4 ——————— ——————— — +. * ——96——9— *554*ʃ5* * EENEπHLN TTTTÆTNTNNÆTNHHN Marianisches Zebethuch vorzüglich eingerichtet zur Verehrung der im Gnadenbilde unter dem Titel: Mariahilf in der St. Jalobs⸗Pfarrkirche zu Innsbruck wunderbarlichen Gottesmutter. Zwölfte vermehrte und verbesserte Auflage. Mit Gutheißung des hochwürdigsten fürstbischöfl. Ordinariats zu Brixen. — ⏑——— Innsbruck. Verlag der Wagner'schen Universikäts-Buchhandlung. 1862. 2* 0 Druck der Wagnerschen Buchdruckerei.—* Borrede zur zehuten Auflage. Da seit dem Jahre 1845, wo die siebente Auflage dieses Marianischen Gebetbuches vermehrt und verbessert erschien, welcher in kurzen Zwischen⸗ räumen drei andere folgten, nun schon wieder eine neue Auflage nothwendig geworden ist, so scheint der Herr demselben seinen Segen nicht zu versagen. Es wurde daher keine Mühe gespart, dieses beson⸗ ders in Tirol und vorzüglich hier in Innbruck in einigen tausend Exemplaren verbreitete Gebetbuch in verbesserter und vermehrter Auflage erscheinen zu lassen, um es dadurch noch gemeinnütziger zu machen. Es gibt wohl wenige Abtheilungen dieses Ge⸗ betbuches, in welchem nicht passend erscheinende Ver— änderungen vorgenommen, und nützliche Zusätze gemacht wurden. Insbesondere wurden die Meßgebete an den Festtagen Mariä und für die Verstorbenen, sowie auch die Gebete vor und nach der heiligen Com⸗ munion und die Andachtsübungen zum allerheiligsten Altarssakramente beinahe ganz verändert, und durch andere, bewährten, geistreichen Gebetbüchern entnom— mene Gebete ersetzt. Da aber dieses Gebetbuch, wie schon der Titel desselben besagt, vorzüglich zur Ver⸗ IV ehrung der jungfräulichen Gottesmutter Maria be⸗ stimmt ist, so wurde auch auf die zweckmäßige Ver⸗ besserung dieser Abtheilung desselben besonderer Fleiß verwendet. Vor Allem wurde die Geschichte des in der Stadtpfarrkirche zu St. Jakob in Innsbruck unter dem Titel: Mariahilf im ganzen Lande Tirol und besonders in der Landeshauptstadt hochverehrten Gna— denbildes, welche in den früheren Ausgaben dieses Gebetbuches nur kurz und mangelhaft dargestellt wurde, weitläufiger behandelt und bis auf die neuesten Zeiten fortgesetzt. Aber auch die Andachtsübungen zur jung⸗ fräulichen Gottesmutter Maria wurden in eine bessere Ordnung gebracht, und mit Weglassung einiger in den früheren Ausgaben vorkommenden Gebete durch andere aus den Schriften gotterleuchteter und gott⸗ seliger Geisteslehrer gesammelte geistreiche Andachts⸗ übungen zu Maria ersetzt. Möge der Herr auch dieser neuen Ausgabe seinen göttlichen Segen im reichlichen Maße verleihen, und ihr bei allen andächtigen Verehrern Mariä eine willkommene Aufnahme bereiten! Mögen Alle, die sich dieses Gebetbuches zur Verehrung Mariä bedienen, jene Früchte des Heiles daraus schöpfen, welche sich von dem andächtigen Gebrauche desselben für alle eifrigen und treuen Pflegkinder der göttlichen Mutter mit vollem Rechte erwarten lassen! Dies wünschet von ganzem Herzen Innsbruck am Feste des heiligen Aloisius 1855. Der Herausgeber. Ein Wort zur eilften Auflage. Da nach drei Jahren auch die zehnte Auflage dieses Marianischen Gebetbuches wieder zu Ende geht, so scheint der Herr meine Bitte um seinen Segen, die ich in der Vorrede zur zehnten Auflage ausgesprochen, in reichlichem Maße erhört zu haben. In der Hoff⸗ nung auf seinen fernern göttlichen Segen erscheint daher die eilfte Auflage. Ich habe dieser Ausgabe nichts beizufügen, als die Bemerkung, daß auch in dieser wieder vielfache Verbesserungen vorgenommen, und dieselbe mit mehreren bewährten Gebetbuchern entnommenen Gebeten und Andachtsübungen ver— mehrt wurde. Möchte doch auch diese Ausgabe etwas dazu beitragen, daß die Andacht zur unbefleckten Gottes⸗ mutter Maria immer mehr ausgebreitet werde, und so auch immer mehrere Seelen durch die allvermögende Fürsprache Mariä das ewige Heil erlangen! Darum bittet den Herrn demüthig und vertrauensvoll Junsbruck am Feste des heiligen Anselmus 1858. Der Herausgeber. VI Noch ein Wort zur zwölften Auflage. Da nach vier Jahren schon wieder eine neue Auflage dieses Marianischen Gebetbuches nothwendig wurde, so erscheint hiemit die zwölfte Auflage. Ich habe hinsichtlich dieser neuen Ausgabe nur dies We— nige zu bemerken, daß auch diese eine Vermehrung mit einigen Gebeten und Andachtsübungen erhalten hat, größere Zusätze aber absichtlich unterblieben, damit nicht dadurch das Gebetbuch zum andächtigen Gebrauche zu unbequem werde. Wohl aber wurden in den einzelnen Gebeten sehr viele Veränderungen vorgenommen; es war dabei meine Absicht und mein Bestreben, denselben dadurch mehr Faßlichkeit, Kraft und Salbung zu geben. Möge auch diese Ausgabe unter dem Schutze und Segen Maria recht viel Gutes stiften, die Lauen entzünden, und die Eifrigen im Dienste Gottes und in der Verehrung Mariä bestärken! Dies ist mein einziger Wunsch und meine herzlichste Bitte zum Herrn, dem Geber alles Guten. Innsbruck am h. Skapulierfest 1862. Der Herausgeber. Inhaltsverzeichniß. Seite Beschreibung und Geschichte des heiligen Originalbildes Mariahilf 1 Lied zu Mariahilf 21 Morgengebet. 23 Morgengebet zur allerseligsten Iunostan Maria 2⁷ Uebung der drei göttlichen Tugenden 28 Christliche Weise, alle, auch die geringsten Werke än machen und Gott aufzuopfern 30 Gute Meinung für den ganzen Tag, für die Lanse Woche, 30 für das ganze Leben. 32 I. Meßgebete an den gewöhnl ächen e Sonn⸗ In Festtagen 34 II. Meßgebete an den Festtagen der Mutter Gottes.„ 52 III. Meßgebete für die armen Seelen 69 Abendandacht 8¹ Abendandacht vor einem Bilde der Mutter Gottes. 84 Fromme Gedanken beim Schlafengehen. 86 Beichtgebete. Bitte um die Gnade recht zu beichten. 87 Gebet vor der Gewissenserforschung 88 Kurze Uebung der theologischen Tugenden 89 Uebung der Reue und des Vorsatzes 89 Eine andere Uebung der Reue und des Vorsatzes 92 Gebet zum heiligen Schutzengel vor der heiligen Beicht Kurze Gemüthserhebungen vor der heiligen Beicht Gebet unmittelbar vor dem Eintritt in den Beichtstuhl Unter der Absolution Danksagung nach der heiligen Beicht Erneuerung des guten Vorsatzes und Bitte um die Gnade der Beharrlichkeit Gebet vor Verrichtung der Buße Gebet nach Verrichtung der Bußen. Bitte um den Segen Communiongebete. Gebete vor der heiligen Communion. Gebet um die Gnade, würdig zu communiziren Aufopferung der heiligen Communion Glaube Anbetung Demuth Hoffnung. Reue und Leid Liebe ‚ Sehnsucht nach der heiligen Cemmunton Anmuthungen vor dem Hingange zur heiligen Cemmurnion Gebete nach der heiligen Communion. Erste Anmuthungen gleich nach der heiligen Communion Anbetung Danksagung Liebe Aufopferung Bitten Fürbitte für Andere Schlußgebet Gebet zur allerseligsten Jungfrau Maria vor der heiligen Beicht. 101 102 105 106 106 107 109 110 11¹ 112 113 115 115 116 117 118 120 124 +1.— IIII————————————k————4— 2— IX Communiongebete an den Festtagen der Mutter Gottes. Gebete vor der heiligen Communion. Seite Vorbereitungsgebet 269127 Uebung der nothwendigsten Tugenden · 4129 Gebet zu Marian. ů 130 Ein anderes Gebet zu Maria und Len Hellgen vor Ler heliden Communion 232432 Gebete nach der heiligen Communion. Erste Anmuthungen zu Jesus nach der heiligen Communion 12338 Danksagung 33 Bitten zu Jesus. 130 Gebet zu Maria uach der Heil igen Seunr„ 137 Aufopferung zum heiligsten Herzen Maria nach der Heiligen Com⸗ munion ů 133 Gebet zum heiligen Joseph Lach— Heiligen Coubtmnton ů 1440 Gebete zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses. Vorbereitungsgebet ‚ Erstes Gebet ö 442 Zweites Gebet. 143 Drittes Gebet. ů Iar Viertes Gebet. 14⁵ Ein kürzeres Gebet zur Gewinnung eines vollkommenen Ablases 146 Gebet, den Ablaß für eine arme Seele aufzuopfern. I47 Gebete bei Besuchungen des allerheiligsten Altars⸗ sakramentes. Uebung des Glaubens an die Gegenwart Jesu im allerheiligsten Altars sakramente. 147 Hoffnung und Vertrauen auf Jesus im Wall erheiligsten Atarssakramente 149 Liebe zu Jesus im allerheiligsten Altarssakramente.. 149 Anbetung Jesu im allerheiligsten Altarssakramente.. 151 Seite Eine andere Uebung der Anbetung Jesu im allerheiligsten Altars⸗ sakramente.— 152 Rosenkranzandacht vor dem ansgesebten allerheiligsten Sakeantent. 154 Schußgebete zum allerheiligsten Altarssakramente 258 Bittgebet zu Jesus im allerheiligsten Altarssakramente 29015½ Litanei vom allerheiligsten Altarssakramente eR Schlußgebet 63 Verehrung des hochheiligen Herzens Jesu in seinem Leiden. I. das Herz Jesu in unendlicher Trauer. 4154 II. das Herz Jesu bei der Gefangennehmung III. das Herz Jesu in Schmach und Verachtung. 28 IV. das Herz Jesu in der Geißlung und Dornenkrönung* 182 V. das Herz Jesu bei der Verurtheilung zum Tode 1470 VI. das Herz Jesu auf dem Kreuzwege 124 VII. das Herz Jesu in der Kreuzigung 1473 VIII. das Herz Jesu am Kreuze. 144 IX. das Herz Jesu mit der Lanze Lurcheohrt 126 Schlußgebet 178 Gebet zum kreuztragenden Erlöser 1 Danksagungsgebet zu Jesus am Kreuze. 280 Litanei vom Leiden Jesu 18 Andächtige Besuchung des shnrerdhaf flen Kreuzweges 8 Andachtsübungen zum heiligsten Herzen Jesu. Hingabe seiner selbst an das heiligste Herz Jesu 1 Erneuerung des Bundes mit dem heiligsten Herzen Jesu. 200 9 Abbitte an das heiligste Herz Jesu. 201 Liebe, Reue, Sehnsucht. 203 Flehentliches Gebet der ehrwürdigen Margaretha Asceane zum Herzen Jesu in allen Nöthen. 204 Gebet zum Herzen Jesu um Bewahrung der Reinigkeit 206 Bitten zum heiligsten Herzen Jesun. 4207 Litanei zum heiligsten Herzen Jesu. 21¹ Gebet bei der Herz Jesu Andacht am Monatsonniage der Herz Jesu Bruderschaft. XI Andachtsübungen zur jungfräulichen Gottesmutter Maria. N I. Abtheilung. Tägliche Gebete zu Maria. Seite Tägliche Erwählung Mariä zur Patronin 22 Tägliche Empfehlung in den Schutz Mariaä. 218 Andachtsübung des ehrwürdigen Pater Zuchi zur allerseligsten Jung⸗ frau Maria wider alle bösen Gedanken und Versuchungen. 219 Tägliches Ablaßgebet zu Maria. 24 Ein anderes tägliches Ablaßgebet zu Maria 220 Bitte an Maria, in jeder Versuchung zu beten. 220 Das berühmte Memorare des heiligen Bernard. 220 Tägliches Ablaßgebet zur unbefleckt empfangenen Funoran und Mutter Gottes Maria. ů„ 221 Schußgebete zur Mutter Gottes Maria. 221 . Abtheilung. Gebete zu Maria auf alle Tage der Woche 224 I1Il. Abtheilung. Neuntägige Andacht zu Maria. Vorerinnerung. 2384 Vorbereitungsgebet zu Maria 234 Besondere Gebete auf jeden Tag der Neuntägigen Andacht 235 IVxV. Abtheilung. Gebete zu Maria in allgemeinen und besondern Anliegen. Erstes Gebet zu Maria in jedem Anliegen„245 Zweites Gebet zu Maria in jedem Anliegen. 3 247 Drittes Gebet zu Maria in allen Anliegen.„48 Drei kurze Gebete zu Maria in schweren Anliegen„ 249 Gebet zur Mutter Gottes, Maria Hilf. 250 Bittseufzer einer reumüthigen Seele zu Marian. 254 Reue⸗ und Bittgebet zu Maria Gebet zu Maria um Trost und Casebung in Leden vnd Trübsalen 254 Gebet zu Maria um eine glückselige Sterbstunde 255 Demüthige Einladung Mariä zum letzten Ende 25 Lauretanische Litanei. 258 Danksagungsgebet zu Marian. V. Abtheilung. Neuntägige Andachten zur Vorbereitung auf die fünf Hauptfeste der allerseligsten Jungfrau Maria. Erste Novene zur Vorbereitung auf das Fest der unbefleckten Em⸗ pfängniß Mariän. 265 Zweite Novene zur Vorbereitung auf das Fest der Geburt Mariä 271 Dritte Novene zur Vorbereitung auf das Fest Mariä Verkündigung 276 Vierte Novene zur Vorbereitung auf das Fest Mariä Reinigung. 280 Fünfte Novene zur Vorbereitung auf das Fest Mariä Himmelfahrt 284 M. Abtheilung. Betrachtungen und Gebete auf die Feste der aller⸗ seligsten Jungfrau Maria. Unterricht über das Fest der unbefleckten Empfängniß Mariä 295 Zwei Gebete auf dieses Feste. 300 ö Fünf andere Gebete zur unbefleckten J Eugsten und Mutter Gottes Moria 303 Tagzeiten von der unbefleckten Empfängniß Mariä.— 9507 Fest der Reinigung Mariä. 315 Betrachtung und Gebete für das Fest der Riehrthung Marid und der Darstellung Jesu im Tempel. 3816 Fest der Verkündigung Mariä 31 Betrachtung und Gebete für das Fest Sen Berkündigung Mariä 82 Erklärung des englischen Grußes. 325 Fest der sieben Schmerzen Mariä.————27 Betrachtung für das Fest der sieben Schmerzen Mariä 328 Vertrauensvolle Empfehlung an die schmerzhafte Mutter Maria. 330 Gebet zur schmerzhaften Mutter Maria um ihren Beistand in der Todesstunde. XIII Seite Fromme Uebung zur Ehre des schmerzhaften Herzens Mariä 33 Litanei zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes Maria. 333 Kurze Tagzeiten von den sieben Mariä. 391 Das Stabat mater, oder Trauerlied zu Maria unter dem Kreode 349 Fest Mariä Heimsuchung 352 Betrachtung für das Fest der Heunsuchang Mariä 353 Am Skapulierfest 355 Fest Mariä Himmelfahrt— 356 Betrachtung und Gebete für das Fest——— Humelfohrt Mariä 357 Fest der Geburt Mariä 369 Betrachtung und Gebete für das Fest der Geburt Marid 2304 Fest des Namens Mariä 398 Fest des heiligen Rosenkranzes 85 Gebet vor dem heiligen Rosenkranze 366 Dankgebet nach dem heiligen Rosenkranze* Fest der Opferung Mariä. 3 88 Betrachtung für das Fest der Doferurg Mariä. 3 3068 Fest Mariä Schutz 374 Vll. Abtheilun g. Andachtsübungen zur Verehrung des heiligsten und unbefleckten Herzens Mariä. Vorerinnerung. 57˙½ Tägliche Aufopferung am Morgen 4m heiligsten Herden Maxid 573 145 durch welches man dem heiligsten Herzen Mariä alle Werke es Tages für die Bekehrung der Sünder aufopfert 374 10 an den Monatsonntagen der Herz Mariä Bruderschafrfrff 375 Eine Viertelstunde zur Verehrung des unbefleckten Herzens Mariä 375 Gebet am Feste des heiligsten Herzens Mariän. 381 Huldigung und vertrauensvolle Bitte zum heiligsten Herzen Marid 382 Bittgruß zum heiligsten Herzen Mariä. 385 Ablaßgebet zum unbefleckten Herzen Maria 386 Lobspruch zu den heiligsten Herzen Jesu und Mariän. 38 Litanei zum heiligsten Herzen Mariä 3 390 Achttägige Andachtsübung zum heiligsten Herzen Marid 394 XIV VIIl. Abtheilung. Gebete zu Maria um Erlangung verschiedener Gnaden und Tugenden. Seite Gebet zu Maria um Bewahrung des katholischen Glaubens 339 Gebet zu Maria um Bewahrung der Unschuld.. Anrufung der Mutter Gottes zur Bewahrung der Reinigkeit 398 Drei kurze Gebete zu Maria, um die Tugend der Keuschheit zu erlangen Gebet zu Maria um a Hahmung ihrer Tugenden 400 399 Gebet, um den mächtigen Schutz und die Fürbitte Mariä zu er⸗ langen IX. Abih.eilumng. Anrufungen der Fürbitte Mariä für Andere. Aufopferung seiner ganzen Familie an Marian. 404 Verlobung einer christlichen Haushaltung zum Dienste der Gottes⸗ mutter Maria 205 Gebet christlicher Eltern zu Maria für ihre Kinder 407 Gebet eines Kindes für seine Eltern zu Maria. 08 Gebet um den Schutz Mariä für die katholische 23— für das Vaterland und Andere. 209 Gebet zu Maria für Kranke und Sterbende 1410 Gebete zu verschiedenen Heiligen Gottes. Dank. und Bittgebet zum heiligen Schutzengel.. 410 Gebet zum heiligen Erzengel Michaeol. 413 Gebet zum heiligen Schutzengel des Vaterlandes 414 Gebet zum heiligen Schutzengel des Wohnortes 415 Gebet zu den heiligen Schutzengeln der einzelnen Kinder der Heil Kirche ů. 416 Gebet zu den heiligen Schuzengemn aller unlserer Feinde 416 Gebet zu den heiligen Schutzengeln für die armen Seelen im Fegfeuer ö n. Gebet zum eigenen heiligen Schubengel 418 Betheuerungen vor dem heiligen Schutzengel, um eine glückselige ö Sterbstunde zu erlangen ————.—. XV Seite Gebet zum heiligen Joseph, um ihn zum Patron zu erwählen. 421 Gebet zum heiligen Joseph, um durch seine Fürbitte vor schweren Sünden bewahrt zu werden. 421 Gebet zum heil. Joseph um Bewahrung der Einheit im kömisch katholischen Glauben. 422 Kurze Gebete zum heiligen Joseph um verschirdene Enaden 41423 Gebet zum heiligen Joseph in besondern Anliegen, neun Tage zu beten. 425 Responsorium zur Ehre des Heiligen Joseph. 42 Gebet zum heiligen Apostel Jakobus ů ů 428 Gebet zum heiligen Johannes von Nepomuck. 6429 Litanei zur Ehre des heiligen Johannes von Nepomuck. 429 Gebet zum heiligen Sebastian 1432 Gebet zum heiligen Alexius. 432 Responsorium zur Ehre des heiligen Antonius von Paduan. 233 Litanei zum heiligen Märtyrer Florian. 434 Gebet zum heiligen Franziskus Xaverius. 4436 Gebet zum heiligen Aloisius. 228 Ablaßgebet zum heiligen Aloisius. 38 Sechs kurze Gebete zur Verehrung des heitgen Acisius 239 Gebet zum heiligen Namenspatron..441 Drei Gebete zur heiligen Mutter Anna. 442 Sieben Bitten zur heiligen Barbara ů 4»444 Gebet zur heiligen Philomena 1440 Litanei von allen Heiligen. 447 Gebet für den Landesfürsten.. 234 Gebet für die allgemeinen Anliegen der Lanzen Christenheit 454 Andachtsübungen zur Zeit der Krankheit und für die armen Seelen. Christliches Testament. 456 Gebete um Abwendung eines Plößlichen Todes 458 Anempfehlung an Maria um Bewahrung vor Krankheit. 460 Gebet um Wiedererlangung der Gesundheit 464 Gebet nach überstandener Krankheit 462 Gebet für einen Kranken 464 Ablaßgebete für Kranke und Sterbende 465 Gebet um Geduld in der Krankheit Uebung der Ergebung in den göttlichen Willen Gebete um den göttlichen Beistand an unserm Lebensende Vier Bitten zu Jesus um ein glückseliges Ende Andacht des heil. Rosenkranzes für die armen Seelen im Feoierer Litanei für die armen Seelen. Dankbares Andenken an die verstorbenen Eltern, Wohlthäter and Freunde Bitten für unsere im Herrn entschlafenen Auvewandtr Das Vater unser für die leidenden Seelen im Fegfeuer Gebet zu Maria für die armen Seelen Gebet zum heiligen Joseph für die armen Seelen Gebete auf jeden Tag der Woche für die Seelen im Fegfeuer Verzeichniß von Ablässen * — 0 Beschreibung und Geschichte des heiligen Original-Pildes Mariahilf Stadtpfarrkirche zum heil. Jakob in Innsbruck. Dies ehrwürdige Bild ist auf Holz gemalt, hält in der Höhe 2½ Schuh, in der Breite einen Schuh neun Zoll. Es stellet die göttliche Mutter in Gestalt einer sitzenden Frau von mittlerem Alter vor. Sie hält das göttliche Kind auf ihren Armen. Der kleine Jesus umfängt liebreich der Mutter Hals, legt das rechte Füßchen auf ihren linken Arm, mit dem linken steht es auf ihrem linken Knie. Hingewandt den Blick und das Angesicht zur zärtlichen Mutter, scheint es mit bittender Miene und etwas geöffnetem Munde in seinem anscheinend hilflosen, unmündigen Zustande um Hilfe von ihrer Zärt⸗ lichkeit zu flehen. Die Kleidung der jungfräulichen Gottes⸗ mutter ist ein blauer Rock mit gelben Ueberschlägen. Schultern und Arme decket ein rother Mantel, der über die Knie zu⸗ sammengefaltet ist, über den ihr goldfarbenes fliegendes Haar, fast in der Mitte des Hauptes mit einem schwarzen Bändchen Mar. Gebetb. 1 * LNXRNX& *. — XNNNXITEIEE 2 gebunden, niedlich sich ausbreitet. Ueber das Haupt der seligsten Mutter sowohl als des göttlichen Kindes fließt ein durchsichtiger Schleier sittsam herab; ein gleicher bedecket auch den zarten Hals der Himmelskönigin, eingefaßt mit einem schwarzen Schnürchen, unter welchem 31 schwarze Kreuzlein angebracht sich finden. Zeichnung, Kolorit, Ausdruck, Ge⸗ nauigkeit und Fleiß in der Ausführung erheben dies Gemälde zu einem Meisterstücke der Kunst. Es schaut mit unaus⸗ sprechlicher Anmuth und Lieblichkeit den Beobachter an, daß man bei dem Anblicke ordentlich fühlt, was ein frommer Mann so gemüthlich und warm in folgenden Worten ausspricht: Wie wird mir doch so wohl um's Herz, Wenn ich dies Bild anschau'! Es zieht die Seele himmelwärts, Und sagt: Auf Gott vertrau'! Lukas von Kranach, ein berühmter deutscher Maler, der mit seinem eigentlichen Namen Müller hieß, und zu Kranach in Franken 1472 geboren wurde, soll nach allen Ueberliefe— rungen der kunstreiche Verfertiger dieses Bildes gewesen sein. Es war anfänglich in der Hauptkirche zum heiligen Kreuze in der Hauptstadt Dresden in Sachsen zur öffentlichen Verehrung ausgesetzt. Als aber die Reformation Luthers im Jahre 1520 auch Sachsen dahin gerissen hatte, entzog die Achtung für die Kunst dieses Mariahilf⸗Bild dem Schick— sale so vieler anderen, die bei dieser Gelegenheit entweder verstümmelt oder vernichtet wurden. Es ward in die landes⸗ fürstliche Kunst⸗ und Schatzkammer übertragen, wo es zwar einsam aber doch vor Mißhandlungen geschützt, ruhete, bis es nach den weisen Fügungen der Vorsehung ehrenvoll aus diesem Dunkel hervorgezogen wurde. Als nämlich Leopold, Erzherzog zu Oesterreich, Kaiser Ferdinand II. Bruder, damaliger Bischof von Straßburg und Bisthumsverweser von Passau, Johann Georg IJ., Churfürsten von Sachsen, der im Jahre 1611 zur Regierung gelangte, einst in Dresden einen Besuch abstattete, zeigte dieser dem erlauchten Gaste unter anderen Merkwürdigkeiten auch seine Gemäldesammlung, und drang in ihn, sich eines von den vorhandenen Stücken auszuwählen und zum Andenken zu 3 behalten. Da fiel das Auge Leopolds auf ein Marienbild, das seine ganze Aufmerksamkeit fesselte. Bei seiner besondern Andacht zur göttlichen Mutter ist es leicht erklärbar, warum er sich von der reichhaltigen Gemäldesammlung nur dieses Bild zum Andenken ausbat. Gerne überließ der Churfürst seinem hohen Gaste dieses Bild, das von nun an der beständige Begleiter des frommen Erzherzogs auf seinen vielen Reisen war. Es hatte nämlich der Erzherzog eine so große Vorliebe für dieses Bild gefaßt, daß er es beständig mit sich führte, um überall, wo er sich immer befände, vor demselben seine Andacht verrichten zu können. Anfangs brachte er es nach Passau, im Jahre 1619 aber nach Innsbruck, wo er im Jahre 1626, nachdem er zuvor die bischöfliche Würde in die Hände Sr. päpstlichen Heiligkeit Urban VIII. resignirt hatte, die Regierung Tirols und der Vorlande antrat, und darauf mit Klaudia, Prin-⸗ zessin von Toskana, verwittweten Herzogin von Urbino, sich vermählte. Nun befand sich wohl das Gnadenbild in der Stadt, aber stets in den Händen des Erzherzogs, der es in der fürstlichen Burg in einem eigenen Zimmer aufbewahrte, und vor welchem das fürstliche Ehepaar gewöhnlich seine Haus— andacht verrichtete. Da die göttliche Mutter so Manchem, der da Gelegenheit erhielt, in der landesfürstlichen Burg vor diesem Bilde seine Anliegen ihr vorzutragen, wohlthätige Hilfe leistete, mehrte sich bald das Vertrauen, und bei den eben obwaltenden schwedischen Kriegsunruhen, die ganz Deutsch⸗ land erschütterten, ließ Leopold das Bild öfters in der Pfarr— kirche aussetzen. Nach Leopolds Ableben wurde sein Sohn Ferdinand Karl nicht nur Erbe seiner Länder, sondern auch dieses so hochgeschätzten Bildes, so wie der Gottseligkeit seines durch- lauchtigsten Vaters und seiner Ehrfurcht gegen dies heilige Gnadenbild. Da mit der zunehmenden Verehrung der seligsten Jung⸗ frau vor diesem Bilde auch ihre Wohlthaten sich mehrten, nahm die Sehnsucht, diesen Gnadenschatz beständig und unge⸗ —. —— & 985). 8.. — hindert besuchen zu können, so sehr überhand, daß geistliche und weltliche Personen den Erzherzog und dessen Gemahlin Anna aus dem Medieceischen Hause mit dringenden Bitten bestürmten, sie möchten doch dies Bild zum allgemeinen Troste der ganzen Gemeinde in dem St. Jakobs⸗-Pfarr-Gotteshause beisetzen lassen. So vielen und anhaltenden Bitten vermochte das aller— durchlauchtigste Ehepaar nicht zu widerstehen. Ferdinand be— willigte die angesuchte Uebersetzung des heiligen Bildes, und es kam am 23. Juni 1650 zwischen dem Landesherrn und dem Stadtmagistrate ein Vergleich zu Stande, vermöge wel⸗ chem letzterer sich anheischig machte, eine eigene Kaplanei zu einer täglichen heiligen Messe vor dem Gnadenbilde zu er— richten,) ersterer aber die Aufsicht über das Bild, und was davon abhängt, für sich und seine Nachkommen vorbehielt, und sich noch ausdrücklich ausbedingte, wann und so oft er es wolle, sei es auf Reisen oder bei anderer Veranlassung, dieses heilige Bild nach seinem Wohlgefallen zu sich nehmen und darüber verfügen zu können. Uebrigens aber soll es auf ewige Weltzeiten von niemand andern weggenommen oder anderswohin versetzt werden dürfen. Nach dieser Uebereinkunft säumte man nicht, dies herr— liche Bild in die Stadtpfarrkirche zum heiligen Jakob zum allgemeinen Troste mit aller Feierlichkeit zu übersetzen, was am 3. Juli des nämlichen Jahres 1650 auf folgende Weise vor sich ging. Früh Morgens eröffneten die benachbarten Gemeinden, die man dazu eingeladen hatte, bei 80 an der Zahl, mit ihren Fahnen den Zug. Darauf kamen die hiesigen bürger⸗ lichen Zünfte, dann die damals bestandenen zahlreichen Bru— derschaften; ihnen folgte die Regular- und Säkular-Geistlichkeit mit brennenden Kerzen. Nun kam auf einem prachtvollen Triumphwagen das heilige Bild selbst, dem die zahlreiche Hofdienerschaft voran ging. Zu beiden Seiten saßen Priester in Levitenröcken und 18 Knaben, als Engel gekleidet, dienten zur Zierde des festlichen Wagens. ) Dieses Mariahilf⸗Kaplanei-Benefizium besteht noch heutigen Tages. 5 Ihm folgte das allerdurchlauchtigste Ehepaar Ferdinand Karl und Anna mit weißen Tarzen, sammt dem ganzen hohen und niedern Regierungspersonale, hierauf der gesammte Adel, der Stadtrath und die Bürgerschaft. Den Schluß machte eine unzählige Menge Volkes, das von allen Seiten herbei— geströmt war, Als man nun das Bild in der Pfarrkirche auf den Hochaltar gestellt hatte, wurde der Ambrosianische Lobgesang angestimmt, hierauf eine für diese Feierlichkeit geeignete Rede, dann das Hochamt gehalten, und so mit Andacht und heiliger Freude dies Fest geendet. Mit der Verehrung Mariä in diesem Bilde nahmen auch die Wohlthaten, welche die seligste Gottes gebärerin den Menschen in allerhand Anliegen verschaffte, zu, und mit ihnen mehrte sich die Andacht und das Vertrauen zur göttlichen Mutter vor diesem Bilde so, daß die Landschaft eine eigene Kirche erbaute, in Hoffnung, dieses Gnadenbild dorthin zu bekommen. Allein die allerdurchlauchtigste Landesherrschaft wollte dieses Bild nicht so weit von sich lassen, sondern in dem eigens dazu errichteten Oratorium einen beständigen und ungehinderten Zugang zu demselben haben. Die Landschaft mußte sich mit einer Abbildung des Originals, die zu nehmen ihr erlaubt ward, begnügen, und unter Kaiser Joseph II. wurde die Kirche selbst zu einer Lokalkaplaneikirche und in neuester Zeit zu einer Pfarrkirche erhoben. Das erste Nach- bild des heiligen Originals erhielt übrigens schon früher als ein Andenken vom allerdurchlauchtigsten Erzherzoge Leopold V. der Domherr von Passau, Marquard Freiherr von Schwendi, welcher eine solche Hochschätzung gegen die fürstliche Gabe hatte, daß er im Jahre 1622 auf dem heut zu Tage soge⸗ nannten Mariahilf Berge bei Passau eine eigene Kirche er⸗ richtete, wo Maria sich ebenfalls noch gegenwärtig mit reich— lichen Gnadengewährungen hilfreich erzeigt. Anfänglich erhielten sich die Gnadenerweise nur durch mündliche Ueberlieferung in dankbarem Andenken; dessenun⸗ geachtet vermehrte sich doch allenthalben das Vertrauen und die Verehrung der Mutter von der Hilfe. Im Jahre 1662 aber hielt der damalige Pfarrprediger Wilhelm Gumpenberg XSNXIXNINLX . — NXXNXEENET& 6 aus der Gesellschaft Jesu eine eigene Unterweisung, wie so— wohl die Andacht der Gläubigen mehr geordnet, als auch das Andenken der empfangenen Wohlthaten besser erhalten werden könnte. Er schrieb nämlich vor, derjenige, welcher in einer Trübsal und Noth an der Seele oder am Leibe sich befindet, und eine Gnade zu erhalten wünschet, soll mit Vertrauen zu diesem Gnadenbilde sich verfügen, und neun Tage hindurch, wo möglich in diesem Gotteshause, sofern es aber nicht sein könnte, wenigstens doch vor einem andern Mariahilf-Bilde, neun Ave Maria beten, und dabei die seligste Jungfrau durch die fünf Wunden Christi bitten, daß sie ihn in seinem An-— liegen erhören wolle. Dabei machte aber der ehrwürdige Pater, dem es weniger an äußerlichen Wundern der Güte als an den innerlichen Wundern der Gnade gelegen war, folgende Anordnuüngen: Diese neuntägige Andacht der täglichen neun Ave Maria soll 1. wenn es anders möglich ist, mit vorhergehender hei⸗ liger Beicht und Kommunion, oder doch wenigstens mit Er⸗ weckung vollkommener Reue und Leid, 2. mit dem ernsten Vorsatze, alle Sünden überhaupt, auch alle unnöthigen Unterhaltungen insbesondere zu meiden, verrichtet werden; 3. ordnete er die Meinung dieser Andacht zur Anbetung des allerheiligsten Geheimnisses der Menschwerdung Jesu Christi; 4. sollte diese Andacht auch für die leidenden Seelen im Fegfeuer, vorzüglich diejenigen, die bei Lebzeiten dieses Bild verehrt, oder wohl auch Wohlthaten bei demselben em⸗ pfangen haben, Gott aufgeopfert werden. 5. Endlich forderte P. Gumpenberg auch das Versprechen, daß, sofern jemanden seine Bitte gewährt würde, derselbe es bei seinem Gewissen mit seinem Tauf- und Zunamen schriftlich mit Beifügung des Jahres, Monates und Tages bezeugen, und dieses Bekenntniß der erlangten Wohlthat bei der Kirche hinterlegen sollte, einerseits zur schuldigen Danksagung, an⸗ dererseits zur Beförderung der Verehrung der göttlichen Mutter in diesem Bilde. 7 Von dieser Zeit an wurden die Gnadenerweise, welche die seligste Gottesgebärerin ihren Verehrern vor diesem Bilde erzeigte, fleißig aufgezeichnet, und zwar mit solchem Erfolge, daß vom Jahre 1662 bis zum ersten Jubeljahre 1750 44 große Bücher mit 4400 schriftlichen Zeugnissen der auf die Fürbitte Mariä erhaltenen Wohlthaten und besondern Gebets— erhörungen angefüllt wurden. Besonders lebendig zeigte sich das Vertrauen auf die Fürbitte der seligsten Jungfrau in allgemeinen Drangsalen, welche die Stadt oder das Land betrafen. In diesen schweren Zeiten wurde dann das Gnadenbild mit hoͤchster Ehrfurcht erhoben, und in feierlichem Bittgange durch die Stadt ge— tragen. So geschah es im Jahre 1670, in welchem am 17. Juli in der Nacht zwischen 2 und 3 Uhr sämmtliche Be⸗ wohner Innsbrucks durch ein heftiges Erdbeben aus dem Schlafe aufgschreckt wurden. Schauerlich war das Krachen der aus den Fugen gerathenen Gewölbe und Getäfel; in demselben Augenblicke hörte man das Getöse der in großer Anzahl von den Dächern herabstürzenden Schornsteine, das durch die heftige Erschütterung des Bodens hervorgebrachte Anschlagen der Glocken, und das Geheul der Thiere ver: doppelte die Furcht. Jedermann flüchtete sich in abgelegene Scheunen und auf das weite Feld; selbst die Erzherzogin⸗ Witwe Anna mit ihrer Tochter suchte ihr Heil in dem an— liegenden Hofgarten. Groß war der Gräuel der Verwüstung, den dieses Erdbeben in der Siadt anrichtete, und dazu kam noch, daß die Erdstöße durch mehrere Tage sich wiederholten. Als es nach einigen Tagen ruhiger zu werden schien, lief Alles, wiewohl mit Furcht und Zittern, den Altären zu; man stellte mitten unter einigen neuen Erschütterungen einen Bitt⸗ gang zur Mariahilfkirche außer der Innbrücke an, und trug bald darauf, nämlich am 17. August, das Mariahilfbild in feierlicher Prozession, welcher selbst die Erzherzogin Anna mit dem vornehmsten Adel beiwohnte, aus der St. Jakobs- Pfarrkirche zu der sogenannten Siebenkapellenkirche(gegen⸗ wärtig Militärmagazin in der Kohlstadt), wo es einige Zeit verblieb, um die durch das Erdbeben beschädigte Pfarrkirche indessen restauriren zu können. Nun trat wieder Ruhe ein. XVILNX — — XNXNXXXNLNXNIT& werden konnte. Tags darauf wurde das Gnadenbild in fest⸗ 8 und die Einwohner im Vertrauen auf den mächtigen Schutz Mariä legten an die Ausbesserung ihrer Häuser Hand an. Als im Jahre 1683 die Türken mit einer ungeheuren Armee Wien belagerten, wurden auch hier in Innsbruck in allen Kirchen Andachten gehalten, insbesondere aber vor dem Gnadenbilde Mariahilf viele vertrauensvolle Bitten zur Mutter der Barmherzigkeit erhoben; denn die Kaiserin Witwe Eleonora, Mutter des damaligen Kaisers Leopold I., die sich von Wien nach Innsbruck flüchtete, ließ zweimal neuntägige Andachten in der Pfarrkirche anstellen, denen sie selbst bei— wohnte, und gewiß hat auch dieses Gebet beigetragen, daß unter dem Schutze und mit Hilfe der seligsten Jungfrau die vereinigten kaiserlichen und polnischen Waffen den glänzend— sten Sieg über die türkischen Horden davontrugen. Noch einmal wurde die Stadt Innsbruck von einem heftigen Erdbeben heimgesucht, nämlich am 22. Dezember 1689, das viele Gebäude ruinirte. Besonders aber litt die St. Jakobs⸗Pfarrkirche, deren Thurm bis auf den Grund ab— getragen werden mußte. Da nun die Gefahr des Einsturzes immer höher stieg, so erhielt endlich der Stadtmagistrat auf seine dringenden Vorstellungen durch das mächtige Fürwort des damaligen Gubernators von Tirol, Karl Philipp von Pfalz⸗Neuburg, die Bewilligung eines neuen Kirchenbaues, wozu Kaiser Karl VI. 100,000 fl. beitrug. Am 12. Mai 1717 legte der Churfürst Karl Philipp(ein besonderer Gut— thäter der St. Jakobs⸗Pfarrkirche, da er es war, der den sogenannten silbernen Altar, eigentlich das festliche Hochaltar⸗ blatt, ganz von Silber mit vieler Vergoldung, mit großen Kosten herstellen ließ) selbst den ersten Grundstein, den sein Bruder, Alexander Sigmund, Bischof von Augsburg, einseg⸗ nete. Während dieses Baues wurde das Gnadenbild Maria⸗ hilf in die Spitalkirche zum heiligen Geist, die einstweilen zur Pfarrkirche dienen mußte, übersetzt. Endlich wurde das neue herrliche Gotteshaus, das noch eine Zierde Innsbrucks ist, im Jahre 1724 in der Hauptsache dergestalt zur Vollendung gebracht, daß selbes am 9. September durch den Fürstbischof von Briren, Kaspar Ignatz, Grafen von Künigl, eingeweiht 9 licher Prozession von der Spitalkirche in die neue Pfarrkirche übertragen, und auf dem Hochaltare(einem Geschenke des obgenannten Fürstbischofs) aufgestellt, worauf der erste Got— tesdienst in der neuen Pfarrkirche mit großer Feierlichkeit ge— halten wurde. Von diesem Zeitpunkte an verließ das hochverehrte Gna— denbild nie mehr seinen Platz, außer wenn es bei großen Feierlichkeiten oder veranstalteten Bittgängen durch die Gassen der Stadt getragen wurde. Das Jahr 1750 zeichnete sich in der Geschichte unseres heiligen Gnadenbildes durch eine ganz besondere Feierlichkeit aus. Es wurde nämlich in diesem Jahre, in welchem gerade 100 Jahre verflossen waren, seit das berühmte Gnadenbild Mariahilf aus der fürstlichen Burg in die St. Jakobs-Pfarr— kirche übersetzt worden war, die erste Säkularfeier zum An— denken an diese feierliche Handlung begangen. Zu diesem Zwecke wurde sowohl das Innere der Pfarrkirche als auch ihre Außenseite auf das prachtvollste verziert. Die feierlichen Gottesdienste begannen am 2. August, täglich war Predigt, von den ausgezeichnetsten Predigern der Welt⸗ und Kloster⸗ geistlichkeit Innsbrucks und der Umgebung gehalten, darauf feierliches Hochamt, Abends musikalische Litanei mit Segen. Die Feierlichkeit wurde am 9. August mit einer feierlichen Prozession durch die vornehmsten Gassen der Stadt, und nach ihrer Zurückkunft in die Pfarrkirche mit dem Te Deum lau- damus, angestimmt vom damaligen Fürstbischof von Brixen, Leopold Grafen von Spaur, unter dem Knalle des großen und kleinen Geschützes geschlossen. Die Liebe und Verehrung zum Gnadenbilde blieb aber stets lebendig in den Herzen der Bewohner Innsbrucks, und zeigte sich im schönsten Lichte, als unter der Regierung des Kaisers Joseph II. in den achtziger Jahren der Stadtpfarre die Gefahr drohte, das Gnadenbild zu verlieren, da eine kaiserliche Verordnung die Entfernung aller solcher Bilder von den Altären befahl. Besorgt um den heiligen Schatz hielten mehrere Bürger in jener Nacht, in welcher die Weg— nahme des Bildes befürchtet wurde, Wache bei dem Gnaden— bilde, und begaben sich nicht eher zur Ruhe, als bis die XXV —* —— NXXXXNXNXIIX 10 Versicherung gegeben wurde, daß das Gnadenbild nicht werde weggenommen werden. Es kam auch nicht weg; nur mußte es seinen Platz verändern. Früher stand es ober dem Ta⸗ bernakel; nun wurde es, nachdem man das Altarblatt hin⸗ weggenommen hatte, statt desselben hinpostirt, und mit einem andern Gemälde von unserm vaterländischen Künstler Schöpf umgeben. Von diesem erhabenen Platze aus blickt es noch in freundlicher Anmuth und mütterlicher Liebe herab auf die frommen Beter, und bildet den Gegenstand der innigsten Verehrung der Bürger Innsbrucks, die ihr volles Vertrauen der göttlichen Mutter schenken, das niemals zu Schanden wurde. Wie oft hört man nicht, wenn von drohenden Un⸗ glücksfällen die Rede gehet, die vertrauensvollen Worte:„O das läßt die Pfarr⸗Muttergottes nicht zu!“ Und wahrlich, selbst die neueste Zeit gibt ein auffallendes Zeugniß, wie sehr dieses Vertrauen auf Mariens Hilfe gegründet ist. Als in den dreißiger Jahren die Cholera die Runde um die Erde machte und überall ihre Opfer forderte, da flohen Innsbrucks Bewohner unter den Schutz der göttlichen Mutter. Zwei feierliche Bittgänge, wobei man das hochverehrte Gna: denbild herumtrug, wurden gehalten und zwar der erste den 29. September 1831 und der zweite am 1. August 1836. Alles nahm an denselben Theil; Hohe und Niedere, Reiche und Arme ohne Unterschied des Standes flehten um Scho⸗ nung von der drohenden Krankheit durch die Hilfe Mariens, und sieh, das vertrauensvolle Gebet wurde erhört. Während die Seuche ringsherum wüthete, war Innsbruck und die ganze Umgebung davon verschont geblieben. Und wer gedenkt nicht des verhängnißvollen Jahres 1848, in welchem bei den allgemeinen Umwälzungen auch unser Vaterland, das zwar durch seine unerschütterliche An⸗ hänglichkeit an den katholischen Glauben und seinen ange⸗— stammten Fürsten die innere Ruhe und den Frieden ungestört bewahrte, von den Einfällen rebellischer Feinde bedroht wurde? Erzherzog Johann kam, um Tirols in den Tagen der Gefahr stets bewährte Schützenkraft aufzufordern, die Gränzen des Landes zu vertheidigen, damit der Lombarde mit den Pie⸗ 11 montesen nicht in das Herz des Kaiserreiches verwüstend und zerstörend eindringe, zugleich aber dem edlen und tapfern Marschall der österreichischen Armee, Vater Radetzky den Rücken zu decken, und die Verbindung mit dem übrigen Kaiserreiche zu sichern. Auch in dieser allgemeinen Gefahr nahm Inns- bruck zur hilfreichen Gottes-Mutter seine Zuflucht. Im feier⸗ lichen Bittgange wurde das hochverehrte Gnadenbild am Palm⸗ sonntage den 16. April nach Wilten in die dortige Pfarr⸗ kirche getragen. Se. kaiserl. Hoheit Erzherzog Johann, folgend dem Beispiele seiner erlauchten Ahnherren, begleitete das heilige Bild. Wahrhaft ergreifend war die Andacht und die Zuver— sicht, welche bei dem allgemeinen Gebete in der Kirche zu Wilten sich aussprach. Das Gebet fand auch Erhörung; die eindringenden Feinde wurden zurückgeschlagen, die österreichische Armee eilte von Sieg zu Sieg, und so wurde Tirol, wurde Oesterreich gerettet. Da jedoch noch nicht alle Gefahren beseitiget waren, vielmehr eine ruchlose Partei unablässig dahin arbeitete, den Frieden in unsern Thälern zu stören, so beschloß die Bürger⸗ schaft von Innsbruck, dieß erkennend und die Größe der andern Gefahren erwägend, angeregt durch den frommen Sinn Ihrer Majestät der Kaiserin Maria-Anna, welche mit ihrem kaiserlichen Gemahl Ferdinand bei dem wiederholten Aufstande der Wiener zu Tirols treuem Volke die Zuflucht genommen, die alljährlich im Juli gehaltene Säkularfeier der Uebertragung des Gnadenbildes Mariahilf in die Pfarrkirche mit einer feierlichen Prozession zu beschließen, bei welcher das gedachte Bild abermals durch die Hauptstraßen getragen werden sollte, um Gott durch die Fürbitte Mariens um Hilfe und Abwen⸗ dung der Gefahren zu bitten, und ihm zugleich für den bis-— herigen Schutz den innigsten Dank auf eine gemeinsame öffent⸗ liche Weise darzubringen. Diese Feierlichkeit wurde durch die Theilnahme Ihrer Majestät der Kaiserin und der meisten Glieder der in unserer Mitte weilenden kaiserlichen Familie ungemein erhöht. Nur Kaiser Ferdinand war durch Unpäß⸗ lichkeit an der Theilnahme verhindert. Am 9. Juli 1848 um 8 Uhr Morgens hielten Se. fürstliche Gnaden, der Fürst⸗ bischof von Trient, Johann Nepomuck von Tschiderer, unter CENICLTCNKO —— S 12 zahlreicher Assistenz und in dem prächtigsten Ornate das Pon-— tifikalamt, nach dessen Beendigung Hochderselbe die Prozession im bischöflichen Ornate zu führen auf sich nahm. Den Zug eröffneten die Zünfte mit ihren Fahnen, diesen schlossen sich die beiden marianischen Congregationen und eine sehr lange Reihe von Männern an; hierauf folgte der Magistrat, dann die Mitglieder der hier bestehenden Ordenshäuser und die übrige Regular- und Säkulargeistlichkeit nebst einigen hohen Gästen in Chorröcken, unter diesen der nun in Gott ruhende allbekannte Fürst Alerander von Hohenlohe. Den Schluß bildete der hochw. Fürstbischof mit seiner Assistenz. Hinter demselben trugen Jünglinge auf einem herrlichen, mit dem Schmelz der prächtigsten Blumen verzierten Ferkulum das Bild der heiligsten Jungfrau, nach welchem Ihre kaiserl. Ho- heiten, Erzherzog Franz Karl(Vater Sr. Majestät des jetzt glorreich regierenden Kaisers), Ferdinand Maximilian und Karl Ludwig(Brüder des Kaisers) folgten; unmittelbar nach diesen ging Ihre Majestät die Kaiserin Maria Anna, dann Ihre kaiserl. Hoheit Erzherzogin Sophie(Mutter Sr. Majestät des jetzt regierenden Kaisers), ihren jüngsten Sohn, den Schützen— hauptmann Ludwig neben sich führend, beide Durchlauchtigste Frauen in weißen Kleidern, einen Blumenstrauß an der Brust, mit brennenden Kerzen in der Hand. Ihnen folgten ihre Hof⸗ und andere Damen des Adels; nebenher in zwei Reihen gingen 42 weißgekleidete Mädchen, grüne Kränze und bren— nende Kerzen tragend. Ewig denkwürdig werden in der Geschichte des maria— nischen Gnadenbildes Mariahilf die Tage der marianischen Jubelfeier und insbesondere der 7. Juli des Jahres 1850 bleiben. Am 3. Juli dieses Jahres erfüllten sich nämlich 200 Jahre seit der Uebertragung des Gnadenbildes Mariahilf aus der fürstlichen Residenz in die St. Jakobs-Pfarrkirche. Die Bürgerschaft Innsbrucks beschloß daher im Verein mit ihrer Seelsorgsgeistlichkeit, die Erinnerungsfeier an dieses freu— dige und segensreiche Ereigniß vom 6.— 14. Juli auf eine festliche Weise zu begehen. Schon frühzeitig war man be⸗ dacht, die nothwendigen Vorbereitungen zu treffen. Zu diesem Zwecke bildete sich aus den Mitgliedern des Wohlthätigkeits⸗ 13 Vereins unter dem Schutze des heiligen Vinzenz von Paul ein eigener Festordnungs⸗Ausschuß, der im Einverständniß mit dem Herrn Dekan und Stadtpfarrer seine Versammlungen hielt, in welchen sämmtliche abzuhaltende Feierlichkeiten be— sprochen und berathen wurden. Von diesem Festausschusse wurde nun sowohl die benachbarte Seelsorgsgeistlichkeit freund⸗ lichst ersucht, ihre Gemeinden zur Theilnahme an der Jubel⸗ feier einzuladen, als auch die Bürgerschaft Innsbrucks zu milden Beiträgen zur Bestreitung der Kosten der Jubelfeier aufgefordert, und insbesondere eingeladen, für den Tag des Umzuges mit dem Gnadenbilde durch die vorzüglichsten Theile der Stadt die Außenseite ihrer Wohnungen durch Blumen, Bilder, Fahnen, Draperien u. dgl. auf eine dem Feste ent; sprechende Weise zu zieren. Der hochwürdigste Fuͤrstbischof von Brixen, dem es des hohen Alters wegen leider nicht ge⸗ stattet war, an der Jubelfeier persönlich Antheil zu nehmen, hat nicht nur die von dem hochwürdigen Dekanat und Pfarr— amte dahier beantragte Feierlichkeit mit Woͤhlgefallen geneh· miget, sondern auch noch durch ein besonderes Circularschreiben an die hochwürdige Diözesangeistlichkeit verordnet, daß diese Säkularfeier zu gleicher Zeit in jeder selbstständigen Kirche der ganzen Diözese durch eine achttägige Andacht zur seligsten Gottesmutter, oder wenn dies unthunlich sein soll, durch eine angemessene Andacht wenigstens an den beiden Sonntagen den 7. und 14. Juli gefeiert werde. Hiedurch wurde das Lokalfest der Stadt Innsbruck zu einem allgemeinen Diö⸗ zesanfest erhoben. Je näher die Tage der Säkularfeier heranrückten, desto mehr stellte sich ungewöhnliche Thätigkeit sichtbar dar, hundert und hundert Hände waren beschäftigt, sowohl die Jubelkirche als auch Fenster und Thore der Häuser zu zieren. Von den Kuppelthürmen der Pfarrkirche wehten 2 mächtige Fahnen, weiß⸗roth und weiß grün. Ueber dem Portale unter dem Gesimse wurden die Kirchenfenster mit schönen weiß⸗rothen Vorhängen in geschmackvoller Draperie versehen, und mit Guirlandeu von Grünzweigen und Blumen umschlungen. In den 3 großen Fensterrundungen prangten das kaiserliche und das städtische Wappen, der Tiroler Adler und das österreichische XNNN NXINIININ — — 14 Hauswappen in den lebhaftesten Farben; in der Mitte prangte das herrliche Chronogramm: Der MackeLLosen Lob ers ChaLLe, und links und rechts unter demselben an den Oberlichten der zwei Nebenthore die Inschriften:„Unser Dank“ und„Unsere Bitte“, in der Oberlichte des Mittelthores das Diözesanwappen. Zu oberst an dem Frontispitze erhob sich aus grünenden Tannenzweigen ein mächtiges Kreuz zum Himmel, von wel⸗ chem aus große Gewinde auf beiden Seiten bis zu den Thürmen herabhingen. Von der großen Nische des bekränzten Giebels winkte die marmorähnliche Statue des heiligen Apostels Jakob, des Kirchenpatrons, die übrigen 8 Nischen prangten im Farbenschmelze duftender Blumen und grünender Oran— genbäume. Das Innere der Kirche prangte mit dem ohnehin schon reichen Altarschmucke im neuen Glanze. Die Seiten⸗ altäre waren mit neuen rothsammtenen goldgestickten kleinen Baldachinen geschmückt, während von den Fürstenchören neue Sammtdraperien herabhingen. Endlich brach der sehnlich erwartete sechste Juli heran. Um 2 Uhr Nachmittags verkündeten im feierlichen Tone die Glocken der Pfarrkirche den Anfang der Jubelfeier, den Freudenruf erwiedernd fielen die Glocken sämmtlicher Kirchen Innsbrucks und der Umgebung ein. Von Höttings Hügeln ertönte vielfacher Pöllerknall, und der Donner der Kanonen auf dem Neuraute erwiederte den willkommenen Gruß. Um 3 Uhr hielt der hochwürdigste Weihbischof von Brixen und Generaldikar von Vorarlberg, Herr Georg Prünster die erste feierliche Vesper, welcher Monsignor Luigi Guglielmi, Bischof von Skutari, zwei Domherren von Brixen, die Prä⸗ laten von Stams und Fiecht und viele hochwürdige Dekane und Seelsorger von nahe und ferne nebst einer großen Menge Volkes beiwohnten. Abends um 7 Uhr hielt der hochwürdige P. Rinn aus der Gesellschaft Jesu die erste Abendbetrachtung, worauf eine musikalische Litanei, vom hochwürdigsten Weih⸗ bischofe gehalten, die Feier des Vorabends schloß. Früh schon weckte das Dröhnen der Kanonen und Pöl⸗ lerknall Stadt und Land zum freudenreichen Morgen des 7. Juli. Von allen Seiten kamen Schaaren frommer Wall⸗ 15 fahrer in die freudigbewegte Stadt. Schon um 4 oder 5 Uhr früh wurde in den umliegenden Gemeinden der Hauptgottes⸗ dienst gehalten, damit jedermann noch zeitig genug nach der jubelnden Hauptstadt ziehen konnte, und so verdoppelte sich in Bälde die Zahl der Bewohner Innsbrucks. Gegen 7 Uhr prangten alle Häuser, an denen die be— ginnende Prozession vorüberziehen mußte, im festlichen Schmucke, was einen unbeschreiblich freundlichen und frommen Anblick gewährte. Kein Haus, reich oder arm, hoch oder nieder, war ungeschmückt. Die Wälder hatten Tannen und Birken, die Gärten ihre Blumen, die Alpen ihren Flor dazu geboten; herrliche Gemälde mit Goldrahmen, insbesondere das Bild der göttlichen Mutter, nahmen sich lieblich in Mitte der grünen mit Blumen durchflochtenen Gewinde aus.— Nun rückten auch von allen Seiten Schützenkompagnien, 21 an der Zahl, darunter 16 mit Fahnen und der größte Theil mit klingendem Spiele in die Stadt ein, und schlossen sich in unabsehbarer Reihe an das mittlerweile vom k. k. Militär von der Pfarr— kirche bis zur Hauptwache gebildete Spalier an. Um 7 Uhr begann unter Geschützesdonner und Glocken— schall das feierliche Hochamt, vom hochwürdigsten Weihbischof Georg Prünster gehalten, welchem Ihre kaiserlichen Majestäten, Ferdinand und Maria Anna, in frommer Andacht, umgeben von einer Schaar weißgekleideter Jungfrauen, nebst den k. k. Behörden beiwohnten. Am Schlusse des Hochamtes ertönten von neuem die Salven der Kanonen, und das weithin schallende Geläute der großen Pfarrglocke, von sämmtlichen Thürmen der Stadt er⸗— wiedert, kündete den Beginn des feierlichen Zuges an. Den- selben eröffnete die sämmtliche männliche und weibliche Schul⸗ jugend der Stadtschulen mit ihren flatternden Fähnlein, dar⸗ unter die Mädchenschule der ehrwürdigen Frauen Ursulinen, ein lieblicher Mädchenchor, weiß gekleidet mit blumenbekränztem Haupte, heilige Lieder zur Ehre der göttlichen Mutter singend. Der Schuljugend schlossen sich die 12 Zünfte der Stadt mit ihren Fahnen und Lichterstangen an. Hierauf folgte ein langer Zug Einheimischer und Fremder, die nicht in bestimmte Körperschaften eingetheilt waren, in welchem die acht Fahnen — XNI — SNENEEENNN 16 der marianischen Erzbruderschaft der 7 Schmerzen Mariä in angemessenen Zwischenräumen eingetheilt waren. Darauf er— schienen 20 zum Festzuge geladene Seelsorgsgemeinden der Umgebung, durch einen Priester und vier bis sechs Gemeinde— ausschußmänner vertreten, mit Fahnen und brennenden Kerzen. Diesen folgten die marianischen Kongregationen der Jüng— linge und der Herren und Bürger, sämmtlich mit brennenden Kerzen in der Hand, denen sich die Studierenden des Gym— nasiums und der Universität zahlreich anschlossen. Nach den Studierenden gingen zwischen zwei Kompag- nien des städtischen Schützenbataillons, seine glänzende Musik— bande an der Spitze, der städtische Gemeindeausschuß, der Stadtmagistrat und die landschaftlichen Beamten. Dann folgten die Professoren des Gömnasiums und der Universität und die k. k. Behörden in glänzender Uniform mit dem Herrn Statthalter, Kajetan Grafen von Bissingen. Nun begann der Zug der Geistlichkeit. Voran die Kör— perschaften der ehrwürdigen Väter Kapuziner, Franziskaner und Serviten, durch den darauffolgenden Pfarr-Sängerchor, der die lauretanische Litanei im vollen kräftigen Chore sang, von dem langen Zuge der zahlreichen Weltgeistlichkeit getrennt, die in blendend weißen Chorröcken mit brennenden Kerzen einherschritt; den Schluß des Klerus bildeten die hochwürdigen Prälaten von Fiecht, Stams und Wilten, der hochwürdige Herr Bragato, Beichtvater Ihrer Majestät der Kaiserin, der hochwürdige Herr Hof- und Burgpfarrer, Prälat Feigerle aus Wien, dann der hochwürdigste Herr Luigi Guglielmi, Bischof von Skutari, und der den Zug führende hochwürdigste Bischof von Hypsopel, Georg Prünster, beide im glänzenden Ornate. Nun kam Innsbrucks kostbarstes Kleinod, das heilige Gnadenbild auf einem schönen in altgothischer Form verfer— tigten und reich vergoldeten Tragaltare, der ruhend auf den Schultern von Männern und Jünglingen der beiden maria— nischen Kongregationen, von denen 48 erwählt wurden, die abwechselnd, je zwölf, denselben trugen, weithin dem zahlreich versammelten Volke das hochverehrte Gnadenbild zu sehen gestattete. Demselben folgten Ihre Majestäten Kaiser Ferdinand und die Kaiserin Maria Anna, mit Seiner kaiserl. Hoheit 17 dem Erzherzog Ludwig, dem erlauchten Oheim des Kaisers Ferdinand. Ihnen folgten der Hofstaat und viele Damen der Stadt. Zu beiden Seiten des Zuges von den Prälaten angefangen bis zum Ende des Hofstaates gingen weiß ge— kleidet, mit Schleier und Kränzen geschmückt, theils Körbchen mit duftenden Blumen, theils brennende Kerzen tragend, 200 Töchter des Adels, der Beamten und Bürger der Stadt, an welche sich unter Vortragung des glänzenden Labarum der Unbefleckten, noch 200 andere weißgekleidete anschlossen. Diesen reihten sich an die marianischen Kongregationen der Jung— frauen und der Frauen, und der Frauenverein unter dem Schutze der heiligen Elisabeth, sämmtlich mit brennenden Kerzen. An diese schloß sich das übrige andächtige Frauen⸗ volk in zahlloser Menge. So geordnet ging der Zug den an Laubgewinden reichen Stadiplatz entlang in die Neustadt hinauf, welche, mit Tep⸗ pichen und Tapeten vielfach behangen und mit Blumen und schönen Bildern geschmückt, den reizendsten Anblick gewährte. Von da hinab sich ziehend schwenkte der Zug über den Fran⸗ ziskanergraben in die bilderreiche Museumsgasse ein. Dann bog die Prozession in die obere ebenfalls hübschverzierte Sill⸗ gasse und in die Universitätsgasse ein, wo an der majestäti⸗ schen Dreifaltigkeitskirche ein lebensgroßes Marienbild unter einem sammtenen Baldachin die Vorübergehenden erbaute. Dann zog die Prozession den weiten baumbepflanzten Renn⸗ platz an der Seite der schön gezierten Hofburg hinab, und unter dem grüngezierten Mauthgebäude einlenkend auf der neu angelegten Straße am Inn in den mit sinnigen In⸗ schriften und flatternden Fähnlein zierlich geschmückten Innrain hinaus. Vor der in einen Blumengarten verwandelten Vor- halle der Johanneskirche vorüberziehend lenkte der feierliche Zug auf der andern Seite des Innrains, begrüßt von dem altarähnlichen Schmucke der Ursulinenkirche, in den Ursuliner⸗ graben ein, dann herab sich biegend durch den Stadtplatz in die Pfarrgasse zog die Prozession gegen halb zwölf Uhr in die Jubelkirche zurück. So endete der unvergeßliche Vormittag des 7. Juli, an welchem Stadt und Land in ungeheuchelter Freude der jung— Mar. Gebetb. 2 XXNVXXIXXXNTNTNNN 18 fräulichen Gottesmutter die Huldigung der kindlichsten Liebe, der tiefsten Ehrfurcht und der innigsten Andacht darbrachte, die ungeachtet der unermeßlichen Menschenmenge durch keinen Unfall und keine Unordnung gestört wurde. Nachmittag um 3 Uhr war die erste Festpredigt, worauf der hochwürdigste Luigi Guglielmi, Bischof von Skutari, die feierliche Vesper sang. Um 5 Uhr Abends wurde der heilige Rosenkranz ge— betet, und um 7 Uhr Abends die marianische Betrachtung gehalten, worauf die feierliche musikalische Litanei folgte. An den übrigen Tagen der Säkularfeier war immer um 9 Uhr Predigt, darauf ein feierliches Hochamt; Nachmittag wurde um 3 Uhr feierliche Vesper und um 5 Uhr der heilige Rosenkranz gehalten, während Abends um 7 Uhr die Be⸗ trachtung und Litanei jeden Tag schloß. Sämmtliche feierliche gottesdienstliche Handlungen wurden stets durch Kanonen- donner angekündet.— An jedem Wochentage der Säkular— feier zogen mehrere Gemeinden der Umgebung in feierlichem Bittgange zum heiligen Gnadenbilde, dort ihren tiefgefühlten Dank und ihre neue herzliche Bitte um fernern Schutz der jungfräulichen Gottesmutter vorzutragen. Der Zudrang zu den heiligen Sakramenten während der Säkularfeier war so groß, daß die Zahl der während derselben in der Jubelkirche gespendeten Kommunionen auf 20,000 geschätzt wurde, und eben so viele mögen in den übrigen Kirchen gereicht worden sein. Insbesondere schien es an den letzten 2 Tagen, daß selbst die mehr als 50 Beichtväter der Stadt dem Andrang der Andächtigen nicht genügen konnten.— Manchen Tag wurden mehr als 60 heilige Messen in der Jubelkirche ge⸗ lesen; denn das Fremdenbuch in der Pfarrsakristei weiset mehr als 100 auswärtige Priester auf, von denen Viele mehrere Tage daselbst zelebrirten. Die Erzdiözesen München, Wien, Prag und Salzburg nebst den Diözesen Brixen, Trient und Verona waren da vertreten. Obschon tagtäglich die weiten Räume der Jubelkirche insbesondere zur Zeit der gottesdienstlichen Handlungen von frommen Andächtigen vollgedrängt waren, ja selbst der große Vorplatz vor derselben mit einer Masse Menschen gefüllt war, so übertraf doch am letzten Tage der Zudrang alle Begriffe. Wer nur immer konnte, von Nahe und Ferne, wollte seine 19 Verehrung und Theilnahme bezeigen.— Endlich schlug die Stunde des Schlusses, noch zu früh für viele fromme Herzen, die sich in der Verehrung Mariä so glücklich fühlten. Mächtig rauschten die Töne der Orgel, Posaunenschall und Pauken⸗ wirbel durch die Hallen der Kirche zum vielstimmigen Te Deum laudamus; die Glocken stimmten im feierlichen Klange mit ein, begleitet vom rollenden Donner der Kanonen; da erglänzten auf den Hügeln und Bergen der weiten Umgebung Freudenfeuer zur Ehre Mariens, tief in die Nacht hinein⸗ tragend die Kunde der vollendeten Jubelfeier. So war diese zweite Säkularfeier nicht bloß ein glän⸗ zendes, öffentlich ausgesprochenes Zeugniß der tiefen und in. nigen Verehrung und Andacht der Tiroler und insbesondere der Bewohner der Landeshauptstadt gegen die jungfräuliche Gottesmutter Maria, sie war auch ein Triumph des Glaubens und der Frömmigkeit über den Unglauben und Indifferen⸗ tismus des herrschenden Zeitgeistes und ein feierliches Ge— löbniß des Tiroler Volkes, unerschütterlich fest an Gott und seiner heiligen Kirche zu halten. Seit diesem ewig denkwürdigen Jahre der zweiten Sä⸗ kularfeier hat sich in Betreff des marianischen Gnadenbildes nichts besonders Merkwürdiges ereignet bis zum Jahre 1855, in welchem aus Anlaß der Verkündigung der Glaubenslehre von der unbefleckten Empfängniß der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria im Auftrage des hochwürdigsten fürst⸗ bischöflichen Ordinariates am 17., 18. und 19. März in der St. Jakobs Stadtpfarrkirche eine kirchliche Feier gehalten wurde.— So wie in Tirol die Verehrung und Andacht zu Maria stets im vorzüglichen Grade blühte, so lebte auch im Tiroler Volke der Glaube an ihre unbefleckte Empfängniß, lange bevor noch dieselbe von der Kirche als wirkliche Glau— benslehre erklärt wurde. Von diesem Glauben hatte das Tiroler Volk schon vor mehr als 150 Jahren ein öffentliches feierliches Zeugniß abgelegt, indem die hohen Stände Tirols im Namen desselben zum Dank für die so schnelle und glück⸗ liche Befreiung des Vaterlandes vom bairischen Einfalle im Jahre 1703 in der Neustadt Innsbrucks eine herrliche mar— morne Denksäule zur Ehre der unbefleckten Empfängniß 2* 2.. NNENTTTNNTNTNNNNCN& *. — 20 Mariä, deren Bild auf der Spitze der Säule prangt errichten ließen. Deßwegen wurde auch in Tirol die Nachricht von der feierlichen Verkündigung der Glaubenslehre der unbefleckten Empfängniß Mariä durch Papst Pius IX. am 8. Dezember 1854 mit allgemeinem Jubel begrüßt, und die aus diesem Anlaß vom hochwürdigsten fürstbischöflichen Ordinariate an— geordnete kirchliche Feier in der ganzen Diözese, insbesondere in der Hauptstadt Tirols, die von jeher in der Verehrung und Liebe zu Maria einen ausgezeichneten Platz einnahm, mit großer Feierlichkeit gehalten. Der Anfang der kirchlichen Feier wurde am 17. Nachmittags um 2 Uhr durch ein halb⸗ stündiges Geläute der Glocken aller Kirchen Innsbrucks den Gläubigen angekündet. Am 18. fand vor dem feierlichen Pontifikalamt im Beisein der hohen tirolisch⸗ständischen Lan— desvertretung die Verkündigung der katholischen Glaubens- lehre von der unbefleckten Empfängniß Mariä mittelst der Vorlesung des Hirtenbriefes des hochwürdigsten Fürstbischofes statt. Den Glanzpunkt der ganzen Festlichkeit bildete aber die feierliche Prozession, welche am 18. Nachmittags mit dem hochwürdigsten Gute gehalten wurde, wobei auch das Gna⸗ denbild Mariahilf, umgeben von festlich gekleideten Mäd⸗ chen mit Lilien in den Händen und von marianischen Sodalen durch die Hauptstraßen der Stadt getragen wurde. Auch bei dieser Prozession hat die Hauptstadt des Landes wie bei der großen Jubelfeier im Jahre 1850 ein schönes öffentliches Zeugniß ihrer alten Verehrung und Liebe zu Maria abgelegt, indem nebst der hohen ständischen Landesvertretung und vielen k. k. Beamten eine unermeßliche Menge Andächtiger aus allen Ständen daran Theil nahm. Möchte diese kurze aber wahrhafte Darstellung der Ge⸗ schichte des heiligen Originalbildes Mariahilf dazu bei⸗ tragen, nicht nur in den Herzen aller derjenigen, die dieses Gebetbuches sich bedienen werden, die Verehrung, Liebe und das Vertrauen zu Maria in diesem Gnadenbilde lebendig zu erhalten und noch zu vermehren, sonderu auch bei denen, in welchen die Liebe und Andacht zu Maria völlig erstorben ist, dieselbe aufs neue zu erwecken, und so der göttlichen Mutter immer mehrere wahre Verehrer und Pflegkinder zu verschaffen! Cied zu Mariahilf. Sei gegrüßt in diesem Gnadenbilde, Sei, Maria herzlich uns gegrüßt! Mächtig zieht uns an die hohe Milde, Die aus deinem Auge sich ergießt. O wie wohl ist mir zu jeder Stunde, Da ich klage dir der Seele Schmerz! Balsam gießest du in meine Wunde, Und Erquickung in das bange Herz. Deiner Tugend und Verdienste Zierde Glänzt zunächst an Gottes Gnadenthron; Staunend schaut der Cherub deine Würde, Da dich ehrt als Mutter Gottes Sohn. Ja auf dich will ich die Hoffnung bauen, Deine Macht und Liebe bürgen mir: Und ich weiß, die fest auf dich vertrauen, Danken, Jungfrau, ihre Rettung dir. Die Gefahr der Seele macht mich beben, Da der Feind mich dränget ohne Rast; Oft, ach, hab' ich treulos mich ergeben, Und es mehrt sich meine Schuldenlast. Hab' Erbarmen, Mutter, und erflehe Wahre Buße mir und festen Sinn, Daß ich siegreich in dem Kampfe stehe, Den ich täglich wieder neu beginn'. 22 Laß dein Bild vor meinem Geiste schweben, Deiner Tugend Bild, so reich geschmückt; Laß mich üben treuer stets im Leben, Was an dir so himmlisch mich entzückt; Du wirst mich die hohe Weisheit lehren: Treue Sorge für den Gnadenstand; Wirst die Sehnsucht meines Herzens kehren Von der Welt zum wahren Heimatland. Elend herrscht in diesem Thal der Zähren, Groß und vielfach ist des Lebens Noth; Furchtbar droht die Bosheit sich zu mehren, Und die Seelen stürzen in den Tod. Die du hast der Schlange Kopf zertreten, Und verscheucht des Truges finst're Nacht, O Maria, eile uns zu retten! Laß uns schauen deiner Hilfe Macht. Durch den Einen Glauben fest verbunden Widmet deinem Dienste sich Tirol; Hat darin den größten Ruhm gefunden, Seine Kraft und seiner Kinder Wohl. Daß uns dauerhaft dies Glück verbleibe, Mutter Gottes, o Maria, hilf! Daß der Glaube Himmelsfrüchte treibe, Gnadenmutter, o Maria, hilf! Morgengebete. (Beim Erwachen mache das heil. Kreuzzeichen und sprich:) Es segne mich mein Gott und Vater, wasche und reinige mich mit dem Blute Jesu, und heilige mich durch die Gnade des heiligen Geistes. Amen. Ehre sei Gott dem Vater, der mich erschaffen, und dem Sohne, der mich erlöset, und dem heiligen Geiste, der mich geheiliget hat. Jesus, Maria und Joseph! Euch schenke ich mein Herz und meine Seele. (òUnter dem Ankleiden erwecke in deinem Herzen fromme Anmuthungen und sprich langsam und bedachtsam:) Ich danke dir, o gütigster Gott, daß du mich durch deine Gnade diese Nacht bewahret hast, in welcher so viele gestorben und ewig verloren gegangen sind. Dir, o mein Jesus schenke ich diesen Tag und jeden Augenblick desselben; dir zu lieb, o mein Jesus! will ich Alles thun und leiden; dir will ich leben und sterben. 24 Rachdem du dich angekleidet hast, besprenge dich mit dem Weihwasser und bete dabei:) Durch dieses gesegnete Wasser und durch das heiligste Blut Jesu reinige mich, o mein Gott! von allen Sünden, und bewahre mich vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Im Namen Gottes 1des Vaters, und 7 des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. (Verrichte dann knieend folgende Gebete:) O anbetungswürdige Majestät meines Gottes! Ein Gott in drei Personen; ich werfe mich hier vor dir nieder, und bete dich in tiefster Demuth an. Ich vereinige meine geringe Anbetung mit den Anbetungen, welche dir die seligste Jungfrau Maria und alle Engel und Heiligen im Himmel darbringen, und durch die ganze Ewigkeit dir darbringen werden, und nehme mir kräftig vor, heute und alle Tage meines Lebens dir getreu zu dienen, und dich in allen Dingen zu verherrlichen. — — 9 Ich danke dir, o mein Herr und Gott! für alle die unzählbaren Gnaden, die du mir erwiesen hast; besonders dafür, daß du mir das Leben gegeben hast, um dich zu erkennen, dich zu lieben und dich ewig zu besitzen; daß du mich durch das kostbare Blut deines göttlichen Sohnes, Jesus Christus, erlöst, und durch deinen h. Geist in der h. Taufe und in den andern Sakramenten geheiliget hast; auch dafür danke ich dir, daß du mich diese Nacht vor allen Gefahren des Leibes und der Seele bewahret und den heutigen Tag aus unendlicher Güte hast erleben lassen. * XXXXXNXNIXXNN — Mein Gott! ich glaube alles fest, was die katholische, apostolische, römische Kirche glaubt und lehrt, weil du es geoffenbaret hast, der du die ewige Weisheit und untrüg— 25 liche Wahrheit bist. Ich hoffe, daß du mir durch die Verdienste Jesu Christi und meine Mitwirkung in dieser Welt die Verzeihung meiner Sünden und deine Gnade, in der andern aber die ewige Freude verleihen wirst, weil du unendlich gütig, allmächtig und in deinen Verheißungen unendlich getreu bist. Ich liebe dich von ganzem Herzen, weil du unendlich vollkommen und in dir selbst unendlich liebenswürdig bist. Auch meinen Nächsten liebe ich wie mich selbst aus Liebe zu dir. Aufopferung. Ich opfere dir auf, o mein Gott! alles, was ich heute denken, reden, thun und leiden werde in Vereinigung dessen, was Jesus Christus, mein liebster Heiland, gedacht, geredet, gethan und gelitten hat. Ich opfere dir zugleich alle jene Werke, welche in der ganzen Welt heute dir zu Ehren geschehen; ich verlange aller Verdienste derselben theilhaftig zu werden, so wie aller h. Ablässe, die ich ge— winnen kann. Nimm alles dieses auf, o mein Gott! zu deinem Lobe und zu deiner Ehre, zur Danksagung für* alle Gnaden und Wohlthaten, die du mir erwiesen hast, zur Genugthuung für alle Sünden, die ich begangen habe, zur Erlangung aller Gnaden, um welche ich dich ver— trauensvoll bitte, und zum Trost und Heil aller Leben— digen und Abgestorbenen, vorzüglich derjenigen, für welche ich besonders zu beten schuldig bin. * Bitte. Segne, o mein Gott und Vater! meinen Vorsatz, ganz dein zu sein, und hilf mir mit deiner Gnade, damit ich ihn treu erfüllen möge. Ich bin aus mir selbst nur ein armes Geschöpf voll Elend und Sündhaftigkeit. Ohne deinen Beistand kann ich nichts Verdienstliches thun. — 2 Stärke mich durch deine Gnade, daß ich heute und in Zukunft nicht mehr in die Fehler und Sünden zurückfalle, zu welchen mich meine Leidenschaften und bösen Gewohn⸗ heiten schon so oft hingerissen haben. Gib mir auch Kraft, daß ich die Leiden, die du heute und alle meine Lebenstage hindurch über mich schicken oder zulassen wirst, geduldig und zu deiner Ehre ertrage. Verleihe mir, o gütigster Gott! daß ich eher sterbe, als dich jemals mit einer schweren Sünde beleidige. iKL zur seligsten Jungfrau Maria. Heiligste Jungfrau, Mutter Gottes und Zuflucht der Sünder! Ich werfe mich voll Vertrauen in die mütter⸗— lichen Arme deiner Liebe und Barmherzigkeit. Ach wende deine barmherzigen Augen zu mir, erzeige dich heute und allzeit gegen mich als eine mächtige und gütige Mutter, schütze mich in den Versuchungen und Gefahren, die meiner Seele heute drohen, und stehe mir bei, daß ich den An— fällen der Feinde meines Heiles nicht unterliege. Sei mit mir in den Gefahren, denen ich immerdar ausgesetzt bin, und erlange mir die Gnade, diesen Tag und alle Tage meines Lebens in der Uebung der Liebe meines Gottes und in der treuen Ausübung der Tugenden und Schuldigkeiten zuzubringen, die meinem Stande ange— messen sind. ö Durch deine heilige Jungfrauschaft und unbefleckte Empfängniß, o reinste Jungfrau Maria! reinige mein Herz, Leib und Seele, im Namen Gottes 7 des Vaters, und des Sohnes, und des h. Geistes. Amen. Heiliger Joseph, du treuer Nährvater meines lieben Jesus, du Bräutigam der unbefleckten Jungfrau Maria! ***.—.——— 9l. Glessen ö 27 Sei auch heute mein Beschützer, mein Fürsprecher und Führer auf dem Wege des Heiles. Erlange mir die Gnade, alles, was ich thue, wie du, zur Ehre Gottes und in Gegenwart Jesu und Mariä zu verrichten, und stehe mir bei alle Tage meines Lebens, besonders aber in der Stunde meines Todes. Und du, mein h. Schutzengel, führe mich durch alle Gefahren dieses Tages unverletzt hindurch,»und bewahre mich vor allem Uebel des Leibes und der Seele. Engel Gottes, mein Beschützer, dem Gottes Vater— liebe mich empfohlen hat, erleuchte, beschütze, leite und regiere mich.(Ablaß von 100 Tagen.) Mein heiliger Namenspatron N.