dent »‚= ,-,ss.yt Aa: Gesangbuch für die deutschkatholischen Gemeinden im Königreich Sachsen. Herausgegeben auf Grund Kirchenbeschlusses vom deutschkatholischen Landes-Kirchen-Vorstande Königreich Sachsen. 1889. ——2————..————— Dresden. Druck von Julius Relchel. Uonm- Siel. Gsessen ar 23 24. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. Inhalts-Verzeichnis 4. Deil. Erkenntnis.— Glaube. Gott. Vater aller Lieben du.. Ich suche dich, durch den ich bin. Dem Gott der Wahrheit Preis und Dank Ich blick hinaus zur Frühlingsflur. Auf, auf mein Herz voll Gotteskraft Du heilge Macht, die allezeit. Welt. Der Weltkreis ist voll Geists des Herrn. Seh ich des Weltalls stille Kraft. 9. Herrliche Welt, o wie freu ich mich deiner Gestalten. „Kein Forscher hat ergründet. Merk auf, o Mensch und höre. „Schon ringt aus dunkler Nächte Schoß „Wie vor der Sonne Purpurlicht „Die Erde harrt der Sonn entgegen „O, sei mit uns auf allen Wegen. „Noch glänzt so hell der Sonne Strahl. Wohlauf, noch strahlet mir die Sonne So steh ich da, ein Kind der Erde. Hinauf, hinauf vom Erdenstaube Kein Jammerthal ist unsre Erde. „Gott legte dir in Geist und Herz „Auf festem Ufer steh ich Wer lebt in unsrem Kreise. Aus einer Wurzel sprießen Die Berge sind die Festaltäre.. Kennt ihr das Meer, so tief erregt. Geist. Wer wagts, den Geist zu dämpfen O, Geist des Lebens, deine Kraft Aus einer ewgen Quelle Nicht an den steinernen Altären. Die alten Tempel sind gefallen Seite S—— —S Christliche Feste. e e& e ——.— — O 85 8 * — = 47. ⁰— Weihnachlen. „Du Stern der Weihnacht, freundlich scheine Stern von Bethlehem, o scheinen. Du fühltest, Herr, in deinem Herzen. „Wo ist dein Geist, du ewges Wort. Wenn alle untreu werden.. „Tag der Weihnacht, uns beschieden. M ag auch die Liebe weinen. „Als auf des Lebens dunklem Pfad. Neujahr. Aus der Zeiten Tiefe schreitet. Dämmernd aus dem Schoß der Zeiten. „Des Jahres erster Morgen. 43. 44. „Die Zeit, wie rasch ist sie verflossen Des Jahres Glanz geht auf vom Herrn Mit Gott tret ich ins neue Jahr Charfreitag. Der du noch in der letzten Nacht. Das Leben lieben und den 205 nicht scheuen „Wahrheit kann nicht untergehen. 2 einst die Jünger bebend zagten „faßt es ganz fürs Erdenleben Hannn die Wahrheit blühe Strahl der Verllürung! von dem Bilde Jesu Ostern. „Aus Nacht zum Licht! erwacht, erwacht „Ostern, Ostern, Frühlingswehen Willst Ostern, Christ, du recht begehen 105 Grab des A Ruferstanenen nen Ostern rufet: Auferstehe 2 will sich alles nun erlösen. Ostern, mildes Frühlingswehen Frisch auf zum neuen Leben „Hell klingt der Ruf von Berg zu Verde ). Laut erschallt durch die Natur. Ysingsten. In Brausen und in Flammen. „Ergriff dich nie im Leben Der Geist ists, der das Leben bringt. Besondere Lebensverhältnisse. Seite 19 19 20 21 22 23 24 24 — E & SE V Seite 66. Was ists, das unsern Geist erhebt... se 67. Wer ist der heilge Gottesgeist.. 68. Du Schöpfungsgeist der Pfingsten, biaufe aen Stum, der mächtig brausen⁸g41 70. Ewger Geist, leuchte 4 19 71. O, komm, du Geist der Wahrheit! 19 72. Das Gottesreich äst nich soeos 443 20 Konsirmalion— Abendmahl. — 73. O, Geist der Liebe, rein und mild 4 3 74. Wir heißen froh willkommen heuteee:*˙.45 —4 75. Du Geist des Friedens, Geist der Liebvbe... 46 — 76. Hehre: Seuchtbild, holde Tugenngdgd 46 or dir liegt die Zahn des Sebenss 46 . MReicher ms die Hand züm Bunde 47 24.as Dorthabt ihr gegeben 448 5* 80. So naht euch, Schwestern, Brüder 48 26 Lonnnt und eßt das Bundesorot 4:à8 5 52. Wir denken dein, du Menschenfreundd.. 49 2 Resormations-, Sliftungssest. 5 33. Du heilge Macht, die allezeirt. 50 84. Wie tönen doch rings um uns her50 56. Aus fveier That bereiten wi“ 5 5 90. Din feste Beurg ist unser Gott. 3 20 87. Fest steht der Fels im Sturmgebraus 20 88 Cur gärter Sproß entkeimm 354 20 89. Heraus, heraus, du gutes Schweerr 54 90 90. Wir haben uns gefunden.. 355 3⁰ 91. Brüder, denkt ihr noch der Stund 56 31 92. Brich herein mit Himmelsglanz... 55 93. Reicht, Brüder, euch zum Schwur die Hand 94. Mächtger Bund vereinter Hände... 5 3 95. Wer kann den Strom des Lichtes dämmer. 358 31 36. Jhr habet nicht umsonst gestritten. 659 — Erntefest. 33 97. Alle gute Gabe kommet... 69 98. Das Erntefest, das Fest der Freude 99. Das ist die köstlichste der Gaben 62 7 36 Tages-, Jahreszeiten. 36 100. Wohlauf, mein Herz, der Frühling naeaht.... 62 101. Wie schön ists doch, ein Mensch zu sein. 63 102. Schon die Abendglocken klangen. we63 7 108. Friedlich ist die Brust gehoben 64 0 104. Dräut auch der Winter noch so 23 65 85 105. Der Winter ist gekonmmen 6⁵ 2⁰ 106. 107. 108. 109. 110. II. 112. 113. 114. 115. 116. 117. 118. 119. 120. 121. 122. 123. 124. 125. 126. 127. 128. 129. 130. 131. 2³ 32. 133 134. VI Familie, Vaterhaus, Heimak, Vaterland. Was ist das deutungvollste Bild Ihr Bürger eines Landes, Brüder O, Vatertreue, holder Ton Wie heilig ist die Stunde O, selig, wenn die Herzen Schön, wies Lied der Nachtigallen Willkommen, zarte Erdenblüte Die reinen Frauen stehn im Leben. Ein Mutterherz, nur wer es kennt Was ist die Heimat, ists die Scholle. Von allen Bildern weiß ich keines „selig, wer zufrieden 2— Deutsches Herz, verzage nicht. Wer mit getreuem Herzen sich Fass', deutsches Volk, ein Lutherherz. Totenfest. Wenn einst am Ziel der Lebenstage. Wie es im Leben uns auch geh Schnell eilen sie, die Lebensstunden. Natur, du ewig große. Es eilt der letzte von den Tagen Wozu nur auf den Himmel hoffen Wozu voll Angst nur nach dem Jenseits streben. Wie sie so sanft ruhn, a le die Seligen Es ist bestimmt nach Gottes Rat. In dir, dem einen, ruhn unsre Lieben nun. Begrabe deine Toten Ob nachts auch thränenfeucht dein Pfühl Ein Traum, ein Traum ist unser Leben O, lieb, so lang du lieben kannst I. Teil. 1 ch t. Seite 66 Menschentum. Sittliches Streben. Arbeit. Pflicht. Beruf. 135. 136. 137 Du lebst nur, wenn du fröhlich lebst Ich will den Geist erheben. „Wir sehen viele jagen und haschen nach dem Glück. 138. 139. 140. 141. 142. 143. 144. Kräftig mußt du kämpfen, ringen Preist immerhin des Reichtums Glück Nein, ich geh nicht eure Wege Erhebt euch, Brüder, faßt das Gute. Dem Menschen glänzt der Gottheit Licht Halt aus mit deinem Streben So laß mich denn nur reine Wege 83 83 84 85 85 86 87 87 88 88 154. 155. 156. 157.• 158. 159. 160.. 161, 162. 163. 164. 165. 166. 167. 168. 169, 170. 171. 172. 173. 174. 175. 176. 17⁷7. 178. 179. 180, VII „Es sei des Menschen Majestät Uns allen ist ein Geist gegeben Wem Bruderwahl das Amt verlieh. „Was wir sind und was wir haben. 9. Stern der Hoffnung, leuchte mild „Vollkommner stets zu werden. Mensch zu sein auf dieser Erde „Was klagst du, mein Gemüten. „Wandle bei uns mit dem Palmenzweige „Das Wort soll werden Fleisch einmal „Ich suche Licht für meinen Geist. „Frohe Arbeit nur ist Leben. IV. Teil. Ideen der Sittlichkeit. Wahrheit. „Gleich tausend Sonnen strahlt die Wahrheit Wort der Wahrheit! Ungewi „Die Wahrheit ist die Geistessonne „Licht und Wahrheit in der Hütte „Das helle Wort der Wahrheit. „Nur in der Wahrheit ist das Leben „Vor dir liegt die Bahn des Lebens „Auf denn, so laßt uns schaffen „O, Brüder, wandelt in der Wahrheite Armes Herz, kannst immer noch. „Wahrheit kann nicht untergehen „Es hofft der Mensch zu allen Zeiten „Geist Gottes, du der Wahrheit Geist „Geist der Wahrheit, Geist der Stärke. Schönheit. „Frisch auf zum neuen Leben. Wohl dem, der in sich selber findet. 3. Himmel zog und Erden. eise eilt die Erde „Glänzend schöner Bogen „Blitz und Sturm zerstören „O, du Gottesauge.. „Töne lee, heilge Weise Gerechligteit. Für Recht und Wahrheit will ich streiten... ie, Der siebt 184. 185. 186. 187. O 188. 189. 190. 191. 192. 193. 194. 195. 196. 197. 198. 199. 200. 201. 202. 203. 204. 205. 206. 207. 208. 209. 210. 211. 212. 213. Des Menschen höchstes Recht zu achten. „Ub immer Treu und Redlichkeit. 183. VIII Wollt ihr des Trostes Fülle haben. Liebe. Liebe ist der Gottheit Wesen Geist der ewgen Lebe, du Der ewgen Liebe kannst du fest vertrauen O, laßt uns bleiben in der Liebe Liebe, die du mich zum Bilde. Wie klopft der Geist der neuen Zeit Liebe ist die schönste Gabe Auf weiter Erde webet. Ein liebend Herz bleibt stark in Mut und Hoffen. Woh lwollen. Wie nach milden Himmelstropfen O, Wonne, Menschen glücklich machen O, halt das Herz dir mild und rein. Beglückt, beglückt ist, wer auf Erden. Wohlzuthun und mitzuteilen. Wie wär so arm mein Leben. Wie vor der Sonne Purpurlicht. Ich weiß, noch wird ein Sabbat kommen. Sittliche Freiheit. Im Innern nur wohnt Friede Umsonst suchst du des Glückes Quelle Du suchst und möchtest gern es finden Kennst du auf Erden eine Qual. O, Brüder, ehrt als höchstes Gut. Glaubst du an keinen andern Himmel Armes Herz, kannst immer noch. Es lebt ein Verlangen. Aus dem eignen Herzen quillet Geistesfreiheit— unser Ziel. Der Geist, der aus der ewgen Füllen. Selbst zu prüfen, frei zu wählen. Die Freiheit läßt sich nicht gewinen I. Ceil. Enhruntnis.— Glelunn. Gott. Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. 1. Vater aller Liebe du, Laß uns deinen Geist beleben) Send uns deinen Frieden zu, Daß wir ihn der Welt auch geben, Daß kein Hassen die zerreißt, Die ein Vater Kinder heißt. 2. Sei gegrüßet, selge Zeit, Wo die letzten Schranken fallen, Und, von einem Geist geweiht, Wir zu einem Altar wallen. Lange harren wir schon dein— Großer Morgen, brich herein! Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen. 2. Ich suche dich, durch den ich bin, Auf Höhen und in Weiten, Und lasse von dem äußern Sinn Zur innern Welt mich leiten. Auch da, Geist Gottes, find ich dich, Auch da umschwebt dein Wesen mich, Du bists den ich empfinde. 2. Du sendest deinen Sonnenstrahl, Ihn trinken Flur und Haide. Auch mich erweckt im Lebensthal Dein Segensblick zur Freude. Ich rufe, wies mein Herz mich heißt: „Geist Gottes, heilger Freude Geist, Verlaß, verlaß mich nimmer!“ 1 2 3. Geist Gottes, du der Liebe Geist, Der sich in dem Gefilde Wie in des Menschen Brust erweist Durch segensvolle Milde, Ermuntre mich zur schönsten Pflicht! O, wär auf Erden Liebe nicht, Wo wär für uns ein Himmel? 4. Auf, meine Seele, lob den Herrn! Ihn preist des Haines Blüte, Es tönet laut von Stern zu Stern: „Wie groß ist Gottes Güte!“ So nahe, Gott, bist du auch mir, Ich flehe kindlich fromm zu dir: „Dein Geist verlaß mich nimmer.“ Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen. 3. Den Gott der Wahrheit Preis und Dank! Er läßt die Wahrheit siegen. Vergebens droht Gewalt und Zwang; Sie kann nicht unterliegen. Den Menschen, Gottes Ebenbild, Erhebt und heiligt stark und mild Der Geist des guten Gottes. 2. Die Lehre Jesu, fest und klar, Gewähret Licht und Frieden, Doch als sie neue Lehre war, Ward sie bekämpft hienieden. Wie drohte Dürftigkeit und Rot, Verfolgung, Kerker, Schmach und Tod Den Jüngern des Erlösers. 3. Sie harrten aus mit hohem Mut, Von Gottes Geist durchdrungen; Vergossen ward der Lehrer Blut, Die Lehre nicht bezwungen, Und Völker wandten sich vom Wahn, Und beteten den Höchsten an Im Geist und in der Wahrheit. 4. Umsonst erhob sich Drohn und Zwang, Die Wahrheit ward erhalten. Dir, Gott der Wahrheit, Preis und Dank! Du wirst auch ferner walten. Wir wollen deine Wege gehn Und mit Vertraun gen Himmel sehn. Das Gute bleibet ewig. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen. 4 4. Och blick hinaus zur Frühlingsflur Und seh das Leben sprießen, Seh aus den Händen der Natur Den Strom des Segens fließen. Ich schaue um mich nah und fern, Und staunend ruf ich:„Geist des Herrn! Wer zählet deine Wunder?“ 2. Und Wonne hebt mein Herz empor, Ich schau dich reiner, wahrer, Dich singt der Schöpfung Jubelchor, Erhabner, Unsichtbarer, Doch hätt ich drum von dir ein Bild? Von dir, der alle Himmel füllt?— Anbetend sink ich nieder. 3. Wer redlich Gottes Wege geht, Fühlt sich von dir getrieben, Dein Rat und deine Warnung steht In jeder Brust geschrieben. Wer dich verläßt, trübt seinen Sinn; Durch Nacht und Grauen geht er hin, Der eignen Thaten Rächer! Mel. 183: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 5. Auf, auf! mein Herz voll Gotteskraft, Wirf weg von dir die Leidenschaft, Die deinen Frieden störet! Das Gute nur ist wahrhaft schön, 1* Das Wahre nur wird ewig stehn. Wirf weg, was dich bethöret! Wahrheit, Klarheit, Lichtgedanken, ohne Wanken euch entgegen! So nur blüht uns Lust und Segen. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen. 2 6. Du heilge Macht, die allezeit Den bösen Feind bezwungen, Wenn er den freien Geist bedräut, Das Volk in Schlaf gesungen; Erweis auch heute deine Kraft, Die wackrem Streben Raum verschafft, Daß mancher Sieg gelungen. 2. Die Völker heben rings das Haupt; Sie wollen nicht mehr schlafen. Die Menschheit nicht mehr feige glaubt, Bestimmt zu sein zu Sklaven. Doch überall Gewalt und List Mit zähem Ernst beflissen ist, Solch menschlich Thun zu strafen. 3. Der Geist, der selber denkt und strebt, Das Wahre zu erkennen, Das Herz, in dem ein Feuer lebt, Fürs heilge Recht zu brennen, Die That, die sich der Menschheit giebt, Im Wohl der Brüder eignes liebt, Ist Gottes Kraft zu nennen. Well. Mel. 183: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 7. Er wirkt und schaffet nah und fern In Tiefen und in Höhen. Der Sterne zahlenloses Heer er Weltkreis ist voll Geists des Herrn, Und alle Räume, Land und Meer Erfüllt sein mächtig Wehen. Hört ihn! fühlt ihn! ö Aller Weiten, aller Zeiten ewges Leben Ist des Gottesgeistes Weben. 2. Er weht: und Alles grünt und blüht. Er weht: und Himmelsfeuer glüht In gottverwandten Herzen! Er weht: aus Irrtums Nächten Bricht der Wahrheit sonnenhelles Licht, Und Sieg aus Todesschmerzen. Seht ihn! fühlt ihn! Hört ihn draußen wehn und brausen; Fühlt ihn innen in begeisterungsvollem Sinnen. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen. 5 8. Seh ich des Weltalls stille Kraft, Die Weisheit seiner Werke, Wie Alles wirkt und lebt und schafft In Ordnung Schönheit, Stärke, Dann hebt sich Geist und Herz empor, Zu preisen mit im Weltenchor Den ewgen Geist des Lebens. 2. Wohin mein Auge blicken mag, In Nähe oder Ferne, Ob mich umstrahlt der lichte Tag, Ob leuchtend glühn die Sterne: Voll Staunen seh ich überall Nur Wunder in dem großen All, Wer kann sie jemals zählen? 3. Es lebt im Sonnenschein und Sturm, Im Wogendrang der Meere, Das Leben pulst im kleinsten Wurm, Reift in der goldnen Ahre, ö In 2 0 und Herz das Leben spricht, Wohin du blickst, es schweiget nicht In unzählbaren Welten. ö 4. Du ewges Wunderwerk Natur, Magst du mich immer leiten, Mein Ruhm sei: gehn auf deiner Spur, Mein Ziel: dich zu geleiten. Dann werd ich weise, stark und gut, Nie sinkt im Leiden mir der Mut, Wenn ich dein Leben schaue. Mel. 106: Lobe den Herren, den mächtigen König. 9. Berrliche Welt, o wie freu ich mich deiner Gestalten, Die sich dem schauenden Auge so üppig entfalten! Hier Berg und Thal, Dorten Gewächs ohne Zahl, Allwärts lebendiges Walten. 2. Herrliche Welt, wie ergötzen mein Ohr deine Klänge! Tages der Lerche, und Abends der Nachtigall Sänge, Unten der Bach, Oben der hallende Schlag Aus dunkler Wolken Gedränge. 3. Herrliche Welt, o wie trägst du den Geist in die Weiten, Wo sich die Heere der Sterne erhaben verbreiten, Wo ewges Licht Maßlose Räume durchbricht, Sonnen das Weltall durchgleiten. 4. Herrliche Welt, zehnfach schön, wenn die stre— benden Seelen Wahrheit und Schönheit und Güte zum Ziele er— wählen, Wenn im Gemüt Liebreich ein Himmelreich blüht. Seligkeit kann da nicht fehlen. — •u U/ Der jnnge Strahl des Lichts sich los, — Mel. 164: Valet will ich dir geben. 10. Rein Forscher hat ergründet, Was senseits ist und wird, Und dennoch wirds verkündet Als Wahrheit, unbeirrt. O möchte man die Zeiten, Wo schon der Kampf so heiß, Doch nicht so bitter streiten Für das, was niemand weiß! Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. 11. Wert auf, o Mensch, und höre Der Schöpfung heilig Lied, Das Seelen fest an Seelen Und Herz zu Herzen zieht: In ein Gefühl verschlungen Sind wir ein ewig All, In einen Ton verklungen, Der Gottheit Widerhall. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 0 12. Scon ringt aus dunkler Nächte Schoß Das Frührot ist erglommen! Drum Menschenherz, sei unverzagt! Wenn einmal erst der Morgen tagt, Muß auch die Sonne kommen. 2. Was kümmert dich der Feinde Spott? Dir lebt in eigner Brust der Gott, Der dich zum Sieg geleitet! So sei denn frisch und wohlgemut! Der kämpft ja für das höchste Gut, Der für die Wahrheit streitet. Mel. 7: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 13. Wie vor der Sonne Purpurlicht Die duntlen Schatten weichen: So kann der Wahrheit Angesicht Die feigen Heuchler scheuchen. Was macht uns von der Tyrannei Der machnnen Vorurteile frei? Das klare, tiefe Denken! 2. O, nützt dazu die goldne Zeit! Nur Wahrheit kann uns zieren Und Memchen zur Glückseligkeit Mit Friedenshänden führen. Das Gottesreich voll Lieb und Treu, Was schaffts allein auf Erden neu? Nur heilger Wahrheit Walten! Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet 14. Die Erde harrt der Sonn entgegen, Die Licht und Freiheit bringen soll) Zu tief hat sie in Nacht gelegen, Zu lange war sie thränenvoll. O Menschen, wallt dem Licht entgegen, Das himmlische Erlösung bringt, Wenn es mit süßem Frühlingsregen Allmächtig durch die Seelen dringt! 2. Du, Volk, du sollst es schauen, Der Weisheit Erbschaft ist ja dein, Du sollst den neuen Tempel bauen Und deine Söhne Priester sein, Den Tempel, wo man Gott nur ehret, Wenn man den Bruder redlich liebt, Wo man den Eingang keinem wehret, D Mensch zu sein, sich treulich übt— Wo alle Schranken niederfallen, Ur Priesterhaß bein Feuer schürt, Wo zu der Wahrheit lichten Hallen Ein Mensch den andenn liebend führt. ..—..— — E O, lerne nur dir selbst vertrauen, Und wag es endlich, frei zu sein, Dann wirst du die Verheißung schauen: Die Erde, Menschenkind, ist dein! Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 15.„sei mit uns auf allen Wegen, Du Geist der Wahrheit und der Kraft; Gieb, Geist der Liebe, deinen Segen Zu jedem Werk, das Liebe schafft. Laß, Herr des Lebens, uns das Leben Erfassen in des Geistes Licht/ Laß deinen Frieden uns umschweben, Wenn unser Herz im Tode bricht. Mel. 177: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 16. Noch glänzt so hell der Sonne Strahl; Frisch auf, drum, Menschen, allzumal, Benutzt mit ernstem Fleiß die Zeit, Zu Werken für die Ewigkeit! 2. Wie bald muß sich der Sonne Pracht Verbergen in der dunkeln Nacht; Dann bringt den günstgen Augenblick Kein Flehen, keine Reu zurück— Mel. 35: Dir, dir, Jehovah. 14. Woblauf! noch strahlet mir die Sonne, Noch nährt die Mutter Erde ihren Sohn, Noch fühlt mein Herz des Daseins Wonne, Noch giebt die Arbeit wackrem Fleiße Lohn, Des Denkens Kraft, noch dringt sie forschend ein, Des Willens Kraft, noch kann sie thätig sein. 2. Wohlauf! so will ich um mich schauen, Wo es was Tüchtiges zu schaffen giebt, Will an dem schönen Reiche bauen, Wo man den Menschen als den Bruder liebt. Der Brüder Wohlsein mehren sei mir Lust, Und giebt es Kampf, so zage nicht die Brust! — 10 3. Wohlauf! was außen ist zu schaffen, Das ist auch innen ernster Mühe wert. Auch da sind Garben einzuraffen, Auch da ist mancher heiße Kampf beschert, Daß das Gemüt von Unrecht werde frei, Daß rein das Herz, die Seele heiter sei. J. Wohlauf! noch viel ist zu besorgen, Und heut zum Wirken ist der rechte Tag, Und folgt nach ihm ein weitrer Morgen, Ich bin bereit, was er auch fordern mag. Jetzt leb ich, heut sei meine Pflicht gethan! Es kommt die Nacht, da Niemand wirken kann. