25 20 43 7 *.— ——— .— —— —— ——.2—— — S S —.—— + 461 —— ———f“‚RI4 287888— — Gleines katholiaches Von LTudwig Donin. Wien. Verlag von Jg. Lie nhart, Schottengasse 2. Ausführlicher Unterricht für diejenigen, welche dem Priester beim heil. Meß⸗ opfer dienen wollen. Allgemeine Bemerkungen. Wer immer bei dem heiligen Meßopfer mit wahrem Nutzen beiwohnen, oder dem Priester am Altare würdig dienen will, soll 1. ein reines Herz, 2. einen lebendigen und unerschütterli⸗ chen Glauben an die wirkliche— wahrhaftige und wesentliche Gegenwart Jesu Christi, des Sohnes Gottes unter den Gestalten des Brotes und des Weines haben, und 3. rein gewaschen und so viel möglich anständig gekleidet sein. Denn er ist im Hause des Herrn, er ist bei der heiligsten Hand⸗ lung, zu der Gottes ewige Liebe einen armen Menschen bevollmächtiget und befähiget hat. Der dem Priester am Altare dienen will, soll wohl verstehen, was er spricht— wann und wie er dem Priester am Altare bei diesem furchtbaren Opfer antworten— er soll ein Knabe von unbe⸗ scholtenem Wandel, von frommem Sinn und aner⸗ kannter Genauigkeit sein. Denn der Altar ist nicht der Schauplatz des Leichtsinns, oder der Ungezo⸗ genheit, oder die Strafstätte der Gottlosigkeit und der Sünde: denn alle Vorsteher der Kirche und 1 die, denen es obliegt, für das Haus des Herrn und seine Zier mit ihrem Gewissen einzustehen, mögen bedenken, was der Herr gesprochen hat: Mein Haus ist ein Bethaus! Habt Acht, daß das Haus nicht eine Mördergrube werde. Darum duldet an den heiligsten und fürchterlichsten Orten nicht, was ihr in eueren Schlafkammern nicht dulden würdet.— Der Ministrant soll beim Altare nichts anderes thun, als was er zu verrichten hat.“) 1. Allgemeine Negeln für den Ministranten selbst. 1. Rein sei seine Kleidung— Schuhe— Strümpfe. Ohren— Mund— Gesicht und Hände — das Haar sei gekämmt, und er sei mit einem Schnupftüchlein wohl versehen. Zum Altardienste gehört der Chorrock und die eigene Ministranten— kleidung“*) bestimmt, die Beibehaltung der weltli— chen Kleidung ist höchst unanständig, und verkündiget für Priester und Volk kein großes Lob, es zeigt eine gewisse unverzeihliche Geringachtung der Hand— lung, die daselbst vorgenommen wird. Daher mache *) Altardiener von dem lateinischen Ministrare id est dienen. Wie kann es wohl eine so arme und elende Gemeinde geben, die nicht im Stande wäre, vereint mit dem Seelsorger eine Ministrantenkleidung anzuschaffen. Wie kann es ein gläubiger Mensch ansehen, daß ein Ministrant in einer zersetzten beschmutzten Kleidung herumschleicht. Denn 2 vollst. Ministrantenkleidun⸗ gen kommen kaum auf 10 fl. und das wird doch jede Gemeinde, die will— zusaͤmmenbringen. — III der Ministrant alle seine Verrichtungen beim Altare mit der Ministrantenkleidung, und nie ohne die— selbe. 2. Während des Dienstes schreie er nicht, oder spreche er zu langsam oder zu schnell, son⸗ dern antworte er gut verständlich.— 3. Er voll⸗ ziehe alle Gebräuche mit Anstand und einem sichtbaren Ausdruck von Andacht. 4. Seine Augen seien stets auf den Priester gerichtet, seine Hände anständig gefaltet, er erkühne sich nie zu tändeln, zu schäkern oder zu spielen.— Beim Anziehen des Ministrantenkleides betet er:— O mein Gott! verleihe mir mit dem Kleide die Gnade, in deinem h. Dienste andächtig— aufmerksam, anständig und jederzeit von deiner Furcht und der wahren Gottseligkeit durchdrungen zu sein, damit ich alle erbaue und deinen Namen verherrliche, welcher gelobet sei von nun an bis in Ewigkeit. Darum bitte ich durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 2. Der Ministrant in der Sacristei vor der heil. Messe. Der Ministrant, welcher immer schon vor dem Priester in der Sacristei erscheinen soll, richtet mit dem Sacristan oder Meßner Alles her, was zur Feier der heiligen Messe erforderlich ist. Dann wäscht er sich die Hände reinlich und zieht wenn es nöthig ist, den Chorrock an. Sobald der Priester in die Sacristei eintritt, macht ihm der Ministrant eine ehrerbiethige Verbeugung, reicht ihm dann das Meßbuch, damit derselbe die betreffende Messe 1* aufsuchen kann, dienet ihm beim Händewaschen, indem er dem Priester bei untergehaltenem Teller etwas Wasser aus dem Kännlein über die Finger gießet, reicht ihm hierauf das in Bereitschaft gehal⸗ tene Tuch zum Abtrocknen, gibt ihm dann die Büchse, worin die Hostien befindlich sind, eröffnet sie, damit sich der Priester eine heraus nehme, und ist ihm hierauf zum Ankleiden behilflich. Er reicht ihm nemlich, wenn dieser die Albe anzieht, das Cingulum vom Rücken her, ziehet die Albe ein wenig über das Cingulum hinauf, so, daß sie an-⸗ ständig herab hängt, und bringt die Falten in Ord⸗— nung, damit sie gleichmäßig vom Boden abstehen u. s. w. Hat er nun Alles in Ordnung und mit Ruhe gethan, so ergreift er auf den Wink des Priesters das Meßbuch(dessen Rücken er auf den linken Arm legt) und alles Andere, was zur heil. Messe nothwendig ist, und geht, nachdem er mit dem Priester vor dem Cruzifixe in der Saceristei eine Verneigung gemacht hat, vor ihm her, gibt beim Herausgehen aus der Sacristei das übliche Zeichen mit der Glocke, und schreitet langsam und andächtig, vor dem Priester hergehend, zu dem Al— tare, wo das heilige Meßopfer gefeiert werden soll, ohne viel herumzusehen. 3. Der Ministrant beim Hingehen zum Altare. Bei dem wirklichen Hingehen zum Altare darf der Ministrant die Reverenz vor dem Altare nie —— in der Mitte machen, sondern auf der Seite an seinem Orte, denn in der Mitte macht sie der Prie⸗ ster. Nur der das Rauchfaß hat, darf sie in der Mitte machen, aber hinter dem Priester. Dann soll er auch die Reverenz nicht früher machen, als der Priester, sondern warten, bis derselbe in die Mitte gekommen ist; eben so soll er den Priester beim Altare allezeit vor sich, niemals aber hinter sich vorbei gehen lassen; daher ist es nothwendig, daß er ein wenig zurückstehe, damit der Priester Platz hat, bequem vorüber zu gehen. Der Mini⸗ strant soll beim Altare, vor dem Cruzisix das rechte Knie bis auf den Boden beugen; wenn auch auf dem Altare kein Tabernakel mit dem heiligsten Sacramente ist, und deßwegen der Priester nur eine tiefe Verbeugung macht. Jeder Ministrant muß die Reverenz auf dreier⸗ lei Art ordentlich zu machen wissen. Eine Art Reverenz macht man nämlich mit einer andächtigen Neigung des Körpers; die andere mit einer Beu— gung des rechten Knies bis auf den Boden, und die letzte geschieht mit der Beugung beider Knie, wobei auch noch das Haupt geneigt wird. Nach der ersten Art macht man die Reverenz, so oft man dem Priester etwas darreicht oder von ihm empfängt. Nach der zweiten, so oft man während dem Mini⸗ striren beim Altare ankommt, in der Mitte dessel— ben vorüber geht, und davon weggeht. Aber nie wird die einfache Kniebeugung auf der Staffel gemacht, sondern allezeit auf dem ebenen Pflaster. Nach der dritten Art endlich, wenn das hochwür— digste Gut öffentlich zur Anbetung ausgesetzt ist, wenn man auch nicht ministrirt, sondern nur vorüber geht. Uebrigens darf der Ministrant mit den Kniebeugungen dem Priester nie vorkommen, sondern alle müssen jederzeit mit dem Priester übereintreffen. Wer aber das Kreuz trägt, darf niemals an die Brust klopfen, und überhaupt gar keine Reverenz machen, weder mit der Neigung des Hauptes, noch auf eine andere Art. Während dem Hingehen zum Altare muß der Ministrant allezeit ehrerbietig das Biret von der Hand des Priesters empfangen, und ihm niemals das Meßbuch hinhalten, damit er selbes darauf lege, oder es am Ende davon wegnehme. Es darf auch niemals auf den Altar gelegt werden, noch weniger auf den Kelch, sondern an einen andern hierzu schicklichen Ort, wo es aber in keinem Falle auf die Ecken gestellt werden darf, um nur das Mindeste hineinzulegen, sondern jederzeit mit den Ecken aufwärts. Wenn der Priester Leviten hat, darf ihm ein anderer Ministrant gewöhnlich nichts hingeben oder abnehmen, ausgenommen das Darbieten des offenen Rauchfasses, da Weihrauch eingelegt wird, so wie auch das Ausgießen des Wassers und Hinreichen des Tüchleins beim Hände— waschen. 4. Der Ministrant am Altare bei der Ent⸗ richtung des heil. Meßopfers. Vorerinnerung. Jeder Ministrant, wenn er keinen Leuchter, oder sonst etwas zu halten hat, soll bei dem Altare VII unter der heiligen Messe die Hände beständig aufheben, daß er mit ausgestreckten, zusammen gehaltenen und aufwärts gerichteten Fingern (aber nicht bis zum Munde) immer eine anbe⸗ tende Stellung beobachte. Er muß seine ganze Aufmerksamkeit auf den Priester richten. Wäh— rend einer musikalischen Litanei und unter der Vesper kann er seiner Andacht mit einem Ge— betbuche pflegen. Vei dem Beten sollen sich die Ministranten Zeit lassen, Alles deutlich und genau aussprechen, nicht zu laut schreien, son— dern sich so viel möglich nach der Stimme des Priesters richten. Wenn bei einem Amte der Chor antwortet, sollen die Ministranten beim Altare das Mitschreien ganz vermeiden und in der Stille antworten. Der Ministrant soll sich ferners beim Altare in seiner Verrichtung niemals mit dem irre machen lassen, was zu gleicher Zeit bei andern Altären vorgeht. Wenn anderwärts die heil. Hostie oder der Kelch aufgehoben wird, und das ganze Volk niederkniet, so muß der Ministrant doch stehen bleiben, wenn z. B. sein Priester so eben das Evangelium lesen sollte. Wenn der Ministrant mit einer Hand beschäftigt ist, wie z. B. mit Halten einer Kerze, oder Kännlein u. dgl., so darf er die andere Hand niemals hin⸗ unter hängen lassen; sondern er muß dieselbe allezeit mit ausgestreckten und zusammengefalte— ten Fingern gehörig auf die Brust legen. 5 4* Am Altare angelangt, nimmt der Ministrant das vom Priester ihm dargereichte Biret, macht mit dem Priester eine Verbeugung mit dem rechten Knie(wenn aber an demselben Altare das hoch— würdigste Gut ausgesetzt ist, mit beiden Knieen und der Neigung des Hauptes)— legt das Meßbuch auf das Pult oder Kissen des Altars, doch so, daß nicht der Rücken desselben gegen die Mitte des Al⸗ tars gerichtet ist, ohne es jedoch aufzumachen, legt hierauf das Biret an einen reinen schicklichen Ort neben den(nicht auf den) Altar, zündet wenn es finster und dieses noch nicht geschehen ist, die Kerze an, und begibt sich hierauf an die Stufen(an den Antritt) des Altars herab. Hier kniet der Ministrant auf dem Boden, nicht auf der Altarstufe, zur lin⸗ ken Seite des Priesters nieder, bezeichnet sich wie jener, mit dem heiligen Kreuze, und antwortet, nachdem der Priester jedes Mal die hier unten angeführten Worte ausgesprochen hat, um ihm nicht voreiligi ns Wort zu fallen, auf nachfolgende Weise. Besondere Anmerkung. Wo der Buchstabe P. vorsteht(welches Priester bedeutet), das spricht der Priester; worauf ihm dann der Diener(hier mit dem Buchstaben D. bezeichnet) das Folgende antwortet. Neben dem Lateinischen, welches Anfangs(links) steht, ist die deutsche Uebersetzung(rechts) angehängt, welches auch durch die Aufschriften angedeutet ist. Die Namen der kirchlichen Kleider. Das Kopf tuch.— Die Albe.— Das Cingu⸗ lum oder der Gürtel.— Das Manipel.— Die IX Stola.— Das Meßkleid oder die Kasel.— Das Roched.— Das Biret.— Der Kelch(der mit dem Teller, patena genannt, vergoldet sein soll) das Korporale, die Pala, die Bursa, das Purifi⸗ katorium, die Hostie— die 3 Kanontafeln, der Polster, das Portatile, von Stein mit den Re⸗ liquien der Heiligen, das Antipendium— die Kupel— das Kanzeltuch. Die geheiligten Kleider haben fünferlei Farben: Sie sind weiß(als Zeichen der Unschuld, an den Festen der seligsten Jungfrau, der Jung⸗ frauen, der Bekenner und einiger Feste des Herrn). Roth(als Zeichen der Liebe an den Festen des heil. Geistes und der heil. Märtirer). Grün(als Zeichen der durch den Heiland Jesu erlangten Hoffnung an den Sonntagen nach Pfingsten). Blau(als Zeichen der Buße, in der Faste, und den Bußtagen). Schwarz(als Zeichen der Trauer, am Char— sreitage, Aller⸗Seelentag und besonders den h. Messen für die Verstorbenen). vom Eingang der heiligen Messe. Bevor der Priester zum Stufengebet geht, macht er in der Mitte des Altars die Meinung (Intention genannt). (Lateinisch.) P. In Nomine Pa⸗ tris, et Filii et Spiritus sancti. Amen. P. Introibo ad Al⸗ tare Dei. D. Ad Deum, qui läti⸗ ficat Juventutem meam. P. Judica me Deus, et discerne Causam meam de Gente non saneta ab Homine iniquo et doloso erue me. D. Quia tu es Deus, Fortitudo mea; quare me repulisti, et quare tristis incedo, dum affli— git me inimicus? ö ud P. Emitte Lucem tuam et Veritatem tuam; ipsa me deduxerunt et aͤddu— xerunt in Montem sane— tum tuum et in Taber⸗ nacula tua. D. Et introibo ad Altare Dei, ad Deum, qui lätificat Juventu⸗ tem meam. P. Confitebor, tibi in Citare Deus, Deus (Verdeutscht.) P. Im Namen des Vaters des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. P. Ich will hintreten zum Altare Gottes. D. Zu Gott, der meine Jugend erfreuet. P. Richte mich, o Gott! und entscheide meine Sache vor dem unheiligen Volke rette mich von den unge— rechten und falschen Men— schen. D. Denn du, o Gott! bist meine Stärke; warum sollst du mich verstoßen, warum soll ich traurig ein— hergehen, wenn mich der Feind bedrängt? P. Sende dein Licht und deine Wahrheit; diese haben mich geleitet und hingeführt auf deinen hei— ligen Berg, und in deine Wohnungen. D. Und ich will hintre— ten zum Altare Gottes, zn Gott, der meine Jugend erfreut. P. Ich will dich Gott, mein Gott! auf der Harfe XI (Lateinisch.)(Verdeutscht.) meus! quare tristis es preisen. Warum bist du Anima mea, et quare traurig meine Seele! und conturbas me. warum ängstigest du mich. D. Spera in Deo; D. Hoffe auf Gott; denn quoniam adhue confite- immer will ich Ihn prei⸗ bor illi; Salutare Vul⸗ sen, weil er das Heil ist, tus mei, et Deus meus. worauf mein Angesicht ů schauet. Er ist mein Heil. P. Gloria Patri et P. Ehre sei dem Vater, Filio, et Spiritui sancto. und dem Sohne, und dem heiligen Geiste! Hier neigt sich der Diener mit dem Priester. D. Sicut erat in D. Wie Er war im An⸗ Principio, et nune et fange, nun und alle Zeit, semper, et in Säcula und in Ewigkeit. Amen. Säculorum. Amen. P. Introibo ad Al⸗ P. Ich will hintreten tare Dei. zum Altare Gottes. D. Ad Deum, quiläti⸗ D. Zu Gott der meine sicat Juventutem meam. Jugend erfreut. Bei Todten-Messen, und bei jenen vom Passions⸗ Sonntage an bis Ostern wird dieser Psalm, von„Judica me Deus“ an bis hierher aus⸗ gelassen und der Priester betet nach„introibo ad Altare Dei“ sogleich„Adjutorum“ u. s. w. P. Adjutorum no⸗ P. Unsere Hülfe ist im strum in Nomine Do- Namen des Herrn. mini. Hier macht der Diener mit dem Priester das hei⸗ lige Kreuzzeichen. XII (Lateinisch.) D. Qui fecit Cölum et Terram. (Verd eutscht.) D. Der Himmel und Erde erschaffen hat. Das Confiteor. P. Confiteor Deo om⸗ nipotenti ꝛc.— Domi⸗ num Deum nostrum. D. Misereatur tui, omnipotens Deus, et dimissis Peccatis tuis perducat te ad Vitam äternam. P. Amen. P. Ich bekenne dem allmächtigen Gott ꝛc.— bei Gott, unserem Herrn. D. Der allmächtige Gott erbarme sich deiner, ver⸗ zeihe dir deine Sünden, und führe dich zum ewi⸗ gen Leben ein. P. Amen. Nun betet, sich neigend, der Diener, und wenn er„tibi Pater!“ oder„te Pater sagt, muß er sich ein wenig gegen den Priester wenden. D. Confiteor Deo om⸗ niponti, beatä Mariä, semper Virgini, beato Michaeli Archangelo, beato Joanni Baptistä, sanctis Apostolis Petro et Paulo, omnibus Sanctis, et tibi Pater; quia peccavi nimisCogi⸗ tatione, Verbo et Opere: D. Ich bekenne dem all⸗ mächtigen Gott, der heili⸗ gen, allezeit reinen Jung⸗ frau Mariä, dem heiligen Erzengel Michael, dem heiligen Johann dem Täu⸗ fer, den heil. Aposteln Pe⸗ trus und Paulus, allen Heiligen, und dir, Vater! daß ich sehr oft mit Ge⸗ (Lateinisch.) mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa! XIII (Verdeutscht.) danken, Worten und Wer⸗ ken gesündiget habe: meine Schuld, meine Schuld, meine größte Schuld! Bei„Culpa“ klopft der Ministrant jedes Mal — also drei Mal Ideo precor beatamMa— riam semper Virginem, beatum Michaelem Ar— changelum, beatum Jo⸗ annem, Baptistam, sanc⸗ tos Apostolos, Petrum et Paulum, omnes Sane— tos, et te, Pater! orare pro me ad Dominum Deum nostrum. P. Miseratur vestri ꝛc. D. Amen. P. Indulgentiam, Ab— solutionem et Remissio— nem Peccatorum nostro⸗ rum tribuat nobis omni⸗ potens et misericors Dominus. Hier macht der Priester lige Kreuzzeichen. D. Amen. P. Deus, tu conver⸗ sus vivificabis nos. — an die Brust. Deßwegen bitte ich die heil. allezeit veine Jung— fran Maria, den heiligen Erzengel Michael, den hei— ligen Johann den Täufer, die heiligen Apostel Pe— trus und Paulus, und dich, Vater! du wollest für mich bitten bei Gott unserm Herrn. P. Der Gott ꝛc. D. Amen. P. Der allmächtige und barmherzige Gott ertheile uns Nachlassung, Losspre— chung und Verzeihung un— serer Sünden. allmächtige und der Diener das hei— D. Amen. P. O Gott! wenn du dich zu uns wendest, so wirst du uns von Neuem beleben. (Lateinisch.) D. Et Plebs tua lä⸗ tabitur in te. P. Ostende nobis Domine Misericordiam tuam; D. Et Salutare tuum da nobis. P. Domine, exaudi Orationem meam! D. Et Clamor meus ad te veniat. P. Dominus vobis-— cum. D. Et cum Spiritu tuo. Hier neigt sich der Diener wieder, und zwar so lange, bis der Priester zum Altare hinangeht. (Verdeutscht.) D. Und dein Volk wird sich in dir erfreuen. P. Herr erzeuge uns Deine Barmherzigkeit; D. Und gib uns dein Heil. P. Herr, erhöre mein Gebet! D. Und laß mein Ge— schrei zu Dir kommen. P. Der Herr sei mit euch. D. Und Geiste. mit deinem Hier steht der Diener auf, begibt sich in die Mitte des Altars, macht eine Verbeugung und kniet zur linken Seite auf den Altarantritt. P. Kyrie eleyson! D. Kyrie eleyson! P. Kyrie eleyson! D. Christi eleyson! P. Christe eleyson! P. Herr erbarme dich unser! D. Herr erbarme dich unser! P. Herr, erbarme dich unser! D. Christe, erbarme dich unser! P. Christe, erbarme dich unser! — 4* +7 XV (Lateinisch.)(Verdeutscht.) D. Christe eleyson! D. Christe erbarme dich unser! P. Kyrie eleyson! P. Herr, erbarme dich unser! D. Kyrie eleyson! D. Herr, erbarme dich unser! P. Kyrie eleyson! P. Herr, erbarme dich unser! Wenn der Priester in den Quatemberzeiten meh— rere Lectionen und Gebete liest, so bleibt der Diener auf seinem Platze, und so oft der Erstere spricht: P. Oremus, flecta— P. Laßt uns beten, beu⸗— mus Genua. gen wir die Knie. D. Levate. D. Erhebet euch. P. Dominus vobis⸗ P. Der Herr sei mit eum. euch. D. Et cum Spiritu D. Und mit deinem tuo. Geiste. P. Per omnia Säcula P. Durch alle Ewig-— Säculorum. keit. D. Amen. D. Amen. Beim Ende jeder abgelesenen Leetion oder Epistel, an dessen Ende der Priester dem Diener ein Zei— chen mit dem Haupte gibt, spricht der Diener: D. Deo gratias. D. Gott sei Dank. I. Haupttheil. Die heil. Messe, das Evangelium. Darauf trägt der Diener das Meßbuch nebst dem Kissen, wenn nicht zwei auf dem Altare lie— gen, von der Epistelseite auf die Evangelien⸗ seite, und verbeugt sich in der Mitte des Altars; dann geht er wieder zur Stufe zurück auf die rechte Seite. (CLateinisch.)