(Namenspatronin N.) und ihr andern meine heiligen Patronen N. N., erlanget mir von Gott die Gnade, daß ich in euren Fußstapfen wandle, daß ich ihm heute eifrig diene, und ihn mit keiner Sünde beleidige; bittet für mich, daß ich in seiner Gnade lebe und sterbe. Amen. Morgengebet. zur allerseligsten Jungfrau Maria. (Vom heiligen Aloysius.) Meine heilige Gebieterin, seligste Jungfrau Maria! In deine gesegnete Treue, in deinen besonderen Schutz und in den Schooß deiner Barmherzigkeit empfehle ich heute und täglich und in meiner letzten Stunde meine Seele und meinen Leib; dir vertraue und übergebe ich alle meine Hoffnung und meinen Trost, meine Drangsalen und Leiden, mein Leben und meines Lebens Ende, damit durch deine heilige Fürbitte und Verdienste alle meine Werke nach dem Willen deines göttlichen Sohnes geordnet und gelenket werden. Amen. V. In aller Trübsal, Gefahr und Noth: R. Komm uns zu Hilfe, o gütigste Jungfrau Maria! Ae bung der drei göttlichen Dugenden. Wer die Uebungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe täglich mit wahrer Andacht betet, kaunn allemal einen unvollkommenen Ablaß von 7 Jahren und 7 Qusidragenen— monatlich einmal— und in der Sterbestunde einen vollkommenen Ablaß gewinnen. Benedikt XIV. 28. Jänner 1756. Uebung des Glaubens. Sohn und heiliger Geist, der du alles erschaffen hast, der du alles erhältst und regierest, der du das Gute belohnest uiid das Böse bestrafest. Ich glaube, daß der Sohn am Krenze zu erlösen, und daß der heilige Geist durch senle Gnade uns heiliget. Ich glaube und bekenne alles, was Zesus Christus gelehret hat, was die Apostel gepre⸗ viget haben, und was die heilige römische katholische Kirche uns zu glauben vorstellet. Dieses alles glaube ich, weil noch 259— werden kann. 9 vermehre meinen ö 2 11—391 Ich glaube an dich, wahrer, dreieiniger Gott, Vater, Gottes Mensch geworden ist, um uns durch seinen Tod diu es, o Gott, geoffenbaret hast, der du die ewige Wahr⸗ — he und unendliche Weisheit bist, welche weder Smeian —————— * ————ꝓf———— — 29 Uebung der Hoffnung. Ich hoffe und vertraue auf deine unendliche Güte und Barmherzigkeit, o Gott, daß du mir durch die unendlichen Verdienste deines eingebornen Sohnes Jesu Christi in diesem Leben die Erkenntniß, wahre Reue und Verzeihung meiner Sünden ertheilen, nach dem Tode aber die ewige Seligkeit geben und verleihen wirst, dich von Angesicht zu Angesicht zu sehen und zu lieben, und ohne Ende zu ge⸗ nießen. Ich hoffe auch von dir die nöthigen Mittel, alles dieses zu erlangen, weil du es versprochen hast, der du allmächtig, getreu, unendlich gütig und barmherzig bist. O Gott! stärke meine Hoffnung. Uebung der Liebe. O mein Gott! ich liebe dich aus meinem ganzen Herzen über alles, weil du das höchste Gut, weil dir unendlich vollkommen und aller Liebe würdig bist; auch darum liebe ich dich, weil du gegen mich und alle Geschöpfe höchst gütig bist. Ich wünsche von ganzem Herzen, daß ich dich eben so lieben möchte, wie dich deine treuesten Diener lieben und geliebet haben; mit deren Liebe vereinige ich meine unvollkommene Liebe; vermehre sie in mir, gütigster Herr! immer mehr und mehr. Weil ich dich nun aufrichtig und innigst zu lieben wünsche, und es zu thun mich ernstlich bestrebe, so ist es mir von Herzen leid, daß ich dich, mein höchstes Gut, welches ich über alles liebe, meinen Schöpfer, Erlöser und Heiligmacher erzürnet habe, es schmerzet mich, daß ich gesündiget, daß ich dich meinen allmächtigen Herrn, meinen besten Vater, beleidiget habes Ich nehme mir ernstlich vor, alle Sünden sammit allen bösen Gelegenheiten zu meiden, die begangenen Missethaten mehr und mehr zu bereuen, und niemals mehr wider deinen 4 7 — XXXXXXNXXXXR&X ——————8—— heiligsten Willen zu handeln. Nimm mich wieder zu deinem Kinde auf, und gib mir die Gnade zur Erfüllung dieses meines Vorsatzes. Darum bitte ich dich durch die unend— lichen Verdienste deines göttlichen Sohnes, unsers Herrn und Erlösers Jesu Christi. Amen. Christliche Weise alle, auch die geringsten Werke verdienstlich zu machen ö und Gott aufzuopfern. Heiligster Herr und Gott! aus Liebe zu dir und aus Begierde, dir das höchste Wohlgefallen zu verschaffen, opfere ich, deine unwürdige Kreatur, dir jetzt, und begehre alle Augenblicke meines Lebens auf die immer möglich beste Weise mich mit allem, was ich bin und habe, dir aufzu⸗ opfern. Meinen Leib, meine Seele, das Gedächtniß, den Verstand und den Willen, mein Sehen und Hören, Gehen und Stehen, mein Athmen und Seufzen, meine Gedanken und Begierden und endlich alle Bewegungen des Leibes und der Seele, mit allen innerlichen und äußerlichen na⸗ türlichen und freiwilligen Werken des heutigen Tages und meines ganzen Lebens, ja auch alle Uebungen der Liebe, mit welchen ich dich, wie ich hoffe, in Ewigkeit lieben werde, all dies schenke und opfere ich dir freiwillig auf, in der Absicht und mit dem Verlangen, dir mit jedem dieser Werke, wo möglich, eine unendliche Ehre zu erzeigen, und mit unendlicher Liebe dich zu lieben. Damit nun dies mein Opfer, diese meine Werke dir uni so besser gefallen, so vereinige ich sie mit den allerhei⸗ ligsten Gedanken, Worten und Werken unsers Herrn Jesu Christi, der allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria und aller Heiligen, welche je gewesen sind und noch sein werden. Mit denselben opfere ich dir auch auf 31 die Gnaden und Vollkommenheiten aller Engel, die Tugen⸗ den und Verdienste der Patriarchen und Propheten, den Eifer und die Bemühungen der Apostel, die Peinen und Leiden der Märtyrer, die Bußübungen und Abtödtungen der Beichtiger, die Liebe und Reinigkeit der Jungfrauen, kurz alle Tugenden, Verdienste und Vollkommenheiten aller Heiligen in dem Himmel und aller Gerechten auf Erden, die gewesen sind, wirklich sind und noch sein werden, nebst allem Kreuze, allen Widerwärtigkeiten, aller Armuth, allen Krankheiten und Schmerzen aller Menschen auf Erden und aller Seelen im Fegfeuer. Diesen schließe ich auch an alle Werke des Lobes und der Liebe, welche alle Engel und Heiligen in Ewigkeit im Himmel verrichten. ö Ueberdies opfere ich dir auf alle heiligen M keßopfer, welche heute in der ganzen Welt dargebracht werden. Ich opfere dir auch auf alle Leiden und Schmerzen, die mir heute von deiner liebevollen Vaterhand gesendet werden. Mein kräftiger Vorsatz ist, alles willig und dir zu Wiebe und in Vereinigung mit den Leiden Jesu zu ertragen. Diese meine Meinung soll gelten in allen meinen auch geringsten Werken; ich will dadurch nur allein meine Liebe Gott bezeugen, dem ich meinen Verstand, mein Gedächtniß und meinen Willen, meinen Leib und meine Seele über⸗ gebe, den ich durch alles, was ich denke, rede, thue Andd leide, zu ehren und zu lieben verlange, weil er mein Gott, das höchste, unendliche Gut und daher aller Ehre und Liebe unendlich würdig ist. Gib mir, o mein Gott! die Gnade, daß diese meine gute Meinung nie durch eine Sünde oder widrige Mei⸗ nung verändert oder vernichtet werde, und wenn dies aus Schwachheit geschehen sollte, so verlange ich, daß sie durch das erste Athemholen wieder vollkommen erneuert werde. Amen. — — XNNXNEA — IKCETTNNINTRAR&& Nun bitte ich, du wollest mir die Gnade verleihen, daß ich dich von Tag zu Tag immer inbrünstiger liebe, dir vollkommener diene, und mit immer größerer Reinheit der Absicht meine Werke zu deiner Verherrlichung verrichte. O mein Gott und mein Herr! das zu thun, was deiner göttlichen Majestät wohlgefällt, dies soll mein Paradies auf Erden sein. Amen. Gute Meinung für den ganzen Dag, für die ganze Woche, ja für das ganze Leben. (Ist überhaupt sehr nützlich, und schickt sich besonders an Sonn⸗ und Feiertagen, beim Schlusse der heiligen Messe oder des Hochamtes, auch beim Beschlusse der heiligen Kommuniongebete.) O mein Gott, mein Schöpfer, Erlöser und Selig⸗ macher! du kennst das Verlangen meines Herzens. Ich liebe dich, und wünschte dich täglch und stündlich nach Gebühr anzubeten, zu loben und in allen Dingen dir ge— treu zu dienen. Weil aber die Geschäfte des gegenwärtigen Lebens mir nicht gestatten, mein Gemüth unaufhörlich mit dir zu beschäftigen, so schließe ich mit dir diesen Bund, welcher diese Woche, und mein ganzes Leben hindurch feststehen soll: 1) So oft ich zum Himmel schauen werde, so oft will ich mich erfreuen und frohlocken über deine unendlichen Vollkommenheiten, daß du bist, der du bist, unendlich mächtig, weise, gütig und gerecht, und will so oft dich angebetet haben. 2) So oft ich Athem holen werde, will ich dir das Leben, Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu Christi auf⸗ opfern zu deinem immerwährenden Lobe, zum Heile aller Menschen und zur Genugthuung für alle Sünden der ganzen Welt. 33 3) So oft mein Mund, oder auch nur mein Herz zu dir seufzen wird, so oft will ich verabscheuen und ver— dammen alle Sünden, sowohl die meinigen, als auch die, welche vom Anfange der Welt zu deiner Beleidi⸗ gung sind begangen worden. 4) So oft ich eine Hand oder einen Fuß bewegen werde, so oft will ich aus Liebe zu dir mich ganz und gar deinem heiligsten Willen übergeben, damit du in der Zeit und Ewigkeit nach deinem anbetungswürdigsten Wohlgefallen mit mir schalten wollest. 5) Endlich so oft mein Puls schlagen wird, so oft soll das eben so viel bedeuten, als die englischen Worte: Heilig, heilig, heilig bist du, o Herr, du König des Himmels und der Erde! Ich wünsche und bitte, daß du alle meine Pulsschläge ebenso aufnehmen wollest, wie du jenen englischen Lobge⸗ sang aufnimmst. ö Dieses, o mein Gott! ist mein redlicher Wille und meine Meinung. Und damit diese so eben erwähnten fünf Punkte nicht umgestoßen werden, bekräftige ich sie mit dem Zeichen deiner heiligen fünf Wunden, o mein Jesus! und ich will, daß sie immer gelten und so gemeint sein sollen, wenn ich schon alsdann, so oft jede dieser genannten Handlungen geschieht, an diese meine Meinung nicht aus⸗ drücklich denken werde. Amen. Vater unser. Ave Maria. Mar. Gebetb. 3 *. — XVIIXNNX. CNNNTTNNNNTNN I. Mefgebete an den gewöhnlichen Sonn⸗ und Festtagen. Vorbereitungsgebet. Jesus Christus, mein Gott und Erlöser, der du das heiligste Sakrament deines Leibes und Blutes beim letzten Abendmahl eingesetzt und den Priestern die Gewalt und den Befehl gegeben hast, dasselbe im heiligen Meßopfer zu wiederholen, verleihe mir die Gnade, daß ich diesem geheimnißvollen Opfer, welches jetzt gefeiert wird, mit lebendigem Glauben, mit fester Zuversicht, mit feueriger Liebe und innigster Andacht beiwohnen, und der Verdienste und Gnaden, die du uns durch deinen Tod am Kreuze erworben und in diesem heiligsten Opfer hinterlegt hast, in reichlichem Maße theilhaftig werden möge. Ersetze du, o lieber Jesus, was mir an schuldiger Andacht und Vor⸗ bereitung dazu abgeht. O mein göttlicher Herr und Heiland! Ich opfere dir dieses heilige Meßopfer auf in Vereinigung mit allen heiligen Messen, welche heute und in Zukunft in der ganzen Welt dir aufgeopfert werden, zur Anbetung deiner aller⸗ höchsten Majestät, zum Gedächtniß deines bittern Leidens und Sterbens, o lieber Herr Jesus, wie du solches ge— wollt hast,— zur Bezeigung meiner Dankbarkeit für alle mir erzeigten Gnaden und Wohlthaten— zur Genug⸗ thuung für alle meine Sünden und Missethaten, welche 35 ich in dein heiligstes Blut versenke, o lieber Herr und Heiland— zur Erlangung deiner göttlichen Hilfe und deines Beistandes in allen meinen Nöthen, besonders in diesen N. N.— für meine lieben Eltern, Verwandten, Freunde und Wohlthäter, besonders für diese...— für die Seelen aller in Christo Abgestorbenen, besonders für... O barmherziger Gott und Herr! nimm dies hochheiligste Opfer gnädig an, laß dir meine Meinung gefallen, und erhöre mein Gebet durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, der mit dir lebt und regiert in Einigkeit des heiligen Geistes, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zum Staffelgebete. Barmherziger Vater! Vor dir, vor allen Heiligen, vor dem Priester am Altare und vor der hier versammelten Gemeinde der Gläubigen bekenne ich reumüthig, daß ich oft und viel gesündiget habe mit Gedanken, Worten und Werken. Ich bereue und verabscheue alle meine Sünden, weil ich dadurch dich, das höchste, unendliche liebenswürdige Gut beleidiget habe, und fasse den festen Vorsatz, mit dem Beistande deiner Gnade in Zukunft dich nicht mehr zu beleidigen. Nimm zur Genugthuung für meine Sünden die Thränen, die Leiden und das kostbare Blut deines Sohnes Jesu Christi an, und sei gnädig mir armen Sünder. Amen. Zum Kyrie eleison. Jesus, mein Heiland! ich bitte dich durch die Armuth deiner Geburt, durch alle deine Leiden, die du auf deiner Flucht nach Aegypten ausgestanden hast, und durch deine liebenswürdige Kindheit, erbarme dich meiner, und versöhne mich mit deinem himmlischen Vater. Amen. 3* —9— — — XXINNO IVNTNTNXLXXTEA —— Zum Gloria. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind. Wir loben dich, wir preisen dich, wir beten dich an, wir verherrlichen dich, wir danken dir wegen deiner großen Herrlichkeit, Herr, Gott, himmlischer König, Gott, allmächtiger Vater, Herr Jesu Christe, du eingeborner Sohn Gottes! Herr Gott, du Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der du hin⸗ wegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! Der du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm gnädig auf unser Gebet! Der du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarme dich unser! Denn du allein bist heilig, du allein bist der Herr, du allein der Allerhöchste, Jesus Christus, mit dem heiligen Geist in der Herrlichkeit des Vaters. Amen. Zu den Kirchengebeten. O Gott der Güte und Barmherzigkeit! sieh herab auf uns deine Kinder, und nimm gnädig auf die frommen Gebete deiner Kirche, welche ich in Vereinigung mit dem Priester vor den Thron deiner göttlichen Mäjestät bringe. Ich bitte dich sowohl für mich als für meine Aeltern, Geschwisterte und Verwandte, für Freunde und Feinde und für alle Christen um Vergebung der Sünden, um den Sieg über alle Versuchungen und bösen Neigungen, und um die Gnade, einst das ewige Heil zu erlangen. Gib uns, o Herr und Vater! einen lebendigen Glauben, eine feste Hoffnung, eine vollkommene Liebe, eine heilige Absicht bei allen unsern Handlungen, Inbrunst im Gebete und anhaltenden Eifer, dir getreu zu dienen. Gib uns Frieden und Einigkeit, standhafte Geduld im Leiden, Starkmuth in den Kämpfen dieses Lebens und vollkommene Gleich— 7— VV V᷑ r XXN——**—— 37 förmigkeit mit deinem heiligen Willen, damit wir hienieden nach deinem göttlichen Wohlgefallen wandeln, und einst dahin gelangen, mit allen deinen Heiligen dich zu loben und zu preisen in Ewigkeit. Amen. Zur Epistel. Allmächtiger, ewiger Gott, unser Herr und Vater! Wie weise und gütig hast du zu allen Zeiten die Menschen, deine Kinder geführt und geleitet! Mit den frommen Vätern des alten Bundes redetest du wie ein Freund mit seinem Freunde. Dem Volke Israel gabst du Moses und die Propheten, deinem eigentlich auserwählten Volke, uns Christen sandtest du sogar deinen Sohn als Lehrmeister und Gesetzgeber, und nach ihm die Apostel und ihre Schüler als Lehrer aller Wahrheit. O Gott, welch' großen Dank sind wir dir schuldig für alle die Lehren und Schätze der Weisheit, die du uns noch immer durch deine heilige Kirche ertheilest. Gib mir die Gnade, daß ich den dir dafür gebührenden Dank nicht blos durch gläubiges Anhören, sondern auch durch getreue Befolgung derselben bezeige. Dir aber, o göttlicher Heiland, danke ich mit gerühr⸗ tem Herzen für das so harte und mühsame Leben, das du aus Liebe zu mir hast führen wollen, indem du während deines still verborgenen Lebens dein Brod mit deinen armen Aeltern im Schweiße deines Angesichtes gleich uns gegessen hast. Ich danke dir besonders für die beschwer— lichen Arbeiten, welche du die letzten drei Jahre deines Lebens vollbracht hast, als du das Evangelium geprediget und mit so vieler Mühe die verlornen Schafe gesuchet hast. Gedenke, o liebster Heiland! des Hungers, des Durstes, der Nachtwachen, des Schweißes, des Fastens, der Ar⸗ beiten, Lästerungen und Verfolgungen, die du erlitten 2— ICNXNOIN. —— —— IVNXNXNNLNXNXN — — —.—— ——— 38 hast, um deinem Vater Seelen zu gewinnen; o gewinne ihm auch die meinige, auf daß sie ihm zum gänzlichen Eigenthume angehöre. Amen. Zum Evangelium. Im Namen Gottes des Vaters, und des Sohnes und des heiligen 4 Geistes. Amen. (Beim Evangelium steht man auf, und bezeichnet sich mit dem heiligen Kreuze, welches man unter folgenden Gedanken und Gesinnungen thun soll:„Ich bezeichne meine Stirne mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, damit ich deines heiligen Evangeliums mich nie schäme; ich bezeichne meinen Mund, damit ich es vor allen Menschen bekenne, ich bezeichne mein Herz, damit es bereit sei, Blut und Leben dafür einzusetzen. Ich stehe aufrecht bei Anhörung deines Wortes, zum Zeichen, daß ich allezeit wachen, und im Glauben feststehen, und wohl zusehen solle und wolle, daß ich nicht falle.“) Dann bete Folgendes: O Jesus, du anbetungswürdigster Wohlthäter der Menschen! Wie kann ich dir feurig, wie innig genug danken, daß du uns dein heiliges Evangelium, die frohe Botschaft unserer Erlösung und Heiligung vom Himmel herabgebracht hast. O laß es nicht blos in meinen Ohren erschallen, sondern auch tief in mein Herz eindringen, und würdige Früchte der Bekehrung und der Gerechtigkeit in mir wirken. Verleihe mir die Gnade, daß ich, nachdem du mich aus unverdienter Gnade in den Schooß deiner heiligen, allein seligmachenden Kirche aufgenommen hast, als wahrer katholischer Christ lebe, und deinem Beispiele nachfolge. Laß, o guter Hirt! das Licht deines heiligen Evan— geliums auch so vielen tausend Ungläubigen leuchten, die noch in den Finsternissen der Unwissenheit und im Schatten des Todes sitzen, damit sie in das Reich der Wahrheit 39 und Gerechtigkeit versetzt werden, und durch dich zum Vater und beim Vater zum Genusse des ewigen Lebens gelangen. — Erbarme dich auch so vieler Irrgläubigen und schlechten Christen, damit sie, die auch dein Erbgut sind, sich nicht in das ewige Verderben stürzen, sondern noch ihr Heil finden durch dich, der du gekommen bist, zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Zum Credo. Ich will nun vor dir, o Gott! mit dem Priester am Altare mein Glaubensbekenntniß erneuern, auf wel⸗ ches ich getauft bin, nach welchem ich leben, und in wel⸗ chem ich mit deiner Gnade sterben will. Daher spreche ich mit Herz und Mund: Ich glaube an Gott den Vater u. s. w. Herr, unser Gott, wie wunderbar ist dein Name auf dem ganzen Erdkreise! Groß und unerreichbar dem mensch⸗ lichen Verstande sind deine göttlichen Geheimnisse; uner⸗ gründlich wie du selbst, o Gott, sind die Wunder deiner Liebe und Allmacht. Darum unterwerfe ich meine Blindheit dem Lichte deiner ewigen Weisheit, meinen Verstand deinen göttlichen Aussprüchen; ich glaube fest und unbezweifelt, was du uns aus väterlicher Güte geoffenbaret hast, und bete das Geheimniß unserer Erlösung im Staube an. Im Schooße der heiligen katholischen Kirche will ich leben und sterben; die heiligen Lehren, welche du ihr übergeben hast, seien die Richtschnur, die göttlichen Sakramente, die du ihr anvertrauet hast, der Trost und die Kraft meiner Wanderung durch dieses Leben. Amen. Zur Opferung. Heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott! Nimm auf das unbefleckte Opfer, das ich Unwürdiger durch die XIQIIICTCNXA XININTNTNTNLNIXTILN — — 4⁰ Hände deines Priesters dir darbringe, für meine unzähl⸗ baren Sünden, Uebertretungen und Nachlässigkeiten, für alle Anwesenden und für alle gläubigen Christen, Lebendige und Abgestorbene, daß es mir und ihnen zum Heile ge— reiche. Amen. Mit diesem Opfer des Brodes und Weines, das bald wird verwandelt werden in den Leib und das Blut unsers Herrn Jesus Christus, vereinige ich das Opfer meiner selbst, und bringe dir dar, o himmlischer Vater! alle meine Gedanken und Begierden, alle meine Worte und Werke, alle Leiden, die ich an Leib und Seele zu ertragen habe. Alles, was ich bin und habe, weihe ich dir zu deinem Dienste und zur Verherrlichung deines allerheiligsten Namens, in Vereinigung mit jenem blutigen Opfer, welches dein lieber Sohn am Kreuze vollbracht hat. Ich opfere dir auf den Gehorsam und die wunderbare Ergebung, mit welcher er den Tod aus Liebe zu uns übernommen, und seine schmerzhafte Todesangst auf dem Oelberge, wo meine Sünden ihm den blutigen Schweiß auspreßten. Ich opfere dir auf die Geduld, womit er den Kuß des treulosen Verräthers Judas ertragen, und alle Schmähworte von den unmenschlichen Soldaten er— litten hat, als sie ihn wie einen Uebelthäter gefangen nahmen und banden. Sieh' an, o gütigster Vater! die Sanftmuth, womik er alle Beschimpfungen, Backenstreiche und Verhöhnungen erduldet hat. Nimm als Genugthuung an die gänzliche Ergebung, womit er das Hinschleppen von einem Richter⸗ stuhle zum andern, seine unmenschliche Geißlung und Krö⸗ nung mit Dornen, seine ungerechte Verurtheilung zum Kreuzestode und so viele andere Martern für uns aus⸗ gestanden hat, und in Ansehung derselben verzeihe mir meinen Hochmuth, meine freventlichen Urtheile und Lieb⸗ 41 losigkeiten gegen meinen Nächsten, meine Sünden der Un⸗ reinigkeit und alle meine andern Sünden, welche die einzige Ursache seiner unerhörten Peinen waren. Verleihe mir, o himmlischer Vater! die Gnaden, um die ich dich durch dieses heilige Opfer bitte. Dein geliebter Sohn selbst bittet bei demselben für mich. Laß mich durch die heilige Liebe Eins werden mit ihm. Das Blut Jesu, deines Sohnes, reinige mich von meinen Sünden, das Feuer seiner göttlichen Liebe vertilge an mir Alles, was böse und dir mißfällig ist. Wende deine Augen, o Vater im Himmel! auf deinen allerliebsten Sohn, diesen Mann der Schmerzen. Sieh', wie er beladen ist mit unsern Schulden, überhäuft mit Schmach, bedeckt mit Wunden; wie er das Kreuz auf seine Schultern nimmt, um deiner Gerechtigkeit genug zu thun, und uns vom ewigen Tode zu erlösen. Verzeihe mir also, o Gott der Barmherzigkeit! durch deinen Sohn Jesus Christus; verzeihe mir armen Sünder; tilge aus das Urtheil meiner Verdammung, und setze auch mich in die Zahl deiner Auserwählten. Amen. Zur Präfation. O Gott von unendlicher Herrlichkeit und Majestät! würdig und gerecht ist es, billig und heilsam, daß wir immer und überall dir danken durch Christus, unsern Herrn. Durch ihn loben deine Majestät die Engel, beten an die Herrschaften, beben in heiliger Ehrfurcht die Mächte. Durch ihn preisen dich die Himmel und die Kräfte der Himmel und die Seraphim im vereinten Jubelchore. In Vereinigung mit allen diesen Himmelsfürsten bete auch ich dich an im Namen aller Geschöpfe, und lobe und preise dich, und danke dir, o mein höchstes Gut und mein Alles! Ich verlange jeden Augenblick meines Lebens mit jener tiefsten und demuthvollsten Anbetung dich zu ehren, womit SICCCNENEEDNNN 42 mein Erlöser, Jesus Christus, da er auf Erden wandelte, dich verherrlichet hat. Ich opfere dir auch, da ich dich nicht gebührend loben kann, demüthig auf die Lobgesänge und Danksagungen, welche dir durch die ganze Ewigkeit von der heiligsten Jungfrau Maria und allen Engeln und Heiligen im Himmel dargebracht werden, und rufe mit ihnen: Heilig, heilig, heilig bist du, o Herr, Gott der Heerschaaren! Himmel und Erde sind deiner Herrlich— keit voll. Ehre sei dem Vater, und dem Sohne, und dem hei⸗ ligen Geiste, wie sie war im Anfange, jetzt und allzeit und zu ewigen Zeiten. Amen.“) Bei der stillen Messe. O Vater der Erbarmungen, Gott alles Trostes! Ich flehe zu dir durch deinen Sohn Jesus, du wollest dieses hochheilige Opfer wohlgefällig annehmen, welches ich dir darbringe, vorzüglich für deine heilige katholische Kirche, daß du sie im Frieden erhalten, beschützen und regieren wollest. Segne mit der Fülle deines Segens deinen Diener, unsern Papst N. und unsere Oberhirten N. und alle Bekenner des wahren, katholischen und apostolischen Glau— bens. Gib den Königen und Fürsten Frieden und wahre Eintracht; gib ihnen Weisheit, daß sie die Völker nach deinem heiligen Willen leiten, damit dein Reich auf Erden immer weiter verbreitet werde. Ich empfehle dir, o Herr, ganz besonders diejenigen, für welche ich aus Dankbarkeit und Liebe zu beten schuldig *) Diesen englischen Lobgesang kannst du öfters wiederholen, wenn es die Zeit zuläßt. 43 bin, meine Aeltern und Geschwisterte, Verwandte und Wohlthäter, Freunde und Bekannte.— Tröste alle Be⸗ trübten und Hilfsbedürftigen; führe die Ungläubigen und Irrgläubigen zum Lichte des wahren Glaubens, bekehre die Sünder, stärke die Gerechten, nimm die Sterbenden in deine Gnade auf.— Und damit mein Gebet dir desto wohlgefälliger sei, vereinige ich dasselbe mit den Gebeten und Verdiensten der glorwürdigsten Jungfrau Maria, aller deiner Apostel und Martyrer und aller Heiligen. O heiliger Vater! sieh' an das unschuldige Lamm, Jesus Christus. Du hast alle Sünden der ganzen Welt, und die meinigen insbesondere auf ihn gelegt, und er hat es auf sich genommen, für sie deiner Gerechtigkeit genug zu thun. Ich betrachte nun, wie er eben darum auf dem Kalvarienberge seiner Kleider beraubt, auf das Kreuzholz hingelegt und seine heiligsten Hände und Füße mit eisernen Nägeln an dasselbe geheftet wurden. Durch das dabei vergossene kostbare Blut bitte ich dich, verzeihe mir alle Sünden, die ich durch Eitelkeit und Frechheit in der Klei⸗ dung und durch Mißbrauch meiner Hände und Füße zu sündhaften Werken begangen habe, und gib mir die Gnade, dieselben in Zukunft nur zu deiner Ehre, zu meinem Heile und zum Wohle meines Nächsten zu gebrauchen. Sieh', lieber Vater! dieser dein geliebter Sohn kommt nun wahrhaft, wie er als Opfer für uns am Kreuze gehangen ist, auf diesen Altar herab, um als unsere Opfergabe und als unser Opferpriester zugleich sich selbst für uns dir aufzuopfern. Dein geliebter, dir bis zum Tode gehorsamer Sohn bittet für uns um Vergebung. Barmherzigster Vater! erhöre die Bitten deines geliebten Sohnes, dieses unschuldigen und freiwillig für uns getödteten Lammes. Amen. SSINCEEN Bei der Aufhebung der heiligen Hostie. O Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes! Mein Herr und mein Gott! Ich glaube, daß du unter der Gestalt des Brodes wahrhaft gegenwärtig bist mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit. Ich bete dich an mit tiefster Demuth als meinen Herrn und Gott. Jesus, sei mir gnädig! Jesus, sei mir barmherzig! Jesus, verzeihe mir meine begangenen Sünden! Amen. Bei der Aufhebung des Kelches. O du wahres, lebendiges Blut meines Herrn und Erlösers Jesus Christus, einst am Kreuze für unsere Versöhnung geflossen! Ich bete dich an mit allen Engeln und Heiligen. Wasche ab meine Sünden, und stärke meine Seele zum ewigen Leben. O Zesus! dir lebe ich; o Jesus! dir sterbe ich; o Jesus! dein will ich sein todt und lebendig. Amen. Nach der Wandlung. (Gebet des h. Ignatius.) O allerheiligste Seele Christi, heilige mich! O hochheiligster Leib Christi, bewahre mich! O kostbarstes Blut Christi, erquicke mich! O reinstes Wasser der Seitenwunde Christi, wasche mich! O bitterstes Leiden Christi, stärke mich! O gütigster Jesu, erhöre mich! Vom bösen Feinde beschütze mich, In deine Wunden berge du mich, Und laß nie von dir scheiden mich, Zur Todesstunde rufe mich, Und zu dir kommen heiße mich, Daß ich mit deinen Heil'gen dich Lobpreisen möge ewiglich. Amen. (Gebet nach dem heiligen Bernardus.) Sieh' herab, o himmlischer Vater! von deinem Heilig⸗ thume, von deinem himmlischen Wohnsitze; sieh' an, diese hochheilige Opfergabe, welche unser Hoherpriester Jesus Christus, dein göttlicher Sohn, als Erlöser der Welt für die Sünden der Menschen dir darbringt, und erzeige dich versöhnlich über unsere vielfache und arge Sündhaftigkeit. Sieh', die Stimme des Blutes Jesu ruft zu dir vom Kreuze. Wende dein göttliches Angesicht weg von unsern Sünden; wende es hin auf das Angesicht deines lieben Sohnes, der dir gehorsam geworden bis zum Tode, und zwar bis zum Tode des Kreuzes. Er versöhnet uns mit dir, er löschet unsere Schulden aus, er ertheilet unserer Seele die dir wohlgefällige Gerechtigkeit und Heiligkeit. Wir opfern dir daher, o himmlischer Vater! seine Ver⸗ dienste auf, welche deine und seine Liebe uns so schenket, als wären es unsere Verdienste. Wir opfern dir Jesum Christum selbst in seinem Leiden und Sterben auf, und setzen auf diese unsere Opfergabe von unendlichem Werthe unser ganzes Vertrauen. Sieh' daher mit heiterem und gnädigem Angesichte herab auf diese hochheilige Opfergabe, und laß uns durch dieselbe theilhaftig werden aller Gnaden und himmlischen Segnungen. O himmlischer Vater! Laß mich eines Sinnes und Willens mit Christo werden, so daß ich mit dem Apostel sagen kann:„Ich lebe zwar, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir.“ Dein Glaube, o Jesus, soll mein Glaube, dein heiligster Wille soll mein Wille, dein Vertrauen, dein Gehorsam, deine Demuth und Geduld sollen mein Eigenthum, deine Liebe die Seele aller meiner Handlungen werden. Diese Tugenden pflanze, o göttlicher Heiland! in mein Herz, und laß sie in meinem ganzen Leben sichtbar werden, daß es ein reines, Gott wohlgefälliges Opfer werde, wie das Opfer rein, heilig und unbefleckt war, das du am Kreuze ihm darge— bracht hast. Bei dem Andenken an die Verstorbenen. Voll des Vertrauens auf den unendlichen Werth dieses dir so wohlgefälligen Opfers bringe ich es dir, o mein Gott! auch dar für alle leidenden Seelen der verstorbenen Christ⸗ gläubigen, die mit dem Zeichen des Glaubens uns voran⸗ gegangen sind, und nun im Schlafe des Friedens ruhen. Ich bitte dich besonders für die Seelen meiner Aeltern, Ge⸗ schwisterte, Verwandten, Freunde und Wohlthäter; für die⸗ jenigen, die am meisten verlassen sind; für diejenigen, welche ihrer Erlösung am nächsten sind; für diejenigen, die vielleicht gerade meinetwegen noch leiden; für diejenigen, die mich beleidiget oder geärgert haben, oder von mir beleidiget oder geärgert worden sind. Nimm an, o gnädigster Vater! zur Bezahlung ihrer Sündenschulden die unendliche Genug⸗ thuung deines Sohnes, der auch für sie die bittersten Todes⸗ qualen am Kreuze gelitten hat; durch die Kraft dieses heiligsten Opfers lindere ihre Leiden, lösche aus ihre Flammen, in denen sie gepeiniget werden, und führe sie recht bald in die Wohnungen des himmlischen Lichtes und des ewigen Friedens. Laß, o Herr Jesus! deine unendlichen Verdienste auch uns zu Theil werden, die wir sündige Menschen sind und dich noch alle Tage beleidigen. Verzehre durch das Feuer deiner Liebe das, was dir an uns mißfällt. Erhalte uns in deiner heiligen Gnade unter den beständigen Ge⸗ fahren sie zu verlieren, und heilige uns durch die Theil⸗ nahme an diesen heiligen Geheimnissen. Laß uns einstens eingehen in die Gesellschaft deiner Heiligen, mit denen wir uns schon hier auf Erden vereinigen, um dich anzu⸗ —— beten, dich zu loben und dir zu danken jetzt und durch die ganze Ewigkeit. Amen. Zum Bater unser. (Bete es andächtig mit dem Priester und sprich:) Himmlischer Vater! du willst, daß wir im Geist und in der Wahrheit dich anbeten: sieh', wir tragen dir in An⸗ dacht und Demuth das Gebet vor, das uns dein liebster Sohn Jesus selbst gelehret hat. Erhöre uns, o Vater der Erbarmung! durch ihn, der uns beten lehrte: Vater unser, der du bist u. s. w. Wir bitten dich, o Herr! erlöse uns von allen Uebeln, den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, und durch die Fürbitte der seligen und glorreichen, allzeit jungfräu⸗ lichen Gottesgebärerin Maria, deiner heiligen Apostel Petrus, Paulus und Andreas und aller Heiligen, verleihe uns gnädig deinen Frieden in unseren Tagen, damit wir durch den Beistand deiner Barmherzigkeit von Sünden allezeit frei und vor jeder Drangsal gesichert seien, durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Zum Agnus Dei. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser!— O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser!— O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser — und schenke uns deinen Frieden! O Jesus, du Lamm Gottes! der du uns so sehr ge— liebet hast, daß du dich mit allen unsern Sünden beladen wolltest, erbarme dich unser. Errette uns, o göttlicher —————————————IADsssssss 48 Versöhner! gib uns deinen Frieden auf Erden, und endlich auch die Gnade, den Tod der Gerechten zu sterben. Jesus Christus! Sohn des lebendigen Gottes! der du nach dem Willen des Vaters unter der Mitwirkung des heiligen Geistes durch deinen Tod der Welt das Leben ge— geben hast, befreie mich durch diesen deinen allerheiligsten Leib und durch dein allerheiligstes Blut von allen meinen Sünden und von allen Uebeln. Gib, daß ich immer deinen Geboten nachlebe, und laß mich nie von dir getrennt werden O mein Heiland! laß den Genuß deines Leibes, den ich Unwürdiger jetzt geistlicher Weise zu empfangen wage, mir nicht zum Gericht und zur Verdammniß gerei— chen, sondern gib nach deiner Güte, daß es mir zum Schutz für Seele und Leib und zum Heilmittel meiner Schwachheit werde. Zur Kommunion. (Befleiße dich, Jesum, deinen Heiland, geistlicher Weise zu empfangen. Die geistliche Kommunion ist nichts anderes, als was ihr Name bedeutet, nämlich eine innige Seelenvereinigung mit Jesus Christus im festen lebendigen Glauben an ihn, im festen Vertrauen auf ihn, und in aufrichtiger, inniger Liebe zu ihm. Die Geistesvereinigung soll auch außer der heiligen Messe öfters vorgenommen und erweckt werden. Selbst bei der wirklichen Kommunion ist sie besonders nothwendig, so daß der leibliche Genuß des allerheiligsten Altarssakramentes ohne diese innigste Geistesvereinigung, ohne Sehnsucht und Bestreben darnach wenig oder nichts nützen würde. Sprich daher mit innigster Andacht auf folgende oder ähnliche Weise zu deinem lieben Heiland:) O liebenswürdigster Heiland! Ich bitte dich um aller Liebe willen, die du uns in deinem Leiden und schmerzhaften Tode, in deiner herrlichen Auferstehung, in deiner glorreichen Himmelfahrt und in der Einsetzung dieses heiligsten Sakra— mentes erzeiget hast, nimm von mir alles hinweg, was deinen Augen an mir mißfällt, und gib mir alles, was dir wohlgefällt, auf daß meine Seele von allen Makeln gereiniget 49 und würdig werde, deine Wohnung und dein Tempel zu sein. O mein Jesus! wie der Hirsch nach der Wasserquelle sich sehnet, so schmachtet meine Seele nach dir, auf daß sie von deinem kostbaren Fleische und Blute genähret werde. So komm denn, o mein Herr und mein Gott! komm, o mein höchstes Gut! mit deiner Gnade und Liebe in mein Herz zu mir reumüthigen und bußfertigen Sünder. Milder Heiland! komm und nimm mich, wie der mitleidige Vater den verlornen Sohn, in deine Arme auf. O Jesus! ich glaube an dich als den Sohn des lebendigen Gottes. O Jesus! auf dich setze ich mein ganzes Vertrauen; dir über⸗ lasse ich mich ganz und gar; du bist der gute Hirt meiner Seele. O Jesus! ich liebe dich, ja von Herzen liebe ich dich, du allerhöchstes, aller Liebe unendlich würdiges Gut! Es reuet mich im Innersten meiner Seele, daß ich dich nicht allzeit geliebet, daß ich dich sogar so oft beleidiget habe. Aber komm, o Jesus! ziehe ein in mein Herz; sei der König meines Herzens. Alles soll dir unterworfen und nach deinem heiligen Willen eingerichtet sein, Gedanken, Worte und Werke. Sei du mein lieber Lehrer, ich will dein gehorsamer Jünger sein. Sei du mein Herr und Gebieter, ich will dein getreuer Unterthan und Diener sein. Sei du mein guter Hirt, ich will dein folgsames Schäflein sein. Ent⸗ zünde mein Herz mit brennender Liebe zu dir, und verzehre durch das Feuer deiner Liebe in mir alles, was sündhaft, weltlich und eitel ist. Bleibe bei mir, o Jesus! und weiche nicht mehr von mir. Du siehst, ich wünsche dich recht inbrünstig zu lieben jetzt und alle Tage meines Lebens; ich wünsche dich von ganzem Herzen und über alles zu lieben. Möchte doch mein armes Herz ein vollkommenes Brand⸗ opfer deiner Liebe werden, und immerdar zur Ehre und Mar. Gebetb 4 *8 Im˖ ————— 5⁰ zum Ruhme deiner Majestät brennen! Endlich bitte ich dich noch einmal inständig, o gütigster Jesus! durch alles, was du zum Heile meiner Seele gelitten hast, du wollest mir Vergebung aller meiner begangenen Sünden verleihen. Verleihe mir auch wahre Andacht zu deiner jungfräulichen Mutter Maria; gib sie auch mir zur Mutter, wie du sie am Kreuze deinem geliebtesten Jünger Johannes zur Mutter gegeben hast. Verleihe mir eine vollkommene Liebe deines heiligen Willens, Sieg über meine bösen Neigungen, uner— müdeten Fortschritt in allen christlichen Tugenden und Be— ständigkeit im Guten bis zum Tode. Ich bitte dich von ganzem Herzen, mir dazu deinen heiligen Segen zu ertheilen. Segne auch meine Eltern, Geschwisterte, Verwandten, Freunde und Wohlthäter; segne auch die, welche ich jemals beleidiget habe, und nicht minder die, welche mir Böses gewünscht oder gethan haben. Laß uns alle zugleich der Verdienste dieses hochheiligen Opfers theilhaftig werden. Laß, o Gott der Güte! auch die abgeschiedenen, noch leidenden Seelen die Wirkungen davon erfahren; erlöse sie aus ihrem Gefängniß, wo sie getrennt von dir, ihrem höchsten Gute, nach Erlösung seufzen, und eröffne ihnen den Eingang in den schönen Himmel, wo sie dich dann ewig loben und preisen werden. Amen. Aufopferung. O allerheiligste Dreieinigkeit! nimm gnädig das Opfer an, das wir deiner Majestät durch die Hand des Priesters dargebracht haben, damit es uns und allen, die wir deiner unendlichen Barmherzigkeit anempfohlen haben, zur Ver⸗ söhnung und zum Heile gereiche, durch Jesus Christus unsern Herrn. Amen. 5 Zum Segen. Es segne mich Gott der Vater; es bewahre uns Gott der Sohn, Jesus Christus; es erleuchte uns Gott der heilige Geist. Es stärke uns die Kraft des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi, und behüte uns vor aller Sünde und vor allem Uebel des Leibes und der Seele. Amen. Danksagung am Ende der heiligen Messe. Ich gehe nun hinweg von diesem heiligen Altare, aber nicht ohne dich, o mein Jesus, mein Trost, mein Glück, mein höchstes Seelengut! Ich empfehle mich in dein lieb— volles Herz und in deine heiligen fünf Wunden, so wie alle meine Freunde, Bekannte und Wohlthäter; auch alle die, welche mir übles wollen oder wünschen. Fahre fort, o liebster Jesus! mich vor allem Uebel des Leibes und der Seele zu beschützen, und gleichwie du bei dem Kreuz⸗ opfer die Ungnade Gottes in Barmherzigkeit und bei diesem Altarsopfer Brod und Wein in dein Fleisch und Blut verwandelt hast, so bekehre auch mich und alle Sünder, und verwandle uns in Menschen, die dir ähnlich sind, damit nicht so fast wir leben, sondern damit du in uns lebest, und uns zu allem Guten anleitest. Den ganzen Tag hindurch bei allem meinem Thun und Lassen will ich mich der großen Gnade erinnern, die mir heute durch deine Güte zu Theil geworden ist, und in allen meinen Gedanken, Begierden, Reden und Handlungen so behutsam sein, daß die Frucht dieses heiligen Meßopfers an mir nicht wieder verloren gehe. Mein Jesus! sei bei mir und bleibe bei mir. O Jesus! dir lebe ich; o Jesus! dir sterbe ich; o Jesus! dein will ich sein todt und lebendig. Amen. 4* 2*3*—9 9——9———-7—- 9—————————— II. Mefgebete an den Festtagen der Mutter Gottes. (Diese Meßgebete können auch verrichtet werden, wenn man überhaupt der heiligen Messe zur Ehre der göttlichen Mutter beiwohnen will.) Vorbereitungsgebet. Allmächtiger, ewiger Gott! mit der tiefsten Demuth und Unterwürfigkeit und mit dem lebendigen Wunsche, dich würdig zu verherrlichen, bringe ich dir dieses heilige Meß— opfer dar, welches dein geliebter Sohn Jesus Christus beim letzten Abendmahle eingesetzt, und am Stamme des heiligen Kreuzes auf eine blutige Weise dargebracht hat. Ich opfere es dir, o himmlischer Vater! durch die Hände des Priesters auf in Vereinigung mit allen heiligen Meß⸗ opfern, welche dir heute in der ganzen Welt dargebracht werden. Ich verlange inbrünstig, vereinigt mit deinem göttlichen Sohne durch dies dir so überaus wohlgefällige Opfer dich auf würdige Weise anzubeten als meinen Herrn und Gott, dir zu danken für die zahllosen Wohlthaten, die ich von dir empfangen, deine Erbarmungen anzuflehen und deine Gerechtigkeit zu versöhnen, weil ich so viel und schwer wider dich gesündiget habe; endlich verlange ich, durch dieses heilige Opfer, welches das kräftigste Bittopfer ist, alle jene Gnaden zu erlangen, die mir in meinen besondern Anliegen des Leibes und der Seele besonders nothwendig und heilsam sind. Und da du deinem gött⸗ 53 lichen Sohne Maria, die reinste Jungfrau, zur Mutter gegeben hast, durch deren Mitwirkung das Geheimniß unserer Erlösung vollbracht worden, so flehe ich zu dir, daß du meine Gebete, die ich dir durch die Vermittlung dieser hochgebenedeiten Jungfrau darbringe, gnädigst auf⸗ nehmen und erhören wollest. O Maria, Mutter der Barmherzigkeit! zu dir nehme ich armer Sünder meine Zuflucht; wie du deinem Sohne am Kreuze beistandest, und deine Gebete mit den seinigen zum Heile der Menschen vereinigtest, so stehe auch mir in dieser heiligen Stunde bei, entflamme meine Andacht, unterstütze meine schwachen Gebete durch deine mächtige Fürsprache, damit ich durch dich bei Gott Gnade finde, ihn mit dir würdig lobe und verherrliche, und durch dich der unendlichen Verdienste deines Sohnes theilhaftig werde. Amen. Wenn der Priester unten am Altare die heilige Messe anfängt, so mache das Kreuz, bedenke kurz deine Sünden, bereue sie, stelle dich unter den Schutz Mariä und bitte um Verzeihung, sprechend: Ich bekenne Gott dem Allmächtigen, Mariä, der selig⸗ sten Jungfrau, dem heiligen Erzengel Michael, dem heiligen Johannes dem Täufer, den heiligen Aposteln Petrus und Paulus und allen Heiligen, daß ich viel gesündigt habe, mit Gedanken, Worten und Werken, durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine größte Schuld; daher bitte ich die seligste Jungfrau Maria, den heiligen Erzengel Michael, den heiligen Johannes den Täufer, die heiligen Apostel Petrus und Paulus und alle Heiligen, daß sie für mich bitten mögen bei Gott unserm Herrn. Der allmächtige Gott erbarme sich unser: er vergebe uns unsere Sünden und führe uns zum ewigen Leben. Amen. 5⁴4 Der allmächtige und barmherzige Herr verleihe uns die Vergebung, Lossprechung und Nachlassung aller unserer Sünden. Amen. O Gott, Vater der Erbarmungen! groß und zahlreich sind unsere Sünden und Missethaten, durch welche wir deine unendliche Güte und Majestät beleidigt haben; aber größer noch ist deine Liebe und Barmherzigkeit gegen die Sünder. Handle mit uns nicht nach unseren Bosheiten, sondern nimm uns als Vater gnädig auf, und verschone uns um Jesu deines Sohnes willen. Amen. Seligste Jungfrau Maria, gütige Mutter! du hast durch deine Heiligkeit und Tugend Gnade gefunden bei Gott: flehe für uns, damit auch wir bei ihm Gnade finden, und von allen Uebeln des Leibes und der Seele befreit werden. Amen. Herr, erbarme dich unser.(Dreimal.) Christe, erbarme dich unser.(Dreimal.) Herr, erbarme dich unser.(Dreimal.) Beim Gloria. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind! O Gott, ich vereinige mein Gebet mit diesem himmlischen Lobgesange, welchen die heiligen Engel in jener gebenedeiten Nacht gesungen haben, da der Weltheiland ist geboren worden. O ihr Engel des Himmels! mein Herz erfreuet sich mit euch; denn auch mir ist der Heiland zu Bethlehem im Stalle geboren worden; darum sei Ehre unserm Gott, Anbetung dem Allerhöchsten! O Gott! mit ehrfurchts— vollem Staunen bete ich dich in dem Geheimnisse der Menschwerdung deines Sohnes an. Ehre sei dem Vater, Sohne und heiligen Geiste! Ehre dem dreieinigen Gott! O heilige Maria, Gebärerin Gottes! du bist die 95 glückseligste Mutter, du hast deinen Schöpfer geboren, und bliebst in der Geburt so wie nach der Geburt deines gött— lichen Sohnes die reinste Jungfrau. Ich erinnere dich, o Gnadenvolle! an jene Freude, mit welcher dein Herz erfüllt wurde, da du zum erstenmal den menschgewordenen Gottessohn, dein heiligstes Kind, an deine mütterliche Brust drücktest. O Heiligste aus allen Müttern! erbitte mir die Gnade, daß ich bei jeder heiligen Kommunion Jesum mit der nämlichen tiefsten Ehrfurcht und innigsten Liebe in mein Herz aufnehme, mit welcher du den neu⸗ gebornen Heiland auf deine Arme genommen und an dein Herz gedrückt hast. Amen. Zur Collekte und Epistel. Wir bitten dich, o Herr, beschütze durch die Fürsprache der seligsten und immerwährenden Jungfrau Maria diese Versammlung vor aller Widerwärtigkeit, und wie sie sich von ganzem Herzen vor dir niederbeugt, so befreie sie gnädig von allen Nachstellungen der Feinde. Durch Christum unsern Herrn. Amen. Wir bitten dich, o Herr, unser Gott! daß du uns, deinen Dienern, vollkommene Gesundheit des Leibes und der Seele verleihest, und durch die glorreiche Vermittlung der seligsten und immer jungfräulichen Mutter Gottes, Maria, uns von der gegenwärtigen Traurigkeit befreien und der ewigen Freude theilhaftig machen wollest. Durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. Gott! du bist immer derselbe Geist der Wahrheit, Heiligkeit und Gerechtigkeit; wie du im alten Bunde geredet hast durch die Propheten, so redest du jetzt zu uns durch deine heilige Kirche, welcher du selbst alle Wahrheit gelehrt hast. Ewiger Dank sei dir für alle die heilsamen Leh— ren, die du uns durch die Vorsteher der Kirche ertheilest. ———————————ImII — 59— O möchten wir stets fest stehen im Glauben! Möchten wir unsern Glauben unaufhörlich in unsern Werken zeigen, und nach dem Glauben leben! Wir bitten dich um diese Gnade durch die Fürsprache Mariä, die durch ihre Standhaftigkeit im Glauben und durch ihr beharrliches Vertrauen auf deine Verheißungen bei dir Gnade gefunden, und auch der ganzen Welt Gnade erworben hat. Laß uns, o Gott, nach ihrem Beispiele stets handeln, unsern Glauben durch unsere Werke zeigen, und so durch ihre Fürbitte der Gnade des Heils theilhaftig werden, welches uns verdient hat Jesus Christus, dein und ihr Sohn, unser Herr, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Zum Evangelium. O Jesus Christus! mein Gott und mein Erlöser, du bist das Licht, das da gekommen ist, die Finsternisse zu erleuchten. Alle Heiligen und Gerechten des alten Bundes vom Anfange der Welt haben sich nach dir gesehnt, auf dich ihre Hoffnung gebaut, und auch nur in dieser Hoff— nung Gnade und Heil gefunden. Durch Maria, die reinste der Jungfrauen, bist du in die Welt gekommen. Sie— von dir belehrt, von den Engeln unterwiesen und von deinem Geiste innerlich erleuchtet hat dich vor allen Anderen erkannt und wahrhaft über Alles geliebt: sie hat alle deine Lehren in ihrem Herzen aufbewahrt und sie auf das voll⸗ kommenste erfüllt. O möchten wir dich so vollkommen erkennen, so fest an dich glauben, so inniglich dich lieben, und so treu deine Lehre befolgen, wie es Maria gethan hat! Gib uns diese Gnade, o erbarmungsvoller Erlöser! wir bitten dich um dieselbe durch die Verdienste und Für⸗ sprache Mariä und durch die kindliche Liebe, die du stets zu deiner heiligen Mutter gehegt hast. Amen. Tilge, o Herr, unsere Sünden durch die Worte des heiligen Evangeliums, und laß uns als Kinder des Lichtes vor dir wandeln. Amen. Zum Credo. (Bete zuerst das apostolische Glaubensbekenntniß.) O meine geliebteste Mutter Maria! Mit Recht wurdest du von deiner heiligen Base Elisabeth selig gepriesen, weil du geglaubt hast, denn du hast alle Menschen und Engel an Standhaftigkeit im Glauben übertroffen. Du sahest deinen göttlichen Sohn im Stalle zu Bethlehem, und glaubtest dennoch, daß er der allmächtige Schöpfer Himmels und der Erde sei; du sahest ihn weinen, und glaubtest dennoch, daß er die Freude des ganzen Himmels sei; du sahest ihn fliehen vor Herodes, und zweifeltest dennoch nicht, daß er der König der Könige sei; du sahest, wie dein Jesus verspottet und gelästert am schimpflichen Kreuz— holze starb, und obgleich der Glaube aller Uebrigen schwankte, hat doch dein Glaube an seine Gottheit keinen Augenblick gewankt. O Maria, um der Verdienste deines Glaubens willen erlange mir die Gnade eines recht leben⸗ digen, standhaften Glaubens, und lasse nicht zu, daß er durch Spottreden, die ich höre, oder durch böse Beispiele, die ich sehe, auch nur im mindesten erschüttert werde. Amen. Zum Offertorium. Heiligster Vater, allmächtiger, ewiger Gott! nimm auf die Gaben des Brodes und Weines, welche ich mit dem Priester am Altare durch die reinsten Hände der glor⸗ würdigsten Jungfrau Maria dir darbringe, und die nun bald in den Leib und das Blut ihres göttlichen Sohnes werden verwandelt werden. In Vereinigung mit diesem heiligen Opfer opsere und weihe ich dir alle meine SISISIII 58 Gedanken und Begierden, Worte und Werke zur Ver⸗ herrlichung deines allerheiligsten Namens und zur Ehre der jungfräulichen Mutter deines göttlichen Sohnes. O heiligste Dreieinigkeit! nimm dieses Opfer gnädig an, welches wir zum Andenken an das Leiden, an die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, unsers Herrn und zur Ehre der seligsten und immer jungfräulichen Mutter Gottes Maria, des heiligen Johannes des Täufers und der heiligen Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen dir darbringen, damit es ihnen zur Ehre, uns aber zum Heile gereiche, und damit sie, deren Andenken wir auf Erden begehen, sich würdigen, im Himmel für uns zu bitten. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. O Maria, getreueste Jungfrau und Mutter! Du hast deinen eingebornen Sohn Jesus Christus in dem Tempel dargebracht als das wahre Versöhnungsopfer, wodurch die Sünden der Welt getilgt und die Menschen wiederum von Gott in Gnaden aufgenommen werden. Wie viel Dank sind wir dir schuldig für deine heldenmüthige Liebe zu uns, o gütige Mutter! Und nachdem du so viel für uns ge— than hast, so nimm dich auch ferner unser an, versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns deinem Sohne vor. Opfere ihm unsere Herzen auf, damit sie nur ihn lieben, den geliebten Sohn des Vaters, und dich, seine liebenswürdigste Mutter. Opfere ihm unsern Verstand, und laß uns ihn immer besser erkennen, der da ist die Weisheit des Vaters und der Inbegriff aller Er— kenntniß. Opfere ihm unser Gedächtniß, damit wir nicht einen Augenblick der unendlichen Liebe vergessen, die er uns armen Sündern erwiesen hat. Opfere ihm unsern Willen; denn nichts wünschen wir sehnlicher, als uns ganz zu verläugnen, um Jesum zu verherrlichen, und auf das vollständigste zu erfüllen, was ihm angenehm und wohl⸗ n RS Sr EIꝗ * 59 gefällig ist. Nicht unser, sondern der Wille Jesu geschehe in uns und durch uns. Bitte für uns, gütige Mutter, damit dieses unser Opfer ihm wohlgefällig sei, und durch die Verdienste des blutigen Opfers am Kreuze uns alle Gnaden erwirke, welche uns zur Wohlfahrt des Leibes und der Seele nothwendig sind. Erbitte uns insbesondere die Gnade, daß wir nach deinem Beispiele Gott getreu dienen, stets großmüthig gegen ihn handeln, in allem unsern Thun und Lassen seine größere Ehre suchen, und auf dem Wege seiner Gebote verharren bis zum Ende unsers Lebens. Amen. Zur Präfation. Es ist billig und recht, pflichtmäßig und heilsam, daß wir zu allen Zeiten und an allen Orten dich dankbar preisen, o heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott! und daß wir bei diesem feierlichen Andenken der seligsten und immerwährenden Jungfrau Maria dich loben, segnen und verherrlichen. Denn sie hat durch die Wirkung des heiligen Geistes deinen eingebornen Sohn empfangen, und ohne Verletzung ihrer jungfräulichen Unversehrtheit der Welt das ewige Licht geboren, Jesum Christum, unsern Herrn; durch welchen die Engel deine Majestät loben, die Him— melsfürsten dich anbeten, die Mächte vor dir zittern, die Himmel und die Kräfte des Himmels und die seligen Seraphinen mit vereintem Frohlocken dich feiern. Wir bitten dich, laß auch unsere Stimmen mit den ihrigen zu dir gelangen, die wir mit flehentlichem Bekenntnisse rufen: Heilig! Heilig! Heilig ist der Herr, Gott Sabaoth! Himmel und Erde sind deiner Herrlichkeit voll! Hosanna in der Höhe! Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! ö ö ö ö ö 2—34—9 4—— ---- Zum Canon. Gott, himmlischer Vater! der du zum Heile der Welt deinen eingebornen Sohn dargegeben hast, laß uns das Andenken seiner Leiden und seines Todes würdig begehen, und an seinen unendlichen Verdiensten im vollsten Maße Antheil nehmen. Gieße deine Segnungen über die Gaben des Brodes und Weines aus, welche wir dir auf dem Altare durch die Hände des Priesters darbringen: laß sie dir wohlgefällig sein, auf daß sie durch deine Allmacht und Liebe in den Leib und das Blut Jesu Christi verwandelt werden, zu deiner höchsten Ehre, zur Verherrlichung Mariä, der seligsten Jungfrau, und der ganzen himmlischen Heer— schaar, und zu unserm ewigen Heile. Gedenke, o Herr! deiner heiligen Kirche, für welche dein Sohn Jesus Christus sein kostbares Blut vergossen hat, und beschütze, erhöhe und heilige sie durch deinen im— merwährenden Beistand. Gedenke auch aller Vorsteher und Diener derselben, und erfülle sie mit dem Geiste ihres Be— rufes, damit sie in Worten und Thaten deinen Namen vor den Menschen immer mehr verherrlichen. Gedenke noch insbesondere deines Statthalters auf Erden, des Papstes N., unseres Bischofes N., und aller geistlichen und welt— lichen Vorgesetzten. Gedenke meiner Eltern, Geschwister und Anverwandten, aller meiner Wohlthäter und Bekannten, meiner Freunde und Feinde, endlich aller Derer, für welche ich mir vorgenommen habe, zu beten, und die sich in mein Gebet empfohlen haben, oder für welche ich sonst zu beten schuldig bin: namentlich aber N. N.... Erhöre, o Gott, unser demüthiges Gebet, mit welchem die ganze h. trium— phirende Kirche sich vereint, deren Fürbitten und Verdienste wir deiner göttlichen Majestät darbringen, insbesondere der glorreichen Jungfrau und Gottesmutter Maria, durch die S wir Jesus, die Frucht des ewigen Lebens, empfangen haben. Laß, o Herr! Allen deine Gnade widerfahren, der du für uns deinen geliebten Sohn hingegeben hast. Laß eine solche Liebe an uns nicht verloren sein, sondern handle mit uns nach deiner unendlichen Barmherzigkeit, damit wir erlöset werden von unsern Sünden, in Ruhe und Frieden dir dienen und endlich das ewige Leben finden. Durch Christum unsern Herrn. Amen. O Maria, Mutter der Gnade! stehe uns in diesem wichtigen Augenblicke bei, wo Jesus, dein Sohn, auf diesen Altar zu uns herabsteigen wird. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin, erflehe uns einen Strahl deines leben⸗ digen Glaubens und deiner inbrünstigen Liebe, auf daß wir mit tiefster Ehrfurcht ihn anbeten, ihn würdig loben und preisen, ihn von ganzem Herzen lieben, und in der Liebe zu ihm verharren bis zum Ende unsers Lebens. Amen. Zur Wandlung. Sei gegrüßet, du wahrer Leib meines Erlösers, ge— boren aus Maria, der Jungfrau! O Jesus, meine Liebe! du bist mein Herr und mein Gott, erbarme dich meiner! Ich bete dich hier an in der Gestalt des Brodes: ich glaube an dich, du ewige Wahrheit: stärke meinen Glau⸗ ben, damit ich glaubend dich immer inbrünstiger liebe. Laß mich einstens dich schauen von Angesicht zu Angesicht im Reiche deiner Herrlichkeit. Denn du bist mein einziges Verlangen, meine einzige Wonne, meine einzige Selligkeit, mein Jesus und mein Alles. Zur Aufhebung des Kelches. Heiligstes Blut, geflossen aus dem Herzen meines Heilandes! reinige mich von allen meinen Sünden: stärke mich wider den Rückfall in die Sünde, erquicke meine 6² Seele, daß sie stark sei im Guten, und beweahre sie zum ewigen Leben. Erschaffe in mir, o Jesus, ein reines Herz, und er— neuere in meinem Innern den rechten Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, und deinen heiligen Geist nimm nicht hinweg von mir. Gib mir die Freude deines Heiles, und mit dem für— nehmen Geiste befestige mich. Nach der Wandlung. Ich bete dich an, o Jesus, der du nun auf dem Altare wahrhaft und wesentlich gegenwärtig bist, mit jener tiefsten Ehrfurcht, mit welcher deine heiligste Mutter Maria dich als neugebornes Kind im Stalle zu Bethlehem ange— betet hat. Ich bete dich an in Vereinigung mit jener schmerzlichen Anbetung, welche Maria dir und deinem himmlischen Vater darbrachte, als sie dich aus deinen tödt— lichen Wunden all dein Blut für uns vergießen sah. Ewiger Vater! sieh gnädig auf das Angesicht deines Sohnes Jesu Christi, der sich hier auf diesem Altare als Versöhnungsopfer darstellt zur Vergebung unserer Sünden. Genehmige dieses Opfer seines Fleisches und Blutes, und erbarme dich über uns und über alle Gläubigen, wegen der Verdienste seiner bitteren Leiden, seiner Auferstehung von den Todten und seiner glorreichen Auffahrt in den Himmel. Erhöre die Stimme seines Flehens: sein Blut schreit zu dir weit stärker, als jenes des gerechten Abel, und es schreit nicht zu dir um Rache, sondern um Gnade und Versöhnung. So würdige dich denn, das Gebet dei— nes Sohnes zu erhören, und um seinetwillen uns Barm— herzigkeit zu erweisen. Laß dieses heilige unbefleckte Opfer dir wohlgefallen, damit wir Alle, die wir an diesem Altare Theil nehmen, und den heiligsten Leib und das heiligste 63³ Blut deines Sohnes genießen, mit allem himmlischen Segen und mit Gnade erfüllt werden. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Gedenke auch, o Herr! deiner Diener und Dienerinnen, welche uns mit dem Zeichen des Glaubens vorangegangen sind, und in Frieden ruhen.(Hier nenne die Verstorbenen, für welche du insbesondere beten willst.) Verleihe, o Gott, daß diese und Alle, die in Christo verschieden sind, zu dem Orte des Friedens und des Lichtes und zum Genusse der ewigen Seligkeit gelangen mögen. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Und auch uns Sündern, deinen Dienern, die wir auf die Größe deiner Erbarmnisse vertrauen, gib, o Herr, einen Antheil an der Gesellschaft deiner Heiligen, vorzüglich aber der seligsten Jungfrau Maria, deren Andenken wir feiern, auf deren Fürsprache bei dir wir großes Vertrauen setzen, und deren Bitten dir auch stets wohlgefällig sind. Laß uns durch ihre Vermittlung geholfen werden, damit wir unter ihrem Schutze von allem Uebel befreiet, in Tugend und Heiligkeit unsere Tage zubringen, und einstens in ihrer und aller Heiligen Gesellschaft die himmlische Selig⸗ keit ewig besitzen und genießen mögen. Amen. Zum Pater noster. Bete mit dem Priester: Vater unser u. s. w. O meine gütigste Mutter Maria! du warst gegen⸗ wärtig, als Jesus am Kreuze so kläglich zu seinem Vater im Himmel rief, er habe ihn verlassen. Darum, o Zu— flucht aller reumüthigen Sünder! sei meine Fürsprecherin, daß Gott in meinen Nöthen mich nicht verlasse, stehe mir mit deiner mütterlichen Hilfe bei, führe mich zu Jesus, deinem Sohne, und bitte ihn, daß er mich gnädig richten —— wolle. Bitte für uns Alle, die wir hier versammelt sind, durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen. Zum Agnus Dei. O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, schenke uns den Frieden! Herr Jesu Christe! der du zu deinen Aposteln ge⸗ sprochen hast: Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch: sieh nicht auf meine Sünden, son⸗ dern auf den Glauben deiner Kirche, und erhalte sie nach deinem Willen in Frieden und in Einigkeit, der du als Gott lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. Herr Jesu Christe! o möchte ich ein Herz besitzen, so rein und so heilig, wie jenes deiner jungfräulichen Mutter, um dich würdig aufzunehmen und zu beherbergen. Ich kenne meine Unwürdigkeit; aber ich kenne auch deine un⸗ endliche Güte und Liebe: auf diese gestützt, komme ich zu dir, und bitte dich mit der innigsten Demu th, schließe mich nicht aus von deinem heiligen Gastmahle: laß mich Theil nehmen an dem Genusse deines Fleisches und Blutes, laß mich durch diese himmlische Speise gestärkt und mit dir vereiniget werden, um mit dir vereiniget zu bleiben in alle Ewigkeit. Amen. O heilige Maria, Mutter Gottes! ich erinnere dich jener großen Liebe und Andacht, mit welcher du jederzeit das allerheiligste Sakrament aus den Händen der Apostel empfangen hast. Ich bitte dich, du wollest mir die Gnade erlangen, daß ich an meinem Ende dieses heiligste Sa— 6⁵ krament als letzte Wegzehrung zu meiner Reise in die Ewigkeit recht würdig empfangen möge. Amen. Zur Communion. Wenn du auch nicht wirklich kommunizirest, so thue es wenigstens geist⸗ licher Weise, und sage mit dem Priester: O Herr, ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.(Dreimal.) Der Leib unsers Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Allersüßester Jesus! den ich hier unter den Gestalten des Brodes und Weines gegenwärtig fest glaubend anbete, wie herzlich wünsche ich jetzt dich mit dem Priester als eine mir höchst nothwendige Seelenspeise zu empfangen! Aber ich weiß, daß meine Sünden mich verhindern, diese himm⸗ lische Speise in der Wirklichkeit zu genießen: indessen weißt du auch, o mein Jesus! daß ich meine Sünden bereue, daß ich dich liebe, oder wenigstens dich zu lieben wünsche, und daß ich nach dir mich sehne, wie ein Hirsch nach der Quelle des Wassers. So versage mir denn wenigstens nicht die Brosamen, die von diesem deinem heiligen Tische fallen. Und wenn ich auch nicht würdig bin, daß du in meine Seele einkehrest, so sprich wenigstens ein Wort der Gnade, und ich werde an Leib und Seele gesund werden. Reinige mich von allen Sünden: heile alle Wunden meiner Seele: stärke meine Schwachheit: erneuere und belebe meinen Geist durch deine himmlische Gnade: gib mir Kraft, das Böse zu besiegen, das Gute zu üben, und in der Vollkommenheit meines Standes täglich fortzuschreiten, damit ich in Wahrheit sagen kann: Ich lebe zwar, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir! O erhabenste Jungfrau und Mutter Gottes, Maria! Mar. Gebetb. 5 die du würdig befunden wurdest, denselben Erlöser der Welt in deinem jungfräulichen Schooß zu tragen und der Welt zu gebären, der sich uns unter den Gestalten des Brodes und Weines als eine Speise der Seele darreicht. O möchten wir, nachdem wir einer solchen Gnade gewür— diget worden, sie auch einigermaßen vergelten können! O liebenswürdigste Mutter! danke du deinem Sohne für uns, und ersetze durch die Menge deiner Verdienste unsere Dürf⸗ tigkeit und Kälte. Bitte für uns, damit wir durch dich an der Fülle der Gnaden Theil nehmen, die in diesem Sakramente verborgen sind. Erbitte uns namentlich einen festen Glauben, ein kindliches Vertrauen, eine inbrünstige Liebe, wahre Demuth des Herzens, Gehorsam des Willens und des Verstandes, eine makellose Reinheit des Leibes und der Seele, lebendigen Abscheu vor allem Bösen und einen entschiedenen Eifer für alles Gute, damit wir in unserm Leben Jesum verherrlichen, in allen Beschäftigungen Jesum suchen, und endlich Jesum finden und besitzen in alle Ewigkeit. Amen. Nach der Commnnion. O barmherziger Gott! komm unserer Schwachheit gnädig zu Hilfe, damit wir durch die Fürbitte der heiligen Gottesgebärerin, deren Andenken wir feiern, von unseren Sünden und Missethaten auferstehen, um dir in einem neuen Leben zu dienen. Durch Christum unsern Herrn. Amen. Wir bitten dich, o Herr! du wollest deine Gnade in unsere Herzen eingießen: damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi deines Sohnes erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden. Durch den— selben Christum unsern Herrn. Amen. Trr. ne Zum Ite, Missa est. Laß dir, o allerheiligste Dreieinigkeit, den vollbrachten Dienst des Priesters gefallen, und nimm das Opfer, welches wir dir dargebracht haben, gütig an, damit es uns Allen, für die es dargebracht worden, zur Versöhnung und zum Heile gereiche. Durch Christum unsern Herrn. Amen. Es segne uns der allmächtige Gott Vater 4, Sohn 5 und heiliger Geist TZ. Amen. Zum letzten Evangelium. Jesus, ewiges Wort des Vaters! aus Liebe zu uns bist du aus der Jungfrau Maria Mensch geworden, um uns zu erlösen und ewig selig zu machen. Du kamst in die Welt, als das wahre Licht, um uns den Weg des Heils und des ewigen Lebens zu zeigen. Leite uns auf allen unseren Wegen, und stärke uns durch deine Gnade, daß wir nicht wieder auf den Weg der Sünde uns ver⸗ irren, sondern standhaft auf dem Wege deiner Gebote wandeln, und so unser ewiges Heil erlangen. Amen. Nach der heiligen Messe. Gütigster Gott! ich danke dir, daß du mich an diesem heiligsten Opfer hast Antheil nehmen lassen. Verzeihe mir alle meine dabei begangenen Fehler der Lauigkeit und Zer⸗ streuung. Ich fasse den festen Vorsatz, keine Sünde mehr zu begehen, und in Gedanken, Worten und Werken so be— hutsam zu sein, daß ich die Früchte des heiligen Meßopfers nicht verliere. Segne mich, allmächtiger, ewiger Gott! zu meiner Arbeit. Jesus, mein Heiland! gib, daß ich dir dabei mein Herz nicht entziehe. Laß mich stets mit dir vereinigt bleiben, damit durch dich alle meine Unterneh— mungen gesegnet, geheiliget und glücklich beendiget werden. 52 68 O Maria, meine Zuflucht und Trösterin! danke du dem Herrn für die Gnade, die ich eben genossen habe, und flehe zu ihm, daß ich die Früchte der Erlösung niemals verliere. Zeige, daß du wahrhaft meine Mutter bist, und empfiehl mich Jesu, deinem göttlichen Sohne, damit er sich über mich erbarme, mich allzeit und überall beschütze, und ich nichts anderes suche, als seine größere Ehre und deine Verherrlichung. Amen. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Lob sei auch der Königin des Himmels und allen lieben Engeln und Heiligen. Amen. e 69 III. Mesgebete für die armen Seelen. Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. ö Allmächtiger, gütiger Gott! dein göttlicher Sohn hat uns gelehrt, daß nichts Unreines in den Himmel eingehen könne. Darum flehe ich zu deiner unendlichen Barmher⸗ zigkeit, daß du dich der leidenden Seelen im Fegfeuer er⸗ barmen, sie aus ihrer Qual erlösen, oder doch ihre Leiden lindern wollest. In Demuth und mit zerknirschtem Herzen bekenne ich vor dir, o allwissender Gott! daß ich nicht würdig bin, für diejenigen zu bitten, welche schon vor deinem strengen Gerichte erschienen sind, aber nur wegen einiger geringen Fehler dein göttliches Angesicht noch nicht sehen dürfen. Ja, mein Gott! ich bin nicht würdig, daß mein Gebet erhöret werde; denn ich bin ein Sünder, der dich oft und schwer beleidiget hat. Aber, o mein Gott! ich bereue meine Sünden, und opfere dir zur Genugthuung meiner Fehler und zur Erlösung der Seelen aus dem Feg⸗ feuer das hochheilige Opfer, welches deiner göttlichen Ma⸗ jestät jetzt dargebracht wird. Durch die Verdienste unsers Erlösers bitte ich vorzüglich für die Seele N. N., daß du ——————————π———ss 70 o Gott! sie erlösen wollest. Damit aber mein unwürdiges Gebet desto gewisser Erhörung finde, so vereinige ich es mit dem Gebete des Priesters und aller, die zu deiner An— betung hier versammelt sind. O Gott! wir erneuern jetzt hier im Glauben an unsern Erlöser seinen Versöhnungstod, wodurch deiner Gottheit die höchste Ehre erzeigt wird. Laß dir unser Opfer wohlgefallen und verleihe gnädigst, daß wir der Verdienste desselben theilhaftig werden, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Barmherziger Gott! erbarme dich unser. Jesus Christus! erbarme dich unser. Herr! erbarme dich unser, und gib den Seelen der Christgläubigen die ewige Ruhe. Zum Kyrie. O Jesus! beweise dich heute als einen Gott der Güte, und sei barmherzig den armen Seelen, welche an dem Orte der Reinigung und Strafe seufzen. Herr, auf dich habe ich gehofft, und du läßt mich nicht zu Schanden werden. Herr! gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Zu den Gebeten. O Gott, du Erschaffer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Nach— lassung ihrer Sünden. Zur Genugthuung ihrer Schuld opfern wir dir die unendlichen Verdienste des schmerz— lichen Kreuzopfers auf, welches wir in frommer Andacht auf eine unblutige Weise jetzt erneuern, wobei wir bitten, daß sie die Verzeihung erlangen, die sie immer gewünschet haben. Ach, liebster Vater! diese bedrängten Seelen seufzen um Hilfe; denn sie selbst können uun nichts mehr für ihre Erlösung thun. Darum erhöre mein demüthiges Gebet und das Gebet des Priesters, der jetzt für die Seelen der 7¹ Abgestorbenen bittet, damit sie zu deiner glorreichen An⸗ schauung gelangen. O himmlischer Vater! hier auf dem Altare wird jetzt der wahre Leib und das wahre Blut Jesu zur Genugthuung für unsere Sünden dir dargebracht. O laß doch den Werth und die Verdienste des heiligen Blutes deines Sohnes auch den Seelen im Fegfeuer zufließen damit sie gänzlich rein werden, um würdig zu werden, ein⸗ zugehen in die ewige Seligkeit. Amen. O seligste Jungfrau Maria, Mutter der Barmherzig⸗ keit! erzeige deine Güte den leidenden Seelen im Fegfeuer; bitte für sie, damit sie zur Anschauung Gottes gelangen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Bei dem Evangelium. O mein Jesus! nur mit Furcht und Zittern kann ich an jenen fürchterlichen Tag denken, an welchem der Po⸗ saunenschall alle Menschen aus den Gräbern hervorrufen, und unser verwesliches Fleisch die Unverweslichkeit und unser sterblicher Leib die Unsterblichkeit anziehen wird. O Tag des Schreckens, an welchem Sonne, Mond und Sterne vom Himmel fallen, und die Ewigkeit ihren Anfang nimmt! Ach, mit welcher Furcht und Angst werden wir dich, den Richter der Welt, auf den Wolken kommen sehen! Welches Beben wird meine Seele erfüllen, wenn meine Sünden, meine geheimsten Thaten vor dein Gericht gezogen werden! Wie werde ich Sünder dort bestehen, wo selbst die Auserwählten in banger Erwartung und zitternd deiner harren? Ach, zu wem kann ich da meine Zuflucht nehmen 7 Zu wem soll ich dann flehen, als zu dir, dem schreckbaren König, dem furchtbar strengen Richter? Aber, o Herr! ich will nicht warten bis zum Tage der Rache, ich will heute schon meine Schuld vor dir bekennen. Jetzt in dieser Stunde des heiligen Opfers, jetzt, wo du, o Lamm Gottes! 