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 18. H⁰ steh ich da, ein Kind der Erde, Des Lebens froh in tiefster Brust, Und grüß mit lächelnder Geberde Genuß und Arbeit, Lieb und Lust. Und was das Brod mir giebt an Stärke, Und was der Wein mir giebt an Glut, Es sei benutzt zum guten Werke Die Kraft, die mir im Busen ruht. 2. Daß ich ein Werkmann bin, gerufen Zu jenem Bau, der stolz sich hebt, Auf dessen Millionen Stufen Die Menschheit ewig aufwärts strebt! Daß ich hier nutzen soll, erstreben, Was sich als recht und gut erweist, Und zeigen durch mein ganzes Leben, Daß in mir wohnt ein guter Geist, 3. Daß ich dem Unerschaffnen diene, Wenn frei und stolz mein Sinnen steht, Und nicht mit frommer Heuchlermiene, Mit Händefalten und Gebet; Daß ich sie suchen soll die Liebe Nicht über mir im Himmelsthron, Daß ich sie hier werkthätig übe Um ihrer selbst und nicht um Lohn. 13. Hinau Cs al Die L Drum Mit; Mel. 1 0 Mel. 35: Dir, dir Jehovah. 19. Winauf, hinauf vom Erdenstaube, Hinauf zu der lebendigen Natur; Es auferstehn aus jedem Laube Die Wunder Gottes immer schöner nur. Drum schwing dich auf mein Geist und flieg auch du Mit Mut und Kraft dem Ziel der Menschheit zu. Mel. 181b: Wer nur den lieben Gott läßt, oder 136: O, daß 9 ich tausend Zungen hätte. 20. ein Jammerthal ist unsre Erde, nn. Nicht Schwachheit nur ist unser Los. Ob Himmel, ob uns Hölle werde, Birgt nicht des Jenseits dunkler Schoß, Hier sät der Mensch und erntet hier, Ihn führt des Geistes Schutzpanier. 2. Das ist der Geist, der endlich sieget, Von dem die rechte Freiheit rührt. Der, was gedrückt am Boden lieget, Erbarmend auf zum Lichte führt, Der ob des Weltalls Ordnung thront Und auch in Jedes Herzen wohnt. 3. Sein Wesen ist die hohe Liebe, Die jedes Leben achtend schützt, Die freudig in selbstlosem Triebe Der Menschheit hingegeben nützt, Die Duldung predigt, Wahrheit übt, Kasteiend nicht das Frohsein trübt. 4. An dieses Geistes Kraft der Glaube Macht uns des Lebens Mühe leicht, Daß diese Zuversicht nichts raube, Drauf, Brüder, fest die Hand gereicht! Ihm dienen wollen wir mit Lust In treuer Arbeit selbstbewußt. Mel. 167: Vom Himmel hoch. 21. ott legte dir in Geist und Herz 4 Etwas, das zieht dich himmelwärts; Laß dich nicht irren irdsche Pein;— Gott will, auch du sollst glücklich sein. 2. O folg getrost dem innern Stern, Der dir erhellt den Pfad des Herrn, Er führt durch Nacht zum Licht dich ein— Gott will, auch du sollst glücklich sein. 3. Was kommen mag, o fürcht es nicht; O bleibe treu dem Himmelslicht; Präg dirs fürs ganze Leben ein: Gott will, auch du sollst glücklich sein! Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. 22. Auf festem Ufer steh ich Und auf die Wellen seh ich In tiefer Seelenruh Dem Schäumen und dem Blinken, Dem Steigen und dem Sinken Schau ich mit stillem Auge zu. 2. So fließen meine Tage Mit ihrer Lust und Plage In gleichem Strom dahin. Bei ihrer Wellen Spülen, Bei ihrer Fluten Wühlen Bewahr ich mir gelassnen Sinn. 3. Ringsum ein wüst Gedränge, In dem der Menschen Menge Nach eitlen Zielen jagt. Ich kenn ein besser Sinnen: Daß im Gemüte drinnen Des Friedens schöner Morgen tagt. 4. Des eignen Blutes Wellen, Sie steigen und sie schwellen Erregt von Leidenschaft, Ich aber bin beflissen, Das Ol darauf zu gießen, Das solchen Wogen Ruhe schafft. — 13 5. O süße Ruh der Seelen! Mag mir auch manches fehlen, Wie machst du mich so reich! Im Innern klar und fröhlich, Im Herzen frei und selig, Das ist das rechte Himmelreich. Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. 0 M 23. Wer lebt in unserm Kreise Und lebt nicht selig drin? Genießt die freie Weise Und treuen Brudersinn! 2. Uns hat ein Gott gesegnet Mit freiem Lebensblick, Und alles, was begegnet, Erneuert unser Glück. 3. So bleibt durch alle Zeiten Herz Herzen zugekehrt! Von keinen Kleinigkeiten Wird unser Bund gestört. 4. Mit jedem Schritt wird weiter Die rasche Lebensbahn, Und heiter, immer heiter Steigt unser Blick hinan. 5. Uns wird es nimmer bange, Wenn alles steigt und fällt, Wir bleiben lange, lange— Auf ewig so gesellt. Mel. 164: Valet will ich dir geben. 24. Mis einer Wurzel sprießen Die Rose und der Dorn, Und Freudenthränen fließen Aus selbem Augenborn, Der sonst zumeist im Leide Nur Schmerzensthränen weint, Und bei dem Strahl der Freude Wie ausgetrocknet scheint. — 1—— 2. So wohnet oft im Leben Die Freude bei dem Leid, Und von der Lust ist eben Der Weg zum Schmerz nicht weit. Es bietet deinem Herzen Sich manche Freude hier: So nimm auch hin die Schmerzen, Sie weichen bald von dir. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. (Wie groß ist des Allmächtigen Güte.) 0 25. Die Berge sind die Festaltäre, Darauf der Sonne Feuer rollt, Wo edler Herzen freudge Zähre Das Opfer frommen Dankes zollt. Ich steh auf deinen heilgen Hügeln, Natur von dir allein belauscht, Und sinnend fühl ich, daß auf Flügeln Der Geist der Liebe mich umrauscht. 2. Wie sich dem Sohn aus Judas Stamme Sein Gott im Feuerbusch gezeigt, So in des Waldes grüner Flamme Seh ich dein Wesen mir geneigt. Im Spiegel aller klaren Flüsse Erkenn ich deines Auges Licht, Und in der Blume, die ich küsse, Küss ich dein heilges Angesicht. Mel. 75: Heut triumphieret Gottes Sohn. 26. Rennt ihr das Meer, so tief erregt, Umzogen von der Wolken Nacht, Im tiefsten Grunde wild bewegt Von der gewaltgen Stürme Macht? Es ist die trübe Menschenbrust Voll Leidenschaft und Sündenlust. 2. Kennt ihr das Meer, so spiegelrein, So hell bestrahlt vom Sonnenlicht, Das Meer, wo sich der Sterne Schein Klar in den ebnen Wellen bricht? — 53888 S 8 —/ Es ist die reine Menschenbrust Voll Gotteslieb und Gotteslust. 3. O Gottesliebe, reiner Strahl, Kehr du in unsre Herzen ein, Und laß die Menschen allzumal Des ewgen Geistes Spiegel sein! Erfülle du auch unsre Brust Mit deiner Wahrheit heilgen Lust! Geist. Mel. 161: Valet will ich dir geben. 27. Wer wagts, den Geist zu dämpfen, Der dir, o Herr, entstammt? Er ists, um den wir kämpfen, Durch dich zum Kampf entflammt. Du gabst, Herr, deinen Streitern Der Erde höchstes Gut, Den Mut, der, ob wir scheitern Doch Geisteswunder thut. 2. Er weckt ein ewges Leben Aus todesstarrem Wort, Und, dies nicht ahnten, heben Der Wahrheit heilgen Hort. O weh, wie Sturmeswehen, Du Mut des Herrn, uns an! Die Wahrheit muß erstehen Und untergehn der Wahn. 3. Wohlauf! im heilgen Kriege Den Geist gilts zu befrein. Gott hilft, der Herr, zum Siege, Er wills, drum wirds gedeihn. Der Geist, durch ihn berechtet, Sein Wesen hell und rein, Soll länger nicht geächtet, Soll endlich König sein. 4. Schlingt Hand in Hand zum Bunde Und trotzt der ganzen Welt, Wenn sie des Meisters Kunde Für tote Satzung hält! Der Meister ist lebendig 255 Geist nur, nicht im Wort; Nicht außer uns, inwendig Wirkt göttlich er auch fort. 5. Mut, Mut! Was liegt am Staube, Wenn der zusammensinkt? Der Geist ist unser Glaube; Seht, wie Gott selbst uns winkt! Mut, Mut! Ob die Gewaltgen Des Staubs uns widerstehn,— Erneun, vertausendfaltgen Heißt er des Geistes Wehn. 6. Mut, Mut! Es muß gelingen! Der Geist, der Geist wird sreit Seht: Neue dringen Zum Geisteskampf herbei. Gott weiht sie ein sie streben Uns nach! drum wir voran! Mit Gott: Licht, Liebe, Leben! Gott hilft! es wird gethan! Mel. 167: Vom Himmel hoch. 28. O, des Lebens! Deine Kraft In Brüderherzen pulst und schafft, Sie fühlen dich und einen sich treuer Liebe fest um dich. Was aus den Haaen Weh quillt, Was uns den Durst nach Wahrheit stillt: Das wogt, ein ewges 955.8185 Aus deiner Fülle zu uns her. 3. Du hast durch deine Gotteskraft Der Wahrheit stets den Sieg verschafft, Du hast durch deine Gottesmacht Vernichtet stets des Wahnes N dacht. ————8HIę—— La 4. Du, der im All und in uns lebt, Dein ist der Trost, der uns erhebt! So leuchte uns denn fort und fort, Du, alles Lebens Schutz und Hort! Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. * 29. Aus einer ewgen Quelle Strömtsewig jung und helle Des Daseins Kraft und Lust, Rinnt dort in Baum und Blume Und hier im Heiligtume Der gottverwandten Menschenbrust. 2. O Leben aller Leben, In dem wir sind und weben, Wie selig kann ich sein! Du Seele aller Geister, Des Weltalls ewger Meister, Dein bin ich, Gott, und du bist mein. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 30. Nicht an den steinernen Altären, In eines Tempels engem Bau— Im Freien will ich Gott verehren, Hoch über mir des Himmels Blau, Wo statt des Orgelklangs die Lüfte Der Vögel Jubelklang durchschallt, Wo statt der trüben Weihrauchdüfte Der Blumen Duft zum Himmel wallt. 2. Dort ist der Himmel klar und heiter, Ringsum die Flur, sie grünt, sie blüht, Da wird das Herz mir freier, weiter, Und Frieden zieht in mein Gemüt. Ich sinke betend vor ihm nieder, Voll Andacht schau ich himmelwärts, Dem Schöpfer schallen meine Lieder, Ihm jubelt Dank mein volles Herz. 2 18 3. Dort sinkt des Glaubens enge Schranke, Von Menschen klügelnd aufgestellt, Es weht ein göttlicher Gedanke Durch Gottes freie, schöne Welt. Nur eine einzige Gemeinde Steht hier im heißen Herzensdrang. Wir sind ja alle Brüder, Freunde, Bei diesem eingen Kirchengang. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. ie alten Tempel sind gefallen, Wir bauten uns ein neues Haus, Und in der Wahrheit lichten Hallen Gehn wir als Brüder ein und aus. Da kündet im vertrauten Worte Des Freundes Stimme, was uns fehlt, Und keinem schließt sich diese Pforte, Der„Menschsein“ sich zum Ziel erwählt. 2. Hier sind wir alle gleich geworden, Hier ist kein Freier und kein Knecht, Und sicher vor Gedankenmorden, Übt hier der Geist sein ewges Recht. Der heilgen Liebe, dem Erbarmen, Weicht hier des Glaubens stolzer Wahn; Sie treten her mit vollen Armen Und beten handelnd, Gott, dich an. 3. So dienen wir dem ewgen Wesen Auch ohne Tempel und Altar, So schwindet, was wir einst gewesen, Der neue Mensch wird offenbar. Einst werden alle Tempel fallen, Die noch den Göttern heilig stehn, Die Menschheit wird in deine Hallen, Du Geist der Liebe, beten gehn. —.——— II. Ceil. Chnistlichr Fuftr. Buhnnärnn Erhrusurnhältnihlhr. Weihnachten. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 32. Du Stern der Weihnacht, Freundlich scheine In unsres Lebens dunkle Nacht, Daß hoffnungslos kein Herz mehr weine, Das deiner Wahrheit je gedacht, Daß auch des tiefsten Elends Thränen Ein Blick der Freude noch durchbricht, 1 Weil ihm der Menschheit schönstes Sehnen Aufging in deinem milden Licht. Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. 33. Stern von Bethlehem, o scheine, Stern der Liebe, wieder klar! Licht des Lebens, o vereine Um dich her der Treuen Schar! Stern der Wahrheit, überwinde Wahn und Haß; tritt hell hervor, Daß in Licht sich wiederfinde, Was in Nacht sich lang verlor. * 2. Süße Himmelstöne hallen Über die erwachte Welt, Denn den Menschenherzen allen Ist der Himmel aufgehellt. Menschensohn, im stolzen Ringen, Mit der Wahrheit Flammenschwert Wollen wir den Kampf vollbringen, Der dein edles Vorbild ehrt. 2* 3. Und die heilge Himmelsmahnung Tönt ins Herz und hallt drin nach: Aller Edlen lange Ahnung Wird erfüllt am nahen Tag. O, so stimmt zum Himmelsliede, Erdensöhne, freudig ein: „Allen soll ein Gottesfriede, Und die Erde Himmel sein!“ 4. Übertönt, ihr heilgen Töne, Allen Ruf zu Haß und Streit! Stern von Bethlehem, verschöne Neu die Welt, dem Licht geweiht? Neigte sich dein schönes Leben, Treu dem Ideal der Brust, Sei: der Wahrheit nachzustreben, Unsrer Herzen höchste Lust. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 34. Du fühltest, Herr, in deinem Herzen Der ganzen Menschheit Sehnsuchtsdrang; O du empfandst all ihre Schmerzen, Wenn nach Erlösung heiß sie rang. Von Selbstsucht lag sie hart gebunden, Versöhnung suchte sie und Licht Und nimmer ward das Wort gefunden, Das ihre Ketten stark zerbricht. 2. Da rauschte, Herr, der Gottheit Quelle In deiner Brust. In dir ertönt War jenes Wort, das morgenhelle, Das durch die Lieb die Welt versöhnt, Das Wort, das heilge, das befreiet, Das Wort der Wahrheit ward dir kund, Das Wort, das neu die Menschheit weihet Zum freien, ewgen Bruderbund. 3. Nun konnten alle Blinden sehen Des Geistes Tag, er brach ja an, Den Tauben war im Frühlingswehen Das Weltverständnis aufgethan. 5—3— ⏑—— 272—— „— IISA IIII‚—— — 21— Nun schritten, die an Krücken gingen, Aufrecht einher als rüstge Schar. Die Zungen, die das Wort empfingen, Sie machtens herrlich offenbar. 4. Nun soll kein Gottessohn mehr schweigen, Wenn Gottes Stimme in ihm spricht. Und Gotteswürde will sich zeigen Auf jedem Menschenangesicht. Nicht Herr und Knecht, nur Brüder reichen Die Hände sich zum Liebesbund, Und den Erlösten, Freien, Gleichen Wird ein Recht nur, das ewge, kund. 5.„Mir nach!“ so riefst du, hehrer Meister, „Das Höchste steht noch aus,— die That! Ihr gotterfüllten edlen Geister, Sie blüht durch euch aus meiner Saat. Es wächst aus meinem Liebestode Das Leben, das den Tod bezwingt, Das siegreich als Erlösungsbote Von einem Volk zum andern dringt!“ 6. Ja, Herr, du hast gesiegt! Errungen Hast du der Menschheit Sieg zugleich Denn gottentstammt und gottdurchdrungen, Ward si durch dich zum Gottesreich. Dir nach! Uns winkt in deinen Händen Das Siegesbanner, hehr und rein! Auf, die Erlösung zu vollenden! Du wirst im Geiste mit uns sein! ů— Mel. 167: Vom Himmel hoch. 35. Wo ist dein Geist, du ewges Wort? In unsern Seelen lebt er fort, Du kennest sie, sie einen sich Im Geist der Liebe froh um dich. 2. Was aus des Geistes Tiefen quillt, Was uns den Durst der Seele stillt, Das wogt, ein heilges Liebesmeer, Aus deiner Fülle zu uns her. 3. Du hast durch deines Geistes Kraft Der Wahrheit ewgen Sieg verschafft; Hast das verlorne Gottesbild An Bruderseelen neu enthüllt. 4. Du, reich an Lieb, ein Menschenherz, Verstandest auch des Armen Schmerz; Den Sünder selber führtest du Dem göttlichen Erbarmen zu. 5. Dein ist der Geist, der in uns lebt, Dein ist der Trost, der uns erhebt, Dein ist die ewge Gotteskraft, Die Sieg und Heil auch uns verschafft. Mel. 164: Valet will ich dir geben. 36. Wenn alle untreu werden, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Du fühltest für mich Schmerz, Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig hin mein Herz. 2. Oft möcht ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und daß die Zahl der deinen So klein auf Erden ist. Von Liebe nur durchdrungen, Hast du so viel gethan, Und doch, wie du gerungen, Wie viele denken dran? 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer jedem bei, Und wenn dir keiner bleibe, So bleibst du dennoch treu. O diese Liebe sieget, Und sie ergreifet mich, Das Herz voll Rührung schmieget Sich inniger an dich. 4. Ich habe dich gefunden; O lasse nicht von mir; Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir. Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts, Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Mel. 9: Alle Menschen müssen sterben. 37. Tag der Weihnacht, uns beschieden, Uns und allem Volk zur Lust, Sende deinen Himmelsfrieden, Senk ihn tief in unsre Brust, Daß sich rings die Herzen heben, Daß der Geist erfüllt das Leben, Das, von Menschenliebe voll, Göttlich sich gestalten soll! 2. Stern der Wahrheit, überwinde Wahn und Haß! Tritt hell hervor, Daß im Licht sich wiederfinde, Was in Nacht sich bang verlor! Leucht ins Dunkel aller Herzen, Sende Trost dem Sohn der Schmerzen! Stern der Hoffnung, winke du, Wink Erlösung jedem zu! 3. Holde, heilge Friedensahnung, Töne weiter sanft und mild! Aller Edlen selge Mahnung Werde endlich froh erfüllt! Und daß unserm Weiheliede Folgen mög ein Gottesfriede, Stimmet treu gelobend ein: „Allen mög ein Himmel sein!“ Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. 38. Wag auch die Liebe weinen, Es kommt der Tag des Herrn,; Nach dunkler Nacht erscheinen Wird hell der Morgenstern. 2. Mag auch der Glaube zagen, Es reift die Thränensaat, Nach Dunkel muß es tagen, Der Tag des Lichtes naht. 3. Mag Hoffnung auch erschrecken, Mag drohen Grab und Tod, Es wird sie all erwecken Der Wahrheit Morgenrot. Mel. 45: Es ist dies Heil uns kommen her. 39. Ass auf des Lebens dunklem Pfad, Arm aus der armen Hütte, Der große Freund der Menschen trat In seiner Brüder Mitte, Da pflanzt er Lieb und Gottvertraun Wohlthätig in die Thränenaun Des armen Menschenlebens. 2. Drum hat sich Lieb und Innigkeit Das Weihnachtsfest erkoren, Und Freud und Wohlthun dem geweiht, Der einst der Welt geboren. Beglückt vereint sich groß und klein, Um in der Liebe Sonnenschein Sein schönes Fest zu feiern. Neujahr. Mel. 169: Wachet auf, ruft uns. 40. Aus der Zeiten Tiefe schreitet Und durch der Jahre Folge gleitet Die Menschheit ihre große Bahn. Schwach zuerst an Geist und Sinnen, Lernt sie allmählich sich besinnen Und dringt zu hohem Ziel hinan. Der Wahrheit scharfes Licht Des Irrtums Nacht durchbricht, Mildre Sitte der Zeit entblüht, Und das Gemüt, Es wird vom heilgen Recht durchglüht. 2. Ewge Macht, die Welten träget, Die sich in allem Leben reget, In Wald und Flur sich offenbart, Ewge Macht, dein volles Walten Will in der Menschheit sich entfalten In seiner tiefsten, heilgen Art. Da ist des Forschens Drang, Da des Gewissens Zwang, Der Freiheit Würde, der Liebe Lust, Die reine Brust, Die sich der Seligkeit bewußt 3. Auf denn, unsrer Zeit Genossen, Zu denen reich herabgeflossen Der alten Weisheit volle Flut, Ihr auch sollt die Wellen mehren, Den Strom vertiefen, läutern, klären Mit frischem, fleißgen, treuen Mut. Auch unser Tag entflieht, Und spätre Zukunft sieht Einst auf heute. Auf! daß alsdann sie sagen kann: Wir hätten unsre Pflicht gethan! Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. 41. Dämmernd aus dem Schoß der Zeiten Steigt ein neues Jahr herauf, Und im Kreis der Ewigkeiten Nimmt es seinen ewgen Lauf. Leuchtend winkt sein junger Tag, Was das Los auch senden mag, 26 Grüßend klingen unsre Lieder, Senkt dein Flug sich zu uns nieder. 2. Denn verweht sind trübe Stunden, Und vergessen manche Not, Tröstend heilt so manche Wunden Deiner Jugend Morgenrot. Denn mit hoffnungsvollem Blick Sehnt ein jeder sich nach Glück, Und in rosgem Lichte schauen Dich die Herzen voll Vertrauen. 3. Und so laß in deinen Bahnen Freud und Glück dir dienstbar sein, Doch zum Ernste auch zu mahnen, Sende deinen milden Schein; Vorwärts eilt dein flüchtger Schritt, Vorwärts eilt das Weltall mit, Und nur eins verheißt das Leben: Rastlos mit der Zeit zu streben. 4. Und so lasset auch uns gehen Vorwärts mit geprüftem Mut, Niemals träge stille stehen, Wie die Erde nimmer ruht. Streben ist der Menschheit Teil, In der Zukunft liegt das Heil, Nur die Zukunft wirds ergründen, Wo der Wahrheit Born zu finden. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen, oder 164: Valet will ich dir geben. 17 42. Des Jahres erster Morgen Entstieg dem Strom der Zeit Und trug die alten Sorgen „Ins Meer der Ewigkeit. Dauchzt diesem Tag entgegen, Der neues Leben bringt, Empfangt mit Dank den Segen, Mit dem er uns durchdringt! Unv.. Sio/ 8 858 8 0 — &) EE. 2. Da uns ein Rosenleben Nicht immer blühen kann, Nehmt ohne Widerstreben Auch seine Dornen an! Mühlos den Kranz geschlungen— Heißt nicht: verdient— geraubt; Im Kampfe nur errungen Schmückt er des Weisen Haupt. 