(Verdeutscht.) P. Dominus vobis⸗ P. Der Herr sei mit eum. euch! D. Et cum Spiriitn D. Und mit deinem tuo. Geiste. P. Sequentia sancti P. Folgendes ist aus dem Evangelii secundum heiligen Evangelium des Matthäum(Mareum, Matthäus,(Markus, Lu⸗ Lucam oder Joannem). kas oder Johannes). D. Gloria tibi Do⸗ D. Preis sei dir, o mine. Herr! Nun wird vom Priester das heil. Evangelium gelesen, wobei sich im Anfange der Diener und Priester mit dem heil. Kreuze bezeichnen. Während der Lesung des Evangeliums steht der Diener. Am Schlusse des Evangeliums, wenn der Priester dasselbe küsset, spricht der D. Laus tibi Christi. D. Lob sei Dir, Christi! Hier kniet der Ministrant wieder nieder. Nun betet der Priester das„Credo.“ Am Ende wendet er sich zum Volke um, und spricht: u M * XVII (Lateinisch.)(Verdeutscht.) P. Dominus vobis⸗ P. Der Herr sei mit eum. euch. D. Et cum Spiritu D. Und mit deinem tuo. Geiste. Uebrigens ist hierbei im Allgemeinen zu bemerken, daß, so oft sich der Priester umwendet, und Dominus vobiscum sagt, sich der Ministrant mit dem Haupte etwas neigen, und dann ant— worten soll:„Et eum Spirito tuo.“ II. Haupttheil. Das Offertori um. Sobald der Priester den Kelch abdeckt, steht der Ministrant auf, macht die Reverenz an sei— nem Orte, nämlich auf der Epistelseite, ohne in die Mitte zu gehen, holt vom Kredenztisch die Kännlein auf folgende Weise: Zuerst nimmt er mit der rechten Hand das Wein⸗ Kännlein, macht eine Neigung gegen den Prie— ster, und gibt es dem Priester ehrerbietig hin, und zwar verkehrt, damit der Priester das— selbe beguem abnehmen könne, und neiget sich wieder: während dem muß er aber die linke Hand auf die Brust legen. Hierauf nimmt er das Wasser-Kännlein und beobachtet das Näm— liche. Dann legt er auf der Epistel-Ecke das kleine Handtüchlein auseinander, zieht es 2 XVIII aber ein wenig in die Höhe, damit es der Priester leicht fassen kann. Darnach nimmt er das Wasser⸗Kännlein in die rechte, den Teller aber in die linke Hand, geht eine Staffel hinab, und wartet stehend bei der Epistel⸗ Ecke, bis der Priester zur genannten Ecke hinausgeht, neiget sich der Ministrant ehrer⸗ bietig gegen den Priester, und gießet etwas Wasser über die Finger des Priesters, bis er seine Hände zurückziehet. Alsdann neigt er sich wieder, und gießet das Wasser vom Teller in das eigens hiezu bestimmte Gefäß, stellt die Kännlein mit dem Teller auf den Altar oder den Kredenztisch, geht mit dem Handtüchlein in die Mitte des Altars, kniet allda nieder, legt es zusammen, und nachdem der Priester das Orate Fratres gesagt, bei welchen Wor⸗ ten der Ministrant sich neiget, betet er in eben dieser Stellung das Suseipiat ꝛc., steht dann auf, legt das Handtüchlein auf die Kännlein oder neben den Teller hin, und kniet auf der Epistelseite nieder. Beim ausgesetzten hochwürdigsten Gut ge⸗ schieht die Aufgießung auf folgende Art: der Ministrant muß in der Mitte des Altars stehen bleiben, und so wie der Priester, an der Epistelseite sich gegen das Volk kehret, muß der Ministrant hinaufgehen, und dem Prie⸗ ster mit Beobachtung der gehörigen Verbeugun⸗ gen das Wasser zum Händewaschen aufgießen. (Lateinisch.)(Verdeutscht.) P. Orate Fratres! P. Betet Brüder! D. Suscipat Domi⸗ D. Der Herr nehme XIX (Lateinisch.) nus. Sacrificium de Manibus tuis ad Lau⸗ dem et Gloriam Nomi⸗ nis sui, ad Utilitatem quoque nostram, totius— qui Ecclesiä suä sanctä. (Verdeutscht.) dieses Opfer von deinen Händen an, zum Lobe und zur Ehre Seines Namens, auch zu unserm und Sei⸗ ner ganzen heiligen Kirche Nutzen. III. Haupttheil. Das Sanctus und die Wandlung. (Lateinisch.) P. Per omnia Säcula Säculorum. D. Amen. P. Dominus vobis⸗ cum! ö D. Et eum Spiritu tuo. P. Sursum Corda! D. Habemus ad Do⸗ minum. (Verdeutscht.) P. Durch alle Ewigkeit. D. Amen. P. Der Herr sei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. P. Erhebet eure Herzen! D. Wir haben sie zu dem Herrn erhoben. P. Lasset uns Gott, un⸗ serm Herrn Dank sagen. D. Das ist gebührend und recht. Nun betet der Priester laut die Präfation. Bei jedem der Worte: P. Sanetus, sanctus. P. Heilig! heilig! hei⸗ sanctus! lig! P. Gratias agamus Domino Deo nostro. D. Dignum et justum est 2* läutet der Diener mit dem Glöckchen ein wenig. Wenn dann der Priester beide Hände über den Kelch hält, und das heilige Kreuzzeichen macht; so gibt der Ministrant abermals ein kleines Zeichen mit dem Glöckchen zur heili— gen Wandlung; dann verfügt sich der Mini— strant in die Mitte des Altars hinter den Prie⸗ ster, kniet daselbst nieder, und ergreift das Ende des obern Meßgewandes und küßt es. Wie nun der Priester spricht: (Lateinisch.)(Ver deutscht.) P. Hoe est Corpus P. Dieß ist mein Leib. meum. dann das Knie beuget, und die heil. Hostie in die Höhe hebt, so gibt der Diener ein drei— maliges Zeichen mit dem Glöckchen, und zwar: 1) wenn der Priester das Knie beugt, 2) wenn er die h. Hostie emporhebt, und 3) wenn er die heilige Hostie wieder auf den Altar legt. Er spreche: O Jesu! dir will ich leben, dir will ich sterben, dein will ich sein im Leben und im Tode. Amen. Das Nämliche hat der Ministrant zu beob— achten bei Erhebung des Kelches, wo der Prie- V ster spricht: ö P. Hic est Calir. P. Dieß ist der Kelch. Nach jedesmaliger Aufwandlung des Priesters be— zeichnet sich der Ministrant mit dem heil. Kreuze, und klopft dreimal auf die Brust und spricht: mein Erlöser erbarme dich meiner und aller Sünder! und reinige uns mit dei⸗ XXI nem kostbaren Blute von allen begangenen Sünden, bewahre uns vor allen zukünftigen. Amen. Nachdem nun der Priester den Altar geküßt und (Lateinisch.)(Verdeutscht.) P. Nobis quoque Pec“ P. Und auch uns Sün⸗ catoribus. dern. gesprochen hat, wobei derselbe an die Brust klopft, was auch der Ministrant thut, küßt der Diener das obere Meßgewand, und begibt sich, nachdem er beim Aufstehen eine Verbeu— gung gemacht hat, wieder an seinen Platz zurück. Nun folgt das stille Gebet des Prie⸗ sters, dann spricht der Priester: P. Per omnia Säcula P. Durch alle Ewigkeit. Säculorum. D. Amen. D. Amen. Darauf betet der Priester das P. Pater noster ꝛc. P. Vater unser ꝛc. P. Et ne nos inducas P. Und führe uns nicht in Tentationem. in Versuchung. D. Sed libra nos a D. Sondern erlöse uns Malo. von dem Uebel. P. Per omnia Säcula P. Durch alle Ewigkeit. Säculorum. D. Amen. D. Amen. P. Pax Domini sit P. Der Friede des Herrn semper vobiscum! sei allezeit mit euch! D. Et cum Spiritu D. Und mit deinem tuo. Geiste. IV. Haupttheil der heil. Messe. von der heil. Communion bis zum Ende der heil. Messe. (Lateinisch.)(Verdeutscht.) Jetzt setzt der Priester sein Gebet fort; er ruft nun drei Mal P. Agnus Dei ꝛc. P. O du Lamm Got⸗ tes ꝛc. ö( und der Ministrant klopft drei Mal an die Brust, * und wie dann ferners der Priester drei Mal ö spricht: ö ö P. Domine! non sum P. Herr! ich bin nicht dignus, würdig, so gibt er jedes Mal mit dem Glöckchen ein Zei⸗ chen. Dann schlägt auch der Ministrant aber⸗ * mals drei Mal an seine Brust. Ist nun die Com⸗ ö munion des Priesters vollendet, dann steht der ö Diener auf, macht in der Mitte eine Kniebeu— gung bis auf den Boden, und holet beide Känn⸗ lein, wovon er das Wein⸗Kännlein in die rechte ö Hand nimmt, und bei der Epistelseite die erste Staffel zu dem Priester hinaufsteigt. Sobald ö nun der Priester das heiligste Blut getrunken und den Kelch zu dem Ministranten hinhält, nei⸗ get sich der Ministrant ehrerbietig gegen den Priester, und gießet zu Reinigung Wein in den Kelch, bis diesen der Priester ein wenig aufhebt, XXIII zum Zeichen, daß es geuug sei; worauf er sich wieder neiget. Hierauf bleibt der Ministrant bei der Epistelecke, bis der Priester die Finger über den Kelch haltend zu ihm hingeht; dann gießet er zur Abwaschung zuerst etwas Wein, hernach auch Wasser, nicht zu langsam, über die Finger des Priesters, beobachtet aber dabei jeder⸗ zeit die gehörigen Neigungen vor und nachher, und trägt diese Kännlein, wenn er fertig ist, wieder an seinen Ort. Wenn der Priester nach geschehener Reinigung den Kelch in die Mitte des Altars gestellt hat, dann trägt der Diener oder Ministrant das Buch von der Evangelium⸗ seite wieder auf die Epistelseite. Beim Hintra⸗ gen des Buches hat er das Nämliche zu beob⸗ achten, was beim Hertragen desselben zu beobachten war, legt es aber so auf den Altar, wie es auf der andern Seite gelegen ist, ohne die Blätter umzuwenden. Nach erfolgtem kurzen Gebete des Priesters wendet sich derselbe um, und spricht: (Lateinisch.)(Verdeutscht.) P. Dominus vobis⸗ P. Der Herr sei mit cum! euch! D. Et cum Spiritu D. Und mit deinem tuo. Geiste. P. Per omnia Sä⸗ P. Durch alle Ewigkeit. cula Seculorum. D. Amen. D. Amen. P. Dominus vobis⸗ P. Der Herr sei mit eum! euch! XXIV (Lateinisch.)(Verdeutscht.) P. Ite, Missa est; P. Gehet, euere Ent⸗ oder: Benedicamus Do— laͤssung ist, oder: Lasset mino! uns den Herrn loben! Wenn der Priester beim Schlusse der letzten Ora— tion das Meßbuch offen läßt, darf der Mini-⸗ strant nicht vergessen, es nach dem„Ite Missa est“ gleich auf die Evangelienseite zu tragen; damit er noch vor dem Segen des Priesters in der Mitte des Altars sich knieen könne, um den Segen knieend zu empfangen. D. Deo gratias. D. Gott sei Dank. Setzt der Priester in der Osterwoche bei: P. Alleluja, Alleluja, P. Alleluja ꝛc., so antwortet ihm der Diener: D. Alleluja, Alleluja. D. Alleluja ꝛc. Bei Seelenmessen, das ist, wenn die heil. Messe für die Verstorbenen im schwarzen Meßkleide gelesen wird, dann sagt der Priester: P. Requiescant in P. Laßt sie ruhen in Pace! Frieden! D. Amen. D. Amen. Hierauf kniet der Ministrant(ausgenommen bei Seelenmessen) in der Mitte des Altars hinter dem Priester nieder, welcher sich umwendet, und dem Volke den h. Segen ertheilt, indem er spricht: P. Benedicat vos om⸗ P. Es segne euch Gott nipotens Deus, Pater, der allmächtige Vater, Filius et Spiritus sane⸗ der Sohn und der hei— tus! lige Geist! (Lateinisch.) D. Amen. P. Dominus vobis⸗ ceum! D. Et eum Spiritu tuo. P. Initium saneti Evangelii secundum Jo— annem— oder Lucam. D. Gloria tibi Do— mine! XXV (Verdeutscht.) D. Amen. P. Der Herr sei mit euch! D. Und mit deinem Geiste. P. Der Anfang des heil. Evangeliums nach Johannes— oder Lucas. D. Preis sei dir, o Herr! Jetzt liest der Priester das Evangelium„Joannis“ liest er aber ein„anderes“, so läßt er das Meß⸗ buch auf der Epistelseite offen; welches ein Zei⸗ chen ist, daß der Ministrant dasselbe auf die Evangeliumseite tragen soll. Dann, wenn der Priester das heilige Evangelium abgelesen hat, spricht der Diener: D. Deo gratias. D. Gott sei Dank. Hierauf nimmt der Ministrant das Meßbuch, reicht dem Priester das Biret dar, und zwar unten an den Stufen des Altars, rechts stehend. Dann geht er, nach einer Verbeugung, züchtig vor dem Priester einher in die Saeristei zurück; und be— obactet beim Hineingehen überhaupt alles das, was beim Herausgehen aus derselben zu beob— achten war. Wenn es aber der Gebrauch ist, daß das Volk vom Priester mit Weihwasser besprengt werde, taucht der Ministrant den Sprengel, je⸗ doch nicht zu tief, in das Wasser, reicht den Stiel dem Priester dar, und küßt dessen Hand. Hier⸗ nach nimmt er ihn aus des Priesters Hand, und legt ihn wieder auf das Gefäß, wenn er nicht etwa aufzuhängen ist. Diese Besprengung un⸗ terbleibt alle Mal, wenn das Allerheiligste aus⸗ gesetzt ist, oder(eine Messe in schwarzer Farbe) eine Seelenmesse gelesen wurde. 5. Der Ministrant während oder nach der heiligen Messe bei Ausspendung der heili⸗ gen Communion. Oft wird nach der heiligen Communion des Priesters, gewöhnlich aber erst nach der heil. Messe das Abendmal an die gegenwärtigen Christen aus⸗ spendet. ö Ueberhaupt hat sich der Ministrant umzusehen, ob es Communikanten gebe. In diesem Falle gibt der Ministrant mit den Glöckchen ein Zeichen. Hierauf betet der Ministrant an der Epistelecke unten auf den Stufen knieend, das „Confiteor“ spricht nach jeder Formel der Lossprechung „Amen.“ Und wenn der Priester den Communikanten die 4 heil. Hostie zeigt, und drei Mal spricht: „Herr ich bin nicht würdig ꝛe.“ so gibt der Diener jedes Mal mit dem Glöckchen ein Zeichen, kniet hernach auf die Seite des Ein⸗ schenkens hin, und faltet die Hände. XXVII Nach der gänzlichen Abspeisung der Communikan⸗ ten wird gewöhnlich von dem Priester mit dem Ciborium der Segen ertheilt, wobei der Mini— strant jedes Mal das Glockenzeichen gibt. — 6. Der Ministrant in der Sacristei nach der heil. Messe. Nachdem der Ministrant mit dem Priester in die Sacristei zurückgekehrt ist, so macht er mit dem⸗ selben die gehörige Verbeugung vor dem Crueifix, legt dann das Meßbuch ordentlich nieder, und ist nun dem Priester bei dem Abziehen des Meßge-— wandes behülflich. Ist dieses geschehen, dann gießt er ihm, wie vor der heiligen Messe, etwas Wasser über die Finger und reicht ihm das Tuch zum Ab⸗ trocknen; worauf er sich selbst des Chorrockes ent— ledigt. Dann bete der Ministrant vor der gänzli⸗ chen Entfernung aus der Sacristei folgendes: Gebet nach jeder kirchlichen Verrichtung. Ich danke Dir lieber Gott, daß Du mich ge— würdiget hast, bei Deinem heil. Dienste zu erschei⸗ nen, und mir erlaubt hast, Dir in Deinem Priester zu dienen. Sollte ich aus Unachtsamkeit und Leicht⸗ sinn mich versündiget und ich dadurch jene geärgert haben, die bei der heil. Messe zugegen waren, so verzeihe es mir, o mein Gott, der ich es aus Liebe zu Dir vom Herzen bereue, und mir ernstlich vor⸗ nehme, mit Deiner Gnade ein immer würdigerer Diener in Deinem Hause zu werden, der mit Dei⸗ nem Sohne Jesus Christus in Ewigkeit gelobet werde. Amen. XXVIII Der Rauchfaßträger. Der Rauchfaßträger hat dafür zu sorgen, daß das Rauchfaß reinlich, mit den nöthigen bren⸗ nenden Kohlen versehen, und daß im Schifflein immer guter Weihrauch vorräthig sei. Hat er schon den Chorrock an, so soll er, um sich nicht zu be⸗ schmutzen, Andern das Anblasen überlassen. Cben so darf er auch vor dem Altar Gottes nicht anblasen und das Rauchfaß zu stark hin und her schwenken, weil es vor einem so heiligen Orte sehr unschick— lich wäre. ö Er soll den obern Theil des Rauchfasses in die linke Hand nehmen und mit den drei Fingern das Rauchfaß bei dem großen Ringe halten, wäh⸗ rend er das mittlere Kettlein bei dem obern Ring⸗ lein mit dem Daumen etwas in die Höhe zieht, und zwar so, daß das Rauchfaß bei dem Nichtge⸗ brauche immer ein wenig offen bleibt. Das Schiff⸗ lein aber wird am linken Arme mit dem Velum gehalten, oder in der rechten Hand, wenn nicht ein eigener Ministrant dazu bestimmt ist. Ist Weih⸗ rauch einzulegen, so wird das Schifflein zuerst dem Priester(oder Diacon) hingegeben; alsdann mit dem Daumen und dem Zeigefinger der rech— ten Hand das mittlere Kettlein, so viel es nöthig ist, in die Höhe gezogen, und der untere Theil mit der rechten Hand(bei der Kette haltend, halb knie⸗ end hingehalten), dabei aber ist das Kohlenanblasen ganz zu vermeiden. Unter der feierlichen heiligen Messe, wo der Priester den Weihrauch nicht bei der unteren Staffel, sondern oben beim Altare eingelegt, darf — XXIX das Rauchfaß nicht gleich geschlossen werden, damit der Priester den auf die Kohlen gelegten Weihrauch segnen kann. Das vom Priester zurückgenom— mene Schifflein wird links niedergestellt, und das zusammengelegte Velum darauf, aber„nie“ auf den Altar gelegt. Der Rauchfaßträger geht immer vor den Leuchterträgern(mit Ausnahme einer Prozession, wo der Kreuzträger mit den Leuchterträgern zuerst gehet) und nimmt am Fuße des Altars in der Mitte desselben, jedoch etwas entfernt, seinen Platz, und ist aufmerksam auf den Zeitpunkt, wann die Einräucherung(Incensation) geschehen soll. Diese geschieht: 1) So oft ein heiliger Segen ist, vor und nach der feierlichen heiligen Messe, dem Amte, dem h. Segen und bei der feierlichen Vesper. Vor dem Auflegen des Weihrauches gibt er das Schifflein(welches er mit dem Ve— lum auf dem linken Arme hält), das er zuvor öffnet und das darin liegende Löffelchen auf den Rand rechts legt, dem Priester in die Hand, kniet auf dessen rechter Seite nieder, und hält mit der rechten Hand das Rauchfaß bei der Kette empor. Nach dem Einlegen schließt er das Rauchfaß, gibt es dem Priester, indem er es oben am Ringe hält. Während der Priester incensirt, nimmt er das Velum von dem linken Arm, entfaltet es, und gibt es nach der Incensation dem Priester um— nimmt das Rauchfaß rechts vom Priester (wenn kein Subdiacon zugegen ist), stellt es rechts nieder auf der obersten Stufe, jedoch —.— ( — so, daß die Ketten nicht auf die glühenden Kohlen zu liegen kommen. ö Ist aber noch ein Ministrant da, so gibt der das Velum um, dann kniet er sich mit— ten zwischen die Leuchterträger, und räuchert das Allerheiligste mit dreifachen geraden Zü— gen, hauptsächlich während des heil. Segens an. Vor und nach der Anräucherung macht er allemal ein tiefe Reverenz. Nach dem heil. Segen nimmt erst er dem herabgehenden Prie⸗ ster stehend das Velum ab, und gibt ihm das Rauchfaß, das Velum nimmt er mit der lin⸗ ken Hand so herab, daß er es auf seinem lin⸗ ken Arm umhängen, oder gerade dem Mini⸗ stranten zum Zusammenlegen in die Hände geben kann. Nachdem der Priester das Allerheiligste in⸗ censirt hat, nimmt er das Rauchfaß mit der rechten Hand, und geht bei einer Litanei nach tiefer Reverenz in die Sacristei, nimmt das Gluthpfännlein mit dem Handeisen aus dem Rauchfasse, und sorgt, daß die Gluth nicht ver⸗ lösche. Vor dem letzten Segen setzt er das Gluthpfännlein in das Rauchfaß hinein, geht nach dem Schlusse der Litanei und Segen hin⸗ ter den Leuchterträgern in die Sacristei, macht dem eintretenden Priester die Reverenz, und nimmt die Gluth aus dem Rauchfasse. Bei einem feierlichen Amte, wenn ein Se⸗ gen vorausgegangen ist, bleibt der Rauchfaß— träger, wenn nach dem Staffelgebete der Altar incensirt wird, auf seinem Platze stehen, reicht wie sonst bei einem heil. Segen das Rauchfaß Co ⏑ nrr?n . XXXI hin, und hält dem Priester während der In⸗ censirung des Altars das Ende des Meßkleides, nimmt zuletzt an der Epistelseite das Rauch⸗ faß aus der Hand des Priesters, begibt sich in die Mitte des Altars, und incensirt von dort aus, wenn das Hochwürdigste ausgesetzt ist(sonst von der Epistelseite), den Priester mit drei Zügen nach vorausgegangener und nachfolgender Vereinigung an, und begibt sich zum Anfange des Gloria in die Saceristei. (Diese Incensirung hat bei jedem Seelenamte — Requiem— nicht Statt.) Wenn die Epistel gelesen ist, geht er wieder zu dem Altare auf die bereits angegebene Weise, läßt vor dem Evangeliumlesen des Priesters einlegen, und reicht dann das Rauch— faß dem Priester zum Incensiren des Evan⸗ geliumbuches.(Wenn ein Diacon und Sub⸗ dicon dienen, so läßt er nach gelesenem Evan⸗ gelium des Priesters einlegen, steht dann hin— ter dem Diacon und reicht es ihm hin zum Incensiren des Evangeliums.) Wenn das Credo angestimmt wird, geht er in die Sacristei, und bleibt darin, bis der Priester das Offertorium betet.