72 aufs Neue für unser Heil dich deinem himmlischen Vater darbringst, jetzt werfe ich mich von Reue durchdrungen zu deinen heiligen Füßen, und flehe um Vergebung meiner Sünden. O göttlicher Richter! um deines Leidens und Todes willen führe mich zum ewigen Leben; denn nur du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, und Niemand kömmt zum Vater, als durch dich. Darum, o Jesus, Licht der Welt! leuchte mir durch die Finsternisse dieses Lebens, führe mich auf dem Wege der Wahrheit zu dem ewigen Leben, und führe auch die Seelen der Abgestorbenen aus dem Fegfeuer zur ewigen Ruhe, wo sie dich sammt dem Vater und dem heiligen Geiste als den wahren Gott anbeten, loben und lieben werden in alle Ewigkeit. Amen. O Gott der Güte und Erbarmung! erlöse die Seelen deiner Diener und Dienerinnen, welche von dieser Welt geschieden sind. Vorzüglich bitte ich für die Seele N. N., daß du dich ihrer erbarmest. Laß mein demüthiges Gebet den armen Seelen zum Nutzen gereichen, und verleihe ihnen Nachlassung ihrer Sünden, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Zum Offertorium. O Jesus Christus, du König der ewigen Glorie! ich bitte, befreie die Seelen der Gläubigen, die im Orte der Reinigung nach ihrer Erlösung seufzen. O Herr! wir bringen dir Opfer und Lobgebete, nimm sie gnädig für die leidenden Seelen meiner verstorbenen Angehörigen, Freunde und Wohlthäter an, laß sie aus Erbarmung zum Leben eingehen, welches du dem Abraham und seinen Kindern verheißen hast. O Gott! dem es eigen ist, sich zu erbarmen und zu verschonen, sieh von dem Throne deiner Gnade auf dies hochheilige Opfer, welches der Priester im Namen aller 73 Gläubigen jetzt verrichtet. Hier auf dem Altare opfern wir Brod und Wein zur Verwandlung in das heilige Fleisch und Blut Jesu, wie er, der Stifter des neuen Bundes, uns befohlen hat. Sieh nicht sowohl auf uns Unwürdige, als auf Jesus Christus, den Mittler, in dessen heiligstes Fleisch und Blut diese Opfergaben verwandelt werden. In Ansehung dieses Versöhnnngsopfers laß die Seelen der abgestorbenen Gläubigen Gnade finden. Verzeihe ihnen ihre Schwachheiten und Fehler, wegen welcher sie deiner göttlichen Anschauung noch beraubt sind. Erfülle ihr in— brünstiges Verlangen nach Erlösung, und laß sie in dein himmlisches Reich eingehen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. O gerechter Richter der Lebendigen und der Todten! sieh, ich vereinige mein Gebet mit dem Seufzen und Flehen deiner Kinder, der Erben deiner Herrlichkeit, auf welchen noch der schwere Arm deiner Gerechtigkeit strafend ruhet. O sei ihnen barmherzig, kürze die Zeit ihrer Strafe ab, und verwandle ihre Qualen in Trost und ihre Erniedri— gung in die Glorie deiner Auserwählten. Herr, höre ihr Flehen zu dir, die da rufen:„Schenke uns Barmherzigkeit, denn wir erkennen, daß wir vor dir gesündigt haben. Sieh', wir bitten und flehen dich an um das Eine, um was wir nicht aufhören zu flehen: Laß uns in deinem Hause wohnen und die Schönheit deines Tempels sehen. Wir vertrauen fest auf dich, daß du uns bald die Gnade schenken wirst, dich zu schauen von Angesicht zu Angesicht.“ Herr, erhöre ihr Gebet und laß ihr Rufen zu dir kommenl Zur Präfation. Es ist billig, gerecht und heilsam, dir immer und überall Dank zu sagen, allmächtiger Vater, ewiger Gott, durch Jesum Christum, unsern Herrn, durch welchen du 74 uns die freudige Hoffnung der glückseligen Auferstehung geschenkt hast, damit wir, wenn uns der Gedanke an das über alle Menschen gesprochene Urtheil des Todes betrübet, durch das Versprechen der Unsterblichkeit ermuthigt und in unserem Glauben getröstet und gestärkt werden. Denn für diejenigen, welche dir treu sind, o Herr, ist der Tod kein Verlust des Lebens, sondern der Anfang eines unendlich glücklichern und bessern Lebens, und wenn das irdische Haus von Staub, welches sie nun bewohnen, zusammen⸗ bricht, dann erwerben sie dafür ein anderes bei dir in deinem Himmel, welches ewig dauert. Darum vereinigen wir unsere Stimmen mit denen der Seligen, um dir einen Lobgesang zu singen, indem wir ohne Unterlaß ausrufen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Heer— schaaren! Deine Herrlichkeit erfüllt Himmel und Erde. Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn! O Jesus! bitte bei diesem h. Opfer zum Vater der Barm— herzigkeit für die armen Seelen, von denen vielleicht viele, obwohl dazu bestimmt, ewig mit dir im Himmel zu herr— schen, dieses unschätzbaren Glückes noch auf lange Zeit beraubt sind, wenn du dich nicht würdigest, ihrer zu ge— denken, und deine Stimme für sie zu erheben. Zum Canon. Allmächtiger Gott! dessen Vorsehung über alle Ge— schöpfe wacht, weil du der Vater Aller bist, wirf einen Blick der Barmherzigkeit auf die Seelen, welche dich lieben, und deren größter Schmerz ist, von dir getrennt zu sein, und deiner Anschauung nicht genießen zu können. Gedenke, o mein Herr und Gott! daß sie deiner Hände Werk sind und der Preis der Leiden, des Todes und der unendlichen Verdienste Jesu, deines göttlichen Sohnes. Kannst du bei diesem Namen ihre Peinen noch dauern sehen, und deiner 7⁵ Barmherzigkeit noch ein Ziel setzen? Sieh, wir opfern dir für ihre Erlösung das dosthare Blut, welches er für sie am Kreuze vergossen hat, das anbetungswürdigste Opfer, dessen Gleichen nicht ist, noch war, noch sein wird, die mächtige Fürbitte der allerseligsten Jungfrau Maria und ihres heiligen Bräutigams Joseph, der Heiligen Petrus, Paulus und aller Heiligen; wir opfern dir die demüthigen Bitten deiner 4—— Kirche, die Gebete und verdienstlichen Werke aller ihrer Kinder. Darauf gestützt, o mein Gott! hoffen wir Alles von deiner Barmherzigkeit für die Seelen Derer, welche uns einst theuer waren, und denen zu helfen, sie zu lieben, du selbst uns geboten hast. Laß deine väter⸗ liche Milde endlich deine strenge Gerechtigkeit entwaffnen. Oeffne ihnen dein göttliches Herz, offenbare ihnen deine Herrlichkeit, entfalte dich vor ihren Augen in deiner ganzen Huld und Liebe, und laß in ihre Herzen den Strom jener unaus sprechlichen Wonnen fließen, deren ewige Quelle du bist. Bei der Wandlung. O Jesus, sei gnädig den armen Seelen im Fegfeuer! O Jesus, sei ihnen barmherzig! O gütigster Jesus, ver— zeihe ihnen ihre Sünden, und erlöse sie aus aller Qual und Pein! O heiligstes Blut Jesu, wasche rein die armen Seelen im Fegfeuer! O kostbarstes Blut Jesu, tilge alle ihre Schulden! O gnadenreichstes Blut Jesu, laß sie durch dich Verzeihung, Gnade und Seligkeit erlangen. Amen. Rach der Wandlung. Ewiger, unermeßlicher, unbegreiflicher Gott! voll Ver⸗ wunderung bete ich dich in deiner Liebe an, die dich in diesen Brodesgestalten verborgen hält. Ach, wie tief er— niedrigest du dich, daß sogar ich Sünder vor dir meinem 76 Herrn und König erscheinen darf! O höchste, göttliche Majestät! ich darf mit dir reden, ich darf die geheimsten Wünsche meines Herzens vor deinem Throne ausschütten, und du nimmst meine Seufzer, wie ein liebender Vater, gütig auf. Nun denn, du Geber alles Guten, so bitte ich vor Allem um ein bußfertiges Herz. Ach, göttlicher Arzt! reinige mich von meinen Sünden immer mehr und mehr, bis ich endlich durch deine Gnade ganz rein werde. Reinige auch die Seelen im Fegfeuer, damit sie zu deiner göttlichen Anschauung gelangen. Gieße dein kostbares göttliches Blut über sie aus, damit sie vollkommen gerei— niget und geheiliget werden. O liebster Gott! diese trauernden Seelen seufzen zu dir um Erlösung; ach! er⸗— höre ihr Seufzen zu dir, und erhöre auch mein Gebet, welches ich in Demuth und aus dem Innersten meines Herzens vor dir ausgieße. O allwissender und gerechter Gott! diese Seelen haben an dich geglaubt, sie haben auf dich gehofft, und sie haben dich geliebt; o lasse sie doch bald zu deiner Anschauung gelangen; darum bitte ich dich durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. O Jesus, der du in die Vorhölle hinabgestiegen bist, um die Seelen der Patriarchen und Propheten aus ihr zu erlösen, welche dort deiner Ankunft harrten, würdige dich die Seelen deiner Diener am Orte der Qualen zu be— suchen. Mildere die Heftigkeit des Feuers der Peinen, welches sie verzehrt, durch den Thau deiner Gnade. Du hast gesagt: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder thut, das habt ihr mir gethan. Ich muß also glauben, daß die Linderung, welche ich mit Hilfe deiner Gnade den armen Seelen verschaffen kann, dir nicht weniger wohlgefällig sei, als wenn ich dir selbst sie erwiese. Laß dich erweichen, o mein Gott, durch die Fürsprache Jener, welche die Trö— sterin der Betrübten ist, durch die Bitten aller Heiligen im Himmel, welche ihre Brüder und Schwestern gerne be⸗ freit und mit sich vereinigt sehen möchten. Schenke den⸗ jenigen unserer Brüder, für welche wir uns dir heute zu Füßen werfen, die ewige Ruhe, und laß ihnen leuchten das ewige Licht. Amen. Zum Pater noster. O Jesus, in dessen Namen sich alle Knie im Him⸗ mel, auf der Erde und unter der Erde beugen, du höchster Richter der Lebendigen und der Todten! dein Name werde geheiliget und verherrlichet durch die Befreiung der Seelen, für welche wir dich bitten. Laß die Thore deiner Herr— lichkeit sich ihnen öffnen, laß deinen Willen, sie zu retten, sich heute an ihnen erfüllen. Nachdem sie mit dem Brode der Schmerzen genährt worden sind, laß sie nun mit dem lebendigen Brode gesättiget werden, welches der Besitz deiner selbst ist. Wir flehen zu deiner Barmherzigkeit, erlaß unsern Eltern und Verwandten, unsern Freunden und Wohlthätern alle Strafe ihrer Vergehen, an denen wir vielleicht mit schuldig sind. Bewahre uns vor den rächenden Flammen, die wir leider nur zu sehr verdient haben durch den Mißbrauch deiner Gnade, durch unsere Lauheit in deinem Dienste und unsere geringe Treue im Widerstand gegen die Versuchungen. Befreie uns von der Sünde, dem größten aller Uebel; wir wissen, es ist schreck⸗— lich in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Zum Agnus Dei. O mein Gott, wie groß muß die Liebe sein, welche deinen göttlichen Sohn bewog, sich einem Lamme gleich dahin zu opfern für die Sünden der Welt! Wie groß muß darum auch unsere Erkenntlichkeit und unsere Liebe gegen ihn sein für diese so unendliche Wohlthat! 78 O Lamm Gottes, welches du durch deinen Tod den brüllenden Löwen überwunden hast, der umherging, uns zu verschlingen, erbarme dich der verstorbenen Christgläubigen. O Lamm Gottes, welches du dich der Gerechtigkeit deines ewigen Vaters zum Sühnopfer hingegeben hast, damit er uns unsere Sünden vergebe, erbarme dich derer, welche als geliebte Kinder deines göttlichen Herzens ge— storben sind. O Lamm Gottes, welches du dich geopfert hast, um uns aus dem Lande des Fluches in das Land der Ver— heißung zu führen, o mein Jesus, der du von dir selbst gesagt hast:„Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, der wird das ewige Leben haben;“ gib den Seelen der verstorbenen Christgläubigen dieses Leben, dessen Grund ihnen durch die Gnade der heiligen Sakramente mitgetheilt wurde; schenke ihnen das Glück, dessen Unterpfand sie so oft an deinem heiligen Tische em— pfangen haben. O mein Jesus, laß mich an diesem hoch— heiligen Mahle theilnehmen, um durch die Zuwendung der Gnaden, welche daraus fließen, ihnen Theil an der ewigen Gesellschaft deiner Auserwählten zu verdienen. Ich opfere dir für sie und besonders für N. N. alle Gebete und guten Werke, welche ich zu verrichten das Glück haben werde. Verschmähe nicht mein demüthiges Gebet, gib du selbst mir Trost in dem Verluste, welchen ich erlitten habe, und erquicke diese Seele, welche mir so theuer war. Amen. Zur Communion. O gütigster Erlöser! du bist hier auf dem Altare, und gibst dich zur größern Verherrlichung deines Vaters als Opfer für uns dar, und gehst nun mit himmlischem Segen in das Herz des Priesters ein. O Jesus, köstliches Him— 79 melsbrod! o daß ich doch würdig wäre, dich jetzt empfangen zu dürfen! aber meine Sünden machen mich unwürdig, diese heilige Speise zu essen; darum schlage ich, von Reue durchdrungen, an meine Brust, und bitte, kehre doch geist— licher Weise bei mir ein. (Denke, du communizirest wirklich, und sprich:) Komm, o mein Jesus! und sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. Aber, o liebster Jesus! auch die Seelen im Fegfeuer seufzen unaufhörlich nach deinem seligen Besitze; darum bitte ich abermal: Sprich nur ein Wort, und sie werden erlöset und geheiliget zu dir in den Himmel eingehen. Wir bitten dich, o Herr! laß die Seelen deiner Diener und Dienerinnen an diesem kostbaren Opfer, welches wir dir dargebracht haben, Theil haben, nimm sie in die Zahl deiner Heiligen auf; erquicke sie mit dem ewigen Thau deiner Barmherzigkeit, und laß sie eingehen in dein Reich, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Herr, unser Gott! wir bitten abermal, nimm dies Opfer des Heils mit Wohlgefallen an, und laß es uns Allen, und besonders den armen Seelen im Fegfeuer, für welche wir es deiner Majestät dargebracht haben, zum Heile und zur ewigen Seligkeit gereichen, durch Jesum Christum deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Der Segen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes komme über alle hen denen Seelen im Fegfeuer, und erledige sie von allen ihren Strafen, damit sie der ewigen Herrlichkeit theilhaftig werden. Beschluß und Danksagung. Allmächtiger, ewiger Gott! ich danke dir von ganzer Seele, daß du mir die Gnade verliehen hast, diesem hoch— heiligen Opfer beiwohnen zu können, und dabei für die leidenden Seelen im Fegfeuer zu bitten, die deinem Vater⸗ herzen so lieb und theuer sind. Nimm gnädig auf meine Gebete, die ich in Vereinigung mit den Verdiensten Jesu und der Fürbitte seiner heiligsten Mutter und aller lieben Heiligen für sie zu dir gesendet habe. Aus der Tiefe rufe ich mit ihnen noch einmal zu dir; ach, erhöre unsere Stimme und neige deine Ohren zu unserem Flehen; denn bei dir ist Vergebung und überreiche Erlösung. O erlöse uns und sie von allen unsern Sünden, auf daß wir ein⸗ stens alle miteinander als deine lieben Kinder dein Ange⸗ sicht schauen, und von Ewigkeit zu Ewigkeit dich lieben, loben und preisen mögen. Amen. Abendandacht. Vorerinnerung. Wie wir den Tag mit Gott beginnen sollen, also fordert auch die wahre Gottesfurcht, daß wir ihn mit Gott beschließen, der uns jede Minute des Tages als ein unverdientes Geschenk verliehen hat. Auch gilt, wie der heilige Hieronymus spricht, bei den Christen nicht sowohl der Anfang, als das Ende. Nach der Danksagung für alle göttlichen Wohlthaten besteht ein wesentlicher Theil der Abendandacht in der Erforschung des Gewissens, die nicht nur die heiligen Väter und Lehrer der Kirche, sondern sogar die heidnischen Weltweisen empfahlen. Denn Pythagoras spricht unter andern:„Du sollst deinen Augen keinen Schlaf gönnen, bis du nicht dein Tagewerk in dreifacher Hinsicht durchforscht hast. Worin habe ich gefehlt? Was habe ich gethan? Und was war in meinen Handlungen Unanständiges und Unvollkommenes? Beginne beim Ersten; bereue, was du Böses gethan, und erfreue dich des Guten!“ Thaten dies die Heiden, wie weit mehr fordert die christliche Vollkommenheit uns dazu auf! Diese Selbstprüfung, wenn anders sie ernstlich geübt wird, und mit heiliger Liebesreue über unsere Fehler und mit dem Vorsatz wahrer Besserung vereint ist, bringt viele gute Gaben mit sich; denn sie reinigt das Gemüth allmählig von seinen Fehlern, macht das Herz für Gottes Gnaden und wahre Tugenden empfänglicher, und bereitet sowohl zum Empfang der heiligen Sakramente, als auch zu einem seligen Tode. Ueberdieß spricht der Herr: „Wer sich selbst richtet, der wird nicht gerichtet werden.“ Allmächtiger, ewiger Gott! ich, dein geringstes Geschöpf, werfe mich in tiefster Demuth nieder vor dem Thron deiner göttlichen Majestät, und sage dir herzlichen Dank für alle Mar. Gebetb. 6 82 die zahllosen Gnaden und Wohlthaten, die du mir Zeit meines Lebens, besonders aber am heutigen Tage an Leib und Seele erwiesen hast. Zur Bezeigung meiner Dank— barkeit opfere ich dir auf alle meine wiewohl unvollkom— menen guten Werke, alle meine Arbeiten und Leiden, ver⸗ einigt mit den Verdiensten Jesu Christi, seiner heiligsten Mutter und aller lieben Heiligen. Gütigster Vater! du hast dich heute unendlich barmherzig gegen mich erzeigt: wie habe ich mich aber gegen dich verhalten? Ertheile mir dein Licht, um meine Nachlässigkeit und Untreue im Ge— brauche deiner Gnaden zu erkennen. Zeige mir die Zahl meiner Vergehungen, und laß meine Sünden und Laster vor meinen Augen stehen; denn ich will mit dem könig⸗ lichen Propheten mit meinem Herzen zu Rathe gehen und meinen Geist reinigen. Komm, o göttlicher Geist! und erleuchte die Finsternisse meines Verstandes, daß ich die Sünden und Nachläßigkeiten, die ich heute begangen habe, recht erkenne und von Herzen bereue. (Hier soll eine kurze Gewissenserforschung angestellt werden.) Ich habe mir zwar beim Anfange des Tages vorge⸗ nommen, mit deinen Gnaden, o mein Gott! mitzuwirken, und vor jeder freiwilligen Sünde mich sorgfältig zu hüten. Ach, mich elenden, schwachen Menschen! kaum machte ich den Vorsatz, als ich denselben schon wieder gebrochen habe. Anstatt dir zu dienen, habe ich wieder so vielmal gesündiget und Böses vor deinem Angesichte gethan. Es reuen mich aber alle Sünden meines ganzen Lebens, besonders jene, die ich heute begangen habe, weil ich dadurch dich meinen Gott und Herrn, dich, das allerhöchste und liebenswürdigste Gut, beleidiget habe. Es ist mein ernstlicher Wille, mein fester Vorsatz, von nun an dich mit keiner freiwilligen Sünde zu beleidigen. Durch das kostbare Blut Jesu bitte 83 XII ich dich, verzeihe mir meine Sünden, und verleihe mir die kräftige Gnade, dir in Zukunft eifriger zu dienen. Bester Vater im Himmel! nimm auch diese Nacht meinen Leib und meine Seele unter deinen Schutz, bewahre mich vor allen Anfechtungen des bösen Feindes, vor un— reinen Gedanken und Träumen, und laß mich doch nicht eines gähen bösen Todes sterben. Aber nicht blos für mich bitte ich dich um Schutz und Segen während dieser Nacht, sondern auch für alle die Meinigen, für meine Eltern und Geschwisterte, Freunde und Verwandte und für alle meine Wohlthäter. O bewahre sie Alle vor allem Uebel des Leibes und der Seele. Nimm meinen Leib und meine Seele unter deinen mächtigen Schutz, und verleihe mir die Gnade, daß ich dir lebe, und in dir die ewige Ruhe und Seligkeit finde. Endlich bitte ich dich, o Vater der Barmherzigkeit, auch für die armen Seelen des Fegfeuers, besonders für diese N. N. Erlöse sie aus ihren Peinen, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. O liebvollste Mutter Maria! laß, während meine Augen zum Schlafe sich schließen, dein mütterliches Auge über mich wachen, damit nichts Böses mir zustoße. Be⸗ sonders bewahre meinen Leib und meine Seele vor jeder Verunreinigung und Befleckung und vor einem gähen, un⸗ vorgesehenen Tode; stehe mir bei in meiner letzten Stunde, auf daß ich in deinen Mutterarmen einmal selig sterben möge. Durch deine heilige Jungfrauschaft ꝛc. ꝛc.(sieh beim Morgengebet.) O heiliger Schutzengel! der du mich diesen Tag getreu begleitet, und vor tausend Gefahren behütet hast, ich danke dir für deine unaussprechliche Liebe und bitte dich, sei auch diese Nacht der treue Hüter meiner Seele, bewahre mich 6* 8⁴ vor allen Nachstellungen der Hölle, vor allen Gefahren, besonders vor jeder Sünde, damit ich am Morgen mit reinem Herzen zu meinem Gott erwache. Engel Gottes, mein Beschützer.(sieh beim Morgen⸗ gebet.) Heiliger Joseph, heiliger Namenspatron(Namens-— patronin), ihr andern meine heiligen Patronen, bittet für mich, lobet und preiset Gott statt meiner, da ich schlafe, bis ich mit euch ewig vereiniget werde. Amen. Abendandacht vor einem Bilde der Mutter Gottes. Wieder einen Tag näher bei der Ewigkeit. O Mutter unseres Herrn, der in seinen Händen die Schlüssel des Lebens und des Todes trägt, erhalte mir nur diese Gnade, daß ich meinen Lauf glücklich vollende, fromm lebe, und endlich am Abende meines Lebens in deinem lieben Mutter— schooße ruhig dahinsterbe. Durch dein mütterliches Herz danke ich jetzt meinem lieben Gott unendlich, daß er mich bis auf diesen Abend so väterlich bewahrt und mir so viele Gutthaten erwiesen hat. Wie undankbar habe ich das Gute mit Bösem vergolten! Ich küsse die heiligsten Wunden deines gekreuzigten Sohnes, und bitte um Erkennt— niß meiner Sünden. Erleuchte mich, o Mutter des ewigen Lichtes! zeige mir meine Fehltritte. Erforsche dein Gewissen, und dann fahre mit folgenden Anmuthungen fort: O göttliche Mutter! ich habe mich wider den Himmel und wider deinen Sohn versündigt. Ich bin nicht mehr würdig, dein Kind zu heißen. Es reuet mich von Herzen, 85 daß ich heute Gott, mein höchstes Gut, so oft beleidigt, und eben dadurch auch dein gütigstes Mutterherz betrübet habe. Ach! ich bitte dich um Verzeihung aller meiner Sünden, die ich nach allem Vermögen meiner Seele mit eben jener Anmuthung bereue, verfluche und widerrufe, mit der du, o Maria, und dein Sohn Jesus alle und jede Beleidigung Gottes verabscheuet und verdammet habet. Könnte, o könnte ich doch mit den bittersten Thränen alle meine Sünden abwaschen, und mit einem unendlichen Ver⸗ dienste ersetzen, was ich wider deinen und meinen Gott jemals begangen habe! Ich verlange mit einem Schmerzen, der aus einer unendlichen Liebe entspringt, alle meine Sünde zu bereuen. So oft ich diese Nacht oder die Zeit meines Lebens Athem hole, so oft will ich der göttlichen Gerechtigkeit durch deine Hände, o Mutter der Barm— herzigkeit! zur Genugthuung für meine Sünden das Blut Jesu Christi, deines liebsten Sohnes, aufgeopfert haben. O Zuflucht der Sünder! bitte für mich, und gleichwie du an mir heute deine mütterlichen Erbarmungen leuchten ließest, so würdige dich auch diese Nacht deinen Schutz nicht von mir abzuwenden. Vertreibe die Nachstellungen des höllischen Feindes, und erhalte mir einen ruhigen Schlaf, wo nichts Unreines mir vorgestellt wird. Opfere deinem Jesus jeden Athemzug in dieser Meinung auf, daß selber nichts anderes sagen wolle, als dieses: O Jesus! an dich glaube ich; o Jesus! auf dich hoffe ich; o Jesus! dich liebe ich vom Grunde meines Herzens. O, hätte ich dich allzeit geliebt und niemals beleidiget! Verzeihe mir, mein Jesus, verzeihe mir, und laß meinen Schlaf mit dem deinigen vereiniget sein; laß mich im Frieden schlafen, und erbarme dich meiner. Mein heiliger Schutzengel und alle lieben heiligen Patronen! traget Sorge für mich. Ich grüße und bitte Euch darum durch die heiligsten Herzen 86 Jesu und Mariä. Im Namen Gottes des Vaters, und des T Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. Fromme Gedanken beim Schlafengehen. Herr, bleib bei mir; denn es wird Abend, der Tag meines Lebens neigt sich zu seinem Ende immer mehr. Wie ich jetzt meine Kleider ablege, so laß mich auch, o mein Gott! den alten Menschen ablegen. Der Schlaf ist ein Bild des Todes. Jesus! ich vereinige meinen Schlaf mit demjenigen, den du als Mensch für mich genießen wolltest. Gott schläft und schlummert nicht; er behütet die Seinigen. Es kommt die Nacht, in der Niemand mehr wirken kann. Herr! laß mich nicht einst in die äußerste Finsterniß kommen. Wie ich mich jetzt in das Bett lege und bedecke, so wird man nach dem Tode meinen Leib in das Grab legen und mit Erde bedecken. Er wird dann in den Staub zu⸗ rückkehren, aus dem er gebildet ist; mein Geist hingegen wird zu seinem Schöpfer zurückkehren. Ich hoffe aber, o Jesus! gleich dir mit meinem Leibe aus dem Grabe herrlich aufzustehen.— Möchte mein Herz wachen, während mein Leib ruhet! ich will nun unter deinem Schutze, o Gott, im Frieden einschlafen. Vielleicht erwache ich in diesem Leben nicht mehr, vielleicht ruft mich der Herr noch diese Nacht zu sich. Dir lebe ich, o Jesus, dir sterbe ich, o Jesus.— Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist. Veichtgebeke. Dit tat um die Gnade, recht zu beichten. O mein liebreichster Jesus! du hast das heilige Sakra⸗ ment der Buße allen Sündern zum Troste eingesetzt. Ich verlange jetzt dasselbe zu empfangen, damit ich von meinen Sünden gereiniget, und künftig vor denselben bewahret werde. Ich komme zu dir, o himmlischer Vater! als wie der verlorne Sohn, der in seinem Elende sprach:„Ich will aufstehen und zu meinem Vater gehen.“ Ich rufe zu dir, als wie jener unglückliche Sohn:„Vater! ich habe gesündiget vor dir; ich bin nicht mehr werth, dein Sohn zu heißen.“— Ich komme zu dir, o Jesus, du guter Hirt! als wie ein verirrtes Schäflein, das auf den rechten Weg wieder zurückkehren will. Ich bitte dich, führe mich zurück auf den rechten Weg deiner Gebote.— Ich komme zu dir, mein Erlöser! wie Zachäus, der Zöllner von Jericho; ich bekenne mein Unrecht, und bin fest entschlossen, jeden Nachtheil, den ich deiner Ehre und dem Heile meines Nächsten, so wie mir selbst zugefügt habe, nach Kräften gutzumachen; denn was würde es mir nützen, wenn ich die ganze Welt gewänne, meine Seele aber verlieren würde? Ich sinke dir zu Füßen, o liebreichster Erretter meiner Seele! und möchte, wie die Büßerin Magdalena, mit ganzen Strömen von Bußthränen meine Verirrungen und —.——————————— R ————————.—— —— n—* —.— Sünden beweinen. Laß mich von deinen heiligen Füßen nicht weichen, bis ich die süßen Trostworte vernehme:„Dir werden deine Sünden nachgelassen.“ Gebet vor der Gewissenserforschung. O Herr! ich bin ein armer Sünder, und du bist gerecht, und gerecht ist dein Urtheil. Ich zittere, wenn ich an die Strenge deiner Gerechtigkeit denke. Du willst aber den Tod des Sünders nicht; deine Barmherzigkeit geht über alle deine Werke. Ich bin zwar ein verirrtes Schaf; du bist aber der gute Hirt, der das verlorne Schaf auf— sucht, und es wieder zu seiner Heerde zurückbringt. Ich bin dein verlorner Sohn, ich bin nicht werth dein Kind genannt zu werden; du aber hast nicht aufgehört, Vater— liebe gegen mich zu zeigen. O Herr! du kennst das Innerste meines Herzens, vor deinen Augen liegt Alles offen. Wir alle versündigen uns in vielen Stücken. Wer kennt aber seine Sünden? Wie viele derselben sind uns verborgen? Du aber bist das wahre Licht, das erleuchtet jeden Menschen, der in diese Welt kommt. O ich bitte dich, zerstreue die Finster— nisse meines Geistes. Zeige mir meine Sünden, die ich wider dich, wider meinen Nächsten, wider mich selbst be⸗ gangen habe. Gib sie mir so klar und deutlich zu erken— nen, wie ich sie in der Stunde meines Todes und vor deinem Richterstuhle erkennen werde. Jesus! du Gott meines Herzens! rühre mein Herz, daß ich alle meine Sünden aufrichtig und einzig nur aus Liebe zu Gott be⸗ reue, regiere meine Zunge und gib mir Muth und Kraft, daß ich dem Priester als dem geistlichen Arzte alle Wunden meiner Seele aufdecke, und mich durch unzeitige Scham 89 nicht verleiten lasse, etwas, was mein Gewissen beängstiget, vor ihm zu verbergen. Heilige Maria! Mutter meines Herrn und Erlösers, die du so liebevoll bist gegen die Sünder, die den auf⸗ richtigen Vorsatz haben, sich zu bessern, stehe mir mit deiner so mächtigen Hilfe bei, daß ich diese heilige Beicht so verrichten möge, wie ich auf meinem Sterbbette wünschen werde, sie verrichtet zu haben. Meine heilige Patronen, und besonders ihr heiligen Büßer und Büßerinnen! bittet für mich, damit ich würdige Früchte der Buße bringen möge. Amen. Kurze Uebung der theologischen Tugenden. (Vor den Reuegebeten sehr nützlich zu erwecken.) Mein Gott! ich glaube Alles, was du geoffenbaret hast, und durch die heilige Kirche nur zu glauben vor⸗ stellest, weil du die ewige Weisheit und unfehlbare Wahr— heit bist. Auf deine unendliche Güte, o mein Gott! ver⸗ traue ich, und hoffe fest, durch das heilige Sakrament der Buße die Verzeihung meiner Sünden zu erlangen, durch die Verdienste meines Heilandes. Dich, o mein Gott! liebe ich, weil du das unendliche, vollkommenste Gut, und eben deswegen unendlicher Liebe würdig bist. Uebung der Reue und des Vorsatzes. O gätigster, barmherzigster Jesus! in tiefster Demuth werfe ich mich nieder zu deinen Füßen wie die Büßerin Magdalena, und bekenne in der Bitterkeit meines Herzens, daß ich seit meiner letzten Beicht wieder oft und viel ge⸗ sündiget habe, mit Gedanken, Worten und Werken. Ich habe die dir so oft gemachten Versprechungen und Vorsätze leichtsinnig gebrochen, und meine Seele, die du so oft schon im heiligen Bußsakramente von ihren Sünden 90 gereiniget hast, auf's neue wieder verunreiniget. Mein Herr und mein Gott! was habe ich gethan, da ich dich so oft beleidiget habe? O allergütigster Jesus! ich habe dich, der du mich geliebet hast bis zum Tode des Kreuzes, ich habe dich nicht geliebt. Dein Haupt war für mich mit blutigem Schweiß überronnen, und mit Dörnern grausam gekrönt, und ich habe dich nicht geliebt; dein heiliger Leib ward grausam für mich gegeißelt und unmenschlich zerfleischt, und ich habe dich nicht geliebt; dein schönes Angesicht ward für mich geschlagen und ver— spieen, und ich habe dich nicht geliebt; deine Hände haben für mich das Kreuz liebreich umfangen, und deine Füße haben es mit unsäglichen Schmerzen auf den Kalvarien— berg getragen, und ich habe dich nicht geliebt; am Kreuze wurdest du an Händen und Füßen ausgespannt und mit Nägeln grausam durchbohrt, unter den entsetzlichsten Schmerzen von deinen Feinden noch verspottet und gelästert, und bliebst so am Kreuze hangen in Verlassenheit und Todesangst, bis alles vollbracht war, und dies alles für mich und wegen meiner Sünden, und ich habe dich nicht geliebt! Ja, anstatt dich zu lieben, habe ich dich unzählige Mal verunehrt, beschimpfet und beleidiget. Ich habe ge— sündiget gegen deine höchste Gütigkeit, die mich von Ewigkeit her geliebt hat. Ich habe gesündiget gegen deine übergroße Barmherzigkeit, die mich Undankbaren mit unbegreiflicher Geduld und Langmuth ertragen, und mit den ewigen Strafen, die ich schon längst verdiente, verschonet hat. Ich habe gesündiget gegen deine unendliche Liebe, die mich bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze geliebet hat. Ich habe gefündiget gegen dein heiliges Leben und Sterben, das ich durch meine Sünden mit dem abscheulichsten Un— dank vergolten habe. Wenn ich miein sündhaftes Herz ansehe, so bin ich deines Anblickes nicht würdig; ich bin nicht würdig der Vergebung, sondern ich verdiene von dir verstoßen und ewig verdammt zu werden. Doch, o barm⸗ herziger Jesus! du hast noch Keinen verstoßen, der mit reumüthigem Herzen zu dir seine Zuflucht nahm. Darum rufe ich zu dir in tiefster Demuth und Zerknirschung: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Sei mir armen Sünder gnädig und barmherzig! Laß deine Seufzer und Thränen, dein ganzes bitteres Leiden und Sterben an meiner armen Seele nicht verloren sein! Sieh', o liebster Jesus! ich bereue alle meine Sünden vom innersten Grunde meines Herzens, und ich bereue sie deßwegen, weil ich da⸗ durch wider deine unendliche Majestät mich empört, dir, meinem allerhöchsten Herrn durch Uebertretung deiner heiligsten Gebote den schuldigen Gehorsam verweigert, dich, meinen allergrößten Wohlthäter, meinen liebreichsten Heiland und Seligmacher, dich mein allerhöchstes, liebenswürdig⸗ stes Gut beleidiget habe. Barmherzigkeit, o Jesus, Barm⸗ herzigkeit! Ich bitte dich darum durch dein ganzes bitteres Leiden, das du eben zur Abbüßung meiner und der ganzen Welt Sünden aus lauter Liebe erduldet hast. Mein Herr und mein Gott! ich verspreche dir jetzt aufrichtig und ernst⸗ lich, von heute an dich nicht mehr zu beleidigen, und dein treues folgsames Kind zu bleiben bis zum Tode. Dir will ich dienen, mein liebster Heiland! dir— nicht der eitlen Welt; dir— nicht den Leidenschaften; dir— nicht der Sünde und dem Satan. Und nicht nur eine jede Sünde in Gedanken, Worten und Werken will ich sorg⸗ fältig meiden, sondern auch alle Veranlassung und Gefahr dazu, so viel ich kann. Ich will dir dienen im fleißigen Gebete, in der Sanftmuth, in der Demuth, in der Geduld, in der Ehrbarkeit und Reinigkeit des Leibes und der Seele, in der gewissenhaften Erfüllung der Pflichten meines Stan⸗ des. Dein heiliges Auge, das mich allzeit sieht, will ich 9² nicht vergessen; dein bitteres Leiden und Sterben und alle deine Liebe soll meinem Herzen eingedrückt bleiben, und nicht mehr aus demselben verschwinden.... Ich will mich nun vor deinem Stellvertreter, dem Beichwater in aller Zerknirschung, Demuth und Aufrichtigkeit über meine Sünden anklagen, gerade als wenn ich mich vor dir an— klagen müßte, o mein Gott! der du alle meine Vergehungen kennest, und Herz und Nieren durchforschest. Sieh', o Jesus! ich armseliger Sünder komme zu dir, als dem überfließenden Quell aller Barmherzigkeit, damit ich von aller Sünde gereiniget werde. Eine andere Uebung der Reue und des Vorsatzes. Vater! ich habe gesündiget wider den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Kind genannt zu werden. Ach, was habe ich gethan, daß ich dich, die unendliche Güte beleidiget habe! Großer Gott! heiligster, lebenswürdigsen Gott! wie habe ich dich beleidigen können? Ich— dich? Ich elendes Geschöpf dich meinen allmächtigen Schöpfer? Ich armer Erdwurm deine unendliche Majestät? Ich boshafter, undankbarster Mensch dich meinen aller— größten Wohlthäter?— Und wie hast du diese meine ent— setzliche Bosheit und Undankbarkeit gegen dich dulden und ertragen können? Wie hast du es ertragen können, daß ich dich, o unendliche Güte! so oft beleidiget, das Blut deines eingebornen Sohnes durch meine Sünden so oft mit Füßen getreten, und deinen heiligen Geist in mir so oft betrübet habe? Ach mein Gott! ich erkenne und bekenne meine Bosheit, meine Undankbarkeit, meinen Leichtsinn. Ich erkenne und bekenne es, daß ich keine Verzeihung ver— diene, daß ich vielmehr verdient habe, von dir auf das Entsetzlichste gestraft und auf ewig von dir verstoßen zu werden.— Aber ich weiß auch, daß du nicht den Tod des Sünders willst, sondern daß er sich bekehre und lebe; ich weiß, daß du keinen verstoßest, der mit zerknirschtem Herzen zu dir kommt. Daher werfe ich mich mit der reu— müthigen Magdalena zu deinen Füßen, o Jesus, indem ich flehentlich rufe: Jesus, du Zuflucht der Sünder, ver⸗ stoße mich nicht von dir! Sieh', ich bereue, ich verabscheue, ich hasse und verfluche von ganzem Herzen alle Sünden, die ich seit meiner letzten gültigen Beicht begangen und jetzt zu beichten habe. Ich verabscheue alle diese meine Sünden vom Grunde meines Herzens, weil sie ein Gräul vor deinen heiligsten Augen sind, und deiner unendlichen Güte mißfallen; ich verabscheue und verfluche sie, weil sie ein so graßer und abscheulicher Undank gegen deine unend⸗ liche Güte sind. Ich hasse und verabscheue sie, weil du o allerreinster, heiligster Gott! dieselben unendlich hassest und verabscheuest. Am allermeisten aber reuen mich meine Sünden, weil ich dadurch deine allerhöchste, aller Liebe und Anbetung würdigste Majestät, dich, mein höchstes Gut, das ich jetzt und über Alles hochschätze und liebe, verachtet und beleidiget habe. O daß ich doch niemals gesündiget, dich nie beleidiget hätte! O könnte ich doch meine begangenen Sünden ungeschehen machen und mit meinem Blute vertilgen! O wie thut es mir so wehe, o Jesus, daß ich jemals andern Herzen mehr zu gefallen getrachtet, als deinem liebenswürdigsten Herzen, daß ich mein Herz mehr an ein elendes Geschöpf als an dich, o höchstes Gut! geheftet habe. Wie gerne möchte ich meine Sünden so bereuen, wie sie verdienen bereuet zu werden! Weil ich aber solches durch mich selber nicht vermag, so bitte ich dich demüthigst, o mein Jesus! du wollest durch deine unendliche Liebe den Mangel meiner Reue und durch dein kostbares Blut den Mangel meiner Thränen ersetzen. Sieh', ich vereinige meine schwache Reue mit der Reue, welche alle heiligen Büßer und Büßerinnen jemals über ihre Sünden empfunden haben; ich vereinige meinen Schmerz über meine Sünden mit jenen Schmerzen, den du, o Jesus, besonders in deiner Todesangst auf dem Oelberg über meine Sünden empfunden hast. Ach liebster Jesus! ich klopfe mit Vertrauen an die Thüre deines verwundeten Herzens, das für mich am Kreuze durchbohrt wurde; o verschließe es mir nicht, sondern eröffne es mir, und nimm mich armen Sünder darin wieder zu Gnaden auf. Ich versenke alle meine Sünden in das Gnadenmeer deines zur Verzeihung meiner und aller Menschen Sünden ver— gossenen Blutes, welches ich dir sammt deinem Leiden und Sterben zur Genugthung für meine Sünden demüthig auf⸗ opfere. O Jesus, du wahres Lamm Gottes, welches hin— wegnimmt die Sünden der Welt, verfahre mit mir nicht nach meinen Sünden und Missethaten, sondern nach deiner unendlichen Güte und Barmherzigkeit; laß dein bitteres Leiden und Sterben an meiner armen Seele nicht verloren sein, sei mir wahrhaft ein Jesus, das ist mein Heiland und Seligmacher. Sieh', ich nehme mir jetzt ernstlich vor, deine liebens— würdigste Majestät nie mehr zu beleidigen, und mich vor aller und jeder Sünde sorgfältig zu hüten, besonders vor dieser Sünde N., zu der ich besonders geneigt und in die ich so oft gefallen bin. Ich will auch sorgfältig alle Ge— fahren und Gelegenheiten zur Sünde meiden, diesen Ort N., jene Person N. so viel mir möglich ist, fliehen. Ich will meine fünf Sinne, besonders diese N., behutsam bewahren, jener sündhaften Gewohnheit N. will ich gänzlich entsagen, dieser bösen Anfechtung N. herzhaft widerstehen, Habe ich andere geärgert, so will ich ihnen von jetzt an ein gutes Beispiel geben, Habe ich Jemand an zeitlichen Sachen, an Leib oder Seele Schaden zugefügt, so soll er vergütet 9⁵ werden. Wie ich wünsche, daß du mir verzeihest, mein Gott, so sei auch Allen, die mir etwas zu Leid gethan haben, von Herzen verziehen. Mit Fehlenden gegen mich will ich Geduld, mit Unglücklichen und Armen Mitleid haben, barmherzig sein, wie du barmherzig bist. O unendlich gütiger Heiland! du hast mir die Gnade verliehen, diesen Vorsatz zu fassen; verleihe mir nun auch die Gnade, ihn in's Werk zu setzen; denn ohne deine Gnade kann und vermag ich nichts, mit deiner Gnade aber vermag ich Alles. Segne also meinen Vorsatz, und lasse nicht zu, daß ich denselben jemals wieder untreu werde. Und wenn du vielleicht voraussiehst, daß ich wie— der in eine Todsünde fallen werde, so laß mich vorher in deiner Gnade sterben; denn lieber will ich sterben als durch eine schwere Sünde von dir getrennt werden. Amen. G e bei zur allerseligsten Jungfrau Maria vor der heiligen Beicht. O Maria, Mutter der Gnade und Barmherzigkeit sichere Zuflucht der armen Sünder! erbitte mir durch deine mächtige Fürbitte die Gnade, daß ich meine Sünden recht von Herzen bereue, und dieselben aufrichtig und vollständig bekenne, damit die Beicht, die ich nun ablegen will, mich nicht noch strafwürdiger mache, indem ich etwas zu diesem Sakramente wesentlich Erforderliches verabsäume, daß ich vielmehr die Verzeihung des Vergangenen und die nöthige Gnade, künftig nicht mehr zu sündigen, dadurch erlangen möge. Amen. 96 Gebet zum heiligen Schutzengel vor der heiligen Beicht. Mein lieber Schutzengel, treuer und eifriger Beschützer meiner Seele! der du ein Zeuge meiner Vergehungen warst, verlasse mich besonders in diesem wichtigen Augen— blicke nicht, rühre mein Herz zu aufrichtiger Reue, leite meine Zunge, und steh' mir bei, daß diese Beicht, die ich nun verrichten will, für mich der Anfang eines neuen besseren Lebens werde. Kurze Gemüthserhebungen vor der heiligen Beicht. 1) Gott Vater vom Himmel! erbarme dich meiner, und gib mir die Gnade, meine Sünden recht zu bekennen. Gott Sohn, Erlöser der Welt! erbarme dich meiner, und gib mir die Gnade, meine Sünden recht zu bereuen. Gott heiliger Geist! erbarme dich meiner, und nimm mich wieder auf in deine Gnade. 2) Jesus, du Sohn David's! erbarme dich meiner; — Jesus! sei mir armen Sünder gnädig und barmherzig; — Jesus! laß dein bitteres Leiden und Sterben an mir nicht verloren sein;— Jesus! gib mir ein zerknirschtes und demüthiges Herz, und verwirf mich nicht von deinem Angesichte. O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt: erhöre mich, erbarme dich meiner! Nimm hinweg von mir alle meine Sünden, womit ich dich während meiner Lebenszeit beleidiget habe. 3) An dich, o ewige Wahrheit! glaube ich; auf dich, o unendliche Barmherzigkeit! hoffe ich; dich, o allerhöchstes Gut! liebe ich von Herzen über Alles. Ach hätte ich dich allzeit vom ganzen Herzen und über Alles geliebt! 4) Dir allein habe ich gesündiget, o Gott! und vor dir habe ich Böses gethan. Ich habe gesündiget gegen den ——m—‚———— 9⁷ Himmel und wider dich, o himmlischer Vater! Ich bin nicht mehr würdig, dein Kind zu heißen. Dennoch bitte ich durch das kostbare Blut Jesu Christi, sei mir armen Sünder gnädig und barmherzig! 5) Mein Herr und mein Gott! es schmerzet, es reuet mich von Herzen, daß ich dich jemals beleidiget habe. Lieber sterben, als noch einmal in eine Sünde willigen! Keine Sünde mehr, o Gott, keine Sünde mehr! gib mir deine Gnade dazu. 6) Liebreichster Jesus! der du die große Sünderin Magdalena nicht verstoßen, der du den Petrus, welcher dich verläugnete, wieder mit gnädigen Augen angesehen, der du den mit dir gekreuzigten Mörder zu Gnaden auf⸗ genommen hast, verstoße auch mich nicht; sieh' auch mich wieder mit gnädigen Augen an, nimm auch mich wieder in deine Gnade auf, laß meiner Seele aus deinen heiligen Wunden Heilung, aus deinem Tode Leben, aus deinen Verdiensten Gnade und Versöhnung zufließen. Gebet unmittelbar vor dem Eintritte in den Beichtstuhl. O mein Erlöser, Jesus Christus! ich bete dich an als den einzigen wahren Hohenpriester, als den guten ö Hirten unserer Seelen, als den Arzt unserer Wunden, als die ewige Wahrheit und den einzigen Weg zur Selig⸗ keit. Die Priester deiner heiligen Kirche sitzen an deiner Statt im Richterstuhle der Buße, und sprechen in deinem ö Namen; aber du bist es eigentlich, der Alles thut. Der ö Glaube sieht und erkennt dich in ihrer Person. Du bist es also eigentlich, dem ich meine Sünden bekennen werde; du bist es, von dem ich die Vorschrift meiner Buße empfange, von dem ich die mir nöthigen Belehrungen, Mar. Gebetb. 7 98 Warnungen und Aufmunterungen erhalte; du selbst durch des Priesters Mund wirst mir die Lossprechung von meinen Sünden ertheilen. O gib mir die Gnade, bei der heiligen Beicht so ehrerbietig und demüthig zu sein, als knieete ich wie Magdalena zu deinen Füßen; so aufmerksam und ge— lehrig, als vernähme ich von deinen eigenen Lippen die Worte des ewigen Lebens, und so gerührt, erkenntlich und dankbar, als knieete ich an deinem Kreuzes stamme, um in den Strömen deines unendlich kostbaren Blutes gewaschen zu werden, welches du auf demselben zu meinem Heile vergossen hast. Amen. Unter der Absolution. O barmherziger Jesus! dein Priester spricht mich jetzt los von meinen Sünden: o bestätige diese Lossprechung auch im Himmel. Sieh', ich bereue noch einmal alle Sün⸗ den meines ganzen Lebens, weil ich dadurch dich, das höchste, liebenswürdigste Gut, beleidiget habe. Ach lasse in diesem heiligen Augenblicke dein kostbares Blut in reich— lichem Maß über meine sündhafte Seele von deinem Kreuze herabfließen, auf daß sie ganz rein werde. Ich will in Zukunft mit deiner Gnade dein dankbares, gehorsames Kind sein und bleiben. Amen. Danksagung nach der heiligen Beicht. Lobe, meine Seele! den Herrn, und alles, was in mir ist, preise seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß niemals seiner Wohlthaten! Er hat dir alle deine Sünden verziehen, und von deinen Schwachheiten dich geheilt; er hat dich vom Untergange gerettet, und mit Barmherzigkeit und Güte gekrönet. O ———.——— VT—.— V s DS Herr! du bist barmherzig, du bist langmüthig und voll der Erbarmung. Du bist mit mir nicht nach meinen Sünden verfahren, und hast mir nicht nach meinem bösen Sinn vergolten, sondern mich von meinen Vergehungen gereiniget. Wie sich ein Vater über sein Kind erbarmet, so-hast du dich auch meiner erbarmet, und mit meiner Schwachheit Mitleid getragen. Alle Engel des Himmels: preiset den Herrn; alle getreuen Diener Gottes: preiset den Herren; vor Allem aber du, meine Seele! höre nicht auf, deinen Gott zu loben, welcher sich so barmherzig gegen dich erzeigt hat. Gepriesen sei deine göttliche Güte, o himmlischer Vater! welche mir Barmherzigkeit erwiesen hat; gepriesen sei deine unaussprechliche Liebe, o göttlicher Heiland, Jesus Christus! welche dich bewogen hat, ein so kräftiges Heilmittel einzusetzen, durch welches uns die unendlichen Verdienste deines bittern Leidens und Sterbens zukommen, und wir so von unsern Sünden befreiet und gereiniget werden. Ich vereinige meinen Dank mit den innigsten Danksagungen und Lobpreisungen, welche dir alle heiligen Büßer und Büßerinen für die gnädige Nach— lassung ihrer Sünden erstattet haben. Erneuerung des guten Vorsatzes und Bitte um die Gnade der Beharrlichkeit. Gütigster, barmherzigster Vater! Ich bin nun wieder, wie ich zuversichtlich hoffe, im Blute deines Sohnes, Jesu Christi, von allen Sünden gereiniget, und mit dir aus⸗ gesöhnt. Mit kindlichem Zutrauen darf ich dich wieder Vater nennen, da du mir die Liebe deines väterlichen Herzens wieder geschenkt hast. Diese Liebe, deine Gnade und Freund⸗ schaft will ich um keinen Preis mehr hingeben. Ich will sorgfältig alle Gefahren und Gelegenheiten zur Sünde meiden, besonders diese N. N., die mich so oft schon zum 100⁰ Falle brachte. Wachen und beten will ich, damit ich den Versuchungen nicht mehr unterliege. Ich will fortwährend Gewalt brauchen, um das Himmelreich an mich zu reißen, und durch verdoppelten Eifer hereinzubringen mich be⸗ streben, was ich bisher durch Lauigkeit verabsäumt habe. Aber du, Allwissender, kennest meine Schwäche; du weißt, wie unstät und veränderlich mein Wille ist. Darum flehe ich zu dir: Gib mir um der Verdienste Jesu willen ein größeres Maß der Gnade, damit ich doch einmal meinen alten Menschen ablege, und einen neuen Menschen anziehe. Du weißt es, o Herr, welchen Gefahren und Anfechtungen ich besonders ausgesetzt bin. Wache über mich, ermahne mich, stärke mich, daß ich nimmermehr in mein altes Sündenelend zurückfalle, sondern in deinem Dienste bis zum Ende getreu verharre. O Maria, Mutter der Gnade! wende deine barm⸗ herzigen Augen auf mich, dein zurückkehrendes Pflegekind. Durch deine Fürbitte haben schon so viele Sünder nicht allein die Gnade erlangt, reumüthig zu beichten, sondern auch die besondere Gnade, ihr Leben vollkommen zu bessern, und im Guten beständig zu verharren. O erlange auch mir, ich bitte dich, diese Gnade von deinem und meinem Gott, der dich von deiner Empfängniß an mit allen seinen Gnaden erfüllet, und bis an dein Ende vor jeder auch der geringsten Sünde bewahret hat. O Maria! bitte für mich. O mein lieber, heiliger Schutzengel, meine heiligen Patronen, alle heiligen Büßer und Auserwählten Gottes! bittet für mich, daß ich im Guten nicht mehr wanke, sondern wie ihr meinen lieben Gott liebe, und ihm getreu diene bis zum letzten Athemzuge meines Lebens, damit ich einst mit euch ihn ewig lieben, loben und anbeten möge. Amen. vor Verrichtung der Buße. Zu einiger Genugthuung für meine so vielen dir, o mein Gott! zugefügten Unbilden und Beleidigungen will ich nun die vom Beichtvater mir auferlegte Buße, so gut ich kann, verrichten. Damit aber meine geringe Buße dir desto wohlgefälliger sei, so vereinige ich sie mit den Gebeten, Werken und unendlichen Verdiensten, welche dir dein geliebter Sohn, Jesus Christus, in der Zeit seines Lebens auf Erden dargebracht hat. Gib mir, o liebreicher Vater! die Gnade, daß ich die Buße mit Eifer und Andacht verrichten möge. Gebeit nach Verrichtung der Buße. Gütigster Vater! Verzeihe mir die Mängel und Nach⸗ lässigkeiten, die ich in Verrichtung der vom Beichtvater mir auferlegten Buße begangen habe. Zur Genugthuung für alle von mir wohlverdienten Sündenstrafen nimm diese meine geringe und unvollkommene Buße gnädig an in Vereinigung dessen, was mein liebster Heiland zur Genugthuung für meine und der ganzen Welt Sünden jemals gethan und gelitten hat, Zur vollkommenen Nach— lassung der zeitlichen Strafen, die ich nach verziehener Schuld meiner Sünden noch abzubüßen habe, opfere ich dir auf alle Ablässe, die ich gewinnen kann, alle guten Werke, welche ich mit deiner Gnade in Zukunft verrichten werde, alle Leiden und Beschwerden, welche ich in meinem Stande oder in deinem heiligen Dienste werde zu dulden haben. Würdige dich, o mein Gott! alles dieses zum Heile meiner Seele gnädig anzunehmen. Amen. Bitte um den Segen. O Zesus! der du mich von allen meinen Sünden gereiniget, und mir so barmherzig verziehen hast, gib mir deinen allerheiligsten Segen, kraft dessen ich im Frieden hingehe, mein Leben bessere, nicht mehr sündige und in deiner Gnade sterbe. Amen. ö Communiongebete. Gebete vor der heiligen Communion. Gebet um die Gnade, würdig zu communieiren. Unendlich gütiger Gott! ich werfe mich in tiefster Demuth zu deinen Füßen nieder, und rufe dich um deine Gnade und deinen besondern gütigen Beistand an. Sieh', o Herr! ich stehe im Begriffe, die allerheiligste Handlung der Religion zu begehen; das Andenken an das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi, deines Sohnes, zu feiern, an dem Sakramente seiner Liebe Theil zu nehmen, und in demselben ihn selbst, meinen Gott, meinen Heiland, meinen Erlöser und künftigen Richter zu empfangen. Ach Gott! wer bin ich, daß ich es wagen darf, an dem Tische deiner Kinder mich einzufinden, und wie unglückselig wäre ich, wenn ich den allerheiligsten Leib und das Blut meines Herrn, das göttliche Unterpfand seiner Barmherzigkeit und Liebe, unwürdig genießen, und in der Speise des Lebens das Gericht und den ewigen Tod in mich hinein⸗ essen würde! ö ö O Jesus! der du meine gänzliche Unvermögenheit, mich zu einer so heiligen Handlung würdig vorzubereiten, erkennest: erhöre mein flehentliches Gebet, und bereite du selbst dir mein Herz zur würdigen und angenehmen Wohnung —— zu. Verleihe mir jenen lebendigen Glauben, der allein mich lehren kann, deinen allerheiligsten, unter den Brods— gestalten verborgenen Leib von einer gemeinen Speise zu unterscheiden, welche meinen schwachen Sinnen sich dar— bietet. Erwecke in mir jene schmerzhaften Empfindungen der Reue über meine begangenen Sünden, welche die Ver— gebung derselben verdienet, und jene tiefe Ueberzeugung meiner Unwürdigkeit und meines Nichts, auf die du immer mit Wohlgefallen herabsiehst und durch Mittheilung deiner Gnade belohnest. Lehre mich, den unschätzbaren Werth der Wohlthat einsehen, die du mir in diesem heiligen Sakramente vorbereitet hast, und gib, daß ich das Ueber— maß deiner Liebe durch die herzlichste Gegenliebe erwidere. Ja, o gütigster Jesus! verleihe mir die Gnade, daß ich dieses hochheilige Sakrament mit so reinem Herzen, mit so inbrünstiger Andacht empfange, daß es für mich wahr— haft eine Speise des Lebens, ein Verwahrungsmittel wider die Sünde und das Unterpfand meiner künftigen, ewigen Herrlichkeit werde. Komm heiliger Geist! ziere mein Herz mit allen Tugenden aus, die es Gott wohlgefällig machen können, und richte dasselbe dadurch meinem Erlöser zu einer wür⸗ digen Wohnung ein. Allerseligste Jungfrau! die du von Gott würdig ge— funden worden bist, Jesum Christum durch die Kraft des heiligen Geistes in deinem jungfräulichen Schooße zu empfangen und in demselben zu tragen: erlange mir die Gnade, daß auch ich ihn in diesem allerheiligsten Geheim— nisse würdig empfangen und in meinem Herzen tragen möge. Stehe auch du mir bei, o mein heiliger Schutzengel! und begleite mich, dein Pflegekind, zum Tische meines Erlösers hin. Bitte für mich, daß Gott, der Herr, mein 10⁵ Herz mit dem Feuer seiner Liebe entzünde, damit ich das Brod der Engel mit gebührender Andacht und zu meinem ewigen Heile genieße. O ihr Heiligen und Auserwählten Gottes! die ihr von Angesicht zu Angesicht denjenigen sehet, den wir in diesem heiligen Sakramente unter den Gestalten des Brodes und des Weines verborgen empfangen: eilet zu meinem Beistande herbei, und bereitet mein Herz eurem und meinem Gott vor, damit ich schon hier, in diesem Thale der Thränen, ihn in mir besitzen und in seinem Besitze meine Glückseligkeit finden möge. Aufopferung der heiligen Communion. Allmächtiger, ewiger Gott! ich unwürdiger Sünder stehe jetzt im Begriffe, das allerheiligste Sakrament des Leibes und Blutes Jesu Christi, deines vielgeliebten Sohnes, zu empfangen. Ich opfere dir diese heilige Communion auf, zum Lobe und zur Verherrlichung deiner allerhöchsten, göttlichen Majestät; zum Andenken an das bittere Leiden und Sterben meines Erlösers; zur Ehre der allerseligsten Jungfrau und aller lieben Heiligen; zum kindlichen Danke für alle mir und der ganzen Kirche ver— liehenen Gnaden und Wohlthaten; zur Verzeihung und Nachlassung meiner Sünden und dadurch verdienten Strafen; zu meinem ewigen Heile und zum Heile meiner Verwandten und Angehörigen, wie auch zum Troste aller Abgestorbenen, besonders derjenigen, für die ich vor Andern zu beten schuldig bin. Hauptsächlich aber opfere ich dir dieselbe auf, damit ich durch Besiegung der Sünde N., die mich noch so oft anreizet und zum Falle bringt, und durch Erwerbung der Tugend N., die mir noch so sehr abgehet, in der christ⸗ lichen Vollkommenheit mit jedem Tage zunehmen, und dadurch immer inniger mit dir vereiniget werden möge. Nimm, o Gott, diese meine Meinung gnädig auf, und laß mich und alle diejenigen, die ich in dieselbe einge— schlossen habe, aller der Früchte theilhaftig werden, welche eine heilige Communion nach deinen liebevollen Absichten für die Zeit und die Ewigkeit in uns hervorbringen soll. Amen. Glaube. O Jesus, ewige Wahrheit! obschon ich dich in dem allerheiligsten Sakramente, das ich jetzt zu empfangen bereit stehe, nicht wahrnehme, so glaube ich dennoch fest, daß du unter der niedrigen Gestalt des Brodes wirklich, wahrhaft und wesentlich in demselben gegenwärtig bist mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit; ja eben derselbe bist du da gegenwärtig, den Maria, die allerseligste Jungfrau, durch die Kraft des heiligen Geistes empfangen und zur Welt geboren hat, der für uns am Kreuze gestorben ist, und gegenwärtig als Richter der Lebendigen und Todten zur Rechten Gottes, des Vaters, sitzet. Ich glaube dies, o Jesus! weil du die ewige, unfehlbare Wahrheit selbst gesagt hast: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib. Dein Wort ist untrüg— liche Wahrheit. Auf deine Versicherung glaube ich es also fest und unbezweifelt; aber komm, ich bitte dich, der Schwachheit meines Glaubens zu Hilfe, und verleihe mir, daß ich immer fester und inniger es glaube. Anbetung. Durch dein heiliges Wort, o Jesus! belehret und durch deine Gnade fest überzeugt, daß du in diesem aller— heiligsten Geheimnisse wesentlich und wahrhaft gegenwärtig bist, bete ich dich in demselben mit tiefster Ehrfurcht meines 107 Herzens als meinen Herrn und Gott an. O Jesus! dir gebühret alle Ehre und Anbetung; denn du allein bist groß, du allein bist heilig, du allein bist der Herr, und alles Erschaffene ist wie ein lauteres Nichts vor dir. Ach! könnte ich mit eben der Demuth und Inbrunst in diesem heiligen Sakramente dich verehren und anbeten, wie Maria, deine allerseligste Mutter, dein heiliger Nährvater, die Hirten Bethlehems und die Weisen des Morgenlandes dich als neugebornes Kind einst verehrt und angebetet haben, und wie die heiligen Engel und Auserwählten im Himmel dich verehren und anbeten. Ich wünsche es, o mein Erlöser! und damit meine, wiewohl geringe Anbetung dir wohlgefällig werde, vereinige ich sie mit den Anbetungen dieser großen Heiligen, und besonders mit denjenigen, die du selbst deinem himmlischen Vater während deines sterblichen Lebens dargebracht hast. Gib, o Jesus! daß meine Seele sich künftighin immer und in allen Stücken deinem allerheiligsten Willen demüthig unterwerfe, damit so mein ganzes Leben eine ununter⸗ brochene Anbetung deiner allerhöchsten Majestät sei. Demuth. O Jesus! du selbst ladest mich zu deinem Gastmahle ein, du willst mir da deinen allerheiligsten Leib zur Speise geben. Wie liebreich, wie unaussprechlich gütig bist du! Was ist der Mensch, daß du ihn so hoch begnadigest? Was bin besonders ich, daß du, mein Herr und mein Gott, zu mir kommen und in mein Herz einkehren willst? Ich bin nicht ein Engel oder Erzengel, sondern ein schwacher Mensch, aus dem Staub der Erde gebildet, und doch zittern jene erhabenen, reinen Geister, und verhüllen ehrfurchtsvoll ihr Angesicht vor dir. Ich bin nicht Johannes der Täufer, der schon im Schooße seiner Mutter geheiliget — wurde, sondern in Sünden empfangen und geboren, und doch schätzte jener große Heilige sich für unwürdig, dir auch nur die Riemen deiner Schuhe aufzulösen. Und ich mit so vielen Sünden und Mängeln behafteter armseliger Mensch soll dich, den Allerreinsten und Heiligsten sogar in meinem Herzen aufnehmen? Was soll ich also thun, ich Armseliger? Entferne ich mich von dir, so gehe ich zu Grunde. Empfange ich dich aber unwürdig, so esse ich das Gericht und die ewige Verdammung in mich hin— ein. Sieh' o Jesus! in dieser meiner bedrängten Lage werfe ich mich in den Staub meines Nichts darnieder, und bekenne demüthig vor dir mein Elend und meine Unwürdig⸗ keit.— Wenn ich auch tausend Jahre lang mich vorbe— reitete, so wäre ich doch immer noch nicht würdig, zu diesem allerheiligsten Sakramente hinzutreten; denn du, o Jesus! bist in demselben gegenwärtig, du mein Gott, der König der Könige, der Herr der himmlischen Heer— schaͤaren, vor dem selbst die heiligen Engel in tiefster Ehr— furcht zittern, ich bin ein elender Erdwurm; du mein Schöpfer, und ich bin nur Erdenstaub; du der Heiligste, und ich bin ein. Sünder, und zwar ein so großer Sünder; du bist mein allergrößter, freigebigster Wohlthäter, und ich ein Ungeheuer des Undankes, der ich dir deine zahllosen Wohlthaten nur mit immer neuen Beleidigungen vergolten habe. Mein Jesus! ich erkenne deine allerhöchste Majestät und mein äußerstes Elend. Weil du aber selbst zu deinem heiligsten Gastmahle mich einladest; weil du mir sogar den ewigen Tod androhest, wenn ich bei demselben nicht erscheine, so finde ich mich ein, und je größer mein Elend und meine Armseligkeit ist, desto mehr eile ich, bei dir, der Quelle alles Guten, mich zu bereichern. —.— Hoffuung. O Jesus! von meiner ersten Kindheit an meine ein⸗ zige Hoffnung! ich bin zwar nur Staub, Asche und ein Sünder; aber du bist der Vater der Barmherzigkeit und der Gott alles Trostes, der Alle, die mit Mühseligkeiten behaftet und beladen sind, zu sich einladet, um sie zu er⸗ guicken. Wenn du während deines sterblichen Lebens nur im Vorübergehen so viele Gebrechen geheilet, wenn der bloße Schatten des heiligen Petrus die Kranken gesund gemacht hat, soll ich dann nicht hoffen dürfen, daß auch ich, wenn du in mein Herz einkehren und mit der Fülle deiner Gottheit in mir wohnen wirst, von allen meinen Schwachheiten und Gebrechen werde geheilet werden? Weil ich nun vermittelst deiner Gnade mir wirklich keiner freiwilligen Sünde bewußt bin, sieh', so komme ich zu dir, meinem Vater, meinem liebreichsten Arzte, meiner einzigen Zuflucht. Ich komme zu dir, zwar wegen meiner Sünden tief verdemüthiget und mit Schamröthe bedeckt, aber zugleich mit der festen Zuversicht, daß diese heilige Communion die Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe in mir vermehren, daß sie wider alle An⸗ fälle meiner Feinde mich stärken, die Reizungen der Be⸗ gierlichkeit in mir schwächen, meine seitherigen Gewohnheits⸗ sünden in mir ausrotten, in allem Guten mich befestigen, und endlich das Unterpfand meiner künftigen ewigen Glück⸗ seligkeit für mich sein werde. Ja, o Jesus! dies verspreche ich mir, diese Hoffnung nähre ich in mir, weil du all⸗— mächtig, unendlich gütig, unendlich barmherzig und in deinen Verheißungen unendlich getreu bist. O stärke diese meine Hoffnung, und laß mein Vertrauen immer leben⸗ diger werden. Neue und Leid. Aber wie darf ich mir so große Gnaden in der heiligen Communion versprechen? Ach, ich habe mich ja so oft wider den Himmel und wider dich versündiget. Ja, was sage ich, täglich noch häufe ich das Maß meiner Ver— schuldungen an, indem kein Tag vorübergeht, ohne daß ich neue Untreuen gegen dich begehe. Ich habe zwar, o Jesus! in dem Richterstuhle der Buße meine Missethaten aufrichtig bereuet und gebeichtet; ich hoffe daher auch, daß du mich im Sakramente der Buße durch die Verdienste deines bittern Leidens und Sterbens von meinen Sünden vollkommen gereiniget hast. Ich glaube auch, in der heiligen Beicht den aufrichtigen Vorsatz gefaßt zu haben, dich mit keiner freiwilligen Sünde mehr zu beleidigen. Aber ach! das Herz des Menschen ist ein unerforsch— licher Abgrund. Deßwegen bitte ich dich, o Gott, der du die Herzen erforschest, reinige mich von den mir unbe— wußten Sünden, und verzeihe mir diejenigen, die Andere wegen mir vielleicht begangen haben. Und damit du mir um so gewisser verzeihest, so bereue ich noch einmal alle meine Sünden aus ganzem Herzen; ach, ich habe dich bis— her nicht geliebt, ja vielmehr, anstatt dich zu lieben, um meine bösen Lüste und unordentlichen Neigungen zu befrie— digen, deine unendliche Güte so oft betrübt und beleidiget. Herr und Gott meines Herzens! ich verabscheue und ver— fluche tausendmal alle die unzähligen Beleidigungen, die ich dir zugefügt habe, weil ich dadurch dich, meinen lieb— reichsten Vater, meinen allergrößten Wohlthäter, dich, mein allerhöchstes Gut, das ich über Alles hätte lieben sollen, anstatt zu lieben, beleidiget habe. Ich erneuere von Herzen die guten Vorsätze, die ich bei der heiligen Beicht 111 gemacht habe. Ich will dir in Zukunft eifriger dienen; sorgfältiger will ich die Sünde, vorzüglich diese N., zu⸗der ich so sehr geneigt bin, und jene Gelegenheit N., die mich schon so oft zum Falle brachte, meiden, auch die Mittel anwenden, die mir dein Stellvertreter im Bußgerichte vor— geschrieben hat. Nein, o Jesus! nimmermehr will ich sündigen, ja lieber in deiner Gnade sterben, als dich vor— sätzlich wieder beleidigen. Liebe. Und wie sollte ich je wieder dich beleidigen? wie sollte ich je wieder dich zu lieben aufhören? Was konntest du noch mehr thun, um von mir geliebt zu werden? Für mich armen, elenden Sünder am Kreuze zu sterben, war dir, o gekreuzigte Liebe! noch nicht genug; du hast auch noch dieses Sakrament der Liebe einsetzen wollen, um dich mir ganz zu geben, und dein Herz mit dem Herzen eines so elenden, undankbaren Menschen, als ich bin, auf's innigste vereinigen zu können. Und was noch mehr ist, du selbst ladest mich ein, dich zu empfangen, und erklärest laut dein sehnlichstes Verlangen, in mein unwürdiges Herz einzu— gehen. O unbegreifliche, o unendliche Liebe Jesu! Ein Gott will sich mir ganz schenken,— will sich mir ganz zur Speise geben! O wer sollte eine solche Liebe nicht mit dankbarer Gegenliebe erwidern? Ja, Herr! ich liebe dich aus meinem ganzen Herzen, ich liebe dich mehr als mich selbst, mehr als mein eigenes Leben; ja ich verlange dich zu lieben, wie alle frommen und gerechten Seelen, die je auf Erden lebten, dich geliebt haben, ich verlange dich zu lieben, wie alle Engel und Heiligen im Himmel dich lieben. Ich vereinige meine Liebe mit der Liebe der heiligen Seraphinen, und mit der Liebe, mit welcher deine allerheiligste Mutter dich geliebt hat. Ich liebe dich allein 11² darum, weil du als das allerhöchste Gut wegen deiner unendlichen Schönheit und Güte würdig bist, über Alles geliebt zu werden. O könnte ich jene unglückselige Zeit, in welcher ich dich nicht liebte, mit meinem Blute wieder erkaufen! In Zukunft wenigstens soll eine so unglück⸗— selige Zeit nicht mehr sein; vielmehr will ich hinfüro aus Liebe zu dir jede, auch die geringste freiwillige Sünde, sorgfältig meiden, und Alles einzig und allein nur aus Liebe zu dir thun und leiden. Sieh', mein Jesus! ich verlange dich zu lieben, wie du verdienst geliebt zu wer— den, und um dich noch inniger lieben zu lernen, komme ich zu dir; entzünde du die Liebe in meinem Herzen, und ordne sie, daß ich dich aufrichtig, von ganzem Herzen und beharrlich liebe.— Und weil du dies allerheiligste Sakra— ment als ein Band der Liebe unter deinen Jüngern ein⸗ gesetzt hast, so nehme ich mir fest vor und verspreche dir, daß ich Allen, die mich oder die Meinigen betrübt oder beleidiget haben, aufrichtig und von Herzen nach deinem Beispiele und um deiner Liebe willen verzeihen, und von nun an meinen Nächsten und selbst meine Feinde wie mich selbst lieben wolle. Begründe, o Jesus! immer tiefer diese Liebe in meinem Herzen, so daß nichts in der Welt, weder Leben noch Tod, mehr vermöge, dich von mir und mich von dir zu trennen. Sehnsucht nach der heiligen Communion. So komm nun, o mein Jesus! du Gott meines Herzens, du mein höchstes Gut! zu dir allein ist all mein Verlangen gerichtet, dich allein will ich und nichts Anderes; denn du allein bist mein Trost in der Widerwärtigkeit, meine Freude in der Traurigkeit, meine Hilfe in der Noth, mein Leben im Tode. Wohlan denn o Jesus! kehre bald in meinem Herzen ein. Ehe du aber dich mir schenkest, 113 will ich dir ein Geschenk mit meinem armseligen Herzen machen. Sieh', ich übergebe es dir wirklich, dir opfere ich dasselbe ganz auf zu einem lebendigen Brandopfer, und wenn in demselben noch eine einzige Neigung zur Sünde oder etwas dir Mißfälliges verborgen sein sollte, so bitte ich dich, verzehre es mit dem Feuer deiner Liebe, damit mein Herz eine würdige Wohnung deiner Gott⸗ heit werde. ö O mein Jesus! du ewige Liebe, Brod der Engel, das alle Süßigkeit in sich enthält, ich möchte dich mit innigster Sehnsucht empfangen, wie sie je ein Heiliger hatte und empfinden konnte. Ich verlange, dich mit der nämlichen Liebe und Begierde zu empfangen, mit welcher dich die eifrigsten und heiligsten Seelen jemals empfangen haben, mit der nämlichen feurigen Liebe und Begierde verlange ich dich zu empfangen, mit welcher dich deine allerheiligste Mutter empfangen hat, und mit ihren heiligen Communionen vereinige ich auch diese meine heutige Communion. So komm denn, o Jesus, du liebreichster Freund meiner Seele! Ohne dich bin ich gleich einem vertrockneten Erdreiche; aber bei dir finde ich die Quelle des ewigen Lebens. Komm, o mein Erlöser! meine Ruhe und meine Seligkeit, damit ich dich, den meine Seele liebt, in mein Herz aufnehmen, und mit inbrünstiger Liebe umfassen könne. Amen. Anmuthungen vor dem Hingange zur heiligen Communion. (Vom heiligen Alphons Liguori.) O mein Jesus! ich bin jenes Schäflein, das sich frei⸗ willig verirrt hat, da es von dir, o mein Heiland, geflohen ist. Aber du bist der gute Hirt, der sein Leben hingegeben, um mich zu erretten. Suche mich heim, o mein Jesus, Mar. Gebetb. 