3. Laßt drum im neuen Jahre Uns Mut und Kampf nicht scheun Und für das Schöne, Wahre Den alten Bund erneun! Laßt, Brüder, uns aufs neue Am Weisheitstempel baun! Dann können ohne Reue Wir vor⸗ und rückwärts schaun. ö Mel. 38: Ein feste Burg. 43. es Jahres Glanz geht auf vom Herrn, Die Erde zu beglücken, Die Menschenkinder nah und fern Gewahrens mit Entzücken. Es flieht die alte Nacht, Das junge Jahr erwacht. Nach Ost, West, Nord und Süd Die Menschheit wird durchglüht Vom Strahl des ewgen Geistes. 2. So flieg denn aus, der Taube gleich, O Geist, mit reinen Schwingen, Laß durch das ganze Erdenreich Dein Wort der Wahrheit dringen. Sei du der Menschheit Kraft, Daß sie das Gute schafft, Sei unser Siegeshort, Sei es von Ort zu Ort, Bis alle dich bekennen! Eigene Melodie. 44. Mit Gott tret ich ins neue Jahr, Und was bisher mir Irrstern war, Mel. 136: O daß ich tausend Zungen hätte, oder Mel. 181b: Es soll hinfort mich nicht verführen! In meine Seele silberhell Strömt aus des Geistes ewgem Quell Das Gotteswort:„Mich sollst du küren!“ Und überm Schicksal steh ich frei, Bleib ich dem Einen Wort getreu. 2. Mit Gott tret ich ins neue Jahr, Und was bisher mein Kummer war, Ich lern es fröhlich überwinden. So lang in mir noch wallt das Blut, So lang mein Geist voll Gottesmut, Soll alle falsche Schwäche schwinden: Dem vollen Leben sei geweiht, meine Kraft, so meine Zeit! 3. Mit Gott tret ich ins neue Jahr, Was kommen wird und was da war, Soll meine Seele wenig kümmern! Auf jedes Feld die rechte Saat, Zu jeder Zeit die Lichts That: as wird ja nichts verschlimmern! Ich kann das Jahr nicht schöner weihn, Als in der That drin felin sein. Wer nur den lieben Gott⸗ 45. Die Zeit— wie rasch ist sie verflossen! Hat um ein Jahr uns fortgerückt, Und, was auch böses ihr entsprossen, Die Liebe hat uns doch beglückt! Die macht die Herzen an und frei, Die spricht das milde Wort: verzeih! 2. Drum laßt, mag schweres auch uns beugen, Die Liebe unsern Engel sein! Sie wird das Herz zur Güte neigen, Und heilge Gotteskraft verleihn. Auf unsre Fahne seis gestellt: Durch Lieb erobern wir die Welt! 29— Charfreitag. Mel. 133: Nun sich der Tag geendet, oder Mel. 109: Lobt Gott ihr Christen. 46. Der du noch in der letzten Nacht, Eh du für uns erblaßt, Den Deinen von der Liebe Macht Ins Herz geredet hast. 2. Erinnre deine kleine Schar, Die sich so leicht entzweit, Daß deine letzte Sorge war Der Glieder Einigkeit. ö Mel. 73: Herzliebster Jesu. 47. Das Leben lieben und den Tod nicht scheuen, Mit ganzem Herzen sich der Menschheit weihen, Die Liebe üben, nach der Wahrheit streben, Ist wahres Leben. 0 2. So leuchtet, Jesus Christ, dein Erdenwallen, Ein göttlich reines Bild, voran uns Allen. O möchten wir dir Weisen, Liebereichen Doch alle gleichen! Mel. 9: Alle Menschen müssen. 48. 8 ahrheit kann nicht untergehen, Wahrheit ist der helle Tag, Sie muß wieder auferstehen, Ob sie auch begraben lag. Kann des Geistes Wesen enden? Alles ruht in seinen Händen. Wahrheit herrscht für alle Zeit, Wahrheit bleibt in Ewigkeit. 2. Wahrheit ist gleich Gottes Sonne, Sie erreicht kein Menschenarm, Sie giebt immer Licht und Wonne, Sie scheint immer hell und warm. Licht giebt sie auf allen Wegen, Selbst den Feinden strömt sie Segen, Mögen sie sich sträuben doch, — Licht, Heil, Frieden giebt sie noch. — 30— Mel. 180a: Wer nur den lieben Gott, oder Mel. 122: Nach einer Prüfung. 49. Ass einst die Jünger bebend zagten, Weil er, ihr Meister, nicht mehr war, Als sie es kaum zu ahnen wagten, Zu schaun sein Auge hell und klar, Da brach er schon des Todes Reich Und grüßt sie:„Friede sei mit euch!“ 2. Und willst vielleicht auch du verzagen, Als müßt die Wahrheit untergehn. O! hemme, Bruder, deine Klagen, Denn wisse: sie wird auferstehn! Denn, was von Geistes ewgem Licht, Das bleibt auch ewig, das stirbt nicht! Mel. 180a: Wer nur den lieben Gott. 50. O, faßt es ganz fürs Erdenleben, Das letzte Wort:„Es ist vollbracht!“ Wollt ihr einst, Brüder, ohne Leben Begegnen eurer Todesnacht? Drum sorget, wirkt, daß wenn vorbei Das Leben, es vollbracht auch sei! 2. Vollbracht nach Jesu eignem Worte, Wenn wir den Geist hier offenbart, Verschlossen dunklen Wahnes Pforte, Wenn Liebe unser Leben ward. Wenn wir in allen, die uns nahn, Stets gleiche Menschen, Brüder, sahn! Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. 51. Damit die Wahrheit blühe, Geht er den Todespfad; Damit die Liebe glühe, Übt er die Liebesthat, Damit die Selbstsucht sterbe, Zeigt er im Tode Mut/ Damit des Geistes Erbe Uns werde, fließt sein Blut. Irrnrt 89 Eigene Melodie.(Integer vitae ete.) 5. Strahl der Verklärung! Von dem Bilde Jesu Kommi du Himmelsglanz, über unsre Seelen! Komm! und alles liebt— im Anschaun deiner Gott und die Menschen! Tauben— 2. Dann, wie du, Heiland— ohne Falsch wie Wohnt man brüderlich— ohne Gift der Rede—, Wohnt bei einander— ohne Dolch und Kerker—, Mensch unter Menschen![dann 3. Voll ist der Erdball von Jehovahs Ruhnn, Tönt ein Schöpfungspsalm unter Sternen ewig! Fried ist auf Erden, und auf ihr die Menschheit Mitten im Himmel. Ostern. — Mel.: Brich an du schönes Tageslicht. 93. Aus Nacht zum Licht! Erwacht, erwacht! Des Geistes Stunde hat geschlagen! Bezwungen wird des Wahnes Macht, Der schoͤnre Morgen muß uns tagen! Steh du nur auf,— wie Jesus spricht, Und wandl im Licht! 2. Aus Nacht zum Licht! Frisch auf, frisch auf, Das Wort der Wahrheit auszubreiten! Lieb ist ihr Glanz, Sieg ist ihr Lauf, Wer will uns denn ihr Reich bestreiten? Steh du nur auf,— wie Jesus sprach,— Und folg ihm nach! Mel. 101: Alles ist an Gottes Segen. 94. Oitern, Ostern, Frühlingswehen, Sei auch unser Auferstehen Aus der Selbstsucht kalter Nacht! Wie die Blumen fröhlich blühen, Mög auch unser Herz erglühen! Gott in uns ist neu erwacht. 32— 2. Denn die Wahrheit ist erstanden Aus des Grabes langen Banden, Und ihr finstrer Kerker bricht. Frühling wieder weht auf Erden, Frühling solls im Herzen werden, Herrschen soll das ewge Licht! Mel. 181b: Wer nur den lieben Gott. —50. Wilst Ostern, Christ, du recht begehen Als wahres Auferstehungsfest, So mußt du solche Saat hier säen, Die edle Früchte reifen läßt, Es soll nicht nur für dich allein, Ein Fest soll es für alle sein. 2. Wie Jesus sich der Erd entschlagen Und abgerungen sich der Welt, Wie man zu Grabe ihn getragen, So sei es auch mit dir bestellt. Dem Bösen sag mit Eifer ab, Die Unvernunft wirf in das Grab. 3. Und steh, ein tapfrer Gotteskrieger, Für Wahrheit, Recht, treu bis zum Grab, Und die dich sehen als den Sieger, Sie folgen deinem Siegesstab. So wird die Welt beglückt, befreit, Solch Ostern halte ihr bereit! Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. x 56. Alms Grab des Auferstandnen schwinget Des Frühlings schönste Blüte sich Die Wahrheit, die die Welt bezwinget, Aus dir, o Gott, blüht sie, durch dich! Es hütet sie in Lichtgewanden Dein Geist; er ruft:„Das Grab ist leer, Sucht den Lebendgen, der erstanden, Fortan nicht bei den Toten mehr!“ —— 2. Die Wahrheit kann nicht untergehen, Die Wahrheit ist der helle Tag Stets muß sie wieder auferstehen, Wenn sie auch lang begraben lag. Da sie aus Gott, kann sie nicht enden, Sie herrscht mit ihm für alle Zeit, Sie wirkt mit nimmermüden Händen Am Werke, das die Welt befreit. 3. Die Wahrheit ist die Geistessonne, Die Wahrheit ist des Lebens Quell, Sie spendet immer Licht und Wonne, Und was da siecht, verjüngt sie hell, Selbst ihren Feinden strömt sie Segen, Sie löst des Hasses nächtges Graun, Und läßt sie froh auf allen Wegen Das Weltgesetz der Liebe schaun! Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe 57. Ostern rufet: Auferstehe, Aus dem Winterschlaf, Natur! Holder Frühling, komm und gehe, Geh ans Werk in Hain und Flur! Laß die Welt nach finstern Tagen, Wo die Lust des Lebens schwieg, Laß sie wieder freudig fragen: Starker Tod, wo ist dein Siegd 2. Auferstehe, auferstehe! Dich auch weckt der Osterruf! Aufersteh von deinem Wehe, Das den Tag zur Nacht dir schuf, Aufersteh zu heitrer Klarheit. Liebe spricht: Lebendig sei! Ich bin Leben, ich bin Wahrheit, Und die Wahrheit macht dich frei! 23. Lieb ist nicht im Grab gebunden, Schlöss ein Fels auch ihre Gruft, Frei und heil von Todeswunden Atmer sie des Lebens Luft, 4.— Zwingt des Zweiflers Herz zum Glauben, Und die Blinden sehen sie, Und es hören froh die Tauben Ihrer Stimme Harmonie. 4. Auferstehe, banger Träumer! Schon erwacht die junge Welt! Auferstehe, träger Säumer! Denn bestellt sein will dein Feld! Die voll Mühsal und beladen Bang geharret auf das Heil,— Aufersteht zu neuen Gnaden, Nehmt am Siegesfeste teil. 5. Ach, der Menschheit banges Sehnen Harrt schon eine lange Nacht, Lächelnd unter bittern Thränen, Bis das Heil der Welt erwacht! Komm, ersehneter Befreier, Löse, was in Dämm'rung lag, Tag der Lieb und Lebensfeier, Großer Auferstehungstag! Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreu; geübet. 58. Es will sich Alles nun erlösen, Es möchte alles auferstehn Aus Starrheit, Druck und allem Bösen, Des Lebens neue Pfade gehn. Es trägt den dunkeln Drang im Herzen Natur auf ihrer ewgen Bahn, Und unter Bangen, unter Schmerzen Strebt auch die Menschheit himmelan. 2. O folg dem ewig heilgen Triebe, Mein Geist mit deiner ganzen Kraft! Befreie dich mit Macht der Liebe Aus mancher dunkeln engen Haft! Blüh guf, mein Sinn, in klarem Wissen, Daß Überzeugung fest und treu, Durch keine äußre Macht entrissen, Zu Thaten reife, ewig neu. — 3. Nur wer frei selbst ist, kann befreien, Wer sich erlöst, Erlöser sein Wo du dich einst mit Zweien, Dreien, Regt sich schon geistiges Gedeihn, Und alles Heilge wird erstehen, Was jemals Licht und Wärme gab,; Und neue Lebenspfade gehen— Es giebt ja für den Geist kein Grab. Mel. 10: Alles ist an Gottes. 59. Otern, mildes W Ostern, frisches Auferstehen Aus des tiefen Grabes Nacht! Blumen sollen fröhlich blühen, Herzen sollen himmlisch glühen, Denn die Wahrheit ist erwacht! 2. Die im Grabe lag gebunden, Hat den Irrtum überwunden, Und der dunkle Kerker bricht. Frühling wehet auf der Erden, Frühling solls im Herzen werden, Herrschen soll das ewge Licht! Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen, oder: e 164: Valet will ich dir geben. 60. Truisch auf zum neuen Leben, Den Frühling in der Brust! Ein neues, freies Streben Ist Männern Mut und Lust. Wir freuen uns am Alten, Was herrlich sich erweist, Doch Neues zu gestalten Treibt mächtig uns der Geist. 2. Ihr sollt uns Dank nicht zollen Mit einem Lorbeer-Reis! Nein, daß wir etwas wollen, Ist unser Ziel und Preis. Was wir in Kunst und Leben Als wahr und schön erkannt, Das bleibet unser Streben Bis an des Grabes Rand. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 61. Hell klingt der Ruf von Berg zu Berge: Der alte Winter ist entflohn! Weit durch die Lande trägt die Lerche Die Freudenbotschaft jubelnd schon. Das ist ein Flüstern, Beben, Klingen, Als ging die alte Welt zu Rüst. Die Knospen an den Bäumen springen, Vom jungen Frühling wach geküßt. 2. Das ist in jeglichem Gemüte Ein langer, tiefer Feierklang) Zum Lichte drängt sich Blüt an Blüte, Die alte starre Rinde sprang. Vom warmen Lenzeshauch getroffen Zerschmilzt wie Schnee der herbste Schmerz. Ans Leben wieder und ans Hoffen Glaubt das versöhnte Menschenherz. 3. Wen möchte da der Haß berücken, Wo sich die Welt in Liebe taucht? Wer möcht den Dolch der Rache zücken, Wo Alles Frieden, Freude haucht? Wer wäre gram dem Festeskranze, Wo Erd und Himmel Segen tauscht, Und hoch im goldnen Sonnenglanze Das Banner der Versöhnung rauscht? Eigene Melodie.(Großer Gott wir loben.) 62. „Qaut erschallt durch die Natur Rings ein Auferstehungswerde, Und es regt auf Feld und Flur Jeder Keim sich in der Erde; Auch der kleinste Wurm erwacht Aus dem Schlaf der Winternacht. rge: . D 2. Mit dem ersten Frühlingswehn Kündet uns der Glocken Läuten Auch des Heilands Auferstehn, Der in längst vergangnen Zeiten Wach durch Wort und That einst rief, Was in Geistesnacht noch schlief. 3. Rufe laut auch fort und fort, Geist der Liebe, Geist der Wahrheit, Uns dein Auferstehungswort, Ruf uns wach zu Licht und Klarheit, Zum Bewußtsein unsrer Kraft, Und zur That, die Segen schafft. 4. Daß in froher Frühlingslust, Wie da draußen Blüt und Bäumen, Auch in jeder Menschenbrust Allen frischen Lebenskeimen Einst nach eisger Winternacht Hell ein Ostermorgen lacht. Bsingsten. 5 Mel. 164: Valet will ich dir geben. 63. n Brausen und in Flammen Kam einst der Gottesgeist, Als einsam, still beisammen Die Jüngerschar Gott preist. Ein neues Frühlingsleben Bringt er, und Kraft und Licht, Und sehet, sie erbeben, Sollts auch zum Tod gehn, nicht. 2. Des neuen Tags Posaunen Vernimmt der Menge Ohr, Doch ihrem dumpfen Staunen Kommt es wie Wahnsinn vor. Von süßem Weine trunken— So höhnt der Spott— sind sie! Den heilgen Gottesfunken Erkennt Gemeinheit nie! 58— Mel. 164: Valet will ich dir geben. 64. Ergrif dich nie im Leben Der Geist mit Sturmesnacht, Und vom Gedankenleben Ist nie dein Geist erwacht? Was läßt dort Berge fallen, Was macht den Greis noch jung? Wenn Sturm und Donner hallen, Was siegt?— Begeisterung! 2. Sie kennt nicht Furcht, nicht Grauen, Sie zweifelt, wanket nicht, Mit sicherm Siegvertrauen Dringt vorwärts sie zum Licht. Sie weiß, es siegt das Gute, Sie weiß, es siegt gewiß. Drum kennt bei festem Mute Sie nie ein Hindernis. 3. Laßt es denn Pfingsten werden Auch jetzt in Wort und That, Laßt flammen hier auf Erden Die heilge Feuersaat. Laßt uns dem Geist vertrauen, Der in der Menschheit lebt, Auf ihn nur könnt ihr bauen, Der eure Zukunft webt. Mel. 183: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 65. Der Geist ists, der das Leben bringt, Der an der Gottesgquelle trinkt, Wo Licht und Klarheit walten. Wer Liebe, Freiheit will und Licht, Der horch dem toten Worte nicht. Am Geiste muß er halten. Der ists Nur, der Geistig wandelt, kräftig handelt, und zum Leben Mächtig wird die Welt erheben. hen 39 2. Der Geist ists, der das Leben bringt. Es bricht die irdsche Hand und sinkt, Die frech den Geist will hemmen. Denn wo zum Kampfe er sich stellt, Zerstäubt die Macht auch einer Welt, Hilft kein Entgegenstemmen. Drum laßt In des Geistes Hallen froh uns wallen, für ihn streiten, Seine Siege vorbereiten. 3. Der Geist ists, der das Leben bringt, Drum, Brüder, wer nach Leben ringt, Soll auch sein Walten pflegen. Pflegt den Gedanken frei und rein Und laßt den Willen kräftig sein, Durch Thaten schaffet Segen. Mögen Sich dann Wetter türmen, mags auch stürmen, Geist wird siegen, Und was schlecht, wird unterliegen. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen. 66. Was ists, das unsern Geist erhebt Zu der Begeistrung Glühen? Was macht, wenn es das Herz belebt, Daß alle Sorgen fliehen? Was gilt oft mehr als Freundschaftsband, Als Hab und Gut, als Vaterlandꝰ Es ist die Überzeugung!— 2. Der Mann, der nur aus tiefster Brust Zu jedem Thun getrieben, Der, was er will, auch sich bewußt, Ist stets ein Mann geblieben Nicht wie das Rohr im Windeswehn Sieht man ihn hier und dorthin gehn, Ihn treibt nur Überzeugung. , 40— 3. Was nur hat Menschen groß gemacht?ꝰ Was sind die rechten Helden? Nicht die durch Zufall blutger Schlacht Als hocherhaben gelten.— Die sinds, die, trotzend der Gefahr, Für das gekämpft, was gut und wahr, Aus reiner Überzeugung. 4. Die Überzeugung, die bisher Uns führte durch das Leben, Sie helf uns, daß wir mehr und mehr Dem Ziel entgegen schweben. Und dieses Ziel, es ist die Zeit, Wo Wahrheit, Lieb, Gerechtigkeit Die Welt allein regieret. 5. Wir wollen Wahrheit, wollen Licht, Wir wollen vorwärts schreiten, Und soll uns, bis das Auge bricht, Nur Überzeugung leiten. Sie nur allein giebt Mut und Kraft, Hat Schwachen oft den Sieg verschafft, Sie sei stets unsre Waffe. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 67. Wer ist der heilge Gottesgeist, Der uns den Weg durchs Leben weist, Der Tröster in der Wahr heitꝰ Der Geist ists, der im Weltall lebt, Der in der Menschheit schaffend webt Mit seiner Himmelsklarheit. 2. Der Geist ists, der den Dichter füllt Mit schönem, herrlichen Gebild, Ihm hebt der Zukunft Schleier, Der in dem Denker Großes schafft, Der uns erfüllt mit Mut und Kraft, Mit heilig reinem Feuer. 3. Es ist der Freiheit hehrer Geist, Der donnernd uns zum Kampfe reißt „ e DEe— e Und sprengt der Knechtschaft Bande. Die Liebe ists, die göttlich rein Zu schönem, herrlichen Verein Verbindet alle Lande. 4. Es ist der Wahrheit klares Licht, Das mächtig durch das Dunkel bricht Mit seinem Allmachtswehen. Osheilger Geist, kehr bei uns ein Und laß uns deine Wohnung sein. Erhöre unser Flehen! Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 68. Du Schöpfungsgeist der Pfingsten, brause Hin durch die Welt im Adlersflug, In deiner Völker weitem Hause Zu stürzen allen Lug und Trug! Die alte Welt, sie muß verfallen, Ein neues Leben schaffest du, Du rufst mit feurgen Zungen allen: „Erkenne dich, o Menschheit!“ zu. Mel. 164: Valet will ich dir. 2 69. Du Sturm, der mächtig brausend Der Jünger Haus erfüllt,— Den Wahn, den ein Jahrtausend Um Christi That gehüllt, Zerreiß ihn, auf, und rüttle Das Volk aus dumpfer Ruh, Daß es am Zwinger schüttle So frei und stark wie du! 2. Die stolze Burg muß fallen, Drin lang der Wahn gethront, Dem von den Völkern allen Blindgläubig ward gefrohnt. Sturm, sei der Menschheit Retter, Hinbrause nah und fern! Wir kennen dich im Wetter; Du bist der Geist des Herrn! 42— 3. Gott! laß in Flammen lodern, Wie einst, der Zunge Kraft! Es gilt zurückzufordern Das Recht, so Frieden schafft, Das Recht, das auszusprechen, Was die Vernunft erkannt! Schmilz Flamme, wills nicht brechen, Des Glaubenszwanges Band. 4. So lodre, heilges Feuer Des Muts in Wort und That, Wo je ein Wahrheitstreuer Einsam geschmachtet hat. Wogt hin, ihr Gottesflammen, Drin sich die Lieb bewährt, Und schmelzt den Haß zusammen, Der Gottes Reich verheert. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine Seele. 0. Ewger Geist, o leuchte Segnend in des Hasses dunkle Nacht, Der die Brüder noch zu Feinden Auf der schönen Erde macht. Dring in alle Herzen ein, Daß wir deiner all uns freun, Und in Fried und Eintracht streben, Deiner Wahrheit nachzuleben. Mel. 164: Valet will ich dir geben. 61. O, komm, du Geist der Wahrheit, Und kehre bei uns ein, Verbreite Licht und Klarheit, Verbanne Trug und Schein! Gieß aus dein heilig Feuer, Rühr Herz und Lippen an, Daß jeder dich getreuer Und froh bekennen kann. 25 2. Es gilt ein frei Geständnis In dieser unsrer Zeit, Ein offenes Bekenntnis Bei allem Widerstreit. Du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und feste Treu, Du mußt uns ganz befreien Von Furcht und Menschenscheu! 3. Du, heilger Geist, bereite Ein Pfingstfest nah und fern! Mit deiner Kraft begleite Die Kämpfer für den Herrn! O öffne du die Herzen Der Welt und uns den Mund, Daß wir in Freud und Schmerzen Die Wahrheit machen kund. Mel. 18b: Wer nur den lieben Gott läßt walten. 