* 1 2—.————* SSPSSPSSSSSS — SSSSS — + 2...— S.S ———— — ——— —*. —.* * —— —— — —* —— 2 — 2— — ———— * —— 2 2. 2* — .. — 2— S 8 8 SSSSE 8* — —* — ———— —— — .— — ———— — ———— ———— —..—— ö ** 4 ꝗ. EI —. ö ö Evangelisches Gelanabuch. Nach Zustimmung der Provinzialsynode vom Jahre 1884 zur Einführung in der Provinz Brandenburg mit Genehmigung des Evangelischen Oberkirchenrats herausgegeben vom Röniglichen Ronsistorium. Berlin 1903. Verlag von Trowitzsch und Sohn, Wilhelmstraße 29. Die Namen der Urheber dieses Werkes sind zur Eintragung in die Eintragungsrolle bei dem Stadtrat zu Leipzig angemeldet. 7 (8d. 9, 11, 39, Ges. v. 11. Juni 1870, B. G. Bl. S. 339.) Unv.-Siel. Glessen XVIX. XVII. XVIII. Beten, Loben und Danken. Der Cag des Berrn ANdvent V. Weihnachten Veujahr Epiphanie Palsion Dstern. „Bimmelfahrt Pfingsten „Crinikatisfest „Rirche WMilston Wort Gotltes Caufe und Ronfirmakion Übersicht des Inhaltes. A. Lob und Dank Nr. 1—21. B. Bitten und Fürbitten Nr. 22—35. A. Epiphaniasfest Nr. 102-106. B. Prophetisches Amt Christi Nr. 107—115. Himmelfahrts sfest Nr. 168—179. B. Königreich Christi Nr. 180—189. Dtpitame Nr. 247 und 248. Weihe des Gotteshauses Nr. 249 und 250. Taufe Nr. 251—256. Konfirmation Nr. 257—263. Abendmahl. Buße Glaube V Nr. 135 36— 54 55— 71 72— 92 93—101 102—11⁵ 116—143 144—167 168—189 190—206 207—-211 212—228 229— 237 238—-250 251—263 264—-281 282—301 302—335 IV übersicht des Inhaltes. g A. Wandel im Licht Nr. 336—378. B. Liebe zum Herrn Nr. 379—407. O. Nächstenliebe Nr. 408—416. D. Kampf und Sieg Nr. 417—434. XX. Goltvertrauen und Trost im Rreuz X. Frerneund annn A. Allgemeine Berufslieder Nr. 486—494. B. Hausstand(dabei Trauungslieder) Nr. 495—503. Reiselied Nr. 504. XXII. Vaterland und Obrigkeit Geburtstag des Landesherrn Nr. 506 und 507. Eideslied Nr. 508. Krieg und Frieden Nr. 509—514. Landesnöte Nr. 515—517. XXIII. Belondere Zeiten A. Morgenlieder Nr. 518-543. B. Tischlieder Nr. 544—549. O. Abendlieder Nr. 550—571. D. Wochenanfang und Wochenschluß Nr. 572 und 573. E. Jahreszeiten Nr. 574 und 575. F. Ernte⸗und Wetterlieder Nr. 576—585. . Die lenlen dingee A. Sterbensbereitschaft, Tod und Be⸗ gräbnis Nr. 586—634. Beim Tode von Kindern Nr. 629—634. B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben Nr. 635—654. 2 7. Verzeichnis der Dichter. Seite Anhang zum Gesangbuch. I. Gebete A. Morgen- und Abend-Gebele 1. Morgengebete S. 465—470. Für den Sonntag S. 465. 466. Für die Wochentage S. 467—469. Insbesondere f. d. Montag u. Freitag S. 469. 470. r. 336—434 435—485 486—504 505—517 518-585 586—654 449—462 Seite 465—515 465—476 Übersicht des Inhaltes. V Seite 2. Abendgebete S. 470—476. Für den Sonntag S. 471. Für die Wochentage S. 471—474. Insbesondere für den Freitag und Sonn⸗ abend S. 475. 476. B. Cilharberett 476 1. Vor dem Essen S. 476. 2. Nach dem Essen S. 476. C. Jellgebete 1. Advent S. 477. 2. Weihnachten S. 477—479. 3. Jahreswechsel S. 479. 480. 4. Epiphanienzeit S. 480. 481. 5 6 7 8 477—491 „Passionszeit S. 481. 482. 6. Charfreitag S. 482. Ostersonnabend S. 482. 483. Ostern S. 483. 484. 9. Himmelfahrt S. 484. 485. 10. Pfingsten S. 485. 486. 11. Trinitatisfest S. 486. 487. 12. Ernte-Dankfest S. 487. 13. Reformationsfest S. 488. 14. Bußtag S. 488. 489. 15. Totenfeier S. 489. 490. 16. Geburtstag des Kaisers S. 490. 491. D. Beicht- und Abendmahls-Gebete. 4à491—497 Vor der Beichte S. 491. 492. 2. Nach der Beichte S. 492. 493. 3. Biblische Abschnitte für Abendmahlstage S. 493. 4. Am Morgen des Abendmahlstages S. 493. 494. „Vor dem heiligen Abendmahl S. 494. 495. „Nach dem Abendmahl S. 495. 496. „Am Abend des Abendmahlstages S.496.497. „Für belondere Cagedeshäuslichen Lebens 497—503 „Am Trauungstage S. 497. 498. Gebet christlicher Eheleute S. 498. „Nach der Geburt eines Kindes S. 499. Am Tauftage eines Kindes S. 499. 500. „Beim Kirchgang einer Wöchnerin S. 500. „Gebet der Eltern für ihre Kinder S. 501. Am Konfirmationstage S. 501. 502. „Am Geburtstage S. 502. — VI Übersicht des Inhaltes. 9. Auf der Reise S. 502. 503. 10. Fürbitte für einen Reisenden S. 503. F. Gebele für besondere Vöke 1. In mancherlei 8504. und Trübfal S. 503. Bei großem Ungeitter S. 504. Nach dem Unwetter S. 505. „In Kriegszeiten S. 505. 506. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten S. 506. In teurer Zeit S. 507. G. Gebete für Rranke und Sterbende 1. Sprüche aus Gottes Wort für Kranke S. 507. 508. „Auf dem Krankenbette S. 508. 509. „Morgengebet eines Kranken S. 509. 510. Dauodet eines Kranken S. 510. Dankgebet nach der Genesung S 511. Auf dem Sterbelager S. 511. In Todesnöten S. 512. „Fürbitte für den Sterbenden S. 512. Kurze Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen S. 513. 10. Sprüche, dem Sterbenden vorzusprechen S. 513. 514. 11. Gebet, wenn der Kranke verschieden ist S. 514. 12. Kranken⸗ und Sterbetrost aus Bibel und Gesangbuch S. 514. 515. II. Verzeichnis der Episteln und Evangelien an Sonn- und Nelltagen. III. Geschichte des Leidens und Sterbens unsers Berrn und Beilandes Wutt Christi nach den vier Evangelisten 1 Der kleine Ralechismus D. Warkin Lukhers V. Geistliche Volkslieder Verzeichnis der Lieder. Ordnung des Gottesdienstes im Auszug. Seite 503—507 507—-515 516—520 521—537 538—544 545-563 564-572 Plalm 100. Jauchzet dem BeErrn, alle welt! Dienet dem BErrn mik Freuden, Rommt vor lein Angesicht mit Frohlocken! Erkennet, daß der BErr Gotk ilk! Er hat uns gemachk, und nichk wir selblt, Zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Gehet zu seinen Toren ein mit Danhen, Zu seinen vorhöfen mit Toben; Danket ihm, lobet seinen Namen! Denn der BeErr ist kreundlich, Und seine Gnade währet ewig, Und seine Wahrheit für und für. Rol. 3, 16. TLasset das Work Christi unker euch reichlich wohnen in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch lelbst mit Plalmen und Lobgelängen und geistlichen lieblichen Liedern, und linget dem Berrn in eurem Berzen. Jak. 5, 13. Leidet jemand unker euch, der bete; ist jemand gutes Muts, der linge Plalmen. Dein Vers Du Lam Nimt I. Beten, Loben und Danken. A. Lob und Dank. 1. 2. Allein Gott in der Höh sei Ehr Mel. Gott des Himmels und der Erden. Und Dank für seine Gnade, ö Darum, daß nun und nimmermehr Dantt dem Herrn, ihr Gottes⸗ Uns rühren kann kein Schade; Enechte, Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, Kommt, Gels Gre Ruhm; Run ist groß Fried ohn Unterlaß, Er hält Israels Geschlechte All Fehd hat nun ein Ende. Doch noch für sein Eigentum; 3 Jesus Christus ist noch heut, F dei Ueir n Panmten 3 Gestern und in Ewigkeit. ür deine Ehr; wir danken, 5 2. Daß du, Golt Vater, ewiglich 2. Sprich nicht: Es ist dieser Regierst ohn alles Wanken; ö e Ganz ungemessen ist dein Macht, Nicht mehr wie es vormals war; Fort gschieht, was dein Will hat Gott macht seine Heimlichkeiten bedacht: Jetzo niemand offenbar; Wohl uns des feinen Herren! Was er vormals hat getan, 3. O Jesu Christ, Soh Das geht dieser Zeit nicht an. n Saee. Strichfeuicht des Höchsten Deines himmlischen Vaters, ö Hände Versohner derer, die verlorn, Sind mit nichten jetzt zu schwach, Du Stiller unsers Haders; Er ist LAmüdig auch kein— 5,/ heilger Herr Er ist gnädig vor wie nach. Lamm Gottes, heilger 4 5 Jesus Christus ist noch heut, Nimm an die Bitt von unsrer Not, Gestern und in Ewigkeit. Erbarm dich unser aller! 4. Halte dich 65 allen Dingen beilger Geif öchstes Nur in deines Gottes Treu; 2 Ohi ut, Laß dich nicht zur Freude bringen, Du allrheilsamster Tröster, Che dich dein Gott erfreu; Vors Teufels Gwalt fortan behüt, Such in aller deiner Not Die Jesus Christ erlöste Nichts zum Trost, als deinen Gott. Durch Marter groß und bittern 5. All ihr Knechte Gottes, höret, ů Tod, Sucht den Herrn in eurer Not: Abwend all unsern Jammr und Wer zu andern hin sich kehret, Not; Als zu ihm, dem wahren Gott, Dazu wir uns verlassen. Der verscherzt sein eigen Glück, Rit. Decius, 1 1541. Gehet irr und fällt zurück. A 2 Beten, Loben und Danken. 6. Die nur, die dem Herrn ver⸗ trauen, Gehen auf der rechten Bahn; Die in Angst, in Furcht und Grauen Ihn nur einzig rufen an, Denen wird allein bekannt Gottes Herrlichkeit und Hand. 7. Drum dankt Gott, ihr Gottes⸗ knechte, Kommt, erhebet seinen Ruhm; Er hält Israels Geschlechte Doch noch für sein Eigentum; Jesus Christus ist noch heut, Gestern und in Ewigkeit. Heinr. Georg Reuß, 4 1716. 3. Mel. Es ist das Heil uns lommen her. DerHerrist Gottund keinermehr, Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, Unendlich ist und grenzenlos Der Herr in seiner Größe. 2. Er ist und bleibet wie er ist. Wer strebet nicht vergebens Ihn auszusprechen? Wer ermißt Die Dauer seines Lebens? Wir Menschensind vongesternher; Eh noch die Erde ward, war er, Und ewig wird er bleiben. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, Das ihn vor uns verhüllet; Ihn fassen alle Himmel nicht, Die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig wie er war, Verborgen und doch offenbar In seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft Uns nicht gebildet hätte? Erkenntuns, kennetwaserschafft, Der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheitund Verstand UndłKraft und Stärke, seine Hand Umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nicht nah, ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sichdem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Wölkt keine Schatten um euch her, Gedanken selbst erkennet er Im tiefsten Herzensgrunde. 6. Wer schützt den Weltbau dich, lch, O Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich Dein Fittich über alle; Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, Barmherzig, gnädig, voll Geduld, Ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut Und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen. tut; Denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, Bist selig und wirst ewig sein Der Seligkeiten Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre. Kommt, werdetGottesLobgesang, Ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr: Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Joh. Andr. Cramer, 4 1788. Beten, Loben und Danken. 3 4. Mel. Valet will ich dir geben. Du meine Seele, singe, Wohlauf und singe schön Dem, welchem alle Dinge Zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben Hier preisen auf der Erd, Ich will ihn herzlich loben, So lang ich leben werd. 2. Wohl dem, der einzig schauet Nach Jakobs Gott und Heil. Wer dem sich anvertrauet, Der hat das beste Teil, Das höchste Gut erlesen, Den schönsten Schatz geliebt: Sein Herz und ganzes Wesen Bleibt ewig unbetrübt. 3. Hier sind die starken Kräfte, Die unerschöpfte Macht; Das weisen die Geschäfte, Die seine Hand gemacht: Der Himmel und die Erde Mit ihrem ganzen Heer Und die unzählge Herde Im großen wilden Meer. 4. Hier sind die treuen Sinnen, Die niemand Unrecht tun, All denen Gutes gönnen, Die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, Und was er spricht, geschicht, Und wer Gewalt muß leiden, Den schützt er im Gericht. 5. Er weiß viel tausend Weisen, Zu retten aus dem Tod; Er nährt und gibet Speisen Zur Zeit der Hungersnot, Macht schöne rote Wangen Oft bei geringem Mahl, Und die da sind gefangen, Die reißt er aus der Qual. 6. Er ist das Licht der Blinden, Tut auf der Tauben Ohr, Und die sich schwach befinden, Die richtet er empor. Er liebet alle Frommen, Und deren Auge weint, Die finden, wann sie kommen, An ihm den besten Freund. 7. Er ist der Fremden Hütte, Der Waisen Gut und Hab, Erfüllt der Witwen Bitte, Wird selbst ihr Trost und Stab; Die aber, die ihn hassen, Von seinem Geiste nicht Sich ziehn und strafen lassen, Die trifft sein Strafgericht. 8. Ach ich bin viel zu wenig, Zu rühmen seinen Ruhm, Der Herr allein ist König, Ich eine welke Blum; Jedoch weil ich gehöre Gen Zion in sein Zelt, Ists billig, daß ich ehre Sein Lob vor aller Welt. P. Gerhardt, 7 1676. 5 Der Lobgesang Te Deum laudamus. Der erste Chor. 1 Gott, dich loben wir, Dich, Vater in Ewigkeit, All Engel und Himmelsheer, Auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! Der andere Chor. Herr Gott, wir danken dir. Ehrt die Welt sehr weit und breit. Und was dienet deiner Ehr, Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! A 2 1 Beten, Loben und Danken. Beide Chöre. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Der erste Chor. Dein göttlich Machtund Herrlich⸗ keit Der heiligen zwölf Boten Zahl Die teuren Märtrer allzumal Die ganze werte Christenheit Dich, Gott Vater, im höchsten Thron, Den heiligen Geist und Tröster wert Du König der Ehren, Jesu Christ, Der Jungfrauveib nicht hast ver— schmäht, Du hast dem Tod zerstört sein Macht Du sitzt zur Rechten Gottes gleich Ein Richter du zukünftig bist Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Laß uns im Himmel haben teil HilfdeinemVolk, HerrJesuChrist, Wart und pfleg ihr zu aller Zeit Täglich, Herr Gott, wirlobendich Behüt uns heut, o treuer Gott, Sei uns gnädig, o Herre Gott, Zeig uns deine Barmherzigkeit, Auf dich hoffen wir, lieber Herr, Amen. Der andere Chor. GehtüberHimmlund Erdenweit. Und die lieben Propheten all, Loben dich, Herr, mit großem Schall. Rühmt dich auf Erden allezeit. Deinen rechten und eingen Sohn, Mit rechtem Dienst sie lobt und ehrt. Gott Vaters ewger Sohn du bist; Zu erlösen das menschlich Ge⸗ schlecht. Und all Christen zum Himmel bracht. Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Alles, was tot und lebend ist. Die mit deinm teurn Blut er⸗ löset sein. Mit den Heiligen in ewgem Heil. Und segne, das dein Erbteil ist; Und heb sie hoch in Ewigkeit. Und ehrn dein Namen stetiglich. Vor aller Sünd und Missetat. Sei uns gnädig in aller Not. Wie unser Hoffen zu dir steht. In Schanden laß uns nimmer⸗ mehr. Altlirchlich. Deutsch von Dr. Martin Luther, 4 1546. 6. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Ps. 148. Mondesglanz und Sternenpracht Loben Gott in stiller Nacht. 3. Sehet, wie den Erdenball Gott geziert hat überall; immel, Erde, Luft und Meer Wälder, Felder, Baum und Tier Zeugen von des Schöpfers Ehr; Meine Seele, sing auch du, Bringe auch dein Lob herzu! 2. Seht das große Sonnenlicht, Wie es durch die Wolken bricht; Zeigen Gottes Finger hier. 4. Seht, wie durch die Lüfte hin Frisch und froh die Vögel ziehn; Feuerflammen, Sturm und Wind Seines Willens Diener sind. Beten, Loben und Danken. 5. Seht der Wasserwellen Lauf, Wie sie steigen ab und auf; Von der Quelle bis zum Meer Rauschen sie des Schöpfers Ehr. 6. Achmein Gott, wie wunderbar Stellst du dich der Seele dar! Drücke tief in meinen Sinn, Was du bist und was ich bin. J. Reander, 4 1680. 7. Mel. Lobt Gott ihr Christen allzugleich. Ichsinge dirmitHerz und Mund, Herr, meines Herzens Lust, Ich singundmachaufErden kund, Was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ewge Quelle seist, Daraus uns allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. 27 3. Was sind wir doch? Was haben wir Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd? 7„ 4. Wer hat das schöne Himmels⸗ Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Tau und Regen netzt?— 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most Zu seinen Zeiten findt?— 6. Wer gibt uns Leben und Wer hält mit seiner Hand Mit dem, was ewig steht, Geblüt? ö 5 Den güldnen, werten, edlen Fried In unserm Vaterland? 2 . Ach Herr, mein Gott, das ö kommt von dir, Du, du mußt alles tun; Du hältst die Wacht an unsrer Tür Und läßt uns sicher ruhn.: 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Undstehstuns, wennwirin Gefahr ö Geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld Und schlägst nicht allzusehr; JaendlichnimmstduunsreSchuld Und wirfst sie in das Meer. 7„ 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht Und gibst uns, was uns hoch erfreut Und dir zur Ehr gereicht. 23 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein Und was sein Kummer sei; Kein stilles Tränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei. 2, 12. Du füllst des Lebens Man⸗ gel aus Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd entgeht.: 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring Und habe guten Mut: Dein Gott, der Ursprung aller 9/ Din Ist selbst und bleibt dein Gut. 1 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, 6 Beten, Loben Dein Glanz und Freudenlicht, Dein Schirm und Schild, dein Hülf und Heil, Schafft Rat und läßt dich nicht.: 15. Was kränkst du dich in dei⸗ nem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deineSorg undwirf siehin Auf den, der dich gemacht.:½ 16. Hat er dich nicht von Ju⸗ gend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglücks⸗ lauf Hat er zum Heil gekehrt!:1 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment: Nein, was er tut und läßt ge⸗ schehn, Das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner tun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein. 2 P. Gerhardt, 4+ 1676. 8. Tobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele, das ist mein Begehren: Kommet zu Hauf, Psalter und Harfe, wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es dir selber gefällt. Hast du nicht dieses verspüret? und Danken. 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheitverliehen, dich freundlich geleitet: In wie viel Not Hat nicht der gnädige Gott Über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strö⸗ men der Liebe geregnet; Denke daran, Was der Allmächtige kann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht, Seele, vergiß es ja nicht, Lobende schließe mit Amen! J. Neander, 1680. 9. Ps. 146. Cobe den Herren, o meine Seele, Ich will ihn loben bis zum Tod. Weil ich noch Stunden auf Er⸗ den zähle, Will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, Werde gepriesen früh und spat. Hallelujah, Hallelujah. 2. Fürsten sind Menschen vom Weib geboren Und kehren um zu ihrem Staub, Ihre Anschlägesindauch verloren, Wenn nun das Grab nimmt sei⸗ nen Raub. Weil dann kein Mensch uns hel⸗ fen kann, Rufe man Gott um Hülfe an. Hallelujah, Hallelujah. Beten, Loben und Danken. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Des Hülfe der Gott Jakobs ist, Dersich vom Glauben durchnichts läßt trennen Und hofftgetrostaufJesumChrist. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rat und Tat. Hallelujah, Hallelujah. 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden Und was darinnen ist, gemacht; Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ist der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah. 5. Zeigen sich welche, die Un⸗ recht leiden: Er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, Was ihnen dient zurLebenskraft; Diehart Gebundnen macht erfrei, Und seiner Gnad ist mancherlei. Hallelujah, Hallelujah. 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, Erhebt, die tiefgebeuget gehn; Wo er kann gläubige Seelen finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz, Witwen und Waisen hält er Schutz. Hallelujah, Hallelujah. 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verkehrte Schritte 7 Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich, Zion, dein Gottsorgtstets fürdich. Hallelujah, Hallelujah. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Des, der so große Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Mut! IhrKinder Gottes, lobtundpreist Vater und Sohn und heilgen Geist! Hallelujah, Hallelujah. J. D. Herrnschmidt, 1723. 10. Mel. Nun lob mein Seel den Herren. Man lobt dich in der Stille, Du hocherhabner Zionsgott; Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, du starker Zebaoth. Du bist doch, Herr, auf Erden Der Frommen Zuversicht; In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor jedermann Und deinen Ruhm vermehren, So lang er lallen kann. 2. Es müssen, Herr, sich freuen, Die du zu deinem Volk gemacht, Und stets das Lob erneuen: Preis sei Gott unserm Herrn gebracht! Sein Name sei gepriesen, Der große Wunder tut, Und der auch mir erwiesen Das, was mir nütz und gut. Nun dies ist meine Freude, Daß ich stets hang an dir, Und mich nichts von dir scheide, So lang ich walle hier. 8 Beten, Loben und Danken. 3. Herr, du hast deinen Namen 12 Sehr Lal dun Schwache Wtamen* Denn als die Schwachen kamen, ihr Chri ů Hast du gar bald an sie gedacht. Mel. Lobt Gott ihr Christen allzugleich. Du hast mir Gnad erzeiget, ö Nun danket all und bringet Ehr, Nun wie vergelt ichs dir? Ihr Menschen in der Welt, Ach bleibe mir geneiget, Dem, dessen Lob der Engel Heer 2 So 1— 5 Heitz 025 Im Himmel stets vermeldt. Den Kelch des Heils erheben Und preisen Weit Und breit 2. Ermuntert euch und singt Dich hier, mein Gott, im Leben mit Schall Und dort in Ewigkeit. Derf ale Wunder il—3 Joh. Rist, 4 1607. Der seine Wunder übera Und große Dinge tut. 3. Der uns von Mutterleibe an 11 Frisch und gesund erhält * Und, wo kein Mensch mehr helfen 1.60 ann, Sich selbst zum Helfer stellt. Nun danket alle Gott 4. Der ür i ei Mit Herzen, Mund und Händen, er,. Ehenrühr Der große Dinge tut Doch gnädig unser denkt, An uns und allen Enden, Die Straf erläßt, die Schuld Der uns von Mutterleib ö vergibt Und Kindesbeinen an Und uns viel Gutes schenkt. Unzählig viel zu gut— Und noch jetzund getan. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz Ins Meeres Tiefe hin. 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben Und uns in seiner Gnad 6. Er lasse seinen Frieden ruhn Erhalten fort und fort Auf unserm Volk und Land; Und uns aus aller Not Er gebe Glück zu unserm Tun Erlösen hier und dort. Und Heil in allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt Um, bei und mit uns gehn, Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Ihm, dem dreieingen Gott, Wie es anfänglich war Sei er stets unser Heil; Und ist und bleiben wird Und wenn wir scheiden von der Jetzund und immerdar. M. Rintart, 4 1649. Verbleib er unser Teil. 7 22—53—2 Beten, Loben und Danken. 9 9. Er drücke, wenn das Herze Voll Lieb und Treu zu jeder Zeit: bricht, Sein Gnade währet dort und hier Uns unsre Augen Zu Und seine Wahrheit für und für. Und zeig uns drauf sein Angesicht 7. Gott Vater in dem höchsten Dort in der ewgen Ruh. I Thron . Gerhardt, 1 1676. Und Jesus Christ, sein einger Sohn, 13 Samt Gott dem werten heilgen 8 Geist Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Sei nun und immerdar gepreist. Ps. 100. Nach Corn. Becker, + 1604, ö von Dav. Denicke. Nun jauchzt dem Herren, alle Wé Welt! Kommt her, zu seinem Dienst euch 14. stellt, Kommt mit Frohlocken, säumet Ps. 103. nicht, Kommt vor sein heilig Angesicht. 2. Erkennt, daß Gott ist unser Nun lob, mein Seel, den Herren, Was in mir ist den Namen sein! Sein Wohltat tut er mehren, Herr, Vergiß es nicht, o Herze mein! Der uns erschaffen ihm zur Ehr, Hat dir dein Sünd vergeben Und nicht wir selbst: durch Got⸗ Und heilt dein Schwachheit groß, tes Gnad Errett dein armes Leben, Ein jeder Mensch sein Leben hat. Nimmt dich in seinen Schoß, an 3. Er hat uns fernerwohl bedacht ö Mit Trost dich überschüttet, Und uns zmet NRHUE Verjüngt dem Adler gleich; d uns zu seinem Volk gemacht, Tiengt den . Der Herr schafft Recht, behütet Zu führen mreis aur antter me Die Leidenden im Reich Zu führen stets auf guter Weid. 3 Cr 0 43 2. Er hat uns wissen lassen 4. Die ihr nun wollet 2 6 Sein herrlich Reich und sein Ge⸗ —6—87756 icht Kommt, geht zu seinen Toren ein Daz ů 71 n* 67 zu sein Güt ohn Maßen, Mit Loben durch der Pfalmen Es mangelt an Erbarmung nicht; Sein Zorn läßt er wohl fahren, Straft nicht nach unsrer Schuld, Die Gnad tut er nicht sparen, Den Blöden ist er hold; Rühmt seinen Nam mit lauter Sein Güt ist hoch erhaben Stimm, Ob den, die fürchten ihn; Lobsingt und danket allesamt: So fern der Ost vom Abend, Gott loben, das ist unser Amt. Ist unsre Sünd dahin. 6. Er ist voll Güt und Freund⸗ 3. Wie Väter sich erbarmen lichkeit, Ob ihrer jungen Kindlein klein, * Klang, Zu seinem Vorhof mit Gesang. 5. Dankt unserm Gott, lobsin⸗ get ihm, 10 Beten, Loben So tut der Herr uns Armen, Wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Gemächte, Er weiß, wir sind nur Staub, Ein bald verwelkt Geschlechte, Ein Blum und fallend Laub: Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein Ende ist ihm nah. 4. Die Gottesgnad alleine Steht fest und bleibt in Ewigkeit Bei seiner lieben Gmeine, Die steht in seiner Furcht bereit, Die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich: Ihr starken Engel waltet Seins Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; Der wolle in uns mehren, Was er aus Gnadenuns verheißt, Daß wir ihm fest vertrauen, Und lassen ganz auf ihn, Von Herzen auf ihn bauen, Mit unserm Mut und Sinn Ihm kindlich stets anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, ich werds erlangen, Glaub ich von Herzensgrund. J. Gramann, 7 1541. 15. U daß ich tausend Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund,‚ So stimmt ich damit um die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund und Danken. Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir getan. 2. O daß doch meine Stimm erschallte Bis dahin, wo die Sonne steht, O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang! 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, brauchtallen euren Fleiß Und stehet munter im Geschäfte Zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegtundregteuchdochmitmir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, Soll sichmirzum Gehülfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, Unendlich Lob für Leib und Geist, Für alles, mildester Berater, Was deine Güte mir erweist, Was du in deiner ganzen Welt Zu meinem Wohlseinhast bestellt. 7. Mein treuster Jesu, sei ge⸗ priesen, Daß dein erbarmungsvollesHerz Sich mir so hülfreich hat erwiesen Und mich durch Blut und Todes— schmerz SVU G. E CEEEE 6G6 G Beten, Loben Von aller Teufel Grausamkeit Zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, O heilig werter Gottesgeist, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach wo ich etwas Guts verricht, Das wirket nurdein göttlichLicht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, du reicher Gott? Wer schützet. mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sünden⸗ schuld Unsäglich gnädige Geduld. 0. Ich hab es ja mein Lebetage Schon so manch liebes Mal ge⸗ spürt, Daß du mich unter vieler Plage Zwar wunderbar, doch wohl ge— führt; Denn in der größesten Gefahr Ward ich dein Trostlicht doch ge⸗ wahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? Wiesolltichauchimtiefsten Leiden Nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, en dener 2. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt, Ichwill dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraft- los sein, So stimmichnochmitSeufzen ein. und Danken. 11 13. Ach nimm das arme Lob auf Erden, Mein Gott, in allen Gnaden hin; Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich bei deinen Engeln bin: Da sing ich dir im höhern Chor Viel tausend Hallelujah vor. Joh. Mentzer, 4 1734. 16. Mel. Es ist das Heil uns lommen her. Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, Dem Vater aller Güte, Dem Gott, der alle Wunder tut, Dem Gott, der mein Gemüte Mit seinem reichen Trost erfüllt, Dem Gott, derallen Jammerstillt; Gebt unserm Gott die Ehre! 2.Es danken dirdieHimmelsheer, O Herrscher aller Thronen, Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die alles also wohl bedacht; Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffenhat, Das will er auch erhalten, Darüber will er früh und spat Mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist alles recht und alles gleich; Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimmmeinSchreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir, Ach danket, danket Gott mit mir; Gebt unserm Gott die Ehre! 12 Beten, Loben und Danken. 5. Der Herr ist noch und nim⸗ mer nicht Von seinem Volk geschieden; Er bleibet ihre Zuversicht, Ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her; Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf er⸗ mangeln muß, Die alle Welt erzeiget, So kommt, so hilft der Überfluß, Der Schöpfer selbst, und neiget Die Vateraugen denen zu, Die sonsten nirgends finden Ruh; Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, O Gott, von nun an ehren; Mansoll, Gott, deinenLobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, Mein Geist und Leib erfreue dich; Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, dieihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott; Gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, Mit Jauchzen Dank zu bringen, Bezahlet die gelobte Pflicht Und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht Und alles, alles recht gemacht; Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jat. Schütz, + 1690. 17. Sollt ich meinem Gott nicht singen, Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, Wie so gut ers mit mir mein. Ists doch nichts alslauter Lieben, Das sein treues Herze regt, Das ohn Ende hegt und trägt, Die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder Über seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder Mich des Höchsten Arm gedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, Nein, er gibt ihn für mich hin, Durch sein teures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, Wiewill dochmeinschwacherGeist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4.Seinen Geist, denedlen Führer, Gibt er mir in seinem Wort, Daß er werde mein Regierer Durch dieWeltzurHimmelspfort; Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. Daß er mich vom ewgen Feuer Beten, Loben 5. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht; Will dem Leibe Not entstehen, Nimmtersgleichfallswohlinacht. Wenn mein Können, mein Ver⸗ mögen Nichtsvermag, nichtshelfen kann, Kommtmein Gottundhebtmiran Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, Findich, was michnährtundhält: Tier und Kräuter und Getreide, In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, Überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüt, Daß ich alle liebe Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein Angesicht Nicht geleitet, wär ich nicht Aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde Sein Herzniemals ganz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Tut und aus der Bahne weicht; Also hält auch mein Verbrechen Mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Rut Undnichtmit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge,‚ Ob es mir auch bitter scheint, und Danken. 13 Dennoch, wenn ichs recht erwäge, SindesZeichen, daß meinFreund, Der mich liebet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, Die mich hart gefangen hält, Durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse MirsnichtausdemSinnentgehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch nach der Pein, Wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende Sich in Gottes Liebe findt, Ei so heb ich meine Hände Zu dir, Vater, als dein Kind, Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit. P. Gerhardt, 4 1676. 18. Mel. Es ist das Heil uns lommen her. Wenn ich, o Schöpfer, deine ö Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege, So weiß ich, von Bewundrung voll, Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater! 14 Beten, Loben und Danken. 2. Mein Auge sieht, p es Und hoff auf ihn und dien ihm lickt, gern: Die Wunder deiner Werke: Wer wollte Gott nicht dienen? Der Himmel, prächtig ausge⸗ Chr. F. Gellert, 4 1769. schmückt, Preist dich, du Gott der Stärke. 19 Wer hat die Sonn an ihmerhöht?* Wer kleidet sie mit Majestät? Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz Wer ruft dem Heer der Sterne? Wi Ae 3. Wer mißt dem Winde seinen ie groß er Lauf, Ist der ein Mensch, den sie nicht Wer heißt die Himmel regnen? rührt Wer schließt den Schoß der auf Der mit keritict, der Gemüte ů„Den Dankerstickt, der ihm gebührt? 96 oltdermuchtur Haertlicht it Nein, seine Liebe zu ermessen otene oh een, Sei ewig meine größte Pflicht: Gott, deine Güte reicht so weit, Der Herr hat mein noch nie ver⸗ So weit die Wolken reichen. ö 25 gessen 4. Dich predigt Sonnenschein Vergiß, meinHerz,auchseinernicht. und Sturm,‚, 2. Wer hat mich wunderbar be⸗ Dich preist der Sand am Meere. reitet Bringt, ruft auch der geringste Der Gott, der meinernicht bedarf. Wurm, Wer hat mit Langmut mich ge⸗ Bringt meinem Schöpfer Ehre! leitet? Mich, ruft der Baum üPracht Er, dessen Rat ich oft verwarf. ö racht, Wer stärkt den Frieden im Ge⸗ Mich, ruft die Saat, hat Gott 8 wissen? Zemacht; Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Bringt unserm Schöpfer Ehre! Wer läßt mich so viel Guts ge⸗ 5. Der Mensch, ein Leib, den— 7— nießen? sch deine Hand Ists nicht sein Arm, deralles schafft? So wunderbar bereitet, 3. Schau, o mein Geist, in jenes Der Mensch, ein Geist, den sein Leben, Verstand Zu welchem du erschaffen bist, Dich zu erkennen leitet: Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Der Mensch, der Schöpfung Sott ewig sehn wirst, wie er ist. Ruhm und Preis, Du hast ein Recht zu diesen Freu⸗ Ist sich ein täglicher Beweis den, Von deiner Güt und Größe. Durch Gottes Güte sind sie dein. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist,‚ Sieh, darum mußte Hleiven I Smeen mater sei Damit du könntest selig sein. Gott, unser Vater, sei gepreist, Lere Und alle Welt sag Amen! 4. Und diesen Gott sollt ich Hren ehren Und alle Welt fürcht ihren Herrn 26O SNNNE — 8 Beten, Loben 1 Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz ge⸗ schrieben, Sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben Und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er; Je mehr ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt sie mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwach⸗ heit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe Mir immerdar vor Augen sein: Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die FurchtdesletztenAugenblicks. Chr. F. Gellert, 4 1769. 20. —— ßꝛꝛtt—ß—ß7—— ind Danken. 15 2. Herr, entzünde mein Gemüte, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu und Güte Stets erhebe Tag und Nacht: Denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 3. Denk ich, wie ich dich verlassen, Wie ich häufte Schuld mitSchuld, So möcht ich vor Scham erblassen Vor der Langmut und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Hast getragen aus Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 4. O wie hast du meine Seele Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich nicht das Ziel verfehle, Möchte zu den Wunden fliehn, Die mich ausgesöhnet haben Und mit Kraft zum Leben laben. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 5. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit Sind vor deinem Angesicht; Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deinen Werken Deine Güt und Allmacht merken. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 6. Wie du setzest jedem Dinge Zeit, Zahl, Maß, Gewicht und Mel. Alle Menschen müssen sterben. Womit soll ich dich wohl loben, Mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben é Deines Geistes Kraft, mein Gott; Denn ich kann mit nichts erreichen ö Deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. ö Ziel, Damit keinem zu geringe Möcht geschehen, noch zu viel, So hab ich auf tausend Weisen Deine Weisheit auch zu preisen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kamst du, Herr mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Sich ganz zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Verlangen Möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, ö Großer König, Dank dafür. 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, ö Wie es Kindern nützlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr mein Gott, zu jeder Frist Und dich meiner angenommen, kommen. Tausend, tausendmal sei dir, ö Großer König, Dank dafür. 9. Du hast mich auf Adlers⸗ Oft getragen väterlich, In den Tälern, auf den Hügeln Wunderbar errettet mich; Schien auch alles zu zerrinnen, * Ward doch deiner Hülf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 10. Vater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, Und durch dich,oGeist derGnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür. 11. Tausendmalseidirgesungen, Herr mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir so wohl gelungen: Ach laß meines Lebens Gang Ferner doch durch Jesu Leiten Nur gehn in die Ewigkeiten. Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter, 4 1735. I Wenns aufs höchste war ge⸗ 16 Beten, Loben und Danken. 21. Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, ö Laß dir unser Lob gefallen. Deine Gnadenströme Hast du lassen fließen, Hilf uns noch, Stärk uns doch; Laß die Zunge singen, Laß die Stimme klingen! 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Taten, Mehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonne, Sende deine Strahlen, Lobet gern, Mond und Stern, Seid bereit zu ehren Einen solchen Herren! 3. O du meine Seele, Singe fröhlich, singe, Singe deine Glaubenslieder. Was den Odem holet, Jauchze, preise, klinge, Wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth, Er ist nur zu loben Hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, Wer den Herren kennet, Wer den Herren Jesum liebet; Hallelujah singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, Glaube mir, Endlich wirst du droben Ohne Sünd ihn loben. J. Neander, 4 1680. Ob wir schon dich oft verließen. flügeln Die das große Rund bemalen. SVUN H. SHU ehi N. Beten, Loben und Danken. 17 B. Bitten und Fürbikten. 22 Von Gebet und Flehen Heilig übergehen. Mel. Christus der ist mein Leben. 2. Heilige der Seele Glut A Und ihr groß Verlangen ch bleib mit deiner Gnade— 27 Hei uns, Herr Jesu Christ, unn hoichuncden g. Daß uns hinfort nicht schade Heilger Rauch Des bösen Feindes List. Cen Ls auch, 2. Ach bleib mit deinem Worte Der zu Gott aufgehet, Daß un Erlöser wert, Wenn dein Herze flehet. ab uus beid hie und dorte 3.Das Gebetderfrommen Sch S Das har, Sei Güt und Heil beschert. Was sie flehr und bittet, 3. Ach bleib mit deinem Glanze Das wird auf dem Rauchaltar Bei uns, du wertes Licht, Vor Gott ausgeschüttet, Dein Wahrheit uns umschanze, Und da ist Damit wir irren nicht. Jesus Christ . riester und Versühner 4. Ach bleib mit deinem Segen 3 einer Rinen Bei uns, du reicher Herr, Aller seiner Diener. Dein Gnad und alls Vermögen 4. Kann ein einiges Gebet In uns reichlich vermehr. Einer gläubgen Seelen, 5. Ach bleib mit deinem Schutze Wenns zum Herzen Gottes geht, Bei uns, du starker Held,— Seiner Zwecks nicht fehlen: Daß uns der Feind nicht trutze, Was wirds tun, Roch füll die vöse Welt. Alle vor ihn traen 6. Ach bleib mit deiner Treue Und zusammen beten? Bei uns, mein Herr und Gott, 4—— Beständigkeit verleihe, 5.WenndieHeilgen dortundhier, Hilf uns aus aller Not. Große mit den Kleinen, J. Stegmann, 4 1632 Engel, Menschen, mit Begier AAllee sich vereinen, Und es geht 23 Ein Gebet 7 Aus von ihnen allen, Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Wie muß das erschallenl Beigemeinde, heilge dich 6. O der unerkannten Macht Mit dem heilgen Ole; Von der Heilgen Beten! Jesu Geist ergieße sich Ohne das wird nichts vollbracht Dir in Herz und Seele. So in Freud als Nöten; Laß den Mund Schritt vor Schritt Alle Stund Wirkt es mit B 18 Beten, Loben Wie zum Sieg der Freunde, So zum End der Feinde. 7. O so betet alle drauf, Betet immer wieder, Heilge Hände hebet auf, Heilget eure Glieder; Heiliget Das Gebet, Das zu Gott sich schwinget, Daß hinauf es dringet. 8. Betet, daß die letzte Zeit Vollends übergehe, Daß man Christi Herrlichkeit Offenbaret sehe; Stimmet ein Insgemein Mit der Engel Sehnen Nach dem Tag, dem schönen. Ch. C. L. v. Pfeil, 4 1784. 24. Dir, dir, Jehova, will ich singen, Denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen, Ach gib mir deines Geistes Kraft dazu, Daß ich es tu im Namen Jesu Christ, So wie esdirdurchihngefälligist. 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinnen und Verstand regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl Und dir darob im Herzen sing und spiel. und Danken. 3. Verleih mir, Höchster, Eute Güte, So wird gewiß mein Singen recht getan, Soklingtesschöninmeinemsviede, So bet ich dich im Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im ö höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaus ö sprechlich sind, Derlehretmich rechtgläubigbeten, Sibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vateri schrei. 5. Wenn dies aus meinem Her⸗ zen schallet DurchdeinesheilgenGeistesKraft und Trieb, So bricht dein Vaterherz und wallet Ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, Daß mirs die Bitte nicht ver⸗ sagen kann, Die ich nach deinem Willen hab getan. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen ein⸗ gericht Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad um Gnade hin. — Beten, Loben und Danken. 19 7. Wohl mir, daß ich dies Zeug⸗ Dich, Gott, und den, den du ge⸗ nis habe! sandt, Drum bin ich voller Trost und Und mich selbst zu erkennen. Freudigkeit Ich bi Und weiß, daß alle gute Gabe, 3. e„HRuhm, Die ich von dir verlange Leeeit So sehr 3.amensich rühren; — 5 st üher Des guten Namens igentum Die gibst Richwengtic ů ö Wa mich ter Rhn verlieren. ö„—— Mein wahrer Ruhm sfei Als ich verstehe, bitte und begehr. nahrernuh Rscht ..—.— Der Ruhm vor deinem Angesicht 8. Wohl mir! ich bitt 91 Jesu Und frommer Freunde Liebe. amen, 8— Der mich zu deiner Rechten selbst 4. So hitt ich dich Herr Zebaoth, vertritt: Auch nicht um langes Leben: In ihm ist alles Ja und Amen, Im Glücke Demut, Mut in Not, Was ich von dir im Geist und Das wollest du mir geben. Glauben bitt. In 4— ich un D meine Zeit, Maß I1 9 5 in Laß du mich nur armherzigkeit Wohl mir, Lob dir, wigleif Vor dir im Tode finden. Daß du mirschenkestsolche Selig⸗ Chr. F. Gellert, + 1769. keit! Bartholom. Crasselius, + 1724. 0 26. 25 Mel. Nun ruhen alle Wälder. * ö Berr, höre, Herr, erhöre, Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Breit deines Namens Ehre An allen Or S; Gott, deine Güte reicht so weit, 36⁰ 95.—————3 1 it die Wolke Behüte alle Stände, De weit die Wolten mherei teit Durch deiner Allmacht Hände Und eilhr uns beizutehen. ei SchützKirche, ObrigkeitundHaus. Herr, meine Burg, mein Fels, 2. Ach laß dein Wort uns allen mein Hort, Noch ferner reichlich schallen Vernimm mein Flehn, merk auf Zu unsrer Seele Nutz. mein Wort, Bewahr uns vor den Rotten, Denn ich will vor dir beten! Die deiner Wahrheit spotten, Beut allen Widersachern Trutz 2. Ich bitte nicht um üÜberfluß 3. Gib du getreue Lehrer Und Schätze dieser Erden; Und unverdroßne Hörer, Laß mir, so viel ich haben muß, Die beide Täter sein; Nach deiner Gnade werden. Auf Pflanzen und Begießen Gib mir nur Weisheit und Ver⸗ Laß dein Gedeihen fließen stand, Und ernten reiche Früchte ein. B 2 ö 20 Beten, Loben und Danken. 4. Du wollst das Land beglücken Und stets mit Gnadenblicken Auf unsern Kaiser sehn; Schütz ihn auf seinem Throne Und lasse seine Krone In segensvollem Glanze stehn. 5. Laß alle, die regieren, Ihr Amt getreulich führen, Schaff jedermann sein Recht, Daß Fried und Treu sich müssen In unserm Lande küssen, Ja segne beide, Herr und Knecht. 6. Wend ab in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, Treih Sturm und Hagel ab, Bewahr des Landes Früchte Und mache nicht zu nichte, Was deine milde Hand uns gab. 7. Gib Ruhe uns und Friede, Mach alle Feinde müde; ö Verleih gesunde Luft; Laß Not und teure Zeiten Nicht übers Land sich breiten, Da man nach Brotvergebensruft. 8. Die Hungrigen erquicke Und bringe die zurücke, Die in der Irre gehn; Die Witwen und die Waisen Wollst du mit Troste speisen, Wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 9. Erhalt in jeder Ehe Beim Glücke wie beim Wehe Rechtschaffne Frömmigkeit; In Ehrbarkeit und Tugend Gedeihe unsre Jugend, Zu deines Reiches Dienst bereit. 10. Sei du ein Arzt der Kranken, Und die im Glauben wanken, Laß nicht zu Grunde gehn; Die Alten heb und trage, Auf daß sie ihre Plage Geduldig mögen überstehn. 11. Bleib der Verfolgten Stütze, Die Reisenden beschütze, Die Sterbenden geleit Mit deinen Engelsscharen, Daß sie in Frieden fahren In Zions Freud und Herrlichkeit— 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, Was wir nach deinem Willen In Demut jetzt begehrt; Wir sprechen nun das Amen In unsers Jesu Namen, So ist all unser Flehn erhört. B. Schmolck, 1 1737. 27. Berr, wie du willst, so schicks mit mir Im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, Sonst wie du willst; gib mir Geduld, Denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Und Lieb zu deinem Worte; Behütmich, Herr, vorfalscherLehr Und gib mir hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit; Wend ab all Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem: Rat. Von dieser Welt abscheiden, Verleihmir, Herr, nurdeine Gnad. Daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel Veichoire irz O Herr, ein selig End gib mir⸗ Durch Jesum Christum. Amen. C. Bienemann, 4 1591. I „„ 159 9—%HE 2 —anjerne 5— e + Beten, Loben 28. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit. Bilf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir Von Herzen mich verlange, Und ich dich suche mit Begier, Wenn mir wird angst und bange. Verleih, daß ich mit Freuden dich In meiner Angst bald finde; Gib mir den Sinn, daß ich forthin Meid alle Schand und Sünde. 2. Hilf, daß ich stets mit Reu und Schmerz Mich deiner Gnad ergebe, Hab immer ein zerknirschtes Herz, In wahrer Buße lebe, Vor dir erschein, herzlich bewein All meine Missetaten. Mein Trost und Licht, ach laß mich nicht In ewgen Tod geraten. 3. Die Lust des Fleisches dämpf in mir, Daß sie nicht überwinde. Rechtschaffne Lieb und Lust zu dir In meinem Herzn anzünde, Daß ich in Not bis in den Tod Dich und dein Wort bekenne, Undmich kein Trutznoch Eigennutz Von deiner Wahrheit trenne. 4. Behüte mich vor Zorn und Grimm, Mein Herz mit Sanftmut ziere. Auch alle Hoffart von mir nimm, Zur Demut mich anführe. Was sich noch findt von alter Sünd, Laß mich hinfort ablegen, Trost, Fried und Freud laß jeder⸗ zeit Sich in mir Armen regen. und Danken. 21 5. Den Glauben stärk, die Lieb erhalt, Die Hoffnung mache feste, Daß ich von dir nicht wanke bald, Beständigkeit ists beste; Den Mund bewahr, daß nicht Gefahr Durch ihn mir werd erwecket. Gib Brot dem Leib, doch daß er bleib Von Wollust unbeflecket. 6. Gib, daß ich treu und fleißig sei In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht von Heuchelei Und Ehrgeiz werd verführet; Leichtfertigkeit, Haß, Zank und Neid Laß in mir nicht verbleiben. Verstockten Sinn und Diebsge⸗ winn Wollst ferne von mir treiben. 7. Hilf, daß ich folge treuem Rat, Von falscher Meinung trete, Den Armen helfe mit der Tat, Für Freund und Feind stets bete, Dien jedermann so viel ich kann, Das Böse haß und meide Nach deinem Wort an allem Ort, Bis ich von hinnen scheide. J. Heermann, 1647. 29. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. HBils uns, Herr, in allen Dingen, Daß wir unser Amt und Werk Wohl anfangen und vollbringen, Gib uns Weisheit, Kraft und Stärk. Ohne deine Segenshand Ist verloren Stadt und Land. Hilf uns, Herr, in allen Dingen Und laß alles wohl gelingen. 22 Beten, Loben und Danken. 2. Hilf uns, Herr, anallen Orten, Vergib mir alle meine Schuld, Wo uns Hülfe nötig ist; Du Gott der Gnade und Geduld. Brich der Höllen Macht und Pforten 2. Schaff du ein reines Herz in Und gib uns zu jeder Frist mir, Und der Jabzen Ghemeuheit Ein Herz voll Lieb und Furcht Liebe, Fried und Einigkeit. 81 5 zu dir, Hilf uns, Herr, in allen Dingen Ein Herz voll Demut, Preis und Und laß alles wohl gelingen. Dank, ů Ein ruhig Herz mein lebelan 3. Hilf uns, Herr, in allen Nöten, g 5 9. Aller Trübsal und Gefahr; 3. Sei mein Beschützer in Ge⸗ Laß uns keine Drangsal töten, 4 fahr; Nimm doch unser also wahr, Ich harre deiner immerdar. Daß Kreuz, Elend und Verdruß 35 Ist wohl ein Übel, das mich Uns zum Besten dienen muß. schreckt, Hilf uns, Herr, in allen Dingen Wenn deine Rechte mich bedeckt? Und laß alles wohl gelingen. 4. Hilf uns, Herr, aus allem Hand, Grauen Von dir empfing ich den Verstand; In der größten Sündenangst, Erhalt ihn mir, oHerr, mein Hort, Daß wir auf die Zahlung bauen, Und stärk ihn durch dein göttlich 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Die du Jes Wlaß Lein längst. Wort. O Herr Jesu, laß dein Blut——— Uns ja domen auch zu gut. 5. Laß, deines Namens mich zu Hilf uns, Herr, in allen Dingen frenn, *& 2* 1 soin es wohl gelingen. Ihn stets vor meinen Augen sein; Aud laß Al g 9 Laß, meines Glaubens mich zu 5. Hilf uns, Herr, aus allem freun, Leiden Ihn stets durch Liebe tätig sein. In der letzten Todesnot, Laß uns fahren hin mit Freuden 6. Was du mich lehrst, das ist Und durch dich und deinen Tod mein Heil, Bald und glücklich kommen fort Dir folgen sei mein bestes Teil; Zum ersehnten Lebensport. Nach deines Reichs Gerechtigkeit Hilf uns, Herr, in allen Dingen Laß, Herr, mich trachten allezeit. Und laß alles wohl.3 7. Ich bin zu schwach aus eig⸗ M. Rinkart, + 1649. ner Kraft Zum Kampf mit meiner Leiden⸗ aft 30. Drum ziehe du mit Kraft mich an/ Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Daß ich den Sieg erlangen kann. Ich komme vor dein Angesicht, Verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: 8. Gib von den Gütern Wilt Wel Mir, Herr, so viel, als dir geftllt; 8„2 Beten, Loben und Danken. 23 Gib deinem Knecht ein mäßig Den rechten Weg, o Herr, ich — Teil, Zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir über⸗ flu So mach mich mäßig im Genuß Und laß, die Dürftgen zu erfreun, Mich einen frohen Geber sein. 10. Gib mir Gesundheit und verleih, ö Daß ich sie deinem Dienste weih, Und daß aus Sorgsamkeit für sie Ich niemals mich der Pflicht ent⸗ zieh. 11. Erwecke mir stets einen Freund, Ders treu mit meiner wahsah meint, Mit mir in deiner Furcht sich übt, Mir Rat und Trost und Beishhei gib 12. Bestimmst du mir ein läng⸗ D res Ziel, Und werden meiner Tage viel, So bleibe meine Zuversicht, Verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an Und sei durch Christum, deinen Sohn, Mein Schirm, mein Schild, mein großer Lohn. Chr. F. Gellert, 1769. 31. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, Ich bitt, erhör mein Klagen; Verleih mir Gnad zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen. ö Sonst wird michs ewig reuen. mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nütz zu sein, uß, Dein Wort zu halten eben. 2. Ich bitt noch mehr, o Herre Gott, Du kannst es mir wohl geben, Daß ich nicht wieder werd zu ö Spott: Die Hoffnung gib daneben, Voraus wenn ich muß hie davon, Daß ich dir mög vertrauen Und nicht bauen Auf all mein eigen Tun, 3. Verleih, daß ich aus Herzens⸗ grund Den Feinden mög vergeben; Verzeih mir auch zu dieser Stund, 1—0 Schaff mir ein neues Leben; Dein Wort mein Speis laß all⸗ weg sein, Damit mein Seel zu nähren, Mich zu wehren, Wenn Unglück schlägt herein, Das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden; Beständig sein ans End gib mir, Du hasts allein in Händen; Und wem dus gibst, der hats umsonst, Es mag niemand erwerben Noch ererben Durch Werke deine Gunst, Die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und wider⸗ streb, Hilf, o Herr Christ, dem Schwa⸗ chen; 24 Beten, Loben Von deiner Gnad allein ich leb, Du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung und Ge⸗ ahr, Wollst du mich nicht verlassen, Fest mich fassen, Behüten immerdar, Ich weiß, du wirsts nicht lassen. J. Agricola, 4 1566. 32. Die Litanei. Ryrie, eleison! Christe, eleison! Kyrie, eleison! Christe, erhöre uns! Herr Gott, Vater im Himmel, Erbarm dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Hei⸗ land, Erbarm dich über uns! Herr Gott, heiliger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon uns, lieber Herre Gott! Sei uns gnädig! ö Hilf uns, lieber 630111 Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Übel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und teurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Feur⸗ und Wassersnot, Vor Hagel und Unwetter, Vor dem ewigen Tod Behüt uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, ott! und Danken. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer letzten Not, Am jüngsten Gericht Hilf uns, lieber Herre Gott! Wir arme Sünder bitten, Du wollst uns erhören, lieber Herre Gott! Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Bischöfe, Pfarrherren und Kirchendiener im heil⸗ samen Wort und hei⸗ ligen Leben behalten, Allen Rotten und Ärgernissen wehren, Alle Irrigeund Verführtewieder⸗ bringen, Den Satan unter unsere Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden hel⸗ fen und sie trösten, Erhöruns, lieber Herre Gott!l Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unserm Kaiser steten Sieg wider seine Feinde gönnen, Ihn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, Unsern Rat und Gemeine segnen und behüten, Erhör uns, lieber Herre Gott! Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hülf erscheinen, eD Beten, Loben und Danken. 25 Allen Schwangern und Säugern Klopft an, so wird euch aufge⸗ fröhliche Frucht und tan! Gedeihen geben, Ach öffne mir die Gnadentür, Aller Kinder und Kranken pfle⸗ Mein Jesus klopft selbst an mit schuld 46 und warten, mir. Alle unschuldig Gefangene los 2 iöiiin und 109 lassen, 2. Wer kann was Ter hapen e Witwen und Waisen ver⸗—— 1. 1517 teidigen und versorgen, Das nicht von dir den Wiihar⸗ Aller Menschen dich erbarmen, 950 Du bist der Geber aller Gaben, Bei dir ist immer Rat und Tat, Du bist der Brunn, der immer Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Frü quillt, Die Früchte auf Faund dahren, Du bist das Gut, das immer gilt. Und uns gnädiglich erhören. 3. Drum komm ich auch mit Erhör uns, lieber Herre meinem Beten, Gott! Dasherzlich und voll Glauben ist; O Jesu Christe, Gottes Sohn Der mich vor dich hat nn Frhr 3Hhor ů—̃ᷓ reten, Erhör uns, lieber 69141 Ist mein Erlöser Rubo üchen 8 der Welt Und der in mir das Abba schreit, O du Sne ng, Ist, Herr, dein Geist der Freu⸗ Erbarm dich über uns! digkeit. O du Gotteslamm, das der Welt 4. Gib, Vater, gib nach dei⸗ Sünde trägt, nem Willen, Erbarm dich über uns! Was deinem Kinde nötig ist, O du Gotteslamm, das der Welt Nur du kannst mein Verlangen Sünde trägt,— stillen, Verleih uns steten Fried! Weil du die(Gaber, aller 4eist Christe, erhöre uns! Doch gib, du Geber, allermeist, Kyrie, eleison! Was meiner Seelen selig heißt. Christe, eleison! 5. Verleih Beständigkeit im (Beide Chöre.).. Hlauben, Kyrie, eleison Amen. Laß meine Liebe brünstig sein; Dr. Martin Luther, 4 1546. Will Satan mir das Tauben rauben, 33 So halt mit der Versuchung ein, — Damit mein armes Fleisch und Mel. Wer nur den lieben Gott Blut läßt walten. Dem Feinde nichts zu Willen tut. Mein Gott, ich klopf an deine 6. Erweck in mir ein gut Ge⸗ Pforte wissen, MitSeufzen, Flehnund Bittenan, Das weder Welt noch Teufel Ich halte mich an deine Worte: scheut; 26 Beten, Loben und Danken. Wenngüchtigungenfolgenmüssen, So schick sie in der Gnadenzeit. Durchstreich die Schuld mit Jesu Blut Und mach das Böse wieder gut. 7. Vom Kreuze darf ich wohl nicht bitten, Daß es mich gar verschonen soll, Hat doch mein Jesus selbst ge⸗ litten, Und also leid ich billig wohl; Doch wird Geduld gar nötig sein, Die wollest du mir, Herr, verleihn. Das andre wird sich alles fügen, Ich möge arm sein oder reich; An deiner Huld laß mir genügen, Die macht mir Glück und Un⸗ glück gleich. Kommt zeitlich Gut nicht reich⸗ lich ein, Wirds doch genug zur Notdurft sein. Zertrümmert und zerfällt: Erhör, erhör uns, Jesu. 2. Laß uns, dein kleines Häu⸗ felein, Das sich zu dir bekennet, Dir ferner anbefohlen sein, Erhalt uns ungetrennet. Wort, Tauf und Abendmahl Laß in seiner Zahl Und ersten Reinigkeit Bis an den Schluß der Zeit Zu unserm Troste bleiben. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit Mit reinem Herzen dienen, Laß uns das Licht der Seligkeit, Das uns bisher geschienen, Zur Buße kräftig sein Und zum hellen Schein, Der unsern Glauben mehrt, Der Sünden Macht zerstört Und fromme Christen machet. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen, 9. Ich bitte nicht um langes Machuns dadurchgetrostundfroh, Leben, Nur daß ich christlich leben mag; Laß mir den Tod vor Augen schweben Und des Gerichtes großen Tag, Damit mein Ausgang aus der Welt Den Eingang in den Himmelhält. x B. Schmolck 4 1737.1x 34. Mel. Ein seste Burg ist unser Gott. ◻ Jesu, einig wahres Haupt Der heiligen Gemeine, Die an dich, ihren Heiland, glaubt ö Und nur auf dir alleine ö Als ihrem Felsen steht, Der nie untergeht, Wenn gleich die ganze Welt —————— Une.-Siol. Glessen Das schwere Kreuz zu tragen; Gib uns Beständigkeit, Daß uns Lust und Leid Von dir nicht scheiden mag, Bis wir den Jubeltag Bei dir im Himmel halten. 5.AufunsersLandesvatersHaus Geuß von dem Gnadenthrone Den Segen deines Blutes aus; Umstrahle seine Krone Mit deiner Herrlichkeit, Ihm zur Sicherheit, Zu seiner Feinde Trutz Und zum gewünschten Schutz Uns, deinen armen Kindern. 6. Erbarm dich deiner Christen⸗ heit, Vermehre deine Herde; Für uns, dein armes Häuflein, streit, RNj2arn ꝗINN. u⸗ in, h/ . ; Beten, Loben Daß es erhalten werde; Den Argernissen wehr, Was dich haßt, bekehr, Was sich nicht beugt, zerbrich: Mach endlich seliglich An aller Not ein Ende. J. Mentzer, 4 1734. 35. Vater unser im Himmelreich, Der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an Und willst das Beten von uns han: Gib, daß nicht bet allein der Mund, Hilf, daß es geh von Herzens⸗ grund. 2. Geheilget werd derNamedein, Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß auch wir leben heiliglich, Nach deinem Namen würdiglich. Behütuns, Herr, vorfalscherLehr, Das arm, verführet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu eit Zeit Und dort hernach in Ewigkeit; Der heilge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei; Des Satans Zorn und groß Ge⸗ walt Zerbrich, vor ihm dein Kirch er⸗ halt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich Auf Erden wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit,‚ Gehorsam sein in Lieb und Leid; und Danken. 27 Wehr und steur allem Fleisch und Blut, Das wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot Und was man darfzurLeeibesnot; Behütuns vorUnfriedundStreit, Vor Seuchen und vor teurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unsre Schuld vergib uns, Herr, Daß sie uns nicht betrübe mehr, Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr Schuld und Fehl vergeben gern; Zu dienen mach uns all bereit In rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Ver⸗ suchung nicht. Wenn uns der böse Geist anficht, Zur linken und zur rechten Hand Hilf uns tun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohlgerüst Und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös: Es sind die Zeit und Tage bös; Erlöse uns vom ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Not; Bescher uns auch ein selig End, Nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glauben immerdar, Aufdaßwirjanichtzweifelndran, Das wir hiemit gebeten han Auf dein Wort in dem Namen dein; So sprechen wir das Amen fein. Dr. Martin Luther, 4 1546. 28 Der Tag des Herrn. II. Der Tag des Berrn. 36. 37. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Mel. Die 73genhet. durchs Kreuz Beschwertes Herz, leg ab die Alle Welt, was lebt und webet, Sorgen, Was im Feld und Häusern ist, Erhebe dich, gebeugtes Haupt: Was nur Stimm und Zung er-WEs kommtderangenehme Morgen, hebet, Da Gott zu ruhen uns erlaubt. Jauchze Gott zu jeder Frist! Die Ruhe hat er vorgeschrieben Dienet ihm, wer dienen kann, Und selbst den Ruhetag geweiht; Kommt mit Lust zu ihm heran. Aufauf, des HerrnGebotzuüben, Zu seinem Dienst sei gern bereit. 2. Sprecht: Der Herr ist unser 2. Auf, laß die Welt aus dei⸗ Meister, nem Sinne, Er hat uns aus nichts gemacht, DeinirdischWerkmuß fernestehn; Unsre Leiber, unsre Geister Du sollst zu höherem Gewinne An die lichte Welt gebracht; In deines Gottes Tempel gehn, Wir sind seiner Allmacht Ruhm, Ihm zu bezahlen deine Pflichten, Seine Schaf und Eigentum. Froh zu vermehren seinen Ruhm, In tiefster Demut zu verrichten Dein geistlich Werk und Priester⸗ 2595 wuilichönen Worten tum. obet ihn mit schönen Worten, So bin dir er⸗ Saget ihm Lob, Preis und Dank; 3i en Denn der Herr ist jederzeit Und fleh um deines Geistes Kraft, Voller Gnad und Gütigkeit. Wie kann ich dir wohl würdig 3. Gehet ein zu seinen Pforten, ů dienen, 4. Gott des Himmels rde Wenn er nicht in mir wirkt und „ 9 Vater, Sohn und heilger Geist, IHaffte Wiesollich freudig vor dichtreten, Wenn er nicht stillt der Sünden „werde, Schmerz? Beistand selbst und Hülf uns Wie kann ich gläubig zu dir beten, Daß dein Ruhm bei uns groß d eist: 5 ni är in blödes 810 uns Krüfte und Begier, Wenn er nicht stärkt mein Herzs ich zu preisen für un— ch zu v 0 Warth 1955 4. Kann meines Herzens Harfe klingen, Wenn sie dein Finger nicht be⸗ rührt? Ker See S S SSN V/ ASOAN a- IAn2asin — 2 F n Der Tag des Herrn. 29 Kann ich zu dir empor mich Laß uns deiner nie vergessen. schwingen, Wie Maria einst gesessen, Wenn nicht dein Arm mich auf⸗ wärts führt? Kann ich ein reines Opfer werden, Wenn nicht dein Feuer auf uuld 5 In mirverzehrt die Lust derErden Und mich belebt für jene Welt? 5. ErkaufthatJesusmichsoteuer, Zu seinem Tempel mich geweiht: Hier sei dein Herd, hier sei dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit; Vollführe, was du angefangen, Neig auch zu mir dein Angesicht, Dann ist der Seele aufgegangen DesSabbatsrechtes Freudenlicht. Nach Chr. Wegleiter, 4 1706. 38. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Das ist eine selge Stunde, Jesu, da man dein gedenkt Und das Herz von Herzensgrunde Tief in deine Wunden senkt. Wahrlich, nichtsalsJesumkennen, Jesum suchen, finden, nennen, Das erfüllet unsre Zeit Mit der höchsten Seligkeit. 2. Jesu, deine Gnadenquelle Fließt so gern ins Herz hinein; Deine Sonne scheinet helle, Denn du willst genossen sein. Und bei aller Segensfülle Ist dein Wunschund ernster Wille, Daß man, weil dein Brünnlein voll Unaufhörlich schöpfen soll. 3. Nun so laß auch diese Stunde Dein Gedächtnis in uns sein; In dem Herzen, in dem Munde Leb und herrsche du allein. Da sie dir hat zugehört, Also mach uns eingekehrt! C. Gottl. Woltersdorf, 4 1761. 39. Mel. Christus der ist mein Leben. Die Gnade sei mit allen, Die Gnade unsers Herrn, Des Herrn, dem wir hier wallen Und sehn sein Kommen gern. 2. Auf dem so schmalen Pfade Gelingt uns ja kein Tritt, Es gehe seine Gnade Denn bis zum Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen, Man traut ihr ohne Reu; Und wenn uns je will grauen, So bleibts: der Herr ist treu. 4. Wird stets derJammergrößer, So glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, Du kommst, so komme doch! 5. Damit wir nicht erliegen, Muß Gnade mit uns sein; Denn sie flößt zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, Was man um Jesum mißt; Der Herr hat eine Gnade, Die über alles ist. 7. Bald ist es überwunden Nur durch des Lammes Blut, Das in den schwersten Stunden Die größten Taten tut. 8. Herr, laß es dir gefallen, Noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen, Die Gnade sei mit mir! Ph. Fr. Hiller, 4 1769. 30 Der Tag 40. Mel. Wunderbarer König. Gott ist gegenwärtig! Lasset uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten: Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, Wer ihn nennt, Schlagt die Augen nieder, Gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, Dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen; Heilig, heilig, heilig Singen ihm zur Ehre Aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm Unsre Stimm, Wenn auch wir Geringen Unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Die uns Sünd und Welt bereiten. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, Dir zum Eigentum ergeben. Du allein Sollst es sein, Unser Gott und Herre, Dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, Möcht ich recht dich preisen Und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel Immer vor dir stehen Und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gott, in allem. des Herrn. 5. Luft, die alles füllet, Drin wir immer schweben, Aller Dinge Grund und Leben; Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder: Ich senk mich in dich hinunter. Ich in dir, Du in mir: Laß mich ganz verschwinden, Dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles, Wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichtel Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Laß mich so Still und froh Deine Strahlen fassen Und dich wirken lassen. 7. Mache mich voll Einfalt, Innig, abgeschieden, Sanft und still indeinem Frieden; Mach mich reines Herzens, Daß ich deine Klarheit Schauen mag in Geist undWahr⸗ heit. Laß mein Herz Überwärts Wie ein Adler schweben Und in dir nur leben. 8. Komm, in mir zu wohnen, Daß mein Geist auf Erden Dir ein Heiligtum kann wer⸗ den; Komm, du nahes Wesen, Dich in mir verkläre, Daß ich stets dich lieb und ehre! Wo ich geh, Wo ich steh, Laß mich dein gedenken, Mich in dich versenken. G. Tersteegen, 4 1769. Me Der Tag des Herrn. 31 41. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Großer 6 Gott von alten Zeiten, Dessen Hand die Welt regiert, Dessen Treu auf allen Seiten Mich von Ingend. auf geführt, Heute weckt des Tages Lauf Mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach wie lieb ich diese Stunden, Denn sie sind des Herren Fest, Das mit so viel Trost verbunden, Da mein Gott Mich ruhen läßt Und durch seinen guten Geist Mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Rorgen, Der mir Zeit zum Guten schenkt; Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der MenschanGott gedenkt, Betet und von Herzen singt, Daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort, Da wir sammeln wie die Bienen Und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht Also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, Denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es künftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn. C. Neumann, 4 1715. 42. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Halatniah, schöner Morgen, Schöner als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen, Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der Seele, Sonntag, der voll Lichtes ist, Heller Tag in dunkler Höhle, Zeit, in der der Segen fließt! Stunde voller Seligkeit, Du vertreibst mir alles Leid. 3. Achwieschmeckich GottesGüte Recht als einen Morgentau, Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au; Da hat wohl die Morgenstund Edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruhtnur, meineWeltgeschäfte, Heute hab ich sonst zu tun; Denn ich brauche alle Kräfte, In dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich, Als nur Gotteswerk für mich. 5. Ich will in der Zionsstille Heute voller Arbeit sein; Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schätzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 6. Herr, ermuntre meine Sinnen Und bereite selbst die Brust; LaßmichLehrund Trostgewinnen, Gib zu deinem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Schall Recht tief in mein Herze fall. 7. Segne deiner Knechte Lehren, Offne selber ihren Mund; Mach mit allen, die dich hören, Heute deinen Gnadenbund, Daß, wennmanhierflehtundsingt, Solches in dein Herze dringt. 8.Gib, daß ich den Tagbeschließe, Wie er angefangen ist; Segne, pflanze und begieße, 32 Der Tag des Herrn. Der du Herr des Sabbats bist, Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbat halten mag. Jonath. Krause, 4 1762. 43. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. Berr, es ist der Tag erschienen, Der mich dein gedenken heißt Und mich zu dem Himmel weist; Sieh, ich komme, dir zu dienen An dem Tage deiner Ruh; Gib mir Schwachen Kraft dazu. 2. Halte fern an diesem Morgen Von mir das Geräusch der Welt, Die mir nur zu leicht gefällt. Brich die Macht der eitlen Sorgen, Daß ich heut, von allem frei, Dir allein ergeben sei. 3. Schmücke mich mit deinen Gaben, Stärke mich mit deiner Kraft, Die den neuen Menschen schafft. Welche Wonne werd ich haben, Wenn in heiliger Begier Ich mich freue, Herr, in dir! 4. Gib, daß mich dein Wort durchdringe, Steh mit deinem Geist mir bei, Daß es in mir kräftig sei. Wenn ich bete, wenn ich singe, Siehe du mich gnädig an Und laß mich dein Heil empfahn. 5. Laß mich nicht in Sünde fallen, Laß mich fest im Glauben stehn, Voll Vertrauen auf dich sehn. Lieber Vater, hilf uns allen, Daß der Ruhe heilger Tag Uns ein Segen werden mag! C. Neumann, 4+ 1715. 44. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, Dein heilgen Geist du zu uns send, Mit Hülf und Gnad er uns regier Und uns den Weg zur Wahrahr. ühr. 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit das Herz zur Andacht fein, Den Glauben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohl bekannt; 3.BiswirsingenmitGottesHeer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von Angesicht In ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Demheilgen GeistineinemThron, Der heiligen Dreifaltigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Wilhelm II., Herz. zu Sachsen⸗ Weimar, 1662. 45. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. HBar, öffne mir die Herzenstür, Zeuch durch dein Wort mein Herz zu dir; Laß michdeinWortbewahrenrein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Her⸗ zens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gesund, Dein Wort ist, das mein Herz erfreut, Dein Wort gibt Trost und Se⸗ ligkeit. SSNX S .9 Der Tag 3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron, Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit! Joh. Olearius, 4 1684. 46. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. öchster Gott, dir danken wir, Daß du unsdeinWort gegeben; Innig bitten wir von dir: Hilf uns heilig darnach leben; Gib dem Glauben solche Stärke, Daß er tätig sei durch Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, Was wir tun und glauben sollen: Schenk uns deine Kraft dazu, Gib zum Wissen uns das Wollen Und zumWWollen das Vollbringen, So wird alles wohl gelingen. 3. Gib uns, eh wir gehn nach Haus, Deinen väterlichen Segen. Breite deine Hände aus, Leite uns auf deinen Wegen. Laß uns hier gesegnet gehen, Dort gesegnet auferstehen. J. Ad. Haßlocher, + 1726. 47. Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. Iqh, Jesu, Brunn des Lebens, Stell, ach stell dich bei uns ein; Laß uns nun und nie vergebens Wirken und beisammen sein! 2. Bist du mitten unter denen, Welche sich nach deinem Heil des Herrn. 33 Mit vereinten Herzen sehnen, O so sei auch unser Teil! 3. Lehr uns singen, lehr uns beten, Hauch uns an mit deinem Geist, Daß wir vor den Vater treten, Wie's dein Mund die Kinder heißt. 4. Heiland, laß uns dich er⸗ kennen, Komm, erkläre selbst dein Wort, Daß wir dich recht Meister nennen Und dir folgen immerfort. 5. Ogesalbtes Hauptder Glieder, Nimm auch uns zu solchen an; Bring das Abgefallne wieder Auf die frohe Himmelsbahn! 6. Gib uns Augen, gib uns Ohren, Gib uns Herzen, die dir gleich, Mach uns redlich, neugeboren, Herr, zu deinem Himmelreich! 7. Ach ja, laß uns Christen werden, Christen, die ein Licht der Welt, 29165 d die ein Salz der Erden, Vie's dem Vater wohl 4—— H. Annoni, 4+ 1770. 48. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Caß mich dein sein und bleiben, Du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben, Halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken, Gib mir Beständigkeit; Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. N. Selnecker, 4 1592. C 34 Der Tag 49. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. LCicht vom Licht, erleuchte mich Bei dem neuen Tageslichte; Gnadensonne, zeige dich Meinem muntern Angesichte, Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sabbat fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Süßigkeit, Laß mir deine Ströme fließen, Mache Mund und Herz bereit, Deiner Gnade zu genießen. Streu das Wort mit Segen ein, Laß es hundertfrüchtig sein. 3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget, Seimir Weisheit, Lichtund Bahn, Daß kein Irrtum mich betrüget Und kein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, Heilig, Heilig! singen Und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes Flügeln schwin⸗ gen; Gib mir einen Vorschmack ein, Wie es wird im Himmel sein. 5. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten: Nichts sonst wollen, nichts sonst tun, Als in deiner Liebe ruhn. 6. Du bist mehr als Salomon: Laß mich deine Weisheit hören; Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und denschönsten Sonntagmacht. B. Schmolck, 4 1737. des Herrn. 50. Ciebster Jesu, wir sind hier, Dich und dein Wort anzuhören: Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsternis umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, tun und dichten Wollst du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott ge⸗ boren, Mach uns allesamt bereit, Offne Herzen, Mund und Ohren; Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. T. Clausnitzer, 4 1684. 51. Mel. Hier ist mein Herz o Seel. O großer Geist, des Wesen alles füllet, Und den kein Ort in seine Gren⸗ zen hüllet, Der unumschränkt Sich niedersenkt Mit seiner Kraft in alle Dinge, Dem nichts zu groß, nichts zu geringe: 2. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, Du siehst, wenn sie verborgen vor dich treten, Macht gleich ihr Mund Nicht alles kund, 5— 8 1[ nEie Der Tag So kannst du selbst des Herzens Sehnen MitSegen und Erhörung krönen. 3.Vor Menschen bleibt jetztman⸗ ches Tun verborgen, Dir aber ist die Nacht ein klarer Morgen, Und dein Gericht Wird an das Licht Und an die helle Sonne bringen, Was finstreWolkenjetztumringen. 4. O Auge, das nicht Trug und Falschheit leidet, Wohl dem, der auch verborgne Sünden meidet, Der los und frei Von Heuchelei Vor dir und Menschen redlich handelt ee e 5. Erforsche selbst die innersten Gedanken, Ob sie vielleicht von deinerRicht⸗ schnur wanken, Lenk Herz und Sinn Zur Wahrheit hin, Sei du der Leitstern meiner Füße, Bis ich, mein Licht, die Augen schließe! J. J. Rambach, 1735. 52. Mel. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Tut mir auf die schöne Pforte, Führt in Gottes Haus mich ein! Ach wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein: Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir ge⸗ kommen, Komme du nun auch zu mir. des Herrn. 35 Wo du Wohnung hastgenommen, Da ist laäuter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, Laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, Heilge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singenundmein Beten Dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, Zieh das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Saatkorn auf mich fällt; Gib mir Licht in dem Ver rstande, Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, Laß dein teures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben; Halte mir dein Wort stets für⸗ Daß es mir zum Leitstern dient 1 zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt; Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot, Tröste mich in aller Not. B. Schmolck, + 1737. 5² Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Vnsern Ausgang segne Gott, Unsern Eingang gleichermaßen, Segne unser täglich Brot, Segne unser Tun und Lassen, Segne uns mit selgem Sterben Und mach uns zu Schent 7 19851. H. Schenk, 4 1681. C2 36 Advent. 54 3. Was ich strahlen am — ö Throne, Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Ist es nicht der Sieger Krone? Was von dort herab ich höre, SSge. dich uns ohne Hülle. Sinds nicht Überwinderchöre? D Warr Weenr a ö Feiernd mnsgen sie die Palmen, aß an diesem Gottestage ö 55 Unser Herz der Welt entsage, Ihr Triumph erschallt von 4 0 Daß durch dich, der uSesen Herr, du selber wollst mich weihen ösen Die em Sabbat deiner Treuen. Uns Gefallne zu erlösen, 257 Deine glaubende Gemeine 4. Decke meiner Blöße Schande Mit dem Vater sich vereine. Mit dem festlichen Gewande 2. O daß frei von Erdenbürden Deiner Unschuld, daß am Tage Und der Sünde Lasten würden Deines Mahls ich froh es wage Unfre Seelen, unser Wille Dort zuwandeln, wo voll Gnaden Sanft wie diese Sabdatstille! Deine Schar du eingeladen. Daß in deines Himmels Höhen Wo nicht mehr die Streiter rin⸗ Wir von fern den Aufgang sähen gen, Jenes Lichts, das dann verkläret, Wo sie Siegeslieder Ri Wenn der Sabbat ewig währet! F. G. Klopstock, 4 1803. III. Advent. Da wir ihn finden können: 55. Im Nachtmahl, Tauf und Wort. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, Der König ist nicht fern; Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Seid fröhlich, ihr Verzagten, Der König kommt heran, Dort kommt der Morgenstern. Empfahet unverdrossen Der Herr will in der Not Den großen Wundermann! Mit reichem Trost euch speisen, Ihr Christen, geht herfür, Er will euch Hülf erweisen, Iym 900 vor Ama Dingen Ja dämpfen gar den Tod. hm Hosianna singen ů 114—— 4. Seid fromm, ihr Untertanen, Mit heiliger Begier. Der König ist gerecht; 2. Auf, ihr betrübten Herzen, Laßt uns die Weg ihm bahnen, Der König ist gar nah; Macht sie zum Einzug recht. Hinweg all Angst und Schmerzen, Fürwahr, er meint es gut, Der Helfer ist schon da. Drum lasset uns die Plagen, Seht, wie so mancher Ort Die er uns schickt, ertragen Hochiröstlich ist zu nennen, Mit unerschrocknem Mut. Advent. 3 5. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht; An uns, sein Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein ö Noch Zorn hinfür uns schaden, Dieweil uns Gott aus Gnaden Läßt seine Kinder sein. 6. Soeiltmit schnellen Schritten, Den König selbst zu sehn; Er kommt in unsre Mitten Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen Und uns erlösen kann. 7. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns gibt Durch seine Gnad und Wort. O König, hocherhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 8. Nun Herr, du gibst uns reichlich, Wirst selbst docharmundschwach; Du liebest unvergleichlich, Du gehst den Sündern nach. Drum wolln wir dir allein Die Stimmen hoch erschwingen, Dir Hosianna singen Und ewig dankbar sein. Joh. Rist, 4 1667. 56. Mel. Ach Jesu meiner Seelen Freude. Dein König kommt in niedern ö Hüllen Sanftmütig, aufderEslin Füllen: Empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspal⸗ ö men, Bestreu den Pfad mit grünen Halmen, So ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne ö Heere, Gewaltger Kämpfer ohne Speere, OfFriedensfürstvongroßer Machtl Es wollen dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von die⸗ ser Erden, Doch aller Erde Reiche werden Dem, das du gründest, untertan. Bewaffnet mit des Glaubens ö Worten Zieht deine Schar nach den vier x Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Undwodukommesthergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm, von dir ö bedroht. Du kommst, auf den empörten ö Triften Des Lebensneuen Bundzustiften, Und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, O komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer ver⸗ stört! Not ist es, daß du selbst hienieden Kommstzuerneuen deinenFFrieden, Dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden ö siegen, Die Macht der Finsternis ertiegen Und lösch der Zwietracht Glim⸗ men aus, Daß wir, die Völker und de Thronen, VereintalsBrüderwiederwohnen In deines großen Vaters Haus. Fried. Rückert, 4 1866. 57. Rel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. ö Dein Mittler kömmt; auf, blöde Seele, Die Mosis Fluch und Donner schreckt‚ Die in der bangen Trauerhöhle In Fesseln trüber Schwermut steckt. Der Fluch vergeht, die Bande springen, EsreißenSatans feste Schlingen, DiedengefangnenGeistbeklemmt. Du kannst nun Heil und Freiheit hoffen: Gott ist versöhnt, sein Himmel x offen, 2. Dein Lehrer kömmt, laß deine Ohren Auf seinen Mund gerichtet sein; Er zeigt den Weg, denduverloren, Was tiefin Schattenwargestellet, Hat dein Prophet dir aufgehellet Und die Gewalt der Nacht ge⸗ hemmt. Er macht dir kund des Vaters Und gibt dirKraft, ihnzuerfüllen: Dein weisheitsreicher Lehrer kömmt. 3. Dein König kömmt, doch ohne Prangen, Dein gnadenvoller Mittlerkömmit. Erflößt dirsichtundWahrheitein. Willen 38 Advent. Sein Aufzug ist an Armut reich; Auf, deinen Fürsten zu empfan⸗ en, Der dir an tiefster Schwachheit gleich. Komm, Hand und Scepter dem zu küssen, Derdich wirdso zuschützen wissen, Daß dich kein Angststrom über⸗ schwemmt. Tu wie getreue Untertanen, Komm her und schwör zu seinen Fahnen: DeinlängstersehnterKönig kömmt. 4. Dein Alles kömmt, dich zu ergötzen, Dein A und O ist vor der Tür; Wer dieses Gut recht weiß zu schätzen, Vertauschet gern die Welt dafür. So greif denn zu mit beiden Händen, Da dich, mein Geist, von allen Enden Ein Meerder Gnadenüberströmt; Eröffne deines Herzens Türen, Ihn in sein Eigentum zu führen: OarmesRichts, dein Alles kömmt. J. J. Rambach, 4 1735. 58. Gottes Sohn ist kommen Uns allen zu Frommen Hier auf diese Erden In armen Gebärden, Daß er uns von Sünde Freiet und entbünde. 2. Er kommt auch noch heute ö Und lehret die Leute, Wie sie sich von Sünden Zur Buß sollen wenden, Von Irrtum und Torheit Treten zu der Wahrheit. Advent. 39 3. Die sich sein nicht schämen Und sein Dienst annehmen Durch ein rechten Glauben Mit ganzem Vertrauen, Denen wird er eben Ihre Sünd vergeben. 4. Denn im heilgen Mahle Reicht er dar für alle Sich selber zur Speise, Sein Lieb zu beweisen, Daß sie sein genießen In ihrem Gewissen. 5. Die an ihn fest gläuben Und beständig bleiben, Dem Herren in allem Trachten zu gefallen, Die werden mit Freuden Auch von hinnen scheiden. 6. Denn bald und behende Kommt ihr letztes Ende: Da wird er vom Bösen Ihre Seel erlösen Und sie mit ihm führen Zu der Engel Chören. 7. Von da wird er kommen, Wie die Welt vernommen, Wenn die Toten werden Erstehn von der Erden Und zu seinen Füßen Sich darstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden: Seines Reiches Freuden Erben alle Frommen, Doch die Bösen kommen Dahin, wo sie müssen Ihr Untugend büßen. 9. Jesu, unser Leben, Wollest gnädig geben, Daß wir alle Stunden Werden gläubig funden Und so auch verscheiden Zur ewigen Freuden. Joh. Horn, 4 1547 Des Gottes aller Gnaden, 59. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Gottlob, ein neues Kirchenjahr Macht uns die große Treue Des ewgen Gottes offenbar; Und nun will er aufs neue Denalten, hochbeschwornenBund, Den einzig festen Glaubensgrund Durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm Dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum Muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit und diesen Ort Zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin; Denn sie bewies den alten Sinn Noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach Herr, gib uns den neuen Geist Und mach uns durch die Güte, Die sich an uns aufs neu erweist, Erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen kann In seinem ganzen Leben. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, dein Wort Samt Tauf und Abendmahle, So wandern wir mitfFreuden fort In diesem dunklen Tale. Herr, segne dieses Kirchenjahr, 40 Advent. Laß Kirch und Schul, Tauf Aurar ltar Uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Geit und Geist Zu reiner Lehr und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, 7 Herde rein zu geben; Laß alle Hörer Täter sein, Damit kein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Erden Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; Kommt aber einst die Ewigkeit,‚ Dann wird sie triumphieren! H. C. Hecker, 4 1743. 60. Mel. Nun lomm der Heiden Heiland. Gott sei Dank durch alle Welt, Der sein Wort beständig hält Und der Sünder Trost und Rat Zu uns her gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar Höchster Wunschund Sehnen war, Was sie haben prophezeit, Ist erfüllt in Herrlichkeit. 3. ZionsHülfund AbramsLohn, JakobsHeil, der JungfrauSohn, Der wohl zweigestammte Held Hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, amnin Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn é Dir in meinem Herzen an. Daß ich, aller Angste frei, 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne tust, Rein von aller Sündenlust. 6. Und wie deine Zukunft war Voller Sanftmut, ohn Gefahr, Also sei auch jederzeit Deine Sanftmut mir bereit. — SIIIANIAIN 7. Tröste, tröste meinen Sinn, Weil ich schwach und blöde bin, ö Und des Satans schlaue List Sich gar hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, ⁰OOR Dir im Glauben um und an Selig bleibe zugetan. 9. Laß mich, wenn du Lebens⸗ fürst Prächtig wiederkommen wirst, Freudig dir entgegengehn Und vor dir gerecht bestehn. Heinr. Held, um 1650. 6¹1. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. HBosianna! Davids Sohn Kommt in Zion eingezogen. Ach bereitet ihm den Thron, Setzt ihm tausend Ehrenbogen; Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt, Komm, wir gehen dir entgegen: Unser Herz ist schon gerüst, Will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Toren ein, Du sollst uns willkommen fein. 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite; Advent. 41 Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, Wir sind deine Reichsgenossen, Die du dir erwählet hast; Ach so laß uns unverdrossen Deinem Scepter dienstbar sein, Herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! laß uns, Herr, Dich in deiner Sanftmut küssen; Wollte gleich die Knechtsgestalt Deine Majestät verschließen, Ei so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei, O Herr, hilf, laß wohl gelingen, Daß wir ohne Heuchelei Dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, Der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen, Du Gesegneter des Herrn; Laß mich deine Wohnung sein! Bin ich armer Mensch zu wenig, Ei, so soll mein Reichtum sein, Wenn du bei mir ziehest ein. 3. Nimm mein Hosianna an Mit des Sieges Palmenzweigen: So viel ich nur immer kann, Will ich Ehre dir erzeigen Und im Glauben dein Verdienst Mir aneignen zum Gewinst. 4. Hosianna! Davids Sohn, Ach Herr, hilf, laß wohl gelingen, Laß dein Scepter, Reich und Kron Uns viel Heil und Segen bringen, Daß in Ewigkeit besteh Hosianna in der Höh! J. G. Olearius, 4 1711. 0 63. Mel. Vom Himmel hoch da lomm ich her. Komm Heidenheiland,Lösegeld, Komm, schönste SonnedieserWelt, Laß abwärts flammen deinen Warum willst du draußen stehen? Schein, Hosianna! bist du da? Ja du kommst, Hallelujah! B. Schmolck, 4 1737. 62. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Komm, du wertes Lösegeld, Dessen alle Heiden hoffen; Komm, o Heiland aller Welt, Tor und Türen stehen offen: Komm in deiner Gotteszier, Denn so will Gott geboren sein. 2. Komm an von deinem Ehren⸗ thron, Sohn Gottes und der Jungfrau Sohn, Komm an, du zweigestammter Held, Geh mutig durch dies Tal der 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf Und stiegst auch wieder himmel⸗ au — * Komm, wir warten mit Begier. Dein Abfahrt war zum Höllen⸗ 2. Zeuch auch in mein Herz al, hinein, Die Rückfahrt in den Sternen⸗ O du großer Ehrenkönig, saa 42 Advent. 4. O höchster Fürst, dem Vater gleich, Besieg hier dieses Fleisches Reich; Sehnt sich nach deiner Himmels-— kraft. 5. Es glänzet deiner Krippe Strahl, Ein Licht leucht durch dies finstre Tal, Es gibt die Nacht so hellen Schein, Der da wird unverlöschlich sein. Joh. Franck, 4 1677. 64. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. Rommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, Weil du weißt, was uns gebricht; O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Tür Steht dir offen, komm zu mir. 2. Ja, du bist bereits zugegen, DuWeltheiland, Jungfraunsohn; Meine Sinne spüren schon Deinen gnadenvollen Segen Und die Wunder deiner Kraft, Welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Leben übe; Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, Daß dich meines Herzens Grund Innig preise für die Güte, Die du mir, o Seelengast, Lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Ga⸗ ben, er die Liebe, Glauben und Geduld, Denn unsers siechen Leibes Haft Durch Bereuung meiner Schuld Mich zu dir sein hoch erhaben; Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. E. Chr. Homburg, 1681. 65. Mel. Vom Himmel hoch da lomm ich her. Cob sei dem allerhöchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Not Und sandte Jesum, seinen Sohn, —.7 Zu uns von seinerͤHimmel Thron. 2. Ihn sandt er, unser Trost zu sein, Vomsündendienstunszubefrein, Mit Licht und Kraft uns beizu⸗ stehn Und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. O welch ein liebevoller Rat, Welch unaussprechlich große Tat! Welch Gnaͤdenwerk, dem keines gleicht, as nie der Menschen Lob er-⸗ reicht. D D 4. Was sind wir, daß das böne Gut So große Dinge an uns tut? Was sind wir, daß uns Gott so liebt, Uns seinen Sohn zum Heiland gibt? 5. Ei nimm ihn heut mit Freu⸗ den an, Bereit ihm deines Herzens Bahn, Auf daß er komm in dein Gemüt, Und du genießest seiner Güt. „* Advent. 43 6. Bei solcher Treu gibt er dir Derhalben jauchzt, mit Freuden teil singt: An dem von ihm erworbnen Heil; Gelobet sei mein Gott, Doch hörst du seine Stimme nicht, Mein Heiland groß von Tat. So Wan deiner das Gericht. 3 O wohl dem Land, o wohl 7. Wie er vollHuld und Freund⸗ der Stadt, lichkeit So diesen König bei sich hatl Erscheint in dieser Gnadenzeit, Wohl allen Herzen insgemein, So kommt er einst mit Majestät, Da dieser König ziehet ein! Zum Richter aller Welt erhöht. Er ist die rechte Freudensonn, 8. Dann trifft die Sünder ewge Bringt mit sich lauter Freudund Pein; 6 Wonn; . Die Frommen gehn zum Leben Mein Tidner srüh und spat in in, Und in des Vaters ewgem Reich 4. Macht hoch die Tür, die Tor Macht er sie seinen Engeln gleich. macht weit! ö Eur Herz zum Tempel zubereit; 3 Jesus Zu. 5——— 9. Gelobt sei von uns Ebrift Die Zweiglein der Gottseligkeit — hrist Steckt auf mit Andacht, Lust und Der uns zum Heil erschienen ist! Frend Gelobt sei Gott der ihn gesandt, So kommt der König auch zu euch, Sein Ruhm erfülle jedes Land! Ja, Heil und Leben mit zugleich; Nach Mich. Weiße, 4 1542. Gelobet sei mein Gott, Voll Rat, voll Tat, voll Gnad. 6 5. Komm, o mein Heiland Jesu 56. ö Christ, 1 Meins Herzens Tür dir offen ist; Macht hoch die Tür, die Tor Ach zeuch mit deiner Gnaden ein, macht weit: Dein Freundlichkeit auch uns er⸗ Es kommt der Herr der Herr⸗ schein, lichkeit, Dein heilger Geist uns führ und Der König aller Königreich, leit Ein Heiland aller Welt zugleich, Den Weg zur ewgen Seligkeit. Der Heil und Leben mit sich Dem Namen dein, o Herr, bringt, Sei ewig Preis und Ehr! Derhalben jauchzt, mit Freuden G. Weissel, 4 1635. singt: Gelobet sei mein Gott, Mein Schöpfer reich von Rat. 67. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, Sein Königskron ist Heiligkeit, Mit Ernst, o Menschenkinder, Das Herz in euch bestellt, Sein Seepter ist Barmherzigkeit; ich All unsre Not zum End erbringt, Bald wird das Heil der Sünder, 44 Advent. Der wunderstarke Held, 2. Kein Scepter, keine Krone Den Gott aus Gnad allein Sucht er in dieser Welt; Der Welt zum Licht und Leben Im hohen Himmelsthrone Versprochen hat zu geben, Ist ihm sein Reich bestellt. Bei allen kehren ein. Er will hie seine Macht Und Majestä chüll 6 2250 5 doch oße Gastz Bis er 68 Vaters Witken en Weg dem großen Gast; ei* Macht seine Steige richtig, Im Leiden hat vollbracht. Laßt alles, was er haßt; 3. Ihr Mächtigen auf Erden, Macht eben jeden Pfad, Nehmt diesen König an, Die Tal laßt sein erhöhet; Wollt ihr beraten werden Macht niedrig was hoch stehet, Und gehn die rechte Bahn, Was krumm ist, macht gerad. Die nach dem Himmel führt. — Denn wenn ihr ihn verachtet —2 Gott an Hochsten Ut Und nur nach Hoheit trachtet, ei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmut übet,— Mit Angst zu Grunde geht,* Ihr Armen und Elenden Ein Herz, das richtig ist 4 5 dieser bösen Zeit, Und folget Gottes Leiten, Die ihr an allen Enden Das kann sich recht bereiten, Seid beunoch wahigemmt em kommt Jesus Christ. Sei 4 Zu d 8—— Laßt eure Lieder klingen, 4. Ach mache du mich Armen Dem König zu lobsingen, Zu dieser heilgen Zeit Der ist eur höchstes Gut. Aus Gü Frbar— Herr Jein selbst bereit! 5. Er wird nun bald erscheinen Zeuch in mein Herz hinein Der eucr Dend und W Vom Stall und von der Krippen, Ver——.——.— Tundr So werden Herz und Lippen Cerwandeln wird in Freud: Dir allzeit dankbar sein. Er ists, der helfen kann; Macht eure Lampen fertig, Val. Thilo. t 166ꝰ. Seid seiner stets gewärtig, Er ist schon auf der Bahn. 68 Mich. Schirmer, 4 1673. * Mel. Aus meines Herzens Grunde. 69. Nun jauchzet all, ihr Frommen Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. In dieser Gnadenzeit, NMun kommt das neue Kirchen⸗ Weil unser Heil ist kommen, jahr, Der Herr der Herrlichkeit; Des freut sich alle Christenschar; Zwar ohne stolze Pracht, Dein König kommt, drum freue Doch mächtig, zu verheeren dich, Und gänzlich zu zerstören Du wertes Zion, ewiglich. Hallelujah. Des Teufels Reich und Macht. Des Höchsten Zorn euch rührt. 29588 GEenES — SꝰeOSes one Hden, nen Advent. 45 2. Wir hören noch das Gnaden⸗ wort Vom Anfang immer wieder fort, Das uns den Weg zum Leben weist: Gott sei für seine Gnad gepreist. Hallelujah. 3. Gott, was uns deine Wahr⸗ heit lehrt,‚ Die unsern Glauben stets ver⸗ mehrt, Das laß uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Hallelujah. J. Olearius, + 1684. 70. Mel. Valet will ich dir geben. Wie soll ich dich empfangen,‚ Und wie begegn ich dir, O aller Welt Verlangen, O meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze Mir selbst die Fackel bei, Damit, was dich ergötze, Mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. ö 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud, Als Leib und Seele saßen In ihrem größten Leid? ö Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht. Da bist du, mein Heil, kommen Und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdscher Reichtum tut. 5.Nichts, nichtshatdich getrieben Zu mir vom Himmelszelt, Als das geliebte Lieben, Damit du alle Welt In ihren tausend Plagen Und großen Jammerlast, Die kein Mund aus kann sagen, So fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, Bei welchem Gram und Schmerze Sich häufet mehr und mehr: Seid unverzagt, ihr habet Die Hülfe vor der Tür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht bemühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet ziehen Mit eures Armes Macht: Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Not zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sünden Schuld, Nein, Jesus will sie decken Mit seiner Lieb und Huld: Er kommt, er kommt denSündern Zu Trost und wahrem Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? 46 Weihnachten. Der Herr wird sie zerstreuen 2. Wir warten dein, doch mit In einem Augenblick: Geduld Er kommt, er kommt, ein König, In unsern Prüfungstagen; Dem alle Macht und List Du hast dein Kreuz für unsre Der ganzen Welt zu wenig Schuld Zum Widerstande ist. So demutsvoll getragen: 10. Er kommt zum Weltgerichte, Rlns—4 ut dir Zum Fluch dem, der ihm flucht, 3 Kr 25500 5601 Mit Gnad und süßem Lichte Ris dirensgem begurmen,. Dem, der ihn liebt und sucht. Bis dus hinweg wirst nehmen? Ach komm, ach komm, o Sonne, 3. Wir warten dein, du hast Und hol uns allzumal uns ja Zum ewgen Licht und Wonne Das Herz schon hingenommen. In deinen Freudensaal. Stets bist du uns im Geiste nah, P. Gerhardt, 4 1676. Doch willst du sichtbar kommen; Und dann wirst du 71 5 Bei dir uns Ruh, — ö Bei dir uns Freude geben, Mel. Was Gott tut, das ist wohl Bei dir ein Himmelsleben. getan. 4. Wir warten dein, du kommst Wir warten dein, o Gottes gewiß; Sohn, Dir klopfen schon die Herzen, Und lieben dein Erscheinen; Vergessen aller Kümmernis, Bald ist die Wartezeit entflohn, Vergessen aller Schmerzen. Bald kommst du zu den Deinen. Dereinst, dereinst‚ Wer an dich glaubt, Wann du erscheinst, Erhebt sein Haupt Wie soll das Lied dir klingen Und sieht dir froh entgegen: Und ewig dir lobsingen! Du bringst ja Himmelssegen. K. B. Garve, + 1841. IV. Weihnachten. 72. Mel. Lobt Gott ihr Christen allzugleich. 2. Was sein erbarmungsvoller Rat Beschloß von Ewigkeit, Die große wundervolle Tat Also hat Gott die Welt geliebt,‚ Vollführt er in der Zeit. Daß er aus freiem Trieb Den eingebornen Sohn uns gibt; 3. Er, unser Heil und höchstes Wie hat er uns so lieb! Gut, 7 ller Rat stes zut, Weihnachten. 47 Der alle segnen kann, Nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, Doch ohne Sünde an. 4. Du Sohn des Allerhöchsten wirst Mir Rat und Kraft und Held, Mein Vater und mein Friedefürst, Der Heiland aller Welt. 5. Was mir zum Seligsein ge⸗ bricht, 8, Herr, erwirbst du mir: Ver söhnung, Leben, Trost und Licht, Das hab ich nur in dir. 6. Dein Mangel wird mein Überfluß, Dein Leiden stillt mein Leid, Dein Niedrigsein schafft mir Ge⸗ nuß Der höchsten Herrlichkeit. 7. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn In dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihnvorseinemThron, Erheb ihn, Christenheit! H. C. Hecker, 4 1743. 73. Mel. Kommt—.— 5 mir, spricht Gottes ohn. Brich an, du schönes Morgen⸗ licht! Das ist der alte Morgen nicht, Der täglich wiederkel hret; Es ist ein Leuchten aus der F Fern, Es ist ein Schimmer, istein Stern, Von dem ich längst gehöret. 2.Nun wirdeinKönig aller Welt, Von Ewigkeit zum Heil bestellt, Ein zartes Kind geboren; Der Teufel hat sein altes Recht Am ganzen menschlichen Ge⸗ schlecht Verspielt schon und verloren. 3. Der Himmel ist jetzt nimmer weit, Es naht die selge Gotteszeit Der Freiheit und der Liebe: Wohlauf, du frohe Christenheit, Daß jeder sich nach langem Streit In Friedenswerken übe. 4. Ein ewig festes Liebesband Hält jedes Haus und jedes Land Und alle Welt umfangen; Wir alle sind ein heilger Stamm, Der Löwe spielet mit dem Lamm, Das Kind am Nest der Schlangen. 5. Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt? Hier in der Krippe liegt ein Kind Mit lächelnder Gebärde: Wir grüßen dich, du Sternenheld, Willkommen, Heiland aller Welt, auf der 4. M. v. Schenkendorf, 4 1817. 74. é Mel. Wie schön leucht uns der Morgenstern. Der Heiland kommt, lobsinget ihm, Dem Herrn, dem alle Seraphim Das Heilig, Heilig singen! Er kommt, der eingeborne Sohn, Verläßt des Himmels hohen Thron, Um Heil der Welt zu bringen. Preis dir, Daß wir Von den Sünden Rettung finden, ö Gnad empfangen Und zum Himmelreich gelangen. 48 2. Willkommen, n 118 Held, Erlöser, Mittler, Heil der Welt, Willkommen hier auf Erden! Du kommst der sündgen Welt zu gut, Du kleidest dich in Fleisch und Blut, Willst unser Bruder werden. Ja du, Jesu, Kommst uns Armen voll Erbar⸗ men mild entgegen, Wandelst unsern Fluch in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zu⸗ friedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit; Sei hoch dafür gepriesen! O Herr, zu arm und schwach sind wir, Die Treue zu vergelten dir, Die du an uns erwiesen! Da wir Allhier Im Verderben müßten sterben, bringst du Leben; O was kannst du Größres ge⸗ ben? 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz Und wollen fromm in Freud und Schmerz Nach deinem Vorbild wandeln. Verwirf dies unser Opfer nicht Und gib uns deines Saicht Wie dirs gefällt zu handeln; Zeig di Freundlich, Hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen Und zu deinem Reiche dringen. Magdeburg 1786. Weihnachten. 75. Mel. Aus meines Herzens Grunde. ö Der heilge Christ ist kommen, Der süße Gottessohn, Des freun sich alle Frommen Im höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, Muß preisen hoch und loben Mit allen Engeln droben Den lieben, heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufgegangen, Die lange Nacht ist hin; Die Sünde ist gefangen, Erlöset ist der Sinn; Die Sündenangst ist weg, Und Liebe und Entzücken Baun weite Himmelsbrücken Aus jedem schmalsten Steg. 3. Nun sind nicht mehrdieKinder Verwaist und vaterlos: Gott rufet selbst die Sünder In seinen Gnadenschoß; Er will, daß alle rein Von ihren alten Schulden, Vertrauend seinen Hulden, Gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, Ihr Kinder fern und nah! Der euch den Vater weiset, Der heilge Christ ist da. Er ruft so freundlich drein Mit süßen Liebesworten: Geöffnet sind die Pforten, Ihr Kinder, kommt herein! E. M. Arndt, 1860. 76. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Dies ist der Tag, den Gott ge⸗ macht, Sein werd in aller Welt gedacht: Weihnachten. Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward: Da sandte Gottvon seinem Thron Das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, So steht mein Geist vor Ehr⸗ furcht still; Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigst dudich, Herr der Welt, Nimmst selbst an unsrer Mensch⸗ heit teil, Erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, Auf den die Väter hoffend sahn‚, Dich, GottmeinHeiland‚ betichan. 6. Du, unser Heil und höchstes Gut, Vereinest dich mit Fleisch und Blut, Wirst unser Freund und Bruder hier, Und Gottes Kinder werden wir. 7. Durch eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, Der in des Vaters Schoße sitzt? 8. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heiligsten Geburt! 49 Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues é Lied! 9. Dies ist der Tag, den Gott gemacht, Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. Chr. F. Gellert, 4 1769. 77. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Dies ist die Nacht, da mir er⸗ schienen Des großen Gottes Freundlich-⸗ keit; Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit, Und dieses Welt- und Himmels⸗ icht Weicht hunderttausend Sonnen ö nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäumenichtden Gnadenschein; Der Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein; Er treibet weg der Höllen Macht, DerSünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen Das Licht der klaren Seligkeit; Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, Bielleicht in einer kurzen Zeit, Wird dieses Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und deinLiebes⸗ lichtl D 50 Weihnachten. Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht: Willst du genießen diesen Schein, So darfstdunichtmehrdunkel sein. 5. Drum Jesu, schöne Weih⸗ nachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst, Dein Licht sei meine Weihnachts⸗ wonne Und lehre mich die Weihnachts⸗ kunst, Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes l vo C. F. Nachtenhöfer, 4 1685. 78. Rel. Vom Himmel hoch da lomm ich her. Empor zu ihm, mein Lobgesang, Dem einst das Lied der Engel klang! Der hohe Freudentag ist da, Lobsinget, Gottes Heil ist nah. 2. Geboren ward in dunklerNacht, Derunsdesvebensvichtgebracht. Nun leuchtet uns im tiefen Tal Der ewgen Morgenröte Strahl. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, In menschliche Natur gehüllt, Damitaͤuchwirihmwürdengleich Auf Erden und im Himmelreich. 4. Der jetzt im Himmel herrlich thront, Hatunterunsals Menschgewohnt Und führet uns mit sichrer Hand, Ein treuer Hirt, ins Vaterland. 5. Emporzuihm, mein Lobgesang, Dem schon der Engel Lied erklang! Welch hoher Freudentag ist da! Ihr Christen, singt Hallelujah! F. A. Krummacher, 4 1845. 79. Ermuntre dich, mein schwacher Geist, Und trage groß Verlangen, Ein Kind, das Ewigvater heißt, Mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam Und menschlich Wesen an sich nahm, Dadurch die Welt mit Treuen Als seine Braut zu freien. 2. Willkommen, Held aus Da⸗ vids Stamm, Du König aller Ehren, Willkommen, Jesu, GottesLamm, Ich will dein Lob vermehren; Ich will dir all mein Leben lang Vonderzen sagen reizundd Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 3. O großer Gott, wie konnt es sein, Dein Himmelreich zu lassen, Zu kommen in die Welt hinein, Da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, Dein Königreich, die Freuden—⸗ ö pracht, Dein selig Gottesleben Für solche Feind hingeben? 4. Brich an, du schönes cht licht, Und laß den Himmel tagen, Du Hirtenvolk, erschrecke nicht, Weil dir die Engel sagen, Daß dieses schwache Kindelein Soll unser Trost und Freude sein, Dazu den Satan zwingen Und letztlich Friede bringen. 5. O liebes Kind, o süßer Knab, Holdselig von Gebärden, Mein Bruder, den ich lieber hab, Weihnachten. Als alle Schätz auf Erden, Komm, Jesu, in meinHHerzhinein, Komm eilend,‚ laß dieKrippedein, Komm, komm, ich will beizeiten Dein Lager dir bereiten. 6. Du, des sich meine Seele freut, Mein höchstes Gut, mein Leben, Was soll ich dir aus Dankbarkeit Für deine Liebe geben? Ach nimm von mir Leib, Seel und Geist, Jaalles, wasMenschistundheißt, Ich will mich ganz verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, Sei dir von mir gesungen, Daß du mein Bruder worden bist Und hast die Welt bezwungen; Hilf, daß ich deine Gütigkeit Stets preis in dieser Gnadenzeit Und mög hernach dort oben In Ewigkeit dich loben. Joh. Rist, 80. Freuet euch, ihr Christen alle, Freue sich, wer immer kann, Gott hat viel an uns getan. Freuet euch mit großem Schalle, Daß er uns so hoch geacht, Sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnadensonne. 2. Siehe, siehe, meine Seele, Wie dein Heiland kommt zu dir, Brennt in Liebe für und für, Daß er in der dunklen Höhle 1667. Liegt als Kindlein dir zu gut,‚ Dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude: 51 Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnaͤdensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir Meine Seligkeit herrühr: So laß mich von dirnicht wanken; Nimm mich dir zu eigen hin, So empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dichdeiner Glieder Ferner noch in Gnaden an; Schenke, was man bitten kann, Zu erquicken deine Brüder; Gib der ganzen Christenschar Frieden und ein selges Jahr. Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Jesus ist die Gnadensonne. Chr. Keymann, 1662. 81. Dieser Da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seinerKammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind, Das verbindt Sich mit unserm Blute. D 2 52 Weihnachten. 3. Nun er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich Mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, liebe Brüder, Was euch quält, Was 210 fehlt, Ich bring alles wieder. 4. Ei so kommt und laßt uns laufen, Stellt euch ein, Groß und klein, Kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, Schaut den Stern, Der uns gern 3 und Labsal gönnet. „Die ihr schwebt in großen Leiden, Sehet, hier Ist die Tür Zu den wahren Freuden; Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 6. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, Wer empfindt Seine Sünd Und Gewissensschmerzen, Sei 9 trost: hier wird gefunden, Der in Eil Machet heil Auch die tiefsten Wunden. 7. Die ihr arm seid und elende,‚ Kommt herbei, Füllet frei Eure Glaubenshände. Hier sind alle guten Gaben Und das Gold, Da ihr sollt Euer Herz mit laben. 8. Süßes Heil, laß dichumfangen, Laß mich dir, Meine Zier, Unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben: Nun kann ich Mich durch dich Wohl zufrieden geben. 9. Meine Schuld kann mich nicht drücken; Denn du hast Meine Last All auf deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden; Ich bin gar Rein und klar Aller meiner Sünden. 10. Ich will dich mit Fleiß be⸗ wahren, Ich will dir Leben hier Und mit dir heimfahren. Mit dir will ich endlich schweben — Freud Ohne Zeit Dort im andern Leben. P. Gerhardt, 1676. Rem r é Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du Mensch geboren bist Voneiner Jungfrau, das istwahr, Des freuet sich der Engel Schar. Hallelujah. 2. Des ewgen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippe findt, In unser armes Fleisch und Blut ö Verkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah. 3. Den aller Weltkreis nie be⸗ schloß, ö Der liegt in Marien Schoß; Weihnachten. Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding erhält allein. Hallelujah. 4. Das Runen Licht geht da herein, Gibt der Welt ein neuen Schein; Esleuchtwohl mitten inderNRacht Und unsdes sLichtesKindermacht. Hallelujah. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hie ward Und führt uns aus dem Jammer⸗ tal, Macht Erben uns in seinem Saal. Hallelujah. 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm Und uns im Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Hallelujah. 7. Das hat er alles uns getan, Sein groß Lieb zu zeigen an, Des freu sich alle Christenheit Und dank ihm des in Ewigkeit. Hallelujah. Dr. M. Luther, 83. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Jauchzet,ihn dimmel.frohlocket, ihr Engel in Chören, Singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah Zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, froh⸗ + 1546. Mel. locket, ihr Enden der Erden, Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. 53 Friede und Freud Wird uns verkündiget heut; Freuet euch, Hirten und Herden. 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; Sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget. Gott wird ein Kind, Träget und hebet die Sünd: Alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; Gehet hinein, Macht euch dem Kinde gemein, Die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herz voll Erbarmen, mir schenken; Sollt nicht mein Sinn Innigst sich freuen darin Und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, Dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, Du sollst es sein, Den ich erwähle allein: Ewig entsag ich der Sünde. 7. Süßer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; Komm doch, meinHeiland undlaß mich nicht länger verloren: Wohne in mir, Mach mich ganz eines mit dir, Der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben; Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur leben; 5⁴ Gib mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, 0 Mach mich dir völlig ergeben. G. Tersteegen, 4 1769. 84. Mel. Nun freut euch lieben Christen gmein. V Ich steh an deiner Krippe hier, O Jesu, du mein Leben, Ich komme, bring und schenke dir, Was du mir hast gegeben. ö Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm hin hin M Und laß dirs wohl gefallen. 2. Du hast mit deiner 45 er⸗ üllt Mein Adern und Geblüte; Dein schöner Glanz, dein süßes Bild Liegt mir stets im Gemüte. Aus meinem Herzen lassen? Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erkoren; Eh ich durch deine Hand gemacht, Da hat dein Herze schon bedacht, Wie du mein wolltest werden. ö 4. Ich lag in tiefer Todesnacht, Du wurdest meine Sonne, Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht Des Glaubens in mir zugericht, Wie schön sind deine Strahlen! 5. Ich sehe dich mit Freuden an ö Und kann nicht satt mich sehen; + Nimm hin, es ist mein Geist und Und wie mag es auch anders sein? Wie könnt ich dich, du Herze mein, 3. Da ich noch nicht geboren war, Weihnachten. Undweilichnun nichtweiterkann, So tu ich, was geschehen; O daß mein Sinn ein Abgrund wär, Und meine Seel ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 6. Du fragest nicht nach Lust ö der Welt, Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Statt zu leiden, Suchst meiner Seelen Trost und Freud Durch dein selbst eignesHerzeleid, Das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen: Daß ich dich möge für und für In meinem Herzen tragen. So laß mich deine Krippe sein, Komm, komm und kehre bei mir ein Mit allen deinen Freuden. P. Gerhardt, 4 1676. 85. Mel. Ich dank dir lieber Herre. ö Ihr Christen auserkoren, Freut euch von Herzen sehr: Der Heiland ist geboren. Recht gute neue Mär! Des freuen sich dort oben Der heilgen Engel Schar, Die Gott den Vater loben Jetzt fort und immerdar. 2. So singen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, Freut euch von Herzen alle Ob diesem Kindelein. Euch, euch ist es gegeben Und hat das Heil bereit, Weihnachten. Daß ihr bei Gott sollt leben In steter Seligkeit. 3. Kein Mensch sich ja betrübe,‚ Denn dieses Kindelein Euch bringet süße Liebe: Was wollt ihr traurig sein? Den Himmel will es schenken Dem, der ihm glaubet fest: Daran sollt ihr gedenken, Euch freuen auf das best. 4. Nun ist euch Recht gesprochen An eurer Feinde Schar; Denn Christus hat zerbrochen, Was euch zuwider war. Tod, Teufel, Sünd und Hölle Sind ganz und gar geschwächt: Bei Gott hat seine Stelle Das menschliche Geschlecht. G. Werner, 4+ 1613. 86. Quem pastores. Mel. Herz und Sinnen zu ihm kehren; Singet fröhlich, laßt euch hören, Wertes Volk der Christenheit. 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; Wir, die unser Heil annehmen, Werfen allen Kummer hin. 3. Sehet, was hat Gott gegeben! Seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben Aus dem Leid insHimmels Freud. 4. Seine Seel ist uns gewogen,‚ Lieb und Gunst hat ihn gezogen,‚ Uns, die Satan hat betrogen, Zu besuchen aus der Höh. 55⁵5 5.JakobsSternistaufgegangen, Stillt das sehnliche Verlangen, Bricht den Kopf der alten Schlan⸗ gen Und zerstört der Hölle Reich. 6. O gebenedeite Stunde, Da wir das von Herzensgrunde Glauben und mit unserm Munde Danken dir, o Jesu Christ! 7. Schönstes Kindlein in dem Stalle, Sei unsfreundlich, bring uns alle Dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht. P. Gerhardt, 1676. 87. Cobt Gott, ihr Christen, allzu⸗ glei In seinem höchsten Thron, Der heut schleußt auf sein Him⸗ melreich Und schenkt uns seinen Sohn.:; Kommt und laßt uns Christum ehren,‚ T„ 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß Und wird ein Kindlein klein, Er liegt dort elend, nacktund bloß In einem Krippelein. 3. Cräußertsichall seiner Gwalt, Wird niedrig und gering Und nimmt an sich die Knechts⸗ gestalt, Der Schöpfer aller Ding. 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Ihr Milch die ist sein Speis, An dem die Engel sehn ihr Lust, Denn er ist Davids Reis, 5. Das seinem Stamm entsprie⸗ ßen sollt In dieser letzten Zeit, 56 Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein Reich, die Christenheit. 132 6. Er wechselt mit uns W lich, Fleisch und Blut nimmt er an, Gibt uns in seines Vaters Reich Die klare Gottheit dran.:) 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, Das mag ein Wechsel sein! Wie könniewohlnochfreundlicher Der liebe Jesus sein? 1 8. Heut schleußt er wieder auf die Tür Zum schönen Paradeis, Der Cherubstehtnichtmehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und 2—5 7 Nik. Hermann, 4 1561. 88. V Liebe, die den Himmel hat zerrissen, Die sich zu mir ins Elend nie⸗ derließ, Was für ein Trieb hat dich be⸗ wegen müssen, Der dich zu mir ins Jammer⸗ tal verwies? Die Liebe hat es selbst getan, Sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. Liebe ist so groß in dei⸗ nem Herzen, Daß du für mich das größte Wunder tust; 2. Die Die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, Daß mir zu gut du unter Dor⸗ nen ruhst. O unerhörter Liebesrat, Der selbst des Vaters Wort ins Fleisch gesenket hatl Weihnachten. 3. Die Liebe ist mein Anver⸗ wandter worden, Mein Bruder ist selbst die Barm⸗ herzigkeit. Der Gottheit Quell lebt nun in meinem Orden, Die Ewigkeit de mit Zeit. Das Leben selbst ist Mensch ge⸗ born, Der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Mensch⸗ heit ausgesöhnet, Diekeinigkeit der Seelen wieder⸗ ö bracht: Sie wird als Braut der Gottheit nun gekrönet, Da sie der Himmel selbst so an⸗ gelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut Und als ein reiner Thron der Gottheit engeweiht. 5. Die Weisheit spielt nun wie⸗ der auf der Erden, Dadurch das Paradies im Men⸗ schen grünt. Nun können wir aus Gott ge⸗ boren werden, Weil die Geburt des Herren dazu dient. Die neugeborne Seele spürt, Daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend kann nun unserm Herzen schaden: Immanuel ist bei uns in der Not. Ich gehe hin zu ihm, dem Quell der Gnaden, So dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer hängt mir nur noch an, Weihnachten. Der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, Dieweil sie selbst durch ihn ver⸗ dammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, Weil Christi Blut und Wasser in sie fließt? Immanuel löscht ihren Trieb: Er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 8 8. Ich habe nun ein ewig Leben unden, Viel Reichtum, Ehr und Wonne schenkt er mirt Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, Den ich in mir mit Liebeswir⸗ kung spür. Ichbin vergnügtund ganzgestillt, Weil mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, ErfreuedichindieserLiebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder‚, Und der Verlust ist völlig wieder⸗ bracht. O ewig, ewig wohl ist mir, Daß ich in Christo nundasWohl⸗ gefallen spür. Chr. Fr. Richter, 4 1711. 89. Vom Himmel hoch da komm ich her, Ich bring euch gute, neue Mär, Der guten Mär bring ich so viel, Davon ich singn und sagen will. Densündernichtverschmähethast Und kommst ins Elend her zu mir; Wie soll ich immer danken dir? 57 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, Von einer Jungfrau auserkorn, Ein Kindelein so zart und fein, Das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ unser Gott, Der will euch führn aus aller Not, Er will eur Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, Die Krippe und die Windeln schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat be⸗ schert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Ga stl 8. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, Wie bist du worden so gering! Auf dürrem Gras liegst du, Herr Christ, Der du Herr aller Herren bist. 9. Und wär die Welt vielmal so weit, Von Edelstein und Gold bereit, So wär sie doch dir viel zu klein Zu sein ein enges Wiegelein. 58 Weihnachten. 10. Der Sammet und die Sei⸗ den dein, Das ist grob Heu und Windelein, Darauf du König groß und reich Herprangst, als wärs dein Him⸗ melreich. 11. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr Ent u Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. 12. Ach du herzlieber Jesu mein, Mach dir ein Bette sanft und rein, Zu ruhn in meines Herzens Schrein, Daß ich nimmer vergesse dein. 13. Lob, Ehr sei Gott im höch⸗ sten Thron, ů 4. Was kann euch tun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren ö Gott. ö aßt zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn istworden eur Gesell. 5. Er will und kann euch lassen é nicht, Setzt ihr auf ihn eur Zuversicht; Es mögen euch viel fechten an, Dem sei Trotz, ders nicht lassen kann. 6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht, Ihr seid nun worden Gotts Ge⸗ schlecht; Des danket Gott in Ewigkeit, Geduldig, fröhlich allezeit. Dr. M. Luther, 4 1546. Der uns schenkt seinen eingen Sohn: Des freuet sich der Engel Schar Und singet uns solch neues Jahr! Dr. M. Luther, 4 1546. 90. Mel. Vom Himmel hoch da komm ich her. Vom Himmel kam der Engel Schar, Erschien den Hirten offenbar; Sie sagten ihn'n: Ein Kindlein zart Das liegt dort in der Krippe hart, 2. Zu Bethlehem in Davids Stadt, Wie Micha das verkündet hat; Es ist der Herre Jesus Christ, Der euer aller Heiland ist. é en, Du gibst den Sohn aus deinem 91. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Wie sollen wir dir, Vater, ö danken? Nein, deine Lieb ist viel zu groß, Istunaussprechlich, ohne Schran⸗ ken Schoß Du sendest uns den Eingebornen Von deinem Thron zum Staub 3——— herab, ZuunsGefallnen, unsVerlornen, Undweihestihnfüruns dem Grab. 2. Frohlocket ihm! Er steigt her⸗ nieder, Ein Mensch, gleichunsein Mensch zu seinz 3.Des solltihrbilligfröhlichsein, Er nennet Sünder seine Brüder Daß Gott mit euch ist worden ein; Und macht sie von der Sünde rein. Er ist geborneur Fleisch undBlut, Damit wir wieder Gott gefallen, Vergießet er sein teures Blut; Eur Bruder ist das ewge Gut. E —3*— Weihnachten. 59 Erbringtunsterblichkeitunsallen, Die Sünder richten, und die Und Lieb ist alles, was er tut. Frommen 3. O Liebe, Liebe, deinesgleichen Erhöhn zu dir an deinen Thron. Istin derganzen Schöpfungnichtl J. K. Lavater, 4 1801. KeinLobgesang kann sie erreichen‚ Nicht, wasderEngelZungespricht. 92 Des Himmels Herrlichkeit ver⸗* lassen, Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Und hier verfolgt, erwürgt zusein, Wer kann die Huld, die Demut Wir singen dir, Immanuel, fassen? Duvebensfürstund Gnadengquell, So lieben kann der Sohn allein. Du Himmelsblum und Morgen⸗ 2— tern, 4. Nun wissen wir, Gott voll Du Sohn der Jungfrau, Herr Erbarmen, der Herrn. Daß ewig du die Liebe bist. Hallelujah. Zu deinen offnen Vaterarmen Führt uns Erlöste Jesus Christ. 2. Wir singen dir mit deinem Nun fließt von dir nur Heil und Heer Leben, Aus aller Kraft Lob, Preis und Nur Seligkeit kommt her von dir. Ehr, DerGott, derseinen sohn gegeben, Daß du, o lang gewünschter Gast, Gibt mit dem Sohn auch alles Dich nunmehr eingestellet hast. ir. mir. Hallelujah. 5. Ach daß wir ganz in Liebe 3. Von Anfang, da die Welt brennten gemacht, Zu dir, dem Herrn in Knechts⸗ Hat so manch Herz nach dir ge⸗ gestalt! wacht, Achdaß wirbesserdanken könnten; Auf dich gehofft so lange Jahr Die wärmsten Herzen sind zu kalt! Der Väter und Propheten Schar. O möcht uns doch dein Geist Hallelujah. entzünden,— 8 ů Gäbst du uns göttliches Gefühl! 4.„Ach daß der Herr aus Zion Kein Mensch kann würdig sie käm empfinden, Und unsre Bande von uns nähm! Die Liebe ohne Maß und Ziel. Ach oür9e 4405 3 nHinn. 6. O habe Dank für deine Liebe! Hallelujah. Ich lebe dir allein, mein Heill 5 Wer jetzt, auch jetzt noch Sünder 5. Nun bist du hier, da liegest du, bliebe, Hältst in der Krippe deine Ruh, Gericht und Elend wär sein Teil. Bist klein und machst doch alles Denn auf den Wolken wirst du groß, kommen, Bekleidst die Welt und kommst Sohn Gottes und des Menschen doch bloß. Sohn, Hallelujah. 60 Neujahr. 6.Ichaber, deingeringsteranecht, Du machst mich alles Jammers Ich sag es frei und mein es recht: frei, Ich liebe dich, doch nicht so viel, Du trägst den Zorn, 56 würgst Als ich dich gerne lieben will. den Tod, Hallelujah. Verkehrst in Freud all Angst. und Not. 7. Der Will ist da, 15 Httein⸗ Hallelujah Doch wird dir Auchtogrder sein 10. Du bist mein Haupt, hin⸗ Mein armes Herz, und was es wiederum kann, Bin ich dein Glied und Eigentum Wirst du in Gnaden nehmen an. Und will, so viel dein Geist mir Hallelujah gibt, 8. Und bin ich gleich der Sünde Stets dienen dir wie dirs beliebt. voll, Hallelujah. Hab ich gelebt nicht wie ich soll, 11. Ich will dein Hallelujah hier Ei kommst du doch deswegen her, Mit Freuden singen für und für, Daß sich der Sünder zu dir kehr. Und dort in deinem Ehrensaal Hallelujah. Solls schallen ohneZeit und Zahl: 9. So faß ich dich nun ohne Hallelujah. Scheu, P. Gerhardt, 3 1676. V. Neujahr. 93 23 mein Gedächtnis schreib ich an: Mor V 17 9— Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Der Herr hat wohl an mir ge— 1. Sam. 7, 12. tan⸗ Bis hieherhatmich Gottgebracht Durch seine große Güte, Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüte. Bis hieher hat er mich geleit, Bis hieher hat er mich erfreut,‚ Bis hieher mir geholfen. ster Hort, Hilf mir zu allen Stunden, Hilf mir an all und jedem Ort, Hilf mir durch Jesu Wunden, 323 DPamit ich sag bis in den Tod: 3. Hilf fernerweit, mein treu⸗ Bis hieher mir geholfen. Durch Christi Blut hilft mir Dir sei Lob, Ehre, Preis mein Gott, 223 0— aaund Er hilft, wie er geholfen! Für die bisherge Treue, Amilie Juliane v. Schwarzburg⸗ Die du, o Gott, mir lebenslang Rudolftadt. 4 1700. Bewiesen täglich neue; Neujahr. 94. Mel. Vom Himmel hoch da lomm ich her. Das alte Jahr vergangen ist; Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du in Not uns und Gefahr So gnädiglichbeschütztdies Jahr. 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn DesVaters indemhöchstenThron: Du wollst dein arme Christenheit Bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heil⸗ sam Wort, Das ist der Seelen höchster Hort; Vor Irrlehr und Abgötterei Behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn Und fromm zu werden fangen an; Keinr Sündim alten Jahr gedenk, Ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Hilf christlich leben, seliglich Einst sterben undlaß fröhlichmich Am jüngsten Tage auferstehn Und mit dir in den Himmel gehn, 6. Zu danken und zu loben dich Mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr Zu deines Namens Lob und Ehr. Joh. Steuerlein, 4 1613. 95. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Das Jahr geht still zu Ende, Nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände Leg ich nun Freud und Schmerz, Und was dies Jahr umschlossen, Was Gott der Herr nur weiß, 6¹ Die Tränen, die geflossen, Die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, So kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, Wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen, Und mancher Mund nun stumm, Der erst noch hold gesprochen— Du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, Was man so gern vergißt: Daß diese arme Erde Nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, Die wir auf ihn getauft, In Zions goldnen Hallen Ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen Die Tränensaat ins Feld, Dort werden wir uns freuen Im selgen Himmelszelt; Wir sehnen uns hienieden Dorthin ins Vaterhaus Und wissens, die geschieden, Die ruhen dort schon aus. 5. O das ist sichres Gehen Durch diese Erdenzeit: Nur immer vorwärts sehen Mit selger Freudigkeit; Wird uns durch Grabeshügel Der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, Daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten Und mache fest das Herz, Geh selber uns zur Seiten Und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden So öde, so allein, O laß in deinem Frieden 8 hier schon selig sein. Eleonore v. Reuß,“ 1835. 96. Mel. Nun freut euch lieben Christen gmein. Das liebe neue Jahr geht an, Das alte hat ein Ende: Frischaufund freusichjedermann, Erhebe Herz und Hände Zu unserm Gott im Himmels⸗ thron, Dankihmund seinemliebenSohn, Auch Gott dem heilgen Geiste! 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gott Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht das bekannt Uns, die wir warn verloren. Im selgen lieben Gotteswort Geschrieben ists an manchem Ort Und wird uns klar verkündet. 3. Die reine Lehr und Sakrament Wir habn in unserm Lande, Fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande. Gott krönt das Jahr mit seinem Gut Und hält die Schul in guter Hut, Auch aller Christen Häuser. 4. Des danken wir dem lieben Herrn Und freun uns solcher Güte. Er woll den Feinden steurn und wehrn Und uns fort auch behüten. Er geb ein selig neues Jahr Und helf uns zu der Engel Schar, Da wolln wir ihn schön preisen. Cyr. Schneegaß, 4 1597. 97. Mel. Herzlich tut mich verlangen. DurchTrauernunddurchPlagen, Neujahr. Durch Not, durch Angst und Pein,‚, DurchHoffnungunddurchKlagen, ö Durch manchen Sorgenstein Bin ich, gottlob, gedrungen; Dies Jahr ist nun dahin: Dir Gott, sei Lob gesungen, Bewegt ist Herz und Sinn. 2. Der du mich hast erbauet, In dir besteht mein Heil; Dir ist mein Glück vertrauet, Du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, Du bist mein fester Trost; Dich laß ich ferner walten, Wenn mich die Not anstößt. 3. Mein Gott, o meine Liebe, Was du willst, will auch ich; Gib, daß ich nichts verübe, Was irgend wider dich; Dir ist mein Will ergeben, Ja, er ist nicht mehr mein, Dieweil mein ganzes Leben Dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schicken, Und, Herr, ich wills auch tun, Soll mich die Armut drücken, Ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen, Ja, Herr, befehle mir. Soll ich Verachtung tragen, Ach ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben, Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Angsten schweben, Mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden, Ich will gehorsam sein. Soll ich von dannen scheiden, Herr, dein Will ist auch mein. 6. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sei Auf mich neu ausgegossen, Mein Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, D 2—9325350 Neujahr. 63 So werd ich, Gott, bei dir Wiewohlichweiß, daß dirsgefällt, Auch neuen Segen finden; Daß ich mit Herz und Munde Dein Wort verspricht es mir. Dich kommen heiße und darauf G. W. Sacer, 2 1699. Von nun an richte meinen Lauf, Daß ich dir komm entgegen. 98. 6. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. und Varlichret 0 ldert 4. Und daß ich frei vor jedermann Gottlob, ein Schritt zur it Dich darf den Bräutgam nennen, — Und du, o teurer Lebensfürst, ö Dich dort mitmirvermählenwirst ö Und mir dein Erbe schenken. 7. Drum preis ich dich in Dank⸗ Ist abermals vollendet; Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, daraus mein Leben 0 fleußt,‚ barkeit, Und alle Gnade sich ergeußt Daß sich das Jahr geendet Zu meiner Seele Leben. Und also auch von dieser Zeit IHAhle Si s Ein neuer Schritt vollendet S d + 2 2. Ich zühle Stunden,. Dayr Und schreite hurtig weiter fort, Und wird mir allzulange, Bis ich gelange an die Pfort Bis es erscheine, daß ich gar, Jerusalems dort oben. O Leben, dich umfange, Damit, was sterblich ist an mir, Verschlungen RIin en in dir, Und meine Kniee wanken Und ich unsterblich 9 SobeutmirdeineHand geschwind 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht In meines Glaubens Schranken, Mein Herz, das du entzündet. DamitdurchdeineskraftmeinHerz Du bists, mit dem sich mein Ge⸗ Sich stärke, und ich himmelwärts müt Ohn Unterlaß aufsteige. Aus aller Kraft verbindet. Ich leb in dir und du in mir, 9. Geh, Seele, frisch im Glau⸗ Doch möcht ich, o mein Heil, zu dir ö ben dran Noch immer näher dringen. Und sei nur unerschrocken; 4. O daß du selber kämest bald! Laß dich nicht von der Pahn Ich zähl die Augenblicke. Ach domim, eh mirdas Herz erkalt Die Lust der Welt ablocken. Und sich zum Sterben schicke. So dirderLaufzulangsamdeucht, Komm doch in deiner Herrlichkeit, An eile wie ein Adlen fleugt Schau, deine Braut hatsichbereit, Mit Flügeln süßer Liebe. Die Lampen sind geschmücket. 10. O Jesu, meine Seele ist 5. Doch sei dir ganz anheim⸗ Zu dir schon aufgeflogen, gestellt Du hast, weil du voll Liebe bist, Die rechte Zeit und Stunde; Mich ganz zu dir gezogen. 8. Wenn auch die Hände lässig ind 6⁴ Fahr hin, was heißet Stund und Zeit: Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. A. H. Francke, + 1727. 99. Mel. Es ist das Heil uns lkommen her. Gott ruft der Sonne, ruft dem Mond, Das Jahr darnach zu teilen; Er, der im Himmel ewig thront, Er heißt die Zeiten eilen; Er ordnet Jahre, Tag und Nacht, Laßt uns erhöhn den Gott der Macht Und dankbar vor ihm weilen 2. Herr, der da ist und der da ö var, Dich rühmen alle Zungen! Dir sei für das entflohne Jahr Ein heilig Lied gesungen: Für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, Für Fried und Ruh, für jede Tat, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, Das du uns neu gegeben; Verleih uns Kraft, die Kraft ist ein, In deiner Furcht zu leben. Zu segnen bist du stets bereit, Wenn wir nach der Gerechtigkeit Und deinem Reiche streben! 4. Gib mir, wofern es dir ge⸗ fäll Des Lebens Ruh und Freuden; Doch schadet mir das Glück der Welt, So gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, 14„ Neujahr. Auf daß mich nimmer Not und Schmerz Von deiner Liebe scheiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich In diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich Und der bedrängten Brüder. Gib Glück zu jeder guten Tat Und laß dich, Gott, mit Heil und Rat Auf unsern König nieder. ö 6. Daß WeisheitundGerechtigkeit Auf seinem Stuhle throne, Daß Tugend und Zufriedenheit In unserm Lande wohne, Daß Treu und Liebe bei uns sei: Dies, lieber Vater, dies verleih In Christo, deinem Sohne. Nach Chr. F. Gellert, 4 1769. 100. Mel. Unser Herrscher, unser König. Zilf, Herr Jesu, laß gelingen, Hilf, das neue Jahr geht an; é Laß es neue Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben Wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Taten, Meiner Zunge Red und Wort Müssen nur durch dich geraten Und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen Und verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, Das gescheh in dir allein; Wenn ich schlafe, wenn ich wache, Wollest du, Herr, bei mir sein. Geh ich aus, wollst du mich leiten, Komm ich heim, so stehzur Seiten. Neujahr. 65 4. Laß dies sein ein Jahr der Durch Zittern und durch Zagen, Gnade, Durch Krieg und große Schrecken, Laß mich büßen meine Sünd: Die alle Welt bedecken. —— uch Bald ergebun 0 And 4. Denn wie von treuen Müttern 991 In schweren Ungewittern Riemand sonst, als du, Leben, Die Kindlein hier auf Erden Kannst die Sünde mir vergeben. Mit Fleiß bewahret werden: 5. Tröste mich mit deiner Liebe, 5. Also auch und nicht minder Nimm, o Gott, mein Flehen hin, Läßt Gott uns, seine Kinder, Wenn ich mich so sehr betrübe, Wenn Not und Trübsal blitzen, Ja voll Angst und Sorge bin; In seinem Schoße sitzen. Stärke mich in meinen Nöten. 6. Ach Hüter unsers Lebens Daß mich Sünd und Töten. Fürwahr, es ist vergebens öten. Mit unserm Tun und Machen, 6. Herr, du wollest Gnade geben, Wo nicht dein Augen wachen. Daß dies Jahr mir heilig sei, Und ich christlich könne leben— Alle Mort deine Treue, Sonder Trug und Heuchelei, Lob 4 15 srark neule. Daß ich noch allhier auf Erden Di 11 De. aleid I en, Fromm und selig möge werden. Die alles Herzleid wenden. 7. Jesu, laß mich fröhlich enden— Pate ferner dich erbitten, Dieses angefangne Jahr, O Vater, und bleib mitten Trage mich auf deinen Händen, In unserm Kreuz und Leiden Halte bei mir in Gefahr; Ein Brunnen unsrer Freuden. Freudig will ich dich umfassen, 9. Gib mir und allen denen Wenn ich soll die Welt verlassen. Die sich von Herzen sehnen J. Rist, 74 1667. Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. 101. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ ö pforten 9 A 2 9. Mel. Wach auf mein Herz und singe. Und laß an allen Orten, Nun laßt uns gehn und treten Wo Krieg und Blutvergießen, Mit Singen und mit Beten Die Friedensströme fließen. Zum Herrn, der unserm Leben 11. Sprich deinen milden Segen Bis hieher Kraft gegeben. Zu allen unfern Wegen, 2. Wir gehn dahin und wandern Laß Großen und auch Kleinen Von einem Jahr zum andern, Die Gnadensonne scheinen. Wir leben und gedeihen Sei 5 ö 12. Sei der Verlaßnen Vater, Vom alten bis zum neuen, Der Irrenden Berater, 3. Durch so viel Angst und Der Unversorgten Gabe, Plagen, Der Armen Gut und Habe. E 66 Epiphanie. 13. Hilf gnädig allen Kranken, Der uns hier herrlich ziere Gib fröhliche Pten Soel Und dort zum Himmel führe. Den hochbetrü ten eelen, 15. Das alles wollst du geber Die sich mit Schwermut quälen. O meines Lebens Leben Mose 14. Und endlich, was das Mir und der Christenschare meiste, Zum selgen neuen Jahre. Füll uns mit deinem Geiste, P. Gerhardt, 1676. VI. Epiphanie. A. Epiphaniasfest. 102 4. Drum kann nicht Friede 4.— werden, Mel. Valet will ich dir geben. Bis deine Liebe siegt, Bis dieser Kreis der Erden Der du zum Heil erschienen Zu deinen Füßen liegt, Der allerärmsten Welt Bis du im neuen Leben Und von den Cheruhinen Die ausgesöhnte Welt Zu Sündern dich gesellt, Dem, der sie dir gegeben, Den sie mit frechem Stolze Vors Angesicht gestellt. Verhöhnt für seine Huld, Als du am dürren Holze 5. Und siehe, tausend Fürsten Versohntest ihre Schuld: Mit Völkern ohne Licht 7 Stehn in der Nacht und dürsten 2. Daß uns ein Vater würde, 295 Gingst du vom Vater aus, Rach deinem Angesicht; Nahmst auf dich unsre Bürde In deinen Mieterschnd. test uns ein Haus; 7 aund hann 15„ Am Borne sie zu laben Von Westen und von Süden, 8 ů D*— 1 Von Morgen ohne Zahl er dir vom Herzen quillt. Sind Gäste nun beschieden 6. So sprich dein göttlich Werde, Zu deinem Abendmahl. Laß deinen Odem wehn, 3. Im schönen Hochzeitskleide, Din Poten Ausernehm Bon allen Flecken. d Daß, wo man Teufeln frönet Führst du zu deiner Freude Und vor den Götzen kniet, 59 Völkerscharen ein: Ein willig Volk, versöhnet, nd welchen nichts verkündigt, Zu deinem Tempel zieht Kein Heil verheißen war, 3. Die bringen nun entsündigt A. Knapp, T 1864. Dir Preis und Ehre dar. Epiphanie. 103. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Luc. 2, 25—-32. Ber Jesu, Licht der Heiden, Der FrommenSchatzund Lieb, Wir kommen jetzt mit Freuden Durch deines Geistes Trieb In diesen deinen Tempel Und suchen mit Begier Nach Simeons Exempel Dich großen Gott allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, O Herr, an jedem Ort, Dahin du dich verbunden Durch dein Verheißungswort, Vergönnst noch heutzutage, Daß man dich gleicherweis Auf Glaubensarmen trage, Wie hier der fromme Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, Ein helles Licht in Pein, In Schrecken unsre Sonne, Im Kreuz ein Gnadenschein, In Zagheit Glut und Feuer, In Not ein Freudenstrahl, In Krankheit ein Befreier, Ein Stern in Todesqual. 4. Herr, laß auch uns gelingen, Daß einst wie Simeon Ein jeder Christ kann singen Den schönen Schwanenton: Mir werden nun mit Frieden Die Augen zugedrückt, Nachdem ich schon hienieden Den Heiland hab erblickt. 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, Mein Jesu, dich geschaut: Kein Feind kann dich mir rauben, Dräut er auch noch so laut. Ich wohn in deinem Herzen, Und in dem meinen du, Uns scheiden keine Schmerzen, Rein Angst, kein Tod dazu. 67 6. Hier will es oft mir scheinen, Du sähst mich strafend an, Daß ich vor Angst und Weinen Dich kaum erkennen kann; Dort aber wirds geschehen, Daß ich von Angesicht Zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht. ö J. Franck, 4 1677. 104. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. é Matth. 2, 1—12. Icssu, großer Wunderstern, Der aus Jakob ist erschienen, Meine Seele will so gern Dir an deinem Feste dienen: Nimmdoch, nimmdochgnädigan, Was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glau⸗ bens hin, Wie ichs von dir selber habe Und damit beschenket bin; So ist dirs die liebste Gabe; Laß es auch bewährt und rein In dem Trübsalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Laß denselben zu dir dringen; Herz und Lippen sollen stets Ihn als Opfer vor dich bringen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu Ach mich schmerzet meine Sünde; Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade finde Und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. E. Neumeister, 4 1756. E2 105. Mel. Valet will ich dir geben. O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, Dein Reich soll ewig währen, Im Himmel ist dein Thronz Hilf, daß allhier auf Erden Den Menschen weit und breit Dein Reich bekannt mög werden Zur Seelen Seligkeit. 2. Von deinem Reiche zeugen Die Leut aus Morgenland,‚ Die Knie sie vor dir beugen, Dieweil sie dich erkannt. Der Stern auf dich hinweiset, Dazu das göttlich Wort; Drum man dich billig preiset, Daß du bist unser Hort. 3. Du bist ein großer König, Wie uns die Schrift vermeldt, Doch achtest du gar wenig Vergänglich Gut und Geld, Prangst nicht auf stolzem Rosse, Trägst keine güldne Kron, Thronst nicht in hohem Schlosse; Hier hast du Spott und Hohn. 4. Doch bist duschön geschmücket, Dein Glanz erstreckt sich weit, Epiphanie. Dein Güte fern hinblicket Und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen Durch dein Macht und Gewalt, Daß sie im Frieden sitzen, Die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbarmen, In dein Reich nimm mich auf; Dein Güte schenk mir Armen Und segne meinen Lauf. ö Den Feinden wollst du wehren, Dem Teufel, Sünd und Tod, Daß sie mich nicht versehren: Rett mich aus aller Not. 6. Du wollst in mir entzünden Dein Wort, den schönen Stern, Daß falsche Lehr und Sünden Sein meinem Herzen fern. Hilf, daß ich dich erkenne Und mit der Christenheit Dich meinen König nenne Jetzt und in Ewigkeit. M. Böhm, 1622. 106. Mel. Unser Herrscher, unser König. Werdelicht, duStadtderHeiden, Und du, Salem, werde licht; Schaue, welch ein Glanz mit Freuden UÜber deinem Haupt anbricht! Gott hat derer nicht vergessen, Die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit die mußte weichen, Als dies Licht kam in die Welt, Dem kein andres ist zu gleichen, Welches alle Ding erhellt: Die nach diesem Glanze sehen, Dürfen nicht im Finstern gehen. 3. Gottes Rat war uns ver⸗ borgen, Seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, Jedem fehlt es an dem Licht, Das zum rechten Himmelsleben Seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen Ist der Aufgang aus der Höh, Haben wir das Licht empfangen, Welches so viel Angst und Weh Aus der Welt hinweggetrieben, Daßnichts Dunklesübrigblieben. 5. Jesu, reines Licht der Seelen, Du vertreibst die Finsternis, Die in dieser Sündenhöhlen Unsern Tritt macht ungewiß; Epiphanie. 69 Jesu, deine Lieb und Segen Deuchten uns auf unsern Wegen. ö 6. Dein Erscheinung müß erfüllen Mein Gemüt in aller Not, Dein Erscheinung müsse stillen Meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen Müsse mir dein Licht erscheinen. 7. Jesu, laß mich endlich gehen Freudig aus der bösen Welt, Dein so helles Licht zu sehen, Das mir dort schon ist bestellt, Wo wir sollen unter Kronen In der schönsten Klarheit woh⸗ nen. J. Rist, 1 1667. B. Prophelisches Amt Chrilti. 107. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Joh. 14, 6. Aus irdischem Getümmel, Wo nichts das Herz erquickt, Wer zeigt den Weg zum Himmel, Wohin die Hoffnung blickt? Wer leitet unser Streben, Wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durch Tod zum Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Hier irren wir und fehlen, Gehüllt in tiefe Nacht: Durch wen wird unsern Seelen Ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, Die alles uns erhellt, Denn Christus ist die Wahr⸗ heit, Er ist das Licht der Welt. 3. Wer gibt uns hier schon Freuden, Die niemand rauben kann? Wer zeiget uns im Leiden Den Himmel aufgetan? Wenn vor dem Tod wir beben, Wer gibt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, Führt uns dem Vater zu. K. J. Asschenfeldt, 4 1856. 108. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Byd deine Menschenliebe War die Quelle deiner Triebe, Die dein treues Herz bewogen, Dich in unser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab ge⸗ strecket, O der ungemeinen Triebe Deiner treuen Menschenliebe! 2. über seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf ers cheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Armen Mehr als väterlich erbarmen, Der Betrübten Klagen hören, Sich in andrer Dienst verzehren, Sterben für die ärgsten Sünder, Das ist Lieb, o Menschenkinder. 3. O du Zuflucht der Elenden, Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen, O wie pflegtest du zu eilen, Das Gebetne mitzuteilen. 4. Die Betrübten zu erquicken, Zu den Kleinen dich zu bücken, Die Unwissenden zu lehren, 70 Epiphanie. Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, Täglich liebreich zu dir locken, Das war, Jesu, deine Weise, Täglich deine Freud und Speise. 5.Owiehochstieg deinErbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein unschätzbar teuer Leben In den ärgsten Tod gegeben, Da du in der Sünder Orden Aller Schmerzen Ziel geworden Und, den Segen zu erwerben, Als ein Fluch hast wollen sterben. 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen Für die Lästerung zu segnen, Für der Feinde Schar zu beten Und die Mörder zu vertreten. 7. Herr, laß deine Liebe decken MeinerSünden MengundfFlecken. Du hast das Gesetz erfüllet Und desselben Fluch gestillet: Laß mich wider dessen Stürmen Deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, Salbe sie mit deiner Liebe. J. J. Rambach, 1735. 109. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Heilger Jesu, Heilgungsquelle, Mehr als Krystall rein, klar und helle, Du lautrer Strom der Heiligkeit, Aller Glanz der Cherubinen Und Heiligkeit der Seraphinen Ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir: Ach bilde mich nach dir, Du mein alles! O Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich mag heilig sein wie du. 2. Stiller Jesu, wie dein Wille Dem Willen deines Vaters stille Und bis zum Tod gehorsam war, Also mach auch gleichermaßen Meinterzund Willendirgelassen, Ach stille meinen Willen gar. Mach mich dir gleichgesinnt, Wie ein gehorsam Kind, Stille, stille. O Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich fein stille sei wie du. 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, großer Arbeit, Müh und Kummer Bist du gewesen Tag und Nacht; Mußtest täglich viel ausstehen, Des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen Und hast gebetet und gewacht. Gib mir auch Wachsamkeit, Daß ich zu dir allzeit Wach und bete. O Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich stets wachsam sei wie du. 4. Gütger Jesu, ach wie gnädig, Wie liebreich, freundlich und gut⸗ tätig Bist du doch gegen Freund und Feind! Deine Sonne scheinet allen, Dein Regen muß auf alle fallen, Ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Gott, ach lehre mich, Damit hierinnen ich Dir nacharte. O Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich auch gütig sei wie du. Epiphanie. 5.Sanfter Jesu, warstunschuldig Und littest alle Schmach geduldig, VergabstundübtstnichtRacheaus; Wer kann deine Sanftmut messen, Bei der kein Eifer dich gefressen, Als der um deines Vaters Haus. Mein Heiland, ach verleih Mir Sanftmut und dabei Guten Eifer. O Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich sanftmütig sei wie du. 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, Du suchtest deine Ehre wenig Und wurdest niedrig und gering; Wandeltest ganz arm auf Erden, In Demutundinenechtsgebürden, Erhubstdich selbstin keinem Ding. Herr, solche Demut lehr Mich auch je mehr und mehr Stetig üben. O Jesu, du, Hilf mir dazu, Daß ich demütig sei wie du. 7. Keuscher Jesu, all dein Wesen Warzüchtig, keuschundauserlesen, Von ungetrübter Sittsamkeit; Denken, Reden, Glieder, Sinnen, Gebärden, KleidungundBeginnen War ganz in lauter Züchtigkeit. O mein Immanuel, Mach mir Geist, Leib und Seel Keusch und züchtig. O Jesu, du, Hilf mir dazu, So keusch und rein zu sein wie du. 8. Liebster Jesu, liebstes Leben, Mach mich in allem dir recht eben UnddeinemheilgenVorbildgleich; Mich mit Geist und Kraft durch⸗ dringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe Und tüchtig werd zu deinemReich. 71 Ach zeuch mich ganz zu dir, Behalt mich für und für, Treuer Heilandl O Zesu, du, Laß mich wie du, Und wo du bist, einst finden Ruh. 1700. 110. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Matth. 5. ö Kommt, laßt euch den Herren lehren, Kommt und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören In der rechten Christen Zahl: Die bekennen mit dem Mund, Glauben auch von Herzensgrund Und bemühen sich daneben, Guts zu tun, so lang sie leben. 2. Selig sind, die Demut haben Und sind allzeit arm im Geist, Rühmen sich gar keiner Gaben, Daß Gott werd allein gepreist, Danken dem auch für und für; Denn das Himmelreich ist ihr Gott wird dort zu Ehren setzen, Die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tragen, Da sich göttlich Trauern findt, Die beseufzen und beklagen Ihr und andrer Leute Sünd; Die deshalben traurig gehn, Oft vor Gott mit Tränen stehn: Diese sollen noch auf Erden Und dann dort getröstet werden. 4. Selig sind diefrommen Herzen, Da man Sauftmut spüren kann, Welche Hohn und Trutz ver⸗ schmerzen, Weichen gerne jedermann; Die nicht suchen eigne Rach Und befehlen Gott die Sach: 72 Epi phanie. Diese will der Herr so schützen, 10. Herr, regier zu allen Zeiten Daß das Erdreich sie besitzen. Meinen Wandel hier auf Erd, 5. Selig sind, die sehnlich streben Paß ich solcher Seligkeiten Nach Gerechtigkeit und Treu, Daß an ihrem Tun und Leben Kein Gewalt noch Unrecht sei; Die da lieben gleich und recht, Niemals sind der Sünde Knecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen: Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen Sich annehmen fremder Not, Sind mitleidig mit den Armen, Bitten treulich für sie Gott; Die behülflich sind mit Rat, Auch wo möglich mit der Tat, Werden wieder Hülf empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden Reines Herzens jederzeit, Die in Werk, Wort und Gebärden Lieben Zucht und Heiligkeit: Diese, welchen nicht gefällt Die unreine Lust der Welt, Sondern sie mit Ernst vermeiden, Werden schauenGottmitfFreuden. 