8 11⁴4 und verlasse mich nicht. Suche mich, und lege mich auf deine Schultern; denn sieh', ich nehme mir fest vor, dir zu dienen und dich zu lieben, so gut ich es vermag. O mein Gott! verzeihe mir aus Liebe zu Jesus Christus alle meine Sünden, sowohl die schweren als auch die läßlichen. Verzeihe mir alle meine Nachlässigkeiten, ich bereue sie alle, weil ich dadurch dir, o unendliche Güte! mißfallen habe. Ich liebe dich, o höchstes Gut! ich liebe dich über Alles, und verspreche dir, daß ich lieber sterben will, als dir freiwillig auch nur das mindeste Mißfallen verursachen. O mein Jesus! dein Tod und dein Blut sind meine Hoffnung. O mein geliebter Heiland! vermehre meinen Glauben und lasse mich erkennen, daß du es bist, den ich im heilig— sten Sakrament empfange. Ich liebe dich, o Gott meiner Seele! ich liebe dich o mein Heiland, der du dein Leben für mich hingegeben hast. O mein Jesus! ich erkenne, daß ich unendlich un— würdig bin, dich zu empfangen und mich dir zu nahen, und dies um meiner Sünden willen, und weil mir die heilige Reinigkeit des Herzens fehlt. Deshalb rufe ich dir zu: Herr! ich bin nicht würdig! Komm, o mein liebenswürdigster Heiland! und bewirke in mir, daß mein Herz eins mit dir werde. O komm in meine Seele, heilige sie; nimm Besitz von meinem Herzen und reinige es; komm in meinen Leib und bewahre ihn; laß mich nie wieder von deiner Liebe getrennt werden. Amen. — Gebete vor der heiligen Communion. Erste Anmuthungen gleich nach der heiligen Com⸗ munion. Heilig, heilig, heilig bist du, o Jesus, in meinem Herzen! O Jesus! ich bete dich an, in meinem Herzen gegen⸗ wärtig, mit allen Engeln und Heiligen, als meinen Herrn und Gott, als meinen Erlöser und Seligmacher. O mein Jesus! ich glaube an dich, als an die ewige Wahrheit. O mein Jesus! ich hoffe auf dich, als auf die un⸗ endliche Barmherzigkeit. O mein Jesus! ich liebe dich von Herzen als das allerhöchste Gut. Jesus, dir lebe ich! Jesus, dir sterbe ich! Jesus, dein bin ich todt und lebendig! ä Anbetung. Sei tausendmal, ja unzählige Male gegrüßt und an⸗ gebetet, o Jesus, mein Herr und Gott, der du nun wirk⸗ lich, wahrhaft und wesentlich in meinem Herzen zugegen bist. Ich bete demüthig an deine allerheiligste mit der Gottheit vereinbarte Menschheit. Ich bete ehrerbietig an dein gnadenreiches, jetzt mit meinem Herzen vereinigtes Fleisch und Blut. Ich bete dich an, du Gott meines Herzens, du Leben meiner Seele, meine Glückseligkeit durch die ganze Ewigkeit. Woher kommt mir doch diese hohe Gnade, daß du bei mir armen Sünder eingekehrt bist? Wer bist du, und wer bin ich? Du bist mein Erschaffer, 8* 116 Herr und Vater, ich dein aufrührerisches ungehorsames Kind; du bist mein freigebigster Wohlthäter, ich bin dein undankbarer Unterthan; du bist mein Erlöser, mein Gott, das höchste Gut, ich bin ein elender Mensch, ein boshafter Sünder, der ich dich so oft aus meinem Herzen verstoßen habe. O Jesus, mein Erlöser, wie unbegreiflich, wie an— betungswürdig ist deine Güte und Barmherzigkeit! Mit allen himmlischen Geistern, mit allen Heiligen im Himmel und allen Gerechten auf Erden bete ich dich an, und lobe und preise dich als meinen Herrn und meinen Gott, als meinen liebevollen Erlöser und künftigen Richter. Dir, dem Könige der Ewigkeit, dem Unsterblichen, Unsichtbaren, jetzt meinem allerfreundlichsten, gnadenreichen Gaste und Seelenbräutigam, dir, o Jesus! dem wahren Gott, sei Ehre und Preis, Ruhm und Anbetung von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Danksagung. Welchen Dank werde ich dir, o gütigster Jesus! für die unschätzbare Gnade darbringen, womit du mich heute vermittelst dieses allerheiligsten Geheimnisses beglücket hast? Auf eine ganz unbegreifliche göttliche Weise für mich besorgt, hast du mir in demselben deinen allerheiligsten Leib zur Speise, und dein kostbares Blut zum Tranke, und beides zum Unterpfand meiner künftigen, ewigen Seligkeit gegeben. Nichts größeres hast du, mein Jesus! mir auf dieser Welt erweisen können. Keine Mutter kann eine so zarte Liebe gegen ihr Kind haben, als du mir jetzt erzeigt hast. O heiliges Gastmahl! meine Seele preiset dich, o Herr! und mein Geist frohlocket in dir, meinem Heilande. Unendlichen Dank sage ich dir dann, Jesus! und, was ich nicht kann, das sollen statt meiner deine Heiligen und alle Geschöpfe des Himmels und der Erde. 417 Heilige Maria, du jungfräuliche Mutter desjenigen, den ich jetzt empfangen habe, sage Dank meinem Jesus für die übergroße mir erwiesene Gnade, und lobe ihn statt meiner von nun an bis in Ewigkeit. O meine heiligen Schutzpatronen und alle Heiligen Gottes! saget meinem Gott ewigen Dank für seine un⸗ nennbare Güte, die er mir, seinem armseligen Geschöpfe, jetzt angedeihen liez. Alle Geschönse Gottes, lobet meinen Jesus in Ewig⸗ keit; denn der da allmächtig und barmherzig ist, hat große Dinge an mir gethan. Liebe. Ich habe jetzt das unaussprechliche Glück, dich in meinem Herzen zu besitzen, o du Freund der Menschen— kinder! Du bist bei deinem Geschöpfe eingekehrt; du hast dich mir, deinem Erlösten, ganz geschenkt; o welche Güte und Gnade! welche Herablassung! Herr, da du mich so liebest, da du mir so göttlich mildreich entgegenkommst, wie soll ich dich dagegen lieben? was soll ich dir dafür thun? O könnte ich dich nun auch so lieben, wie du verdienst geliebt zu werden! Möchte ich nun auch in Allem deinen heiligen Willen thun! Herr, mein Gott! ich liebe dich, und ich verlange dich zu lieben, so vollkommen, als du es würdig bist, und so innig, wie dich im Himmel Maria, deine gebenedeite Mutter, und alle Engel und Auserwähl⸗ ten Gottes lieben. Du hast jetzt in der heiligen Communion aus unend⸗ licher Liebe dich ganz mir geschenkt; wie gerne möchte ich dir für diese große Liebe ein Gegengeschenk machen! Ach ich habe nichts als dies mein armes Herz, das dich früher so oft beleidiget, in das du aber jetzt gereiniget und durch deine Einkehr in dasselbe geheiliget hast. Dieses mein 118 Herz schenke ich dir ganz und ohne Vorbehalt, mit dem innigsten Wunsche, daß es nie etwas anderes liebe, als dich, und Alles in dir und für dich. Durch deine Gnade habe ich dich in meinem Herzen, o du göttlicher Liebhaber meiner Seele! durch deine Gnade, mit der ich Alles ver— mag, will ich dich fest halten, bewahren und nie von mir lassen. Entzünde, Herr! auf immer dieses Herz mit jenem Feuer der Liebe, das du auf die Erde zu senden gekommen bist, und laß es darin brennen in Ewigkeit. Allerseligste Jungfrau Maria, heiligste Mutter meines Erlösers, du meine mächtige Fürsprecherin und Beschirmerin! mein heiliger Schutzengel! ihr seligen Geister und Heiligen alle! leihet mir in diesem Augenblick euere von Liebe ent— flammten Herzen, daß ich meinen Jesus liebe, und durch das Band der Liebe mit ihm ewig verbunden bleibe. Liebet ihn jetzt hier für mich, und erbittet mir von ihm die Gnade, ihn in eurer Gesellschaft zu lieben ewiglich. Amen. Aufopferung. O Vater der Barmherzigkeit! der du mich so sehr geliebet hast, daß du deinen eingebornen Sohn zum Lösegeld für meine Sünden und sogar mir zur Speise hingabest: sieh' auf ihn, deinen Gesalbten, an dem du von Ewigkeit dein Wohlgefallen hast. Ich opfere dir diesen deinen viel— geliebten Sohn, und mit ihm mich selbst zur Danksagung für die Gnade auf, die du mir heute verliehen hast. Laß dir, o ewiger Vater! dies mein Opfer wohlgefällig sein, und aus Liebe zu ihm, meinem Erlöser, wende gnädig deinen Unwillen von mir ab, wenn ich ihn etwa jetzt durch den Kaltsinn meines Herzens verdiente, oder in Zukunft durch meine Sünden verdienen sollte. O Gott! sieh', er, der Mittler zwischen dir und uns sündigen Menschen, bittet für mich. Ihn opfere ich dir auf, der nie eine Sünde begangen, sondern die Sünden der Welt hingenommen, und unsere Gebrechen durch seine Wundmale geheilet hat. Nimm also heiligster Vater! nimm diese heilige un— befleckte Opfergabe, deinen eingebornen, vielgeliebten Sohn gnädig auf zur Ehre und Verherrlichung deines aller— heiligsten Namens, zum kindlichen Danke für alle mir er⸗ wiesenen Gnaden und Wohlthaten, zur Genugthuung für meine Sünden und zum Ersatze für alle Mängel und Unvollkommenheiten, deren ich mich je in deinem heiligen Dienste schuldig gemacht habe, und zur Erlangung jener Gnaden, die mir zur Seligkeit nothwendig und nützlich sind. Dir aber, o gütigster Jesus! übergebe ich meinem Verstand, mein Gedächtniß, meinen Willen, meine Freiheit. Alles, was ich besitze und habe, die Güter des Leibes, wie die Kräfte meiner Seele, sollen von nun an in Ver⸗ einigung mit dem, was dir je deine Heiligen Angenehmes und Wohlgefälliges aufgeopfert haben, dir geheiliget sein, und zu deinem Dienste und zur Beförderung deiner größern Ehre vorzüglich verwendet werden. Du, o Jesus! hast dich mir ganz geschenkt; auch ich übergebe mich dir ganz und ohne Ausnahme. Von heute an, o Jesus! will ich nicht länger mir angehören, ich will dein, ganz dein sein. Meine fünf Sinne übergebe ich dir, damit sie mir zu nichts Anderem dienen, als dein Wohlgefallen zu befördern. Mein Gedächtniß soll mir nur dazu dienen, um mich deiner unendlichen Liebe zu erinnern, mein Verstand, um an dich zu denken, mein Wille, um dich meinen Gott über Alles zu lieben, und nur das zu wollen, was du von mir verlangst. So bringe ich dir denn heute Alles, was ich bin und besitze, liebenswürdigster Heiland! zum Opfer dar, deiner 120 Liebe opfere ich mit Freude alle Vergnügen, Ehren und Reichthümer dieser Erde, du allein, o mein Gott! bist und sollst für immer meine Liebe und mein Alles sein. O nimm dies Opfer gnädig an, und mache mit mir, o Herr, was dir gefällt. Komm, o göttliche Liebe! und nimm Alles von mir, was mich trennt von dir, nimm mich mir, gib mich dir, du bist mein und ich bin dein.— O heiligste Jungfrau Maria! trage du selbst mit deinen reinsten Hän⸗ den dies mein unwürdiges Opfer vor den Thron der allerheiligsten Dreifaltigkeit, und erwirb mir die Gnade, daß dieselbe sich würdige, es anzunehmen, und mir zugleich die Gnade schenke, ihr bis in den Tod getreu zu bleiben. Amen. x Bitten. O Jesus! was wirst du mir nun noch verweigern, nachdem du dich selbst mir zur Speise und zum Tranke und zum Unterpfande der ewigen Seligkeit gegeben hast? — Du bist zu mir gekommen, mich zu erquicken, mir zu helfen, mich zu trösten. Du kannst mir helfen; denn du bist Gott— bist allmächtig. Du willst mir helfen; denn du bist unendlich gütig und barmherzig, sonst wärest du ja nicht zu mir gekommen. Warum soll ich also nicht Alles von dir hoffen? warum soll ich nicht mit kindlichem Vertrauen meine Bitten vorbringen?— So verzeihe mir denn vor Allem mein Jesus! wenn ich etwa dieses aller⸗ heiligste Geheimniß, vor dem selbst die heiligen Engel in tiefer Ehrfurcht erzittern, nicht mit der Ehrerbietung und Andacht empfangen habe, die demselben gebührt. O göttlicher Heiland! dir ist der Zustand meiner Seele besser bekannt, als mir. Du weißt, wo ich deiner Hilfe am meisten nöthig habe, oder wo mir die größte Gefahr drohet, dich zu beleidigen, dich und mein Heil zu verlieren. Ach, Herr! da hilf, da zeige deine Barm— herzigkeit. O mein Jesus! du kennst meine Schwäche und meine Wankelmüthigkeit; du weißt, wie oft ich schon die besten Vorsätze gemacht, aber immer wieder gebrochen habe. Dir sind bekannt, meine Versuchungen und die Gefahren, welche meiner Seele drohen, und du kennst die Sünden, in die ich schon so oft gefallen bin. O gütigster Heiland! er⸗ barme dich meiner, und halte mich aufrecht mit deiner mächtigen Hand, daß ich nicht wieder in meine alten Sünden zurückfalle. O mein Jesus! gib mir die Gnade, der Standhaftigkeit in meinen guten Vorsätzen; hilf mir, meine Versuchungen überwinden, und die schon so oft wie— derholten Sünden meiden. Vor Allem aber schenke mir deine Gnade und deinen Beistand zur Bekämpfung und Aus⸗ rottung dieses meines Hauptfehlers N., zur Ueberwindung dieser meiner Lieblingsneigung N., und stärke und befestige mich besonders in dieser Tugend N., die mir am noth— wendigsten ist. O liebreichster Heiland! du bist zu mir gekommen als der Arzt meiner kranken Seele, du weißt es besser als ich, wo es ihr überall fehlt; ich bitte dich vom Herzen, heile sie, erleuchte meinen Verstand, der sich von irdischen Dingen noch so leicht blenden läßt, und in den himmlischen so wenig Einsicht hat; reinige meine Einbildungskraft, die mir noch so oft unlautere Gedanken und Bilder vorhält; bewege und stärke meinen Willen, der zum Guten noch so schwach und träge ist. Reinige, o Jesus! durch das unschuldige Blut, das aus deinen heiligsten Händen am Kreuze geflossen ist, alle sündhaften Werke meiner Hände, und halte sie zurück, daß ich sie nie mehr zu etwas Bösem gebrauche, sondern sie in Unschuld und andächtigem Gebete 12² zu dir erhebe. Tilge durch die Wunden deiner heiligsten Füße die Verirrungen meiner bisher verkehrten Schritte und Wege, und lenke sie für immer auf den Weg der ewigen Seligkeit. Tilge durch die Verspeiungen und Faust⸗ schläge, welche du in deinem heiligen Angesicht erduldet hast, alle Sünden meines Mundes und meiner Augen, und bewahre sie, daß sie vor allem Sündhaften und Eitlen sich schließen. Tilge durch das Spottkleid und allen Schimpf, den du in deinem Leiden erduldet hast, alle Sün— den meiner Eitelkeit und Hoffart, und pflanze in mein Herz wahre Demuth, daß ich alle Hoffart, alle eitle Ziererei und Gefallsucht als eine sehr große und sündhafte Blind— heit und Thorheit verabscheue, und in Demuth als Jünger des Kreuzes dir nachfolge. O mein liebvollster Heiland! dessen Herz eine nie versiegende Quelle aller Gnaden ist, ich bitte dich in tief— ster Demuth, daß du mit dem Feuer deiner Liebe mein Herz entzünden wollest, damit es in Zukunft dich allein liebe. Schaffe in mir ein neues Herz, ein Herz nach dei⸗ nem Herzen, in welchem stets flamme der Eifer deines Geistes und das Feuer deiner Liebe. Zerstöre durch die Flammen deiner Liebe in mir Alles, was dir widersteht und dir an mir mißfällt. Verleihe mir, o mein Jesus! einen beständigen Schmerz über meine Sünden; erleuchte mich durch deine Gnade, daß ich erkenne, wie eitel und hinfällig alle irdischen Dinge sind, und wie sehr du ver— dienst, über Alles gesucht und geliebt zu werden. Reiße mich los von aller Anhänglichkeit an die elenden Güter und gefährlichen Freuden dieser Welt, und feßle mich fest mit den Banden deiner Liebe, so daß mein Wille von heute an nichts Anderes verlange und wolle, als was du willst. O Jesus! der du dich so sehr erniedriget hast, daß du die Gestalt eines Knechtes annahmest, und damit noch 123 nicht zufrieden, dich in diesem allerheiligsten Sakramente, in welchem du die Deinen zum ewigen Leben nährest, von so vielen Menschen verachten und selbst von so manchen unwürdigen Christen auf die sträflichste Weise mißhandeln läßst; verleihe mir die Gnade, daß ich diesen deinem heili⸗ gen Beispiele nachfolge, und gib mir den Geist deiner Sanftmuth und Demuth, deines liebreichsten Benehmens im Umgange mit Andern, den Geist jener großmüthigen Liebe, welche bereit ist, auch die empfindlichsten Beleidi⸗ gungen von ganzem Herzen zu verzeihen. O Jesus! du reines unbeflecktes Lamm Gottes, der du mich heute an dem reinsten Brode der Engel hast Theil nehmen lassen, erschaffe, ich bitte dich, durch die Kraft dieser heiligen Speise ein reines, keusches Herz in mir. Du weißt, daß ich unter den mannigfaltigen Versuchungen der Welt, des bösen Feindes und meiner eigenen Begier⸗ lichkeit die englische Tugend der Reinigkeit nicht unverletzt zu bewahren vermag, wenn du mir nicht beständig mit deiner Gnade beistehest. O so verleihe mir denn diese unschätzbare Gnade. Gib, daß ich in Zukunft jene gefähr⸗ lichen Gelegenheiten, die mich öfters schon zum Falle brachten, sorgfältig meide, jeder unreinen Versuchung gleich im Anfang standhaft widerstehe, und sogleich zu dir, o mein Jesus! meine Zuflucht nehme und bei dir Hilfe suche. O mildester, freigebigster Jesus! dir als meinem besten und getreuesten Freund klage ich mit vollem Ver⸗ trauen all mein Elend, alle meine Nöthen und Anliegen. Du weißt ja, wie sehr mich diese Anfechtung N. ängstiget; dieses Kreuz N. und jenes Anliegen N. drückt mich sehr hart, in dieser Sache N. möchte ich gerne eine Hilfe haben. Du, o freundlichster Jesus! kannst mir helfen, wenn du nur willst, und du willst mir auch helfen; denn eben darum hast du dich mir zum Trost und zur Hilfe in diesem 12⁴ Sakrament der Liebe dargegeben. So bitte ich dich denn durch die unendliche Liebe, welche dich angetrieben hat, mich jetzt zu besuchen, schaue mit mitleidigen und gnädigen Augen mein armes, bedrängtes und gequältes Herz an, erhöre das Seufzen und Flehen meiner kummervollen Seele, sei eingedenk deiner Güte und deines Versprechens, und erbarme dich meiner. Endlich, o mein Jesus! bitte ich dich noch um die größte aller Gnaden, um die Gnade der Beharrlichkeit. Ach wie gerne möchte ich bis zum Ende ausharren, und deine Gnade nicht mehr verlieren! Aber ach, ich sehe es voraus, wenn du mir nicht beständig mit deiner Gnade beistehest, so falle ich wieder, und verrathe dich wieder, wie Judas. O gib mir also, o mein Jesus! ehe du mit deiner wirklichen Gegenwart von mir scheidest, die heilige Beharrlichkeit in deiner Gnade, damit ich einstens zu deiner beseligenden Anschauung gelange, wo ich aus allen meinen Kräften dich lieben werde, mit der gewissen Zuversicht, nie mehr von dir getrennt zu werden. Fürbitte für Andere. Mein Jesus! für alle Menschen hast du dein heiligstes Blut und Leben geopfert, und es ist dein ernstlichster Wille, daß Alle gerettet und ewig selig werden. Da ich dich im Sakramente der Liebe empfangen habe, habe ich mich da— durch noch heiliger verpflichtet, alle meine Mitmenschen als Kinder Gottes, als meine Brüder und Schwestern in der That und in der Wahrheit zu lieben, wie du uns geliebt hast.— Ja, o mein Heiland! ich verlange alle Menschen so aufrichtig zu lieben, wie du sie geliebt hast; ich ver— zeihe Allen von Herzen, die mich beleidiget, oder mir sonst etwas Uebles gethan haben, und bitte dich, daß du Allen rr Err e K S+* 12⁵ jetzt und besonders in der Stunde ihres Todes die Früchte dieses hochheiligen Sakramentes zu Theil werden lassest. Vor Allem empfehle ich dir, o mein Jesus! meine lieben Eltern, Geschwister, Verwandte und Wohlthäter, segne sie an Leib und Seele, erhöre sie in ihrem Anliegen, und vergilt ihnen tausendfach, was sie mir Gutes erwiesen haben. Erleuchte, stärke und segne auch alle geistlichen und weltlichen Vorgesetzten. Den Vorstehern deiner Kirche, insbesondere unserem obersten Hirten, Papst N., und unserem Bischof N., allentchristlichen Fürsten und Regenten, insbesondere unserem Landesfürsten N., gib deinen heiligen Geist, den Geist der Weisheit und Gerechtigkeit, damit sie Alles befördere, was zu deiner Ehre und zu unserem Heile gereicht. Erhalte die Unschuldigen in deinem heiligen Dienste, stärke die Büßenden, bekehre zu dir Alle, die eines verkehrten Herzens sind, demüthige die Feinde deiner heili— gen Kirche, und führe die Un- und Irrgläubigen zum Lichte des allein seligmachenden katholischen Glaubens. Stärke die Schwachen, ermuthige die Verzagten, tröste die Betrübten, erbarme dich der Armen, gib den Kranken die Gesundheit, und schenke Allen deine Gnade und das ewige Leben. Laß endlich, o mildester Jesus! die Früchte und Verdienste dieser meiner heutigen Communion auch den armen Seelen im Fegfeuer, vorzüglich den Seelen meines Vaters, meiner Mutter, meiner Geschwister, Verwandten, meiner geistlichen und leiblichen Wohlthäter, die von die⸗ sem Leben abgeschieden sind, zu Gutem kommen; verleihe ihnen in deiner großen Barmherzigkeit die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen, lasse sie ruhen im Frieden. Amen. Schlußzgebet. Ich beschließe nun diese meine Andacht, göttlicher Heiland! ich gehe jedoch nicht von deinen Füßen hinweg, bis ich deinen Segen erhalten habe. Segne mich denn, o mildreichster Jesus! segne mich an Leib und Seele. Segne vor Allem meine Augen, damit sie auf nichts sehen, was mich zu einer Sünde reizen könnte. Segne meine Zunge, damit sie nur zu deiner Ehre und zur Erbauung meines Nebenmenschen rede. Segne meinen Gaumen, damit ich dich nicht durch Unmäßigkeit oder Lüsternheit im Genusse der Speisen beleidige; segne alle Glieder meines Leibes, damit ich sie nie zu deiner Beleidigung, sondern nur zu deiner Ehre und zum Heil meiner Seele gebrauche. Segne meinen Verstand und mein Gedächtniß, vor Allem aber meinen Willen, damit er nichts Anderes liebe, als dich allein, o unendliches Gut! und daß er nichts Anderes wünsche, als dir wohlzugefallen. Segne meine Gedanken, Worte und Werke; segne meine Arbeiten, meine Freuden und Leiden; segne endlich mein ganzes Leben und beson⸗ ders die Stunde meines Sterbens; bewahre mich vor einem gähen und unversehenen Tod, und laß mich nicht sterben ohne würdigen Empfang der heiligen Sakramente, welche du, die Sünder zu reinigen, zu stärken, zu erquicken, und für die Einigkeit zu vollenden, in deiner Kirche eingesetzt hast. Denn dir, o Jesus! will ich von nun an allein leben, dir will ich sterben, dir will ich todt und lebendig allein zugehören. Amen. 12⁷ Communiongebete an den Festtagen der Mutter Gottes. (Diese Communiongebete kann man auch verrichten, wenn man überhaupt die heilige Communion zur Ehre der göttlichen Mutter aufopfern will.) Vorbereitungsgebet. Ewiger Gott! anbetungswürdigste Majestät! ich armer Sünder falle vor deinem Gnadenthrone auf meine Kniee nieder, um dich, o gütigster Vater, in Vereinigung mit allen Engeln und Heiligen anzubeten. Dein eingeborner Sohn Jesus Christus hat uns armen Menschen die aus— drückliche Verheißung gegeben, daß du uns nichts versagen werdest, um was wir dich in seinem Namen bitten werden. Wende daher dein gnädiges Angesicht zu mir, du Geber alles Guten! und erhöre mich. Sieh' ich nahe mich dem Sakramente deines eingebornen Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi. Ich komme als ein Kranker zu dem Arzte des Lebens, als ein Unreiner zur Quelle der Erbarmung, als ein Blinder zum Lichte der ewigen Klarheit. Ich bitte dich daher in dem heiligsten Namen Jesu, verleihe mir die Gnade, daß ich mit wahrer Andacht, mit lebendigem Glauben, mit fester Hoffnung und inbrünstiger Liebe zum Tische meines Herrn hingehe. Ich bekenne und bereue vor dir, o großer Gott! alle Sünden meines Lebens, und verspreche hier vor dem heiligen Sakramente des Altars, keine Sünde mehr zu begehen, sondern dich, meinen Gott, mein höchstes Gut, aus meinem ganzen Herzen, aus meiner ganzen Seele und aus allen meinen Kräften allzeit und über Alles zu lieben. Zur Genugthuung für alle meine begangenen Fehler, die ich nun herzlich bereue, opfere ich dir deinen geliebten 128 Sohn, der für uns am Kreuze den schmerzlichsten Tod gelitten hat, und hier in dem heiligen Sakramente gegen— wärtig ist. Bester himmlischer Vater! verleihe mir doch um Jesu willen die große Gnade, heute recht würdig zu communi⸗ ciren. Ohne deinen Beistand, o Gott! ist alles mein Bemühen umsonst; ohne deine Hilfe bleibe ich unwürdig, und wenn ich auch meine ganze Lebenszeit zu dieser ein⸗ zigen Vorbereitung verwenden wollte. Darum wirst du, o Gott! mir deinen Beistand nicht versagen.— Nun, so will ich denn das heilige Sakrament empfangen zur Ehre und Verherrlichung der heiligsten Dreifaltigkeit, zur dank⸗ baren Erinnerung des bittern Leidens und Sterbens meines Erlösers und zur Ehre der seligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria, deren Festtag die Kirche heute feierlich begeht. Verleih mir, o Gott! durch die Verdienste Jesu, deines Sohnes und durch die Fürbitte seiner heilig— sten Mutter, daß ich auch in meinen jetzigen Anliegen bei dir Erhörung finde. (Jetzt trage Gott deine Anliegen vor.) Ich opfere dir, o Gott! meine heilige Communion auch für alle auf, für die ich besonders zu beten ver⸗ pflichtet bin, und für Alle, die sich in mein Gebet empfohlen haben. Vorzüglich bitte ich dich auch für die armen Seelen im Fegfeuer, damit du sie durch das heilige Blut Jesu aus ihren Peinen erlösen und in die ewige Selig⸗ keit aufnehmen wollest, insonderheit die Seele N. N. End⸗ lich bitte ich auch, o himmlischer Vater! durch die Kraft dieser heiligen Communion um eine glückselige Sterbstunde durch eben denselben Jesum Christum deinen Sohn, den ich in dem heiligen Sakramente empfangen werde. Amen. — — E E„- AA᷑&T—„— —„„ ***— 33——— 129 Uebung der nothwendigen Tugenden. O Jesus, eingeborner Sohn des allmächtigen Vaters! du König der Könige und Herr des Himmels und der Erde, du willst zu mir kommen und meine arme Seele heimsuchen! Ist es möglich, daß du dich so weit herab⸗ lassest? War es deiner Liebe nicht genug, für mich am Kreuze zu sterben? Wer würde es wohl glauben können, daß du dein heiligstes Fleisch und Blut den Deinigen zur Speise darreichest, wenn du es nicht selbst gesagt und beim letzten Abendmahl wirklich gethan hättest? Du hast gesagt: „Nehmet hin und esset, das ist mein Leib!“ Du hast gesagt:„Wer von diesem Brode ißt, wird ewig leben!“ Deine Worte sind ewige Wahrheit, und ich glaube sie fest und unbezweifelt.— Ja du willst zu mir kommen unter der Gestalt des Brodes, mit Fleisch und Blut, mit Gott⸗ heit und Menschheit; bin ich aber deiner Heimsuchung werth? darf ich mich nahen deinem heiligen Tische? Ach wenn ich meine Niedrigkeit und meine Unwürdigkeit be⸗ trachte, wenn ich hineinschaue in mein Inneres, so muß ich mit dem Apostel Petrus ausrufen:„O Herr, gehe weg von mir; denn ich bin ein sündiger Mensch!“ Aber was wird aus mir werden, wenn du weggehest von mir! Wie kann ich leben ohne dich! Wie kann ich heilig und selig werden ohne dich! Ich muß zu dir gehen; denn du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, und ist mein Elend auch groß, so ist doch noch unendlich größer deine Liebe, die mich ruft, und mich ermuthigt, hinzutreten zu deinem Tische, obwohl ich dessen ganz unwerth bin.— Diese deine unendliche Liebe und Güte läßt mich hoffen, daß ich Gnade finden werde vor deinen Augen, obwohl ich ein Sünder bin. Darum setze ich denn auf · dich all mein Vertrauen und nahe mich dir wie ein Kind dem Mar. Gebetb. 9 130⁰ Vater. O wenn doch mein Herz nicht so kalt wäre! o wenn ich dich doch mit kindlicher Liebe lieben könnte! Ach wer gibt mir Liebe, um dich mit innigster Andacht, mit heißester Inbrunst zu empfangen? Ich will dich lieben, o Herr, und verlange dich zu lieben, wie du geliebt zu wer⸗ den verdienest. O wenn ich doch besäße die Liebesgluth der Engel und Heiligen, um dich mit heißester Sehnsucht zu empfangen! O Jesus, du Ouelle aller Liebe! sende doch, bevor du kommest zu mir, einen Strahl deiner Liebe in mein Herz, damit es entbrenne, und innige Reue fühle über seine Sünden; denn ach viel Böses habe ich vor dir gethan, Schmach aller Art habe ich dir zugefügt, dein hei— ligstes Herz habe ich so oft betrübt, und all deine Liebe habe ich dir mit Undank vergolten. O mein Jesus! um deines bittern Todes willen erbarme dich meiner und ver⸗ zeihe mir. Sprich nur ein Wort und meine Seele wird gesund. Nur in eine reine Seele gehest du ein, nur mit einer reinen Seele kannst du dich vereinigen. O so rei— nige meine Seele in deinem heiligen Blute, und komm und schmücke sie mit deinen Gnaden. Sieh', mein Herz verlangt nach dir; o stille sein Verlangen und nimm es in Besitz, es gehört dein, ganz und auf ewig dein! Gebet zu Maria. O gebenedeite Mutter meines Herrn! heute an deinem Festtage wünsche ich dir Glück zu der hohen Würde, die Tochter Gottes des Vaters, die Mutter Gottes des Soh⸗ nes und die Braut des heiligen Geistes zu sein. Um dem großen Gott zu danken, daß er dich zu dieser hohen Würde erhoben, und um auch dich, o göttliche Mutter! zu ehren, will ich heute, an deinem Festtage, mit aller mir möglichen Andacht die heilige Communion empfangen. O du heiligste reinste Jungfrau! wie sehr hat dein Herz sich gesehnt nach 131 der Ankunft des Erlösers, und welch' freudiges Entzücken hat dein Herz durchströmt, als du vom heiligen Geist diesen Erlöser empfingest. Deine engelgleiche Reinigkeit, deine himmlische Liebe, der Glanz deiner Tugenden hat den ein⸗ gebornen Sohn Gottes erfreut und herabgezogen zu dir, daß er Wohnung in dir nahm. Die hohe Gnade, welche dir zu Theil geworden, soll auch ich jetzt empfangen. Auch zu mir will Jesus, dein göttlicher Sohn, kommen; er will meine Seele heimsuchen, er will Wohnung in mir nehmen. Wenn du, die gnadenvolle, die innigstgeliebte Tochter des himmlischen Vaters, dich für unwürdig gehalten hast einer so überaus hohen Gnade, wie darf ich es wagen, hinzu⸗ treten zum Tische deines Sohnes, des Heiligen der Heili— gen, und den hochheiligen Leib dessen zu empfangen, den selbst die Engel zu genießen nicht rein genug sind. Ich erkenne an mir nichts als Armuth an Tugenden und gu⸗ ten Werken, Unreinigkeit und Befleckung, und was mich am Meisten betrübt und zittern macht, Gleichgültigkeit und Kälte im Herzen. Die unendliche Liebe deines göttlichen Sohnes ladet mich ein zu seinem Mahle; in gnadenvoller barmherziger Liebe will er selbst die Nahrung meiner Seele sein, und doch ist mein Herz so lau, so ganz ohne Liebe zu ihm, dem Urquell aller Liebe. Sieh', o meine Mutter! meine Noth, vernimm meine Klage, und komm mir zu Hilfe. Du bist die Mutter der schönen heiligen Liebe; denn du hast sie ja geboren. O wenn du für mich bitten würdest, gewiß würde ich Gnade finden, daß mein kaltes Herz auch vom Feuer der Liebe ergriffen und entzündet würde, und ich dürfte dann hoffen, deinem göttlichen Sohne zu gefallen, und der Vereinigung mit ihm theilhaftig zu werden. Liebe ist es, welche Jesus von mir verlangt; Liebe ist es, die allen Mangel ersetzt; Liebe ist es, die den Weg bahnt zum 20 Herzen dei⸗ 132— nes Sohnes, und Liebe ist es, die ihn bewegt, sich zu mir armen Sünder herabzulassen. O so hilf mir denn, du Mutter der Liebe! deinen Sohn über Alles zu lieben; theile mir nur einen Funken jener übergroßen Liebe mit, die dein Herz verzehrt, und erbitte mir die Gnade, daß ich mit solcher Inbrunst und Hingebung der Seele deinen Sohn im heiligsten Sakramente empfange, wie du ihn vom hei— ligen Geiste empfangen, nach der Geburt in deine Arme genommen, an deine reinste Brust gelegt hast, und nun im Him mel in ewiger Liebe umfangest. Amen. Ein anderes Gebet zu Maria und den Heiligen vor der heiligen Communion. O Maria, Jungfrau aller Jungfrauen! ich bitte dich um deiner unbefleckten Reinheit willen, welche den Sohn Gottes in deinen keuschen Leib herniederzog, erlange mir durch dein Gebet die Gnade, rein von Sünden vor mei⸗ nem Herrn und Heilande zu erscheinen. O Maria, demüthigste Jungfrau! ich flehe zu dir um der Tiefe deiner Demuth willen, welche dich über alle Engel und Heiligen erhob, komme meiner Schwäche zu Hilfe, und ersticke in mir jedes Gefühl der Eitelkeit und der Eigenliebe. O Maria, liebenswürdigste Jungfrau! ich bitte dich um der zärtlichen und vollkommenen Liebe willen, welche deine Seele so innig mit Gott verbunden hat, erlange mir durch deine Fürbitte die heilige Andacht und Liebe, welche mich durch diese heilige Communion auf immer mit Jesus vereiniget, und die Gnade, aus dem Empfange des heilig— sten Sakramentes einen reichen Schatz köstlicher Früchte für meine Seele zu gewinnen. Ihr lieben Heiligen Gottes, selige Bewohner des himm— lischen Vaterlandes! unterstützet auch ihr meine Schwäche, stärket meinen Glauben, kräftiget meine Hoffnung, entzün⸗ det in mir nur einen Funken eurer Liebe, bereichert meine Seele mit den Gaben, welche euch erfüllen, damit ich mit Vertrauen dem Mahle des himmlischen Bräutigams nahen könne. O Jesus, du Trost meiner Seele, du meine letzte Wegzehrung! komm und speise mich mit deinem heiligen Leibe; tränke mich mit deinem heiligen Blute. Komm, o mein Heiland! und suche mich heim, ich verlange nach dir; komm, und mache meine kranke Seele gesund. Nun kommt Jesus zu mir, er, der Herr über Leben und Tod; Gott selbst kommt und will in meinem Herzen wohnen. Herr! ich bin nicht würdig daß du bei mir einkehrest; sprich nur ein Wort, so wird meine Seele ge— sund. Der heiligste Leib Jesu bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Gebete nach der heiligen Communion. Erste Anmuthungen zu Jesus nach der heiligen Com⸗ munton. O mein Jesus! o unendliche Liebe und Gütigkeit! nun bist du bei mir. Wie habe ich wohl verdient, daß du zu mir gekommen bist, um Wohnung in mir zu neh⸗ men? Ach wer bin ich und wer bist du! Ich ein armer Sün⸗ der und du der Heiligste; ich ein Unreiner, und du der Reinste, ich ein armer Bettler, und du der unendlich reiche Gott, ich ein Geschöpf aus Erdenstaub, und du der Schöpfer Himmels und der Erde. O welchen Dank bin ich dir nicht schuldig für deine unbegreifliche Herablassung! Meine Seele, welche dich so 134 oft beleidigte, suchest du heim; mein Herz, das sich so oft von dir abwendete, beehrest du mit deiner Gegenwart. Ach was soll ich dir, o liebreichster Heiland, vergelten für alles das, was du an mir gethan hast? Sieh', ich bringe mich dir ganz dar. Mein Leben gehöret dein. O sei du von nun an mein Leben. Du bist mein, ich bin dein, und dein will ich bleiben in Ewigkeit. Nie mehr will ich deine Güte und Barmherzigkeit vergessen, die du mir durch deine Einkehr in mein Herz erwiesen hast. O mein Jesus! deine gränzenlose Liebe hat dich zu mir geführt; wie groß und abscheulich wäre also meine Undankbarkeit, wenn ich dich für deine übergroße Liebe nicht entgegen lieben würde. O mein Jesus, soll ich dich nicht lieben? Ja, ich liebe dich, ich liebe dich mit allen Kräften meiner Seele; o könnte ich dich doch von ganzem Herzen lieben! Ich glaube, daß du jetzt mit Leib und Seele in mei— nem Herzen bist; du wohnest in mir mit deiner unendli— chen Gottheit, und willst mich mit dir Eins machen; ich bete dich an; ich lobe und preise dich mit allen Heiligen. O Maria mit deinem himmlischen Hofe, hilf mir deinen und meinen Jesus loben und preisen! o hilf mir ihn lieben! O mein Jesus! du weißt, wie gar arm und elend ich bin; o würdige dich, meine armselige Huldigung mit Wohl— gefallen anzunehmen! Der ganze Himmel, alle Schaaren der Engel und Heiligen, alle Geschöpfe der Erde sind nicht im Stande deine erhabene Majestät genügend zu loben, deine unendliche Güte gebührend zu preisen, dir auf wür⸗ dige Weise für deine unermeßliche Liebe zu danken; wie vermag nun ich es, ich, das allerarmseligste unter allen dei⸗ nen Geschöpfen?! O Jesus, nichts kann ich dir geben als mein Herz; o nimm es hin zum ewigen Eigenthum, dein gehört es. O binde es an dich mit den untrennbaren Banden der Liebe. ———————.—L——⏑ 135⁵ Jesus! dir lebe ich; Jesus! dir sterbe ich; Jesus! dein bin ich todt und lebendig. Amen. Danksagung. Sei tausendmal gegrüßt, mein liebenswürdigster Jesus, du mein Heiland und Erlöser! Wie groß, wie unbegreif⸗ lich ist deine Güte, daß du hast zu mir kommen, in mein sündiges Herz einkehren, und in mir deine Wohnung auf⸗ schlagen wollen! Du, mein Herr und mein Gott, läßst dich herab zu mir schwachen, elenden, sündhaften Menschen. Wenn ich auf deine unendliche Majestät hinschaue, und dabei meine Unwürdigkeit bedenke, so erkenne und bekenne ich es mit tiefster Beschämung, daß ich es in vollem Maße verdienete, wenn du dies mein sündhaftes Herz deiner Ge⸗ genwart berauben und dasselbe verlassen würdest. Doch nein, o gütigster Jesus! wie unwürdig und elend ich auch sein mag, so flehe ich zu dir von ganzer Seele, daß du bei mir bleiben, daß du mich nicht verlassen wollest. In dir besitze ich Alles, in dir vermag ich Alles, und ich bin glücklich und reich genug, wenn du bei mir bist, wenn ich mit dir vereiniget bin. Laß mich denn nie von dir getrennt werden, laß mich in deiner Liebe immer zunehmen, und mit jedem Tage, mit jedem Augenblicke dir vollkommener dienen. Ich bete dich an in Einigkeit des Vaters und des heiligen Geistes, als meinen Schöpfer und Erlöser, als meinen Herrn, meinen Heiland und meinen zukünftigen Richter. Ich umfange dich mit der ganzen Liebe, deren ich fähig bin, und bitte, daß du mein sündhaftes, laues Herz immer mehr reinigen, mit deiner Liebe entzünden und heiligen wollest. Ich lobe und preise dich von ganzer Seele und weil Alles, was ich thun und geben kann, so gering und so nichtig ist in deinen Augen, so opfere ich dir die Liebe auf, womit deine heiligste Mutter dich geliebt hat; 136 ich opfere dir ingleichen auf alle Verdienste, alle Danksa⸗ gungen und Lobeserhebungen aller Heiligen, den Glauben der Patriarchen und Propheten, die Standhaftigkeit und den heldenmüthigen Eifer der Apostel und Märthrer, die Geduld und Beharrlichkeit der Beichtiger, die Reinheit und innige Liebesgluth der Jungfrauen, sammt Allem, was jemals von allen Menschen auf Erden Gutes und Edles zu deinem Lobe geschehen ist. Laß dir, o Jesus! alle diese Verdienste und Tugendübungen gefallen, und nimm sie gnadenvoll auf als eine Danksagung für die unendliche Liebe, welche du mir erwiesen hast. Amen. Bitten zu Jesus. O gütigster Jesus! da du heute dich selbst mir geschenkt hast, so wirst du mir um so weniger jene Gnaden ver⸗ weigern, um welche ich dich jetzt anflehe. Ich bitte dich also, o Jesus! laß doch meine Seele die Kraft deiner Ge⸗ genwart fühlen: laß sie kosten, wie süß du bist, o Herr! damit sie von der Liebe zu dir ganz eingenommen, nichts außer dir suche, nichts liebe, als dich. Du bist mein König, vergiß doch nicht meine Noth und Bedrängniß. Du bist mein Richter, schone meiner Sünden, und erbarme dich über mich. Du bist mein Arzt, heile alle meine Schwachheiten und Krankheiten. Du bist der Geliebte meiner Seele; ver⸗ binde dich mit mir auf ewig. Du bist mein Führer und Beschützer; laß mich durch keine Versuchung von dir ge⸗ trennt werden. Du bist für mich zum Opfer geworden; auch ich will dir ein Opfer des Lobes und Dankes dar— bringen. Du bist mein Erlöser; errette meine Seele von ihren Feinden und heilige mich. Mein Jesus! gib mir Licht und Stärke, alle bösen Neigungen immer sogleich zu erkennen und zu überwinden. O mein Heiland! laß nicht zu, daß meine Seele, die du ie lle 137 mit deinem Blute erkauft, die du wieder gereiniget und geheiliget hast, je wieder mit Sünden befleckt und dir miß⸗ fällig werde. Besonders gieße detne heilige keusche Liebe in mein Herz, daß ich meinen Sinnen nichts gestatte, was die heilige Reinigkeit verletzen könnte. Erleuchte und be⸗ wege mich, daß ich bei allen Versuchungen immer sogleich meine Zuflucht zu dir nehme, dich um Stärke und Beharr⸗— lichkeit bitte, und deinen Einsprechungen getreu folge. O mein Jesus! laß doch nicht zu, daß diese heilige Commu— nion mir zur Strafe gereiche, sondern mache, daß ich da— durch Verzeihung erlange; mache, daß sie mich im Glauben stärke, meinen guten Willen befestige, mich von allen bösen Begierden befreie, daß sie die Liebe, die Demuth, Sanft⸗ muth und Geduld in mir vermehre, daß sie wider alle Anfälle der sichtbaren und unsichtbaren Feinde mich beschütze, damit ich dir, meinem höchsten Gute, fest anhange, und so mein letztes Ziel erreiche. In der Todesstunde rufe mich, und laß mich zu dir kommen. Zeige mir alsdann, o Jesus! als ein barmherziger Richter dein mildes Ange— sicht, und nimm mich auf unter die Zahl deiner Auser⸗ wählten, damit ich mit ihnen dich ewig lieben, loben und preisen möge. Amen. Gebet zu Maria nach der heiligen Communion. O meine geliebteste Mutter Maria! sieh', welche große Dinge der Herr, der mächtig ist im Erbarmen, an mir gethan, welcher Gnade er mich gewürdiget hat. Sieh', dein eingeborner Sohn, Jesus Christus, den du im Stalle zu Bethlehem geboren und auf deinen Händen getragen, den du unter dem Kreuze stehend für mich hast sterben und nach seiner Auferstehung im verklärten Leibe wandeln sehen, Jesus, dein göttlicher Sohn, ist durch die heilige Commu— nion bei mir eingekehrt, und ruht in meinem Herzen. O freue dich mit mir, und hilf mir ihn anbeten und lobprei⸗ sen, hilf mir ihm Dank sagen für die unaussprechliche Huld und Gnade, die er mir durch seine Heimsuchung erwiesen hat. Ersetze du, meine heilige Mutter, mit deiner Liebe, mit deiner Anbetung, mit deinem Lobe, was ich nicht zu thun vermag. Ach, meine liebreiche Beschützerin! erbarme dich meiner, und verstoße mich nicht von deinem Angesichte, nachdem dein göttlicher Sohn mir eine so unbegreifliche Gnade erwiesen hat. Viele und mancherlei Bitten habe ich deinem göttlichen Sohne, der in meinem Herzen ruht, vorgetragen; aber ach, ich vermag nicht recht zu bitten, und bin noch dazu ein armer Sünder, der nicht werth ist, daß seine Bitten Erhörung finden, weil ich so viele Gnaden schon mißbraucht habe. Doch wenn du, o liebe Mutter! dich meiner annimmst, wenn du meine Bitten vortragest bei deinem göttlichen Sohne, so hoffe ich zuversichtlich, daß ich erhört werde. O so bitte ihn denn für mich, daß er mir allzeit gnädig und barmherzig sei, daß er mich nicht mehr in die alten Sünden zurückfallen lasse, mich vor allem Uebel bewahre, und mit seinen Gnaden und Seg⸗ nungen bereichere. Erbitte mir bei deinem Jesus die Gnade, daß ich doch einmal anfange, ihn von Herzen zu lieben. und mich selbst und die Versuchungen der Welt und des Satans standhaft zu überwinden. Nimm mich unter dei⸗ nen mütterlichen Schutz, damit ich alle meine Pflichten ge— treu erfülle, dir in deinen Tugenden, besonders in der Demuth, Sanftmuth, Geduld und Reinigkeit treu nach⸗ folge, im Eifer zunehme, in der Liebe befestiget werde, und mich niemals der Gnade unwürdig mache, die mir heute zu Theil geworden ist. O barmherzige Mutter! deinem Schutze empfehle ich auch meine Eltern, Geschwister, Ver⸗ wandte und Wohlthäter, mögen sie noch leben oder schon von dieser Welt abgeschieden sein. Wende zu uns Allen 139 deine barmherzigen Augen, und zeige uns Jesum, die ge— benedeite Frucht deines Leibes, o milde, o gütige, o süße Jungfrau Maria! Amen. Aufopferung zum heiligsten Herzen Mariä nach der heiligen Communion. (Besonders für die Mitglieder der Bruderschaft des unbefleckten Herzens Mariä.) Unbefleckte, jungfräuliche Mutter Gottes! ich lege diese heilige Communion sammt allen guten Vorsätzen, die ich dabei gefaßt, in dein reinstes und liebenswürdigstes Herz, uund wünsche nichts so sehr, als daß dn sie statt meiner ö dem him mlischen Vater so aufopfern wollest, wie du ein⸗ stens deinen geliebten Sohn ihm im Tempel sammt Allem, was du hattest, aufgeopfert hast. Sieh', o huld⸗ vollste Jungfrau! ich verlange durch diese heilige Com— munion alle Mängel, Nachlässigkeiten und Fehler zu ersetzen, deren ich mich je schuldig gemacht habe. Bitte deßhalb den himmlischen Vater durch das kostbare Blut deines Sohnes und durch das Vertrauen, das ich auf dein ö heiligstes Herz setze, daß er mir die Erkenntniß meiner ö‚ Sünden und eine schmerzliche Reue über dieselben sammt einem festen Vorsatze schenke, lieber alle Qualen, selbst den ö Tod zu leiden, als ihn je wieder freiwillig zu beleidigen. ö Dir, o heiligstes Herz Mariä! weihe ich mich ganz und für immer; dir übergebe ich meinen Leib und meine Seele, und fest entschlossen, mich deiner Huld durch treue Nach— ahmung deiner Tugenden würdig zu machen, überlasse ich mich ganz deiner Barmherzigkeit und zärtlichen Sorgfalt für mein ewiges Heil. Erflehe auch, o barmherzigstes Herz Mariä! durch deine mächtige Fürbitte allen armen Sündern die Gnade einer volllommenen Bekehrung, einer standhaften Besserung und ein glückseliges Ende. Amen. 14⁰ Gebet zum heiligen Joseph nach der heiligen Com⸗ munton. O heiliger Joseph, du sorgfältiger Pflegvater und Ernährer des Sohnes Gottes, keuscher Bräutigam Mariä, mein auserwählter Fürbitter bei Gott! ich begrüße dich herzlich, und erwähle dich abermal zu meinem Patrone und Beschützer in aller Gefahr des Leibes und der Seele. Ich danke Gott, dem Allerhöchsten, daß er dich zu einer so hohen Würde erhoben und dir seinen geliebten Sohn zur Pflege anvertraut hat. Du warst glückselig, da du das Heil der Welt auf deinen Armen trugst, und ich bin glückselig, die⸗ sen nämlichen Heiland, den wahren Gott, in meinem Her⸗ zen zu haben. Das nämliche Kind Jesus, welches du in der Krippe als deinen Gott anbetetest, dasselbige heilige Kind bete ich nun auch in meinem Herzen als meinen Gott und Heiland an. O daß ich doch ein so heiliges, frommes Herz hätte, wie das deinige war! O daß ich doch Jesus so lieben könnte, wie du ihn auf Erden geliebet hast, da⸗ mit er gerne in meinem Herzen verbleibe! Erbitte mir, o heiliger Joseph! die Gnade, daß ich dieses Himmelsbrod einstens zu meiner Wegzehrung in die Ewigkeit recht wür⸗ dig empfangen möge, und am Ende meines Lebens mein letzter Gedanke sei: Jesus, Maria und Joseph! euch schenke ich mein Herz und meine Seele! Jesus, Maria und Jo⸗ seph! stehet mir bei in meinem letzten Streite! Jesus, Maria und Joseph! nehmet meine abscheidende Seele zu euch in den Himmel auf! Amen. 5—99064222“‚ 9.„„„ 7— 7— 23 7ʃ— Ieee......f.„. 141 Gebete zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses. Vorbereitungsgebet. O Jesus! der du in diese Welt gekommen ist, damit wir das Leben haben, und im Ueberflusse haben, ich glaube, daß du in dieser Absicht deiner heiligen Kirche die Schlüssel des Himmelreiches mit der Verheißung anvertraut hast, daß alles, was sie auf Erden binden oder lösen würde, auch im Himmel sollte gebunden oder gelöset sein. Ich glaube ferner, daß du, o Jesus! deiner heiligen Kirche die Gewalt gegeben hast, Ablaß zu ertheilen, und daß der Ge— brauch desselben sehr heilsam ist. Diese liebevolle Mutter eröffnet heute die ihr anver⸗ trauten Gnadenschätze. Sie bietet aus denselben einen vollkommenen Ablaß allen denjenigen, die nach abgelegter Beicht und empfangener heiligen Communion bußfertig und im Herzen zerknirscht als dankbare Kinder für sie und ihre Erhöhung auf Erden, um Ausrottung der Irrlehren, Erhaltung des Friedens und der Eintracht unter den christ⸗ lichen Fürsten und sür ihr sichtbares Oberhaupt, den Papst, in Demuth zu dir, o Gott! beten werden. Ich habe einen Theil dieser Bedingnisse erfüllt. Ich habe meine Sünden und Ungerechtigkeiten dem Priester, deinem Stellvertreter, gebeichtet, und am Geheimnisse deines allerheiligsten Fron— leichnams durch die heilige Communion Theil genommen. Möge ich Beides auf eine würdige Weise gethan haben! Möge ich zur Zahl jener versöhnten und bußfertigen Sün⸗ der gehören, die würdige Früchte der Buße bringen, die du mit Wohlgefallen ansiehst, und mit der Fülle deiner Gna⸗ den belohnest! Möge dein Fleisch und Blut, das ich in deinem anbetungswürdigen Sakramente genossen habe, meine 142 Seele von allen Sündenflecken rein und zum ewigen Leben bewahren! Ich hoffe es, o mein allergnädigster Erlöser! und da mir nun, wiewohl du mich durch den Mund deines geheiligten Dieners von der Schuld und ewigen Verdamm— niß losgesprochen hast, doch noch zeitliche Strafen zu leiden oder abzubüßen übrig bleiben, so fliehe ich zum unerschöpf⸗ lichen Schatze deiner unendlichen Verdienste, um dadurch der Unzulänglichkeit meiner Genugthuungswerke und dem Mangel meiner Bußübungen abzuhelfen, und ich erscheine daher voll Vertrauen vor dir, die letzte Bedingung, welche deine heilige Kirche mir vorschreibt, zu erfüllen und dir o mein Herr und mein Gott! sowohl ihre als des ganzen Chri— stenvolkes große Angelegenheiten vorzutragen. Nimm, o Vater der Barmherzigkeit diese Gebete, die ich dir in Vereinigung mit den Verdiensten des Leidens und Sterbens deines Sohnes darbringe, gnädig auf, und mache mich dieses vollkommenen Ablasses theilhaftig. Amen. Erstes Gebet zu Gott dem Vater um die Erhöhung und Wohlfahrt der Einen, heiligen, allgemeinen, römisch⸗katholischen und apostolischen Kirche Gottes. O Gott, ewiger Vater, du höchster Hirt der Gläu⸗ bigen! der du uns aus der Finsterniß zu deinem wunder— vollen Lichte berufen hast, sei eingedenk dieser deiner gelieb— ten Gemeinde, die du vom Anfange an besessen hast, dei⸗ ner Kirche, in welcher wir deine Kinder geworden sind. Erkenne sie als die Braut deines eingebornen Sohnes, für die er sein Blut vergossen hat. Ziere sie mit dem Schmucke der Heiligkeit und mit dem Reichthume der Gna⸗ den, verherrliche, erhöhe und erweitere sie durch die Größe ihres Erbtheiles, vertheidige deine heilige Kirche wider die Anfälle ihrer Feinde und lasse nicht zu, daß sie unterdrückt oder erniedriget werde. Erhalte das große Werk deiner 143 Erbarmung und breite es über die ganze Erde aus. Sieh' gnädig auf die treugläubigen Kinder dieser Mutter, welche auch die deinigen sind, herab; vermehre immerwährend ihre Anzahl unter allen Völkern, verleihe, daß sie in allem Guten wachsen, im Bekenntnisse deines heiligen Na⸗ mens standhaft ausharren, dich Gott Vater, und den du gesandt hast, deinen Sohn Jesus Christus mit dem heiligen Geiste erkennen, und in lebendigem Glauben, fester Hoff⸗ nung und treuer Liebe verharren mögen. Amen. Zweites Gebet zu Gott dem Sohne um Vertilgung der Ketzereien, Irrlehren und bösen Grundsätze. O Jesus! du wahres Licht, welches einen jeden Men— schen erleuchtet, der in diese Welk kommt, der du Mensch geworden und gestorben bist, damit Alle die Wahrheit er— kennen, sich bekehren und selig werden, der du nicht willst, daß Einer derjenigen, welche der Vater dir gegeben, ver— loren gehe; sieh' herab auf die Seelen, welche die Arglist des bösen Feindes betrogen hat. Wir bitten dich, Allmäch⸗ tiger, Allweisester! rotte aus das Unkraut, welches der Feind auf deinen Acker gestreut, damit es deinen guten Weitzen nicht überwältige und ersticke; beuge die Hartnäckig⸗ keit der Ketzereien, vertilge die falschen und verderblichen Lehren und Grundsätze. Mache durch die Kraft deines Leidens und Sterbens, daß alle Menschen dein allein wah— res Licht, welches da hell auf dem Leuchter deiner Kirche glänzet, erkennen, und bekehret in den Schooß der zärtlich liebenden Mutter zurückkehren. Hebe alle Spaltungen und Irrungen auf, und laß deine Eine Wahrheit über alle deiner unfehlbaren Lehre feindlichen Mächte obsiegen. O guter Hirt, der du dein Leben für deine Schafe geopfert 14⁴ hast, sende auch das Licht des wahren Glaubens durch die Priester deiner heiligen Kirche zu den fernen Völkern, die deinen heiligsten Namen, in dem wir allein selig werden können, noch gar nicht kennen und in den Finsternissen des Aberglaubens und Betruges sitzen. Erleuchte auch endlich sie, Barmherzigster! diese sind die andern Schafe, die du noch hast und auch herbeiführen mußt, wie du selbst gesprochen. O führe sie herbei in deine heilige Kirche! Lasse sie deine Stimme hören, und es wird Eine Heerde und Ein Hirt werden. Beschütze deine Heerde, Allmächtiger! und bewahre sie vor aller Gewalt und vor den Nach— stellungen derjenigen, die in Schafskleidern kommen, inwen⸗ dig aber reißende Wölfe sind. Bleibe bei uns, Herr! denn du sagtest ja: Sehet ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Zeige immer mehr und mehr, daß deine Kirche auf dem Felsen gebaut ist, und die Pforten der Hölle und alle feindlichen Mächte nichts gegen sie ver— mögen. Guter Hirt! laß uns von Niemand aus deiner Hand reißen. Gib, daß wir nach deinem Worte deine Stimme hören, sie erkennen und ihr folgen, damit du uns das ewige Leben schenkest, und wir nicht verloren gehen in Ewigkeit. Amen. Drittes Gebet zum heiligen Geiste, um Frieden und Einigkeit zwischen den ehristlichen Fürsten. O heiliger Geist! du Geist der Liebe und des Frie⸗ dens, der du so viele und verschiedene Völker in der Einheit des wahren Glaubens versammelt hast, und den ganzen christlichen Leib der Kirche leitest und heiligest, ver⸗ leihe allen christlichen Fürsten, deinen Dienern und ihren Rathgebern, vollkommene Eintracht und Liebe zum Frieden; schenke ihnen die Fülle deiner Gnade, und präge ihren — „„ʃ 88„„ee„———— ⏑ — SPSSSVPVIPIP‚FPF‚P‚ PPPZBB..N —— —— V Ei.— V EK E V 1 V V——— V N 14⁵ Herzen die heiligen Lehren der Religion tief ein; laß nicht zu, daß sie, von sündhafter Begierde verleitet, etwas wider deine Ehre und zum Nachtheile der Kirche und der kirchlichen Eintracht unternehmen, bewirke vielmehr, daß sie als würdige Söhne der Kirche ihr Blühen und Ge⸗ deihen nach ihrer ganzen Macht befördern und im engsten Bunde kindlicher Liebe mit ihrem Oberhaupte und allen ihren Vorstehern verknüpft seien. Sieh' an, das unschul⸗ dige Blut, das so häufig ohne Frucht vergossen wird, es ruft von der Erde zu dir um Barmherzigkeit. O Gott des Friedens! entferne alle Kriege und Zwistigkeiten, führe die getrennten Gemüther der christlichen Fürsten und Völker zur Versöhnung, und verbinde sie mit einander durch wahre Liebe, und verleihe uns einen beständigen Frieden, damit wir desto freier und eifriger uns deinem Dienste ergeben, und dich im Frieden lieben und loben mögen. Amen. Viertes Gebet Bitte für das Oberhaupt der Kirche Gottes, unsern heiligen Vater, den Papst. Höchstes und ewiges Haupt der Kirche, Jesus Chri— stus! ich empfehle dir mit kindlicher Liebe unsern heiligen Vater, Papst N. N., deinen Stellvertreter auf Erden. Erhöre seine Gebete, und erfülle seine Wünsche, die deine Ehre und das Beste deiner heiligen Kirche bezwecken. Leite, erleuchte und stärke ihn, vertheidige ihn wider die Verfol⸗ gungen seiner Feinde, und unterstütze ihn immerfort durch deine mächtige Gnade, damit er deiner heiligen Gemeinde allzeit würdig vorstehe, und die Krone des ewigen Lebens erlange. Amen. Mar. Gebetb. 2 Ein kürzeres Gebet zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses. (Dieses Ablaßgebet pflegt in Rom gebetet zu werden.) Herr Jesus Christus! Durchdrungen von dem leben⸗ digsten Schmerze beim Anblick meiner Sünden opfere ich dieses schwache und demüthige Gebet auf zu deiner Ehre und Verherrlichung und zum Wohle deiner heiligen Kirche. Heilige du es, und verleihe ihm Werth durch deine Gnade. Ich wünsche mich nämlich gänzlich anzuschließen der from— men Meinung des heiligen Vaters, der diesen Ablaß zum Wohle der Gläubigen verliehen hat. Im Vertrauen auf deine unendliche Güte bitte ich dich demüthig um Ausrottung der Ketzereien auf der ganzen Erde, um die Erhöhung und Ausbreitung der heiligen römisch-katholischen Kirche, um die Befestigung eines dauerhaften Friedens und einer wahren Eintracht unter den christlichen Völkern und Fürsten, auf daß sie Alle dir dienen in Reinigkeit des Herzens, in wech— selseitiger Liebe und in Gleichförmigkeit heiliger Gesinnungen. Erfülle auch unsern heiligen Vater, Papst N., mit deinem Geiste, wehre von ihm ab alle Nachstellungen, und nimm ihn in deinen Schutz. O liebreichster Heiland! laß mich durch die Verdienste der allerseligsten Jungfrau und aller Heiligen des Himmels theilnehmen an dem Schatze, mit welchem du deine heilige Kirche durch Vergießung dei— nes kostbaren Blutes bereichert hast, und verleihe mir heute die Früchte dieses vollkommenen Ablasses. Erlasse mir, o mein Gott, um deiner unendlichen Barmherzigkeit willen die Strafen meiner Sünden, die ich sonst entweder in diesem Leben erleiden, oder im zukünf⸗ tigen abbüßen müßte. Von diesem Augenblicke an nehme ich mir fest und ernstlich vor, mit deiner Gnade ein buß— 14⁷ fertiges und abgetödtetes Leben zu führen. Auch ich will deiner Gerechtigkeit nach Kräften genug thun, die Sünde mit Abscheu fliehen, und als das größte Uebel über Alles bereuen und verfluchen, weil ich dadurch dich, meinen lie— benswürdigsten Gott, beleidiget habe, den ich jetzt über Alles liebe und lieben will alle Tage meines Lebens. Amen. Gebet, den Ablaß für eine arme Seele aufzuopfern. Jesus, mein Gott und Heiland! ich flehe zu deiner unermeßlichen Barmherzigkeit, du wollest den durch meine heilige Communion erlangten Ablaß der Seele N. N. zu ihrer Erlösung gereichen lassen. Sollte diese Seele aber der Fürbitte nicht mehr bedürftig sein, so schenke ihn der Seele N., und sollte auch diese keiner Hülfe mehr bedürfen, so schenke ihn derjenigen Seele, welche zunächst an der Erlösung ist, damit sie dich, o unendliche Güte! auch in meinem Namen liebe, lobe und anbete, und absonderlich für mich bitte, daß ich durch einen glückseligen Tod ihr im Himmel beigesellt werde, um dich zu lieben, zu loben und anzubeten in alle Ewigkeit. Amen. Bete sieben Vater unser und gegrüßt seist du Maria sammt sieben Gloria Patri ete. und den Glauben. Gebete bei Besuchuchungen des allerheiligsten Altarssakramentes. Uebung des Glaubens an die Gegenwart Jesu im allerheiligsten Altarssakramente. Jesus Christus! mein Herr und mein Gott! mein Erlöser und Seligmacher! wie wunderbar offenbaret sich 10. 14⁸ deine Allmacht, Weisheit und Güte in der Einsetzung des hochheiligen Sakramentes, in welchem du deine Gottheit und Menschheit verborgen hast. Durch dein Wort, das deine Kirche treu aufbewahrt, und an das ich fest glaube, bin ich versichert, daß du hier unter Brodesgestalten im heiligen Tabernakel wesentlich und wahrhaft gegenwärtig bist. Kein irdisches Brod, sondern du selbst, mein göttli⸗ cher Erlöser, du das wahre Himmelsbrod, bist hier gegen⸗ wärtig. Ich glaube dieses, o Herr, obgleich ich dich mit den Augen meines Leibes nicht sehe. Selig, sprachst du einst zu Thomas, deinem Apostel, der nicht glauben wollte, daß die Jünger dich nach deiner Auferstehung gesehen hätten, — selig, die nicht gesehen, und doch geglaubt haben! Wessen Worte sollte ich glauben, o Herr, wenn ich den deinigen nicht glaubete?— Ja, mein Heiland, gerne unterwerfe ich meinen Verstand und das trügliche Zeugniß meiner Sinne dem Gehorsame des Glaubens; von ganzem Herzen bitte ich dich: vermehre in mir diesen Glauben, damit ich wie der gläubig gewordene Thomas mit ganzer Seele zu dir spreche: Mein Herr und mein Gott!— Gibst du mir diesen Glauben, o Herr, dann werde ich dich hier alle Tage meines Lebens mit Herzenswonne ver⸗— ehren; dann spreche ich, so oft ich das Glück habe, hier vor deinem heiligen Tabernakel beten zu können: Wie lieblich sind deine Wohnungen, du Herr der Heerschaaren! du Freund der Menschenkinder! Erleuchte, o Herr, die Augen meines Geistes mit dem Lichte des wahren Glaubens, und entzünde mein Herz mit dem Feuer deiner Liebe, daß ich, von heiliger Ehrfurcht durchdrungen, im Geiste und in der Wahrheit dich anbete, dich, den ich hier gegenwärtig glaube, unsern Herrn und Heiland Jesus Christus, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und herrschest in Ewigkeit. — — — En 149 Hoffnung und Vertrauen auf Jesus im allerheiligsten Altarssakramente. O Jesus! mein Gott und mein Heiland! ich sehe und höre dich zwar nicht, wie einst dein Apostel Thomas; doch rufe ich im Glauben deiner heiligen Kirche zu dir: Mein Herr und mein Gott! und im Vertrauen, daß du auch hier, wie einst auf Erden sichtbar, den Hilfsbedürf⸗ tigen zurufest: Kommet zu mir in all' eurer Mühseligkeit und Beladenheit, ich will euch erquicken, komme ich hieher, in der zuversichtlichen Hoffnung, bei dir Trost, Rath, Stärke und Hilfe, Erhörung und Gnade in allen meinen Anliegen zu finden. Wo könnte mich eine seligere, eine größere Hoffnung erfreuen, als hier vor dem Denkmale deiner unendlichen, deiner allmächtigen Liebe? Darum schütte ich auch im Vertrauen darauf mein ganzes Herz vor dir aus. Du, Allgütiger, wirst meine Hoffnung nicht zu Schanden werden lassen. Du bist der Urheber unseres Heiles; in dir sind alle Schätze der Gnade, alle Reichthümer der göttlichen Barm⸗— herzigkeit vereinigt; durch dich erlangen wir Verzeihung, Gnade und ewiges Leben, das du uns durch deinen Tod am Kreuze erworben hast. Jede Noth, jedes Bedürfniß, jedes Leiden, jeden Kummer und Gram, jede Betrübniß, jeden Schmerz kann ich dir, o Herr! hier klagen, und mit vollem Vertrauen Trost und Hilfe von dir erwarten; denn du bist der allmächtige, allwissende, allgütigste Menschen⸗ freund, der uns zu sich einladet, um uns zu eraquicken. Darum, o allerliebreichster, allerfreundlichster Jesus! hoffe ich von dir alles, was mir gut und heilsam ist. Liebe zu Jesus im allerheiligsten Altarssakramente. O Jesus! es war deiner unendlichen Liebe zu uns Menschen nicht genug, zu unserer Erlösung am Kreuze zu 150 sterben und dein Blut bis auf den letzten Tropfen zu ver⸗ gießen; du wolltest auch noch dieses heilige Geheimniß deines Frohnleichnams als ein Unterpfand deiner uner— meßlichen Liebe zu unserm Heile einsetzen. O unendlich liebevoller und liebenswürdiger Heiland! wie Vieles hast du für mich gethan und gelitten! wie wunderbar liebreich hast du durch deine heiligen Sakramente, besonders durch dieses allergrößte Wunder deiner Liebe für die Bedürfnisse meiner Seele gesorgt! wie blind müßte mein Verstand, wie stumpfsinnig mein Gemüth sein, wenn ich dieses nicht erkennete! Und welch' ein undankbares Herz müßte ich haben, wenn ich dich nicht für so große Liebe entgegen lieben würde? Nein, mein Erlöser, deine unendlichen Wohlthaten will ich nicht verkennen, nicht vergessen; deine mir dargebotene Hilfe und Gnade nicht versäumen, oder hochmüthig verschmähen; deine unsaussprechlich große Liebe will ich nicht unerwiedert lassen. Du hast mich zuvor geliebt; ich muß, ich will dich nun auch wieder lieben. O du wahrer Liebhaber, du echter Freund der Seelen, für welche du dein Leben aufgeofert hast, nimm denn an mein tugendarmes, mein so oft von Sünden befleckt gewesenes Herz, das ich dir schenke, und von nun an auf immer ganz deinem Dienste und deiner Liebe widme. Ich verlange dich zu lieben jetzt und in Ewigkeit. O du ewige Liebe! durch deine unendlichen Wohlthaten hast du mein Herz gewonnen, und alle meine Liebe verdient. So verwunde denn dieses Herz wie mit einem Pfeile deiner Liebe, daß ich dich über Alles, aus ganzer Seele, aus allen Kräften, aus ganzem Gemüthe liebe, Alles nur in dir, deinetwegen, und außer dir nichts liebe; daß ich bereit sei, dir zu Liebe, um deines Namens und deiner Ehre willen, all mein Blut zu vergießen, wie du das deinige mir zu Liebe zu meinem Heile vergossen hast. Herr! laß 151 mein Herz nur nach dir verlangen, und, ohne dich zu lieben, nicht leben wollen, damit ich lebe, wie es dir wohl— gefällt, und du in mir lebest. O Gott meines Herzens! mein wahres Leben! meine unaussprechliche Seligkeit! mein t höchstes Gut! Jesus! ich liebe dich, und will dich lieben ewiglich aus ganzem Herzen und über Alles; denn du bist ö mein Herr und mein Gott, mein Erlöser und Seligmacher, V N mein Freund, der mich geliebt, ehe ich war, der mich bis „ zum Ende geliebt, aus Liebe für mich starb, und mich t lieben wird in Ewigkeit. Amen. Anbetung Jesu im allerheiligsten Altarssakramente. (Wer dies Gebet mit reumüthigem Herzen verrichtet, gewinnt jedes⸗ mal einen Ablaß von 200 Tagen. Pius VII. 1815.) Mit jener allertiefsten Ehrerbiethung, welche der Glaube mir einflößt, bete ich dich an, o mein Gott und mein Erlöser Christus Jesus! wahrer Gott und wahrer Mensch, verborgen hier im allerheiligsten Sakramente des Altars; ich bete dich an und liebe dich zum Ersatze aller der Un— ö ehrerbietigkeiten, Entweihungen und Entheiligungen, welche ö ich, zu meinem Unheil, bisher gegen dich verschuldet habe, so wie aller anderen, die jemals gegen dich geschehen sind, und noch in Zukunft geschehen können. Ich bete also dich an, o mein Gott, nicht zwar so, wie du es würdig bist, aauch nicht, wie ich es wohl sollte, doch wenigstens so viel ich es vermag, und wünschte mit jener Vollkommenheit es thun zu können, deren alle vernünftigen Geschöpfe fähig sind. Inzwischen ist es mein Bestreben, dich jetzt und immer anbetend zu verehren, nicht allein für jene katholische Christen, die dich nicht anbeten, und dich nicht lieben, sondern auch zum Ersatze und für die Bekehrung der Irr⸗ ö gläubigen, der Gottlosen, Gottesläugner, Gotteslästerer und Ungläubigen. Gib, o Jesus, daß du von Allen erkannt, angebetet, geliebt und in jeglichem Augenblicke mit Dank gelobet werdest im allerheiligsten und göttlichen Sakramente. Amen. Eine andere Uebung der Anbetung Jesu im aller⸗ heiligsten Altarssakramente. I. Ich bete dich mit tiefster Ehrerbietung an, o mein Jesus, im heiligsten Sakramente. Ich erkenne dich als wahren Gott und wahren Menschen, und durch diesen Akt der Anbetung will ich die Frostigkeit und den Kaltsinn so vieler Christen ersetzen, welche im Vorübergehen bei deinen Tempeln, und vielmal sogar vor dem heiligen Tabernackel, worin du dich würdigest zu allen Stunden in liebevoller Ungeduld zu verweilen, um dich deinen Gläubigen mitzu⸗ theilen, dich nicht einmal begrüßen, sondern durch ihre sträfliche Gleichgültigkeit leider! beweisen, daß sie, wie die Juden in der Wüste, einen Eckel vor diesem himmlischen Manna haben. Ich opfere dir demnach auf das kostbarste Blut, welches du aus der Wunde deines linken Fußes vergoßest, zur Sühnung für eine so empörende Lauigkeit, und in diese Wunde mich verschließend wiederhole ich tausend und tausendmal: Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttlichste Sakrament! (Vater unser. Ave Maria. Die Ehre sei ꝛc.) 2. Ich bete dich mit tiefster Ehrerbietung an, o mein Jesus, der du gegenwärtig bist im heiligsten Altarssakra⸗ ment, und durch diesen Alt der Anbetung verlange ich den Undank so vieler Christen zu ersetzen, die, wenn sie dich, zu den schwer bedrängten Kranken tragen sehen zur Stär⸗ kung für die große Reise in die Ewigkeit, dich ohne Be— gleitung lassen und kaum eines kleinen Zeichens der äußer— — 2 E 1³³ lichen Verehrung würdigen. Ich opfere dir demnach auf zur Sühnung eines solchen Kaltsinnes das kostbarste Blut, welches du aus der Wunde deines rech ten Fußes vergoßest, und in diese Wunde mich verschli eßend wiederhole ich tau⸗ send⸗ und tausenmal: Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttlichste Sakrament! (Vater unser. Ave Maria. Die Ehre sei ꝛc.) 3. Ich bete dich mit tiefster Ehrerbietung an, o mein Jesus, du wahres Brod des ewigen Lebens, und durch diesen Akt der Anbetung verlange ich, dir für die so vielen Wunden genugzuthun, welche tagtäglich deinem Herzen geschlagen werden durch die Verunehrung deiner Kirchen, wo du unter den sakramentalischen Gestalten zu verweilen dich würdigest, um von deinen Getreuen angebetet und geliebt zu werden. Ich opfere dir demnach auf zur Süh⸗ nung so vieler Ungebührlichkeiten das kostbarste Blut, welches du aus der Wunde deiner linken Hand vergoßest, und in diese Wunde mich verschließend wiederhole ich tau⸗ send⸗ und tausendmal: Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttlichste Sakrament! (Vater unser. Ave Maria. Die Ehre sei ꝛc. 4. Ich bete dich mit tiefster Ehrerbietung an, o mein Jesus, lebendiges Brod, vom Himmel gestiegen, und durch diesen Akt der Anbetung verlange ich dir für alle die vielen Unehrerbietigkeiten genugzuthun, welche tagtäglich von deinen Gläubigen in Anhörung der heiligen Messe begangen werden, bei welcher du im Uebermaß deiner Liebe zu uns das nämliche Opfer, obschon unblutig, erneuerst, das du auf dem Kalvarienberge zu unserm Heile dargebracht hast. é é Ich opfere dir demnach auf zur Sühnung eines solchen Undankes das kostbarste Blut, welches du aus der Wunde deiner rechten Hand vergoßest, und in diese Wunde mich verschließend vereinige ich meine Stimme mit jener der Engel, die dich tief anbetend umgeben, und rufe mit ihnen: Gelobt und gebendeit sei ohne End' Das heiligste und göttlichste Sakrament! (Vater unser. Ave Maria. Die Ehre sei ꝛc.) 5. Ich bete dich mit tiefster Ehrerbietung an, o mein Jesus, wahres Opfer zur Tilgung meiner Sünden, und opfere dir diesen Akt der Anbetung auf zu einigem Ersatz für die Gottesräubereien und Lästerungen, welche du von so vielen undankbaren Christen erduldest, die es wagen, sich dir zu nähern, und mit schwerer Sünde auf ihrer Seele dich in der Communion zu empfangen. Zur Sühnung einer so verabscheuungswürdigen Entheiligung opfere ich dir die letzten Tropfen deines kostbaren Blutes auf, das du aus deiner heiligen Seitenwunde vergoßest, und in diese Wunde mich verschließend komme ich, dich anzubeten, zu lieben und zu preisen, und mit allen frommen Anbetern des allerheiligsten Altarssakramentes tausend- und tausend⸗ mal zu wiederholen: Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttlichste Sakrament! (Vater unser. Ave Maria. Die Ehre sei ꝛc.) So oft vorstehende Gebete der Anbetung Jesu Christi im heiligsten Altarssakramente andächtig gesprochen werden, gewinnt man einen Ablaß von 300 Tagen, der auch den armen Seelen im Fegfeuer zugewendet werden kann. Rosenkranz⸗Andacht vor dem ausgesetzten allerheilig⸗ sten Sakramente. (Dieselbe fängt an mit dem Vater unser, nach welchem jedesmal das dazu gehörige von den unten folgenden Lobgebeten verrichtet wird. Nach 77—⏑—. +7— —2——Lñ—— c? de er S E —— jedem Vater unser, noch vor dem dazu gehörigen Gebete und Ave Maria wird hinzugesetzt: Hochgelobt und gebenedeit sei das allerheiligste Sakrament des Altars. Bei jedem Ave Maria wird nach dem Worte: Jesus, eingelegt: Der im aller⸗ heiligsten Sakramente zugegen ist als wahrer Gott und Mensch. Nach dem letzten Ave Maria wird der Glaube gebetet und darauf die Litanei von dem allerheiligsten Sakramente.) Gebet nach dem ersten Vater unser. Ja es sei gelobt mit so vielem Lobe, als Sterne am Firmamente, Stäubchen in der Luft, Funken im Feuer, Tropfen im Meere, so viele Sandkörnchen auf der Erde, so viele Engel im Himmel und Menschen auf der Erde sich befin den; denn du bist, o Herr! in diesem Sakramente wahrhaftig ein verborgener Gott. Amen. Gebet nach dem zweiten Vater unser. Ja, hochgelobt sei es und hoch gepriesen; denn es ist das lebendige Brod, das vom Himmel herabgestiegen ist, und uns das ewige Leben gibt. O du unter dieser Bro desgestalt verhüllter Gott und Heisand! gib, daß der Gen uß deines allerheiligsten Fleisches und Blutes uns nicht zum Gerichte, sondern zum Unterpsand der ewigen Seligkeit gedeihe. Amen. Gebet nach dem dritten Vater unser. Gepriesen sei es in alle Ewigkeit; denn es ist das Geheimniß und das immerwährende Andenken jener un⸗ endlichen Liebe, welche den Sohn Gottes uns zum Bruder und zum Opfer der Versöhnung gegeben hat.