— Beim Ore— mus geht er zum Altar, und so geschieht Alles, wie nach dem Staffelgebete, mit Ausnahme, daß während der Räucherung des Kelches das Meßgewand nicht gehalten wird. Dann bleibt der Rauchfaßträger bis zur Zeit der heiligen Wandlung in der Mitte vor dem Altare ste— hen; dann legt er Weihrauch auf(oder reicht es den beiden Assistirenden zum Einlegen), wozu ihm der Leuchterträger der linken Seite das Schifflein hält; dann incensirt er mit vorausgegangener und nachfolgender Verbeu⸗ gung, auf der oberen Staffel der Epistelseite knieend, bei Aufhebung der heiligen Hostie und des heiligen Kelches jedes Mal mit dreifa— chem Zuge in größter Ehrfurcht. Er begibt sich in die Mitte des Altars, macht seine dop⸗ pelten Kniebeugungen, und geht dann in die Saeristei Sind bei einem Amte oder einer Litanei Leviten zugegen, so hat der Rauchfaßträger das Schifflein dem linken Acolythen, das Rauchfaß aber dem rechten Acolythen zu rei⸗ chen, und dann wieder zurückzunehmen. Diese halten dann das Meßkleid in die Höhe und der Diacon incensirt den Priester, so wie auch das Evangeliumbuch. Bei der Vesper reicht er das Rauchfaß vor dem Magnificat hin, und nachdem der Prie⸗ ster den Altar incensirt hat, incensirt der Al⸗ tardiener den Priester, wenn kein Archidiacon da ist. Die Leuchterträger. Die Leuchterträger, welche beim Aus und Eingehen in die Sacristei immer den Rauchfaßträ⸗ gern folgen, sollen sich jederzeit zuerst anziehen, und zuletzt ausziehen. Sie sollen alle trachten die sämmtlichen Leuchter gleich hoch zu tragen und beim Verbeugen nie die Kerzen oder die Leuchter mit⸗ beugen. A n XXXIII Ihre übrigen Pflichten find: 10 Beim Amte gehen sie hinter dem Rauchfaß⸗ 2) träger zum Altare, stellen sich auf ihre Plätze und machen mit dem Rauchfaßträger zuerst die vorgeschriebene Reverenz und ihre Ver⸗ beugung gegen den Priester, und bleiben dann stehen bis zum Gloria; oder wenn keines ist, bis zum Dominus vobiseum. Die Kniebeugung sollen sie immer mit dem Priester machen. Nach gelesener Epistel kom⸗ men sie wieder auf die angegebene Weise zum Altare. Wenn der Diacon das Evangelium fingt, machen sie ihre Reverenz beim Altar, stellen sich zu beiden Seiten des Subdiacons in derselben Richtung mit dem Gesichte gegen den Diacon, die Kerze halten sie nach Au⸗— ßen; der auf der rechten Seite steht mit der rechten Hand, und der auf der linken Seite steht mit der linken Hand. Nach gelesenem Evangelium gehen sie nach gemachter Reve— renz auf ihren Platz, und dann beim„Credo“ und dem„Dominus vobiscum“ in die Sacri⸗ stei. Nach geendigtem Zeichen zum Sanctus kommen sie wieder zum Altar, knieen sich auf ihren Plätzen nieder, und bleiben bis nach der heil. Communion des Priesters; dann ge⸗ hen sie auf angezeigte Weise in die Sacristei. Bei dem heiligen Segen gehen sie wie oben gemeldet wurde, zum Altare hinter dem Rauch— faßträger, machen ihre Reverenz, und wenn das Hochwürdigste ausgesetzt ist, knieen sie nieder und wohnen dem heil. Segen bis zu 3 XXXIV den Gebeten knieend bei, bei denen sie mit dem Priester aufstehen. 3) Bei der Vesper gehen sie mit den Kerzen ohne Rauchfaßträger zum Altare wie beim Amte, neigen sich beim„Gloria Patri“ bis zum„sicut erat“, und dann gehen sie auf die vorgeschrie— bene Weise entweder in die Sakristei, oder setzen sich nieder. Am Ende des letzten Psalmes kommen sie wieder zum Altar, und gehen am Schlusse vor dem Priester in die Sacristei. (NB. Bei einem Seelenamte kommen sie erst nach dem„Sanctus“ zum Altar.) Sollte der Priester das Kapitel oder die Oration beim Altare lesen, so stellen sie sich zu beiden Seiten neben ihn. Wenn man zum Altare kommt, kniet man sich auf Einem Knie nieder, schägt an die Brust, und spricht, Herr Jesu, erbarme Dich meiner und ver⸗ zeihe mir alle meine Sünden, damit ich vor Dir würdig erscheine. (Wenn du die Kirche verlässest, sprich tief gebeugt mit der Hand auf der Brust: Verzeihe mir, o Jesu! alle Zerstreuungen und Unehrerbietigkeiten, und begleite mich mit Dei⸗ nem beglückenden Segen zu meinem Berufe und verlasse mich nicht. (Wenn du einem Priester begegnest, der zu einem Kranken geht, sprich knieend:) O Herr Jesu! erbarme Dich meiner und des Kranken, zu dem Du jetzt kommst, damit wir am Leib und der Seele vollkommen gesund werden. Amen. XXXV Erinnerungspunkte bei der heil. Messe. Jesus geht mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane. Der Priester geht zum Altar. Jesus betet am Oelberge. Der Priester betet am Fuße des Altars. Jesus schwitzet Blut. Der Priester betet das Confiteor. Judas küßt Jesum Christum. Der Prister küßt den Altar. Jesus wird gefangen und zum Annas geführt. Der Priester geht auf die Epistel-Seite. Jesus steht vor Annas, der Kriegsknecht gibt Ihm einen Backenstreich. Der Priester betet den Eingang der heil. Messe. Jesus wird von Annas zum Kaiphas geführt. Der Priester geht zum Kyrieeleison in die Mitte des Altars. Jesus bekehrt durch einen Blick den Pet⸗ rus, der Ihn verleugnet hatte. Der Priester spricht zum Volke gewendet:„Der Herr sei mit euch!“(Dominus vobiscum.) Jesus wird vom Kaiphas zum Pilatus geführt. Der Priester geht auf die Epistel-Seite. Jesus wird vom Pilatus zum Herodes geführt und von diesem verspottet. Der Priester geht auf die Evangelien-Seite. 3* Jesus wird vom Herodes wieder zum Pilatus geführt. Der Priester liest das Evangelium. Jesus wird seiner Kleider beraubt. Der Priester deckt den Kelch ab. Jesus wird gegeiselt. Der Priester opfert Gott Brod und Wein auf. Jesus wird mit Dornen gekrönt. Der Priester bedeckt den Kelch mit der Patena. Pilatus wäscht sich die Hände. Der Priester wäscht sich ebenfalls die Hände. Pilatus stellt den gegeißelten Heiland denerbitterten Juden vor, und spricht: Da sehet den Menschen!(Eece homo.) Der Priester betet zum Volke gewendet:„Brüder betet!“(Orate kratres.) Jesus Christus wird zum Tode verur⸗ theilt. Der Priester betet die Vorrede(Praefation) vor dem Sanctus. Jesus tritt Seinen Kreuzweg mit dem Kreuze auf den Schultern an. Der Priester gedenkt der Lebendigen im Gebete (das Momento.) Die heil. Veronika reicht dem Herrn auf dem Wege das Schweißtuch. Der Priester legt die Hand auf den Kelch. Die Soldaten nageln Jesum Christum ans Kreuz. Der Priester bezeichnet das Opfer mit dem heil. Kreuze und der Altardiener gibt das Zeichen zur heil. Wandlung. XXXVII. Jesus Christus wird mit dem Kreuze erhöht. Der Priester erhebt die Hostie zur Anbetung für das Volk. Jesus vergießt Sein kostbares Blut am Kreuze für uns arme Sünder. Der Priester zeigt das Blut Jesu Christi dem Volke zur Anbetung. Jesus betet für Seine Feinde. Der Priester denkt an die Abgestorbenen. Jesus verzeiht dem Schächer. Der Priester schlägt an die Brust. Jesus sorgt sterbend für Seine Mutter. Der Priester betet das Vater unser(Pater noster.) Jesus ruft: Mich dürstet! Der Priester bezeichnet den Kelch mit dem heil. Kreuzzeichen. Jesus ruft: Mein Gott, Mein Gott! warum hast Du Mich verlassen!— Es ist vollbracht!— Vater! in Deine Hände empfehle Ich Meinen Geist!— und stirbt. Der Priester bricht die heil. Hostie. Die Seele Jesu kommt in die Vorhölle zu den Vorältern. Der Priester läßt einen Theil der heil. Hostie in den Kelch fallen. Viele bekehren sich nach dem Tode Jesu, welche beim Kreuze standen. Der Priester schlägt an seine Brust und spricht: Agnus Dei(o Du Lamm Gottes). XXXVIII Der Leib Jesu Christi wird mit Ehr⸗ furcht begraben. Der Priester empfängt die heil. Communion. Der Leichnam Jesu Christi wirdeinbal⸗ samirt. F Der Priester reiniget den Kelch. Jesus Christus steht von den Todten auf. Der Priester betet die Postceommunion(Gebet nach der Communion). Jesus erscheint seinen Aposteln und Jün gern, um sie von seiner Auferste— hung vollkommen zu überzeugen. Der Priester spricht:„Der Herr sei mit euch!“ (Dominus vobiscum.) Jesus Christus zeigt Sich zunächst dem— heiligen Thomas. Der Priester betet die letzte Collecte. Jesus fährt aus eigene r Macht auf dem Oelberge in den Himmel auf. Der Priester begrüßt die Gläubigen das letztemal mit den Worten: Dominus vobiscum. Jesus sendet den heil. Geist. Der Priester ertheilt den heil. Segen. —— Die heilige Melle. Bei der heil. Messe opfert sichtbarer Weise der Priester Jesum Christum sammt Seinem durch den Tod am Kreuze erworbenen Ver— dienste Gott auf, entweder um Gott zu loben (Lobopfer), oder Ihm für die empfangenen Wohlthaten zu danken(Dankopfer), oder Ihn um das zu bitten, was wir brau— chen(Bittopfer), oder Ihn zu versöhnen (Versöhnungsopfer). Die heil. Messe wird und kann für die Le— bendigen und Verstorbenen aufgeopfert werden. Die Haupttheile der heil. Messe sind: 1. das heil. Evangelium(auf der linken Seite des Altars), 2. die Opferung(das Einschenken), 3. die heilige Wandlung, und 4. die heilige Communion. Die beste Weise, der heil. Messe beizuwoh— nen, ist die, bei der man das Leiden Christi betrachtet. Der Altarschmuck und die priesterlichen Kleider erinnern an so Manches: 1. Der gesalbte Altar erinnert: a) an den Tisch des letzten heil. Abendmahls; b) an den Kalvarienberg, wo Christus das Opfer dar⸗ brachte; und e) die Festigkeit der Altarsteine (Portatilien) erinnern an die Unfehlbarkeit der Kirche. 2. Die Altartücher vergegenwärtigen die Grabtücher Jesu des Erlösers. 3. Das Kreuz erinnert an Jesu Leiden und das durch den Kreuzestod erworbene Verdienst. 4. Die Leuchter und Lichter erinnern an ZJesum, das wahre Licht, und die Manipel an das Übernatürliche Licht des Glaubens, mit dem man allein das heil. Meßopfer verstehen kann. 5. Der Kelch stellt das Grabmal des Herrn vor. 6. Die Reinigungstücher(Purificatorien) bedeuten die Tücher, mit denen die blutfließen⸗ den Wunden abgetrocknet worden sind. 7. Der Kelchteller(Patena) bedeutet den Grabstein des Erlösers. 3 8. Die Palla erinnert an das Schweißtuch der Veronika, so wie 9. das Kelchtuch an den Vorhang im Tem⸗ pel, und 10. das Corporale an die Leichentücher, darauf auch der heiligste Frohnleichnam des Herrn bei der heil. Messe gelegt wird. 11. Das Brod und der Wein sind das zubereitete Abendmal des Herrn. 12. Der Priester ist der Opferer und eigent⸗ liche Stellvertreter Jesu. 13. Die Altardiener(Ministranten) stellen das Volk dar. 14. Das Biret und die Tonsur erinnern an die Dornenkrone Christi. 15. Das Humerale stellt das Tuch vor, mit dem man Christus die Augen verband. 16. Die Albe erinnert an das weiße Kleid, in dem Christus vom König Herodes verspot⸗ tet worden ist. 17. Das Cingulum und die Stola erin⸗ nern an die Stricke und Bande, womit der Leib, die Arme und der Hals gebunden waren, als man Ihn nach Jerusalem führte. 18. Das Meßgewand(Casula) stellt den Purpurmantel vor, mit dem Er verspieen worden ist. 19. Das Kreuz auf demselben bedeutet das Kreuz, welches der Herr auf Seinen Schul— tern getragen und auf dem Er Seinen Geist aufgegeben hat. Bitte, während der Segen mit dem Hochwürdigsten ge— geben wird. Segne, o Jesu! mich, meine Eltern, Freunde und Feinde, und alle Jene, für welche ich mir ganz besonders zu beten vorgenommen habe, damit wir nach Deinem heiligen Willen, o Jesu! jederzeit leben und einst selig sterben. Amen. Vor der heiligen Messe. Beim Eintritte in die Kirche sprich gebeugt, mit der Hand auf der Brust: O Jesu! erbarme Dich meiner, ver— zeihe mir alle meine Sünden, damit ich vor Dir würdig erscheine! — Eingang. Mit Freude, o leidender Erlöser! nahe ich mich dem Altare, um daselbst zu betrachten, was Du mir zu Liebe gethan und gelitten hast. Ich weiß wohl, daß ich aus eigenen Kräften nichts ver⸗ mag; darum bitte ich Dich, Du wollest mir beistehen und mich mit Deinem all⸗ mächtigen Arme unterstützen, auf daß ich nicht zerstreut werde und mich mit Dingen beschäftige, die Dich, o guter Jesu! beleidigen und mir nichts nützen. Erhöre mich, o Herr Jesu! und hilf mir; darum bitte ich Dich durch Deine un— endlichen Verdienste, der Du mit Gott dem Vater lebest und regierest in Ewig⸗ keit. Amen. Der Priester geht zum Altare. —06 Gebet. Liebevoller Heiland! Du wußtest alle Leiden längst voraus, die über Dich kommen sollten, und dennoch bist Du entschlossen diesen Martern entgegenge— gangen!— Das hast Du aus Liebe zu uns armen Menschen gethan!— Wir undankbaren Sünder wollen uns nicht entschließen, die Sünde zu verlassen und mit Muth den Kreuzweg anzutreten. Bei dem kleinsten Leiden sind wir ver⸗ zagt und fangen zu klagen an!— Von nun an, o Jesu! will ich mit Dir auf den Kalvarienberg wandern und mit Dir geduldig das Kreuz tragen, wie es Gott, Dein Vater will. Verlasse nur Du mich nicht mit Deiner Gnade, Der Du ewig lebest. Amen. — PI * — — 8 E E —*. — — — — — * — — Der Priester betet am Fuße des Altars. Gebet. Traurig, mein liebster Jesus! war Deine Seele, als Du auf dem Oelberge zu beten angefangen hast.— Im Ge— bete suchtest Du Trost und Stärke, und sprachest den festen Entschluß aus, Dich ganz und gar dem Willen Deines himm⸗ lischen Vaters zu ergeben und nur das geschehen zu lassen, was Er will. Diese Traurigkeit verursachten unsere Sünden und Deine unendliche Liebe zu uns sün— digen Menschen. Laß mich doch, o mein Erlöser! an Deiner Traurigkeit Theil nehmen, um einst auch an Deiner Freude Theil nehmen zu können, welche Dir Dein Vater bereitet hat, der mit Dir lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewig— keit. Amen. Der Priester betet das Confiteor. 11 Gebet. Wer begreift Deines Herzens Angst, die Du damals empfunden hast, als Du im Garten Gethsemane die sündige Menschheit und Deines Vaters Gerech— tigkeit betrachtet hast! Dein Blutschweiß verkündet uns, daß kein Schmerz je war, der Deinem Schmerze gleich gewesen wäre. Dort sahst Du die beleidigte Ma⸗ jestät Deines Vaters, das Elend der undankbaren Menschheit und die große Zahl derer, welche, Deine Liebe ver— achtend, ewig verloren gehen.— Drücke doch Deine Leiden tief meinem Herzen ein, damit Dein Schmerz mein Trost, Deine Angst meine Zuversicht seien am jüngsten Tage. Der Du mit Deinem Vater und dem heil. Geiste lebest und regierest in alle Ewigkeiten. Amen. n Christum. 1 1 2 E — — — — —.— 2 — — . 4 t den Altar. 5 Der Priester kü — 13 „Gebet. Du, o Jesus! hast den falschen und undankbaren Judas nicht augenblicklich verurtheilt, der Dich durch einen Kuß Deinen Leiden überliefert hat. Wie groß war damals Deine Liebe und Deine Er— barmung!— Wie viel hast Du gethan, um das vom Geize eingenommene Herz Deines treulosen Apostels zu erweichen, ihm Deine Liebe zu zeigen, seine Bos⸗ heit zu offenbaren und ihn zu retten. Er aber hat nicht gewollt, verachtete Deinen Liebesruf und endete in der bei— spiellosen Verzweiflung.— Deine be— wiesene Liebe läßt auch mich hoffen, daß Du mich nicht verwerfen wirst, sondern mir Gnade und Verzeihung ertheilest, wenn ich mich ernstlich bekehre und Deine Erbarmung demüthigst anflehe. Amen. 4* —8 4 AIrci N , 0 NN V 15 Gebet. Ich bete Dich an und danke Dir, liebster Jesus! Der Du von den Juden Dich fangen und zu Annas hast führen lassen, und Dir alle Mißhandlung des Hohenpriesters hast gefallen lassen. Dort littest Du Spott, Verachtung und aller— lei Unbilden; dort haben sie Dich gleich einem Verbrecher behandelt, als wärest Du der schlechteste, verworfenste Mensch. Dieß Alles hast Du uns zu Liebe er— duldet. Stehe mir bei, wenn ich ge— schmäht und verachtet werde, damit ich Alles mit Geduld ertrage, und nie murre, oder mich über meine Beleidiger beklage, sondern jederzeit mit Freuden sage: Herr, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe! Amen. Zeaus steht uar Annas, der Rriegsknecht gibt Ihm einen Backenstrrich. iann Lhhs ́. Gebet. Ich fange jetzt mit dem Priester die Erinnerung an Dein bitteres Leiden und Sterben an, ich will jetzt erwägen, wie viel Deine Liebe und Deine Erbarmung wegen uns armen Sündern erduldet hat, um uns der Macht des Satans und seinen Schlingen zu entziehen und zu retten. Und darum bitte ich Dich, o Jesus! erbarme Dich meiner, hilf mir das große Opfer Deiner unendlichen Liebe mit eben der heiligen Sammlung des Gemüthes zu vollenden, wie ich es anfange. Bewahre in mir jederzeit die Gnade der Geduld, wenn ich leide, auf daß ich nie erzürne, sondern stets, durch deine heilige Sanftmnth belehrt, Dir bis an das Ende nachfolge. Amen. Jeous wird uon Annas zum Raiphas gekührt. WW0%, ꝗI I 1 0 ½% WI 70 0 A — —— — Der Priester geht zum Kyrie-eleison in die Mitte, des Altars. — 19 „Gebet. Ich bete Dich an und danke Dir, mein Heiland, für Deine unendliche Liebe und Barmherzigkeit, mit der Du von dem gottlosen Annas Dich zum Kaiphas hast führen lassen, der Dich mit Hohn empfing, mit Verachtung über Dein Leben befragte, um einen Grund zu finden, Dich, o Du unschuldiges Lamm Gottes, zum schmählichsten Tode verurtheilen helfen zu können. Mäßige in mir alle Regungen des Zornes, da— mit ich ja nie auf Rache denke, wenn ich auch noch so schwer beleidigt werden soll, sondern alle Unbilden aus Liebe zu Dir mit demüthigem Herzen ertrage. Amen. 12 — ⁷ —.— V. 2 2— — — — * — 9— 2 — — —— — —2 *.7 2—3 .. — — —*.— — ** — —— — *2 — * uerleugnet hatte. „Der Der Priester spricht zum Volke gewendet: Herr sei mit euch!“(Dominus vobiscum.) + 21 Gebet. O liebster Jesus! Du hast den sün⸗ digen Petrus nicht verworfen, wiewohl er Dich im Hause des Kaiphas dreimal verleugnet hat. Nur einen Gnadenblick kostete es Dich, und Dein Apostel war bekehrt, und trat den schweren Weg der Buße freudig an. Nie mehr hörte er von nun an auf, mit gedemüthigtem und zerknirschtem Geiste zu rufen: er⸗ barme Dich meiner, o Gott, nach Dei— ner großen Barmherzigkeit und Gnade; vor Dir habe ich gesündiget und Böses gethan! Wirf doch auch nur Einen Blick auf mich armen Sünder, damit ich be— wegt und gerührt mich vor jeder Sünde hüte, und in der Zeit der Versuchung auf Dich, o leidender Erlöser! hinblicke, damit ich nicht unterliege. Amen. Iesus mird uom Raiphas zum Pilatus gekührt. FPii .... Der Priester geht auf die Epistel-Seite. 23 Gebet. Wie getröstet, o mein Jesus! fühle ich mich, wenn ich in meinen Leiden auf Dich hinschaue, und die Schmerzens— wege betrachte, auf die Dich Deine boshaften Feinde auf die erbärmlichste Weise hin⸗ und herschleppten, um ihrem Neide und ihrer Bosheit dadurch genug zu thun; der Du für mich vor die un— gerechten Richter hintreten wolltest; denn dann wäre kein Leiden zu groß, kein Kummer zu drückend, wenn ich Dich, den Unschuldigsten, so behandelt sehe. Ver— leihe mir, o gütigster Jesus! durch Dein bewunderungswürdiges Stillschweigen die Gnade, jede Verachtung und Lä— sterung mit Geduld und heiligem Still— schweigen zu ertragen. Amen. Jesus wird uum Pilaius zum Berodes gekührt nan diesem verspottet. Der Priester geht auf die Evangelien⸗Seite. 25 Gebet. Mit demüthigem Herzen bete ich Dich, o verspotteter Heiland! an, und danke Dir für Deine unbegreifliche Geduld, mit der Du namentlich jeden Spott er⸗ duldet hast, den Dir Deine erbitterten Feinde damals angethan haben, wie Du vom Pontius Pilatus dem Volke vor⸗— gestellt wurdest, um dasselbe zum Mit—⸗ leiden und zur Erkenntniß seiner Bos⸗ heit zu führen, Dich, o unschuldiger Je⸗ sus, zu retten. Verleihe doch auch mir die Gnade, daß ich nicht erbittert werde, wenn man meiner spottet oder über meine Werke schmähet, die ich Dir zu Liebe unternehme. Darum bitte ich Dich durch Deine unendlichen Verdienste. Amen. Pilatus gekührt. Ieous wird unm erodes wieder zum 27 Gebet. Wie vieles Ungemach und Mühselig⸗ keiten mußtest Du meinetwegen, o guter Jesus! ertragen. Wie viele Spottworte mußtest Du meinetwegen erdulden! Wie könnte ich mich in Zukunft noch scheuen, Dich vor den Menschen zu bekennen? Wie mich vor einem kleinen Spotte der Unwissenden fürchten, den ich wegen des freimüthigen Bekenntnisses Deiner Liebe am Kreuze zu ertragen habe? oder wie könnte ich das geistlose Lächeln über den h. Eifer für Deine Ehre nicht bemit— leiden?— Stärke mich immer in der Stunde der Versuchung, und bleibe mit Deiner Gnade jederzeit bei mir. So werde ich gewiß nirgends eine voll⸗ kommene Ruhe erkennen, als in Dei⸗ nem Kreuze. Amen. — —— — 36 —.