8. Selig sind, die Friede machen Und drauf sehn ohn Unterlaß, Daß man mög in allen Sachen Fliehen Hader, Streit und Haß: Die da stiften Fried und Ruh, Raten allerseits dazu, Sichauch Friedens selbstbefleißen, Werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, 103 Len, ein, Da sie es doch nicht verschulden Und gerecht befunden sein: Ob des Kreuzes gleich ist viel, Auch aus Gnaden fähig werd. Gib, daß ich mich acht gering, Meine Klag oft vor dich bring, Sanftmut auch an Feinden übe, Die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, Immer hab ein reines Herz, Die im Unfried stehn, versühne, DiranhanginFreudundSchmerz. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub an deinen Sohn Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiße rechter Werke. Nach J. Heermann, 1647. I11. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Casset uns mit Jesu ziehen, Seinem Vorbild folgen nach, In der Welt der Welt entfliehen: Auf der Bahn, die er uns brach, Immerfort zum Himmel reisen, Irdisch noch, schonhimmlischsein, Glauben recht und leben rein, In der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, Geh voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden Seinem Vorbild werden gleich, Nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht droben reich; Tränensaat die erntet Lachen, Hoffnung tröstet mit Geduld, Es kann leichtlich Gottes Huld Setzet Gott doch Maß und Ziel, Aus dem Regen Sonne machen. Und hernach wird ers belohnen Jesu, hier leid ich mit dir, Ewig mit der Ehrenkronen. Dort teil deine Freud mit mir. D&NEESE Epiphanie. 73 3. Lasset uns mit Jesu sterben‚ 3. Laß in deinem Licht mich SeinTodschütztvormandernTod, wandeln, Reißt die Seel aus demVerderben, O du heller Morgenstern; Wendet ab die ewge Not. Lehr mich, daß ich recht zu handeln Laßt uns töten, weil wir leben, Aus dem Wort des Lebens lern, Unser Fleisch, ihm sterben ab: Und gleich wie du für und für So wird er uns aus dem Grab Bist des Vaters Bild und Zier, In des Himmels Leben heben. Also laß auch deine Strahlen Jesu, sterb ich, sterb ich dir, In mir, Herr, dein Bildnis malen. Daß ich lebe für und für. 4. Wohne, herrs che, leuchte, heilel 4. Lasset uns mit Jesu leben! Dir, dir räum ich Herz und Mut; Weil er auferstanden ist, Sei mir stets zur Feuersäule, Muß das Grab uns wieder geben. Fülle mich mit Licht und Glut. Jesu, unser Haupt du bist, Eine Sonne wärmt die Welt, Wir sind deines Leibes Glieder, Fine Sonne mir gefällt; Wo du lebst, da leben wir; Würde die mich nicht beseelen, Ach erkenn uns für und für, Müßt ich meines Ziels verfehlen. TrauterFreund, für deine Brüder. Dir, o Jein leb ich hier 5. Ja willst du dich schon ver⸗ Und dort ewig auch bei dir. ö stecken 17 2 Einen Augenblick vor mir, Sigm. v. Birten, 4 161. Es soll mich doch nicht erschrecken; Ich will schweigen, trauen dir: é Du wirst deinen Bund und Eid 112. Halten fest in Ewigkeit. Wenn die Sonne wird vergehen, Mel. Werde munter mein Gemüte Bleibet doch dein Wort mir stehen. Tebenssonne, deren Strahlen 6. Du sollst auch im Finstern Auch im Dunkeln geben Schein,‚ heißen Dich nach Würden abzumalen, Meines Herzeus einges Licht. Ist der Sonne Glanz zu tlein: Tod und Grab kann nicht zer⸗ Aller Sterne güldne Pracht, ö reißen, Gegen dich ists lauter Nacht. Was dein Testament verspricht. Mond und Sonne müssen weichen Prüfe, forsch mich wie du willt, Und vor deinem Glanz erbleichen. Du bleibst mir doch Sonn und Schild; 2. Komm denn, As deine Hastdudichmirschon entnommen, arheit.. Allen Sündendunst durchbricht, Du wirst eilend wieder kommen. Zeige mir den Weg zur Wahrheit, 7. Komm nur bald,‚ laß deine Zeig dein helles Angesicht; Waisen Treib aus meinem Herzen aus Dir nachschmachten nicht zu lang; Alle Schatten, laß dein Haus7, Auf des Lebens schweren Reisen Drin du dich willst ewig spiegeln, Wird der Seele oft gar bang. Keine Macht der Welt verriegeln. Ende meinen Kampf und Lauf, 7⁴ Geh in Herrlichkeit mir auf, Und dein Antlitz ewig sehen. F. A. Lampe, 1729. 113. Mel. Vater unser im Himmelreich. U Lehrer, dem kein andrer gleich, An Eifer, Lieb und Weisheit reich, Des ewgen Vaters höchster Rat, Prophet, berühmt durch Wort und Tat, Den Gott zu unserm Heil gesandt Und ihn gesalbt mit eigner Hand, N 2. Du wiesest uns diewahre Spur MA Zu Gott, dem Schöpfer der Natur; I Du hast den Weg uns recht ge⸗ * zeigt, Auf welchem man zum Himmel steigt. Was du vom Vater selbst gehört, Das hast du unverfälscht gelehrt. 3. Du bist das wahre Licht der So haben dich bekannt gemacht DieWunder, die duhast vollbracht; Was du gelehret, sei von Gott. 4. Nachdem du eingegangen bist, Wo aller Weis sheit Urquell ist, Machst du durch deiner Boten Mund Noch jetzt dein Heil den Menschen * kund; Du bist es, Herr, von dem das * Amt, ö Das die Versöhnung predigt, stammt. 5. Noch immer hilfst du deinem Wort In seinen Siegen mächtig fort; Laß vor deinem Thron michstehen Inn hast besiegelt durch den Tod, Zu trinken von mir, Epiphanie. Du sendest, wie dein Mund ver⸗ heißt, ö Noch immer deinen heilgen Geist, Durch den du Kraft zum Glau⸗ ben schenkst Und unser Herz zum Guten lenkst. 6.Ach laß, o himmlischerProphet, Mich schauen deine Majestät, Mach mich von Eigendünkel frei, Damit ich dir gehorsam sei; Du sollst mein höchsterLehrer sein, Führ mich in deine Schule ein. J. J. Rambach, 4 1735. 114. 0 Ursprung des Lebens, O ewiges Licht, Da niemand vergebens Sucht, was ihm gebricht; Lebendige Quelle, Die lauter und helle Sich aus seinem heiligen Tempel Welt; So hatGott selbst dich dargestellt; ergießt Und in die begierigen Seelen ein⸗ fließt! Du sprichst: Wer begehret Was ewiglich nähret, Der komme: allhier Sind himmlische Gaben, Die kräftiglich laben; Er trete im Glauben zur Quelle heran, Hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm ich, mein Hirte, Mich dürstet nach dir; Mir Armen nicht brechen, O Liebster, bewirte Dein Schäflein allhier. Du kannst dein Versprechen ⁰ — HEE 2SAn.e%35 5. Drum gib mir zu trinken, Epiphanie. 75 Du siehest, wie elend und dürftig Wo liebliche Stille, ich bin; Wo Wonne, wo Jauchzen, wo Auch gibst du die Gaben aus Herrlichkeit wohnt, Gnaden nur hin. Wo heiliges Leben wird ewig be⸗ lohnt. 4. O Brunngquell, du labest. 47 Geist, Seele und Mut, Ch. J. Koitsch, 4 1785. Und wen du begabest, Hat Wewet zn e Reßt— Dies recht zu genießen, Kann alles versüßen; 11¹⁵. Es singet, es jauchzet das fröh⸗ Mel. Sollt es gleich bisweilen scheinen. liche Herz, 17 Es weiß nichts von Kummer und Treuer Meister, deine Worte nagendem Schmerz. Sind die rechte Himmelspforte. Deine Lehren sind der Pfad, Dru 2 Der uns führt zu Gottes Stadt. Wie dein Wort verheißt; 4 Laß gänzlich versinken 2. O wie selig, wer dich höret, Den sehnenden Geist Wer von dir will sein gelehret, Im Meer deiner Liebe; Wer zu jeder Zeit und Stund Laß heilige Triebe Schaut auf deinen treuen Mund. Mich immerfort treiben zum— 4 3 ö Himmlischen hin, 3. Sprich doch ein in Sahte Es werde mein Herze Ten darin. Rede doch zu meiner Seele, Lehr sie halten bis in Tod Hi 6. Wenn du auch vom Leiden Deiner Liebe Liebsgebot. Was schenkest mir ein, 4. Hilf mir mich im Lieben üben „ Zid, dir mit Freuden Und Gott über alles lieben; Gehorsam zu sein. Meinen Nächsten gleich wie mich Denn alle die, welche Laß mich li zunfln Mit trinken vom Kelche, Laß mich lieben inniglich. Den du hast getrunken im Leiden 5. Lehr mich heilige Gebärden, allhier, Laß mir deine Demut werden; Die werden dort ewig sich freuen Gib mir deine Sanftmut ein, mit dir. Laß mich klug in Einfalt sein. 6. Also werd ich mich verbinden 7. Drum laß mich auch werden, Mein Jesu, erqauickt, Ganz mit dir und Ruhe finden: Da wo deine Herden Also werd ich in der Zeit Kein Leiden mehr drückt, Sein gelehrt in Ewigkeit. Wo Freude die Fülle, J. Scheffler, 4 1677. Passion. VII. Palsion. 116. Mel. Dir, dir Jehova will ich singen. Ach sieh ihn dulden, bluten, sterben, O meine Seele, sag ihm from⸗ men Dank: Sieh Gottes eingen Sohn und ben, Wie mächtig ihn die treuste Liebe drang! Wer hat wohl je so heiß wie er geliebt, Der auch sein Leben für die Sün⸗ der gibt? 2. Wie dunkel waren jene tunden, O Herr, und welche Lasten drück⸗ ten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden; Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich! Noch heute ruft es mir ermun⸗ ternd zu, Daß du mich liebst, Du 552 5W. Dulder du. 3. So sollt es sein: du mußtest leiden; Dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, Ein Siegel auf den ewgen Frie⸗ densbund. So wahr dich 225 9 sü Opfer b für mich, So feste stehts, er Uiebt mich vä⸗ terlich. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe, Ich sehe in sein Vaterherz hinein. Wenn ich im Glauben 2 he ö terbe Dann ist die Seligkeit des Him⸗ mels mein. Ob Sonn und Mond und Erde untergehn: Mir bleibt doch ewig Gottes Gnade stehn. 5. Was fürcht ich noch des Gra⸗ bes Schrecken? Dein Tod nahm ja dem Tode seine Macht. Mag meinen Leib die Erde decken; Zum Leben bist du, Lebensfürst, erwacht: Zum Leben geh auch ich aus mei⸗ ner Gruft Verklärt hervor, wenn deine Stimme ruft. 6. Nimm hin den Dank für deine Plagen, Den dir, mein Retter, treue Liebe bringt; Noch heißern Dank will ich dir sagen, Wenn dir mein Geist im Chor der Engel singt. Dann stimmen alle Selgen jauch⸗ zend ein, Der ganze Himmel wird dann Zeuge sein. Joh. Aug. Hermes, + 1822. 117. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Der am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb ist Jesus Christ. Weg,‚ ihr argen Sündentriebe EIIAM?/ 9 SESGO Passion. Satan, Welt und Fleischeslist! Eure Lieb ist nicht von Gott, Eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. ö 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet dich, Daß ich mich im Glauben übes Jesus gab sich selbst für mich; So ward er mein Friedensschild, ö Aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du besiegst mich nicht. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der für mich ging ins Gerichtl Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Trät ich nicht sein Blut mitHohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Schweig, Gewissen, glaube dran: Gott aus reinem Liebestriebe Hat die Handschrift abgetan Und mit meines Bürgen Blut Sie durchstrichen mir zu gut. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Keine Trübsal, noch so groß, Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los; Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstentum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nunistauch der Tod mein Freund. Wenn ich wie ein Staub zerstiebe‚ Wird mein Jesus mir vereint; Da, da schau ich Gottes Lamm, 77 Meiner Seele Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, Weil ich mich im Glauben übe. IIS. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Der du, Herr Jesu, Ruh und Rast In deinem Grab gehalten hast: Gib, daß wir in dir ruhen all, Und unser Leben dir gefall. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, Die du erkauft mit deinem Blut, Und führ uns in des Himmels Licht Zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes⸗ lamm, Getötet an des Kreuzes Stamm: Laß ja uns Sündern deine Pein Den Eingang in das Leben sein. G. Werner, 4 1643. 119. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Die Seele Christi heilge mich, ö Sein Geist versenke mich in sich, Sein Leichnam, der für mich ver⸗ wundt, Der mach mir Leib und Seel gesund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speers aus seiner Seite OB, Das sei mein Bad, und all sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Mut. 78 3. Der Schweiß von seinem An⸗ esicht 9 Laß mich nicht kommen ins Ge⸗ richt, Pein, Das wolle meine Stärke sein. 4. O Jesu Christ, erhöre mich, Nimm und verbirg mich ganz in ich, Schließ mich indeine Wunden ein, Daß ich vorm Feind kann sein. ein. 5. Ruf mir in meiner letzten Not Undsetzmich neben dich, mein Gott, Daß ich mit deinen Heilgen alln Laß ewiglich dein Lob erschalln. J. Scheffler, 4 1677. 120. gemeine. finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu ver⸗ binden, Dir auf ewig treu zu sein; Und zum Zeichen, daß dies Lob⸗ Deinem Herzen angenehm und schöne, Sage Amen und zugleich: Chr. Ren. v. Zinzendorf, 4 1752. Passion. Sein ganzes Leiden, Kreuz und N ie wir ier beisammen Die wir uns allhier veis Meine Schuld und deine Huld. Selig läßts im Tränental sich ö wandern, Wenn dies eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Antlitz niedersank Und den Kelch des Vaters trank. ö 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er als ein stilles Lamm Dort so blutig und so bleich zu sehen, 2 Hängend an des Kreuzes Stamm, Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist vollbracht! Mel. Herr und Altster deiner Kreuz⸗ 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Als ich in der Finsternis gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh es auf des Hirten Ruf ge⸗ getöne achtet, Und mit teurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. Friede, Friede sei mit euch! 4. Ich bin dein!— sprich du darauf ein Amen. Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles tun und alles lassen, In dir leben und in dir erblassen: Das sei bis zur letzten Stund Eines wünsch ich mir vor allem Unser Wandel, unser Bund! andern,. Alb. Knapp, 4+ 1864. Eine Speise früh und spüt; 121. Mel. Herr und Altster deiner Kreuz⸗ gemeine. 5*5 — SS HD G Pas 122. An Wasserflüssen Babylon. Joh. 1, 29. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder, Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und krank, Ergibt sich auf die Würgebank, Entzieht sich allen Freuden, Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz Mel. und Tod Und spricht: Ich wills gern lei⸗ den. 2. Das Lämmlein ist der große Freund Und Heiland meiner Seelen; Den, den hat Gott zum Sünden⸗ feind Und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an Der Kinder, die ich ausgetan ur Straf und Zornesruten; Die Durch Sterben und durch Bluten. 3. Ja, Vater, ja, von Herzens⸗ . grund, Leg auf, ich wills gern tragen; Mein Wollen hängt an deinem ö id, Mein Wirken ist dein Sagen. O Wunderlieb, o Liebesmacht, Du kannst, was nie ein Mensch —— gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, Straf ist schwer, der Zorn ist groß: Du kannst und sollstsiemachenlos sion. 79 Du streckest den in Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleichwie du mich, Mit Liebesarmen fassen. Du sollstseinmeinesHerzensvicht, Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiemit zu deinem Eigentum Beständiglich verschreiben. 5 IchwillvondeinerLieblichkeit Bei Nacht und Tage singen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen; Mein Bach des Lebens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut getan, Das will ich stets, so tief ich tann, In mein Gedächtnis schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzens⸗ schrein, Du sollst ein Schatzhaus werden Der Schätze, die viel größer sein Als Himmel, Meer und Erden. Weg mit denSchätzen dieser Welt, Weg Ehre, Wollust, Pracht und Geld! Ich hab ein Bessers funden: Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, Ist dieses, was geflossen ist Aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich zu mir Nutz Zu allen Zeiten machen; ImStreitesollessein meinchutz, In Traurigkeit mein Lachen, 8⁰ Passion. InFröhlichkeit mein Saitenspiel, Und wenn mir nichts mehr schmecken will, Soll mich dies Manna speisen; Im Durst solls sein mein Wasser⸗ quell, In Einsamkeit mein Sprachgesell Zu Haus und auch auf Reisen. 8. Was schadet mir des Todes Gifte Dein Blut das ist mein Leben. Wenn mich der Sonne Hitze trifft, So kann mirs Schatten geben; SetztmirderWehmutschmerzezu, So find ich bei dir meine Ruh, Wie auf dem Bett ein Kranker; Und wenn des Kreuzes Ungestüm Meinschiffleintreibetumundum, So bist du dann mein Anker. 9. Wann endlich ich soll tretenein In deines Reiches Freuden, So soll dies Blut mein htein, ein Ich will mich darein kleiden; Es solls ein meines HauptesKron, In welcher ich will vor den Thron Des höchsten Vaters gehen Und dir, dem ich mich anvertraut, Als eine wohlgeschmückte Braut An deiner Seite stehen. P. Gerhardt, + 1676. 123. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. errJesuChrist, deinteuresBlut Istmeiner Seelenhöchstes Gut: Das stärkt, das labt, das macht allein MeinHerz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein Unschuld und Gerechtigkeit Macht, daß ich kann vor Gott bestehn Und zu der Himmelsfreud ein⸗ gehn. 3. O Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, Dein teures Blut, deinLebenssaft Gibt mir stets neue Lebenskraft. . Herr Jesu, in der letzten Not, Wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sün⸗ den rein. Joh. Olearius, 1684. 124. Mel. Herzliebster Jesu was hast du Den Fluch der Sünde. verbrochen. 4 Berr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen. 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz ge⸗ horsam werden; An unsrer Statt gemartert und zerschlagen Die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheili⸗ ges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde 2 8 Passion. 81 4. Gott ist gerecht, ein Rächer 10. So bin ich denn schon selig alles Bösen; hier im Glauben, Gott ist die Lieb und läßt die So wird mir nichts, nichts meine Welt erlösen: Krone rauben, Dies kannmeinGeist mitSchrecken So werd ich dort, von Herrlich⸗ und Entzücken keit umgeben, Am Kreuz erblicken. Einst ewig leben. 5. Es schlägt den Stolz und Chr. F. Gellert 1 160. Lin Harz teraun Pes echebt 8 stürzt mich tief und es erhe 1 mich wieder, 125. Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde Oliebster Jesu, WVerbrocher, Du Satted Freunde. Daß man ein solch scharf Urteil 6. O Herr, mein Heil, an dessen 2 e gesprochen? Blut ich glaube, Was ist die Schuld, in was für Ich liege hier vor dir gebückt im. Missetaten Staube, Bist du geraten? Verliere mich mit dantenmie 2. Du wirst Segrihal und mit 8e orn gekrönet, In deine Güte. Ins Angesicht geschlagen huct Sie u 481 ö verhöhnet, 5 ie übersteigt die mdnn; Du wirst mit Essig und mit Allein, sollt ich darum im Glau⸗ E Gall getränket, ben wanken? Ans Kreuz gehenket. Ich bin ein Mens Huurkerwinder, 3. Was ist 59 pode 2 urla⸗ 1 olcher Plagen? Gott zu ergründen? Ach meine Sünden 2sch ge⸗ —— 16. lagen! Das C 9 und Lird enweisen; Ich, o Herr Jesu, habe h 1en 8 S zu, fi Svoll huldet, Uns kommt es zu, sie zu meisen, Was du erduldet. * 4 Zu sehn, Waus Gngd erzeiger 4. Wie wunderbat Straft ins iese Strafe! Die Gnade steiget. Dergutedirte leidetfürdieSchafe⸗ 9. Unendlich Glückr du litest Die Sut ze Hereche erechte, uns zu gute: Für seine K Ich bin versöhnt in deinem teuren Für seine Knechte. Blute; 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Du hast mein Heil, da du für Maße, mich gestorben, Die dich gebracht auf diese Mar⸗ Am Kreuz erworben. terstraßel F 82 Passion. Ich lebte mit der Welt in Lust Kein mehr achten, keine und Freuden, Und du mußt leidenl 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich gnugsams olche Treu ö ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sin⸗ nen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebestaten Im Werk erstatten? Mel. 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: Wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, Die du in deiner letzten Not Daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden Mit alten Sünden. 9. Weils aber nicht besteht in eignen Kräften, Fest die Begierden an das Kreuz zu heften, So gib mir deinen Geist, der mich regiere, Zum Guten führe. 10. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, Aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten, Bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen Stets zu erfüllen. 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, ach noch Plagen, Nichts von Vertolaung, nichts von Todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne Auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, Da will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann, + 1647. 126. Nun freut euch lieben Christen mein. Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, Empfandst in deinem Herzen: Laß die Verdienste solcher Pein Ein Labsal meiner Seele sein, Wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, Die du mir hast erzeiget, Da dumit Zahlung meinerSchuld Dein Haupt zu mir geneiget. Ach neig dich auch zu mir, mein Gott, Wenn ich gerat in Todesnot, Daß ich die Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst Aus ihrem Leibe scheiden, Auf daß an mir nicht sei umsonst Dein teuerwertes Leiden. Nimm sie hinauf zur selben Frist, .. HQ Wo du ihr liebster Jesus bist, Und laß mich ewig leben. J. Scheffler, 4 1677. — NSrner Passion. 83 127 ů 6. Gib auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Mel. Christus der uns selig macht. Daß ich Demut von dir lern — ö Und Geduld in Plage, esu, deine Passion Daß ich dir geb Lieb um Lieb. Will ich jetzt bedenken; Indes laß dies Lallen, Wollest mir vom Himmelsthron Bessern Dank ich dorten geb, Geist und Andacht schenken. Jesu, dir gefallen. In dem Bilde jett erschein, Sigm. v. Birten, 4 1681. Ais meinem De ie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 128. 2. Gib, daß ich recht sehen mag Deine Angst und Bande, Deine Schläge, deine Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißel, Dornenkron, Speer⸗ und Nägelwunden, Deinen Tod, o Gottes Sohn, Der mich dir verbunden. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. Idu. deine tiefen Wunden, Deine Qual und bittrer Tod Geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot; Fällt mir etwas Arges ein, Denk ich bald an deine Pein, Die erlaubt nicht meinem Herzen, 3.—.— so laß— nicht allein Mit der Sünde je zu scherzen. Deine Marter sehen,. 2. Will sichdennin Lüstenweiden Laß mich auch die Ursach fein Meinverderbtes Fleischund Blut, Und die Frucht verstehen. So gedenk ich an dein Leiden, Ach die Ursach war auch ich, Bald wird alles wieder gut. Ich und meine Sünde: Kommt der Satan und setzt mir Diese hat gemartert dich, an zu, halt ich ihm für Daß ich Gnade finde. Deine Gnad und Gnadenzeichen, 4. Jesu, lehr bedenken mich Bald muß er von dannen weichen. Dies mit Buß und Reue, 3. Ja, füralles, was mich kränket, Hilf, daß ich mit Sünde dich Geden deine Wunden Kraft; Martre nicht aufs neue. Wenn meinHerz hineinsich senket, Sollt ich dazu haben Lust Schöpf ich neuen Lebenssaft. Und nicht wollen meiden, Deines Trostes Süßigkeit Was du selber büßen mußt Wendt in mir das bittre Leid, Mit so großem Leiden? Der du mir das Heil erworben, 5. Wann mich meine Sünde will Da du bist für mich gestorben. Schrecken mit der Hölle: 4. Aufdich setzichallmein Hoffen, Jesu, mein Gewissen still, Du bist meine Zuversicht: Dich ins Mittel stelle; Dein Tod hat den Tod getroffen, Dich und deine Passion Daß er mich kann töten nicht. Laß mich gläubig fassen; Daß ich an dir habe teil, Liebet mich sein lieber Sohn, Bringet mir Trost, Schutz und Wie kann Gott mich hassen? Heil; F2 8⁴ Pa Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 5. Hab ichdich in meinem Herzen, Du Brunn aller Gütigkeit, So empfind ich keine Schmerzen Auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich, Kein Feind kann verletzen mich. Wer sich legt in deine Wunden, Der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, 7 1647. 129. esu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennot, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben, Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Hast getragen Strickund Banden, Du gerechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten Von des Teufels Sündenketten. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 3.Wundenließest dudirschlagen, Ließest allen Frevel zu, Um zu heilen meine Plagen, Um zu setzen mich in Ruh. Ach du hast zu meinem Segen Lassen dich mit Fluch belegen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart ver⸗ höhnet, Dich mit großem Schimpf belegt Und mit Dornen gar gekrönet; Was hat dich dazu bewegt? ssion. Daß du möchtest mich ergötzen, Mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 5. Du hast dich hartlassenschlagen, Mich zu lösen von der Pein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchtetrostreich prangen, Hast du sonder Trost gehangen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 6. Du hast lange Marterstunden Ausgestanden mit Geduld, Selbstdenherben Todempfunden, Um zu büßen meine Schuld. Daß ich würde losgezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat gebüßet Meinen Stolz und Übermut, Dein Tod meinen Tod versüßet, Es kommt alles mir zu gut. Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir gedeihen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für alle deine Not, Fürdie Wunden, fürdie Schmerzen, Für den herben, bittern Tod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Für die tausendfachen Plagen, Deine Angst und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. E. Chr. Homburg, 4+ 1681. 130 Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Meine Seel, ermuntre dich, Deines Jesu Lieb bedenke; Passion. 85 Wie er für dich gibet sich, Darauf deine Andacht lenke. Ach erwäg die große Treue Und dich deines Jesu freuel 2. Sieh, der wahre Gottessohn Ist für dich ans Kreuz gehänget, Sein Hauptträgtdie Dornenkron, Sein Leib ist mit Blut vermenget, Er läßt sich für dich verwunden; Wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein Ewig leiden in der Hölle Und von Gott verstoßen sein Wegen vieler Sündenfälle; Aber Jesus trägt die Sünden, Läßt dich wieder Gnade finden. 4. Ich kann nimmer, nimmermehr Das Geringste nur vergelten, Er verbindt mich allzusehr; Meine Trägheit muß ich schelten, Daß ich ihn so schlecht geliebet Und noch gar mit Sünd betrübet. 5. Du, mein Jesu, du mein Heil, Dirwillichmichganzverschreiben, Daß ich dir, als meinem Teil, Einzig will getreu verbleiben, Dir zu leben, dir zu leiden, Dir zu sterben, dir zu meiden. 6. Du, mein Jesu, sollst es sein, Den ich mir zum Zweck gesetzet, Wie du mein, so will ich dein Bleiben stets und unverletzet; Was du liebtest, will ich lieben, Was dichkränkt, soll mich betrüben. 7. Was du willst, das sei mein —5—— Will, Dein Wort meines Herzens Spie⸗ gel; Wenn du schlägest, halt ich still: Dein Geist bleibt mein Pfand und Siegel, 8. Nun so bleibt es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, Dem ich lebe, des ich sei, Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen, Ebwig will ich dich umfassen. J. K. Schade, 4 1698. 131. O du Liebe meiner Liebe, ö Du erwünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jammervolle Leid Deines Leidens mir zu gute Als ein Opfer eingestellt Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missetat der Welt: 2. Liebe, die mit Schweiß und 5 Tränen An dem Olberg sich betrübt, Liebe, die mit heißem Sehnen Unaufhörlich fest geliebt, Liebe, die den eignen Willen In des Vaters Willen legt Und, um Gottes Zorn zu stillen, Treu die Last des Kreuzes trägt; 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört, Liebe, dienicht AngstundSchmer⸗ zen, Noch der strenge Tod versehrt, Liebe, die sich liebend zeiget, Da der Atem geht zu End, Liebe, die sich liebend neiget, Als sich Leib und Seele trennt: 4. Liebe, die mit ihren Armen Mich zuletzt umfangen wollt, Liebe, die aus Liebserbarmen Mich zuletzt in höchster Huld Ihrem Vater überlassen, Dieselbsts chmachtendfürmich bat, Daß ich soll den Himmel erben; Mir die Strafe zu erlassen, Darauf kann ich freudig sterben. Weil mich ihr Verdienst vertrat; 86 Passion. 5. Liebe, die für mich gestorben Und daher bist du kommen AEdem Krenze mir ern 158 Von deines Leibes Kraft. An dem Kreuze mir erworben, Ach wie tröstet mich dein Bltt! Iit alles meine ah ̃;; Ist alles meine Last, Ach wie dank ich deinen Wunden, ö Ich hab es selbst Han Schmerzenreiche Liebe du, Was du getragen hast; Wenn ich in den letzten Stunden Schau her, hier steh ich Armer, Sanft an deinem Herzen ruh! Der Zorn verdienet hat, 6. Liebe, die sich tot gekränket Gib mir, o mein Erbarmer, Und für mein erkaltet Herz Den Anblick deiner Gnad. In ein kaltes Grab gesenket, 5. Erkenne mich, mein Hüter, Ach wie dank ich deinem Schmerz! Mein Hirte, nimm mich an; Habe Dank, daß du gestorben, Von dir, Quell aller Güter, Daß ich ewig leben kann. Ist mir viel Guts getan: Die du mir das Heil erworben, Dein Mund hat mich gelabet Ewge Liebe, nimm mich an! Mit Milch und süßer Kost, Elis. v. Senitz, 4 1679. Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelslust. 132 6. Ich will hier bei dir stehen, * Mel. Herzlich tut mich verlangen. Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, Wenn dir dein Herze bricht; OHaupt voll Blut und Wunden, Wenn dein Haupt wird erblassen Voll Schmerz und voller Hohn, Im letzten Todesstoß, O Haupt, zum Spott gebunden Alsdann will ich dich fassen 4— einer sonst schön In meinen Arm und Schoß. H Haupt, sonst schön gekrönet 2. Es dient zu meinen Freuden Mit höchster Ehr und Zier, Und tut mir herzlich wohl, Jetzt aber höchst verhöhnet. Wenn ich in deinem Leiden, Gegrüßet seist du mir! Mein Heil, mich finden soll: 2. Du edles Angesichte, Ach möcht ich, o mein Leben, Davor sonst schrickt und scheut An deinem Kreuze hier Das große Weltgewichte, Mein Leben von mir geben, Wie bist du so bespeit, Wie wohl geschähe mir! Wie bist du so erbleichet, 8. Ich danke dir von Herzen, Wer hat dein Augenlicht, O Jesu, liebster Freund, Dem sonst kein Licht mehrgleichet, Für deine Todesschmerzen, So schändlich zugericht? Da dus so gut gemeint. 3. Die Farbe deiner Wangen, Ach gib, daß ich mich halte Der roten Lippen Pracht Zu dir und deiner Treu, Ist hin und ganz dbergangen; Und wenn ich nun erkalte, Des blassen Todes Macht In dir mein Ende sei. Hat alles hingenommen, 9. Wenn ich einmal soll scheiden, Hat alles hingerafft, So scheide nicht von mir, Passion. den Tod soll leiden, du dann herfür; allerbängsten Herze sein, Wenn ich So tritt Wenn mir am Wird um das So reiß mich aus den Angsten Kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem Tod Und laß mich sehn dein Bilde In deiner Kreuzesnot; Da will ich nach dir blicken, Da will ich glaubensvoll Fest an mein Herz Wer so stirbt, der stirbt wohl. P. Gerhardt, 1676. 133. Mel. Christus der uns selig macht. O hilf, Christe, Gottes Sohn, Durch dein bitter Leiden, Daß wir, dir stets untertan, All Untugend meiden, Deinen Tod und sein Ursa Fruchtbarlich bedenken, Dafür, wiewohl arm undschwach, Dir Dankopfer s chenken. M. Weiße, 7 1542. 134. Lamm Gottes, unschuldig Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesul! 2. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Am dich drücken: 87 Wiewohl du warest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesul 3. O Lamm Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes ge⸗ schlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen, Gib uns dein Frieden, o Jesu, o Jesul N. Decius, + 1541. 135. U Traurigkeit, Herzeleid, Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind Wird ins Grab getragen. 2. O große Not, Gotts Sohn ist tot, Am Kreuz ist er gestorben: Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb erworben. 3. O Menschenkind, Nur deine Sünd Hat dieses angerichtet, Da du durch die Missetat Warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut beflossen, Welches er ganz mildiglich Hat für dich vergossen. . süßer Mund, O Glaubensgrund, Wie bist du doch zerschlagenl Alles was auf Erden lebt, Muß dich ja beklagen. 88 6. O 2228 u jeder Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab gesenket. 7. O Jesu, du Mein Hülf und Ruh, Ich bitte dich mit Tränen, Hilf, daß ich mich bis ins Grab Möge nach dir sehnen. Joh. Rist, 1 1667. 136. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Welt, sieh hier dein Leben Am Stamm desłKreuzesschweben, Dein Heil sinkt in den Tod; Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Blutes überfüllt; Aus seinem edlen Herzen Vor unerschöpften Schmerzen Ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Von Übeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer, Die haben dir erreget Das Elend, das dich schläget, Und deiner Marter großes Heer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, An Händen und an Füßen ö Gebunden in der Höll; Passion. Die Geißeln und die Banden Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, die mich drücken Viel schwerer als ein Stein; Du wirst ein Fluch, dagegen Verehrst du mir den Segen, Dein Schmerzen muß mein Lab⸗ sal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, Du läßt dich gar erwürgen Für mich und meine Schuld; Mir lässest du dich krönen Mit Dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr: Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben, Eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis Leib und Seele scheiden, Mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen setzen, Mich stets daran ergötzen, Ich sei auch wo ich sei: Es soll mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb und unverfälschtenTreu. 11. Wie heftig unsre Sünden Den frommen Gott entzünden, Wie Rach und Eifer gehn, Wie grausam seine Ruten, Wie zornig seine Fluten, Will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Ich will darin erblicken, Wie ich mein Herz soll schmücken Passion. Mit stillem, sanftem Mut, Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben é Mit Werken, so die Bosheit tut. 13. Wenn böse Zungen stechen, Mir Glimpf und Namen brechen, So will ich zähmen mich; Das Unrecht will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich. 14. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem absagen, Was meinem Fleisch gelüst: Was deine Augen hassen, Das will ich fliehn und lassen, So viel mir immer möglich ist. 15. Dein Seufzen und dein Stöhnen, Und die viel tausend Tränen, Die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Begleiten zu der ewgen Ruh. P. Gerhardt, 4 1676. 137. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Richtet auf des HeilandsLeiden Die Vernunft ihr Denken hin, So will sie allein sich weiden An des Dulders hohem Sinn; Sie verdammt der Feinde Wut, Die vergoß des Heilgen Blut, Und klagtüber Christi Schmerzen; Doch es heiligt nicht die Herzen. 2. Aber meines Geistes Sehnen Sucht den höheren Gewinn:z Zum Ersterben zu gewöhnen Meinen tief verderbten Sinn. Mirsoll ChristiSchmach und Pein 89 Nicht ein rührend Bild nur sein; Nein, ins Herz will ich ihn schlie⸗ hen, Seines Todes Kraft genießen. 3. Dies Geheimnis seiner Schmerzen, Das verborgen ist der Welt, Hat der Glaube meinem Herzen In das hellste Licht gestellt: Alle sündliche Begier Tötet Christi Tod in mir, Und durch ihn wird mir gegeben, Aufzustehn zum neuen Leben. 4. Drum in meines Herzens Grunde Trag ich ihn, den Seelenfreund, Der zum ewgen Gnadenbunde Mit den Gläubgen sich vereint Und durch seines Todes Kraft Neues Leben in mir schafft, Wie auf den erstorbnen Auen Wir beim Wehn des Lenzes schauen. 5. Alle Hoffart drückt sie nieder, Hebt in Kleinmut mich empor, Gibt in Schwachheit Stärke wieder, Zieht aus Zweifeln mich hervor, Hält mich zwischen Lust und Leid In der rechten Mäßigkeit: Ja ich find die tiefste Stille, Wenn am Kreuze hängt mein Wille. 6. O geheimnisreiche Liebe, Die sich mir im Glaubens chenkt, Wecke neue Lebenstriebe, Wenn mein Blick zum Kreuz sich lenkt. Alle Kraft und alles Heil Deines Leidens sei mein Teil; Alles andre mag vergehen. Bleibet mir dein Kreuz nur stehen. Nach G. Arnold, 4 1714. 138. Mel. Jesus meine Zuversicht. Seele, geh auf Golgatha, Setz dich unter Jesu Kreuze Und bedenke, was dich da Für ein Trieb zur Buße reize. Willst du unempfindlich sein, O so bist du mehr als Stein. 2. Schaue doch das Jammerbild ZwischenErdundHimmelhangen, Wie das Blutmit Strömen quillt, 1 Daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Not: Jesus ist, mein Jesus, tot. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, Alles das hab ich verschuldet, Und du hast aus großer Huld Pein und Tod für mich erduldet. Daß ich nicht verloren bin, Gabst du dich ans Kreuz dahin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, Ich verehre deine Liebe; Schaue von dem Kreuzesstamm, Wie ich mich um dich betrübe; Dein im Blute wallend Herz Setzet mich in tausend Schmerz. 5. Eines will ich tun für dich: Ich will dir mein Herze gebenz Dieses soll beständiglich Unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein Lebend, leidend, sterbend sein. 6. Laß dein Herz mir offen stehn, Offne deiner Wunden Türe; Da hinein will ich stets gehn, Wenn ich Kreuz und Not verspüre, Wie ein Hirsch nach Wasser dürst, Bis du mich erquicken wirst. IWNMI 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut, Passion. Lehre mich die Welt vers chmaͤhen; Deiner Lieb und Gunst genießen. Laß mich dich, du höchstes Gut, Immer vor den Augen sehen; Führ in allem Kreuze mich Wie du willst, nur seliglich. 8. Endlich laß mich meine Not Auch geduldig überwinden; Nirgends sonst wird mich der Tod Als in deinen Wunden finden. Wer sich hier sein Bette macht, Spricht zuletzt: Es ist vollbracht. B. Schmolck, + 1737. 139. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. Sei mir tausendmal gegrüßet, Der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, Wenn ich knien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine' Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich krank und traurig bin; die Schmerzen, die mich quälen, Und den ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht Und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, Wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wun⸗ den Mir, Herr, in das Herz hinein, Daß sie mögen alle Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, Da mein ganzes Herze ruht; Laß mich hier zu deinen Füßen Mel. Passion. In meine Seele senken Und an deinen bittern Tod 4. Diese Füße will ich halten, Auf das best ich immer kann. Schaue meiner Hände Falten Und mich selbsten freundlich an Von dem hohen Kreuzesbaum Und gib meiner Bitte Raum, Sprich: Laß all dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg all deine Sünden. P. Gerhardt, + 1676. 140. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. So ruhest du, O meine Ruh, In deiner Grabeshöhle Und erweckst durch deinen Tod Meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du meines Lebens Leben; Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. O Lebensfürst, Ich weiß, du wirst Mich wieder auferwecken: Sollte denn mein gläubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 4. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich auf Rosen liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 5. Gar nichts verdirbt, Der Leib nur stirbt; Doch wird er auferstehen Und in ganz verklärter Zier Aus dem Grabe gehen. 6. Indes will ich, Mein Jesu, dich 9¹ Bis zum Tod gedenken. Sal. Franck, 4 1725. 141. Miel. O du Liebe meiner Liebe. Wenn doch alle Seelen wüßten, Jesu, daß du freundlich bist, Und der Zustand wahrer Christen Unaussprechlich selig ist! Ach wie würden sie mit Freuden Aus der Welt Gemeinschaft gehn Und bei deinem Blut und Leiden Fest und unbeweglich stehn! E. Woltersdorf, 1761. 142. Wennmeinesündmichkränken, SO mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine Schuldenlast Am Stamm des heilgen Kreuzes Auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, Wer es betrachtet recht: Es hat sich martern lassen Der Herr für seine Knecht; Selbst seinen eignen 3mt 0 Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi teures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchten Der Höllen Qual und Glut. 92 Passion. 4. Drum sag ich dir von Herzen Weil ich auf dein Verdienst nur Jetzt und mein Leben lang trau, Für deine Pein und Schmerzen, Du werdest mich annehmen, O Jesu, Lob und Dank, Daß ich dich ewig schau. Für deine Not und Angstgeschrei, J. Gesenius, 1678. Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden 143. Ni dlen Ee meid n Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Die sündliche Begier, Wir danken dir, Herr Jesu Daß mir nie komme aus dem Christ, — 5 Sinn, Daß du für uns gestorben bist Wie viel es dich gekostet, Und hast uns durch dein teures Daß ich erlöset bin. Blut 6. Mein Kreuz und meine Pla⸗ Gemrachtvorczoktgerechtundgut gen, 2. Wir bitten dich, wahr Mensch Sollts auch sein Schmach und und Gott, Spott, Durch deine heilgen Wunden rot, Hilf mir geduldig tragen; Erlös uns von dem ewgen Tod Gib, o mein Herr und Gott, Und tröst uns in der letzten Not. Daß ich verleugne diese Welt Und folge dem Exempel, 3. Behüt uns auch vor Sünd Das du mir vorgestellt. und Schand — ges Und reich uns dein allmächtge 7. Laß mich an andern üben, Hand, Was du an mir getan, Daß wir im Kreuz geduldig s sein, Und meinen Nächsten lieben, Uns trösten deiner schweren Pein Gern dienen jedermann ö Ohn Eigennutz und Heuchelschein. Und schöpfen draus bersieh, 1 ie ir erwiese— rin keiner Lieb allenn. Du werdest uns verlassen nicht, — Sondern ganz treulich bei uns 8. Laß endlich deine Wunden.5 Istehn, Mich trösten kräftiglich Daß wir durchs Kreuz ins Leben In meinen letzten Stunden gehn. Und des versichern mich, Chr. Fischer, 4 1600. Ostern. 93 VIII. DOstern. 144 Dann ist Sterben uns Gewinn — Haltet unter Lust und Leiden Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Im Gedächtnis Jesum Christ, A Der vom Tod erstanden ist: Auferstanden, auferstanden Unvergänglich sind die Freuden Ist der Held, der uns versöhnt! Des, der nach dem Himmel strebt. Seht, wie hat nach Schmerz und Hallelujah! Jesus lebt. Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt! 5. Freut euch seiner, Gottes Dort auf seines Vaters Throne, Kinder, Über Schmerz und Tod erhöht, Er sei euer Lobgesang. Herrscht er nun in Majestüät. Bringt dem Todesüberwinder Fallet nieder vor dem Sohne, Ewig Ehre, Preis und Dank, Der uns einst zu sich erhebt. RühmtesinVersuchungsstunden, Hallelujah! Jesus lebt. Wenneuch Sündund Elend droht, — Rühmt es in der Todesnot: 2. Singt dem Herrn, er ist er⸗W Unser Herr hat überwunden, tanden, Der uns einst zu sich erhebt. Der da starb auf Golgatha. Hallelujah! Feus lebt. Rühmt es laut in allen Landen Rach I. K. Lavater, 4 1801 Was sein Mund verhieß, geschah. 618 781 Wer kann ihm noch widerstreben? ö Mächtig steigt der Held empor, Im Triumph bricht er hervor. 145. SehtdesAbgrundsPfortenbeben, Da ihr Sieger sich erhebt. Christ ist erstanden Hallelujah! Jesus lebt. Des 2 Waviriale f. 9 ... Des solln wir alle froh ein, 3. Uns vom Tode zu befreien, ar ö f 15 Sank er in des Grabes Nacht; eenah Trost sein. Uns zum Leben zu erneuen,. Steht er auf durch Gottes Macht. 2. Wär er nicht erstanden, Tod, du bist in Sieg verschlungen, So wär die Welt vergangen; Deine Schrecken sind gedämpft, Seit daß er erstanden ist. Deine Herrschaft ist bekämpft, SolobnwirdenVater Jesu Christ. Und das Leben ist errungen; Hallelujah. Ob man unsern Leib begräbt, Hallelujah! Jesus lebt. 4. Aus dem Grab uns zu er⸗ Des solln wir alle froh sein, heben, Christ will unser Trost sein. Ging er zu dem Vater hin; Hallelujah. Laßt uns ihm zur Ehre leben, Um 1200. 3. Hallelujah, Hallelujah, Halle⸗ lujahl 9⁴ Ostern. 146. 6. So feiern wir das hoch Fest ö Da⸗ Herzensfreud und Wonne, 8* 1 8 Ereim nng in Tperhande. Er in saber de L Der In Wieder ersanden Der durch seiner Gnaden Glanz Und hat uns bracht das Leben; Erleucht unsre Herzen ganz; Des wir sollen fröhlich fein,. Der Halelusah. vergangen. Gott loben und dankbar sein 3 Und singen Hallelujah. 7. Wir essen und leben wohl, Hallelujah. Zum süßen Brot geladen; 2 en Lad menand zwisgen Seinden Pon Hon derdorahen onnt nett. Bei allen Menschenkindern; Christus selbst will die Kost sein 7 Und speisen die Seel allein; Kemn Unfchuld w r n Ruden⸗ DerGlaubwillkeinsandernleben. Davon kam der Tod so bald Hallelujah.—— 8844 Und nahm über uns Gewalt, Hieltuns in sein'mReichgefangen. Hallelujah. 147 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, ö* An unser Statt ist kommen Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Und hat die Sünde abgetan, Der Tod ist tot, das Leben lebet, Damit dem Tod genommen DasGrab ist selbst begraben nun; All sein Recht und sein Gewalt: Mein Jesus, der sein Haupt er⸗ Dableibtnichtsdenn Tods Gestalt, hebet, Den Stachel hat er verloren. Will ferner nicht im Kerker ruhn Hallelujah. Und stellt mir diese Losung für: 4. Es war ein wunderlich Krieg, Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. Da Tod und Leben rungen; 2. Nun liegt der Tod zu meinen Das Leben behielt den Sieg, Füßen, Es hat den Tod verschlungen. Der Fürst des Lebens stirbt nicht Die Schrift hat verkündet das, mehr; Wie ein Tod den andern fraß, Erweißdie Gräberaufzuschließen, EinSpottaus demTodistworden. Er stürzt das finstre Sündenheer. Hallelujah. Dassiegeslied klingtherrlichhier: 5. Hier ist das recht Osterlamm, Ich leb, und ihr lebtauch Hatmit Das hat uns Gott gegeben, 3. Mein Jesus, Wahrheit, Weg Das ließ an des Kreuzes Stamm und Leben, In heißer Lieb sein Leben. Der Leben hat und Leben gibt, Des Blut zeichnet unsre Tür, Wie soll ich den Triumph erheben, Das hält der Glaub dem Tod für, Der Rach an meinen Feinden übt? DerWürgerkannunsnichtrühren. Sie liegen dort, du rufest hier: Hallelujah. Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. 5„6a VAN Ostern. 95 4. Das Haupt belebet seine Glieder: Wer wollte denn gestorben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder Und leuchtet bis ins Grab hinein; Da lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. 5. O Tod, mich kannst du nicht erschrecken, Mein Jesus nimmt i in; Wie er sich selber konnt erwecken, So werden wir erweckt durch ihn. Weil Jesus lebt, so leben wir: Ich leb, und ihr lebt auch mit mir. B. Schmolck, + 1737. 148. Mel. Herr Gott dich alle loben wir. E rinnre dich, mein Geist, erfreut Des hohen Tags der Herrlichkeit; Halt im Gedächtnis Jesum Christ,‚ Der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, é Als ob er heute dir erschien, ö Als spräch er: Friede sei mit dir! So freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schauüberdich und betihnan: Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint Und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit Von nun an bis in Ewigkeitl 5. O Glaube, der das Herz er⸗ höht! Was ist der Erde Majestät, é Wenn sie mein Geist mit der . vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn er⸗ reicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich Unsterblich, heilig, Engeln gleich Und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Du, der du in den Himmeln ö thronst, Ichsolldawohnen, wo du wohnst, Und du erfüllst einst mein Ver⸗ ö traun, Dich in der Herrlichkeit zu schaun. 8. Ich soll, wenn du, des Lebens ö Fürst, In Wolkengöttlichkommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn Und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Sera⸗ phim, Mit Thronen und mit Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit. 10. Nie komm es mir aus mei⸗ nem Sinn, Wasich, meinHeil, dirschuldigbin, Damit ich mich, in Liebe treu, Zu deinem Bilde stets erneu. 11. Er ists, der alles in uns schafft: Sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden istl Chr. F. Gellert, 4 1769. 149. rschienen ist der herrlich Tag, Dran sich niemand gnug freuen mag, 96 O Christ, unser Herr, heut trium⸗ phiert, All Feinde er gefangen führt. Hallelujah. 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, Die Höll, all Jammer, Angst und Not Hat überwunden Jesus Christ, Der heut vom Tod erstanden ist. Hallelujah. 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, Das Leben siegt und ward ihm Herr; Zerstört ist nun all seine Macht, Christ hatdasLebenwiederbracht. Hallelujah. 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, Alles, was war betrübt zuvor, Das freut sich heutan diesem Tag, Da der Welt Fürst darniederlag. Hallelujah. 5. Drum wir auch billig fröh⸗ lich sein, Singen das Hallelujah fein Und loben dich, Herr Jesu Christ; Zu Trost du uns erstanden bist. Hallelujah. Nik. Hermann, 4 1561. 150. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Frühmorgens, da die Sonn auf⸗ eht, stern. Verschlossen, gleich als wärichtot, Läßt du mir früh die Gnadensonn Aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Hallelujah. 3. Nicht mehr denn nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt in's Todes Zwang, Am dritten Tag durchs Grab er dringt Und hochdie Siegesfahneschwingt. Hallelujah. 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefan⸗ gen hält; Drauf folgt der Sabbat in dem —— Grab, Darin ich Ruh und Frieden hab. Hallelujah. 5. In kurzem wach ich haurf auf, Mein Ostertag ist schon im Lauf: Ich wach auf durch des Herren Stimm, Veracht den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah. 6. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, Da er selbst tot und sich nicht regt, Geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll nichts an ihm ö ů schafft. Hallelujah. 9 MeinHeilandChristusaufersteht: Lict Helundgebenmiederhucht. Woitrerdend.Pererugtnat Licht, HeilundLebenwiederbracht. in e, de Hallelujah. Kein Angststein liegt kaaß wir. 2. Wenn ich des Nachts oft lieg Er wälzt ihnvon des Herzens Tür. in Not Hallelujah. 4 rr r: Ostern. 97 8. Wie tief Kreuz, Trübsal oder Pein, Mein Heiland greift Wlprein rein, FührtmichherausmitseinerHand; Wer mich will halten, wird zu Schand. Hallelujah. 9. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ichweiß, daßermichherzlichliebt; Wenn mirgleichalle Weltstürb ab, Gnug, daßichChristum beimirhab. Hallelujah. 10. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weilichein Glied seinsLeibesbin. Hallelujah. 11. Durch seiner Auferstehung Kra Durch ihn bin ich mit Gott ver⸗ söhnt,‚, MitGnadundewgemHeilgekrönt. Hallelujah. 12. Mein Herz darf nicht ent⸗ setzen sich, Gott und die Engel lieben mich: Die Freude, die mir ist bereit, VertreibetFurchtundTraurigkeit. Hallelujah. 13. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit größerm Fleiß Erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah. Joh. Heermann, + 1647. ö— 151. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. allelujah! jauchzt, ihr Chöre, Singt Jesu Christo Preis und **— Ehre, Wie groß, wie herrlich ist sein Tagl Er, der Held, zerriß die Banden Des Todes und ist auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht, Preis ihm, er hats vollbrachtl Hallelujah! Er hats vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held ge⸗ rungen, Hat mächtig Satans Reich be⸗ zwungen, Von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder ft Sind nun mit ihm versöhnt, sind Komm ich zur Engelbrüderschaft; Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Christe, dir, Ruhn in Frieden Die kurze Nacht, Bis deine Macht Das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, Du wirst ihn herrlich auferwecken, Derdudes StaubesSchöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben Und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, Dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, Gerecht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht G 98 Ostern. Erschreckt uns nicht, Denn Jesus, unser Mittler lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unsers Grabes Dunkel bricht! O, was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsternis ver⸗ schwinden Und uns umstrahlt des Himmels Lichtl Vollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen! Die Todesbahn Gingst du voran, Wir folgen dir in deine Ruh. G. B. Funk, 4 1814. 152. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Hae Jesus lebet. Auf, ihr Erlösten, und erhebet Des großen Mittlers Majestät. Hörts, betrübte Sünder, gebet Der Freude Raum, denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. Ihm jauchze Preis und Dank, O Seele, dein Gesang! Hallelujah! Dich, großer Held, Erhebt die Welt, Weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt demLeide, Lobsinget ihm und nehmt voll Freude Am Siege teil, den er erstritt. Seht, der Tod ist überwunden, Die ganze Hölle ist gebunden; Er herrscht, der für euch starb und litt. Laßt seine Feinde dräun; Ihr könnt getrost euch freun. Jesus lebet Von Ewigkeit Zu Ewigkeit, Derselbe gestern und auch heut. 3. Ihr auch dürft nicht trostlos eben, Ihr Sünder, Gott will euch ver⸗ geben, Wenn ihr die Schuld mit Ernst bereut. Durch des Todes Überwinder Ist er versöhnt und gegen Sünder Ein Vater der Barmherzigkeit. Der Heiland steigt empor, Nun ist des Himmels Tor Allen offen. Gott ist versöhnt, Vom Himmel tönt DerFreudenruf: Gottist versöhnt! 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, Verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben Sich aus des Todes Staub er⸗ heben, WennJesus denEntschlafnenruft. Dann wird des Todes Feld Zu einer regen Welt; Alles lebet, So wie erneut Zur Frühlingszeit Sich alles regt und alles freut. 5. Wandeln wir auf deinen We⸗ gen, OAuferstandner, welch ein Segen Erwartet uns am Ziel der Bahn! Nach desvebensKampfundLeiden SEFYFEE voi= *—— Ostern. 99 Erhebst du unszuewgen Freuden, 5. Dafür wir danken allzugleich Die uns dein Kampf und Sieg Und sehnen uns ins Himmelreich. gewann. Hallelujah, Hallelujah. Bald sind sie unser Teil, Zum selgen End, Herr; bring Bald krönet uns das Heil ö uns all, Deines Lebens. So singen wir mit großem Schall Der Herr i⸗ Hallelujah, Hallelujah. Der Herr ist nah, ö ald it der Tag des Siedes dan e en den Chr. Chr. Sturm, 4 1786. Samt seinem eingebornen Sohn, Hallelujah, Hallelujah, Demheilgen Geistingleicher Weis 153. In Ewigkeit sei Lob und Preis! ö Hallelujah, Hallelujah. den e Tad iit esanden 1591. Der vom Tod ist erstanden schon, Hallelujah, Hallelujah, 154. Mit großer Pracht und Herrlich⸗ Mel. Werde munter mein Gemüte. keit; Jauchzet Gott in allen Landen, Jauchze, du erlöste Schar! Denn der Herr ist auferstanden, 2. Dem Teufel hat er seine Macht Der für uns getötet war. Zerstört und ihn zu Boden bracht, 8 durch seine Macht Ballekuah, Halllniah, Welches el auf sich genommen, Wie pflegt z 5er ich genommen, Pitegt zt wür eni. 22.— Da er in das Fleisch gekommen. Der seine Feind gewaltig fällt. 1325 Sünde, was kannst du mir Hallelujah, Hallelujah. schaden? 3. O üüber Herre Jesu Chuiß, Alle Schuld, die mich beladen 2. Labenhenh, antlrnDas Ener bar er et 3„Hal das Gesetz hat er erfüllt, Führ uns durch dein Barmher⸗ Also Fluch und Zorn gestillt Mit Freuden in dein Lertlichteit. Und mir durch sein Wiederleben Hallekujah Hallelnjah. Des danken wir in Ewigkeit. Hallelujah, Hallelujah. 3. Hölle, wo sind deine Banden? 4. Nun kann kein Feind uns Strick und Ketten sind entzwei. schaden mehr, Da mein Jesus auferstanden, Ob er gleich tobet noch so sehr; Bin ich vom Gefängnis frei. Hallelujah, Hallelujah. Und wie seine Höllenfahrt Im Staube liegt der arge Feind, Im Triumph vollzogen ward, Wir aber Gottes Kinder sind. So ist seinen Reichsgenossen Hallelujah, Hallelujah. Nun der Himmel aufgeschlossen. G 2 10⁰ Ostern. 4. Tod, du kannst an mir nichts Wenn mein Gesicht vergeht; haben, Muß ich gleich zu Grabe gehn; Die mit Jesu sind begraben, Werden mit ihm auferstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, Also fahr ich freudig hin, Da derTrost vor Augen schwebet: Jesus, mein Erlöser, lebet! 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, Welches ich gewißlich weiß. Gebet, ihr Erlösten, gebet Seinem Namen Dank und Preis! Singet, singt Hallelujah! Rufet, ruft: Der Sieg ist dal Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferstanden! E. Neumeister, + 1756. . 7.8 155. Mel. Valet will ich dir geben. Ich geh zu deinem Grabe, Du großer Osterfürst, »Weil ich die Hoffnung habe, Daß du mir zeigen wirst, Wie man kann fröhlich sterben Und fröhlich auferstehn, Auch mit den Himmelserben Ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde Und hast sie eingeweiht: Wenn ich begraben werde, Daß sich mein Herz nicht scheut Auch in den Staub zu legen, Was Asch und Staub vermehrt, Weil dir doch allerwegen Die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, Daß ich auch meine Ruh An diesem Orte habe. Du schließt die Augen zu, So soll mir gar nicht grauen, Ich werde den wohl schauen, Der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl ver⸗ siegelt, Doch brichst du es entzwei; Wenn mich der Tod verriegelt, So bin ich dennoch frei: Du wirst den Stein schon rücken, ö Der auch mein Grab bedeckt; Da werd ich den erblicken, Der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe Und zeigest mir die Bahn, Wohin ich endlich gehe, Da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, Wo lauter Glanz um dich, Da warten lauter Kronen In deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, O meines Todes Tod, Ich will mich dir ergeben In meiner letzten Not: Ich will mein Bette machen In deine liebe Gruft, Da werd ich schon erwachen, Wenn deine Stimme ruft. B. Schmolck, + 1737. 156. Mel. Was Gott tut das ist wohl getan. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, Er ist schon hier mein Leben; Wer gläubig sich zu ihm erhebt, Darf vor dem Tod nicht beben. Ich folg ihm nach, Der Bahn mir brach; Auf Todesnacht und Grauen Folgt selges Licht und Schauen. 2. Du lebst, dulebst, du starkerHeld, Du Todesüberwinder! Ostern. 101 Du bist das Heil der ganzen Welt, Du bist der Trost der Sünder. Wer dich umfaßt, Dem wird die Last Der Sünden abgenommen, Der darf zum Vater kommen. 3. Du lebst, mein Arzt, du hei⸗ lest noch Und täglich mein Gebrechen; Du stärkest mich, was zag ich do Bei meiner Seele Schwächen? O leb in mir, Daß ich in dir Auch selig leben möge é Und wandeln deine Wege. 4. Du lebst, du bist in Nacht mein Licht, Mein Trost in Not und Plagen; Du weißt, was alles mir gebricht, Du wirst mirs nicht versagen. In Zweifeln Rat Und Kraft zur Tat, ö Im Tode selges Leben Wirst du den Deinen geben. 5. Bereitedirnochmehr mein Herz Für deine Seligkeiten, SolangichgegenLustund Schmerz In dieser Welt muß streiten. ö Gib, daß ich treu Im Kampfe sei, Dann wird auch mir zum Lohne Der Überwinder Krone. K. A. Döring, 4 1844. 157. Mel. Jesus meine Zuversicht. Desus lebt, mit ihm auch ich: Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich Von den Toten auferwecken: Er verklärt mich in sein Licht; Dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich Über alle Welt gegeben; Mit ihm werd auch ich zugleich Ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; Dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, Lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, ch Daß der Sünder sich bekehre: Gott verstößt in Christo nicht; Dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein, Sein sei auch mein ganzes Leben, Reines Herzens will ich sein Und den Lüsten widerstreben: Er verläßt die Schwachen nicht; Dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, Nichts sollmich von Jesu scheiden, Keine Macht der Finsternis, Keine Herrlichkeit, kein Leiden: Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; Dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod Mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot Wird es meiner Seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chr. F. Gellert, 1769. 158. Zesus, meine Zuversicht UndmeinHeiland, istim Leben: Dieses weiß ich, sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt; Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt; 10² Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden, Meine starke Glaubenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden; Das gesteh ich, doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht Wirdihn, meinenHeiland, kennen; Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, Werd in seiner Liebe brennen; Nur die Schwachheit um und an Wird von mir sein abgetan. 6. Was hier kranket, 7 eht, Wird dortfrischundherrlichgehen; Irdisch werd ich ausgesät, Himmlisch werd ich auferstehen; Hier geh ich natürlich ein, Nachmals werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Gliederl Gebt nicht statt der Traurigkeit; Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wenn einst die Posaune klingt, Die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finstern Erdenkluft, Lacht des Todes und der Höllen; Denn ihr sollt euch aus der Gruft Eurem Heiland zugesellen; Dann wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter eurem Fuß. Ostern. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt wollt werden. ö Schickt das Herze da hinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von ö Brandenburg, 4 1667. 2455. Mel. Was Gott tut das ist wohl getan. auferstandner Siegesfürst, Du Leben aller Leben! ö HeutbringstduFriede, da du wirst Zur Freude uns gegeben. Bracht unsre Not ö Dich in den Tod, Jetzt bist du auferstanden Und frei von Todesbanden. 2. Nun geht uns fröhlich wie⸗ —— der auf ö Die rechte Gnadensonne, Die erst erstarb in ihrem Lauf, Gibt Strahlen neuer Wonne; Jetzt ist die Seel Mit Freudenöl Von dir gesalbt und bleibet Dir ewig einverleibet. 3. Die Kraft von deiner Majestät Bricht selbst durch Grab und Steine; DeinSieg ists, der uns mit erhöht Zum vollen Gnadenscheine; Des Todes Wut, ö Der Hölle Glut Hat alle Macht verloren, Und wir sind neu geboren. 4. O daß wir diesen teuren Sieg Lebendig möchten kennen, Und unser Herz bei diesem Krieg Im Glauben möchte brennen! Ostern. Denn anders nicht Kann dieses Licht Uns in das Leben führen, Als wenn wir Glauben spüren. 5. So brich denn selbst durch unser Herz, O Jesu, Fürst der Ehren, Und laß vorheruns himmelwärts Zu dir uns gläubig kehren, Daß wir in dir Die offne Tür Zur ewgen Ruhe finden Und auferstehn von Sünden. 6. Laß uns das wahre Auferstehn Auch innerlich erfahren Und aus den Totengrüften gehn, Daß wir den Schatz bewahren, Das teure Pfand, Das deine Hand Zum Siegen uns gegeben, So gehn wir ein zum Leben. J. H. Böhmer, 4 1749. 160. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Rü un, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, deruns den Sieg So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. 2. Lebendig Christus kommt her⸗ Den Feind nimmt er gefangen, Zerbricht der Höllen Tür, Trägtweg denRaub mitPrangen. Nichts ist, was in dem Siegeslauf Den starken Held kann halten auf: Er ist der Überwinder. 103 3. Des Herren Rechte, die behält Den Sieg und ist erhöhet,‚ Des Herren Rechte mächtig fällt, Was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd Durch Christi Sieg gedämpfet ö sind, Ihr Zorn ist kraftlos worden. 4. Es war getötet Jesus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupterstanden ist, Erstehn auch wir, die Glieder. SojemandChristiWortengläubt, Im Tod und Grabe der nicht bleibt, Er lebt, ob er gleich stirbet. 5. Wer täglich hier durch wahre Reu Mit Christo auferstehet, Ist dort vom andern Tode frei, Derselb ihn nicht angehet. Genommenistdem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht Und unvergänglich Wesen. 6. Das ist die reiche Osterbeut, Der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit Im Himmel und auf Erden. Hier sind wirstillundwartenfort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 7. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? ür, Was kann uns fetzt der Teufel tun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg ö So herrlich hat nach diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. Nach G. Weissel, 4 1635. 10⁴ Ostern. 161 Ich bin sein Siegsfürst und sein —* Herr, Mel. RNun freut euch lieben Christen Des sollt ihr euch erfreuen; gmein. Dazu so bin ich euer Haupt, Ses rdalte wenedhren, Drum werdet Ur mem haur Was vormals war verloren..„laübt, Weil heut der Herr der Herrlich⸗ ö Als Glieder mit mir leben. keit, 6. Der Höllen Sieg der ist auch Den Gott selbst auserkoren mein Zum Sündenbüßer, der sein Blut Ich habe sie zerstöret; ‚ Am Kreuz vergossen uns zu gut, Es darf nicht fürchten ihre Pein, Vom Tod ist auferstanden. Wer mich und mein Wort höret; 2. Wie schön hast du durch deine Und weil des Teufels Macht und Heaeht, List Du wilder Feind des Lebens/ Gedämpft, sein Kopfzertreten ist, Den Lebensfürsten umgebracht! Mag er ihm auch nicht schaden. Dein Stachel ist vergebens. 2. Nun Gott sei Dank, der uns Durch ihn geschossen, schnöder den Sieg 25 Feind: Durch Jesum hat gegeben Duhättestwahrlichwohlgemeint, Und uns den Frieden für den Er würd im Staube bleiben. x Krieg 3. Nein, nein, er trägt seindaupt Und für den Tod das Leben empor, Erworben, der die Sündund Tod, Ist mächtig durchgedrungen Welt, Teufel, Höll und was in Durch deine Bande, durch dein Not Tor, Uns stürzet, überwunden! Ja hat im Sieg verschlungen P. Gerhardt, 4 1676. Dich selbst, daß, wer an ihn nur x gläubt, Von dir jetzt ein Gespötte treibt x 162. Und spricht: Wo ist dein Stachel? 4. Denn deine Macht die ist dahin Voerwinder, nimm die Palmen, Und keinen Schaden bringet So dein Zion heute bringt, Dem, der sich stets mit Herz und Das mit frohen Osterpsalmen Sinn Den erkämpften Sieg besingt. Zu diesem Fürsten schwinget, Wo ist nun der Feinde Pochen Der fröhlich spricht: Ich leb, und Und der Würger Mordgeschrei, ihr Da der Schlangen Kopf entzwei Sollt mit mir leben für und für, Und der Stachel abgebrochen? Weil ich es euch erworben. Tod und Teufel liegen da; 5. Der Tod hat keine Kräfte Gott sei Dank, Hallelujahl mehr, 2. Stecke nun die Siegeszeichen Wir dürfen ihn nicht scheuen: Auf der dunklen Gruft empor: Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Ostern. Was kann deiner Krone gleichen? Held und König, tritt hervor, Laß dir tausend Engel dienen! Denn nach harter Leidenszeit Ist dein Tag der Herrlichkeit, Höchste Majestät, erschienen. Welt und Himmel jauchzen da Gott sei Dank, Hallelujah! 3. Teile, großer Fürst, die Beute Deiner armen Herde mit, Die in froher Sehnsucht heute Vor den Thron der Gnade tritt; Deinen Frieden gib uns allen: O so jauchzet Herz und Mut, Weil das Los so wundergut Und aufs lieblichste gefallen. Fried und Freude grünen da; Gott sei Dank, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, Deinen Strahl ins Herze gehn; Gib Luie Keriilieh deinenKnechten, Daß sie geist lich auferstehn. Hält der Schlafunsnochgefaugen, Ei so fördre selbst den Lauf, Rufe mächtig⸗ Wachet auf! Denndie Schattensindvergangen, Und iei 55 Tag ist da; Gott sei Dank, Hallelujahl DiehmnsdesidesWaneh Wenn die letzte Stunde schlägt, Weil uns in den Himmelsauen Schon die Krone beigelegt. Gib uns in den höchsten Nöten, Gib uns mitten in der Pein Deinen Trost und Glauben ein; O so kann der Tod nicht töten, Denn die Hoffnung blühet da; Gott sei Dank, Hallelujahl 6. Zeige, wennderblödekummer Über Gruft und Bahre weint, Wie die Schwachheit nach dem Schlummer Dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, 10⁵ Ei so nimmt das kühle Grab Nichts, als nur was irdisch, ab, Und der Staub ist unverloren. Unser Hüter hütet da; Gott sei Dank, Hallelujah! 7. Rufe die verdorrten Glieder Endlich aus der dunklen Nacht, Bis der Aschenhaufe wieder In verklärtem Glanz erwacht. Da wirst du die Krone geben, Dann wird die vergnügte Brust Herr, in engelgleicher Lust Ewig deinen Sieg erheben, Und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Hallelujah! Chr. L. Taddel, + 1775. 163. Mel. Preis, Lob, Ehr, Ruhm. Veerklärtes Haupt, nun lebest du, Ach laß mich als dein Glied auch leben; Kannst du dem Elend sehen zu, Willst du dein Kind nicht auch erheben Aus Not und Tod, aus Sünd und Eigenheit, Zu leben dir in wahrerHeiligkeit? 2. Du lebest, fremde dieser Erd, Im Paradies, in Gottes Frieden; Gib, daß ich auch im Geiste werd Also von allem abgeschieden, Dem Eitlen tot und dir im Geist gemein: So leb in mir, o Lebensfürst, allein. 3. Brich durch, es koste, was es will, Was du nicht bist, laß in mir sterben, Daß ich auch mög dies frohe Ziel, DenAuferstehungsstand ererben; 106 Ostern. Ich kann ja nichts, ich lieg im 4. Drückt dich ein schwerer Sor⸗ Tod verhaft, genstein, Wirk du in mir durch deines Dein Jesus wird ihn heben; Lebens Kraft. Es kann ein Christ bei Kreuzes⸗ in mi im⸗ pein n Wenvärts In Freud und Wonne leben. Begierden, Sinnenund Gedanken, Wirf dein Anliegen auf denHerrn Daß, wodu bist, meinganzesHerz Und sorge nicht; er ist nicht fern, Von nun an leben mag ohn Weil er ist auferstanden. 5— Wanken. 5. Geh mit Maria Magdalen Du bist nicht fern; wer dich nur Und Salonte zum Grabe liebet rein, Die fri ů 3 Li Der kann im 28— bei f im Mit ührer Sahungsgahet—5— Himmel sein. ů FJesusCzbrii So wirstdusehn, daß Jesus Christ G. Tersteegen, 4 16o. Vom Tod heut auferstanden ist Und nicht im Grab zu finden. 164. 6. Es hat der Löw aus Judas ; ö Stamm Mel. Mein Herzensjesu,—.— Lust. Heut siegreich überwunden; WMach auf, mein Herz, die Nacht Und das erwürgte Gotteslamm ist hin, Hat uns zum Heil erfunden Die Sonn ist aufgegangen, Das Leben und Gerechtigkeit, Ermuntre dich, mein Geist und Weil ernachüberwundnemStreit b Sinn, Die Feinde schaugetragen. Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Tür 7. Wohlauf, mein Herz, fang an Gebrochen aus dem Grab herfür r den Streit, Der ganzen Welt zur Wonne. Weil Jesus überwunden 55. 3 5 Grab d Er wird auch überwinden weit 2. Steh aus Sünden auf In dir, weil er gebunden Der Fei 7 Und such ein neues Leben, Der Feinde Macht, daß du auf , ö stehst Und laß dein Herz uich heben Und in ein neues Leben gehst Gen Bimitel, da dein Jesus ist Und Gott im Glauben dienest. Und such, was droben, als ein 8. Scheu weder Teufel, Welt Christ,„noch Tod, Der geistlich auferstanden. Den Fesns leht.e8 teinn 3. Vergiß nun, was dahinten ist, ZDemn Jesus lebt, es hat kein Not, Und tracht nachdem, was droben, und d 1 0 bei en iu der Walt Damit dein Herz zu jeder Frist And den Geringen in der We Zu Jesu sei erhoben Als ein gekrönter Siegesheld; Tritt unter dich die böse Welt Drum wirst du überwinden. Und strebe nach demHimmelszelt, 9. Achmein Herr Jesu, der du bist Wo Jesus ist zu finden. Vom Tode auferstanden, Ostern. 107 Rett uns aus Satans Macht und Uns einen Schatz hier finden, List Der ewig kann erfreun. Und aus des Todes Banden, Z 2—— Daß wir zusammen insgemein Z. Wir sind. mit dir gestorben, Zum neuen Leben gehen ein, Wa mns Dein Tod erivorben Das du uns hast erworben. Das stell uns täglich für. 10. Sei hochgelobt in dieser Zeit Von allen Gotteskindern, 8. Wir wollen hier ganz fröhlich Und ewig in der Herrlichteit Mit dir zu Grabe gehn, Von allen Überwindern, Wenn wir dereinst nur selig Die überwunden durch dein Blut: Mit dir auch auferstehn. Herr Jesu, gib uns Kraft und 9. Der Tod kann uns nicht dar⸗ Mut, den, Daß wir auch überwinden. Sein Stachel ist nun stumpf, L. Laurenti, 4 1722. Wir sind bei Gott in Gnaden Und rufen schon Triumph! 165. B. Schmolck, 4 1787. Mel. Christus der ist mein Leben. 166. Wiutommen, Held im Streite, Nus deines Grabes Kluftl Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wir triumphieren heute Wir danken dir,— Jesu Um deine leere Gruft. Christ, 9 3 Daß du vom Tod erstanden bist Schnil—— Zus Sitgeslled Und hast dem Tod zerstört sein Macht Du trittst in unsre Mitten Und bringst den Osterfried. Selnnah. 3. Der Feind wirdschaugetragen öů Und heißt nunmehr ein Spott; nad, Mit aber können sagen: Nimm von uns unsre Missetat it uns ist unser Gottl Und hilf uns durch die Güte 4. Ach teile doch die Beute dein, Bei deinen Eiirdern aus, Daß wir dein treue Diener sein. Wir alle kommen heute Hallelujah. Deswegen in dein Haus. 3. Gott Vater in dem höchsten Thron Auch Roer muier Heis, Samt seinem eingebornen Sohn, Den Lebensweg uns bahne Dem heilgen Geist in Aeeiß Vom Grabe himmelwärts. 1 In Ewigkeit sei Lob und Preis!l 6. Laß unser aller Sünden Hallelujah. Mit dir begraben sein, Th. Hartmann, 1604. 108 167. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Sween der Jünger gehn mit „ Sehnen Uber Feld nach Emmaus; Ihre Augen sind voll Tränen, Ihre Seele voll Verdruß, Und sie wechseln Klageworte; Doch es ist von ihrem Orte Unser Jesus gar nicht weit Und vertreibt die Traurigkeit. 2.Achesgehn nochmancheHerzen Ihrem stillen Kummer nach, Sie bejammern voller Schmerzen Ihre Not, ihr Ungemach; Manches wandert gar alleine, Daß es nur zur Gnüge weine; Doch mein Jesus ist dabei, Fragt, was man so traurig sei? 3. Wenn zwei Seelen sich be⸗ sprechen, So ist er der dritte Mann; Er bemerket die Gebrechen, Redet, was uns trösten kann. Dennerkannunsnichtversäumen, Wiewirglaubenslosoftträumen; Er hat alles im Gesicht, Seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, Wenn ich meiner Eitelkeit Und der Sünde nachgehangen. O der unglückselgen Zeit, Die ich dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren, Jesus hat an mich gedacht Und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Not gefunden, So ließ er mich nicht allein. Jesus stellt zur rechten Stunde Ostern. Sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich im Leid verzehre, Gleich als ob er ferne wäre, O so ist er mehr als nah Und mit seiner Hülfe da. 6. Treuster Freund von allen Freunden, Bleibe weiter doch bei mir! Kommt die Welt, mich anzu⸗ ö feinden, Ach so sei du auch allhier. Wenn mich Trübsalswetter schrecken, Wollst du mächtig mich bedecken. Komm, in meinem Geist zu ruhn, Was du willst, das will ich tun. 7. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so gib mir in den Sinn, Daß mich deine Seele liebet, Und daß ich der Deine bin. Laß deinWortmichfestergründen, Laß es so mein Herz entzünden, Daß es voller Liebe brennt Und dich immer besser kennt. 8.Tröstauch andrefrommeSeelen, Wenn sie tief in Sorgen stehn, Wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, FeldundWälderngehn, Ihrem Kummer nachzusinnen, Daß sie sich satt weinen können, Sprich dann ihren Seelen zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, Ach so nimm mich auch mit dir; Laß mich deine Freuden teilen, Sei und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mitten, Wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, Daß du mich getröstet hast. J. Neunherz, 4+ 1737. Himmelfahrt. 109 IX. Bimmelfahrt. A. Bimmelfahrtsfest. 168. Mel. Wie schön leuchtet derMorgenstern. Ach wundergroßer Siegesheld, Du Sündenträger aller Welt, Heut hast du dich gesetzet Zur Rechten Gottes in der Kraft,‚ Hast deinem Reich den Sieg ver⸗ schafft, Den Feind zum Tod verletzet. Mächtig, Prächtig Triumphierst du und regierst du, Tod und Leben, Alles ist dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich Siegesfürsten loben, Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freude bist erhoben. Singet Klinget, Rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, Zu empfahn die Himmelskrone. 3. Du bist das Haupt, hingegen wir Sind Glieder, ja es kommtvon dir Auf uns Licht, Trost und Leben, Heil, Friede, Freude, Stärk und Kraft; Was dem Gemüt Erangard chafft, Wird uns von dir Hegeben Bringe, Dringe Mein Gemüte, ewge Güte, dich zu preisen, ö Chr dem Siegs sherrn zu erweisen. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns ö nach dir, Hilf, daß wir fortan für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unsern Wandel himmlisch sein, Laß uns demütig, züchtig, rein All Uppigkeit verachten. Unart, Hoffart Hilf uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, Wo die Gnade sei zu finden. O. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, Sei unser Ruhm und fester Platz, Darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist, Auf Erden wohnet Trug und List, 5s ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen Stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gna⸗ denthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille das Verlangen; Du bist uns allen ja zu gut, Jesu, durch dein teures Blut Ins Heiligtum gegangen. 110⁰ Komm, Herrl Hilf, Herrl Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende Fröhlich klopfen in die Hände. E. Chr. Homburg, 1681. 169. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Auf Christi Himmelfahrt allein Ich meine Nachfahrt gründe UndallenZweifel, AngstundPein Hiermit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Him⸗ mel ist, Wird seine Glieder Jesus Christ Zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan Und große Gab empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel kann, Sonst nirgends Ruh erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da isthinfortmeinHerzund Sinn, Nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnademich Von deiner Auffahrt spüren, Daß mit demwahren Glauben ich Mag meine Nachfahrt zieren Und dann einmal, wenn W ge⸗ ällt, MitFreuden scheidenaus derWelt; Herr, höre dies mein Flehen. Jos. Wegelin, + 1640. 170. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. ö Himmelfahrt. Bittend, Gott woll bewahren Uuns arme Sünder hier auf Erd, Die wir, von Not und Tod be⸗ schwert, Ohn ihn kein Hoffnung haben. 2. Lob sei ihm, der die Bahn gemachtl Uns steht der Himmel offen: Christus schleußt auf mit großer Pracht, Was vorhin war verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freu⸗ ö denvoll; Dabei er sich doch rüsten soll, Dem Herren nachzufolgen. 3. Wer nun nicht seinen Willen tut, Dient nicht mit Ernst demHerren; Der aber wird vor Fleisch und ö Blut Sein Himmelreich versperren. Am Glaubenliegts, so der ist echt, So wird gewiß das Leben recht Zum Himmel sein gerichtet. 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, Wenn wir den Vater finden Und fliehen stets die breite Bahn, Tun uns zu Gottes Kindern; Die sehn hinauf und Gott herab, An Treu und Lieb geht ihn'n nichts ab, Bis sie zusammen kommen. 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, Wenn Gott uns zu sich nehmen Und seinem Sohn wird machen gleich, Wie wir denn jetzt bekennen; Da wird sich finden Freud und Mut Auf diesen Tag bedenken wir, Zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Daß Christus aufgefahren, Gott woll, daß wirs erleben! Voll Danksund herzlicher Begier, Joh. Zwick, 4 1542. Himmelfahrt. 111 171. Chriß fuhr gen Himmel: Was sandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, 8 Dorthin, wo unser Schatz. Ihr Herzen, macht euch auf: Wo Jesus hingegangen, Dahin sei das Verlangen, Dahin sei euer Lauf. Zu Trost der 99 Christenheit. 5. Laßt uns zumHimmeldringen Halleluj Mit herzlicher Begier, Hallelujah,‚ Hallenjah, Hallelu⸗ Laßt uns zugleich auch singen: jah! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Hallelujah! 15. Jahrh. 17²2. Dich, Jesu, suchen wir, Dich, o du Gottes Sohn, Dich, Weg, dich, wahres Leben, Dem alle Macht gegeben, Dich, unsers Hauptes Kron. 6. Fahr hin mit deinen Schätzen, Du trugesvolle Welt, Mel. Aus meines Herzens Grunde. Wei Tand kann nicht ergotzem Der Herr fährt auf gen Himmel Mit frohem Jubelschall, Mit prächtigem Getümmel Und mit Posaunenhall: Lobsingt, lobsinget Gott, Lobsingt, lobsingt mit Freuden Dem Serrent der Heiden, Dem Herren Zebaoth. In seines Himmels Pracht; Um ihn gehn alle Frommen, Die er hat frei gemacht; Es holen Jesum ein Die lautern Cherubinen, Den hellen Seraphinen Muß er willkommen sein. 3. Wir wissen nun die Stiege,‚ Die unser Haupt erhöht, Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht: Der Heiland geht voran, Will uns zurück nicht lassen, Er zeiget uns die Straßen, Er bricht uns sichre Bahn. 4. Wir sollen himmlisch werden, Der Herr macht uns selbst Platz; Wir gehen von der Erden Weißt du, was uns gefällt? 195 Herr ist unser Preis, Der Herr ist unsre Freude Und köstliches Geschmeide, ö Daß wir ihn werden sehen 2. Der Herr wird aufgenommen ö Zu ihm geht unsre Reis'. 7. Wann soll es doch geschehen, Wann kommt die liebe Zeit, In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Daß wir den Heiland grüßen Und fallen ihm zu Füßen? Komm, stelle dich doch ein! G. W. Sacer, 4 1699. 173. ö Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Es fähret heute Gottes Sohn Hinauf zu seines Vaters Thron, Er gehet ein zur Herrlichkeit, Die überall ist ausgebreit. Hallelujah. 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, Sein Heer erlegt und umgebracht, 112 Wie mit Gewalt ein starker Held Hallelujah. 3. Zwing unser Fleisch, Herr Jesu Christ, Der du der Sünder Heiland bist: Daß wir, indem duunsmachstrein, Teilhaftig deines Sieges sein. Hallelujah. 4. Laß sein den Feind in uns gedämpft, Weil du uns hast das Heil er⸗ kämpft, Tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr Sich wider unsre Seel empör. Hallelujah. Als Gottes Kinder in dein Reich, Da wir ein ewges Freudenlied Darbringen deiner Treuund Güt. Hallelujah. preist Samt deinem Sohn und heilgem Geist: Der heilge unsrer Seelen Grund, Damit dir danke Herz und Mund. Hallelujah. Halle 1714. 174. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Ihr aufgehobnen Segenshände, Voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, Ihr wirkt und waltet bis ans Ende, Uns ungesehn, doch niemals fern. ö Im Segnen seid ihr aufgefahren, Der treuen Erdenpilgerschar Und reicht dem Überwinderchore Des ewgen Lebens Krone dar. Dann, dann, mit jeder Gottes⸗ 46. gabe, Mit jedem Heil begabt durch euch, Jauchzt eurem goldnen Königs⸗ Himmelfahrt. Held Im Segnen kommt ihr einst Im Treffen seine Feinde fällt. zurück; Auch in des Glaubens Zwischen⸗ jahren Bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. 2. Ihr segnet Christi Schar hie⸗ nieden Mit Freude, die ohn Ende währt; Ihr legtaufsiedenhohen Frieden, Den keine Welt uns sonst beschert: Ja segnend ruht ihr auf den Seinen; Dies beugt und stärkt uns bis ans Grab, Und wenn wir Sehnsuchtstränen weinen, So trocknet dies die Tränen ab. 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich 3. Ihr zieht mit Gotteskraft die Herzen Zu ihm und an sein Herz hinauf; I. 0 5 Ihr stillt, ihr heilt die Seelen⸗ schmerzen, 6. Gott Vater, sei von uns ge⸗ ö Ihr helft der Schwachheit mäch⸗ ig auf. ö t Ihr brecht den Zwang, der Her⸗ zen kettet, Ihr faßt und stärkt des Pilgers Hand, Ihr hebt, ihr tragtund ihrerrettet Und führt uns bis ins Vaterland. 4. Einst öffnet ihr die HDimmels⸗ tore Des weiten Himmels Königreich. K. Garve, + 1841. Himmelfahrt. 175. Mel. Herr Gott dich loben alle wir. Nun freuteuch, GottesKinderall, Der Herr fährt auf mit großem chall: Lobsinget ihm, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm. 2. Die Engel und all err heer Erzeigen Christo göttlich Ehr Und jauchzen ihm mit frommem Schall, Das tun die lieben Engel all. 3. Der Herr hat uns die Stätt bereit, Da wir bleiben in Ewigkeit: Lobsinget ihm, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm. 4. Wir sind Erben im Ennneigs reich, Wir sind den lieben Engelngleich: Das sehn die lieben Engel gern Und danken mit uns Gott dem Herrn. 5. Es hat mit uns nun nimmer Not: Der Satan, Sünd und ewger Tod Allsamt zu Schanden wordensind Durch Gottes und Marien Kind. 6. Den heilgen Geist sendt er herab, Auf daß er unser Herz erlab, Unströstedurchseingöttlich Wort, Behüt uns vordes Teufels Mord. 7. Also baut er die Christenheit Zur ewgen Freud und Seligkeit; Allein der Glauban Jesum Christ Die recht Erkenntnis Gottes ist. 8. So danket nun dem lieben Herrn Und lobet ihn von Herzen gern; 113 Lobsinget mit der Engel Chor, Daß es zum Himmelschall empor. 9. Gott Vater in der Ewigkeit, Es sagt dir deine Christenheit Groß Ehr und Dank mit höch⸗ stem Fleiß, Zu allen Zeiten Lob und Preis. 10. Herr Jesu Christe, Gottes ohn, Gewaltig, herrlich, yrächtig, schön, Es dankt dir deine Christenheit Von nun an bis in Ewigkeit. 11. Du heilger Geist, du wah⸗ rer Gott, Du Tröster wert in aller Not, Wir rühmen dich, wir loben dich Und sagen Dank dir ewiglich. Er. Alberus, + 1558. 176. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Siegesfürst und Ehrenkönig, Du verklärte Majestät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist drüber hoch erhöht: Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, UndmeinHerzvor Freudewallen, Wennmein Glaubensaugentzückt Deine Herrlichkeit erblickt? 2. SehichdichgenHimmelfahren, Seh ich dich zur Rechten da, Hör ich, wie der Engel Scharen Rufen froh Hallelujah: Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, UndmeinHerzvor Freudewallen, Da der Himmel jubiliert, Und mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmels⸗ sonne, Leuchtet deine Herrlichkeit, Die mit neuem Glanz und Wonne 114 Selge Geister hoch erfreut; Prächtig wirst du aufgenommen, Jauchzend heißt man dich will⸗ kommen: Schau, dein Kind im Staube hier Ruft auch Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Klarheit seh? Sollte jetzt mein Mut noch sinken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, Vor dem Feind soll mir nicht Nur in Jesu Namen mich Beugen hier und ewiglich. 5. Herr, dein reicher Geist ergieße Über uns sich kräftiglich, Bis zum Schemel deiner Füße Alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum fernsten Ende; Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen untertan. 6. Nun erfüllst du aller Orten Alles durch dein Nahesein, Heiland, meines Herzens Pforten Stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, Komm, bei mir auch einzukehren, Ewig in mir leb und wohn Als in deinem Himmelsthron. G. Tersteegen, 4 1769. 177. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Wirdanken dir, HerrJesuchrist, Daß du gen Himmel fahren bist: O starker Gott Immanuel, Stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Hallelujah. grauen, Himmelfahrt. 2. Nun freutsichalle Christenheit Und jubiliert in Ewigkeit: Gott Lob und Dank im höchsten Thron, Unser Bruder ist Gottes Sohn. Hallelujah. 3. Gen Himmel aufgefahren hoch Ist er doch allzeit bei uns noch; Sein Macht und Reich unend⸗ lich ist, Wahr Gott und Mensch zu aller Frist. Hallelujah. 4. Wohl dem, der ihm vertrauen tut Und hat an ihm ein frischen Mut. Welt, wie du willst! wer fragt nach dir? Nach Christo steht unsre Begier. Hallelujah. 5. Er ist derHerrund unserTrost, Der uns durch sein Bluthat erlöst; Das Gfängnis er gefangen hat, Daßuns der bittreTodnichtschad. Hallelujah. 6. Wir freuen uns aus Herzens⸗ ö grund Und singen fröhlichmit dem-Rund: Der unser Bruder, Fleisch und Blut/ Ist unser allerhöchstes Gut. Hallelujah. 7. Durch ihn derHimmelunserist. Hilf uns, o Bruder Jesu Christ, Daß wir nurfestvertraun aufdich Und durch dich leben ewiglich. Hallelujah. 8. Amen, Amen, HerrJesuChrist, Der du gen Himmel fahren bist, Erhalt uns, Herr, bei reiner Lehr, Des Teufels Trug und Listen ö wehr. Hallelujah. Himmelfahrt. 9. Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit, Zum Weltgericht in Herrlichkeit: Führ uns aus dies em Jammertal In deinen ewgen Freudensaal. Hallelujah. 10. Wir singen Amen noch ein⸗ mal, Himmels Saal Da wir mit allen Engeln dein Das Amen wollen singen fein. Hallelujah. 178. Mel. Ach Gott und Herr. Seach uns nach dir, So kommen wir Mit herzlichem Verlangen Hin, da du bist, O Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ Uns deine Himmelsstege; Sonst irren wir Leicht ab von dir, Vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr Allhier beschwer Das böse Weltgetümmel. 4. Zeuch uns nach dir Nur für und für Und gib, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, Und mach uns gleich Den auserwählten Scharen. Fr. Funcke, + 1699. Wir sehnen uns in's 1607. 115 179. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Zum Himmel bist du einge⸗ gangen, Mit Preis gekrönt, Herr Jesu Christ: Wie follte mich nun nicht ver⸗ langen, Auch dort zu fein, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; Nimm in die Heimat mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum Leben, Du gingst verklärt zum Himmel ein; So muß sich auch mein Geist er⸗ heben, Ich darf nicht tot in Sünden sein. Ein neues Leben wirk in mir, So komm ich einst gewiß zu dir. 3. AmOlbergfingendeineLeiden Mit bittern Todesängsten an: Am Olberg gingst in hohen Frene den Du siegreich deineHimmelsbahn: So folgt auf Leiden Herrlichkeit; Zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände Beim Scheiden von den Waus auf: O hilf, daß einft auch ich vollende, Von dir gesegnet, meinen Lauf! Wenn ich von dir gesegnet bin, Dann fahr in Frieden ich dahin. blicken In deinen Freudenhimmel nach; Mein Herz soll sich an dir er⸗ quicken, Der mir die Bahn zum Himmel brach. 5. Ich sehe dir mit Glaubens⸗ ö H 2 116 Sieht dich auch hier mein— Himmelfahrt. 7. Einst wirst du herrlichwieder⸗ kommen, Bleibst du doch meine Zuversicht. Gleichwie du aufgefahren bist; 6. Du bist von uns Sagrahren ö gefaure Wo mir bereit mein Erbteil ist. DochistdeinWortnochimmerhier. Laßdiesescleinodmichbewahren; Im Worte redest du zu mir, Dies leitet meines Lebens Lauf Undschließtmirdeinenbimmelauf. B. Rönigreich 180. Eineristgönig, Immanuelsieget,‚ Vebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht! Zionhingegen, seiinnigvergnüget, Labe dein Herze mit himmlischer Frucht: Ewiges Leben, Ae iihihen⸗ en Freude die Fülle hat er uns be⸗ schieden. 2. Stärket die Hände, ermuntert ie Herzen, Trauet mit Freuden dem 4Gott: Jesus, die Liebe, Schmerzen, Reißet aus Angsten, aus Jam⸗ mer und Not; Ewig muß unsere Seele genesen In dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille‚ Schlage die Rute des Vaters nicht aus; Bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle versüßet Die ö Dann werd ich völlig aufgenom⸗ men, So leb ich nun im Glauben hier, Im Schauen aber dort bei dir. Berlin 1829. Christi. Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß; Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen: Jesus, der treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? ö Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet Tausendmal heller, als du es geglaubt. Jesus der lebet, die Liebe re⸗ gieret, Die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle Fließen die Ströme des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket: Hier ist Erlösung für alles, was drücket. Himmelfahrt. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, Die euch der König des Himmels anbeut; Jesus wird selber den Siegern zum Lohne: Wahrlich, dies Kleinod verlohnet den Streit; Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, Jesus wird selber den Siegern zum Lohne. 7 Droben am Stuhle des Lamms wird man sehen Eine gewaltige siegende Schar Seine unendliche Hoheit erhöhen, Bringen im Tempel den Lob⸗ gesang dar. Sehet, wie Kronen und Throne hinfallen; Höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8. Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stünde, o wenn ich da wärel Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles was in mir ist, lobe den Herren! J. L. K. Allendorf, 4 1773. 181. Mel. Jesu der du meine Seele. Großer Mittler, der zur Rechten Seines großen Vaters sitzt Und die ScharvonseinenäKnechten In dem geich der Gnaden schützt. Den auf dem erhabnen Throne 117 In der königlichen Krone Alles Heer der Ewigkeit Mit verhülltem Antlitz scheutl 2. Dein Geschäft aufdieser Erden Und dein Opfer ist vollbracht, Was vollendet sollte werden, Das ist gänzlich ausgemacht; Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad und Heilerworben, Und dein siegreich Auferstehn Läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte In dem obern Heiligtum, Die erworbnen Segenskräfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzuteilen, Die zum Thron der Gnaden eilen, Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen Trägest du auf deiner Brust, Und an den gerechten Samen Denkest du mit vieler Lust; Du vertrittst, die an dich gläuben, Daß sie dir vereinigt bleiben, Und bittst in des Vaters Haus Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, Die der Welt noch dienen, nicht, Weil dein Herz dir vor Erbarmen Über ihrem Elend bricht: Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er ändre ihren Sinn, Ach da zielt dein Bitten hin. 6.3warindeinesFleischesTagen, Da die Sünden aller Welt Dir auf deinen Schultern lagen, Hast du dich vor Gott gestellt, Bald mit Seufzen, bald mit Wei⸗ nen Für die Sünder zu erscheinen; 118 Himmelfahrt. O mit welcher Niedrigkeit Wo sie hier zerstreuet wohnen Batest du zur selben Zeitl Unter allen Nationen, 7. Aber nun wird deine Bitte Die du kennest überall. Von der Allmacht unterstützt, 3. O wie lieb ich, Herr, die Da in der volltommnen Hütte Deinen, Die verklürte Menschheit sitzt: Die dich suchen, die dich meinen, Nun kannstdudes Satans Klagen O wie köstlich sind sie mirl! Majestätisch niederschlagen, Du weißt, wie michs oft erquicket, Und nun macht dein redend Blut Wenn ich Seelen hab erblicket, Unsre böse Sache gut. Die sich ganz ergeben dir. 8. Die Verdienste deiner Leiden 4. Ich umfasse, die dir dienen, Stellest du dem Vater dar Ich vereinge mich mit ihnen, Und Vorttittstrzurneheeten en Und vor deinem Angesicht 2 en Wünsch ich Zion tausend Segen: Daß er ane Kia furd Leben Stärke sie in deinen. Wegen, Deinem Volk auf Erden geben Führ sie selbst nach deiner Pflicht. Und die Seelen zu dir ziehn, 5. In der argen Welt sie rette Die noch deineFreundschaftfliehn. Und den Satan bald zertrete Gänzlich unter ihre Füß; 9. Großer Mittler, sei gepriesen, Daß du in dem Heiligtum 10.„ Ghesluft. N. 1U Sinnen. So viel Treu an uns bewiesen; Zei 1 D1 10—.—— süß. Dir sei Ehre, Dauk und Ruhm. Sei nur du den Demm süß. Dein Verdienst laß uns vertreten, 6. Die in Kreuz und Leiden leben, Wenn wir zu dem Vater beten; Stärke, daß sie ganz ergeben Sprich für uns in letzter Not, Ihre Seel in deine Hand; Wenn den Mund verschließt der Laß sie dadurch werden kleiner Tod. Und von allen Schlacken reiner, J. J. Rambach, + 1735. Lauterlich in dich gewandt. 7. Laß die Deinen noch aufErden 182 Ganznach deinem Herzen werden; 12 Mache deine Kinder schön, Mel. Alles ist an Gottes Segen. Saust efal klein und stille, ; t, einfältig, wie dein Wille, Jesu, der du bist alleine 9 in W 3 Haupt und König der Gemeine, Und wie du sie gern willst sehn. Segne mich, dein armes Glied: 8. Sonderlich gedenke deren, Wollst mir neuen Einfluß geben Die es, Herr, von mir begehren, Deines Geistes, dir zu leben Daß ich für sie beten soll. Stärke mich durch deine Güt. Gih bDu zedem Rolchen— legen, 35. ib du jedem solchen Segen, 2. Ach dein Lunlt drunge Wie es not; du kennst sie wohl. Gnade, Kraft und Segen bringe 9. Ach besuch zu dieser Stunde Deinen Gliedern allzumal, Ihre Herzen und im Grunde Himmelfahrt. 119 Sie erfreu in dir allein; 4. Gott ist Herr, der Herr ist Zeuch mit deinen Liebeszügen einer, Ihre Lust und ganz Vergnügen Und demselben gleichet keiner; Wesentlich in dich hinein. Einzig ist der Sohn ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößli 10. Teuer hast du uns erworben, Dessen Leben mnanflbslic Da du bist am Kreuz gestorben, Denke, Jesu, wir sind dein; Dessen Reich ein ewig Reich. Halt uns fest, so lang wir leben 5. Nur in ihm, o Wundergaben Und in dieser Wüste schweben, Können wir Erlösung haben, Laß uns nimmermehr allein: Die Erlösung durch sein Blut. Hörts: das Leben ist erschienen, 11. Bis ich einst mit allen Und ein ewiges Versühnen Frommen Kommt in Jesu uns zu gut. Droben werd zusammenkommen Und von allen Flecken rein 6. Gebt, ihr Sünder, ihm die Dort vor deinem Throne stehen, Herzen, Uns in dir, dich in uns sehen, Klagt, ihr Kranken, ihm die Ewig eins in dir zu sein. 5 Schmerzen, G. Tersteegen, 4 1769. Sagt, ihr Armen, ihm die Notl Er kann alle Wunden heilen, Reichtum weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 183. 60 Allen los mem Hutt sehlen 215 Solls an keinem Gute fehlen, Mel. Alles ist an Gottes Segen. DennsieglaubenGottzumRuhm. JesusChristusherrschtals sKönig, Werte Worte, teure Lehren! Alles wird ihm untertänig, Möcht doch alle Welt dich hören, Alles legt ihm Gott zu Fuß;: Süßes Evangelium! Jede Zunge soll bekennen, 8. Zwar auch Cbrunn drückt Jesus sei der Herr zu nennen, Christi Glieder Dem man Ehre geben muß. und 932 8 kurze Zeit darnieder, 2. Fürstentümer und Gewalten, Und das Leiden geht zuvor: Mächte, diedieThronwachthalten, Nur Geduld, es folgen Freuden; Geben ihm die Herrlichkeit; Nichts kann sie von Jesu scheiden, Alle Herrschaft dort im Himmel, Und ihr Haupt zieht sie empor. Hier im irdischen Getümmel 9. Ihnen steht ein Himmel offen, Ist zu seinem Dienst bereit. Welcher über alles Hoffen, 3. Gott, des Weltbaus Meister Decgeheit Ine Geneme⸗ ster Weiß, daß eine Zeit erscheine, Hat die Engel wohl als Geister Und als Flammen um den Thron; Da sie ihren König grüßt. Sagt er aber je zu Knechten: 10. Jauchzt ihm, all 90 i 0 Setze dich zu meiner Rechten? nechte, Nein, er sprach es zu dem Sohn. Rühmt, vollendete Gerechte V 120 Und du Schar, die Palmen trägtl Und ihr Märtrer mit der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die Gottesharfen schlägtl 11. Ich auch auf der tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin: JesusChristus herrschtalsKönig, Alles sei ihm untertänig, Ehret, liebet, lobet ihn! Ph. F. Hiller, 4 1769. 184. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Rönig, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Munderreichet, Dem als Gott dasReichgebühret, Der als MenschdasScepterführet, Dem dasRechtgehörtzumThrone Als des Vaters eingem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Erde, LuftundMeere, Aller Kreaturen Heere Müssen dir zu Diensten stehen; Was duwillst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben, Und vor deines Mundes Schelten Zittern Menschen, Engel, Welten. 3.In des Gnadenreiches Grenzen Sieht man dich am schönsten glänzen, Wo viel tausend treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, DiedurchsScepterdeines Mundes Nach dem Recht des Gnaden⸗ bundes Sich von dir regieren lassen Und wie du das Unrecht hassen. Himmelfahrt. Von dem himmlischen Geschlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlitz schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, Dir ist niemand zu vergleichen An dem Überfluß der Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An Vollkommenheit der Gaben, Welche deine Bürger habenz Du beschützest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem 5 Herzen Uber Zorn, Lust, Furcht und Schmerzen, Laß mich deinen Schutz genießen, Gläubig dich ins Herze schließen, Ehren, fürchten, loben, lieben Und mich im Gehorsam üben, Hier mit ringen, dulden, streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. J. J. Rambach, 1735. 185. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. ö Rönig Jesu, streite, siege, Daß alles bald dir unterliege, Was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten, Laß wehen deinen Lebensodem Durchs ganze weite Totenfeld. Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehnl Amen, Amen! So rühmen wir 4. In dem Reiche deiner Ehren Kann man stets dich loben hören Und jaͤuchzen dir Ein Hallelujah für und für. 18²⁷7. 70828——— C„- Himmelfahrt. 186. Mein Jesu, dem die Seraphinen ö Im Glanz der höchsten Majestät Nur mit bedecktem Antlitz dienen, Wenn dein Befehl an sie ergeht: Wie sollten blöde Fleischesaugen, Die der verhaßten Sünde Nacht Mit ihremSchatten trüb gemacht, Dein helles Licht zu schauen 1407 gen? 2. Doch gönne meinen Glau⸗ bensblicken Den Eingang in dein Heiligtum Und laß mich deine Gnad er⸗ quicken Zu meinem Heil und deinem Ruhm. Vonfernstehtdiebeschämte Seele; ö Doch wenn sie reuevoll sich beugt, Bist du es, der sich gnädig neigt Und spricht: Du bists, die ich er⸗ wähle. 3. Sei gnädig, Jesu voller Güte, Dem Herzen, das nach Gnade lechzt; Ach höre doch, wie mein Gemüte: Gott, sei mirArmen gnädiglächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht und Pein Erlöst, da es so reich geflossen. 4. Ich fall in deine Gnadenhände Undbittemit dem Glaubensgruß: ö Gerechter König, wende, wende Die Gnade zu der Herzensbuß! Ich bin gerecht durch deine Wun⸗ den, Es ist nichts Sträflichs mehr an mir; Bin aber ich versöhnt mit dir, So bleib ichauchmitdirverbunden. 121 5. Ach laß mich deine Weisheit leiten Und nimm ihr Licht nicht von mir weg; Stell deine Gnade mirzurSeiten, Damit ich auf dem schmalen Steg Beständig bis ans Ende wandle, Damit ich auch zu jeder Zeit In Lieb und Herzensfreudigkeit Nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe Undstärke mich durch deine Macht, Daß ich im Glaubensieg undstehe, Wenn Stärk und List der Feinde wacht: So wird dein Gnadenreich auf Erden, Das uns zu deiner Ehre führt Und endlich gar mit Kronen ziert, Auch in mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen, ö Erwähl es, Herr, zu deinemThron. Hast du ausLieb ehmalsverlassen Des Himmels Pracht und deine Kron: So würdgeauchmeintHerz, oLeben, Und laß es deinen Himmel sein, Bis du, wenn dieser Bau fällt ein, Mich wirst in deinen Himmel ö heben. S8. Ich steig hinauf zu dir im ö Glauben, Steig du in Lieb herab zu mir; Laß mir nichts diese Freude rauben, Erfülle mich nur ganz mit dir. ö Ichwill dichfürchten, lieben, ehren, So lang in mir das Herz sich regt, Und wenn dasselb auch nicht ö mehr schlägt, Sosolldochnochdieviebewähren. W. Chr. Deßler, 1722. 12² 187. Mel. O du Liebe meiner Liebe. I Durchbrecher aller Bande, Der du immer bei mir bist, Bei dem Schaden, Spott und Himmelfahrt. Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, Fort des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit; Wie dus nötig findest, tue Schande Noch vor unsrer Abschiedszeit; Lauter Lust und Himmel ist, Übe ferner dein Gerichte Wider unsern Adamssinn, Bis uns dein so treu Gesichte Führet aus dem Kerker hin. 2. Ists doch deinesVatersWille, Daß du endest dieses Werk; Hiezu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk: Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Aber unser Geist der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis er die Erlösung findet, Die dein treuer Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche, Sieger, siege, König, brauch dein Regiment; Führe deines Reiches Kriege, Mach der Sklaverei ein End. Ach die Last treibt uns zu rufen, Alle flehen wir dich an: Und es aus dem Treiben führest Zeig uns nur die ersten Stufen Zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach so mußtdu unsvollenden, Willst und kannst ja anders nicht; Denn wir sind in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht; Der gebrochnen Freiheitsbahn. 8. Ach wie teur sind wir er⸗ worben, RNicht der MenschenKnecht zu sein; Drum so wahr du bist gestorben, Ob wir wohl von allen Leuten Mußt du uns auch machen rein, Als gefangen sind geacht, Weil des Kreuzes Niedrigkeiten Rein und frei und ganz voll⸗ kommen, Uns der Welt zum Spott gemacht. Nach dem besten Bild gebildt; 4. Schau doch aber unsre Ketten, Der hat Gnad um Gnad ge⸗ Da wir mit der Kreatur Seufzen, um Erlösung beten Von der sündigen Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns an sich hält gebannt, Ungeacht der Geist in Zeiten Sich dem Höchsten zugewandt. nommen, Wer aus deiner Füll sich füllt. 9. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, Laß mit dir gekreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann er⸗ ö erben, 5. Ach erheb die matten Kräfte, Führ ins Paradies uns ein! Sich einmal zu reißen los Und durch alle Weltgeschäfte Durchzubrechen frei und bloß. Doch wohlan, du wirst nicht ö säumen, Laß uns nur nicht lässig sein; Weg mit Menschenfurcht und Werdenwirdochals wieträumen, agen, Weich, Vernunftbedenklichkeit! Wenn die Freiheit bricht herein. G. Arnold, 4 1714. .SDöCI VSEE Himmelfahrt. 123 188. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. Treuer Hirte deiner Herde, Deiner Glieder starker Schutz, Sieh doch, wie die Asch und Erde, Großer Gott, mit Grimm und Trutz Tobt und wütet wider dich Und vermißt sich freventlich, Deine Kirche zu zerstören Und dein Erbteil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König, Wir sind dein mit Leib und Seel: Menschenhülf ist hier zu wenig, Wo nicht du, Immanuel, Zu der Deinen Rettung wachst Und dich selbst zu Felde machst, Für dein wahres Wortzu kämpfen Und der Feinde Rott zu dämpfen. 3. Es trifft deines NamensEhre, Deiner Wahrheit Heiligtum, Jesu, deine Glaubenslehre, Deines Leidens Kraft und Ruhm Und den Dienst, den dir allein Wir zu leisten schuldig sein: Dazu kannst du janichtschweigen, Deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, Den bei so betrübter Zeit Fleisch und Satan uns zu rauben Und mit Furcht und Blödigkeit Uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit kennt und sieht Deiner Kinder schwach Vermögen Und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und bekehre Der Verfolger blindes Heer; Der Verfolgung steur und wehre, Daß sie uns nicht sei zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an, Leit auch auf die rechte Bahn, Die noch jetzt durch SatansLügen Sich selbst um ihr Heil betrügen. 6. Laß uns recht und redlich handeln Und, in Taubeneinfalt dir Ganz gelassen, heilig wandeln, Doch dabei uns klüglich hier Schicken in die böse Zeit Und vor falscher Heiligkeit, Auch der Feinde List und Wüten UnsmitSchlangenklugheithüten. 7. Laß mit Betenund mit Wachen Stets uns stehn auf unsrer Hut Und nur dich, Herr, lassen machen, So wird alles werden gut. Jesus streitet für uns hier Und vertritt uns dort bei dir, Bis wir auf der neuen Erden Mit ihm triumphieren werden. Henriette K. v. Gersdorf, + 1726. 189. Mel. Wunderbarer König. Unumschränkte Liebe, Gönne blöden Augen, Die sonst kaum auf Erden taugen, Daß sie in die Strahlen Deiner Langmut blicken, Die den Erdkreis wärmend schmücken Und zugleich Freudenreich Bösen und den Deinen Mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, Ja dein ganz Gebiete Ist ein Schauplatz deiner Güte: Deiner Langmut Ehre Wird durch neue Proben Immer herrlicher erhoben. O wie weit, O wie breit Pfingsten. Über Berg und Hügel 5. Herr, es hat noch keiner, Streckt sie ihre Flügel. Der zu dir gegangen, Statt der Gnade Recht empfan⸗ 3. Was wir davon denken, ö gen: Was wir sagen können, Wer zu deinen Füßen Ist ein Schatten nur zu nennen. Sich mit Tränen senket, Tag für Tag zu leiden, Dem wird Straf und Schuld ge⸗ Tag für Tag zu dulden schenket. So viel Millionen Schulden, Unser Schmerz Und dazu Rührt dein Herz, Ohne Ruh Und du willst der Armen Lieben für das Hassen, n, Gnädig dich erbarmen. Herr, wer kann das fassen? 6. König, sei gepriesen, 4. Du vergibest Sünde, Daß du so verschonest Hörst der Sünder Flehen, UndunsnichtnachWerkenlohnest; Wenn sie weinend vor dir stehen. Deiner Hand sei Ehre, Deine Rechte dräuet Die so wohl regieret Und erbarmt sich wieder, UndmitRuhm dasScepterführet. Legt die Pfeile gerne nieder, Fahre fort, Obwohl doch Zions Hort, Immer noch Langmut auszuüben Neue Schuld sich reget, Und die Welt zu lieben. Wenn dein Zorn sich leget. J. J. Rambach, 1735. X. Pfingsten. 190 2.OwelcheingroßerTagerschien, * Alsmandie Flammensaherglühn 3 Mel. Wie schön leuchtet derMorgenstern. Hell über jedem Hauptel Im Sturmwind tatest du dich Dir jauchzet froh die Wber. kund, heit, DuGeistderKraftundoerrlichkeit, Der Senendie eerdi Etuhe Du aller Geister Leben. Mächtig Als unsers Erbes Unterpfand Kamst du, Bist du vom Vater ausgesandt, Zum Tröster uns gegeben. Jesu Glieder Ist das Heil in allen Zungen. Wirst du führen dei⸗ regieren, 3.O Dankfürso vielgöttlichLicht, deine Gnade Das jede Finsternis durchbricht, Leit auch uns auf unserm Pfade. Für himmlische Belebungl .ISI FVAI Pfingsten. 12⁵5 Den Menschenherzen alt undjung Träger aller Himmelsfrucht, Schaffst Kräfte du zur Heiligung, Geist, der einst der heilgen Män⸗ Zu stiller Gottergebung. ö ner, Preis dir, Kön'ge und Prophetenschar, Dank dir, Der Apostel und Bekenner Daß du kräftig und geschüftig TriebundKraftundZeugnis war: inunn uus auln. 2. Rüste In mit deinen Gabe Jesum Christum uns verklärest. A ů Gnn ache Wunderens 9 istus sich Kraftundtolaubensmutzuhaben, . ierlan Eifer für des Herren Haus; Wir sind mit deiner Kraftgetauft, Eine Welt mit ihren Schätzen, Die Welt zu überwinden. Menschengunst und gute Zeit, Wirk in uns allen Lieb und Zucht Leib und Leben dranzusetzen Und laß in uns des Glaubens In dem großen, heilgen Streit. 30435 3. Frucht 3. Gib uns Abrahams gewisse, Sich hundertfältig finden. Feste Glaubenszuversicht, Gnädig Die durch alle Hindernisse, Hur dum Alle Zweifel siegend bricht, Gottes Erben einst im Sterben, Die nicht bloß dem Gnadenbunde daß sie droben Trauet froh und unbewegt, Ewig deine Wunder loben. Auch das Liebste jede Stunde 5. Wir beugen unsern Geist vor Gott zu Füßen niederlegt. dir,. 4. Gib uns Josephs keusche Geist Gottes, alle flehen wir, Sitten, Du wollest bei uns bleiben. Wenn die Welt ohn Scham und Geh ferner aus in alle Welt, ö Zucht Damit, von deinem Licht erhellt, Uns durch Dräuen und durch Die Völker alle gläuben; ö Bitten Führe In ihr Garn zu ziehen sucht. Gnädig Lehruns fliehen, lehr uns meiden, Sie zur Wahrheit und zur Klar⸗ Was der Seele bringt Gefahr, heit, daß die Erde, Hohn und Haß geduldig leiden, Geist des Herrn, dein Tempel Gott getreu sein immerdar. werdel 5 Gib uns Moses' brünstig K. A. Döring, 1844. Beten Um Erbarmung und Geduld, Wenn durch freches übertreten 191. AUnser Volk häuft Schuld auf Mel. O du Liebe meiner Liebe. Schuld: Laß uns nicht mit kaltem Herzen Geist des Glaubens, Geist der Unter den Verirrten stehn, Stärke, Nein, mit Moses'heilgen Schmer⸗ Des Gehorsams und der Zucht, zen Schöpfer aller Gotteswerke, Für sie seufzen, weinen, flehn. 126 6. Gib uns Davids Mut, zu streiten Mit den Feinden Israels, Sein Vertraun in Leidenszeiten Auf den Herren, seinen Fels, Feindeslieb und Freundestreue, Seinen königlichen Geist Und ein Herz, das voller Reue Gottes Gnade sucht und preist. 7. Gib Elias' heilge Strenge, Wenn den Götzen dieser Zeit Die verführte blinde Menge Tempel und Altäre weiht: Daß wir nie vor ihnen beugen Haupt und Knie, auch nicht zum Schein, Sondern fest als deine Zeugen Dastehn, wenn auch ganz allein. 8. Gib uns der Apostel hohen, Ungebeugten Zeugenmut, Aller WelttrotzSpottund Drohen Zu verkünden Christi Blut. Laß die Wahrheit uns bekennen, Die uns froh und frei gemacht; Gib, daß wirs nicht lassen können, Habe du die Übermacht! 9. Gib gleich Stephanus uns Frieden Mitten in der Angst der Welt, Wenn das Los, das uns be⸗ schieden, In den schwersten Kampf uns stellt; In dem wildesten Getümmel Gib uns Glaubensheiterkeit; Offn im Sterben uns denHimmel, Zeig uns Jesu Herrlichkeit. 10. Geist des Glaubens, Geist der Stärke, Des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller Gotteswerke, Träger aller Himmelsfrucht, Geist, du Geist der heilgen Män⸗ ner, Pfingsten. Don d und Prophetenschar, Der Apostel und Bekenner, Auch bei uns werd offenbar! Ph. Spitta, 4 1859. 192. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Geistdes Herrn, dein Licht allein Muß der Kirche leuchten, SonstwirdeignenWahnesSchein Uns wie Wahrheit deuchten. Dann entzweit Leerer Streit, Die auf deine Lehren Einzig sollen hören. 2. Lehr uns treu, du Geist des Herrn, Nach der Wahrheit ringen, Alle Menschenmeinung gern Dir zum Opfer bringen. Wer sind wir? Drum nur dir Bleibe Kraft und Ehre Reiner Gotteslehre. 3. Lehr uns auch bei deinem Schein Unsre Schwäche prüfen; Ohne dich dringt niemand ein In des Herzens Tiefen. Nur die hier Schon aus dir Sind aufs neu geboren, Offnen Aug und Ohren. 4. Was den Frieden Gottesmehrt, Das mach allen wichtig; Was den Stolzdes Wissensnährt, Sei uns klein und nichtig. Eins ist notl Himmelsbrot Laß uns niemals fehlen; Wohl dann unsern Seelen! IIIIIIIII SVVNINAMA Snte R Pfingsten. 127 5. Der das Haupt der Kirche ist, Ihn hilf uns bekennen Und ihn unsern Herrn und Christ Vor der Welt auch nennen. Wahr und frei, Stark und treu Müssen sich die Seinen All um ihn vereinen. 6. Ihn verklär in deiner Kraft Seiner Boten Lehre, Daß als Christi Jüngerschaft Sich sein Volk bewähre. Aller Welt Bau zerfällt; Himmel selbst vergehen: Christi Kreuz muß stehen. K. B. Garve, 4 1841. 193 — Mel. Freu dich sehr o meine Seele. GeistvomVaterundvomsohne, Du, der unser Tröster ist Und von Gottes ewgem Throne Auf die Gläubgen sich ergießt, Steh mit deiner Kraft mir bei, Daß ich Gott geweihet sei, UndmeinHerzschonhieraufErden Mög ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn Auf das Wohl der Seele hin; Lehrst du mich das Rechte wählen, Werd ich nie das Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, Durch die Gnade schaff es neu, Daß ich Gott vor allem liebe Und ihm kindlich dankbar sei. Voll Vertraun auf ihn zu sehn, Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Warne mich, so oft zu Sünden Mein Gemüt versuchet wird; Laß michbalddenRückwegfinden, Hab ich mich von dir verirrt. Nimm in deine Zucht mein Herz, Wirk in mir der Reue Schmerz, Daß ich mich in Demut beuge Und den Sinn zur Beßrung neige. 5. Treibmichkräftigzum Gebete, Wenn mir Hülfe nötig ist, Daß zu Gottes Thron ich trete Durch den Mittler Jesus Christ; Hilf mir gläubig auf ihn schaun Und auf sein Verdienst nur baun, Daß ich mög auf mein Verlangen Gnad um Gnad von ihm emp⸗ fangen. 6.IndesLebensMühundLeiden Steh mit deinem Trost mir bei, Daß ich überall mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gib mir ein gelaßnes Herz, Laß mich selbst im Todesschmerz Deines Trostes Kraft empfinden Und einst siegreich überwinden. Nach G. Hoffmann, 4 1712. 194. Mel. Jesu komm doch selbst zu mir. Geist vomVater und vomSohn, Weihe dir mein Herz zum Thron, Schenke dich mir immerdar, So wie heut der frommen Schar. 2. Geist der Wahrheit, leite mich; Eigne Leitung täuschet sich, Daß sie leicht des Ziels verfehlt Und statt Heil sich Unglück wählt. 3. Geift des Glaubens, stärk in mir Solchen Glauben für und für, Der mich Christo einverleibt Und zu guten Werken treibt. 4. Geist des Betens, steh mir bei, Wenn ich um Errettung schrei; Mach mein Bitten freudig, rein, So wirds auch erhörlich sein. 5. Geist der Lieb, erweck in mir Guter Gaben Füll und Zier, Daß ich hilfreich, mild und treu, Deiner Gnade Werkzeug sei. 6. Geist der Heiligung, verklär Jesum in mir mehr und mehr; Mindre stets, was mich befleckt, Mehre, was du selbst erweckt. 7. Geist des Trostes, tröste mich Durch dein Zeugnis innerlich; Wenn mir mein Gewissen droht, Hilf mir aus der Seelennot. 8. Geist der Hoffnung, rufe du Meiner Seel ermunternd zu, Daß ich deiner stets mich freu Und in Hoffnung selig sei. H. J. Tode, 1797. 195. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Gott Vater, sende deinen Geist, Denunsdein Sohnerbittenheißt, Aus deines Himmels Höhen; Wir bitten, wie er uns gelehrt, Laß uns doch ja nicht unerhört Von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd Ist dieser edlen Gabe wert, Bei uns ist kein Verdienen; Hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, Die Christus uns verdienet hat Mit Büßen und Versühnen. Pfingsten. 3. Es jammert deinen Vatersinn Der große Jammer, da wir hin Durch Adams Fall gefallen. Durch dieses Fallen ist die Macht Des bösen Geistes leider bracht Auf ihn und auf uns alle. 4. Dein Geist hält unsers Glau⸗ bens Licht, Wenn alle Welt dawider ficht Mit Sturm und vielen Waffen; Und wenn auch gleich der Fürst der Welt Selbstwider uns sichlegt ins Feld, So kann er doch nichts schaffen. 5. Der Geist, den Gott vom Himmel gibt, Der leitet alles, was ihn liebt, Auf wohlgebahnten Wegen; Er setzt und richtet unsern Fuß, Daß er nicht anders treten muß, Als wo man findt den Segen. 6. Er macht geschickt und rüstet aus Die Diener, die des Herren Haus In diesem Leben bauen; Er ziert ihr Herz, Mund und Verstand Undläßtssie, was sonstunbekannt, Zu unserm Besten schauen. I. Er öffnet unsers Herzens Tor, Wenn sie sein Wort in unser Ohr Als edlen Samen streuen, Gibt Kraft dem ausgestreuten Wort, Läßt es in Segen wachsen fort Und auch zur Frucht gedeihen. 8. Er lehret uns die Furcht des Herrn, LiebtReinigkeit und wohnet gern In frommen, keuschen Seelen; Was niedrigist, was Tugend ehrt, Was Buße tut und sich bekehrt, Das pflegt er zu erwählen. Pfingsten. 129 9. Er ist und bleibet stets getreu é 3. Weck uns auf vom Sünden⸗ Und steht uns auch im Tode bei, schlafe, Vor dem nichts kann bestehen; Rette doch Er lindert unsre letzte Qual.. Heute noch Läßt uns den Weg zum Him⸗ Die verlornen Schafe; ö. melssaal Reiß dieWelt aus dem Verderben, Getrost und fröhlich gehen. ö Iur 666——3 m Gericht 10. O selig, wer in dieser Welt 835 Lirchosen l das Zelt Der Verstockung sterben. n seiner Seel aufschlagen! ö x RA5IT Deu winderdortzn in ogen Fiend L.eider Wai Wallen en wird erdort zurewgen Freud In Gottes Hütte tragen. é Uutericht 16551 Wie wir Gott gefallen. 11. Nun Oerr und Bater Giit Lehr uns recht zum Vater treten, ör unsern Wunsch: geuß ins Sei uns nah ö 4—0 Gemitt uund sprich: Ja, Uns allen diese Gabe; Wenn wir gläubig beten. Gib deinen Geist, der uns allhier Regiere und dort für und für 5. Hilf den Kampf; 70 Glau⸗ Im ewgen Leben label! ö anbens ämpfen, A Gib uns Mut, P. Gerhardt, + 1676. Fleisch und Blut Sünd und Welt zu dämpfen. 196 Laß nicht Trübsal, Angst und — Leiden, Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. Kreuz und Not, Ae ö d Tod öchster Tröster, komm her⸗ Pein un 5 ö nieder, Uns von Jesu scheiden. Geist des Herrn, 6. Hilf uns nach dem Kleinod Sei nicht fern, streben Salbe Christi Glieder. 0 Mach uns treu Er, der nie sein Wort gebrochen,— Christus hat Ohne Scheu Deinen Rat Jesu ganz zu laen. Seinem Volk versprochen. Laß stille stehen, 2. Schöpferunsers neuenLebens, Froh die Bahn Jeder Schritt, Seines Heils zu gehen. Jeder Tritt Ist ohn dich vergebens. 7. Sei in Schwachheit unsre Ach das Seelenwerk ist wichtig; Stütze, Gib im Streit Freudigkeit, Trost in Trübsalshitze. J Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig? 130 Führ, wenn Gott uns nach dem Leid ide Sterben heißt, Unsern Geist Freudig in die Freude. E. Liebich, 4 1780. 197. Nomm, heiliger Geist, Gort olt, Erfüll mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn, Dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. OHerr, durch deines Lichtes Glanz Zum Glauben du versammelthast Das Volk aus aller Welt Zungen; Das seidir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß uns leuchten desLebensWort Undlehreuns Gottrecht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. O Herr, behüt vor fremder Lehr, Daß wirnichtMeistersuchenmehr, DennJesummit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht ver⸗ trauen. Hallelujah, Hallelujah. 3. Du heilige Glut, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getrost In deinem Dienst beständig——6 en, Daß Trübsal uns nicht abtreiben. O Herr, durch dein Kraft uns bereit Undstärkdes Fleisches Blödigkeit, Daß wir hier ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah, Hallelujah. Dr. M. Luther, + 1546. Pfingsten. 198. du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Komm, o komm, Sie erfüll uns jederzeit, So wird Geist und Licht und Schein In dem dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und ucht, Daß wir anders nichts beginnen, Denn nur was dein Wille sucht; Dein Erkenntnis werde groß Und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrts⸗ stege; Was getan ist wider dich, Räume ferner aus dem Wege, Schlecht und recht behüte mich; Wirke Reu an Sünden Statt, Wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugnis uns emp⸗ inden, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn allein sich gründen, WennsichRotund Drangsalfindt; Denn des Vaters liebe Rut Ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigkeit, Seufzauchinuns, wennwirbeten, Und vertritt uns allezeit, So wird unsre Bitt erhört Und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste ange, Daß das Herz oft rufen muß: Ach mein Gott, mein Gott, wie lange? —*3———— —57 ——6—.————————————— Pfingsten. 131 O so mache den Beschluß, Sprich der Seele tröstlich zu Und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und ö Stärke, Du gewisser, neuer Geist, Fördre in uns deine Werke, Und wenn Satan Macht beweist, Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr uns unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod noch Spott Uns denselben möge rauben: Du bist unser Schutz und Gott; Sagtdaszleisch gleichimmernein, Laß dein Wort gewisser sein. 9.Wennwirendlichsollen sterben, So versichre uns je mehr Als des Himmelreiches Erben Jener Herrlichkeit und Ehr, Die Gott gibt durch Jesum Christ, Und die unaussprechlich ist. H. Held, um 1650. 199. Nunbittenwirdenheiligen Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte an unserm Ende, Wenn wir heimfahrn aus diesem lende. Erbarm dich, Herrl 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, Lehr uns Jesum Christ kennen allein, Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herrl 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, Laß uns empfinden der Liebe Brunst, Daß wir uns von Herzen ein⸗ ander lieben Und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Not, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, Daß in uns die Sinne nimmer verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Erbarm dich, Herr! Dr. M. Luther, + 1546. (VB. 1 um 1200.) 200. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. O du allersüß'ste Freude, O du allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Unbesuchet lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich singel 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen Ausgegossen von dem Thron, Bringst uns nichts als lauter Segen 32 132 Von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast Und verteilst nach deinem Willen, Meine ganze Seel erfüllen. 4. Du bist weise, vollVerstandes, Das Geheimste ist dir kund, Hast gezählt den Staub des Sandes Und durchschaut des Meeres Grund: Nun du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei, Drum gib Weisheit, gib uns allen, Daß wir mögen Gott gefallen. 5. Du bist heilig und zu finden, Wo man rein und heilig ist, Fliehst hingegen Schand und Sünden, Weil du lauter Reinheit bist: Mache mich, o Gnadenquell, ö Rein und züchtig, keusch und hell; Laß mich fliehen, was du fliehest, Gib mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Bhilen en, Du bist fromm und sanften Muts, Bleibst im Lieben ohne Wanken, Tust uns Bösen alles Guts; Ach verleih und gib mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 7. O meinHort, ich bin zufrieden, Wenn du nur nicht weichst von mir, Bleib ich von dir ungeschieden, Bin ich stets getrost in dir. Laß mich sein dein Eigentum, Ich versprech hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. Pfingsten. 8. Allem will ich gern entsagen, Was dir deinen Ruhm entreißt, Und mein Herz soll immer fragen Nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, Will ich hassen als verflucht, Ich will seinen schnöden Wegen Mich mit Ernst zuwiderlegen. 9. Wohl mir, wenn nur du mich stärkest Und mir treulich stehest bei; Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hülfe nötig sei, Brich des Fleisches bösen Sinn, Nimm den alten Willen hin, Daß er sich in dir erneue, Und mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben, Wenn ich sinke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, sei mein Leben, Wenn ich liege, sei mein Grab; Wenn ich wieder aufersteh, O so hilf mir, daß ich geh Hin, wo du in ewgen Freuden Wirst die Auserwählten weiden. P. Gerhardt, 1676. 201. Mel. Erquicke mich du Heil der Sünder. V Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Dasuns imdTodesschattenscheint, Du scheinst und lockst so lang vergebens, Weil Finsternis dem Lichte feind. O Geist, dem keinerkann entgehen, Dich laß ich gern mein Herzesehen. 2. Entdecke alles und verzehre, Was nicht in deinem Lichte rein, Wenn mirs gleich noch soschmerz⸗ lich wäre; Pfingsten. Folgt doch die Wonne nach der Pein: Du wirst mich aus dem finstern Alten In Jesu Klarheit umgestalten. 3. Ich kann nicht selbst der Sünde steuern, Das ist dein Werk, du Quell des Lichts; Du mußt von Grund aus mich erneuern, Sonst hilft mein eignes Trachten nichts. O Geist, sei meines Lebens Leben: Ich kann mir selbst kein Gutes geben. 4. Du Odem aus der ewgensStille, Durchwehesanftder Seele Grund, Füll mich mit aller Gottesfülle, Und da, wo Sünd und Greuel stund, Laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, In Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen Seikindlichfolgsam deinemTrieb; BewahrmeinHerzund alle Sinnen Untadelig in Gottes Lieb; Dein inmir Beten, Lehren, Kämp⸗ fen LaßmichaufkeineWeisedämpfen. 6. O Geist, o Strom, der uns vom Sohne Eröffnet und krystallenrein Aus Gottes und des Lammes Throne Nun quillt in stille Herzen ein, Ich öffne meinen Mund und sinke Hin zu der Quelle, daß ich trinke. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen, 133 Von allem abgekehrt, dir nah; Ich will die Welt und mich esfen sen Dies innigst glauben: Gotti istdal O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie vergebens. G. Tersteegen, 4 1769. 202. Mel. Wie schön leuchtet derMorgenstern. heilger Geist, kehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein, O komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein Bei uns und in uns kräftig sein Zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, Himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; Zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weis⸗ heit fleußt, Die sich in fromme Seelen geußt, Laß deinen Trost uns hören, Daß wir in Glaubenseinigkeit Auch können aller Christenheit Dein wahres Zeugnis lehren. Höre, Lehre, Daß wir können Herz und Sin⸗ nen dir ergeben, Dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit dei⸗ nem Rat Und führ uns selbst den rechten Pfad, Die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir 134 Pfingsten. Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir auch leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen und beflissen, dich zu schauen, Und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns deinedleBalsamkraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schutz Begegnen aller Feinde Trutz Mit freudigen Gebärden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels, o Lebenshort, Laß uns dein himmelsüßes Wort In unsern Herzen brennen, Daß wirunsmögen nimmermehr Von deiner weisheitsreichenLehr Und treuen Liebe trennen. Fließe, Gieße Deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsernHeiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich In unsre Herzen kräftiglich Und schenk uns deine Liebe, Daß unser Sinn verbunden sei Demhächstenstets mitLiebestreu Und sich darinnen übe. Kein Neid, Kein Streit Dich betrübe, Fried und Liebe müssen schweben, Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit Wir führen unsre Lebenszeit, Sei unsers Geistes Stärke, Daß uns forthin sei unbewußt Die Eitelkeit, des Fleisches Lust Und seine toten Werke. Rühre, Führe Unser Sinnen und Beginnen von der Erden, Daß wir Himmelserben werden. M. Schirmer, 1673. 203. Oheiliger Geist, o heiliger Gott, Du Tröster wert in aller Not, Du bist gesandt vom Himmels⸗ thron Von Gott dem Vater und dem Sohn, O heiliger Geist, o heiliger Gottl 2.O heiliger Geist, oheiliger Gott, Gib uns dieieb zu deinem Wort; Zünd an in uns der Liebe Flamm, Danach zu lieben allesamt, O heiliger Geist, o heiliger Gott! 3.Oheiliger Geist, oheiliger Gottl Mehrunsern Glaubenimmerfortl An Christum niemand glauben kann, Es sei denn durch dein Hülf ge⸗ tan, O heiliger Geist, o heiliger Gottl 4. O heiliger Geist, oheiliger Gottl Erleucht uns durch dein göttlich Wort: Lehr uns den Vater kennen schon, Dazu auch seinen lieben Sohn, O heiliger Geist, o heiliger Gottl 5. Oheiliger Geist, oheiliger Gott!l Du zeigst den Weg zur Himmels⸗ pfortz Laß uns hier kämpfen ritterlich Pfingsten. 135 Und zu dir dringen seliglich, O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, Verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank Allzeit und unser Leben lang, O heiliger Geist, o heiliger Gott! 204. Mel. Jesu meine Freude. Schmückt das Fest mit Maien, Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an; Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen, Machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, sowird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, Starker Gottesfinger, Sanfter Friedensbringer, Licht auf unserm Pfad: Gib uns Kraft und Lebenssaft, Laß uns deine teuren Gaben Zur Genüge laben. 3. Laß die Herzen brennen, Wenn wir Jesum nennen, Führ den Geist empor; Gib uns Kraft zu beten; Wenn vor Gott wir treten, Sprich du selbst uns vor; Gib uns Mut, du höchstes Gut, Tröst uns kräftiglich von oben Bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf das Kirchenfeld; Lasse Ströme fließen, Die das Land begießen, Wo dein Wort hinfällt, Und verleih, daß es gedeih; Hundertfältig Frucht zu bringen Laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen Über uns zusammen, Wahre Liebesglut; Laß dein sanftes Wehen Auch bei uns geschehen, Dämpfe Fleisch und Blut; Laß uns doch am Sündenjoch Nicht mehr wie vor diesem ziehen Und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, Führ uns ein und aus; Wohn in unsrer Seele, Unser Herz erwähle Dir zum eignen Haus; Wertes Pfand, machuns bekannt, Wie wir Jesum recht erkennen Und Gott Vater nennen. 7. Hilf das Kreuz uns tragen Und in finstern Tagen Sei du unser Licht; Trag nach Zions Hügeln Uns mit Glaubensflügeln Und verlaß uns nicht, Wenn der Tod, die letzte Not, Will mit uns zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt; Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, du werter Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns erfreuen. B. Schmolck, 4 1737. 136 Pfingsten. 205. Mel. Unser Herrscher, unser König. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, Höre, wie ich Armer flehe, Das zu geben, was mir not; Laß den Ausfluß deiner Gaben Auch mein dürres Herze laben. 2. Glaube, Weisheit, Rat und Stärke, Furcht, Erkenntnis und Verstand, Das sind deiner Gottheit Werke, Dadurch wirst du uns bekannt; Dadurch weißt du recht zu lehren, Wie wir Gott und Jesum ehren. 3. TeurerLehrer, Gottes Finger, Lehr und schreibe deinen Sinn AuchinsHerzmir, deinemFünger, Nimm mich ganz zu eigen hin, Daß ich dann von deiner Fülle Reichlich lerne, was dein Wille. 4. Laß das Feuer deiner Liebe Rühren meine Zung und Mund, Daß ich auch mit heißem Triebe Gottes Taten mache kund; Laß es selbst meinHerz entzünden Und verzehren alle Sünden. 5. Leg hingegen meiner Seele Deine heilge Salbung bei‚, Daß, geweiht mit deinem Ole, Auch mein Leib dein Tempel sei; Bleib auch bei mir, wenn ich sterbe, Daß ich Christi Reich ererbe. 6. Strahl der Gottheit, Kraft der Höhe, Geist der Gnaden, wahrer Gott, Höre, wie ich Armer flehe, Das zu geben, was mir not; Laß den Ausfluß deiner Gaben Auch mein dürres Herze laben. Berlin 1713. 206. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Seuch ein zu deinen Toren, Sei meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu geboren hast, O hochgeliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleiches Thrones, Mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden Und schmecken deine Kraft, Die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, Du hast mich gut gemacht; Der Tod durchdrang mein Leben, Du hast ihn umgebracht, Mit Segen mich geschmückt, Mir schon im Wasserbade Versiegelt Gottes Gnade, Die mich im Tod erquickt. 4. Du bist das heilge Ole, Dadurch gesalbet ist Mein Leib und meine Seele Dem Herren Jesu Christ Zum wahren Eigentum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll; Dein Beten wird erhöret, Dein Singen klinget wohl; Es steiget himmelan Und hört nicht auf mit Flehen, Bis der läßt Hülfe sehen, Der allen helfen kann. 5..II‚‚. Trinitatisfest. 6. Du bist ein Geist der Freuden, x Vom Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal Hast du mit süßen Worten Mir aufgetan die Pforten Zum güldnen Freudensaall 7. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlichkeit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, NeidundStreit; Der Feindschaft Feind du bist, Willst, daß in Liebesflammen Sich wieder tu zusammen, Was voller Zwietracht ist. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen Die ganze weite Welt, Kannst Menschenherzen wenden, Wie dir es wohl gefällt; So gib doch deine Gnad Zu Fried und Liebesbanden, Verknüpf in allen Landen, Was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkeiten, Bau unsers Fürsten Thron, Steh ihm und uns zur Seiten, Schmück als mit einer Kron Die Alten mit Verstand, 137 Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfurcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüter Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für; Vertreib den bösen Geist, Der dir sich widersetzet Und, was dein Herz ergötzet, Aus unserm Herzen reißt. 11. Gib Freudigkeit und Stärke, Zu stehen in dem Streit, Den Satans Reich und Werke Uns täglich anerbeut; Hilf kämpfen ritterlich, Damit wir überwinden, Und ja zum Dienst der Sünden Kein Christ ergebe sich. 12. Richt unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wirs sollen geben In Todes Arme hin, Wenns mit uns hier wird aus: So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ewgen Lebens Haus. P. Gerhardt, 4+ 1676. XI. Crinitkatisfest. 207. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. 4. Mos. 6, 24—-26. Brunn alles Heils, dich ehren wir Und öffnen unsern Mund vor dir; Aus deiner Gottheit Heiligtum Dein hoher Segen auf uns komm. 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, Er segne uns nach Seel und Leib, Und uns behüte seine Macht Vor allem Übel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, Uns leuchten laß sein Angesicht, 138 Daß wir ihn schaun und glauben frei, Daß er uns ewig gnädig sei. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, Sein Antlitz über uns erheb, Daß uns sein Bild werd ein⸗ gedrückt, Und geb uns Frieden unverrückt. 5. Jehova, Vater, Sohn und Geist, O Segensbrunn, der ewig fleußt, DurchfleußHerz, Sinn undWan⸗ del wohl, Mach uns deins Lobs und Se⸗ gens voll! G. Tersteegen, 4 1769. 208. Mel. Nun danlet alle Gott. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Licht, meinLeben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben, Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der alle Augenblick Viel Guts an mir getan. 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, meinHeil, meinLeben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat Mit seinem teuren Blut, Der mir im Glauben schenkt Das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werter Geist, Den mir der Sohn gegeben, Der mir mein Herz erquickt, Der mir gibt neue Kraft, Trinitatisfest. Der mir in aller Not Rat, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den alles lobt und preist, Was durch ihn lebt und webet; Gelobet sei der Herr, Des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der werte Geist. J. Olearius, + 1684. 209. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. BalleluiahlLob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke; Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraftund Stärke! Klinget, Singet: Gnädig, herrlich, heilig, heilig, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaothi 2. Hallelujahl Preis, Ehr und Macht Sei auch dem Gotteslamm ge⸗ bracht, In dem wir sind erwählet, Das uns mit seinem Blut erkauft, Damit besprenget und getauft Und sich mit uns vermählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft und Gemein⸗ schaft, die wir haben Und darinnen uns erlaben. 3.Hallelujah! Gott heilger Geist Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben ausgeziert, —5 ꝗ———2— + r; F ————— Trinitatisfest. 139 Dem Himmelreich uns zugeführt, Laß mich wahre Freudigkeit Zur Herrlichkeit erkoren. Und im Herzen Zeugnis haben, Schauet, Daß du stets nach deinem Willen Schauet: Wollest meine Bitt erfüllen. Da ist Freude, da ist Weide, da J. Schrader, 4 1737. 90f ist Manna Und ein ewig Hosianna. 4. HallelujahlLob, PreisundEhr 21¹ 2 Seiunserm Gottjemehrund mehr Wir glauben all an einen Und seinem großen Namen. Gott, Stimmtan mitaller Himmelsschar Schöpfer Himmels und derErden,‚ Und singet nun und immerdar Der sich zum Vater geben hat, Mit Freuden Amen, Amen. Daß wir seine Kinder werden. Klinget, Er will uns allzeit ernähren, Singet: Leib und Seelauchwohl bewahren; Gnädig, herrlich, heilig, heilig, Allem Unfall will er wehren, heilig ist Gott, Kein Leid soll uns widerfahren; Unser Gott, der Herr Zebaoth! Ersorgetfüruns, hütund wacht en B. Crasselius, + 1724. Es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum 210 Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Der ewig bei dem Vater ist, Sende, Vater, deinen Geist, Gleicher Gott voll Macht und Da ich vor dein Antlitz trete 0 Ehren, Daß, wie du mich selber heißt, Bon Maria, der Jungfrauen, Ich im Geist und Wahrheit bete; Ist ein wahrer Mensch geboren Lehre mich, dich recht erkennen Durch den heilgen Geist im Und dich Abba, Vater nennen.„ 707 Glauben ;. Für uns, die wir warn verloren, 2. Mein Herr Jesu, hilf du mir, AmeirenzgestorbenundvomTodz Daß ich bet in deinem Namen, Wieder auferstanden durch Gott. Daß, was Gott verheißt in dir, ir den heil Mir auch michn und Gschen 3. Wir glauben an den hei t Sprich fürmichundlaß mich sehen Dich Rechten Gottes Rihen⸗ Gott mit Vater und dem Sohne, Der aller Blöden Tröster heißt 3. Heilger Geist, erleuchte mich Und mit Gaben zieret schöne, Und entzünde mein Verlangen, Die ganz Christenheit auf Erden Daß ich Gottes Huld durch dich Hält in einem Sinn gar eben; Voller Inbrunstmög empfangen: Hie all Sünd vergeben werdenz Brich die Trägheit,zeuch die Sinnen Das Fleisch sollauchwieder lebenz Aus der Welt zu dir von hinnen. Nach diesem Elend ist bereit 4. Heilige Dreieinigkeit, Uns ein Leben in Ewigkeit. Ursprung aller guten Gaben, Dr. M. Luther, 4 1546. Kirche. XII. Kirche. 21². Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine, Eile, mit Hülf und Rettung uns erscheine; Steure den Feinden, ihre Blut⸗ gerichte ): Mache zu nichte.:: 2. Streite doch selber für uns arme Kinder, Wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; Alles, was kämpfet wider deine Glieder, ,: Stürze darnieder.:: 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit ge⸗ währe; Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen ): Gib zu genießen.: 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, Alsowirdewig undohn Endeloben Dich, o du Wächter deiner armen Herde, 7: Himmel und Erde.:: M. A. v. Löwenstern, + 1648. 213. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Der du noch in der letzten Nacht, Eh du für uns erblaßt, Den Deinen von der Liebe Macht So schön gepredigt hast: 2. Erinnre deine kleine Schar, Die sich sonst leicht entzweit, Daß deine letzte Sorge war Der Glieder Einigkeit. N. L. Graf von Zinzendorf, 4 1760. 214. Ps. 46. Ein feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen, Er hilft uns frei aus aller Not, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind Mit Ernst ers jetzt meint: Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist; Auf Erd ist nicht seinsgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan, Wir sind gar bald verloren, Es streit für uns der rechte Mann, Den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein andrer Gott; Das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teu⸗ fel wär Und wollt uns gar verschlingen, So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie saur er sich stellt, Tut er uns doch nicht; Das macht: er ist gericht, Ein Wörtlein kann ihn fällen. Kirche. 4. Das Wort sie sollenlassenstahn Und kein Dank dazu haben; Er ist beiuns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: Laß fahren dahin, Sie habens kein Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. Dr. M. Luther, 4 1546. 21⁵. Ps. 67. Es wolle Gott uns gnädig sein Und seinen Segen geben; SeinAntlitzunsmithellemSchein Erleucht zum ewgen Leben, Daß wir erkennen seine Werk Und was ihm lieb auf Erden, Und Jesu Christi Heil und Stärk Bekannt den Heiden werden Und sie zu Gott bekehren. 2. So danken dir und loben dich, Herr Gott, die Heiden alle, Und alle Welt die freue sich Und sing mit großem Schalle, Daß du auf Erden Richter bist Und läßt die Sünd nicht walten; Dein Wort die Hut und Weideist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Taten; Das Land bringt Frucht und bessert sich, Dein Wort ist wohl geraten. Uns segne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heilge Geist, Dem alle Welt die Ehre tu, Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen Amen! Dr. M. Luther, 4 1546. 14¹ 216. Fahre fort, fahre fort, Zion, fahre fort im Lichtl Mache deinen Leuchter helle, Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch dieenge Pfort, Fahre fort, fahre fortl 2. Leide dich, leide dichl Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskronel Zion, fühlest du der Schlangen Stich, Leide dich, leide dichl 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Wennsiedichsuchtgroßzumachen, Achte nichts ihr Gut und Geld, Nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen. Zion, wenn sie dir viel Lust ver⸗ pri Folge nicht, folge nichtl 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, Der dir ruft zu beiden Seiten; Tue nicht, was er dich heißt, Laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, das, was gut scheint oder schlecht, 7 Prüfe recht, prüfe rechtl 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott, Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht wie die andern tot, Sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft, für Heuchel⸗ 1 schein, Dringe ein, dringe ein! 14² 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, Weil die Bruderliebe brennet; Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Tür Brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu, Laß nicht lauund trägdich finden; Auf, das Kleinod rückt herbei, Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! J. E. Schmidt, + 1745. 217. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Ps. 87. GottesStadtstehtfestgegründet Auf heilgen Bergen, es verbündet Sich wider sie die ganze Welt; Dennoch steht sie und wird stehen, Man wird an ihr mit Staunen sehen, Wer hier die Hut und Wache hält. Der Hüter Israels Ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, Das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Tore liebt vor allen Der Herr mit gnädgem Wohlge⸗ fallen, Macht ihre Riegel stark und fest, Segnet, die darinnen wohnen, Weiß überschwenglich dem zu lohnen, Der ihn nur tun und walten läßt. Wie groß ist seine Huld, Wie trägt er mit Geduld Kirche. All die Seinen! O Gottes Stadt, Du reiche Stadt, Die solchen Herrn und König hat! 3. Große heilge Dinge werden In dir gepredigt, wie auf Erden SonstunterkeinemVolkmanhört. Gottes Wort ist deine Wahrheit, Du hast den Geist und hast die Klarheit, Die alle Finsternis zerstört. Da hört man fort und fort Das teuerwerte Wort Ewger Gnade. Wie lieblich tönt, Was hier versöhnt Und dort mit ewgem Leben kröntl 4. Auch die nichts davon ver⸗ nommen, Die fernsten Völker werden kom⸗ men Und in die Tore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, Wird auch der Herr noch pred⸗ gen lassen, Was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron? Wird man fragen. Dann kommt die Zeit, Wo weit und breit Erscheint der Herr in Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen, Man wirdnocheinstzuZionsagen: Wiemehrtsich deinerBürgerZahll VollErstaunen wird manschauen, Wie Gottsein Zion mächtigbauen Undherrlichweitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin Für die Heiden; Es kommt ihr Tag, Sie werden wach, Und Israel folgt ihnen nach. ÿSν Kirche. 143 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden Die Mutter aller Völker werden, Die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie vomReigen, Wird einst von dir zum Himmel steigenl Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, Das alles Dürsten stillt. Hallelujah! Von Sünd und Tod, Von aller Not Erlöst nur einer, Zions Gott. Ph. Spitta, 1859. 218. Mel. Einer ist König. Immanuel sieget. Großer Immanuel, schaue von oben Deiner Gemeine Bedrängnis und 5 Sieh deiner Feinde vermessenes Toben Und die Gefahr, die dein Erbteil bedroht; Wie sie noch immer bekämpfen den Glauben, Wollen dein Wort und dich sel⸗ ber uns rauben. 2. Ist nicht die Macht des Ver⸗ derbens gedrungen Bis in der Deinen geheiligten Kreis? Seelen, die früher so eifrig ge⸗ rungen, Lassen jetzt nach in gottseligem Fleiß. Statt des Verlangens nach ewi⸗ gen Gütern Herrschet die Welt in den schwa⸗ chen Gemütern. 3. Oft wird im Herzen der Glaube geboren, Aber er stirbt, weil Wugedrschn gebricht; Lebt er auch, hat er die Kraft och verloren, Völlig zu dringen durchs Finstre zum Licht, Freudigen Mutes dich, Herr, zu bekennen. Menschenfurcht höret man Weis⸗ heit jetzt nennen. 4. Tief ist in Trauer die Kirche versenket, Die uns als geistige Mutter ge⸗ biert, Tief durch die Trennung so vieler gekränket; Einheit im Geiste sich 99350 ver⸗ liert. Viele sich scheiden und viele sich spalten, Weil man die Liebe so lässet er⸗ kalten. 5. Du, der da sitzet dem Vater zur Rechten, Herrschend und waltend aus himmlischer Höh, Gib, daß im Kampf mit den feindlichen Mächten Glauben und Liebe und Kirche besteh. Kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, Laß uns gelingen dem Vater zu Ehren. 6. Gib, daß der Glaube mit himmlischer Klarheit Dring in das Dunkel der Seelen hinein, Daß sich die 5 entzünd an der Wahrheit, Enger sich schließe der Christen Verein. erde: Gib, daß sie selber auch eine nur werde. Nach Ch. A. Bernstein, + 1699. 219. Mel. O du Liebe meiner Liebe. B undHerzvereintzusammen Sucht in Gottes Herzen Ruh, Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu: Er das Haupt, wir seine Glieder, Er das Licht und wir der Schein, Er der Meister, wir die Brüder, Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gotteskinder, Und erneuert euren Bund, Schwöret unserm Überwinder Liebund TreuvonHerzensgrund. Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, O so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann. So hat uns der Herr geliebet, So vergoß er dort sein Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr selbst euch Eintrag tut. 4. O du treuster Freund, vereine Deine dir geweihte Schar, Daß sie es so herzlich meine, Wies dein letzter Wille war, Und daß, wie du eins mit ihnen, Also sie auch eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 144 Kirche. Du bist der einzige Hirte der 5. Friedefürst,laß deinen Frieden Stets in unsrer Mitte ruhn, Liebe, laß uns nie ermüden, Deinen selgen Dienst zu tun. Denn wie kann die Last aufErden Und des Glaubens Ritterschaft Besser uns versüßet werden, Als durch deiner Liebe Kraft? 6. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll, O so mache doch die toten, Trägen Geister lebensvoll; Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann: Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 7. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist, Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein; Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Nach N. L. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. 220. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. O Jesu Christe, wahres Licht, Erleuchte, die dich kennen nicht, Und bringe sie zu deiner Herd, Daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deinem Gnaden⸗ schein, Die in Irrtum verführet sein, Auch die, so heimlich noch ficht an In ihrem Sinn einfalscherWahn. 3. Und was sich sonst bot at Von dir, das suche du mit Gnad Und sein verwundt Gewissen heil, Laß sie am Himmel haben teil. n ft Kirche. 14⁵5 4. Den Tauben öffne das Gehör, Die Stummen richtig reden lehr, Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt, Bring her, die sich von uns ge⸗ trennt; Versammle, die zerstreuet gehn, Mach feste, die im Zweifel stehn. 6.So werden siemit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich, Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preisen dich. Joh. Heermann, 1647. 