— O du liebevollster Erlöser! verleih uns die Gnade, diese deine Liebe in dem allerheiligsten Sakramente deines Leibes und Blutes im mer mehr zu erkennen, damit wir voll des Dankes und der innigsten Gegenliebe immer würdiger diese göttliche 156 Speise in uns aufnehmen, und durch die Vollkommenheit der Liebe endlich ewig mit dir vereinigt werden. Amen. Gebet nach dem vierten Vater unser. Erhoben und verherrlichet sei es in Ewigkeit über Alles, was es im Himmel und auf der Erde Schätzbares geben kann; denn es ist nichts Geringeres, als der Herr Himmels und der Erde selbst, der unter der Hülle der sakramentalischen Gestalten zu uns kommt, damit er in uns und wir in ihm bleiben. Gebenedeitester Jesus! gib, daß wir dem Rufe und den Einladungen deiner Diener nicht Eckel, Kälte und irdische Neigungen entgegensetzen, sondern mit Freuden und mit dem hochzeitlichen Kleide angethan bei dieser Tafel uns einfinden, wo du, aller⸗ höchster Herr und Gott! selbst dich uns zur Speise gibst. Amen. Gebet nach dem fünften Vater unser. Mit dem Eifer der Cherubim und mit der Inbrunst der Seraphim sei es angebetet; denn es ist Wegzehrung und Stärke uns Pilgern auf der weiten und gefährlichen Reise in das Land der Ewigkeit. O Jesus, du Liebhaber der Seelen, vertreib den Geist der Lauigkeit aus unseren Herzen, damit wir nicht bei dem Reichthume deiner Tafel, den du uns anbietest, aus eigener Nachlässigkeit ver⸗ schmachten, und deiner ewigen Anschauung uns berauben. Amen. Schusigebete zum allerheiligsten Altarssakramente. (Wer diese reumüthig betet, erlangt jedesmal 100 Tage Ablaß, der auch den armen Seelen zugewendet werden kann. Leo XII. 13. Au⸗ gust 1828.) Ich bete dich an ohne End', o lebendiges Himmels⸗ brod, großes Sakrament! O Jesus, Mariä Herzenssohn! 157 ich bitte dich, segne meine Seele. Dir schenke ich mein Herz, o Jesus, mein allerheiligster Erlöser! Es werde erkannt, angebetet und gelobt ohne End' das allerheiligste und göttliche Sakrament! Bittgebet zu Jesus im heiligsten Altarssakramente. Göttlicher Heiland, du liebreicher Arzt der Seelen und Freund reuevoller Sünder! wie wunderbar ist deine Liebe und Erbarmunge, die so Vieles und so Unwürdiges von den Sündern litt, und noch tagtäglich in diesem wunder⸗ baren Sakramente von den Beleidigungen deiner Feinde, von dem Kaltsinn und Unglauben derjenigen erduldet, für die du durch deinen Tod am Krenze und durch die Ein⸗ setzung des allerheiligsten Altarssakramentes als Opfer und Speise unserer Seele zur Erlangung des ewigen Lebens deine göttliche Liebe erschöpfet hast. Und ach! wie lange gehörte ich selbst zur Anzahl derjenigen, die dich nicht erkennen, deiner nicht gedenken, dich weder fürchten noch lieben, dir die unschuldige Anbetung entziehen, und im be⸗ ständigen Undank gegen dich dahin leben! O ewige, unaussprechliche, unerfaßliche Liebe! wie wenig kennen dich die Menschenkinder! Und wie kann ich selbst je meine Bermessenheit und meinen Undank genug⸗ sam beweinen! O tilge jene Tage, wo ich dich beleidigte, aus dem Buche meines Lebens, und gib mir Thränen der Reue, Thränen der Liebe, verwunde mein Herz durch deine göttliche Liebe, wodurch ich allein zu fester Gesundheit meiner Seele gelange, und weihe dir nun auf ewig dieses mein Herz und alle Regungen desselben. Kräf⸗ tige mich, o allerheiligstes Sakrament! in den guten Bor⸗ sätzen, die ich in deiner heiligen Gegenwart mache, dir zu leben, und der Welt und ihren Thorheiten und sündhaften Lüsten zu entsagen. —.— Sei allein, so lange ich hienieden pilgere, meine Freude und mein Trost in den Trübsalen dieses Lebens, meine Zuflucht im Leiden und meine Kraft im Streite, und laß mich durch dich, o Unterpfand der ewigen Glorie! einst eingehen in den Himmel, um dich daselbst ewig zu loben und zu preisen, der du mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Liebreichster Jesus! in welche Tiefe führte dich deine Liebe, die ohne Unterlaß von unserm Elende gerührt und gleich einer liebenden Mutter gedrängt wird, nicht nur ihre Gaben, sondern auch sich selbst ihren Kindlein mitzutheilen, und mit ihrer eigenen Wesenheit sie zu nähren! O wun⸗ derbare Liebe! genügt es denn deiner unermeßlichen Barm— herzigkeit nicht, einmal in die Hände der Sünder zu kom⸗ men, so bittere Todesnoth auf dich zu nehmen„ und die Strafe unserer Sünden am blutigen Kreuze zu tilgen, daß du auch jetzt noch im heiligen Altarssakramente allen Beleidigungen dich preisgibst, die einst auf Erden dir widerfahren sind. Ach wie schwer duldet dein göttliches Herz die teuflische Bosheit so vieler Lästerer, die sakrile⸗ gischen Mißhandlungen so Vieler, die in diesem göttlichen Sakramente selbst, worin deine Liebe sich erschöpft“, mit unreinem Herzen dich empfangen, den Kaltsinn, den Un⸗ dank und die Vergessenheit so Vieler, für die du dein hei⸗ liges Blut vergossen hast, und in diesem heiligen Sakra— mente dich fortwährend opferst! O göttliches, aus Liebe zu uns Sündern verwundetes Herz! auf den Knien liegend bitte ich dir solche Undank— barkeit mit reuevollem Herzen ab. O könnte ich durch andächtige und inbrünstige Verehrung und Anbetung, könnte ich durch die feurigste Liebe für alle diese Beschimpfun⸗ gen, Verachtungen, für allen Spott und alle Schmach dir genugthun, die dir, o liebreichster Jesus! täglich —— in diesem allerheiligsten Sakramente widerfahren! Könnte ich mit meinen Thränen, ja mit meinem Blute die Stät⸗ ten begießen, wo dein heiligstes Herz, o süßester Jesus! so grausam verwundet, das Unterpfand deiner unsterbli⸗ chen Liebe mit so unerhörter Gleichgültigkeit und Verach⸗ tung belohnt wird! O wäre es es mir vergönnt, durch das Opfer meines Lebens allen Kaltsinn derjenigen zu er⸗ setzen; oder die, wenn sie dich auch erkennen, dich doch nicht lieben wollen! Liebreichster Jesus! laß es dir wohlgefallen, daß ich für so vielfältige Schmach mein Herz dir zum Opfer bringe. O reinige dasselbe durch dein Blut, und weihe es durch das Feuer deiner göttlichen Liebe zu einem Tem⸗ pel deiner Ehre, wo das Andenken an dein heiligstes Lei⸗ den, an deine zahllosen Wohlthaten und an deine unend⸗ liche Liebe in diesem göttlichen Sakramente ohne Unterlaß fortlebt. Wenig, o liebreichster Jesus! opfere ich dir. Doch sieh', es ist Alles, was ich habe und vermag; gib mir größere Liebe und wahre Reinigkeit des Leibes und der Seele, Demuth und wahre Aufopferung meiner selbst, auf daß ich Alles in deinem Geiste und nach deinem Sinne wirke, an heiligen Tugenden zunehme, und dir täglich wohl⸗ gefälliger werde. Obarmherziger Jesus! Sieh' ich knie vor dir, meinem in der heiligen Hostie gegenwärtigen Gott, als ein armer Sünder. Ach Jesus! gehe nicht ins Gericht mit deinem schuldigen und strafbaren Diener, sondern erbarme dich meiner nach deiner großen Barmherzigkeit. Sieh' an, o Jesus, deine blutigen für mich eröffneten Wunden, sieh' an dein barmherziges aus Liebe zu mir mit einer Lanze durchbohrtes Herz, und verzeihe mir alle meine Sünden, welche ich um deiner göttlichen Liebe und unendlichen Güte 160 willen herzlich bereue, und künftig zu meiden ernstlich be⸗ schlossen habe. O mildester Jesus! Sieh', ich knie wie ein armer Bettler vor der Thüre deiner Schatzkammer, welche du im heiligsten Sakramente mit allen Gaben und Gnaden er⸗ füllet hast. Ich klopfe mit Vertrauen an, und bitte de⸗ müthigst, du wollest deine liebevollen und segenreichen Hände ausstrecken, und aus dem unerschöpflichen Schatz deines barmherzigen Herzens mir Armen mittheilen, was du mir an Leib und Seele nöthig zu sein erkennest. Ich verlange nicht Reichthüuer, nicht Vergnügen und Ehren dieser Welt; ich wünsche nur das von deiner Güte zu erhalten, was dir wohlgefällig und meiner Seele heilsam ist. Nimm von mir Alles weg, was dir an mir mißfällt; gib mir Alles, wodurch ich dir gefallen kann: schenke mir vorzüg⸗ lich eine wahre Reue über meine Sünden und jene in⸗ brünstige Liebe, die du von mir verlangst. Tröste mich, wenn ich muthlos werde; stärke mich, wenn ich zum Guten schwach bin; halte mich, wenn ich fallen will. Löse mein Herz immer mehr von allen blos irdischen Neigungen ab, und mache es deinen demüthigen, sanftmüthigen und rein⸗ sten Herzen immer gleichförmiger, daß ich doch endlich einmal mit dem Apostel in Wahrheit sagen kann: Ich lebe, doch nicht mehr ich, sondern Jesus lebt in mir. O freigebigster Jesus! Voll Vertrauen komme ich zu dir als zu meinem besten und treuesten Freunde, und klage dir die Noth und Anliegen meines kummervollen Herzens. Du kannst helfen, wenn du willst; du willst auch helfen, weil du mich so freundlich mit jenen trost⸗ vollen Worten zu dir rufest: Kommet Alle zu mir, die ihr mit Mühe und Arbeit beladen seid, und ich will euch erquicken. Wohlan denn, o Jesus, du liebender Herzens⸗ freund! neige dein freundliches Herz zu mir, steh' mir bei S S Du größtes Wunder der göttlichen Liebe, 161 in dieser Noth N.; befreie mich von diesem Uebel N.; gib mir jene Gnade N., wenn es dir gefällig und mir nütz⸗ lich ist. Uebrigens übergebe ich mich dir, o Jesus! mit Leib und Seele ganz zum Eigenthum; mache mit mir und dem Meinigen, was dir gefällig ist. Nur um das bitte ich dich, o süßester Jesus! leite alle meine Schritte nach deinem göttlichen Wohlgefallen, erhalte mich in deiner Treue, und lasse mich nach würdig empfangener letzten heiligen Communion in deiner Gnade sterben, und end⸗ lich in dir, meinem höchsten Gut, mich ewig erfreuen. Amen. Litanei. von dem allerheiligsten Altarssakramente. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Du allerheiligstes Sakrament des Altars, Du wahres Fleisch und Blut Jesu Christi, Du unblutiges und kostbares Opfer, Du immerwährende Erinnerung des Leidens Christi, Du gnadenvolles Himmelsbrod der Menschen, Du selige Erquickung der Frommen, Du kräftige Stärke der Schwachen, Du süßer Trost der Bedrängten, Du mächtiger Schutz der Versuchten, Du kostbare Wegzehrung der Sterbenden, Du sicheres Unterpfand des ewigen Lebens, Sei uns gnädig! verschone uns o Herr! Mar. Gebetb. aalun Sie duapgag 11 Von allem Uebel, Von aller Sünde, Von aller Unehrerbietigkeit gegen das heiligste Altars- sakrament, Von aller Lauigkeit bei der heiligen Communion, Von dem unwürdigen Genusse deines heiligsten Fleisches und Blutes, Vom schädlichen Zweifel im Glauben, Von der Unreinigkeit des Herzens, Von der Trägheit im Gebrauche der heiligen Sakra— mente, Durch die inbrünstige Liebe, mit der du dieses heiligste Sakrament eingesetzet hast, Durch die himmlische Freundlichkeit, mit der du unter uns wohnen willst, Durch die göttliche Eebarmung, mit der du unsere Bit⸗ ten erhören willst, Durch die unendliche Großmuth, mit der du selbst unsere Opfergabe für den himmlischen Vater sein willst, Durch die zärtliche Bereitwilligkeit mit der du dich uns zur Speise geben willst, Wir armen Sünder, Daß du in uns den Glauben und die Liebe gegen dieses heiligste Sakrament beleben mollest, Daß du uns zum Genusse dieser himmlischen Speise würdig vorbereiten wollest, Daß du in uns durch dieses göttliche Geheimniß die heiligmachende Gnade erhalten und vermehren wollest, Daß du uns durch dieses gnadenvolle Mahl der Liebe mit Abscheu gegen jede Sünde erfüllen wollest, Das du durch dasselbe die böse Lust in uns vermindern und unterdrücken wollest, Daß du uns durch dasselbe gegen alle Anfechtungen stärken wollest, Daß du uns dieses Unterpfand des Himmels vor dem Tode würdig empfangen lassen wollest, — aasc o'un algia 1s¹un dae e e 4asc 9 sun 391914 un Monne che n n 163 Daß du uns durch dasselbe den Eingang in das ewige Le⸗ ben eröffnen wollest, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du durch dieses wunderbare Geheimniß unsere Bitten erhören wollest, wir bitten dich, erhöre uns! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt erbarme dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe erhöre uns! Vater unser. Ave Maria ꝛc. Gebet. O Gott! der du uns in diesem wunderbaren Sa⸗ kramente das Andenken deines Leidens hinterlassen hast, laß uns das heiligste Geheimniß deines Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Früchte deiner Erlösung in uns immerdar erfahren mögen, der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Schlußgebet. Kurz vor dem Segen mit dem hochwürdigsten Gut oder am Ende der Besuchung des allerheiligsten Altarssakramentes zu verrichten. Ich gehe nun hinweg von dir, o liebster Jesus! aber nicht ohne dich, o du einzige Hoffnung, du Trost und Liebe meiner Seele! Unterdessen empfehle ich mich deiner unergründlichen Barmherzigkeit; diese wolle mich vor aller Sünde gnädig bewahren. Ich empfehle mich deiner un⸗ endlichen Güte; diese wolle mich mit allen nöthigen Gaben an Leib und Seele begnadigen. Ich empfehle mich deiner weisesten Vorsehung; diese wolle mich in allem meinem Thun und Lassen nach deinem göttlichen Willen führen und 11* 164 leiten. Ich empfehle mich endlich deiner ewigen Allmacht; diese wolle mich vor allen sichtbaren und unsichtbaren Fein den beschützen, in allem Guten und in deiner Gnade erhalten, in meinem Todeskampfe stärken, und nach dem Tode in dir, meinem Gott, durch die ganze Ewigkeit mit Freude erfüllen. Strecke, o gütigster Jesus! bevor ich von deinem Altare hinweggehe, deine gnädige, segenreiche Hand aus, und segne mich und die Meinigen an Leib und Seele. Ja, Jesus! dein Segen kommt über mich, über die Meinigen und über Alle, jetzt und allzeit und besonders in der Stunde unseres Todes. Amen. Verehrung des hochheiligen Herzens Jesu in seinen Leiden. (Besonders für Freitage und für die heilige Fastenzeit.) I. Das Herz Jesu in unendlicher Drauer. „Meine Seele ist betrübt bis in den Tod.“ Dies sind die Worte, die aus dem Herzen Jesu im Garten Gethsemani hervorgingen, wo seine großen Leiden ihren Anfang nahmen. Da überfiel das liebende Herz Jesu eine unbeschreibliche Furcht vor dem bittern Tode und vor den trostlosen Qualen, welche diesen Tod begleiten würden. Im Verlaufe seines Leidens haben die Geißeln, die Dörner, die Nägel und die andern Marterwerkzeuge nur eines nach dem andern ihn gepeiniget; aber hier im Garten treten sie alle auf einmal vor seine Seele, und quälen sein heiligstes Herz mit unaussprechlicher Furcht und Angst. Alle diese 16⁵ Leiden umfängt er aus Liebe zu uns; aber indem er sie annimmt, ringet er mit dem Tode:„Und als er in der Todesangst sich befand, betete er länger.“ Dazu gesellte sich noch großer Ekel und Ueberdruß vor dem Leiden, das er auf sich nehmen sollte:„Mein Vater!“ fleht er,„ist es möglich, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen!“ Er betet so, um uns zu lehren, daß wir in Trübsalen allerdings Gott bitten dürfen, er möge uns davon befreien; dabei sollen wir uns aber dem gött⸗ lichen Willen ganz unterwerfen und mit Jesus sprechen: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst.“— Was aber die Traurigkeit seines heiligsten Herzens auf das höchste steigerte, so daß blutiger Angstschweiß von seinem Angesichte herabrann, war nicht so sehr der Anblick der bevorstehenden Leiden, als vielmehr das Voraussehen des Undankes der Menschen, die auch nach seinem Tode nicht aufhören würden, sein liebendes Herz durch alle Arten von Sünden zu beleidigen. Damals hat er, wie der heilige Bernardin von Siena sagt, jede einzelne Sünde eines Jeden von uns gesehen, und dieser Anblick preßte dem göttlichen Heilande das Blut aus seinen Adern. Betrübtes Herz meines Jesus! verleihe mir einen Antheil an jenen Schmerzen, die du auf dem Oelberge über meine Sünden empfunden hast, daß ich sie bis zu meinem Tode bitter beweine. Ewiger Vater! sieh' nicht auf meine Missethaten, sondern auf deinen geliebten Sohn, der für mich trauert, und in seiner Todesangst Blut schwitzet, um mir Verzeihung zu erlangen; sieh' auf ihn und erbarme dich meiner. O süßestes Herz Jesu! ich bitte sehr: Verleih', daß ich dich liebe immer mehr. Ein Vater unser. Gegrüßt seist du ꝛc. und den Glauben. 166 II. Das Herz Jesu bei der Gefangennehmung. „Sie ergriffen Jesum und banden ihn.“ Als Judas, der Verräther, mit der grausamen Kriegsrotte herannahte, erhob sich Jesus Christus von dem Gebete, und ging, noch mit Todesschweiß überronnen, aber mit einem Herzen, das von heiliger Liebe brannte, seinen Feinden entgegen, und fragte sie:„Wen suchet ihr?“— Ach, diese Grausamen suchten Jesum Christum nicht als ihren Erlöser und Selig— macher, sondern sie legten gewaltsam Hand an ihn, und banden ihn mit Stricken. Welch' ein Anblick! Jesus Christus, der eingeborne Sohn Gottes, in Banden! Be⸗ trachte ihn, o christliche Seele! wie er an Händen und Füßen gebunden, der Willkühr eines rohen Pöbels preis⸗ gegeben ist, wie er in ungestümer Hast in die Stadt zu den Hohenpriestern fortgerissen wird, wie Einige ihn be— schimpfen, Andere ihn schlagen; und das unschuldige Lamm läßt sich binden und schlagen nach ihrer Willkür, ohne auch nur seinen Mund aufzuthun:„Er ist aufge⸗ opfert worden, weil er selbst es gewollt hat, und hat seinen Mund nicht aufgethan.“— Schmerzlicher jedoch, als die Unbilden, die ihm von seinen Feinden angethan wurden, fiel seinem heiligsten Herzen die Feigheit seiner Jünger, welche bei dieser Gelegenheit ihn verließen. Hätten sie ihn auch den Händen seiner Feinde nicht entreißen können, so wäre es doch geziemend gewesen, ihn zu be— gleiten, um vor den Richtern seine Unschuld zu vertheidi— gen, oder um ihn wenigstens durch ihre Gegenwart und durch ihr Mitleid zu trösten. Allein auch dieses thaten sie nicht. Welch ein Schmerz für das liebende Herz Jesu, da er auch von jenen verlassen wurde, die er so sehr liebte! Und ach! damals sah Jesus auch jene Seelen, die er mehr — E& — RWü—— S» 167⁷ als andere mit Gnaden überhäuft hat, und welche dann aus feiger Menschenfurcht, aus Ueberdruß und Weichlich⸗ keit oder aus irgend einer andern Ursache ihm den Rücken wenden und ihn schmählich verlassen. O liebreichstes Herz meines gebundenen und verlasse⸗ nen Jesus! auch ich war eine dieser undankbaren Seelen, die nach so vielen von dir erhaltenen Gnaden, Erleuchtun⸗ gen und Einsprechungen leichtsinnig deiner vergessen und dich verlassen haben. Erbarme dich meiner, und nimm mich wieder auf, da ich reuevoll und zerknirscht zu dir zurück⸗ kehre. O ihr heiligen Bande! die ihr meinen Erlöser gebunden habt, ach verbindet auch mich mit ihm, bindet mich aber so, daß ich mich nicht mehr von seiner Liebe trenne, bindet mein undankbares Herz an seinen heiligsten Willen, daß ich nichts anderes mehr verlange, als sein Wohlgefallen und seine Liebe. O süßestes Herz Jesu! ich bitte sehr: Verleih', daß ich dich liebe immer mehr. Ein Vater unser. Gegrüßt seist du ꝛc. und den Glauben. III. Das Herz Jesu in Schmach und Verachtung. „Da spieen sie in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten.“ Wer kann ohne Schmerz und Betrübniß der Beschimpfungen gedenken, womit das liebreichste Herz unseres göttlichen Heilandes überhäuft wurde. Unter großem Getöse ward er wie ein öffentlicher Verbrecher von einem · Gerichte zum andern geschleppt, wobei ihn überall der Hohn und die Verachtung seines Volkes verfolgte, das er so sehr liebte. Bald wurde er ein Betrüger gescholten, ein Verführer und falscher Prophet, der des Todes schuldig wäre, und diese Verleumdungen bekräftigte man durch falsche Zeugnisse; bald lästerte man die Majestät seiner Gottheit, weil er sich Gott und Gottessohn nannte, und verhüllte sein heiligstes Angesicht mit einem Tuche, um desto frecher jeden Spott an ihm verüben zu können. Vor dem Hohenpriester wird er in's Antlitz geschlagen und ver— spieen; vor Herodes mit einem weißen Spottkleide ange⸗ than, und gleich einem Thoren zur öffentlichen Beschimpfung durch die Straßen der Stadt geführt, und vor Pilatus wird ihm selbst ein lasterhafter Mensch, der Mörder und Straßenräuber Barabbas, vorgezogen. Also ist Jesus Allen ein Gegenstand des Hasses und der Verachtung geworden, und sein süßestes Herz, das alle Menschen mit unendlicher Liebe umfängt, wurde mit Schmach und Bitterkeit erfüllt. Ist es möglich, daß eine Seele bei Erwägung solcher Ver⸗ achtung, die das göttliche Herz aus Liebe erduldet hat, gegen dasselbe kalt und gefühllos bleibe? Ach mein Jesus! auch ich war einst unter jenen, die dich verachteten und beschimpften. Ach wie oft habe auch ich deinem göttlichen Herzen durch Geringschätzung und Uebertretung deiner Gebote Schmach und Verachtung an⸗ gethan! Wie oft ein vergängliches Vergnügen, eine augen⸗ blickliche schändliche Lust, deiner heiligen Liebe vorgezogen! — O mein Jesus! durch die wunderbare Sanftmuth und Geduld, mit welcher du die unzähligen Verspottungen, Schmachen und Unbilden in deinem Leiden ertragen hast, bitte ich dich, verzeihe mir die zahllosen Unbilden, welche ich dir durch die von mir begangenen Sünden zugefügt habe, und gib mir die Gnade, daß ich alle Verachtungen im Geiste der Buße aus Liebe zu dir ertrage, und deine Gnade und Freundschaft in Zukunft allen Freuden und Schätzen der Welt vorziehe. O süßestes Herz Jesu! u. s. w. Ein Vater unser. Gegrüßt seist du ꝛc. und den Glauben. —— IV. Das Herz Jesu in der Geißlung und Dornenkrönung. „Er ist verwundet worden wegen unserer Missethaten.“ Betrachte, o christliche Seele, das sanftmüthige Herz deines Erlösers, als er von grausamen Schergen gegeißelt und hierauf mit einer Dornenkrone um sein Haupt gekrönt wurde. Ach welch' eine schmerzliche Verwundung! der heiligste Leib Jesu Christi ist von dem Scheitel bis zur Fußsohle nur Eine Wunde. Bedenke hiebei den Schmerz seines liebenden Herzens. Gewiß ist es, daß Jesus wäh⸗ rend seiner Geißlung und Dornenkrönung an dich gedacht hat, indem er ja nur darum so große Peinen auf sich genommen hat, um dich von den ewigen Peinen zu befreien. Ein Gott wollte um deiner Sünden willen verwundet und zerschlagen werden; welch' eine Liebe und Erbarmung! Hast du bisher die Liebe, die das heiligste Herz Jesu zu dir trägt, noch immer nicht recht erkannt, so betrachte die Wunden seines heiligsten Leibes, die dir von dieser Liebe Zeugniß geben; sie sind eben so viele Stimmen seines heiligsten Herzens, welche dir seine Liebe verkünden, die aber zugleich auch überaus mächtig dich zur Gegenliebe auffordern. Wie bedauernswürdig sind jene, welche das Herz ihres Erlösers, der für sie gegeißelt und mit Dör⸗ nern gekrönt wurde, nicht lieben! wie unglücklich sind sie, wenn sie vielmehr durch böse Gedanken und Begierden, die sie in ihrem Herzen nähren, bis zur Stunde gleichsam immer wieder über den heiligsten Leib Jesu Christi die furchtbarsten Geißeln schwingen, oder durch Hoffart und Unglauben immerdar sein heiligstes Haupt mit Dörnern umwinden! Auf solche Weise wird dir, o göttliches Herz von den undankbaren Menschen deine Liebe vergolten, in der du für sie geblutet hast. 17⁰ Ach, durch dein heiliges Blut, o Jesus, das für mich während deiner Geißelung auf die Erde geflossen ist, bitte ich dich um Barmherzigkeit und Verzeihung. O ihr durch das Blut Jesu Christi geheiligten Dörner! durchbohret meine Seele mit immerwährendem Reueschmerz über meine Sünden. O süßestes Herz meines Jesus! gebenedeit sei deine unendliche Erbarmung und Liebe! Ich danke dir für deine Leiden, ich liebe dich; mache, daß meine Seele dir diene, wie du es wünschest. Du allein sollst mein größtes Gut, mein höchstes Vergnügen, meine einzige Liebe sein. O süßestes Herz Jesu! u. s. w. Ein Vater unser. Gegrüßt seist du ꝛc. und den Glauben. V. Das Herz Jesu bei der Verurtheilung zum Tode. Pilatus sprach:„Sehet euren König!“ sie aber schrieen: „Hinweg mit ihm! Kreuzige ihn!“ Dieselben, die vor fünf Tagen gerufen hatten:„Hosanna, gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ die riefen nun:„Kreuzige ihn!“— Wer kann den Schmerz begreifen, den damals das liebende Herz Jesu empfunden? Jesus ist vom Himmel auf die Erde gekommen, um unter den Menschen zu wan⸗ deln und sie zu erlösen, und die Moͤnschen wollen ihn unter sich nicht dulden:„Hinweg mit ihm!“ rufen sie. O Jesus! wende dein Antlitz nicht von mir; befestige durch deine Gnade, was du in mir gewirkt hast, dauiit ich nicht abermals durch Untreue in meinen Vorsätzen jenen Gott⸗ losen ähnlich werde, die deinen Tod verlangen.— Obwohl Pilatus die Unschuld Christi erkannte, und durch den An— blick seiner Wunden zum Mitleid gerührt, dem Hasse der Juden gern widerstanden hätte, so willigte er doch aus niedriger Menschenfurcht in den Tod des Gerechten. Und der Herr nimmt mit ergebenem, aber tiefgebeugtem Herzen * 171 das Urtheil seines Todes an, nicht für die Verbrechen, deren ihn die Juden beschuldigten, sondern für unsere Schulden, für die er durch seinen Tod genugthun wollte. Pilatus auf Erden sagt: Es sterbe Jesus! und der ewige Vater bestätiget dieses Urtheil vom Himmel herab und spricht: Es sterbe mein Sohn! Da antwortet Jesus mit vollkommener Ergebung:„Sieh' hier bin ich; ich ge⸗ horche und umfange den Tod, den Tod des Kreuzes.“ Er hat sich selbst erniedriget, und war gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode des Kreuzes. ö O allzeit ergebenes Herz meines Jesus! erwirb mir die Gnade, daß auch ich alle Leiden dieses Lebens aus Liebe zu dir mit Gleichmuth ertrage. O Herz Jesu, gehorsam bis zum Tode des Kreuzes, laß nie zu, daß ich dem Willen deines himmlischen Vaters auch nur im mindesten widerstrebe. O himmlischer Vater! durch das Todesurtheil, dem sich dein eingeborner Sohn Jesus Christus mit so wunderbarer Ergebung unterworfen hat,‚ bitte ich dich, bewahre mich vor dem Urtheile des ewigen Todes. Dir opfere ich in Vereinigung mit dem Tode Zesu Christi auch meinen Tod auf mit allen jenen Schmer⸗ zen, die ihn nach deinem heiligsten Willen begleiten werden. Verleihe mir durch die Verdienste des bittern Todes deines Sohnes die Gnade, von heiliger Liebe zu dir entflammt aus diesem Leben zu scheiden. O süßestes Herz Jesu! u. s. w. Ein Vater unser. Gegrüßt seist du ꝛc. und den Glauben. VI. Das Herz Jesu auf dem Kreuzwege. „Und er trug sein Kreuz hinaus an den Ort, Kalva⸗ ria genannt. Nach der Verurtheilung Jesu Christi brachten die Henkersknechte sogleich das schwere Kreuz herbei, und warfen es krachend vor die Füße des Herrn hin. Bei diesem Anblicke erbebt zwar das liebende Herz Jesu Christi; aber entschlossen, Alles für uns zu leiden, umfaßt er sein Kreuz mit heiliger Ergebung, und geht mit der Dornen⸗ krone auf dem Haupte und der schweren Kreuzeslast auf den Schultern wie ein sanftmüthiges Lamm den Weg nach Golgatha, um daselbst auch denen das Leben zu erwerben, die es ihm nehmen. Schreckliche Peinen verursacht ihm das Kreuz, es zerquetschet seine verwundeten Schultern, und drückt bei jedem Schritte die Dörner seiner grausamen Krone ihm noch tiefer in sein heiligstes Haupt. Er sinkt aus Entkräftung öfters unter dem Kreuze nieder. Nie— mand ist da, der auch nur so viel Erbarmung hätte, ihm aus seinem Blute empor zu helfen. Am schmerzlichsten jedoch ward sein mitleidvolles Herz durch den Anblick seiner tiefbetrübten Mutter Maria verwundet, als sie ihm auf dem Leidenswege entgegenkam. Der Liebesschmerz, der bei diesem jammervollen Wiedersehen die zwei heiligsten Herzen durchdrang, übersteigt jede menschliche Vorstellung. Die weinende Mutter wird von den rohen Kriegsknechten er— barmungslos zurückgestoßen, Jesus aber angetrieben, den Weg zur Kreuzigung schneller vorwärts zu gehen. Wird dem Heilande durch Simon von Cyrene sein körperliches Leiden auch erleichtert, so leidet um so schmerzlicher sein liebendes Herz bei dem Gedanken, wie wenige auch in Zukunft das Kreuz, das er ihnen auferlegen werde, in Ergebung annehmen, und ihm in Liebe nachfolgen werden. O göttliches, tiefgebeugtes, Herz! wie reuet mich bei dem Anblicke deiner Leiden jede Beleidigung, durch welche ich ehedem dich gekränket, und dir jene empfindlichen Schmerzen verursacht habe, die du auf diesem Wege leiden mußtest. O könnte ich vor Mitleid weinen, wie die frommen Frauen von Jerusalem! ja ich will meine Sünden bei 7— — e— 2„5 ——— 173 Erwägung deiner Leiden beweinen, und nie wieder vergessen, was dein Herz meinetwegen gelitten hat.„Wer mein Jünger sein will, sprichst du, der verläugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Sieh', ich bin bereit, o mein Jesus! alle Leiden und Kreuze aus Liebe zu dir zu umfangen; o lehre du mich Selbstver⸗ läugnung, mache mich würdig, dein treuer Schüler und Nachfolger zu sein. O süßestes Herz Jesu! u. s. w. Ein Vater unser. Gegrüßt seist du de. und den Glauben. VII. Das Herz Jesu in der Kreuzigung. „Und sie kreuzigten ihn.“ Sobald Jesus auf dem Kalvarienberge angelangt war, rissen ihm die Schergen seine Kleider vom Leibe, wodurch sie seine Wunden wieder erneuerten. Dann warfen sie ihn auf das Kreuz, und kreuzigten ihn. Jesus, der Sohn Gottes, breitet seine heiligsten Hände aus, und bringt seinem ewigen Vater das blutige Opfer des neuen Bundes zur Versöhnung der Welt dar. O welch ein furchbares Schauspiel! Sieh' herab, allmächtiger Vater! auf deinen Eingebornen; sieh' hier das große Opfer, beladen mit den Sünden des Volkes. Zesus ist nun am Ende seiner schmerzvollen Laufbahn. Er stieg vom Himmel auf die Erde herab, von da auf den Kalvarienberg hinauf, um endlich auf das Kreuz, als den Thron seiner Liebe und Barmherzigkeit, zu steigen. Ach, Jesus, meine Liebe, wird gekreuzigt! O ihr heiligen Engel! eilet hernieder, und sammelt das Blut des Erlösers, das aus den Wunden seiner Hände und Füße fließt, und traget es zum Throne Gottes als ein Sühnopfer für meine Sünden.— Die Hammerschläge die auf dem Kalvarien⸗ berge wiederhallen, muß auch Maria, die Mutter Jesu, 17⁴ hören, und ach— die Nägel ihres Sohnes durchdringen auch ihr liebendes Mutterherz. O Maria, durch die un— ermeßlichen Schmerzen, die du bei der grausamen Kreuzi⸗ gung deines göttlichen Sohnes gelitten hast, erbitte mir Verzeihung meiner Sünden. Mein liebenswürdigster Erlöser! wie theuer kam dir mein ewiges Heil und dein Verlaͤngen, von mir elenden Erdwurme geliebt zu werden, zu stehen. Und dennoch habe ich Undankbarer dir so oft meine Liebe versagt, mich so oft von dir abgewendet. Mit reumüthigem Herzen werfe ich mich vor deinem Kreuze nieder, und küsse im Geiste deine blutenden Wunden; o könnte ich mit deinem Blute auch meine Thränen vermischen! Feßle mein Herz mit dir an das Kreuz des heiligen Gehorsams und der beständigen Ver⸗ läugnung. Das Blut, das aus deinen Wunden quillt, ist der Preis meiner Erlösung; ewig will ich dir danken und nie mehr dein Herz betrüben, das mich mit so unend—⸗ licher Liebe geliebet hat. O süßestes Herz Jesu! u. s. w. Ein Vater unser. Gegrüßt seist du ꝛc. und den Glauben. VIII. Das Herz Jesu am Kreuze. „Mein Volk! was habe ich dir gethan, und womit dich betrübet?“ Ach, der liebreiche Heiland hat Niemanden etwas zu Leide gethan, und doch verfolgt ihn überall der Hohn und der Undank seines Volkes, das er nur mit Wohlthaten überhäuft hat. Auch am Kreuze noch muß sein liebendes Herz mit Spott und Lästerung gequält wer⸗ den. Nicht der Anblick der blutenden Wunden, an denen der Herr zwischen zwei Mördern hängt, auch nicht das Händeringen frommer Frauen rührt das Herz seiner Feinde. 17⁵ Stumpf und gefühllos starren die Einen zu seinen Leiden empor, und rufen lästernd:„Hilf dir jetzt selbst!“ Andere sitzen unter dem Kreuze zwischen Blut und Thränen, und— spielen!— spielen um das Gewand des gekreuzig⸗ ten Erlösers. Dann ziehen sie mit Verachtung vor dem Herrn vorüber, und schmähen, die Köpfe schüttelnd:„Pfui über den Lügner! Bist du Gottes Sohn, so steige herab, und wir wollen glauben!“ Jesus aber, die ewige Liebe, richtet sein verwundetes Herz zum Himmel empor, und betet:„Vater, verzeihe ihnen! sie wissen nicht, was sie thun!“ O heilige Worte! o Worte voll Liebe und Barm⸗ herzigkeit! Jesus bittet, der Vater soll ihnen nicht zürnen, er soll ihnen die Augen öffnen, damit sie an ihn glauben und selig werden; sein Herz will an Beleidi⸗ gungen gar nicht denken, um nicht aufhören zu müssen, sie beständig zu lieben. Läßt sich wohl eine größere Liebe denken? In dieser Liebe verspricht er dem reuigen Schächer das Paradies, und empfiehlt uns Alle in der Person des heiligen Johannes in den Schutz seiner jung⸗ fräulichen Mutter Maria:„Weib! siehe deinen Sohn.“ Ach, er nennt sie, da er von ihr scheidet, nicht mehr Mutter, damit ihr Herz nicht gar vor Wehmuth breche. Und der eigenen Schmerzen vergessend wendet sich sein sterbendes Herz zu seinem himmlischen Vater, und opfert ihm zur Genugthuung für unsere Sünden alle Leiden, in die er in den finstern Stunden der Verlassenheit versenkt war.„Mich dürstet!“ ruft er vom Kreuze aus seinem gepreßten Herzen. O glühender Durst meines Erlösers! Ihn dürstet nach dir, o christliche Seele! Ihn dürstet nach einer Thräne des Mitleids, nach einer Thräne der Reue aus zerknirschtem Herzen. Und fast Niemand stillt ihm diesen Durst. O meine Seele! eile hin zu dem Kreuze, an welchem dein Erlöser stirbt, und küsse tausendmal jene heiligen Wunden an Händen und Füßen, die auch deine Sünden ihm geschlagen haben. O mein sterbeuder Heiland! Mit inniger Liebe umfange ich dein schmerzerfülltes Herz, nimm hin, o mein Jesus, meine Seele; dir sei sie geschenkt, un⸗ getheilt, unwiderruflich, auf ewig! O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich meiner! Du bist nicht vom Kreuze herabgestiegen, du hast geduldet, gelitten und Alles vollbracht.— Dank, ewiger Dank dir, o göttliches Herz! für deine Liebe, für deine Leiden und deinen Tod. Erhöre mein Flehen hier zu deinen Füßen, mein Jesus, gib mir Kraft und Muth, in deine blutigen Fußstapfen zu treten im Leben, um sterbend rufen zu können: Durch deine Gnade habe ich nun Alles glücklich vollbracht. O süßestes Herz Jesu! u. s. w. Ein Vater unser. Gegrüßt seist du ꝛc. und den Glauben. IX. Das Herz Jesu mit der Lanze durchbohrt. „Einer der Soldaten öffnete mit der Lanze seine Seite.“ Erhebe deine Augen, o christliche Seele! zum Kreuze, und betrachte das göttliche Lamm, geopfert auf dem Altare der Liebe. Sieh' sein heiliges Haupt auf die rechte Schulter herabgesenkt; auch nach dem Tode neigt Jesus sein Haupt zu den Menschenkindern, für die er gestorben; sein heiligstes Angesicht ist blaß; auf seiner Stirne liegt kalter Todes⸗ schweiß mit Blutstropfen vermischt. Seine Augen, die er so oft in inbrünstigem Gebete für uns zum himmlischen Vater erhoben hat, sind gebrochen; seine Lippen, über welche nur Worte der zärtlichsten Liebe gegangen, sind geschlossen; seine Hände, die am Kreuze ausgespannt sind, uns gleichsam zu umfangen, sind mit grausamen Nägeln durchbohrt, e. 15 ind der lter upt stes es⸗ ger hen lche en; am hrt, 177, blau und erstarrt; seine heiligen Füße, die so viele müh⸗ same Schritte zum Heile der Menschen gethan, sind an das schimpfliche Holz geheftet, und leiden unbeschreibliche Schmerzen. Sein ganzer Leib ist wie ein zerschmettertes Gefäß, voll Wunden und mit Todesblässe bedeckt. Seine heilige Seite steht offen, und das göttliche Herz, mit welchem er uns Alle in unendlicher Liebe umfaßt, ist durchstochen, und es fließt aus der weiten Wunde Blut und Wasser. Ach sein Mund redet hier nicht; aber um so kräftiger redet zu uns der Anblick seines heiligsten Her⸗ zens. Höre die Stimme der Liebe aus diesem Herzen, sieh hinein in die offene Wunde, und lies darin die Ursache seines Todes. Ich wachte, spricht dies Herz, um dich aus deinem Sündenschlafe zu wecken; ich ließ mich binden, um an dir die Bande der Sünde zu lösen; ich wurde von meinen Jüngern verlassen, um dich nicht ewig verlassen zu müssen; ich wurde verspottet, gegeißelt, zum Tode ver⸗ urtheilt, damit du verschont und vom ewigen Tode befreit bleibest; ich wurde aus Jerusalem verstoßen, um dich in das himmlische Jerusalem aufzunehmen; ich trug das Kreuz, um die Last deiner Sünden dir abzunehmen; ich wurde mit Nägeln an's Kreuz geheftet, um auf dich zu warten; ich spannte meine Arme aus, um dich zu umfangen; ich neigte mein Haupt, um dir den Friedenskuß zu geben; ich stand den Tod aus, um dir das Leben der Seele zu er⸗ halten; ich wurde mit einer Lanze durchbohrt, um dich mit meiner Liebe zu verwunden. Sieh', o christliche Seele! was konnte oder sollte ich für dich noch thun oder leiden? O ZJesus, meine Liebe! dein heiliges geöffnetes Herz soll meine Zuflucht in allen Gefahren und Versuchungen sein. Gedenke deines Versprechens, daß du am Kreuze erhöht, alles an dich ziehen wollest; sieh' auf mein Herz, und ziehe es zu dir; du bist für mich gestorben, ich will Mar. Gebetb. 12 für dich leben. Wie könnte ich beim Anblicke deiner Leiden und deines geöffneten Herzens etwas anderes lieben als dich? Durchbohre mein Herz, damit es in Reue zerfließe. O ihr Peinen und Beschimpfungen! o Tod! o Liebe meines Jesus! drücket euch tief meinem Herzen ein, daß mir immerdar das süße Andenken an Jesus verbleibe. Entflammet mein Herz mit größerer Liebe zu ihm. O Maria, du Mutter der Schmerzen! empfiehl mich deinem Sohne! heiliger Johannes! heilige Magdalena! und alle Heiligen, die ihr beim Tode Jesu Zeugen waret, bittet für mich, daß der Herr meine Seele einst in die ewige Seligkeit aufnehmen wolle. O süßestes Herz Jesu! ich bitte sehr: Verleih', daß ich dich liebe immer mehr. Ein Vater unser. Gegrüßt seist du ꝛc. und den Glauben. Schlußgebet. Dein Tod, o mein Jesus, und deine eröffnete Seiten⸗ wunde stärken mich im Vertrauen, und flößen mir die größte Zuversicht ein. Nie werde ich beim Anblick deiner am Kreuze ausgespannten Arme und deines durchbohrten Herzens auf jene unermeßliche Liebe vergessen, in der du die Herzen Aller an dich zu ziehen suchest. Dein Tod ist meine Zuflucht, mein Leben, meine Auferstehung. Ich will nicht mehr vor der Menge meiner Sünden erschrecken, wenn ich deines Todes gedenke; denn alle meine bösen Werke können die Verdienste deines Leidens nicht über— wiegen. Die Geißeln, die Nägel, die Lanze und dein ge— öffnetes Herz rufen mir zu, daß ich mit dir ausgesöhnt sei, wenn ich dich nur liebe. O Liebe meines Herzens! soll ich dich nicht lieben? Ich weiß, daß es meine Sünden sind, um derentwillen du auch für mich am Kreuze ge— storben bist. Sollte ich nicht immer und im tiefsten VXX ....IXIIAAXN&..—— 8—— 179 Schmerze die Beleidigungen beweinen, die ich dir ange⸗ than habe? In deine verwundete Seite will ich eingehen und ruhen, dort sei die Wohuung meiner Seele. Laß an mir die Verdienste deines Leidens und Sterbens nicht verloren gehen. O ewiger Vater! sieh auf das durchbohrte Herz deines eingebornen Sohnes, und durch die Liebe dieses göttlichen Herzens bitte ich dich, erbarme dich meiner! Du hast deinen Sohn für die Sünden der Welt in den Tod hingegeben; mache, daß alle Gerechten und Sünder die Verdienste, die er durch seinen Tod erworben, zu ihrem Heile sich aneignen, und verleihe allen Lebendigen Ver⸗ zeihung, Gnade und das ewige Leben. Sei gnädig auch den armen Seelen im Fegfeuer, und erlasse ihnen um des kostbaren Blutes deines Sohnes willen ihre zeitliche Strafen, und nimm sie in deine Wohnungen auf, gleich— wie dein Sohn nach seinem Hinscheiden die frommen Seelen aus der Vorhölle in die Freuden des Paradieses einge— führt hat. Amen. Gebet zum kreuztragenden Erlöser. (Von der heiligen Gertrudis.) O allermildester Herr Jesus Christus! mit dankbarer Liebe erinnere ich mich des heftigen Schmerzens, den du damals erlitten, als du das schwere Kreuzholz, an dem du sterben solltest, auf deine müden Schultern nahmst, und kraftlos und elend der Schädelstätte zuwanktest. Ich bete dich an, ich lobe und preise dichl o du Mann der Schmerzen! Ich danke dir aus dem Innersten meines Herzens für alle Leiden, die du mir zu Liebe erduldet hast, und bitte 12* — —— 18⁰ dich demüthig, du wollest dich wegen all' der Bitterkeiten, die du meinetwegen gekostet, wegen des bittern Kelches, den du meinetwegen ausgetrunken hast, über mich armen Sünder erbarmen, mir alle meine Sünden vergeben, und mich auf deinen obgleich blutigen Fußstapfen zur ewigen Seligkeit führen. Amen. Danksagungsgebete zu Jesus am Kreuze. 1. O du unschuldiges Lamm Gottes, geliebtester Jesus! der du so erbärmlich drei ganze Stunden lang am heiligen Kreuze gehangen bist, ich danke dir für die allerschmerzlichste Pein, welche du gelitten hast, als du am Kreuze so un— barmherzig ausgespannt wurdest, daß man alle deine Gebeine zählen konnte. Ich bitte dich um dieses Schmerzes willen, daß du mir verzeihen wollest, was ich je mit meinen Gliedern gegen dich gesündiget habe. Amen. 2. O du unschuldiges Lamm Gottes, geliebtester Jesus! ich danke dir für den bittern Durst, den du am heiligen Kreuze gelitten hast, da du mit so erbärmlicher Stimme riefest: Mich dürstet! und dennoch kein Mensch war, der in dieser deiner großen Noth auch nur ein Tröpflein Wasser dir gereicht hätte, sondern du vielmehr mit Essig und Galle getränkt worden bist. Ach, du armer und ver— lassener Jesus! ich bitte dich, du wollest diesen Durst deinem lieben Vater aufopfern für alle Sünden, die ich durch unmäßiges Essen und Trinken jemals begangen habe. Amen. 3. O du sanftmüthiges Lamm Gottes, geliebtester Jesus! von Grunde meines Herzens danke ich dir für die unmenschlichen und unaussprechlichen Schmerzen, welche du auf dem Berge Kalvaria gelitten hast, als man deine heiligen Hände und Füße so unbarmherzig und schmerzlich an das Kreuz annagelte, daß dein heiliges Herz im Leibe 18¹ darob erzitterte, und alle Adern sich zusammengezogen haben. Durch diesen so großen und unaussprechlichen Schmerz und durch die heiligen Wunden deiner Hände und Füße bitte ich dich, daß du dieselben deinem lieben Vater zeigen und aufopfern wollest für alle Sünden, die ich mit meinen Händen und Füßen jemals begangen habe. Amen. 2 int a n t i von dem Leiden Jesu. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, O Jesu, du Sohn des lebendigen Gottes, Durch deinen heiligen Lebenswandel, Durch dein bitteres Leiden und Sterben, Durch deinen traurigen Abschied von deiner liebsten Mutter, Durch deinen betrübten Gang auf den Oelberg, Durch deine große Betrübniß und Todesangst, Durch deine herzlichen Seufzer und den blutigen Angst— schweiß, Durch dein ehrerbietiges Niederfallen auf dein heiliges Angesicht, Durch dein dreimaliges, andächtiges Gebet, Durch deine vollkommene Ergebung in den göttlichen Willen, Durch deine verrätherische Gefangennehmung, Durch deine harten Bande und Schläge, Durch den schmählichen Backenstreich, aslun Pid dunvqa 1822 Durch die falschen Anklagen und Urtheile. Durch die spöttische Verspeiung deines heiligen Angesichtes, Durch alle Schmähungen und Lästerworte, Durch dein demüthiges Stillschweigen, Durch deine schmähliche Entblößung und Bindung an die Säule, Durch deine grausame Geißlung, Durch deine schimpfliche und schmerzvolle Krönung, Durch das Purpurkleid und die spöttische Anbetung, Durch den Schimpf und Spott, da Pilatus dich dem Volke vorstellte, Durch das ungerechte Urtheil, welches Pilatus über dich gefället hat, Durch die Liebe, mit welcher du das Kreuz umfangen und auf deine Schultern genommen hast, Durch dein herzliches Mitleiden gegen deine Mutter, da du sie auf dem Wege gesehen hast, Durch deine blutigen Fußstaͤpfen, mit welchen du den Kalvarienberg bestiegen hast, Durch die großen Schmerzen, welche du an deiner Schulterwunde empfunden hast, Durch die Schmerzen, welche du bei Ausziehung deiner Kleider ausgestanden hast, Durch die Schmerzen, welche du bei Ausspannung deiner Glieder erlitten hast, Durch die Schmerzen, welche du bei Durchnaglung deiner heiligen Hände und Füße erduldet hast, Durch alle Schmerzen, die du an deinem ganzen Leibe empfunden hast, Durch die schmählichen Scheltworte, die du am Kreuze geduldig übertragen hast, Durch die Barmherzigkeit, mit der du dem Schacher am Kreuze verziehen hast, Durch den peinlichen Durst, den du am Kreuze gelitten hast, Durch das bittere Getränk von Galle und Essig, welches du verkostet hast, Durch deinen dreistündigen Todeskampf, aalun qie duuavqag 8 8 ——8 8 274 + —8 ISCWSE 82 183 Durch die sieben Worte, welche du am Kreuze gesprochen hast, Durch die Neigung deines Hauptes, mit welcher du deinen Geist aufgegeben hast, Durch die Wunde, welche deine heilige Seite eröffnet hat, Durch das Blut und Wasser, welches daraus geflossen ist, Durch alle Wunden, die du empfangen hast, Durch alle Blutstropfen, welche du in deinem Leiden vergossen hast, Durch die Liebe, mit welcher du alle Pein und Marter erlitten hast, Durch die Liebe, mit welcher du das menschliche Geschlecht geliebet hast, Durch alles Wohlgefallen, welches du deinem himmlischen Vater durch dein Leiden und Sterben verschaffet hast, Durch die Fürbitte und Verdienste deiner Mutter und aller Heiligen Gottes, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Jesu Christe, höre uns! Jesu Christe, erhöre uns! aalun Sie auapqag Gebet. O Herr Jesus Christus! nimm auf diese unsere Andacht welche wir dir aufopfern in Vereinigung mit jener über— großen Liebe, mit welcher du alle deine Wunden und Schmerzen, allen Spott, alle Verachtung, Angst und Noth in deinem heiligsten Leiden freiwillig ausgestanden und ge— duldig übertragen hast. Wir bitten dich demüthigst, daß du alle deine vergossenen Blutstropfen, allen deinen blutigen Schweiß, deine bitterste Todesangst und all dein Leiden jetzt und allezeit und besonders in der Stunde unseres Todes zur Genugthuung für unsere so vielfältig begangenen Sünden, auch zu Hilfe und Trost der armen Seelen im Fegfeuer deinem himmlischen Vater gnädig vorstellen und aufopfern wollest. Der du lebest und regierest von Ewig—⸗ keit zu Ewigkeit. Amen. Andächtige Besuchung des schmerzhaften Kreuzweges. (Nach dem heiligen Alphons Liguori.) Vorerinnerung. Der Kreuzweg stellt den schmerzlichen Gang vor, den Jesus mit seinem Kreuze beladen nach dem Kalvarienberg vollbrachte, wo er uns zu Liebe am Stamme des heiligen Kreuzes starb. Billig ist es daher, die geheimnißvolle An⸗ dacht mit tiefer Zerknirschung des Herzens und mit innigster Andacht zu verrichten. Bei dem andächtigen Besuche der Stationen des Kreuz⸗ weges lassen sich alle jene Ablässe gewinnen, welche das sichtbare Oberhaupt der Kirche denjenigen verlieh, die zu Jerusalem selbst die heiligen durch das Blut des göͤttlichen Erlösers geweihten Orte besuchen, und diese Ablässe können für uns selbst oder fürbittweise für die armen Seelen im Reinigungsorte gewonnen werden. Da aber, einen Ablaß zu gewinnen, erfordert wird, daß die Seele im Stande der Gnade sei, soll sie, um das Sichere zu wählen, wenn sie etwa nicht im Stande der Gnade sein sollte, gleich beim Beginne der Andacht vollkommene Reue und Leid über ihre Sünde erwecken. Dann soll sie auch die Geheimnisse des Leidens Christi, die bei jeder Station sich ereigneten, eine kurze Zeit hindurch betrachten, und sich in der Liebe, dem Mitleid, der Zerknirschung und Danksagung üben. 18⁵ Obgleich aber eigentlich blos eine kurze innerliche Be⸗ trachtung dieser Geheimnisse vorgeschrieben ist, sind dennoch bei jeder Station mündliche Gebete eben so üblich, als lob⸗ würdig. Daher pflegt man auch bei jeder Station ein Vater unser und Ave Maria zu beten. Endlich ist es zwar nicht nothwendig, von einer Station zur andern zu gehen, doch soll man durch die Neigung des Hauptes von einer Station sich zur andern wenden. Reuegebet über seine Sünden. O mein göttlicher Heiland und Erlöser, Jesus Christus! Ich, der Ungerechte, habe gesündiget, und du, der Gerechte, blutest am Holze des Kreuzes;— der Schuldige ist frei, und der Unschuldige wird gebunden; der Heilige leidet, und der Gottlose lebt im Frieden. So weit, o Sohn Gottes! haben es meine Sünden gebracht.— Ich habe das Böse gethan, und an dir wird dasselbe gerächt; doch, o mein Jesus! laß dein Leiden an mir nicht verloren sein. Ich bitte dich durch dein kostbares Blut, durch deine heiligen Wundmale, durch deinen bittern Tod, verzeihe mir armen Sünder. Von Herzen bereue ich alle meine Sünden, weil ich dich, das allerhöchste und aller Liebe würdigste Gut so schwer dadurch beleidiget habe. Ernstlich verspreche ich dir, mein Leben mit deiner Gnade zu bessern. Herr! sei mir armen Sünder gnädig, und laß mich jene trostreichen Worte vernehmen:„Deine Sünden werden dir nachgelassen, weil du viel geliebt hast.“ Amen. Aufopferung des Ablasses für die Abgestorbenen. Barmherziger Gott! ich bitte deine unermeßliche Güte für diese Seele... und opfere dir mit der Kirche, deiner heiligen Braut, diesen Ablaß zu ihrem Heile auf. O mil⸗ dere durch die Verdienste der Leiden und des Todes deines eingebornen Sohnes ihre Pein; nimm sie bald in die 186 glückselige Anschauung deines glorreichen Angesichtes auf, daß sie in der himmlischen Heimat mit allen Auserwählten dich ewig lobe und preise, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regieret Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1. Sit ast i o u. Jesus wird zum Tode verurtheilt. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Bedenke, o christliche Seele! wie Jesus nach seiner schmerz— lichen Geißlung und Krönung mit der Dornenkrone auf eine höchst ungerechte Weise von Pilatus zum Tode des Kreuzes verurtheilt ward. O mein göttlicher Heiland! Nicht Pilatus, sondern meine zahllosen und überaus großen Sünden haben das Todesurtheil über dich gefällt. Durch die Verdienste deines schmerzlichen Weges auf den Kalvarienberg bitte ich dich, sei mein Führer und Begleiter, wenn jener schreckliche Augenblick herannaht, wo meine Seele, von den Banden des Leibes gelöset, den furchtbaren Weg in die Ewigkeit antreten muß.— Ach, mein Jesus! möchte ich dich doch über Alles lieben! Könnte ich doch in Thränen darüber zerfließen, daß ich dich, das allerhöchste Gut, beleidiget habe! O gestatte nicht, daß ich in Zukunft je wieder von dir getrennt werde; verleihe mir die Gnade, dich immerdar zu lieben, und dann schalte mit mir nach deinem heiligen Willen. Alles, was dir gefällt, nehme ich von deiner Vater— hand an, und küsse dieselbe mit Ehrfurcht und Liebe. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. (Vater unser ꝛc. Gegrüßt seist du ꝛc.) un n te 187 V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, . Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. II. Sia ti o n. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Bedenke, o christliche Seele! wie auf diesem schmerzlichen Wege Jesus, sein Kreuz auf seinen heiligen Schultern tragend, deiner gedachte, und seinen Tod dem himmlischen Vater für das Heil deiner Seele opferte. Geliebtester Sesus! willig umfange ich alle Trübsale und Widerwärtigkeiten, die du bis an das Ende meines Lebens über mich verhängen willst, und bitte dich durch deine Schmerzen, die dir die schwere Last des Kreuzes ver— ursacht hat, verleihe mir deine Gnade und deinen Beistand, auf daß ich mit vollkommener Geduld und stiller Ergebung das Kreuz trage, das du mir auferlegst. O Jesus! ich liebe dich, und bereue von Herzen, daß ich dich so schwer beleidiget habe. Gestatte nicht, daß die Sünde mich je wieder von dir trenne. Verleihe mir die Gnade, dich ohne Unterlaß zu lieben, und dann schalte mit mir nach deinem göttlichen Wohlgefallen. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛc. Gegrüßt seist du ꝛc. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, V. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. 188 III. Station. Jesus fällt zum ersten Male unter der Last seines Kreuzes. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; . Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Betrachte, o christliche Seele! wie Jesus zum ersten Male unter seinem Kreuze fällt. Sein heiliger Leib, zerfleischt durch zahllose Geißelstreiche, sein heiliges Haupt, von der Dornenkrone durchstochen, hatte beinahe all' sein Blut ver⸗ gossen; deßhalb kam eine so große Schwäche über ihn, daß seine heilige Menschheit sich kaum aufrecht erhalten konnte. Ueberdies trug er das Kreuz auf seinen Schultern, und ward von den Kriegsknechten so unbarmherzig mißhandelt, daß er bei diesem scherzlichen Gange oftmals mit seinem Kreuze zur Erde fiel. O süßester Jesus! nicht so fast die Bürde des Kreuzes, als vielmehr die Last meiner Sünden warf dich zu Boden. Durch die Verdienste dieses deines ersten Falles flehe ich zu dir, gestatte nicht, daß ich jemals wieder in eine Todsünde falle. Ich liebe dich, o Jesus! aus ganzem Herzen, und bereue meine Sünden; verleihe mir die Gnade, dich nicht mehr zu beleidigen, und gib mir, daß ich dich immerdar liebe, und dann schalte mit mir nach deinem Wohlgefallen. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛc. Gegrüßt seist du ꝛc. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, . Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. nes W. S tatio n. Jesus begegnet seiner tiefbetrübten Mutter. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; Ri. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Bedenke, o christliche Seele! die Begegnung dieses Soh⸗ nes und dieser Mutter auf diesem so schmerzlichen Wege. Beide blickten einander an, und ihre Blicke wirkten gleich Pfeilen, durch welche ihre Herzen zur Liebe verwundet wurden. O liebreichster Jesus! Durch den tiefen, innigen Schmerz, welchen bei dieser Begegnung dein süßestes Herz empfunden hat, verleihe mir, daß mein Herz zu wahrer Andacht gegen Maria, deine jungfräuliche Mutter, entzün⸗ det werde. Du aber, o schmerzhafte Königin! erflehe mir ein beständiges und liebreiches Andenken an die Lei⸗ den deines göttlichen Sohnes.— Ich liebe dich, o Jesus! Ich verabscheue und bereue meine Missethaten. O gestatte nicht, daß ich von nun an je wieder in eine schwere Sünde falle. Flöße meinem Herzen eine standhafte Liebe zu dir ein, und dann schalte mit mir nach deinem Wohl— gefallen. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛe. Gegrüßt seist du ze. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, W. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. V. Station. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. 190 Bedenke, o christliche Seele! wie die Schergen bei dem Anblicke der großen Schwäche Jesu, aus Furcht, er möchte auf dem Wege nach dem Kalvarienberg den Geist aufgeben, Simon von Cyrene nöthigten, dem Herrn sein Kreuz tragen zu helfen. Geliebtester Jesus! Nicht weigern will ich mich, das Kreuz mit Simon zu tragen, ja, mit Freude nehme ich dasselbe auf mich; besonders aber will ich den Tod, der mir bestimmt ist, mit allen Schmerzen, die denselben beglei⸗ ten, willig ertragen. Aus Liebe zu mir bist du gestorben; verleihe mir, daß ich aus Liebe zu dir und in deiner Liebe sterbe. Sieh', mein Heiland! ich liebe dich und bereue meine Sünden von Herzen. Ach gib mir in meiner Sterb— stunde die Gnade, daß ich meinen Tod mit deinem heiligen Tode vereinige, und denselben zur Genugthuung für meine Sünden dir aufopfere. Entzünde mein Herz mit Liebe zu dir, und dann schalte mit mir nach deinem Wohl⸗ gefallen. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛc. Gegrüßt seist du de. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, N. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. Vl. Station. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; N. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Bedenke, o christliche Seele! wie diese heilige Frau, als sie den Herrn in so großen Schmerzen und Drangsalen er⸗ blickte, und sein heiliges Angesicht mit Schweiß und Blut „.ʃ¶ K„„ 2... dem öchte eben, agen das ich der glei⸗ ben; Liebe reue terb— ligen für mit ohl⸗ gen; n. iner, dens Welt als er: Blut 191 überronnen sah, in Ehrfurcht zu ihm hintrat, und ihm ein reines Tuch darreichte, sich abzutrocknen, in welchem das Bildniß seines heiligen Angesichtes sich abdrückte. Süßester Jesus! wie holdselig, wie liebreich war sonst immer dein Angesicht. Ach, nun schaue ich dasselbe von Blut und Speichel entstellt. Ach, wie schön war einst meine Seele, als sie durch das Bad der heiligen Taufe gereiniget war! Doch ich Unglückseliger entstellte sie auf die häßlichste Weise durch meine Sünden. Du allein, o Herr! vermagst die frühere Schönheit ihr zurückzugeben; ich flehe durch dein heiliges Leiden um diese Gnade zu dir. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛc. Gegrüßt seist du ꝛe. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, N. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. W. Station. Jesus fällt zum zweiten Male unter der Last seines Kreuzes. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Bedenke, o christliche Seele! wie Jesus zum zweiten Male unter dem Kreuze zu Boden fällt. Durch diesen Fall erneuerten sich alle Schmerzen der Wunden seines heiligen Hauptes und seiner gebenedeiten Glieder. O sanftmüthigster Jesus! wie oft warest du mir huld— reich und gnädig, und wie oft, ach! habe ich dich durch meine Rückfälle in die Sünde beleidiget! Ich bitte dich, o mein Heiland! durch die Verdienste dieses deines schmerz— lichen Falles unter dem Kreuze, laß mich bis an meinen Tod in deiner Gnade ausharren, und in allen meinen Versuchungen zu dir fliehen, damit ich nicht unterliege.— Ich liebe dich, o Jesus! aus ganzem Herzen, und fest steht mein Wille, dich nicht mehr zu beleidigen.— Herr! nur dich allein verlange ich zu lieben; gib mir diese Liebe, und dann schalte mit mir nach deinem heiligen Wohlgefallen. Aus Liebe, Herr! zu mir! bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛc. Gegrüßt seist ꝛe. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, R. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. VIII. S ta t ion. Jesus spricht zu den weinenden Frauen von Jerusalem. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; R. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Betrachte, o christliche Seele! das Mitleid jener Frauen, die, als sie Jesum in so kläglicher Gestalt und ganz mit Wunden und Blut bedeckt erblickten, in herzliche Thränen ausbrachen. Jesus aber sprach zu ihnen:„Weinet nicht über mich, sondern über euch und euere Kinder. O mein leidender Heiland! auch ich fürwahr soll weinen, da ich dich so oft und so schwer beleidiget habe, obschon du mir so viele und so große Beweise deiner Liebe zu mir gegeben hast.— Nicht die ewigen Strafen der Hölle, sondern meine Liebe zu dir, o mein Gott! soll der Grund meiner herzlichen Reue sein.— Herr! ich liebe dich über Alles. Ach, oft und schwer habe ich gesündiget; doch sieh', ich entsage der Sünde auf ewig, und beweine dieselbe mit bittern Thränen. Nur dich, dich allein will ich lieben, o Jesus! Amen. J Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛe. Gegrüßt seist du ꝛe. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, RI. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. IX. S a t i o n. Jesus fällt zum dritten Male unter dem Kreuze nieder. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; RK. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Betrachte, o christliche Seele! den dritten Fall deines Heilandes unter dem Kreuze. Groß war die Entkräftung Jesu, und eben so groß die Wuth der römischen Kriegs- knechte, die den Herrn antrieben, schnell zu gehen, wiewohl es ihm bereits an Kraft gebrach, das Kreuz zu tragen. O ermüdeter Jesus! durch die Verdienste der Schwäche, die du auf dem Wege nach dem Kalvarienberge in deinen erschöpften Gliedern empfinden wolltest, ertheile mir hin— reichende Stärke, alle Versuchungen zur Sünde und alle bösen Neigungen zu besiegen, die bis auf diese Stunde mich von dir getrennt, und das höchst kostbare Band der Ver— einigung mit dir zerrissen haben; dir allein weihe ich von nun an die Liebe meines Herzens. Herr! mir geschehe nach deinem heiligen Willen. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛe. Gegrüßt seist du ꝛe. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, . Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. Mar. Gebetb. 13 19⁴ K. Sla 1 i o n. Die Kriegsknechte entkleiden den göttlichen Heiland. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; N. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Bedenke, o christliche Seele! den unaussprechlichen Schmerz Jesu, als ihm die Kleider von seinem durch die grausame Geißlung über und über verwundeten Leib gewaltsam ge⸗ rissen wurden. Trage das herzlichste Mitleid gegen deinen entblößten Heiland und sprich zu ihm: Unschuldigster Jesus! durch die Verdienste deiner schmerzlichen Entblößung verleihe mir die Gnade, daß ich den alten Menschen mit allen seinen sündhaften Begierden und Neigungen ablege, und statt desselben das glorreiche Kleid der Liebe zu dir anziehe, da du allein über Alles geliebt zu werden verdienest.— Ach, wie reuet es mich, daß ich jemals dich beleidiget habe! Ertheile meiner Seele das hochzeitliche Kleid der Gnade, damit ich mit demselben geschmückt vor deinen Augen wohlgefällig erscheine. O Jesus, meine Liebe! sieh' mich hier zu deinen Füßen, und schalte mit mir nach deinem heiligen Wohlgefallen. Amen. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛe. Gegrüßt seist du ꝛc. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, I. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. XI. Station. Jesus wird an's Kreuz geschlagen. „Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; 19⁵ NI. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Betrachte, o christliche Seele! wie dein Jesus unter unaussprechlichen Schmerzen an Händen und Füßen auf das Holz des Kreuzes ausgespannt und angenagelt wird, und dem ewigen Vater sein Leben für das Heil unserer Seele opfert. Sieh' im Geiste diese schmerzliche Annagelung Christi von den grausamen Juden. Süßester Jesus! verschließe meine betrübte Seele in die geöffneten Wunden deiner heiligen Hände und Füße. Fliehen will ich dahin als in einen sichern Aufenthalt aus den tobenden Stürmen und Gefahren dieses Lebens. Durch— stich, o mein gekreuzigter Heiland! mein Herz mit deiner Furcht, und gib mir die Gnade, daß ich von nun an meine bösen Neigungen ans Kreuz schlage und meine Eigenliebe verläugne. Schlage mich, Herr, mit Schmerzen in dieser Welt; nur schone meiner in der Ewigkeit. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛc. Gegrüßt seist du ꝛe. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, R. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. XU. Station. Jesus wird erhöht und stirbt am Kreuz. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; RI. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Betrachte, o christliche Seele! wie dein Jesus nach einer Todesangst von drei Stunden, an allen Kräften erschöpft, seinen gebenedeiten Geist in die Hände seines himmlischen Vaters übergibt, indem er ausruft:„Vater, in deine 13* 196 Hände empfehle ich meinen Geist!“ und mit geneigtem Haupte stirbt. Ach, mein Jesus, mein Erlöser ist todt! Todt ist er. Er neigt sein Haupt, mir den Kuß des Friedens und der Liebe zu geben; er streckt seine Hände aus, mich zu um— fangen. Offen steht sein Herz, und ich lese darin, daß er aus Liebe zu mir gestorben ist. O Herr Jesus! du sprachst einst:„Wenn ich werde erhöhet sein, werde ich alles an mich ziehen!“ O möchte ich zu denen gehören, die sich mit den Banden der Liebe zu dir haben ziehen lassen! Kreuzigen will ich meine sinnlichen Begierden in der trost— reichen Hoffnung, nach Vollendung meiner Pilgerschaft in diesem Thal der Thränen dich in dem ewigen Reiche zur Rechten deines Vaters erhöht zu schauen. Dies ver— leihe mir, o Jesus! durch deinen kostbaren Kreuzestod Amen. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛc. Gegrüßt seist du ꝛe. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, RI. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. NIII. Station. Jesus wird vom Kreuze herabgenommen. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; I. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Betrachte, o christliche Seele! wie Jesus, nachdem er am Kreuze verschieden war, von demselben herabgenommen ward, und wie die beiden Jünger, Joseph und Nikodemus, ihn in den Schooß seiner jungfräulichen Mutter niederlegten, die 19⁷ demselben mit mütterlicher Zärtlichkeit aufnahm, und an ihr schmerzlich beklommenes Herz drückte. O schmerzhafte Mutter! nimm mich zu deinem Pflege⸗ kinde an aus Liebe zu deinem göttlichen Sohne, und sprich bei demselben ein mütterliches, allvermögendes Fürwort für mich. Du bist jene, an welcher der Herr große Dinge gethan hat. Dir aber, o mein göttlicher Erlöser! will ich mein armes Herz, das dich innig liebt, zu einer Grab— stätte bereiten. Reinigen will ich dasselbe, auf daß du daselbst eine reine Wohnung findest. Komm, o Geliebter meines Herzens! Sieh', Alles ist bereit; durch deine Gnade wird all' mein Inneres hell und glorreich glänzen. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛce. Gegrüßt seist du ꝛe. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner. R. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. XIV. Station. Jesus wird in das Grab gelegt. V. Ich bete dich an, o Jesus! und preise dich; RI. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöset. Betrachte, o christliche Seele! wie die geliebten Jünger mit Maria, der Mutter Jesu, den Leichnam des Herrn zum Grabe tragen, in dasselbe legen und das Grabmahl ver— schließen. So liegt denn mein Jesus im Grabe. In liebender Ehrfurcht küsse ich den Grabstein zu tausend Malen, mit welchem das Grab meines Heilandes verschlossen wurde. Du aber, mein göttlicher Erlöser! der du nach drei Tagen 198 glorreich aus diesem Grabe erstanden bist, verleihe mir in deiner Barmherzigkeit, daß ich an jenem großen, allge— meinen Gerichtstage, wenn der allbelebende Posaunenschall mich in das Thal Josaphat rufen wird, glorreich erstehe, zu deiner Rechten gestellt werde und in das Himmelreich eingehe, welches du durch dein Blut uns erworben hast, Auedn ich daselbst dich liebe, lobe und preise in Ewigkeit. men. Aus Liebe, Herr! zu mir, bist du zum Tod gegangen; Mit dir zu sterben ist mein sehnlichstes Verlangen. Vater unser ꝛc. Gegrüßt seist du ꝛe. V. Erbarme dich meiner, o Jesus! erbarme dich meiner, K. Und sei mir gnädig wegen deines heiligen Leidens und Sterbens. Danksagungsgebet. O Herr Jesus Christus! der du sprachst:„Wer mir nachkommen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Sieh', ich bin dir Schritt für Schritt auf dem Wege deines Kreuzes gefolgt, und habe auf demselben in besonderer Andacht alle Geheimnisse deines Leidens be— dacht. Ich danke dir für diese große Gnade und bitte dich, laß die unendlichen Verdienste deines Leidens an meiner armen Seele nicht verloren sein. Zeige deinem himmlischen Vater deine blutenden Wunden zur Genugthuung für alle meine Sünden und Missethaten, wasche meine Seele in deinem kostbaren Blute, mache mich der für die andächtige Verrichtung der heil. Kreuzweg-Andacht verliehenen heil. Abläße theilhaftig, und verleihe mir, der ich auf Erden dir bis auf den Kalvarienberg nachfolgte, daß ich dich einst auch als meinen Erlöser und Seligmacher auf dem Berge Sion, in dem Reiche des Himmels, ewig anschauen, lieben und loben möge. Amen. —— r— E n — Andachtsübungen zum heiligsten Herzen Jesu. Hingabe seiner selbst an das heiligste Herz Jesu. (Von der ehrwürdigen Margaretha Maria Alacoque.) Ich weihe und übergebe dem heiligsten Herzen unsers Herrn Jesu Christi meine Person, mein Leben, meine Handlungen, meine Mühseligkeiten und Leiden, um in Zu⸗ kunft mich ganz zu seiner Liebe und Verherrlichung zu verwenden. Es ist mein fester, unwiderruflicher Entschluß, ihm ganz anzugehören, Alles aus Liebe zu ihm zu ver⸗ richten, und von meinem ganzen Herzen Allem zu ent⸗ sagen, was diesem göttlichen Herzen mißfallen könnte. Daher erwähle ich dich, o heiligstes Herz! zum einzigen Gegenstande meiner Liebe, zum Beschützer meines Lebens, zur Sicherheit meines Heils, zur Stütze in meiner Schwach⸗ heit und zum Ersatz für alle Fehler meines ganzen Lebens. O Herz der Milde und Güte! sei du auch meine sichere Zufluchtsstätte in der Stunde meines Todes; sei du meine Rechtfertigung vor Gott, und wende die Strafe seines ge⸗ rechten Zornes von mir ab. O Herz der Liebe! auf dich setze ich mein ganzes Vertrauen; von meiner Bosheit be⸗ fürchte ich Alles, aber von deiner Güte hoffe ich Alles. Vertilge denn in mir alles, was dir mißfallen oder zu⸗ wider sein kann. Deine reine Liebe präge sich so tief in mein Herz ein, daß ich dich niemals vergessen, noch von dir getrennt werden könne. Göttliches Herz! ich beschwöre dich durch deine unendliche Güte, daß mein Name tief in dir eingegraben sei; denn in deinem Dienste will ich leben und sterben. Erneuerung des Bundes mit dem heiligsten Herzen Jesu. Herr Jesus Christus, du Sohn des lebendigen Gottes, wahrer Gott und Mensch zugleich! Dir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden, du sitzest zur Rechten deines himmlischen Vaters, und wirst einst kommen in großer Macht und Herrlichkeit mit allen deinen Engeln zum offenen Gerichte der ganzen Welt. Bis dahin aber bist du als guter Hirt deiner Schafe und Beschützer deiner Rechtgläubigen wahrhaft bei uns gegenwärtig im heiligsten Sakramente des Altars zum Troste und zur Speise unserer Seelen. Gedenke des heiligen Bundes unserer Väter, welchen sie in der Zeit großer Kriegsnoth mit deinem heiligsten Herzen geschlossen haben auf ewige Zeiten. Du hast sie in ihrem Gebete und Flehen barmherzig angesehen, dein liebvollstes Herz zum bedrängten Vaterlande gewendet, dasselbe in dem allein seligmachenden christkatholischen Glauben rein erhalten, von mächtigen Feinden befreiet, und dadurch deinen heiligen Namen unter den Völkern groß gemacht. Wir erneuern mit aufrichtigem Herzen diesen heiligen Bund der Väter, und versprechen dir fortan zu dienen in treuer Erfüllung deines göttlichen Willens, in Haltung deiner Gebote und in Beförderung der Ehre deines heiligsten Namens, der in diesen Zeiten so vielfach gelästert und entheiliget wird. Auf dich allein ist unser Vertrauen fest⸗ gestellt, weil kein Anderer ist, der für uns streitet, als du, unser Gott. Wende dein Vaterherz immer mit Segen uns, deinen schwachen Kindern, zu, auf daß wir in der Kraft deines Armes den geistlichen und leiblichen Feinden standhaft widerstehen, in Gerechtigkeit und Friede dir SSIDS ˙= —— dienen, und ein einiges christkatholisches Vaterland als heiliges Erbe den späten Nachkommen erhalten mögen. Amen. Abbitte an das heiligste Herz Jesu. Anbetungswürdigstes Herz meines Erlösers, edelstes, heiligstes und liebenswürdigstes aller Herzen! wir werfen uns, als reumüthige Sünder vor dir nieder, um deine unendliche Erbarmung und Liebe anzuflehen, und um dir im Aungesichte des Himmels und der Erde wegen unserer Vergehungen demüthige Abbitte zu thun. O Jesus, Sohn des lebendigen Gottes! was hat nicht Alles deine Weisheit erfunden und deine Liebe unter⸗ nommen, um alle Menschen glücklich und selig zu machen! Wie unaussprechlich viel hast du für uns gethan und gelitten! Und nachdem du dein ganzes Leben unserer Wohlfahrt geweiht und dich am Kreuze für unsere Sünden geopfert hast, willst du noch täglich unblutiger Weise für uns geopfert werden, und in dem allerheiligsten Sakramente des Altars als Gott und Mensch wirklich, wahrhaft und wesentlich mitten unter uns wohnen, um uns mit deinem heiligen Fleische und Blute zu ernähren, uns mit dir auf's innigste zu vereinigen, und uns die Schätze deiner Gnaden in reichster Fülle zu spenden.