72. Das Gottesreich ist nicht so enge, Die hellen Pforten thun sich auf: Da kommt in fröhlichem Gedränge Die Schar der Völker, Hauf bei Hauf. Von Süd und Ost, von West und Nord Ruft sie herbei das ewge Wort. 2. Es war bei Gott und kam zur Erde, Die Menschen nahmens freudig an, Weithin erklang ein neues: Werde! Ein Lichtstrom durch die finstre Bahn. Denn Christus sprach des Geistes Wort, Und seine Boten trugens fort. 3. Doch als das Wort herab gekommen In dieser Erde Finsternis, Da ward ihm bald sein Glanz genommen, Sein himmlisches Gewand zerriß. Bald bauten ihm aus schlechtem Thon Die Menschen einen Götterthron. 4. Und wie dort auf der Wüstenreise Die Kinder Israels gethan, So beteten der Thor, der Weise, Das goldne Kalb des Wortes an; Und wenn sie ihm den Sinn geraubt, Ward noch das tote Wort geglaubt. 5. Doch wieder ist der Geist erschienen, In Himmelsglanz und Gotteskraft, Der aus versunkenen Ruinen Sich eine neue Welt erschafft. Zum Geiste wieder ward das Wort, Drum reißt es alle mächtig fort. 6. Das ist die geistige Gemeine, Die kühn die tote Form zerbricht, Und frei von wesenlosem Scheine Ihr: Heilig! Heilig! Heilig! spricht, Die Gottes Reich im Leben baut, Und freudig in die Zukunft schaut. 7. So kommt herbei aus allen Zonen, Geht zu der Wahrheit Tempel ein! Wo Gotteskinder sollen wohnen, Muß Freiheit, Recht und Liebe sein. Des Wortes tote Form zerbricht, Wir wandeln in des Geistes Licht. Konfirmation.— Abendmahl. Mel.: Hier liegt vor deiner 1⁰3—„Geist der Liebe, rein und mild, Der uns die Wahrheit lehrt, Du alles Guten Schirm und Schild, Der allen Wahn zerstört, Hier naht die frische Jugendschar Mit Ernst und Liebe dem Altar. Dem Lichte will sie bleiben treu, Im Leben werden rein und neu. Dem Lichte treu, Im Leben rein und neu. Mel. 181b: Wer nur den lieben Gott. — 74. Wir heißen froh willkommen heute In unserm Bund dich, junge Schar, Der Geist, dem unser Herz sich weihte, Er führt euch jetzt auch zum Altar, Hier zu bekennen ernst und frei, Was unsres Lebens Grundsatz sei. 2. O haltet stets mit freudgem Mute An dem, was ihr erkannt, recht fest! Macht das zu eurem höchsten Gute, Was euch zu Menschen werden läßt, Di rechten Menschen, wahr und rein, ie sich dem Edlen, Guten weihn. 3. Seid frisch und frei im Denken, Handeln, Im Geiste frei von Trug und Wahn/ Und frisch und rastlos auch im Wandeln Zum hohen Ziel auf rauher Bahn; eid fromm und froh im wahren Sinn, Und gebt euch ganz der Tugend hin. 4. Behaltet, wie sich auch das Leben Euch wechseln mag, ob Leid und Schmerz, Ob Freud und Lust euch oft umgeben,— Behaltet warm und rein das Herz! Dann tragt, des Guten froh bewußt, Den Himmel ihr in eurer Brust. 5. Das ists, wonach wir alle streben, Drum reicht zum Bunde uns die Hand, So gehn gemeinsam wir durchs Leben! Uns eint ein starkes, schönes Band. Ja, laßt in Lieb uns einig sein Und vorwärts streben im Verein. 6. Groß ist das Ziel, nach dem wir ringen, Klein unsre Schar und steil der Pfad, Doch müssen wir zum Lichte dringen Durch freies Wort und rechte That. Drum, ob auch mancher Sturm uns droht, Laßt treu uns sein bis in den Tod! Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 75. Du Geist des Friedens, Geist der Liebe, O ziehsin unsre Herzen ein, Daß heute sie kein Schatten trübe, Daß sie sich andachtsvoll dir weihn, Daß, was noch von des Lebens Sorgen, Von seinem Leid und seiner Qual Tief innen weilte still verborgen, Vor deinem Hauch flieh allzumal. 2. Du Geist des Friedens, ruh vor Allen Auf unsrer jugendfrischen Schar Und laß sie deine Wege wallen Durchs weite Leben immerdar! Du Geist der Liebe, o erfülle Mit deiner Glut ihr ganzes Sein. Laß frisch den Mut, laß fest den Willen Und rein und treu ihr Herz stets sein Mel. 39: Eins ist not, ach Herr. 76. Hehres Leuchtbild holde Tugend, Leite diese Kinderschar, Führe sie in ihrer Jugend, Schirme sie in der Gefahr! Sie gleichen— unschuldig und froh im Gemüte— Den prangenden Bäumen in lieblicher Blüte, Doch werden am Baume auch Früchte gesucht, Drum reife die Blüte zur köstlichen Frucht! Mel. 9: Alle Menschen müssen sterben. 04 Vor dir liegt die Bahn des Lebens, Tritt nur mutig in sie ein! Laß das Ziel des ernsten Strebens Stets die echte Weisheit sein! Ringe nach der Tugend Krone, Und, ob dir auch Niemand lohne, Weih dem Edlen Herz und Sinn, Gieb für Wahrheit alles hin! üte— us/ 2.—— 2. Ohne Kampf und ohne Mühen Kam noch keiner durch die Welt. Mag dich auch Gefahr umziehen: Bleib, wohin die Pflicht dich stellt. Daun vor dem Unglück nimmer, enn dem Guten wendet immer Alles doch zum besten sich, Nur die Sünde schrecke dich! Mel. 58: Gott des Himmels und der Erden. — 78. Reichet uns die Hand zum Bunde, Tretet ein in unsern Kreis! Aus des Herzens tiefstem Grunde Bringt ein jeder treu und heiß Dir, du jugendliche Schar, Freudiges Willkommen dar. 2. Jetzt eröffnet eurem Streben Weiter, freier sich die Bahn, Und es tritt das ganze Leben Ernster jetzt an euch heran. Was auch bringet das Geschick, Haltet klar des Geistes Blick! 3. Strebet wacker auf zur Tugend, Ist auch rauh und steil die Bahn, Mit der frischen Kraft der Jugend Dringt zum schönen Ziel hinan! Haltet euch in Lust und Schmerz Frei den Geist und rein das Herz! 4. Jeder Tag in eurem Leben Sei dem Guten zugewandt Und der Wahrheit Dienst ergeben: Das gelobt mit Mund und Hand! Haltet treu an Recht und Pflicht, Bis der Tod das Auge bricht! — 48—— Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. 79. Das Wort habt ihr gegeben, Der Himmel geb euch Kraft, Daß ihr in treuem Streben Dem Wort Erfüllung schafft! 2. Euch liegt die Zukunft offen In jugendschöner Pracht, Noch dürft ihr alles hoffen, Was wahrhaft glücklich macht. 3. Frisch auf voll Mut und Treue, Mit reinem Herz und Sinn: Dann strömet echte Weihe Durch euer Leben hin! Mel. 164: Valet will ich dir geben. I 80. Ho naht euch, Schwestern, Brüder. Es ist das Mahl bereit, Laßt tönen eure Lieder, Die ihr geladen seid. O, kommt mit Bruderliebe Zum Brudertische hin, Und jeder von euch übe An allen Brudersinn. 2. Kein Wunder sollt ihr sehen, Gewaltig, schaurig, kühn, Doch Eines soll geschehen: Für Licht sollt ihr erglühn, Für Geistesfreiheit leben Gleich dem, der sie erwarb, Und der im treuen Streben Fürs Wohl der Brüder starb. Mel.: Kommt, lobet ohne Ende ꝛc. 81. Kommt und eßt das Bundesbrod, Trinkt den Wein! ist sein Gebot. Das soll, Brüder, heute mahnen Uns an Jesu Tod. — 49— 2. Seht, hier sind wir alle gleich, Ob wir draußen arm, ob reich, Keine Schranke soll man bauen, Wo das Gottesreich. 3. Gruß sei heute euch gebracht, Die ihr strebt mit aller Macht, So wie Jesus treu zu streiten Gegen jede Nacht. 4. Dann seid ihr des Mahles wert, Wenn ihr Licht und Liebe ehrt, Wenn sich beides auch durchs Leben Bis zum Tod bewährt. Mel. 167: Vom Himmel hoch, da komm ich her. 82². Wir denken dein, du Menschenfreund, Der sich im Geist mit uns vereint, Deß Sache unsre Sache war, Der, sterbend, Leben uns gebar. 2. Wir treten ein in deinen Bund, Den du noch sterbend machtest kund. Befreiung war sein edler Zweck, Aufopferung zu ihm der Weg. 3. Wer nur sich selbst, nicht andern lebt, In Lust der Sinne sich begräbt, ö Und Freund ist schnöder Heuchelei: Der ist nicht diesem Bunde treu. 4. Wem Wahrheit über alles gilt, Wem Menschenheil die Seele füllt, Für andre wirkend sich vergißt: Der ist nach deinem Sinn ein Christ! — 90— Reformations- Stistungsfest. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen. 83. Dutheilge Macht, die allezeit Den bösen Feind bezwungen, Wenn er den freien Geist bedräut, Das Volk in Schlaf gesungen; Erweis auch heute deine Kraft, Die wackrem Streben Raum verschafft, Daß mancher Sieg gelungen. 2. Die Völker heben rings das Haupt; Sie wollen nicht mehr schlafen. Die Menschheit nicht Whe feige glaubt, Bestimmt zu sein zu Sklaven. Doch überall Gewalt und List Mit zähem Ernst beflissen ist, Solch menschlich Thun zu strafen. 3. Wohlan denn, Menschen! Nicht empor Und nicht zurück geschauet! Von innen dringt die Kraft hervor, Die auf das Heil euch bauet: Das ist die heilge Gotteskraft, Die aller Orten Siege schafft, Vor der den Argen grauet. 4. Der Geist, der selber denkt und strebt, Das Wahre zu erkennen, Das Herz, in dem ein Feuer lebt, Fürs heilge Recht zu brennen, Die That, die sich der Menschheit giebt, Im Wohl der Brüder eignes liebt, Ist Gottes Kraft zu nennen. Mel. 110: Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt. 84. Wie tönen doch rings um uns her Der Klagen noch so viele, Wie drückt doch manche Brust so sehr Des Kummers dumpfe Schwüle! Und dennoch ist so schön die Welt, Wenns nur im Herzen wohl bestellt. ssvꝛé pt, npor strebt/ bt, Güt. 5 her 5— 2. Zwar birgt die Zeit in ihrem Schoß Auch manche bittre Plagen, Und schwer ists oft, das harte Los Mit Ruhe zu ertragen; Doch weiß das Herz sich frei von Schuld, Trägts auch das Übel mit Geduld. 3. Wie müßte vor der Liebe doch Gar manche Sorge weichen, Wie könnte sie des Irrtums Joch Aus uancher Brust verscheuchen, Und wie so manches trübe Herz Befreien von des Kummers Schmerz. 4. O, blicket auf den Meister hin, Wie er mit Trost erquickte, Bedenkt, mit welchem Edelsinn Die Menschen er beglückte, Wie sich die Thrän ins Aug ihm drängt, Als er der Brüder Not gedenkt! 5. Wie thuts dem Herzen doch so wohl, Zu trösten die Gekränkten, Und wo es möglich, liebevoll Zu helfen den Bedrängten! Wer selber will recht glücklich sein, Muß sich dem Wohl der Menschen weihn. 6. So laßt uns denn mit Kraft und Lust Am Reich der Liebe bauen; Bescheiden, aber selbst bewußt, Der eignen Kraft vertrauen! Wos gilt zu nützen, zu erfreun, Da laßt uns treue Helfer sein! Mel.: Hier liegt vor deiner Majestät. 85. Aus freier That bereiten wir Das Herz zum Weihaltar, Vereint in Liebe stellen hier Sich gleiche Brüder dar. Dem Lichte, das uns neu erschuf, Zu folgen ist uns Gottesruf. 4* O, gebt ihm euer Herz ganz hin, Habt Kraft und Lust und festen Sinn, Gebt Herz und Sinn Dem Lichte, Brüder, hin. Mel 38: Ein feste Burg. 86. Ein feste Burg ist unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen, Wir stehn durch ihn in Not und Tod, Er wird die Hilfe schaffen. Und ob der dräuend Feind Es noch so ernstlich meint, Ob groß Gewalt, viel List, Ihm Schwert und Panzer ist, Und keine Macht ihn hemmet: 2. Mit irdscher Macht ists nicht gethan, Bald wären wir verloren, Es kämpft für uns der rechte Mann, Den Gott selbst auserkoren. Fragest du, wer er ist? Der Geist durch Jesum Christ! Wo diese Fahne weht, Der Christ mit Freuden geht/ Das Feld wird er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär, Und wollte uns verschlingen, Auf Sturmesflügeln eilend her, Es wird ihr nicht gelingen. Stieg noch so hoch die Not, Sie sinkt auf sein Gebot. Die ganze Macht der Welt An Gottes Macht zerschellt, Was er stürzt, wer wills halten? 4. Der Geist ist eine Gottesmacht, Den sollen sie nicht zwingen, Er wird die alte böse Nacht Mit seinem Strahl durchdringen. var, 23 — 9858— Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehre, Kind und Weib, Laß fahren dahin Den irdischen Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben. ö Mel. 38: Ein feste Burg. 8⁴. Fest steht der Fels im Sturmgebraus Im tiefen Meeresgrunde, Drauf ist erbaut der Wahrheit Haus, Erbaut aus Geistes Munde. Und ob, wie Sand am Meer, Zahllos der Feinde Heer, Obs rings herum auch stürmt, Und Wog auf Wog sich türmt, Sie werden es nicht fällen. 2. Hell flammt ein Licht in dunkler Nacht, Zu ihm die Völker wallen, Vor seiner Strahlen Gottesmacht Muß jeder Trug zerfallen. Und ob die Finsternis Des Sieges scheint gewiß, Das ewge Gotteslicht Wird sie verlöschen nicht, Sie muß ihm unterliegen. 3. Es glänzt so hell der Liebe Stern, Von ihm strömt Heil und Leben, Und wo er strahlt, ist nah und fern Ein Himmel uns gegeben. Und ob des Hasses Wut Schürt an die finstre Glut, Ob auch der Selbstsucht Schritt Der Liebe Saat zertritt, Doch wird die Liebe siegen. 4. Drum Mut gefaßt an diesem Tag, Wo wir zum Licht erstanden, Das auch im dunklen Grabe lag, Frei wirds von seinen Banden. — 54— Herrscht auch noch finstrer Wahn, Ist schwer auch unsre Bahn, Ob auch die Wahrheit weint, Nur mutig— treu vereint, Die Wahrheit muß erstehen. Mel. 125: Nun danket alle Gott. 88. Einn zarter Sproß entkeimt Der alten deutschen Eiche, Und strebt und wächst und grünt Im weiten Gottesreiche. O wunderbarer Trieb! Der Winter hemmt ihn nicht, Denn der Erlösung Kraft Rief ihn empor ans Licht. 2. Wie wenn aus eisger Flur Ein Quell von warmen Fluten Zum Heil der Kranken rinnt Mit neuen Lebensgluten, So dringt der Wahrheit Strom, Wie feindlich ihr ihn bannt, Heilbringend doch hervor Und rollt frei durch das Land. 3. Ja, frei! Und ob ein Heer Von feilen Menschenknechten Sich stürzte wider uns Mit allen finstern Mächten! Frei heben wir den Blick, Frei waltet unser Wort, 40. unsrer Liebe That, enn Gott ist unser Hort. Mel. 167: Vom Himmel hoch. 89. Heraus, heraus, du gutes Schwert, Das sich von je im Kampf bewährt, Du Schwert des Geistes, scharf und klar, Du Wort der Liebe, treu und wahr! vert, M, 2. Mit solchen Waffen angethan, Was hemmt, ihr Kämpfer, eure Bahn? Wer hält in ihrem Siegeslauf Die ewgen Himmelsmächte auf? 3. Wie es auch schleicht in Finsternis, Der Wahrheit Auge siehts gewiß; Ihr reiner Flammenblick verzehrt, Was sich von Gott hat abgekehrt. 4. Wie es auch tobt in Haß und Wut, Aufschürend Höllenflammenglut, Das Wort der Lieb, ein Gottesheld, Es überwiudet doch die Welt. Mel. 164: Valet will ich dir geben. 90. Wir haben uns gefunden. Uns bräch das Joch entzwei, Im Geist sind wir verbunden; Von Banden sind wir frei. Wir kennen wohl den Meister, Der uns dies Heil gebracht. Er rufet noch die Geister Zum Frieden, wie zur Schlacht. 2. Dem Menschlichen, dem Wahren Führt er die Seelen zu; Und was wir so erfahren, Giebt Kraft und Licht und Ruh. Er schlingt um unsre Herzen Der Bruderliebe Band, Und leidet einer Schmerzen, Wir reichen ihm die Hand. 3. So wollen wir es halten, Im Leben lieb und treu, Trotz irdischen Gewalten Im Tode stark und frei. 25 helfen wir begründen, Das schöne Gottesreich, Wo sich die Menschen finden, Als Brüder alle gleich. Mel. 10: Alles ist an Gottes. 91. rüder, denkt ihr noch der Stunde, Wo hier aus vereintem Munde Unser Bundeswort erscholl? Wo das Wort: den freien Glauben Solle keine Macht uns rauben, Hier aus tiefer Seele quoll? 2. Ja, wir denken dran mit Wonne, Schöner leuchtet noch die Sonne Seit uns dieses Band umschließt, Und die Kraft der ersten Weihe Ungebrochen durch die Reihe Schöner Tage sich ergießt. 3. Ob auch Wolken schwer sich türmten, Ungewitter feindlich stürmten, Lieblich grünt der junge Baum. Denn was wir vereint erstreben, Ist der Seele tiefstes Leben, Nennts die Welt auch Wahn und Traum. 4. Wie zum Anfang so zum Ende Reichen wir uns heut die Hände, Fest soll dieser Bund bestehn, Dor so lang die ewgen Sterne ort in unermeßner Ferne Ruhig auf und untergehn. Eigne Mel. Großer Gott wir loben dich. 92. rich herein mit Himmelsglanz, Festlich wollen wir uns schmücken, Und von dir erfüllet ganz An das Herz die Brüder drücken. Komm o komm, wir harren dein, Tag der Liebe, brich herein! 2. Heil uns dann! der Wahn ist aus, Der in Kirchen Gott gebannet; ö Alles ist ein Gotteshaus, ö Nur von seiner Lieb umspannet. ö Stürzen auch die Tempel ein, ö Dieses Haus wird ewig sein! DSe&& de, „ Mel. 38: Ein feste Burg. 93. Reicht, Brüder, euch zum Schwur die Hand, Daß uns die Wahrheit eine, Zum Heil für Volk und Vaterland) Die Wahrheit thuts alleine! Dem Freunde zum Schutz! Dem Feinde zum Trutz, Steht treulich Mann für Mann, Schon bricht der Tag uns an, Der Sieg muß uns doch bleiben! 2. Es lebt in uns der rechte Gott Mit seinem Geist und Reiche, Drum fürchten wir nicht Not und Tod, Noch unsrer Feinde Streiche. Er rüstet uns mit Kraft, Mit der Wissenschaft, Mit Liebe aus und Treu, Er macht uns los und frei Von allen bösen Mächten. 3. Und unser Gott lebt allerwärts Das Wesen aller Wesen) Sein Hochaltar ists Menschenherz, Wenn es in ihm genesen. Sein Feuer zündet an, Daß hell es lodern kann! Wollt Gott, es brenne schon In Hütten, auf dem Thron! Es wird die Welt erlösen! Mel. 50: Freu dich sehr, o meine. 94. Machtger Bund vereinter Hände, Großes schaffst du überall: Brichst durch finstre Felsenwände, Überbrückst das tiefe Thal, Weisest Strömen ihren Lauf, Gräbst den Schoß des Bodens auf, Wandelst die Gestalt der Erde, Daß den Menschen wohler werde. 2. Auf, o Zeit des regen Strebens, Schärfe deinen muntren Blick! Nicht Genuß des Sinnenlebens Schafft dir jemals volles Glück. Spürst im eigenen Gefühl Du nicht selbst ein höher Ziel? Kehre deine Kraft nach innen, Da ist großes zu gewinnen. 3. Alte böse Feinde wehren, Sinnen Unheil früh und spat. Um die Völker zu bethören, Pflegen oft sie schlimmen Rat. Und die Roheit waltet noch, Und die Dummheit trägt ihr Joch, Hindert auf der schönen Erde, Daß das Leben menschlich werde. 4. Tretet, Menschen, drum zusammen Und vereinigt eure Kraft, Daß in edlen Eifers Flammen Euer Bund das rechte schafft, Daß der Wahrheit helles Licht Allen Wahn und Trug durchbricht, Daß zu Kampf und gutem Werke Einer sich am andern stärke. 5. Flüchtig ist des Menschen Leben, Bald verzehret sich die Kraft. Nur ein geistig edles Streben Ihm ein ewig Wirken schafft. Noch so vieles ist zu thun. Einst im Grabe soll man ruhn. Weil heut noch nicht unser Ende, Reicht zum Wirken euch die Hände. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 95. er kann den Strom des Lichtes dämmen, Der durch die Geister sich ergießt? Wer kann die Macht der Liebe hemmen, Wodurch sich Seel an Seele schließt? —4.—j—. jj— C—— Es ist die Gotteskraft der Wahrheit Und unsre heilge Zuversicht, Siegt einmal erst die Gottesklarheit, So siegt die Liebe durch das Licht! 2. Das ist das Ziel, nach dem wir streben: Nach tausendjährgem blinden Streit, Sei endlich durch das Licht das Leben Zum heilgen Bruderbund geweiht! Noch ist er manchem Blick verborgen, Noch lästert selbst ihn mancher Mund, Doch kommt der Tag— schon graut sein Morgen— Da wird er endlich allen kund. 3. Ja! Alle, die sich Menschen nennen, Und in der Nächte Banden noch Das Euge in sich selbst verkennen Und schmachten unterm Hassesjoch, Sie werden all einst freudig treten ö Heran zum Weltversöhnungsfest Und einig zu dem Einen beten, Der nirgends unbezeugt sich läßt. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 96. Ihr habet nicht umsonst gestritten, Ihr Märtyrer für Recht und Licht. Ihr habet nicht umsonst gelitten, Umsonst gestorben seid ihr nicht! Erprobt in Glut der Scheiterhaufen, Die euch wie Morgenrot umweht, Lebt ihr, mit Licht und Geist zu taufen Jed Volk, das eure Wege geht. 2. O schwebt um uns, ihr lichten Geister, Kämpft uns voran im heilgen Krieg! Du bist der Erste, hoher Meister, Der du errangst den größten Sieg! mmen, O rüst uns aus mit jener Stärke Des Mutes, welcher dich beseelt, Daß er beim Welterlösungswerke, An dem wir schaffen, uns nicht fehlt! 60— 3. Wer ganz der Menschheit Dienst sich weihte, Der lebt der Menschheit immerdar; So stehst auch du uns noch zur Seite Lebendig, edle Kämpferschar. Mit dir! mit Gott! Laßt andre beben, Die nur die Hand voll Staub erfreut. Was gilt die Spanne Menschenleben, Ists nicht dem höchsten Gut geweiht! Erntefest. Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. 90. Ale gute Gabe kommet, Ewge Liebe, nur von dir! Dich in unsrer Felder Segen, Ewge Lieb, erkennen wir. Dich verkündet jede Aehre, Dich die Frucht in heitrer Pracht; Dir, o Geber alles Guten, Dir sei unser Dank gebracht! 