9 221. Mel. Ach Gott vom Himmel sieh darein. O Vater der Barmherzigkeit, Der du dir deine Herden Gesammelt zur Apostel Zeit Und herrlich lassen werden, Du hast durch deines GeistesKraft Die große Schar der Heidenschaft Zu deinem Reich berufen. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit Des Streits und vieler Sprachen, Dadurch sie in der Welt zerstreut Sich voneinanderbrachen, Hat sie dein guter Geist geführt Und sie mit Herrlichkeit geziert In Einigkeit des Glaubens. 3. Ach sei doch auch zu dieser Zeit Uns, Vater, wieder gnädig Und mach uns von der Zungen Streit Hinwieder frei und ledig; Gib, daß deinHäuflein fürund für In einem Geiste diene dir, In deiner Liebe lebe. 4. Ach schaue, wie des Satansvist Sie jämmerlich zertrennet, Wie man der Lieb im Streit vergißt, Im Unverstande brennet, Wie alles in Verwirrung geht, Da eins das andre nicht versteht, Sich ohne Not entzweiet. 5. Ach Herr, hilf solchem ÜUbel ab, Versammle deine Herde, Daß unter deines Wortes Stab Sie wieder einig werde, Daß das Band der Vollkommen⸗ heit, Die Liebe, uns aus allem Streit In deinem Geiste bringe. 6. Wie schön und lieblich sieht es aus, Wenn Brüder sind zusammen Einträchtiglich in einem Haus Und stehn in Liebesflammen, Wenn sie im Geistzusammenstehn, Zu Gott in einem Sinne flehn Und halten an mit Beten! 7. Dann fließet Gottes Geist und Gnad Von Christo zu uns nieder Auf die, so er erwählet hat, Auf alle seine Glieder; Das ist die Frucht der Ewigkeit, Heil, Segen, Leben allezeit Und alle Himmelsgüter. Heinr. Georg Neuß, 4 1716. 222. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Ps. 133. Sieh, wie lieblich und wie fein Ists, wenn Brüder friedlich sein, Wenn ihr Tun einträchtig ist, Ohne Falschheit, Trug und List. 2. Denn daselbstverheißtderHerr Reichen Segen nach Begehr 146 Und das Leben in der Zeit Und auch dort in Ewigkeit. 3. Sonne der Gerechtigkeit, Gehe auf zu unsrer Zeit; Brich in deiner Kirche an, Daß die Welt es sehen kann. 4. Jesu, Haupt der Kreuzgemein, Mach uns alle, groß und klein, Durch dein Evangelium Ganz zu deinem Eigentum. 5. O Herr Jesu, Gottes Sohn, Schaue doch von deinem Thron, Schaue die Zertrennung an, Die ein Mensch nicht bessern kann. 6.Sammle, großer Menschenhirt, Alles, was sich hat verirrt; Laß in deinem Gnadenschein Alles ganz vereinigt sein. 7.Bind zusammenHHerzundHerz, Laß uns trennen keinen Schmerz; Knüpfe selbst durch deine Hand Das geweihte Brüderband. 8.Kraft, Lob, Ehr undHerrlichkeit Sei dem Höchsten allezeit, Der, wie er ist drei in ein, Uns in ihm läßt eines sein! V. 1. 2. v. M. Müller, 4 1704. 223. Mel. Mein Jesu dem die Seraphinen. Vns bindet, Herr, dein Wort zusammen, In der Gemeinschaft fest zu stehn, So daß derLLiebe heilgeFlammen Stets in den Gläubgen ine zu ehn. Wir werden durch dies Wort der Gnaden Auchzur GemeinschaftjenerSchar, Die längst vor uns hieniedenwar, Gelockt und kräftig eingeladen. Kirche. 2. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, IstChristus und sein teures Blut; DaseinzgeZiel, woraufwirsehen, Ist Christus, unser höchstes Gut. Die einzge Regel, die wir kennen, Ist sein lebendig kräftges Wort; Nach keinem Mann, nach keinem Ort Soll je sich die Gemeinde nennen. 3. Was für ein reich beseligt Leben, Mit Gottund seinemheilgenGeist Durch Christum in Gemeinschaft schweben Und haben, was er uns verheißtl Was glühen da für selge Triebe! Hier schüttet in sein geistlich Haus Gott seine Gnadenfülle aus; Hier wohnet er, die ewge Liebel 4. Ja uns liebt Gott als seine Kinder, Schenktuns den Geist, der: Vater! schreit; Des Sohnes Treue schmückt uns Sünder Mit ewiger Gerechtigkeit. Und tritt der Geist mit seinemle Des Friedens und der Freud hinzu: O dann erquickt uns Trost und Ruh, Und neue Kraft stärkt Leib und Seele. 5. Die sich nacheinem Meister nennen, Stehn alle auch für einen Mann; Vergebens will der Feind sie trennen; In einem greift er alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen Und siegen in desHeilandsKraft; Denn er will von der Brüderschaft Der Heiligung auch nicht einen missen. Kirche. 147 6. So wallen die verbundnen Herzen Durchs Tränental ins Vaterland, Versüßen sich der Erde Schmerzen, Eins reicht dem andern seine Hand. Und wollen sie einander dienen, So sehn sie mit des Glaubens Blick AufJesum und ihrwahres Glück: Sie sind in ihm, er ist in ihnen. Nach J. L. Allendorf, 4 1773. 224. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Verzage nicht, du Häuflein klein, Obschon die Feinde willens sein, Dich gänzlich zu verstören, Und suchen deinen Untergang, Davon dir recht wird angst und 9 ban Es wird nicht lange währen. 2. Des tröst dich nur, daß deine Sa 0 Ist Gottes, dem befiehl die Rach Und laß du ihn nur walten; Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl weiß, dir helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, MußTeufel, WeltundHöllenpfort Und was dem tut anhangen, Endlich werden zu Schand und Spott: Gott ist mit uns und wir mit Gott, Den Sieg wolln wir erlangen. M. Altenburg, 4 1640. (Gustav Adolfs Feldlied.) 225. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Wachet auf erhebt die Blickel Laut mahnen uns die Weltge⸗ schicke, Es dränget hart der Brüder Not. Seht, gekommen ist die Stunde, Dieuns vereintzuschönemBunde, Zu tun, was uns der Herr gebot. Laßt nicht die Hände ruhn, Auf, laßt uns Gutes tun Allen Menschen Im rechten Geist, Doch wie es heißt: An Glaubensbrüdern allermeist. 2. Wachet auf, schaut an das Gute, Das ihr der Väter Mut und Blute Und ihrer Glaubenstreuverdankt. Auf und tilgt die alten Schulden! Wie lange soll sich noch gedulden Das Schifflein, das im Sturme schwankt? Eilt ihm zur Hülf herbeil Es rudert froh und frei, Wenn ihm Liebe Die Segel schwellt, Hin durch die Welt: Gott ist es, der das Steuer hält. 3. Wachet aufl In allen Landen Erheben sich, vom Tod erstanden, Die Zeugen frischer Glaubens⸗ macht; Werdet müde nicht im Werke, Der Gott des Rechts ist unsre Stärke, Und seinemLichteweichtdieNacht. Drum wirkt, so lang es Tag, So heiß er glühen mag; Reift doch die Frucht Im Sonnenglanz:; Der Erntekranz Wiegtaufdie Mühe voll und ganz. K 2 148 4. Wachet auf! Die Zeit zum Wachen Soll alle Glieder munter machen, Und keines trete scheu hintan. Leidet eins, so leiden alle; Drumwachet, daßnichteinesfalle, Und stehet freudigMann fürMann. So streitet wacker fort Und haltet fest am Wortl Hoch vom Himmel Strahlt uns das Licht; Es trüget nicht: Der Herr ist unsre Zuversicht! K. R. Hagenbach, 4 1874. 226. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. Wenn Christus seine Kirche schützt, So mag die Hölle wüten; Er, der zur Rechten Gottes sitzt, Hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mächtig nah; Gebeut er, stehts da. Er schützt seinen Ruhm, Sein Volk und Eigentum; Mag doch die Hölle wüten! 2. Gott siehts, wenn Fürsten auf dem Thron Sich wider ihn empören Und den Gesalbten, seinen Sohn, Nicht wollen gläubig ehren. Sie weichen vom Wort, Vom Herrn, unserm Hort, Sein Kreuz ist ihr Spott; Doch richtet sie einst Gott, Sie mögen sich empören. 3. Der Spötter mag die Wahr⸗ heit schmähn, Uns kann er sie nicht rauben. Der Frevler mag ihr widerstehn, Wir halten fest am Glauben. Preis dir, Jesu Christ! Kirche. Wer dein Jünger ist, Dein Wort herzlich hält, Dem kann die ganze Welt Die Wahrheit nimmer rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, Wird uns gewiß bedecken. Der Herr Zebaoth Hält fest sein Gebot, Gibt Hilf in der Not Und Kraft und Mut im Tod; Was will uns dann erschrecken? Nach Chr. F. Gellert, 4+ 1769. 227. Ps. 124. Wo Gott der Herr nicht bei uns hält, Wenn unsre Feinde toben, Und er nicht unsrer Sach zufällt Im Himmel hoch dort oben, Wo er Israels Schutz nicht ist Und selber bricht der Feinde List, So ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Witz anfäht, Soll uns billig nicht schrecken: Er sitzet an der höchsten Stätt, Der wird ihrn Rat aufdecken. Wennsie'saufs klügste greifen an, So geht doch Gott einandre Bahn; Es steht in seinen Händen. 3. Aufsperren sieden Rachen weit Und wollen uns verschlingen: Lob und Dank sei Gott allezeit, Es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihrn Strickzerreißen gar Und stürzen ihre falsche Lehr, Sie werdens Gott nicht wehren. Kirche. 4. Ach Herr Gott, wie reich tröstest du, Die gänzlich sind verlassen, Die Gnadentür steht nimmer zu. Vernunft kann das nicht fassen; Sie spricht: Es ist nun alls ver⸗ lorn, Da doch das Kreuzhatneugeborn, Die deiner Hülf erwarten. 5. Die Feind sind all in deiner Hand, Dazu all ihr Gedanken, IhrAnschlag istdirwohlbekannt: Hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunftwiderden Glaubenficht, Aufs Künftgewillsietrauennicht, Da du wirst selber trösten. 6. Den Himmel und auch die Erden Hast du, Herr Gott, gegründet; Dein Licht laß uns helle werden, Das Herz in uns entzündet InrechterLiebdes Glaubens dein, Vis an das End beständig sein: Die Welt laß immer murren. Justus Jonas, 4+ 1555. 228. Jes. 49, 14—-16. Sion klagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, Die er trägt in seinem Herzen, Die er ihm erwählet hat; Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen in der Not Und läßt mich so harte pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat ver⸗ sprochen Seinen Beistand jederzeit, 149 Der läßt sich vergebens suchen Jetzt in meiner Traurigkeit. Ach will er denn für und für Grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen Jetzt nicht wie vorhin erbarmen? 3. Zion, o du vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund, Zwar du bist jetzt die betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; Doch stell alles Trauern ein: Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen Kind kann hassen Und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja wenn du gleich möchtest finden Einen solchen Muttersinn, Da die Liebe kann verschwinden, So bleib ich doch, der ich bin. Meine Treue bleibet dir, Zion, o du meine Zier! Du hast mir mein Herz besessen, Deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, Dersonstnichtsals schreckenkann; Siehe, hier in meinen Händen Hab ich dich geschrieben an. Wie mag es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; Deine Mauern muß ich bauen Und dich fort und fort anschauen. 6. Wie der Säugling ohne Sorgen Ruht in seiner Mutter Schoß, Bist auch du in mir geborgen, Meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich kann keine Zeit, Keine Not, Gefahr und Streit, Ja der Satan selbst nicht scheiden; Bleib getreu in allem Leiden! Joh. Heermann, 4 1647. ꝑ ꝑ ᷓ TT I Mission. XIII. Milsion. 229. Mel Valet will ich dir geben. Der du in Todesnächten Erkämpft das Heil der Welt Und dich als den Gerechten Zum Bürgen dargestellt, Der du den Feind bezwungen, Den Himmel aufgetan: Dir stimmen unsre Zungen Ein Hallelujah an. 2. Im Himmel und auf Erden Ist alle Macht nur dein, Bis alle Völker werden Zu deinen Füßen sein, Bis die von Süd und Norden, Bis die von Ost und West Sind deine Gäste worden Bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie geladen, Noch gehn die Boten aus, Um mit dem Ruf der Gnaden Zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, Es ist kein Weg zu schwer, Hinaus zu streun dein Feuer Ins große Völkerheer. 4. O sammle deine Herden Dir aus der Völker Zahl, Daß viele selig werden Und ziehn zum Abendmahl. Schleuß auf die hohen Pforten, Es strömt dein Volk heran: Wo's noch nicht Tag geworden, Da zünd ein Feuer an! Chr. G. Barth, 4 1862. 230. Mel. Jesus meine Zuversicht. Eine Herde und ein Hirtl Wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird? Freue dich, du kleine Herde, Mach dich auf und werde Lichtl Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf denWeiden, Und die Herrlichkeit des Herrn Nahet dämmernd sich denHeiden: Blinde Pilger flehn um Licht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde. Ach wie manches Schäflein irrt Fern von dir und deiner Herdel Kleine Herde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht Vor des Morgenrotes Helle, Und der Sohn der Wüste kniet Dürstend an des Lebens Quelle; Ihn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgetan; Rauscht, verdorrete Gebeine, Macht dem Bundesengel Bahnz Großer Tag des Herrn, erscheinel Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeitl Jesus Christus, du die Sonne, Mission. 151 Und auf Erden weit und breit Im Reich Gottesl Licht und Wahrheit, Fried und onne. Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. F. A. Krummacher, 4 1845. 231. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Einer ists, an dem wir hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut; Unsre Leiber, unsre Herzen Gehörendir, oMann der Schmer⸗ zen, In deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum, Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder; Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet, Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach deinem ewgen Gnadenrat; UnsreKraftistschwachund nichtig, Und keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, Denn Armut ist Gewinn Für den Himmel; Wer in sich schwach, Folgt, Herr, dir nach UndträgtmitEhrendeineSchmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, Drum sende treue Zeugen aus; Sendauch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Mahlindeines VatersHaus; Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Da ruht der Streit, Da währt die Freud Heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millionen, Die noch im Todesschatten woh—⸗ nen, Von deinem Himmelreiche ferni Seit Jahrtausenden ist ihnen Kein Evangelium erschienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Gerechtigkeit, Geh auf, denn es ist Zeit! Komm, Herr Jesu, Zeuch uns voran Und mach uns Bahn, Gib deine Türen aufgetan! A. Knapp, 1864. 232. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Jesu, bittend kommen wir Mit den Deinen jetzt zu dir: Hör auf unser kindlich Flehn, Was wir bitten, laß geschehn. 2. Jesu, ziehe bei uns ein, Laß uns ganz dein eigen sein; Schenk uns allen deinen Geist, Den dein teures Wort verheißt. 3. Weck die tote Christenheit Aus dem Schlaf der Sicherheit, Mache deinen Ruhm bekannt Überall im ganzen Land. 4. Laß dein Wort zu dieser Zeit Kräftig schallen weit und breit, Allen Heiden werde kund Deiner Gnade Friedensbund. 5. Tu der Völker Türen auf; Deines Himmelreiches Lauf Hemme keine List noch Macht, Schaffe Licht in dunkler Nacht. 152 Mission. 6. Gib den Boten Kraft und Mut, Glaubenshoffnung, Liebesglut: Laß viel Früchte deiner Gnad Folgen ihrer Tränensaat. 7. Zion, danke deinem Herrn! Was du bittest, tut er gern; Ja er kommt mit seinem Reich: Was ist seinen Freuden gleich! J. F. Bahnmaier, 1841. 233. Mel. Errett mich o mein lieber Herre. O daß doch bald dein Feuer brennte, Du unaussprechlich Liebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gottund Herr! 2. Zwar brennt es schon in hel⸗ ler Flamme Jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West Dir, dem für uns erwürgten Lamme, Ein herrlich Pfingst- und Freu⸗ denfest. 3. Und noch entzünden Him⸗ melsfunken So manches kalte, tote Herz Undmachendurstge freudetrunken Und heilen Sünd⸗ und Höllen- schmerz, 4. Verzehren Stolz und Eigen⸗ liebe Und sondern ab, was unrein ist, Undmehrenjener FlammeTriebe, Die dirnurglüht, HerrJesuChrist. 5. Erwecke, läutre und vereine Des ganzen Christenvolkes Schar Und mach in deinem Gnaden⸗ scheine Dein Heil noch jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starker Gotteshauch, Dein Feuermeer ström nicht ver⸗ gebens, Ach zünd in unsern Herzen auchl 7. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen Und baue deinen Tempel aus Laß leuchten deine heilgen Flam⸗ men Durch deinesVatersganzesHaus. 8. Beleb, erleucht, erwärm, ent⸗ flamme Doch bald die ganze, weite Welt Und zeig dich jedemVölkerstamme AlsHeiland, FriedefürstundHeld. 9. Danntönen dir von Millionen Der Liebe Jubelharmonien, Und alle, die auf Erden wohnen, Knien vor den Thron des Lam⸗ mes hin. J. L. Fricker, 4 1766. 234. Sei willkommen, Davids Sohn, Der in seines Vaters Namen Sich erhebet auf den Thron Iber Jakobs Haus und Samen, Welchem Gott einReich bestimmt, Dem die Reiche dieser Erden Alle müssen dienstbar werden, Das kein Ende jemals nimmt. 2. Sei gesegnet, teures Reich, Das ein solcher Herr besitzet, Dem kein Herr auf Erden gleich, Der das Recht mit Nachdruck schützet. Schwinge dich mit Macht empor, Groß durch Frieden, reich an Freuden, Mission. 153 Unter Juden, unter Heiden Strahl in hellem Glanz hervor. 3. Deines Königs Majestät Müsse jedes Volk verehren, Und so weit die Sonne geht, Müsse sich sein Ruhm vermehren. Selbst der kleinen Kinder Mund Mache zum Verdruß der Feinde Und zur Freude seiner Freunde Seinen großen Namen kund. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an Unter deine Untertanen; Ich will dir, so gut ich kann, In mein Herz die Wege bahnen. Ich geselle mich im Geist Zu den ungezählten Reihen, Die das Hosianna schreien, Wo man dich willkommen heißt. 5. Jauchzt, ihr Kräfte, freueteuch, Seid ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich Wird bei 90 nun Raum ge⸗ winnen. Kommt und schwört den Huld⸗ gungseid, Kommt und küßt den Sohn der Liebe. Ach daß niemand außen bliebel Hier, ach— ist Seligkeit. J. J. Rambach, 4 1735. 235. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Walte, walte nah und fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und der Sünder Trost und Rat Zu uns hergesendet hat, 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heilgen Todes Tat Ewig weggenommen hat, 4. KräftigWortvon Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft, 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein: Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag erwacht. 6. Auf zur Ernt, in alle Weltl Weithin wogt das weiße Feld; Klein ist noch der Schnitter Zahl, Viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und gut, Weck zum Werke Lust und Mut, Laß die Völker Tiast Schauen deines Lichtes Strahl. J. F. Bahnmaier, 1841. 236. Mel. Wie schön leuchtet derMorgenstern. Was rührt so mächtig Sinn und Herz? Was hebtdieBlickehimmelwärts? Wem schallen die Gesänge? Zu dir drängt sich aus fernem Land, Vereinigt durch des Glaubens Band, Der Völker frohe Menge. Schöpfer! Heiland! Geist der Wahrheitl deine Klar⸗ heit füllt die Erde, Daß sie glaub und selig werde. 2. Ein himmlisch Feuer ist ent⸗ flammt 15⁴4 Durch dich, der aus dem Himmel stammt Und uns zum Himmel leitet; Es glüht gewaltig fort und fort, Wo sich dein seligmachend Wort In Lauterkeit verbreitet. Glaube, Liebe Füllt die Seelen, die dich wäh⸗ len, läutert, reinigt, Bis in dir sich alles einigt. 3. Herr, du gibst Sieg, dich preisen wir, Der kalte Nordpol glüht von dir, O Licht, das allen scheinet! Des Negers Sklavenkette bricht, Der IJ Inseln Menge jauchzt dem Licht, Das alle Völker einet. Falscher Götter Tempelhallen sind zerfallen; auf den Trümmern das Kreuz nun schimmern. 4. Des blutgen Halbmonds Licht erbleicht, Des Ostens falscher Schimmer weicht Vor deiner Wahrheit Sonne. Schon blickt mit reuiger Begier Ein Häuflein Jakobs, Herr, dir ir, Ahnt der Vergebung Wonne. Ist die Siehet man Fülle Aller Heiden einst mit Freuden eingegangen, Wird auch Jakob Heil erlangen. 5. Dein Geist erfüll die Botenall, Laß ihres Wortes Freudenschall Mission. Durch alle Länder dringen. Mit Kraft von oben angetan, Laß sie bekämpfen Sünd und Wahn Und Heil den Völkern bringen. Eins nur Wolle Ihre Seele; dich nur wähle, dir nur traue, Wer da hilft am großen Baue. 6. Vertilge alle Eigensucht, Gemächlichkeit und Leidensflucht Und heilge dir die Herzen; Verleih zu jedem Opfer Mut, Für dich zu wagen Gut und Blut, Zu dulden Hohn und Schmerzen. Hilf 818. Heilan Und Enmehre dir zur Ehre deine Herde, Bis dein Reich vollendet werde. J. F. Bahnmaier, 1841. 237. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Sieht in Frieden eure Pfadel Mit euch des großen Gottes Gnade Und seiner heilgen Engel Wachtl Wenn euch Jesu Hände schirmen, Gehts unter Sonnenschein und Stürmen Getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im ereni Er sei euch nimmer fern Spät und frühel Vergeßt uns nicht In seinem Licht, Und wenn ihr suchtsein Angesicht. G. Knak, 4+ 1878. Wort Gottes. 155 XIV. Wort Gottes. 238. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; DeingöttlichWort, das hellevicht, Laß ja bei uns erlöschen nicht. 2. In dieser letzten bösen Zeit Verleih uns, Herr, Beständigkeit, Daß wir dein Wort und Sakra⸗ ment Behalten rein bis an das End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt, Wir sind arg, sicher, träg und kalt; Gib Glück und Heil zu deinem Wort, Damit es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort Und wehr des Teufels Trug und ord; Gib deinerKirche Gnad undHuld, Fried, Einigkeit, Nut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, Auf dieser Erd ist keine Ruh; Viel Sekten und groß Schwär- merei Auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch. Die sich mit Macht erheben hoch Und bringen eigne Weisheit her, Zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht unser, sondern dein ja ist; Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz + Und deiner Kirche wahrer Schutz: Dabei erhalt uns, lieber Herr, Daß wir nichts anders suchen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort Und darauf gläubig fahren fort Von hinnen aus dem Jammertal Zu dir in deinen Himmelssaal. N. Selnecker, + 1592. 4 239. Ps. 12. Ach Gott, vom Himmel sieh darein Und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, Verlassen sind wir Armen: Dein Wort man läßt nicht haben wahr, Der Glaub ist auch verloschen gar Bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigen Witz erfindet; Ihr Herz nicht eines Sinnes ist, In Gottes Wort gegründet; Der wählet dies, der andre das, Sie trennen uns ohn alle Maß Und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten ganz und gar, Die falschen Schein uns lehren, Dazu ihr Zung stolz offenbar Spricht: Trotzl wer wills uns wehren? 156 Wir haben Recht und Macht allein, Was wir setzen, das gilt gemein: Wer ist, der uns sollt meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret; IhrSeufzen dringt zu mirherein, Ich hab ihr Klag erhöret: Mein heilsam Wort soll auf den Plan, Getrost und frisch sie greifen an Und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal Bewährt, wird lauter funden; An Gottes Wort man warten soll Desgleichen alle Stunden: Es will durchs Kreuz en ein, Da wird sein Kraft erkannt und Schein Und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, be⸗ wahren rein Vor diesem argen Gschlechte, Und laß uns dir befohlen sein, Daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sichumherfindt, Wo diese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther, + 1546. 240. Mel. Was Gott tut das ist wohl getan. Dein Wort, oHerr, istmilder Tau Für trostbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au Den Himmelsbalsam fehlen; Erquickt durch ihn Laß jedes blühn Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. Wort Gottes. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Keil, der Felsen spaltet, Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark undBein durchschaltet. O laß dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wun⸗ derstern Für unsre Pilgerreise. Es führt auch Toren hin zum Herrn Und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch uns nicht Und leucht in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht: Da ward das Wort der Gnade Mein Labsal, meine Zuversicht, Die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir Den Weg zu dir Und leuchtet meinen Schritten Bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn Zu dir, dem sichern Horte: Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens, Ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segens⸗ bund, Dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Geist und Mund Und nie von unserm Samen. Wort Gottes. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen Lehren, DenHungeraus, deingebenswort Und deinen Geist zu hören; Und send ein Heer Von Meer zu Meer, Der Herzen Durst zu stillen Und dir dein Reich zu füllen. K. B. Garve, 4 1841. 241. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort Und steure deiner Feinde Mord, Die JesumChristum, deinenSohn, Stürzen wollenvondeinemThron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, Der du Herr aller Herren bist; Beschirm dein arme Christenheit, Daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, Gib Eintracht deinem Walte rd; Steh bei uns in der letzten Not, Leit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. M. Luther, 4 1546. 242. Mel. Ach Gott und Herr. Gott ist mein Hort, Und auf sein Wort Soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, Mein Gott, vor dir Im Glauben, nicht im Schauen. 157 2. Dein Wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine Kräfte schmecken Laß keinen Spott, O Herr, mein Gott, Mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, Wofern mich nicht Dein Wort die Wahrheit lehrte. Gott, ohne sie Verständ ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein ert erklärt Der Seele Wer Unsterblichkeit 108 Leben, Daß diese Zeit Zur Ewigkeit Mir sei von dir gegeben. 5. Dein ewgen Rat, Die Missetat Der Sünder zu versühnen, Den kennt ich nicht, Wär mir dies Licht Nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz In Reu und Schmerz Der Sünden nicht verzagen: Nein, du verzeihst, Lehrft meinen Geist Ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Ist meines Heils Geschäfte, Durch meine Müh Vermag ichs nie, 0. Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, Laß uns dies Wort, Denn du hasts uns gegeben: Es sei mein Teil, Es sei mir Heil Und Kraft zum ewgen Leben. Chr. F. Gellert, 4 1769. 158 243. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Berr, dein Wort, die edle Gabe, Diesen Schatz erhalte mir; Denn ich zieh es aller Habe Und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, Aber um dein Wort zu tun. 2. Hallelujahl Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen Fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat, Und zugleich zu deinen Füßen Sitzen, wie Maria tat. N. L. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. 244. Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist. Oimmelsgabe, duGotteswort, Des Lebens Leuchte, des Glau⸗ bens Hort, Heilshelm, Schwert des Geistes, bald Sturmesbrausen Und bald sanftwehendes Frie- denssausen! Hallelujah. 2. Frohlockt ihr, denen es offen⸗ bart Und als Kraft Gottes bewähret ward! Wo dies Wort nicht waltet, ruhn Todesnächte, Und trostlos schleppen der Sünde 2 Knechte Ihr Elendsjoch. Wort Gottes. 3. Herr, laut erschalle dein Gna⸗ denwort Durch alle Kreise der Erde fort, Daß die Todesschläfer ringsum erwachen: Dein Wort kann Steine lebendig ö machen Mit Geisteskraft. 4. Es eil und siege mit hellem Schall Mit deines Heeres Drommeten⸗ hall, Daß zu Boden stürzen des Sa⸗ tans Mauern: Nur Gottes Tempel und Wort soll dauern In Ewigkeit. K. B. Garve, 4 1841. 245. Mel. Gott des Himmels und der Erden. TeuresWortausGottes Munde, Das mir lauter Segen trägt, Dich allein hab ich zum Grunde Meiner Seligkeit gelegt; In dir treff ich alles an, Was zu Gott mich führen kann. 2. Will ich einen Vorschmack haben Von des Himmels Seligkeit, So kannst du mich herrlich laben, Weil bei dir der Tisch bereit, Der mir lauter Manna schenkt Und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte Mich an Gottes Herze legt, Offne mir des Himmels Pforte, Daß mein Geist hier recht erwägt, Was für Schätze Gottes Hand Durch sein Wort ihm zugesandt. Wort Gottes. 4. Laß mich stets in diesen Schranken Sonder eitle Sorgen sein; Schließe mich mit den Gedanken In ein stilles Wesen ein, Daß die Welt mich gar nicht stört, Wenn mein Herz dich reden hört. 5. Gib dem Saatkorn einen er, Der dieFruchtnichtschuldigbleibt; Mache mir die Augen wacker, Und was hierdein Fingerschreibt, Präge meinem Herzen ein, Laß den Zweifel ferne sein. 6. Was ich lese, laß mich merken; Was du sagest, laß mich tun. Wird dein Wort den Glauben stärken, Laß es nicht dabei beruhn, Sondern gib, daß auch dabei Ihm das Leben ähnlich sei. 7. Hilf, daß alle meine Wege Nur nach dieser Richtschnur gehn; Was ich hier zum Grunde lege, Müsse wie ein Felsen stehn, Daß mein Geist auch Rat Tat at In den größten Nöten hat. 8. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu nachzufolgen, sein. Drücke drauf ein Gnadensiegel, Schleuß den Schatz im Herzen ein, Daß ich fest im Glauben steh, Bis ich dort zum Schauen geh. B. Schmolck, 1737. 246. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Wir Menschen sind zu dem, o ott Was geistlich ist, untüchtig; 159 Dein Wesen, Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wichtig; Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vorzeiten aus⸗ gesandt Propheten, deine Knechte, Daß durchdieselbenwürd bekannt Dein heilger Will und Rechte; Zum letzten ist dein einger Sohn, O Vater, von des Himmels Thron Selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist, Laß uns dabei verbleiben Und gib uns deinen guten Geist, Daß wir dem Worte gläuben, Es gern annehmen jederzeit Mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud Als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Schar Uns nicht vom Wort abwende; Denn ihr Gespött samt ihnen gar Mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, Daß deine Lehre in uns haft, Auch reichlich bei uns wohne. 5. Offn uns die Ohren und das Herz, Daß wir das Wort recht fassen, In Lieb und Leid, in Freud und Schmerz Es aus der Acht nicht lassen; Daß wir nicht Hörer nur allein Des Wortes, sondern Täter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Weg der Same wird sofort Vom Teufel hingenommen; 160 In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bekommen; Der Sam, so in die Dornen fällt, Von Sorgund Wollust dieserWelt Verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir wer⸗ den gleich Dem guten, fruchtbarn Lande Und sein an guten Werken reich In unserm Amt und Stande, Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine Lehr und Huld In feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, so lang wir Iier hier, Den Weg der Sünder meiden, Gib, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden; Wort Gottes. Rott aus die Dornen allzumal, Hilf uns die Weltsorg überall Und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß all⸗ weg sein Die Leuchte unsern Füßen, Erhalt es bei uns klar und rein, Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Not, Daß wir im Leben und im Tod Beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr Dein Wort sich weit verbreiten; Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr Erleuchten mög und leiten; Oheilger Geist, deingöttlich Wort Laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld undHoffnung. D. Denicke, + 1680. Predigtamt. 247. Mel. Wie schön leuchtet derMorgenstern. U Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Herde, Du siehst auf die erlöste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werde. Von dir Sind wir Auch erwählet, zugezählet den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten —.— gib Die es zum Himmel führen, Und die voll Eifer, Geist und ö Kraft, Voll göttlich tiefer Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten Laß den Seelen niemals fehlen und die Herden Mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du uns gesandt: Herr, segne seine Werkel Die Seelen, die sich ihm ver⸗ traun, Durch Lehr und Leben 5 er⸗ aun, Gib Weisheit ihm und Stärke. Lehr ihn, Hilf ihm Wort Gottes. Tun und leiten, dulden, streiten, beten, wachen, Selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn, Laß ihn sein Amt mit Freuden tun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit ‚ lehrt, Gib uns ein Herz, das follshrt: hort, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft und Ge⸗ meinschaft feste stehen Und den Weg zum Limutel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Lehrer, unsern Freund Uns dir entgegenführen. Du hast die Seelen all gezählt, Du willst es nicht, daß eine fehlt‚ Laß keine ihn verlieren. Jesu, Hilf du, Biet die Hände, daß am Ende Hirt und Herde Treu vor dir befunden werde. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, Wir heißen dich willkommen gern 9— Jesu Christi Namen. O Hirte, nimm uns bei der Hand, Führ uns zum ewgen Vaterland: Gott mit dis Amen, Amen. Mit d Gehn wir Durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, Das uns unser Gott geben. J. D. K. Bickel, + 1809. 161 248. Mel. Dir, dir Jehova will ich singen. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, Der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen, Und die getrost dem Feind ent⸗ gegengehn, Ja deren Schall die ganze Welt durchdringt Und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte, O möcht es doch in alle—— ehn Ach Herr, gib doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe 9065 darein: Die Ernt ist groß, der Knechte Zahl ist klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzinbrünstig darum an⸗ zuflehn, Drum hör, o Herr.—— sprich: ĩ soll geschehn. 4. Herr, gib dein Wort mit großen Scharen, Laßsiemitgrraftangelistensein; Laß eilend Hülf uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit Macht hinein. 16² O breite, Herr, auf weitem Erden⸗ reis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach daß die Hülf aus Zion käme O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängnis nähme, O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hülf und mach uns freil 6.Achlaß dein Wortrecht schnelle laufen, Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein, Achführebald dadurchmitHaufen Der Heiden Füll zu allen Toren ein; Ja weckedochauchIsraelbald auf, UndalsosegnedeinesWortesLaufl 7. O bessre Zions wüste Stege, Und was dein Wort im Laufen hindern kann, Das räume bald aus jedem Wege; Wort Gottes. Vertilg‚ oHerr, denfalf chen Glau⸗ benswahn; Vonhietlingen mach deineKirche frei, Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Laß jede hohund niedre Schule Die Werkstatt deines guten Gei⸗ stes sein; Ja sitze du nur auf dem Stuhle Und präge dich der Jugend selber ein, Daß treue Lehrer viel und Beter sein, Die für die ganze Kirche flehn und schrein. 9. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, Der du der Welten Heil und Richter bist, Du wirst der Menschheit Jam⸗ mer wenden, So dunkel jetzt dein Weg, o Heil⸗ ger, ist. Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn, Du tust doch über Bitten und Verstehn. K. H. v. Bogatzly, + 1774. Weihe des Gotteshauses. 249. Mel. Jesus meine Zuversicht. Ach wie heilig ist der Ort, Ach wie selig ist die Stättel Hier, hier ist des Himmels Pfort, Hier erhöret Gott Gebete, Hier erschallet Gottes Wort; O wie heilig ist der Ort! 2.Heil war in des Zöllners Haus, Weil er Christum aufgenommen; Und hier rufet Jesus aus: Selig sind, die zu mir kommen! Deren Herzen nimmt er ein, Daß sie auch sein Tempel sein. 3. O welch Heil ist bis hieher Diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, Wort Gottes. 163 Der sich uns will offenbaren, Woher hätten wir den Geist, Der den Weg zum Himmel weist? 4. O wie lieblich, o wie schön Sind des Herren Gottesdienstel Laßt uns froh zu ihnen gehn, Hier erlangt man zum Gewinste Einen Schatz, der ewig währt, Den kein Raubnoch Rost verzehrt. 5. Bleibe bei uns, lieber Gast, Speis uns ferner mit dem Worte, Das du uns gegeben hast. Herr, laß auch an diesem Orte Deine Kirche feste stehn, Bis die Welt wird untergehn. B. Schmolck, + 1737. — 250. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Kommt her, ihr Christen, voller Freud, Erzählet Gottes Freundlichkeit, Kommt her und laßt erklingen Die Stimm des Dankens unserm Gott, Laßt uns dem Herren Zebaoth Mit frohem Munde singen. Singet, Bringet Schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 2. Wir gehn in diesemGotteshaus Ein Jahr nun wieder ein und aus Und hören da verkünden Den edlen Schatz, das Gnaden⸗ wort, Das uns erschließt des Lebens Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, Bringet Schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 3. Da sehen wir mit Freuden an Die Dienste, die man leisten kann Dem Herrn in seinem Tempel; Da hört man mit Verwundern zu, Was Gott für große Taten tu Und Wunder ohn Exempel. Singet, Bringet Schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 4. Da kommt die Christenheit zuhauf Und opfert Gott sich selber auf Zum Dienst und Wohlgefallen; Da ist Gebet und andres mehr, Was Gott gereicht zu Lob und Ehr; O gottbeliebtes Wallen! Singet, Bringet Schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 5. Da wird Gerechtigkeitgelehrt, Da wird Gottseligkeit gehört, Da wird der Glaub entzündet; Geduld, Lieb, Hoffnung, Jucht u Und was noch mehr des Geistes Frucht, Wird alles da gegründet. Singet, Bringet Schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 6. O große Wohltat, die Gott tut, O heilges, gnadenreiches Gutl' L2 164 Kommther, kommt, liebeChristen. Da wohnt der Herr der e eit; Wohl denen, die sich allezeit Zu seinem Dienste rüsten. Bunget Schöne Weisen, 100 uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 7. Ja, der du hier hast Feur und Herd, Dein Nam wirdbillighochgeehrt, O Gott von großen Taten! Gelobt sei Gott an diesem Ort, Allwo sein heilig teures Wort Bisher so wohl geraten. Taufe und Konfirmation. Briuget Bringe Schöne Weif en, 150 uns preisen Gottes Gaben, Die wir hier genossen haben. 8. Und nun, oHöchster, bittenwir: Laß uns auch künftig für und für Allhier zusammenkommen; Bewahr dieKirch und die Gemein Und die darinnen Lehrer sein, So werden dir die Frommen Singen, Bringen Schöne Weisen und dich preisen um die Gaben, Die sie zu genießen haben. J. Chr. Arnschwanger, 1696. XV. Caufe und Konfirmaltivn. Taufe. 251. Christ unser Herr zum Jordan kam Nach seines Vaters Willen, Von Sankt Johanns die Taufe nahm, Sein Amt recht zu erfüllen; Da wollt er stiften uns ein Bad, Zu waschen uns von Sünden, Ersäufen auch den bittern Tod Durch sein selbst Blut und den⸗ en: Es galt ein neues Leben. 2. Sein Jünger heißt der r Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, Daß sie verlorn in Sünden ist, Sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden; Ein neugeborner Mensch er heißt, Der nicht mehr könne sterben, Das Himmelreich soll erben. 3. Das Aug allein das Wasser sieht, Wie Menschen Wasser gießen; Der Glaub im Geist die Kraft versteht Des Blutes Jesu Christi, Und ist für ihn ein rote Flut, Von Christi Blut gefärbet, Die allen Schaden heilen tut, Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. Dr. M. Luther, 4 1546. Taufe und Konfirmation. Halt ihm Treuel 252. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Der vom Kreuze du regierest Und Davids Kron und mührest rest, HortAbrahamsundFJakobsFels, Laß die Wolken Gnade regnen, Streck aus die Priesterhand zum Segen Und tue wohl, Fürst Israels! Sieh an dies arme Kind, In Sünden tot und blind, Jesu, Jesu! Nimms gnädig ein Zum Busen dein Und hauch ihm Geist und Odem ein. 2. Tauf es selbst auf deinen Namen, Gebier es neu zu deinem Samen, O komm mit Wasser, Geist und Blut! Zähl es unter deine Erben, Schenk ihm die Frucht von dei⸗ nem Sterben, Versenks in deine Gnadenflut. Als Lohn für deinen Schmerz Nimms hin, du Heilandsherz, Jesu, Jesu! Sprich: Du bist mein, Und bind es ein Ins Bündlein der rdeit ein! Vach der Caufe.) 3. Herr, dir ists nun übergeben, Nun grün es aufmit deinen Reben Und werde stark in deinem Licht! Haltsindeines BundesSchranken, Und möcht es weichen, Herr, und wanken, Ach deine Gnade wanke nicht! Holdselger Bräutigam, Barmherzig Gotteslamm, 16⁵ Wie's immer geh, Dein Bund besteh; Dein Lieben heißet„Je und Je“. F. W. Krummacher, + 1868. 253. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Gott und Vater, nimm jetzund Dieses Kind von unsern Armen: Nimm es auf in deinen Bund Und erzeig ihm dein Erbarmen, Daß es alle Lebenstage Deiner Kindschaft Zeichen trage. 2. Wasche es mit deinem Blut, Treuer Jesu, von den Sündenz Laß in seiner Taufe Flut Den geerbten Fluch verschwinden Und sein Leben auf der Erden Deinem Vorbild ähnlich werden. 3. Und du, werter heilger Geist, Schenk ihm deine Gnadenkräfte; Treibe, wie dein Bund verheißt, Selbst in ihm des Heils Geschäfte. Daß dies Kind an Jesu Leibe Ein lebendig Glied stets bleibe. J. J. Spreng, 1768. 254. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. Gott Vater, höre unsre Bitt, Teil diesem Kind den Segen mit, Erzeig ihm deine Gnade: Es sei dein Kind: Nimm weg die Sünd, Daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm 5. gnä⸗ dig auf Durch dieses Bad derheilgen Tauf Zu deinem Glied und Erben, 166 Damit es dein Mög allzeit sein Im Leben und im Sterben. 3. Und du, o werter heilger Geist, Samt Vater und dem Sohn ge⸗ preist, Wollstgleichfalls zu unskommen, Damit jetzund In deinen Bund Es werde aufgenommen. 4. O heilige Dreieinigkeit, Dir sei Lob, Ehr und Dank bereit Für diese große Güte. Gib, daß dafür Wir dienen dir, Vor Sünden uns behüte. J. Bornschürer, + 1677. 255. Nach der Caufe. Mel. Gott des Himmels und der Erden. Guter Hirt, der seine Herde Mit dem eignen Blut erkauft, Daß dies Kind dein eigen werde, Ward es heut auf dich getauft Und im heilgen Wasserbad Eingetaucht in deine Gnad. 2. Schaff ihm nun ein Herz, ein neues, Und gib ihm gewissen Geist, Daß es stets als ein getreues, Stilles Lamm dichliebt undpreist Und, von Weltlust unbetört, Stets auf deine Stimme hört. 3. Und wenn sichs von dir ver⸗ irrte In des Lebens Wüstenei: Geh ihm nach, du treuer Hirte, Taufe und Konfirmation. Daß es unverloren sei; Und am Ende seiner Bahn Trag es selig himmelan! J. Sturm, 4 1896. 256. Mel. Liebster Jesu wir sind hier. Ciebster Jesu, wir sind hier, Deinem Worte nachzuleben: Dieses Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu Christo führe, Denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht aufgenommen Und in Gottes Reich nicht kom⸗ men. 3. Darum eilen wir zu dir, Nimm das Pfand von unsern Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 4. Hirte, nimm das Schäflein an, Haupt, mach es zu deinem Gliede. Himmelsweg, zeig ihm die Bahn, Friedefürst, schenkihm den Friede, Weinstock, hilf, daß diese Rebe Auch im Glauben dich umgebe. 5. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen; Führ die Seufzer himmelwärts Und erfülle das Verlangen: Ja den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. B. Schmolck, 4 1737. Taufe und Konfirmation. * 167 Konfirmation. 257. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, Stets in deinem Dienste stehn; Nichtssollmichvondirvertreiben, Will auf deinen Wegen gehn. Du bist meines Lebens Leben, Meiner Seele Trieb und Kraft, Wie der Weinstock seinen Reben Zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besserhaben Als bei dir, der allezeit So viel tausend Gnadengaben Für mich Armen hat bereit? Könnt ich je getroster werden Als bei dir, Herr Jesu Christ, Dem im Himmel und auf Erden Alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, Der, was Jesus tat, mir tut, Micherkauftvon Todund Sünden Mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, Der sein Leben für mich gab? Solltichihm nicht Treueschwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, So in Freude wie in Leid. Bei dir bleib ich, dir verschreib ich Mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, Auch des Rufs aus dieser Welt; Denn der ist zum Sterben fertig, Der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nah auf dieser Erden, Bleib auch, wenn mein Tag sich neigt, Wennes einst will Abend werden, Und die Nacht herniedersteigt; Wenn mein Aug wird dunkler, trüber, Dann erleuchte meinen Geist, Daß ich fröhlich zieh hinüber, Wie man nach der Heimat reist. Ph. Spitta, 4 1859. 258. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich bin getauft auf deinen Na⸗ men, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Ich bingezähltzu deinem Samen, Zum Volk, das dirgeheiligt heißt; Ich bin in Christum eingesenkt, Ich binmitseinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt; Du hast die Frucht von deinem Sterben, MeintreuerHeiland, mirgewährt; Du willst in aller Not und Pein, O guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt: Ich hab, o Herr, aus reinem Triebe Dein Eigentum zu sein gewagt; Hingegen sagt ich bis ins Grab Des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieserBund wohl feste stehn; Wenn aber ich ihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn: Mel. 4 168 Taufe und Konfirmation. Nimm mich, dein Kind, 296 Gna⸗ n an, Wenn ich hab einen Fall getan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum 1. in; Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besitz von meinem Sinn: Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Fuut ut. 6. Laß meinen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt: So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. J. J. Rambach, 1 1735. 259. Mel. O Ewigkeit du Donnerwort. Ich bin in dir und du in mir: Nichtssollmich, ewgeLiebe, dir In dieser Welt entreißen. Auf Erden, wo nur Sünder sind, Nennst du mich freundlich schon dein Kind, O laß michs ewig heißen Und treu mit Wandel, Herz und Mund Bewahren deinen Friedensbund. 2. Ich bin in dir und du in mir: Dreieinger Gott, du hast zu dir Mich frühe schon berufen. Was mir, dem Kindlein, 4 5 tt Ergreif ich heut voll Innigkeit An des Altares Stufen Und sag: O Liebe, du bist mein, Ich will dein Kind auf ewig sein. 3. Ich bin in dir und du in mir: Noch wohn ich völlig nicht bei dir, Weil ich auf Erden walle; Drum führmich, Jesu, treuerHirt, Daß mich, was locket, schreckt und irrt, Nicht bringe je zu Falle. O daß, was ich dir heut versprach, Mir gehe tief und ewig nach. 4. Ich bin in dir und du in mir: Komm, Herr, mir deine Tugendzier Frühzeitig anzulegen, Daß mir des Lebens Glück und 01, Ja selbst der letzte Feind, der Tod, Nur kommen mög im Segen. Mitdirwillich durchs Lebengehn, Dir leiden, sterben, auferstehn. A. Knapp, 1864. 260. Mel. Jesu meines Lebens Leben. Cassetmich vollFreudensprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der bei menschlichen Gebrechen Dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, Da ich einen Schatz besitze, Der mir alles Heil gebracht Und mich ewig selig macht? 2. Keine Sündemachtmirbange; Ich bin ein getaufter Christ, Und ich weiß gewiß, so lange Dieser Trost im Herzen ist, Kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, Weil das teure Wasserbad Mich damit besprenget hat. SEn Taufe und Konfirmation. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ, Und damit kann ich dich schlagen, Ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, Ist dir alle Macht genommen, Und von deiner Tyrannei Machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ, Denn das bringet mich zum Erbe, Das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, So versichert mich der Glaube, Daß mir auch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Se⸗ gen Mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, Schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, Soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, Der nun ewig selig ist. E. Neumeister, 4 1756. 261. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit. Sei Gott getreu, halt seinen Bund, O Mensch, in deinem Leben; LegdiesenSteinzumersten Grund, Bleib ihm allein ergeben; Denk an den Kauf in deiner Tauf, Da er sich dir verschrieben Bei seinem Eid, in Ewigkeit Als Vater dich zu lieben. 169 2. Sei Gott getreu von Jugend u auf, Laß dich kein Lust noch Leiden In deinem ganzen Lebenslauf Von seiner Liebe scheidenz Sein alte Treu wird täglich neu, Sein Wort steht nichtauf ner enz Was er verspricht, das bricht er nicht, Das sollst du kühnlich glauben. 3. Sei Gott getreu in deinem Stand, Darein er dich gesetzet: Wenn er dichhältmit seinerHand, Wer ist, der dich verletzet? Wer seine Gnad zum Schilde hat, Kein Teufel kann ihm schaden; Wo diese Wehr um einen her, Dem bleibet wohl geraten. 4. Sei Gott getreu, sein liebes Wort Standhaftig zu bekennen; Steh fest darauf an allem Ort, Laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, Muß alles noch vergehen; Sein liebes Wort bleibt ewig fort Ohn alles Wanken stehen. 5. Sei Gott getreu, der immer sich Läßt treu und gnädig finden; Streit unter ihm nur ritterlich, Laß über dich den Sünden Ja wider Pflicht den Zügel nicht. Wär doch der Fall geschehen, So sei bereit, durch Buß beizeit Nur wieder aufzustehen. 6. Sei Gott getreu bis in den Tod Und laß dich nichts abwenden; Er wird und kann in aller Not Dir treuen Beistand senden. UndkämauchgleichderHölleReich 17⁰ Taufe und Konfirmation. Mit aller Macht gedrungen, Wollt auf dich zu, so glaube du, Du bleibest unbezwungen. 7. Wirst du Gott also i reu, Wird er sich dir erweisen, Daß er dein lieber Vater sei, Wie er dir hat verheißen, Und eine Kron zum Gnadenlohn Im Himmel dir aufsetzen; Da wirst du dich dann ewiglich In seiner Treu ergötzen. M. Franck, 4 1667. 262. Mel. Seelenbräutigam. Von des Himmels Thron Sende, Gottes Sohn, DeinenGeist, den Geist derStärke; GibunsKraft zum heilgenWerke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, Gib uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Dessen teures Blut Floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Wenn wir unsern Bund erneuern Und gerührt vor dir beteuern, Deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, Wolleft du auf unsre Bitten Uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh Ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Unauflöslich uns vereine Mit der gläubigen Gemeine Bis wir dort dich sehn Und dein Lob erhöhn. S. Marot, 4 1865. 263. Mel. Jesu der du meine Seele. andelt glaubend eure Wege, Gott sei eure Zuversicht! Seid befohlen seiner Pflege, Scheut auch seine Prüfung nicht. Treffen Schmerzen euch und Leiden, Trübt euch schwerer Kampf die Freuden: Seid voll Glaubens! Kampf und Leid Führen euch zur Seligkeit. 2. Wandelt liebend eure Wege, Lieb ist Christi neu Gebot; Daß sie stets in euch sich rege, Schaut auf seinen heilgen Tod. Schaut der Liebe Sieg im Sohne; Denkt der euch verheißnen Krone, Die aus lichter Ferne schon Beut der treuen Liebe Lohn. 3. Wandelt hoffend eure Wege In des Geistes Freudigkeit; Und daß niemand Zweifel hege, Ob sein Wirken wohl gedeiht!l Treu nur müßt ihr sein und beten, Und der Geist wird euch ver⸗ treten. Glaubend, liebend, hoffend lebt, Bis euch Gott zu sich erhebt! J. H. v. Aschen, 4 1842. rnhne e Abendmahl. 17¹1 XVI. Abendmahl. 264 Daß ich alle Macht der Sünde * ö Als dein Jünger überwinde. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. 5. Sollt ich dennoch wieder Bang und doch voll selger Freu⸗ fehlen, den Wollst du mir zur Seite stehn; Komm ich, Herr, auf dein Gebot Sollt ich falsche Wege wählen, Und gedenk an deine Leiden Eile dann, mir nachzugehn. Und an deinen Kreuzestod. Suche den Verirrten auf, Mittler, der du für uns starbst Lenk zur Buße meinen Lauf, Und ein ewig Heil erwarbst, Daß ich in des Vaters Armen Komm mit deines Todes Segen Gnade finde und Erbarmen. Meiner Seele jetzt entgegen. 6. Ewig, Herr, will ich dir 2. Nimmer könnt ich Gnade 73 18. ‚ danken, finden Daß dein Tod mein Leben ist: Vor des Heilgen Angesicht; Daß auch, wenn wir Schwache Du nur lilgest meine Sünden wanken, Und befreist mich vom Gericht. Dn de; Deinen Stärke bist. Und dies Mahl aus deiner Hand Dir, der keinen je verläßt, Ist mir stets ein neues Pfand, Dir vertrau ich froh und feft, Daß mein Herz darf mit Ver⸗ Du wirst mich stets freundlich trauen leiten Fest auf Gottes Gnade bauen. Und zum Himmel zubereiten. — Nach B. Münter, 4 1793. 3. Möcht ich, Jesu, nicht ver⸗ gebens Mich zu deinem Tische nahn! Möcht ich dieses Brot des Lebens 265 Nicht mir zum Gericht empfahn! 2 Nein, dies Mahl erwecke mich, Christe, du Lamm Gottes, Inniger zu lieben dich Der du trägst die Sünde der Welt, Und mit heilgem Ernst zu meiden, Erbarme dich unserl 2. Christe, du Lamm Gottes, Was mich je von dir kann s Deu Der du trägst die Sünde der Welt, Pueg nef den d. den ich fasse, Erbarme dich unser! rzen ein, anich uimmer von dir 3. Christe, du Lamm Gottes, Daß ich nimmer von dir lasse, te, du Lar Denem folg, als dir allein. s Der du trägst die Sünde der Welt, Ziehe selbst mich ganz zu dir; Gib uns deinen Frieden! Amen. Deine Gnade sei mit mir, Alte Kirche. Deutsch seit 1526. 172 Abendmahl. 266. Gotts eigelobet undgebenedeiet, Der uns selber hat gespeiset Mit seinem Fleische und mit sei⸗ nem Blute, Das gib uns, Herr Gott, zu gute. Kyrie eleison! Herr, durch deinen heiligen Leich⸗ nam, Der von deiner Mutter Maria m, Und das heilige Blut, Hilf uns, Herr, aus aller Not. Kyrie eleison! 2. Der heilge Leichnam ist für uns gegeben Zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größre Güte konnte er uns schenken, Dabei wir sein solln gedenken. Khrie eleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, Daß dein Blut an uns groß Wunder tat Und bezahlt unsre Schuld, Daß uns Gott ist worden hold. Kyrie eleison! 3. Gott geb uns allen seiner Gnade Segen, Daß wir gehn auf seinen Wegen In rechter Lieb und brüderlicher Treue, Daß uns die Speis' nicht gereue. Kyrie eleison! Herr, dein heilger Geist uns nimmer laß, Der uns geb, zu halten rechte Maß, Daß dein arm Christenheit Leb in Fried und Einigkeit. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, + 1546. (B. 1 vor 1500.) 267. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Berr, du hast für alle Sünder Einen reichen Tisch gedeckt, Wo das Brot der armen Kinder Nach des Vaters Liebe schmeckt; Heute nun bin ich dein Gast, Wie du mir befohlen hast: Laß mich nicht mit argem Herzen Deine große Huld verscherzen. 2. Heilige du mein Gemüte, Alles Arge treibe aus, Daß auch meines Herzens Hütte Werde dein geweihtes Haus; Denn ich hoffe nur auf dich, Liebster Jesu, höre mich Und laß deinen Tisch auf Erden Mir des Himmels Vorschmack werden. 3. Hilf mir, daß ich recht be⸗ denke, Wie der Herr sein Aueisch mint Seinen armen Knechten schenke, Und was deine Liebe tut, Und verleihe, daß ich nicht Eß und trinke zum Gericht, Was du, Jesu, für mein Leben Zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft ge⸗ fangen, Daß ich gläube recht und schlecht, Und erwecke mein Verlangen, Wenn mein Fleisch den Eifer chwächt, Gib Empfindung meiner Not Und Begierde nach dem Brot, Welches allen Hunger stillet Und das Herz mit Gott erfüllet. 5. Bist du doch der Fürst des Lebens, 3oeEẽ 0 1SS&EeEEEErlDleS Abendmahl. 173 Jesus ist der Name dein, Nimmermehrkannstduvergebens Für die Welt gestorben sein; Drum erhöre, was ich bitt: Teile mir dich selber mit Und laß heut in mein Gewissen Trostaus deinenWunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir ge⸗ boren, Nähr uns auch durch deine Kraft, Und weil alles da verloren, Wo nicht Jesus Hülfe schafft, Laß dies Brot und diesen Wein Meines Herzens Manna sein, Daß die Wirkung dieser Speise Künftig in der Tat sich weise. 7. Laßmich deine Liebe schmecken Und die Güter jener Welt; Oder wenn mich Furcht und Schrecken, Angst und Schwachheit überfällt, So verschaffe mir dein Blut Einen wahren Freudenmut, Daß ich meinen Trostim Glauben Mir durch niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen Deinen herben, bittern Tod; Laß mich auch niemanden hassen, Der mit mir genießt ein Brot. Nimm mich ganz vollkommenein, Bis ich werde bei dir sein Und die Fülle deiner Gaben, Meinen Gott und alles haben. K. Neumann, 4 1715. 268. Mel. Mein Herzensjesu, meine Lust. Berr Jesu Christ, du höchstes Gut Du Brunngquell aller Gnaden: Wir kommen, deinen Leib Blut Wie du uns hast geladen, Zu deiner Liebe Herrlichkeit Und unsrer Seelen Seligkeit Zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit Zu diesem hohen Werke; Schenk uns dein schönes nleit leid Durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein Und werden dir gepflanzet ein Zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben; Laß Sünd und Not uns für und für Nicht wieder von dir treiben, Bis wir durch deines Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Dort ewig selig werden. 17¹3. 269. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. err Jesu, dir sei Preis und Dank Für diese Seelenspeis'und Trank, Damit du uns begabet. Im Brot und Wein dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl t gu Und unsre Herzen labet: Daß wir In dir Und nach allem Wohlgefallen heilig leben, Solches wollest du uns geben. 17⁴4 Abendmahl. 2. Du kehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel, Dir Wohnung da zu machen. Drum uns ein solches Herz ver⸗ leih, Das von der Weltlieb ledig sei Und allen eitlen Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten Alles Irdsche zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch neh⸗ men nicht Dein wertes Nachtmahl zum icht richtl Ein jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem Lebensbrot Im Glauben stillen unsre Not, Der Fels des Heils uns tränke, Tuchtio Tüchtig Dich dort oben stets zu loben, bis wir werden Zu dir kommen von der Erden. 4. O daß wir solche Seligkeit Erwarten möchten allezeit In Hoffnung und Vertrauen Und folgends aus dem 1t ta Eingehen in des Himmels Saal, Da wir Gott werden schauen Aüuich Köstlich Uns als Gäste auf das beste bei ihm laben Und ganz volle Gnüge haben. 5. Das gib du uns von dei⸗ nem Thron, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Gibs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für und für, All Böses darum meiden. Amen, Amen, Hilf uns kämpfen, hilf uns dämp⸗ fen alle Sünden, Hilf uns fröhlich überwinden. Bernh. v. Derschau, 4 1639. 270. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Ich komme, Herr, und suche dich Mühselig und beladen; Gott, mein Erbarmer, würdge mich Des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, Ich suche Ruh und finde sie Im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an, Du bist das Heil der Sünder; Du hast die Handschrift abgetan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht Und an dein Wort: Es ist voll⸗ brachtl Du hast mein Heil verdienet, Du hast für mich dich darge⸗ stellt; Gott war in dir und hat die Welt In dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir, Er tilget deine Sünden Und läßt an seiner Tafel hier Dich Gnad um Gnade finden. ISNXQA IIARA Abendmahl. Du rufst, und er erhört dich schon, Spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, Die Schuld ist dir vergeben; Du bist in meinen Tod getauft, Und du wirst dem, der dich er⸗ kauft, Von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Se⸗ ligkeit, Bewahr es hier im Glauben Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rauben: Sieh, ich vereine mich mit dir, Ich bin der Weinstock, bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, Ich will es treu erfüllen Und bitte dich durch deinen Tod Um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Chr. F. Gellert, 4 1769. 271. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. IchkommietztalseinarmeGast, O Herr, zu deinem Tische, Den du für mich bereitet hast, Daß er mein Herz erfrische, Undwennmein Sehnenistgestillt, 17⁵ Daß auch der Dank, der mich erfüllt, In aller Dank sich mische. 2. Du selber sprichst in deinem Wort: Ich bin das Brot zum Leben; Dies Brot treibt auch den Hun⸗ ger fort, Den sonst nichts mag aufheben. Ich bin der Trank: wer glaubt an mich, Dem will ich jetzt und ewiglich Der Labung Fülle geben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, Auf deine Himmelsauen, Bis meine Seel erquicket wird, Wenn du sie lässest schauen Die Ströme deiner Gütigkeit, Die du für alle hast bereit, So deiner Hut vertrauen. 4. Ich armes Schäflein suche dich Auf deiner grünen Weide; Dein Lebensmanna speise mich Zum Trost in allem Leide; Es tränke mich dein teures Blut, Auf daß mich ja kein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. 5. Gleichwie des Hirsches mat⸗ tes Herz Nach frischem Wasser schreiet, So schreiet auch mein Seelen⸗ schmerz: Ach laß mich sein befreiet Von meinerschwerenSündenpein Und schenk den Lebenstrank mir ein, Dann bin ich benedeiet. 6. Vor allem aber wirk in mir Die ungefärbte Reue, Auf daß meinHerz sich für und für Vor aller Sünde scheue; 176 Fach in mir, Herr, den Glauben an, Der dein Verdienst ergreifenkann, Damit mein Herz sich freue. 7. Entzünd in mir der Andacht Brunst, Daß ich die Welt verlasse Und deine Treu und Brudergunst In dieser Speise fasse, Daß durch dein Liebeniebinmir Zumeinem!ächstenwachsherfür, Ich auch den Feind nicht hasse. 8. So komm nun omein Seelen⸗ freund, Laß in mein Herz dich schließen! Mit dir bin ich nun ganz vereint Und will von keinem wissen, Als nur von dir, o Gotteslamm, DieweildumichamKreuzesstamm Aus Not und Tod gerissen. 9. Oliebster Heiland, habe Dank Für deine Gnadengaben, Für deine Speise, deinen Trank, Die mich erquicket haben. MitHimmelsgütern wirst dumich, O Lebensfürst, einst ewiglich In deinem Reiche laben. J. Sieber, 4 1695. 27. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Aesu, Freund der Menschenkinder, Heiland der verlornen Sünder, DerzurSühnungunsrerSchulden Kreuzesschmach hatwollen dulden: Wer kann fassen das Erbarmen, Das du trägest mit uns Armen? In der Schar erlöster Brüder Fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja auch mir strömt Heil und Segen Abendmahl. Herr, aus deiner Füll entgegen: In dem Elend meiner Sünden Soll bei dir ich Hülfe finden; Meine Schulden willst du decken, Mich befrein von Furcht und Schrecken, Willst ein ewig selges Leben Als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Mich, den Zweifelnden, den Schwachen, Willst du fest imGlauben machen, Ladest mich zu deinem Tische, Daß mein Herz sich dort erfrische. So gewiß ich Wein genossen, Ist dein Blut für mich geflossen; So gewiß ich Brot empfangen, Werd ich Heil in dir erlangen. 4. Ja du kommst, dich mit den Deinen In dem Nachtmahl zu vereinen; Du, der Weinstock, gibst den Reben Saft und Kraft zum neuen Leben. Durch dich muß es mir gelingen, Reiche, gute Frucht zu bringen Und durch Frömmigkeitzu zeigen, Daß ich gänzlich sei dein eigen. 5. Nun so sei der Bund erneuet, Und meinHerz dir ganz geweihetl Auf dein Vorbild will ich sehen Und dirnach, meinHeiland, gehen. Was du hassest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lassen; Was du liebest, will ich lieben, Nie durch Untreu dich betrüben. 6. Dochichkennemeine Schwäche; Schwer ist, was ich dir verspreche. Werd ich dir auch Glauben halten Und im Guten nie erkalten? O steh du mir bei und stärke Mich zu jedem guten Werke; Hilf, daß ich die Lust zur Sünde Durch dich kräftig überwinde. Abendmahl. 177 7. Gib, daß ich und alle Christen Sich auf deine Zukunft rüsten, Daß, wenn heut der Tag schon käme, Keinen, Herr, dein Blick beschäme. Schaff ein neues Herz den Sün⸗ dern, Mache sie zu Gottes Kindern, Die dir leben, leiden, sterben, Deine Herrlichkeit zu erben. 8. Komm, die Juden und die Heiden, Jesus Christus, bald zu weiden, Daß ein Hirt sei, eine Herde Bald aus allen Völkern werdel Großes Abendmahl der From⸗ men, Tag des Heils, wann wirst du kommen, Daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren! Nach J. K. Lavater, + 1801. 273. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Komm meinHerz,in Jesuseiden Strömt auch dir ein Quell der Freuden; Stille hier dein sehnlich Dürsten An dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, Mich in seinem Heile labe Und in sein Verdienst mich kleide, Das ist meines Herzens Freude. 2. Zwar hab ich ihn alle Tage, Wenn ich nach ihm Sehnsucht trage; Er ist auf der Himmelsreise Täglich meine Seelenspeise. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein alles bis zum Grabe, Und ich mag nichts andres wissen, Als sein Leiden zu genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen Auch seinAbendmahl empfangen, Hier schenkt er sich ganz zu eigen: Nimmer will ichs nun verschwei⸗ gen, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach wie werd ich oft so müde, Wie entweicht der süße Friedel Sünd und Welt kann mich ver⸗ wunden, Wenn mir dieses Lichtverschwun⸗ en, Daß ich einen Heiland habe, Der mit seinem Hirtenstabe Sanft und mild und voll Ver⸗ 99Z—5 geben Mir nichts ist, als Heil und Leben. 5. O ich Armer, ich Verlorner, Ich in Sünden schon Geborner, Was wollt ich vom Troste wissen, Wäre dies mir weggerissen, Daß ich einen Heiland habe, Dessen Blut mich Sünder label Besser wär es, nie geboren, Als dies teure Wort verloren. 6. Sei gesegnet, ewge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtraun mich vergiftet, Solch ein Denkmal selbst gestiftet: Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja den Schritt in Todes Rachen Gern getan, mich los zu machen. 7. Heilges Brot, sei mir gesegnet, Weil mir der in dir begegnet, Der mit seinen Todeswunden Die Erlösung mir erfunden. Daß ich einen Heiland habe, 178 8. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, Weil mir der mit dir begegnet, Dessen Blut mich lässet finden Die Vergebung aller Sünden. Daß ich einen Heiland habe Der die arme Seele labe, Muß nicht dies mein Dürsten stillen Und meinHerzmit Wonnefüllen? 9. Er gebietet mir zu essen, Meines Jammers zu vergessen, Er gebietet mir zu trinken Und in Freude zu versinken, Daß ich einen Heiland habe, Der sich selbst zur Opfergabe, Ja zur Nahrung und zum Leben Mir aus freier Huld gegeben. 10. Gott, was brauch ich mehr zu wissen, Ja was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil er⸗ messen? Werd ich das nur nie vergessen, Daß ich einen Heiland habel Ich bin frei von Tod und Grabe; Wenn mich Sünd und Hölle schrecken, SowirdmichmeinHeiland decken. 11. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zerrinnen, So will ich mich nur besinnen, Daß ich einen Heiland habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron, wo man ihn ö ehret, Mir, dem Sünder, zugehöret. E. Woltersdorf, 4 1761. Abendmahl. Der erblaßt und tot im Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. Mel. 274. Helft mir Gotts Güte preisen. Nommt her, ihr seid geladen, Der Heiland rufet euch, Der treue Herr der Gnaden, An Huld und Liebe reich; Der Erd und Himmel lenkt, Will Gastmahl mit euch halten Und wunderbar gestalten, Was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, Und werft die Angste weg; Kommt her, versöhnte Kinder, Hier ist der Lebenssteg. Empfangt die Himmelslust, Die heilge Geistesspeise, Die auf verborgne Weise Erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, Die Not und Jammer drückt, Mit Gott euch zu vermählen, Der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab Der Sünde bange Säumnis, Empfanget das Geheimnis, Das Gott vom Himmel gab. 4. O wunderbare Treue, So lockst du mich zu dir! O wunderbare Weihe, So nahst du dich zu mirt Ich soll der Sünden Tod In deinem Blute trinken, Vergessen und versinken In deine Liebe, Gott! 5. O Wonne kranker Herzen, Die mir von oben kam! Verschwunden sind die Schmerzen, Getröstet ist der Gram; Was von dem Himmel fleußt, Hat lieblich sich ergossen; Mein Herz ist gar durchflossen Vom süßen Liebesgeist. Abendmahl. 179 6. Drum jauchze, meine Seele, Hell aus der Sündennacht; Verkünde und erzähle Die tiefe Wundermacht, Die unermeßlich süß, Ein Born der Liebe, quillet Und jeden Jammer stillet, Der fast verzweifeln ließ. 7. Drum jauchze, meine Seele, Drum jauchze deinem Herrn; Verkünde und erzähle Die Gnade nah und fern: Den Wunderborn im Blut, Die selge Himmelsspeise, Die auf verborgne Weise Dir gibt das höchste Gut. E. M. Arndt, 1860. 275. Mel. Erquicke mich du Heil der Sünder. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden In deiner letzten Trauernacht Unshast die Früchte deinerLeiden In einem Testament vermacht: Es preisen gläubige Gemüter Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl ge⸗ nießen, Wird dein Gedächtnis bei uns neu, Und neue Lebensströme fließen Uns zu von deiner Lieb und Treu. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Erneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zagenden Ge⸗ wissen Ein neues Siegel aufgedrückt, Daß unser Schuldbrief sei zer⸗ rissen, Und daß die Handschrift sei zer⸗ stückt, Daß wir Vergebung unsrer den en In deinen blutgen Wunden Pen. en. 4. Dies Brot kann wahre Nah⸗ rung geben, Dies Blut erquicket unsern Geist; Es mehrt sich unser innres Leben, Wenn unser Glaube dich geneußt: Wir fühlen neueKraft und Stärke In unserm Kampf⸗ und Glau⸗ benswerke. 5. Wir treten in die engsten Bande Mit deines Leibes Gliedern ein, Mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und eine Seele sein: Der Geist muß mehr zusammen⸗ fließen, Da wir ein Fleisch und Blut genießen. 6. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, das schwach⸗ heitvoll, Einst herrlich aus dem Staube grünen Und unverweslich werden soll, Ja daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kurzenwerdestgeben. 7. O teures Lamm, so edle Ban en Hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, Wie wohl ist unser Geist ver⸗ pflegtl Dies Mahl ist unter allen Leiden Ein wahrer Vorschmack jener Freuden. J. J. Rambach, 4 1735. M2 18⁰ 276. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. UO Jesu, du mein Bräutigam, DerduausLiebamKreuzesstamm Für mich den Tod gelitten hast, Genommen weg der Sünden Last, 2. Ich komm zu deinem Abend⸗ mahl, Verderbt durchmanchen Sünden⸗ Ich bin krank, unrein, nackt und bloß, Blind und arm; ach mich nicht verstoß. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, t. Du bist der Brunn der Heiligkeit, Du bist das rechte Hochzeitskleid. 4. Darum, Herr Jesu, bitt ich dich In meiner Schwachheit, heile mi Was unrein ist, das mache rein Durchdeinenhellen Gnadenschein. ů 5. ErleuchtemeinverfinstertHerz, Zünd andieschöne Glaubenskerz; Mein Armut in Reichtum verkehr Und meinem Fleische steur und wehr, 6. Auf daß ich dich, du wahres Brot Du bist der Herr, dem nichts ge⸗ brich — 5 Der Engel, wahrer Mensch Fett ott, Mit solcher Ehrerbietung nehm, Wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir, Mein Herz mit Lieb und Glau⸗ ben zier, Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner Ehr. Abendmahl. 8. Gib, was mir nütz zu Seel und Leib, Was schädlich ist. fern von mir treib, Komm in mein Herz, laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch deiner Mahl⸗ zeit Kraft Das Bös'in mir werd abgeschafft, Erlassen alle Sünd und Schuld, Erlangt des Vaters Ruh Hund⸗ uld. I0. Vertreibe alle meine Feind, ö Die sichtbar und unsichtbar seind. Den guten Vorsatz, den ich führ, Durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht Nach deinem heilgen Willen richt. Ach laß mich meine Tag in Ruh Und Friede christlich bringen zu. 12. Bis daß du mich, o Lebens⸗ fürst, Zu dir in Himmel nehmen wirst, Daß ich bei dir dort ewiglich An deiner Tafel freue mich. J. Heermann, 4 1647. 277. Mel. Wach auf mein Herz und singe. U Jesu, meine Wonne, Du meiner Seelen Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen Dies himmlische Ergötzen Und diese teuren Gaben, Die uns gestärket haben. Abendmahl. 181 3. Wie soll ichs dir verdanken, O Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, Ja selbst dich mir geschenket. 4. Ich lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Schläg und Wunden, Die du für mich empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, Den Ursprung meiner Freuden, Dir dank ich für dein Sehnen Und heiß vergoßne Tränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, Das standhaft ist geblieben, Dir dank ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Gemüte Dein übergroße Güte; Dies teure Pfand der Gnaden Tilgt allen meinen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, Daß du mir zugemessen Die kräftge Himmelsspeise, Wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, Die ich noch in mir finde, Aus meinem Fleische treiben Und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet Von Sünden und vermählet Mit dir, mein liebstes Leben; Was kannst du Wertres geben? 11. Laß mich die Sünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich mit Andacht beten Und von der Welt abtreten. 12.Nun kann ich nicht verderben, Drauf will ich selig sterben Und freudig auferstehen, O Jesu, dich zu sehen. Joh. Rist, 4 1667. 278. Schmücke dich, o liebe Seele, Laß die dunkle Sündenhöhle, Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und .— Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel kann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der mit süßen Gnadenworten KlopftandeinesHerzens Pforten; Säume nicht, ihm aufzuschließen, Wirf dich hin zu seinen Füßen, Sprich: OHerr, laß dich umfassen, Von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Ach wie hungert mein Ge⸗ müte, Menschenfreund, nach deiner Güte; Ach wie pfleg ich oft mit Tränen Mich nach dieser Kost zu sehnen; Ach wie pfleget mich zu dürsten Nach demTrankdesebensfürsten; Wünsche stets, daß mein Gebeine Sich durch Gott mit Gott vereinel 4. Beides, Wonne und auch Bangen, Fühl ich jetzt mein Herz um⸗ fangen. Das Geheimnis dieser Speise Und die unerforschte Weise Macht, daß ichvoll Staunenmerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein Allmacht kann ergrün⸗ den? 5. Nein, Vernunft die muß hier weichen, Kann diesWundernicht erreichen, 18² Daß dies Brotnie wird verzehret, Ob es gleich viel tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. O der großen Heimlichkeiten, Dienur Gottes Geist kanndeuten! 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell undLichtder Sinnen, Hier fall ich zu deinen Füßen: Laß mich würdiglich genießen Dieser deiner Himmelsspeise, Mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig hast dein Leben In den Tod für uns gegeben Und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, Dasunsjetztkannkräftigtränken, Deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen! Laß mich durch dies Seelenessen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög dein Gastim Himmelwerden. Joh. Franck, 4 1677. 279. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Tretet her zum Tisch des Herrn, Gott hat euch geladen; Eure Herzen sein nicht fern Von dem Mahl der Gnaden! Betet, wacht, Habet acht, Was euch Gott wird geben Zu dem ewgen Leben. Abendmahl. 2. Kommt in Reu und wahrem Leid Über eure Sünden; Demut und Gottseligkeit Lasset bei euch finden. Schlagt die Brust, Des bewußt, Was ihr habt verschuldet, Eh ihr Straf erduldet. 3. Geht heran, schön angetan Mit dem Glaubenskleide: Solche Gäste nimmt Gott an, Sie sind seine Freude. Nehmt die Speis', Gleicherweis' Trinkt sein Blut vergossen, O ihr Tischgenossen. 4. So ihr würdig eßt und trinkt Von dem Brot und Weine: Solches Sakrament euch bringt Lebenstrost alleine. Danket Gott, Liebt in Not, Lebt als Gottes Kinder, Werdet nicht mehr Sünder. 5. Jesu, Jesu, höchstes Gut, König aller Frommen, Laß doch deinen Leib und Blut In mein Herze kommen Seliglich, Das bitt ich, Herr in deinem Namen Hochgelobet, Amen! Nach Joh. G. Müller, 4 1745. 280. Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir. Wie heilig ist die Stätte hier, Wo ich voll Andacht stehel Sie ist des Himmels Pforte mir, Den ich jetzt offen sehe. O Lebenstor, o Tisch des Herrn, Abendmahl. Vom Himmel bin ich nicht mehr Und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, Dies reiche Gnadenzeichen, Vor dem des Herzens Angst—— ot Und alle Qualen weichen! O Brot, das meine Seele nährt, OManna, das mir Gott gewährt, Dich will ich jetzt genießen. 3.Wieheiligist dochdieserTrank, Der mein Verlangen stillet, Der mein Gemüt mit Lob und Dank Und heilger Freud erfüllet! O Lebenstrank, o heilges Blut, Das einst geflossen mir zu gut, Dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch Glück und welch ein Ruhm ist mein, Welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein, Mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, Daß ich in Jesu leben soll, Und er in mir will leben! 5. O wär doch auch mein Herz geweiht Zu einer heilgen Stätte, Damit der Herr der Herrlichkeit An mir Gefallen hättel O wäre doch mein Herz der Ort, An welchem Jesus fort und fort Aus Gnaden Wohnung machtel 6. Mein Jesu, komm und heilge mich; Was sündlich ist, vertreibe, Damit ich nun und ewiglich Dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt Und laß dein heilig Ebenbild Beständig an mir leuchten. ern Du hast dich mir gegeben. 183 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, In dir, der mich so hoch beglückt, Will ich nun immer leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit, Von nun an bis in Ewigkeit Mit dir vereinigt bleiben! V. E. Löscher, 1 1749. 281. Mel. Wie schön leuchtet derMorgenstern. Wie lieblich istdeinviebesmahll Da seh ich, mit was Angst und Qual Die Liebe dich umhüllet; Da werd ich, als aus deiner Hand, Mit deinemteurstenGnadenpfand Erquickt, mit Lust erfüllet, Wenn du, Jesu, In Erbarmen dich der armen Seele schenkest Und an deinen Eid gedenkest. 2. Ich hab den festbeschwornen Bund So oft gerissen in den Grund Und mein Gelübd verlassen. Die Schuld ist groß, der Glaube klein, Doch willst du mir versöhnet sein Und nimmermehr mich hassen. Dein Wort, Mein Hort, Bleibt beständig, wie abwendig ich gewesen: Ich soll durch dich neu genesen. 3. Drum sinkt vor dir ein ledig erz, Das nichts dir bringt als Sün⸗ denschmerz, In Selbstverdammung nieder. 184 Ich bin mir selber gram, daß ich, Mein Schatz, so oft verlassen dich, Ich komm in Demut wieder. Willig Bin ich, Dir aufs neue Huld und Treue zu verschreiben, Wenn dein Geist mich nur wird treiben. 4. Stärk meinen Glauben, um das Kleid Der ewigen Gerechtigkeit Freimütig anzuziehen. Ich komm in fester Zuversicht, Dein Bundessiegel fehlt ja nicht, Du hast es mir verliehen, Daß ich Fröhlich Hier erscheine, und durch deine offnen Wunden Hab ich freien Zutritt funden. 5. Von dir hab ich das Priester⸗ tum, XVII. 282. Ach Gott und Herr, Wie groß und schwer Sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, Der helfen kann, In dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit Zu solcher Zeit Bis an der Erden Enden Und wollt los sein Des Elends mein, Würd ich es doch nicht wenden. Buße. Daß ich ins innre Heiligtum Darf unverhüllet gehen. Den Vorhang riß dein 6. 19 Ich darf als Dundsgenosse feri Vor deinem Antlitz stehen. Grämen, Schämen Hat ein Ende, weil die Hände sind durchgraben, Die für mich bezahlet haben. 6. Gib nur, daß so, wie sich für jetzt Mein Herz in deiner Füll ergötzt, Es in dir möge bleiben; Und daß den Vorsatz, den ich hab Erneuert, keine Furcht, kein Grab, Noch Hölle mag vertreiben. Ich will Nun still An dir hangen, dich umfangen; tausend Welten Können gegen dich nichts gelten. Fr. Ad. Lampe, 1729. Buße. 3. Zu dir flieh ich, Verstoß mich nicht, Wie ichs wohl hab verdienet. Ach geh doch nicht, Gott, ins Gericht: Dein Sohn hat mich versühnet. 4. Solls ja so sein, Daß Straf und Pein Auf Sünde folgen müssen, So fahr hie fort, Nur schone dort, Laß mich nicht ewig büßen. 5. Gib auch Geduld, Vergib die Schuld, Buße. Schaff ein gehorsam Herze, Daß ich mein Heil, Mein bestes Teil, Durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir Wie's dünket dir, Ich will es gerne leiden; Nur wollst du mich Nicht ewiglich Von deiner Liebe scheiden. M. Rutilius, 4 1618. 283. Ach was soll ich Sünder machen, Ach was soll ich fangen an? Mein Gewissen klagt mich an, Es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sünden Meinen Jesum oft betrübt, Doch weiß ich, daß er mich liebt, Und er läßt sich gnädig finden; Drum ob mich die Sünd anficht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Ob auch schweres Kreuz und Leiden, Wie's bei Christen oft entsteht, Mit mir hart darniedergeht, Solls mich doch von ihm nicht scheiden. Auf ihn ist mein Herz gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben Nichts als flüchtger Nebel ist, Da wir hier zu aller Frist Mit dem Tode sind umgeben; Und wer weiß, was heut ge⸗ schicht? Meinen Jesum laß ich nicht. 18⁵ 5. Sterb ich bald, wird meine Seele Los der Welt Beschwerlichkeit, Ich ruh bis zur vollen Freud, Weiß, daß in des Grabes Höhle Jesus bleibt mein helles Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Durchihnwillichwieder leben, Denn er wird zur rechten Zeit Wecken mich zur Seligkeit Und sie mir aus Gnaden geben; Muß ich schon erst vors Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll mein Jesus bleiben, Bis ich werde wandern fort Zu des Himmels Freudenpfort, Der mich ihm wird einverleiben, Nehmen in sein Freudenlicht: Meinen Jesum laß ich nicht. J. Flitner, 4 1678. 284. Alkeiin zu dir, Herr Jesu Christ, Mein Hoffnung steht auf Erden; Ich weiß, daß du mein Rgis, ist, Kein Trostmag mir sonst werden; Von Anbeginn ist nichts erkorn, AufErden ist kein Mensch geborn, Der mir aus Nöten helfen kann, Ich ruf dich an, Du bist allein der rechte Mann. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß Und reuet mich von Herzen, Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen Und zeig mich deinem Vater an, Daß du genug für mich getan, So werd ich los der Sündenlast: Herr, halt mir fest, Wes du dich mir versprochen hast. 186 herzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine Süßigkeit Mög inniglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich; Am letzten End dein Hülf mir end, Damit behend Des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, Dem Vater aller Güte, Und Christo, seinem lieben Sohn, Der uns allzeit behüte, Und Gott dem werten heilgen Geist, Der uns allzeit sein Hülfe leist, Damit wir ihm gefällig sein Hier in der Zeit Und einst auch in der e J. Schneesing, + 1567. 285. Mel. Herzliebster Jesu was hast du verbrochen. Aus einem tief vor dir gebeug⸗ ten Herzen Ruf ich zu dir in meinen Sünden⸗ schmerzen: O mache mich, Gott, meines Kummers ledig Und sei mir gnädig. 2. Beschämt erkenn und fühl ich meine Sünden; Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden. Willst du auf Schuld und Über⸗ tretung sehen, Wer wird bestehen? Buße. 3. Gib mir nach deinr Barm⸗ 3. Bei dir allein, Herr, steht es, ——— zu vergeben, Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; Uns soll die Größe deiner Liebe lehren, Dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir in Christo meine Fehle; Dein harrt im Glauben meine müde Seele. Laß Trost und Ruh, um des Ver⸗ söhners willen, Mein Herz erfüllen. 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen Hoff ich auf dich, o stille meine Sorgen! Du schenkest ja Beladenen und Müden Gern deinen Frieden. 6. Ja hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade; Sie ist viel größer als dein Seelenschade, Und endlich wird sie dich von allem Bösen Gewiß erlösen. Nach F. K. v. Moser, 4 1798. 286. Ps. 130. Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen, Dein gnädig Ohr neig her 5 mir Und meiner Bitt es öffnel Denn so du willst das sehen an, Was Sünd und Unrecht ist getan, Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, Buße. Die Sünden zu vergeben, Es ist doch unser Tun umsonst, Auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, Des muß dich fürchten jedermann Und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hof⸗ fen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen; Auf ihn mein Herz soll lassen sich Und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein wertes W ort: Das ist mein Trost und treuer Hort, Des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen, Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Israel rechter Art, Der aus dem Geist geboren ward, Und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der biel viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade; Sein Hand zu helfen hat kein Ziel⸗ Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird Aus seinen Sünden allen. Dr. M. Luther, + 1546. 287. Har, ich habe mißgehandelt, Jamichdrücktder SündenLast, Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir gezeiget hast, Und jetzt wollt ich gern aus Schrecken Mich vor deinem Zorn verstecken. 187⁷ 2. Doch wie könnt ich dir ent⸗ fliehen? Du wirst allenthalben sein; Wollt ich über See gleich ziehen, Stieg ich in die Gruft hinein, Hätt ich Flügel gleichden Winden, Gleichwohl würdest du mich fin⸗ den. 3. Drum muß ich es nur be⸗ kennen: Herr, ich habe mißgetan, Darf mich nicht dein Kind mehr nennen; Ach nimm mich zu Gnaden an, Laß die Menge meiner Sünden Deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich Wieer, An dem großen weiten Meer Dennochwürdesihm wohlfehlen, Daß er meiner Sünden Heer, Daß er alle mein Gebrechen Sollte wissen auszusprechen. 5. O daß meine Augen wären Tränenquellen Tag für Tag! O daß ich mit heizen Zähren Möcht betrauern meine Schmachl LaßmeinWeinen, laßmeinFlehen Steigen, Herr, zu deinen Höhen. 6. Dir will ich die Last aufbinden, Wirf sie in die tiefe See, Wasche mich von meinen Sünden, Mache mich so weiß wie Schnee, Laß den guten Geist mich treiben, Einzig stets bei dir zu 4 107. J. Franck, 4+ 1677. 288. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Berr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, 188 Sieh doch, wie ich in meinem Mut Mit Schmerzen bin beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 2. Erbarm dich mein in solcher Last, Nimm sie von meinem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Am Kreuz mit Todesschmerzen; Auf daß ich nicht vorgroßem Weh In meinen Sünden untergeh Und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, kommt alles mir zu Sinn, Was ich von je begangen, So fällt mir aller Mut dahin, Und bin mit Furcht umfangen. Ja ich weiß weder aus noch ein Und müßte ganz verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Jedoch dein heilsam Wort das macht Mit seinem süßen Klingen, Daß mir das Herze wieder lacht Und froh beginnt zu singen, Weil Gnade uns dein Wort ver⸗ heißt Für die, diemit zerknirschtem Geist Zu dir, o Jesu, kommen. 5. So komm ich jetzt zu dir allhie In meiner Not geschritten Und will dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bitten: Verzeihe mir doch gnädiglich, Was ich mein Lebtag wider dich Auf Erden hab gesündigt. 6. Vergib mir doch, o Herr mein Gott, Um deines Namens willen. Buße. Und dir hinfort zu Ehren leb Mit kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deines Geistes Mut, Heil mich durch deine Wunden, Waschmichmit deiner Gnade Flut In meinen letzten Stunden Und führ mich einst, wenn dirs gefällt, Im rechten Glauben aus der Welt Zu deinen Auserwählten. B. Ringwaldt, 1599. 289. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich armer Mensch, ich armer Sünder Steh hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr ge⸗ linder Und geh nicht mitmir ins Gericht. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 2. Wie ist mir doch so bpanae bange Von wegen meiner großen Sündt Hilf, daßich wieder Gnad erlange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 3. Hör, ach erhör mein sehnlich chreien, Du allerliebstes Vaterherz: Wollst alle Sünden mir verzeihen UndlindernmeinerSeeleSchmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 4. Nicht, wie ich hab verschuldet, Du wollst in mir die große Not Der Übertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb lohne Und handle nicht nach meiner Sünd: 8* n Buße. 189 O treuer Vater, schone, schone, Erkenn mich wiederfürdeinKind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 5. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben, Sprich, daß derarme Sünderhör: Geh hin, die Sünd ist dir ver⸗ geben, Nur sündige hinfort nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. 6. Ich zweifle nicht, ich bin er⸗ höret, Erhörtvon ddeinerGnadund Treu, Weil sich der Trost im Herzen mehret, Drum will ich enden mein Ge⸗ schrei: Erbarme dich, erbarme dich, Gott mein Erbarmer, über mich. Chr. Tietze, 4+ 1703. 290. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Ich will von meiner Missetat Zum Herren mich bekehren: Du wollest selbst mirHülfundRat Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 2. Der Mensch kann von Natur doch nicht Sein Elend recht empfinden, Bleibt ohne deines Geistes Licht Blind, taub und tot in Sünden; Verkehrt ist Herz, Verstand und Tun: Des großen Jammers komm mich nun, O Vater, zu entbinden. 3. Herr, klopf in Gnaden bei mir an Und führ mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir getan; Du kannst mein Herz gewinnen, Daß ich aus Kummer und Be⸗ schwer Laß über meine Wangen her Viel heiße Tränen rinnen. 4. Wie hast du doch auf mich gewandt Den Reichtum deiner Gnaden. Mein Leben dank ich deiner Hand, Die hat mich reich beladen Mit Ruh, Gesundheit. Ehr und Brot, Du machst, daß mir noch keine Not Bis hieher können schaden. 5. Hast auch in Christo mich erwählt Tief aus der Hölle Fluten, Daß niemals mir es hat gefehlt An irgend einem Guten; Und daß ich ja dein eigen sei, Hast dumichauchaus großer Treu Gestäupt mit Vaterruten. 6. Bisher hab ich in Sicherheit Fein unbesorgt geschlafen, Gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen, Er fähret nicht mit unsrer Schuld So strenge fort, es hat Geduld Der Hirte mit den Schafen. 7.Dies allesjetztzugleicherwacht, Mein Herz will mir zerspringen, Ich sehe deines Donners Macht, Dein Feuer auf mich dringen; Es regt sich wider mich zugleich Des Satans und der Hölle Reich, Die wollen mich verschlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich bei dir ein. Ich flieh zu deinen Wunden, 190 Die du, o Heiland, wegen mein Am Kreuze hast empfunden, Als unser aller Sünden Müh Dir, o du Gotteslamm, ward hie Zu tragen aufgebunden. 9. Wollst mich durch deines Todes Pein Und durch dein heilig Leiden Von allen meinen Sünden rein, In deine Unschuld kleiden. Von wegen deines Kreuzes Last Erquick, was du zermalmet hast, Mit deines Trostes Freuden. 10. So angetan will ich mich hin Vor deinen Vater machen; Ich weiß, er lenket seinen Sinn Und schaffet Rat mir Schwachen. Er weiß, was eet elt Und Satan uns für Netze stellt, Die uns zu stürzen wachen. 11. Wie werd ich mich mein Leben lang Vor solcher Plage scheuen Durchdeines gutenGeistes Drang, Den du mir wollst verleihen, Daß er von aller Sünden List Und dem, was dir zuwider ist, Helf ewig mich befreien. Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 4 1667. 291. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Iyr armen Sünder, kommt zu⸗ hauf, Zu Jesu macht euch eilig auf, Mühselig und beladen! Er öffnet sein erbarmend Herz Für alle, die in Reu und Schmerz Erkennen ihren Schaden. Mel. Buße. 2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an! Drum komm zu dem, der helfen kann, Such Ruh in seinen Armen; Komm weinend, komm in wahrer Buß Und fall im Glauben ihm zu Fuß, Er wird sich dein erbarmen. 3. Verlässet wohl ein treuer Hirt Sein Schäflein, wenn es sich ver⸗ irrt? Er sucht es mit Verlangen; Er läßt die andern alle stehn, Dem einen sorglich nachzugehn, Das eine zu umfangen. 4. So sucht der Heiland Jesus Christ Die Seele, die verloren ist, Bis daß er sie gefunden. Ach laß dich finden, wenn er lockt, Ach Sünder, bleibe nicht verstockt, Noch sind die Gnadenstunden. 5. O Jesu, deine Lieb ist groß! Mühselig komm ich, arm und bloß, Ach laß mich Gnade finden! Verloren war ich und verirrt; Herr, nimm mich auf, du treuer Hirt, Und tilge meine Sünden. 6. Laß mich dein Schäflein ewig ein, Sei du mein treuer Hirt allein Im Leben und im Sterben; Laß mich verleugnen Welt und Sünd Und als ein wahres Gotteskind Dein Himmelreich ererben. 7. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenlust bis inmein Grab, Und in dem neuen Leben S.n ur Buße. 191 In heiliger Gerechtigkeit Dir dienen noch die kurze Zeit, Die mir zum Heil gegeben. L. Laurenti, + 1722. 292. Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Die nirgend Ruh und Rettung finden. In ihrer tiefen Seelennot, Wenn das Gesetz Verdammnis droht, Wenn sie verklaget das Gewissen, Und sie der Gnade Kraft ver⸗ missen, Sehn sie die Freistatt aufgetan: Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 2. Sein überschwenglich Herz erz Trieb ihn von seinem Thron zur Erden; Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, Ein Tilger ihrer Schuld zu der en; Er senkt sich ganz in ihre Not' Und schmeckt für sie den bab. Tod. Nun, da er hat sein eigen Leben, Sie zu versöhnen, hingegeben Und für die Welt genug getan, So heißts: Er nimmt die Sün⸗ der an. 3. Nun nimmt er auf in seinen Scho Die bangenund verzagtenSSeelen:; Er spricht sie von dem Urteil los Und endet bald ihr ängstlich Quälen; Es wird ihr ganzes Sündenheer Wie in ein unergründlich Meer Durch seinVerdiensthinabgesenket, Sein Geist wird ihnen dann ge⸗ schenket ZumFFühreraufder Gnadenbahn: Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 4. So bringt er sie dem 2•5 M, Trägt sie in seinen treuen Armen, Das neiget dann den Vatersinn Zu lauter herzlichem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindes Statt, Und alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben, Die Pforte zu dem ewgen Leben Wird ihnen fröhlich aufgetan: Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 5. O solltest du sein Herze sehn, Wie sichs nach allen Sündern sehnet, Wenn sie noch in der Irre gehn, Wenn schon ihr Auge vor ihm tränetl Er streckt die Hand nach Zöllnern aus, Er scheut nicht ihr verachtetHaus; Den reuevollen Magdalenen Stillt er so mild die heißen Trä⸗ nen, Gedenkt nicht, was sie sonst ge⸗ tan: Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Obgleich sein Fall ihn tief be⸗ trübet. Seht, wie er Feinde lieben kann, Da seinen Mördern er vergibet; 192 Wie huldvoll macht am Kreuz sein Mund Dem Schächer Gnad und Leben kund! Obgleich die Jüngerihnverlassen, Eilt er, sie liebend zu umfassen; Sie dürfen demErstandnen nahn: Mein Heiland nimmt 2 Sün⸗ er an. 7. Und dies hat er nicht nur getan, Da man ihn sah auf Erden len⸗ en: Noch jetzt nimmt er die Sünder an Und läßt sein Gnadenwort er⸗ schallen; Denn ewig bleibet er sich gleich, An Lieb und an Erbarmen reich. Wie er war unter Schmach und Leiden, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugetan: Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 8. So komme mit gebeugtem Geist, Wen seine Sünde tief betrübet, Zu ihm, der keinen von sich weist, Der reuevolle Sünder liebet. Wie? willst du nicht dein Heil verstehn, Mutwillig noch verloren gehn, Nachdem derRetter direrschienen? Willst du noch jetzt der Sünde dienen? O nein, verlaß die Sündenbahn: Mein Heiland nimmt die Sün⸗ der an. 9. Komm nur mühselig und ge⸗ bückt, Komm nur, wie er dich heißet kommen: Wenn auch die Last dich nieder⸗ drückt, Buße. Du wirst doch gnädig angenom⸗ men. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegengeht: Wie hat er dich gelockt mit Flehen, Wie lang sich nach dir umgesehen! So komm denn, Sünder, komm heran: Mein Heiland nimmt die Sün⸗ er an. 10. Sprich nicht: Ich sündigte zu schwer, Ich bin zu sehr mit Schuld be⸗ laden, Für mich ist keine Rettung mehr, Mich nimmt der Herr nicht an zu Gnaden. Wenn duesjetztnurredlichmeinst, Nur ernstlich deinenFallbeweinst, So laß die bangen Zweifel schwinden, Du wirst vor ihm noch Gnade finden. Er hilft, wenn niemand helfen ann: Mein Heiland nimmt die Sün⸗ er an. 11. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit, Jetzt muß ich noch die Welt ge⸗ nießen; Gott wird ja eben nichtgleichheut Die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du Und tritt zum Gnadenstuhl hinzu. Wer auch das Heute nur ver⸗ träumet, Hat leicht die Gnadenzeit ver⸗ säumet, Ihm wird hernachnicht aufgetan: Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 12. O zeuch uns alle recht zu dir, Holdselger Heiland aller Sünder, Fr* Buße. 193 Erfüll mit himmlischer Begier Uns, die von Gott gewichnen Kinder. Zeig uns bei unserm Seelen⸗ schmerz DeinunaussprechlichliebendHerz, Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille stehen, Bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an. L. F. F. Lehr, 4 1744. 293. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. V frommer und getreuer Gott, Ich hab gebrochen dein Gebot Und sehr gesündigt wider dich, Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, Nicht Lust hast an des Sünders Tod, Und ist dein herzliches Begehr, Daß ich mich wieder zu dir kehr: 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, Ich armer Sünder zu dir komm Und bitte dich durch Christi Tod Und seine heilgen Wunden rot, 4. Ich bitte dich durch Jesum Christ, Der mir zu gut Menschwordenist: Laß deine Gnad und Gütigkeit Mehr gelten, denn Gerechtigkeit. 5. Verschon, o Herr, laß deine Huld Zudecken alle meine Schuld; So werd ich arm verlornes Kind Ledig und los all meiner Sünd. 6. Ich will, o Herr, nach dei⸗ nem Wort Mich bessern, leben fromm hin⸗ fort, Damit ich mög nach dieser Zeit Gelangen zu der Seligkeit Berlin 1648. 294. Mel. An Wasserflüssen Babylon. UW König, dessen Majestät Weit über alles steiget, Dem Erd und Meer zu Dienste steht Vor dem die Welt sich neiget, Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herr⸗ lichkeit, Sehr groß und wundertätig; Ich armer Wurm vermag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott, sei mir Sünder gnädig. 2. Hier steh ich, wie der Zöllner tat, Beschämet und von ferne, Ich suche deine Hülf und Gnad, O Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Flecken bin, Und Sünde meinen ganzen Sinn Zum Guten macht untätig, So schlag ich nieder mein Gesicht Vor dir, du reines Himmelslicht: Gott, sei mir Sünder gnädig. 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, Durchängsten mein Gewissen; Drumschlagich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, gar nicht wert, Daß ich noch wandle auf der Erd; Doch weil du winkst, so bet ich Mit ganz zerknirschtem, bangem Geist 19⁴ Der gleichwohl dich noch alhtr heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig. 4. Mein Abba, schaue Jesum an, Den Gnadenthron der Sünder, Der für die Welt genug getan, Durch den wir Gottes Kinder Im gläubigen Vertrauen sind, Der ists, bei dem ich Ruhe find, Sein Herz ist ja guttätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, Bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig. 5. Regiere dochmeinHerzund Sinn In diesem ganzen Leben: Du bistmein Gott, und wasich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, Laß meinen Glauben immerdar Sein durch die Liebe tätig; Und will es nicht fort, wie es soll, So ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott, sei mir Sünder gnädig. 6. Mein Leben und mein Ster⸗ ben ruht Allein auf deiner Gnade; Mir geh es böse oder gut, Gib nur, daß mir nichts schade. Kommt dann das letzte Stünd⸗ lein an, So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jesu, selbst beirätig; Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädigl! V. Löscher, 4 1749. 295. Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir. U Vater der Barmherzigkeit, Ich falle dir zu Fuße; Buße. Verstoß den nicht, der zu dir schreit Und tut noch endlich Buße. Was ich begangen wider dich, Verzeih mir alles gnädiglich Durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wun⸗ dertat Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine Weisheit schaffe Rat In allem, wo mirs fehlet; Gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast Am Kreuze für mich Armen. Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, Erbarm dich mein und mein ver⸗ schon, Sieh an mein kläglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden teures Blut, Dein Todespein und Sterben Mir kommen kräftiglich zu gut, Daß ich nicht müss' verderben; Bitt du den Vater, daß er mir Im Zorn nichtlohnenach Gebühr, Wie ich es hab verschuldet. 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, WennmichdieSündenlustanficht, Laß mich von dir nicht wanken; Verleih, daß nun und nimmer⸗ mehr Die blinde Lustnach Geld und Ehr In meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich kämpfen, Buße. 19⁵ Daß ich des Satans Trutzund List Durch Christi Sieg mag dämpfen; Auf daß mir Krankheit, Angst und Not Und dannderletzte Feind, derTod, Nur sei die Tür zum Leben. Hannover 1646. 296. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Ps. 51, 12—14. Schaff in mir, Gott, ein reinesHerz. Mein Herz ist ganz verderbet; Es fühlet von derͤSündeSchmerz, Die ihm ist angeerbet, Und die es noch tut ohne Scheu. Ach mache, daß es wieder sei, Wie du es erst erschaffen. 2. Gibmir aucheinenneuen Geist, Der wie du sei gesinnet, Der dir stets anhang allermeist Und, was du willst, beginnet. Gib, daß er hasse Fleisch und Blut Und übe Glauben in Demut, Zucht, Sanftmut, Hoffnung, Liebe. 3.VerwirfvondeinemAngesicht, Ob ich es gleich verdienet, Mich, allerliebster Vater, nicht, Weil Jesus mich versühnet; Laß nimmer, nimmer, nimmer⸗ mehr Mich, dein Kind, also fallen sehr, Daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, Den bösen Geist vertreibe, Damit er mich nicht nehme dir, Ich stets dein sei und bleibe. Beherrschet mir Herz, Sinn und ut Der heilge Geist, so ist es gut Im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, Hilf und vergib die Sünden; Wenn meine Seele suchet dich, So laß dich von ihr finden Und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, Darinnen Trost und Hülfe ist Wider Sünd, Tod und Teufel. 6. Dein freudger Geist F. 5500 mich doch Mit seinem Freudenöle, DamitnichtderVerzweiflungFJoch Verderbe meine Seele. Sei meine Freude du allein, Ach laß mich deine Freude sein Und führe mich zur Freudel L. Elisabeth v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 4 1672. 297. Mel. Vater unser im Himmelreich. Hes. 33, 11. So wahr ich lebe, sprich. dein ott, Miristnichtliebdes Sünders Tod; Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, Daß er von Sünden halte still, Von seiner Bosheit kehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Men⸗ schenkind, Verzweifle nicht in deiner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zugesaget hat, Und zwar mit einem teuren Eid. O selig, dem die Sünd ist leidl 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, Denk nicht: Zur w ist noch wohl Zeit; Ich will erst fröhlich sein auf Erd; N2 196 Wenn ich des Lebens müde werd, Alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein Altel uch. ich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit DemSünder mitBarmherzigkeit; Doch wer auf Gnade sündigt hin, Fährt fort in seinem bösen Sinn Und seiner Seelen selbst nicht schont, Dem wird mit Ungnad einst ge⸗ lohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott Von wegen Christi Blut und Tod; Zusagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt; Daß du mußt sterben, ist dir kund, Verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut dseh lch, Eh morgen kommt, kanns h: ich: Wer heut istfrisch, gesund undrot, Ist morgen krank, ja wohl gartot. So du nun stirbest ohne Buß, Dein Leib und Seel verderben muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und Buße tu den Augenblick, Eh mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. J. Heermann, 4 1647. 298. Mel. Herzlich lieb hab ich dich o Herr. Vor dir, Herr Jesu, steh ich hie, Ich beug in Demut meine Knie Und seufze mit Wehklagen: Mein große Sünd und Missetat Buße. Zum Tode mich verdammet hat; Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich fest glaube und dabei Im Herzen habe wahre Reu. Herr Jesu Christ, das dank ich dir, 3 Ich will mich bessern, hilf du mir! Görlitz 1611. 299. Wenn wir in höchsten Nöten sein Und wissen weder aus noch ein Und finden weder Hilf noch Rat, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist das unser Trost allein, Daß wir zusammen insgemein Dich rufen an, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Not 3. Und heben unser Aug und Herz Zu dirinwahrerReu und Schmerz Und flehen um Begnadigung Und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest gnädiglich All denen, die drum bitten dich. Wir flehn im Namen Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, Und klagen dir all unsre Not, Weil wir jetzt stehn verlassen gar In großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß, Sprich uns davon aus%˙ os; Vou* 5* ———— ITEn K W— 57723——82——.— Buße. Steh uns in unserm Elend bei, Mach uns von allen Plagen frei; 7. Auf daß von Herzen wir dafür Hernach mit Freuden danken dir, Gehorsam sein nachdeinemWort, Dich allzeit preisen hier und dort. P. Eber, + 1569. 300. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Wirliegenhier zudeinenFüßen, Ach Herr von großer Güt und Treu, Und fühlen leider im Gewissen, Wie sehr dein Zorn entbrennetsei. Das Maß der Sünden ist erfüllt, Ach weh uns, wenn du strafen willt. 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen, DeinEidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Todjanicht: Ach geh nicht mit uns ins Gericht. 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, Und unserHůHerzistganzzerknirscht; Nur tröstet uns allein der Glaube, Daß du dich noch erbarmen wirst. Ja du hast noch ein Vaterherz, Drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne Schreit für urs um Barmher⸗ zigkeit. Schau doch von deinem Gna— denthrone Und denke noch der alten Zeit, Mel. 197 Da du auch Gnade hast erzeigt, DeinHerz dem Sünder zugeneigt. 5. Ach laß die wohlverdiente Strafe Nicht über unsre Häupter gehn, Daß wir nicht als verlorneSchafe Von deiner Hut verlassen stehn. Ach sammle uns in deinen Schoß Und mach uns aller Plagen los! 6. Gib Fried im Land und im Gewissen, Gesunde Luft, wohlfeile Zeit, Daß Lieb und Treu einander küssen, Und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, Nimm Kirch und Haus in deine Hut. 7. So wollen wir dir Opfer bringen Und deine sein mit Leib und Seel; Es soll dein Lob gen Himmel dringen, Und dein erlöstes Israel Stimm in die Lieder Zions ein: DerHerr soll mein Gott ewigsein! B. Schmolck, 4 1737. 301. Mel. Auf meinen lieben Gott. Wo soll ich fliehen hin, Weil ich beschweret bin Mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, Mein Angst sie nicht wegnähme. 2. O Jesu voller Gnad, Auf dein Gebot und Rat Kommt mein betrübt Gemüte Zu deiner großen Güte: Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. 198 3. Durch dein unschuldig Blut, Vergossen mir zu gut, Wasch ab all meine Sünde, Mit Trost mein Herz verbinde, Der Schuld nicht mehr gedenke, Ins Meer sie tief versenke. 4. Du bist es, der mich tröst, Weil du mich selbst erlöst; Was ich gesündigt habe, Hast du verscharrt im Grabe; Da hast du es verschlossen, Da wirds auch bleiben müssen. 5. Ist meine Sünde groß, Werd ich doch ihrer los, Wenn ich dein Kreuz umfasse Und mich darauf verlasse: Wer sich zu dir nur findet, All Angst ihm bald verschwindet. 6. Mir mangelt zwar sehr viel, Doch was ich haben will, Ist alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, XVIII. 302. König der Ehren. 1. Kor. 3, 22. Ales ist euer, o Worte des ewi⸗ gen Lebens! Fühle sie gläubige Seele, voll heiligen Bebens: Alles ist dein! Irdischen Menschen allein Tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, entzückende Mel. Lobe den Herren den mächtigen Hoheit des Christen! Glaube. Damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 7. Und wenn des Satans Heer Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch nicht verzagen, Mit dir kann ich sie schlagen; Dein Blut darf ich nur zeigen, So muß ihr Trotz bald schweigen. 8. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; Jetzt kann ich nicht verderben, Dein Reich muß ich ererben, Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 9. Führ auch mein Herz und Sinn Durch deinen Geist dahin, Daß ich mög alles meiden, Was mich und dich kann scheiden, Und ich an deinem Leibe Ein Gliedmaß ewig bleibe. Joh. Heermann, 4 1647. Glaube. Wallt er gleich dürftig und ein⸗ sam in traurigen Wüsten, Findet er gleich Toren geachtet und reich, Nie kann nach Eitlem ihn lüsten. 3. Immer das Auge gerichtet nach heiligen Höhen, Sieht er die Güter der Toren im Sturme verwehen; Wohl ihm, er faßt Statt der vergänglichen Last Güter, die nimmer vergehen! 4. Alles, was Freude gewähret im irdischen Leben, Glaube. 199 Alles, wovor noch die Kinder der Welt hier erbeben, Leben und Tod Ist euch auf Gottes Gebot Unter die Füße gegeben. 5. Alles ist euer, ihr Christen; vom Himmel hernieder Schauet der Mittler auf seine ihm ähnlichen Glieder. Höret, er spricht: Fürchte, du Häuflein, dich nicht, AÄlles ist euer, ihr Brüder! 6. Seid ihr auch elend, verlassen und krank und gefangen, Fließen euch Zähren des Grams von erbleichenden Wangen: Droben im Licht, Freut euch, da fließen sie nicht; Dort ist das Alte vergangen. 7. Die ihr mit Christo einst herr⸗ schet, singt Lieder der Feier: Freut euch der Hoheit, die Chri⸗ stus errungen so teuer, Die er erwarb, Als er auf Golgatha starb. Amen, ja alles ist euer. Chr. F. D. Schubart, 4 1791. 303. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Aus Gnaden soll ich selig wer⸗ den! Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd ge⸗ bärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, So muß auch dieses APhenn ein: Aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnadenl Hier gilt kein Verdienen Die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch er⸗ schienen, Hat diese Ehre zum Gewinn, Daß uns sein Tod das Heil ge⸗ bracht Und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merkdies Wort: aus Gnaden, So oft dich deine Sünde plagt, So oft dir will der Satanschaden, So oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, Das beutdir Gottaus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sags, wenn du was zu bast ast hast. Wars nicht, daß er dein Bestes wollt Und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnadenl Dieser Grund wird bleiben, So lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, Was Gott in seinem Wort an⸗ preist, Worauf all unser Glaube ruht, IstGnadedurchdesvammesBlut. 6. Aus Gnadenl Doch, du sichrer Sünder, Denk nicht: Wohlan, ich greif auch zu! Wahr ists, Gott rufet Ainder inder Aus Gnaden zurverheißnenRuh; 200⁰ Doch nimmt er nicht zu Gnaden an, WernochaufGnade sündgenkann. 7. Aus Gnadenl! Wer dies Wort gehöret, Tret ab von aller Heuchelei, Denn wenn der Sünder sich be⸗ kehret, So lernt er erst, was Gnade sei; Beim Sündgen scheint die Gnad gering: Dem Glauben ists ein Wunder⸗ ding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Vaters aufgetan, Wenns unter Angst und heißen Schmerzen Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, Wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnadenl Hierauf will ich sterben; Ichfühlenichts, dochmir ist wohl; Ich kenn mein sündliches Ver⸗ derben, Doch auch den, der mich heilen soll; Mein Geist ist froh, die Seele lacht, Weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! Hör es, Sünd und Teufel; Ichschwingemeine Glaubensfahn Und geh getrost, trotz allem Zweifel, Durchs rote Meer nach Kanaan. Ich glaub, was Jesu Wort ver⸗ spricht, Ich fühl es oder fühl es nicht. Chr. L. Scheidt, 4 1761. Glaube. 304. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehren⸗ kleid, Damit will ich vor Gott bestehn, Wenn ich in Himmel werd ein⸗ gehn. 2. Das heiligeunschuldge Lamm, Das an dem rauhen Kreuzes⸗ stamm Für meine Sünd gestorben ist, Erkenn ich für den Herrn und Christ. 3. Ich glaube, daß sein teures Blut Das allerunschätzbarste Gut, Und daß es Gottes Schätze füllt Und ewig in dem Himmel gilt. 4. Und würd ich durch des Herrn Verdienst Auchnochso treu in seinem Dienst, Gewönns auch allem Bösen ab Und sündigte nicht bis ins Grab: 5. So will ich, wenn ich 30 ihm Nicht denken mehr an gut noch fromm, Sondern: Da kommt ein Sünder er Der gern fürs Lösgeld selig wär. 6. Nun weil ich noch im Bpin in, So ist mein ganzes Herz und Sinn, Daß meinem Volk, der Christen⸗ gelt, Ich drauf will helfen aller Zeit, 7. Daß unser hochgelobter Gott Mit seines Kindes Blut und Tod — II n —— Glaube. 201 Uns also hoch geliebet hat, Daß es kein Mensch faßt n at. 8. Gelobet seist du, Jesu Christ, Der du ein Mensch geboren bist Und hast für mich und alle Welt Bezahlt ein ewges Lösegeld. 9. Du Ehrenkönig, Jesu Christ, Des Vaters einger Sohn du bist, Erbarme dich der ganzen Welt Und segne, was sich zu dir hält! N. L. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. 305. Mel. Machs mit mir Gott nach deiner Güt. 1. Tim. 1, 15. Das ist ein teuer wertes Wort, Ein Wort, sehr lieb zu hören: Daß Jesus ist der Sünder Hort Und will die Armen lehren. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 2. Mein Jesus nimmt die Kran⸗ en an, Er heilet allen Schaden; Er ist ein Gast bei jedermann, Der ihn zu sich geladen. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 3. Mein Jesus ist ein treuerHirt, Er suchet, was verloren; Er holt zurück, was sich verirrt, Er ist zum Heil erkoren. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn, Du hast die Schuld getragen, DuOsterlamm, du Gnadenthron, Du Freistatt, wenn wir zagen. Das ist ein teuer wertes Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. 5. Ach gib mir, daß ich diese Gnad Und meine Sünd erkenne, Daß ich, mein Hirte, früh spt pa Nach dir vor Liebe brenne Und denk an dieses werte Wort, Daß Jesus ist der Sünder Hort. H. Neuß, 4 1716. 306. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Der Glaub ist eine Zuversicht Zu Gottes Gnad und Güte; Der bloße Beifall tut es nicht: Es muß Herz und Gemüte Durchaus zu Gott gerichtet sein Und gründen sich auf ihn allein, Ohn Zweifel, ohne Wanken. 2. Wer sein Herz also stärkt und steift In völligem Vertrauen Und Jesum Christum recht er⸗ greift, Auf sein Verdienst zu bauen: Der hat des Glaubens rechte Art Und kann zur seligen Hinfahrt Sich schicken ohne Grauen. 3. Das aber ist kein Menschen⸗ werk, Der Glaube kommt vom Herrenz Drum bitt, daß er in dir ihn stärk Und täglich wolle mehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, Die guten Werke, an dir sein; Sonst ist dein Glaube eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, Des Glaubens sich zu rühmen Und gehn doch auf der Sünder Bahn, 20² Das Christen nicht kann ziemen. Wer das tut, der soll wissen frei, Sein Glaube sei nur Heuchelei, Werd ihn zur Hölle bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ Mit Ernst sein angelegen, Daß er aufrichtig jeder Frist Sich halt in Gottes Wegen, Daß sein Glaub ohne Heuchelei VorGottdemhHerrnrechtschaffensei Und vor dem Nächsten leuchte. J. Kasp. Schade, 4 1698. 307. RNun ruhen alle Wälder. Röm. 8, 28—-30. Die Gnade geht durch Stufen Mit denen, die berufen Nach Gottes Vorsatz sind. Er hats zuvor ersehen, Sein Vorsatz muß bestehen, So wie seinSohnist, wird dasKind. 2. O großes Haupt der Glieder, Du Erster deiner Brüder: Man hats in dir allein, Berufen sein vom Sterben, Verordnet sein zum Erben, Gerecht gemacht und herrlich sein. 3. Herr Gott, auf jedem Grade Von dieser hohen Gnade Sei dir dein Ruhm gebracht. Dir singt zu deinen Ehren, Wer deinen Ruf kann hören, Dirdankt, wen dugerechtgemacht. 4. Dichrühmt, werherrlichworden Als Glied vom Kinderorden, Auch in der Leidenszeit. Dort auf der höchsten Stufen Wird alles jauchzend rufen: Gott, dirseiMachtundHerrlichkeitl Ph. F. Hiller, 4 1769. Mel. Glaube. 308. Röm. 5, 8-19. Durch Adams Fall ist ganz verderbt Menschlich Natur und Wesen; Das Gift ist auch auf uns geerbt, Wir konnten nicht genesen Ohn Gottes Trost, der uns 15. löst Von all dem großen Schaden, Seitdem die Schlang Eva be⸗ zwang, Den Zorn auf sich zu laden. 2. Doch wie wir durch des einen Schuld In Adam all verdorben, So hat uns auch des einen Huld In Christo all erworbenz Und wie wir all durch Adams Fall Sind ewgen Tods gestorben, Also hat Gott durch Christi Tod Erneuert, was verdorben. 3. So Gott uns seinen Sohn geschenlt Da wir noch Feinde waren, Der für uns ist ans Kreuz ge⸗ henkt, Gestorben, aufgefahren, Dadurch wir sein von Tod und Pein Erlöst, so wir vertrauen In diesen Hort, des Vaters Wort: Wem wollt vor Sterben grauen? 4. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rat und ewges Wort, Den er uns hat gegeben Zu einem Schutz, daß Tang Tru Glaube. 203 An ihn fest sollen glaubenz Bei seiner Wacht kann keine Macht Aus seiner Hand uns rauben. 5. Der Mensch ist gottlos und verflucht, Sein Heil ist auch noch ferne, Der Trost bei einem Menschen sucht Und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer sich will ein ander Ziel, Als diesen Tröster stecken, Den mag gar bald des Teufels Gwalt Mit seiner List erschrecken. 6. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, Wird nimmermehr zu Schanden; Denn wer auf diesen Felsen baut, Hat Hülfe stets zuhanden; Hab ich doch nie im Unglück hie Den Menschen sehen fallen, Der sich verläßt auf Gottes Trost: Er hilft sein'n Gläubgen allen. 7. Ich bitt, o Herr, aus Her⸗ zensgrund, Du wollst nicht von mir nehmen Dein heilges Wort von meinem Mund, So wird mich nicht beschämen Mein Sünd und Schuld; in deine Huld Setz ich all mein Vertrauen; Wer sich nun fest darauf verläßt, Der wird den Tod nicht schauen. Wort Ein Licht, das nah und ferne Hell scheint und mir den Weg weist fort; 8. Mein'n Füßen ist dein heil⸗ ges So dieser Morgensterne In uns aufgeht, so bald ver⸗ steht Der Mensch die hohen Gaben, Die Gottes Geist denen ver⸗ heißt, Die Hoffnung darein haben. L. Spengler, 4 1534. 309. Luc. 10, 42. Eins ist not, ach Herr, dies eine Lehre mich erkennen doch; Alles andre, wie's auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Ver⸗ gnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, So werd ich mit einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Suchs bei keiner Kreatur; Laß, was irdisch ist, dahinten, Schwing dich über die Natur, Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet Und alle vollkommene Fülle er⸗ scheinet: Da, da ist das beste notwendige Teil, Mein ein und mein alles, mein seliges Heil. 3. Wie dies eine zu genießen Sich Maria dort befliß, Als sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ: Das Herz ihr entbrannte, nur einzig zu hören, Was Jesus ihr Heiland sie wollte belehren; 20⁴ Ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt, Und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, Liebster Jesu, nur nach dir; Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größesten Haufen, So will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen; Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist: Was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle In dir ja verborgen liegt; Gib nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schranken fügt, Darinnen die Demut und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weisheit vollkom⸗ menen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen Durch dein heilges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Worinnen mein Glaube in Ewig⸗ keit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht, Du bist ja, den ich erwähle, Glaube. Mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wan⸗ del und Leben, Ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; Entreiße mich aller vergänglichen Lust, Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja was soll ich mehr ver⸗ langen? Auf mich strömt die Gnadenflut; Du bist einmal eingegangen In das Heilge durch dein Blut: Da hast du die ewge Erlösung erfunden, Daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden; Dein Eingang die völligeFreiheit mir bringt, Im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein ein und alles sein; Prüf, erfahre, wie ichs meine, Tilge allen Heuchelschein; Sieh, ob ich auf bösem, betrüg⸗ lichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewi— gem Wege; Gib, daß ich nur alles hier achte für Spott Und Jesum gewinneꝛ dies eine ist not. J. H. Schröder, 4 1699. 310. Es ist das Heil uns kommen her Von Gnad und lauter Güte: Die Werke helfen nimmermehr, Sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an ůGHSNM „AEu Glaube. Der hat für alle gnug getan, Er ist der Mittler worden. 2. Was Gott uns im Gesetz gebot, Da mans nicht konnt erfüllen, Erhub sich Zorn und große Not, Die niemand konnte stillen; Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, Den das Gesetz will allermeist; Es war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei: Gott hätts darum gegeben, Als ob wir möchten selber frei Nach seinem Willen leben; So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns zeigt an die sündge Art, In unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich wars, dieselbe Art Aus eignen Kräften lassen, Wiewohl es oft versuchet ward, Doch mehrt sich Sünd ohn Maßen. Denn Gleisners Werk Gott hoch verdammt, Und jedem Fleisch der Sünde Schand Allzeit war angeboren. 5.Nochmußt'sGesetzerfülletsein, Sonst wärn wir all verdorben; Drum schickt Gott seinen Sohn herein, Der selber Mensch ist worden; Das ganz Gesetz hat er erfüllt, Damit des Vaters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist Durch den, der es konnt halten, So lerne jetzt ein frommer Christ Des Glaubens recht Gestalten. Nicht mehr denn: Lieber Herre mein, 20⁵ DeinTTod wirdmirdas Leben sein, Du hast für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann nicht betrügen; Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, Dem ist der Himmel schon erkauft, Daß er nicht wird verloren. 8. Es sind gerechtvor Gott allein, Die dieses Glaubens leben; Doch wird des Glaubens heller chein Durch Werke kund sich geben. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, Die Lieb tut Gutes jedermann, Bist du aus Gott geboren. 9. Die Sünde, durchs Gesetz er⸗ kannt, Schlägt das Gewissen nieder; DasEvangelium kommtzurHand Und stärkt den Sünder wieder Und spricht: Komm nur zum Kreuz herzu, Im Gsetz ist weder Rast noch Ruh Mit allen seinen Werken. 10. Die Werk gewißlich kommen er Aus einem rechten Glauben; Denn das nicht rechter Glaube wär, Wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub ge⸗ recht, Die Werke sind des Nächsten Knecht, Dran wir den Glauben merken. 11. Die Hoffnung harrt der rech⸗ ten Zeit, Was Gottes Wort zusage; 206 Wanndasgeschehen sollzur Freud, Setzt Gott nicht Stund noch Tage. Er weiß wohl, wanns ambestenist, Und übt an uns kein arge List: Das solln wir ihm vertrauen. 12. Und ob er nicht zu helfen scheint, Laß dich es nicht erschrecken; Denn wo er es am besten meint, Da will ers nicht entdecken: Sein Wort laß dir gewisser sein, Und ob das Fleisch spräch lauter Nein, So laß doch dir nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis Um dieser Guttat willen GottVater, Sohn und heilgemGeist; Der woll mit Gnad erfüllen, Was er in uns anfangen hat, Zu Ehren seiner Majestät, Daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein ill auf Erd Steh wie im Himmelsthrone; Das täglich Brot noch heut uns werd; Herr, unsrer Schuld verschone, Als wir auch unsern Schuldnern tun; Lös uns vom Übel. Amen. P. Speratus, 4 1551. 311. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Gedanke, der uns Leben gibt, Wer kann dich ganz durchdenken: Also hat Gott die Welt geliebt, Uns seinen Sohn zu schenkenl Laß uns nichtin Versuchung stehn; Glaube. 2. Gedanke voller Majestät, Umringt von Finsternissen, Hoch über die Vernunft erhöht, Stillst du doch mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne ucht nicht, Noch ihren Bau ergründen, Und doch kann ich der Sonne Licht Und ihre Kraft empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rat Von Jesu Tod ergründen, Allein das Göttliche der Tat, Das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ Der Sünder Schuld getragen, Daß er mein Gott und Heiland ist, So werd ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, So werd ich irren müssen Und, wer Gott ist und was ich bin Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein diesen Trost der Chri⸗ stenheit Soll mir kein Spötter rauben, Ich fühle seine Göttlichkeit Und halte fest am Glauben. 8. Des Welterlösers Eigentum, Durch ihn des Himmels Erbe, Dies bin ich, und das ist mein Ruhm, Auf den ich leb und sterbe. 9. Er hat mir seinen Geist ge⸗ sandt, Im Glauben mich zu stärken, Und bildet mich durch seine Hand Zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern Mit reinem Herzen tue, Glaube. 207 So fühl ich eine Kraft des Herrn2. Der Grund der Welt war Und schmecke Fried und Ruhe. nicht geleget, ö Der Himmel war noch nicht ge⸗ 11. Und wenn mich meine Sünde macht, ö kränkt, So hat Gott schon den Trieb Und ich zum Kreuze trete, geheget, So weiß ich, daß er mein gedenkt Der mir das Beste zugedacht: Und tut, warum ich bete. Als ich noch nicht geschaffen war, 12. Ich weiß, daß mein ordose Da reicht er mir schon Gnade dar. ebt, Z. Sein Ratschluß war, ich sollte Und ich ihn schauen werde, 121 Aeden Daß er mich einst zu sich erhebt Durch seinen eingebornen Sohn; Vom Staube dieser Erde. Den wollt er mir zum Mittler 3 Erfi in* geben, 13. Herz darkent Den macht er mir zum Hucden So oft ich dich nur nenne. In dessen Blute sollt ich rein, Und hilf, daß ich dich allezeit Geheiliget und selig sein. Treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst noch sem⸗ Wunderliebe, wahntt dig sein, Vor allem Anbeginn der Welt — dich hier. Eahmach Und mich zu ihren Kindern zählte, So müsse mich nich. Sowein Tür welche sie dae Reich bestellt. noch Pein O Vaterhand, o Gnadentrieb, Von deiner Liebe scheiden. Der mich ins Buch des Lebens 15. Hat Gott uns seinen Sohn schrieb! geschenkt, 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Will ich noch sterbend denken, Gemüte Wie sollt uns der, der schentt Hinauf zu dieser Quelle steigt, 7 D 1 Sty Mit ihm nicht alles schenken! Von welcher sich Ete Nach Chr. F. Gellert, 41760. Zu mir durch alle Zeiten neigt, Daß jeder Tag sein Zeugnis gibt: Gott hat mich je und je geliebt. 312. 6. Wer bin ich unter Millionen Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Der Kreaturen seiner Macht, G 6 Die in derHöh und Tiefe wohnen, eht hin, ihr gläubigen Ge⸗Daß er mich bis hieher gebrachtl Ins weite Feld der Cwigtait, Tin Staub, ber deine Stätte hal. Erhebt euch über alle Schranken Ein Staub, der keine Stätte hat. Der alten und der neuen Zeit: 7. Ja freilich bin ich zu geringe Erwägt, daß Gott die Liebe sei, Der herzlichen Barmherzigkeit, Die ewig alt und ewig neu. Womit, o Schöpfer aller Dinge, 208 Mich deine Liebe stets erfreut; Ich bin, o Vater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel Find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwe⸗ rer Leiden Der Seele Mut und Pand ge⸗ bricht, So salbest du mein Haupt mit Freuden, So tröstet mich dein Angesicht; Da spür ich deines Geistes Kraft, Die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne Durch alle Schatten dieser Zeit; Der Glaube schwingt sich durch die Sterne Und sieht ins Reich der Ewigkeit; Da zeigt mir deine milde Hand Mein Erbteil und gelobtes Land. 11. O sollt ich dich nicht ewig lieben, Der du mich unaufhörlich liebst? Sollt ich mit Undank dich be⸗ trüben, Da du mir Fried und Tgibsts ibst? Verließich dich, oMenschenfreund, So wär ich selbst mein ärgster Feind. 12. Ach könnt ich dich nur besser ehren, Welch edlesLoblied stimmt ich an! Es sollten Erd undHimmel hören, Was du, mein Gott, an mir getan; Glaube. Nichtsistsoköstlich, nichtssoschön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 13. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, Da mein durch dich erlöster Geist Im höhern Chor mit frohem Munde Dich, schönsteLiebe, schöner preist; Drum eilt mein Herz aus 5t Zeit Und sehnt sich nach der Ewigkeit J. G. Herrmann, 179t. 313. Mel. Es ist— Heil uns lommen her. Tim. 2, 8 Halt im Gedächtnis Jesum Christ, O Mensch, der auf die Erden Vom Thron des Himmels kom⸗ men ist, Dein Bruder hier zu werden; Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat angenommen Fleisch und Blut; Dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der für dich hat gelitten, Ja gar am Kreuz gestorben ist Und hat dadurch bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod Und dich erlöst aus aller Not; Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht Und dir das Leben wiederbracht; Dank ihm für diese Liebe. Glaube. 209 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der nach den Leidenszeiten Gen Himmel aufgefahren ist, Die Stätt dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlichkeit; Dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, Der einst wird wiederkommen Und sich, was tot und lebend ist, Zu richten vorgenommen: O sorge, daß du da bestehst Und mit ihminseinReicheingehst, Ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, daß ich dich kann Mit wahrem Glauben fassen Und nie, was du an mir getan, Mög aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Not Mich trösten mög und durch0d 0 Zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther, 4 1704. 314. Mel. Valet will ich dir geben. Röm. 8, 35—-39. Ich bin bei Gott in Gnaden Durch Christi Blut und Tod: Was kann mir nun noch schaden? Was acht ich alle Not? Ist er auf meiner Seiten, Gleichwie er wahrlich ist, Laß immer mich bestreiten Auch alle Höllenlist. Von Gottes Lieb und Treu? Verfolgung, Armut, Leiden Und Trübsal mancherlei? Mag Schwert und Blöße walten, Mag man in tausend Pein Michfür ein Schlachtschaf halten: Der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Ich kann um dessen willen, Der mich geliebet hat, Gnug meinen Unmut stillen Und fassen Trost und Rat; Denn das ist mein Vertrauen, Der Hoffnung bin ich voll, Die weder Angst noch Grauen Mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben Und keiner Engel Macht, Wie hoch sie möchte schweben, Kein Fürstentum, kein Pracht, Nichts dessen, was zugegen, Nichts, was die Zukunft trägt, Nichts, was da hochgelegen, Nichts, was die Tiefe hegt, 5. Noch sonst, was je erschaffen Von Gottes Liebe mich Soll scheiden oder raffen; Denn diese gründet sich Auf Christi Tod und Sterben Ihn fleh ich gläubig an, Der mich, sein Kind und Erben, Nicht lassen will noch kann. Simon Dach, 4 1659. 315. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich bin in allem wohl zufrieden, Befind mich ruhig und ver⸗ gnügt, WeilichhabGottes Lieb hienieden, Mein Jesus mir im Herzen liegt, 2. Was wirdmich könnenscheiden Derheilge Geistmichlehrtundleit, Und Gottes Wort mein Herz er⸗ freut. 21⁰ 2. Es trotzt mein Herz in mei⸗ nem Leibe Auf Gott, weil ich sein eigen Kind. Trotz dem, der mich von Gott abtreibe, Es sei Welt, Satan oder Sünd: Gott ist mein alles ohne Trug, Ich habe Gott und hab genug. 3. Soll Leid für Freud mir sein gesendet Und für das Leben gar der Tod, Ich binszufrieden, weilmirwendet Zu meinem Besten alles Gott. WieHGottwill, soistauchmeinWill, Wie er es macht, soschweigich still. 4. Um mich hab ich mich aus⸗ bekümmert, Die Sorge ist auf Gott gelegt; Ob Erd und Himmel gleich zer⸗ trümmert, So weiß ich doch, daß Gott mich trägt; Und wenn ich habe meinen Gott, So frag ich nichts nach Not und Tod. 5. Solch einen Sinn laß, Gott, mich haben, Wie jetzt, so bis ins Grab hinein: Mit deinen Leid- und Freuden⸗ gaben, Wie du sie gibst, zufrieden sein, Genießen deiner Seligkeit ZurLebens⸗-undzurSterbenszeit. Amilie Juliane v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 4 1706. 316. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. S habe nun den Grund ge⸗ funden, Der meinen Anker ewig hält: Wo anders als in Jesu Wunden? Glaube. Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, WennErd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, Das alles Denken übersteigt; Es sind die offnen Liebesarme Des, der sich zu demSünder neigt, Dem allemal das Herze bricht, Wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren wer⸗ den, Gott will, uns soll geholfen sein; Deswegen kam der Sohn auf Erden Und nahm hernach den Himmel ein; Deswegen klopft er für und für So stark an unsre Herzenstür. 4. O Abgrund,‚, welcher alle Sünden Durch Christi Tod Warithhat gat! Das heißt die Wunde recht ver⸗ binden, Da findet kein Verdammen statt, WeilcChristiBlutbeständigschreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, Dem will ich mich getrost ver⸗ traun Und, wenn mich meine Sünden kränken, Nur bald nach Gottes Herzen schaun: Da findet sich zu aller Zeit Unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre weggerissen, Wasseelundveiberquicken kann; Darf ich von keinem Troste wissen Und scheine völlig ausgetan; Ist die Errettung noch so weit: Mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7 0 SOR FNN* 5„8rA ITA ÿ . a II Glaube. 211 7. Beginnt das Irdische zu drücken, Ja häuft sich Kummer und Lat⸗ ruß, Daß ich mich noch in vielen Stücken Mit eitlen Dingen mühen muß; Werd ich geängstet und zerstreut: So hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich in meinen besten Werken, Darinnen ich gewandelt bin, Viel Unvollkommenheit bemerken, So fällt wohl alles Rühmen hin; Doch ist auch dieser Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehemirnach dessen Willen, Bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, Damit es das nur nicht vergißt; So stehet es in Lieb und Leid In, durch undaufBarmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So kange mich die Erde trägt; Das will ich denken, tun und treiben, So lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einstens hocherfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! J. A. Rothe, 4 1758. 317. Mel. Valet will ich dir geben. Ich weiß, an wen ich glaube, Ich weiß, was fest besteht, Wenn alles hier im Staube Wie Staub und Rauch verweht; Ich weiß, was ewig bleibet, Wo alles wankt und fällt, Wo Wahn die Weisen treibet, Und Trug die Klugen hält. 2. Ich weiß, was ewig dauert, Ich weiß, was nie verläßt; Auf ewgem Grund gemauert Steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heilands Worte, Die Worte fest und klar; An diesem Felsenhorte Halt ich unwandelbar. 3. Auch kennich wohlden Meister, Der mir die Feste baut: Es ist der Herr der Geister, Auf den der Himmel schaut, Vor dem die Seraphinen Anbetend niederknien, Um den die Heilgen dienen; Ich weiß und kenne ihn. 4. Das ist das Licht der Höhe, Das ist mein Jesus Christ, Der Fels, auf dem ich stehe, Der diamanten ist, Der nimmermehr kann wanken, Mein Heiland und mein Hort, Die Leuchte der Gedanken, Die leuchtet hier und dort. 5. Drum weißich, wasichglaube, Ich weiß, was fest besteht Und in dem Erdenstaube Nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen Des Todes ungeraubt; Es schmückt auf Himmelsauen Mit Kronen einst mein Haupt. Nach E. M. Arndt, 4 1860. 318. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich weiß von keinem andern Grunde, Als den der Glaub in Christo hat; Ich weiß von keinem andern Bunde, O 2 212 Von keinem andern Weg undRat, Als daß manelend, nackt und bloß Sichlegtin seinesHeilandsSchoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen Und eil ihm immer besser zu; Ich bin auch von ihm aufgenom⸗ men Und find in seinen Wunden 3und Er ist mein Schatz, mein Erb 2—5 ei Und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun er⸗ funden Und bin in ihm gerecht und rein; Bleib ich mit ihm nur stets ver⸗ bunden, Da kann ich immer sicher sein: Gott sieht auch mich in Christo an, Daher mich nichts e ann 4. Ich fühle zwar in mir noch Sünde, Allein die schadet mir nicht mehr, Dieweil ich mich in Christo finde; Doch aber beuget sie mich sehr, Und halt ich nichts gering und klein, Sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Ver⸗ derben, Doch gläubig und in Christi Kraft: Der alte Mensch muß täglich sterben, Der noch nicht totam Kreuze haft; Jedoch dies macht mich arm und klein Und lehrt nach Christo ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen Glaube. Und seh in allem ihn nur an, Nach seinem Winkeinherzugehen, Daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, Daß ich dein rechter Jünger seil 7. Ich bleib im tiefsten Demuts⸗ grunde Und will aus Christo nimmer gehnz Ich bleib im großen Gnaden⸗ bunde Der allgemeinen Liebe stehn Und hang an Christo ganz allein: Dies sollmein Grund aufewig sein. 8. Mein Jesu, laß mich in dir bleiben Undnieaus deinen Wunden gehn; Laß mich den Geist des Glaubens treiben Und fest in deinem Frieden stehn, Stets wachsam, still und niedrig sein, So reißet nichts den Grund mir ein. K. H. v. Bogatzky, 4 1774. 319. Jesus meine Zuversicht. Luc. 15, 2. Iqus nimmt die Sünder anl Saget doch dies anen allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir wert, Doch hat er in seinem Worte Eidlich sich dazu erklärt; Sehet nur, die Gnadenpforte Mel. „5 P‚ Glaube. Weicht alles hinter sich; Ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte; Jesus, der uns nie vergißt, Suchet treulich das Verirrte, Daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, Kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er Macht aus Sündern Gottes Kinder; Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden; Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden; Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Ich bin ganz getrosten Muts, Ob die Sünden blutrot wären, Müssen sie kraft deines Bluts Sich dennochinschneeweiß kehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Jesus nimmt die Sünder an, Mich auch hat er angenommen, Mir den Himmel aufgetan, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. E. Neumeister, 4 1756. 320. Mel. Valet will ich dir geben. Röm. 8, 31—39. Ist Gott für mich, so trete Gleich alles wider mich; So oft ich ruf und bete, 3. Der Grund‚ daichmichgründe, 213 Hab ich das Haupt zum Freunde Und bin geliebt bei Gott, Was kann mir tun der Feinde Und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, Ich rühms auch ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst und Beste, Mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir bringet Weh. Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd: Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe wert. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, Mein Glanz und helles Licht; Wenn der nicht in mir wäre, So dürft und könnt ich nicht Vor Gottes Augen stehen Und vor dem Sternensitz; Ich müßte stracks vergehen Wie Wachs in Feuerhitz. 5. Der, der hat ausgelöschet, Was mit sich führt den Tod; Der ists, der rein mich wäschet, Macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen Heldenmut, Darf kein Gerichte scheuen, Wie sonst ein Sünder tut. 6. Nichts, nichts kann mich ver⸗ dammen, Nichts machthinfortmirSchmerz; Die Höll und ihre Flammen, Die ängsten nicht mein Herz; Kein Urteil mich erschrecket, ——— ͤ. ꝛßꝛͥ ͤj———— Kein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Vertreibt mir Sorg und Schmer⸗ zen, Nimmt allen Kummer hin, Gibt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft, Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schrecken findt, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind Mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, Der an des Herzens Grunde Ersiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab erbauet Ein edle neue Stadt, Da Aug und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil und Erbe Mir prächtig zugericht, Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten Mit Tränen meine Zeit, Mein Jesus und sein Leuchten Durchsüßet alles Leid. 11. Die Welt die mag zerbrechen, Du stehst mir ewiglich; Kein Brennen, Hauen, Stechen Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, 21¹⁴4 Glaube. Kein Armut, keine Pein, Kein Zorn des großen Fürsten Soll mir ein Hindrung sein. 12. Kein Engel, keine Freuden, Kein Thron, kein Herrlichkeit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein Angst, kein Herzeleid; Was man nur kann erdenken, Es sei klein oder groß, Der keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 13. Mein Herze gehtin Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ: Das, was mich singen machet, Ist, was im Himmel ist. P. Gerhardt, 1676. 321. Mel. Jesu der du meine Seele. Caß, o Jesu, mir auf Erden Meinen Ruf und Gnadenwahl Alle Tage fester werden, Daß ich mit der Deinen Zahl, Die ihr schönes Erbteil können Ewig unverwelklich nennen, Bis zu dir durch Gottes Macht Werd im Glauben durchgebracht. Chr. Gregor, 1801. 322. Mel. O Ewigkeit du Donnerwort. Mein Glaub ist meines Lebens Ru Und führt mich deinem Himmel O du, an den ich glaubel Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, , n —— Glaube. 21⁵ Daß diesen Trost der Sterblichkeit Nichts meiner Seele raube. Tief präg es meinem Herzen ein, Welch Heil es ist, ein Eif. zu ein. 2. Du hast dem sterblichen Ge⸗ schlecht Zu deiner Ewigkeit sein Recht Durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch und Staub, Nichtmehrdes TodesewgerRaub: Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, Ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst, ich bin ein Christ, Mein Herz ist ruhig und vergißt Die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen Trostes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt meinTTeilmir zu, Hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit? Ihr seid nicht wert der ert eit, Der ich entgegenschaue. Bald ruft mich Gott, und ewiglich Belohnet und erquickt er mich, Weil ich ihm fest vertraue; Bald, bald verschwindet mirmein Schmerz, Und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch Nicht mehr der Sünde schmach⸗ voll Joch In meinem Lauf auf Erden. Mit Freuden üb ich meine Pflicht; Doch fühl ich wohl, ich bin noch nicht, Was ich dereinst soll werden; Mich beuget täglich meine Schuld; Doch weiß ich auch, Gott hat Geduld. 6. Der du den Tod für mich be⸗ zwangst, Du hast mich, Mittler, aus der Angst, In der ich lag, gerissen. Nur dir verdank ich meine Ruh; Denn meine Wunden heiltest du Und stilltest mein Gewissen; Und fall ich noch in meinem Lauf, So richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! ich bin ein Christ Und seine Gnad und Wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. SeinWorthilftmirzurHeiligung, Die Gnade wirkt Erneuerung Des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft Den neuenMenscheninmirschafft. 8. Dank sei dir, Vater, Dank ö und Ruhm, Daß mich dein Evangelium Lehrt glauben, hoffen, lieben. Was mir schon jetzt in dieser Zeit DenVorschmackgibtderseligkeit, Wie sollt ich das nicht üben? Erhalte stets mein Herz dabei, So preis' ich ewig deine Treu. B. Münter, + 1793. 6 323. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mein Gott, du weißt am aller⸗ besten, Was mir zu meinem Heil gereicht; 216 DesmüssesichmeinHerzgetrösten, So oft dein Rat mich niederbeugt: Auf dich allein, Herr, laß mich baun Und dir mitganzem Herzentraun. 2. Reiß alles weg aus meiner Seele, Was dich nicht sucht und deine * Shr; Wenn ich mir meine Schuld ver⸗ hehle, So prüfe mich je mehr und mehr; Zeig mir, wie ich beschaffen bin, Und gib mir meines Heilands Sinn; 3. Daß ich in Wahrheit könne sprechen: Du bist mein Vater, bist mein Heil, Voll Gnade heilst du mein Ge⸗ brechen Und schenkest mir an Christo Teil; Du bist mein allerbester Freund, Ders allzeitherzlichmitmirmeint. 4. Denn darf ich dich nur Vater nennen, O Abgrund der Barmherzigkeit, So wird mir nichts mehr schaden können, So dient zum Heil auch Kreuz und Leid. Mir wird das Bitterste versüßt, Wenn du in meinem Herzen bist. 5. Drum gib, daß ich recht kindlich glaube, In dir getrost und unverzagt, Und nichts den selgen Trost mir raube, Den mir dein Wort hat zugesagt; Dein Geist erkläre meinem Geist, Was Gnad und Vatertreue heißt. Glaube. 6. Du unerschaffnes, höchstes esen Hast vor der Welt an mich gedacht, Mich schon, da ich noch nicht ge⸗ wesen, Zum Erben deines Heils gemacht; Ich sollte dein in Christo sein Und frei von aller Schuld und Pein. 7. Dein Kind, mein Jesus, hat vollendet, Was du beschlossen vor der Zeit, Hat Schuld und Strafen abge⸗ wendet, Erworben mir die Seligkeit; Dein Geist macht mir dies Heil bekannt, SeinZeugnisistmeinUnterpfand. 8. Was soll ich von der Güte sagen, Die ich auch sonst bisher gespürt, Mit der du mich in meinen Tagen So wunderbar, so treu geführt. Und welche mir in Ewigkeit Hält unvergänglich Gut bereit. 9. Weil ich denn auf so viele Weise, Mein Vater, bin dein Eigentum, So gib, daß ich dich würdig preise Und freudig mehre deinen Ruhm; Laß mich dir dienen allezeit In Unschuld und Gerechtigkeit. 10. Nun Amen, es sei fest be⸗ schlossen, Nur daß des heilgen Geistes Kraft Bleib über mir stets ausgegossen, Als welcher alles Gute schafft. So bleibts in Ewigkeit dabei, Daß du mein und ich deine sei. Nach Israel Clauder, 4 1721. üS * irerntrnree Glaube. 217 324. Mel. Nach einer Prüfung kurzer Tage. Mir ist Erbarmung wider⸗ fahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; Das zähl ich zu dem Wunder⸗ baren, Mein stolzes Herzhats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet Und soll bei Gott in Gnaden sein; Er hat mich mit sich selbst ver⸗ sühnet, Macht durch das Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? warum ge⸗ schiehts? Erbarmungists und weiternichts. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies sollmeineinzigRühmensein; Auf dies Erbarmen will ich Aben en, Auf dieses bet ich auch allein, Auf dieses duld ich in der Not, Auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir Und führe durch den Tod mich Armen DurchmeinesHeilands Todzudir; Da bin ich ewig hocherfreut Und rühme die Barmherzigkeit. Ph. F. Hiller, 4 1769. 325. Nun freut euch, liebe Christen gmein, Und laßt uns fröhlich springen, Daß wir getrost und all in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat, Und seine süße Wundertat; Gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Im Tod war ich verloren, Mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein Guts am Leben mein, Die Sünd hatt mich besessen. 3. Mein guten Werk die galten nicht, Es war mit ihn'n verdorben; Der frei Will haßte Gotts Gericht, Er war zum Gutn erstorben; Die Angst mich zu verzweifeln trieb, Da nichts denn Sterben 15 mir lieb, Zur Hölle mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit Mein Elend übermaßen; Er dacht an sein Barmherzigkeit, Er wollt mir helfen lassen; Er wandt mir zu das Vaterherz, Es war bei ihm fürwahr kein cherz, Ließ es sein Bestes kosten. 218 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie zu erbarmen; Fahr hin, meins Herzens werte Kron, Und sei das Heil dem Armen Und hilf ihmaus der Sünden Not, Erwürg für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'hor⸗ sam ward; Er kam zu mir auf Erden, Voneiner Jungfraureinundzart; Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Ge⸗ walt, Er ging in meiner armen Gstalt, Den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen; Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein, und du bist mein, Und wo ich bleib, da sollst du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, Dazu mein Leben rauben; Das leid ich alles dir zu gut, Das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Unschuld trägt die 2.—.— ein, Da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein Fahr ich von diesem Leben; Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübnis trösten soll Glaube. Und lehren mich erkennen wohl Und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich getan hab und gelehrt, Das sollst du tun und lehren, Damit das Reich Gotts werd gemehrt Zu seinem Lob und Ehren. Und hüt dich vor der Menschen Gsatz, Davon verdirbt der edle Schatz; Das laß ich dir zur Letze. Dr. M. Luther, + 1546. 326. Mel. Ach Gott vom Himmel sieh darein. O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, Daß man recht könne gläuben, RichteignesWerkdes Menschenist, Noch standhaft zu verbleiben. Drum hilf du mir von oben her, DenwahrenGlauben mirgewähr. Und daß ich drin beharre. 2. Lehr du und unterweise mich, Daß ich den Vater kenne; Daß ich, o Christe Jesu, dich Den Sohn des Höchsten nenne: Daß ich auch ehrden heilgen Geist, Zugleich gelobet und gepreist In dem dreieingen Wesen. 3.Laß mich vom großen Gnaden⸗ heil Die wahr Erkenntnis finden, Wie der nur an dir habe teil, Dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mirs ge⸗ bührt; Du bist der Weg, der recht mich führt, Die Wahrheit und das Leben. Glaube. 