— Wie un⸗ endlich groß sollte nicht unser Dank und unsere Gegen⸗ liebe für so unaussprechliche Wohlthaten sein! Allein während dein göttliches Herz in dem wunderbaren Ge⸗ heimniß deiner Liebe sich zur Beglückung der Menschen erschöpft, erschöpfen auch diese sich, um dich zu beleidigen und deine unbegrenzte Liebe mit grenzenlosem Undanke zu erwiedern; ach es gibt ja noch so viele Un⸗ und Irr⸗ gläubige, die in der Blindheit ihres Herzens das heilige Sakrament deiner Liebe nicht erkennen, und dich in dem— selben verachten, entweihen und lästern, und selbst so viele Gläubige, die deine Liebe nur mit Kälte und Gleichgültig⸗ keit vergelten, ohne Ehrfurcht in deinem heiligen Tempel erscheinen, wenig nach dir verlangen, selten und dann noch ohne entsprechende Vorbereitung zu deinem heiligen Tische gehen, oder die sich wohl gar vermessen, mit einem sünd— haften Gewissen dich zu empfangen, und also durch ihre eigene Bosheit das Brod des Lebens in ein tödtliches Gift verwandeln, und es zum Siegel ihrer ewigen Ver— werfung machen. O Jesus, du guter Hirt! der du dein Leben für uns hingegeben hast, wie sehr muß dieser Undank und der Verlust so vieler Seelen dein liebreiches Herz verwunden! Wie gerne möchten wir durch Thränen und Bußwerke diesen Schmerz von dir nehmen und dir für alle diese Unbilden genugthun! Aber, ach! wir selbst sind Sünder und haben zu deinen Leiden so Vieles beigetragen. Daher können wir nur zu deiner großen Barmherzigkeit und deinen unendlichen Verdiensten unsere Zuflucht nehmen und mit Demuth und Zerknirschung dir zurufen: Verschone uns, o Herr, ver— schone deines Volkes! Gedenke, daß du uns nicht ver— werfen kannst, ohne daß der Werth deines Blutes an uns verloren geht. Zwar sind wir deiner Erbarmungen nicht würdig; allein du hast kein Wohlgefallen an dem Unter⸗ gange der Seelen, und so lange wir die Zufluchtsstätte der Sünder, dein mildreiches Herz, geöffnet sehen, können wir an deiner Barmherzigkeit nicht zweifeln. So erbarme dich denn, o Jesus! und verzeihe gnädigst alle Unbilden, Ent⸗ weihungen und Lästerungen, die gegen das große Geheim— niß deiner Liebe von uns und allen Menschen irgend ver— übt worden sind. Mögen unsere Augen sich in Thränen⸗ bäche verwandeln, mögen sie Tag und Nacht fließen und 20³3 keinen Trost vernehmen, weil dein liebreiches Herz, o Jesus! verwundet ist, verwundet von Denen selbst, die es am meisten hätten lieben und verehren sollen! Zum Ersatze für alle dir zugefügten Unbilden opfern wir dir auf alle Verdienste deines bittern Leidens und das theure Blut und Wasser, das aus deiner heiligen Seiten⸗Wunde geflossen; wir opfern dir alles Lob und alle Ehren, welche die neun Chöre der himmlischen Geister und alle deine Auserwählten jetzt und ewig dir darbringen werden. In Vereinigung mit ihnen wollen auch wir von nun an dein Lob ver⸗ künden und dich so oft lobpreisen, um Verzeihung bitten, ehren und lieben, als unsere Pulsadern schlagen und das Blut in unsern Herzen sich bewegen wird. Möchte künftig auf Erden Niemand mehr dich entehren, möchte der ganze Erdkreis sich vereinigen, um mit Einem Herzen und Einem Munde dir ewig zu singen:„Gepriesen und verherrlicht sei ohne Ende das süßeste Herz Jesu in dem heiligsten Sakramente des Altars!“ Amen. Liebe, Reue und Sehnsucht. (Vom heiligen Alphons von Liguori). O göttliches Herz meines Erlösers! du Inbegriff alles Guten und aller Vollkommenheit, o möchte ich dich so inbrünstig lieben, als du verdienst geliebt zu werden! Reinige mein Herz von Allem, was dir zuwider ist, und entflamme dasselbe mit deiner göttlichen Liebe, damit ich nichts anders suche und wünsche, als dich, meinen Gott und mein Alles. Ach, wenn ich doch die kostbare Zeit, die ich unnütz verschwendet habe, zurückrufen könnte! Ich will wenigstens von nun an aus ganzem Herzen dich lieben, alle Augenblicke meines Lebens dir weihen, und so meine frühere Kälte und Gleichgültigkeit gegen dich zu er⸗ setzen trachten. Glückliche Seelen, die schon von ihrer zartesten Jugend an dir ihr Herz geschenkt, und es stets, um dich zu lieben, verwendet haben! Wie war es doch möglich, o du ewige Schönheit! daß ich dich habe verachten und beleidigen können? O wie reuet es mich, dir jemals mißfallen zu haben! Und wenn du voraussiehst, daß ich noch jemals von deiner Liebe weichen, und dich durch irgend eine Sünde beleidigen werde, so bitte ich dich, laß mich dann lieber in deiner Liebe sterben; denn leben und dich nicht lieben, ist mir bitterer, als der Tod. Gott, mein höchstes Gut! meine Seele verlanget nach dir. Wie sehr sehne ich mich nach dem glücklichen Augen— blicke, wo ich dich im Himmel besitzen werde! Dort werde ich dich anschauen und erkennen: aus ganzem Herzen, aus allen Kräften meiner Seele werde ich dich dort lieben, und deine unendliche Barmherzigkeit loben und preisen in Ewigkeit. Wie klein, wie elend ist mein Herz, und wie schwach ist die Liebe, die es zu dir hegt! O liebenswürdigster Jesus! erweitere dasselbe durch deine Gnade, entzünde es mit dem Feuer der Liebe, die dein Herz verzehrt, und vereinige es mit deinem Herzen, um dich zu lieben, und in deiner Liebe zu leben und zu sterben. Amen. Rehentliches Gebet der ehrwürdigen Margaretha Alacoque zum Herzen Jesu in allen Nöthen. Im Gefühle meiner tiefsten Niedrigkeit werfe ich mich vor dir hin, du allerheiligstes, göttliches Herz Jesu! um * 205 dir meine Huldigung darzubringen, um dich anzubeten, zu lieben und zu preifen, so viel ich kann. Dir, als dem liebreichsten Freunde meiner Seele, empfehle ich mit festem Vertrauen auf dich alle meine Bedürfnisse und Nöthen, alle meine Erbärmlichkeiten, meine Armuth, meine Nackt⸗ heit, meine Schwächen, meine Trägheit und Lauheit, mit einem Worte, alle Wunden meiner Seele, und bitte dich inständigst, daß du dich durch dieselben zum Mitleid be⸗ wegen lassest, und nach der Menge deiner Erbarmungen mir zu Hilfe eilest. O Herz der Liebe! rette mich. Durch alles, was fähig ist, dich zu bewegen, beschwöre ich dich, daß du mir und Allen, die in derselben Gefahr des Heiles schweben, die Gnade ertheilest, in deiner Gnade zu beharren. Ach, göttliches Herz! laß mich nicht umkommen in der Sündfluth meiner Missethaten; wenn ich nur in deiner Liebe ewig verbleibe, so schalte im übrigen mit mir nach deinem Wohlgefallen. Nur verwirf mich nicht von dir; denn auf dich habe ich mein ganzes Vertrauen gegründet. Ich flehe zu dir, ich rufe dich an, als die einzige Rettung von allen meinen Uebeln, wovon die Sünde das größte ist. Zerstöre dieselbe in mir, und vergib mir alles Böse, das ich gegen dich ausgeübt habe. Es schmerzt mich über Alles, daß ich dich je beleidiget habe, und ich bitte dich von ganzem Herzen um Verzeihung. O liebenswürdigstes Herz! laß mich und Alle, die sich in mein Gebet empfohlen haben, oder für welche ich zu beten schuldig bin, deinen allmäch— tigen Schutz erfahren. Stehe uns bei, einem Jeden nach seinen besondern Verhältnissen. O Herz voll Erbar⸗ mung! erweiche die verstockten Herzen der Sünder, und erquicke die Seelen der Verstorbenen im Reinigungs⸗ orte. Sei die Zufluchtsstätte der Sterbenden, der Trost aller Bedrängten und Nothleidenden, und sei endlich mir, o Herz der Liebe! Alles in Allem. Besonders aber sei die 206 Zuflucht meiner Seele in der Stunde meines Absterbens, und empfange alsdann dieselbe mit den Armen der Barm⸗ herzigkeit. Amen. Gebet zum Herzen Jesu um Bewahrung der Reinigkeit. O göttliches Herz Jesu! du Spiegel und Quell aller Reinigkeit! weihe und heilige mein Herz zu einem Tempel deiner göttlichen Liebe. Vertilge durch das Feuer der Liebe, welches dein Herz verzehrt, in meinem Herzen alles, was in demselben unrein, sündhaft und dir mißfällig ist, damit die lilienreine Tugend vollkommener Keuschheit darin aufblühe und den lieblichsten Wohlgeruch verbreite. O du heiligster Spender der Reinigkeit! der du die reinen Seelen vorzüglich liebest, und zahllose Sünder und Sünderinnen in keusche Lämmer deiner Heerde umgewandelt hast, be— gnadige auch mein Herz durch deine göttliche Heimsuchung; ziehe alle seine Begierden, Triebe und Neigungen zu dir, feßle meine Seele durch das Band der keuschesten Liebe an dich, und gestatte nicht, daß sie dir jemals entrissen werde. Sieh', gütigster Jesus! wie viele Feinde mir nachstellen, und komm mir barmherzig zu Hilfe. Denn die Welt mit ihren Lockungen, der böse Geist mit seinen giftigen und feuerigen Einflüsterungen, ja mein eigenes Fleisch mit seinen schändlichen Gelüsten streiten ohne Unterlaß wider mich, und nur durch deine allmächtige Gnade kann ich aus so vielfältigen und so schweren Kämpfen siegreich hervorgehen. Wer auch konnte je sich rühmen, ein keusches Herz zu haben, wenn nicht deine Barmherzigkeit ihm zuvorkam und in dieser Welt voll der Gefahren ihn unversehrt erhielt? Darum, o mein Gott! ist mein ganzes Vertrauen auf deine — 8J9680— ISEw˖• N˙yeEe„ s, 207 allmächtige Barmherzigkeit gerichtet, die allein vermag, was dem schwachen Menschen unmöglich bedünkt. Verbirg, o süßester Jesus! zur Zeit der Versuchung mein Herz in deiner heiligen Seitenwunde, damit ich da⸗ selbst vor den Pfeilen des bösen Feindes gesichert sei, und von dem Feuer deiner heiligen Liebe glühend, das unreine Feuer des Fleisches und Blutes starkmüthig überwinde. O gib den verderbten Neigungen meines Herzens mich nicht preis, mein Gott! sondern entreiße mich mir selbst, und gib mich dir. Kämpfe du selbst in mir, mit mir und für mich, und reiche mir deine starke Hand, daß ich nicht falle, noch zur Sünde mich neige, sondern Herr meiner bösen Neigungen werde, in deiner Kraft sie bezähme und deinem heiligen Willen sie schnell unterwerfe. Erschaffe, o Gott! ein neues und reines Herz in mir, in dem das Andenken an dein heiliges Leiden und Sterben immerdar lebendig sei, das gleich einer kräftigen Arznei die Seele stärkt, und sie gegen alle Versuchungen unüber⸗ windlich macht. Dir, o Jesus! weihe und opfere ich meinen Leib und meine Seele; erhalte beide in deinem heiligen Dienste; dir allein diene, was du allein zu deiner Ehre erschaffen hast. Deine göttliche Liebe sei die Leuchte meines Lebens; sie führe mich unbefleckt auf dem Wege deiner reinen und heiligen Gebote, bis ich nach diesem sterblichen Leben gewürdiget werde, dich, den Urheber aller Reinigkeit und dem ewigen Liebhaber und Bräutigam keu⸗ scher Seelen, von Angesicht zu Angesicht zu schauen und zu lieben in Ewigkeit. Amen. Bitten zum heiligsten Herzen Jesu. (Vom gottseligen Johannes Landsperg). O edelstes, mildestes und liebreichstes Herz meines getreuesten Liebhabers, Jesu Christi, meines Gottes und 208 Herrn! ich bitte dich in tiefster Demuth, ziehe und ver— senke alle meine Gedanken und Neigungen, alle Kräfte meiner Seele und meines Leibes, und was immer ich bin und vermag, in dich, den Urquell aller Güte und Liebe, zu deiner Ehre und zu deinem heiligsten Wohlgefallen. O barmherziger Jesus! deinem Herzen empfehle ich mich; dir übergebe ich mich gänzlich und für immer. Nimm, o mein Gott! mein böses und undankbares Herz von mir, und gib mir ein Herz nach deinem göttlichen Herzen, nach deinem vollkommenen und ewigen Wohlgefallen. Herr, mein Gott, mein Heiland und Erlöser! tilge alle meine Sünden und alles, was dir an mir mißfällt; was immer aber dir gefällt, das flöße mir aus deinem heiligsten Herzen ein. Bekehre und besitze mich zu deinem heiligsten Wohlgefallen und zu deiner Liebe. Verleihe mir, daß mein Herz mit deinem Herzen, mein Wille mit deinem Willen also vereiniget werde, daß ich nie etwas anderes wolle, noch wollen könne, außer was du willst und dir gefällt. Laß mich dich lieben, süßester Jesus, mein Gott! aus ganzem Herzen, in Allem und über Alles nun und in Ewigkeit. Amen. Ablaßgebete zum heiligsten Herzen Jesu. Mit Dekret vom 20. März 1815 hat Papst Pius VII. auf ewige Zeiten allen Christgläubigen, welche mit reumüthigen Herzen folgende Gebete zum Herzen Jesu andächtig beten, für jedes Mal einen Ablaß von 300 Tagen, und einen voll⸗ kommenen verliehen, wenn dieses täglich durch einen ganzen Monat fortgesetzt, und nach Empfang der heiligen Sakramente das gewöhnliche Gebet nach der Meinung des heiligen Vaters verrichtet wird. Auch können diese Ablässe den Seelen im Fegfeuer zugewendet werden. V. O Gott, merke auf meine Hilfe! . Herr, eile mir zu helfen! — ⏑ 8 Soee 209 1. Mein liebenswürdigster Jesus! wenn ich die Güte deines Herzens betrachte und sehe, wie voll es von Mit⸗— leid und Zärtlichkeit gegen die Sünder ist, so frohlocket mein Herz, und wird mit der Hoffnung getröstet, von dir gnädig aufgenommen zu werden. Ach, mein Gott, wie vielfältig sind meine begangenen Sünden; aber gleich dem Petrus und der reumüthigen Magdalena, beweine ich sie schmerzlich, und verabscheue sie, weil sie eine Beleidigung deiner unendlichen Güte, meines höchsten Gutes sind. O, schenke mir vollkommene Verzeihung; laß mich, ich bitte dich durch dein gutes Herz, eher sterben, als dich mehr beleidigen; und laß mich nur leben um dich zu lieben! Amen. Ein Vater unser und fünf Ehre sei Gott ꝛe. O süßestes Herz Jesu, ich bitte sehr, Verleih, daß ich dich liebe immer mehr! 2. Ich benedeie, mein Jesus, dein demüthigstes Herz, und danke dir, daß du mich, als du es mir zum Mu⸗ ster vorgestellt, nicht mit Härte antriebest, ihm nachzu— ahmen, sondern um den Preis so vieler Demüthigungen, die du erlitten, mir den Weg dazu wiesest und ebnetest. Wie undankbar und thöricht war ich! Wie sehr hab' ich mich vergangen! O verzeih' es mir! Kein Stolz, keine Ruhmsucht mehr, sondern mit demüthigem Herzen, und unter Demüthigungen will ich dir folgen, und den Frie— den und das Heil erlangen. O, mach mich stark dazu. und ich werde ewig dein Herz benedeien. Amen. Ein Vater unser und fünf Ehre sei Gott. O süßestes Herz Jesu ꝛc.(wie früher). 3. Ich bewundere, o mein Jesus, dein überaus gedul⸗ diges Herz, und danke dir wegen so vieler nachahmungs-— Mar. Gebeib. 14 210 würdiger Beispiele deiner unüberwindlichen Geduld, die du uns hinterlassen hast. Es schmerzet mich nur, daß sie meiner Weichlichkeit Vorwurf machen, da ich noch das kleinste Leiden nicht ertragen kann. Ach, liebster Jesus, flöße meinem Herzen eine feurige und standhafte Liebe zur Trübsal, zum Kreuze, zur Abtödtung und Buße ein, da— mit ich dir zum Kalvarienberg nachfolgend, auch in die Herrlichkeit und Freude des Paradieses mit dir eingehen könne. Amen. Vater unser ꝛc.(wie früher.) 4. In Gegenwart dein es sanftmüthigsten Herzens o Jesus, muß ich über die Ungleichheit der Gesinnun— gen meines Herzens gegen jene des Deinigen wahrhaft erschrecken. Nur zu sehr wird es bei dem mindesten An— lasse, bei einer Geberde, einem widersprechenden Worte beunruhigt, gereizt und zum Murren gebracht. Ach ver— zeih mir diese leidenschaftlichen Ausbrüche, und verleihe mir die Gnade, in Zukunft⸗bei jedem Widerspruche deine un⸗ veränderliche Sanftmuth nachzuahmen, und so einen ewi⸗ gen heiligen Frieden zu genießen. Amen. Vater unser ꝛe 5. Lob und Preis soll überall ertönen, o Jesus, dei— nem großmüthigsten Herzen, welches den Tod und die Hölle überwunden hat, dessen Verdienste unendlich sind! Mehr als je beschämt, betrachte ich mein kleinmüthiges Herz, welches schon durch ein Wort, durch eine kleine Be— schimpfung sogleich aus der Fassung kommt. Von nun aber soll es nicht mehr so sein. Ich bitte dich um Muth und Kraft, damit ich kämpfend und siegend auf Erden, auch im Himmel mit dir freudenvoll triumphiren möge. Amen. Vater unser. ꝛc. 6. Wir wenden uns nun zu dir, o seligste Jungfrau Maria, weihen uns deiner Liebe, und vertrauend auf dein mütterliches Herz sprechen wir:„Durch die hohen Vor— züge deines süßesten Herzens erbitte mir, o große Mutter Gottes, und auch meine Mutter, Maria, eine wahre und beharrliche Andacht zum heiligsten Herzen Jesu, deines Sohnes; damit ich mit allen meinen Gedanken und Wil— lensregungen in demselben verschlossen, meine Pflichten recht vollbringe, und alle Tage meines Lebens meinem Je⸗ sus mit Herzensfreudigkeit diene. Amen. V. O Herz Jesu, brennend vor Liebe zu uns! RI. Entflamme unser Herz zur Liebe zu Dir! Gebet. Herr, wir bitten Dich, verleihe, daß uns der heilige Geist mit jenem Feuer entflamme, welches unser Herr Jesus Christus aus dem Innersten seines Herzens auf die Erde gesandt hat, und mächtig wollte entbrennen sehen, der mit Dir lebt und regiert in Einigkeit desselben heili— gen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Citaen e i zum göttlichen Herzen Jesu⸗ Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! 14* 212 Gott Vater im Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Herz Jesu, des Sohnes des ewigen Vaters, Herz Jesu, des Sohnes der Jungfrau Maria, Herz Jesu, in welchem die ganze Fülle der Gottheit wohnet, Herz Jesu, in welchem alle Schätze der Wissenschaft und Weisheit Gottes verborgen sind, Herz Jesu, von dessen Fülle wir bereichert werden, Herz Jesu, unser Leben und unsere Hoffnung, Herz Jesu, unser Friede und unsere Versöhnung. Herz Jesu, du Quelle des lebendigen Wassers, Herz Jesu, du Gegenstand, an welchem der himmlische Vater sein größtes Wohlgefallen hat, Herz Jesu, beständiges Versöhnungsopfer, Herz Jesu, von Schmerzen wegen unseren Sünden zer— knirscht Herz Jesu, mit Schmach gesättiget und bis in den Tod betrübt, Herz Jesu, gehorsam bis zum Tod des Kreuzes, Herz Jesu, du vollkommenstes Muster aller Tugenden, Herz Jesu, vom Feuer der göttlichen Liebe entzündet, Herz Jesu, du Thron der Güte und Barmherzigkeit Gottes, Herz Jesu, du Zuflucht der Sünder, ö Herz Jesu, du Wohnung der gerechten Seelen, Herz Jesu, unsere Stärke in den Versuchungen, Herz Jesu, du sanftmüthigstes und demüthigstes Herz, Herz Jesu, du Mittelpunkt und Vorbild aller Herzen, Herz Jesu, du Quelle der ewigen Freuden, Herz Jesu, voll der Zärtlichkeit, Sanftmuth und Liebe gegen die Menschen, Herz Jesu, du Trost der Sterbenden, Herz Jesu, du Erquickung der Seelen im Fegfeuer, Faalun Sie dunvgag O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone, o Herr! 28 O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! (Vater unser. Gegrüßt seist du Maria ꝛe. Antiph. Kommet alle, die ihr mit Arbeit und Müh— seligkeiten beladen seid, das Herz Jesu wird euch erquicken; da werdet ihr für eure Seelen Ruhe finden, und in Gott euerem Heilande frohlocken. V. In dem Herzen meines Erlösers will ich in Ewig⸗ keit wohnen. RI. Da werde ich vor allen Feinden beschützt werden, und sicher ruhen. Gebet. O Gott voll der Güte und Barmherzigkeit! sieh' an das Herz deines geliebtesten Sohnes, an welchem du ein unendliches Wohlgefallen hast, und in Ansehung der Liebe; welche dieses heiligste Herz zu uns getragen, und wegen der Schmerzen, welche es zur Genugthuung für unsere Sünden gelitten und dir aufgeopfert hat, verzeihe uns gnädig unsere Sünden, welche wir von Herzen bereuen; entzünde unser Herz mit so inbrünstiger Liebe zu Jesus Christus, daß wir unser ganzes Leben nur nach seinem Wohlgefallen zubringen, und endlich zur seligen Vereini⸗ gung mit ihm gelangen. Gebete bei der Herz Jesu Andacht am Monatsonntage der Herz Jesu Bruderschaft. Göttliches Herz Jesu! sieh', wir liegen hier vor dir auf unsern Knien, und bringen dir dar alle Anbetung, 214 alles Lob und alle Verherrlichung des unbefleckten Herzens Mariä, aller Engel und Heiligen des Himmels und der ganzen heiligen Kirche, und wünschen dich so von allen Kreaturen durch alle Ewigkeit angebetet, gelobt und ver— herrlichet zu sehen. Auf gleiche Weise danken wir dir für alle Wohlthaten der Natur, der Gnade und der Glorie, welche aus dir, der unerschöpflichen Quelle alles Guten, ohne Unterlaß ausströmen. In der Vereinigung mit allen dich liebenden Geschöpfen bitten wir dir ab allen Unglauben, allen Undank, allen Kaltsinn alle Gleichgültigkeit, alle Entehrungen und Beleidigungen, die du, besonders im allerheiligsten Sakramente, von den Menschen erfahrest. Nimm dafür gnädig an unsern Glauben, unser Vertrauen, unsere Liebe, und erhöre barmherzig unsere Bitten: V. Göttliches Herz Jesu! erbarme dich über deine heilige Kirche, über alle geistlichen und weltlichen Obrig— keiten und über alle deine Gläubigen. R. Wir bitten dich, erhöre uns! V. Göttliches Herz Jesu! erbarme dich über äalle Mitglieder dieser Bruderschaft, die deiner Verehrung ge— widmet ist. R. Wir bitten dich, erhöre uns! X. Göttliches Herz Jesu! wir empfehlen dir unsere besondern Anliegen. . Wir bitten dich, erhöre uns! V. Göttliches Herz Jesu! erbarme dich über alle ab— gestorbenen Christgläubigen im Fegfeuer, besonders über die Seelen derjenigen, welche im Leben dieser Bruderschaft angehört haben. RI. Wir bitten dich, erhöre uns! ⏑——————HÆe 2¹⁵ Gebet. Göttliches Herz Jesu! du hast dich für das Heil aller Menschen dem himmlischen Vater am Kreuze geopfert, und du erneuerst dieses Opfer alle Tage unzählige Male auf unsern Altären; laß dieses unendliche Liebesopfer Allen zu Gute kommen. ö Erhalte, beschütze und regiere deine heilige Kirche und das Oberhaupt derselben. Einige mit dem Oberhaupte die Bischöfe, mit den Bischöfen die Priester, mit den Priestern alle Gläubigen, auf daß wir alle Ein Gebäude ausmachen, aufgeführt auf dem Grunde der Apostel, auf dem Felsen Petrus und auf dem Eckstein Jesus Christus. Falsche Lehre, Spaltung, Aergerniß, Verfolgung und Gleichgiltigkeit halte ferne von deiner heiligen Gemeinde. Beschütze die Regenten, Obrigkeiten und Vorgesetzten, damit sie mit deiner Weisheit und Kraft ihre Untergebenen in Frieden und Einigkeit, in Gerechtigkeit und Liebe, in wahrer Gottseligkeit zum ewigen Heile und zur zeitlichen Wohlfahrt leiten mögen. Verleihe allen Eltern deine Gnade, ihre Kinder zu deiner Ehre und zu ihrem Heile zu erziehen, sie zu Kin⸗ dern Gottes und zu Erben des Himmels in Unschuld und Tugend heranzubilden. ö Gib auch allen Kindern Folgsamkeit, Ehrfurcht, Dank⸗ barkeit und Liebe gegen ihre Eltern, daß dein göttlicher Vatersegen an ihnen reichlich erfüllt werde. Gewähre auch den Dienstboten Treue und Gewissenhaftigkeit in der Er— füllung ihrer Pflichten, Geduld und Demuth, reinen Wandel und die Freude des heiligen Geistes. Erhalte die Unschuld, stärke die Büßer, bekehre die Sünder, demüthige die Feinde deines Reiches, und führe 216 sie in deinen Schafstall zurück; verbreite die Ehre deines göttlichen Namens immer mehr und mehr, daß alle Men⸗ schen zur Erkenntniß der Wahrheit gelangen und selig werden. Laß dir endlich alle Menschen empfohlen sein, erbarme dich auch der abgeschiedenen Gläubigen, besondersunserer Eltern, Verwandten, Freunde und Wohlthäter und derjeni⸗ gen, deren sich Niemand besonders erinnert, und laß uns mit ihnen zu deiner ewigen Anschauung und Seligkeit gelangen. Der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Ewigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewig⸗ keit zu Ewigkeit. Amen. 217 Andachtsübungen zur jungfräulichen Gottesmutter Maria. I. Abtheilung. Tügliche Gebete zu Maria. Tägliche Erwählung Mariä zur Patronin. Heilige Jungfrau und Gottesgebärerin Maria! ich N. bin zwar unwürdig unter die Zahl deiner Diener(Dienerin⸗ nen) aufgenommen zu werden; jedoch aus Vertrauen auf deine große Gütigkeit und aus Verlangen dir zu dienen, erwähle ich dich heute in Gegenwart des heiligen Joseph, deines keuschen Bräutigams, meines Schutzengels und aller Auserwählten Gottes zu meiner Patronin und Mutter; ich nehme mir fest vor, dir in deinen Tugenden zu folgen, dir treu zu dienen, und so viel mir möglich ist, zu machen, daß auch von Andern dir der gebührende Dienst geleistet werde. Ich bitte dich also demüthig, o gnädige Mutter! durch das heiligste Blut, welches dein Sohn Jesus Chri⸗ stus für mich vergossen hat: Nimm mich gütigst auf in die Zahl deiner Kinder, und erhalte mir von Gott die Gnade, daß ich Nichts freiwillig denke, rede oder thue, was Gott und dir mißfällig ist. Nimm dich auch meiner an in der Stunde meines Todes. Amen. 218 Tägliche Empfehlung in den Schutz Mariä. O Mutter des göttlichen Sohnes! o Mutter meines Herrn und Erlösers! aber auch Mutter der Waisen, Mutter der reumüthigen Sünder, die Gott als Vater verloren haben! Sieh', ich fliehe zu dir, und vertrauend deiner viel⸗ vermögenden Fürbitte bei dem Herzen meines Jesus, bitte ich dich, o Maria, heute meine Mutter zu sein. Im An⸗ gesichte des Himmels bezeuge und erkläre ich, daß ich dein Kind sein, und bleiben will, und dich mit der allerzärtlich— sten, innigsten, treuesten Liebe Mutter zu nennen verlange. Deßwegen, um deiner mütterlichen Liebe werth zu sein, nehme ich mir feierlich und unverbrüchlich vor, nichts zu thun, was dir mißfällig ist, sondern alles das eifrig und treu zu erfüllen, was dem heiligsten Herzen deines göttlichen Sohnes und folglich auch dem deinigen gefällt, und was dem Kinde einer solchen Mutter ziemt. Dich also, o Maria! will ich forthin wie meine Mutter ehren; dir, wie ein Kind seiner vielgeliebtesten Mutter folgen; zu dir, wie ein Kind zu seiner innigstgeliebten Mutter in allen Anliegen des Leibes und der Seele meine Zuflucht nehmen. O um des liebevollsten Herzens Jesu willen, und um jener Worte willen, die er an dich vom Kreuze ge— sprochen, da er auch mich dir als Kind empfahl, bitte ich dich, o Maria! nimm mich zu deinem Kinde an. Bin ich betrübt, so tröste mich, Mutter; bin ich in Gefahr, so bitte für mich, Mutter; werde ich von Ver⸗ suchungen geplagt, o so erwirb mir die Kraft zum Streite, Mutter, und wehre den Feinden meines Heils; bin ich in Zweifel, o Mutter! dann rathe mir. Erinnere dich, o Mutter! so rufe ich mit deinem Diener Bernardus dir zu, erinnere dich, daß es nicht erhört worden, daß jemand seine Zuflucht zu dir genommen habe, und von dir nicht 219 wäre erhört worden. Ach Mutter, meine Mutter! in die⸗ sem Vertrauen zu dir will ich fortan leben, bis sich einst mein Auge schließt. Dann, o Mutter! dann besonders stehe mir bei, daß ich selig scheide, und zu dir komme und ewig dich liebe, o Maria, meine Mutter! Amen. Andacht des ehrwürdigen Pater Zuchi zur allerseligsten Jungfrau Maria wider alle bösen Gedanken und Versuchungen. (Morgens und Abends täglich zu verrichten.) O meine allerliebste Mutter, heilige Jungfrau Maria! sieh', ich dein Pflegkind fliehe unter deinen Schutz und Schirm wider alle Sünden und Versuchungen. Ich schenke dir meine Augen, meine Ohren, meine Zunge, meine Hände und mein Herz, auf daß du sie vor aller Sünde bewahren wollest. Hilf mir, o Mutter! daß ich niemals Jesus, deinen Sohn, meinen Gott, beleidige. Wenn ich versucht werde, will ich allzeit zu dir seufzen und rufen: Heilige Jungfrau! ich leide Versuchung, stehe mir bei: ich gehöre gänzlich Jesus und Maria zu, denen ich mich auf ewig geschenkt habe. Bete hierauf dreimal das Ave Maria, und setze nach jedem Ave Maria die Worte hinzu: Durch deine heilige Jungfrauschaft und unbefleckte Empfängniß, o reinste Jungfrau Maria! reinige mein Herz, Leib und Seele. Im Namen Gottes des Vaters und des 4 Sohnes und des heiligen 4 Geistes. Amen. Tägliches Ablaßgebet zu Maria. (Auf die tägliche Verrichtung dieses Gebetes hat der Papst Pius IX. einen Ablaß von 300 Tagen verliehen, und wenn es einen ganzen Monat hindurch täglich geschieht, an einem beliebigen Tage des Monats einen vollkommenen Ablaß.) Sei gegrüßt, o erhabenste Königin des Friedens, heiligste Mutter Gottes! Durch das heiligste Herz deines 220 Sohnes Jesu, des Fürsten des Friedens, mache, daß sein Zorn sich lege, und daß er im Frieden herrsche über uns. Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria! es sei von Ewigkeit nicht erhört worden, daß Jemand, der um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen worden sei. Von solchem Ver⸗ trauen beseelt komme ich zu dir. Wolle doch, Mutter des Wortes! meine Worte nicht verschmähen, sondern höre sie gnädig an, und erhöre mich, o milde, o gütige, o süße Jungfrau Maria! Amen. Ein anderes tägliches Ablaßgebet zu Maria. (Wer Morgens und Abends ein Ave Maria betet, und nach demselben folgendes Gebet reumüthig und andächtig verrichtet, erlangt einmal im Tage einen Ablaß von 100 Tagen, und wenn es einen ganzen Monat täglich verrichtet wird, nach Erfüllung der gewöhnlichen Be— dingungen einen vollkommenen Ablaß. Pius IX. 17. Oktober 1851) O meine Frau! o meine Mutter! dir übergebe ich mich, und damit ich mich dir kindlich ergeben bezeige, so weihe ich dir heute meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz mich ganz und gar. Weil ich also ganz dein bin, o gute Mutter! so bewahre und beschütze mich als deinen Besitz und als dein Eigenthum. Bitte an Maria, in jeder Versuchung zu beten. (Für jedesmaliges reumüthiges und andächtiges Beten dieses Gebetleins bei Versuchungen sind 40 Tage Ablaß verliehen. Pius IX. 17. Oktober 1851.) O meine Gebieterin! O meine Mutter! erinnere dich, daß ich dein bin. Bewahre mich, vertheidige mich als dei— nen Besitz und als dein Eigenthum. Das berühmte Memorare des heiligen Bernard, täglich mit Vertrauen zu beten. (Wer dies Gebet andächtig betet, erlangt einen Ablaß von 300 Tagen, und wenn es einen ganzen Monat hindurch täglich verrichtet wird, ————2 ——„7 V*u. SCSCS. GC˙ C‚JAnl lich agen, wird. —21 an einem beliebigen Tage des Monats unter den gewöhnlichen Be— dingungen einen vollkommenen Ablaß.) Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria! daß es von Ewigkeit her nicht erhört worden, daß Jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deinen Beistand anrief, und um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen worden sei. Von solchem Vertrauen beseelt, nehme ich meine Zuflucht zu dir, Jungfrau über alle Jungfrauen und Mutter! zu dir komme ich, vor dir stehe ich seufzend als sündiger Mensch. Wolle doch, Mutter des Wortes! meine Worte nicht verschmähen, sondern höre sie gnädig an und erhöre mich. Amen. Tägliches Ablaßgebet zur unbeflecktempfangenen Jung⸗ frau und Mutter Gottes Maria. Papst Pius IX. hat denjenigen, welche folgendes Gebet mit reumüthigem und andächtigem Herzen um eine glückselige Sterbstunde zu erlangen verrichten, einen Ablaß von 100 Tagen verliehen.) O Maria, ohne Makel der Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen! O du Zuflucht der Sünder! du Mutter der Sterbenden! verlasse uns nicht in der Stunde unsers Absterbens, sondern er⸗ wirke uns dann einen vollkommenen Schmerz, eine auf⸗ richtige Reue über unsere Sünden, Verzeihung unserer Missethaten, den würdigen Empfang der h. Wegzehrung, die Stärkung durch das h. Sakrament der letzten Oelung auf daß wir mit Zuversicht vor dem Throne des gerechten aber auch barmherzigen Richters, unsers göttlichen Erlösers, zu erscheinen vermögen. Amen. Schusgebete zur Mutter Gottes Maria. (Von den folgenden Schußgebeten soll man während des Tages oder wenn man des Nachts aufwacht, eines oder das andere mit Andacht 222 zu Maria beten, oder man kann das für jeden Tag des Monats treffende Schußgebet öfters unter Tags wiederholen.) 1. O Maria, erzeige dich gegen mich als meine Mutter. (H. Franz Laver.) 2. O Maria, du Zuflucht der Sünder erbarme dich meiner! 3. O Maria, meine Mutter, gedenke meiner.(H. Franz Xaver.) 4. O Maria, unser Leben und unsere Hoffnung sei gegrüßt! 5. Gebenedeit sei immerdar der süße Name der Jung⸗ frau und Mutter Maria! 6. Gebenedeit sei die heiligste und unbefleckte Empfäng⸗ niß der allerseligsten Jungfrau Maria!(Ablaß von 100 Tagen. Pius VI. 1793.) 7. In deiner Empfängniß, o Jungfrau Maria, warst du unbefleckt, bitte für uns den Vater, dessen Sohn Jesus, empfangen vom heiligen Geiste, du geboren hast.(Ablaß von 100 Tagen. Pius VI. 1793.) 8. O Maria, laß mein Vertrauen zu dir nicht zu Schanden werden! 9. Heiligste Jungfrau und Mutter, mache, daß ich immer an dich denke.(H. Philippus Nerius.) 10. O Maria, möge mein Herz nie aufhören, dich zu lieben, und meine Zunge, dich zu loben.(H. Bona⸗ ventura.) 11. O Maria, meine Mutter, erbitte mir bei deinem Sohne eine wahre Erkenntniß und Reue über meine Sünden! 12. O Maria, Mutter der Barmherzigkeit, versöhne mich mit deinem Sohne! 13. O meine Gebieterin, mache, daß Jesus mich nicht von sich verstoße.(H. Ephrem.) ats mz 223 14. O meine Gebieterin steh mir bei aus Liebe zu Jesus, daß ich ihn liebe.(H. Brigitta.) 15. O Maria, schuldlos laß auf Erden, sanft und keusch mich werden. 16. O Maria, du mächtige Mutter, hilf mir die Feinde meines Heiles überwinden! 17. O Maria, laß doch nicht zu, daß ich in eine schwere Sünde falle! 18. O unbeflecktes Herz Mariä, erhalte auch mein Herz rein von jeder Sünde! 19. Demüthigstes Herz Mariä, heile doch meine Hof— fart, und mache mich wahrhaft demüthig! 20. Sanftmüthigstes und geduldigstes Herz Mariä, hilf mir doch von meiner Ungeduld und erbitte mir wahre Sanftmuth! 21. Andächtiges, eifervolles Herz Mariä, ermuntere mein im Dienste Gottes oft ganz laues und kaltes Herz! 22. Schmerzvollstes Herz Mariä, mache mich gleich dir das Kreuz und die Widerwärtigkeiten lieben! 23. O Herz Mariä, du Herz der Mutter der schönen Liebe! entzünde auch mein Herz immer mehr mit Liebe zu Jesus! 24. O Herz Mariä, welches du dem Herzen Jesu so ähnlich bist, erlange mir, daß mein Herz dem Herzen Jesu auch ähnlich werde! 25. O Herz Mariä, du Herz der Mutter der Barm⸗ herzigkeit, sei in allen Anliegen mein Trost und meine Hilfe! 26. O süßes Herz Maria, sei meine Zuflucht!(Ab⸗ laß von 300 Tagen. Pius IX. 30 September 1852.) 27. O Maria, ohne Mackel der Erbsünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen! 22⁴ 28. O Maria, erwäge die Gefahr, in der ich mich befinde, und laß dein Kind nicht ewig verloren gehen! 29. O Maria, Mutter Gottes und Jungfrau, bitte deinen Jesus für mich armen Sünder!(H. Philippus Xerius.) 30. O Maria, ich schenke mich ganz dir; nimm mich an und bewahre mich!(H. Magdalena v. Pazzis.) 31. O Maria, laß mich unter deinem Beistande und unter Anrufung deines heiligsten Namens dahinscheiden! II. Abtheisung. Gebete zu Maria auf alle Tage der Woche. (Vom heiligen Alphons von Liguori.) Anmerkung. Auf jedesmalige Verrichtung eines dieser Gebete, an dem ihm zukommenden Tage, sind 300 Tage Ablaß verliehen. Diejenigen aber, welche sie einen Monat hindurch verrichten, können an einem beliebigen Beicht⸗ oder Communiontage, wenn sie auch die übrigen zur Erlangung der Abläße vorgeschriebenen Bedingungen er⸗ füllen, einen vollkommenen Ablaß gewinnen. (Auch für die armen Seelen anwendbar. Pius VII. 1808.) Am Sonntage. Gebet zu Maria, um durch ihre Fürbitte die Verge⸗ bung der Sünden zu erlangen. Sieh', o Mutter Gottes! zu deinen Füßen einen arm⸗ seligen Sünder, der zu dir seine Zuflucht nimmt, und auf dich vertraut. Ich verdiene zwar nicht, daß du mich auch nur eines Blickes würdigest; aber ich weiß, daß du, wenn du deinen Sohn ansiehst, der für die Erlösung der Sün⸗ dem an die er⸗ rge⸗ rm⸗ auf auch venn Sün⸗ 2²⁵ der gestorben ist, das größte Verlangen trägst, ihnen bei⸗ zustehen. O Mutter der Barmherzigkeit! sieh' an mein Elend, und habe Mitleid mit mir. Ich höre von Allen dich die Zuflucht der Sünder, die Hoffnung der Kleinmü⸗ thigen und die Hilfe der Verlassenen nennen; so sei denn also auch meine Zuflucht, meine Hoffnung, meine Hilfe; an dir ist es, durch deine Fürsprache mich zu retten. Durch die Liebe Jesu Christi flehe ich deinen Beistand an; reiche dem tief Gefallenen deine Hand, der dir sich anempfiehlt. Ich weiß, daß es deine Freude ist, einem Sünder zu hel— fen, wenn du es vermagst; hilf mir also nun, da du mir helfen kannst. Durch meine Sünden habe ich die göttliche Gnade und zugleich meine Seele verloren. Aber ich werfe mich nun in deine Arme; zeige mir, was ich zu thun habe, um die Gnade meines Herrn wieder zu erlangen, und ich will es ohne Verzug vollziehen. Er weiset mich zu dir, damit du mir beistehest; er will, daß ich zu deiner Barm— herzigkeit meine Zuflucht nehme, damit nicht allein die Ver⸗ dienste deines Sohnes, sondern auch deine Fürbitte mir helfe, daß ich selig werde. Zu dir also wende ich mich, bitte Jesum für mich, daß er mir die Gnaden zukommen asse, die durch deine Fürbitte jenen zu Theil werden, welche auf dich ihr Vertrauen setzen. Also hoffe ich, also sei es! Drei Ave Maria, zum Ersatze für die Schmähungen gegen ö Maria. Am Montag. Gebet zu Maria, um durch ihre Fürbitte die Gnade der Beharrlichkeit zu erlangen. O Königin des Himmels, heiligste Maria! ich, der ich einstens ein Sklave des Satans gewesen bin, widme Mar. Gebetb. nuch nunmehr auf ewig deinem Dienste, und bin bereit, dich zu ehren und dir zu dienen, durch die ganze Zeit meines Lebens. Nimm mich also an als deinen Diener, weise mich nicht zurück, wie ich es wohl verdiente. O meine Mutter, auf dich habe ich meine Hoffnung gesetzt. Ich preise und danke Gott, der in seiner Barmherzigkeit mir dieses Vertrauen zu dir gegeben. Es ist zwar wahr, daß ich mich freventlich der Sünde hingab; aber ich hoffe, daß ich durch die Verdienste Jesu Christi und durch deine Fürbitte bereits Verzeihung erhalten habe. Doch ist die⸗ ses mir nicht genügend. Ein Gedanke ist es, o meine Mutter! der mich noch beängstiget, und zwar der, daß ich neuerdings die göttliche Gnade verlieren kann. Die Ge⸗ fahren dauern fort, meine Feinde schlafen nicht, und neue Versuchungen werden mich überfallen. Beschirme mich also, meine Gebieterin! stehe mir bei gegen die Angriffe der Hölle, und lasse nicht zu, daß ich aufs neue sündige, und deinen göttlichen Sohn beleidige. Nein, nie soll es geschehen, daß ich meine Seele, den Himmel, meinen Gott neuer⸗ dings verliere. Diese Gnade, o Maria! ist es, die ich suche, diese Gnade erbitte mir. Also hoffe ich. Amen. Drei Ave Maria mit der oben bezeichneten Meinung. Am Dienstag. Gebet zu Maria, um durch ihre Fürbitte einen seligen Tod zu erlangen. Heiligste Maria, Mutter der Güte und Barmherzig⸗ keit! da ich meine Sünden betrachte, und an den Augen⸗ blick meines Scheidens gedenke, werde ich verwirrt und zittere. O meine süßeste Mutter! auf das Blut Jesu Christi und auf deine Fürbitte sind alle meine Hoffnungen gegrün⸗ en 227 det. O Trösterin der Betrübten! verlasse mich damals nicht, unterlasse nicht, in jener großen Angst mich zu trösten. Wenn schon gegenwärtig die Erinnerung an meine Sün⸗ den, die Ungewißheit der Verzeihung, die Gefahr des Rückfalles und die Strenge der göttlichen Gerechtigkeit mich mit Bangigkeit erfüllen, wie wird mir erst dann zu Muthe sein? O meine Gebieterin! erlange mir noch vor jener Stunde eine große Reue über meine Sünden, eine wahr⸗ hafte Besserung und eine standhafte Treue gegen Gott für die noch übrige Zeit meines Lebens Und wenn alsdann die Zeit meines Hinscheidens da ist, dann, o Maria! stehe mir bei in jener großen Angst, welche mir bevorsteht; stärke mich, damit ich beim Anblicke meiner Schulden, die der böse Feind mir vor Augen stellen wird, die Hoffnung nicht verliere. Er⸗ bitte mir die Gnade, daß ich alsdann noch viel öfter dich an— rufe, damit der heiligste Name deines Sohnes und dein süßer Name in meinem Munde sei, da ich den letzten Hauch aus— athme. Diese Gnade, welche du so vielen deiner Diener er⸗ wiesen, bitte und hoffe auch ich von dir zu erlangen. Also sei es. Drei Ave Maria, wie oben Am Mittwoch. Gebet zu Maria, um durch ihre Fürbitte vor der Hölle bewahrt zu bleiben. O heiligste Mutter Gottes, Maria! wie oft habe ich durch meine Sünden schon die Hölle verdient! Vielleicht wäre der Urtheilsspruch schon vollzogen worden, wenn nicht du, o Gütige! die göttliche Gerechtigkeit um Aufschub angefleht, mein hartes Herz besiegt, und mich zum Ver⸗ trauen auf dich ermuntert hättest. Und in wie viele an⸗ dere Fehltritte wäre ich nicht bei den Gefahren, die mir 19 2²28 begegneten, gefallen, hättest du, o liebreiche Mutter! mich nicht durch die Gnaden davor bewahrt, welche du für mich erlangt hast! O meine Königin! was wird deine Barmher⸗ zigkeit, was wird alle deine Güte mir helfen, die du mir erzeiget hast, wenn ich demungeachtet verloren gehe? Wenn es auch eine Zeit gab, da ich dich nicht geliebt habe, so liebe ich dich doch jetzt nach Gott über Alles. Lasse nicht zu, daß ich je von dir und von meinem Gott mich abwende, der durch deine Vermittlung mir so viele Erbarmungen gespendet hat. Meine liebenswürdigste Gebieterin! lasse nicht zu, daß ich im Orte der Verwerfung immerdar dich hassen und verwünschen sollte. Kannst du es ertragen, einen,(eine) deiner Diener(Dienerinnen) der(die) dich liebt, verdammt zu sehen? O Maria! was sprichst du dazu? Ich sollte selbst an meiner Verdammung Schuld sein? Ja es wird geschehen, wenn ich dich verlasse. Aber wer könnte eine solche Liebe vergessen, wie du sie zu mir trägst? O nein, derjenige geht nicht verloren, der sich dir mit treuer Liebe anempfiehlt, und zu dir seine Zuflucht nimmt. O meine Mutter! überlasse mich nicht meinen eigenen Händen, sonst gehe ich zu Grunde; führe mich immer wieder zu dir zurück. Errette mich, du meine Hoffnung! errette mich vom Abgrunde der Hölle, und vorerst von der Sünde, die mich allein dazu verdammen kann. Drei Ave Maria, wie oben. Am Donnerstag. Gebet zu Maria, um durch ihre Fürbitte den Himmel zu erlangen. O Königin des Himmels, die du über alle Engel erhoben, in der Anschauung der göttlichen Glorie thronest, ich armseliger Sünder grüße dich aus diesem Thale des Jammers, und bitte dich, daß du zu mir deine gütigen hn.V.. — E S ⏑& 229 Augen wendest. Sieh', o Maria! in wie vielen Gefahren ich mich befinde, und, so lange ich auf Erden lebe, mich be⸗ finden werde, so daß ich fürchten muß, meine Seele und Seligkeit zu verlieren. Auf dich, meine Gebieterin! habe ich nach Gott alle meine Hoffnung gegründet. Ich liebe dich, und sehne mich, bald zu dir zu gelangen, um im Paradiese dich zu schauen und zu preisen. Wann, o Maria! wird endlich dieser Tag kommen, an dem ich mich zu deinen Füßen selig preisen werde? Wann werde ich diese milden Hände küssen, die bereits so viele Gaben mir er⸗ theilt? Wahr ist es, meine Mutter! daß ich in meinem Leben oft sehr undankbar gegen dich gewesen; aber wenn ich den Himmel erlange, werde ich nimmermehr undankbar sein; dort werde ich durch die ganze Ewigkeit dich lieben, und meinen Undank durch ewiges Lob ersetzen. Ich danke Gott, daß er dies lebhafte Vertrauen mir gegeben, das ich in Christi Blut und in deine Fürbitte setze. So viele deiner wahren Diener haben auf dich gehoffet, und keiner von ihnen ist getäuscht worden; so werde denn auch ich mich nicht getäuscht sehen. O Maria! bitte deinen Sohn, wie auch ich ihn durch die Verdienste seiner Leiden anflehe, daß er dieser meiner Hoffnung Festigkeit und stetes Wachs⸗ thum verleihe. Amen. Drei Ave Maria, wie oben. Am Freitag. Gebet zu Maria, um durch ihre Fürbitte eine wahre Liebe zu Jesus und Maria zu erlangen. O Maria! du bist die Edelste, die Erhabenste, die Reinste, die Schönste, die Heiligste unter allen Geschöpfen. O daß Alle dich erkennen und lieben möchten, wie du es verdienest! Aber es tröstet mich der Gedanke, daß so viele selige Geister im Himmel, so viele gerechte Seelen auf 230 Erden leben, die deine Gütigkeit und Schönheit lieben. Ueber alles erfreue ich mich, daß Gott selber mehr dich liebet, als alle Menschen und Engel zusammen. Liebens⸗ würdigste Königin! auch ich armseliger Sünder liebe dich; aber ich liebe dich zu wenig; ich wünschte eine größere und innigere Liebe zu dir, und diese mögest du selbst mir er— bitten; denn dich lieben ist ein großes Zeichen der Auser— wählung und eine Gnade, die Gott denjenigen verleihet, welche zur Seligkeit gelangen. Ich sehe auch, o meine Mutter! wie überaus verpflichtet ich bin, deinen Sohn zu lieben; ich sehe, daß er einer unendlichen Liebe würdig ist. Und da du nichts anderes wünschest, als ihn geliebt zu sehen, so ist dies die Gnade, welche du mir erwerben sollst, eine große Liebe zu Jesus. Ich suche bei dir nicht Güter dieser Erde, nicht Ehren, nicht Reichthümer; ich suche dasjenige, was dein Herz am meisten verlangt, nämlich, daß ich meinen Gott liebe. Wäre es wohl möglich, daß du dies mein Begehren, das dir so sehr gefällt, nicht unter⸗ stützen solltest? O nein! deine Hilfe ist mir schon nahe, ich vernehme schon dein Flehen zu Gott. O lasse nicht ab, für mich zu bitten, bis du mich nicht im Paradiese siehst, wo ich dann sicher sein werde, meinen Gott mit dir, meiner liebsten Mutter, ganz zu besitzen und ewig zu lieben. Amen. Drei Ave Maria, wie oben. Am Sonnabend. Gebet, um die Fürbitte Mariä zu erlangen. Meine heiligste Mutter! ich erkenne die Gnaden, die du mir erworben hast, und ich sehe zugleich den Undank, welchen ich gegen dich bewies. Der Undankbare ist keiner Wohlthat mehr würdig; doch will ich auf deine Barmher— zigkeit kein Mißtrauen setzen. O meine große Fürsprecherin! Im. 231 habe Mitleid mit mir. Du bist die Ausspenderin der Gnaden, welche Gott uns Armseligen zukommen läßt, und deßhalb hat er dir solche Macht, solchen Reichthum, solche Güte gegeben, damit du uns zu Hilfe kommest. In deine Hand also lege ich mein ewiges Heil, dir vertraue ich meine Seele. Ich will unter deine ganz besondern Diener gerechnet werden; weise mich also nicht zurück. Du suchest die Armseligen auf, um ihnen zu helfen; verlasse also mich armen Sünder nicht, der ich zu dir meine Zuflucht nehme. Rede für mich; dein Sohn gewährt jede deiner Bitten. Nimm mich unter deinen Schutz, dies ist mir genug; denn wenn du mich beschützest, so habe ich nichts zu fürchten: nichts wegen meiner begangenen Sünden; denn du wirst mir die Verzeihung derselben von Gott erbitten: nichts von den höllischen Geistern; denn du bist mächtiger als die ganze Hölle: nichts von Jesus, meinem Richter; denn dein Gebet wird ihn mit mir versöhnen. Beschirme mich also, meine eutter! und erlange mir die Verzeihung der Sünden, die Liebe zu Jesus, die heilige Beharrlichkeit, einen guten Tod und endlich die ewige Seligkeit. Es ist wahr, daß ich diese Gnaden nicht verdiene; aber wenn du den Herrn für mich bittest, werde ich sie dennoch erhalten. Bitte also Jesum für mich. O Maria, meine Königin! auf dich vertraue ich, in dieser Hoffnung ruhe und lebe ich, und mit dieser Hoffnung will ich sterben. Amen. Drei Ave Maria, wie oben. III. Aötheilung. Neuntägige Andacht zu Maria. (Besonders vor dem Gnadenbilde Mariahilf.) Vorerinnerung. Unter den verschiedenen Andachtsübungen zur Ehre der jungfräulichen Gottesmutter Maria befleißen sich eifrige Ver⸗ ehrer Marid vorzüͤglich vor ihren Festen, oder auch zu andern Zeiten, besonders wenn sie ein besonderes Anliegen haben, neun Tage nacheinander die göttliche Mutter durch vermehrte Andachtsübungen zu verehren und anzurufen. Daß diese neuntägigen Andachten der Gottesmutter ganz besonders wohlgefällig sind, hat sie offenbar dadurch bewiesen, daß sie dafür ihren Verehrern unzählige und ganz ausgezeichnete Gnaden erlangt hat. Damit aber die neuntägige Andacht der göttlichen Mutter desto wohlgefälliger werde, und wir desto gewisser in unseren Anliegen und Bitten erhört werden, soll man folgende Punkte treu beobachten: 1. Am Vorabende oder am Morgen des ersten Tages der neuntägigen Andacht werfe man sich vor einem Bilde der göttlichen Mutter auf die Knie, bereue mit aufrichtigem Herzen seine begangenen Sünden, und mache den ernstlichen Vorsatz, besonders diese neun Tage hindurch nicht blos vor jeder schweren, sondern auch vor jeder bedachtsamen läßlichen Sünde sich sorgfältig zu hüten. Dann opfere man der gött⸗ lichen Mutter diese neun Tage und alle Gebete und guten Werke, die man während derselben verrichten wird, zu ihrer besonderen Ehre auf, trage ihr das besondere Anliegen, das Leiden und das Kreuz vor, von welchem man, wenn es Gottes Wille und zu unserem Heile ist, befreit zu werden wünscht, und bitte sie um die besondere Gnade, welche man für sich oder fur Andere durch ihre Fürbitte zu erlangen wünscht. 2. Man fange die neuntägige Andacht an mit dem würdigen und andächtigen Empfange der heiligen Sakramente, und beschließe sie auch damit; wenn dies aber nicht möͤglich ist, so unterlasse man doch nicht, an einem Tage während der neuntägigen Andacht die heiligen Sakramente zu em⸗— pfangen. Sehr nützlich ist es auch, wenn man an jedem der neun Tage, bevor man die treffenden Gebete zu Maria verrichtet, sein Gewissen durch Erweckung einer herzlichen Reue von seinen Sünden reiniget. 3. Man verrichte an jedem der neun Tage, wenn es anders möglich ist, Morgens eine halbe oder wenigstens eine viertel Stunde lang eine Betrachtung über das Leben oder uͤber eine der Tugenden oder Vorzuͤge Mariä; wenigstens ———ͤ*— ——— ⏑E——᷑. 33 2—66 end& E— 233 lese man an jedem Tage der neuntägigen Andacht aus einem Buche, belches vom Leben oder den Tugenden Mariä handelt, eine viertel Stunde lang, halte nach jedem Punkte im Lesen inne, erwäge das Gelesene, und wende es auf sich selbst an. 4. Nachmittag besuche man die göttliche Mutter in der Kirche vor einem ihrer Bilder, zu welchem man eine be— sondere Verehrung trägt, und verrichte vor demselben, nach⸗ dem man Jesum im allerheiligsten Sakramente zuvor begrüßt und angebetet hat, mit kindlichem Vertrauen die nachfolgen⸗ den Gebete, so wie sie in diesem Gebetbuche vorkommen, besonders das Gebet, welches für jeden Tag der neuntägigen Andacht angegeben wird, und darauf neunmal das Ave Maria. Man kann zu diesen Gebeten auch noch den Rosen⸗ kranz, die lauretanische Litanei, das berühmte Memorare des heiligen Bernard oder andere in diesem Gebetbuche anzu⸗ treffende Gebete zu Maria hinzufügen, besonders aus jener Abtheilung, welche in diesem Gebetbuche für die verschiedenen Anliegen des Lebens angegeben werden. Ist man durch Unwohlsein oder aus einer andern Ursache gehindert, eine Kirche zu besuchen, so verrichte man diese Gebete zu Hause vor einem Bilde der göttlichen Mutter. Ferner soll man während der neuntägigen Andacht oftmals des Tages durch fromme Seufzer und Schußgebete sich an Maria wenden. 5. Sehr nützlich ist es, wenn man während der neun⸗ tägigen Andacht eine oder andere äußerliche Abtödtung zur. Ehre Mariä verrichtet, z. B. an einem Tage der neuntägigen Andacht fastet, oder doch wenigstens beim Abendessen sich einen Abbruch thut, wenn man beim Essen sich eine Speise, die man besonders gerne genießt, oder doch einen Theil davon versagt, wenn man eine halbe oder doch eine viertel Stunde früher aufsteht u. s. w. Weil aber die äußerliche Abtödtung ohne die innerliche wenig oder keinen Nutzen bringt, so be⸗ fleiße man sich während der neuntägigen Andacht vorzüglich der innerlichen Abtödtung; indem man sich z. B. auch erlaubte Blicke mit den Augen versagt, das Stillschweigen übt, oder doch keine unnützen Worte sich erlaubt, sich während dieser Zeit mit besonderer Sorgfalt vor jeder Ungeduld im Umgang mit Andern, vor jedem Ungehorsam u. s. w. hütet. Am nütz⸗ 234 lichsten ist es aber, wenn man sich schon beim Anfang der neuntägigen Andacht vornimmt, einen gewissen Fehler oder eine böse Gewohnheit, die eine vorzügliche Ursache ist, daß wir in der Besserung uuseres Lebens und auf dem Wege der Tugend keine Fortschritte machen, ernstlich zu überwinden und zu verbessern. Man thut auch sehr gut, wenn man sich beim Anfang der neuntägigen Andacht vornimmt, irgend ein freiwilliges gutes Werk zur Ehre Mariä zu verrichten, z. B. einem Armen ein Almosen zu geben, oder ein anderes leib⸗ liches oder geistliches Werk der Barmherzigkeit auszuüben.— Nichts aber ist der hochgebenedeiten Mutter wohlgefälliger, als wenn wir uns befleißen, ihre Tugenden nachzuahmen; deßwegen nehme man sich bei jeder neuntägigen Andacht zur Ehre der göttlichen Mutter vor, eine besondere Tugend Mariä, 3. B. ihre Reinigkeit, ihre Demuth, ihre Sanftmuth, Geduld ꝛc. nachzuahmen. Wenn wir die neuntägigen Andachten zu Maria auf diese Weise verrichten, so werden wir aus denselben gewiß großen Segen schöpfen; wir werden in unseren Anliegen un⸗ gezweifelt bei Maria geneigtes Gehör finden, und durch ihre Alles vermögende Fürbitte große Gnaden von Gott erlangen. Vorbereitungsgebet zu Maria. (An jedem Tage der neuntägigen Andacht beim Besuche des Bildes Mariä am Anfang zu verrichten.) O heilige, lob⸗ und preiswürdigste Jungfrau und Gottesmutter Maria! ich, dein allergeringster Diener (Dienerin) komme zu dir in diese Kirche, welche du zum Wohnorte deines ehrwürdigen Bildnisses, um dich uns in demselben hilfreich zu erzeigen, erwählet hast; ich bekenne vor Allem reumüthig meine begangenen Sünden, und bitte dich, o Mutter der Barmherzigkeit! du wollest mir bei dieser neuntägigen Andacht, die ich zu deiner Ehre verrichten will, eine solche Reinigkeit und Andacht des Herzens er— langen, daß ich dich auf eine dir wohlgefällige Weise ver⸗ ehren, und durch dieselbe Erhörung in meinem Anliegen errerre 235 finden möge. Nimm, o liebevolle Mutter! mein demüthiges Flehen um die Gnade einer wahren Andacht gütig auf. Ich bin zwar wegen der Menge meiner Sünden deiner Erbarmung gänzlich unwürdig; aber du bist ja die Zuflucht der Sünder und die Mutter der Bamrherzigkeit. Stelle daher, o Mutter der Gnaden! mein Gebet, welches ich in meinen so großen Nöthen und Anliegen in tiefster Demuth vor dir bei deinem heiligen Bilde vorbringen will, deinem allerliebsten Sohne, Jesus Christus, meinem Erlöser und Seligmacher, vor, und bitte ihn, er wolle meine Andacht gnädig aufnehmen, und meine Bitten, wenn es ihm wohl⸗ gefällig und meiner Seele heilsam ist, durch dich, gnaden⸗ volle Mutter! nach seiner Barmherzigkeit mir gewähren. Empfiehl mich deinem Sohne Jesus, damit ich diese neun⸗ tägige Andacht so verrichten möge, daß sie zu seiner und deiner größern Ehre gereiche, mir selbst aber Hilfe und Trost erlange. Amen. Besondere Gebete aut jeden Tag der nenntägigen Andacht. Am ersten Tage. O glorwürdige Jungfrau und Himmelskönigin Maria! mit einem Herzen voll kindlicher Verehrung und Liebe werfe ich mich vor deinem Bilde auf meine Knie nieder, und lobe und preise dich mit allen Engeln und Heiligen als die vielgeliebte Tochter des himmlischen Vaters, als die innigst geliebte Mutter des göttlichen Sohnes und als die reinste Braut des heiligen Geistes. Die ganze Kirche preiset dich durch alle Jahrhunderte als die hilfreichste Gnadenmutter, weil du die Mutter desjenigen bist, dem alle Gewalt ge— geben ist im Himmel und auf Erden. Darum bitte ich 236 dich flehentlich, o mächtige Mutter, komme mir in dieser meiner gegenwärtigen Noth N. zu Hilfe, und erwirb mir diese Gnade N., die mir in meinen gegenwärtigen Verhältnissen so nothwendig ist. Erhöre mich, o gütige Mutter! denn du kannst durch deine kraftvolle Fürsprache Alles bei Gott erhalten, und erlangest auch Alles den— jenigen, welche mit festem Vertrauen auf dich ihre Noth dir klagen. Sieh' mit barmherzigen Augen meine Bedrängniß an, und laß dir meine Andacht gefallen; verwandle meinen Schmerz in Freude, meine Traurigkeit in Frohlocken. Zu dir nehme ich meine Zuflucht mit kindlichem Vertrauen; laß dies mein Vertrauen zu dir nicht zu Schanden werden; erhöre mich in meinem Anliegen, wenn es zur Ehre Gottes und zu meinem Heile ist, damit ich nach erhaltener Hilfe vor aller Welt dich als eine Trösterin der Betrübten loben und preisen möge. Amen. Alsdann bete die neun Ave Maria, das Memorare des heiligen Bernard, die lauretanische Litanei ꝛc. Am zweiten Tage. O Maria, Mutter der Barmherzigkeit! reichliche Gnadengquelle für alle, die der Hilfe bedürfen, ich bitte dich durch jene zärtliche Liebe, mit welcher dich dein geliebtester Sohn Jesus, mein Herr und mein Erlöser, geliebt hat, und durch seine heiligen fünf Wunden, du wollest mir in allen meinen Nöthen und Widerwärtigkeiten deine mächtige Hilfe nicht versagen. O Maria, du Zuflucht aller Be— drängten! du kennest alle meine Nöthen, du weißt, welche Sorgen und Anliegen auf meinem Herzen lasten, und ich weiß auch, daß du gegen alle Hilfsbedürftige und Betrübte ein wahrhaft mütterliches Mitleid tragest, und allen zu helfen bereit bist, die deiner Hilfe bedürfen. O so schenke 2³⁷ denn meinem ehrerbietigen Flehen ein gnädiges Gehör, und erwirke mir bei der unendlichen Güte deines Sohnes die Gewährung meiner Bitten. Ich bin überzeugt, dein liebster Sohn Jesus versagt dir nichts, wenn du dich für Jemanden verwendest; denn du vermagst Alles bei deinem göttlichen Sohne. O so bitte, liebevollste Mutter! bitte für mich bei deinem göttlichen Sohne. Zwar ist ihm meine Noth, mein Elend gar wohl bekannt, und ich weiß auch, daß er bereit ist, mir zu helfen, wenn es zu meinem Heile dient. Da es ihm aber wohlgefällt, wenn wir, deine Kinder, durch dich, o Maria, unsere Zuflucht zu seiner Güte neh— men, so flehe ich dich, o Gnadenmutter um deine mächtige Vermittlung an bei der ewigen Erbarmung deines Sohnes. Sollte aber die Erhörung meiner Bitten um Hilfe in meinen Nöthen nicht zu meinem Heile sein, o dann sage, o Maria! deinem Sohne, daß ich mit bereitwilligem Herzen mich seinem göttlichen Willen unterwerfe; erbitte mir nur bei Jesus die Gnade, mein Leiden, so lange es Gott gefällt, nach deinem Vorbilde, o schmerzhafte Jungfrau, mit standhafter Geduld zu ertragen. Amen. Bete die neun Ave Maria ze. Am dritten Tage. O allerseligste Jungfrau Maria! gnadenvolle Gottes⸗ mutter! demüthig falle ich dir zu Füßen, und suche ver— trauensvoll Gnade und Hilfe bei dir; o laß mich sie finden und erlangen. Zwar weiß ich, daß ich durch meine vielen und großen Sünden und durch meine Lauigkeit und Nachläßigkeit in deinem Dienste mich der göttlichen Gnade und Hilfe und deiner Fürbitte ganz unwürdig gemacht habe. Aber ich weiß auch, daß du Keinen ver⸗ stoßest, der mit reumüthigem Herzen zu dir seine Zuflucht nimmt. Du kennest mein Anliegen; du weißt, wie betrübt und bekümmert ich bin, und welche Gnaden ich besonders nöthig habe. Du, o Maria! du kannst mir helfen in allen meinen Anliegen; du kannst mich vor allen meinen sicht⸗ baren und unsichtbaren Feinden jederzeit beschützen und behüten. O laß mich daher in deinem liebreichen Mutter⸗ herzen Gnade und Erbarmung finden, verbirg mich unter dem Schutzmantel deiner großen Barmherzigkeit, bewahre mich durch deine mütterliche Sorgfalt vor allem Uebel des Leibes und der Seele; denn auf dich vertrauet mein Herz. Laß mich bei der Quelle deiner mütterlichen Barmherzigkeit erquickt werden, und nimm mich aufs Neue wieder zu deinem Diener gütig auf; denn fest steht mein Entschluß, in Zukunft dich und deinen göttlichen Sohn durch keine freiwillige Sünde mehr zu betrüben, und dir als meiner gütigsten Mutter von nun an eifriger zu dienen. O Mutter der Barmherzigkeit! du hast noch Keinen, der sich vertrauensvoll zu dir gewendet hat, von der Theilnahme an der Wirkung deiner Güte ausgeschlossen; nicht möglich ist es also, daß ich der einzige Unglückliche sein sollte, den du von deiner Fürbitte ausschließest. Hilf mir also, o Maria! hilf mir in meinem gegenwärtigen Anliegen mit deiner gnädigen und barmherzigen Fürsprache; steh' mir bei jetzt und allezeit, besonders aber am Ende meines Lebens, damit ich dich loben und preisen möge in Ewigkͤeit. Amen. Bete die neun Ave Maria ꝛc. Am vierten Tage. O Maria, liebevolle Nothhelferin in allen Nöthen! alle Menschen rühmen deine unbegrenzte Güte und die durch deine mächtige Fürbitte erlangten Gnaden und Wohlthaten; darum wird auch dein Bildniß an so vielen Orten auf— gestellt, damit die Hilfsbedürftigen, zum Vertrauen auf ũCWCCCCCCCCICCCNAEeCSCCCCNDCDCCCCCCSNNNCNNAONertertREORK„ n A 239 dich angeeifert, zu dir ihre Zuflucht nehmen, und durch deine mächtige Fürsprache Trost und Hilfe von Gott erlangen. Auch ich fliehe zu dir, o meine geliebte Be⸗ schützerin! ich verehre dich mit gebogenen Knieen in diesem deinem heiligen Bilde, mit demüthigster Bitte, du wollest nach deiner Güte und Milde mein reumüthiges Gebet Gott vortragen, und mir Trost in meiner Betrübniß, Geduld in den Widerwärtigkeiten, Hilfe in meinen jetzigen Nöthen erwerben. Dies zu erhalten, erinnere ich dich an jene große Freude, welche du in deinem heiligen Herzen em⸗ pfunden hast, da du deinen göttlichen Sohn in deinem mütterlichen Schoße trugest. Dein liebreiches Kind, Je⸗ sus, wird dir nichts versagen, da er sich selbst und mit sich Alles in deine Hände gegeben hat. Darum trage ich dir nun mit vollem Vertrauen mein gegenwärtiges An⸗ liegen N. N. vor, und bitte dich inständig, du wollest es deinem lieben Sohne anempfehlen. So wie dieser dein göttlicher Sohn während seines Wandels auf Erden keinen Hilfsbedürftigen ohne Hilf evon sich entlassen hat, so wirst du, die du deinem Sohne an Güte und Barmherzigkeit so ähnlich bist, auch mir deine Hilfe nicht versagen. Werde ich erhöret sein, so will ich deine Wunder rühmen, und deine Verehrung, deinen Dienst nach Kräften zu befördern trachten. Sollte aber meine Bitte Gott mißfällig, ihre Gewährung mir nicht zum Heile sein, so bitte ich dich flehentlich,o Maria! du wollest mir statt der angesuchten Gnade bessere Gaben vom Herrn erwirken, damit ich durch sie, zu allem Guten gestärkt, den gefährlichen Weg dieser Pilgerschaft glücklich vollende, zur Herrlichkeit des Himmels gelange, und mit dir in Jesus dort ewig mich erfreue. Amen. Bete die neun Ave Maria ꝛe. 2⁴⁰ Am fünften Tage. O Maria, du Zuflucht aller Bedrängten und Leiden⸗ den! demüthigst werfe ich mich vor deinem heiligen Bilde auf meine Knie nieder, und strecke meine Hände zu dir aus o barmherzige Mutter! Du kennest meine Anliegen und alle Leiden, die mich drücken. Du selbst hast, als du auf Erden lebtest, das Leiden im vollen Maße aller seiner Bitterkeit erfahren, und namenlose Schmerzen erduldet, du weißt also, wie mir Schwerbedrängtem zu Muthe ist. Ach ich habe Niemand, dem ich meine Leiden und Nöthen mit solcher Zuversicht klagen kann, als dich, o gütige Mutter! Durch dich hoffe ich bei deinem allmächtigen Sohne Hilfe zu finden; hat er dich ja selbst zur Fürsprecherin der Menschen gemacht, und ich weiß, wie wohlgefällig er unsere Bitten aufnimmt, wenn wir selbe durch deine Vermittlung ihm darbringen. Wende also, o gütige Mutter! deine barmherzigen Augen zu mir, und befreie mich durch deine Alles vermögende Fürsprache aus der Angst und Trübsal, in der ich mich befinde. So viele Tausende, welche dich in diesem Bilde andächtig verehrten, sind aus diesem Got⸗ teshause mit größtem Herzenstroste hinweg gegangen, weil sie hier Hilfe und Erhörung gefunden haben. O so er⸗ freue denn auch mein Herz, nimm dich meiner, deines so hilfbedürftigen Pflegkindes an, und sprich gut für mich bei deinem göttlichen Sohne, der dir ja keine deiner Bitten abschlägt. Erbitte mir aber auch die Gnade, daß ich durch getreue Nachfolge deiner Tugenden dir immer ähnlicher und wohlgefälliger werde, und erlange mir die Gnade, daß ich vor meinem Ende meine Sünden vollständig beichte und büße, und endlich zu allen Auserwählten in das Land der ewigen Freude und Seligkeit gelange. Amen. Bete die neun Ave Maria ꝛe. A 24¹ Am sechsten Tuge. O wunderbarste Mutter der Barmherzigkeit! die du durch deine tiefste Demuth das Wort des ewigen Vaters in deinen reinsten jungfräulichen Schooß herabgezogen hast, und dich mit mütterlicher Sorgfalt aller jener an⸗ nimmst, welche sich in ihren Nöthen und Anliegen an dich wenden, um Hilfe bei dir zu suchen, sei von mir herzlich gegrüßt! Laß auch mich an jener großen Liebe, die du deinen Pflegkindern erzeigest, und an den Wohlthaten theil⸗ nehmen, welche du so unzählbar Vielen erbarmungsvoll erwiesen hast, die sich mit Vertrauen dir anempfahlen. Höre auch mich an, und erwirb mir durch deine Verdienste und deine Fürbitte Hilfe in diesem meinem Anliegen und Begehren N. N., wenn es anders zur Ehre Gottes und zum Heile meiner Seele gereicht. Hilfreiche Mutter! du hast in dergleichen Zufällen so Viele, welche um deine Fürbitte und Hilfe dich angefleht haben, getröstet, keinen hilflos abgewiesen; so erhöre denn auch mich in diesem meinem Begehren, sei meine Mittlerin, meine Fürsprecherin bei Gott, verschaffe mir die angesuchte Gnade, oder aber etwas Besseres und Nützlicheres, und nach diesem Leben die ewige Freude und Seligkeit; auf daß ich sodann mit dir und allen Auserwählten ewig in Gott mich erfreuen möge. Darum bitte ich dich, o Maria, Mutter der Gnade! durch denjenigen, der dich so sehr geliebet hat, daß er dich zu seiner Mutter auserwählet, und zur Königin des Him⸗ mels und der Erde gekrönet hat. Amen. Bete die neun Ave Maria ꝛe. Am siebenten Tage. O Maria! dein Sohn, der Gott der Liebe, hat neun Monate in deinem Schoße geruhet, und dabei dein Herz Mar. Gebetb. 16 242 mii Liebe und Gütigkeit erfüllet. Jesus Christus, das Heil der Welt, ist aus dir geboren; dadurch bist du uns eine Quelle des Heils und der Gnade geworden. Was kann wohl anders aus dieser Quelle der Liebe, der Güte und Barmherzigkeit fließen, als Trost, Hilfe und Gnade? Ja, von dir erlangt der Kranke Gesundheit, der Betrübte Trost, der Verlassene Hilfe, der Sünder Verzeihung, der Gerechte Gnade. Darum wende ich meine Augen zu dir, o Maria, Trösterin der Betrübten! ich rufe und seufze zu dir, Helferin der Nothleidenden! Dies Unglück N. N. hat mich getroffen, diese Widerwärtigkeit N. N. hat mich überfallen, dies Kreuz N. N. beschweret mich, diese Verlassenheit N. N. drücket mich, diese Anfech— tung N. N. beängstiget mich. Du, o Mutter der Güte! weißt und erkennest meine Noth, und es ist nicht möglich, daß du meine Armseligkeit wissest, und dich meiner nicht erbarmest. Auch kannst du helfen, wenn du willst; denn du vermagst Alles bei deinem Sohne. Wohlan denn, o Karia! gedenke, daß dich die ganze Kirche eine Fürsprecherin und Zuflucht der Sünder und die Mutter der Barmherzig— keit nennet. Nein, man wird von dir, die du die Quelle der Barmherzigkeit für die ganze Welt geboren hast, nie— mals sagen können, daß du Jemand hilflos von dir ab— gewiesen habest. Gedenke, daß du deshalb die Mutter Jesu geworden bist, damit du allen Armseligen Trost und Hilfe erzeigest. Komm mir demnach in meiner Noth N. N. zu Hilfe, und erwirb mir bei deinem geliebtesten Sohne die verlangten Gnaden. Erzeige mir Elenden deine mütterliche Huld; denn auf dich habe ich meine Hoffnung gesetzt; o laß sie nicht zu Schanden werden. Noch ward keiner ge— funden, der dich in seinen Nöthen anrief, und den du hilflos von dir abgewiesen hättest. Wende denn, o Trö— sterin der Betrübten! Zuflucht aller bedrängten Seelen, 5„„— V* *— *— ⏑ ⏑ c o Maria, meine Mittlerin, meine Fürsprecherin! wende deine barmherzigen Augen zu mir; erhöre in deiner Milde mein Flehen und Seufzen; errette mich aus gegenwärtiger Noth, oder erhalte mir doch die Gnade der Geduld in meinem Kreuze und Leiden. An dein liebevolles Herz wendet sich meine trostlose Seele, voll des kindlichen Vertrauens, daß du mich Elenden nicht verlassen, sondern gnädigst erhören werdest, o milde, o gütige, o süße Jungfrau Maria! Amen. Bete die neun Ave Maria ꝛc. Am achten Tage. O Königin des Himmels! du bist die Aufbewahrerin und die Vertheilerin der großen Gnaden und Erbarmungen, die Gottes unendliche Erbarmung uns mittheilen will. Du sagst ja selbst: Bei mir ist Reichthum und Herrlichkeit, ansehnliche Güter und Gerechtigkeit, damit ich die, so mich lieben, reich und ihre Schätze voll mache. Sprichw. 