— +.— — — — 7— —— — — — *— — .— — — — — — — —— + ¹ Der Priester deckt den Kelch ab. 29 Gebet. Verzeihe mir, o liebreicher Jesu! alle Sünden, welche ich bis auf die gegen— wärtige Stunde gegen die Reinigkeit begangen habe, und hilf mir doch we— nigstens in Zukunft, damit ich nie mehr das Kleid der Unschuld beflecke oder gar verliere. Bewahre mich auch vor jeder Versuchung zu dieser schrecklichen Sünde, erinnere mich jederzeit an Deine Liebe und an Deine Worte: Selig sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott anschauen.— Erbarme Dich mei— ner im Leben, und sei mir gnädig in der Stunde des Todes; darum bitte ich Dich durch Deine unendlichen Ver— dienste. Amen. 5* gegeisselt. —.— Hu Der Priester opfert Gott Brot und Wein auf. 31 Gebet. Ich bete Dich an, o Jesus! und danke Dir aus meinem ganzen Herzen dafür, daß Du Dich für mich armen Sünder an der Säule hast festbinden und so er⸗ bärmlich geißeln lassen. Hilf mir doch alle Tage meines Lebens, damit ich mich stets an Deine Leiden erinnere, die Du bei der Geißelung ausgestanden hast, und alle meine Schmerzen Dir zu Liebe jederzeit freudig ertrage und alle Züch⸗ tigungen Deiner väterlichen Hand mit Demuth annehme und bis ans Ende ertrage; stehe mir bei, wenn ich in mei— nem Stande bisweilen viele Sorgen, große Kümmernisse antreffe, die mich darnieder zu beugen drohen; darum bitte ich Dich durch Jesum Christum, unse⸗ ren Herrn. Amen. Jezus wird mit Parnen geltrünt. 33 Gebet. Ich bete Dich an, und danke Dir, so viel ich es vermag, Der Du aus Liebe zu mir Dein geheiligtes Haupt mit Dornen so schmerzlich hast krönen las— sen, und mit heiligem Stillschweigen den Spott derer ertragen hast, die nicht gewußt haben, was sie thun, und dabei meinten, sie thun etwas sehr Vernünf⸗ tiges. Wie leicht würde ich doch jeden Schmerz des Kopfes ertragen, wenn ich dabei immer an Deine Liebe, mit der Du die schmerzliche Dornenkrone trugst, dachte, womit Dich Deine Feinde ge⸗ krönt haben. Hilf mir, daß ich dadurch würdig werde der ewigen Krone, welche Du den christlichen Duldern verheißen hast. Amen. Rände. S— latus mäscht sich die 5 — — 2 * — * — 2—— —.— ‚bdI 8.— — — K.—. 2 —. — 6 35 Gebet. Bewahre mich, o geduldiger Erlöser! jederzeit vor einem irrigen Gewissen, nimm jede Eigenliebe von meinem Her⸗ zen hinweg, laß mich jederzeit sehen, wie ich bin, und schütze mich vor jeder Lüge, Scheinheiligkeit und Verstellung, durch die ich Niemanden mehr täusche als mich selbst; und verleihe mir die Gnade, stets ein reines Herz und einen keuschen Leib zu bewahren. Behüte mich vor allen denen, welche fromm scheinen und böse denken, und erleuchte mich, auf daß ich Deinen heiligen Weg er⸗ kenne, Deine Liebe anbete und dadurch mich stets würdiger mache, einzugehen in die ewige Herrlichkeit. Amen. Pilatus stellt den gegrisselten Rriland den erbikterten Inden uar, und spricht: Pa gehet den Menschen! (Ecce homo. WWA II IUIll — —— Der Priester betet zum Volke gewendet:„Brüder, betet!“(Orate fratres.) 37 Gebet. Mit welch' bewunderungswürdiger Geduld hast Du, o Heiland! die Schmach erduldet, welche Dir Deine Feinde an⸗ gethan haben, die Du mit so vieler Sanftmuth ertragen hast? Wie leicht hättest Du sie Alle tödten können und auf ewig verdammen? Du aber hast sie geliebt und entschuldiget bis zu dem letzten Augenblicke Deines Lebens. — Wie sollte ich mich beklagen, wenn mich lieblose Menschen beschimpfen oder treulose Freunde schmähen?— Lasse mir, wenn ich verfolgt werde, jederzeit die Worte Deiner Liebe einfallen, damit auch ich so wie Du, göttlicher Heiland! für meine boshaften Feinde beten kann. Amen. ilt. um CTude uerurthe Hisfff Wa— Ill —. ird; Il Haa igtus mi Jesus Chr Der Priester betet die Vorrede(Präfation) vor dem Sanctus. 39 Gebet. Ich denke jetzt an die Juden, welche Dir, o Jesu, vor Kurzem bei Deinem feierlichen Einzuge von dem Oelberge zuriefen:„Heil dem Sohne Davids!“ Und dann später dem Pilatus zuschrien: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!“— O Du Lamm Gottes, das unsertwillen zum Tode verurtheilt wurde, stelle uns Deine Leiden recht lebhaft vor, wenn wir im Begriffe stehen, Jemanden zu verurthei— len, damit wir jederzeit nicht auf Anderer Fehler denken, sondern zuerst den Bal⸗ ken aus unsern eigenen Augen ziehen, bevor wir an den Splitter denken, der sich im Auge des Nächsten befindet, auf daß wir einst nicht verdammt werden. Amen. 40 Jezus tritt Hrinen Rrenzweg mit dem Rreuze auk den Schultern un. RNNRN Der Priester gedenkt der Lebeudigen im Gebete lereg 9 (das Memenio). 41 Gebet. Ich bete Dich an, o Jesu! und flehe zu Dir, Du wollest mir die Gnade er— theilen, Deine Worte recht wohl zu ver⸗ stehen und genau zu befolgen:„Wer Mein Jünger werden will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Wohl ein ernstes, aber dennoch ein sehr wichtiges Wort. Erleuchte mich, damit ich Alles recht deutlich erkenne, was Du in diesem Worte von mir verlangst. Mit Freuden will ich Dir, mein Heiland, nachfolgen bis auf den Kalvarienberg, damit ich mich Dir einst auch auf dem Oelberge beigesellen und mit Dir dann zur rechten Hand Gottes des Vaters sein und leben kann von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 42 Die heil. Beronira rricht! dem Berrn ank dem Wege das Schweigstuch. —..—. Der Priester legt die Hand auf den Kelch. 43 Gebet. Ich will Dich loben und preisen, o Jesus! so viel ich es vermag, Der Du in Begleitung der Frauen von Jerusa⸗ lem zu dem Orte Deines Todes eiltest, und ihnen, die über Dich so bitterlich weinten, sagtest, daß sie nicht über Dich, sondern vielmehr über sich und ihre Kin— der weinen möchten wegen der Sünden, deren sie sich dadurch schuldig gemacht haben, daß sie sich Deiner und Deiner Ehre so wenig augenommen haben.— Erbarme Dich meiner und rühre mein Herz, damit ich auch jederzeit über meine Sündhaftigkeit weine, und ich dadurch das befleckte Kleid der Unschuld rein wasche, um einst an Deinem Hochzeits— male ohne Furcht Theil nehmen zu dürfen. Amen. ⁴4 Hie Soldaten nugeln Jesum Christum an's Krens. Der Priester bezeichnet das Opfer mit dem heil, Kreuze und der Altardiener gibt das Zeiche heil. Wandlung. n zur 45 Gebet. O Herr, wie sehr ergreift mich der Anblick der Leiden, die Du erduldet hast, als man Deine Hände und Füße so grausam ausspannte und an's Kreuz anheftete! O welch' eine Liebe verkün— den mir Deine Wunden! welche Sanft— muth lehrt mich Deine Geduld! Du hast Dich nicht beklagt, Du hast nicht geseufzt, Du hast Alles ertragen, weil es Dein Vater wollte! O guter Jesu, drücke doch Deine Schmerzen tief in mein Herz, damit ich einmal aufhöre zu sündigen, und nichts anderes ver— lange, als Dir zu Liebe zu leiden und mit Dir einst zu sterben. Darum bitte ich Dich durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 6* Zeons Christus wird mit dem Rrente erhäht. Wlde RIs H L 1 Der Priester erhebt die Hostie zur Aubetung für das Volk. 47 Gebet. Ziehe doch mich Armseligen und mein Herz einmal nach Dir und nimm mir jede Freude an dem Irdischen und Ver— gänglichen. Laß mich im Geiste arm werden und trenne mein Herz von Allem, was mich von Dir entfernen könnte, da— mit ich nur Dich liebe, Dich suche, nach Dir mich sehne, mit Dir mich zu verei— nigen wünsche, Der Duunter der Gestalt des Brodes als Gottmensch mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, wahr— haftig, wirklich und wesentlich zugegen bist! Erbarme Dich meiner und verzeihe mir alle meine begangenen Sünden. Darum bitte ich Dich durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 48 Jesus vergiesst sein kostbares Blut am Rrense kür uns arme Sünder. Der Priester zeigt das Blut Jesu Christi dem Volke zur Anbetung. 49 Gebet. O kostbares Blut Jesu Christi! welches aus dem heiligen Wundenmale meines Erlösers fließest, reinige meine sündige Seele von allen Makeln der Sünde, und verschaffe mir Erbarmen und Gnade bei Deinem Vater. Du aber, o Vater! erbarme Dich wegen der Ver— dienste Deines eingebornen Sohnes aller Sünder in der ganzen Welt; führe sie zur wahren Erkenntniß ihres Elendes, verleihe ihnen die Gnade einer aufrichti⸗ gen Reue und erlöse die armen Seelen im Fegefeuer, damit wir Alle nach den Leiden dieser Welt mit Dir vereinigt werden; der Du lebst und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Jeons betet für geine Feind. Der Priester denkt an die Abgestorbenen. ö 51 Gebet. Erbarme Dich, o Jesu! aller meiner verstorbenen Freunde und Feinde, welche auf Deine Erbarmung im Fegefeuer war- ten, wie Du Dich bei Deiner Kreuzi— gung erbarmt und für sie gebeten hast. Gedenke nicht ihrer Sünden, sondern ihrer Schwächen und Unvollkommenhei— ten. Gib ihnen recht bald die ewige Ruhe und lasse ihnen das ewige Licht leuchten, denn auf Dich, o Jesu! haben sie zu allen Zeiten gehofft, und in Deiner Liebe sind sie ja gestorben, darum vergib ihnen, o Erlöser der Welt! Darum bitte ich Dich vermög Deiner unendlichen Liebe, Der Du mit Gott dem Vater und dem heil. Geiste jetzt lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Ieans uerjeiht dem Schücher. Der Priester schlägt an die Brust. 53 Gebet. Wie glücklich war der Schächer, als er aus Deinem heiligen Munde die Worte vernahm:„Noch heute wirst du bei mir im Paradiese sein!“ Von nun an war er ganz geduldig, und ertrug alle seine Schmerzen mit Stillschweigen und im Geiste der aufrichtigsten Buße. Lasse auch mich diese Worte des Trostes in meiner Todesstunde hören, und stehe mir bei, wenn ich von Leiden niederge— beugt an Dich am Kreuze denke, damit mein Muth von Neuem belebt, im Glauben Deine Liebe schaue, Der Du jetzt und ewig lebest. Amen. 5⁴ Mutter. geine gt sterbend noch für kEäus gor ———FIFFFJIJIJ‚.‚..— .———— Haaatz Hanunm 0 55 Gebet. Uebergib mich, o leidender Heiland! auch Deiner Mutter Maria, wie Du Deinen Jünger Johannes der heiligen Jungfrau übergeben hast, damit ich in ihr im Leiden eine Trösterin, in der Noth eine Helferin, in der Versuchung eine Beschützerin und in der Zeit der Sünde eine Zuflucht habe, und ich zur Zeit der harten Prüfungen nicht unterliege, und verzagt, kleinmüthig, vielleicht gar gegen die weisen Anordnungen Deines gött— lichen Willens murre, sondern jederzeit freudig rufen kann: Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für mich armen Sünder jetzt und in der Stunde mei— nes Todes! Amen. Jeons ruft: mich dürstet! Der Priester bezeichnet den Kelch mit dem heil. Kreuzzeichen. 57 Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott, Der Du Deinen vielgeliebten Sohn gesendet hast, um die Erde mit dem Himmel zu ver⸗ binden, und uns arme Sünder mit dem wahren Durst nach Deiner Gerechtigkeit bekannt machtest, verleihe uns allen ein aufrichtiges und immerwährendes Ver— langen, immer mehr von dem Irdischen befreit, und immer mehr und mehr mit den ewigen Gütern erfüllt zu werden. Belebe uns auch stets mit dem heißen Wunsche, recht viele Menschen für Deine Ehre, Dein Reich zu gewinnen, damit wir einst Alle vereint nach den Leiden dieser Welt Dich mit dem Sohne und dem heil. Geiste in reiner Freude loben und preisen können, durch Denselben Jesum Christum, unseren Herrn. Amen. * Jesus ruft:„Mein Gott, Mein Gott! warum hust Dn Mich verlassen!— Es ist nallbracht!— Vater! in Peine Bünde eupkehle Ich Meinen Geist!“ und atirht. 7⸗·% /%½ ö 65 1 15 w R —..— — = — i Der Priester bricht die heil. Hostie. t 59 Gebet. Was soll ich, o Jesu! bei der Be⸗ trachtung Deines Todes denken? Die Sonne wird verfinstert, die Felsen zer⸗ springen, die Todten stehen auf, und der Vorhang des Tempels zerreißt von oben bis unten. Die hartherzigen Juden so⸗ gar schlagen reumüthig an ihre Brust und gehen nachdenkend nach Hause. Und ich sollte ungerührt sein bei der Be— trachtung Deiner Leiden! Wie könnte ich das, der ich mir schon so oft vorge— nommen habe, Dich vom ganzen Her— zen zu lieben und einst ewig mit Dir vereinigt werden zu können. Erleuchte meinen Verstand, damit ich Deine Lei⸗ den recht verstehe, mit Aufmerksamkeit betrachte, und dann einmal in allem Ernste anfange, Dir zu leben und zu sterben. Amen. 60 HDir Heelt Iron kaumml in dir Vorhülle zn den krom— men Vorültern. Oc, 7 ————— — 0 A 0 W * ER E HAK Der Priester läßt einen Theil der heil. Hostie in den Kelch fallen. 24 61 Gebet. Wie lange, o Jesu! mußten die Ge⸗ rechten des alten Bundes auf Deine An⸗ kunft warten, um mit ihrem Gott und Herrn innigst vereinigt werden zu kön⸗ nen. Welche Freude werden sie empfun⸗ den haben, als Du ihnen ihre Erlösung ankündigtest.— O Gott und Herr! lasse auch mich einst Theil nehmen an ihrer Freude, befreie mich recht bald von dem Orte, der mich von Deiner Liebe trennt, damit ich recht bald so glücklich bin, mit Dir, meinem Vater, so innig vereinigt zu werden, wie sich sichtbarer Weise die Brots- mit der Weinsgestalt im Kelche vereinigt; der Du mit Dei⸗ nem Vater in Einigkeit des heil. Gei⸗ stes lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 7* Biele bekehren gich nach dem Tode Jesn, welche beim Rrenze standen. 0 W 0 4 Der Priester schlägt an seine Brust und spricht: Agnus Dei(o Du Lamm Gottes). 63 Gebet. Erbarme Dich, o Herr, auch meiner armen Seele, rühre auch mein verstock— tes Herz, zeige auch mir Deine Gerech— tigkeit, Deine unendliche Liebe, damit ich das Begangene aufrichtig bereue, das Gegenwärtige sorgfältig beachte, und mich in aller Zukunft von Sünden rein halte, und daß auch mich bei dem An-— blicke Deines Bildnisses und bei der Betrachtung Deines Todes am Kreuze eine wahre Reue und ein aufrichtiger Schmerz durchdringe, und ich mit den Thränen der Buße alle meine Sünden auslösche und einstens eingehen möge in die Herrlichkeit derer, welche hiernieden zu den Trauernden gehörten, denen Du die Seligkeit versprochen hast. Amen. * riester empfängt die heil. Communion. * Der 65 Gebet. Mein Herz, o Jesu, ist bereit— bereit ist mein Herz— komme mit Dei— ner Gnade in dasselbe, und vereinige Dich ganz und gar mit demselben, auf daß ich mich nie mehr von Dir trenne, sondern ohne Unterlaß keinen größern Ruhm kenne, als den in Deinem Kreuze, an dem Du für uns hast sterben wol— len, damit wir mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste einst ewig leben. Stehe mir jederzeit bei, damit ich mit Hinblick auf Dein Begräbniß nichts sehnlicher wünsche, als einstens in Dir zu sterben, und auch an der großen Herr— lichkeit theilnehmen zu können, welche Du mit dem Vater und dem heil. Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit genießest. Amen. NNN 8 0 W I 1 Der Priester reiniget den Kelch. 67 Gebet. O mein göttlicher Erlöser, Der Du die Sünde so sehr verabscheuest und Dich mit einer solchen Begierde nach einer reinen Seele sehnest; verleihe mir die Gnade, daß ich Dir ein so reines Herz bereite, wie es Deine Liebe ver— langt; reinige mich immer mehr und mehr von allen unordentlichen Begier⸗ den und von jeder Liebe zur Welt, da⸗ mit ich Dir allezeit gefalle und mich nach nichts mehr auf Erden sehne, als nach Deiner Liebe und der innigsten Vereinigung mit Dir, Der Du mit Gott dem Vater und dem heil. Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. .— 5—.. Haaategctz der Communion.) —— — 2 2 — — — * 4— I E — — ——— —— — — — F Der Priester betet die Postcommunion.(Gebet nach 69 Gebet. Auferstanden bist Du, o Jesus Chri⸗ stus, und hast damit auf eine unwider⸗ legbare Weise bestätigt, daß Dein Wort Wahrheit ist, und daß Du Alles, was Du thust, treu bewahrst.— Belebe doch meineu Glauben immer mehr und mehr, auf daß ich an keiner Wahrheit zweifle, welche Du mir in Deiner heil. Kirche zu glauben vorstellest; gib mir die Kraft, jederzeit so zu leben, wie es Deine ewige Liebe vorschreibet, und so viele Deiner treuen Diener bis an ihr Lebensende mit allem Eifer vollbracht haben, und ich jederzeit Dir lebe, o Jesu, und auch einst in Dir sterbe. Amen. Zeaus erocheint Heinen Auosteln und Jüugern, um gie van Heiner Ankerstehung vollkammen in überzengen. —— —— — ——— — —— — — — Der Priester spricht:„Der Herr sei mit euch!“ (Dominus vobiscum.) 71 Gebet. Ich bete Dich an und danke Dir, o liebster Jesus, der Du nach Deiner Auferstehung Deiner heil. Mutter Ma— ria und Deinen Aposteln erschienen bist und sie mit außerordentlicher Freude erfüllt hast. Verleihe auch mir jetzt ganz besonders Deine Gnade, Dich alle Tage mit einem recht lebendigen Glauben an⸗ zubeten, Deine ewige Herrlichkeit und unendliche Liebe recht kindlich zu betrach— ten, um immer würdiger zu werden, mit den Auserwählten Dich einst von Angesicht zu Angesicht zu sehen und ohne Ende zu genießen. Darum bitte ich Dich durch Deine unendlichen Ver— dienste, der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater und dem heil. Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. a. Thoma —2— — 2 —— — Siss —— —— .—.=— —— 3 —— 42:—— ⸗a.—— H— E — 1 2— ———— 2 ——.— — ie.— 2105— —— —— —— ö 2 2 —0 ů ö— — —— — 2— C Nenn 72 2 73 Gebel. Wie glücklich machte es, o erstande— ner Heiland, Deine geliebte Mutter und Deine Jünger, daß Du so lange Zeit, so oft ihnen erschienen und mit ihnen gesprochen hast. Wie leicht war es ihnen, Dir ihre Liebe zu beweisen. — O stehe auch mir bei, damit auch ich mich recht oft mit Dir im Geiste beschäftigen und mit Dir unterhalten könne.— Verleihe mir durch Deinen heil. Geist die Gnade der wahren Gott— seligkeit, damit ich in allem Ernste an— fange, mit Dir, o Jesu, zu leben, und damit auch ich so glücklich werde, mit Deiner Gnade zu sterben, und in Deine ewig dauernde Freude eingehen zu kön— nen, Der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. N VN 4 II III ö ö 40 N49 RNI N Iesus fährt ans eigeuer Mucht auf dem Oelberge in den Himmel auf. * vil 0 h 1 ö Der Priester begrüßt die Gläubigen das letzte Mal mit den Worten: Dominus vobiscum. 75 Gebet. O König der ewigen Herrlichkeit, er— hebe auch mein Herz und erfülle es nach Deiner Barmherzigkeit mit der himmili— schen Begierde, damit es wahrhaft fühle, daß Du allein unser Gott und unser Alles bist, Der um unsertwillen auf die Erde gekommen ist, um uns von der Sünde zu befreien und uns den Himmel zu eröffnen. Du hast uns auch das Wort gegeben, uns einst zu Dir zu nehmen, damit wir auch dort sind, wo Du jetzt mit dem Vater die Welt erhaltest und regierest. Erfülle bald, was Du zugesagt, und gib uns, was Du versprochen hast; Der Du mit Gott dem Vater und dem h. Geiste als wahrer Gott lebest und re⸗ gierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ee Jesus gendet den heil. Grist. ö Der Priester ertheilt den h. Segen. 77 Gebet. Erfülle mich, mein Gott und Herr, mit Deinem Geiste, der mir die Gabe des Verstandes, des Rathes, der Stärke, der Wissenschaft, der Gottseligkeit und der Furcht des Herrn verleihe. Begleite und beschütze mich, meine Aeltern, Freunde und Feinde mit Deiner allmächtigen Rechten, damit wir von keiner Versu⸗ chung besiegt werden, jederzeit thun, was Dir gefällt, und freudig vollbringen, was Du befiehlst, um einstens eingehen zu können in die ewigen Freuden, die Du uns, mein Jesus, durch Deinen Tod am Kreuze erworben und durch Deine Aufer⸗ stehung auf die unwiderlegbarste Weise verbürgt hast, Der Du lebest und regie⸗ rest in Ewigkeit. Amen. 8* Danksagung nach der heil. Messe. Ich danke Dir, o Jesu, für alle Gna⸗ den, die Du mir während des heiligen Meßopfers verliehen hast.