219 4. Wär auch mein Glaub ein Senfkorn klein, So daß man ihn kaum merke, Wollstdudochin mir mächtig sein, Daß deine Gnad mich stärke, Die das zerknickte Rohr nicht bricht, Das Licht, das glimmet, vollends nicht Auslöschet in den Schwachen. 5.Hilf, daß ichimmersorgsamsei, Den Glauben zu behalten; Ein gut Gewissen auch dabei, Und daß ich so mög walten, Daß ich sei lauter jederzeit, Ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit Erfüllt und ihren Früchten. 6. Herr, durch den Glauben wohn in mir, Laß ihn sich immer stärken, Daß er sei fruchtbar für und für Und reich an guten Werken; Daß er sei tätig durch die Lieb, Mit Freuden und Geduld sich üb, Dem Nächsten treu zu dienen. 7. Jusonderheit gib mir die Kraft, Daß einst an meinem Ende Ich übe gute Ritterschaft, In dir den Lauf vollende. Was du begonnen hast, vollführ, Daß sich mein Glaube dort bei dir Verwandle, Herr, in Schauen. D. Denicke, + 1680. 327. Ruhe ist das beste Gut, Das uns laben kann; Stille und ein guter Mut Steigen himmelan. Die suche du; Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott, ihm eile zu. Gott ist die Ruh. 2. Ruhe suchet jedermann, Allermeist ein Christ. Denk auch du, mein Herz, daran, Wo du immer bist. O suche Ruh; In dir selber wohnt sie nicht; Such mit Fleiß, was dir gebricht; Gott ist die Ruh. 3. Ruhe gibet nicht die Welt, Ihre Freud und Pracht. Nicht gibt Ruhe Gut und Geld, Lust, Ehr, Gunst und Macht. Drum siehe zu; Wer aus Gott geboren ist, Sieht auf das, was droben ist. Gott ist die Ruh. 4. Ruhe geben kann allein Jesus, Gottes Sohn, Der uns alle ladet ein Vor des Himmels Thron Zur wahren Ruh. Wer den Ruf vernommen hat, Gehe ein zur Gottesstadt. Gott ist die Ruh. 5. Ruhe beut er williglich Den Mühselgen an, Und erquicken wird er dich, Wie es niemand kann. Drum komm herzu. Trägst du gleich der Leiden viel, Gott setzt allem Leid ein Ziel. Gott ist die Ruh. 6. Ruhekommt aus Glauben her, Der nur Jesum hält. Jesus machet leicht, was schwer, Richtet auf, was fällt. Sein Geist bringt Ruh; Gib im Glauben Herz und Sinn Gottes Geist zu eigen hin. Gott ist die Ruh. 22⁰ 7. Ruhe findt sich allermeist, Wo Gehorsam blüht; Ein in Gott ergebner Geist Macht ein still Gemüt, Wirkt Seelenruh. Selig ist, der also liebt, Daß er Gottes Willen üb Gott ist die Ruh. 8. Ruhe hat, wer willig trägt Christi sanftes Joch; Alle Last, die er auflegt, Ist ja lieblich doch Und schaffet Ruh. Trage still die Last des Herrn, Gottes Hülf ist dir nicht fern. Gott ist die Ruh. 9. Nun so suche Ruh, mein Herz, Ruh sei dein Gewinn; Auf und steige himmelwärts, Auf zu Jesu hin. Er ist die Ruh. Hier und dort ist keine Ruh, Als bei Gott; ihm eile zu. Gott ist die Ruh. Nach J. K. Schade, 4 1698. 328. So führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, Ja selig und doch meistens wun⸗ derlich. Wie könntest du es böse mit uns meinen, Da deine Treu nicht kann ver⸗ leugnen sich? Die Wege sind oft krumm und doch gerad, Darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; Da pflegt es wunderseltsam aus⸗ zusehn. Doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. Glaube. 2. Dein Geist hangt nie an menschlichen Gesetzen, So die Vernunft und gute Mei⸗ nung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verletzen Und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißest wohl die stärksten Band entzwei: Was sich entgegensetzt, muß sin⸗ ken hin; Ein Wort bricht oft den allers härtsten Sinn, Dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zu⸗ sammenfügen, Teilt dein Verstand in Ost und Westen aus; Was mancher unter Joch und Last will biegen, Setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du ver⸗ knüpfst in Kraft; Sie bricht, du baust; sie baut, du reißest ein. Ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein; Dein Geist bei Toten Kraft und Leben schafft. 4. Will dieVernunft was fromm und selig preisen, So hast dus schon aus deinem Buch getan; Wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, Den führst du in der Stille himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn Und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. — In NSVIA 23— Glaube. 221 Wer weiß, was öfters deine Ab⸗ icht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; Was nichts ist, hast du, großer Herr, recht lieb; Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nichts taugen, Du gibst die 9235 durch deines Geistes Trieb. Die besten Werke 0 dir kein Lob, Sie sind versteckt, der Binde geht vorbei; Wer Augen hat, sieht sie, doch nicht so frei: Die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 6. O Herrscher, sei von uns ge⸗ benedeiet, Der du uns tötest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weis⸗ eit Schatz verleihet, So sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; Bei uns zu wohnen ist 1ur——.— Lust Die reget sich in deiuer Vaier⸗ brust Und gängelt uns mit Wderi⸗ Kin⸗ derschritt. 7. Bald scheinest du gar hart uns anzugreifen, Bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Geschiehts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, So weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir dann mit blöden Augen hin: Du blickst uns an, wir sagen Beßrung zu: Drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh Und hält im Zaum den ausge⸗ schweiften Sinn. 8. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, Die Ohnmacht und des Herzens Unverstand. Man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, Wie es um schwache Kinder sei bewandt; Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, Brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; Wo niemand meint, daß etwas deine sei, Da hegst die Deinen du und läßt sie nie. 9. Also gehst du nicht die ge⸗ meinen Wege, Dein Fuß wird selten öffentlich gesehn. Damit du siehst, was sich im Herzen rege, Wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Au⸗ gen dar Von dem, was du in deinem Sinne hast. Wer meint, er habe deinen Rat gefaßt, Der wird am End ein andres oft gewahr. 10. O Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, Gib mir der Klugheit scharfen Unterscheid, 222 Der die Natur von Gnade unter⸗ scheidet, Das eigne Licht von deiner Hei⸗ terkeit. Laß doch mein töricht Herz dich meistern nicht, Brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; Erweck die Lust, die sich nur dir ergibt Und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen Und schüttelt ihren Kopf zu dei⸗ nem Weg, So wollst du ihre Festung nieder⸗ brechen, Daß ihre Höhe sich beizeiten eg. Kein fremdes Feuer sich in mir entzünd, Das ich vor dich in Torheit bringen möcht Und dir wohl gar so zu gefallen ächt. Ach selig, wer dein Licht ergreift und findtl 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen Und trag und heg und führ dein armes Kind. Dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, Dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein alles, denn dein Sohn ist mein; Dein Geist regt sich ganz kräftig⸗ lich in mir; Ich brenne nur nach dir in Liebs⸗ begier. Wie oft erquickt mich deiner Klar⸗ heit Schein! Glaube. 13. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, Kein Engel schämt nun der Ge⸗ meinschaft sich; Die Geister, die vor dir vollendet grünen, Sind meine Brüder und erwar⸗ ten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, Das dich und mich und alle Christen liebt. Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell; weich ewig, aller Schmerzli G. Arnold, 4 1714. 329. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. So hab ich nun den Fels erreichet, Worauf mein Glaube sicher ruht, Den Fels, der keinen Stürmen weichet Und keiner wilderregten Flut. Er kann vor der Gewalt der Wellen, Selbst vor der ganzen Macht der Höllen Mir Schutz und Sicherheit ver⸗ leihn. Mein Herz, verbanne Furcht und Grauen; Hier kannst du dir nun Hütten bauen, Nurhiermuß deineWohnungsein. 2. Mich warf die Menge meiner Sünden Wie ein empörtes Meer herum, Ich ward ein traurig Spiel den Winden, Ward des Verderbers Eigentum; Glaube. 223 Mir drohte furchtbar mein Ge⸗ Mein Fels, mein Heiland wird wissen Auch in der allerbängsten Zeit. Ihr Berge möget untergehen, Mein Felsbleibtewig, ewigstehen, Auf ihm ruht meine Seligkeit. Mit grauenvollen Finsternissen, Mit ewger Qual und Seelennot; Ich sah mich schon mit Angst und Beben Der offnen Hölle hingegeben Und rang mit Leben und mitTod. 3. Doch mitten in des Todes Nöten Es drang mein tränenvolles Beten In sein erbarmend Mittlerherz. Er hielt mir vor sein Kreuz und Sterben Und sprach: Ich laß dich nicht verderben, Tritt nur im Glauben kühn herzu. Geheilt bin ich durch seine Aden en, Ich habe Trost bei ihm gefunden Und für mein Herz die Hiusp uh. 4. Und wie so wohl ist meiner Seelen Nun, treuer Seelenfreund, bei dirl Was könnte mich noch länger quälen? Der größte Schmerz liegt hinter mir. BeisolchemReichtum deiner Güte, Wiewirdmein lechzendes Gemüte Mit Kräften jener Welt erfüllt! O Herr, ich bin viel zu geringe, Zu unwert solcher hohen Dinge, Ich habe nichts, was vor dir gilt. 5. Nun laß die Tiefen immer brausen, Es wüte ungestüm das Meer: Ich sehe ohne Furchtund Grausen Auf aller finstern Mächte Heer. Der Tod selbst kann mich nicht erschrecken, Erblickte Jesus meinen Schmerz, é mich decken L. F. Lehr, 4 1744. 330. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. So hoff ich denn mit festem Mut Auf Gottes Gnad und Christi Blut; Ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, Hat mir das Recht zur Seligkeit In seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprech⸗ lich Heil An dir und deiner Gnade teil, Teil an dem Himmel haben; Im Herzen durch den Glauben rein, Dich lieben und versichert sein Von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, Wirkt himmlische Zufriedenheit, Wenn wir es treu bewahren; Es spricht uns Trost im Elend zu, Es gibt dem müden Herzen Ruh Und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein ort, DenGlauben andein göttlichWort Um deines Namens willenz Laß ihn mein Lichtauf Erdensein, Ihn täglich mehr mein Herz erneun Und mich mit Trost erfüllen. Chr. F. Gellert, 4 1769. 22⁴ 331. Mel. Jesus meine Zuversicht. Stark ist meines Jesu Hand, Und er wird mich ewig fassen, Hat zu viel an mich gewandt, Um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht, Das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut oft Gefahr, Fürcht ich auch zu unterliegen: Christus beut die Hand mir dar, Christus hilft der Ohnmacht siegen. Daß mich Gottes Held verficht, Das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich ver⸗ klagt, Christus hat mich schon vertreten; Wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Bürge für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte Und mit ungewissem Tritt Ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht, Das ist meine Zuversicht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick Beben oder ängstlich klagen; Ohne Halt ist all ihr Glück, Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Will mein Herr durch sanfte Zucht Mich nach seinem Bild gestalten, O so will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stille halten. Dann erschreckt mich kein Gericht, Das ist meine Zuversficht. Glaube. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; Wer will diesen Trost mir rau⸗ en? MeinErbarmerselbst versprichts; Sollt ich seinem Wort nicht Don⸗ en? Jesus läßt mich ewig nicht, Das ist meine Zuversicht. K. B. Garve., 4 1841. 332. Mel. Wie schön leuchtet derMorgenstern. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, Herr Gott, der doch mir alles ist, Mein Trost und meine Wonnel Bist du nicht Schild, was decket mich, Bist du nicht Licht, wo finde ich Im Finstern eine Sonne? Keine Reine Wahre Freude auch im Leide, auch für Sünden Ist, Herr, außer dir zu finden. 2. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, Mein Herr, Erlöser Jesu Christ, Mein Friede und mein Leben? Heilst du mich nicht, wo find ich Heil, Bist du nicht mein, wo ist mein * Teil, Gibst du nicht, wer wird geben? Meine Eine Wahre Freude, wahre Weide, wahre Gabe Hab ich, wenn ich Jesum habe. 3. Was freut mich noch, wenn dus nicht bist, O Geist, der uns gegeben ist Glaube. 225 Zum Führer der Erlösten? Bist du nicht mein, was sucht mein Sinn, Führst du mich nicht, wo komm ich hin, Hilfst du nicht, wer will trösten? Meine Eine Wahre Freude, Trost im Leide, Heil für Schaden Ist in dir, o Geist der Gnaden. Ph. Fr. Hiller, 4 1769. 0 333. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. Was wär ich ohne dichgewesen, Und ohne dich, was würd ich sein? ZuFurchtund Angstenauserlesen, Ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte, Die Zukunft wär ein dunkler Schlund, Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem tät ich meine Sorgen kund? 2. Hastaber du dichkund gegeben, Ist ein Gemüt erst dein gewiß, Wie schnell verzehrt dein Licht und Leben Dann jede öde Finsternis! Mit dir bin ich aufs neu geboren, Die Welt wird mir verklärt dich 1 7 Das Paradies, das mir verloren, Blühtherrlich wieder auffür mich. 3. Ja du, mein Heiland, mein Befreier, Du Menschensohn voll 4•—8 acht, Du hast ein allbelebend Feuer In meinem Innern angefacht. Durch dich sehich denHimmeloffen, Als meiner Seele Vaterland; Ich kann nun glauben, freudig 2 8— hoffen Und fühlemichmitGottverwandt. 4. O gehet aus auf allen Wegen Und ruft die Irrenden herein, Streckt allen eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein! DerHimmel ist bei uns aufErden, Im Glauben schauen wir ihn an, Und wenn sie unsers Glaubens werden, Ist er auch ihnen aufgetan. Fr. v. Hardenberg. 4 1801. 334. Mel. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Jes. 54, 10. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel, Brecht, ihr Felsen, alle ein: Gottes Gnade hat das Siegel, Sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort ver⸗ sprochen, Gott hat einen Bund gemacht, Der wird nimmermehrgebrochen, Bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahrheit, trüget nicht; Es geschieht, was er verspricht. 3. Seine Gnadesollnichtweichen, Wenn gleich alles bricht und fällt, Sie wird ihren Zweck erreichen, Weil sie ewig Glauben hält. Gott ist fromm und gut und treu, Sei die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, P ———— 226 Hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen. So fällt aller Zweifel hin, Als wär er nicht immerdar, Was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sichverstellen, Ist sein Herz doch treu gesinnt Und bezeugt in allen Fällen, Daß ich sein geliebtes Kind, Dem er beide Hände reicht, Wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Erwill Frieden mitmirhalten, Wenn die Welt sich auch empört. Ihre Liebe mag erkalten, Achtet doch mein Gott mich wert. Ob auchHöll und Abgrund brüllt, Bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Er⸗ barmer, So hat er sich selbst genannt; Das ist Trost, so werd ich Armer Immer als sein Kind erkannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, Daß er mir was Leides tu. 8. Nun so soll mein ganz Ver⸗ trauen Ankerfest auf ihm beruhn; Auf ihn will ich Felsen bauen, Was er sagt, das wird er tun. Erd und Himmel kann vergehn, Doch sein Bund bleibt ewig stehn. B. Schmolck, 4 1737. 335. Mel. O Liebe die den Himmel hat zerrissen. Wie herrlich ists ein Schäflein Jesu werden Und in der Huld des treusten Hirten stehn! Glaube. Kein höh'rer Stand ist auf der ganzen Erden, dem Heiland nachzugehn. Was alle Welt nicht geben kann, Das trifft ein solches Lamm bei seinem Hirten an. 2. Hier findet es die ange⸗ nehmsten Auen, Hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; Kein Auge kann die Gaben über⸗ schauen, Die es allhier in reicher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgeteilt, Das unverwelklich ist und nie vorübereilt. 3. Wie läßt sichs da so froh und ruhig sterben, Wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegtl Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, Sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßtgleich derLeib sein eben ein, So wird die Seele doch kein Raub des Moders sein. 4. Das Schäflein bleibt in sei⸗ nes Hirten Händen, Wenn gleich vor Zorn Welt, Höll ö und Abgrund schnaubt. Es wird es ihm kein wilder Wolf entwenden, Weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit Und wird imTodestal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, Der wende sich zu dieses Hirten Stab; Als unverrückt Hier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, Da ihm die Welt vorhin nur Treber gab; Hier wird nichts Gutes je ver⸗ mißt, Dieweil der Hirt ein Herr der Schätze Gottes ist. 6. Doch ist dies nur der Vor⸗ schmack größrer Freuden; Heiligung. 227 Es folget noch die lange 2„ eitl Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, Wo der krystallne Strom das Wasser beut. Da siehet man erst klar und frei, Wie schön und auserwählt ein Schäflein Jesu sei. J. J. Rambach, 4 1735. XIX. Beiligung. A. Wandel im Licht. 336. Mel. Du o schönes Weltgebäude. Ale Christen hören gerne Von dem Reich der Herrlichkeit, Und wie allen, nah und ferne, Christus seine Gnade beut; Aber wenn sie hören sagen: Du mußt Christi Kreuz auch tra⸗ gen, Wenn du willst sein Jünger sein, Stimmen wenige mit ein. 2. Lieblich ist es wohl zu hören: Ihr Beladnen, kommt zu mirl Aber das sind harte Lehren: Gehet ein zur engen Türl Fröhlich jauchzend folgen alle Bei des Hosianna Schalle; Doch will bis in Tod und Pein Keiner sein Begleiter sein. 3. Jesum treu und einzig lieben Darum, weil er Jesus ist, Alles, was er fordert, üben, Das kann nur der wahre Christ; Sollt auch alles von ihm fliehen, Jeder Trost sich ihm entziehen, Wird er sagen für und für: Dennoch bleib ich stets an dir 4. Ja, Herr, nur um deinetwillen Bist du wert geliebt zu sein; Mein Verlangen kannst du stillen, Du bist gütig, heilig, rein. Mag drum Seel und Leib ver⸗ schmachten, Dich will ich stets höher achten; Was auf Erden ich verlier, Find ich besser doch in dir. 1741. 337. Mel. Lobe den Herren den mächtigen König der Ehren. Christe meinveben, meinHoffen, mein Glauben, mein Wallen, Urquell des Lichtes, das Christen kann einzig gefallen; P2 22⁸ Richte den Sinn, Treuer Weltheiland, dahin, Ruhm dir zu bringen vor allen. 2. Einzig Geliebter, du Wonne, dich will ich erheben, Ich will mich gänzlich dirschenken und völlig hingeben: Nimmst du mich hin, Ist es mein großer Gewinn, Kränken wird nichts dann mein Leben. 3. Eines, das nötig, laß mächtig vor allem bestehen: Ruhe der Seelen; laß alles, was eitel, vergehen! Einzig die Lust Ist mir nun ferner bewußt, Christus, mir ewig ersehen. 4. Herzog des Lebens, du wollest mich selber regieren, So daß das Leben ich selig und heilig mag führen; Gib du den Geist, Reiche, was göttlich nur heißt, Himmlisch die Seele zu zieren. 5. Friedensfürst, laß mich im Glauben dir treulich anhangen; Eilezustillen diesWünschen, mein höchstes Verlangen; Von dir nichts mehr, O du mein Heil, ich begehr, Nimm mich dir selber gefangen. 6. Centnerschwer sind mir die Bürden, wo dunichthilfsttragen; Alles was irdisch ist, trachtet die Christen zu plagen. Laß es denn sein: Lebt man nur Christo allein, Er wird die Kraft nicht vers agen. 7. Nun denn so will ich auch immer und ewiglich hassen Heiligung. Bürden, die Christum, das Kleinod, nicht in sich einfassen; Er soll mir sein Reichtum und alles allein: Gott, Gott, wer wollte dichlassen? J. W. Kellner v. Zinnendorf, + 1738. 338. Mel. O du Hüter Israel. Christen sind ein göttlich Volt, Aus demGeist desHerrn gezeuget, Ihm gebeuget Und von seiner Flammenmacht Angefacht; Vor desHeilands Augenschweben, Das ist ihrer Seele Leben, Die sein Blut hat rein gemacht. 2. Königskronen sind zu bleich Vor der Gottverlobten Würde; Eine Hürde Wird zum himmlischen Palast; Und die Last, Drunter starke Helden klagen, Wird denKindernleicht zu tragen, Die die Kreuzeskraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, Eh wir unser selbst vergessen Und gesessen Zu den Füßen unsers Herrn, Sind wir fern Von der ewgen Bundesgnade, Von dem schmalen Lebenspfade, Von dem hellen Morgenstern. 4. Pilgrimschaft zur Ewigkeit Bleibet immerdar beschwerlich, Ja gefährlich, Bis man ringt und dringt zu dir, Einge Tür, Einge Ursach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unsers Heils Panier. Heiligung. 229 5. Zeuch mich hin, erhöhter Freund, euch mich an dein Herz der Liebe, eine Triebe Führen mich, du Siegesheld, Durch die Welt, Daß ich ganz dein eigen bleibe Und so lange an dich gläube, Bis ich schau im Himmelszelt. 6. Da ist meine Hand und Herzl Du hast deine Seel gewaget Unverzaget, Und das alles bloß allein, Daß ich dein Und du meine heißen könntest; Wenndunichtvorviebe brenntest, Hätte das nicht können sein. 7. Nun, ihr Kronen, fahret hin, Fahre hin, erlaubte Freude, Meine Weide Sei des Herren letztes Mahl Vor der Qual: Meine Ehre seine Schande, Meine Freiheit seine Bande, Meine Zier die Ros im Tal. N. L. Graf v. Zinzendorf, + 1760. 339. Mel. Hüter, wird die Nacht der Sünden. DichbegehrtdesHerzensBangen, Sein Verlangen, Du bist unser bestes Teil. Strecke deine Hand voll Segen Uns entgegen: Herr, wir warten auf dein Heil. 2. Wer vermag Heil, Licht und Leben Uns zu geben, Wer als du, o höchstes Gut? Gib, du himmlisches Erbarmen, Was uns Armen Not zum wahren Leben tut. 3. Gib uns, daß wir schon auf Erden Himmlisch werden; Daß der Pilgergang allhier Nicht nach Eitelkeiten gehe, Nein, zur Höhe: Unser Wandel sei bei dirl 4.Wenn uns Freudentage lachen, Hilf uns wachen, Und dein Geist sei nimmer fern: Daß uns nicht des Leichtsinns Tücke Schlau berücke; Unsre Lust sei Lust am Herrn. 5. Will dasHerz in bangen Tagen Weichlich zagen, Flöß uns Kraft in Geist und Mark Und o mach uns, Herr, im Streite, Dir zur Seite, Zu des Glaubens Siegen starkl 6. Laß uns weder Glück noch Leiden Von dir scheiden, Mach uns tapfer, sanft und still. Stark in dir und ohne Klagen Hilf uns sagen: Geh es, wie mein Vater will! 7. Standhaft lehr uns bis zum Schauen Dir vertrauen, Unverrückt durch Freud und Not, Daß wir hier schon, dir ergeben, Ewig leben, Siegreich über Grab und Tod. K. B. Garve, 4 1841. 340. Du, o schönes Weltgebäude, Magst gefallen, wem du willt: Deine scheinbarliche Freude Ist mit lauter Angst umhüllt. Denen, die den Himmel hassen, 230 Heiligung. Will ich ihre Weltlust lassen: Mich verlangt nach dir allein, Allerschönster Jesus mein! 2. Müde, die der Arbeit Menge Und der heiße Strahl beschwert, Wünschen, daß des Tages Länge Werde durch die Nacht verzehrt, Daß sie nach so vielen Lasten Könntensanftund friedlichrasten: Mein Wunsch ist, bei dir zu sein, Allerschönster Jesus meinl 3. Andre mögen durch die Wellen Und durch Wind und Klippen gehn, Ihren Handel zu bestellen, Und da Sturm und Not ausstehn: Ich will meine Glaubensflügel Schwingen an die Sternenhügel, 7 7 Ewig da bei dir zu sein, Sag an, ich höre willig zu, Ja lehre frei von innen: So schweigt mein Sinn mit sei⸗ Allerschönster Jesus meinl 4. Tausendmal pfleg ich zu sagen Und noch tausendmal dazu: Ach würd ich ins Grab getragen, Ei so käm ich ja zur Ruh, Und mein bestes Teil das würde, den von dieser Leibesbürde, e und ewig um dich sein, Allerschönster Jesus meinl 5. Komm, o Tod, du Schlafes Bruder, Komm und führe mich nur fort; Löse meines Schiffleins Ruder, Bring mich in den sichern Port. Es mag, wer da will, dich scheuen: Du kannst mich vielmehrerfreuenz Denn durch dich komm ich hinein Zu dem schönsten Jesus meinl 6. Ach daß ich des Leibes Bande Heute noch verlassen müßt, Käme zum gelobten Lande, Wo das Haus des Friedens ist: Da wollt ich in heilgen Chören Mit den Engeln dich verehren, Rühmen deiner Gottheit Schein, Allerschönster Jesus mein! 7. Doch weil ich die Seelenauen Und den güldnen Himmelssaal Jetzt nicht kann nach Wünschen schauen, Sondern muß im Tränental Noch in Not die Treue üben, Ei so soll doch all mein Lieben Bis zum Ende bei dir sein, Allerschönster Jesus mein! Joh. Franck, 4 1677. 341. Mel. An Wasserflüssen Babylon. Du Wort des Vaters, rede du Und stille meine Sinnen; nem Tand, Und du bekommst die Oberhand Nach deinem Rat und Willen. Dir räum ich all mein Innres ein, Das wollest du, ja du allein Mit deinem Geist erfüllen. 2. Um eins, mein Jesu, bitt ich Di i Und das laß dich erbitten: Dein Herz, dein Herz das gib in mich, Ein Herz von guten Sitten, EinHerz, das wie ein kleinesKind, Keusch, niedrig, gütig, rein, gelind, Einfältig und bedächtig, Ein Herz, das Leid im Stillen trägt Und sich in Staub und Asche legt, Ein Herz in Liebe mächtig; 3. Ein Herz, das Gott in Lau⸗ terkeit Und Gottes Kinder liebe, du Ein Herz, das sanfte Folgsamkeit Und wahre Demut übe, Ein Herz, das mäßig, wachsam, klug, Das ohne Murren, ohne Trug, Mit dem wohl auszukommen; Ein Herz, das allenthalben frei Und ganz von nichts gefangen sei, Die Liebe ausgenommen. 4. Nur dies bitt ich, o Herr, von dir Und bitt es deinetwegen; Ach siehe, diese Bitt ist mir Vor allem angelegen. Du bist mein Schöpfer, steh bei. ei; Du bist mein Heiland, voller Treu, Auf dich bin ich getaufet; Du hast mich dir, o höchsterRuhm, Zu deinem Erb und Eigentum Mit eignem Blut erkaufet. 5. Du bist mein Bürg und Her⸗ zensfreund; Zu deinen Mitgenossen Bin ich mit deinem Stamm ver⸗ eint, Aus dir bin ich entsprossen; Ich bin zu deinem Bild gemacht Und als ein Kind bei dir geacht, Ein Werk, das ewig bleibet, An dem du Wohlgefallen trägst, Zu dem du zarte Neigung hegst, Das sich vom Himmel schreibet. BVom Vater ausgegangen, Und wie man sonst den Mördern tut, Für mich am Kreuz gehangen; Nun denn so überwind in mir Des Satans Werk, der Welt Be⸗ gier Und meines Fleisches Pochen; Führ dein Gericht hinaus zum Heiligung. 231 Bring mich zur Ruhe nach dem rieg, Du hast mirs ja versprochen. 7. O Leben, Arbeit, Leiden, Not Des Heilands meiner Seelen, O meines Jesu Augst und Tod, Euch will ich mich befehlen: Geht in mich ein und laßt mich sehn Das Leben aus dem Tod erstehn In allen meinen Kräften; Hilf mir, o du geschlachtet Lamm, An deinesheilgenKreuzesStamm Den Leib des Todes heften. 8. Ach präge deinen Tod in mich, Der all mein böses Wesen In mir ertöte kräftiglich, So werd ich recht genesen. Gieß aus dir selber in mich ein Dein Leben, das so heilig, rein, Holdselig, ohne Tadel; Mach mich von aller Heuchelei, Ja allen Missetaten frei Und schenk mir deinen Adel. 9. Alsdann wird deine Majestät Mich ganz zum Tempel haben, Darin sie ihren Ruhm erhöht Durch ihre hohen Gaben. Es wird an solchem stillen Ort Die Weisheit ihr geheimes Wort Nach ihrem Willen führen 30 Und ihren Sitz je mehr und mehr 6. Du bist, mein Jesu, mir zu gut Sieg, An seiner Liebe hange, Mit ihren Wundern, Pracht und Ehr Und großen Taten zieren. 10. Wohlan, so lebe Gott in mir, In ihm ich leb und webe, Damit mein Herz ihn für und für Nach Würden hoch erhebe, Und meine Liebe ganz allein In Lieb und Leid, zu Lust undPein 232 Heiligung. BisichnachwohlbestandnerProb In vollem Licht zu Gottes Lob Sein Anschaun dort erlange. J. A. Bengel, + 1752. 342. Mel. Wenn wir in höchsten Röten sein. Ein reines Herz, Herr, schaff in mir, Schleuß zu der Sünde Tor und Tür, Vertreibe sie und laß nicht zu, Daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür, Ach komm und wohne du bei mir, Treib all Unreinigkeit hinaus Aus deinem Tempel und Wohn⸗ haus! 3. Laß deines guten Geistes Licht Und dein hellglänzend Angesicht Erleuchten mir Herz und Gemüt, O Brunnen unerschöpfter Güti 4. Und mache dann mein Herz zugleich An Himmelsgut und Segen reich, Gib Weisheit, Stärke, Rat, Ver⸗ stand Aus deiner milden Gnadenhand. 5. So will ich deines Namens Ruhm Ausbreiten als dein Eigentum Und dieses achten für Gewinn, Wenn ich nur dir ergeben bin. H. G. Neuß, + 1716. 343. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Einst selig dort zu werden, Das ist und bleibt auf Erden Mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, Weckt mich einst aus dem Staube, Er, der aus Staube mich erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, Oft straucheln, stehn und fallen, Ist nur ein Pilgerland; Zum Himmel soll uns leiten, Zur Ewigkeit bereiten— Der Frommen kurzer UÜbungs⸗ stand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden Von meinem Gott mich scheiden, Der ich unsterblich bin. Was ist mein irdisch Leben? Wozu ist mirs gegeben? Wie lange währts, so ists dahin! 4. Einst selig dort zu werden, Das ist und bleibt auf Erden Mein heiliger Beruf. So sei all mein Bestreben, Nur ihm allein zu leben, Ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. G. B. Funk, 4 1814. 344. Mel. O Jesu Christ meins Lebens Licht. Erneure mich, o ewges Licht, Und laß von deinem Angesicht Mein Herz und Seel mit deinem Schein Durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Ertöt in mir die schnöde Lust, Feg aus den alten Sündenwust; BewaffnemichmitKraftund Mut, Zustreiten wider Fleischund Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den Gheist Geist, Der dir mit Lust Gehorsam leist Und nichts sonst, als was du willst, will: Ach Herr, mitihm mein Herzerfüll Heiligung. 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, Laß sienach dem, was droben, stehn, Bis ich dich schau, o ewges Licht, Von Angesicht zu Angesicht. J. F. Ruopp, 1708. 345. Es glänzet der Christen inwen⸗ diges Leben, Obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; Was ihnen der König des Him⸗ mels gegeben, Ist keinem als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, Was niemand berühret, Hat ihre erleuchteten Sinne ge⸗ zieret Und sie zu der göttlichen Würde geführet. 2. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder Und tragen das Bildnis des Ir⸗ dischen auch; Sie leiden am Fleische wie an⸗ dere Sünder, Sie essen und trinken nach nö⸗ tigem Brauch; In leiblichen Sachen, Im Schlafen und Wachen Sieht man sie vor andern nichts Sonderlichs machen, Nur daß sie die Torheit der Weltlust verlachen. 3. Doch innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, Geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort, Es lodert in ihnen die himmlische Flamme, 233 genähret von dort; Die Engel sind Brüder, Die ihre Loblieder Mit ihnen gar freundlich und in⸗ niglich singen, Das muß denn ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel, Sie bleiben ohnmächtig und schützen die Welt; Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel, Sie kriegen, die Armsten, was ihnen gefällt. Sie stehen im Leiden, Sie bleiben in Freuden, Sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen Und führen das Leben des Glau⸗ bens von innen. 5. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, Wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, So werden sie mit ihm, als Für⸗ sten der Erden, Auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt: Sie werden regieren, Mit ihm triumphieren, Wie leuchtende Sterne des Him⸗ mels dort prangen, Wenn aller Welt Schimmer in Nacht ist vergangen. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, Du heimliche Zierde der—— e Laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, Wenngleich uns die Schmach dei⸗ nes Kreuzes entstellt: Entzündet von oben, Hier übel genennet Und wenig erkennet, Hier heimlich mit Christo im Va⸗ ter gelebet, Dort öffentlich mit ihm im Him⸗ mel geschwebet. Chr. Fr. Richter, 4 1711. 346. Mel. Es kostet viel ein Christ zu sein. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit Den schweren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein, Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr: Es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit reiner Luitle ülle; Der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille; Drum übergib ihn willig in den Tod, So hats nicht Not. 234 Heiligung. 4. Wirf nur getrost den Kum⸗ mer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; Erwecke nur zum Glauben dei⸗ nen Sinn, Wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget: Sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! So ists getan. 5. Faß nur dein Herze in 1 duld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest: So ist dein Fehl und kindliches Versehn Wie nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glau⸗ ben ruhn, Wenn dich wird Nacht und Fin⸗ sternis bedecken; Dein Vater wird nichts Schlim⸗ mes mit dir tun, Vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken; Ja siehst du endlich ferner keine Spur, So glaube nur. 7. So wird dein Licht aus Nacht entstehn, Und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen; Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn, Drum darfst du nur dem from⸗ men Väter trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wah⸗ rer Christ So selig ist. 55 5 5„en‚-6rssSEee ?)Y V is — 2ͤ— Heiligung. Ihm zu gefallen sucht, 8. Auf, auf, mein Geist, was säumest du, Dich deinem Gott ganz kindlich 23⁵5 Die andern so begegnet, Wie er das Herz bewegt, zu ergeben? Die segnet, wie er segnet, Geh ein, mein Herz, säße z die e Ruh: Im Frieden 4 dn vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn Allein auf ihn. Chr. Fr. Richter, 4 1711. 347. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Es kennt der Herr die Seinen Und hat sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen, In jedem Volk und Land; Er läßt sie nicht verderben, Er führt sie aus und ein, Im Leben und im Sterben Sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen Am Glauben, der nicht schaut Und doch dem Unsichtbaren, Als säh er ihn, vertraut; Der aus dem Wort gezeuget Und durch das Wort sich nährt Und vor dem Wort sich beuget Und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er kennt sie als die Seinen An ihrer Hoffnung Mut, Die fröhlich auf dem einen, Daß er der Herr ist, ruht, In seiner Wahrheit Glanze Sich sonnet treu und kühn, Die wunderbare Pflanze, Die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, Die seiner Liebe Frucht Und die mit lauterm Triebe Und trägt, wie er sie trägt. 5. So kennt der Herr die Seinen, Die er sie stets gekannt, Die Großen und die Kleinen, In Werr Volk und Land, Am Werk der Gnadentriebe Durch seines Geistes Stärk, An Glauben, Hoffnung, Liebe, Als seiner Gnade Werk. 6. So hilf uns, 261 zum Glauben Und halt uns fest dabei; Laß nichts die Hoffnung rauben, Die Liebe herzlich sei! Und wird der Tag erscheinen, Da dich die Welt wird sehn, So laß uns als die Deinen Zu deiner Rechten stehn. Ph. Spitta, 4 1859. 348. Es kostet viel, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, Das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, Die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; Da kostets Müh, auf 44 tehn 236 Heiligung. Daß nicht das Gift kann in die Sie krönet es mit ihrem Perlen⸗ Seele dringen. kranz Wenn mans versucht, so spürt Und wird als Braut der Seele man mit der Zeit zugeführet, Die Fährlichkeit. Und das Geheimnis wird ganz offenbar, 3. Doch ist es wohl der Mühe Das in ihr war. wert, Wenn man mit Ernst die Herr⸗ lichkeit erwäget‚, es Die ewiglich ein solcher Mensch Was Gott besitzt, wird ih 7. Was Gott genießt, genießt auch, m in Gott gegeben, Der sich stets hier aufs Himm⸗ Der Himmel steht bereit ihm zum lische geleget. Gebrauch; Es hat wohl Müh, die Gnade Wie lieblich wird es doch mit aber macht, Jesu leben! Daß mans nicht acht. Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, erfährt, 4. Man soll ein Kind des Als Gott allein. Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde großen Lichte; nicht, Wie wird der Leib so hell und Dich durch die Macht der Fin⸗ stark und rein, sternis zu reißen, So herrlich sein, verklärt im Was sorgest du, daß dirs an Angesichte, Kraft gebricht? Dieweil uns da die wesentliche Bedenke, was uns Gott für Kraft Pracht verheißen. So schöne macht. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn, 5. Da wird das Kind den Vater Wie wohl wirds tun! sehn, Chr. Fr. Richter, 1711. Im Schauen wird es ihn mit Der lautte E Lust rd ede ö er lautre Strom wird es da ganz durchgehn ö 349. Und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Mel. Befiehl du deine Wege. Wer weiß, was da im Geiste wird Fein niedrig sein auf Erden, geschehn? Vergnügt mit Gottes Huld, Wer mags verstehn? Geduldig in Beschwerden, Bei Feinden ohne Schuld, 6. Da gibt sich ihm die Weis⸗ Im Unrecht ohne Schaden, heit ganz. Still in der Lästerung: Die es hier stets als Mutter hat Das wirkt der Geist der Gnaden, gespüret; Der Geist der Mäßigung. S De ?e· 56 EAE nnn Heiligung. 2. Er lehrt uns vom Erbarmen, Das unser Vater übt, Daß Gottes Sohn uns Arme Als Feinde doch geliebt; Daß Dulden Gottes Wille, Daß Leiden Gnade sei: Gott lege in der Stille Den Teil im Himmel bei. 3. Dir sei, du Geist der Liebe, Gedankt für deine Zucht, Für diese sanften Triebe, Für solche Glaubensfrucht. Wenn Jesus wird erscheinen, Da wird sein Knecht erfreut: Jetzt ruhst du ob den Seinen Als Geist der Herrlichkeit. Ph. Fr. Hiller, 4 1769. 350. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Geh hin nach Gottes Willen In Demut und Vertraun, Lern das Gebot erfüllen, Sein großes Feld zu baun! Frag nach der Ernte nicht: Du darfst den Lohn nicht messen, Mußt Freud und Lust vergessen, Nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein geborgen Und vor der Welt geehrt, So kannst du nicht besorgen, Was deinem Herrn gehört. Sieht jemand auf Gewinn Und trachtet hier auf Erden Nur glücklicher zu werden, Der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben Dem Dienst des Herrn geweiht, So wirst du Augen haben u sehn, was er gebeut. as tue still und gern: 237 Du darfst nicht zaudernd wählen, Nicht rechnen und nicht zählen; Er ruft, du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden Die Arbeit angefaßtl Mit unverdroßnen Händen Sei wirksam ohne Rast: Das ist der rechte Mut. Streu aus den edlen Samen, Arbeit in Gottes Namen, So keimt und wächst es gut. 5. So wird von Stundzu Stunde Das Feld des Herrn gedeihn Und bald auf seinem Grunde Kein Unkraut sichtbar sein. Schlag alles aus dem Sinn, Was sonst dich hielt gefangen, Dein Wünschen und Verlangen, Und gib dich gänzlich hin. J. Fr. Möller, 4 1861. 351. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Gott, vor dessen Angesichte Nur ein reiner Wandel gilt, Ewges Licht, aus dessen Lichte Stets die reinste Klarheit quillt, Deines Namens Heiligkeit Werde stets von uns gescheut: Laß sie uns doch kräftig dringen, Nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, Und kein Böses ist an dir; Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und tut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines Armes Stärke Wirkst dustets vollkommneWerke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder Deinem Bilde ähnlich sein; Nie besteht vor dir der Sünder; Denn du bist vollkommen rein. Dubistnur der Frommen Freund, Ubeltätern bist du Feind; Wer beharrt in seinen Sünden, Kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O so laß uns nicht vers cherzen, Was dein Rat uns zugedacht; Schaff in uns stets reine Herzen, Töt in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, Gott, vordir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, Gabst du deinen Sohn dahin; O so reinige vom Bösen Durch ihn unsern ganzen Sinn. Gib uns, wie du selbst verheißt, Gib uns deinen guten Geist, Daß er unsern Geist regiere Und zu allem Guten führe. 6, Keiner sündlichen Begierde Bleibe unser Herz geweiht, Unsers Wandels größte Zierde Sei rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich; Denn zu deinem Himmelreich Wirst du, Herr, nur die erheben, Die im Glauben heilig leben. Nach J. Chr. Zimmermann, + 1783. 352. Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. BeilgeEinfalt, Gnadenwunder, Tiefste Weisheit, größteKraft, Schönste Zierde, Liebeszunder, Werk, das Gott alleine schafft! 2. Alle Freiheit geht in Banden Aller Reichtum ist nur Wind, 238 Heiligung. Alleschönheit wird zu Schanden, Wenn wir ohne Einfalt sind. 3. Wenn wir in der Einfalt stehen, Ist es in der Seele licht; Aber wenn wir doppelt sehen, So vergeht uns das Gesicht. 4. EinfaltisteinjKind der Gnade, Eine kluge Ritterschaft, Die auf ihrem schmalen Pfade Nicht nach dem und jenem gafft. 5. Einfalt denkt nur auf das eine, In dem alles andre steht; Einfalt hängt sich ganz alleine An den ewigen Magnet. 6. Wer nur hat, was Jesus schenket, Wer nur lebt aus seiner Füll, Wer nur geht, wie er ihn lenket, Wer nur will, was Jesus will; 7. Wer ihn so mit Inbrunst liebet, Daß er seiner selbst vergißt, Wer sich nur um ihn betrübet Und in ihm nur fröhlich ist; 8. Wer allein auf Jesum trauet, Wer in Jesu alles findt: Der ist auf den Fels erbauet Und ein selges Gnadenkind. A. G. Spangenberg, + 1792. 6 8 353. Har Jesu, Gnadensonne, Wahrhaftes Lebenslicht, Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Angesicht Nach deiner Gnad erfreuen Und meinen Geist erneuen; Mein Gott, versag mirs nicht. ICCCRDEEEAA——.2589675829—2.SSV FIIIFFF Heiligung. 2. Vergib mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich, Laß allen Zorn verschwinden Und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben Mein armes Herze laben, Ach Herr, erhöre mich. 3. Vertreib aus meiner Seelen Den alten Adamssinn Und laß mich dich erwählen, Auf daß ich mich forthin Zu deinem Dienst ergebe Und dir zu Ehren lebe, Weil ich erlöset bin 4. Befördre dein Erkenntnis In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständnis Durch dein heilsames Wort, Damit ich an dich gläube Und in der Wahrheit bleibe Zu Trutz der Höllenpfort. 5. Ach zünde deine Liebe In meiner Seele an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben kann Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn. 6. Nun Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Mut; Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und tut; Hingegen meine Sinnen, Mein Lassen und Beginnen Sind böse und nicht gut. 7. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu, Wend allen Seelenschaden Und mach mich täglich neu; Gib, daß ich deinen Willen Stets suche zu erfüllen, Und steh mir kräftig bei. L. A. Gotter, 4 1785. 239 354. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit. ö Bier ist mein Herz,——8 97 5 hin, Dir hab ich mich egeden; Welt, immer fort aus meinem Sinn Mit deinem schnöden Leben! Dein Tun und Tand hat nicht Bestand, Des bin ich worden innen; Drum schwingt aus dir sich mit Begier Mein freier Geist von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes Gut, Nach ihm steht mein Verlangen. Ach könnt ich dochmitfrohemMut Nur meinem Gott anhangen! Ach daß mir doch das Sündenjoch Vom Nacken wär genommen, Daß ich einmal in seinen Saal Des Himmels möchte kommen! 3. Ich seh, es kann die ganze Welt Mit allen ihren Schätzen, Undwas den Sinnenwohlgefällt, Die Seele nicht ergötzen; Ihr Gut verschwindt wie Staub und Wind, Ihr Lust die muß zerstieben; Nur Gott, mein Schatz, behält den Platz: Wohl allen, die ihn lieben! 4. Gib, daß ich meinen Sinn zu dir Hinauf gen Himmel schwinge Mit Lieb und herzlicher Begier Und mich in keinem Dinge Erfreue hier, als nur in dir, Gott, meiner Seele Leben. Duallermeistkannstmeinem Geist Die volle Sättgung geben. 24⁰ 5. Drum immer hin, was flüch⸗ tig ist! Ich will es lassen fahren; Du Gott, der du mein alles bist, Du wirst mein Herz bewahren, Daß ich die Pracht der Welt nicht acht, Vielmehr nur ihn verlange Mit Herz und Mut, das höchste Gut, Und ewig ihm anhange. Seb. Franck,„ 1668. 355 90. Zeuch meinen Geist triff meine Sinnen. Bier legt mein Sinn sich vor dir nieder, Mein Geist sucht seinen Ursprung wieder; Laß dein erfreuend Angesicht Zu meiner Armut sein gericht. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben, Laß mich in deinem Tode sterben; O könnte doch in deiner Pein Die Eigenheit ertötet sein!i 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen Mit der Gelassenheit erfüllen; Brich der Natur Gewalt entzwei Und mache meinen Willen frei. Mel. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe Und mich in deinen Wegen übe, Nur ist von der Unlauterkeit Die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf die⸗ ser Erden Durch deinen Geist geheiligt wer⸗ den, Heiligung. Der Sinn muß tiefer in dich gehn, Der Fuß muß unbeweglich stehn. 6. Ich weiß mirzwar nicht selbst zu raten, Menschen Taten: Wer macht sein Herz wohl selber rein? Es muß durch dich gewirket sein. 7. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben, Du bist noch immer treu ge⸗ blieben; Ich weiß gewiß, du stehst mir bei Und machst mich von mir selber Hier gelten nichts der frei. 8. Indessen will ich treulich kämpfen Und stets die falsche Regung dämpfen, Bis du dir deine Zeit ersiehst Und mich auss olchenNetzenziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht ge⸗ schlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit In seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorge mei⸗ ner Seelen Ich dir, mein Vater, ganz befeh⸗ len: Ach drücke tief in meinen Sinn, Daß ich in dir schon selig bin. 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke Und mich in deine Tiefen senke, So werd ich von dir angeblickt, Und mein Herz wird von dir er⸗ quickt. Heiligung. 241 12. So wächst der Eifer mir 6. Himmelan wird mich der Tod im Streite, In die rechte Heimat führen, Ich habe schon des Sieges Beute Da ich über alle Not Und fühle, daß es Wahrheit ist‚, Ewig werde triumphieren. Daß du, mein Gott, die Liebe bist. Jesus geht mir selbst voran, Chr. Fr. Richter, 4 1711. Daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! 356 Das soll meine Losung bleiben. 85510 Ich will allen eitlen Wahn Mel. Jesus meine Zuversicht. Durch dieHimmelslustvertreiben: Himmelan steht mir mein Sinn, H an geht unsre Bahn, Bis ich in dem Himmel bin. Wir sind Gäste nur auf Erden, ö Benj Schmolck + 1787 Bis wir hin nach Kanaan 944 23 Durch die Wüste kommen werden; Hier ist unser Pilgrimstand, 357 Droben unser Vaterland. 1 2. Himmelan schwing dich, mein. Mel. Ruhe ist das beste Gut. Geist, Biunnelan, nur himmelan Denn du bist ein himmlisch Wesen Soll der Wandel gehn. Und kannst das, was irdischheißt, Was dieFrommen wünschen, kann Nicht zu deinem Werk erlesen; Dort erst ganz geschehnz Ein von Gott erleuchter Sinn Auf Erden nicht. Kehrt zu seinem Ursprung hin. Freude wechselt hier mit Leid: V 5 + Garyli 1 3. Himmelan! ruft er mir zu, Riche nc Heiht Wenn ich ihn im Worte höre; Dein Angesich Das weist mir den Ort der Ruh,‚ 2. Himmelanschwing deinenGeist Wo ich einmal hingehöre; Jeden Morgen auf. Wenn mich dieses Wort bewahrt, Kurz, ach kurz ist, wie du weißt, Halt ich eine Himmelfahrt. Unser Pilgerlauf Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, ist i 5 Bräg ins Herz mir den Beruf, Und mein Geist hier allbereit EineKraft desHimmels schmecket: Mach mich getreul! Nach der Kost im Jammertal 3. Himmelan hat er dein Ziel Folgt des Lammes Hochzeits-⸗ Selbst hinauf gestellt; mahl. Sorg nicht mutlos, nicht zu viel 5. Himmelanlmein Glaube zeigt Um den Tand den Welt. Flieh diesen Sinn. Mir das schöne Los von ferne, 8* 1 Daß mein Herz schon aufwärts Nur was du dem Himmel lebst, steigt Dir von Schätzen dort erstrebst, Über Sonne, Mond und Sterne; 5i ist Gewinn. Denn ihr Licht ist viel zu klein 4. Himmelan erheb dich gleich, Gegen jenen Glanz und Schein. Wenn dich Kummer drückt. 4. Himmelanl denk ich allzeit, Wenn er mir die Tafel decket, 24² Weil dein Vater, treu und reich, Stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts Weiß man von den Sorgen nichts; Sei himmlisch froh. 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, TrägtimHimmelsvorschmackhier Seine Lasten gern. O schließ dich an! Kämpfe drob, wie sichs gebührt; Denke, auch durch Leiden führt Die Himmelsbahn. 6. Himmelan ging Jesus Christ Mitten durch die Schmach, Folg, weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach. Er litt und schwieg. Halt dich fest an Gott, wie er; Statt zu klagen, bete mehr; Erkämpf den Sieg. 7. Himmetan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich Im Himmelssinn. Von der Weltlust freier stets Und mit ihm vertrauter gehts Zum Himmel hin. 8. Himmelan führt dich zuletzt Selbst die Todesnacht. Sei es, daß sie dir auch jetzt Kurze Schrecken macht: Harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell; Nach dem Tod erblickst du schnell Des Vaters Haus. 9. Hallelujahl Himmelan Steig dein Dank schon hier. Einst wirst du mit Scharen nahn, Und Gott naht zu dir. Heiligung. Aus ist der Streit, Aller Jammer ist vorbei, Alles jauchzt verklärt und neu In Ewigkeit. 10. Hallelujah singst auch du, Wann du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh In den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Thronestieg, Hilft auch dir zu deinem Sieg. Gelobt sei er! J. G. Schöner, 4 1818. 8 358. üter, wirddieNachtder Sünden Nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen Bald verrinnen, Darein ich verwickelt bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden Lichte werden; Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe, Jesu Liebe, Komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, Da die Stunde Der Erscheinung kommen ist, UndichmußmichstetsimSchatten So ermatten, Weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht ent⸗ nommen, Da du kommen; Aber ich bin lauter Nacht. Darum wollstdumir, dem Deinen, Auch erscheinen, Der nach Licht und Rechte tracht. Heiligung. 243 5. Wie kann ich desLichtesWerke Ohne Stärke In der Finsternis vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demut lieben Und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen Sich so guälen, Zünd dein Feuer in mir an; Laß mich finstres Kind der Erden Helle werden, Daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben Mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken Und erquicken, Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen Lann nicht taugen, Seine Klarheit kann nicht ein; Wenn sein hellesLicht den Seinen Soll erscheinen, Muß das Auge reine sein. 9. Jesu, gib gesunde Augen, Die was taugen, Rühre meine Augen an; Denn das ist die größte Plage, Wenn am Tage Man das Licht nicht sehen kann. Chr. Fr. Richter, 4 1711. 359. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Ich bin ein Gast auf Erden Und hab hier keinen Stand; Der Himmel soll mir werden, Da ist mein Vaterland. Hier wall ich bis zum Grabe, Dort in der ewgen Ruh Ist Gottes Gnadengabe, Die schließt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen Von meiner Jugend an, Denn Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, Hab ich so manchen Morgen, So manche liebe Nacht Mit Kummer und mit Sorgen Des Herzens zugebracht. 3. Mich hat auf meinen Wegen Manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen Hat mir oft Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, Ob ichs gleich nicht verschuldt, Hab ich doch müssen leiden Und tragen mit Geduld. 4. So gings den lieben Alten, An deren Fuß und Pfad Wir uns noch täglich halten, Wenns fehlt an gutem Rat; Sie zogen hin und wieder, Ihr Kreuz war immer groß, Bis daß der Tod sie nieder Legt in des Grabes Schoß. 5. Ich habe mich ergeben In gleiches Glück und Leid; Was will ich besser leben? Hier gilt es Müh und Streit. Es muß ja durchgedrungen, Es muß gelitten sein; Wer nicht hat wohl gerungen, Geht nicht zur Freude ein. 6. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt, Doch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt; Ich wandre meine Straße, Die zu der Heimat führt, Da mich ohn alle Maße Mein Vater trösten wird. Q2 7. Mein Heimat ist dort oben, Da aller Engel Schar Den großen Herrscher loben, Der alles ganz und gar In seinen Händen träget Und für und für erhält Und alles hebt und leget, Nachdems ihm wohl gefällt. 8. Dorthinstehtmein Verlangen, Da wollt ich gerne hin, Die Welt bin ich durchgangen, Daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, Je wenger find ich Freud, Die meinem Geist gefalle; Das meist ist Herzeleid. 9. Die Herberg ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will: Komm, mach ein selig Ende Mit meiner Wanderschaft, Und was mich kränkt, das wende Durch deinen Arm und Kraft. 10. Wo ich bisher gesessen, Ist nicht mein rechtes Haus; Wenn mein Ziel ausgemessen, Alsdann tret ich hinaus, Und was ich hier gebrauchet, Das leg ich alles ab, Und wann ich ausgehauchet, So legt man mich ins Grab. 11. Du aber, meine Freude, Du meines Lebens Licht, Du ziehst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ewgen Wonne, Da ich stets freudenvoll Gleich als die helle Sonne Mit andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Heiligung. Du ausgeschmücket hast; Da will ich herrlich singen Von deinem großen Tun Und frei von schnöden D In meinem Erbteil ruhn. 5 P. Gerhardt, 1676. 360. Mel. Nun preiset alle. Ich hab von ferne, Herr, deinen Thron erblickt Und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt Und hättegernmeinmüdes Leben, 2) Schöpfer der Geister, dir hin⸗ gegeben. ingen 2. Das war so prächtig, Was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig, Drum ist dein Licht so schön. E Könutichandiesen hellenThronen 2, Doch schon von heute an ewig wohnen!l ½ 3. Nur ich bin sündig, Der Erde noch geneigt; Das hat mir bündig Dein heilger Geist gezeigt. Ich binnochnicht genuggereinigt, , Noch nicht ganz innig mit dir é vereinigt. 3 I. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt; Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leidenüben 2, Und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 13 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn, Und ohn Ermüden Will ich ihr näher gehn IR Heiligung. 24⁵ Und ihre hellen goldnen Gassen ) Lebenslang nicht aus den Au⸗ gen lassen. 12 Joh. Tim. Hermes, 4 1821. Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. 361. Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. Kommt, Kinder, laßt uns gehen, Der Abend kommt herbei; Es ist gefährlich, stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Mut, Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem; Ein jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Fest nach Jerusalem. 3. Gehts der Natur entgegen, So gehts gerade doch; Die Fleisch und Sinne pflegen, Sind schlechte Pilger noch. Verlaßt die Kreatur Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten: Es geht durchs Sterben nur. 4. Manmußwiepilgerwandeln, Frei, bloß und wahrlich leer: Viel sammeln, halten, handeln, Macht unsern Gang nur schwer. Wer will, der trag sich tot: Wir reisen abgeschieden, Mit wenigem zufrieden; Wir brauchens nur zur Not. 5. Schmückt euer Herz aufs beste. Sonst weder Leib noch Haus; ö Der Weg kürzt immer ab; 6. Laßt uns nicht viel besehen Das Kinderspiel am Weg. D urch Säumen und durch Stehen Wird man verstrickt und träg. Es geht uns all nicht an; Nur fort, nur fortgerungen. Durch alles durchgedrungen, Es ist so bald getan. 7. Ist gleich der Weg sehr enge, So einsam, krumm Und schlecht, Der Dornen in der Menge Und manches Kreuze trägt: Es ist doch nur ein Weg; Laß sein: wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter Und brechen durchs Geheg. 8. Kommt, Kinder laßtunsgehen, Der Vater gehet mit; Er selbst will bei uns stehen Bei jedem sauren Tritt; Er will uns machen Mut, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken; Ach ja, wir habens gut. 9. Sollt wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärkre zu; Man trag, man helfe allen, Man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; Ein jeder sei der Kleinste, Doch wohl auch gern der Reinste Auf unsrer Liebesbahn. 10. Kommt, laßt uns munter wandern, Ein Tag der folgt dem andern, Bald fällt das Fleisch ins Grah. 246 Nur noch ein wenig Mut, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier Gewandt zum ewgen Gut. 11. Es wird nicht lang mehr währen, Halt noch ein wenig aus; Es wird nicht lang mehr währen, So kommen wir nach Haus: Da wird man ewig ruhn, Wann wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen: Wie wohl, wie wohl wirds tun! 12. Drauf wollen wirs denn wagen, Es ist wohl wagenswert, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und beschwert. Welt, du bist uns zu klein, Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten: Es soll nur Jesus sein. G. Tersteegen, 1769. 362. Mel. Dir, dir Jehova will ich singen. Caß mich,o Herr, in allen Dingen Auf deinen Willen sehn und dir mich weihn; Gib selbst das Wollen und Voll- bringen Und laß mein Herz dir ganz ge⸗ heiligt sein. Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; Dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Mut ö und Stärke, Laß ihn durch Menschenliebe tätig sein, Daß mananseinenFFrüchtenmerke, Heiligung. Er sei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Wander⸗ schaft Und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, Auch an dem bösen Tage sein vergnügt Und deinem Willen mich ergeben, Der mir zum Besten alles weis⸗ lich fügt. Gib Furcht und Demut, wann du mich beglückst, Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst. 4. Ach hilf mir beten, wachen, ringen, So will ich einst, wann ich den Lauf vollbracht, Direwig Dank und Ehre bringen, ir, der du alles hast so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein, ganz 2 dir geweiht, DeinLobverkündigeninEwigkeit. G. J. Zollitofer, 4 1788. 6 0 363. Mel. Komm, o komm du Geist desebens. Tiebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich so milde Nach dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du mich erkoren, Eh als ich erschaffen war, Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: 7— Heiligung. 2⁴47 Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten Ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. J. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich bloß ergeben Mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden Und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele bitt, Liebe, die das Lösgeld gibet Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7.Liebe, diemich einstwird führen Aus dem Grab der Sterblichkeit, Liebe, die mich dort wird zieren Mit dem Kranz der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. J. Scheffler, 4+ 1677. 364. Mel. Komm, o lomm du Geist des Lebens. Meines Lebens beste Freude Ist der Himmel, Gottes Thron; Meiner Seele beste Weide Ist mein Jesus, Gottes Sohn: Was mein Herze recht erfreut, Ist in jener Herrlichkeit. 2. Andre mögen sich erquicken An den Gütern dieser Welt; Ich will nach dem Himmel blicken Und zu Jesu sein gesellt: Denn der Erde Gut vergeht, Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgend werden, Als ich schon in Jesu bin; Alle Schätze dieser Erden Sind ein schnöder 18 Gut Jesus ist das rechte Gut, Welches sanft der Seele tut. 4. Glänzet gleich das Welt⸗ gepränge, Ist es lieblich anzusehn, Währt es doch nicht in die Länge, Und ist bald damit geschehn: Plötzlich pfleget aus zu sein Dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort desbimmels Gaben, Die mein Jesus inne hat, Können Herz und Seele laben, Machen ewig reich und satt, Und vergeht zu keiner Zeit Jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Ein Tag zu des Heilands Füßen Ist viel besser, als die Welt Tausend Jahr in Lust genießen Aber ewig sein gestellt Zu des Herren rechter Hand, Bleibt ein auserwählter Stand. 7. Ach so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt! Sei du selber meine Weide, Die mich hier und dort verpflegt, Und an dir recht froh zu sein, Nimm mich in den Himmel ein. Sal. Liscov, 4 1680. 248 Heiligung. 365 9. Hilf, daß ich sei im Glauben * 4 treu Mel. Nun sich der Tag geendet hat. An Christum, Gottes Sohn Mein Gott, das Herz ich bringe Und ihn bekenne sonder Scheu dir Trotz seiner Feinde Hohn. Zur Gab und zum Geschenk; 10. Hilf, daß ich sei im Hoffen fest, Du forderst dieses ja von mir, Voll Demut und Geduld, Des bin ich eingedenk. Daß ich, wenn alles mich verläßt, 2. Gib mir, mein Sohn, dein Vertraue Gottes Huld. Herz, sprichst du. 11.Hilf, daß meinLiebenlautersei O welch ein heilsam Wort! Und wachse immer mehr, Es zeigt den Weg zur wahren Dem Nächsten dien ohn Heuchelei —.— Ruh, Zu Gottes Preis und Ehr. Zum Frieden hier und dort. 12. So nimm mein Herz zum 3. So nimm mein Herz, o Va⸗ Tempel ein, 27 an, O Gott, schon in der Zeit Verschmäh die Gabe nicht, Und laß es deine Wohnung sein Obgleich dem, was ich geben kann. Auch in der Ewigkeit. Der Wert vor dir gebricht. 13. Dir geb ich mich zu eigen hin, 4. Noch ist dies Herz voll Eitelkeit Zu tun, was dir gefällt; Und nicht vom Bösen frei; ö Dh weiß, daß ich der Deine bin, Noch ist es mit sich selbst im Streit Der Deine, nicht der Welt. 30. fühlt nicht wahre Reu. Nach J. K. Schade, 4 1698. O beuge meinen starren Sinn, Erweich dies harte Herz,. 22 Daß es vor dir sich werfe hin 366. 4—. ö In Tränen und in Schmerz. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht. 6 D i oyy Foes 6. Dann reinge du, Herr. Mein veben isteinPilgrimstand: Christ, I .— 5„Ich reise nach dem Vaterland, mich durch dein tenrer Vln. Nach dem Jerusalem, das droben Weil du am Kreuz gestorben bist it s in it 3 5 Gott selbst als eine feste Stadt Mir und der Welt zu gut. Auf Bundesblut gegründet hat; 7. Gib mir nach deiner Mittler⸗ Da werd ich ihn ohn Ende loben. huld Mein Leben ist ein Pilgrimstand, An deiner Gnade teil; Ich reise nach dem Vaterland. Es ist zur Tilgung meiner Schuld„ ö— Doch außer dir kein Heil. 2. So schnell Dertad, 8. Mit dir, o heilger Geist, laß So schnell läuft auch mein Stun⸗ mich denglas, Auch in Gemeinschaft sein, Und was vorbei ist, kommt nicht Ergieß um Christi willen dich wieder. Tief in mein Herz hinein. Ich eile zu der Ewigkeit, Heiligung. 249 Herr Jesu, mach mich nur bereit, Eröffne meine Augenlider, Daß ich, was zeitlich ist, veracht Und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach: Der Lebensweg hat auch sein Ach, Man wandelt nicht auf weichen Rosen. Der Steg ist eng, der Feinde viel, Die mich wegreißen von dem Ziel; Ich muß mich oft in Dornen stoßen, Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, Der Sonne, die mit Gnadenlicht In unverfälschte Herzen strahlet; Wind, Regen stürmenaufmichzu: Mein matter Geist findt nirgend Ruh. Doch alle Müh ist schon bezahlet, Wenn ich das güldne Himmelstor Mir stell in Glaub und Hoff⸗ nung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch hast ange— nommen: Zeig mir im Worte deinen Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt Zu deinem Heil stets näher kom⸗ men. Mein Leben fleucht: ach eile du Und komm mit schneller Hülf herzu! 6. Durch deinen Geist Ria hei⸗ lig leit, Gib in Geduld Beständigkeit, Vor Straucheln meinen Fuß be⸗ schütze. Ich falle stündlich: hilf mir auf, Zeuch mich, damit ich dir nach⸗ lauf; Sei mir ein Schirm in Trübsals⸗ hitze; Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsternis nie ferne sein. 7. Wenn mir mein Herz, o Gna⸗ denfüll, Vor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal fin⸗ den; Und wenn ich schließ die Augen zu, 05 bring mich zu der stolzen Ruh, Da Streit und alle Müh ver⸗ schwinden: Laß mich da sein in Abrams Schoß Dein Liebling und dein Haus⸗ genoß. 8. Bin ich in diesem Pilgerland Der blinden Welt gleich unbe— kannt: Dort sind die Freunde, die mich kennen; Dort werd ich mit der Himmels⸗ schar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, ach bleib nicht lang, Hier in der Wüste wird mir bang. F. A. Lampe, 1729. 367. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, Ich fleh um deinen Geist, O Gott, den mir zur Seligkeit Dein teures Wort verheißt 250 Heiligung. 2. Die Weisheit, die vom Him⸗ mel stammt, O Vater, lehr er mich, Die Weisheit, die das Herz ent⸗ Zur Liebe gegen dich. 3. Dichlieben, Gott, ist Seligkeit, Gern tun, was dir gefällt, Wirkt reinere Zufriedenheit, Als alles Glück der Welt. Durch deinen freudgen Geist; Er lehret mich fest darauf baun, Mein Herz zu dir erhebe Und, über deine Huld erfreut, 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, Daß du mir gnädig seist. Zur Tugend stärk er mich Auch mir als Tröster sich. Besiegle deine Huld Und waffnemich injedemSchmerz Mit Mut und mit Geduld. Chr. F. Neander, + 1802. — 368. Mel. Machs mit mir Gott nach deiner Güt. Nie bist du, Höchster, von uns fern, Du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und atme ich, Und deine Rechte schützet mich. 2. Des Herzens Tiefen kennest du, Du prüfest meine Seele; Du siehest was ich Gutes tu, Verkehrte Wege wählet: Du kennest auch die böse Tat, Die sich der Welt verhehlet. 4. Alsdann hab ich zu dir Ver⸗ traun Du siehst auch, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug eutfliehn ö Und nichts mich deiner Hand ent⸗ flammt ziehn. 3. Du merkst es, wenn des Her⸗ zens Rat Mit ErnstundLiebestrafstdumich Zu meiner Beßrung väterlich. 4. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mich gänzlich dir ergebe, So hörst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. Und zeige, wenn ich traurig bin‚ 5. Du hörestmeinen Seufzern zu, Daß Hülfe mir erscheine; 6. Er schaff in mir ein reines Herz, Mit Vaterliebe zählest du Die Tränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen ö—9 97 Schmerz Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß sie nur dich, mein Gott und Herr, Zu ihrer Zuflucht wähle Und stets dein heilig Auge scheu, Dir treu und dir gehorsam sei. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln Und stärke mich mit Mut und Kraft, Getrost vor dir zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Das tröst und beßremeinen Geist. Chr. Chr. Sturm, 4 1786. 79 2 * Heiligung. 251 369. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ps. 119. daß mein Leben deine Rechte Mit ganzem Ernste hielte doch, Daß nichts mich aus dem Gleise brächte, Zu gehn in deinem sanften Joch, Daß, was du, Gott, geboten hast, Mir Lust und Frende wär, nicht Last! 2. Daß mir dein Wort zum Licht und Rechte, Zur heilgen Losung, zum Bescheid Und letzten Ausspruch dienen möchte In guter und in böser Zeit, Daß ich nicht schwankte, was ich wollt, Sobald ich wüßte, was ich sollt! 3. Daß ich aufs Wort dir im⸗ mer glaubte, Dirauchaufs Wortgehorsamwär Und keine Freiheit mir erlaubte, Wo dein Gebot mir klar, doch schwer; Daß ich, wenn noch so matt und schwach, Doch deinem Worte folgte nach! 4. So wär mein Leben recht ein Leben, Nicht Stückwerk bloß von bös und gut; In deinen Willen hingegeben Fragt ich nicht mehr nach Fleisch und Blut; In deinem Dienste froh und frei Wüßt ich, was rechte Freiheit sei. 5. O mach mir deine Worte süße Durch deines guten GeistesDrang Und richte selber meine Füße Auf deinen Weg mein Leben lang! Denn deine Rechte sind mein Teil Und meines Lebens wahres Heil. 6. Laß deine Gnade mich ver⸗ söhnen Mit allem, was dein Wort gebeut, Und zum Gehorchen mich ge⸗ wöhnen, Nicht, weil mein Herz die Strafe scheut, Nein, weils in deiner Liebe ruht Und dir deinRechtmit Freudentut. Ph. Spitta, 1859. 370. Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. WV der alles hätt verloren, Auch sich selbst, der allezeit Nur das ein hätt auserkoren, So Herz, Geist und Seel erfreutl 2. O der alles hätt vergessen, Der nichts wüßt, als Gott allein, Dessen Güte unermessen Macht das Herz still ruhig, rein! 3. O der alles könnte lassen, Daß er frei vom Eiteln all Wandern möcht die Friedens⸗ straßen Durch dies dunkle Tränentall! 4. O wär unser Herz entnommen Dem, was lockt durch eiteln Glanz Und hält ab, zu Gott zu kommen, In dem alle Güt ist ganz! 5.O daß wir Gott möchten finden In uns durch der Liebe Licht Und uns ewig ihm verbinden: Außer ihm ist eitel Nicht. 6. O wär unser Aug der Seelen Stetig nur auf Gott gewendt, So hätt auch das bange Quälen Im Gewissen ganz ein End. müte, Ewig mit dir eins zu sein! G. Arnold, 4 1714. 371 * Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. UD süßer Stand, o selig Leben, Das aus derwahrenEinfaltquillt, Wenn sich ein Herz Gott so er⸗ geben, Daß Christi Sinn es ganz erfüllt; Wenn sich der Geist nach Christi Bilde In Licht und Recht hat aufgericht Und unter solchem klaren Schilde Durch alle falschen Höhen bricht! 2. Was andern schön und lieb⸗ lich scheinet, Ist solchem Herzen Kinderspiel; Was mancher für unschuldig meinet, Ist solchem Herzen schon zu viel. Warum? Es gilt der Welt ab⸗ sagen; Hier heißts: Rührt kein Unreines an! Das Kleinod läßt sich nicht er⸗ jagen, Es sei denn alles abgetan. 3. Die Einfalt weiß von keiner Zierde, Als die im Blute Christi liegt; Die reine himmlische Begierde Hat Stolz und Torheit schon besiegt. An einem reinen Gotteskinde Glänzt Gottes Name schön und 252 Heiligung. 7. O du Abgrund aller Güte, Zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel, Herz, Sinn und Ge⸗ Wie könnt es denn vom eitlen ö—— Winde Der Welt nocheingenommen sein? 4. Von Sorgen, Not und allen Plagen, Damit die Welt sich selbst anficht, Vom Neid, damit sich andre tra⸗ ö gen, Weiß Christi Sinn und Einfalt nicht: Den Schatz, den sie im Herzen heget, Behält sie wider allen Neid; Ist jemand, der Lust dazu träget, DasmachtihrlauterHerzensfreud. 5. O schönes Bild, ein Herz zu schauen, Das sich mit Christi Einfalt schmückt! Geht hin, ihr törichten Jung⸗ frauen, Harrt nur, bis euch die Nacht berückt. Was sind die Lampen sonder Ole? Schein ohne Christi Einfaltssinn. Sucht doch was Bessers für die Seele Und gebt der Welt das Ihre hin. 6. Ach Jesu, drücke meinem Herzen Den Sinn der lauternEinfalt ein; Reiß aus, obschon mit tausend Schmerzen, Der Welt ihr Wesen, Tand und Schein! Des alten Feindes Bild und Zeichen Trag ich nicht mehr, drum laß mich nur Der Einfalt Zier und Schmuck erreichen: rein: Das ist die neue Kreatur. J. J. Winckler, 4 1722. 25283889272—— 22562 —66 2 itlen inde ein? Alen igen, ficht, tra⸗ Hekligung. 253 372. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. U Vaterherz, o Licht und Leben, O treuer Hirt, Immanuel, Dir bin ich einmal übergeben, Dir, dir gehöret meine Seel; Ich will mich nicht mehr selber führen, Der Vater soll das Kind regieren: So geh nun mit mir aus und ein Und leite mich nach allen Tritten. Ich geh, ach hör, o Herr, mein Bitten, chrittallein. Fürmichnichteinen S 2. Was kanndein schwachesͤKind vollbringen? Ich weiß mir gar in Keinem Rat; Drum sei in groß und Zieinen Dingen Mir immer selber Rat und Tat. Du willst dich meiner gar nicht schämen, Ich mag dich ja zu allem nehmen, Du willst mir selber alles sein: So sollst du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende machen; Dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten, Dein Wort muß ewig feste stehn; Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, Dein Angesicht soll vor mir gehn; Ja deine Güte und Erbarmen Soll mich umfangen und um⸗ armen. O daß ich nur recht kindlich sei, Bei allem gläubig zu dir flehe Und stets auf deinen Wink nur sehe, So spür ich täglich neue Treu. Auf deine Weisheit, O daß ich auch im Kleinsten merke Güt und Treu, Damitichmich im Glauben stärke, Dich lieb und lob und ruhig sei Und deine Weisheit lasse walten, Stets Ordnung, Maß und Ziel zu halten; Denn lauf ich vor, da lauf ich an. Drum mach im Besten mich ge⸗ lassen, Nichts ohne dich mir anzumaßen: Nur was du tust, ist wohl getan. 5. Ach mach einmal mich treu und stille, Daß ich dir immer folgen kannz Nur dein, nur dein vollkommner Wille Lauf und Bahn. mehr für mich verlangen, Ja laß mir nichts am Herzen hangen, —(sdeinesgroßenNRamensRuhm; Der sei allein mein Ziel auf Er⸗ den; Ach laß mirs nieverrücket werden, Denn ich bin ja dein Eigentum! Sei meine Schranke, Laß mich nichts 6. Laß mich in dir den Vater preisen, Wis er die Liebe selber ist: Laß deinen Geist mir klärlich weisen, Wie du von ihmgeschenktmirbist. Ach offenbare deine Liebe Und wirke doch die heißen Triebe Der wahren Gegenlieb in mir; Durchdringe du mein Herz und Sinnen, Daß ich hinfort mein ganz Be⸗ ginnen Allein zu deinem Lobe führ. 25⁴ Heiligung. 7. So lob und lieb ich in der Stille Und ruh als Kind in deinem Schoß; Das Schäflein trinkt aus deiner Fülle, Die Brautstehtaller Sorgenbloß: Sie sorget nur allein in allen Dir, ihremBräutgam, zu gefallen: Sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach zeuch mich, zeuch mich weit von hinnen; Was du nicht bist, laß ganz zer⸗ rinnen, O reiner Glanz der Ewigkeit! K. H. v. Bogatzky, 4 1774. 373. Luc. 13, 24. Ringe recht, wennGottes Gnade Dich nun ziehet und bekehrt, — Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfortistenge, Und der Lebensweg ist schmal; Hier bleibt alles im Gedränge, Was nichtzieltzumHimmelssaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich; ö Will dir Satan widerstreben, Werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, Und die erste Liebe dich ö Von der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringemit Gebetund Schreien, Halte damit feurig an; Laß dich keine Zeit gereuen, 6. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, Deines Heils mit Zittern wahr; Hier in dieser Leibeshöhle Schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halte deine Krone feste, Halte männlich, was du hast: Recht beharren ist das Beste, Rückfall wird zur schweren Last. 8. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gib der Lust den Zügel nicht; Willst du die Begierden stillen, So verlischt das Gnadenlicht. 9. Wahre Treu führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 10. Wahre Treu liebt Christi Wege, Steht beherzt auf ihrer Hut, Weiß von keiner Wollustpflege, Hält sich selber nichts zu gut. 11. Wahre Treu kommt dem Getümmel Dieser Welt niemals zu nah; Ist ihr Schatzdochin demHimmel, So ist auch ihr Herz allda. 12. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, Streitet recht und fürchtet euch! Geht doch alle Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich. J. J. Winckler, 4 1722. 374. Mel. Jesus meine Zuversicht. eele, was ermüdst du dich In den Dingen dieser Erden, Wärs auch Tag und Nacht getan. Die doch bald verzehren sich 7333—— S F SCORES ——— 9„ Heiligung. 25⁵ Und zu Staub und Asche werden? Und auf die, so keusch und fromm, Suche Jesum und sein Licht, Sich in reichem Maß ergießet. Alles andre hilft dir nicht. Suche Jesum und sein Licht, ——. Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sichzu Gott aufschwingen, 9. Laß dir seine Majestät Richt ihn stets zum Himmel hin, Immerdar vor Augen schweben, Laß ihn in die Gnad eindringen. Laß mit brünstigem Gebet Suche Jesum und sein Licht, Sich dein Herz zu ihm erheben Alles andre hilft dir nicht. nede Jesum und sein Licht, +—5 I 3. Du verlangst oft süße Ruh, Alles andre hilft dir nicht. Dein betrübtes Herz zu laben; 10. Sei im übrigen ganz still, Eil der Lebensquelle zu, Du wirstschon zum Ziel gelangen; Da kannst du sie reichlich haben! Glaube, daß sein Liebeswill Suche Jesum und sein Licht, Stillen werde dein Verlangen. Alles andre hilft dir nicht. Drum such Jesum und sein Licht, 4. Fliehe die unselge Pein, Alles andre hilft 1 443175 So das finstre Reich gebieret; I. Woii, nt. Laß nur den dein Labsal sein, Der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht, 375. Alles andre hilft dir nicht. Sieh, hier bin ich, Ehrentönig, 5. Geh einfältig stets einher. Lege mich vor deinen Thron; Laß dir nichts das Ziel verrücken; Schwache Tränen, kindlich Seh⸗ Gott wird aus dem Liebesmeer nen Dich,den Kranken, wohl erquicken. Bring ich dir, du Menschensohn. Suche Jesum und sein Licht, Laß dich finden, laß dich finden, Alles andre hilft dir nicht. Bin ich gleich nur Asch und Ton. 6. Du bist ja ein Hauch aus Gott 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich Und aus seinem Geist geboren, bitt dich, Bist erlöst durch Christi Tod Lenke mich nach deinem Sinn; Und zu seinem Reich erkoren. Dich alleine ich nur meine, Suche Jesum und sein Licht, Dein erkaufter Erb ich bin. Alles andre hilft dir nicht. Laß dich finden, laß dich finden, z. Schwinge dich nuroft im Geist Gib dich mir und nimm mich hin. Über alle Himmelshöhen, 3. Ich begehre, Herr, gewähre Laß, was dich zur Erde reißt, Mir nur deine freie Gnad, Unter deinen Füßen stehen. Die du gibest, weil du liebest Suche Jesum und sein Licht. Den, der dich liebt in der Tat. Alles andre hilft dir nicht. ö Laß dich finden, laß dich finden, S. Nahe dich dem lautern Strom, Der hat alles, der dich har. Der vom Thron des Lammes 4. Dieser Zeiten Eitelkeiten, fließet Reichtum, Wollust, Ehrund Freud, 256 Heiligung. Sind nur Schmerzen—— 4. Nur eins bekümmert meine Herzen Seele Welches sucht die Ewigkeit. Und macht das Herz mir, Laß dich finden, laß dich finden, ö Holl: Großer Gott, ich bin bereit. Ob mir der rechte Schmuck nicht J. Neander, 3 1680. fehle, Wenn ich sein Mahl dortschmecken 59 2 soll. 376. Ich weiß, vor meines Königs Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz Augen geübet. So bin ich nun kein Kind der Erden, Kein Bürger dieser Eitelkeit; Mein Hiersein soll nicht ewig werden, Ich walle eilend durch die Zeit: Mein Vaterland ist in der Höhe, Wo mein geliebter Vater wohnt, Und wo ich meinen Bruder sehe, Derzu der Rechten Gottes thront. 2. Bald sind die wengen Trauer⸗ stunden Bei Hoffnung und Geduld ent⸗ flohn, Bald hab ich völlig überwunden, Die frohste Stunde nahet schon; Aus dieses Lebens engen Grenzen Schwingt dann mein Geist sich himmelan, Und dort, wo Lust und Wonne glänz en, Wird ihm die Pforte aufgetan. 3. Ichbin dazuerschaffenworden, Dazu durch Christi Blut erkauft Undzu derHimmelsbürger Orden, Zumigentum des Herrngetauft; Der Geist, der mir zum Pfand geschenket, Machimeengeistgewiß andfen Daß auch bei allem, was mich kränket, Mein Glaube mich nicht zweifeln läßt. Gilt nur ein ganz befreiter Geist; Vor ihm kann nur das Herze taugen, Das alles Fremde Schaͤden heißt. Ein Glaube, der nur ihn er⸗ wählet Und still in seiner Liebe ruht, Zu heißer Liebe uns beseelet, Die seinen Willen treulich tut; Der ihn bis an das Kreuz begleitet Und achtet nicht die Schmach der Welt, Für Gottes Ehre mutig streitet: Das ist der Schmuck, der ihm gefällt. 6. Nur du, mein Heiland, kannst es wissen, Wie viel mir noch hieran ge bricht; Mein Auge schwebt in Finster⸗ nissen, Ich Armer kenn mich selber nicht. Doch ist ein inniges Verlangen Iu mir durch deinen Geist erregt, Dir ganz und einzig anzuhangen Mit allem, was mein Herz bewegt. 7. Was ich nicht habe, kannst du geben, Was ich nicht bin, das bist du mir: Rimm hin mein Herz, es zu be⸗ leben, Ich überlaß es gänzlich dir. Gib mir den Glauben und die Liebe Und bilde mich nach deinem Bild, „ANAÆ A MeXxNV Heiligung. 257 Erfülle mich mit heilgem Triebe, Zu leiden, wo dus haben willt. 8. Zermalm, zerbrich, o Herr, verbrenne, Was dir nicht völlig wohl gefällt; Zerstoß, zerschlage und zertrenne, Was sich nicht gänzlichzu dir hält. Herr, greif die angebornen Sün⸗ den Recht bei der tiefsten Wurzel an, Laß keinen Bann in mir sich finden, Der mich und dich einst trennen kann. 9. Ichreich gelobend beide Hände Und sage dir aufs neue zu: Ich liebe dich ohn alles Ende, Du meiner Seelen wahre Ruh; Ich liebe dich nicht nur in Sden en, Wenn du erquickest meinen Geist, Ich liebe dich auch unter Leiden, Und wenn dein Ruf mich sterben heißt. 10. So komm ich dir geschmückt entgegen, Du nahst in Liebe dich zu mir, Mir Kron und Purpur anzulegen, Du öffnest mir des Himmels Tür. Wann werd ich dich, mein Heil, umfangen? Und wann, ach wann verklärst du mich? O laß mich bald dahin gelangen, Dann lob und lieb ich ewig dich! L. F. F. Lehr, 4 1744. 377. Mel. O Gott du frommer Gott. 2. Kor. 13, 5. Versuchet euch doch selbst, Ob ihr im Glauben stehet, Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nachgehet In Demut und Geduld, In Sanftmut, Freundlichkeit, In Lieb dem Nächsten stets Zu dienen seid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht, Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleich gesinnt, Verneuert Herz und Mut, Macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben Und will in Einfalt es Dem Mächsten wiedergeben; Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget; Drum muß der Zweifel fort, Die Schwermut wird verjaget; Sieh, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag, Hält Sturm und Wetter aus, Besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, Weil man aus Gottes Händen Nimmt alle Dinge an, Nicht zürnen mag, nicht schänden; Denn alles uns zu Nutz Und Besten ist gemeint, Drum dringt die Liebe durch Auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind: Er gibt zum Gnadenthrone Sein eingebornes Kind, Versöhnt uns in dem Sohne, Setzt Liebe gegen Haß; Wer gläubig dies erkennt, R 258 Wird bald in Lieb entzündt, Die allen Haß verbrennt. Tun wir dem Nächsten eben; Droht er uns mit dem Tod, Wir zeigen ihm das Leben; Flucht er, so segnen wir; In Schande, Spott und Ist unser bester Trost Des Himmels Ehrenkron. 8. Legt Gott zur Prüfung auf Der Glaube bringt Geduld, Macht leicht uns alle Plagen; Statt Murren und Verdruß Wird das Gebet erweckt, Weil aller Angst und Not Von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch Sein Elend recht verstehen Wie auch des Höchsten Güt, Hält an mit Bitten, Flehen, Verzaget an sich selbst, Erkennet sich für nichts, V Sucht bloß in Christo Kraft V Der Quelle alles Lichts. 10. Man traut auf sein Ver⸗ dienst, Erlanget Geist und Stärke, In solcher Zuversicht Zu üben gute Werke; Steht ab vom Eigensinn, Flieht die Vermessenheit, Hält sich in Gottesfurcht In Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet, ö Denn Christi Leben ists, ö Wonach der Glaube strebet; Erst machet er gerecht, Dann heilig, wirket Lust Zu allem guten Werk: Sieh, ob du auch so tust. Ein schweres Kreuz zu tragen: Heiligung. 12. O Herr, so mehre doch In mir den wahren Glauben, So kann mich keine Macht 7. Wie uns nun Gott getan, Der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein Freiwillig davon aus; Du bist mein Gott und Herr, Hohn Bewahr mich als dein Hau J. J. Breithaupt, 4 1732. 378. Mel. Alle Menschen müssen sterben. Wer das Kleinod will erlan⸗ gen, Der muß laufen, was er kann; Wer die Krone will empfangen, Der muß kämpfen als ein Mann; Dazu muß er sich in Zeiten Auf das beste zubereiten, Alles andern müßig gehn, Was ihm kann im Wege stehn. 2. Liebster Jesu, deine Güte Hält auch mir ein Kleinod vor, Das entzücket mein Gemüte, Ziehet Herz und Aug empor. O wie glänzt die schöne Krone Von dem hohen Ehrenthrone, Die du in der Herrlichkeit Deinen Streitern hältst bereit! 3. Mein verderbter Eigenwille Hat bald dies, bald das zu tun, Hält im Laufen vielmal stille Und will in dem Streite ruhn. Satan machtmichauch fast mürbe, Daß mir auch der Sieg verdürbe, Wo mir deine treue Kraft Nicht die nötge Hülfe schafft. 4. Drum, mein Jesu, steh mir Armen In so großer Schwachheit bei, Laß dich meiner Not erbarmen, Mache mich von allem frei, Heiligung. 259 Was mir willmein Ziel verrücken; Komm, mich selbst recht zuzu⸗ schicken, Gib mir Kraft und Freudigkeit, Fördre meinen Lauf im Streit. 5.Es verlohntsichwohlder Mühe, Ob mirs gleich oft sauer wird, Wenn ich mich der Welt entziehe Und dir folge, treuer Hirt: Deine sichre Gnadenkrone Ist mir übergnug zum Lohne; Wirst nur du mein Beistand sein, So ist sie in kurzem mein. J. Mentzer, + 1734. B. LTiebe zum BHerrn. 379. Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist. Ach mein Herr Jesu, dein 3sein ein Bringt großen Frieden ins Herz hinein, Und dein Gnadenanblick macht uns so selig, Daß Leib und Seele darüber fröhlich Und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leib⸗ lich nicht, Aber unsre Seele kanns schon gewahren: Du kannst dich fühlbar gnug offenbaren Auch ungesehn. 3. O wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu genießen recht wär be⸗ dachtl Der hätt ohn Ende von Glück zu sagen, Und unsre Seele müßt immer ö fragen: Wer ist wie du? e ein, Uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, Heilen, stilln und trösten, erfreun und segnen Und unsrer Seele als Freund begegnen Ist deine Lust. 5. Ach gib an deinem Wüßeen Hei Uns alle Tage vollkommnen Teil Und laß unsre Seele sich immer schicken, Aus Not und Liebe Bach dir zu blicken Ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald Mit deiner blutigen Todsgestalt; Ja die laß uns immer vor Augen schweben Und dein wahrhaftiges Inuns⸗ leben Zu sehen sein. 7. Ein herzlich Wesen und Kind⸗ lichkeit Sei unsre Zierde zu aller Zeit, Und die Blutbesprengung aus deinen Wunden Erhaltuns solchezuallen Stunden Bei Freud und Leid. R 2 260 Heiligung. 8. So werden wir bis zum Him⸗ Was Menschenhände zugericht. mel ein Ein jeder! liebe, was er will: Mit dir vergnügt wie die seint Ich liebe Jesum, der mein Ziel. lein sein; 4. Er ist der König aller Ehren, Alüe chen eden Er ist der Herr der Herrlichkeit; Wenn sich das Herz nur an dir Er kann mir ewges Heil ge⸗ ergötzen und retten mich aus ale Srrei. Und stillen kaun. Ein jeder liebe, was er will: 9. Du reichst uns deine Sand Ich liebe Jesum, der mein Ziel. grabne Hand Die soviel Treue anunsgewandt, 5. Sein Schloß kann aere Daß wir daran dentend daehen Sein Reich vergeht nicht mit der astehen, Zeit, Por Liob und Daut; übergehen Sein Thron bleibt stets in glei⸗ Ilin Gir. chen Ehren Ea Von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will: 380 liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Sein Reichtum läßt sich nicht Mel. Wer walten Gott labr ergründen, Sein allerschönstes Angesicht Ach sagt mir nichts von Gold Und was von Schmuck um ihn und Schätzen,‚ zu finden, Von Pracht und Schönheit Weltt Verbleichet und veraliet nicht. 1 Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Wasmirdie WeltvorAngenstellt. Er kann mich überalles heen Ein jeder liebe, was er will: Und seinerKlarheitmachengleich; Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Er kann mir so viel en 2. Er ist alleine meine Freude, Daß ich werd unerschöpflich reich. Mein Gold, mein Schatz, mein Ein jeder liebe, was er will: In d ich Ang stes weide Ich liebe Jesum, der mein Ziel. n dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. 8. Und ob ichs zwar tbehren Ein jeder liebe, was er willz- 10 ½So lang ich wandre in der Zeit, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. So wird er mirs doch wohl ge⸗ 3. Die Welt vergeht mit ihren währen 9e0 Länen Im Reiche seiner Herrlichkeit. Fleisches Schönheit daert Ein jeder liebe, was er will: nicht, Ich liebe Jesum, der mein Ziel. Die Zeit kannallesdasverwüsten, J. Scheffler, 4 1677. Es kann mich ja kein Heiligung. 261 381. Mel. Herr ich habe mißgehandelt. Ach was sind wir ohne Jesum? Dürftig, jämmerlich und arm. Ach was sind wir? Voller Elend; Ach Herr Jesu, dich erbarm. Laß dich unsre Not bewegen, Die wir dir vor Augen legen. 2. Ohne dich, herzliebster Jesu, KommtmannichtdurchdieseWelt, Welche fast auf allen Wegen Unsern Füßen Netze stellt; Siekanntrotzen und kannheucheln Und hält uns mit ihrem Schmei⸗ cheln. 3. Darum stärk uns, liebster Jesu, Sei in Finsternis das Licht; Offne unsre Herzensaugen, Zeig dein freundlich Angesicht; Leucht, oSonn, mitLebensblicken, So wird sich das Herz erquicken. 4. Faß uns an, o treuer Jesu, Führ uns durch die Pilgerstraß, Daß wir auf den rechten Wegen Gehen fort ohn Unterlaß; Laß uns meiden alle Stricke Und nicht wieder sehn zurücke. 5. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, Geben unserm Geiste Kraft, Daß wirbrünstig dirnachwandeln Nach der Liebe Eigenschaft. Ach Herr, mach uns selber tüchtig, So ist unser Leben richtig. 6. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, Schallen aus des Herzens Grund; Dann wird alles jubilieren, Und dir singen Herz und Mund. Dann wird auf der ganzen Erden Jesus hoch gelobet werden. P. Lackmann, 4 1713. 382. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Ps. 73, 25. 26. Ach wenn ich dich, mein Gott, nur habe, Nach Erd und Himmel frag ich nicht; Nichts ist, das meine Seele labe, Als du, mein Gott, mein Trost, mein Licht. Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust: Ohn dich ist mir kein Trost be⸗ wußt. 2. Soll Leib und Seele mir ver⸗ schmachten, Ich hoffe doch getrost auf dich; Nichts will ich alle Plagen achten, An dir allein erquick ich mich; Legt sich auch alles wider mich, Es bleibt dabei: ich liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich alles, Was meine Seele wünschen kann; Auch fürcht ich mich gar keines 0 Falles: Liebst du mich nur, was ficht mich an? Drum spricht mein Herz: Du bist mein Teil, In dir ist meiner Seele Heil. B. Schmolck, 4+ 1737. 383. Mel. Jesu meine Freude. Angenugsam Wesen, Das ich hab erlesen Mir zum höchsten Gut: Du vergnügst alleine Völlig, innig, reine Geist und Seel und Mut. 26² Wer dich hat, ist still und satt; Wer dir kann im Geist anhangen, Darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, Kann in Frieden leben, Er hat, was er will; Wer im Herzensgrunde Mit dir lebt im Bunde, Liebet und ist still. Bist du da und innig nah, Muß das Schönstebald erbleichen Und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein; Was Geschöpfe haben, Kann den Geist nicht laben, Du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden Droben und auf Erden, Alles reicht nicht zu; Einer nur kann geben Freude, Trost und Leben, Eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, So mag Leib und Seel ver⸗ schmachten, Ich wills doch nicht achten. 5. Ehr samt allen Schätzen Und was mag ergötzen, Will ich missen gern; Freude, Trost und Gaben, Die sonst andre haben, Will ich auch entbehrn. Du sollst sein mein Teil allein, Der mir soll trotz andern Dingen Ruh und Freude bringen. 6. Komm, du selig Wesen, Das ich mir erlesen, Werd mir offenbarl Heiligung. Meinen Hunger stille, Meinen Grund erfülle Mit dir selber gar. Komm, nimm ein mein Kämmer⸗ lein, Daß ich allem mich verschließe Und nur dich genieße. 7. Laß, o Herr, mit Freuden Mich von allem scheiden, Fern der Kreatur; Innig dir ergeben, Kindlich mit dir leben, Sei mein Himmel nur! Bleib nur du mein Gut und Ruh, Bis du wirst in jenem Leben Dich mir völlig geben. G. Tersteegen, 4 1769. 384. Auf, hinauf zu deiner Freude, Meine Seele, Herz und Sinn! Weg, hinweg mit deinem Leide, Hin, zu deinem Jesus hin! Er ist dein Schatz, Jesus ist dein einzig Leben; Will die Welt nicht Raum dir geben, Bei ihm ist Platz. 2. Fort, nur fort, steig immer weiter In die Höh zu Jesu auf! An, hinan die Glaubensleiter Klettre mit geschwindem Lauf. Gott ist dein Schutz; Jesus bleibet dein Beschirmer Wider alle Seelbestürmer Und bietet Trutz. 3. Fest, nur fest dich angehalten An die starke Jesustreu! Laß du, laß du Gott nur walten, Seine Güt ist täglich neu. Er meint es gut; h/ ten, Heiligung. 263 Wenn die Feinde dich anfallen, Müssen sie zurückeprallen, Hab guten Mut! 4. Ein, hinein in GottesKammer, Die dir Jesus aufgetan! Klag und sag ihm deinen Jam⸗ mer, Rufe ihn um Hilfe an! Er steht dir bei; Wenn dich alle Menschen hassen, Kann und will er dich nicht lassen, Das glaube frei. 5. Hoch, so hoch du dich vom Staube Kannst erheben himmelwärts, Schwing zuFsesu sich dein Glaube, Gib ihm hin dein ganzes Herzl Er ists allein, Der um dich so treulich wirbet Und für dich aus Liebe stirbet, Drum bist du sein. 6. Auf, hinauf! was droben, suche; Trachte doch allein dahin, Wo dein Jesus; sonst verfluche Allen schnöden Sündensinn. Zum Himmel zu! Welt und Erde muß verschwin⸗ den; Nur bei Jesus ist zu finden Die wahre Ruh. J. K. Schade, 4 1698. 385. Mel. Wollt ihr wissen, was mein Preis. Einer nur ist ewig wert, Daß ihm Ehre widerfährt, Einer nur, daß alle Welt Betend vor ihm niederfällt: v Jesus, der vom Himmel kam.:, 2. Einer hat der Menschheit Last In den treuen Arm gefaßt; Einer nahm ins eigne Grab Aller Sünder Schuld hinab: ): Jesus, der am Kreuze starb. 12 3. Einer hat aus Todesnacht Leben an das Licht gebracht, Daß ein Strahl aus jener Welt: Unsrer Tage Nacht erhellt: „: Jesus, der vom Tod er⸗ stand. 4. Einer hat den Zorn gestillt, Dessen Opfer ewig gilt, Der den Sündern jeder Frist Ein barmherzger Priester ist: ) Jesus, der gen Himmel fuhr. 92 5. Einer wohnt im Heiligtum Und vollendet Gottes Ruhm, Sammelt, heiligt und erbaut Seinen Tempel, seine Braut: Jesus, der vom Himmel kommt. 1 S. Preiswerk, 4 1871. 386. Banlich lieb hab ich dich, o Herr! Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern Mit deiner Hülf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, Nach Erd und Himmel frag ich nicht, Wenn ich nur dich kann haben; Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, So bist doch du mein Zuversicht, Mein Teil und meines Herzens Trost, Der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, Mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, In Schanden laß mich nimmer⸗ mehr. 264 2. Es ist ja dein I. 3ab 9 5 Mein Leib und Seel und 9908 ö ich hab In diesem armen Leben; Damit ichs brauch zum Lobe dein, Zum Nutz und Dienst des Näch⸗ sten mein, Wollst mir dein Gnade geben. Behütmich, Herr, vorfalscherLehr, Des Satans Mord und Lügen wehr; In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, Tröst mir mein Seel in Todes⸗ not. 3. Ach Herr, laß deine Engelein Am letzten End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen, Den Leib in seinem Kämmerlein Gar sanft ohn einge Qual und Pein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud, o Gottes Sohn, Mein Heiland und mein Gnaden⸗ thron! Herr Jesu Christ, Erhöre mich, erhöre mich, Ich will dich preisen 45 02. M. Schalling, 4 1608. 387. Mel. Es ist genug. Ich habe gnug, mein Herr ist Jesus Christ, Ich weiß von keinem mehr; Heiligung. Der sorget nicht so sehr. Ich will ganz meinem Gott an⸗ hangen Und nicht mehr nach der Welt verlangen, 3 So hab ich gnug. 2. Ich habe gnug, ich bin der Sorgen los Und kränke nicht das Herz; Ich bin vergnügt und sitz in Gottes Schoß, Der lindert allen Schmerz; Ich sorge nicht mehr für mein Leben, Der Höchste kann mir alles geben, ,: Ich habe gnug. 3. Ich habe gnug, Gott, der die Vögel speist Und alle Welt ernährt, Gott, der das Gras und Blumen wachsen heißt Und ihnen Schmuck beschert, Der wird auch meinen Leib er⸗ nähren, Nahrung und Kleider mir be⸗ scheren, Ich habe gnug. 4. Ich habe gnug und sorge für den Geist, Das andre fällt mir zu; Nur Gottes Reich, das Jesus suchen heißt, Das gibt mir wahre Ruh; Ichtrachte nur, des Vaters Willen In Kraft des Geistes zu erfüllen: ·: Drum hab ich gnug. 5. Ich habe gnug; ich lieg an esu Brust, Da schwindet aller Schmerz. Was will ich mehr? Dort find Wer nur sein Knecht und treuer Jünger ist, Dort stillt sich ganz mein Herz; ich Himmelslust, Heiligung. 265 Den Himmel hab ich schon auf Damit ich ganz in dich mich senk. Erden, Ich wünsch in mir ganz zu ver⸗ Was wird in jener Welt erst schwinden, werden! Um dich vollkommener zu finden, Ich habe gnug. Du süße Lieb und höchstes Gutl Halle 1714. Werd ich mich recht in—1 ver⸗ ieren, So wirst du Kräfteinmich führen, 388. Daß ich dich lieb mit heißer Glut. Mel. Wie wohl ist mir o Freund 4. Ich hange nicht an deinen der Seelen. Gaben, will dichimmertreuer lieben, Dich, Jesu, such ich ganz allein; 3 Mein Heiland, gib mir Kraft Soll ich nichts mehr zu Hapen, dazu. ö. haben, 10 8 ͤ— Ich will auch so zufrieden sein. W uchen Unntriebrn Vertausch den Trieb nach eitlen NunschenkstdumirdiewahreRuh,„Freuden Die Ruh, mit der nichts zu bere Mit derBereitschaft, stillzuleiden, gleichen, Und mach in allem mich getreu. Der alle Königskronen weichen, Nimm hin mein Wollen, Denken, Die uns den Himmel offen zeigt.* Rirhen Ach daß ich ganz in Lieb zerflösse Mein eignes Laufen, Wirken, Vor deiner Liebe Wundergröße, 29— Tichten, Die alles Wissen übersteigt! Daßnichts denn dumehrübrigsei. 2. Wie freundlich hast du mich 5. Mir ist am seligsten geraten, 0 5 gezogen, Wenn ich aus eigner Wahl nichts WiegingmirdeinErbarmennach!. tu. Ichfloh dich, derdumichbewogen, Einandrer sinn auf große Taten; UndrangnachTodundüngemach. Mein Geist erblicket eine Ruh, Du aber nahmst ohn mein Ver⸗ Worin er bleibend dasvollführet, langen Was von des Geistes Trieben n deiner Liebe mi efangen rühret, And offenbaretest dich mir. Und das heißt recht in Gottgetan. Nimm, Seelenfreund, für diese Omischte sich doch in mein Lieben Treue Nichts mehr von meinen eignen Mein ganzes Herz, das ich dir——.—⁰ Trieben, Kanhe Weihe, So fing ich recht zu lieben an! Entreiß mirs doch und 130 es 6. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, r. Daß meine Liebe treuer werd? 3. O lehre mich, mich ganz ver⸗Ach ja, dein Herze steht noch offen gessen, Dem, welcher ernstlich Hülf be⸗ Damit ich nur an dich gedenk: gehrt. Lehr mich nach dir nur alles Ich flieh zum Reichtum deiner messen, Güte, ö 266 Heiligung. Durchleuchte du, Herr, mein Ge⸗ müte, Daß ich, was du nicht selber bist, Erkenn und haß und dämpf und töte; So schau ichnach der Morgenröte, Wie hell die Sonne selber ist. J. A. Flessa, 4 1776. 389. Ichwill dichlieben, meine Stärke, Ichwill dichlieben, meineZier, Ich will dichliebenmitdem Werke Und immerwährender Begier; Ichwilldichlieben, schönstesLicht, Bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund, Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz be— scheint, Ich will dich lieben, Gotteslamm, Als meinen Bräutigam. 3.Ach daß ich dichsospät erkennet, Du hochgelobter Heiland du, Und dichnicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruhl Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war ver⸗ blendet, Ich suchtedich und fand dich nicht, Ich hatte mich von dir gewendet Und liebte das geschaffne Licht; Nun aber ists durch dich geschehn, Daß ich dich hab ersehn. 5.Ich danke dir, duwahreSonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht, Ich danke dir, du ĩhimmelswonne, Daß du mich froh und frei ge⸗ macht, Ich danke dir, du süßer Mund, Daß du mich machst gesund. 6.ErhaltemichaufdeinenStegen Und laßmichnicht mehr irre gehn, Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln oder stille stehn; Erleuchte Leib und Seele ganz, Du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott, Ich will dich lieben sonder Lohne Auch in der allergrößten Not; Ich will dichlieben, schönstesvicht, Bis mir das Herze bricht. J. Scheffler, + 1677. 390. Mel. Jesu meines Lebens Leben. Joh. 10, 14. 27. Jesu, frommer Menschenherden Guter und getreuer Hirt, Laß mich auch dein Schäflein. werden, Das deinStabund Stimmeführt. Ach du hast aus Lieb dein Leben Für die Schafe hingegeben, Und du gabst es auch für mich: Laß mich wieder lieben dich. 2. Herden ihre Hirten lieben, Und ein Hirt liebt seine Herd: Laß uns auch so Liebe üben, Du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb hernieder, Soll dir meine schallen wieder; Wenn du rufst: Ich liebe dich, Ruft mein Herz: Dich liebe ich. 3. Schafe ihren Hirten kennen, Dem sie auch sind wohlbekannt: Heiligung. Laßmich auch fürdichentbrennen, Wie du bist für mich entbrannt. Als des argen Wolfes Rachen Mich zur Beute wollte machen, Riefest du: Ich kenne dich; Ich auch rief: Dich kenne ich. 4. Herden ihre Hirten hören, Folgen ihrer Stimm allein; Hirten sich zur Herde kehren, Wenn sie rufen groß und klein; Wenn du rufest, laß mich eilen, Wenn du dräuest, nicht verweilen, Laß mich horchen stets auf dich,‚ Jesu, höre du auch mich. 5. Höre, Jesu, und erhöre Meine, deinesSchäfleins, Stimm; Mich auch zu dir schreien lehre, WennsichnahtdesWolfesGrimm; Laß mein Schreien dir gefallen, Deinen Trost herniederschallen, Wenn ich bete, höre mich; Jesu, sprich: Ich höre dich. 6. Höre, Jesu, und erhöre, Wenn ich ruf, anklopf und schrei, Jesu, dich von mir nicht kehre, Steh mir bald in Gnaden bei. Ja du hörst; in deinem Namen Ist ja alles Ja und Amen. Nun ich glaub und fühle schon Deinen Trost, o Gottes Sohn! S. v. Birken, 4 1681. 391. Jesu, komm doch selbst zu mir Und verbleibe für und für; Komm doch, werter Seelenfreund, Liebster, den mein Herze meint! 2. Tausendmal begehr ich dich, Weil sonst nichts vergnüget mich. Tausendmal schrei ich zu dir: Jesu, Jesu, komm zu mir! 267 3. Keine Lust ist auf der Welt, Die mein Herz zufriedenstellt. Jesu, nur dein Beimirsein Nenn ich meine Lust allein. 4. Aller Engel Glanz und Pracht Und was ihnen Freude macht, Ist mir, süße Seelenfreud, Ohne dich nur Herzeleid. 5. Nimm nur alles von mir hin, Ich verändre nicht den Sinn. Du, o Jesu, mußt allein Ewig meine Freude sein. 6. Keinem andern sag ich zu, Daß ich ihm mein Herz auftu; Dich alleine laß ich ein, Dich alleine nenn ich mein. 7. O so komm denn in mein Herz Und vermindre meinen Schmerz; Denn ich schreie für und für: Jesu, Jesu, komm zu mir! 8. Nun, ich warte mit Geduld, Bitte nur um diese Huld, Daß du in der Todespein Wollst mein Trost, o Jesu, sein! ö J. Scheffler, 4 1677. 392. Jasu, meine Freude, hMeines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, Ach wie lang, ach lange Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dirl! Du bist mein, und ich bin dein, Außer dir soll mir auf Erden Nichts sonst lieber werden. 2. Unter deinem Schirmen Bin ich vor den Stürmen Aller Feinde frei: Laß von Ungewittern Rings die Welt erzittern, Mir steht Jesus bei. Ob die Welt in Trümmer fällt, Ob gleich ünd undHölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, Trotz dem Todesrachen, Trotz der Furcht dazul! Tobe, Welt, und springe, Ich steh hier und singe In gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht: ErdundAbgrundmuß sichscheuen, Ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schätzen, Du bist mein Ergötzen, Jesu, meine Lust! Weg, ihr eitlen Ehren, Ich mag euch nicht hören, Bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod, Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen, Mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden, Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht! Gute Nacht, du Stolz und Pracht, Dir sei ganz, du Sündenleben, Gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Lauter Segen sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, Dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. J. Franck, 4 1677. Heiligung. 393. Mel. Nun komm der Heiden Heiland. Jesus ist mein Freudenlicht, Wenn er hell in mir anbricht, Meiner Seele Ruhestatt, Wenn sie keine Kraft mehr hat. 2. Jesus ist mein starker Held; Wenn der Teufel mich anfällt, Und die Sünde groß sich macht, Ich ihr Trotzen ganz veracht. 3. Ach mein Jesu, laß mich dir Sein verpfändet für und für, Laß mich Armen dir allein In der Lieb ergeben sein! 4. Alle, die ihr Jesum sucht, Kommt, genießet seine Frucht, Die Leib, Geist und Seel er⸗ quickt, Euch zum Siegen macht geschickt. 5. Herzensjesu, Siegesfürst, Meine Seele nach dir dürst; Jeden Feind in mir besieg, ö Daß ich nicht im Kampf erlieg. 6. Nach dem Siegen nimm mich au Zu dem auserwählten Hauf, Da du mir den Gnadenlohn Geben wirst, o Gottes Sohn! 7. Auf, ihr überwinder, seht, Jesus euch entgegengeht, Um für wenig Schmach und Hohn Zu verleihn die Ehrenkron. 8. Hallelujah, Gloria! Auf, des Herren Tag ist nah, Wachet, haltet euch bereit! Jetzt kommt die Erquickungszeit. G. Arnold, 4 1714. 5289¶8885898 5SN&A—.—— m—ehn„ANN- IXXNN Heiligung. 394. Mel. Jesu meines Lebens Leben. Jesus schwebt mir in Gedanken, Jesus liegt mir stets im Sinn; Von ihm will ichnimmerwanken, Weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, Meines Herzens höchste Freude, Meiner Seele schönste Zier, Jesum lieb ich für und für. 2. Jesus funkelt mir im Herzen Wie ein güldnes Sternelein; Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, Er ist mein, und ich bin sein. Drum ergreif ichihn mit Freuden, Wennichsoll von hinnen scheiden. Er ist meines Lebens Licht, Jesum laß ich von mir nicht. 3. Jesu habe ich geschworen, Da ich von den Sünden rein Und von neuem ward geboren In der heilgen Taufe mein. Ihm willichsauch treulich halten, Ihn in allem lassen walten, Es sei Leben oder Tod; Jesus hilft aus aller Not. 4. Jesum will ich bei mir haben, Wenn ich gehe aus und einz Seines Geistes Trost und Gaben Ruhn in meines Herzens Schrein; Ja wenn ich zu Bette gehe Oder wiederum aufstehe, Bleibt doch Jesus früh und spat Meiner Seelen Schutz und Rat. 5. Jesum will ich lassen raten, Der am besten raten kann; Er gesegne meine Taten, Die ich fröhlich fange an, Daß in seinem teuern Namen Alles glücklich sei und Amen: 269 So wird alles werden gut, Wenn nur Jesus Hülfe tut. 6. Jesus, meiner Jugend Leiter, Der regieret meinen Sinn, Wird auchseinmeinTTrostbereiter, Wenn ich alt und kraftlos bin; Krümmen dannsichmeine Glieder, Geht die Lebenssonne nieder, Wird verdunkelt mein Gesicht, Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll in allem Leiden Mein getreuer Beistand sein; Nichts, nichts soll mich von ihm scheiden, Es soll keine Herzenspein, Keine Trübsal, keine Schmerzen Reißen ihn aus meinem Herzen; Ob mir gleich mein Herz zerbricht, Laß ich dennoch Jesum nicht. 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein Und mit Jesu dorten erben, Dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, Nichts, nichts soll mich von ihm treiben: Laß ich gleich Gut, Blut und Ehr, Jesum dennoch nimmermehr. Wesel 1692. 395. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. Cebst du in mir, o wahres Leben, So sterb in mir, was du nicht bist; Ein Blick von dir kann Beßres geben, Als was der Welt das Beste ist. O Jesu, du sollst mein verbleiben, Nichts soll mich von der Liebe ö treiben, Die du mir zugesaget hast; Mel. 270 Heiligung. O süße Wonne, die mich tränket, Du bist des Glaubens fester Wenn sich die Seel in dich ver⸗ Grund. senket, Wenn sich die Zweifelsstunden Und deine Gnade mich umfaßt! ö 2. Herz, das in Liebesglut ge⸗ storben, Ach laß mein Herz in Flammen stehn! Entzünd ein Herz, das du er⸗ worben, Und laß darinnen untergehn, Was du nicht bist, o mein Ver⸗ gnügen; Laß mich in deiner Liebe siegen, Ja siege du nur selbst in mir: So werdichfröhlichtriumphieren, So wird dein Todessieg mich zie⸗ ren, So leb und leid und sterb ich dir. 3. Zünd auch in mir die Liebes⸗ flammen Zum Dienste deiner Glieder an: Bind mich und ihre Not zusam⸗ men, Damit ich mich versichern kann, Ich sei also wie du gesinnet, Wenn mein Geist die Gestalt ge⸗ winnet, Die deinem Geist recht ähnlich ist: So werd ich Freund und Feinde lieben, So wird ihr Kummer mich be⸗ trüben, Wie du mir vorgegangen bist. 4. Gib mir des Glaubens Licht und Kräfte, Damit er wahre Früchte treibt; Mach mich zur Rebe voller Säfte, Die fest an dir, dem Weinstock, bleibt; Du bist der Fels, auf den ich baue, Du bist mein Heiland, dem ich traue, finden, So laß die Hülfe nicht verschwin⸗ den Und mach den kranken Geist ge⸗ sund. 5. Hilf, daß die Hoffnung nicht erlieget, Und daß dein Kreuz ihr Anker ist; Gib, daß sie alle Angst besieget Durch dich, der du mein alles bist. Die Welt mag auf das Eitle bauen, Ich aber will auf dichnurschauen, O Jesu, meiner Hoffnung Licht; Ich will dich stets in Lieb um⸗ fassen, Dich, der du mich nicht wirst ver⸗ lassen, Denn deine Liebe wanket nicht. 6. Willst du mich noch im Leben wissen, So leb ich, weil es dir beliebt; Werd ich vom Tode hingerissen, So bin ich gleichfalls nicht be⸗ trübt. Dein Leben laß stets in mir leben, Dein Sterben laß mir Stärke geben, Wenn nun die lletzte Not erscheint. Ich will dir meinen Willen schen⸗ ken, Ich willimTod und Lebendenken, Daß du es gut mit mir gemeint. O Jesu, hör, was ich gebeten, Und gib, wonach die Seele dürst; Vergönne mir, zu dir zu treten, Damit du ganz mein eigen wirst. Ach hilf mir streiten, kämpfen, ringen, Hilf mir den Lauf durch dich voll⸗ bringen RNI SIUN Heiligung. 271 Und stärk mich durch dein teures Blutl Wenn ich dich nur im Herzen habe Und mich an dir, o Jesu, labe, So ist mein Tod und Leben gut. Ph. B. Sinold v. Schütz, 4 1742. 396. Meinen Jesum laß ich nicht; Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht, Nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zuversicht, Was ich bin und hab, ergeben; Alles ist auf ihn gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen wei⸗ Laß das letzte Tageslicht Wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht Unsrer Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Him⸗ mel nicht Meine Seele seufzt und sehnet, 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh ihm ewig an der Seiten; Christus läßt mich für und für Zu dem Lebensbächlein leiten; Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. Chr. Keymann, 4 1662. 397. Mel. Ach Gott und Herr. Mein Freund ist mein, Und ich bin sein, Ihm hab ich mich ergeben. In Glück und Freud Bin ich bereit, Dir, Jesu, stets zu leben. 2. Ich glaub an dich, An dir hang ich Und will dich auch nicht lassen, Bis du mich wirst, O Lebensfürst, Mit deiner Gnad umfassen. 3. Mir zum Gewinn Mich auf dieser Welt erreichen; Gabst du dich hin; Dein Todesangst und Sterben Hat mich versöhnt, Ja gar gekrönt Zu einem Himmelserben. 4. Die Kreuzeslast, Die du hier hast Für mich auf dich genommen, Macht mich befreit Von allem Leid, Das sonst auf mich gekommen. 5. Nun werd ich gleich In deinem Reich Jesum sucht sie und sein Licht, Den frohen Engeln werden Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich frei macht vom Gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. Und sicher sein Von aller Pein, Von dieser Welt Beschwerden. 272 Heiligung. 6. Trotz sei dem Tod Und aller Not! Von dir kann mich nichts wenden, Weil ich forthin Verwahret bin In deinen treuen Händen. 7. Trotz aller Weltl Hier ist der Held, Der für mich ist gestorben; Dadurch er hat Die güldne Stadt Des Himmels mir erworben. 8. Herr Jesu Christ, Allein du bist Mein höchster Schatz auf Erden. Ach laß mich nicht, Mein Lebenslicht, Von dir geschieden werden! 9. Denn du bist mein, Und ich bin dein, Dir hab ich mich ergeben In Glück und Freud, In Kreuz und Leid, Im Sterben und im Leben. Anna Sophie v. Hessen, 4 1683. 398. Mein Salomo, dein freund⸗ liches Regieren Stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze kehrt, Die alle Welt mir nicht ver⸗ schaffen kann. Schau an die Welt, schau ihren Reichtum an; Er kann ja nicht die müden See⸗ len laben: Mein Jesus kanns; er tuts im Uberfluß, WennalleWeltzurückestehen muß. 3. O Seelenfreund, wie wohl ist dem Gemüte, Das im Gesetz sich so ermüdet hat Und nun zu dir, dem Seelen⸗ — leben, naht Und schmeckt in dir die wunder⸗ süße Güte, Die alle Angst, die alle Not ver⸗ schlingt Und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt! 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen Mein armes Herz so sänftiglich durchgehn, So wird in mir ein reines Licht ö entstehn, Durch das ich kann das Vater⸗ herz erreichen, In dem man nichts als nur Ver⸗ gebung spürt, Da eine Gnadenflut zur andern führt. 0 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, So läßt sich bald dein Friedens⸗ Je mehr es Kraft und Seligkeit geist verspüren: enießt, 9eme Dein Gnadenblick zerschmelzet Daßes dabeider Eitelkeitvergißt, meinen Sinn Die sonst den Geist gedämpfet und beschweret; Je mehr das Herz des Vaters Liebe schmeckt, 2. Gewiß, mein Freund gibt Je mehr wird es zur Heiligkeit solche edle Gaben, Und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. erweckt. S ⏑HV9 Heiligung. 273 6. Der Gnadenquell, der in der Seele fließet, Der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, So in das Meer des Lebens quillt hinein Und Lebensströme wieder von sich gießet: Behält in dir dies Wasser seinen Lauf, So geht in dir die Frucht des Geistes auf. 7. Wenn sich in dir des Herren Klarheit spiegelt, Die Freundlichkeit aus seinem Angesicht, So wird dadurch das Leben an⸗ gericht; Die Heimlichkeit der Weisheit wird entsiegelt, Ja selbst dein Herz in solches Bild verklärt Und alle Kraft der Sünden ab⸗ gekehrt. 8. Was dem Gesetz unmöglich war zu geben, Das bringt alsdann die Gnade selbst herfür: Sie wirket Lust zur Heiligkeit in dir Und ändert nach und nach dein ganzes Leben, Indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt Und mit Geduld und Langmut dich regiert. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! Besuche mich, mein Aufgang aus der Höh, Daß ich das Licht in deinem Lichte seh. Und könne ganz auf deine Gnade trauen! Kein Fehler sei so groß undschwer in mir, Der mich von solchem Blick der Liebe führ. 10. Wenn meine Schuld mich vor dir niederschläget Und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft, Wenn das Gesetz mit meinem Glauben kämpft Und lauter Angst und Furcht in mir erreget: So laß mich doch dein Vater⸗ herze sehn Und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen: Du selbst sollst mir mein ewger Friede sein; Ich hülle mich in deine Gnade ein, Mein Element ist einzig dein Er⸗ barmen; Und weil du mir mein ein und alles bist, So ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Chr. Fr. Richter, 4 1711. 399. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. UD Jesu, Jesu, Gottes Sohn, Mein Bruder und mein Gnaden⸗ thron, Du meine Freud und Wonne, Du weißt es, daß ich rede wahr, Vor dir ist alles sonnenklar Und klarer als die Sonne. Herzlich Lieb ich Mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden Kann und mag mir lieber werden. S Heiligung. 2. Dies ist mein Schmerz, dies Es läßt sich nicht beschreiben, kränket mich, Was denen dort für Herrlichkeit Daß ich nicht gnug kann lieben Bei dir und von dir ist bereit, dich, Die in der Liebe bleiben. Wie ich dich lieben wollte. Gründlich Ich werd von Tag zu Tag ent⸗ Läßt sich zündt; Nicht erreichen, noch vergleichen Je mehr ich lieb, je mehr ich find, Erdenschätzen Har dich lieben sollte. Das, was uns dort wird ergötzen. on dir i 6. Drum laß ich billig dies allein, Laß mir O Jesu, meine Sorge sein, Deine Güte ins Gemüte Rehen Daß ich dich herzlich liebe 4K. ießen, Daß ich in dem, was dir gefällt So wird sich die Lieb ergießen. und utt dein klares Wort ver⸗ 3. Durch deine Kraft treff ich i meldt, das Ziel, Aus Liebe mich stets übe; Daß ich, so viel ich soll und will, Bis ich Dich allzeit lieben möge. Endlich Nichts aufderganzen weitenWelt, Werdabscheiden undmit Freuden Pracht, Wolluͤst, Ehre, Gut und 4 zu dir kommen, Geld, Aller Trübsal ganz entnommen. Wenn ich es recht erwäge,. Da werd ich deine Freund⸗ Kann mich lichkeit, Ohn dich Die schon auf Erden mich erfreut, Gnugsam laben; ich muß haben In reiner Liebe schmecten 2• 65.4 reine Liebe, Und sehn dein liebreich Angesicht Die tröst, wenn ich mich betrübe. Mit unverwandtem Augenlicht 4. Denn wer dich liebt, den Ohn alle Furcht und Schrecken. liebest du,‚ Zerd ich Schaffst seinem Herzen Frieg uh; Sein Ganichet und geschmücket Erfreuest sein Gewissen; 9 vor dem Throne Es geh ihm wie es woll auf Erd, Mit der schönen Himmelskrone. Wenn ihn gleich ganz das Kreuz J. Heermann, 1 1647. 400. verzehrt, Mel. Valet will ich dir geben. Soll er doch dein genießen, Ewig Selig 0 701 LY. Nach dem Leide—H— Freude Schat über alle Schätze, An wird er finden; SJesu, liebster Schatz Alles Trauernmuß verschwinden. An dem ich mich ergötze 5. Kein Ohr hat dies jemals Hier hab ich einen Platz gehört, In meinem treuen Herzen Kein Mensch gesehen noch gelehrt,. Dir, Schönster, zugeteilt, SSSFRRnn ůIxIASEy„e —eE Heiligung. 27⁵ Weil du mit deinen Schmerzen Mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach Freude meiner Freuden, Du wahres Himmelsbrot, Damit ich mich kann weiden, Das meine Seelennot Ganz kräftiglich kann stillen Und in der Leidenszeit Mich reichlich kann erfüllen Mit Trost und Freudigkeit! 3. Laß, Jesu, mich erblicken Dein freundlich Angesicht, Mein Herze zu erquicken, Komm, komm, mein Freudenlicht; Denn ohne dich zu leben, Ist lauter Herzeleid, Vor deinen Augen schweben Ist wahre Seligkeit. 4. Es bleibt mein Herz ergeben Dir immer für und für, Zu sterben und zu leben, Und will getrost mit dir Das schwerste Kreuz erleiden, Es soll mich keine Pein Von deiner Liebe scheiden, Noch mir beschwerlich sein. 5. O Herrlichkeit der Erden, Dich mag und will ich nicht; MeinGeist willhimmlischwerden Und ist dahin gericht, Wo Jesus wird geschauet; Da sehn ich mich hinein, Wo Jesus Hütten bauet, Denn dort ist gut zu sein. 6. Nun, Jesu, mein Verlangen, So komm und wohn in mir; Laß fest an dir mich hangen, Komm, meiner Seele Zier, Und setze mich aus Gnaden In deine Freudenstadt: So kann mir niemand schaden, So bin ich reich und satt. S. Liscov, 4 1689. 401. Seelenbräutigam, Jesu, Gottes Lamm, Habe Dank für deine Liebe, Die mich zieht aus reinem Triebe Von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut Stärket Mut und Blut; Wenndufreundlichmichanblickest Und an deine Brust mich drückest, Macht mich wohlgemut Deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, Du bist darum Mensch geboren, Zu ersetzen, was verloren, Durch dein Blut so rot, Wahrer Mensch und Gott! 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht; Salbe mich mit Freudenöle, Daß hinfort in meiner Seele Ja verlösche nicht Meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir Bleiben für und für; Deine Liebe will ich ehren Und in ihr dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, Deine Liebesflamm Mich ernähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht versehre Ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst, Wie hast du gedürst Nach der MenschenHeilundLeben Und dich in den Tod gegeben, S2 * 276 Da du riefst: Mich dürst, Großer Friedefürstl 8. Deinen Frieden gib Aus so großer Lieb Uns, den Deinen, die dich kennen Und nach dirsich Christen nennen; Denen Du bist lieb, Deinen Frieden gibl! 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um lebendiges Vertrauen, Derwird baldempfindlichschauen, Daß niemand verdirbt, Der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, Du mein ganzes Ich: Ich will nimmermehr dich lassen, Sondern gläubig dich umfassen, Weil im Glauben ich Nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, Wird dein Friedensgruß Meine Tränen auch begleiten Und zu deinen Wunden leiten, Daß mein Tränenfluß Sich bald stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu Wiederum erfreu, Ists zugleich auch deine Freude, Bis ich dort auf deiner Weide Ewiglich aufs neu Mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenkron; Hier im Hoffen und im Glauben, Dort im Haben und im Schauen; Denn die Ehrenkron Folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde Heiligung. Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, Als dein Eigentum Will ich durch dies Leben wallen Dir zur Ehr und Wohlgefallen, Ich dein Eigentum, Du mein Preis und Ruhm! A. Drese, 4 1701. 402. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Such, wer da will, ein ander Ziel, Die Seligkeit zu finden: MeinHerz allein bedacht soll sein, Auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar, Sein heilger Mund hat Kraft und Grund, All Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, Die uns doch nichts erworben: Hierist der Mann, der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn 19 teil, Uns machtgerecht dertreueůKnecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, Die ihr das Heil begehret; Er ist der Herr, und keiner mehr, Der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Her⸗ zensgrund, Sucht ihn allein, denn wohl Rem ein Dem, der ihn herzlich ehret. n „ Heiligung. 277 4. MeinHerzenskron, mein Freu⸗ densonn Sollst du, Herr Jesu, bleiben; Laß mich doch nicht von deinem Licht Durch Eitelkeit vertreiben; Bleib du mein Preis, dein Wort mich speis', Bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, An dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, Laß mich im Kreuz nicht zagen; Weich nicht von mir, mein Hhter ier, Hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid, Hilf, daß ich mag nach dieserKlag Dir ewig dort Lob sagen. G. Weissel, + 1635. 403. Mel. Seelenbräutigam. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Unter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruhl 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Not Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Not Hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit, Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket Und in unser Fleisch versenket In der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld, Tod, Sünd, Höll und Welt Hast du mächtig überwunden Und ein ewges Heil erfunden Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Prophet, Deinen Scepter will ich küssen, Mit Maria dir zu Füßen Sitzen früh und spät, Höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm Als dein Eigentum Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigentum, Allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, Deiner Demut Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn noch Stolzsich rege; Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ichnichtmög von dir wanken, Sondern bleibe in den Schranken; Sei du mein Gewinn, Gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortsetze, Und mich nicht in seinem Netze Satan halte auf; Fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb In die Seele gib, Daß ich wachen mög und beten, Freudig vor dein Antlitz treten; Ungefärbte Lieb In die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will desHerzensSchiffleindecken, Wollst du deine Hand ausstrecken; Habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 12. Einen Heldenmut, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gib mir, höchstes Gut, Durch dein teures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todestal begleiten Und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. J. A. Freylinghausen, 4 1739. 404. Mel. Mein Jesu dem die Seraphinen. Wie dank ichs, Heiland, deiner Liebe, Daß du, desHöchsteneingerSohn, Für mich aus gnadenvollem Triebe Verließest deinen Hdimmelsthron? Wie dank ichs deinem treuen Her⸗ zen, Daß du vom Tode mich befreit Und mir die ewge Seligkeit Erworben hast durch Todes⸗ schmerzen? 2. Du hast dich meiner ange⸗ nommen; Durch dich allein ist es geschehn, Daßichder Finsternis entkommen, Um in dein helles Licht zu sehn. Heiligung. Du hastmirköstliches Geschmeide, Das Kleid des Heiles, zugewandt, Mir mitgeteilt der Kindschaft Pfand, Des Geistes selgeRuhund Freude. 3. Doch wär es, daß mein Geist noch hinge Durch manche Fäden an der Welt, Und seinVerlangenworaufginge, Das dir, o Heilger, nicht gefällt: Ach wäre dies, o du mein Leben, So komm mit liebender Gewalt, Zerreiße diese Fäden bald; Dir sei mein Wille ganz ergeben. 4. Hier ist mein Herz und meine Seele, Ach nimm sie dir zu eigen hin, Daß sie dein Geist zum Tempel wähle Und walte fort und fort darin. Aus Liebe kamst du einst her⸗ nieder; Die Liebe, die dich zu uns zog UndMenschzuwerdendichbewog, Die zieh auch jetzt zu mir dich wieder. 5. Zerbrich, vernichte und zer⸗ malme, Was deinem Willen nicht gefällt; Ob mich dieWelt aneinemHalme, Ob sie an Ketten fest mich hält, Dasgiltja gleich in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geist, Der alles Eitle von sich weist, Und nur die lautre Liebe taugen. 6.IchhebemporzudirdieHände, Aufs neue sei dirs zugesagt: Ich will dich lieben sonder Ende, Für dich sei alles dran gewagt. Achlaß, oHerr, mir deinenNamen Und dasVerdienstvon deinerPein Im Herzen eingegraben sein, Solangichhiernochwalle! Amen. Nach N. L. Graf v. Zinzendorf, 41760. Heiligung. 279 .2 405. Wie schön leuchtet der Morgen⸗ 27 stern, Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn Aus Juda aufgegangen! Du Davids Sohn aus Jakobs Stamm, MeinKönigundmeinBräutigam, Du hast mein Herz umfangen, Lieblich, Freundlich, Schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, Uber alles hoch erhaben. 2. O meine Perle, werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, Du hochgeborner König! Mein Herz ist voll von deinem Ruhm, Dein süßes Evangelium Ist lauter Milch und Honig. Herr, dich Preis' ich, HosiannalHimmlisch Manna, das wir essen, Deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, Du Gottesglanz und Himmels⸗ schein, Die Flamme deiner Liebe Undstärkmich, daß ich ewig bleib, O Herr, ein Glied an deinem Leib, In frischem Lebenstriebe. Nach dir Wallt mir Mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet Dich, des Liebe mich entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, Wenn ich dein holdes Angesicht Seh freundlich auf mich blicken. O Jesu, du mein höchstes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicken. Nimm mich Freundlich In die Arme, Herr, erbarme dich in Gnaden: Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein star⸗ ker Held, Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet; Dein Sohn hat sich mit mir ver⸗ traut, Mein Herz auf ihn mit Freuden schaut, Was ists, das mich betrübet? Preis dir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben . mir dort oben; Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Sai⸗ tenklang Und laßt den süßesten Gesang Ganz freudenreich erschallen; Ich will mitmeinemFJesus Christ, Der mir mein ein und alles ist, In steter Liebe wallen. Singet, Klinget, Jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren, Groß ist der König der Ehrenk 7. Wie bin ich doch so herzlich roh, Daß mein Schatz ist das Aund O, Der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis Aufnehmen in das Paradeis, Des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, Weil ich sehnlich dein verlangel Ph. Nicolai, + 1608 406. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, Wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermut Höhlen. Und eile deinen Armen zu: Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wennmitsoangenehmen Freuden Die Liebestrahltaus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; Werwollte nichtvergnügetwerden, Der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen; Es sei also, ich trau ihr nicht, Wenn sie mir gleich will Lieb er⸗ weisen Bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; Du bist mein Freund, den ich er⸗ wähle, Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Unglücks⸗ wellen Mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last er⸗ drücken, Blitzt auf mich des Gesetzes Weh, Droht Straf und Hölle meinem Rücken, Heiligung. So steig ich gläubig in die Höh Und flieh in deine heilgen Wun⸗ den; Da habichschonden Ortgefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, Du bist mein Heil, wer will ver⸗ dammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzes⸗ wüsten, Ich folg und lehne mich auf dich; Du nährestaus denWolkenbrüsten Und labest aus dem Felsen mich; Ich traue deinen Wunderwegen, Sie enden sich in Lieb und Segen; Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren UndüberSonnundSterneführen, Den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, Mir nicht, weil Seele, Herz und Mut In dir, der du verlässest keinen, O allerliebstes Leben, ruht. Wen kann des Weges End er⸗ schrecken, Wenn er aus mördervollenHecken Gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden Aus dieser finstern Wildnis schei⸗ den Zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund 2013. der Seelen, So wohl, wenn ich mich 4dichi ich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, vergnügest mich. SSEES SESE (65 XXN 80 Heiligung. Laß solche Ruh in dem Gemüte, Nachdeinerunumschränkten Güte, Des Himmels süßen Wtieig, ein Weg, Welt, mit allen Schmeiche⸗ leien! Nichts kann, als Jesus mich er⸗ freuen. O reicher Trost: mein Freund ist mein! W. Chr. Deßler, + 1722. 407. Wollt ihr wissen, was mein Preis? Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigentum? Wollt ihrhören, wasmein Ruhm? : Jesus der Gekreuzigte.: 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erwecktdenMund? Wer trägt meine 9—00 und Schuld?ꝰ 28¹ Wer schafft mir des Vaters Huld? ,: Jesus der Gekreuzigte.:: 3. Wer ist meines Lebens Saft? Wer ist meines Geistes Kraft? Wer macht rein mich und gerecht? 32 Terre der Geiren⸗ ate „ Jesus der Gekreuzigte. 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn der Feind er⸗ bost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer verbindet meinen Schmerz? ,: Jesus der Gekreuzigte. 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wermachtmich denEngelngleich? ,: Jesus der Gekreuzigte. 6. Und so wißt ihr, was ichweiß: IhrwißtmeinenZweckundPreis. Glaubt, lebt, duldet, sterbet dem, Der uns Gott macht angenehm: ): Jesu dem Gekreuzigten. J. Chr. Schwedler, + 1730. Nächlstenliebe. 408. Mel. Mein Herzensjesu, meine Lust. Ach Jesu, gib mir sanften Mut, Nach deinem Wort zu leben; Ich bin ein Mensch von Fleisch und Blut Und sollte mich erheben Zu stolzer Rach und bösem Zorn? Wie darf ein Christ, ein guter Born, Solch bitter Wasser geben? 2. Ein Vater hat uns ja gemacht, Zu seines Hauses Kindern; Es hat ein Herr das Heil gebracht Uns sonst verlornen Sündern; Ein guter Geist uns auch regiert, Zu einem Erb uns alle führt, Wenn wirs nur nicht verhindern. 3. Wie kann ich doch als Gottes Kind Den schwachen Bruder hassen, Da mir so große Schuld und Sünd Von meinem Gott erlassen! Soll nicht mein Herz auch sein bereit, In rechter Lieb und Einigkeit Den Bruder zu umfassen? 4. Wir tragen ein gleich sanftes 0 2 Die wir uns Christen nennen: Wie dürften sich die Glieder doch An einem Leibe trennen? An Sanftmut, Lieb und Freund⸗ lichkeit Kann man den Christen allezeit Als Gottes Kind erkennen. 5. Wir haben alle Gottes Gnad In einem Herrn zu finden; Ein gnadenreiches Wasserbad Wäscht uns von allen Sünden; Ein Fleisch und Blut uns alle speist: Wie soll denn nicht ein Herz und Geist Uns allesamt verbinden? J. Maukisch, 1669. 409. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Du aller Menschen Vater, Du Helfer und Berater In allem, was uns drückt, Die Güter, die wir haben, Sind deiner Milde Gaben; Von dir kommt, was das Herz erquickt. 2. Du segnest deine Kinder Und trägest auch die Sünder Mit Langmut und Geduld; Zu ewgen Seligkeiten Willst du uns alle leiten; Wie groß, o Herr, ist deine Huld! 3. Voll Freundlichkeit und Milde Sei auch nach deinem Bilde Mein dir geweihtes Herz, Daß ich der Not der Armen Mich liebreich mög erbarmen Und williglindern ihrenSchmerz. Heiligung. 4. Hilf, daß ich freudig gebe, Mich wohlzutun bestrebe, So wie mein Heiland tat, Der Leid und Kummer stillte Und jedes Flehn erfüllte, Wenn ihn ein Armer gläubig bat. 5. Zum Fleiß in guten Werken Soll mich der Glaube stärken, Daß Wohltun dir gefällt. Wer seine Brüder liebet Und ihnen freudig gibet, Der säet für die künftge Welt. 6. O möcht ich reichlich säen! Nie wird die Saat vergehen, Die ich hier ausgestreut; Denn einst vor Gottes Throne Find ich zum Gnadenlohne Die Freuden einer Ewigkeit. Nach Ph. F. Hiller, 7 1769. 410. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. ö Ein wahrer Glaub das Herze stillt, Daraus ein schönes Brünnlein quillt, Die brüderliche Lieb genannt, Dabei ein Christ recht wird er⸗ kannt. 2. Christus sie selbst das Zeichen nennt, Dabei man seine Jünger kennt; In niemands Herz man sehen kann: AnwWerken wirderkannteinMann. 3. Die Lieb nimmt sich des Nächsten an, Sie hilft und dienet jedermann; Gutwillig ist sie allezeit, Sie lehrt, sie straft, sie gibt und leiht. Fe V IN Heiligung. 4. Wie Gott läßt scheinen seine Sonn UndregnenüberBös und Fromm, So solln wir nicht allein dem Freund Dienen, sondern auch unserm Feind. 5. Die Lieb ist freundlich, gü⸗ tiglich, Sie eifert nicht, noch blähet sich, Glaubt, hofft, verträgt alls mit Geduld, Verzeiht gutwillig alle Schuld. 6. Darum die Lieb das Vor⸗ nehmst ist, Darauf sich fleißen soll ein Christ; Gnug dem Gesetz nur Liebe tut, Dem Nächsten tut sie alles gut. 7. O Herr Christ, deck zu unsre Sünd Und solche Lieb in uns entzünd, Daß wir mit Lust dem Nächsten tun, Wie du uns tust, o Gottes Sohn! Nik. Hermann, + 1561. 411. Alles ist an Gottes Segen. 1. Kor. 16, 14. Ciebe, du der Gottheit Spiegel, Liebe, der Erlösung Siegel, Liebe, schönstes Himmels kind; Liebe, Königin der Gaben, Welche Gottes Kinder haben: Selig ist, wer dich gewinntl 2. Bald mit heiligem Entzücken, Bald mit tiefbeschämten Blicken Schaun wir dich, du heilig Bild! Weit sind wir von dir verirret, Neid und Haß hat uns verwirret, Wir sind rauh, und du bist mild. Mel. 283 3. Wir ein stetes Selbstverzehren, Du ein stetiges Ernähren, Dem es nie an Kraft gebricht; Wir versenkt in Feurgestalten, Die uns hart gefangen halten, Du ein wundersames Licht. 4. Hilf dem Geist zum Schöpfer dringen, In seinHerz hineinsichschwingen, Wo dein hoher Ursprung quillt, Der noch aller Erde Weiten, Ja den Lauf der Ewigkeiten Einst mit tausend Psalmen füllt. 5. Liebe, die im Gotteslamme Uns aus SündundHöllenflamme Mächtiglich herausgeliebt, Die uns Nahrung, die uns Hülle⸗ Nun aus Jesu Gottesfülle Reichlich zu genießen gibt; 6. Liebe, die für Gottes Kinder, Wie für noch verlorne Sünder Pflegerin und Freundin ist, Die auch in der Mörderhöhle Gleich des Samariters Ole Sich in unsre Wunden gießt: 7. Werde du in unserm Wallen. Unsers Herzens Wohlgefallen, Unsrer Seele Sonnenstrahl; Zeuch uns hin in deine Schule, Nimm vor Jesu Lehrerstuhle Uns in seine Jüngerzahll 8.Laßnach deinenheilgenLehren. Uns die Gaben andrer ehren: Gott verteilet frei sein Licht. Laß uns deinen Geist bewahren, Daß wir hoch einher nicht fahren, Denn die Liebe bläht sich nicht!l 9. Lehr uns unsre Kräfte messen, Unsre Schwachheit nie vergessen: Liebe will in Demut stehn. Worte, Sitten und Gebärden Laß durch dich gesänftigtwerden: Wahre Liebe kann nicht schmähn. 284 Heiligung. 10. Lehr uns andrer Tun er⸗ klären, 412. Nichts aufArgwohnfeindlichkeh⸗ Mel. Valet will ich dir geben. ren:. ¶ Liebe rückt nicht alles auf. é Nicht Opfer und nicht Gaben, Bei der Einfalt tiefen Schätzen Auch Ruhm und Ehre nicht, nommen, ö 3. Sie ist die höchste Zierde, Gottes Kinder endlich kommen Des Christentumes Kern, D In ihr freies Vaterland. rin gilt als 95 den Wentn Und Krone vor dem Herrn. 13.Liebe, lehr uns weislich deln Was hülfs, mit Engelzungen em Hoch reden ohne Herz? Und in der Gemeinde wandeln, Wen Liebe icht durchdrungen, Wie sichs ziemt in Gottes Haus! Der ist ein totes Erz. V Liebe, hilf uns auch die Bösen, ebeimntsp, oen„ V Die kein Schreckwortkannerlösen, 4. Geheimnisvolle Lehren V 0 Führen aus dem Tod heraus. Und starker Glaubenssinn Vi Dũi 1 ihy 45 och was sonst Menschen haben, ö Findet sie ihr ganz Ergötzen N M An der Wahrheit freiem Lauf. Befreit uns vom Gericht.* 9½ Nur Jesu Liebe bleibet, V 11. Beim Vergeben, Glauben, Sie ist von Ewigkeit; 2 * ö Hoffen Was außer ihr uns treibet, e Schaut sie schon als eingetroffen, Verschwindet mit der Zeit. E * ö Was die Zutunft erst enthüllt. 2. Sie gibt uns Kraft und Leben, 8 I Wessen sich die Liebe freuet, Reißt jeden Bann entzwei Was sie wünscht und prophezeiet, Lehrt helfen, trösten, geben, 2 Wird zumeist von Gott erfüllt. Macht 0 der Lüge Rac 12, Liebe löst die Geistesflügel, Sie muß gerecht uns machen Liebe sprengt die Seelenriegel, Und los von Sündenlust, A I Dringt durch jede Scheidewand: Zum Beten und zum Wachen Daß, dem Stückwerk ganz ent⸗ Bewegen unsre Brust. —i 7 — i; Stehn nicht bei Gott in Ehren, +* 14. Will ein Dunst aus Höllen⸗Wenn Liebe nicht darin.— + Iklüften Der treibt nur arm Geschwätze, 8 6 Unsrer Seelen Ruh vergiften, Der kalt und liebeleer 8 Oder droht uns andre Pein: Der größten Weisheit Schätze Dann führ uns, o Geist der Liebe, ege Has Darleget um si er. DurchsGericht, seis noch so trübe,„ 10 1 3 Königlich in Gott hinein u„Der Bater ist die Liebe, 09 Der Sohn ist Lieb allein; u 15. Laß, o Herr, an jedem Orte Des heilgen Geistes Triebe Uns auf deine Geistesworte Sind Liebe, heiß und rein. Als auf unsern Leitstern sehn: Das ist die Lebensquelle 1 „Lasset alle eure Dinge, Vom Vater und vom Sohn: V Iu d es große, seins geringe, Mach unsre Seelen helle, In der Liebe nur geschehnl“ Du Strom von Gottes Thron! K. F. Harttmann, 4 18ʃ15. J. Rothen, 4 1876. onl Heiligung. 413. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Matth. 25, 40. ◻Ul Christ, wenn Arme manches⸗ mal Vor deiner Türe stehn, Merk auf, ob nicht in ihrer Zahl Der Herr sei ungesehn. 2. Und wenn ihr matter Ruf so bang Erschallt zu dir herein, Horchauf, ob seinerstimmeͤKlang Nicht möchte drunter sein. 3. O nicht so fest und eng ver⸗ schließ Die Türen und das Herzl! Ach wer denHHeiland von sich stieß, Was träfe den für Schmerzl 4. Drum reiche mild der Liebe Zoll Dem Dürftigen hinaus Und öffne gern und mitleidsvoll Dem Flehenden dein Haus! 5. Denn ehe du dichs wirst ver⸗ sehn, Wird dein Herr Jesus Christ Herein zu deiner Türe gehn, Weil sie so gastlich ist. 6. Und ehe du ihn noch erkannt, Der arm erschien vor dir, Erhebt er seine heilge Hand Zum Segen für und für: 7. Zum Segen über deinen Tisch Und über all dein Gut Und über deine Kinder frisch Und deinen frohen Mut; 8. Zum Segen über deine Zeit, Die du hienieden gehst, Und über deine Ewigkeit, Wo du dort oben stehst. W. Hey, 4 1854. 285 414. Mel. Machs mit mir Gott nach deiner Güt. 1. Joh. 4, 20. So jemandspricht: IchliebeGott, Und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Gottes Wahrheit. Spott Und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich Den Nächsten liebe so wie mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat Und sieht die Brüder leiden Und macht den Hungrigen satt, att, Läßt Nackende nicht kleiden, Der übertritt die erste Pflicht: Er hat die Liebe Gottes nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht. Und gern sie schmähen höret, Sich freut, wenn sich sein Feind vergeht/ Und nichts zum Besten kehret, Nicht dem Verleumder wider⸗ spricht, Derliebtauch seinen Bruder nicht. 4. Werharret, bis, ihnanzuflehn, Ein Dürftger erst erscheinet, Nicht eilt dem Frommen beizu⸗ stehn, Der im Verborgnen weinet, Nicht gütig forscht, obs ihm ge⸗ bricht, Der liebt auch seinen Nächsten. nicht. 5. Wer andre, wenn er sie be⸗ schirmt, Mit Härt und Vorwurf quälet Und ohne Nachsicht sunt und ürmt, Sobald sein Nächster fehlet 286 Heiligung. Wie bleibt bei solchem Ungestüm Die Liebe Gottes wohl in ihm? 6. Wir haben einen Gott und Herrn, Sind eines Leibes Glieder; Drum dienedeinem Rächstengern, Denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich: Mein Rächsteristsein Kind wieich. 7. Ein Heil ist unser aller Gut, Wie sollt ich Brüder hassen, Die Gott durch seines Sohnes Blut So hoch erkaͤufen lassen? Daß er mich hat mit sich ver⸗ sühnt, Hab ich dies mehr als sie ver⸗ dient? 8. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, Du Herr von meinen Tagen; Ich aber sollte nicht Geduld Mit meinen Brüdern tragen, Dem nicht verzeihn, dem du ver⸗ gibst, Und dennichtlieben, den duliebst? 9. Was ich den Frommen hier getan, Den kleinsten auch von diesen, Das siehet mein Erlöser an, Als hätt ichs ihm erwiesen. Wie könnt ich Jesu Jünger sein Und ihn in Brüdernnicht erfreun? 10. Ein unerbittliches Gericht Wird über den ergehen, Der nicht barmherzig ist, der nicht Die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch dei⸗ nen Geist Ein Herz, das dich durch Liebe ö preist. 41⁵. Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. Vnter allen großen Gütern, Die uns Christus zugeteilt, Ist die Lieb in den Gemütern Wie ein Balsam, der sie heilt, Wieein Stern, derherrlich blinket, Wie ein Kleinod, dessen Preis Niemand zu benennen weiß, Wie die Schönheit, dieuns winket, Und die Lust, die jedermann Zwingen und vergnügen kann. 2. Liebe kann uns alles geben, Was auf ewig nützt und ziert, Und zum höchsten Stand erheben, Der die Seelen aufwärts führt; Menschen- oder Engelzungen, Wo sich keine Liebe findt, Wie beredt sie sonsten sind, Wie beherzt sie angedrungen, Sind ein flüchtiger Gesang, Sind ein Erz⸗ und Schellenklang. 3. Was ich von der Weisheit höre, Der Erkenntnis tiefer Blick, Die geheimnisvolle Lehre Und des Glaubens Meisterstück, So der Berge Grund versetzet, Was sich sonst in uns verklärt: Das verlieret seinen Wert, Alles wird für nichts geschätzet, Wenn sich nicht dabei der Geist, Der die Liebe wirkt, erweist. 4. Hätt ich alle meine Habe Mild den Armen zugewandt, Opfert ich mich selbst dem Grabe, Scheut ich nicht der Flammen Brand, Gäb ich meinen Leib auf Erden Ihnen zu verzehren hin Und behielte meinen Sinn: Chr. F. Gellert, 3 1769. Würd ich doch nicht besser werden, —I 2 SMWEENGO RN—2— 7jDDn F Heiligung. 287 Bis mich wahre Lieb erfüllt, Dann laß uns dein gedenken, Die aus Gottes Herzen quillt. O Heiland Jesu Christ; 5. Glaubenssieg Daß uicht in üns erdane blüte Der böse Geist der Rache Stärken uns in dieser Welt, Und sündger Groll und Trutz Bis das irdische Gebiete 5 Und der Schöpfungsbau zerfällt: 2. Das Herz ist leicht erschüttert, Nur der Liebe weite Grenzen Und wogend wallt das Blut; Strecken sich in Ewigkeit; Der Sinn ist leicht verbittert/ Alle, welche sie bekleidt, Und trotzig ist der Mut; Werden unaufhörlich glänzen; Schnell reißt der Zorn uns fort, Glaub und Hoffnungbleihenhier, Und aus empörtem Grunde Liebe währet für und für. Drängt nach dem stolzen Munde Sich grollend Wort um Wort. 6. O du Geist der reinen Liebe, ö Der von Gott du gehest aus, 3. Ach Herr, laß vor uns stehen Laß mich spüren deine Triebe, Dein bleiches, blutges Haupt, Komm in meines Herzens Haus! Wenn der Verleumder Schmähen Alles, was sich selbst nur suchet. Uns frech die Ehre raubt. Es nicht gut mit andern meint, Wie blickest du so mild Seiens Feinde oder Freund, Und betest noch im Sterben Laß mich halten als verfluchet; Für die, so dich verderben, Lenke meinen ganzen Sinn, Und deckst sie als ein Schild. Geist der Lieb, zur Liebe hin. 4. Zieh ein, du Fürst der Liebe, E. Lange, + 1727. Zieh ein in unsre Brust Und heilge unsre Triebe Und tilg die böse Lust, 416. Ger wir, wie Gott es will, ern unserm Feind vergeben Mel. Bon Gott will ich nicht lassen. Und in 9. Libe leben geber Wenn uns die Feinde kränken, Geduldig, sanft und still. Und uns ein Freund vergißt, J. Sturm, 4 1896. D. Kampf und Sieg. 417 Wer nicht will streiten, trägt die — Kron Mel. Machs mit mir Gott nach Des ewgen Lebens nicht davon. 398 2. Der Teufel kommt mit seiner Auf, Christenmensch, auf, auf List, zum Streit, DieWeltmitPrachtundPrangen, Auf, auf zum überwindenl Das Fleisch mit Wollust, wo du In dieser Welt, in dieser Zeit bist, Ist keine Ruh zu finden. Zu fälln dich und zu fangen. 288 Heiligung. Streitst du nicht wie ein tapfrer 8. Wer überwindt, soll auf dem Held, Thron So bist du hin und schon gefällt. Mit Christo Jesu sitzen, = 2. 15 3. Gedenke daß du zu der Fahn ö oll glänzen wie ein Got essohn Und wie die Sonne blitzen, Des Feldherrn hast geschworen, 437. Gedenke, daß du als ein Mann Hauliewig herrschen und Iaternn , Und immerdar den Himmel ziern. Zum Streit bist auserkoren; Gedenke, daß ohn Streit und Sieg 9. So streit denn wohl, streit Nie keiner zum Triumph auf⸗ keck und kühn, stieg. Daß du mögst überwinden; 4. Wie schmählich ists, wenn ein Streng an die Kräfte, 1Ssr Soldat 7 Wie shanmut, wemner dane Mernnchmuredeuundiehrn Statt Bleibtewiglichinspottund Hohn. Verläßt und sich nicht wehret; I.Scheffler,. 4 167. Wie schimpflich, wenn er eiß mit Flei Sich zaghaft gibt dem Feinde 418. preis. Mel. Meine Hoffnung stehet feste. 5. Werüberwindtund seinen auf Auffihrchristen, Christihlieder, Mit Ehren wird vollenden, Die ihr noch hangt an dem Haupt, Dem willderHHerr alsbald darauf Auf, wacht auf, ermannt euch Verborgnes Manna senden, wieder, Ihm geben einen Edelstein Eh ihr werdet hingeraubt! Und einen neuen Namen drein. Satan beut An den Streit Christo und der Christenheit. 2. Auf, folgt Christo, eurem Mit Macht die Völter mannigfalt Helden, Nach Gottes Rat zu führen; Trauet seinem starken Arm; Wer überwindt, bekommt vom Liegt der Satan gleich zu Felde 6. Wer überwindt, bekommt Ge⸗ walt, Mit Christo zu regieren, Herrn Mit dem ganzen Höllenschwarm, Zum Feldpanier den Morgen⸗ Sind doch der stern. Noch viel mehr, 7. Wer überwindt, soll ewig Die da stets sind um uns her. nicht Z. Nur auf Christi Blut gewaget Aus Gottes Tempel gehen, Mit Gebet und Wachsamkeit; Soll drinnen als ein helles Licht Dieses machet unverzaget Und güldne Säule stehen; Und recht tapfre Kriegesleut: Der Name Gottes, unsers Herrn, Christi Blut Soll leuchten von ihm weit und Gibt uns Mut fern. Wider alle Teufelsbrut. 12 Heiligung. 289 +. Christi Heeres Kreuzesfahne, So da weiß und rot gesprengt, Ist schon auf dem Siegesplane Uns zum Troste ausgehängt. Wer hier kriegt, Nie erliegt, Sondern unterm Kreuze siegt. 5. Diesen Sieg hat schon emp⸗ funden Vieler Heilgen starker Mut, Da sie haben überwunden Fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir Denn allhier Nicht auch streiten mit Begier? 6. Wer die Sklaverei nur liebet In der Zeit und Ewigkeit Und den Sünden sich ergibet, Der hat wenig Lust zum Streit; Denn die Nacht, Satans Macht, Hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, Was die Freiheit für ein Teil, Dessen Herz zu Gott sich kehret, Seinem allerhöchsten Heil, Sucht allein, Ohne Schein Christi freier Knecht zu sein. 8. Drum auf, laßt uns über⸗ 10. Da Gott seinen treuen Knechten Geben wird den Gnadenlohn, Und die Hütten der Gerechten Stimmen an den Siegeston, Da fürwahr Gottes Schar Ihn wird loben immerdar. Justus Faltner, 4 1724. 419. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. Auf, ihr Streiter, durchgedrun⸗ gen, Auf und folgt dem Heiland nach, Der durch Marter, Hohn und Schmach Sich aufgionsBurg geschwungeni Nach! das Haupt hat schon ge⸗ siegt; Weh dem Glied, das müßig liegti 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten! Fortl was seid ihr so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt Und der Schlange Kopf zertreten. Rufet laut im Siegeston: Schwert des Herrn und Gideon. winden In dem Blute Jesu Christ Und an unsre Stirne binden Sein Wort, so ein Zeugnis ist, Das uns deckt Und erweckt, Weil man Gottes Liebe schmeckt. 9. Unser Leben sei verborgen Mit Christo in Gott allein, Auf daß wir an jenem Morgen Mit ihm offenbar auch sein, Da das Leid Dieser Zeit Werden wird zu lauter Freud; 3. Kein Erlöster müsse sprechen: Ich bin elend, arm und schwach, Und durch so viel Ungemach Kann kein armer Sünder brechen; Denn der Herr ists, der uns heilt Und den Schwachen Kraft erteilt. 4. Sind wir schwach: bei ihm ist Stärke; Sind wir arm: der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott tut Wunderwerke. ö Sagt, ob der nicht helfen kann, Dem der Himmel untertan? T 290 5. Niemand kann zu Salem thronen, Der nicht recht mit Jesu kämpft Und des Fleisches Lüste dämpft, WeilwirnochimFFleischewohnen: Nur durch Ringen, Kampf und Streit Kommet man zur Sicherheit. 6. Nun sowachet, kämpfet, ringet, Streitet mit Gebet und Flehn, Bis wir auf der Höhe stehn, Wo das Lamm die hihaet⸗ et. Ist der Erde Werk getan, Geht des Himmels Sabbat an. 420. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet, Denn ohne das kann sienicht sein. Wenn sie nicht oftmals wird be⸗ trübet, So merkt man gar nicht ihren Schein. Sie muß im Kreuz die Stärke zeigen, Die sie verborgen in sich hat, Daß sie den könne unterbeugen, Der ihr nachstellet früh und spat. 2. Wer sollte ohne Kampf wohl siegen? Die Tapferkeit kann nicht bestehn, Wenn man nicht will zu Felde liegen Und durch ein ernstes Streiten gehn. Der Feind ist, wenn Gott Kraft verliehen, Flugs da, der sich ihr widersetzt; Da soll man ja den Schlaf recht fliehen, Wenn Satans Heer die Schwer⸗ ter wetzt. Heiligung. 3. Zwar drückt den Palmbaum wohl zur Erden Garoft ein centnerschwer Gewicht, Der doch nicht unterdrückt kann werden, Er stehet wieder aufgericht. So wird die Tugend auch ge⸗ drücket, Daß sie fast ganz darniederliegt; Bald aber wird die Stärk er⸗ blicket, Wenn sie mit Macht den Feind besiegt. 4. Sie kann zu hohen Stufen kommen, Wenn sie im Streit geübet ist; Kreuz ist der Weg, den alle From⸗ men Erwählen; wer sich selbst vergißt Und eilet zu den Ewigkeiten, Wird durch des Vaters Hand ge⸗ führt, Der ihn durchs Kreuz sucht zu bereiten, Eh er ihn mit der Krone ziert. 5. Denn Gott hat uns nicht führen wollen Durcheinen WegvollZärtlichkeit, Darauf wir emsig laufen sollen In der so kurzen Pilgrimszeit Zum Leben, das da ewig währet, WoStreitundKampfentfernetist, Und wo man recht die Ruh er⸗ fähret In Gott, der alles Leid versüßt. 6. O Jesu, der du mir erworben Heil, Kraft und Leben durch den Tod, Der du am Kreuzesstamm ge⸗ storben Nach ausgestandner vieler Not: Komm mir zu Hülf und schaffe Leben In mir und stürze meinen Feind, Heiligung. 291 Der über mich sich will erheben, Ach Gott, gib Rat, Wenn mir dein Licht nicht helle Gib Will und Tat scheint. Und laß mich Gnade finden, 7. Flöß immer in mich neue ö So kann ich überwinden. 