Glauben küssen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten! J. J. Rambach, 1698—-1785. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. E* Siegesfürste, Ehren⸗ 115. S könig, höchstver⸗ klärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug be⸗ tracht deine Herrlichkeit und Macht? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria, 5³ 68 sollt ich nicht zu Fuße fallen und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, weil mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Him⸗ melsgeister speist; prächtig wirst du aufgenommen, freudig heißt man dich willkommen; schau, ich armes Kindlein hier ruf auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klar⸗ heit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Aus Zion das Scepter sende weit und breit bis zur Welt Ende. Mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein; meines armen Herzens Pforten stell ich offen: Komm herein! Komm, du König aller Ehren! du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmels⸗ thron. Gerhard Tersteegen, 1697- 1769. Himmelfahrt. Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. WMiir danken dir, 116. W Herr Jesu Christ, daß du gen Himmel fahren bist; o starker Gott, Immanuel, stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja! 2. Nun freut sich alle Christenheit und jubiliert ohn alles Leid. Gott Lob und Dank im höchsten Thron, unser Bruder ist Gottes Sohn. Halleluja! 3. Gen Himmel aufgefahren hoch, ist er doch allzeit bei uns noch; sein Macht und Reich unendlich ist, wahr Gott und Menschzualler Frist. Halleluja! 4. Wohl dem, der ihm ver⸗ trauen thut und hat in ihm nur frischen Mut. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christo steht unser Be⸗ gier. Halleluja! 5. Er ist der Herr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst; das G'fängnis er gefangen hat, daß uns der bittre Tod nicht schad. Halleluja! 6. Wir freuen uns aus Herzensgrund und singen fröh— lich mit dem Mund: Der unser Bruder, Fleisch und Blut, ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja! 7. Durch ihn der Himmel unser ist, Hilf uns, o Bruder Jesu Christ, daß wir nur fest trauen auf dich und durch dich leben ewiglich. Halleluja! 8. Ame Christ, d sahren bis bel reiner Aug und hal 9. Kom 8 ist 3e in Hertlid diesem In wwgen Hin 10. An einmal, y Himmels Men Ene ollen sir Mel.: 117. hetzlichen herrlich Tag nken dir esu Christ ahren bist; Immanuel, stärk uns „ů sich alle hiliert ohn Lob und hron, unser Sohn ufgefahren eit bei und und Reich Gott und Halleluja! ihm ver at in ihm Welt, wie nach dirꝰ unser Be Herr und uns durch löst; das ngen hat, Tod nicht uns alls ingen sröh⸗ ud: Der Aund Blut, stes Gut. Himmel 0 Bruder r 4— sest durch dich leluja! Pfingsten. 8. Amen, Amen, Herr Jesu Christ, der du gen Himmel fahren bist, behalt uns, Herr, bei reiner Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Halle— luja! 9. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit zum Weligericht in Herrlichkeit; führ uns aus diesem Jammerthal in deinen ewgen Himmelssaal. Halleluja! 10. Amen singen wir noch einmal, wir sehnen uns ins Himmels Saal, da wir mit allen Engeln dein das Amen wollen singen fein. Halleluja! Unbekannt, 1611. Mel.: Ach Gott und Herr. 17. Jo uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da VIII. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 1 18. Der du uns als Vater liebest, treuer Gott und deinen Geit denen, die dich bitten, gibest, ja um ihn uns bitten heißt, denmtsol fleh ich vor dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz Hleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn Pfi 69 du bist, o Jesu Christ, dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir in Liebsbegier, ach reiß uns doch von hinnen, so dürfen wir nicht länger hier den Kummer⸗ faden spinnen. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, ach führ uns deine Himmelsstege; wir irrn sonst leicht, sind abgeneigt vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den aus— erwählten Scharen. Fr. Fabrietus, aus 1642—1708 nug steen. er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Güter, Quelle heilger hochgelobter Gottes-⸗ 70 Pfingsten. Geist, der du menschliche o, dann laß es meiner Seelen Gemüter besserst und mit Trost erfreust, nach dir, Herr, verlangt auch mich. Ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Mut seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindes⸗ treu stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmut übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Gib mir wahre Selbst⸗ erlenntnis, daß ich meine Fehler seh und durch demuts⸗ voll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungs⸗ eschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen nieder⸗ schlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöten weint, und Gott nicht zu hören scheint, nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so setze durch dein Wort deine Gnaden⸗ wirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 119 Geist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hilfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o, so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich er⸗ freun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohl⸗ sein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. St uur Sünd uhet wiit überwinde nich verit mein Herz Ind Schn darnieder Herz zur 5. Re ind Bete ubtig ist,, zu treten. Nlum Cl Mittler die Hoffn Gnad a von dem 6. S Reiden st bei, daß Freuden In lisen 9 in Tod kohen Tostes C. Mel: Fre 2. dem me Eund; Segen, Aund; Hab il Wie die und me Hießen. 2 lön, er Seelen Stüärkung es inl mit enwerk in rieb hast ich Herr, O, so setze eGnaden⸗ durch ein sich an ch v. 1770. neine Seele. m Vater m Sohne, bist und Throne Schwache L mächtig geben sei, Herz auf pel Gottes em meiner it mit mil ge Zweifel t mich er⸗ ig meinen res Wohl⸗ mich, was erd ich mi Pfingsten. 71 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde mein Gemüt ver⸗ suchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darnieder beuge und mein Herz zur Bessrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hilfe nötig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gib, daß ich auf Jesum Christ als auf meinen Mittler schau und auf ihn die sauf bau, Gnad um Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein ge⸗ lassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Überwinden deines Trostes Kraft empfinden! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 120 ott, gib einen milden Regen, denn mein Herz ist dürr wie Sand; Vater, gib vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land; laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durch⸗ gießen. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Vater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Himmelsgaben? 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich, in der Wahrheit fest zu stehen und auf dich im Glauben sehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen; laß mich deinen Tempel sein. Säubere du nur selbst das Haus meines Her⸗ zens; wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön; laß mich wahre Liebe haben und in deiner Gnade stehn. Gib mir einen starlken Mut, heilige mein Fleisch und Blut; lehre mich, vor Gott hintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir er⸗ geben; dir zu Ehren soll mein Sinn dem, was himmlisch ist, nachstreben, bis ich werde kommen hin, da mit Vater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelweisen. Moritz Kramer, 1646—1702. 7⁴ Pfingsten. Mel.: Fröhlich soll mein Herze. 121. Hra Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Schöpfer unsres neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwerk ist wichtig; wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe; rette doch heute noch die verlornen Schafe. Reiß die Welt aus dem Ver⸗ derben, laß sie nicht im Ge— richt der Verstockung sterben. 4. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott ge— fallen. Lehr uns freudig vor Gott treten; sei uns nah und sprich: Ja! wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 6. Hilf uns nach dem Besten streben! Schenk uns Kraft tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen; treib uns an, froh die 7. Sei in Schwachheit unsre Stütze, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, 1713—1780. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz. 12² Ihr Christen, rühmt, erhebt und preiset, erhebet froh mit Herz und Mund, die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich, und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen; er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Ol der Freuden, vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herrschet er nach seinem Leiden und thut uns seine Schätze auf. Sein Geist, in den Aposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm danket als sein Eigentum. 3. Auf, auf, ihr Herzen, auf, ihr Zungen; Verkündigt Gottes hohen Ruhm. Sein Name werde stets besungen von seinem heilgen Eigentum. O daß ein Geist des Lebens wehe und, was nur Odem hat, erfüll, daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Bahn deines Worts zu gehen. Christo schaffen will. 4. S. Pfngsten nicht im bleiben u 0 ist d Hewinn. horen we Geist aut unser Ge Erden u Himmel f 5. Ad armen St Geist Ge uns zu G hheilhafti, ach zünd in unser chaffe, d. was lebt, C Nel.:46 23.I Prih d Au, erfül Hast, di ahaffen! heit unsre el, mach um pun ns nach unsern Freude. 13—1780. uchs Kreuz. n, rühmt, d preiset, herz und die uns 18 macht Er segnet men den Rindschaft fließt in schrebt Sinn. Ol der * er nach hut uns ein Geist schmückt m Ruhm, Dienst nlet als Herzen, erkündigt d. Sein besungen igentun Lebens Oden Welt die Gott in Pfingsten. 73 4. So laßt uns denn die Herz in Liebesbrand, stärk Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischessinn. Ver⸗ bleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu ge⸗ boren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Ach Jesu, schenk uns armen Sündern durch deinen Geist Genad und Kraft, mach uns zu Gottes echten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft; ach zünde deine reine Liebe in unser aller Herzen an und schaffe, daß mit heilgem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Komm, Gott Schöpfer. 123. Komm, heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu, erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du ge⸗ schaffen hast. 2. Der du der Tröster bist genannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzens⸗ salbung, Gnadensonn! 3. Du siebenfaches Gnaden⸗ gut, du Finger Gotts, der Wunder thut, du lösest aller Zungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib uns von fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl, und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. Altkirchlich, nach Karls des Großen „Veni, ereator Spiritus“, gegen 800 n. Chr. Eigene Melodie. *(Domm, heiliger Geist, 124. K— erre Gott! erfüll mit deiner Gaeren Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb ent⸗ zund in ihnnu. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen, das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr denn Jesum mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja. Halleluja! 7⁴4 Pfing 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödig⸗ keit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Halleluja, Halleluja! Dr. M. Luther, 1483-1546. Eigene Melodie. 12⁵* omm, o komm, du Geist de⸗ Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens, sie erfüll uns jeder⸗ zeit; so wird Geist und Licht und Schein in den dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Ver⸗ stand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeig uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann; wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind, stärk uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Not und Drangsal findt; sten. denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? o, so mach uns den Beschluß: sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Werke, Geist, fördre in uns deine wenn des Satans Macht sich weist: schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod und Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott; sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr als des Himmelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Heinr. Held, um 1650, Eigene Melodie. 12 Nun bitten wir den Uheiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er une Ende, we sus diesem barm dich 2. Du ms deinen FNem Chr daß Wir ar treuen Heilt hat zum Herr, erbar 3. Du ms deine ennpfinden daß wir ur ander liebe duf einem etbarm die 4. Du lller Not, jürchten e daß in un⸗ Letzagen, wind das Herr, erba Dr. Aal.: Verd. 127.5 Hllershöus e Rut wir zu aller ich in „ und o wird nd die h nach 5 Hetz mein lange? schluß: zu und d Ruh. Kraft Pfingsten. 75 daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Herr, er⸗ barm dich unser! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht at zum rechten Vaterland. err, erbarm dich unser! 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen ein⸗ ander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Herr, erbarm dich unser! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Herr, erbarm dich unser! Dr. M. Luther, 1483- 1546. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 127* O du allersüßte Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbe⸗ suchet lässet nicht: Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören aller Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausgeschütt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und ver⸗ waltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis' und voll Verstandes, was geheim ist. ist dir kund, zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich inden, wo man rein und lauter ist; fliehst hingegen Schand und Sünden, weil du lauter Klarheit bist. Mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und hell, laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Hirte pfleget, frommes Herzens, sanftes Muts, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts. Ach verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur 76 Pfingsten. nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei, so bin ich genug getröst; laß mich sein dein Eigentum; ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Nur allein, daß du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue. daß mein Gott sich meiner freue. 9. Sei mein Retter, halt mich eben, wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei, so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1607—- 1676. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 190* heilger Geist, 128. O kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns deine edle Balsamkraft empfinden und ur Ritterschaft dadurch ge⸗ särtet werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen fromme Seelen geußt, laß kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daf bunden sei nit Lieber rinnen übe Streit dich Liebe müss und Freudt 7. Gib, d keit wir fül zlit; sei un daß uns fo die Eitelkeit Ind seine t. führe unser ginnen vor wir Himme Mich. Nel.: I 129. loset Blur Dpfer an; Gnaden he „ daß t auch t dein Höre, Hetz , dir Leben. ei mit uns d, die vissen „daß ir und leiden was „ dich deinen edle und 90 5 wir gegnen Udigen eichlich wieder Inglück und dein elstau, Herzen 3 deine Pfingsten. 77 Liebe, daß unser Sinn ver⸗ bunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich da⸗ rinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe! Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heilig⸗ keit wir führen unsre Lebens⸗ zeit; sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Be⸗ ginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer, 1606—1673. Mel.: Jesu, meine Freude. 129* Schmückt das Fest 0 mit Maien, lasset Blumen streuen, zündet Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Gottesfinger, Friedensüber⸗ bringer, Licht auf unserm Pfad, 10 uns Kraft und Lebenssaft, aß uns deine teuren Gaben zur Genüge haben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor; gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor; gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort 95 Ke⸗ und verleih, daß es gedeih, hundert⸗ fältig Früchte bringe und ihm stets gelinge. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut; laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr wie vor diesem ziehen und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz er⸗ wähle dir zum eignen Haus wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum rech: erkennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubens⸗ flügeln und verlaß uns nicht wenn der Tod, die letzte Not mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land 78 bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benj. Schmolck, 1672—1787. Eigene Melodie, oder: Aus meines Herzens Grunde. 130* Zeuch ein zu deinen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleiches Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich Keaht, dir und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du haft mich gut ge⸗ macht; der Tod durchdrang mein Leben, du hast ihn um⸗ gebracht und in der Tauf erstickt als wie in einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist d s heilge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigen⸗ tum, zum Priester und Pro⸗ pheten, zum König, den in Nöten Gottschützt imHeiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein ö é Pfingsten. Singen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freund⸗ lichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feind⸗ schaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd! Laß blühen wie zuvor die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn. 10. Beschirm die Obrig⸗ keiten, bau unsres Fürsten Thron, steh ihm und uns zur Seiten; schmück, als mit einer Krou, die Alten mit Verstand, mit Fröm mit Gottet das Voll II. Erf nit reiner Häuser un Segen fir! bösen Geist schet und w aus unsern 12. Gib Stärke zu den Satan E 101. Dank für daß nun u rühren kar Bohlgfal t, nun Unterlaß, em Ende. 2. Vir beten di amien, ‚0 eigli Auth It dem I uns deimn Wohl une „ 0 es steigt eigt und geholfen kann. heist der n hältst uns im Trostes manches Worten Pf 4 t der Freund⸗ uns Haß Fend⸗ ilst daß ichwieder ie valee selbst in ite Welt I vade ; 0 90 3u Fried verkn üpf was si nd steure det Erd, mune die erd! Laß e Länder rchen, ⁰0 ieg V Trinitatis. mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 11. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die häuser und die Güter mit 05 gen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich wider⸗ setzet und, was dein Herz ergetzet, aus unserm Herzen reißt. 12. Gib Freudigkeit und Stärke zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke 79 uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritt erlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ er⸗ 327 sich. dicht unser gar ö Alzeit nach deinem Sinn t, und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des cogen Lebens Haus. Pca Gerhachu, 1607—1616 1K. Eri Eigene Melodie. 131.* Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade; ein Wohlgefalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, an⸗ beten dich für deine Ehr; wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz unermessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein 229—0 hat bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Chrift, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm nitatis. an die Bitt von unfrer Not: Erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist,* höchstes Gut, du all'rhei samster Tröster, vors T G'walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch Marter groß und bittern Tod, ab⸗ wend all unsern Jamm'r und Not; darauf wir uns verlassen. Nik. Decius, + 154⁴. Mel.: Nun dauket alle Gott. 132. Gelobet sei der Herr, 0— Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augen⸗ blick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr. mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster 80 Sohn, der sich für mich ge⸗ geben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein 10 erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist, 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig! singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 133* Ha Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke. Klinget, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig 5 Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Trinitatis. 2. Halleluja, Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gottes⸗ lamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und 1 mit uns vermählet. Heilig, elig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja, Gott heilger Geist, 1 ewiglich von uns ge⸗ preist, durch den wir neu ge⸗ boren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeit⸗ tag erkoren. Heil uns! Heil uns! da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna! 4. Halleluja, Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmel Schar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klin⸗ get, singet: Heilig, heilig, hoch und herrlich, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Barth. Crasselius(2), 1677—1724. Eigene Melodie. 1 ir glauben all 134. Wẽé an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns all⸗ zeit ernähren, Leib und Seel 2. wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll u sorget für wacht; Hes Nacht. 2. Wir Nüum Chr Ind unsenn bei dem V Gott von 9 von Maria ist ein wahr durch den Glauben; f worn verlor Nel.: Val 135. 8 Frommen S umnaneht unes Ge Hedier na 10 großen Dn anden o f dahin du di den Verhe annst noc i8, Ehr Gottes⸗ wir sind it seinem eprenget mit uns ig ist di ieinschaff, darinnen t heilger uns ge⸗ neu ge⸗ Glauben räutigam Hochzeit⸗ 81 Heil „ da ist Wund ein „ Treis Oott je d seinem immt an char und erdar mit en! Klin⸗ elig hoch ist Gott, Zebaoth! 11⁷²4• Kleine Feste. Leid soll uns widerfahren; er sorget für uns, hüt und Mant es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren, am Kreuz ge⸗ 81 storben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hie all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit: uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. M. Luther, 1483—-1546. X. Kleine Feste. a. Darstellung Jesu im Tempel. Mel.: Valet will ich dir geben. 25 err Jesu, Licht 135. 8 der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freuden durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und suchen mit Begier nach Simeons Exempel dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns ge⸗ funden, o Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort, ver⸗ gönnft noch heutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zagheit Glut und Feuer, in Not ein Freudenstrahl, in Krankheit ein Befreier, ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns ge⸗ lingen, daß einst wie Simeon ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt, nach⸗ dem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt. 5. Da, ja, ich hab im Glauben, mein Jesu, dich ge⸗ schaut; kein Feind kann dich mir rauben, wie heftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar die Deinen oft fremd und strafend an, so daß vor Angst und 6 82 Weinen ich dich nicht sehen kann; dort aber wirds ge⸗ schehen, daß ich von Angesicht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Joh. Franck, 1618—1677. Eigene Melodie. 136 M it Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille; wie Gott mir ver⸗ heißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. ö 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Kleine Feste. Heiland, den du mich, Herr, hast sehen lan und g'macht bekannt, daß er sei das Leben und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vor⸗ gestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu r'leuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks JIsrael Preis, Ehre, Freud und Wonne, Dr. Martin Luther, 1483— 1546. b. Johannistag. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 137. Trööstet tröstet meine Lieben, tröstet mein Volk! spricht mein Gott. Tröstet, die sich jetzt betrüben über Feindes Hohn und Spott! Weil Jerusalem wohl dran, redet sie gar freundlich an, denn ihr Leiden hat ein Ende, ihre Ritterschaft ich wende. 2. Ich vergab all ihre Sünden, ich tilg ihre Misse⸗ that, ich will nicht mehr sehn noch finden, was die Straf erwecket hat; sie hat ja zwie⸗ fältig Leid schon empfangen, ihre Freud soll sich täglich neu vermehren und ihr Leid in Freud verkehren. 3. Eine Stimme läßt sich hören in der Wüste weit und breit, alle Menschen zu belehren: Macht dem Herrn den Weg bereit, machet Gott ein ebne Bahn! alle Welt soll heben an, alle Thale zu erhöhen, daß die Berge niedrig stehen. 4. Ungleich soll nun eben werden, und, was höckricht, gleich und schlecht, alle Menschen hier auf Erden sollen leben schlecht und recht; denn der Herr der Herrlichkeit, der erscheint zur rechten Zeit, macht, daß alles Feisch kann sehen, wie, was Gott spricht, muß geschehen. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: OL 138. send Eng Hebote s großer X Hinmelsg soll deinet 2. Die Hronen, wohnen, Wacht. 6 sichte im Lichte, de nich in a 3. 0 dankbarer Wunderst Rechte fü die mich h 4. Laß vor aller diee Hin auf meine mir unter kei von 9, Herr, gmacht 8 Leben Sterben. llen vor⸗ naden, zu tze Wet ein teuer lem Ort heil und Heiden, 0 nnen läßt sich weit und belehren den Weg ein ebne oll heben 4 öhen, stehen. ö. 110 höctli 2 0 Kleine Feste. 83 C. Michaelistag. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 138 Du Herr der Sera⸗ 2 phinen, dem tau⸗ send Engel dienen und zu Gebote Won du wunder⸗ großer Meister der reinen Himmelsgeister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu Her Wacht. Sie sehn dein Ange⸗ sichte im höchst vollkommnen Lichte, doch nehmen sie auch mich in acht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, die mich beschirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligleit. Wie sie die Kinder lieben und wahre Demut üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen; den laß auch mich erfüllen. Sie leben keusch und rein; o laß mich nichts be⸗ flecken, auch wenn mich Schatten decken, stets diese reinen Geister scheun. 7. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein. Da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Benj. Schmolch, 1672—- 1737. Mel.: 1318 Jesum laß ich nicht. 139. Den du hast in einemReich große 2——5— Engel. Diesen bin ich noch nicht gleich; denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd ich auch so rein als die guten Engel sein? 2. Mich beschweret Fleisch und Blut; hilf du, daß ich geistlich werde; gib mir einen Engelmut, der sich trenne von der Erde, daß ich als dein liebes Kind allzeit himmlisch sei gesinnt. 3. Mache mir dein Wort bekannt durch des heilgen Beistes Gabe, daß ich Weis⸗ heit und Verstand wie ein Engel Gottes habe, bis wir einst in jenem Licht völlig sehn dein Angesicht. 4. Auch dein Wille soll ge⸗ schehn in dem Himmel und auf Erden; darum laß uns dahin sehn, daß wir dir ge⸗ horsam werden, und verleih, daß ich dabei aller Engel Mitknecht sei. 83* 8⁴ Bitte und Trost der Kirche. 5. Unser Welt ist voll Gefahr, voll Gefahr ist unser Leben. Sende deiner Engel Schar, daß sie schützend uns umgeben, und da, wo wir schlafen ein, laß sie unsre Wächter sein. C. Lieder von der 6. Mach es wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben, und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, heiß die Engel mich zur Ruh tragen nach dem Himmel zu. Kaspar Neumann, 1648—1715. christlichen Kirche. J. Bitte und Trost der Kirche. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 140.* Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser letzt betrübten Zeit verleih uns, Herr, Be⸗ ständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein b'halten bis an unser End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar sicher, träg und kalt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an jedem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd ist keine Ruh, viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsres Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Gib, daß wir lebn in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir im deinen Himmelssaal. Nik. Selnecker, 1532- 1592. Mel.: Chr 141. Hem Jes hinfort ni Feindes L 2. Ach Borte bei daß uns! sei Güt u 3. Ach Glanze b Licht, dein schanze, d 4. Ac Segen be Herr, de Vernögen vermehr. 5. Ac Schutze, Held, daß utze, no⸗ 6. Ac Treue bei Gott, B hiff uns Josua 142. ein und l Lazaro esterben, o möge en, heiß h tragen 8—171. che. C. geht gar Erd ist kten und uf einen . Geistern tGwalt gen stets füschen nd Ehr, ht unser harum so e sich au st unsres Bitte und Trost der Kirche. 85 Mel.: Christus der ist mein Leben. 141.* Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht, dein Wahrheit uns um⸗ schanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze, bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, 1588—1632. Pf. 12. Eigene Melodie. 142. Ach Gott, vom Himmel sieh dar— ein und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen! Dein Wort man läßt nicht haben wahr; der Glaub ist auch Geutnder gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung stolz offenbar spricht:„Trotz! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern?“ 4. Darum spricht Gott:„Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen.“ 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es wills durchs Rreuz bewähret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen G'schlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther, 1433— 1546. 86 Bitte und Trost der Kirche. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Vhriste, du Beistand 143. C deiner Kreuzge— meine, eile, mit Hilf und Rettung uns erscheine! Steure den Feinden; ihre Blutgerichte mache zu nichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre. Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben dich, o du Wächter deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matth. Apelles v. Löwenstern, 1594— 1648. Mel.: Christus der ist mein Leben. SDie Gnade sei mit 144. D allen, die Gnade unsers Herrn, des Herrn, dem wir hier wallen und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns gar kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, man traut ihr ohne Reu, und wenn uns je will grauen, so bleibt der Herr doch treu. 4. Wird stets der Jammer größer, so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöfer, du kommst; so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, muß Gnade mit uns sein; denn sie flößt zu den Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt, der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden die größten Thaten thut. 8. Herr, laß es dir gefallen! Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, die Gnade sei mit mir! Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie. AR* Ein feste Burg ist 14⁵. E unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit är uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gur versch wir uns n ms docheg diaser Wel stellt, thut das macht, Wörtlein k 4. Das lassen stah dazu haber wohl auf d Geist und den Leib, und Weib sie habens Rech muf Dr. Mel.: V. 146. der letzten Reich, U. chrstenhe Mauben, sern stral Vort nic dummerth chrnn lwissend dich bishe We do sih diht Erlöfer, doch! erliegen 18 sein; Siegen ein. nichts nan um herr hat alles ist rwunden les Blut, Stunden hut. gefallen! sir: Die ie Gnade 99—1769. Burg ist Hott, ein ffen; er ler Not, hettoffen. mit Ernst 6 Nacht graufam dit nich Nacht ist sind gan streit für um, den Er heißt ů Zebaoth ott, das en. Welt vol pollt uns Bitte und Trost der Kirche. gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Dr. M. Luther, 1483- 1546. Mel.: Valet will ich dir geben. 5rhalt uns deine 146. E Lehre, Herr, zu der letzten Zeit, erhalt dein Reich, vermehre dein edle Christenheit, erhalt standhaften Glauben, der Hoffnung Leit⸗ stern strahl! Laß uns dein Wort nicht rauben in diesem Jammerthal. 2. Erhalt dein Ehr und wehre dem, der dir widerspricht; erleucht, Herr, und bekehre, allwissend ewig Licht, was dich bisher nicht kennet; ent⸗ decke doch der Welt, der du dich Licht genennet, was ewig dir gefällt. 3. Erhalt, Herr, deine Schafe, der grimme Wolf kommt an; erweck aus ihrem Schlafe, die niemand retten kann als du, o großer Hirte; leit uns auf gute Weid, treib, 8²⁷ nähr, erfreu, bewirte uns in der wüsten Heid. 4 Erhalt uns, Herr, dein Erbe, dein wertes Heiligtum, zerreiß, zernicht, verderbe, was wider deinen Ruhm; laß dein Gesetz uns führen, gönn uns dein Himmelbrot, laß deinen Schmuck uns zieren, heil uns durch deinen Tod. 5. Erhalt und laß uns hören dein Wort, das selig macht, den Spiegel deiner Ehren, das Licht in dieser Nacht, daß dieser Brunn uns tränke, dein Himmelstau uns netz, uns deine Richtschnur lenke, dein Honigseim ergetz. 6. Erhalt in Sturm und Wellen dein Häuflein, laß doch nicht uns Wind und Wetter fällen, steur selbst dein Schiff und richt den Lauf, daß wir nicht weichen vom Ziel der Seligkeit, des Hafens Ruh erreichen in selger Ewigkeit. Adam Gretgen, + 1660. Eigene Melodie. ö*(Erhalt uns, Herr, 147. Etei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gib deim 88 Bitte und Trost der Kirche. Volk einen Sinn auf Erd; steh bei uns in der lehten Not, g'leit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. M. Luther, 1488- 1546. Ps. 67. Eigene Melodie. 148 Es wolle. uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott be⸗ kehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohlgeraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Chre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. M. Luther, 1488— 1546. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 149. Herr. unser Gott, laß nicht zu schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen! 2. Mache zu schanden alle, die dich hassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs er⸗ barmen; 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde, sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, ver⸗ gebens ists, auf Menschenhilfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten und das bedrängte kleineHäuflein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: O Jesu meines Lebens 150. O esu Christe, Wühre⸗ Licht, er⸗ leuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erf Gnadensch. derführet heimlich 1 hrem Sint 3. Und aufen hat du mit Gr wundt Ger am Himme 4. Den Oehör, di den lehr wollen frei Glube se 5. Erl⸗ herblendt, von uns die zerstre die im 3 6. So ünleich 6 Hinmelrei dort evigl hreisen dit Ioh. Mal: Senl vas haft du ser Gott, nicht zu „so in schwerden auf deine ir rufen! den alle, ich allein sen. Ach aden zu hichs er⸗ Beistand wenn du erden sie sen Behr gen, kein niemand, len, ver⸗ schenhilfe wollen lämpfen, held, der und das ein retten. iirschrein Hafer 95—1⁰• nes Lebens Christ, Liht, u⸗ ien nicht lig werd. Bitte und Trost der Kirche. 89 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrtum verführet sein, auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst ver⸗ laufen hat von' dir, das suche du mit Gnad, und sein ver⸗ wundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, 1585—- 1647. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. 151. Schütze die Deinen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Mut und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben. Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beherrscher deiner schwachen Herde, Himmel und Erde! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. * erzage nicht, du 1⁵². V Hänflein klen, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang: es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort und was dem thut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott, den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg, 1 1640. Gustav Adolfs Feldlied vor der Schlacht bei Lützen 1632. 90 Bitte und Trost der Kirche. Ps. 124. Mel.: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. 153 Wür Gott nicht mit —— uns diese Zeit, so soll Israel sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir müßten gar verzagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn; wo Gott hätt das zugeben, verschlungen hätten sie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn, als die ein Flut ersäuft und über die groß Wasser läuft, und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen. Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unsre Seel entgangen. Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. M. Luther, 1483-1546. Eigene Melodie. 154 Wo Gott der Herr nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben, und er nicht unsrer Sach zufällt im Himmel hoch dort oben, wo er Israels Schutz nicht ist und selber bricht der Feinde List, so ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, soll uns billig nicht schrecken, er sitzet an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rat aufdecken. Wenn sies aufs klügste greifen an, so geht doch Gott ein andre Bahn; es steht in seinen Händen. 3. Sie wüten fast und fahren her und thun gar hoch vermessen; zu würgen steht all ihr Begehr, Gotts ist bei ihn'n vergessen. Wie Meereswellen einhergehn, nach Leib und Leben sie uns stehn; des wird sich Gott erbarmen. 4. Sie stellen uns wie Ketzern nach, nach unserm Blut sie trachten, noch rühmen sie l0 Christen hoch, die Gott allem groß achten. Ach Gott, der teure Name dein muß ihrer Schalkheit Deckel sein; du wirst einmal aufwachen. 5. Aufsperren sie den Rachen weit und wollen uns ver⸗ schlingen; Lob und Dank sei Gott allezeit, es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihr'n Strick zerreißen sehr und stürzen ihre falsche Lehr; sie werdens Gott nicht wehren. 6. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, die gänzlich sind verlassen. Die Gnadenthür steht nimmer zu, Vernunft kann das nicht fassen, sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neugeborn, die deiner Hilfe warten. 7. Die Feind sind all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken, ihr Anschlag ist dir nohlbekam wir nicht Uider den Künftge w da du Wir 8. Der Erden dein gegtündet! Lichtes Se werd entzü des Glaub an End Vet laß Juf Nel.: 3 511. 155. it nochl nicht vor hat einen l straft, dies ist se Zion, le warum wänlen? 2. Tre wellen in Oee, wol t an der ird ihrn nn sies so geht e Bahn; inden. ast und gar hoch steht all bei ihnin Heswellen eib und des wird ms wie am Blut hmen sie die Gott Ich Gott, ein muß Kel sein; vachen. nRachen ins vel⸗ Dank sei ird ihn n pird ihrn nostürzen werdens wie reich Hlich sid nadenthit Vernunft sen, si un all⸗ a Kreuz e deiner d all in ů all iht Bitte und Trost der Kirche. wohlbekannt, hilf nur, daß wir nicht wanken; Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künftge will sie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und die Erden dein hast du, Herr Gott, Lahte Ee Laß leuchten deines ichtes Schein, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, hilf bis ans End beständig sein. Die Welt laß immer murren. Justus Jonas, 1493—-1555. Mel.: Zion klagt mit Angst. 155 ion, gib dich nur 155. 3 zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, du bist nicht von ihm geschieden; er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch; dies ist sein beliebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meeres⸗ wellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zer⸗ schellen, muß du rufen ach und weh, schweigt dein Heiland, still dazu, gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt des⸗ gleichen möchte gar auch unter⸗ Rot dennoch hat es keine ot in dem Leben und im 91 Tod; Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen deine schönsten Perlen sein, dringt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein, muß dein Purpur sein das Blut und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, du kannst deinem Gott ver⸗ trauen. 5. Droht man dir mit Schmach und Banden, mit dem Tod und Herzeleid; ei du wirst doch nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit. Sei nur fröhlich, wohlgemut; denn der Herr ists, der es thut; Zion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun kommt das Ende und der Abend schon herbei; gib 5 nur in Gottes Hände, der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; drum so laßt die Welt nur machen. 7. O ihr Engel, Himmels⸗ erben, freuet euch mit Zion ier; denn die jetzt hat wollen merbmn, soll nun leben für und für und sich freuen ohne Zahl in dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, nach 1674. 92 Ausbreitung Eigene Melodie. 156 3 klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er sich erwählet hat: Ach, spricht sie, wie hat mein Gott mich verlassen in der Not und läßt mich so harte pressen, meiner hat er ganz vergessen! 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand jederzeit, der läßt sich ver⸗ gebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für so gar grausam zürnen mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar bist du jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein, wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? der Kirche. 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe kann verschwinden, so bleib ich doch, wer ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier; du hast mir mein Herz besessen, deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern muß ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen, du liegst mir auf meinem Schoß wie die Kind⸗ lein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, keine Not, Gefahr und Streit, ja der Satan selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allen Leiden! Joh. Heermann, 1585—-1647. II. Ausbreitung der Kirche. Mel.: Valet will ich dir geben. 157 Der du in Todes 1 nächten erkämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du den Feind bezwungen, den Himmel auf⸗ gethan, dir stimmen unsre Zungen ein Halleluja! an. 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein, bis die von Süd und Norden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen, noch gehn die Boten aus, um mit dem 9 fillen dir ein Preis ein Weg zustteun de Land und 4. So dir aus de iele selig zum Abend die hohen dein Volk nicht Zag dein Feuer . Ml.: Herhh 158. ärmsten Cherubine Hesellt, de Stolze ver als du an shntest ih 2 Dami gugst du nahmst au und baute von Weste hon More Haste nun Abendnah 3. J lede dn schst du; Vllers uchts ve heßen un entsi hre W u gleich solchen iebe kann ich doch, e Treue du meine ein Herz ich nicht N Satan ichts als , hier in ih dih mag es ch muß Mauern dich fort stets vor mir auf ie Kind⸗ meine 56. Dich eit, beine treit, In scheiden. Leiden! Ausbreitung der Kirche. mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, hinaus⸗ zustreun dein Feuer weit über Land und Meer. 4. So sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl. Schleuß auf die hohen Pforten, es strömt dein Volk heran; wo noch nicht Tag geworden, da zünd dein Feuer an! Ch. G. Barth, 1799—-1862. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 158 Der du zum Heil er⸗ schienen der aller⸗ ärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze ver⸗ söhntest ihre Schuld: 2 Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen é 93 4. Drum kann nicht Friede werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priester⸗ schild, am Borne sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Teufeln fröhnet und vor den Götzen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 7. Wir rufen, du wirst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zer⸗ brochen, wie viele sinds noch nicht! O du, ders uns ver⸗ sprochen, werd aller Heiden Licht! Albert Knapp, 1798-1864. Eigene Melodie. 0 Fine Herde und ein 159. E Hirt! wie wird dann dir sein, o Erde, wenn nichts verkündigt, kein Heil sein Tag erscheinen wird! verheißen war, die bringen Freue dich, du kleine Herde, nun entsündigt dir Preis und mach dich auf und werde licht! Jesus hält, was er verspricht. Ehre dar. 9⁴ Ausbreitung der Kirche. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlich⸗ keit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden, blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder; verbirg 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgen⸗ rotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle, ihn um⸗ leuchtet Morgenlicht; Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf⸗ gethan; rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundes⸗ engel Bahn; großer Tag des Herrn erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herr⸗ lichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf, es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Fr. Ad. Krummacher, 1767—1845. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 160 Einer ists, an dem 2 wir hangen, der für uns in den Tod gegangen uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn Armut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehren⸗ könig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Zeugen aus! Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Milli⸗ onen, die noch im Todes⸗ schatten wohnen, von deinem Himmelreiche fern. Seit Jahr⸗ tausenden ist ihnen kein Evan⸗ gelium erschienen, kein gnaden⸗ reicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, geh auf, denn es Herr Iq und mach deine Thi 5. Deir den, die erfunden, das für u den Seele dein Krer bis es dut Denn krä es richtet Ind Seeld dein Geis steht dein 6. Hei Dinge b geringe. Herr, vo für uns deinen A Mraft ve Senflorn, endlich ol Baume, ein Hüte 21— nem Blut. ö Herzen cann der ler Liebe mm uns e dir zum verbirg nlicht von sicht. ben dich ast unsre deinem nsre Kraft tig, und etüchtig, e Stärle m eignen t Gewinn zer in sich „dir nach ren deine „Ehren⸗ groß, der Ausbreitung denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, zeuch uns voran und mach uns Bahn; gib deine Thüren aufgethan. 5. Deine Liebe, deine Wun⸗ den, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist Den Wort, es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten, auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 161 König Jesu, streite, 5 siege, daß alles bald dir unterliege, was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, laß wehen deinen Lebensodem durchs ganze weite Totenfeld Erhöre unser Flehn und laß es bald geschehn! Amen, Amen! So rühmen wir und 1798—1864. der Kirche. 9⁵ jauchzen dir ein Halleluja! für und für. Albert Knapp, 17983—-1864. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 162 Licht, das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hinweg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz thut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, laufe deinen Heldenpfad; strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat; o erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord. 4. Und erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen. Vor den Stolzen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsers Fußes Leuchte sein. Rudolf Ewald Stier, 1600—16862. Mel.: Errett mich, o mein lieber Herre. 163. O daß doch bald dein Feuer brennte, du unaussprechlich Liebender, N und 96 Ausbreitung der Kirche. bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und err 2. Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort in Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches kalte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd und Höllenschmerz. 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe und sondern ab, was unrein ist, und mehren jener Flamme Triebe, die nur auf dich gerichtet ist. 5. Erwecke, läutre und ver⸗ eine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer strömt nicht vergebens; ach zünd in unsern Herzen auch! 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. 9. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubel⸗ harmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. J. L. Fricker, 4 1766. Mel.: Dir, dir Jehovah, will ich singen. * ach auf, du Geist 164. Wé der ersten Zeu⸗ gen, die auf der Maur als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß dein Feur doch bald entbrennte, o möcht es doch in alle Lande gehn; ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein! die Ernt ist groß, da wenig Knechte sein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum an⸗ zuflehn! Drum hör, o Herr, und sprich: Es ol geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein, laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach Zion lime 0 Wie dei dein Volke nähme! O hald vor iß, o l Hald entzw. ur Hilf u 6. Achl cchnelle lau ohn dessen Ich führe Haufen de le Thore auch Iörae segne deine +Wĩ—H— Stege, ur i Laufe dum, ack Bege; ve saschen& rac uns Metling f Schul ein 1 Laß Schule di Huten Gei du nur 0 III. Md. Wie 166. Hib deine „die auf i vor den hin. „1 U6s. llichsingen. f.du Geist sten Zeu⸗ Naur als die Tag schweigen m Feind n Schall chdringt haren zu jeur doch möcht es gehn ach ine Ernte in treuer Herr der reinl die wenig it ja mit e Bitt in O siehe, ich deiner bewegt, erum an⸗ o Hen geschehn Gort mit e in der ein, laß derfahren 1 Reich O breite enkreis u deines Kirchweih und Einführung ꝛc. 2 5. Ach daß die Hilf e Zion käme! daß den Geis,— Rdaß Ee—5 2— so wie dein Wort v icht, d. dr dein Volk aus dem Gemam 400 rri heren urnd mnreen nühmen Dwurd es deih wr— wien mucht, daß bald vor Abend licht! Hiohtete daien von wr rein, o Herr, den Sinnei mer 4.—1 160 Asch 55 bta bald entzwei und komm herab D n u, als der Brunnquell u dunnquell aller .nnüin. n en 6. in Wort recht inn, Ihn düsenn es sei ken Ort 265 4.— Ghardnnein ohn dessen nz und Schein! kann; drum bitt ich, Herr, o Ach führe bald dadunch wi nimm mein Dutteniamit Haufen der Heiden Füll in K. H. v. Bogatzty, 1690—1774. alle Thore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also Mel.: Wachet auf, ruft uns die segne deines Wortes Lauf! Stimme. 7. O bessre Zions wü Zieht in Fri Stege,—.———.1 dein Wort 165. 3 Psabe Wit mn hindern kann, das nin des großen Gottes Gnade Wern ach räum aus jedem und seiner heilgen Engel Wege; vertilg, o Herr, den Wacht! Wenn euch Jesu n 1. öi d 986 Sa———— 90 unter ö on jedem in un türmen S frei, daß Kirch und Nach und froh bei Tag und Schul ein Garten Gottes sei. 94 790— wohl, lebt wohl 8. Lat fede hof ö im Herrn! Er sei euch nimmer Eale die Wothtatt vimer mus miaht in nen Süh und guten Geistes sein, ja sitz 1928 üihr un t tei 1 und n ihr su in Angesicht du nur auf dem Stuhle und G. F. 0 a III. Kirchweih und Einführung von Pfarreyn. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgen⸗an diesem heilgen Orte! Wie stern. lieblich ist die Stätte hi 9K ist die Stätte hier! 90 05 ter! 166. Goti Vater aller Die Herzen wallen auf zu . 5— Dinge Grund, dir; hier ist des Himmels gib deinen Vaternamen kund Pforte. Wohne, throne hier 98 Kirchweih und Einführung ꝛce. bei Sündern als bei Kindern voller Klarheit; heilge uns in deiner Wahrheit. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dies Gotteshaus ist dir geweiht, o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen und Dankeslieder Friedenshallen. Einheit, Rein⸗ heit gib den Herzen; Angst und Schmerzen tilg in Gnaden und nimm von uns allen Schaden. 3. Gott heilger Geist, du wertes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß erleuchtet werden! Gieß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus, mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben; hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott! Lob, Dank und Preis sei dir vom Kinde bis zum Greis für dies dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auferbaut, dir ists geheiligt und vertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten, Herr, wir bitten: Stell uns droben in den Tempel, dich zu loben! Albert Knapp, 1798—-1864. Mel.: Herzliebster Jesu, was hast du. 167 O Herr, vor dem 32. sich Erd Himmel beuget, du Gottes⸗ sohn, von Ewigkeit gezeuget, wir und bleibet bei blick auf der Deinen Flehn huldreich hernieder. 2. Dies Haus, o Herr, ist deinem Dienst geweihet; hier schmecken deine Gläubgen hoch⸗ erfreuet das Blut, den Leib, den du zu unserm Leben da⸗ hingegeben. 3. Hier wird in deinem heilgen Wasserbade die Schuld getilgt, geheilt der Seelenschade; hier weihen wir, o Todesüber⸗ winder, dir unsre Kinder. 4. Hier finden Kranke Hei⸗ lung, Kraft die Müden, die Blinden Licht, die Sünder Seelenfrieden; hier atmen freier bei des Lebens Schmerzen die wunden Herzen. 5. Des Ewgen Vorhof ist an diesem Orte, das Heilig⸗ tum des Herrn, des Himmels Pforte, stets offen allen, die dem ewgen Leben entgegen⸗ streben. 6. Mag bei der Stürme Wüten alles zittern, die Kirche steht ein Fels in Ungewittern der Hölle wildstem Trutze in Christi Schutze. und 7. Drum freun wir uns der heilgen Tempelweihe und bitten: Herr, Allgütiger, ver⸗ leihe, daß uns geleite dein mildreicher Segen auf allen Wegen! 8. Nichts raube uns des Herzens fromme Freude, oft kehre dieser Tag zurück, oft Weide dein m den hier uns 9. Lob did, o Vat dir Tröste Ins, dein Cwigkeiten Ral: Berd + 108. vir unse wohlanfar gib uns Stärk. Hunst ist en Flehn huldreich Herr, ist het; hier gen hoch⸗ den Leib, Leben da⸗ n deinem ie Schuld lenschade; odesüber⸗ inder. anke Hei⸗ iden, die Sünder atmen achmetzen — = Hel Himmels llen, die entgegen⸗ Stürme die Kicche gewittern er Hölle Christi wir uns rihe und iger, ver⸗ x I. eite dem uf allen uns des eude, d müc, M Kirchweih und Einführung ꝛc. weide dein Volk, o Herr, sich an den Himmelsgaben, die hier uns laben. 9. Lob und Anbetung töne dir, o Vater, dir Gottes Sohn, dir Tröster und Bergter! Lehr uns, dein Volk, durch alle Ewigkeiten dein Lob ausbreiten. Alte Kirche. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 168 Hil uns, Herr, in 0 allen Dingen, daß wir unser Amt und Werk wohl anfangen und vollbringen, gib uns Weisheit, Kraft und Stärk. Ohne deine Hilf und Gunst ist all unser Werk um⸗ sonst; hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl⸗ gelingen. 2. Hilf uns, Herr, an allen Orten, wo wir dein bedürftig sein; brich der Hölle Macht und Pforten und gib deinem Häufelein, deiner armen Chri⸗ stenheit, Liebe, Fried und Einigkeit. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, aller Trübsal und Ge⸗ fahr; laß uns keine Drangsal töten, nimm doch unser also wahr, daß Kreuz, Elend und Verdruß uns zum Besten dienen muß. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohl⸗ gelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Leide in der letzten Todesnot, laß uns fahren hin mit Freude 99 und durch deinen bittern Tod kommen in das Paradeis, uns zur Freude, dir zum Preis. Hilf uns, Herr, in allen Dingen und laß alles wohlgelingen. 5. Hilf uns, Herr, in letzten Zügen, hilf nach unfrer Zuver⸗ sicht, laß uns ritterlich obsiegen und zu schanden werden nicht. O Herr Jesu, deine Hand leist uns Hilfe und Beistand, daß wir nach vollbrachtem Ringen Lob und Dank dir ewig singen. Martin Rinckart, 1586—1649. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 169 O Jesu, Herr der Dei Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Herde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werde! Von dir sind wir auch erwählet, zuge⸗ zählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen, und die voll Eifer, Geist und Kraft,‚ voll Glaube, Liebe, Wissenschaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt. Herr, segne seine Werke! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr 100 Wort Gottes. und Leben zu erbaun, gib dir entgegen führen. Du haft Weisheit ihm und Stärke. Lehr die Seelen all gezählt, du ihn, hilf ihm thun und leiden, willst es nicht, daß eine fehlt, dulden, streiten, beten, wachen,‚ laß keine ihn verlieren. Jesu, selig sich und uns zu machen. hilf du, reich die Hände, daß 4. Herr, deinen Geist laß auf am Ende Hirt und Herde treu ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit von dir erfunden werde. Freuden thun, nichts sei, das ihn 6. Sei uns gesegnet, Knecht betrübe. Wenn er uns deine des Herrn, du kommst im Namen Wahrheit lehrt, gib uns ein unsers Herrn, in Jesu Christi Herz, das folgsam hört, ein Namen. O Hirte, nimm uns bei Herz voll treuer Liebe. Lehrer, der Hand, führ uns zum ewgen Hörer laß in Freundschaft und Vaterland. Gott mit dir, Amen, Gemeinschaft feste stehen und Amen! Mit dir gehn wir durch den Weg zum Himmel gehen. die Leiden dieser Zeiten zu dem 5. Wenn einst dein großer Leben, das uns unser Gott will Tag erscheint, laß unsern geben. Lehrer, unsern Freund uns I. D. K. Bickel, 1737—1809. D. Lieder von den Gnadenmitteln. JI. Wort Gottes. Mel.: Was Gott thut, das ist der Sünde Macht zerscheitern wohlgethan. und alle Herzen läutern! 170 Dein Wort, o Herr 3. Dein Wort ist uns der ist milder Tau Wunderstern für unsre Pilger⸗ für trostbedürftge Seelen; laß reise; es führt auch Thoren keiner Pflanze deiner Au den hin zum Herrn und macht die Himmelsbalsam fehlen; erquickt Einfalt weise. Dein Himmels⸗ durch ihn laß jede blühn und licht verlösch uns nicht und in der Zukunft Tagen dir leucht in jede Seele, daß Frucht und Samen tragen. keine dich verfehle. 2. Dein Wort ist, Herr, ein 4. Ich suchte Trost und fand Flammenschwert, ein Keil, der ihn nicht; da ward das Wort Felsen spaltet, ein Feuer, das der Gnade mein Labsal, meine im Herzen zehrt und Mark und Zuversicht, die Fackel meiner Bein durchschaltet. O, laß Pfade. Sie zeigte mir den dein Wort noch fort und fort Weg zu dir und leuchtet meinen Schritte Hütten. 2 N. festem S Horte; anders Lebensw dein:„K das rief ein Wor 6. A Segensb N und mir aus mie von immerfot in alle Lehren, Lebensn zu hörer von Mer Durst z Rich Nel.: oll mei Wandle d im Schauer 2 loß mm Du hast ählt, du ine fehlt, n. JIesu, inde, daß erde treu de. 1, Knecht mNamen Christi muns bei im ewgen ir, Amen, wir durch n zu dem Bott will 37—1809. e Pilger⸗ Thoten nacht die immels⸗ icht und le, daß und fand Wort Il, meine meiner mir den meinen Wort Gottes. Schritten bis zu den ewgen 2 sie verstünd ich nie, wie ich Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte; wo wendet' ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein:„Komm, du bist mein!“ das rief mir nicht vergebens, ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es mir aus Geist und Mund und nie von unserm Samen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lahene den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören; und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. K. B. Garve, 1763—-1841. Mel.: Ach Gott und Herr. 171 ott ist mein Wort und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken: laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wo⸗ fern mich nicht dein Wort die 101 Wahrheit lehrte? Gott, ohne dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichleit und Leben; zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ewgen Rat, die Missethat der Sünder zu ver⸗ sühnen, den kennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du ver⸗ zeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du hasts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. 172„ dein Wort, 2 die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Hallelujal Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich 10² sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria that. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 17⁰00—1760. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 173 Teures Wort aus 5 9 Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, dich allein hab ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt, in dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben, welcher nach dem Himmel schmeckt, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch gedeckt, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Du, mein Paradies auf Erden, schließ mich stets im Glauben ein; laß mich täglich klüger werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 4. Geist der Gnade, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 5. Lasse mich in diesen Schranken sonder eitle Sorgen Wort Gottes. sein. Schließe mich mit dem Gedanken in ein stilles Wesen ein, daß die Welt mich gar nicht stört, wenn mein Herz dich reden hört. 6. Gib dem Samkorn einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker, und was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 7. Was ich lese, laß mich merken, was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern Lh daß auch dabei ihm das eben ähnlich sei. 8. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richt⸗ schnur gehn. Was ich hier zu Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und That in den größten Nöten hat. 9. Laß dein Wort mir einen Spiegel in der Folge Jesu sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benj. Schmolck, 1672— 1787. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 174. Wir Menschen sind u dem, o Gott. was lin. ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissens und verstehens I nicht, w Vort un dir nicht 2. Dr auggesant gochte, wohlbekar und Rech dein liebe von des g tommen, 3. Fü Her, gep herbleiben heilgen Vorte g nehmen nut, Eh als Gott 4. O Spötter mit dem es Wesen mich gar nein Herʒ dborn einen icht nicht e mir die was hier t, präge laß den laß mich gest, laß ein Wort „laß es sondern ihm das lle meine ser Richt⸗ ih bir müsse wie daß mein md That en hat. Wort min der Folge drauf em den Schab ich fest in ich dort 1672-11⁷⁷7• an der 10 en sin 00 untüchtih und Gebot d wichtih verstehen⸗ Wort nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten auggesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, laß uns dabei verbleiben und gib uns deinen heilgen Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb an⸗ nehmen jederzeit mit Sanft⸗ mut, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Ge⸗ spött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Offn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß 6• aub, wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort vom Teufel hin⸗ genommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Gottes. Wurzel nicht bekommen; der Same, so in Dornen fällt, 103 von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich dem guten, fruchtbarn Lande und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande; viel Früchte bringen in Geduld, bewahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir leben hier, den Weg der Sünder meiden; gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden; rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Welt⸗ sorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen, erhalt es bei uns lar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. O heilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Lieb, Geduld und Hoffnung. David Denicke, 1608- 1680. Mel.: Jesu, meine Freude. Noort des höchsten 17⁵. W Mundes, Engel meines Bundes, Jesu, unser Ruhm! Bald, da wir gefallen, 104 ließestduerschallen Evangelium: eine Kraft, die Glauben schafft, eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen fest bestimmet hat, was der Opfer Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rat; was die Schrift verspricht, das trifft alles ein in deinem Namen und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet, Jesu Gnade wendet allen Zorn und Schuld. Jesus ist gestorben, Jesus hat erworben alle Gnad und Huld. Auch ist dies für⸗ wahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre; o erwünschte Lehre! 4. Uns in Sünden Toten machen Jesu Boten dieses Leben kund, lieblich sind die Füße und die Lehren süße, teuer ist der Bund. Aller Welt wird nun vermeldt durch der guten Taufe. Botschaft Lehre, daß man sich bekehre. 5. Kommt, zerknirschte Herzen, die in bittern Schmerzen das Gesetz zerschlug, kommt, zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Blut stärkt euren Mut. Gott ist hier, der euch geliebet und die Schuld vergibet. 6. Dieser Grund bestehet; wenn die Welt vergehet, fällt er doch nicht ein. Darauf will ich bauen, so soll mein Ver⸗ trauen evangelisch sein; auch will ich nun würdiglich dieser Kraft, die mir gegeben, evan⸗ gelisch leben. 7. Jesu, deine Stärke schaffet diese Werke; stehe du mir beil Nichts kann uns nun scheiden, hilf, daß auch mein Leiden evaͤngelisch sei. Auch laß mich einstmals auf dich, als ein Kind mit dir zu erben, evangelisch sterben. H. Corneltus Hecker, 1699—- 1748. II. Taufe(und Konfirmation). Eigene Melodie. 176. Christ unser Herr zum Jordan kam nach seines Vaters Willen, von Sankt Johann die Taufe nahm, sein Amt nun zu er⸗ füllen; da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Wunden; es galt ein neues Leben. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott heißt selbst die Taufe, und was ein Christe glauben soll, zu meiden Ketzer⸗ haufen. Gott spricht und will, daß Wasser sei, doch nicht allein schlecht Wasser, sein heilig Wort ist auch dabei mit reichem Geist ohnmaßen, der ist allhier der Täufer. 3. Solchs hat er uns be⸗ weiset klar mit Bildern und mit Wort man off Jordan Das ist an dem den will haß iht jolget sei 4. Au selber ste Menschhe hernieder berkleidet, zweifeln taufet we Maaufet! Erden zi 93 8 der Her all Wel verlorn „soll zur gläubet ooll dadi neugebot der nich dos Hin 6. W großen senen E dammt n hiht sen nan sich hteherzen, nerzen das tommt, zu für euch czen trug uren Mut. ich geliebet gibet. bestehet; zehet, fällt arauf will mein Ver⸗ sein; auch dieser en, evan⸗ irke schaffet u mit beil m scheiden, in Leiden laß mich ein Rind epangelisc 16099—1743. merlet— heißt selbt u Christ den Kehel⸗ t und Will och nicht sser, sen uch dabe ohnmaßen Täufer. r uns be dem md Tause. mit Worten; des Vaters Stimm man offenbar daselbst am Jordan hörte. Er sprach: ö Das ist mein lieber Sohn, an dem ich hab Gefallen, den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle und folget seinen Lehren. 4. Auch Gottes Sohn hier 177. Hem wir stehen hier selber steht in seiner zarten Menschheit, der heilge Geist herniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir ge⸗ taufet werden, all drei Person han, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. 5. Sein Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß sie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer 7 gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden, ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist ver⸗ dammt zum ewgen Tod tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein eigne Heiligkeit, all sein Thun ist verloren, die Erbsünd machts zur Nichtig⸗ keit, darin ist er geboren, er mag sich selbst nicht helfen. 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen, der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist 10⁵ vor ihm ein rote Flut, von Christi Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, 1488—- 1546. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. vor dir; laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 2. Wasch es, o Herr Jesu, rein durch dein Blut von seinen Sünden, laß es deinen Geist erneun und mit dir genau verbinden. Da wir ihm den Namen geben, schreib es in dein Buch zum Leben. 3. Hirte, nimm dies Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Lehrer, zeig ihm deine Bahn; Friedefürst, sei du sein Friede; König, laß es deinen Willen immer treu erfüllen! 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben, endlich auch, wenn dirs künftig 8 gefällt, christlich unsern Geist aufgeben und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. Casseler Gesangduch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 178* 45 bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger 106 Geist, ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir Fcbeli heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt: ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hin⸗ gegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, deiner Seite bleibt dieser Bund wohl seste stehn; wenn aber auf ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz é zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei f in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternisse, ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich: Gott hört es, ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer waͤnken, Gott Vater, Sohn und Taufe. heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt. So leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. J. J. Rambach, 1693—-1735. Mel.: Zeuch ein zu deinen Thoren. 17 asset die Kindlein 179. L kommen zu mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne, ich bin ihr Schild und Kron; auch für die Kindelein, daß sie nicht wärn verloren, bin ich ein Kind geboren; drum sie mein eigen sein. 2. Der Herr gar freundlich kü sset und herzt die Kindelein, besat mit Worten süße, der Himmel ihr soll sein, dieweil sein teures Blut, das aus sein heilgen Wunden am Kreuzes⸗ stamm geronnen, auch ihnen kommt zu gut. 3. Drum nach Christi Ver⸗ langen bringet die Kindlein her, damit sie Gnad erlangen, niemand es ihnen wehr. Führet sie Christo zu; er will sich ihr erbarmen, legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich sterben, ihr Seele Gott ge⸗ fällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt, sind frei aller Gefahr und dürfen hier nicht leiden. Sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Corn. Becker, 1561—1604. Mel.: Al 180. bin ein bei me dennoch Was sit da ich ei mir alle mich ew 2. Ke bange: Christ! 0 lang Herzen Angst d dein Bl teure 2 1. 39960 agen: Christ! dich schl grausan Muie Macht deiner 2 Bund n 4 N. sterbe: Christ! zum Ef droben doest det Gla dale wider 5. Sigen Lebens ich in deines „bis mich heißt. So ich dit, so ir und für 1693—1735. nen Thoren. e Kindlein en zu mit, n, sie sind Bonne, ich nd Kron; elein, daß loren, bin drum sie freundlich Kindelein, isüße, der n, dieweil 3 aus sein Kreuzes⸗ uch ihnen hristi Ver⸗ Kindlein 14. hr. Führ 0 sich ie in seine nden Ruh geillich Gott ge d Gottes löde 2* fahr Un b0.. uden don 561-1604 Taufe. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 180 2 mich voll Freu⸗ en sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen 5 ein Kind Gottes' ist! Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht. 2. Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein getaufter Christ! denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so rausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ! denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so versichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wiederschafft. 5. Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich ö 107⁷ zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdm. Neumeister, 1671— 1756. Mel.: Liebster Jesu, wir sind hier. 181 Liebster Jesu, hier sind wir, deinem Worte nachzuleben: dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu Christo sühre denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsern Ohren: „Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neu ge⸗ boren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen.“ 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen; tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Er⸗ barmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut von den angeerbten Flecken, und zugleich mit dieser Flut laß es dein Verdienst bedecken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäf⸗ lein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, schenk ihm den Friede; Wein⸗ 108 Konfirmation. stock, hilf, daß diese Rebe auch himmelwärts und erfülle das im Glauben dich umgebe! Verl angen; ja, den Namen, 6. Nun, wir legen an dein den wir geben, schreib ins Herz. was von Herzen ist ge⸗ Lebens buch zum' Leben. gangen; führ die Seufzer Benj. Schmolck, 1672—1787. Konfirmation. Mel.: O du Liebe meiner Liebe. ich gewärtig, auch des Rufs 182. Bei dir, Jesu, will aus dieser Welt; denn der ist bleiben, stets zum Sterben fertig, der sich in deinem D Deur stehn; nichts 26 1—5 dir hält. soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. Bleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein mi sich neigt, wenn es nun Abend werden und die Nacht hernieder steigt! Lege 2. Könnt ichs irgend besser unn. wut, iönernt Pe haben als bei dir, der allezeit sprich dann: Kind, hier gehts o Iuuh Arme Tar Heite zu Ende, aber dort lebt, wer für mi rmen hat bereit? hier glaubt! Könnt ich je getroster Wreit ö 6. 681 leib mir dann zur den 5 Huuuet Aud auh 2—56 Seite stehen, wann mir Grauen den alle Macht er sstꝰ macht der Tod als das kühle, 3. W solch scharfe Wehen vor des Him⸗ — znden n—.—— Iuus mels Morgenrot. Wird mein I n e, Auze duntler, trüber, dann that, mir thut, mich erkauft erleuchte meinen Geist, daß ich von Tod und Sünden mit 565 fröhlich ieh hinü m dem eignen teuren Blut? 101 der Oe e. Sollt ich dem nicht angehören, 9913—85 der sein eden für mich gabe 2 Sollt ich ihm nicht Treue——— schwören, Treue bis in Tod Mel: Jesu, meines Lebens Leben. 910 Grab? 183. Issu⸗ meiner Seele 4. Ja, Herr Jefu, bei dir Leben, meines bleib ich so in Freude wie in Herzens 1—— Freud, dir Leid; bei dir bleib ich, dir ver⸗ will ich mich ganz ergeben schreib ich mich in Zeit und jetzo und in Ewigkeit. Meinen Evigkeit Deines Winks bin Gott will ich dich nennen und vor aller ich dein b Will keine 2. Dei imfangen, Velt emm chon ane Nutterbru Schoß hat da ich erst. ich bin deit ich will ke 2 Irr Aebe; fal duf; ist e nibe, trös Muf; bin nit Gite st mein ind du lines and Hejührt; di Igeben, 0 Egiert; nihret é nchutr ust mein arden seh Tfülle das n Namen chreib ins ben. 1672—1787. des Rufs Nn der ist „der sich auf dieser venn mein m es nun und die igtl Lege hande mir he Haupt, hier gehts lebt, Wer dann zur ur Grauen das lühle des Him⸗ Wird mein ber, dan st daß ith „ wie man is 901—1859. hens Leben. Konfirmation. vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin und du mein, ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, als mich erst die Welt empfing; dir bin ich schon angehangen, als an Mutterbrust ich hing; dein Schoß hat mich aufgenommen, da ich erst ans Licht gekommen; ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 3. Irr ich, sucht mich deine Liebe; fall ich, hilfet sie mir auf; ist es, daß ich mich be⸗ trübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, sie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 4. Ja, in meinem ganzen Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet, hat mich immerdar ernähret: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 5. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude. Trotz dem, der mich von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigen⸗ 109 tum; dir ich völlig mich er— gebe; du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigkeit im Leide: ich bin dein, und du bist mein, ich will keines andern sein. Chr. Scriver, 1629—1693. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 2 ei Gott getreu, 184. halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben. Leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein er⸗ geben. Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er sich dir verschrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. 2. Sei Gott getreu, laß keine Not des Kreuzes dich abkehren; ist er dein Vater und dein Gott, was willst du mehr begehren? Dies höchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir werden, nichts besser ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darin er dich gesetzet; wenn er dich hält mit 110 Konfirmation. seiner Hand, wer ist, der dich Gnadenlohn im Himmel dir verletzet? Wer seine Gnad zur Brustwehr hat, kein Teufel kann ihm schaden; wen dies Panier beschützet hier, dem bleibet wohl geraten. 5. Sei Gott getreu, sein liebes Wort standhaftig zu bekennen, steh fest darauf an allem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig finden; streit unter ihm nur ritterlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel ů993 Wär ja der Fall Bud bei so sei bereit, durch uß beizeit nur wieder auf⸗ zustehen. 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, und laß dich nichts abwenden. Er wird und kann in aller Not dir treuen Bei⸗ stand senden, und käm auch gleich das Höllenreich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat ver⸗ 5 heißen, und eine Kron zum aufsetzen; da wirst du dich dann ewiglich in seiner Treu ergetzen. Mich. Franck, 1509—-1667. Mel.: Seelenbräutigam. 185 Von des Himmels 185.— Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke! Gib uns Kraft zum heilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu dem Himmel hin, wenn wir Terin Bund erneuern und n n vor dir beteuern, deine ahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt. unauflö Slich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn und dein Lob erhöhn. Samuel Marat, 1770—1868. 6.5 habthl A Chre voll. höhel Ge Immt im Hosianna! Wsen 10 siht„bern emen An Angesicht, Relig gen G immel dir dich dann eu ergetzen 609—1667. itigam. Himmels on sende, nen Geist, ärkel Gib gen Werke eihn, ewig lbst bereit, t, unsern n und dich men, dessen auch uns und Sinn wenn wir Aern und uern, deine zeltlust iu tend nahn, wollet d mns mut Lichtur 0 löme dann daß den rt verheiht pereine n bi nelne, 1— und den Nio-=186ö. Abendmahl. III. Eigene Melodie. 3 eilig, heilig, heilig 186. ist der Herre Ze⸗ baoth! Alle Land sind seiner Ehre voll. Hosianna m der Höhe! Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Eigene Melodie. 187 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist! Verwirf mich nicht, verwirf mich Lan von deinem Angesicht, von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 188. Dich. mein Jesu, laß ich nicht, du kannst Seelen echt erquicken! Du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! Du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude sein. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und ver⸗ fluchen; weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen. Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. 3. Ach, was hab ich für ein Gut! Was für Schätze kann ich zeigen! Meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet Abeu?dmahl. 111 nun mein eigen; Heil und Leben und was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? Läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum P Pfande gibt? 5 5. Brenne, Seel und Geist, in mir! Lodre, Herz, in vollen Men Halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen, daß ich ewig gegen ihn mög in heißer Liebe glühn. 6. Erd und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten; kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt und mich seine Liebe treibt. V. Jesus ist des Herzens Teil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu, laß ich nicht! Cesseler Ge jungpn ich v. 1770. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 189. Do * N dich ein Sünder haben, der nach dem Himmel hungrig ist und sich mit dir will laben, so bitt ich dich demütiglich, du wollest so bereiten mich, daß ich recht würdig werde. 1 Christ, mag 112 2. Auf grüner Aue wollest du, Herr, diesen Tag mich leiten, den frischen Wassern führen zu, den Tisch für mich bereiten. Ich bin zwar sündlich, matt und krank; doch laß mich einen Gnadentrank aus deinem Becher schmecken. 3. Du gnadenreiches Him⸗ melsbrot, du wollest mir ver⸗ leihen, daß ich in meiner Seelen⸗ not zu dir mag kindlich schreien; des Glaubens Kleid bedecke mich, auf daß ich an würdig⸗ lich an deiner Tafel sitzen. 4. Tilg allen Haß und Bitterkeit, o Herr, aus meinem Herzen, laß mich die Sünd in dieser Zeit bereuen ja mit Schmerzen; du hingeopfert Osterlamm, du meiner Seele Bräutigam, laß mich dich recht genießen. 5. Zwar bin ich deiner Gunst nicht wert, als der ich jetzt erscheine mit Sünden all⸗ zuviel beschwert, die schmerzlich ich beweine; in solcher Trübsal tröstet mich, Herr Jesu, daß du gnädiglich der Sünder dich erbarmest. Ich bin ein Mensch ganz voller Sünd, laß deine Hand mich heilen; erleuchte mich, denn ich bin blind, du kannst mir Gnad erteilen; ich bin verdammt, erbarme dich; ich bin verloren, suche mich und hilf aus lauter Gnaden! 7. Mein Bräutigam, komm her zu mir und wohn in meiner Seele, daß sie dich liebe für Abendmahl. und für und sich mit dir vermähle. Ach laß doch deine Süßigkeit für meine Seele sein bereit und stille ihren Jammer. 8. Du Lebensbrot, Herr Jesu Christ, komm selbst, dich mir zu schenken; o Blut, das du vergossen bist, komm eilig, mich zu tränken. Ich bleib in dir, du bleibst in mir, drum wirst du, goldne Himmelsthür, mich dort auch auferwecken. Joh. Rist, 1607 1667. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. * Galt im Gedächt⸗ 190. Hais Jehum Chris, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat ge⸗ litten, ja gar am Kreuz ge⸗ storben ist und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich er⸗ löst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod er⸗ standen ist, befreit von Not und Plage; bedenke, daß er Lchen gemacht, sein Unschuld eben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe! 4 Halt Christ, de zeiten get sst die S da du f Ind sehet dank ihm 5. Halt Ohrist, de Immen und leben Renommen 9u beseh sei Reich lch zu do 6. Gib dih kann sassen un nir geh Herzen lo m aller ind dur unls Leber Chrial h mit dir doch deine eine Seele tille ihren brot, Hert selbst, dich Blut, das tomm eilig, ch bleib in mir, drum mmelsthür, ferwecken. 1607—1667. an der Zeit. Gedücht⸗ qum Christ die Erden Himmels Bruder da nicht, daß igenommen dank ihm tnis Jesum ich hat ge⸗ Kreuz ge⸗ Abendmahl. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidens⸗ zeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder— kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vor⸗ genommen. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewig⸗ lich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen; daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriakus Günther, 1650—1704. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. err, dein herzliches 191. 8 Verlangen, da du in den Tod gegangen, mit den Deinen dich zu letzen und dein Nachtmahl einzusetzen, dringt auch mich zum Tisch der Gnaden; du hast mich auch eingeladen; denn auch ich bin unter allen dir nicht aus dem Sinn entfallen. 2. Mich verlangt nach dieser Speise, eh ich noch von hinnen reise; mich verlangt nach diesem Tränken, eh man mich ins Grab wird senken; denn, ist Jesu Leib und Leben, ist sein 113 Blut mir eingegeben, wird mein Leib im Auferstehen seinem Leibe ähnlich sehen. 3. Ich hab— du stillst mein Verlangen— Jesu Leib und Blut empfangen; nun hat mich sein Tod durchdrungen und selbst meinen Tod ver⸗ schlungen, nun hat er sein ewges Leben mir in seinem Blut gegeben, nun entschlaf ich voll Vertrauen, Jesum bald verklärt zu schauen. Chr. Karl Ludwig v. Pfeil, 1712—1784. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 192 err, du hast für 1 alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir befohlen hast; aber hilf auch, daß mein Herze nicht mit deiner Wohlthat scherze. 2. Räume, bitt ich, mein Gemüte rein von allem Argen aus, daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich; liebster Jesu, segne mich, und laß deinen Tisch auf Erden mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut, ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut, und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, 8 114 für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den Eifer schwächt, bis ich fühle meine Not und mich sehne nach dem Brot, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt; denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seist. Drum erhöre, was ich bitt, teile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft, ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Manna sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. 7. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freuden⸗ mut, daß ich meinen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Tod; laß mich auch niemanden hassen, der mit mir genießt Abendmahl. dein Brot. Nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 193. Her winonn uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten, sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen, und sprich uns los von Sünd und Tod. Wir sind, o Jesu, dein, dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! An⸗ betung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. Fr. Gottl. Klopstock, 1724—-1803. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 194— Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke; schenk uns dein schönes Ehren⸗ kleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende Heiben; ins für von dir deines deines! dort ew Bartholon Nel.: 195. fürdiese danit d Brot un Mut ko wohl zu labet, nach all leben, geben. 2. 2 selbe dir Bo drum 1 derleih, lbig x Sachen Sinnen uit tra Herachte 3. A nehmen uchn der I mit di Haube der rürte, dort o wir w von d mich ganz ich wd die Jülle einen Gott 1648—1715. rust uns die wollst uns bereiten zu Seligkeiten, 15, o Gottl Hempfahen, m Herzen ns los von Wir sind. in laß uns Amen! An⸗ feiern wir ahl bei dit. 17241803. an der Zeit. Christ du Gut, du znaden, wir h und Blut, eladen, zu ichkeit und —0 30 j 1195 20 hen Werke nes Chten⸗ 3 Geistes Wir würdge werden di m ewgel uns, daß ans Abendmahl. bleiben; laß Sünd und Not uns für und für nicht wieder von dir treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. Bartholomäus Ringwald, 1530—1598. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 195. Hep Jesu, dir sei zreis und Dank für diese Seenpiie und Trank, damit du uns begabet; im Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unfre Herzen labet, daß wir in dir und nach allem Wohlgefallen heilig leben; solches wollest du uns geben. 2. Du kehrest, o Immanuel, ja selber ein in unsre Seel, dir Wohnung da zu machen; drum uns ein solches He verleih, das von ber Weilich ledig sei und allen eitlen Sachen; bleibe, treibe unser Sinnen und Beginnen,‚ daß wir trachten, alles Irdsche zu R 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht dein wertes Nachtmahl zum Gericht; ein jeder recht bedenke, daß wir mit diesem Lebensbrot im Glauben stillen unsre Not, der Fels des Heils uns tränke, züchtig, tüchtig dich dort oben stets zu loben, bis wir werden zu dir kommen von der Erden. 115 4. O, daß wir solche Selig⸗ keit erwarten möchten allezeit in Hoffnung und Vertrauen und folgends aus dem Jammer⸗ thal eingehen in des Himmels Saal, da wir Gott werden schauen, tröstlich, köstlich uns als Gäste auf das beste bei ihm laben und ganz voll Genüge haben. 5. Das gib du uns von deinem Thron, o Jesu Christe, Gottes Sohn, gibs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, laß uns be⸗ trachten für und für und alles Böse meiden. Amen, Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden, hilf uns fröhlich überwinden. Str. 1. 3. 4. von Bernhard v. Derschow, 1591—1669. 5. Zusätze des hannoverschen Gesangb. von 1657. Str. 2 u. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 96. Ich komme, Herr, 196. und f suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen 170 mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder; du hast die Hand⸗ 8* 116 schrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort:„Es ist vollbracht!“ Du hast mein Heil verdienet; du hast für mich dich darge⸗— stellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein derz, in mir, er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir ver⸗ geben, du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir, ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Heil ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst Abendmahl. der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 197. Jesu, du mein — Bräutigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten hast, genommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall, ich bin krank, unrein, arm und bloß: ach Herr, mein Gott, mich nicht verstoß! 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. 4. Drum,‚ o Herr Jesu, bitt ich dich, in meiner Schwach⸗ heit heile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen hellen Gnadenschein. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubenskerz; mein Armut in Reichtum verkehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das wahre Himmelsbrot, dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, mein Herz mit Lieb und Gla jonst ist v yflanz in 8. Gi Seel und st, fern! iu mein hil verein 9. Hil Whles mir werd llle Sü des Vate 10. V Find, d schtbar f atz, den Heist mo 11. Sinn un helgen! nich mei Nrieden . Vbensfil Lehnen! Hart evii teue nit Nl Ma.: Nun 98. Donne,! Erden, werden. 2 hitzen Regen m e uns eine wahre der Welt t, Miö—Ne. meins Lebens „du mein itigam, der euzesstamm d gelitten weg der zu deinem rbt durch U, ich bin und bloß: Hott, mich Arzt, du u bist der jebricht, du Heligkel ochzeitl lleid. err Nsu, Schwach⸗ has unrein urch deinen . verfinstet die schöne in Armut und meinen wehr, as Wahre esu, wahter nit solcher Abendmahl. und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mich zu deiner Ehr. 8. Gib, was nütz ist für Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib, komm in mein Herz, laß mich mit dir e bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deines Mahles Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und un⸗ sichtbar seind, den guten Vor⸗ satz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach laß mich meine Tag in Ruh und Frieden bringen christlich zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann, 1585—1647. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 198. Jesu, meine Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen dies himmlische Er— getzen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 117 3. Wie soll ichs dir ver⸗ danken, o Herr, daß du mich Nranken gespeiset und ge⸗ tränket, ja selbst dich mir ge— schenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden, dir dank ich für dein Sehnen und heißvergossne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist ge⸗ blieben, dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zu⸗ gemessen die kräftge Himmels⸗ speise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben 711 kannst du Wertres geben? Laß mich die Sünde marden, laß mich 9 duldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 118 12. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auserstehen, o Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist, 1607— 1667. Eigene Melodie. 199* Schmücke dich, o liebe Seele, laß die dunkle Sündenhöhle; komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen; denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnaden⸗ worten klopft an deines Herzens Pforten; eile, sie ihm aufzu⸗ schließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen, von dir will ich nicht mehr lassen. 2 3. Ach wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebens⸗ fürsten; wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Beides, Freude und auch Bangen, nimmt mein Herze jetzt gefangen. Das Geheimnis dieser Speise und die un⸗ ersorschte Weise machet, daß Abendmahl. ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? 5. Nein, Vernunft die muß hier weichen, kann dies Wunder nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel Tausend nähret, und daß mit dem Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 6. Jesu meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmels⸗ speise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her⸗ getrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Franck, 1616-1677. M.. denn Lebe Gaten lauben. peise he Preise, di 2ů Herr, die It auch finden, der ugründen? sst die muß es Wunder dies Brot ob es gleich , und daß Reben uns gegeben. mlichkeiten, Heist kann benssonne nd Wonne, Beginnen, Licht der zu deinen würdiglich rHimmels⸗ il und dir dein treues immel her⸗ willig hast n Tod für dazu ganz dein Blut „das un nlen, deiner Vuot de⸗ doch nicht ir vellicht zu deinem mich duth deine Liche 540 aan „ mög dehh werden. 10150½ Buße und Eigene Melodie. 200 Herr, sei gelobet, daß du hast dein Leben für uns Sünder ingegeben! Stärk unsern lauben. speise heilige uns dir zum Preise, du Versöhner Gottes! dein Abendmahl gesegnet sei! Deine Himmels⸗ mich fließen, mein Heiland, 119 Mel.: O daß ich tausend Zungen hätte. 201 ˙5 liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß neue Gnade auf Bekehrung. laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu David Bruhn, 1727—1782. E. Lieder von den Gaben und Wirkungen des heiligen Geistes. IJ. Buße und Bekehrung. Eigene Melodie. 202 Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Welt ihr Ende und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet; ach Gott, zürn nicht, Eo nicht ins G'richt; dein ohn hat mich versühnet! 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hier fort und schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr, Geduld, vergib die Schuld, schenk ein gehorsam Herze, daß ich nur nicht, wies oft geschicht, mein Heil murrend verscherze. 6. Handle mit mir, wies dünket dir, auf dein Gnad will ichs leiden; wollst mich nur nicht dort ewiglich von deiner Liebe scheiden. M. Rutilius, 1550—- 1618. Eigene Melodie. 203 Allein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden! Ich weiß, daß du mein Tröster bist, kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann; ich 120 Buße und Bekehrung. ruf dich an, zu dem ich mein denn so du willst das sehen Vertrauen han. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen; und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich gethan, so werd ich Sünden Last. Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Gib mir nach dein'r Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigkeit mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich. Am letzten End dein Hilf mir send, da— mit behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seim lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott, dem werten heilgen Geist, der uns sein Hilfe allzeit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und folgends in der Ewigkeit. Joh. Schneesing, 4 1567. Ps. 130. Eigene Melodie. 204* us tiefer Not 0 schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne; los der an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir nie⸗ mand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Jsrael erlösen wird aus seinen Sünden allen. Dr. M. Luther, 1483—1546. Eigene Melodie. 205 Durch Adams Fall 5 ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen; 906 Gift echt, Wit: ohn Got löst ha Schaden, Eba bezu sch zu la 2. Be Eba hat bgefallen sie ve uns allen 0 war es Hott soll Sohn, d hem Wir 3. Wi⸗ stende E Rehöhnet munde H Rrsöhnet Huuch Ade Iads ges uch Hschnlt, doch we das sehen nd Unrecht ann, Hert, ichts, denn die Sünde doch unser ch in dem L dir nie⸗ kann, des jedermann leben. Gott will Verdienst ihn mein und seiner mir zusagt as ist mein Hort, des ren. ährt bis in der an den mein Herz verzweifeln So thu „der aus ward, und re. Buße und das Gift ist auch auf uns ge⸗ erbt, wir konnten nicht genesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, seitdem die Schlang Eva bezwang, den Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, das sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod, so war es not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, den Gnadenthron, in dem wir möchten leben. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall sind ewgen Tods gestorben, also hat Gott durch Christi Tod erneut, was war verdorben. 4. So er uns seinen Sohn geschenkt, da wir ihm feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, gestorben, aufgefahren, dadurch wir sein von Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen auf diesen Hort, des Vaters Wort, wem wollt vorm Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewges Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schutz, daß wir mit Trutz an ihn fest sollen glauben; darum uns bald kein Macht noch 121 G'walt aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, sein Heil ist auch noch ferne, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer sich will ein ander Ziel ohn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit seiner List er⸗ schrecken. 7. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, wird nimmermehr zu Schanden; denn wer auf diesen Felsen baut, hat Hilfe stets zu Handen; hab ich doch nie im Unglück hie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost; er hilft sein Gläubgen allen. 8. Ich bitt, o Herr, aus Herzensgrund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilig Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld setz ich all mein Vertrauen; wer sich nur fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort: ein Licht, das leuchtet ferne, die Leuchte, die den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist denen verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, 1479—1584. Bekehrung. 122 Buße und Mel.: Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 206. Du weinest vor Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, bezeugst, es sei dir angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein und über meine Sünden wein, so wäschst du ab aus lauter Gnad die Missethat, so mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt von wegen meiner Sünde, zu deinen Thränen ich mich wend, da ich Erquickung finde. Vor Gott sind sie so hoch geschätzt; wer damit seine Sünde netzt, den blickt Gott an mit Gütigkeit zu jeder Zeit und sein betrübtes Herz erfreut. 3. Hier muß ich auch im Thränenhaus vor großer Angst oft weinen, der Welt aushalten manchen Strauß, sie martert stets die Deinen. Auf allen Seiten, wo sie kann, fängt sie mit mir zu hadern an; dies tröstet mich zu aller Frist: Herr Jesu Christ, in Not du auch gewesen bist. 4. Du zählest alle Thränen mein, ich weiß, sie sind gezählet, und ob sie nicht zu zählen sein, dennoch dir keine fehlet. So oft sie vor dir regen sich, so oft sie auch bewegen dich, daß du dich mein erbarmen mußt. Dir ist bewußt mein Kreuz, drum hilfst du mir mit Lust. Bekehrung. 5. Wer jetzund säet Thränen aus, hält in Geduld Gott stille, wird fröhlich sein in deinem Haus, da Freude ist die Fülle; ja, solche Freude, die kein Mann mit seiner Zung aussprechen lann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, daß du die Freuden⸗ krone, Herr Christ, dadurch erworben mir bei dir im Himmelsthrone. Wenn du mich holen wirst hinauf zu deiner Auserwählten Hauf, dann will ich recht lobsingen dir, o höchste Zier, für deine Thränen für und für. Joh. Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 207 Herr, ich habe miß⸗ gehandelt, ja mich drückt der Sünden Last; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allent⸗ halben sein; wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich suder⸗ 3. Drum, ich muß es nur bekennen: Herr, ich habe miß⸗ ethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen, ach nimm Gand 0 großen würd es er Meine alle! Wissen a 5. A Vunden Mut mo unden,l Gutz; d Lagst z Wunden 6. 2 Lufbinde et Thränen duld Gott h sein in Freude ist he Frende, mit seiner lann, und Ewigkeit. Leid wird uter Freud. ränen dank e Freuden⸗ t, dadurch i dir im Wenn du hinauf zu ten Hauf, t lobsingen „für deine für. 1585—1647. die. habe miß⸗ elt, ja mich Last; ich gewandelt t hast ud gern aus or deinem ich Flige gleichwohl inden. ii s uur habe miß nicht den ach ninn Buße und Bekehrung. 123 mich zu Gnaden an; laß die Menge meiner Sünden deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehlen, daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Gebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Aber, Christe, deine Wunden und dein teuerwertes Blut machen meine Seel ge— sunden, löschen meiner Sünden Glut; drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deine Wunden hüllen. 6. Dir will ich die Last aufbinden, wirf sie in die tiefe See, wasche mich von meinen Sünden, mache mich so weiß als Schnee; laß dein guten Geist mich treiben, einzig stets bei dir zu bleiben. Joh. Franck, 1618-1677. Eigene Melodie. * err Jesu Christ, 208. 9 du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Ge⸗ wissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du sie ebüßet hast am Holz mit meinen Sünden untergeh noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auß das Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte stracks verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht, als wenns beginnt zu springen, dieweil es alle Gnad verheißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und gerne möcht im Blute dein von Sünden ab— gewaschen sein, wie David und Manasse, 6. So komm ich auch zu dir allhie in meiner Angst geschritten und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. 7. O Herr, vergib, vergib mirs doch um deines Namens willen und thu in mir das schwere Joch der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort odesschmerzen, auf daß ich zu Ehren leb mit kindlichem nicht vor großem Weh in Gehorsam. 124 Stärk mich mit deinem Freudengeist, heil mich mit deinen Wunden, tröst mich mit deinem Todesschweiß in meiner letzten Stunden und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben bon der Welt zu deinen Aus⸗ erwählten. B. Ringwald, 1530—1598. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 209 Hchster, denk ich 2 an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, dein Gebot hintangesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O, wie hab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 5 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, lie will ich dich erheben. neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du mein Herze frei! Was mir nützte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt ich dir? O, wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Rettung von gelinder ö Buße und Bekehrung. dem Schaden meiner Seebe mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach, an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater, zürne nicht! Dir hab ich oft aufgekündigt meine schuldge Kindespflicht. A vergib, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an. Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein beschwerter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried und Freude im Gewissen, ach das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei! Mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 1 Ich armer Mensch, 21⁰. ich armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr und geh nicht mit mir ins dich erba Etbarme 2. Wi Heglich Riner Haß ich h ih armes Ebarme Hott meit 1 80 sufend lhtes Zundenn dam mein nihl Ubarme Hott, me Nit hlet, niht nad heuer Ve ahenn m. sindl Er Ich, Go lber nich 0. Sy erde e arme süh dieS masindi Lbarne ner Seele eine Güte Buße, aber m sanften selbst zu hab ich ein Vater, jab ich oft schuldge 9 vergib, Limm mich u. Führe ade schnell Gnade. mich aufs beschwerter rhuld sich tend Wort ein Sohn da er für Fried und , ach das en. in meiner , mich dir daß keine am deinem tehe mir Mache du , dich zu n. Ewig ich v. 177⁰. jeben Gott Mensch er Sünder Angesicht , verfaht nicht Mit Buße und Bekehrung. 125 mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd; hilf, daß ich wieder Gnad erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach erhör mein seufzend Schreien, du aller⸗ liebstes Vaterherz; wollst alle Sünden mir verzeihen und lin⸗ dern meines Herzens Schmerz; erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Nicht, wie ich hab ver⸗ schuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd; o treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, sprich, daß der arme Sünder hör:„Geh hin, die Sünd ist dir vergeben, nur sündige hinfort nicht mehr.“ Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über michi 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifelsfrei, weil sich der Trost im Herzen mehret; drum will ich enden mein Geschrei: Er⸗ barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! Christoph Tietze, 1641—1708. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit 2* Ich will von 211. Omeiner Misse⸗ that zum Herren mich bekehren du wollest selbst mir Hilf und Rat hiezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft aus Gnaden mir gewähren. 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend selbst empfinden; er ist ohn deines Wortes Licht blind, taub und tot in Sünden, verkehrt ist Will, Verstand und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden. 3. Klopf durch Erkenntnis bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir gethan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Thränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt den Reichtum deiner Gnaden! Mein Leben dank ich deiner Hand, die har mich überladen mit Ruh, Gesundheit, Ehr und Brot du machst, daß mir noch keine Not bis hieher konnte schaden. 5. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Hölle Fluten, so daß es niemals mir gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus bloßer Treu gestäubt mit Vaterruten. 126 Buße und 6. Bisher hab ich in Sicherheit gar unbesorgt ge⸗ schlafen, gesagt:„Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirt mit seinen Schafen.“ 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zerspringen; ich sehe deines Donners Macht, dein Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zugleich des Todes und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Wo bleib ich denn in solcher Not? Nichts helfen Thor und Riegel. Wo flieh ich hin? Du Morgenrot, erteil mir deine Flügel; verbirg mich wo, du fernes Meer, stürzt hoch herab, fallt auf mich her, ihr Klippen, Türm und Hügel. 9. Ach, nur umsonst! und könnt ich gleich bis in den Himmel steigen, könnt ich mich auch hinab ins Reich der tiefsten Hölle beugen, so würde mich doch deine Hand da finden und von meiner Schand und großen Sünde zeugen. 10. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh zu deinen Wunden! Laß mich da ein⸗ geschlossen sein und bleiben alle Stunden. Dir ist ja, o du Gotteslamm, all meine Schuld am Kreuzesstamm zu tragen aufgebunden. 11. Dies stell du deinem Vater für, daß er sein Herze Bekehrung. lenke, daß er sich gnädig kehr zu mir, nicht meiner Sünden denke und wegen dieser Straf und Last, die du auf dich ge— nommen hast, ins Meer sie alle senke. L. Henriette v. Brandenburg(7) 1627-1667. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 212 Odesu, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen und mich solches lassen wissen durch dein angenehmes Wort, sei doch jetzt, o Gott, mein Hort. 2. Treulich hast du ja esuchet die verlornen Schäs⸗ ein, die sonst würden ganz verfluchet laufen in die Höll hinein; ja, du Satansüber⸗ winder hast die hochbetrübten Sünder so gerufen zu der Buß, daß ich billig kommen muß. 3. Ach, ich bin ein Kind der Sünden! Ach, ich irre weit und breit! Es ist nichts an mir zu finden als nur Un⸗ gerechtigkeit; all mein Dichten, all mein Trachten heißet unsern Gott verachten; böslich leb ich ganz und gar und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja bekennen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt i meiner Seele für; aber Flesch und Blut zu zwingen und das Gute jolget gar! vas ich nich 5. Aber, nicht wissen Fehler sein; ganzzerrisse Schmerz un Herz ist m ach vergib m chne nicht dih, Herr, 6. Isu, genommen urch dein Etlöser, kon lit zu gut 0 zerschlag am Kreuz g nich endlich dein eigen 7. Wan l treten, fiehen kant unich rett nehmen an. hannst ed W den Hluch zu meiner von mir no ig kehr Sünden Straf dich ge⸗ leer sie 627•1667. sterben. meine t durch us des se und idennot und durch rt, sei n Hort. du ia 80 ganz ie Höll naüber⸗ trübten 3u der ien muß Buße und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, wie viel meiner Fehler sein; mein Gemüt ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Pein, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergib mir, was verborgen, rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. 6. Jesu, du hast weg⸗ genommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Selig⸗ keit zu gut; und dieweil du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, ei, so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 7. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht ent⸗ fliehen kann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, kannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören:„Ihr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt!“ 8. Du ergründest meine Schmerzen, du erkennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen als dein herber Tod allein. Dies mein Herz, von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 9. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; es wird deine Bekehrung. 127 Treu erfüllen, was du selber hast gesagt, daß auf dieser weiten Erden keiner je ver⸗ loren werden, sondern ewi leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 10. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht! Du, du kannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Joh. Rist, 1607—- 1667. Mel.: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 213. Ihr armen Sünder, kommt zuhauf, kommt eilig, kommt und macht euch auf mühselig und beladen: hier öffnet sich das Jesus⸗ herz für alle, die in Reu und Schmerz erkennen ihren Schaden. 2. Es heißt:„Er nimmt die Sünder an!“ Drum komm, dein Jesus will und kann dich retten und umarmen. Komm weinend, komm in wahrer Buß und fall im Glauben ihm zu Fuß: er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, dems in der Irr an Hilf gebricht, er sucht es mit Verlangen; er lässet neun und neunzig stehn und sie gar in der Wuste gehn, das eine zu umfangen. 128 4. Es sucht der liebste Jesus Christ das Schäflein, das verloren ist, bis daß ers hat gefunden. So laß dich finden liebe Seel, und flieh in Jesu Wundenhöhl; noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß! Ich komm mühselig, nackt und bloß: ach laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt; ach nimm mich auf, weil ich ver⸗ wirrt im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach wehe mir, daß ich von dir gewichen bin zum Abgrund schier! ach laß mich wiederkehren zu deiner Herde, nimm mich an und mach mich frei von Fluch und Bann; dies ist mein Herzbegehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein, sei du mein treuer Hirt allein im Leben und im Sterben; laß mich vom eitlen Weltgesind ausgehn und mich als Cottes Kind um dich, mein Heil, bewerben. 8. Ich will von nun an sagen ab der Sündenlust bis in mein Grab und in dem neuen Leben in Heiligkeit, Gerechtigkeit dir dienen noch die kurze Zeit, die mir zum Heil gegeben. Laurentius Laurenti, 1660- 1722. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten. 214 O frommer und ge⸗ treuer Gott, ich hab gebrochen dein Gebot und Schuld; Buße und Bekehrung. sehr gesündigt wider dich, das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht hast Gefalln an meinem Tod und ist dein herzliches Begehrn, daß ich mich soll zu dir bekehrn: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm und bitte dich durch Christi Tod und seine heilgen Wunden rot; 4. Ich bitte dich durch Jesum Christ, der mir zu gut Mensch worden ist: Laß deine Gnad und Gütigkeit mehr gelten denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o Bnd, laß deine Huld zudecken alle meine so werd ich arm, verloren Kind ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach dieser Zeit ge— langen zu der Seligkeit. B. Ringwald, 1530-1598. Mel.: An Wasserflüssen Babylon. 215 O König, dessen 1 Majestät weit über alles steiget, dem Erd und Meer zu Diensten steht, vor dem die Welt sich neiget, der Himmel ist dein helles Kleid, du bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig; ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig. 2. Hier Züllner tha von ferne; i Ind Gnad, o Aene. Doo Fehler bin, u ganzen Sinn unthätig, so nein Gesicht Himmelslicht Hünder gnä 3. Die E mir bewußt, Hevissen; nuig an di⸗ von Herzen Vater, jn ih noch wa och weil ih mit 0 uungem Gei uch noch 9 i mir Sür . Mein Kum an, e Sünder, genug etha Hats Eu Letrauen ich, das mich. qnädger alln an st dein daß ich rn: t, lieber armer um und sti Tod den rot; durch zu gut a5 deine t mehr ü. err, laß le meine ch arm, n los r, nach bessern, „damit Zeit ge⸗ eit. 0—1598. Babylon. Buße und Bekehrung. 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne; ich suche deine Hilf und Gnad, o Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin, und Sünde meinen ganzen Sinn zum Guten macht unthätig, so schlag ich nieder mein Gesicht vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig. 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, durchängsten mein Gewissen; drum schlag ich reuig an die Brust und wi von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, ja nicht wert, daß ich noch wandle auf der Erd; doch weil du winkst, so bet ich mit ganz zerknirschtem, bangem Geist, der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig. 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Gnadenthron der Sünder, der für die Welt genug gethan, durch den wir Gottes Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ists, bei dem ich Ruhe find, sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott, sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere du mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, laß meinen Glauben immerdar sein durch die Liebe thätig; und will es 129 nicht fort, wie es soll, so ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig. 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade; mir geh es gleich bös oder gut, gib nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu selbst beirätig; und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig. Val. Ernst Löscher, 1673—1749. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. S Vater der Barm⸗ 216.— herzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, worinnen mirs sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich er⸗ barmen! O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon; sieh an mein kläglich Rufen! 9 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir lommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht müß verderben. Bitt du den Vater, 109 er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stünd⸗ lein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. D. Denicke, 1603- 1680. Mel.: Christus, der uns i macht. 217. Schlage, Jesu, an mein Herz, rühre mein Gewissen, damit aus der Sünden Schmerz heiße Thränen fließen. Blicke mich wie Petrum an, daß ich in mich schlage, daß ich stets gedenke dran und doch nicht verzage. 2. Weck mich durch den Glockenschall aus dem Schlaf der Sünden, laß für meiner Schulden Fall mich Erbarmung finden und nimm mich zu Buße und Bekehrung. 29. Gnaden auf, meinen Glauben stärke, daß mein ganzer Lebens⸗ lauf sei voll rn 3. Dein Blut sei mein Lebenssaft—— mein Trost im Leiden, meiner Seele Stärk und Kraft, so sterb ich mit Freuden in der Stunde letzter Not wollst du mein gedenken und ein selig End im Tod mir, o Jesu, schenken. Veit Ludwig Anoner; +7 17⁰09. Mel.: Vater unser im Himmelreich wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod, vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit kehre sich und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat und zwar mit einem teuern Eid. O selig, dem sein Sünd ist leid. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: Es ist noch lange Zeit, ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein er⸗ barmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort sen em bõ Sellen selb nitd mit UV 5. Gnad Gott voneu Ind Tod;! nicht gewoll lchen sollt, d ist dir kund, Tdes Stut 6. Heut lehre dich, hanns ände ftfich,g norgen kra tot. So do Duß, dein hremnen m 7. Hilf, 0 mir d lomm n an Augen schnelle To n it und Hemfahrt ö Ih. Clauben 0. I. à LLebens⸗ Werke. ich mit ide letztet gebenken im Tod ich lebe, ein Gott Sünder⸗ dies mein a5 er vonn hon seiner und lebe edenk, o ifle nicht ier findes d Gnad aget hn m tellern ein Sünd dich vol t: C8 will ert d, m de wert hren mi mein el⸗ tt ist zumn inder mi wer shrct sn Buße und Bekehrung. 131 in seinem bösen Sinn und seiner dem Ol deiner großen Gnaden, Seelen selbst nicht schont, dem wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut be⸗ lehre dich, eh morgen kommt, lanns ändern sich; wer heut ist frisch, gesund und rot, ist morgen krank, ja wohl gar tot. So du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Joh. Heermann, 1585—1647. Ps. 6. Eigene Melodie. Straf mich nicht — in deinem Zorn, Ach aß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 2. Zeig mir deine Vater⸗ uld, stärk mit Trost mich anken; ach Herr, hab mit mir Geduld, mein Gebeine wanken; heil die Seel mit 219. lunbr Gott, verschone! wend ab allen Schaden. 3. Herr wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, lobsage. 4. Ach sieh mein Gebeine an, wie sie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hilfe harren. Ich verschmacht; Tag und Nacht muß mein Lager süeßen von den Thränengüssen. 5. Ach ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hilfe fragen. Wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermutshöhle! 6. Weicht, ihr weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor sein Antlitz treten. Teufel weich, Hölle fleuch! was mich vor gekräͤnket, hat mir Gott geschenket. 7. Vater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben; heilger Geist, Feinde, sei gepreist, hoch gerühmt, geehret, daß du mich erhöret Joh. Georg Albinus, 1624—- 1679 Mel.: Meine Seele, willst du ruhn. 22 ünder, willst du 14⁷ 0. S ht sein und befreit von*0 ht und Pein, schaffe, daß du dich bekehrest, 0* 132 Buße und da du Gottes Stimme hörest. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder blitzet; such ein Zoar, das dich schützet. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh, deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird be⸗ schweret und der Strafe Maß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 5. Deines Herzens Härtig— keit wächst und steiget mit der Zeit. Sünden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich; eile und errette dich! 6. Was du Böses an dir hast, wird sonst wie ein alter Ast; dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod, und wie groß wird dann die Not, wenn man aus der Welt soll gehen und vor Gott nicht kann bestehen! Bekehrung. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 8. Brauch, ach brauch die Gnadenzeit; denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen und mit Eifer durchzudringen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich; eile und errette dich! 10. Vater der Barmherzig⸗ keit, gib doch, daß die Gnaden⸗ zeit nicht von mir versäumet werde; führ mich selbst zu deiner Herde. Vater, ach ich bitte dich, eile und errette mich! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 2 Vor G'richt, Herr 221. V Jcsu, sieh ich hie, ich beug in Demut meine Knie und seufze mit Weh— klagen: Mein große Sünd und Missethat mich verklagt und verdammet hat; doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich fest glaube und dabei im Herzen habe wahre Reu. Herr Jesu Christ, des dank ich dir, des dank ich dir, ich will mich bessern, hilf du mir! Unbekannt, 1629. Mel.: Zeuch e . X Jehst du de der sich von kend, krank en Verderb hand den 9 aus Erbarm agreif 2. Wie Stimme, die Ich spräche Wat ir hiicht, Sünd ih will euc Ler wollt e Ver bist di 3. Doch ins komme licht drauf hernommen, mns auf. Do Hannt, daß zurherde zu dabon es s . Nimm Zunder den M, so bist als nan es Zel verlin Loch Gnade stht ihm Herzu. noch zu dch rauch die 5 kommt n starker er durch eschossen. noch zu dich! weise bist umet ist ubringen udringen noch zu dich! anherzig⸗ Gnaden⸗ hersäumet selbst zu „ach ich ette mich! v. 1770. ich dich, , Hen 0 ih uut meine it Weh⸗ Zund und sagt und Will ich E Nui in mach den rein nd dabe re Ral 63 dun dir, M du mil nt, 1629• Buße und Mel.: Zeuch ein zu deinen Thoren. Niie treu, mein 22². Wé guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der, elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen nicht selber aus Erbarmen, eh er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! Ach sprächest du im Grimme: „Weicht, die ihr euch verstockt, weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen!“ wer wollt es Unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen, und merken wir nicht drauf, ob wir ihn schon vernommen, so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiland, brennt, daß doch das Schaf zur Herde zurückgeführet werde, davon es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an, so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlängerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 5. Liebhaber unsrer Seelen, mein Hirt, mein treuster Freund! was sollt ich es ver⸗ hehlen, wie wohl du es gemeint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnödsten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. Bekehrung. 133 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt, ich preise dich. 7. Ach daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär, nicht oft zurücke blebe, an Lieb und Eifer leer, nicht wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann! 8. Nun, Jesu, ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! Mich reut und schmerzt mein Schade, ver⸗ wandle deine Gnade nicht in ein Zorngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja Nam und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seist. 10. Das laß mich herzlich gläuben, doch gib mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft, und wie ich glaubensvoll aus deinem Überflusse zum wirk⸗ lichen Genusse stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt ich mi aufs neue, ich schwach Geschöpf, vergehn, so laß mir deine 134 Buße und Bekehrung. Treue, mein Hirte, nie entstehn erweck und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende als meinen Hirten dich. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 3* ir liegen hier 2²3. Wẽé 108 deinen Füßen, ach Herr von großer üt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort heißt immer Ja und Amen, dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; ach geh nicht mit uns ins Gericht. 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht, nur tröstet uns allein der Glaube, daß du dich noch erbarmen wirst. Ja, du hast noch ein Vater⸗ herz, drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns 5. Ach laß die wohlver⸗ diente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 6. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit, laß Lieb und Treu sich stetig küssen, und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Rirch und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen und deine sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel stimm in die Lieder Zions ein: der Herr soll mein Gott ewig sein. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Auf meinen lieben Gott. 24. o soll ich fliehen 224. Wé hin, weil ich be⸗ schweret bin mit vielen großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt her⸗ käme, mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zuge⸗ neigt. 3 deiner großen Güte: laß u auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Ich, dein betrübtes Kind, werf alle meine Sünd, so viel ihr in mir stecken und mich so heftig schrecken, in deine iifen Vund Hell gefunde +. Ducch Qut, vergo uash ab al mit Trost me her Schuld n ins Meer si⸗ 5. Du bi öst, weil d last, was ic Hhast du ver 0 hast due unds auch 6. Itme Uerd ich ihr ih dein B nich darauf u dir nur im bald v. I. Mir! Hiel doch w st alles mi mit deinem bewinde 3 ind Sünde. . Und wohlver⸗ her unspe wir nicht on deiner u. Ach n Schoß agen los. m Lapd 91— laß Lieb 3 üssen echtigkeit deinen 0 Haus dir Opfer sein mit soll dein igen, und dl finn ein: der ewig sein. 72—1787. hen Gott. ch flichen heil ich be⸗ en großen Rettung Welt her⸗ si h Gnad. 10 0 Gemüte Güte: 6 visser el eßen. Rind d, so v vi0 und mich 91 deine Buße und Bekehrung. tiefen Wunden, da ich stets Hel gesunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, vergossen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde, der Schuld nicht mehr gedenke, ins Meer sie tief versenke. 5. Du bist der, der mich tröst, weil du mich selbst er⸗ löst; was ich gesündigt habe, hast du versenkt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 6. Ist meine Sünde groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Blut se W und mich darauf verla Ver si zu dir nur fiudel, all Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel, doch was ich haben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht Ilagen mit dir kann ich sie schlagen; 1— Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Trutz bald schweigen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich, etzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Gen und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles 135 meiden, was mich und dich 225. Wo sol kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann, 1585—1647. Aus tiefer Not. ich hin, wer hilfet mir, wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir will ich mich frei be⸗ geben. Du bist, der das Ver⸗ lorne sucht; du segnest das, Mel.: so war verflucht. Hilf, Jesu, dem Elenden! 2. Herr, meine Sünden ängsten mich, der Todesleib mich plaget. O Lebens⸗Gott, erbarme dich, vergib mir, was mich naget! Du weißt es wohl, es auch und Hilf, damit ich ich mich legen. was mir gebricht; ich weiß sag es nicht. Her Jesu, dem rübten! 3. Du sprichst zu mir: Ver⸗ zage nicht! Du Iu uist: Ich bin das Leben. Drum ist mein Herz auf dich gericht; du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn, in Not als Herzog vor mir gehn. Hilf, Jesu, dem Zer⸗ knirschten! 4. Bist du der Arzt, der Kranke trägt,— auf dich will Bist du der Hirt, der Schwache pflegt,— erquicke mich mit Segen! Ich bin gefährlich krankund schwach; heil und verbind, hör an die Klag! Hilf, Jesu, dem Zer⸗ schlagnen! 136 Glaube und Rechtfertigung. 5. Ich thue nicht, Herr, Elender ich, wer wird mich was ich soll; wie kann ich doch erlösen von des Todes doch bestehen? Dies ängstigt Joch? Ich danke Gott durch mich, das weißt du wohl; Christum. wie wird es endlich gehen? Joachim Neander, 1650-1680. II. Glaube und Rechtfertigung. Mel.: O daß ich tausend Zungen. daß er dein Bestes W 11. 9 us Gnaden soll ich dir aus Gnaden helfen sollt? 226. As werden! Herz, 5. Aus Gnaden! Dieser glaubst dus, oder glaubst dus Grund wird bleiben, so lange nicht? Was willst du dich Gott wahrhaftig heißt. Was so blöd gebärden? Ists Wahr⸗ alle Knechte Jesu schreiben, heit, was die Schrift verspricht. was Gott in seinem Wort so muß auch dieses Wahrheit anpreist, worauf all unser sein: Aus Gnaden ist der Glaube ruht, ist Gnade durch Himmel dein. des Lammes Blut. 2. Aus Gnaden! Hier gilt 6. Aus Gnaden! Doch, du kein Verdienen, die eignen sichrer Sünder, denk nicht: Werke fallen hin. Der Mittler. Wohlan, ich greif auch zu! der im Fleisch erschienen, hat Wahr ists, Gott rufet Adams diese Ehre zum Gewinn, daß Kinder aus Gnaden zur ver⸗ uns sein Tod das Heil ge⸗ heißnen Ruh; doch nimmt er bracht und uns aus Gnaden nicht zu Gnaden an, wer noch selig macht. auf Gnade sündgen kann. 3. Aus Gnaden! Merk dies 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort:„Aus Gnaden,“ so oft Wort gehöret, tret ab von dich deine Sünde plagt, so aller Heuchelei. Denn wenn schwer du immer bist beladen, der Sünder sich bekehret, so so oft dich dein Gewissen nagt; lernt er erst, was Gnade sei; was die Vernunft nicht fassen beim Sündgen scheint die kann, das beut dir Gott aus Gnad gering; dem Glauben Gnaden an. ists ein Wunderding. 4. Aus Gnaden kam sein 8. Aus Gnaden bleibt dem Sohn auf Erden und über⸗ blöden Herzen das Herz des nahm die Sündenlast. Was Vaters aufgethan, wenns unter nötigt ihn dein Freund zu Angst und heißen Schmerzen werden? Sags, wenn du was nichts sieht und nichts mehr zu rühmen hast. Wars nicht, hoffen kann. Wo nähm ich aftmals St Onade nicht 9. Aus vil ichsterh. doch mir is mein sünd doch auch de soll; mein Herze lacht Onad schon 10. Aus hür Sünd schwinge me ind geh ge Iweifel, di nach Kanaa Rsu Wort oder füb Chr. Ludwit Nel.: Es ist , .* Hottes Gn loße Bejfa muß 8 wechnus; en und gr dlin ohn Dpiil. 2. Verf Iud steit mauen und raht ergre ant zu d lubenr zur sligens ohne Grau m Die euschenn ammt von lit, dad Hllt und sollt? Dieser o lange Was hreiben, Wort Iunser de durch doch, du nicht: uch zu! Adams zur ver⸗ immt er ver noch ann. Ver dies ab von m wenn hret, so lade sei int die Glauben eibt dem 6rz des n Unter hmetzen 3 mehr ahm i0 Glaube und Rechtfertigung. oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll; mein Geist ist froh, mein Herze lacht, weil mich die Gnad schon selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost, trotz allem Zweifel, durchs rote Meer nach Kanaan; ich glaub, was Jesu Wort verspricht, ich fühl es oder fühl es nicht. Chr. Ludwig Scheidt, 1709—1761. Mel.: Es ist gewißlich an der Zeit. 7 Der Glaub ist eine 227. D Zuversicht zu Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall thut es nicht; es muß Herz und Gemüte durchaus zu Gott gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein ohn Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift in völligem Ver⸗ trauen und Jesum Christum recht ergreift, auf sein Ver⸗ dienst zu bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 3. Dies Menschenwerk, der kommt von dem Herren; drum bitt, daß er in dir ihn stärk aber ist kein Glaub 137 und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, die guten Werke, an dir sein; sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens sich zu rühmen und böse Werk doch nehmen an, die Christen nicht eziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, sein Glaube sei nur Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist sich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei und vor dem Nächsten leuchte. Unbekannt,‚, 1714. V Eigene Melodie. 598*(Eins ist not! Ach 228. Eger, dies eine lehre mich erkennen doch; alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, dar⸗ unter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergetzt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur; wo Gott und die Menschheit in ein em vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste 138 Glaube und Rechtfertigung. Teil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen auf des einigen Genieß‚ da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ; ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, was Jesus, ihr Hei⸗ göttlichen Wandel und Leben, land, sie wollte belehren; ihr alles war Vwu in Jesum wurde ihr alles aller vergänglichen Lust, dein 4. Also ist auch mein Ver⸗ bewußt. versenkt un in einem geschenkt: langen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nach⸗ laufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit voll⸗ Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich Leben sei, Jesu, mir einzig 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich umströmt die Gnadenflut. Du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jetzo meine Seel ergetzt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich gesetzt. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, kommenen Preis. das also mich innig erquickt, 6. Nichts kann ich vor Gott als wenn ich dich, Jesu, im ja bringen als nur dich, mein Glauben erblickt. höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir er⸗ worben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, die 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchel⸗ schein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mih, di Vehe; gi nur achte gevinne, J. K 229. Gnad un Werk die sie mögen Glaub sie an, der ha than, er ist 2. Wa sch gebot lonnt hal und grof mannigfa wollt nic vom Gse nöchtenf Vilen l nur ein e da habe Glaube ö meine m Bild 2 ich ligung iet zum Leben, nd, mir ße mich Ist, dein einzig ch meht tömt die einmal Heilge hast du Ifunden, öllichen 0 dein Freiheit uGest „Fried ne Seel e frische us mich + rann Hen, als ch immer 1 hösen. ind leile Glaube und mich, Höchster, Wege; gib, daß ich hier alles nur achte für Spott und Jesum gewinne, dies eine ist not! J. H. Schröder, 1666-1699. Eigene Melodie. 229. Es. i ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte, die Werk die helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat genug für uns ge⸗ 96 er ist der Mittler worden. Was Gott uns im Ge⸗ —— gebot, da man es nicht konnt halten erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'setz erfordert allermeist, es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; und ist doch nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündge Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, die⸗ selbe Art aus eigner Kraft zu lassen, wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohnmaßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, und jedem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Doch mußt das Gẽsetz erfüllet sein, sonst wärn wir auf ewigem Rechtfertigung. ö 7* x ö halten, so 139 all verloren; drum schickt Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch geboren; der hat es ganz für uns erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 65 Und weil es nun erfüllet ist durch den, der es konnt lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalten. Nicht mehr denn: Licber Herre mein, dein Tod wird mir das Leben sein, du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht be⸗ trügen; nun sagst. du, daß kein Mensch verzag, d das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, dem ist die Seligkeit erkauft, daß er nicht werd verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset, der Glaub gibt aus von 995 den Schein, so er die Werk nicht lasset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Gesetz erkannt, schlägt das Gewissen nieder; das Evangelium kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh mit Gnn seinen Werken. 10. Die Werk gewißlich kommen her aus einem rechten 14⁰ Glaube und Rechtfertigung. Glauben, denn das nicht rechter Glaube wär, dem man die Werk wollt rauben; doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das ge⸗ schehen soll zur Freud, setzt Gott nicht feste Tage. Er weiß wohl, wenns am besten ist, und braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort laß dir gewisser sein, und ob dein Herz spräch lauter„Nein“, so laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gut⸗ that willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns begonnen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name; 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd g'scheh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot noch heut uns werd, wollst unsrer Schuld ver— schonen, als wir auch unsern Schuldgern thun, laß uns nicht in Versuchung stehn, lös uns vom Übel. Amen. Paul Speratus, 1484— 1554. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 230 Ewge Liebe, mein Gemüte waget einen kühnen Blick in den Ab⸗ grund deiner Güte; send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, der die Finsternis zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß du dich erbarmet hast und aus freiem edlen Triebe den allweisen Rat gefaßt, der verdammniswerten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O, ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, welcher uns hilflosen Armen Gnade, Trost und Hilfe beut. Liebe, die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch be⸗ stimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Anteil nimmt; wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Da du keinen zum Ver⸗ derben ohne Grund verdammet hast, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod mutwillig ihn aus v 6. Ewi— sungen, u cchlossen ha Engelzung heilgen Ra in Demut eestaunend Bifen find ganz ergrü . Liebe eben, mei in. Richt Aben so n em, daß de Ind Kraft, nir geschaf dienen mö. Kchten W. 8. Laß Vetrauen Hegen sehn; ohne Grau autgegen g ne Seele. mein waget en Ab⸗ nd ihm n Blick nsternis Auge ch dem o Liebe, et hast Triebe ißt, der t durch rch des uGnad ben. uß voll ld und r uns „Bost he, die nt, der nt, um en aus etten. o Weise uch be⸗ r darin Anteil Mittler ergeben erloren d Leben m Ver⸗ dammet venn ste Bosheit ubt an Fluch Glaube und Rechtfertigung. und Tod zum Lohn, sein mutwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank be⸗ sungen, was dein Rat be⸗ schlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen heilgen Rat, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen meinem Heil ent— gegen sehn; alsdann werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun. 0 Och freue mich, mein 231. JHGott, in dir und bin getrost, wenn ich dich hier zu meinem Teil erwähle. Du, Herr, bist mein, und ich bin dein; was mangelt meiner Seele? 147 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, wirst gnaden⸗ voll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Teil an seinem Heil; dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint, wo find ich deines⸗ gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht; in dir leb ich zufrieden. So dort als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du segnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ur⸗ sprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. 142 Himmel einst gewährt; doch 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Teil, das wird mir niemand rauben. Salomon Liscow, 1640— 1689. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 520* Sch habe nun den 232. Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Er⸗ barmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt; dem alle⸗ mal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, deswegen klopft er für und für so stark an unsres Herzens Thür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut be— 6⁰ ständig schreit: Barmherzigkeit, Glaube und Rechtfertigung. 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weg⸗ gerissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 7. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvoll⸗ kommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Er⸗ barmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 9. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens höchst erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Joh. Andr. Rothe, 1636—1758. Mel.: Valet will ich dir geben. 233.* 20 weiß, an wen ich glaube; ich Barmherzigkeit! weiß, was fest besteht, wenn alles hie Staub ur ich weiß, wo alles! Wahn die Ulg die 2 Jh dauert, i verllißt a mmuert, ste fest: Es Vorte, di lar; an halb'ich u 3. Auck Mister, baut: es Geister, a schaut, vor anbetend die Heilge und kenne 4 Da ar da Whrist, der sihe, der aunmernel I u Kuchte luhtet 5. Cr, um Abend er von aus dem Reine S˙ sänen Ge ewig meiy 6. Dr gaube, ö beseht u saube 1 ich mich Uichmich ud wenn kränken, es Herze Jzu allet herzigkeit dre weg⸗ und Leib ö Hich von 6 und than; ist so weit: herzigkei. meinen mnen ich Unvoll⸗ „ so füllt hin; doch st 5 as eit ach dessen al Er⸗ Hle selbst damit es rgißt; 0 ů05 in, therzigk 4 unde wil mich di will i0 reiben, U bewegt 0 1 5 Glaube und Rechtfertigung. alles hier im Staube wie Staub und Rauch verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet- und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nie verläßt; auf ewgen Grund ge⸗ mauert, steht diese Schutzwehr fest: Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 3. Auch kenn ich wohl den Meister, der mir die Feste baut: es ist der Herr der Geister, auf den der Himmel schaut, vor dem die Seraphinen anbetend niederknien, um den die Heilgen dienen— ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der öhe, das ist mein Jesus hrist, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, mein Duente und mein Hort, die euchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 5. Er, den man blutbedecket am Abend einst begrub; er der von Gott erwecket, sich aus dem Grab erhub; der meine Schuld versöhnet, der seinen Geist mir schenkt, der mich mit Gnade krönet und ewig mein gedenkt. 6. Drum weiß ich, was 90 glaube, ich weiß, was fest besteht und in dem Erden⸗ staube nicht mit als Staub 143 verweht. Es bleibet mir im Grauen des Todes ungeraubt; es schmückt auf Himmelsauen mit Kronen einst mein Haupt. E. M. Arndt, 1769—1860. Mel.: Mein Herzens Jesu, meine Lust. 234 Ich weiß, an wen OO;mein Glaub sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigkeit,— erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was lann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigentum! du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu,** eile ich ihm freudig zu; reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und wäͤhrt nur kurze Zeit. Im Himmel sei mein Wandel! 144 5. Jetzt, da mich dieser Leib unen ist mir noch nicht erschienen, was jene bessre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag er⸗ scheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh ich hier mein Heil; dort ist mein Antlitz heiter. Hier ist die Sünde noch mein Teil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch ver⸗ hüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht, nur des Ge⸗ rechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten Christoph Christian Sturm, 1740—1786. Mel.: Alle Menschen müssen sterben. 235. Iesn⸗ sieh mich an Vin Gnaden! Sieh mein Elend, meine Not. Laß dichs jammern, hilf Schaden. Glaube und Rechtfertigung sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam ist auch dein Ruhm, das erfährt dein Eigentum. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich eingen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach wie hoch bedarf ich deiner! Jesu, so gedenk auch meiner; denk an mich, sprich nur ein Wort, o, so weicht mein Jammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Olberg band, dein für uns geschmecktes Leiden, dein am Kreuz so schmerzlich Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn. 4. Wenn die Hände sich nur regten, war die Hilfe schon bereit; wenn die Lippen sich bewegten, schallte lauter Seligkeit; ach, sie hießen zu dir kommen nicht die Heilgen, Starken, Frommen; nur den Sündern riefen sie, die voll Arbeit, Angst und Müh. dem Ach, er bringt mir — Jesu, sollt ichs denn nicht wagen? Sollt ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirst du dich erbarmen, weil doch deine Gnad und Huld größer ist als meine Schuld. 6. Vo schwerden ist, da laf werden, I bist. Reif Satans E Hölle Be Nimm meit Sinn, Lei alles hin. 7. Mad eigen, fit beliebt. leiden, 0 dein Rat stil mein 25 ich m dich hier und dort Caf Nel.: Je 236. saget dochd welche von auf 15— Hier ist, w Iaus nin olltest du ich nicht Wie dein n Ruhm, gentum. Srbarmen, uns lenkt, zohn den mir zum wie hoch Nesu, so denk an Wort, o, mer fort. er Lippen, Hand, jn Krippen oerg band schmecktes Kreuz so ist, so n, zu der n. ünde sich die Hilfe ie Lippen lte lauter hen zu di Heilgen nur den die vol n d ichs der h denn 7 Gall n, Well in? W. Armen, erbarmel, nad Ind 1s mellle Glaube und Rechtfertigung. 6. Wo die Sünde mit Be⸗ schwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist. Reiß mich los aus Satans Stricken, brich der ölle Band in Stücken. imm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel und alles hin. 7. Mach mich dir auf ewig eigen, führ mich, wie es dir beliebt. Lehr mich meiden, leiden, schweigen, folgen, wie dein Rat mich übt. Ach so still mein ängstlich Quälen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit und dort in der Ewigkeit! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. * Oesus nimmt die 236. Sünder an, saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt. Sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht ver⸗ rr ö derben kann: Jesus nimmt die hinter sich. Hab ich das Sünder an. 14⁵ 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubets doch und denket dran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie kraft deines Bluts dennoch sich in schnee⸗ weiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht, wer will mich vor Gott verklagen? Der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann; Jesus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an, mich hat er auch ange⸗ nommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. Erdm. Neumeister, 1671—-1758. Mel.: Valet will ich dir geben. 237* Ist Gott für mich, 4 so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles Haupt zum Freunde und bin 10 146 geliebt bei Gott, was kann mir thun der 940 und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Glaube und Rechtfertigung. Wellen, und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich inr ist Christus und sein lut, das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem strengen Sitz; ich müßte stracks vergehen wie Wachs in Feuerhitz. 5. Mein Jesus hat ge⸗ löschet, was mit sich führt den Tod, der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, em kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmet mir mein Herz; die Höll und ihre Flammen, die sind mir nur ein Scherz. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mick betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kum⸗ mer hin, gibt Segen und Ge⸗ deihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde er⸗ siehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durch⸗ süßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem ver⸗ bindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brot. 12. Da⸗ Horgen, dos hich Will ich ih mich z Heb und Le ih hab, al lehen und 13. Di⸗ lechen, du lein Brenne hall trenne lin Hunge Rin Armut Zum des nir ein Hi 14. Kei den, kein T keit,kein Li ein Angf vas man 66 sei lle limes sol deinem Ar D M Sprüngen aurig sei Ind Sine Sunnensch mirlache, Chrst, da nachet,is. Pauf Ei 236.9 diunter! len Mens hann, die Retung Weite sh undr it Flügeh der mich bohnt mir et meinen Sorg und llen Kum⸗ und Ge⸗ er in mil has Abbo iner Kraft inem Orte chwachhett spricht e chlich sind N Munde, bußt, der runde er⸗ chtmeinen Trostwort hilfe leist. Ruh, und ein edle und Herze aubet hat Teil und zugeicht nd sterbe mel nicht erfeuchte Zeit, men len durch⸗ dem ve⸗ ucht uo folgt un were Lat en, gell Das Kei sed n Glaube und Rechtfertigung. 12. Das ist mir nicht ver⸗ borgen, doch bin ich unverzagt, dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab, an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zer⸗ brechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, keine Freu⸗ den, kein Thron, kein Herrlich⸗ leit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Katen und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Eigene Melodie. ein Heiland nimmt 238. M die Sünder an, die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden; den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel sein; 147 den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zu⸗ gesprochen, wird diese Freistatt aufgethan: MeinHeilandnimmt die Sünder an! 2. Sein mehr als mütter⸗ liches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und schmeckte den ver⸗ dienten Tod; nun, da er denn sein eigen Leben zur teuren Zahlung hingegeben und seinem Vater gnug gethan, so heißts: Er nimmt die Sünder an! 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein sichres Schloß ge— jagter Seelen; er spricht sie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut ver⸗ senket; der Geist, der ihnen wird geschenket, schwingt über sie die Gnadenfahn: Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an! 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen blutbefloßnen Armen; das neiget dann den Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt, ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan: Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an! 5. O, solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen 10⁰² 148 Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn — Auge vor ihm thränet! ie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäus Heu Wie sanft stillt er der agdalenen Ran milden Fluß erpreßter Thränen und denkt nicht, was sie sonst gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an! 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen! Nun, dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Breuden den Sündern lieb⸗ reich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an! 7. So komme denn, wer Sünder heißt und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der keinen von sich weist, der sich gebeugt zu ihm begibet! Wie? willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren Larger Wil st du der Sünde änger Deen, da dich zu retten er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn. Mein Hei⸗ land nimmt die Sünder an! 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich nieder⸗ drückt, du wirst auch seufzend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie Glaube und Rechtfertigung. er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umge⸗ sehen! So komm denn, armes Herz, heran! Mein eiland nimmt die Sünder an! 9. Sprich nicht:„Ich habs zu grob gemacht, ich w8 die Güter seiner Gnaden lang und schändlich umgebracht, er hat mich oft ionst geladen.“ Wenn du es jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm an. die Hände binden, und sollst jetzt noch Gnade, süaden⸗ er hilft, wenn sonft nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an! 10. Doch sprich auch nicht: „Es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen, Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen.“ Nein, weil er ruft, so höre du und greifr mit beiden Händen zu. Wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit verfäumet; ihm wird hernach nicht aufgethan, heut komm, heut nimmt dich Jesus an! 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder! Erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Wamskuderl Zeig uns bei unserm Seelenschmer⸗ dein aufgeschloßnes Liebesherz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder agen kann: Rimmt Jest L. Frz. Ma.: O da 339½ uhren, Erb icht wert. den Wunde Hetz hats weiß ich do ind rühme 2. Ih Inm verd Hott in hat mich ühnet und des Sohn lm dies shichts? veter nich 90 Das tt, beler chtl. M. em Flehen dir umge nn, armes Heiland an! „Ich habi i die n so lang ebracht, e geladen. lur 4* all mit l ihn nden, und h Gnade enn sons n. Mein zünder an uch nicht ich muß 50 Got ht gleich adenpforte il er ruft mit beiden iner Secl er hat di net;. aufgethan immt dig dlig Jüßn 21 Glaube und Rechtfertigung. sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an! L. Frz. Fr. Lehr, 1709—- 1744. Mel.: O daß ich tausend Zungen. 239* ir ist Erbar⸗ 239. M mung wider⸗ fahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; Gott hat mich mit sich selbst ver⸗ sühnet und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum ge⸗ schichts? Erbarmung ists und weiter nichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist m Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir, und 149 führe einst im Tod mich Armen durch meines Heilands Tod zu dir. Da bin ich ewig recht erfreut und rühme die Barmherzigkeit. Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie. 240. Nun freut euch, lieben Christen gmein, und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt' mich besessen. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend über⸗ maßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. —.— 150 Glaube und Rechtfertigung. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:„Es ist Zeit zu erbarmen, fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen, und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben.“ 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt' er sein Gewalt, er ging in meiner armen G'stalt, den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein, uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben, das leid ich alles dir zu gut, das halt mit festem Glauben. Den Tod versch Lund das Leben mein, mein Unschn d trägt die Sünde dein, da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, das sollst du thun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; das laß ich dir zur Letze. Dr. M. Luther, 1483-1546. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 241 O Gottes Sohn, 2 Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding es ist, noch standhaft zu verbleiben; drum hilf du mir von oben her, den wahren Glauben mir gewähr, und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Christe Jesu, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich gelobet und ge⸗ preist in dem dreieingen Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil die wahr Erkennt⸗ nis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du vergibst die Sünden. Hüln daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, es wohl zu Herzen fasse; daß sich mein Glaube immerfort auf dein Verdienst verlasse; daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, dein Kreuztod zugerechnet. 5. Den( tlösten sich dethossen, Bunden ick Hehlossen Hlauben a Nns dieselb lllzeit für 6. Wär Nie Senfto nn ihn k u doch in duß deine Die das zen hlicht, das luch vollen in dem So . Hiff, jilig sei, gchalten, auch dabei nög walter serzeit, Ierilt Rüchten. . Herr vohn in m mnrstärken, r und fit Aan, uurh die“ G8u Rähsten 1 ren; und Menschen der edle dir zur 163—1546. n der Zeit. 3Sohn, su Christ gläuben, ingees ist erbleiben; von oben uben mir ich drin unterweise Rer kenne Feuu, dich ten nenne, n heilgen t und ge⸗ en Besen m großen Erkennt⸗ nur an di ichs such 1 bitt d führt, Leben. ich traut wohl ich mel n dein daß zu erd, West⸗ behwen rechnet Glaube und Rechtfertigung. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden ich bleib allzeit ein⸗ geschlossen und durch den Glauben auch die Welt und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein und daß man ihn kaum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerknickte Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in dem Schwachen. 7. Hilf, daß ich stets sorg⸗ fältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich sei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich in mir stärken, daß er sei fruchtbar für und für und reich in guten Werken, daß er sei thätig durch die Lieb, mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten treu zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich üb die gute Ritter⸗ schaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligkeit, erlange. 151 10. Herr Jesu, der du an⸗ gezündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollst es stärker machen; was du ge⸗ fangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folgt das Schauen. David Denicke, 1603—1680. Mel.: Nun freut euch, lieben Christen gmein. 240*(Such, wer da will, 24⁴2. S ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen; sein Wort ist wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein, denn wohl wird sein dem, der ihn herz⸗ lich ehret. 152 Glaube und Rechtfertigung. 4. Meins Herzens Kron und Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß 2.— im Kreuz nicht zagen. eich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig dir lobsagen. Georg Weissel, 1590- 1635. Mel.: Unser Herrscher, unser König. 3* eicht, ihr Berge, 243. Walt ihr Hügel, brechet, alle Felsen, ein! Gottes Gnade hat das Siegel: sie will unverändert sein. Laßt die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen, Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenngleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, ob die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen; so fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu gesinnt und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein ge⸗ liebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Friede mit mir i wenn die Welt gleich ärmen macht; ihre Liebe mag erkalten, ich bin bei ihm wert geacht, und wenn Höll und Abgrund brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer, so hat er sich selbst genennt; das ist Trost, so werd ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Er⸗ barmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides thu. 8. Nun, es bleibt mein ganz Vertrauen auf ihn anker⸗ fest gericht, auf ihn will ich Felsen bauen, denn ich weiß, daß es geschicht. Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn. Benj. Schmolck, 1673—1787. Mel: Hert 24. 6 nir, schler Hor und ind laß ni nahen He 2. Dir neine Thi Vohne du Mrennigke Eenpel u g. Laß Uht und Mgesicht ind Gemi rchöpfter +. Und HOer zugle in Seger 0 Stärk aner milt 9.% S⁰ ianm) in Eig⸗ achten für ur dir er Hetrr. Ml. Etha 25. lß von de Heiz und Schein d llt sen Gott is treu, ob helei. en Frieden uter Krieg ält immer fällt alle ir er nicht ist und ntlitz sic Herz doch ezeugt in sein ge⸗ er bed⸗ ach Grund e mit mi Lelt gleich Liebe mag ihm Wert Höll und bt er nu hild. Fist mein sichsch Trost, mmermeht Sein Er⸗ u, daß e Wandel im Licht. III. 153 Heiligung. 1. Wandel im Licht. * Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 244 Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür, ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit hinaus aus deinem Tempel und Wohnhaus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen un⸗ erschöpfter Güt! 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gib Weis⸗ heit, Stärlke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinr. Georg Neuß, 1654— 1716. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 2⁴45 rneure mich, o — ewges Licht, und laß von deinem Angesicht mein erz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und er⸗ füllet sein. nicht ihr Gut und G 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sünden⸗ wust; ach rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will, ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinne gehn, laß sie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu Angesicht. J. F. RNuopp, 1708. Eigene Melodie. 246 Fahre fort, fahre 5 fort, Zion, fahre fort im Licht, mache deinen Leuchter helle, laß die erste Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort, fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trüb⸗ sal, Angst mit Spott und Hohne; sei bis in den Tod etreu, siehe auf die Lebens⸗ one; Zion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich, leide an 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Wel, die dich suchet groß zu.—1 achte nimm 154 Wandel im Licht. nicht an das Bild des Drachen; Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ spricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides, das was krumm und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott; stärke dich mit Geist und Leben; sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchel⸗ schein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden. Auf, das Kleinod rückt herbei; auf ver⸗ lasse was dahinten; Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! J. E. Schmidt, 1669—1745. Mel.: Herr Christ, der einig Gottssohn. 0* Gerr Jesu, Gnaden⸗ 24⁴7⁷. Hpun Wahnae Lebenslicht, laß Leben, Lichtund Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott, versag mirs nicht. 2. Vergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich, laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben, ach Herr, er⸗ höre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch dein heiliges Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. 5. Mit deiner Kraft mich rüste, zu kreuzgen mein Begier und alle bösen Lüste, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohl⸗ gefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnaden⸗ werke, die dein Geist schafft und thut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, wend alle moch mich ich deiner zu erfüll llüstig be . Ml J 28. sind Gäste wir dort die Wüst hier ist hrohen ur 2 di mein Gei helet, u. llbereite chmeket. Immertl Hochrits eSünden dich; laß iden und laß deine armes herr, er⸗ meiner hamẽsinn, erwählen, rthin zu nd dir zu löset bin. ckenntnis jort, und lis durch damit ich in der Tutz der raft mich nn Begier u daß ich ndenwelt m Fleisch b in dit. ne Liebe daß ich dich eig mm Wohl e walle hn. rleih mi wast und Gnaden st schaft all mem sen nicht 9ut. ott der 0 Trel, Wandel im Licht. 155 wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir, kräftig bei. L. A. Gotter, 1661—-1735. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. immelan eht 2⁴8⁸. 9 unsre Bahn, wi sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort in Kanaan durch die Wüste kommen werden; hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hin⸗ gehöre; wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmel⸗ fahrt. 4. Himmelan! denk ich all⸗ zeit, wenn er mir die Tafel decket, und mein Geist hier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren; Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmel⸗ an! das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benj. Schmolck, 1672—- 1787. Eigene Melodie. 249 J ruf zu dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen; ver⸗ leih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest du mir geben, dir zu leben, dem Nächsten nütz zu sein, dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott; die Hoffnung gib daneben, voraus wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf all mein eigen Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund den Feinden mög vergeben; verzeih mir 4185 zu dieser Stund, schaff 56 Wandel mir ein neues Leben; dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht abkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; getreu sein bis ans End gib mir, du hasts allein in Händen; und wem dus gibst, der hats umsonst,‚ es mag niemand erwerben noch ererben durch Werke deine Gunst, die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb, du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Johann Agricola, 1492—-1566. M Eigene Melodie. Qesu, hilf siegen, du 250. Sa des Lebens, sieh, wie die Fin ternis dringet herein, wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein; Satan, der sinnet auf aller⸗ hand Ränke, wie er mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen, der du mich erkaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und im Licht. Welt mich zu berücken ganz grimmig anlaufet oder auch schmeichelnd sich listig verstellt. Wüten die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen. 3. Jesu, hilf siegen! Ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach laß mich schmecken dein kräftig Versühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 4. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt. Wenn ich die Last der Begierden empfinde und sich mein tiefes Verderben darlegt, so hilf, daß ich vor mir selbst mag erröten und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten. 5. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durchheiligen Trieb; laß mich eindringen ins gött⸗ liche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 6. Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen wider den listigen, tückischen Feind? Wer mag doch dessen Versuchung entgehen, der wie ein Engel des Lichtes erscheint? Ach Herr, wo du weichst, so muß ich ja tren, we Lit sucht 7. laß mich sich die K blähn un der Wah laß doch! Maft sel Rechten, lehre mich die Geiste 8. Je Vachen schläff nicht ein; unendlich bersproche sein; wen Fmünn unih Wacken. 9. J. alles versc Rchts u sahl Vem en gan er 910 verstellt. naußen Herr, innen. nI Ach : Herr, mer vor Sünden jen, die täglich hmecken n und ütigung „ Wenn igenlieb, nst sich Jast der ind sich 41 ir sel t ch dein IFleisch en und ie Lüste ib, daß Geistes 8 sich NTricb 15 gött⸗ in Geist en. nI Ver Wandel im Licht. 157 irren, wenn mich der Schlange List sucht zu verwirren. 7. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken; wenn, sich die Kräfte der Lügen auf⸗ blähn und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft sehn! Steh mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 8. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen, mein Fürsprech zu sein; wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 9. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet und ich mein Nichts und Verderben nur seh! Wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh, ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 10. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang; so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein .99 mit frohem Gesang. ie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen. 11. Jesu, hilf siegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach du mich würdig und stetig bereit, daß ich könn nennen mich recht deinen Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, hilf du mir Lehen mein Heil, Trost und Leben. J. H. Schröder, 1666—1699. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. 251.* Kommt,Kinder, laßt uns gehen, der Abend kommt herbei; es ist gefährlich stehen in dieser Wüstenei. Kommt, stärke: euren Mut, zur Ewigkeit zu wandern, von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; ein jeder sein Gesichte mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Gehts der Natur ent⸗ gegen, so gehts gerade doch Die Fleisch und Sinne pflegen, sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur und was euch sonst will binden; laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur! 4. Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß und wahrlich leer; viel sammeln, halten handeln macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der 158 trag sich tot, wir reisen abge⸗ schieden, mit wenigem zufrieden; wir brauchens nur zur Not. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib noch Haus, wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sich schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. 6. Ist gleich der Weg sehr Kcber so einsam, krumm und schlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze Wandel im Licht. wenig treuer, von allen Dingen freier gewandt zum ewgen Gut. 10. Es wird nicht lang mehr währen, halt noch ein wenig aus; es wird nicht lang mehr währen, dann kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn, wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wirds thun! 11. Drauf wollen wirs denn wagen, es ist wohl wagenswert, und gründlich dem absagen, was aufhält und beschwert. Welt, du bist trägt; es ist doch nur ein Weg; laß sein, wir gehen weiter, wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Geheg. 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut, mit süßen Sonnenblicken uns locken und erquicken; ach ja, wir habens gut. 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu; man trag, man helfe allen, man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unser Liebesbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern, der Weg kürzt immer ab; ein Tag der folgt dem andern, bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur wenig Mut, nur noch ein noch ein uns zu klein, wir gehn durch Jesu Leiten hin in die Ewig⸗ keiten, es soll nur Jesus sein. Gerhard Tersteegen, 1697- 1769. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 50 Sommt, laßt euch 252. K den Herren lehren, kommt und lernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund, glauben auch von Herzensgrund und bemühen sich daneben Guts zu thun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für; denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich selbst gering hier schätzen. 2— 055 Selig sind, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern sindt, d llagen il Sünd; gehn, oft stehn: di Erden ur werden. 4. Se Hetzen, Wpüren ka Votz ve geme jed uchen eig Hott die Herr so f dus Land 5. Sel treben ne Treu, de Ind Lebe Unrecht s Ind rech slomm un tug und wind Gott Seli n Dingen ogen Gut. icht lang noch ein nicht lang 1 kommen Da wird venn wir u daheim wie wohl, mi len wirz ist wohl gründlich Naufhält lt, du bist sehn durc die Ewig⸗ Jesus sein. 1691—159. meine Secl. laßt euch ren lehren allzumal ee gehöreh sten Zahl. em Mund ensgrunt daneben 10 sie lebel Wandel findt, die beseufzen und be— klagen ihr und andrer Leute Sünd; die deshalben traurig gehn, oft vor Gott mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Trotz verschmerzen, weichen gerne jedermann; die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach; diese will der Herr so schützen, daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht sei; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Be⸗ trug und Unrecht hassen, die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Er⸗ barmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behilflich sind mit Rat, auch womöglich mit der That, werden wieder Hilf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jeder— zeit, die in Werk, Wort und Gebärden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht I t die unreine Lust der elt, sondern sie mit Ernst vermeiden, werden schauen Gott mit Freuden. im Licht. 8. Selig sind, die Frieden machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in „allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten aller⸗ seits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es 8600 nicht verschulden und gerecht befunden sein; ob des Kreuzes gleich ist viel, setzet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht gering, meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, immer hab ein reines Herz, die in Unfried stehn, versühne, dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaubb an deinen Sohn und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. Unbekannt 1680. Mel.: Lasset uns den Herren preisen. 553* Hasset uns mit Jesu 253. L IHen seinem Vorbild folgen nach, in der 160 Wandel im Licht. Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immer fort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden leich. Nach dem Leide folgen Weuden, Armut hier macht dorten reich, Thränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir, dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewig⸗ lichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wieder⸗ eben; Jesu, unser Haupt du ist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter—.4 7 für deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sigism. v. Birken, 1626—1661. Mel.: Straf mich nicht in deinem Zorn. * ache dich, mein 254. M Geis. bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe, denn es folget sonst darauf eine lange Strafe; und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnaden⸗ gaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt be⸗ zwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an +. bringe. Wach und sieh, es fehlt nie hier an falschen Brüdern unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List und kann sich bald heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. B Mitten ir der Herr dem alle rückt u schlafrig Verk nie 8. VN, wenn er Lerlanget wir woll ihn unser Flash n überwinde 9. Dor und schon Wenn wir Sohn in denn er ener Gu ir glaub 10 nicht in ich, mein st, bereit „daß dich unverhofft t Satans nmen zur t recht auf lafe, denn eine lange samt dem u Sünden sonst kann erleuchten; in Licht dit denn Gott 1 Gnaden⸗ haben. ch Satans hlaf mag sonst emn jerwinden sen, wenn dich nich ewalt be 1 sie sih sich bringe fehlt m dern untn auch fi leisch— frepertc erze: dan und hnn und Wandel 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen, denn der Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst beschütten, wenn wir glaubend bitten 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burkh. Freystein, 1671—1720. Mel.: O Gott, der du ein Heerfürst bist. Jein Leben ist ein 255. M Pilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrim⸗ stand, ich reise nach dem Vaterland. im Licht. 161 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, läuft meines Lebens Stunden⸗Glas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder; ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit, eröffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach; der Lebensweg hat auch sein Ach! Man wandelt nicht auf weichen Rosen; der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich abreißen von dem Ziel; ich muß mich oft in Dornen stoßen, ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die ihr Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmen auf mich zu, mein matter Geist findt nirgends Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Himmelsthor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt, laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach eile du und fleug mit Gnad und Hilf herzu. 6. Durch deinen Geist mich heilig leit, gib in Geduld 11 162 Beständigkeit, vor Straucheln meinen Fuß beschütze. Ich falle stündlich, hilf mir auf, zeuch mich, damit ich dir nachlauf, sei mir ein Schirm in Trübsalshitze. Laß deinen süßen Gnadenschein in Finster⸗ nis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden; und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruh, da Streit und alle Müh verschwinden; laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Pilger⸗ ö land der blinden Welt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen, dort werd ich mit der Himmels⸗ schar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o bleib nicht lang, hier in der Wüste wird mir bang. Friedr. Ad. Lampe, 1688- 1729. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach Mir n wuht ö ir nach, spri 256. M Christus unser Held, mir nach, ihr Christen alle, verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Demiütigkeit, voll Lie Wandel im Licht. Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz voll e mein Gemüte; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von Sanftmut und von Güte; mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu reingen und zu scheiden; ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn sieht angehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich ver⸗ lieren; wer sie hier zu ver⸗ lieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, ge— trost und gern in allen Leiden stehen; wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Joh. Scheffler(Angel.), 1624—1677. 357⁷½. der du bei dem Schand nel ist: lichte w bis und führet 2. J Wille, Berk; Rulle a Stärk.! Derliere hat, un führest; 3.2 vollend ande in dein st auf wohl v Refange Rreuzes aht un 4. 8 Retten eufzen, um Erl. den Die Ins no zu mir mir, darf schweben; ich weise wahrhaftig ist voll Liebe mein dder fleußt Sanftmut nein Geist, d Sinn ist ut auf ihn. das, was liehen und Herz von jen und zu der Seelen o führ euch rt. zu schwer, teh euch an npfe selbst „bin alles Ein böser stehn, wenn cht angehn. zu finden nich ver⸗ eb zu verl⸗ sie in Gott sein Rreuz ir, ist mein Wandel Eigene Melodie. 57* ler Dandr 257.—— aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Him⸗ mel ist: übe ferner dein Ge⸗ richte wider unsern Adamssinn, bis uns dein so treu Gesichte führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns ver⸗ acht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so harte drückt, un⸗ geacht der Geist in Zeiten sich auf etwas Bessres schickt. 5. Ach erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenk⸗ im Licht. 163 lichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, we des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Herr, zermalme, brich, zerstöre diese Macht der Finster⸗ nis, denn der preist nicht deine Ehre, den sie fort zum Tode riß. Heb uns aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangen⸗ brut hinaus, laß uns wahre Waters finden in des ewgen Vaters Haus. 7. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie dus nötig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 8. Herrscher, herrsche, Sieger, siege, König, brauch dein Re⸗ giment; führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End; laß doch aus der Grub die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht so quälen, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefällig⸗ keit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitel⸗ keit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle schreien wir dich an: zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Frei⸗ heitsbahn. 10. Ach wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein. Drum, so wahr du bist gestorben, mußt du 11¹⁷ 164 Wandel im Licht. uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen nach dem bestem Bild gebildt; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben, führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan, du wirst nicht säumen, wo wir nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wann die Freiheit bricht herein. Gottfr. Arnold, 1666—1714. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 258. O großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir zur steten Wohnung auser⸗ lesen, ach schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte durch ungefärbte Buße rein und laß es, Herr, durch deine Güte in Christi Blut gewaschen sein; dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, der mein getreuer Bei— stand sei und mir erwünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir aus Gnaden bei und gib mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Auch führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit. Joh. Olearius, 1611—1684. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 2 O süßer Stand, o 259.— selig Leben, das aus der wahren Einfalt quillt, wenn sich ein Herz Gott so ergeben, daß Christi Sinn es ganz erfüllt, wenn sich der Geist nach Christi Bilde in Licht und Recht hat aufgericht und unter solchem klaren Schilde durch alle falsche Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieblich scheinet, ist solchem Herzen Kinderspiel; was mancher für unschuldig meinet, ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? es gilt der Welt absagen, hier heißts: Rührt kein Unreines an! das Kleinod läßt sich nicht erjagen, es sei denn alles abgethan. 3. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, als die im Blute Christi liegt; die reine himm⸗ lsche Beg heit schot remen Gottes 9 wie könn Winde genomme 4. Vl allen Pl sich selbf damit sie Christi S den Sche heget, b Neid; i dazu tr lauter 5. Herz zu Christi“ hin, ihr hartt m berückt! Lampen Schein — 0 ie Seel das Ihi 6. M Ean LEunfalt stoß kle ja Bn Hnade deinen den und leite durch für. ch die igkeit. 