— Verzeihe mir, wenn ich durch meine Zerstreuung und Unachtsamkeit Dich beleidiget habe. — Bevor ich aus Deinem Hause gehe, opfere ich Dir noch einmal Alles auf, was ich habe und was ich verrichte.— Nimm mich gnädig auf und stehe mir in meinen Verrichtungen hilfreich bei, lasse mich stets in Deiner Gegenwart wan⸗ deln und immer vollkommener und Dei⸗ nes Schutzes würdig werden; Der Du lebest und regierest in Einigkeit mit Gott dem Vater und dem heil. Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. —.— 79 Kirchengesänge. Sonntag. 1. Zum Kyrie. Hier liegt vor deiner Majestät *Im Staub' die Christenschaar, Das Herz zu dir, o Gott, erhöht, Die Augen zum Altar!“* Schenk' uns, o Vater, deine Huld,“* Vergib uns unsre Sündenschuld!* O Gott! von deinem Ange— sicht Verstoß' uns arme Sünder nicht!* Verstoß' uns nicht,* Verstoß' uns Sünder nicht! Wir haben, Herr, dein Gut verschwendt,“ Wie der verlorne Sohn;* Die Sünde hat uns so verblend't!* Doch schau von deinem Thron* Mitleidig her auf unsern Schmerz!« Verwirf nicht ein zerknirschtes Herz!* Entzieh' die Vaterhuld uns nicht,* Und sende uns dein Gnadenlicht!* Dein Gnadenlicht,* Dein göttlich Gnadenlicht! Wir sind ja deiner Hände Werk,* Der Schö⸗— pfung unterthan;* O gieb uns Schwachen Kraft und Stärk', Sieh uns in Gnaden an!* Hier bringen wir auf dem Altar* Dir ein Verföh— nungsopfer dar.* O Gott, der Werth des Blut's ist groß* Das einst dein Sohn für uns vergoß, Für uns vergoß* Am Kreuz für uns vergoß. Zum Gloria. Gott soll gepriesen werden,“ Sein Nam' gebenedeit, Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigkeit; Lob, Ruhm und Dank und Ehre* Sei der Dreieinigkeit!* Die ganze Welt vermehre,* Gott! Deine Herrlichkeit! Zum Evangelium. Aus Gottes Munde gehet“ Das Evangelium;* Auf diesem Grunde 80 stehet Das wahre Christenthum.* Gott Selbst ist's, der uns lehret,“ Der Weis⸗ und Wahrheit ist;* Der seine Lehren höret, Wie glücklich ist der Christ! Zum Credo. Allmächtiger! vor dir im Staube« Bekennt dich deine Kreatur;* O Gott und Vater! ja ich glaube An dich, du Schöpfer der Natur!* Auch an den Sohn, der ausgegan— gen* Von dir geboren, ewig war, Den, von dem heil'gen Geist empfangen* Die reinste Jung— frau uns gebar. Und Jesus Christus ist gekommen,* Daß er versöhne uns mit Gott;*Er hat die Schuld auf sich genommen,* Und litt für uns den Kreuzes⸗ tod,* Erstand, besiegte Tod und Hölle,* Fuhr zu des Vaters Rechten auf;“* Und wird als Richter jeder Seele* Einst prüfen unsern Lebenslauf. Ich glaube: Gottes Geist regieret* Die wahre Kirch' und Christenheit;* Ein büßend Schaf, das sich verirret,“* Flieht hin zu der Barm— herzigkeit.“ Am großen Tag' wird's Fleisch erste⸗ hen;* O Heil'ge helft uns insgemein, Daß wir mit euch zum Leben gehen,* Miterben Christi ewig sein! Zum Offertorium. Nimm an, o Herr, die Gaben* Aus deines Priesters Hand;* Wir, die gesündigt haben,* Weih'n dir dieß Liebes— pfand!* Für Sünder hier auf Erden,“ In Aeng-— sten, Kreuz und Noth,* Soll dieß ein Opfer werden* Von Wein und reinem Brot. Nimm gnädig dieß Geschenke,* Dreieinig großer Gott!* Erbarm' dich unser, denke* An Christi Blut und Tod!* Sein Wohlgeruch er— 81 schwinge* Sich hin zu deinem Thron,* Und dieses Opfer bringe* Uns den verdienten Lohn! Zum Sanetus. Singt„Heilig! Heilig! Heilig“ Ist unser Herr und Gott!“* Singt mit den Engeln:„Heilig Bist du Gott Sabaoth!“* Im Himmel und auf Erden* Soll deine Herr⸗— lichkeit* Gelobt, gepriesen werden,* Jetzt und in Ewigkeit! Wir singen froh zusammen,* Von ganzer Seel' erfreut, Der in des Herren Namen* Kommt, sei gebenedeit!* Hosanna in der Höhe!* Gepriesen sei der Herr!* Dem großen Gott ge⸗ schehe* Sein Lob von Meer zu Meer! Nach der Wandlung. Sieh, Vater, von dem höchsten Throne,* Sieh gnädig her auf den Altar;* Wir bringen dir in deinem Sohne* Ein wohlgefällig Opfer dar.* Wir fleh'n durch ihn, wir deine Kinder,* Und stellen dir sein Leiden vor.* Er starb aus Liebe für uns Sün⸗ der;* Noch hebt er's Kreuz für uns empor. Er hat sich für uns dargegeben, Für alle Menschen insgesammt!* Beim Vater, daß wir ewig leben,“* Vertritt er jetzt das Mittleramt,“ O Jesu, höre unsre Bitte!* Steh, unsrer Schwach⸗ heit immer bei,* Auf daß dein Leiden, deine Güte* An uns niemals verloren sei. Zum Agnus Dei. Betrachtet ihn in Schmerzen,* Wie er sein Blut vergießt!* Seht wie aus Jesu Herzen* Der letzte Tropfen fließt! *Er nahm hinweg die Sünden, Er trug all' unsre Schuld;* Bei Gott läßt er uns finden“ Den Frieden, seine Huld. Die geistliche Communion. O Herr, ich bin nicht würdig* Zu deinem Tisch zu geh'n; Du aber mach' mich würdig,* Erhör' mein kindlich Fleh'n!* O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam,* Im Geist dich zu empfangen, * Dich wahres Osterlamm! Zum Beschluß. Nun ist das Lamm ge— schlachtet,“ Das Opfer ist vollbracht,* Wir ha⸗ ben jetzt betrachtet,“ Gott deine Lieb' und Macht. * Du bist bei uns zugegen, Aus deinem Gna— denmeer* Ström' uns dein Vatersegen Durch dieses Opfer her. Zum Segen. Lasset uns denn würdig ehren,“* Ein so großes Saerament,* Nach dem neuen Bund uns kehren,* Weil der alte sich geend't,* Was man nicht mit Händen greifen,* Noch mit Augen sehen kann,* Sehen wir im Glauben an. Gott den Vater wir erheben* Mit dem ein— gebornen Sohn,* Preis und Jnbel sei gegeben* Beiden auf dem höchsten Thron;* Dem auch, der von ihnen beiden* Ausgeht, Gott von Ewig— keit,* Werde gleiches Lob geweiht. 2 Zum Introitus. Wir werfen uns dar⸗ nieder* Vor dir, Gott Sabaoth!* Erhöre unsre Lieder,* Da wir nach dem Gebot* Dir dieses Opfer bringen;* Verleihe nun, daß wir* Es andachtsvoll besingen,* Und wohlgefallen dir! Den Tag vor Jesu Leiden* Beim letzten Abendmahl,* Indem er wollte scheiden* Aus diesem Jammerthal,* Hat er das Brot gebrochen * Und ausgetheilt den Wein, Gesegnet und ge— sprochen:“* Dieß thut und denket mein! ö . — S e— —— 83 Er sprach: Nehmt hin und esset,“ Es ist mein Fleisch und Blut,* Damit ihr nicht ver⸗ gesset, Was meine Liebe thut.* Mich opfernd will ich sterben Am Krenz zum Heil für euch; Wer an mich glaubt, soll erben* Mit mir das Himmelreich! O Herr, dieß Opfer steige* Zu dir mit Wohlgeruch,* Damit dein Herz sich neige Zu deines Volk's Gesuch.* Wir opfern nicht mehr Kälber,* Wie Aaron hat gethan:?* Nein, Jesum Christum selber, Der uns versöhnen kann. Zum Gloria. Gott Vater, dir gehöret“ Lob, Ruhm und Dank und Ehr';* Was unsre Nuhe störet,* Verstatte nimmermehr!* Auf Er⸗ den laß uns grünen* Den Frieden jederzeit,“ Daß wir dir fröhlich dienen,“ Von Furcht und Angst befreit! Der du der Menschen Sünden* Gebüßt am Kreuzesstamm,“ Laß uns Erbarmung finden, O Jesu, Gotteslamm,* Gelobt mit Mund und Herzen* Sei'st du Gott heil'ger Geist,* Der du in Angst und Schmerzen* Den Frommen Trost verleih'st! Zum Evangelium. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium;* Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum.* Gott selbst hat es gelehret,‚ Der nicht betrügen kann;* Wohl dem, der's gerne höret,* Und es nimmt willig an! Sein Wort zeigt uns die Wege* Zum Himmelreiche an;* Es weiset uns die Stege, * Zu gehen diese Bahn.* Herr, drücke deine 84 Worte* Tief in die Herzen ein,* Daß wir zur Himmelspforte* Zu kommen würdig sei'n! Zum Credo. Wir glauben und bekennen, * Daß aus höchst weisem Rath* Gott, den wir Vater nennen,* Die Welt erschaffen hat:* Von ihm ist ausgegangen* Sein Sohn, der Jesus heißt;* Er ward als Mensch empfangen* Von Gott dem heil'gen Geist. Maria hat geboren* Als Jungfrau dieses Kind:* Sonst wären wir verloren,* Wir, die wir Sünder sind.* Er litt an Leib und Seele, * Schloß sterbend seinen Lauf;* Stand aus des Grabes Höhle* Am dritten Tage auf. Er ward hinauf genommen* Zu Gottes rechter Hand;* Wann er wird wieder kommen, * Ist uns zwar nicht bekannt;* Doch kommt er einst zu rächen, Und wird von seinem Thron * Ein billig Urtheil sprechen* Zur Strafe und zum Lohn. Wir glauben nicht alleine,“ Daß eine Kirche sei;* Wir stimmen der Gemeine* Der Heiligen auch bei.“* Die Sünde wird vergeben* Durch Christi Diener hier,* Der Leib steht auf zum Leben,* Geht ein zur Himmelsthür. Zum Offertorium. Herr, laß doch diese Gaben* Dir wohlgefällig sein,* Die wir ge— opfert haben!* Es ist zwar Brot und Wein,* Doch wird's verwandelt werden,* In Christi Fleisch und Blut;“* Dieß ist uns hier auf Erden“ Und den Verstorb' nen gut. Wir opfern dir den Willen,“ Herz und Ge⸗ danken auf;* Hilf uns, daß wir erfüllen* In unserm Lebenslauf, Was du uns, deinen Kin⸗ 85 dern,* Zu thun befohlen hast; Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast! Wir legen dir zu Füßen Auch unser Hab und Gut,* Und was wir hier genießen:* Das Leben, Leib und Blut.* Gib uns bald kühlen Re⸗ gen,* Bald warmen Sonnenschein,* Und laß durch deinen Segen Die Felder fruchtbar sein! Zum Sanetus. Laßt uns gen Himmel schwingen“ Zum Helfer in der Noth, Und drei⸗ mal Heilig singen* Dem Herrn Gott Sabaoth!“* Herr, Himmel und auch Erde* Sind voll von deinem Ruhm;* Hilf, daß bekehret werde* Das blinde Heidenthum. Daß wir hernach zusammen? Dir unsre Her⸗ zen weih'n,* Und voll von Liebesflammen,* Dir ein Hosanna schrei'n!* Herr, der in deinem Na— men* Kommt, sei gebenedeit!* Die Engel sagen: Amen,* Jetzt und in Ewigkeit. Nach der Wandlung. Hier bet' ich auf den Knieen* Verborg'ner Gott dich an:* Ich will mich nicht bemühen, Das, was du hier gethan,* Durch Sinne zu begreifen;* Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweifen* Der Grund des Glaubens sein. Die Gottheit war bedecket* Allein am Kreuz⸗ altar;* Hier aber ist verstecket* Die Menschheit auch sogar:* Dieß Denkmal deiner Güte,* Dieß wahre Himmelsbrot* Erinnert mein Gemüthe, * O Herr, an deinen Tod. Wasch mich von meinen Sünden,* O Jesu, durch dein Blut,* Und laß mich Gnade finden, *Du allerhöchstes Gut!* Laß bald den Vorhang fallen,“ Erschein' im vollen Licht,* Und zeige mir und Allen* Dein glänzend Angesicht! Zum Agnus Dei. Erfreut euch, fromme Seelen,*Ein Wunder ist gescheh'n, Der Herr will sich verhehlen, Kein Auge kann ihn seh'n. * In Brot und Weingestalten* Ist Jesu Fleisch und Blut* Auf dem Altar enthalten,* Dieß größte Seelengut. Verdeckt ist hier zu finden* Das wahre Gotteslamm,* So aller Menschen Sünden* Ge⸗ tilgt am Kreuzesstamm. Es ist der Seelen Speise, * Wie uns der Glaͤube lehrt.* Es nährt uns auf der Reise,“* Und wird doch nicht verzehrt. Wenn wir das Leben schließen,* Und dieses Himmelsbrot* Recht wohl bereit genießen,“ So kann der bitt're Tod* Uns Christen nicht er— schrecken;* Es ist ein Unterpfand* Daß Gott uns wird bedecken* Mit seiner starken Hand. Herr Jesus, deiner Liebe* Sei Ehre, Lob und Dank, Weil du nach ihrem Triebe* Zur Speise und zum Trank* Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brotsgestalt verhüllt, Woraus für uns das Leben* Und reine Freude quillt. Entzünd' in uns Verlangen* Nach diesem Saerament!* Herr, laß es uns empfangen,* Wenn sich die Seele trennt,* Laß uns im Frie⸗ den fahren, Von allen Sünden rein,* Zu dei⸗ nen Engelschaaren, Und ewig bei dir sein! Zum Segen des Priesters. Da wir nunmehr gehöret“ Die Messe, wie man soll:“ So sei auch Gott geehret!* O mach' uns segensvoll, * Und laß es dir gefallen,“ Was wir allhier ge⸗ 87 than,* O bleibe bei uns allen,* So sind wir wohl daran. Gott wolle uns behüten,* Daß uns an die⸗ sem Tag* Des bösen Feindes Hüten* Nicht schädlich werden mag. O laß uns ohne Sünden *Einst stehen vor Gericht, Damit wir Gnade finden* Vor deinem Angesicht. Montag. Zum Staffelgebet. O Gott! wir kom-— men voll Vertrauen,* Mit kindlichem Gemüthe, *Zu flehn um deine Gnad', und bauen* Auf deine Vatergüte.* Erhör' uns und erbarme dich! * Herr! deine Huld währt ewiglich. Zum Gloria. Die schöne Welt ist dein Ge⸗ schenk, Und was wir sind und haben;* Du warest unser eingedenk* Mit tausend edlen Ga— ben.* Lob, Ehre, Ruhm und Dank sei dir,* O guter Vater, stets dafür. Zum Evangelium. Die Lehre, die uns Jesus gab, Macht glücklich schon hienieden;“* Sie lenkt von jedem Irrthum ab,* Und führt zum ew'gen Frieden.* Von dieser heil'gen Richtschnur, Herr,*Entfernen wir uns nimmermehr. Zum Credo. Wir glauben, daß du Vater bist,* Der Alles schuf, regieret, Wir glauben auch, daß Jesus Christ* Zum wahren Heile führet. * Wir glauben an den heil'gen Geist, Und was die Kirche glauben heißt. Zum Offertorium. Wir bringen dir zum Opfer dar* Ein redliches Bestreben, So fromm wie unser Heiland war,‚* Von Kindheit an 88 zu leben.“ Daß unser Wille standhaft sei,* Steh' uns mit deiner Gnade bei. Vor der Wandlung. Gedenk, o Herr! in jeder Noth Der Aeltern, Freunde, Brüder; * Gib unsern Lehrern, milder Gott!* Das Gute reichlich wieder.“ Ja, Alle sieh' barmherzig an,* Selbst auch die Böses uns gethan. Nach der Wandlung. Dieß ist der Leib und Jesu Blut,* Es ward für uns vergossen,* Dadurch zu unserm Seelengut* Der neue Bund geschlossen.* Für diesen Bund, o guter Gott!“ Geh'n wir mit Freuden in den Tod. Zum Paternoster. Dein Name, Vater, der du bist,“ Sei heilig, wie dein Wille.* Ver⸗ leihe, was uns nöthig ist,* Vergib der Sünden Fülle.* Hilf der Versuchung widerstehn,* Laß jedem Uebel uns entgehn. Zum Agnus Dei. Der du zu uns, o Jesu! kamst,“ Den Tod für uns zu dulden,“ Auf deine Schultern willig nahmst Der Mensch-— heit große Schulden:* Nimm uns nach unserm Lebenslauf* In deine Himmelswohnung auf. Nach der Communion. Noch stets ver— künden wir den Tod,* Den du hast leiden müssen, * So oft wir von dem Himmelsbrot* Recht ehr— furchtsvoll genießen.* O laß es fruchtbar uns ge— deih'n,* Und deines Todes Denkmal sein. Zum Segen. Laß, Herr und Gott! das Opfer dir* Und unsern Dienst gefallen.“* Gib deinen Vatersegen hier,* Dort dein Erbarmen Allen.* O sei gelobet jederzeit» Von nun an bis in Ewigkeit. 89 Dienstag. Zum Staffelgebet. Vater, sieh die Kleinen an, Die sich deinem Throne nahn;* Denn dich schauen Ist erfreulich,* Ist der Unschuld Lohn. Hoffnungsvoll erheben wir* Unsre Stimmen, Herr zu dir* Bei dem Opfer* Deiner Liebe.* Am Altare hier. Das Kyrie. O Erbarmer, höre uns!* Mittler Christus, höre uns!* Die wir gläubig* Zu dir rufen, Gott erhöre uns! Zum Gloria. Singet mit der Engelschaar: * Ruhm und Preis Gott immerdar!* Seinem Namen, Seiner Hoheit* Bringen Lob wir dar. Zum Evaͤͤngelium. Unseres Glaubens Heiligthum“ Lehrt das Evangelium Einzugehen * In das neue* Hohe Priesterthum. Zum Credo. Vater jeder Kreatur!* Jedes Landes; Feld und Flur* Trägt die Spuren Dei⸗ ner Allmacht,* Schöpfer der Natur! Sohn des Vaters, Jesu Christ!* Der du Mensch geworden bist,* Und den Geist der* Wahrheit sendest,* Der uns Tröster ist! Heiligste Dreifaltigkeit!* Sei gelobt in Ewig⸗ keit,*Und die Mutter Jesu Christi* Sei gebe⸗ nedeit! Zum Offertorium. Nimm des Dankes Unterpfand,* Herr, aus deines Priesters Hand, *Nimm zum Opfer* Unsre Herzen* Als ein Liebespfand. Zum Sanetus. Heilig, Herr Gott Sa⸗ baoth!* Heilig, großer Himmelsgott!* In den Höhen* Dir Hosanna, Heil'ger, starker Gott! 90 Zum Memento. Blicke alle gnädig an,“ Welche Gutes uns gethan;* Auch die Feinde,“ Die uns hassen,* Sieh barmherzig an. Nach der Wandlun g. O du allerhöchstes Gut!* Christi wahres Fleisch und Blut“ In Ge⸗ stalt des*Brot's und Weines, Allerhöchstes Gut! Seht, was Gottes Liebe kann,* Und was Je⸗ sus hat gethan;* Seinen Leib in“ Brotsgestalten * Bietet er uns an. Dieses wundervolle Brot* Ist der menschge— word'ne Gott, Ist der Heiland,* Der Erretter, *Aus der Sünde Noth. Zum Agnus Dei. O Lamm Gottes! steh uns bei;* Mach uns von der Sünde frei:* Die du tilgtest»An dem Kreuze,* Steh' uns Sün⸗ dern bei! Zur Commu nion. Mir sei dieses Him⸗ melsbrot* Oft und in der letzten Noth* Darge⸗ reichet* Auf die Reise* Zu dem lieben Gott. Möchte ich auch würdig sein,“ Dieser Gnade mich zu freu'n! n* Doch ein Wort nur* Darfst du sprechen,“ Und ich werde rein. Lohner jeder guten That!* Der Verführung Missethat Wende ab von* Schwacher Jugend,* Sende guten Rath. Zum Segen. Vater, sieh uns gnädig an!* Leit' uns auf der Tugend Bahn.* Segne Eltern! Segne Lehrer!* Segne Jedermann. Mittwoch. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, von Herzen lieb' ich dich.“ Rede, Herr, und ich will hö⸗ +.— V C 91 ren,? Laß die Welt mich nicht bethören!* Denn du hast mir Geist und Leben* Aus Barmherzig— keit gegeben.“* In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, von Herzen lieb' ich dich.* Sollten alle Menschen lügen, So kannst du mich nicht betrügen; Nichts ist dir, o Gott, verborgen,* Dein Wort glaub' ich ohne Sorgen.* In dem Glauben, in der Hoffnung,* In der Liebe stärke mich. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe,*Herr, von Herzen lieb' ich dich,*Einen Gott in drei Perso⸗ uen,* Welche in dem Lichte wohnen,* Gleich im Wesen, Macht und Stärke,* Wunderbar sind ihre Werke.* In dem Glauben, in der Hoffnung,* In der Liebe stärke mich. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe,* Herr, von Herzen lieb' ich dich.*Vater in den Himmels— auen, Auf dich will ich fest vertrauen!* Du wirst mich doch nicht verlassen,* Wenn mich Welt und Hölle hassen.* In dem Glauben, in der Hoffnung, In der Liebe stärke mich. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe,* Herr, von Herzen lieb' ich dich.* Gottes Sohn! dein Kreuz und Sterben* Rette mich von dem Verderben; Durch dich steht der Himmel offen,* Dieses will ich freudig hoffen.* In dem Glauben, in der Hoff— nung,* In der Liebe stärke mich. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe,* Herr, von Herzen lieb' ich dich.* O Gott heil'ger Geist! verleihe,* Daß ich mich vor niemand scheue.“ Meinen Glauben zu bekennen,* Und mich Christi 9 92 Glied zu nennen.* In dem Glauben, in der Hoffnung,* In der Liebe stärke mich. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe,* Herr, von Herzen lieb' ich dich.* An dir will ich mich ergötzen,* Und dich über alles schätzen. Dir, o Gott, will ich in allen» Meinen Werken nur ge⸗ fallen.“* In dem Glauben, in der Hoffnung,* In der Liebe stärke mich. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe, Herr, von Herzen lieb' ich dich.* Nichts soll mich von dir mehr trennen,* Droht die Welt mich zu verbren— nen,* Um zur Untreu' mich zu zwingen,* So will ich doch fröhlich singen:* Herr, ich liebe, Herr, ich liebe, Ja, von Herzen lieb' ich dich. Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe,„ Herr, von Herzen lieb' ich dich. Wenn ich in den letzten Zügen* Und im Grabe werde liegen,»Wenn mein Körper wird verwesen,* Soll man doch im Herzen lesen:* Herr, ich liebe, Herr, ich liebe,* Ja, von Herzen lieb' ich dich. Donnerstag. Eingang. Vater, deine Kinder treten*In dein Haus voll Demuth ein;* Dich im Geiste an⸗ zubeten,* Ihre Fehler zu bereu'n.* Wir beken— nen uns're Sünden,* Besserung geloben wir; Laß uns Gnade vor dir finden.* Nie verstoße uns von dir. Gloria. Ehre sei Gott in den Höhen,“ Frie⸗ de allen Menschen hier,* Die den Weg des Hei⸗ ö les gehen!* Tief im Staube liegen wir,* Deine Größe anzubeten* Schöpfer! Dank sei dir und 93 Ruhm!* Du erlaubst uns einzutreten,* Huld⸗ reich, in dein Heiligthum. Evangelium. Laßt uns unser Haupt er⸗ heben,* Frohe Botschaft kommt uns an.* Gottes Reich, es naht, bringt Leben;* Irrthum flieht und Trug und Wahn.* Deine Wahrheit laß uns hö⸗ ren,* Wahrheit führt zur Tugend ein.