2. Dankend für des Segens Fülle Denken wir auch jener Saat, Die der gotterfüllte Meister Ausgestreut der Menschheit hat. O, sein Wort war edler Same, Und ihn tränkte treu sein Blut, Menschenliebe soll draus reifen In der Gottesliebe Hut. 3. Wachse in uns, Saat des Geistes, Die der Meister ausgesät, Daß von Herz zu Herzen Segen allen Darbenden ersteht; Jener Segen ewger Wahrheit, Der, je mehr er Herzen labt, Auch mit Gotteskraft und Klarheit Alle Herzen reich begabt. ———— hte, 4. Laßt uns dann den Segen spenden, Den der Vater uns geschickt, Frucht der Wahrheit, Frucht der Liebe, Die den Feind auch reich erquickt. Laßt uns Segensfrucht des Friedens Aussän weit in alle Welt, Und die ganze Menschheit werde Einst ein heilig Erntefeld! Mel. 34: Die Tugend wird durch Kreuz. 5 98. Das Erntefest, das Fest der Freude, Dem, weithin schallend durch die Luft, Der Glocken feierlich Geläute Den Morgengruß entgegenruft, Das Erntefest, das Fest voll Segen, Dem reich und warm mit stiller Lust So manches Herz heut schlägt entgegen Aus einer froh bewegten Brust: ö 2. Es breitet leuchtend seine Schwingen Hin über Wald und Feld und Flur; Und fromme Dankeshymnen klingen Der segenspendenden Natur, Und dir, o Gott, der jungen Keimen Die Wolken Regen spenden hieß, Der ihnen seine Sonne scheinen Und wachsen sie und reifen ließ. 3. O freuet euch, ihr Menschen alle, Des schönen Festes freuet euch! Folgt seinem Mahnruf, streut o streuet Auch Saaten für der Zukunft Reich! Und ob bei eurer Arbeit Mühen Die Welt voll Undank euch verläßt, Ermattet nicht! Es muß erblühen Für jeden einst ein Erntefest. 4. Drum legt getrost nur eure Saaten Hin in das Feld der Ewigkeit; Streut sie hinaus in guren Thaten, Die ihr dem Menschenglücke weiht. 62— Und ob der Himmel auch noch trübe, Ob rings die Luft noch eisig kalt, Getrost! der warme Strahl der Liebe, Er bricht durch Nacht und Kälte bald! Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 99. Das ist die köstlichste der Gaben, Die Gott dem Menschenherzen giebt: Die eitle Selbstsucht zu begraben, Indem die Seele glüht und liebt. O süß Empfangen, selges Geben! Oier heißt Gewinn, was sonst Verlust. O schönes Ineinanderleben! Gieb hin das Herz aus deiner Brust! 2. Es blüht, es ist ein Lenz tief innen, Ein Geisteslenz für immerdar. Du fühlst in dir die Ströme rinnen Der ewgen Jugend wunderbar. Es leert der Tod umsonst den Köcher, Mit Alter droht umsonst die Zeit, Du trinkest aus der Liebe Becher Den süßen Wein:„Unsterblichkeit“. Tages ZJahreszeiten. Mel. 183: Wie schön leuchtet. 100. Wohlauf, mein Herz, der Frühling naht Schon grüßt das Licht die junge Saat, Der Winter ist vergangen; Sieh dort des Waldes grüne Pracht, Die Lerche singt, die Flur erwacht, Und tausend Blüten prangen! Sn elig Will das Leben sich erheben aus den Banden: Frühling, Frühling ist erstanden! .—..—.——— Mel. 167: Vom Himmel hoch. 101. ie schön ists doch, ein Mensch zu sein! Wie kann man sich des Lebens freun, Wenn rings umher das Schöne thront, Und wenn im Herzen Friede wohnt! 2. Der Himmel schenkt den hellen Tag; Die Luft durchtönt der Lerchen Schlag, Es grünt der Wald,‚ es prangt das Feld Und alles ist so wohl bestellt. 3. Und nimmer wird die Erde matt, Macht alle ihre Kinder satt, Durchhaucht uns mit des Lebens Glut, Und reicht zum Schaffen Kraft und Mut. 4. O Lust des Schaffens früh und spat! n, O Lust der wohlvollbrachten That! O süße Lust verdienter Ruh, Bis fällt das müde Auge zu! 5. O süßre Lust der Reblichkeit, Die sich dem heilgen Rechte weiht, Der Liebe, die das Herz belebt Und nach dem Wohl der Menschen strebt! 6. Darum, ihr Grillen, fort von mir! Mein Herz steht, Freude, offen dir. Wie kann man sich des Lebens freun: Wie schön ist's doch, ein Mensch zu sein! Eigene Melodie. 102. Oon die Abendglocken klangen, Und die Flur im Schlummer liegt. Wenn die Sterne aufgegangen, Jeder gern im Traum sich wiegt, Ja, ein ruhiges Gewissen Mög euch stets den Schlaf versüßen, Bis der Morgenruf erschallt, Und im Thal die Glocke hallt! 2. Schlummert süß, und jeden Morgen Weck euch froh der Sonne Strahl! Schlummert süß und frei von Sorgen, Frei von Sünden, Angst und Qual! naht Ja, ein ruhiges Gewissen Mög euch stets den Schlaf versüßen, Daß, wenn Gottes Ruf erschallt, Er nicht bang ins Herz euch hallt! Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. 103. Triedlich ist die Brust gehoben, Und das Herz, es wird beschwingt, Da des Tages lautes Toben Leiser ward und jetzt verklingt, Da des Abends duftger Schleier Dämmernd nun die Welt umwebt, Und des Geistes stille Feier Uns beginnt, von Gott belebt. 2. Was wir wünschen und erzielen, Bleibt wohl lang noch unerreicht. Doch des Tages Wogen spielen Nun ans Ufer sanft und leicht. Und es senkt der Sturm die Schwingen; Nur ein Säuseln weht uns an: Unsres Gottes Stimmen dringen Mahnend uns ans Herz heran. 3. Was uns brüderlich vereinigt, Was die Liebe schafft und thut, Was uns läutert, was uns reinigt Und erfüllt mit Gottesmut; Was ein hocherhabner Wille Je gewirkt in Kraft und Lust, Alles dies belebt die Stille Unsrer Feier, unsrer Brust. 4. Höher schlägt das Herz und milder, An den Sternen hängt der Blick;/ Es umschleiern Friedensbilder Freundlich jegliches Geschick, Und erquickungsreich und labend Schließt sich so für uns der Tag, Wie sich einst am Feierabend Unser Leben schließen mag. Mel. 101: Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn. 104. Deaunt auch der Winter noch so sehr, Raubt uns der Blumen buntes Heer, Bedeckt mit Eis die Erden: Im Mutterschoße schlummert lind Manch stilles, schönes Blumenkind. Es muß ja Frühling werden! 2. Ist es auch dunkel rings umher, Strahlt nicht ein Stern am Himmel mehr, Entschlummert alles Leben: Bald muß entfliehn die düstre Nacht, Bald muß in neuer, schöner Pracht Die Sonne sich erheben. 3. Und braust es wild auch um uns her, Umzieht Gefahr uns, groß und schwer, Die Brust ihr keck entgegen! Einst sinkt der stolze Feind dahin, Einst muß die Freiheit hold erblühn Mit ihrem Friedenssegen. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. 105. Der Winter ist gekommen Und hat hinweg genommen Der Erde grünes Kleid. Schnee liegt auf Blütenkeimen, Kein Blatt ist an den Bäumen, Erstarrt die Flüsse weit und breit. 2. Da schallen plötzlich Klänge Und frohe Festgesänge Hell durch die Winternacht; In Hütten und Palästen Ist rings in grünen Asten Ein bunter Frühling aufgewacht. 3. Wie gern doch seh' ich glänzen Mit all den reichen Kränzen Den grünen Weihnachtsbaum, — 66 p— Dazu der Kindlein Mienen, Von Licht und Lust beschienen, Wohl schönre Freude giebt es kaum. 4. Da denk ich voller Wonne: Wie alle Jahr die Sonne Aufsteigt aus Winternacht, So geht auch Licht und Wahrheit In immer höhrer Klarheit Uns auf trotz dunklen Wahnes Macht! Jamilie, Vaterhaus, Heimat, Vaterland. Mel.: Hier liegt vor deiner Majestät. 106. Was ist das deutungvollste Bild Im Kreise der Natur, Das männlich stark und weiblich mild Uns zeigt der Gottheit Spur? Wo aus des Geistes tiefem Quell Ein höher Dasein springt so hell, Und in der Liebe heilgem Licht Zu neuem Leben Kränze flicht? Der Ehe Bund, Das ist der Ehe Bund. 2. Was ist der Einheit schönstes Bild— Der Menschheit höchstes Ziel— Worin harmonisch sich erfüllt ö Gedanke und Gefühl? ö Worin Gestalt gewinnt die That, Wo sich Vertraun mit Liebe paart; Wo schließen zwei den Liebesbund, Um Eins zu sein mit Herz und Mund? Der Ehe Bund, Das ist der Ehe Bund. Mel. 181: Wer nur den lieben Gott. 107. Ihr Bürger eines Landes, Brüder! Vereinigt euch zum Lobgesang, 6 Singt heute dankend frohe Lieder Aus vollem Geist und Herzensdrang! Denn alle euch umschlingt ein Band: Das liebe, teure Vaterland. 2. Der Mensch kann nicht allein sich bilden, Nur Menschenumgang bildet ihn, Er wandelt einsam in Gefilden, Die ihm umsonst entgegenblühn Nur Menschen wecken Herz und Sinn, 2355 Menschen machen glücklich ihn. Und tritt er nun zu dem Geschäfte, erland. 250 er sich wählte als sein Los, Da sieht er, wie vereinte Kräfte Das Kleine wandeln um in Groß. Er sieht, wie stark Gesamtheit wird, Wenn Drüng stets das Steuer führt. 4. Vereint zu einem großen Zwecke, Wirkt jeder dann des Andern Glück, Und jeder sieht mit Frohgefühle Aufs allgemeine Wohl zurück; Denn es hat ihn Vernunft gelehrt, Wie Selbstsucht jedes Glück zerstört. 5. Drum achtet hoch die Bürgerpflichten, Des Duterlandes Kraft und Ruhm! Wollt ihr nicht Menschenwohl vernichten, So ehret dieses Heiligtum. Wißt/ daß euch Bürgertugend ehrt, Sie ist der Staaten Schmuck und Wert! Mel. 7: Allein Gott in der Höh. de 108. O, Vatertreue! holder Ton, Nie kannst ersetzt du werden. O, Mutterliebe! deinen Lohn Reicht niemand dir auf Erden, Denn wos auch Menschen gab und giebt, Die oft recht herzlich uns geliebt, Es war nicht Elternliebe. * drüder! 2. Wer kann entbehren, tragen Not Und dennoch duldend schweigen? Und wer kanns treiben bis zum Tod Mit freudigem Bezeugen? Oft findest du zwar deren Spur,— Am reinsten könnens Eltern nur, Wenns gilt das Wohl des Kindes. 3. Was bleicht doch oft des Menschen Haupt, Zieht Furchen in die Wangen? Was ists, das ihm den Schlummer raubt, Warum das Todverlangen? Ach! Elterngram aus ihnen spricht! Und ihre treuen Herzen bricht Die Hand des schlechten Kindes— 4. Und wo die Elternliebe fehlt, Kannst du mit allen Schätzen, Ja selbst mit der gesamten Welt, Mit nichts sie je ersetzen. Drum, heilge Namen, seid verehrt, Denn nichts geht über euern Wert; Seid heilig stets den Menschen. Mel. 148: O Welt, ich muß dich lassen. 109. Wie heilig ist die Stunde, Wo sich zum ewgen Bunde Das Herz dem Herzen weiht, Das auserwählt vor Allen, In reinem Wohlgefallen Erfüllt der Liebe Seligkeit. 2. Ein Glück, ein Leid, ein Leben, Ein Wollen und ein Streben An Gottes Vaterhand. Am eignen lieben Herde ö Ein Himmel auf der Erde, Ein heitrer Blick ins Vaterland. 3. Die Liebe altert nimmer Auch noch im Abendschimmer Glänzt uns ihr Angesicht. — 69— Muß eins vom andern gehen, Geschiehts auf Wiedersehen. Die Liebe stirbt im Tode nicht. Mel. 148: O Welt, ich muß dich. 110. O, selig, wenn die Herzen, Gefaßt auf Freud und Schmerzen, Vereint durch einen Sinn, Sich liebend Mest verbinden, Das wahre Glück zu finden, Den ewig dauernden Gewinn. 2. Es wohnet schon hienieden Des Himmels süßer Frieden Bei stiller Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen Kann keine Freude fehlen, Kein Segen der Zufriedenheit. 3. Da teilt man alle Freuden, Da teilt man Gram und Leiden, Da wallt man Hand in Hand Durchs kurze Pilgerleben, Geht mit vereintem Streben Heim in das bessre Vaterland. Mel. Seelenweide, meine. 111. Ocon wies Lied der Nachtigallen, Schön wie eines Sternes Licht, Ist des Kindes süßes Lallen, Ist sein lächelnd Angesicht. 2. Aus den klaren Augen schauen Himmelsfried und selge Ruh; Heiter, wie voll Gottvertrauen, Lächelt es uns allen zu. 3. So in Reden und Geberden Sei auch du den Kindern gleich, Ihnen gab schon hier auf Erden Gott der Herr das Himmelreich. — 20— Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 112. Willkommen, zarte Erdenblüte, Die Gottes Hauch erschloß zum Licht! Dir lächelt edler Herzen Güte Hold aus der Eltern Angesicht. Wie dich die Mutterthräne weihte Zur Lieb fürs ganze Erdensein: o weiht dich jetzt zum künftgen Streite Für Lieb und Licht die Taufe ein. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 113. Die reinen Frauen stehn im Leben Wie Rosen in dem dunkeln Laub, Auf ihren Wünschen, ihren Streben Liegt noch der feinste Blütenstaub. In ihrer Welt ist keine Fehle, Ist alles ruhig, voll und weich: Der Blick in eine Frauenseele Ist wie ein Blick ins Himmelreich. 2. Wohl sollst du hören hohe Geister, Verehren sollst du Manneskraft, Dich lehren sollen deine Meister, Was Kunst vermag und Wissenschaft, Doch, was das Höchste bleibt hienieden, Des Ewgen nur geahnte Spur, Was Schönheit, Poesie und Frieden: Das lehren dich die Frauen nur! Mel. 109: Lobt Gott ihr Christen. 114. Ein Mutterherz,— nur wer es kennt, Wer recht von Grund es kennt, Der weiß, was man verliert an ihm, Weiß, was kein Schmerz benennt! 2. Von allen Herzen auf der Welt Ist keines, keins so reich, Ist keines, keins so liebevoll, Ist keines, keins so weich! 3. Von allen Herzen auf der Welt Ist keines, keins so stark, Ist keines so unwandelbar, 0 Ist keines so voll Mark! 4. Von allen Herzen auf der Welt Lebt es allein für dich! Von allen Herzen auf der Welt Vergißt allein es sich. 5. Das Herz der Andern wird oft kühl Und zweifelt oder bangt, Des Freundes Herz lähmt Weltgewühl, Es prüfet und verlangt. 6. Doch ewig treu und ewig fest Bleibt dir das Mutterherz, Bleibt dir, wenn alles dich verläßt, Bleibt dir in Lust und Schmerz. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 115. Was ist die Heimat? Ists die Scholle, Drauf deines Vaters Haus gebaut? Ists jener Ort, wo du die Sonne, Das Licht der Welt zuerst geschaut? O, nein, o, nein, das ist sie nimmerl Nicht ists die Heimat heißgeliebt,— Du wirst nur da die Heimat finden, Wos gleichgestimmte Herzen giebt. 2. Die Heimat ist, wo man dich gerne Erscheinen, ungern wandern sieht, Sie ists, ob auch in weiter Ferne Die Mutter sang dein Wiegenlied. Die Heimat ist nicht, wo der Glaube, Wo dich die Lieb mit Menschen eint, Wo Lieb die Herzen all verbindet, Des Heimatglückes Sonne scheint. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 116. Von allen Bildern weiß ich keines, Das alsod'lieblich vor mir steht, Als das vom lieben Vaterhause Durchs Leben traulich mit mir geht. Wie wird es Tag im ärgsten Sturme, Wenn dieses Bild dem Geist entsteigt, Und meiner Jugend heilger Engel Sich freundlich zu mir nieder neigt! 2. Als wie ein meerumgürtet Eiland, Umweht von würzig süßem Duft, Sich golden hebt aus fernen Tiefen Und strahlend glänzt in heller Luft, So stehst du vor mir! Und darinnen, O welches Friedens heilge Macht! Als wie die unergründten Schätze Von einer stillen Sommernacht! 3. Des guten Vaters liebreich ernstes, Aus warmer Brust ertönend Wort, Wie klingt es noch, als hört ichs eben Durch meine ganze Seele fort! Du Blick der Mutter, süß und selig, Wer dein vergessen könnte je, Ich glaube wohl, der müßte He In das 5rerei schroff und jäh. 4. Und ihr Genossen jenes Lebens, Das sich so selig auferbaut: Ihr Brüder, Schwestern, Freunde alle, Was giebts, wohin ihr lieber schaut, Als in der Jugend heitre Tage, Vom Lebensmorgenrot umglüht, Wo uns im lieben Vaterhause Der Unschuld Paradies geblüht! Mel.: 148: O Welt, ich muß dich. 117. O, selig, wer zufrieden Mit dem, was ihm beschieden, Den Weg durchs Leben geht, Der seiner Kraft vertrauet Und fest auf das nur bauet, Was mit der Redlichkeit besteht. 73— 2. O, selig, wenn die Herzen, Gefaßt auf Freud und Schmerzen, Vereint durch einen Sinn, Sich liebend hier verbinden, Ihr wahres Glück zu finden, Den ewig dauernden Gewinn. 3. Denn ihnen ist beschieden Der Erde schönster Frieden In stiller Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen Kann keine Freude fehlen, Kein Segen reiner Seligkeit. 4. Sie mildert Sorg und Leiden, Versüßt der Erde Freuden, Führt Menschen Hand in Hand Im fest vereinten Streben Zum wahren Menschenleben Und in des Glückes Heimatsland. Mel. 128: Nun komm, der Heiden Heiland. 118. Deutsches Herz, verzage nicht! Thu, was dein Gewissen spricht, Dieser Strahl des Himmelslichts! Thue Recht und fürchte nichts! 2. Deutsche Freiheit, deutscher Gott, Deutsche Treu in Not und Tod, Deutsches Herz und Deutscher Stahl Sind vier Helden allzumal. 3. Diese stehn wie Felsenburg, Diese kämpfen alles durch, Diese halten tapfer aus In Gefahr und Todesbraus. 4. Drum, o Herz, verzage nicht! Thu, was dein Gewissen spricht, Dieser Strahl des Himmelslichts! Thue recht und fürchte nichts! Eigne Melodie. 110. Wer mit getreuem Herzen sich Dem Vakerland ergiebt, Der fordre keinen andern Lohn, Als den, daß er es liebt. Als eine strenge Mutter sieht Es stolz auf jeden Sohn, Der selbstbeherrschend sich erzieht, Und nichts mehr scheut und nichts mehr flieht Als eigner Lüste Frohn. 2. Das schwerste, was er thut, er thuts Nicht bloß aus kalter Pflicht, Er thuts aus freudgem, innerm Drang, Und nennts ein Opfer nicht. Wie frei er sei mit seinem Ich, Er fühlet voll und rein Am freisten doch im ganzen sich, Sorglos, ob er als Stern verblich Im allgemeinen Schein. 3. Im Herzen hegt er jenen Ernst Als einen heilgen Stern, Dem alles Schön und Große nah, Dem alles Nichtge fern. Der Lüge feind, der Wahrheit hold Mißt er des Menschen Wert Nach äußrer Zierde nicht und Gold, Und wie man Menschen Liebe zollt, Lernt er am eignen Herd. Mel. 110: Machs mit mir Gott. 0 120. Fass, deutsches Volk, ein Lutherherz, Voll Einheit, Freud und Treue, Voll Gottesmut in tiefstem Schmerz, Voll Geist, voll Kraft und Weihe. Dann thut sich auf dein Liederquell, Dann wird dein Himmel balde hell. flieht herherz/ — 75— 2. Ein Lutherherz ist Lieb und Licht. Die Wahrheit seine Wehre, Ein Lutherherz ergiebt sich nicht, Es giebt nur Gott die Ehre. Faß, Deutschland, solch ein Herze dir, Dann ist dein Frühling vor der Thür. 3. Dein Herz ist dann Trutznachtigall Für alles Volk auf Erden, Dein Geist wird dann mit Siegesschall Der Welterlöser werden. Denn dann ist siegreich wieder da Der Geist vom Kreuz auf Golgatha! Totenfest. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 121. Wenn einst am Ziel der Lebenstage Zur Ruh mir winkt die letzte Nacht: O, daß auch ich dann ruhig sage: Mein Lebenswerk ist gut vollbracht! Und blickt mein brechend Aug am Ende Zum Thränenstrom der Meinen auf: O, Brüder, nehmt in eure Hände Mit Liebe die Verwaisten auf! Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. 12²2. Wie es im Leben uns auch geh, Und ob wir vieles leiden, Dem Herzen thut doch nichts so weh, Als von Geliebten scheiden. Viel hat das Unglück mir geraubt, Was mich vordem entzückte, Begraben hab ich manches Haupt, Das einst mein Herz beglückte. 2. Da lernt ich, daß man alles nur Muß in der Menschheit lieben: So hats mit Schmerzen die Natur Mir tief ins Herz geschrieben. Der Menschheit Stamm bleibt frisch und grün, Ob wir als Blatt auch sinken. Er lebt durch uns und wir durch ihn, Draus laßt uns Liebe trinken. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott, oder 122: Nach einer Prüfung. 123. Sanel eilen sie, die Lebensstunden, Die edle Zeit, sie flieht dahin, Wie mancher Tag ist schon verschwunden, Seitdem ich hier auf Erden bin. Und ach! wie viel von meiner Zeit War Menschenheile wohl geweiht? 2. Wie Manchem fliehen seine Jahre In Üppigkeit und Trug und Wahn. Er naht sich eilig seiner Bahre Und hat für Menschen— nichts gethan! Was aber ist ein Leben wert, Das ungenützt vorüberfährt? 3. Mensch! sei ein Mensch, fang an zu leben Und nützlich für die Welt zu sein) Erkenn dein Glück im regen Streben, Dem Dienst der Menschheit dich zu weihn, Daß, wenn man in die Gruft dich senkt, Man deiner noch mit Segen denkt. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. 124. Natur, du ewig große, Du reiche Schöpferin, Entlassen kaum dem Schoße, Nimmst deine Kinder hin. Doch wieder neugeboren Stellst du die Wesen her, Kein Staub geht dir verloren In Lüften, Erd und Meer. d 2. Der Staub muß wieder dienen Zu neuer Form und Glanz, Und neue Wesen grünen Zart, kräftig, schön und ganz. Drum mag der Tod zerstören, Sie stirbt doch nicht, die Kraft, Die zeugen kann und nähren Und ganze Welten schafft. ganz 3. Auch euch, die nun als Trümmer Begrub der Allmacht Hand, Des ewgen Lichtes Schimmer Tagt euch am Grabesrand. So ruht denn sanft, ihr Lieben, Im stillen Todesthal, Des ewgen Lebens Odem Weht hier wie überall. Mel. 180: Wer nur den lieben Gott, oder 122: Nach einer Prüfung. 