1684. uchs nd, o „ das guillt tt so in es der de in ericht flaren alsche und lchem was leinet, u zu der ißts: das agen, n. von Blute imm- Wandel im Licht. lische Begierde hat solche Thor⸗ heit schon besiegt; an einem reinen Gottesimde glänzt Gottes Name schön und rein; wie könnt es denn vom eitlen Winde der Welt-noch ein⸗— genommen sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, damit die Welt sich selbst anficht, vom Neid, damit sich andre tragen, weiß Christi Sinn und Einfalt nicht; den Schatz, den sie im Herzen heget, behält sie wider allen Neid; ist jemand, der Lust dazu träget, das macht ihr lauter Herzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr thörichten Jungfrauen, harrt nur, bis euch die Nacht berückt! Ihr laßt das Ol den Lampen fehlen, ein falscher Schein trügt euren Sinn; sucht doch was Bessres für ie Seelen und gebt der Welt das Ihre hin! 6. Ach Jesu, drücke meinem Emzal den Sinn der lautern infalt ein; reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, der Welt ihr Wesen, Tand und Schein! Der alten Schlange Bild und Zeichen trag ich nicht mehr, drum laß mich nur der Einfalt Zier und Schmuck erreichen: das ist die neue Kreatur. Joh. Jos. Winckler, 1670—1722. 165 Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 260. O Vaterherz, o Licht, o Leben, o treuer Hirt, Immanuel, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret Leib und Seel. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren, so geh nun mit mir aus und ein und leite mich auf allen Tritten; ich geh(ach hör, o Herr, mein Bitten) für mich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rat; drum sei in groß und kleinen Dingen mir immer selber Rat und That. Du willst dich meiner gar nicht Vn ich mag dich ja zu allem nehmen, du willst mir selber alles sein; so sollst du denn in allen Sachen den Anfang und das Ende machen, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du leitest mich, ich kann nicht gleiten. Dein Wort muß ewig feste stehn; du sprichst, dein Auge soll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güt und dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. O daß ich nur recht kindlich sei, bei allem gläubig zu dir flehe und stets auf deinen Wink nur sehe, so spür ich täglich neue Treu. 4. O daß ich auch im Kleinsten merke auf deine Weisheit, Güt 166 Wandel im Licht. und Treu, damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb und lob und ruhig sei und deine Weisheit lasse walten, stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; denn lauf ich vor, so lauf ich an. Drum mach im Besten mich gelassen, nichts ohne dich mir anzumaßen; was du mir thust, ist wohl⸗ gethan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille sei für mich Schranke, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen, ja laß mir nichts am Herzen hangen als deines großen amens Ruhm; der sei allein mein Ziel auf Erden; ach laß mirs nie verrücket werden, denn ich bin ja dein Eigentum. 6. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben und was nicht deines Willens ist, das strafe bald in dem ewissen; laß Blut und Wasser auf mich fließen und tilge, was nicht lauter heißt. Laß nur dein Lob zur Lust mir werden und dann das Heil der armen Herden nach einer reinen Lieb im Geist. 7. So lob und lieb ich in der Stille und ruh als Kind in deinem Schoß. Das Schäf⸗ lein trinkt aus deiner Fülle, die Braut ist aller Sorgen bloß; sie sorget nur allein, in allem dir, ihrem Bräutgam, zu gefallen, sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; was du nicht bist, laß ganz zerringen, o reiner Glanz der Ewigkeit. Karl Heinrich v. Bogatzky, 1690—- 1774. Eigene Melodie. * Minge recht, wenn 261. R Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geit sich recht ent⸗ lade von der Last die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, 40 dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, halte damit feurig an, laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht gethan. 6. Hast du dann die Perl errungen, denke ja nicht, daß du nun alles Vöse hast be⸗ zwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nir deiner Se I eibeshöh in Gefahr 8. Ha jeste, halt hast. Re heste Rüe 9. Laf gaffen na eit; blei in Haff Sicherhei 10. L Dn u egierde das Gn⸗ 11. 3 der Sün ständig einem Kampf d 12. N Dege ste beiß von hält sich 13. dem Ge riemals Loch in st auch Otkeiter Urchtet Hagen ind Hin 15.4 bäck, i brin ein, in Itgam, t und zeuch t von t hist reiner 1774. wenn Gnade elehtt, t ent⸗ ie ihn Pfort nsweg alles t zielt Blut ein in Satan er matt Wandel 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Lades wahr; hier in dieser eibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du Eer⸗ Recht beharren ist das este, Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen nach der schnöden Eitel⸗ keit; bleibe Tag und Nacht in Waffen fliehe Träg⸗ und Sicherheit. im Licht. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gib der Lust den ügel nicht; willst du die egierden stillen, so verlischt das Gnadenlicht. der Sünde bis ins Grab be⸗ ständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 12. Wahre Treu liebt Christi nrria. n weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zu gut. 13. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 14. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelsreich. 15. Denkt bei jedem Augen⸗ blicke, obs vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Ge⸗ schicke, holt stets neues Ol herbei. 167 16. Liegt nicht alle Welt im Bösen? steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? eilen, eilen ist hier gut. 17. Eile, wo du dich erretten und nicht mitverderben willt; mach dich los von allen Ketten, flieh als ein gejagtes Wild. 18. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein; eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 19. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgnen Bann, such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts beflecken kann. 11. Wahre Treu führt mit 20. Eile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt, und wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. ö ö 21. Eile, lauf ihm doch entgegen, sprich:„Mein Licht, 10 bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen; mich dürs nach der Ewigkeit.“ J. J. Winckler, 1670—1722. Mel: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 262.* Rüstet euch, ihr Christenleute, die Feinde suchen euch zur Beute, ja Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? 168 Wandel ier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. euch in Jesu Namen, daß ihr nicht straͤuchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigen— schaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel; da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit; so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Stärket im Licht. Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken und Christus wird die Welt er⸗ schrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt. Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat die he schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu Über⸗ windern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen; so halten getreu an dir im Tod und Leben für und für. W. E. Arends, 4 1721. wir Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. Zx* Schaffet, schaffet, 263. S Menschenkinder, Hnff eure Seeligkeit; bauet nicht, wie freche Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, s sondern schauet über euch, ringet nach dem Mnenelreah und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög Fesch u müf 561 ihr micht nach Fleisch und Blut und des-⸗ aben Neigung gehen, sondern was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag Wbeusc und Blut in allem übel oder wohl gefallen. wenn 3. Ihr habt Urs sach, zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenkraft 322 allein das Gute schafft, daß außer seiner Gnade u euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig wer im Kampf besteht und die Sünden in Lich dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht; unter Christi Kre uzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will I. muß zuvor mit Christo sterhen 5. Werdet ihr nicht treu⸗ 0 ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit un mals red Siegern zum beige 6. M lustig mac Ens Sti thun und Geist un Uch, bei geht es daß man Herzen und scher 7. Fu Gott ste lann mit zur H Hölle der des dem es und Ve so laht ihn um in euch re darnieder Reeg Züße senit ——1 durch di⸗ 9. Sit Nuum e Seele. + haffet, linder, bauet r, nur ondern t nach emuͤhet möget mög t nach des⸗ ondern Kampf den i er die hrst man er den muß heh. treu⸗ 0 un ung zu eube tapfem Wandel Streit und Krieg folget nie— mals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt sich lustig machen hat bei Christen keine Statt; leischlih reden, thun und lachen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen sicher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets Taam, denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ist, der des Geistes Ol und, nach dem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann schlagt die Sündenglieder, welche Adam in euch regt, in den Kreuzestod daber bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; was euch ärgert, senkt ins Grab und denkt immer an die Worte:„Dringet durch die enge Pforte!“ 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meine Selig⸗ keit zu schaffen. im Licht. 169 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und 997 und Auch selbst das Werk, daß ich wache, bete ringe und also zum Himmel dringe. in den Dingen dieser die doch und zu C. Andr. Gotter, 1661—- 1785. Mel.:— meine Zuversicht. 264.* Seele, was er⸗ müdst du dich Erden, bald verzehren sich Staub und Asche Suche Jesum und andre hilft werden? sein Licht, alles * nicht. Sammle den 2— en Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen; ht ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum ꝛe. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben eil zum Lebensquell hinzu,! da kannst du sie r reichlich haben. Suche Jesum ꝛe. 4. Fliehe die unselge Pein, so das finstre Reich gebieret laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Jesum ꝛc. „Geh einfältig stets einher, laß dir nichts das Ziel ver⸗ rücken, Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum ꝛc. ö 170 Wandel 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen heget, als dem Höchsten wohlgefällt und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum ꝛc. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seinem Reich erkoren. Suche Jesum ꝛc. 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmels— höhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir ent— fernet stehen. Suche Jesum ꝛc. 9. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum ꝛe. 10. Laß dir seine Maje— stät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum ꝛe. 11. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen; drum such Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jak. Gabr. Wolf, 1664—1764. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 565 ei getreu bis an 265. S das Ende, daure redlich aus den Streit, leidest du gleich harte Stände, end⸗ lich ist der Sieg bereit. Ach, das Leiden dieser Zeit ist im Licht. nicht wert der Herrlichleit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus den Herzen rauben, halte den Gewissensbund, der geschlossen in der Tauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gott— los und verloren, wer ihm treulos hat geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Naächsten Gutes übe, ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat; so mußt du ver— zeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Un— gemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach, sie häufet nur die Schuld! Der trägt leichter, der das träget mit Geduld, was Gott aufloget 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt: er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen wird erfüllt. Denke, wie er manche Zeit dir zu helfen war bereit, ob⸗ schon du dein Ohr verstopfet, wenn er bei dir angeklopfet. 6. Drum getreu, getreu aushalten munt du deinem lieben Gott, ihn mußt du nur las nicht h Rufe ni sein He dir; ruf handen, zu schan Hen Mel.: Me 0. 306. und haf der treil heit Sy darnichd und wi liebe gl 2. U und He Glieder Nächste alle H Welt ni Mchste 3. E Gut; Ml.: 9 907. Hingt Herzhi anblict Lebb I lich un lichket, gehen leben. deinem ir den aus lte den hlossen Gott t gott⸗ r ihm deiner er dich üchsten t0 ie dein fir die Iu ver⸗ anders deinem in Un⸗ e Jau n Veh vas die häufet trägt Liebe zu Jesu. 171 nur lassen walten, wenn du nicht willst haben Spott. Rufe nur, er ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; rufe nur, Gott ist vor— handen, Hoffnung machet nicht zu schanden. Venj. Prätorins, 4 nach 1668. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 568 0 liet spricht: 266. S liebe Gott, und haßt duch hane Brüder, der treibt mit Gottes Wahr⸗ heit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lasten 2 Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Ge— richt wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—176 2. Liebe zu Zesu. Mel.: Nun bitten wir den heiligen Geist. 267 Ach mein Herr Jesu, dein Nahesein bringt großen Frieden ins Huod hinein, und dein Gnaden anblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröh— lich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freund⸗ liches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht, aber unsre Seele funs schon ge— wahren, du kannst dich fühlbar gnug offenbaren auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu be nießen recht wär bedacht, de 172 hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib und Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, ge⸗ duldig sein, uns täglich reich⸗ lich die Schuld verzeihn, heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem kost⸗ baren Heil uns alle Tage vollkommnern Teil, und laß unsre Seele sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner blutigen Todsgestalt; ja, die laß uns immer vor Augen schweben und dein wahrhaftiges Inunsleben zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kindlichkeit sei unsre Zierde zu aller Zeit, und die Blut⸗ besprengung aus deinen Wun⸗ den erhalt uns solche zu allen Stunden bei Freud und Leid. 8. So werden wir bis in Himmel'nein mit dir ver⸗ gnügt wie die Kindlein sein; muß man gleich die Wangen V Angesicht, und was von Schmuck noch manchmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor, 1723—1801. Liebe zu Jesu. Mel.: O daß ich tausend Zungen. 26 ch sagt mir nicht 268. A n Gold und Schätzen, von Pracht und Schönheit dieser Welt; es kann mich ja kein Ding er⸗ getzen, was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Er ist alleine meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe ꝛc. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, des Fleisches Schönheit dauert nicht; die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe ꝛc. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören, sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe ꝛc. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen, sein allerschönstes um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe ꝛc. 6. Er kann mich über alls erheben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel Schätze geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe ꝛc. 7. Un muß ent wandre i er mirs! im Reich Drum th will, und mein Ziel Vh. Schef Nel.: Mac 909. Vort, seh Rsus ist! will die? sst ein ten Nsus ist 2. Me Kranken Schaden; edermant laden. 3 Z. Me birt,erf r holt z st uns Das ist Lob Sohn, d getragen, Hnadenth wenn wi en teuer 5. Ad ö dige Gna eckenne,di rh und LHibe bre 05 wert st der Heinr. Zungen. nicht dund t und ty es ng er⸗ elt vor liebe, Jesu Vahu meine mein Bild, weide Liebe zu Jesu. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, solang ich wandre in der Zeit, so wird er mirs doch wohl gewähren im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Joh. Scheffler(Angel.), 1624-1677. Mel.: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 269 Das ist ein teuer 2 wertes Wort, ein Wort, sehr lieb zu hören, daß Jesus ist der Sünder Hort und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kranken an, er heilet allen Schaden; er ist ein Gast bei jedermann, der ihn zu sich ge— laden. Das ist ein teuer ꝛc. 3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt, er suchet, was verloren, er holt zurücke, was verführt, ist uns zum Heil geboren. Das ist ein teuer ꝛc. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, du hast die Schuld getragen, du Osterlamm, du Gnadenthron, du Freistatt, wenn wir zagen! Das ist ein teuer ꝛc. 5. Ach gib mir, daß ich diese Gnad und meine Schuld erkenne, daß ich, dein Schäflein, früh und spat nach dir vor Liebe brenne, erfüll an mir das werte Wort, daß Jesus ist der Sünder Hort. Heinr. Georg Neuß, 1654—- 1716. 173 Mel.: Dennoch bleib ich stets an dir. 270 Hebe deine Lust am Herrn, bei dem Herrn ist Freud und Leben, und er wird, denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich ver⸗ kehret. Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte kennet; Lust an Gott stärkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Solche Lust beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen, und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trag geduldig die Beschwerden; wenn du wohl gelitten hast, wird dir ewge Freude werden, und du triffst im Himmel an, was dein Herz nur wünschen kann. Casseler Gesangbuch v. 1770. 174 Liebe zu Jesu. Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 271 eiland, deine 7 Menschenliebe war die Quelle aller Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch gezogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. O der ungemeinen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Über seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich er⸗ barmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder, das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. O du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der ge⸗ beugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu er⸗ quicken, zu den Kleinen sich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu be⸗ kehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu sich locken, war mit Schwächung deiner Kräfte dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschätzbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Orden aller Schmerzen Ziel geworden und, den Segen zu erwerben, als ein Fluch hast wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich ge⸗ trieben, Sanftmut und Geduld zu üben, ohne Schelten, Drohen, Schlagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte, diese war, gleich— wie die Tauben, ohne Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret, durch Vorsichtigkeit bewahret. 8. Komm, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken, du hast das Ge⸗ setz erfüllet und desselben Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. J. J. Rambach, 1693—1785. Mel.: Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. err Jesu Christ, 272. 8 mein höchstes Gut, mein Seelenschatz, mein erzensmut und aller Sinnen reude! Ich bleibe dennoch stets an dir, so ist auch nichts, das dich von mir und unsre Liebe Wu bei meine und führ hilfest me Herr Fe Licht, di folge dit 2. D deinem bhos Segen zu Zeite ich denn der Aus Nach ha Bahn n mit Ehr deinem 2 der Ger Christ, voll Be⸗ heute nl 3. M gercht; rag ich und nas der Himt keine Lu Himmeh n nächt in ein; d weite nir wi Vsu Ch 100 du was mi⸗ 4 u Mruz u Aunt Seel U merzen Segen Fluch ich ge⸗ Geduld drohen, ach und Andlich sterung Feinde Mörder Hott und ichmuck 0 dich ulichen „gleich⸗ Hal en, mit „burh je Liebe Meng das Ge⸗ n Fluch dessen Schild meines sie nit 3—780. Chrst. höͤchste 5. mein „Eie du nicht unsre Liebe zu Jesu. Liebe 294200 du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht, ich folge dir, so irr ich nicht. 3. Du leitest mich nach deinem Rat, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet; 60 gleich zu Zeiten wunderlich so weiß ich dennoch, daß duuc dich der Ausgang wohl gelinget. Nach hartem Tritt rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach voll Begier, ach voll Begier wünscht ich mich heute noch bei dir. 3. Mein Alles ist auf* gericht; hab ich nur dich, frag ich nicht nach Suml und nach Erden; denn wär der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht ich auch nicht auf Erden sein; denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das mir wie du gefällt. Herr Jesu Christ, wo du n bist, wo du nicht bist, ist nichts, was mir erfreulich it. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Not, durch Marter, durch Gewalt und Tod auch Seel und Leib verschmachten: 17⁵5 dies alles wird, wenns auch noch mehr, ja gar als wie die Hölle wär, mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil und meines Herzens Trost und Teil, so wird und muß durch dich allein auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, ich hoffe fest, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht und auf der Welt dir nicht beständig Glauben hält, muß freilich wohl verderben und kann, weil er die Lust und Pr acht des Fleisches hier zum Himmel macht, den Himmel dort nicht erben. Wer dir nicht folgt und ärgerlich in Sünden lebet wider dich und denket auch der Buße nicht, den bringst du um durch dein Gericht; Herr Jesu Christ, du bist dabei, du bist dabei dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir, du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht, in Freud und an im Leide: dein Thun soll alles und allein im Herzen mir und Munde sein, bis ich dich kann mit Augen sehn; ach möchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, komm, mein Heiland, nimm mich auf! erdm. Neumetster, 1671—1756. ö 176 Liebe zu Jesu. Eigene Melodie. * erzlich lieb hab Herr; ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden: die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himm'l und Erde frag ich nicht, wenn ich dich nur kann haben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist du doch mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer⸗ mehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlafkämmerlein gar sanft ohn einge Qual und ein ruhn bis am jüngsten Tage: alsdann vom Tod er⸗ wecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, er⸗ höre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532 1608. Eigene Melodie. 0* Qch will dich 274. lieben, meine Stärke, ich will dich lieben, meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immer⸗ währender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen aller⸗ besten Freund; ich will dich lieben und erheben, solange mich dein Glanz bescheint. Ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ists durch dich ge⸗ schehn, daß ich dich hab Euchn 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; ich danke dir, du; du mich f ich dank Mund, gesund. 6. Er Stegen mehr irr Juß in strauchel ganz, du 2. 5 meine K lieben, u dich lieb in der will dich bis mir Ioh. Et Mel.: J 275. „guter ur nich a werden, Stimme aus Lie Schafe gabst es mich wie 2. He und ein laß uns u im Schall ulde wenn do ruft mei dich meine lieben, lieben immer⸗ will Licht, icht. eben, o aller⸗ ill dich solange escheint. Gottes utigam. dich so hgelobte ch nicht höchste 1 5 l ibt, daß rt und chte dich ich hatte det und Licht dich ge⸗ ersehn. u wahre n Glalz danke Liebe zu Jesu. 141 dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du güldner Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleucht mir Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, ich will dich lieben, meinen Gott, ich will dich lieben ohne Lohne auch in der allergrößten Not, ich will dich lieben schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Joh. Scheffler(Angel.), 1624-1677. Mel.: Jesu, meines Lebens Leben. 27 5 Jesu, frommer 28 Menschenherden guter und getreuer Hirt, laß mich auch dein Schäflein werden, das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben für die Schafe hingegeben, und du gabst es auch für mich, laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lieben, und ein Hirt liebt seine Herd; laß uns auch so Liebe üben, du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, soll dir meine schallen wieder; wenn du rufst: Ich liebe dich! ruft mein Herz: Dich liebe ich! 3. Schafe ihren Hirten kennen, dem sie auch sind wohlbekannt; laß mich auch für dich entbrennen, wie du bist für mich entbrannt. Als des Höllenwolfes Rachen eine Beut aus mir wollt machen, riefest du: Ich kenne dich! ich auch rief: Dich kenne ich! 4. Herden ihre Hirten hören, folgen ihrer Stimm allein; Hirten auch zur Herd sich kehren, wenn sie rufen groß und klein; wenn du rufest, laß mich eilen, wenn du dräuest, nicht verweilen, laß mich horchen stets auf dich, Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre meine, deines Schäfleins, Stimm; mich auch zu dir schreien lehre, wenn sich naht des Wolfes Grimm; laß mein Schreien dir gefallen, deinen Trost hernieder schallen; wenn ich bete, höre mich, Jesu, sprich: Ich höre dich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, wenn ich ruf, anklopf und schrei, Jesu, dich von mir nicht kehre, steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen ist ja alles Ja und Amen. Nun, ich glaub und fühle schon deinen Trost, o Gottessohn! Unbekannt, 1675. Eigene Melodie. 2**Jesu, meine Freude, 276. O meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier; ach 12 178 Liebe zu Jesu. wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden. 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, laß die Welterschüttern, mir steht Jesus bei. Ob es itzt gleich kracht und blitzt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten ⸗Drachen, trotz dem Todesrachen, trotz der Furcht dazu; tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, du bist mein Ergetzen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit da⸗ hinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht; dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister Jesus tritt herein. Denen, nu: die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Joh. Franck, 1618-1677. Mel.: Komm, o komm du Geist des Lebens. 277 Qesus, Jesus, nichts als Jesus soll mein Wunsch sein und mein Ziel; jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, rufet nur: Herr, wie du willt. 2. Einer ist es, dem ich lebe, den ich liebe früh und spat: Jesus ist es, dem ich gebe, was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt, führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zu— wider dir: ach, so nimm es bald zurücke, Jesu, gib, was nützet mir. Gib dich mir, Herr Jesu, mild; nimm mich dir, Herr, wie du willt; 4. Und vollbringe deinen Willen in, durch und an mir— mein Gott. Deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann wo und wie du willt. 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, daß du dich und viel dazu hast geschenkt und mir erwiesen, daß ich fröhlich singe Es geschehe mir mein Schild, wie du Ludäm. E burg⸗ Mel.: Gt Lir. 278. Gotthei die durn Fall ha dir erge bleiben 2. Li. eh als i die du mir gl gar, Geist u hingege Seelent 5. L bunden auch iht ude sein. Spott leibst du l„ meine 5—1677 du Geist 5, nichts soll mein in Ziel; bündnis, us will; merfüllt, du willt dem ich früh und dem ich ehen hat erhüllt du willt es sei doch zu nimm es zib, was ich mis, mm mich 111 e deinen an mil Willen n Leben rhen ale „wam . su, stetz j und vitl und mi lich siche mir mem Liebe zu Jesu. Schild, wie du willt, Herr, wie du willt! Ludäm. Elisabeth, Gräfin von Schwarz⸗ burg⸗Rudolstadt, 1640— 1672. Mel.: Gott des Himmels und der Erden. 278.* Liebe, die du mich 5 um Bilde deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar, Liebe, dir ꝛc. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit, Liebe, dir mir hat erstritten ewge Lust und Seligkeit, Liebe, dir ꝛc. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich hingegeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ꝛc. 5. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und mein Herze hat dahin, Liebe, dir ꝛe. 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ꝛc. 7. Liebe, die mich einst wird führen aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die 179 mich dort wird zieren mit dem Kranz der Herrlichkeit, Liebe, dir ꝛe. Joh. Scheffler(Angel.), 1624—- 1677. Eigene Melodie. 79 Meinen Jesum 279. laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, klettenweis an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zu⸗ versicht, was ich bin und hab, er⸗ geben; alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Ge⸗ sicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; laß das letzte Tages⸗ licht mich auf dieser Welt er⸗ reichen, wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht meiner Väter Glaube pranget, mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele wünscht und sehnet, Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott ver söhnet, der mich freiet vom Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 12 180 Liebe zu Jesu. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ihm ewig an der Seiten; Christus laßt mich für und für zu dem Lebens⸗ bächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Christ. Keymann, 1607— 1662. Mel.: Ach Gott und Herr. 280 Mein Freund ist 7 mein, und ich bin sein, ihm hab ich mich ergeben: in Freud und Leid bin ich bereit dir, Jesu, stets zu leben. 2. Ich glaub an dich, an dir bleib ich und will dich auch nicht lassen, bis du mich wirst, du Lebensfürst, mit deiner Gnad umfassen. 3. Dein ganz Verdienst ist mein Gewinst, dein Höllen— angst und Sterben hat mich versßhnt, ja gar gekrönt zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, die du hier hast für mich auf dich genommen, macht mich befreit von allem Leid, das sonst auf mich gekommen. 5. Für mich hast du dich aus der Ruh in diese Welt gegeben, ja gar in Tod und Höllennot, damit ich möchte leben. 6. Nun werd ich gleich in deinem Reich den frohen Engeln werden und sicher sein von aller Pein, von allen Lastbeschwerden. 7. Trotz sei dem Tod und aller Not! Von dir kann mich nichts wenden, weil ich forthin verwahret bin in deiner Seit und Händen. 8. Trotz sei nunmehr des Teufels Heer! denn du, du hast gebunden die alte Lannlüs⸗ die auf mich drang, mich töd⸗ lich zu verwunden. 9. Trotz sei der Höll, weil mein Gesell sie gänzlich hat zerstöret. Der Höllen Macht und dunkle Nacht ist nun ganz umgekehret. 10. Trotz aller Welt! hier ist der Held, der für mich ist gestorben, dadurch er hat die güldne Stadt des Himmels mir erworben. 11. Herr Jesu Christ, allein du bist mein höchster Schatz auf Erden; ach laß mich nicht, mein Lebenslicht, von dir ge— schieden werden. 12. Denn du bist mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben in Glück und Freud, in Kreuz und Leid, im Sterben und im Leben. Anna Sophie v. Hessen, 1638— 1688. Mel.: Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 281 O Jesu Christ, mein schönstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, daß ich es nicht aussprechen kann noch zählen, gib, daß mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen. 2. Gil meiner wohne; 6 erwähl a Krone. alles hin Will tren daß all in deinet 3. Wi und schi Liebe! A nichts e Geist b nichts nichts lieben, und die vermehr 4. O Gut me— O nöch mir ohn hilkmir! und die mir zul gegange wie ein gehange und ver dene L n tiff egenli 6. X dad ich habeꝰ mein S da ich weil ich bin in den. ehr des du, du ichlang, ich töd⸗ , weil lich hat Macht un ganz ltl hier mich ist hat die himmels st,allein Schatz ch nicht, dir ge⸗ ein, und ch nich Fteud Sterben 6—1685. Liebe zu Jesu. 2. Gib, daß sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne; gib, daß ich deine Lieb erwähl als meinen. Schatz und Krone. Stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, daß all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen. 3. Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wo diese wohnt, kann nichts entstehn, was meinen Geist betrübe. Drum laß nichts anders denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren, als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren. 4. O daß ich dieses hohe Gut mein ewig möchte nennen! O möchte diese edle Glut in mir ohn Ende brennen! Ach hilf mir wachen Tag und Nacht und diesen Schatz bewahren vor den Scharen, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zulieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuze wie ein Dieb und Mörder da⸗ gehangen, verhöhnt, verspottet und verwundt. Ach laß mich deine Wunden alle Stunden im tiefsten Herzensgrund zur Gegenlieb verwunden. 6. Was ists, ach Schönster, das ich nicht an deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer 181 Wein, mein Himmelsbrot, mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schutz in aller Not, mein Haus, darin ich wohne. 7. Ach liebste Liebe, wenn du entweichst, was hilft mir sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, ist all mein Gut verloren. So gib, daß ich dich, meinen Gast, wohl such und bestermaßen möge fassen, und wenn ich dich gefaßt, in Ewigkeit nicht lassen. 8. Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir ge⸗ zogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach laß doch ferner, edler Hort, mich deine Liebe leiten und begleiten, daß sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten. 9. Laß meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren, und wo ich etwa irre geh, alsbald zurechte führen. Laß sie mich allzeit guten Rat und weise Werke lehren, steuern, wehren der Sünd und nach der That bald wieder mich bekehren. 1I0. Laß sie sein meine Freud in Leid, in Schwach⸗ heit mein Vermögen, und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, daß ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen! Paul Gerhardt, 1607-1676. 182 Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 2 15 u, Jesu, Gottes 282. O Sohn, mein Bru⸗ der und mein Gnadenthron, mein Schatz, mein Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr, vor dir ist alles sonnenklar und klarer als die Sonne: Herzlich lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht gnug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte; ich werd von Tag zu Tag entzündt, je mehr ich lieb, je mehr ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, soviel ich soll und will, dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, wenn ich es recht be⸗ sinne, kann mich ohn dich gnugf sem laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, er⸗ freuest sein wun es 99 ihm, wie es woll, auf wenn ihn gleich ganz 1— Kreuz verzehrt, soll er doch dein genießen. In Glück ewig Liebe zu Jesu. nach dem Leide große Freude wird er finden, alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt, es kanns niemand beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch ver⸗ gleichen den Weltschätzen dies, was uns dort wird ergetzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe, baß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeldt, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd ab⸗ scheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Süßigkeit, die jetzt berühmt ist weit und breit, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unver⸗ wandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reich⸗ lich werd ich sein erquicket und geschmücket vor deim Throne mit der schönen Himmelskrone. Joh. Heermann, 1585—-1647. Eigene Melodie. 2 eelenbräutigam, 283. Se Jesu, Gottes Lamm! Habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Dein Mutund lich mich a Brust mick wohlgemu 3. Wal Vost in bist daru u eretzen dein Blut und Gott 4. Mei laß verlös⸗ nit Freu in meiner nicht mei 5. So für und ich ehren bermehre für bleib 6. 3. Helt Deine L nähre m Oat mi sie mir 0 Davids“ 7. Gr t du Nenscher dich in d dutiess: Friedefin 8. De vgroßer Hie dich W00 ti bist lh 9. ash den leh wird und bo Freude lauern jemals gesehen iemand u dort und in der h läßt ver⸗ dies, rgetzen ig dies Freude liebe, gefällt Wort h stets d ab⸗ den zu rübsal deine erühmt reiner n dein unber⸗ n alle Reich⸗ set und Throne Strone. 164⁷. Itigam, Gottes deine reinem Zünden Lamm. Liebe zu Jesu. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut. Wenndu freund⸗ lich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod! Du bist darum Mensch geboren, zu ersetzen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht; salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm mich er⸗ nähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürst nach Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefst:„Mich dürst!“ großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du der bist lieb, deinen Frieden gib. 9. Wer der Welt abstirbt, emsig sid bewirbt nur um den leben gen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, 183 daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich! Ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. 12. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich über winde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 13. Du mein Preis und Ruhm, werte Saronsblum! In mir soll nun nichts er⸗ schallen, als was dir nur kann gefallen, werte Saronsblum, du mein Preis und Ruhm. Adam Drese, 1620- 1701. Eigene Melodie. — ie Moy 7 28 4.* Sieh Hier bin ich, Ehrenkönig, lege mich vor deinen Thron; schwache Thränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du — Menschensohn: Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lenke mich nach deinem Sinn, dich alleine ich nur meine, dein erlaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin. 184 Liebe zu Jesu. 3. Ich begehre nichts, o Herre, als nur deine freie Gnad, die du gibest, den du liebest, und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden, der hat alles, wer dich hat! 4. Rerseten Seelen⸗ wonne, unbeflecktes Gottes⸗ lamm, in der Höhle meine Seele suchet i o Bräutigam: Laß dich finden, laß dich finden, starster Held aus Davids Stamm! 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt; wie demütig und weh⸗ mütig deines Kindes Stimme klingt: Laß dich finden, laß dich finden, denn mein Herze zu dir dringt! 6. Dieser Zeiten 1 Z—— Reichtum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herden, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 1650—1680. Mel.: Seelenbräutigam. * er ist wohl 285. Wé wie 0 Jesu, süße Ruh! Unter vielen aus⸗ erkoren, Leben derer, die ver⸗ loren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Räuad uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd,‚ Holl und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Lad machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät,„König W Prophet, deinen Scepter will ich s en, ich will sitzen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir an⸗ lege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Ge⸗ winn, gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unver⸗ rückt zu dir fortsetze, und mich hat geschmecket, meine Schulden nicht in 5 Netze Satan gedecket und mich aus der u Not hat geführt zu Gott! fördre meinen Tauft ů 10. D in die Se nög und dein Ant Neb in! 11. Nacht i will des decken, Y ulsstreck Hüter, i 12. E da Gut Reinetwil Hleisches höchstes Blut! mich dur daß ich m vi heit von Burzel Daobs mein Ko 9am, ho ser shön I chtbih, und e 0 aun Fohn, Nen llicheit it zum et und anket in anz der 1d,Tod, lt, alle Drachen schanden Lösegeld „ König Scepter l sitzen tia thät, Ruhm urch des n, stets nen als chönster Schild, mir an⸗ daß kein ch rege; git als 1Sinn in, daß wanken, den tein Oe⸗ n Sinn. cht auß nd mich eSatan meinen Liebe zu Jesu. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, ich wachen reudig vor mög und beten, dein Antlitz treten: ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken; habe auf mich acht, Hüter, in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn! J. A. Freylinghausen, 1670—1739. Eigene Melodie. 286.* Wie schön leuchtet der Morgen⸗ stern voll Gnad und Wahr⸗ heit von dem Herrn, die süße Wurzel Jessel Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräuti⸗ gam, hast mir mein Herz be⸗ sessen; lieblich, freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich an Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mein Herz heißt dich ein 185 Himmelsblum; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Jesu, Jesu, Hosianna, himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, o du mein Herr und Gott allein, die Flamme deiner Liebe. Ach möcht es sein, daß ich durch dich an deinem Leibe ewiglich ein lebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn du mit deinem Angesicht mich freundlich thust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Tröst mich freund⸗ lich, hilf mir Armen mit Er⸗ barmen, hilf in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Freund, ich seine Braut, kein Unglück mich be⸗ trübet. Heil mir, Heil mir, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten zu süßem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freuden⸗ reich erschallen Lem liebsten 186 Liebe zu Jesu. Jesu nur allein, dem wunder⸗ schönen Gefal mein, zu Ehren und Gefallen. Singet, springet, jubilieret, trium⸗ phieret, dankt dem Herren, —— ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich ist das A und O, der Anfang und das Saute Er wird mich doch zu seinem Preis auf⸗ nehmen in das Paradeis, des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm du schöne Freuden⸗ krone, bleib nicht lange; deiner wart ich mit Verlangen. Ph. Nicolat, 1556-1608. Eigene Melodie. 597* Wiee wohl ist mir, —— Wé o Freund der froh, daß mein Schatz sammen, eelen, wenn ich in deiner Lebe ruh! Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile deinen Armen zu; da muß die Nacht des Trauerns scheiden, nehmen Freuden die strahlt aus deiner Hier ist mein Himmel schon f Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, suchet Ruh und Lust? Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also; ich trau ihr nicht, mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele, du bist mein Freund, den ich erwähle; Qu wenn mit so ange⸗ Liebe Brust. der in dir wenn sie du bleibst heitꝰ Mein Licht, mein Freund, wenn Freund⸗ schaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Un⸗ glückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken blitzt auf mich des Gesetzes Weh, droht E Straf und Holle meinem Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieh in deiner Seite Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zu⸗ du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich, du tlährest mich mit Himmels Weise und labest aus den Felsen mich. Ich traue deinen Wunder⸗ wegen sie enden sich in Lieb und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du ehen keinen, o eLerdebs Leben, ruht. Wen lann des Weges Er derschre cken, wenn er aus Hecken gelange auch nit finstern deiner R. 6. Wi Freund d vem Mich kar Tod nic mein Ge Rel: 28⁸. Gib mi ach füh daß ich meiner nein Le Mein Ho 6at.u 2. A nicht R 80 0 Sab mir Oauben Stürk! berlaß 0 1 nicht! grunde: reund⸗ t Haß fallen, un⸗ Tren Moses mich Straf ken, so ie Höh Seite schon mich kann. hh zu⸗ Heil, Die + an. Wüsten und zährest e und mich. 7 rpollen Cichel⸗ nill ic Bitte 187 auch mit Freuden aus dieser Laß solche Ruh in dem Ge— finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, 0 Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. müte nach deiner unum⸗ schränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien, nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Trost, mein Freund ist mein! W. Chr. Deßler, 1660—- I722. 3. Vertrauen auf Gott. A. Gebetslieder. a. Bitte. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 59* Isch Gott, verlaß 288. A mich x nicht! Gib mir die Gnadenhände, ach führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit! Sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schutz; ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Regiere du mein Wallen; ach laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen; gib mir den guten Geist, gib Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ich ruf aus Herzens— grunde: Ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wenn mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht! 283. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Ach laß dich doch be— wegen, ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben; hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salom. Franck, 1659—1725. Eigene Melodie. Vir, dir Jehovah, will ich singen, denn wo ist doch ein solcher Gott wie du? Dir will ich meine Lieder bringen; ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen 188 Bitte. Jesu Christ, so wie es dir durch ihn Heunt ist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Singen recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich: Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vater— herz und wallet ganz brünstig gegen 22709 vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht ver— sagen kann, die ich nach deinem Willen hab gethan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir er⸗ höret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe, drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jeder⸗ zeit, die gibst du und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt; in ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit. Barth. Crasselius, 1677— 1724. Mel.: Mein Herzens Jesu, meine Lust. 290 ott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen. Du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns bernstehen Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Über⸗ fluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. 00⁰ und Ruh rühren. Eigentur erlieren sei mein vor dei frommer 4. S Wath Leben. Mut in nir geb⸗ steht ne mich nu dir im hr. di Mel.: O 291. Namen durch d und on dir ch dies bin ich udigkeit Gabe, e jeder⸗ thust als ich ehr. bitt in ich zu ertritt; Amen, ist und iir, Lob it, daß eligkeit 17⁴⁴. meine etzigkeit utchn mein Wort, beten. Uber⸗ Erden. ö haben werden. eit und ind den, h sbs Bitte. 189 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr 2hen auch nicht um langes eben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 29 1 Herr höre, Herr, er⸗ — höre, breit deines Namens Ehre an allen Orten aus; behüte alle Stände durch deiner Allmacht Hände, schütz Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Ach laß dein Wort uns allen noch ferner reichlich schallen zu unsrer Seelen Nutz; bewahr vor allen Rotten, die deiner Wahrheit spotten, beut allen Widersachern Trutz. 3. Gib du getreue Lehrer und unverdroßne Hörer, die beide Thäter sein; auf Pflanzen und Begießen laß dein Ge— deihen fließen und ernte reiche Früchte ein. 4. Gib unserm König Glücke, laß deine Gnadenblicke auf den Gesalbten gehn, schütz ihn auf seinem Throne und lasse seine Krone in segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen, schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen, und segne beide, Herrn und Knecht. 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, treib Sturm und Hagel ab; bewahr des Landes Früchte und mache nicht zu nichte, was deine milde Hand uns gab. 7. Gib Ruhe uns und Friede, mach alle Feinde müde, verleih gesunde Luft; laß Not und teure Zeiten nicht übers Land sich breiten, da man umsonst nach Brote ruft. 8. Die Hungrigen erquicke und bringe die zurücke, die sonst verirret gehn. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe flehn. 9. Sei allen Kindern Vater, den Müttern sei Berater, den Kleinen gib Gedeihn. Zieh unsre zarte Jugend zur Fröm⸗— migkeit und Tugend, daß sich die Eltern ihrer freun. 10. Komm als ein Arzt der Kranken, und die im Glauben wanken, laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, auf daß sie ihre Plage geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, die Reisenden beschütze, die Sterbenden begleit mit deinen Engelscharen, 190 daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herrlichkeit. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, was wir nach deinem Willen in Demut jetzt Wir sprechen nun das Amen in unsres Jesus Namen, so ist gewiß der Wunsch gewährt. Benj. Schmolck, 1672— 1737. Eigene Melodie. 292.** wie du willst, o schicks mit mir im Leben 11 im Sterben; allein zu dir steht mein Be⸗ gier, laß mich, Herr, nicht verderben. I e mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es ge⸗ scheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, em selig End gib mir durch Jesum Christum, Amen. Kaspar Bienemann(Melissander), 1540—1591. Bitte. Mel.: Wer nur den lieben Gott. — 93. Mein Oott, is klopf an deine Pforte mit Seufzen, Flehn und Bitten an, ich halte mich an deine Worte:„Klopft 1127 so wird euch aufgethan!“ öffne mir die Gnodenchür, in Jesu Namen steh ich hier. 2. Wer kann was von sich selber haben, das nicht von dir den Ursprung hat? Du bist der Geber aller Gaben, bei dir ist immer Rat und That; du bist der Brunn, der immer quillt, du bist das Gut, das immer gilt. 3. Drum komm ich auch mit meinem Beten, das voller Herz und Glauben ist; der mich heißt freudig vor dich treten, ist mein Erlöser Jesus Christ, und der in mir das Abba schreit, ist, Herr, dein Geist der F Freudigkeit. 4. Gib, Vater, gib nach deinem Willen, was deinem Kinde nötig ist; nur du kannst mein Verlangen stillen, weil du die Segensquelle bist; doch gib, o Geber, allermeist, was mich dem Sündendienst ent⸗ reißt. 5. Verleih Beständigkeit im Glauben, laß meine Liebe brünstig sein; will Satan mir das Kleinod rauben, so halt mit der Versuchung ein, damit mein schwaches Fleisch und Blut dem Feinde nichts zu willen thut. wollest 8 Leben, leben por u lehten Gnen Eingan 9. mehr! schon, W. gewähr den si in seir wird e ben Gott. „ 110 ne Pforte ind Bitten an deine 1 wird Uch öffne 50 Isu bon sich nicht von at? Du r Gaben, Rat und runn, der das Gut, ich auch 348 voller ist; der vor dich ser Jesus mir das jert, dein 4 gib nach 16 deinem du lannst Len, wel bist; dos neist, was jenst ent⸗ 6. Erweck in mir ein gut Gewissen, das weder Welt noch Teufel scheut; und wenn 10 Strafen folgen müssen, so schick sie in der Gnadenzeit. Durchstreich die Schuld mit Jesu Blut und mach das Böse wieder gut. 7. Vom Kreuze darf ich wohl nicht bitten, daß es mich gar verschonen soll; hat doch mein Jesus selbst gelitten, und also leid ich billig wohl; doch wird Geduld mir nötig sein, die wollest du mir, Herr, verleihn. 8. Ich bitte nicht um langes Leben, nur, das ich christlich leben mag; laß mir den Tod vor Augen schweben und meinen letzten Sterbetag, damit mein Ausgang aus der Welt den Eingang in den Himmel hält. 9. O Gott, was will ich mehr begehren? Du weißt schon, was ich haben muß, du wirst auch alles mir gewähren, denn Jesus macht den süßen Schluß: ich soll in seinem Namen schrein, so wird es ja und Amen sein. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Wer nur den lieben Gott. ein lieber Gott, ge⸗ 294. M denke meiner im besten jetzt und allezeit; denn außer dir ist nirgends einer, der mich mit Rat und Trost erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir, du vergißt mein nicht. Bitte. 191 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein süßes Evangelium, und mache mir die Himmels⸗ lehre zu Saft und Kraft im Christentum, daß deine Aus— saat wohl gelingt und tausend⸗ fache Früchte bringt. 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und merke du mit Gnaden drauf; weil ich in Christo vor dich trete, so schleuß dein Vaterherze auf. Doch gib mir nichts als das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und wirf mich nicht im Zorne hin; weil ich wie andre Menschen alle im Fleische schwach und blöde bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide; wen hab ich sonst als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Und hab ich dich, so lacht mein Mut, wenn Welt und Teufel böse thut. 6. Gedenke meiner auch in allem, woran ich nicht gedenken kann, und blicke mich mit Wohlgefallen, in meinem ganzen Leben an; denn gibst du mir, was dir gefällt, so ists um mich recht gut bestellt. 7. Gedenke meiner, wenn ich sterbe; und wenn mich alle Welt vergißt, versetze 192 mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist; denn bleibst du nicht im Himmel mein, so wollt ich nie geboren sein. 8. Ich will mich über nichts betrüben; in deine Hände hast du mich zum Heil und Segen an ehneben; drum sieht die Hoftung bloß auf dich und denkt im Glauben ungekränkt, daß Gott im benten meiner denkt. Erdm. Neumeister, 1671—1756. Eigene Melodie. * Gott, du 295. Of frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben ges Nunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich thu 60 Fleiß, was mir zu thun g bühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ichs thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es ge⸗ rate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den — wählten Hauf. Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. Bitte. 4. Findt, sich Gefährlichkeit, laß mich nicht verzagen, ib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn 9 Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, 0 gib Geduld; vor Sünd —01 Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod ab⸗ scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auser⸗ Joh. Heermann, 1585—1647 Mdl.: 206.! Augen, Erden tat Stlahlen llicken, wärmend hleich fre den Dein scheinen. 2. Wa i3 dein e Scaupla Deiner durch n hertlicher weit, o undHüg 3. We was wi ein Sche Tag f 200 für viel Mill 1— oh das Haf das fasse asse 4. D hůrst der sie wen eine 4 Rlanmt Pfeile Schnetz Wenn du mußt der 90 Gnade) 9 au hräner hrlichket, vetzagen, ut, das en. Gib, ind mit ind wenn h guten dermann Undschaft stlich ist 8 geben nd Geld, bei, daß t nichts ger Welt bringen, en Nitt dringen, r Sünd bewahr, mag mit meinem Tod ab⸗ nimm zu Freuden lein gönn n Grab an ihrer ie Toten erwecken, Hand zu eken; la d meinen führ ihn allset⸗ 536—16W. Bitte. 193 Mel.: Wunderbarer König. 296 Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zu⸗ gleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen; Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergibest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Bessrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Hund und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm das Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. J. J. Rambach, 1693-1785. Eigene Melodie. 297 Vater unser im 7 Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns han: gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Herzensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß auch wir leben heiliglich, nach deinem Namen Linr salf Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm verführet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich. Gib 13 194 uns Geduld in Leidenszeit, Ledru sein in Lieb und eid; wehr und steur allem Bitte. gebeten han auf dein Wort in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Fleisch und Blut, das wider v. M. duther, 1482—1s46. 0 deinen Willen thut. 299. 5. Gib uns heut unser Mel. O Gott, du frommer Gott d si täglich Brot, was man i cl bedarf zur Leibesnot; behüt 298. WI Gott—5 D uns vor Unfried und Streit, dein Andacht fröhlich brmde Wilen vor Seuchen und vor teurer Dofe: R d Zeit, daß wir in gutem daß dein und Gebet der Erd Frieden stehn, der Sorg und en 4*. loben, Geizes müßig gehn. de e ee ee, 6. All unsre Schuld ver⸗ Bendie meten ant errr chauet gib uns Herr daß sie uns Onaventran heßßt vor seinen de nicht betrübe mehr, wie wir 5 Dein Bater ists. der 5 auch unsern Schuldigern ihr dir befohlen hat ö Het 1 dune Schuld und Fehl vergeben Dein B ½ Da en gern; zu dienen mach uns ein Bruder ists, der dich ein He all bereit in rechter Lieb und Ion in eiee itete.Rd Euigteit Der werte Tröster ists, der 9480 7.1 Fähr uns dir die Wort gibt ein, drum Kräfte, e nicht Rddemn I Gebet gewiß das we uns der böse Feind anfi 8 4 ö Eue zur Iwten reihten 6 Da siehst du Gottes Hunmel Hand hilf uns thun starken, ad dir i. kann hhen Widerstand, im Glauben fest e Sein Mund sein bnrn und wohlgerüst und durch des teures 5 vertreibt ja alles wilden heilgen Geistes Trost. nn. urschrer Ratn) 8. Von allem Ubeluunis eucht, kann seine Vaterhand Sinner ds, sind die Zeit und 940t ahdeundt nn Tage bös; erlöse uns vom 92 branmnn.— ewgen Tod und tröst uns in Lomm nur komm freudig dilt se der letzten Not; bescher uns her in Jesu Christi Namen, und w. auch ein selig End, nimm sprich: Lieber Vater, hilf, ich und w a bin dein Kind, sprich Amen! den sch unsre Seel in deine Händ. Ich weiß ö 9. Am en, das ist: Es werde du wi— ch lasen elchehn Wa wahr! Stärk unsern Glauben wirst dut willt Dn een 090 nwirst, du willst, du kannst thun, Tod immerdar, auf daß wir ja nicht was dein W. tort Spen ir hor mrehr wa⸗ ort verspricht. Sp zweifeln dran, was wir hiermit Joh. Olearius, 23—— 0 — ost' dein Wort so sprechen 1133—15ʃ6. ommer Gott. zuf, mein „zu Gott ich bringe, und Gebet n dringe ten heißt, r Sohn so vor seinen isto, der zu beten. der dich ißt treten. ists, der ein, drum bet gewiß Gottes tchts kann Iund, sein bt ja alles mmöglich Vaterhand dir soviel 1611—168• Lob und Dank. 19⁵5 b. Lob und Dank. Pf. 146. Mel.: Valet will ich dir geben. 2 u meine 299. D singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd. die da sind alen die reißt er aus der Qua Seele, die stellt er aufgericht. 6. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich shwach befinden, Er liebet alle Frommen, und die 2. Wohl dem, der einzig schauet und Heil. Wer dem sich an⸗ vertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 3. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht: der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer und die unzählge Herde im großen, wilden Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, die niemand unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend nach Jakobs Gott ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an ihm den besten Freund. 7. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm. Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum; jedoch weil ich gehöre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich Weisen, zu retten aus dem Tod. Er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungers⸗ not, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl, und ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 20 roßer Gott, wir 300. G loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke! Vor dir beugt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Sera⸗ phinen, stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir in selger Ruh: Heilig, Heilig, Heilig! zu. 3. Heilig, Herr Gott Ze⸗ baoth! Heilig, Herr der Krieges⸗ heere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum. 1³⁰ 196 4. Der Apostel heilger Chor, der Propheten große Menge schickt zu deinem Thron empor neue Lob⸗ und Dankgesänge; der Blutzeugen große Schar lobt und preist dich immerdar. 5. Auf dem ganzen Erden⸗ kreis loben Große und auch Kleine dich, Gott Vater; dir zum Preis singt die heilige Gemeine. Sie verehrt auf seinem Thron deinen einge— bornen Sohn. IChor: H Gott, dich loben wir, dich, Vater in Ewigkeit, all Engel und Himmelsheer auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! Lob und Dank. 6. Sie verehrt den heilgen Geist, welcher uns mit seinen Lehren und mit Troste kräftig speist, der, o König aller Ehren, der mit dir, Herr Jesu Christ, und dem Vater ewig ist. 7 Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen. Deine Güte zeige sich allen der Verheißung wegen. Auf dich hoffen wir allein; laß uns nicht verloren sein. Unbekannt. II. Chor: Herr Gott, wir danken dir; ehrt die Welt weit und breit; und was dienet deiner Ehr, singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! I. und II. Chor: Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth. 1. Chor. 2. Dein göttlich Macht und Herrlichkeit der heiligen zwölf Boten Zahl die teuren Märtrer allzumal Die ganze werte Christenheit dich, Gott Vater im höchsten Thron, den heiligen Geist und Tröster wert 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, du hast dem Tod zerstört sein Macht II. Chor: geht über Himm'l und Erden weit; und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Erden allezeit; deinen rechten und eingen Sohn, mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist; zu'rlösen das menschlich Ge⸗ schlecht; und all Christen zum Hunmel bracht; au hu stzst; an Richte 4. Nun laß uns ii Hsff deine wart und 5. Dig Behit un z uns gr 0 und! Mel. zen heilgen mit seinen öste kräftig 70 b Herr Jesu er ewig ist. „ erbarme me, Herr, Güte zeige zerheißung hoffen wir t verloren Unbelannt. ken dit; und breit; ner Ehr, er Stimm: t! Zebaoth. ind Erden weit; heten al it großen Schall. n allezeit; eingen Lob und Dank. 197 ecrt II. Chor: du sitzst Rechten Gottes mit aller Ehr ins Vaters gleich Reich; ein Richter du zukünftig bist alles, das tot und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den die mit deim teurn Blut Dienern dein, erlöset sein; laß uns im Himmel haben. teil mit den Heiligen in ewgem Heil. Hilf deinem Volk, Ferr Jesu und segne, das dein Erbteil Christ,‚ ist, wart und ts ihr zu aller Zeit und heb sie hoch in Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir und ehrn dein Namen loben dich stetiglich. Behüt uns heut, o treuer Gott, vor aller Sünd und Misse sei uns gnädig, o Herre Gott, sei uns gnädig in aller 5 zeig uns deine Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht; dich hoffen wir, lieber in Schanden laß uns nimmer⸗ Herr, mehr. I. und II. Chor: Amen. Der ambrosianische Lobgesang, verdeutscht durch Ur. M. Luther Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. 5. Wer wärmet uns in Kält 302². 250 ch singe dir mit und Frost? Wer schützt uns Herz und Mund, vor dem Wind? Wer macht Herr, meines Herzens Lust; es, daß man Ol und Most zu ich sing und mach auf Erden seinen Zeiten findt? kund, was mir von dir bewußt. 6. Wer gib ö gibt uns Leben und 2. Ich weiß, daß du der Geblüt? Wer hält mit seiner Brunn der Gnad und ewge Hand den güldnen, edlen, werten Quelle bist, daraus uns allen Fried in unserm Vaterlandꝰ hat viel H Eche Lie 7. Ach Herr, mein Gott, das 3. Was sind wir doch? Was kommt von dir, du, du mußt haben wir auf dieser ganzen alles thun; du hältst die Wach Erd, das uns, o Vater, nicht an unsrer Thür und läßt uns von dir allein gegeben werd? sicher ruhn. 4. Wer hat das schöne 8t. Du nährest uns von Jahr Himmelszelt hoch über uns zu Jahr, bleibst immer fromm gesetzt? Wer ist es, der uns und treu und stehst uns, wenn unser Feld mit Tau und wir in Gefahr geraten, treu⸗ Regen netzt? lich bei. 198 mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja 5 und nimmst du —— Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; kein Zähr⸗ und Thränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut, dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht?ꝰ Rimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und er⸗ nährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück⸗ gekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi⸗ Lob und Dank. 9. Du strafst uns Sünder ment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein, so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Ns 32 Ps. 33. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 303 QJauchze, auserwählt 779*Geschlechte! Freut euch des Herrn Herrn, ihr Gerechte! Ihr Frommen, aler den Höchsten hoch! asset eure Sansen klingen, ihr müßt ein neues Lied ihm sin gen; so kommt und rühmt und danket doch! Macht es mit frohem Mut auf Saitenspielen gut. Halleluja! Sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit, und er hälts gewiß. 2. Er wohnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte, die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er ihm zur Ehre der lichterfüllten terne Heere, die Sonne, die uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält. Halleluja! Er will, er sprichts, sogleich geschichts: gebeut er, wird etwas aus nichts. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken, er wendet Völkern die Gedanken, er macht zu nicht der Heiden Rat. Ewig kann sein Rat nicht wanken, mündert r st glei Uct. W Gott heißt Hallelusa Gott ert Erbteil a 4. O sleichet! Bahrheit aller We wie der die Geret Dein Rech Meer.( sein, bist Hallelus Rund, d Durch de Mund. Klarheit Ind deir mich leit nich bri zu deine Ind zud hin. S wohnt,! unser w 6. A nit Bet Höchste deb die dem Sonne, Meine Rroßes ein De thut und Ummt ein ihn ferner ht darein, Frieden hlich sein. 607—1576. st uns die u8erwählt te! Freut errn, ihr men,% Losset ihr müßt sin gen; ihmt in t es mit ttenspielen ein Wort hich i geviß m weinsten Lob und er ändert sich nicht in Ge edanken, er ist gleich Ph an Rat und r%5 Wohl dem Volk, dessen Gott heißt Herr, 2— Zebaoth! Halleluja! Ja, selig ist, wen Gott erkiest und sich zum Erbteil auserliest. 4. O Herr, deine Güte Rurichen dem Himmel, deine Vahrheit reichet so weit, als aller Wolken Heer; ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechti ieie stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh n und Berge sein, bist du, o Gott, allein. Halleluja! Des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund. 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten, wo ich bin, und mich bringen zu den Hüg geln, zu deiner Cherubinen F lügeln und zu dem Stuhl der Gnaden hin. So geh ich da hinein, um Gottes mich zu freun, Leluja!— da, wo Gott wohnt, da, wo er thront, der user wie der Kinder schont. 6. Ach, da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten, zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine F dreud und meine Wonne durch Christi großes Opfer ist. Ich ein Danklied dir da auf W un * der spiel Dank. 199 Harfe für, Halleluja!— dir Gott, mein Gott, Herr Zebaoth, du bist mein Helfer in der Not. Casseler Gesangbuch v. 1770. 1* Melodie. 304.*Qobe den Herren, den müchtigen König der Ehren, meine ge⸗ n Seele, das ist mein Begehren; kommet zuhauf, 9 alter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher gef führet der dich erhält, wie es dir selber gezͤlt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bere itet, der dir Edluch eele verliehen, dich freundlich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebre eitet! Herren, der thar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der All⸗ mächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen, alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht, lob ihn in Ewigkeit. Amen. Joachim Neand 4. Lobe den er, 1650-1680. 200 Ps. 146. Eigene Melodie. 305.* Lobe den Herren, o meine Seele! Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lob⸗ singen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 2. D sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist; welcher vom Glauben sich nicht läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halle⸗ luja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden und was dar— innen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hung⸗ rigen will er zur Speis be⸗ scheiden, was ihnen dient zur Lob und Dank. Lebenskraft; die hart Ge⸗ bundnen macht er frei, und seine Gnad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! Ich will ihn loben bis in 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn; wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Halleluja, Halleluja! 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich; Halleluja, Halleluja! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Halleluja, Halleluja! Joh. Dan. Herrnschmidt, 1675—1728. Ps. 114. Eigene Melodie. 306. Lobet den Herren, alle Heiden, preiset ihn alle Völker; denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halle⸗ luja, Halleluja! 2. Ehr sei dem Vater und dem Sohne und auch dem n Aufang bitß in Er luja, H. 0 hocherha Rühmen dir, o. Du bist der 10 Trübsal sreuen aauchzen lh sch Gott J Hepriese hut, ü wiesen ut. srei, und nancherlei. n gibt er „die tief er kann „ die läßt 1. Sein den Ruß, hält er Halletuja! vergeßnen cler Hand machen d fallen ik. Der ch Zion für dich, Nenschen, 3 der so Alles, fe Amen t frohem ater und n Geist. 675—17²9. Herten, en,prise enn seine it waltet Hall⸗ zater und Lob und Dank. n Geiste, als es im Infang war und nun bleibet bis in Ewigkeit, Amen. Halle— luja, Halleluja! Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: Nun lob mein Seel den Herren. 307 Man lobt dich in 1 der Stille, du hocherhabner Dir Nülle des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth. Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht, in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermehren, so⸗ lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen von ganzer Seel und jauchzen schnell, die unaufhör⸗ lich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir er⸗ wiesen das, was mir nütz und ut. Nun, dies ist meine Sraude, zu hangen fest an dir, daß nichts mich von dir scheide, solang ich lebe hier. 5. Herr, du dch deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die In. kamen, hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget, nun, wie vergelt ichs dir? Ach bleibe mir geneiget, so will ich für und für den Kelch des 201 Heils erheben und preisen weit und breit dich hier, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Joh. Rist, 1607- 1667. Eigene Melodie. 308.* Nun danket alle 0 Gott, mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutter⸗ leib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund gethan. 2. Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Himmels⸗ throne, dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinckart, 1586-1649. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich. 0 un danket all und 309. N bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm 202 ien Gut, der seine Wunder berall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutter⸗ leibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf seines Volkes Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er 4* seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607—1676. Ps. 103. Eigene Melodie. 0 un lob, mein Seel, 310. N den Nunen was in mir ist, den ö amen sein. Sein Wohlthat thut er mehren, Lob und Dank. vergiß es nicht, o Herze mein; hat dir dein Sünd vergeben und heilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit rechtem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden in seim Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn⸗ maßen, es mangelt an Er⸗ barmung nicht; den Zorn läßt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihren jungen Kindelein, so thut der Herr uns Armen, so wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet, sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewig⸗ keit bei seiner lieben G'meine, die steht in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet seins Lobs un roßen treibt sei Gecl sol Lob an V heczigkeit Hekteste h fre sseue d Unaden sener& 2. D die gan. rühret, viel tar chweber ihm Eh 3. L loset de grünen ind sein K 0. uns ledi je mein; bergeben wachheit 3 Leben, Schoß, eschüttet, ich; der behütet, ich. m lassen nd sein üt ohn⸗ an Er⸗ orn laßt st nicht ie Onad n, den ein Güt en, der der Ost e Sünd kbarmen elein, so emen, so ten Lein. Huechte Staub, schlechtt, d Laub; + Wehet, also der in Ende Lob und Dank. 203 Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Joh. Gramann, 1487—-1541. Eigene Melodie. un preiset alle 311. N Gottes Barm⸗ herzigkeit! Lobt ihn mit Schalle, sgerteste Chustenhett Er läßt dich freundlich zu sich laden, sreue dich, Israel, seiner naden; freue dich, Israel, seiner Gnaden. 2. Der Herr regieret über ie ganze Welt; was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt; viel tausend Engel um ihn schweben, Psalter und Harfe ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, lasset das Trauern sein, zur grünen Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sünden. 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und späten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen. 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden, freue dich, Jsrael, seiner Gnaden. Matth. Apelles v. Löwenstern, 1594—1648. Puls Eigene Melodie. N)•gR daß ich tausend 3¹².— Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 2. O Stimme schallte daß doch meine bis dahin, wo die Sonne steht; o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach wäre jeder ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis; mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herz⸗ inniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wuldem, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein. 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Ge⸗ hilfen geben; denn mein Ver⸗ mögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allent⸗ halben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Seel und Leib; Lob sei dir, 20⁴4 mildester Berater, für allen edlen Zeitvertreib, den du mir in der ganzen Welt zu meinem Nutzen hast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei ge⸗ priesen, daß dein erbarmungs⸗ volles Herz sich mir so hilf⸗ reich hat erwiesen und mich durch Blut und Todesschmerz von Satans List und Grau⸗ samkeit zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, o heilger, werter Gottesgeist, für deines Trostes süße Sehen die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich 295 Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth. Du trägst mit meiner Sünden⸗ schuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage recht wunderbarlich hast geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend Oimmel ꝰUnd fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. Lob und Dank. 12. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir sich mein 5 bringen, solange ich mein Herz bewegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 13. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden; wenn ich bei deinen Engeln bin, da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Joh. Mentzer, 1658—- 1734. Ps. 34. 313* Sei Lob und Ehr 1 dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Him⸗ melsheer, o Herrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles re Gebt un 4. V meiner N Mein We Helfer m mir Tro dnk, ao ich dir; a Mit mir. die Chre 5. De mimmer geschieder esicht, Hrieden. leitet er ermange Wedt lberfluß und nei denen zu inden Hott di 7. V Leben la m ehren; Wogesn häten. amuntre Kih erfte 1 deiner sich die vill dir solange t; ja bufloe och mit 0 arme u Gott, n Im werden; Engeln höhern jalleluja 5—U34. öh sei Ehr. und Ehr höchsten r Güte, Wunder er mein Leichen tt, der Gebt l die Him⸗ er aller Erden, —i preisen die alles Runsemn chaffe echalten, und spat ten. I. ch ist Lob und Dank. alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zu⸗ versicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die nirgends sonsten finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre. Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt teures Blut gewinn. unserm Gott die Ehre; die falschen Götzen macht zu Spott, der Herr ist Gott, der 205⁵ Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen; bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles Wohlbebacht und alles, alles recht gemacht; Gebt unserm Gott die Ehre! J. J. Schütz, 1640—-1690 Eigene Melodie. 314 Sollt ich meinenn * Gott nichtsingen? sollt ich ihm nicht dankbar sein? denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding ꝛc. 3. Sein Sohn ist ihm nicht u teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein O du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, 206 deine Tief ergründen können? Alles Ding ꝛc. 4. Seinen Geist, den edlen Wort gibt er mir in seinem ort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbstmacht stille Alles Ding ꝛc. 5. Meiner Seele Wohler⸗ Hedac hat er ja recht wohl edacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts ermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an sein Vermögen beizu⸗ legen. Alles Ding ꝛc. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zu Dienst gestellt; wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält. Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding ꝛc. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein An⸗ gesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding ꝛe. 8. Wie so manche schwere Plage wird vom Satan her⸗ geführt, die mich doch mein Lob und Dank. Lebetage niemals hat bisher berührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist ge⸗ meint, in die Ferne wegge⸗ wendet. Alles Ding ꝛc. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bis⸗ weilen Sünde thut und aus dem Wege weicht; also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding ꝛe. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der nich liebet, mein gedenket und mi von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding ꝛc. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein, also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding ꝛc. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner R zu umfangen Tag und Nacht hier in bis ich lob und Eigene 315. Weishe Mee, d betend von Be Wie ich Gott, 2. es blie Berke: ausges Gott die S Wer k. Ver ru 3.2 seinen Himme den Se t Pr igel, den zöse, was n ist ge⸗ e wegge⸗ * r seinem rals ganz leich bis⸗ und aus also hält mir mein ut, will Rut und te rächen. sen, seine gleich wenn 90 90 en der mich und 15 Helt le. alt, durch m lenke. 9 fürwahr aus den nireuz hat endl er Wintel der schöle wird aul erwarten Ding l. weder Zil ottes Ache nedenz dein iade ge n . ner und bNoch Lob und Dank. 207 hier in meinem ganzen Leben, bis ich 1110 nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1607—1676. —— Eigene Melodie, oder: Es ist das Heil uns kommen her. Agh Rennich, o Schöpfer, 0. dene Macht die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, an⸗ betend überlege, so weiß ich von Bewundrung voll nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke: der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlich⸗ keit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnen⸗ schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere; Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Hchopfer Ehrei Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott—— 1 bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu er⸗ 55 leitet; der Mensch, der chöpfung Ruhm und Preis, it sich ein tägl icher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen; Gott, unser Vater, sei gepreis, und alle Welt sag Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff e hu und dien ihm gern! er wollte Gott nicht dienen? Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 316* WMie groß ist des Allmächtigen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit Silht der Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie ver⸗ gessen, vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Vangmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Ge⸗ wissen? Wer gibt dem uch fo 10 Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ists ni icht sein Arm, der alles schafft? 208 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du mit Herrlichkeit umgeben Gott ewi sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir 1 nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge⸗ schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll voll⸗ kommen sein wie er. Solang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Lob und Dank. Mel.: Alle Menschen müssen sterben, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 317 omit soll ich dich wohl loben, mächtigerHerrZebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott. Denn ich kann mit nichts er⸗ reichen deine Gnad und Liebes⸗ zeichen. Tausend⸗tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür. 2. Herr, entzünde mein Ge⸗ müte, daß ich deine Wunder⸗ macht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gna⸗ dengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend⸗, dausendmat 2c. 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Lang⸗ mut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast ge⸗ tragen mit Erbarmen. Tau⸗ send⸗, tausendmal ꝛc. 4. Ach ja, wenn ich über⸗ lege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hier zu ergründen. Tausend-, tausendmal ꝛc. 5. O, wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sünden⸗ höhle möchte zu den Wunden fliehn, die mich ausgesöhnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tansend⸗fansendmalat 6. Be nit Leid mein Go Herze zu iu ergel Hanzliche an dein Dausend 7. und gibe nüßlich auch geli zu jeder angenom bhoöchsteen sude, send⸗, te ·. M wunderb auch all doch de Tausend 9.8 Seiten! mal nch egleiten starkes; die nich bin en! tausendn 10. 9 eczeiget Gütigke mir 9e Freundl Geist I. esun ge reis sen sterben, ens Leben. llich dich lK loben, h? Sende n deines in Gott. nichtd er⸗ dd Kiebes⸗ endmal sei ank dafür. mein Ge⸗ Wunder⸗ Treu und dog und nen Gna⸗ id Seele Tausend⸗, Dih dich jet Schuld t ich vor der Lang⸗ hast ge⸗ n. Tau⸗ ich übet⸗ Nieb und 0 vic eführt di ich lein Tausend⸗ du meine dir zu 1Sünden⸗ U niin esöhn aun 15 sendmalr Lob und Dank. 6. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. 7. Wie ein Vater nimmt und gibet, nach dem's Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenns aufs höchste war gekommen. Tau⸗ send⸗, tausendmal ꝛc. 8. Mich hast du auf Adlers⸗ flügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich. Schien auch alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. 9. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehn⸗ mal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Hurn daß den Nöten, die mich drangen, ich jedennoch bin entgangen. Tausend⸗, tausendmal ꝛc. 10. Vater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tau⸗ send-, tausendmal ꝛc. 11. Tausendmal sei dir gesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß 209 es mir bisher gelungen! Ach laß meines Lebens Gang ferner noch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. L. A. Gotter, 1661—-1735. Eigene Melodie. * Ndunderbarer Kö⸗ 318. Wẽ nig, Herrscher von uns allen, laß dir unser Lob gefallen. Deine Vatergüte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch; laß die Zunge singen, laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten! Großes Licht der Sonnen, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern, seit bereit, zu ehren einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder; was den Odem holet, jauchze, preise, klinge; wirf dich in den Staub dar⸗ nieder. Er ist Gott Zebaoth, er ist nur zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir: ewig wirst du droben ohne Sünd ihn loben Joachim Neander, 1650- 1660. 14 Morgenlieder. c. Lieder für besondere Zeiten und Stände. 1. Morgenlieder. Eigene Melodie. dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum unsern Herren, dein eingebornen Sohn: 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich 18 Li. diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, diesem Jammerthal sein Tück 319 Aus meines Herzens an mir nicht übe, Leib und Grunde sag ich Seel nicht betrübe und bring vor Feuer und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Ehr und Gut bewahr; dir will ich übergeben Bin und immer⸗ dar als dein Geschenk und Gab mein Eltern und Ver⸗ wandte, Gefreundte und Be⸗ kannte und alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der Feind allhier in mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, der alle Ding vermag; er segne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach. Ihm hab ichs heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er machs, wies ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es allzusammen in Gnaden sehen an; und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott beschieden in meim Beruf und Stand. Johann Matthesius(2) 1504- 1565 Mel.: Erschienen ist der herrlich Tag. 2 as walte Gott, 32²0. der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, mit Gott nur geht es glücklich fort, drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes An⸗ gesicht, drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. o kam nicht gi gibt ur drum mir m ich au walte de. sein Tück Leib und und bring ich lassen vermag; ten, mein ach. Inn llt; mein lein Leben ergeben, gefallt. sprehh ich icht daran sammen in und strec and, grei Hreuden, chieden in tand. 1504-1585 herlich Lag alte Gott elfen fann nein Arbeit X geht ei nist auc Vort: Das Beginnen. erfordent Stärh jottes 10 in Mun neln. O icht: Morgenlieder. 211 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts, wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts, drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas eben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist, drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnüget mir zu jeder Stund, drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei, drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat, er gibt und nimmt, machts, wie er will, drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot, nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn Gott nichts glückt und seine Gunst, nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid, laß hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freude an: Das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir bei⸗ stehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Be⸗ schluß: Das walte Gott! Joh. Betichius, 1650—I1722. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 321. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelsthron. Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter An⸗— dacht meine Knie und ruf zu dir mit heller Stimm: Dein Ohren neig, mein Red ver⸗ nimm. 2 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig hast behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Frieden zugebracht. 1⁴² 212 Morgenlieder. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mir Leib und Seel regier und mich mit schönen Gaben zier, er führ mich heut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib Gnad, daß ich mein Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht zu deinem Lob und meinem Nutz und meinem Nächsten thue Guts. 7. Hilf, daß ich zu regieren wiss' mein Augen, Ohren, Händ und Füß, mein Lippen, Mund und ganzen Leib, all bös Begierden von mir treib. 8. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Übel abgewandt, mein Seel mit Sünden nicht be— schwer und mein Gewissen nicht versehr. 9. Behüt mit heut und allezeit vor Schaden, Schand und Herzeleid, tritt zwischen mich und meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind. 10. Mein Aus- und Ein⸗ gang heut bewahr, daß mir kein Übel widerfahr; behüte mich vor schnellem Tod und hilf mir, wo mir Hilf ist not. Martin Behm, 1557— 1622. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. es Morgens, wenn 32². ich früh aufsteh, und abends, wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, Herr, auf dich; Herr Jesu, dir be⸗ fehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wunden dein da kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut; mein Schutz ist dein heiliges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm, drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht, drum weder Feind noch Tod ich acht; denn wo ich bin, bist du bei mir; mein Glück und Kreuz kommt all von dir. 5. Ich leb, ich sterb, so bin ich dein; darum ich dir die Seele mein befehle jetzt und auch im Tod: nimm sie zu dir, o treuer Gott. Unbekannt, 1593. Eigene Melodie. * Oie güldne Sonne 323. D voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herz— erquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2—— Gott e und un Vermöt groß, dann st sie mi geschied vergän 9. 6 Schöp Gaben alles s seht. sind se allein. o ist auftteh ber ur Scein 5. hoch! laß m Nnstoß Laster Oatan Bake nich a stehn. 0 chn Oegen Meine⸗ Haus, Unchr dich zu unz 90 wenn 9 aufst ssteh 900 gen, Herr, , dir be⸗ Hgen fünf n ich ruhn Leib und hutz mein 98 Blut. rr Christ, in heilges hm, drum ein, wollst mir sein. nir stets im weder achtz denn hei mir; 1 bmmt b, so bin dir die jeht und m sie z au nnt, 1595. . ne Sonne Freud und Grenzen ein herz⸗ es Licht licder die nun steh j; ftöhlich it meimem Morgenlieder. 2. Mein Auge schauet, was Gott erbauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde 105, altet Schoß. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer ge⸗ setzt. Die besten Güter sind unsre Gemüter, dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergetzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch 16—— all meine Sinne, laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Satanas Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten be⸗ stehn. 6. Laß mich mit Eun den ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach 213 Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. . Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn; alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken, seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, ver⸗ gib und schone! Laß meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein ab— gewandt. Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället, ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Allerge⸗ wißte, aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was 214 tragen, 33 belte so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, der du nie keinen zu sehr hast betrübt. 12. Kreuz und Elende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu'rwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 324. ie helle Sonn leucht jetzt her⸗ für, fröhlich vom Schlaf auf⸗ stehen wir; Gottlob, der uns heut diese Nacht behütet vor des Feindes Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein, 3. Daß unser Herz gehorsam leb, deim Wort und Will nicht widerstreb, daß wir stets wandeln deine Bahn in allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, das ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nik. Herman, 1 1561. Morgenlieder. Mel.: O daß ich tausend Zungen. 