* Nichts be⸗ glückt als deiner Lehren*Und der Tugend Hoch— verein. Credo. Fühlend unsers Meisters Schranken Seufzen wir nach höherm Licht;* In dem Glau⸗ ben nicht zu wanken,* Sei uns ewig heil'ge Pflicht. Laß den Geist sich nicht verlieren,“ Stärke, Herr, erkämpf' er sich; Laß die Welt uns nicht verfüh— ren,* Wir vertrauen kühn auf dich. Opferung. Frucht der Aehren und der Re⸗ ben* Wollen dir wir, Himmelsgast,* Zum Ver⸗ söhnungsopfer geben,“ Wie du uns verordnet hast. Freudig wir dir Gaben weihen;*Eh' wir opfern, wollen wir* Unsern Brüdern erst verzeihen;* Gut sei unser Herz vor dir. Sanctus. Lasset uns're Herzen dringen* Zu dem großen Schöpfer hin;* Jubelnd ihm das Opfer bringen, Glühend danken, preisen ihn!* Nah' an seines Thrones Stufen,* Lasset auch in jeder Noth* Künftig uns zum Vater rufen, Unserm gnadenreichen Gott. Wandlung. Anzubeten dich im Staube,* Liegen deine Kinder da;“ Nicht der Sinne Trug, der Glaube*Führt uns deiner Gottheit naͤh'.* Laß uns ganz in dich versenken;* Gott ist hier, wir beten an— Feiernd Jesu Angedenken, Thun wir jetzt, was er gethan. 9² 9⁴ Vater unser. Weltenvater! Hochgepriesen Sei dein Name und dein Reich, Auf das Je⸗ sus uns gewiesen.* Komm zu uns! Es soll so— gleich Von uns, was du willst, geschehen.* Gib uns unser täglich Brot!* Sei uns gnädig, wenn wir flehen,* Steh' zu uns in jeder Noth. Communion. Unsers Herzens heil'ge Triebe* Weih'n wir alle, Heiland, dir.* Die Beweise deiner Liebe* Fühlen wir ja täglich hier. Du bist unsre Seelenspeise, Du nur stählest unsern Muth,* Daß wir auf der Erdenreise à Dich erreichen, höchstes Gut! Segen. Vater, gib uns deinen Segen,* Daß gestärkt von dir wir geh'n,* Huldreich kamst du uns entgegen,“* Lächl' uns stets von deinen Höh'n.* Unser Opfer ist vollendet.“ Großer Gott, wir danken dir!* Du hast reichlich ausgespendet Allen deine Gnaden hier. Freitag. Ach sieh ihn dulden, bluten, sterben, O meine Seele, sag' ihm frommen Dank;* Sieh Gottes eignen Sohn und Erben,* Wie mächtig ihn die Menschenliebe drang.* Wo ist der Freund, der je was er gethan,* Der so wie er für Sün⸗ der sterben kann. Wie dunkel waren jene Stunden,* O Herr, und welche Lasten drückten dich;“ Wie strömte Blut aus deinen Wunden,* Und ach, es floß zum Trost und Heil für mich. Es ruft auch heut mir noch ermunternd zu:* Daß du mich liebst, o from— mer Dulder, du. 95⁵ Ja mir zum Trost und dir zur Ehre* Ge— reicht dein heißer Kampf, dein Kreuz, dein Tod; Bestätigt ist nun deine Lehre;* Ich baue fest darauf in jeder Noth.* Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm* Ist auch im Kampf— der Unschuld Eigenthum. Herr, dieß dein Beispiel soll mich lehren,“ Des Lebens Unschuld sei mein Ehrenkleid.*Gern will ich deine Stimme hören,* Und willig thun, was mir dein Wort gebeut;* Die Dankbarkeit verbindet mich dazu.» Wer hat es mehr um mich verdient, als du! Nie will ich mich am Feinde rächen,* Auch dieses lern' ich, Heiland, hier von dir;* Nie Got⸗ tes Schickung widersprechen,.* Scheint gleich ihr Pfad jetzt noch so dunkel mir.* Auf Dornen gingst: du selbst zum Ziele hin:* Ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken?* Du schliefst auch einst im Grab, du Seelenfreund. *Mag sie doch meine Asche decken,* Die Erde, wenn des Todes Nacht erscheint. Der Gott, der dir das Leben wieder gab,* Er wälzt auch einst den Stein von meinem Grab. Nimm hin den Dank für deine Leiden,* Den dir mein Retter, treue Liebe bringt.* Aufjubeln soll mein Herz vor Frenden,* Wenn es den Dank im Chor der Engel singt.* Dann stimmen alle Seligen mit ein,“ Der ganze Himmel soll mein Zeuge sein. Samstag. 1. Dich Maria loben wir,* Gottesmutter wir dich nennen:* Himmelsgeister selbst in dir*Ihre Königin erkennen.* Ja der ganze Schöpfungskreis * Gibt dir Ehre, Lob und Preis. Jungfrau! deine Mutterschaft» Staunen an die Cherubinen!* Deiner Gottesliebe Kraft* Weichen auch die Seraphinen.* Alles ruft dir ohne Ruh':* Selig, Selig, Selig zu. Ganz umstrahlt vom Himmelslicht,* Zieret dich ein Meer der Sterne,* Dein so glänzend An⸗ gesicht* Schimmert in der Welten Ferne.* Sel⸗ ber die Dreieinigkeit.* Krönet dich mit Herrlichkeit. Patriarchen alle dich* Und Propheten hoch verehren,* Die Apostel sehnen sich,* Deinen Ruhm stets zu vermehren;* Der Blutzeugen Hel⸗ denchor* Hebt dein Lob entzückt empor. Der Junafrauen reine Schaar,* Der Be⸗ kenner große Menge,* Stimmet an dir immerdar *Neue Ehr- und Lobgesänge;* Weil du Mutter dessen bist, Der der Welterlöser ist. Auch die Kirche hier auf Erd',* Mit den Kleinen und den Großen.* Dich zuerst nach Gott verehrt:* Denn aus dir ist der entsprossen,* Durch den das verlorne Heil* Evens Kindern ward zu Theil. Ewig auserwählte Braut!* Weil du engel⸗ rein gewesen,* Ward dir Gottes Sohn vertraut, *Da er kam uns zu erlösen.* Wie ihm erste Diene— rin,* Sei auch unsre Mittlerin. Deines Sohnes Jesu Tod* Hat besiegt die 97 Höll' und Sünden;* Darum können wir bei Gott * Durch dich ihre Tilgung finden.“* Mutter! ach verlaß uns nicht* Jetzt, und wenn das Aug' uns bricht. Steh uns, deinen Dienern, bei:* Du ja kannst bei Gott erbitten,“ Daß wir von den Fein⸗ den frei,* Welche wie die Löwen wüthen,*Nach dem Bunde in der Tauf* Enden unsern Lebenslauf. So wie heut, auch jederzeit,* Hingestreckt zu deinen Füßen,* Mutter der Barmherzigkeit!* Wir dich alle kindlich grüßen;* Und empfehlen dir zugleich* Unsern Kaiser und sein Reich. Frau wir bitten flehentlich!* Schütz' uns Christen, deine Kinder;* Mach, daß Gott erbarme sich* Auch der sonst verlornen Sünder;* Denn ganz fest auf dich nach Gott* Hoffen wir in jeder Noth. Mutter! sieh uns gütig an,“ Laß dein mildes Herz bewegen!* Tritt vor deines Sohnes Thron, * Und erbitt' uns seinen Segen;* Hilf', daß wir durch Buß' und Fleh'n* Gott und dich im Him⸗ mel sehn. 2. O Himmelskönigin!* Dir singt mein Herz und Sinn:* Gegrüßt seist du, Maria! Der Glocke erster Klang* Weckt mich zum Frühgesang:* Gegrüßt seist du, Maria! Hoch ward die Welt erfreut*Und durch den Gruß erneut:* Gegrüßt seist du, Maria! Der Feind flieht bebend fort,“ Bezwungen von dem Wort:* Gegrüßt seist du, Maria! Denn unsre Fessel brach,“ Sobald der Engel sprach:* Gegrüßt seist du, Maria! S.. DE 98 Drum grüßt zu jeder Zeit* Dich fromm die Christenheit:* Gegrüßt seist du, Maria! Das Kindlein und der Greis* Bringt im Gesang dir Preis!* Gegrüßt seist du, Maria! In Freudigkeit und Schmerz* Spricht jedes Christenherz:* Gegrüßt seist du, Maria! Wer grüßte dich nicht gern, O Mutter un— sers Herrn:* Gegrüßt seist du, Maria! Der Chor der Engel singt,* Der liebend dich umringt:* Gegrüßt seist du, Maria! Selbst deinen milden Sohn*Erfreut des Lie— des Ton:* Gegrüßt seist du, Maria! Denn Ihn, der dich erhob,* Verehrt das süße Lob:* Gegrüßt seist du, Maria! Er wird durch dich versöhnt,»Wenn fromm der Gruß ertönt:* Gegrüßt seist du, Maria! Die Traurigkeit entweicht,* Von diesem Gruß verscheucht:* Gegrüßt seist du, Maria! Du schirmst des Lebens Bahn,* Ruft treu das Herz dich an:* Gegrüßt seist du, Maria! In der Versuchung Drang* Bringt Hilfe der Gesang:*Gegrüßt seist du, Maria! Wenn Angst und Schrecken droht,* Entfernt der Gruß die Noth:* Gegrüßt seist du, Maria! Die höllische Gewalt* Bricht, wenn das Lied erschallt:* Gegrüßt seist du, Maria! Dem wird der Tod versüßt,* Der oftmals fromm dich grüßt:* Gegrüßt seist du, Maria! Wenn ich einst scheiden muß:* Sei dieß mein letzter Gruß:* Gegrüßt seist du, Maria! Gib dich als Mutter kund,* Spricht dann mein blasser Mund:* Gegrüßt seist du, Maria! 99 Und sühne, Hoffnungstern!* Mir durch den Gruß den Herrn!* Gegrüßt seist du, Maria! Bis froh im Gotteslicht Mein Geist im Ju— bel spricht:* Gegrüßt seist du, Maria! O zeige Jesum mir!* Es seufzt mein Herz zu dir:* Gegrüßt seist du, Maria! Entzückt dann preise ich,“ O Mutter Gottes dich:* Gegrüßt seist du Marial Und lobe immerdar* Ihn, den dein Schooß gebar:* Gegrüßt seist du, Maria! 3 Jesus Mutter stand betrübet*Bei dem Sohn, den sie geliebet,* Als er an dem Kreuze hing.* Wie war sie voll tiefer Trauer,“ Als das Schwert mit Todesschauer*Ihr empfindsam Herz durchging. Wie bestürzet, wie beklommen* Stand die Mutter aller Frommen* Bei dem Kreuz auf Gol-— gatha;* Als sie ihn mit bangem Sehnen,* Und mit ungezählten Thränen Für die Sünder leiden sah. O wer soll nicht Mitleidsthränen* Mit der Mutter weinen können,* Wo sie Todesschmerz umgibt? Wer soll sie so wenig lieben,“ Und sich nicht mit ihr betrüben,* Die des Sohnes Tod beweint? Sie erblickt den Sohn gebunden,* Voll der Schmerzen, voll der Wunden, à Ach für unsre Missethat;* Sie sieht Den am Kreuze schweben,“ Trostlos seinen Geist aufgeben,* Den sie uns ge— boren hat. Schmerzensmutter, Quell der Liebe!* Daß ich mich mit dir betrübe,“ Steh' mir deinem Die— ner, bei.“* Laß mein Herz von Lieb' entbrennen, 100 * Jesus meinen Gott erkennen,* Daß ich ihm gefällig sei. Drücke deines Sohnes Wunden,* So wie du sie hast empfunden, Tief in meine Seele ein. Für mich ist sein Blut geflossen, Laß mich einen Mitgenossen,* Seiner bittern Leiden sein. Laß mit dir mich wahrhaft weinen!* Und mit Jesus mich vereinen, Mit ihm theilen seinen Schmerz!* Zu dem Kreuze mit dir eilen,* Deine Trauer mit dir theilen:“ Dieß, o Mutter, wünscht mein Herz. Jungfrau, aller Frauen Zierde, Wenn mir doch gegeben würde, So wie du betrübt zu sein! *FJesus Tod und seine Plagen* Möcht' an mir ich immer tragen,* Und mich seinem Dienste weih'n. Möcht ich seiner Wünsche denken, Mich mit seinem Blute tränken,* In der Lieb' mit ihm vereint;“* Wird die Liebe mich entzünden,* O dann werd' ich Gnade finden,* Wann er zum Gericht erscheint. Jesus Kreuz sei meine Ehre,* Und sein Tod mir Schutz und Wehre In des Erdenlebens Streit. *Jesus, wenn mein Leib wird sterben, Laß dann meine Seele erben Deines Himmels Seligkeit. Meßgesang. Zum Staffelgebet. Vater, sieh uns Kleine an,* Die wir Deinem Throne nah'n,* Unsrer Jugend*Schwache Tugend* Stimmet Dir ein Loblied an. Hoffnungsvoll erheben wir* Uns're Stim⸗ men, Herr, zu Dir,* Obgleich Sünder* Deine Kinder* Rufen dennoch: Vater hier. 101 Das Kyrie. Gott, der Vater, höre uns!“ Gottes Sohn, erhöre uns!* Schenk uns Armen* Dein Erbarmen! Heil'ger Geist, komm' über uns! Zum Gloria. Ehre sei Gott in den Höh'n, * Der uns seine Macht ließ seh'n,“ Daß im Frie— den* Schon hinieden* Alle Guten vor ihm geh'n. Zum Evangelium. Eine Freudenbotschaft ist v Uns Dein Wort, Herr Jesu Christ;* Es belehret* Und bekehret“ Jedes Herz, in das es fließt. Zum Credo. Glaubenstreu bekenn' ich klar,* Daß Gott Vater Schöpfer war;* Uns vom BösenZu erlösen Gottes Sohn ward Mensch sogar. Standhaft auch mein Glaube preist, Daß mein Heil am Kreuz sich weist,* Daß regieret,“ Fehllos führet* Seine Kirche Gott der Geist. Nach des Lebens kurzem Streit* Steht der Himmel mir bereit,* Zu den Frommen, à* Hin⸗ zukommen,* Wo einst Seel' und Leib sich freu't. Zum Offertorium. Am Altare opfern hier* Durch des Priesters Hände wir;* Was wir haben,* Auch die Gaben, Alles kommt ja nur von dir. Dieses Brot und dieser WeinIst ein Opfer hehr und rein;* Jesus wollte,“* Daß es sollte* Seines Todes Denkmal sein. Zum Sanetus. Preisend rufen bis zum Tod* Mit den Engeln wir, o Gott:* Heilig! Heilig!* Immer Heilig!* Ist der Herr, Gott Sabaoth! Nach der Wandlung. Der du in dem Himmelreich wohnst,* Selig dort und glorreich thronst,* Sieh, es finden*Unsre Sünden* Ei⸗ nen Mittler, daß du schonst. 102 Blick' herab auf den Altar,* Jesus bringt sich selber dar.* Seine Leiden.* Sein Verschei— den* Alles bringt er für uns dar. Zum Agnus Dei. Seht das wahre Gottes— lamm!* Seht den Seelen-Bräutigam,* Der das Leben* Uns zu geben,* Aus dem Schooß des Vaters kam. Vor der Communion. Christen, seid auf eurer Hut,* Prüfet eure Herzen gut;* Es ent— halten* Die Gestalten* Christi wahres Fleisch und Blut. Dieses wundervolle Brot* Ist der Mensch gewordene Gott;* Gleicher Weise* Eine Speise *Wirket Leben oder Tod. Der du selbst der Schöpfer bist,* Kamst zu dem, der sterblich ist; n O verweile* Noch und heile* Ganz mein Herz von Sündgelüst'. Nach der Communion. Bleib' in mir und führe mich* Zu dem Leben ewiglich!* O beglücke Und erquicke* Auch vor meinem Tode mich! Zum Segen des Priesters. Heute, Gott verlaß uns nicht!* Hilf uns durch dein Gnaden— licht* Deinen Willen* Treu erfüllen,* Bis du rufest zum Gericht. Laß in Deinem Schutz uns steh'n* Und ver— leih' auch Wohlergehn Unsern Freunden,* Un-— sern Feinden,* Todten und Lebendigen! Messe für die Verstorbenen. 1 Eingang. Gott, der du Tod und Leben* Mit weiser Hand verhängst;* Der uns das Heil⸗ 103 gegeben,“ Erbarmen Sündern schenkst.“ Ver⸗ gib, auf unser Flehen, Den Todten ihre Schuld, * Laß sie dein Antlitz sehen, O Gott der Lieb' und Huld! Zur Epistel. Auf alle Menschenkinder* Siehst du von deinem Thron,* Dem Frommen, wie dem Sünder* Sprichst du gerechten Lohn.* Sei gnädig im Gerichte* Den Seelen, die nun sind,“ Wo Trug und Wahn im Lichte, Dem Nebel gleich zerrinnt. Zum Evangelium. O Trost, den Jesus lehret:* Es stirbt auf ewig nicht, Wer glaubet und mich ehret, Er kommt nicht ins Gericht.* Laß, die dein Wort geehrt,“ Im Tod geglaubt an dich,* Wie uns die Kirche lehrt,* Herr leben ewiglich. Zur Opferung. Gott! Urquell aller Güte, *Du prägst uns Liebe ein; Nur Liebe im Ge— müthe* Soll unser Opfer sein.* Sieh liebreich auf uns nieder Erhöre dieß Gebet,* Das nun für unsere Brüder* Zu dir, Erbarmer, fleht. Zum Sanetus. Dort unter Millionen,* Wo Tugend wird gekrönt,* Wo deine Engel wohnen,* Ihr dreimal Heilig tönt;* Laß' die Entschlaf'nen wallen,“ Die unser Herz beweint,“ Ihr Freudenlied erschallen à Mit Engeln froh vereint. Nach der Wandlung. O Todesüberwin— der,* Der du mit Qual und Angst* Zum Heile aller Sünder*Einst selbst am Kreuze rangst;“ Laß ihnen deine Hände* Von dort Befreier sein, * Und mach' ein frohes Ende*All ihrer Noth und Pein. 104 Zur Communion. Rein werde jede Seele, *Lamm Gottes, durch dein Blut,* Und jeden Tropfen zähle* Den Armen, Herr, zu Gut.* Er tilge ihre Thränen,* Er sei ein Friedenskuß, Er still' ihr banges Sehnen* Nach seligem Genuß. Zum Beschlusse. Führ' alle die geschieden *Von uns in dieser Zeit,* Erbarmer, dort zum Frieden,“ Im Reich der Ewigkeit.* Bereit zum Ende, gehen* Wir unserer Wohnung zu;* Bei Gott ist Wiedersehen;* Entschlaf'ne, schlaft in Ruh! 9 Schreckenstag und Trauerstunde,* Da die Erd' im Feuerschlunde* Glühen wird nach Da— vids Munde:* Welches Zittern wird entstehen* Wenn wir einst den Richter sehen,* Ungerührt von unserm Flehen! Der Posaune Schall wird klingen,* Durch der Erde Gräber dringen,* Alle zum Gerichte zwingen.* Tod, Natur! ihr werdet beben,* Wenn erweckt zum neuen Leben* Rechenschaft der Mensch wird geben. Gottes Buch wird aufgeschlagen,* Treu ent— hält es eingetragen* Jede That aus diesen Ta— gen.* Wann der ernste Richter schlichtet, Und der Herzen Dunkel lichtet,* Bleibt nichts un— gerichtet. Was soll ich dann Armer sagen,* Da auch die Gerechten zagen,* Und den Richter kaum er— tragen!* Herr, der du erhaben thronest,* Und aus Güte unser schonest,* Sieh, auf mich, wann da belohnest. 105 Milder Jesus, denk' im Segen;* Ich war's Ziel von deinen Wegen;* Viel war dir an mir gelegen.* Viel hast du für mich ertragen,* Bis man dich an's Kreuz geschlagen;* Wirst du mir den Werth versagen? Mit Versöhnungsblut besprenge,* Jesus, meiner Sünden Menge,* Vor dem Tage deiner Strenge.* Das Gewissen quält mich Bangen,* Reue röthet meine Wangen;' Laß, o Gott, mich Gnad' erlangen. Der Maria du verziehen,* Selbst dem Mör⸗ der Heil verliehen,“ Laß für mich noch Hoffnung blühen.“ Nichts verdienen meine Zähren, Deine Gnade muß mich nähren, Soll die Straf' nicht ewig währen. Laß mich Herr zur Rechten stehen,“ Und ins Reich des Vaters gehen.* Nicht zur Linken frucht⸗ los flehen!* Wenn die Sünder vor dir fliehen,“ Hin zu ihrer Strafe ziehen, Sprich dann, Gnad' ist dir verliehen. Wenn ich, Herr, zu dir mich wende,* Reuig falte meine Hände,* Schenke mir ein selig Ende! *Einst wenn wir vom Grab erstehen, Laß uns deine Huld erflehen,“* Und dein Antlitz ewig sehen. Dann verschone, Gott, verschone, Jesus, auf dem Richterthrone,“ Daß im sel'gen Frieden wohne * Deine Christenschaar. Amen. Predigtlied. In Gott des Vaters und des Sohn's* Und seines Geistes Namen,* Sprecht hier am Fuße seines Thron's,“ O Christen, freudig:„Amen!“ 106 * Sprecht:„Amen“ und bereitet euch,* Nach eures Meisters Lehren,“ Den Vater in dem Him— melreich* Mit Bitten zu verehren! O Vater unser, der du bist h Im Himmel und auf Erden, Dein Name, der so lieb'voll ist, * Soll stets geheiligt werden!* Dein Reich, von Anbeginn der Welt Bereitet allen Frommen,“ Das laß, wenn dieser Staub zerfällt, Für uns auch einstens kommen! So wie auf jeden Wink von dir* Die Him— melsgeister sehen:“ So soll auch unter Menschen hier* Dein Wille stets geschehen!* Das Brot, das unsere Seele nährt,* Um dir, o Gott, zu leben, Auch jenes, das der Leib begehrt, Sei täglich uns gegeben. Vergib uns, Vater, jede Schuld,“ Die wir vor dir berenen,* So wie wir Alle mit Geduld* Den Schuldigen verzeihen;* Ersticke, wenn Ver— suchung droht,* In uns des Bösen Samen!* Erlös' uns jetzt und einst o Gott,* Von allem Uebel. Amen. Zur Christenlehre. Heiliger Geist! komm zu verbreiten*Ueber uns dein Gnadenlicht, Daß wir immer weiter schreiten*Im Erlernen unserer Pflicht,* Mache uns zum Lernen Lust,* Hilf' daß wir in uns'rer Brust* Das Erlernte wohl behalten* Und im Guten nie erkalten. O Gott! segne diese Lehren,“ Die des Kate— cheten Mund Deinen Kindern machet kund* Uns zum Heile, dir zu Ehren.“ Präge sie durch deinen — 7 107 Geist* Tief ins Herz, daß wir im Leben Stets zu handeln uns bestreben,* Wie es dein Gebot uns heißt. Adventlieder. 4. Maria sei gegrüßet,* Du lichter Morgen⸗ stern!* Der Glanz, der dich umfließet,“ Ver⸗ kündet uns den Herrn.* Von jeder Makel rein, * Sollst du zum Menschenheile* Des Höchsten Mutter sein. Dein Gott zu dir gewendet* Ertheilet den Befehl!* Es eilt von ihm gesendet, Der Engel Gabriel.* Er spricht: O gnadenvoll,“ Gesegnet unter Weibern!* Der Herr bedenkt dein Wohl! Dieß konntest du nicht fassen,“* Und batest ihn dabei,* Dich recht versteh'n zu lassen.“ Was diese Botschaft sei.—* Maria zittre nicht, Denn du hast Huld gefunden Vor Gottes Angesicht. Er will, du sollst empfangen,“ Gebären einen Sohn,* Der wird durch ihn gelangen“ Auf Da⸗ vids Vaterthron:* Des Höchsten Sohn zugleich.“ Und Jesus soll er heißen,“* Unendlich ist sein Reich. Wie soll denn dieß geschehen?* Ich kenne keinen Mann.— O Jungfrau, du wirst sehen,“ Was Gottes Allmacht kann.* Er sendet seinen Geist,* Der wird dich überschatten,“ Damit du Mutter seist. In ihren alten Tagen* Kann auch Elisa⸗ beth* Von seinen Wundern sagen,* Die nun ge⸗ segnet geht.“* Sie heißt zwar unfruchtbar.“* Doch 10 —————— 108 dem ist nichts unmöglich,‚* Der sein wird, ist und war.— Da sprachst du tief geneiget:* Ich bin des Höchsten Magd;* Was du mir angezeiget,“ Das sei, wie du gesagt O freudenvolles Wort!* Der Bote Gottes eilte* Mit seinem Auftrag fort. Von seines Vaters Freuden* Kam jetzt das Wort herab,* Für Sünder hier zu leiden,* Zu suchen Tod und Grab.* Er wählte deinen Leib,“ Mit Fleische sich zu kleiden, Gebenedeites Weib! Den Schatz, den du empfangen,“ O bring' ihn bald zur Welt!* Wir warten mit Verlangen, *Denn er ist jener Held,* Der unsre Bande bricht,* Und aus des Todes Schatten* Uns rufet in das Licht. Dieß Lied sei dir gesungen,“ Des Heils Ge— bärerin!* Mit dir ergeb'nen Zungen,* Mit dir ergebnem Sinn.* Dein hochgelobtes Pfand* Führ' uns auf deinen Fürspruch* Hinauf ins Vaterland! 