8, 18. Du bist also diejenige, die alle an Schätzen der Gnade Gottes reich macht, die dich lieben. O meine Mutter! ich bin zwar ein großer Sünder, der deiner Erbarmung und Fürsprache gänzlich unwürdig ist, weil ich deinen geliebtesten göttlichen Sohn unzählige Male beleidiget, und dadurch auch dein mütterliches Herz tief betrübt habe. Aber du verstoßest ja keinen Sünder, so groß er auch immer sein mag, wenn er mit dem aufrichtigen Vorsatze der Besserung sich zu dir wendet. O Maria! du weißt es, ich bin fest ent⸗ schlossen, das süßeste Herz deines göttlichen Sohnes und dein liebreichstes Mutterherz durch keine freiwillige Sünde mehr zu betrüben. Erzeige also an mir deine wunder— bare Barmherzigkeit, komm mir in dieser meiner Noth N. N. zu Hilfe, erlange mir diese Gnade N. N. Gedenke, o gütigste Mutter! daß ich dich von ganzem Herzen liebe; 16 2⁴⁴ ja! nach Gott liebe ich nichts so sehr als dich, weil du nach ihm die Würdigste bist, über alles Andere geliebt zu werden. Erbarme dich also meiner und erhöre mein de⸗ müthiges Flehen. Auf dich vertraue ich, o meine Mutter! und ich weiß gewiß, du wirst mein Vertrauen zu dir nicht zu Schanden werden lassen. Amen. Bete die neun Ave Maria ꝛe. Am neunten Tage. Unter deinen Schutz und Schirm fliehe ich, o Maria! und' bei dir, du Trösterin der Betrübten! suche ich armer Sünder Hilfe und Trost. Erbarme dich meiner, erbarme dich meiner, o barmherzige Mutter! denn die Hand des Herrn hat mich schwer getroffen, und die göttliche Gerech⸗ tigkeit wegen meiner Sünden mich heimgesucht. Ach sieh', o Mutter der Barmherzigkeit! in welchem Elende ich mich befinde, und wie sehr ich in diesem N. und jenem Anliegen N. deiner Hilfe bedarf. O Maria! wende vom Throne deiner Herrlichkeit deine mütterlichen Augen zu mir herab, und errette durch deine allvermögende Fürbitte meine Seele aus diesem so schweren Kreuz das mich drücket. Ich bin zwar deiner Fürbitte nicht würdig, und habe deine Hilfe nicht verdienet; doch du siehst bei Austheilung deiner Gnaden⸗ bezeigungen nicht auf die Würdigkeit des Bittenden, son⸗ dern auf die Größe seines Elendes und seines Vertrauens auf deine Macht, und je größer meine Unwürdigkeit ist, in desto herrlicherem Glanze strahlet deine Güte, wenn du mich demungeachtet erhörest. Komm mir also zu Hilfe, o Maria! verlaß mich nicht in dieser meiner so großen Be⸗ drängniß, damit ich nicht in Ungeduld oder Kleinmüthigkeit gerathe. Tröste mich, du Trost der Betrübten! Stärke mich, du Kraft der Schwachen! O Maria! du hast durch unzählige Beispiele die großen Wirkungen deiner Güte 2⁴⁵ gegen die elendesten Sünder der ganzen Welt zu erkennen gegeben; du hast uns vollkommen überzeugt, daß wir mit festem Grunde auf deine Güte hoffen und auf deine Barm⸗ herzigkeit vertrauen können. Ich mache mir sogar die tröstliche Hoffnung, daß du, o gütige Mutter! unendliche Male nachdrücklicher für mich bitten werdest, als ich im Stande bin, es zu thun. O so nimm denn, o mitleidige Mutter! meine demüthigen Bitten liebevoll auf, und stelle sie deinem göttlichen Sohne vor, damit auf seine gütigste Anordnung der Kelch des Leidens von mir hinweggenom— men werde. Sollte dies aber sein heiligster Wille nicht sein, o so bitte ihn, daß er mir Kraft und seine Gnade schenke, alle Leiden mit christlicher Geduld zu ertragen. Sei du, o meine Mutter! mein Vorbild, wie in jeder Tugend, also auch in der Geduld, damit ich dir durch Leiden glücklich folgen möge dorthin, wo kein Schmerz und keine Thräne mehr sein wird. Amen. Bete die neun Ave Maria ꝛe. IV. Abtheilung. Gebete zu Mlaria in allgemeinen und besondern Anliegen. ö Erstes Gebet zu Maria in jedem Auliegen. (Vom heil. Augustin.) Selig bist du, o Maria! und wahrhaftig alles Lobes würdig, o glorwürdige Gottesgebärerin! Wer kann dich würdig genug loben, die du durch deine demüthige Ein⸗ willigung zu der Botschaft des Erzengels mit den Wor⸗ ten: Sieh'! ich bin eine Magd des Herrn, 20 mir geschehe nach deinem Worte— die ganze Welt gerettet hast? Darum bitten wir dich nun demüthig, du wollest unser, obschon geringes, Gebet gnädig anhören, unsere Mängel ersetzen, und bei deinem liebsten Sohne, un serm Herrn, erwirken, daß wir von ihm erhöret werden, und Verzeihung aller unserer Sünden erlangen.— Ver⸗ schaffe uns durch deine kräftige Fürsprache, daß wir von Gott erhöret, und vor dem Uebel, das wir befürchten, bewahret werden; denn wir können kein kräftigeres Mittel finden, den strengen Richter zu besänftigen, als deine Fürbitte, o Maria! die du die Mutter unsers Erlösers und Richters bist. So komm denn uns armseligen Men⸗ schen zu Hilfe, ermuntere die Kleinmüthigen, tröste die Weinenden; bitte für das Volk; sei Vermittlerin für die Priesterschaft, verwende dich für das andächtige Frauen⸗ geschlecht; laß Alle, welche sich mit Andacht deines heiligen Namens erinnern und dich anrufen, deine gütige Hilfe nach ihrem Wunsche erfahren. Habe Mitleiden, o Maria! mit allen Angefochtenen und Betrübten; erzeige Allen, welche in diesem Jammerthale wandeln, deine Milde, und bitte deinen liebsten Sohn für uns arme und elende Wan— derer, daß wir endlich zu den ewigen Wohnungen des himmlischen Vaterlandes gelangen. Wir befinden uns hier, im Lande unserer mühseligen Pilgerschaft, von vielen Trübsalen, von Angst und Noth umgeben; wir werden arg versucht und geplagt von der bösen Welt, von unserm eigenen Fleische und vom Satan und seinem Anhange. Aber du, o seligste Jungfrau Maria! du bist allen diesen Uebeln entgangen. Du bist über alle Himmel erhöhet, und herrschest über alle Chöre der Engel. Dich hat dein liebster Sohn neben sich auf den Thron gesetzt, und das ganze himmlische Heer verehret dich als eine Königin. Der König aller Könige hat dich mit dem Kleide der Un⸗ sterblichkeit geziert, und mit Liebe dich umfangen, weil du ihn auf dieser Welt so zärtlich geliebet, so sorgfältig in seiner Kindheit ihn gepflegt hast. Du bist zu solcher Ehre und Würde erhoben, dergleichen keinem andern Geschöpfe zu Theil wurde. Darum bitten wir dich, verlaß uns arm⸗ selige Kinder Evä nicht, sondern bitte deinen gebenedeiten Sohn, daß er uns gnädig und barmherzig sei, uns zur Erkenntniß unserer Sünden, zu vollkommener Reue und wahrer Buße führe, ein seliges Ende unsers Lebens uns verleihe, und uns endlich zu sich in das himmlische Para⸗ dies aufnehme. Amen. Zweites Gebet zu Maria in jedem Anliegen. O glorwürdigste, heiligste, allezeit unbefleckte Jung⸗ frau Maria! Mutter unsers Herrn Jesu Christi, Königin der Welt und Herrscherin über alle Geschöpfe, die du Niemand verlassest, Niemand verachtest, auch Niemand, der mit zerknirschtem und bußfertigem Herzen zu dir kömmt, ohne Trost entlassest! Ach verachte mich nicht wegen meiner unzähligen und schweren Sünden; verlaß mich nicht wegen meiner vielfältigen Missethaten, noch auch wegen der Härte und Unreinigkeit meines Herzens; schließe mich, o heiligste Jungfrau! von deiner Gnade und Liebe nicht aus, sondern erhöre vielmehr mich armen Sünder, der ich nach Gott meine vorzügliche Hoffnung auf deine mütterliche Liebe und Erbarmung gesetzt habe. Komm mir, o seligste Jung⸗ frau! in allen meinen Anfechtungen, Aengsten und Nöthen, ja in allem meinen Thun und Lassen zu Hilfe; verschaffe mir, o allersüßeste Jungfrau Maria! Kraft und Stärke wider alle Versuchungen der Welt, des Fleisches und des Teufels; erlange mir auch bei deinem allerliebsten Sohne, unserm Herrn Jesus Christus, Nachlassung und Verzeihung aller Sünden, Besserung des Lebens, auch Zeit und Ge— 248 legenheit zum Wachsthume in allen Tugenden; erbitte mir die große Gnade der Furcht und der Liebe Gottes; erwirb mir Gesundheit und Reinigkeit des Leibes und der Seele, Licht und Stärke, den Willen des Herrn zu erkennen und getreu zu befolgen, Erlösung von allem leiblichen und geistlichen Uebel, und sei mir bei meinem Ende eine trost⸗ reiche Helferin. Bewaͤre meine arme Seele, wie auch die Seelen meiner lieben Eltern, Brüder und Schwestern, Anverwandten, Wohlthäter und derjenigen, für welche ich zu beten schuldig bin, ja endlich aller Christgläubigen, vor allem Uebel durch die Gnade und den Beistand unsers Herrn Jesu Christi, welcher gebenedeit ist in alle Ewigkeit. Amen. Drittes Gebet zu Maria in allen Anliegen. O mildeste Himmelskönigin! deren Auge stets über die anvertrauten Pflegekinder wachet, und deren Mutter⸗ herz Leid und Freude liebvoll mit ihnen empfindet; diese deine große Güte und Erbarmung ermuntert mich, in meinem dringenden Anliegen N. meine Zuflucht zu dir zu nehmen, und dich um Hilfe, um Linderung und Trost anzurufen. Ich bekenne, daß ich meiner vielen Sünden wegen der Erhörung zwar nicht würdig bin; aber desto glänzender wird deine Barmherzigkeit sich zeigen, wenn du sie mir angedeihen lassest, obschon ich so wenig darauf Anspruch habe. Schon oft, liebste Mutter! habe ich bei dir Hilfe gesucht, und mein Vertrauen ist nicht zu Schanden ge— worden. Du wirst mich gewiß auch in dieser Noth nicht verlassen; denn allvermögend ist dein Fürwort bei Jesus, und überreich die Liebe deines Herzens. Solltest du aber erkennen, daß mir dieses Kreuz zum Heile der Seele nützlich oder nothwendig sei, so will ich 249 mich nicht weigern, es zu tragen; erbitte mir nur die Gnade, standhaft auszuharren, und es so zu benützen, daß die weiseste Absicht Gottes an mir erfüllt, daß ich dadurch geläutert und gebessert, Gott wohlgefälliger und der ewigen Seligkeit würdiger werde. Gütigste Jungfrau! in deine Hände lege ich mein Anliegen; deineu mächtigen Schutze und deiner liebreichsten Leitung vertraue ich mich gänzlich an; zeige, daß du meine allzeit getreue und sorg⸗ same Mutter bist, und ich will dich noch inniger lieben, dir noch eifriger dienen, und deine Erbarmung preisen jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. Drei kurze Gebete zu Maria in schweren Anliegen. 1. O heilige Maria, du mächtige Jungfrau! ich erinnere dich der großen Gewalt, welche du von Gott, dem Vater, empfangen hast, vermöge welcher du helfen kannst, wem du immer willst, und bitte dich daher, hilf mir, und be⸗ hüte mich vor aller bösen Gewalt über Seele und Leib. Amen. Ave Maria ꝛc. II. O heilige Maria, du allerweiseste Jungfrau! ich er⸗ innere dich der großen Weisheit, welche du von Gott, deinem Sohne, empfangen hast, vermöge welcher du alle Einsicht besitzest, alle Wege und Mittel kennest, denjenigen zu helfen, welche dich anrufen, und bitte dich also, er⸗ lange mir, was ich von dir begehre, vorzüglich aber die Gnade, daß ich auf der schlüpfrigen Bahn dieses Lebens vorsichtig wandle, und jede wenn auch nur kleine Gefahr der Sünde sorgfältig meide. Amen. Ave Maria ꝛc. 50 III. O heilige Maria, du gütige Jungfrau! ich erinnere dich der großen Milde und Erbarmung, mit welcher du von Gott, dem heiligen Geiste, bist begabt worden, vermöge welcher du willig und bereit bist, Allen, die dich anrufen, gerne zu helfen, und bitte dich um deines lieben göttlichen Kindes willen, komm mir erbarmungsvoll zu Hilfe in allen meinen Anliegen und in der Stunde meines Todes. Amen. Ave Maria ꝛc. Gebet zur Mutter Gottes, Maria Hilf. O mildreichste und unbefleckte Jungfrau und Gottes— gebärerin Maria! Gedenke an die liebreiche mütterliche Hilfe, welche du deinem zartesten Jesus in seiner Kindheit geleistet, gedenke der Angst und Beklemmung, mit welcher du, da der grausame Tyrann Herodes nach dem schuldlosen Blute deines göttlichen Kindes dürstete, geeilt hast, dasselbe vor seiner Wuth zu flüchten, wie das hilfeflehende Rufen deines heiligsten Kindes dein liebevolles, zartfühlendes Mutterherz durchschnitt. Ach höre auch mich so liebreich und gnädig an, wenn ich zu dir flehe. O du Hilfe der Christen! sieh' mit gnädigen Mutterblicken herab auf alle deine Kinder; Helferin der Bedrängten! ach! steh' uns allen bei, besonders wenn die Versuchungen und die Reize der Sinnlichkeit überhand nehmen, wenn wir in der näch— sten Gefahr uns befinden, im Kampfe mit den Feinden unserer Seele zu unterliegen, dann o Maria, zeige deine Macht, hilf uns kämpfen und siegen. Wenn der Herr Mißwachs, Hungersnoth oder andere Plagen über uns kommen läßt, wenn Wasserströme oder Feuerflammen zer⸗ störend über unsere Wohnungen hereinzubrechen drohen, und wir zu dir rufen— dann, o Maria, hilf! Wenn eine schreckliche Seuche als Todesengel über unser Vater⸗ S n WRꝗJJ—Ih—H ————— 25¹ land verheerend schwebt, Tausende in das Grab sinken, und wir an deiner heiligen Stätte uns versammeln und einstimmig zu dir rufen— dann, o Maria, hilf! Wenn offenbare und heimliche Feinde uns umlauern, und das geistliche und zeitliche Wohl unsers theuren Vaterlandes zu zerstören oder zu gefährden suchen, wenn wir theure Angehörige durch den Tod zu verlieren fürchten, und wir zu dir rufen— dann, o Maria, hilf! Endlich, wenn unsere letzte Stunde schlägt, wenn unser Auge bricht, die Zunge nur noch stammelt, wenn kalter Todesschweiß die eingefallene Schläfe bedecket, wenn alle Menschen die Hoff⸗ nung fahren lassen, wenn Verwandte und Freunde um unser Lager weinen, die ganze Welt keine Hilfe mehr für uns hat, und die Hölle Alles aufbietet, die scheidende Seele an sich zu reißen, wenn wir da noch mit dem letzten Athemzuge, mit dem letzten Seufzer des Herzens, noch einmal zu dir aus ganzer Seele flehen, dann, o Maria, hilf! Hilf, daß wir überwinden, daß wir ausharren im Glauben, in der Hoffnung und Liebe, daß wir selig in dem Herrn dahinscheiden. Darum bitten wir dich.— O Maria, hilf! Amen. Bittseufzer einer reumüthigen Seele zu Maria. Dieses Gebet sollen jene öfters beten, die wegeu ihrer Sünden beängstiget werden.) Gedenke, o allergütigste Jungfrau und Mutter Marial wie es von Anfang niemals ist erhöret worden, daß ein Sünder, der zu dir seine Zuflucht nahm, deine Hilfe an⸗ rief und um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen wor⸗ den sei. So nehme denn auch ich armer Sünder meine Zuflucht zu dir, o Maria, du Zuflucht der Sünder! ver⸗ schmähe mich doch nicht, sondern erhöre gnädig meine demü⸗ thige Bitte. Du weißt, o Maria! wie groß und zahlreich 25² die Sünden sind, die ich begangen habe. Aber es schmer⸗ zet mich von Herzen, daß ich jemals deinen allerliebsten Sohn, Jesus, meinen Gott und mein allerhöchstes Gut, beleidiget habe. Ich nehme mir jetzt ernstlich vor, ihm in Zukunft getreu zu dienen, und ihn über Alles zu lieben. Barmherzige Mutter Maria! nach Gott bist du meine einzige Hoffnung und Zuversicht; laß also dein mütterliches Herz von meinem großen Sündenelende erweicht werden. Du bist ja der allgemeine Gnadenthron, von welchem kein Sünder jemals ist verstoßen worden; du bist die Hoffnung derer, die alle Hoffnung verloren haben; du hast so vielen Sündern, die schon der Hölle zunächst waren, durch deine Alles vermögende Fürbitte die Gnade der Bekeh⸗ rung und die Verzeihung ihrer Sünden erfleht. Wie wäre es also möglich, daß du mich Büßenden verwerfest, der ich von jetzt an fest entschlossen bin, ein neues Leben anzufangen. Wohlan denn, o Mutter der Gnade! o Mutter der Barmherzigkeit! o Maria! zeige jetzt an mir armen Sünder, daß du eine sichere Zuflucht aller Sünder bist. O allergetreueste Mittlerin, Maria! ich bitte durch dein mildes und liebendes Herz, ich bitte durch das tief verwundete Herz deines Sohnes Jesus, stelle mich vor deinem Sohne, versöhne mich mit deinem Sohne, empfiehl mich deinem Sohne, zeige deinem Sohne dein tief be⸗ trübtes Herz, an welchem er nach seinem Tode geruht hat, und erhalte mir durch die namenlosen Schmerzen, die du unter dem Kreuze deines sterbenden Sohnes gelitten hast, Verzeihung aller meiner Sünden und Schulden, erlange mir auch die Gnade, mein Leben hinfüro zu bes⸗ sern, würdige Früchte der Buße zu wirken, und in deinem und deines Sohnes Dienst getreu bis in den Tod zu ver⸗ harren. Amen. 25³3 Renue⸗ und Bittgebet zu Maria. O Maria, Kötligin des Himmels und der Erde! reu⸗ müthig werfe ich mich dir zu Füßen und bekenne, daß ich nicht würdig bin, vor dir zu erscheinen, ich habe nichts Anderes verdient, als daß du mich von dir verstoßest, weil ich in deinem Dienste nachläßig und untreu gewesen bin, und mich mit vielen und großen Sünden beladen habe. Ich bin nicht mehr würdig, dein Pflegkind genannt zu werden; dennoch rufe ich in meinem Elende voll Ver⸗ trauen zu dir; denn wenn schon ich die Pflichten eines Pflegkindes nicht erfüllt habe, so hörst du doch nicht anf, eine barmherzige Mutter zu sein Allen, die deine Hilfe anflehen. Du bist die Hoffnung der Elenden, der Trost der Betrübten, die Zuflucht der Sünder; dein liebreiches Mutterherz steht Allen offen, weil du Alle retten und zu Gnaden bringen willst; o laß daher auch mich in deinem liebreichen Mutterherzen Gnade und Erbarmung finden. Durch meine Untreue, meinen Undank und meine Trägheit habe ich nichts als Strafe verdient; aber sieh' nicht auf meine Bosheit, sondern bedenke, daß du die Mutter der Gnaden bist; meine Sünden klagen mich an, aber dein liebevolles Herz ist mein Schutz, und fleht für mich um Erbarmung. Doch nicht nur um Verzeihung flehe ich, sondern auch um neue und große Gnaden, damit ich nicht wieder in mein altes Elend zurückfalle. Aendere also und erneuere mein Herz, erfülle mich mit Abscheu gegen die Sünde, gib mir Eifer zu allem Guten, besonders in deinem Dienste. O wenn doch mein Herz nach dem deinigen gestaltet würde! o wenn ich doch recht inbrünstig dich lieben könnte! denn durch die Liebe zu dir wird mir alles Gute zukommen. Verleih mir also, o liebevolle Mutter! diese inbrünstige Liebe zu dir. Amen. Gebet zu Maria um Trost und Ergebung in Leiden und Trübsalen.“ O Maria, du Trösterin der Betrübten! zu dir will ich aufblicken in der Betrübniß meines Herzens, die mich hieher geführt an diesen heiligen Gnadenort. Schon Un— zählige haben hier bei dir Trost und Beruhigung in ihrem Kummer gefunden; auch ich werde sie finden. Ach geliebte Mutter! wie gering erscheint mir mein Leiden, wenn ich das deine betrachte. Dein ganzes Leben mußtest du, obgleich von königlichem Geschlech te entsprossen, in Armuth und Niedrigkeit zubringen. Kaum hattest du deinen gött— lichen Sohn geboren, so mußtest du ihn in finsterer Nacht eilig vor der Mordgier des Herodes flüchten; was duldetest du in Aegypten! Und endlich, als du deinen unendlich geliebten Jesus der Wuth seiner Widersacher preisgegeben, unter namenlosen Schmerzen, unter dem Spotte und Hohn⸗ gelächter des Volkes am Kreuze verbluten und sterben sahst, ihm nicht helfen, nicht für ihn, mit ihm sterben konntest, ach, in welch' ein Meer von Bitterkeit war da deine Seele versenkt! Du, so rein und schuldlos, hattest so viel, so schmerzlich leiden müssen; wie darf ich klagen, wenn ich etwas Weniges leide, da ich unendlich mehr verschuldet habe? Was aber hielt dich, o Maria, in Mitte deiner schweren Leiden aufrecht? Ach, was anders als deine voll— kommene Ergebung in Gottes weiseste Rathschlüsse. Lehre, o heilige Mutter! auch mich diese Ergebung; laß mich überzeugt werden, daß es mein Vater, mein guter Va— ter ist, der mir zum Heile das Leiden sendet; daß er, obwohl er an den Leiden seiner Kinder keine Freude hat, nur darum sie hier leiden läßt, damit er sie, von ihren Mängeln gereinigt, von den Eitelkeiten der Welt losgerissen, in der Tugend geprüft und bewährt, einst ũCCʃ⁸C.„„„- 66„ ** 25⁵ desto früher und gewisser in den Himmel einführen könne. Dieser Gedanke möge mich in meinen Bekümmernissen trösten und beruhigen. Nicht glauben will ich, wenn ich leide, Gott habe mich verlassen, o nein! sondern wenn Leiden mich bedrängen, ist er mir besonders nahe; auf diese Art zieht er mich an sich; er sieht mit Vateraugen auf mich, hört meine Seufzer, zählt meine Thränen, und hilft, wenn oft die Noth am höchsten steigt, ganz unvermuthet, oder sendet Trost und Beruhigung in's Herz. So will ich denn, wenn Gott es so über mich beschlossen haben soll, meine Leiden tragen mit Ergebung in seinen Willen; und sollte denn doch die menschliche Schwäche zu zagen beginnen, so erbitte mir, o Maria! von deinem Sohne den tröstenden Engel, der einst ihm selbst in seiner Todesangst auf dem Oelberge beigestanden, daß er mich stärke, den bittern Kelch zu trinken. Amen. Gebet zu Maria um eine glückselige Sterbestunde. (Nach dem heiligen Bernard.) Allerseligste Jungfrau Maria! Mutter unsers Herrn Jesu Christi! dich ehre und preise ich vom Grunde des Herzens. Dir wünsche ich Glück zu der Gnade, die du gefunden, und deren Urheber du uns geboren hast; zur Ehre der Tugenden, mit welchen du das Wohlgefallen des Allerhöchsten dir erworben, uns aber vorgeleuchtet hast; zur Herrlichkeit, zu welcher du als die Mutter des Sohnes Gottes und als die sorgfältige Bewahrerin des göttlichen Wortes in den Himmel aufgenommen bist, wo du für uns arme Kinder Evens mit mütterlicher Sorgfalt bei dei— nem gebenedeiten Sohne dich verwendest. Auch auf dem Throne deiner Herrlichkeit vergißt du unser nicht, denkest an unsere Armseligkeit und Schwachheit, und verschaffest 256 allen, die mit aufrichtigem Herzen zu dir ihre Zuflucht nehmen, Leben und Heil vom Herrn. Auch ich fliehe zu dir, und bitte dich demüthigst, du wollest als eine gütige Mutter meinen Leib und meine Seele, alle meine Gedanken, Worte und Werke, mein ganzes Thun und Lassen nicht nur des heutigen Tages, sondern auch meines ganzen Lebens, in deinen mächtigen Schutz nehmen, in allen Gefahren, Aengsten und Nöthen deine mütterliche Hülfe mir erzeigen, und besonders in der Stunde des Todes mich nicht verlassen. Wenn die Gefah⸗ ren dieser Welt mich umgeben, die Stürme der Versuchun⸗ gen sich erheben, die gefährlichen Klippen der Widerwärtig⸗ keiten mich bedrohen, sei mir eine Mutter der Hilfe. Wenn Hoffart, Ehrgeiz, Schmähsucht und Neid mich plagen, eile mich zu retten. Wenn Zorn, Geiz, Lüsternheit mit Gewalt mir zusetzen, sei du, Maria! meine Stärke. Ich weiß es wohl, daß ich deinen lieben Sohn Jesus, meinen Gott und Herrn, meinen Erlöser nur gar zu oft beleidiget, dadurch dein zärtliches Mutterherz auf das empfindlichste gekränket, und deiner Unterstützung mich unwürdig gemacht habe. Allein ich bereue aufrichtig alle meine Missethaten; ich hasse die Sünde über alles Uebel, mit dem aufrichtigen Willen und ernstlichen Vorsatze, die Sünde und Alles, was dazu verleitet, sorgfältig zu fliehen, Alles, was mich in derselben verstrickt, ohne Verzug und Rücksicht zu entfernen. Laß dir daher, o gütige Mutter! diese bußfertige Gesinnung gefallen, und erhöre um derselben willen mein demüthiges Flehen um deine Hilfe, um deine kraftvolle Fürsprache bei Gott, daß er mir die Gnade verleihe, heilig zu leben und selig zu sterben. Dieß dein mächtiges Für⸗ wort mir zu erwerben, soll von nun an dein heiliges Leben, dein tugendhafter Wandel das Muster meines 257 Verhaltens sein. Ja, seligste Gottesgebärerin! dir will ich folgen, und ich werde nicht auf Abwege gerathen; dich will ich anrufen, und ich werde nicht verzagen; dich will ich vor Augen haben, und ich werde nicht irre gehen; denn wenn du mich hältst, so stehe ich aufrecht; wenn du mich beschirmest, so fürchte ich nichts; wenn du mich führest, so ermüde ich nicht; wenn du mit einem gütigen Blicke mich ansiehst, dann erreiche ich das Ziel, wozu ich erschaffen, und in Jesus Christus, deinem gebenedeiten Sohne, berufen bin. Voll Vertrauen auf deine Güte, o Maria, du Zuflucht der Sünder! rufe ich dich um die Gnade deiner Hilfe im Leben, und in der Stunde des Todes an, und vereinige mein Bitten mit dem der heiligen katholischen Kirche, in— dem ich mit ihr bete: Heilige Maria, Mutter Gottes! bitt für mich armen Sünder jetzt und in der Stunde meines Absterbens. Amen. Demüthige Einladung Mariä zum letzten Ende. Allerseligste jungfräuliche Gottesmutter, Maria! deiner Liebe und Sorgfalt, welcher dein allerliebster Sohn, unser Erlöser an dem Kreuze hangend, seinen geliebten Johannes übergeben hat, empfehle auch ich meinen Leib und meine Seele, meine Gedanken, Worte und Werke, mein Leben und meinen Tod, vorzüglich aber den letzten, den entschei— denden Augenblick meines Lebens, von dem das Schicksal der Ewigkeit abhängt; ich lade dich demüthigst zu meinem Ende ein, und bitte dich inständig durch die Liebe, mit welcher du unter dem Kreuze des sterbenden Jesus gestan— den bist, durch die Thränen, welche du vergossen hast, da deine einzige Freude, dein einziger Trost, Jesus, unser Heiland, nach unzähligen Schmerzen mit geneigtem Haupte seinen Geist aufgab, du wollest nicht zögern, mir armen sündigen Menschen bei meinem Hinscheiden mit deiner so Mar. Gebetb. 17 25⁸ mächtigen mütterlichen Hilfe beizustehen. Oder wie sollte ich armes und schwaches Geschöpf so starken Versuchungen wohl widerstehen können, wenn du, o gütigste Mutter! mir nicht hilfst? wie sollte ich mich getrauen, vor dem strengen Richter zu erscheinen, wenn ich dich nicht zu meiner mäch— tigen Fürsprecherin habe? was wird mich wohl das Be— wußtsein so vieler, so schwerer Sünden erwarten lassen, wenn du nicht als gütige Mittlerin dich zeigest? wenn du nicht Buße, Reue, Liebe und Beharrlichkeit mir erbittest? Hilf daher, o gütige, o milde, o barmherzigste Jungfrau! ach! hilf, und stehe mir bei in meinem letzten Kampfe, auf daß ich in meiner Schwachheit durch deinen mächtigen Schutz gestärkt, alle Feinde und ihre Versuchungen glück⸗ lich überwinden, in dem wahren Glauben, in der Liebe Jesu und in deiner Liebe verharren möge, bis ich endlich meinen Geist aufgebe mit dem vertrauensvollen Seufzer: Jesus! Maria! steht mir bei. Amen. Lauretanische Litanei. Diese Litanei, welche die lauretanische heißt, weil sie mit besonderer Feierlichkeit im heiligen Hause zu Loretto alle Sams⸗ tage gesungen wird, enthält Ergießungen einer andächtigen Seele, wobei die mächtige Fürsprache der Gottesmutter an⸗ gerufen wird, indem sie durch verschiedene Titel, mystische Vorbilder und erhabene Lobsprüche, womit wir sie anrufen, auf eine ganz vorzügliche Art geehrt und gepriesen wird. Um die Gläubigen zu ermuntern, diese Litanei recht oft andächtig zu beten, hat schon Papst Sixtus V. 1587 auf die Verrich⸗ tung derselben einen Ablaß von 200 Tagen verliehen, Papst Pius VII. aber denselben auf 300 Tage ausgedehnt, so oft man diese Litanei mit Andacht und reumüthigem Herzen betet. Damit man aber diese Litanei desto andächtiger bete, werden die weniger verständlichen Lobsprüche, womit Maria in der⸗ selben gepriesen wird, durch beigesetzte Erklärungen verständ— licher gemacht. wSRS NEnn e neeeeee.. 259 Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich uuser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Christi, Mutter der göttlichen Gnade,(die du uns durch die Geburt deines Sohnes die Gnade Gottes erworben hast.) Allerreinste Mutter, Allerkeuscheste Mutter, Du unbefleckte Mutter,(deren heilige Seele nie durch eine Sünde verunreiniget wurde, Du nded Mutter,(deren Reinigkeit nie verletzt wurde, Du liebliche Mutter,(die du deiner hohen Würde und Tugend wegen allen Christen liebenswürdig bist,) Du wunderbarliche Mutter,(die du durch ein Wunder der göttlichen Allmacht Mutter unsers Erlösers wurdest,) Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du allerweiseste Jungfrau,(du vom Geiste Gottes und seiner Weisheit ganz erfüllte Jungfrau,) Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau,(du durch deine Fuͤrbitte bei dei nem göttlichen Sohne vielvermögende Jungfrau,) Du gütige Jungfrau,(die du voll Güte und Wohlwollen gegen uns Menschen bist,) V sun anl ine Du getreue Jungfrau,(die du mit der göttlichen Gnade 17.⁷ Du Du — Du Du 260 getreu wirktest, und deinen aufrichtigen Verehrern durch deine mächtige Fürbitte zu Hilfe kommest/) Spiegel der Gerechtigkeit,(du schönes Muster der Tugend und Heiligkeit.) Sitz der Weisheit,(o Jungfrau, in deren geheiligtem Schoße Jesus, die Weisheit des Vaters, wohnte,) Ursache unserer Fröhlichkeit,(o Jungfrau, die du durch die Geburt deines Sohnes die Ursache unserer Freude geworden bist,) geistliches Gefäß,(o Jungfrau, die du gleich einem reinen Gefäße, das von Kostbarkeiten voll ist, mit allen geistlichen Gaben erfüllt bist.) ehrwürdiges Gefäß,(o Jungfrau, die du jenes Ge⸗ fäß warst, das durch die Menschwerdung des Soh-⸗ nes Gottes ehrwürdig ward.) vortreffliches Gefäß der Andacht,(o du mit einer seltenen Frömmigkeit geziertes Geschöpf,) geistliche Rose,(o Jungfrau, die du durch deine Tugend und göttliche Mutterwürde vor Allen deines Geschlechtes den Vorzug hast, gleichwie sich die Rose durch Farbe, Schönheit und Wohlgeruch vor allen übrigen Blumen auszeichnet,) Thurm Davids,(o Jungfrau, die du, durch deine vielvermögende Fürsprache bei dem Allmächtigen deine ächten Verehrer in den Schutz nimmst, gleich dem Thurme, den David auf dem Berge Sion zur Schutzwehre gegen seine Feinde erbaut hat.) elfenbeinerner Thurm,(o Jungfrau, die du deinen Leib und deine Seele rein erhalten hast.) goldenes Haus,(o Jungfrau, die du durch deine Tugend dem reinsten Golde gleichest, und, gleich einem kostbaren Hause, die Wohnung des höchsten Gottes geworden bist,) Arche des Bundes,(o Jungfrau, du Tempel des lebendigen Gottes, die du, als die Arche des neuen Bundes, Jesum Christum, unsern Gesetzgeber, ent— halten hast,) Pforte des Himmels,(o Jungfrau, durch welche Sun anl ine ⁰E 7 2 IAXIATIIAAIARNADARDAANAlA * sun anl znes 261 Jesus zu uns kam, der uns die geschlossene Pforte des Himmels eröffnete,) Du Morgenstern,(o Jungfrau, die du, wie der liebliche Morgenstern, die Sonne der Gerechtigkeit, Jesum Christum, der Welt angekündigt hast.) Du Heil der Kranken,(o Jungfrau, die du durch deine Fürbitte den Kranken die Gesundheit erlangst,) Du Zuflucht der Sünder,(o Jungfrau, in deren mütter⸗ liche Arme wir Sünder eilen, um auf deine Für⸗ spraͤche bei deinem göttlichen Sohne die Nachlassung unserer Sünden zu erlangen,) Du Trösterin der Betrübten,(o Jungfrau, die du den Christen in ihren Nöthen Erquickung und Trost von Gott erbittest, Du Hilfe der Christen,(o Jungfrau, an die sich kein Christ gewendet hat, ohne Hilfe in seinen Anliegen erhalten zu haben,) Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten,(O Jungfrau, die du gun an] un Du Königin der Apostel, als Mutter Gottes, des Du Königin der Martyrer, höchsten Königs des Him⸗ Du Königin der Beichtiger, mels und der Erde, über Du Königin der Jungfrauen, alle Geschöpfe erhaben Du Königin aller Heiligen, bist) Du Königin, ohne Makel der Erbsünde empfangen, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Christe, hoͤre uns! Christe, erhöre uns! Vater unser, Ave Maria. 262 Gebet. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o hei— lige Gottesgebärerin! verschmähe nicht unser Gebet in un⸗ sern Nöthen, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau! unsere Frau, unsere Mittleren, unsere Fürsprecherin, versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne. V. Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin! R. Auf daß wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Wir bitten dich, o Herr, du wollest deine Gnade in unsere Herzen eingießen, damit wir, die wir Christi, deines Sohnes Menschwerdung auf des Engels Verkündigung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlich— keit der Auferstehung geführt werden, durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. V. Bitt für uns, o heiliger Joseph! RI. Auf daß wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Wir bitten dich, o Herr, daß uns durch die Ver⸗ dienste des Bräutigams deiner allerheiligsten Gebärerin ge— holfen werde; damit, was unser Vermögen nicht erhalten kann, uns durch seine Fürbitte geschenket werde, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. — DEADN& .tnnnn⸗. Salve Regina. Gegrüßt seist du Königin, Mutter der Barmherzigkeit, des Lebens Süßigkeit, und unsere Hoffnung, sei gegrüßt! Zu dir schreien wir elende Kinder Evä; zu dir seufzen wir Trauernde und Weinende in diesem Thale der Zähren. Wohlan! unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen zu uns, und nach diesem Elende zeige uns Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! V. Bitt für uns, o heilige Gottesgebärerin! Ki. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! der du den Leib und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria zu einer würdigen Wohnung deines Sohnes durch die Mit-— wirkung des heiligen Geistes vorbereitet hast, gib, daß wir, die wir uns ihres Andenkens erfreuen, durch ihre milde Fürbitte von den bevorstehenden Uebeln und von dem ewigen Tode befreit werden, durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. Danksagungsgebet zu Maria, wenn man durch ihre Fürbitte in seinem Anliegen Erhörung fand. Ich ehre und lobe dich, und danke dir mit eben so demüthigem als freudigem Herzen, allerseligste Gottes⸗ mutter, glorwürdigste Jungfrau Maria! daß du mich, dei— nen unwürdigen Diener so gnädig aufgenommen, und mein demüthiges Flehen so gütig erhöret hast. Du hast mich aus meinen Nöthen errettet, in meinen Anliegen mir ge⸗ holfen, meine Seufzer sind hinauf gestiegen zu dir, und du hast mein Herz, das so sehr nach deiner Hilfe sich sehnte, mit deiner Barmherzigkeit erquicket. Wie ein frucht⸗ barer Thau hat sich dein Muttersegen über mich ergossen, in dem Kummer, der mich so tief darniederbeugte, hast du dich als wahre Trösterin der Betrübten an mir erwiesen. Du hast den Frieden meinem Herzen wieder gebracht, mit Barmherzigkeit hast du mich gekrönt. Darum will ich dir auch dankbar sein alle Tage meines Lebens; doch wie werde ich wohl dankbar genug sein können? wie dir das gebüh⸗ rende Lob geziemend darbringen?— So lobet denn und preiset ihr, heilige Engel und Auserwählte Gottes! mit mir die lobwürdigste Mutter des Herrn um der überaus großen Wohlthat willen, die sie mir erwiesen hat; bittet auch mit mir und für mich, daß mir diese Gnade und Gutthat die ich durch die mächtige Fürbitte Mariä erhalten habe, nützlich und heilsam sein, zur Wohlfahrt der Seele und des Leibes gereichen, und endlich zum ewigen Leben gedeihen möge. Amen. V. Abtheilung. Neuntägige Andachten zur Vorbereitung auf die 5 Haupt⸗ feste der allerseligsten Jungfrau Maria. Papst Pius VII. sel. Andenkens verlieh gemäß Erlaß vom 4. August und 28. November 1808 und vom 11. Ja⸗ nuar 1809 allen, welche mit wahrer Andacht diese No venen halten, auf ewige Zeiten täglich 300 Tage Ablaß für jeden Tag der Andacht, und einen voll komme— nen Ablaß, wenn man sie durch alle 9 Tage ver— richtet, am Tage des darauf folgenden Festes oder während der Oktave desselben die heiligen Sakramente empfangt, —3————— 26⁵ und den Herrn und die seligste Jungfrau nach der frommen Meinung Sr Heiligkeit anruft. Diese Abläße können auch den Seelen im Fegfeuer zugewendet werden. Erste Novene zur Vorbereitung auf das Fest der unbefleckten Empfängniß Mariä. (Sie beginnt am 29. November.) Vorbereitungsgebet, alle neun Tage zu beten Komm heiliger Geist! erfülle die Herzen deiner Gläu— bigen, und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe. V. Sende aus deinen Geist, und sie werden neu geschaffen. K. Und du wirst das Angesicht der Erde erneuern. O Gott! der du die Herzen deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes gelehret hast, ver— leihe, daß wir in demselben Geiste das, was recht ist, er⸗ kennen und seines Trostes uns allzeit erfreuen mögen, durch Christum unsern Herrn. Amen. Gebet. O reinste Jungfrau! die du ohne Sünde empfangen, und von diesem ersten Augenblicke an voll der Schönheit und ganz makellos bist, glorreiche Maria, gnadenvolle Mutter meines Gottes, Königin der Engel und der Menschen! ich verehre dich demüthigst als die Mutter meines Erlösers, der durch die Hochachtung, durch die Ehrfurcht und Ergeben— heit, welche er, obschon wahrer Gott, dir erzeigte, mich gelehret hat, welche Ehre und Huldigung ich dir erweisen soll. Ich bitte dich, würdige dich, das anzunehmen, was ich in dieser Novene dir darbringe. Du bist die sichere Freistätte der bußfertigen Sünder; daher ich mit Recht meine Zuflucht zu dir nehme. Du bist die Mutter der Barmher⸗ zigkeit; so wirst du dich gewiß durch meine Armseligkeiten erweichen lassen. Du bist nach Jesu Christo meine ganze Hoffnung; so wirst du gewiß dies mein zartes Ver— trauen zu dir mit Wohlgefallen aufnehmen. Mache mich würdig, dein Kind zu heißen, damit ich mit Zuversicht zu dir sagen kann: Erzeige dich mir als eine Mutter. Jetzt betet man 9 Gegrüßt seist du ꝛc., eine Ehre sei Gott und alle Tage eines der folgenden Gebete. d Sieh' zu deinen Füßen, o unbefleckte Jungfrau! er⸗ freue ich mich auf's höchste mit dir, daß du von Ewigkeit her zur Mutter des ewigen Wortes auserwählet und vor der Erbsünde bewahrt worden bist. Ich sage Lob und Dank der allerheiligsten Dreifaltigkeit, welche dich in deiner Em— pfängniß mit diesen Vorzügen bereichert hat, und flehe dich demüthigst an, mir die Gnade zu erbitten, daß ich alle sündhaften Neigungen, welche die Erbsünde als traurige Folge in mir zurückließ, glücklich besiege. O hilf sie mir überwinden und mach, daß ich nie unterlasse, meinen Gott zu lieben. Amen. Darauf betet man die lauretanische Litanei oder folgende Lobsprücht zu Maria: ö „Ganz schön bist du Maria! „Ganz schön bist du Maria! Und die Makel der Erbsünde ist nicht in dir! Und die Makel der Erbsünde ist nicht in dir! „Du bist die Herrlichkeit Jerusalems! „Du die Freude Israels! „Du die Ehre unsers Volkes! „Du die Vermittlerin der Sünder! Erster Tag. 29. November. ö che — O Maria! O Maria! Allerweiseste Jungfrau! Gütigste Mutter! Bitte für uns! . Sei unsere Fürsprecherin bei dem Herrn Jesus Christus. Nach diesen Lobsprüchen oder nach der Litanei betet man an jedem der neun Tage: V. In deiner Empfängniß, o Jungfrau! bist du ohne Makel gewesen. I. Bitt für uns den Vater, dessen Sohn du gebo⸗ ren hast. E E Gebet. O Gott! der du durch die unbefleckte Empfängniß der Zungfrau deinem Sohne eine würdige Wohnung vorbereitet hast; wir bitten dich, du wollest, gleichwie du sie durch den vorgesehenen Tod ihres Sohnes vor aller Sünde bewahret hast, auch uns auf ihre Fürbitte mit reinem Herzen zu dir gelangen lassen. O Gott! du Hirt und Lenker aller Gläubigen! sieh' auf deinen Diener Papst N., den du zum Hirten deiner Kirche bestimmt hast, gnädig herab und verleihe ihm, daß er Allen, welchen er vorsteht, mit Wort und Beispiel vor⸗ leuchte, damit er einst sammt der ihm anvertrauten Heerde zum ewigen Leben gelangen möge. O Gott! unsere Zuflucht und Stärke! unterstütze die frommen Gebete deiner Kirche, du selbst der Urheber aller Frömmigkeit, und laß uns das, um was wir vertrauens⸗ voll bitten, auch wirklich erlangen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Am zweiten Tag, wie an den folgenden, betet man zuerst die Vor⸗ bereitungsgebete, und nach dem für jeden Tag besonders angegebenen Gebete die Litanei oder die Lobsprüche und die übrigen Gebete wie am ersten Tage. Zweiter Sag. 39. Ao vember. O Maria, du unbefleckte Lilie der Reinigkeit! ich freue mich mit dir, daß du schon im ersten Augenblicke deiner Empfängniß mit Gnaden überhäuft wurdest, und dir dazu noch der vollkommene Gebrauch des Verstandes verliehen worden ist. Deßhalb bete ich an die allerheiligste Dreieinig⸗ keit und danke ihr, daß sie dir so erhabene Gaben ertheilet hat, und verdemüthige mich auf's tiefste vor dir, weil ich so arm an Gnaden bin. Du aber, die du mit der Fülle himmlischer Gnaden überhäuft worden bist, laß auch meiner Seele etwas davon zukommen, und mich theilnehmen an den Schätzen deiner unbefleckten Empfängniß. Die Litanei oder die Versikel: Ganz schön ꝛc. wie am ersten Tage. Drit trer Tag. 1. Dooz emher. O Maria, du geheimnißvolle Rose der Reinigkeit! ich freue mich mit dir, daß du in deiner unbefleckten Empfäng⸗ niß glorreich über die höllische Schlange triumphirt hast und ohne Makel der Erbsünde empfangen worden bist. Ich danke und lobsinge aus vollem Herzen der allerheiligsten Dreifaltigkeit, welche dir diesen Vorzug verliehen hat, und bitte dich, mir Muth und Kraft zu erflehen, damit ich alle Nachstellungen des bösen Feindes überwinde, und meine Seele durch keine Sünde verunreinige. Ach hilf mir jederzeit, und laß mich durch deinen Beistand über die ge— meinsamen Feinde unseres Heils stets den Sieg erringen. Die Litanei oder die Versikel wie am ersten Tage. —— IASS.ECS ˙(A¶e„N·„-&¶8LnS— Vor⸗ enen am 269 Dinir. O Maria, du Spiegel makelloser Reinigkeit! ich fühle die innigste Freude, indem ich sehe, daß dir schon in deiner Empfängniß die erhabensten und vollkommensten Tugenden sammt allen Gaben des heiligen Geistes ver— liehen wurden. Ich lobsinge und danke der allerheiligsten Dreieinigkeit, daß sie dich mit diesen Vorzügen begabt hat, und bitte dich, gütigste Mutter! du wollest mir Eifer in der Uebung aller Tugenden erwirken, damit ich so würdig werde, die Gaben und die Gnade des heiligen Geistes zu empfangen. Die Litanei oder die Versikel wie am ersten Tage. Fünfter Tag. 3. Dezember. O Maria, du mildglänzender Mond der Reinigkeit! ich freue mich mit dir, daß das Geheimniß deiner unbe⸗ fleckten Empfängniß der Anfang des Heiles der ganzen Menschheit und die Freude der ganzen Welt geworden ist. Ich danke und lobsinge der allerheiligsten Dreieinigkeit, welche deine erhabene Person also erhöhet und verherrlichet hat, und bitte dich, mir die Gnade zu erlangen, daß ich aus dem Leiden und dem Tode deines Jesus Nutzen ziehe, und sein am Kreuze vergossenes Blut an mir nicht verloren sei, sondern daß ich heilig lebe und mein ewiges Heil er⸗ lange. Amen. Die Litanei oder die Versikel wie am ersten Tage. Sechster Tag. 4. Dezember. O Maria, du hellschimmernder Stern der unbefleckten Reinigkeit! ich freue mich mit dir, daß deine unbefleckte Empfängniß unter den Engeln im Himmel einen so unbe⸗ schreiblichen Jubel verursacht hat. Ich danke und lobsinge der allerheiligsten Dreieinigkeit, welche dich mit einem so hohen Vorzug ausgestattet hat. O erwirke mir die Gnade, daß ich eines Tages an dieser Freude theilnehmen dürfe, und in Gemeinschaft der Engel dich ewig loben und preisen möge. Die Litanei oder die Versikel wie am ersten Tage. Siebenter Tag. 5. Dezember. O Maria, du aufsteigende Morgenröthe der unbefleck⸗ ten Reinigkeit! ich freue mich mit dir und bewundere staunend, wie du in dem Augenblicke deiner Empfängniß in der Gnade fest gegründet, und aller Sünde unfähig ge⸗ macht worden bist. Ich danke und lobsinge der allerhei⸗ ligsten Dreieinigkeit, daß sie durch diesen besondern Vor⸗ zug dich vor Allen ausgezeichnet hat. O erflehe mir, heilige Jungfrau! daß ich einen vollkommenen und immer— währenden Abscheu vor der Sünde, mehr als vor irgend einem andern Uebel, habe, und lieber sterbe, als daß ich je wieder eine Sünde begehe. Die Litanei oder die Versikel wie am ersten Tage. Achter Tag. 6. Dezember. O Jungfrau Maria! du Sonne ohne Makel! ich freue mich mit dir und frohlocke, daß dir in deiner Empfängniß von Gott eine größere und reichlichere Fülle der Gnaden verliehen wurde, als alle Engel und Heiligen zusammen mit allen ihren Verdiensten erlangt haben. Ich preise und bewundere dankbar die höchste Freigebigkeit der allerheiligsten Dreifaltigkeit, welche dir einen solchen Vorrang ertheilt hat. Verleihe nur, daß ich mit der göttlichen Gnade mitwirke, 4 —....„.K& KGKII„IKX&„—=„— ⏑ *** und dieselbe nie mehr mißbrauche. Aendere mein Herz und mache, daß ich von nun an anfange, mich zu erkennen und zu bessern. Die Litanei oder die Versikel wie am ersten Tage. Neunter Aag.. Dezember. O lebendiges Licht der Heiligkeit, du Vorbild der Reinigkeit, makellose Jungfrau und Mutter Maria! Kaum warst du empfangen, so betetest du Gott schon in tiefster Demuth an und danktest ihm, weil durch deine Mitwirkung der alte Fluch gelöset werden, und die Fülle des Segens auf die Kinder Adams kommen sollte. Ach verleihe doch, daß dieser Segen die Liebe zu Gott in meinem Herzen entzünde; entflamme du mein Herz, damit ich ihn hier beständig liebe und einst in dem Himmel ewig genieße, wo ich ihm wegen der dir verliehenen Vorzüge mit größter Inbrunst danken, und mich an der Herrlichkeit, womit du gekrönet bist, ewig erfreuen werde. Amen. Die Litanei oder die Versikel wie am ersten Tage. Zweite Novene, zur Vorbereitung auf das Fest der Geburt Mariä. (Sie beginnt am 30. August.) Komm heiliger Geist! u. s. w.(wie Seite 265.) Gebet. O heiligste Maria! die du von Ewigkeit her von dem dreieinigen Gott zur Mutter des eingebornen Sohnes des Vaters erwählet und vorherbestimmt, von den Propheten vorher verkündiget, von den Patriarchen erwartet und von allen Völkern ersehnet wurdest; du Schatzkammer und leben⸗ diger Tempel des heiligen Geistes, du fleckenlose Sonne, weil empfangen ohne Makel der Erbsünde, Gebieterin des 272 Himmels und der Erde, Königin der Engel! Wir vereh— ren dich tief geneigt, und erfreuen uns über die jährliche Gedächtnißfeier deiner für uns so segensreichen Geburt, und aus dem Innersten unsers Herzens flehen wir zu dir, daß du dich gütigst würdigen wollest, in unsern Seelen geist⸗ licher Weise geboren zu werden, damit sie, von deiner Lieb— lichkeit und Süßigkeit eingenommen, stets mit deinem süßesten und liebenswürdigsten Herzen vereinet leben. Amen. Dieses Vorbereitungsgebet wird alle Tage durch die ganze neuntägige Andacht gebetet. Erster Ta g. 30. Au gu st. 1. Mit neun besonderen Begrüßungen gedenken wir jener neun Monate, welche du, o Maria! in dem mütter— lichen Schoße verschlossen warst, und preisen dich, daß du, aus dem königlichen Stamme Davids entsprossen, mit großen Ehren von deiner glückseligen Mutter, der heiligen Anna, zur Welt geboren wurdest. Ave Maria. Gebet. O liebenswürdigstes Kind! welches du durch deine gnadenvolle Geburt die Welt getröstet, den Himmel erfreuet und die Hölle erschrecket hast; welches den Gefallenen eine Stütze, den Betrübten ein Trost, den Kranken ein Heil und allen eine Freude geworden: wir bitten dich mit innig⸗ stem Verlangen, du wollest in unserer Seele mit deiner heiligen Liebe heute geistlicherweise geboren werden. Belebe und erneuere unsern Geist zu deinem Dienste; entflamme unsere Herzen abermals zur Liebe zu dir; laß in uns jene Tugenden aufblühen, wodurch wir mehr und mehr Gnade ————2—— 9e — — Rn 273 finden in deinen mitleidigen Augen. O Maria! bleib all⸗ zeit unsere Maria(unsere Frau und Gebieterin), indem du uns verkosten lassest die heilsamen Früchte deines liebreich⸗ sten Namens. Die Anrufung dieses Namens sei unsere Stütze in der Bekümmerniß, unsere Hoffnung in Gefahren, unser Schild in Versuchungen, unsere Erquickung im Tode. Dein Name, Maria! sei Honig in meinem Munde, meinen Ohren sanfte Melodie, und ein Jubelruf in meinem Herzen! Amen. Hier folgt die lauretanische Litanei. V. Deine Geburt, o Jungfrau und Gottesgebärerin! RI. Erfreuet die ganze Welt. Wir bitten dich, o Herr! du wollest deinen Dienern das Geschenk der himmlischen Gnade verleihen, damit, gleichwie uns der Eingeborne der Jungfrau zum Anfang des Heils geworden ist, die festliche Feier ihrer Geburt uns zum Wachsthum des Friedens gereiche. O Gott, du Hirt und Lenker aller Gläubigen! sieh' auf deinen Diener, unsern Papst N., den du zum Hirten deiner Kirche bestimmt hast, gnädig herab; verleihe ihm die Gnade, daß er allen, welchen er vorsteht, mit Wort und Beispiel vorleuchte, damit er einst sammt der ihm anver⸗ trauten Herde zum ewigen Leben gelangen möge. O Gott, unsere Zuflucht und Stärke! unterstütze die frommen Gebete deiner Kirche, du selbst, der Urheber aller Frömmigkeit, und laß uns das, um was wir vertrauens⸗ voll bitten, auch wirklich erlangen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Zweiter Tag. 31. August. Die Vorbereitungsgebete wie oben. 2. Wir begrüßen dich, himmlisches Kind! schneeweiße Mar. Gebetb. 18 27⁴4 Taube der Reinigkeit, die du zum Hohne des höllischen Drachen ohne Erbsünde bist empfangen worden. ö Ave M I ve aria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Oritter Tag. 1. September. Die Vorbereitungsgebete wie oben. 3. Wir grüßen dich, hellschimmernde Morgenröthe! die du, als die Vorherverkünderin der göttlichen Sonne der du Gerechtigkeit das erste Licht der Erde wieder gebracht hast. w Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Vierter Tag. 2. September. Die Vorbereitungsgebete wie oben. 4. Wir grüßen dich, o Auserwählte! die du in der dunkelsten Nacht der Sünde wie die heiterste Sonne aufgingest. de Ave Maria. ö un Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Un w Fünfter Tag. 3. September. Die Vorbereitungsgebete wie oben. 5. Wir grüßen dich, o schönster Mond! der du die Welt, welche in die dichteste Finsterniß des Heidenthums gehüllt war, ganz erhellet hast. Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. N all Sechster Tag. 4. September. des des Die Vorbereitungsgebete wie oben. 6. Wir grüßen dich als eine Schrecken erregende hen thel der hast. der gest. ums gende —— Kriegerin, die du, gleich einem geordneten Kriegsheere, allein die ganze Hölle in die Flucht geschlagen hast. Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Siebenter Tag. 5. September. Die Vorbereitungsgebete wie oben. 7. Wir grüßen dich, Maria, du schönste Seele! die du von Anfang her ganz besonders ein Eigenthum Gottes warst. Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Achter Tag. 6. September. Die Vorbereitungsgebete wie oben. 8. Wir grüßen dich, o liebes Kind! und verehren deinen heiligen, kindlichen Leib, die Windeln, womit du umwickelt wurdest, die heilige Wiege, in der du ruhtest, und preisen die Zeit und den Augenblick, wo du geboren wurdest. Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Neunter Tag. 7. September. Die Vorbereitungsgebete wie oben. 9. Wir grüßen dich, o geliebtes Kind! geziert mit allen Tugenden in einem unermeßlich erhabeneren Grade, als alle Heiligen; daher du auch würdig warst, die Mutter des Erlösers zu werden, und überschattet von der Kraft des heiligen Geistes, das eingefleischte Wort zu gebären. Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. 18* 276 Dritte Rovene, zur Vorbereitung auf das Fest Marid Verkündigung. (Sie beginnt am 16. März.) Komm heiliger Geist! u. s. w.(wie Seite 265.) Erster Ta g. 16. März. Ich verehre und bewundere dich, heiligste Jungfran Maria! als die Demüthigste vor Gott unter allen erschaf fenen Wesen zu jener Zeit, als er dich am Tage deiner Verkündigung zur erhabensten Würde seiner Mut Verleihe, o mächtige Jungfrau! daß ich elender Sünder doch einmal mein Nichts erkenne, und mich vor Allem nit aufrichtigem Herzen demüthige. Ave Maria. Jetzt bete die lauretanische Litanei, alsdann: ter erhob. V. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, R. Und sie empfing vom heiligen Geist. Gebet. O Gott! der du gewollt hast, daß auf die Verkün⸗ digung des Engels dein Wort im Schoße der seligsten Jungfrau Maria Fleisch annehme; erhöre unser demüthigez Flehen, damit uns, die wir sie wahrhaft als Gottes geholfen gebärerin erkennen, auf ihre Fürbitte bei dir werde. (wie Seite 273.) Zweiter Tag. 17. März. Die Vorbereitungsgebete wie oben. O heiligste Jungfrau Maria, die du, geehrt durt den Gruß und die Verkündigung des Erzengel O Gott, du Hirt und Lenker aller Gläubigen! 1. 8 Gabril! ë E( 277 und von Gott über alle Chöre der Engel erhoben, dich nur als eine Magd des Herrn bekennest:„Sieh', ich bin eine Dienerin des Herrn!“ erlange mir eine wahre Demuth und eine wahrhaft englische Reinigkeit, daß ich stets ein Leben, würdig des göttlichen Wohlgefallens, führe. Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Dritter Lag. 18. März. Die Vorbereitungsgebete wie oben. Ich freue mich mit dir, o seligste Jungfrau! daß du mit dem einzigen Wort:„Es geschehe!“ welches du mit so vieler Demuth aussprachest, das göttliche Wort aus dem Schoße des ewigen Vaters herniedergezogen, und in deinem Schoße empfangen hast. O ziehe allzeit mein Herz zu Gott und mit Gott die Gnade in mein Herz, damit ich von Herzen dein„Es geschehe!“ allzeit benedeien und mit Andacht ausrufen könne: O mächtiges Wort:„Es ge— schehe!“ o kräftiges Wort:„Es geschehe!“ verehrungs— würdig über jedes andere:„Es geschehe.““) Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Vierter Tag. 19. März. Die Vorbereitungsgebete wie oben. O du erhabene Jungfrau Maria! du wurdest am Tage deiner Verkündigung von dem Erzengel Gabriel so bereit⸗ willig gefunden, dem göttlichen Willen und dem Verlan⸗ gen der allerheiligsten Dreieinigkeit zu entsprechen, welche deine Einstimmung begehrte, um durch deinen Sohn die *) Worte des heil. Thomas von Villanova. 278 Welt zu erlösen: verleihe, daß ich bei jedem angenehmen oder unangenehmen Vorfalle mich allzeit zu Gott wende, und mit Ergebung ausrufe:„Mir geschehe nach deinem Worte.“ Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Fünfter Tag. 20. März. Die Vorbereitungsgebete wie oben. Ich sehe es wohl ein, heiligste Jungfrau Maria! daß dein Gehorsam dich so eng mit Gott vereinigte, daß kein anderes Geschöpf einer gleichen Vereinigung fähig ist.„Sie konnte nicht inniger mit Gott, ohne selbst Gott zu werden, vereiniget sein,“ sagt der selige Albert, der Große. Allein um so mehr betrübe ich mich, daß ich wegen meiner Sün— den so sehr mit Gott zerfallen bin. Ach, gütigste Mut⸗ ter! hilf mir, daß ich herzliche Reue darüber erwecke und würdig werde, mich mit deinem lieben Jesus zu vereinigen. Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Sechster Tag. 21. März. Die Vorbereitungsgebete wie oben. Wenn du, heiligste Mutter Maria! beim Erscheinen des Erzengels Gabriel in deinem Hause aus jungfräulicher Si ttsamkeit erschrakest, so entsetze ich mich vor meiner großen Dreistigkeit, vor dir zu erscheinen; aber durch deine unbegreifliche Demuth, die nach dem Ausspruche des heili⸗ gen Augustin uns Menschen einen Gott gebar, den Him— mel öffnete, und die Seelen von der Hölle befreite, bitte nen de, iem daß kein Sie den, lein ün⸗ Ut⸗ hecke zu nen cher iner eine li⸗ im⸗ itte e ich dich, mich aus der Tiefe meiner Verschuldungen heraus⸗ zuziehen, und mir das ewige Heil zu erwirken. Ave Maria. Dann folgen die Gebete sammt Litanei wie am ersten Tage. Siebenter Tag. 22. März. Die Vorbereitungsgebete wie oben. Obgleich meine Zunge unrein ist, o reinste Jungfrau! so getraue ich mir doch, dich zu jeder Stunde mit den Worten zu grüßen: Gegrüßet seist du, Gnadenvolle! und von Herzen bitte ich dich, meiner Seele etwas von jener so großen Gnadenfülle mitzutheilen, womit der heilige Geist dich überhäufte, als er auf dich herabkam. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Achter Tag. 23. März. Vorbereitungsgebete wie oben. Ich glaube, o heiligste Maria! daß der allmächtige Gott, der von deiner unbefleckten Empfängniß an allzeit bei dir war—„der Herr ist mit dir!“— noch mehr durch seine Menschwerdung sich mit dir vereiniget hat. Darum bitte ich dich, mir beizustehen, daß ich im Herzen immerdar mit meinem lieben Jesus durch die heiligmachende Gnade vereiniget bleibe. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Neunter Tag. 24. März. Vorbereitungsgebete wie oben. Ich flehe dich an, o heiligste Jungfrau! segne mein Herz, segne meine Seele, gleichwie du allzeit von Gott die 280 Gesegneteste unter allen Weibern warst.—„Du bist ge⸗ benedeit unter den Weibern.“— Ich bin der zuversichtlichsten Hoffnung, daß, wenn du, liebe Mutter! mich jetzt im Leben segnest, ich auch nach dem Tode durch alle Ewigkeit gesegnet sein werde in der himmlischen Glorie. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Vierte Novene, zur Vorbereitung auf das Fest Maria Reinigung(Lichtmeß.) Fängt an mit dem 24. Januar.) Die Vorbereitungsgebete für jeden Tag. Komm heiliger Geist! ꝛc.(wie Seite 265.) Erster Tag. 24. Januar. O heiligste Mutter Maria, du hellster Spiegel jeder Tugend! Kaum als vierzig Tage nach der Geburt deines Jesus verflossen waren, wolltest du, obschon die reinste unter den Jungfrauen, dich nach dem Gesetze im Tempel zur vorgeschriebenen Reinigung darstellen. O laß auch uns nach deinem Beispiele unser Herz von aller Schuld rein bewahren, damit wir einst verdienen, in dem Tempel der Herrlichkeit dargestellt zu werden. Ave Maria. Dann betet man die lauretanische Litanei und dann: V. Es war dem Simeon vom heiligen Geiste geoffen⸗ baret worden, RI. Daß er den Tod nicht sehen werde, ehe er den Gesalbten des Herrn gesehen hätte. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! wir flehen deine Majestät fußfällig an, daß, gleichwie dein eingeborner Sohn mit der jeder ines inste npel uns rein der sen⸗ den estit der 281 Wesenheit unsers Fleisches im Tempel dargestellt wurde, du auch uns verleihen mögest, daß wir mit gereinigtem Herzen dir vorgestellt werden. O Gott, du Hirt und Lenker aller Gläubigen ꝛc. (wie Seite 273.) Zweiter Tag. 25. Januar. Vorbereitungsgebete wie oben. O gehorsamste Jungfrau! du wolltest, als du dich in den Tempel begabst, nach Art aller andern Weiber das vorgeschriebene Reinigungsopfer darbringen; o verleihe, daß auch wir deinem Beispiele nachfolgen und stets bereit seien, durch Ausübung aller Tugenden uns selbst Gott zum Opfer darzubringen. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Dritter Tag. 26. Januar. Die Vorbereitungsgebete wie oben. O reinste Jungfrau! als du die Vorschrift des Gesetzes befolgtest, achtetest du es nicht, von den Menschen für unrein gehalten zu werden. O erwirke uns bei Gott die Gnade, daß wir unser Herz stets rein erhalten und auch dann ruhig bleiben, wenn wir in den Augen der Welt als Schuldige erscheinen sollten. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Vierter Tag. 27. Januar. Die Vorbereitungsgebete wie oben. O heiligste Jungfrau! als du deinen göttlichen Sohn dem ewigen Vater zum Opfer brachtest, warst du das —..———— 282 Wohlgefallen aller Himmelsbewohner; o stelle doch auch unser armes Herz dem ewigen Vater vor, damit es durch seine Gnade vor der Todsünde allzeit bewahrt bleibe. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Fünfter Tag. 28. Januar. Die Vorbereitungsgebete wie oben. Demüthigste Jungfrau! als du Jesum in die Arme des heiligen Greises Simeon legtest, hast du seine Seele mit himmlischer Wonne erfüllet; o übergib auch unser Herz Gott dem Herrn, damit er es ganz mit seinem hei⸗ ligen Geiste erfülle. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Sechster Tag. 29. Januar. Die Vorbereitungsgebete wie oben. O sorgfältigste Jungfrau! du hast durch die Auslösung deines Sohnes Jesus nach dem Gesetze zum Heile der Welt mitgewirkt; o erlöse auch unser armes Herz von der Skla— verei der Sünde, damit es vor Gott stets rein verbleibe. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Siebenter Lag. 30. Januar. Die Vorbereitungsgebete wie oben. O mildreichste Jungfrau! als du von Simeon die Weissagung deiner bevorstehenden Leiden hörtest, hast du dich bereit gezeigt, allen Anordnungen Gottes dich willig zu unterwerfen; o verleihe, daß auch wir uns allzeit den K U r — göttlichen Fügungen unterwerfen, und die Trübsale mit Geduld ertragen. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Achter Tag. 31. Januar. Die Vorbereitungsgebete wie oben. Mitleidigste Jungfrau! die du die Prophetin Anna durch dein göttliches Kind mit höherem Lichte erfülltest, so daß sie in heiliger Freude die Barmherzigkeit Gottes preisend erhob, weil sie Jesum als den Erlöser der Welt erkannte; erfülle auch unsern Geist mit himmlischen Gnaden, damit wir uns reichlicher Früchte der göttlichen Erlösung erfreuen mögen. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. Neunter Tag. 1. Februar. Die Vorbereitungsgebete wie oben. Gottergebenste Jungfrau! die du in Vorhersehung des schmerzhaften Leidens deines Sohnes das Schwert des Schmerzens deine Seele durchdringen fühltest, und die Be— trübniß deines Bräutigams, des heiligen Joseph, wegen deiner künftigen Leiden erkennend, ihn mit heiligen Worten getröstet hast; durchstich unser Herz mit einem wahren Schmerz über unsere Sünden, damit wir einst die Freude erlangen, deiner Herrlichkeit im Paradies theilhaftig zu werden. Ave Maria. Litanei und Gebete wie am ersten Tage. 284 Fünfte Novene zur Vorbereitung auf das Fest Marid Himmelfahrt. (Beginnt mit dem 6. August.) Erster Tag. 6. Augn st. Komm heiliger Geist ꝛc.(wie Seite 265.) Lobgesang. Der Jungfrau'n herrlichste bist du, Erhöhet zu des Himmels Lust: Der dich erschuf, lag still in Ruh' Als Säugling einst an deiner Brust. Was Eva Allen uns verlor, Das gab zurück dein göttlich Kind; So öffnest du des Himmels Thor Den Büßern, die es wahrhaft sind, Du führest sie zum König hin, Zum glanzerfüllten Heiligthum. Drum singt der Lebensspenderin, Erlöste Völker! Preis und Ruhm. Dir, Jesus Christus! bringen wir, Den uns Mariens Schoß gebar, Dir Vater, und, o Geist! auch dir Der Seele ew'gen Jubel dar. Amen. Die Herrlichkeit Mariä im Tode; denn sie war vorbereitet, gut zu sterben. Betrachte und erwäge, wie Maria in dem Augenblicke ihres Todes verherrlichet wurde, weil sie ihr Leben hindurch sich vorbereitet hatte, gut zu sterben: durch die feurige Sehn⸗ sucht, Gott zu sehen und mit ihrem Sohne vereiniget zu werden, und durch das unerreichbare Verdienst ihrer hohen Vollkommenheit. Bedenke aber, wie sehr verschieden unser Verhalten in der Vorbereitung zum Tode von jenem der hochgepriesenen Mutter ist, und bitte also: ö 28⁵ O heiligste Jungfrau! die du, um dich zu einem heiligen Tode vorzubereiten, dein Leben in ununterbrochener Sehnsucht nach der seligen Anschauung Gottes zugebracht hast, erbitte uns die Gnade, daß die eitlen Wünsche nach den vergänglichen Gütern dieser Erde von uns genommen werden. Drei Ave Maria. O heiligste Jungfrau! die du, um dich zu einem heiligen Tode vorzubereiten, in deinem Leben dich sehntest, auf immer mit deinem Sohne Jesus dich zu vereinigen, erflehe uns die Gnade, daß wir Jesu getreu bleiben bis in den Tod. Drei Ave Maria. O heiligste Jungfrau! die du, um heilig zu sterben, dir eine Fülle von unerreichbaren Verdiensten und Tugenden sammeltest, erwirke uns jenes Licht, daß wir allein die Tugend und die Gnade des Herrn als jenen Weg erkennen, der uns sicher zum Heile führt. Drei Ave Maria. Wir wollen Maria preisen, daß sie so beflissen war, eines heiligen Todes zu sterben, und indem wir ihre Herr⸗ lichkeit erheben, wollen wir uns mit den neun Chören der Engel vereinigen, welche sie bei ihrer Aufnahme in den Himmel begleiteten, indem wir mit dem ersten Chore sprechen: Hier betet man die lauretanische Litanei und dann: V. Erhöhet ward die heilige Gottesgebärerin RI. Ueber die Chöre der Engel zur Herrlichkeit des himmlischen Reiches. Gebet. Wir bitten dich, o Herr! daß du die Sünden deiner Diener gnädig verzeihen wollest, damit wir, die wir mit unsern Werken dir nicht zu gefallen vermögen, auf die Fürbitte der Mutter deines Sohnes, unsers Herrn, das Heil erlangen. O Gott! du Hirt und Lenker aller Gläubigen ꝛc. (wie Seite 273.) Zweiter Tag. 7. August. Komm heiliger Geist ꝛ.(wie Seite 265.) Die Herrlichkeit Mariä im Tode, indem sie ihren Sohn Jesus und die gegenwärtigen Apostel zum Beistand hatte. Betrachte, wie glorwürdig Maria in dem Augenblicke war, als sie starb. Sie wurde nicht nur von den Apo-⸗ steln und Heiligen*), sondern auch von ihrem Sohne, Jesus Christus, selbst getröstet. Indem wir also die überschwäng⸗ liche Wonne erwägen, die Maria bei ihrem Hinscheiden über eine so vorzügliche Gnade empfand, wollen wir uns ihr folgendermaßen anempfehlen: O glorreiche Jungfrau! die du verdienet hast, zu dei⸗ nem größten Troste im Beisein der Apostel und Heiligen zu sterben, erwirke uns bei Gott die Gnade, daß auch unsere Seele in deiner Gegenwart und im Beisein unserer heiligen Fürsprecher den Leib verlasse. Drei Ave Maria. O glorreiche Jungfrau! die du in deiner Todesstunde durch die Erscheinung deines Sohnes Jesus getröstet wurdest, bitte für uns, daß auch wir in jener Stunde, wenn wir Jesum Christum in der heiligen Wegzehrung empfangen, durch seine Gegenwart uns getröstet sehen. Drei Ave Maria. Die ersten Christen hießen die Heiligen. —.— O glorreiche Jungfrau! die du deinen Geist in die Arme Jesu übergeben hast, hilf uns, daß wir sowohl im Leben als im Tode unsere Seele in die Arme Jesu über⸗ geben, und allzeit uns bemühen, seinen heiligsten Willen zu vollbringen. Drei Ave Maria. Wir wollen die Herrlichkeit Marit erheben, welcher in der Stunde ihres Hinscheidens die Apostel und ihr Sohn Jesus beigestanden haben, und indem wir uns ihres Trium- phes erfreuen, sprechen wir voll des Trostes mit dem zwei⸗ ten Chore der Engel: Hier betet man die lauretanische Litanei und die folgenden Gebete wie am ersten Tage. Dritter Tag. 8. An gu st. Komm heiliger Geist ꝛc.(wie Seite 265.) Die Herrlichkeit Mariä im Tode, da ihre Seele bloß aus Uebermaß der Liebe vom Leibe schied. Betrachte, wie die heiligste Jungfrau Maria im Tode verherrlichet wurde, da sie blos aus Uebermaß der göttlichen Liebe ihren Geist aufgab, und indem wir ein ähnliches Ver⸗ langen tragen, auch durch ein solches heiliges Liebesfeuer im letzten Kampfe gestärkt zu werden, flehen wir also zu Maria: O glückseligste Jungfrau Maria! die du allein aus dem heftigsten Andrange der innigsten Liebe zu Gott dies sterbliche Leben verließest, nimm dich unser an, daß diese lebendige Flamme der Liebe dem göttlichen Willen gemäß auch in uns entbrenne. Drei Ave Maria. O glückseligste Jungfrau Maria! die du, aus Ueber⸗ macht der göttlichen Liebe sterbend, uns lehrtest, wie unsere Liebe zu Gott beschaffen sein sollte, erbitte uns die Gnade, 288 daß wir von ihm uns nimmer trennen, weder im Leben noch im Tode. Drei Ave Maria. O glückseligste Jungfrau Maria! die du bei deinem Hinscheiden aus diesem Leben durch die Stärke der Ver⸗ zückung deines Geistes zu Gott genugsam bewiesest, wie groß jenes Feuer war, das stets in deinem Herzen brannte, erlange uns nur einen Funken desselben, damit wir unsere Sünden wahrhaft bereuen. Drei Ave Maria. Wir lobpreisen mit dem dritten Chore der Engel die unaussprechliche Herrlichkeit Mariä, die von Liebe zu ihrem Gott ganz entflammt ist, und sprechen: Hier betet man die lauretanische Litanei und alle folgenden Gebete wie am ersten Tage. Bierter Ta⸗g. 9. Au gu st. Komm heiliger Geist ꝛc.(wie Seite 265.) Die Herrlichkeit Mariä nach dem Tode an ihrem heiligen Leichnam. Betrachte, wie glorreich nach dem Tode Mariä ihr ent⸗ seelter Leib gewesen, der mit wunderbarem Glanze und hoher Majestät umgeben, paradiesischen Wohlgeruch verbreitete, bei dessen Ansehen auch unzählige Wunder geschahen. Indem wir sonach unser Elend überdenken, wollen wir sie folgender⸗ maßen bitten: O unversehrteste Frau! die du wegen deiner Reinigkeit verdientest, an deinem entseelten Leibe so hellleuchtend und in solcher Majestät zu erscheinen, erlange uns die Kraft, durch die wir vermögen, jeden unreinen Geist von uns abzuhalten. Drei Ave Maria. dete 289 O unversehrteste Frau! die du wegen deiner seltenen Tugenden die lieblichsten Wohlgerüche des Himmels um deinen entseelten Leib verbreitet hast, mache, daß unser Leben dem Nächsten zur Erbauung diene, und wir mit unsern bösen Beispielen ihm nimmer zum Aergerniß werden. Drei Ave Maria. O unversehrteste Frau! blos durch das Ansehen deines heiligen Leibes wurden schon unzählige leibliche Krankheiten geheilt; erflehe auch uns die Gnade, daß wir auf deine Fürbitte von allen Krankheiten unserer Seele geheilt werden. Drei Ave Maria. Freuen wir uns wegen der Herrlichkeit, die an dem heiligen Leibe Mariä offenbar wurde, und vereinigen wir uns mit dem vierten Chore der Engel, um ihre Hoheit über Alles zu preisen, indem wir sprechen: Hier betet man die lauretanische Litanei und alle folgenden Gebete wie am ersten Tage. Fünfter Tag. 10. August. Komm heiliger Geist ꝛc.(wie Seite 265.) Die Herrlichkeit Mariä nach dem Tode in ihrem erstandenen Leibe. Betrachte, wie glorreich Maria nach ihrem Tode war, als ihr heiliger Leib durch die Kraft des Allerhochsten zum Leben wieder erstand, und die Eigenschaft der verklärten Leiber, die Klarheit, Durchdringlichkeit, Behendigkeit und Leidensunfähigkeit plötzlich erhielt, so daß er aus dem ver⸗ schlossenen Grabe glorreich hervorging. Freuen wir uns so— nach über diesen Vorzug ihrer Herrlichkeit und rufen wir sie also an: O erhabenste Frau! die du von deinem Gott so glor⸗— reich zum Leben erweckt wurdest, erzeige dich uns gnädig, Mar. Gebetb. 