125. E⸗ eilt der letzte von den Tagen, Die du hier lebst, o Mensch, herbei, Erkauf die Zeit, und statt zu klagen, Sie sei zu kurz, gebrauch sie treu. O, nütze jeden Augenblick Für Menschenwohl und Menschenglück. 2. Den Menschen, deinen Brüdern nützen, Dazu verwende deine Zeit. Die vorwärts strebn, zu unterstützen, Dazu sei freudig stets bereit. Lebst du denn nur für dich allein, Willst du nicht Mensch mit Menschen sein? 3. Wohl dir, wenn du mit vollem Herzen Nach Menschenwohlfahrt hier gestrebt, Wenn du gelindert Menschenschmerzen, Für sie gelitten und gelebt! Und geht es dann zur Grabesruh, Beglückt schließt du die Augen zu. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 126. Wozu nur auf den Himmel hoffen, Der unser wird nach frommem Tod? Ein schönes Dasein liegt uns offen, Ein Leben frisch und rosenrot. Wozu nur dort erst selig werden, Mit Engeln leben im Verein? Du kannst ja hier auf Gottes Erden In deinem Herzen selig sein. 2. Wozu erst Freiheit dort erringen, Nach dieses Lebens Sklaverei? ö Wag es nur kühn! Es muß gelingen! Du wirst auch hier schon froh und frei! Warum uns immer ängstlich härmen? Weil uns bedrücket Not und Leid. Laßt Liebe nur eur Herz erwärmen, Lebt ihr schon hier in Seligkeit! Eigne Melodie. 127. Wozu voll Angst nur nach dem Jenseits streben? Ist doch so schön das reiche Menschenleben! Der Vater gab uns Freuden ohne Zahl, Der Gott der Liebe schuf kein Jammerthal! 2. Voll Leben und voll Lust sind alle Fluren! Der Wurm, der Halm zeigt dir der Gottheit Spuren. Erquickt dich nicht der Sonne goldne Pracht?ꝰ Das Sterngeflimmer nicht in stiller Nachtꝰ 3. Bei deinem Schweiß und deines Lebens Mühen Muß dir die Freude frisch und schön erblühen, Und ist dein Herz nur rein und Gott geweiht, Bleibt sie dir treu selbst in dem herbsten Leid. 4. Und hast geheilt du deines Bruders Wunden, Und selbst den Feind in Liebe dir verbunden, Dann strömt ins Herz die höchste Götterlust, Den Himmel trägst du in der eignen Brust. „o:' DD hoffen, Jenseits N* luren! Spuren. Yt? 3Mühen ühen, Heiht, Leid. Punden, en; ust, sst. Eigne Melodie. 128. Wie sie so sanft ruhn, alle die Seligen— Zu deren Wohnplatz jetzt meine Seele flieht— Wie sie so sanft ruhn in den Gräbern, Tief zur Verwesung hinabgesenkt. 2. Sie gingen voran auf deinen Wegen dir! Der fromme Pilger, wallend im Silberhaar, Mit schwerer Bürde zog voran dir, Müde voran zur ersehnten Ruhe. 3. Dort sank der Jüngling blühend in Grabesnacht, Hier ruhet das Mägdlein schlummernd im Erdenschoß, Spät oder frühe, Staub beim Staube, tüßt ihnen folgen ihr, Menschenkinder. 4. Und treu verbunden wandelt ein Freund mit dir Im schönen Leben, selig, wie Gott es will, Ach, aus dem Leben trauernd stille Siehst du ihn scheiden zur Grabesruhe. 5. Und schaust hinunter sinnend und bang ins Grab, Und schaust voll Hoffnung auf in das Lebensreich: Vom Tod zum Leben ruft die Stimme, Die auch vom Leben zum Tode dich ruft! 6. Nenne mit Namen heute die Lieben dir, Die tot und lebend alle dein eigen sind. Was du den Toten nicht kannst geben, Lebenden gieb es, gieb Lieb und Leben! Eigne Mel.:(Es ist bestimmt nach Gottes Rat). 0 129. Es ist bestimmt nach Gottes Rat, Daß man vom Liebsten, was man hat, Muß scheiden Wiewohl doch nichts im Lauf der Welt Dem Herzen, ach, so sauer fällt, Als scheiden. 2. So dir geschenkt ein Knösplein was, So thu es in ein Wasserglas, Doch wisse: Blüht morgen dir ein Röslein auf, Es welkt wohl schon die Nacht darauf, Das wisse! 3. Drum, weil der Tod kommt wie ein Dieb, So habet euch herzinnig lieb, Herzinnig lieb, Dieweil ihr lebt, herzinnig lieb, Herzinnig lieb! Mel.: Wie sie so sanft ruhn. 130. Bn dir, dem Einen, ruhn unsre Lieben nun Von ihrer Arbeit, die sie getreu vollbracht Und ihre Werke folgen ihnen Nach in des ewgen Friedens Hütten. 2. Von ihren Augen trocknest die Thränen du, Sie kommen freudig, bringen die Garben ein, Die weinend gingen, edlen Samen Trugen in Hoffnung, in Lieb und Glauben. 3. Dank, Preis und Ehr sei dir, o Gott gebracht Für deine Werke, die du an uns gethan, Daß, wie die Lieb uns hier verbunden, In dir, der Liebe, wir ewig leben! Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. 131. Begrabe deine Toten Tief in dein Herz hinein, So werden sie dein Leben, Lebendge Tote sein! So werden sie im Herzen Stets wieder auferstehn, Als lichte, gute Engel Mit dir durch's Leben gehn! R.II Dieb, eben nun nen du, ein, gebracht Eigne Melodie. 132. Os nachts auch thränenfeucht dein Pfühl, Und heiß die ruhelosen Lider, Einst wirst du schlummern sanft und kühl, Und keine Sorge weckt dich wieder! 2. Verzage nicht in Angst und Qual, Es eilt die Stunde, dich zu retten, Vier Bretter nur brauchts dünn und schmal, Ein müdes Menschenherz zu betten. 3. Und du auch findest eine Hand, Die Augen sanft dir zuzudrücken, Mit einer Blume, einem Band Dir deinen Sarg noch auszuschmücken. 4. Der Tod bringt Ruhe deinem Harm, Die nie das Leben dir vergönnte. Halt aus, es ist kein Mensch so arm, Daß er nicht endlich sterben könnte! V Eigne Melodie. 133. Ein Traum, ein Traum ist unser Leben Auf Erden hier. Wie Schatten auf den Wogen, schweben Und schwinden wir, Und messen unsre trägen Schritte Nach Raum und Zeit, Und sind, wir wissens nicht, in Mitte Der Ewigkeit. Mel. 167: Vom Himmel hoch, da komm ich her. 134. O, lieb, so lang du lieben kannst, O, lieb, so lang du lieben magst! Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Wo du an Gräbern stehst und klagst. 2. Und sorge, daß dein Herze glüht, Und Liebe hegt und Liebe trägt, So lang ihm noch ein ander Herz In Liebe warm entgegenschlägt. 3. Und wer dir seine Brust erschließt, O, thu ihm, was du kannst, zulieb! Und mach ihm jede Stunde froh, Und mach ihm keine Stunde trüb! 4. Und hüte deine Zunge wohl, Bald ist ein böses Wort gesagt, O, Gott, es war nicht bös gemeint,— Der andre aber geht und klagt. 5. Dann kniest du nieder an der Gruft, Und birgst die Augen trüb und naß, — Sie sehn den andern nimmermehr,— Ins lange, feuchte Kirchhofgras. 6. Und sprichst:„O, schau auf mich herab, Der hier an deinem Grabe weint, Vergieb, daß ich gekränkt dich hab, O, Gott, es war nicht bös gemeint!“ 7. Er aber sieht und hört dich nicht, Kommt nicht, daß du ihn froh empfängst, Der Mund, der oft dich küßte, spricht Nie wieder:„Ich vergab dir längst!“ 8. Er thats, vergab dir lange schon, Doch manche heiße Thräne fiel Um dich und um dein herbes Wort, Doch still,— er ruht, er ist am Ziel! 9. O, lieb, so lang du lieben kannst! O, lieb, so lang du lieben magst! Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Wo du an Gräbern stehst und klagst! —.—— III. Ceil. Pülicht. Menschentum. Sittliches Streben. Arbeit. Pflicht. Veruf. Mel. 2 Vom Himmel hoch, da komm ich her. — 35. D u hat nur, wenn du fröhlich lebst, Und 14 aen festen Muts, Den dankbar hellen Blick erhebst, Bewußt des sch⸗ önen Lebensguts. erab/ 2. Die andern Stunden zähle nicht, Die du in Unmut zugebracht, Wo du bei hellem Sonnenlicht 2— Wolken sahst und finstre Nacht, 3. Genug der Thränen giebt es noch, Zubirt des Grams auf Erden hier, Halt du nur deine Stirne hoch, 655 andern lernens wohl von dir. „Das eigne Herz nur halte rein, sei nicht schlaff, da säume nicht/ Da magst du hart und strenge sein, Hab keine Sne daß es bricht. 5. Und hast du alles das gethan, Dann laß dem Schicksal seinen Lauf, Geh festen Schrittes deine Bahn, Und blick vergnügt zum Himmel auf. Mel. 26: Christus der ist mein Leben. 136 Och will den Geist erheben Zu dem, was ewig steht, Nicht dem weih ich mein Leben, Was morgen schon vergeht. —— 2. Die Seele suchet Klarheit, Verschmäht den Dämmerschein, O kehre, heilge Wahrheit, In meine Seele ein! 3. Das Herz in seinem Schwanken Begehret festen Halt, Kommt, heilige Gedanken, Gewinnt bei mir Gestalt! 4. Und in der Welt Getriebe Brauch ich fürs Rechte Mut, So komm, du heilge Liebe, Und nimm mein Herz in Hut! 5. So streben wir verbunden Dem schönen Ziele zu, Und was der Geist gefunden, Das giebt dem Herzen Ruh. Mel. 164: Valet will ich dir geben. 4 137. Wir sehen viele jagen und haschen nach dem Glück, Ach, wenns ergriffen scheinet, ists nur ein eitel Stück. Sie suchen ewig außen, was ewig innen nur, Gewinnen müde Füße und finden nicht die Spur. 2. Wohl liegt das Glück uns nahe als Schatz in eigner Brust, Und doch nur wenge haben zu heben ihn gewußt. Er will des Leidens Hebel, des Schweißes mehrundmehr, Er will der Arbeit Mühe, denn alles Gold ist schwer. 3. Du kannst ihn nicht erringen mit spielend loser Hand, Er kostet schwere Tage, er kostet harten Stand. Du möchtest gern genießen des Lebens Freudigkeit, Doch keimt die höchste Freude nur aus dem tiefsten Leid. 4. Aus jenem Leid der Seele, die nach dem Lichte ringt, Aus jenem Leid des Herzens, das selber sich bezwingt, Aus jenem heilgen Leide, das unser Erbe ist, Hasts sicher schon empfunden, wenn du geweihet bist. en nach Stück. ur, Spur. Schatz jewußt. mdmehr, t schwer. spielend tand. eudigkeit sten Leid. hte ringt, bezwingt, im, eihet bist. Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. 138. Krftig mußt du kämpfen, ringen, Willst du durch zur Wahrheit dringen, Sie nur sei des Lebens Ziel. Und es soll durch Kampf und Streiten Dessen Geist dich sicher leiten, Der einst für die Wahrheit fiel. 2. Viele sind hervorgezogen Aus des Irrtums dunkeln Wogen, Durch der Liebe treue Hand. Nie zu kurz sind ihre Rechte, Sie besiegt die finstern Mächte, Webt um uns das Friedensband. 3. Drum nicht feig im Wort und Blicke, Schau nicht seitwärts, nicht zurücke, Wenns den Kampf für Wahrheit gilt. Nur zum Edlen, Wahren wende Herz und Augen, Sinn und Hände, Wahrheit sei dein Schwert und Schild. 4 Ja, gewiß, ich will nicht zagen, Will mit Gott ihn mutig wagen, Diesen schönen Kampf fürs Licht. Streiten will ich ohne Wanken Für den Sieg der Gottgedanken, Bis einst meine Hülle bricht. Mel. 127: Nun freut euch, lieben, oder 45: Es ist das Heil uns kommen. 139. Mreis immerhin des Reichtums Glück, Die Lust, die er erteilet. Wohl schön, wenn der vergnügte Blick Auf reichem Vorrat weilet. Doch schöner ist ein reiches Herz, Es weiht die Freude, bannt den Schmerz, Hält aus in allem Wechsel. 2. Preist immerhin der Ehre Kranz, Des hohen Standes Walten, Wohl angenehm, in Macht und Glanz 860 Nach Herzenslust zu schalten. Doch höher steht ein edler Sinn, Den nicht Gefahr und nicht Gewinn Vermag hinabzuziehen. 3. Preist immerhin die Wissenschaft, Der klugen Worte Fülle Wohl recht, wenn scharf des Geistes Kraft Durchdringt des Irrtums Hülle. Doch weiser ist der klare Geist, Der mir den Weg zum Ziele weist, Zum Ziel des reinen Lebens. 4. Ein klarer Geist, den keine Kunst Auf diesem Weg mag irren, Ein edler Sinn, den keine Gunst Der Mächtgen mag verwirren, Ein reines Herz voll Lieb und Treu, Voll stillen Friedens, diese drei, Sie sind der Güter höchste. Mel. 58: Gott des Himmels. 140. Nein, ich geh nicht eure Wege! Geht sie immer ohne mich! Ist auch blumig manch Gehege, Hats doch Sümpfe unter sich, Mancher Arme schon versank, Dem erst süßer Ruf erklang. 2. Lockt mit euren Lieblichkeiten, Mein Gehör ist taub dafür. Drohet mir mit Fährlichkeiten, Drohend Wort prallt ab an mir. Spottet mein mit witzgem Wort! Leicht weht mir der Wind das fort. 3. Ach, wie schön, mit reinem Herzen Schauen in die Welt hinein? Ach, wie froh ein harmlos Scherzen, Dran sich Unschuld mag erfreun! Ach, wie reich die treue Brust,/ Die sich keiner Schuld bewußt! 64.— 4. Bin ich auch nicht ohne Fehle, Schwankt zuweilen noch mein Fuß— Fest steht eins in meiner Seele: Daß ich wacker bleiben muß. Klarer Geist und treuer Sinn Dringt zum schönen Ziele hin. Mel. 35: Dir, dir, Jehovah, will ich singen. 141. Erhebt euch, Brüder, faßt das Gute, Das selbst im Wechsel unser Herz erfreut! Es ruht in jeglicher Minute Der Zukunft Keim, ein Keim der Ewigkeit. Heil dem, der selbstgetreu die Zeit erfüllt, Aus der sich ihm ein ewges Sein enthüllt! Mel. 7: Allein Gott in der Höh. 0 142. Dem Menschen glänzt der Gottheit Licht! Mit heiligen Gedanken Naht er sich ihr, ihn fesseln nicht Der Tierwelt enge Schranken. Welch schönstes Bild im Wesenheer! Mit Sinn und Trieb empfing nur er Vernunft, der Gaben höchste. 2. Vernunft zeigt uns der Gottheit Spur Durch aller Welten Ferne, Führt uns im Schauplatz der Natur, Führt uns im Reich der Sterne, Zerstreut um uns des Irrtums Wahn, Und weiß des Lebens dunkle Bahn Mild freundlich aufzuhellen. 3. Vernunft giebt Mut, nur sie giebt Kraft, Sich selber zu bezwingen, Im Kampfe mit der Leidenschaft Die Freiheit zu erringen, Sie lehrt, daß nur der Tugend Bahn Zu einer schönern Welt hinan, Zu Glück und Frieden führet. 4. Der Gottheit Preis, die so uns schuf, Sie mit Vernunft zu ehren, Und, ihr getreu, auf ihren Ruf, Auf ihr Gesetz zu hören! Dies sei uns allen heilge Pflicht: Daß wir im Sinnentaumel nicht Den Menschenwert verlieren. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. 143. Malt aus mit deinem Streben In ernster Prüfungsglut, Durch Früchte zeig dein Leben, Durch Handeln, Kraft und Mut. Dann findest du die Quelle, Die stärkt im innern Streit, Die Aug und Geist macht helle Und wahrhaft dich befreit. 2. Und wälzten Berg und Steine Vor deinen Pfad sich hin, Ist edles Thun das deine Und flammt durch Herz und Sinn, So magst du ruhig wallen, Durch Feuer, Sturm und Meer, Dein Haus wird nimmer fallen, Geschützt durch solche Wehr. 3. Und wenn in deinem Herzen Ein reiner Atem weht, Trag ruhig irdsche Schmerzen, Wenns nur zum Siege geht. Ist edel nur dein Streben Und rein dein Menschenwert, Dann wandelst du durchs Leben Fest, sicher, unversehrt Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 144. H⁰ laß mich denn nur reine Wege, Du Geist des Guten, immer gehn, Laß fliehn des Bösen finstre Stege, Mit fester Treue bei dir stehn. huf, ege/ Laß meinen Willen niemals wanken, Wenn ich erkannt was recht und gut;, Laß Tugend sich an Tugend ranken, Und sie erfüllen froh mit Mut. 2. Denn wer dem Geist sein Wort gegeben, Das Wort der heilgen, festen Treu, Der halte es durchs ganze Leben Und weiche vor dem Unrecht scheu. Dann wird der Friede in ihm wohnen, Er ist schon hier im Himmelreich. Wer kann ihn höher noch belohnen? Er ist ja schon den Selgen gleich. Mel.: Hier liegt vor deiner Majestät. 145. Es sei des Menschen Majestät Uns heilig immerdar! Wer sie nicht ehrt und selbst sich schmäht, Ist uns nur ein Barbar. Des Menschen Leben göttlich ist! Bedenke, Mensch, wie groß du bist! Und richte deinen ganzen Sinn Auf deine Menschengröße hin! Den ganzen Sinn Zur Menschengröße hin. 2. Im Geiste liegt des Menschen Macht, Das Denken macht uns groß. Es trägt ja aller Welten Pracht Der Geist in seinem Schoß. Der Geist der Weltbeherrscher ist. Bedenke, Mensch, wie groß du bist! Laß sprudeln deinen Geistesquell: Der Geist macht Welt und Leben hell! Dein Geistesquell Macht Welt und Leben hell. 3. Der Wille macht dich würdevoll, Der Wille— rein und frei. Wenn Würde dich umkleiden soll, Dein eigner Meister sei! . 90 Dein Wille dein Erlöser ist. Bedenke, Mensch, wie groß du bist Erhalte deinen Willen gut, Erhalte frisch des Herzens Mut! Den Willen gut Und frisch des Herzens Mut! 4. Erhaben sei des Menschen That! Der Thaten Glorienschein Sich nur dem edlen Menschen naht, Der weiß, ein Mensch zu sein. Die gute That das Höchste ist. Bedenke, Mensch, wie groß du bist! Und sinne früh und sinne spät. Zu wahren deine Majestät! Ja, früh und spät Denk deiner Majestät! Mel. 181b: Wer nur den lieben Gott— 146. Alus allen ist ein Geist gegeben Im heilgen, ewgen Menschentum, Es atmet hier ein Geistesleben, Es ist ihr höchstes Heiligtum. Wie dürft ich weigern Liebesthat Dem, der nicht wandelt meinen Pfad? 2. Nie hassen darf ich und verfluchen, Der Gott ehrt anders, als wie ich.— Wir alle sind es, die ihn suchen, Das Finden ist nicht nur für mich. Die Glaubensfreiheit, die mir wert, 6 Für alle werde sie gewährt. 3. So mögen wir es denn erkennen, Daß alle Gottes Kinder sind, Ob sie sich Christen, Heiden nennen, Wenn sie nur edel, gut gesinnt. Du bist des andern Richter nicht, Drum übe auch kein Strafgericht. ö chen, — 91— 4. Der Geist wird alle einst vereinen, Die er zum Lichte selbst erschuf. Sie alle, alle sind die seinen, An alle tönt sein Gottesruf. Uns aber laßt bekennen frei, Daß Liebe mehr als Glaube sei. 5. Das ist des Gottesgeistes Walten, Der allen seine Gaben giebt, Nicht töten will, o nein— erhalten! Der Christen, Juden, Heiden liebt! So komm denn bald, du schöne Zeit, Wo Liebe mild die Erde weiht. ö Mel. 7: Allein Gott in der Höh. 147. Wem Bruderwahl das Amt verlieh, Die Brüder hier zu lehren, Der trachte und vergesse nie, Die Wahrheit stets zu mehren. In seinem Geist wohn Mut und Licht Und Kraft im Worte, das er spricht, Und echte Bruderliebe. 2. Er lehre frei und unverzagt, Was er erforscht mit Klarheit, Und was er seinen Brüdern sagt, Sein Leben machs zur Wahrheit. Wenn, was als groß sein Mund erhebt, In seiner eignen Brust ihm lebt: Dann dringts zu Geist und Herzen. 3. Drum lehre, Freund, was ewig ist, Durch die Vernunft begründet; Nicht, was der Menschen Trug und List Zu täuschen nur erfindet. Was Liebe zu den Menschen mehrt, Das werde auch von dir gelehrt Und durch die That bewiesen. 4. O, bringe Trost in jedem Schmerz Und Mut in jedem Leiden, Damit geheilt das wunde Herz, Das Böse lerne meiden. Verkünde, was schon Jesus spricht: Das Höchste sei euch stets die Pflicht, Sie gelt euch über alles. 5. Dann wird dein Amt fruchtbringend sein Und zu den Herzen dringen, Du wirst in deiner Brüder Reihn Den wahren Segen bringen. So sei uns denn willkommen heut, Es sei im Leide und in Freud— Du wirst Vertrauen finden. Mel. 179: Werde munter, mein Gemüte. 148. Was wir sind und was wir haben, Ists der Zufall, der es schafft? Nein, die allerbesten Gaben Sind ein Lohn der Menschenkraft. Wenn die Liebe in uns thront, Wenn der Geist uns innewohnt: Dann wird unser Wirken, Streben, Brüdern bringen Heil und Leben. 2. Drum, ihr Brüder, seid beflissen, Die ihr der Gemeinde Bild, Treu zu bleiben dem Gewissen, Recht zu handeln, kräftig mild. Selbstverleugnend, offen, rein, Der Gemeinde zum Gedeihn. Und fest wird sie auf euch bauen, Euch belohnen mit Vertrauen. Eigne Melodie:(Großer Gott wir loben dich). 149. Diern der Hoffnung, leuchte mild In des Kummers öde Kammer! Waisen zeig des Vaters Bild, Lindre Witwen ihren Jammer! Jedem, der da einsam weint, Wecke einen treuen Freund! 0 id sein aben, H). mild 2. Stern der Hoffnung, laß dein Licht In des Kerkers Nächte dringen, Den Gefangnen wird dann nicht Der Verzweiflung Macht bezwingen, Sende der Erlösung Schein, Stern der Hoffnung, ihm hinein! 3. Stern der Hoffnung, o durchbrich Hell der Knechtschaft dichtste Wolke! Zeig als Stern der Zukunft dich Jedem tiefgebeugten Volke! Künd ihm, wenn es fast verzagt, Daß auch ihm die Freiheit tagt! Mel. 26: Christus, der ist mein Leben. 