2. Thauet, Himmel, den Gerechten,* Wolken, regnet ihn herab,* Also rief in langen Nächten* Einst die Welt ein weites Grab!* In von Gott verfluchten Gründen Herrschten Satan, Tod und Sünden; Fest verschlossen war das Thor* Zu des Heiles Erb' empor. Doch der Vater ließ sich rühren,* Daß er uns zu retten sann!* Und den Rathschluß auszu— führen,* Trug der Sohn sich freudig an.“* Gabriel flog schnell hernieder* Kehrte mit der Antwort wieder:„Sieh! ich bin die Magd des Herrn,“ Was er will, erfüll ich gern.“ 109 Dein Gehorsam ist mein Leben,“ Jungfrau, demuthvoll und keusch;* Gottes Geist wird dich umschweben,* Und des Vaters Wort wird Fleisch. * Menschen, betet an im Staube!* Weh der Höll' und ihrem Raube!«* Aber Adamskindern Wohl,“ Weil ein Heiland kommen soll. Einen Zuruf hör' ich schallen:“ Brüder wacht vom Schlummer auf;* Denn es naht das Heil uns allen,* Nacht ist weg, der Tag im Lauf, O dann fort mit allen Thaten,* Die die Nacht zur Mutter hatten!* Künftig ziehe jedermann* Nur des Lichtes Waffen an! Laßt uns wie am Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit, Nicht nach Fleischbegier den handeln;“* Weit verbannt sei Zank und Neid! * Jenem gänzlich nachzuarten,* Dessen Ankunst wir erwarten,* Dieses ist nun unsre Pflicht.* So wie sein Apostel spricht. Welterlöser, ich erfülle“ Deines treuen Knech— tes Rath!* Komm in meines Fleisches Hülle,“* Wie dein Bot' verkündet hat.“* Komm' und bringe mir den Frieden! Menschen ist er nur beschieden, * Die von gutem Willen sind;“ Komm, ich bin es, göttlich Kind! Lied zur heiligen Maria. Im Tone: Komm, o fromme Christenschaar Gnadenquelle! sei gegrüßt,“ Quelle, die be— ständig fließt;* Heil der Kranken, o Maria!* Jungfrau, sei gegrüßt. Sei gegrüßt zu jeder Stund', In dem Her⸗ 10* 110 zen, mit dem Mund';“ Alles mache deine Würde, * Deine Gnade kund. Liebste Mutter! wir sind dein,* Zeig dich Mutter! stets zu sein:“* Schreib uns alle deinem Herzen* Unauslöschlich ein. Du warst noch zu jeder Zeit* Ursach uns'rer Fröhlichkeit;“ Sei es bis zum Lebensende,* Und in Ewigkeit. Mutter! es ist nun erhört,* Und dein Sohn hat dir gewährt‚,“ Was du deinen treuen Dienern * Gütig hast begehrt. Wenn Gefahr der Seele droht* In des Lebens jeder Noth. Rettet uns in deinem Namen * Der versöhnte Gott. Schreckt der Sünden schwere Last,* Sei zu dir Vertrau'n gefaßt;* Die du dich der Sünder Zuflucht* Stets gezeiget hast. Wer dich in Betrübniß bat,* Fand bei dir, Maria! Rath:* Trost, wer immer dir als Mutter * Sich empfohlen hat. Auch zu streiten bis auf's Blut* Um des Himmels großes Gut:* Bringst du Reinste den Versuchten* Neue Kraft und Muth. Groß ist uns'rer Feinde Zahl, Hier in diesem Thränenthal:* Rette, Mutter, deine Kinder* Vor dem Sündenfall. Und wenn Seel' und Leib sich trennt, Nur noch schwach das Herz dich nennt,* O dann bitte, Mutter! bitte* Um ein selig's End. Nach vollbrachtem letzten Streit,“ Führ' uns in die Ewigkeit,* Milde Jungfrau! zeig uns Je⸗ sum In der Herrlichkeit. 111 Zu Weihnachten. 1. Dieß ist der Tag von Gott gemacht;* Ich will mich herzlich freuen.“ Auch mich hat heut der Herr bedacht;* Ich will ihm Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß* Heut allen Adams⸗ kindern sproß,“* Ist auch für mich geboren.* Vor Deiner Krippe sing ich dann,* Und bete meinen Heiland an, In Wonne ganz verloren. In meiner Bildung liegt er hier,* Den keine Namen nennen.* O Gott! o Kind! geläng es mir, *Die Gutthat ganz zu kennen!* Du steigest von dem Thron herab* Den dir mit sich Dein Vater gab,* Um hier für mich zu leiden;* Du wähltest, mir zu nützen heut,* Für Ueberfluß die Dürftig— keit, Den Stall für Himmelsfreuden. Du weinst, mein Jesu! sei gegrüßt,* O gnadenreiche Zähre!* Sei mir mit Ehrfurcht auf— geküßt,“ O Tropfen aus dem Meere,* Das ein⸗ stens blutig strömen soll* Für mein und aller Sünder Wohl,* Sei auch für mich geweinet!*. Erwärme kaͤlter Christen Herz, Das ihres Hei— laͤnds ersten Schmerz Nicht zu empfinden scheinet! Das meine soll Dein Wohnplatz sein,* Ge— liebtester aus Allen!* Es soll wie neu geschaffen, rein,“* Von Engeltrieben wallen. Komm aus der Krippe, komm zu mir* Bring echte Fröm⸗ migkeit mit dir* Und wahre Christen-Sitten!* O! noch nicht Richter, noch ein Kind!* Dieß macht mich hoffen; Kinder sind Ja leichter zu erbitten. Du kehrest einst in Majestät, Vom Engelheer umringet* Wenn diese Welt in Trümmern geht. —— 112 *Der Staub aus Gräbern dringet;“ Dann muß auch ich hin in's Gericht,* Allweiser, vor dein Angesicht, Von Furcht und Angst durchdrungen;“ O sprich dann: ich erkenne dich, Du hast vor meiner Krippe mich“ Mit Inbrunst einst besungen. 2. Herbei zur süßen Krippe, Ihr Völker nah und fern;* Kommt, preist mit frommer Lippe* Dieß Kindlein euern Herrn! Ach! Alles schläft erstarrend In kalter Winternacht,“ Indeß hier einsam harrend Die ew'ge Liebe wacht! Auf gold'nen Wolken fahren* Hoch von des Aethers Blau,* Im Flügelschwung die Schaaren *Herab auf Trift und An,«* Und nah'n den ar— men Hirten;* Die flieh'n erschrocken fort,* Sie trösten die Verwirrten Mit wundersüßem Wort. Nicht Furcht soll euch durchdringen,* Ihr Hirten fromm und gut;* Die Botschaft, die wir bringen, Macht froh und wohlgemuth.* Heut ward für euch geboren* Ein Heiland aus den Höh'n;* Der hat euch auserkoren* Vor allen, ihn zu sehn. O Volk der grünen Auen, Wem ward wie euch ein Glück!* Was Könige nicht schauen,* Vergönnt ist euerm Blick!“* Die Seher alle sahen *Von fern nur seine Spur;* Ihr dürft ihm freudig nahen,“ Beglücktes Volk der Flur! Ach wer euch folgen könnte* Zum lieben Jesulein!* Ach wem er es vergönnte,* Beim armen Krippelein* In Andacht ihn zu herzen,“ Zu weinen dort nach Lust!* Wie heilten schnell die Schmerzen* Der tief verwundten Brust! 113 O wie in Andacht knieen Sie rings ums Krippelein* Wie sanft verzückt erglühen;* Sie für den Hirten klein,‚“ Der, selbst ein Lamm, die Heerden* Verließ im Sternensaal,* Das irre Lamm auf Erden Zu rufen in den Stall! Und eine fromme Gabe* Bringt jeder lie⸗ bend dar Aus seiner armen Habe; Der bringt ein Taubenpaar, Der Honig, Milch und Feigen,“ Der eines Lämmleins Vließ, Das er dem Kind— lein eigen Mit seinem Herzen ließ. O Seelen, die in Treue Ihr liebt dieß süße Kind,* Kommt in der Hirten Reihe,*-Die hier so selig sind.“ Als Gaben bringt ihm Liebe,* Die ewig sich ergibt,* Der euch im zarten Triebe *Im Kripplein schon geliebt. O Krippe, unsre Wonne, Die jedes Herz erfreut,* Wie strahlt aus dir die Sonne,“ Die unsre Erd' erneut;“ Der Quell, das Brot, das Leben,* Der Herr der Ewigkeit,“ Als Knäblein uns gegeben, Geboren in der Zeit! O laß dein Licht uns strahlen* In dieser heil'gen Nacht!* Aus unsrer Sinne Thalen* Sei fern die finstre Macht:* Es weihen deine Blitze Die Herzen rein und klar‚* Zu deinem Wonuesitze,* Als König, immerdar! Und du Gebenedeite, Die du das Licht ge⸗ barst,* Die Alles du ihm heute Magd, Amme, Mutter warst!* Hilf heut uns so erneuern,*“ Daß wenn der Tag anbricht,“ Wir ewige Weih⸗ nacht feiern Im süßen Himmelslicht. In der Fastenzeit. 1. Laß mich deine Leiden singen,* Dir des Mitleids Opfer bringen, Unverschuld'tes Got— teslamm!* Das von mir die Sünden nahm.* Jesu drücke deine Schmerzen* Tief in aller Chri⸗ sten Herzen!* Laß mir deines Todes Pein Trost in meinem Tode sein! In's Gericht für Menschen treten,“ Zum erzürnten Vater beten,* Seh' ich dich mit Blut bedeckt, Auf den Oelberg hingestreckt.“ Jesu drücke deine Schmerzen, u. s. w. Dich zu binden und zu schlagen,* Zu be— schimpfen und zu plagen,“ Nahet sich der Feinde Schaar,* Und du gibst dich willig dar.* Jesu, drücke deine Schmerzen, u. s. w. Von den Richtern, die dich hassen,* Wilden Kriegern überlassen* Strömet dein unschuldig Blut* Unter frecher Geißler Wuth.* Jesu, drücke deine Schmerzen, u. s. w. Unter lautem Spott und Hohne* Seh' ich eine Dornenkrone,* Die, mein Heiland! scharf gespitzt, Deine Stirne schmerzlich ritzt.“ Jesu drücke deine Schmerzen, u. s. w. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferholz geheftet, Seh' ich wie ein Gottmensch stirbt,« Und den Sündern Heil erwirbt.*Jesu, drücke deine Schmerzen, u. s. w. Heiland! meine Missethaten* Haben dich verkauft, verrathen,‚* Dich gegeißelt und gekrönt,“ 115 An dem Kreuze dich verhöhnt!* Ach es reuet mich von Herzen!* Laß, mein Heiland, deine Schmerzen,“ Deines Mittlertodes Pein* Nicht an mir verloren sein. Selig, himmlisch ist das Leben* Dessen, dem die Sünd' vergeben;* Der nun Gott zum Vater hat* Nach getilgter Missethat.* Herr, verschon' denn meiner Sünden,* Laß mich wieder Gnade finden!* Gnade ruft in Reu' und Schmerz * Des bedrängten Sünders Herz. Nur zu oft bin ich gefallen, Sünden über alle Zahlen, Mehr als Haare auf dem Haupt, * Hat sich dein Geschöpf erlaubt.* Herr, ver⸗ schon' denn meiner Sünden, u. s. f. Wehmuth drückt mich nun darnieder.“ Furcht erschüttert meine Glieder,* Und seitdem ich Sün— der bin,* Ist die Fröhlichkeit dahin.“* Herr, ver⸗ schon denn meiner Sünden, u. s. f. Jener Trost ist mir verschwunden,“ Den ich einst hierin gefunden,“ Daß ich von dem Fluche frei,* Eines deiner Kinder sei.* Herr, verschon' denn meiner Sünden, u. s. f. Willst du mich, o Gott, verlassen,“ Wenn von nun die Sünd' zu hassen, Büßend meine Seel' verspricht* Hier vor deinem Angesicht!* Herr, verschon' denn meiner Sünden, u. s. f. Aufzusuchen nicht den Frommen* Bist du, Gott, zur Welt gekommen;* Nur für den ver⸗ lornen Sohn* Stiegst du von dem Himmelsthron. * Herr, verschon' denn meiner Sünden, u. s. f. Magdalene kommt zu büßen,* Wirft sich weinend dir zu Füßen,* Und du nimmst die Sün⸗ 116 den hin* Von der frommen Büßerin.* Herr, verschon' denn meiner Sünden, u. s. f. Wenn wir herzlich nun bereuen, Werden Engel sich erfreuen,“ Kennen wieder ihren Freund. *Jauchzen wenn der Sünder weint.* Herr, ver⸗ schon denn meiner Sünden, u. s. f. Lang genug hab' ich gebrochen,* Was ich dir getreu versprochen.* Lang bedroht von deinem Grimm à Hör' ich deines Fluches Stimm'.* Herr, verschon' denn meiner Sünden u. s. f. Heute ist der Tag der Gnaden,* Heute hast du mich geladen,“ Heute ruf ich denn zu dir:* Gott! verzeih', verzeihe mir!* Herr, verschon' denn mei— ner Sünden, u. s. f. Osterlied. Der Heiland ist erstanden,* Befreit von Todesbanden,* Der als ein wahres Osterlamm, Für mich den Tod zu leiden kam. Alleluja! Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angekettet:* Der Tod hat keinen Stachel mehr, „Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Alleluja! Der Sieger führt die Schaaren,* Die lang gefangen waren,* In seines Vaters Reich em⸗ por,* Das Adam sich und mir verlor. Alleluja! O wie die Wunden prangen,* Die er für mich empfangen,* Wie schallt der Engel Sieg'd⸗ gesang* Dem Starken, der den Tod bezwang. Alleluja! Mein Glaube darf nicht wanken!“* Otröstlicher Gedanken;* Ich werde durch sein Aufersteh'n“ Gleich ihm aus meinem Grabe geh'n, Alleluja! 117 Die Nacht, die mich dort decket,* Bis mich der Engel wecket,* Ist kurz; dann ruft mein Heiland michIn's Reich, wo niemand stirbt, zu sich. Alleluja! O Meer der Seligkeiten!* Den Ort mir zu bereiten,* Ging mein Erlöser hin vor mir; Erstandener ich folge dir! Alleluja! Ja durch ein neues Leben Will ich zur Höl e streben, Wo du mit deinem Vater thronst! Und jede gute That belohnst! Alleluja! Dann werd' ich im Gerichte* Vor deinem Angesichte* Von deinem Blute glänzend stehn,“ Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Alleluja!* Wie du vom Tod erstanden bist,“ Laß uns ersteh'n, Herr Jesu Christ! Alleluja! Zu Pfingsten. 1. Komm, heiliger Geist, o dritte Person,“ Von einer Natur mit Vater und Sohn!“ Der du ven seiner Sündenlast* So manches Herz befreiet hast;“ Komm, heiliger Christ, erwünschtester Gast! Komm, heiliger Geist, auf uns jetzt herab, *„So wie dich einst Gott den Gläubigen gab, Als ihre noch geringe Zahl,* Versammelt im ver— schlossnen Saal, Sich sehnte nach dir, du gött⸗ licher Strahl! Komm, heiliger Geist, ein Tröster genannt; * Es werde durch dich der Kummer verbannt, * Der uns verstört in unsrer Pflicht;“* Die Träg⸗ heit überwindt uns nicht, Wenn du uns ent⸗ flammst, o mächtiges Licht. 118 Komm, heiliger Geist, du Lehrer der Welt! *Die Straße des Heils wird niemals verfehlt, Wenn man sich nicht an Secten kehrt.* Die Kirche, die den Einspruch lehrt,* Mit kindlicher Treu als Mutter verehrt. Komm, heiliger Geist, vom himmlischen Thron *Dir werden zugleich mit Vater und Sohn* In unzertheilter Wesenheit*Von nun an bis in Ewig⸗ keit Anbetung und Dank und Jubel geweiht! Frohnleichnamslieder. Beim Auszuge. Lomm, o fromme Chri⸗ stenschaar!* Wirf dich nieder am Altar,* Denn es stellt in Brotgestalten* Sich dein Heiland dar! Hier ist Jesu Fleisch und Blut,* Hier das allerhöchste Gut!* Keine Seele geht verloren“ Unter seiner Hut. Sei geehrt, gebenedeit,* Trost in Widerwär— tigkeit;* Aller, die sich dir vertrauen,* Wahre Sicherheit! Gib uns Segen, großer Gott,* Wundervolles Himmelsbrot!* Hilf den Deinen, und bewahre *Sie vor aller Noth! Gib uns wahre Buß' und Reu',* Mach' uns von den Sünden frei, Daß nach Glauben, Hof— fen, Lieben* Unser Trachten sei. Ist nun unsre Pflicht gethan,* Und vollend't des Lebens Bahn:* O dann nimm zu deinen Freuden Unsre Seelen an! Sei gelobt, gebenedeit,* Heiligste Dreieinig⸗ keit:* Jesu Preis im Saeramente* Bis ans End der Zeit. 119 Nach dem Evangelium. 1. O Engel Gottes, eilt hernieder,“ Und men⸗ get euch in unsre Lieder!* Der Tag ist festlich uns und euch.* Das Himmelsbrot, das wir heut ehren,* Mit dem sich unsre Seelen nähren,* Dieß Brot macht Mensch und Engel gleich. O kommt, so wie ihr einst im Saale* Bei Jesu letztem Abendmahle Erstaunungsvoll zuge⸗ ger war't;* Ihr sahet dort das Brot ihn brechen, * Ihr hörtet ihn mit Liebe sprechen:“ Dieß nehmt vor meiner Himmelfahrt. Dieß ist mein Leib, den will ich schenken,“ Es sei zu meinem Angedenken; àSo oft ihr, Freunde, dieses thut, So oft ihr dieß Geheimniß handelt, Wird Brot und Wein wie jetzt verwan⸗ delt* In eures Meisters Fleisch und Blut. O Abgrund unbegriff'ner Güte!* War's nicht genug in einer Hütte“ Für uns das Licht der Welt zu seh'n,“* Die Zeit von mehr als dreißig Jahren * Verachtet, arm und in Gefahren* Mit Undank⸗ baren umzugehn? Die Kranken nicht genug zu heilen, Trost, Rath, Gesunden zu ertheilen,* Der Weisheit Lehrer uns zu sein?* Für uns in frecher Henker Händen* Das Leben und die Qual zu enden, Uns von der Hölle zu befrein? ů O nein! Es wallen neue Triebe“ Der ewig uns verheißnen Liebe In unsers Heilands treuer Brust;* Die lehren ihn das Mittel finden,* Sich uns noch enger zu verbinden,* Bei Menschenkin⸗ dern sucht er Lust. 120 Er läßt bis an das End' der Zeiten* Bei uns sich einen Sitz bereiten,“ Uns seine Neigung darzuthun.* Der Gottheit Schimmer einzuhalten, Verhüllt er sich in Brotgestalten* Und will in unsern Herzen ruhn. O Christen, laßt uns Blumen pflücken,* Und Tempel und Altäre schmücken!* Das Rauchfaß hauche süßen Duft!* Die Priesterschaft im Feier⸗ kleide* Verkündige der Kirche Freude!* Die Glocke schalle froh zur Luft! O lasset uns mit Jubelliedern* Der Liebe Wunderwerk erwiedern,* Dem dieser Tag ge⸗ heiliget ist!* Preis, Ehre dir im Saeramente,* Nach dem sich einst die Vorwelt sehnte,* Der du zu uns gekommen bist! Laßt Heilig! Heilig! Heilig! schallen Dem Menschenfreunde, der vor allen Bei seinem Chri— stenvolke wohnt: Dem Lamme, das in Broteshülle Mit aller seiner Gnadenfülle? Auf unsern Pracht⸗ altären thront. Du bist es, Herr, Gott unsrer Väter,* Du Brot des Starken, unser Retter!* Du bist's in deines Priesters Hand!* Wir sollen beten an im Staube!« Das Aug' ist blind, doch sieht der Glaube, Dein Wort ist ihm ein Unterpfand. Erbarmer, laß uns nicht erröthen* Wenn wir in Leibs- und Seelennöthen* Zu deinem Heiligthume flieh'n.* Gib heut und all'zeit deinen Segen, Laß Fürst und Volk auf ihren Wegen* Vor dir in deinem Frieden zieh'n! Sei stets auf dieser Lebensreise* Geprüfter Christenseelen Speise!* Du hochgelobtes Him— melsbrot!* Und, Herr, in deinem Friedenskusse, — 121 * In deinem seligen Genusse* Vollend' uns ein⸗ stens unser Tod! 2. Gottes Sohn in Brotgestalten,“ Hier auf dem Altar enthalten, Wahrer Gott und Me isch zu— gleich,“ Manet an Erbarmen reich!* Bring' aus deines Volkes Mitte* Unsre demuthsvolle Bitte“ Vor den Vater, der dich liebt, Und durch dich uns Alles gibt. Er kann jeden neuen Morgen* Jegliches Ge schöpf versorgen,“ Seine Macht ist unbeschränkt,“ Stets auf unser Wohl gelenkt.“ Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. Er verleihe seinen Segen,“ Gebe Sonnen schein und Regen. Handle stets nach seiner Huld, *Nicht nach unsrer Sünden Schuld.“ Bring aus deines Volkes Mitte u. s. w. Wenn sich Ungeziefer mehren,“ Um die Früchte zu verzehren,* Wenn auf vielen Regenguß* Saat 0.— Frucht verderben muß.* Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. Wenn an heißen Sommertagen R Schlossen alles niederschlagen,“ Wenn das Hochgewitter kracht * Und die Frevler zittern macht.* Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. Wenn sich schwere Sterbezeiten Fürchterlich umher verbreiten:* Und der. n tödtlich Gift“ Menschen ohne Rettung trifft,“ Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. Schlägt ein Krieg mit seinen Flammen* Ueber manches Land zusammen,* Daß bereits Ge— fahr und Noth* Unserm Vaterlande droht,* Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. 122 Freilich kommt von unsern Schulden Alles, was wir Menschen dulden,* Gerne wollen wir's gestehn.* Doch durch dich zum Vater gehn.* Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. Er hat sich in dir vor Allen,‚* Jesus Christus wohlgefallen,“ Wie er einst aus Wolken sprach,* Unser Glaube spricht es nach.“ Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. Stell' ihm vor die letzten Stunden,* Zeig' ihm auch die Lebenswunden,* Die dein Leib für uns empfing.* Als am Kreuz er sterbend hing.* Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. ö Diesen Leib zum Angedenken Hieß dich uns die Liebe schenken, Durch die Liebe flehen wir,* Jesus, Gottes Sohn! zu dir.* Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. Laß mit brünstigem Verlangen Diesen Leib uns einst empfangen,* Rufet uns dein Vater ab.* Der durch dich uns alles gab.* Bring' aus deines Volkes Mitte u. s. w. 2 Im Himmel und auf Erden,* An allem Ort und End* Geliebt, geehrt soll werden Im heil'gen Sacrament:* Gelobt, gebenedeit* Soll sein zu aller Zeit* Das heiligste Herz Jesu!* In alle Ewigkeit. Dieß Herz hat uns geliebet,* Eh' daß wir es erkennt;* Aus Lieb' sich's uns dargiebet, Im heil'gen Saerament.* Gelobt ꝛc. Dieß Herz steht allen offen,“* Weil's Lieb er⸗ öffnet hat,‚ Allda ist g'wiß zu hoffen* Barmher⸗ zigkeit und Gnad'.* Gelobt ꝛc. In Jesu Herz und Wunden,“* Da wird zu ————————— ——* 1 ———* 123 aller Zeit* Der größte Trost gefunden,“ Der Auserwählten Freud'.“* Gelobt ꝛe. In Jesu Herz verschließen* Wir uns an unsrem End', Wenn wir zuletzt genießen,“ Das heil'ge Saerament. Gelobt ꝛc. Wasch' uns von allen Sünden n Mit deines Herzens Blut, Laß uns vor dir rein finden,“ O allerhöchstes Gut.“ Gelobt ꝛc. In dir sei fest verschlossen Das Haus von Oesterreich;* Befreie Stamm und Sprossen*Von allem Unglücksstreich.“ Gelobt ꝛc. O Jesu, in dem Sterben“ Zeig' uns Barm— herzigkeit, Und laß uns nicht verderben, Wenn Seel' und Leib abscheid't.