0. Kräfte, 4. Ich war ein Mensch voll Damit ich hang an deiner Brust, Eigensinn, Undtöt in mir all mein Geschäfte; Voll Eigenlieb und Ehre; DeinFriedebleibmirnurbewußt. Ich lebte nach den Lüsten hin Stärk du, mein Held, mir selbst UAnd nicht nach Christi Lehre; den Glauben Doch, Gott sei Ehr, Und zeuch mein Aug auf dich Ich bins nicht mehr, nur hin: Ich streite mit den Sünden So wird mich auch der Feind Und will sie überwinden. nicht rauben, 2 Weil du in mir, ich in dir bin. 5. Kommtmirdiealte Bosheitein S Chr Nehring, 4 1736. Und will noch lieblich schmecken, 935 Soll Jesu Leiden, Kreuz und Pein Mich heilsamlich erschrecken; 421 Die süße Lust . meiner Brust, Mel. Was Gott tut das ist wohl getan. Die liebsten Lieblingssünden, — Die will ich überwinden. in Christ, ein tapfrer Krieges⸗ E Wüi pir held, 6.WillMenschenfurchtund Men⸗ Voll Geist, vollKraft und Stärke, ö schengunst Verleugnetsich bezwingtdie Welt, Leid oder Freud mir machen, Zerstört des Satans Werke, Ub ich die edle Streiterkunst, Kämpft innerlich Verachte Drohen, Lachen; Und außer sich Welthaß und-Gunst Mit Teufel, Welt und Sünden Ist lauter Dunst. Und kann doch überwinden. Nur Schatten, die verschwinden: 2. Sch habe mich vorlängst ge⸗ Drum will ich überwinden. Janält. Leb ich in steter Traurigkeit, Und gab mich schier verloren, Sind wenig gute Stunden Bis Gottmich zu der Zahlgezählt, In meiner kurzen Lebenszeit: Die er aus sich geboren. Ich habe Gott gefunden; Aeaen aft“ dor sinmen e alles afft, Biglich, Und Christi Nacht ergründen, Der kann den Schmerz verbinden, Dadurch wir überwinden? Und ich will überwinden. 3. Ich sprach: Ich Luchesind 8. Ja muß ich in dem Anand es Kind, Wie alle Menschenkinder, Mit Gott wie Jakob ringen, Das in sich kein Vermögen findt, So will ich durch die Glaubens⸗ Ich bin ein armer Sünder; hand L 2 292 Den Allerstärksten zwingen; Kann ich zur Stund Aus seinem Mund Nicht bald den Trost empfinden, Noch will ich überwinden. 9. Mir geht der Tod Hier bit⸗ ter ein, Ich bin schon längst gestorben; Er soll mir lieb und süße sein, Das Haus nur wird verdorben. Gott muß den Gast Der Erdenlast Auf solche Art entbinden, Das hilft mir überwinden. 10. Das Kleinod ist mir vorge⸗ steckt, Ich soll nur tapfer kämpfen; Drum bleibt mein Arm stets aus⸗ gestreckt, Mit Gott den Feind zu dämpfen. Nur unverzagt Und frisch gewagt! Ich seh die Krone binden, Drum will ich überwinden. Berlin 1709. 422. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Fortgetämpftundfortgerungen, Bis zum Ziele durchgedrungen Muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkelheiten Kann dich Jesus hinbegleiten: Mut spricht er den Schwachen ein. 2.Bei der Hand will er dich fassen, Scheinst du gleich von ihm ver⸗ lassen, Glaube nur und zweifle nichtl Bete, kämpfe sonder Wanken, Bald wirst du voll Freude danken, Heiligung. 3. Bald wird dir sein Antlitz scheinen; Hoffe, harre bei dem Weinen, Nie gereut ihn seine Wahl. Er will dich im Glauben üben; Gott, die Liebe, kann nur lieben; Wonne wird bald deine Qual. 4. Wend von aller Welt dieBlicke, Schaunichtseitwärts,nichtzurücke, Nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Jesus wende Aug und Herz und Sinn und Hände, Bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen Hat dich oft herausgezogen Seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; Wo ist einer seiner Knechte, Der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer, Geh und schütte deinen Jammer Aus in Gottes Vaterherz. Kannst du gleich ihn nicht emp⸗ finden, Worte nicht, nicht Tränen finden, Klag ihm schweigend deinen Schmerz. 7. Kräftig ist dein tiefes Schwei⸗ gen, Gott wird sich als Vater zeigen, Glaube nur, daß er dich hört. Glaube, was du hast gebeten, Daß dich Jesus wird vertreten, Und der Vater es gewährt. 8. Drumso willichnichtverzagen, Mich vor Gottes Antlitz wagen, Flehen, ringen fort und fort. Ja ich werd ihy überwinden, Was ich bitte, werd ich finden; Er gelobts in seinem Wort. J. K. Lavater, 4 1801. Bald umgibt dich Trost undvicht. Heiligung. 293 423. Mel. Eins ist not, ach Herr dies eine. Bazog unsrer Seligkeiten, Zeuch uns in dein Heiligtum, Da du uns die Stätt bereiten Und zu deines Namens Ruhm Als deine Erkauften siegprächtig willst führen; Laß unsere Bitte dein Herze jetzt rühren: Wir wollen dem Vater zum Opfer dastehn Und in der Gemeinschaft der Lei⸗ den hingehn. 2. Er hat uns zu dir gezogen, Und du wieder zu ihm hin; Liebe hat uns überwogen, Daß an dir hangt Mut und Sinn: Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben Dem ganzen natürlichen Seelen⸗ verderben. In deinen Tod, Herr, laß ge⸗ pflanzet uns sein, Sonst dringen wir nimmer zum Leben hinein. 3. Aber hier erdenkt die Schlange So viel Ausflucht überall: Bald macht sie dem Willen bange, Bald treibt sie die Lust zum Fall. Es bleibet das Leben am Klein⸗ sten oft kleben Und will sich nicht völlig zum Sterben hingeben; Es schützet die besten Absichten noch vor Und bauet so Höhen und Festung empor. 4. Drum, o Schlangentreter, eile, Führ das Todesurteil aus, Brichentzwei des MördersPfeile, Wirf die Sünde ganz hinaus. Ach laß sich dein neues erstande⸗ nes Leben ö In unsern erstorbenen Herzen er⸗ heben; Erzeig dich verkläret und herrlich noch hier Und bringe dein neues Geschöpfe herfür. 5. Führe die zerstreuten Sinnen Aus der Vielheit in das ein, Daß sie neuen Raum gewinnen, Nur von dir erfüllt zu sein. Ach lege die Mächte der Finster⸗ nis nieder, Erneure die Kräfte des Geistes uns wieder, Der von der verkläreten Mensch⸗ heit sich nähr Und gegen der Gottheit Verächter sich wehr. 6. Lebensfürst, so lieb und labe Die begnadigte Natur, Wirke fort mit deiner Gabe In der neuen Kreatur; Erwecke dein Paradies wieder im Grunde Der Seele und bringe noch näher ö die Stunde, Da du dich in allen den Gliedern verklärst, Sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. 7. Gönneuns noch FristaufErden, Zeugen deiner Kraft zu sein, Deinem Bilde gleich zu werden, In den Tod zu nehmen ein DesLebens vollkommene Freiheit und Rechte, Als eines vollkommenenHeilands Geschlechte. Der Unglaub mag denken, wir bitten zu viel: Du hörst unsre Bitten, tust über ihr Ziel. G. Arnold, 4 1714. 294 Heiligung. 424. Mel. Valet will ich dir geben. Ich soll zum Leben dringen, Das ist hier mein Beruf, Soll nach dem Himmel ringen, Für welchen Gott mich schuf; In dieser Welt voll Sünden Soll ich nur ihm mich weihn, Im Glauben überwinden Und dann erst selig sein. 2. Das hat in. Jahren Mich Gottes Wort gelehrt, Und bald hab ich erfahren, Nur das sei meiner wert. Ich sah im herbsten Leide Bewährt der Gläubgen Mut, Sah, welche reine Freude Auf dem Gehorsam ruht. 3. Ich sah die Streiter Gottes, Die sich der Lust entsagt, Trotz alles frechen Spottes In Kämpfen unverzagt; Ich sah, wie jener Krone Schon hier ihr Herz sich freut, Vertrauend reichem Lohne Nach treu vollbrachter Zeit. 4. O Gott, auch mich verlanget, In deinem Reich zu sein, Doch meine Seele hanget Noch nicht an dir allein; Den Himmel möcht ich erben, Doch lieb ich noch die Welt. O Herr, welch ein Verderben, Das mich gefangen hält! 5. Ich wandlauf deinem Wege, Doch unstät ist mein Sinn; Bald werd ich matt und träge, Bald schleich ich mutlos hin. Zum Ziele möcht ich dringen, Doch schlummr ich oftmals ein; Ich lasse nach zu ringen Und will doch Sieger sein. 6. Möcht ich an dir nur hangen, O Gott, allein an dir! Du hast es angefangen Das gute Werk in mir; O möchtst du mir nur senden Zur Hülfe deinen Geist Und gnädig so vollenden, Was mir dein Wort verheißtl J. A. Cramer, 4 1788. 42⁵ Mel. Einer ist König, Immanuel sieget. Jesu, hilf siegen, du 35 des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein; Wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein. Satan der sinnet auf allerhand Ränke, Wie er mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen! Ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Ju⸗ gend mich nagen, Die mein Gewissen mir fär hält für. Ach laß mich 4 dein kräf⸗ tig Versühnen Und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, Wenn ich die Last der Begierden empfinde, — —— TTTTTTTTT rn?: r u?/ Rrneter Heiligung. 295 Und sich mein tiefes Verderben darlegt: Hilf mir, daß ich vor mir selbst mag erröten Und durch dein Leiden meinsünd⸗ lich Fleisch töten. 4. Jesu, hilf siegen und lege ge⸗ fangen In mir die Lüste des Fleisches und gib, Daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, Aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb; Laß mich eindringen ins gött⸗ liche Wesen: So wird mein Geist, Leib und Seele genesen. 5. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken, Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn Und mit dem Scheine der Wahr⸗ heit sich schminken; Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn: Steh mir zur Rechten, o König und Meister, Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 6. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten, Hüter, du schläfst ja und schlum⸗ merst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein Für⸗ sprech zu sein; Wenn mich die Nacht mit Er⸗ müdung will decken, Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 7. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet, Und ich mein Nichts und Ver⸗ derben nur seh, Wenn kein Vermögen zu beten sich findet, Wenn ich vor Angst und vor Zagen vergeh; Ach Herr, dann wollst du im Grunde der Seelen Dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 8. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang; So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 9. Jesu, hilf siegen, wenns nun kommt zum Sterben: Mach du mich würdig und stetig bereit, Daß ich mich nenne des Himmel⸗ reichs Erben Dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, Hilf du mir siegen, mein Heil, Trost und Leben. J. H. Schröder, 4 1699. 426. Mel. Es wolle Gott uns gnädig sein. IhrMitgenossen, aufzumStreit, Damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, Der Überwinder Krone. DerWeichendewirdnichtgekrönt; 296 Heiligung. Wie hat der Herr gestritten! Die Sieger nur hat er versöhnt, Als er den Tod gelitten Am Olberg und am Kreuze. 2. Miterben, haltet an und seht Empor zum großen Lohne; Denn nur durch unsre Feinde geht Der Weg zu jener Krone. Ob tausend auch zur Rechten euch, Zur Linken tausend sänken, So sinkt doch nicht! Wird uns sein Reich, DerKraftzumsStreitgab, schenken, Wenn wir darin erliegen? 3. Zwar groß ist unsersKampfs Gefahr, Doch laßt uns ihre Schrecken Nicht größer machen: wunderbar Wird Gottes Schutz uns decken. Erstärkt, der mächtigstärken kann, Wenn wir um Hülfe flehen; Erreicht denHarnisch:ziehtihnan, So könnt ihr mutig stehen Und freudig überwinden. 4. Mit seiner Hölle Graun um⸗ hüllt, Schießt Satan Flammenpfeile; Dann, dann ergreift des Glau⸗ bens Schild, Schützt euch mit Christi Heile, Mit diesem Helm aufeuremHaupt Und mit des Geistes Schwerte: Das ists, was selbst der Tod nicht raubt, Das mächtige, bewährte, Das feste Wort des Lebens. 5. Wer überwindet, soll den Tod, Den ewigen, nicht sehen; Verging er auch in seiner Not, Dort wird er nicht vergehen. Nach diesesLebens kurzemStreit, Nach seinen kurzen Leiden Wird ihn der Unschuld Eleid eid, Gerechtigkeit, bekleiden, Hell durch das Blut des Lammes. 6. Ach Hüter, ist die Nacht Pin hin, Die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einst ÜUberwinder bin— Laß michs, mein Hüter, werden— Wenn ich einst Üüberwinder bin, So seh ich meinen Namen Im Lebensbuch. Du führst Hiu⸗ hin, Vollender, Gott, Gott Amen, Zu deines Vaters Throne. 7. Wie säumts, wie säumts, o lange Nacht, Bis Berg und Hügel fallen, O Hüter, bis dein Tag erwacht, Und uns Posaunen schallen! Wer überwindet, der wird sein Mit Gottes Sohn ein Erbe. O Gottes Sohn, laß du mich sein Der Hoffnung, wenn ich sterbe, Und dann sei ihr Vollender! F. G. Klopstock, 4 1803. 6* 427. Cöwen, laßt euch wiederfinden, Wie im ersten Christentum, Die nichts konnte überwinden: Seht nur an ihr Märtyrtum, Wie in Lieb sie glühen, Wie sie Feuer sprühen, Daß sich vor der Sterbenslust Selbst der Satan fürchten mußt. 2. In Gefahren unerschrocken Und von Lüsten unberührt, Die aufs Eitle konnten locken, War man damals: die Begierd Ging nur nach dem Himmel, Fern aus dem Getümmel War erhoben Herz und Sinn, Gab, was zeitlich, gern dahin. Heiligung. 297 3. Ganz großmütig sieverlachten, Was die Welt für Vorteil hält, Und wonach die meisten trachten, Es mocht sein Ehr, Wollust, Geld. Furcht war nicht in ihnen, Auf die Kampfschaubühnen Sprangen sie mit Freudigkeit, Hielten mit den Tieren Streit. 4. O daß ich, wie diese waren, Mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren Dein hülfreiche, starke Hand, Mein Gott, recht lebendig! Gib, daß ich beständig Bis in Tod durch deine Kraft Übe gute Ritterschaft! 5. Gib, daß ich mit Geistes⸗ waffen Kämpf in Jesu Löwenstärk Und hier niemals möge schlafen, Daß mir dieses große Werk Durch dich mög gelingen Und ich tapfer ringen, Daß ich in die Luft nicht streich, Sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wiederdazu kommen, Daß des Feindes tolle Wut Zu der Schlachtbank deine From⸗ men Führte und vergöß ihr Blut: Nach gemeiner Sage Große Trübsalstage Werden kommen uns zu Haus Und noch ein sehr harter Strauß. 7. Ei wohlan, nur fein stand⸗ haftig O ihr Brüder, tapfer draufl Lasset uns doch recht herzhaftig Folgen jener Zeugen Haufl Nur den Leib berühret, Was ihm so gebühret; Er hats Leiden wohl verdient, Und die Seel darunter grünt. 5 8. Gebt euch in das Leiden wackerk Mit dem Blut der Märtyrer Wird gedüngt der Kirchenacker, Und so treibt er um so mehr: Alle Pflanzen sprossen, So damit begossen; O wie trägt er reichlich Frucht, Von der Trübsal heimgesucht. 9. Komm, o Herr, befrucht mit Regen Uns dein Erb, die dürre Erdl! Daß wir dir getreu sein mögen UndnichtachtenFeurundSchwert, Als in Liebe trunken Und in dir versunken! Mach dein Kirchan Glauben reich, Daß das End dem Anfang gleich! 1712. 428. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. Mache dich mein Geist, bereit. Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete, Denn es ist Satans List Über viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe; Denn es folget sonst darauf Eine lange Strafe, Und die Not Samt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten. 298 Heiligung. Wache, sonsten wird sein Licht Dir noch ferne deuchten; Denn Gott will Für die Füll Seiner Gnadengaben Offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List Nicht im Schlaf mag finden, Weil er sonst behende ist, Heimlich dich zu binden, Und Gott gibt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlaͤfen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe; Wach und sieh, Es fehlt nie Hier an falschen Brüdern Unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein Fleisch und Herze, Damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; Denn es ist Voller List Und kann sich bald heucheln Und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen; Denn der Herr der muß dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein Werk nicht treibest. 8. Ja er will gebeten sein, Wenn er was soll geben, Er verlanget unser Schrein, Wenn wir wollen leben Und durch ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 9. Drum so laßt uns immerdar Wachen, flehn und beten, Weil die Angst, Not und Gefahr Immer näher treten; Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. J. B. Freystein, 4 1718. 429. Mel. Machs mit mir Gott nach deiner Güt. Mir nach! spricht Christus un⸗ er Held, Mir nach, ihr Christen allel Verleugnet euch, verlaßt die Welt, Folgt meinem Ruf und Schalle; Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für Mit heilgem Tugendleben; Wer zu mir kommtund folget mir, Darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wieman wahrhaftig wandelnsoll. 3. MeinHerzistvoll Demütigkeit, Voll Liebe meine Seele; Mein MundderfleußtzujederZeit Von süßem Sanftmutsöle. Mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schäd⸗ lich ist, Zu fliehen und zu meiden 25 5 E S S S en ar hr Heiligung. 299 Und euer Herz von arger List Zu reingen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort Undführeuchzu derHimmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite, Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, Bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still mag stehn, Wenn er den Feldherrn sieht an⸗ gehn. 6.Werseine Seel zufinden meint, Wird sie ohn mich verlieren; Wer sie hier zu verlieren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, Ist mein nicht wert und meiner Zier. 7. So laßt uns denn dem lie⸗ ben Herrn Mit Leib und Seel nachgehen Und wohlgemut, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen; Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. J. Scheffler, 4+ 1677. 430. Nur frisch hinein! Es wird so tief nicht sein; Das rote Meer wird dir schon Platz vergönnen. Was jammerst du? Sollt der nicht helfen können, Der nach dem Blitz gibt heitern Sonnenschein? Nur frisch hinein! 2. Der Himmelsheld Hat einen Weg bestellt, Den niemand weiß; eh sein Volk sollte sinken, Muß selbst das Meer auf dieses Helden Winken Zur Mauer sein. Er herrscht im Flutenfeld, Der Himmelsheld. 3. Die Tapferkeit Ist jederzeit bereit, Durch Kreuz und Schmach und durch die graufen Wellen Zu dringen durch, kein Sturm⸗ wind kann sie fällen; Sie hält uns fest in steter Sicher⸗ heit,‚ Die Tapferkeit. 4. Des Kreuzes Pein Wird ja nicht ewig sein; Es ist ein Kelch, der seinen Bo⸗ den zeiget; Man sieht den Grund, wenn alles ausgeneiget. Drum laß dir einen Trank des Lebens sein Des Kreuzes Pein. 5. Die Centnernot Zerbricht der kalte Tod. Hindurch, hindurch! und folge deinem Führer, Dein Jesus ist der Erd⸗- und Meerregierer; Der winket nur, so weicht auf sein Gebot Die Centnernot. 6. Er ist der Hirt, Der dich nicht lassen wird, Er wird sein Schaf auf seinen Achseln tragen, Es wartet schon auf dich der Engelwagen 300 Heiligung. Zum sichern Schutz, und ob du dich verirrt, Er ist dein Hirt. 7. Auf, schwacher Sinn! Wirf allen Kummer hin Und schicke dich, die Tiefe durch⸗ zuwaten. Kommt schon ein Sturm, dein Jesus wird dir raten Und helfen aus, der Tod ist dein Gewinn. Auf, schwacher Sinn! 8. Der Christenstand Ist hier also bewandt: Es muß ein Kreuz das andre Kreuze jagen. So ging es dem, der unser Kreuz getragen Am Kreuzesstamm. Es ist kein Kindertand Der Christenstand. 9. Ach süßer Christ, Wenn du nur bei mir bist, So wird sich auch mit dir mein Leiden enden; Zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden Und tragen, was mir auferleget ist, Ach süßer Christ! M. Kongehl, 1710. 431. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Rüstet euch, ihr Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute, Hier ist Immanuell! Hosiannal Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, Besieget sie, die ihr seid Christen, Und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen; Wo istdes Glaubens gitterschafte Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziell Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit: So krönet euch die Ewigkeit. 3.Streitet rechtdiewengenJahre, Eh ihr kommt aufdieTotenbahre; Kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wennottwird dieToten wecken, Und Christus wird die Welt er⸗ schrecken, So stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, Währt nicht lange, Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder Und mach aus ihnen Überwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt Ja Satan selbst hat eur begehrt. In die Herzen: Wappnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? So halten wir Getreu an dir W. E. Arends, 4 1721. Im Tod und Leben für und für. ... IAAA 7057908825 EN Heiligung. 301 432. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Phil. 2, 12. Schaffet, schaffet, Menschen⸗ kinder, Schaffet eure Seligkeit; Bauet nicht wie sichre Sünder Nur auf gegenwärtge Zeit, Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2.Daßnun diesesmög geschehen, So bekämpfet Fleisch und Blut Und, der Welt zu widerstehen, Rüstet euch mit Kraft und Mut; Gottes Wille soll allein Eures Lebens Richtschnur sein, Mag es eure schwache Herzen Nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, Daß in euch noch Sünde steckt, Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, Daß euch lauter Elend deckt, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft; Ja daß außer seiner Gnade In euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, Selig, wer im Kampf besteht, Wer des Fleisches Lüste dämpfet, Selig, wer die Welt vers chmähtl Unter Christi Kreuzesschmach Jaget man dem Frieden nach; Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern träg und lässig sein, Eure Neigung zu bezwingen, So bricht eure Hoffnung ein; Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg; Nur den Siegern wird die Krone Beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, Hat bei Christen keine Statt; Leichtsinn bei der Welt Gelagen Schwächt den Geist und macht ihn matt; Unter Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich niemals an, Daß man noch mit frechemHerzen Sicher wollte tun und scherzen. 7. Furcht muß man im Her⸗ zen tragen, Furcht vor dem, der Leibund Seel Kann zur Hölle niederschlagen; Gott ists, der des Geistes Ol Und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt zu ihm uns gehen, Ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann zähmet eure Glie⸗ der, Drin die Sündenlust sich regt, Kämpftdenalten Menschennieder, Bis ihm seine Macht gelegt; Was euch ärgert, hauet ab, Waseuch hindert, senktins Grab; Denket stets an diese Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde Und dabei auf Jesum sehn, Bis ich seinen Beistand finde, In der Gnade zu bestehn; Ach mein Heiland, geh doch nicht Mit mir Armen ins Gerichtl Gib mir deines Geistes Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 302 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott, versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen Meinen Kampf zu Ende führ. Er verleihe Kraft und Stärk Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. L. A. Gotter, 4 1735. 433. Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. Wer sich dünken läßt zu stehen, Hüte wohl sich vor dem Fall: Esumschleichtuns, wo wir gehen‚ Der Versucher überall. 2. Sicherheit wird dich betrügen, Lässigkeit tut nimmer gut; Läßt du in den Schlafdichwiegen, So mehrt sich des Feindes Mut. 3. Falsche Freiheit bringt Ver⸗ derben, Knechtschaft ist ihr sichrer Lohn; Wahre Freiheit zu erwerben, Sprich nie dem Gewissen Hohn! 4. Petrus, welcher sich vermessen, Bis zum Tode treu zu sein, Hat der Warnungkaum vergessen, So muß er den Fall bereun. 5. Ist der Geist auch noch so willig, Bleibt das Fleisch doch immer schwach; Gibst du nach, so trifft dich billig Deiner Feigheit bittre Schmach. 6. Unser Feind iststets in Waffen, Nie ficht ihn der Schlummer an; Heiligung. 7. Wohl dem, der stets wacht und flehet, Der sein Heil mit Zittern schafft: Wenn er unbeweglich stehet, Wird der Sichre weggerafft. 8. Wohl dem, der mit Glaubens⸗ ö öle Seine Lampe früh versieht: Das errettet seine Seele, Wenn auch lang der Herr ver⸗ zieht. 9. Hüter deiner Menschenherden, Der du schläfst und schlummerst ö nicht, Laß mich täglich wackrer werden, Wandeln stets in deinem Licht. 10. Stärke du die trägen Sinnen, Halte fertig mich zum Streit, Daß ich, rufst du mich von hinnen, Wachend sei und wohl bereit. Halle 1714. 434. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. WMohl dem, der sich mit Ernst bemühet, Daß er ein Jünger Christi sei, Der unverwandt auf Christum siehet, Daß er in Wahrheit werde frei; Der stark in Christo mutig kämpft Und Welt und eignen Willen dämpft. 2. Wohl dem, der ihn erwählt zum Wege, Zum Lichte, dem er folget nach Auf der Verleugnung schmalem Stege Willst im Eifer du erschlaffen, Und auf sich nimmt des Heilands O dann ists um dich getan. Schmach. Heiligung. Wer nicht mit ihm zum Olberg igt teigt, Dem wird nicht Tabors Glanz gezeigt. 3. Was hilfts, daß Christus ist geboren Und uns die Kindschaft wieder⸗ bringt? Dem bleibt das rim plin ver⸗ oren, Der nicht hinein durch Buße dringt, Daß Gottes Geist ihn neu gebiert, Und er ein göttlich Leben führt. 4. Was hilft dem Menschen Christi Lehre, Der der Vernunft ein Sklave bleibt, Nach eigner Weisheit, Wahn und Ehre Sein Leben, Tun und Wandel treibt? Wem Christi Wort nicht alles gilt, Des Sehnsucht wird auch nicht gestillt. 5. Was hilft uns Christi heilges Leben, An Demut, Lieb und Milde reich, Wenn wir, der Selbstsucht hin⸗ gegeben, Nicht wandeln seinem Vorbild gleich? Der Glaub ohn Werk ist leerer Schein; Er muß durch Liebe tätig sein. 6. Was hilft dem Christi Angst und Leiden, Der nichtmitihm ins Leidengehte 303 ö Nur der hat teil an seinen Freu⸗ den, Der auch am Kreuze bei ihm steht. Wer hier noch scheuet Spott und Hohn, Empfängt dort nicht die Ehren⸗ kron. 7. Was hilft uns Christi Tod und Sterben, Wenn wir uns selbst nicht ster⸗ ben ab? Du liebst dein Leben zum Ver⸗ derben, Legst du die Lust nicht in sein Grab. Umsonst gab Christus sich dahin, Stirbt nicht in dir der alte Sinn. 8. Was hilft dir Christi Aufer⸗ ———— stehen, Bleibst du noch in den Sünden tot? Was hilft dir sein gen Himmel Gehen, Macht dir die Welt noch Sorg und Not? Was hilft dir sein Triumph und ‚ Sieg, Führst du nicht mit dir selber Krieg? 9. Wohlan, so lebe, tu und leide, WieChristus direin Vorbild war; Nimm seine Unschuld dir zum Kleide, So bleibst du in der SeinenSchar. Wer Christum liebt, der strebt allein, In allem Christo gleich zu sein. J. G. Wolf, + 1754. 304 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. XX. Gottvertrauen und Trost im Rreuz. 435. Mel. Vater unser im Himmerreich. AchGott, wie manches Herzeleid Begegnet mir zu dieser Zeit: Der schmale Weg ist trübsalvoll, Den ich zum Himmel wandern soll; Wie schwer doch läßt mein Fleisch und Blut Sich zwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wen⸗ den hin? Zudir, Herr Jesu, stehtmein Sinn. Bei dir mein Herz Ham ud Nar Ra Allzeit gewiß geiunden 58. Niemand jemals verlassen ist, Der fest getraut aufFJesum Christ. 3. O Jesu, du mein Herr allein, Wie süß ist mir der Name dein! Es kann kein Trauern sein so schwer, Dein süßer Namerfreut vielmehr; Kein Elend mag so bitter sein, DeinsüßerTrost der lindertsfein. 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, So weißt du, Herr, daß ichs nicht 1. ach Wenn ich dich hab, so habich wohl, Was mich ewig erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, Was kann mir tun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein bessre Treu auf Erden ist, Als deine Treu, Herr Jesu Christ; Ich weiß, daß du mich nicht ver⸗ läßt, Dein Zusag bleibt mir ewig fest; Du bist mein rechter treuer Hirt, Der ewig mich behüten wird. 6. Jesu, mein Freud, mein Ehr und Ruhm, Mein Herzensschatz, mein Wtunt tum, Ich kanns doch ja nicht zeigen an, Wie hoch deinRamerfreuenkann: Wer Glaub und Lieb im Herzen at, Der wirds erfahren mit der Tat. 7. Drum hab ich oft und viel geredt: Wenn ich an dir nicht Freude hätt, Wollt ich den Tod mir kawiser her, Ja, daß ich nie geboren wär; Denn werdichnicht im Herzen hat, Der ist gewiß lebendig tot. 8. Wenn ich mein Hoffen stell zu dir, So fühlich Friedund Trostinmir; Wenn ich in Nöten bet und sing, So wird mein Herz recht Zuter Ding; DeinGheist bezeugt, daß solchesfrei Des ewgen Lebens Vorschmacksei. 9. Drum willich all meinLebetag DasłKreuz dirfröhlichtragennach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, Es dient zum Besten allezeit; Hilf mir mein Sach recht greifen an, Daß ich den Lauf vollenden kann. F E—Arn;-er · 543— bEEREERXRX CEHe Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 305 10. Hilf mirauchzwingen Fleisch und Blut, Vor Sünd und Schanden mich behüt, ErhaltmeinHerzim Glaubenrein, So leb und sterb ich dir allein. Jesu, meinTrost, hörmeinBegier, Mein Heiland, o wär ich bei dir! M. Moller, 1606. 436. Alles ist an Gottes Segen Und an seiner Gnad gelegen Über alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoffnung setzet, Der behält ganz unverletzet Einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret Und mir manches Glück bescheret, Ist und bleibet ewig mein; Der mich wunderlich geführet Und noch leitet und regieret, Wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen, Die nur Sorg und Unruh machen Und ganz unbeständig sind: Ich will nach den Gütern ringen, Die mir wahre Freude bringen, Die man in der Welt nicht findt. 4. Hoffnung kann das Herz er⸗ quicken, Was ichwünsche, wird sichschicken, So es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben Hab ich seiner Gnad ergeben Und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen Mein Verlangen zu erfüllen, Es hat alles seine Zeit. Ichhab ihmnichtsvorzuschreiben: Wie Gott will, so muß es bleiben, Wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, Will ich ihm nicht widerstreben, Ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet, Alles Irdische vergehet Und fährt wie ein Strom dahin. Nürnberg 1676. 437. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. Auf den Nebel folgt die Sonn, Auf das Trauern Freud und Wonn, Auf die schwere, bittre Pein Stellt sich Trost und Labsal ein; Meine Seele, die zuvor Sank bis zu dem Höllentor, Steigtnun biszumHHimmelschor. 2. Gott läßt keinentraurig stehn, Noch mit Schimpf zurückegehn, Der sich ihm zu eigen schenkt Und ihn in sein Herze senkt: Wer auf Gott sein Hoffnung setzt, Findet endlich und zuletzt, Was ihm Leib und Seel ergötzt. 3. Kommts nicht heute wie man will, Sei man nur ein wenig still: Ist doch morgen auch ein Tag, Da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt; Wenn die kommt, kommt unsreBitt Und die Freude reichlich mit. 4. Ach wie oft gedacht ich doch, Als das schwere Trübsalsjoch Hart auf meinen Schultern lag Manche Nacht und manchen Tag: Nun ist alle Hoffnung hin, Nichts erfreut mehr meinen Sinn, Nur der Tod ist mein Gewinn! u 306 Daß ich, was sein Arm getan, Nimmermehr gnug preisen kann: Da ich weder hier noch da Einen Weg zur Rettung sah, Hatt ich seine Hülfe nah. 6. Als ich furchtsam und verzagt Selbst mich undmeinHerz geplagt, Als ich manche liebe Nacht Mich mit Wachen krank gemacht, Als mir aller Mut entfiel, Tratst, mein Gott, du selbst ins Spiel, Gabst dem Unfall Maß und Ziel. 7. Nun so lang ich in der Welt Haben werde Haus und Zelt, Soll mir dieser Wunderschein Stets vor meinen Augen sein; Ich will all mein Leben lang Meinem Gott mit Lobgesang Dafür bringen Preis und Dank. 8. Allen Jammer, allen Schmerz, Den des ewgen Vaters Herz Mir schon jetzo zugezählt Oder künftig auserwählt, Will ich hier in diesem Lauf Meines Lebens allzuhauf Frisch und freudig nehmen auf. 9. Ich willgehninAngstund Not, Ich will gehn bis in den Tod, Ich will gehn ins Grab hinein Und doch allzeit fröhlich sein: Wem der Stärkste bei will stehn, Wen der Höchste will erhöhn, Kann nicht ganz zu Grunde gehn. P. Gerhardt, 4 1676. 438. Mel. Was Gott tut das ist wohl getan. Auf Gott und nicht auf mei⸗ nen Rat Will ich mein Glücke bauen Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 5. AbermeinGottwandtes bald, Und dem, der mich erschaffen hat, Heilt und hielt mich dergestalt,‚ Mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt Allmächtig hält, Wird mich in meinen Tagen Als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, Der zu des Glaubens Ehre Nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, Und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, Wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich Stets väterlich: Nicht, was ich mir ersehe, Sein Wille der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrigste Geschick, Bei dessen Last wir klagen? Die größte Not Hebt einst der Tod, Und Ehre, Glück und Habe Verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glück⸗ lich macht, Läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Reichtum, Ehr und Pracht Sind nicht das Glück der Seelen, Wer Gottes Rat Vor Augen hat, Dem wird ein gut Gewissen Die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlich⸗ eit? Wie bald ist sie verschwunden! ück Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn, Er hilft uns gern; Seid fröhlich, ihr Gerechten: Der Herr hilft seinen Knechten. Chr. F. Gellert, 4 1769. 439. Auf meinen lieben Gott Trau ich in Angst und Not; Der kann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöten, Mein Unglück kann er wenden, Es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, Will ich verzagen nicht; Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen; Ihm will ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Ist Sterben mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben: Dem hab ich mich ergeben; Ich sterb heut oder morgen, Mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, Der du so willig bist Für mich am Kreuz gestorben, Hast mir das Heil erworben; Da ist das Reich uns allen Im Himmel zugefallen: 5. Erhöre gnädig mich, Mein Trost, das bitt ich dich; Hilf mir am letzten Ende, Nimm mich in deine Hände, Daß selig ich abscheide Zu deiner Himmelsfreude. 6. Amen zu aller Stund Sprech ich aus Herzensgrund; 30⁷ Du wollest uns wohl leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Dort ewig preisen. Amen. S. Weingärtner, um 1600. 440. Ps. 37, 5. Befiehl du deine Wege Und was dein Herze kränkt, Der allertreusten Pflege Des, der den Himmel lenkt; Der Wolken, Luft und Winden Gibt Wege, Lauf und Bahn, Der wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dirs soll wohl ergehn, Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott sich gar nichts nehmen, Es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, O Vater, weiß und sieht, Was gut sei oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringstzumStand und Wesen, Was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlt dirs nicht; Dein Tun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk kann niemand hin⸗ dern, Dein Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst tun. uU 2 308 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 5. Und ob gleich alle Teufel Hier wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurückegehn; Was er sich vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen Zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, Hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, Da dich der Kummer plagt, Mit großen Gnaden rücken; Erwarte nur die Zeit, So wirst du schon erblicken Die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gibdeinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht, Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht; Bist du doch nicht Regente, Der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente Und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß tun und walten, Er ist ein weiser Fürst Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rat Das Werk hinausgeführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und tun an seinem Teile, Als hätt in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Und solltst du für und für In Angst und Nöten schweben, Als frag er nichts nach dir: 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da dus am mindsten gläubst; Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, Du hast und trägst davon Mit Ruhm⸗ und Dankgeschreie Den Sieg und Ehrenkron; Gott gibt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende Mit aller unsrer Not, Stärk unsre Füß und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu empfohlen sein, So gehen unsre Wege Gewiß zum Himmel ein. P. Gerhardt, 4+ 1676. 441. Christ, alles, was dich kränket, Befiehl getrost dem Herrn; Er, der die Himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Warum willst du verzagen? Zu Gott erhebe dich! Er höret deine Klagen Und liebt dich väterlich. 2. Wenn dich die Sünden schmer⸗ zen, So fühle deine Schuld, Doch trau mit ganzem Herzen Auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet Die Reu, die Gott gefällt; 5 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Allein den Tod gebieret Die Traurigkeit der Welt. 3. Wenn deine Feinde wüten, Wie groß ihr Zorn auch sei, Dein Gott wird dich behüten, Bleib du nur ihm getreu; Gehorchen seinen Winken Nicht immer Erd und Meer? Laß deinen Mut nicht sinken: Dein Schirm und Schild ist er. 4. Auch in den bängsten Leiden Sei stark in seiner Kraft! Ergib dich ihm mit Freuden, Er ists, der Hülfe schafft. Er weiß ja, was dir fehlet In jedem Augenblick, Und was dein Vater wählet, Führt dich zum wahren Glück. 5. Der Gott, auf dessen Segen Dein ganzes Wohl beruht, Ist stets in seinen Wegen Gerecht und weis' und gut. Will auch dein Herz oft wanken, Als dächt er deiner nicht, Wirst du ihm doch einst danken: Er hält, was er verspricht. Ist auch der Mütter eine, Die ihres Sohns vergißt? Und könnt sie sein vergessen, Vergeß ich doch nicht dein. Wer könnte dies ermessen Und dennoch trostlos sein? 7. Ergreif in festem Glauben Den Trost der Ewigkeit! Wer kann das Heil dir rauben, Das Gott den Frommen beut? Auf kurze Prüfungstage Folgt ewger Preis und Dank; Dann schweiget jede Klage Und wird ein Lobgesang. Chr. F. Neander, 1802. 309 442. Mel. Jesu meine Freude. Christ, aus deinem Herzen Banne Sorg und Schmerzen, Schöpfe neuen Mutl Wenn dich Leiden drücken, Wird dich Gott erquicken; Was er schickt, ist gut. Wenn dich Not ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen, Wohl wirds Gott doch machen. 2. Bricht mit jedem Tage Eine neue Plage Über dich herein, Drängen dich die Feinde, Treten fern die Freunde Und vergessen dein: ZagendHerz.zähm deinenSchmerz Und befiehl Gott deine Sachen, Denn er wirds wohl machen. 3. Du führst Christi Namen: Christum nachzuahmen, Das ist deine Pflicht. Dulde und sei stille, Deines Vaters Wille 6. Denk jenes Worts und weine Führt durch Nacht zum Licht. Voll Freud und Dank, o Christ: Der steht fest, der Gott nicht läßt; GottistmächtigindenSchwachen, Und er wirds wohl machen. 4. Herrlich ist die Krone, Die der Christ zum Lohne Seiner Treu empfängt. Nur nichts selbst verschuldet, Und dann froh erduldet, Was dein Gott verhängt. Kämpf als Held! Mag 23 die elt Deiner Hoffnung spöttisch lachrg. Wohl wirds Gott doch machen. 5. Dabei solls denn bleibenl Ich will nie mich sträuben, Folgsam Gott zu sein. 310 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Stets, in Tod und Leben, Bleib ich ihm ergeben; Ich bin sein, er mein. Ihm, dem Herrn, vertrau ich gern; Wunderbar mag Gott es machen, Wohl wird ers doch machen. J. A. Schlegel, 4 1798. 443. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Dennoch bleib ich stets an dir, Wenn mir alles gleich zuwider. Keine Trübsal drückt in mir Die gefaßte Hoffnung nieder, Daß, wenn alles bricht und fällt, Dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, Der wohl wunderlich geschiehet, Aber endlich in der Tat Auf die schönste Wohlfahrt siehet. Denn du führst es wohl hinaus, Sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mitEhren an, Wenn ich gnug gekämpfet habe; Führe mich die Lebensbahn Zu dem Himmel aus dem Grabe; Endlich zeige mir das Los In der Auserwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier Wunderlich mit mir ergehen, Dennoch bleib ich stets an dir, Dennoch will ich feste stehen; Ich muß— Trotz sei aller Pein— Dennoch, dennoch selig sein. B. Schmolck, 4 1737. D Der Brunn der ewgen Güter, Der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, Fehlt mirs an keiner Gabe; Der Reichtum seiner Fülle Gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden Auf grüner Aue weiden, Führt mich zu frischen Quellen, Schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Aus aller Not zu rücken. 5. Er lehrt mich tun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen Um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern Im finstern Tal muß wandern, Fürcht ich doch keine Tücke, Bin frei von Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, Schützt mich vor bösen Leuten: Dein Stab, Herr, und dein Stecken Benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, Machst, daß ich mich erfrische, Wenn mir mein Feind viel Schmerzen Erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Ole Und füllest meine Seele, Die leer und durstig saße, Mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes Wird mein Herz gutes Mutes, Mel. Wach auf mein Herz und singe. Voll Lust, voll Freud und Lachen, Ps. 23. Der Herr, der aller Enden Regiert mit seinen Händen, So lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben Und dein Lob herrlich treiben Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Im Hause, da du wohnest Und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden Und dort, da wir dich werden Selbst schaun im Himmel droben, Hoch preisen, singn und loben. P. Gerhardt, + 1676. — 445. Mel. Ermuntre dich mein schwacher Geist. Marc. 7, 37. DerHerrhatalles wohl gemacht, Er wird nichts böse machen; Dies, fromme Seele, wohl betracht In allen deinen Sachen, In Freud und Leid, in Glück und Not, In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, In Kummer, Angst und Schmer⸗ zen, Das glaub, o Herz, von Herzen. 2. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht, Noch eh er uns erschaffen; Er hat uns mit dem Heil bedacht, Das einig unser Waffen, Ja unser Schild und Rettung ist; Er hat uns vor der Zeit erkiest: Eh man die Sterne zählet, Da hat er dich erwählet. 3. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht, Dies rühme, wer es höret, Als er uns hat hervorgebracht Und gnadenvoll genähret, Da er das menschliche Geschlecht Gesegnet, daß auch Früchte brächt Das Erdreich und was drinnen Begriffen wird mit Sinnen. 4. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht 311 Da schon der Mensch gefallen, Da hat er dennoch fleißig acht Auf ihn und ob uns allen. Er rief und ruft nochmich unddich Aus lauter Lieb und sehnet sich In seinen süßen Flammen Nach uns hier allzusammen. 5. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht, Der uns sein Wort gegeben, Davon oft unser Herze lacht; Wenn wir in Ängsten schweben, Da ist er unsre Zuversicht, Er tröstet uns und läßt uns nicht In allen unsern Nöten, Und sollt er uns gleich töten. 6. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht, Da er für uns gestorben Und Heil und Leben wiederbracht Und durch sein Blut erworben. Was willst du mehr, betrübter Geist? Komm her, schau hier, was Lie⸗ ben heißt; Soll der nicht alles geben, Der für dich gibt sein Leben? 7. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht, Da er vom Tod erstanden Und aus ganz eigner Kraft und Macht Uns von der Hölle Banden Und ihren Ketten hat befreit, Daß unser Ruf schallt weit und breit: Wo ist der Sieg der Höllen Und ihrer Mitgesellen? 8. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht, Da er ist aufgefahren Gen Himmel, da ein Herz hin⸗ tracht, Das Trübsal hat erfahren; 312 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Er hat die Stätt uns da bereit, Da wir nach dieser kurzen Zeit In Freuden sollen schweben Und ewig mit ihm leben. 9. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht, Wenn seinen Geist er sendet Zu uns herab, der uns bewacht Und unsre Herzen wendet Von dieser Welt zu Gott hinauf, Auf daß wir endlich unsern Lauf Ganz seliglich vollziehen, Wenn wir von hinnen fliehen. 10. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht, Auch wenn er uns betrübet, Wenn uns diefinstreKreuzesnacht Befällt und allzeit übet In Kreuz und Widerwärtigkeit, In Angst, in Trübsal und in Leid, Wenn er uns stärkt im Glauben, Den niemand uns kann rauben. 11. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht, Wenn er in Lieb und Treue Noch immerfort an uns gedacht Und macht uns wieder neue, Wenner den alten Menschen bricht Und die verkehrten Wege richt Nach seinem frommen Willen, Daß den wir treu erfüllen. 12. Der Herr hat alles wohl ge⸗ macht; Wenn er wird wieder kommen, Und ob gleich alles bricht und kracht, Wird er doch seine Frommen Zu sich aufziehen in die Höh Und retten sie von allem Weh, Da wir und sie erhoben Ihn ewig werden loben. 13. Der Herr hat alles wohl ge⸗ machtz Es wird kein Sinn erreichen Hier seinesRuhmes große Pracht, Er muß zurückeweichen Und schreienausmitvollerMacht: Der Herr hat alles wohl gemachtl Dafür wir hier und droben Ihn billig ewig loben. 14. Nun er hat alles wohl ge⸗ macht, Er wird nichts böse machen; Er träget dich gar sanft und sacht: Drum in all deinen Sachen, In Freud und Leid, in Glück und Not, In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod, InKummer,AngstundSchmerzen Gib ihm sein Lob von Herzen. Chr. Runge, 1681. 446. Mel. Herzliebster Jesu was hast du verbrochen. Der Weg ist gut, der durch das Leiden führet: Man findet Gott, wenn man sich selbst verlieret. Gefahr und Not treibt die be⸗ herzten Streiter Beständig weiter. 2. Gott, welcher stets nach Lieb und Weisheit handelt, Macht, daß derMenschdurchrauhe Wege wandelt, Wenn sein Gemüt das Glück in guten Tagen Nicht weiß zu tragen. 3. Der Herr will nicht die schon ö geplagten Seelen Durch neue Lasten nur noch här⸗ ter quälen, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 313 Er will auch nicht gewaltsam zu sich ziehen, Die vor ihm fliehen. 4. Ist aber wo ein Herz, das ihm gehöret Und das sich noch mit halbem Willen wehret, Das rettet er, denn Seelen sind ihm teuer, Als aus dem Feuer. 5. Er zieht von dieser Erde nichtgen Freuden Den schwachen Geist zurück durch harte Leiden; Er selbst erweckt bei Seufzen, Schmerz und Tränen Ein himmlisch Sehnen. 6. O seid gesegnet mir, ihr selgen Schmerzen! Dies Sehnen wecket ihr in mei⸗ nem Herzen: Kein Leid kann nun den freien Geist ermüden, Er lebt im Frieden. 7. Nichts wird mir schwer, bleib ich mit Gott verbunden; Ich fühle keinen Schmerz in Lei⸗ densstunden Und wandle, dankbar für des Höchsten Gnade, Durch rauhe Pfade. 8. So wird das Gold von Schlacken mehr gereinigt, Das Herz mit Gott noch inniger vereinigt; Die ihm ergebne stille Glaubens⸗ treue Stärkt sich aufs neue. 9. Durch Finsternis, die unsern Weg umdunkelt, Sehn wir das Kleinod, das von oben funkelt: Solch selge Hoffnung, solchen festen Glauben Kann niemand rauben. 10. Ja solltest du auch ohne dein Verschulden Um Jesu willen Schmach und Tod erdulden: Verzage nicht, Gott läßt dieKraft dich finden, Zu überwinden. 11. Der Herr ist selbst den To⸗ desweg gegangen: Wer mit ihm duldet, wird die Kron empfangen; Der Herr wird, die ihm alles hingegeben, Zu sich erheben. 12. Blick auf die Wolke der ver⸗ klärten Zeugen, Die jetzt vor seinem Thron die Palmen neigen: Wie kamen sie zur Fülle jener Freuden? Wars nicht durch Leiden? F. K. v. Moser, 4 1798. 447. Mel. Wach auf mein Herz und singe. Du kannsts nicht böse meinen, Mein Jesu, mit den Deinen, Du Brunngquell aller Güte, Du treuestes Gemüte. 2. Du kannsts nicht böse meinen, Du, Herr, verlässest keinen; Dein Wort läßt alle hoffen, Dein Herz steht allen offen. 3. Du kannsts nicht böse meinen, Wenn du das Glück läßt scheinenz Du willst alsdann mit Segen Zur Buße uns bewegen. 314 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 4. Du kannsts nicht böse meinen, 4. Es wird auch keiner dort ge⸗ Wenn du uns lässest weinenz krönt, Die schweren Kreuzestriebe Als der hier recht gestritten, Sind Schläge treuer Liebe. Der, wenn die Spötter ihn ver⸗ N f i + ö 38— höhnt, 5. Du kannsts nicht böse meinen icht gern hier mit gelitten; Und züchtigest die Deinen, Wer 1 7 it sie in dem W Wer aber Christi Joch hier trägt, Aaenes 0 Ild bes Rhen Dem wird sein Schmuck Raclear⸗ gelegt: Dauch uicht mit Sorgen wagen, Geduld erlangt die Krone. tich nicht mit Sorgen plagen,* Ich Haße gnug ameeinen, 5. Gott hilft dir auch bei aller Gott kanns nicht böse meinen. Not, B. E. Löscher, 4 1140. Dem kannst du sicher trauen; Er übergibt dich nicht dem Tod, Du sollst das Leben schauen; 448 Er steht dir bei, er tröstet dich, 8 Beweiset sich recht väterlich: Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Geduld ist voller Segen. Klagel. Jer. 3, 26. 6. Erwart die rechte Zeit 413 6. Erwarte nur die rechte Zeit, E⸗ ist gewiß ein köstlich Ding, So wirst du wohl empfinden, Stets in Geduld sich fassen. Wie er in Lieb und Freundlichkeit Und GottesheilgemRatundWink Sich wird mit dir verbinden; Sich willig überlassenEr wird nach ausgestandnerPein Wie in demheitern Sonnenschein. Dein Labsal unaufhörlich sein: So auch bei trüber Not und Pein: Geduld wird nicht zu Schanden. Geduld erhält das Leben. J. G. Wolff, 4 1754. 2. Drum auf, mein Herz, ver⸗ zage nicht,‚ Wenn dich ein Leiden drücketl 449. Auf, fliehe zu dem ewgen Licht,. Das kräftiglich erquicket; Gib dich zufrieden und sei stille Halt in Geduld dem Vater still, In dem Gotte deines Lebens: Wenn er durch Zucht dich läutern In ihm ruht aller Freuden Fülle, will: Ohn ihn mühst du dich vergebens. Geduld bringt Mut und Kräfte. Er istdeingmell und deine Sonne, 3. Nur frisch im Hüngerz fort⸗ Scheint täglich hell fuontte gekämpft, i5 di ů Bis sich der Sturmwind leget; Gib dich zufrieden. ImKreuzewird diedustgedämpft, 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Die sich im Fleisch noch reget, Gnaden, Dem Geist wird neue Kraft ge⸗Ungefärbtes, treues Herzens; schenkt, Wo er steht, tut dirkeinen Schaden Daß er sich still in Gott versenkt: Auch diePein desgrößtenSchmer⸗ Geduld erhält viel Gnade. zens; —44„56. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, Ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden. 3. Wie dirs und andern oft er⸗ gehe, Ist ihm wahrlich nicht verborgen; Er sieht und kennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Tränen Und faßt zuhauf all unser Seh⸗ nen. Gib dich zufrieden. 4. Wenn gar kein einger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Treuster werden Und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, Auch weiß er Zeit, dirs zu be⸗ nehmen. Gib dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen Und des Herzens stilles Klagen, Und was du keinem darfst er⸗ zählen, Magst du Gott gar tühnlichf sagen; Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, Halt an Gott, so wirst du siegen; Ob alle Fluten einhergingen, Dennoch mußt du oben liegen; Denn wenn du wirst zu hoch be⸗ schweret, 31⁵ Hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein ar⸗ mes Leben, Wiedushaltenwollstundnähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch Unterhalt bescheren: Er hat ein Hand voll aller Gaben, Da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden. 8. Sprich nicht: Ich sehe keine Mittel, Wo ich such, ist nichts zum besten; Denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, Da greift er zu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden. 9. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen; Macht dir das Harren angst und bange: Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man wisser, Und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden. 10. Nimm nicht zu 4die 1 was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten; Laß sienurimmer weidlich spotten, Gottwirdshören undrechtrichten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, da machen? Gib dich zufrieden. 316 11. Es kann und mag nicht an⸗ ders werden, Alle Menschen müssen leiden; Was webtundlebetauf derErden, KanndasUnglücknichtvermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden Bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zufrieden. 12. Es ist ein Ruhetag vor⸗ handen, Da uns unser Gott wird lösen; Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod her⸗ springen Und aus der Qual uns sämtlich bringen. Gib dich zufrieden. 13. Er wird uns bringen zu den Scharen Der Erwählten und Getreuen, Die einst mit Frieden heimge- fahren, Sich auch nun im Frieden freuen, Da sie den Grund, der nicht kann brechen, Den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gib dich zufrieden. P. Gerhardt, 4+ 1676. Q.— 450. Mel. Jesu meine Freude. Gott der wirds wohl machen, Dem ich alle Sachen Allzeit heimgestellt. Er hat mich erkoren, Eh ich noch geboren Bin auf diese Welt; Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Hat mir auch nach seinem Brauch, Was von nöten, stets gegeben Hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, Der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt, Der mich nie vergessen, Der mit Kleid und Essen Täglich mich bedenkt; Auch wenn fast die Kreuzeslast Oft die Seinen niederdrücket, Hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen; Laß das Wetter krachen Und die Stürme gehn. Wenn mit großem Grausen Alle Wellen brausen, Will er bei dir stehn. Jonas lag drei bange Tag. Schlägt dichUnglückauch danieder, Gott erhebt dich wieder. 4. Gott der wirds wohl machen, Er wird selber wachen Über deiner Not. Wenn du willst verzagen Unter deinen Plagen, Ist der fromme Gott Auf dem Planund nimmt dichan; Dann verstäubt die Angst ge⸗ schwinde Wie der Rauch im Winde. 5. Gott der wirds wohl machen; Mächtig in den Schwachen Ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, Der sich Gott erwählet In dem Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz: Alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 6. Gott der wirds wohl machen, Wenn des Todes Rachen —127373892988— —— s3j5sj —*ʃ5 3— 317374————— 24 uuch, ben hen, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Gleich ist aufgetan; Wenn die Lebensjahre Liegen auf der Bahre, Führt er himmelan. Dieser Bund hat seinen Grund: Die gelebt und leben werden Kommen in die Erden. 7. Gott der wirds wohl machen, Der den alten Drachen Dämpfet ritterlich; Führt er gleich die Seinen Anders, als sie meinen, Noch so wunderlich: Sei bereit zu Freud und Leid, Gott befiehl nur deine Sachen, Gott der wirds wohl machen. J. Stockmann, 4+ 1712. 451. Herr wie du willst so schicks mit mir. Mel. Gott herrschet und hält bei uns haus; Was sagst du, Mensch, dawider? Was schlägstdu seinenWillenaus? Leg in den Staub dich nieder, Schweig still, laß ihn nur Meister sein: Er ist das Haupt, wir insgemein Desselben schwache Glieder. 2. Belegt er dich mit Kreuz und Not Und greift dir nach dem Herzen: Er ist und bleibet doch dein Gott; Drum laß dichs immer schmerzen, Doch hüte dich vor Ungeduld, Du möchtest sonst durch große Schuld Dein bestes Heil verscherzen. 3. Das ist sein Brauch von alters her: Oft hält er sich verborgen, 317 Als wiss' er nichts um dein Be⸗ schwer Und woll nicht für dich sorgen; Es scheint, erhabsichhartgemacht, Das währtvomAbendindieNRacht Und wieder an den Morgen. 4. Doch bald kommt wieder Gnadenzeit Und Endschaft deiner Leiden: Gott nimmt von dir das Trauer⸗ kleid, Umgürtet dich mit Freuden; Er züchtigt als ein Vater dich, Jedoch muß seine Gnade sich Darum nicht von dir scheiden. 5. Wie wohl ist doch der Mensch daran, Der sich in Gottes Wege Mit rechter Demut schicken kann, Ihm aushält alle Schlägel Das nimmt der höchsten Kunst den Preis. Herr, gib uns, daß sich aller Fleiß Auf dieses Lernen lege. Simon Dach, + 1659. I.— 452. Mel. Es ist genug. Gott ist getreul Sein Herz, sein Vaterherz Ist voller Redlichkeit. Gott ist getreu bei Wohlsein und bei Schmerz, In gut und böser Zeit. Weicht Berge, weicht, fallt hin, ihr Hügell Mein Glaubensgrund hat dieses Siegel: ): Gott ist getreu.:: 2. Gott ist getreul Er ist mein treuster Freund, Dies weiß, dies glaub ich fest. 318 Ich bin gewiß, daß er mich kei⸗ nen Feind Zu hart versuchen läßt. Er wiegtbeijederPrüfungsstunde DieKraft von meinem Glaubens⸗ pfunde. 2) Gott ist getreu. 3. Gott ist getreu! Er tut, was er verheißt, Er hält, was er verspricht; Wenn mir sein Wort den Weg zum Leben weist, So gleit und irr ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen, Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. 2): Gott ist getreu.: 4. Gott ist getreul Er handelt väterlich, Und was er tut, ist gut; Sein Liebesschlag erweckt und bessert mich,‚ Die Strafe meint es gut. Das Kreuz wird mir zur Him⸗ melsleiter,‚ Der Kampf macht mich zum gu⸗ ten Streiter,‚ ,: Gott ist getreu.:; 5. Gott ist getreul Er gibt der bösen Welt Den eingen Sohn dahin. Deräeiligstebezahlt dasLösegeld, Damit ich selig bin. Um uns zu retten vom Verderben, Ließ er den Eingebornen sterben. „: Gott ist getreu.: 6. Gott ist getreul Mein Vater, des ich bin, Sorgt für mein Seelenwohl. Sein Will und Wunsch, sein Zweck und sein Bemühn Ist, daß ich leben soll. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Er reinigtmichvon allen Sünden, ErläßtmichRuhinChristofinden. ,: Gott ist getreu. 7. Gott ist getreu! Sein gött⸗ lich treuer Blick Gibt sorgsam auf mich acht; Er sieht mit Lust, wenn mich ein zeitlich Glück Erfreut und dankbar macht. Was uns zu schwer ist, hilft er tragen, Und endlich stillt er alle Klagen. ): Gott ist getreu. 12 8. Gott ist getreu: mein Herz, was fehlt dir noch, Dich stets im Herrn zu freun? Sei Gott getreu, sei unverzagt, mag doch Die Welt voll Falschheit sein. Der falschen Brüder Neid und Tücke Gereicht amEnde mirzum Glücke. 2) Gott ist getreu.:: 9. Gott ist getreu: vergiß, o Seel, es nicht, Wie zärtlich treu Gott ist. Gott treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, So lang du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, Laß dir den starken Trost nicht rauben: ): Gott ist getreu.:: C. Liebich, 4 1780. 453. NMel. Gott du frommer Gott. ö Gott ist und bleibt getreu! Sein Herze bricht von Lieben, Pflegt er gleich hie und da Die Seinen zu betrüben; Er prüfet durch das Kreuz, SGSSD SSHSS S606SSS SSEESS SSSSSUSSES SSSE 2 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 319 Wie rein der Glaube sei, Wie standhaft die Geduld: Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu! Er hilft ja selber tragen, Was er uns aufgelegt, Die Last der schweren Plagen; Er braucht die Rute oft Und bleibet doch dabei Ein Vater, der uns liebt: Gott ist und bleibt getreu. 3. Gott ist und bleibt getreul Er weiß, was wir vermögen, Er pfleget nie zu viel Den Schwachen aufzulegen; Er macht sein Israel Von Last und Banden frei, Wenn große Not entsteht: Gott ist und bleibt getreu! 4. Gott ist und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen, Er läßt aus trüber Nacht Die Freudensterne scheinen; Der Sturm der Trübsal geht Auf seinen Wink vorbei; Sei, Seele, nur getrost: Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu! Er stillet dein Begehren, Er will dein Glaubensgold In Trübsalsglut bewähren; Nimm an von Gottes Hand Den Kreuzkelch ohne Scheu, Der Lebensbecher folgt: Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu! Laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch Ein solches Ende machen, Daß alles Kreuz und Leid Dir ewig nütze sei. So liebt der Höchste dich: Gott ist und bleibt getreu. 1695. 454. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen Alle Hülf auf Erden tut, Der mit Machtundstarken Armen Machet alles wohl und gut. Gott kann besser, als wir denken, Alle Not zum Besten lenken. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 2. Gott lebet nochl Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder chlafen, Der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, Sollte er denn hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, WiedenFrommenWehgeschiehet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet Mit den Wolken weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, Ist von uns nicht fern und weit. Wer Gottliebt, dem willersenden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, Nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Aden⸗ en, Hilft den Schwachen gnädig auf; Gottes Gnade währet immer, Seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. ——————— II — 320 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, Dein Verbrechen quälet sehr, Komm zu Gott, er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen Kann er dich in Frieden stellen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen Und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, Wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel samt der Erden Immerhin zu Trümmern gehn; Laß die Höll entzündet werden Und den Feind erbittert stehn, Lasse Tod und Teufel blitzen: Wer Gott traut, den will er schützen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der harten Dornenbahn: Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gottwirdnach demJammerleben Frieden, FreudundWonnegeben. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch. J. F. Zihn, 1719. 455. Mel. Was Gott tut das ist wohl getan. Gott lebt: wie kann ich Hhteim ein, Als wär kein Gott zu finden? Er weiß gar wohl von meiner Pein, Die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz Und meinen Schmerz: So darf ich nicht verzagen Und ihm nur alles klagen. 2. Gott hört, wenn niemand hö⸗ ren will: Was will der Feind denn sprechen, Mein Seufzen werde nicht zum Ziel Hin durch die Wolken brechen? Ruf ich empor, So hört sein Ohr, So steigt die Hülfe nieder, Und schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht: wie klaget denn mein Herz, Als seh er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz Ganz offenbar erscheinen. Kein Tränlein fehlt, Das er nicht zählt Und sich vor Augen setzet, Bis er uns drauf ergötzet. 4. Gott führt: so geh ich immer fort Auf allen meinen Wegen; Mag mir die Welt bald hier bald dort Arglistig Stricke legen, So wird er mich Zwar wunderlich, Doch immer selig führen, Daß mich kein Fall kann rühren. — 58359 I ier ort ier ort en. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 5. Gott gibt: und wär ich noch so arm, Doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, Als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brot, Und wenn die Not Uns nach der Wüste weiset, Doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt: wohlan, ich 4.N— aS. Gott hört: ich wills ihm sagen. Gott sieht: er setzt den Tränen Maß. Gott führt: ich darf nicht zagen. Gott gibt und liebt: Nur unbetrübt!l Er wird mir endlich geben, Auch dort mit ihm zu leben. B. Schmolck, 4 1787. 456. Mel. Ringe recht wenn Gottes Gnade. Gott wills machen, daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen immer schwellen, Wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen nur sich plagen, Daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter, Gott dein Wächter Schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen Wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen Bleibt er stets ein Vaterherz; 32¹ Laß dein Weinen bitter scheinen, Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste Über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, Wirst du von dem Kummer frei. 6.Willst duwanken in Gedanken, Faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints ge— fährlich: Deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich ge⸗ funden, Bricht die Hülf mit Macht herein; Und dein Grämen zu beschämen, Wird es unversehens sein. 9. Nun so trage deine Plage Fein getrost und mit Geduld: Wer das Leiden will vermeiden, Häufet seiner Sünden Schuld. 10. Aber denen, die mit Tränen Küssen ihres Jesu Joch, Wird die Krone vor dem Throne Ihres Heilands werden noch. 11. Amen, Amen! In dem Namen Meines Jesu halt ich still; Es geschehe und ergehe, Wie und wenn und was er will. J. D. Herrnschmidt, 4 1723. 457. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit. Ich hab in Gottes Herzund Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, * 322 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Der Tod selbst ist mein Leben. Denn Gott ist mein, und ich bin sein, Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, Bleib ich in seiner Gnade. 2. Das kann mir fehlen nim⸗ mermehr, Mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, So will er mich nur üben Und mein Gemüt in seiner Güt Gewöhnen fest zu stehen; Halt ich dann stand, weiß seine Mich wieder zu erhöhen. 3. Bei ihm ist Weisheit und Verstand 3 finden ohne Maßen; eit, Ort und Stund ist ihm be⸗ kannt Zum Tun und auch zum Lassen. Er weiß, wann Freud,‚ er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene; Und was er tut, ist alles gut, Obs noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was Fleisch und Blut begehret, Als sei mit einer großen Last Dein Licht und Heil beschweret, Hast spät und früh viel Sorg und Müh, An deinen Wunsch zu kommen; Und denkest nicht, daß, was ge⸗ schicht, Gescheh zu deinem Frommen. 5. Fürwahr, derdichgeschaffen hat Und ihm zur Ehr erbauet, Der hat schon längst inseinemRat Ersehen und beschauet Aus wahrerTTreu, was dienlich sei Dir und den Deinen allen: Laß ihm doch zu, daß er nur tu Nach seinem Woahlgefallen. 6. Wills Gott, so kanns nicht anders sein, Es wird zuletzt dich freuen; Was du jetzt nennest Kreuz und Pein, Wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die H Huld Wird sich doch endlich finden. 0— einmal Gleich wie ein Dampf verschwin⸗ den. 7. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir Getrost in deine Hände: Nimmmichundmachedusmitmir Bis an mein letztes Ende, Wie du wohl weißt, daß meinem Geist Dadurch sein Nutz entstehe, Sich in ihr selbst erhöhe. 8. Willst du mir geben Sonnen⸗ schein, So nehm ichs an mit Freuden; Solls aber Kreuz und Unglück sein, Will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Tür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 9. Soll ich denn auch des Todes Weg Und finstre Straße reisen: Wohlan, so geh ich Bahn und Steg, Den deine Augen weisen. All Angst und Qual wird auf Und deine Ehr je mehr und mehr Aesd 55—KKD‚Pc Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Ich will den Tod bedenken, Du bist mein Hirt, der alles wird Zu solchem Ende kehren, 323 Du, Herr, wirst alles lenken, Daß ich einmal in deinem Saal Undwasmirgutist, wirdgeschehn. Dich ewig möge ehren. P. Gerhardt, 4 1676. 458. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Ich hab in guten Stunden Des Lebens Glück empfunden Und Freuden ohne Zahl: So will ich denn gelassen Mich auch in Leiden fassen; Welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, Und stets strafst du gelinder, Als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwertmit Schulden, Kein zeitlich Weh erdulden, Das dochzumeinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, Nicht meine Ruh, mein Leben Mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen Und nicht auf Menschen bauen; Du hilfst und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, Mich alle meine Sünden Erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte, Sein Heil laß mein Geschäfte, Dein Wort mir Trost und ufemn ein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, Bin ich des Himmels Erbe: Was schreckt mich Grabund Tod? Auch auf des Todes Pfade Vertrau ich deiner Gnade; Du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich willdemKummer wehren, Dich durch Geduld verehren, Im Glauben zu dir flehn. Chr. F. Gellert, 4 1769. 459. 1. Mos. 32, 26. Ich laß dich—395 du mußt mein Jesus bleiben! Will rauhe Not, Welt, Höll und Tod Mich aus der Burg der festen Treue treiben: Nur herl ich halte mich, Mein starker Held, an dich; Hör, was mein Herze spricht: Du mußt mein Jesus bleiben! 2: Ich laß dich nichtln:: 2. Ich laß dich nicht, du Hülf in allen Nöten; Leg Joch auf Joch, Ich hoffe doch, Auch wenn es scheint, als woll⸗ test du mich töten. Machs wie du willst mit mir, Ich weiche nicht von dir; Verstelle dein Gesicht, Du 93 0 in allen Nöten, „: Ich laß dich nichtl:: 3. Sch laß dich nicht! Sollt ich den Segen lassen? Mein Jesu, nein, Du bleibest mein, Dich halt ich noch, wenn ich nichts mehr kann fassen. Nach kurzer Nächte Lauf Geht mir der Segen auf Von dir, dem Segenslicht: Sollt ich den Segen lassen? ): Ich laß dich nichtl: 4. Ich laß dich nicht, mein Gott mein Herr, mein Lebenl X 2 324 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Mich reißt das Grab Von dir nicht ab, Der du für mich dich in den Tod gegeben: Du stäarbst aus Liebe mir; Ich sag in Liebe dir, Auch wenn mein Herze bricht: Mein Gott, mein Herr, mein Leben, Ich laß dich nichtln:: W. Deßler, + 1722. 460. Mel. Herr wiedu willst so schicks mit mir. Ich steh in meines Herren Hand Und will drin stehen bleiben, Nicht Erdennot, nicht Erdentand Soll mich daraus vertreiben; Und wenn zerfällt die ganze Welt, Wer sich an ihn und wen er hält, Wird wohlerhalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, Und Wunder sollen schauen, Die sich auf seinwahrhaftigWort Verlassen und ihm trauen. Er hats gesagt, und darauf wagt Mein Herz es froh und unverzagt Und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, Ist alles mir gelegen, Ich halte ihm im Glauben still Und hoff auf seinen Segen; Denn was er tut, ist immer gut, Und wer von ihm behütet ruht, Ist sicher allerwegen. 4. Ja wenns am schlimmsten mit mir steht, Freu ich mich seiner Pflege: Ich weiß, die Wege, die er geht, Sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, ist gut gemeint; Er ist dochnimmermehrmeinzeind Und gibt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Unter⸗ pfand Ist, was er selbst verheißen: Daß nichts mich seiner starken ö Hand Soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er ö nicht. Er bleibet meine Zuversicht, Ich will ihn ewig preisen. Ph. Spitta, 4 1859. 461. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ich trau auf Gott in allen Sachen, Denn wer wird sonst mein Helfer sein? Ach niemand hilft dem armen Schwachen, Denn nur mein Gott, der tuts allein; Drum seh ich auch in meiner Not Vor allem auf den lieben Gott. 2. Und muß ich gleich zu trüben Zeiten Was dulden, ei was ists denn nun? Ich will es herzlich gerne leiden, Gott wird mir keinen Schaden tun. Drum seh ich auch in meiner Not Vor allem auf den lieben Gott. 3. Er hat mirs ja so oft ver⸗ sprochen, Daß er mein Helfer wolle sein; Ich weiß, er hält mirs unge⸗ brochen, SeinwWorttrifft immerrichtigein. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Drum seh ich auch in meiner Not Vor allem auf den lieben Gott. 4. Läßt Gott die Vöglein nicht verderben, Ei nun so glaub und hoff ich fest, Daß er mich auch nicht Hungers sterben, Noch sonst in Not verderben läßt. Drum seh ich auch in meiner Not Vor allem auf den lieben Gott. 5. Wohlan, ich will beständig bleiben Bei Gott in Not und Todesqual; Von Gott soll mich kein Unglück treiben, Drum sag ich ein für allemal: Ich seh in aller meiner Not Vor allem auf den lieben Gott Halle 1697. 462. Mel. Wer nur den lieben Gott käßt walten. je näher Je größer Kreuz, Himmel: Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; Bei Sündenlust und Weltge⸗ tümmel VergißtmanHölle, Fluchund Tod. O selig ist der Mann geschätzt, Den Gott in Kreuz und Trüb⸗ sal setzt. 2. Je größer Kreuz, je beßrer Christe, Gottprüftunsan demProbesteinz Wie mancher Garten lieget wüste, Fälltnichtein Tränenregendrein. Das Goldwird auf demFeuerherd, Ein Christ in mancher Not be⸗ währt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; Die Palme wächset bei der Last; 32⁵ Die Süßigkeit fließt aus der ö 10—0 Wenn du sie wohl gekeltert ha Am Kreuze wächset uns der Mut, Wie Perlen in gesalzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; Der Wind bläst nur die Flam⸗ men auf, Und scheinet gleich der Himmel trübe, S⁰ lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, Gleichwie das Ol im Feuer tut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Geriebne Kräuter duften wohl; Wenn um das Schiff kein Sturm⸗ wind wehte, Sofragtemannichtnach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, Wennernicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, 11 mehr Verlangen. Im Tale steiget man bergan; Wer durch die Wüsten oft gegan⸗ gen, Der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findt es hier nicht Ruh, So fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben: Man freut sich recht auf ETod: Denn man entgehet dem Derder⸗ ben, Es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das Christengräber ziert, Bezeugt, sie haben triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, 326 Die Gott den Seinen beigelegt, Und dieeinmalvorseinemThrone Der Überwinder Scheitel trägt. Ach dieses teure Kleinod macht Daß man das größte Kreuz abht acht. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze Je länger und je lieber sein. Daß mich die Ungeduldnicht reize, So pflanz ein solches Herzmirein, Das Glauben, Liebe, Hoffnung hegt, Bis dort mein Kreuz' die Krone trägt. B. Schmolck, 4 1737. 463. Ps. 31. In dich hab ich gehoffet, Herr; Hilf, daß ich nicht zu Schanden werd Noch ewiglich zum Spotte. Das bitt ich dich, Erhalte mich In dir, dem treuen Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir, Erhör mein Bitt, tu dich herfür, Eil bald mich zu erretten; In Angst und Weh Ich lieg und steh, Hilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, Sei meine Burg, darin ich frei Und ritterlich mög streiten, Ob mich gar sehr Der Feinde Heer Anficht von beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, MeinHülf, mein Heil, meinLeben, Mein starker Gott In aller Not: Wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht Mit Lügen und falschem Gedicht Viel Netz und heimlich Stricke: Herr, nimm mein wahr In der Gefahr, Behüt vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich ir, Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Hände; O wahrer Gott, Aus aller Not Hilf mir am letzten Ende. 7. Preis, Ehre, Macht und Herr⸗ lichkeit Sei Vater, Sohn und Geist bereit, Lob seinem heilgen Namenl Dein göttlich Kraft Mach uns sieghaft Durch Jesum Christum. Amen. A. Reißner, + 1588. 464. Mel. Jesus meine Zuversicht. Meine Seele senket sich Hin in Gottes Herz und Hände Und erwartet ruhiglich Seiner Wege Ziel und Ende, Liegt fein stille, nackt und bloß In des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, Ist mit allem wohl zufrieden; Was der eigne Wille spricht, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 327 Ist zum Tode schon beschieden: 2. Meine Seele hanget Was die Ungeduld erregt, An dir und verlanget, Ist in Christi Grab gelegt. Gott, bei dir zu sein Aller Ort und Zeiten, 3. Meine Seele sorget nicht. Und mag keinen leiden, Will vielmehr an nichtsgedenken, Der ihr rede ein: Was gleich spitzen Dornen sticht Von der Welt Ehr, Lust und Ereen domunt dem SWöpser, Geld Sorgen ommt dem Schöpfer zu, Wonach so viel sind befli en, Meine Seele sucht nur Ruh. Mag sie 20 wichts Wiffen 4. Meine Seele grämt sich nicht, ö* Liebt hingegen Gott im Leiden; 80 ab ßz and sonst tener. Kummer, der das Herze bricht, Wird 551 4 mir geliebt; Trifft und ängstet nur dieHeiden: I esus, der getreue Wer Gott in dem Schoße liegt, In dem ich mich freue Bleibt in aller Not vergnügt. Sich mir ganz elatbi 7 5. Meine Seele klaget nicht, Er allein, er soll es sein, Denn sie weiß von keinen Nöten, Dem ich wieder mich ergebe Hangt an Gottes Angesicht, 270 ihm einzig lebe. Auchalsdann, wenner willtöten: 4 Wo sich Fleisch und Blut beklagt, um Wpichrala tallegen Wird das Freudenlicht verjagt. Sanft in seinen Schoßz 6. Meine Seel ist still zu Gott,‚ Lerne ihm vertrauen, Und die Zunge bleibt gebunden: So wirst bald du schauen, Also hab ich allen Spott, Wie die Ruh so groß, Alle Marter überwunden, Die da fleußt aus stillem Geist. Bin, gleichwie ein stilles Meer, Wer sich weiß in Gott zu schicken, Voll von Gottes Preis und Ehr. Den kann er erquicken. S. J. Winckler, 4 1722. 5. Meine Seele senket Alles, was sie kränket, 465 Tief in Jesu Brust; * Sie wird stark durch Hoffen; Mel. Jesu meine Freude. Was sie je betroffen, Ps. 62, 2. Fasset sich mit Lust, 1 4 1. asset sich ganz männiglich, Meine Seel ist file Durch Geduld und Glauben feste: In Gott, dessen Wille Endlich kommt das Beste. Mir zu helfen steht; Mein Herz ist vergnüget 6. Amen, es geschiehet; Mit dem, wie's Gott füget, Wer zu Jesu fliehet, Nimmt an, wie es geht; Wird es recht erfahrn, Geht es nur zum Himmel zu, Wie Gott seinen Kindern Und bleibt Jesus ungeschieden, Pflegt das Kreuz zu mindern So bin ich zufrieden. Und das Glück zu sparn 328 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Bis zu End: alsdann sich wendt Die in Salems Mauern wohnen, Das zuerst getragne Leiden, Zeigen ihre Dornenkronen. Und gehn an die Freuden.. 2 J. Kasp. Schade, 1 1608. 5. Es sind wahrlich alle Wuen Die des Himmels Klarheit sehn, 466 Aus viel Trübsal hergekommen; 8 Darum siehet man sie stehn Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Prangend in der Ehrereon ; Prangend in der Ehrenkron eine Sorgen, d und Und mit Palmen ausgezieret, Laufen mit der Zeit zu End; Weil sie glücklich triumphieret. Alles Seufzen, alles Klagen, 6. Gottes Ordnung stehet feste Das der Herr alleine kennt. uUnd bleibt ewig unverrückt: Wird gottlob nicht ewig sein: Seine Freund und Hochzeitsgäste Nach dem Regen wird ein Schein Werden nach dem Streit beglückt; Von viel tausend Sonnenblicken Israel erhält den Sieg Meinen matten Geist erquicken. Nach geführtem KampfundKrieg: ö Kanaan wird nicht gefunden, 2. Meine Saat, die ich gesäet,;. Wird zur Freude wachsen aus: Wo man nicht hat überwunden. Wenn die Dornen abgemähet, I. Darum trage deine Ketten, So trägt man die Fruchtzu Haus; Meine Seel, und dulde dich; Wenn ein Wetter ist vorbei, Gott wird dich gewiß erretten, Wird der Himmel wieder frei: Das Gewitter leget sich; Nach dem Kämpfen, nach dem Nach dem Blitz und Donnerschlag ... Streiten Folgt ein angenehmer Tag: Kommen die Erquickungszeiten. Auf den Abend folgt der Morgen 3. Wenn man Rosen will ab⸗ Und die Freude nach den Sorgen. brechen, Halle 1705. Muß man leiden in der Still, Daß uns auch die Dornen stechen; 467 Es geht alles, wie Gott will.— Er hat uns ein Ziel gezeigt, Mel. Nun ruhen alle Wälder. Das man nur im Kampf erreicht: 4.— 6 Will man hier das Kleinod finden, Mein Herz, gib dich zufrieden So muß man erst überwinden. Und bleibe ganz geschieden Von Sorge, Furcht und Gram; 4. Unser Weg geht nach den Die Not, die dich jetzt drücket, Der mit Kreuzen ist bebet, Get 17 25 Zantcirketi é. Hier muß man sichnichtentfernen, ö Sei still und halt dich wie ein 2 Ob er gleich mit Blut benetzt. Kuin. Zu dem Schloß der Ewigkeit 2. Mit Sorgen und mit Zagen Kommt kein Mensch hin sonder Und unmutsvollen Klagen Streit: Häufst du nur deine Pein SSSSESSE 89„ OSSE— 2 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 329 Durch Stillesein und Hoffen Von Gott und seinen Freuden, Wird, was dich jetzt betroffen, Dazu er uns versehn? Erträglich, sanft und lieblich sein. Ich 5101 oder sterbe, So bleibt mir doch mein Erbe 3. Kanns dochnichtewigwähren; ů Iafj Oft hat Gott unsre Zähren, Im Himmel ewiglich bestehn. Eh mans meint, abgewischt. 10. Drum gib dich ganz zufrie⸗ Wenns bei uns heißt: wie lange den, Wird mir so angst und bangel Mein Herz, und bleib geschieden So hat er Leib und Seel erfrischt. Dien eichtw 601 und Gram; Vielleicht wird Gott bald senden, 4. Gott pflegt es so zu machen: Die dich auf ihren Händen Nach Weinen schafft er Lachen,. Hintragen zu dem Bräutigam. Nach Regen Sonnenschein; J. A. Freylinghausen, 4 1739. Rn rauhen Len Hehnne Muß uns der Lenz behagen: Er führt in Höll und Himmel ein. 468. 5. Indes ist abgemessen e, Se Rauf daß wir werden klein; Warum liegst du Gott zum Spott Zarf n nicht zu tragen, In der Schwermutshöhle? arf sich an uns nicht wagen, Merkst du nicht des Satans List? Und sollts auch nur ein Stäub⸗ Er will durch sein Kämpfen lein sein. Deinen Trost, den Jesus Christ 6. Denn es sind Liebesschläge, Dir erworben, dämpfen. Dömi 198 am Pelent.. 2. Auf, ermanne dich und sprich: 5.50 Fleuch, du alte Schlangel Nicht Schwerter, sondern Ruten Was erneurst du deinen Stich Sinds, damit Gott zum Guten M ů z 325 achst mir angst und bange? Die Beiigen hienieden schlägt. Ist dir doch der Kopf zerknickt, 7. Er will uns dadurch ziehen Und ich bin durchs Leiden Zu Kindern, die da fliehen Meines Heilands dir entrückt Den lten 2 schen schwüch In den Saal der Freuden. Den alten Menschen schwächen, ů Iuscht„ Den ie ere ee e Die Lust ertöten, die uns plagt. Dahingegen nehm ich an 8. Er will dadurch uns lehren, Christi Blut und Schmerzen: Wie wir ihn sollen ehren Das ist der bezahlte Lohn Mit Glauben und Geduld Meiner Missetaten; Und, sollt er uns in Nöten Bring ich dies vor Gottes Thron, Auch lassen, ja gar töten, Ist mir wohl geraten. Uns doch getrösten seiner Huld. 4. Christi Unschuld ist mein 9. Denn was will uns auch Ruhm. scheiden Sein Recht meine Krone, Sein Verdienst mein Eigentum, Da ich frei in wohne Als in einem festen Schloß, Das kein Feind kann fällen, Brächt er gleich davor Geschoß Und Gewalt der Höllen. 5. Stürme, Teufel, und du, Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden: Der Gott, der mir seinen Sohn Selbst geschenkt aus Liebe, Daß der ewge Spott und Hohn Mich nicht dort betrübe. 6. Ich bin Gottes, Gott ist mein; Wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein Mit dem bittern Leide: Laß es dringen, kommt es doch Von geliebten Händen, Undgeschwindzerbrichtsein Joch, Wenn es Gott will wenden. 7. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Die gedeihen selten wohl Ohne Zucht und Ruten: Bin ich denn nun Gottes Kind, Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Will zum Guten ziehen? 8. Es ist herzlich gut gemeint Mit der Christen Plagen; ö Wer hier zeitlich wohl geweint,‚ Darf nicht ewig klagen. D Wem hier Christus recht bewußt‚ Hat in Gottes Garten Droben die vollkommne Lust Endlich zu gewarten. 9. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Tränen; Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, 330 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Da sie Garben machen; Da wird all ihr Gram und Leid Lauter Freud und Lachen. 10. Ei so faß, o Christenherz, 7 Alle deine Schmerzen; Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr; Gib dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen. Amen. P. Gerhardt, + 1676. 469. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Offenb. Joh. 2, 10 Sei getreu bis an das Ende, Ringe durch den Kampf dich los; Geht es auch durch harte Stände, Duldest du gleich manchen Stoß: Ach das Leiden dieser Zeit Ist nicht wert der Herrlichkeit, So dir wird dein Jesus geben Dort in jenem Freudenleben. 2. Seigetreu indeinem Glauben, Laß dir dessen festen Grund Nicht aus deinem Herzen rauben; Sage den gewissen Bund, Der geschlossen in der Tauf, Deinem Gott nicht wieder auf. Zer ist gottlos und verloren, er dem Herrn hat falsch ge⸗ schworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt; An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hart betrübt. Denke, wie dein Heiland tat, Als er für die Feinde bat; So mußt du verzeihen eben, Soll Gott anders dir vergeben. 8 S N I D S IeerN —2232734 Seele. nde, los; inde, toß: t keit, eben en. üben, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 4. Sei getreu in deinem Hoffen; Hilft Gottgleichnicht, wieduwillt, Er hat Mittel bald getroffen, Daß dein Wünschen wird erfüllt. Wisse, daß so manche Zeit Er zu helfen war bereit, Da dein Ohren du verstopfet, Wenn er bei dir angeklopfet. 5. Sei getreu in deinem Leiden; Lasse dich kein Ungemach Von der Liebe Jesu scheiden, Murre nicht mit Weh und Ach. Hilft denn was die Ungeduld? Ach sie häufet nur die Schuld; Der trägt leichter, wer das träget Mit Geduld, was Gott aufleget. 6. Sei getreu in Todesstunden; Halt dich glaubensvoll an Gott, Flieh getrost in Jesu Wunden, Sei getreu bis in den Tod: Wer mit Jesu gläubig ringt, Ihn wie Jakob hält und zwingt, Dem will er in jenem Leben Seine Freudenkrone geben. Benj. Praetorius, 4 1674. 470. Mel. Herr, nicht schicke deine Rache. Röm. 8, 28. Soll ich dennmichtäglich kränken Und aufs Künftige gedenken? Soll ich denn niemal mit Ruh Nachts die Augen schließen zu? Muß nur immer vor mir sehen, Wie mirs einsten wird ergehen? Da doch durch mein Sorgen nicht Das Geringst wird ausgericht. 2. Gott, der mich bishererhalten, Höret noch nicht auf zu walten; Oder sollt er jetzt allein Dessen müde worden sein? Ach so laß ich Sorgen bleiben, 331 Wills alleine ihm heimschreiben, Daß es, wie es ihm gefällt, Mir zumalen eines gelt. 3. Wenn mirs so und so ergehet, Er ists, der allein verstehet, Ob dasselbe nütz und gut, Oder obs mir Schaden tut; Da sonst wir in unsern Lüsten Uns nicht zu entschließen wüßten, Ofters wählend ohngefähr, Was uns nur hochschädlich wär. 4. Ist mir Armutdennbeschieden, Bin ich auch damit zufrieden, Weil mir dieses felsenfest, Daß er drum mich nicht verläßt. Ich will doch ihm freudig singen Und mein täglich Opfer bringen, Bis nach dieser armen Zeit Folgt die reiche Ewigkeit. 5. Will die Armut meiner Hütten Er mit Segen überschütten Und mit Gütern dieser Welt, Sei es auch ihm heimgestellt. Ich will ihm für solches danken Und nur beten, nicht zu wanken, Daß nicht, wie sonst viel getan, Ich mein Herz auch hänge dran. 6. Wird Gesundheitmirgegeben, Soll dieselbe meinem Leben Dazu dienen, desto mehr Froh zu fördern Gottes Ehr. Soll ich aber Krankheit leiden, Müsse mich sein Geist bescheiden Daß solch herbe Arzenei Meinem Fleisch vonnöten sei. 7. Soll ich viele Jahre zählen, Mit der Erde Not mich quälen, Schickt doch Gott auch manchen Tag, Der mein Herz erfreuen mag. Bin ich aber bald vorüber, Sei das Scheiden mir noch lieber, Weil ich aus der Sündennot KommzumeinemHerrnund Gott. ö 332 8. Also bleibts Gott heimge⸗ wiesen, Und sein teurer Nam gepriesen, Was er auch in seinem Rat Über mich beschlossen hat. Ich will anders nicht mehr achten Und dies eine nur betrachten, Daß den Seinen zum Beschluß Endlich alles frommen muß. Phil. Jak. Spener, 4 1705. 471. Solltesgleich bisweilenscheinen, Als ob Gott verließ die Seinen, O so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, Hat er drum nicht aufgehoben; Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenns nötig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel: Er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ichmichgetrösten, Wenn die Not am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Willmir Satanbangemachen, Ich kann seine Macht verlachen; Drückt mich schwer des Kreuzes Joch Gott mein Vater lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer neiden; Will sie mich nicht länger leiden, Ei so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. ‚ Muß mir dochderHimmelbleiben; Ist der Himmel mein Gewinn, Geb ich alles andre hin. 8. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, Frag ich nicht nach andrer Gabe; Legt man mich gleich in das Grab: Gnug, Herr, wenn ich dich nurhab. Chr. Tietze, + 1703. 472. Von Gott will ich nicht lassen, Denn er läßt nicht von mir, Führt mich auf rechter Straßen, Da ich ging in der Irr. Er reicht mir seine Hand, Den Abend und den Morgen Tut er mich wohl versorgen, Wo ich auch sei im Land. 2. Wenn sich der Menschen Treue Und Wohltat all verkehrt, Wird mir gar bald aufs neue Sein Macht und Gnad bewährt, Hilft mir aus aller Not, Errett von Sünd und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit, So kann mir gar nicht grauen: Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; ch, Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er machs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Denn was mir nützlich ist; Gut meint ers mit uns allen, Schenkt uns den Herren Christ Ja seinen lieben Sohn, Durch ihn er uns bescheret, iben; nn, nur habe, zabe; zrab: hab. Uen en: eben en; t. llen, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Was Leib und Seel ernähret. Lobt ihn im Himmelsthron. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, Ihn, der uns beides schenkt; Das ist ein selge Stunde, Darin man sein gedenkt. Verlorn ist alle Zeit, Ohn ihn verbracht auf Erden; Wir sollen selig werden Und bleibn in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet Mit ihrem Stolz und Pracht, Nicht Ehr noch Gut bestehet, Das vor war groß geacht, Wir werden nach dem Tod Tief in die Erd begraben: Wenn wir geschlafen haben, Wird uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, Geführt in Abrams Schoß, Der Leib wird neu geboren, Von allen Sünden los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb des Herren; Daran muß uns nicht irren Des Teufels listge Art. 8. Darum ob ich schon dulde Hie Widerwärtigkeit, Wie ichs auch wohl verschulde, Kommt doch die Ewigkeit, Ist aller Freuden voll, Die, weil ich Christum kenne Und meinen Herrn ihn nenne, Mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns erschaffen hat; Aus seines Sohnes Fülle Wir nehmen Gnad um Gnad; Auch Gott der heilge Geist Im Glauben uns regieret, Zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und 1818. L. Helmbold, 4 1598. 33³ 473. Warum betrübst du dich, ern Her Bekümmerst dich und Trgef Schmerz Nur um das zeitlich Gut? Vertrau du deinem Herrn und Gott, Der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht, Erweiß garwohl, was dirgebricht; Himmel und Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, Der mir beisteht in aller Not: 3. Weil du mein Gott und 5—— bist, Deineindwirst duverlassennicht, Du väterliches Herz. Ich Staub und Asche habe hier Sonst keinen Trost, als nurvondir. 4. Der Reiche trotzt auf uß Zut, Ichaberwill dirtraun, mein Gottz; Ob ich gleich werd veracht, So weiß ich und glaub festiglich: Wer dir vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist noch heut so reich, Als du gewesen ewiglich, Mein Trauen steht zu dir; Machmich an meinerSeelen reich, So hab genug ich ewiglich. 6. Der zeitlich Ehr will ich ent⸗ behrn, Willst du das Ewge mir beschern, Das du erworben hast Durch deinen herben bittern Tod, Das bitt ich dich, mein Gott ott. 334 Gottvertrauen und 7. Alles was ist auf dieser Welt, Es sei Silber, Gold oder Geld, Reichtum und zeitlich Gut, Das währt nur eine kleine Zeit Undhilftdochnichts zurSeligkeit. 8. Ich dank dir, Christe, Gottes Sohn, Daß du mir solches kund getan Durch dein göttliches Wort; Verleih mir auch Beständigkeit Zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gesagt Für alle dein erzeigt Wohltat, Und bitt demütiglich: Du wollst von deinem Angesicht Mich ewiglich verstoßen nicht. Nürnberg, um 1560. 474. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mirdenHimmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 2. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben Ist nicht mein, Gott allein Ist es, ders gegeben: Will ers wieder zu sich kehren, Nehm ers hin, Ich will ihn Dennoch fröhlich ehren. 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Trost im Kreuz. Sollt ich drum verzagen? Deresschickt, der wird es wenden, Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 4. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergötzt, Sollt ich jetzt Nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 5. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir Nichts mehr hier Tun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen, Gott, mein Heil, Wird in Eil Sie zu Schanden machen. 6. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Wolltihn auch der Tod aufreiben, Soll der Mut Dennoch gut Und fein stille bleiben. 7. Kann uns doch kein Tod nicht töten, Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöten, Schließt das Tor der bittern Leiden Und macht Bahn, Daß man kann Gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schätzen Ich mein Herz Auf den Schmerz den, ügen mit Aßen 'tten hen, auen iben, nicht öten, ttern iden ätzen Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Ewiglich ergötzen. Hier ist kein—96 in. zu finden; Was die In sich Haäl Muß im Nu perschwinden 9. Was sind diesesvebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüter: Da mein Hirt Christus wird Mich ohn Ende laben. 10. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden: Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben; 11. Du bist mein, weil ich dich — 0 fasse Und dich nicht, O mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Da du mich Und ich dich Ewig werd umfangen. P. Gerhardt, 4 1676. 475. Mel. Warum sollt ich mich denn grämen. Matth. 6, 25—34. Warum willst du doch für morgen, Armes Herz, Dir zum Schmerz, Voller Kleinmut sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Hoff auf Gottl Deine Not Will er von dir nehmen. 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib, Darum bleib Ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken: Trau ihm fest, Er verläßt Nicht, die an ihn denken. 3. Frage nicht: Was wird mich nähren? Gott wird dir Alles hier, Was dir fehlt, gewähren. Fragenicht: Wiewirdmirs gehen? Solches hat Gottes Rat Längst zuvor versehen. 4. Nährt den Vogel in denLüften Nicht der Herr? Weidet er Nicht das Tier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume Nicht mit Pracht, Seiner Macht, Seiner Huld zum Ruhme? 5. Und auf mich sollt er nicht achten? In der Not Ließe Gott Hülflos mich verschmachten? Ich bin sein, mirsollnicht grauen: Väterlich Liebt Gott mich, Ihm will ich vertrauen. 6. Nur der Glaube fehlt auf Erden. Wär er da, Müßt uns ja, Was uns not ist, werden. Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 2. Was Gott tut, das ist wohl getan, Er wird mich nicht betrügen; Er führet mich auf rechter Bahn, So laß ich mich begnügen 336 WerGott kann im Glauben fassen,‚ Dem fehlt nicht Trost und Licht; Gott wird ihn nicht lassen. 7. Wer nach Gottes Reiche An seiner Huld 8— trachtet, Und hab Geduld; Auf sein Wort Er wird mein Unglück wenden A 58 steht in seinen Händen. Mit Gehorsam achtet, 10 Es steht in seinen Händen — Dem wird auch von Gott hie⸗ g. Was Gott tut, das ist wohl ö ö nieden, getan, Was erfreut Er wird mich wohl bedenken; ö In der Zeit. Er als mein Arzt und Wunder⸗ 4 ů Gnädiglich beschieden. mann ö 8. Drum sei dir, Gott,übergeben, Wird mir nicht Gift einschenken Was mir fehlt Und mich quält Hier in diesem Leben. Da dusorgst, so willichschweigen, Und es soll Demutsvoll Dir mein Knie sich beugen. 9. Acant undrrt Fort und fort Hier und dort, Nie im Glauben wanken. Lob und Preis sei deinem Namen; Denn mein Teil Hülf und Heil Bleibst du ewig. Amen. Nach L. Laurenti, + 1 476. Was Gott tut, das ist wohl getan, Es bleibt gerecht sein Wille; Wie er fängt meine Sachen an, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Not Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 722. Für Arzenei; Gott ist getreu, Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Gnade trauen. 4. Was Gott tut, das ist wohl getan, Er ist mein Licht und Leben, DermirnichtsBöses gönnenkann; Ich will mich ihm ergeben In Freud und Leid, Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott tut, das ist wohl getan; Muß ich denKelchgleichschmecken, Der bitter ist nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt Ich werd ergötzt Mit süßem Trost im Herzen; Da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohl getan, Dabei will ich verbleiben; Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, vohl tan; cken, ahn, cken, nʒ vohl tan, ahn n, Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 337 So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Sam. Rodigast, 4 1708. 477. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Was hilfts, daß ich mich quäle Und fürchte manches Leid? Entreiß dich, meine Seele, Doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl. Wovor soll ich mich scheuen, Da alles seinen Treuen Zum Besten dienen soll? 2. Was hülfe dir dein Sinnen, Wie dirs noch gehen mag? Was würdest du gewinnen Durch Sorgen Nacht und Tag? Befiehl es Gott allein; Laß seine Hand dich führen, Die wird dich so regieren, Wie dirs wird heilsam sein. 3. Was dich will niederschlagen Und wasdich schmerzt undkränkt, Das magst du dem nur klagen, Der alles weislich lenkt. Wirf alle Sorg auf ihn, Erhebe dein Gemüte Zu seiner Vatergüte, So wird dein Kummer fliehn. 4. Er wird dich wohl versorgen, Der deiner liebreich denkt; Vielleicht ist nah der Morgen, Wo Gott dir Freude schenkt!l Wer hoffend auf ihn blickt, Wer fest auf ihn vertrauet Und gläubig auf ihn bauet, Wird doch zuletzt erquickt. 5. So fall ich denn mit Freuden In Gottes Arme hin; Vonihmkannmichnichtsscheiden, Weil ich sein eigen bin; Er bleibt auch ewig mein Und wird mir alles geben, Was meinem Stand und Leben Wird gut und selig sein. E. Neumeister, 4 1756. 478. Was mein Gott will, gescheh allzeit, Sein Will der ist der beste; Zu helfen dem er ist bereit, Der an ihn glaubet feste; Er hilft aus Not, der fromme Gott, Und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, Mein Hoffnung und mein Leben: Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar Er selber hat gezählet; Er schützt und wacht und hat wohl acht, Auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Drum muß ich Sünder von der Welt Hinfahrn nach Gottes Wille Zu meinem Gott, wanns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl In meiner letzten Stunden. O frommer Gott, Sünd,‚, Höll ö und Tod Hast du mir überwunden. 9 338 4. Noch eins, Herr, will ich bit⸗ ten dich, Du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, Laß mich, Herr, nicht verzagen! Hilf, steur und wehr, ach Gott mein Herr, Zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wirds gewährt; Drauf sprech ich fröhlich Amen. Albrecht, Müre 1t 2 Brandenburg. + 1557. 479. Mel. O du Liebe meiner Liebe. Ps. 62. Was von außen und von innen Täglich meine Seele drückt Und hält Herz, Gemütund Sinnen Unter seiner Last gebückt, In dem allen ist dein Wille, Gott, der aller Unruh wehrt, Und mein Herz hält in der Stille, Bis es deine Hülf erfährt. 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, Da ich still und sicher leb; Deine Hülfe muß mir werden, So ich mich dir übergeb: Dein Schutz ist mein Trutz alleine Gegen Sünde, Not und Tod; Denn mein Leiden ist das deine, Weil ich dein bin, o mein Gott. 3. Auf dich harr ich, wenn das Leiden Nicht so bald zum Ende eilt; Dich und mich kanns nimmer scheiden, Wenns gleich noch so lang ver⸗ weilt: Und auch dies mein gläubges Hoffen Hab ich nur allein von dir; Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Durch dich steht mein Een offen, Daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre⸗ Meine starke Zuversicht; Willst du, daß die Not sich mehre⸗ Weiß ich doch, du läßt mich nicht; Meint der Feind mich zu erreichen Und zu werfen unter sich, Will ich auf den Felsen weichem, Der wirft alles unter mich. 5. Liebe Leute, traut beständig⸗ Auf ihn als auf euren Hort; Er ist Gott und heißt lebendig, Ist euch nah an jedem Ort: Wann und wo euch Hülfe nötig, Da klopft an, er ist zu Haus, Kommt und ist zur Hülf erbötig: Schütt das Herz nur vor ihm aus. 6. Aber wie kanns dem gelingen, Der auf Fleisch die Hoffnung richt? Große Leut sind samt geringen In der Not gar ohn Gewicht: Traut doch lieber auf den einen, Welcher Lieb und Allmacht hat, Daß er helfen kann den Seinen, Und beweisets mit der Tat. 7. Auf dich, mein Gott, W ich este, Geh in aller Stille hin, Dennzuletzt kommt dochdasBeste, Und das End ist mein Gewinn: Deine Allmacht hilft mir tragen, Deine Lieb versüßet mir Alles Bittre, alle Plagen, Darum bin ich still zu dir. 8. Laß, o Seele, es nur gehen, Wie es geht, und sorge nicht: Endlich wirst du dennoch sehen, Daß Gott übt ein recht Gericht; Jetzo ist er deine Stärke; Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 339 Daß dir gar nichts schaden kann; Dort vergilt er alle Werke, So ein jeder hat getan. 9. Breit, o Herr, doch deine Güte über mich, nimm mich in dich, So wird hinfort mein Gemüte Stille bleiben ewiglich; Werde alles und in allen, Gib uns, daß wir dir allein Allzeit trachten zu gefallen, So wird alles stille sein. A. H. Francke, + 1727. 480. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Und setze wider dich, So müßt er doch voll Spott Von seinen Ränken lassen, Damit er dich will fassen; Denn dein Werk fördert Gott. 5. Er führts zu seinen Ehren Und deiner Seligkeit; Solls sein, kein Mensch kanns stören, Wär es ihm noch so leid. Will Gott es aber nicht, So kanns niemand betreiben, Es muß zurückebleiben: Was Gott will, das geschieht. 6. Drum ich mich ihm ergebe, Ihm sei es heimgestellt; Was willst du dich betrüben, Nichts ist, danach ich strebe, O meine liebe Seel? Ach laß nicht ab zu lieben Ihn, den Immanuell Vertrau dich ihm allein, Er wird gut alles machen Und fördern deine Sachen, Wie dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet keinen, Der sich auf ihn verläßt; Er bleibt getreu den Seinen, Die ihm vertrauen fest. Scheint es auch wunderlich, Laß du dir gar nicht grauen, Mit Freuden wirst du schauen, Wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen Getrost mit frischem Mut; In ihm wirst du erjagen, Was dir ist nütz und gut; Denn was Gott haben will, Das kann niemand verhindern Aus allen Menschenkindern, So viel ihr sind im Spiel. 4. Ja ob auch aus der Hölle Der Satan trotziglich Sich mit den Rotten stelle In Todes Not und Schmerzen. Denn nur, was ihm gefällt; Sein Will ist mein Begier, Der ist und bleibt der Beste, Das glaub ich treu und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. J. Heermann, 4 1647. 481. Mel. Was mein Gott will gescheh allzeit. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut Im Himmel und auf Erden; Wersichverläßtauf Jesum Christ, Dem muß der Himmel werden; Darum auf dich all Hoffnung ich Getrost und fest will setzen; Herr Jesu Christ, mein Trost du bist 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr Und aller Welt zuwider, Dennoch so bist du, Jesu Christ, Der sie all schlägt darnieder; 92 340 Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Und wenn ich dich nur hab um mi Mit deinem Geist und Gnaden, So kann fürwahr mir ganz und gar Nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich, Denn du kannst mirs wohl geben, Was mir ist not, du treuer Gott, Hier und in jenem Leben. Gib wahre geu, mein Herz erneu, Errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr Und laß mein Bitt nicht fehlen. B. 1 von J. Magdeburg, 4 1583. 482. Wer nur den lieben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller Not und Traurigkeit. WerGottdemallerhöchstentraut, Der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, Was hilft uns unser Weh und Ach? Washilftes, daß wir alle Morgen Beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst ver⸗ gnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auser⸗ wählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freuden⸗ stunden, Erweiß wohl, wannesnützlich sei; Wenn er uns nur hat treu er⸗ funden Und merket keine Heuchelei, So kommt Gott, eh wirs uns versehn, Undlässet uns viel Gutsgeschehn. 5. Denk nicht in deiner Drang⸗ salshitze, Daß du von Gott verlassen seist, Und daß ihm der im Schoße sitze, Der sich mit stetem Glücke speist: Die Folgezeit verändert viel Und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sindja GottgeringeSachen, Und ist dem Höchsten alles gleich, Den Reichen arm und klein zu machen, Den Armen aber groß und reich; Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald In ann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, Verricht das Deine nur getreu Und trau des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu; Denn welcher seine Zuversicht Auf Gottsetzt, denverläßt er nicht. G. Neumart, 4+ 1681 483. Mel. Alles ist an Gottes Segen. underanfang, herrlich Ende, Wo die wunderweisen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, Wunderherrlich seine Taten, Unddusprichst: Wowillshinaus? Gottvertrauen und Trost im Kreuz. 341 2. Denke doch: Es muß so gehen, Was Gott weislich heißt ge⸗ schehen, Ihm und dir zur Herrlichkeit; Ob der Anfang seltsam scheinet, Ist das End doch gut gemeinet: Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen Und in großen Wassergüssen, Und du spürst nicht seinen Fuß: So auch in dem Meer der Sorgen Hält Gott seinen Pfad verborgen, Daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen kann ersinnen, Wo man könne Hülf gewinnen, Die Vernunft ist hier zu blind; Ihre halb gebrochnen Augen Nicht in das Verborgne taugen, Dem sie allzublöde sind. 5. Gott muß man in allen Sachen, Weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, Lassen so ein End erlangen, Daß es wunderherrlich sei. 6. Drum so laß dir nimmer grauen, Lerne deinem Gott vertrauen, Sei getrost und gutes Muts. Er fürwahr, er wird es führen, Daß dus wirst am Ende spüren, Wie er dir tut lauter Guts. 7. Du wirst an den Fingern zählen Und nicht vor der Welt ver⸗ hehlen, Was die blinde Welt nicht kennt:; Er wird dir dein Kreuz versüßen, Daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End! H. A. Stockfleth, 4 1708. 484 * Mel. Werde munter mein Gemüte. Sion, gib dich nur zufrieden, Gott ist noch bei dir darin, Du bist nicht von ihm geschieden, Er hat einen Vatersinn. Wenn er straft, so liebt er auch, Dies ist sein beliebter Brauch; Zion, lerne dies bedenken, Warum willst du dich so kränken? 2. Treiben dich die Meereswellen In der wilden tiefen See, Wollen sie dich gar zerschellen, Mußt du rufen Ach und Weh, Schweigt dein Heiland still dazu, Gleich als schliefe er in Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen, Diese Flut wird bald sich legen. 3. Berge, Felsen mögen weichen, Ob sie noch so feste stehn, Ja die Welt mit ihren Reichen Möchte gar auch untergehn: Dennoch hat es keine Not In dem Leben und im Tod; Zion, du kannst dochnichtwanken Aus denwohlgefaßtenSchranken. 4. Müssen schon allhier die Tränen Deine schönsten Perlen sein, Muß das Seufzen und das Stöhnen Sein dein Lied in langer Pein, Muß dein Purpur sein das Blut, Und der Mangel Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen, Du kannst deinem Gottvertrauen. 5. Dräut man dir mit Schmach und Banden, Mit dem Tod und Herzeleid, Ei du wirstdochnichtzu Schanden, Denk nur an die Ewigkeit. 342 Sei nur fröhlich, wohlgemut, Denn der Herr ists, der es tut. Zion, Gottwirdschoöndichstärken, Dieses mußt du eben merken. 6. Freue dich, nun ist das Ende Und der Abend schon herbei; Gib dich nur in Gottes Hände, Der dich nun will machen frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn Gibt er dir die Freudenkron. Zion, du wirst wieder lachen; Drum so laß die Welt nur machen. 7. O ihr Engel, Himmelserben, Freuet euch mit Zion hier; Denn die jetzt hat wollen sterben, Soll nun leben für und für Und sich freuen ohne Zahl In dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden Bon dem Lamm und ewgen Freu⸗ den? J. Pauli, π nach 1674. 485. Mel. Alles ist an Gottes Segen. ZudesHimmels höchstenFreuden Werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. ö Endlich bricht der heiße Tiegel, Und der Glaub empfängt sein Siegel, Gleich demGoldim Feurbewährt. 2. Unter Leidenprägtder Meister In die Herzen, in die Geister Sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, Willerauch des künftgenSchöpfer Auf dem Weg der Leiden sein. 3. Leiden bringtempörte Glieder Endlich zum Gehorsam wieder, Macht sie Christo untertan, Daß er die gebrochnen Kräfte Gottvertrauen und Trost im Kreuz. Zu dem Heiligungsgeschäfte Sanft und still erneuern kann. 4. Leiden sammelt unsre Sinne, Daß die Seele nicht zerrinne In den Bildern dieser Welt, Ist wie eine Engelwache, Die im innersten Gemache Des Gemütes Ordnung hält. 5. Leiden stimmt des Herzens Saiten. Für den Psalm der Ewigkeiten, LehrtmitSehnsucht dorthin sehn, Wo die selgen Palmenträger Mit dem Chor der Harfenschläger Preisend vor dem Throne stehn. 6. Leiden fördert unsre Schritte, Leiden weiht die Leibeshütte Zu dem Schlaf in kühler Gruft, Gleichet einem frohen Boten Jenes Frühlings, der die Toten Zum Empfang des Lebens ruft. 7. Leiden macht im Glauben gründlich, Machtgebeugt, barmherzig, 10 lich: Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde, Droben bist du eine Würde, Die nicht jedem widerfährt. 8. Brüder, solche Leidensgnade Wird in mannigfachem Grade Jesu Jüngern kund gemacht, Wenn sie mancher Schmerz durch-⸗ wühlet, Wenn sie manchen Tod gefühlet, Nächte seufzend durchgewacht. 9. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen. Dringt das Herz zu Jesu Herzen Immer liebender hinan; Und um eins nurfleht es sehnlich: Mache deinem Tod mich ähnlich, Daß ich mit dir leben kann! Beruf und Haus. 10. Endlich mit der Seufzer Fülle Bricht der Geist durch jede Hülle, Und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset denn hienieden, Welch ein Meer von Gottesfrieden Droben ihm bereitet sei? 343 11. Jesu, laß zu jenen Höhen Heller stets hinauf uns sehen, Bis die letzte Stunde schlägt, Da auch uns nach treuem Ringen Heim zu dir auf lichten Schwingen Eine Schar der Engel trägt. K. F. Harttmann, 4 1815. XNI. Beruf und Baus. A. Allgemeine Berufslieder. 486. Mel. O Gott du frommer Gott. Ach Gott, verlaß mich nicht, Gib mir die Gnadenhände; Ach führe mich, dein Kind, Daß ich den Lauf vollende Zu meiner Seligkeit; Sei du mein Lebenslicht, Mein Stab, mein Hort, mein Schutz Ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, Regiere du mein Wallen; Ach laß mich nimmermehr In Sünd und Schande fallen; Gib mir den guten Geist, Gib Glaubenszuversicht, Sei meine Stärk und Kraft; Ach Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich ruf aus Herzensgrunde; Ach Höchster, stärke mich In jeder bösen Stunde; Wenn mich Versuchung plagt Und meine Seel anficht, So weiche nicht von mir; Ach Gott, verlaß mich nicht. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ach laß dich doch bewegen; Ach Vater, kröne doch Mit reichem Himmelssegen Die Werke meines Amts, Die Werke meiner Pflicht, Zu tun, was dir gefällt; Ach Gott, verlaß mich nicht. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, Ich bleibe dir ergeben; Hilf mir, o großer Gott, Recht glauben, christlich leben Und selig scheiden ab, Zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; Ach Gott, verlaß mich nicht. Sal. Franck, 4 1725. 487. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich mein Arbeit an, Mit Gott nur geht es glücklich fort, Drum ist auch dies mein erstes ö Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Tun und Werk Erfordert GottesKraftund Stärk: ö Mein Herz ist stets auf Gott ge⸗ richt, ö Drum auch mein Mund mit Freu⸗ ö N den spricht: NIN Das walte Gott! IINI 3. Bo Gott nicht hilft, so kann I ich nichts, 0 Wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und tut mir alles Guts, Drum sprech ich nun auch gutes Muts: Das walte Gottl 4. Will Gott mir etwas geben hier, So will ich dankbar sein dafür; Auf sein Wort werf ich aus mein Netz Und sag in meiner Arbeit stets: ö Das walte Gott!l IN 5. Anfang und Mitte samt dem * ö End Stell ich allein in Gottes Händ; Er gebe, was mir nützlich ist, ö Drum sprechichauchzujederFrist: Das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Se⸗ gen bei Nach seiner großen Gütund Treu, So gnüget mir zu jeder Stund, Drum sprech ich auch von Her-⸗ zensgrund: Das walte Gottl ö 7. Trifft mich ein Unglückt un⸗ verzagt! 344 Beruf und Haus. Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; Er wird mir gnädig stehen bei, Drum dies auchmeine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, Bis all mein Tun ein Ende hat; Er gibt und nimmt, machts wie er will, Drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gottl 9. Gott steht mir bei in aller Not Und gibt mir auch mein täglich Brot, Nach seinem alten Vaterbrauch Tut er mir Guts, drum sprech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn ihn ist all mein Tun umsonst; Nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst: Mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, Daß ich kann sagenglaubensvoll: Das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, So acht ich keiner Feinde Reid, Laß hassen, wers nichtlassenkann, Und stimme doch mit Freuden an: Das walte Gottl 12. Tu ich denn was mit Got⸗ tes Rat, Der mir beistehet früh und spat, Dann alles wohl geraten muß, Drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! J. Betichius 4 1722. Beruf und Haus. 488. Nun ruhen alle Wälder. Du sollst in allen Sachen Mit Gott den Anfang machen Aus treuer Schuld und Pflicht. Wem hast du Dank zu geben Für alles Heil und Leben? Nur ihm; von dir entspringt es nicht. Mel. 2.DerMenschmitseinem Dichten Weiß wenig auszurichten, Was gutzuheißen sei. Was will dein eitles Sinnen, Du armer Staub, beginnen, Steht dir nicht seine Hülfe bei? 3. Drum sei nicht zu verwegen Auf deines Amtes Stegen Und fleuch den eignen Ruhm. Dir sollst du nicht vertrauen, Auf deine Kraft nicht bauen, Sie ist ja nicht dein Eigentum. 4. Wo Gottes Hand sich reget, Den Grund zur Arbeit leget, Da zeucht der Segen ein. Verkehrt er sein Gesichte, So wird das Werk zunichte, Wie gut und klug die Meister sein. 5. SchlagandieHimmelspforten Mit starken Glaubensworten, Da bitte Kraft dir aus; Daher wird Segen fließen Und reichlich sich ergießen Auf dich und auf dein ganzes Haus. A. Tscherning, 4 1659. 489. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. Fang dein Werk mit Jesu an, Jesus hats in Händen; 34⁵ Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf, Geh mit Jesu schlafen, Führ mit Jesu deinen Lauf, Lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Rasein ein, Jesum anzubeten, Daß er woll dein Helfer sein Stets in allen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht Will er stehn zur Seiten, Wenn des Satans List und Macht Dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, Laß die Feinde wüten; Er wird dich vor ihrer List Schützen und behüten. Setz nur das Vertrauen dein In sein Allmachtshände Und glaub sicher, daß allein Er dein Unglück wende. 4. Wenn denn deine Sach mit Gott Also angefangen, Ei so hat es keine Not, Wirst den Zweck erlangen; Es wird folgen Glück und Heil Hier in diesem Leben, Endlich wird dir Gott dein Teil Auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach Sei dir übergeben; Es nach deinem Willen mach „Auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; Laß es doch sein wohl getanl Ich sprech darauf Amen. ö um 1700. — 346 490. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun UndWerkaufdeinem Willenruhn, Bon dir kommt Glück und Segen; Was du regierst, das geht und steht Auf rechten guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, Daß sein Rat werd ins Werk gebracht Und seines Gangs sich freue; Des Höchsten Rat der machts all ein Daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in sei⸗ nem Mut, Dies oder jenes sei ihm gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sieht er auch für schädlich an, Was doch Gott selbst erwählet. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron Und Scepter trägst im Himmels⸗ thron Und aus den Wolken blitzest, Vernimm mein Wort und höre mich Vom Stuhle, da du sitzest. 5. Verleihe mir das edle Licht, Das sich von deinem Angesicht In fromme Seelen gießet Und da der rechten WeisheitKraft Durch deine Kraft erschließet. 6. Gib mir Verstand aus dei⸗ ner Höh, Auf daß ich ja nicht ruh und steh Auf meinem eignen Willen; Sei du mein Freund und treuer Rat, Was recht ist, zu erfüllen. Beruf und Haus. 7. Prüf alles wohl, und was mir gut, Das gib mir ein; was Fleisch und Blut Erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Teil Sei deine Lieb und Ehre. 8. Was dir gefällt, das laß auch mir, O meiner Seelen Sonn und Zier, Gefallen und belieben; Was dir zuwider, laß mich nicht In Werk und Tat verüben. 9. Ists Werk von dir, so hilf zu Glück, Ists Menschentun, sotreibszurück Und ändre meine Sinnen: Was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst In kurzem zu zerrinnen. 10. Sollt aber dein und unser Feind An dem, was dein Herz gut ge⸗ meint, Beginnen sich zu rächen, Ist das mein Trost, daß seinenZorn Du leichtlich könnest brechen. 11. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich deucht, Und bring zum guten Ende, Was du selbst angefangen hast Durch Weisheit deiner Hände. 12. Ist gleich der Anfang etwas schwer, Und muß ich auch ins tiefe Meer Der bittern Sorgen treten, Zu seufzen und zu beten. 13. Wer fleißig betet und dir traut, So treib mich nur, ohn Unterlaß Wird alles, davor sonst ihm graut, α Beruf und Haus. Mit tapferm Mut bezwingen; Sein Sorgenstein wird in der Eil In tausend Stücke springen. 14. Der Weg zum Guten ist gar wild, Mit Dorn und Hecken ausgefüllt; Doch wer ihn freudig gehet, Kommt endlich hin durch deinen st, Geist Wo Freud und Wonne stehet. 15. Du bist mein Vater, ich dein Kind, Was ich beimirnichthabundfind, Hast du zu aller Gnüge: So hilfnun, daß ichmeinen Stand Wohl halt und herrlich siege. 16. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr, Ichwill deinTunjemehrundmehr Aus hocherfreuter Seelen Vor deinem Volk und aller Welt/ So lang ich leb, erzählen. P. Gerhardt, 4+ 1676. 491. Mel. Seelenbräutigam. Jesu, geh voran Auf der Lebensbahn, Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen; Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Irgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden, 3⁴47⁷ O so gib Geduld zu beiden; Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, Gib uns auch die nötge Pflege; Tu uns nach dem Lauf Deine Türe auf. N. L. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. 492. Mel. Nun ruhen alle Wälder. In allen meinen Taten Laß ich den Höchsten raten, Der alles kann und hat; Er muß zu allen Dingen, Solls anders wohl gelingen, Uns selber geben Rat und Tat. 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe, Mein Sorgen ist umsonst; Er mags mit meinen Sachen Nach seinem Willen machen, Ich stell es ganz in seine Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat ersehen, Und was mir selig ist: Ich nehm es, wie ers gibet, Was ihm von mir beliebet, Das hab ich willig auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden. Vor allem Übel schützt; Leb ich nach seinen Sätzen, So wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mirewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld; Er wird auf mein Verbrechen 348 Beruf und Haus. Nicht stracks das Urteil sprechen Zu der Zeit, da ich soll, Und haben noch mit mir Geduld. Und wenn ichs tu, so gib, 6. Leg ich mich späte nieder, Daß es gerate wohl. Erwach ich frühe wieder, 3. Hilf, daß ich rede stets, Lieg oder zieh ich fort, Womit ich kann bestehen, In Schwachheit und in Banden, Laß kein unnützlich Wort Und was mir stößt zu Handen, Aus meinem Munde gehen; So tröstet mich sein heilig Wort. Und wenn in meinem Amt 7. Hat er es denn beschlossen, 22— 415 1 Worte Kraft So will ich unverdrossen Und N chdr h ohn V 22 An mein Verhängnis gehn; Machdruck ohn Verdruß. Kein Unfall unter allen 4. Findt sich Gefährlichkeit, Wird mir zu harte fallen, So laß mich nicht verzagen, Ich will ihn freudig überstehn. Kuen thin selber 5 Das Kreuz hilf selber tragen; 5 Ihm hab ich mich ergeben, Gib, daß ich meinen Feind Zu sterben und zu leben, Mit Sanftmut überwind Sobald er mir gebeut; 8 77 4— Und wenn ich Rat bedarf, Es sei heut oder morgen, Auch guten Rat erfind Dafür laß ich ihn sorgen, auch guten Rat erfind. Er weiß ja wohl die rechte Zeit. 5. Laß mich mit jedermann 9. So sei nun, Seele, seine In Fried und Freundschaft leben, So weit es christlich ist. Willst du mir Guten geben Es gehe wie es gehe, An Reichtum, ut und Geld, Dein Vater in der Höhe Soßgib auch dies F. Der weiß zu allen Sachen Rat. Daß von unrechtem Gut P. Fleming, 4 1640. Nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt 493 Mein Leben höher bringen, * Durch manchen sauren Tritt O Gott, du frommer Gott, Hindurch ins Alter dringen, Du Brunnquell guter Gaben, So gib Geduld, vor Sünd Ohn den nichts ist, was ist, Und Schanden mich bewahr, Von dem wir alles haben: Auf daß ich tragen mag Gesunden Leib gib mir, Mit Ehren graues Haar. Gin ubellete Sect Leib. Laß mich an meinem End Und rein Gewissen bleib Auf Christi Tod abscheiden, Die Seele nimm zu dir 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, OHinauf zu deinen Freuden; Was mir zu tun gebühret, Dem Leib ein Räumlein gönn Wozu mich dein Befehl Bei frommer Christen Grab, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat. In meinem Stande führet; Auf daß er seine Ruh An ihrer Seite hab. Gib, daß ichs tue bald, en, d Beruf und Haus. 8. Wenn du die Toten wirst An jenem Tag erwecken, So tu auch deine Hand Zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm Und meinen Leib weck auf Und führ ihn schön verklärt Zum auserwählten Hauf. Joh. Heermann, + 1647. 494. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Wie Gott mich führt, so will ich gehn Ohn alles Eigenwählen; Geschieht, was er mir ausersehn, Wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit Und folgewilligSchrittvorSchritt In kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Wird gleich im Fleisch der Eigen⸗ will Noch öfters widerstreiten. Wie Gott michführt, bin ich bereit, In Zeit und auch in Ewigkeit Stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, 349 Ich ruh in seinen Händen; Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie ers will kehrn und wenden, Sei ihmhiermitganzheimgestellt: Er mache, wie es ihm gefällt, Zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich In seinen Vaterwillen. Scheints derVernunftgleichwun⸗ derlich, Sein Rat wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh durch Dorn und Hecken. Sein Antlitzlässet Gott nicht sehn, Doch einst wird ers aufdecken, Wie er nach seinem Vaterrat Mich treu und wohl geführet hat: Dies sei mein Glaubensanker. L. Gedicke, 4 1735. B. Bausstand(dabei Trauungslieder). 495. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Du hast, o Gott der Einigkeit, Den Stand der Eheselbstgeweiht; Wie hoch ist er zu ehren! Vernimm jetzt unser innig Flehn, Sieh gnädig an, die vor dir stehn, Ihr Bündnis zu beschwören. Laß sie, Vater, Dir ergeben einig leben, treu sich lieben, Treu die Pflicht der Christen üben. 350 2. Nimm sie, o Gott, in deine Hut, Daß ihnen nie ein wahres Gut Zu ihrem Wohlsein fehle; Im Glück laß sie sich deiner freun, Im Leid einander hülfreich sein, Ein Herz und eine Seele. Immer Laß sie Voll Vertrauen auf dich schauen, freudig sterben Und vereint den Himmel erben. J. J. Eschenburg, 4 1820. 496. Mel. Wie schön leuchtet derMorgenstern. Ich und mein Haus wir sind bereit, Dir, Herr, die ganze Lebenszeit Mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, Gib deinen Segen nur darein, Daß wir dir willig dienen. Eine Kleine Fromme, reineHausgemeinemach aus allen: Dir nur soll sie wohl gefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort Dein guter Geist stets fort und fort An unser aller Seelen; Erleuchtuns wiedasSonnenlicht, Damits am rechten Lichte nicht Im Hause möge fehlen. Reiche Gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben Uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus Beruf und Haus. Und alle, die drin wohnen, aus, Im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit Zum Dulden, Tragen sein bereit, Voll Demut, sanft und linde. Liebe Übe Jede Seele; keinem fehle, dran man kennet Den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründetsein Auf deine Gnade ganz allein Und deine große Güte; Auch laß uns in derNächte Graun Auf deine treue Hülfe schaun Mit kindlichem Gemüte, Selig, Fröhlich Selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen Und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, So schließ den Stolz, die Wollust aus, Des Reichtums böse Gäste; Denn wenn das Herz an Demut leer Und voll von eitler Weltlust wär, So fehlte uns das Beste: Jene Schön Tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen Einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir aller⸗ meist, Daß in dem Haus kein andrer Geist, Als nur dein Geist regiere; Daß er, der alles wohl bestellt, Der gute Zucht und Ordnung hält, Uns alle liebreich ziere. A S„ER A Beruf und Haus. 351 Sende, Spende Ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben Dich in deinem Hause loben. Ph. Spitta, 4 1859. 497. Mel. O Gott du frommer Gott. Laß dich, Herr Jesu Christ, Durch mein Gebet bewegen; Komm in mein Herz und Haus Und bringe mir den Segen. Nichts richten Müh und Kunst Ohn deine Hülfe aus: Wo du mit Gnaden bist, Kommt Segen in das Haus. Joh. Heermann, + 1647. 498. selig Haus, wo man dich auf⸗ genommen, Du wahrer Seelenfreund, Herr Jesus Christ, Wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist, Wo aller Herzen dir entgegen⸗ schlagen, Und aller Augen freudig auf dich sehn, Wo aller Lippen dein Gebot er⸗ fragen, Und alle deines Winks gewärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, In deiner Liebeeines Geistes sind, Als beide eines Heils gewür⸗ digt, keiner Im Glaubensgrunde anders ist gesinnt, Wo beide unzertrennbar an dir hangen In Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, Und nur bei dir zu bleiben stets verlangen An jedem guten wie am bösen Tag. 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen Mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, Du Freund der Kinder, der sie als die Seinen Mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt; Wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln Und horchen deiner süßen Rede zu Und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, Sich deiner freun, du lieber Heiland du. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen Und, wissend, wessen Augen auf sie sehn, Bei allem Werk in einem Eifer brennen, Daß es nach deinem Willen mag geschehn; Als deine Diener, deine Haus⸗ genossen, In Demut willig und in Liebe frei Das Ihre schaffen froh und un⸗ verdrossen, In kleinen Dingen zeigen große Treu. 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, Wo man bei keiner Freude dein vergißt; 352 Beruf und Haus. O selig Haus, wo du die Wun⸗ den heilest Und aller Arzt und aller Tapitt ist Bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, Und bis sie endlich alleziehen aus Dahin, woher der Vater dich gesendet, Ins große, freie, schöne Vater⸗ haus. Ph. Spitta, 4 1859. 499. Mel. Zion klagt mit Angst und Schmerzen. Sorge doch für meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; Ob sie gleich vor dir sind Sünder, Sind sie dir doch zugetan Und durch deines Sohnes Blut Gleichwohl dein erworbnes Gut; Darum wirst du sie aus Gnaden Wohl beschützen und beraten. 2. Sie sind dir vonKindesbeinen Und von ihrer ersten Stund Übergeben als die Deinen, Und durch deinen Gnadenbund Hast du sie in ihrer Tauf Väterlich genommen auf, Daß sie, wenn sie sollten sterben, Wären deines Reiches Erben. 3. Du hast sie bisher ernähret Und so manchem Unglücksfall Mehr als väterlich gewehret, Der sie hier und überall Hätte leichtlich umgestürzt, Ja das Leben abgekürzt; Aber deine Vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sammelnandregroßeschätze, Daß ihr Haus in solchem Heil Sich an Geld und Gut ergötze, So bist du mein einzig Teil. Lasse sie in keiner Not Bis sie endlich selig sterben. 5. Schütze sie vor bösen Leuten Und vor der Verführer Schar, Laß sie ihre Lebensjahr In der Tugend bringen zu, Bis du sie wie mich zur Ruh Und die Seligkeit uns schenken. Hier und wo es dir gefällt, Was zu deinen Ehren geben, So laß in der ganzen Welt Ihnen, wo sie immer gehn, Deine Furcht vor Augen stehn, Daß sie dich im Tun und Lassen Stets in ihre Herzen fassen. 7. Gönne mir die große Freude, Daß am lieben jüngsten Tag Ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier Und die Kinder, die du mir Hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! L. H. Schlosser, 4 1723. 500. Mel. Nun danlet alle Gott. Was Gott zusammenfügt, Das soll der Menschnichtscheiden; Drum gehen wir dahin Der unsre Namen schreibt Ins Buch des Lebens ein, Er selbst, Herr Zebaoth, Wird Schild und Lohn uns sein. B. Schmolck, + 1737. Bleib auch meiner Kinder Gott, Und in keinem Kreuz verderben, Daß ihr Fuß nicht möge gleiten; Wirst ins kühle Grab versenken. 6. Können sie in diesem Leben. Nach so vielem Kreuz und Leide⸗ In Gottes Fried und Freuden. Beruf und Haus. 353 501. Mel. Wie schön leuchtet der Morgenstern. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Im Stande heilger Ehel Wiesteigt und neigtsich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heilgen Höhe, Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn Und unverrückt zusammengehn Im Bande reiner Treue, Da geht das Glückin vollem Lauf, Da sieht man, wie der EngelHauf Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, Kein Wurm Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet Dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Der Mann wird einem Baume gleich, An Asten schön, an Zweigen reich, Das Weib gleicht einem Reben, Derseine Traubenträgtundnährt Und sich je mehr und mehr ver⸗ mehrt Mit Früchten, die da leben. Wohl dir, O Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Ehrenkrone, Gott denktdein beiseinemThrone. 4. Sei gutes Muts, wir sind es nicht, Die diesen Orden aufgericht, Es ist ein höh'rer Vater: ö Der hat uns je und je geliebt Und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen wir gedenken, Wird er wohl und weislichlenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kommt ja wohl EinStündlein, damanLeides voll Die Tränen lässet fließen; Jedennoch, wer sich in Geduld Ergibt, desLeidwird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Schweige, Beuge Dich ein wenig: unser König wird behende Machen, daß die Angst sichwende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu, Gib Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, In Angsten Trost und Freude. Des sollst du haben Ruhm und Preis, Wir wollen singen bester Weis' Und danken alle beide, Bis wir Bei dir, Deinen Willen zu erfüllen, dei⸗ nen Namen Ewig loben werden. Amen. P. Gerhardt, 4 1676. 502. Mel. Wo Gott zum Haus nicht gibt sein Gunst. Ps. 128. Wohl dem, der in Furcht Gottes steht Und auch auf seinem Wege gehtl 3 354 Dein eigen Hand dich nähren soll; So lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib in deinem Haus wird sein Ein Reben voller Trauben fein, Und deine Kinder um den Tisch Wie Olpflanzen gesund undfrisch. 3. Sieh, solch ein Segen hangt dem an, Wenn lebt in Gottesfurcht ein Mann; Ihn läßt der alte Fluch und Zorn, Den Menschenkindern angeborn. 4. Aus Zion wird Gott Edich ö 9„ di Daß du wirst schauen stetiglich Das Glück der Stadt Jerusalem, Vor Gott in Gnaden angenehm. 5 Fristen wird er das Leben dein Und stets mit Güte bei dir sein, Daß du wirft sehen Kindeskind, Und daß Israel Friede find. 6. Ehr sei dem Vater und dem Sohn Samt heilgem Geist in einem Thron, Die sei ihm auch also bereit Von nun an bis in Ewigkeit! Dr. M. Luther, + 1546. 503. Mel. sein Gunst. Wohl einem Haus, da Jesus Christ Allein das All in allem ist: Ja wenn er nicht darinnen wär, Wie elend wärs, wiearm undleerl Wo Gott zum Haus nicht gibt Beruf und Haus. 2. Wohl, wenn da Mann und eib und Kind Im rechten Glauben einig sind, Zu dienen ihrem Herrn und Gott Nach seinem Willen und Gebot. 3. Wohl, wenn ein Wnde⸗ Haus der Welt Ein Vorbild vor die Augen stellt, Daß ohne Gottesdienst im Geist Das äußre Werk nichts ist und heißt. 4. Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet Beständig in die Höhe geht, Und man nichts treibet fort und fort, Als Gottes Werk und Gottes Wort. 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand Mit fleißiger, getreuer Hand Ein jegliches nach seiner Art ö Den Geistder Eintrachtoffenbart. 6. Wohl, wenn die 27—— gläu⸗ ig sind, Und wenn sie Kind und(Hundes⸗ kind Versäumen nichtamewgen Glück; Dann bleibet ihrer keins zurück. 7. Wohl solchem Haus! denn es gedeiht; Die Eltern werden hoch erfreut, Und ihren Kindern sieht mans an, Wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund SamtmeinemHausediesenBund: Wenn alles Volk vom Herrn ab⸗ wich, Doch dienen wir ihm ewiglich. Chr. K. L. v. Pfeil, 4 1784. SVV D IAV E v⁰ * * r +* V —— +8 Vaterland und Obrigkeit. 355 Reiselied. 504. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Pf. 121. Jch heb mein Augen sehnlich auf Und seh die Berge hoch hinauf, Bis mir mein Gott vom Him⸗ melsthron Mit seiner Hülf zu statten komm. 2. Mein Hülfe kommt mir von dem Herrn, Er hilft uns ja von Herzen gern; Himmel und Erd hat er gemacht, Er hält über uns Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, So daß dein Fuß nicht gleiten kann; Setz nur auf Gott dein Zuversicht, Der uns behütet, schläfet nicht. 4. Der treue Hüter Israel Bewahret dir dein Leib und Seel; Er schläft nicht, weder Tag noch acht, Wird auch nicht müde von der Wacht. 5. Vor allem Unfall gnädiglich Der fromme Gott behütet dich; Unter dem Schatten seiner Gnad Bist du gesichert früh und spat. 6. Der Sonne Hitz, des Mondes Schein Sollen dir nicht beschwerlich sein. Gott wendet alle Trübsal schwer Zu deinem Nutz und seiner Ehr. 7. Kein Übel muß begegnen dir, Des Herren Schutz ist gut dafür; In Gnad bewahret deine Seel Der treue Hüter Israel. 8. Der Herr dein Ausgang stets bewahr, Zu Weg und Steg gesund dich spar, Bring dich zu Haus in sein'm Geleit Von nun an bis in Ewigkeit. Korn. Becker, + 1604. XXII. Baterland und Obrigkeit. 505. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Jchova, Herr und König Der Könige und Herrn! Dir ist man untertänig, Du herrschest nah und fern. Du hocherhabner Fürst Von Himmel, Erd und Zeiten, Du setzest Obrigkeiten, Die du erhalten wirst. 2. Es sagen deine Knechte, Daß keine Obrigkeit Als nur durch deine Rechte Und dein Gebot gebeut; Du hast sie hoch geschätzt, Wer ihr zuwider lebet, Derselbe widerstrebet Dem selbst, was Gott gesetzt. 32 356 Vaterland und Obrigkeit. 3. Ach lieber Vater, lehre Mich selbst durch deinen Geist, Daß ich erkenn und ehre, Was deine Ordnung heißt. Sie tragen ja dein Bild; Gib, daß ich Demut übe Und sie mit Ehrfurcht liebe, Wie du es haben willt. 4. Verleihe deine Güte Und sende Recht und Licht; Gib ühnen ins Gemüte Viel Weisheit zum Gericht, Damit ihr Regiment Den Untertanen nützet, Die Untertanen schützet, Dem Guten Sieg vergönnt; 5. Damit durch ihr Regieren Wir mit Zufriedenheit Ein ehrbar Leben führen In wahrer Frömmigkeit. Du herrschest selbst im Land: Das Herz der Obrigkeiten Kannst du wie Bäche leiten, Es steht in deiner Hand. 6. Die uns allhie regieren, Herr, die regiere du Durch deines Geistes Rühren Und Weisheit immerzu; Laß sie die Pfleger sein Der gläubigen Geneinde Und als getreue Freunde Ihr heilge Sorgfalt weihn. 7. Verschone ihre Mängel, Laß's ihnen wohl ergehn, Laß deine guten Engel Als Wächter um sie stehn. Herr Gott, du segnest gern; Wir bitten ohn Ermüden, Schaff unsern Grenzen Frieden Durch Jesum, unsern Herrn. Ph. Fr. Hiller, 2 1769. Geburkskag des Landesherrn. 506. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Ein Haupt hast du dem Volk gesandt Und trotz der Feinde Toben In Gnaden unser Vaterland Geeint und hoch erhoben: Mit Frieden hast du uns bedacht, Den Kaiser uns bestellt zur Wacht Zu deines Namens Ehre. 2. Wir danken dir mit Herz und Mund, Du Retter aus Gefahren, Und flehn aus tiefster Seele Grund, Du wollest uns bewahren, Herr aller Herrn, dem keiner gleich, Den Kaiser und das deutsche Reich Zu deines Namens Ehre. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht, Laß auf des Kaisers Wegen Dein huldvoll heilig Angesicht Ihm leuchten uns zum Segen, Und salbe ihn mit deinem Geist, Daß er sich kräftiglich erweist Zu deines Namens Ehre. 4. Ach komm, wie zu der Väter Zeit, Ein Feuer anzuzünden, Daß wir im Frieden und im Streit Fest auf dein Wort uns gründen, Ein frommes Volk, das dir ver⸗ traut Und dir zum Tempel sich erbaut Zu deines Namens Ehre! J. Sturm, 4 1896. 6·/ 7322 MIIRN E/ Vaterland und Obrigkeit. 357 . 507. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. Vater kröne du mit Segen Unsern König und sein Haus, Führ durch ihn auf deinen Wegen Zerrlich deinen Ratschluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz, Deinen Feinden biet er Trutz. Sei du dem Gesalbten gnädig, Segne, segne unsern König. 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde, Reich ihm deines GeistesS chwert, Daß Gerechtigkeit und Milde Ihm des Friedens Heil gewährt. Mach ihm leicht die schwere Last, Die du auferlegt ihm hast. Sei in Jesu du ihm gnädig, Schütze, segne unsern König. 3. Sammle um den Thron die Treuen, Die mit Rat und frommem Flehn Fest in deiner Streiter Reihen Für des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron Eine Burg, o Gottessohn. Sei du ihm auf ewig gnädig, Leite, segne unsern König. 4. Nähre du die heilge Flamme, Die das Herz des Volks erneut, Daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht Hast du über ihn gewacht, Du erhieltest ihn uns gnädigz Segne, segne unsern König. 5. Fürchtet Gott, denKönig ehretl Das, o Herr, ist dein Gebot, Und du hast es selbst bewähret, Warst gehorsam bis zum Tod. Wer dich liebt, der folget dir, Drum so beten alle wir: Vor dem Bösen schütz uns gnädig, Gott, erhalte unsern König. 6. Gib uns Mut in den Ge⸗ fahren, Wenn der Feindunsernstbedroht, Daß wir Treue dann bewahren, Gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! So siegen wir. Deine Treuen krönst du gnädig, Segne, segne unsern König. 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden Auch in unserm Lande aus, Daß wir deine Bürger werden, Ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit Gib uns, Gott, zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig, Segne, segne unsern König. W. Hülsemann, + 1865. Eideslied. 508. Mel. O Ewigkeit du Donnerwort. ö Gott, der du Herzenskenner bist, Herr, dem die Falschheit Greuel ist Und Lüge ein Verbrechen: Kein Wort spricht je ein falscher Mund, Das dir, Allwissender, nicht kundz Du Heiliger wirsts rächen! Laß jederzeit mein Ja und Nein, Wie's Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Und wenn ich schwörend vor dir steh, Dir in dein heilig Antlitz seh, 358 Die Hand zum Himmel hebe, Wenn ich zum Zeugen feierlich Anrufe, Hocherhabner, dich, Durch den ich bin und lebe: Dann sei von Trug und Heuchelei Mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn Und frech mit Lügen vor dir stehn, Dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht Zum Siegel seinerBosheitmacht, Sie vor der Welt zu decken! Herz.schauden Gottmitzitternan, DerLLeibund Seelverderbenkann. 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, Dein Sohn nicht mehr mein Hei⸗ land ist, Dein Himmel nicht mein Erbe; Wenn michbeim LeidendieserZeit Kein Trost vom Himmel mehr erfreut, Kein Trost mehr, wenn ich sterbe; Wenn Gott und Jesus nicht mehr mein: Dann besser, nie geboren sein! 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, Kein Fürstentum und keine Welt Soll mich so weit verführen; Um alle Leiden dieser Zeit Will ich doch Gott und Seligkeit Mutwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch Vaterland und Obrigkeit. SolaßmichauchimKleinsten nicht Die teure Zusag brechen. Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein: Erhalt mich ewig, ewig dein! J. D. K. Bickel, + 1809. Krieg und Jrieden. 509. Mel. Nun lob mein Seel den Herren. Gottlob, nun ist erschollen DasedleFried⸗und Freudenwort, Daß nunmehr ruhen sollen Die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder Dein Saitenspiel hervor, O Deutschland, und sing Lieder Im hohen vollen Chor. Erhebe dein Gemüte Zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte Bleibt dennoch ewiglich. 2. Sei tausendmal willkommen, Du teure werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen Dein Beiunswohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket All unser Glück und Heil; Wer dich betrübt und kränket, Der drückt sich selbst den Pfeil Des Herzleids in das Herze Und löscht aus Unverstand Die güldne Freudenkerze Zumt(Boit undveines eed ber Mit seiner eignen Hand. 8 Her; 40 3. Ach laß dich doch erweckenl 6. Gott, lehre mich bei jedem Eid Aus Furcht vor deiner Heiligkeit Die Wahrheit treulich sprechen. Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, Wachauf, wach auf, du harte Welt, Eh als das letzte Schrecken Dichschnellundplötzlichüberfälltl Wer aber Christum liebet, Sei unerschrocknes Muts, Vaterland und Obrigkeit. Der Friede, den er gibet, Bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, Da sollt ihr bei Gott leben In Fried und ewger Ruh. P. Gerhardt, 4 1676. 510. Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir. Ps. 85. Berr. der du vormals hast dein Land Mit Gnaden angeblicket Und des gefangnen JakobsBand Gelöst und ihn erquicket; Der du die Sünd und Missetat, Die einst dein Volk begangen hat, Hast väterlich verziehen; 2. Herr, der du deines Eifers Glut Zuvor oft abgewendet Und nach dem Zorn das süße Gut Der Lieb und Huld gesendet: Ach frommes Herz, ach unser Heil, Nimm weg und hebe auf in Eil, Was uns anjetzo kränket. 3. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm Im Brunnen deiner Gnaden, Erfreu und tröst uns wiederum Nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, Und sollen deine Fluten sich Ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Vater, uns denn nicht Nun einmal wieder laben, Und sollen wir an deinem Licht Nicht wieder Freude haben? Ach geuß aus deines Himmels Haus, 359 Herr, deine Güt und Segen aus Auf uns und unsre Häuser. 5. Ach daß ich hören sollt das Wort Erschallen bald auf Erden, Daß Friede sollt an allem Ort, Wo Christen wohnen, werden! Ach daß uns doch Gott sagte zu Des Krieges Schluß, der Waffen Ruh Und alles Unglücks Endel 6. Ach daß doch diese böse Zeit Sich stillt in guten Tagen, Damit wir in dem großen Leid Nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, Und seine Gnade stehet da All denen, die ihn fürchten. 7. Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott Schon wieder zu uns wenden, Den Krieg und alle andre Not Nach Wunsch und also enden, Daß seine Ehr in unserm Land Und überall recht werd erkannt, Ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden Einander grüßen müssen, Gerechtigkeit wird einhergehn, Und Friede wird sie küssen; DieTreuewirdmitLustund Freud Auf Erden blühn, Gerechtigkeit Wird von dem Himmel schauen. 9. Der Herr wird uns viel Gutes tun: Das Land wird Früchte geben, Und die in seinem Schoße ruhn, Die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn Und stets invollemschwangegehn Zur Ehre seines Namens. P. Gerhardt, 4 1676. 360 — 511. Mel. Nun danket alle Gott. 2— Gott, dich loben wir; Regier, Herr, unsre Stimmen, Laß deines Geistes Glut In unsern Herzen glimmen. Komm, komm, o edle Flamm, Ach komm zu uns allhier, So singen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir. 2. Herr Gott, dich loben wir; Wir preisen deine Güte, Wir rühmen deine Macht Mit freudigem Gemüte; Es steiget unser Lied Bis an die Himmelstür Und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir Für deine großen Gnaden, Daß du das Vaterland Von Kriegeslast entladen, Daß du uns blicken läßt Des güldnen Friedens Zier; Drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, Die wir in langen Jahren Der Waffen schweres Joch Und frechen Grimm erfahren. Jetzt rühmet unser Mund Mit herzlicher Begier: Gottlob, wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 5. Herr Gott, dich loben wir, Daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert Zerbrochen und zerschlagen; Der Strick ist nun entzwei, Darum so singen wir Mit Herzen, Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. Vaterland und Obrigkeit. 6. Herr Gott, dich loben wir, Daß du uns zwar gestrafet, Jedoch in deinem Zorn Nicht gar hast weggeraffet; Es hat die Vaterhand Uns deine Gnadentür Jetzt wieder aufgetan: Herr Gott, wir danken dir. 7. Herr Gott, wir danken dir, Daß du Land, Kirch und Häuser, Den frommen Fürstenstamm Und dessen grüne Reiser Bisher erhalten hast; Gib ferner Gnad allhier, Daß auch die Nachwelt sing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir Und bitten, du wollst geben, Daß wir auch künftig stets In guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, Erfülle für und für, O Vater, unsern Wunsch! Herr Gott, wir danken dir. 9. Herr Gott, wir danken dir Mit Orgeln und Trompeten, Mit Harfen, Cymbelschall, Posaunenton und Flöten; Und was nur Odem hat, Lobsinge nach Gebühr: Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Joh. Franck, 4 1677. .— 512. Mel. Christe du Beistand deiner Kreuzgemeine. Ps. 70. Herr⸗ unser Gott, laß nicht zu Schanden werden Die, so in ihren Nöten und Be⸗ schwerden unr Vaterland und Ohrigkeit. 361 Bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen Und zu dir rufen.: 2. Mache zu Schanden alle, die dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach kehre dich mit Gnaden zu uns Armen; Laß dichs erbarmen! ½ 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; Wenn du ein Wort sprichst, wer⸗ den sie bald Freunde; Sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, ): Kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen, Vergebens ists, auf Menschen⸗ hülfe bauen: Mit dir wir wollen Taten tun und kämpfen, ·„ Die Feinde dämpfen. ½1 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und das bedrängte kleine Häuf⸗ lein retten. Wir traun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: ,: Hilf, Helfer! Amen. Joh. Heermann. 4+ 1647. 513. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. Treuer Wächter Jsrael, Des sich freuet meine Seel, Der du siehest alles Leid Deiner armen Christenheit, O du Wächter, der du nicht Schläfst noch schlummerst zu uns richt Dein hülfreiches Angesicht. 2. Schau, wie große Not und Qual Trifft dein Volk jetzt überall; Täglich wird der Trübsal mehr: Hilf, ach hilf, schütz deine Lehr. Wir verderben, wir vergehn; Nichts wir sonst vor Augen sehn, Wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester, Jesu Christ Der du eingegangen bist In den heilgen Ort zu Gott Durch deinKreuzund bittern Tod,‚ Uns versöhnt hast durch dein Blut, Ausgelöscht der Hölle Glut, Wiederbracht das höchste Gut, 4. Sitzest in des Vaters Reich, Ihm an Macht und Ehren gleich, Unser Mittler auf dem Thron, Seine höchste Freud und Kron, Den er in dem Herzen trägt, Wie sich selbst in Liebe hegt, Dem er keine Bitt abschlägt: 5. Kläglich schreien wir zu dir, Klopfen an die Gnadentür, Wir, die du mit höchstem Ruhm Dir erkauft zum Eigentum: Deines Vaters Zorn abwend, Der jetzt wie ein Feuer brennt, Als gings mit der Welt zu End. 6. Jesu, der du Jesus heißt, Als ein Jesus Hülfe leistl Hilf mit deiner starken Hand, Menschenhülf hat sich gewandte Eine Mauer um uns bau, Daß dem Feinde davor grau Er mit Zittern sie anschau. 7. Liebster Herr, Immanuel, Du Beschützer meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, Neben uns und in uns Gott, 362 Vaterland und Obrigkeit. Gott für uns zu aller Zeit: Landesnöte. Trotz dem, der uns tu ver Leid! Gottes Straf ist ihm bereit.— 5 515. 8. Deines Vaters starker Arm, 45 Komm und unser dich erbarm! Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. Laß jetzt sehen deine Macht, Ach Gott, in Gnaden von uns Alter Keindt Mönen und Nacht; wend Aller Feinde Rotten trenn, Dies schwere Kreuz und groß Auf daß dich die Welt erkenn, Clend, Aller Herren Herren nenn. Damit wir sind umgeben gar 9. Andre traun auf ihre Kraft, Und stehn beständig in Gefahr. Auf ihr Glück und Ritterschaft: 1 1 G5 ö Deine Christen sehn auf dich, En Christt unsers Herdder ein Auf dich traun sie festiglich; 315 75 Iunsers Herren Pein Laß sie werden nicht zu Schand Vor Pestilenz und schnellem Tod Als ihr Helfer sei zur Hand: Und laß uns nicht in dieser Not. Sind sie dir doch all bekannt. 3. In dieser Not ach laß uns ist j nichtl 29. Du bist za der Maien Wend von uns, Herr, dein Zorn⸗ gericht, Daß dir lobsinge unser Mund Für deinen Schutz aus Herzens Grund. B. Ringwaldt, 4 1599. Der den Kriegen steuern kann, Der da Spieß und Schwert zer⸗ bricht, Der den Bogen macht zunicht, Der die Wagen gar verbrennt Und der Menschen Herzen wendt, Daß der Krieg gewinnt ein End. x 516 11. Jesu, wahrer Friedefürst,* Der der opp urhe zerknirscht Ihren Kopf durch seinen Tod,;— Wiederbracht den Fried bei Gott, Nimm von uns, Herr, du 490.. Sodwird dein Falf renen ich Die schwere Straf und große Not, Dafür 2570 preisen dich sich, Die wir mit Sünden ohne Zahl Joh. Heermann, 4 1647. Verdienet haben allzumal. Mel. Vater unser im Himmelreich. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, Vor Seuchen, Feur und großem — x Leid. 514. ö 2. Erbarm dich deiner bösen Verleih uns Frieden gnädiglich, Knecht, Herr Gott, zu unsern Zeiten; Wir bitten Gnad und nicht das Es ist doch ja kein andrer nicht, Recht; Der für uns könnte streiten, Denn so du, Herr, den rechten Lohn Denn du, unser Gott, alleine! Uns geben willst nach unserm Dr. M. Luther, + 1546. Tun R; ⁰ +* — 89 Nᷓ—— Vaterland und Obrigkeit. 363 So muß die ganze Welt vergehn, Und kann kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach Herr Gott, durch die Treue dein Mit Trost und Rettung uns er⸗ schein! Beweis' an uns dein große Gnad Und straf uns nicht auf frischer Tat; Wohn uns mit deiner Güte bei, Daß dein Zorn ferne von uns sei. 4. Gedenkandeines Sohnes Tod, Sieh an sein heilge Wunden rot; Die sind ja für die ganze Welt Die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit Und hoffen auf Barmherzigkeit. 5. Leit uns mit deiner rechten Hand Und segne unsre Stadt und Land; Gibuns allzeit deinheilges Wort, Behüt vor'sTeufelsLiftund Mord; Ein selig End wollst uns verleihn, Auf daß wir ewig bei dir sein. M. Moller, 4 1606. — 517. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir UV frommer und getreuer Gott Aller, die auf dich hoffen, Es hat uns eine große Not Durch deine Hand getroffen; Dein Zorn der drückt uns mit Gewalt Und wirft die Menschen jung und alt Mit Seuchen schwer darnieder. 2. Du bist gerecht, und dein Ge⸗ richt Kann unser keiner strafen; Von wegen unsrer Sündgeschicht, Daß wir so schnell entschlafen. Jas es ist unsre Missetat, Die dich so hoch erzürnet hat, Daß wir vergehen müssen. 3. O Herr, vergib, und straf uns nicht Im Zorn so gar geschwinde; Kehr doch des Vaters Angesicht Zu deinem lieben Kinde; Laß sinken den gerechten Grimm, Zu Gnaden wieder uns annimm Um deines Sohnes willen. 4. Sieh, Herr, wie wir betrübet gehn, Kraftlos, mit Furcht umgeben, In Angstund großenSorgenstehn Und in viel Kummer schweben. All unsre Nahrung welket sehr; LehramtundandreOrdnungmehr Geht nicht in vollem Schwange. 5. Dein Will gescheh, wir bitten all: Uns nicht in Not verlasse, Hilf uns nach deinem Wohlge⸗ falln, Du weißt die rechten Maße Und wirst wohl deine Zeit ersehn, Da deine Hülfe soll geschehn; Das wolln wir dir vertrauen. 6. O heilger Geist, mit deiner Kraft, Die sterben sollen, stärke, Daß man des Glaubens Ritter⸗ schaft An ihrem Ende merke, Und sie also mit Fried und Freud Abscheiden aus der Zeitlichkeit In Christo unserm Herren. B. Ringwaldt, 4+ 1599. 364 Besondere Zeiten. XXIII. Besondere Zeiten. A. Morgenlieder. .— 518. Mel. Valet will ich dir geben. Auf, auf, den Herrn zu loben, Erwache, mein Gemüt! Dem großen Vater droben Erschall ein frommes Lied: Denn wer erhielt mein Leben In der vergangnen Nacht? Der Herr, der mirs gegeben, Der hat es auch bewacht. 2. Beschützer aller Welten, Wie dank ich würdig dir, Wie soll ich dir vergelten, Was du getan an mir? Mein Opfer ist geringe: Ein dir ergebner Sinn Ist alles, was ich bringe; Nimm du es gnädig hin. 3. Verzeihe mir die Sünde, Die ich bisher verübt, Weil ich mit Reu empfinde, Daß ich dich so betrübt; Verzeihe mir und dämpfe Die sündliche Begier, Mit der ich täglich kämpfe, Ja hilf du selber mir. 4. Send auch auf meinen Wegen Mir deinen Engel zu Und sprich du selbst den Segen Zu allem, was ich tu. Herr, sende du mir Kräfte Von deiner Himmelshöh, Auf daß all mein Geschäfte Erwünscht von statten geh. 5. Gib mir vor allen Dingen Getrosten Mut und Geist, Das freudig zu vollbringen, Was mein Beruf mich heißt. Laß mich in guten Tagen Nicht übermütig sein Und laß mich auch nicht zagen, Dringt gleich ein Kreuz herein. 6. Hilf, daß in meinem Stande Ich tu, was dir gefällt; Auch laß mich nicht in Schande Geraten vor der Welt. Richt, Herr, mein ganzes Leben Nach deinem Willen ein Und laß mein Haus daneben Von dir gesegnet sein. 7. Gib, daß im Kreuz und Glücke Ich stets so leben mag, Daß ich all Augenblicke Denk an den letzten Tag; Und wird er einst anbrechen, So gib, daß ich erfreut Von Herzen könne sprechen: Komm, Herr, ich bin bereit. Nach Joh. Franck, + 1677. 519. Aus meines Herzens Grunde ö Sag ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde, Dazu mein Leben lang, O Gott in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren Durch Christum unsern Herren, Dein eingebornen Sohn, Besonder 2. Daß du mich hast aus Gnader In der vergangnen Nacht Vor Not und allem Schaden Behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, Wollst mir mein Sünd vergeben, Womit in diesem Leben Ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten Mich gnädig diesen Tag Vor's Teufels List und Wüten, Vor Sünden und vor Schmach, Vor Feur und Wassersnot, Vor Armut und vor Schanden, Vor Ketten und vor Banden, Vor bösem schnellen Tod. 4. Mein Leib und meine Seele, Mein Weib, Gut, Ehr und Kind In dein Hand ich befehle, Dazu mein Hausgesind— Alles ist deine Gab; Mein Eltern und Verwandten, Gefreundte und Bekannten Und alles, was ich hab. n e Zeiten. Mit Wohlgefallen an; Drauf streck ich aus die Hand, Greif an das Werk mit Freuden, Dazu mich Gott beschieden In meinem Amt und Stand. Hamburg 1592. 520. Brich an, du schönes Tageslicht, Erschein in deinem Purpurkleidei Mit dir heb ich mein Angesicht Zum Quell des Lichtes und der Freude. Ja, Herr, zeuch meinen Geist und Sinn Zu deinem Himmelslichte hin! 2. Du hastmitdeiner Liebeshand Mich treu beschützt in Not und Plagen, Gefahren gnädig abgewandt, Mich unverdient mit Huld ge⸗ 365⁵ 5. Laß deine Engel bleiben Und weichen nicht von mir, Den Satan zu vertreiben, Auf daß der Feind allhier In diesem Jammertal Sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, Nicht bringe mich zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, Der alle Ding vermag; Er segne meine Taten Und wende meine Klag; Ihm hab ichs heimgestellt: Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben, Er machs, wie's ihm gefällt. 7. Drauf sprech ichfröhlich Amen Und zweifle nicht daran, Gott nimmt es allzusammen ö tragen. Auch für den Schutz in dieser Nacht Sei dir mein frommer Dank ge⸗ bracht. 3. Fach in mir heut vonneueman Dein göttlich, geistig, himmlisch Leben, Daß ich auf deines Geistes Bahn Nach Licht und Wahrheit möge streben, Daß ich nicht lebe selber mir, Nein, Christus in mir für und für. 4. Gib du, der alles in uns schafft, Daß ich im Glauben mich erneue Und durch des Glaubens Trieb und Kraft Mich deinem Dienst mit Freuden weihe; Besonder 366 In Lieb entbrennet dann mein Herz Auch bei des Nächsten Glück und Schmerz. 5. Ich tracht, o Gott, nach keiner é Nur deine Kindschaft möcht ich 2* Auch keinen Reichtum wünsch ich mehr, NurChristus kann die Seelelaben; Und wohnt dein Geist in meiner Brust, Dann acht ich keiner Erdenlust. e Zeiten. 3. OhneLichtsiehtmankein Licht: Ohne Gottes Leuchten Sehn wir Menschen Christum nicht, Der uns muß befeuchten Mit dem hellen Himmelstau Seiner Kraft ohn Ende; Drum, HerrChriste, aufmich schau Und dich zu mir wende. 4. Wende zu mir deine Güt, Freundlich mich anblicke, Daß mein innerstes Gemüt In dir sich erquicke Und die süße Himmelslust 6. Mein Vater, dir ergeb ich mich Mit Begierde schmecke; Aufsneuzu deinemWohlgefallen. Sonsten sei mir nichts bewußt, Hilf mir auch heute gnädiglich, In wahrer Furcht vor dir zu wallen. Laß all mein Tun in dir geschehn, Dann wird mein Leben di erhöhn. Erfurt 1796. Q— 521. Mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. Christe, wahres Seelenlicht, Deiner Christen Sonne, O du klares Angesicht, Der Betrübten Wonne: Deiner Güte Lieblichkeit Ist neu alle Morgen, In dir bin ich recht erfreut, Darf nicht übrig sorgen. 2. Weckemich vom Sündenschlaf; Der du bist das Leben, Neues Leben in mir schaff; Denn hast du gegeben Dieser Welt das Sonnenlicht, Welches all erfreuet, Wirst du mich ja täglich nicht Lassen unerneuet. Das da Freud erwecke. 5. Laß ja ferne von mir sein Hoffart, Augenweide; Fleischeslust und allen Schein, Jesu, mir verleide, Damit sich die Welt ergötzt Ach nur zum Verderben; Denn was sie fürs Beste schätzt, Machet ewig sterben. 6. Nun so bleibe stets mein Licht, Jesu, meine Freude, Bis der frohe Tag anbricht, Da nach allem Leide Ich in weißer Kleider Pracht Dir den Dank soll bringen Und, daß Gott es wohl gemacht, Ohn Aufhören singen. Ehr. Praetorius, + 1713. 522. Wel. Ich dant dir lieber Herre. Dank sei Gott in der Höhe Zu dieser Morgenstund,. Durch den ich heut aufstehe Vom Schlaf frisch und gesund. Mich hatte fest gebunden XINSN& I‚‚LDLA Besondere Zeiten. Mit Finsternis die Nacht, Ich hab sie überwunden Durch Gott, der mich bewacht. 2. Dich will ich gläubig bitten, O Schutzherr Israel, Du wollst treulich behüten Den Tag mir Leib und Seel. Laß unsre Obrigkeiten, Die Schule und Gemein In diesen bösen Zeiten Dir, Herr, befohlen sein! 3. Erhalt durch deine Güte Uns bei gesunder Lehr, Vor Abfall uns behüte, Streit für dein Wort und Ehr, Daß wir dich allzusammen Loben in einem Geist, Sprechen: Des Herren Namen Sei groß und hoch gepreistl 4. Dem Leibe gib daneben Nahrung und guten Fried, Gesund und mäßig Leben, Dazu ein froh Gemüt, Daß wir in allen Ständen Tugend und Ehrbarkeit Lieben und Fleiß drauf wenden Als rechte Christenleut. 5. Gib deinen milden Segen, Daß wir auf dein Geheiß Wandeln auf guten Wegen, Tun unser Amt mit Fleiß, Daß jeder seine Netze Auswerf und auf dein Wort Den Trost mit Petro setze; So geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren Und der Gemein zu Nutz, Das will der Satan wehren Mit List und großem Trutz; Doch kann er nichts vollbringen, Weil du, Herr Jesu Christ, Herrschest in allen Dingen Und unser Beistand bist. 367 7. Wir sind die zarten Reben, Der Weinstock selbst bist du, Daran wir wachsen, leben Und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir bleiben Und wachsen immer mehr, Laß deinen Geist uns treiben Zu Werken deiner Ehr. J. Mühlmann, 7 1618. 523. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmels⸗ thron! Man dankt dir, eh die Sonn aufgeht, Wenns Licht anbricht, dir vor dir steht. 2. Drum beug ich diesen Mor⸗ gen früh In rechter Andacht meine Knie Und ruf zu dir mit heller Stimm; Dein Ohren neig, mein Red ver⸗ nimm! 3. Ich rühm von Herzen deine Gnad, Die wieder mich behütet hat, Daß ich nun hab die finstre Nacht In Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Nimmmichauchdiesen TaginHut, Laß deine lieben Engelein Mir Wächter und Gefährten sein. Dein Geist mir Leib und Seel regier 5 ö Und mich mit schönen Gaben zier; Er führe mich auf rechter Bahn, Daß Gutes ich vollbringen kann. 368 Besondere Zeiten. 6. Gib Gnade, daß ich Werk Daß wir in allen Stücken und Pflicht Uns drein geduldig schicken; Mit Freuden diesen Tag verricht Denn dir nicht widerstreben Ist ja das beste Leben. 5. Gib Speis' und Trank dem Leib, Zu deinem Lob und meinem Nutz, Und daß ich tu dem Nächsten Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd Daß er bei Kräften bleib, und Schand, Und soll die Seele scheiden, Daß ich, vom Übel abgewandt, So seis zu deinen Freuden, Mein Seel mit Sünden nicht be⸗ Daß wir auf deinen Namen chwer Getrost hinfahren. Amen. Und mein Gewissen nicht versehr. A. Buchner, + 1661. 8. Mein Aus⸗ und Lindher uhr ö . ewahr, Daß mir kein Übel widerfahr, 525. Behüte mich vor schnellem Tod Und hilf mir, wo mir Hülf ist not. Mel. Herr Zesu Christ dich zu uns wend. M. Böhm, 4 1622. Des Morgens, wenn ich früh ö aufsteh, 524 Und Abends, wenn ich schlafen 2 geh, Mel. Auf meinen lieben Gott. Sehn meine Augen, Herr, aufdich, Der schöne Tag hrächt au, Herr Jesu, dir befehl ich mich Die Nacht ist abgetan, 2. Herr, in den heilgen Wunden Die Finsternis vergangen: ö dein Laß uns dein Licht ummfangen, Da kann ich ruhn und sicher sein Du n Sonn und Leben, MitLeib und Seele, Hab und Gut, Der Welt zum Heil gegeben! Mein Schutz ist nur dein heilig 2. Befiehl der Engel Schar, Blut. Daß sie uns heut bewahr; 3. Denn, o Herr Christ Wenn du die Hand ausstreckest n Und uns damit bedeckest, Dein heilig Blut die Sünd hin⸗ So muß samt unsern Sünden nahm: Das Übel von uns schwinden. Nun wach ich oder schlafe ein, 3. Laß uns in deiner Hut Willstdu, Herr, allzeit bei mir sein. Das tun, was recht und gut, Und an Kinder leben,. 4. Dein Engel mir stets Wacht Die dir sich ganz ergeben, 4.——— acht, In deinen Wegen gehen Drum ich nicht Tod, nicht Teufel acht; Und fest im Glauben stehen. Denn wo ich bin, bist du bei mir, 4. Befällt uns Kreuz und Not, Mein Glück und Kreuz kommt So hilf, du treuer Gott, alls von dir. — Besondere Zeiten. 369 5. Ich leb, ich sterb, so bin ich dein, Darum ich dir die Seele mein Befehle jetzt und auch im Tod: Nimm sie zu dir, o treuer Gott! Leipzig 1582. 526. Mel. Dir, dir Jehova will ich singen. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben: Du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht, Erquicktest mich, erhieltst mein Leben Und schafftest, daß ich fröhlich bin erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst Und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? 2. Auch über mir ist deine Güte Noch immerfort an jedem Mor⸗ gen neu; Mit dankbar freudigem Gemüte ö Fühl ich die Größe deiner Vater⸗ treu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, Auch er soll deinem Dienst gehei⸗ ligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln Und redlich tun, was dir, mein Gott, gefällt, Gewissenhaft in allem handeln Und weislich fliehn die schnöde Lust der Welt. O stärke selbst durch deine amich, mich, Denn was vermag ich Schwacher ohne dich? 4. Laß diesen Tag mich so voll⸗ bringen, Daß ich ihn ohne Reu beschließen kann; Soll guter Vorsatz mirmißlingen, So nimm als Tat den Vorsatz gnädig an. Auch dieser Teil von meiner Übungszeit Sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gib mir auch heute, was mir nützet, Vor allem aber gib einruhigHerz, Das fich auf deine Weisheitstützet Und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht, Und dies versagst du meinen Bit⸗ ten nicht. 6.IndiesemkindlichenVertrauen Will ich an des Berufs Geschäfte gehn, Auf deinensichern Beistandbauen Und deiner Fügungstillentgegen⸗ sehn. Ich weiß, du führst mich stets auf rechter Bahn Und nimmst mich einst gewiß zu hren an. J. S. Diterich, 4 1797. 527. Die güldne Sonne Voll Freud und Wonne Bringt unsern Grenzen Mit ihrem Glänzen Ein herzerquickendes 0. Kicht i Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder, Aa 370 Aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, Was Gott gebauet Zu seinen Ehren Und uns zu lehren, Wie sein Vermögen sei mächtig und groß, Und wo die Frommen dann sollen hinkommen, Wenn sie mit Frieden von hin⸗ nen geschieden Aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind unsre Ge⸗ müter; Lieder der Frommen, von Herzen gekommen, Sind Weihrauch, der ihn am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen Sind seine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück verwehren Sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; Wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen Über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben Zu dir hoch droben All meine Sinnen: Laß mein Beginnen Besondere Zeiten. Ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Seelen⸗ feinds Bande, Fallen und Tücke treib zu⸗ ücke, Laß mich auf deinen Geboten be⸗ stehn. 6. Laß mich mit Freuden Ohn alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Bruders Hand‚, Güter und Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen Nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde Von meinem Herzen und wirf es hinaus. 908 Menschliches Wesen, Was ists gewesen? In einer Stunde Geht es zu Grunde, Sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Be⸗ stehn. 8. Alles vergehet, Gott aber stehet Ohn alles Wanken; Seine Gedanken, Sein Wort und Wille hatewigen Grund. Sein Heil und Gnaden die neh⸗ men nicht Schaden, Heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen Wann uns zeitlich und ewig ge⸗ sund. Besondere Zeiten. 371 9. Gott, meine Krone, Vergib und schone, Laß meine Schulden In Gnad und Hulden Von deinen Augen sein ferne ge⸗ wandt. Sonst, Herr, regiere mich, lenke und führe, Wie dirs gefället: ich habe ge⸗ stellet Alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßte und Aller⸗ gewißte, Aus allen Schätzen der edelste Hort. 11. Willst du mich kränken, Mit Galle tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen: Wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schäd⸗ lich und nichtig Meinem Gebeine, das weißt du alleine, Hast niemals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende Das nimmt ein Ende; Nach Meeresbrausen Und Windessausen Leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille Darf icherwartenim himmlischen Garten, Dahin sind meine Gedanken ge⸗ richt. P. Gerhardt, 4 1676. 528. Mel. Vom Himmniel hoch da komm ich her. Die helle Sonn leuchtjetztherfür, FröhlichvomSchlafaufstehenwir, Gott Lob, der uns in dieser Nacht Behütet vor des Teufels Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt Vor Sünd und Schand durch deine Güt, Laß deine lieben Engelein Unsre Hüter und Wächter sein, 3.Daß dirdasHerzgehorsamleb, Dem Willen dein nicht widerstreb, Daß wir stets gehn auf deiner Bahn In allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wohl, Was ein jeder verrichten soll, Daß unsreArbeit, Müh und Fleiß Gereich zu deinem Lob und Preis. Nik. Hermann, 7 1561. 529. Mel. O Traurigkeit. Die Nacht ist hin, Mein Geist und Sinn Sehnt sich nach jenem Tage‚ Vor dem völlig weichen muß Finsternis und Plage. 2. Der Tag ist da, Das Licht ist nah, Das Dunkle zu vertreiben: Aa 2 372 Besondere Zeiten. Vor dir, Jesu, schönstes Licht, Kann nichts dunkel bleiben. 3. Der Sonne Licht Aufs neu anbricht: O unerschaffne Sonne, Brich mit deinem Licht hervor Mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Glanz Verliert sich ganz, Er muß dem größern weichen: Mit dir, Glanz der Herrlichkeit, Ist nichts zu vergleichen. 5. Der Sterne Pracht Muß mit der Nacht Vom Himmel Abschied nehmen: Unsers Morgensternes Pracht Darf sich niemals schämen. 6. Der Menschen Schar, Die wie tot war, Greift jetzt zu ihren Werken: Laß mich, Herr, bei meinem Werk Dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will Der süßen Still Und Ruhe Urlaub geben: Jesu, deine stille Ruh Sei des Geistes Leben. 8. Denn ich will auch Nach meinem Brauch Zu meinem Werke greifen; Aber laß aus deiner Ruh Nie mein Herze schweifen. 9. Halt du die Wach, Damit kein Ach Und Schmerz den Geist berühre; Meinen ganzen Lebenslauf Deine Hand regiere. 10. Wann aber soll Der Wechsel wohl Der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, Dem kein Tag zu gleichen. 11. In jener Welt, Da diese fällt, Die Zion noch macht weinen, Soll noch heller siebenmal Tag und Sonne scheinen. 12. Ja dann wird nicht Der Sonne Licht Jerusalem verlieren; Denn dasLammist selbst dasLicht, Das die Stadt wird zieren. 13. Hallelujahl O wär ich da, Wo meine Sonne wohnet, Wo die Arbeit dieser Zeit Völlig wird belohnet. 14. O Jesu mein, Gib Licht und Schein In unsern dunkeln Zeiten, Führ uns aus der finstern Welt In die Ewigkeiten. J. A. Freylinghausen, 4 1739. 530. Mel. Balet will ich dir geben. Die Nacht ist nun vergangen, Der helle Tag bricht an, Die Sonn hat angefangen Zu laufen ihre Bahn: Mein Herz soll auch aufsteigen, Und alles, was ich bin, Sich zu der Erde neigen Aus demutsvollem Sinn. 2. Die Himmel all erzählen Des höchsten Gottes Ehr; Das Haus der frommen Seelen Und aller Engel Heer Weist uns durch so viel Sterne Die überschöne Pracht, Auf daß wir hier von ferne Dahin auch sein bedacht. 3. Mein Gott, laß mich verachten, Was irdisch, eitel ist, n/ Besondere Zeiten. 373 Und nach dem Himmel trachten In dieser Lebensfrist: Laß mich den Tag hinbringen In der Gottseligkeit Und ritterlich durchdringen Zur ewgen Himmelsfreud. G. Ph. Harsdörffer, 4 1658. 531. Mel. Nun freuteuch liebe Christen gmein. Ephes. 5, 14. Erhebe dich, o meine Seel, Die Finsternis vergehet, Der Herr erscheint in Israel, Sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, Daß er was Gutes in dir schaff, Indem er dich erleuchtet. 2. Im Licht muß alles rege sein Und sich zur Arbeit wenden; Im Licht singt früh das Vögelein, Im Licht will es vollenden: So soll der Mensch in GottesLicht Aufheben billig sein Gesicht Zu dem, der ihn erleuchtet. 3.Laßtuns an unsre Arbeitgehn, Den Herren zu erheben; Laßt uns, indem wir auferstehn, Beweisen, daß wir leben; Laßt uns in diesem Gnadenschein Nicht eine Stunde müßig sein: Gott ist's, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem an⸗ dern fort, Und unser Werk bleibt liegen. Ach hilf uns, Herr, du treuster Hort, Daß wir uns nicht betrügen; Gib, daß wir greifen an das Werk, Gib Gnade, Segen, Kraft und Stärk Im Licht, das uns erleuchtet. 5. Duzeigst, was zu verrichtensei Auf unsern Glaubenswegen: So hilf uns nun und steh uns bei, Verleihe deinen Segen, Daß das GeschäftvondeinerHand Vollführet werd in allem Land, Wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach mich bereit Zu dem, was dir gefällig, Daß ich recht brauch der Gna⸗ denzeit; So flehn wir auch einhellig, Die du geboren aus dem Geist, Die deinen Zorndu fürchtenheißt, Nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sei in mir Ein Licht der Kraft und Stärke, Es sei die Demut meine Zier, Die Lieb das Werk der Werke. DieWeisheitfließtindiesenrund Undööffnetbeides, Herzund Mund, Dieweil die Seel erleuchtet. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, Daß ich stets gehe richtig, Erfreu mich durch dein Angesicht, Mach mich zum Guten tüchtig, Bis ich erreich die güldne Stadt, Die deine Hand gegründet hat Und ewiglich erleuchtet. P. Lackmann, 4 1718. 532. Mel. Quem pastores. Früh am Morgen Jesus gehet Und vor allen Türen stehet, Klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gastl 2. Nun so lasset ihn nicht dorten, Tut ihm auf des Herzens Pforten 374 Besondere Zeiten. Und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wolles sttäglichbeiunsbleiben, Alle Feinde von uns treiben, UnsinsBuchdes Lebensschreiben Und der gute Hirte sein, ö 4. Weiden uns auf grüner Auen, Daß wir deine Fülle schauen Und auf deinen Reichtum bauen, Mit dir gehen aus und ein. 5. Amen, ja es soll geschehen, Jesus wird heut mit uns gehen, Und wir werden fröhlich sehen, Daß er uns nicht läßt allein. G. Stip, + 1882. 533. Gott desHimmelsund derErden, Vater, Sohn und heilger Geist, Deres TagundNachtläßtwerden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt Und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir vonHerzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen Hast behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn; O Herr Jesu, laß mich finden Deine Wunden offen stehn, Da alleine Hülf und Rat Ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ichmitdiesemMorgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn nun dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort: Nirgends als bei dir allein Kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele Samt den Sinnen und Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr, mein Ruhm, Nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu. H. Albert, 4 1651. 534 * Mel. Werde munter mein Gemüte. Gott, du Licht, das ewig bleibet, Das ohn allen Wechsel ist, Das die Finsternis vertreibet, Der du bleibest wie du bist: Ich verlasse meine Ruh; Rufe: Werde Licht! mir zu, Daß ich, der ich Nacht und Erde, Durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, Auch die Seele geistig auf; Gib ihr deines Geistes Waffen, Richt und leite ihren Lauf; Laß mich sein des Lichtes Kind, Hilf mir, da ich geistlich blind, on, Du wollest mir vergeben Allmeine Sünd, die dirward kund Besondere Zeiten. Jesu, daß ich wieder sehe Und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und ge⸗ währe, Was die arme Seele stillt; Ach erneure und verkläre Stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, Der ein neues Leben schafft, Daß ich himmlisch auf der Erde Und ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, Fördre mich in meiner Pflicht; BleibemeinerSchwachheitStärke, Meines Lebens Kraft und Licht; Laß mein Lebensziel allein Deines Namens Ehre sein; Hilf, daß ich stets wahre Liebe Gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einst zujenem Lichte Deiner höchsten Majestät, Wo vor deinem Angesichte Die verklärte Seele steht Heller als der Sonnenschein, Schön, unsterblich, engelrein; Laß sie sein mit dir vereinet, Wenn mein letzter Tag erscheinet. Sal. Franck, + 1725. 535. JH dank dir schon durch deinen Sohn O Gott, für deine Güte, Daß du mich hast in dieser Nacht So gnädiglich behütet. 2. Ich bitte dich aus Herzens⸗ grund, An mir im ganzen Leben; 3. Und wollest mich auch diesen Tag 375 In deinem Schutz erhalten, Daß mir der Feind nicht schaden ö Mit Gnaden ob mir walten. 4. Regier mich nach dem Willen dein, Laß mich in Sünd nicht fallen, Auf daß dir mög das Leben mein Und all mein Tun gefallen. 5. Denn ich befehl dir Seel und Leib Und alls in deine Hände; In meiner Angst, Herr, bei mir bleib, Mir deine Hülfe sende; 6. Auf daß der Fürste dieser Welt Kein Ursach an mir finde; 0 ennwonicht deineHandmichhält, Ist er mir zu geschwinde. 7. Hab ich doch allezeit gehört, Daß Menschenhülf verloren: So steh mir bei, du treuer Gott, Zum Helfer mir erkoren. 8. Allein Gott in der Höh sei 145 Preis Samt seinem eingen Sohne In Einigkeit des heilgen Geists, ö Derherrschtin'sHimmelsThrone. Leipzig 1586. 536. Mel. Ich dank dir schon durch deinen Sohn. Soh Meein erst Gefühl sei Preis und ö Dank, Erhebe Gott, o Seelel Der Herr hört deinen Lobgesang, Lobsing ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, Lag ich und schlief im Frieden; 376 Besondere Zeiten. Werschafft die SicherheitderNRacht Und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das 7295 seine flicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, Und dein ist unser Leben, Du bist es, der es uns erhält Und mirs jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, 62 der acht, Gelobt sei deine Treue, Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen Und lehre du mich selber tun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, Auf dich hofft meine Seele; Sei mir ein Retter in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zu⸗ versicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn und willig tue; 10. Daß ich als ein getreuer Knecht Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten bei⸗ zustehn, Nie Fleiß und Arbeit scheue, Mich gern an andrer Wohlergehn Und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Le⸗ benszeit In deiner Furcht genieße UndmeinenLaufmitFreudigkeit, Wenn du gebeutst, beschließe. Chr. F. Gellert, 4 1769. 537. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, Die Nacht vollendet ihren Lauf; Nun wachen alle meine Sorgen Auf einmal wieder mit mir auf; Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, Und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, Wo jeder Tag sein Elend hat, Wo ich nur immer älter werde Und häufe Sünd und Missetat, O Gott, von dessen Brot ich zehr, Wenn ich dir doch auch nütze wär! 3. Dein Auge siehet mich auf⸗ stehen, Regier mich auch in dieser Welt; Ich weiß nicht, wie mirs heut wird gehen, Mach alles so, wie dirs gefällt; Schleuß michin deine Vorsicht ein, Dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergib mir, Vater, alle Sün⸗ den, HG A 0 —52 IAears-—2— Die aus der Nacht ich mit mir bring, Und laß mich vordir Gnade finden; Erhöre, was ich bet und sing, Denn wo ich nur bei dir wohl steh, So acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten, Denn ich bin selber mir nicht klug; Behüte mich vor Missetaten, Vorböser MenschenListund Trug. Laß mich den Tag wohl legen an Und Gutes schaffen, wo ich kann. 6. Behüte mir Leib, Seel und Leben, Mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, Und laß den HimmelSegen geben, Wenn meine Hand das Ihre tut. Hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es tun, ich zweifle nicht. K. Neumann, 1 1715. 538. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau Fall auf unser matt Gewissen, Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen Und erquick uns, deine Schar, Immerdar. Besondere Zeiten. 377 4. Ach du Aufgang aus der Höh, Gib, daß auch am jüngsten Tage Unser Leib verklärt ersteh Und, entfernt von aller Plage, Sich auf jener Freudenbahn Freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne, Führ uns durch das Tränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth, 4 1689. D 539. Mel. Christus der ist mein Leben. Noch läßt der Herr mich leben, Erschall ihm, o mein Lied; Ich will ihn froh erheben, Der gnädig auf mich sieht. 2. Ich schaue freudig wieder Der Morgensonne Pracht Und falle betend nieder Vor ihm, der sie gemacht. 3. Du Herrscher aller Welten Nimmst dich auch meiner an, Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir getan? 4. Dir will ich freudig singen, Mich deines Namens freun, Nach deiner Gnade ringen, Mein ganzes Herz dir weihn. 5. Dir hab ich mich ergeben, Ich freue mich in dir; Erfreuender als Leben 3. Gib, daß deiner Liebe Glut Ist deine Gnade mir. Unsre kalten Werke töte, Und erweck uns Herz und Mut Bei entstandner Morgenröte, 6. Sie führe mich auch heute Auf meines Heilands Pfad; Daß wir, eh wir gar vergehn, Du, ewger Weiser, leite Recht aufstehn. Mich selbst nach deinem Rat. 378 Besondere Zeiten. 7. O höre, was ich flehe: Gib mir ein weises Herz, Daß ich auf dich stets sehe In Freude wie in Schmerz. 8. Lehr mich am ersten trachten Nach dem, was dir gefällt, Mehr deinen Beifall achten, Als allen Ruhm der Welt. 9. Bereit, den Lauf zu schließen, Bewährt durch Glück und Not Und ruhig im Gewissen, So finde mich der Tod. Chr. F. Neander, 4+ 1802. 540. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. O heilige Dreifaltigkeit, O hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Heut diesen Tag mirBeistandleist. 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, Daß mir kein Böses widerfahr, Und mich der Satan nicht verletz, Noch mich in Schand und Scha⸗ den setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, DesSohnesWeisheitmicherquick, Des heilgen Geistes Glanz und Schein Erleucht des finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir kräf⸗ tig bei, Christ mein Erlöser, hilf mir frei, O Tröster wert, weich nicht von 5. Herr, segne und behüte mich, Erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb auf mich dein Angesicht Und deinen Frieden aufmichricht. M. Böhm, 1622. 541. Mel. O Gott du frommer Gott. O Jesu, süßes Licht, Nun ist die Nacht vergangen, Nun hat dein Gnadenglanz Aufs neue mich umfangen, Nun ist, was an mir ist, Vom Schlafe aufgeweckt Und hat sich, Herr, zu dir Verlangend ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnade senken Mit Leib, mit Seel, mit Geist Heut diesen ganzen Tag; Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele, Sie sei dein Eigentum, Mit ihr dich heut vermähle In deiner Liebeskraft: Da hast du meinen Geist, Darinnen wollst du dich Verklären allermeist. mir, MeinHerz mit werten Gaben zier. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus, Du allerliebstes Leben. Ach wohn, ach leb in mir, Beweg und rege mich, So hat Geist, Seel und Leib Mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt Die Kleider angeleget: Besondere Zeiten. Laß meiner Seele sein Dein Bildnis eingepräget Im güldnen Glaubensschmuck, In der Gerechtigkeit, Die allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mit Keuschheit, mit Geduld Durch deines Geistes Triebe; Auch mit der Demut mich Vor allem kleide an, So bin ich wohl geschmückt Und köstlich angetan. 7. Bleib du mir diesen Tag Stets vor den Augen schweben, Laß dein Allgegenwart Mich wie die Luft umgeben, Auf daß mein ganzes Tun Durch Herz, durch Sinnund Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich tu, Ja rede und gedenke; Durch deines Geistes Kraft Es also führ und lenke, Daß alles nur gescheh Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib dein Eigentum. J. Lange, 4 1744. HAe 542. U Licht, geboren aus dem Lichte, O Sonne der Gerechtigkeit, Du schickst uns wiederzu Gesichte Die angenehme Morgenzeit; Drum will sichs gehören, Dankbarlich zu ehren Solche deine Gunst; Gib auch unsern Sinnen, Daß sie sehen können Deiner Liebe Brunst. 379 2.Laß deines Geistes Morgenröte In unsern dunkeln Herzen sein, Daß sie mit ihren Strahlen töte Der eitlen Werke kalten Schein. Siehe, Herr, wir wanken; Tun und auch Gedanken Gehn auf falscher Bahn: Du wollst unserm Leben Deine Sonne geben, Daß es wandeln kann. 3. Verknüpfe mit des Friedens Bande Der armen Kirche schwache Schar. NimmwegvonunsernVaterlande Verfolgung, Trübsalund Gefahr; Laß uns ruhig bleiben, Unsern Lauf zu treiben Diese kleine Zeit, Bis du uns wirst bringen, Wo man dir soll singen Lob in Ewigkeit. M. Opitz, 4 1639. 543. Wach auf, mein Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem frommen Menschenhüter. 2. Heut, als die dunkeln Schatten Mich ganz umfangen hatten, Hast du, o Gott, gewehret,‚ Daß mich kein Leid versehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, Trotz dem, der dich betrüge; Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, Du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, Herr, ist ge⸗ schehen, Ich kann das Licht noch sehen, Von Not bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich erneuet. 380 Besondere Zeiten. 5. Du willst ein Opfer haben, Hier bring ich meine Gaben: In Demut fall ich nieder Und bring Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen; Du kannst ins Herze sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Beßres habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Taten, Hilf selbst das Beste raten; Den Anfang, Mitt und Ende, Ach Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, Mein Herz sei deine Hütte, ö Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reife. P. Gerhardt, 1676. B. Tischlieder. 544. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. Bescher uns, Herr, das täglich 545. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Gesegnuns,Herr,die Gabendein, Brot; Die Speis'laßunsreNahrungsein; Vor Teurung und vor Hungers⸗ not Behütuns durchdeinlieben Sohn, GottVaterin demhöchsten Thron. Hilf, daß dadurch erquicket werd Der dürftge Leib auf dieser Erd. 2. Doch dies zeitliche Brot allein Kann uns nicht gnug zum Leben x sein: 2. O Herr, tu auf dein dund Deingöttlich Wort dieSeelespeis, Mach uns dein Gnad und Güt Hilft uns zum Leben allermeist. bekannt, Ernähre uns, die Kinder dein, Der du speist alle Vögelein. 3. Gedenk nicht unsrer Missetat Und Sünd, die dich erzürnet hat; Laß scheinen deinBarmherzigkeit,‚ Daß wir dich lobn in Ewigkeit. 4. Du unser lieber Vater bist, Weil Christus unser Bruder ist; Drum trauen wir allein auf dich Und wolln dich preisen ewiglich. Nik. Hermann, 4 1561. 3. Drum gib uns beides, Herre , V Gottz Hilf endlich auch aus aller Not, So preisen wir dein Gütigkeit Hier und auch dort in Ewigkeit. Frankfurt 1561. 546. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. err Gott, VaterimHimmelreich, Wir, deine Kinder allzugleich, Bitten dich jetztausHerzensgrund: Speise uns all zu dieser Stund. Besondere Zeiten. 2. Tu auf dein reiche milde gand, Behüt uns auch vor Sünd und Schand, Verleih uns Fried und Einigkeit, Bewahre uns vor teurer Zeit, 3. Damit wir leben seliglich, Dein Reich besitzen ewiglich. Das sei heut und zu aller Frist Amen im Namen Jesu Christ! Kasp. Huberinus, 4 1553. 547. Wer nur den lieben Gott läßt walten. O Gott, von dem wir alles haben, Die Welt ist ein sehr großes Haus, Du aber teilest deine Gaben Recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich: Ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen, Denn du weißt allem vorzustehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brot bekommt aus deiner Hand. Mel. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und endlich auch die Frucht ge⸗ neußt; Der Wind, der durch die Felder wehet, Die Wolke, so das Land begenßt. Des Himmels T Tau, der Sonnen⸗ 381 4. Und also wächst des Menschen Speise, Der Acker selbst wird ihm zum Bro t: Es mehret sich vielfältger Weise Was anfangs schien, als wär es t 7 Bis in der Ernte jung und alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man erst bedenken? Der Wunder hier ist gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, Und dein Erbarmen hat kein Ziel; Denn immer wird uns mehr be⸗ schert, Als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, Was uns dein Segen träget ein; Ein jeder Bissen, den wir essen, Soll deines Namens ein ein, Und Herz und Mund soll lebens⸗ lang Für unsre Nahrung sagen Dank. K. Neumann, + 1715. 548. Mel. Schmücke dich o liebe Seele. Speis uns, o Gott, deine Kinder, Tröste die betrübten Sünder; Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jetzo vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, KraftundNahrung geben: Bis wir endlich zu den Frommen strahl An die Himmelstafel kommen. Sind deine Diener allzumal. Joh. Heermann, + 1647. 382 Besondere Zeiten. 549. Wir danken Gott für seine Ga⸗ E ben, Die wir von ihm empfangen haben; Wir bitten unsern lieben Herrn, Er wollunshinfort mehr beschern Und speisen uns mit seinem Wort, Daß wirsattwerdenhierund dort. Achlieber Gott, duwollstuns geben Nach dieser Zeit das ewge Leben. é Königsberg 1589. C. Abendlieder. 550. Mel. Ach was soll ich Sünder machen. Ach mein Jesu, sieh, ich trete, Da der Tag nunmehr sich neigt, Und die Finsternis sich zeigt, Hin zu deinem Thron und bete: Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde Wie ein Pfeil zur Ewigkeit, Und die allerlängste Zeit Rauscht vorüber wie die Winde, Fleußt dahin, als wie ein Fluß Stürzet seinen Wasserguß. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer Nehme mich doch nicht in acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Herzlich suchte, mein Erbarmer; Mancher Tag geht so dahin, Daß ich kalt und träge bin. 4. Ach ich muß mich herzlich schämen: Du erhältst, du schützest mich Tag und Nacht so gnädiglich, Und ich will mich nicht bequemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. O mein Herzensfreund, zu dir: Neige du dein Licht zu mir, Da der Tag nunmehr vergangen; 5. Nun ichkommemitVerlangen, Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Finstre bricht. I 6. Laß mich meine Tage zählen, Die du mir noch gönnen willt; Von dir sei mein Herz erfüllt, Sowirdmichnichts können quälen; Denn wo du bist Tag und Licht, Schaden uns die Nächte nicht. 7. Nun, meinHeiland, deine Güte Schütze mich in dieser Nacht, Halte du bei mir die Wacht, Deine Treue mich behüte. Laß mich selbstauchwachsam sein, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. L. J. Schlicht, 4 1723. 551. Christ, der du bist der helle Tag, Vor dir die Nacht nicht bleiben mag; Du leuchtest uns vom Vater her Und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behütunsheut In dieserNacht vormbösen Feind Und laß uns in dir ruhen fein, Daß Leib und Seele sicher sein. 3. Ob schon die Augen schlafen ein, So laß das Herz doch wacker sein; Halt über uns dein rechte Hand, Daß wir nicht falln in Sünd und Schand. chern Wort, dort. geben eben. 589. icht, richt. hlen, lt; Besondere Zeiten. 4. Sind wir doch dein ererbtes Gut, Erworbendurch deinheilgesBlut; Das war des ewgen Vaters Rat, Als er uns dir geschenket hat. 5. Befiehl dem Engel, daß er komm Und uns bewach, dein Eigentum; Gib uns die lieben Wächter zu, Daß wir vorm Satan haben Ruh. 6.So schlafenwir imNamendein, Dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreifaltigkeit, Wir loben dich in Ewigkeit. Altkirchlich. Deutsch von E. Alberus, + 1558. 552. Der lieben Sonne Licht und Pracht Hat nun den Lauf vollführet; Die Welt hat sichzur Ruhgemacht, Tu, Seel, was dir gebühret: Tritt an die Himmelstür Und bring ein Lied herfür; Laß deine Augen, Herz und Sinn Auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Ihrhellen Sterneleuchtetwohl UndglänztmitsichtundStrahlen, Ihr macht die Nacht des voll; Doch noch zu tausend Malen Scheint heller in mein Herz Die ewge Himmelskerz, Mein Jesus, meiner Seele Ruhm, Mein Schutz, mein Schatz, mein Eigentum. 3. Der Schlaf zwar Uder Nacht Nacht Bei Menschen und bei Tieren, Doch einer ist, der droben wacht, Bei dem kein Schlaf zu spüren. 383 Es schlummert, Jesu, nicht Dein Aug, auf mich gericht; Drum sollmeinHerzauchwachend sein, Daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht das schlichte Lied, Das ich dir, Jesu, singe; In meinem Herzen ist kein Fried, Eh ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, Ach nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, O Jesu, meiner Seele Freund. 5. Mit dir will ich zurRuhegehn, Dir, Herr, ich mich befehle; Du wirst, mein Hüter, auf mich sehn Zum Besten meiner Seele. Ich fürchte keine Not, Auch selber nicht den Tod; Denn wer mit Jesu schlafen geht, Mit Freuden wieder aufersteht. 6. So oft die Nacht mein Ader schlägt, Soll dich mein Geist umfangen: So vielmal sich das Herz bewegt, Soll dies sein mein Verlangen, Daß ich mit lautem Schall Mög rufen überall: O Jesu, Jesu, du bist mein, Und ich auch bin und bleibe dein. 7. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh Und schlafe sanft und stille. Ihr müdenAugensschließteuchzu, Denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl ge⸗ macht, Nun, liebster Jesu, gute Nacht. Chr. Scriver, 4 1693. 38⁴4 Besondere Zeiten. 553. Sonntag Abend. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Der Sabbat ist vergangen, Ich habe mein Verlangen Nach Herzenswunsch erfüllt: Gott hat mich unterweiset, Mit Lebensbrot gespeiset Und meiner Seele Durst gestillt. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen, Drum leg ich ohne Schmerzen Auch meinen Leib zur Ruh; Denn allen Sündenschaden Deckt Jesus nun in Gnaden Mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinig Wesen, Mein Geist ist schon genesen, Weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte, Dein leuchtend Angesichte Treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen Und eine Sonne machen Auch mitten in der Nacht, Bis bei den Cherubinen Ein Sonntag ist erschienen, Der alleNachtzu Schanden macht. B. Schmolck, 4 1737. . 554. Mel. O Traurigkeit. Der Tag ist hin: Mein Geist und Sinn Sehnt sich nach jenem Tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da: Sei du mir nah, Jesu, mit hellen Kerzen, Treib der Sünden Dunkelheit Weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht Uns jetzt gebricht: O unerschaffne Sonne, Brich mit deinem Licht hervor Mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein Fällt nun herein, Die Finsternis zu mindern: Ach daß nichts Veränderlichs Meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenheer Zu Gottes Ehr Am blauen Himmel flimmert: Wohl dem, der in jener Welt Gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt Und vor bewegt, Ruht jetzt von seinen Werken: Laß mich, Herr, in stiller Ruh Dein Werk in mir merken. 7. Ein jeder will Bei solcher Still Der süßen Ruhe pflegen: Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 8. Halt du die Wach, Damit kein Ach Und Schmerz den Geist berühre, Sende deiner Engel Schar, Die mein Lager ziere. 9. Wann aber soll Der Wechsel wohl Der Tag und Nächte weichen? Wenn der Tag anbrechen wird, Dem kein Tag zu gleichen. 10. Alsdann wird nicht Der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; DenndasLamm istselbst dasvicht, Das die Stadt wird zieren. S KHS —S S8S 5 heit icht, . 11. Hallelujah, Ei wär ich da, Da alles lieblich ünget Da man ohne Unterlaß Heilig, heilig singet. 12. O Jesu, du Mein Hülf und Ruh, Laß mich dahin gelangen, Daß ich mög in deinem Glanz Vor dir ewig prangen. J. A. Freylinghausen, 4 1739. 30. Der Tag ist hin, mein Jesu, bei mir bleibe! O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe, Geh auf in mir, Glanz der Ge⸗ rechtigkeit, Erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen, Dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen Nach deinem Rat, ob ichs schon nicht versteh; Du bist gerecht, es gehe wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich emp⸗ fehlet. Das weißt du wohl, o Herzens⸗ kündiger, Ich d noch wie ein Un⸗ mündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen; Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; Besondere Zeiten. 385 Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein, Da ist die Hand: du mein, und ich bin dein. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, Iu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte; Bewahre mich durch deine große Macht, ö Wenn Belial nach meiner Seele tracht. findlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen: Ach laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen; O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn; Dich laß ich nicht, mein Fels, irn Tag ist hin J. Neander, 1680. 556. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu bei mir bleibe. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet Und, was sie soll, auf diesen Tag vollendet; Die dunkle Nacht dringt allent⸗ halben zu Und bringet, was da lebt und webt, zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, Daß du mich heut vor aller Not und Plage Durch deine Hand 1991 Mact lobte Macht Hast unverletzt und frei hindurch gebracht. 3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, Bb WIE—— 386 Besondere Zeiten. Daß ich nach dem, was finster ist. Ihr bin ich zu geringe. gestrebet; Vernimm den Dank, Laß alle Schuld durch deinen Den Lobgesang, ö II Gnadenschein Den ich dir kindlich bringe. In Ewigkeit bei dir erloschen sein. 2. Du nahmst dich meiner herz⸗ 4. Schaff, daß mein Geist dich lich an, ungehindert schaue, Hast Großes heut an mir getan, Indem ich mich der trüben Nacht Mir mein Gebet gewähret; vertraue, Hast väterlich Und daß der Leib auf diesen Mein Haus und mich schweren Tag Beschützet und genähret. Sich seiner Kraft fein sanft er⸗ 0 3. Herr, was ich bin, ist dein holen mag. Geschenk: 5. Vergönne, daß der lieben Der Geist, mit dem ich dein Engel Scharen gedenk eewahren, 550 Ruch vor Gemüte; 4.„Was ich verma Auf daß ich vor der List und Ty⸗ Bis diesen Tag, rannei Ist alles deine Güte. Der argen Feind im Schlafe.——9 e Hüt— sicher sei. 4. Sei auch nach und Racht 6. Herr, wenn mich wird die MeinS e lange Nacht Dedecken Mein Schutz und c Und in die Ruh ecken, und te mir meine Sünden; Soblickemich mit deinenAugenan, Herr Zebgot Tod, Daraus ich Licht imTode nehmen So laß mich Gnade finden kann. Chr. F. Gellert, 4 1769. 7. Und laß hernach zugleich mit 5 0 1 Frommen Mich zu dem Glanz des andern + Lebens kommen, 558. Da du uns hast den großen Tag Mel. Christ der du bist der helle Tag. bestimmt, Gottlob, der Tag ist nun dahin; Dem keine Nacht sein Licht und Drum ich, mein Gott, dir dank⸗ Klarheit nimmt. bar bin, Berlin 1643. Daß ich den Abend hab erlebt, Und deine Gnad noch ob mir 557 schwebt. 2. Ach Herr, sei gnädig, hab Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. Geduld, Für alle Güte sei gepreist, Vergib mir alle Sündenschuld; Gott Vater, Sohn und heil⸗ Dein heilger Engel mich bewahr ger Geist! Vor aller Angst, Not und Gefahr. *.ꝗISE P nneeee Tag. ihinz ank⸗ bin, lebt, mir vebt. hab duld, Ild; wahr fahr. 3. Laß mich auch mit der Mor⸗ genstund Aufwachen fröhlich und gesund, Daß ich hier deine Ehr ausbreit Und dich dort lob in Ewigkeit. J. Olearius, + 1684. 559. Mel. Nun ruhen alle Wälder. err, der du mir das Leben Bis diesen Tag gegeben, Dich bet ich kindlich an; Ich bin viel zu geringe Der Treue, die ich singe, Und die du heut an mir getan. 2. Mit dankendem Gemüte Freu ich mich deiner Güte, Ich freue mich in dir: Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke Und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen: Nach deines Worts Befehlen Einher im Leben gehn, Auf deine Güte hoffen, Im Geist den Himmel offen Und dort den Preis des Glau⸗ bens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im Staube Zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen, Ich bin bei dir in Gnaden, Und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, Eil ich der Ruh entgegen, Dein Name sei gepreistl Mein Leben und mein Ende Ist dein; in deine Hände Befehl ich, Vater, meinen Geist. Chr. F. Gellert, 4 1769. Besondere Zeiten. 560. Mel. Werde munter mein Gemüte. Bor, es ist von meinem Leben Wiederum ein Tag dahin, Lehre mich nun Achtung geben, b ich fromm gewesen bin; Zeige mirs auch selber an, So ich was nicht recht getan, Und hilf jetzt in allen Sachen Guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, Was dir nicht gefallen hat, Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken, Wort und Tat, Und zu jeder Tagesstund Pfleget Herze, Hand und Mund So geschwind und oft zu fehlen, Daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, Habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen, Doch vergib mir alle Schuld; Deine große Vatertreu Werde diesen Abend neu, So will ich auch deinen Willen Künftig mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, Daß der Schlaf nicht sündlich sei, Decke mich mit deiner Güte, Auch dein Engel steh mir bei; Lösche Feur und Lichter aus Und bewahre selbst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen Nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten Die im Finstern Böses tun; Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Rat Und verhindere die Tat. Bb 2 388 Besondere Zeiten. Wend auch alle andern Schrecken, Die der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend wird; Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht Über seine Herde wacht; Darum hilf uns, deinen Schafen, Daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund er⸗ wachen, Wenn es rechte Zeit wird sein, Daß ich ferner meine Sachen Richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, Heut bestimmet meinen Tod, So befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. K Neumann, 1715. 561. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. inunter ist der Sonne Schein,‚ Die finstre Nacht bricht stark herein: Leucht uns, Herr Christ, du wah⸗ res Licht,‚ Laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Not, Gefahr und mancher Plag Durch deine Engel hast behüt Aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich, Das, Herr, verzeih uns gnädiglich Und rechn es unsrer Seel nicht zu; Laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Der Engel Wach um uns be⸗ tell, Daß uns der böse Feindnicht fäll; VorSchrecken, Angstund Feuers⸗ not Behüte uns, o lieber Gott! Nik. Hermann, + 1561. 562 * Mel. Jesu meine Freude. irte deiner Schafe, Der von keinem Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wundergüte War mein Schild und Hütte Den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht Und laß mich von deinen Scharen Um und um bewahren. 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhelissen; Drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon DurchdietiefgeschlagnenWunden Gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben Keine Not betrüben, Sie sind mein und dein; Schleuß uns mit Erbarmen In den Vaterarmen Ohne Sorgen ein. Du bei mir und ich bei dir, Also sind wir ungeschieden, Und ich schlaf im Frieden. 4. Komm, verschleuß die Kammer Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel: Unter deine Flügel =** — —. ht en on hen ner Besondere Zeiten. 389 Nimm dein Küchlein ein. Laß doch dein Licht Decke zu mit Schutz und Ruh, Auslöschen nicht So wird uns kein Grauen wecken, Bei uns allhier auf Erden. Noch der Feind erschrecken. 1597. 5. Nun wohlan, ich tue In vergnügter Ruhe 564. Meine Augen zu. Seele, Leib und Leben Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Hab ich dir ergeben, Nun ist vollbracht auch dieser O du Hüter du! Tag, Gute Nachtl Nimm mich in acht; Mein Gott und Herr, dir Lob Und erleb ich ja den Morgen, ö ich sag, Wirst du weiter sorgen. Daß du durch deine große Güt B. Schmolck, 4 1737. Vor Sünd und Schanden mich behüt. 563 2.Was ichverbrochenhaban dir, * Das wollst du, Herr, vergebenmir, Wel. In dich hab ich gehoffet, Herr. Laß deine groß Barmherzigkeit Mein schönste Zier und Kleinod Über mich walten jederzeit. bist 3. Darauf, Herr, in die Hände Auf Erden du, Herr Jesu Christ;: dein Dich will ich lassen walten Befehl ich Leib und Seele mein; Und allezeit Ich will nun tun mein Augen zu In Lieb und Leid Und schlafen ein mit Fried und Im Herzen dich behalten. Ruh. 2. Dein Lieb und Treu vor allem 4.DeinheilgerEngelmichbewach e geht, Vor's TeufelsListund Ungemach; Kein Ding auf Erd so fest besteht, Durch Jesum Christ, Herr, bitt Das muß ich frei bekennen; ö ich dich, Drum soll nicht Tod, Wollst mich behüten gnädiglich. Nicht Angst, nicht Not— ‚ Von deiner Lieb mich trennen. 5. Verleih, daß ich frisch iund in W ů gesun 3. Dein Wort ist tulget icht Aufsteh und mit erfreutem Mund +* Dein große Gnad und Gütigkeit Undhältgewiß, wasesverspricht, Lob, chr und rühm zu aller Zeit. Im Tod und auch im Leben. Joh. Leon, 1597. Du bist nun mein, Und ich bin dein, 565. Dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab: ach schönste Zier, Nun ruhen alle Wälder, HerrJesu Christ, bleib du bei mir, Vieh, Menschen, StädtundFelder, 5 will nun Abend werden; Es schläft die ganze Welt: 0 390 Besondere Zeiten. Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf, ihr sollt beginnen, WaseuremSchöpferwohlgefällt! 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinemhHerzenscheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, Die güldnen Sternlein prangen Am blauen Himmelssaal; Also werd ich auch stehen, Wenn mich wird heißen gehen Mein Gott aus diesem Jammer⸗ tal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit: Die zieh ich aus, dagegen Wird Christus mir anlegen Den Rockder Ehr undHerrlichkeit. 5. DasHaupt, die Füß und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden Vom Elend dieser Erden Und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, Da man euch wird bereiten Zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, Im Nu sind sie geschlossen, Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein; Will Satan mich verschlingen, So laß die Engel singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen Ums Bett und seiner Engel Schar. P. Gerhardt, 4 1676. 566. Nun sich der Tag geendet hat, Und keine Sonn mehr scheint, Schläft alles, was sich abgematt Und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast Rast kast, Du schläfst und schlummerst nicht Ob uns die Finsternis umfaßt; Denn du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich In dieser finstern Nacht Und schenke du mir gnädiglich Den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sün⸗ den Schuld, Die mich bei dir klagt an; Doch aber deines Sohnes Huld Hat gnug für mich getan. 5. Densetzich dirzumBürgenein, Wenn ich muß vor Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu Und schlafe fröhlich ein, Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh: Wer wollte traurig sein? a? E/ / 272 IDDT * — Besondere Zeiten. 391 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, 568 Wo ihr habt euren Lauf:— Ich baue jetzt in meinem Sinn Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. Gott einen Tempel auf. ö V selges Licht, Dreifaltigkeit, 8. Soll diese Nacht die letzte sein Du hochgelobte Einigkeit, In diesem Jammertal, Die Sonne weicht mit ihrem Soführmich, Herr, in Himmel ein Schein, Zur auserwählten Zahl. Geuß deineichtindasHerzhinein. 9. Und also leb und sterb ich dir‚. 55 Herr Gott Zebaoth; 2. Des W e en wit Im Tod und Leben hilfst du mir Ann Abend beten Wir zu dir Aus aller. Sodechn 224699 Und preisen deine Herrlichkeit 63 3 0 Von nun an bis in Ewigkeit. 567 3. Gott Vater in dem höchsten — ö hron 9 älder. UndJesusChrist, sein eingerSohn, —— 60 r en e MitsamtdemewertenheilgenGeist Nun sich der Tag geendet, Sei nun und immerdar gepreist. Mein Herz zu dir sich wendet Altkirchlich. Deutsch von Und danket inniglich; J. v. Bunsen, 1860. Dein holdes Angesichte Zum Segen auf mich richte, Erleuchte und entzünde mich. 569 2. Ich schließe mich aufs neue* In dene ae Lũ Meinen Jesum laß ich nicht. Und Schutz und Herze ein; reuer Jesu, wache du Die fleischlichen Geschäfte Weil ich jetzund will einschlafen; Und alle finstern Kräfte Gönn mir und den Meinen Ru Vertreibe durch dein Nahesein. Bleib, o Hirte, bei den Schasen; 3. Daß du mich herzlich liebest. Schließ die Türe selbsten zu, Daß du mich stets umgibest, Treuster Jesu, wache du. Mich rufst zu dir hinein; Daß du vergnügst alleine 2. Treuer Jesu, weiche nicht; So wesentlich und reine, Sonst wird Grauen, Furcht und Laßfrühundspätmirwichtig sein. Schrecken, Das oft mit der Nacht einbricht, 4. Ein Tag dersagts demandern, Uns voll Ach und Weh erwecken; Mein Leben sei ein Wandern Bleib bei uns mit deinem Licht, Zur großen Ewigkeit: Treuster Jesu, weiche nicht. O Ewigkeit, du schöne, Mein Herz an dich gewöhne!l 3. Treuer Jesu, steh uns bei, Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Daß in uns der Geist und Glaube, G. Tersteegen, 1769. Wenn wir schlafen, wacker sei, 392 Besondere Zeiten. Und der Feinduns ihnnichtraube; Deine Hülfe mach uns frei, Treuster Jesu, steh uns bei. 4. Treuer Jesu, sorge du, Wenn es einmal kommt zum Sterben; Bring mich dann zu deiner Ruh, Mache mich zum Himmelserben; Schließ mir selbst die Augen zu, Treuster Jesu, hilf mir du. 5. Treuer Jesu, nimm zu dir Endlich mich und all die Meinen, Wenn der Tag nun bricht herfür, Da du selber wirst erscheinen; Führ uns durch desHimmels Tür, Liebster Jesu, ein zu dir. Leipzig 1697. 570. Werde munter, mein Gemüte, Und ihr Sinne geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte Die er hat getan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher schweren Plag Durch sein gnadenreiches Walten Hat beschirmet und erhalten. 2.Lob und Dankseidir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich hast bewahrt, Auch die Feind hinweggetrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Herr, verzeihe miraus Gnaden Alle Sünd und Missetat, Die mein armes Herz beladen Und so gar vergiftet hat, Daß auch Satan durch sein Spiel Mich zur Hölle stürzen will; Da kannst du allein erretten, Strafe nicht mein übertreten. 4.Binich gleichvondirgewichen, Stell ich mich doch wieder ein, Hatuns dochdeinSohnverglichen Durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld, Aber deine Gnad und Huld Ist viel größer als die Sünde, Die ich stets in mir befinde. 5.Odu LichtderfrommenSeelen, O du Glanz der Ewigkeit, Dir will ich mich ganz befehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, Weil es nunmehr dunkel hier, Decke mich mit deiner Liebe, Daß kein Unfall mich betrübe. 6.Laßmich dieseNachtempfinden Eine sanft und süße Ruh, Alles Übel laß verschwinden, Decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen Sein in deinen Schutz geschlossen. .Ach bewahremich vorSchrecken, Schütze mich vor Überfall, Laß michKrankheitnichtaufwecken, Treibe weg des Krieges Schall; Wende Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; Laß mich nicht in Sünden sterben, Noch an Seel und Leib verderben. 8:. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, Bleibe ja mein Schutz und Rat: Und mein Hort, du werter Geist, Der du Freund und Tröster heißt, Höre doch mein sehnlich Flehen!i Amen, ja es soll geschehen. Joh. Rist, 1 1667. Besondere Zeiten. 393 571 3. Wann du bei mir bleibst, * d.ich ledi werter Gast, ledig meiner Last: Wodwillstduhin, weilsAbendist, 1.Dn l 30 Wihneie dog ermndn Du bringst mir Dadan 3ot. Ei bleib doch hier und rast in mir; Du treibest weit die Ei 7 1759— 5 telkeit, — uchreidirnachmittansendalch. Du zeigst mir an die rechte Bahn, Ach bleib doch hier mein Leben, Du machst, daß meine Sinnen Ich will dir Herberg geben. Die Wabrdeit finden können. 4. Ich lasse dich nicht, liebster 2. Die Sonne hat sich schon ge⸗ ö Freund, senkt, Bis daß die Sonne wiederscheint. DieNachtist da, diemichbedrängt: Hab nur Geduld und sei mir hold; Komm doch herein, mein Freu⸗ Du kannst nicht fort aus diesem denschein, Ort; Zünd an mein Herz wie eine Kerz, MeinHerze wacht, hat deiner acht, Erleuchtesganzmitdeinem Glanz, Ich will dich fest umfassen Daß ich dich mög erkennen Und nicht entweichen lassen. Und durch und durch entbrennen. J. Scheffler, + 1677. D. Wochenanfang und Wochenlchluß. 572 Doch weil ich noch in dieser Höhle * Mit Not und Tod umgeben bin, Mel. Wer nur den lieben Gott läßt So weichauch heute nicht vonmir, walten. Denn meine Hülfe steht bei dir. En meit d er nanten Woche On 4. Mein Glück in dieser Woche Woche Gottwillmir uit niemand gaben Soll nur in deinemNamenblühn: Was mir sonst niemand geben Ach laß mich nicht am Sünden⸗ kann; joche Denn hätt ich seine Gnade nicht, Y Wer gäbe mir sonst Trost und Mit meinent Tleisch uird a Licht? Gib deinen Geist, der mich regiert 2.Ichgrüßediesenliebenorgen Undnurnachdeinem-illen führt. Und küsse Gottes Vaterhand. Die dieseNacht so manche Sorgen 5. Soll ich In Gnaden von Antordnedeen, So laß es doch gefeguet sun Duforast für mich, ich lebe uoch. W 9— was du sonsten zugemessen, 90„ Das richte mir zum Besten ein. 3. Nun das erkennet meine Seele Ich bitt um keinen Überfluß. Undgibtsich selbst zum Opfer hin; Nur was ich nötig haben muß. — 394 Besondere Zeiten. 6. So tue nun, mein Gott, das Deine Und laß mich auch das Meine tun: Behüte beide, Groß und Kleine, Daß sie auf deiner Huld beruhn, Und daß ein jedes diesen Tag Mit dir vergnügt beschließen mag. B. Schmolck,„ 1737. Q.— 573. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. So ist die Woche nun geschlossen, Doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich sein Segensquell er⸗ gossen, So bin ich noch der Zuversicht, Daß er sich weiterhin ergießt Undunerschöpflich aufmichfließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde, Ich lobe dich, so hoch ich kann,‚ Ich rühme dich von Herzens⸗ grunde Für alles, was du mir getan, Und weiß, daß dir durch Jesum Christ Mein Dank ein süßer 3 ist. 3. Hat mich bei meinen Wochen⸗ tagen Das liebe Kreuz auch mit be⸗ sucht, So gabst du auch die Kraft zu tragen; Zudem, es ist voll Heil und Frucht In deiner Liebe gegen mich, Und dafür dank ich inniglich. 4. Nur eines bitt ich über alles, Ach du versagst mir solches nicht: Gedenke keines Sündenfalles Und geh nicht mit mir ins Ge⸗ richt, Weil Jesus meine Missetat Auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nie gebrochen, Du brichst ihn nicht in Ewigkeit, Da du dem Sünder hast ver⸗ sprochen, Daß er, wenn ihm die Sünde leid, Nicht sterben, sondern gnaden⸗ voll Als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen Und will also den Wochenschluß Vergnügt und froh zurückelegen, Da der Trost mich erquicken muß, Daß ich ja soll in Christo dein Und schon in Hoffnung selig sein. 7. Doch da mein Leben zuge⸗ nommen, So bin ich auch der Ewigkeit Um eine Woche näher kommen, Vielleicht am Ziele meiner Zeit. Du hast die Stunde schon be⸗ stimmt, Die mich zudirin Himmel nimmt. 8. Wenn aber morgen ich aufs neue Den Sonntag wiedersehen kann, So blickt die Sonne deiner Treue Mich auch mit neuen Gnaden ö an; Ach ja, da teilt dein Wort und Haus Den allerbesten Segen aus. C. Neumeister, + 1756. 6526239329—nE S„ RRNrRnn 5 4n* — 2 Besondere Zeiten. E. Jahreszeiten. 574. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Des Jahres schöner Schmuck entweicht, Die Flur wird kahl, der Wald erbleicht, Der Vöglein Lieder schweigen. Ihr Gotteskinder, schweiget nicht Und laßt hinauf zum ewgen Licht Des Herzens Opfer steigen. 2. Gott ließ der Erde Frucht gedeihn, Wir greifen zu, wir holen ein, Wir sammeln seinen Segen. Herr Jesu, laß uns gleichen Fleiß An deiner Liebe Ruhm und Preis Mit Herzensfreude legen. 3. Der Weinstock gibt die Nof⸗ kost, Aus voller Kelter fließt der Most, Die Herzen zu erfreuen. Du rechterWeinstock, höchstes Gut, Laß deine Reben durch dein Blut Sich freudiglich erneuen. 4. Was Gottes Hand für uns Des Lebens Glanz und Kraft zerfällt, Schnell wachsen seine Schatten. 6. Es braust der Sturm, der Wald erkracht, Der Wandrer eilt, um noch vor Nacht Zu flüchten aus den Wettern. O Jesu, sei uns Dach und Turm, Hilf, wenn des Lebens rauher Sturm Uns will zu Boden schmettern. 7. Es fällt der höchsten Bäume Laub ö a Und mischt sich wieder mit dem Staub, Von dannen es gekommen. Ach Mensch, sei noch so hoch und wert: Du mußt hinunter in die Erd, Davon du bist genommen. 8. Doch wie der Landmann seine Saat Ausstreuet, eh der Winter naht, Um künftig Frucht zu sehen: So, treuer Vater, deckest du Auch unsern Leib mit Erde zu, gemacht, Das ist nun alles heimgebracht, Hat Dach und Raum gefunden. So sammle dir zur Gnadenzeit, O Seele, was dein Herr dir beut Für deine Kreuzesstunden. Daß er soll auferstehen. 9. Indes wie über Land und Meer Der Störche Zug, der Schwalben. Heer Der Sonn entgegenstreben, 5. Denn wie die Felder öde So laß zu dir die Seele fliehn, stehn, Die Nebel kalt darüber wehn, Und Reif entfärbt die Matten, So endet alle Lust der Welt, Zu deinem Paradiese ziehn, An deiner Sonne leben. Viltor v. Strauß, 1899. 396 Besondere Zeiten. 575 Ihr edle Honigspeise. Des süßen WeinstocksstarkerSaft Mel. Kommt herz Zu mir, spricht Gottes ö Bringt täglich neue Stärk und Sohn. Kraft Ge eh aus, mein Herz, und suche In seinem schwachen Reise. 8 Freud 7. Der Weizen wächset mit Ge⸗ In dieser lieben Sommerzeit walt: An deines Gottes Gaben; Darüber jauchzet jung und alt Schau an der schönen Gärten Zier Und rühmt die große Güte Und siehe, wie sie mir und dir Des, der so überflüssig labt Sich ausgeschmücket haben. Und mit so manchem Gut begabt 2. Die Bäume stehen vollerLaub, Das menschliche Gemüte. Das Erdreich decket seinen Staub ltütt Winen Ae 8. Ich selber kann. arcissen und die Tulipan* Ale Dahon ch,inener an, Erweeemtt ule Siunen, vun Als Salomonis Seide. Ich singe mit, wenn alles singt, 3. Die Lerche schwingt sich in Undlasse, was demHöchstenklingt, die Luft, Aus meinem Herzen rinnen. Das Täublein fleugt aus Kluft„Ach, dent ich, bist du hier so sich in die Wälder. schön — 5 macht sich in die Wälder; Und läßt dus uns so lieblich gehn Die hochbegabte Nachtigall Auf dieser armen Erder Crgötzt und fülltmitihrem Schall Wass dut doch wohl Uach dieie Berg, Hügel, Tal und Felder. Was will doch wohl nach Welt 4. Die Glucke führt ihr Völk⸗ Dort in dem festen Himmelszelt lein aus, Und güldnen Schlosse werden! Der Storch baut und bewohnt sein Haus, 10. Welch hohe Lust, welch heller Das Schwälblein speist die Jun⸗ ö Schein gen; Wird dort in Christi Garten sein! DerschnelleHirsch, dasleichte Reh Wie muß es da wohl klingen, Ist frohund kommtaus seinerdöh Da so viel tausend Seraphim Ins tiefe Gras gesprungen. Mit unverdroßnem aun Erf und 5 Stimm 5. Die Bächlein rauschen Gand Ihr Hallelujah singen! Und malen sich und ihren Rand 11. O wär ich dal ach stünd ich Mit schattenreichen Myrten; schon, Die Wiesen liegen hart dabei O süßer Gott, vor deinem Thron Und klingen ganzvomeLustgeschrei Und trüge meine Palmen! Der Schaf und ihrer Hirten. So wollt ich nach der Engel Weis' 6. Die unverdroßne Bienenschar Erhöhen deines Namens Preis Fleugt hin und her, sucht hier Mit tausend schönen Psalmen. und dar P. Gerhardt, + 1676. * 2 IIrAR EAOAL *. Besondere Zeiten. 397 F. Ernte- und Wetterlieder. 576. Mel. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. ch Herre, du gerechter Gott, ir habens wohl verdienet Mit unsrer Sünd und Missetat, Daß unser Feld nicht grünet, Daß Vieh und Menschen ein ein. Wenn du zuschleußt den oein ein, So müssen sie verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd erkennen wir, Die wollst du uns verzeihen: All unsre Hoffnung steht zu dir, Trost wollst du uns verleihen; Gib Regen und den Segen dein Um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster. 3. Gedenk, o Herr, an deinen Bund Um deines Namens willen, Wir bitten dich von Herzens Eil, unsre Not zu stillen Denn dein der Himmel ist allein, Ohn dich kann er nicht regnen. 4. Es steht in keines andern Hand, Daß er sollt Regen senden; DenHimmel hastduausgespannt, Regierst an allen Enden; Allmächtig ist der Name dein, Du kannst es alles tun allein, Herr, unser Gott und Tröster. Greifswald 1592. 577. Mel. Aus meines Herzens Grunde. Die Ernt ist nun zu Ende, Der Segen eingebracht, Woraus Gott alle Stände Satt, reich und fröhlich macht. Der alte Gott lebt noch, Man kann es deutlich merken An so viel Liebeswerken, Drum preisen wir ihn hoch. 2. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt Und oft ohn unsre Bitte Getan, was uns gefällt, Die immer noch geschont, Ob wir gleich gottlos leben, Die Fried und Ruh gegeben, Daß jeder sicher wohnt. 3. Zwar manchen schönen Segen Hat böses Tun verderbt, Den wir auf guten Wegen Sonst hätten noch ererbt; Doch hat Gott mehr getan Aus unverdienter Güte, Grund, Als Mund, Herz und Gemüte Nach Würden rühmen kann. Vom Himmel mit dem Regen 30 dein; 4. Er hat sein Herz geneiget, Uns Sünder zu erfreun, Genugsam sich bezeiget Durch Regen, Sonnenschein; Wards aber nicht geacht, So hat er sich verborgen Und durch verborgnes Sorgen Zum Beten uns gebracht. 5. O allerliebster Vater, Du hast viel Dank verdient; Du mildester Berater Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir 398 Besondere Zeiten. Für abgewandten Schaden, Für viel und große Gnaden, Herr Gott, wir danken dir. 6. Zum Dankekommtdas Bitten: Du wollest, frommer Gott, Vor Feuer uns behüten Und aller andern Not; Gib friedenvolle Zeit, Erhalte deine Gaben, Daß wir uns damit laben; Regier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen Dein reines wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen, Und auch an unserm Ort Dies gute Samkörnlein Viel reiche Früchte bringe, Und wir in allem Dinge Recht fromme Leute sein. 8. Gib, daß zu dir uns lenket, Was du zum Unterhalt Des Lebens hast geschenket, Daß wir dich mannigfalt In deinen Gaben sehn, Mit Herzen, Mund und Leben Dir Dank und Ehre geben; O laß es doch geschehnl 9. Kommt unser Lebensende, So nimm du unsern Geist In deine Vaterhände, Da er der Ruh geneußt, Da ihm kein Leid bewußt; So ernten wir mit Freuden Nach ausgestandnem Leiden Die Garben voller Lust. G. Tollmann, 4 1766. 578. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. Dir, milder Geber aller Gaben, Herr, dir gebühret Dank und Ruhm; haben, Ist ja dein Werk und Cigentum Mein Lobgefang steigt auf zu dir, O neige, Herr, dein Ohr zu mir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen Macht deine Weisheit offenbar, Du zeigest deiner Güte Spuren Und deine Macht von Jahr zu Jahr, DerkleinsteHalm ruft laut unszu, Daß niemand mächtig sei als du. 3. Du sorgst für uns nach Väter Weise, Erhältst die Werke deiner Hand, Gibst allem, was da lebt, die Speise, Beschirmstund segnestjedes Land; Du liebest unveränderlich, Dersösen selbst erbarmst du dich. 4. Voll ist der Erdkreis deiner Güte Und deiner Weisheit ist er voll: Herr, unterweise mein Gemüte, Wie ich dich würdig loben soll. Dir dankt nur wahrhaft, 221 dich Denn alles, was wir sind und iebt, Dich, der uns so viel Gutes giht. 5. Das Saatkorn wird in dei⸗ nem Namen Auf Hoffnung in das Land ge⸗ streut, Du schirmst, Allmächtiger, den Samen, Dein ist der Erde Fruchtbarkeit; Du gibst allein zur Arbeit Kraft, Du bists, derdas Gedeihenschafft. 6. Mild öffnest du den Schoß der Erde, Du tränkst die Flur von oben her, Gibst, daß dieSgaterquicketwerde, Und machst die Ahre segenschwer; Du träufelst mit dem kühlen Tau Die FruchtbarkeitaufFeldund Au. Besondere Zeiten. 7. Kommt, preist des Schöpfers Huld und Stärke, Bringt seinem Namen Ehre dar: Groß ist der Herr, und seineWerke 399 Mit milder Vaterhand Gib Wärme, Tau und Regen; Dann kehret reicher Segen Zurück in unser Land. Sind herrlich, groß und wunder⸗ bar. Wie köstlich ist sein Lob, wie schön! Kommt, laßt uns seinen Ruhm erhöhn! E. Liebich, + 1780. 579. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. Ps. 33, 18. 19. ö Du reicher Trost der Armen, O Herr der ganzen Welt, Du Vater voll Erbarmen, Der alles trägt und hält, Du, Gott, erhörst Gebet; Erhöre, was im Staube Vertrauensvoll der Glaube Von dir in Not erfleht. 2. Sonst zeigte jeden Morgen Dein Segen sich uns neu; O mach auch jetzt von Sorgen ö Die bangen Herzen frei. Zu helfen ist dir leicht; Du kannst dem Mangel wehren, In überfluß ihn kehren, Wenns uns unmöglich deucht. 3. Den Reichen gib Erbarmen Bei der Bedrängten Schmerz, Und zu erfreun die Armen Sei Freude für ihr Herz; Damit sie mild ihr Brot Den dürftgen Brüdern brechen, Und diese dankbar sprechen: Euch lohn und segne Gott. 4. Die Früchte laß geraten, Uns wieder zu erfreun, Und allen unsern Saaten Gib Wachstum und Gedeihn. 5. Allgütiger, wir hoffen Auf dich und deine Treu. Oft hat uns Not betroffen, Doch standest du uns bei. Du hilfst und rettest gern: So sei denn unser Leben Vertrauensvoll ergeben Dir, unserm Gott und Herrn. Nach Ph. Fr. Hiller, 4 1769. 35580. Mel. Auf meinen lieben Gott. Ein Wetter steiget auf: Mein Herz, zu Gott hinaufl Fall ihm geschwind zu Fuße Durch wahre Reu und Buße, Damit gleich deine Sünden Durch Christi Tod entschwinden. 2. Herr, der du gut und fromm, Zu dir ich gläubig komm, Ich bitt um dein Erbarmen, Du wollest doch mich Armen Um Christi willen schonen, Mir nicht nach Sünden lohnen. 3. Durch Christi teures Blut Mach mir ein Herz und Mut, Das sich nicht knechtisch scheue, Vielmehr auf deine Treue In allem kindlich traue Und auf dein Helfen baue. 4. Ich will mit dem, was mein, Dir ganz gelassen sein; Dein Flügel wird uns decken, Verjagen allen Schrecken Und lassen uns aus Gnaden Das Wetter gar nicht schaden. — 400 Besondere Zeiten. 5. Wohlan, verlaß uns nicht,. 5. Hilf, daß wir das Gut der Bleib unsre Zuversicht, ö Erden Laß deine Vatertreue Treu verwalten immerfort. Erfahren uns aufs neue, Alles soll geheiligt werden So wolln wir, weil wir leben, Durch Gebet und Gotteswort. Dir Preis und Ehre geben. Was wir wirken und vollenden, Amilie Juliane v. Schwarzburg⸗ Sei gesät in deinen Schoß; Rudolstadt, + 1706. Wenn du wirst die Sichel senden, Sei die Ernte reich und groß. — Chr. H. R. Puchta, 4 1858. 581. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 582 Berr, die Erde ist gesegnet ö „VondemohltundeinerHand. Mel. Lobet den Herren alle die ihn ehren. Güt und Milde hat geregnet,—— Dein Geschenk bedeckt das Land. Berr⸗ unser Herrscher, dankbar Über Flur und Feld und Garten sei gepriesen! Ist dein Segen ausgestreut, Groß ist die Hülfe, die du uns Und gekrönt ist unser Warten, erwiesen; Unsre Herzen sind erfreut. Wir baten dich, o Vater reich an Segen, 2. Aller Augen sind erhoben, Um milden Regen. Herr, auf dich zu jeder Stund, 1 Daß du Speise gibst von oben 2. Er fällt herab, damit auf Und versorgest jeden Mund. deiner Erde, Und du öffnest deine Hände, Was welkt und lechzt, durch ihn Dein Vermögen wird nicht matt, erquicket werde; Deine Hülfe, Gab und Spende Du willst, daß unsre hoffnungs⸗ Machet alle froh und satt. é vollen Saaten 3. Gnädig hast du ausgegossen uns wohl geraten. Deines Überflusses Horn, 3. So weit nur, Höchster, deine Ließest GrasundKräutersprossen, Himmel reichen, Ließest wachsen Frucht und Korn. Sehn wir verbreitet deiner Liebe Mächtig hast du abgewehret Zeichen; Schaden, Unfall und Gefahr, Laß jetzt dein Wohltun, das wir Und das Gut steht unversehret, deutlich spüren, Und gesegnet ist das Jahr. ö Uns kräftig rühren; 4. Herr, wir haben solche Güte 4. Daß auch das Herz, erweicht, Nicht verdient, die du getan dir Ehre bringe, Unser Wissen und Gemüte Und freudig unser Mund dir Klagt uns vieler Sünden an. Psalmen singe. Gib, daß Herz uns und Gemüte Gib Kraft, daß wir in alle Ewig⸗ Deine Vatertreue rührt, keiten Daß der Reichtum deiner Güte Dein Lob verbreiten. Nach G. W. Sacer, 4 1699. Unser Herz zur Buße führt. — DE SSD SE Besondere Zeiten. 401 .— 583. Mel. Nun lob mein Seel den Herren. Ps. 65, 10—14. Nun laßt den Herrn uns preisen Für alle Lieb und milde Tat; Laßt uns ihm Dank erweisen Für seiner Gnade treuen Rat: Er hat uns Frucht gegeben Gar fröhlich auf dem Land, Hat unser armes Leben Erquickt mit reicher Hand. Mit Freuden ist gediehen, Was wir gesäet aus, Und nach viel Fleiß und Mühen Auch wohl gebracht nach Haus. 2. Wer sollte nicht erkennen, Was Gott an seinen Kindern tut? Wer sollte nicht ihn nennen Das einzig allerhöchste Gut? Es ist nichts, der da säet, Nichts, der da sammelt ein: Der Wind des Herren wehet, Es glänzt sein Sonnenschein, Er sendet seinen Regen Und macht uns freudenvoll; An ihm nur ists gelegen, Wenn Gutes kommen soll. 3. Wann er denn nun gespendet Den Segen über Land und Stadt, Wann Frieden er gesendet, Daß friedlich man geerntet hat, Dann sollen wir ihn preisen, ö Der in dem Himmel sitzt ö Und auf viel tausend Weisen Uns Sünder nährt und schützt; Dann sollen wir ihm danken Mit Herz, mit Hand und Mund, Mit Werken und nicht wanken Von seinem Gnadenbund. UnsSegen, Lichtundtäglich Brot. Laß Lebensbrot genießen Ein jedes Christenhaus, Laß Lebenswasser fließen Auf unsre Herzen aus; Daß wir nicht bloß auf Erden An Früchten werden reich, Nein, dort auch Bürger werden In deinem Himmerreich. Jos. Wegelin, + 1640. 584. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit, Lob ihn mit Schalle, Werteste Christenheit! Erläßt dichfreundlichzusichladen, Freue dich, Israel, seiner Gna⸗ den. 3 2. Der Herr regieret Über die ganze Welt; Was sich nur rühret, Alles zu Fuß ihm fällt. Viel tausend Engel um ihn 4—5 en, „: Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, Lasset das Trauern sein! Zur grünen Weiden Stellet euch willig ein: Da läßt er uns sein Wort ver⸗ künden, ) Machet uns ledig von allen Sünden.: 4. Er gibet Speise Reichlich und überall, Nach Vaterweise Sättigt er allzumal; 4. Daß solches nun geschehe, Er schaffet früh und spaten Regen, Das wollst du helfen, treuer Gottl) Füllet uns alle mit seinem Gib ferner aus der Höhe Segen. Ce 402 Die letzten Dinge. 5. Drum preis' und ehre Seine Barmherzigkeit, Sein Lob vermehre, Werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall scha⸗ den, ) Freue dich, Israel, seiner Gna⸗ den. 2 M. A. v. Löwenstern, 4 1648. 585 * Mel. Ach Gott vom Himmel sieh darein. Gott, der du das Firmament Mit Wolken tust bedecken, Der du ingleichen kannst behend Das Sonnenlicht erwecken, Halt doch mit vielem Regen ein Und gibunswiederSonnenschein, Daß unser Land sich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit, Die Früchte leiden Schaden, Weil sie von vieler Feuchtigkeit Und Nässe sind beladen; Dein Segen, Herr, den du gezeigt Uns Armen, sich zur Erde neigt Und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missetat Und ganz verkehrtes Leben, So deinen Zorn entzündet hat, Daß wir in Nöten schweben. Du zeigest uns, was wir gesollt: Weil wir die Buße nicht gewollt, So muß der Himmel weinen. 4. Doch denke, Herr, an deine Treu, Die du uns hast versprochen, Und wohne uns in Gnaden bei, Wie wir dich kindlich suchen. Wie hält so hart sich dieser Zeit Dein Herz und sanfte Freund⸗ lichkeit: Du bist ja unser Vater. 5. Gib uns von deinem Him⸗ melssaal Dein klares Licht und Sonne Und laß uns wieder überall Empfinden Freud und Wonne, Daß alle Welt erkenne frei, Daß außer dir kein Segen sei Im Himmel und auf Erden. M. Schirmer, + 1673. XXIV. Die letzten Dinge. A. Sterbensbereitschaft, Tod und Begräbnis. 586. Pred. Sal. 1. Ach wie nichtig,ach wie flüchtig Ist der Menschen Leben! Wie ein Nebel bald entstehet Und bald wiederum vergehet, So ist unser Leben, sehet! 2. Ach wienichtig, achwieflüchtig Sind der Menschen Tage! Wie ein Strom beginnt zu rinnen Und mit Laufen nicht hält innen, So eilt unsre Zeit von hinnen 52‚uda IN-ARa a TIA AIFSIII E/ad I NVHVANNA AAx ASSERN „ ieigt den. setat „ hat, n. ollt: ollt, en. reu, en, bei, n. Zeit und⸗ keit: dim⸗ saal D het, chtig nnen men, inen Die letzten Dinge. 403 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschen Freude! Wiesich wechselnStund undZeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, So sind unsre Fröhlichkeiten. 4. Ach wienichtig, ach wieflüchtig Ist der Menschen Schönel Wie ein Blümlein bald vergehet, Wenn ein rauhes Lüftlein wehet, So ist unsre Schöne, sehet! 5. Ach wienichtig, ach wieflüchtig Sind der Menschen Schätzel Es kann Glut und Flut entstehen, Dadurch, eh wirs uns versehen, Alles muß zu Grunde gehen. 6. Ach wie nichtig, ach wieflüchtig Ist der Menschen Prangen! Der in Purpur hoch vermessen Ist gleich wie ein Gott gesessen, Dessen wird im Tod vergessen. 7. Achwienichtig, ach wieflüchtig Sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, Das muß fallen und vergehen: WerGottfürcht, wird ewig stehen. M. Franck, + 1667. 587. Alle Menschen mühsen sterben, Alles Fleisch vergeht wie Heu; Was da lebet, muß verderben, Soll es anders werden neu; Dieser Leib, der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Zu der großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, Weil es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben, Bin darüber nicht betrübt; Denn in meines Jesu Wunden Hab ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnot Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, Und sein Tod ist mein Gewinn, Er hat mir das Heil erworben, Drum fahr ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen die Dreifaltigkeit. 4. Da wird sein das Freuden⸗ leben, Da viel tausend Seelen schon SindmitHimmelsglanzumgeben, Dienen Gott vor seinem Thron, Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wohnen, Die Propheten allzumal, Wo auf ihren Ehrenthronen Sitzet der zwölf Boten Zahl, Wo in so viel tausend Jahren Alle Frommen hingefahren, Wo dem Herrn, der uns versöhnt, Ewig Hallelujah tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, Ach wie helle glänzest du! Ach wie lieblich Lobgetöne Hört man da in sanfter Ruh! Ach dergroßen Freudund Wonne: Jetzo gehet auf die Sonne, Jetzo gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach ich habe schon erblicket Alle diese Herrlichkeit, Jetzo werd ich schön geschmücket Mit dem weißen Himmelskleid, Mit der goldnen Ehrenkrone Ce 2 404 Die letzten Dinge. Steh ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die kein Ende nehmen kann. J. G. Albinus, 4 1679. 588. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende: Wer heute frisch und rot, Kann morgen und geschwinder Hinweggestorben sein: Drum bilde dir, o Sünder, Ein täglich Sterben ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, Bedenke das Gericht; Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht; Kein Mensch ist ausgenommen, Hier muß ein jeder dran Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat getan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Hölle Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende Mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, Dort aber ewiglich Ein kläglich Schmerzensschreien; Ach Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, Noch währt die Gnadenzeit, Daß ja dich nichts abwende Von jener Herrlichkeit, Damit vor Gottes Throne Die Seele wird gepflegt: Dort ist die Lebenskrone Den Frommen beigelegt. Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte Steh mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmelslichte Zu wohnen würdig sei. Braunschweig 1686. 589. Christus der ist mein Leben, Und Sterben mein Gewinn; Dem hab ich mich ergeben, Mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mög zu ihm kommen Und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not, Durch seine heilgen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. 48. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Atem geht schwer aus, Und kann kein Wortmehrsprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf. 5. Wenn Sinne und Gedanken Vergehen wie ein Licht, Das hin und her muß wanken, Wenn ihm die Flamm gebricht, E. Alsdann fein sanft und stille Laß, Herr, mich schlafen ein Nach deinem Rat und Willen, Wann kommt mein Stündelein. I. An dir laß gleich den Reben Mich bleiben alle Zeit Und ewig bei dir leben In Himmelswonn und Freud. 8. Wohl in des Himmels Throne Sing ich Lob, Ehr und Preis 5. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten Dem Vater und dem Sohne Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich bereiten Und dem heiligen Geist. 1609 Wete„nn IVISIISE 2 86. Die letzten Dinge. 405 590. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Die auf der Erde wallen, Die Sterblichen sind Staub, Sie blühen auf und fallen, Des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, Da Gottes Stimme ruft, Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns zur Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder Die öde, dunkle Bahn, Zu der verstockte Sünder Mit Angst und Zittern nahn, Wo selbst der freche Spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Vor dir, Gott, seinem Retter, Erzittert und verzagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen Dein Will einst mir gebeut, Wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben, Und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, O dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf dem in solcher Angst, Für den du, Heil der Sünder, Selbst mit dem Tode rangst; Und wenn des Kampfes Ende Gewaltiger mich faßt, Nimm mich in deine Hände, Den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden Ermißt kein sterblich Herz; O Trost für kurze Leiden, Für kurzen Todesschmerzl Dem Sündenüberwinder Sei ewig Preis und Dank: Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden Sich schon dem Himmel weihn Und aufgelöst zu werden Mit heilger Furcht sich freun. Bereit, es Gott zu geben, Sobald er es gebeut, Gehn sie getrost durchs Leben Hin zur Unsterblichkeit. G. B. Funk, 4 1814. 591. Mel. Nun ruhen alle Wälder. Die Herrlichkeit der Erden Muß Rauch und Asche werden, Nicht Fels, nicht Erz bestehn. Das, was uns kann ergötzen, Was wir für ewig schätzen, Wird als ein leichter Traum ver⸗ gehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, Den wir unsterblich achten, Ist nur ein falscher Wahn; Sobald der Geist gewichen, Und dieser Mund erblichen, Fragt keiner, was wir hier getan. 3. Es hilftnichtgunstnoch Wissen, Wir werden hingerissen Ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hier die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grabzuweit. 4. Dies alles wird zerrinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen, Und saurer Schweiß erwirbt; Was Menschen hier besitzen, Kann für den Tod nicht nützen: Dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Wie eine Rose blühet, Wenn man die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, 40 Die letzten Dinge. Die, eh der Tag sich neiget, Eh sich der Abend zeiget, 6. So wachsen wir auf Erden Und hoffen groß zu werden, Von Schmerz und Sorgen frei; Doch eh wir zugenommen Und recht zur Blüte kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 7. Wir rechnen Jahr auf Jahre; Indessen wird die Bahre Uns vor die Tür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen Und, eh wir uns besinnen, Der Erde sagen gute Nacht. 8. Auf, Herz, wach und bedenke, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick nur dein; Was du zuvor genossen, Ist wie ein Strom verflossen; Waskünftig, wessen wird essein? 9. Verlache Welt und Ehre, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre Und nimm den Herren an, Der immer König bleibet, Den keine Zeit vertreibet, Der einzig selig machen kann. 10. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest gebauet, Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort bestehen Und nimmermehr vergehen, Weil ihn der Starke selbst erhält. A. Gryphius, + 1664. 592. Mel. Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. Du siehest, Mensch, wie fort und fort Der eine hier, der andre dort Uns gute Nacht muß geben; Der Tod hält keinen andern Lauf, Verwelkt undunversehnszerfällt: Er sagt zuletzt die Wohnung auf Uns allen, die wir leben. 2. Bedenk es weislich in der Zeit Und fleuch den Schlaf der Sicher⸗ heit Und bleibe stündlich wacker; Denn wiss, es bleibet dabei nicht, Daß mandichhin aus diesemLicht Trägt auf den Gottesacker. 3. Wir werden aus den Grä⸗ bern gehn Und alle vor Gerichte stehn, Das Christus selbst wird hegen, Wenn auf der Engel Feldgeschrei Die Glut das große Weltgebäu Wird in die Asche legen. 4. Alsdann wird erst der ganzen Welt Vergeltung werden zugestellt; Die Sünder sollen büßen Und sich ohn allen Trug und Schein Selbst Kläger und auch Richter sein, Verdammt durch ihr Gewissen. 5. Ach Gott, fällt mir dies Ur⸗ teil ein, So dringt es mir durch Mark und Bein, Mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hohen Hügel, heb ich an, Ihr Berg und was sich stürzen kann, Fallt her, mich zu bedecken. 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, Ach laß deinstrenges Zorngericht, Ach laß es mir nicht schaden! Gedenke mein an jenem Tag, Damit ich freudig hören mag Den süßen Spruch der Gnaden. IIS‚ Die letzten Dinge. 7. Gib, daß ich mich bei gutem Sinn, Und weil ich noch bei Wain. in, Zu sterben fertig halte Und nicht in schnöder Sündenlust, Herr, deines Heiles unbewußt Zum ewgen Tod erkalte. S. Dach, + 1659 593. Mel. Christus der uns selig macht. Einen guten Kampf hab ich Auf der Welt gekämpfet; Denn Gott hat so gnädiglich Meine Not gedämpfet, Daß ich meines Lebens Lauf Seliglich vollendet Und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 2. Forthin ist mir beigelegt Der Gerechten Krone, Die mir volle Freude trägt Vor des Himmels Throne; Forthin meines Lebens Licht, Dem ich hier vertrauet, Meinen Gott von Angesicht Meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden bösen Welt Jämmerliches Leben Mir nun länger nicht gefällt, Drum ich mich ergeben Meinem Jesu, da ich bin Jetzt in lauter Freuden; Denn sein Tod ist mein Gewinn, Mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, Ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nicht betrüben Diesen Schritt, den ich nun tu 407 In die Erde nieder; Schaut, die Sonne geht zur Ruh, Kommt doch morgen wieder. H. Albert, 4 1651. 594. Es ist genug! so nimm, Herr, meinen Geist Zu Zions Geistern hin; Lös auf das Band, das allgemach schon reißt, Befreie meinen Sinn, Der sich nach seinem Gotte sehnet, Der täglich klagt und nächtlich tränet: ,: Es ist genug. 5 2. Es ist genug des Kreuzes das mir fast Den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Lastl Ich schwemme manche Nacht Mein hartes Lager ganzmit Zäh⸗ ren; AchHerr, wielangesolleswähren? ,: Es ist genug. ö 3. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will, Er kennet ja mein Herz; Ich harre sein und halt indessen still, Bis er mir allen Schmerz, Der in dersiechen Brust mir naget, Verscheucht und endlich zu mir 5 saget: : Es ist genug. 4. Es ist genug; Herr, wenn es dir gefällt, So spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt: nun gute Nacht, o Weltl 408 Die letzten Dinge. Ich fahr in's Himmels Haus; 5. Wann die Morgenröt auf⸗ Ich fahre sicher hin in Frieden, gehet, Mein großer Jammer bleibt hie⸗ Und der Schlaf sich von uns nieden. wendt, : Es ist genug.:: Sorg und Kummer uns umfähet, F. J. Burmeister, 4 1688. Müh sich findt an allen End. Unsre Tränen sind das Brot, So wir essen früh und spät; 595. Wenn die Sonn aufhört zu scheinen, Fren dich sehr, o meine Seele, Hört doch nicht auf Klag und Und vergiß all Not und Qual, Weinen. WeildichChristus nun, deinHerre, Ruft aus diesem Jammertal. 6. Drum, Herr Christ, du Mor⸗ Aus der Trübsal, Angst und Leid gensterne, Sollst du fahren in die Freud, Der du ewiglich aufgehst, Die kein Ohr je hat gehöret, Sei dutjetzt von mir nicht ferne, Die in Ewigkeit auch währet. Weil dein Blut mich hat erlöst; e N n On Iuͤ dem Herren meinem Gott, Ach sei du mein Licht und Straße, Dadeun Ulwanender not; Mich mit Beistand nicht verlasse. Wie sich sehnt ein Wandersmann„ Iß ů Nach dem Ende seiner Bahn, 33 Whrehen So hab 00 utes Schtdieneeben und mir das Gehör verschwindt, Hin in Gottes Händ zu geben. Meine Zung nicht mehr kann 3.DenngleichwiedieRosen stehen... sprechen, Unter spisen Dornen gar, 2393 MRein Verstand sich nicht besinnt: Also auch die Christen gehen. Bist du doch mein Licht und Hort, Durchviel Angst, Notund Zefahr. Leben, Weg und Himmelspfort; Wie die Meereswellen sind Du wirst mich in Gnad regieren, Und der ungestüme Wind, Mich die Bahn zum Himmel Also ist allhier auf Erden führen. UnsreWallfahrtvollBeschwerden. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, 4. Welt und Teufel, Sünd und Und vergiß all Not und Sual, Hölle, Weil dich Christus nun, dein Unser eigen Fleisch und Blut Herre, Plagen stets hier unsre Seele, Ruft aus diesem Jammertal. Lassen uns bei keinem Mut: Seine Freud und Herrlichkeit Wir sind voller Angst und Plag, Sollst du sehn in Ewigkeit, Reich an Kreuz sind unsre Tag; Mit den Engeln jubilieren, Gleich wann wir geboren werden, Ohn Aufhören triumphieren. Findt sich Jammer gnug auf Er⸗ Freiberg 1620. den. e uA EAINXNIXANXAA DNAa—„—6—3Eeewe IAIAIEERVAREEA Die letzten Dinge. 409 596. Mel. Jesus meine Zuversicht. Geht nun hin und grabt mein Grab, Dennichbin desWandernsmüde; Von der Erde scheid ich ab, Dennmirruft desHimmelsFriede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab; Meinen Lauf hab ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Irdsche endet; Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Tale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber wehn. ö 4. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun in Frieden scheiden: Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selber Leiden, Deine Schönheit Unbestand, Eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und MondundliebeSterne! Fahret wohl mit eurer Pracht, Denn ich reis' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr erbleichet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde; Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde; Weint nicht ob dem eitlen Schein: Droben nur kann ewig sein. 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied neh⸗ men Daß ich aus dem Irrtum will, Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eitlen, aus dem Nichts Hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nichtl Mein süßes Heil, Meinen Heiland hab ich funden, Und ich habe auch mein Teil In den warmen Herzenswunden, Woraus einst sein frommes Blut Floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht, mein Erlöserlebt: Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und derHimmelsheld, der Glaube, Und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nichtl E. M. Arndt, 4 1860. 597. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. HerGott du kennestmeine Tage. Du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, Den Schatz in solchen Schalen trage, Die irdisch und zerbrechlich sind; Drum mache du mich allezeit Zum Sterben fertig und bereit. 2. Laß mich nach der Erkenntnis streben, Daß du mir hast das Ziel be⸗ stimmt, Und daß mein ungewisses Leben VielleichtgarbaldeinEndenimmt, Ja lehre du mich deinen Schluß, Daß ich einmal von hinnen muß. 410 Die letzten Dinge. 3. Hier hab ich lebenslang zu 8. So kommt, ihr lang ersehn⸗ lernen, ten Stunden, Mich von der Sünde abzuziehn, Komm, eile, mein Erlösungstag, Mich von der Weltlust zu ent⸗ Da ich, von aller Not entbunden, fernen ZumLeben sterbend dringen mag; Und um den Himmel zu bemühn: Da find ich in des Höchsten Hand Ein selges Ende erst beweist, Mein Eden und mein Vaterland. Was Christentum und Glaube L. R. v. Senfft zu Pilsach, 4 1718. heißt. 4. Ich muß ja nach der Woh⸗ ö 2 nung Tam 598. (llwo ich ewig bleiben kann, 7 e unfer i Ei er Drum lehr mich auf den Himmel Mel. Vater unser im Himmelreich. achten, Berr Jesu Christ, wahr Mensch Den Christus mir hat aufgetan; und Gott, So wird mein Haus hier auf der Der du littst Marter, Angst und elt Spott, Und auch imHimmelwohl bestellt. Zuletzt für mich am Kreuze starbst Und mir des Vaters Huld er⸗ warbst: 21510— mel draben, Ich bitt durchs bittre Leiden dein, Dort ist der Seele Erb und Teil; DuwollstmirSündergnädigsein. Bei Christo ist mir aufgehoben 35— Der Freuden Fülle, ewges Heil; 2. Wenn ich nun komm in Ster⸗ Mir ist das Eitle viel zu schlecht, bensnot Im Himmel ist mein Bürgerrecht. Und ringen werde mit dem Tod, ö‚ Wennmirvergehtallmeincesicht, 6. Wohlan so will ich täglich Und meine Ohren hören nicht, sterben Wenn meine Zunge nicht mehr Und leben so, als lebt ich nicht, spricht, Und also kann ich nicht verderben, Und mir vor Angst mein Herz Wenn gleich mein Aug im Tode 5. Mein Herz ist nur im Him⸗ zerbricht, bricht; Mein Tod ist süß, ich sterbe dir. 3. Wenn mein Verstand sich Denn du, mein Heiland, lebst in nichts besinnt, mir. Und Menschenhülfe all zerrinnt: 2— So komm, Herr Christe, mir 7. Laß dich, mich und die Welt behend —.., erkennen: Zu Hülf an meinem letzten End Dich, daß du mir mein alles bist Undführmichaus demJammertal, Mich, daß ich Staub und nichts Verkürze mir des Todes Anal: zu nennen, Die Welt, daß sie mein Kerker ist. 4. Die bösen Geister von mir Wer dich, sich und die Welt er⸗ treib,‚ ö ö kennt, Mit deinem Geist stets bei mir Der macht ein richtig Testament. ö bleib. ehn⸗ iden, stag, iden, mag; hand and. Bis sich die Seel vom Leib ab⸗ wendt. Nimm sie dann, Herr, in deine Händz; Der Leib hab in der Erde Ruh, Bis kommt der jüngste Tag herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn 145 eih, Dann im Gericht mein Binpreh Und meiner Sünd nicht mehr 9. denk, Aus Gnadenmirdasvebenschenk, Wie du hast zugesaget mir In deinem Wort, das Suniir ir: 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage 1 7 Wer mein Wort hält und gläubt an mich, Der wird nicht kommen ins Ge⸗ 14• richt Und den nicht; Und ob er gleich hier zeitlich stirbt, Mit nichten drum er gar verdirbt; . Sondern ich will mit starker Hand Ihn reißen aus des Todes Band Und zu mir nehmen in mein Reich; Da soll er dann mit mir zugleich In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich. 8. Ach Herr, vergib all unsre Schuld, Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt her⸗ bei; Auch unser Glaub stets wacker sei, Dem Wort zu trauen festiglich, Bis wir enschlfer seliglich. P. Eber, + 1569. Tod ewig schmecken Die letzten Dinge. 411 599. Mel. Gottes Sohn ist kommen. Berr, nun laß in Friede Lebenssatt und müde Deinen Diener fahren Zu den Himmelsscharen, Selig und im stillen, Doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich sterben Und den Himmel erben; Christus mich geleitet, Welchen Gott bereitet Zu dem Licht der Heiden, Das uns setzt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, Ritterlich gekämpfet, Manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten Treulich mit den Alten. 4. Tränen mußt ich lassen, Weinen ohne Maßen, Schwere Gänge laufen Mit der Christen Haufen, Über Sünde klagen, 4—— und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Hampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen Bald von allem Bösen. Es soll besser werden, Als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, Ledig sein von Sünden Und auf allen Seiten Nicht mehr dürfen streiten; Mich soll ganz umgeben Himmlisch Freudenleben. 7. Nun ist beigeleget, Wo man Sceepter träget, Eine schöne Krone 412 Die letzten Dinge. Mir zum Gnadenlohne, Und ich bin in Frieden, Mir ist Ruh beschieden. 8. Mein Erlöser lebet, Der mich selber hebet Aus des Todes Kammer, Da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrecken Will er mich erwecken. 9. Dieser Leib soll gehen Und in Klarheit stehen, Wenn die Toten werden Aufstehn von der Erden. Christum werd ich schauen, Darauf kann ich trauen. 10. Ihm will ich lobsingen, Dank und Ehre bringen, Rühmen seine Güte Mit Seel und Gemüte, Preisen seinen Namen Ohn Aufhören. Amen. D. Behme, 1657. 600. Mel. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. Berr⸗ wenn du willst und dir gefällt, Daß ich soll scheiden aus der Welt, So gib du meinem Herzen ein, Daß ich mich willig geb darein. 2. Gern sterben, o Herr Jesu Christ, Das kommt von dir, dein Gab es ist: Der stirbt willig, wer glaubt an dich, Er sieht den Tod nicht ewiglich. 3. Weil ich aber ein armes Werk, In festem Glauben du mich stärk, Daß ich vorm Tod verzage nicht, Wenn er sein Pfeile auf mich richt, 4. Sondern halt mich allein an dich,‚ Der du gestorben bist für mich, Mein Sünd gebüßt mit deinem Blut Und auferstanden mir zu gut. 5. So sterb ich nicht, ich schlaf nur ein AUndwerdlosalles Unglücks mein, Ein altes Kleid leg ich hie ab. Nichts Beßres, denn mit ihm zu é Grab! 6. Gesund und frisch will ich ‚ aufstehn, AmjüngstenTagdichfröhlichsehn In Klarheit und Gerechtigkeit, Lobsagen dir in Ewigkeit. J. Leon, 4+ 1597. 60. ö Berslich tut mich verlangen Nach einem selgen End, Weil ich hie bin umfangen Mit Trübsal und Elend; Ich hab Lust, abzuscheiden Von dieser argen Welt, O Jesu, komm nur bald! 2. Du hast mich ja erlöset Von Sünde, Tod und Höll; Es hat dein Blut gekostet, Drauf ich mein Hoffnung stell. Was sollte mir denn grauen Vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich darf bauen, Bin ich ein selig Kind. 3. Wenn gleich ist süß das Leben, Der Tod sehr bitter mir, Will ich mich doch ergeben, Zu sterben willig dir. Ich weiß, ein besser Leben Nimmt meine Seele hin; Sehn mich nach ewgen Freuden: ö FNN 7 SEE er Sesrs Se 4 SEν S ell: Die letzten Dinge. 413 Des freu ich mich ohn Beben; Sterben ist mein Gewinn. ö 4. Der Leib, der in der Erden Zum Staube wiederkehrt, Doch auferweckt soll werden, Durch Christum schön verklärt, Zu leuchten als die Sonne Und leben ohne Not In Himmels Freud und Wonne: Was schadet mir der Tod? ö 5. Ob mich die Welt auch reize, Noch lang zu leben hier, Und mir auch immer zeige Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, Das alles ich nicht achte, Es währet kurze Zeit; Nach Himmlischem ich trachte, Das bleibt in Ewigkeit. 6. Gott geb euch seinen Segen, Ihr Vielgeliebten mein, Ihr sollet meinetwegen Nicht allzu traurig sein; Beständig bleibt im Glauben, Wir werdn in kurzer Zeit Einander wieder schauen Dort in der Ewigkeit. 7. Nun will ich ganz michwenden Zu dir, Herr Christ, allein: Gib mir ein selig Ende, Send mir die Engel dein, Führ mich ins ewge Leben, Das du erworben hast, Als du dich hingegeben Für meine Sündenlast. 8. Hilf, daß ich ja nicht wanke Von dir, Herr Jesu Christ, Den schwachen Glauben stärke In mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, Halt mich in deiner Macht, Daß ich mag fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht!l Chr. Knoll, + 1621. 602. Mel. Herr Jesu Christ dich zu uns wend. ö Bilf, Helfer, hilf in Angst und Not, Erbarm dichmein, du treuer Gott; Ich bin ja doch dein liebes Kind Trotz Teufel, Weltund aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, o Gott mein Herr; Wenn ich dich hab, was will ich mehre Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, Du mein Gott und Erlöser bist. 3. Des kann ich mich von Her⸗ zen freun, Bin gutes Muts und harre dein, Verlaß mich ganz auf deinen Namn; Hilf, Helfer, hilf! drauf sprech ich Amn! Nach N. Selnecker, + 1592. 603. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, Du hast mich an das Licht gebracht, Du unterhältst mir auch das Le⸗ ben; Du kennest meiner Monden Zahl, Weißt, wann ichdiesem Jammer⸗ tal AuchwiederguteNachtmuß geben; Wo, wieund wann ichsterben soll, Das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun, als dich allein, Der mir in meiner letzten Pein Mit Trost und Rat weiß beizu⸗ springen? 414 Die letzten Dinge. Wer nimmt sich meiner Seele an, Wenn nun mein Leben nichts mehr kann, Und ichmußmitdem Tode ringen, Wenn aller Sinne Kraft gebricht: Tust du es, Gott mein Heiland, nicht? 3. Ich höre der Posaunen Ton, Ich sehe den Gerichtstag schon, Daß er auch mir ein Urteil fälle. Hier weiset mein Gewissensbuch, Da aber des Gesetzes Fluch MichSündenkind hinabzurHölle. Wer hilft mir sonst in dieser Not, Wo dunicht, Gott, des Todes Tod? 4. Der Teufel hat nicht Macht an mir, Ich habe bloß gesündigt dir, Dir, der du Missetat vergibest. Was maßt sich Satan dessen an, Der kein Gesetz mir geben kann, Nichts hat an dem, was du, Herr, liebest? Er nehme das, was sein ist, hin. Ich weiß, daß ich des Herren bin. Nur dein alleine bin. 5. HerrJesu, ich, dein teures Gut, Bezeugs mit deinem eignen Blut,‚ Daß ich der Sünde nicht gehöre. Was schont denn Satan meiner nicht Und schreckt mich durch das Zorn⸗ gericht? Komm, rette deinesLeidens Ehre. Was gibest du mich fremder Hand Und hast so viel anmich gewandt? 6. Nein, nein, ich weiß gewiß, thih mein Heil, Du lässest mich, dein wahres Teil, Zu fest in deinem Schoße sitzen. Hier lach ich aller Angst und Not, Es mag Gesetz, Höll oder Tod ö Aufmichherdonnern oder blitzen. Dieweil ich lebte, war ich dein, Jetzt kann ich keines andern sein. S. Dach, 1659. 604. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Phil. 1, 23. Ich habe Lust zu scheiden, Mein Sinn geht aus der Welt; Ich sehne mich mit Freuden Nach Zions Friedenszelt. Weil aber uns die Stunde Zum Abschied keiner nennt, So hört aus meinem Munde Mein letztes Testament: 2. Gott Vater, meine Seele Bescheid ich deiner Hand; Aus dieser dunklen Höhle Führ sie ins Vaterland. Du hast sie mir gegeben, Drum nimm sie wieder hin, Daß ich in Tod und Leben 3. Was werd ich, Jesu, finden, Das dir gefallen kann? Ach nimm doch meine Sünden Als ein Vermächtnis anz Wirf sie in deine Wunden Wie in ein Meer hinein, So hab ich Heil gefunden Und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, Laß ich den letzten Blick; Zieh ich des Todes Pfade, So sieh auf mich zurück; Ach fleh in meinem Herzen, Wenn ich kein Glied mehr rühr, Und stell in meinen Schmerzen Mir nichts als Jesum für. eee te— ns IA NNRNA ,rne I en, ũen Die letzten Dinge. 415 5. Ihr Engel, nehmt die Tränen Von meinen Wangen an; Ich weiß, daß euer Sehnen Sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, Tragt mich in Jesu Schoß, So bin ich voller Freuden Und aller Tränen los. 6. Euch aber, meine Lieben, Die ihr mich dann beweint, Euch hab ich was verschrieben, Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen, Es wird gewiß geschehn, Daß wir auf Zions Wegen Einander wiedersehn. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, Mein blasser Leib vermacht, Damit dir wieder werde, Was du mir zugebracht. Mach ihn zu Äsch und Staube, Bis Gottes Stimme ruft; Denn dieses sagt mein Glaube: Er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf, Nun wart ich in der Stille, Bis daß ich meinen Lauf Durch Christi Tod vollende: So geh ich freudig hin Und weiß, daß ich ohn Ende Des Himmels Erbe bin. B. Schmolck, 4 1737. 605. Ich hab mein Sach Gott heim⸗ gestellt, Ermachsmitmir, wies ihmgefällt, Lang oder kurz sei meine Zeit, Ich bin bereit Zu allem, was mein Herr gebeut. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will, Ich schreib ihm nicht vor Maß ö noch Ziel; Es sind gezählt die Haare mein, So groß wie klein, Fällt keines ohn den Willen sein. 3. Es ist allhier ein Jammertal, Angst, Not und Trübsal überall; Des Bleibens ist nur kurze Zeit, Voll Müh und Leid, Und wers bedenkt, ist stets im Streit. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß, Kommt von der Mutter nackt und bloß, Bringt nichts mit sich auf diese é Welt, Kein Gut noch Geld, Nimmt nichts mit sich, wenn er é hinfällt. 5. Es hilft kein Reichtum, Geld noch Gut, Kein Kunst noch Gunst, noch stolzer Mut, FürnTod keinKrautgewachsenist; Mein frommer Christ, Was lebet, alles sterblich ist. 6. Heut sind wir frisch, gesund und stark Und liegen morgen tot im Sarg; Heut blühn wir wie die Rosen rot, Bald krank und tot; Ist allenthalben Müh und Not. 7. Man trägt eins nach dem andern hin, Wohl aus den Augen aus dem Sinn: Die Welt vergisset unser bald, Jung oder alt, Auch unsrer Ehren mannigfalt. 416 Die letzten Dinge. 8. Ach Herr, lehr uns bedenken In ewger Freud und Seligkeit, wohl, Die mir bereit: Daß wir sind sterblich allzumal Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit. Und müssen all von dannen gehn, 15.OJJesu Christe, Gottes Sohn, 6067 tueich, mapal der schön. Der du für uns hast gnug getan, Gelehrt, reich jung, alt oder schön. Schleußmichindeine Wundenein; 9. Das macht die Sünd, du Du bist allein treuer Gott; Der einge Trost und Helfer mein. DadurchkommtherderhittreTod. 16. Amen, mein lieber frommer Der nimmt dahin all Menschen f Gott, kind, Bescher uns einen selgen Tod; Wie er sie findt, 35 0 Hilf, daß wir mögen allzuglei Fragt nich, wie hoch und reich Bald an dein Weih. sie sind. Eingehn und bleiben ewiglich. 10. Doch ob mich schon die Sünd I. Leon, 1 1597. anficht, Dennoch will ich verzagen nicht; Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für mich in Tod Sein lieben Sohn gegeben hat. 11. Derselbe, mein Herr Jesus 606. Mel. Herzlich tut mich verlangen. Ich hab mich Gott ergeben, Dem liebsten Vater mein; Christ, Für meine Sünd gestorben ist Und auferstanden mir zu gut; Der Hölle Glut Hat er gelöscht mit seinem Blut. 12. Dem leb und sterb ich allezeit, Von ihm mich auch der Tod nicht scheidt: Ich leb, ich sterb, so bin ich sein, Er ist allein Der einge Trost und Helfer mein. 13. Das ist mein Trost zu n. Zeit In allem Kreuz und Traurigkeit; Ich weiß, daß ichamjüngsten Tag Ohn alle Klag Werdauferstehn aus meinem Grab. gesicht Werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht‚ Hat mir der Herr bereit, Hier ist kein Immerleben, Es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, Er ist nur mein Gewinn; In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber; O Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, Da trachte ich hinein, Darf mich nicht sehr beladen, Weil ich wegfertig bin: In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 3. Ach, selge Freud und Wonne Da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. 14. Mein lieben Gott von An⸗ Was kann mir doch nur schaden, Weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. S SUSDNI S, 83 838 2 EIII 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, Ihr Liebsten allzumal, Um mich sollt ihr nicht weinen, Ich weiß von keiner Qual; Den rechten Port noch heute Nehmt fleißig ja in acht, In Gottes Fried und Freude Fahrt mir bald all hernach. J. Siegfried, 4 1637. 607. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. Ichsterbetüglich und geingeden Eilt immerfortzum Grabehin; WerkannmireinenBürgengeben, Ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod Ther er; Ach wer nur immer fertig wär! 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, Ist immer reif zu Sarg und Grab; Der Apfel, der den Wurm schon heget, Fällt endlich unversehens ab. Ich weiß, es ist der alte Schluß, Daß ich zu Erde werden muß. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten, Er kommet oft unangemeldt Und fordert uns ins Land der Toten; Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewges Unglück oder Glück Hängt oft an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben —0 du allein in deiner Hand; ie lange du mir Frist gegeben, Das ist undbleibt mir unbekannt; Die letzten Dinge. 417 Hilf, daß ich jeden Glockenschlag An tmeinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war; Den einen Fuß hab ich auf Erden, Den andern auf der Totenbahr; Ein kleiner Schritt ist nur dahin, Wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag kann alles enden, Und Fall und Tod beisammen sein; DochschlagenurmitVaterhänden Und schließ in Christi Tod mich ein, Daß, wenn derLeibzuBodenfällt, Die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; Drum bet ich beigesunden Tagen: Herr, dir befehl ich meinen Geist. Verschließen meine Lippen sich, So bitte Jesu Blut für mich. 8. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, So segne du sie, Herr, für mich; Und wenn sie bittre Tränen weinen, O Tröster, so erbarme dich Und lasse der Verlaßnen Schrein Durch deinen Trost erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, So schließ mir, Herr, den Him⸗ ö mel auf; Verkürze mir die Todesschmerzen Und hole mich zu dir hinauf: So wirdmein Abschied keinePein, ISwar eilig, dennoch selig sein. B. Schmolck, 4 1737. Dd 418 Die letzten Dinge. 608. Mel. Christus der ist mein Leben. Ich weiß, an wen ich glaube, Denn mein Erlöser lebt, Der, wird der Leib zu Staube, Den Geist zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, Wenn alles wankt und weicht, Der, wird dem Herzen bange, Die Rettungshand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, Und, wenn das Auge bricht, Daß ich ihn ewig schaue, Ihn selbst von Angesicht. A. Niemeyer, 4+ 1828. 609. Mel. Gottlob es geht nunmehr zum Ende. Ich weiß, es wird mein Ende kommen, Doch weiß ich nicht, wo, wie und wann. Vielleicht werd ich der Welt ent⸗ nommen, Bevor ein neuer Tag bricht an; Vielleicht ist schon mein Ziel be⸗ stimmt, Eh diese Stund ein Ende nimmt. 2. Dies alles kann mich nicht betrüben: In Gottes Hand steht meine Zeit. Der Menschen Tage sind geschrie— ben In seinem Buch von Ewigkeit. Ist das, was sterblich, abgetan, Dann fängt unsterblich Leben an. 3. Ich weiß aus Gottes teurem orte, Der Tod sei Gläubigen kein Tod; Er ist mir eine Himmelspforte, Das Ende aller meiner Not, Ein sanfter Abend, der mich kühlt, Wenn ich des Tages Last gefühlt. 4. Drum harrt mein sehnendes Verlangen, Bis mich der Tod der Erdentrückt. Mit Freuden will ich ihn emp⸗ fangen, Weil Jesus diesen Boten schickt, Der nach des Lebens Angst und ö Pein Mich führet in den Himmel ein. 5. Laß nur, Herr Jesu, meine Seele Im wahren Glauben fertig stehn, Daß ich nicht meines Ziels ver⸗ Wenn ich einst muß von hinnen gehn. O mache du mein Herz bereit Zur Reise nach der Ewigkeit. 6. Gib, daß ich stets in Buße lebe, Verleih mir ein geheiligt Herz; Wenn ich den Geist dir übergebe, Dann tröste mich dein Todes⸗ schmerz; So scheid ich freudigvonder Welt, Wo, wie und wann es dir gefällt. Sal. Franck, 4 1725. 610. Mel. O Jesu Christ, meins Lebens Licht. InChristi Wundenschlafich ein, Die machen mich von Sünden rein; Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuckund Ehren⸗ kleid. 2. Damit will ich vor Gott be⸗ stehn, IRSe 988H2 SCSEH AD?eesn e Die letzten Dinge. Wenn ich zum Himmel werd ein⸗ gehn; Mit Fried und Freud ich fahr dahin, Ein Gotteskind ich allzeit bin. 3. Dank hab, mein Tod, du för⸗ derst mich, Ins ewge Leben wandre ich, Mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Leipzig 1638. 611. Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt, Hilf mir in meinem Leiden; Versag mirnicht, wasich dich bitt: Wenn sich mein Seel soll scheiden, So nimmsie, Herr, in deine Händ; Ist alles gut, wenn gut das End. 2. Ich will, o Herr, dir folgen gern, Du läßt mich nicht verderben, Denn du bist ja von mirnichtfern, Ob ich gleich hier muß sterben, Verlassen meine lieben Freund, Die's herzlichgutmitmirgemeint. 3. Ruht doch der Leib sanft in der Erd, Die Seel zu dir sich schwinget, In deine Händ sie unversehrt Durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Jammertal, Angst, Not und Trübsal überall. 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd Mir nicht mehr mögen schaden; Bei dir, o Herr, ich Rettung find, Ich tröst mich deiner Gnaden; 419 Dein einger Sohn aus Lieb und 09„ Huld Für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, Weil ich so wohl bestehe, Bekleidt mit Christi Unschuld fein, Wie eine Braut hergehe? Gehab dichwohl, du schnöde Welt, Bei Gott zu leben mir gefällt. J. H. Schein, 4 1630. 612. Mel. Jesus meine Zuversicht. ö Meine Lebenszeit verstreicht, Stündlich eil ich zu dem Grabe; Und wie wenig ists vielleicht, Das ich noch zu leben habel Denk, o Mensch, an deinen Tod; Säume nicht, denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugnis gibt, Wird dir deinen Tod versüßen; Dieses Herz, von Gott erneut, Gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Not Freunde trostlos um dich beben, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erheben; Dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; Dd 2 420⁰0 Die letzten Dinge. Deine Zeit ist Gottes Sache. Lerne nur den Tod nicht scheun, Lerne seiner dich erfreun. 6. Überwindihn durch Vertraun; Sprich: Ich weiß, an wen ich Dem einen wird das Scheiden herbe, Sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst! Gib, daß dabei Mein End in dir nur selig sei. gläube, Und ich weiß, ich werd ihn schaun Einst in dem verklärten Leibe Er, der rief: Es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft in, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich selbst bedenken; Lehre du michs jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Chr. F. Gellert, + 1769. 613. Mel. Gottlob es geht nunmehr zum Ende. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe, Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, Und finde hier kein solches Erbe, Das ewig in der Welt besteht; Drum zeige mir in Gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht‚ wann ich sterbe; Kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, Die Blume kann gar leicht ver⸗ blühn; Drum mache mich nur stets bereit Hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, Dieweil der Tod viel Wege hält: 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher Sand mein Grab bedeckt; Doch wennich dieses nur erwerbe, Daß deine Hand mich auferweckt, Mag hier, mag dort die Stätte sein: Die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich soll sterben, So nimm du meinen Geist zu dir, Mein Heiland läßt mich nicht verderben; Und hab ich Jesum nur bei mir, So gilt mirs gleich und geht mir wohl, Wann, wo und wie ich sterbensoll. B. Schmolck, 4 1737. 614. Luc. 2, 29—-32. Mit Fried und Freud ich fahr dahi ahin In Gottes Wille; Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille; Wie Gott mir verheißen hat, Der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, Der treue Heiland, Den du mich, Herr, hast sehen lan, Und macht bekannt, EEESEe= DSHeee Die letzten Dinge. Daß er mir das Leben sei Und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen vorgestellt Mit großen Gnaden, Zu seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch dein teuer heilsam Wort, An allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht Für alle Heiden, Zuerleuchten, die dichkennennicht, Und zu weiden. Er ist deins Volks Israel DerPreis, Ehr, FreudundWonne. Dr. M. Luther, 1546. 61⁵5. Minen wir im Leben sidd Mit dem Tod umfangen. ö Wen suchn wir, der Hülfe tu, Daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missetat, Die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gottl ö Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Not Kyrie eleison. 2. Mitten in dem Tod anficht Uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not Frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit Unsre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger bargiherziger Heiland, Du ewiger Gott! x Nun bringen wir den Leib zur 42¹ Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Hölle Glut. Kyrie eleison. 3. Mitten in der Hölle Angst Unsre Sünd uns treiben; Wo solln wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, Das gnug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger Gott!l Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost. Kyrie eleison. Dr. M. Luther, 4 1546. 616. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Ruh Und decken ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß Zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, NichtimmerderVerwesungRaub; Er wird, wenn Christus einst er⸗ scheint, Mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, Lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorgen, Furcht undmancher Not Kommtendlichnoch zulettderTod. 4. Schnell schwindet unsre Le⸗ benszeit, Aufs Sterben folgt die Ewigkeit: 42² So folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück Wie wir selbst einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Trau⸗ rigkeit Wie unser Leben kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich, Tod, Grab und Richter nahensich; In allem, was du denkst und tust, Bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Grä⸗ bern stehn, Soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, Vor unserm Gott uns kindlich scheun; Wir sind hier immer in Gefahr: Nehm jeder seiner Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, So sei uns nah, Herr Jesu Christ; Mach uns das Sterben zum Ge⸗ winn, Zeuch unsre Seelen zu dir hin. Die letzten Dinge. Wie wir die Zeit hier angewandt,‚ 2. Erd ist er und von der Erden, Wird auch zu Erd wieder werden Und von der Erd wieder aufstehn, Wenn Gottes Posaun wird an⸗ gehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, Der sie allhier aus lauter Gnad Von aller Sünd und Missetat Durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Arbeit, Trübsal und Elend Ist kommen zum seligen End. Er hat getragen Christi Joch, Ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag, Der Leib schläft bis zum letzten Tag, An welchem Gott ihn verklären Und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen, Dort aber wird er genesen, In ewiger Freud und Wonne Leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen Und gehn all heim unsre Straßen, Schicken unsauchmitallem Fleiß, Denn der Tod kommt uns gleicher Weis'. M. Weiße, 4 1542. 10. Und wenn du einst, du Le⸗ bensfürst, Die Gräber mächtig öffnen wirst, So hilf uns fröhlich auferstehn Und dann dein Antlitz ewig sehn. E. Liebich, 4 1780. 617. Nun laßt uns den Leib begraben Und daran kein Zweifel haben, Er werd am letzten Tag aufstehn Und unverweslich hervorgehn. 618. U Jesu Christ, meins Lebens Licht, Mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht, Auf Erden bin ich nur ein Gast, Und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Reis' Zu dir ins ewge Paradeis; den, rden tehn, an⸗ jehn. ott, ;nad etat hat. und lend nd. och, ch. lag, tzten Lag, ären ren. esen, ine ne. afen ßen, leiß, Die letzten Dinge. 9. Wie werd ich dann 10 fröh⸗ Da ist mein rechtes Vaterland, Daran du hast dein Blut ge⸗ 423 sein, wandt. Werd singen mit den Endein dein 3. Zur Reis' ist mir mein natt; sehr ma Der Leib gar wenig Kräfte he, Allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein In meiner letzten. Todespein; Dein Kreuz laß sein mein Wan⸗ derstab, Mein Ruh und Rast dein Eras. Und mit der auserwählten Schar Dein Antlitz schauen immerdar! M. Böhm, + 1622. 619. Mel. Nun ruhen alle Wälder. U Welt, ich muß dich lassen, Ich fahr dahin mein Straßen Ins ewge Vaterland. Den Geist will ich aufgeben, rab. Dazu mein Leib und Leben reden frei, Dein Geist in meinem Herzen schrei; Hilf, daß die Seel den Himmel n 5 Wenn meine Augenwerdenblind. 6. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, Wenn mir der Tod das Herz zer⸗ bricht; Behüte mich vor Ungebärd, Wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 7. Auf deinen Abschied, Herr,‚ ich trau, Drauf meine letzte Heimfahrt bau; Tu mir die Himmelstüre auf, Wenn ich beschließe meinen Lauf. 8. Am jüngsten Tag erweck den eib, schaden, Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, Daß mich nicht treffe dein 0, richt, Wenn es das letzte Urteil spricht. Setzen in Gottes gnädge Hand. 5. Wenn mein Mund aden kann 2. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben endet; Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ewge muß mir werden, Mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen Die Welt, von Gott gezogen Durch Sünd und Täuscherei, Will ich doch nicht verzagen, Ich will im Glauben sagen, Daß mir die Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Ver⸗ trauen, Sein Antlitz will ich schauen Wahrlich durch Jesum Christ, Der für mich ist gestorben, Des Vaters Huld erworben, Mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht Erlöst bin ich aus Gnaden Umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu From⸗ men, 4²⁴ Die letzten Dinge. So ich will zu ihm kommen, Der wahre Glaub allein es tut. 6. Wir sind unnütze Knechte, Mein Tun ist viel zu schlechte, Denn daß ich ihm bezahl Damit das ewge Leben; Umsonst will er mirs geben Und nicht nach mein'm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, Das Himmelreich ererben, Wie er mirs hat bereit. Hier mag ich nicht mehr bleiben, Der Tod soll mich vertreiben, Mein Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, du mußt zerrinnen, Darum besinne dich! Auf, dich zu Gott bekehre Und von ihm Gnad begehre, Daß er auch dein erbarme sich. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, Hör auf von Sünd und Schanden Und richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit Wachen; All deine eitlen Sachen Sollst du gutwillig geben dran. 10. Das schenk ich dir am Ende: Leb wohll zu Gott dich wende; Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen, Nimm mein Abschied zu Herzen, Meins Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. J. Hesse, 4 1547. 620. Mel. Herzlich tut mich verlangen. So hab ich nun vollendet Den schweren Lebenslauf, Mich ganz zu Gott gewendet Und geh jetzt himmelauf. Sehr matt bin ich von Tränen, Mein Herz ist schwach von Not, Von Seufzen und von Stöhnen; Drum komm, o lieber Tod! 2. In allen meinen Jahren, Von zarter Jugend an Hab ich es wohl erfahren, Wie schwer die Himmelsbahn; Ich bin auf keinen Rosen Gegangen jederzeit, Wie etwa die Gottlosen In stolzer Sicherheit. 3. Wie oft hab ich geklaget, Gleich wie ein Wandersmann, Und nach der Ruh gefraget: Wann komm ich himmelan? Werd ich noch lange gehen Auf eitler Erden Tand? Ach werd ich nicht bald sehen Das rechte Vaterland? 4. Gottlob, nun soll es werden, Nun ist die Stund herbei, Daß ich von dieser Erden Soll werden los und frei; Nun hab ich ausgeklaget, Ich hab in meinem Streit Mich ritterlich gewaget; Die Kron ist mir bereit. 5. Ihr Lieben, laßt das Weinen, Es ist ja ohne Not; Gott eilet mit den Seinen Durch einen selgen Tod, Eh noch viel Trübsal kommen; Gott weiß, sie dräuen schon: Wohl dem, der aufgenommen Zum schönen Himmelsthron. 6. Wollt ihr es recht bedenken, Liebt ihr mich herzlich wohl, So dürft ihr euch nicht kränken, Daß ich jetzt sterben soll. In diesem Weltgebäude Hab ich euch ja geliebt; Die letzten Dinge. 42⁵5 Drum gönnt mir doch die Freude, Die mir mein Heiland gibt. 7. Wir werden sein verbunden Ohn alle Not und Leid Nach wenig Zeit und Stunden Dort in der Ewigkeit; Da wird uns Gott verneuen, Da werden wir uns auch Recht miteinander freuen Nach hohem Himmelsbrauch. J. Pauli, 4 nach 1674. 621. Mel. Es ist genug. So ruhe wohl! Gott hat an dich gedacht Und alles wohl gemacht. ö Schlaf, müder Leib, schlaf wohl zu guter Nacht, Weil Jesus dich bewacht. ö Verschlafedieerlittnenschmerzen,‚ Wirschließen dich inunsreHerzen. 23 So ruhe wohll B. Schmolck, 4 1737. ö 55 622. Valet will ich dir geben, Du arge, falsche Welt; ö Dein sündlich böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen, Hinauf steht mein Begier; é Da wird Gott herrlich lohnen Dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen O Jesu, Gottes Sohn; Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon, Verkürz mir alles Leiden, Stärk meinen blöden Mut; „ 1 Laß selig mich abscheiden, Schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde Dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde, Drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde Zum Trost in meiner Not, Wie du, Herr Christ, so milde Dich hast geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gna⸗ den In deiner offnen Seit, Rück sie aus allem Schaden Zu deiner Herrlichkeit: Der ist wohl hier gewesen, Wer erbt das Himmelslos, Und ewig ist genesen, Wer bleibt in deinem Schoß. 5. SchreibmeinenNamaufs beste Ins Buch des Lebens ein, Bind meine Seele feste Ins Lebensbündlein ein Der, die im Himmel grünen Und vor dir leben frei: So will ich ewig rühmen, Daß dein Herz treue sei. Bal. Herberger, + 1627. 623. Wenn mein Stündlein vor⸗ handen ist, Und ich soll fahrn mein Straße, Geleit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hülf mich nicht verlasse. Mein Seel an meinem letzten End Befehl ich dir in deine Händ, Du wollst sie mir bewahren. 2. Mein Sünde wird mich krän⸗ — ken sehr, Mich mein Gewissen nagen, 42 Die letzten Dinge. Denn ihr ist viel wie Sand am eer; Doch will ich nicht verzagen, Will denken, Herr, an deinen Tod, An deine heilgen Wunden rot, Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem 92 Lei Des tröst ich mich von Herzen; Von dir ich ungeschieden bleib In Todes Not und Schmerzen; Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir, Ein ewig Leben hast du mir Mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, Werd ich im Grab nicht bleiben: Mein höchster Trost dein Auf⸗ fahrt ist, Kann Todesfurcht vertreiben; Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin, Drum fahr ich hin mit Freuden. Nik. Hermann, 4 1561. 624. Wer weiß, wie nahe mir mein Endel Hin geht die Zeit, her. Ach wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnot!l , Mein Gottl:M ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mitmeinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, Leb ich in steter Todsgefahr. à: Mein Gott!:; ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein é End bedenken, Undwennicheinstens sterbenmuß, Die Seel in Jesu Wunden senken b, Und ja nicht sparen meine Buß. ) Mein Gott!:;: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks ö mit mir. Mein Gott!l:M ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach immer süßer mir den Himmel Und immer bittrer diese Welt; Gib, daß mir in dem Welt⸗ getümmel Die Ewigkeit sei vorgestellt. ) Mein Gott!:: ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 6. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod; Ich leg die Hand in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gottl ½ Mein Gott!:; ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 7. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner heilgen Tauf, Du bist mir auch daher gewogen, 288. x 2 HastmichzumKind genommenauf. , Mein Gott!:; ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 8. Ich habe Jesu Leib gegessen,‚ Ich hab sein Blut getrunken hier; Nun kann er meiner nicht ver⸗ gessen, Ich bleib in ihm und er in mir. n Mein Gottl:; ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 9. So komm mein End heut 351. oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesuglückt; Ich bin und bleib in deinen Sor⸗ Die letzten Dinge. 427 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, Gleich einem nichtgen Wasser⸗ schaum; Im Augenblick es bald vergeht ö Und nicht besteht, Gleich wie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir Das, was du bist, ich traue dir: Laß Berg und Hügel fallen hin, Mir ist Gewinn, Wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn, So lehre mich, o Gottes Sohn, Gib, daß ich zähle meine Tag Und munter wach, gen, 45„ Wieauch die Todesnotmichdrückt. Daß, eh ich sterb, ich sterben mag. ) Mein Gott!le:; ich bitt durch Christi Blut, Machs nur mit meinem Ende gut. 10. Ich leb indes in ihm ver⸗ gnüget Und sterb ohn alle Kümmernis; Es gehe, wie mein Gott es füget, Ich glaub und bin desganzgewiß: : Mein Gott!:; durch Christi Gnad und Blut Machst dus mit meinem Endegut. Amilie Juliane v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, + 1706. 5. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in den, Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu, Das merke du, Du kommst sonst nicht zur wah⸗ ren Ruh. 6. Weg, Eitelkeit, der Toren — Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt, Das such ich nur, das bleibet mir. 625. Wel. Ich hab mein Sach Gott heim⸗ gestellt. Wie fleugt dahin der Menschen ö Zeit, Wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an die Stund Von Herzensgrund, ö Wie schweigt hievon der träge Mund! O mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dirl J. Neander, + 1680. 626. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ie sicher lebt der Mensch, der 05 Staubl Sein Leben ist ein fallend Laub: 4²28 gern, 551. des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling ff Kes Grei⸗ S Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greiszu vielen noch ein Jahr, Und keiner nimmt den Irrtum wahr. Ich denk in Glück und Not Im Herzen oft an meinen Tod. Der, 3. Sprich nicht: macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, Zu tun, was uns der Herr gebeut, Und unsers Lebens kleinster Teil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht; Da bringt Gott alles an dasLicht Und macht, was hier verborgen war, Den Rat der Herzen, offenbar. 6. Drum da dein Tod dir täg⸗ lich dräut, den der Tod nicht weiser So sei stets wacker und bereit; Prüf deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe tätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Not, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Dies macht noch nicht von Sün⸗ den rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, Du gabest Freuden, gabst 3 Die letzten Dinge. Und dennoch schmeichelt er sich Ein gläubigHerz, von Lieb erfüllt, Dies ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh: Du wirkst sie nicht, Gott wirket sie; Du aber ringe stets nach ihr, Als wäre sie ein Werk von dir. 10. Wie oft vergaß ich diese Pflichtl Herr, geh mit mir nicht ins Ge⸗ richt, Drückselbst des Todes Bildinmich, Daß ich dir wandle würdiglich. 11. Gib, Herr, daß ich an jedem Tag MeinHerzvor dir erforschen mag, Ob Liebe, Demut, Fried und Treu Die Frucht des Geistes in mir sei; 12. Daß ich zu dir um Gnade fleh, Stets meiner Schwachheitwider-⸗ te Und endlich in des Glaubens Macht MitFreudenruf; Hnter 51122.8 Chr. F. Gellert, + 1769. 627. Ich hab mein Sach Gott heim⸗ gestellt. Wohlauf, wohlan zum letzten Gang. Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang, Gott führet ein, Gott führet aus: Wohlan, hinaus! Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wgent Mel. eid Schließ nur getrost die Pforte zu, Die letzten Dinge. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Ruh. 3. Tragt ihn fein sanft ins Die Welt vergeht mit Lust und Schlafgemach, Ihr Lieben, folgt ihm rch. Nun gute Nacht, der Tag war schwül Im Erdgewühl; 429 8. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? ö Michts brachtest du, nichtsnimmst 00 Nun gute Nacht! die Nacht ist kühl. 4. Ein Schmuck ist auch das Leichentuch, Ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! der Herr macht gute du mit. Schmerz. Schau himmelwärts, Da wo dein Schatz, da sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus beizeit, Eh dich der Tod an Tote reiht, Sie rufen: Gestern wars an mir, Bahn, Sein Kreuz voran: Das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hochfestlich drein Und läutet hell den Sabbat ein, Der nach des Werktags kurzer Frist Durch Jesum Christ Für Gottes Volk vorhanden ist. 6. O selig, der das Heil erwirbt, Der in dem Herrn, dem Mittler, stirbt! O selig, wer, vom Laufe matt, Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hatl 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und 0 31 ö Die Welt beut ihre Güter feil. Denk an dein Heil Und wähl in Gott das beste Teil. Heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 10. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, Wann, wie und wo, ist Gott be⸗ wußt. Schlag an die Brust: Du mußt von dannen, Mensch, du mußt. 11. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, tein Herz zu warm, Da blüht zu schön kein Wangen⸗ rot: Im Finstern droht Der Tod und überall der Tod. 12. Ach banges Herz im Trä⸗ nental, Wo ist dein Licht, dein Lebens⸗ strahl? Du bists, Herr, der mit Gottes⸗ macht Aus Gräbernacht Das Leben hat ans Licht ge⸗ bracht. 430 Die letzten Dinge. Beim Code der Gattin. Wer an mich glaubt, stirbt nim mermehr. 13. Dein Wort, Herr, klingt so hoch und hehr: Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der sich mit dir vertraut, Schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern Und kämpfet gern Und harrt der Zukunft seines Herrn. 1 1* 15. Nun, Tor des Friedens, öffne dich: Hinein! Hier schließt die Wall⸗ fahrt sich. Ihr Schlafenden im Friedens⸗ Gönnt allzugleich Auch ihm ein Räumlein neben euch. 16. Viel Gräber sind an Riert rt, Viel Wohnungen im Himmel dort Bereitet ist die Stätte schon Am Gnadenthron, Bereitet uns durch Gottes Sohn. reich,‚ 17. Sein ist das Reich mit All⸗ gewalt; Er zeugt und spricht: Ich! ammd ald Ja komm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! Chr. Sachse, 4 1860. Muß ich vor Leid verzagen. 628. Mel. Wenn mein Stündlein vor⸗ handen ist. Ach Gott, ichmuß in Traurigkeit Mein Leben nun beschließen, Dieweil der Tod von meiner Seit So eilend hat gerissen Mein treues Herz, der Tugend Schein, Nes muß ich jetzt beraubet sein. 2. Wenn ich an ihre Bamuitg⸗ keit Gedenk in meinem Herzen, Die sie mir hat zu jeder Zeit In Freud und auch in Schmerzen Erwiesen ganz beständiglich, Mein Kreuz und Weinen mehret sich. Vor Angst möcht ich vergehen, 3. Bei wem soll ich auf dieser, Welt Rechtschaffne Liebe finden? DermeisteTeilnicht Glaubenhält, Die Treu will gar verschwinden. Ich glaub und sag es ohne Scheu: Die best ist die getraute Treu, Der muß ich jetzt entraten. 4. Fürwahr mir geht ein scharfes Schwert Jetzund durch meine Seele, Die abzuscheiden oft begehrt Aus ihrer Leibeshöhle. Wo du nicht, o Herr Jesu Christ, In solchem Kreuz mein Tröster bist, 5. O treu geliebtes, selges Herz Zu dir will ich mich wenden, Die letzten Dinge. In diesemmeinem großenschmerz, Will die Gedanken senden Zu dir und deinem jetzgen Stand, Wie Gott dir alles Kreuz gewandt In höchste Freud und Wonne. 6. Du kommst nicht wieder her zu mir In dies betrübte Leben, Ich aber komm hinauf zu dir, Da werd ich mit dir schweben In höchster Freude, Wonn und Lust, Die deine Seele täglich kost't, Drauf ich mich herzlich freue. 7. O wie mit großer Freudigkeit Wolln wir einander kennen, Da wird uns dann zu keiner Zeit Der bittre Tod mehr trennen. Ach welche Freude wird dannsein, Wenn ich die, die ich jetzt bewein, Mit Freuden werd umfangenl 8. Dies will ich stets in Trau⸗ rigkeit Mir zu Gemüte führen, Erwarten in Geduld die Zeit, Wie Christen will gebühren. Gott alles Trostes, steh bei mir Und mich durch deinen Geist regier Zu deines Namens Ehren. Joh. Heermann, 4 1647. Beim Code von Rindern. 629. Mel. Ermuntre dich mein schwacher Geist. Du bist zwar mein und bleibest mein; Wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; 431 Der Herr von ewgen Tagen Der hat das meiste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, o mein Kind, mein Wille, Mein Herz und Wunsches Fülle. 2. Ach gält es wünschen, wollt ich dich, Du Sternlein meiner Seelen, Vor allem Weltgut ewiglich Mir wünschen und erwählen; Ich wollte sagen: Bleib bei mir, Du sollst seinmeines Hauses Zier, An dir will ich mein Lieben Bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meints noch besser; Groß ist die Lieb in meinem Mut, In Gott ist sie noch größer. Ich binein Vaterund nichts mehr, Gott ist derVäter Haupt und Ehr, Ein Quell, da Alt und Jungen In aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, Und der mir ihn gegeben, Will, daß er nah an seinem Thron Im Himmel solle leben. Ich sprech: Ach weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: Willkommen, liebes Kind; Dich will ich bei mir haben Und ewig reichlich laben. 5. O süßer Rat, o schönes Wort Und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, Kein Unglück und kein Kränken, Kein Angst, kein Mangel, kein ö Versehn; Bei Gott kann keinem Leid ge⸗ schehn; Wen Gott versorgt und liebet, Wird nimmermehr betrübet. — 6. Ach dürft ich doch von ferne stehn Und nur ein wenig hören, Wenn deine Sinne sich erhöhn Und Gottes Namen ehren, Der heilig, heilig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist; Ich weiß, ich würde müssen Vor Freuden Tränen gießen. 7. Nun denn, es sei und 1——— also Ich will nicht um dich weinen; Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lauter Sonnen scheinen, Die Sonnen ewger Freud und Ruh: Da leb und bleib nur immerzu; Wills Gott, will ich mit andern Auch bald hinüberwandern. P. Gerhardt, 4 1676. 630. Mel. Run ruhen alle Wälder. Gottlob, die Stund ist kommen, Da ich werd aufgenommen Ins schöne Paradeis! Ihr Eltern dürft nicht klagen; Mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis. 2. Kurz war mein irdisch Leben; Ein beßres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, In keiner Not verderben; MeinLeben wird sein lauterFreud. 3. Er eilet mit den Seinen, Läßt sie nicht lange weinen In diesem Tränental. Ein schnell und selig Sterben Ist schnell und glücklich erben 432 Die letzten Dinge. 4. Die Welt mag Netze stellen; Mich wird sie nun nicht fällen, Sie wird mir tun kein Leid. Denn wer kann den verletzen, Den Christus will versetzen InsSchloß vollkommnerSicher⸗ heit. 5. Zuvor bracht ich euch Freude; Jetzt, da ich von euch scheide, Betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihrs recht betrachtet Und, was Gott tut, hoch achtet, Wird sich bald lindern aller Schmerz. 6. Gott zählet alle Stunden, Er schlägt und heilet Wunden, Er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, Was er nicht vorgesehen; Und was er tut, ist wohl getan. 7. Wenn ihr mich werdet finden Vor Gott, frei aller Sünden, In weißer Seide stehn Und tragen Siegespalmen In Händen und mit Psalmen Des Herren Lob und Ruhm er⸗ höhn: 8. Da werdet ihr euch freuen, Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen Gedenket zu erfüllen Und ihm sich in Geduld ergibt. J. Heermann, 1647. 6. Mel. Valet will ich dir geben. So hab ich obgesieget, Mein Lauf ist nun vollbracht, Ich bin gar wohl vergnüget, Des schönen Himmels Ehrensaal. Zu tausend guter Nacht!l Fuu ea Vẽ 85 *4 SH SSEOSES ESEOODSeO EH ude; ide, ichtet chtet, aller merz. den, iden, „ etan. nden en, nen er⸗ öhn: acht, jet, Daß ich erlöset bin. Mel. Die letzten Dinge. 433 Ihr aber, meine Lieben, Gott wird das Leid euch stillen: Tut nicht so ängstiglich; Ich sterbe nicht zu jung. Was wollt ihr euch betrüben? Wer stirbt nach Gottes Willen, Stehts doch sehr gut um mich. Der stirbt schon alt genung. 2. Fahrt hin, o Angst und G. W. Sacer, 2 1609. Fah Schmerzen, Fahrt immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, 632. Nun ruhen alle Wälder. Ich leb in tausend Freuden In meines Schöpfers Hand; Wenn kleine Himmelserben Mich trifft und rührt kein Leiden, In ihrer Unschuld sterben, So dieser Welt bekannt. So büßt man sie nicht ein: — Sie werden nur dort oben 3. Schmückt meinen Sarg mit Vom Vater aufgehoben, ů——— Kränzen. Damit sie unverloren sein. Wie sonst ein Siegsmann prangt: Aus jenen Himmelslenzen 2. Sie sind ja in der Taufe Hat meine Seel erlangt Zu ihrem Christenlaufe Die ewig grüne Krone; Für Jesum eingeweiht Die werte Siegespracht Und noch bei Gott in Gnaden: Rührt her von Gottes Sohne, Was sollt es ihnen schaden, Der hat mich so bedacht. Daß Jesus sie zu sich entbeut? 4. Noch netzet ihr die Wangen, 3. O wohl auch diesem Kindet Ihr Eltern, über mir; Es stirbt nicht zu geschwinde. Euch hat das Leid umfangen, Zeuch hin, du liebes Kind; Das Herze bricht euch schier: Du gehest ja nur schlafen Des Vaters treue Liebe Und bleibest bei den Schafen, Sieht sehnlich in mein Grab, Die ewig unsers Jesu sind. Die Mutter stehet trübe J. A. Rothe, 4 1758. Und kehrt die Augen ab. 5. Ich war euch nur geliehen Auf eine kurze Zeit: 633. Will Gott mich zu sich ziehen, So werfet hin das Leid Gott uimmitsz er hat es Recht, Wie krrz ist boch der Menschen De Menieebt. Tod. und Leben, Wie eilend wird man Wengerafnl ei ü en e Wi sind mit Sterhiichteit um⸗ 6. Daß ihr mein Grab müßt geben, sehen, Wiebald versiegt desLebensSaftl Zeigt unsern schwachen Stand; Wir blühen auf und fallen ab, Daß es so bald geschehen, Wir steigen aus der Wieg ins Tut Gottes Vaterhand. é Grab. Ee Mel. Gottlob es geht nunmehr zum Ende. 43⁴ 2. Wohl aberdem, deralsostirbet, Daß ihn sein Sterben nicht betrübt, DenGott entrückt, eh er verdirbet, Und ihm ein ewges Leben gibt, Ein Leben in der bessern Welt, Die keinen Jammer in sich hält. 3. Ach weinet nicht, daß ich ge⸗ storben, Ich habe ja nun ausgekrankt; Was mir mein Jesus hat den en, Das hab ich in dem Tod erlangt; Ich bin an einen Ort gebracht, Wo meine Seel in Frieden lacht. 4. Wie wohl bin ich da aufge⸗ hoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Ihn soll ich nun mit Freuden loben, Euchwarichnurvonihmgeborgt: Mein Gott hat mich der Erd entwandt Und mir den Himmel zuerkannt. 5. Verwelkt der Leib gleich in der Erden, Er wird dochkünftigwiederblühn, Von Jesu schön verkläret werden, Der wird ihm seinen Glanz an⸗ ziehn; Da werd ich wie ein Engel sein, Des sollt auch ihr euch noch er⸗ freun. 6. Ich bin der bösen Welt ent⸗ flogen, In welcher ihr euch oft betrübt; Mich hat der Herr zu sich gezogen, Der mich viel mehr als ihr ge⸗ liebt; Ich schaue Jesu Angesicht, Daran gedenkt und weinet nicht. Zach. Herrmann. 4+ 1716. Die letzten Dinge. 634. Mel. Es ist genug. euch hin, mein Kind, denn Gott selbst fordert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrü⸗ bet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unterlaß ich alles Klagen Und will mit stillem Geiste sagen: : Zeuch hin, mein Kind!:; 2. Zeuch hin, mein Kind, der Schöpfer hat dich mir Nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg, darum befiehlt er dir, Jetzt wieder fortzuziehn. Zeuchhin, Gott hatessoversehen: Was dieser will, das muß ge⸗ schehen. ) Zeuch hin, mein Kind!: 3. Zeuch hin, mein Kind, im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, Da wird kein Schmerz geklagt. Hier müssen wirinAngstenschwe⸗ en, Dortkannstduewigfröhlichleben. 2, Zeuch hin, mein Kindi 4. Zeuch hin, mein Kind, wir folgen alle nach, Sobald es Gott gefällt. Du eilest fort, eh dir das Unge⸗ mach Verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. 3) Zeuch hin, mein Kindl: —888 Die 2— Dinge. 435⁵ 5. Zeuch hin, Eugel v warten schon bunden, Auf deinen frommen Geist. Du hast im Herren überwunden. Du siehest auch, wie Gottes lie⸗ 2,) Zeuch hin, mein Kind! ber Sohn G. Hoffmann, 1712. Dir schon die Krone weist. B. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 635. 636. Mel. Christus der ist mein Leben. Mel. Jesu komm doch selbst zu mir. Ach wär ich doch schon droben, Alller Gläubgen Sammelplatz Mein Heiland, wär ich da, Ist da, wo ihr Herz und Schatz, Wo dich die Scharen loben, Wo ihr liebster Jesus Christ Und säng Hallelujah! Und ihr Herze hier schon ist. 2. Wo wir dein Antlitz schauen, 2. Eins geht da, das andre dort Da sehn ich mich hinein, In die ewge Heimat fort, Da will ich Hütten bauen; Ungefragt, ob die und der Denn dort ist gut zu sein. Uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Da werd ich alles sehen: 3. Aber wenns nun schon ge⸗ Den großen Schöpfungsrat, schehn, Was durch dein Blut geschehen, Und Er kann nie was versehn, Und deines Geistes Tat. Hat man nichts dabei zu tun, Als zu schweigen und zu ruhn. 4. Da feiern die Gerechten. 2 0— Die ungezählte Schar, 4. Manches Herz, das nicht mehr Mit allen deinen Knechten da, Das große Jubeljahr. Geht uns freilich gar sehr nah; Aber, Herr, du bist uns mehr. 20 2 im verklarier Mund Als das eigne Leben wär. zird mein verklärter Mun N. L.„Zinzendorf, + 1760. Dich ohne Sünde preisen, e Du meines Lebens Grund. é 6. Da werden meine Tränen 637. Ein Meer voll Freude sein. Ach stille bald mein Sehnen Auferstehn, ja auferstehn wirst Und hole mich hinein. u, E. G. Woltersdorf, 4 1761. Mein Staub, nach kurzer Ruh: Ee 2 Unsterblich Leben Hallelujah. 2. Wieder aufzublühn, werd ich Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben; Er sammelt uns, die starben. Hallelujah. 3. Tag des Danks, der Freuden⸗ tränen Tag, Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein; Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden: Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 5. Ach ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler dann, lebt ich Im Heiligtume Zu seines Namens Ruhme. Hallelujah. F. G. Klopstock, + 1803. 