150. Vollkommmer stets zu werden, Sei unsers Ringens Ziel, Und drohten der Beschwerden, Der Mühn uns noch so viel! 2. Dem Geiste zuzustreben, Dem alles Sein entquillt, Das ist das echte Leben, Ein wahrhaft Gottes-Bild! 3. Sinkt in den Staub ein Müder— O dann thut eure Pflicht, Und helft ihm auf, ihr Brüder, Und laßt zurück ihn nicht! 4. Nein, führt mit treuen Händen Ihn weiter auf dem Pfad, Bis er, ihn zu vollenden, Die Kraft gewonnen hat! 5. O, so vergesse keiner Des Bruders, der da irrt, Auf daß ein jeder reiner, Vollkommner, edler wird! 6. Nur solch ein wechselseitig Veredeln ohne Ruh Führt, sei der Glaub auch streitig, Dem Ziel der Lieb uns zu. Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. 131. Mensch zu sein auf dieser Erde, Welche Wonne, welche Lust! Bleibe, bis ich Asche werde, Dies Gefühl in meiner Brust! Zu der Wahrheit Sonnenbahnen Lenkt die Menschheit ihren Lauf, Und die Freiheit pflanzt die Fahnen Allerorten siegreich auf. 2. Alle Herzen fühlen wieder Sich von einem Gott bewegt, Wenn im Kreise ihrer Brüder Keiner Sklavenketten trägt. Sieh, es kommt von allen Enden Neu das Gottesreich herbei. Kommt und helfet es vollenden: Furchtlos seid, und ihr seid frei! Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. 0—— 152. Was klagst du, mein Gemüte? Es ist ja alles dein: Der Baum mit seiner Blüte, Der Stern mit seinem Schein, Der Strauch mit seiner Rose, Die Rose sammt dem Duft, Der Stein mit seinem Moose, Der Lenz mit seiner Luft! 2. Was sich als heitres Leuchten Auf andrer Wangen malt, Und was aus wonnefeuchten, Geliebten Augen strahlt, Und jede Lust und jede Gestillte Not und Pein, Und jede süße Rede: Es ist ja alles dein. — 95— 3. Das sind doch reiche Gaben Für dich und jedermann, Daran ein Herz sich laben Und sich erfrischen kann. So viel ist dir beschieden, So viel zur Lust bestellt: Drum schließ mit dir den Frieden Und schließ ihn mit der Welt. Eigne Melodie. 153. Wandle bei uns mit dem Palmenzweige, Himmelskochter du, Humanität! Und des Hasses grimmer Aufruf schweige, Wo, wie Frühlingswind, dein Odem weht! 2. Löse von des Menschen Aug die Binde, Daß er auch im Feind den Bruder sieht. Schmilz der Selbstsucht starre Eisesrinde, Die des Herzens lautern Quell umzieht. 3. Teile aus des Geistes ewge Schätze, Daß die Armen werden froh und reich. Vor der Liebe göttlichem Gesetze Mache Starke du und Schwache gleich. 4. Von des Gottbewußtseins lichtem Glanze Sei durch dich der Menschheit Stirn umweht. Und den Himmel auf die Erde pflaͤnze, Himmelstochter du, Humanität! Mel. 10: Alles ist an Gottes Segen. 154. Das Wort soll werden Fleisch einmal, Und Wirklichkeit das Ideal, Sichtbar des Gottes Schöne. Gott ist nicht fern und weltenweit, Ist in uns selbst voll Herrlichkeit, ind wir nur seine Söhne. 2. Das Wort soll werden Fleisch einmal, Sei du nur selbst das Ideal, Und schon ist es geschehen. üP um — 980— Und wer dann dich, den Menschen schaut, Mit Gotteskraft so hoch betraut, Hat göttliches gesehen. 3. Du selber, Mensch von Fleisch und Bein, Mußt Wort und Geist und Leben sein, Daß Gott sich nicht verhehle. Das Wort soll werden Fleisch einmal Und Wirklichkeit das Ideal In jeder Menschenseele! Mel. 65: Herr Gott dich loben alle. 155. Och suche Licht für meinen Geist, Und Nahrung, die das Herz mir speist, Und Kraft, die mich zum Rechten stärkt, Und Warnung, die den Irrweg merkt. 2. Nicht leben mag ich bloß fürs Brod, Nicht sorgen bloß um äußre Not. Zu hoch bin ich als Mensch gestellt, Zu dienen bloß der Sinnenwelt. 3. Drum, Freunde, bin ich euch vereint, Die ihr mit mir dasselbe meint, Die ihr, gleich mir, das Haupt erhebt, Und nach dem rechten Leben strebt. 4. Komm, Wahrheit, gieb uns hellen Schein! Komm, Kraft, und nimm die Herzen ein! Komm, Liebe, all uns zu umfahn, Daß wir dem schönen Ziele nahn! Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. 156. Irrohe Arbeit nur ist Leben, Träge Ruh ist halber Tod, Schaffend nur vermag zu heben Sich der Geist aus Gram und Not. Allbelebend und allthätig Waltet ja der ewge Geist, Der auch durch die Menschheit stetig, Ihres Lebens Urquell, fleußt. 2. Schaffen sei denn unsre Würde, Frohes Wirken unsre Lust, ö nd Bein, Nur, wer schafft, der trägt die Bürde Der Notwendigkeit bewußt. Nur, wer selbstbewußt die Schwere ö Der Geschicke auf sich nimmt, Dem nur wird des Sieges Ehre, Dem nur ist der Preis bestimmt. 3. Laßt uns denn am Lebenswerk e Treulich schaffen froh und frei Und getrost, daß unsre Stärke Durch den Geist gesegnet sei. kt, Friede ist der Arbeit Weihe, Freude liegt im Wirken schon. wo, Nur die Arbe eit schaffet Freie Und die Freiheit ist ihr Lohn. reint, IV. Ceil. Schein!—— en Jarnn arn Bibtlichkrit. Wahrheit. en/ Mel. 35: Dir, dir Jehova. 157. Geich tausend Sonnen strahlt die Wahrheit, . Ihr Licht erleuchtet unsers Lebens Bahn, Und machtlos sind bei ihrer Klarheit Verwirrung, Zweifel, Finsternis und Wahn. 0 ö So wandeln wir nun alle Hand in Hand Nie ohne Licht bis an des Grabes Rand. 7 98 Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. 8 158. Wort der Wahrheit! Ungewiß Ist des Menschen Pfad, wir fehlen, Vorurteil und Finsternis Läßt uns oft das Falsche wählen. Wahrheit, unsers Lebens Licht, Mangle unserm Pfade nicht. 2. Lebens Weisheit! leite mich Auf der Tugend sichrem Wege. Nur durch dich betrete ich Die des Menschen würdgen Stege. Glücklich, wer dein Mahnen hört Und dein Wort durch Thaten ehrt. 3. Geist des Lichts! durchström uns mild, Daß sich Herz zum Herzen neige, Daß stets klarer sich dein Bild In der Menschheit Streben zeige/ Deine Kraft, wenn sie uns weiht, V Führt uns zur Vollkommenheit. 4 Ewge Kraft, von dir allein Werde jedes Herz durchdrungen, Dann wird rings ein Himmel sein Allen Völkern, allen Zungen, Dann wird Friede, Glück und Heil Jedem Menschen hier zu teil. Mel. 31: Die Tugend wird durchs Kreuz. 1399. Die Wahrheit ist die Geistessonne, Die Wahrheit ist des Lebens Quell.* Sie spendet glühend Licht und Wonne, ö Und was da siecht, verjüngt sie hell. Selbst ihren Feinden strömt sie Segen: Sie löst des Hasses nächtges Graun, Und läßt sie froh auf allen Wegen Das Weltgesetz der Liebe schaun. 99 Mel. 50: Freu dich sehr, o meine Seele. 160. Ticht und Wahrheit in der Hütte, Licht und Wahrheit im Palast, Licht in Geist und Herz und Sitte, Lautre Wahrheit:— ohne Rast. 2. Strebt dies Ziel des Heiles an! Wirke jeder, was er kann, In der Nähe, in der Ferne, Dann sehn heller uns die Sterne! Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. 161. Das helle Wort der Wahrheit Gedeih in unsrer Brust, mild Daß seiner stets in Klarheit Wir seien uns bewußt! Was uns Vernunft gegeben, Der Wahrheit Brunnengquell, Nur das soll in uns leben Und bleiben rein und hell! Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 0 162. Nur in der Wahrheit ist das Leben, Der Haß erlischt in ihrem Glanz. Ob Tausend auch verschieden streben: Sie ringen nach demselben Kranz! Entzündet von denselben Flammen Des Urlichts, das die Welt durchdringt: Wie sollten Brüder wir verdammen, Wenn kühn ihr Geist nach Wahrheit ringt? Mel. 9: Alle Menschen müssen sterben. 163. Vor dir liegt die Bahn des Lebens, Tritt nur mutig in sie ein, Laß das Ziel des ersten Strebens Stets die echte Weisheit sein. 200 Ringe nach der Tugend Krone, Und ob dir auch niemand lohne, Weih dem Edlen Herz und Sinn, Gieb für Wahrheit alles hin. 2. Ohne Kampf und ohne Mühen Geht kein Pfad durch unsre Welt. Mag dich die Gefahr umziehen, Bleib, wohin die Pflicht dich stellt. Zittre vor dem Unglück nimmer, Denn dem Guten wendet immer Alles doch zum Segen sich! Diese Wahrheit stärke dich. Mel. 26: Christus, der'ist mein Leben. 2 164. Auf denn! So laßt uns schaffen Das Gute, froh und frei, Laßt mit der Wahrheit Waffen Uns kämpfen fest und treu! 2. Laßt an der Väter Thaten Mit Danken uns erfreun, Laßt uns der Zukunft Saaten Im Geiste Jesu streun! 3. So wird das Herz zufrieden, Voll Freude, Kraft und Mut, So allem Volk beschieden Des Geistes Erntegut. Mel. 151b: Wer nur den lieben Gott. 165. O, Brüder, wandelt in der Wahrheit, Schließt ihren Tempel mutig auf! Und was ihr thut, es sei in Klarheit, Sie lenke unsern Lebenslauf: Wißt, was zu thun sei, immerdar, Daß fern auch bleibe die Gefahr. 2. Zum Licht seid alle ihr berufen, Daß keiner Knecht des Wahnes sei, ahrheit, 101— Und wie auch eure Schicksalsstufen, Verharrt beim Guten fest und frei. Laßt niemals frech die Lügenbrut Euch rauben eures Wissens Gut. 3. So wandelt ihr im Strahl der Sonne Mit Sicherheit die rauhe Bahn. O, Menschenkinder, welche Wonne, Wenn frei von Irrtum ihr und Wahn! Der Fluch darf nimmer auf uns ruhn, Daß wir nicht wissen, was wir thun. Mel. 114: Meinen Jesum laß ich nicht, oder: 95: Jesus, meine Zuversicht. 20— 166. Armes Herz kannst immer noch Nicht bewältgen deine Sorgen? Trüber Geist, mußt immer noch Bangen vor dem andern Morgenꝰ Ist zu leben denn so schwer? Drückt das Übel denn so sehr? 2. Sieh, so lange lernst du schon In der Schule deines Lebens. Jahr auf Jahr ist hingeflohn Zur Berichtgung deines Strebens. Lerne endlich klarer schaun! Lerne auf dich selbst vertraun! 3. Aus dem ewgen Geist der Welt Ist in dich ein Strahl geflossen, Was die Welt zusammenhält, Hat in dich auch Kraft ergossen. Bau dir nun in eigner Brust Deine Welt voll Licht und Lust! Mel. 9: Alle Menschen müssen ꝛc. 167. Wahrheit kann nicht untergehen, Wahrheit ist der helle Tag, Sie muß wieder auferstehen, Ob sie auch begraben lag. 402— Kann des Geistes Wesen enden? Alles ruht in seinen Händen. Herrscht Wahrheit für alle Zeit? Wahrheit bleibt in Ewigkeit. 2. Wahrheit ist gleich Gottes Sonne, Sie erreicht kein Menschenarm, Sie giebt immer Licht und Wonne, ö Sie scheint immer hell und warm. Licht giebt sie auf allen Wegen, Selbst den Feinden strömt sie Segen, Mögen sie sich sträuben doch, Licht, Heil, Frieden giebt sie noch. Mel.: 181b: Wer nur den lieben Gott. 168.Es hofft der Mensch zu allen Zeiten Auf seine Götter und sein Glück, Bald sucht ers in des Himmels Weiten, Bald schweift auf Erden rings der Blick:* Und doch liegt in der eignen Brust Allein der Grund zu wahrer Lust. 2. Du bist ja, Mensch! ein einig Wesen, In dem der Geist als Herrscher thront. Wie willst von außen du genesen Durch etwas, das nicht in dir wohnt? Such nur in deiner eignen Brust! Sie ist des Guten sich bewußt. 3. Die Selbstsucht ist das niedre Leben Der unbewachten Sinnlichkeit. Sie kann nur flüchtge Lust dir geben, Und hat dich mit dir selbst entzweit. Nun fühlst dus wohl in eigner Brust: Das Gut allein ist wahre Lust. 4. Ja! sei nur mit dir selber einig In Wahrheit und Gerechtigkeit, Ist dann dein Weg auch steil und steinig, Und giebts selbst Not und Herzeleid: Bist du des innern Siegs bewußt, So wird selbst Schmerz zur höchsten Lust.* ** Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen 169. Geist Gottes, du der Wahrheit Geist, Du lehrst uns Wahrheit finden, Vor dir muß jeder Lügengeist, Muß Irrtum, Täuschung schwinden. O, lehr uns deinen Sinn verstehn, Auf lichten Pfaden immer gehn, Im Glück, im Sturm, im Tode. 2. Geist Gottes, du der Stärke Geist, O, gieb uns Kraft auf Erden, Wenn wir in Sturm und Not verwaist, Oft hart geprüfet werden. Dann gieb uns Mut und Freudigkeit Dich zu bekennen allezeit Mit fester Felsentreue. Mel. 9: Alle Menschen müsssen sterben 70. Geist der Wahrheit, Geist der Der das Wohl der Menschheit sucht, Gründer aller großen Werke, Träger aller edlen Frucht, Geist, der überall gewaltet, Dessen Zeugnis nie veraltet Auf dem ganzen Erdenrund, Nie stirbt in der Völker Mund. 2. Rüste du mit deinen Gaben Auch uns, deine Kämpfer, aus. Treue, Kraft und Mut zu haben, Fest zu stehn im Sturmgebraus; Eine Welt mit ihren Schätzen, Leib und Leben dran zu setzen, Menschengunst und irdsche Freud, In dem großen, heilgen Streit. ärke, (6⁷ 104—— Schönheit. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. 171. Fris risch auf zum neuen Leben, Den Früh ng in der Brust! Ein neues, freies Streben Ist Männern Mut und Lust. Wir freuen uns am Alten, Was herrlich sich erweist, Doch Neues zu gestalten, Treibt mächtig uns der Geist. 2. Ihr sollt uns Dank nicht zollen Mit einem Lorbeer-⸗Reis! Nein, daß wir etwas wollen, Ist unser Ziel und Preis. Was wir in Kunst und Leben Als wahr und schön erkannt, Das bleibet unser Streben Bis an des Grabes Rand. ⸗Mel. 136: O, daß ich tausend Zeugen, oder: „ Mel. 181b: Wer nur den lieben Gott 17². Wohl dem, der in sich selber findet, Was ihm die Welt nicht geben kann, 22—— Glück in dem Bewußtsein gründet, Daß er das Werk der Pflicht gethan, Der höher, als den Ruhm der Welt, Dich, freudiges Gewissen, hält! Wer stets mit heiligem Entzücken Der Tugend reine sieht, Wer Gutes, weil es gut ist, übet Und Böses, weil es bös ist, flieht:— Der ahnt, der fühlt, der sucht 10 sich O Urquell aller Tugend, dich! 3. O laß mich stets das Gute lieben, Weil ich mich drin als dein erkannt, Weil ich den wahren Sinn des Lebens, Des Lebens Wert nur darin fand, Nicht Lohn ists, nur ihr eigner Wert, Worin die Tugend sich verklärt. Eigne Melodie. 73. 173 Simmel zog und Erde Dich o Rose, groß, Himmel schmückst und Erde Du, o Ros, im Moos: Blüh auch, meine Seele Allem, was da ist! Hast ja selbst empfangen Alles, was du bist! 6 Melodie. 174. se eilt die Erde Durch 9 Weltenraum, Unbewußt und wonnig, Wie ein schöner Traum! Einer nur singt drinnen Vollbewußt sein Lied. Sing, o Mensch, es selig, Eh dein Tag verblüht. Eigne Melodie. 175. Glnzend schöner Bogen In dem Wolkenhaus, Spannest überm Wetter ———— so freundlich aus: Also, Friede strahlend M mein Herz hinein, Dn o ewge Sonne, Deinen Widerschein! Eigue Melodie. 176. Bone und Sunmn zertone 1 EHlitz und Sturm zerstören Paradieseésflur, Linde Lüft und Strahlen Zaubern sie hervor. Also ist die Liebe Stärker als der Zorn, Licht und Leben fließen Nur aus ihrem Born! Eigne Melodie. 177. O, du Gottesauge, Reizend schöner Quell, Wie so Alles spiegelt In dir klar und hell! Und doch strahlts viel schöner Noch ins Herz hinein, Wenn mein Herz nur spiegelt Still und froh und rein! Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. 796 (. ECöne leise, heilge Weise, In der Menschheit weitem Kreise, Offne Herzen, heile Seelen, Daß sie all ihr Heil erwählen! Noch ist nicht die Zeit erfüllet, Nicht die dunkle Nacht enthüllet; Doch des ewgen Geistes Walten Wird die Nacht zum Licht entfalten. ———— 1—— 140. So lan 199% Gerechtigkeit. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz — 11˙9. Für Recht und Wahrheit will ich streiten, So lang sich Leben in mir regt/ Für Wahrheit, Recht nach allen Seiten, So lang in mir das Herz noch schlägt. Ja, männlich will ich vorwärts dringen, Ob auch so mancher von mir geht. Das Ende krönt doch das Gelingen; Die Wahrheit siegt, wenn auch erst spät. 2. Es ziemt dem Mann die freie Rede, Es ziemt dem Mann das freie Wort, Drum scheu ich mich vor keiner Fehde, Ich kämpfe mutig fort und fort! Ob sie deshalb mich thöricht nennen, Ob man zum Schweigen auch mir rät, Zum Freimut will ich mich bekennen. Die Wahrheit siegt— wenn auch erst spät! 3. So will ich tragen durch mein Leben Der Wahrheit und des Rechts Panier; Ja, diesen beiden gilt mein Streben, Sie sind des Lebens Leuchte mir! Ob man dies Leben auch verlache, Mein Mut wird deshalb nicht geschwächt. Ich kämpfe für die gute Sache! Für Wahrheit kämpf ich und für Recht! Mel 148: O Welt, ich muß dich. —20 180. O, selig, wer zufrieden Mit dem, was ihm beschieden, Den Weg durchs Leben geht, Der seiner Kraft vertrauet Und fest auf das nur bauet, Was mit der Redlichkeit besteht.— 2. O, selig, wenn die Herzen Gefaßt auf Freud und Schmerzen, Vereint durch einen Sinn, Sich liebend hier verbinden, Ihr wahres Glück zu finden, Den ewig dauernden Gewinn. 3. Denn ihnen ist beschieden Der Erde schönster Frieden In stiller Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen Kann keine Freude fehlen, Kein Segen reiner Seligkeit. 4. Sie mildert Sorg und Leiden, Versüßt der Erde Freuden, Führt Menschen Hand in Hand, Im fest vereinten Streben, Zum wahren Menschenleben Und in des Glückes Heimatland. Mel. 181b: Wer nur den lieben Gott. 18 4 Des Menschen höchstes Recht zu achten, Ist, Brüder eine ernste Pflicht. Mag ihn der Irrtum auch umnachten, Mag leuchten ihm der Wahrheit Licht. Zu dir, o Allgeist! jeder strebt, Welch Glaubensmeinung er auch lebt. 2. Geist! weih auch unsrer Brüder Herzen, Die noch die Liebe nicht verstehn, Daß aus der Selbstsucht Knechtschaftsschmerzen Zur Menschlichkeit sie auferstehn, aß jeder, der uns noch verkennt, In Liebe bald uns Bruder nennt. 3. Daß er an uns dieselben Rechte Auch anerkennt, die er genießt, Der Freiheit Krone dem Geschlechte, Das einer Menschheit Stamm umschließt. Und— die der Glaube jetzt getrennt— Die Liebe sie als gleich erkennt. —— 182² Bis d Und u Vom 2.4 Durch Dann Dem 2 In de Dann Als h 4. Und Und Blühj 18 In Dar Die Die Keh 2 Eir Wi 38 Eigne Melodie. 17 2 x 182. Alo immer Treu und Redlichkeit Bis an dein kühles Grab, Und weiche keinen Finger breit Vom Weg des Guten ab. 2. Dann wirst du wie auf grünen Aun Durchs Pilgerleben gehn; Dann kannst du ohne Furcht und Graun Dem Tod ins Auge sehn. 3. Dann wird die Sichel und der Pflug In deiner Hand so leicht, Dann singest du beim Wasserkrug Als wär dir Wein gereicht. 4. Dann suchen Enkel deine Gruf Und weinen Thränen drauf. Und Sommerblumen, voll von Duft, Blühn aus den Thränen auf. Mel. 181b: Wer nur den lieben Gott. n . SHollt ihr des Trostes Fülle haben In dieses Lebens Sorg und Schmerz, Dann nehmt von allen Himmelsgaben Die beste auf in euer Herz, Die Liebe ists. Mit ihr allein Kehrt reicher Trost im Herzen ein. 2. Wie köstlich ist in jedem Leide Ein frommer Glaub an Gott den Herrn, Wie leuchtet er zu Trost und Freude, Dem Dulder, ein so heller Stern. Doch wer nicht liebt, dem scheint er nicht, Die Liebe ist des Glaubens Licht. 3. Wie köstlich ist ein gut Gewissen, Ein Leben voll Gerechtigkeit, Wenn wir auf Erden tragen müssen So manches bittre Herzeleid. Doch nur die Liebe macht uns gut, Und giebt dem Herzen Trost und Mut. —— 149 4. Wie köstlich ists in schweren Stunden, Zur Stärkung für das arme Herz, Wenn gute Menschen wir gefunden, Die liebreich teilen unsern Schmerz. Doch wems an Liebe selbst gebricht, Den tröstet Freundesliebe nicht. 5. Drum, wollt ihr Trost in Fülle haben In dieses Lebens Sorg und Schmerz, Dann nehmt von allen Himmelsgaben Die beste auf in euer Herz: Die Liebe ists, mit ihr allein Kehrt aller Trost im Herzen ein. Liebe. Mel. 158: Sollte es gleich bisweilen 184. Tiebe ist der Gottheit Wesen, Überall kannst du sie lesen, Wo du blickst, ist ihre Spur, Denn sie predigt die Natur. 2. Liebe ist das wahre Leben! Größres Glück wird sie euch geben, Als der Welt gesammtes Gold. O, so bleib ihr treu und hold! 3. Darum lasset uns nicht wanken, Laßt sie kräftig um uns ranken Diese Liebe, rein und wahr, Leuchtend, flammend immerdar. 4. Und wo sich auch Menschen finden, Wird auch Herz an Herz sich binden; Keiner sei ein Fremdling euch, Und die Welt ein Himmelreich. Mel. 104: Liebster Jesu»e. R 30 185. Geist der ewgen Liebe du, Deine Kraft laß in uns leben, Deinen Frieden send uns zu, e — 186.Y— Kannst Denn si Wandel 2.— Sie wi Zoll si⸗ Natur 9. 5 Mit ei Dann Auch 6 — *7 — 111 Daß wir ihn der Welt auch geben. Laß nicht Haß die von uns trennen, Die gleich uns sich Menschen nennen. Mel. 73: Herzliebster Jesu. * 186. Der ewgen Liebe kannst du fest vertrauen, Kannst guf ihr Walten ohne Zagen bauen; Denn sie wird sicher deine schwersten Leiden Wandeln in Freuden. 