“ Gelobt ꝛe. 4 Großer Gott, wir loben dich,* Herr, wir preisen deine Stärke;* Vor dir neigt die Erde sich, * Und bewundert deine Werke.* Wie du warst vor aller Zeit,* So bleibst du in Ewigkeit! Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen* Stimmen dir ein Loblied an;* Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir stets ohne Ruh: * Heilig! Heilig! Heilig! zu. Heilig, Herr, Gott Sabaoth,* Heilig, Herr der Kriegesheere!“* Starker Helfer in der Noth!“ Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von Deinem Ruhm; Alles ist dein Eigenthum! Der Apostel Christi Chor,* Der Propheten große Menge! Schickt zu deinem Thron empor* Neue Lob und Dankgesänge;“ Der Blutzeugen große Schaar Lobt und preist dich immerdar! Auf dem ganzen Erdenkreis à Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater! dir zum Preis 11 124 Singt die heilige Gemeine!* Sie ehrt auch auf seinem Thron* Deinen eingebornen Sohn! Sie verehrt den heil'gen Geist.* Welcher uns mit seinen Lehren* Und mit Troste kräftig speist; Der, o König voller Ehren,* Der mit dir, Herr Jesus Christ,“* Und dem Vater ewig ist! Du! des Vaters ew'ger Sohn,* Hast die Menschheit angenommen;* Du bist auch von dei— nem Thron* Zu uns auf die Welt gekommen;* Gnade hast du uns gebracht,* Von den Sünden frei gemacht. Nunmehr steht das Himmelsthor,* Allen, welche glauben, offen;* Du stellst uns dem Vater vor,“* Wenn wir kindlich auf dich hoffen. Endlich kommst du zum Gericht,“* Zeit und Stunde weiß man nicht. Steh', Herr, deinen Dienern bei,* Welche Dich mit Demuth bitten, Die dein Blut dort machte frei,* Als du für uns hast gelitten:* Nimm uns nach vollbrachtem Lauf* Zu dir in den Himmel auf. Sieh dein Volk in Guaden an* Hilf uns! Segne Herr, dein Erbe,* Leit es auf der rech⸗ ten Bahn,* Daß der Feind es nicht verderbe!“ Hilf, daß es durch Buß' und Fleh'n Dich im Himmel möge seh'n. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen,* Und zu allen Zeiten dir* Ehre, Lob und Dank erweisen!* Gib, daß wir von Sünden heut* Und von Lastern sei'n befreit. Herr, erbarm', erbarme dich,* Ueber uns, Herr sei dein Segen.“ Deine Giite zeige sich, k 125 So wie wir zu hoffen pflegen!* Auf dich hoffen wir allein,‚“ Laß uns nicht verloren sein! 1. Deinem Heiland, deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer,* Sion, stimm' ein Lob⸗ lied an;* Preis' nach Kräften seine Würde,“ Da kein Lobspruch, keine Zierde* Jemahls ihn errei— chen kann. Laßt uns boch das Brot erheben,“ Das selbst lebt, und gibt das Leben,“ Das man heut uns Christen weist;“ Jenes Brot, mit dem im Saale * Christus bei dem heil'gen Mahle* Die zwölf Jünger selbst gespeist. Unser Lob soll laut erschallen,“ Und das Herz von Freude wallen,* Denn der Tag hat sich genaht,* Da der Herr zum Tisch der Gnaden * Seine Freunde eingeladen, Und dieß Brot ge— opfert hat. Durch das Lamm, das wir erhalten* Wird hier der Genuß des alten* Osterlammes abge⸗ than!* Und der Wahrheit muß das Zeichen,* Wie die Nacht dem Lichte weichen,* Und das Neue fanget an. Was von Jesus dort geschehen, Was wir, so wie Er begehen, Mahnet uns an seinen Tod. * Als ein Opfer ihn zu ehren,* Nach der Vor⸗ schrift seiner Lehren* Opfern wir ihm Wein und Brot. Doch wird, wie der Glaube lehret,* Brot in Christi Fleisch verkehret,* Und in Christi Blut der Wein,* Was dabei kein Auge siehet,* Dem Ver⸗ stande selbst entfliehet,“ Sieht der feste Glaube ein. 141 126 Unter zweierlei Gestalten Ist das Höchste hier enthalten,* Dessen sie nur Zeichen sind;* Blut ist Trank, und Fleisch ist Speise,* Da sich doch in beider Weise“ Christus unzertheilt befindt. Wer zu diesem Gastmahl eilet, Nimmt ihn ganz und unzertheilet,* Unzerbrochen, unver— sehrt.* Einer kommt und Tausend kommen, Kei⸗ ner doch hat mehr genommen;* Und er bleibet unversehrt. Fromme kommen, Böse kommen, Und sie haben ihn genommen,* Die zum Leben, die zum Tod.* Bösen wird er Straf und Hölle,“ From⸗ men ihres Heiles Quelle;* Wie verschieden wirkt dieß Brot! Siehst das Saerament du brechen,“ Laß das nicht den Glauben schwächen,* Da der Theil so viel enthält,* Als das ganze; nur das Zeichen* Muß da der Zertheilung weichen,“ Die das Wesen nicht entstellt. Sieh! dieß ist das Brot der Kinder“ Und der Engel, nicht der Sünder,* Das im Pilgerstand uns nährt!* In dem alten Mannabrote,* In des Osterlammes Tode,* Auch im Isaak vorerklärt. Guter Hirt und wahre Speise,* Jesu! stärk' uns auf der Reise,* Bis in deines Vaters Reich. Nähr uns hier im Jammerthale,* Ruf' uns dort zum Hochzeitsmale;* Mach uns deinen Heil'⸗ gen gleich! 2. Wach ich früh Morgens auf, So sag' ich bald darauf:* Gelobt sei Jesus Christus! Alsdann zieh' ich mich an,* Und fang' zu be— ten an:* Gelobt sei Jesus Christus! 127 Geh ich zur Kirch' hinein,“* So soll mein Erstes sein:* Gelobt sei Jesus Christus! Es theilt in diesem Haus* Gott seine Gna— den aus. Gelobt sei Jesus Christus! Wenn ich gesündigt hab',* Bitt' ich's mit Thränen ab. Gelobt sei Jesus Christus! Sei groß auch meine Schuld,* So tilgt sie seine Huld.“ Gelobt sei Jesus Ehristus! Er gibt nach wahrer Buß'* Mir dann den Friedenskuß.* Gelobt sei Jesus Christus! Beim heil'gen Saerament* Erschalle ohne End':* Gelobt sei Jesus Christus! Durch gute Werk' allein* Will er gepriesen sein,* Gelobt sei Jesus Christus! In Arbeit, Müh' und Streit,“ Jetzt und in Ewigkeit!* Gelobt sei Jesus Christus! Führ' ich die Arbeit fort,“* Sprech' ich dabei das Wort:* Gelobt sei Jesus Christus! Und ist sie dann vollbracht,“ So wird der Schluß gemacht:“ Gelobt sei Jesus Christus! Wie wird mir alles g'ring,* Wenn ich vom Herzen sing:* Gelobt sei Jesus Christus! Mag die Verrichtung mein*Nun schon wie immer sein:* Gelobt sei Jesus Christus! Schickt Gott mir gute Zeit,* Ruf ich mit Dankbarkeit:* Gelobt sei Jesus Christus! Und trifft ein Unglück mich, So singe hoffend ich:* Gelobt sei Jesus Christus! Wenn er mich lieben thut,* Dann wird's schon wieder gut:* Gelobt sei Jesus Christus! Schmeckt eine Speise mir,* Dank' ich dem Herrn dafür.* Gelobt sei Jesus Christus! Trink' ich, ruf ich dabei:* Dem Herrn die Ehre sei.“* Gelobt sei Jesus Christus! 128 Denk' ich nur immer dein,* Werd' ich wohl mäßig sein.“* Gelobt sei Jesus Christus! Und leg' ich mich zur Ruh,* So ruf' ich immer zu:* Gelobt sei Jesus Christus! So singend schlaf ich ein* In Gott dem Vater mein.* Gelobt sei Jesus Christus! Von ihm ich alles hab',* Ihm sing ich bis in's Grab: à* Gelobt sei Jesus Christus! Ich lad' Erd', Himmel ein,“ Daß sie mit— stimmen ein: à* Gelobt sei Jesus Christus! Gesang in der Bittwoche. Strenger Richter aller Sünder,* Trener Vater Deiner Kinder,* Der Du in dem Himmel wohnst,* Drohest, strafest und belohnest,* Höre gnädig uns're Bitte,* Wende ab von uns'rer Hütte *Krankheit, Krieg und Hungersnoth,* Gib uns unser täglich's Brot. Jeden Tag, ja jeden Morgen,* Kannst Du Alle wohl versorgen,* Du bist unermeßlich reich, Nichts ist Deiner Güte gleich.* Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Alles kommt von Deinem Segen,* Du gibst Sonnenschein und Regen,* Daß die Feldfrucht wächst und blüht,* Daß man reiche Ernte sieht.* Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Wenn sich Ungeziefer mehren,“ Und die Früchte uns verzehren,* So geschieht's nach Deinem Rath,* Wegen uns'rer Missethat. Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Wenn bei vielen Regengüssen* Saat und Frucht verderben müssen,* So hat's Deine Hand 129 gethan,* Uns're Sünd' ist Schuld daran.“ Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Wenn an heißen Sommertagen* Schlossen Alles niederschlagen,* Was in Feld und Gärten grünt,* O so haben wir's verdient.* Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Wenn bei Blitz und Ungewittern* Wir an allen Gliedern zittern,* So wird Deine stark Hand* Erst den Sündern recht bekannt. Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Deine Allmacht zu verbreiten,* Schicktest Du zu Josef's Zeiten* Sieben Jahre Fruchtbar— keit* Und so lange theure Zeit.“* Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. In des Königs Achabs Tagen* Schlugst Du Israel mit Plagen,* Daß die Erde dürre war* Durch drei und ein halbes Jahr.* Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Selbst der Himmel schien verschlossen,* Da kein Regen sich ergossen* Wegen der Abgötterei, * Die das Volk trieb ohne Scheu.* Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Du gabst wunderbarer Weise Dem Elias seine Speise,* Da man durch das ganze Land * Schwere Hungersnoth empfand.* Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Endlich wirkte Buße Regen,* Und Du schick⸗ test Deinen Segen,* Du vergabst die Missethat, * Als Elias darum bat.* Höre gnädig u. s. f. Lass' auch uns Erbarmung finden,* Wenn Du wegen uns'rer Sünden à Ungnädig geworden bist,* Und das Wetter schädlich ist.“* Höre gnädig uns're Bitte u. s. f. Mit recht kindlichem Vertrauen“ Wollen wir die Felder bauen, à Oeffne Deine Gunadenhand,* Segne unser Vaterland.* Höre gnädig uns're Bitte,* Wende ab von uns'rer Hütte* Krankheit, Krieg und Hungersnoth,* Gib uns unser täglich's Brot. Lied vom schmerzvollen Krenzweg. Weinen möcht' ich— immer weinen, Jesus wird zum Tod verdammt.* Ach! wer zeiget mir nur Einen,* Welchen Lieb' zu Ihm entflammt;* Unter feigen Bösewichtern* Steht der höchste Herr — als Knecht,* Jesus bei den salschen Richtern* Findet weder Schutz noch Recht! Blickt Ihn an— den Herrn der Gnaden,* Seht— das ist der gute Hirt,«* Welcher mit dem Kreuz beladen* Hier hinausgeführet wird;* Seht den Retter voll der Würde,* Welcher uns erlöset hat,* Seines Kreuzes Last und Bürde Ist— der Sünder Missethat! Ach! zerschellt sind seine Glieder,* O entsetz— lich bitt'rer Fall!* Ach! Er stürzt zur Erde nie— der,* Kommt, betrauert Jesu Qual;* Es ist weit— zur Schädelstätte,* Blick' es an— o Herz von Stein, à Wer doch eine Thräne hätte, Zu beweinen solche Pein!— Seine Mutter nicht verweilet* Sie versteht Ihn— Sie allein,* Und den Sohn zu schanen, eilet* Sie, die Zeugin Seiner Pein;* Fließen leine Liebesthräuen,* Bleibt noch starr, so Herz als Sinn;* Zieht Ihr mütterliches Sehnen* Keine Sehnsucht zu Ihm hin?— 131 So wie Simon von Cyrene,* Schauet vor⸗ wärts, nicht zurück;“* Selig preisen muß ich Jeue, Welche theilen ach— sein Glück!* Jesu Kreuz auf euch zu nehmen,à* Stehet fertig jederzeit,“ Die sich nicht des Kreuzes schämen,“ Preiset selbst die Ewigkeit. Komm, das Schweißtuch Ihm zu reichen,“ Heilige Veronika!* Nimm das Bildniß sonder Gleichen,* Keiner noch ein schön'res sah!—* Jesus nimmt das Tuch; und milde! Drückt sein Bildniß Er hinein.* Welches Bild gleicht diesem Bilde,“ Welches ist so schön und rein? Jesus trägt dich schwankend weiter,“ Kreuz! das Ihn zur Erde drückt;* Kreuz, du heil'ge Him— melsleiter!* Die den Träger hoch beglückt. Aber ach! Er will vergehen,“ Ach! er seufzt, und — über mich!* So zum zweiten Male sehen“ Wir zur Erde fallen Dich. Fließet— fließet Thränenfluthen!* Wein't ihr Frauen bitterlich!*„Weinet, spricht der Herr, ihr Guten,“ Weinet, doch nicht über Mich!“—* Jesus wird zu euch sich kehren* Sein vergessend, liebevoll,* Euch zu sagen, euch zu lehren,“ Wie man weise— weinen soll. Kommt, ihr Sünder! kommt und büßet,“ Rufet hier einmal:„Mich reut's!“* Da ihr Jesu Fall begrüßet, Jesu Fall mit Seinem Kreuz; Was durch Rückfall Er gelitten,* Da ihr wicht von Seiner Bahn, Bei dem Falle hier, dem drit— ten,? Denket reuevoll daran! Schaut entblößt Ihn und gekränket,* Der zur Reu und Buße winkt,* Der mit Galle wird getränket,‚* Der des Hasses Essig trinkt;* Bleibt 132 ihr Lauen, bleibt ihr Kalten* Noch in Lüste feig verstrickt?* Kann zurück die Thränen halten,“ Wer dieß Jammerbild erblickt?— Wachet auf, ihr Kalten, Trägen—* Und umfanget Kreuz und Buß,*Bei den dumpfen Hammerschlägen,« Die da treffen Hand und Fuß; *Jesum und sein Krenz vereinen* Stumpfe Nägel — werdet weich!!* Laßt uns büßen, laßt uns wei⸗— nen,* Welch' ein Schmerz kommt Seinem gleich! Welch' ein Anblick!— anfgerichtet* Steht das Kreuz, o blickt es an!* Jesus, der uns Alle richtet,* Unser Heiland hängt daran;“ Sollt' ich Ihn noch ferner hassen, Der mich froh gemacht und frei??“ Ach! Er stirbt, am Kreuz verlassen,“ Daß ich nicht verlassen sei! Auf dem Schooß der Mutter lieget“ Hier das theure Gotteslamm;* Tod und Hölle sind besie— get,* Betet an voll Reu' und Scham! 1* Seht die Schmerzenmutter neiget Milde sich zu uns herab, * Da sie uns die Leiche zeiget, Denkt an Jesu Tod und Grab. Man versenkt Ihn, welche Reue* Weinet mit:„Es ist vollbracht!“* In das Grab versenkt — das neue! Deckt die Leiche Todesnacht.“ Wenn die Leidensstationen Wir einst alle durchgemacht, * Leuchten dort uns Siegeskronen* Und der Friedenspalmen Pracht. Gesänge zum heiligen Segen. 1. Wir ehren Dich, Labend Engelsbrot!“* O Wobrer Mensch zugleich,“ und wahrer Himmels— gott!* Heilig! heilig! heilig!* Heilig über hei⸗ lig!“* Ist Jesus Christus ohne End' In dem hei— ligsten Sacrament.* Heilig ꝛc. Nach dem Segen. Verlaß uns nicht, o Herr!* Jesus, Du Süßester!* Jesus, Du Sü— ßester!* Verlass' uns nicht, o Herr!* Gelobet alle— zeit seien Der süße Name Jesus* Und der Name Maria!* Gelobet allzeit seie“* Die heiligste Drei— einigleit Von nun an in Ewigkeit. 2. Segne Jesu, deine Herde,* Welche dir zu Füßen fällt,“ Und die Güter dieser Erde* Nur von deiner Gnad' erhält.* Herr, dein theures Fleisch und Blut Ist das größte Seelengut„Wel— ches würdig zu empfangen,* Wahre Christen stets verlangen. Den die Brotgestalt bedecket,“* Der du unser Heiland bist,* Den die Liebe hier verstecket, Gib uns Segen, Jesu Christl* Mach verstockte Herzen weich,* Und an wahrer Tugend reich; Stärk' uns auch mit deiner Speise* Endlich zu der Himmelsreise. Der du hast für uns gelitten!* Uns von Sünden machtest frei,* Ach gewähre, was wir bitten,“* Segne, Herr, und steh' uns bei,* Daß wir in der Todeszeit,* In dem allerschwersten Streit, Alle Feinde überwinden,* Und durch dich das Leben finden. 3. Kommet, lobet ohne End'!? Das heiligste Sa— crament, Welches Jesus eingesetzet* Uns zum Testament. Hier ist Jesu Fleisch und Blut* Und das allerhöchste Gnt;* Keine Seele geht verloren“ Unter dieser Hut. Sei gelobt, gebenedeit, Du Trost in der 134 Bitterkeit!“ In der Kriegszeit, Pest und Hunger“ Wahre Sicherheit. Segne uns, o großer Gott!* Wundervolles Himmelsbrot!* Ach, bewahre und errette“ Uns aus aller Noth! Gib stets wahre Buß' und Ren'!* Spreche uns von Sünden frei!* Mach, daß Glaube, Lieb und Hoffnung* Bis an's Ende sei! Liebesgesang zum heiligsten Herzen Jesu. Dem Jesu-Herzen singe* Mein Herz in Lie— beswonn', Durch alle Wolken dringe Der laute Jubelton!* Gelobt, gebenedeit*Soll sein zu jeder Zeit“ Das heiligste Herz Jesu* In alle Ewigkeit! O Herz, für mich gebrochen* Aus über— großer Huld,* Von einer Lanz' durchstochen* Ob meiner Sündenschuld!* Gelobt ꝛc. O Herz, so mild geflossen»Von Wasser und von Blut!* Wie strömet ausgegossen* Vom Kreuz die Gnadenfluth!* Gelobt ꝛc. O Herz in lauter Flammen* Von Liebe ganz verzehrt!* In dieses Herzens Namen* Wird alles mir gewährt.“ Gelobt ꝛe. Herr Jesu! Eine Bitte—* Nur eins ver— lang' ich hier.* In deines Herzens Mitte à Gib auch ein Plätzchen mir.* Gelobt ꝛe. Zwar bin ich voller Sünden—* Ein Lamm, das sich verirrt—* Doch sieh'! ich laß mich fin— den* Von Dir, o guter Hirt.* Gelobt ꝛc. O wasche meine Seele* Mit Deines Herzens Blut;* Zur Braut sie dann erwähle,* O aller— höchstes Gut!* Gelobt ꝛc. Wie du vom Herzen milde“ Und demuthsvoll n„‚ —— 5— 2 135 und rein:* So soll nach deinem Bilde* Mein Herz gestaltet sein.“ Gelobt ꝛc. Hinweg mit allen Trieben,“ Worin die Welt sich freut! Nur Jesum will ich lieben, Ihm sei mein Herz geweiht.“ Gelobt ꝛc. Wer gibt mir Taubenflügel* Zu Jesu Her— zen hin,* Daß über Berg und Hügel à Zu ihm ich möge flieh'n!* Gelobt ꝛc. In dieser Herzens Wunde Ist meiner Seele Ruh'!* In Glück und Leidensstunde* Ruf' ich der Welt dann zu:* Gelobt ꝛc. Und wenn die Augen brechen, Entflieht der Erde Schein; Will ich noch sterbend sprechen:“ Herz Jesu, ich bin dein!*Gelobt ꝛc. Gebet für unsern geliebten Kaiser Franz Josef I. O Jesus! Sei vor Ihm und führe Ihn!* O Jesus! Sei nach Ihm und beschütze Ihn!* O Je— sus! Sei bei Ihm und erhalte Ihn!* O Jesus! Sei neben Ihm und begleite Ihn!* O Jesus! Sei ober Ihm und segne Ihn!* O Jesus segne Ihn, segne Ihn! Amen, Amen, Amen! Gebet für unsere geliebte Kaiserin Elisa⸗ betha Eugenia. O Jesus! Sei vor Ihr, und führe Sie!* O Jesus! Sei nach Ihr, und beschütze Sie!* O Jesus! Sei bei Ihr, und erhalte Sie!* O Je— sus! Sei neben Ihr und begleite Sie!* O Jesus! Sei über Ihr und segne Sie!* O Jesus segne Sie, segne Sie! Amen, Amen, Amen! 136 Die Huldigung der Jugend Oesterreich's. Dem unsre Väter schwören,* Dem huldigen auch wir;* Erhör' uns Herr der Sphären!* Wir haben ihn von dir.* Auf, Brüder! laßt uns schwören,* Dem Kaiser unserm Herrn,* Dem großen, dem guten, dem mächtigen Herrn. Sind wir einst groß, wir geben Ihm, was des Kaisers ist,* Und freudig selbst das Leben,* Und Gott, was Gottes ist.“* Auf, Brüder! u. s. f. Wir lieben ihn, denn milde Ist er und Gottes Bild; Auf friedlichem Gefilde* Bedarf er keinen Schild.* Auf, Brüder! u. s. f. Erhalt' zu unserm Glücke* Uns lang den Va— ter hier!* Dies fleh'n mit nassem Blicke* Die Kinder, Gott zu Dir.* Auf, Brüder! u. s. f. Oesterreichs Jngend an die Kaiserin. An unsres Kaisers Seite* Thront mild die Kai— serin;* Gott geb' Ihr sein Geleite* Durch's ganze Leben hin.* Auf, Brüder, laßt uns segnen“ Die liebe, gute Frau,* Die hohe, die holde, die herrliche Frau! Was wir dem Kaiser geben,* Das sei auch Ihr geweiht!* Wir weih'n Ihr Gut und Leben* Voll Freud' und Frömmigkeit.* Auf, Brüder, u. s. f. Sie steh' auf Oestreichs Throne* Beglückend und beglückt,* Von Engeln sei die Krone*Mit Rosen Ihr geschmückt!* Auf,‚ Brüder, u. s. f. Wie immer für uns Kinder* Der Kaiser Va⸗ ter war,* So bleib' auch Sie nicht minder* Uns Mutter immerdar!* Auf, Brüder, u. s. f. 4 137 Volkshymne. Gott erhalte, Gott beschütze* Unsern Kaiser! unser Land!* Mächtig durch des Glaubens Stütze * Führ' Er uns mit weiser Hand!* Laßt uns sei⸗ ner Väter Krone* Schirmen wider jeden Feind:“ JInnig bleibt mit Habsburgs Throne Oesterreichs Geschick vereint. Fromm und bieder, wahr und offen* Laßt für Recht und Pflicht uns steh'n.* Laßt, wenn's gilt, mit frohem Hoffen* Muthvoll in den Kampf uns geh'n!*Eingedenk der Lorbeerreiser,* Die das Heer so oft sich wand,—* Gut und Blut für unsern Kaiser,* Gut und Blut für's Vaterland! Was des Bürgers Fleiß geschaffen,* Schütze treu des Kriegers Kraft; Mit des Geistes heit'ren Waffen* Siege Kunst und Wissenschaft!* Segen sei dem Land beschieden, Und sein Ruhm dem Segen gleich:* Gottes Sonne strahl' in Frieden *Auf ein glücklich Oesterreich! Laßt uns fest zusammenhalten;* In der Ein-— tracht liegt die Macht:* Mit vereinter Kräfte Wal— ten* Wird das Schwerste leicht vollbracht.* Laßt uns eins durch Brüderbande* Gleichem Ziel ent— gegengeh'n:* Heil dem Kaiser, Heil dem Lande: * Oesterreich wird ewig steh'n! An des Kaisers Seite waltet,* Ihm ver⸗ wandt durch Stamm und Sinn,* Reich an Reiz, der nie veraltet,* Uns're holde Kaiserin.* Was als Glück zu höchst gepriesen,* Ström' auf Sie der Himmel aus:* Heil Franz Josef, Heil Elisen,* Segen Habsburgs ganzem Haus! —— Druck von L. C. Zamarski, (vormals J. P. Sollinger). A 82 14½ 3 56 99 68 4.00 20 B. W. 7 54 10 997 — * —.—.— SS —