638. Mel. Der lieben Sonne Licht undPracht. Die Christen gehn von Ort zu Or Durch mannigfaltgen Jammer Und kommen in den Friedensport Und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf In seine Arme auf; Das Weizenkorn wird insein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht ge⸗ sät. Wird, der dich schuf, dir geben. gesät, 436 Die letzten Dinge. 2. Wieseidihrdochsowohlgereist, Gelobt sein eure Schritte, Du friedevoll befreiter Geist, Du jetzt verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, Dir glänzt der Morgenstern; Euch, Glieder, decktmitsanfterRuh Der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit Der großen Offenbarung; Indessen bleibt das Pilgerkleid In heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn So tief hinab, so hoch hinan! N. L. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. 3639. Mel. Valet will ich dir geben. Ein Tröpflein von den Reben Der süßen Ewigkeit Kann mehr Erquickung geben, Als dieser eitlen Zeit Gesamte Freudenflüsse; Und wer nach jener strebt, Tritt unter seine Füße, Wacs hier die Welt erhebt. 2. Wer von dir möchte sehen Nur einen Blick, o Gott, Wie wohl würd ihm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott Mit allem ihrem Wesen; So herrlich und so rein, So lieblich, so erlesen Ist deiner Augen Schein. 3. Du reichlichste Belohnung Der auserwählten Zahl, Wie lieblich ist die Wohnung, Da deiner Gottheit Strahl Sich offenbarlich zeigetl O herrlich edler Tag, *““ SSISISSISI Vo 21912 Die letzten Dinge. 437 Dem diese Sonne steiget Der Abend ist gekommen, Und ihn erleuchten mag. 68 het uich enr mache ein. ö Es hat sich aufgemachet .OrLicht, das ewig drennet,. Der Bräutigam mit Pracht; Dem keine Nacht bewußt, Auf, betet, kämpft und wachet, Gas Keimen Rebel tennet, Bald ist es Mitternacht. Gemeinschaft, reich an Lust, Da Gott und Engel kommen 2. Macht eure Lampen fertig Mit Menschen überein, Und füllet sie mit Ol. Und ewiglich die Frommen Und seid des Heils gewärtig, Gesegnet werden sein. Bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: 5. Vollkommue Liebe bringet Der Bräutigam ist nah; Dort immer neue Freud, Begegnet ihm im Reihen Aus ewger Lieb entspringet Und singt Hallelujah! Ein ewge Fröhlichkeit.— Gott selbst ist solche Wonne, 3. Ihr klugen Jungfraun alle, t solcher Liebe Preis, Hebt nun das Haupt empor I enner Biumen Seune Zun Sephen Engalae⸗ Schalle 5 U i8. Zum frohen Engelchor. Int schönen HH Die Tür ist aufgeschlossen, 6. Was wünschest dufür Gaben? Die Hochzeit ist bereit; Du wirst sie finden dort Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Und in dir selbsten haben Der Bräutgam ist nicht weit. Den Reichtum fort und fort; Denn Gott, vor welchem Kronen. Er wird nicht lang verziehen, und Perlen Staub und Spott, Drum schlafet nicht mehr ein; Wird selber in uns wohnen Derischene 1 ähungsf aent — 1 Der schöne Frühlingsschein Verheißt Erquickungszeiten; 7.Wannwerdicheinmalkommen Die Abendröte zeigt Zu solchem Freudenquell? Den schönen Tag von weiten, Wär ch 175 Tdrdartel Vor dem das Dunkel weicht. Und schon bei dir zur Stell!; Herr Christe, nimm mein Flehen 5. Begegnet ihm auf Erden, So lang indessen an, Ihr, die ihr Zion liebt, Bis ich dich selbst ersehen Mit freudigen Gebärden Und recht beschauen kann. Und seid nicht mehr betrübt: Erasm. Finx, 2 1694. Es sind die Freudenstunden Gekommen, und der Braut Wird, weil sie überwunden, 6 40 Die Krone nun vertraut. * 3 6. Die ihr Geduld getragen Mel. Valet 198 ich dir geben. ö Und mit Aesterben seid, Matth. 25, 1—13. Sollt nun nach Kreuz und Klagen Ermuntert euch, ihr Frommen, In Freuden sonder Leid Zeigt eurer Lampen Schein; Mit leben und regieren 438 Die letzten Dinge. Und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphieren In eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid, Hier stehn die Weizenhalmen In Frieden nach dem Streit Und nach den Wintertagen; Hier grünet das Gebein, Das dort der Tod zerschlagen; Hier schenkt man Freudenwein. 8. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden, Hier ist der sichre Port; Hier sind die güldnen Gassen, Hier ist das Hochzeitsmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Rosental. 9. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf; Geh auf, verlangte Sonne, Und fördre deinen Laufl O Jesu, mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit; Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. L. Laurenti, + 1722. 641. Es ist gewißlich an der Zeit, Daß Gottes Sohn wird kommen In seiner großen Herrlichkeit, Zu richten Bös' und Frommen. All Toten gar behende; Die aber noch am Leben sind, Die wird des Herren Wort ge⸗ schwind Verwandeln und erneuen. 3. Darnach wird man aufschla⸗ gen bald Ein Buch, darin geschrieben, Was alle Menschen, jung und alt, Auf Erden je getrieben; Da denn gewiß ein jedermann Wird hören, was er hat getan In seinem ganzen Leben. 4. O weh dem Menschen, wel⸗ cher hat Des Herren Wort verachtet Und nur auf Erden früh und spat Nach großem Gut getrachtetl Der wird fürwahr gar schlimm bestehn Und mit dem Satan müssen gehn Von Christo in die Hölle. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit Durch deine heilgen Wunden, Daß ich im Buch der Seligkeit Werd eingezeichnet funden; Daran ich denn auch zweifle nicht; Denn du hast ja den Feind gericht Und meine Schuld bezahlet. Dann wird das Lachen werden teur, Wennalles wird vergehn im Feur, Wie Gottes Wort bezeuget. 2. Posaunen wird man hören gehn An aller Welten Ende, Darauf bald werden auferstehn b Von vieler Not und Plage. 6. Derhalben mein Fürsprecher ei, Wenn du nun wirst erscheinen, Und lies mich aus dem Buche frei, Darinnen stehn die Deinen, Auf daß ich samt denBrüdernmein Mit dir geh in den Himmel ein, Den du uns hast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang Mit deinem jüngsten Tage; Den Menschen wird auf Erden ang 28— DII d, ge⸗ ind la⸗ ald alt, iun tan Hel⸗ hat pat um hn hn zeit „ eit htz cht er ei, n, ei, in in, es g en ig Die letzten Dinge. 439 Komm doch, komm doch, du Rich⸗ ter groß, Und mach uns bald in Gnaden los Von allem Übel. Amen. B. Ringwaldt, 4 1599 642. Mel. Wie wohl ist mir o Freund der Seelen. Hebr. 4, 9. Es ist noch eine Ruh vorhandenz Undeinenmüden Wandersmann? Wo jener nur ein Bettlein haben Und sanfte darauf ruhen kann; Auf, müdes Herz, und werdelichtl Du seufzesthier indeinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht; Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden; Wirf hin die Last und eil herzu. Bald ist derschöne Kampfgeendet, Bald, bald der saure Lauf voll⸗ endet, So gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Die Ruhe, die kein Ende nimmt; Es hat, da noch kein Mensch ge⸗ ö b oren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Gotteslamm, es wollte ster⸗ ben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr From⸗ men, Versäumet nicht, heut einzukom⸗ men Zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr Shelen eelen, Die mancheLastundBürdedrückt; Eilt, eiltauseurenKummerhöhlen, Geht nicht mehr seufzend und gebückt. Ihr habt des Tages Last getra⸗ gen; Dafürläßteuch der Heilandsagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein; Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; Ob Sünde, Welt und Satan toben, Seid nur getrost und gehet ein. 4. Was mag wohl einen Kran⸗ ken laben Wenn dieser sich darf niedersetzen, An einem frischen Trunk ergötzen: Wie sind sie beide so vergnügtl Doch dies sind kurze Ruhestunden; Es ist noch eine Ruh erfunden, Da man auf ewig stille liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen, Denn unsre Tränensaat ist aus; O welch ein Jubel wird erklingen Und süßer Ton in's Vaters Hausl Schmerz, Leid und Tod muß von uns weichen, Wir werden volles Heil erreichen Und Jesum, unsernHeiland, sehn; Er wird am Brunngquell uns er⸗ ö frischen, Die Tränen von den Augen wischen: Mehr, als wir hoffen, wird ge⸗ schehn. 6. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen, Denn die Erquickungszeit ist da; Die Sonne wird uns nicht mehr stechen, Das Lamm ist seinem Volke nah. 440 Die letzten Dinge. Es will selbst über ihnen wohnen Zum auserwählten Pfand Und ihre Treue wohl belohnen Daß sie mit Heil anlände Mit Licht und Trost, mit Ehr und Prei Es werden die Gebeine grünen; In jenem Vaterland? 3. O Ehrenburg, D. Der große Sabbat ist erschienen, Eu nun gegrüßet mir, Da man von keiner Arbeit weiß. 7. Da ruhen wir und sind in Friede Und leben ewig sorgenlos; Ach fasset dieses Wort, ihr Müder Legt euch dem Heiland in den Schoß. Ach Flügel her! wir müssen eilen ö Und uns nicht länger hier ver⸗ Wĩ eilen Tu auf der Gnaden Pfort; Wie manche Zeit m Hat mich verlangt nach dir, n Eh ich bin kommen fort Aus jenem bösen Leben, „ Aus jener Nichtigkeit, 1 Und mir Gott hat gegeben Das Erb der Ewigkeitl 4. Was für ein Volk, elch eine edle Schar wꝛ: Kommt dort gezogen schon! Dort wartet schondiefrohe Schar t 5 Fort, fort, mein Geist, zum In⸗ bilieren Begürte dich zum Triumphieren Auf, auf, es kommt das Ruhe⸗ jahr! Da ich auf fernen Wegen J. S. Kunth, 3 1779. 643. Ierusalem, Du hochgebaute Stadt, Wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnlich Herz So groß Verlangen hat Und ist nicht mehr bei mir; Weit über Berg und Tale, Weit über blaches Feld Schwingt es sich über alle Und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag Und noch viel schönre Stund, Wann wirst du kommen schier, Daß ich mit Lust Und freiem Freudenmund Die Seele geb von mir In Gottes treue Hände Was in der Welt Von Auserwählten war, „Seh ich, die beste Kron, „Die Jesus mir entgegen Vom Himmel hat gesandt, Noch war im Tränenland. 5. Propheten groß Und Patriarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die weiland dort Trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, In Freiheit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt Ich angelanget bin Im schönen Paradeis, Von höchster Freud Erfüllet wird der Sinn, Der Mund von Lob und Preis: Das Hallelujah reine Man singt in Heiligkeit, Das Hosianna feine Ohn End in Ewigkeit. J. M. Mehfart, 4 1642. Die letzten D 644. Nach einer Prüfung kurzer Tage Erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage In selige Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, Und jene Welt reichtihrdenPreis. 2.Wahrists, derFrommeschmeckt auf Erden Schonmanchen selgen Augenblick; Dochalle Freuden, dieihmwerden, Sind nur ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zu. 3. Hier such ichs nur,———— werd ichs finden, Dort bin ich heilig und verklärt; Dann werd ich ihn erst ganz emp⸗ finden, Der wahren Tugend hohen Wert; Den Gott der Liebe werd ich sehn, Ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 4. Da wird des Vaters heilger Wille Mein Will und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil ie Fülle Am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt ein ewiger Gewinn Mich fühlen, daß ich selig bin. 5. Da werd ich das im Licht er⸗ kennen, Was ich auf Erden dunkel sah, Das wunderbar und heilig nen⸗ nen, Was Unerforschtes hier geschah Da schau ich im Zusammenhang Des Höchsten Rat mit He—0 an inge. 441 6. Da werd ich zu dem Throne dringen, Wo Gott, mein Heil, sich Wart ö bart, Ein Heilig, Heilig, Heilig singen Dem Lamme, das erwürget ward; Und Cherubim und Seraphim Und alle Himmel jauchzen ihm. 7. Da werd ich in der Engel Scharen Mich ihnen gleich und heilig sehn, Das nie gestörte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm um⸗ zugehn: Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 8. Da werd ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionen Malen Noch segnen, daß er mir ihn wies: Da find ich in des Höchsten Hand Den Freund, den ich auf Fand. and. 9. Da ruft, o möchte Gott es geben! Vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß das Glück er⸗ freun, Der Retter einer Seele sein! 10. Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die offenbart an uns soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wienichts, wiegarnichtsgegensie Ist doch der Augenblick voll Mühl Chr. F. Gellert, 4 1769. 4⁴² 645. Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Endel O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hin wende. Mein ganz erschrocknes Herz er⸗ bebt, Daß mir die Zung am Gaumen klebt. 2.Kein Unglück ist in aller Welt, Das endlichmit der Zeitnichtfällt Vor allen Dingen hab in acht Und ganz wird aufgehoben; Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, DerHölle Stromstehtnimmerstill, Läßt nimmer ab zu toben; Ja, wiemeintHeiland selberspricht: Ihr Wurm und Feuerstirbetnicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir O ewig, ewig ist zu lang, Hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht Zusamt der großen Peinbetracht, Erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach Gott, wie bist du so ge⸗ cht recht, Wie strafest du den bösen Knecht So hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt Hast du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen, Betracht es oft, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod ge⸗ schwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf, Ermuntre dich, verlornes Schaf, Die letzten Dinge. Und beßre bald dein Leben; Wach auf, es ist doch hohe Zeit, Es kommt heran die Ewigkeit, Dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; Wer weiß, wie man noch sterben mag? 6. Ach laß die Wollust dieser Welt, Pracht, Hoffart, Reichtum, Ehr und Geld Dir länger nicht gebieten; Schau an die große Sicherheit, Die falsche Welt und böse Zeit Zusamt des Teufels Wüten. Die schreckenvolle lange Nacht. 7. O Ewigkeit, du Donnerwort, O Schwert, das durch die Seele bohrt, O Anfang sonder Endel O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, bang; Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hin wende; Nimm du mich, wenn es dir ge⸗ fällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Joh. Rist, 4 1667. 646. Mel. Vater unser im Himmelreich. O Ewigteit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeitl Doch eiltzu dir schnell unsre Zeit, Gleichwiedas Schlachtroßzudem Streit, Nach Haus der Bot, das Schiff zum Port, Derschnelle Pfeilvom Bogenfort. 2. O Ewigkeit, o Ewigkeit! Wie lang bist du, o Ewigkeit! Gleichwie an einer Kugel rund Ke SSSS SSS SE Venee. RNeeOo ESANEANNENRN& Die letzten Dinge. Kein Anfang und kein End ist kund: Also, o Ewigkeit, an dir wir. 3. O Ewigkeit, o Ewigkeitl Wie lang bist du, o Ewigkeit! Du bist ein Ring, unendlich weit, Dein Mittelpunkt heißt Allezeit, Niemals der weite Umkreis dein, Weil deiner nie ein End wird sein. 4. O Ewigkeit, o Ewigkeitl Wie lang bist du, o Ewigkeitl Es trüge wohl ein Vögelein Weg aller Berge Sand und Stein, Wenns nurkämalletausendJahr: Du Ewigkeit bleibst immerdar. 5. O Ewigkeit, o Ewigkeitl Wie lang bist du, o Ewigkeitl Zu zählen ist der Sterne Heer, Die Tropfen und der Sand am Meer Und was sonst lebet in der Zeit,‚ Du aber nicht, o Ewigkeit! 6. O Ewigkeit, o Ewigkeitl Wie lang bist du, o Ewigkeitl Ich, Ewigkeit, ermahne dich, O Mensch, gedenke oft an mich; Denn ich der Sünden Straf und Pein, Der Gotteslieb ein Lohn soll sein. D. Wülffer, + 1685. (B. 1—5 älteres Voltslied.) 647. 4⁴3 2. Ach wie wünsch ich, dich zu schauen, . Jesu, liebster Seelenfreund, Nicht Ein⸗ noch Ausgang finden Dort auf deinen Salemsauen, Wo man nicht mehr klagt und weint, Sondern in dem höchsten Licht Schauet Gottes Angesicht. 3. Komm doch, führe mich mit Freuden Aus der Fremde hartem Stand; Hol mich heim nach vielen Leiden In das rechte Vaterland, Wo dein Lebenswasser quillt, Das den Durst auf ewig stillt. 4. O der auserwählten Stätte, O der Wohnung voller Zier! Ach daß ich doch Flügel hätte, Mich zu schwingen bald von hier Nach der neuerbauten Stadt, Welche Gott zur Sonne hat! 5. Soll ich aber länger bleiben Auf dem ungestümen Meer, Wo mich Sturm und Wellen treiben Durch so mancherlei Beschwer, Ach so laß in Kreuz und Pein Hoffnung meinen Anker sein. 6.Laß dein Angesichtnurwinken, So ist Wind und Meer gestillt: ChristiSchiffleinkannnichtsinken, Wär das Meer auch noch so wild; Ob gleich Mast und Segel bricht, Läßt doch Gott die Seinen nicht. ö Nach Fr K. Hiller, 4 1726. Mel. Gott des Himmels und der Erden. U Jerusalem, du schöne, Da man Gott beständig ehrt Und das himmlische Getöne: Heilig, Heilig, Heilig! hört; 648. WO wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, Ach, wann komm ich doch einmal Die ihr durch der Tod zu Gott Hin zu deiner Bürger Zahl? gekommen: 444 Die letzten Dinge. Ihr seid entgangen ö Aller Not, die uns noch hält ge⸗ 649. fangen. 2. Muß man doch hier wie im 2—10. Kerker leben, Selig sind des Himmels Erben, Da nur Sorge, Furcht und Die Toten, die im Herren sterben, Schrecken schweben; Zur Auferstehung eingeweihtl Was wir hie kennen, Nach den letzten Augenblicken Ist nur Müh und Herzeleid zu DesTodesschlummers folgt Ent⸗ nennen. zücken, Folgt Wonne der Unsterblichkeit. 3. Ihr hingegen ruht in eurer In Frieden ruhen sie, Kammer Los von der Erde Müh. Sicher und befreit von allem Hosiannal Jammer; Vor Gottes Thron, Kein Kreuz und Leiden Zu seinem Sohn Ist euch hinderlich in euren Freu⸗WBegleiten ihre Werke sie. den. 2. Dank, Anbetung, Preis und 4. Christus wischet ab all eure Ehre, Tränen, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehre Ihr habt schon, wonach wir uns Sei dir, Versöhner Jesu Christ! erst sehnen; Ihr, der Überwinder Chöre, Euch wird gesungen, Bringt Dank, Anbetung, Preis Was durch keines Ohr allhie und Ehre gedrungen. Dem Lamme, das geopfert istl Er sank wie wir ins Grab; 5. Ach wer wollte denn nicht Wischt unsre Tränen ab, gerne sterben Alle Tränen. Und den Himmel für die Welt Er hats vollbracht; ererben? Nicht Tag, nicht Nacht Wer wollt hie bleiben, WirdandesLammesThronesein. Sich den Jammer länger lassen treiben? 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne 6. Komm, o Christe, komm, uns Scheint uns alsdann; er ist uns auszuspannen, Lös uns auf und führ uns bald Sonne, Der Sohn, die Herrlichkeit des von dannen! Herrn. Bei dir, o Sonne, Heil, nach dem wir weinend ran⸗ Ist der frommen Seelen Freud gen, und Wonne. Nun bist du, Heil, uns aufge⸗ S. Dach, 1659. gangen, Nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Die letzten Dinge. Nun weinen wir nicht mehr; Das Alt ist nun nicht mehr. Hallelujah! Er sank hinab, Wie wir, ins Grab; Er ging zu Gott, wir folgen ihm. F. G. Klopstock, 7 1803. 650. Wachet auf! ruft uns die Stimme Der Wächter sehr hoch auf der Zinne; Wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmtl Hallelujah! Macht euch bereit Zu der Hochzeit, Ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen, Das Herz tut ihr vor Freuden springen, Sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohnl Hosianna! Wir folgen all Zum Freudensaal Und halten mit das Abendmahl. 3. Glorig sei dir gesungen Mit Menschen⸗ und mit Engel⸗ xů zungen, Mit Harfen⸗ und mit Cymbelton. 44⁵ Von zwölf Perlen sind die Tore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Freude. Drum jauchzen wir Und singen dir Das Hallelujah für und für. Ph. Nicolai, + 1608. 651. Mel. Ich dant dir lieber Herre. WMann wird docheinsterscheinen Die angenehme Zeit? Komm, Jesu, hol die Deinen In deine Herrlichkeit; Ach laß auch uns anbrechen Den schönsten Sommertag, Da man wird freudig sprechen: Weg, Tod! weg Not und Plagl 2. Es kann nicht lang mehr werden, Drum hebt das Haupt empor; Ach neigt es nicht zur Erden, Denn seht, es bricht hervor Der Tag, da ihr sollt sehen, Was die Erlösung sei, Der Tag, da ihr sollt stehen Vor Jesu sündenfrei. 3. Hofft, daß derTrübsalswinter Nun bald zu Ende geht; DerFFrühling kommtgeschwinder, Als ihrs euch wohl verseht. O laßt es immer schneien Und stürmen auf euch zu: Gott wird euch bald erfreuen Und bringen in die Ruh. 4. Ach Jesu, meine Liebe, Mein Teil in jener Welt, 446 Die letzten Dinge. Ach hilf, daß ich mich übe, So wie es dir gefällt; Gib, daß ich stets bedenke, Der Tag sei nicht mehr weit, Damit sich ja nicht lenke Mein Herz zur Eitelkeit. + 5. Ach lehre mich stets beten Und stehn auf meiner Hut, Laß mich einst vor dich treten Mit unverzagtem Mut; Und wenn ich soll erscheinen Und kommen vor Gericht, 1 * 652. Mel. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Offenb. Joh. 7, 9—17. ö Wersind dievor Gottes Thrones Was ist das für eine Schar? Jeder träget eine Krone, Glänzen gleich den Sternen klar; Hallelujah singen all, Loben Gott mit hohem Schall. 2. Wersind die, soPalmentragen Wie ein Si 1 So trenn mich von den Deinen Wie ein Sieger in der Hand, Ein strenges Urteil nicht. 6. Du Freude meiner Seele, Verleide mir die Welt, Hilf, daß ich das erwähle, Was droben mir bestellt; Gib, daß mein Herz sich finde In dir, mein treuer Hort, Und zeige deinem Kinde Den ewgen Friedensport. 7. So ist wohl aufgehoben Mein allerbestes Teil, Nicht unten, sondern oben Im Himmel ist mein Heil. Gehts dann, o Welt, zu Ende Mit deiner Lust und Last, So tragen Jesu Hände Mich heim zur süßen Rast. 8. Nun komm, erwünschtes Le⸗ ben, Komm, schönste Sommerzeit, Komm, Tag, der mir wird ge⸗ ben Die süße Ewigkeit; Komm, Jesu, Lebenssonne, Komm, führe mich hinein Ins Haus der Freud und Wonne, Da werd ich selig sein. Joh. Job, 4 1736. Wenn er seinen Feind geschlagen Und geleget in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg Hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, Welche ist Gerechtigkeit? Angetan mit weißem Kleide, Das zerreibet keine Zeit Und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gekämpfet Für des großen Gottes Ehr, HabenfFleischund Blutgedämpfet, Nicht gefolgt des Satans Heer; Die erlanget auf den Krieg ö DurchdesLammesBlutdenSieg. 5. Es sind die, so viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, Im Gebet auch oft gestritten Mit dem hochgelobten Gott: Nun hat dieser Kampf ein End, Gott hat all ihr Leid gewendt. 6. Es sind Zeugen eines Namens, Der uns Huld und Heil gebracht, Haben in dem Blut des Lammes Ihre Kleider hell gemacht, Sind geschmückt mit Heiligkeit, Prangen nun im Ehrenkleid. OD ꝗ. NVEVS E IAIAInasdn?'ag *IF III esus. one? 12 lar; zall. gen d, gen rieg ide, Die letzten Dinge. 7. Es sind die, so stets erschienen Hier als Priester vor dem Herrn‚ Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; Nun stehn sie zu seinem Ruhm Vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Wie ein Hirsch in Hitze lechzet Nach dem Strom, der frisch und hell, So hat ihre Seel geächzet Nach dem rechten Lebensquell; Nun ihr Durst gestillet ist, Da sie sind bei Jesu Christ. 9. Es sind die, von derenWangen Tränen sind geflossen stark, Deren Herz die Angst umfangen, Und das Leid verzehrt ihr Mark; Nun Gott ihre Seel erfrischt, Sind die Tränen abgewischt. 10. Ach Herr Jesu, meine Hände Ich zu dir nun strecke aus, Im Gebet mich zu dir wende, Der ich noch in deinem Haus Hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit. 11. Hilf mir Fleisch und Blut besiegen, Hilf, daß ich auch überwind Alle Trübsal, Not und Tod, Bis ich komm zu meinem Gott. 14. Welches Wort faßt diese Wonne. Wenn ich mit der heilgen Schar In dem Strahl der reinen Sonne Leucht auch wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeitl Theobald Schenk, + 1727. — 653. Mel.Wie schön leuchtet der Morgenstern. Wie herrlich ist die neue Welt, ö Die Gottden Frommenvorbehältl Kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, Du hast die Stätt auch mir bereit, Hilf mir die Stätt ererben. Weise, Preise Ihre Kräfte, ihr Geschäfte mir Elenden; Laß mich auf den Anblick endenl Ahasverus Fritsch, 1 1701. Teufel, Sünde, Höll und Welt; Laß mich nicht darniederliegen, Wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, meintreuer Gott. 12. Gib, daß ich sei neu geboren, An dir als ein grünes Reis Wachse und sei auserkoren, Durch dein Blut gewaschen weiß, Meine Kleider halte rein, Meide allen falschen Schein. 13. Daß mein Teil sei bei den Frommen, Welche, Herr, dir ähnlich sind Und aus großer Trübsalkommen; — 654. Mel. Herr wie du willst so schicks mit mir. Seuch, Israel, zu deiner Ruh, Oein Erbteil ist dort oben; Dein Jesus schwöret es dir zu, Es sei dir aufgehoben. Er gehet selber gar voran Und bricht die rauhe Pilgerbahn. Zeuch, Israel, in Frieden! 2. Wir folgen dir, du Gottesheer, Als wahre Streitgenossen. Der Glaubefürchtetsichnichtmehr, 448 Die letzten Dinge. Die Lieb ist unverdrossen. Wer noch durch Furcht vor dieser So stehen wir für einen Mann: Welt Ein jeder ringe, was er kann, Am fremden Joche ziehet, Das Kleinod zu erlangen. Und wer die Hand dem Pflug anlegt 3. Wir sehn auf dich, du AundO, und doch verbotne Lust noch hegt, Mit unverwandten Blicken; Der ist kein wahrer Streiter. Dein Dasein macht uns immer froh, I. Wir aber geben ganz um ganz. Dein Wort kann ums erquicken; Verleugnen alle Sachen, Deinszreuz ist unser Siegspanier, Die uns den schönen Siegestranz Wir schwören gern und folgen dir Noch könnten streitig machen, Und unsre Seele glaubet fest: Durch diese öden Wüsten. ————4 Was man darum hierfahrenläßt, 4. Die Krone bleibt Genn, Ist nicht wert jenes Erbes Die dort die Sieger tragen, 4 Und darum scheuen wir auch nicht uns Tod, Ungemach und Plagen. Wir sind gar bald verloren. ee II Fst uns das Lamm erkoren; Wir streiten um den Himmel. Dem Lamm, das alles schon voll⸗ 5. Man drückt uns, wir verza⸗ bracht ——.— 991 nicht, Und unsre Sache gut gemacht, Man schilt uns, und wir segnen. Dem ist es zu verdanken. Wir müssen auch nach Pflicht 9. Drum soll es unsre Den Feinden sanft begegnen. ö i 2unt Wir sind der Welt hier unbekannt Auur methts, Jesus 9 Und haben doch ein Vaterland; Ihm räumen wir die Ehre ein, Gott kennt uns als die Seinen. Ihm, unserm Trost des Falles. 8. Die Kraft dazu liegt nicht in 3832 Er segne ferner unsern Lauf 6. Wen noch ein Bann gefangen Und nehme unsre Seelen auf, hält, Wenn wir nun ausgestritten. Joh. D. Hense, 4 1753. Wer Jesu Kreuz noch fliehet, Verzeichnis der Dichter. Aphann Agrirola, geb. 1492 zu Eisleben, T 1566 als Hof⸗ prediger zu Berlin. 31. Beinrich Albert(Alberti), geb. 1604 zu Lobenstein im Voigtlande, + 1651 als Organist zu Königsberg in Preußen. 533. 593. Erasmus Alberus, geb. um 1500 zu Sprendlingenin der Wetterau, 1520 in Wittenberg, 1539—41 Geistlicher in Berlin und Brandenburg, starb nach vielbewegtem Leben 1553 als mecklen⸗ burgischer Superintendent zu Neubrandenburg. 175. 551. Aphann Georg Albinus, geb. 1624 zu Unternessa bei Weißen⸗ fels, + 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 587. Avhann Ludwig Ronrad Allendorf, geb. 1693 in Johbach bei Marburg, 4 1773 als Pfarrer zu St. Ulrich und Scholarch in Halle. 180. 223. Aphann Michael Altenburg, geb. 1584 in Alach bei Erfurt, + 1640 als Pastor zu Erfürt. 224. Amadeus Creuhberg s. Sinold. Angelus Bilestus s. Scheffler. Bierongmus Annoni(d'Annone), geb. 1697 zu Basel, + 1770 als Pfarrer zu Muttenz bei Basel. 47. Wilr o Erasmus Rrends, 4 1721 als Pastor zu Halber⸗ stadt. 431. Ernst Worint Arndt, geb. 1769 zu Schoritz auf der Insel Rügen, Sänger der deutschen Befreiungskriege, 4 1860 als Professor der Geschichte zu Bonn. 75. 274. 317. 596. Gottfried Arnold, geb. 1666 zu Annaberg in Sachsen, 1697 Professor der Geschichte zu Gießen, 4 1714 als Superintendent und Pfarrer zu Perleberg. 137. 187. 328. 370. 393. 423. Aphann Christoph Arnschwanger, geb. 1625 in Nürnberg, +daselbst 1696 als Senior und Archidiakonus. 250. Aphann Beinrich v. Aschen, geb. 1764 zu Bremen, 4 1842 als Pastor zu St. Ansgarii daselbst. 263. Christoph Rarl Aulius Aslchenfeldt, geb. 1792 in Kiel, 4 1856 als Oberkonsistorialrat und Propst in Flensburg. 107. lonathan Friedrich Bahnmaier, geb. 1774 zu Oberstenfeld in Württemberg, 4 1841 als Dekan in Kirchheim. 232. 235. 236. Christian Gortlob Barth, geb. 1799 in Stuttgart, Volksschrift⸗ Caltp und eifriger Förderer der Heidenmission, 4 1862 zu alw. 229. Ff 450 Verzeichnis der Dichter. Rornelius Becker, geb. 1561 zu Leipzig, berühmt durch seine Umdichtung des Pfalters, + 1604 als Professor der Theologie zu Leipzig. 13. 504. David Behmr, geb. 1605 zu Bernstadt in Schlesien, +1657 daselbst als herzoglich ölsscher Hofprediger und Konsistorialrat. 599. Aphann Albrecht Bengel, geb. 1687 zu Winnenden in Würt⸗ temberg, tiefgründender Schriftausleger, 4 1752 als Prälat und Konsistorialrat zu Stuttgart. 341. Christian Andreas Bernstein, geb. in Domnitz bei Halle, Informator an den Franckeschen Stiftungen, 4 1699 als Pastor adlj. zu Domnitz. 218. Aphann Belichius, geb. 1650 zu Steckby in Anhalt, + 1722 als Diakonus in Zerbst. 487. Betulius s. Birken. Aphann Daniel Rarl Bickel, geb. 1737 zu Altweilnau in Nassau, + 1809 als Konsistorialrat u. Superint. zu Usingen. 247. 508. Ralpar Bienemann(Melissander), geb. 1540 zu Nürnberg, Prof. zu Jena, 4 1591 als Generalsuperintendent zu Altenburg. 27. Bigmund v. Birken(Betulius), geb. 1626 zu Wildstein bei Eger, Prinzenerzieher am Wolfenbüttler und Mecklenburger Hofe, 1654 geadelt, 4 1681 zu Nürnberg. 111. 127. 390. Rarl Beinrich v. Bogazky, geb. 1690 zu Jankowe in Schlesien, studierte Theologie, wirkte dann als Laienprediger durch Wort und Schrift, + 1774 zu Halle. 248. 318. 372. Martin Böhm(auch Behm), geb. 1557 zu Lauban i. d. Oberlausitz, + 1622 als Pastor prim daselbst. 105. 523. 540. 618. Austus Benning Bühmer, geb. 1674 zu Hannover, Kanzler des Herzogtums Magdeburg und Professor der Rechte zu Halle, 4 daselbst 1749. 159. Avhann Bornschürer, geb. 1625 zu Schmalkalden, + 1677 als Dekan zu Thann. 254. Albrecht Markgraf von Brandenburg-Culmbach, geb. 1522 zu Ansbach, 1553 geächtet und vertrieben, + 1557 zu Pforz⸗ heim. 478. Tuise Benrielte Rurfürstin von Brandenburg, geb. Prin⸗ zessin von Oranien, geb. 1627 im Haag, Gemahlin des großen Kurfürsten, 4 1667 in Berlin. 158. 290. Avarchim Austus Breithaupk, geb. 1658 zu Northeim in Han⸗ nover, Professor der Theologie in Kiel, Erfurt, Halle, 4 1732 im Kloster Bergen, dessen Abtei er führte. 377. August Buchner, geb. 1591 zu Dresden, Professor der Dichtkunst und Beredsamkeit zu Wittenberg, daselbst 1661. 524. Christian Rarluostasv. Bunsen, geb.1791zuCorbachin Waldeck, preußischer Gesandter in Rom und London, um das Kirchenlied hochverdient namentlich durch die Herausgabe des„Allgemeinen Gesang⸗ und Gebetbuchs“ 1833, + 1860 in Bonn. 568. Verzeichnis der Dichter. 451 Jranz Avachim Burmeister,.168s als Predigerzuvüneburg. 594. Chiomusus s. Schneesing. Asrael Clauder, geb. 1670 zu Delitzsch in Sachsen, erzog Speners Söhne, 1 1721 zu Bielefeld als Superintendent der Graf⸗ schaft Ravensberg. 323. Tobias Clausnitzer, geb. 1618 zu Thum in Sachsen, 4+ 1684 als Kirchenrat zu Weiden in der Oberpfalz. 50. Aohann Andreas Cramer, geb. 1723 zu Jöhstadt in Sachsen, Hofprediger in Kopenhagen, 1 1788 als Professor der Theologie und Kanzler zu Kiel. 3. 424. Bartholomäus Crasselius, geb. 1667 zu Wernsdorf in Sachsen, + 1724 als Pfarrer in Düsseldorf. 24. 209. Bimon Dach, geb. 1605 in Memel, 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 314. 451. 592. 603. 648. Nikolaus Derius(Hovesch), kam von Braunschweig 1523 nach Stettin, wo er als Prediger zu St. Nikolai 1541 starb. 1. 134. David Denicke, geb. 1603 zu Zittau in der Oberlausitz, hannover⸗ scher Konsistorialrat, gab mit J. Gesenius seit 1646 das neue hannoversche Gesangbuch heraus, für welches sie viele ältere Lieder umarbeiteten; 4 1680 in Hannover. 246. 326. Bernhard v. Derschau, geb. 1591 zu Königsberg i. Pr., eben⸗ daselbst 1639 als Professor und Pastor prim. 269. Wolfgang Christoph Deßler, geb. 1660 zu Nürnberg, Kon⸗ rektor daselbst, 1722. 186. 406. 459. Aphann Hamuel Diterich, geb. 1721 zu Berlin, gab die Berliner Gesangbücher von 1765, 1780, 1787 heraus, für welche er viele ältere Lieder umdichtete; 4 1797 als Oberkonsistorialrat zu Berlin. 526. Karl August Döring, geb. 1783 zu Alvensleben bei Magdeburg, + 1844 als Prediger zu Elberfeld. 156. 190. Adam Drele, geb. 1620, + 1701 als fürstlicher Kapellmeister zu Arnstadt in Thüringen. 401. Paul Eber, geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, seit 1532 in Witten⸗ berg, wo er als Professor der Theologie, Generalsuperintendent und Stadtpfarrer 1569 starb. 299. 598. Iphann Apvachim Eschenburg, geb. 1743 zu Hamburg, Prof. der Literaturzu Braunschweig, Tdaselbst 1820alsGeh. Justizrat.495. Austus Ralkner, geb. zu Zwickau, + 1724 als deutscher Prediger zu Newyork. 418. Erasmus Finx(Francisci), geb. 1627 zu Lübeck, 4 1694 als Privatgelehrter zu Nürnberg. 639. Christoph hischer(auch Vischer), geb. zu Joachimsthal in Böhmen, +1600 als Generalsuperintendent u. Hofprediger in Celle. 143. Paul Yleming, geb. 1609 zu Hartenstein in Sachsen, begleitete GesandtschaftennachRußlandundPersien, hochbegabter Dichter, + 1640 als Arzt zu Hamburg. 492. Ff 2 452 Verzeichnis der Dichter. Aphann Adam Flella, geb. 1694 auf der Goldmühle bei Bayreuth, +1776 als Generalsuperintendentzu Oldenburg inHolstein. 388. Aphann Flitner, geb. 1618 zu Suhl, Diakonus zu Grimmen in Pommern, 4 1678 auf der Flucht in Stralsund. 283. Aphann Rranck, geb. 1618 zu Guben i. d. Niederlausitz, studierte Dichtkunstunter Dach1677als Landesältester d.Niederlausitzu. Bürgermeister zu Guben. 36. 63. 103. 278. 287. 340. 392.511.518. Michael Arauck, geb. 1609 zu Schleusingen, Bäcker daselbst, dann auch Kollege an der Stadtschule, + 1667. 261. 586. Balomo Franck, geb. 1659 zu Weimar, 7 daselbst 1725 als Oberkonsistorialsekretär. 140. 486. 534. 609. Brbastian Franck, geb. 1606 zu Schleusingen, Bruder Michael F's.; + 1668 als Diakonus an der Hauptkirche zu Schweinfurt. 354. August Bermann Yrancke, geb. 1663 in Lübeck, Begründer des Waisenhauses in Halle, daselbst 1727 als Professor der Theologie und Pastor. 98. 479. Aphann Anastastus Freylinghausen, geb. 1670 zu Ganders⸗ heim in Braunschweig, des vorigen Schwiegersohn, Gehülfe und Nachfolger; Herausgeber der Halleschen Gesangbücher von 1704, 1708, 1714; 4 1739 in Halle. 403. 467. 529. 554. Aohann Burkhard Areystein, geb. 1671 zu Weißenfels, 41718 als Hof⸗ und Justizrat in Dresden. 428. Aohann Ludwig Kricker, geb. zu Stuttgart 1729, 4 1766 als Pfarrer zu Dettingen in Württemberg. 233. Ahasverus Yritsch, geb. 1629 zu Mücheln bei Halle, 4+ 1701 als Konsistorialpräsident und Kanzler zu Rudolstadt. 653. Friedrich Kuncke, geb. zu Nossen i. Erzgeb. 1642, Kantor in Perle⸗ bergu.Lüneburg,11699alsPfarrerzu Römstedtb.Lüneburg. 178. Gollfried Benedikt Funk, geb. 1734 zu Hartenstein in Sachsen, + 1814 als Rektor an der Domschule und Konsistorialrat zu Magdeburg. 151. 343. 590. Rarl Bernhard Garve, geb. 1763 zu Jeinsen bei Hannover, 41841 als Prediger der Brüdergemeinde zu Herrnhut. 71. 174. 192. 240. 244. 331. 339. Lampertus Gedicke, geb. 1683 zu Gardelegen in der Altmark, + 1735 als Feldpropst zu Berlin. 494. Christian Rürchtegolt Gellert, geb. 1715 zu Hainichen in Sachsen, 4 1769 als Professor der Philosophie in Leipzig. 18. 19. 25. 30. 76. 99. 124. 148. 157. 226. 242. 270. 311. 330. 414. 438. 458. 536. 557. 559. 612. 626. 644. Paul Gerhardt, geb. 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1651 Propst in Mittenwalde, 1657 Diakonus an St. Nikolai in Berlin, 1669 Archidiakonus in Lübben, 4 1676. 4. 7. 12. 17. 70. 81. 84. 86. 92. 101. 122. 132. 136. 139. 161. 195. 200. 206. 320. 359. 437. 440. 444. 449. 457. 468. 474. 490. 501. 509. 510. 527. 543. 565. 575. 629. Verzeichnis der Dichter. 453 Benriette Ratharina v. Gersdorf, geb. v. Friesen, geb. 1648 zu Sulzbach in Bayern, Großmutter des Grafen N. L. v. Zinzen⸗ dorf, 4 1726 als Witwe des Geheimrats v. Gersdorf zu Groß⸗ Lens Oanphüt zu Berthelsdorf. 321. 379. Andreas 548. 628. 630. Beinrich Beld, war um 1650 Rechtsanwalt zu Guhrau in Schle⸗ sien. 60. 198. Tudwig Belmbold, geb.1532zu Mühlhausen in Thüringen, 41598 als Superintendent daselbst. 472. Ayhann Daniel Bense, geb. in Westfalen, 4 1753 als Pastor zu Fischbeck in Hessen⸗Schauenburg. 654. Valerius Berberger, geb. 1562 zu Fraustadt in Posen, 4 1627 als Pfarrer daselbst. 622. 454 Verzeichnis der Dichter. Nikolaus Bermann, 4 1561 in hohem Alter als Kantor zu Joa⸗ chimsthal in Böhmen. 87. 149. 410. 528. 544. 561. 623. Aphann RAugust Bermes, geb. 1736 in Magdeburg, Konsistorial⸗ rat u. Superintendent in Quedlinburg, 4 1822 daselbst. 116. Aphann Timotheus Bermes, geb. 1738 zuPetznick inPommern, + 1821 als Pastor prim. und Inspektor der Kirchen u. Schulen zu Breslau. 360. Aohann Gollfried Berrmann, geb. 1707 zu Altjeßnitz bei Bitter⸗ feld, 4 1791 als Oberhofprediger in Dresden. 312. Zarharias Berrmann, geb. 1643 zu Namslau in Schlesien, Senior der lutherischen Kirche in Großpolen, 4 1716 zu Lissa. 633. Aphann Daniel Berrnschmidt, geb. 1675 zu Bopfingen in Würt⸗ temberg, 1723 als Professor und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 9. 456. Avhann Friedrich Berzog, geb. 1647 in Dresden, 4 1699 als Rechtskonsulent daselbst. 566. Aphann Besse, geb. 1490 zu Nürnberg, verdient um die Ein⸗ führung der Reformation in Breslau, 4 1547 als Pfarrer an der Magdalenenkirche daselbst. 619. Anna Hophie Landgräfin von Bellen-Darmstadt, geb. 1638, + 1683 als Abtissin des Stiftes Quedlinburg. 397. wilhelm Beu, geb. 1789 zu Leina bei Gotha, + 1854 als Super⸗ intendent zu Ichtershausen. 413. Friedrich Ronrad Biller, geb. zu Unteröwisheim bei Bruchsal, +. 1726 als Kanzleiadvokat in Stuttgart. 647. Philipp Friedrich Biller, geb. 1699 zu Mühlhausen in Württem⸗ berg, Pfarrer zu Steinheim bei Nördlingen, 4 1769 daselbst im Ruhestande. 39. 183. 307. 324. 332. 349. 409. 505. 579. Gollfried Boffmann, geb. 1658 zu Löwenberg in Schlesien, . 1712 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 193. 634. Ernst Christypph Bomburg, geb. 1607 zu Mühle bei Eisenach, + 1681 als Rechtskonsulent in Naumburg. 64. 129. 168. Aohann Born(Roh), 4 1547 als Senior der böhmischen Brüder⸗ kirche zu Jungbunzlau, Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1544. 58. Raspar Buberinus, Pfarrer zu Augsburg, dann zu Nürnberg, wo er 1553 starb. 546. Wilhelm Bülsemann, geb. 1781 zu Soest in Westfalen, 4 1865 als Superintendent zu Elsey bei Iserlohn. 507. Ahann Aob, geb. 1664 in Frankfurt a. M., + 1736 als Ratsherr und Baumeister in Leipzig. 651. Austus Aanas(Jobst Koch), geb. 1493zu Nordhausen, Professor des Kirchenrechts in Wittenberg(vorher in Erfurt, nachher in Jena), + 1555 als Superintendent in Eisfeld in Thüringen. 227. Aphann wilhelm Rellner v. Zinnendorf, geb. 1665zu Ackendorf im Magdeburgischen, 4 1738 als preuß. Hofrat in Halle. 337. Verzeichnis der Dichter. 455⁵ Christian Reymann, geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen, 4 1662 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 80. 396. Yriedrich Gottlieb Rlopstork, geb. 1724 in Quedlinburg, Sänger des„Messias“, Bahnbrecher für die neue Blüte deutscher Dicht⸗ kunst,. 1803 in Hamburg. 54. 426. 637. 649. Gustav Kriedrich Ludwig Nnak, geb. 1806 in Berlin, Prediger an der Bethlehemskirche daselbst, T 1878 auf einer Reise zu Dünnow in Pommern. 237. Albert änapp, geb. 1798 in Tübingen, 4 1864 als Stadtpfarrer in Stuttgart. 102. 121. 231. 259. Christoph Unoll, geb. 1563 zu Bunzlau in Schlesien, 4 1621 als Diakonus in Sprottau. 601. Christian Knorr v. Rosenroth, geb. 1636 zu Altrauden in Schle⸗ sien, 4 1689 als Kanzleidirektor zu Sulzbach in Bayern. 538. Christian Aakob Roitsch, geb. 1671 in Meißen, 1735 als Rektor des Gymnasiums in Elbing. 114. Michael Rongehl, geb. 1646 zu Kreuzburg in Ostpreußen, + 1710 als Bürgermeister zu Königsberg. 430. Aonathan Rrause, geb. 1701 zu Hirschberg in Schlesien, 4 1762 als Superintendent zu zacrer 42. Friedrich Adolf Krummacher, geb. 1768 zu Tecklenburg in Westfalen, 4 1845 als Pfarrer zu Bremen. 78. 230. Friedrich wilhelm KRrummacher, geb. 1796 zu Mörs als ältester Sohn des vorigen; 1847—53 Prediger zu Berlin, + 1868 als Hofprediger zu Potsdam. 252. Aphann Higismund Runth, geb. 1700 zu Liegnitzi. Schles. +1779 als Oberpfarrer der Solmsschen Grafschaft zu Baruth. 642. Peter Lackmann, geb. in Lübeck, Schüler A. H. Franckes, + 1713 als Pastor prim. zu Oldenburg in Holstein. 381. 531. Yriedrich Adolf Tampe, geb. 1683 zu Bremen, 7 daselbst 1729 als Prediger. 112. 281. 366. Ernst Lange, geb. 1650 zu Danzig, 4 das. 1727 als Ratsherr. 415. Avachim Tange, geb. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, + 1744 als Professor der Theologie in Halle. 541. Taurentius Laurenti,(Lorenz Lorenzen), geb. 1660 zu Husum in Holstein, 4 1722 als Kantor und Musikdirektor zu Bremen. 164. 291. 475. 640. Aohann Raspar Tavater, geb. 1741 zu Zürich, Pfarrer da⸗ selbst, 4 1801 infolge der durch einen französischen Soldaten erhaltenen Verwundung. 91. 144. 272. 422. Lrvpold Franz Frirdrich Lehr, geb. 1709 zu Cronberg bei Frankfurt a. M., gab mit Allendorf die köthnischen Samm⸗ lungen geistlicher Lieder heraus, 4als Diakonus zu Köthen 1744 auf einer Reise in Magdeburg. 292. 329. 376. Aphann Lreon, geb. zu Ohrdruf in Thüringen, + 1597 als Pastor in Wölfis. 564. 600. 605. 456 Verzeichnis der Dichter. Ehrenfried Liebich, geb. 1713 zu Probsthayn in Schlesien, 4 1730 als Pastor zu Lomnitz bei Hirschberg. 196. 452. 578. 616. Balvmo Lisrov(Liscovius), geb. 1640 zu Niemitzsch in derNieder⸗ lausitz, 4 1689 als Diakonus zu Wurzen. 364. 400. Palentin Ernst Löscher, geb. 1673 zu Sondershausen, 4 1749 als Rihang Npellead und Pfarrer zu Dresden. 280. 294. 447. Malkhäus Apellesv. Löwenstern, geb.1594 inReustadtinoOber⸗ schlesien, 1648 als Staatsrat in Breslau. 212. 584. Martin Tuther, der deutsche Reformator u. Begründer des deut⸗ schen evangelischen Kirchengesanges, geb. 1483 in Eisleben, 4 ebendaselbst 1546. 5. 32. 35. 82. 89. 90. 146. 197. 199. 211. 214. 215. 239. 241. 251. 266. 286. 325. 502. 514. 614. 615. Ayvachim Magdeburg, geb. 1525 zu Gardelegen in der Altmark, Prediger zu Efferding in Osterreich, von dort 1583 vertrieben und verschollen. 481. Hamuel Marot, geb. 1770 zu Magdeburg, Konsistorialrat und Prediger an der neuen Kirche zu Berlin, 4 1865. 262. Aphann Maukisch, geb. 1617 zu Bärtelsdorf in Sachsen, 4 1669 als Senior zu Danzig. 408. Melisfander s. Bienemann. Aphann Mentzer, geb. 1658 zu Jahma in der Oberlausitz, 41734 als Pfarrer zu Kemnitz in derselben Landschaft. 15. 34. 378. Avhann Mallhäus Meufark, geb. 1590 zu Wahlwinkel in Thü⸗ ringen, 4 1642 als Professor und Pfarrer zu Erfurt. 643. Markin Moller, geb. 1547 in Kroppstädt bei Wittenberg, + 1606 als Pastor prim. zu Görlitz. 435. 516. Aohann Friedrich Möller, geb. 1789 zu Erfurt, 4+ 1861 als Generalsuperintendent zu Magdeburg. 350. Friedrich Rarl Jreiherr v. Moser, geb. 1723 zu Stuttgart, hessendarmstädtischer Minister und Kanzler, 4 im Privat⸗ stande 1798 zu Ludwigsburg. 285. 446. Aphann Mühlmann, geb. 1573 in Pegau, 4 1613 als Professor und Archidiakonus in Leipzig. 522. lohann Gevrg Müller, geb. 1651 zu Jauer in Schlesien, 4 1745 als Pfarrer in Schkölen bei Naumburg. 279. Michael Müller, geb. 1673 in Blankenburg am Harz, Schüler A. H. Franckes, 4+ 1704 als Kandidat auf Schloß Schaubeck in Württemberg. 222. Balthalar Münter, geb. 1735 in Lübeck, 1793 als Pastor in Kopenhagen. 264. 322. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer, geb. 1624 in Halle, 4 1685 als Pfarrer in Coburg. 77. Christoph Friedrich Neander, geb. 1724 zu Eckau in Kurland, . 1802 als Propst zu Gränzhof in Kurland. 367. 441. 539. Avachim Neander, geb.1650 in Bremen, Rektorin Düsseldorf 71680 als Prediger zu St. Martini in Bremen. 6. 8. 21. 375. 555. 625. * Verzeichnis der Dichter. 457 Aohann Christian Vehring, geb. zu Gotha, 4 1736 als Pfarrer zu Morl bei Halle. 420. Ralpar Neumann, geb. 1648 in Breslau, gelehrter Theologe, .1715 als Pastor prim. zu St. Elisabeth und Inspektor der Kirchen und Schulen in Breslau; Verfasser des„Kerns aller Gebete“. 41. 43. 267. 537. 547. 560. Greorg Nrumark, geb. 1621 zu Langensalza in Thüringen, 41681 als Bibliothekar und Archivsekretär zu Weimar. 482. Erdmann Veumeister, geb. 1671 zu Uchtritz bei Weißenfels,11756 als Hauptpastor zu Hamburg. 104. 154. 260. 319. 477. 573. Avhann Reunherz, geb. 1653 zu Waltersdorf in Schlesien, 11737 als Oberpfarrer in Hirschberg. 167. Beinrich Geyrg Neuh, geb. 1654 in Elbingerode am Harz, 1716 als Konsistorialrat zu Wernigerode. 2. 221. 305. 342. Philipp Virolai, geb. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, + 1608 als Hauptpastor in Hamburg. 405. 650. August Bermann Niemeyer, geb. 1754 zu Halle, 4 daselbst 1828 als Professor der Theologie, Kanzler der Universität und Di⸗ rektor der Franckeschen Stiftungen. 608. Nyvalis s. Hardenberg. Zohann Olearius, geb. 1611 in Halle, Herausgeber der„Geist⸗ lichen Singekunst“ 1671, 4 1684 als Oberhofprediger zu Weißenfels. 45. 69. 123. 208. 558. Aphann Gollfried Olearius, des vorigen Neffe, geb. 1635 in Halle, 4 1711 als Konsistorialrat zu Arnstadt. 62. Martin Opiß v. Boberfeld, geb. 1597 in Bunzlau, verdient um die regelrechte Form der deutschen Dichtkunst, 4 als Rat und Geschichtsschreiber des Königs von Polen 1639 zu Danzig. 542. Avachim Pauli, geb. 1636in Wilsnack, Hauslehrer in Berlin, starb nach 1674. 484. 620. Christoph Rarl Ludwig Yreiherr v. Pfeil, geb. 1712 zu Grün⸗ stadt bei Worms, württembergischer Regierungsrat, àals preu⸗ ßischer Minister 1784 in Deufstetten bei Ansbach. 23. 503. Benjamin Prätorius, geb. 1636 zu Obergreißlau bei Weißen⸗ fels, 4 1674 als Pastor in Lissa bei Delitzsch. 469. Christoph Prartvrius, geb. 1631 zu Stendal, 4 daselbst 1713 als Ratskämmerer. 521. Bamuel Preiswerk, geb. 1799 in Rümlingen bei Basel, Professor der hebräischen Sprache in Genf, 4 1871 als Antistes in Basel. 385. Christian Beinrich Rudolf Puchta, geb. 1808 zu Kadolzburg in Bayern, 4 1858 als Pfarrer in Augsburg. 581. Avhann Aakob Rambach, geb. 1693 in Halle, Herausgeber des„Geistreichen Hausgesangbuchs“, 4 1735 als Professor der Theologie und Superintendent zu Gießen. 51. 57. 108. 113. 181. 184. 189. 234. 258. 275. 335. 458 Verzeichnis der Dichter. Adam Reißner(auch Reusner), geb. 1496 in Mindelheim bei Düsseldorf, Erzieher und Sekretär beim Feldhauptmann Georg Frundsberg, Anhänger Schwenckfelds, 4 1588. 463. Eleynore Fürstin Reuß, geb. Gräfin Stolberg-Wernigerode, geb. 1835 zu Gedern am Vogelsberg, lebt zu Jänkendorf in Schlesien. 95. Christian Friedrich Richter, geb. 1676 zu Sorau in der Nieder⸗ lausitz, 1 1711 als Arzt am Waisenhause zu Halle. 88. 345. 346. 348. 355. 358. 398. Bartholomäus Ringwaldt, geb. 1530 zu Frankfurt a. O., + 1599 als Pfarrer zu Langefeld in der Neumark. 288. 515. 517. 641. Markin Ninkart, geb. 1586 zu Eilenburg in Sachsen, daselbst 1649 als Archidiakonus. 11. 29. Aohann Rist, geb. 1607 zu Ottensen bei Hamburg, 4 1667 als Pastor zu Wedell bei Altona. 10. 55. 79. 100. 106. 135. 277. 570. 645. Bamuel Rodigalt, geb. 1649 zu Gröben bei Jena, + 1708 als Rektor am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin. 476. Johann Andrras Rothe, geb. 1688 in Lissa bei Görlitz, 4 1758 als Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau in Schlesien. 316. 632. Aohannes Rothen, geb. 1797 zu Neuenegg imKanton Bern, Lehrer in Basel, daselbst 1876. 412. Friedrich Rürkert, geb. 1789 in Schweinfurt, Professor der orien⸗ talischen Sprachen in Erlangen und Berlin, 1866 als preu⸗ ßischer Geheimrat zu Neuseß bei Coburg. 56. Christoph Runge, geb. 1619 zu Berlin, T 1681 als Buchdrucker daselbst, hat in enger Verbindung mit dem Kantor J. Crüger die für das Gesangbuchwesen in Brandenburg grundlegenden Gesangbücher herausgegeben. 445. Aohann Friedrich Ruvpp, geb. inS traßburg, Pfarrer im Elsaß, + 1708 als Adjunkt der theologischen Fakultät und Inspektor am Waisenhause in Halle. 344. Martin Nutilius, geb. 1550 zu Düben in Sachsen, 1618 als Archidiakonus in Weimar. 282. Goltfrierd Wilhelm Barer, geb. 1635 in Naumburg, 7 1699 als Kammeradvokat in Wolfenbüttel. 97. 172. 582. 631. Christian Friedrich Beinrich Bachse, geb. 1785 zu Eisenberg in Thüringen, 11860 als Hofprediger und Konsistorialrat in Alten⸗ burg. 627. Wilhelm II., Berzog zu Bachsen-Weimar, geb. 1598 auf Schloß Altenburg, 4+ 1662 in Weimar. 44. Aphann Raspar Schade, geb. 1666 in Kühndorf bei Meiningen, + 1698 als Diakonus an St. Nikolai in Berlin. 130. 306. 327. 365. 384. 465. Martin Schalling, geb. 1532 in Straßburg i. Elsaß, 4 1608 als Pfarrer in Nürnberg. 386. Av Ar n bei georg rode, rf in eder⸗ 345. 1599 641. selbst Wals 277. als 476. 175⁸ 632. ehrer ien⸗ reu⸗ ucker üger uden saß, ktor als als g in ten⸗ loß gen, 327. als Verzeichnis der Dichter. 459 Ivhann BScheffler(Angelus Silesius), geb. 1624 in Breslau, herzoglicher Leibarzt in Ols, ward 1653 katholisch, 4 1677 im Matthiaskloster zu Breslau. 115. 119. 126. 363. 380. 389. 391. 417. 429. 571. Christian Ludwig Gcheidt, geb. 1709zu Waldenburg in Württem⸗ berg, 4 1761 als Hofrat und Bibliothekar in Hannover. 303. Ivhann Bermann Schein, geb. 1586 zu Grünhain in Sachsen, ½ 1630 als Musikdirektor in Leipzig. 611. HBartmann Schenk, geb. 1634 in Ruhla in Thüringen, 4 1681 als Pfarrer in Ostheim vor der Rhön. 53. Beinrich Theobald Schenk, gebürtig aus Hessen, 4 1727 als Stadtpfarrer in Gießen. 652. Max v. Srhenkendorf, geb. 1783 in Tilsit, Sänger der deutschen Befreiungskriege, 4 1817 als Regierungsrat in Coblenz. 73. Mirhael Schirmer, geb. 1606 in Leipzig, Konrektor am grauen Kloster in Berlin, 4 1673. 68. 202. 585. Abhann Adolf Schlegel, geb. 1721 in Meißen, 1 1793 als Generalsuperintendent in Hannover. 442. Levin Aahann Schlicht, geb. 1681 zu Calbe i. d. Altmark, 1723 als Prediger zu St. Georgen in Berlin. 550. LTudwig Beinrich Schlolser, geb. 1663 in Darmstadt, 1723 als Prediger zu St. Katharinen in Frankfurt a. M. 499. Abhann Eusebius Schmidt, geb. 1669 zu Hohenfeld bei Erfurt, + 1745 als Pfarrer zu Siebleben bei Gotha. 216. Benjamin Schmolck, geb. 1672 zu Brauchitschdorf in Schlesien, 4+ 1737 als Pastor prim. zu Schweidnitz. 26. 33. 49. 52. 61. 138. 147. 155. 165. 204. 245. 249. 256. 300. 334. 356. 382. 443. 455. 462. 500. 553. 562. 572. 604. 607. 613. 621. Cyriakus Schneegaß, geb. 1546 zu Buffleben bei Gotha, 4 1597 als Pastor zu Friedrichroda. 96. Zohann Schneeling(Chiomusus), geb. zu Frankfurt a. M., + 1567 als Pfarrer zu Friemar bei Gotha. 284. Zohann Gyttfried Schöner, geb. 1749 zu Rügheim in Franken, + 1818 als Pfarrer zu St. Lorenz in Nürnberg. 357. Avhann Bermann Schrader, geb. 1684 in Hamburg, 1 1737 als Konsistorialrat und Propst zu Tondern in Holstein. 210. Aohann Beinrich Schröder, geb. 1667 zu Springe bei Hannover, + 1699 als Pfarrer zu Meseberg bei Magdeburg. 309. 425. Christian Friedrich Daniel Schubart, geb.1739zuObersontheim i.Schwaben, Organ.i. Ludwigsburg, 1777—1787Gefangener auf dem Hohenasperg, 1 1791 als Hofmusikdirektor i.Stuttgart. 302. Avhann Aakob Schüß, geb. 1640 in Frankfurt a. M., daselbst 1690 als reichsständischer Rat. 16. Kmilie Auliane Gräfin v. Srchwarzburg-Rudolltadt, geb. Gräfin v. Barby, geb. 1637 zu Rudolstadt, daselbst 1706. 93. 315. 580. 624. 460 Verzeichnis der Dichter. LTudämilie Elisabeth Gräfin v. HBchwariburg-Rudolstadt, geb. 1640 zu Rudolstadt, daselbst 1672 unvermählt. 296. Aohann Christoph Schwedler, geb. 1672 zu Krobsdorf in Schles., +.1730 als Pfarrer zu Niederwiesa in der Oberlaͤusitz. 407. Christian Brriver, geb. 1629 in Rendsburg, 4 1693 als Hof⸗ prediger in Quedlinburg. 552. Nikolaus Belnerker, geb. 1530 zu Hersbruck bei Nürnberg, nach vielbewegtem Leben 1592 als Professor und Super⸗ intendent zu Leipzig. 48. 238. 602. Tudwig Rudolf Freiherr v. Benfftzu Pilsach, geb. 1681 zuPil⸗ sach1718alssächs.Legationsr.u. Dompropsti. Raumburg. 597. Elisabeth v. Benitz, geb. 1629 zu Rankau in Schlesien, Hof⸗ fräulein am herzoglichen Hofe in Ols, 4 1679. 131. Austus Sieber, geb. 1628 zu Eimbeck, 4 1695 als Pastor zu Schandau in Sachsen. 271. Aohann Siegfried, geb. 1564, + 1637 als Superintendent zu Schleiz. 606. Philipp Balthasarsinold v. Schüßz(Amadeus Creutzberg), geb. 1657 auf Schloß Königsberg bei Gießen, nach vielen Reisen u. verschiedenen Anstellungen in Reuß, Schlesien, Lausitz, Schwa⸗ ben 1742 mird Bpar Solmsscher Geheimrat zu Laubach. 395. Augult Gottlie Bpangenberg, geb. 1704 zuKlettenberg in Han⸗ nover, Bischof der Brüdergemeinde, 1 1792 in Berthelsdorf. 352. Philipp Aakob Spener, geb. 1635 zu Rappoltsweiler im Elsaß, Prediger in Frankfurt, Hofprediger in Dresden, 4 1705 als Propst zu St. Nikolai und Konsistorialrat in Berlin. 470. Lazarus Spengler, geh. 1479 zu Nürnberg, Freund Luthers, war Ratsschreiber zu Nürnberg, 4 1534 daselbst. 308. Paul Speratus(v. Spretten), geb. 1484 zu Rottweil in Schwaben, 1523 in Wittenberg, als Bischof von Pomesanien 1551 in Marienwerder. 310. Rarl Avhann Philipp Bpitta, geb. 1801 in Hannover, 4 1859 als Superintendent in Burgdorf bei Hannover. 191. 217. 257. 347. 369. 460. 496. 498. Aphann Jakob Spreng, geb. 1699 zu Basel, 4 daselbst 1768 als Professor der Geschichte. 253. Avsua Stegmann, geb. 1588 in Sulzfeld bei Meiningen, 4 1632 als Professor der Theologie u. Superintendent in Rinteln. 22. Aohann Steuerlein, geb. 1546 in Schmalkalden, 4 1613 als Stadtschultheiß in Meiningen. 94. Gerhard Htip, geb. 1809 zu Norden in Ostfriesland, Herausgeber des„Unverfälschten Liedersegens“ 1851, + als Privatgelehrter zu Potsdam 1882. 532. Beinrich Arnold Stlockfleth, geb. 1643 in Alefeld bei Hildes⸗ heim, + 1708 als brandenburgischer Generalsuperintendent und Hofprediger zu Mönchsberg in Bayreuth. 483. hers, ben, 1 in Verzeichnis der Dichter. Ernst Stockmann, geb. 1634 in Lützen, 4 1712 als Oberkonsisto⸗ rialrat in Eisenach. 450. Viktor Rriedrich v. Strauß, geb. 1809 in Bückeburg, Schaum⸗ burg-Lippescher Staatsminister, 4 1899 in Dresden. 574. Christoph Christian Sturm, geb. 1740 in Augsburg, 4 1786 als Hauptpastor in Hamburg. 152. 368. Aulius Rarl Reinhold Sturm, geb. 1816 zu Köstritz in Reuß, + 1896 als Pfarrer und Kirchenrat daselbst. 255. 416. 506. Christian Ludwig Taddel, geb. 1706 in Mecklenburg-Schwerin, + 1775 als Hofrat und Justizkanzleidirektor in Rostock. 162. Gerhard Tersteegen, geb. 1697 zu Mörs, Bandmacher zu Mülheim a.d. Ruhr, unermüdlicher Laienprediger durch Wort und Schrift, + 1769 in Mülheim. 40. 83. 163. 176. 182. 201. 207. 361. 383. 567. Valentin Thilv, geb. 1607 zu Königsberg i. Pr., 4 daselbst 1662 als Professor der Beredsamkeit. 67. Christoph Tiethe(Titius), geb. 1641 zu Wilkau bei Breslau, 4 1703 als Pastor zu Hersbruck bei Nürnberg. 289. 471. Beinrich Aulius Tode, geb. 1757 zu Zollenspieker bei Hamburg, + 1797 als Konsistorialrat und Dompropst zu Schwerin. 194. Gollfried Tollmann, geb. 1680 zu Lauban in der Lausitz, 1 1766 als Pfarrer zu Leube bei Görlitz. 577. Andreas Cscherning, geb. 1611 zu Bunzlau in Schlesien, 4 1659 als Professor der Dichtkunst zu Rostock. 488. Avsua Wegelin, geb. 1604 in Augsburg, 4 1640 als Pfarrer in Preßburg. 169. 583. Christoph Wegleiter, geb. 1659 zu Nürnberg, 4 1706 als Pro⸗ fessor der Theologie zu Altdorf. 37. chen. 4 wWeingärtner, um 1600 Prediger im Heilbronn⸗ hen. 439. Michael Weiße, geb. zu Neiße in Schlesien, Herausgeber des böh⸗ mischen Brüdergesangbuchs von 1531, 4 1542 zu Neutomischl in Böhmen. 65. 133. 617. Geyrg Weissel, geb. 1590 zu Domnau in Ostpreußen, 4 1635 als Pfarrer in Königsberg. 66. 160. 402. Geyrg Werner, geb. 1589 in Preußisch⸗Holland, 4 1643 als Dia⸗ konus zu Königsberg i. Pr. 85. 118. Aphann Abseph Winckler, geb. 1670 zu Lucka in Sachsen-Alten⸗ burg, 4 1722 als Konsistorialrat u. Domprediger in Magdeburg, viel angefochten wegen seiner Bemühungen um die Union der oD chabriri Kirchen. 371. 373. 464. Jakob Gabriel Wolf, geb. 1684 in Greifswald, 4 1754 als Pro⸗ fessor der Rechte in Halle. 374. 434. 448. Ernst Gottlieb Woltersdorf, geh. 1725 zu Friedrichsfelde bei Berlin, 4 1761 als Pfarrer zu Bunzlau in Schlesien. 38. 141. 273. 635. 462 Verzeichnis der Dichter. Daniel Wülffer, geb. 1617 zu Nürnberg, 4+ 1685 als Antistes an der Lorenzkirche und Konsistorialrat daselbst. 646. Anhann Friedrich Zihn, geb. 1650 zu Suhl in Thüringen, da⸗ selbst 1719 als Archidiakonus. 454. Aphann Christian Zimmermann, geb. 1702 zu Langenwiese bei Ilmenau in Thüringen, Propst zu Ulzen in Hannover, + 1783. 351. Christian Renatus Graf Binzendorf, des nächstfolgenden Sohn, geb. 1727 in Herrnhut, + 1752 in London. 120. Nikolaus Ludwig Graf Zinzendorf, geb. 1700 in Dresden, Stifter und Bischof der Brüdergemeinde, 1760 in Herrnhut. 213. 219. 243. 304. 338. 404. 491. 636. 638. Georg Avachim Bollikofer, geb. 1730 zu St. Gallen, +1788 als Prediger zu Leipzig. 362. Aphann Zwick, geb. 1496 zu Constanz, brach durch das Züricher Gesangbuch von 1536 dem Kirchenliede Bahn in der refor⸗ mierten Kirche, als Pfarrer von Constanz 1542 an der Pest zu Bischofszell, wo er das durch die Seuche verwaiste Pfarr⸗ amt vertrat. 170. Von unbekannten Dichtern stammen folgende 44 Lieder: Aus der Zeit vor der Reformation: 145. 171. Aus dem 16. Jahrhundert: 153. 265. 473. 519. 525. 535. 545. 549. 563. 576. : 109. 117. 177. 203. 293. 295. 298. 394. 436. 453. 461. 489. 556. 569. 588. 589. 595. 610. „, 18.„: 74. 173. 205. 268. 336. 387. 419. 421. 427. 433. 466. 520. 7„I9. 6„ 179. 185. . 1. es an +da⸗ wiese rover, enden Sden, mnhut. 38 als richer efor⸗ Pest farr⸗ 545. 298. 569. Anhang evangelischen Gesangbuch für die Provinz Brandenburg. EFHEE I. Gebekte. A. Morgen- und Abend-Gebete. 1. Morgengebete. Das walte Gott Vater, Sohn, heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir alle mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. Luther. Für den Bonnkag. 1I. Heiliger, dreieiniger Gott! In der Frühe loben wir dich und preisen dich und benedeien deinen allerheiligsten Namen. Wir danken dir, gütiger Gott und Vater, daß du uns diese Nacht so gnädig und väterlich behütet und bewahret und abermals diesen Tag hast erleben lassen, damit wir deine ewigen Güter emp⸗ fangen. Ach heiliger Vater, gib uns reine Herzen und entzünde sie durch das Feuer deiner Liebe, daß wir dir mit Leib, Seele und Geist uns zum Opfer darbringen. Laß uns an diesem deinem heiligen Ruhetage in dir ruhen und habe du dein Werk in uns, daß wir dir zur Ehre und uns zum Segen diesen Tag feiern mögen, in der Gottseligkeit wachsen, im Geist stark werden, und deine Gnade bei uns bleibe für und für. Offne uns das Ohr, Herr Jesu Christe, und gib uns gläubige Herzen, daß wir hören, wie du uns zu dir rufest, und deiner Stimme gern folgen. Gib uns fröhliche Herzen, zu gehen zu deinem heiligen Gg 466 Morgengebete. Haus, da deines Namens Gedächtnis gestiftet, dein Segen und Ge⸗ meinschaft mit dir verordnet ist, und deine Gemeinde dir lobsinget. Ach leutseliger Herr Jesu, an diesem Tage bist du auferstanden von dem Todez so hilf, daß auch wir auferstehen aus dem Tode der Sünde und hinfort allein in dir leben und du in uns. Ja bekleide, schmücke, heilige du uns heute und alle Tage zu deiner Wohnung. Herr Gott heiliger Geist, öffne uns die Tür zum Leben durch Erleuchtung unsrer Herzen, daß wir die Weide deiner göttlichen Lehre und deines Trostes finden, die Stimme unsers Erzhirten Jesu in uns hören, durch den Glauben zu ihm eingehen und durch die Liebe ihm gehorchen. Laß diesen seligen Ruhetag uns einen Vorschmack sein der ewigen Ruhe bei dem Herrn. Also befehlen wir uns heut und allezeit in deine Hand, o du großer, dreieiniger Gott; du wollest jetzt und immerdar unser treuer Gott sein und bleiben von Ewigkeit zu Ewigkeitl Amen. 2. Ich danke dir, gütiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, daß du mich diese Nacht so gnädig behütet und bewahret und mich abermals diesen Tag hast erleben lassen, an welchem ich von aller Arbeit meiner Hände ruhen soll, damit dein Geist durch den Segen deines heiligen Wortes sein Werk in mir habe. Wie treulich hast du dafür gesorgt, daß wir mitten im unruhigen Leben einmal still stehen können, unsre Herzen zu dir emporrichten und bedenken, was zu unserem Frieden dient. Ach Gott, laß mich diesen Tag nicht allein heilig anfangen, son⸗ dern auch heilig fortsetzen und heilig vollenden! Mein Gott und Vater, tue allen, die heut dein Wort hören, das Herz auf. Gib den Lehrern und Dienern deines Wortes die Gabe deines Geistes und salbe die Lippen, die deines Namens Ehre verkündigen. Laß das Wort der Predigt nicht leer zu dir zurückkommen, sondern aus⸗ richten, wozu du es sendest. Mehre die Zahl deiner Gläubigen aller Orten, insonderheit in dieser Gemeinde. Laß mir und allen den lieben Meinigen den heutigen Tag zu einem ewigen Segen werden. Tröste die, so heut in Einsamseit und Traurigkeit leben müssen, deren Seele vergeblich sich sehnt nach deinen Vorhöfen. Bringe sie und alle, die deinen Namen lieb haben, dahin, daß wir dein Angesicht ewiglich schauen und mit den Engeln immerdar singen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! Amen. Für die Wochentage. I. Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten! O du barmherziger Gott, dessen Güte DRiAaNciEs E.n Morgengebete. und Treue alle Morgen neu ist: ich sage dir mit Herz und Mund Lob und Dank, daß du mich diesen Morgen wiederum gesund hast lassen von meinem Lager aufstehen und meinen Leib vor Schaden und meine Seele vor Sünden bewahrt hast. Wie groß ist deine Güte, Herr, daß Menschen unter dem Schatten deiner Flügel trauen und unter demselben so mächtig bewahret werden. Ich schaue nach der Finsternis wieder das Sonnenlicht. Gib mir Gnade, daß ich diefen ganzen Tag in deinem Lichte wandle und alle Werke der Finsternis fliehe. Ich achte den Tag für verloren, an welchem ich der Welt ge⸗ dient und mich nach der Welt Torheiten und Gewohnheiten gerichtet habe, wofür ich einst vor deinem Gericht eine schwere Rechenschaft geben muß. Ich opfre mich hingegen dir ganz zu deinem Dienst mit Leib und Seele. Laß mich nichts wollen, nichts vornehmen und ge⸗ denken als was dir gefällt, auf daß der ganze Tag dir mögegeheiliget sein. Ja laß mich allezeit so leben, reden und tun, als ob ich heute noch sterben müßte. Und da ich nach der finstern Nacht, darin ich als dein Kind in deinen Armen gelegen, nun wiederum von neuem lebe, so weiß ich nirgend hin, als zu dir. Ich klopfe an deine Gnadentür, ich wende mich wieder zu der Segensquelle, aus welcher ich nehme einen Segen nach dem andern, eine Hülfe nach der andern; denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich; wenn du deine Hand auftust, so wird alles gesättigt mit Wohlgefallen. Gib mir guten Rat, wenn ich Rat bedarf; richte meine Anschläge und Vor⸗ nehmen nach deinem Willen. Entzünde in mir die Flammen deiner göttlichen Liebe, daß ich diesen Tag meinen Glauben in den Werken zeige und in wahrer Liebe gegen dich und den Nächsten verharre, auf daß ich ohne Gewissenswunden den Abend erreiche. Wenn ich rufe zu dir, Herr mein Gott, so schweige mir nicht. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor. Laß das Gebet der Elenden, Traurigen, Kranken und auch das Gebet der Meinigen und aller Frommen vor deinem Gnadenstuhl Erhörung finden! Amen. 2. Herr, himmlischer Vater, ewiger Gott, gelobt sei deine gött⸗ liche Kraft und Allmacht, deine grundlose Güte und Barmherzigkeit, deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser Nacht mit deiner Hand bedecket und unter dem Schatten deiner Flügel ganz sicher hast ruhen und schlafen lassen. Darum lobe ich dich um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern tust, und will dich in der Gemeinde preisen. Dein Lob soll immer⸗ dar in meinem Munde sein, nimmermehr soll meine Seele vergessen, was du mir Gutes getan hast. So laß dir das Morgenopfer ge⸗ fallen, das ich dir in Einfalt meines Herzens bringe. Ich rufe zu dir von ganzem Gemüt: du wollest mich diesen S und der Seele und deinen Gg 2 Tag behüten vor aller Gefahr Leibe 468 Morgengebete. lieben Engeln über mir Befehl tun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Umgib mich rings mit deinem Schilde und führe mich auf den Steig deiner Gebote, daß ich unsträflich wandle in deinem Dienst, wie die Kinder des Tages, zu deinem Wohlge⸗ fallen. Wehre dem bösen Feinde und allen Argernissen dieser Weltz dazu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht wider dich handle und dich mit meinen Sünden erzürne. Regiere mich mit deinem heiligen Geist, daß ich nichts vornehme, rede oder gedenke, denn allein, was dir gefällig ist und zu Ehren deiner göttlichen Majestät gereicht. Siehe, mein Gott, ich übergebe mich ganz und gar zu eigen in deinen Willen mit Leib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und dir wohlgefällig sei, damit ich dir einen vernünftigen und angenehmen Gottesdienst leiste. Darum, heiliger Vater, all⸗ mächtiger Gott, laß mich dein Eigentum sein, regiere mein Herz, Seele und Gemüt, daß ich nichts denn dich wisse und verstehe. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken und darauf merken, frühe will ich dich loben und des Abends nicht aufhören, durch Jesum Christum! Amen. 3. O du frommer und getreuer Gott, himmlischer Vater, ich lobe, ehre und preise dich von Grund meines Herzens, daß du mich diese vergangene Nacht hast sicher ruhen und schlafen lassen und durch deine väterliche Liebe mich frisch und gesund wieder erweckt hast. Ich bitte dich von Herzen, du wollest mich und alle frommen Christen heut diesen Tag und allezeit vor allem Ubel und Gefahr Leibes und der Seele gnädig behüten, damit ich alle Tage in deinem Willen erfunden werden möge. In deinen göttlichen Schutz und Schirm befehle ich mich, meinen Leib und Seele, Herz und Sinn, Mut und Gedanken; all mein Dichten und Trachten, mein Stehen, mein Sitzen und Liegen, meinen Eingang und Ausgang, mein Leben und Sterben und alles, was ich bin und vermag. Sei und bleibe bei mir um Jesu Christi, deines lieben Sohnes, willen. Amen. 4. Mein Herr und mein Gott, in deinem Namen gehe ich nun hin, heute diesen Tag die Werke meines Berufs zu verrichten, und befehle dir hiermit meinen Leib und meine Seele, Weib(Mann) und Kind, Haus und Hof, mein Gut und Ehre und alles, was ich habe. Nimm uns in deinen göttlichen Schutz, breite deine Gnadenflügel über uns; erfülle uns mit deinem göttlichen Segen und führe uns durch dieses Zeitlicheins Ewigedurch Jesum Christum, unsernHerrn. Amen. Morgengebete. 469 5. Herr Gott, himmlischer Vater, in dieser Morgenstunde befehle ich dir meinen Leib und meine Seele in deine liebreiche Regierung, in deinen mächtigen Schutz, in deine väterliche Aufsicht und Treue. Laß mir und den lieben Meinigen heute nichts Übles begegnen und keine Plage unserm Hause sich nahen. Laß deinen heiligen Geist uns kräftig regieren und unser Herz zum kindlichen Gehorsam lenken, daß wir von den Wegen der wahren Gottseligkeit nichtabweichen. Segne mich heut an Leib und Seele, segne meinen Ausgang und Eingang, segne meine Haushaltung und mein Tagewerk. Laß mir in allen meinen Geschäften dein himmlisches Licht leuchten, deine Kraft mich stärken, deine Liebe mich dringen, daß ich in Gerechtigkeit wandle, meinen Taufbund stets vor Augen habe und meinem Nächsten mit aufrichtiger Liebe begegne. Gib, daß ich die Zeit, die ich noch zu leben habe, wohl und christlich anwende zu deines Namens Ehre, meines Nächsten Dienst und meiner selbst Besserung. Gib mir auch die Gnade, daß ich mich meiner Sterblichkeit stets erinnere und meine Gedanken allezeit aus dem Zeitlichen auf das Himmlische und Ewige richte. Und wenn ich dann meinen Lauf vollendet und das Ziel, welches du mir in Gnaden gesetzt, erreicht habe, so verleih mir nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen ein sanftes, fröhliches und seliges Endel Amen. 6. O Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens! Ich danke dir und rühme deinen herrlichenNamen. Leben und Wohltat hast du an mir getan, und dein Aufsehen bewahret meinen Odem. Du hast mich behütet und mit deinem starken Arm beschirmet; deine Barm⸗ herzigkeit ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß. Laß meinen Mund deines Ruhmes täglich voll sein und vergib mir alle meine Sünden. Tue mir wohl nach deiner Barmherzigkeit. Weise mir deinen Weg und leite mich auf richtiger Bahn. Laß mir auch heute deine Gnade widerfahren; verlaß mich nicht und ziehe die Hand nicht ab von mir. Herr mein Gott, sei mir freundlich und fördere das Werk meiner Hände. Erhalte meinen Gangauf deinen Fußsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich. O Gott, groß von Rat und mächtig von Tat, stärke mich durch deinen guten Geist, daß ich deinen Namen fürchte. Behüte meinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Amen. (Für den Monkag.) Bei diesem Anfang der Wochenarbeit rufe ich zu dir, o heiliger Vater, im Namen Jesu Christi, du wollest mein Herz, Mut und Sinn mit deinem heiligen Geist erfüllen, damit ich allein das tue, rede und denke, was du selber in mir willst und wirkest. Ach vereinige 470 Morgengebete. meine Gedanken und Sinnen mit dir durch die Liebe Christi und reinige mein Gewissen durch sein Blut, damit ich in deinem heiligen Gehorsam einhergehe. Siehe, ich übergebe mich dir auf die ganze Woche, ja auf mein Leben lang. Stärke mich mit deiner Kraft, mache mich aufrichtig, dir und meinem Nächsten in Liebe zu dienen. Lehre mich wider alle Verführungen meines verderbten Herzens und böser Menschen streiten. Hilf mir die Last dieser Woche tragen: leite mich wie ein lieber Vater, und mache mich kindlich gehorsam. Sprich selbst deinen Segen über meine Arbeit und gehe mir mit deiner Weisheit vor, damit ich recht fröhlich und getrost darinnen, aber auch gewissenhaft und treu sei. Ja werde du selbst in mir und allen meinen Dingen Anfang, Mittel und Ende zu deinem Preis und meinem Heile. Amen. (Für den Freikag.) O Herr Jesu Christe, du einiger Heiland der Welt, zu dir erhebe ich mein Herz, Mut und Sinn und danke dir, daß du mich durch deine unerschöpfliche Barmherzigkeit und Liebe in dieser Nacht wider des bösen Feindes List und Gewalt frisch und gesund behütet hast. Herr Jesu, du bist mein Gut und mein Erbteil, mein Heil steht in deinen Händen; ich weiß auch von keinem Helfer weder im Himmel noch auf Erden, als von dir allein. Darum bitte ich dich um deiner unaussprechlichen Marxter und Angst und um deines allerschmäh⸗ lichsten Todes willen, den du, liebster Herr Jesu, am heutigen Tage aus großer Liebe für mich armen Sünder hast gelitten, du wollest mir gnädig und barmherzig sein und mich heute diesen Tag und die ganze Zeit meines Lebens segnen und behüten und bewahren vor allem Uebel, von dieser mühseligen Zeit an, bis du mich zur ewigen Freude und Seligkeit abforderst. Alles um deines allerheiligsten Namens und um deiner gekreuzigten Liebe willen! Amen. 2. Abendgebete. Das walte Gott Vater, Sohn, heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädig behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünden, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht gnädiglich be⸗ hüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. aut) Uuther. Abendgebete. 471 Für den Bonntag. 1. O Gott, Vater aller Barmherzigkeit, wir danken dir höchlich und allezeit, daß du uns nach dem überschwenglichen Reichtum deiner Gnaden hast gebracht zu dem Schatz deines Wortes, darinnen wir haben die Erkenntnis deines lieben Sohnes, das ist ein sicher Pfand unsers Lebens und unsrer Seligkeit, die im Himmel zukünftig ist und bereit allen, die in reinem Glauben und brünstiger Liebe beständig bis ans Ende beharren. Wie wir denn hoffen und bitten, du werdest uns, barmherziger Vater, erhalten und vollkommen machen mit allen Auserwählten, in einem Sinne, zu gleichem Bilde deines lieben Sohnes Jesu Christi unsers Herren. Amen. 2. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich danke dir herzlich, daß du mich heute so gnädig behütet und Gnade verliehen hast, dein Wort zu hören, deinen Namen anzurufen und auch der leiblichen Ruhe und Erquickung zu genießen. Herr, wie groß ist deine Güte, die du uns armen Menschen erweisest. Vergib mir, o lieber Vater, alle meine Sünde um Christi willen und regiere mich durch deinen heiligen Geist, daß ich dem, was ich heut aus deinem heiligen Worte gelernt, in beständigem Glauben, gottseligem Leben und Geduld fleißig und von Herzen nachkomme. Und gleichwie dein lieber Sohn, mein einiger Heiland Jesus Christus, an diesem Tage von den Toten auferstanden ist, also verleihe mir Gnade, in einem neuen Leben vor dir zu wan⸗ deln. Ich bitte dich auch, lieber Vater, du wollest diese Nacht in deinen väterlichen Schutz nehmen meinen Leib und Seele und alles, was du mir gegeben hast, daß der böse Feind und seine Werkzeuge keine Macht an mir finden. Dein heiliger Geist erleuchte mich, daß ich dein nimmermehr vergesse. Deine allmächtige Hand erhalte mich. Dein heiliger Engel beschütze mich. Deine väterliche Güte segne und erquicke mich, damit ich morgen gesund und mit Freuden aufstehen und dir nach deinem Willen dienen möge. Und wenn ich im zeit⸗ lichen Tode werde entschlafen sein, so gib durch die Auferstehung Jesu Christi, daß ich an jenem Tage fröhlich aus dem Tode wiederum hervorgehen möge zur ewigen Herrlichkeit! Amen. Für die Wochentage. 1. Ich liege und schlafe und erwache, denn der Herr hält michl O du heiliger, gütiger und allein weiser Gott, du hast mich heute diesen vergangenen Tag wiederholt erfahren lassen, daß du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden; du hast nach deiner unendlichen Güte für mich gesorgt, daß es mir nicht an irgend einem Gut gemangelt hat. Ach Herr, ich bin zu 472 Abendgebete. geringe aller Güte und Treue, die du täglich an mir beweisest. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle Wohltaten, die er an mir tut, an mir, der ich nur Staub und Asche bin. Verschmähe nicht das de⸗ mütige Lobopfer, das ich dir in dieser Abendstunde bringe, und schaue mich ferner in Gnaden an. Vergib mir, o gnädiger Gott, was ich an diesem Tage in Gedanken, Worten und Werken gegen dich be⸗ gangen habe. Gib, daß ich mit meinen Kleidern zugleich alle bösen Gewohnheiten, Sünden und Unarten ausziehe, dieselben morgen und mein ganzes Leben hindurch hasse und lasse; daß ich nach dem vorigen Wandel den alten Menschen ausziehe und ihn nie wieder anziehe. Laß mich die bevorstehende Nacht mit allen meinen Verwandten und Hausgenossen unter deinem Schutze sanft und ruhig schlafen. Die Sonne verbirgt sich; laß, o Jesu, du Sonne der Gerechtigkeit, deinen Glanz immer in meinem Herzen leuchten. Erneure im Schlaf meine Kräfte, damit ich munter und fröhlich den Tag erlebe. Wacht ein Hirte bei seiner Herde, so laß mich auch deiner Hirtentreue an Leib und Seele befohlen sein. In Traurigkeit erfreue mich, im Elend erquicke mich; wenn ich verlassen bin, so nimm dich meiner herzlich an. Laß deine Allgegenwart und dein allsehendes Auge bei Tag und Nacht mich von Sünden abhalten. Ich hebe auch bei anbrechender Nacht meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hülfe kommt; Amen Hülfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hatt men. 2. O allmächtiger, ewiger, gnädiger und barmherziger Gott, der du gesagt hast:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten!“ — ich bitte dich, erbarme dich mein und vergib mir meine Sünde. Gib mir deinen heiligen Geist, der mein Herz allezeit mit himmli⸗ schem Trost erfülle. Ich schlafe oder wache, ich liege oder stehe auf, so hilf mir, wie du weißt, daß mir am besten geholfen wird an Leib und Seele. Du vermagst alles, du bist Gott und Herr über alles, es steht alles in deinen Händen. Gedenke an deine Barmherzigkeit und Verheißung, ja gedenke des vollkommenen Gehorsams deines lieben Sohnes Jesu Christi, durch welchen ich dir gänzlich versöhnt bin. Um deswillen sei mir heute und allezeit gnädig. Und wenn es ja sein sollte, daß ich nach deinem väterlichen Willen mit Gefahr, Kreuz und Unglück oder auch mit dem Tode sollte heimgesucht werden, so wollest du mich auch heimsuchen mit deinem himmlischen Troste, Segen und Gnade. Ohne deinen Willen, o Herr, kann mir nichts widerfahren. Ob ich schon wandle im finstern Tale, so bist du doch bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Auch alle meine Haare auf meinem Haupte hast du gezählt. Wovor sollte mir grauen? Ich lebe oder sterbe, so bin ich dein und darum nicht verloren, sondern ewig selig durch Jesum Christum! Amen. 209000 9— — Abendgebete. 3. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, ich lobe und preise dich, daß du mich durch deine göttliche Gnade und Schutz den ver⸗ gangenen Tag hast vollenden und seine Last und Plage hast über⸗ winden lassen. Du hilfst ja immer eine Last nach der andern ab⸗ legen, bis wir endlich zur Ruhe und zu dem ewigen Tage kommen, da alle Plage und Not aufhören wird. Ich danke dir von Herzen für alles, was ich diesen Tag an Leib und Seele Gutes aus deiner Hand empfangen habe. Ach Herr, ich bin zu geringe aller deiner Barm⸗ herzigkeit, die du täglich an mir tust. Ich danke dir auch für die Abwendung des Bösen, das mir diesen Tag hätte begegnen können, und bitte dich herzlich und kindlicht vergib mir alle meine Sünde, die ich diesen Tag begangen habe mit Gedanken, Worten und Werken. Ach, sei mir gnädig, mein Gott, sei mir gnädig. Laß heut alle meine Sünde mit mir absterben und gib, daß ich immer gottes⸗ fürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehe! Segne meinen Schlaf, wie den des Erzvaters Jakob, da er im Traum die Himmelsleiter sah und die heiligen Engel und den Segen empfing; daß ich von dir rede, wenn ich mich zu Bette lege, an dich denke, wenn ich erwache, daß dein Name und Gedächtnis in meinem Herzen bleibe, ich schlafe oder wache. Siehe, der uns behütet, schläft nicht; siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht! Sei du, o Gott, mein Schatten über meiner rechten Hand; laß deine heiligen Wächter mich behüten und deine Engel sich um mich her lagern. Wecke mich morgen zu deinem Lobe und Preise, daß ich mit neuen Kräften dir dienen möge. Wenn aber diese Nacht nach deinem un⸗ erforschlichen Ratschluß die letzte sein sollte, und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn! Amen. 4. O Herr, nun schließe ich meine Augen; du aber, Hüter Israels, schläfst und schlummerst nicht; du behütest mir Leib und Seele. Nun wird es finster um mich her; laß mir das Licht deines Angesichtes leuchten und sei mir gnädig. Nun vergesse ich Sorge und Kummer; nun schweigen meine Lippen; laß meine Seele auch im Schlafe zu dir beten. Herr, heilige meine Ruhe; reinige mein Herz, daß kein unreiner Traum mein Herz beflecke und deinen Geist betrübe. Sei du mein Traum, meine Freude und Wonne, daß ich aufwache und deinen Namen preise, daß er so heilig und wunderbar und gütig ist. Amen. 5. Sammle, o Gott, alle meine Kräfte und Gedanken nur in dir, als in dem Brunnquell meines Lebens, damit ich dir würdiglich danken möge durch Jesum Christum, deinen Sohn, weil du mich heute so reichlich begnadet und mir beigestanden hast. Nun befehle 474 Abendgebete. ich dir auch in solchem Vertrauen mein ganzes Wesen und Leben, wie auch alles andre zu deiner Verwaltung. Ja ich fliehe wider alle meine Feinde in dein liebevolles Herz und suche meinen Frieden in dir allein, weil mich sonst im Himmel und auf Erden nichts stillen und vergnügen kann. So wirke du nun allein in meinem Gemüt, damit keine andere Kraft an mir hafte. Schließe du selbst um deinen Tempel, mein Herz, deine Mauer, so kann ich wohl sicher ruhn und mit allem zufrieden sein, wie du mit mir verfahren willst. Denn ich bin dein, und dein Sohn hat mich teuer erkauft, daß ich zu⸗ gleich mit ihm leben soll, ich wache oder schlafe. Darum lebe, ruhe und schlafe ich nicht mir, sondern dir. Das schaffe du selbst in mir durch Christum im heiligen Geist allezeit. Amen. Selbstprüfung am Abende. 6. Der Herr ist mit mir, darum fürchte ich mich nicht, was können mir Menschen tun? Also spreche ich jetzt, du gnädiger und liebreicher Gott, in dieser Abendstunde und sage dir demütigen Dank, daß du mich diesen Tag unter deinem väterlichen Schutz und Segen hast zurücklegen lassen. Herr, deine Güte ist groß, und deine Barm⸗ herzigkeit hat kein Ende. Ach mein Gott, wie geschwind gehet doch ein Tag dahin; siehe, meine Tage sind eine Hand breit vor dir, und mein Leben ist ein Nichts vor dir. Darum lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß. Wir müssen ja alle offenbarwerden vor dem Richterstuhl Christi, daß ein jeder empfange, nachdem er gehandelt hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse. Darum richte ich mich selbst und frage: Meine Seele, wie hast du heute den Tag hingebracht? Hast du auch etwas Gutes gedacht? Ist Gott heute mit dir vereinigt geblieben, oder hast duihnmitvorsätzlichenoderunwissentlichen Sünden vondirgestoßen? Mein Mund, was hast du heute geredet? Hast du gesprochen, was ehrbar, was recht, was lieblich, was wohllautet? Ist das Lob Gottes von dir ausgebreitet worden, oder bist du von Narrenteidingen und unnützen Worten übergeflossen? Wo seid ihr hingegangen, ihr Füße? Was habt ihr verrichtet und verübet, ihr Hände? Worauf habt ihr gehöret, ihr Ohren? Ihr Augen, wonach habt ihr gesehen? Was ist heute dein Verlangen, Dichten und Trachten gewesen, mein Herz? Ach, mein Gottl Wenn ich auf alle diese Fragen antworten soll, wie werde ich bestehen? Ach Herr, nimm weg mit dem entweichenden Tage meine Übertretungen. O Jesu, tilge meine Sünden mit deinem heiligen Blut. O heiliger Geist, versichere mich der Ver⸗ gebung aller meiner Sünden, ehe ich noch einschlafe, damit ich nicht, wenn diese Nacht die letzte sein sollte, verloren werde. Mein Vater, deine Liebe decke mich und die Meinigen. Mein Abendgebete. 47⁵5 Jesu, in deinen Wunden ruhe ich sanft und wohl. O heiliger Geist, tue du den letzten Seufzer in meinem Herzen, mit welchem ich meinen Geist in die Hände Gottes befehle! Amen. (Für den Freikag.) Herr Jesu, barmherziger Heiland! Laß uns diesen Abend mit Danken vordein Angesichtkommen. Jeder Tag ist ein Gnadengeschend deines und unseres Vaters im Himmel; seine Güte und dein Ver⸗ dienst ist es, daß wir nicht gar aus sind. Wie dürften wir armen Sünder hoffen zu leben, wenn du nicht für uns gestorben wärstl Laß uns auch heute nicht vergessen, was es dich gekostet hat, uns zu er⸗ lösen; und laß den Segen deines Leidens und Sterbens an uns nicht verloren sein. Gedenke unser auch ferner in Gnaden und laß uns⸗ deiner Treue Tag und Nacht befohlen sein. Nimm alle, die dich lieben, in deine Hände und an dein Herz und laß uns in dir fröhlich ruhen. Gib in dieser Nacht allen Weinenden Trost, allen Mühseligen und Beladenen süße Erquickung, allen Friedlosen verleihe deinen Frieden, allen Kranken sanfte Ruhe, allen Sterbenden die selige Hoffnung der⸗ Auferstehung. Herr Jesu, bei dir allein ist ewiger Friede; zu dir⸗ fliehen wir heute abend, zu dir wollen wir dereinst auch unsre Zu⸗ flucht nehmen, wenn der Abend unseres Lebens naht, daß wir in dir sanft und selig einschlafen zum ewigen Leben! Amen. (Für den Sonnabend.) Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat! Ja Lob und Preis und Dank sei dir gesagt, Herr unser Gott, daß du uns diese ganze Woche über so gnädiglich behütet und bewahret hast! Bis hieher hat uns der Herr geholfen! So rühmen wir mit dankbarem Herzen. Nun befehlen wir uns auch getrost für diese Nacht in deine treuen Hände und bitten dich, du wollest uns unter deinem gnädigen Schutz und Schirm sicher ruhen lassen. Ach Herr, wir haben solche deine Güte und Treue nicht verdient, denn wir sind abgewichen von deinen Rechten und Geboten, haben auch in. dieser vergangenen Woche dich oftmals betrübt mit unseren Sünden, du aber bist gnädig und barmherzig und deckest unsre Übertretung zu. um Jesu Christi willen. Darum kommen wir getrost zu dirund flehen dich an, du wollest uns in dieser Nacht gnädiglich behüten vor Gefahr und Schaden, wollest deine Hand halten über diesem Hause und allen deinen Heiligen und Geliebten, daß kein Unfall uns schrecken mag. Wir wollen ganz in Frieden ruhen und schlafen, denn du bist bei uns, dein Auge wachet über uns. Gib heiligen Frieden und Ruhe allen Menschen, insbesondere allen B etrübten, Elenden, Kranken und Ster⸗ 476 Tischgebete. benden, und sende deine lieben Engel aus, daß sie mit himmlischen Waffen gerüstet stehen um alle die Deinen. Laß uns morgen mit Freuden erwachen, daß wir deinen heiligen Tag recht mögen feiern Und in deinem Hause dich anbeten mit allen Gläubigen, und walte über uns bei Tag und Nacht, daß wir verharren in deiner Liebe und Gemeinschaft und dereinst in Frieden zur letzten Ruhe mögen ein⸗ gehen und darnach mit Frohlocken auferstehen zum ewigen Sabbat deiner Heiligen im Himmell Das wollest du uns verleihen aus lauter Gnade und Barmherzigkeit durch Jesum Christum! Amen. B. Tilchgebete. 1. Vor dem Ellen. 1. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Diese Speise segne uns Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist! Amen. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Luther. 2. Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Amen. 3. Segne, Vater, diese Speise, uns zur Stärkung, dir zum Preise. Amen. 2. Nach dem Ellen. 1. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich! Amen. Wir danken dir, Herr Gott, himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen Sohn, für alle deine Gaben und Wohltaten, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Luther. 2. Herr, habe Dank für Speis' und Trank; du wollest, fromm zu leben, uns deine Gnade geben! Amen. lob um Festgebete. 477 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not; du bist das wahre Lebensbrot! Amen. C. Feltgebete. 1. Advenk. Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken deiner Gnade, daß du uns deinen Sohn gesandt hast und ihn gesetzt hast zum König der Gerechtigkeit und zu unserm Heiland und Erlöf er, der uns aus dem Reich der Finsternis errette und uns Gerechtigkeit, Heil und Seligkeit verleihe. Wir bitten dich aber auch, erleuchte uns in seiner Erkenntnis und stärke uns im rechten, wahren, christlichen Glauben, daß wir ihn für unsern König und Seligmacher halten, annehmen und loben und mit unsern Gaben und Kräften, mit allem, was wir von dir Gutes haben und vermögen, ihm untertan sein und ihm dienen mögen, und er seine Wohnung unter uns und in uns habe, und wir allezeit in seinem Reiche und in seinem Gehorsam und Dienste bleiben. Neige der Fürsten und Gewaltigen Herz und Willen, daß sie dem Könige aller Könige und Herrn der Herrlichkeit auftun ihre Pforten und Tore; laß ihn einziehen in ihre Lande, Städte und Kirchen, daß er seine Herberge bei ihnen habe und mit seinem Wort und Geist regiere und herrsche. Steure dagegen und wehre allen denen, die Christo die Pforten zuschließen und ihm den Eingang wehren, oder ihn gar vertreiben und von sich stoßen. Mache ihr böses Vor⸗ nehmen und ihre Anschläge zunichte. Beweise deine Macht und Barmherzigkeit an den armen Menschen, die noch in den Banden des Aberglaubens und in der Trostlosigkeit des Unglaubens, in gottlosem Wesen und falscher Lehre gefangen sind, daß Christus auch zu ihnen komme und sein Reich des Lichts, der Wahrheit und Gerechtigkeit bei ihnen aufrichte. Erscheine auch mit Trost und Hülfe allen, die in Trübsal, Not und Anfechtung sind, und laß sie dein Nahesein spüren und durch deine Gnade aufgerichtet wer⸗ den, damit du, ewiger Vater, samt deinem einigen Sohn und dem heiligen Geiste mit Lob und Preis und Anbetung deines heiligen Namens gerühmet und geehret werdest! Amen. 2. Weihnachten. 1. Allmächtiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ge⸗ lobt sei dein heiliger Name immer und ewiglich! Du hast Großes 478 Festgebete. an uns getan, des bin ich fröhlich; denn uns ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr. Ich danke dir von Herzen, daß du solche Liebe uns erzeigt und deinen eingebornen Sohn ge⸗ geben hast, auf daß wir nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Preis und Ehre sei dir, Herr Jesu! Du bist ein Menschenkind geworden, auf daß wir Gottes Kinder würden; du bist arm geworden, auf daß wir reich würden; du hast dich zur Knechtsgestalt erniedrigt, auf daß wir zum Bilde Gottes erneuert und zum Himmel erhoben würden. Wir saßen alle in Finsternis und Schatten des Todes; da bist du uns die Sonne der Gerechtig⸗ keit geworden, hast uns zugewendet die herzliche Barmherzigkeit Gottes, hast Frieden und Freude herniedergebracht und lässest uns aus deiner Fülle nehmen Gnade um Gnade. Darum frohlocket auch meine Seele und singet: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! O lieber Herr und Heiland, ziehe nun ein in mein Herz, das nach dir verlangt, und er⸗ fülle es mit allen Gaben deiner Güte und Barmherzigkeit. Regiere mich mit deinem heiligen Geiste und heile mich vom Elende der Sünde. Verleihe mir Trost in allem Leide, Hülfe in aller Not, Kraft zum Widerstande in allen Anfechtungen des bösen Feindes, Be⸗ ständigkeit in allen Versuchungen der Welt und meines sündlichen Fleisches und endlich den Sieg im letzten Kampfe. Erbarme dich mit deiner Heilandsliebe über mich und alle, die dein eigen sind, und gib uns deinen Frieden, o Jesu! Amen. 2. O allmächtiger Gott, himmlischer Vater, wir danken dir von Grund unsrer Herzen, daß du aus lauter Wohlgefallen und aus un⸗ aussprechlicherLiebedeinen eingeborenen Sohn Jesum Christum, den Glanz deiner Herrlichkeit und das Ebenbild deines Wesens, in diese Welt gesandt hast, welcher unser armes Fleisch und Blut an sich ge⸗ nommen, auf daß er uns von Sünden, Tod und Teufel erlösete und mit sich in das Reich der ewigen Seligkeit versetzte. Gelobt sei deine herzliche Barmherzigkeit immer und ewiglich! Erfülle nun an diesem Feste unser aller Herzen mit deiner Gnade, daß wir deine große Liebe und Barmherzigkeit erkennen, nicht uns, sondern dir leben, dir ver⸗ trauen, dich lieben und loben unser lebelang. Erhalte bei uns und unsern Nachkommen dein heiliges, seligmachendes Wort, sende treue Diener in deine Ernte. Wir bitten auch für alle Menschen, insonder⸗ heit aber für unsere christliche Obrigkeit. Regiere sie durch deinen Geist, daß sie vor allen Dingen bei ihrer Regierung das Reich unsers einigen, ewigen Königs Jesu Christi befördere und ausbreite und ihren Stand und Wandel auf dieser Welt also führe, daß sie dermal⸗ einst mit ihm und allen Auserwählten im Himmelreiche in alle Ewig⸗ keit herrschen möge. Siehe deine bedrängte Kirche in Gnade an, komm ihr zu Hülfe und errette sie aus allen Nöten. Tröste sie, Herr, —E E S4 Festgebete. 479 durch deinen Geist, daß sie sich deiner Güte freuen und deinen Namen ewig preisen möge. Laß heute in den Herzen aller Angefochtenen, Kranken, Verfolgten, Witwen, Waisen und aller andern, die in Not und Trübsal seufzen, eine tröstliche Christfreude aufgehen. Auch die, welche deinen Sohn Jesum Christum noch nicht erkennen, bringe an das Licht der Wahrheit, damit sie samt uns und allen Auserwählten, Engeln und Menschen, dich loben und im wahren Glauben und mit herzlicher Freudigkeit singen mögen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. 3. Jahreswechlel. 1. Wir danken dir, Herr Zebaoth, du Gott Israels, wir danken dir für alle deine Güte und deine Wunder, die du dies verflossene Jahr, wie auch die ganze Zeit unseres Leben hindurch an uns getan hast. Denn ob wir zwar bekennen müssen, daß wir alle vielfältig ge⸗ sündigt haben und deinen Geboten ungehorsam gewesen sind, und du daher nicht Unrecht getan hättest, wenn du uns gerichtet hättest, wie wirs verdient haben, so ist dennoch deine Barmherzigkeit zu groß, daß du nicht getan nach deinem Zorn; denn du bist Gott und nicht ein Mensch und bist der Heilige unter uns. Es ist deine Güte, daß wir nicht gar aus sind, deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende. Du hast alle unsere Sünden hinter dich geworfen und uns dieselben vergeben. Du hast alle unsere Gebrechen geheilet, unser Leben vom Verderben erlöset und uns gekrönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Kirche und Schule und Haus hast du gesegnet und vor allem Ubel behütet. Du hast uns Lehrer gegeben zur Gerechtigkeit und uns sagen lassen, daß sich ein jeglicher von seinem bösen Wesen bekehre und sein Leben bessere. Du hast unserer christlichen Obrigkeit Gnade und Weisheit verliehen, daß wir unter ihrem Regimente in stiller Ruh und gutem Frieden, wie Christen gebühret, unser Leben haben vollführen mögen. Du hast uns viel Gutes getan an Leib und Seele, an Weib und Kind, an Hab und Gut, daß wirs nicht alles zählen können. Gelobet sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himm⸗ lischen Gütern durch Christum, der uns so viel Gutes getan, vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllet mit Speise und Freuden. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Saget, die ihr erlöset seid durch den Herrn, die er aus der Not erlöset hat, die er errettet hat aus ihren Angsten: Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk sage Amen und lobe den Herrn! Gelobet sei der Herr ewiglich! Amen. 480 Festgebete. 2. Herr, allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Tag und Nacht ist dein, du machest, daß Sonne und Gestirne ihren gewissen Lauf haben, Sommer und Winter machest du. In deiner Hand sind wir selber und unser Leben und alle unsre Wege. Weil wir denn heute durch deine Güte und Allmacht ein neues Jahranfangen, so kommen wir vor dein heiliges Angesicht und rufen zu dir, daß du uns, Gott, erhören wollest. Neige deine Ohren zu uns, laß unser Gebet dir zu Ehren und zu unserem Besten geschehen. Erleuchte und bekehre uns, daß wir von uns ablegen den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet, und den neuen Menschen anziehen, der nach Gott geschaffen ist; gib Gnade, daß wir das ungöttliche Wesen ver⸗ leugnen, hingegen anlegen die Waffen des Lichts und ehrbarlich wandeln als am Tage. Gott, sei uns gnädig und segne uns in der Kirche: lege dein Wort in den Mund unsrer Prediger, daß sie mit freudigem Auftun desselben das Geheimnis des Evangelii kund machen, uns lehren, trösten, vermahnen und strafen mit ganzem Ernst. Segne unsre Obrigkeit und gib ihr wahre Furcht Gottes, Weisheit und Verstand, seliglich und wohl zu regieren, Friede und Einigkeit zu erhalten, auf daß wir unter ihrem Regiment noch länger haben mögen Gottes Wort, zeitlichen Frieden und Nahrung. Siehe auf den Hausstand und fördere das Werk unserer Hände. Hilf, daß Eltern Freude an ihren Kindern haben, die Kinder aber die Eltern ehren. Hilf, daß Brüder eins seien, die Nachbarn sich lieb haben, Mann und Weib sich wohl miteinander begehen. Siehe an die Tränen der Witwen und Waisen, verachte nicht ihr Gebet und ihre Klagen. Rette alle, die in Kreuz und Trübsal, in Krankheit und anderen Anfechtungen sind. Tröste alle, die um deines heiligen Namens und um der Wahrheit willen verfolgt werden; gib ihnen Geduld und Trost, daß sie in allem deinen väterlichen Willen erkennen. Hilf den Armen, daß sie sich genügen lassen und in dir reich sein lernen. Behüte die Reichen, daß sie nicht stolz seien, sondern auf dich, den lebendigen Gott, hoffen, der du ihnen allein darreichst, was sie genießen. Himmlischer Vater, du weißt, was wir bedürfen, darum beschere uns, was uns gut ist, zeitlich und ewiglich. Lehre uns tun nach deinem Wohlgefallen, dein guter Geist führe uns auf ebener Bahn, daß wir alles, was du uns befiehlst, hören und tun und davon nicht weichen weder zur Rechten noch zur Linken. Steure allen Feinden und bekehre, die noch ferne von dir sind; segne alle frommen Herzen, und wenn du uns in diesem Jahre willst aus diesem Jammertale abfordern, wie wir denn nicht wissen, was heute oder morgen sich begeben mag, ach Herr, so erzeige uns die Gnade und nimm unsern Geist weg in Frieden und laß uns selig einschlafen in deinem lieben Sohn, unserm Heilande Jesu Christol Amen. öG=eee„‚ Festgebete. 481 4. Epiphanienpeit. Großer Himmelskönig Jesus Christus, dir sagen wir demütigen Dank, daß du nicht allein zur Freude deines auserwählten Volkes, sondern auch zum Troste der Heiden gekommen bist, uns zu Mit⸗ genossen deiner Gnade und deines Reiches gemacht und uns solches geoffenbaret hast. Wie sollen wir dich für deine Wohltat genugsam Hreisen Wirwarenaußer der Bürgerschaftsraelsundfremd von dem Testament der Verheißung, wir hatten keine Hoffnung und waren ohne dich in der Welt. Aber du hast uns herzugeführt, uns zu Bürgern mit den Heiligen und zu deinen Hausgenossen gemacht. Ach laß dein Wort den Stern sein, welchem wir folgen, um dich im Genusse deiner Gnade gewiß zu finden. Und ob wir uns durch unsere eigenen Ge⸗ danken von deinem Licht und Stern haben abwenden lassen, so bringe uns doch gnädig wieder zurecht und laß uns nicht auf Irrwegen fort⸗ gehen. Laß uns auf dein Wort achten als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Orte; laß in unsern Herzen den Tag selbst anbrechen und den Morgenstern aufgehen, daß wir dich sehen in deinem Lichte und dich anbeten in tiefster Demut, Liebe und Gehorsam, ja alles das Unsrige und uns selbst dir zu opfern und darzulegen willig seien. Solches tue um deines herrlichen Namens willen. Amen. 5. Passionszeit. 1. O Herr Jesus Christus, der du uns armen verlorenen Sündern durch deinheiliges, unschuldigesLeiden Gnadebeideinemhimmlischen Vater erworben und das ewige Leben wiedergebracht hast, wir dan⸗ ken dir aus Herzensgrund für deine Liebe, deine Angst und Not und seligmachenden Tod und bitten dichzerhalteuns ewig in der Liebe und im Lobe deines Leidens und gib uns Gnade, die ewige Wohltat der teuren Erlösung mit dankbarem Herzen zu erkennen und zu preisen. Laß uns dadurch im Glauben stärker, in der Hoffnung fröhlicher, in der Liebe heißer, in der Geduld getroster, im Gehorsam williger und beständiger werden und unsern Sünden absterben. Hilf auch, daß wir an unserm Ende uns deines blutigen Todes, uns zur ewigen Seligkeit, freuen und trösten mögen, o Herr Jesus Christus! Amen. 2. Wir danken dir, Herr Jesu Christe, daß du uns arme Sünder ohne unser Werk, Verdienst und Würdigkeit durch dein heiliges Leiden, Blutvergießen und Sterben erlöset hast. O Herr Jesu, wie groß ist dein Leiden, wie schwer deine Pein; wie viel ist deiner Marter, wie tief deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod, wie unaussprechlich ist deine Liebe, mit der du uns deinem himmlischen Hh 482 Festgebete. Vater versöhnet hast! Du bist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf dir, auf daß wir Frieden hätten, und durch deine Wunden sind wir ge⸗ heilet. O Herr Jesu Christe, für alle deine Marter und Pein sagen wir dirLob und Dankund bitten dich, laß dein heiliges bitteresLeiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, es auch also begehen und betrachten, daß alle böse Lust in uns ausgelöscht, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, deinem Vorbilde nachfolgen, in deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld tragen und das Un⸗ recht mit gutem Gewissen leiden. Amen. 6. Charfreitag. Herr, himmlischer Vater, allmächtiger, ewiger Gott, der du der armen, sündhaften Welt dich erbarmet und um ihretwillen deines ein⸗ geborenen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für alle in den Tod gegeben hast, damit wir durch ihn möchten leben und selig werden: wir danken dir für diese wunderbare Gnade und Barmherzigkeit, daß du den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht hast, damit wir in ihm würden die Gerechtigkeit, die vor dir gilt. O liebster Heiland Jesu Christ, du warest der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Krankheit und Snnenzen, denn der Herr warf unser aller Sünde auf dich. Die Strafe lag auf dir, damit wir Frieden hätten, und durch deine Wunden sind wir geheilt. Darum so sei nun auch gelobet immer und ewiglich, daß du uns zu gute dies alles getan und deinem himmlischen Vater gehorsam geworden bist bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz! Erbarme dich noch ferner über uns, deine Erlöseten, und hilf, daß unser keiner verloren werde. Hast du doch dein Leben für uns zum Schuldopfer gegeben; so gib nun auch deinen heiligen Geist zu unserer Bekehrung und mache uns gerecht durch deine Erkenntnis, nachdem du unsere Sünde getragen. Wir haben dir Arbeit gemacht mit unseren Sünden und Mühe mit unseren Missetaten. Hilf aber nun, daß wir nicht ohne Buße sterben oder dich mit sündhaftem Leben von neuem kreuzigen und durch un⸗ gläubige Verachtung dein Blut mit Füßen treten, welches uns reinigen soll von unseren Sünden. Vielmehr verleihe uns, daß wir mit ge⸗ ängstetem Geist und zerschlagenem Herzen dein Leiden und Sterben betrachten, in wahrem und festem Glauben unsere Zuflucht nehmen zu deinen heiligen Wunden und durch dieselben dermaleinst mögen eingehen zum ewigen Leben. Im übrigen beschere uns allezeit ein geduldiges Herz, nach deinem Vorbilde unser Kreuz auf uns zu neh⸗ men und dir willig nachzufolgen, auf daß, so wir mit dir leiden, wir auch mit dir zur Herrlichkeit mögen en werden! Amen. rnrrtt Festgebete. 483 7. Ostersonnabend. Lieber Herr Jesu, ich habe dich in der heiligen Zeit deines Leidens und Sterbens um ein stilles Herz gebeten. Nun bitte ich dich auch bei deinem Grabe: gib mir Gnade, meine Seele recht zu stillen. Dein Tod am Kreuz hat alles unter deinen Freunden und Feinden stille gemacht, was zuvor voll Unruhe war. Nun so heilige auch mir deinen Todestag und den Tag deines Begräbnisses zu einem Tag der Ruhe und heiligen Stille. Laß das Wort vom Kreuz, das ich in dieser Zeit wiederum gehört habe, als eine Quelle des Trostes in meinem Herzen bleiben, aber auch beständig wegen meiner Mit⸗ schuld mich strafen, damit ich desto eifriger deine Gnade suche und immer wieder stille werde im Glauben an die Vergebung, die du mir durch dein heiliges Leiden erworben hast. Laß mir, o Herr, die Schätze, die in dem Geheimnis deines Kreuzes verborgen liegen, nicht vergeblich aufs neue geöffnet sein, sondern gib, daß ich im stillen Geist des Glaubens dieselben ergreife und genieße, dadurch mein Herz zu brünstiger Liebe gegen dich erwecke und mich zu heiligem Wandel in deiner Nachfolge antreibel Amen. 8. Ostern. 1. Herr Jesu, du hochgelobter König der Ehren, der du durch Tod und Grab zu deiner Herrlichkeit und ewigen Herr⸗ schaft hindurchgedrungen bist: wir sagen dir Lob und Dank, daß du auch uns zu deinem ewigen Reich berufen und verordnet hast. Unser Herz ist voll Freude und unser Mund voll Rühmens über deines Thrones Macht und Herrlichkeit. In aller Not und Anfechtung der Welt sind wir getrost, denn du bist ja unser Herr und König. Im letzten Stündlein zagen wir nicht, denn du hast die Riegel des Todes und der Hölle zerbrochen und wirst am jüngsten Tage auch uns aus den Gräbern rufen. O Herr der Herrlichkeit, breite doch deines Reiches Grenzen immer weiter aus bis an die Enden der Erde und führe auch die Heiden, die noch ferne sind, herzu, daß sie dir mit uns allen die Kniee beugen! Segne uns, deine Christenheit, die du gnädiglich regierest, und mache dir immer mehr alle Herzen untertan. Regiere du als der rechte Friedefürst alle Könige, Fürsten und Obrigkeiten auf Erden, daß sie alles Volk nach deinem heiligen Wort und Willen lenken und ihr Regiment im wahrhaftigen Glauben führen. Sei auch, Herr Jesu, ein König und Herr in diesem Hausez; leite du aller Herzen, Sinne und Gedanken und hilf durch deinen heiligen Geist, daß wir vor dir leben und wandeln als deine Jünger und Reichsgenossen. Regiere uns mit deiner Gnade, so Hh 2 484 Festgebete. lange wir auf Erden wandeln, und führe uns einst in dein seliges, herrliches Himmelreich! Amen. 2. Lieber Herr Jesus Christus, du allmächtiger Gott und starker Siegesfürst, der du die Bande des Todes zerrissen, in großer Majestät und Herrlichkeit aus deinem Grabe auferstanden und ein Erstling geworden bist unter denen, die da schlafen: wir danken dir an diesem deinem großen Ehrentage für dein heiliges Leiden, Sterben und Auferstehen, denn es ist alles uns zu gute geschehen. Du hast die Pforten der Hölle zerbrochen, damit wir in ewiger Freiheit aus⸗ und eingehen mögen. Du hast uns mit gewaltiger Hand ausgeführt aus dem Gefängnis und dem Reiche des Todes, dem du seine Macht genommen, und hast uns von der ewigen Dienst⸗ barkeit erlöset. Du bist von den Toten auferstanden und mit Macht hervorgedrungen als unser Herr und Haupt und Erzhirt, auf daß wir als deine Glieder und Schafe auch nicht im Grabe bleiben, sondern durch dich zur ewigen Herrlichkeit auferstehen sollen. Darum rufen wir heute mit fröhlichem Munde: Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum. Auch bitten wir dich, laß deine heilige Auferstehung allezeit uns trösten, daß wir festiglich glauben, du habest alle unsere Sünden in deinem Grabe tief verborgen, daß sie vor das Angesicht des himmlischen Vaters nicht mehr kommen noch uns beschämen werden. Hilf uns auch endlich alle Todesnot und Schmerzen durch den freudigen Trost der Auferstehung kräftig überwinden; und wenn du durch die Stimme des Erzengels rufen wirst: Stehet auf, ihr Toten! so öffne unsre Gräber und laß uns dir mit Freuden entgegengehen. Dann werden wir dein heiliges Angesicht fröhlich anschauen und dich samt dem Vater und heiligen Geist in Ewigkeit preisen. Amen. 9. Bimmelfahrt. O Heiland, der du aus Liebe zu uns dich aller deiner Herrlichkeit entäußert und Knechtsgestalt angenommen hattest und gehorsam worden warest bis zum Tode am Kreuz, dem aber Gott auch einen Namen gegeben hat, der über alle Namen ist, o laß die Kraft deiner Herrlichkeit unseren Herzen bekannt werden, damit auch wir in deinem Namen uns beugen und dir, unserm Könige, dienen und anhangen. Wir danken dir, Herr Jesu, daß du durch deine Himmelfahrt uns den Weg zum Himmel gebahnt und deines Vaters Herzuns aufgeschlossen hast. Du sitzest zur Rechten der Kraft Gottes, damit dir alle Herzen als ihrem rechtmäßigen Könige untertan werden sollen. Siehe, hier sind Herzen, über die du als Herr und König herrs chen solltest: ach sende einen Blick deiner Freundlichkeit auf uns herab. D Vergree rrreee Festgebete. 485 Herr Jesu, gib uns ein himmlisches Herz und laß uns durch deine Gnade bewahret werden vor allen eitlen, irdischen Gedankenz sammle uns in deiner Gegenwart; stille unser Gemüt durch deine gnadenreiche Mitteilung; laß uns vor deinem Angesicht gesegnet sein. Herr, schließe durch deinen heiligen Geist unsre Augen auf, daß wir sehen mögen die Größe deiner Herrlichkeit und die Überschwenglichkeit deiner Liebe, damit wir anfangen, mit ganzem Herzen, Sinn und Gemüte gen Himmel zu wandeln, vor deinem Angesichte heilig zu leben und dich zu lieben, der du uns so hoch geliebt hast. O Herr, vergib um deiner Liebe willen, daß wir so oft von dir und deiner Auffahrt zur Herrlichkeit gehört und noch so wenig ihre Kraft in unseren Herzen erfahren haben. O daß wir dir die Ehre geben und uns deinem allmächtigen Scepter unterwerfen möchten! Verherrlichter Jesu, verherrliche dich an unseren Herzen. Werde erkannt in deiner Größe, werde geehrt und geliebt von uns und ziehe ein in unsere Herzen. Laß sie deine Werkstatt sein; schleuß sie auf, daß wir mögen ermuntert werden, dir getrost nachzuwandeln, wie du uns vorangegangen bist und das Ziel erreicht hast. Erhöre unser Seufzen, o großer Hoherpriester zur Rechten Gottes;: erwirb uns kraft deines Verdienstes ein kräftiges Ja und Amen. 10. Pfingsten. 1. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geiste am Feste der Pfingsten besucht und begabet hast: gieße auch diesen deinen Geist und gnädigen Regen über unsere dürren, verschmachteten Herzen, erquicke doch dein Erbteil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen so vielfältigen Gaben, daß wir auch die großen Taten Gottes, die durch Jesum Christum geschehen, wahrhaftig erkennen und preisen, daß wir mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und aus⸗ breiten mögen. Entzünde uns mit dem Feuer deiner heiligen Liebe, verzehre allen sündlichen Willen samt allen anderen fleischlichen Lüsten und Begierden; zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir im Geist und Glauben inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserm Gotte dienen mögen. O du Gott des Friedens, verbinde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit beieinander bleiben und leben. O du Gott der Geduld, gib uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Beständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie samt heiligen Händen zu Gott mögen erheben und dich in allen Nöten anrufen; und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie sichs gebührt, ach so vertritt du uns als unser treuer Für⸗ 486 Festgebete. sprecher mit unaussprechlichem Seufzen. Sei unser Schutz und Schatten in der Not, unsere Hülfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starker Gott, und stärke die Schwachen, ö lehre die Elenden deinen Weg, hilf auf denen, die gefallen sind, bringe zurecht die Irrenden und halte sie bei deiner rechten Hand. Komm, o du ewiges Licht, Heil und Trost, sei unser Licht im Finstern, sei ů unser Heil im Leben, sei unser Trost im Sterben und führe uns auf ebener Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich samt unserem himm⸗ lischen Vater und seinem geliebten Sohn, unserem einigen Heiland, mit neuen Zungen dort am rechten Pfingsttage rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. 2. Wir loben und preisen dich, lieber himmlischer Vater, daß ö du deine Verheißung erfüllt, deinen heiligen Geist über alles Fleisch ů ausgegossen, deinen Himmel aufgetan und uns mit geistlichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet hast. Nun hast du alles getan, du Gott aller Gnade und Vater der Barmherzigkeit, was du dir vorge⸗ nommen, und deine großen Werke auf Erden vollendet, die deines Namens Ehre sind und unser ewiges Heil. Du hast den Namen deines lieben Sohnes verklärt und deine Liebe in unsere Herzen aus⸗ gegossen. Ja du willst selbst in uns wohnen, willst unser Gott sein, Und wir sollen dein Volk sein. Hochgelobt sei dein heiliger Name! Erhöre nun heute die Gebete deines Volkes. Tröste uns wieder mit deiner Hülfe und nimm deinen heiligen Geist nicht von uns. Halte im Bau den Weinstock, den deine Rechte gepflanzt hat, und tränke ihn mitdemhimmlischen Tau deines Segens. Laß deine Gemeindebleiben bei deinem reinen Wort und öffne wieder ihren Mund, daß sie deine großen Taten preise. Tu die Tore deines Reiches weit auf und laß die Fülle der Heiden zu ihnen eingehen. Regiere mit deinem ö Geist alle christliche Obrigkeit, richte nach deinem Willen die Werke ihrer Hände und leite sie auf rechtem Wege, daß sie tun möge, was dir wohlgefällig und deinem Volke heilsam ist. Gieß über unsere ö Häuser den Geist der Gnade und des Gebetes aus und laß die Leuchte deines heiligen Wortes darin nicht verlöschen. Laß deinen Geist, den Geist des Trostes und der Kraft, die Elenden erquicken, die Traurigen trösten, die Schwachen stärken und die aufs beste mit unaussprech⸗ lichem Seufzen vertreten, die in großer Anfechtung nicht mehr beten können. Vollende an uns allen das gute Werk, das du angefangen hast, und mache uns würdig, dein ewiges Reich zu erlangen, da die ö große Schar aus allen Völkern und Sprachen dir mit neuen Zungen Lob und Dank sagt ewiglich. Dir samt deinem lieben Sohne und dem heiligen Geiste sei Ehre in der Gemeinde zu aller Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Festgebete. 48⁷ 1. Crinikakisfest. O heilige Dreifaltigkeit, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Wir danken dir, daß du dich uns in deinem Worte geoffenbart hast. Ach erhalte uns und unsern Nachkommen solch heilsame Erkenntnis deines göttlichen Wesens; laß uns aber auch dabei fest beharren und uns durch nichts davon abwendig machen. Du hochgelobter heiliger und dreieiniger Gott, wir rühmen, ehren und preisen dich. Heilig, heilig, heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll. O Gott Vater, sei uns gnädig und erfreue uns mit deiner Liebe. O Gott Sohn, sei uns gnädig und erhalte uns durch dein Verdienst. O Gott heiliger Geist, sei uns gnädig; tröste, erquicke und heilige uns durch deine Gemeinschaft. O du heiliger, dreieiniger Gott, sei uns gnädig, hilf uns recht glauben, christlich leben, geduldig leiden und endlich, wenn die rechte Zeit kommt, selig abscheiden, damit wir mit allen Engeln und Auserwählten dich von Angesicht zu Angesicht schauen und ewig lieben, loben und preisen mögen. Amen. 12. Ernte-Dankfest. Allmächtiger Gott, Vater aller Gnadel Wir bringen heute vor deinen Thron unsern demütigen Dank für deine ewig reiche Liebe, womit du auch in diesem Jahre deine milde Hand über uns aufge⸗ tan und alles, was da lebet, mit Wohlgefallen gesättiget hast. Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Du hast Regen und fruchtbare Zeiten gegeben und unsere Herzen erfüllet mit Speise und mit Freude. Du hast Großes an uns getan, des sind wir fröhlich. Herr, was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und des Menschen Kind, daß du dich sein also an⸗ nimmst! Dich sollen wir finden und fühlen in deinen Wohltaten, aber mit tiefer Beschämung müssen wir bekennen, daß wir deiner Gaben nicht wert sind, daß wir deiner oft vergessen, oft ängstlich ge⸗ sorgt und gezagt, oft den Reichtum deiner Güte verachtet oder miß⸗ braucht haben. Vergib uns, o Vater, unsere Sünden! Bewahre uns vor dem Leichtsinn, der deine Gebote vergißt, vor der Trägheit, die deine Gnade versäumt, vor der Unmäßigkeit, die deine Güter mißbraucht, vor dem Geiz, der Herz und Hand dem Bruder ver⸗ schließt. Dein Segen allein macht reich, und niemand lebt davon, daß er viele Güter hat. Wenn du unsere Seele von uns forderst, wes wird sein, das wir hier gesammelt haben? O so hilf uns reich werden in dir, unserm Gott, laß deine Güte uns zur Buße leiten und höre nicht auf, uns zu segnen. Gib ferner fruchtbare Zeiten, bewahre uns vor Mangel und Teurung und laß uns deinen Segen in Frieden und guter Gesundheit genießen. 488 Festgebete. Du machest fröhlich, was da lebet: o so erfreue nach dem Reich⸗ tum deiner Liebe auch die Herzen aller Armen, Verlassenen und Be⸗ trübten und laß sie inne werden, daß keins von dir vergessen sei. Hilf uns durch deine Gnade, daß wir nicht auf das Fleisch säen, sondern auf den Geist, damit wir vom Geist das ewige Leben ernten und in der himmlischen Freudenernte dich reiner und freudiger loben durch Jesum Christum, unsern Herrn! Amen. 13. Reformalionsfest. O heiliger wahrhaftiger Gott und Herr! Wie können wir Lob und Dank genug gegen dich aussprechen, daß du nach so langer Finsternis dein seligmachendes Evangelium aus großerBarmherzig⸗ keit wieder ans Licht gebracht und durch treue Zeugen und Bekenner desselben unsere Kirche von verderblichen Irrtümern und Menschen⸗ satzungen so herrlich gereiniget hat. Gib ferner Gnade, daß wir dein untrügliches Wort, wie es dein Geist den Propheten und Aposteln ein⸗ gegeben hat, samt den heiligen Sakramenten lauter und unverfälscht behalten. Wende unsre Herzen ab von unnützer Lehre, von Irrtum und Verführung. Wehre, du großer Erzhirte Jesus Christus, allen Feinden unsers Glaubens, daß keiner mit List oder Gewalt deine Schafe zerstreue und uns der gesunden und erquickenden Weide deines Wortes beraube. Bring auch die herbei zu deiner Herde, die noch in Unwissenheit, blindem Eifer, Unverstand und Irrtum dahingehn. Suche die Verlorenen, heile, die an ihrer Seele Schaden genommen haben. Heilige uns alle in deiner Wahrheit, daß wir nicht durch gottloses Leben deiner Kirche zur Schandegereichen, sondern würdig⸗ lich wandeln dem Evangelio und dasselbe in aller Widerwärtigkeit mit Worten und Werken bekennen. Siehe mit Gnade an den Wein⸗ berg, den du durch Jesum Christum gepflanzt und bisher gesegnet hast. Herr, du wollest uns vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Dir sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 14. Buhtkag. Lies: Dan. 7, 4-19; Jes. 63, 7-64, 9; Ps. 51. 77; Luc. 13, 6—9. Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, der du vergibst Missetat, Ubertretung und Sünde, wir treten vor deinen Thron und bekennen mit demütigem Herzen, daß wir alle mannigfach wider dich gesündigt haben. Wir haben dich, unsern Gott und Herrn, oftmals verlassen, haben der Welt und unsermFleische gedient und deine heiligen Gebote vielfältig übertreten. Wenn du gerufen, haben wir nicht geantwortet; wenn * — ün Festgebete. 489 du gedroht, haben wir vom Bösen nicht abgelassen; wann du uns gezüchtigt, haben wir uns nicht gedemütiget. Ja wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. Darum kommen wir jetzt zu dir und bitten im Namen Jesu, deines lieben Sohnes, vergib uns unsere Schuld und mache uns durch sein Blut rein von allen unseren Sünden. Sieh uns an mit den Augen deiner Barmherzigkeit, nicht als die Gefallenen, sondern als die Erlösten in Jesu Christo, deinem Sohne. Schenke uns deinen heiligen Geist, daß er uns erleuchte, reinige und erneuere. Hilf uns den guten Kampf des Glaubens kämpfen und laß uns un⸗ sträflich erhalten werden bis ans Ende. Nimm dich deiner Kirche gnädig an und schütze sie wider alle Macht und List des Feindes. Segne die Predigt deines Wortes an allen Seelen und bewahre uns, daß der Satan den guten Samen nicht von unsern Herzen nehme. Laß deine Hülfe widerfahren unserm Vaterlande, unserm geliebten Kaiser samt seinem ganzen Hause, allen Obrigkeiten unsers Landes und unsern Gemeinden. Laß unter den Unruhen und Stürmen dieser Zeit unser Vaterland deiner gnädigen Obhut befohlen sein. Sei unserm Volke eine starke Schutzwehr gegen alle Feinde und Gefahren, die ihm drohen; bewahre uns unter dem Schatten deiner Flügel in rechter Einigkeit, Liebe und Treue. Erbarme dich eines jeden, der heut mit bußfertigem Herzen zu dir aufblickt. Und wer noch verhärtet ist in Unbußfertigkeit, den erwecke du, o Herr, so lange es noch Zeit ist, und treibe ihn kräftig an, rechtschaffene Früchte der Besserung zu bringen. Alle Kranke und Notleidende, alle Betrübte und Angefochtene be⸗ fehlen wir deiner treuen Vaterliebe. Laß in jeder Anfechtung deinen heiligen Geist die Herzen regieren, stärken und trösten; und jede Trüb⸗ sal laß geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die da⸗ durch geübet werden. Welche du aber abberufen willst aus diesem Leben, in denen verherrliche deine Macht und Gnade, daß sie in ge⸗ trostem Glauben von hinnen scheiden und die Seligkeit erlangen, die du uns bereitet hast durch Jesum Christum. Amen. 15. Tokenfeier. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für; der du die Men⸗ schen lässeststerbenundsprichst: Kommetwieder, Menschenkinder! Wir gedenken heute derer, welche du im vergangenen Kirchenjahre aus diesem Leben abgerufen hast. Du hast dich, so lange sie auf Erden wandelten, an keinem unter ihnen unbezeugt gelassen; nun aber hast du jeden an seinen Ort gehen lassen und gibst ihm nach seinen Werken. Ach lehre uns doch, daß auch unser Leben ein Ende hat, und daß du uns dann vor dein Gericht stellen wirst. Denn unser Leben fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Wir sind wie ein 490 Festgebete. Gras, das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends ab⸗ gehauen wird und verdorret. Es ist nur ein Schritt zwischen uns und dem Tode. Ach lehre uns das doch bedenken und laß dein Ge⸗ richt allezeit vor unseren Augen stehen, daß wir klug werden. Die Seelen derer, die in diesem Jahre in dir und deiner Gnade entschlafen sind, sind nun in der Ruhe. Wir aber schweben noch auf dem Meere dieser Welt, umgeben allezeit und überall von Wellen und Klippen. Führe uns sicher hindurch und laß uns auch zu dir gelangen. Be⸗ wahre uns vor dem Ende der Ungläubigen und Unbekehrten und laß uns nicht aussäen auf das Fleisch, damit wir nicht einst das Verderben ernten, sondern auf den Geist, damit wir das ewige Leben ernten. Verleihe, barmherziger Vater, daß keiner unter uns ohne Buße sterbe und ohne den seligmachenden Glauben an Jesum Christum, der sein Leben zum Lösegelde für uns gegeben hat und unser Friede ist. Reinige uns durch deinen heiligen Geistvonallen Werken des Fleisches und stärke uns täglich zu neuem Eifer in der Heiligung, auf daß wir, wenn du uns rufest, bereit sein mögen. Laß dann, o Gott, deinen heiligen Geist unserer Schwachheit aufhelfen und uns bei dir vertreten mitunaussprechlichem Seufzen. Dein Lichterleuchteuns, deineBarm⸗ herzigkeit führe uns, deine Hand schütze uns, deine Gnade helfe uns und schenke uns den Eingang zu deiner Herrlichkeit. Sei mit uns, o Jesu, wenn der letzte Augenblick nun da ist, und erscheine unsern Seelen, wie du für uns gelitten und unsre Sünden getragen hast. Hilf uns, daß wir einen guten Kampf kümpfen und Glauben halten, auf daß wir die Krone des Lebens erlangen. Erhalte uns im Glauben an dich und in der Liebe zu dir und stärke uns, gern um deines Sohnes willen in der Welt zu leiden, so wirst du uns auch mit dir herrlich sein lassen. Mache uns treu und erfülle dann an uns die Verheißungen, die du den Deinen gegeben hast, daß sie sein sollen, wo du bist, und deine Herrlichkeit sehen! Amen. 16. Geburtslag des Raisers. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, du Herr aller Herren und König aller Könige, der du von deinem Throne herabschauest auf alle, die auf Erden wohnen: wir bitten dich herzlich, walte mit deiner Gnade über dem Kaiser, unserm Könige und Herrn. Wir danken dir, daß du abermals ein Jahr seinem Leben und seiner Regierung zu⸗ gesetzt hast, und bitten dich, segne ihn ferner aus deinem Heiligtum, erfülle ihn mit deinem Geiste, daß er erkenne, was uns gut, und voll⸗ bringe, was uns heilsam ist. Verleihe ihm christliche Weisheit, daß er das Reich deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, erweitere und befestige. Rüste ihn aus mit Kraft und Stärke, daß er alle Hindernissedes Guten und derWohlfahrt des Landes glücklich besiege. uE W rnn Beicht- und Abendmahls⸗Gebete. 491 Laß es ihm nie an weisen und redlichen Ratgebern fehlen, welche das Vaterland, Recht und Gerechtigkeit lieben und schützen. Mache ihn zum Vater der Witwen und Waisen, zur Zuflucht der Bedrückten, zum Beschützeraller Guten, zum Retterder UnschuldigenundzumSchrecken aller Schuldigen. Erhalte und bewahre sein teures Leben, schütze seine geheiligte Person vor jedem Unfall. Verherrliche an ihm und an seinem Hause deine Gnade; schenke ihm die Liebe seiner Unter⸗ tanen. Sei mit unserm Vaterlande, Herr unser Gott, wie du bisher mit demselben gewesen bist; gib Friede und Ruhe, Glück und Heil in jedem Stande. Laß in unserm Lande Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; segne uns, Gott unser Gott, und alle Welt fürchte dich! Amen. D. Beicht- und Abendmahls-Gebete. 1. Vor der Beichte. Biblische Abschnitte, an Beichttagen zu lesen. Psalm 32. 51. 130. Jesaj. 55, 1—11. Matth. 5. Luc. 15. Luc. 18, 9—14. Eph. 4, 22—5, 9. 1. Joh. 2, 1—12. Hebr. 10, 19—27. Offb. 3, 14—22. 1. Herr, meine Sünden haben mich niedergeschlagen, aber deine Güte, mein Gott, richtet mich auf. Sei mir gnädig nach deiner Güte und reinige mich von meiner Missetat, die ich vor dir bekenne. An dir habe ich gesündigt, denn ich achtete nicht deines Geistes, der zu mir sprach, und habe ihm seine Wohnung in mir nicht bewahret. Ich vergaß deiner Gegenwart und wich von deinem Heiligtum, daß ich groß Übel vor dir tat. Herr, du bist gerecht, wenn du mich richtest und verdammst. Du gabst mir deinen heiligen Geist, aber ich habe ihn betrübt. Mein Verderben ist groß, aber du hast keine Lust daran. Darum verbirg meine Sünden vor deinem Angesicht und tilge sie aus. Schaff ein neues Herz in mir; reinige mich und lehre mich deine Rechte halten, daß ich nicht mehr sündige. Lehre mich den Grund meiner Seele erkennen und laß den Geist deiner göttlichen Weis⸗ heit in mir wohnen, daß mich die sündhafte Torheit nicht mehr umhertreibe. Sende deine verborgene Kraft und laß mich deine Gegenwart nicht verlieren. Verwirf mich nicht, sondern mache mich getrost durch deine Hülfe und Erbarmung. Nach dir verlanget mich, o höchstes Gut, daß ich dich als meinen Retter preise und deine Barmherzigkeit lobe, welche die 492 Beicht⸗ und Abendmahls⸗Gebete. Sünde hinwegnimmt. Herr, ich bin beschämt und gebeugt und entschuldige mich nicht; ich suche Gnade und Heil mit einem ge⸗ ängstigten und zerschlagenen Herzen. Tröste mich und nimm das Opfer meines Willens an, den ich dir ganz zu unterwerfen be⸗ gehre. Erquicke mich durch deine gnädige Verheißung in Christo Jesu; heile mein verwundetes Gewissen und nimm don mir die Gedanken, die sich untereinander verklagen. Ich bin mühselig und beladen; gib mir Frieden und erwecke ein neues Leben in meiner kranken Seele. Tue mir wohl und beschirme mich, daß kein Feind mich mehr erreiche. Laß das Alte in mir untergehen und schaffe alles neu durch deine Gnade. Amen. 2. Mein Gott, ich bitte von ganzem Herzen, sei mir gnädig und vergib mir alle meine Sünden um des teuren Verdienstes Jesu Christi, meines Heilands, willen. Mein Heiland, du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen. Auf diese deine tröstliche Verheißung komme ich und bitte, laß mich Gnade finden vor deinen Augen und vertritt mich bei meinem himmlischen Vater zu meiner Seelen Heil und Seligkeit. O heiliger Geist, erwecke mein Herz, daß ich nicht allein in wahrer Buß⸗ fertigkeit mit Herz und Mund meine Sünde bekenne, sondern auch die Stimme deines Dieners annehme als deine Stimme, zur Stärkung meines Glaubens und zur Versicherung der gnä⸗ digen Vergebung meiner Sünde um Christi willen. Amen. 2. Vach der Beichte. 1. Ach liebster Herr Jesu, ich danke dir von Grund meines Herzens, daß du mir armen Sünder durch den Diener deines Wortes abermal die gnädige Vergebung meiner Sünden hast an⸗ kündigen lassen. Siehe, um Trost war mir sehr bangez du aber hast dich meiner Seelen herzlich angenommen, daß sie nicht ver⸗ dürbe; denn du warfst alle meine Sünde hinter dich zurück. Verleihe mir nun deine Gnade, daß ich anfangen möge in einem neuen Leben zu wandeln, wie ich dir zugesagt. Schaffe doch nun, o Gott, in mir ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist erhalte mich. Ach laß mich doch ablegen nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet, und anziehen den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Laß mich ablegen von mir den Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung und schandbare Worte. Laß mich töten alles, was der Erde angehört, alle Unreinigkeit, böse REI n v FEEEE E E S8 Beicht- und Abendmahls⸗Gebete. 493 Lust und Geiz. Hingegen was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem laß mich nachdenken. Gib, daß ich verleugne das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig lebe in dieser Welt und warte auf die selige Hoffnung und Erscheinung deiner Herrlichkeit um deines allerheiligsten Namens willen. Amen. 2. O Gott, ich habe dir zugesagt, frömmer zu werden; hilf du mirs vollenden. Gib mir das Wollen und Vollbringen; gib mir deinen heiligen Geist, der mich meiner Zusage täglich er⸗ innere. Laß alle Sündenlust, alle verkehrten Gedanken und Be⸗ gierden und alles, was sündlich ist, in mir absterben und hilf, daß ich mein Leben lang an deiner Huld und Gnade mich er⸗ freue, an deiner Liebe mich sättige, an deiner Treue mich halte, nach deinem Worte mich richte, durch deine Gnade christlich lebe, geduldig leide und durch des Herrn Jesu teures Verdienst selig sterbe und freudig in den Himmel eingehe. Amen. 3. Biblische Rbschnikte für Abendmahlskage. Psalm 23. 111. Joh. 6, 48—58. Joh. 15, 1—12. Röm. 8, 31—39. 1. Kor. 11, 23—32. Offenb. 22. 4. Am WMorgen des Abendmahlskages. Allmächtiger und barmherziger Gott und Vater, ich danke dir von Grund meines Herzens für deinen Schutz und Schirm in dieser Nacht und für den frohen Morgen, welchen du mich erleben lässest. Gelobt sei deine Barmherzigkeit, die alle Morgen neu ist und mich heute zu deinem Hause, zu deinem Altare ruft und einladet. O Herr, weil ich nun mit denen, die da feiern, zu deinem Abendmahle kommen will, so bereite du mich selbst dazu. Willst du eine reine Wohnung in mir finden, so reinige und heilige selbst meinen Leib und Seele. Leite mich mit deinen Augen, führe mich mit deiner Hand zum Reichtum deiner Güte, tröste mich mit deinem Angesichte. Erhalte mich in beständiger Andacht, bewahre mich vor bösen Gedanken, nimm mich in deinen be⸗ sonderen Gnadenschutz und weiche nicht von mir. Heiliger Jesu, vereinige du dich an diesem Tage mit meinem Leibe und mit meiner Seele. Speise mich mit deinem Leibe, tränke mich mit deinem Blute, auf daß mein schwacher Glaube gestärkt und ich deiner Gnade, der Vergebung meiner Sünden und der 494 Beicht- und Abendmahls-Gebete. ewigen Seligkeit versichert werde, daß ich als ein würdiger Gast an deinem Tische erscheine. Nun, Herr Gott Vater, sei mein Schutz und Beistand. Herr Jesu, sei meiner Seele Speise, Licht und Leben. Und du, Herr Gott, heiliger Geist, erleuchte mich und erhalte mich in der wahren Heiligung, daß ich in dem Stande der Gnade, in welchen ich heute aufs neue trete, zeit meines Lebens verbleiben möge. O Herr, hilf, o Herr, laß wohl gelingen. Deinem heiligen Namen sei Lob, Ehre und Dank gesagt immer und ewiglich. Amen. 5. Vor dem heiligen Abendmahl. 1. Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirt und Bischof meiner Seele, du hast gesagt:„Ich bin das Brot des Lebens, wer von mir isset, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ Siehe, ich komme zu dir und bitte dich demütiglich, du wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himmlischen Mahles machen; du wollest mich heute weiden auf einer grünen Aue und zum frischen Wasser des Lebens führen; du wollest meine Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen um deines Namens willen. Vor allen Dingen erwecke in mir wahre, herzliche Reue und Leid über meine Sünde und lege mir an das rechte hochzeitliche Kleid des Glaubens, damit ich dein heiliges Verdienst zum ewigen Trost meiner Seele ergreifen und fest behalten möge. Gib mir ein demütiges und versöhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit aus. Pflanze dagegen in meiner Seele herzliche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Nächsten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Ach mein Herr, du hast ja selbst gesagt: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ach ich bin krank, ich bedarf deineralsmeines himmlischen Seelenarztes. Duhastjagesagt: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch er⸗ quicken. Ach Herr, ich komme mit vielen Sünden beladen, nimm sie don mir, entledige mich dieser großen Bürde. Ich komme als ein Unreiner, reinige mich; als ein Blinder, erleuchte michz als ein Armer, mache mich an meiner Seele reich; als ein Verlorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach Jesu, treuster Freund meiner Seele, führe mich von mir selber ab und nimm mich auf zu dir, ja in dich. Denn in dir lebe ich, in mir selber bin ich tot. In dir bin ich gerecht, in mir bin ich eitel Sünde. In dir bin ich selig, in mir bin ich lauter Verdammnis. In dir habe ich volle Genüge, du bist mir alles. Bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: Wer mein Fleisch isset und trinkt mein Blut, H Beicht⸗ und Abendmahls⸗Gebete. 495 der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. 2. Hier komme ich, mein Heiland, auf deine freundliche Ein⸗ ladung. Laß mich Gnade finden vor deinen Augen, du Liebhaber des Lebens. Wäre ich gleich heiliger als die Engel, so wäre ich doch darum noch nicht würdig dieses Tisches, es sei denn, daß du mich würdig machest. Darum komme mir zuvor mit deiner Gnade und bereitemich. Nimm dich meiner Seele an nach deiner großen Liebe. Gedenke, daß ich von mir selber zwar viel Böses, aber nichts Gutes habe, und hilf mir um deiner Güte willen. Gedenke an deine Treue, der du aller Welt Heiland bist, und erfülle mein Herz mit Gnaden. Wie gern wollte ich mit brünstiger Andacht in völligem Glauben her⸗ zugehn, aber das Vollbringen fehlt mir, wenn ichs von dir nicht er⸗ lange, du Anfänger und Vollender des Glaubens. Darum nimm gnädig von mir, was dir mißfällt, oder bedecke es mit deiner Ge⸗ rechtigkeit; und gib mir, was dir wohl gefällt. Wohl der Seele, die dir angenehm ist. Entledige mein Herz von allen fremden Gedanken und mein Gemüt von aller Zerstreuung. Stärke meinen Glauben, entzünde meine Liebe, vermehre meine Hoffnung, erwecke meine An⸗ dacht. Heilige mich durch und durch, auf daß ich in herzlicher Zu⸗ versicht herzutrete, mit reinen Lippen und heiligem Herzen nehme, esse und trinke zu meiner Seele Leben, Heil und Segen. Amen. 6. Nach dem Abendmahl. Ach du freundlicher, liebreicher Herr Jesu Christel Dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und teuren Speise und dem Trank deines heiligen Leibes und Blutes ge⸗ speiset und erquicket hast. Ach wer bin ich, daß du mich Un⸗ würdigen gewürdigt hast, von deinem Tische zu essen! Ach wie könntest du mir doch ein höheres Pfand geben deiner Liebe und eine größere Versicherung meiner Erlösung, der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens? Gib, daß ich deine große Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein heiliger Leib und dein teures Blut heilige und segne meinen Leib und meine Seele und behüte mich vor allen Sünden. Ach mein Erlöser und Selig⸗ macher, lebe du in mir und ich in dir, bleibe du in mir und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle Untugend; behalte und besitze du allein das Haus meines Herzens. Meine arme Seele hat sich mit dir verbunden als deine Braut, und du hast dich mit ihr verlobet und vereinigt in Ewig⸗ keit, sie ist nun eine Königin worden, weil du selbst, der König 496 Beicht- und Abendmahls⸗Gebete. aller Könige, dich mit ihr vermählet hast. Wie sollte sie sich wieder zur Dienstmagd erniedrigen so vieler Sünden und Unsauberkeit? Wie sollte sie sich ihres Adels wieder verlustig machen durch die Eitelkeit und Nichtigkeit der Sünden und sich selbst unwürdig einer so hohen Ehre? Ach schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit himmlischer Schönheit, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit tiefer Demut, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanftmut, sehnlichem Verlangen nach dir und nach dem ewigen Leben, daß ich mit dir allein Ge⸗ meinschaft habe, ich esse oder trinke, wache oder schlafe, lebe oder sterbe; daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke; daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. 7. Am Abend des Abendmahlskages. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat. Der dir alle deine Sünden vergeben, der dein Leben vom Verderben erlöset und dich gekrönet hat mit Gnade und Barmherzigkeit. Ja lieber himmlischer Vater, mein ganzes Herz ist bereit, deinen Ruhm mit Dankbarkeit und Freude zu verkündigen, nachdem ich durch das Nachtmahl deines Erlösers von deiner Liebe aufs neue bin ver⸗ sichert worden. Nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die ich getan, sondern nach deiner Barmherzigkeit hast du dich meiner an⸗ genommen und mir alle meine Sünden vergeben. Über eine solche Güte bin ich sündiger Menscham Tische deines Sohnes beschämt und gedemütigt, aber auchüberschwenglich getröstet, erfreutundin meinem Vertrauen auf dich befestigt worden. Vergelten kann ich dir nichts für allen Reichtum deiner Barmherzigkeit. Du bedarfst meiner nicht; alles was ich habe, habe ich von dir empfangen. Und dazu forderst du mich auf und willst es mit Wohlgefallen ansehn, daß ich deinen Willen hinfort gern tue und deine Gebote in meinem Herzen habe. Gib, so rufst du mir in dieser Abendstunde zu, gib mir nunmehr, mein Sohn, dein Herz und laß deinen Augen meine Wege wohl ge⸗ fallen. Wohlan, das will ich tun. Was wahrhaftig, was ehrbar, was keusch, was lieblich, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem will ich nachdenken; in Trübsal will ich geduldig sein, denn der feste Bund Gottes bestehet und hat dieses Siegel: der Herr kennt die Seinen. Dabei will ich verbleiben, bis mein Ende herbeikommt, und ich das Ende meines Glaubens, nämlich der Seelen Seligkeit davon⸗ bringen werde. Da werde ich den wahren Segen eines tätigen Christentums erfahren, wozu du mich heute aufs neue gestärket hast. Da wird mich kein Leid mehr drücken, keine Sünde mehr traurig und SM 2„ 2.2................ ir e: Sen Seun Se eeenrern 4— Für besondere Tage des häuslichen Lebens. 497 unselig machen. Da will ich schauen dein Angesicht in Gerechtigkeit; da will ich satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde. Amen. E. Jür besondere Tage des häus⸗ lichen Lebens. 1. Am Crauungskage. Herr Gott, Vater und Herr meines Lebens, der du dem Mens chen einen Gehilfen in diesem mühf eligen Leben nachdeinemRatzuordnest, prüfe mich bei meinem Vorhaben, heute in den Stand der heiligen Ehe zu treten, und erfahre in meinem Herzen, wie ichs meine: ob ich durch deinen heiligen Rat und Willen dazu gekommen und dich vor allem mit Gebet und Glauben gesucht habe, oder ob ich aus un⸗ lauteren Absichten in diesen Stand eile. Das Blut deines Sohnes Jesu Christi reinige uns von aller Sünde, daß du bei uns und unter uns mit deinem Geiste wandeln und wohnen mögest. Ja mache uns dir zu Tempeln deines heiligen Geistes und zu Gefäßen deiner Barmherzigkeit: lehre uns alles anfangen in der Buße und Zu⸗ kehrung unserer Herzen zu dir, mit Glauben und Vertrauen auf dein Wort und deine Verheißung. Besonders aber, o du ewiges Gut, entzünde durch den Glauben in uns eine solche brünstige Liebe zu dir, daß dir auch unsere Liebe untereinander allein geheiligt werde, und ein jedes nur dich in dem andern liebe. Verbinde uns hiezu in einem Sinn und Geist durchs Gebet; lehre uns vor dir niederfallen und zuerst deinen Segen suchen. Wirke in uns durch deinen Geist wahre Treue gegen dich und gegen⸗ einander; gib uns ein Herz und eine Seele zu dir, daß wir be⸗ ständig vor deinem Angesicht wandeln, einander zu allem Guten ermuntern, im Kreuz aufrichten, im Glück an dir bleiben und so unser Leben im Frieden und Segen zubringen. Ja erfülle an uns die liebreichen Absichten, wozu deine Vor⸗ sehung uns mag zusammengeführt haben, daß du von uns gepriesen werdest in Zeit und Ewigkeit. Weil du aber, o himmlischer Vater, aus tiefer Weisheit nach dem Fall viel leibliche Trübsal auf diesen Stand gelegt hast, so bereite uns ja aus lauter Gnade zuvor in gründlicher Herzensbekehrungaufalle bevorstehendenbösen Stunden, dadurch du uns etwa prüfen und diesen heiligen Stand dem Fleische nach schwer machen möchtest. Lehre uns darin in Heiligkeit vor dir leben als deine wahren Kinder und durch deinen Geist erleuchtet und geheiligt einen solchen Bund vor dir machen, daß wir dir zufammen ewig treu bleiben und anhängen wollen. Lege du selbst, Herr Jesu, Ji 498 Für besondere Tage des häuslichen Lebens. in uns den wahren Grund in Glauben und Liebe und gib uns untereinander Geduld im Leiden, Sanftmut und christliches Tragen der Schwachheiten und Fehler des andern; und also laß uns alle Not in dirüberwinden, einander ermahnen, stärken und trösten, wie es not tut, damit wir ewig in dir vereinigt seien und bleiben. Amen. 2. Gebet christlicher Eheleute. Barmherziger, gnädiger Gott, lieber Vater, du hast uns nach deinem gnädigen Willen und göttlichen Vorsehung in den heiligen Chestand versetzt, daß wir nach deiner Ordnung darin leben sollen. Darum trösten wir uns auch deines Segens und bitten dich: laß uns ja in deiner göttlichen Furcht beieinander leben. Laß uns vor allen Dingen dein Wort lieb haben, daß wir sein mögen wie ein Baum am Wasser gepflanzet, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit. Laß uns miteinander in Frieden und Einigkeit leben und unsern Ehestand in Zucht und Ehrbarkeit führen, daß dein Segen bei uns wohne, und wir einen ehrlichen Namen haben mögen. Gib Gnade, daß wir unsere Kinder in der Furcht und Vermahnung zu deinen göttlichen Ehren auferziehen, daß du aus ihrem Munde dir ein Lob bereiten mögest. Gib ihnen ein gehorsames Herz, daß es ihnen möge wohl gehen und sie lange leben auf Erden. Gib uns auch das tägliche Brot und segne unsre Nahrung. Und wenn du uns, lieber Gott, Kreuz und Trübsal zusenden willst, so gib uns Geduld, daß wir uns im Glauben deiner väterlichen Züchtigung unterwerfen. Fallen wir, so verwirf uns nicht, sondern halte uns bei der Hand und richte uns wieder auf. Lindere uns unser Kreuz und tröste uns wieder und ver⸗ laß uns nicht in unsrer Not. Gib auch, daß wir das Zeitliche nicht lieber haben als das Ewige; wir haben ja nichts in die Welt gebracht und werden auch nichts mit hinausbringen. Laß uns nachjagen dem Glauben und der Liebe und ergreifen das ewige Leben, dazu wir be⸗ rufen find. Gott der Vater segne und behüte uns. Gott der Sohn erleuchte sein Angesicht über uns und sei uns gnädig. Gott der heilige Geist erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden! Amen. 3. Bach der Geburk eines Rindes. Lieber Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir, daß du unser Haus gesegnet und uns ein Kindlein geschenkt hast uns zur Freude und dir zur Ehre. Du hast gnädiglich gewacht über der Mutter dieses Kindleins, hast sie bewahret vor allerlei Schaden, hast sie getröstet und gestärkt in ihren schweren Stunden, und nun, da das Kind zur Welt geboren ist, freuen wir uns und sind fröhlich und sagen dir, Herr unser Gott, Dank für solche deine —————————35—j— —G EE-E Für besondere Tage des häuslichen Lebens. 499 Gnade und herzliches Erbarmen, befehlen dir auch dies Kindlein in deine Vaterhände, denn du bist ja der rechte Vater über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Du wollest ihm Leben und Odem bewahren und dein Angesicht über ihm leuchten lassen, es aufnehmen in deine heilige Kirche und Gemeinde, es zu deinem Kind und Erben machen, es treulich führen und leiten durch dies arme Leben und dereinst eingehen lassen zur Herrlich⸗ keit der Kinder Gottes in deinem seligen Himmelreiche. Dazu hilf, o Gott der Gnade, diesem Kindlein und uns allen. Amen. 4. Am Cauftage eines Rindes. Vor der Taufe. O Herr Jesu Christe, unser einiger Heiland, Trost und Selig⸗ macher, du hast ein herzliches Wohlgefallen an den Kindlein, die zu dir gebracht werden, und nimmst sie gern an zum ewigen Leben. Denn du hast gesagt: Lasset die Kindlein zu mir kommen, denn solcher ist das Reich Gottes. Auf dies dein Wort bringen wir dies Kind durch unser Gebet zu dir und bitten: nimm es an und laß es deiner Erlösung, die du uns am Kreuz durch dein bitteres Leiden und Sterben erworben hast, durch die heilige Taufe teilhaftig werden; zeichne es in deine Hände und laß es dein sein und bleiben zu seiner Seelen Seligkeit um deines heiligen Namens willen. Amen. Nach der Taufe. 1. Allmächtiger, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von Herzen Lob und Dank, daß du dieses Kindlein uns geschenkt und bisher behütet und nun ver⸗ liehen hast, daß es durch die heilige Taufe wiedergeboren ist zum ewigen Leben und einverleibt deinem lieben Sohne, unserm Herrn Jesu Christo. Wir bitten dich demütiglich, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der emp⸗ fangenen Guttat gnädiglich erhalten und treulich in der Tauf⸗ gnade bewahren, damit es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig berbleibe und endlich das ver⸗ heißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. — 500 Für besondere Tage des häuslichen Lebens. 2. O gütiger Gott, himmlischer Vater, da du dieses Kindlein aus lauter Gnade zu dem Bade deiner heiligen Taufe hast kommen lassen und als dein Gnadenkind um Jesu Christi willen auf⸗ und angenommen, so bitte ich dich von ganzem Herzen, du wollest demselben fortan deinen heiligen Geist verleihen, daß es durch des⸗ selben Kraft und Stärke unter der Fahne Jesu Christi, zu der du es hast schreiben lassen, ritterlich streite, daß es Christum Jesum mit dem Herzen glaube und mit dem Mund bekenne, auch sein Kreuz auf sich nehme und ihm auf dem Wege der Gerechtigkeit geduldig und beständig nachfolge, damit es einmal mit mir und allen recht⸗ schaffenen Christen fröhlich vor deinem Richterstuhl erscheine, die ewige Seligkeit erlange und dich, o Gott, ewiglich preisel Amen. 5. Beim Rirchgang einer Wöchnerin. Allmächtiger, großer und starker Gott, ich erscheine mit Freuden vor deinem heiligen Angesicht und lobe dich für alle deine Wohl⸗ tat, womit du mich begnadigt hast. Du hieltest mich, da ich sinken wollte; du erquicktest mich, da ich schwach war; du stärktest mich, als meine Kräfte dahin waren. Du hast alles wohl gemacht und herrlich hinausgeführt, mich und mein Kindlein lebendig und ge⸗ sund erhalten bis auf diesen Augenblick. Darum lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat; der dein Leben vom Verderben erlöset und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Herr, laß dir wohl gefallen das Dankopfer meiner Lippen und nimm das Gebet meines Herzens gnädiglich an! Laß auch fernerhin deine Barmherzigkeit groß an mir werden; nimm mich in deinen heiligen, gnädigen Schutz; segne das Kind, das du mir anvertraut hast, daß es aufwachfe zu deiner Ehre, zu seinem Heil und zu meiner Freude; behüte und segne du meinen Aus⸗ gang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!l Amen. 6. Gebet der Ellern für ihre Rinder. Ach getreuer lieber Gott und Vater, Schöpfer und Erhalter aller Kreatur, wir danken dir von Herzen für die Kinder, die du uns durch deinen Segen gegeben hast, und bitten dich herzlich, weil du gesagt hast, du wollest deinen heiligen Geist geben allen, die dich darum bitten, begnade auch unsre Kinder mit deinem heiligen Geist, der in ihnen die wahre Gottesfurcht anzünde, welche ist der Weisheit Anfang. Wer darnach tut, des Leben bleibet ewiglich. Beselige sie mit deiner wahren Erkenntnis, behüte sie vor aller Abgötterei und falscher Lehre, laß sie in wahrem seligmachenden Glauben und in aller Gottseligkeit erwachsen und darin bis ans Ende beharren. Xx/VV” AWErt ◻+ꝗL-. ꝗHDDCCtcbl‚III. Für besondere Tage des häuslichen Lebens. 501 Gib ihnen ein gläubiges gehorsames Herz, auch Weisheit und Verstand, daß sie wachsen und zunehmen an Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Pflanze in ihre Herzen die Liebe deines göttlichen Wortes, daß sie seien andächtig im Gebet und Gottesdienst, ehrerbietig gegen die Lehrer des Worts und gegen jedermann, scham⸗ haftig in Worten, treu in Werken, fleißig in Geschäften, verständig und rüstig in allen Dingen, sanftmütig und freundlich gegen alle Menschen. Behüte sie vor den Argernissen dieser Welt, sei ihr Schutz in allerlei Gefahr. Laß uns ja nicht Unehre und Schande, sondern Freude und Ehre an ihnen erleben, daß durch sie auch dein Reich gebauet und die Zahl deiner Gläubigen vermehret werde, daß sie auch im Himmel als die himmlischen Olzweige an deinem Tische sitzen und dich mit allen Auserwählten ehren, loben und preisen mögen durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Ps. 127 u. 128. 7. Am Ronfirmaͤlivnskage. Herr Gott lieber himmlischer Vater, mit demütigem, dankbarem Herzen nahe ich mich heute zu deinem Altar und erhebe meine Seele zu dir an dem Tage, da ich meinen Taufbund erneuern soll. O Gott, ich bin nicht wert aller Barmherzigkeit und Treue, die du von Kindes⸗ beinen an mir erwiesen hast. Als ich selber von mir noch nichts wußte, hast du dich meiner liebreich angenommen und mich mächtig beschirmt. Tausend Gefahren drohten meinem Leben, du hast sie gnädig abgewendet. Viele ließest du jung sterben, aber mich ließest du leben und unter treuer Pflege aufwachsen, daß ich dich, meinen Schöpfer und Herrn, meinen Gott und Vater, und den du gesandt hast, Jesum Christum, deinen Sohn, als meinen Heiland kennen ge⸗ lernt habe. Nun weiß ich, an wen ich glaube, und auf wessen Namen ich getauft bin. Nun weiß ich, wer mich selig macht, und in wessen Nachfolge ich wahres Glück und Seelenfrieden finden kann. Du bist es, Herr Jesu, mein Heiland, und mit dir schließe ich heute den Bund, dir Treue zu geloben bis in den Tod, dir nachzufolgen auf dem schmalen Wege, deiner Stimme zu gehorchen unter allen Versuchungen und Lockungen der Welt. Stärke mich schwaches Menschenkind, das so leicht strauchelt, dazu mit Kraft aus der Höhe. Herr, du weißt, wie wenig rechter Ernst und wie viel leichter Sinn noch in mir wohnt, wie Torheit und Eitelkeit, Unlauterkeit und Trotz oft mächtig in mir sind. Lehre mich hinankommen zu dem rechten Mannesalter in Christo, gib mir heiligen Ernst und beständigen Glauben, denn es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade. Deine Gnade stärke mich, deine Gnade behüte mich und mache mir den heutigen Tag zu einem Tage des Segens für Zeit und Ewigkeit! Amen. 502 Für besondere Tage des häuslichen Lebens. 