32⁵5 Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an, Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Trost und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen und küsse Gottes Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, wer bin ich Armer doch! Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkennet meine Seele und gibt sich selbst zum Opfer hin; doch weil ich noch in dieser Höhle mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir, denn meine Hilfe steht bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn. Ach laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn; gib deinen Geist, der mich regier und nur nach deinem Willen führ. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer essen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonsten zugemessen, das richte mir zum Besten ein. Ich bitt um keinen Überfluß, nur was ich nötig haben muß. 6. So thue nun, mein Gott, das Deine und laß mich auch das Meine thun; behüte beides groß und kleine, daß sie auf deiner ein jed vergnü 320 Vater, der es Werden ccheine Hand drinne 2. 0 mein dir 0 6. Seel d Zungen. Dag, ein eben geht oche an, aufs neue tniemand hätt ich wer gäbe Lichl? sen lieben eGottes Nacht so 10 5 von Ich Hert, boch! Du lebe noch. unet meine elbst zum ich noch Not und o weic von mir, t bei dir. in dieser in deinem nig joche mi nd Blute Geist, de nur nach Morgenlieder. deiner Huld beruhn, und daß ein jedes diesen Tag mit dir vergnügt beschließen mag. Benj. Schmolck, 1672-1737. —— Eigene Melodie. 326* Gott des Himmels 2 und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Nacht daß du mich in dieser acht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehen; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Ge⸗ richt, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein wen nirgends als bei dir allein kann ich recht be⸗ wahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und 21⁵5 Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. ö 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, 1604- 1668. Mel.: Jesu, Arzt todkranker Seelen. 7 üter, wird die Nacht 32² 0. 9 der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darin ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte werden, Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe, Jesu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Laß doch nicht den Geist der Seelen sich so quälen, 216 Morgenlieder. zünd dein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 6. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 7. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn sein klares Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 8. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christ. Friedr. Richter, 1676—1711. Mel.: Es ist das Heil uns kommen. 328. In Gottes Namen fang ich an, was mir zu thun gebühret; mit Gott wird alles wohlgethan und glücklich ausgeführet; was man in Gottes Namen thut, ist allenthalben recht und gut und kann uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Ver⸗ mögen schafft, was Gutes zu vollbringen. Er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, daß uns ein reicher Zug entsteht und dergestalt zur Nahrung geht, daß wir Genüge haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, der wird ja leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen; da wird der Fromme froh und satt, daß er von seiner Arbeit hat auch Armen Brot zu geben 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, er krönet sie mit Gnaden; der bösen Welt ihr Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, er segnet ihre Stadt, ihr Land und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem was ich thu, ererbe deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinen Nächsten liebe. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir; die Werke meiner Hände befehl ich, liebster Heiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange. Salomon Liscow, 1640—1689. Ma.: J. x 309. ö ethebe E Herr höt lobsing il 2. Mi ohne Ma iu Fried Sicherhei flr die? 3. W von mir eine P bedecken und seit zu erwe 5. D Herr de Inser der ed seht neu 6. der Mo Treue, Inften a08 e 7. H nit rul vallen, Wohlge „ ö Mnädig Reine Retter wenn j ich Gottes bleibt auf wird ja acht durch egen; da sro) und ner Arbeit zu geben Frommen er klönet der bösen Hohn kann hen. Gott and, er Land Freuden. Herr Jelu in meinen mit deiner ner Arbeit Gedeihen in allem he deinen Irch deinen gang u du mic mit laute dir mil ein Gebol Morgenlieder. Mel.: Ich dank dir schon durch deinen Sohn. 329. Mein erst Gefühl s ei Preis und Dank, erhebe Gott, 0 Seele! Der wehst hört deinen Lobgesang, obsing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief in Frieden; wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben unt in sei Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und ‚ schz. mich vor Gefahren? 4. er lehrt das Auge seine ů1 206 2—4 sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist uͤnser Leben. Du bist es, der es uns erhält und mirs j636 neu gegeben. Gelobet seist du, Gott 10 Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem imm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 217 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt 985 Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn un 5 willig thue. 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 330. Medanen der igkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, schic uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen, laß die dürre Lebensau later süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei entstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. ö * 4 218 Morgenlieder. 4. Laß uns ja das Sünden⸗ weich nicht von mir, mein kleid durch des Bundes Blut vermeiden, daß uns die Ge⸗ rechtigkeit mög als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 5. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und entfernt von aller Plage sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnaden⸗ Wie,—3— uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Ch. Knorr v. Rosenroth, 1636- 1689. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, oder: Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht. 331 O heilige Dreifaltig⸗ keit, o hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, heut diesen Tag mir Beistand leist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses widerfahr und mich der Satan nicht verletz noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick des Sohnes Weis⸗ heit mich erquick, des heilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräftig bei! O mein Erlöser, hilf mir frei! O Tröster wert, Herz mit werten Gaben zier! 5. Herr, segne und behüte mich; erleuchte mich, Herr, gnädiglich; Herr heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behm, 1557— 1622. Mel.: O Gott, du frommer Gott. Jesu, süßes Licht, 332. nun ist die Nacht vergangen, nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umpfangen; nun ist, was an mir ist, vom Schlafe aufge⸗ weckt und hat nun in Begier zu dir sich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad ein⸗ senken mit Leib, mit Seel, mit Geist heut diesen ganzen Wil das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, sie sei dein Eigentum, mit ihr dich heut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus, ach allerliebstes Leben! Ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich; so hat Geist, Seel und Leib mit dir ver⸗ einigt sich. 5. De die Klei meiner e nis eing Glauben kechtigke das rech 6. M mit Wei mit Ker durch de auch mit allem wohlgesc angethar 4 08 Dag st schweber Wart m geben, Mun d und Mi mein E 8. Ac iu rede deines führ un Hesche sohn erbleib r, mein ben zier! d behüte 9„ Her, auf mich ) deinen . 57—1622. mmer Gott hes Licht, die Nacht jat dein seue mich was an fe aufge⸗ in Begier dt. dir denn ür Opfer nich ganz nad ein⸗ it Seel, u ganzen ¶pfer sein vermag. da, mein ine Secle nit iht in deiner du meinen t du dich auch mein ergeben, Haus, . Ach ir, beweß hat Geist. dir ver⸗ Morgenlieder. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget. Laß meiner Seele sein dein Bild— Glaubensschmuck, in der Ge⸗ rechtigkeit, die allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit, mit Geduld durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Bleib du mir diesen Tag stets vor den Augen schweben, laß dein Allgegen⸗ wart mich wie die Luft um⸗ geben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange, 1670—1744. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. * ach auf, mein 333. Wonz und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heint,“) als die dunkeln Schatten mich ganz umgeben Anmerkung.) Heute Nacht. 219 hatten, hast du, o Gott, ge⸗ wehret, daß mich kein Leid ꝛeiner versehret. nis eingepräget im güldnen 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge! schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben: hier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen, du kannst ins Herze sehen und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten; hilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich be⸗ schütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, 1607-1676. Tischlieder. 2. Tischlieder. Mel.: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 23 Bescher uns, Herr, 334. das täglich Brot; vor Teurung und vor Hungers⸗ not 4.— uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. O Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt; er⸗ nähre uns, die Kinder dein, der du speis'st alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm. Denn aller Ding du Schöpfer bist und allem Vieh sein Jutter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. O Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Teurung, Hunger, Seuch und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Du unser lieber Vater bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nik. Herman, 1 1561. Eigene Melodie. 2 Nun laßt uns Gott 335. N dem Herren Dank sagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von der Sünden. 4. Ein Arzt ist uns ge⸗ geben, der selber ist das Leben: hristus, für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall, der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns ver⸗ geben die Sünd, geschenkt das Leben; im Himmel solln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, daß sie hinfort behüte die Großen mit den Kleinen, du kannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, gib ewigliche Frei⸗ heit, zu preisen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen. Ludwig Helmbold, 1532—1896. uns Gott ren Dank ren von „die Wir die Seel, llein uns bewahren aren. er dem uuß auch tödliche nen von uns ge⸗ Leben: jestorben, horben. in Tauf, it wider lIge Gest 3 darauf uns ver⸗ jenlt doß solln wi eGaben! ne Güte, hüte de nen, du inen. in der che Frei⸗ Namen . Amen. 2-1506. Abendlieder. 221 Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. 336 Speis uns, Vater, — deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, Sabe den Segen zu den aben, die wir jetzo vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Joh. Heermann, 1585—-1647. Mel.: Vom Himmel hoch, oder: Herr Gott, dich loben alle wir. 337. Wir danken Gott für seine Gab'n, die wir von ihm empfangen hab'n, und bitten unsern lieben Herrn, er woll hinfort uns mehr beschern. 2. Er woll uns speisen mit seim Wort, daß wir satt werden hier und dort; ach lieber Gott, du wollst uns geb'n nach dieser Zeit das ewge Leb'n. 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, bit du uns'r Gast gewesen bist; bleib du bei uns, so hats nicht not, du bist das rechte Lebensbrot. Unbekannt, 1589. 3. Abendlieder. Mel.: Unerschaffne Jrv, ie 338. A5. mein Jesu, sieh, h trete, da der Tag——— bsch neigt und die Finsternis sich zeigt, hin 5 deinem Thron Ul0 bete. eige du zu deinem Sinn auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn ge⸗ schwinde wie ein Pfeil zur Ewigkeit, und die allerlängste Zeit saust vorbei als wie die Winde, fließt vorbei als wie ein luß mit dem schnellsten Wasserguß. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer nehme mich doch nicht in acht, daß ich dich bei Tag und Nacht herzlich suchte, mein Erbarmer. Mancher Tag geht so dahin, da ich nicht recht wacker bin. 4. Ach, ich muß mich herz⸗ sch schämen, du erhältst, du schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, und ich will mich nicht bequemen, daß ich ohne Heuchelei dir dafür vecht dankbar sei. 5. Nun ich komme mit Ver⸗ langen, o mein Herzensfreund, zu dir: neige du dein Licht zu mir, da der Tag nunmehr vergangen; sei du selbst mein Sonnenlicht, das durch alles Finstre bricht. 6. Laß mich meine Tage zählen, die du mir noch göͤnnen 222 willt; mein Herz sei mit dir erfüllt, so wird mich nichts können quälen; denn wo du bist Tag und Licht, schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, mein teurer Heiland, wache, wache du in dieser Nacht; schütze mich mit deiner Macht; deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Joh. Schlicht, 1681—1723. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 339. Cbrist, der du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein und vor dem Satan sicher sein. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein; halt über uns dein rechte Eüud daß wir nicht falln in ünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, behüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seele tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein er⸗ erbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. Abendlieder. 6. Befiehl deim Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum, gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreieinigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus, e. 1500—-1558. Eigene Melodie. 340 Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet, die Welt hat sich zur Ruh gemacht, thu, Seel, was dir gebühret, tritt an die Himmels⸗ thür und bring ein Lied herfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihr hellen Sterne leuchtet wohl und gebet eure Strahlen, ihr macht die Nacht des Lichtes voll, doch noch zu tausend Malen scheint heller in mein Herz die ewge eaner Seel mein Jesus, meiner Seele Ruhm, mein Schatz, mein Schutz, mein Eigentum. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren, doch einer ist, der oben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlum⸗ mert, Jesu, nicht dein Aug, auf mich gericht, drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. ist lein dir brin ich lann an E emeint Freund. 99 Bette g befehlen Schuth Besten fürchte nicht de Iau sch Engel, daß 8 bewach, uns die daß wir Ruh. wir im die Enge u heilige loben dich 1500—15583. . en Sonne ind Pracht vollführe, zur Ruh „ was di eHimmels⸗ Died herfüt Herz und in gerichtet meleuchtet e Strahlen, des Lichtes zu tauser er in men immelsletz ner Sel hacz, Mell Abendlieder. 4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut emeint, o Jesu, meiner Seele Freund 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen, du wirst, mein Schutzherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selber nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freude wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall möcht rufen überall: Ach Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib, gib dich zur Ruh und schlafe sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So wird der Schluß recht wohl Jesu, Jesu, gute Nacht! Chr. Scriver, 1629—- 1693. gemacht. un Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 34 er Sabbat ist I. D vergangen, ich habe mein Verlangen nach 223 Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot gespeiset und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sünden⸗ schaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpur⸗ mantel zu. 3. O du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin; ich habe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonn⸗ tag ist erschienen, der alle Nacht zu schanden macht. 5. Ich schlafe ganz ver⸗ gnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer Mich stört kein Weltgetümmel; es träumt mir nur vom Himmel; ach wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmolck, 1672—1787. Mel.: Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet. 342. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe; o Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe; geh auf in mir, Glanz der Gerechtig⸗ keit; erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 224 Abendlieder. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen! Dir sei die Ehr, daß alles wohlgelungen nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht ver⸗ steh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, was mich empfindlich quälet: Beständig⸗ keit im Guten mir noch fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, en was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich Pel mich wieder ein, da ist die Hand: du mein und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; bewahre mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. O Lebens⸗ sonn, erquicke meinen Sinn. Dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin. Joachim Neander, 1650—-1680. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 343 r. der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem ne, freu ich mich deiner Güte, freue Wich 05 dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! ö 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil ich der Ruh entgegen: dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. wiederum 344 Serr, es ist von * meinem Leben ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mirs auch guber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat, den Sunden und Th bis je Hand ur Ind oft selber n 3. A Gnaden Geduld. Oeladen; Schuld. heut an m Gemüte Güte, Du gibst le, Gedeihn nd schaffst mir. Ruh der les Worts Jeben gehn, offen, im offen und Glaubens m wen ich mich im Gott, mein er Schuld bei dir in em Himmdl tem Segen, entgegen istl Men de ist dein, Abendlieder. 225 Oüt denn ich, bin noch voller ünden in Gedanken, Wort und That, und vom Morgen bis jetzund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ich selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vater⸗ treu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus und bewahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun; sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That; wend auch alles andre Schrecken, das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird, denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem ist der Wort. 345* inunter Sonne Schein die finstre Nacht bricht stark herein; leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schad, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir hab'n er⸗ zürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß uns schlafen in Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heint, o lieber Gott. Nik. Herman, 1 1561. Mel.: Jesu, meine Freude. Qirte deiner Schafe, 346. der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hüte den ver⸗ gangnen Tag. Sei die Nacht 15 wider dich: lieg 10 226 auch auf der Wacht, und laß mich von deinem Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Ge⸗ wissen sei mein Ruhekissen; drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vater⸗ armen ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, also sind wir ungeschieden, und ich schlaf im Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Graun erwecken, noch der Satan schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette heut zum Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch 90 du beschlossen, daß mein iel verflossen, kommt die odesnot, so will ich nicht nur in Jesu Wunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan, ich thue in vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, Abendlieder. o du Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht; und erled ich ja den Morgen, wirst du weiter sorgen. Beni. Schmolck, 1672—1787. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 347 un ruhen alle — Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt! ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver⸗ gangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmels⸗ saal: also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammer⸗ thal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterb⸗ lichkeit; die zieh ich aus: da⸗ egen wird Christus mir an⸗ egen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Faß und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. 9 Olieder auch n hegehrt und 8 wird Bettle 7. Drossen schloss und E Gnade Schad Prael 2—0 belde, und 5 will 0 es 9. Leber trüben Gott stell e ums Schar t; Und erleh , wirst du „1672—1157. uß dich lassen ruhen alle Ider, Vieh. und ů4 e Woltl iht n, auf, auf was eurem illt. u, Sonne cht hat dich Nacht, des r 0 ein nein Jesus ur hell in eint. st nun ber⸗ N Sternlein Himmels⸗ auch stehen, dien gehen m Jammer⸗ lt nun zur Kleid und Abendlieder. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt: es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn ver⸗ drossen, im Nu sind sie ge⸗ schlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich verschlingen, V laß die Englein singen: ies Kind soll unverletzet Ran. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht be⸗ trüben kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. Paul Gerhardt, 1607—- 1676. Eigene Melodie. 348* Nun sich der Tag geendet hat und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finster⸗ nis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 227 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser schwarzen Nacht, und schenke du mir Leter 2 den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an, doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für für mich gethan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht nichtige Gedanien, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Na auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten* 9. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth, im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Fr. Herzog, 1647—1699. Mel.: Meinen Jesum laß ich nicht. 349 Treuer Jesu, wache du, weil ich jetzund will einschlafen. Gib mir und den Meinen Ruh, bleib, o Hirte, bei den Schafen, schließ die Thüre selber zu, treuer Jesu, wache du. 1⁵² SS... —— —.—— — —— — — ———— 228 2. Treuer Jesu, weiche nicht, sonst wird Grauen, un und Schrecken, das oft mit der Nacht einbricht, uns viel Ach und Weh erwecken. Bleib bei uns mit deinem Licht, treuer Jesu, weiche nicht. 3. Treuer Jesu, steh uns bei, daß in uns der Geist und Glaube, wenn wir schlafen, wacker sei, und kein Feind uns solchen raube. Deine Hilfe mach uns frei; treuer Jesu, steh uns bei. 4. Treuer Jesu, wenn es nu einmal mit mir kommt zum Sterben, so bring mich zu deiner Ruh, mache mich zum Himmelserben, schließ mir selbst die Augen zu; treuster Jesu, hilf mir du! 5. Treuer Jesu, nimm zu dir endlich mich und all die Meinen. Wenn der Tag nun bricht herfür, da du selber wirst erscheinen, führ uns durch die Himmelsthür, liebster Jesu, ein zu dir. Unbekannt, 1697. Mel.: Werde munter, mein Gemüte. 350. Unsremüden Augen⸗ lider schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüßen schon die Abendruh; denn die trüb und finstre Nacht hat des hellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket und die Sterne aufgestecket. 2. Ach bedenk, eh du gehst schlafen, du o meines Leibes Abendlieder. Gast, ob du den, der dich er⸗ schaffen, heute nicht erzürnet hast! Thu, ach thu beizeiten Buß, geh und falle ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir befohlen; ja, ich habe nicht betracht meines Lebens Ziel und Zweck, habe gleichfalls deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Sünde Straßen. 4. Ach Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht ver⸗ dienten Lohn; laß mich deine Huld umfangen, sieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an; dieser hat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 5. Sende deiner Engel Scharen als zur Wache mir herab, meine Seele zu be— wahren, daß des Todes finstres Grab, daß das Übel, so bei Nacht unsern Leib zu fällen tracht, mich nicht mit dem Netz umdecke, noch ein böser Traum mich schrecke. 6. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Norgenr von dem dein Wil werd un uns un deine& und nie hilfuns, 6 351. und ih daß iht die er da er vor so durchsei hat bes 2. L Isnge Herzigkei Vert 9 vor alle mancher bevahtt weggetr chädigt etgründ Wunder lann Hund Wohlt 2—1 ast ni hfall der dich er⸗ cht erzürnet hu beizetten alle ihm zu daß er aut Strafe woll err, dir ist h diesen Tag als du mir habe nicht JDebens Ziel gleichfalls lich, o mein egefolgt der mich Gnad nicht ver⸗ mich deine eh an deinen 1 für mich gter, nimm dieser hat was mein det. ner Enga Abendlieder. Morgenröt aufgehet und man von dem Bett aufstehet. 7. Vater droben in der Höhe, dessen Nam uns teur und wert, dein Reich komm, dein Will geschehe, unser Brot werd uns beschert, und vergib uns unsre Schuld, schenk uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Joh. Franck, 1618- 1677. Eigene Melodie. 351 Werde munter, 5 mein Gemüte, und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnaden reiches Walten hat beschützet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir engen⸗ Vater der Barm⸗ herzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feind hin⸗ weggetrieben, daß ich unbe⸗ schädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ergründen deine Güt und Wunderthat, ja kein Redner kann verkünden, was dein 250.. erwiesen hat. Deiner ohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; ja, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 229 4. Dieser Tag ist nun vergangen, die betrübte Nacht bricht an, es ist hin der Sonne Prangen, so uns all erfreuen kann; stehe mir, o Vater, bei, daß dein 1. stets vor mir sei und mein kaltes Herz erhitze, ob ich gleich im Finstern sitze. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Misse⸗ that, die mein armes Herz beladen und so gar vergiftet hat, daß auch Satan durch sein Spiel mich zur Hölle stürzen will; da kannst du allein erretten, strafe nicht mein Ubertreten. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein, hat uns doch dein Sohn verglichen durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets in mir befinde. 7. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel schier; da ich mich so sehr betruͤbe, tröste mich mit deiner Liebe. 8. Schütz mich vor des Teufels Netzen, vor der Macht der Finsternis, die mir oft des Nachts zusehen und erzeigen Kümmernis. Laß mich dich, o wahres Licht, immerdar 230 Abendlieder. verlieren nicht; wenn ich di nur hab im Herzen, fürcht i nicht der Seele Schmerzen. 9. Wenn mein Augen schon sich schließen und ermüdet schlafen ein, soll mein Herz dennoch geflissen nur auf dich gerichtet sein; meine Seele mit Begier träume stets, o Gott, von dir, daß ich fest mit Seel und Leibe auch im Schlafe dein verbleibe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles Übel laß ver⸗ schwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sein in deinen Schutz geschlossen. 11. Ach bewahre mich vor Schrecken, schütze mich vor Uberfall; laß mich Krankheit nicht aufwecken, treibe weg des Krieges Schall; wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den i ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen! Joh. Rist, 1607—1667. Mel.: O daß ich tausend Zungen. 352 So ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht! Wie sich dein Segens⸗ quell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt und unauf⸗ hörlich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann; ich rühme dich von Herzensgrunde für alles, was du mir gethan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ mein Dank ein süßer Weih⸗ rauch ist. 3. Hat mich bei meinen Wochentagen das liebe Kreuz auch mit besucht, so gabst du auch die Kraft zu tragen; zudem ist es voll Heil und Frucht durch deine Lieb, o Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur eines bitt ich über alles, ach, du versagst mir solches nicht, gWenbe keines Sündenfalles weil mich mein Jesus aufgericht, mein Jesus, der die Miss sethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen, du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also den W und fro der Tro daß ich dein un seig fei 11— hugenon der Ew näher k der le Stunde nich zu d. U frilh au end Zungen. die Woche gehlossen dein Herze u Segens⸗ in ich noch aß er sich ind unauf⸗ ießt. mit Hand be dich, so rühme dich für alles, und weiß, um Christ ßer Weih⸗ hei meinen liebe Kreuz o gabst du à²tlagen; Heil und eLieb, o arum dank tt ich ibe Hagst mi enke keines mich mem tein Ielud auf erbig rit ja noc brichst ihn da du dem ochen daß Sünd is sondem Gerechter hält an l als Ehe und Hausstand. den Wochenschluß vergnügt und froh zurücke legen, da der Trost mich ergetzen muß, daß ich ja soll in Christo dein und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch er Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag 231 wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an. Ach ja, da teilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche gibst; du wirst es in der That erweisen, daß du mich je und immer liebst und leltet mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdm. Neumeister, 1671—1755. 4. Ehe und Hausstand. Mel.: Schwing dich auf zu deinem Gott. 25 ang dein Werk 353. F mit Jesu an: Jesus hats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an: Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, geh mit Jesu schlafen, führ mit Jesu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn ur Seiten, wenn des Satans ist und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, ei, so hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen; es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben, endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach sei dir übergeben, es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; laß es doch sein wohlgethan! Ich sprech darauf: Amen. Unbekannt, um 1700. 232 Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 3 ch und mein Haus, 354. I wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gib deinen Segen nur daͤrein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; dir nur soll sie wohl⸗ gefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelen⸗ speise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf dies Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe alle⸗ zeit zum Dulden, Tragen sein bereit voll Demut, sanft und V 2. 90 Hand bis ins Vaterland. linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte; selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Ge⸗ duld uns fassen. 355. Ehe und Hausstand. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnaden⸗ fülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist als nur dein Geist regieret. Der ists, der alles wohlbestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, der alles lieblich zieret. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. K. J. Ph. Spitta, 1801—1859. Mel.: Seelenbräutigam. Iessu, geh voran auf der Lebens⸗ bahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nach⸗ zueilen; führ uns an der 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen nie⸗ mals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o, so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Nebster du und gib uns thu un Hüre Nil Me 356. Chstan du ihn und i Hnade . Hedeiht 3 und K Muallet +1 sthn, Naegne Heinen deinem 6 bitten Mädie Hben. und 8 ms irdisch schließ den t aus, des ste; denn Demut leer r Weltlust das Beste: le Gnaden⸗ äten einer zen. flehn wir dem Haus à nur dein rists, der der gute 6 der Sende bid wit en dich in . 1601-1669. tigam. ich voran er Lebens⸗ ollen nicht ulich nac⸗ an der rland. urt ergehn, und auch Schmerz kümmert Heiden,„ 1 beiden Ehe und 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Jührs du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die 156 flege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Mel.: Vom Himmel hoch. 356 Gott, des 9uat den 356. O voller Rat den drühn eingesetzet hat, der du ihn schützest, liebst und ihm Rück, Heil Gnade gibst: 2. Gib diesen, daß sie stets mit Flehn in Lieb und Ein⸗ tracht zu dir gehn, und wenn ihr Herz voll Andacht schreit, gib, daß ihr Werk auch wohl gedeiht. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt, so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald und gib, daß sie zuletzt und dein gnadenreicher Trost ergetzt. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn und fromme Kinder Ie daß Einig⸗ keit, Zucht, S Scham und Treu zu aller Heit im Wachstum sei. 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich Herr, duch dich geehnet sehn. Gib, daß sie deinen Willen thun und unter deinem Schutze ruhn. 6. O treuer Gott, wir bitten dich, regiere sie stets gnädiglich, erhalte sie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. Hausstand. 233 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dank, bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist, ihr froher Mund dort ewig preist. Casseler Gesangbuch v. 1770. Eigene Melodie. F selig Haus, wo 35⁵7. O man dich auf⸗ enommen, du wahrer Seelen⸗ Rund, Herr Jesus Christ; wo unter allen Gästen, die da kommen, du der geseiert ste und liebste bist; wo aller llr dir entgegenschlagen und aller Augen frernig auf dich sehn; wo aller Lippen dein Gebot erfragen und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubensgrunde anders ist gesinnt; wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und emach, und nur bei dir zu Ratden stets verlangen an Rtem guten wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit 234 Ehe und Hausstand. Rended stammeln, sich deiner eun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen, und wissend, wessen Augen auf sie sehn, ber allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn; als deine Diener, deine Haus⸗ genossen, in Demut wibllig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist; bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. K. J. Ph. Spitta, 1801—-1859. Mel: Werde munter, mein Gemüte. 358 orge doch für meine Kinder, Gott, der du ihr Vater bist. Sie sind freilich vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, bei der Taufe übergeben, dein zu sein und dir zu leben. 2. Du hast sie bisher ge⸗ nähret, du hast manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, da dein Engel über⸗ all, ob er gleich dein— sieht, sich doch für sie fro bemüht; o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt ich denn für solche Güte dir nicht herzlich dankbar sein und mit dankendem Ge⸗ müte mich bei solchem Glücke freun? Zeigt ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan, ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnödsten Kaltsinn zeugen. 4. Herr, du bists, was mich ergetzet, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schätzet; Herr, du bist mein Gut und Teil; bleib auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Not, auch im Glücke nicht verderben, christ⸗ lich leben, selig sterben. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb es stets zu dir empor. Wenn sie böse Buben locken, o, dann höre.— ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugend⸗ liches Herz, das nur dir ge⸗ hört, entweihen; deiner müß es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm ge⸗ schäftig sein und den Menschen nützlich werden. Deine Furcht pflanz en ein, daß in einer argen Welt sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem cht e Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gi nit Ehr um bitt. Freund Segne daß sie! der zu Schlögst ihnen ste dienen. 8. S fließen. Reit tug en Wigkeit gehen, stehen. ruhig st Himmel u 0 leude, n Reide ei Rag: hier neb du mir Antli 0 nich ihr jedem ir solche dankbar em Ge⸗ Glücke ht voll , Herr, o würde von dem ugen. as mich e Trost Herz am bu bit leib auch laß sie auch im christ⸗ n. hr Herz zu dir Buben nicht ihr N Wahn jugend⸗ dir ge⸗ ner müß on hier uhm ge⸗ Menschen e Furcht in einer 3 thum, iac reulich Ehe und Hausstand 7. Gib, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Saau zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungs⸗ zeit tugendsam und fromm Lurest Wenn sie dann zur wigkeit endlich einmal über⸗ gehen, so laß sie vor dir be⸗ stehen. Laß sie sanft und ruhig sterben und dort deinen Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngsten Tag nach hier überstandnem Leide einst mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben; ewig will ich dich Rheben Casseler Gesangbuch v. 1770. Mel.: O Gott du frommer Gott. 359 Was Gott zu⸗ sammenfügt, das soll der Mensch nicht scheiden, drum gehen wir dahin in Gottes Fried und Freuden. Der unsre Namen schreibt ins Buch des Lebens ein, er selbst, Herr Zebaoth, wird Schild und Lohn uns sein. Unbekannt. 235 Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 360. Wie schön ists doch Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich eihig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn und unver⸗ rückt beisammen H im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst Ls freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Asten schön, an 4— reich; das Weib 5 einer Reben, die feine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier. Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. 4. Sei gutes Muts; wir sind es nicht, die diese Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der— uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste riun und Rater; Anfang, usgang aller Sachen, die zu 236 Ehe und Hausstand. machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl ein Stünd⸗ lein, da man Aans voll die Thränen lässet schießen; je⸗ dennoch, wer sch in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Sitze, schwitze nur ein wenig, unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gib Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! Des sollst du haben Ruhm und Preis, wir wolln singen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel.: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Mbohl einem Haus 361. W da Jesus Christ allein das All in allem ist. Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn der Mann, Das Weib, das Kind im rechten Glauben einig sind, ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn das Rauch⸗ werk im Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußer⸗ lichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach seiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind und wenn sie Kind und Kindeskind ver⸗ säumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer keins zurück 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht! Die Eltern werden hocherfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund:„Wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn!“ Chr. Karl Ludw zig v. Pfeil, 1714—-1784. u dienen 0 Mel.: A 362 und untertt dienen tt nach botl. solches Vorbild Mohne st das dheißt! Rauch⸗ idig in nichts Gottes t! äußer⸗ eißiger, egliches eist der Eltern enn sie d ber⸗ Glückl zurück Haus, Eltern d ihten m, wie n kann enn zu meinem „Wich m fern, ehn bei -Ust. Obrigkeit. 237 5. Obrigkeit. Mel.: Aus meinés Herzens Grunde. Jehovah, Herr und 362. Köng der Könige und Herrn! Dir ist man unterthänig, du herrschest nah und fern. Du hocherhabner ürst von Himmel, Erd und eiten, du setzest Obrigkeiten, die du erhalten wirst. 2. Es sagen deine Knechte, daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und dein Gebot gebeut; du hast sie hoch geschätzt, wer ihr zuwider lebet, derselbe widerstrebet dem selbst, was Gott gesetzt. 3. Ach lieber Vater, lehre mich selbst durch deinen Geist, daß ich erkenn und ehre, was deine Ordnung heißt. Sie tragen ja dein Bild; gib, daß ich Demut übe und sie in Ehrfurcht liebe, wie du es haben willt. 4. Verleihe deine Güte und sende Recht und Licht. Gib ihnen ins Gemüte viel Weis⸗ rn zum Gericht, damit ihr Regiment den Unterthanen nützet, die Unterthanen schützet, den Guten Sieg vergönnt, 5. Damit durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehr⸗ bar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. 6. Die uns allhie regieren, Herr, die regiere du durch deines Geistes Rühren und Weisheit immerzu. Laß sie die Pfleger sein der gläubigen Gemeinde und als getreue Freunde ihr heilge Sorgfalt weihn. 7. Verschone ihre Mängel, laß's ihnen wohl 18 200 laß deine guten Engel als Wächter um sie stehn. Herr Gott, du segnest gern; wir bitten ohn Ermüden, schaff unsern Grenzen Frieden durch Jesum, unsern Herrn! Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 363 O heilige Drei⸗ einigkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die deine treue Vaterhand gesetzet selbst in diesen Stand. 2. Dein guter Geist sie leit und führ und segne ihr Thun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand christlich regiere Leut und Land, 3. Damit wir nhg unter ihr ein still, Henn ig Leben hier und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. Amilte Jul. Gräfln v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1637-1706. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. 364* Vater, kröne du mit Segen unsern König und sein Haus, führ durch ihn auf deinen 238 Obrigkeit. Wegen herrlich deinen Rat⸗ schluß aus. Deiner Kirche er Schutz, deinen Feinden iet er Trutz; sei du dem Gesalbten gnädig, segne, segne unsern König! 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, reich ihm deines Geistes Sehwerd daß Gerechtigkeit und Milde ihm des Friedens Heil ewährt. Mach ihm leicht die chwere Last, die du auferlegt ihm hast; sei in Jesu du ihm Nöntaf schütze, segne unsern önig! 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn fest in deiner Streiter ut sich für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottes Sohn; sei du ihm auf ewig gnädig, leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihm gewacht; du erhieltest ihn uns gnädig, segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König ehret! das, o Herr, ist dein Gebot, und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis Zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir; drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schütz uns gnädig, Gott, er⸗ halte unsern König! 6. Gib uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann. gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! so siegen wir. Deine Treuen krönst du gnädig, segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Ge⸗ rechtigkeit gib uns, Gott, zu aller Zeit; sei du deinem Volke gnädig, segne, segne unsern König! Wilh. Hülsemann. 1781—-1868. Eigene Melodie. 565.* erleih uns Frie⸗ 365. V den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. 2. Gib Gnade unsrer Obrig⸗ keit, Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig alle⸗ zeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhigs Leben sihrn Amen. Dr. M. Luther, 1483—-1540. 2. dein, I uns m Herr, dir lob deinen grund. so beten m Bösen Gott, er⸗ t in den er Feind daß wir en, gehen Du bist Gott mit . Deine gnädig König! dein Reich n unserm wir deine en in dein n und Ge⸗ Gott, zu u deinem ne, segne 11611868. le. uns Ftie⸗ gnädiglih un Zeiten! ein andrer ns lönnte unser Gott, er Obrih⸗ ub vielen eligle chtig möget Rn. Amen. 1455—15l Landesnot, Krieg und Friede. 239 6. Landesnot, Krieg und Friede. Mel.: Wenn. 0 höchsten Nöten ein. 366 Ach Gott, in Gnaden 5 von uns wend dies schwere Kreuz und groß Elend, damit wir sind um⸗ geben gar und stehn beständig in Gefahr. 2. Behüte uns, die Kinder dein, um Christi unsers Herren Pein vor Pestilenz und schnellem Tod und laß uns nicht in dieser Not. 3. In dieser Not, ach, laß uns nicht! Wend von uns, Herr, dein Zorngericht, daß dir lobsinge unser Mund für deinen Schutz aus Herzens⸗ grund. B. Ringwald, 1530- 1598. Ps. 85. Mel.: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 36 err, der du vor⸗ 367. 9 mals hast dein Land mit Gnaden angeblicket und des gefangnen Volkes Band gelöst und es erquicket; der du die Sünd und Mis ethat, die dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut hast vorher ab⸗ gewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Lerz gesendet: ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und heb auf in der Eil, was uns anjetzo kränket. 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden! Erfreu und tröst uns wiederum nach aus⸗ gestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluten sich ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben, und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, gieß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser. 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach, daß uns doch Gott sagte zu des. Krieges Schluß, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende! 6. Ach, daß doch diese böse Zeit sich stillt in guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz ver⸗ Hen Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Iben wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall werd recht erkannt, ja stetig bei uns wohne. 240 8. Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen; Gerechtigkeit wird einher gehn und Friede wird sie küssen. Die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes thun: das Land wird Früchte geben, und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben. Gerech⸗ tigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. * ottlob, nun ist 368. G erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor. Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! ö 2. Wir haben nichts ver⸗ dienet als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut und den⸗ noch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind Landesnot, Krieg und Friede. und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 3. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vor⸗ mals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid, ihr Gräber voller Leichen und blutgem Heldenschweiß der Helden, deren Aweiß. auf Erden man nicht weiß. 4. Sei tausendmal will⸗ kommen, du teure werte Frie⸗ densgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein Beiuns⸗ wohnen in sich hab. In dich hat Gott Verdenfet all unser Glück und Heil; wer dich be— trübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herz⸗ leids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 5. Ach laß dich doch er⸗ wecken, wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei un⸗ erschrocknen Muts; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: 369. unsre Geistes glimmer Flamm, hier, se wir; u wir rüh freudige unser thür u Schall. loben u —— Frieden alles L loben u 4. 8 wir, die der W. und fre Feht rü herzliche ind in danken Mel. Au 370. Sehe aut Gott is hilft, daß der Ktieg 18 niemand und Herz zerstörten idte voller ihr vor⸗ mit frischer aber lauter re, Wüste ller Keichen schweiß der eichen auf veiß. pmal will werte Frie⸗ n wir, Was in Beiunẽ⸗ 9. In dich t all unser ver dich be der drüct des Herz⸗ ö und löscht die gil Idne iner eihnn Wetter und Ernte. Mel.: Nun danket alle Gott. 369. dich loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen limmen. Komm, komm, o edle Fiar ach tomm zu uns all⸗ hier, so singen wir mit Lust: 988—17 dich loben wir! 2. Herr Gott, dich loben wir; wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit freudigem Gemüte. Es steiget unser Lied bis an die Oune thür und tönt mit lautem Schall: Herr Gott, dich loben wir!“ 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir! 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der Waffen schweres Joch und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh, Herr Gott, wir danken dir! 7. Wetter Mel.: Aus meines Herzens Grunde. Ernt ist nun 370. Die Eude⸗ der Segen eingebracht, woraus Gott alle Stände satt, reich 241 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen. Der Strick ist nun entzwei; darum so singen wir mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir! 6. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar ge⸗ strafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar hast weggeraffet; es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jetzt wieder auf⸗ gethan: Herr Gott, wir danken dir! 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den frommen Fürsten⸗ stamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten hast; gib ferner Gnad alhrr⸗ daß auch die Nachwelt sing: wir danken dir! 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch künftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfülle nach Begier, o Vater, unsern Wunsch. Herr Gott, wir danken dir! Herr Gott, deutlich Joh. Franck, 1618—-1677. und Ernte. und fröhlich macht; der alte Gott lebt noch, man kann es merken an so viel Liebeswerken, drum preisen wir ihn hoch. 16 242 2. Wir rühmen seine Güte, die uns das Feld bestellt und oft ohn unsre Bitte gethan, was uns gefällt, die immer noch geschont, obgleich wir—5 los leben, die Fried und Ruh gegeben, daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen hat böses Thun verderbt, den wir auf guten Wegen sonst hätten noch ererbt; doch hat Gott mehr gethan aus un⸗ verdienter Güͤte, als Mund, Herz und Gemüte nach Würden rühmen kann. 4. Er hat sein Herz geneiget, uns Sünder zu erfreun, und Nea sich bezeiget durch Regn und Sonnenschein; wards aber nicht geacht, so hat er sich verborgen und durch verborgnes Sorgen zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, du hast viel Dank verdient; du mildester Berater machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir für abgewandten Schaden, für viel und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Danke kommt das Bitten: du wollest, frommer Gott, vor Feuer uns behüten und aller andern Not! Gib friedevolle Zeit, erhalte deine Gaben, daß wir uns damit laben, regier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen dein reines wahres Wort, daß wir uns dessen freuen und auch an unserm Ort dies Wetter und Ernte. gute Samkörnlein verlangte Früchte bringe und wir in allem Dinge recht fromme Leute sein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, was du zum Unterhalt des Lebens hast geschenket; daß wir dich mannigfalt in deinen Gaben sehn, mit Herzen, Mund und Leben dir Dank und Ehre geben, o laß es doch geschehn! 9. Kommt unser Lebensende, so nimm du unsern Geist in deine Vaterhände, da er der Ruh geneußt, da ihm kein Leid bewußt; so ernten wir mit Freuden nach ausgestandnen Leiden die Garben voller Lust⸗ Gottfried Tollmann, um 1728. Mel.: Nun lob, mein Seel, den Herren. un lasset uns Gott 371. N preisen für seine Güt und Wunderthat; laßt uns ihm Dank erweisen, da er uns so gesegnet hat; die Frucht hat er gegeben gar reichlich auf dem Land, hat unser armes Leben versorgt mit milder Hand, daß alles wohlgeraten, was man gesäet aus, und durch seine Gut— thaten ist wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollt das nicht er⸗ kennen für Gottes Macht und weisen Rat! Wer sollt das nicht bekennen für unsres Gottes Wunderthat! Nichts ist der, welcher säet, nichts, der da schneidet umgehet ein; Segen stehn; er krön Lob ern Gnad, danken Nund, wanken 4. D so leite und laf segnet laß nit chrisllich milde G auch her hier zeit leich sor ererb de Na.: O 2. die i Haus, Gaben drinnen macht u Hatt, verlangte nd wir in ht fromme zu dir uns n Unterhalt geschenket; nnigfalt in mit Herzen, m dir Dant 0 laß ei Lebensende In Geist in da er der hm kein Lei en wir mit wögestandnen voller Lust nn, um 17²8. ein Seel, den set uns Gol en für sein that; laßt rweisen, 0 set hat; d gegeben U Land, hal Wetter und Ernte. schneidet ein, nichts, der damit umgehet, nichts, der es führet ein; Gott muß mit seinem Segen uns selbst zur Seite stehn; an dem ist es gelegen, er krönt mit Wohlergehn. 3. Und da er nun in Gnaden dies Jahr an unser Feld edacht, daß wir ohn allen chaden die Frucht in unsre Scheuern bracht, so soll man ihn ja preisen und rühmen die Wohlthat, ihm Ehr und Lob erweisen für solche große Gnad, von Herzensgrund ihm danken und loben mit dem Mund, in Werken auch nicht wanken von ihmzu keiner Stund. 4. Da solches nun geschehen, so leite mich, du treuer Gott, und laß von deiner Höhe ge⸗ segnet sein mein täglich Brot; laß mich es auch genießen christlich in meinem Haus, daß milde Gaben fließen zu Armen auch heraus, und ich nicht nur hier zeitlich an Früchten werde reich, sondern dereinst auch selig ererb das Himmelreich. Josua Wegelin, 1604—- 1640. Mel.: O daß ich tausend Zungen. 372 O Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus, du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 243 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, denn du weißt allen vorzustehn und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnenstrahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zum Brot; es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier ist gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch kein— mal vergessen, was uns dein Segen träget ein. Ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648—1715. 16* . V I Kreuz⸗ und Trostlieder. B. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 373 Ach Gott, wie manches Herze⸗ leid begegnet mir zu dieet Zeit; der schmale Weg ist Trübsal voll, den ich zum Himmel wandern soll; wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und Rat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der fest getraut auf Jesum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein, wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel⸗ mehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Nam der linderts fein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein bessre Treu auf Erden ist denn nur bei dir, Herr Jesu Christ; ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest: du bist mein rechter treuer Hirt, der mich ewig behüten wird. 6. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, meins Herzens Schatz und mein Reichtum, ich kanns doch ja nicht zeigen an, wie hoch dein Nam er⸗ freuen kann; wer Glaub und Lieb im Herzen hat, der wirds erfahren mit der That. 7. Drum hab ichs oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, so wollt ich den Tod wünschen her, ja, daß ich nie geboren wär; denn wer dich nicht im Herzen hat, der ist fürwahr lebendig tot. 8. Jesu, du edler Bräutgam wert, mein 4 Zier auf dieser Erd, an dir allein ich mich ergetz weit über alle güldnen Schätz; so oft ich nur gedenk an dich, all mein Gemüt erfreuet sich. 9. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir, wenn ich in Nöten bet und sing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 10. Drum will ich all mein Lebetag das Kreuz dir fröhlich tragen nach; mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit, hilf mir mein Sach recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 11. Aeisch u ind Sdd ethalt m rein, so allein. mein Be wͤr ich 1 94. Feiner G Geld un Gott sei behält g steien H 2. Di nähret bescheret mein geühret mich ewig Freud, mein uns Herzens Reichtum, nicht zeigen n Nam er⸗ Glaub und t, der wirdz That. ichs oft und ich an di „ so wollt inschen her eboren wär;, tim Herzen lebendig tot + Bräutgan te Zier allein ich über all so oft ich 6 ö all mein offnung 60 Frich r, wenn ih recht gut bezeugt, du 2 Leben ich all meun Gott, ma es dient zun If mir mes an, daß ich den lann Kreuz- und Trostlieder. 11. Hilf mir auch zwingen Fleisch 1 Blut, Dor Sund und Schanden mich behüt, erhalt mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: o mein Heiland, wür ich bei dir! Martin Moller, 1547—1606. Eigene Melodie. 374 Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der behält ganz unverletzet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher er⸗ nähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und ganz un⸗ beständig sind; ich begehr nach dem zu ringen, was Ver⸗ gnügung pflegt zu bringen und man jetzt gar selten findt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders ott gefällt. Meine Seele, eib und Leben hab ich seiner nad ergeben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen, es hat alles seine 24⁵5 Zeit. Ich hab ihm nichts vorzuschreiben, wie Gott will, so muß es bleiben, wenn Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht wider⸗ streben, ich verlasse mich auf ihn; ist doch nichts, das lang bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. Unbekannt 1676. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 375. Arf Got und nich auf meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, von ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ keit, wie viel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herd. Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu be— siegen wäre? 3. Gott kennet, was mein 1 0 begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geshic, bei dessen Last wir 246 lagen? doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Eigene Melodie. 376 Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not; der kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd af t, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem thu ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. Die größte Not hebt Kreuz⸗ und Trostlieder. 4. O 667 Jesu Christ, der du so g'duldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß selig ich abscheide zur ewgen Him— melsfreude. 6. Amen zu jeder Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen. Sigismund Weingärtner, um 1600. Ps. 37, 5. Mel.: Herzlich thut mich verlangen, oder: Eigene Melodie. 377* Mefiehl du deine Wege und was kränkt, der aller⸗ treusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird Fuß Wege finden, da dein Fu gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl⸗ ergehn, auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbst⸗ eigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. dein n V 3. D Onade, sieht, wo dem ster was du treibst d hingst; Was dei 4. W an Mit dein Th dein Ge dein We dern, di huhn, u Rindern thun. 5. MI hier we wird do licht zu sich vor er haben eudlich Iweck m 5 H0 pof und würd dit dih der großen varte n Klu Chris, bist für örben, hast cben, auch das ewge mich, mein dich; hilf de, nimm e, daß selig vgen Hin⸗ der Stund zensgrund; ins leiten, len Zeiten, en Namen Imen. &, um 1600. berlangen, elodie. du deine e und was der aller⸗ 3, der den gibt Vege wird au dein Juß mußt 00 soll wobl Werk mußt dein 0 Sorgen und 5 schse Gott n Kreuz⸗ und 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hin⸗ dern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; er⸗ warte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. Trostlieder. 247 8. Ihn, ihn laßt thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu ver⸗ bleibst, so wird er dich ent— binden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dank⸗ geschreie den Sieg und Ehren⸗ kron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, much Ende an aller unser Not; stärt unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1607— 1678. 248 Pl. 73, 23. u. 24. Eigene Melodie, oder: Jesus, meine Zuversicht. 378 Dennoch bleib ich stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider; keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, der wohl wunderlich ge⸗ schiehet, aber endlich in der That nur auf meine Wohl⸗ fahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich ausge⸗ kämpfet habe; führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Los in der Aus⸗ erwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir er⸗ gehen; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch bleib ich feste stehen; ich muß, Trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein. Benj. Schmolck, 1672—1737. Ps. 28. Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 370 er Herr, der aller⸗ 379. D enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. Kreuz⸗ und Trostlieder. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe, der Reichtum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freu⸗ den auf grüner Aue weiden, führt mich zu frischen Quellen schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern im finstern Thal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vor dem Unglücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schützt mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu müsche machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Ole und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, v01 Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. —ꝛꝛi——ß7..—————— I. hleiben tleiben wohnest helohnef 12. Erden! werden droben, und lol Mel.: 300. einzger jehlt e Licht, gehen. auf se Seele Vaters welche deine iesen habe ner Gabe, Fille gibt Hülle. mit Freu⸗ ue weiden, n Quellen ren Fällen Seele zaget en plaget licken, aus thun und auf rechter urcht und um seines gleich vor Thal muß doch felne n Unglücke st mir zur vor bbsen — Ind Herr, und ne mir all 5 erfrich, Feind ni in meinen ein Haubt lest memt urstig sahe Kreuz⸗ und 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, hoch rühmen, singn und loben. Paul Gerhardt, 1607—- 1676. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 280. Der Herr ist meine 380. D Zuversicht, mein einzger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn er⸗ geben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird seine Seele stille; ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun! du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, roß von Rat und stark von hat, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer Gott geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! der Thoren 249 Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not e des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Verflucht sind, die zu Menschen fliehn; ver⸗ flucht, wer von Gott weichet. Dein Heiland starb; er, er erwarb aus seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich A1 sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen! 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. Casseler Gesangbuch v. 1770. Trostlieder. 250 Mel: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 381. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; drum laß dichs nicht betrüben, wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, je ernster sind des frommen Vaters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, so geh es ein: es kommt von Liebes⸗ händen, Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin mit schnödem Sinn, wenns nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das muß uns immer wecken, wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaunen Schallen uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; es lehrt die Sünde hassen und unsern lieben Gott allein mit rechter Lieb umfassen. Die Welt Kreuz⸗ und Trostlieder. vergeht, und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, sinds doch nur kurze Plagen und wohlgemeint! Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden: ich will mit Christo leiden! Dav. Nerreter, 1649—- 1726. Mel.: Von Gott will ich nicht lassen. eduld ist euch von 38². G nöten, wenn Sorge, Gram und Leid und was euch mehr will töten, euch in das Herze schneidt. O aus⸗ erwählte Zahl, soll euch kein Tod nicht töten, ist euch Ge⸗ duld von nöten, das sag ich noch einmal. 2. Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut, der schenket sie zur Habe, sobald er in uns ruht; der edle, werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die große Bürd und Last. 3. Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort, das läßt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, läßt Gott den Vater sorgen und fürchtet keinen Fall. 4. Geduld ist wohl zufrieden mit Gottes weisem Rat, läßt sich nicht leicht ermüden durch besteht. ich üben, eben. hne Kreuz tt schick, ickts doch in, sinds igen und gläubig in steten it Christo nicht lassen. euch von „ wenn Leid und öten, euch O aus⸗ euch kein euch Ge⸗ 3 qag ich tes Gabe Hut, der sobald er He, werte von denn E trell lich und Last aus den an Gottes sich nicht Hel und Kreuz⸗ und Aufschub seiner Gnad, 11 frisch und fröhlich aus, läßt sich getrost beschweren und denkt, wer wills ihm wehren, ist er doch Herr im Haus. 5. Geduld dient Gott zu Ehren und läßt sich nimmer⸗ mehr von seiner Liebe kehren; und schlüg er noch so sehr so ist sie doch bedacht, sein heilge Hand zu loben, spricht: Gott, der hoch erhoben, hat alles wohl gemacht. 6. Geduld erhält das Leben, vermehrt der Jahre Zahl, vertreibt und dämpft daneben manch Angst und Herzensqual, ist wie ein schönes Licht, davon, wer an ihr hanget, mit Gottes Hilf erlanget ein fröhlich Angesicht. 7. Geduld ist mein Ver⸗ langen und meines Herzens Lust, nach der ich oft gegangen; das ist dir wohl bewußt, 53 voller Gnad und Huld, 2n W mir und gewähre mem itten, ich begehre nichts andres als Geduld. 8. Geduld ist meine Bitte, die ich sehr oft und viel aus dieser Leibeshütte zu dir, Herr, schicken will. Kommt dann der letzte Zug, so gib durch deine Hände auch ein geduldig Ende, so hab ich alles gnug. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Eigene Melodie. b 383. Gi und sei stille 0 dem Gotte deines Webras —— r Trostlieder. 251 ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich ver⸗ gebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gih dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmer⸗ zan Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja, auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der be⸗ trübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Thränen und faßt Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heim⸗ lich Grämen, auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darsst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einhergingen, dennoch mußt du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch be⸗ schweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden. 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird 5 auch dich eingen füllen und deinen Leib zur Notdurft stillen. Gib dich zufrieden. 9. Auttes nicht: Ich sehe keine Mittel, wo ich suez ist nichts zum besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, da schickt er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, Kreuz⸗ und Trostlieder. und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden. 11. Nimm nicht zu Fende was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten. Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib. zufrieden. 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: Ich weiß durchaus von keinen Plagen? Gib dich zufrieden. 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden. 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herdringen und aus der Qual uns sämt⸗ lich bringen. Gib dich zufrieden. 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich au nun im Frieden Rauen d; l ist desto ieden. Herzen, Ped. sie nur n. Gott t richten. und und ann dein 9, groß zufrieden. Ibst auch henn ers te. Wo nd reine, n sollte? 6 könnte durchauẽ Gib dich nag nicht Menschen ebt und fann dab . Des t unsre Rab, da Gib dich Ruhetag iset Gott Teißen ies Leibs Es wird erdringen ms sämt⸗ zufrieden bringen wohlte hier mi sich auch N, ba si Kreuz⸗ und Trostlieder⸗ den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden! Paul Gerhardt, 1607- 1676. Mel.: Jesu, meine Freude. 384 Gott der wirds 7 wohl machen, dem ich alle Sachen allzeit heim⸗ gestellt. Er hat mich erkoren, eh ich noch geboren bin auf diese Welt; hat mir auch nach seinem Brauch, was von nöten, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust ge⸗ schenkt; der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täg⸗ lich mich bedenkt; auch wenn fast die Kreuzeslast oft die Seinen ziemlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen, laß die Wetter krachen und die Stürme gehn; wenn mit großem Grausen alle Wellen brausen, will er bei dir stehn. Nur Geduld, trau seiner Huld! Schlägt dich Un⸗ glück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wirds wohl machen, er wird selber wachen über deiner Not. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde wie der Rauch im Winde. 25³3 5. Gott der wirds wohl machen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der sich Gott erwählet in dem Herze⸗ leid? Drum, mein Herz, ver⸗ giß den Schmerz! alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 6. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmel⸗ an. Dieser Bund hat seinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Erden. 7. Gott der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunder⸗ lich, sei bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen; Gott der wirds wohl machen. Ernst Stockmann, 1634—- 1719. Mel: O Gott, du frommer Gott. 385 Gott ist und bleibt * getreu, sein Herz bricht ihne vom Lieben, pflegt er gleich öftermal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen; er braucht die Ruten oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt ge⸗ treu; er weiß, was wir ver⸗ mögen, er pfleget nie zu viel den SchwachenZ aufzulegen. Er macht die Seinen gern von Last und Banden frei, wenn große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt ge⸗ treu, er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Der Sturm, der Kreuzessturm, geht augenblicks vorbei; sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu, er stillet dein Begehren, er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Ehen den Kreuzkelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nützlich sei; so liebt der öchste dich: Gott ist und leibt getreu. Unbekannt, 1698. Eigene Melodie. ott lebet noch! 386. Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Kreuz⸗ und Trostlieder. Hilf auf Erden thut, der mit Macht und starken Armen machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenken. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott 9——5 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat ½ sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, wo den Frommen Weh ge⸗ 1 Seele, so bedenke och: lebt doch unser Herrgott noch! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Gotpied noch! 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich! dein seht: vetsem das 9 Angst dich z so be Inser 6. was v dich al du we wird und i Gott meine scheine doch: gott 7. was immer laß di laß de Laß d ut, der mit en Armen und gut. „als wir zum besten denke doch: rgott— och! Seele, och? Sollt er schlafen, zugericht? 21. licht? Gott und siehet, Weh ge⸗ so bedenke er— och! wh' 2 rhüllet mit w breit t erfüllet, fern und liebt, dem und Nost Seele, so doch unser Seele, 107 Bit beladen, 4 deinen 0 und 60f Kreuz⸗ und dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfass sen und im Leiden bei dir 50. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, 10 bedenke doch: lebt doch unser Herr— gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden immerhin in Trümmer gehn, laß die Höll entzündet werden, laß den Feind erbittert stehn, laß den Tod, den Abgrund bli wülr wer Gott traut, den schützen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herrgott noch! 8. Gott lebet Pnet⸗ Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn: es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne eben. 2m— so bedenke raci ebt duch unser Sel noch! J. Fr. Zihn, 1650—1719. Trostlieder. 255 Eigene Melodie. 387* Gott wills machen, daß die Sachen Lasd wie es heilsam ist. zaß die Wellen sich verstellen, wenn du nur bei Jesu bist! 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, da der Unglaub leidet Straf. 3. Du Verächter, Gott, dein Wächter, schläfet ja noch schlummert nicht; zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beshlossen sei; wenn dein Wille nur ist stille wirst du von dem Kummer frei. 6. Nimmer klage, niemals zage, wenn der Herr dir Leiden gibt; der sie sendet, auch sie wendet, der hat nie ohn Frucht betrübt. 7. Willst du Gedanken, faß dich in Ge⸗ lassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Freud und Leid. 8. Gottes Hände sind ohn Ende, sein Vermögen 19 kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Iunder da der Glaube Funken wanken in 256 Kreuz⸗ und Trostlieder. ängt. Alle Thaten sind ge⸗ Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem dir dein 9080 Temle wie 85 Wer Wort, Der; Ien dn in höchsten u nich hängt. 4. 0 10. Wenn die Stunden si ilf, Helfer, hilf in Hahst m gefunden, bricht die Hilf fun 388. Angst und Not, thun, w Macht herein, und dein Grämen erbarm dich mein, du treuer bs gle zu beschämen, wird es unver⸗ Gott, ich bin ja doch dein Nacht.1 sehens sein. liebes Kind trotz Teufel, Welt deine N 11. Eignen Willen zu er⸗ und aller Sünd. 5. füllen, leidet sichs noch ziemlich 2. Ich trau auf dich, der Wel wohl; da ist Plage, Not und Gott, mein Herr. Wenn 10 3 dir ö Klage, wo man leiden muß di hab, was will ich mehr? mir n N und soll. Ich hab ja dich, Herr Jesu Seelen 12. Drum wohl denen, die Christ, du mein Gott und 62 I sich sehnen nach der stillen Erlöser bist. Du muf N Willensruh! Auf das Wollen 3. Des freu ich mich von den W N fällt dem Sollen die Voll⸗ Herzen fein, bin gutes Muts millich bringungskraft bald zu. und harre dein, verlaß mi Hiff, i 13. Mehr zu preisen sind Helz zlich i dein Nam'n; hilf, allein! Ii die n. die schon in der Helfer, hilfl Drauf sprech ich ö 2 nn tehn, die das Leiden Amn i * und die Freuden nur mit nach Mit. Senelte, 56s. Ma.: W DN Hiobs Aug ansehn. ö ů 14. sen so trage deine 300 Gehnlon ein getrost und mit Mel.: Erhalt uns, Herr, bei deinem. eduld! Wer das Leiden will Wort, oder: Wenn wir in höchsten mein He vermeiden, häufet seine Sün⸗ Nöten sein. denschuld. 389. Hith Helfer, hilf in winn, d 15. Die da weichen und Angst und Not! Obden. V das Zeichen ihres Bräutigams du kannst es thun, du starker drr den verschmähn, müssen laufen zu Gott; denn du bist groß von bufg 0 den Haufen, die zur linken Rat und That, wies mancher 1 Seite stehn. Christ erfahren hat. Fin* V 16. Aber denen, die mit 2. Hilf, Helser hilf in V Thränen küssen ihres Jes Joch, Angst und Not! du willst 9— I wird die Krone auf dem Throne es thun, du lieber Gott; denn nich lie N ihres Heilands werden noch. du sprichst: Ich will reißen auch g 0 17. Amen, Amen! In dem dich aus aller Not, glaubs l ö Namen meines Jesu halt ich sicherlich. men N still; es geschehe und ergehe,. 3. Hilf, Helfer, hilf in Rapöhn was und wie und wann er will. Angst und Not! du mußt ih de Jeh. Dantel Herrnschmidt, 1075—1723. es thun, du treuer Gott; denn Handi „ bei delnem in höchsten fer, hilf in und Not, du treuer doch dein eufel, Belt dich, o Benn ich ich nehr⸗ Herr Jesu Gott und mich von Wun erlaß mich am n; 6 prech ic ler, 1696, necler, 155b. „ bel deinem in höchstn lser, hilf in 100 N du starke groß von 63 manche 1. 0 hif in bu 9 Gott; dem will reißen ot, glaubs . hif in du mußt! Gott; dem Kreuz⸗ und Trostlieder. 257 dir dein Vaterherze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. 4. Hiff, Helfer, hilf! in Angst und Not! du wirst es thun, wahrhaftger Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so hilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun allen in der Welt, wie, wo und wann es dir gefällt; so hilf auch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit. 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du wirst dein Wort erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar sein. Hilf, Jesu, hilf, du kannsts allein! Joh. Jak. Lang, 1646—1690. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. Och hab in Gottes 390. V Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Ge⸗ winn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich wülh gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest 0. stehen; halt ich denn stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht ans Licht der Welt gefüͤhret; mein Gott ist, der mich zugericht, an Leib und Seel gezieret; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spat und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen. 6. Fürwahr, der dich 6r schaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat Erschen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch u, daß er nur thu nach Renem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so kanns nicht sein, es wird dich letzt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird 17 258 dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Aad wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 8. Das Feld kann ohne Ungestüm gar keine Früchte tragen; so fällt auch Menschen⸗ wohlfahrt hin bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, sie macht doch rote Wangen; so muß ein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 9. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände; nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist da⸗ durch sein Nutz entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 10. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 11. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Ende der alles wird zu solchem nde kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, 1607—1676. Kreuz⸗ und Trostlieder. Mel.: Nun ruhen alle Wälder. 391 JY hab in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual! 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm Dae Ich will den Tod be— enken. Du, Herr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Chr. Fürchtegott Gellert, 1715—1769. Himm zu sta 2 von d j4 vot und 0 hilt ü 3. ö Bahn, gleite Gott behüt 4. bewal Seel; D. nicht 5. diglic hltet einer früh . walle Wälder ab in guten Stunden dez npfunden und ahl; so wil en mich auch welch L HLeben Bual! Hich bin ein tets strafft du der Mensch ich, beschwet lein zeitlih — doch zu ientꝰ wih ergeben „ mein Lebel den Herm. ich vertrauen mschen bauben, errettest gell nich 0I ide Ii riß Wräfte ein HGechift Trost und in Clrs des Himmas eckt mich Gib auf des Todei deiner Gnade mir in der Nal dem Kumme i Gedulb zuuben zu— den To rr wirst a 0 mir gut! I59. n, 11⁵ Kreuz⸗ und Ps. 121. Mel.: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 392. Jich heb mein Augen sehnlich auf und seh die Berge hoch hinauf, wann mir mein Gott vom Himmelsthron mit seiner Hilf zu statten komm. 2. Mein Hilfe kommt mir von dem Herrn, er hilft uns ja von Herzen gern; Auner und Erd hat er gemacht, hält über uns Hut und Wach 3. Er führet dich auf Lner Bahn, so daß dein Fuß nicht gleiten kann; setz nur auf Gott dein Zuversicht, der uns behütet, schläfet nicht. 4. Der treue Hüter JIsrael bewahret dir dein Leib und Seel; er schläft nicht weder Tag noch Nacht, wird auch nicht müde von der Wacht. 5. Vor allem Unfall gnä⸗ diglich der fromme Gott be⸗ hütet dich; unter dem Schatten seiner Gnad bist du gesichert früh und spat. 6. Der Sonne Hitz, des Mondes Schein sollen dir nicht beschwerlich sein. Gott wendet all Trübsal schwer zu deinem —7 und seiner Ehr. Kein Übel muß begegnen dir des Herren Schutz ist gut dafür. In Gnad bewahret deine Seel der treue Hüter IJsrael. 8. Der Herr dein Aus⸗ gang stets bewahr, zu Weg und Steg gesund dich spar, Trostlieder. 259 bring dich zu Haus in seim Geleit von nun an bis in Ewigkeit. Corn. Becker, 1561—-1604. Eigene Melodie. 393. J laß dich nicht, du mußt mein Jesus Reen Will rauhe Not, Welt, Höll und Tod mich aus der festen Burg der Treue treiben: nur her, ich halte mich, mein starker Held, an dich. ör, was mein Herze spricht: du mußt mein Jesus bleiben!„ laß dich uicht! 2. Ich laß dich nicht, du ich ke ste Liebe, wenn Zbeffel sich setzt wider mich; ich weiß, wie dich der Liebe.n. Du trugest Schuld und Pein: sollt ich verurteilt sein an jenem Weltgercht Du allerhöchste Liebe,„ laß dich nicht! 3. Ich laß dich nicht, du süße Seelenstärke, die mich erlabt, mit Kraft begabt, wenn ich in mir des Glaubens Schwach⸗ heit merke. Hält mich der Krankheit Ach in üichtnt 8⸗ —0 wach, so spricht die Seele doch: Du f äze Seelen⸗ stärke, ich laß dich nicht! 4. Ich laß dich nicht, du Hilf in allen Nöten, leg Joch auf Joch, ich hoffe doch, auch wenn es scheint, als wolltest du mich töten. Machs, wie du willst mit mir, ich weiche nicht von dir. Verbirg auch dein Gesicht, du Hil fin allen Nöten: ich laß dich nicht! 17⁷ 260 5. Ich laß dich nicht, sollt ich den Segen lassen? Nein, Jesu, nein! du bleibest mein, ich halt dich noch, wenn i ——— uhnn fassen. Nach kurzer Nächte Lauf geht mir der Segen auf von dir, dem Segenslicht; sollt ich den Segen lassen? Ich laß dich nicht! 6. Ich laß dich nicht, mein Gott, mein Herr, mein Leben, mich reißt das Grab von dir nicht ab, der in den Tod du dich für mich gegeben. Du starbst aus Liebe mir; ich sags in Liebe dir, auch wenn mein Herze bricht: mein Gott, mein Herr, mein Leben, ich laß dich nicht! Wolfg. Christ. Deßler, 1660—1722. 9. Chrif Ps. 30. Mel.: Aus meines Herzens Grunde. 2⁰ ch preise dich und 394. I singe, Herr, deine Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat; denn das ist meine Pflicht, in meinem ganzen Leben dir Lob und Dank zu geben; mehr hab und kann ich nicht. 2. Herr, mein Gott, da ich Kranker vom Bette zu dir schrei, da wird dein Heil mein Anker, da stehst du treulich bei. Da andre fahren hin zur Duwen Todeshöhle, da hältst u meine Seele und mich noch, wo ich bin. 3. Ihr Leidensbrüder, singet und danket unserm Herrn, der, wenn die Not eindringet, bald Kreuz- und Trostlieder. hört und herzlich gern uns Gnad und Hilfe gibt; rühmt ihn, des Hand uns träget und, wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt. 4. Gott hat ja Vaterhände und strafet mit Geduld, sein —2 nimmt bald ein Ende, ein Herz ist voller Huld und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn uns gutes Muts. 5. Ich sprach zur guten Stunde, da mirs noch wohl erging: Ich steh auf festem Grunde, acht alles Kreuz ge⸗ ring; ich werde nimmermehr, das weiß ich, niederliegen; denn Gott, der kann nicht trügen, der liebt mich gar zu sehr. 6. Als aber dein Gesichte, mein Gott, sich von mir wandt, da war mein Trost zu nichte, da lag mein Heldenstand; es war mir angst und bang, ich führte schwere Klagen mit Zittern und mit Zagen: Herr, mein Gott, wie so lang! 7. Nun wohl, ich bin er⸗ höret, mein Seufzen ist erfüllt; mein Kreuz ist umgekehret, mein Herzleid ist gestillt; mein Grämen hat ein End, es sind von meinem Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch dich, Herr, abgewendt. 8. Ach daß zu deiner Ehre mein Ehre sich erhüb und nimmer stille wäre, bis daß ich deine Lieb und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge mit ew güldner Rel.: 305. nel: w Gott; Weltge Hölle, sst der Gott eht! 2.J Christe dem P Garten nie ei Das& herd, Not bi 3. stärkrel ichset keit fl wenn d K Mut! Ilut. 43 Uebe: Hlamm h lachet de 5 Gut, Feuer 5.4 Gebet Liecher 9 gem uns gibt; rühmt Sträget und chläget nicht Vaterhände Geduld, sein d ein Ende, er Huld und Guts. Den Weinen, des as Scheinen gutes Mutz. zur guten noch wohl auf festen Kreuz ge⸗ nimmermehr niederliegen kann nicht Hanzushr ein Gesichte, n mir wandt, st zu nichte enstand; et bang, ich Hagen mit in Dn 0 lang! ich bin K⸗ n ist t ebf füllt; umgeke hret getill, 1 End, e sind nder Hn. 1 durch dich deiner Ehle erh hib u 10 re, be d ungesihle Gu Aderding⸗ Kreuz⸗ und Trostlieder. mit ewgen Freuden singe im güldnen Himmelssaal. Paul Gerhardt, 1607-1676. Mel.: Wer nur den lieben Gott. e größer 19 0 395. J᷑ je näher H mel: wer ohne Kreuz, ist 90nl Gott; bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O, selig ist der Mensch geschätzt, Gott in Kreuz und Trübsal sett! 2. Je größer Kreuz, je bessrer Christe; Gott prüft uns an dem Probestein. Wie ahrteit⸗ Garten wird zur Wüste, fällt nie ein Thränentau hinein! Das Gold wird auf dem Feuer⸗ herd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last, die Süßig⸗ keit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Im Kreuze wachet uns der Mut wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet leich der Himmel trübe, so achet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleich wie das Ol im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete;——.— äuter riechen wohl; wenn um das den 261 Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wärꝰ 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüste oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täub⸗ lein, findt es hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Arche zu 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stubt auf einmal alle Not. Das Kreuze, das die Gräber iert, bezeugt, man habe trium⸗ hhiert 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schatz uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Über⸗ winder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gekreuzigter, las mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Un⸗ geduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmolck, 1672- 1787. Mel.: O Gott, du frommer Gott. 396. Ihr Waisen, weinet Bnicht! Wie, könnt ihr euch nicht fassen? Verlasset euch auf Gott der wird euch 262 nicht verlassen. Sind gleich die Eltern tot, so lebet denno Gott; weil aber Gott no lebt, so habt ihr keine Not. 2. Gott ist und bleibet stets ein Vater aller Waisen, der will sie insgesamt ernähren, kleiden, speisen. Demselben trauet nur, der nimmt sich euer an; seht, er ist euer Schutz und euer Helfers⸗ mann. 3. Gott ist ein reicher Gott, er wird euch wohl versorgen; er weiß ja eure Not, sie ist ihm nicht verborgen; ob ihr schon wenig habt, ist auch der Vorrat klein, so will fürs künf⸗ tige Gott der Versorger sein. 4. Habt einen guten Mut! Gott hat es ja verheißen, er woll Verlassene aus jeder Trübsal reißen; dies Wort geht euch auch an. Ihr werdet es schon sehn, wie es auch noch an euch wird in Erfüllung gehn. 5. Ja, glaubet, bleibet fromm und geht auf Gottes Wegen, erwartet mit Geduld den euch verheißnen Segen, und weichet nicht von Gott, vertraut ihm allezeit; so werdt ihr glücklich sein in Zeit und Ewigkeit. Joh. Friedrich Starck, 1680—1756. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 397 Irr allen meinen Thaten laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu Kreuz⸗ und Trostlieder. allen Dingen, solls anders wohl gelingen, uns selber geben Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts ge⸗ schehen, als was er hat ver⸗ sehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet, was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwach⸗ heit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich zuh er⸗ geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut ode ich ihn st die kechte 9. 8. und trau R Jehe, dei her weiß 90. Hilf, daß werd noe Das bitt in deine 2. De u mir, dich her ettetten ch lieg meinen 33.— sch mir darin i nög st ccht der zuf beid 4 7 mein F. 800 dein W Hel, M Hott in mir wid 5. M Helicht sch Hemlih Mein bOchüt bls andere selber geben 5 spät und eine Mühe, umsonst; er Sachen nach gen ich stells st r nichts ge⸗ er hat ver⸗ ir selig ist erd hibet ur beliebet, uch erkiest ner Gnaden, m Schaden, ützt;: leb ich n, so wird hen, nichts wig nützt ner Sünden entbinden, Schuld; er rechen nicht prechen und ch Geduld. späte nieder vieder, lieh u Schwac , und wos so tröstt Kreuz⸗ und Trostlieder. heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich aesdaßen hat; es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. P. Fleming, 1609-1640. Eigene Melodie. n dich hab ich 398. I gehoffet, Herr; hilf, daß ich nicht zu Schanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich in deiner Treu, Herr Gotte! 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, erhör mein Bitt, thu dich herfür, eil bald, mich zu erretten; in Angst und Weh ich lieg und steh, hilf mir in meinen Nöten! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, ob mich gar sehr der Feinde Heer anficht auf beiden Seiten! 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott, in aller Not: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt durch gericht mit Lügen und dur falsch Gedicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr, nimm mein wahr in der Gefahr, behüt vor falscher Tücke! 263 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir; mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am letzten Ende! 7. Lob, Preis und Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen. Die göttlich Kraft mach uns sieghaft durch Jesum Christum. Amen. Ad. Reusner, 1496 bis um 1575. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. eine Seele senket Gottes Herz und Hände und erwartet williglich seiner Wege Ziel und Ende, liegt fein ruhig, still und bloß in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zu⸗ frieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld er⸗ regt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts ge— denken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken; Sorgen kommt dem Schöpfer zu, meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. Wer Gott in dem Schoße anhet bleibt in aller Not vergnügt. 26⁴4 5. Meine Seele klaget nicht; denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will töten; wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freuden⸗ licht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also 301 ich allen Spott, alle Marter über⸗ wunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. Joh. Jos. Winckler, 1670—1722. Mel.: Jesu, meine Freude. eine Seel ist 400. Y stille zu Gott, 1t Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wies Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten und mag keinen leiden, der ihr redet ein; von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach sind so viel berflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. Kreuz⸗ und Trostlieder. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in Jesu Brust; sie wird stark durch Hoffen; was sie je betroffen, träget sie mit Lust fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst gekost'te Leiden, und gehn an die Freuden Joh. Kasp. Schade, 1666- 1698. Mel.: Freu dich sehr, o meine Seele. Meine Sorgen, Plagen laufen mit der mles zu End; alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr alleine kennt, wird, Gottlob, nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geist erquicken. 2. Meine Saat, die ich gesäet, wird zur Freude wachsen aus; wenn die Dornen ab⸗ gemähet, so trägt man die Ftucht Getter Himme Kämpf Lommei 3. abbretk in der die Di alles, Ins man n willer finden überwi 4*0 den S it be nicht mit Schlo lein A diein Rer larh⸗ hergek man Stuht n de Palme Hlückli 6. sete rüdt; eitsg Sunt — amp nicht t erwäͤge und sanft in seie m vertrauen, schauen, wie die da fluußt t. Wer sich cchicken, den . e senket alles tief in Jeu stark durch je betroffen, st, fasset sic durch Geduld te; am End geschiehet, het, wird es e Gott seinen as Kreuz zu 38 Glück zu nd; alsdann rast gekost te hn an die 1666—1396, o meine Seele Sorgen lngst i Kreuz⸗ und Trostlieder. in nach Haus; wenn ein Zetter ist vorbei, wird der .Hinn wieder frei; nach dem dämpfen, nach dem Streiten kommen die Erquickungszeiten 3. Wenn man Rosen will abbrechen, in der Still, daß uns auch die Dornen stechen; es geht alles, wie Gott will. Er hat uns ein Ziel gezeigt, das man nur im Kampf erreicht; will man hier das Kleinod finden, so muß man erst Ahehwnden 4. Unser Weg geht nach den Sternen, der mit Kreuzen ist besetzt; hier muß man sich nicht entfernen, ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit kommt kein Mensch hin ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 5. Es sind wahrlich alle rommen, die des Himmels larheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Lammes Stuhl und Thron, prangend in der Ehrenkron und mit Palmen ausgezieret, weil sie glücklich triumphieret. 6. Gottes Ordnung stehet feste und bleibt ewig unver⸗ rückt; seine Freund und Hoch⸗ Zeitsgäste werden nach dem Streit beglückt; Israel erhält den Sieg nach geführtem Kampf und Krieg; Kanaan wird nicht 110 efunden, wo man nicht hat ü erwunden. muß man leiden 265⁵ 7. Darum trage deine Ketten, Seele, und gedulde dich, Gott wird dich gewiß erretten; das Gewitter leget sich, nach dem Blitz und Donnerschlag folgt ein an⸗ enehmer Tag; auf den Abend lolgt der Morgen, und die Freude nach den Sorgen. Unbelannt, 1704. Mel.: O Welt, ich muß dich lossen. Mein Herz, gib ö 402. M dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschie et; sei lil und halt dich wie ein Lamm! 2. Mit Sorgen und mit Zagen, mit unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und Hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, ab⸗ gewischt; wenns bei uns heißt: Zie lange wird mir so angst und bange! so hat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen, nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen S Sonnen⸗ schein, nach rauhen Winter⸗ tagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 266 Kreuz⸗ und Trostlieder. 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll 70. auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich 5 an uns wagen, und solls auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebes⸗ schäge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruten sinds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm miß⸗ behagt, den alten Menschen schwächen, den Eigenwillen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Ge⸗ duld und, sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch n 10. Ist Christus unser ben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gib dich gau zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hin⸗ tragen zu dem Bräutigam. A. Freylinghausen, 1670—-1739. Mel.: Vater unser im Himmelreich. imm von uns, 403. N Herr, du treuer Gott, die LHrre Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal; behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn— geben wolltst nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergehn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer That. Wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Die Sünd hat uns ver⸗ derbet sehr, der Teufel plagt uns noch viel mehr, die Welt, auch unser Fleisch und Blut uns allezeit verführen thut; solch Elend kennst du, Har⸗ allein, ach laß es dir befohl en sein! 5. Gedenk an deines Sohnes Tod, sieh an sein 10 fir Wunden rot, die sind ja für die + Ind da Wir i auf Be dein he Tuufel leih eit daß w oder: C 04 du he liegst der Se du n Er w deinen dir ern 2.66 Ind Schlar deinen und h. stopf durchs ent Hrude vielleicht nn nden hin⸗ iutigam. 1670—1739. himmelreich. von uns, du treuer Straf und sit Sünden net haben vor Krieg r Seuchen, Leid. einer bösen Gnad und enn so du, Lohn uns imsern die ganze fönnt kein tehn. ott, durch Trost und n Beweis End und uf fliche mit deiner gorn und ueĩ Soh hnes in he 0 sind Ja Kreuz⸗ und die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigleit. 6. Leit uns mit deiner rechten ö Hand und segne gnädig Stadt und Land; gib uns allzeit dein heilges Wort, behüt vors Teufels List und Mord; ver⸗ leih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein! M. Moller, 1547—-1606. Eigene Melodie, oder: Christus, der uns selig macht. 404 Schwing dich auf 3 zu deinem Gott, du betrübte Seele, warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du denene lich 9— mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott Dachiei! daß mein Urteil ich bei dir über mich soll holen? Wer hat dir die Macht ge⸗ schenkt, andre zu verdammen, der du der doch liegst ver⸗ senkt in der Hölle Flammen? Trostlieder. 267 4. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen; Blatner nehm ich an 70801 Blut und Schmer⸗ zen; denn das ist das Löse⸗ geld meiner Missethaten; da⸗ durch ist der ganzen Welt und auch mir geraten. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Ges schoß und Ge⸗ walt der Höllen. 6. Stürme, Teufel und du Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden, der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Tbert und dohn mich nicht dort betrübe. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein: wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, laß es dringen, kommt es doch von geliebten Händen; schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 9. Es 1 0 lich gut ge meint mit der Christen Wunt wer zeitlich wohl gewein darf nicht ewig klagen. hier Christus recht bewußt, hat in Gottes Garten droben die vollkommne Lust endlich u gewarten 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich 11 das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn sie Garben machen; da wird All ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 11. Ei, so faß, o Christen⸗ her alle deine Schmerzen; wir sie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr; gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr. Er vird helfen. Amen. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel.: N᷑I u, meine Freude. 405 eele, sei zufrieden! 105. S Was dir Gott beschieden, das ist alles gut; treib aus deinem Herzen Un⸗ eduld und Schmerzen, frichen Mut! Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; Ipan Heren Glauben von dem Herzen rauben, sei drum unbetrübt! Kreuz- und Wem ö es kommt die Eunte ezeit, da Last' dich Sch ARnach fasse Huld Trostlieder. Stellt man dir viel Elend für, drohen der I Hhir. Rachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe, fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin, droht ein hart Geschicke alle Augen⸗ blicke dem erschrocknen Sinn, nur Geduld! des Himmels sieht auf alle deine Sachen: Gott wirds doch wohl machen. 4. Ungeduld und Grämen kann von uns nichts nehmen, macht nur größern Schmerz; wer sich widersetzet, wird nur mehr verletzet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Gott wirds doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn: mag bei Ungewittern Erd und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn, der steht fest, den Gott nicht läßt; Drum laß alle Wetter krachen: Gott wirds doch wohl machen. 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt; fröhlich aus⸗ gehalten, und Gott lassen walten, das macht recht ver⸗ gnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück' zu verlachen: Gott wirds doch wohl machen. Casseler Gesangbuch v. 1770. 400. Hel, d die Se Weiß adlich schob aufgeh eder Wenns 3. hald ge keben Naß! — n Hrößte Rind;1 9. immer nicht le ich nie Richter 6. sch tre Himme nur d ich all 50 Nur ha andrer lich Herr, Ml. 0 407 steuet viel Elend Verrolger doch wohl r Himmel schen Liebe droht lle Aahr. knen Sinn, Himmels alle deine doch wohl nd Grämen sts nehmen, Schmerz; „ wird nur m Gdul, n Sinn mit t gleich die 1 Gott nachen. Hrist will Hbefleißen, mag bei nd Himmel unde gehn, Gott nicht lle Better irds doch der tragen, Pla agen in öhlich alls⸗ hott lassen ö recht vel⸗ mm dil, Ungl 10 wirds huch v. 110. Kreuz⸗ Eigene Aueme 4 0 es gleich 406.* Soeht biaweilen schei⸗ nen, als wenn Gott verließ die Seinen, o, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er auf⸗ geschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel: er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge⸗ trösten, wenn die Not am aller⸗ größten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß die Welt nur immer neiden, will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 6. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 7. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nicht na andrer Gabe; legt man mi Lren in das Grab, Srah Herr, wenn ich dich nur ha Christoph Tietze, 1641—-1708. Mel.: Singen wir aus Herzensgrund. 407 reuer Wächter 2 Israel, des sich freuet meine Seel, und Trostlieder. der du weißt um alles Leid deiner armen Christenheit, o du Wächter, der du nicht schläfst noch Iest zu uns richt dein hilfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual trifft dein Volk jetzt überall; täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach hilf, schütz deine Lehr. Wir ver⸗ Derben, wir vergehn; nichts wir sonst vor Augen sehn. wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausgelöscht der Hölle Glut, wiederbracht das höchste Gut 4. Sitzest in des Vaters Reich, ihm an Macht und Ehre gleich, unser einger Gnadenthron, seine höchste Freud und Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnaden⸗ thür, wir, die du mit höchstem Ruhm dir erkauft zum Eigen⸗ tum: dein Erbarmen hat kein End; deines Vaters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt! 6. Zeig ihm deine Wunden rot, deine Marter, deinen Tod, und was du mehr hast gethan, zeig ihm unsertwegen an; sage, daß du unsre Schuld 270 hast bezahlet in Geduld, uns erlanget Gnad und Huld! 7. Jesu, der du Jesus Hastr⸗ als ein Jesus Hilfe eist! Hilf durch deine starke Hand, Menschenhilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau und mit Zittern sie anschau. 8. Liebster Herr, Immanuel, du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, neben uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit: Trotz dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. 9. Deines Vaters starker Arm, komm und unser dich erbarm, jetzt laß sehen deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Macht zertrenn, auf daß dich die Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. 10. Andre traun auf ihre Kraft, auf ihr Glück und Ritterschaft, deine Christen sehn auf dith, trauen dir sich festiglich. Laß sie werden nicht zu Schand, bleib ihr Helfer und Beistand, sind sie dir doch ganz bekannt! 11. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuern kann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. Kreuz⸗ und Trostlieder. 12. Jesu, wahrer Friedens⸗ fürst, der der Schlange hat zertnirscht ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wieder⸗ bracht bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich, so wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Joh. Heermann, 1585—1647. Eigene Melodie. 408 Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, buri mich auf rechter Straßen, a ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll, im Land. 2. Wenn sich der Menschen Hulde und Wohlthat all ver⸗ kehrt, so findt sich Gott gar balde, sein Macht und Gnad bewährt; er hilft aus aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaffs, wies ihm gefällt. 4. Es thut ihm nichts ge⸗ fallen, denn was mir nützlich ist; er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn. Durch ihn er uns bescheret, was lobt 5. Mur —— ul denkt Zeit Erde und . r 5 Tdl beste kach 0d, wem will 7. lorer Scht 0 00 ö rer Friedend⸗ man. hat Kopf dutch mi. wieder⸗ t, gib und ch, so wird sich, dafür u, 1585—1641. lodie. Gott will ic licht lasser icht von mit, Hlel 0 te sehr. Er Hand; den Morgen thut oa sei Land. der Menscher 10 hat t all ver x Run Gnad u uller Not d ndScharda von Banden, wär der Zod. wil ich vel⸗ chweren Zet, licht gereuen, Leid. Inn t; mein L Leih in Leben x Kreuz⸗ und Trostlieder. 271 was Leib und Seel ernähret; lobt ihn ins Himmels Thron! 5. Lobt ihn mit 5 0 und Munde, ihn, der uns beides schenkt! Das ist ein selge tunde, darin man sein ge⸗ denkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubring'n auf ürden; wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt ver⸗ Kebet mit ihrem Stolz und Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß eacht; ja auch nach diesem od, ef in die Erd begraben, wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unver⸗ loren—77 in Abrams Schoß; er Leib wird neu⸗ eboren, von allen Sünden os, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll; dieselb ohn einigs Ende, dieweil ich Christum kenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen 0 sein Sohn hat Guts die Elle er worben uns und Gnad; uc Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! O. Helmbold, 1532—159s. Eigene Melodie. 409. Warum betrübst du dich, mein Herz, Sameren dich und ruöges Schmerz nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Dat und Gott, der alle ing erschaffen hat! 2. Er kann und will dich lassen nicht, er weiß gar Wohi was dir Emn, wem Himmel und Erd ist sein, mein Vater und mein Herre Gott, der mir bei⸗ steht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, dein Kind wirst du verlassen nicht, du väterliches Herz! Ich Staub und Asche habe hier sonst keinen Trost als nur in dir. 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, ich aber will dir traun, mein Gott; ob ich gleich werd vera t, so wei 0 und glaub festiglich: Wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich als du gewesen ewiglich! Mein Trauen steht zu dir; mach mich an meiner Seele reich, so hab genug ich ewiglich. 6. Der zeitlich Ehr will ich entbehrn, willst du das Ewge mir ast Dr das du erworben hast durch deinen herben, bittern Tod, das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles was ist auf dieser Welt, es sei Gold, Silber oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, das währt nur eine kleine 27²2 Kreuz⸗ und Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christ, o Gottes Sohn, daß du mir solches kund gethan durch dein göttliches Wort; verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit! 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt für all dein erzeigte Wohlthat; ich bitt demütiglich: laß mich nicht vor deim Angesicht verstoßen werden ewiglich. Unbekannt, 1545. Eigene Melodie. * rum sollt ich 410. Wa mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hin⸗ ziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein: Gott allein ist es, ders ge⸗ eben; will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, 00 will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum ver⸗ zagen? Der es schickt, der Trostlieder. wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergetzt; sollt— jetzt nicht auch etwas tragen Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar ver⸗ lassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod auf⸗ reiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmels⸗ freuden. 9. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergetzen; fud ist kein 428 Gut zu inden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. eeiner 2 aller ich bin ims sd Weil di Mut n ggheber 12 dich fa mein L las hingela ich dich 111 Hgethan Wille; Sache stile: in der zu erh nur w genüg hab 6 Unglü einen . wohlg edent nicht Mzen will. er weiß wohl, mein Unglück lich bei guten ht; sollt. twas tragen und schärft Gericht, kann und gar ver⸗ zelt und ihre mir nichts als meiner spotten, laß „meln. Heil zu schanden und ohne chrit, wo issen schauen; t Tod auf Mut dennoch le bleiben. doch lein Tod u reißt tunsern Usend Nöten, T der bittemn ht Bahn, da 3 Himmels⸗ Uin süßen hlich ergehen, 21 Gut h Welt in Kreuz⸗ und 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 1607-1676. Eigene Melodie. 2* Mias Gott thut, 411. Wé das ist wohl⸗ gethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille: er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er als mein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. Trostlieder. 273 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergetzt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich ver⸗ bleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 1649—1708. Eigene Melodie. 412.* Was mein Gott will, gescheh allzeit, sein Will der ist der beste; zu helfen den er ist bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen; wer Gott ver⸗ traut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoff⸗ nung und mein Leben; was ichih Gott will, daß mir ge⸗ schicht, will ich nicht wider⸗ 18 274 rrng. sein Wort ist wahr, enn all mein Haar er selber hat gezählet; er hüt und wacht, stets für uns tracht, auf daß uns gar nichts fehlet. 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn nach Gottes Wille zu meinem Gott; wenns ihm gefällt, will ich halten stille. Mein arme eel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden; du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Feind anficht, laß mich, n nicht verzagen; hilf, teur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; drauf sprech ich fröhlich Amen. Unbekannt, 1554. Kreuz⸗ und Eigene Melodie, oder: Erhalt uns, Herr, bei delnem Wort. * enn wir in 413. Wypochsten Röten sein und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins⸗ Eynt. dich anrufen, o treuer ott, um Rettung aus der Angst und Not, 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Trostlieder. Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung. 4. Die du verheißest gnädig⸗ lich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt 71 verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, sprich uns da⸗ von aus Gnaden los; ste uns in unserm Elend bei, ma uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber, 1511—-1568. Mel.: Was mein Gott will, gescheh allzeit. 414. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und vuß Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich will fest und sicher setzen, Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes⸗ not und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder. Und wenn tch dich ul deinem Ge lnn fürw 60 nicht chaden. 3. Dei sscherlich; wohl gebe du treuer Enes Lebe nein Het; Ind Seele dies mein Rein Bitt Ders 6 415.* läßt walt allezeit, lich erhal Taurigk⸗ Auchch Lauf keiner 2. V schweren uns un Vas hil Norgen genachꝰ Wratz Ul 99 de enig st 0 h Gotts Muwisse der uns * weiß Ind sehl und flehen und aller est gnädig⸗ um bitten ns Sohns unser Heil en wir, o llagen dir il wir jeht in großet r. an unste h uns da⸗ los; stch d bei, ma agen frei, on Herzen mals mi gehorm Bort, dich und dort. 1511—1569. rokt will, Kreuz⸗ und Trostlieder. ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und ar nicht Tod noch Teufel chaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mirs wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, für dies und jenes Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr, und laß mein Bitt nicht fehlen. Vers 1 von Joach. Magdeburg, 1525—-1583. Eigene Melodie. * er nur den 41⁵. Wé lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunder⸗ lich erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Un⸗ gemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 27⁵ 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei: wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß der Gott im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, der bald er⸗ höhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 1621—-1681. Mel: Aus tiefer Not, oder: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. 416. Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohn alles Eigen⸗ wählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kind⸗ lichem Vertrauen. 18* 276 2. Wie Gott 1010 führt so bin ich still und fol olge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heim— gestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei; was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Bott mich widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Von vornen läßt sich Gott nicht sehn, zu⸗ letzt wird ers auenden, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat; dies sei mein Glaubensanker. Lamp. Gedicke, 1683—1785. Kreuz⸗ und weislich ist Trostlieder. Mel.: Alles ist an Gottes Segen. 417 underanfang, herr⸗ lich Ende, wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunder⸗ sein Raten, wunder⸗ herrlich seine Thaten, und du sprichst. Wo wills hinaus? 2. Denke doch, es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet, Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in 1 Wasser⸗ güssen, und du spürst nicht seinen Fuß; so auch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann er⸗ sinnen, wo man könne Hilf gewinnen, die Vernunft ist hier zu blind; ihre halbge⸗ brochnen Augen nicht in das Verborgne taugen, dem sie allzu blöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er ange⸗ landen lassen so ein End er⸗ langen, daßeswunderherrlichsei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, lerne deinem Gott vertrauen, sei getrost und gutes Muts. Er, fürwahr, er wird es führen, daß dus wirst am Ende spüren, wie er dir thut lauter Guts. 7. Du Hühen un berhehlen licht ni Kreuz ve bekennen aufang, H. Mel.: Va 418. Igu, bl Du bistl —— lann; dr Hilfe bl 1 2. 2 asten h Herzens de, wo die de Gottes Wunder⸗ n, wunder⸗ n, und du hinaus? es muß so t weislich n und dir der Anfang das End et, Friede treit. ist in den en Wasser⸗ zürst nicht ich in den hält Gott rgen, daß en muß. kann er⸗ önne Hilf munft ist e halbge⸗ cht in das dem sie m in allen w ohl lann sang geben er ange⸗ n End et⸗ cherrlichse. dir nimmei nem G0 Rost und fürvahl daß bu ren, wie tts. Sterben und Begräbnis. 7. Du wirst an den Fingern zählen und nicht vor der Welt verhehlen, was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunder⸗ anfang, herrlich End! H. A. Stockfleth, 1643— 1708. Mel.: Vater unser im Himmelreich. Qu deinen Füßen 418. 3 liege 10, mem Jesu, blicke doch auf mich! Du bist der Arzt und Wunder⸗ mann, der allezeit erretten kann; drum, bin ich gleich von Hilfe bloß, leg ich mich doch in deinen Schoß. 2. Die Seele mach am ersten heil, mein Jesu, meines Herzens Teil; besprenge mich 277 mit deinem Blut und mach all meine Sünden gut und gib mir nach vergebner Schuld bei meiner Schwachheit auch Geduld. 3. Berühre mich mit deiner Hand, die so viel Böses ab⸗ gewandt. Dein Leib mich speise, da ich krank, dein Blut sei meiner Seele Trank. Ich will wie Lazarus allein in Krankheit auch der deine sein. 4. Wenns meiner Seele Se ist, so heile mich, Herr esu Christ! Soll sterben aber besser sein, wohl mir, auf Jesum schlaf ich ein. Machs, Jesu, Jesu, durch dei Blut mit mir an Leib und Seele gut! Christoph Heinrich Zeibich, 1677—- 1748 F. Lieder von den letzten Dingen. I. Sterben und Begräbnis. Eigene Melodie. 160 ch wie flüchtig, ach 419. Abe der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage! Wie ein Strom be⸗ Len zu rinnen und mit zaufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen reude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel,—5 und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein rauhes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 278 Sterben und Begräbnis. 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schätze! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wirs uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen ist als wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergessen. 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen. Wer Gott fürcht, wird ewig stehen. Mich. Franck, 1609—- 1667. Eigene Melodie, oder: Jesu, meines Lebens Leben. 50* Olle Menschen 420. A müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da t, muß verderben, soll es ers werden neu; dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich nun Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich ge⸗ storben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron; da die Sera⸗ phinen prangen und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzu⸗ mal, wo auf ihren Ehren⸗ thronen sitzet der zwölf Boten Zahl; wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hinge— fahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja hörn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach wie helle glänzest du! ach wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! O der großen Freud und Wonne! Jetzund gehet auf die Sonne, jetzund gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon er⸗ blicket alle diese Herrlichkeit; jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Joh. Georg Albinus, 1624- 1679. Nal.: Her E deinen T oft beher und rot Heschwint sein; dru ein täglt 2. Ende, be müssen Augesich genomme dran un kommen, Lebenot mir das hrih hin aus el in den nel, da ich auen die Freuden⸗ nd Seelen melsglanz Gott vor die Sera⸗ zatriarchen eten allzu⸗ en Chren⸗ völf Boten iel tausend nen hinge⸗ serm Gott luja hörn. du schöne, st duf ach töne hött Ruh! O R Wonne! die Sonni, Tag der mag. schon. errlichtei, gechnüte nmelslled hrenkront s Throue lann. 10218 Sterben und Begräbnis. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 421 Bedenke Mensch das 7 Ende, bedenke deinen Tod; der Tod kommt oft behende: wer heute frisch und rot, kann morgen und geschwinder hinweg gestorben sein; drum bilde dir, o Sünder, ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht; es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht; kein Mensch ist aus⸗ genommen, hier muß ein jeder dran und wird den Lohn be⸗ kommen, nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach Sün⸗ der, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von 1. Herrlichkeit, damit vor Gottes Throne die Seele wird gepflegt; dort ist die Lebenskrone den Frommen 228. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten letzte Zeit, daß sich nach dir zu lenken, mein Herze sei bereit; laß mich den Tod betrachten und deinen Richter⸗ stuhl, laß mich auch nicht ver⸗ achten der G55t. Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen letzten Ta mit Buße mich bereiten und 279 täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmels⸗ lichte zu wohnen würdig sei. Sal. Liscow, 1640- 1689. Eigene Melodie. hegrabt den Leib 42².— in seine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn, einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der wi er war schon Staub und wirds nun mehr; er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieses Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller 2 Not, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Er wandelt' hier im finstern Thal, viel Schmerz und Du trugest Jesu Christi Joch, ent⸗ schlummertest und lebest noch. 5. Er litt viel mehr, der uns versöhnt und himmlisch seine Sieger krönt; o Lohn, o Lohn für wenig Pein! Dann wirds wie Träumenden uns sein. 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir nach unsern Cwicke zu und machen zu der wigkeit mit Freud und Zittern uns bereit. 7. Ach Jesu Christ, dein bittrer Tod stärk uns in unsrer letzten Not! Laß vini ganze Seele dein und selig unser Ende sein! Nach M. Weiße, 1 1542. Elgene Melodie. * ristus der ist 4²3. Co mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem thu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, auf daß ich zu ihm komme und ewig bei ihm fe. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Nei en, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und kann kein Wort mehr sprechen: 426 nimm mein Seufzen auf! 5. mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: Sterben und Begräbnis. 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann kommt mein Stündelein, 7. Und laß mich an dir kleben wie eine Klett am Kleid und ewig bei dir leben in Himmels⸗ wonn und Freud. ö 8. Wohl in des Hunmt Throne sing ich Lob, Ehr und Preis Gott Vater und dem 2 und auch dem heilgen Geist. Unbekannt, 1609. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 4DODie Herrlichkeit der 424. Erden muß Rauch und Asche werden, kein Fels, kein Erz kann stehn. as uns hier kann ergetzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir un⸗ sterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist Een und dieser Mund er⸗ lichen, fragt keiner, was man hier gethan. 3. Es hilft nicht Kunst noch Wissen, wir werden hin⸗ gerissen ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zer⸗ rinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besitzen, kann für den Tod nicht nützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Be UHrone, Krone Eein? E keihen le sreien, kei dler Ste 7. Wi wenn sie begrüßen der Tag det Aben unberseht 8. Se Erden werden, Sorgen zugenom Blüte o Todes 9. V Jahrezi uns vo Dauf n Ind, eh der Erd r und dem dem hellgen ckannt, 1609. uß dich lassen. rlichkeit der muß Rauch „kein Fels, ehn. Wa getzen, was N, wird als vergehn. nach den u wir un⸗ st nur ein ald der Geist Mund er⸗ 4, was man nicht Kuns verden hin⸗ Untersched Schlöͤsser e die Well Lein enges wird zel⸗ ö und Fleß ser Schwß enschen hi den Tad in Scherzen Schmessh vergäll 1 Prung erlangel 2 Shnah Sterben und Begräbnis. 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch selbst erhält. Krone kann unvergängli sein? Es mag vom Toten⸗ reihen kein Scepter dich be⸗ freien, kein Purpur, Gold noch edler Stein. 7. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt: 8. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir Nurrs Lunen⸗ und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Ge⸗ n den Augenblick nur dein. as du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was künftig,— wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre samt Landen Kunst und Lehre und geh den Herren an, der immer König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der einzig ewig machen kann. 12. Wohl dem, der auf ihn trauet, er hat recht fest ebauet, und ob er hier gleich ällt, wird er doch dort be⸗ 281 stehen und nimmermehr ver⸗ gehen, weil ihn die Stärke Andr. Gryphius, 1616—-1664 Mel.: Christus, der uns selig macht 5 inen guten Kampf 425. E hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat so gnädiglich meine Not edämpfet, daß ich meines debens Lauf seliglich vollendet und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt in des Himmels Throne; forthin meines Lebens Licht, dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden, bösen Welt jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt; drum ich mich ergeben meinem Jesu, da ich bin jetzt in laurenden, denn sein Tod ist mEI Gewinn und mein Trost sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, laßt euch nicht betrüben diesen Hingang, den ich thu in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zur Ruh, kommt doch endlich wieder. Heinrich Albert, 1604- 1668. Eigene Melodie. 8 8 ist genug! Mein 4²6 E matter Siun sehnt sich dahin, wo meine Väter 282 schlafen. guten rn es ist genug, ich muß mir Ruh verschaffen. 2. Ich bin ermüdt, ich 3— geführt des Tages Bürd, muß einst t Abend werden. Er⸗ lös ud Herr, spann aus den Pflug, es ist genug! Nimm von mir die Beschwerden. 3. Die große Last hat mich gedrückt, ja fast erstickt so manche lange Jahre. Ach laß mich finden, was ich such! Es ist sahre ist Zeit, daß ich heimfahre. 4. Nun gute Nacht, ihr meine Freund, ihr meine Feind, ihr Guten und ihr Bösen, euch folgt die Treue für Betrug. Es ist genug, mein Gott will mich auflösen. 5. So nimm nun hin, Herr, meine Seel, die ich befehl in deine Händ und Pflege; schreib sie ein in das Lebensh Es ist genug, ich will mi lafen legen. 6. Nicht besser soll es mir ergehn, als wie geschehn den Vätern, die erworben durch ihren Tod des Lebens G' ruch. Es ist genug, es sei also gestorben. Unbekannt. Eigene Melodie. 427. Es ist genug! So nimm, err, meinen Geist zu Zions Geistern hin, lös auf das Band, das allgemächlich reißt, befreie diehen Sinn, der sich nach Sterben und Begräbnis. Ich habe endlich seinem Gotte sehnet, der täglich lagt und nächtlich thränet: Es ist genug. 2. Es ist genug des Jam⸗ mers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was kläglich mich von Gotte trennet, was täglich im Ge⸗ wissen brennet, des ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich netze manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, er kennet ja mein Herz; ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine sieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir saget: Es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, 10 spanne mich doch aus! Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt, ich fahr ins Himmels Haus; ich fahre sicher hin im Frieden, mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug. Franz Joach. Burmeister, 1662. Eigene Melodie. 428.* Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, well dich Herre, Iummerth ind groß shen in Ohr jemo Lugtit; 2. Da— gerufen zu Gott, w. Rreuz bet hilf aue schnt ein dem End hab ich g sich ender 3. De Rosen st pitzen Ohrit sten Angst U Neeresw Ungestüm auf Erde Beshwer 4. We ind Höll und Bly Inre S einem N. Hngst un ind unsr wir gebot Ymmer der täglich thränet: des Jam⸗ rückt; die mit ihrem gar erstick, it in mir. von Gotte ch im Ge⸗ ist genug. es Kreuzes, en Rütken zie schwer, t ist diese nche Nacht statt mit „wie lang nen? Es wenn nur er kennet harre sein till, bis er der meine et, zurücke saget: ug! Hert, o spamne Nein Jesus Nacht, I Hinmel er hin in Jammer zist herd Lister, 1052, die l dich sehl leine Sells und Ouah Sterben und Begräbnis. weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus Trübsal und großem Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr latran gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, so hab ich gewünschet eben, daß sich enden mög mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen unter Dornen⸗ spitzen gar, also auch die Christen gehen durch viel Not, Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag,‚ lauter Kreuz sind unsre Tag; gleich wenn wir geboren werden, findt sich Jammer gnug auf Erden. 5. Wenn die Morgenröt herleuchtet und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher schleichet, Müh findt sich an allem End. Unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spät; thut scheinen, ist nur lauter Klag und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du Katnuß aufgehst, sei von mir jetzun nicht ferne, weil mich dein Blut hat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; ach, sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen auf dem bittern Todes⸗ gang; durch dein Wunden will ich ziehen ins himmlische Vaterland. In das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, das Gehör auch gar verschwindt, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Ver⸗ stand sich nicht besinnt, bist du doch mein Lichtnd Hort, Leben, Weg und Himmelspfort; du wirst mich in Gnad re⸗ gieren, auf der rechten Bahn heimführen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren auf Elias Wagen rot, meine Seele wohl be⸗ wahren wie einst Lazarum im Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß und erfülle sie mit Trost, bis der Leib kommt aus der Erden, und sie beid wenn die Sonn nicht mehr vereinigt werden. 10. Freu dich sehr, o meine Seele, und 9300 all Nod und Qual, weil dich nun 284 Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren, in Ewigkeit triumphieren. Unbekannt, um 1615. Mel.: Jesus, meine Zuversicht. 429 Geht nun hin und 7 grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Erde scheid ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir winkt die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab, meinen Lauf hab ich vollendet; lege nun den Wanderstab hin, wo alles Sterben und Begräbnis. Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden in noch in ndunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Besfuiha, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! denn ich reis in weite Ferne, reise hin zu jenem Glanz, worin ihr ver⸗ schwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Gemeinde; weint nicht ob dem eiteͤln Schein: Droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eiteln, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzens⸗ wunden, woraus einst sein heilig Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! mein Er⸗ löser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsheld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! E. M. Arndt, 1769—1860. Mel.: Vater unser im Himmelreich. err Jesu Christ, 430. H wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst: ich bitt durchs bittre Heiden d Sünder 2. W in Sterb werde m mir verg und mein wenn mei ppricht u nein Her 3. V sich nich Menschen 0 Herr E Hilf an undführr hal, vei Lodes O 4. Di nir treil se hin zu in ihr ver⸗ in Trauern ihr lieben von oben des Hermn icht ob dem roben nur daß nun Welt den aß ich aus aus dem Schemen, aus dem Land des mein süßes ind hab ich eauch mein n Herzens⸗ einst sein her ganzen mein Er⸗ m finstern anpot die und der Hlaube, und Kind gummelteiz Mensch 10 t Martej für Ml lich so iters Hal urchb bint Sterben und Begräbnis. Leiden dein, du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun komm in Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht und meine Ohren hören nicht, wenn meine Zunge nicht mehr spricht und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 3. Wenn mein Verstand sich nicht besinnt, mir alle Menschenhilf zerrinnt: so komm, o Herr Christ, mir behend zu Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammer⸗ thal; verkürz mir auch des Todes Qual. 4. Die bösen Geister von mir treib, mit deinem Geist stets bei mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie, Herr, in deine Erd der Leib hab in der Erd sein Ruh, bis kommt der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih, dann im Gericht mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau ich dir: 6.„Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt: 7. Sondern ich will mit starker Hand ihn reißen aus des Todes Band und zu mir nehmen in mein Reich; da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich.“ Dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld, hilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein kommt herbei, auch unser Glaub stets wacker sei, dem Wort zu trauen festiglich bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, 1511—-1569 Eigene Melodie. 4 erzlich thut mich 431. 9 Patßanden nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend; ich hab Lust abzu⸗ scheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur hald. 2. Du hast mich sa erlöset von Sünd, Tod, Teufel, Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vorm Tod, dem Fluch der Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin; des freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 286 4. Der Leib zwar in der Erden zu Staub und Asche kehrt, doch auferweckt soll werden, durch Christum schön verklärt, wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmels Freud und Wonne; was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte; es währt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Ob ich auch hinterlasse betrübte Waiselein, der'n Not mich über Maße jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er wird sie wohl versorgen, retten aus aller Not. 7. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzu sehre über den Abschied mein! Beständig bleibt im Glauben! Wir werd'n in kurzer Zeit einander wieder⸗ schauen dort in der Ewigkeit. 8. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein; gib mir ein selig Ende, send mir dein Engelein, führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 9. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ, den schwachen Glauben stärke Sterben und Begräbnis. in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich halt mit Macht, daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, 1563- 1621. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 432.* Ich bin ein Gast ⁶— auf Erden und hab hier keinen Stand, der immel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich bis zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns fehlt an gutem Rat; wie mußten sie sich plagen, in was für Weh und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft ihr armes Herz! 5. Ich n Haf as Wi solche ge z3 durch geitten rn RNeude e 6. So treiben u Welt; d bleiben in W wan die zu d nich Ohl Vater seinen und sh heht un ihm woh . Zu angen, hin; die n om. Je wenge meinem Frist. Hil ngen, dein mit Macht, lich singen: olbrachtl 1503—1621. nich verlangen. n ein Gast Erden und Stand, der werden, da d; hier rei be, dort in ist Gottes schließt al nein ganzes Jugend an ot gewesen; n kann, hab Morgen, so mit Kummer des Herzens auf meinen mir man Verolgund MN, ob i0 Sterben und Begräbnis. 5. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche große Leut? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten wer nicht hat wohlgerungen, geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird. 7. Mein Heimat ist dort oben, da aller Engel Schar den großen Herscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nach dems ihm wohlgefällt. 8. Zu dem steht mein Ver⸗ langen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durch⸗ angen, daß ichs fast müde bm. Je länger ich hier walle, je wenger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Eitelkeit. 9. Die 4. ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will. Komm, mach ein selges Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 287 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so legt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ewgen Wnui, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 1607—1676. Eigene Melodie. 433 Occh bin ja, Herr, Win deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unterhältst mir auch das Leben; du kennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß eben; wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer 288 Sterben und Begräbnis. nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen, wenn aller Sinne Kraft gebricht: thust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, da lieg ich schon vor mir in großer Hitz, ohn Kraft und Zier, mit höchster Herzensangst befallen; Gehör und Rede nehmen ab, die Augen werden wie ein Grab; doch kränkt die Sünde mich vor allen; des Satans Anklag hat nicht Ruh, setzt mir auch mit Versuchung zu. 4. Ich höre der Posaunen Ton, ich sehe den Gerichtstag schon, der mir auch wird ein Urteil fällen. Hier weiset mein Gewissensbuch, da aber des Gesetzes Fluch mich Sünden⸗ kind hinab zur Höllen, da, wo man ewig, ewig: Leid! Qual! Jammer! Angst und Wehe! schreit. 5. Kein Geld und Gut errettet mich, umsonst erbeut ein Bruder sich, den andern hier erst los zu machen; er muß es ewig lassen stehn; wir werden ewig nicht entgehn, hat einmal uns der Hölle Rachen. Wer hilft mir sonst in dieser Not, wo du nicht, Gott, du Todes Tod? 6. Der Teufel hat nicht Macht an mir, ich habe bloß gesündigt dir, dir, der du Misserhat vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, der kein Gesetz mir geben kann, nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin; ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu, ich dein teures Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht und schreckt mich durch das Zorngericht? Komm, rette deines Leidens Ehre! Was gibest du mich fremder Hand und hast so viel an mich gewandt? 8. Nein, nein, ich weiß ge⸗ wiß, mein Heil, du lässest mich, dein wahres Teil, zu tief in deinen Wunden sitzen. Hier lach ich aller Macht und Not, es mag Gesetz, Höll oder Tod auf mich her donnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden bent Simon Dach, 1605—-1659. Mel.: Valet will ich dir geben. 434* Jo habe Lust zu scheiden, mein Sinn geht aus der Welt; ich sehne mich mit Freuden na Zions Friedenszelt. Do weil die Abschiedsstunde hie⸗ nieden keiner kennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament: 2. Gott Vater, meine Seele bescheid ich deiner Hand; führ sie aus dieser Höhle ins rechte Vaterland. Du hast sie mir Hgegeben, Iil, daß i nur dein o 3. Va inden, das Ich nimm sls ein Ve sie in dein Mer hine gefunden 4. Dir Gnade, L Bck; zie Inade, so ach seufz wenn ich lüht, un Schmerzer Ium fül 5. Yr Bränen mj ich w hnst nic Venn Lei kagt mich a bin ich uller Tur 6. Cu die ihr cuch hab Hott, l 9 Zrum nel 6 wird uir auf niderseh . Zut geben kann, n, was du, nehme das, ; ich weiß, n bin. „ich dein ig es selbst daß ich der öre. Was tan meiner mich durch Komm, dens Ehre! nich fremder so viel an ich weiß ge lssest mich zu tief in sitzen. Hial cht und Noz l oder Tod nnern oder h lebte, war n ich keines 1605—1ab9, h dir gche habe Lust zu Sterben und Begräbnis. gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach, nimm du meine Sünden als ein Vermächtnis an; wirf sie in deine Wunden, ins rote Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; zieh ich des Todes Pfade, so sieh auf mich zurück; ach seufz in meinem Herzen, wenn ich kein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jesum für. 5. Ihr Engel, nehmt die Thränen von meinen Wangen an; ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, tragt mich in Abrams Schoß, so bin ich voller Freuden und aller Thränen los. 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht. Mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn 289 dieses sagt mein Glaube: er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende; so geh ich freudig hin und weiß, daß ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Mel.: Herzlich thut mich verlangen. 435 3— hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß ge⸗ schieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr be⸗ laden, weil ich wegfertig bin; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzu⸗ mal! Um mich sollt ihr nicht weinen, ich weiß von keiner 19 290 Sterben und Begräbnis. Qual. Den rechten Port noch heute nehmt ja fleißig in acht! In Gottes Fried und Freude fahrt mir bald alle nach! Joh. Siegfried, 1564 1637. Mel.: Wer nur den lieben Gott läßt walten, oder: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. 26* Ich sterbe täglich, 436. 08 mein Leben eilt immerfort zum Grabe hin. Wer kann mir einen Bürgen eben, ob ich noch morgen ebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her, ach, wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab. Der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, daß ich zu Erde werden muß. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Land der Toten; wohl dem, der Haus und Herz be⸗ stellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden als es am Morgen mit mir war; den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Toten⸗ bahr. Ein kleiner.— ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, wenn Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und schließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, so segne du sie mehr als ich; wenn lauter Thränen um mich regnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlassnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verkürze mir des Todes Schmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benj. Schmolck, 1672—1737. Mel.: Vater unser im Himmelreich. 437 In Christi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, ins ew. nit C fein. Glaube war; den Kauf Erden, der Toten⸗ Schritt ist der Würmer Schlag kann n Fall und sein; doch Baterhänden Iristi Tod nn der Leib die Seel an ält. ann ich kein wenn Auge, ich schleußt, i gesunden 9 befehl dir Verschließen „ sch Meinen o segne du wenn lauter regnen, dichundlass chrein durh Imerzen Il hinauf o keine Pein ch selig sen 167²2—170N• Hümmelleil Sterben und Christi Blut und Gerechtigkeit das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud 10 fast dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du führest nach ins ewge Leben wandre ich, mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber, 1511—1569. Eigene Melodie. 438 Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden; was ich dich bitt, versag mir nicht: Wenn sich mein Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! ist alles gut, wenn gut das End. 2. Gern will ich folgen, liebster Herr, du wirst mich nicht verderben; denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich leich hier muß sterben, ver⸗ assen meine lieben Freund, die's mit mir herzlich gut gemeint. 3. Ruht doch der Leib 9n in der Erd, die Seel zu ir sich schwinget, in deiner 4155 sie unversehrt durch od ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Trübsal überall. 291 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir können nichts mehr schaden; bei dir, 0 Herr, ich Rettung find, ich Ane Sonm Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestehe, bekleidt mit Shuut Unschuld rein wie eine Braut bhunde Gehab dich wohl, du chnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. J. H. Schein, 1586-1680. Begräbnis. Mel.: Wer nur den lieben Gott. 439 Mein Gott, 5 7 weiß wohl, da ich sterbe, ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blume kann ja leicht verblühn; drum mache mich nur stets bereit, hier in der Zeit zur Ewigkeit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält; dem einen wird das Scheiden herbe, wenn sonst ein andrer sanfte fällt; doch wie du willst, gib, 109* 292 Sterben und Begräbnis. daß dabei mein End in dir nur selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mein Grab bedeckt; doch, wenn ich dieses nur ererbe, daß deine Hand mich auferweckt, so nehm ich jede Stelle ein, die Erd ist allent⸗ halben dein. 5. Nun, liebster Gott, wann ich ja sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; und hab ich den am Grabe hier, so gilt mirs gleich und geht mirs wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benj. Schmolck, 1672—-1737. Eigene Melodie. * IMitten wir im 440. M Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchn wir, der Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine! Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not! Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine! Es jammert dein Barmherzig⸗ keit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut! Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben; wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine! Ver⸗ gossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barm⸗ herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht Etfallen von des rechten Glaubens Trost! Erbarm dich unser! Dr. M. Luther, 1483-1546. Eigene Melodie. 441 O Welt, ich muß * dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Sterben ist mein Ge⸗ winn; kein Bleiben ist auf Erden, das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob 25 gleich hat be⸗ trogen die Welt, von Gott Bübere durch Schand und züberei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Al Vetraue ih schn Num E Retorhen erworber auch wo 5. 8 nicht se aus Gr Christi kommt nill ich durch w 6. V mein T denn do das ew er mitẽ meim sterben erben, hier bleiben bertreil dem L 8. Sn esinne hernac belehre begehr auchr 9. hander und m mit N Sach geben tt, heiliger lland, du uns nicht fen Höllen ch unser! der Höllen mns treiben; fliehen hin, iben? Zu leinel Ver⸗ ures Blut, Zünde thut. tt, heiliger iger barm⸗ du ewiger t a Glaubens ch unser! 1463—1⁵46. die. „ich muß lassen, ich traßen ind Mein Geist dazu mein sehen in nd. ist nun das Lehen mein Oe⸗ en ist auf muß mi und Freud ich hat be⸗ 5 Goll and und doch nicht nit Glauber nein Gid Sterben und 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch wahren Glauben gut. 6. Wir sind unnütze Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bezahl damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach meim Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich er⸗ erben, wie er mirs hat bereit; 1 mag ich nicht mehr leiben, 5 Tod thut mich vertreiben, mein Seel sich von dem Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von Liune O Welt, thu dich esinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu Gott bekehren und von ihm Gnad begehren; im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vor⸗ handen, hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. Begräbnis. 293 10. Das schenk ich dir am Ende: Ade, zu Gott dich wende! zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, nimm mein Abschied zu Herzen. Meins Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. Joh. Hesse, 1490—1547. Eigene Melodie. 442 Valet will ich dir 2 geben, du arge, falsche Welt, dein sündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, hinauf steht mein Begier; da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! oll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut. Laß mich selig abscheiden, setz mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann ich fröh⸗ lich sein. Erschein mir in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde dich hast geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deiner offnen Seit; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmels Schloß, der ist 294 Sterben und Begräbnis. ewig genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein und bind mein Seel fein feste ins schöne Bündelein der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei, 0 will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue sei. Valerius Herberger, 1562—1627. Eigene Melodie. 443 Wenn mein Stünd⸗ lein vorhanden ist und soll hinfahrn mein traße, so g'leit du mich, Herr Jesu Chris, mit Hilf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren! 2. Mein Sünd mich werden kränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen; denn ihr sind viel wie Sand am Meer, doch will ich nicht verzagen; will denken, Herr, an deinen Tod und deine heilgen Wunden rot; die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Herzen; von dir ich un⸗ geschieden bleib in Todesnot und Schmerzen; wenn ich gleich sterb, 10 sterb ich dir, ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er⸗ standen bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, Tods⸗ furcht kann sie vertreiben; denn wo du bist, da komm hin, daß ich stets bei dir le und bin; drum fahr ich hin mit Freuden! 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ, mein Arm thu ich aus⸗ strecken; so schlaf ich ein und ruhe fein, kein Mensch kann mich aufwecken, denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür aufthun, mich führn zum ewgen Leben. Nik. Herman, 1 1561. Eigene Melodie, oder: Wer nur den lieben Gott. 444— Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach wie geschwinde und behende kann ommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt ꝛe. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie u Wilst, Mein Go 5. Ma demnen Hir iile Bel Dem Welt let sei Hott, ich 6. Ad mleie S ienste J nich fest jbt mir Mein G. 7. IG und Wi lacht und ich Tro und alle Mein E 8. N Jau st Leben o Hand in Mein 6 Mein E 9. J Vogen st heilgen oaher g Rind 0 Gott, 10. gaessen Hetrunk Reiner hleib ir vertreiben; da komm ich bei dir 0 ahr ich hin hin zu Iesu thu ich aus⸗ ich ein und Nensch kann denn Jesus Sohn, der hür aufthun, wgen Leben man, f 1561. odie, lieben Gott. weiß, wie nahe mil eht die Zeit d. Ach wis jehende kann eenotl Mein uch Christ mit meinem Nacht leicht als es am war; denn dieser Erden, Todsgefah. Sterben und du willst, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt ꝛc. 5. Mach mir stets süße deinen Himmel und bitter diese eitle Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewig⸗ keit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 6. Ach Vater, deck all meine Sünde mit dem Ver⸗ dienste Jesu zu, darein ich mich fest gläubig winde; das Begräbnis. 295 Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 12. Ich leb indes in dir vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut gibt mir recht erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden hab ich mich recht und wohl gebett; da find ich Trost in Todesstunden und alles was ich gerne hätt. Mein Gott, ich bitt 2c. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt ꝛc. 9. Ich habe Jesum ange⸗ zogen schon längst in meiner heilgen Tauf, du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier, nun lannst du meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt ꝛc. 11. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt, ich bin und bleib in deinen machst dus mit meinem Ende gut. Am. Jul. v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1706 Mel.: Ich hab mein Sach Gott heimgestellt. 4ARB Mie fleucht dahin 4 15. Wé der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewig⸗ keit! Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht be⸗ steht, gleichwie ihr dieses täg⸗ lich seht. 3. Nur du, Jehovah, blei⸗ best mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin, mir ist Ge⸗ winn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, so lehre mich, o Gottes Sohn, gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag! 5. Was hilst die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten 296 Sterben und Begräbnis. zu, bedenk es nu, du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Lust, mir ist das höchste Gut bewußt, das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zieh mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh! Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich! Joachim Neander, 1650—-1680. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 446. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir ent⸗ schlafen werde! Dann, Seele, wirst du, ganz befreit von Sünde und von Sterblichkeit, entfliehen dieser Erde. Freu dich innig, stärke, tröste dich, erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; mein Herz stärkt sich in dir, laubt und erhebt sich wieder. Jeus Christus, laß mich serhta dir zu leben, dir zu terben und dein Himmelreich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist ein Weg zum Schaun in jenem bessern Leben. Er sei dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr dadurch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thränen, nach dem Sehnen dich erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun meine Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! Ich befehle meine Seele deinen Händen. Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sei mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heiland, sein, wenn ich mich deiner ganz erfreun, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir, daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen. Casseler Gesangbuch v. 1770. am seit Mel: I47. ver wi doch bis allein, Vgen, Recht a ethebt Sohn, und W 2. 2 wollt i meiner gut w und e sagen: sein m dir wi in mei 3. 0 meint e noch be in mei sle not Vater stt der ein Oi m alle 4. meiner ihn ge sollel weh, Gott licbes hiben dem Sehnen lig und auf r, ich wei Auge bricht en sammelt. t mich ihre dies Flehen mein Lob ielt. Mah befehle mein änden. Luf gut enden ind meiner hin vielleich iel, an den rt. Bin ich Unoch weit dit geweiht zertrümmelt ir ganz meit daß ichdroben nne loben. mir dan sein, Walt ganz erfreun eten wene Sterben und Begräbnis. 297 Beim Tode von Kindern. Mel: Ermuntre dich, mein schwacher Geist. 447. Du bist zwar mein und bleibest mein (wer will mir anders sagen?), doch bist du nicht nur mein allein, der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Sohn, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Welt⸗ gut williglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir! du sollst sein meines Hauses Zier, an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater un nichts mehr, Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmiel solle leben. Ich hac Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: Willkomm, du liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein — kein Versehn, bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet wird nimmermehr betrübet. 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht, die Unsrigen zu ieren; wir gehn und sorgen ag und Nacht, wie wir sie wollen führen in einen feinen, R.0 Stand, und ist doch elten so bewandt mit dem, wohin sie kommen, als wirs uns vorgenommen. 7. Wie manches junge, fromme Blut wird jämmerlich verführet durch bös Exempel, daß es thut, was Christen nicht gebühret. Da hats denn Gottes Zorn zum Lohn, auf Erden nichts als Spott und Grame der Vater muß mit rämen sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht an meinem Sohn erwarten; der steht vor Gottes Angesicht und geht in Christi Garten, hat Freude, die ihn recht erfreut, und ruht von allem Herzeleid; er sieht und hört die Scharen, die uns allhier bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, sein Mündlein hilft selbst singen; weiß alle 298 Weisheit aus dem Grund und redt von solchen Dingen, die unser keiner noch 9191 weiß, die auch durch unsern Fleiß und Schweiß wir, weil wir sind auf Erden, nicht aus⸗ studieren werden. 10. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den auch du ge⸗ heiligt bist, ich weiß, ich würde müssen vor Freude Thränen gießen. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier! Nun will ich nicht mehr klagen: Ach mein Sohn, wärst du noch bei mir! nein, sondern: Komm, du Wagen Eliä, hole mich ge⸗ schwind und bring mich dahin, da mein Kind und so viel liebe Seelen so schöne Ding erzählen. 12. Nun sei es ja und bleib also, ich will dich nicht beweinen; du lebst und bist von Herzen froh, Diee lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; hie leb und bleib nun immerzu, ich will, wills Gott, mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, 1607- 1676. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 448 Gottlob, die Stund 7 ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis. Ihr Eltern Sterben und Begräbnis. dürft nicht klagen, mit Freude ollt ihr sagen: Dem Höchsten Lob, Ehr und Preis. 2. Kurz ist mein irdisch Leben, ein bessres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not Perderbden, mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Thränenthal. Ein schnell und felig Sterben ist schnell und Hietz erben des schönen Himmels hrensaal. 4. Wie öfters wird ver⸗ führet manch Kind, an dem man spüret rechtschaffne Frömmigkett. Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen, mich wird sie nun nicht fällen, sie wird mir thun kein Leid; denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Hudor bracht ich euch Freude, jetzt, nun ich von eu scheide, betrübt sich euer Herz; doch wenn ihrs recht betrachtet und was Gott thut, hoch⸗ achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden, er schlägt und heilet Wunden, er kennet jedermann; nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er thut, ist wohlgethan. 8. W sinden! Zünden und tra Hͤͤnden Herren“ 9. D freuen, Lelen, d Vohl d enket sich in 10. Das e st ande müssens Gott y Dortw. mit Freude em Höchsten Preis. ein irdisch 5 wird mit er Cwigkeit mehr sterben, derben, mein auter Frerd. den Seinen, nge weinen nthal. Ein Sterben ist ch erben des Ehrensaal. wird ver⸗ nd, an den rechtschaffne ie Belt vol legt heimlich und Nacht 0 sie stellen nicht fäller, kein Leid; en verletzen, wird setzen vollkommnet icht ich bu rich von euch eller Helz cht betrachte chut, hoch hald linden alle Stunden ilet Bunde am nche hen, das und waseu han. Sterben und 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen, es wird euch herzlich reuen, daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergibt. 10. Ade, nun seid gesegnet! Was euch jetzund begearet, ist andern auch geschehn; viel müssens noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Joh. Heermann, 1585—-1647. Mel.: O Gott, du frommer Gott. Ihr Eltern, gute 4⁴9. V Nacht! Nun geht es an ein Scheiden; ich fahr zu Jesu hin in seine Himmels⸗ freuden, zu Jesu, welcher mich in Ewigkeit anlacht. Ach, weinet, weinet nicht! Ihr Eltern, gute Nacht! 2. Ihr Eltern, gute Nacht! Hört auf, um mich zu klagen, da jetzt mein zarter Leib wird in das Grab getragen. Wißt, daß die Seele Himmels⸗ ruh gebracht. Ach, weinet ꝛc. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! Sehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott inm:m r hat aus Gnaden zugedacht. Ach, weinet ꝛc. 299 4. Ihr Eltern, gute Nacht! Muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht. Ach, weinet ꝛc. 5. Ihr Eltern, gute Nacht! Die Angst⸗ und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß erwiederum erwacht. Ach, weinet ꝛc. Gotthard Schuster, 1761. Begräbnis. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 450. Wenn kleine Him⸗ melserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sein. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, daß Jesus sie zu sich entbeut? 3. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu ge⸗ schwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Joh. Andr. Rothe, 1688- 1758. Mel.: Es ist genug! so nimm, Herr meinen Geist. 451 Dieh hin, mein Kind! O denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen 300 Zukunft Christi, Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles und will mit stillem Geiste sagen: Zieh hin, mein Kind! 2. Zieh hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir, jetzt wieder fortzuziehn. Zieh hin, Gott hat es so ver⸗ sehen; was dieser will, das muß geschehen. Zieh hin, mein Kind! Zieh hin, mein Kind! Im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Auferstehung, Angsten schweben, dort kannst du ewig fröhlich leben. Zieh hin, mein Kind! 4. Zieh hin, Wir Wtzmn alle nach, sobald es Gott gefällt. u eilest fort, eh denn das Ungemach mit Dansen sich einstellt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zieh hin, mein Kind! 5. Zieh hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist Nun wohl, die Seele ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zieh hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann, 1658—1712. mein Kind! II. Zukunft Christi, Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Mel.: O Ewigkeit, du Donnerwort. 452. Erhe öhter Jesu, Gottes Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher einge⸗ nommen, du wirst dereinst zu rechter Zeit in großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolten einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jetzt schon dir sich beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmacht⸗ voller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare, große Heer der Toten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu— heseelt m länet feht 4. Du deinem T eldienten Hat zu Oen Bösen hen From an in de Her leug Christ,, Mahter b Vg ersch hann noe Heiland y nit Freud Rit Ir an freib Iaß mich ein und Sünde se 6. De Hert, und Mir bege wulich ül er mein sht der lller Kro ih in di a deiner ö Chr.“ Ma. V 63. n 0⁰ unt 0 l Racht;, Wach et, dort kannst leben. Zieh mein Kind! iuch, sobald Du eilest 5 Ungemach nstellt. Ver t lang in tirbt, kommt Zieh hin, mein Kind! schon auf Geist. Du Bottes lieber die Krone l, die Sel u hast in den. Zich „1653—1712. zericht dich zeige, n Wle Engel Heil ht schon n un sieht de it, dapn dih Gericht und beseelt nun alle auf, keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den verdienten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, daß du der Erden Richter bist? 5. O gib, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde, daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker sein und auch die kleinste Sünde scheun. 6. Dein Name sei mir ewig wert, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch teil an deiner Seligkeit. Chr. Sam. Ulber, 1714- 1776. und Mel.: Valet will ich dir geben. 453 Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf, betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht! ewiges Leben. 301 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel; die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah, begegnet ihm in Reihen und singt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Dr empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engel⸗ chor. Die Thür ist aufge⸗ schlossen, die Hochzeit ist N6e reit; auf, auf, ihr Reichs⸗ genossen, der Bräutgam ist nicht weit! 4. Er wird nicht lang ver— ziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen, der schönste Frühlings⸗— schein verheißt Erquickungs— zeiten; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weiten, davor das Dunkel weicht. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer klug ist, der ist wach; Gott kommt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach an allen, die nicht wachen und die des Tieres Bild anbeten samt dem Drachen; drum auf, der Löwe brüllt! 6. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 302 7. Die ihr Geduld getragen und mitgestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mit⸗ leben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 8. Hier sind die Sieges⸗ palmen, hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizen⸗ halmen in Frieden nach dem Streit und nach den Winter⸗ tagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freuden⸗ wein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden, hier ist der sichre Port, hier sind die güldnen Gassen, hier ist das adersaton v⸗ hier soll sich niederlassen die Braut im Freudensaal. 10. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf; geh auf, verlangte Sonne, und fördre deinen Lauf. O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit, wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit! Laurentius Laurenti, 1660—- 1722. Eigene Melodie. 454. Es ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird kommen in seiner großen Herrlichkeit, 5 richten Bös und Frommen. a wird das Lachen werden Zukunft Christi, Auferstehung, teur, wenn alles wird vergehn im Feur, wie Petrus davon schreibet. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende; darauf bald werden auferstehn die Toten gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, wenn er wird hören neue Mär, daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird da ge⸗ lesen bald, darinnen steht ge⸗ schrieben, wie Gott will richten jung und alt, nichts soll verborgen bleiben. Da wird ein jeder seinen Lohn em⸗ pfahen, wie er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. Hilf, heilige Dreifaltig⸗ keit, daß mein Nam werd gefunden im Buch des Lebens allezeit! An meiner letzten Stunde weich nicht von mir, Herr Jesu Christ, der du all⸗ zeit mein Helfer bist, du wollst von mür nicht scheiden! — 5. Was werd ich armer Sünder dann vor deinem Richtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech han, der mein Sach wird austragen? Das wirst du thun, Herr Jesu Christ, dieweil daß du gekommen bist, all Sünder zu erlösen. 6. Wenn ich, Herr, meine Sünd bedenk, mein Augen die thun weinen; wenn ich die ewge Freud bedenk, mein Herz das thut sich freuen. Herr, hilf, daß ich dein Angesicht nöͤg sehn Liht do Leben! . He⸗ nachst e bösen X wird auf doch nie hhnen de der sie l nich dur Amen. Nach! M Nel.: W uu, mii lhtl D nen Ban! wird vergehn etrus davon wird man aller Velten hald werden Toten gar ird der Tod venn er witd , daß alle⸗ wird da ge⸗ teht ge⸗ t will richte Lucht sol u. 50 Wird Lohn en⸗ gethan in Nam weld des Lebent neiner letzte icht von mil, der du all 110 Gericht und ewiges Leben. mög sehn mit meiner Augen Licht dort in dem ewgen Leben! 7. Herr Jesu Christ, du machst es lang mit diesen bösen Tagen. Den Leuten wird auf Erden bang, laß sie doch nicht verzagen; send ihnen deinen heilgen Geist, der sie leit in das Himmel⸗ reich durch Jesum Christum! Amen. Nach dem lateinischen Vies irae. Mel.: Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 455. Es ist noch eine Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in dei⸗ nen Banden, und deine Sonne scheinet nicht; sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott aus⸗ erkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schn bestimmt. Das Gotteslamm wollt darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr frommen, ver⸗ säumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 303 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, chü nicht mehr traurig und ebückt! Ihr habt des Tages zast getragen, dafür Gißt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein. Ihr seid sein Voll, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Teufel toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben und sanfte sch do ruhen kann, wenn dieser darf niedersetzen, an einem rischen Trunk ergetzen, wie si sie beide so vergnügt! Doch dies sind kurze Ruhe⸗ stunden; es ist noch eine Ruh erfunden, da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freuden⸗ garben bringen, denn unsre Thränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird erklingen und jüßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn; es wird beim Brünn⸗ lein uns erfrischen, die Thränen von den Augen wischen; wer weiß, was sonst noch soll ge⸗ schehn? 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, denn die Erquickungszeit ist da; die .—3 304 Zukunft Christi, Sonne wird uns nicht mehr stechen, das Lamm ist seinem Volke nah, es will selbst über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis; es werden die Gebeine grünen; der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden, legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach, Flügel her, wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die H Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren, begürtedich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr. Joh. Sig. Kunth, 1700-1779. Mel.: Ach Herr, mich armen Sünder. 456 J́ denk an dein Gerichte, du Richter aller Welt; der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt. Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren, du haltest ein Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Ge⸗ pränge, welch hohe Majestät! Auferstehung, 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschen⸗ kinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufst, und sie erscheinen vor deinem Richter⸗ thron; den Sündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich An⸗ gesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphiert ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Teil in ewger Pein und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen sein, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut! 7. Ist dann dein Tag vor⸗ handen, wird diese Welt ver⸗ gehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann bef Rechten, von aller Schuld efreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Casseler Gesangbuch v. 1770. Ml.: Ma 67.4 ih werd nad ich sih,Gott dunn wer luch dich Rommen, ommen. 3 alst hero losung, Hoffen ind Gen ich im he, L Lugkeit! . Der hst, du Hube. Luuch dic nicht mud ich iiht wie mähten Shrecker 4 8 Reldigt stehen Renlichk hen. Hunden Wwigkätt eten 8 Sadt, ht nun der r Macht zu Menschen⸗ u Rechnung „ und sie em Richter⸗ rn und den 1R gerechten sehn die öttlich Mu⸗ dem Fluch ihte Seele mphiert ihr aller Müh mmel offen. anest sie. aber beben ort berhöhnt ischlich Leben wöhnt. Du de Knechte Pein und ten zu deiner dein Gerichte Gericht und Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 457. J freue mich der frohen Zeit, da ich werd auferstehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit dich, Gott mein Heiland, sehen. Dann werd auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ewgen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran die Stunde der Loften die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, da Engeln leich im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehun bist, du bists, an den ich gläube. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tod nicht ewig bleibe. Auch werd ich nicht vor dein Ge— richt wie die, die dich ver⸗ schmähten, mit Angst und Schrecken treten. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzu⸗ gehen. O hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten! Peter Busch, 1 1744. Eigene Melodie. 458.* Iu hochgebaute Stadt, wollt Gott, ich wär du ewiges Leben. 30⁵ in dir! Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönre Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil an⸗ lände in jenem Vaterland! 3. Im Augenblick wird sie erheben sich bis an das Fir⸗ mament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Eliä Wagen mit heilger Engel⸗ schar, die sie in Händen tragen, umgeben ganz und gar. 4. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort! Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und Gott mir hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort Wolt v schon? Was in der Welt von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland. 20⁰ Propheten groß und Waletauchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich in Ehren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 7. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob und Preis. Das Halleluja reine singt man in Hei nn das Hosianna feine ohn End in Ewigkeit, 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön, auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und von dem süßen Ton sich regt der Freuden⸗ saal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch vielmehr, wie von Anfang ge⸗ sungen das große Himmelsheer. Joh. Matth. Meyfart, 1590-16 42. Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 459 Mein ganzer Geist, Gott, wird ent⸗ zückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet, wo deine milde Vater⸗ hand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. Zukunft Christi, Auferstehung, 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden! Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar zum fröhlichen Empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes **— Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab 2 deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hin⸗ fort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligtum schallt seines Na⸗ mens hoher Ruhm von lauter frohen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn, hier schaut man sie nicht mehr von fern, hier wird sie neu besungen. Völlig gibt sich den Erlösten sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 5. Vor seinem Antlitz wandeln sie auf ewig frei von aller Müh und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust und ihre tausendfache Lust kein feind⸗ liches Gemüte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Tricbe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Got Htt berei ie ich hie hevig w hene Va lie hier hene Gl ih, freieX nit En Hlegen e Scgen! 7. Wi 6 Höcht gelebt? à Ahron? höͤhen, Hem Jeu freundlic nit Ent wud, m Rreuden Redudit uf chob . W Uelt, di Uthehäl e elwer Ie Her Stütt se mir nich ejr 0 lben th dort r H0. 0 an ele 0 Idel die Freuden „gegen jene dort bei dir stellst ung zwar viel hüte dar zun mden; doch den Freuden ets umgeben; vollkommnes ist da mehr dort wischest ab von deiner Da ist kein heschrei; denn sst alles nei, ang von 6 9 zu ertragel. ers Gottes seines Na⸗ mvon lauter Hier strahlt Herrn, hier nicht mehr wird sie nel ig gibt sich e zu tubsten, den sie hir en. Hin⸗ on gerechtn eine Plagen Gericht und ewiges Leben. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich ewig wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln Freundschaft pflegen; o, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich eliebt? Wo glänzt sein hron? In jenen Himmels⸗ höhen; da werd ich dich, err Jesu Christ, so menschen⸗ freundlich als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stätt auch mir bereit, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. J. S. Diterich, 1 1797. Nach Ahasverus Fritsch, 1 1701.) Eigene Melodie. 460. O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne 307 Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz er⸗ schrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird aufgehoben; die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja, wie mein Heiland selber spricht, aus ihr ist kein Erlösung nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang; hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen! nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht, wie strafest du die bösen Knecht im heißen Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast du so lange Pein bestellt! Ach, nimm dies wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschen⸗ kind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und besfre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben! Vielleicht ist heut der letzte 20*³ 308 Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag? 6. O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Joh. Rist. 1607—1667. Mel.: Wachet auf, ruft uns die Stimme. 461 Selig sind des Himmels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung ein⸗ eweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlum⸗ mers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. In Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre sei dir, Ver⸗ söhner Jesu Christ! Ihr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sank wie wir ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen. Er hats vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, Zukunft Christi, Auferstehung, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr, das Alt ist nun nicht mehr. Halleluja! Er sank hinab wie wir ins Grab; er ging zu Gott, wir folgen ihm. Fr. Gottl. Klopstock, 1724- 1808. Eigene Melodie. 462 nter Lilien jener Freuden sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende, Jesu Hände öffnen schon das Perlenthor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Sera⸗ phinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiff⸗ leins, laß mich ein in den sichern Friedenshafen zu den Schafen, die der Furcht ent⸗ rücket sein! 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich noch in diesen Wüsten länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glauben mir nicht rauben, Glauben, der durch alles dringt! Nach dir sehnt sich meine Selle iil ssch von 6. O nachen, Nunde durch de mend fi uf eim 7. D Retrage muß nu Vo, d ieder, öhlich 8. i 0 echlich dich zu gageben zu dit! Joh g Vh. dud Milach Herrlichleit „nach dem en, nun bist ufgegangen inkeln, nicht weinen wir Alt ist nun lelujal Er rins Grab; folgen ihm. 1724—1808. Odie. Lilien jener den sollst du hwinge dich Adler fleug ände öffnen thor. gehen, laßt dem Haufen umes Thron der Sera⸗ nen mit dem mer Bruder, ines Schif⸗ Gericht und ewiges Leben. Seele in der Höhle, bis sie sich von hinnen schwingt. 6. O wie bald kannst du es machen, daß mit Lachen unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch des Todes Thüren träu⸗ mend führen und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt dar⸗ nieder, meine Glieder werden fröhlich auferstehn. 8. Gotteslamm, dich will ich loben hier und droben mit der herzlichsten Begier. Du hast dich zum ewgen Leben mir gegeben, hole mich, mein Gott, zu dir! Joh. Ludwig Konrad Allendorf, geb. zu Josbach in Oberhessen 1693, gest. zu Halle 1773. Eigene Melodie. * achet auf, ruft 463. ed der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde, sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohl⸗ auf, der Bräutgam kömmt, steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freuden springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, 309 von Gnaden stark, von Wahr⸗ heit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engel⸗ zungen, mit Harfen und mit Zimbeln 99125 Von zwölf erlen sind die Thore an deiner tadt, wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je ge⸗ spürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. Drum jauchzen wir und singen dir das Halle⸗ luja für und für. Mel.: Unser Herrscher, unser König. 464 er sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzet leich den Sternen klar; Halle⸗ lhia singen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, welcher seinen Feind S E in den Sandꝰ elcher Streit und welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das zerreibet keine Zeit und 810 Zukunft Christi, veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, die wohl ge⸗ kämpfet für des großen Gottes 730 haben Fleisch und Blut 8 ämpfet, nicht gefolgt des atans Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Lammes Blut den Sieg. 5. Es sind die, so viel ge⸗ litten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hoch⸗ gelobten Gott; nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zweige eines Stammes, der uns Huld und Heil gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht, sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets er⸗ schienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nun stehn alle sie herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet nach dem Strom, der frisch und hell, so hat ihre Seel geächzet nach dem rechten Lebensquell; nun ihr Durst gestillet ist, da sie sind bei Jesu Christ. 9. Auf dem Zionsberg sie weidet Gottes Lamm, die Lebenssonn, mitten in den Auferstehung ꝛc. Stuhl sie leitet zu dem rechten Lebensbronn; Hirt und Lamm, das ewge Gut, lieblich sie er⸗ quicken thut. 10. Ach Herr Jesu, meine Hände ich zu dir nun strecke aus; im Gebet mich 50 dir wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit: treibe, Herr, die Feinde weit! 11. Hilf mir 11 8 und Blut besiegen, Teufel, Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt, führe mich aus aller Not, Herr mein Fels, mein treuer Gott! 12. Gib, daß ich sei neu 9s an dir als ein grünes teis wachse und sei aus⸗ erkoren, durch dein Blut ge⸗ waschen weiß, meine Kleider halte rein, meide allen falschen Schein; 13. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind und aus großer Trübsal kommen. Hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 14. O wie groß wird sein die Wonne, wenn wir werden allermeist schauen auf dem hohen Throne Vater, Sohn und heilgen Geist! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theob. Schenk, 4 1727. (Hessischer Dichter.) 465 aller Sohn die N scau i bist a ter w wund vom§ gebor 2. dem rechten t und Lamm, eblich sie et⸗ Jesu, meine nun strecke mich zu dit och nd5 rden steh im rt. die Feinde Feisch und eufel, Sünde t: laß mich gen, wenn ein erfällt, führe Not, Herr treuer Gott! z ich sei neu lls ein grünes 1d sei aub⸗ ein Blut 90 neine Kleider allen falschen u Teil sei bei welche, Henr dd und aus ommen. Hil, iberwind all ind Tod, W emem 5 811 G. Anhang geistlicher Lieder. Eigene Melodie. 465 Der Tag, der ist so freudenreich aller Kreature; denn Gottes Sohn vom Himmelreich über die Nature von einer Jung⸗ frau ist geborn. Maria, du bist auserkorn, daß du Mut⸗ ter wärest. Was geschah so wundergleich? Gottes Sohn vom Himmelreich, der ist Mensch geboren. 2. Ein Kindelein, so löbe⸗ lich, ist uns geboren heute von einer Jungfrau säuberlich zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, so wärn wir allzumal verlorn, das Heil ist unser aller. Ei, du süßer Jesu Christ, der du Mensch geboren bist, behüt uns vor der Hölle! 15. Jahrhundert. Eigene Melodie. Fs ist ein Ros 466. E entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen; von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd; aus Gottes ewogem Rat hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht. 3. Das Blümelein so kleine das duftet uns so süß, mit seinem hellen Scheine ver⸗ treibts die Finsternis. Wahr Mensch und wahrer Gott hilft uns aus allen Leiden, rettet von Sünd und Tod. 4. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammer⸗ thal laß dein Hilf uns geleiten hin in den Freudensaal, in deines Vaters Reich, da wir dich ewig loben: o Gott, uns das verleih! 15. Jahrhundert. Eigene Melodie. Bethlehem ge— 467. 3˙⁵ boren ist uns ein Kindelein, das hab ich auserkoren, sein eigen will i sein. Ei ja, ei ja, sein eigen will ich sein. 312 Anhang. 2. In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schenken und alles was ich hab. Ei ja, ei ja, und alles was ich hab. 3. Aus ganzem, reinem Herzen möcht ich dich lieben, Herr, in Freuden und in Aacherercrn je länger und je mehr. Ei ja, ei ja, je länger und je mehr. 4. Die Gnade mir doch gebe, bitt ich aus Herzensgrun 8 daß ich allein dir lebe, jetzt un zu aller Stund. Ei ja, ei 6 jetzt und zu aller Stund. Unbekannt. Eigene Melodie. r. 46 du fröhliche, o 468. O du selige, gna⸗ denbringende Weihnachtszei it! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche ꝛc., Christ ist erschienen uns zu versühnen. Freue ꝛc. 3. O du fröhliche ꝛc., Himm⸗ lische Heere, jauchzen dir Ehre. Freue ꝛc. Ostern. 1. O du fröhliche, o du selige, Iundenbrdende Oster⸗ zeit! Welt lag in Banden, Christ i ist erstanden: Freue, freue dich, o Hee. E 2. O du fröhliche ꝛc., Tod ist bezwungen, Leben errungen: Freue ꝛc. 3. O du. eet 20.,: Kraft ist gegeben, laßt uns ihm leben! Freue 24. 7 Pfingsten. 1. O du fröhliche, o du selige, Inadeubringende Pfnngstenzeit Christ, unser Meister, heiligt ie Geister: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche ꝛc.,: Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade! Freue ꝛc. 3. O du fröhliche ꝛc..: Uns, die Erlösten, 0 du Geist trösten! Freue, freue dich, o Chistenhent E Joh. Dan. Falk, 1768- 1826. Mel.: Herr und Allster deiner Kreuzgemeinde. 469* ines wünsch ich 469. E mir vor allem andern, eine Speise früh und thal selig läßts im Thränen Usich wandern, wenn dies 12 mit uns geht: unverrückt auf einen Mann u schauen, der mit blutgem Schwe iß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch des Vaters trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu Ihrn han⸗ gend an des Kreuzes Stamm, wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann uch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! Firter mit mir nach de cheßau und mi ercauft 4. Rarauf Nu, deinen remer Rit di lassen, cbl blass Stund Bund! 47⁰ hüstre 0 wo Eeine 2. Mhate du en 8 9 V. sihist Ind st de 4. aus bleite Rreu che ꝛr, Krast st uns ihn 6C. sten. che o du selige Pfingstenzeit Reister, heilit ue, freue dich che ꝛr, Fühs he, uns deine . iche ꝛe, Uns illst du Geis freue dich, v alk, 1768—1625. Allster deiner meinde. es Wünsch ith nir vor allen heise ftüh Ind im Thränen rn, Wenn dis ht: unverrücd in zu schun n Schweiß un iuf sein Ih den Felch de⸗ ——— Anhang 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Rufgeachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein!— sprich du darauf dein Amen! Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles thun und alles Ihn in dir leben und in dir erblassen: das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, 1798—- 1864. Karfreitag. Eigene Melodie. Tag, so schwarz 470. O und trübe wie düstre Mitternacht! O Tag, so warm von Liebe, wies keine Sonne macht! 2. Dich schwärzen finstre Thaten, du brütest schweres Leid, — du zeigst den Herrn verraten, den Herrn der Herrlichkeit. 3. An grauenhafte Gründe führst du den scheuen Fuß, und ungeheure Sünde, das ist dein Morgengruß. 4. Und Liebe ohne Ende aus Gottes Vaterhaus, sie breitet hier die Hände am + treuze segnend aus. 313 5. Verfolgt von blutgem Hassen, vergießt sie für die Welt— sie kanns, sie kanns nicht lassen— ihr Blut als Lösegeld 6. O Tag, so schwarz und trübe, du zeugst von meiner Nacht; o Tag, so warm von Liebe, ich seh der Gnade Macht! H. Möwes, 1793—1834. Eigene Melodie. 47 Ystern, Ostern, 471. O Frühlingswehen! Ostern, Ostern, Auferstehen aus der tiefen Grabesnacht, aus der tiefen Grabesnacht! Blumen sollen fröhlich blühen Herzen sollen heimlich glühen, denn der Heiland ist erwacht. 2. Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl ern behalten, der euch in den Abgrund zwang. ‚] Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen dringt hinan sein ewger Gang. 3. Der im Grabe lag ge⸗ bunden, hat den Satan über⸗ wunden, und der lange Kerker bricht.[ Frühling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, herrschen soll das ewge Licht. 4. Alle Schranken sind ent⸗ riegelt, alle Hoffnung ist ver⸗ siegelt und beflügelt jedes Herz; eund es klagt bei keiner Leiche nimmermehr der kalte bleiche, gottvergeßne Heiden⸗ schmerz. 314 5. Alle Gräber 105 nun heilig, Grabesträume schwinden eilig, seit im Grabe Jesus lag. Jahre, Monden, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell verschwunden! Und es scheint ein ewger Tag. Max von Schenkendorf, 1783—1817. Eigene Melodie. 4 uferstehn, ja auf⸗ 17². A erstehn, wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halle⸗ luja! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, die in ihm starben. Halle⸗ luja! Halleluja! 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du mein⸗ nes Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann uns sein, mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden] sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme! Halleluja! Halleluja! Fr. Qottl. Klopstock, 1724 —1808 ö Anhang. Eigene Melodie. 473 Das Leben welkt 2 wie Gras, wie Blumen auf der Flur. So⸗ bald der Wind darüber geht, verschwindet ihre Spur. 2. Doch Gottes Gnade bleibt dem Frommen ewig stehn. Wer seinen Bund von Herzen hält, wird nimmer⸗ mehr vergehn. Schottisches Kirchenlied. Eigene Melodie. 47⁴4 Der beste Freund ist in dem Him⸗ mel, auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; mein Jesus stehet felsenfest. Wenn ich mich ganz verlassen finde, mich seine Frenndscht doch nicht läßt. In Freud und Schmerz ers redlich meint: mein Jesus ist der beste Freund 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an, doch hier ist es nicht so gemeint: mein Jesus ist der beste 12 tär 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut; er steht mir bei in allen Nöten; er sagt für meine Schulden gut. Er hat mit mein J 5. 3 sein He der me Freund liebet, Grab nun ni Rsuus 6. Freun zu wa hunder men s Hier i ner der be Nel.: 47⁵ Holdn Himm steht und der 2. sille Hülle elodie. Leben wellt e Gras, wie r Flur. So⸗ darüber geht, Spur. ottes Gnade ommen evig en Bund von vird nimmer⸗ isches Kirchenlied. lelodie. beste Freund in dem Hin⸗ nd die Freunde dem falchen ist Redlichtel Drum hab icht t: Mein Jesul eund. sst gleich den ; mein Jesus Wennich mit ude, mich seile ch nicht list. Schmerz en mein Iesus 0 Anhang. hat mir niemals was verneint: mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze gibet, mein Freund, der mein ist und ich sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, so krüm⸗ men sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nim⸗ mer Feind: mein Jesus is der beste Freund. Mel.: O Welt, ich muß dich lassen. 475 Der Mond ist auf⸗ gegangen, die oldnen Sternlein prangen am Düwul hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer ver⸗ schlafen und vergessen sollt! 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl 31⁵ 4. Wir stolze Menschen⸗ kinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß uns dein Heil schauen, auf nichts Vergäng— lichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschonuns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matth. Claudius, 1740—1615. Eigene Melodie. er Pilger aus 476. D der Ferne zieht seiner Heimat zu; dort leuchten seine Sterne, dort sucht er seine Ruh. 2. Sein Sehnen geht hin⸗ über, der Leib fällt in das Grab; die Blumen wachsen drüber, die Blumen fallen ab. 3. In Königsstädten schim⸗ manche Sachen, die wir getrost mert des Goldes reiche Pracht, belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. ö und morgen sind zertrümmers die Städte und die Macht. 316 4. Die Ströme ziehn hin⸗ die Wellen gehn drin unter, man sieht sie nimmermehr. 5. Der Harfenton verklinget im stillen Windeswehn; der Tag, den er besinget, muß heute noch vergehn. 6. Der von dem Honig⸗ seime der Ewigkeit geschmeckt, der Pilger ist daheime nur, wenn das Grab ihn deckt. 7. Drum weckt ihn auch hienieden das Heimweh früh und spät; er sucht dort oben Frieden, wohin sein Sehnen geht. Ch. G. Barth, 1799—1862. Eigene Melodie. 47 Die Nacht ist vor 17⁷. D der Thür und liegt schon auf der Erden. Mein Jesu, tritt herfür und laß es lichte werden! Bei dir, o Jesu mein, ist lauter Sonnen⸗ schein. 2. Gib deinen Gnadenschein in mein verfinstert Herze. Laß in mir brennend sein die helle Glaubenskerze. Vertreib die Sündennacht, die mir viel Jammer macht. 3. Ich habe diesen Tag viel Eitelkeit getrieben, du hast den Ucherichlag gemacht und angeschrieben. Ich selber stelle mir die schwere Rechnung für. 4. Soll meine Sünde mir nun angeschrieben bleiben, so bitt ich, wollst du sie mit Anhang. deinem Blute schreiben; denn unter ins wogenreiche Meer; diese Schrift allein schreibt keine Schulden ein. 5. Soll etwa meine Schuld wo angeschrieben stehen, da steht jetzt Gottes Huld, die kann mir nicht entgehen; dein heilig, teures Blut macht alle Rechnung gut. 6. Wohlan, so leg ich mich in deinem Namen nieder, und morgen ruf ich dich zu meiner Arbeit wieder. Denn du bist Tag und Nacht auf meinen Nutz bedacht. 7 Ich schlafe, wache du, ich schlaf in Jesu Namen. Sprich du zu meiner Ruh ein kräftig Ja und Amen! Und also setzt ich dich zum Wächter über mich. 8. Ich schließ die Augen zu, weil Jesus mich bewachet. Ich schlaf in guter Ruh, bis mich das Licht anlachet. Mein Jesu, 910 Wacht! Mein Jesu, gute acht! Unbekannt. Eigene Melodie. ie Sach ist dein, 478. D Herr Jesu Christ, die Sach, an der wir stehn, und weil es deine Sache ist, kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar sproßt zum Licht empor, muß sterben in der Erde Schoß, zuvor vom eignen Wesen los, durch Sterben los, vom eignen Wesen los. 2 2 Haupt, ud führ mit di Vohlar Hlich; und am einese Sach z Acht er Uiht e Meal. + 470. jinden, ein, u u ver tleu zu i5 Herzen she, „riedt Gr. 9 40 u dies heines hreiben; denn allein schreib ein. meine Schulh n stehen, do es Huld, die ntgehen; dein lut macht alle so leg ich mich en nieder, und dich zu meiner Denn du bist t auf meinen fe, wache du Fsu Namen. Heiner Ruh Amen! Und x zum Wächter hewachet. Ih Ruh, bis mich et. Mein Jesu sein Icu, gute Unbelannt. . Nelodie. 0 Zach sst den Anhang. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so nimm uns allzu⸗ gleich zum Teil am Leiden und am Reich; führ uns durch deines Todes Thor samt deiner Sach zum Licht empor, zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor! S. Preiswerk, 1799—1871. Mel.: Herr und Alster deiner Kreuzgemeinde. 479. Die wir uns all⸗ hier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem dieAugen zu ö Herzen angenehm und schöne, sage„Amen“ und zugleich: 10.U „Friede, Friede sei mit euch!“ Chr. Renatus Graf von Zinzendorf, 1727—1752. Eigene Melodie. 480 Geh aus, mein Herz * und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben! Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich Ate Baume haben! 2. Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Narzissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fleugt⸗ aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein ätzt die Jungen; der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein Wan hh in dem Sand und malen sich und ihren Rand mit schatten⸗ reichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der chaf und ihrer Hirten. 6. Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Thun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen. 7. Ach, denk ich, bist du⸗ hier so schön und läßt dus uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden,— was will doch wohl nach dieser Welt. dort in dem reichen Himmels⸗ zelt und güldnen Schlosse werden! 8. Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da— 318 so viel tausend Seraphim mit eingestimmten Mut und Stimm ihr Halleluja singen! 9. O wär ich da, o stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen, so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen. 10. Doch will ich gleich⸗ wohl, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 11. Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich dir stetig blühe; gib, daß der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrucht erziehe! 12. Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen; so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Eigene Melodie. 481. meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stür⸗ Anhang. men, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott ver— läßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, 9 rett auch unsre Seele, du treuer Gott! S. Fr. Mäder Eigene Melodie. 189* Serz und Herz ver⸗ 482. H eint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh. Lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glie⸗ der; er das Licht und wir der Schein; er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund! Schwöret unserm Überwinder Lieb und Treu aus Herzensgrund, und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Halleluja! welche Höhen, welche Tiefen reicher Gnad, daß wir dem ins Herze sehen, der uns so geliebet hat, daß der Vater aller Geister, der der Wunder Abgrund ist, daß du, unsichtbarer Meister, uns so fühlbar nahe bist! 4. Ac eine de daß sie wies de herbind du selb was v der Tl 5. 6 boten, soll, o ägen inde daß ei als di stehen 6. Werder bist, Erden mehr! Brenn den 6 Vůlt Jünge ot wird er dich treue Gott. meine Seele Alles ihm doch so gen. cht, Gott ver⸗ größer als Not ja nicht. etter in Not, e Seele, du Fr. Räde J. Fr. Räder. eint zusammen Herzen Ruh, Liebes Heiland zu! wir seine Glie⸗ ht und wir de Meister, wi ist unser, wu ach kommt, ihr und erneuen chwöret unsem eh ind den und, und Hn Festiakeit un Festofeni 13 sche. m Anhang. 4. Ach du holder Freund, ver⸗ eine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wies dein letzter Wille war; ja, verbinde in der Wahrheit, die du selbst im Wesen bist, alles, was von deiner Klarheit in der That erleuchtet ist! 5. Liebe, hast du es ge⸗ boten, daß man Liebe üben soll, o so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll; zünde an die Liebesflamme, daß ein jeder sehen kann, wir, als die von einem Stamme, stehen auch für einen Mann. 6. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, bis schon hier auf dieser Erden kein getrenntes Glied mehr ist, und allein von deinem Brennen nehme unser Licht den Schein. Also wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sein. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Mel.: So viel Stern am Himmel. 483 Hin nach oben möcht ich ziehen weit von meines Vaters Haus. Wo die Bergesspitzen glühen, wo die fremden Blumen blühen, ruhte meine Seele aus, ruhte meine Seele aus. 2. Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich auf zu meinem Stern; über Meere, Thäler, Jägel sonder Schranke, sonder jügel: folgt ich immer meinem Herrn. 319 3. Still und selig mit Marien ihm zu Füßen säß ich da, immer möcht ich vor ihm knieen, in mich seine Worte ziehen, hätt ihn immer hold und nah. 4. Ach, das war ein schöner Segen, wenn er mit den Jün⸗ gern ging, auf den Feldern, auf den Wegen jedes Herz wie Maienregen sseinen Trost, sein Wort empfing. 5. Ander Los ward uns bereitet; wie auch blühet rings das Land, wie sich rings die Ferne breitet— der uns rufet, der uns leitet, unser holder Freund verschwand. 6. Aufgehoben, aufgenom⸗ men in den Himmel ist er nur; herrlich will er wieder⸗ kommen, seine Treuen, Stillen, intn folgen immer seiner Spur. 7. Will mich denn zufrieden geben, fassen mich im stillen Sinn; all mein Denken, Sehnen, Streben, meine Lieb und auch mein Leben geb ich meinem Freunde hin. 4 8. Seinen Schwestern, seinen Brüdern will ich mich in Treue nahn; an den Armen, Blöden, Niedern will ich dankend ihm erwidern, was er liebend mir gethan. 9. Einst erklingen andre Stunden, und das Herz nimmt andern Lauf; Erd und Him⸗ mel ist verschwunden, in den selgen Liebeswunden löset aller Schmerz sich auf. 320 10. Meine Seele, gleich der Taube, die sich birgt im Felsen⸗ stein, wird der Erde nicht zum Raube; in den Himmel dringt mein Glaube,: meine Lieb und Sehnsucht ein. 11. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, ewge Füll und reiche Lust. All ihr Kranken, all ihr Armen, zum Genesen, zum Erwarmen,: kommt an eures Heilands Brust! Max von Schenkendorf, 1783—1817. Eigene Melodie. 484 Ich bete an die 54. WMacht der Liebe, die sich in Jesu offenbart; ich geb mich hin dem freien Triebe, mit dem ich Wurm geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Merr der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und stark gezogen, neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich, ich hab dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben. Ich fühls, ich muß für dich nur sein; nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Leben ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket Anhang. ein! Möcht deine süße Jesus⸗ liebe in Herz und Sinn ge⸗ präget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen. 5. Lob sei dem hohen Jesus⸗ namen, in dem der Liebe Quell entspringt; von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem die selge Schar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände! Gerhard Tersteegen, 1697—- 1759. Eigene Melodie. 485 Och hab von ferne, OHOerr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gerne mein müdes Leben, Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn, du bist allmächtig, drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen doch schon von heute an ewig wohnen! 3. Nur bin ich sündig, der Erde noch geneigt, das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 4. Doch ich bin fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das endeckt. Ich will mich noch im Leiden üben und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5.3 die Stl müden und ihr Hebens lassen 85 wo id ungen ihs 0 0 Lauf ne süße Jesus⸗ und Sinn ge⸗ u Vort und Vesen sei Jeus zu lesen. mhohen Iesus⸗ dem hier alle „ aus dem die kt trinkt. Wie hohne Ende! efrohen Hände gen, 1697—1759. Nelodie. ö ö hab von ferne Herr, deinen und hittegem msgeschict und in müdes Leben heister, dir hin⸗ ir so 1 st gesehn, du bi m it dein Licht nt ich an diesen doch schon 55 der Rebe Iuel 486. J⸗ — Anhang. 321 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt Kich und ohn Er⸗ müden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Tim. Hermes, 1738—-1821. Eigene Melodie. will streben nach dem Leben, wo ich selig bin; ich will ringen einzudringen, bis daß ichs gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort; bin ich matt, so ruft das Wort: Fortge⸗ rungen, durchgedrungen bis zum Kleinod hin! 2. Als berufen zu den Stufen vor des Lammes Thron, will ich eilen, das Verweilen bringt oft bösen Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt sein Kronenrecht. Was da⸗ inten, das mag schwinden; ich will nichts davon. 3. Jesu, richte mein Ge⸗ sichte nur auf jenes Ziel; lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl! Lockt die Welt, so sprich mir zu, schmäht sie mich, so tröste du. Deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel. 4. Du mußt ziehen, mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihrs fehle, fühlt die Seele, aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durch⸗ 487. Ian dringt. Dort wirds tönen bei dem Krönen: Gott ists, der es schafft! Ph. Fr. Hiller, 1699—1769. Eigene Melodie. komm doch selbst zu mir und verbleibe für und für; komm doch, werter Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint! 2. Tausendmal begehr ich dich, weil sonst nichts ver⸗ gnüget mich; tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 3. Keine Lust ist in der Welt, die mein Herz zufrieden stellt. Jesu, nur dein Bei⸗ mirsein nenn ich meine Lust allein. 4. Keinem andern sag ich zu, daß ich ihm mein Herz aufthu; dich alleine laß ich ein, dich alleine nenn ich mein. 5. Dich alleine, Gottes Sohn, heiß ich meine Kron und Lohn; du für mich ver⸗ wundtes Lamm bist allein mein Bräutigam. 6. O, so komm denn, süßes Herz, und vermindre meinen Schmerz; denn ich schrei doch fur und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! 7. Nun, ich warte mit Ge⸗ duld, bitte nur um diese Huld, daß du mir in Todespein wollst ein treuer Jesus sein. Joh. Scheffler, 1624- 1677. 21 322 Eigene Melodie. 488 Laßt mich gehn, laßt mich gehn, daß ich Jesum möge sehn; meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht! O, wann werd ich da⸗ hin kommen, daß ich dort mit allen Frommen schau dein holdes Angesicht? 3. Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich über Thal und Hügel heute noch nach Zions Höhn! 4. Wie wirds sein, wie wirds sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott, ich kanns nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gust. Knak, 1806- 1878. Eigene Melodie. Meinen Heiland im 489. Herzen, da schlaf ich so süß, da träum ich so selig vom Paradies, da träum ich so selig vom Paradies. 2. Meinen Heiland im Auge, da schreckt mich kein Anhang. Feind, er bleibet dem betenden Kinde vereint, er bleibet ꝛc. 3. Meinen Heiland im Sinne, bleibt Böses mir fern; die Sünde entweichet vor Gott, meinem Herrn, die Sünde ꝛe. 4. Drum will ich ihn halten fest, fest und getreu; mein Vater im Himmel, o stehe mir bei, mein Vater ꝛe. Agnes Franz, 1794—-1848. Nach dem Anfangs⸗ und Schlußsatz der Mel.: O Ewigkeit, du Donner⸗ wort, oder: Eigene Melodie. Jein schönste Zier 490. M und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen walten und allezeit, in Lieb und Leid in meinem Herz be⸗ halten. 2. Dein Lieb und Treu für alles geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, solchs muß man frei bekennen; drum soll nicht Tod, nicht Angst und Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben; du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab, o schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib du bei mir, es will nun Abend werden. Laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhie auf Erden. Unbekannt, 1897. Mel: der: 01 Venn venn wenn 2 hükke! 0 ru chlt, Herr, 3 denzei erklä Borm wider 4. braue Kraft der duen 5 ganz an h und zuget M 49 ö und lih! drun 2. Gott in, Hebe Elter et dem betendn er bleibet ꝛe. 1 Heiland in Böses mir fern. veichet vor Gott, „die Sünde u. ill ich ihn halter getteu; mein mel, o stehe mir ter ar. zranz, 1794—1648, H93⸗ und Schlußsaß eit, du Donner⸗ Eigene Melodie ein schöͤnste Zier Ind Kleinod bit du, Herr Jasu will ich lasser allezeit, in Lie meinem Herz be⸗ eh und Treu fir u Ding auf Etd solchs nuß man drum soll nich Angst und Not eh mich trennan ort ist waht un den. Unbelannt, 2 Anhang. Mel.: Nun sich der Tag geendet, oder: Lobt Gott, ihr Christen. 491. Merk, Seele, dir das große Wort: Wenn Jesus winkt, so geh; wenn er dich zieht, so eile fort; wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so ruh; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu! 3. Wenn Jesus seine Gna⸗ denzeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan. Nik. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. Wiegengesang. Mel.: Lobt Gott, ihr Christen. 492 cun schlaf, mein 5 liebes Kindelein, und thu dein Auglein zu, der lieb Gott will dein Vater sein, drum schlaf in guter Ruh! 2. Dein Vater ist der liebe Gott und wills auch ewig sein, der Leib und Seel dir geben hat wohl durch die Eltern dein. 323 3. Und da du warst in Sünd geborn wie Menschen⸗ kinder all und lagst dazu in Gottes Zorn um Adams Sünd und Fall, 4. Da schenkt er dir sein lieben Sohn, den gibt er in den Tod, der kam auf Erd vons Himmels Thron, half dir aus aller Not. 5. Ein Kindlein klein ward er geborn, am Kreuz sein Blut vergoß; damit stillt er seins Vaters Zorn, macht dich von Sünden los. 6. Hör, was dir Christ er⸗ worben hat mit seiner Marter groß: dein heilig Tauf, das selig Bad, aus semer Seiten floß. 7. Darum bist du nun neu⸗ geborn durch Christi Wunden rot, verschlungen ist Gotts grimmig Zorn, dein'r Schuld bist quitt und los. 8. Mit seinem Geist er dich regiert aus lauter Lieb und Treu, der auch dein zartes Herzlein rührt und macht dich völlig neu. 9. Er send dir auch sein Engelein zu hüten Tag und Nacht, daß sie bei deiner Wiege sein und halten gute Wacht, 10. Damit der böse Geist kein Teil an deiner Seele find. Das bringt dir alles Christi Heil, drum bist ein selges Kind. 21²⁷ 324 11. Der heilig Geist, der segne En bewahr dich alle⸗ a, sein heilger Nam behüte dich schütz dich vor allem Ledt Johann Matthesius, 1504- 1565. Eigene Melodie, oder: Jesu, komm doch selbst 493. un, so bleibt es fest dabei, daß ich Jesu eigen sei. Welt und Sünde, fahret hin! Nur nach Jesu steht mein Sinn. zu mir. 2. Jesus ist mein höchstes Gut; denn er gab f sein teures Blut auch für mich verlornes Kind, daß mein Glaube Gnade find. 3. Herr, ich hang allein an dir! Nimm nur alles selbst von mir, was dir nicht ge⸗ fällig ist, weil du doch mein Alles 10 4. Amen, ja du hörest mich, und ich Armer lobe dich; ja, bn voraus werd ich schrein: sus wird mein Helfer sein. Unbekannt. Eigene Melodie. 494 Sch hönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn! Dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron. 2. Schön sind die Felder, schöner sind die Wälder in der Anhang. Reuch 22. Dens u Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, der ann ser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, schöner lucht der Monden und die Stemlein allzumal. Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, als all die Eng'l im Himmelssaal. Altes geistl. Volkslied. Mel.: Wie könnt ich. 495 So nimm denn — meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit! 2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz, und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz; laß ruhn zu deinen Füßen dein armes Nind, es will die Augen schließen und glauben blind. 3. Wenn ich auch gar nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Julie v. Hausmann. Mel.: Ach Herr, mich armen Sünder. 496. das du vor tausend Jahren, mein Heiland, hast gethan, läßt du noch jetzt Asahren die, so dir gläubig armen Worts Gnade Freudr 9. Be tifblind Sehnsut doch W Pfabmer Palmen dir die und kon nend, Wort st entsteine fort. T ninder, Get rost, Retrost, it. Jesus ist reinet, rz erfreut. ie Sonne, Monden allzumal. er, Jesus all die aal. „Vollslied. hich. um denn ne Hände an mein lich! Ih hen, nicht du wirst da nimm men hülle und mach in Freud ruhn zu n armes ie Augen en blind. Anhang. 325 gläubig nahn. So wie den armen Blinden, nach deines Worts Bericht, ließt du mich Gnade finden und gabst mir Freud und Licht. 2. Betrübt saß ich am Wege, tiefblind in meinem Geist, Sehnsucht im Herzen rege, doch Wehmut allermeist; die Psalmen hört ich singen, die Palmen fühlt ich wehn, die dir die Gläubgen Hennien, und konnte dich nicht sehn. 3. Zu groß wards mit dem Schmerze, zu drückend ward die Pein, da faßt ich mir ein Herze, hub an nach dir zu schrein: Sohn Davids, rette, heile, wie dus verheißen hast; o liebster Jesu, eile, nimm von mir Nacht und Last! 4. Und immer heißer wei⸗ nend, mit immer lauterm Wort stets mehr mein Herz entsteinend, fuhr ich zu rufen fort. Da ward mein Ängsten minder, da sagte was zu mir: Getrost, du armer Blinder, getrost, er rufet dir! 5. Du standst, ich fühlt es, stille, ich wankte zu dir 2910 ab fiel mein eigner Wille, verändert ward mein Sinn. Du sprachst: Was willst du haben? O Herr, ich mochte sehn, an deinem Blick mich laben! Du sprachst: Es soll geschehn. 6. Und was du hast ge⸗ sprochen, das fehlt ja nimmer nicht; mein Zagen ward ge⸗ brochen; du meiner Seele Licht, du gibst mir deinen Segen; frei von der alten Schmach, folg ich auf deinen Wegen dir, Herr, in Freuden nach. de la Motte Fouqué, 1777— 1848. Eigene Melodie, oder: Valet will ich dir geben. 497. Was macht ihr, daß ihr weinet und brechet mir das Herz? Im Herrn sind wir vereinet und bleibens allerwärts. Das Band, das uns verbindet, löst weder Zeit noch Ort; was in dem Herrn sich findet, das währt in ihm auch fort(das währt in ihm auch fort). 2. Man reicht sich wohl die Hände, als sollts geschieden sein, und bleibt doch ohne Ende im innigsten Verein; man sieht sich an, als sähe man sich zum letzten Mal, und bleibt in gleicher Nähe dem Herrn doch überall. 3. Man spricht: Ich hier, du dorten, du ziehest, und ich bleib, und ist doch allerorten ein Glied an einem Leib; man spricht vom Scheidewege und grüßt sich einmal noch und geht auf einem Wege in gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen und so gar traurig sehn? wir kennen ja den Einen, mit dem wir alle gehn in einer Hut und Pflege, geführt von einer Hand, auf einem land. Wege ins eine Vater⸗ and. 326 5. So sei denn diese Stunde nicht schwerem Trauerleid, nein, einem neuen Bunde mit unserm Herrn geweiht; wenn wir uns ihn erkoren zu unserm höchsten Gut, sind wir uns nicht verloren, wie weh auch Scheiden thut. Spitta, 1801-1859. Mel.: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet, oder: Wie groß ist des Allmächtgen Güte. as wär ich ohne 498. Wẽé dich gewesen, was würd ich ohne dich nicht seinꝰ 9 Furcht und Angsten auserlesen, stünd ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte, die Zu⸗ kunft wär ein dunkler Schlund, und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge kund? 2. Einsam, verzehrt von Lieb und Sehnen, erschien mir nächtlich jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wildem Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel und ho InSlsen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! Für alle seine tausend Gaben bleib 0 sein demutvolles Kind, gewiß, ihn Anhang. unter uns zu haben, wenn zwei auch nur versammelt sind. 4. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein, streckt jedem eure Hand entgegen und ladet— sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 5. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh der Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde die bebenden Gefangnen fest; Furcht vor des Todes Richter⸗ schwerte verschlang der Hoff⸗ nung Überrest. 6. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser altes Vaterland, wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 7. Seitdem verschwand bei uns die Sünde und fröhlich wurde jeder Schritt, man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit; durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber wie ein selger Traum, und ewger Lieb und Lust ergeben, bemerkte man den Abschied kaum. 8. 9 barem liebte h Dornen weinen ist uns Hond in sein Aur 8 lLeift. F. v. Ha 499. mich m guten Had. liebet, meinen unaus daß i und so er mick venn zwei sind. auf allen Irrenden ure Hand 0 sie zu nel ist bei Glauben die eines werden, Ifgethan. Lebens ses Vesen min in „so war inn. Ein der Erde gnen set; — der Hof eiland ein nsohn bo d hat en in unserm Nun sahn Coffen als land, wir nun un uns mit ö ö Anhang. 8. Noch steht in wunder⸗ barem Glanze der heilige Ge⸗ liebte hier; gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue, weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mitaufgenommen, zur Frucht des Paradie es reift. F. v. Hardenberg(Novalis), 1772—1801. Eigene Melodie. 499. Weil⸗ ich Jesu Schäf⸗ lein bin, freu ich mich nur immerhin über meinen guten Hirten, der mich wohl weiß zu bewirten, der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab geh ich aus und ein und hab unaussprechlich süße Weide, daß ich keinen Mangel leide, und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunngquell hin. 3. Sollt ich denn nicht fröh⸗ lich sein, ich beglücktes Schäfe⸗ lein? Denn nach diesen schönen Tagen werd ich endlich heim⸗ getragen in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja, mein Glück ist groß. Luise v. Hayn, 1724—- 1782. Mel.: Valet will ich dir geben, oder: Befiehl du deine Wege. 500. Wenn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dank⸗ barkeit auf Erden nicht aus⸗ 327 gestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich im Schmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, hast du so viel gethan, und doch bist du verklungen, und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, o lasse nicht von mir; laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder auch wieder himmelwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. F. v. Hardenberg(Novalis), 1772—1801. Eigene Melodie. 501 Wenn ich ihn nur habe, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich ihn nur habe, laß ich alles gern, folg an meinem Wanderstabe treuge⸗ 328 sinnt nur meinem Herrn, lasse still die andern breite, lichte, volle Straße wandern. 3. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein, ewig wird zu süßer Labe seines Herzens Flut mir sein, mit wird erreichen 14.2 Wo ich ihn nur habe, st mein Vaterland, und es fällt mir Erbteil in die Hand; längst vermißte Brüder sind ich nun in seinen Jüngern wieder. F. v. Hardenberg(Novalis), 1772—1601. und durch⸗ Eigene Melodie. ie ů* du mir 50². Wi innig gut, mein Hob Bueen du! Wie teur und kräftig ist dein Blut! Es bringt mich stets zur Ruh. 2. Wenn mein Gewissen zagen will vor meiner Sünden Schuld, so macht dein Blut es wieder still, setzt mich bei Gott in Huld. 3. Hab ich gestrauchelt hier und da und will verzagen fast, so spür ich dein Versöhnblut nah, das nimmt mir meine Last. 4. Es stillet meinen tiefen Schmerz durch seine Gottes⸗ kraft; es stärket mein gestörtes Herz zu neuer Ritterschaft. 5. So senkt sich denn mein blöder Sinn in dein Erbarmen ein und kann auf solche Gnade die sanftem Zwingen alles jede Gabe wie ein 503. Anhang. 6. Ich hab vergessen meine Sünd, als wär sie nie ge⸗ schehn; du sprichst: Sei still in mir, mein Kind, du mußt auf mich nur sehn. 7. 0 will ich denn nur sehn auf dich, mein Gott, mein Trost, mein Teil! Ich will nicht denken mehr an mich, in dir ist all mein Heil. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Eigene Melodie. ie könnt ich ruhig schlafen in dunkler Nacht, wenn ich, o Gott und Vater, nicht dein gedacht? Es hat des Tages Treiben mein Herz; zerstreut; bei dir, bei dir ist Friede und Seligkeit. O decke meine Ut ia. mit deiner Huld; du bist; Gott, die Liebe und die Ge⸗ duld. Gib mir, um was ich flehe, ein reines Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich ver⸗ gebe, wie du Lehen und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst; so schlaf ich ohne Bangen im Froden ein und träume süß und stille und denke dein! Agnes Franz, 1794—1848. Mel.: Erwacht von süßem Schlummer. 50 Wie lieblich ists 50 4. hienieden, wenn Brüder treu gesinnt in Ein⸗ tracht und in Frieden vertraut hin gar froh und kindlich sein. beisammen sind. C. nieder also 6 Segen 3• durch was K und re 4. 1 geht ni wird n ein Hi ssen meine e nie ge⸗ Sei still du mußt denn nur Gott, mein Ich will an mich, Heil. 6971—1769. ie. t ich ruhig indunkler aa 0 5 20 ne Mängel du bist ja, d die Ge⸗ n was ich Herz, das de in Glü ß ich ver⸗ gibst, und e, wie du ich ohne ein un stille 1 1191—156. uSchlummel eblich ũ eden, went ut in bn en vectrau Anhang. 329 2. Wie Tau vom Himmel nieder auf Gottes Berge fließt, also auf treue Brüder der Segen sich ergießt. 3. Und einstens wird erneuet durch sie die heilge Stadt; was Knecht ist, wird befreiet und rein, was Flecken hat. 4. Und alles Volk der Erde geht nun zum Lichte ein; dann wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein. Unbekannt. Eigene Melodie. 5 Mdo findet die Seele 505. Wẽé die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt mir an, wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? Nein, nein, nein, nein, hier ist sie nicht; die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasse die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? Ja, ja, ja, ja, dieses allein kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Lichtt Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht; das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang, bewillkommt die Seele mit süßem Gesang. Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmlische Ruh im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu. Eigene Melodie. H 0 ist Jesus, mein 506. Wi Rirneen mein Geliebter und mein Freund? Ach, wo ist er hingegangen? Wo mag er 1 finden sein? Meine Seel ist sehr betrübet mit viel Sünd und Ungemach; wo ist Jesus, den sie liebet, den sie suchet Nacht und Tag? 2. Ach, ich ruf vor Pein und Sohmerzen; Wo ist denn mein Jesus hin? Keine Ruh hab ich im Herzen, bis ich endlich bei ihm bin. Ach, wer gibt mir Taubenflügel, daß ich kann zu jeder Frist fliegen über Berg und Hügel, suchen, wo mein Jesus ist? 3. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, er vertreibt mir Sünd und Tod. Ouält mich was in meinem Herzen, er hilft wiederum aus Not. Darum will ich nicht ablassen, will ihn suchen hin und her, in den Wäldern, auf den Straßen, will ihn suchen mehr und mehr. 4. Llter Jesu, laß dich finden! Meine Seele ruft nach dir. Ach vergib mir meine Sünden! Heiland, zieh mich ganz nach dir. Stille, Jesu, mein Verlangen, sei und bleibe du doch mein; laß mich einzig dir anhangen und auf ewig bei dir sein! Unbekannt. 330 Gebete. Eigene Melodie. 3. Wer ist meines Leidens 7 ollt ihr wissen, Trost? Wer schützt, wenn der 50⁷. Wuaswenreer Feind erbost? Wer erquickt Wollt ihr lernen, was ich mein mattes Herzꝰ Wer ver⸗ weiß? Wollt ihr sehn mein bindet meinen Schmerz? Jesus Eigentum? Wollt ihr hören, der Gekreuzigte! was mein Ruhm? Jesus der. 4. Wer ist meines Todes Gefreuzigte! Tod? Wer hilft in der letzten 2. Wer ist meines Glaubens Not? Wer versetzt mich in Grund? Wer stärkt und erweckt sein Reichꝰ——— wacht wich den Mund? Wer trügt meine den Engeln gleich? Jesus der Straf und Schuld? Wer schafft Gekreuzigte mir des Vaters Huld? Jesus JI6. Chr. Schwedler, 1672—ra0. der Gekreuzigte! 20 — 06663——90—— n Gebets⸗Anhang. I. Morgen⸗ und Abendgebete. 1. Luthers Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sollst du knieend oder stehend den Glauben und das Gebet des Herrn beten und alsdann noch dies Gebet sprechen: Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 326. 2. Morgengebet für jeden Tag der Woche. Barmherziger, gnädiger Gott, du Vater des ewigen Lichtes und Trostes, des Güte und Treue alle Morgen neu ist, dir sei Lob, Ehre und Dank gesagt für das liebliche Tageslicht, und daß du mich in dieser finstern Nacht gnädiglich bewahret und mir einen sanften Schlaf und Ruhe Leidens wenn der erquickt Wer ver⸗ 32 Jesus 5 Todes er lebten mich in icht mich esus der 121180. —— Amen. und das et sprechen: er, durc iese Nacht hitte dich, nden und alle; denn in deine höͤse Femn Gebete. 331 verliehen hast. Laß mich nun auch in deiner Gnade und Liebe, in deinem Schutz und Schirm wieder fröhlich aufstehen und das liebe Tageslicht nützlich und froh gebrauchen. Vor allen Dingen aber erleuchte mich mit dem ewigen Lichte, welches ist mein i Jesus Christus, daß er in mir leuchten möge mit seiner Gnade und mit seiner Erkenntnis. Bewahre in meinem Herzen das Lichtlein meines Glaubens; mehre dasselbe und stärke es. Erwecke deine Liebe in mir; befestige die Hoffnung. Gib mir wahre Demut und Sanftmut, daß ich wandle in den Fußtapfen meines Herrn Jesu Christi, und laß deine göttliche Furcht in allem meinem Thun vor meinen Augen sein. Treib von mir aus alle geistliche Finsternis und Blindheit meines Herzens. Behüte mich diesen Tag und allezeit vor Aberglauben und Abgötterei, vor Hoffart, vor Lästerung deines Namens, vor Bena deines Wortes, vor Haß und Zorn, daß die Sonne diesen Tag nicht möge über meinem Zorn untergehen. Behüte mich vor Fendschaft und Neid, vor Unzucht, vor Ungerechtigkeit, vor Falschheit und Lügen, vor dem schädlichen Geiz, vor aller bösen Lust und Vollbringung derselben. Erwecke in mir einen Hunger und Durst nach dir und deiner Gerechtigkeit. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Laß, Herr, mir heute begegnen das Heer deiner heiligen Engel wie dem Jakob, thue denselben Befehl, daß sie mich auf allen meinen Wegen behüten, mich auf den Händen tragen, daß ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Ich befehle dir heute meine Gedanken, mein Herz, Sinne und alle meine Anschläge. Ich befehle dir meinen Mund und alle meine Worte. Ich befehle dir alle meine Werke, daß sie zu deines Namens Ehre gereichen und zu Nutz meines Nächsten. Mache mich zum Gefäß deiner Barmherzigkeit, zum Werkzeug deiner Gnade. Segne all mein Thun. Laß meinen Beruf glücklich fortgehen und wehre allen denen, die ihn hindern. Ich befehle dir meinen Leib und meine Seele, meine Ehre und Gut. Laß mich deine Gnade und Güte allezeit begleiten. Halte deine Hand über mich, ich gehe oder stehe, sitze oder wandle, wache oder schlafe. Behüte mich vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittag verderbet. Segne meine Nahrung, gib mir, was dein Wille ist, zu meiner Not⸗ durft; laß mich jedoch deine Gaben nicht mißbrauchen. 332 Gebete. Behüte uns alle vor Krieg, Hunger und Seuchen und vor einem bösen, schnellen Tod. Behüte meine Seele und meinen Ausgang und von nun an bis in Ewigkeit. Beschere mir ein seliges Ende und laß mich des lieben jüngsten Tages und der Erscheinung der Herrlichkeit meines Herrn Jesu Christi mit Verlangen und Freuden warten. Gott der Vater segne mich und behüte mich, Gott der Sohn erleuchte sein Antlitz über mir und sei mir gnädig; Gott der heilige Geist erhebe sein Antlitz über mich und gebe mir seinen Frieden. Amen. Joh. Arnd. Lied Nr. 332. 3. Morgengebet am Sonntag. Ewiger, allmächtiger Gott, ich danke dir von ganzem Herzen, daß du mich bewahret und beim Leben erhalten hast, bis dieser Tag herbeigekommen. Meine Augen sehnen sich, Herr, nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit. Ich freue mich, daß mir geredet ist, daß wir heute werden in das Haus des Herrn gehen, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und anzubeten den Herrn im heiligen Schmuck. Ach Herr, hilf und laß alles wohl gelingen. Laß mich mit Frohlocken wallen zu deinem Hause unter dem Haufen derer, die da feiern. Laß mich voll Geistes werden und reden von Psalmen und Lobgesängen und geist⸗ lichen Liedern, auch dir, dem Herrn, singen und spielen in meinem Herzen, und dir, o Gott und Vater, im Namen Jesu danksagen. Laß dir heute gefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir. Herr, der du wohnest im Heiligtum, wende von mir ab alle sündlichen Gedanken und erneuere in mir den innerlichen Menschen, daß ich voll Geistes und mit allem Willem Gottes erfüllt werde. Laß mich lieb haben den Ort, da deine Ehre wohnet, und meine Seele verlangen nach deinen Vorhöfen. Hilf mir, daß ich selbst dein heiliger Tempel sei, darin dein heiliger Geist wohne. Mache mich fertig in allen guten Werken, zu thun deinen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist, durch Jesum Christum. Dies ist der Ort, da deine Ehre wohnet, da man höret die Stimme des Dankes und da man prediget alle deine Wunder. Hier bete ich zu dir zur ange⸗ nehmen Zeit. So geuß auch über mich aus den Geist der Gnaden und des Gebets, daß ich mit Freudigkeit zu deinem Gnadenstuhle trete, Barmherzigkeit empfahe und Gnade finde. auf de und 2 erwähl Seligl Insers Licht. lenntn Beste den T zu Lo Vorte deinem lundm reudig Herz o geredet versteh o Vat erleuch unsere herrlit Worte höre u bringe Wort, thue. die B einen hen und ꝛele und Ewigkeit 5 lieben meines n. Gott r Sohn 9, Gott gebe mir h. Arnd. ganzem m. Leben e Augen mN Wort ist, daß schauen en Herrn les wohl m Hause on nd geist⸗ pielen m nen Jesu Mundes Gebete. 333 Laß uns alle einerlei gesinnet sein nach Jesu Christo, auf daß wir einmütig mit einem Munde loben dich, Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, in welchem du uns erwählet hast, ehe der Welt Grund geleget worden, zur Seligleit. Mache uns ferner tüchtig zum herrlichen Eigentum unsers Herrn Jesu Christi und zum Erbteil der Heiligen im Licht. Laß uns mehr und mehr reich werden in aller Er⸗ kenntnis und Erfahrung, daß wir prüfen mögen, was das Beste sei, auf daß wir lauter und unanstößig bleiben bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, dir zu Lob und Ehr. Und weil du durch die Predigt deines Wortes selig machen willst alle, die daran glauben, so gib deinem Diener, daß er mit freudigem Aufthun seines Mundes kundmache das Geheimnis des Evangeliums, daß er darin freudig handle und rede, wie sichs gebührt. Thu auch mein Herz auf, wenn ich zuhöre, daß ich darauf acht habe, was geredet wird; öffne mir das Verständnis, daß ich die Schrift verstehe und die Wunder an deinem Gesetze sehe. Gib mir, o Vater, den Geist der Weisheit zu deiner Erkenntnis und erleuchtete Augen, daß ich erkenne, was da sei die Hoffnung unseres Berufes, und welches da sei der Reichtum deines herrlichen Erbes an deinen Heiligen. Laß den Samen deines Wortes bei mir ein gutes Land antreffen, daß ich das Wort höre und behalte in einem feinen, guten Herzen und Frucht bringe in Geduld, daß ich es aufnehme nicht als Menschen⸗ wort, sondern als dein Wort; daß ich es höre und darnach thue. Heilige mich in deiner Wahrheit; denn dein Wort ist die Wahrheit, und laß alle endlich mit Freuden kommen, einen Sabbat nach dem andern vor dir anzubeten in der heiligen Stadt, in dem neuen Jerusalem. Dir sei Preis, Ehre und Dank, der du lebest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 13. Joh. Lassenius. 4. Morgengebet am Montag. O du liebreicher und barmherziger Gott, ich fange unter deinem Beistand eine neue Woche an. Ich weiß aber nicht, was mir darin widerfahren wird. Wie viel Übel und Unglück kann uns in einem Tage begegnen, wie viel mehr in einer ganzen Woche! Darum komme ich gleich im Anfang derselben zu dir und empfehle mich dir ganz und 30 mein Gott, gib mir deinen heiligen Geist, der mich heiige eite und regiere und meinem Geist das Zeugnis gebe, 334 Gebete. daß ich ein Kind Gottes sei. Segne mich diese Woche, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Berufsarbeit und Geschäfte, segne meine Schritte und Tritte. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Segen und Hilfe kommt. Meine Hilfe äunt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Wenn du mich leitest, so irre ich nicht; wenn du mich hältst, so falle ich nicht. Darum laß deine Treue und Güte mich überall behüten. Segne auch alles, was mein ist, und laß es in deinem Segen blühen. Ach mein Gott und treuer Vater, schütze und bewahre mich vor Schaden und Gefahr, Verlust und Unglück. Laß mich bei Tag und Nacht in deiner Hut und Gnade stehen. Bewahre mein Haus und laß um mich und das Meinige deine Engel eine Wagenburg schlagen, so wird mich kein Unfall stürzen, wie 9—95 er auch ist. Erhöre mein Gebet, wenn ich zu dir schreie, und laß mich nicht unerhört von dem Throne deiner Gnade gehen. Bewahre mich, Herr, vor Sünden, weise mir deine Wege, leite mich in deiner Wahrheit. Erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schreib deine heilige Furcht in mein Herz, daß ich nicht aus deiner Gnade falle, sondern darin beständig bleibe bis in den Tod. Gib, daß ich diese Woche möge frömmer und gottseliger werden, in deiner Erkenntnis und Liebe zunehmen und in meinem Glauben darreichen Tugend und in der Tugend Bescheidenheit und in der Bescheidenheit Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottseligkeit, damit, wenn einst die letzte Lebenswoche einbricht, ich deiner Gnade möge versichert sein. Sollte diese Woche mir eine Kreuzeswoche werden, so stärke mich durch deinen heiligen Geist, daß ich alles unter deinem mächtigen Beistand ausstehen und überwinden könne. Sei du selbst mein Helfer und Erretter aus aller Not. Nun, ich befehle mich dir mit Leib und Seele und allem, was ich habe, in deinen gnädigen Vaterschutz, wie auch alle frommen Christen. Sei du uns allen gnädig und beweise dich auch in dieser Woche als den Heland aller Menschen, be⸗ soͤnders deiner Gläubigen. Amen. Joh. Friedr. Starck. Lied Nr. 319 oder 353. 5. Morgengebet am Freitag. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, erbarme dich unser und gib uns deinen Frieden. Amen. Worde Morg ich m göttli⸗ lösung Vorse Ach t6 Für verspe Verge Wie Heilan kann, aneigt ich ve und B ich d ganze sein Fleiß die zur9 an de Herzer ganzer Leider che, segne rbeit und ebe meine und Hilfe mel und ich nicht; laß deine uch alles, bewahre ück. Laß de stehen. nige deine in Unfall wenn ich m Throne mir deine erz bei dem ine heilige nade falle b, daß ich in deiner Glauben und in der duld und die letzte Gebete. 335 Heute, an einem Freitage, bist du, mein Heiland, gekreuzigt worden. Das laß mich recht zu Herzen fassen in dieser Morgenstunde. Dir, o Herr Jesu, habe ichs zu danken, daß ich noch lebe, daß ich gesund erwacht bin, daß ich so viele öttliche Wohlthaten genieße. Ohne dich und deinen Er⸗— ösungstod wäre schon diese Welt ein Ort der Qual, ein Vorschmack der Hölle gewesen, die mich dann sicher erwartete. Ach teuerster Heiland, laß mich doch deine Liebe recht erkennen. Für mich bist du verraten und verkauft, für mich verspottet, verspeiet, gegeißelt und getötet worden. Für mich und zur Vergebung meiner Sünden hast du dein Blut Verdoßsen Wie kann ich dir doch deine Liebe vergelten! O gekreuzigter Heiland, der schwache Dank, den ich dir allein darbringen kann, ist, daß ich mir die Früchte deines heiligen Leidens aneigne und sie zu meiner Heiligung benütze. Darum will ich von jetzt an mein Fleisch kreuzigen samt den bösen Lüsten und Begierden; fleißig will ich mich vor Sünden hüten, wodurch ich dir so viele Mühe gemacht. Auf dich will ich meine anze Seligkeit gründen, deinen Befehlen lebenslang gehorsam sein und deinem Vorbild nachfolgen. Deine Demut, dein Fleiß und Arbeit, deine Andacht im Gebet, deine Liebe gegen die Feinde, dein menschenfreundliches Herz, das alles soll mich zur Nacheiferung anreizen. Besonders sollst du mir heute an dem Tage deines Todes, o Jesu, vor Augen und im Herzen schweben. Dein Andenken soll mich bewegen, den ganzen Tag heilig zuzubringen. Die Erinnerung an dein Leiden und Sterben soll mich nie verlassen und mir insonderheit Mut geben in allen Anliegen, die ich vor Gott bringe. Ach mein Gott, in dem Namen Jesu Christi danke ich dir für alle die Gnade, die du mir vergangene Nacht erzeiget. Um dieses meines Erlösers willen empfehle ich mich und alle die Meinigen und alle Menschen an diesem neuerlebten Tage in deinen göttlichen Schutz und Fürsorge. Um Jesu willen bitte ich dich um Vergebung aller meiner Sünden. Gib, daß ich an deiner Vaterliebe nicht verzage noch verzweifle. Wie könntest du doch meine Verdammnis wollen, da du selbst deinen eingeborenen Sohn für mich in den Tod gegeben? Laß mich nur solche deine Gnade nicht auf Mutwillen ziehen und in Sünden beharren, sondern laß sie nihinn in mir eine so feurige Liebe entzünden, daß ich dadurch alle Sünde in deiner Kraft überwinden könne. Segne heute meine Berufsarbeit und gib mir dazu die nötigen Kräfte. Laß mich alles mit dir anfangen und mit 336 Gebete. Lust verrichten. Schenke mir so viel von äußeren Gütern, daß ich mich und die Meinigen versorgen könne. Gibst du mir etwas mehr als ich bedarf, so gib Gnade, daß ich es recht brauche und es nicht zum Schaden meiner Seele diene. Gib mir, Herr, ein keusches Herz. Ach Herr Gott, Vater im Himmel und Herr meines Lebens, behüte mich vor unzüchtigen Gedanken, Blicken, Worten und Werken und wende von mir alle bösen Lüste. Von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes will ich mich reinigen und fortfahren in der Heiligung und in der Furcht Gottes, wozu mich Christus, mein Heiland, berufen. Endlich gib auch, daß ich im Unglück nicht verzagt sei. Dieser Zeit Leiden sind nicht wert der Herrlichkeit, die an uns soll offenbaret werden. Dulden wir hier mit Jesu, so werden wir auch mit ihm herrschen. Diese Zuversicht soll mich auch heute trösten, wenn mir Unglück begegnen sollte: Jesus am Kreuz, aber Jesus auch im Himmel, sitzend zur Rechten Gottes. Mag es gehen wie Gott will! Er weiß die Seinen zu erretten aus aller Not. Es ist noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes, des bin ich fröhlich. Amen. Lied Nr. 80. J. G. Heym. 6. Luthers Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Amen. Darauf sollst du knieend oder stehend den Glauben und das Gebet des Herrn beten und alsdann noch dies Gebet sprechen: Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag so gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir ver⸗ geben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten; denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Lied Nr. 346 oder 347. 7. Abendgebet für jeden Tag der Woche. Barmherzi er, gnädiger Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Irn Aipke unterschieden hast, den Tag zur Arbeit, die Nacht zur Ruhe, auf daß sich deine Kreatur darin erquicken möchte. Ich lobe und preise dich in allen deinen Wohlthaten und Werken, daß du mich durch deine göttliche Gnade und Schutz ind P genug, habe. bis Wir da alle Herzen Hand ö deiner dir auc 38 U es Hö Wudt 26 di ie i Wath bersäum Laß he ich im wieder ein hei zu dir y wie den tern, daß t du mir es recht ene. err Gott, mich vor ind wende Fleisches en in der Christus, N Unglüc wert der ulden wir M. Diese Unglück nHimmel, Hott will! ist noch h fröhlich. G. Hehm. st Amen. das Gebet rechen: lch Jesum u Tag 0 mir ver⸗ habe, und ic befchle de. Dein Gebete. ö 337 Schutz den vergangnen Tag hast vollenden und seine Last und Plage überwinden und zurücklegen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. Du hilfst ja immer eine Last nach der anderen ablegen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewigen Tage kommen, da alle Plage und Not aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles das Gute, das ich diesen Tag von deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, die du täglich an mir thust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, so mir diesen Tag hätte begegnen können, und dafür, daß ich unter dem Schatten des Höchsten und dem Schirme des A mächtigen vor allem Unglück und vor schweren Sünden behütet geblieben bin, und bitte dich herzlich und kindlich, vergib mir alle meine Sünden, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Viel Böses habe ich gethan, viel Gutes habe ich versäumt. Ach sei mir gnädig, mein Gott, sei mir nädig. Laß heute alle meine Sünden mit mir absterben und gib, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehe; daß mein Schlaf kein Sündenschlaf sei, sondern ein heiliger Schlaf; daß meine Seele und mein Geist immmer zu dir wache, mit dir rede und handle. Segne meinen Schlaf, wie den des Erzvaters Jakob, da er im Traume die Himmels⸗ leiter sah und die heiligen Engel und den Segen empfing; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich gedenke, wenn ich erwache; daß dein Name und Gedächtnis in meinem Herzen bleibe, ich wache oder schlafe. Gib mir, daß ich nicht erchrecke vor dem Grauen des Nachts, daß ich mich nicht fürchte vor dem plötzlichen Schrecken, sondern recht schlafe. Behüte mich vor 38 Halser Träumen, vor Einbruch der Feinde, vor Feuers⸗ und Wassersgefahr. Siehe, der uns behütet, schläfet nicht; siehe, der Hüter Israels schläfet noch schlummert nicht. Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand. Laß deine heiligen Wächter mich behüten und deine Engel sich um m lagern und mir aushelfen. Wecke mich morgen zur rechten Zeit wieder auf zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn aber diese Nacht nach deinem unerforschlichen Ratschluß die letzte sein soll und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn. Amen. Joh. Arnd. Lied Nr. 345 oder 349. 22 338 Gebete. 8. Abendgebet am Sonntag. Herr, bleibe bei mir, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. O du lebendiger, allmächtiger Gott, wie unbegreiflich sind deine Werke, wie unaussprechlich deine Güte, welche du den Menschenkindern erzeigest! Ich kann von Gnade und Wahrheit, von Liebe und Barmherzigkeit sagen, indem du den vergangenen Tag mir viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Du hast meine Seele gespeiset mit dem Brot des Lebens und mir aus der lebendigen Quelle zu trinken gegeben; dein Wort ist meinem Munde süßer gewesen denn Honig und Honigseim. Ach laß dein Wort mein ganzes Leben hindurch ein Licht auf meinen Wegen bleiben, daß ich danach meinen Gang richte, so werde ich nicht straucheln oder aus deiner Gnade fallen. Du bist auch mein Erretter, mein Beistand im Leiblichen gewesen, daß ich gesund diesen Abend erreicht habe. Ich bin nicht wert aller Barmherzigkeit, die du an mir gethan hast. Wenn sich nun meine Glieder zur Ruhe legen, so tritt du, o mein Hüter, mir zur Seite; habe acht auf mich und schließe mich in deinen Schutz ein. Laß mich beständig ein Licht in dem Herrn sein und keine Gemeinschaft haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis. Laß dein Wort, das ich gehört, in mir als einen heiligen Samen aufgehen, dessen Früchte man an meinem Leben, in der Frömmigkeit, der Gottesfurcht, dem Absterben der Welt und einer heiligen Hingebung an dich wahrnehmen möge. Sei mein Schirm und Schatten wider die Hitze und Anfechtung und wieder die seurigen Pfeile des Satans. Der Herr ist mein Licht und mein Heil: vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Wende Feu ers⸗ und Wassersnot und alles Unglück von mir und den Meinigen ab und laß alle Betrübten, Kranken und Sterbenden deine reiche Gnade genießen; so soll morgen früh unser aller Mund deines Ruhmes voll sein, und wir wollen erzählen, was du Gutes uns an Leib und Seele gethan hast. Verzeihe mir, wenn ich nicht mit solchem Eifer dir heute gedienet, wie ich billig gesollt, und nimm deswegen deine Gnade nicht von mir. Laß in der neuen Woche alles neu an mir sein, schenke mir eine neue Liebe und Verlangen nach dir, einen neuen Trieb, dir zu dienen und zu gehorchen; laß mich die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit jedermann erkenne, daß ich den Sonntag nicht vergebens hingebracht habe. Seele heküm tatt! ich u zum du de stärke den, und der allmächtiger echlich deine ch kann von igleit sagen, n Leib und set mit dem Quelle zu ßer gewesen mein ganzes en, daß ich ucheln oder retter, mein iesen Abend Rleit, die du 1 zur Ruhe abe acht auf Laß mich Gemeinschaft 3. Laß dein en aufgehen, hrömmigket, ner heiligen Schirm und die feurigen mein Heil ines Lebens Gebete. 339 habe. Hilf, daß ich fleißig erwäge, daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr um die Seele als um den Leib bekümmert sei. Ich sehe mich, mein Gott, nach meiner Ruhe⸗ statt um; ich erinnere mich dabei an meine Grabstätte, darin ich ruhen werde, bis du mich an dem frohen jüngsten Tag zum ewigen Leben erwecken wirst. Dahin, zu dieser Ruhe, die du deinem Volke bereitet hast, wollest du mich vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen um deiner Gnade willen. Amen. Lied Nr. 341 oder 351. Joh. Friedr. Starck. 9. Abendgebet am Sonnabend. Gnädiger Gott, lieber himmlischer Vater, deine Barm⸗ — herzigkeit und Gnade ist so groß, als du selber bist, das erkennet meine Seele in dieser Abendstunde mit herzlichem Dank. Durch deine Hand und Obhut bin ich, liebreichster Vater, diesen Tag und diese ganze Woche über so gnädiglich vor aller Not bewahret worden. Aber ach, wie habe ich dir für das alles gedanket! Wie hat meine Seele dich betrübet und wie zeugen alle meine Sünden wider mich! Ich bekenne, mein Vater, daß ich ein verlorener Sohn bin, der alle deine so große Güte und Gaben übel angewendet. Doch ich weiß, Herr, daß du gnädig und barmherzig bist und für das Heil der Sünder selbst deinen eingebornen Sohn ins Fleisch gesandt hast, auf daß er deine verlorenen Kinder wieder zurückbrächte. So bitte ich dich denn nun im Hinblick auf ihn mit zerschlagenem und zerknirschtem Herzen, sei gnädig mir armen Sünder, mein Vater, sei gnädig meiner Missethat, die da groß ist! Erbarme dich meiner nach deiner unendlichen Güte, tilge alle meine Sünden und gib mir hinfort ein neues, gehorsames Herz. Bereite mich selbst, mein Gott, hier in der Zeit so zu, wie du mich dort in der Ewigkeit haben willst. Entziehe mir nicht deine Gnade und deinen Beistand in der Not; verlasse nicht dein Kind, für welches dein Sohn sein heiliges Blut vergossen hat. O mein Heiland, vertritt mich mit deiner kräftigen Fürbitte und laß mein geängstetes Gewissen deinen Zuruf hören:„Friede sei mit dir!“ Herr Gott heiliger Geist, sei du mein Lehrer und hilf meiner Schwachheit auf. Nimm weg aus meinem Herzen das böse Gewissen und gib mir, daß ich wandle wie am Tage in deinem Lichte. Ja, du großer dreieiniger Gott, laß mich ferner unter den Flügeln deiner 22 340 Gebete. Gnade als dein Kind wohl behütet bleiben, und beschirme mich auch in dieser finstern Nacht vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Ich daß zn mich ganz deiner göttlichen Liebe. Wache über mir, daß mich kein Unglück betrübe, und laß auch meine Seele zu dir wachen und an dir ihre Lust haben. Dämpfe den Satan, steure der bösen Welt und hintertreibe alles, was mir schädlich sein könnte. Und weil du meinem Leben ein Ziel gesetzt hast, das ich nicht überschreiten kann, ich aber nicht weiß, wann es herbeikommen dürfte, so laß ja meinen Schlaf diese Nacht keinen Sündenschlaf sein. Bewahre mich vor einem bösen schnellen Tode; gib mir aber deine Gnade, daß ich mich stets zu sterben bereit halte und am Ende meines Lebens meine Seele mit guter Zuversicht in deine Hände befehlen kann. So schlafe ich denn ruhig ein; denn du mein Gott, bist bei mir. Du, mein Heiland, zeichnest mich mit deinem Blute, daß mir kein Unfall nahe, und du, heiliger Geist, wachest in meinem Herzen, daß ich auch im Schlafe meines Gottes nicht vergesse oder wider ihn sündige. Bleibe so immerdar bei mir, Herr, mein Licht, und laß mich nach der Finsternis wiederum das Tageslicht gesund und fröhlich erblicken zu deines Namens Preis und Ehre. Amen. Joh. Lassenius. Lied Nr. 352. 10. Selbstprüfung am Wochenschluß. (Auch am Vorabend vor der Beichte und dem hl. Abendmahl zu brauchen.) Lieber himmlischer Vater, ich erscheine in deiner Abend⸗ stunde vor deinem Angesicht und bekenne vor dir, daß ich nicht so gelebt habe, wie ich sollte. Das sagt mir mein eigen Herz; das sagt es mir besonders am Schluß dieser Woche. Aber doch hast du, Herr, deine Gnade nicht von mir gewendet. Wie viele bekannte und unbekannte Ubel und Gefahren hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt. Vor wie viel Sünden hast du mich Schwachen bewahrt. Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich und die Meinigen aus deiner freigebigen Hand empfangen! Kann 10 dir wohl genug dafür danken? Und gibt nicht jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und neue Verpflichtung zur Dankbarkeit und 91 Gehorsam gegen dich? Aber, 9 mein Gott, wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit zum Guten, wie vie heinem nich vo und mii ich, so Gedank zu unt Herrn Ind du des den lsch ge selbst; griffen, zur W weder Werken mein A thun meinen Eifer von m über z Woche oder S ich nien Nn ich und m gefaller ich den wer ka erbork ündige Ic bel ste von hirme mich Leibes und hen Liebe. laß auch ust haben. intertreibe u meinem iten kann, so laß ja Bewahre lber deine und am versicht in ruhig ein; nirin und du, auch im n sündige. laß nich sund und E. Amen. . Hasseniub. u btauchen) ler Abend⸗ evor dit, 0 t mix we nicht von bel und von mir Schwache aten hebe mpfangen. nicht jeder mir e flichtun ulhe, um Guten, Gebete. 341 wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Hilf mir, o Herr, daß ich mich vor deinem Angesicht prüfe und Rechnung mit mir halte und mich selber richte, auf daß ich nicht gerichtet werde. Habe ich, so frage ich mich, in deiner Furcht gewandelt und den Gedanken von deiner Allgegenwart beständig in meiner Seele zu unterhalten gesucht? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vorgesetzt und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Nachfolger des demütigen, des sanftmütigen, des wohlthätigen und himm⸗ lisch gesinnten Jesus sei? Habe ich jede Gelegenheit mich selbst zu bessern und andern nützlich zu werden, begierig er⸗ griffen, allen Reizungen zum Stolz, zur Eitelkeit, zum Hern zur Wollust widerstanden und mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu sündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, mein Amt und meine Güter so wohl angewandt, als ich hätte thun sollen? Habe ich meine Pflichten gegen dich, gegen meinen Nächsten und mich selbst mit der Willigkeit und dem Eifer erfüllet, als es deine Wohlthat und meine Schuldigkeit von mir fordern? Habe ich niemanden Gelegenheit gegeben, über mich zu seufzen? Hat Liebe und Verträglichkeit die Woche in dem Umgange mit meinen Freunden und Gefährten, oder Selbstsucht und Uneinigkeit unter uns geherrscht? Habe ich niemandem unrecht gethan, niemanden listig hintergangen? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, mich diese Nacht oder bald sterben zu lassen? Ach Gott, jetzt ist es Zeit, an die Ruhe zu denken; aber ich denke mit Scham und Betrübnis an meine Sünden. Herr, wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht ins Gericht mit mir, deinem sündigen Geschöpfe; denn vor dir ist, kein Lebendiger gerecht. Ich bekenne dir meine Sünden und Übertretungen, ich bereue sie von ganzem Herzen und bitte um Jesu willen um Ver⸗— gebung. Ich entschließe mich vor deinem Angesichte, immer mehr und mehr von allen Befleckungen des Geistes mich zu reinigen, der Sünde abzusterben und dem Guten nachzujagen. Stärke mich selbst, o Gott, zu diesem Vorsatz. Gib, daß ich die folgenden Tage heiliger als die vergangenen zubringen möge. Muß ich mit Menschen umgehen, so laß mich dabei des Umgangs mit dir, meinem Gott nicht vergessen und 342 Gebete. meinen himmlischen Wandel nie aus den Augen setzen. Hege ich Neid und Haß gegen irgend einen Lene Ees ce der Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir sein, bis ich ihm ver⸗ zeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche und ihm solches wirklich zu erzeigen geneigt bin. Ja, Herr, laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhl zu erscheinen wünsche. Ach du ewiger und unveränderlicher Gott, wir sterbliche Menschen legen immer einen Tag nach dem andern zurück und kommen unvermerkt von einer Woche zur andern näher zur Ewigkeit. euch unsere Sinne von der Eitelkeit ab und laß uns ernstlicher für die Ewigkeit sorgen. Mache uns stark im Glauben, laß uns ritterlich wider alles, was Sünde heißt, kämpfen, damit wir die Krone des Lebens empfangen. Welch ein Glück wird das nicht für uns sein! Denn thust du uns schon so viel Gutes in dieser Welt, wo wir noch sündigen, o, was wird erst droben im Himmel geschehen, wo wir dich nicht mehr beleidigen! Jedoch, o Herr, so lange ich noch nach deinem Willen in dieser Sterblichkeit wallen muß, befehle ich mich dir und alle die Meinigen. Beschütze uns auch in dieser Nacht und laß keine Plage sich zu unsern Hütten nahen. Schenke uns einen erquickenden Schlaf und heilige unsere Herzen zur morgenden Sonntagsfeier. Tröste, barmherziger Gott, alle meine elenden Mitmenschen, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit oder durch andere Arten des Elendes der Ruhe beraubt sind und mit Verlangen auf das Tageslicht warten. Stärke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Steure allen nächtlichen boshaften Unternehmungen und bekehre die Gottlosen, die im Finstern Böses thun. Erbarme dich über die Sünder! Erhöre dies mein Gebet um Jesu, deines Sohnes, willen! Amen. J. G. Heym. Lied Nr. 203 oder 221 oder 224. II. Fest⸗ und Bußtagsgebete. 1. Advent. Psalm 24, 7—10. Dank und Anbetung bringen wir dir, Herr Jesu, unser Erlöser, daß du in die Welt gekommen bist, ein Retter der Gefallenen und ein Seligmacher der Verlorenen. Gute! Leben du Fr Herzen das al der Ge ist erf und si berheif wir ve dein h mache im hei und d keit, b Wir de von d auch durch uns lichen deine deiner zu br verste Ileist Hestal ind hin f durch Vater darin Gebete. 343 zen. Hege Gute Botschaft ist das Wort deines Mundes. Gnade und in meinem Leben geht von deinem Angesicht. Den Gefangenen bringst h ihm ver⸗ du Freiheit, den Gebundenen Erledigung, den zerstoßenen das angenehme Jahr des Herrn. Durch dich ist das Warten der Gerechten Freude geworden, und die Hoffnung der Väter e und ihm Herzen Heilung, und allen wird gepredigt in deinem Namen terben und ische. Ach ist erfüllt; denn alle Verheißungen Gottes sind Ja in dir Menschen und sind Amen in dir, zum Lobe seiner herrlichen Gnade. 1d kommen So komme denn, treuer Heiland und Erlöser, wie du Evigkeit. verheißen hast, und sei mitten unter uns, heute und so oft ernstlicher wir versammelt sind in deinem Namen. Der Geist der Gnaden, uben, laß dein heiliger Geist, bereite dir jeßt und allezeit den Weg und en, damit mache deine Steige richtig, auf daß dein Volk dich empfange Glück wird im heiligen Schmuck, dich aufnehme in einem gläubigen Herzen viel Gutes und dir, dem ewigen Könige, diene in Unschuld und Gerechtig⸗ erst droben keit, bis du einst wiederkommen wirst am Ende der Tage, und idigen! wir dein Antlitz schauen dürfen in Herrlichkeit. Amen. sem Willen Lied Nr. 21 und 28. ch dir und Nacht und ö chenke uns 2. Weihnachten. azen il Jesaja 9, 6—7. Ein Allmächtiger Gott, Vater der Barmherzigkeit, wir danken er ir mit Mund und Herzen für die fröhliche Botschaft endes der dir mit Mund zen für die fröhlich 1 Tageslicht von der heilbringenden Geburt deines lieben Sohnes, die du de wor dit auch heute wieder uns verkünden lässest. Wie gnädig bist du nehmungen durch ihn unserm Elend zu Hilfe gekommen, wie reich hast du 3903 thun uns gemacht durch dieses kostbare Pfand deiner unergründ⸗ höses 6c8 lichen Liebe! Leben und Seligkeit, ja dich selbst hast du in R deinem Sohne uns geschenket. O, hilf uns dieses Wunder 3. G. dam. deiner Liebe mit demütigem Glauben fassen, und entzünde uns zu brünstiger und treuer Gegenliebe, du Gott unseres Heils! Herr Jesu, Heiland der Welt, wer kann deine Huld verstehen und deinen Namen würdiglich preisen, daß du unseres Fleisches und Blutes teilhaftig geworden bist, in Knechts⸗ gestalt unter uns gewohnet und dich selbst in deinem Leben und in deinem Tode für uns geheiliget hast? O, nimm uns hin für deine Treue zu deinem ewigen Eigentume; wohne n durch den Glauben in unsern Seelen und stelle uns dem Jesu, Vater dar im Schmucke deiner Unschuld und Gerechtigkeit, m bit, darin wir ihm wohlgefällig sind. 344 Gebete. Und du, Geist der Gnade und der Reinigkeit, der du die Jungfrau Maria zur Mutter unseres Herrn geweihet hast, reinige unsere Herzen von aller Sünde, ziere uns mit einem frommen Sinn, und hilf uns unsere Seelen bewahren vor aller Befleckung der Welt, damit wir unsere Heiligung vollenden in der Furcht Gottes. Dreieiniger Gott, laß uns den Segen der Mensch⸗ werdung Christ reichlich erfahren, damit auch wir sprechen können: Unsere Seele erhebet den Herrn, und unser Geist freuet sich Gottes, unseres Heilandes. Amen. Lied Nr. 35 und 40. 3. Neujahr. Psalm 90 und Psalm 121. Allmächtiger Gott, heiliger Vater, wir danken dir, daß du uns dieses Jahr vor allem Übel gnädiglich be— hütet und bewahret hast, und bitten dich, du wollest uns ein friedlich, fröhlich und gnadenreiches neues Jahr bescheren, an Leib und Seele uns väterlich segnen und behüten, insonderheit aber deine Gnade verleihen, daß wir mit dem alten Jahre den alten Menschen ausziehen, hingegen den neuen anlegen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, bis wir aus dieser alten Welt in das neue Jerusalem versetzt werden, allda mit neuen Zungen dich ehren, loben und preisen durch Christum Jesum, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir in Einigkeit des heiligen Geistes lebet und regieret, wahrer Gott, immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 51 und 52. 4. Epiphanias. Evangelium Johannis 1, 14. Allmächtiger Herr und Gott, der du deinen einge— borenen Sohn den Heiden geoffenbaret hast, wir bitten dich, du wollest das selige Licht des Evangeliums uns und unseren Nachkommen erhalten, auch Gnade geben, daß es immer weiter dringe zu den Völkern, und also denen, die mit Finsternis und Dunkel bedeckt sind, deine Herrlichkeit je eile und mehr erscheine, der du mit dem Sohn und dem heiligen Geist lebest und regierest immer und ewiglich. Amen. Lied Nr. 54. licher Leibes Erbgu zu ge mache daß u und n teures dieser Erhal dem h im Hi sthen von C it, der du deihet hast, mit einem hahren vor Heiligung rMensch⸗ ir sprechen mser Geist n dir, daß diglich be⸗ st uns ein cheren, an nsonderheit lten Jahre n anlegen, serechtigkeit das nelle dich ehren, u, unseren slebet und Gebete. 345 5. Gründonnerstag. Psalm 111, 3—4. Wir danken dir, Herr Jesu Christe, daß du aus herz⸗ licher Liebe das heilige hochwürdige Sakrament deines wahren Leibes und Blutes unter Brot und Wein als ein richtiges Erbgut den Menschenkindern in deinem letzten Testament zu genießen verordnet hast. Wir bitten dich auch ferner, mache uns zu würdigen Gästen dieser himmlichen Mahlzeit, daß wir in herzlicher Reue, wahrem Glauben, rechter Andacht und mit gutem Vorsatz deinen allerheiligsten Leib und dein teures Blut empfangen, auf daß uns diese Speise und dieser Trank zum Leben gereiche und nicht zum Gericht. Erhalte uns auch immerdar bei sonhem Troste, den wir aus dem heiligen Abendmahl empfangen, bis wir endlich das Brot im Himmel essen, mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tische sitzen und dich samt allen Auserwählten loben und preisen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 194 und 199. 6. Karfreitag. Jesaja 53 und Psalm 22. ⁰6 Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein „Gefallen hast an unserm Tod, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben, in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingeborenen Sohnes nicht ver⸗ schonet hast, sondern hast ihn für uns alle dahingegeben zum Opfer und zum Lösegeld für unsere Sünden. Herr Jesu Christe, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines heiligen Leidens und Sterbens. Wir, wir haben dir Mühe und Arbeit gemacht mit unseren Sünden, und um unsere Missethat willen bist du verwundet. O, laß es uns nie vergessen, wie schwer die Strafe auf dir lag, damit wir Friede hätten für unsere Seelen. Treuer Heiland und Versöhner, du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht; o, laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden. Ergreife uns mit der Hand deines heiligen Geistes, und versetze uns in die Gemein— schaft deines Lebens, daß von heute an unser alter Mensch 346 Gebete samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod, und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, womit du uns geliebet hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nachtragen in Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die Hände deines himmlischen Vaters, so befehlen auch wir im festen Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Leib in deine allmächtige Hand. Laß, o Herr, das Wort vom Kreuze eine Gotteskraft und Friedensbotschaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, so noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blut, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 75 und 81. 7. Ostern. Psalm 118, 14—23 und Psalm 16, 6—11. Halleluja, der Herr ist auferstanden! Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja! Allmächtiger Gott und Vater, wir bringen dir in heiliger Freude Anbetung, Preis und Dank, daß du unsern Herrn Jesum, den großen Hirten und Bischof unserer Seelen, von den Toten ausgeführt und als Herrn und Über⸗ winder des Todes vor aller Welt beglaubigt hast. Herr Jesu, du starker Held, du Fürst des Lebens, wir sagen dir von ganzem Herzen Dank für deine siegreiche, fröhliche Auferstehung, dadurch du dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hast. Geist der Gnade, du heiliger Geist, wir bitten dich, du wollest heute in uns allen die rechte Osterfreude erwecken, daß wir von ganzem Herzen glauben und in solchem Glauben fröhlich leben, bis wir dereinst zum neuen Leben auferstehen und mit den Auserwählten dich samt dem Vater und dem Sohne ewig loben und preisen werden. Amen. Lied Nr. 91, 93 und 94. himml niema Heilig unser uns daß 1 und E der n Ewig Volk Geist Kirche don d und! gegeh gehei Wah die 0 bewal keichl gebun inig Glau schme der tums sein ö Gebete. 347 „und wir 9Christi Si nde unsere 8. Christi Himmelfahrt. ast bis in Psalm 47 und Psalm 110. Inbrunst Oerr unser Gott, du König der Ehren, der du deinen auben und— eingeborenen Sohn mit großer Herrlichkeit in dein t befohlen himmlisches Reich erhöhet hast, wir bitten dich, laß uns ehlen auch niemals ohne Trost sein, sondern sende zu uns herab deinen ing unsern heiligen Geist, um uns zu trösten; nimm uns auf dahin, wo tige Hand. unser Heiland, Jesus Christus, hingegangen ist und lehre otteskraft uns auf Erden so unsern Wandel für den Himmel führen, und unter daß wir mit Freuden mögen erwarten die selige Hoffnung hen, erlöst und Erscheinung der Herrlichkeit unseres Heilandes 5 Christi, hnode und der mit dir und dem heiligen Geist hochgelobet sei in aller rlauft mit Ewigkeit. Amen. und Ehre Lied Nr. 106 und 108. Amen. 9. Pfingsten. Psalm 118, 24—29. Joel 3, 1—5. 1. Allmächtiger Gott, wir loben und preisen dich an diesem festlichen Tage, daß du aus Gnaden dein Halleluja! Voll heimgesucht und durch die Ausgießung deines heiligen 11 Geistes eine Gemeinde dir zum Eigentum gesammelt und deine en dil 0 Kirche auf Erden fest gegründet hast. Auch zu uns hast du h. daß E1 von deiner heiligen Höhe deine teuren Gnadengaben gespendet 3of uuseer und den hellen Schein deines Evangeliums in unsere Herzen und Uber gegeben, damit wir an erd glauben und im rechten Glauben m. geheiligt und erhalten werden. cbmmee Wir bitten dich demütig, laß durch das Wort der ö sia Wahrheit und durch deine gnadenreichen Sakramente uns und die Kch die ganze Kirche erneuert, erleuchtet und zum ewigen Leben wans& bewahret werden. Gieße deinen Geist auch jetzt kräftig und llet reichlich über uns aus und versichere uns dadurch der Ver⸗ „du wo gebung unserer Sünden und der Versöhnung mit dir. O Gott, , daß reinige uns von aller Untugend; erwecke unsere Herzen zum hen foben Glauben, zur Liebe, zur Andacht, zum Gebet. Laß uns en und schmecken die Kräfte der zukünftigen Welt und den Reichtum ohne ent der himmlischen Gaben, auf daß wir das Volk deines Eigen⸗ tums, das auserwählte Geschlecht und königliche Priestertum sein und bleiben mögen in alle Ewigkeit. Amen. Lied Nr. 123, 129 und 130. 348 Gebete. 10. Trinitatisfest. Jesaja 6, 1—3. 1. Joh. 5, 7 und Röm. 11, 36. Helig heilig, heilig bist du, Herr Zebaoth; alle Lande sind deiner Ehre voll! Wir danken dir, daß du uns das Haut Geheimnis deines göttlichen Wesens schon in diesem Erdenleben durch einen Spiegel in einem dunkeln Worte sehen lässest, bis wir dereinst von Angesicht zu Ange⸗ sicht schauen und deine ewige Kraft und Gottheit vollkommen und in der Wahrheit anbeten dürfen. Gott Vater, allmächtiger Schöpfer des Himmels und der Erde, der du auch uns Leben und Odem gegeben und erhalten hast, wir danken dir für alle deine Gnaden und bitten dich, du wollest dich auch ferner erbarmen, wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, und unsere feste Burg und Zu⸗ flucht sein in aller Not. Wir rühmen deine Gnade, daß du für uns deinen eingeborenen Sohn dahingegeben und in ihm uns erwählet hast zu deinen Kindern. Herr Jesu, du eingeborener Sohn Gottes, wir bringen dir von Herzen Preis und Ehre für deine große Liebe, daß du uns zu gute die Menschheit angenommen, und danken dir für dein heiliges Wort, für dein bitteres Leiden, für deinen martervollen Tod und für deine herrliche Auferstehung, durch welche du das Werk der Erlösung vollendet und uns die sichere Bürgschaft des ewigen Lebens gegeben hast. Herr Gott, heiliger Geist, du Tröster und Beistand aller Kinder Gottes, der du in alle Wahrheit leitest und uns Segen und alles Gute mitteilest, der du uns berufest, erleuchtest, heiligest und im rechten Glauben erhältst: habe allezeit dein Werk an unsern Seelen und verlaß uns nimmermehr. Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, erhebe dein An⸗ gesicht auf uns und sei uns gnädig! Segne uns aus deiner Höhe mit allerlei leiblichen und geistlichen Gütern nach deinem Wohlgefallen! Laß aufgehen dein Heil in allen Landen! Barmherziger, gnädiger Gott, tröste alle Betrübten, stärke die Schwachen, sei ein Helfer und Tröster allen Müh⸗ seligen und Beladenen. Richte die Verzagten auf und trockne die Thränen der Armen und Verlassenen. Schöpfer der Welt, Erlöser aller Menschen, Tröster aller Christen, ewiger dreieiniger Gott, führe uns einst zum Anschauen deiner Herr⸗ lichkeit. Laß uns eingehen zu den Thoren deins Hauses, auf daß wir mit reinen Lippen dort dich rühmen und samt uns a der W 1 eines die sel die hei gerette Gemein Heuf 36. lle Lande daß du schon in dunkeln zu Ange⸗ Akommen els und eben und und bitten ein Vater und Zu⸗ „ daß du d in ihm bringen icbe, daß anken dir ür deinen ng durch uns die sand aller us Segen leuchtest lezeit dein . Hen Mt⸗ Gebete. 349 den Engeln und allen Auserwählten dich anbeten und sprechen: eilig, ar heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande ind hater hre voll. Amen. Lied Nr. 131 und 134. 11. Reformationsfest. Ps. 46. Ps. 87, 1—3. Luk. 12, 32. Offenb. Joh. 14, 6—7. Allmächtiger und grundgütiger Gott, wir danken dir von Herzen, daß du unsere lieben Vorfahren samt uns aus der päpstlichen Finsternis geführt und am Abend der Welt unserm werten Vaterlande durch dein teures Rüst⸗ dent Martin Luther ein großes Licht angezündet hast. In eines Geistes Kraft hat er den Brunnen Israels gereinigt, die seligmachende Wahrheit von aller Verführung abgesondert, die heilige Schrift übersetzt, den Stand der lieben Obrigkeit gerettet und viel Gutes mehr zu deiner Ehr und deiner lieben Gemeinde Erbauung und zur Beruhigung der geängsteten Gewissen ausgerichtet. Danket dem Herrn Zebaoth, daß er so gnädig ist und thut immerdar Gutes. Preise, Jerusalem, den Herrn. Lobe, Zion, deinen Gott, der sein Wort gibt mit großen Scharen Evangelisten, und alle, die den Herrn kinchten sollen sagen: Seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Nun, du treuer Gott, du hast uns bisher wider so manche Gefahr, Verfolgung und Verwirrung in diesem Licht gnädig erhalten, so bewahre es ferner, und erhalte den Nute heh n der allein seligmachenden Lehre in Fried und Ruhe bei uns und unseren Kindern, daß die Stadt Gottes fein lustig bleibe mit ihren Brünnlein. Gib auch deinen werten heiligen Geist dem Kaiser und König, unserm Landes-⸗ herrn, und allen Fürsten und Obrigkeiten, daß sie treue Schirmherren deiner lieben Kirche sein und den Frieden deines Wortes treulich wahren mögen. Segne du, o Gott, ihr Regiment, und laß es dienen zur Iudp zme deines Reiches, zur Ausbreitung deines Namens und zur Erfüllung deines guten und gnädigen Willens. Erwecke bei uns allen wahre Gottseligkeit, daß wir behalten, was wir haben, und unsern Schatz nicht, wie viele andere, durch Undank verscherzen, sondern recht evangelisch desselben würdig leben und wandeln und für alle deine Wohlthaten hier und dort dich, ewigen Gott, Vater, Sohn und heiligen Geist, loben und preien mögen in alle Ewigkeit. Amen. Lied Nr 145, 146, 147, 152, 229 und 240. 350 Gebete. 12. Bußtag. Joel 2, 12—13. err Gott, schenke uns Buße zum Leben! Du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt, wer böse ist, bleibt nicht vor dir, und du kannst Leib und Seele verderben in die Hölle. Wir bekennen, daß in uns nichts Gutes wohnet und wir wegen unserer Untreue, Trägheit, Sicherheit, Unglaubens, Feindschaft, verkehrten Welt⸗ und Eigenliebe und wegen unzähliger Übertretungen deinen ge⸗ rechten Zorn auf uns gezogen haben. Aber wir bitten, du wollest uns alle Sünden in Gnaden vergeben und unsere Herzen und ganzes Leben heilsamlich ändern und bessern, damit wir nicht als unfruchtbare Bäume abgehauen und ins höllische Feuer geworfen werden, sondern in deiner Gemein⸗ schaft Ruhe, Schutz und Leben finden mögen um Jesu Christi willen. Amen. Lied Nr. 202, 203 und 207. 13. Litanei. (Ebenfalls am Bußtag, wie zu anderer Zeit in jeglicher Not, besonders auch bei schwerem Gewitter zu beten.) err, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, erbarme dich! Christe, erhöre uns! Herr Gott Vater im Himmel, erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarm dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, erbarm dich über uns! Sei uns gnädig, verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig, hilf uns lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, vor allem Irrsal, vor allem Ubel, vor des Teufels Trug und List, vor bösem, schnellem Tod, vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Aufruhr und Zwietracht, vor Hagel und Ungewitter, vor Feuer⸗ und Wassersnot, vor dem ewigen Tod behüt uns, lieber Herre Gott! Durch dein' heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch dein Kreuz und Tod, durch dein' heilige Auferstehung und Himmelfahrt, in unsrer letzten Not, am jüngsten Gericht hilf uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder bitten, du wollest uns erhören, lieber Herre Gott! und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, alle wahren Bihöfe, Pfarrherrn und HRirche allen9 wieder Arbeit Borte tröste geben Hend und s und b allen geben unschi Waise erhö und bewal Herr Hert trägt, der X Gotte stete dichl Wolk Hage Du bist ͤllt, wer und Seele uns nichts Trägheit, Welt⸗ und deinen ge⸗ bitten, du und unsere nd bessern, en und ins er Gemein⸗ Neuu Christ jeglichet Not, nellem Zod lutbergießen hooitter ve ehüt unz Gebete. 351 Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, allen Rotten und Argernissen wehren, alle Irrige und Verführte wiederbringen, den Satan unter unsere Füße treten, treue Arbeiter in deine Ernte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, erhör uns, lieber Herre Gott! Allen Königen und Fürsten in dir Fried und Eintracht eben, unserm Kaiser und Könige steten Sieg wider seine ninn gönnen, ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten, segnen und schützen, unsere Kirche, Schule, Rat und Gemeine segnen und behüten, erhör uns, lieber Herre Gott! Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilf erscheinen, allen Schwaͤngern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle unschuldig Gefangenen los und ledig lassen, alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen, erhör uns, lieber Herre Gott! Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, die Früchte auf dem Lande geben und sie bewahren und uns gnädiglich erhören. Erhör uns, lieber Herre Gott! O Jesu Christe, Gottes Sohn, erhör uns, lieber Herre Gott! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarm dich über uns! O du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, 207 uns steten Frieden! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, erbarme dich! Amen. Dr. M. Luther, 1483—- 1546. Psalm 32 und Psalm 130. Lied Nr. 204 und 218. III. Gebete in besonderer Not. 1. Bei großem Ungewitter. Psalm 29. O du großer und schrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken 15 W wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest, wir armen Menschen müßten 352 Gebete. ja in einem Augenblick verderben, wenn du deine vernichtenden Strahlen auf uns gehen heißest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und er⸗ ittern, wenn du zornig bist. Herr, wir ehen und hören dante große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Rollen deines Donners. Ach, gedenke nicht unserer Sünden und Missethaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter, und zerschmettere uns nicht mit deinen Schlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof und die lieben Früchte des Feldes. Behüte uns vor grausamem Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Klein⸗ mütigkeit und Aaben Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Wile nung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Unwetter vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines rimmigen Zornes, womit du die Gottlosen einst in das ewige ute weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, ondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, Sohn und heiligen Geist, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen! Amen. Hiernach bete die Litanei, auch Psalm 51 oder 130, dazu das Gebet des Herrn. 2. Nach dem Unwetter. Allmächtiger Gott, der du Oae hast:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du hodst mich preisen“, wir sagen dir von Grund unsers Herzens Lob und Dank, daß du unser Gebet gnädiglich erhöret und dies böse Wetter also hast vergehen lassen das uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit hast du abermals dein getreues Vaterherz 0 erkennen gegeben, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln und uns nicht nach unserer Missethat vergelten willst. Verleihe uns, barmherziger Vater, daß wir uns bei desern deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständi essern, in deiner Furcht hinfort leben und auf die ukunft deines lieben Sohnes, da die Elemente vor Hitze schmelzen Ind die Perden, In rechtt nehmen hestzen Christur I. Rächste dir wol Sünder heiliger vor dei walll erleihe Wude Wahth hier ver ii wol Oaube Oeclen michtendn bebt und h und er⸗ und hören schreklichen er Sünden es Sohnes nit deinem Schlägen; die lieben Schrecken alle Klein⸗ tke in uns liche Hoff⸗ 0 Wille 16, o Herr, ter vorüber ame deines das ewige en müssen, ich, Vatet, in Ewigkeit 0, dasu das Gebete. 353 und die Erde und die Werke, die darinnen sind, verbrennen werden, uns gefaßt und bereit machen, damit wir ihm mit Gerechnt entgegengehen und den neuen Himmel, in welchem erechtigkeit wohnen wird, mit Jauchzen und Frohlocken ein— nehmen und mit dir in deinem seligen Anschauen ewiglich besitzen mögen, durch denselbigen deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Pred. Sal. 4, 17.„Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehest, und komm, daß du hörest!“ Psalm 84, 2—5 und V. 11. 1. Gebet beim Eintritt in den Kirchenstand. Lieber Herr Gott, himmlischer Vater, verleihe mir Gnade, daß ich diesen Gottesdienst zu deiner Ehre, zu meines Nächsten Erbauung und zu meiner eigenen Seligkeit andächtig und dir wohlgefällig verrichten möge durch Jesum Christum. Amen. Oder: Lied des Gesangbuches Nr. 13, V. 1 und 2. 