2. Doch nimmer darfst du eitlen Wahnes denken, Sie wird durch Wunder dein Geschicke lenken, Soll sie, um deine Klagen zu erhören, Natur zerstören? 3. Du sollst vertrauen, doch nicht müssig wandeln, Mit eignen Kräften sollst du wirken, handeln, Dann kommt auf dich, wie auf die Flur der Regen, Auch Gottes Segen. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 5— 187. O, laßt uns bleiben in der Liebe An ihrem lichten Tempel baun, Durch Wahrheit frei, mit ernstem Triebe Gemeinsam, fest und mit Vertraun. Dann wird das hohe Ziel errungen, Das unsre Sehnsucht ahnend kennt, Es wird der Glaubensstreit bezwungen, Der finstre Haß, der Brüder trennt. Mel. 58: Gott des Himmels und der Erden. I 188. Ciebe, die du mich zum Bilde Deiner Gottheit hast gemacht, Liebe, die du mich voll Milde Hast mit deinem Heil bedacht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, 342 Alles uns zum Heil gegeben, Was beglücket hier und dort, Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die sich mir verbunden, Dir ergeb ich Herz und Sinn;* Liebe, die ich treu erfunden, Nimm mich ganz zu eigen hin. Liebe, dir ergeb ich mich, 1 Dein zu bleiben ewiglich. Mel. 109: Lobt Gott, ihr Christen. 189 95..[ovft der Geist der Dei 109. SWie klopft der Geist der neuen Zeit Mit lautem Schlag ans Thor! Ihr Menschenkinder, weit und breit, Auf, öffnet Herz und Ohr! 2. Was bringt der Geist der neuen Zeit Dem menschlichen Geschlecht? Versöhnung, Friede, Einigkeit Und Freiheit, Licht und Recht! 3. So nehmt ihn auf, den lieben Gast, Der Wohnung sich bestellt Umfaßt mit Liebe euch und laßt D Den Haß der alten Welt. Mel. 137: O du Liebe meiner Liebe. ö 190. ist die schönste Gabe, Die der Geist dem Menschen giebt; ö Wenn ich alle Weisheit habe, Habe aber nicht geliebt, Bin ich nichts, als eine Schelle, Oder nur ein tönend Erz, Denn die Stimme klingt wohl helle, Aber ach, es fehlt das Herz. 2. Ja, des Lebens Gaben alle Werden erst durch Liebe schön, Liebe lehrt im Weltenalle Uns ein Gottesherz verstehn, 113— Liebe ist des Bundes Siegel, Den uns Jesus offenbart, Lieb ist seines Herzens Spiegel, Das in Lieb vergöttlicht ward. Mel. 19: Aus meines Herzens Grunde. 191. Auf weiter Erde webet Das menschliche Geschlecht, Tief in dem Herzen lebet Der Drang nach Licht und Recht. Und daraus soll gedeihn Im menschlichen Gemüte Die allerschönste Blüte: Das soll die Liebe sein. 2. Der Menschengeist ergründet Die Dinge wunderbar, Das Menschenwort verkündet Die Wahrheit hell und klar. Das ist ein guter Hall; Doch wenn ihm ferne bliebe Die treue That der Liebe, So wärs ein leerer Schall. 3. Die Zeit schafft große Werke, Scheucht alter Ubel Schwarm, Und voller Mut und Stärke Kämpft mancher tapfre Arm. Doch echter Sieg gelingt Erst, wenn auf solchen Bahnen Der heilgen Liebe Fahnen Der treue Kämpfer schwingt. 4. Das Recht mit ernstem Klange, Der Ehre Hochgefühl, Sie setzen wüstem Drange Der Leidenschaft ein Ziel. Allein die kalte Pflicht, Bei der die milde Liebe Dem Herzen ferne bliebe, Die ist das Rechte nicht. 114 5. Schau an den Kreis der deinen Und leg sie an dein Herz. Sieh, wo die Menschen weinen, Und lindre ihren Schmerz. Gieb dich der Menschheit hin. Durchbrich die starren Schranken Selbstsüchtiger Gedanken— 5 Das ist der rechte Sinn. 6. Das tiefste Seelenleben, Das innerste Gefühl, Es lenkt der Menschheit Streben Hin auf dies schönste Ziel. Wenn in des Herzens Schrein Die Liebe herrschend waltet, Wenn sie als König schaltet, Dann wirst du selig sein. Eigne Melodie. 192. Ein liebend Herz bleibt stark in Mut und + Hoffen, Ward auch der Freude Saat vom Sturm getroffen, Sein Glauben hebt es siegend himmelwärts. Drum wünsch ich mir, wenn Leiden mich umstürmen, Wenn Wolken sich um meinen Himmel türmen, Ein liebend Herz! 2. Ein liebend Herz beharrt im treuen Lieben, Wenn andre Täuschung auch und Undank üben, Es lächelt mild auch in dem tiefsten Schmerz. O, könnt ich mir solch Kleinod aufbewahren, Denn Labung beut uns noch in späten Jahren Ein liebend Herz. 4 3. Ein liebend Herz wird, wenn es Spötter kränken, Sich nimmer doch von seinem Heile lenken, Und feststehn bei der Frevler frechem Scherz. So mag der große Weltgeist mir gewähren Als schönste Krone nach der Prüfung Zähren Ein liebend Herz! 415 Wohlwollen. Mel. 50: Freu dich sehr, o meine. 3 ½˙ 193. Die nach milden Himmelstropfen Dürstet die vergilbte Au, Fühl ich meine Pulse klopfen Nach dem schönern Himmelstau. Was ist Gold und was ist Ehr? Mein Gemüt verlanget mehr! Liebe muß die Seele tränken, Liebe kann Erquickung schenken. 2. Aug in Auge freundlich blickend Thut im tiefsten Herzen wohl. Hand die Hand in Treue drückend Macht das Leben trostesvoll. Und das Wort voll Liebesklang Ist wie lieblicher Gesang, Und ein treues Herz am Herzen Lindert alle scharfen Schmerzen. 3. Wohl, ich kann noch Kräfte regen, nen, Und mags nicht für mich allein. Menschen, euer Wohl und Segen Soll mir eigne Freude sein. Offen stehen soll mein Herz Eurer Lust und eurem Schmerz, Und so mag mirs wohl gelingen, Eure Liebe zu erringen. 4. Armes Leben, ödes Leben, le Wo die treue Liebe fehlt! 9·00 Eitles kümmerliches Streben, Wo man sich in Selbstsucht quält! Nein! ich kenn ein besser Teil: Lieb ist Leben, Lieb ist Heil, Schafft den Himmel rings hienieden, Und der Seele tiefen Frieden. Mel. 181b: Wer nur den lieben Gott. 194. O, Wonne, Menschen glücklich machen, Durch Eintracht Menschen glücklich sehn! Wird so nicht Gottes schöne Erde Dem Herzen noch einmal so schön? Ja, eine freudenreichre Pflicht, Als Menschenliebe, giebt es nicht! 2. So schlage denn für Menschenfreude, Für Menschenwohlfahrt unser Herz! Nach Kräften laßt, wo Unglück drücket, Uns hilfreich lindern Not und Schmerz! Des Leidenden gehobner Blick Senkt in dich selbst des Friedens Glück! — Mel. 75: Heut triumphieret Gottes Sohn. 195.„halt das Herz dir mild und rein, Wenn dir des Lebens Sonne scheint, Wenn tausend Freuden, groß und klein, Dich zu beglücken sie vereint! Dann schaust du noch auf solches Glück, Auch wenn es schwand, beglückt zurück. 2. O, halt das Herz dir mild und rein, Wenn dich die Liebe hold umgiebt, Laß tief in deine Seele ein Den Strahl des Auges, der dich liebt! Versäumtest dus zur rechten Zeit, Denk dran, wie bitter es dich reut. 3. O, halt das Herz dir mild und rein, Wenn Kindes⸗Stimme zu dir spricht; Bedenk, daß jedes barsche Nein Von ihrem Baume Blüten bricht! Ist längst dann ihre Kindheit hin, So dankt dir noch ihr froher Sinn. 4. O halt das Herz dir rein und mild, Wenn hart dich traf des Schicksals Hand, Wenns dich umstürmet rauh und wild, Wenn dich umgiebt der Wüste Sand, Dann halt das Herz still, rein und mild, Bewahr in ihm der Liebe Bild! 45 1 e= jen, Mel. 181b: Wer nur den lieben Gott. 2 196. Waglückt, beglückt ist, wer auf Erden Mit allen seinen Kräften strebt, An guten Thaten reich zu werden, Nicht für die Sinnlichkeit nur lebt, 11 Stets vorwärts dringt und nie vergißt, Daß er der Menschheit Zögling ist. 2. Die Tugend macht ihm edle Sorgen, Er forscht und denkt mit Lust daran, Wie er hier offen, dort verborgen, Für Brüder Gutes wirken kann. Er nützet jeden Augenblick Nicht bloß für sich, für Andrer Glück. 3. Sein Herz bebt nicht vor Hindernissen, Durch klares Denken stärkt er sich, Er bleibt bei heiligen Entschlüssen Gleich Felsen unerschütterlich. — Und wenn er auch zu kämpfen hat, Nie giebt er darum auf die That. 4. Er widersetzt mit festem Mute Sich jedem Schlechten, ob sein Lohn Im Kampfe für das Edle, Gute, Der Welt Bewundrung oder Hohn. Ein Preis nur thront in seiner Brust: Er ist des Guten sich bewußt. Mel. 67: Herr, ich habe mißgehandelt. 197. Wohlzuthun und mitzuteilen, Brüder, Schwestern, säumet nicht. 1 Mitleidsvoll und willig eilen, ö Armen beizustehn, ist Pflicht, Pflicht, von der uns Jesus lehret, Daß sie uns als Menschen ehret. 2. Speiset gern, die Hunger leiden, Und die durstig sind, die tränkt, Eilt die Nackenden zu kleiden, 4 Tröstet die, die Kummer drängt, s= Schwache eilt zu unterstützen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, Die zu euch um Hilfe flehn, Nein! von Menschlichkeit getrieben, Eilet allen beizustehn. Schafft auch unverhoffte Freuden Denen, die im stillen leiden. 4. Laßt uns eilen, unsre Gaben, Wenn es not thut, auszustreun, Was wir jetzt gesäet haben, Bringt der Liebe Ernte ein. Seid barmherzig, helft den Armen, Göttlich ist ja das Erbarmen. Mel. 164: Valet will ich dir. —2 198. Wie wär so arm mein Leben, Müßt ichvereinzelt stehn, Und könnt allein mein Streben Auf meinen Vorteil gehn! All meine reichen Gaben, Sie dienten mir allein, Nur mir das Herz zu laben? Fürwahr! Das kann nicht sein! 2. In einem Menschenherzen Ist Raum für bessre Lust. Der Andern Freud und Schmerzen, Sie rühren meine Brust. Der Menschheit echte Blüte, Die Liebe ist's allein, Drum drängt mich mein Gemüte, Auch andre zu erfreun. 3. Du Kreis der lieben Meinen, Wie wohl ist mir in dir! Will mir die Freude scheinen, Ich teile sie mit dir, Und bringt das Leben Plagen, Wir tragen sie vereint, Bis uns in bessren Tagen Die Sonne wieder scheint. 4. Doch nicht des Hauses Enge Genügt der Liebe Drang; Sie bahnt zu größrer Menge Sich ihren Segensgang. Wo Menschen jauchzen, weinen, Erkennt die Ihren sie, Das, spricht sie, sind die Meinen, Und nie verleugn ich sie. 5. So lieb ich euch, ihr Brüder Und Schwestern, allesamt Als meines Hauses Glieder, Von gleichem Blut entstammt, Und euer Wohl zu heben, Zu mindern eure Pein, Das soll mir rechtes Leben, Genuß und Freude sein. Mel. 7: Allein Gott in der Höh sei Ehr. 199. Wie vor der Sonne Purpurlicht Die dunklen Schatten weichen: So kann der Wahrheit Angesicht Die feigen Heuchler scheuchen. Was macht uns von der Tyrannei Der mächtgen Vorurteile frei? Das klare, tiefe Denken! 2. O, nützt dazu die goldne Zeit! Nur Wahrheit kann uns zieren, Und Menschen zur Glückseligkeit Mit Friedenshänden führen. Das Gottesreich voll Lieb und Treu, Was schaffts allein auf Erden neu? Nur heilger Wahrheit Walten! 120 . Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 4 200. wer, N Do weiß, noch wird ein Sabbat kommen, IN Nach dem der Menschheit Streben ringt, D Nach dem in Sehnsucht schaun die Frommen, Der uns ein Eden wiederbringt. V 2. Wenn erst der letzte aller Brüder, 2 N * Der niedrigste ans Herz uns fällt, Dann sinkt die letzte Garbe nieder, Dann ist vollbracht das Werk der Welt. 8 V 8 Sittliche Freiheit. Mel. 74: Herzlich thut mich verlangen. V 0 + 201. Im Innern nur wohnt Friede W Und jedes wahre Glück. ö d Das Herz, des Eiteln müde,— Flieht gern in sich zurück. 8 Das irdische Getümmel 15 Stört hier die Ruhe nicht, Ist hier nur heitrer Himmel, 8 Wird alles andre licht. 2. Hier noch ist das verlorne ö Glückselge Paradies, AN Das der zum Glück erkorne, Gesunkne Mensch verließ. * Drum sind des Herzens Töne 8 So lieblich, mild und weich, 9 Das Herz nur fühlt das Schöne 4 Und baut das Himmelreich. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 202. Ilmnsonst suchst du des Glückes Quelle Weit außer dir in wilder Lust, In dir trägst Himmel du und Hölle, Und deinen Richter in der Brust. Kein Gold ersetzt den innern Frieden, ꝛen, Kein Glanz macht dich den Göttern gleich, Ist gut Bewußtsein dir beschieden, Dann bist du glücklich, bist du reich. 2. Sei Mensch und ehre Menschenwürde, Sei frei und laß es Andre sein! Nimm ab des armen Bruders Bürde, Bewahre Herz und Leben rein. Sei Mensch und lerne Menschen lieben, Steh für die Unschuld wie ein Wall. Wirst du an jedem Gutes üben, Siehst du dich glücklich überall. Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 203. Du suchst und möchtest gern es finden, Was deine Seele glücklich macht, Du suchst es in des Glaubens Gründen, In ferner Zeiten dunklem Schacht, Du suchst es über allen Meeren, In einer andern Sonne Licht, Du schmückest dich mit Ruhm und Ehren. Doch das Ersehnte hast du nicht. 2. O, so verlaß das eitle Drängen, Laß ab von thörichter Begier! Tönts nicht in reineren Gesängen: „Das Himmelreich ist nah bei dir!“ Suchs nicht in Höhen, nicht in Gründen, Nicht in der schnell verblühten Lust, Willst du den wahren Himmel finden, Such ihn, o Mensch! in deiner Brust. Mel. 139: O Ewigkeit, du Donnerwort. — tle 204. Rennst du auf Erden eine Qual, Der unter aller Leiden Zahl Gewissenspein wohl gleichet? Kennst du den Feind, den keine Macht, Jemals besiegt noch schweigsam macht Und keine ihn vernichtet? Es ist die Schuld mit ihrem Schmerz, Das eigne sündbeladne Herz. 2. Ein Feuer, das im Innern brennt, Deß Gluten nur der Sünder kennt, Der hingab sich dem Bösen, Der Wurm, der an dem Herzen nagt, Wenn er dich vor dir selbst verklagt, Daß schuldig du gewesen: Das, das ist Gottes Strafgericht, O, fürchte es und sündge nicht! 3. Das ist die bange, finstre Macht, Das ist des Bösen Schreckensnacht, Die Frevler hier umhüllet. O, stehe keiner in dem Wahn, Der hier betritt der Sünder Bahn, An ihm würds nicht erfüllet! Der innre Gott, der in dir wohnt, Dich nur nach deinem Thun belohnt. Mel. 45: Es ist das Heil uns kommen. 0 30 205.O, Brüder, ehrt als höchstes Gut Ein schuldenfrei Gewissen. Nur wers besitzt, hat wahren Mut, Wenn Frevler zagen müssen. Denn waren wir treu unsrer Pflicht, Verklagt uns das Gewissen nicht, Was könnten wir wohl fürchten? 2. Sind wir des Guten uns bewußt Und doch mit Schmach beladen, Dann wirds, ists rein nur in der Brust, Verleumdung uns nicht schaden, Wir werden, auch von ihr umdräut, Mit festem Mute ungescheut Ins Aug ihr blicken können. 3. Und wenn wir schon durch Lästerung Manch Schweres müßten dulden, Das Leben sei Erwiderung, Daß wir es nicht verschulden, Ob früh, ob spät sie unterliegt, Die Unschuld endlich dennoch siegt, Sie ist ja Gottes Sache. Mel. 122: Nach einer Prüfung. — 206. Glubst du an keinen andern Himmel, Als den die Sinnlichkeit dir beut? Und suchst das Glück nur im Gewimmel Der irdschen Lust, der irdschen Freud? O, dieser Himmel oft entweicht, Und seine Sonne rasch verbleicht! 2. Ahnst du denn nicht viel höhre Freuden, Wenn Tugend, Liebe in dir spricht? Wenn selbst im Kampf mit schweren Leiden Du dennoch wähltest deine Pflicht? Wenn du gebracht den Brüdern Heil, Ob dir auch Undank ward zu teil? 3. Das ist der Himmel! einen andern Suchst du vergebens hier und dort, Er wird mit dir zu Grabe wandern, Und ewig wirkt er fort und fort. Wenn alles um dich her verblüt. Der Himmel in dir ewig glüht! Mel. 95: Jesus meine Zuversicht. 0— 207. Armes Herz, kannst immer noch Nicht bewältgen deine Sorgen? Trüber Geist, mußt immer noch Bangen vor dem andern Morgen? Ist zu leben denn so schwer? Drückt das Übel denn so sehr? 2. Sieh, so lange lernst du schon In der Schule deines Lebens, 124 Viele Jahre sind entflohn Zur Berichtgung deines Strebens. Lerne endlich klarer schaun, Lerne auf dich selbst vertraun! 3. Aus dem ewgen Geist der Welt Ist in dich ein Strahl geflossen; Was die Welt zusammenhält, Hat in dich auch Kraft ergossen. Bau dir nur in eigner Brust Deine Welt, voll Licht und Lust! 4. O, da innen ist ein Feld, Drauf zu ackern reichlich lohnet! Ists da innen wohlbestellt— Wenn da erst der Friede wohnet Dann ist auch ein Glück erreicht, Dem ein jedes andre weicht. 5. Dann greif in die Welt hinein Schaffe weiter, baue, kämpfe! Ob dir lacht der Sonne Schein, Ob den Strahl ein Wetter dämpfe, Recht thun kannst du immerdar/ Dann bleibts auch im Geiste klar. 6. Menschengeist, so eng umschränkt, Kannst zur freien Höh dich schwingen. Menschenherz, so leicht bedrängt, Kannst den schlimmsten Feind bezwingen. Lerne deine Kraft verstehn, Bald wirst du Erfolge sehn. α Eigne Melodie. 208. Es lebt ein Verlangen— Im Herzen so tief, ů Nie ist es ganz vergangen, Wenns manchmal auch entschlief. 2. Die Wahrheit soll siegen, Die Lüge vergehn, Das Recht darf nicht erliegen, Das Gute muß bestehn. 4 . — 3. Du fühlest das Gute In eigener Brust, Hebst dich zu heilgem Mute, Der Gottheit dir bewußt. 4. Der Welt zu erringen Gemeinsames Heil, Mußt du dich selbst bezwingen, Dann wirds auch dir zu teil. 5. Ja, das ist ein Streben Voll heiliger Lust: Es ist das Gottesleben In kleiner Menschenbrust. Mel. 138: O Durchbrecher aller. * 209. Aus dem eignen Herzen quillet Aller Freuden schönster Quell, Der den Durst nach Freude stillet, Immer kräftig, rein und hell. Ach, ihr eilt mit Hast vergebens In der Welt nach Lust umher, Stockt in euch der Quell des Lebens, Ist die Welt euch freudenleer. 2. Still und klar ins Leben sehen, Ist des Lebens höchste Lust, Und, wenn Stürme ringsum wehen, Ruhig sein in eigner Brust. Ziehn auch Wolken weit und weiter Um den kleinen Erdenball: Ist in dir der Himmel heiter, O, so ist ers überall. Eigne Melodie. 210. Geistesfreiheit— unser Ziel! Jedem Jüngling, der, entschlossen, Sich mit strebenden Genossen Freudig stürzt ins Kampfgewühl, Geht sie über Lust und Spiel. 1348 129 2. Geistesfreiheit— unser Ziel! Auch dem ernsten, reifen Manne, Der sich losringt aus dem Banne Alten Wahns mit Selbstgefühl, Geht sie über Brot und Spiel. Geistesfreiheit— unser Ziel! Selbst dem schwachen, müden Greise,* er schon nach des Alters Weise i 5 verhält mehr still und kühl, Geht sie über Ruh und Spiel. 6⁰86 Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. —1 211. Der Geist, der aus der ewgen Fülle Geboren, in der Menschheit lebt, Er ist es, dessen Kraft und Wille Zu schönrem Dasein dich erhebt. Geh deinem Retter froh entgegen, Und mache eben ihm die Bahn, Dann wird er dir auf tausend Wegen— Mit Licht und Kraft und Freude nahn. Mel. 152: Schmücke dich, o liebe Seele. 0 212. Selbst zu prüfen, frei zu wählen Ist das ewge Recht der Seelen, Das der Menschheit angeboren, Das zur Freiheit sie erkoren. Ihr dies heilge Recht zu rauben Durch den Zwang zum blinden Glauben, Heißt die Gottheit selbst verhöhnen Und der Götzen⸗-Herrschaft fröhnen. 2. Von der Saat die Spreu zu sichten 4 Und des Irrtums Nacht zu lichten, Auf des freien Geistes Schwingen Immer voller einzudringen In den Schatz der ewgen Wahrheit, Und zugleich mit Ernst und Klarheit Nach des Herzens Reinheit streben, Ist das wahre Seelenleben. V 3. Nicht die Heimat über Sternen Suchen in den Sonnenfernen, Auf der Welt den Himmel schaffen Mit des freien Geistes Waffen, Helfen, daß es auf der Erde Schöner, heller, freier werde, Freier von des Wahnes Bürde, Das ist rechte Menschenwürde. 4. Klaren Blickes vorwärts schreiten, Sich den Frieden selbst bereiten, An dem Wohl der Menschheit bauen, Heißt der eignen Kraft vertrauen. Wenn wir so in allen Dingen Selbst nach Recht und Wahrheit ringen, Mildern helfen die Beschwerden: Dann, o dann wirds besser werden! Mel. 34: Die Tugend wird durchs Kreuz. 213. Die Freiheit läßt sich nicht gewinnen, Sie wird von außen nicht erstrebt, Wenn nicht zuerst sie selbst tiefinnen Im eignen Busen dich belebt. Willst du den Kampf, den großen, wagen, So setz zuerst dich selber ein: Wer fremde Fesseln will zerschlagen, Darf nicht sein eigner Sklave sein. 2. Nur reinem Herzen, reinen Händen Gebührt der Dienst im Heiligtum. Der Freiheit Werk rein zu vollenden, Dies, deutsches Volk, dies sei dein Ruhm. Die Lüge winkt, die Schmeichler locken, Mit seiner Kette spielt der Knecht: Du aber wandle unerschrocken, Und deine Waffe sei— das Recht! COIOUr& Grey Control Chart Blue Cyan Green VOIIOW Red Magenta Grey 2 Srey 3—