8. Am Geburkstag. O Gott, Schöpfer und Erhalter meines Lebens, groß ist deine Barmherzigkeit und Treue, die mich heut abermals den Tag erleben läßt, an welchem ich das Licht dieser Welt erblickt habe. Bis hierher hast du mir geholfen, o mein Gott, wie kann ich all das Gute auf⸗ zählen, womit du mich von Kindesbeinen an so väterlich gesegnet hast, und dir würdig dafür danken? Ich will dich preisen, so lange ich lebe, und deinem Namen Lob sagen, so lange ich hier bin. Mit dem heutigen Tage fängt ein neuer Abschnitt meines Lebens an. Ach Herr, versenke alle Verschuldungen meiner bisherigen Jahre und Tage in das Meer derVergangenheit. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner vielfachen Übertretungen; gedenke aber meiner nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen. Hilf mir, mein Gott, wie ichs dir heute gelobe, mein Leben ferner ganz nach deinen Geboten einzurichten. Mein einziges Bestreben soll es sein, so zu denken, zu reden und zu handeln, wie es dir wohl⸗ gefällig ist. Allwissender Gott, du hörst mein Versprechen, du kennst aber auch meine Schwachheit und Gebrechlichkeit. Herr, ohne dich kann ich nichts Gutes vollbringen. Darum stärke mich durch deinen Geist, meine guten Vorsätze auszuführen. Verborgen ist es mir, welche Schicksale in diesem Jahre und in aller Zukunft meiner warten. Du allein weißt es, der alles, was mir begegnen soll, von Ewigkeit her beschlossen hat. Unter deiner gnädigen Aufsicht müssen alle Dinge zu meinem Besten dienen. Du wirst es gewiß wohl mit mir machen. Vater, dein Wille geschehe. Amen. 9. MRuf der Reise. Allgegenwärtiger Gott, du bist allen deinen Geschöpfen nahe; du umgibst auch mich an allen Orten; ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege. Herr, du bist meine Zuver⸗ sicht und meine Zuflucht. Schütze mich vor allen Unfällen, die mich auf meiner Reise treffen könnten. Laß mich überall vor dir wandeln und fromm sein. Bewahre mich vor allen sündlichen Zerstreuungen und Genüssen, daß ich ein gutes und unverletztes Gewissen bewahren möge. Regiere mein Herz und Leben, daß ich nicht mutwillig wider dich sündige. Laß mich jede frohe Stunde, die du mir schenkest, im Aufsehen auf dich und in dankbarer Er⸗ innerung deiner Liebe verleben. Leite alle meine Schritte und Tritte, segne all mein Tun und Lassen. Erinnere mich auf dieser Reise recht oft daran, daß mein ganzer irdischer Lauf eine Wall⸗ fahrt und Pilgerschaft sei, auf welcher mich jeder Tag dem Ziele der Ewigkeit näher bringt. Leite mich auf allen meinen Pfaden Gebete für besondere Nöte. 503 nach deinem Rat und führe mich, wenn meine ganze irdische Pilger⸗ reise sich endet, in das himmlische Vaterland. Amen. 10. Fürbikte für einen Reisenden. Herr Gott, himmlischer Vater, der du dein Volk Israel gnädig geführt und geleitet hast durch die Wüste auf so langer Reisez der du viel tausend Engel aussendest zum Dienste derer, die ererben sollen die Seligkeit: wir bitten dich, du wollest auch unsern lieben N. N. in deinen gnädigen Schutz nehmen und ihn leiten und führen auf seiner Reise und deinen heiligen Engel ihm zum treuen Schutz und Schirm senden, daß kein Schaden noch Gefahr ihn treffen mag. Deine Hand ist gewaltig hier und an den Enden der Erde; in deine Hand befehlen wir ihn, so ist er wohl geborgen. Bewahre du ihm Leben und Gesundheit; gib ihm Freudigkeit und Kraft in allen Mühseligkeiten; wache über allen seinen Wegen und sei ihm und uns allen gnädig und barmherzig! Amen. F. Gebete für besondere Vöte. 1. In mancherlei KRreuz und Crüblal. Mein Gott, du führest mich durch das dunkle Tal der Leiden, aber ich will mich nicht fürchten, denn du bist bei mir. Meine Seele ist stille zu dir, und deine Liebe sei mein Trost. Nach deinem weisen Rat geschieht es, daß wir auch durch Trübsale in dein Reich geführt werden, und du lässest uns nicht umkommen noch verderben, wenn wir Glauben halten. O so erhalte mich dir getreu! Wenn mich nichts mehr trösten kann, so sei du bei mir und erquicke die müde Seele. Sei du meine Zuflucht, daß ich auch im Leiden deinen Namen preise. Will ich mutlos und verzagt werden, und dünkt mich die Last zu groß, die du mir auflegst, so ermutige mich durch den Aufblick auf Jesum, der dir gehorsam geworden ist bis zum Tode am Kreuz, der auch meine Last getragen hat. Laß mich mit ihm überwinden und auf die Stunde der Erlösung harren. Läutere mich durch das Feuer der Prüfung, daß ich vor dir bestehe in Treue und Wahrheit. Du wirst mich reichlich trösten, wenn ich mit Christo leide. Meinst du es doch gut mit mir, wenn du mich demütigst und mit deiner Hülfe zu verziehen scheinest. Du willst mich losreißen von der Liebe der Welt, von aller sündigen Lust und meine Seele zu dir ziehen und heiligen. O so laß meine Trübsal dazu gesegnet sein; führe alles hinaus zum Preise deines weisen, väterlichen Rates. Sind doch die Leiden dieser 504 Gebete für besondere Nöte. Zeit nichts gegen die Herrlichkeit, die du einst an uns offenbaren willst. Laß mich geduldig ausharren in der Anfechtung und darin be⸗ währt werden, damit ich die Krone des Lebens empfange, die du verheißen hast denen, die dich über alles lieben, und mit Freuden ernte, was ich mit Tränen gesäet habe. Amen. 2. Bei grohem Ungewitter. O du großer und schrecklicher Gott, dem Sturmwinde und Feuer⸗ flammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährst wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest: wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblick verderben, wenn du deine vernichtenden Strahlen auf uns gehen hießest. Denn die Erde bebt und wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und er⸗ zittern, wenn du zornig bist. Herr, wir sehen und hören deine große Machtundentsetzenuns vordemerschrecklichen Rollen deines Donners. Ach gedenke nicht unserer Sünden und Missetaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Verfolge uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Schlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof und die lieben Früchte des Feldes. Behüte uns vor grausamem Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ängst⸗ liche Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herz⸗ liche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Un⸗ wetter vorübergehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines grimmigen Zorns, womit du die Gottlosen einst in das ewige Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, Sohn und heiligen Geist, einigen wahren Gott, in Ewigkeit preisen mögen! Amen. 3. Vach dem Unwetter. Allmächtiger Gott, der du gesagt hast: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen! Wir sagen dir von Grund unsers Herzens Lob und Dank, daß du unser Gebet gnädiglich erhöret und dies böse Wetter also hast vergehen lassen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit hast du abermal dein getreues Vaterherz zu erkennen gegeben, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln und uns nicht nach unserer Missetat vergelten willst. Verleihe uns, barmherziger Vater, daß wir uns bei solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständig bessern, ———— Gebete für besondere Nöte. 505 in deiner Furcht hinfort leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes, da die Elemente vor Hitze schmelzen und die Erde und die Werke, die darinnen sind, verbrennen werden, uns gefaßt und bereit machen, damit wir ihm mit Freuden entgegengehen und den neuen Himmel, in welchem Gerechtigkeit wohnen wird, mit Jauchzen und Frohlocken einnehmen und mit dir in deinem seligen Anschauen ewiglich besitzen mögen, durch denselbigen deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 4. In Kriegszeiten. 1. Heiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegsgeschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt, aber wir sind über deine Güte allzu sicher geworden, haben dein Wort vergessen, viel widereinander gemurret, aber wenig füreinander gebetet, haben auf unsere Weisheit, unser Vermögen und Werk vertraut, statt allein auf dich unsere Hoffnung zu setzen. Aber nun kommen wir wieder zu dir, Herr unser Gott. Laß uns eins werden in Er⸗ kenntnis unserer Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfesrüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vater⸗ land her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, dem Armen und Hungernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübsal neue Liebesbande, führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reichs und laß über unserm Vaterlande einen Frieden aufgehen, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig, erbarme dich über uns und erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. 2. Herr Gott Zebaoth, du starker und gewaltiger Gott, du züchtigest uns zu dieser Frist, wie wir wohl lange verdient haben, und hast dem Schwerte geboten: Fahre durchs Land! Siehe, wir be⸗ kennen dirs, daß wir solcher Strafe wert sind, bitten dich aber de⸗ mütiglich, du wollest doch gnädig und barmherzig sein und uns nicht gar verderben. Ach lieber Herr Gott, der du dein Angesicht von uns abgewendet und den Frieden von uns genommen hast: schaue doch wieder in Gnaden an dein armes Volk und wehre dem Feinde, der es dränget; o laß uns doch nicht also in Not und Trübsal, sondern gebiete deinen heiligen Engeln, daß sie sich lagern um die Deinen zum Schutz wider alle Bedrängnis und feindliche Gewalt. 506 Gebete für besondere Nöte. Erhöre unser Schreien, liebreicher Gott, und erbarme dich unser und des ganzen Landes; höre auf die Klagen der Witwen und armen Kindlein, der Armen und Elenden; mache des Kriegs und Mordens bald ein Ende und errette dein Volk aus der Hand seiner Widersacher. Ach barmherziger Gott, erhöre uns und ge⸗ denke nicht unserer Missetaten, deren so viele sind als des Sandes am Meere, gedenke aber unser nach deiner großen Barmherzigkeit um deiner Güte willen. Herr, hilf uns, Herr, errette uns, Herr, sei uns gnädig um Jesu Christi, deines lieben Sohnes willen. Amen. 5. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. Ach Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue: wir erkennen deinen gerechten Zorn, welchen wir mit unseren Sünden wider uns erweckt haben. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsre Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht verschmachten von der Strafe deiner Hand. Wende dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Kranken und Schwachen. Sei bei ihnen in der Not, reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergib ihnen alle ihre Sünde. Lehre hierbei uns alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsre Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre unsre Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. Danach lies Psalm 90 und 91. 6. An keurer Zeit. Herr Gott, himmlischer Vater, du siehst, daß jetzt schwere Zeiten sind in unserem Lande und viel Sorge und Not um des täglichen Brots willen: so laß dich den Jammer der Armen und Hungernden erbarmen und wende die Züchtigung, die wir ja wohl verdient haben, um deiner Barmherzigkeit willen von uns. Ach lieber Gott, wir hätten ja längst verschmachten und verderben müssen, wenn du mit uns hättest handeln wollen nach unseren Werken. Du aber bist gnädig und barmherzig gewesen, wirst dich auch künftighin also erweisen. Ach Herr, gib es uns doch zu erkennen, daß du es bist, der uns heimsuchet mit dieser Strafe, damit wir unsere Herzen wieder zu dir Gebete für Kranke und Sterbende. 507 kehren, damit wir lernen dich anrufen, auf dich schauen und dir allein vertrauen. Strafe uns nicht allzuschwer, sondern erbarme dich unser. Du wirst uns aushelfen aus aller Not, du wirst uns nicht verderben lassen. Du gibst ja den Raben ihre Speise, wenn ihre Jungen zu dir schreien, und ernährest die Vögel unter dem Himmel. Du wirst auch noch Mittel und Wege haben, uns unser täglich Brot darzu⸗ reichen mitten in dieser Teurung. Nun, du treuer Gott, so laß uns deine Gnade und Barmherzigkeit schmecken und sende uns Hülfe und Erlösung in dieser schweren Zeit um deiner Liebe und Barm⸗ herzigkeit, um deines Namens Ehre willen. Amen. G. Gebete für Kranke und Sterbende. 1. Sprüche ans Goltes Work für Rranke. Kurze Seufzer: Deine große herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.(Jes. 63, 15.) Ach du Herr, wie langel (Ps. 6, 4.) Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?(Röm. 7, 24.) Demütigung vor Gott: Ach Herr, unsre Missetaten habens ja verdient.(Jerem. 14, 7.) So du willst, Herr, Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen?(Psalm 130, 3.) Wir liegen vor dir mit unserm Gebet, nicht auf unsre Gerechtigkeit, son⸗ dern auf deine große Barmherzigkeit.(Dan. 9, 18.) Trost des Glaubens: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.(4. Joh. 1, 7.) Alle Züchtigung, wenn sie da ist, dünket sie uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, aber darnach wird sie geben einefriedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind.(Hebr. 12, 11.) Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.(Jakobi 1, 12.) Die väterliche Stimme Gottes: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen; siehe in meine Hände habe ich dich gezeichnet. Geb 49, 15. 16.) Ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Hebr. 13, 5.) Ich habe dich je und je geliebet, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.(Jer. 31, 3.) Die Gnadenstimme Jesu Christi: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.(Joh. 7, 37. 6, 37.) Laß dir an meiner Gnade ge⸗ nügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.(2. Kor. 508 Gebete für Kranke und Sterbende. 12, 9.) Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offb. 2, 10.) Auch können folgende Abschnitte der heiligen Schrift von dem Kranken gelesen oder demselben vorgelesen werden: 1. Petr. 5, 6—11. Psalm 130. 25. 42. 63, 2—9. 91. Klagel. 3, 22—42. Röm. 8, 18—-27, 28—- 39. 1. Petr. 1, 3—9. Psalm 126. Offb. 7, 9—17. 2. RMuf dem Krankenbelte. 1. O Herr, himmlischer Vater, du bist ja ein getreuer Gott und lässestniemand versucht werden über seinVermögen, sondernschaffest, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß wir es können ertragen: ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen, laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden. Stärke mich, daß ich es mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. O Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Pein für mich gelitten hast und endlich für meine Sünden gestorben bist, zu dir rufe ich aus meines Herzens Grunde: erbarme dich über mich sündigen Menschen, vergib mir alle meine Übertretungen, die ich in meinem ganzen Leben begangen habe. Erhalte mich im wahren Glauben bis an mein Ende. O Gott, heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Geduld und herzlichen An⸗ rufung Gottes, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not. Amen. 2. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten hast und gesprochen:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich er⸗ retten, und du sollst mich preisen“, deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bittedich, du wollest mich armen, sündhaften Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir erfahre und verkündige. Wo es mir aber nützlicher ist, zeitig zu sterben, denn allhier in diesem elenden Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille! Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist, gänzlich ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Er⸗ kenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr abge⸗ schieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 3. Mein Gott, es hat dir nach deinem heiligen Rat und Willen gefallen, mich auf dieses Krankenbett zu legen und dadurch nicht * vο EEE 23 — unnSrgEASSr SOeu —— Gebete für Kranke und Sterbende. 509 allein von meinen Geschäften, meinen Sünden und bösen Gewohn⸗ heiten abzuschneiden, sondern mich auch an meinen Tod zu er⸗ innern, mich aufmerksam zu machen, daß ich ein sterblicher Mensch sei. Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir; ach wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Ich weiß auch, daß dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach das Gericht; doch vergesse ichs nur zu leicht wieder. Darum bitte ich dich: ach Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich da⸗ von muß. Ich weiß auch, daß ich alles muß verlassen, meine Habe, Gut, Ehre, Glück und was ich in der Welt besitze. Ich habe hier keine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suche ich. Daran möge mich meine Krankheit erinnern, damit ich mich mit Gebet, mit Buße und Glauben, mit wahrer Prüfung meines bisherigen Lebens, zum seligen Sterben bereite und also von Welt und Sünden ab⸗ gezogen und mein Leben, Geist und Seele dir geheiligt werde. Siehe, mein Gott, hie bin ich, nimm meine Seele hin; aber bereite mich zuvor recht in der Zeit, daß, wenn ich sterbe, ich möge in deiner Gnade und selig sterben. Amen. 3. Morgengebet eines Kranken. Heiliger Gott, Vater, Sohn und Geist, ich komme jetzt, da der Tag angebrochen, vor deinen Thron und danke dir, daß du mich diesen Tag wieder hast erleben lassen. Du weißt, Herr, wie ich die Nacht auf meinem Krankenbett zugebracht habe. Ich kann nicht genug deine Güte preisen, daß du das Licht der Sonne mich wieder sehen lässest. Die Sonne geht wieder auf, Herr mein Gott, laß auch deine Gnade neu über mich aufgehn. Gib mir mit diesem Tage neue Kräfte und neue Geduld, mein Leiden willig zu tragen. Es hat dir gefallen, Herr, mich auf dies Krankenbett zu legen: wohlan, ich will darauf bleiben, so lange es dir gefällt. Du willst mich dadurch in die Stille führen, damit du allein mit mir reden und mich unterweisen mögest, wie ich für meine Seele sorgen soll. Nun habe ich Zeit, mein bisher geführtes Leben zu untersuchen: ob ich dir gedient, dich geehrt, dir gehorcht habe. Gib, wenn ich solches verneinen muß, daß ich mich von Herzen darüber betrübe und wahre Buße tue, auch mit dir einen neuen Bund mache und also mit Furcht und Zittern schaffe, selig zu werden. Gib, daß ich, o Jesu, den ganzen Tag möge mein Herz bei dir haben, eifrig beten, an deine Leiden, Wunden und Tod gedenken und das wahre Heil meiner Seele betrachten. Gib mir einen schönen Trostspruch nach dem andern in mein Herz, der deiner Liebe mich ver⸗ sichere, deine Gnade mir versiegele und deinerHülfe mich vergewissere. Erquicke mich in meiner Mattigkeit und stärke mich durch deinen 510 Gebete für Kranke und Sterbende. heiligen Geist in meiner Schwachheit. Bewahre mich vor neuen Schmerzen, traurigen Stunden, erschreckenden Zufällen; willst du mich aber Leiden empfinden lassen, so weiche nicht von mir. Hilf mir den Tag glücklich und selig vollenden und alles mit Gelassenheit und stillem Mut annehmen, was du mir auflegest. Siehe, mein Gott, hier bin ich, mache es mit mir, wie dir es wohl gefällt. Du bist mein Vater, ich bin dein Kind. Ich will deine Güte rühmen und deine Barmherzigkeit preisen über alles, was du an mir getan hast. Amen. 4. Abendgebet eines Rranken. Ach du barmherziger Gott, ich habe nun wieder einen Tag über⸗ lebt. Herr, du hast nach deiner Güte bis auf diese Stunde mir mein Leben gefristet, dafür sei deiner Vatertreue herzlich Lob und Dank ge⸗ sagt. Besonders preise ich deinen Namen, daß du diesen Tag meine Schmerzen und Krankheit mir hast tragen helfen. Ja, Herr, du legst eine Last auf, aber du hilfst uns auch. Der Herr hört das Schreien der Elenden und verweigert ihnen nicht, um was ihr Mund bittet. Ach großer Gott, die Nacht bricht herein, bleibe bei mir und weiche diese Nacht nicht von mir. O heilige Dreieinigkeit, ich lobe dich in Ewigkeit. Wende diese Nacht von mir ab alle gefährlichen und plötz⸗ lichen Zufälle; lindre meine Schmerzen; bewahre mich vor Schrecken, Angft und Unglück. Ach bleibe, himmlischer Vater, bei deinem kranken Kinde. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? O Jesu, die Sonne ist gewichen, du, o Sonne der Gerech⸗ tigkeit, weiche nicht von mir. O du werter, heiliger Geist, Tröster der Betrübten und Beistand der Elenden, bleibe bei mir, stärke mich und erhalte mich in wahrem Glauben und christlicher Geduld. Heilige Dreieinigkeit, nimm mich auf in deinen Schutz. Der Herr segne mich und behüte mich mit all den Meinen und samt allen Betrübten und Leidenden; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebeuns Frieden. Und soll ja diese Nacht die letzte sein in diesem Jammertal, so nimm mich, Herr, in Himmel ein, in deinen Freudensaal. Amen. 5. Dankgebet nach der Genesung. Herr, mein Gott, mein Trost, mein Erretter, dir danke ich von Grund meines Herzens für deine vielfachen Wohltaten, die du mir armen Sünder erzeiget hast, sonderlich aber, daß du in meiner letzten Krankheit und Not mich gnädig angesehen, mein Herz gestärkt, mein Gebet erhört und mir so väterlich wieder aufgeholfen hast. Um Trost war mir sehr bange, aber du hast dich meiner Seele herzlich ange⸗ EESEE V — ⁰ᷣ —— SESEFrrren n er u rnrr — 9— Wur rr ————— Gebete für Kranke und Sterbende. 511 nommen; wie soll ich dir vergelten alle deine Wohltat? Ich will dir danken mein lebelang und deinen Ruhm verkündigen für und für. Ach wie gut ist es mir, daß du mich gedemütigt hast. Du hast, o lieber Vater, mich gezüchtigt, damit ich nicht mit der gottlosen Welt verdammt werde. Ach mein Gott, verleihe mir eine herzliche, be⸗ ständige Buße durch die Kraft deines heiligen Geistes um esuChristi willen, damit ich hinfort nicht mehr sündige, auf daß mir nicht etwas Argeres widerfahre, sondern daß ich mich mein lebelang vor solcher Betrübnis meinerSeele hüte. Beschütze mich auch hinfort durch deine heiligen Engel, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Und dieweil ich doch endlich dieses zeitliche Leben werde lassen müssen, so erhalte und vermehre in mir den wahren, seligmachenden Glauben, Gottesfurcht, Geduld und Trost, damit ich ritterlich kämpfen, selig Überwinden und fröhlich in dein himmlisches Reich eingehen möge, dich, Vater, Sohn und heiliger Geist, wie hier zeitlich, so dort ewig⸗ lich zu rühmen und zu preisen. Amen. 6. Ruf dem Sterbelager. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres lieben Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis er⸗ leuchten, daß ich in demselben aus dieser Finsternis zu dir, dem ewigen Licht, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zu meiner rechten Hand, wenn ich soll meinen Geist auf⸗ gebenz errette mich aus der Hand des Feindes, tröste und stärke mich, erhalte mich in deiner Erkenntnis und festem, starken Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach Herr Gott, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit starkem und gläubigem Ver⸗ trauen im Herzen darf sagen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht könnte ausreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. 7. In Codesnölen. Ewiger Gott, du barmherziger und getreuer Vater, siehe, ich stehe nun vor der Pforte der Ewigkeit. In wenig Stunden oder Augenblicken bin ich vielleicht schon aus dieser sichtbaren Welt ge⸗ schieden. Ach verlasse mich doch nicht in diesem schweren Durchgang auf dem Wege zu dir. Ach Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Ach du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, sei mir 512 Gebete für Kranke und Sterbende. gnädig und gib mir deinen Frieden! Ach tue mir auf die Tür der Gnaden! Ach schließ auf dein Paradies und nimm mich aus Gnaden ein wie den bekehrten Schächer, denn du hast die Schlüssel der Hölle und des Todes. Ach löse du, o mein Erlöser, alle Bande meiner Sünden auf, daß ich ritterlich ringe und mit dir frei und getrost eindringe durch den Tod ins Leben. Ich weiß sonst keinen Rat noch Zu⸗ flucht im Himmel und auf Erden, als deine lautere Gnade, o Gott, mein Erlöser. Auf diese laß mich allein leben und sterben in ernster Buße. Ja laß mich an dich, o Jesu, glauben, damit ich den Tod nicht sehe ewiglich. Amen. 8. Fürbilte für den Sterbenden. O gütiger, barmherziger Vater, du bist unsere Zuflucht, unsere Stärke und unsere Hülfe in unseren Nöten. Laß leuchken dein heiliges Angesicht über deinen Knecht(deine Magd), der(die) jetzt vor dir er⸗ scheinen soll. Wasche ab alle seine Sünden, o Herr Gott, mit dem teuren Blut Jesu Christi, auf daß ihrer im Gericht nimmermehr ge⸗ dacht werde; wahre ihm den Glauben, errette seine Seele aus der Gewalt des Teufels; tröste ihn durch deinen heiligen Geist und gib ihm in dieser Stunde zu erkennen, daß du sein gütiger, barmherziger Vater, und daß er aus lauter Gnaden dein liebes Kind sei; laß den nicht verloren werden, den du mit deinem heiligen Blut so teuer erkauft hast. Nimm seine Seele auf in das himmlische Paradies, wie du die Seele des Schächers am Kreuz hast aufgenommen. Laß seine Seele von den lieben Engeln getragen werden wie die Seele des armen Lazarus und verleihe ihm eine fröhliche Auferstehung am jüngsten Tage. Erhöre uns, o Vater aller Gnaden, an seiner Statt. Erhöre deinen Sohn, unsern einigen Heiland und Mittler, der zu deiner Rechten sitzt und für ihn und uns alle bittet, und sei uns gnädig um des Verdienstes seines heiligen Leidens und Sterbens willen. In solchem Vertrauen befehlen wir seine Seele in deine väterliche Huld. Amen. 9. Rurze Seufzer und Gebete, dem Sterbenden vorzusprechen. 1. Ach barmherziger, gütiger Gott, hilf mir in meinem Leiden und in meiner Todesstunde; o mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen, ach bleibe es auch jetzt. O Jesu, bleibe bei mir, es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich geneiget. O werter heiliger Geist, stärke mich, erhalte Gebete für Kranke und Sterbende. 513 mich in festem Glauben bis an mein Ende, erleuchte mich zum ewigen Leben. Ich will auf Jesu Blut und Wunden sterben: dem lebe ich, dem sterbe ich, auf sein Verdienst verlasse ich mich. Amen. 2. Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir; meine Seele dürstet nach Gott, nach dem leben⸗ digen Gott; wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue? Jesu, du Licht meiner Seelen, wenn meine Augen wollen dunkel werden, so laß in meiner Seele aufgehen die himmlische Klar⸗ heit; weich nicht von mir, wenn meine Augen brechen; zeige mir alsdann deine Gestalt und laß mich sehen dein Bild, wie du dich am Kreuz zu Tode geblutet hast. Ob ich schon wandre im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn mein Jesus ist bei mir. Ja, mein Jesu, bleibe bei mir, stärke mich im Glauben und laß mich dein Eigentum sein hier zeitlich und dort ewig. Amen. 3. Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an. Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß hilf mir, lieber Herr; ich weiche nicht von dir, ach bleibe du auch bei mir. Jesu, wenn mein Kampf angeht, so hilf mir ringen, so hilf mir siegen und überwinden; wenn die Angst meines Herzens groß wird, so führe mich aus meinen Nöten. Ich bin ja dein Eigentum, darum führe mich durch alle Angst hindurch zur Freude, zur Wonne, zur Herr⸗ lichkeit. Bist du mit mir, so fürchte ich mich nicht, so bin ich selig, so werde ich zur Freude eingehen. Amen. 10. Sprüche, dem Sterbenden vorzulprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Un⸗ glück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird dich erlösen von allem Übel und dir aushelfen zu seinem himmlischen Reich; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mose 49, 18. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33.— Kk 514 Gebete für Kranke und Sterbende. Verlaß mich nicht, Herr mein Gott, sei nicht ferne von mir. Eile mir beizustehen, Herr meine Hülfe. Psalm 38, 22. 23. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott. Psalm 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Ap.⸗Gesch. 7, 58. 1. Gebet, wenn der Kranke verschieden ilt. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleih diesem unserm ent⸗ schlafenen N. N. um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen die ewige Freude und Ruhe, laß ihm leuchten dein ewiges Licht und nimm ihn auf zur Schar deiner Heiligen und Seligen und aller gläubigen Christen; erwecke ihn auch am jüngsten Tage und gib ihm die ewige Herrlichkeit um deines Namens willen. Tröste du, o Gott, alle durch diesen Tod Betrübten. Laß uns alle an diesem Tode lernen, daß wir auch einmal also sterben müssen, damit wir uns in Zeiten durch Buße, Glauben und Vermeidung aller Sünde und Eitelkeit der Welt dazu bereiten mögen. Erhöre uns, Herr unser Gott, und zieh uns alle durch treuen Kampf in dein Himmelreich, wo du der Deinen Gott bist ewiglich. Amen. 12. Kranken- und Sterbekrost aus Bibel und Gelangbuch. 1. Vom Segen des Leidens. Röm. 5, 1—5. 2. Kor. 4, 7—18. Jak. 1, 2—- 12. Hebr. 12, 5—11. Lieder: Nr. 430. 451. 462. 485. 2. Vom Vertrauen auf Gott und des Gebetes Kraft. Psalm 6. 23. 25. 39. 71. 77. 90. 91. 116. Jes. 38. 2. Kön. 20, 1—-11. Hiskias Krankheit und Gebet. Luc. 11, 1—13. Anhalten im Gebet. Luc. 18, 1—8. desgl. Lieder: Nr. 37. 438. 440. 447. 468. 481. 3. Vom Trost und der Hülfe des Herrn. Matth. 8, 1—13. Der Hauptmann. Matth. 9, 27—33. Der Blinde. Luc. 10, 23—37. Der barmherzige Samariter. Joh. 5, 1—16. Der 38jährige Kranke. Lieder: Nr. 128. 129. 394. 435. 474. Gebete für Kranke und Sterbende. 515 4. Christus der Sünderfreund. Matth. 9, 1—8. Der Gichtbrüchige. Luc. 7, 36—50. Die Sünderin. Luc. 15. Das verlorene Schaf ꝛc. Luc. 23, 39—43. Der Schächer. Jes. 53. Das Lamm Gottes. Lieder: Nr. 142. 284. 303. 314. 316. 319. 406. 5. Von der Geduld und Ergebung im Leiden. Matth. 11, 28—30. Klagel. 3, 17—33. Matth. 26. 27. Marc. 14. 15. Luc. 22. 23. Joh. 17. 18. 15. Lieder: Nr. I17. 132. 139. 449. 472. 476. 494. 6. Sehnsucht nach oben. 2. Kor. 5, 110. Phil. 3, 1221. Lieder: Nr. 359. 589. 594. 595. 601. 614. 622. 7. In tiefster Angst und Not. Psalm 6. 22. 42. 88. 130. Lieder: Nr. 132, V. 9, 10. 299. 459. 486, V. 1. 602. 8. Trost der Auferstehung. Hiob 19, 1—29. Ich weiß, daß mein Erlöser ꝛc. Matth. 9, 18—26. Jairi Töchterlein. Luc. 7, 11—16. Jüngling zu Nain. Joh. 11. Lazarus. 1. Kor. 15. Joh. 5, 24—29. 1. Thess. 4, 13—18. Lieder: Nr. 158. 642. 9. Bereitung aufs Sterben. Joh. 14. 15. 16. 17. Psalm 39. Psalm 90. Lieder: Nr. 586. 587. 600. 619. 622. 623. 624. 10. Vom ewigen Leben. Jes. 35. Offb. 7, 9—17; 21. 22. Lieder: Nr. 643. 647. 648. 652. 653. Kl2 II. Die Episteln und Evangelien an Sonn- und Pelttagen. In der ersten Zeile sind Epistel und Evangelium nach der alten Ordnung, in der zweiten nach der neuen Reihe verzeichnet. Die dritte Zeile weist die alttestamentlichen Lektionen nach. Am 1. Sonntage des Advents. Röm. 13, 11-14. Matth. 21, 1-9. Hebr. 10, 19-25. Luc. 1, 68-79. Jerem. 31, 31·34. Am 2.Sonnkage des Advenks. Röm. 15, 4-13. Luc. 21, 25-36. 2. Petri 1, 3-11. Luc. 17, 20-30. Mal. 3, 19-24. Am 3. Sonnkage des Advenks. 1. Kor. 4, 1-5. Matth. 11, 2-10. 2. Tim. 4, 5-8. Matth. 3, 1-11. Jes. 40, 1-8. Am 4. Sonntage des Advenks. Phil. 4, 4-7. Joh. 1, 19-28. 1. Joh. 1, 1-4. Joh. 1, 15-18. 5. Mose 18, 15-19. Am 1. Weihnachksfeiertage. Am 2. Sonnlage nach Epiph. ö ö Tit. 2, 11-14. Luc. 2, 1-14. 1. Joh. 3, 1-5. Matth. 1, 18-23. Jes. 2, 6. 7. Am 2. Weihnachtsfeiertage. Tit. 3, 4-7. Luc. 2, 15-20. Hebr. 1, 1-6. Joh. 1, 1-14. Micha 5, 1-3. Am Sonnkage nach Weihnacht. Gal. 4, 17. Luc. 2, 33-40. 2. Kor. 5, 1-9. Luc. 2, 25-32 oder: Joh. 12, 35-41. Jes. 63, 7-16. 557.77 Röm. 1, 13-20. Am Neujahrstage. Gal. 3, 23-29. Lue. 2, 21. Röm. 8, 24-32. Luc. 4, 16-21. Psalm 90, 1·17 oder: Psalm 121. Am Sonnkage nach Veujahr. 1. Petr. 4, 12-19. Matth. 2, 13-23. Jak. 4, 13-17. Matth. 16, 1-4. Psalm 73, 23-28. Am Tage Epiphanias. Jes. 60, 1-6. Matth. 2, 1-12. 2. Kor. 4, 3-6. Matth. 3, 13-17. Jes. 2, 2-5. Am 1. Sonnkage nach Epiph. Röm. 12, 1-6. Luc. 2, 41·52. 2. Kor. 6, 14-7, 1. Joh. 1, 35-42. Pialm 122. Röm. 12, 7-16. Joh. 2, 1-11. 1. Kor. 2, 6-16. Joh. 1, 43-51. Jes. 61, 1-6. Am 3. Sonnkage nach Epiph. Röm. 12, 17-21. Matth. 8, 113. Joh. 4, 5-14. 2. Kön. 5, 1-194. Nm 4. Sonnkage nach Epiph. Röm. 13, 1-10. Matth. 8, 23-27. Röm. 7, 7-16. Joh. 4, 31·42. Psalm 93. Eren VD 2*— e 2„2 ICVII Die Episteln u. Evangelien an Sonn⸗ u. Festtagen. 517 Am 5. Sonnkage nach Epiph. Kol. 3, 12-17. Matth. 13, 24-30. Röm. 8, 1-9. Matth. 7, 24-29. Hesekiel 33, 10-16. Am 6. Sonntage nach Epiph. 2. Petr. 1, 16-21. Matth. 17, 1-9. 2. Kor. 3, 12-18. Joh. 5, 39-47. 2. Mose 3, 1-6. Am Sonnkage Septuagesimä. 1. Kor. 9, 24-27. Matth. 20, 1-16. Phil. 1, 27-2, 4. Luc. 10, 38-42. Jerem. 9, 23. 24. Am Sonntage Sexagesimä. 2. Kor. 12, 1-10. Luc. 8, 4-15. Phil. 1, 12-21. Amos 8, 11. 12. Am Sonnkage Estomihi. 1. Kor. 13. Luc. 18, 31-43. 1. Kor. 1, 21-31. Marc. 10, 35-45 oder: Joh. 11,47-57. Jerem. 8, 4-9. Am Sonnkage Anvoravit. 2. Kor. 6, 1-10. Matth. 4, 1-11. Hebr. 4, 15. 16. Matth. 16, 21-26 oder: Luc. 22, 39-46. 1. Mose 22, 1-14. Am Sonnkage Reminisrere. 1. Thess. 4, 1-12. Matth. 15,21-28. 1. Joh. 2, 12-17. Luc. 10, 17-20 oder: Luc. 22, 54-62. 2. Mose 33, 17-23. Am Sonntage Oculi. Eph. 5, 1-9. Luc. 11, 14-23. 1. Petr. 1,13-16. Luc. 9, 51-56 oder: Luc. 22, 63-71. Jer. 26, 1-15. Am Sonnkage Lätare. Röm. 5, 1-11. 2. Kor. 7, 4-10. oder: Matth. 27, 15-31. Jes. 52, 7-10. Joh. 11, 20-27. Joh. 6, 1-15. Joh. 6, 47-57 NANm Sonntage Audira. Hebr. 9, 11-15. Joh. 8, 46-59. 1. Petri i, 17·25. Joh. 13, 31-35 oder: Luc. 23, 27-34. 4. Mose 21, 4-9. Am Sonntage Palmaxrum. Phil. 2, 5-11. Matth. 21, 1-9 oder: Joh. 12, 12-18. Hebr. 12, 1-6. Joh. 12, 1.8. Sa ch. 9, 8-12. Am Gründonnerstage. 1.Kor. 11, 23-32. Joh. 13, 1-15. 1. Kor. 10, 16.17. Luc. 22, 14-20. Psalm 111. Am Charfreitage. Jes. 53. Leidensgesch. 2. Kor. 5, 14-21. Luc. 23, 39-46. Psalm 22, 2.20. Am 1. POstertage. 1. Kor. 5, 75-8. Marc. 16, 1-8. 1. Kor. 15,12-20. Matth. 28, 1-10. Psalm 118, 14-24. Am 2. Ostertage. Ap.⸗G. 10,34-41. Luc. 24, 13-35. 1. Kor.15,54-58. Joh. 20, 11-18. Psalm 16, 8-11. Am Sonnkage Qualmodo- geniti. 1. Joh. 5, 1-5. Joh. 20, 19-31. 1. Petri 1, 3-9. Joh. 21, 15-19. 1. Mose 32, 22-31. Am Sonnkage Miserirordias Domini. 1. Petr. 2, 21-25. Joh. 10, 12-16. Eph. 2, 4·-10. Joh. 14, 1-6. Psalm 23. Am Sonnkege Aubilate. 1. Petr. 2, 11-20. Joh. 16, 16-23a. 1. Joh. 4, 9-14. Joh. 12, 20-26.— Jes. 40, 26-31. 518 Die Episteln u. Evangelien an Sonn⸗ u. Festtagen. Am Sonntage Cankatkte. Jak. 1, 16-21. Joh. 16, 5-15. Tim. 2, 8-13. Joh. 6, 60-69. Psalm 98. ö Am Sonnkage Rogale. Jak. 1, 22-27. Joh. 16, 23b-33. 1. Tim. 2, 1-6. Lue. 11, 5-13. Jes. 55, 6-11. Am Bimmelfahrkstage. Ap.⸗G. 1, 1-11. Marc. 16, 14-20. Kol. 3, 1-4. Luc. 24, 50-53 oder: Joh. 17, 11-26. Psalm 110, 1-4. Am Sonntage Eraudi. 1. Petr. 4, 8-11. Joh. 15, 26-16, 4. Eph. 1, 15-23. Joh. 7, 33-39. Psalm 42. Am 1. Pfingsttage. Ap.⸗G. 2, 1-13. Joh. 14, 23-31. Eph. 2, 19-22. Joh. 14, 15-21. Hes. 36, 22-28. Am 2. Pfingsttage. Ap.⸗G. 10,42-48. Joh. 3, 16-21. Eph. 4, 11-16. Joh. 15, 9-16. Jes. 44, 1-6. Am Sonnkage Crinitakis. Röm. 11, 33-36. Joh. 3, 1-15. Eph. 1, 3-14 Matth. 28, 16-20. oder: 2. Kor. 13, 11-13. Jes. 6, 1-8 oder: 4. Mose 6, 22-27. Nm 1. Sonnkage nach Crinit. 1. Joh. 4, 16-21. Luc. 16, 19-31. Ap.⸗G.4, 32-35. Matth. 13,31-35. 5. Mose 6, 4-13. NAm 2. Sonnlage nach Crinit. 1. Joh. 3, 13-18. Lue. 14, 16-24. Röm. 10, 1-15. Matth. 9, 9-13. Spr. Sal. 9, 1-—10. Am 3. Sonntage nach Crinit. 1. Petr. 5, 5b-11. Luc. 15, 1-10. Ap.⸗G. 3, 116. Luc. 15, 11-32. Jes. 12. Am 4. Sonntage nach CTrinik. Röm. 8, 18-27. Luc. 6, 36-42. Ap.⸗G. 4, 1-12. Matth.5,13-16. Jes. 65, 17-19. 24. 25. Am 5. Sonnkage nach Crinit. I. Petr. 3, 8-15. Luc. 5, 1-11. Ap.⸗G. 5, 34-42. Luc. 9, 18-26. Klagel. Jer. 3, 22-32. Am 6. Sonntage nach Crinit. Röm. 6, 3-11. Matth. 5, 20-26. Ap.⸗G.8, 26-38. Matth.21,28-32. ö Psalm 1. NAm 7. Sonntage nach CTrinit. Röm. 6, 19-23. Matth.9, 35-38. 1. Tim. 6, 6-12. Marce. 4, 26-29. Jes. 62, 6-12. ANm 8. Sonnkage nach Crinit. Röm. 8, 12-17. Matth. 7, 13-23. Ap.⸗G. 16,16-32. Matth. 12,46-50. Jer. 23, 16·29. AIm 9. Sonnkage nach CTrinit. I. Kor. 10, 1-13. Luc. 16, 1-12. Ap.⸗G. 17,16-34. Matth. 13,44-46. Spr. Sal. 16, 1-9. 1. Kor. 12, 1-11. Luc. 19, 41-48. Ap.⸗G. 20,17-38. Matth.23,34-39. Jer. 7, 1-11. Röm. 8, 33-39. Dan. 9, 15-18. 2. Kor. 3, 4-9. Ap.⸗G. 16,9-15. Joh. 8, 31-36. Jes. 29, 18-21. Röm. 3, 21-28. Luc. 10, 23-37. Sach. 7, 4-10. Am 10. Sonntage nach Trinit. Am 11. Sonntage nach CTrinik. 1. Kor. 15, 1-10. Luc. 18, 9-14. Luc. 7, 36-50. ö Am 12. Sonntage nach Crinit. Mare. 7, 31-37. Am 13. Sonnfage nach Crinit. 1. Petr. 2, 1-10. Marc. 12, 41-44. — +S Die Episteln u. Evangelien an Sonn- u. Festtagen. Nm 14. Honnkage nach Crinit. Gal. 5, 16-24. Luc. 17, 11-19. 1. Tim. 1, 12-17. Joh. 5, 1-14. Ps. 50, 14-23. NAm 15. Sonntage nach CTrinit. Gal. 5, 25-6, 10. Matth. 6, 24-34. 2.Thess.3, 6-13. Joh. 11, 1-11. 1. Kön 17, 8-16. Am 16. Honntage nach CTrinit. Eph. 3, 13-21. Luc. 7, 11-17. Hebr. 12, 18-24. Matth. 11,25-30. Hiob 5, 17-26. NAm 17. Honntage nach Crinit. Eph. 4, 1-6. Luc. 14, 1-11. Hebr. 4, 9-13. Matth. 12, 1-8. Ps. 75, 5-8. NAm 18.Sonnkage nach Crinit. 1. Kor. 1, 4-9. Matth. 22, 34-46. Jak. 2, 10-17. Marc. 10, 17-27. 2. Chron. 1, 7-12. Am 19. Sonntage nach Crinit. Eph. 4, 22-32. Matth. 9, 1-8. Jak. 5, 13-20. Joh. 9, 24-41 Ps. 32, 1-7. Nm 20. Sonnkage nach Crinit. Eph. 5, 15-21. Matth. 22, 1-14. Röm. 14, 1-9. Joh. 15, 1-8. Spr. Sal. 2, 1-8. Am Rekormationskelst. Gal. 5, 1-15. Matth. 5, 1-12. 1. Kor. 3, 11-23. Joh. 2, 13-17. Psalm 46. 519 NAm 21. Sonntage nach Crinit. Eph. 6, 10-17. Joh. 4, 47-54. Eph. 6, 1-9. Marc. 10, 13-16. 2. Sam. 7, 17-29. ANm 22.Honntage nach Crinit. Phil. 1, 3-11. Matth. 18, 21-35. Hebr. 13, 1-9. Luc. 9, 57-62. Spr. Sal. 24, 14--20. NAm 23. Sonntage nach Trinit. Phil. 3 17.21. Matth. 22, 15-22. 1. Tim. 4, 4.11. Matth. 10, 24-33. Ps. 85, 9-14. Nm 24. Sonntage nach CTrinit. Kol. 1, 9-14. Matth. 9, 18-26. 1. Thess.5, 14-24. Joh. 10, 23-30. Ps. 39, 5-14. Am 25. Sonnkage nach Crinik. 1.Thess.4, 13-18. Matth. 24, 15-28. Hebr. 10, 32.39. Joh. 5, 19.29. Hiob 14, 1-5. Nm 26. Sonntage nach Crinit. 2. Thess. 1, 3-10. Matth.25, 31-46. Off. Joh. 2,8-11. Luc. 19, 11-27. Psalm 126. Nm 27. Sonnlage nach Trini⸗ kalis, bez. Totenfeier. 2. Petr. 3, 3-14. Matth. 25,1-13. Off. Joh. 7, 9-17. Luc. 12,35-43. Jes. 35, 3-10. Am Erntedankfelt. Psalm 145, 15-21. Luc. 12, 15-21. 2. Kor. 9, 6-11. Joh. 6, 24.29. Psalm 34, 2.-9. Am Buhtage. Röm. 2, 1-11. Luc. 13, 1-9. Hebr.12, 12-17. Matth. 11, 16-24. Psalm 130. 520 Die Episteln u. Evangelien an Sonn-⸗ u. Festtagen. Episteln und Evangelien der Jeste, die an einigen Orten gefeiert werden. Am Cage der Darstellung Uelu im Cempel. Mal. 3, 1-5. Luce. 2, 2232. 1. Joh. 5, 9-15. Matth. 21, 42-44. Psalm 96, 1-10. Am Tage Mariä Verkündi⸗ gung. Jes. 7, 1016. Luc. 1, 26-38. Röm. 5, 12-21. Joh. 18, 33.40. Psalm 2. Am Aohannisfest. Jes. 40, 1-8. Luc. 1, 57-80. Apostelg. 19, 1-7. Marc. 6, 17-29. Jes. 54, 7-10. Am Cage Mariä Beim⸗ luchung. Jes. 11, 1-5. Luc. 1, 39-56. Röm. 16, 1-5a. Joh. 19, 26. 27. Psalm 89, 2-6. Am Michaelistage. Offenb. 12,7. 12. Matth. 18, 1-11. Offenb. 5, 11-14. Joh. 12, 28-32. 1. Mose 28, 10-22. Am Kirchweihkage. Offenb. 21, 1-5. Luc. 19, 1-10. 2. Tim. 3, 14-17. Joh. 4, 21-24. Psalm 84. Am S. Andreastage. Epist. Röm. 10, 8-18. Evang. Matth. 4, 18-22. Am S. Thomaskage. Epist. Eph. 1, 3-6. Evang. Joh. 20, 24-31. Am Tage St. Zohannis, des Apostels. Epist. Hebr. 1, 1-12. Evang. Joh. 1, 1-14. Oder: Epist. 1. Joh. 1. Evang. Joh. 21, 20-24. Am Tage s. Pauli Bekehrung. Epist. Apost. 9, 1-22. Evang. Matth. 19, 27-30. Am s. Matkhiaskage. Epist. Apost. 1, 15-26. Evang. Matth. 11, 25-30. Am Osterdienstage. Epist. Apost. 13, 26-33. Evang. Luc. 24, 36-48. Am Cage 5. Philippi und S. Jakobi. Epist. Eph. 2, 19-22. Evang. Joh. 14. 1-14. Am Pfingstdienskage. Epist. Apost. 8, 14-17 oder: Apost. 2, 29-36. Evang. Joh. 10, 1-11. Am CTage S. Petri und Pauli. Epist. Apost. 12, 1-11. Evang. Matth. 16, 13-20. Am Tage S. Jakobi. Epist. Röm. 8, 28-39. Evang. Matth. 20, 20-23. Am Tage 5Z. Bartholomäi. Epist. 2. Kor. 4, 5-10. Evang. Luc. 22, 24·-30. Am Tage s. Matthäi. Epist. Eph. 4, 7-14. Evang. Matth. 9, 9.13. Am Cage S. Simonis und S. Audä. Epist. 1. Petr. 1, 3-9.— Evang. Joh. 15, 17-21. —48 GS enn SernrsSS= Seo S. SOSV III. Die Geschichte des Leidens und Sterbens unsers Berrn und Beilandes Jesu Christi nach den vier Evangelisten. 1. Eingang. Es versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer einen Rat wider Jesus und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viel Zeichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben; so kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Kaiphas, der desselben Jahrs Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns besser, ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern dieweil er desselbigen Jahrs Hoherpriester war, weissagte er; denn Jesus sollte sterben für das Volk, und nicht für das Volk allein, sondern daß er die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zusammen brächte. Von dem Tage an ratschlagten sie, wie 9 ihn töteten. Jesus aber nahm zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem,e und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird ver⸗ spottet und geschmähet und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das Gesagte war. Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus gen Bethanien, da Laza⸗ rus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte v von den Toten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl, im Hause Simonis des Aussätzigen; und Martha dienete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Maria(die Schwester Lazarij ein Pfund Salbe, von ungefälschter köstlicher Narden; und kam und trat zu ihm und zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da 522 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. er zu Tische saß, und salbete die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haare seine Füße; das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simonis Sohn, Ischariothes, der ihn hernach verriet: Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen, und den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte; sondern er war ein Dieb, und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. Es waren auch etliche der andern Jünger, die wurden unwillig und sprachen: Wozu dient diese Vergeudung? Dieses Wasser hätte mögen. teuer verkauft und den Armen gegeben werden. Und sie murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie mit Frieden! Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir getan; solches hat sie behalten zum Tage meines Begräb⸗ nisses. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte. Daß sie dies Wasser hat auf meinen Leib gegossen, ist sie zuvorgekommen, daß sie meinen Leib zum Grabe⸗ bereite. Wahrlich, ich sage euch: Wo dies Evangelium geprediget wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, das sie jetzt getan hat. Des andern Tages viel Volks, das aufs Fest gekommen war, da es hörete, daß Jesus kommt genJerusalem, nahmen sie Palmenzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrieen: Hosiannal Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israeli Jesus aber überkam ein Eselein und ritt darauf; wie denn geschrieben. stehet: Fürchte dich nicht, du Tochter Zion, siehe, dein König kommt, reitend auf einem Eselsfüllen. Das Volk aber, das mit ihm war, da er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmete die Tat. Darum ging ihm auch das Volk entgegen, da sie höreten, er hätte solches Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen. untereinander: Ihr sehet, daß ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach. Es war aber nahe das Fest der süßen Brote, das da Ostern heißet, und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird; und des Menschen Sohn wird überant⸗ wortet werden, daß er gekreuzigt werde. Da versammelten sich die Hohenpriesterund Schriftgelehrten und die Altesten im Volk im Palast. des Hohenpriesters, der da hieß Kaiphas, und hielten Rat, wie sie Jesum mit List griffen und töteten. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volkez denn sie fürch⸗ teten sich vor dem Volke. Es war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe. Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den. Hauptleuten, wie er ihn wollte ihnen überantworten, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Da sie das höreten, wurden sie froh und gelobten ihm Geld zu geben, und boten Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 523 ihm dreißig Silberlinge; und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, wie er ihn füglich verriete und überantwortete ohne Rumor. (Ev. Joh. 11, 47.—53. 12, 1—8. 12—15. 17—19. Matth. 26, 6—13. 1—5. 14—16. Marc. 14, 3—9. 1. 2. 10. 11. Luc. 18, 31—34. 22, 1. 2. 4—6.) 2. Das lehte Mahl Jesu. Am ersten Tagé aber der süßen Brote, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten, das Oster⸗ lamm zu essen? Und er sandte seiner Jünger zween, Petrum und Johannem und sprach: Gehet hin in die Stadt; sehet, wann ihr hinein⸗ kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet, und saget dem Haus⸗ wirt: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbeikommen; ich will bei dir die Ostern halten; wo ist das Gasthaus, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der bereitet und gedecket ist; daselbst richtet für uns zu. Sie gingen aus und kamen in die Stadt und fandens, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Am Abend aber kam er mit den Zwölfen; und da die Stunde kam, setzte er sich nieder zu Tische und die zwölf Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. Es erhub sich auch ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren. Ihr aber nicht also; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie der Diener. Denn welcher ist der Größte? der zu Tische sitzt, oder der da dienet? Ists nicht also, daß, der zu Tische sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seids, die ihr beharret habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich und sitzen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. Und Jesus, da er erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater: wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und da schon der Teufel hatte dem Judas Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verriete, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in 524 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging, und stand vom Abendmahle auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petroz und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Hauptl Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr, und sagt recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr tut, wie ich euch getan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es tut. Nicht sage ich von euch allen; ich weiß, welche ich erwählet habe. Sondern, daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brot isset, der tritt mich mit Füßen. Jetzt sage ichs euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen ist, ihr glaubet, daß ichs bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigengleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Übeltäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hie sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geiste, zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten; siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir über Tischel Da sahen sich die Jünger untereinander an und wurden sehr betrübt, und ward ihnen bange, von welchem er redete; undhuben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm einer nach dem ande wor Han Men besch Men daß selbs war lieb es u spra ich d und Rab der bald ihm sprö den gine des Got selb nah Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 52⁵5 andern: Herr, bin ichs? und der anderet Herr, bin ichs? Er ant⸗ wortete und sprach zu ihnen: Einer aus den Zwölfen, der mit der Hand mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verraten. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm geschrieben stehet und beschlossen ist, doch wehe demselben Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es wäre demselben Menschen besser, daß er nie geboren wäre. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das tun würde? Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß, welchen Jesus lieb hatte. Dem winkte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Derselbige lag an der Brust Jesu und sprach zu ihm: Herr, wer ist es? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Juda Simonis Ischarioth. Da sprach Judas: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es! Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald. Dasselbige aber wußte niemand über dem Tische, wozu er es ihm sagte. Etliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns not ist auf das Fest, oder, daß er den Armen etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er sobald hinaus. Und es war Nacht. Da aber Judas hinausgegangen war, spricht Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. Und nach dem Abendmahl, in der Nacht, da er verraten ward, nahm der Herr Jesus das Brot, dankete und brach es und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigen⸗ gleichen nahm er auch den Kelch, dankete und gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus. Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Ver⸗ gebung der Sünden. Solches tut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. Und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ich hinfort nicht trinken werde von diesem Gewächs des Weinstocks, bis auf den Tag, da ich es neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Lieben Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch; ihr werdet mich suchen, und, wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen, so sage ich nun auch euch. Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebet habe, auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter⸗ einander habt. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht 526 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Ich will mein Leben für dich lassen! Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben für mich lassen? Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehret, daß er euch möchte sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich bekehrest, so stärke deine Brüder. (Matth. 26, 17—29. Marc. 14, 12—25. Luc. 22, 7—16. 24—30. 35—38. 21—23. 19. 20. 31—34. Joh. 13. 1. Kor. 11, 25.) 3. Jelu geistliches Leiden in Gelhfemane und Gefangennehmung. Und da sie den Lobgesang gesprochen, und Jesus noch vieles zu ihnen geredet hatte, ging er hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron an den Olberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach an denselbigen Ort. Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zer⸗ streuen. Wenn ich aber werde auferstanden sein, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich nimmer⸗ mehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Petrus aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, so will ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane; da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verriet, wußte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Füngern. Und als er dahin kam, sprach er zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, bis daß ich dorthin gehe und bete. Und nahm zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hie, und wachet mit mir. Und ging hin ein wenig und riß sich von ihnen bei einem Steinwurfe, knieete nieder und fiel auf sein Angesicht auf die Erde und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vaterl es ist dir alles möglich! willst du, so überhebe mich dieses Kelchs und nimm ihn von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon,a s chläfest du? Vermöchtest du denn nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet; der Geist ist Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 527 willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn: so geschehe dein Wille. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. Und er kam wieder und fand sie abermals schlaͤfend vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Aber ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal, und redete dieselbigen Worte. Und er stand auf von dem Gebet, und kam zum drittenmal zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Es ist genug! Siehe, die Stunde ist hie, daß des Menschen Sohn in der Sünder Hände überantwortet wird. Stehet auf,laßt uns von hinnen gehen; siehe, der mich verrät, ist nahe, er ist da. Und alsbald, da er noch redete, siehe, da kam herzu Judas, der Zwölfen einer, welcher zu sich genommen hatte die Schar, und der Hohenpriester und Pharisäer Diener, mit Fackeln und Lampen, mit Schwertern, mit Stangen und mit Waffen, von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Altesten des Volks. Und Judas ging vor ihnen her. Der Verräter hatte ihnen aber ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist es, den greifet, und führet ihn gewiß. Und da er kam, nahete er sich zu Jesu und trat alsobald zu ihm, ihn zu küssen, und sprach: Gegrüßest seist du, Rabbi, Rabbil und küßte ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du ge⸗ kommen? Juda, verrätest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth! Jesus spricht zu ihnen: Ich bins! Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermals: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazarethl Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß ich es sei; suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast. Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerte drein schlagen? Und siehe, einer aus denen, die mit Jesu waren und dabei standen, Simon Petrus, hatte ein Schwert und zog es aus, und reckte die Hand aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab; und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber ant⸗ wortete und sprach: Lasset sie doch so ferner machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwert an seinen Ort in die Scheide; denn wer 528 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zu⸗ schickte mehr denn zwölfLegionen Engel? Wie würde aberdie Schrift erfüllet? Es muß also gehen. Und er rührte sein Ohr an und heilete ihn.— Zu der Stunde aber sprach Jesus zu den Scharen, und zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Altesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid ausgegangen, als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fahen. Bin ich doch täglich bei euch gesessen und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget und mich nicht gegriffen. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Und das ist alles geschehen, daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren und floh bloß von ihnen. (Joh. 14, 1—17, 26. 18, 1—11. Matth. 26, 30—56. Marc. 14, 26—52. Luc. 22, 39—53.) 4. Jesu Verhör vor Bannas, vor Raiphas und dem hohen Rat. Verleugnung des Pelrus. Die Schar aber und der Oberhauptmann und die Diener der Juden, die Jesum gegriffen hatten, nahmen ihn und banden ihn und führeten ihn aufs erste zu Hannas; der war Kaiphas Schwäher, wel⸗ cher des Jahres Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, der den Juden riet, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne nach und ein anderer Jünger bis in den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Tür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Türhüterin und führte Petrum hinein. Und er ging hinein und setzte sich zu den Knechten, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Da sprach die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er sprach: Ich bins nicht. Und er ging hinaus in den Vorhof, und es krähete der Hahn. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammenkommen, und habe nichts im Ver⸗ borgenen geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, d SHNS 2 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 529 die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, diesel⸗ bigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich und sprach: Sollst du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Hab ich übel geredet, so beweise es, daß es böse sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas sandte ihn gehunden zum Hohenpriester Kasphas, dahin die Schriftgelehrten und Altesten sich versammelt hatten. Und sie suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, und fanden nichts. Und wiewohl viele falsche Zeugen her⸗ ö zutraten, fanden sie doch keins: ihr Zeugnis stimmte nicht überein. ö Einige standen auf, gaben falsch Zeugnis wider ihn und sprachen: ö Wir haben ihn hören sagen: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht sei. Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen, die sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann den Tem⸗ pel Gottes abbrechen und in dreien Tagen denselben bauen. Aber ihr Zeugnis stimmte noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter sie, fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. Es standen aber die Knechte und Diener des Hohenpriesters und hatten ein Kohlenfeuer angezündet mitten im Palast, denn es war kalt, und setzten sich zusammen und wärmeten sich. Simon Petrus aber stand bei ihnen in dem Hof und wärmete sich an dem Feuer. Und die Magd sah ihn abermal und hub an zu sagen zu denen, so dabei standen: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth, er ist auch einer von ihnen. Da sprachen sie: Bist du nicht auch seiner Jünger einer? Du bist einer von ihnen. Und er leugnete abermal und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bins nicht; ich kenne den Menschen nicht.— Und über eine Weile, bei einer Stunde, spricht des Hohenpriesters Knechte einer, ein Gefreundter des, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sahe ich dich nicht im Garten bei ihm? Und ein anderer bekräftigte es und sprach: Wahrlich, dieser war mit ihm. Und es traten hinzu, die dabei standen, und sprachen zu Petro: Wahrlich, du bist auch einer von denen, denn deine Sprache verrät dich, denn du bist ein Galiläer. Da leugnete Petrus abermals und fing an, sich zu verfluchen und zu schwören, und sprach: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr saget, weiß auch nicht, was ihr sprechet. Und alsobald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich um und sahe Petrum an. Da gedachte Petrus an das Wort Jesu, da er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus, hub an zu weinen und weinete bitterlich. Und als es Tag ward, sammelten sich die Altesten des Volks, alle Hohenpriester und Schriftgelehrten, der ganze hohe Rat. Und sie Ll 530 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. führten ihn hinauf vor ihren Rat und sprachen: Bist du Christus? sage es uns. Er sprach aber zu ihnen: Sage ich es euch, so glaubet ihr es nicht, frage ich aber, so antwortet ihr mir nicht und lasset mich doch nicht los. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes des Hochgelobten? Jesus sprach zu ihm: Du sagest es, ich bin es! Doch sage ich euch, von nun an wird es geschehen, daß ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Sie sprachen aber alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt es, denn ich bin es. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Sie sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugnis? Wir haben es selbst gehöret aus seinem Munde. Er sprach: Was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle, antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Und etliche fingen an, ihn zu verspeien ins Angesicht, und mit Fäusten zu schlagen und zu verdecken sein An⸗ gesicht und zu ihm zu sagen: Weissage uns, Christe, wer ist es, der dich schlug? Und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Und bald am Morgen machten alle Hohenpriester und Altesten und Schriftgelehrten und der ganze hohe Rat den Beschluß wider Jesum, ihn zum Tode zu bringen. (Joh. 18, 12—17. 19—24. 18. 25—27. Matth. 26, 58—63. 69. 71—75. 64—68. 27, 1. Mare. 14, 66—68. 55—61. 69—72. 62—65. 15, 1. Luc. 22, 55. 58—-62. 66—71. 63—65.) 5. Aelus vor Pontius Pilatus. Und der ganze Haufe stand auf, banden Jesum und führeten ihn von Kaiphas vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus. Und es war frühe. Da das sahe Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt warzum Tode, gereuete es ihn, und brachte wieder die dreißig Silber⸗ linge den Hohenpriestern und den Altesten und sprach: Ich habe übel getan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon, ging hin und erhenkte sich selbst. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften einen Töpfersacker darum, zum Begräbnis der Pilger. Daher ist derselbige Acker genannt der Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie kauften Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 531 von den Kindern Israel; und haben sie gegeben um einen Töpfers⸗ acker, als mir der Herr befohlen hat. Die Juden gingen aber nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern essen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen hinaus und sprach: Was bringet ihr für Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten; auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. Jesus aber stand vor dem Landpfleger. Und sie fingen an, ihn zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk ab⸗ wendet und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: er sei Christus ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richt⸗ haus und rief Jesu und sprach zu ihm: Bist du der Juden König? Jesus antwortete: Redest du das von dir selbst, oder haben es dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet; was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt: wäre meinReichvondieser Welt, meine Diener würden darobkämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würdez aber nun ist meineich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagft es; ich bin ein König, ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu den Hohen⸗ priestern und zum Volke: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen! Die Hohenpriester aber und Altesten beschuldigten ihn hart. Und da er von ihnen verklaget ward, antwortete er nichts. Da fragte ihn Pilatus abermals und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Hörest du nicht? Jesus aber antwortete ihm nicht auf ein Wort; also daß sich auch der Landpfleger sehr ver⸗ wunderte. Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Volk erreget da⸗ mit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hierher. Da aber Pilatus Galiläa hörte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigkeit gehörte, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret und hoffte, er wurde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Und Herodes mit seinem Hofgesinde verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und sandte ihn wieder Ll 2 532 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. zu Pilatus. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volk abwende; und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldigetz Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt, und siehe, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes wert sei; darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Auf das Osterfest aber hatte der Landpfleger die Gewohnheit, dem Volke einen Gefangenen loszugeben, welchen sie begehrten. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er täte, wie er pflegte. Sie hatten aber zu der Zeit einen Gefangenen, einen sonderlichen vor andern, der hieß Barabbas, gefangen mit den Aufrührerischen, um eines Auf⸗ ruhrs, so in der Stadt geschehen war, und um eines Mordes willen ins Gefängnis geworfen. Und da sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen auf Ostern losgebe; welchen wollt ihr nun, daß ich euch losgebe? Wollt ihr, daß ich euch losgebe Barabbam oder Jesum, den König der Juden, von dem gesagt wird, er sei Christus? Denn er wußte wohl, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. Und da er auf dem Richtstuhle saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Altesten überredeten und reizten das Volk, daß sie bitten sollten, daß er ihnen viel lieber den Barabbam losgäbe, und daß sie sollten Jesum zum Tode bringen. Da antwortete nun der Landpfleger Pilatus wiederum und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gib uns Barabbam los! Barabbas aber war ein Mörder. Pilatus aber antwortete wiederum und rief abermal zu ihnen, und wollte Jesum loslassen und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, von dem gesagt wird, er sei Christus, und den ihr schuldiget, er sei ein König der Juden? Sie riefen aber alle und schrieen und sprachen: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Der Landpfleger aber sprach zum dritten Male zu ihnen: Was hat denn dieser Übels getan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie lagen ihm an mit großem Geschrei, schrieen noch mehr, forderten und sprachen alle: Kreuzige ihn! Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da nahmen diełKriegsknechte des Landpflegers Jesum zu sich und führten ihn hinein in das Richthaus, und sammelten über ihn die ganze Schar. Und Pilatus geißelte Jesum. Und sie zogen Jesum aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf sein Haupt, und ein Rohr in Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 533 seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm, verspotteten ihn, grüßten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du,l lieber Juden⸗ könig! und gaben ihm Backenstreiche und speieten ihn an, und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige! kreuzigel Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr; und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hat es größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörte, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißt Hochpflaster, auf hebräisch aber Gabbatha. Es war aber Rüsttag(Freitag) in Ostern, um die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffte, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zul Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinderl— Da gedachte Pilatus dem Volk genug zu tun, und urteilte, daß ihre Bitte ge⸗ schähe, und gab ihnen den los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängnis geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, den er gegeißelt hatte, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. (Joh. 18, 28— 19, 16. Matth. 27, 2—23. 27—-30. 24—26. Marc. 15, 1—14. 16—19. 15. Luc. 23. 1—25.) 534 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 6. Kreuzigung und Cod Iesu. Da sie ihn verspottet hatten, nahmen sie Jesum, zogen ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an, nahmen ihn und führten ihn hinaus, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißet Schädelstätte, welche heißt auf hebräisch Golgatha. Und indem sie hinausgingen und ihn hinführten, fanden sie einen Menschen mit Namen Simon, von Kyrene, der ein Vater war Alexandri und Rufi, der vom Felde kam und vorüberging; den ergriffen sie und zwangen ihn, daß er Jesu sein Kreuz nachtrüge, und legten das Kreuz auf ihn. Es folgte ihm aber nach ein großer Haufe Volks und Weiber, die klagten und beweineten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben. Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das tut am grünen Holz, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere, Übeltäter, daß sie mit ihm abgetan würden. Und da sie an die Stätte kamen, die da heißt Schädelstätte, da gaben sie ihm Myrrhen in Wein zu trinken. Und da ers schmeckte, wollte er nicht trinken und nahms nicht zu sich. Allda kreuzigten sie ihn und mit ihm zween Übeltäter zu beiden Seiten, einen zur Rechten und einen zur Linken; Jesum aber mitten inne. Da ward die Schrift erfüllet, die da sagt: Er ist unter die Übeltäter gerechnet. Und es war um die dritte Stunde, da sie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Die Kriegsknechte aber, da sie Jesum gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, einem jeglichenKriegsknechte einen Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie untereinander: Lasset uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider unter sich geteilet und haben über meinen Rock das Los geworfen. Solches taten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sahe zu. Und sie saßen allda und hüteten sein. Und oben zu seinenHäupten hefteten sie die Ursache seines Todes, was man ihm Schuld gab, beschrieben. Und Pilatus schrieb die Überschrift und setzte sie auf das Kreuz; und war geschrieben: Jesus vonNRazareth, derJudenKönig. Und eswargeschriebenaufhebräische, griechischeundlateinische Sprache. Diesellberschriftlasen viele Judenz denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. 5———5———— E„ 25* ————69ʃ ˙C*— „ I Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 535 Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel Gottes und bauest ihn in dreien Tagen! Hilf dir nun selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuze! Desgleichen auch die Hohenpriester verspottetenihnuntereinander, samtdenSchriftgelehrtenundAltesten, und sprachen: Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Ist er Christus, der Auserwählte Gottes, der König in Israel, so steige er nun vom Kreuze, daß wir sehen, so wollen wir ihm glauben. Er hat Gott vertrauet, der erlöse ihn nun, hat er Lust zu ihm; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. Aber auch der Übeltäter einer, die da mit ihm gehenket waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere und strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Und zwar wir sind billig darinnen, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind, dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach spricht er zu dem FJünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Und es war um die sechste Stunde; und von der sechsten Stunde ward eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde; und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthanil Das ist verdolmetschet: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und etliche, die dabei standen, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elias! Die andern aber sprachen: Halt, laßt sehen, ob Elias komme und ihn herabnehmel Darnach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürstet! Da stand ein Gefäß voll Essig. Und bald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und legte ihn um einen Hsop⸗ stengel, und hielt es ihm dar zum Munde und tränkte ihn. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und Jesus schrie abermal laut und sprach: Vater, ich befehle 536 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und verschied. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß mitten entzwei in zwei Stücke, von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und standen auf viele Leiber derHeiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt und er⸗ schienen vielen. Der Hauptmann aber, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen, was da geschah, und das Erdbeben, und daß er mit solchem Geschrei verschied, erschraken sie sehr; und der Hauptmann preisete Gott und sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist ein frommer Mensch und Gottes Sohn gewesen! Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne und viele Weiber, die da Jesu waren nachgefolget aus Galiläa und hatten ihm gedienet, und sahen das alles; unter welchen war Marig Magdalena, und Maria, die Mutter des jüngern Jakobi und Joses, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuz blieben den Sabbat über(denn desselbigen Sabbats Tag war groß), baten sie Pilatum, daß ihre Beine ge⸗ brochen, und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und als⸗ bald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugnis ist wahr; und derselbige weiß, daß er die Wahrheit saget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. (Matth. 27, 31—34. 38. 35—37. 39—43. 45—56. Mare. 15, 20—41. Luc. 23, 26—34. 38. 35. 36. 39—49. Joh. 19, 16—18. 23. 24. 19—22. 25—37.) 7. Begräbnis Jesu. Und siehe, am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welches ist der Vor⸗Sabbat, da kam ein reicher Mann von Arimathia, der Stadt der Juden, mit Namen Joseph, ein ehrbarer Ratsherr, welcher auch auf das Reich Gottes wartete, ein guter, frommer Mann, der nicht gewilliget hatte in ihren Rat und Handel, und welcher auch ein 1 Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu. 537 Jünger Jesu war, doch heimlich. aus Furcht vor den Juden. Der wagte es und ging hinein zu Pilato, und bat ihn um den Leichnam Jesu, daß er ihn möchte abnehmen. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre. Und als er es erkundet von dem Hauptmann, erlaubte er es und befahl, man sollte den Leichnam dem Joseph geben. Und Joseph kaufte eine reine Leinwand, kam und nahm den Leib Jesu herab. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und brachte Myrrhen und Aloe untereinander bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und wickelten ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuzigt ward, ein Garten, und im Garten ein neues Grab, welches Joseph hatte lassen in einen Fels hauen, sein eigenes Grab, in welches niemand je geleget war. Da hinein legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, dieweil das Grab nahe war, und der Sabbat anbrach. Es war aber allda Maria Magdalena und Maria Joses, und die Weiber, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, die setzten sich gegen das Grab und schaueten zu, wo und wie sein Leib geleget ward. Und Joseph wälzete einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon. Die Weiber aber kehrten um und bereiteten Spezerei und Salben. Und den Sabbat über waren sie still nach dem Gesetz. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttag, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zum Volk: Er ist auf⸗ erstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin, und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und ver⸗ wahreten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. (Joh. 19, 39—42. Matth. 27, 60—66. Marc. 15, 46. 47. Luc. 23, 53—56.) IV Der kleine Katechismus D. Martin Luthers. Das erste Bauptstück. Die zehn Geboke. Das erste Gebyot. Das vierte Gebot. IchbinderHerr, dein Gott. Du sollst deinen Vaterund Du sollst nicht andere deine Mutter ehren, auf Götter haben neben mir. daß dirs wohl gehe, und Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nichtungestraft lassen, der seinenNRamenmißbraucht. Was ist das? ö Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Na⸗ men nicht fluchen, schwören, zau⸗ bern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken. ö Das drilte Gebyt. sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, son⸗ dern dasselbe heilig halten, gerne ö hören und lernen. Du dulange lebest auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Das fünkte Gebot. Du sollst nicht töten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten. Das slerhste Gebyt. Du sollst nichtehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züch⸗ tig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot. Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Han⸗ del an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das arhlte Gebot. Du sollstnichtfalsch Zeug⸗ nis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn ent⸗ schuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein desRechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein. Der kleine Katechismus. 539 ö Das zehnte Gebyt. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder ö Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern die⸗ selben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein eifriger Gott, derüber die, so mich hassen, die Sünde der Väter heim⸗ suchtan denKindernbis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so michlieben und meine Gebotehal⸗ ten, tue ich wohl in tausend Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten. Darum sollen wiruns fürchten vorseinem Zorn und nicht wider solche Ge⸗ botetun. Erverheißetaber Gnade undalles Guteallen, diesolche Ge⸗ botehalten. Darum sollen wirihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten. Das zweite Baupfstück. Der Glaube. Der erste Arfikel. Von der Schöpfung. ch glaube an Gott den ter, den Allmächtigen, öpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott ge⸗ schaffen hatsamt allen Kreaturen, mirLeib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch 540 Der kleine Katechismus. erhält; dazu Kleider und Schuh, Sünden, vom Tode und von der Essen und Trinken, Haus und Gewalt des Teufels; nicht mit Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh Gold oder Silber, sondern mit und alle Güter; mit allerNotdurft seinem heiligen, teuren Blut und und Nahrung dieses Leibes und mit seinem unschuldigen Leiden Lebens reichlich und täglich ver⸗ und Sterben; auf daß ich sein sorget, wider alle Fährlichkeit be- eigen sei und in seinem Reich schirmet und vor allem Übel be⸗ unter ihm lebe und ihm diene in hütet undbewahretzund dasalles ewiger Gerechtigkeit, Unschuld aus lauter väterlicher, göttlicher und Seligkeit: gleichwie er ist Güte und Barmherzigkeit ohne auferstanden vom Tode, lebet all mein Verdienst und Würdig⸗ und regieret in Ewigkeit. Das keit; des alles ich ihm zu danken ist gewißlich wahr. und zu loben und dafür zu dienen Der dritte Artikel. und gehorsam zu sein schuldig Von der Heili gung. bin. Das ist gewißlich wahr. 8⁰ glaubean denheiligen Der zweite Artikel. eist, eine heilige allge⸗ Von der Erlösung. meine christliche Kirche, Und an Jesum Christum, die Gemeinschaft der Hei⸗ seineneingebornen Sohn, ligen, Vergebung der unsern Herrn, der emp⸗Sünden, Auferstehung des fangen ist vom heiligen Fleisches und ein ewiges Geist, geboren von der Leben. Amen. Jungfrau Maria, gelitten Was ist das? unter Pontio Pilato, ge⸗ Ich glaube, daß ich nicht aus kreuziget, gestorben und eigener Vernunft noch Kraft an begraben, niedergefahren Jesum Christum, meinen Herrn, zur Hölle, am dritten Tage glauben oder zu ihm kommen wieder auferstanden von kann; sondern der heilige Geist den Toten, aufgefahren hat mich durch das Evangelium gen Himmel, sitzend zur berufen, mit seinen Gaben er⸗ Rechten Gottes, des all⸗ leuchtet, im rechten Glauben ge⸗ mächtigen Vaters, von heiliget und erhalten; gleichwie dannen er kommen wird, er die ganze Christenheit auf zu richten die Lebendigen Erdenberufet, sammelt, erleuchtet, und die Toten. heiliget und bei Jesu Christo er⸗ Was ist das? hält im rechten einigen Glauben; Ichglaube, daß JesusChristus, in welcher Christenheit er mir wahrhaftiger Gott vom Vater und allen Gläubigen täglich alle in Ewigkeit geboren und auch Sünden reichlich vergibt und wahrhaftiger Mensch von der am jüngsten Tage mich und alle Jungfrau Maria geboren, sei Toten auferwecken wird und mir mein Herr, der mich verlornen und samt allen Gläubigen in Christo verdammtenMenschenerlösethat, ein ewiges Leben geben wird. erworben, gewonnen von allen Das ist gewißlich wahr. SI Der kleine Katechismus. Das dritte Baupistück. Das Vaterunser. Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zu⸗ versicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben; das hilf uns, lieber VaterimHimmel. Weraberanders lehret und lebet, denn das Wort Gotteslehret, derentheiligetunter uns den Namen Gottes; davor behüte uns, himmlischer Vater. Die zweite Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn derhimmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Worte durch seine Gnadeglaubenundgöttlichleben, hier zeitlich und dort ewiglich. des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille sondernstärketund behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende, das ist sein gnädiger, guter Wille. Die vierbe Bilte. Unser täglich Brot gib uns heute. Was ist das? Gott gibt täglich Brot, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß ers uns er⸗ kennen lasse und mit Danksagung empfangen unser täglich Brot. Was heißt denn täglich Brot? Alles, was zur Leibes Nahrung und Notdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und treue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, ge⸗ treue Nachbarn und desgleichen. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden und um derselben willen solche Bitten nicht versagen; denn wir sind der keines wert, das wir bitten, habens auch nicht ver⸗ dienet; sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir wiederum auch herzz⸗ lich vergeben und gerne wohl tun denen, diesichan unsversündigen. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Miß⸗ glauben, Verzweiflungundandere große Schande und Laster; und Zum ersten. Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? 542 Der kleine Katechismus. Die fünfle Bikte. ů obwirdamitangefochtenwürden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Übel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Ubel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse und zuletzt, wenn unserStündlein kommt einseliges Ende beschere und mit Gnaden von diesem Jammertal zu sich nehme in den Himmel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret. Denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. Das vierte Bauptstück. Das Sakramenk der heiligen Caufe. Da unser Herr Christus spricht Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Der kleine Katechismus. Zum andern. Was gibt oder nützet die Taufe? Sie wirktVergebung der Sünden, erlöset vom Tode und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, und Verheißung Gottes lauten. Welches sind solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht Marei am letzten: Wer da glaubet und ge⸗ tauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird ver⸗ dammet werden. Zum dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge tun? Wasser tuts freilich nicht, son⸗ dern das Wort Gottes, so mit und bei demWasserist, und der Glaube, so solchemWorte Gottes imWasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ists eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geistz wie Sankt Paulus sagt zu Tito im dritten Kapitel: Gott machtuns selig durch das Bad der Wiederge⸗ Das fünfte wie die Worte äSSS.............. 543 burt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Hei⸗ land, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewi⸗ gen Lebens nach der Hoff⸗ nung. Das ist gewißlich wahr. Zum vierten. Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäufet werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auf⸗ erstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wostehetdas geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: WirsindsamtChristo durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den To⸗ ten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wirinei⸗ nem neuenLeben wandeln. Bauptstürk. Das Sakramenkdes Rltarsoder das h. Abendmahl. Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wostehetdas geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas, und Sankt Paulus: 5⁴44 Unser Herr Jesus Chri⸗ stus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brachs und gabs seinen Jüngern undsprach: Neh⸗ methin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichennahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das füreuch vergossen wird zur Ver⸗ gebung der Sünden; sol⸗ ches tut, so oft ihrstrin⸗ ket, zumeinemGedächtnis. Was nützet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte: Füreuchgegeben und ver⸗ gossen zur Vergebung der Sünden; nämlich, daß uns im Sakra⸗ ment Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Der kleine Katechismus. Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge tun? Essen und Trinken tuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Füreuch gegeben und ver⸗ gossen zur Vergebung der Sünden; welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament. UndwerdenselbenWortenglaubt, der hat, was sie sagen und wie fie lauten, nämlich: Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sakrament würdiglich? Fasten und leiblich sich be⸗ reiten ist wohl eine feine äußer⸗ liche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euchgegeben undver⸗ gossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubt oder zweifelt, der ist un⸗ würdig und ungeschickt; denn 4 Wort: Für euch fordert eitel gläubige Herzen. Kirchenbeichte. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender, fündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken, damit ich dich jemals erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir meine Sünde vergeben und mir zu meiner Besserung deines heiligen Geistes Kraft verleihen. Amen. V. Geistliche Bolkslieder. 1. Auf auf, meinHerz, mit Freuden, Nimm wahr, was heut geschicht: Wie kommt nach großem Leiden Nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt Da, wo man uns hinträgt, Wenn von uns unser Geist Gen Himmel ist gereist. 2. Er war ins Grab gesenket, Der Feind trieb groß Geschrei; Eh ers vermeint und denket, Ist Christus wieder frei Und ruft Viktorial Schwingt fröhlich hier und da Sein Fähnlein als ein Held, Der Feld und Mut behält. 3. Das ist mir anzuschauen Ein rechtes Freudenspiel. Nun soll mir nicht mehr grauen Vor allem, was mir will Entnehmen meinen Mut Zusamt dem edlen Gut, So mir durch Jesum Christ Aus Lieb erworben ist. 4.Ichhang undbleibauchhangen An Christo als ein Glied: Wo mein Haupt durch ist gangen, Da nimmt es mich auch mit. Er reiset durch den Tod, Durch Welt, durch Sünd und Not; Er reiset durch die Höll, Ich bin stets sein Gesell. 5. Erdringtzum Saalder Ehren, Ich folg ihm immer nach Und darf mich gar nicht kehren An Not und Ungemach. Es tobe, was da kann, Mein Haupt nimmt mein sich an, Mein Heiland ist mein Schild, Der alles Toben stillt. 6. Er bringt mich an die Pforte, Die in den Himmel führt, Daran mit güldnem Worte Der Spruch gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, Wird hier auch mit gekrönt; Wer dort mit sterben geht, Wird hier auch mit erhöht. P. Gerhardt, + 1676. 2. Aus unsrer ersten Tränensaat Ist manche Frucht entstanden DurchunsersHeilands Gnadenrat In nah und fernen Landen. 2. Es wurden viele ausgesät, Als wären sie verloren, Auf ihren Beeten aber steht: Das ist die Saat der Mohren. 3. Seid inniglich gebenedeit Ihm, unsrer treuen Liebe, Die ihr davongeschieden seid In eurem Streitertriebe. N. L. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. Mm 3. Der beste Freund ist in imel mel, Auf Erden sind die Freunde rar; Denn bei dem falschen Weltge⸗ tümmel Ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ichs immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege, Mein Jesus stehet felsenfest, Daß, wenn ich gleich elige Mich arndigtpooffe Erists, dermitmirlachtund weint: Mein Jesus ist der beste Freund. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe Dem, der am meisten nützen kann, Und scheinet danndas Glücketrübe, So stehtdie Freundschafthintenan; Doch hier ist es nicht so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, Vergießt für mich sein eigen Blut; Er steht mir bei in allen Nöten, Ersprichtfürmeine Schulden gut; Er hat mir niemals was verneint: Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Mein Freund, der mir sein Herze gibet, Mein Freund, der mein, und ich bin sein; Mein Freund, der mich Eskiobrt iebet; Mein Freund bis in das Grab hinein. Ach hab ichs nun nicht recht ge⸗ meint? Mein Jesus ist der beste Freund. Geistliche Volkslieder. 6. Behalte, Welt, dir deine Freundel Sie sind doch gar zu wandelbar, Und hätt ich hunderttausend Feinde, So krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. B. Schmolck, 4 1737. 4. Der Mensch hat nichts so eigen, So wohl steht ihm nichts an, Als daß er Treu erzeigen Und Freundschaft halten kann, Daß er mit seinesgleichen Soll treten in ein Band, Versprechen, nicht zu weichen, Mit Herzen, Mund und Hand. 2. Die Red ist uns gegeben, Damit wir nicht allein Für uns nur sollen leben Und fern von Leuten sein: Wir sollen uns befragen Und sehn auf guten Rat, Das Leid einander klagen, Das uns betreten hat. 3. Was kann die Freude machen, Die Einsamkeit verhehlt? Das gibt ein doppelt Lachen, Was Freunden wird erzählt. Der kann des Leids sich wehren, Der es von Herzen sagt; Der muß sich selbst verzehren, Der insgeheim sich nagt. 4. Gott stehet mir vor allen, Die meine Seele liebt; Dann soll mir auch gefallen, Der mir sich herzlich gibt. Mit diesen Bundsgesellen Geistliche Volkslieder. 547 Verlach ich Pein und Not, Geh auf den Grund der Höllen ö Und breche durch den Tod. 5. Ich hab, ich habe Herzen, So treu, wie sichs gebührt, Die Heuchelei und Scherzen ö Nie wissentlich berührtl ö Ich bin auch ihnen wieder Von Grund der Seelen hold; Ich lieb euch mehr, ihr Brüder,‚ Als alles Erdengold. S. Dach, 4+ 1659. Q— 9. Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen Am Himmel hell und klar; Der Wald steht schwarz und schweiget, Und aus den Wiesen steiget Der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille Und in der Dämmrung Hülle So traulich und so hold, Als eine stille Kammer, Wo ihr des Tages Jammer Verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort ste⸗ hen? Er ist nur halb zu sehen Und ist doch rund und schön! So sind wohl manche Sachen, Die wir getrost verlachen, Weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder Sind eitel arme Sünder Und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste Und suchen viele Künste ö Und kommen beiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heiluns schauen, Auf nichts Vergänglichs bauen, Nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden Und vor dir hier auf Erden Wie Kinder fromm und terr ein. 6. Wollst endlich sonder Grämen Aus dieser Welt uns nehmen Durch einen sanften Tod; Und wenn du uns genommen, Laß uns in Himmel kommen, Du unser Herr und unser Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, In Gottes Namen nieder, Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen Und laß uns ruhig schlafen Undunsernkranken Nachbar auch. M. Claudius, + 1815. 6. DieHimmel rühmen des Ewigen Ehre; Ihr Schall pflanzt seinen Wargrt. ort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihnprei⸗ sen die Meere; Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wortl 2. Wer trägt der Himmel un⸗ zählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne Und läuft den Weg gleich als ein Held 3. Vernimms und siehe die Wun⸗ der der Werke, Die die Natur dir aufgestellt. Mm 2 548 Verkündigt Weisheit und Ord⸗ nung und Stärke Dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzähl⸗ bare Heere, Den kleinsten Staub fühllos be⸗ schaun? Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehrel Mir, ruft der Herr, sollst du ver⸗ traun. 5. Mein ist die Kraft, mein Him⸗ mel und Erde, An meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde sein, der ich sein werde, Dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, Ein Gott der Ordnung und dein Heil; Ich bins, mich liebe von ganzem Gemüte Und nimm an meiner Gnade teil. Chr. F. Gellert, + 1769 7. Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ, Die Sach, an der wir stehn, Und weil es deine Sache ist, Kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, bevor Es fruchtbar sproßt zum Licht empor, Wird sterbend in der Erde Schoß Vorher vom eignen Wesen los; Im Sterben los, Vom eignen Wesen los. 2. Dugingst, oJesu, unser Haupt, Durch Leiden himmelan Geistliche Volkslieder. Und führest jeden, der da glaubt, Mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, so führ uns allzugleich Zum Teil am Leiden und am Reich; Führ uns durch deines Todes Tor Samtdeiner SachzumLichtempor: Zum Licht empor Durch deines Todes Tor. S. Preiswert, 4 1871. 8. Ein getreues Herze wissen Hat des höchsten Schatzes Preis. Der ist selig zu begrüßen, Der ein treues Herze weiß. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. 2. Läuft das Glücke gleich zu⸗ zeiten Anders, als man will und meint, Ein getreues Herz hilft streiten Wider alles, was ist feind. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. 3. Sein Vergnügen steht alleine In des andern Redlichkeit, Hält des andern Not für seine, Weichet nicht bei böser Zeit. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. 4. Gunst die kehrt sich nach dem Glücke, Geldund Reichtum, daszerstäubt, Schönheit läßt uns bald zurücke; Ein getreues Herze bleibt. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. 5. Ob beisammen, ob geschieden, Ein getreues Herze hält, Gibt sich allezeit zufrieden, Steht auf, wenn es niederfällt. Ich bin froh beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. 6.Nichts ist Süßers, als zwei Treue, Wenn sie eines worden sein. Dies ists, des ich mich erfreue, Und sie gibt ihr Ja auch drein. Mir ist wohl beim höchsten Schmerze, Denn ich weiß ein treues Herze. P. Fleming, 4 1640. 9. Es ist ein Reis entsprungen Aus einer Wurzel zart, Wie uns die Alten sungen, Von Jesse kam die Art, Und hat ein Blümlein bracht Mitten im kalten Winter Wohl zu der halben Nacht. 2. Das Blümlein, das ich meine, Davon Jesaja sagt, Hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. Aus Gottes ewgem Rat Hat sie ein Kind geboren Wohl zu der halben Nacht. 3. Den Hirten bei den Schafen Erschien ein Engel klar: Ihr sollt jetzund nicht schlafen; Das sag ich euch fürwahr Von einem Kindelein, Jetzund wird es geboren Von einer Jungfrau rein. 4. Die Hirten zu der Stunden Hoben sich auf die Fahrt, Das Kindlein bald sie funden Mit seiner Mutter zart. 549 Die Engel sangen schön, Sie lobten Gott vom Himmel In seinem höchsten Thron. 5. So singen wir all Amen, Das heißt: nun werd es wahr, Das wir begehrn zusammen; O Jesu, hilf uns dar In deines Vaters Reich, Da wollen wir dich loben. O Gott, uns das verleih! Vor 1600. 10. Gen Himmel aufgefahren ist, Hallelujah! Derd önigderéhren, JesusChrist. Hallelujahl 2. THaflanahn Hallelujah! Herrscht über Himmel und alle Land. Hallelujahl 3.Nun ist erfüllt, was geschriebenist, Hallelujah! In Psalmen von demHerrenChrist. Hallelujah! 4. Nun dankt dem Herren Jesu Christ, Hallelujahl Derheut gen Himmel gefahren ist. Hallelujah! 5. Wir loben die Dreieinigkeit. Hallelujah! Von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujahl 11. Großer Gott, wir loben dich! Herr, wir preisen deine Stärke! Vor dir neigt die Erde sich Um 1600. ——m Geistliche Volkslieder. 550 Geistliche Volkslieder. Und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, So bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen, Stimmen dir ein Loblied an; Alle Engel, die dir dienen, Rufen dir in selger Ruh Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt von deinem Ruhm; Alles ist dein Eigentum. 4. Sieh dein Volk in Gnaden an, Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe, Leit uns auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe. Hilf, daß es durch Buß und Flehn Dich im Himmel möge sehn. 5. Alle Tage wollen wir Dich und deinen Namen preisen Und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gib, daß wir von Sünden heut Und von Unfall sein befreit! 6. Herr erbarm, erbarme dich! Über uns, Herr, sei dein Segen! Leit und schütz uns väterlich, Bleib bei uns auf allen Wegen! Auf dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren sein! 1779. 12. Barre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Sei unverzagt! Bald der Want, Und ein neuer Frühling folgt dem ö Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not Wird er dich beschirmen, Gatt ott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle, hilft er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; Größer, als der Helfer, ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, Rett auch unsre Seele, du treuer Gott!l F. Raeder, 4 1872. 13. Ich bete an die Macht der Liebe, Die sich in Jesu offenbart; Ichgebmich hindemfreienriebe, Mit dem ich Wurm geliebet ward. Ich will, anstattanmich zudenken, Ins Meer der Liebe mich ver⸗ senken. 2. Wie bist dumirsosehrgewogen, Und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und start ge⸗ zogen, Neigt sich mein alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich, ich hab dich erlesen. 3. Ich fühls, du bists, dich muß ich haben; Ichfühls, ichmuß fürdichnursein: Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, Mein Plätzchen ist in dir allein. Geistliche Volkslieder. 551 Hier ist die Ruh, hier ist Ver⸗ gnügen, Drum folgich deinen selgenZügen. 4. Für dich sei ganz mein Herz und Leben, Erlöser, du mein einzig Gut. Für dich hast du mirs nur ge⸗ geben, In dir es nur und selig ruht. Hersteller meines tiefen Falles, Für dich ist ewig Herz und alles. 5. Lob sei dem hohen Jesus⸗ namen, In demderLiebeQuell entspringt, Von demhier alle Bächlein kamen, Aus dem der Selgen Schar dort trinkt: Wie beugen sie sich ohne Ende! Wir falten mit die frohen Hände. 6. O Jesu, daß dein Name bliebe Im Geist mir, drück ihn tief hin ein! Laß deine süße Jesusliebe In Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und Werk, in allem Wesen Sei Jesusundsonstnichtszulesen! G. Tersteegen, 4 1769. 14. Ich sag es jedem, daß er lebt Und auferstanden ist, Daß er in unsrer Mitte schwebt Und ewig bei uns ist. 2. Ich sag es jedem, jeder sagt Es seinen Freunden gleich, Daß bald an allen Orten tagt Das neue Himmelreich. 3. Jetzt scheint die Welt dem neuen Sinn Erst wie ein Vaterland. Ein neues Leben nimmt man hin Entzückt aus seiner Hand. 4. Hinunter in das tiefe Meer Versank des Todes Graun, Und jeder kann nun leichtundhehr In seine Zukunft schaun. 5. Der dunkle Weg, den er betrat, ö Geht in den Himmel aus, Und wer nur hört aufs einen Rat, Kommt auch ins Vaterhaus. 6. Nun weine keiner mehr allhie, Wenn eins die Augen schließt; Vom Wiedersehn, spät oder früh, Wird dieser Schmerz versüßt. 7. Es kann zu jeder guten Tat Ein jeder frischer glühn; Denn herrlichwird ihmdiese Saat Auf schönern Fluren blühn. 8. Er lebt und wird nun bei uns sein, Wenn alles uns verläßt; Und so soll dieser Tag uns sein Ein Weltverjüngungsfest. ö F. L. v. Hardenberg, 4 1801. 15. Ich wil dich erheben SMit Herz und mit Mund, E Dich, o mein Heil und Leben, Herr, meiner Hoffnung Grund. 2. Denn du hast mich Armen Mit mächtiger Hand Gerettet voll Erbarmen Von des Verderbens Rand. 3. Nun bin ich so fröhlich, Von Sündenschuld los, So unaussprechlich selig In deinem Liebesschoß. 4. O wüßtens doch alle, Wie freundlich du bist, 5⁵2 Und folgten deinem Schalle, Du süßer Jesus Christ! 5. Send aus deine Boten Nach Süd und nach Nord Und wecke selbst die Toten Durch deiner Allmacht Wort, 6. Daß bald auf der Erde Zum Preis deiner Treu Nur eine selge Herde In deinen Hürden sei. G. F. L. Knak, 1878. 16. Immer muß ich wieder lesen In dem alten heilgen Buch, Wie er ist so sanft gewesen, Ohne List und ohne Trug. 2. Wie er hieß die Kindlein kommen, Wie er hold sie angeblickt Und sie in den Arm genommen Und sie an das Herz gedrücktl 3. Wie er Hülfe und Erbarmen Allen Kranken gern erwies Und die Blöden und die Armen Seine lieben Brüder hieß. 4. Wie er keinem Sünder wehrte, Der bekümmert zu ihm kam, Wie er freundlich ihn bekehrte Und den Tod vom Herzen nahm. 5. Hat die Herde sanft geleitet, Die sein Vater ihm verliehn, Hat die Arme ausgebreitet, Alle an sein Herz zu ziehn. 6. Immer muß ich wieder lesen, Ses' und weine mich nicht satt, Wie er ist so treu gewesen, Wie er uns geliebet hat. Luise Hensel, 4 1876. Geistliche Volkslieder. 17. In dir ist Freude Iq. allem Leide, O du süßer Jesu Christl Durch dich wir haben Himmlische Gaben, Du der wahre Heiland bist, Hilfest von Schanden, Rettest von Banden; Wer dir vertrauet, Hat wohl gebauet, Wird ewig bleiben. Hallelujah. Zu deiner Güte Steht unser Gemüte, An dir wir kleben Im Tod und Leben, Nichts kann uns scheiden. Halle⸗ lujah. 2. Wenn wir dich haben, Kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod; Du hasts in Händen, Kannst alles wenden, Wie nur heißen mag die Not. Drum wir dich ehren, Dein Lob vermehren Mit hellem Schalle, Freuen uns alle Zu dieser Stunde. Hallelujah. Wir jubilieren Und triumphieren, Lieben und loben Dein Macht dort oben MitHerz und Munde. Hallelujah. J. Lindemann, 4+ 1680. 18. In Gottes Namen fahren wir, Seiner Gnaden begehren wir; Des Vaters Güt behüt uns heut Bewahr auch unser Seel und Leib. Herr, erbarm dich unserl! — Geistliche Volkslieder. 2. Christus sei unser Geleites⸗ mann, Bleib stetig bei uns auf der Bahn Und wend von uns des Feindes List, Auchwas seinemWortzuwiderist. Herr, erbarm dich unserl 3. Der heilge Geist auch ob uns halt Mit seinen Gaben mannigfalt. Er tröst und stärk uns in der Not Und führ uns wieder heim mit Gott. Herr, erbarm dich unser! Aus dem 12. Jahrhundert. 19. 5⁵3 Wird uns sein, als ob wir träu⸗ men: Bring uns, Herr, ins Paradies. G. F. L. Knak, 4 1878. 20. MerkSeele, dirdas große Wort: Wenn Jesus winkt, so geh; Wenn er dich zieht, so eile fort; Wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; ö Wenn er dich liebt, so ruh; Wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zul 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit Bald da, bald dort verklärt, Caßt mich gehn, laßt mich gehn, So freu dich der Barmherzigkeit, Daß ich Jesum möge sehn! ö Meine Seel ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen Und vor seinem Thron zu stehn. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die durch Wolken bricht: O wann werd ich dahin kommen, Daß ich dort mit allen Frommen Schau dein holdes Angesichtlh! Die andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, So steig in Kraft empor; Wird Jesus in der Seele still, So nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz Sei von dem Tage an 3. Ach wie schön, ach wie schön Bei Schmach, bei Mangel und Ist der Engel Lobgetön! Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, Dem Heiland zugetan. Flög ich über Tal und Hügel ö Heute noch nach Zions Höhnl 4.Wiewirds sein, wiewirds sein, Wenn ich zieh in Salem ein, In die Stadt der goldnen Gassen! bei Schmerz N. L. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. 21. Herr, mein Gott, ich kanns nicht Müde bin ich, geh zur Ruh, fassen, Schließe beide Auglein zu: Was das wird für Wonne seinl Vater, laß die Augen dein 5. Paradies, Paradies, Wie ist deine Frucht so süß! Über meinem Bette sein. 2. Hab ich Unrecht heut getan, Unter deinen Lebensbäumen Sieh es, lieber Gott, nicht an. 55⁵⁴4 Deine Gnad und Jesu Blut Macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; Alle Menschen, groß und klein, Sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh, Nasse Augen schließe zu. Laß den Mond am Himmel stehn Und die stille Welt besehn. Luise Hensel, 4 1876. 22. Nun singet und seid froh, Jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne Liegt in der Krippe bloß Und leuchtet als die Sonne In seiner Mutter Schoß. 3: Du bist A und O. 2) 2. Sohn Gottes in der Höh, Nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Gemüte, O Kind voll Mildigkeit, Durch alle deine Güte, Du Fürst der Herrlichkeit, : Zeuch mich hin nach dir! 21 3. Groß ist des Vaters Huld, Der Sohn tilgt unsre Schuld; Wir warn all verdorben Durch unsre Missetat, So hat er uns erworben Himmlische Freud und Gnad, ) Daß uns nichts mehr schadt.:: 4. Dir schallt Hallelujah Jetzt hier und einstens da, Wo die Engel singen Das Heilig allzumal, Und wo die Psalmen klingen Im hohen Himmelssaal. 2, Wären wir doch da! 1648. Geistliche Volkslieder. 23. O du fröhliche, o du selige, gna⸗ denbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist ge⸗ boren: Freue, freue dich, o Christenheitl 2. O du fröhliche, oduselige, gna⸗ denbringende Weihnachtszeitl Christ ist erschienen, uns zu ver⸗ sühnen: Freue, freue dich, o Christenheitl 3. O du fröhliche, oduselige, gna⸗ denbringende Weihnachtszeitl König der Ehren, dich wolln wir hören! Freue, freue dich, o Christenheit! O du fröhliche, o du selige, gna⸗ denbringende Osterzeitl Welt lag in Banden, Christ ist erstanden: Freue, freue dich, o Christenheit! 2. O dufröhliche, oduselige, gna⸗ denbringende Osterzeitl Tod ist bezwungen, Leben er⸗ ö rungen: Freue, freue dich, o Christenheitl 3. Odufröhliche, o duselige, gna⸗ denbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben, Ihm laßt uns leben! Freue, freue dich, o Christenheitl V du fröhliche, o du selige, gna⸗ denbringende Pfingstenzeitl Christ, unser Meister, heiligt die Geister: Freue, freue dich, o Christenheit! Geistliche Volkslieder. 55⁵ 2. O du fröhliche, oduselige, gna⸗ denbringende Pfingstenzeitl Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfadel Freue, freue dich, o Christenheitl 3. O du fröhliche, oduselige, gna⸗ denbringende Pfingstenzeit! Uns, die Erlösten, Geist, willst du trösten! Freue, freue dich, o Christenheitl J. Falk, + 1826. 24. Ostern, Ostern, Frühlingswehenl Ostern, Ostern, Auferstehen Aus der tiefen Grabesnachtl:;: Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen heimlich glühen, Denn der Heiland ist erwacht! 2. Trotz euch, höllische Gewalten! Hättet ihn wohl gern behalten, Der euch in den Abgrund zwang? 1 Mochtet ihr das Leben binden? Aus des Todes düstern Gründen Dringt hinan sein ewger Gang. 3. Der im Grabe lag gebunden, Hat den Satan überwunden, 5 Und der lange Kerker bricht.:: Frühling spielet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, Herrschen soll das ewge Licht. 4. Alle Schranken sind entriegelt, Alle Hoffnung ist versiegelt, 1 Und beflügelt jedes Herz. 1 Und es klagt bei keiner Leiche Nimmermehr der kalte, bleiche, Gottverlaßne Heidenschmerz. 5. Alle Gräber sind nun heilig, Grabesträume schwinden eilig, 2): Seit im Grabe Jesus lag.:: Jahre, Monde, Tage, Stunden, Zeit und Raum, wie schnell ver⸗ schwunden! Und es scheint ein ewger Tag. M. v. Schenkendorf, 4 1817. 25. Schönster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn! Dich will ich lieben, Dich will ich ehren, Meines Herzens Freud und Kron. 2. Schön sind die Wälder, Schöner sind die Felder In der schönen Frühlingszeit! Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, Der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht die Sonne, Schön leucht der Monde Und die Sternlein allzumal. Jesus leucht schöner, Jesus leucht reiner, Als all Engel im Himmelssaal. 4. Schön sind die Blumen, Schöner sind die Menschen, Die in frischer Jugend sein. Sie müssen sterben, Müssen verderben: Jesus lebt in Ewigkeit. 5. Alle die Schönheit Himmels und der Erden Sind verfaßt in dir allein. Keiner soll werden Lieber auf Erden, Als der schönste Jesus mein. Aus dem 17. Jahrhunderi⸗ 556 Geistliche Volkslieder. 26. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, Nicht einen Schritt: Wo du wirst gehn und stehen, Da nimm mich mit. 2. In dein Erbarmen hülle Mein schwaches Herz Und mach es gänzlich stille In Freud und Schmerz. Laß ruhn zu deinen Füßen Dein armes Kind. Es will die Augen schließen Und glauben blind. 3.Wennichauchgleichnichts fühle Von deiner Macht, Du führst mich doch zum Ziele Auch durch die Nacht. So nimm denn meine Hände Und führe mich Bis an mein selig Ende Und ewiglich. J. v. Hausmann, 7 1001. 27. Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht Nur das traute hochheilige Paar, Das im Stalle zu Bethlehem war, Bei dem himmlischen Kind! 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kund gemacht, Durch der Engel Hallelujah Tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter, ist da.:;: 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Liebaus deinem göttlichen Mund, Daunsschlägt dierettendeStund, Christ, in deiner Geburtl:: J. Mohr, 1818. 28. Tochter Zion, freue dich, Jauchze laut, Jerusalemi Sieh, dein König kommt zu dir, Ja er kommt, der Friedefürst. 2. Hosianna, Davids Sohn, Sei gesegnet deinem Volkl Gründe nun dein ewig Reich, Hosianna in der Höh! 3. Hosianna, Davids Sohnl Sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, Du des ewgen Vaters Kind! Hosianna, Davids Sohn! Sei gegrüßet, König mild. 29. Unter Lilien jener Freuden Sollst du weiden, Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleug behende; Jesu Hände Offnen schon das Perlentor. 2. Laßt mich gehen, laßtmichlaufen Zu dem Haufen Derer, die des Lammes Thron Nebst dem Chor der Seraphinen Schon bedienen Mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, Doch die Ruder Meines Schiffleins, laß mich ein In den sichern Friedenshafen Zu den Schafen, Die der Furcht entrücket sein. ———8 — Geistliche Volkslieder. 557 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, Süßes Leben, Was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen Und nicht eilen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, laß den Glau⸗ ben Mir nichts rauben, Glauben, der durch alles dringt. Nach dir sehnt sich meine Seele In der Höhle,. Bis sie sich von hinnen schwingt. 6.Owiebaldkannst duesmachen, Daß mit Lachen Unser Mund erfüllet sei. Du kannst durch des Todes Türen Träumend führen ‚ Und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen; Furcht und Zagen Muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachelliegt darnieder: Meine Glieder Werden fröhlich auferstehn. 8. GottesLamm, dichwillichloben Hier und droben Mit der herzlichsten Begier; Du hast dich zum ewgen Leben Mir gegeben: Hole, Heiland, mich zu dir! J. L. K. Allendorf, 4 1778. 30. Vater, deines Geistes Wehen Durch die ganze Christenheit Säßt uns schon von ferne sehen Deines Reiches Herrlichkeit; Denn dein Wort wird ausge⸗ spendet Durch die ganze weite Welt, Millionenweis gesendet Auf das große Ackerfeld. 2. Bald wird dieser Same blühen Allenthalben hoch und hehr, Denn Evangelisten ziehen Über Inseln, Land und Meer. Um die Saaten zu begießen, Geist der Pfingsten, komm herab! Laß die Lebensströme fließen Bis zum Grabe tief hinab. 3. Seigegrüßt, duewger Morgen, Steige, Sonne, bald empor! Weichtnun, all ihrbangenSorgen, Glanz des Herrn, brich schnell hervorl Seht, der Berge Spitzen glühen Schon im ewgen Morgenlicht, Und dieFrühlingsblumen blühen: Brüder, alle, zweifelt nicht! J. H. Jung⸗Stilling, 4 1817. 31. Voller Wunder, voller Kunst, Voller Weisheit, voller Kraft, Voller Hulde, Gnad und Gunst, Voller Labsal, Trost und Saft, Voller Wunder, sag ich noch, Ist der keuschen Liebe Joch. 2. Die sich nach dem Angesicht Niemals hiebevor gekannt, Auch sonst im geringsten nicht Mit Gedanken zugewandt, Deren Herzen, deren Hand Knüpft Gott in ein Liebesband. 3.Hierwächsteingeschickter Sohn, Dort ein edle Tochter zu: Eines ist des andern Kron, Eines ist des andern Ruh, Eines ist des andern Licht, Wissens aber beide nicht. 558 Geistliche Volkslieder. 4. Bis so lang es dem beliebt, Der die Welt im Schoße hält Und zur rechten Stunde gibt Jedem, was ihm wohl gefällt. Da erscheint in Werk und Tat Der so tief verborgne Rat. 5. Jeder findet, jeder nimmt, Was im Himmel ist bestimmt, Pflegt auf Erden zu geschehn, Und was dann nun so geschicht, Das ist sehr wohl ausgericht. 6.Laß zusammen, was Gottfügt, Der weiß, wie's am besten sei. Unser Denken fehlt und trügt, Sein Gedank ist Mangels frei, Gottes Werk hat festen Fuß, Wenn sonst alles fallen muß. 7. Siehe frommen Kindern zu, Die im heilgen Stande stehn, Wie so wohl Gott ihnen tu, Wie so schön er lasse gehn Alle Taten ihrer Händ Auf ein gutes selges End. 8. Ihrer Tugend werter Ruhm Steht in steter voller Blüt, Wenn sonst aller Liebe Blum Als ein Schatten sich verzieht; Und wenn aufhört alle Treu, Ist doch ihre Treue neu. 9. Ihre Lieb ist immer frisch Und verjüngt sich fort und fort,‚ Liebe zieret ihren Tisch Und versüßet alle Wort; Liebe gibt dem Herzen Rast 10. Gehts nicht allzeit, wie es Ist doch diese Liebe still, Hält sich in dem Kreuze wohl, Denkt, es sei des Herren Will, Und versichert sich mit Freud Einer künftgen bessern Zeit. 11. Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segenbach, Speist die Leiber, tränkt den Geist, Stärkt des Hauses Grund und Dach, Und was klein, gering und bloß, Macht er mächtig, viel und groß. Was der Höchst ihm ausersehn: 12. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, Was Gott hier in dieser Welt Frommen Kindern zugedacht, Nimmt er sie ins Himmelszelt Und drückt sie mit großer Lust Selbst an seinen Mund und Brust. 13. Nun so bleibt ja voller Gunst, Voller Labsal, Trost und Saft, Voller Wunder, voller Kunst, Voller Weisheit, voller Kraft, Voller Wunder, sag ich noch, Bleibt der keuschen Liebe Joch. P. Gerhardt, 4 1676. 6 32. Was ist die Macht, was ist die ——— kraft, Des Christen stolze Ritterschaft, Der Schild und Schirm und Schmuck der Ehren, DieunbestochneWehrderWehren, In jeder Not und Fahr der Hort? Das ist das Wort, das feste Wortl 2. Was kann, wie ein zweischnei⸗ dig Schwert, Das blinkend aus der Scheide In der Müh⸗ und Sorgenlast. Mark und Gebein im Nu zer⸗ fährt, schneiden, oll, DieGeisterund dieveiberscheiden Was hat sofreißlichscharfen Ort? Das ist das Wort, das feste Wort. 3. Was braust daher wie Win⸗ desbraut V 7*— B — Geistliche Volkslieder. 559 Undüberdonnert Donners Laut? Was donnert inder Sünder Ohren Gleich einem Schwur, von Gott geschworen? Was ists, das durch die Seele bohrt? Das ist das Wort, das feste Wort. 4. Was säuselt wie ein Westen⸗ ů wind Vom Frühlingshimmel sanft und lind? Was säuselt liebreich durch die Herzen, Ein Trost und Balsam aller Schmerzen? Was wehet alle Sorgen fort? Das ist das Wort, das feste Wort. 5. O Wort der Macht, o Wort Das Band, das uns verbindet, Löst weder Zeit noch Ort; Was in dem Herrn sich findet, Das währt in ihm auch fort. 2. Man reichtsichwohldieHände, Als sollts geschieden sein, Und bleibt doch ohne Ende Im innigsten Verein. Man sieht sich an, als sähe Man sich zum letzten Mal, Und bleibt in gleicher Nähe Dem Herrn doch überall. 3.Man spricht: Ich hier, dudorten, Du ziehest und ich bleib, Und ist doch aller Orten Ein Glied an einem Leib. Man spricht vom Scheidewege der Kraft, Das sogewaltig wirkt undschafft, O Wort der Schrecken und der Freuden, Zum Heilen mächtig und Zer⸗ schneiden, Du warest eh als Zeit und Ort, Du starkes Wort, du festes Wort. 6. O Wort der Macht, o Wort der Kraft, Du meines Herzens Ritterschaft, Wollst ewig in und bei mir Pen en, Duvch Donner und durch Säu⸗ seln treiben Zum rechtenKampfefortundfort, Mein starkes Wort, mein festes Wort!l E. M. Arndt, 4+ 1860. 33. Was macht ihr, daß ihr weinet Und brechet mir mein Herz? Im Herrn sind wir vereinet Und bleibens allerwärts. Und grüßt sich einmal noch Und geht auf einem Wege In einer Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen Und so gar traurig sehn? Wir kennen ja den Einen, Mit dem wir alle gehn. In einer Hut und Pflege, Geführt von einer Hand, Auf einem sichern Wege Ins eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde Nicht schwerem Trennungsleid, Nein, einem neuen Bunde Mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren Zu unserm höchsten Gut, Sind wir uns nicht verloren, Wie weh auch Scheiden tut. Ph. Spitta, 4 1859. 84. Weil ich Jesu Schäflein bin Freu ich mich nur immerhin Über meinen guten Hirten, 560 Der mich schön weiß zu bewirten, Der mich liebet, der mich kennt Und bei meinem Namen nennt. 2. Unter seinem sanften Stab Geh ich ein und aus und hab Unaussprechlich süße Weide, Daß ich keinen Mangel leide; Und so oft ich durstig bin, Führtermichzum Brunnquell hin. 3.Sollt ich dennnicht fröhlichsein, Ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen Werden Engel heim mich tragen In des Hirten Arm und Schoß! Amen! Ja, mein Glück ist groß. Luise v. Hayn, 4 1782. 35. Wenn alle untreu werden, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben seil Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz, Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, Hast du so viel getan, Und doch bist du verklungen, Und keiner denkt daran. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei, Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Geistliche Volkslieder, 4. Ich habe dich empfunden; O laffe nicht von mir! Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. F. v. Hardenberg, 4 1801. 36. Wenn ich Ihn nur habe, Wenn er mein nur ist, Wennmeinterzbis hinzum Grabe Seine Treue nie vergißt: Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich Ihn nur habe, Laß ich alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn; Lasse still die andern Breite, lichte, volle Straßen wan⸗ dern. 3. Wo ich Ihn nur habe, Ist mein Vaterland; Und es fällt mir jede Gabe Wie ein Erbteil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find ich nun in seinen Jüngern wieder. F. v. Hardenberg, 4 1801. 37. Wer ist ein Mann? Wer beten kann Am Ende fühlt man sie, Und Gott dem Herrn vertraut; Weint bitterlich und schmieget Wenn alles bricht, er zaget nicht: Sich kindlich an dein Knie. Dem Frommen nimmer graut. INYA A —— 52 334 8860— 173580 VV S Geistliche Volkslieder. 561 2. Wer ist ein Mann? Wer glau⸗ Hiergilt dieLosung früh und spat: ben kann Wohl dem, der Gott zum Führer Inbrünstig, wahr und frei; hat. Denn diese Wehr bricht nimmer⸗ 2. Gott hat sich gar zu sehr ver⸗ ů ů nen bunden Die bricht kein Mensch entzwei. Daß er will bei den Seinen sein; 3. Wer ist ein Mann? Wer lie⸗Kein Ort wird in der Welt ge⸗ hen kann funden, Von Herzen fromm und warm: Er zieht mit ihnen aus und ein Die heilge Glut gibt hohen Mut Durch Feuers⸗ und durch Was⸗ Und stärkt mit Stahl den Arm. ö sersnot, 4. Dies ist der Mann, der strei⸗ Auch selbsten mitten 5 ten kann Für Weib und liebes Kind: 3. Er leitet uns mit seinen Augen, Der kalten Brust fehlt Kraft und Er gängelt uns mit seiner Hand. Lust, Wenn Luft und Wetter nicht mehr Und ihre Tat wird Wind. Soulberder Gewand⸗ 5. Dies ist der Mann, der ster⸗ Ja seine Kirbe änn alein Für Freiheit, Pflicht und Recht Der beste Schirm im Sturme sein. Dem frommen Mut deucht alles é 4. Wir reisen, Herr, Ramen⸗ gut, amen: Es geht ihm nimmer schlecht. Sei du Gefährte, Weg und Stab. 6. Dies ist der M der ster⸗ Die Helden, die zu Jakob kamen, ist der dert en Sendauchzuunserm Schutzherab; Erl Atuichtas Pi8 anns 5 Ldemunat rläßt nicht ab bis an das Gra in 2 Mit Herz und Mund und Hand. Daß uuns kein Fat das Rther 7. So, deutscher Mann, so, freier 5. Bleib bei uns, wenns will Mann, Abend werden: Mit Gott dem Herrn zum Kriegi(in a Denn Gottallein kannHelfer sein, Seinuser Leite 10— Lranfonden. Von Gott kommt Glück und Sieg.„ 8. M. Amndt, 4 1800. Und ist der Kreuzsteg schwer und hart, So tröst uns mit der Rosenbahn, 38 Die man dortoben wandeln kann. 7 6. Wirst du mit uns auf diesem Wer nur mit seinem Gott ver⸗ ö Wege reiset, Durch deinen Schutz und Leitung Der findet immer Bahn gemacht, ein Weil er ihm lauter Wege weiset, Und auch indessen deine Pflege Aufwelchenstets seinAugewacht. Den Hinterlassenen verleihn, Nn 562 Geistliche Volkslieder. So soll das unser Opfer sein: Herr, Herr, deine Glaubenshand! Gelobet sei der Herr allein! Christ in der Höh, komm zu uns 7. Wirwollen einen Altar bauen, Anrf e eret Der Eben⸗Ezer heißen soll; I. Salt i. Daransollman die Worteschauen: Gott führet seine Kinder wohl. 40 Und also findt die Losung statt: e Siatt Wie sie so sanft ruhn, alle die B. Schmolck, 4 1737. Seligen, Von ihrer Arbeit, die sie in Gott ö getan, 39 Und ihre Werke folgen ihnen * Nach in des ewigen Sdnn Wie mit grimmgemunverstand 195800 Wellen sich bewegen! 2. Von ihren Augen wischt er NirgendsRettung, nirgendsgsand die Tränen ab, Vor des Sturmwinds Schlägen! Sie kommen freudig, bringen die Einer ists, der in der Nacht, Garben ein, Einer ists, der uns bewacht: Die weinend gingen, edlen Samen Christ in der Höh, du wandelst Trugen in Hoffnung, in Lieb und auf der Seel Glauben. 2. Wie vor unserm Angesicht 3. Wenn einst die Stimme wie⸗ Mond und Sterne schwinden! der sie auferweckt WenndessSchiffleinsRuderbricht., Des Menschensohnes, die durch Wo dann Rettung finden? die Gräber dringt, Keine Hülf, als bei dem Herrn: Dann wird, was irdisch und ver⸗ Er ist uns der Morgenstern. weslich, Christ in der Höh, erschein uns Himmlisch und jugendlich aufer⸗ auf der Seel stehen. 4 Preis, Ruhm und Ehre sei 3. Nach dem Sturme fahren wir 2—7 Sicher durch die Wellen, Für bei Werte—0 gebracht Lassen, großer Schöpfer, dir ür deine Werke, die du an ian Unser Lob erschallen; getan: ö Daß, wie in einem alle sterben, 2obet ihn huheder Siunr. Also in einem sie wieder leben. Christ in der Höh, ja dir gehorcht S. D. Roller, 4+ 1850. die See! 4. Einst in meiner letzten Not 41 1 Laß mich nicht versinken! Soll ich von dem bittern Tod Wir pflügen und wir streuen Well auf Welle trinken: Den Samen auf das Land, Reiche mir dann liebentbrannt, Doch Wachstum und Gedeihen — — Geistliche Volkslieder. Steht in des Himmels Hand: Der tut mit leisem Wehen Sich mild und heimlich auf Und träuft, wenn heim wirgehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe KommthervonGGott demHerrn, Ä Drum dankt ihm, dankt Und hofft auf ihn. 2. Er sendet Tau und Regen Und Sonn⸗ und Mondenschein Und wickelt seinen Segen Gar zart und künstlich ein Und bringt ihn dann behende In unser Feld und Brot: Es geht durch unsre Hände, Kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe Kommthervon GottdemhHerrn, z„ Drum dankt ihm, dankt: Und hofft auf ihn. 3. Was nah ist und was ferne, Von Gott kommt alles her, Der Strohhalm und die Sterne, Das Sandkorn und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter Und Korn und Obst, von ihm Das schöne Frühlingswetter Und Schnee und Ungestüm. Alle gute Gabe KommthervonGottdemHerrn, Drum dankt ihm, dankt Und hofft auf ihn. 4. Er läßt die Sonn aufgehen, Er stellt des Mondes Lauf; Er läßt die Winde wehen Und tut die Wolken auf. Er schenkt uns so viel Freude, Er macht uns frisch und rot; Er gibt dem Viehe Weide Und seinen Menschen Brot. 563 Alle gute Gabe KommthervonGottdemßerrn, : Drum dankt ihm, dankt 5 Und hofft auf ihn. M. Claudius, 4 1815. 42. Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh? Wer deckt sie mit schützenden Fit⸗ tichen zu? Ach bietet die Welt keine Freistatt uns an, Wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? ): Nein, nein,:; hier ist sie nicht: Die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, Die Heimat der Seele, so herrlich, so schönt Jerusalem droben, von Golde er⸗ baut, Ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? ,: Ja, ja,:: dieses allein Kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Lichtl Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht; Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang Bewillkommt die Seelemit süßem Gesang. n Ruh, Ruh,:: himmlische Ruh Im Schoße des Mittlers, ich eile dir zul Nnu 2 Verzeichnis der Lieder. Die Lieder des Anhangs sind durch ein Sternchen bei der Rummer bezeichnet.) A. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Ach bleib mit deiner Gnade Ach Gott, ich muß in Ach Gott, in Gnadenvonuns Ach Gott und Herr Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott, vom Himmel sieh Ach Gott, wie manches.. Ach Herre, du gerechter Gott Ach Jesu, gib mir sanften Ach mein Herr Jesu, dein. Ach mein Jesu, sieh, ich trete Ach sagt mir nichts von Gold Ach sieh ihn dulden, bluten Ach wärich doch schon droben Ach was sind wirohne Jesum Ach was soll ich Sünder. Ach wenn ich dich, mein Gott Ach wie heilig ist der Ort. Ach wie nichtig, ach wie. Ach wundergroßer Siegesheld Alle Christen hören gerne. Allein Gott in der Höh sei Allein zu dir, Herr Jesu Alle Menschen müssen sterben Nr. 284 587 Aller GläubgenSammelplatz 636 Alles ist an Gottes Segen Alles ist euer, o Worte.. Alle Welt, was lebt und. Allgenugsam Wesen.. AlsohatGottdie Weltgeliebt Auf, auf, den Herrn zu loben Auf, auf, ihr Reichsgenossen Auf, auf, mein Herz, mit. Auf, Christenmensch, auf, auf Auf Christi Himmelfahrt. 436 5⁵ 1 4¹1⁷ 169 Auf den Nebel folgt die Auf diesen Tag bedenken wir Auferstanden, auferstanden Auferstehn, ja auferstehn Auf Gott und nicht auf.. Auf, hinaufzu deiner Freude: Auf, ihr Christen, Christi. Auf, ihr Streitr Auf meinen lieben Gott. Aus einem tief vor dir. Aus Gnaden soll ich selig Aus irdischem Getümmel. Aus meinesHerzens Grunde Aus tiefer Not schrei ich zu Ausunsrerersten Tränensaat B. Bang und doch voll selger Bedenke, Mensch, das Ende Befiehl du deine Wege... Bei dir, Jesu, will ich bleiben Bescheruns, Herr, dastäglich Beschwertes Herz, leg ab. Betgemeinde, heilge dich.. Bis hieher hat mich Gott. Brich an, du schönes Mor⸗ genlicht Brich an, du schönes Tages⸗ lch!!! C. Christ, alles was dich kränket Christ, aus deinem Herzen Christ, der du bist der helle Christe, du Beistand deiner. Christe, du Lamm Gottes Christe, mein Leben, mein. Nr. 437 170⁰ 144 637 107 519 286 40 264 588 440 257 5⁴⁴4 37 23 93 73 52⁰ 207 441 442 551 212 265 337 565 Verzeichnis der Lieder. Christen sind eingöttlich Volkt Christe, wahres Seelenlicht. Christ fuhr gen Himmel. ChristiBlutundGerechtigkeit Corin ist erstanden Christ lag in Todesbanden ChristunserHerrzumFJordan Christus der ist mein Leben D. Dank sei Gott in der Höhe Dankt dem Herrn, ihr... Das alte Jahr vergangen ist Das Jahr geht still zu Ende Das ist eine selge Stunde. Das ist ein teuer wertes.. Das liebe neue Jahr geht an Das walte Gott, der helfen Das walt Gott Vater und DeinKönig kommtinniedern Dein Mittler kömmt; auf. Dein Wort, o Herr, ist Dennoch bleib ich stets an dir Der am Kreuz ist meine Liebe Der beste Freund ist in dem Der du, Herr Jesu, Ruh. Der du in Todesnächten. Der du noch in der letzten Der du zum Heil erschienen Der Glaub ist eine Zuversicht DerHeiland kommt,lobsinget Der heilge Christ ist kommen Der Herr, der aller Enden. Der Herr fährt auf gen. Der Herr hat alles.. Der Herr ist Gott und keiner Der lieben Sonne Licht und 5 Der Menschhatnichtssoeigen Der Mond ist aufgegangen Der Sabbat ist vergangen Der schöne Tag bricht an Der Tag ist hin, mein Geist Der Tag ist hin, mein Jesu Der Tod ist tot, das Leben Der vom Kreuze du regierest Nr. 338 52¹ 17¹ 30⁴ 14⁵ 146 251 589 Nr. Der Weg ist gut, der durch 446 Des Jahres schöner Schmuck Des Morgens, wenn ich früh Dich begehrt des Herzens. Dich, dich, mein Gott, will Die auf der Erde wallen.5 Die Christen gehn von Ort Die Ernt ist nun zu Ende 5 Die Gnade gehtdurch Stufen Die Gnade sei mit allen. Die güldne Sonne Die helle Sonn leucht jetzt 5 Die Herrlichkeit der Erden. Die Himmel rühmen des Die Nacht ist hin, mein Geist 5 Die Nacht ist nun vergangen 5 Die Sach ist dein, Herr Jesu Die Seele Christi heilge mich Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Die Sonn hat sich mit ihrem 5 Die Tugend wird durchs. Die wir uns allhier bei⸗ sammen Dir, dir, Jehova, will ich. Dir jauchzet froh die.. Dir, milder Geber aller.. 5 Du aller Menschen Vater. Du bist zwar mein Du hast, o Gott der Einigkeit Du kannstsnicht böse meinen Du, meine Seele, singe. Du, o schönes Weltgebäude Durch Adams Fall ist ganz Durch Trauern und durch. Du reicher Trost der Armen Du siehest, Mensch, wie fort 5 Du sollst in allen Sachen. Du Wort des Vaters, rede E. Ein Christ, ein tapfrer Eine Herde und ein Hirt. Einen guten Kampf hab ich Einer ist König, Immanuel 57⁴4 5²⁵ 42¹ 230 593 18⁰0 566 Nr. Einer ists, andemwirhangen 231 Einer nur ist ewig wert.. 385 Eines wünsch ich mir vor.121 Ein feste Burg ist unser Gott 214 Ein getreues Herze wissen.*8 Ein Haupt hast du dem Volk 506 Ein Lämmlein gehtundträgt 122 Ein neuer Tag, ein neues. 572 Ein reines Herz, Herr, schaff 342 Eins ist not, ach Herr, dies 309 Einst selig dort zu werden 343 Ein Tröpflein von den Reben 639 Ein wahrer Glaub das Herze 410 Ein Wetter steiget auf... 580 Empor zu ihm, mein 78 Erhalt uns, Herr, bei deinem 241 Erhebe dich, o meine Seel. 531 Erinnre dich, mein Geist„ 148 Ermunterteuch, ihrFrommen 640 Ermuntredich, meinschwacher 79 Erneure mich, o ewges Licht 344 Erschienen istderherrlichTag 149 Es fähret heute Gottes Sohn 173 Es glänzet der Christen.. 345 Es ist das Heil uns kommen 310 Es ist ein Reis entsprungen Es ist genug, so nimm, Herr 594 Es ist gewiß ein köstlich ing 448 Es ist gewißlich an der Zeit 641 Es ist nicht schwer, ein Christ 346 Es ist noch eine Ruh... 642 Es kennt der Herr die Seinen 347 Es kostet viel, ein Christ zu 348 Es wolle Gott uns gnädig 215 F. Fahre fort, fahre fort. Fang dein Werk mit Jesu an Fein niedrig sein auf Erden Fortgekümpft unnnd Freu dich sehr, o meine Seele 595 Freuet euch, ihr Christen alle 80 Fröhlich soll mein Herze. 81 Früh am Morgen Jesus gehet 532 Verzeichnis der Lieder. Nr. Frühmorgens, da die Sonn 150 Für alle Güte sei gepreist. 557 G Gedanke, der uns Leben gibt Geh aus, mein Herz, und 575 Geh hin nach Gottes Willen 350 Geht hin, ihr gläubigen. 312 Geht nun hin und grabt„ 596 Geist des Glaubens, Geist 191 Geist des Herrn, dein Licht 192 Geist vom Vater und vom Sohne, du, der unser. Geist vom Vater und vom Sohn, weihe dir Gelobet sei der Herr, mein Gelobet seist du, Jesu Christ Gen Himmel aufgefahren ist Gesegn uns, Herr, die Gaben Gib dich zufrieden und sei Gott, deine Güte reicht so Gott, der du Herzenskenner Gott, der wirdswohl machen 450 Gott des Himmels und der Gott, du Licht, das ewig Gottes Sohn ist kommen Gottes Stadt steht fest.. Gott herrschet und hält bei Gott ist gegenwärtigh... Gott ist getreul Sein Herz Gott ist mein Hoet Gott ist und bleibt getreu. Gott lebet noch! Seele, was Gott lebt: wie kann ich.. 455 Gottlob, der Tag ist nun 558 Gottlob, die Stundistkommen 630 Gottlob, ein neues Kirchen⸗ 311 Verzeichnis der Lieder. Nr. Gott Vater, sende deinen Gott, vor dessen Angesichte Gott wills machen, daß die Großer GottvonaltenZeiten Großer Gott, wir loben dich Großer Immanuel, schaue Großer Mittler, der zur. Guter Hirt, der seine Herde H. Hallelujah! jauchzt,ihrChöre Hallelujahl Jesus lebet. Hallelujahl Lob, Preis und Hallelujah, schöner Morgen Halt im Gedächtnis Jesum Harre, meine Seele Heiland, deine Menschenliebe Heilge Einfalt Heilger Jesu, quelle.. Herr, dein Wort, die edle. Herr, der du mir das Leben Herr, der du vormals hast Herr, die Erde ist gesegnet Herr, du hast für alle Sünder Herr, es ist der Tag erschienen Herr, es ist von meinem. 2. dich loben wir, Herr Gott, dich loben wir; regier Herr Gott, du kennest meine Herr Gott Vater im. Herr, höre, Herr, erhöre.. Herr, ich habe mißgehandelt Herr Jesu Christ, dein teures Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Gur Christ, du höchstes Heilgungs⸗ sieh doch Herr Zesn Christ du höchstes ut, wir kommen. Herr Jefu Christ, wahr. Herr Jesu, dir sei Preis. Herr Jesu, Gnadensonne Herr Jesu, Licht der Heiden 19⁵ 351 456 4¹ 411 218 181 25⁵ 151 .152 209 42 313 412 108 352 109 243 559 510 581 267 43 560 567 1— Nr. Herr, nun laß in Friede 599 Herr, öffne mir die 45 Herr, stärke mich, dein Leiden Herr, unser Gott, laß nicht Herr, unser Herrscher.. Herr, wenn du willst. Herr, wie du willst, so schicks Herzlich lieb hab ich dich Herzlich tut mich verlangen Herzliebster Jesu, was hast Herzog unsrer Seligkeiten. Herz und Herz vereint... Heut triumphieret Gottes. Hier ist mein Herz, Herr Hier legt mein Sinn sich vor Hilf, Helfer, hilf in Angst. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Hilf mir, mein Gott, hilf. Hilf uns, Herr, in allen. Himmelan geht unsre Bahn Himmelan, nur himmelan. Himmel, Erde, Luft und. Hinunter ist der Sonne Hirte deiner Schafe Höchster Gott, dir danken wir Höchster Tröster, komm. Hosianna! Davids Sohn. Hüter, wird die Nacht der. J. JauchzetGottinallenLanden Jauchzet, ihr Himmel Ich armer Mensch, ich armer Ich bete an die Macht der Ich bin bei Gott in Gnaden ich bin ein Gast auf Erden bin getauft auf deinen bin ja, Herr, in deiner bin in allem wohl. bin in dir und du in mir dank dir schon durch. danke dir für deinen Tod geh zu deinem Grabe. habe gnug, mein Herr habe Lust zu scheiden. ch ch ch ch ch * ch ch ch ch * EEHραρεαραααεα 12⁴4 51² 582 600 27 386 601 12⁵ 423 21 387 60⁴ habe nun den Grund hab in Gottes Herz und hab in guten Stunden hab mein Sach Gott. hab mich Gott ergeben hab von ferrne heb mein Augen sehnlich komme, Herr, und suche ommevordein Angesicht komm jetzt als ein armer laß dich nicht, du mußt ruf zu dir, Herr Jesu sag es jedem, daß er lebt singe dir mit Herz und soll zum Leben dringen steh an deiner Krippe. steh in meines Herren — trau auf Gott in allen und mein Haus wir sind weiß, an wen ich glaube, i weiß, daß mein Erlöser weiß, es wird mein Ende weiß, mein Gott, daß all weiß von keinem andern E EDEαραραρεαραρεαραραραρααακ S.SOSe κ * will dich immer treuer will dich lieben, meine will von meiner Missetat größer Kreuz, je näher hova, Herr und König. rusalem, du hochgebaute u, bittend kommen wir u, deine Passi. u, deine tiefen Wunden U, der du bist alleine. u, Freund der u, frommer Menschen⸗ herden u, geh voran u, großer Wunderstern. u, hilf siegen, du Fürste S.S.82828288 P ce Cαπαραραρααραραραραραρααραραα 2828 sterbe täglich, und mein 6 will dich erheben...* Nr. 316 45⁷ 458 27¹1 459 491 10⁴ 42⁵ Verzeichnis der Lieder. Jesu, Jesu, BrunndesLebens Jesu, komm doch selbst zu Jesu, meine Freude Jesu, meines Lebens Leben Jesus Christus herrscht als Jesus ist mein Freudenlicht Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus, meine Zuversicht. Jesus nimmt die Sünder an Jesus schwebt mir in... Ihr armen Sünder, kommt Ihr aufgehobnen Segens⸗ hünde. Ihr Christen auserkoren.. Ihr Mitgenossen, auf zum Immer muß ich wieder lesen In allen meinen Taten. In Christi Wunden schlaf ich In dich hab ich gehoffet In dir ist Freude In Gottes Namen fahren wir* Ist Gott für mich, so trete K. König, dem kein König König Jesu, streite, siege. Komm, du wertes Lösegeld Komm, Heidenheiland... Komm, heiliger Geist, Herre Komm, mein Herz, in Jesu Komm, o komm, du Geist. Kommst du, kommst du, Licht Kommt her, ihr Christen. Kommt her, ihr seid geladen Kommt, Kinder, laßt uns. Kommt, laßt euch den Herren Kommt und laßt uns Kyrie, eleison(Litanei) L. Laß dich, Herr Jesu Christ Lasset mich voll Freuden. Lasset uns mit Jesu ziehen 497 260 111 Laß mich deinseinund bleiben 48 Laß mich, o Herr, in allen 36²2 Verzeichnis der Lieder. Nr. Laß, o Jesu, mir auf Erden 321 Laßt mich gehn, laßt mich*19 Lebenssonne, derenStrahlen 112 Lebst du in mir, o wahres 395 Licht vom Licht, erleuchte. 49 Liebe, die du mich zum Bilde 363 Liebe, du der Gottheit... 411 Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte 256 Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort.. 50 Lobe den Herren, den mäch⸗ zigen ·:·· Lobe den Herren, o meine. 9 Lobseidem allerhöchstenGott 65 Lobt Gott, ihr Christen.. 87 Löwen,laßteuchwiederfinden 427 M. Machedich, mein Geist, bereit 428 Machs mit mir, Gott, nach 611 Macht hoch die TFür... 66 Man lobt dich in der Stille 10 Meine Lebenszeit verstreicht 612 Meinen Jesum laß ich nicht 396 Mein erst Gefühl sei Preis 536 Meine Seel, ermuntre dich 130 Meine Seele senket sich.. 464 Meine Seel ist stille... 465 Meines Lebens beste Freude 364 Meine Sorgen, Angst und 466 Mein Freund ist mein... 397 Mein Glaub ist meines.. 322 Mein Gott, das Herz ich. 365 Mein Gott, du weißt am. 323 Mein Gott, ich klopf an deine 33 Mein Gott, ich weiß Mein Gott, nun ist es wieder 537 Mein Heiland nimmt die. 292 MeinHerz, gib dichzufrieden 467 Mein Jesu, dem die... 186 Mein Jesu, der du vor dem 275 Mein Leben ist ein 366 Mein Salomo, dein... 398 Mein schönste Zier und.. 563 wohl 613 569 ‚ Nr. Merk, Seele, dir das große*20 Mir ist Erbarmung.... 324 Mir nachl spricht Christus 429 Mit Ernst, o Menschenkinder 67 MitFried und Freud ichfahr 614 Mitten wir im Leben sind 615 Morgenglanz der Ewigkeit 538 Müde bin ich, geh zur Ruh*21 N. Nach einer Prüfung kurzer 644 Nicht Opfer und nicht Gaben 412 Nicht um ein flüchtig Gut 367 Nie bist du, Höchster, von. 368 Nimm von uns, Herr, du. 516 Noch läßt der Herr mich leben 539 Nun bitten wir den heiligen 199 Nun bringen wirden Leibzur 616 Nun danket alle Gott... 11 Nun danket all und bringet 12 Nun freut euch, Gottes.. 175 Nun freuteuch, liebe Christen 325 Nun jauchzet all, ihr.... 68 Nun jauchzt dem Herren, alle 13 Nun ist vollbracht auch dieser 564 Nun kommt das neue... 69 Nun laßt den Herrn uns. 583 Nun laßt uns den Leib.. 617 Nun laßtuns gehnundtreten 101 Nun lob, mein Seel, den. 14 Nun preiset alle Gottes.. 584 Nun ruhen alle Wälder.. 565 Nun sich der Tag geendet hat 566 Nun sich derTaggeendet, mein 567 Nun singet und seid froh. 22 Nur frisch hinein 430 O O auferstandner Siegesfürst 159 O Christ, wenn Arme man⸗ O der alles hätt verloren. 370 570 O du allersüßste Freude. O du fröhliche, o du selige O du Liebe meiner Liebe. O Durchbrecher aller Bande O Ewigkeit, du Donnerwort O Ewigkeit, o Ewigkeit. O frommer und getreuer Gott aller O frommer und getreuer Gott, ich hab O Gott, der du das....5 O Gott, du frommer Gott O Gottes Sohn, Herr Jesu? O Gott, o Geist, o Licht des O Gott, von dem wir alles O großer Geist, des Wesen O Haupt voll Blut und. O heilger Geist, kehr bein. O heilige Dreifaltigkeit.. 5 O heiliger Geist, o heiliger O hilf, Christe, Gottes Sohn O Himmelsgabe, dtn. O Jerusalem, du schöne OJesu Christe, wahres Licht O Jesu Christ, meins Lebens O Jesu, Herr der Herrlichkeit O Jesu, Jesu, Gottes Sohn O Jesu, meine Wonne O Jesu, süßes Licht.... 5 O König aller Ehren.... O König, dessen Majestät. O Lamm Gottes, unschuldig O Lehrer, dem kein andrer O Licht, geboren aus dem O Liebe, die den Himmel hat O selges Licht, Dreifaltigkeit O selig Haus, wo man dich Ostern, Osteeen O süßer Stand Nr 200 423 131 18⁷ 6⁴⁵ 646 542 88 568 498 Verzeichnis der Lieder. O Vaterherz, o Licht und. O Welt, ich muß dich lassen O Welt, sieh hier dein Leben O wie selig seid ihr doch, ihr R. Richtet auf des Heilands. Ringe recht, wenn Gottes. Rüstet euch, ihr Christenleute Ruhe ist das beste Gut S. Schaff in mir, Gott, ein Schatz über alle Schätze.. Schmücke dich, o liebe Seele Schmückt das Fest mit Schönster Herr Jesu....* Schwing dich auf zu deinem Seele, geh auf Golgatha. Seelenbräutigme Seele, was ermüdst du dich Sei fröhlich alles weit und Sei getreu bis an das Ende Sei Gott getreu, halt seinen Sei Lob und Ehr dem. Seimirtausendmalgegrüßet 5 Sei willkommen, Davids. Selig sind des Himmels. 24 37¹ Sende, Vater, deinen Geist Siegesfürst und Ehrenkönig Sieh, hierbinich, Ehrenkönig? Sieh, wie lieblich und wie So bin ich nun kein Kind? So führst du doch recht selig So hab ich nun den Fels. So hab ich nun vollendet. 6 O Tod, wo ist dein Stachel 160 So hab ich obgesieget... O Traurigkeit, o Herzeleid 135 So hoff ich denn mit festem O Ursprung des Lebens. 114 So jemand spricht: Ich liebe 414 * AVxv Verzeichnis So ist die Woche nun. Soll ich denn mich täglich Sollt es gleich bisweilen Sollt ich meinem Gott nicht So nimm denn meine Hände Sorge doch für meine Kinder So ruhest du, o meine Ruh So ruhe wohls So wahr ich lebe, spricht dein Speis' uns, o Gott, deine Stark ist meines Jesu Hand Stille Nacht, heilige Nacht Strahl der Gottheit, Kraft Such, wer da will, ein ander T. Teures Wort aus Gottes. Tut mir auf die schöne.. Tochter Zion, freue dich..* Tretet her zum Tisch des. Treuer Hirte deiner Herde Treuer Jesu, wache du.. Treuer Meister, deine Worte Treuer Wächter Israel. U. Überwinder, nimm die Pal⸗ Wwmeen. Uns bindet, Herr, dein Wort Unsern Ausgang segne Gott Unter allen großen Gütern Unter Lilien jener Freuden à Unumschränkte Liebe. V. Valet will ich dir geben.. 6 Vater, deines Geistes Wehen* Vater, kröne du mit Segen 5 Vater unser im Himmelreich Verklärtes Haupt, nun lebest Verleih uns Frieden.. Versuchet euch doch selbst. Verzage nicht, du Häuflein Voller Wunder, voller Kunst Vom Himmel hoch da komm Nr. 573 470 47¹ 17 226 499 14⁰ 62²1 297 548 331 127 205 402 24⁵ 52 431 89 der Lieder. ö Vom Himmel kam der Engel Von des Himmels Thron. Von Gott will ich nicht. Vor dir, Herr Jesu, steh. ö W. Wach auf, du Geist der. Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und Wachet auf, erhebt die Blicke Wachet aufl ruft uns die. Walte, walte nah und fern Wandeltglaubend eure Wege Wann wird doch einst... Warum betrübst du dich. Warum sollt ich mich denn Warum willst du doch für Was Gott tut, das ist... Was hilfts, daß ich mich Wasmachtihr, daßihrweinet Was mein Gott will, gescheh Was rührt so mächtig Sinn Was von außen und von. Was wär ich ohne dich.. Was willst du dich betrüben Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Wenn Christus seine Kirche Wenn doch alle Seelen Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn meine Sünd mich. Wenn mein Stündlein Wenn uns die Feindekränken Wenn wir in höchsten Nöten Wer das Kleinod will.. Werde licht, du Stadt der. Werde munter, mein Gemüte 5 singe.... 5 Was freut mich noch, wenn? Was Gott zusammenfügt Was ist die Macht, was ist* Weil ich Jesu Schäflein bin*2 Wenn alle untreu werden.* Wenn ich Ihn nur habe.* Wenn kleine Himmelserben 6 57¹1 Nr. 90 262 298 248 572 Verzeichnis Nr. Wer Gott vertraut, hat wohl 481 Wer ist ein Mann*37 Wer ist wohl wie du.. Wer nur den lieben Gott läßt Wer nur mit seinem Gott Wersich dünkenläßt zu stehen Wer sind die vor Gottes. Werweiß, wienahe mir mein Wie dankichs, Heiland, deiner Wie fleugt dahin der Men⸗ schen 403 482 238 433 65⁵² 6²2⁴4 40⁴4 625 494 19 280 653 Wie herrlich ists, ein Schäf⸗ ö Lei. 335 Wie kurz ist doch der Men⸗ 4 633 281 39 Wo findet die Seele die.. der Lieder. Nr. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod 166 Wir danken Gott für seine 549 Wir glauben all an einen. 211 Wir liegen hier zu deinen. 300 Wir Menschen sind zu dem Wir pflügen und wir streuen Wir singen dir, Immanuel Wir warten dein, o Gottes Wo Gott der Herr nicht bei 227 Wohlauf, wohlanzumletzten Wohl dem, der in Furcht. Wohl dem, der sich mit Ernst Wohl einem Haus, da Jesus Wollt ihr wissen, was mein Womit soll ich dich wohl. Wo soll ich fliehen hin. Wo willst du hin, weils.571 Wunderanfang, herrlichEnde 488 Wunderbarer König... 21 3Z. Zeige dich uns ohne Hülle 54 Zeuch ein zu deinen Toren 206 Zeuch hin, mein Kind... 634 Zeuch, Israel, zu deiner Ruh 654 Zeuch uns nach dir, so.. 178 Zieht in Frieden eure Pfade 237 Hion gib dich nur zufrieden 484 ion klagt mit Angst und 228 Zu des Himmels höchsten. 485 Zum Himmel bist du... 179 Zween der Jünger gehn mit 167 .— 7——— Ordnung des Gottesdienstes. Baupkgottesdienlt. Eingangslied. Geistlicher: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des hei⸗ ligen Geistes. Amen. Unsre Hülfe stehet im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.— Eingangsspruch. ö Gemeinde: Ehre lei dem Vater und dem Bohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jeht und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Geistlicher: Sündenbekenntnis. Gemeinde: Berr, erbarme aur Dun un Christe, erbarme ö Dich unser. Berr, erbarme Dich unser. oder: Ryrie eleison. Christe eleison. Ryrie eleisvn. Edd. Gnadenverkündigung.— Ehre sei Gott in der Höhe. Gemeinde: Und Friede auf Erden und den Wenschen ein Wohlgefallen. Amen, Amen, Amen. [Chor(an Festtagen): Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten Dich an, wir preisen Dich, wir sagen Dir Dank um Deiner großen Herrlichkeit willen. Herr Gott, himmlischer König, allmächtiger Vater! Herr, Du eingeborner Sohn, ö Jesus Christus! Herr Gott, Du Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der Du die Sünde der Welt trägst, erbarme Dich ö 2 unser! Der Du die Sünde der Welt trägst, nimm an unser Gebetl Der Du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser! Denn Du allein bist heilig, Du allein bist der Herr, Du allein bist der Allerhöchste, Jesus Christus mit dem heiligen Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters; Amen, Amen, Amen.] Geistlicher: Der Herr sei mit euch. Gemeinde: Und mit deinem Geiste. Ordnung des Gottesdienstes. Geistlicher:(an Festtagen Festspruch.) Gebet. Gemeinde: Amen. Geistlicher: Schriftverlesung. Spruch.— Hallelujah(in der Passionszeit und an Bußtagen: Amen). Gemeinde: Ballelujah, Ballelujah, Ballelujah(in der Passionszeit und an Bußtagen: Amen oder ein Liedervers). [Geistlicher: Zweite Schriftverlesung.— Gelobt seist Du, o Christus. Gemeinde: Ehre sei Dir, Herr.] Geistlicher: Glaubensbekenntnis. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. Predigtlied. Predigt. [Liedervers. Abkündigungen.] Liedervers. % Geistlicher: Erhebet eure Herzen. Gemeinde: Wir erheben sie zum Herrn. Geistlicher: Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott. Gemeinde: Recht und würdig ist es. Geistlicher: Dankgebet. Gemeinde: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zeba⸗ oth. Alle Lande sind Seiner Ehre voll. Hosianna in der Höh. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosianna in der Höh.)J Geistlicher: Allgemeines Kirchengebet. Gebet des Herrn. Gemeinde: Amen. 8) Geistlicher: Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. [Schlußvers.)] ) Das große Dankgebet mit den Wechselsprüchen am Eingang und dem schließenden Heilig der Gemeinde kann hier eintreten, wenn es nicht in der Rommunionfeier seinen Platz findet. ) Statt des bloßen Amen kann die Gemeinde auch die ganze Lob⸗ preisung am Schluß des Herrngebets„Denn Dein ist das Reich ꝛc.“ mit dem Amen singen. Wenn die Gemeinde bei der Abendmahlsfeier versammelt bleibt, treten Gebet des Herrn und Segen in die Abendmahlsliturgie. *) Nach oder vor dem Segen. * Ordnung des Gottesdienstes. Abendmahls-Jeier. Abendmahlslied. Geistlicher: Der Herr sei mit euch. Gemeinde: Und mit deinem Geiste. oder: * Geistlicher: Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes be⸗ rufen sind. Gemeinde: Amen, Amen. lGeistlicher: Abendmahlsvermahnung.] Geistlicher: Erhebet eure Herzen. Gemeinde: Wir erheben lie zum Berrn. Geistlicher: Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott. ö Gemeinde: Recht und würdig ist es. ö Geistlicher: Dankgebet. ů Gemeinde: Beilig, heilig, heilig ist der Berr Zebavth. Alle Tande sind Heiner Ehre voll. Bosianna in der öh. Gelobt sei, der da kommt im VNamen des exrn. Bosianna in der Böh. Geistlicher:[Gebet.] Gebet des Herrn. Gemeinde: Amen. Geistlicher: Einsetzungsworte. Gemeinde: Chrilte, Du Lamm Gottes u. s. w. oder: D LTamm Goyttes unschuldig u. s. w. EGedet Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Amen. ebet. Gemeinde: Amen. (Geistlicher: So spricht der Herr: Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken. oder: ö Kommt, denn es ist alles bereit. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.) Austeilung, begleitet vom Abendmahlslied. Geistlicher: Danket dem Herrn, denn Er ist freundlich. Hallelujah. Gemeinde: Und Seine Güte währet ewiglich. Ballelujah. Geistlicher: Gebet. Segen. Gemeinde: Amen, Amen, Amen. [Schlußvers.!] — Ordnung des Gottesdienstes. Andere Jorm des Bauptgottesdienstes. Gum Gebrauch in Gemeinden, welche sich bisher des„Auszugs aus der Liturgie“ oder einer der besonders genehmigten Liturgieen bedient haben.) Eingangslied. Geistlicher: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Unsre Hülfe stehet im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Sünden⸗ bekenntnis. Amen. [Gemeinde: Liedervers.] Hdde Gnadenverkündigung.(Ehre sei Gott in der öhe. G eunt in de⸗ Liedervers.] Geistlicher: Gebet. Amen. Schriftlesun g. Spruch. Amen. [Hallelujah.] [Gemeinde: Liedervers.!] Geistlicher: Glaubensbekenntnis. Tied. Predigt. Lied. Geistlicher: Abkündigungen. Fürbittengebet. Gebet des Herrn. Segen. Schluß vers.“) Abendmahls-Jeier. Tied. Geistlicher: Ansprache. Gebet. Gebet des Herrn. Kommt, es ist alles bereit. Schmecket und sehet, wie freund⸗ lich der Herr ist. Austeilung, begleitet vom Abendmahlslied. Geistlicher: Dankgebet. Segen. Schlußvers.“) )Nach oder vor dem Segen. Druck von Trowitzsch& Sohn in Berlin. * ——F—— ** —.— *.* 2 —.— —.— — —— —— +.