2. Fürbitte für den Prediger. 9— Jesu Christe, du bist selbst der Herr des Predigt⸗ amtes, der es eingesetzt und gestiftet hat, uns arme Sünder selig zu machen durch die lautere Verkündigung deines heiligen Wortes. Siehe, nun sind wir alle hier gegenwärtig vor deinem Angesicht, zu hören alles, was du deinem Diener befohlen hast. So stärke denselben mit deines Geistes Kraft, verleihe ihm, das Wort zu reden mit freudigem Aufthun seines Mundes, und regiere ihm Herz, Sinn und Gedanken nach der Wahrheit deines Wortes und nach der Notdurft derer, die hier versammelt sind, damit er nichts anderes rede, als was vor dir wohlgefällig ist und dienen möge zur Stärkung unseres Glaubens, zur Heiligung unseres Lebens und zu unserer Seelen Seligkeit. Amen. 354 Gebete. 3. Gebet vor dem Ausgang aus der Kirche. O Herr Jesu Christ, mein Herr und mein Hirte, in deine Hände befehle ich mich auf Zeit und Ewig⸗ keit. Erhalte mich bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte, und stelle mich einst mit allen Gläubigen vor das Angesicht deiner Herrlichkeit unsträflich und mit Freuden. Amen, Herr Jesu, Amen! Oder: Lied Nr. 9. V. Beicht- und Abendmahlsgebete. Gebete vor der Beichte. 9* Gott, heiliger Geist, stehe mir mit deiner Gnade bei. Du hast es mir in das Herz gegeben, daß ich meine Sünden bereuen, beichten und mich bessern will. So erinnere mich denn an alles, was ich gesündigt habe; gieße mir einen großen Abscheu vor meinen Sünden in das Herz; schenke mir den ernstlichen Vorsatz, mich vollkommen zu bessern, und gib, daß ich meine Schuld so aufrichtig und reuevoll bekenne, daß ich aus dem Munde deines Dieners in der heiligen Absolution wahrhaft deine Verzeihung erlange und deiner himmlischen Gnade aufs neue mich getrösten kann. Hierzu Psalm 51 oder 130, sowie folgendes Bußgebet: Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missethat, damit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewig wohl verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grund⸗ losen Barmherzigkeit und um des unschuldigen bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barm⸗ herzig sein. Amen. Qch armer, betrübter Mensch bekenne vor Gott, O meinem himmlischen Vater, daß ich leider schwer und mannigfaltig gesündigt habe, nicht allein mit äußerlichen, roben Sünden, sondern vielmehr mit innerlicher, angeborener Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmut, Ungeduld, Ungehorsam, Hoffar und al mir er Aber! Herzer Christ inskün bessern Drei Herzer sbet V Verda und g teurer euch den mit de Fesu( und e sündli Velt durch Gedu wige lieber gebun und heilig Wir„ irche. n Hirte, in und Ewig⸗ inen Namen zen vor das it Freuden. hete. einer 4 ben, daß ich n wil 8⁰ he; gieße mir das Herz; zu bessem, ind reuevoll ners in der erlange und n kann. 3Buß;gebet: Ich armer, d Missethat Hzeit* und alle h Klih einer guun term Se Den willen, du und bart⸗ Gebete. 355 Hoffart, böser Lust, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen bösen Tücken, wie das mein Herr und Gott an mir erkennt und ich leider nicht so vollkommen erkennen kann. Aber es reuet mich und ist mir leid, und ich begehre von Herzen Gnade von Gott durch seinen lieben Sohn Jesum Christum. Ich will auch unter Gottes gnädigem Beistand inskünftige von Sünden abstehen und mein Leben täglich bessern. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig. Amen. Lied Nr. 351, B. 6. Drei Beichtfragen zur Selbstprüfung vor dem heiligen Abendmahl. 1. Erkennet und bekennet ihr mit reuigem, bußfertigem Herzen eure Sünden? Mißfallt ihr euch deswegen selbst und Lend euch schuldig Gottes Zornes und ewigen Todes und Zerdammnis?— Antwort: Ja! 2. Begehrt ihr denn von Grund eures Herzens Gnade und glaubet, daß Gott nicht nur aus lauter Gnade um des teuren Verdienstes und einigen Opfers Jesu Christi willen euch alle eure Sünden W. sondern auch dessen durch den Gebrauch des heiligen Abendmahles versichern und darin mit dem gekreuzigten Leib und vergossenen Blut des Herrn Jesu Christi speisen und tränken und zum ewigen Leben stärken und erhalten wolle?— Antwort: Ja! 3. Habt 151 auch den gewissen und festen Vorsatz, euer sündliches Leben hinfüro zu bessern, wider den Teufel, die Welt und euer eigen Fleisch zu streiten und euern Glauben durch die Liebe gegen Gott und den Nächsten in kindlicher Geduld und G 3 beharrlich zu beweisen?— Antwort: Ja Gebet nach Empfang der heiligen Absolution. Ae ewiger Gott, wir haben mannigfaltig gegen dich gesündigt und wegen unserer Sünden die ewige Verdammnis verdient; aber weil wir glauben, dein lieber Sohn, unser Herr Jesus Christus, habe uns die Ver⸗ gebung der Sünden und die ewige Seligkeit bei dir erworben, und wir dessen jetzt durch das heilige Evangelium und die heilige Absolution in unserm Herzen versichert sind, so bitten wir ganz gehorsamlich, du wollest uns mit 36 Kraft des 23* 356 Gebete. eiligen Geistes begaben, daß wir uns forthin vor Sünden üten und einen rechten, göttlichen Wandel in deinem Berufe hren mögen durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Gebete vor dem heiligen Abendmahl. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig! Gib mir deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfahen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. O Herr Jesu Christe, ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein sündiges Herz; du weißt aber und erkennest meine große Armut und Notdurft, darum ich von Herzen begehre deiner Gegenwart, zu speisen, zu trösten und zu stärken meine arme Seele. Sprich sie an mit einem Wort, so wird sie gesund. Amen. Im Hingehen zum Altare. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. Lied Nr. 286, V. 4, oder Nr. 199, V. 6. Beim Empfang des Leibes Christi. err Jesu Christe, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Beim Empfang des Blutes Christi. err Jesu Christe, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen. Im Weggehen vom Altar. err Jesu bleib in mir, damit ich ewig in dir bleibe— Amen. Lied Nr. 224, V. 10 und Lied Nr. 443, V. 3. o vät und X Herzer Glaub in das vor Sünden inem Berufe rrn. Amen. Gib mir daß ich das u schwachen mein Leben verleihe mit, ig, daß du weißt aber „darum ich 1„ zu trösten n mit einem Rat kommt Güte: laß l. 6. isti. und bewahre ehen. Amen. ist 2 stürhe und zum ewigen Gebete. 357 Gebet nach dem heiligen Abendmahl. O du mein lieber Herr Jesu Christe! Ich sage dir herzlich Lob und Dank, daß du mich jetzo abermal so väterlich an deinem Tische mit deinem selbsteignen Leibe und Blute gespeiset und getränket hast, und bitte dich von Herzen, laß mir solches gedeihen zur Stärkung meines Hlaubens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen. Lied Nr. 59, V. 4, oder Nr. 194, V. 3. VI. Gebete für Kranke und Sterbende. Vor einer Kranken⸗Kommunion. (Auch sonst vor dem Empfange des heiligen Abendmahles zu beten.) O Herr, ob ich zwar nicht würdig bin, daß du in mein Herz eingehest, so bin ich doch notdürftig deiner Hilfe und begierig deiner Gnade, daß ich möge fromm und selig werden. Nun komme ich in keiner anderen Zuversicht, denn auf dein Wort, da du selbst mich zu diesem Tische lädst und mir Unwürdigem zusagst, ich solle Vergebung der Sünden haben durch deinen Leib und dein Blut, so ich esse und trinke in diesem Sakramente. O lieber Herr, ich weiß, daß deine göttliche Zusage und Worte wahrhaftig sind; daran zweifle ich nicht, und darauf esse und trinke ich; mir geschehe nach deinem Wort. O Herr Jesu, vereinige dich mit mir, auf daß ich bleibe in dir und du in mir und ich von dir ungeschieden sei hier zeitlich und dort ewiglich. Dein eiliger Leib, Herr Jesu Christe, speise mich; dein teures lut tränke mich; dein bittres Leiden und Sterben stärke mich. Herr Jesu Christe, erhöre mich; in deine heiligen Wunden verberge ich mich; laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden. Vom bösen Feind errette mich; im wahren Glauben erhalte mich, auf daß ich dich samt allen Auserwählten lobe und preise hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke. Kurze Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit 71 sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie o lange!(Psalm 6, 4.). Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Römer 7, 24.) 358 Gebete. Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsere Missethaten 10 habens ja verdient.(Jerem. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde hr zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.] Wir Hion liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit, Hftt sondern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Erban Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des nane Sohnes Gottes, macht uns rein von allen Sünden.(1. Joh. 1,7.) Lbe. Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude,. G0 sondern Traurigkeit zu sein, aber danach wird sie geben eine chalt friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet Helige sind.(Heb. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung in me erduldet, denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jakobi 1, 12.) ö Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme n über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, in so will ich doch dein nicht vergessen, siehe, in meine Hände n habe ich dich gezeichnet.(Jes. 49, 15—16.) Ich will dich nich nicht verlassen noch versäumen.(Heb. 13, 5.) Ich habe dich die * 5 477 ich ae je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus Mad lauter Güte.(Jer. 31, 3.) Waac Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, Rüm der komme zu mir und trinke.— Wer zu mir kommt, den—0n werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37.— 6, 37.) Laß Wille dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Wille Schwachen mächtig.(2. Kor. 12, 9.) Sei getreu bis an den Hest i Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offb. 2, 10.) mein Auch können folgende Abschnitte der heiligen Schrift werd von dem Kranken gelesen oder demselben vorgelesen werden: Shn 1. Pet. 5, 6—11. Psalm 130. 25. 42. 63, 2—9. 91. Klagel. 3, 22— 42. Röm. 8, 18— 27, 28— 39. 1. Pet. 1, 3—9. Psalm 126. Offb. 7, 9— 17. Auf dem Krankenbette. Dul Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer sein Gott und lässest niemand versucht werden über sein Tode Vermögen, sondern schaffest, daß die Versuchung so ein Ende helfe gewinne, daß wir es können ertragen: ich bitte dich in meinen daß großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu allm. schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen an d Missthaten herr, Sünde , 3.) Wir Herechtigkeit, 18 Christi, des 1. Joh. 1,7. ticht Freude, geben eine urch geübet Anfechtung e Krone des ien, die ihn m auch ein icht erbarme ben vergäße, neine Hände will dich ch habe dich gezogen aus da dürstet, kommt, den „37), Laß ist in den bis an den Ofb. 2, 1 0 igen Schrit sen werden Kagel 481 ein getreue jen über sen so ein Erde ch in meinen euz nicht 10 erttagen Gebete. 359 0 und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzagen. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünden estorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: Erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergib mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen Anrufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Amen. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen,“ deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not durch Jesum Ehristum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen, sündhaften Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir erfahre und verkündige. 3o es mir aber nützlicher ist, zeitig zu sterben, denn allhier in diesem elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille! Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allzeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abgeschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. Für ein krankes Kind. Herr Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, er⸗ 9 barme dich unser und dieses kranken Kindleins! Du hast einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein Vater dich bat, du hast des Jairus Töchterlein vom Tode aufgeweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Und wir wenden uns flehend an dein Erbarmen, daß du uns deine Herrlichkeit offenbaren wollest durch deine allmächtige Hilfe! O lieber guter Hirte, nimm dich in Gnaden an dieses deines elenden Schäfleins! Du Freund der Kindlein 360 Gebete. der du die Kleinen liebst und ihnen das selige Erbe deines immelreiches verheißen hast, erbarme dich dieses Kindleins, es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe ange⸗ nommen und zu den Deinen hinzugethan. So ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist! Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleihe ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Treue und Gnade. Hast du aber beschlossen, dies Kindlein aus dieser argen und sündhaften Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Hilf nur, daß wir ohne Murren die Last tragen. Stärke unsern Glauben und gib uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser! An dein Herz und in deine Hände legen wir dies 191. 0 so ists wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewig⸗— keit. Amen. Kurze Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen. Ach barmherziger, gütiger Gott, hilf mir in meinem Leiden und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach, bleibe es auch jetzt. O Jesu, bleibe bei mir, es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich geneiget. O werter heiliger Geist, stärke mich, erhalte mich im festen Glauben bis an mein Ende, erleuchte mich zum ewigen Leben. Ich will auf Jesu Blut und Wunden sterben: dem lebe ich, dem sterbe ich, auf sein Verdienst verlasse ich mich. Amen. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so 8* schreiet meine Seele, Gott, zu dir; meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott; wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Jesu, du Licht meiner Seelen, wenn meine Augen wollen dunkel werden, so laß in meiner Seele aufgehen die himmlische Klarheit; weich nicht von mir, wenn meine Augen brechen; zeige mir alsdann deine Gestalt, und laß mich sehen dein Erbe deines indleins es Dufe ange⸗ ehe doch die sser Heiland, Ist es ihm uns noch sundheit, son e. Hast du d sündhaften d zur Schar dein Wille. ns auflegen Last tragen. der heiligen ahinnehmen, Ebarme dich en wir dies und Ewig⸗ zusprechen. in meinem mein Gott, in Beistand bei mit, es e hat sich erhalte mic e nich zun den sterben verlasse ic Gebete. 361 Bild, wie du dich am Kreuz zu Tode geblutet hast. Ob ich schon wandre im finstern Thab fürchte ich kein Unglück, denn mein Jesus ist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke a im Glauben, und laß mich dein Eigentum sein hier zeitlich und dort ewig. Amen. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf mir, lieber Herr, ich weiche nicht von dir, ach, bleibe du auch bei mir. Jesu, wenn mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir siegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen Nöten. Ich bin ja dein Eigentum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne, zur Herrlichkeit. Bist 2 mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude eingehen. Amen. O Herr Jesu Christe, alle, die in dich getauft sind, die sind in deinen Tod getauft; ich bin in dich getauft, darum bin ich auch in deinen Tod getauft. Ich will mit deiner Hilfe fröhlich und gern sterben, der Hoffnung, wie ich deiner Trübsal teilhaftig sei, auch deiner Herrlichkeit teilhaftig zu werden. O Herr Jesu Christe, du hast am ed⸗ „Vater verzeihe ihnen!“ Also, Herr, verzeihe ich allen, die wider mich gehandelt haben, auf daß du mir alle meine Sünden verzeihest. O Herr Jesu Christe, du hast am Kreuz gerufen:„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich ver⸗ assen?“ Herr, verlaß mich nicht in meinen Todesnöten. O Herr, du hast am Kreuz gesprochen;„Vater in deine Hände befehle ich meinen Geist!“ Also, Herr, befehle ich jetzund meine arme Seele in deine Hände. Amen. O Herr Jesu Christe, ich bitte dich durch deine Güte und Barmherzigkeit, du wollest meine Seele stärken auf den fernen Weg, der mir vorstehet in das himmlische Vaterland! Ich glaube, daß du um meinetwillen Daee mir meine Sünde aus deiner Gnade verziehen, und daß mir das ewige Leben 362 Gebete. zugesagt ist; dieses meines Glaubens, o Herr, sollst du ein egter sein und alle deine Auserwählten; dies soll auch mein etzter Wille sein, in solchem Glauben, o Herr, auf deine lautere Barmherzigkeit zu sterben, und ob ich durch Schmerzen, Unvernunft oder andere Anfechtung würde oder wollte abfallen, 5 o Herr, so laß mich im Unglauben und Gotteslästerung nicht hie stecken, sondern stärke und mehre meinen Glauben, daß mir 50 Sünde, Teufel und Hölle nicht schaden! Du bist stärker und 21 gewaltiger denn die alle, darauf verlaß ich mich; Herr, laß mich nicht zu schanden werden! Amen. O mein Gott, mein Herr und mein Vater, jetzt beweise meiner armen Seele, daß sie inne werde, daß du wol seiest mein Fels, Burg, Schild, Turm, Hort, Schutz, Zuversicht, krar Hilfe, Zuflucht, Schirm und Güte, daß ich in diesen großen alle Nöten vor meinen Feinden durch deine göttliche Gnade, Hilfe Int und Beistand behalten werde! Herr, auf dich traue ich, laß die mich nimmer zu schanden werden In deine Hände befehle ich ist meinen Geist, Herr, du treuer Gott, erlöse mich! Amen. rein ver des O Vater aller Gnaden, erbarme dich über meine arme auf Seele; vergib mir alle meine Sünde, die ich wider leih dich leider gethan habe! Verachte nicht dein armes Geschöpf, deit verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin; laß Ve den nicht umkommen, welchen du gemacht und erschaffen hast! He Denn auf dich hoffe ich, du bist meine Hilfe und mein Gott. O Christe, wahrer Heiland, der du bist das Lamm Gottes, welches da träget die Sünde der Welt, und mich mit deinem Blute gewaschen uud gereiniget hast: ich bitte dich durch dein bitter Leiden, sonderlich und allermeist, das du gefühlet hast, da deine alleredelste Seele ausging von deinem allerheiligsten— Leibe, erbarme dich über meine arme Seele in ihrem Ausgang und führe sie zum ewigen Leben!— O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes; stärke mein Vertrauen, daß ich festiglich glaube di eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben! So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine 0 Hände; du treuer Gott, du hast mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. lst du ein auch mein auf deine Schmerzen, te abfallen, rung nicht „daß mir tärker und Herr, laß cht beweise e, daß du Zuversicht, sen großen nade, Hilfe ue ich, laß befehle ich Amen. neine arme e ich wider Geschöpf bin; laß affen hast! mein Gott. um Gottes, nit deinem durch demn fühlet hast, lag m Ausgan liger Gel⸗ Gebete. 363 Ein Gebet zum Herrn Christo. O allmächtiger Gott, du Sohn des ewigen Vaters, sei eingedenk deines großen Leidens, das du hast gehabt am Stamm des Kreuzes, da deine Seele von deinem Leibe schied! Sei auch mein eingedenk, wenn meine arme Seele von meinem Leibe scheidet! Jesu, dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich tot und lebendig. Amen. Ein Gebet der Umstehenden für einen Kranken, der in den letzten Zügen liegt. O allmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben er⸗ hältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wollest die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem kranken Menschen, ihn erquicken an Leib und Seele und ihm alle Sünden aus Gnaden vergeben; nimm das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Christi, deines lieben Sohnes, für die Bezahlung seiner Missethat; denn auf desselbigen Namen ist er getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und ge⸗ reinigt. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Pein, verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich kämpfe und überwinde, ver⸗ leihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben; schicke deine heiligen Engel her, daß sie 05 begleiten zu der Versammlung aller Auserwählten in Christo Jesu, unserm Herrn! Amen. Sprüche, den Sterbenden vorzusprechen. Hb ich schon wanderte im finstern Thal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. ö 985. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reiche; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Tim. 4., 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mose 49, 18. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. 364 Gebete. Verlaß mich nicht, Herr mein Gott, sei nicht ferne von mir! Eile, mir beizustehen, Herr meine Hilfe! Ps. 38, 22, 28. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn Herrn, der vom Tode errettet. Ps. 68, 21. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Ps. 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Apost.⸗Gesch. 7, 28. Kranken⸗ und Sterbetrost aus Bibel und Gesangbuch. 1. Vom Segen des Leidens. Röm. 5, 1—5. 2. Kor. 4, 7— 18. Jak. 1, 2— 12. Heb. 12, 5— 11. Lieder: Nr. 381. 395. 2. Vom Vertrauen auf Gott und des Gebetes Kraft. Pfsalm 6. 23. 25. 39. 71. 77. 90. 91. 116. Jes. 38. 2. Kön. 20, 1—11. Hiskias Krankheit und Gebet. Luk. 11, 1—13. Anhalten am Gebet. Luk. 18, 1—8. Desgl. Lieder: 376. 377. 386. 398. 408. 414. 415. 85. Vom Trost und der Hilfe des Herrn. Matth. 8, 1—13. Der Hauptmann. Matth. 9, 27—33. Der Blinde. Luk. 10, 23—37. Der barmherzige Samariter. Joh. 5, 1—16. Der 38 jährige Kranke. Lieder: 69. 373. 410. 4. Christus der Sünderfreund. Matth. 9, 1—8. Der Gichtbrüchige. Luk. 7, 36—50. Die Sünderin. Luk. 15. Das verlorene Schaf. Luk. 23, 39—43. Der Schächer. Jes. 53. Das Lamm Gottes. Lieder: 80. 203. 226. 252. 336. 287. 5. Von der Geduld und Ergebung im Leiden. Matth. 11, 28—30. Klagel. 3, 17—33. Matth. 26. 27. Mark. 14. 15. Luk. 22. 23. Joh. 17. 18. 19. Lieder: 58. 72. 78. 383. 408. 411. 416. t ferne von „38, 2, B. den Herrn ist, du hast Gesch.7, R. angbuch. el. Verzeichnis der Evangelien und Epistel. 365 6. Sehnsucht nach oben. 2. Kor. 5, 1—10. Phil. 3, 12—21. Lieder: 136. 423. 427. 428. 431. 432. 442. 7. In tiefer Angst und Not. Psalm 6. 22. 42. 88. 130. Lieder: 72, V. 9 und 10. 288, V. 1. 388. 393. 413. 8. Trost der Auferstehung. Hiob 19, 1—29. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Matth. 9, 18—26. Jairi Töchterlein. Luk. 7, 11—16. Jüngling zu Nain. Joh. 11. Lazarus. 1. Kor. 15. Joh. 5, 24—29. 1. Thess. 4, 13—18 Lieder: 97. 455. 9. Bereitung aufs Sterben. Joh. 14. 15. 16. 17. Psalm 39. Psalm 90. Lieder: 419. 420. 441. 442. 443. 444. 10. Vom ewigen Leben. Jes. 35. Offb. 7, 9—17; 21. 22. Lieder: 458. 464. Verzeichnis der Evangelien und Episteln an Sonn⸗ und Festtagen. Am 1. Sonntage des Advents. Am 2. heiligen Christtage. Evang. Matth. 21 v. 1 bis 9. Evang. Luk. 2 v. 18 bis 20. Epist. Röm. 13 v. 11 bis 14. Epist. Tit. 3 v. 3 bis 8. Am 2. Sonntage des Advents. Am Sonntage nach dem Christtage Evang. Luk. 21 v. 25 bis 38. Cvang. Lut. 2 v. 33 bis 40. Epist. Gal. 4 v. 1 bis v. Am Neujahrstage. Evang. Luk. 2 v. 21. Epist. Röm. 15 v. 4 bis 13. Am 3. Sonntage des Advents. Evang. Matth. 11 v. 2 bis 10. Cpist. Gal. 3 v. 23 bis 29. Epist. 1. Kor. 4 v. 1 bis 5. Am Sonntage nach dem neuen Jahr. Am 4. Sonntage des Advents. Evang. Matth. 2 v. 18 bis 28. Evang. Joh. 1 v. 19 bis 28. Epist. 1. Petr. 4 v. 12 bis 19. Epist. Philipp. 4 v. 4 bis 7. Am Tage der Erscheinung Christi Am heiligen Christtage. oder Epiphanias. Evang. Luk. 2 v. 1 bis 14. Evang. Matth. 2 v. 1 bis 12. Epist. Tit. 2 v. 11 bis 14. Epist. Jes. 60 v. 1 dis s. 366 Verzeichnis der Evangelien und Epistel. Am 1. Sonntage nach Epiphanias. Am heiligen Ostertage. 1— Evang. Luk. 2 v. 41 bis 52. Evang. Mark. 16 v. 1 bis s.* Epist. Röm. 12 v. 1 bis 6. Epist. 1. Kor. 5 v. 6 bis 8.„ Am 2. Sonntage nach Epiphanias. Am Ostermontage. m. Evang. Joh. 2 v. 1 bis 900 Evang. Luk. 24 v. 13 bis 35. 5 Epist. Röm. 12 v. 7 bis Euyist. Apost. 10 v. 34 bis 41. Am Am 3. Sonntage nach Cpiphanias. Am 1. Sonntage nach Ostern, 2* Cvang. Matth. s v. 1 bis 13. Quasimodogeniti. hi Epist. Röm. 12 v. 17 bis 21• Evang. Joh. 20 v. 19 bis 28. Am Am 4. Sonntage nach Epiphanias. Epist. 1. Joh. 5 v. 4 bis 12. 1 Eoin. nn 27. Am 2. Sonntage nach Ostern, h II 14——— 551ν½/ 8 Do ini Am 5. Sonntage nach Epiphanias. Eoand. Peh. c v. 22 ls 46. Am 556557— Wun aad · Epist. 1. Petr. 2 v. 21 bis 25. 27 pist. K 8 7.— Am 6. Sor nntage nach Epiphanias. Am 3. Sonntage nach Ostern, Am Evang. Matth. 17 v. 1 bis 9. Jubilate. Epist. 2. Petr. 1 v. 16 bis 21. Evang. Joh. 16 v. 16 bis 28. Ey Am Sonntage Septuagesimä.„„Epist. J. Petr. 2 v. 11 bis 17. An Evang. Matkh. 20 v. 1 bis 16. Am 4. Sonntage nach Ostern, Epist. 1. Kor. 9 v. 24 bis Kap. 10 v. 5. Cantate. Cpi Am Sonntage Sexagesimä. Evang. Joh. 16 v. 5 bis 15. Am Evang. Luk. 8 v. 4 bis 15. Epist. Jak. 1 v. 17 bis 21. Eve Epist. 2. Kor. 11 v. 19 bis Kap. 12 v. 10. Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate Ey Am Sonntage vor der Fasten, oder Vocem Jucunditatis. Am Quinquagesimä oder Estomihi. Evang. Joh. 16 v. 23 bis 30. 0 Evang. Luk. 18 v. 31 bis 43. Epist. Jak. 1 v. 22 bis 27. 9 2. 1. Hor. 16 ganz.———60 Am Tage der Himmelfahrt Christi. 20. Am I. Sonntage in der Fasten, Evang. Mark. 16 v. 14 bis 20.. „Invocapit. Epist. Apost. 1 v. 1 bis 11. Am Lerer⸗ m0 e nach der Himmelfahrt 6 x e Christi, Exaudi. Am 5 7 Sonntage Fasten, Gwang. Joh. 15 v. 26 bis Kap. 16 v. 4. Reminiscere. Epist. 1. Petr. 4 v. 8 bis 11. Chist 1—.—— 5 5 9. 255445 5 Am heiligen Pfingsttage. — Evang. Joh. 14 v. 23 bis 31. Am 3. 1 0 tage in der Fasten, Cyist. Apost. 2 w. 1 his 18. Oculi Am Pfingstmontage. Evang. Luk. 11 v. 14 bis 28.——— Sch. 3 9215 bis 21. Epist. Eph. 5 v. 1 bis 9. Epist. Apost. 10 v. 42 bis 48. Am Am 4. Sonntage in der Fasten,. Am Sonntage Trinitatis. Lätare. Evang. Joh. 3 v. 1 bis 15. Ag Goit⸗ Gat. 4 b. 53 Epist. Röm. 11 v. 33 bis 36. Epist. GI. 4 v. i. m 1. Sonntage nach Trinitatis. Am 5. Sonntage in der Fasten, Ere 0.5. 49.913 0 All Judica. Epist. 1. Joh. 4 v. 16 bis A Evang. Joh. s v. 46 bis 59. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. ö Epist. Ebr. 9 v. 11 bis 15. Evang. Luk. 14 v. 16 bis 24. Am 6. Sonntage in der Fasten, Epist. 1. Joh. 3 v. 13 bis 18. Palmarum. Am 3. Sonntage nach Trinitatis. Al Evang. Matth. 21 v. 1 bis 9. CEvang. Luk. 15 v. 1 bis 10. Epist. Phil. 2 v. 5 bis 11. Epist. 1. Petr. 5 v. 6 bis 11. All Am grünen Donnerstage. Am 4. Sonntage nach Trinitatis Evang. Joh. 13 v. 1 bis 17. Evang. Luk. 6 v. 36 bis 42. Al Epist. 1. Kor. 11 v. 23 bis 32. Epist. Röm. 8 v. 18 bis 23. Am Karfreitage. Am 5. Sonntage nach Trinitatis. 0 Jes. 53 ganz, oder Ps. 22. Evang. Luk. 5 v. 1 bis 11. Nl Die Leidensgeschichte. Epist. 1. Petr. 3 v. 8 bis 15. l. ‚ bis 8. bis d. bis 35. bis 41. nach Ostern, bis 25. bis 12. nach Ostern, nini. bis 28. 1 bis 17. nach Ostern, bis 15. 3 21. Ostern, Rogate 1 bis 13 27. selfahrt Christi. 14 bis 20. is II. er Himmelfahtt bis Kap. 16 v. 4. bis II. bis 36. 0 00 Verzeichnis der Liederdichter. Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 5 v. 20 bis 26. Epist. Röm. 6 v. 3 bis 11. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Mark. 8 v. 1 bis 9. Epist. Röm. 6 v. 19 bis 23. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 7 v. 15 bis 23. Epist. Röm. 8 v. 12 bis 17. Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 16 v. 1 bis 9. Epist. 1. Kor. 10 v. 6 bis 13. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 19 v. 41 bis 48. Epist. 1. Kor. 12 v. 1 bis 11. Am 11. Evang. Luk. 18 v. 9 bis 14. Epist. 1. Kor. 15 v. 1 bis 10. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Mark. 7 v. 31 bis 37. Epist. 2. Kor. 3 v. 4 bis 9. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Evang. 1973— v. 23 bis 37. Epist. Gar 15 bis 22. Am 14. Evang. Luk. 17 v. 11 bis 19. Epist. Gal. 5 v. 16 bis 24. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 6 v. 24 bis 34. Epist. Gal. 5 v. 25 bis Kap. 6 v. 10. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 7 v. 11 bis 17. Epist. Eph. 3 v. 13 bis 21. Sonntage nach Trinitatis. Sonmtage nach Trinitatis. 367 Am 17. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Luk. 14 v. 1 bis 11. Epist. Eph. 4 v. 1 bis 6. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Eoit Matth. 22 v. 34 bis 46. Epist. 1. Kor. 1 v. 4 bis 9. Am 19. 4Serutage nach Trinitatis. Evang. Matth. 9 v. 1 bis 8. Epist. Eph. 4 v. 22 bis 30. Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 22 v. 1 bis 14. Epist. Eph. 5 v. 15 bis 21.4 Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Joh. 4 v. 47 bis 54. Epist. Eph. 6 v. 10 bis 17. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 18 v. 21 bis 35. Epist. Phil. 1 v. 3 bis 11. Am 23. Sonntage nach Trinitatis. „Evang. Matth. 22 v. 15 bis 22. Epist. Phil. 3 v. 17 bis 21. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 9 v. 18 bis 26. Epist. Kol. 1 v. 9 bis 14. Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 24 v. 15 bis 28. Epist. 1. Thess. 4 v. 13 bis 18. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 25 v. 31 bis 46. Epist. 2. Thess. 1 v. 3 bis 10. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Evang. Matth. 25 v. 1 bis 18. Epist. 1. Thess. 5 v. 1 bis 11. Verz zeichnis der Liederdichter. Amilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Mudolstadt, geb. Gräfin v. Barby; geb. 1637, + 1706. Agricola, Johann; Berlin. Nr. 249. Nr. 44. Albert, Heinrich; geb. 1604 zu Lobenstein im Vogtlande, Nr. 326. 425. Alberus, Erasmus 7 geb. um 1500 1553 als Generalsuper intendent in Neubrandenburg zu Königsberg in Preußen. Freund Luthers, 4 (Mecklenburg). Nr. 339. 363. 444. geb. 1492 zu Eisleben, + 1566 als Hofprediger in + 1651 als Organist zu Sprendlingen in der Wetterau, Albinus, Johann Georg; geb. 1624 zu Unternessa bei Weißenfels, 1679 als Pfarrer in Naumburg. Nr. 219. 420. Albrecht, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach; geb. 1522 zu Ansbach, 7+ 1557 zu Pf orzheim. + 1778 als Altenburg, Michael; zu Erfurt. Nr. 152. Nr. 412 77 Allendorf, Johann Ludwig Konrad; geb. 1693 zu Josbach in Pastor und Scholarch zu Halle. NE. 108. 462. geb. 1584 zu Oberhessen, Alach bei Erfurt, 4 1640 als Pastor 368 Verzeichnis der Liederdichter. 525 Him dez Landgräfin von Hessen⸗Darmstadt; geb. 1638, T 1683 als btissin des Stifts Quedlinburg. Nr. 280. Arends, Wilhelm Erasmus; 1721 als Pastor in Aneen. Nr. 262. Arndt, Ernst Moritz; geb. 1769 zu Schoritz auf Rügen, 1 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. Nr. 30. 233. 429. Arnold, Gottfried; geb. 1666 zu Annaberg im Königreich Sachsen, 4 1714 als Pastor und Inspektor zu Perleberg. Nr. 257. Barth, Christian Gottlob; geb. 1799 in Stuttgart, Pfarrer in Möttlingen bel Calw, unermüdlicher Förderer der Heidenmission, 4 1862 zu Calw. Nr. 154.476. Becker, Cornelius; geb. 1561 zu Leipzig, 1604 als Prosessor der Theologie und Pastor zu St. Nicolai in seiner Vaterstadt. Nr. 179. 392. Behm, Martin; geb. 1557 zu Lauban, 7 daselbst als Pastor prim. 1622. Mr. 53. 321. 331 Betichins, Johann; geb. 1650 zu Stöckby(Anhalt), T 1722 als Diakonus in Zerbst. Nr. 320. Bickel, Johann Daniel Karl; geb. 1737 zu Altweilnau(Nassau), 1809 als Konsistorialrat in Usingen. Nr. 169. Bienemann, Kaspar(Melissander); geb. 1540 in Nürnberg, 4 1591 als Generalsuperintendent in Altenburg. Nr. 292. Birken, Sigismund, von(Betulius); geb. 1626 zu Wildenstein bei Eger, 1 1681 als Privatgelehrter zu Nürnberg. Nr. 66. 253. Böhmer, Justus Henning; geb. 1674 in Hannover, 4 1749 in Halle als Professor der Rechte und Kanzler des Herzogtums Magdeburg. Nr. 98. Bogatzky, Karl Heinrich, von; geb. 1690 zu Jankowe in Riederschlesien, 1774 als Privatmann im nn zu Halle. Nr. 164. 260. Br Hn David; geb. 1727 zu Memel, 4 1782 als Prediger zu Berlin. r. 201. Burmeister, Franz Joachim; um 1670 Pfarrer in seiner Vaterstadt Lüneburg. Nr. 427. Busch, Peter; geb. 1682 zu Lübeck, 4 1744 als Pastor der Kreuzkirche zu Hannover. Nr. 457. Clandius, Matthias; geb. 1740 zu Reinfeld bei Lübeck, 4 1815 zu Hamburg als Revisor der schleswig⸗holsteinschen Bank zu Altona. Nr. 475. Clausnitzer, Tobias; geb. 1618 zu Thum bei Annaberg, 4 1684 als Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. Nr. 11. Crasselins, Bartholomäus; geb. 1677 zu Wernsdorf im Königreich Sachsen, + 1724 als Pfarrer zu Düsseldorf. Nr. 133(2). 289. Dach, Simon; geb. 1605 zu Memel, 4 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg in Preußen. Nr. 433. Decius, Nikolaus(Howesch); 1541 als Pfarrer in Stettin. Nr. 74. 131. Denicke, David; geb. 1603 zu Zittau, 4 1680 als Konsistorialrat in annover. Nr. 174. 216. 241. Derschow, Bernhard, von; geb. 1591 zu Königsberg,— daselbst 1639 als Konsistorialrat und Professor der Theologie. Nr. 195. Defzler, Wolfgang Christoph; geb. 1660 in Nürnberg, daselbst 1722 als Konrektor. Nr. 287. 393. Diterich, Johann Samuel; geb. 1721 in Berlin,„ daselbst 1797 als Oberkonsistorialrat. Nr. 459. Drese, Adam; geb. 1620 in Thüringen, 4 1701 als Kapellmeister zu Arnstadt. Nr. 283. 6, 7 1683 als stadt. Nr. 282. „ 1860 als . achsen, 1714 in Möttlingen 1862 zu Calw. Prosessor der Nr. 179. 302. r Prim. 1622. als Diakonus assau), f 1809 „ f 1591 als nstein bei Ege 53. 40 in Halle als cburg. Nr. H. Riederschlesien, Nr. 164. 200. iger zu Berlin. ner Vaterstadt der Rreuzlitche 1„ 1 1515 zu ltona. Nr. 475, 9 f 184 ab nigreich Sachsen, . der Dihthans 70. 131. . Nr. J. nisforobat i. neht 166d l daselbst ll selbst 2or ul apellmesset 30 Verzeichnis der Liederdichter. 369 Eber, Paul; geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, Freund Luthers, 4 1569 als Generalsuperintendent in Wittenberg. Nr. 413. 430. 437. Eleonore, Fürstin Reuß, geb. Gräfin Stolberg⸗Wernigerode, geb. 1835 zu Gedern am Vogelsberg, lebt zu Jänkendorf in Schlesien. Nr. 46. Friedrich; geb. 1642 zu Stettin, daselbst 1703 als Pfarrer. r. 117. Falk, Johannes Daniel; geb. 1768 zu Danzig, 1826 als Legationsrat zu Weimar. Nr. 468. Fischer(Vischer), Christoph; geb. zu Joachimsthal in Böhmen, 1600 als Generalsuperintendent und Hofprediger in Celle. Nr. 81. Fleming, Paul; geb. 1609 R. in Sachsen, 4 1640 als prak⸗ tischer Arzt in Hamburg. Nr. 397. Förtsch, Basilius; geb. zu Roßla(Grafsch. Stolberg), 1619 als Pfarrer in Gumberta bei Orlamünde. Nr. 92. Franck, Johann; geb. 1618 zu Guben, daselbst 1677 als Bürgermeister. Nr. 135. 199. 204. 270. 350. 309. Frager⸗ 1451 geb. 1609 in Schleusingen, 1667 als Lehrer zu Koburg. r. 184. 419. Franck, Salomo; geb. 1659 zu Weimar, daselbst 1725 als Oberkon⸗ sistorialsekretär. Nr. 60. 79. 288. Franz, Agnes; geb. 1794 zu Militsch in Schlesien, T 1843 in Breslau. Nr. 489. 503. Freylinghausen, Johann Anastasius; geb. 1670 zu Gandersheim in Braunschweig, Schwiegersohn Franckes, 4 1739 als Pastor und Direktor der Francke'schen Anstalten zu Halle. Nr. 285. 402. Freystein, Johann Burkhard; 4 1720 als Hof- und Justizrat zu Dresden. Nr. 254. Fricker, Johann Ludwig; 4 1766 als Pfarrer zu Dettingen(Württemberg). Nr. 163. Füger, Kaspar; 4 1592 als Diakonus an der Kreuzkirche zu Dresden. Nr. 42. Funk, Gottfried Benedikt; geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, 4 1814 als Konsistorialrat und Direktor des Domgymnasiums zu Magdeburg. Nr. 89. Garve, Karl Bernhard; geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, 4 1841 zu Herrnhut als Prediger der Brüdergemeinde. Nr. 170. Gedicke, Lampertus; geb. 1683 zu Gardelegen, 4 1735 als Feldprobst zu Berlin. Nr. 4166. Gellert, Christian Fürchtegott; geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, 1769 zu Leipzig als Professor der Moral. Nr. 31. 63. 96. 171. 196. 266. 290. 315. 316. 320. 345. 375. 301. Gerhardt, Paul; geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 4 1676 als Archidiakonus in Lübben. Nr. 27. 28. 34. 37. 43. 52. 59. 72. 76. 78. 82. 100. 120. 180. 287. 281. 209. 302. 309. 314. 323. 333. 347. 360. 367. 308. 377. 3879. 382. 388. 390. 394. 404. 410. 432. 447. 480. Gersdorf, Henriette Katharine, von; geb. 1648 zu Sulzbach in Bayern, Großmutter des Grafen von Zinzendorf, + 1726 zu Großhennersdorf in Sachsen. Nr. 49. Gesenius, Justus; geb. 1601 zu Esbeck in Hannover, 4 1673 als Ober⸗ hofprediger und Generalsuperintendent in Hannover. Nr. 80. 99. Göz, Christian Gottlieb; geb. 1746 zu Hengen in Württemberg, 1803 als Pfarrer zu Hohenheim bei Stuttgart. Nr. 110. 24 370 Verzeichnis der Liederdichter. Gotter, Ludwig Andreas; geb. 1661 zu Gotha, daselbst 1785 als Hofrat. Nx. 24. 203. 31. Gramaim(Poliander), Johann; geb. 1487 zu Neustadt in der Oberpfalz, + 1541 als Pfarrer zu Königsberg i. Pr. Nr. 310. Greding, Johann Ernst; geb. 1676 zu Weimar, 4 1748 als Pfarrer bei Hanau. Nr. 58. Gregor, Christian; geb. 1723 zu Dirsdorf in Schlesien, 1801 als Bischof der Brüdergemeinde zu Berthelsdorf. Nr. 267. Gretgen, Adam; Advokat zu Sorau, 4 1660. Nr. 146. Gryphius, Andreas; geb. 1616 zu Glogau, 4 1664 daselbst als Land⸗ schaftssyndikus. Nr. 424. Günther, Cyriakus; geb. 1650 zu Goldbach bei Gotha, 1704 als Gymnasiallehrer zu Gotha. Nr. 190. Hardenberg, Friedrich, Freiherr von(Novalis); geb. 1772 zu Wiederstedt in der Grafschaft Mansfeld, 4 1801 als Bergamtsassessor zu Weißen⸗ fels. Nr. 498. 500. 501. artmann, Thomas; um 1604 Diakonus zu Eisleben. Nr. 103. aßlocher, Joh. Adam; geb. 1645 zu Speier. 1726 als Konsistorialrat und Hofprediger zu Weilburg a. L. Nr. 8. Hausmann, Julie; geb. 1825 zu Mitau, jetzt in St. Petersburg. Nr. 495. Hayn, Henriette Luise, von; geb. 1724 zu Idstein(Nassau), T 1782 zu Herruhut. Nr. 499. Hecker, Heinrich Cornelius; geb. 1699 zu Hamburg, 1743 als Pfarrer zu Meuselwitz bei Altenburg. Nr. 17. 29. 175. Heermann, Johann; geb. 1585 zu Raudten in Schlesien, Pastor zu Köben, 4 1647 zu Lissa in Posen. Nr. 64. 67. 88. 149. 150. 156. 197. 206. 218. 224. 282. 295. 336. 407. 448. Seu Heinrich; um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schlesien. Nr. 18. 125. elmbold, Ludwig; geb. 1532 zu Mühlhausen in Thüringen, daselbst 1598 als Superintendent. Nr. 335. 408. Herberger, Valerius; geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, 1627 als Pfarrer daselbst. Nr. 442. Herman, Nikolaus; 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joachimsthal in Böhmen. Nr. 38. 87. 324. 334. 345. 443. Hermes, Johann Timotheus; geb. 1738 zu Petznick bei Stargard in Pommern, 4 1821 als Oberkonsistorialrat zu Breslau. Nr. 485. Herruschmidt, Johann Daniel; geb. 1675 zu Bopfingen in Württemberg, 1 17238 als 1 Hahe der Theologie und Mitdirektor der Francke'schen Stiftungen zu Halle. Nr. 305. 387. Herzog, Johann Friedrich; geb. 1647 zu Dresden, daselbst 1699 als Rechtsanwalt. Nr. 348. Hesss Johann; geb. 1490 zu Nürnberg, 4 1547 als Pfarrer zu Breslau. r. 441. Hiller, Philipp Friedrich; geb. 1699 zu Mühlhausen in Württemberg, f 1769 als Pfarrer zu Steinheim bei Nördlingen. Nr. 26. 112. 113. 144. 239. 362. 486. Hoffmann, Gottfried; geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, 1712 als Rektor des Gymasiums zu Zittau. Nr. 451. Homburg, Ernst Christoph; geb. 1605 zu Mühla bei Eisenach, 1681 als Rechtsanwalt in Naumburg. Nr. 69. 105. Hülsemann, Wilhelm; geb. 1781 zu Soest in Westphalen, 1865 als Superintendent zu Elsey bei Iserlohn. Nr. 364. 35 als Hofrat. der Oberpfalz, ls Pfarrer bei 01als Bischof bst als Land⸗ 1 704Rdls zu Wiederstedt zu Weißen⸗ 4% Konsistorialrat urg. Nr. 405. 9„1 1152 zu 3 als Pfarrer u, Pastor zu . 149. 150. „448, 1 1627Q als Pachimethal Statgard in Eüa3d ö Frunce shen Hbt 1600 al zn Mesln Verzeichnis der Liederdichter. 371 Jonas, Justus; geb. 1493 zu Nordhausen, Freund und Gehilfe Luthers, Hobnen. 2454½⸗ + 1555 als Superintendent zu Eisfeld bei oburg. Nr. 154. Keymann, Christian; geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen,— 1662 als Rektor des Gymnasiums zu Zittau. Nr. 279. Klopstock, Friedrich Gottlieb; geb. 1724 zu Quedlinburg, 4 1803 als Legationsrat in Hamburg. Nr. 193. 461. 472. Knak, Gustav Friedrich Ludwig, geb. 1806 in Berlin, Pastor daselbst, + 1878 auf einer Reise zu Bünow bei Stolpmünde. Nr. 165. 488. Knapp, Albert; geb. 1798 zu Tübingen, 4 1864 als Pfarrer zu Stuttgart. Nr. 158. 160. 161. 166. 469. Knoll, Christoph; geb. 1563 zu Bunzlau, 4 1621 als Diakonus zu Sprottau. Nr. 431. Knorr von Rosenroth, Christian; geb. 1636 zu Altrauden in Schlesien, 1 1689 als Geheimer Rat zu Sulzbach. Nr. 330. Kramer, Moritz; geb. 1646 zu Ammerswort in Holstein, 4 1702 als Pfarrer zu Marne in Süderdithmarschen. Nr. 120. Kraufe, Jonathan; geb. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, 4 1762 als Superintendent in Liegnitz. Nr. 5. Krummacher, Friedrich Adolf; geb. 1767 zu Tecklenburg in Westfalen, + 1845 als Pfarrer in Bremen. Nr. 159. Kunth, Johann Sigismund; geb. 1700 zu Liegnitz, T 1779 als Super⸗ intendent zu Baruth in der Oberlausitz. Nr. 455. * 255. Adolf; geb. 1683 zu Bremen, f daselbst 1729 als Pfarrer. r. 255. Lang, Johann Jakob; geb. 1646 zu Nürtingen, 4 1690 als Pfarrer in Stuttgart. Nr. 389. Lange, Joachim; geb. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, 4 1744 als ofessor der Theologie zu Halle. Nr. 332. Laurenti, Laurentius(Lorenz Lorenzen); geb. 1660 zu Husum, 1722 als Musikdirektor und Kantor in Bremen. Nr. 101. 213. 453. Lehr, Leopold Franz Friedrich; geb. 1709 zu Kronberg bei Frankfurt a. M., Pfarrer in Köthen, 4 1744 in Magdeburg. Nr. 238. Liebich, Ehrenfried; geb. 1713 zu Probsthagen bei Liegnitz, 4 1780 als Pastor zu Lomnitz in Schlesien. Nr. 121. Liscow, Salomo; geb. 1640 zu Niemitzsch in der Niederlausitz, 1689 als Diakonus zu Wurzen. Nr. 231. 328. 421. Löscher, Valentin Ernst; geb. 1673 zu Sondershausen, 4 1749 als Ober⸗ konsistorialrat zu Dresden. Nr. 215. Löwenstern, Matthäus Apelles, von; geb. 1594 zu Neustadt bei Oppeln, + 1648 als Staatsrat zu Breslau. Nr. 143. 311. 46.„ Lar 2 Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt; geb. 1640, 1672. L. 27. Luise Henriette, Kurfürstin zu Brandenburg; geb. 1627 im Haag, Ge⸗ mahlin des großen Kurfürsten von Brandenburg; 1667 zu Berlin. Nr.(). 211(2). Luther, Martin; geb. 1483 zu Eisleben, daselbst 1546. Nr. 35. 40. 1. 85. 95. 124. 120. 134. 136. 142. 145. 147. 148. 153. 176. 204. 240. 297. 301. 365. 440. Magdeburg, Joachim; geb. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, 1583 als Pfarrer im Osterreichischen. Nr. 414.(1. Str.) 2⁴4³ 372 Verzeichnis der Liederdichter. Marot, Samuel; geb. 1770 zu Magdeburg, 1865 als Konsistorialrat zu Berlin. Nr. 185. Mathefins, Johann; geb. 1504 zu Rochlitz in Sachsen, als Student Luthers Haus- und Tischgenosse, 4 1565 als Pastor in Joachimsthal. Nr. 319(2). 492. Megander, Veit Ludwig; aus Schweinitz in Sachsen, daselbst 1709 als Amtsinspektor. Nr. 217. Mentzer, Johann; geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausitz, 1734 als Pfarrer zu Kemnitz bei Bernstadt in der Lausitz. Nr. 312. Mayfart, Johann Matthäus; geb. 1590 zu Walwinkel oder Waltershausen bei Gotha, 1642 als Pfarrer in Erfurt. Nr. 458. Möwes, Heinrich; geb. 1793 zu Magdeburg, 1834 als Pfarrer in Altenhausen bei Magdeburg. Nr. 470. Moller, Martin; geb. 1547 zu Kropstädt bei Wittenberg, 4 1606 als Pfarrer in Görlitz. Nr. 373. 388. 403. de la Motte⸗Fouqué, Friedrich; geb. 1777 zu Brandenburg, 4 1843. Nr. 496. Nachtenhöfer, Kaspar Friedrich; geb. 1624 zu Halle, 4 1685 als Pfarrer in Koburg. Nr. 32. Neander, Joachim; geb. 1650 zu Bremen, 7 daselbst 1680 als Pfarrer. Nr. 225. 284. 304. 318. 342. 445. Nerreter, David; geb. 1649 zu Nürnberg, 4 1726 zu Stargard als Generalsuperintendent von Hinterpommern. Nr. 381. Neumann, Kaspar; geb. 1648 zu Breslau, 4 daselbst 1715 als Pastor. Nr. 4. 83. 139. 192. 344 2. Neumark, Georg; geb. 1621 zu Mühlhausen in Thüringen, 1681 als Bibliothekar in Weimar. Nr. 415. PNeumeister, Erdmann; geb. 1671 zu Uchteritz bei Weißenfels, 1756 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 54. 93. 180. 236. 272. 294. 352. Neuß, Heinrich Georg; geb. 1654 zu Elbingerode im Harz, 4 1716 als Konsistorialrat zu Wernigerode. Nr. 244. 269. Nicolai, Philipp; geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, 4 1608 als Hauptpastor in Hamburg. Nr. 286. 463. Olearius, Johann; geb. 1611 zu Halle, T 1684 als Hofprediger zu Weißensels. Nr. 5.. 24. 61. 182. 180. 258. 288. Olearius, Johann Gottfried; geb. 1635 zu Halle, 4 1711 als Kon⸗ sistorialrat in Arnstadt. Nr. 20. Pauli, Joachim; geb. um 1636 zu Wilsnack in der Mittelmark, 1674 Hauslehrer zu Berlin. Nr. 155. Pfeil, Christoph Karl Ludwig, von; geb. 1712 zu Grünstadt in Bayern, + 1784 auf seinem Gute Deufstetten. Nr. 191. 361. Prätorius, Benjamin; geb. 1571 zu Weißenfels, Tnach 1668 als Pastor zu Lissa bei Delitzsch. Nr. 265. Preiswerk, Samuel; geb. 1799 zu Römlingen, Kant. Basel, 4 1871 als Prediger und Professor zu Basel. Nr. 478. Räder, J. Fr., geb. 1815 zu Elberfeld, hebenda 1872 als Handlungs⸗ gehilfe. Nr. 481. Rambach, Johann Jakob; geb. 1693 zu Halle, 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. Nr. 111. 114. 178. 271. 296. Reusner, Adam; geb. 1496 zu Mündelheim bei Düsseldorf, 4 um 1575 in seiner Vaterstadt. Nr. 398. Konsistorialrat als Student Vachimsthal. daselbst 1709 „1 1734 als 12. Waltershausen Is Pfarter in 1606 als burg, 4 1848. 35 als Pfarrer 0O als Pfarrer. Stargard als 15 als Pastor. „ 7+ 1681 als 3 1 17⁵6Nals 2. 20. 352. + 1716 als „ 1 1608 als Hofprodiger zn 208. I1I als Kon⸗ Uelmark, 1674 dt in Bohen, 368Bals Pastr 230 131 ul Omdlung 290 fessor det I. Verzeichnis der Liederdichter. 373 Richter, Christian Friedrich; geb. 1676 zu Sorau, 1711 als Arzt am Waisenhaus zu Halle. Nr. 327. Rinckart, Martin; geb. 1586 zu Eilenburg in Sachsen, 4 1649 als Archi⸗ diakonus daselbst. Nr. 168. 308. Ringwaldt, Bartholomäus; geb. 1530 zu Frankfurt a. O., 4 1598 als Pfarrer zu Langfeld in der Neumark. Nr. 194. 208. 214. 366. Rift, Johann; geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 1 1667 zu Wedel hei Altona. Nx. 15. 33. 50. 36.(5. 189. 198. 212. 807. 351. 460. Rodigaft, Samuel; geb. 1649 zu Gröben bei Jena, 4 1708 als Rektor am grauen Kloster zu Berlin. Nr. 411. Rothe, Johann Andreas; geb. 1688 zu Lissa bei Görlitz, Zinzendorjs Patronatspfarrer zu Berthelsdorf, 1758 als Pfarrer zu Thommen⸗ dorf bei Bunzlau. Nr. 232. 450. Rückert, Friedrich; geb. 1788 zu Schweinfurt, Professor der orientalischen Rr. zu Berlin; 4 1866 auf seinem Landgute Neuses bei Koburg. Nr. 16. Ruopp, Johann Friedrich; geb. in Straßburg, 4 1708 als Waisenhaus⸗ Inspektor zu Halle. Nr. 245. Rutilius, Martin; geb. 1550 zu Düben bei Bitterfeld, 4 1618 als Diakonus zu Weimar. Nr. 202. Sacer, Gottfried Wilhelm; geb. 1635 zu Naumburg, 1699 als Kammer⸗ advolat zu Wolfenbüttel. Nr. 48. 109. Schade, Johann Kaspar; geb. 1666 zu Kühndorf bei Meiningen, 1698 als Diakonus zu Berlin. Nr. 400. Schalling, Martin; geb. 1532 zu Straßburg, 1608 als Pfarrer zu Nürnberg. Nr. 273. Scheffler, Johann(Angelus Silesius); geb. 1624 zu Breslau, 1677 als geistlicher Rat des Fürstbischofs zu Breslau. Nr. 65. 256. 268. 2744. 278. 48. Scheidt, Christian Ludwig; geb. 1709 zu Waldenburg in Württemberg, 1761 als Hofrat und Bibliothekar zu Hannover. Nr. 226. Schein, Johann Hermann; geb. 1586 zu Grünhain in Sachsen, 4 1630 als Musikdirektor zu Leipzig. Nr. 438. Ehi Heinrich Theobald; geb. in Hessen, 4 1727 als Pfarrer in Gießen. Nr. 464. Schenk, Hartmann; geb. 1634 zu Ruhla bei Eisenach, 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. Nr. 14. Schenkendorf, Max, von; geb. 1783 zu Tilsit, 41817 als Regierungsrat zu Coblenz. Nr. 471. 483. Schirmer, Michael; geb. 1606 zu Leipzig, 4 1673 als Konrektor in Berlin. Nr. 23. 86. 128. Schlicht, Levin Johann; geb. 1681 zu Kalbe in der Altmark, 4 1723 als Pfarrer in Berlin. Nr. 338. Schmidt, Johann Eusebius; er 1669 zu Hohenfeld bei Erfurt, 4 1745 als Pfarrer zu Siebleben bei Gotha. Nr. 246. Schmolck, Benjamin; geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, 4 1737 als Pfarrer in Schweidnitz. Nr. 10. 13. 19. 51. 53. 77. 91. 94. 102. 129. 138. 173. 181. 223. 243. 228. 298. 325. 341. 346. 359(?). 378. 395. 434. 436. 439. 474. Schneegaß, Cyriakus; geb. 1546 zu Bufleben bei Gotha, 1 1597 als Pastor zu Friedrichsroda in Thüringen. Nr. 47. 374 Verzeichnis der Liederdichter. Schneesing, Johann; geb. zu Frankfurt a. M., 4 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha. Nr. 203. Schröder, Johann Heinrich; geb. 1666 zu Hallerspringe in Hannover, + 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Magdeburg. Nr. 228. 250. Schütz, Johann Jakob; geb. 1640 zu Frankfurt a. M., daselbst 1690 als Rechtsanwalt. Nr. 313. Schuster, Gotthard; geb. 1673 zu Langenhessen bei Zwickau, 4 1761 als Archidiakonus zu Zwickau. Nr. 449. Schwedler, Johann Christoph; geb. 1672 zu Krebsdorf in Schlesien, 1 1730 als Pfarrer zu Niederwiesa in der Oberlausitz. Nr. 507. Scriver, Christian; geb. 1629 zu Rendsburg, 4 1693 als Hofprediger zu Quedlinburg. Nr. 183. 340. Selnecker, Nikolaus; geb. 1532 zu Hersbruck bei Nürnberg, 1592 als Professor der Theologie in Leipzig. Nr. 9. 140. Senitz, Elabeth, von; geb. 1629 zu Rankau b. Brieg, 4 1679 zu Oels. Nr. 71. Siegfried, Johann; geb. 1564, 1 1637 als Superintendent zu Schleiz. Nr. 435. Spengler, Lazarus; geb. 1479 zu Nürnberg, 4 1534 als Rechtsgelehrter und Ratsschreiber daselbst. Nr. 205. Speratus, Paul(von Spretten); geb. 1484 zu Rottweil in Württemberg, + 1554 zu Marienwerder als Bischof von Pomesanien. Nr. 229. Spitta, Karl Johann Philipp; geb. 1801 zu Hannover, 4 1859 als Superintendent zu Burgdorf. Nr. 182. 354. 357. 497. Starck, Johann Friedrich; geb. 1680 zu Hildesheim, 4 1756 als Kon⸗ sistorialrat zu Frankfurt a. M. Nr. 396. Stegmann, Josua; geb. 1588 zu Sulzfeld bei Meiningen, 4 1632 als Superintendent und Professor der Theologie zu Rinteln. Nr. 141. Steuerlein, Johann; geb. 1546 zu Schmalkalden, 4 1613 als Stadt⸗ schultheiß zu Meiningen. Nr. 45, V. 1—2. Stier, Rudolß Ewald; geb. 1800 zu Fraustadt in Posen, 4 1862 als Superintendent und Oberpfarrer zu Eisleben. Nr. 162. Stockfleth, Heinrich Arnold; geb. 1643 zu Alfeld in Hannover, 1708 als Generalsuperintendent zu Mönchberg in Bayern. Nr. 417. Stockmann, Ernst; geb. 1634 in Lützen, T 1712 als Oberkonsistorialrat zu Eisenach. Nr. 384. Sturm, Christoph Christian; geb. 1740 zu Augsburg, 4 1786 als Haupt⸗ pastor in Hamburg. Nr. 90. 234. Tersteegen, Gerhard; geb. 1697 zu Mörs,— 1769 als Bandwirker zu Mühlheim an der Ruhr. Nr. 2. 36. 115. 251. 484. 502. Thilo, Valentin, der jüngere; geb. 1607 zu Königsberg, 7 daselbst 1662 als Professor der Beredsamkeit. Nr. 22. Tietze, Christoph; geb. 1641 zu Wilkau bei Breslau, 4 1703 als Pfarrer zu Hersbruck bei Nürnberg. Nr. 210. 406. Tollmann, Gottfried; geb. 1680 zu Lauban in Schlesien, um 1723 Pfarrer zu Leube in der Oberlausitz. Nr. 370. Ulber, Christian Samuel; geb. 1714 zu Landshut in Schlesien, 4 1776 als Hauptpastor zu St. Jacobi in Hamburg. Nr. 452. Wei En Josua; geb. 1604 zu Augsburg, 4 1640 als Pfarrer zu Preß⸗ urg in Ungarn. Nr. 106. 371. Weingärtner, Sigismund; angebl. um 1600 Prediger in Heilbronn. Nr. 376. Weisse, Michael; geb. zu Neiße in Schlesien, 4 1542 zu Neutomischl als orsteher der Böhmischen Brüder. Nr. 73.(422.) Wilheln burg Winckle 61 Wolf, der Zeibich, Profef Zesen, Prit Zihn, diakt Zinzend der Zinzend in L Zwick, an d der Pfarrer zu Hannover, 3. 200. selbst 1690 prediger zu 1592 als A8. Nr. 7l. iz-Nr. 435. chtsgelchttet zürttemberg, lr. 20. 1859 als . 6 als Kon⸗ 11632 ale Nr. 141. als Stadt⸗ 1862 als H 0 41 nsistorialtat als Haupt⸗ mowirker Iu 500. elbst 1662 als Pfatrei Verzeichnis der Lieder. 375 Weissel, Georg; geb. 1590 zu Domnau in Ost-Preußen, 1635 als rediger zu Königsberg in Preußen. Nr. 21. 242. Wilhelm II., Herzog von Sachsen⸗Weimar; geb. 1598 auf Schloß Alten⸗ burg, 4 1662 zu Weimar. Nr. 6(7). Winckler, Johann Joseph; geb. 1670 zu Luckau in Sachsen⸗Altenburg, + 1722 als Konsistorialrat zu Magdeburg. Nr. 259. 261. 399. Wolf, Jakob Gabriel; geb. 1684 zu Greifswald, 4 1754 als Professor der Rechte zu Halle. Nr. 264. Zeibich, Christoph Heinrich; geb. 1677 zu Mölbis bei Leipzig, 1 1748 als Professor der Theologie und Probst zu Wittenberg. Nr. 418. Zesen, Philipp, von; geb. 1619 zu Priorsau an der Mulde, 4 1689 als Privatgelehrter zu Hamburg. Nr. 25. Zihn, Johann Friedrich; geb. 1650 zu Suhl, daselbst 1719 als Archi⸗ diakonus. Nr. 386. Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von; geb. 1700 zu Dresden, Stifte: der Brüdergemeinde, 4 1760 zu Herrnhut. Nr. 172. 355. 482. 491. Zinzendorf, Christian Renatus Shro ve; geb. 1727 zu Herrnhut, 1752 in London. Nr. 479. Zwick, Johann; geb. 1496 zu Constanz, 4 1542 als Pfarrer zu Constanz an der Pest zu Bischoffszell(Verfasser des ersten Kirchengesangbuchs in der reformierten Schweiz, Zürich 1536). Nr. 107. —3——— Verzeichnis der Lieder. Nr. M. 5) Nr. M. Ach, bleib bei uns, Herr J. 140 69 Auf Christi Himmelfahrt„106 58 Ach, bleib mit deiner Gnade 141 70 Auf diesen Tag bedenken wir 107 Ach Gott, in Gnaden von 366 Auferstehn, ja auferstehn„ 472 Ach Gott und Herr, wie 202 81 Auf Gott und nicht auf„375 116 Ach Gott, verlaß mich nicht 288 115Auf meinen lieben Gott„ 376 Ach Gott, vom Himmel sieh 142 Auf, mein Herz! Ein froher 83 Ach Gott, wie manches H. 373 Aus Gnaden soll ich selig 226 Ach mein Herr Jesu, dein 267 Aus meines Herzens Gr. 319 Ach mein Jesu, sieh, ich trete 338 Aus tiefer Not schrei ich zu 204 82 Ach, sagt mir nicht von Gold 268 ö Ach wie flüchtig, ach wie 419 Bedenke, Mensch, das Ende 421 Ach wundergroßer Siegesh. 105 58Befiehl du deine Wege 377 117 Allein Gott in der Höh sei 131 1 Begrabt den Leib in seine G. 422 Allein zu dir, Herr Jesu 203 89 Bei dir, Jesu, will ich.. 182 Alle Menschen müssen sterb. 420 129 Bescher uns, Herr, das.334 Alles ist an Gottes Segen 374 ö Bis hieher hat mich Gott 44 Also hat Gott die Welt gel. 29 Auf, auf, ihr Reichsgenossen 15 22 Christ, der du bist der helle T. 339 Auf, auf, mein Herz, mit J. 82 Christe, du Beistand dein. Kr. 143 „ In der mit M. bezeichneten Reihe sind die Nummern angegeben, welche die betreffenden Lieder im Militärgesangbuch haben. 376 Christe, du Lamm Gottes Christ ist erstanden von der Christ lag in Todes Banden Christ, unser Herr, zum Jord. Christus der ist mein Leben Das alte Jahr vergangen Das Jahr geht still zu Ende Das ist ein teuer wertes W. 2 Das Leben welkt wie Gras Das liebe neue Jahr geht Das walte Gott, der helfen Das walt Gott Vater und G.? Dein König kommt in nied. Dein Wort, o Herr, ist milder Dennoch bleib ich stets an!? Der am Kreuz ist meine L. Der beste Freund ist in dem Der du in Todesnächten. Der du uns als Vater.. Der du zum Heil erschienen Der Glaub ist eine Zuversicht 2 Der heilge Christ ist kommen 9 Der Herr, der allerenden„ Der Herr ist meine Zuversicht 3 Der Hölle Pforten sind zerst. Der lieben Sonne Licht und? Der Mond ist aufgegangen Der Pilger aus der Ferne Der Sabbat ist vergangen! Der Tag, der ist so freudenr.« Der Tag ist hin, mein Jesu 3— Des Morgens, wenn ich. Dich, mein Jesu, laß ich. Die Ernt ist nun zu Ende! Die Gnade sei mit allen. Die güldne Sonne voll F.? Die helle Sonn leucht jetzt! Die Herrlichkeit der Erden Die Nacht ist vor der Thür Die Sach ist dein, Herr J.« Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Die wir uns allhier beis. Dir, dir Jehovah, will ich 2 Du bist zwar mein und. Du Herr der Seraphinen. Du Lebensbrot, Herr Jesu Du meine Seele, singe.. Durch Adams Fall ist ganz Durch Trauern und durch P. Du weinest vor Jerusalem Nr. 57 8⁴ 85 176 423 299 205 48 206 Verzeichnis M. 7⁷ 142 der Lieder. Ein Christ kann ohne Kreuz Eine Herde und ein Hirte. Einen guten Kampf hab ich Einer ist König, Immanuel Einer ists, an dem wir.. Eines wünsch ich mir vor Ein feste Burg ist unser Gott Ein Jahr der Sterblichkeit Ein Lämmlein geht und Ein neuer Tag, ein neues L. Ein reines Herz, Herr, schaff Eins ist not! Ach Herr Erhalt uns deine Lehre.. Erhalt uns, Herr, bei dein. Erhöhter Jesu, Gottes S. Ermuntert euch, ihr From. Ermuntre dich, mein Erneure mich, o ewges Licht Erschienen ist der herrlich T. Es ist das Heil uns kommen Es ist ein Ros entsprungen Es ist genugl Mein matterS. Es ist genugl So nimm, Herr Es ist gewißlich an der Zeit Es ist noch eine Ruh vorh. Es ist vollbracht! Er ist Es wolle Gott uns gnädig Ewge Liebe, mein Gemüte Fahre fort, fahre fort, Zion Fang dein Werk mit Jesu Freu dich sehr, o meine S. Fröhlich soll mein Herzen. Frühmorgens, da die Sonn Geduld ist euch von nöten Geh aus, mein Herz, und Geht nun hin und grabt. Geist vom Vater und vom Gelobet sei der Herr, mein G. Gelobet seist du, Jesus Ch. Gib dich zufrieden und sei Gott, deine Güte reicht so Gott der Juden, Gott der Gott der wirds wohlmachen Gott des Himmels und der Gott fähret auf gen Himmel Gott fährt auf, was soll ich Gott, gib einen milden Reg. Gott ist gegenwärtig Gott ist mein Hort, und. Nr. 381 159 425 108 160 469 145 49 59 325 244 228 146 147 452 453 33 245 87 229 466 426 42⁷ 454 45⁵ 60 148 230 246 353 42⁸ 34 88 382 480⁰0 4²29 119 132 35 383 290 53 384 3²2⁰ 109 110 120⁰ 2 171 M. 71¹ 9⁰ 72 31 143 Gott ist v Gott lebet Gottlob, Gottlob, Gottlob, e Gottlob, Gott sei L Gott Vat Gott will Großer 6 Großer Großer J Habe dei Halleluja Halleluja, Halleluja Halleluja, Halleluja Halt im! Harre, m Heiland, Heilig, he Herr, de Herr, di Herr, der Herr, de Herr, d Herr, du Herr, du Herr, es Herr Got Herr Got Herr, hu Hert, ic Herr Je Herr I Herr N Herr Je Der I. Herr Jo Nr. euz 381 rt. 159 ich 425 nuel 108 100 vor 469 Hott 145 hkeit 49 ⁰ 5 L. 325 haff 244 +. 220 46 14⁴⁷ S. 452 „453 33 24⁵ 5 2²⁰ 40 71 5 0 Verzeichnis der Lieder. Gott ist und bleibt getreu! Gott lebet noch! Seele, was 5 Gottlob, der Sonntag.. Gottlob, die Stund ist.. 4“ Gottlob, ein neues Kirchenj. Gottlob, nun ist erschollen? Gott sei Dank durch alle W. Gott Vater, aller Dinge G. Gott wills machen, daß die 3 Großer Gott von alten Z. Großer Gott, wir loben dich? Großer Mittler, der zur R. Habe deine Lust am Herrn? Halleluja, jauchzt, ihr Chöre Halleluja, Jesus lebet! Erl. Halleluja! Jesus lebt! Tod Halleluja, Lob, Preis und E. Halleluja, schöner Morgen Halt im Gedächtnis Jesum Harre, meine Seele Heiland, deine Menschenl.? Heilig, heilig, heilig ist der H. 3 N Herr, dein herzliches Verl. Herr, dein Wort Herr, Herr, du hast für alle S. Herr, du hast in deinem R. Herr, du wollst uns vollber. Herr, es ist von meinem L. Herr Gott, dich loben wir, H.? Herr Gott, dich lob. wir, reg. Herr, höre, Herr, erhöre.2 Herr, ich habe mißgehandelt? Herr Jesu Christ, dein teur. Herr Jesu Christ, dich zu Herr Herr Jesu Christ, du. wir Herr Jesu Christ, mein h. Herr Jesu Christ, wahr M. Herr Jesu, deine Angst und Herr Jesu, deiner Glieder R. Herr Jesu, dir sei Preis Herr Jesu, Gnadensonne. Herr Jesu, Licht der Heiden Herr, oͤffne mir d. Herzensth. Herr, sei gelobet, daß du 2 Herr, stärke mich, dein L. Herr, unser Gott, laß nicht Herr, wie du willst, so schicks 2 Herr, wir stehen hier vor dir der du mir das Leben 3- Herr, der du vormals hast? Jesu Christ, du.. sieh 2 M. 16 83 9¹ 119 Herzlich lieb hab ich dich. Herzlich thut mich verlang. Herzliebster Jesu, was hast Herz und Herz vereint zus. Heut triumphieret Gottes Hier liege ich zu deinen F. Hilf, Helfer, hilf, du kannst Hilf, Hilf, Herr Jesu, laß geling. Hilf uns, Herr, in allen D. Himmelan geht unsre Bahn Hin nach oben möcht ich. Hinunter ist der Sonne Sch.? Hirte deiner Schafe. Höchster, denk ich an die G. Höchster Gott, wir danken Höchster Tröster, komm hern. Hosianna, Davids Sohn. Hüter, wird die Nacht der S. Jauchze, auserwählt Geschl. Jauchzet Gott in allen L. Jauchzet, ihr Himmel, frohl. Ich armer Mensch, ich.. Ich bete an die Macht der L. Ich bin ein Gast auf Erden“ h bin getauft auf deinen ch bin ja, Herr, in dein. danke dir für deinen Tod 9Bdenk an dein Gerichte freue mich der frohen Z. ED geh zu deinem Grabe habe Lust zu scheiden habe nun den Grund hab in Gottes Herz. hab in guten Stunden hab mich Gott ergeben DEDCEDEDEρ ρ ρα 8... komme, Herr, u. suche .. ruf zu dir, Herr Jesu Eαα Ich steh an deiner Krippe Ich sterbe täglich, und mein Ich und mein Haus Ich weiß, an wen ich gl. Ich weiß, an wen mein Gl. Ich will dich lieben, meine Ich will streben nach dem Helfer, hilf, erbarm.? freue mich, mein Gott 2 hab von ferne, Herr.« heb mein Augen sehnl.! laß dich nicht, du mußt! preise dich und singe. Ich singe dir mit Herz u. M.? 378 ch will von meiner M.. e größer Kreuz, je näher Jehovah, Herr und König Jerusalem, du hochgebaute Jesu, deine Passion Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der du meine Seele Jesu, der du wollen büßen Jesu, frommer Menschenh. Jesu, geh voran Jesu, großer Wunderstern Jesu, hilf siegen, du Fürste Jesu, komm doch selbst zu Jesu, meine Freude Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Lebens Leben Jesus Christus herrscht als Jesus Christus, unser Heil. Jesu, sieh mich an in Gn. Jesus, Jesus, nichts als J. Jesus lebt, mit ihm auch sus, meine Zuversicht. Jius nimmt die Sünder Jesus soll die Losung sein Ihr armen Sünder, kommt Ihr Christen, rühmt, erhebt Ihr Eltern, gute Nacht Ihr Waisen, weinet nicht In allen meinen Thaten. In Christi Wunden schlaf In dich hab ich gehoffet In Gottes Namen fang ich Ist Gott für mich, so trete Komm, du wertes Lösegeld Komm, heilger Geist, o Sch. Komm, heiliger Geist, erfüll Komm, heiliger Geist, Herre Komm, o komm, du Geist Kommt, Kinder, laßt uns Kommt, laßt euch den H. König, dem dein König.. König Jesu, streite, siege. 2 Lasset die Kindlein kommen Lasset mich voll Freuden. Lasset uns mit Jesu ziehen Laß mich dein sein und bl. Laßt mich gehn, laßt mich Laßt uns doch Christo.. Licht, das in die Welt gek. Licht vom Licht, erleuchte. Nr. 211 39⁵5 362 458 66 67 212 68 275 35⁵ 54 250 487⁷ 276 183 69 113 9⁵ 235 27⁷ 96 9⁷ 236 51 213 122 449 396 397 437 398 328 237 20 123 1 124 12⁵ 251 252 114 161 179 18⁰ 25⁵³ 9 488 70 162 10 M. 84 12⁰ 135 4⁵ 9⁷ 122 61 62 101¹ 10⁰ 38 17 Verzeichnis der Lieder. Liebe, die du mich zum B. Liebster Jesu, hier sind wir Liebster Fau, wir sind hier Lobe den Herren, den mächt. Lobe den Herren, o meine Lobet den Herren, alle H. Lobt Gott, ihr Christen. Mache dich, mein Geist Machs mit mir, Gott, nach Macht hoch die Thür... Man lobt dich in der St. Meinen Mein erst Gefühl sei Preis Meine Seele senket sich.. Meine Seel ist stille Meine Sorgen, Angst u. Pl. Mein ZFreund ist mein, u. ich Mein ganzer Geist, Gott. Mein Gott, ich klopf ann. Mein Gott, ich weiß woh Mein Heiland nimmt die S. Mein Herz, gib dich. Mein Leben ist ein Pilgrimst. Mein lieber Gott, gedenke Mein schönste Zier und Kl. Merk, Seele, dir das große Mir ist Erbarmung widerf. Mir nach, spricht Christus Mit Ernst, o Menschenkind. Mit Fried und Freud ich Mitten wir im Leben sind Morgenglanz der Ewigkeit Meinen Heiland im Herzen Fesum laß ich nicht 27 Nimm von uns, Herr. Nun bitten wir den hl. G. Nun danket alle Gott... Nun danket all u. bringet Nun freut euch, lieben Chr. Nun jauchzet, all ihr From. Nun kommt das neue K. Nun lasset uns Gott preis. Nun laßt uns gehn u. tr. Nun laßt uns Gott d. H. Nun lob, mein Seel, den Nun preiset alle Gottes Nun ruhen alle Wälder Nun schlaf, mein liebes K. Nun sich der Tag geendet Nun singet und seid froh. Nun so bleibt es fest dabei 254 Nr. M. 278 102 181 11 18 304 6 305 7 306 38 438 21 2 307 489 9 10⁴ 329 399 400 401 280 459 293 439 238 402 255 294 490 491 239 250 39 22 25 136 44⁰ 330 403 126 308 8 309 240 25 2 24 371 52 36 335 310 —Üα811 347 146 492 348 39 493 147⁷ Oaujferstand O daß doch O daß ich t O du allers O du ftöhl O du Liebe ODurchbre OEwigleit, OFriedens Ofrommer O Gott, d O Gott, di OGottes& OGott, vo O großer( O Haupt O helgger O heillger O heilige D O helige! hochgele Herr, v hilf, Ch Jesu Cl Fesu C esu, Nsu, Neu, König a Lünd. Lamm — Dselg du Osern, Ost süßer ag, OTod w Tam 89899 Nr. M. B. 278 10²2 wir 181 hier 11 cht. 304 ine 305 7 18 — ** hohl 439 230 Rleit 33⁰ . 103 G. 126 Verzeichnis der Lieder. O auferstandner Siegesfürst O daß doch bald dein F. O daß ich tausend Zungen? O du allersüßte Freude. O du fröhliche, o du selige O du Liebe meiner Liebe. O Durchbrecher aller Bande O Ewigkeit, du Donnerwort O Friedensfürst aus Davids O frommer und getreuer G. 2 O Gott, des gnadenvoller Gott, du frommer Gott großer Gott, du reines Haupt voll Blut. heilger Geist, kehr bei heilger Geist, laß uns — 8888886888 heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit. Herr, vor dem sich Erd hilf, Christe, Gottes S. Jesu Christe, wahres L. Jesu Christ, mein Jesu, du mein Bräut. Jesu, Herr der Herrlichk. Jesu, Jesu, Gottes S. Jesu, meine Wonne Jesu, süßes Licht König aller Ehren. O König, dessen Majestät O Lamm Gottes, unschuldig O selig Haus, wo man dich Ostern, Ostern, Frühlingsw. O süßer Stand, o selig L. O Tag, so schwarz und. O Tod, wo ist dein Stachel O Traurigkeit, o Herzeleid O Vater der Barmherzigk. O Vaterherz, o Licht O Welt, ich muß dich lassen O Welt, sieh hier dein.. 885865888 Ringe recht, wenn Gottes Rüstet euch, ihr Christenl. Schaffe in mir, Gott, ein Schaffet, schaffet, Menschenk. Schlage, Jesu, an mein H. Schmücke dich, o liebe S. Gottes Sohn, Herr Jesu? Gott, von dem wir alles! heilige Dreieinigkeit, erh.? M. 107 49 5⁵ 50 108 2 109 110⁰ 80⁰ Schmückt das Fest mit M. Schönster Herr Jesu Schütze die Deinen.... Schwing dich auf zu deinem Seelenbräutigam, Jesu, G. 288 Seele, geh auf Golgatha. Seele, sei zufrieden. Seele, was ermüdst du dich? Sei fröhlich alles weit und Sei getreu bis an das E. Sei Gott getreu, halt..1 Sei Lob und Ehr dem.. Sei mir tausendmal Selig sind des Himmels Siegesfürste, Ehrenkönig Sieh, dein König kommt Sieh, hier bin ich, Ehrenk. So jemand spricht, ich liebe 2 So ist die Woche nun.. Sollt es gleich bisweilen Sollt ich meinem Gott..5 So nimm denn meine H. Sorge doch für meine.. So ruhest du, o meine Ruh So wahr ich lebe, spricht 111 Speis uns, Vater, deine 336 Straf mich nicht in deinem 2 Such, wer da will, ein ander Sünder, willst du sicher sein Teures Wort aus Gottes Thut mir auf die schöne Treuer Jesu, wache du. Treuer Wächter Israel Tröstet, tröstet meine Lieben Unsern Ausgang segne Unsre müden Augenlider.3 242 112 20 21 Unter Lilien jener Freuden 462 Unumschränkte Liebe, gönne Valet will ich dir geben. Vater, kröne du mit Segen Vater unser im Himmelreich Verleih uns Frieden gnäd. Verzage nicht, du Häuflein Vom Himmel hoch da.. Vom Himmel kam der E. Von des Himmels Thron Von Gott will ich nicht Vor G'richt, Herr Jesu 408 221 442 139 364 150˙ 297 365 152 40 41 18⁵ 72 148 32 12⁴ Wach auf, du Geist. Wach auf, mein Herz, die N. Wach auf, mein Herz, und Wachet auf, ruft uns die Wär Gott nicht mit uns Warum betrübst du dich. Warum sollt ich mich denn Warum willst du draußen Was du vor tausend Jahren Was Gott thut, das ist. Was Gott zusammenfügt. Was macht ihr, daß ihr. Was mein Gott will... Was wär ich ohne dich gew. Weicht, ihr Berge, fallt. Weil ich Jesu Schäflein bin Wenn alle untreu werden Wenn ich ihn nur habe. Wenn ich, o Schöpfer.. Wenn kleine Himmelserben Wenn meine Sünd mich. Wenn mein Stündlein.. Wenn wir in höchsten N. Werde Licht, du Stadt. Werde munter, mein Gem. Wer Gott vertraut, hat Wer ist wohl wie du, Jesu Wer nur den lieben Gott Wer sind die vor Gottes Wer weiß, wie nahe mir Wie bist du mir so innig gut Wie fleucht dahin der M. Wie Gott mich führt, so. Wie groß ist des Allmächt. Wie könnt ich ruhig schlafen Wie lieblich ists hienieden Wie schön ists doch, Herr Wie schön leuchtet der M. Wie soll ich dich empfangen Nr. 164 101 333 463 153 409 410 27 496 411 359 497 412 498 243 499 500 501 315 45⁵⁰0 8⁰ 443 413 56 351 414 285 415 464 444 502 445 416 316 503 504 360 286 28 85 86 40 128 14¹1 13 Wie treu, mein guter Hirte 2 Wie wird mir dann, mein Wie wohl ist mirr.. Willkommen, Held im Str. Wir Christenleut habbn Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du gen H. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod Wir danken Gott für seine! Wir glauben all an einen Wir liegen hier zu deinen Wir Menschen sind zu dem Wir singen dir, Immanuel Wo findet die Seele Wo Gott der Herr nicht. Wohl auf, mein Herz, z Wohl einem Haus, da J. Wo ist Jesus, mein Verl. Wollt ihr wissen, was.. Womit soll ich dich wohl Wort des höchsten Mundes Wo soll ich fliehen hin.. Wo soll ich hin, wer hilfet? Wo willst du hin, weils. Wunderanfang, herrlich E. Wunderbarer König. —— ein zu deinen Th. Zeuch uns nach dir, so. Zieh hin, mein Kind.. Zieht in Frieden eure Pfade Zion, gib dich nur zufrieden Zion klagt mit Angst... Zu deinen Füßen liege ich Zu Bethlehem geboren ist M. — — 14 66 Et Im 1. S Cpiste Di Stun 17 ist, aufzust imser Heil wit gläub vorgerückt, lommen: Verle der Vaffen des lich wande Fressen unt und Unzuc ondern zi Christ, ur also, daß Cvangel (Gelobe N. Da si me Olberg, 6 zween, ur hin in den und alsb finden au bei ihr; zu mir. wird sag bedarf ihr lasen. D dad erfül durch den Sagetde Aunig lon R auf Fullen d Nunge ö Rren 9 bachten und legt schten ih * Nr. hirte 222 nein 446 57 Stt. 10² * 1 13¹⁷ mdes 175⁵ 1..224 hilfet 225 1ls. 104 96. 41⁷ . 18 H. 130 so. 1¹⁷ 451 Fiche 165 cieden 15⁵ „ 105 e ich 415 ist 4⁷ N. 114 5⁷ 50 8⁷ 3⁰ 14 60 Evangelien und Episteln. Am 1. Sonntage des Advent. Epistel. Röm. 13, 11—14. (Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaf.) nd weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf; sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir gläubig wurden; die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbei⸗ kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasset uns ehrbar⸗ lich wandeln als am Tage; nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium. Matth. 21, 1—9. (Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn!) Da sie nun nahe an Jerusalem kamen, gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und alsbald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: „Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Abnig kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin.“ Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen, und sträueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am 2. Sonntage des Adbent. Epistel. Röm. 15, 4—13. (Die Verheißung den Vätern geschehen.) Woes aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christi, auf daß ihr einmütiglich mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleich⸗ wie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Ver⸗ heißungen, den Vätern geschehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet:„Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen.“ Und abermal spricht er: „Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Voll!“ und abermal:„Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker!“ und abermals spricht Laues.„Es wird sein die Wurzel Jesses, und der auferstehen wird, zu derrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.“ Der Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium. Luk. 21, 25—36. (Die Zukunft des Herrn.) U es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen; und das Meer und die Wasserwogen werden brausen; und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfänget, zu ge⸗ schehen, so sehet auf, und erhebt eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleich⸗ nis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr's an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht ver⸗ gehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fall⸗ strick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Meuschen Sohn. Am 3. Sonntage des Advent. Epistel. 1. Cor. 4, 1—5. (Richtet nicht vor der Zeit.) afür halte uns jedermann: für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fuchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde oder von Am 3. und 4. Sonntage des Advent. einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Denn ich bin mir nichts bewußt; aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist's aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Lihn komme, welcher auch wird ans icht bringen, was im Finstern ver⸗ borgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeg⸗ lichen von Gott das Lob widerfahren. Evangelium. Matth. 11, 2—10. (Bist Du, der da kommen soll) Daꝰ aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörete, sandte er seiner Jünger zween, und ließ ihm sagen: Bist Du, der da lommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret: die Blinden sehen, und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, und die Tauben hören, die Toten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt; und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinaus⸗ gegangen in die Wüste zu sehen? Wollet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her webt? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wollet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinaus⸗ gegangen zu sehen? Wollet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem henCnael stehet:„Siehe, Ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.“ Am 4. Sonntage des Advent. Epistel. Philipp. 4, 4—7. (Freuet euch in dem Herrn allewege.) reuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Men Sorget n Dugen lo Ind Flehe Gott kund Gottes, u Verunft, Sinne in Cvange Das dii Vhar von Jeruf daß ste ih Und er be und er Crristus. dennꝰ bis bin's nich und er ant sie zu ihn wir Antw Resandt h ir selbst. Stimmee Richtet de Prophet die gesank den Phari prachen den, so! Clas, no antwortet taufe mit unter eu kennet. kommen wesen ist aß 6 Dies ges e Iutd Am ö er auch richte denn ich bin ber darinnen igt; der Her htet. Darum Zeit, bis det uch wird ans Finstern ver⸗ at der Herzen ird einem jeg⸗ widerfahren. . 11, 2—H1b. nmen sollꝰ) im Gefängnis hörete, sandte und ließ ihm lommen soll, ndern wartenꝰ prach zu ihnen: hannes wieder, t: die Blinden en gehen, die ein, und die ten sechen auf, 3 Cpangellun „der sscnicht die hingingen n zu dem Vol ihr hinaue, e zu sehenꝰ n das Am 1. Weihnachtstage. 3 allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! Evangelium. Joh. 1, 19—28. (Das Zeugnis Johannis des Täufers.) nd dies ist das Zeugnis des Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: was denn? bist du Elias? er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn! wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern; und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch der Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir kommen wird, welcher vor mir ge⸗ wesen ist, des ich nicht wert bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara, jenseit des Jordans, da Johannes taufte. Am 1. Weihnachtstage. Epistel. Tit. 2, 11—14. (Es ist erschienen die heilsame Gnade.) D es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herr⸗ lichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium. Luc. 2, 1—14. (ELuch ist heute der Heiland geboren.) Eꝰ begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Raechtet ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertraueten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe, ich ver⸗ kündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heer⸗ scharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! 4 Am 2. Weihnachtstage. Am 2. Weihnachtstage. Epistel. Tit. 3, 4—7. Die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes.) Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes,— nicht um der Werke willen der Gerechtigleit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barm⸗ herzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Er⸗ neuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christ, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Evangelium. Luc. 2, 15—20. (Die Anbetung der Hirten.) Urd da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem, und die Ge⸗ schichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend, und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und be⸗ wegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Am Sonntage nach Weihnachten. Epistel. Gal. 4, 1—7. (Die Erfüllung der Zeit.) Onch sage aber, so lange der Erbe unmündig ist, so ist zwischen ihm und einem Knechte kein Unter⸗ schied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vor⸗ mündern und Pflegern bis auf die Zeit, die der Vater bestimmt hat. Also auch wir, da wir unmündig Am Neujahrstage. waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetz waren, erlöste, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohns in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hie kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder; sind's aber Kinder, so sind's auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium. Luc. 2, 33—40. (Simeon und Hanna.) nd sein Vater und Mutter wunder⸗ ten sich des, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird,(und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen,) auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar wer⸗ den. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betaget, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrau⸗ schaft; und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu der⸗ selbigen Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehreten sie wieder gen Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. Am Neujahrstage. Epistel. Gal. 3, 23—29. (Wir sind alle Gottes Kinder.) he denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret und verschlossen auf den Glauben, werden. 2 guchtmeist daß wir! würden. lmmen i unter dem seid alle Glauben a wie viel sind, die k Hie ist ke st kein K kin Man Heid allzu Seid ihr Abrahame häßung Cvar nd da das ward sei welcher g ehe denn ward. Am So Cpiste — Ihr N so ei (die euch werdet,) Seltsam ihr mit auch zur Herrlict möget. Rchmäh Hhrist: der Herr auf euch. aber bei⸗ aber un oder D in ein ober d Uchtz Fall. das Ge ge. fangen unter gen. Da aber „sandte Gott u von einem Gesetz gethan, er dem Gesetz die Kindschast denn Kinder en Geist seines „ der schreiet: Also ist nun sondern eitel ider, so sind's rch Christum, 2, 33—40. anna.) lutter wunder⸗ von ihm geredet egnete sie, und iner Mutter: tzu einem Fall in Jorael, und widersprochen ein Schwert gen,) auf daß roffenbar wer⸗ ine Prophetit, zhanuels, vom L wohl betaget, n Phre mit der Jungstau⸗ ine Witwe bei ven; die kam „diente Gott Tag und Nacht. hinzu zu der ries den Hern allen, R 30 erusalem zalles vollende c des.Or.. en Galilia 53 Am Sonntage nach Neujahr. 5 Glauben, der da sollte offenbart werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer auf Christum getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist lein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Same und nach der Ver⸗ heißung Erben. Evangelium. Luc. 2, 21. (Der Jesusname.) U da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genanut Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach Neujahr. Epistel. 1. Petri 4, 12—19. (Mit Christo leiden.) Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, V so euch begegnet, nicht befremden, (die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet,) als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi; denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepriesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Uebelthäter, oder der in ein fremd Amt greifet. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre aber Gott in solchem Fall. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns, was will's für ein Ende werden mit denen, die dem CEvangelium Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. Evangelium. Matth. 2, 13—28. (Die Flucht nach Agypten.) Da sie aber hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch nach Agyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich nach Agypten⸗ land; und blieb allda bis nach dem Tod des Herodes, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: „Aus Agypten hab ich meinen Sohn gerufen.“ Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und drunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremias, der da spricht: „Auf dem Gebirge hat man ein Ge⸗ schrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder, und wollte sich nicht trösten lassen; denn es war aus mit ihnen.“ Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Agyptenland, Und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die de Kinde nach dem Leben stunden. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Orter des galiläischen Landes, und kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazareth; auf daß erfüllet würde, das da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Am Epiphaniasfeste. Epistel. Jes. 60, 1—6. (Mache dich auf, werde licht!) ache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herr⸗ lichkeit des Herrn gehet auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völker; aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, und siehe umher! Diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter auf dem Arme hergetragen werden. Dann wirst du deine Lust sehen, und aus⸗ brechen, und dein Herz wird sich wundern, und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium. Matth. 2, 1—12. (Die Weisen aus dem Morgenlande.) Da Jesus geboren war zu Beth— lehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem, und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? 6 Am Epiphaniasfeste. Am 1. Sonntage nach Epiphanias. Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschral er und mit ihm das ganze Jerusalem; und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten:„Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei.“ Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethlehem, und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kind⸗ lein; und wenn ihr's findet, so saget mir's wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Sonntage nach Epiphanias. Epistel. Röm. 12, 1—6. (Das lebendige Opfer.) Ouch ermahne euch nun, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt glich, sor Emeuerun r prüfen gute, woh Hottes⸗W die Gnade mann unt von sich zu halter mäßiglich dem Got des Glau als wir haben, al Heschäft Ein Leib ander ist und hab der Gna Evang De 13 se en Ind de gingen f Gewohn Tage vo 3u Hau Vsus zr wußten⸗ er wäre lamen ei ihn unt lannten Ringen und su nach dr Tempel daß er! Und al phanias. m gesehen im lommen, ihn der König Mer und mit lem; und ließ epriester und em Voll, und Christus sollte ie sagten ihm: dischen Lande; ben durch den Bethlehem im it nichten die sten Judas; kommen der Voll Piael ej Herodes die erlernte mit un der Stern wies sie gen Ziehet hin, ich dem Kind⸗ indet, so saget auch komme, sie nun den zogen sie hin. „den sie im tten, ging vor am und stund indlein war. 1, wurden sie ngen in das Kindlein mit und fielen es an, und und schenkten ind Murt. nim Traum, sten wiedet zu gen durch einen ihr Land. ae nach 06. Am 2. Sonntage nach Epiphanias 2 gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, wohlgefällige und vollsjommene Gottes⸗Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jeder⸗ mann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sich's gebührt zu halten; sondern daß er von sich mäßiglich halte, ein jeglicher, nach dem Gott ausgeteilet hat das Maß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben, also sind wir viele Ein Leib in Christo, aber unter ein⸗ ander ist einer des andern Glied; und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium. Luc. 2, 41—52. (Der zwölfjährige Jesus.) nd seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten's nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit, und suchten ihn unter den Gefreundten und Be⸗ kannten. Und da sie ihn nicht fanden, und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete. Und alle, die ihm zuhöreten, ver⸗ wunderten sich seines Verstands und seiner Antworten. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr gingen sie wiederum gen Jerusalem, mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, dus er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und lam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am 2. Sonntage nach Epiphanias. Epistel. Röm. 12, 7—16. (Die Liebe ohne Falsch.) Hat jemand Weissagung, so sei HO sie dem Glauben gemäß. Hat jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Giebt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Übet jemand Barmherzigkeit, so thue er's mit Lust. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter ein⸗ ander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Neh⸗ met euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium. Joh. 2, 1—11. (Hochzeit zu Kana.) U am dritten Tage ward eine die Mnt zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das 8 Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphanias. thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt nach der Weise der jüdischen Reinigung, und ing in je einen zwei oder drei Maß. Felus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis obenan. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringet's dem Speisemeister. Und sie brachten's. Als aber der Speise⸗ meister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam,(die Diener aber wußten's, die das Wasser geschöpft hatten,) rufet der Speisemeister dem Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Am 3. Sonntage nach Epiphanias. Epistel. Röm. 12, 17—21. (Laß dich nicht das Böse überwinden.) H euch nicht selbst für klug. — Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn(Gottes]; denn es stehet geschrieben:„Die Rache ist mein, Ich will vergelten, spricht der Herr.“ So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, son⸗ dern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium. Matth. 8, 1—13. „ (Der Hauptmann von Kapernaum.) Dꝰ er aber vom Berge herabging, folgete ihm viel Volks nach Und siehe, ein Aussätziger kam, und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine and aus, rührte ihn an, und sprach: ch will's thun, sei gereiniget! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, der Obrigkeit unter⸗ than, und habe unter mir Kriegs⸗ knechte; und wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so gehet er; und zum andern: Komm her! so kommt er; und zu meinem Knecht: Thu das! so thut er's. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben hab ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen; aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du ge⸗ glaubt hast. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Am 4. Sonntage nach Eypiphanias. Epistel. Nöm. 13, 1—10. (Die Liebe des Gesetzes Erfüllung.) Jedermann sei unterthan der Obrig⸗ keit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wide widerstreb. Iber wide ein Urteil waltigen sondern d du dich Origleit du Lob vo sie ist Ge Hust du denn sie umsonst; eine Räc det Böse unterthar der Stra des Gen müsset ih sie sind Schutz f. nun jed seid: Se Zoll, der dem die die Ehr nichts unter ei andern erfüllet. „Du sol nicht tö du solss dich sol ein and in diese „Du so 38. stteckte seine an, und sprach: ereiniget! Und seinem Aussatz Rach zu ihm: mand, sondern dem Priester, e, die Moses Zeugnis über 3 einging zu u Hauptmann und sprach: egt zu Hause, und hat große zu ihm: Ich gesund machen. mtwortete und in nicht wert, Dach gehest ein Wort, so nd. Denn ich hrigkeit unter⸗ er mir Kriegs⸗ sage zu einem: er; und zum so kommt er; ht: Tyu das! Isus höͤrte, und sprach zu ten: Wahrlich, Glauben hab funden. Aber en kommen Abend, und ul und Ilbb n; abet die en ausgestobe. „ da wird Am 5. Sonntage nun wider die Obrigleit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfahen. Denn die Ge⸗ waltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigleit, so thue Gutes, so wirst du Lob von derselbigen haben. Denn sie ist Gottes Dienerin dir zu gut. Thust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Darum ist's not, unterthan zu sein, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: „Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten;“ und so ein andres Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort zusammen gefasset: „Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium. Matth. 8, 23—27. (Die Stillung des Sturms.) 4 er trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schiff⸗ lein mit Wellen bedeckt ward; und Er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir ver⸗ derben! Da sagt er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stund auf, und be⸗ nach Epiphanias. 9 dräuete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist?ꝰ Am 5. Sonntage nach Epiphanias. Epistel. Col. 3, 12—17. (Das Band der Vollkommenheit.) Se ziehet nun an, als die Aus⸗ erwähleten Gottes, Heiligen und Geliebeten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter ein⸗ ander, so jemand Klage hat wider den andern; gleich wie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommen⸗ heit; und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe; und seid dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und ver⸗ mahnet euch selbst mit Psalmen und Lobsängen und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium. Matth. 13, 24—30. (Unkraut unter dem Weizen.) Er legte ihnen ein ander Gleichnis vor, und sprach: Das Himmel⸗ reich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Un⸗ kraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es aus⸗ jäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut aus⸗ jätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Ernte; und um der Ernte Zeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuer. Am 6. Sonntage nach „Euyiphanias. Epistel. 2. Petri 1, 16—21. (Wir haben ein festes prophetisches Wort.) D.4 wir sind nicht klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund ge⸗ than haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesu Christi, sondern wir haben seine Herrlichleit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit:„Dies ist mein lieber Sohn, an dem Ich Wohlgefallen habe.“ Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel geschehen, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Und wir haben desto fester das prophetische Wort, und ihr thut wohl, daß ihr drauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgen⸗ stern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. nn es ist noch nie keine Weis⸗ sagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, ge⸗ trieben von dem heiligen Geist. Evangelium. Matth. 17, 1—9. (Verklärung Christi.) 10 Am 6. Sonnt. nach Epiphan. Urd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und führte Am Sonnt. Septuagesimä. sie beiseits auf einen hohen Berg; und ward verkläret vor ihnen; und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hie ist gut sein; willst du, so wollen wir hie drei Hütten machen, dir eine, Moses eine und Elias eine. Da er noch also redete, siehe, da über⸗ schattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an, und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht! Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie niemand denn Jesum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesimä. Epistel. 1. Cor. 9, 24—27. (Der Lauf nach dem Kleinod.) Wisst ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine un⸗ vergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige und selbst ver⸗ werflich werde. Evangelium. Matth. 20, 1—16. (Die Arbeiter im Weinberge.) Doas Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, einen W den Arbei Moschen se in se aus um ah ande stehen, u ihr auch will euch sie ginge aus um Ctunde, die elste und fand prach z hie den sprachen niemand ihnen: Beinber soll eue Abend Weinber Rufe de den Lol letzten lamen, gedinget lcglicher die erste würden empfing Grosche murrete und sy nur E du ha die wi getrage und se Mein uagesimä. hohen Berg or ihnen; und wie die Sonne, Tden weiß als da erschienen ias, die redeten lber antwortete Herr, hie ist so wollen wir hen, dir eine, jas eine. Da iehe, da über⸗ ieber Sohn, lgeiallen habe; Da das die en sie auf ihr len sehr. Iesus rührte sie an, ul, und fürchtet lber ihre Augen niemand denn a sie vom Berge nen Nsus und Gesicht niemand chen Sohn von en ist. otuagesimä. 9, 24—27. m Kleinod.) daß die, so in 6 laufen, die er etlanget da also, daß! es an oel und selbst ve⸗ Ich. 20, 1—¹ Weinbetge) it gleich einer an Mohe Am Sonntage Sexagesimä. ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markte müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hie den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern, und gieb ihnen den Lohn, und heb an an den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfahen; und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese letzten haben nur Eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin! Ich will aber diesem Letzten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht, zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letzten die Ersten, und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. 11 Am Sonntage Sexagesimä. Epistel. 2. Cor. 12, 1—10. (Laß dir an meiner Gnade genügen.) 3 ist mir ja das Rühmen nichts nütze; doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren(ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich's nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich's auch nicht; Gott weiß es) ward derselbige ent— zücket bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen (ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward entzücket in das Paradies, und hörte unaus⸗ sprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Für denselbigen will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thörlich; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber des, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarungen überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satanas Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche; und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich gutes Muts in Schwachheiten, in Schmachen, in Nöten, in Ver⸗ folgungen, in Angsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. Evangelium. Luc. 8, 4—15. (Vom Säemann.) a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eileten, sprach er durch ein 12 Am Sonntage Estomihi. Gleichnis: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrte es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf, und erstickten's. Und etliches fiel auf ein gut Land; und es ging auf und trug hunderfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dies Gleichnis wäre? Er aber sprach: Euch ist's gegeben, zu wissen das Geheimnis des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung sallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichtum und Wollust dieses Lebens, und er⸗ sticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Land sind, die das Wort hören und behalten in einem seinen, guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Am Sonntage Estomihi. Epistel. 1. Cor. 13. Das Lob der Liebe.) Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse und alle Er⸗ kenntnis, und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie lässet sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit; sie verträget alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weis⸗ sagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommne, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von An⸗ gesicht zu Angesichte. Jetzt erkenne ich's stückweise; dann aber werde ich erlennen, gleich wie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Evangelium. Luc. 18, 31—43. (Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem.) Er nahm aber zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das ge⸗ schrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Hze wi Sie aber die Rede wußten n Es gesch 9311 Vege, hoͤrte das orschte e üündigter ginge v sprach: barme di gingen, schweiger Du So mein! 5 hieß ihn aber na er ihn 1 daß ich Herr,! Naus dein Gl alsobald ihm no alles L Gott. Am Epi (In ab W x die On er spri genehn am To lett is der niemar aß un allen Glauben, versetzte, und so wäte ich ich alle meine ibe, und ließe und hätte der e mir's nichts langmütig und eifert nicht, die Nutwillen, sie stellet sich nicht nicht das Ihre, erbittern, sie zu, sie freuet igleit, sie freuet t, sie verträget Les, sie hoffet 3. Die Liebe doch die Weis⸗ erden, und die erden, und die wird. Denn werk, und unser Il. Venn aber zolllommne, so aushören. Da redete ich wie llug wie ein sche Anschläge; n ward, that . Wir sehen egel in einem aber von An⸗ Icht erlenne Jo aber werde! ich erlannt bin. be, Hoffnung. die Lisbe ist Am Sonntage Invocavit. Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das Gesagte war. Es geschah aber, da er nahe zu Irricho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da er aber hörte das Volk, das hindurch ging, forschte er, was das wäre. Da ver⸗ kündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, er⸗ barme dich mein! Die aber vornean gingen, bedräueten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stund stille, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe zu ihm brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! dein Glaube hat dir geholfen. Und alsobald ward er sehend, und folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Volk, das solches sah, lobte Gott. Am Sonntage Invbocavit. Epistel. 2. Cor. 6, 1—10. (In allen Dingen Diener Gottes.) Wir ermahnen aber euch als Mit⸗ helfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht:„Ich habe dich in der an⸗ genehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen.“ Sehet, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Und wir geben niemand irgend ein Argernis, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; sondern in allen Dingen beweisen wir uns als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Angsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur 13 Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Un⸗ bekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evangelium. Matth. 4, 1—11. (Christi Versuchung.) a ward Jesus vom Geist in die ——Wüÿte geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben:„Der Mensch lebet nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet.“ Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben:„Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben;„Du sollst Gott, deinen errn nicht versuchen.“ Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst, und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Heb dich weg von mir, Satan! denn es stehet ge⸗ schrieben:„Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen.“ Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. 14 Am Sonntage Reminiscere. Am Sonntage Reminiscere. Epistel. 1. Thess. 4, 1—12. (Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung.) eiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesu,(nach dem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wan⸗ deln und Gott gefallen,) daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch ge⸗ geben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglicher unter euch wisse sein Gefäß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Brunst der Lust, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Wer nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen heiligen Geist gegeben hat in euch. Von der brüderlichen Liebe aber ist nicht not, euch zu schreiben; denn ihr seid selbst von Gott gelehret, euch unter einander zu lieben. Und das thut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Macedonien sind. Wir ernahnen euch aber, lieben Brüder, daß ihr noch völliger werdet, und ringet darnach, daß ihr stille seid, und das Eure schaffet, und arbeitet mit euren eignen Händen, wie wir euch geboten haben, auf daß ihr ehrbarlich wandelt gegen die, die draußen sind, und ihrer keines bedürfet. Evangelium. Matth. 15, 21—28. (Das lananäische Weib.) —25 Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe, ein kananäisch Weib ging aus derfelbigen Grenze, und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, Am Sonntage Oculi. erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt denn nur zu den ver⸗ lornen Schafen von dem Hause Israel. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht sein, daß man den Kindern ihr Brot nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herrn Tisch fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Am Sonntage Oculi. Epistel. Ephes. 5, 1—9. Er hat sich selbst dargegeben für uns.) Se seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Un⸗ reinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch nicht schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danlsagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wan⸗ delt wie die Kinder des Lichts; die Frucht des Geistes ist allerlei Gütig⸗ leit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Cvangel (VBer! 1 er war da det T. Stumme. sch. Etli⸗ Er tkeibt bub, den andern a gehrten Himmel. Gedanker jeglich R uneins ein Hau⸗ denn de selbst un bestehen die Teuf aber It austreit Kinder Richter Gottes so kom euch.! seinen Seinen Stärker windet Hurnise teilet d mit mi wer ni⸗ streuet. von d durchw Ruhe Reine Tochter eplaget. Und u Wort. Da linger, baten sie doch von ins nach. Er rach: Ich bin zu den ver⸗ dem Hause „, und fiel vor 9. Herr, hilf te und sprach: aß man den ne, und werfe ie sprach: Ja, die Hündlein die von ihrer Da antwortete ihr: O Weib, dit geschche, ihre Tochter bigen Stunde. Oauli. 5, 1—9. geben für uns.) Nachfolget Kinder, und „ gleich wie het, und sich ms zur Gabe einem süßen und alle Un⸗ sset nicht von ie den Heiligen andbare Worte oder Scherz, men, sondern Denn 0 in Hurer oder 5 dahe ist hat in den 3. Lasset en . Peigelihen Dinge willn ltes lber die Darum Heid 1. Dan nis; nun rin. — lichts:. di allerlei Gülih⸗ und Bahcher Am Sonntage Lätare. 1⁵ Evangelium. Luc. 11, 14—28. (Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich.) nd er trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelze⸗ bub, den obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und be⸗ gehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andre. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber Ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibt das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und über⸗ windet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und teilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zer⸗ streuet. Wenn der unsaubre Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er's mit Besemen gelehret und ge⸗ schmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhub ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du Leinen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Am Sonntage Lätare. Epistel. Röm. 5, 1—11. (Der Friede mit Gott.) N wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir auch den Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet; Geduld aber bringet Erfahrung; Erfahrung aber bringet Hoffnung; Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist. Denn auch Christus, da wir noch schwach waren nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben. Nun stirbet kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen dürfte vielleicht jemand sterben. Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren. So werden wir ja viel mehr durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht worden sind. Denn so wir Gott versöhnet sind durch den Tod seines Sohns, da wir noch Feinde waren, viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesum Christ, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben. Evangelium. Joh. 6, 1—15. (Die wunderbare Speisung.) DIe fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel 16 Am Sonntage Judica. Volls nach, darum daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, daß diese essen?(Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Groschen Brot ist nicht genug unter sie, daß ein jeg⸗ licher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gerstenbrote und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brote, dankte, und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten: desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel sie wollten. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körde mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am Sonntage Judica. Epistel. Hebr. 9, 11—15. (Der Hohepriester der zukünftigen Güter.) CV aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der zu⸗ künftigen Güter, und ist durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht, das ist, die nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern durch sein eigen Blut Einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche von der Kuh, gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinig⸗ keit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Fehl durch den ewigen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißne ewige Erbe empfahen. Evangelium. Joh. 8, 46—59. (Wer kann mich einer Sünde zeihen ꝰ) Werlchen unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Worte; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet, und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und Du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind gestorben. Was Am machst du a antwortete: o ist meine aber mein 2 von welchem Gott; und aber kenne il sagen: Ich k ich ein Lign Aber Ich lei Wort. Abre roh, daß er und er sah Da sprachen bist noch n und hast Al sprach zu ihr ich sage eu ward, bin I auf, daß si Nsus verbe Tempel hin Epistel (Erniedrigu in Iegli E Christn er wohl ir Namen ist sich beu ere Hütte macht, das Schöpfung Böcke oder durch sein das Heilige eine ewige nn so der lut und die iget, heiliget hen Reinig⸗ d das Blut allen Fehl ott geopfert jen von den nlebendigen K auch ein ments, auf geschehen ist ertretungen, nent waten, 8 verheißne 3„ 4690. ude zeihenꝰ lann mich 17 So ich ge, warum Wer von tes Worte: nn iht seid porteten die hm: Sagen Samariter sel? Jus inen Teufel Vater, und suche niht Am Sonntage Palmarum. machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So Ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, von welchem ihr sprecht, er sei euer Gott; und kennet ihn nicht; Ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber Ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn, und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: ehe denn Abraham ward, bin Ich. Da huben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Am Sonntage Palmarum. Epistel. Philipp. 2, 5—11. (Erniedrigung und Erhöhung Christi.) Eir jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt ex's nicht für einen Raub, Ghblnleich sein, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch, und an Gebärden als ein Mensch erfunden; erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters. Evangelium. Matth. 21, 1—9. (Einzug Christi.) D sie nun nahe an Jerusalem kamen, gen Bethphage, an den Olberg, sandte Jesus seiner Jünger streueten sie auf den Weg. Am Gründonnerstage 17 zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und alsbald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht:„Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der last⸗ baren Eselin.“ Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg; die andern hieben Zweige von den Bäumen, und Das Volk aber, das vorging und nach⸗ folgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am Gründonnerstage. Epistel. 1. Cor. 11, 23—32. (Des Herrn Abendmahl.) ch habe es von dem Herrn V empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm das Brot, dankte, und brach's, und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches thut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen gleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr's trinket zu meinem Gedächtnis. Denn so oft ihr von diesem Brot esset, und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset, oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und 2 18 Am Charfreitage. Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot, und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket ihm selber zum Gericht, damit, daß er nicht unterscheidet den Leib des Herrn. Darum sind auch viel Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. Denn so wir uns selber richteten, so würden wir nicht ge⸗ richtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht samt der Welt verdammt werden. Evangelium. Joh. 13, (Die Fußwaschung.) rdem Fest aber der Ostern, da Ve Jesus erkannte, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und bei dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Judas, Simons Sohn, dem Ischarioth, ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, und Jesus wußte, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, und zu Gott ging: stund er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurze, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petrus; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest Du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu öm Was Ich thue, das weißt du jetzt nicht; du wirst's aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen 1—15. ist, der bedarf nichts, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und saget recht dran, denn ich bin's auch. So nun Ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch. habe. Am Charfreitage. Epistel. Jes. 53. (Der leidende Knecht Gottes.) Abe wer glaubt unsrer Predigt? Und wem wird der Arm des Herrn offenbaret? Denn er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, Er trug n Krankheit, und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt, und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missethat willen verwundet, und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten; und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das ver⸗ stummet vor seinem Scherer, und seinen Mun aber aus de nommen; Lͤnge aust dem Lande d da er um d 11 0 wo ei Gottlof Reichen, da er niemand Bettug in ist. Aber zerschlagen sein Leben hat, so wii in die Län Vornehmen fortgehen. gearbeitet sehen, und durch sein Knecht, d machen; d Darum m zur Beut⸗ Statlen 3 daß er hat, und rechnet u gettagen h gebeten. denn die Füße st ganz rein. er nicht alle berräter wohl, seid nicht ale züße gewaschen Kleider, und „und sprach isset ihr, was Fr heißet X, und saget 28 auch. So und Meister, hen habe, so nter einander Ein Beispiel daß ihr thut, be. itage. 42 ht Gottes.) rer Predigtꝰ der Arm des mer schoß auf und wie eine Edreich. E Schöne; wir Eine Gestalt, Er war der wertste, voller eit. Er war das Angesiht n. Die Straft wit Frieden Wunden Am 1. Ostertage. seinen Mund nicht aufthut. aber aus der Angst und Gericht ge⸗ nommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks Ler 0 war. Und man gab ihm ei Gottlosen sein Grab, und bei Reichen, da er gestorben war, wiewohl er niemand unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben, und in die Länge leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen, und die Fülle haben. Und durch sein Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn Er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Uebelthätern gleich ge⸗ rechnet ist, und Er vieler Sünde getragen hat, und für die Übelthäter gebeten. Evangelium. (Die Leidensgeschichte.) Am 1. Ostertage. Epistel. 1. Cor. 5, 7—8. (Wir haben auch ein Osterlamm.) enn wir haben auch ein Oster⸗ D lamm, das ist Christus, für uns allen Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium. Marc. 16, 1—8. (Die Auferstehung des Herrn.) * da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, des Jakobus Mutter, und Salome Spezerei, auf daß sie Er ist Am 2. Ostertage. 19 kämen, und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe am ersten Tage der Woche sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an; und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hie; siehe da die Stätte, da sie ihn hin legten. Gehet aber hin, und sagt's seinen Jüngern und Petrus, daß er vor euch hin gehen wird nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Entsetzen an⸗ kommen; und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Am 2. Ostertage. Epistel. Apostelgesch. 10, 34—41. (Gott hat Christum auferweckt.) Netrus aber that seinen Mund P auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet, und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, (welcher ist ein Herr über alles,) die durchs ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem hei⸗ ligen Geiste und Kraft; der umher⸗ gezogen ist, und hat wohlgethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel lüberwältiget waren: denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles des, das er gethan hat im 2* jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben sie getötet, und an ein Holz gehangen. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vor⸗ erwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Evangelium. Luc. 24, 13—35. (Die Emmausjünger.) 1 nd siehe, zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feld Wegs weit, des Name heißt Emmaus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten, und befragten sich mit einander, nahte Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch andelt unterwegen, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist Du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was un diesen Tagen drinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Zesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes, und ge⸗ kreuziget. Wir aber hoffeten, Er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern; die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht ge⸗ funden, kommen, und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden's also, wie die Weiber sagten; aber ihn sahen sie nicht. Am Sonntage Quasimodogeniti— Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben; mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herr⸗ lichkeit eingehen? Und fing an von Moses und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hin gingen; und Er stellte sich, als wollte er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleib bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankte, brach's, und gab's ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie stunden auf zu derselbigen Stunde, kehreten wider gen Jerusalem und fanden die Elfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. Und sie er⸗ zähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach. Am Sonnt. Quasimodogeniti. Epistel. 1. Joh. 5, 1—5. (Was von Gott geboren ist, über⸗ windet die Welt.) Wer da glaubet, daß Jesus sei der Christ, der ist von Gott geboren; und wer da liebet den, der ihn geboren hat, der liebet auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben, und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, det d Wer ist ab windet, wet daß Nsus Evangeli (Ir m Aber Tages versammelt waren aus lam Jesus, spricht zu euch! Und zeigte er il Seite. Do daß sie den Nsus aber mit euch! gesandt hal da er das o und spricht heiligen Ge erlasset, d welchen ih behalten. einer, der nicht beiti gagten die Wir haber aber sprach ich in sein male, und Nägelmal seine Seit Und über seine Jün mit ihnen Thüren v mitten ei mit eu ———— und siehe deine Ha meine Sei sonderm gl und spra⸗ mein G0 Wiant glaube ane 0 ander 3 Den nen: Herzens, zu die Prophete nicht Chrismis seiner Her⸗ fing an von opheten, und sten aus, die en. Und sie en, da sie hin lte sich, als en. Und sie achen: Bleib Abend werden, eiget. Und zen zu bleiben. mit ihnen zu Brot, dankte, n. Da wurden und erkannten nd vor ihnen. einander: lbigen Stunde, serusalem und melt, und die Iche sprachen: auferstanden Und sie er⸗ uf dem Wehe et von ihnen 4, da er das modogeniti 12 iber E ren ist, Am Sonntage Misericordias Domini. Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt über⸗ windet, wenn nicht der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Evangelium. Joh. 20, 19—31. (Friede sei mit euch.) m Abend aber desselbigen ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleich wie mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch. Und da er das gesagt hatte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfe einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägel⸗ male, und lege meine Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger drinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viel andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind Schafe. 21 in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen. Am Sonntage Misericordias Domini. Epistel. 1. Petri 2, 21—25. (Ihr waret wie die irrenden Schafe.) Di dazu seid ihr berufen; sinte⸗ mal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild ge⸗ lassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht dräute, da er litt, er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsre Sünden selbst hinauf⸗ getragen hat an seinem Leibe auf das Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium. Joh. 10, 12—16. (Der gute Hirte.) Occh bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässet sein Leben für die Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf lommen, und verlässet die Schafe, und fleucht; und der Wolf erhaschet und zer⸗ streuet die Schafe. Der Mietling aber fleucht; denn er ist ein Miet⸗ ling, und achtet der Schafe nicht. Ich bin der gute Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und Ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Herde und Ein Hirte werden. 22 Am Sonntage Jubilate. Am Sonntage Jubilate. Epistel. 1. Petri 2, 11—20. (Fremdlinge und Pilgrime.) ieben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden als von Übelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn's nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller mensch⸗ licher Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als die von ihm gesandt sind zur Rache über die Übel⸗ thäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Un⸗ wissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bos⸗ heit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unter⸗ than mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium. Joh. 16, 16—23. (Über ein Kleines.) ber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn Ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jünger unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und: Ich gehe zum Vater? Da sprachen sie: Was ist das, das er saget: Über ein kleines? 77 Am Sonntage Cantate. Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist lkommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am Sonntage Cantate. Epistel. Jac. 1, 16—21. (Alle gute Gabe kommt von Oben herab.) Qrret nicht, lieben Brüder. Alle Vgute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell, zu hören; langsam aber, zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. Evangelium. Joh. 16, 5—15. (Es ist euch gut, daß ich hingehe.) 9 un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest An du hin? So zu euch gete voll Trauer age euch di. t, daß5 Hnh hin nicht zu eue ich ihn zu derselbige ke strafen um Gerechtigkei um die Sü an mich; 1 daß ich zu mich hinfo Gericht, de gerichtet ist zu sagen; tragen. W der Wahrl witd euch Denn er reden, son das wird länftig ist, Derselbige von den 4 und euch . 590 ab ich ges Meuennet Am Epist Seid Seid ab nicht euch selbst ist ein H1 ein Thäter der sein l beschauet. beschauet itate. er redet. Da e ihn fragn hnen: Davon der, daß ich keines, so sehen, und so werdet ihr wahrlich, ich t weinen und At wird sich traurig sein, oll in Freude Weib, wenn Traurigkeit; nmen. Wenn en hat, denket Angst um der r Mensch zur ihr habt auch ich will euch Herz soll sih soll niemand demselbigen fragen. Cantate. 16—21. nt von Oben an grüder. Alle vollkommene u herab, von bei welchem noch Wechsc insternis. lenem Willen hrheit, auf da Gott recht ij 1 Unsauberkeü d nhmt det 0 Am Sonntage Rogate. du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber Ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch ihn daß Ich hingehe. Denn, so ch nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht: um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet's jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zu⸗ künftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verllären; denn von den Meinen wird er's nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum hab ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Am Sonntage Rogate. Epistel. Jac. 1, 22—27. (Seid Thäter des Worts.) eid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, dadurch ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet. Denn, nachdem er sich beschauet hat, gehet er davon und vergisset von Stund an, wie er ge⸗ staltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommne Gesetz der Frei⸗ heit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So sich jemand unter euch lässet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern täuschet sein Herz, des Gottesdienst ist eitel. Ein reiner Am Himmelfahrtsfeste 23 und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium. Joh. 16, 23—33. (Bittet, so werdet ihr nehmen.) W.Elieh, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches hab ich zu euch durch Sprichwörter geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß Ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet, und glaubet, daß Ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen, und kommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagest kein Sprichwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage; darum glauben wir, daß du von Gott ausge⸗ gangen bist. Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr. Siehe, es kommt die Stunde, und ist schon kommen, daß ihr zerstreuet werdet, ein jeglicher in das Seine, und mich allein lasset. Aber ich bin nicht allein; denn der Vater ist bei mir. Solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habet ihr Angst; aber seid getrost, Ich habe die Welt überwunden. Am Himmelfahrtsfeste. Epistel. Apostelgesch. 1, 1—11. (Die Himmelfahrt.) Dis erste Rede hab ich gethan, lieber Theophilus, von alle dem, das Jesus anfing, beide, zu thun und zu 24 lehren, bis an den Tag, da er auf⸗ genommen ward, nachdem er den Aposteln Hemde er hatte erwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte, welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen Li.. lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret sprach er) von mir; denn Johannes hat mit Wasser ge⸗ tauft; ihr aber sollt mit dem heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen⸗ kommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nach⸗ sahen gen Himmel fahrend, siehe, da stunden bei Ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sehet gen Himmelꝰ Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium. Marc. 16, 14—20. (Er ward aufgehoben gen Himmel.) Duletzt, da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt Am Sonntage Exaudi. da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sitzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten; und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräf ftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am Sonntage Exaudi. Epistel. 1. Petri 4, 8—11. (Mäßig und nüchtern zum Gebet.) Sẽ seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. So jemand redet, daß er's rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er's thue als aus —1 Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott ge⸗ priesen werde durch Jesum Christ, hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. den Bann thun. Wer welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Joh. 15, 26—16, 4. (Der Geist der Wahrheit.) W aber der Tröster kommen wird, welchen Ich euch senden werde vom Vater, den Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches hab ich zu euch 00 daß ihr euch nicht ärgert. ie werden euch in Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tötet, wird meinen, er dran. Und darum thu Vater noc solches hab daß, went ihr dran gesagt hab euch von! ich war be Am Epistel. (Die Ausg nd al⸗ erfüll⸗ mütig bei schnell eit als eines erfüllte da Und es er teilet wie sich auf e und wur Geistes, mit anden Geist ihn waren al wohnend, änner, unter de diese Stin zusammer es hörte seiner S setzten fi sich, un Scche, x reden, wir dent darinnen und Med st wird, de der aber nicht ammt werden. ie da folge glauben, sind en werden ste neuen Zungn eiben, und so inlen, wird'z uf die Kranlen gen, so wirds den. Und der ihnen geredet N gen Himmel, Hand Gottes. und predigten er Herr wirkte igte das Wort hen. Eraudi. 4, 8N—H11. zum Gebet) und nüchtern allen Dingen r eine brünstige deckt auch der ö gastri unter 3. Und dienet mit der Gabe⸗ als die guten herlei Gnade (et, daß ers S0 jemand chne als au⸗ hott darreichet, ngen Gott ge gesum Christ, vGewalt von Amen. Am 1. und 2. Pfingsttage. meinen, er thue Gott einen Dienst dran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, ihr dran gedenket, daß Ich's euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch. Am 1. Pfingsttage. Epistel. Apostelgesch. 2, 1—13. (Die Ausgießung des heiligen Geistes.) Urd als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle ein⸗ mütig bei einander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zer⸗ teilet wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an, zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden bestürzt; denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie ent⸗ setzten sich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein eboren seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und in Judäa und Kappadocien, Pontus und Asien, Phrygien und Pamphylien, Agypten und an den Enden von Libyen bei Kyrene und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was 25 will das werden? Die andern aber hatten's ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium. Joh. 14, 23—31. (Der Tröster.) QOesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches hab ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe Ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz er⸗ schrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß Ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer denn ich. Und nun hab ich's euch gesaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, ihr glaubet. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat: stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Am 2. Pfingsttage. Epistel. Apostelgesch. 10, 42—48. (Auch auf die Geite⸗ ward die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen.) U er hat uns geboten, zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß Er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß 26 Am Trinitatisfest. durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfahen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zu⸗ höreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus kommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward; denn sie höreten, daß sie mit 1. 6 redeten, und Gott hoch priesen. a antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? Und befahl, sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium. Joh. 3, 16—21. (Also hat Gott die Welt geliebet.) lso hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohns Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der lommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Am Trinitatisfest. Epistel. Röm. 11, 33—36. (O welch eine Tiefe!) welch eine Tiefe des Reichtums, beide, der Weisheit und Erkennt⸗ nis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? oder wer ist sein Ratgeber gewesen? oder wer hat ihm was zuvor gegeben, daß ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium. Joh. 3, 1—15. (Gespräch mit Nikodemus.) 38 war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Niko⸗ demus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott kommen; denn niemand kann die Zeichen thun, die Du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus ant⸗ wortete und sprach zu ihm: Wahr⸗ lich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom ZFleisch geboren wird, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich's nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret. Also ist ein jeg⸗ licher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeugnis nicht an. ich euch ve wie würdet euch von h würde? U Himmel, hernieder k Menschen e Und wie 1 Schlange e Menschen daß alle,! verloren w Lͤben habe Am Episte nd wi glaul uns hat. in der Li Gott, un ist die Lie denn die sich aber in der Ni⸗ denn er lemand hasset se Lügner. nicht liel er Gott Und dies daß wer seinen B unerforschlich at des Hermn wer ist sein wer hat ihm 5 ihm werde un von ihm ihm sind alle in Ewigleit! 3, 1—15. demus.) sch unter den Namen Niko⸗ r den Juden RNacht, und „wir wissen, r von Gott nd lann die thust, es sei Jesus ant⸗ ihm: Wahr⸗ dir: Es sei em geboren ich Gottes spricht zu ensch geboren Am 1. und 2. Sonntage nach Trinitatis. 2⁰ nicht an. Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Dere denn der vom Himmel ernieder kommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am 1. Sonntage nach Tiinitatis. Epistel. 1. Joh. 4, 16—21. (Gott ist Liebe.) Und wir haben erkannt und ge⸗ laubet die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott, und Gott in ihm. Darinnen ist die Liebe völlig bei uns, daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie Er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium. Luc. 16, 19—31. (Der reiche Mann und der arme Lazarus.) 3 war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen voller Schwären, und begehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und lecketen ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward ge⸗ tragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hub er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein, und sende Lazarus, daß er das Außerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er ge⸗ tröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinab⸗ fahren zu euch, könnten nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber⸗ fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen be⸗ zeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Moses und die Propheten; laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern, wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Moses und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten aufstünde. Am 2. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Joh. 3, 13—18. (Lasset uns lieben mit der That und mit der Wahrheit.) erwundert euch nicht, meine V Brüder, ob euch die Welt hasset. Lazarus, der lag vor seiner Thür Wir wissen, daß wir aus dem Tode 28 Am 3. Sonntage nach Trinitatis. in das Leben kommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger; und ihr wisset, daß ein Totschläger hat nicht das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß Er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu,— wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laßt uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evangelium. Luc. 14, 16—24. (Das große Abendmahl.) Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und sie fingen an alle nach einander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus⸗ gehen, und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Haus⸗ herr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist ge⸗ schehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nötige sie, hereinzu⸗ kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Am 3. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Petri 5, 5—11. (Haltet fest an der Demut.) Mn seid unter einander unter⸗ than, und haltet fest an der Demut. Denn Gott widerstehet den Hoffärtigen; aber den Demütigen giebt er Gnade. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn Er sorget für euch. Seid nüchtern, und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet, fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichleit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Dem⸗ selbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luc. 15, 1—10. (Jesus nimmt die Sünder an.) (Es naheten aber zu ihm allerlei gZöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Phärisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er's finde? Und wenn er's gefunden hat, so leget er's auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mein Scha war. Ich Freude im Sünder, de undneunzie nicht bedü ist, die zeh einen verl anzünde, suche mit finde? U hat, rufet Nachbarint euch mit r Groschen e hatte. Al Freude sei über Einer Am der Kreatt barung de mal die K. Eitelteit o um des w hat, auf Kreatur Dienst de der herrl Gottes. Haus voll ber, daß det eladen sind, den wird. e nach 5„ 5—1. Demut.) zander unter⸗ fest an der derstehet den Demütigen mütiget euch hand Gottes, seiner Zeit. uf ihn; denn eid nüchtern, Widersacher, her wie ein schet, welchen derstehet, fest et, daß eben cure Brüder er Gott aber erufen hat zu it in Christo uch, die ihr vollbereiten, den. Dem⸗ Macht von Amen. 15, 110. inder an.) Am 4 und 5. Sonntage nach Trinitatis. 29 Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über Einen Sünder, der Buße thut, vor neun⸗ undneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über Einen Sünder, der Buße thut. Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 8, 18—27. (Die seufzende Kreatur.) enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offen⸗ barung der Kinder Gottes. Sinte⸗ mal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man des hoffen, das man siehet? So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld. Desselbigen gleichen auch der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaus⸗ sprechlichem Seufzen. Der aber die Gehie⸗ forschet, der weiß, was des zeistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt. Evangelium. Luc. 6, 36—42. (Seid barmherzig) arum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zeug zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am 5. Sonntage nach Tlrinitatis. Epistel. 1. Petri 3, 8—15. (Heiliget Gott den Herrn in euren Herzen.) Ee aber seid allesamt gleich esinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Schelt⸗ wort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu 30 Am 6. Sonntage nach Trinitatis. berufen seid, daß ihr den Segen erbet. Denn wer leben will, und ute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, And seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn merken auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn stehet wider die da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht, und erschreckt nicht; heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Evangelium. Luc. 5, 1—11. (Petri Fischzug.) Eꝰ begab sich aber, da sich das Volt zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und Er stund am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Netze: trat er in der Schiffe eines, welches Simons war, und bat ihn, daß er's ein wenig vom Lande führte. Und er setzte sich, und lehrte das Volk aus dem Schiff. Und als er hatte aufgehört, zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winketen ihren Gesellen, die im andern Schiff waren, daß sie kämen, und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sanken. Da das Simon Petrus sah, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus! ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken ankommen und alle, die mit ihm waren, über diesem Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jakobus und IWannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Ge⸗ sellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Am 6. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 6, 3—11. (In Christi Tod getauft.) Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleich wie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch seiner Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist ge⸗ rechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden und wissen, daß Christus, von den Toten erwecket, hinfort nicht stirbet; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn das er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu Einem Mal; das er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium. Matth. 5, 20—26. (Die bessere Gerechtigkeit.) D ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. den Alten e töten; wer Gerichts sch euch: Wer! der ist des aber zu sei der ist des sagt: Du9 Feuers sch deine Gab und wirst Bruder etr laß allda und gehe dich mit d dann komr Sei wills⸗ bald, dien dem Wege Bidersache worte dem überantwo werdest in sage dir von dann⸗ auch den Am Episte (Die Gabe! Ic wul „um de Fleisches, begeben h reinigleit; zu der an waren, üba e mit einande higen gleiche johannes, die Simons Ge ch zu Simon: enn von nun ufahen. Und ffe zu Lande, und folgeten ige nach 8. 5. 3—11. getauft.) alle, die wir getauft sind, getauft? Sa begraben durc d, auf daß, auferweckt von Herklichteit des auch wir in wandeln. 8⁰ pflanzet werden o werden wit ng gleich sein, ah unser alter iget ist, auf I. aufhöre, daß nicht dienen. st, der ist ge⸗ Sünde. Sin Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. 31 kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und wirst allda eingedenl, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und als⸗ dann komm, und opfre deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins überant⸗ worte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Am 7. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 6, 19—23. (Die Gabe Gottes ist das ewige Leben.) Ounch muß menschlich davon reden N um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleich wie ihr eure Glieder begeben habet zu Dienste der Un⸗ reinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet auch nun eure Glieder zu Dienste der Gerechtig⸗ keit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium. Matth. 9, 35—38. (Die Ernte ist groß und der Arbeiter wenig.) .6 Jesus ging umher in alle Städte und Märkte, lehrte in ihren Schulen, und predigte das Evangelium von dem Reich, und heilete allerlei Seuche und allerlei Krankheit im Volke. Und da er das Volk sah, jammerte ihn desselbigen, denn sie waren verschmachtet und zerstreuet wie die Schafe, die keinen Fünge haben. Da sprach er zu seinen üngern: Die Ernte ist groß, aber wenig sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende. Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 8, 12—17. (Welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder.) Se sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Evangelium. Matth. 7, 13—23. (Von den falschen Propheten.) G'rt ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viele, die 32 Am 9. Sonntage drauf wandeln. Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der are Leben führet; und wenig ist hrer, die ihn finden. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie er⸗ kennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein sauler Baum lann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird ab⸗ gehauen und ins Feuer geworfen. arum an ihren Früchten sollt ihr sie erlennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen nach Trinitatis. uns zum Vorbilde geschehen, daß wir nicht uns gelüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleich wie jener etliche wurden, als ge⸗ schrieben stehet:„Das Volk setzte sich nieder, zu essen und zu trinken, und stund auf, zu spielen.“ Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umge⸗ bracht. Murret auch nicht, gleich wie jener etliche murreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr jenen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich lässet dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine denn menschliche Ver⸗ suchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht lässet versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr's könnt ertragen. viel Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übelthäter! Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Cor. 10, 1—13. (Das Vorbild des Wüstenzuges.) chh will euch aber, lieben Brüder, V nicht verhalten, daß unsre Väter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle auf Moses getauft mit der Wolle und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geist⸗ lichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohl⸗ gefallen; denn sie wurden niederge⸗ schlagen in der Wüste. Das ist aber Evangelium. Luc. 16, 1—12. (Der ungerechte Haushalter.) Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter; der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir ꝰ Thu Rechnung von deinem Haus⸗ halten; denn du kannst hinfort nicht Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt schäme ich mich, zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem von mir; graben kann ich nicht, so é ö 4 Hern schuldi⸗ Tonnen Ols ihm: Nimm Und schreibe prach er zu wie viel bist! Hundert M sprach zu ihf und schreib lobete den daß er klüg die Kinder denn die Kin Geschlechte. Rachet euch gerechten Mi ihr nun dar in die ewi Geringsten Großen treu unrecht ist, unrecht. S gerechten M wer will er trauen? u nicht treu das euer if Am 14 Cpistel Mancerle Von den Wich en berhalten. eid gewes den stumm. wurdet. 7 Naß 34. niemal durch den niemand f heizen, ohr s sind ma Zin Geist. Amter; ab 5 sind m st. Ein Go allen. sich dies geschehen, daß len lassen des ne gelüstet hat. gittische, gleich rden, als ge⸗ as Voll setzte ind zu trinlen, spielen.“ Auch rei treiben, wie urerei trieben, Dag drei und asset uns aber versuchen, wie versuchten, und hlangen umge⸗ nicht, gleich wie „ und wurden den Verderber. juht jenen zum geschrieben uns pelche das Ende Darum, wer stehe, mag wohl falle. Es hat menschliche Ver⸗ Gott ist getteu, verjuchen über ern machet, daß Ende gewinne, gen. 4. 16, 112. dausholber) Am 10. und 11. Sonntage nach Trinitatis. 33 33 Herrn schuldig? Er sprach: Hundert demselbigen Geist; einem andern der Tonnen Ols. ihm: Nimm deinen Brief, setze dich, und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gethan hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klüger denn die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlechte. Und Ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem un⸗ gerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem un⸗ gerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige ver⸗ trauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer wird euch geben, das euer ist? Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Cor. 12, 1—11. (Mancherlei Gaben und Ein Geist.) Non den geistlichen Gaben aber will V ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet. Darum thu ich euch kund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben; aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Amter; aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allen. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutz. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntnis nach Und er sprach zu Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern, mancherlei Sprachen; einem audern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist, und teilet einem jeglichen seines zu, nach dem er will. Evangelium. Luc. 19, 41—48. (Der Herr weint über Jerusalem.) 1 nd als er nahe hinzu kam, sah er die Stadt an, und weinte über sie, und sprach: Wenn doch auch du erkennetest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet! Aber nun ist's vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben:„Mein Haus ist ein Bethaus“; ihr aber habt's gemacht zu Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörte ihn. Am 11. Sonuntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Cor. 15, 1—10. (Nicht ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.) Och erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangeliums, das ich euch verkündiget habe, welches ihr 3 34 auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet durch welches ihr auch selig werdet: welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr's be⸗ halten habt; es wäre denn, daß ihr's umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsre Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage, nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf Ein Mal, deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er ge⸗ sehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium. Luc. 18, 9—14. (Pharisäer und Zöllner.) r sagte aber zu etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solch Gleichnis: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der andre ein Zöllner. Der Pharisäer stund, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht Uin wie die andern Leute, Räuber, Un⸗ gerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner; ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sei mir Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 2. Cor. 3, 4—9. (Das Amt des Geistes.) Ein solch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern, daß wir tüchtig sind, ist von Gott, welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist machet lebendin. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tötet, und in die Steine ist gebildet, Klar⸗ heit hatte, also daß die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Angesicht des Moses um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch aufhöret, wie sollte nicht viel mehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben! Denn so das Amt, das die Ver⸗ dammnis prediget, Klarheit hat, viel mehr hat das Amt, das die Ge⸗ rechtigleit prediget, überschwengliche Klarheit. Evangelium. Marc. 7, 31—37. (Hephata!) 3 5 da er wieder ausging von den Grenzen von Tyrus und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten in das Gebiet der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und 10 baten ihn, daß er die Hand auf hn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legete ihm die Finger in die Ohren, und spützte, und rührte seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzte, und sprach zu ihm: Hephata! das ist: Thu dich auf! Und alsbald thaten sich seine Denn wer sich selbst Ohren au Zunge war Und er v niemand berbot, je und wund und spras gemacht; und die 6 Am Epis (Alle un Gef vor Gott zeuget d Prophete Gerechtig durch dei zu allen Denn es sind allz des Ruh sollten; gerecht o Erlösung geschehen estellet z den Glau er die Ge darbiete giebt, u unter gi zu dieser keit, die allein 9 den, der Wo blei ausgesch durch de sondern So halt Mausch. Werle, age euch: Dieser het in sein Haus sich selbst get werden; iedriget, der stage nach tis. . 3, 4—9. Geistes.) en aber haben stum zu Gott. g sind von uns nlen, als von daß wir tüchtig elcher auch uns das Amt zu staments, nicht dern des Geistes. Klarheit wi doch aufhöret, nehr das Amt, Klarhelt haben! das die Ver⸗ Inchel dat, viel das die Ge⸗ sberschwendlihe Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Ohren auf und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten's niemand sagen. Je mehr Er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und wunderten sich über die Maßen, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 3, 21—28. (Allein durch den Glauben.) N aber ist ohne Zuthun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbaret, und be⸗ zeuget durch das Gesetz und die Propheten. Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christ zu allen und auf alle, die da glauben. Denn es ist hie kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder, und mangeln des Ruhmes, den sie an Gott haben sollten; und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Christum Jesum geschehen ist, welchen Gott hat vor⸗ gestellet zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete in dem, daß er Sünde ver⸗ giebt, welche bis anher blieben war unter göttlicher Geduld; auf daß er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtig⸗ keit, die vor ihm gilt; auf daß Er allein gerecht sei, und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Jesum. Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen. Durch welch Gesetzꝰ durch der Werke Gesetz? Nicht also, sondern durch des Glaubens Gesetz. So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. Evangelium. Luc. 10, 23—37. (Der barmherzige Samariter.) nd er wandte sich zu seinen Jüngern, und sprach insonder⸗ heit: Selig sind die Augen, die da 35 sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viel Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben's nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben's nicht gehöret. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, doß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach:„Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Krdnien von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten als dich selbst.“ Er aber sprach zu ihm: Du hast recht ge⸗ antwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und siel unter die Mörder; die zogen ihn aus, nnd schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb tot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam zu der Stätte, und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste, und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß drein Ol und Wein, und hub ihn auf sein Tier, und führte ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reiste er, und 309 heraus zween Groschen, und ga sie dem Wirte, und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst darthun, will ich dir's be⸗ zahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thu desgleichen. 3*⁷ 36 Am 14. und 15. Sonntage nach Trinitatis. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Gal. 5, 16—24. (Die Frucht des Geistes.) Oach sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch; dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Re⸗ gieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze. Offen⸗ bar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Un⸗ reinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zaube⸗ rei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und der⸗ gleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütig⸗ keit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. Evangelium. Luc. 17, 11—19. (Die zehn Aussätzigen.) 96— es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samarien und Galiläa. als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die stunden von ferne, und erhuben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund worden war, kehrte er um, und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind hrer nicht zehn rein worden? Wo Und sind aber die Neune? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Gal. 5, 25—6, 10. (Was der Mensch säet, das wird er ernten.) So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eiteler Ehre geizig sein, einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehl übereilet würde,‚ so helft ihm wieder zurecht mit sanft⸗ mütigem Geist, ihr die ihr geistlich seid; und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe sein eigen Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn, was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium. Matth. 6, 24—34. (Sorget nicht!) kann zweien Herren dienen. (Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben; oder wird dem andern ver Gott dieng Darum sas für euer L. trinken we Leib, was nicht das und der Le Sehet die an: sie se sie samme und euer sie doch. mehr dem euch, der setzen mög Undwarm Schauet di sie wachse spinnen si auch Sal lichkeit nii derselbiger Gras auf doch heut Ofen gen nicht viel gläubigen sorgen un esen? A Vomit v Mac solc Denn eu daß ihr am ersten nach sein solches a nicht für der morg orgen. liher Ta Am at sich sons er umkehrte, un dieser ch zu ihm: dein Glaube „das wird er so lasset t wandeln. d er an nicht lieben; l Am 16. Sonntage nach Trinitatis. 37 wird dem einen anhangen, und den andern verachien. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist aber unter euch, der seiner Länge Eine Elle zu⸗ setzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herr⸗ lichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselbigen Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht vielmehr euch thun, o ihr Klein⸗ gläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürft. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeg⸗ licher Tag seine eigne Plage habe. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Eph. 3, 13—21. (Der rechte Vater über alles, was da Kinder heißet.) D bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trüb⸗ sale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Der⸗ halben beuge ich meine Kniee vor den Sarg an; dem Vater unsers Herrn Jesu Christt, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herr⸗ lichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, daß Christus wohne durch den Glauben in euren Herzen, und ihr durch die Liebe eingewurzelt und ge⸗ gründet werdet, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiese und die Höhe; auch er⸗ kennen die Liebe Christi, die doch alle Erkenntnis übertrifft, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottes⸗ fülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luc. 7, 11—17. (Weine nicht!) nd es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viel mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn der⸗ selbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte und die Träger stunden. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Tote richtete sich auf, und fing an, zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegenden Länder. 38 Am 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. Am 17. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Eph. 4, 1—6. (Ein Leib und Ein Geist.) Se ermahne nun euch ich Ge⸗ fangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebührt eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanfmut, mit Ge⸗ duld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Be⸗ rufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch allen und durch euch alle und in euch allen. Evangelium. Luc. 14, 1—11. (Sabbathfeier in Liebe und Demut.) Urd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brot zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist's auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an, und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn heraus⸗ zeucht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwähleten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht obenan, daß nicht etwa ein Vornehmerer denn du von ihm geladen sei, und dann komme, der dich und ihn geladen hat, und spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Scham untenan sitzen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich untenan, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, er spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll er⸗ niedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Cor. 1, 4—9. (Durch Christum reich an allen Stücken.) Onch danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht, an aller Lehre und in aller Erkenntnis; wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offen⸗ barung unsers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest erhalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemein⸗ schaft seines Sohns Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium. Matth. 22, 3446. (Das vornehmste Gebot und die vor⸗ nehmste Frage.) Daꝰ aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vor⸗ nehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm:„Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.“ Dies ist das vor⸗ nehmste und größte Gebot. Das andre aber ist dem gleich:„Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst.“ In diesen zweien Geboten hanged das ganze Gesetz und die Propheten. Oa nun di waren, fra Wie dünlt Sohn ist e Er sprach denn Davi da et sag zu meine meiner R deine Fei Füße?“ Herrn ne Sohnꝰ ein Wor auch niet hinfort, i Am Epi Giche Geist eu neuen Y geschaffer rechtigkei leget die Wahrheit Mchsten ander E ündiget über ew auch ni gestohle sondern Hͤnden habe, zi kein fau 18. hin, und sehze I5, wenn da aden hat, er rücke hinauf! ben vor denen, stzen. Denn „der soll er⸗ wer sich selbst thöhet werden. age nach — 1, 9. ch an allen Gott allezeit Gnade Gottes, Christo Jesu, ihn an allen an aller Lehre 18; wie denn risto in euch also daß ihr n itgend einet auf die Offen⸗ Tsu Christ, fest erhalten ihr unstäflich 3 Herrn Isu tteu, durch zur Gemein⸗ Juu Chrit Am 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünkt euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt:„Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße?“ So nun David ihn einen errn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und wagte auch niemand von dem Tage an hinfort, ihn zu fragen. Am 19. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Eph. 4, 22—32. (Ziehet den neuen Menschen an.) Se leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Ge⸗ rechtigkeit und Heiligleit. Darum leget die Lüge ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter ein⸗ ander Glieder sind. Zürnet, und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, da es not thut, daß es holdselig sei zu hören. Und be⸗ trübet nicht den heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit. Seid aber unter ein⸗ ander freundlich, herzlich, uud ver⸗ gebet einer dem andern, gleich wie Gott euch vergeben hat in Christo. 39 Evangelium. Matth. 9, 1—8 (Der Gichtbrüchige.) Da trat er in das Schiff, und fuhr wieder herüber, und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gicht⸗ brüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf, und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben— sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, heb dein Bette auf, und gehe heim! Und er stund auf, und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am 20. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Eph. 5, 15—21. (Sehet zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt.) Sẽ sehet nun zu, wie ihr vor⸗ sichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen, und kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes; redet unter ein⸗ ander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen, und saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi; und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. 40 Evangelium. Matth. 22, 1—14. (Die königliche Hochzeit.) ½ Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte; und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit rufeten; und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist ge⸗ schlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit! Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andre zu seiner Hantierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und töteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig, und schickete seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäfte waren's nicht wert. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu be⸗ sehen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein kommen, und hast doch kein hochzeitlich Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die Finsternis hinaus! da wird sein Heulen und Zähneklappen; denn viele sind berufen, aber wenige sind aus⸗ erwählet. Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Eph. 6, 10—17. (Des Christen Waffenrüstung.) 4 meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Gottes, daß ihr bestehen könnt gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um des willen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld be⸗ halten möget. So stehet nun, um⸗ gürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und an den Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurige Pfeile des Böse⸗ wichtes; und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium. Joh. 4, 47—54. (Seilung des Sohnes des Königischen.) . es war ein Königischer, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judäa nach Galiläa, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab⸗ käme, und hülfe seinem Sohn; denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubete dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm worden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde ver⸗ ließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er laubte mi Das ist nu Nuus that Galiläa lar Am 2 Epist CErfül Qch dan ich e allezeit th für euch mit Freud schaft am Tage an b in guter angefanget wird's a Tag Iiu billig ist, allen hal meinem§ Gefängni verantwof ihr alle haftig sei euge, n verlangt Christo. eure Neb werde in Erfahrun was das lauter u Christi,e rechtigkeit geschehen Gottes. n Lönnt gegen des Teufelz t mit Fleisch „sondern mit gen, nämlich die in det herrschen, mit dem Himmel. Tden Harnisch an dem bösen , und alles das Feld be⸗ t nun, um⸗ Wahrheit Panzer der den Beinen u treiben das Vor allen Schild des ihr auslöschen ile des Böse⸗ elm des 5 Geistes, 4,-. Königischen.) igischer, des apernaum. ihr nicht. uihm: Herr, n mein Kind ten ihm e lebet. Da die Stunde, * m worden „ zu ihm! Ctunde ver⸗ merlte det inde wärt, m gesagt Und er Am 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. laubte mit seinem ganzen Hause. as ist nun das andre Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa nach Galiläa kam. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Phil. 1, 3—11. Erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit.) Qcch danke meinem Gott, so oft N ich euer gedenke,(welches ich allezeit thue in alle meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden,) über eurer Gemein⸗ schaft am Evangelium vom ersten Tage an bis her; und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängnis, darin ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade teil⸗ haftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr seid lauter und unanstößig auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Ge⸗ rechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen in euch zu Ehre und Lobe Gottes. Evangelium. Matth. 18, 21—35. (Der Schallsknecht.) Da trat Petrus zu ihm, und sprach: Herr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündiget, vergeben? Ist's genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir, nicht siebenmal, sondern siebenzigmal siebenmal. Darum ist das Himmel⸗ reich gleich einem Könige, der mit 4¹ seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er's nun nicht hatte, zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da siel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Ku hinaus, und fand einen seiner Mit⸗ knechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder, und l bat ihn, und sprach: Hab Geduld mit mir, ich will dir's alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern gi hin, und warf ihn ins Gefängni bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mittnechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, das sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schallsknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie Ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht ver⸗ gebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Am 23. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Phil. 3, 17—21. (Unser Wandel ist im Himmel.) Tolget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen 42 Am 24. Sonntage nach Trinitatis. ich euch ost gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, daß sie sind die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verllären wird, daß er ähnlich werde seinem ver⸗ kläreten Leibe nach der Wirkung, doamit er kann auch alle Dinge sich unterthänig machen. Evangelium. Matth. 22, 15—22. (Die Zinsmünze.) Qa gingen die Pharisäer hin, und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in seiner Rede; und sandten zu ihm ihre Jünger samt Herodes' Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünkt dich? Ist's recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schallheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? weiset mir die Zinsmünze! Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Wes ist das Bild und die Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kalser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Col. 1, 9—14. (Tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Licht.) D auch wir, von dem Tage an, da wir's gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu. beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand, daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn, zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntnis Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht zu aller Geduld und Langmütigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsternis, und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. Evangelium. Matth. 9, 18—26. (Jairi Töchterlein.) D er solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Oberften einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stund auf, und folgte ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang ge⸗ habt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sah sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägd⸗ lein ist nicht tot, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stund das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erschol in das⸗ selbige ganze Land. Am Episte Don 2—0 B̃ denen, d nicht tra die leine wir glar und aufe auch, di Iesum, sagen w Herrn,! überbleib werden d da schla Herr, u und Sti der Posa vom He hrs Darnack bleiben, hingerüt dem Her werden zeit. S Worten Evang Wa für euch zu z ihr erfüllet eines Willens Geisheit und elt würdiglich Befallen, und zuten Werlen, ntnis Gottes, it aller Kraft Macht zu mütigleit mit t dem Vater, t hat zu dem Licht; welcher der Obriglelt tuns versetzt eben Sohnes, die Erlösung Bergebung der . 9, 18-26. lein.) Ihnen redete, Obersten einer, . und sprach: Icht getorben: eine Hand au Und Jesus hm nach und he, ein Weib, Butgang 9⸗ zu ihm, 10 Saum 11 Nöht hren, so wird. dte sich Nu: Am 25. und 26. Sonntage nach Trinitatis. 43 Am 25. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Thess. 4, 13—18. (Von denen, die da schlafen.) ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid, wie die andern, die leine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben auf die Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und über⸗ bleiben, werden zugleich mit denselben hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein alle⸗ zeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium. Matth. 24, 15—28. (Greuel der Verwüstung.) Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung,(davon gesagt ist durch den Propheten Daniel,) daß er stehet an der heiligen Stätte, (wer das lieset, der merke drauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist; und wer auf dem Dach ist, der steige nicht her⸗ nieder, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Weh aber den Schwangern und Säugerinnen zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von An⸗ sang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwähleten willen werden die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hie ist Christus, oder: da, so sollt ihr's nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrtum(wo es möglich wäre) auch die Auserwähleten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubt nicht. Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom ufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 2. Thess. 1, 3—10. Er wird herrlich erscheinen mit seinen Heiligen.) ir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist; denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander, also daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes über eurer Geduld und Glauben in allen euren Verfolgungen und Trüb⸗ salen, die ihr duldet; welches an⸗ zeiget, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet; nach dem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird offenbart werden vom Himmel samt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über 44 Am 27. Sonntage nach Trinitatis. die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelium unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem An⸗ gesichte des Herrn und von seiner herrlichen Macht, wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeug⸗ nis an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium. Matth. 25, 31-46. (Das Endgericht.) enn aber des Menschen Sohn lommen wird in seiner Herr⸗ lichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichleit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von ein⸗ ander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank ge⸗ wesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich ge⸗ speiset? oder durstig, und haben dich getränket? wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? oder nacket, und haben dich bekleidet? wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen, und sind zu dir kommen? Und der König wird ant⸗ worten und sagen zu ihnen: Wahr⸗ lich, ich sage euch: Was ihr gethan habt Einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nacket, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht ge⸗ dienet? Dann wird er ihnen ant⸗ worten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt Einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 2. Petri 3, 3—14. (Der neue Himmel und die neue Erde.) Urd wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eignen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Ver⸗ heißung seiner Zukunft? Denn nach⸗ dem die Väter entschlafen sind, bleibet es alles, wie es von Ansang der Kreatur gewesen ist. Aber Mut⸗ willens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sintflut verderbet. Also auch der Himmel, der jehund durch sein zum Feuer Tag des 0 der gottlos⸗ sei euch un Ein Tag tausend J wie Ein nicht die9 für einen hat Gedult daß jeman daß sich j Es wird a als ein Dit die Himn großem K werden vo Erde und werden v alles soll geschickt se gottseliger und eilet des Hert vom Feue vor Hitze warten a und einer Verheißun wohnet. weil ihr thut Fle befleckt u erfunden Evange (leich Vann sein Lampen em Bräy mnter ihn waren fln redam At sch. mn i Lanpen. 309, wurd schirfen. ihr gethan iesen meinen as habt iht vitd er auch inlen: Gehet Ifluchten, in bereitet ist Engeln! Ich und ihr habt ch bin durstig t mich nicht Gast gewesen, t beherberget. und ihr habt Ich bin krank und ihr habt a werden sie und sagen: dich gesehen Roder einen hank, oder dir nicht ge⸗ r ihnen ant⸗ Babrlich, ich nicht gethan n Geringsen, nicht gethan. e ewige Pein Pten in das e nach 9 3—14. nd die neue erst, dah in mmen wer eignen Lüsten 0 ist die Ver⸗ der jetzund ist, und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden auf den Tag des Gerichts und Verdammnis der gottlosen Menschen. Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verzieht nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet, und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, die⸗ weil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm un⸗ befleckt und unsträflich in Frieden erfunden werdet. Evangelium. Matth. 25, 1—13. (Gleichnis von den zehn Jung⸗ frauen.) ann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren thöricht, und fünf waren klug. Die thörichten nahmen ihre Lampen; aber sie nahmen nicht Ol mit sich. Die klugen aber nahmen lin ihren Gefäßen samt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam ver⸗ zog, wurden sie alle schläfrig, und ent⸗ schliefen. Zur Mitternacht aber ward Am Michaelistage. 45 ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen! Da stunden diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Ole, denn unsre Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; gehet aber hin zu den Krämern, und Tanset für euch selbst. Und da sie Hanner, zu kaufen, kam der Bräutigam; und welche bereit waren, gingen mit ihm hin⸗ ein zur Hochzeit; und die Thüre ward verschlossen. Zuletzt kamen auch die andern Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, thu uns auf! Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich Wn euch: Ich kenne euer nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Am Michaelistage. Epistel. Offenb. 12, 7—12. (Michaels Kampf im Himmel.) Urd es erhub sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen; und der Drache stritt und seine Engel, und siegeten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin ge⸗ worfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unsers Gottes worden, und die Macht seines Christus, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn über⸗ wunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses, und haben ihr Leben nicht geliebet⸗ 46 Am Reformationsfest. bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen! Weh denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer! denn der Teufel kommt zu euch hinab, und hat einen großen Zorn, und weiß, daß er wenig Zeit hat. Evangelium. Matth. 18, 1—11. (Ihre Engel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.) 3⁴⁷ derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu, und sprachen: Wer ist doch der Größte im Himmel⸗ reich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellte das mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst niedriget wie dies Kind, der ist der Größte im Himmel⸗ reich. Und wer Ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten Einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget, und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Weh der Welt der Argerniß halben! Es muß ja Argernis kommen; doch weh dem Menschen, durch welchen Argernis kommt! So cber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir. Es ist dir besser, daß du zum Leben lahm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf's von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben ein⸗ gehest, denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allzeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist kommen, selig zu machen, das verloren ist. Am Reformationsfest. Epistel. Gal. 5, 1—15. (Bestehet in der Freiheit.) So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch sangen. Siehe, ich Paulus sage euch: Wo ihr euch beschneiden lasset, so nützet euch Christus nichts. Ich zeuge abermal einem jeden, der sich beschneiden lässet, daß er das ganze Gesetz schuldig ist zu thun. Ihr habt Christum ver⸗ loren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen. Wir aber warten im Geist durch den Glauben der Gerechtigkeit, der man hoffen muß. Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe thätig ist. Ihr liefet fein. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? Solch Überreden ist nicht von dem, der euch berufen hat. Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teich. Ich versehe mich zu euch in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnet sein. Wer euch aber irre machet, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle. Ich aber, lieben Brüder, so ich die Be⸗ schneidung noch predige, warum leide ich denn Verfolgung? So hätte ja das Argernis des Kreuzes aufgehöret. Wollte Gott, daß sie auch Hcr aber würden, die euch verstören! Ihr aber, lieben Brüder, seid zur Freiheit be⸗ rufen; allein sehet zu, daß ihr durch die Freiheit dem Fleisch nicht Raum gebet, sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn alle Gesetze werden in Einem Wort erfüllet, in dem:„Liebe deinen Nächsten als dich selbst.“ So ihr euch aber unter einander beißet und fresset, so sehet zu, daß ihr nicht unter einander verzehret werdet. Cpangeli ie D er a er au sich und ihm. Und auf, lehrte sind, die de das Himme die da Leid getrotet u Sontmüth Erdreich be hungert u Lechtigkeit; Selig sind sie werden Selig sind denn sie w sind die Fr Gottes Ki die um G werden; iht. Selt Menschen und verft Ubels wi lügen. es wird lohnet we sie verjolg euch gewef enschen Sohn machen, das onsfest. „1—15. reiheit.) der Freihett, 5 befreiet hat, wiederum in n. Siehe, ihr euch nützet euch 9e abermal eiden lässet, schuldig ist istum ver⸗ eseh gerecht id von der aber warten Glauben der hoffen muß. gilt weder versche mich „Fiht werdet V. Wer euch sein Urteil Am Erntedankfest. Evangelium. Matth. 5, 1—12. (Die Seligpreisungen.) Dꝰ er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg, und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. Und er that seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmüthigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Ge⸗ rechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolget werden; denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen, und reden allerlei Übels wider euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl be⸗ lohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind. Am Erntedanffest. Epistel. Psalm 145, 15—21. (Aller Augen warten auf dich.) Al Augen warten auf dich, und Du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du thust deine Hand auf, und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er thut, was die Gottesfürchtigen begehren, und höret ihr Schreien, und hilft ihnen. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und wird ver⸗ tilgen alle Gottlosen. Mein Mund Am Kirchweihtage. 47⁷ soll des Herrn Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. Evangelium. Luc. 12, 15—21. (Der reiche Narr.) Sehet zu, und hütet euch vor dem Geiz; denn niemand lebet davon, daß er viel Güter hat. Und er sagte ihnen ein Gleichnis, und sprach: Es war ein reicher Mensch, des Feld hatte wohl getragen. Und er gedachte bei ihm selbst und sprach: Was soll ich thun? Ich habe nicht, da ich meine Früchte hin sammle. Und sprach: Das will ich thun: ich will meine Scheunen abbrechen, und größere bauen, und will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter; und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat auf viel Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink, und habe guten Mut. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wes wird's sein, das du bereitet hast? Also gehet es, wer sich Schätze sammelt, und ist nicht reich in Gott. Am Kirchweihtage. Epistel. Offenb. 21, 1—5. (Das neue Jerusalem.) 1 nd ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde ver⸗ ging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich Johannes sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird kei ihnen wohnen, und sie werden sein Voll sein; und Er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen; und der Tod wird nicht 48 mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, Schmerz wird mehr sein; denn Erste ist vergangen. Und der dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte Aind wahrhaftig und gewiß. . Evangelium. Luc. 19, 1—10. (Jesus kehrt bei Zachäus ein.) Ind er zog hinein, und ging durch Jericho. Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war Oberster der Zöllner, und war d begehrte, Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Voll; denn er war klein von Person. Und er lief voraus, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf Am Kirchweihtage. daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sah er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend her⸗ nieder; denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrte Zachäus aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil wider⸗ fahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist kommen, zu suchen, und selig zu machen, das verloren ist. allda sollte als Iqus e, sah er auf, und sprach eilend her⸗ te zu deinem er stieg eilend auf mit n, murreten n Sünder trat dar, —3——.——— ————————— 1— ö· „I* OIOUr& Grey Control Chart Green VOIIOV Red Magenta