19 290 auf daß auch wir am Tage des allgemeinen Gerichtes also mögen erwecket werden. Drei Ave Maria. O erhabenste Frau! die du wegen deiner Demuth und wegen deines tugendhaften Wandels während dieses sterb— lichen Lebens nach deinem Tode durch die Klarheit und Durchdringlichkeit deines erstandenen Leibes verherrlichet wurdest, erbitte uns die Gnade, daß wir jede sündhafte Angewöhnung ablegen, und, indem wir die eitle Hoch⸗ schätzung unserer selbst in uns vertilgen, die heilige Demuth als unser wahrer Schmuck ihre Wohnung in uns nehme. Drei Ave Maria. O erhabenste Frau! durch jene Behendigkeit und Lei⸗ densunfähigkeit, womit du wegen des Eifers deines Geistes und deiner großen Geduld, welche dich hier auf Erden vor Andern auszeichnete, in deinem wiedererstandenen Leibe ver⸗ herrlichet wurdest, erbitte uns Muth, unsern Leib kräftig zu bezwingen, und wider seine ungeordneten Neigungen mit Geduld zu streiten. Drei Ave Maria. Verehren wir gebührendermaßen Maria, und indem wir sie hocherheben wegen der Herrlichkeit, die sie an ihrem er⸗ standenen Leibe erlangte, preisen wir sie mit dem fünften Chore der Engel und sagen: Hier betet man die lauretanische Litanei und alle folgenden Gebete wie am ersten Tage. Sechster Tag. 11. August. Komm heiliger Geist ꝛc.(wie Seite 265.) Die Herrlichkeit Mariä nach dem Tode bei ihrer Aufnahme in den Himmel. Betrachte, wie glorreich Maria in den Himmel aufge⸗ nommen wurde, indem sie von vielen Legionen der Engel ——————————— also und erb⸗ und chet afte och⸗ uth me. Lei⸗ stes vor der⸗ ftig mit wir er · ten ebete fge ngel 2 und von den Seelen, die sie durch ihre Verdienste und Für⸗ bitte aus dem Fegfeuer erlöst hat, dahin begleitet wurde, und indem wir bei ihrem herrlichen Triumphe frohlocken, legen wir unsere Bitten ihr demüthig zu Füßen und rufen sie also an: O große Königin! die du mit solcher Herrlichkeit in das Reich des ewigen Friedens eingegangen bist, mache, daß auf deine Fürbitte jeder irdische Gedanke von uns genommen werde, und erflehe uns die Gnade, daß unsere Herzen in der Betrachtung der unwandelbaren Güter des Himmels befestiget werden. Drei Ave Maria. O große Königin! die du bei deiner Auffahrt in den Himmel von allen Chören der Engel begleitet wurdest, er⸗ wirke uns bei Gott Klugheit und Muth, die Anfälle unserer Feinde zurückzuschlagen, und mache, daß wir den Einge— bungen des heiligen Schutzengels folgen, der uns beständig nahe ist und uns leitet. Drei Ave Maria. O große Königin! durch jene Verherrlichung, welche dir bei deiner Aufnahme in den Himmel zu Theil ward durch das Geleit jener Seelen, die du durch deine Verdienste aus dem Fegfeuer erlöset hast, nimm dich unser an, auf daß wir von der Sklaverei der Sünde befreit und würdig werden, dich durch die ganze Ewigkeit zu preisen. Drei Ave Maria. Wir wollen ohne Uaterlaß über jenen hocherhabenen Triumph Mariä uns freuen und über alle jene hohe Ver⸗ herrlichung, die ihr bei ihrer feierlichen Aufnahme in den Himmel zu Theil wurde, und indem wir unsere Verehrung mit dem sechsten Chore der Engel vereinigen, sprechen wir: Hier betet man die lauretanische Litanei und alle folgenden Gebete wie am ersten Tage. ö 19* 292 Siebenter Tag. 12. Au gu st. Komm heiliger Geist ꝛc.(wie Seite 265.) Die Herrlichkeit Maria nach dem Tode wegen ihrer Würde, die sie im Himmel erhielt. Betrachte, wie Maria im Himmel verherrlichet wurde, indem sie, zur Königin des Himmels erhoben, einen fortwäh⸗ renden Tribut des Lobes und der Verehrung von der un— zähligen Menge der Engel und Heiligen empfängt; daher wollen wir uns niederbeugen vor dem Throne ihrer Herrlich⸗ keit und ihren Beistand mit folgendem Gebete anrufen: O erhabenste Königin der ganzen Welt! die du durch deine unvergleichlichen Verdienste zu solcher Herrlichkeit im Himmel erhoben wurdest, sieh' mitleidig auf unser Elend herab, und leite uns durch den gütigen Einfluß deines wirksamen Schutzes. Drei Ave Maria. O erhabenste Königin der ganzen Welt! die du ohne Unterlaß die Verherrlichung und Huldigung aller himm— lischen Geister empfängst, erlaube uns, wir bitten dich, daß wir dich anrufen dürfen, und hilf uns, daß wir unsere Anliegen mit jener Ehrerbietung dir vortragen, welche deiner Würde und Hoheit angemessen ist. Drei Ave Maria. O erhabenste Königin der ganzen Welt! durch jene Herrlichkeit, die dir wegen der höchsten Stelle, welche du nach Gott im Himmel einnimmst, gebühret, würdige dich, uns in die Zahl deiner Diener aufzunehmen, und erwirke uns bei Gott die Gnade, daß wir allzeit bereit seien, die Gebote unseres Gottes und Herrn getreu zu erfüllen. Drei Ave Maria. Rehmen wir auch an jener Freude Theil, welche die Engel über die Verherrlichung Mariä empfinden, und indem 293 wir uns hocherfreuen, daß sie zur Königin des Himmels glorreich erhoben wurde, sprechen wir mit dem siebenten Chor der Engel. Hier betet man die lauretanische Litanei und alle folgenden Gebete wie am ersten Tage. Achter Tag. 13. Au gust. Komm heiliger Geist ꝛc.(wie Seite 265.) Die Herrlichkeit Mariä nach dem Tode wegen der Krone, womit sie geziert wurde. Betrachte die Herrlichkeit Mariä in der königlichen Krone, welche sie von ihrem göttlichen Sohne erhielt, und wie sie jetzt die tiefste Einsicht in die erhabensten und ver⸗ borgensten, vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Dinge besitzt, und voll der Ehrfurcht gegen die ausgezeichnete Würde dieser großen Königin flehen wir zu ihr mit folgendem Gebet: O unvergleichliche Königin! die du im Himmel den erhabenen Vorzug genießest, mit der kostbarsten Krone von deinem göttlichen Sohne gekrönt zu sein, mache uns theil⸗ haftig deiner ausgezeichneten Tugenden, und erwirb uns die Gnade, daß wir durch die Lauterkeit unserer Gesin⸗ nungen verdienen mögen, einst mit dir im Himmel gekrönt zu werden. Drei Ave Maria. O unvergleichliche Königin! durch jene hohe Erkennt⸗ niß, die dir über alle Dinge der Welt verliehen wurde, verzeihe uns in Ansehung deiner Glorie unsere vormalige Unverschämtheit, und gestatte nicht, daß wir durch die Zügellosigleit unserer Zunge und unserer Gedanken dir je wieder mißfällig werden. Drei Ave Maria. O unvergleichliche Königin! die du den sehnlichsten Wunsch hegest, daß alle Menschen rein und unbefleckt 294 seien, damit sie verdienen bei Gott zu sein, erlange uns die Verzeihung unserer Sünden und hilf uns, daß alle unsere Blicke, Geberden und Handlungen seiner göttlichen Majestät wohlgefällig seien. Drei Ave Maria. Reinigen wir unser Herz, um Maria würdig zu loben, und vereinigen wir mit der Lobpreisung, die sie wegen der Krone empfängt, welche ihre königliche Stirne ziert, die demüthigsten Bezeigungen unserer Liebe, indem wir mit dem achten Chore der Engel freudig sprechen: Hier betet man die lauretanische Litanei und alle folgenden Gebett wie am ersten Tage. Neunter Tag. 14. August. Komm heiliger Geist ꝛc.(wie Seite 265.) Die Herrlichkeit Mariä nach dem Tode wegen des Schutzes, den sie den Menschen gewährt. Betrachte, daß Marsa auch darum im Himmel herrlich erscheint, weil sie eine Beschützerin der Menschen ist, und ihnen mit größter Bereiwilligkeit in ihren Nöthen beisteht, und beseelt von lebendigem Vertrauen, weil wir im Himmel die Mutter unseres Gottes selbst zur Beschützerin haben, flehen wir sie herzlich an: Maria, unsere mächtigste Beschützerin! die du im Himmel die Herrlichkeit genießest, die Fürsprecherin der Menschen zu sein, reiß uns aus den Händen des höllischen Feindes, und übergib uns wieder in die Arme unsers Schöpfers und Gottes. Drei Ave Maria. Maria, unsere mächtigste Beschützerin! da du im Himmel die Fürsprecherin der Menschen und stets besorgt bist, daß Alle zum ewigen Heile gelangen mögen, so laß uns alle chen ben, der die dem ebete lich nen md die hen im der hen ers im rgt aß 29⁵ doch nicht zu, daß wir in Erinnerung an unsere vergan⸗ genen Sünden und Rückfälle verzweifeln. Drei Ave Maria. Maria, unsere mächtigste Beschützerin! die du, um das Amt einer Schutzfrau auszuüben, den Menschen vergönnest, dich jederzeit anzuflehen, erflehe uns den Geist wahrer An⸗ dacht, und nimm dich unser an, damit wir während unseres ganzen Lebens und vorzüglich in dem fürchterlichen Augen⸗ blicke unseres Hinscheidens dich anrufen. Drei Ave Maria. Feiern wir nun mit innigster Andacht die Herrlichkeit Mariä, und von Trost erfüllet, im Himmel eine Fürsprecherin an ihr zu haben, vereinigen wir uns mit dem neunten Chore der Engel, sie zu preisen, sprechend: Hier betet man die lauretanische Litanei und alle folgenden Gebete wie am ersten Tage. VI. Aötheilung. Betrachtungen und Gebete auf die Feste der allerseligsten Jungfran Maria. Unterricht über das Fest der unbefleckten Empfängniß Maria. Damit du dies hohe Fest der jungfräulichen Gottesmutter desto würdiger und andächtiger feierst, ist es vor allem noth⸗ wendig, daß du so viel möglich klar und deutlich verstehest, was wir in der unbefleckten Empfängniß Mariä verehren. Hierauf läßt sich nichts besseres und geeigneteres antworten, als was Papst Alexander VII. in dem feierlichen Erlasse vom 8. Dezember 1661! hierüber sagt:„Die Gläubigen verehren 206 in der unbefleckten Empfängniß Mariä jene ganz besondere Gnade, wodurch Gott in Anbetracht der Verdienste Jesu Christi die Seele der seligsten Jungfrau von dem ersten Augenblicke ihrer Erschaffung und Vereinigung mit dem Leibe vor der Makel der Erbsünde rein bewahrt hat.“ Es besteht also ein großer Unterschied zwischen Maria und den andern Nachkommen Adams, indem alle andern mit der Makel der Erbsünde empfangen werden, und somit der heiligmachenden Gnade, die uns zu Kindern Gottes und Erben des Himmels macht, beraubt sind, bis sie dieselbe durch die heilige Taufe wieder erlangen. Da. durch hat Gott Mariä ein Vorrecht ertheilt und eine Gnade erwiesen, welche ihr allein zukommt. Denn der heilige Jo. hannes der Täufer wurde zwar wohl vor der Geburt gehei⸗ liget, aber nicht ohne Erbsünde empfangen, sondern erst vor der Geburt durch die Eingießung der heiligmachenden Gnade von der Erbsünde befreit; Maria aber wurde bei der Em· pfängniß schon vor der Erbsünde unbefleckt bewahrt. Und in der That ist dieses ausgezeichnete Vorrecht Mariä schon in ihrer unendlich erhabenen Würde, zu der sie von Ewigkeit her bestimmt war, nämlich die Mutter des menschgewordenen Sohnes Gottes zu sein, eingeschlossen, und folgt nothwendig aus derselben. Denn wie läßt sich mit dieser ihrer erhabenen Würde die Annahme vereinigen, daß sie auch nur einen Augenblick der Knechtschaft der Sünde unterworfen gewesen sei? Und dies würde doch der Fall gewesen sein, wenn ihre Seele nicht im ersten Augenblicke der Erschaffung und der Vereinigung mit dem Leibe durch eine besondere Ausnahme von Gott rein von jeder Makel der Erbsünde bewahrt wor— den wäre. Die Ueberzeugung von der unbefleckten Empfäng⸗ niß Mariens bewog auch die Gläubigen, diesen Vorzug der seligsten Gottes-Mutter mit besonderer Andacht zu feiern und zu verherrlichen. Die Kirche gab zu dieser uralten religiösen Feier ihre Zustimmung, und eben dadurch deutlich zu erken— nen, daß diese Verehrung Mariens mit ihrer Lehre überein. stimme; ja sie bestätigte sogar schon unter Papst Sixtus IV. das Fest, die Tagzeiten und die Messe zur Ehre der unbe⸗ fleckten Empfängniß Mariä. Die Bewilligung endlich, welche ——. EIEFI ———— 297 die Päpste in der letzten Zeit allen, die darum ansuchten, ertheilten, in den kirchlichen Tagzeiten und bei der Feier der heiligen Messe die Empfängniß der seligsten Jungfrau mit dem Worte: unbefleckt bezeichnen, und in der lauretani⸗ schen Litanei den Lobspruch: Königin, ohne Makel empfangen, beifügen zu dürfen, hat es zur vollen Ge⸗ wißheit erhoben, daß die katholische Kirche die Lehre von der unbefleckten Empfängniß Mariä bekenne. Jedoch war diese Lehre noch nicht durch einen feierlichen Ausspruch der Kirche als wirkliche Glaubenslehre erklärt. Eben dies aber war es, was die Gläubigen seit vielen Jahren und in den jüngsten Jahren noch mehr als je mit bemerkenswerther Zudringlichkeit wünschten und verlangten. In Folge dessen wendete sich das Oberhaupt der Kirche, Pius IX., mit Sendschreiben vom 2. Februar 1849 an alle katholischen Bischöfe, und forderte sie in demselben auf, ihr Gutachten über diesen Punkt abzu⸗ eben. Die Frucht dieses apostolischen Rundschreibens war, daß alle Bischöfe des Erdkreises einstimmig erklärten, daß sie die Lehre von der unbefleckten Empfängniß Mariä für wahr halten, und zugleich den heiligen Vater dringend er. suchten, daß er zur Erklärung dieses Vorzuges Mariä als Glaubenslehre schreiten möge. Um nun diesen allseitigen Bitten und Wünschen zu entsprechen, hat das sichtbare Ober⸗; haupt der Kirche am 1. August 1834 abermals seine Hirten⸗ stimme erhoben, und mit der Ausschreibung eines Zmonat⸗ lichen Jubiläums alle Gläubigen zugleich aufgefordert, für ihn um die Erleuchtung des heiligen Geistes eifrig zu bitten, um sobald als möglich bezüglich der unbefleckten Empfängniß Mariä das zu bestimmen, was zur größern Ehre Gottes und zum Lobe der seligsten Jungfrau gereiche. Zugleich hat der heilige Vater, um seine Mitbrüder bei der endgiltigen Ent⸗ scheidung dieser hochwichtigen Angelegenheit um sich zu sehen, viele Kirchenfürsten aus allen Theilen der katholischen Welt nach Rom eingeladen.— Und so hat denn endlich Papst Pius IX., nachdem die Lehre von der unbefleckten Empfäng⸗ niß Mariä in mehreren Sitzungen vorher aufs strengste ge⸗ prüft worden war, am 8. Dezember 1854, umgeben von beinahe 200 Kardinälen, Erzbischöfen und Bischöfen aus 298 allen Theilen der katholischen Welt und inmitten einer zahl⸗ losen Menge von Gläubigen, Priestern und Ordensmitgliedern, im ersten Tempel der Christenheit, in der St. Peterskirche nach dem Evangelium des Hochamtes feierlich ausgesprochen: Es ist ein Glaubensartikel, daß die allerseligste Jungfrau Maria von dem ersten Augenblicke der Empfängniß an durch ein Vorrecht und beson— dere Gnade Gottes in Kraft der Verdienste Jesu Christi bewahrt und beschützt worden ist vor jedem Flecken der Erbsünde, und wer diese fest⸗ gegründete Lehre nicht glaube, dessen Glaube habe Schiffbruch gelitten, wer sie läugne, sei ein Ketzer. Welches sind nun die Pflichten, die für jeden Katholiken aus diesem feierlichen Ausspruch der Kirche hervorgehen? Die erste Pflicht ist die Erweckung des Glaubens an die Wahr— heit der unbefleckten Empfängniß der seligsten Jungfrau.— Die Kirche ist, wie der Apostel Paulus sagt, die Säule und Grundveste der Wahrheit, und es ist einer der vorzüglichsten Artikel des katholischen Glaubens, daß sie bei der Entschei dung der Glaubenslehren immer vom Beistande des heiligen Geistes geleitet werde und daher in dieser Hinsicht nicht irren könne. Da uns nun die feierliche Entscheidung der Kirche über die unbefleckte Empfängniß Mariä bekannt ist, so sind wir streng verpflichtet, selbe für eine göttlich geoffen⸗ barte Lehre zu halten, und es wäre eine große Gottlosigkeit, an derselben auch nur im mindesten freiwillig zu zweifeln. Die zweite Pflicht ist, den innerlichen Glauben auch äußerlich zu bekennen, wenigstens so oft es die Nothwendig— keit erfordert, um nicht im Angesichte Anderer denselben zu verläugnen. Dies ist in unserer Zeit um so nothwendiger, je größer gerade jetzt die Zahl derjenigen ist, die nichts wissen, oder wenigstens sich stellen, nichts zu wissen von der Unfehl⸗ barkeit der Kirche, von dem wahren Begriffe der unbefleckten Empfängniß Mariä und von andern Glaubenswahrheiten, die daher gegen diese letzte feierliche Entscheidung der Kirche in Betreff der unbefleckten Empfängniß Mariä mit Trugschlussen, Schmähungen und Spötteleien losziehen. Hier ist also für 299 den wahren Katholiken eine schöne Gelegenheit, sich vor Gott Verdienste zu erwerben, indem er vor eines Jeden Angesicht seine Unterwürfigkeit gegen die Kirche bezeugt, und die Ohren vor den Reden der Schlechtgesinnten verschließt. Die dritte Pflicht ist, sich von Herzen zu freuen über die neue Herrlichkeit der seligsten Jungfrau.— Jeder Christ ist ja verbunden, der jungfräulichen Gottesmutter Hochschätz. ung, Dankbarkeit und Verehrung zu bezeigen, und jedes gute Kind muß sich ja erfreuen über die Verherrlichung seiner Mutter. Maria aber ist die Mutter aller Christen; wir können daher nicht genug frohlocken, daß nun im Angesichte des gan⸗ zen Erdkreises die Krone der Herrlichkeit, welche auf dem Haupte der seligsten Jungfrau glänzt, mit einem neuen kost · baren Edelsteine geschmückt worden durch die Entscheidung ihrer vor der Makel der Erbsünde bewahrten unbefleckten Empfängniß. Danke besonders an dem heutigen für Maria so ehren⸗ vollen Festtage der heiligsten Dreieinigkeit herzlich, daß sie in ihrer Allmacht, Weisheit und Liebe die allerseligste Gottes mutter vor dem allen Kindern Adams gemeinsamen Unglücke bewahrt, und ohne Makel der Erbsünde in dieses Leben ein⸗ geführt hat; wünsche Maria Glück, lobe und preise sie wegen der unvergleichlichen Reinigkeit, durch welche sie vom ersten Augenblick ihrer Empfängniß an der Gegenstand einer beson⸗ deren Liebe der allerheiligsten Dreieinigkeit war. Bete in dieser Absicht entweder die größern Tagzeiten zur Ehre der allerseligsten Jungfrau, oder doch jene zu Ehren ihrer unbefleckten Empfängniß. Vorzüglich aber mache heute den sesten Vorsatz, die Reinigkeit Mariä nachzuahmen. Wir sind zwar nicht wie Maria ohne Erbsünde empfangen und geboren worden; allein wir wurden doch bald nach unserer Geburt von derselben gereiniget durch die heilige Taufe, und erhielten die heiligmachende Gnade. Wenn wir also auch die Reinheit Mariä nicht erreichen können, so ahmen wir doch ihre Sorgfalt nach, mit welcher sie dieselbe bewahrt hat. Obschon keiner Neigung zum Bösen unterworfen und in der Gnade Gottes fest gegründet, hat sie dennoch ihre Sinne so emsig bewacht, und jede Gefahr und Gelegenheit, die ihr — zum Anstoß sein konnte, so fleißig gemieden. Versprich daher deiner reinsten Mutter besonders heute, ihrer Sorgfalt in Bewahrung der Reinigkeit getreu nachzufolgen. Hast du das Gelübde der Reinigkeit abgelegt, so erneuere es an diesem Festtage, wenn es dir dein Beichtvater erlaubt; empfehle dich in Betreff dieser so schönen englischen Tugend heute und die ganze Oktave hindurch öfter unter Tags dem mächtigen Schutze der allerreinsten, allerkeuschesten Mutter, der Königin der Jungfrauen, und bitte sie, dir die Gnade zu erwerben, daß das Wort ihres Sohnes sich an dir erfüllen moͤge: Selig, die eines reinen Herzens sind; denn sie werden Gott anschauen. Gebet. Heiligste Dreifaltigkeit! ich danke dir in Vereinigung mit allen Engeln und Heiligen, daß du die allerseligste Jungfrau Maria von dem ersten Augenblick ihrer Empfäng⸗ niß an durch eine besondere Gnade vor jedem Flecken der Erbsünde bewahret hast. Ewiger Vater! gepriesen sei immerdar deine Allmacht, welche deinem Sohne eine so würdige Mutter in der Jungfrau Maria erschaffen hat. Eingeborner Sohn des Vaters! gepriesen sei immerdar deine unendliche Weisheit, welche dir in Maria eine so heilige Wohnung bereitet hat. Heiliger Geist! gepriesen sei immer⸗ dar deine Liebe, welche Maria mit so herrlichen Gaben geziert hat.— O Maria, du unvergleichliche Jungfrau und Mutter! wo kann ich Worte finden, um deine unbe— schreibliche Reinheit gebührend zu loben und zu preisen? Wie freuet es mich, eine so schöne, ganz makellose Mutter zu haben! O heilige, unbefleckte Jungfrau! sieh' heute vom Throne deiner unaussprechlichen Glorie auf mich armen Sünder herab, der ich den Glanz deiner mit ewigem Ruhme gekrönten unbefleckten Empfängniß in Demuth verehre. O meine liebe Mutter! wie tief fühle ich mich 30¹ beschämt, wenn ich heute zu dir aufblicke, und mein sünden⸗ volles Leben mit deinem reinen unbefleckten Wandel ver⸗ gleiche! Ich habe, obgleich nicht bei der Empfängniß, doch bei der heiligen Taufe die heiligmachende Gnade erhalten; aber wie oft habe ich seitdem dies himmlische Gewand ver⸗ unreiniget mit bösen Gedanken und Begierden, Worten und Werken! O du reinste, allzeit unbefleckte Jungfrau! ich verabscheue und bereue meine Sünden vor Gott und vor dir; erwirb mir durch deine Fürbitte Verzeihung derselben, und zugleich die Gnade, jede, auch die geringste Sünde wider die englische Tugend der Reinigkeit sorgfältigst zu meiden. Hilf mir, besonders wenn der Versucher sich mir naht, um meine Seele mit bösen Gedanken und Begierden zu beflecken. Erbitte mir die Gnade, daß ich, um die Reinigkeit unverletzt zu erhalten, nach deinem Beispiele die Zurückgezogenheit liebe, meine Sinne bezähme, und jede Gefahr und Gelegenheit, die mich zur Sünde reizen könnte, schon von weitem fliehe. O reinste Mutter! durch deine unbefleckte Empfängniß bitte ich dich, verlasse mich nicht, so lange du mich nicht bei dir im Himmel siehst. Amen. Gebet vom heiligen Alphons Liguori. O meine unbefleckte Königin Maria! ich freue mich mit dir, daß dich Gott mit so großer Reinigkeit geziert hat. Ich danke meinem Schöpfer und nehme mir vor, dies immer zu thun, weil er dich von aller Sündenmakel befreit hat. Ich bin fest überzeugt von der Wahrheit deiner unbefleckten Empfängniß und bin bereit, sogar mein Blut zu vergießen, wenn es nothwendig wäre, um diesen großen und außerordentlichen Vorzug deiner unbefleckten Empfäng⸗ 302 niß, womit Gott dich begnadiget hat, zu vertheidigen. Ich wünschte, daß die ganze Welt dich kennen und preisen möchte, als jenes schöne Morgenroth, welches immer mit dem göttlichen Lichte geziert war; als jene auserwählte Arche des Heils, welche vor dem allgemeinen Schiffbruch der Sünde bewahrt blieb; als jene vollkommene und un— befleckte Taube, für welche dein göttlicher Bräutigam selbst dich erklärte; als jenen verschlossenen Garten, welcher der Lieblingsaufenthalt Gottes ist; als jene versiegelte Quelle, zu welcher der böse Feind nie den Eingang fand, um sie zu trüben; ich wünschte, daß die ganze Welt dich kennen möchte, als jene weiße Lilie, welche zwischen den Dörnern, nämlich den Kindern Adams, wächst, welche alle von der Sünde befleckt, in der Feindschaft Gottes geboren werden, indeß du allein ganz rein, ganz heilig, auf's innigste von deinem Schöpfer geliebt, geboren wurdest. Laß mich dich also loben, gleichwie dein Gott dich selbst lobte mit den Worten:„Du bist ganz schön, und es ist keine Makel an dir!“ o reinste Taube! die du ganz heilig, ganz schön, die du immer eine Freundin deines Gottes gewesen bist. O meine süßeste, unbefleckte Jung⸗ frau Maria! blicke mit deinen barmherzigen Augen auf die schrecklichen Wunden meiner armen Seele. Erlange mir bei deinem göttlichen Sohne die Verzeihung meiner Sün⸗ den und ändere mein armes Herz um durch deine Lieb— lichkeit. Du weißt es, daß ich nach Gott alle meine Hoffnung auf dich gesetzt habe. O meine liebe Mutter! verlasse mich nicht. Stehe mir bei durch deine Fürbitte; so lange ich lebe, daß ich meine Seele vor jeder Sünde, vornehmlich vor jeder schweren Sünde rein bewahre; stehe mir aber besonders bei in der Todesstunde, damit ich von jeder Makel der Sünde gereiniget dich die ganze Ewigkeit hindurch im Himmel lieben könne. Amen. ——.—v———— —.— Fünf Gebete zur unbefleckten Jungfrau und Mutter Gottes Maria um verschiedene Gnaden. 1. Um die Gnade der Andacht zur Mutter Gottes Maria. O Maria, Mutter unseres Erlösers Jesu Christi! o meine liebe Mutter! kann ich leben, ohne dich zu lieben? Nein, nein, rufe ich mit einem deiner eifrigen Verehrer dir zu, ich finde keine Ruhe, bevor ich nicht eine zärtliche Liebe zu dir trage. Wie viele Millionen Engel und Heilige lieben und loben dich ohne Unterlaß im Himmel! wie viele glückliche Herzen glühen auf Erden von Liebe zu dir! O unbefleckte Jungfrau, o Maria, meine Mutter! gib, daß ich dich kindlich liebe, stets an dich denke, dich ehre, und deine Ehre auch bei Andern zu befördern suche. Ja, Maria, dich stets zu lieben, ist der Wunsch meines Herzens. O Maria! ohne Makel empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen. Amen. 2. Um die Gnade der Bekehrung. O Maria, du auserwählte, aus dem allgemeinen Verderben der Sünde gerettete Arche des Heils! Mutter unsers Herrn Jesu Christi, sichere Zufluchtsstätte aller armen Sünder! würdige dich, uns mit deinen barmher⸗ zigen Augen anzusehen, damit wir das Leben finden. O unsere Frau! die du die Herzen hinreißest, entziehe uns der Sünde, und führe uns zu Jesus, deinem Sohne zu⸗ rück. Bitte für uns, und Jesus wird uns verzeihen. Wir sind große Sünder und bedürfen einer großen Barm⸗ herzigkeit; doch du bist ja die Mutter der Barmherzigkeit und Fürsprecherin der Sünder bei Jesus; sprich daher nur 30⁴4 ein Wort zu deinem Sohne, sage ihm, daß du unser Heil wünschest, und wir werden es finden. O unsere Mitt⸗ lerin! mag unsere Sache auch noch so schwierig und ver— zweifelt scheinen, nimmst du sie auf dich, so kann sie nicht verloren gehen. Steigt unser Elend, so steigt auch unser Vertrauen auf dich, statt schwächer zu werden, weil wir wissen, daß dein Mitleiden in dem Maße zunimmt, als sich unsere Sünden mehren. Schwere Schuld drücket uns darnieder; allein du bist voll der Güte, gieße daher einige jener hellleuchtenden Strahlen aus, welche die Finsternisse unsers Verstandes zu erleuchten, und die Unempfindlichkeit unsers Herzens zu besiegen vermögen. O Maria! benütze diese Gelegenheit, der süßesten Neigung deines Herzens zu folgen, bitte um Barmherzigkeit für alle Sünder. Nimm dich um ihre Bekehrung an; wir fürchten uns nicht, und dürfen uns nicht fürchten, wenn wir uns an dich wenden, jede Furcht wäre eine Beleidigung deiner mitleidsvollen Güte, die so gerne Unglückliche aufsucht, um ihnen zu helfen. O Maria! ohne Makel empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen. Amen. 3. Um die Gnade des Eifers. O Maria, du von dem göttlichen Lichte der Sonne der Gerechtigkeit widerstrahlende Morgenröthe! Mutter der heiligen Liebe, deren Herz stets von dem heftigsten Feuer der Liebe Gottes brannte; o unsere Frau, die du die Herzen hinreißest, sieh' mit den Augen deines süßen Mitleidens unsere Kälte und unsere Lauigkeit an, und er⸗ wecke uns aus unserem gefährlichen Schlafe; gieße über unsern Geist jene Lichtstrahlen aus, vermittelst welcher wir die unendlichen Vollkommenheiten Gottes erkennen; ziehe uns zu ihm; feßle uns mit so engen Banden an Jesus, 30⁵ daß uns künftig nichts mehr von seiner Liebe zu trennen vermöge. Mächtige Mutter des Herrn, sprich; dein Sohn erhört dich.(St. Bernard.) Alles, um was du ihn bitten wirst, wird er dir gewähren; bitte ihn also für uns um einige Funken jener göttlichen Liebe, die er auf die Erde zu bringen gekommen ist. O Maria! ohne Makel empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen. Amen. 4. Um die Gnade der Beharrlichkeit. O Maria! verschlossener Garten, dessen Blü⸗ then und Früchte das Wohlgefallen der allerheiligsten Dreifaltigkeit wurden; blendend weiße Lilie mitten unter den Dornen; Spiegel der Gerechtigkeit, o unsere Frau, die du die Herzen hinreißest, ziehe uns hin zu dir, daß wir dem süßen Dufte deiner Wohlgerüche folgen. Wir bitten dich nicht um Reichthum, nicht um Ehrenstellen, auch nicht um die übrigen Güter der Erde, sondern nur um die Gnade, daß uns deine mitleidige Hand halte in⸗ mitten der Kämpfe, und uns führe auf dem Wege der Vollkommenheit. O Maria, unsere Mutter und unser Vorbild! bewege unsere Herzen zur Nachahmung deiner wunderbaren Tugenden, und besonders derjenigen, welche Jesus mit vollem Rechte von uns erwartet. Ach, gieße mit der Freigebigkeit deines mitleidvollen Herzens die Strahlen des übernatürlichen Lichtes über uns aus, damit wir, die Erhabenheit unseres Standes als Christen er— kennend und mit der heiligen Salbung der Gnade erfüllt, alle Mittel gebrauchen, die uns in der heiligen katholischen Kirche so reichlich dargeboten werden, um zu unserm letzten Ziele zu gelangen. Mit der Bitte um diese Gnaden zur Vollkommenheit und um die kostbare Gabe der Beharr— lichkeit vereinigen wir so gerne den für dich so glorreichen Mar. Gebetb. 20 und für das Herz deiner Kinder, so trostvollen Ruf: O Maria, ohne Makel empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen. Amen. 5. Um eine glückselige Sterbstunde. O liebreichste Mutter Maria! die du neben dem Kreuze deines göttlichen Sohnes standest, als er auf dem Calvarienberge seine heiligste Seele aushauchte, ach bitte, für uns arme Sünder jetzt und in der Stunde unsers Absterbens! Wann wird der Tag meines letzten Kampfes mit der Hölle anbrechen? Ich weiß es nicht— o meine Mutter; gieße aber heute noch die Fülle jener Gnaden über mich aus, die ich nothwendig habe, um mich zu einem glückseligen Tode wür⸗ dig vorbereiten zu können. O Maria! stehe mir bei in der Stunde des Todes; bitte du dann für mich, weil ich vielleicht selbst nicht mehr bitten kann! Bitte für meine Seele, die deinem göttlichen Sohn so vieles gekostet, und dir selbst so viele Schmerzen, Thränen und Kümmernisse verursachf hat! Getreue Jungfrau! zeige vorzüglich dazumal“ daß du meine Mutter bist; sei meine Fürsprecherin in dem schrecklichen Augenblicke, wo sich alle meine im Leben begangenen Sünden und Fehler gegen mich erheben werden, um mich zu verdammen und zur Verzweiflung zu bringen; damals bedarf ich deiner barm⸗ herzigen Hilfe am meisten; damals stehe mir kräftig bei! Himmel und Erde wissen, daß diejenigen nicht zu Grunde gehen können, die du in deinen mächtigen Schutz nimmst; beschütze mich daher, o Maria, voll der Güte. Ich em— pfehle meinen Leib mit allen seinen Sinnen, meine Seele mit allen ihren Gedanken und Empfindungen in den Schoß deiner mütterlichen Zärtlichkeit. Ach! vielleicht vergessen und verlassen mich dazumal alle Geschöpfe und selbst meine —— 9 Freunde; o Maria! vergiß und verlaß nur du mich nicht; gib du selbst mir in den Sinn, dich oft mit Herz und Mund anzurufen. Erwirb mir die Gnade, noch mit dem letzten Lebenshauche den heiligsten Namen deines göttlichen Sohnes, jenen deines keuschen Bräutigams, und deinen eigenen, o zärtliche Mutter! andächtig und vertrauensvoll auszusprechen. Pforte und Königin des Himmels, Jungfrau der Milde! ich versenke mich in dein makelloses, heiliges Herz; führe mich in jenes unsers Herrn Jesu ein; geleite mich zum Himmel! O Maria, ohne Makel empfangen, bitte für uns, die wir zu dir un⸗ sere Zuflucht nehmen. Amen. Tagzeiten von der unbefleckten Empfängniß der seligsten Jung⸗ frau und Mutter Gottes Maria. Zur Mette. Eröffne dich mein Mund, Und mach' das Lob der reinsten Jungfrau kund. V. Erhör', Maria! jetzt mein Flehen, N. Und eil' mir Armen beizustehen. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, so wie sie war im Anfange, jetzt und allzeit und zu ewigen Zeiten. Amen. Lobgesang. Maria, Himmelskönigin! Die du der ganzen Welt Zugleich als große Herrscherin Vom Herrn bist aufgestellt. 20* 308 Sei uns, dem Morgensterne gleich, Der Jungfrau'n Kron' gegrüßt; Gegrüßt, die du vor Allen reich An Gottes Gnaden bist. Dir, Jungfrau! ward von ewig schon Des heiligen Geistes Braut, Der eingeborne Gottessohn Vom Vater anvertraut. Du Mächtigste der Frauen du! Sieh', wir sind schwaches Schilf; O eile uns vom Throne zu Mit deiner Gnadenhilf! V. Der Herr erwählte sie und bestimmte sie vor Allen für sich. RI. Er versetzte sie in seine Wohnung, und verschaffte ihr allda ihren Aufenthalt. V. Nimm mein Gebet unter deinen Schutz, R. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. Heiligste Maria, du Himmelskönigin! Mutter unsers Herrn Jesu Christi und Herrscherin der Erde, die du Niemand verlassest, und Niemand verschmähest; sieh' mich gnädig an mit deinen barmherzigen Augen, und erflehe mir von deinem geliebten Sohne die Verzeihung aller meiner Sünden; erlange mir, indem ich deine unbefleckte Empfäng⸗ niß verehre, die Reinigkeit der Seele und des Leibes und dermaleinst den Eintritt in das Land der ewigen Glück⸗ seligkeit. Dieses verleihe mir dein Sohn Jesus Christus, den du als Jungfrau geboren hast, und der mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. —— Zur Prim. R. Erhör' Maria! jetzt mein Flehen, R. Und eil' mir Armen beizustehen. Ehre sei dem Vater u. s. w. wie oben. Lobgesang. Du weise Jungfrau, sei gegrüßt, Von aller Sünd' befreit, Die du zum reinsten Tempel bist Von Gott selbst eingeweiht. Die Engel unterwerfen sich Dir, ihrer Königin; Die Heiligen erkennen dich Als ihre Leiterin. Hier trotzt mit aller Sicherheit üte Auf deine Hilf und Wehr Die sieggewohnte Christenheit Dem ganzen Höllenheer. Sei, Lebensquelle! uns gegrüßt, Du, der die Ehr' gebührt, Daß du die Gnadenpforte bist, Die uns zum Himmel führt. r V. Er hat sie im heiligen Geiste erschaffen, du RI. Und über alle Werke erhöht. ich V. Nimm mein Gebet unter deinen Schutz, he RI. Und laß mein Rufen zu dir kommen. ⸗ Gebet. d Heiligste Maria! u. s. w. wie oben. ö Zur Terz. 10 N. Erhör', Maria! jetzt mein Flehen, 16 R. Und eil' mir Armen beizustehen. Ehre sei dem Vater u. s. w. 310 Lobgesang. Dem Dornbusch, der nicht verbrannt, Dem Stab des Aaron, Dem Honigseim, den Samson fand, Dem Thron des Salomon, Dem Wunderfell des Gedeon, Der Arch im alten Bund, Dem Regenbogen lagst du schon Als Urbild selbst zum Grund. Du solltest schön und makellos Als Gottesmutter sein; D'rum warst du schon im Mutterschoß Ganz heilig und ganz rein.“ Als Jungfrau und Gebärerin Ganz von der Erbsünd frei, Legt dir der Kirche wahrer Sinn Die Unbeflecktheit bei. V. Ich wohne über alle Höhe erhaben, RI. Und mein Thron ist durch eine Säule von Wol⸗ ken gestützt. V. Nimm mein Gebet unter deinen Schutz, RI. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. Heiligste Maria u. s. w. wie oben. Zur Sext. V. Erhör' Maria! jetzt mein Flehen, RI. Und eil' mir Armen beizustehen. Ehre sei dem Vater u. s. w. Lobgesang. Sei, Jungfrau, Mutter, uns gegrüßt! Sitz der Dreieinigkeit! 31¹1 Die du der Engel Freude bist, Gefäß der Reinigkeit! Du süßer Trost der Trauernden, Du Spiegel der Geduld, Du Inbegriff der Tugenden, Voll Anmuth und voll Huld! Der Stoff von deinem reinsten Leib War selbst von Gott geweiht, Und von dem Fluch, der einst das Weib Getroffen hat, befreit. Der Gnaden Fülle war in dir, Wie jede Gottesgab; Darum, o Mutter! flehen wir: Sieh mild auf uns herab. V. Wie eine Lilie unter den Dornen, RI. Glänzt meine Freundin unter den Töchtern Adams. V. Nimm mein Gebet unter deinen Schutz, R. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. Heiligste Maria! u. s. w. Zur Non. V. Erhör', Maria, jetzt mein Flehen, RI. Und eil' mir Armen beizustehen. Ehre sei dem Vater u. s. w. Lobgesang. Du starke Judith, sei gegrüßt! Die ganze Höllenmacht Und selbst der alte Drache ist In Fesseln nun gebracht. Du treibst der Mörderschlange Haß Im ersten Augenblick Durch deiner Liebe Uebermaß Als Siegerin zurück. S Heiligste Maria! u. s. w. wie oben. à. RI. Und eil' mir Armen beizustehen. Ehre sei dem Vater u. s. w. 312 a Vielmehr, als man die Pflegerin Des David, Abisag, Und Rachel, die Gebärerin Des Joseph, preisen mag: Sie trug ein Kind der Sterblichkeit, Aegyptens Retter nur; Du den, der alle Welt befreit, Den Herrscher der Natur. „Du bist ganz schön, meine Freundin, Und unbefleckt von deinem Ursprunge an. Nimm mein Gebet unter deinen Schutz, Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. Zur Vesper. Erhör', Maria! jetzt mein Flehen, Lobgesang. Die Sonne ging einst wunderlich Am Firmament zurück; Das Wort ward Fleisch; so ward durch dich Vollendet unser Glück. Zerschmettert ist der Schlange Haupt, Vor allen Engeln steht Der Mensch, wer hätte das geglaubt? Als Gottes Kind erhöht. Sei, reinste Lilie! sei gegrüßt; Dir weicht des Mondes Licht, Die Sonne selbst, so hell sie ist, Hat deine Klarheit nicht. Du hast in's holde Paradies, Der Menschen Vaterland, 313 Das uns die erste Sünd' entriß, Den Weg zurückgebahnt. V. Ich habe ein unauslöschbares Licht am Himmel angezündet, R. Und die Erde hüllte ich wie in einen Nebel ein. V. Nimm mein Gebet unter deinen Schutz, R. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. Heiligste Maria! u. s. w. wie oben. Zur Komplet. V. Erfleh' uns Gnade, Mutter der Barmherzigkeit! RI. Versöhn' uns mit der göttlichen Gerechtigkeit. V. Erhör', Maria! jetzt mein Flehen, R. Und eil' mir Armen beizustehen. Ehre sei dem Vater u. s. w. Lobgesang. Sei, Jungfrau! mit der Sternenkron, Du Reinste, sei gegrüßt! Die du herab von deinem Thron Voll Milde auf uns siehst, Die du als Unbefleckte weit Vor allen Engeln gehst, Und selbst im goldgeschmückten Kleid Dem Herrn zur Rechten stehst. Du stellest die Gewissensruh' Dem Sünder wieder her. Wer zu dir ruft, den rettest du Vom Schiffbruch auf dem Meer. Du sollst selbst an des Grabes Rand Noch unsere Hoffnung sein; Dort, Mutter! reich' uns deine Hand, Und laß uns nicht allein. —.— V. Dein Name, Maria! ist wie ausgegossenes Oel, KI. Deine Diener lieben dich über alle Maßen. . Nimm mein Gebet unter deinen Schutz, RI, Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. Heiligste Maria! u. s. w. wie oben. Letzte Anempfehlung. Nimm dieses unser heißes Fleh'n Barmherzigste! mit Milde auf, Und säume nicht, uns beizusteh'n In unserm schweren Pilgerlauf. Einst in des Lebens letzten Stunden Versüße uns die Todespein; Ist Tod und Satan überwunden, So führ' uns froh im Himmel ein. V. In deiner Empfängniß, o Jungfrau! bist du ohne Makel gewesen. R. Bitt für uns den Vater, dessen Sohn du ge⸗ boren hast. Gebet. O Gott, der du durch die unbefleckte Empfängniß der seligsten Jungfrau Maria deinem Sohne eine würdige Wohnung vorbereitet hast; wir bitten dich, daß du, gleich— wie du sie durch den vorgesehenen Tod ihres Sohnes vor aller Sünde bewahret hast, auch uns auf ihre Fürbitte mit reinem Herzen zu dir wollest gelangen lassen. Wir bitten dich um diese Gnade durch Jesum Christum deinen Sohn, welcher mit dir gleicher Gott lebet und regieret in Einigkeit mit dem heiligen Geiste durch die ganze Ewigkeit. Amen. Die göttliche Gnade des heiligen Geistes sei und bleibe bei uns allezeit. Amen. el 31⁵ Fest der Reinigung Mariä. Das Andenken an die Reinigung Mariä war den heili⸗ gen Vätern und sämmtlichen Christen unter dem Namen der Entgegenkunft des Herrn schon längst heilig. Papst Sergius hat die Feier desselben durch die Prozession, die man an diesem Tage mit geweihten Kerzen vornimmt, vermehrt. Die Kirche führt uns an demselben die Reinigung Mariä und die Opferung des Kindes Jesu in's Gedächtniß zurück.„Diese doppelte Erinnerung soll unsere Freude und Andacht verdop- peln, indem wir den Sohn und die Mutter durch die näm⸗ liche Feierlichkeit verehren,“ sagt der heilige Thomas von Villanova. Nach dem heiligen Sophronius nehmen wir da— bei brennende Kerzen in die Hand, theils, um denjenigen da⸗ durch zu ehren, der als das ewige Licht die schädlichen Fin⸗ sternisse des Geistes zerstreut und mit dem Schimmer seiner Gottheit Alles erleuchtet; theils, um den reinen Glanz unserer Seele, womit wir Christus entgegen kommen sollen, dadurch anzudeuten. Bitte heute Gott um die Gnade, alle seine Ge⸗ bote und die Gebote seiner Braut, der Kirche, getreu zu er. füllen; opfere dich und die Deinigen ihm auf; nimm dir mittelst seiner Gnade vor, besonders zu dieser Zeit jede Sünde ge⸗ gen die Mäßigkeit im Essen und Trinken und gegen die Rei⸗ nigkeit zu vermeiden; denn du würdest dadurch das Herz Jesu und Mariä wie mit einem Schwerte durchbohren. Ver, wende etwas von deinem Gelde zur Ehre Gottes und Mariä oder für einen Armen; thue manches, wozu du eben nicht strenge verbunden bist, weil auch die seligste Jungfrau mehr that, als sie schuldig war. Unterlaß kein gutes Werk aus Menschenfurcht. Laß nach der Lehre Jesu dein Licht leuchten vor den Menschen, damit sie deine guten Werke sehen, und den himmlischen Vater preisen. Beim Anblicke eines Lichtes bitte Gott, er möchte dein Herz mit seiner Liebe entzünden, und einst sowohl dir als allen abgestorbenen Christgläubigen das ewige Licht leuchten lassen. Begleitest du bie Prozession, die mit brennenden Kerzen gehalten wird, so denke dabei, wie Jesus, das Licht der Welt, von seinen heiligen Eltern in den Tempel getragen worden ist, und bitte demüthig, daß du durch 316 genaue Befolgung seiner lichtvollen Lehre auf die Fürsprache Mariä und Josephs, Simeons und Anna, nach dieser zeit⸗ lichen Pilgerschaft in die Gesellschaft der Heiligen aufgenom— men werdest. Empfiehl dich Mariä, daß sie dir beistehe in jenem wichtigen Augenblicke, in welchem man dir vor deinem Hinscheiden aus dieser Welt das geweihte Licht in die Hände geben und zu Gott beten wird, daß deine Augen erleuchtet werden, damit du nicht in die ewige Finsterniß kommst, son. dern des ewigen Lichtes, der ewig seligen Anschauung Gottes theilhaftig werdest. Betrachtung für das Fest der Reinigung Mariä und der Darstellung Jesu im Tempel. 1. Nachdem die Zeit gekommen, daß Maria, um das Gesetz zu erfüllen, sich zur Reinigung in den Tempel begeben sollte, um daselbst zugleich ihren Jesus dem himmlisch en Vater aufzuopfern, so begab sie sich mit dem heiligen Joseph auf die Reise nach Jerusalem. Der heilige Joseph nahm die zwei Turteltauben, die sie opfern mußten, und Maria nahm ihr liebes Kind; sie trug das Lamm Gottes, um es als ein Vor⸗ bild jenes Opfers darzubringen, welches derselbe Sohn dereinst am Kreuze vollenden sollte. O mein Gott! ich bringe mich selbst dir heute zum Opfer dar, in Vereinigung mit dem unendlich kostbaren Opfer, welches Maria dir heute dargebracht hat; ich opfere dir deinen menschgewordenen Sohn auf, und bitte dich, du wollest mir um seiner Verdienste willen deine Gnade ver⸗ leihen. Ich verdiene dieselbe zwar nicht; aber Jesus hat sich ja selbst dir zum Opfer darbringen wollen, um sie mir zu erlangen. Erbarme dich also meiner aus Liebe zu Jesus. 2. Sieh, geliebte Seele, wie Maria in den Tempel tritt, wie sie ihren Sohn für alle Menschen zum Opfer dar⸗ bringt. Jesus selbst opfert sich heute dem ewigen Vater auf. Sieh, mein Vater ruft er aus, sieh', ich opfere dir mein Le⸗ ben auf; du hast mich in die Welt geschickt, damit ich die BS* en ter uuf vei 317 Welt selig mache; sieh, ich opfere dir mein Blut, mein Leben, Alles opfere ich dir auf für das Heil der Welt. O wie elend stände es um mich, wenn du, mein ge⸗ liebter Heiland, der göttlichen Gerechtigkeit nicht für mich genuggethan hättest! Ich danke dir dafür von ganzem Herzen, und liebe dich aus allen meinen Kräften. Wen wollte ich auch lieben, wenn ich dich nicht liebte, dich, einen Gott, der sein Leben für mich aufgeopfert hat? 3. Das Opfer Jesu Christi war Gott angenehmer, als wenn alle Menschen und Engel ihm ihr Leben dargebracht hätten, und dies deshalb, weil durch dies einzige Opfer Jesu Christi dem ewigen Vater eine unendliche Ehre und eine un: endliche Genugthuung dargebracht wurde.— Jesus Christus sprach eines Tages zur seligen Angela von Foligni: Ich habe mich für dich meinen Vater aufgeopfert, damit auch du dich mir ganz zum Opfer bringest. Gebet. Ja, mein Jesus! nachdem du dem ewigen Vater dein Leben für mich dargebracht hast, so will auch ich dir mein Leben und mich selbst zum Opfer darbringen. Früher habe ich dich durch so großen Undank beleidiget; aber, o mein Jesus! du hast versprochen, die Beleidigungen eines Sün⸗ ders, der dieselben bereut, zu vergessen. Sieh' ich bereue dieselben, und möchte vor Schmerz darüber sterben. Durch meine Sünden habe ich verdient, zur Zahl der Todten ge⸗ rechnet zu werden; aber jetzt, da ich meine Sünden herz⸗ lich bereue und ernstlich entschlossen bin, dich freiwillig nicht mehr zu beleidigen, hoffe ich von deiner unendlichen Barm⸗ herzigkeit, daß du mir das Leben der Gnade wieder ge⸗ geben hast; ja ich hoffe, daß ich mein ganzes Leben hindurch dich lieben werde, o unendliches Gut! Mache, daß ich dich liebe, o mein Jesus! das ist alles, was ich von dir ver⸗ lange. Gib die Güter dieser Erde dem, der sie wünscht; 318 ich wüusche nichts anders, als den überaus großen Schatz deiner Liebe. Mein Jesus! du allein genügst mir. Und du, o allzeit unbefleckte Jungfrau und Mutter meines Heilandes, Maria! die du dich heute einem demü— thigenden Gesetze, das nur gewöhnlichen Müttern galt, so willig und genau unterzogen hast, welch' ein Beispiel der Demuth und des Gehorsams gibst du mir am heutigen Tage! Ach, wie oft habe ich mich aus eitler Menschen⸗ furcht geschämt, oder einzig von Trägheit abhalten lassen, das Haus Gottes zu besuchen, dem heiligen Opfer und Worte Gottes beizuwohnen, und die Gnadenmittel der Kirche zu gebrauchen, und mich vielleicht selbst dann ab⸗ halten lassen, wenn der Kirchenbesuch meine strenge Christen⸗ pflicht war. O ich bereue in tiefer Beschämung meine strafbaren Versäumnisse, und nehme mir ernstlich vor, deinem Beispiele, o gehorsamste Mutter meines Herrn! künftighin besser nachzufolgen. Erlange mir dazu die nöthige Gnadenstärke bei Jesus, deinem Sohne, welcher die Mutter nie eine Bitte vergeblich thun läßt. Amen. Gebet vom heiligen Alphons Liguori. O heilige Mutter Gottes, meine liebe Mutter Maria! Du hast so großen Antheil an meiner Seligkeit genommen, daß du sogar den geliebtesten Gegenstand deines Herzens, deinen geliebten Jesus, zum Opfer am Kreuze hast dar— bringen wollen. Wenn du also so sehr mein Heil wünschest, so geziemt es sich auch, daß ich nach Gott alle meine Hoff⸗ nung auf dich setze. Sieh', hochgebenedeite Jungfrau Maria! auf dich setze ich all mein Vertrauen. Um der Verdienste willen, die du heute durch das große Opfer deines Sohnes, welches du Gott dargebracht, erworben hast, bitte 319 ich dich, du wollest dich meiner armen Seele erbarmen, für welche dies unschuldige Lamm, dein Jesus, am Kreuze hat sterben wollen. Auch ich, o meine Königin! möchte heute, gleichwie du, mein armes Herz Gott aufopfern; aber ich fürchte, er möchte sich weigern, es anzunehmen, wenn er es so von Sünden befleckt und entstellt erblickt. Doch ich weiß, daß er alles, was deine reinsten Hände ihm darbringen, mit Wohlgefallen annehme. Mit all' meinem Elend bringe ich mich also heute dir dar, o Maria! Bringe mich, als ob ich dir ganz als Eigenthum angehörte, dem ewigen Vater und deinem göttlichen Sohne Jesus zum Opfer, und bitte Gott, daß er aus Liebe zu dir mich als sein Eigenthum annehmen wolle. Sage ihm, daß ich dein Verehrer bin; sage ihm, daß ich nächst Gott alle meine Hoffnung auf dich gesetzt habe; sage ihm nur, daß du meine Seligkeit wünschest; denn er kann deine Bitten nicht unerhört lassen. Amen. Fest der Verkündigung Mariä. zung Dies ist der glückliche Tag, nach welchem die Altväter sich so sehr gesehnt haben, nach welchem die ganze Welt so lange geseufzt hat. Heute ist das ewige Wort Fleisch, der Sohn Gottes Mensch geworden. An diesem Tage erinnerte man sich schon vor vielen Jahrhunderten nicht nur an die Verkündigung Mariä, sondern auch an die mit derselben so enge verbundene Menschwerdung Jesu Christi. Papst Bene⸗ dikt XIV. schließt seine Erklärung dieses Festes mit den Wor⸗ ten der Verfasser der Geschichten der Heiligen, und führt sie also an:„Dieses Fest ist schon so alt, daß man gottselig denken kann, der Ursprung desselben müsse von dem zartesten Dankgefühle der jungfräulichen Gottesgebärerin selbst hergeholt werden, indem sich nicht zweifeln läßt, sie werde sich jährlich mit besonderer Ehrerbietung und inbrünstiger Andacht jener göttlichen Wohlthaten erinnert haben, die ihr und dem ganzen 3²2⁰ Menschengeschlechte an diesem Tage dadurch ist erwiesen wor⸗ den, daß das Wort in ihrem jungfräulichen Leibe Fleisch, und sie mittelst ihrer Einwilligung in den Vortrag des Engels Mutter Gottes ward. Die Apostel, als sie diesen überaus gottseligen Gebrauch, dem Allmächtigen am gemeldeten Tage Dank ab— zustatten, an der heiligsten Gottesgebärerin wahrgenommen hatten, hielten es für ihre Pflicht, denselben nachzuahmen; daher sie ihn denn auch sowohl selbst beobachteten, als auch zu beobachten befahlen. Gewiß der Regel zu Folge, deren sich der heilige Augustin bedient, glaubt man mit allem Rechte was die ganze Kirche hält, und durch keinen Kirchen. rath eingesetzt, sondern allezeit beibehalten wurde, sei nur durch das Ansehen der Apostel mündlich übergeben worden. Was Maria insbesondere betrifft, so wird sie heute zur Mut⸗ ter Gottes gewählt; sie will aber lieber eine Jungfrau bleiben worauf ihr bedeutet wird, durch übernatürliche Kraft könne Beides beisammen stehen. So ist sie denn Gottes Mutter geworden, und doch Jungfrau verblieben.“ Dies ist der kurze Inbegriff der Verkündigung Mariä, in so weit er sie selbst betrifft.— Um dieses Fest auf eine Gott dem Herrn und Maria besonders wohlgefällige Weise zu feiern, fasse heute den festen Vorsatz, nach dem Beispiele Mariä die Einsamkeit und das Gebet vorzüglich zu lieben. Maria nannte sich eine Magd des Herrn; widme auch du dich auf's neue dem Dienste Gottes und Mariä. Grüße sie unter Tags öfter mit dem Gruße des Engels; bete die lauretanische Litanei, um durch die Fürbitte Mariä die Demuth zu erlangen. Denke dabei besonders über die Worte nach: Du wunderbare Mutter! Verrichte mit besonderer Aufmerksamkeit Morgens, Mittags und Abends das Gebet, welches mit den Worten anfängt: Der Engel des Herrn brachte Mariä die Botschaft u. s. w. Sei dabei vorzüglich auf die Worte aufmerksam: Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.— Papst Benedikt XIII. hat denjenigen, welche dieses Gebet bei dem Glockenzeichen kniend, am Samstag Abends aber und am Sonntage und die ganze österliche Zeit stehend beten, jedesmal hundert Tage Ablaß, und im Monate einmal nach Empfang ́—— 32¹1 der heiligen Sakramente und nach Verrichtung der sonst ge⸗ wöhnlichen Ablaßgebete einen vollkommenen Ablaß verliehen. Sollen wir uns schämen unsere Knie zu beugen, da der Sohn Gottes sich gewürdiget hat, von dem Himmel auf die Erde herabzukommen und für uns Mensch zu werden? Und an seine Menschwerdung wird man ja durch dieses dreimalige Glockenzeichen erinnert. Der heilige Karl von Borromeo schämte sich nicht, wenn er das Zeichen zum englischen Gruße geben hörte, aus der Kutsche zu steigen, und dieses Gebet mitten auf der Gasse kniend zu verrichten. Bei der heiligen Communion erinnere dich an diesem Tage, daß eben der große Gott, den die Jungfrau empfangen hat, mit seiner Gottheit und Menschheit zu dir komme. Bitte Maria, sie wolle dir die Gnade erlangen, ihn mit reinem Herzen, mit lebhaftem Glauben, mit fester Hoffnung, mit brennender Liebe und mit tiefer Demuth zu empfangen. Sprichst du beim Ab⸗— beten des englischen Grußes die Worte aus:„Du bist voll der Gnade,“ so erbitte dir von Gott durch Maria eine beson⸗ dere Gnade, z. B. die Reinigkeit oder die Beharrlichkeit im Guten bis an dein Ende, damit du mit dem Apostel sagen könnest: Die Gnade Gottes war in mir nicht unfruchtbar. Betrachtung für das Fest der Verkündigung Mariä. 1. Als Gott seinen Sohn in die Welt schicken wollte, damit er Mensch werde, um die Menschen, welche durch die Sünde verloren gegangen waren, zu erlösen, da wählte er ihm zur Mutter eine Jungfrau, welche unter allen Jungfrauen die reinste, die heiligste, die demüthigste war. Betrachte, geliebte Seele, wie Maria, als sie in ihrem ärmlichen Häuschen Gott bat, er wolle doch den verheißenen Erlöser schicken, plötzlich einen Engel erblickte, der zu ihr sprach:„Gegrüßt seist du, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeiet unter den Weibern. Was thut wohl die demüthige Jungfrau als sie diesen ehrenvollen Gruß ver⸗ nimmt? Sie wird deswegen nicht eitel, nein, sie schweigt, sie erschrickt, weil sie sich eines solchen Lobes ganz unwürdig hält:„Da sie dies hörte, erschrak sie.“ Mar. Gebetb. 21 382² O Maria, du demüthigste Jungfrau, durch deine Demuth wurdest du würdig, die Mutter des Gottmenschen zu werden, der nur in einem durch Demuth geheiligten Tempel wohnen wollte; erbitte auch mir diese schönste aller Tugenden, damit ich immer reicher an Gnade werden möge. 2. Aber hat dies Lob des Engels nicht gemacht, daß Maria wenigstens anfing zu zweifeln, ob sie nicht eben die zur Mutter des Heilandes bestimmte Jungfrau sei? Nein, dies Lob hatte keine andere Folge, als daß sie sich vor sich selbst fürchtete, so daß der Engel ihr Muth machen mußte mit den Worten:„Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast Gnade gefunden bei Gott.“ Darauf verkündigte ihr der Engel, daß sie es sei, welche Gott zur Mutter des Heilandes der Welt erwählet habe.„Siehe, du wirst empfangen in deinem Leibe, und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen.“ Hochgebenedeite! Der Sohn Gottes, Jesus Christus, soll nun der ganzen Welt als Erlöser gegeben werden, du aber, seligste Jungfrau, sollst ihn zuerst empfangen, und durch dich sollen wir ihn erhalten. Jesus opferte für uns Alle als Preis unserer Erlösung sein Leben; von dir aber soll er dies kostbare Leben erhalten. O Mutter! wie viel haben wir dir zu verdanken. Sei dafür gepriesen in Ewigkeit! 3. Beeile dich, o heilige Jungfrau, ruft der heilige Ber⸗ nard Mariä zu, warum zögerst du noch, deine Einwilligung zu geben? Das ewige Wort erwartet diese deine Einwilli⸗ gung, ehe es Fleisch annimmt und dein Sohn wird; wir alle, die wir unglücklicher Weise zum ewigen Tode verdammt sind, wir alle, o Maria! warten darauf; wenn du einwilligst, die Mutter Jesu zu werden, o dann werden wir alle befreit. Beeile dich also, o meine Königin, gib dein Jawort; sei nicht Ursache, daß das Heil der Welt, welches von deiner Einwil— ligung abhängt, noch länger verschoben werde. Doch freuen wir uns; denn sieh“, Maria antwortet dem Engel:„Sieh, ich bin eine Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem nuth rden, hnen iden, daß e zur dies selbst den nade daß Welt eibe, zesus tus, den, gen, für dir wie u in Ber · zung villi⸗ wir mmt ligst, freit. nicht wil⸗ euen zieh, inem 323 Worte.“ Sieh, sagte sie, ich bin eine Magd des Herrn, die thun muß, was ihr Herr von ihr verlangt; wenn der Herr seine Magd zu seiner Mutter wählt, so muß man nicht die Magd sondern nur die Güte des Herrn preisen, der dieselbe so hoch hat erheben wollen. Heiligste Jungfrau, gehorsamste Magd des Herrn! Erbitte mir die Gnade, daß ich die Ketten meiner bösen Gewohnheiten zerreiße, damit ich von der Knechtschaft der Sünde befreit, nach deinem Beispiele Gott dem Herrn in vollkommenem Gehorsam standhaft diene. Ich weiß es, daß dein Sohn dir Nichts, um was du ihn bittest, ab⸗ schlägt. Sage ihm also, daß ich ihn allein lieben will; bitte ihn, er wolle mir die Gnade der Beharrlichkeit im Guten verleihen. Mit einem Worte: empfiehl' ihm meine Seele; denn dein göttlicher Sohn, der dich so innig liebt, kann dir nichts abschlagen. O Maria! du mußt machen, daß ich selig werde; du bist meine Hoffnung. Amen. Gebet am Fest der Verkündigung Mariä. O Maria, du allerseligste Jungfrau und Mutter meines Heilandes! mit kindlicher Verehrung und Liebe grüße ich dich heute an deinem höchsten Ehrentage als die Gnadenvolle, wie der Erzengel Gabriel dich gegrüßet hat, als er dir das heiligste Geheimniß der Menschwerdung Christi verkündigte. Auf allen Kindern Adams lastete der Fluch der Sünde, die Ungnade Gottes und das ewige Verderben. Du aber hast bei Gott Gnade gefunden, du bist die Gnadenvollste,— rein von aller Sünde, frei von dem gemeinsamen Fluche, reich geziert mit allen Tugenden, ja du bist der lebendige Tempel aller Gnaden; denn in dir nahm die Fülle der Gottheit, die Urquelle der Gnaden, der Geber des ewigen Lebens an diesem Tage die menschliche Natur an, und erwarb uns durch sein heiligstes Leiden 21* 32⁴ und Sterben Verzeihung der Sünden, Stärke zu allem Guten und das ewige Heil. O gnadenvolle Mutter des Herrn und auch meine Mutter! blicke mit barmherzigen Augen auf mich, dein schwaches, hilfsbedürftiges Pflege— kind. Bitte für mich, daß der Herr auch bei mir mit seiner Gnade einkehre und verbleibe, damit der Geist Jesu Christi mich erfülle, seine Liebe mein Herz reinige, und zu seiner Wohnung würdig ausschmücke und heilige, damit auch ich an Leib und Seele ein makelloser Tempel Gottes sei, und einst an deiner Seite mich ewig seiner glückseligen An— schauung erfreuen möge. Amen. Ein anderes Gebet am Fest Mariä Verkündigung. O unbefleckte, heilige Jungfrau Maria! o demüthigste unter allen Geschöpfen, die du erhabener als alle andern vor den Augen Gottes erscheinest! Du erschienest dir selbst so gering, und dennoch warst du so groß vor Gott, daß derselbe dich sogar zur hohen Würde der Mutterschaft seines eigebornen Sohnes erwählen wollte, und dich eben da— durch zur Königin des Himmels und der Erde machte. Ich danke Gott, daß er dich so hoch erhoben hat; ich freue mich vor dir, daß du so eng mit Gott bist verbunden worden, daß eine innigere Vereinigung einem bloßen Ge⸗ schöpfe unmöglich ist. O du glückselige Pflanze, die du der Welt eine so edle und heilige Frucht, deinen Sohn Jesus, geschenkt hast, heilige Maria, Mutter Gottes! sieh', ich bekenne, daß du die wahrhaftige Mutter Gottes bist, und bin bereit, für die Wahrheit dieser Worte mein Blut zu vergießen. Bitte für uns Sünder! Sieh', Gott ist dein Sohn geworden, damit dein Gebet die Kraft er⸗ lange, einen jeden Sünder, wer er auch sei, selig zu machen. Bitte also für uns, o Maria! jetzt und in der Stunde unsers Todes. Amen. Erklärung des englischen Grußes. „Verehret Maria mit dem Gruße des Engels, sagt Thomas von Kempis; denn diese Worte hört sie überaus erne. Sie wird dabei immer an jene selige Freude erin⸗ nert, welche sie empfand, da sie auf die Botschaft des En⸗ gels Gottes Mutter geworden ist.„Wenn wir uns ein Ver⸗ gnügen daraus machen, sie oft mit dem: Gegrüßt seist du, Maria, zu grüßen, schreibt der heilige Bonaventura, so wird sich Maria eine Freude daraus machen, uns mit einer Gnade entgegen zu grüßen.“ Erwiederte sie diesen Gruß dem heili⸗ gen Bernard nicht wirklich auf eine vernemliche Art mit den Worten: Sei gegrüßt, Bernard? Genug, daß dieser Gruß den göttlichen Geist zum Ur: heber hat, daß er aus der Anrede des Erzengels Gabriel, aus den Worten der heiligen Elisabeth und aus den Worten, welche die heilige Kirche dazu gesetzt hat, besteht. Schon in den ersten Jahrhunderten wurde er von den Christen mit be⸗ sonderer Andacht gebetet. Jetzt verbindet man denselben ge⸗ wöhnlich mit dem Vater unser. Bete denselben öfter. Einige haben die fromme Gewohnheit, beim Ausgehen und Heim: kommen, andere beim Vorübergehen vor einem Mariabilde diesen Gruß zu sprechen. Bei den Kirchentagzeiten wird der⸗ selbe im Anfang und am Ende gebetet. Wie vortheilhaft wäre es für uns, wenn wir vor und nach einem Geschäfte, beim Erwachen in der Nacht, in der Stunde der Versuchung oder einer Gefahr dieses kurze Gebet verrichten, und dabei Maria um ihren Beistand, besonders in der Todesstunde, anflehen würden! Thu' davon, was dir der göttliche Geist eingibt; laß aber dabei allemal Mund und Herz übereinstim⸗ men. Ueberdenke öfter die Worte desselben; lies deßwegen die folgende Umschreibung. Gegrüßt seist du, Maria, du bist voll der Gnade. Im Namen des Allerhöchsten grüßte dich der Engel, und wir grüßen dich mit ihm, laß dir unser Zu⸗ trauen und unsere Verehrung gefallen. Mehr als je ein Geschöpf warst du mit Gnaden von Gott überhäuft; er hat dich rein und unbefleckt erhalten, und dich mit allen Tugenden geziert, die der Mutter seines Sohnes zukamen. Möchte der Herr auf deine Fürbitte, o Maria! uns mit seinem Schutze nahe, möchte er uns gnädig sein, und uns an der Fülle deiner Gnaden Theil nehmen lassen. Der Herr ist mit dir. Du wirst von ihm ge— liebt, beschützt und begleitet. Der Vater ist mit dir, der dich durch seine Allmacht über alle Geschöpfe erhoben, und dich mit Macht und Herrlichkeit gekrönt hat. Der Sohn ist mit dir, der durch seine Weisheit dich mit der für ein Geschöpf höchst möglichen Erkenntniß von Gott begabt hat. Der heilige Geist ist mit dir, der dein Herz mit dem Feuer seiner Liebe ganz entzündet hat. Nie warst du durch eine Sünde von Gott getrennt. Noch jetzt ist er in seiner Herrlichkeit durch die Fülle seiner Gnaden mit dir, und wird es immer sein. O möchte der Herr durch seine Gnade und Liebe auch bei uns sein, und ewig bei uns bleiben! Du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Welche Freude für uns! Du warst die Glücklichste unter Allen aus deinem Geschlechte; du hast als Jungfrau der Welt Jesum, den größten Segen, geboren. Selig bist du, die du geglaubt hast. Selig bist du, die du denjenigen unter deinem Herzen getragen hast, durch den alle Völker der Erde gesegnet werden. Durch die heilige Frucht, die du zur Welt gebracht hast, sind wir von dem Fluche, den uns der Ungehorsam der ersten Menschen zugezogen hat, befreit, und mit allem Segen erfüllet worden. Du bist vor Allen deines Geschlechtes gesegnet, Allen vorgezogen, über Alle erhöhet worden. Aber noch seliger bist du, weil du das Wort des Herrn gehört, bewahrt, ihn stets geliebt hast. Ihn beten WV 327 wir an als den eingebornen Sohn Gottes; ihn preisen wir durch deine Verehrung. ö Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt für uns arme Sünder jetzt und in der Stunde unsers Absterbens. Amen. Mutter Jesu, der Gott und Mensch zugleich ist! dein Name flößt uns Ehr⸗ furcht und Vertrauen ein. Wir nehmen unsere Zuflucht zu deiner Alles vermögenden Fürsprache bei deinem gött⸗ lichen Sohne. Erbitte uns von ihm die Gnade, daß wir nach seinen Lehren und Beispielen, nach welchen du dich so vollkommen gebildet hast, unser Leben einrichten. Wir getrauen uns unserer Sünden wegen nicht, die Augen zu ihm zu erheben; trage Mitleiden mit uns, erlange uns den wahren Bußgeist, die Vergebung der Sünden, die Ver⸗ mehrung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe; besonders aber zeige dich uns als Mutter in der Stunde unsers Todes, damit wir selig in dem Herrn entschlafen. Amen. Fest der sieben Schmerzen Mariä. Dieses Fest hat in dem Evangelium seinen Grund. Als Naria der Kreuzigung Jesu beiwohnte, ward sie nach Simeons Weissagung wie von einem Schwerte durchbohrt. Es dient zu unserer Erbauung, was Papst Benedikt XIV., da er von diesem Feste Meldung macht, anmerkt. Die Maler, sagt er, malen die schmerzhafte Mutter, um ihre Schmerzen auszu⸗ drücken, wie sie von sieben Schwertern durchstochen ist. Die sieben Stifter des Ordens der Diener Mariä, da sie die Schmerzen Mariä betrachteten, haben dieselben in sieben ab · getheilt, deren einige in dem Evangelium enthalten, die übri · gen aber durch Vernunftgründe und glaubwürdige Zeugnisse wahrscheinlich gemacht worden sind. Es wird dieses Fest mit Gutheißung des päpstlichen Stuhles in der Kirche Gottes am Freitage vor dem Palmsonntage und am dritten Sonn⸗ tage im September gefeiert. Zur Verbreitung der Verehrung 328 der schmerzhaften Mutter hat der Orden der Diener Mariaͤ ganz vorzüglich beigetragen. Erinnere dich an diesem Tage an die heldenmüthige Standhaftigkeit Mariä und an ihre dabei bewiesene vollkom— mene Ergebung in den Willen Gottes. Bitte durch sie Gott um eben diese Tugenden und um die Bewahrung vor den sieben Hauptsünden. Betrübte sich Maria, diese reine, un. schuldige Jungfrau, über Jesu Leiden, welchen Schmerz sollen wir darüber empfinden, die wir durch unsere Sünden zu seinem Leiden und Tode so viel beigetragen haben? Hoͤren wir doch einmal auf, Jesu und Mariä Herzen noch ferner zu betrüben. Stelle dir bei der heiligen Messe Maria unter dem Kreuze vor, auf welchem ihr göttlicher Sohn unter na— menlosen Leiden starb. Bete das Stabat Mater(Unterm Kreuz mit nassen Wangen u. d. ü.); lies etwas von diesen Schmerzen und überdenke das Gelesene. Da Jesus bei der Einsetzung des heiligsten Sakramentes des Altars gesagt hat: Das thuet zu meinem Andenken, so denke besonders an die— sen Tagen bei der heiligen Communion an sein Leiden und Sterben; doch vergiß dabei der Schmerzen der heiligsten Mutter nicht. Besonders aber bitte sie, daß sie dir in deinem letzten Kampfe durch ihre Fürbitte beistehe, deine Seele ihrem göttlichen Sohne übergebe, und dir bei seinem Gerichte Gnade erlange. Möchten die vielen und großen Ablässe, welche von den Päpsten auf die Feier dieses Festes verliehen wurden, die An⸗ dacht zu den sieben Schmerzen Mariä unter den Gläubigen immer mehr befördern und ausbreiten! Betrachtung für das Fest der sieben Schmerzen Maria. 1. Wenn, wie unser eigenes Bewußtsein uns sagt, die Größe der Liebe, das Maß des Schmerzens bei dem Leiden des Geliebten ist, wer wird je den unermeßlichen Schmerz der liebendsten aller Mutter erfassen? Nicht selten verwundete das Leiden eines innig geliebten Kindes ein zartes Mutter⸗ herz auf tödtliche Weise. Wie tief mußte daher die Geißlung, die Krönung, aller Spott und Hohn, die blutige Verwun⸗ dung vom Haupte bis zu den Füßen, die schmerzliche Kreuzi⸗ 329 gung ihres unendlich geliebten Sohnes, sein Durst und seine Verlassenheit am Kreuze das Herz dieser ihren Sohn so sehr liebenden Mutter verwundet haben! Wohl lassen sich die Worte der Schrift auf sie anwenden:„Groß wie das Meer ist dein Schmerz! Nur einen Trost hatte sie in ihren unermeßlichen Leiden: daß durch dies blutige Opfer Gott versöhnt, und dem menschlichen Geschlechte der Himmel aufgethan wurde. 2. Wie diese Mutter der Schmerzen, die die Kirche eine Lilie unter den Dornen nennt, sollen auch wir die Leiden unsers Erlösers beständig in unserm Herzen tragen. Denn höchst billig ist es, daß wir, die wir durch unsere Sünden die ewige Verdammniß so oft verdienten, wenigstens in heiliger Liebesreue erwägen, wie Vieles und Unaussprechliches unser Herr gelitten habe, uns davon zu befreien, und sehr undank⸗ bar, und des Himmels unwerth ist, wer nicht bedenkt, um wie theuren Preis der Herr ihn uns erkauft hat. Allen heiligen und frommen Seelen ist es eigen, dies schwerzliche Leiden täglich zu erwägen, thun wir es wenigstens zuweilen, und zwar mit herzlicher Andacht; denn keine Uebung ist Gott wohlgefälliger und unserm Heile ersprießlicher. 3. Doch sollen wir nicht blos bei dieser Betrachtung stehen bleiben, sondern auch bei derselben feste Entschlüsse zu unserer Besserung fassen, und durch das Holz des Kreuzes die Flamme unserer Liebe zu Gott anfachen und nähren. Das Kreuz, spricht der heilige Bonaventura, ist ein Buch, worin ich Alles lerne; denn der Anblick meines gekreuzigten Hei⸗ landes lehrt mich, die Weichlichkeit fliehen, die Armuth lieben, den Feinden verzeihen, mein Leiden mit Geduld ertragen, meine Sünden bereuen und den Himmel hoffen. Wie Vieles sagt einer liebenden Seele der Anblick des Kreuzes! Gebet. O gebenedeite Mutter meines gekreuzigten Herrn! wie tief drang das Schwert der Schmerzen in deine heilige Seele! wie schmerzlich waren die Nägel und der Speer für dein Herz! wie grausam zerrissen die Stacheln der Dornen⸗ 330 krone dein Gemüth! wie namenlos verwundete der Anblick deines blutenden Sohnes dein ganzes Inneres! Thränen versagten dir vor übergroßem Leid; es gebrach dir an Worten; deine Kraft verließ dich, und in Schmerzen welkte deine Schönheit dahin. Die Wunden deines Sohnes waren deine Wunden; das Kreuz deines Sohnes dein Kreuz; Mehr als dein Leben hast du damals geopfert; denn theurer war dir sein Leben als dein eigenes. Mutter der Barm⸗ herzigkeit! durch die tiefe Bitterkeit, die dein Herz erfüllte, als du vor deinen Augen deinen geliebten Sohn das Haupt neigen und sterben sahest, stehe mir bei in meiner Todes⸗ angst, versüße die Bitterkeit meiner Seele in der Sterb— stunde, und führe sie in das ewige Leben, das dein ein— geborner Sohn durch seinen bittern Tod am Kreuze mir erworben hat. Amen. Vertrauensvolle Empfehlung an die schmerzhafte Mutter Maria. O höchst betrübte Jungfrau und Mutter Maria! die du den Leichnam deines verstorbenen Sohnes Jesu mit großem Leidwesen und Schmerzen in deinen mütterlichen Schoß niedergelegt und mit häufigen Thränen begossen hast, ich bitte dich durch diese deine heißen Zähren, durch deine herzlichen Seufzer und das scharfe Schwert, welches deine Seele durchstochen hat, ich bitte dich auch durch die unbeschreibliche Traurigkeit, Betrübniß und Angst, die da— mals dein mütterliches Herz wie ein bitteres Meer über— schwemmte, du wollest mich mit mitleidigen Augen vor dir auf den Knien liegend ansehen, und mir dein mildes und mitleidvolles Herz gnädigst eröffnen. O meine liebste Mutter! ich werfe mich in den Schoß deiner mütterlichen Güte und Baunherzigkeit, als in den sichern Zufluchtsort aller reumüthigen Sünder und bedräng— ——— 331 ten Seelen. In diesen deinen gnadenreichen und trostvollen Schoß befehle ich jetzt, Morgens, Abends und allezeit mich und die Meinigen mit Leib und Seele, auch mein Thun und Lassen, mein Hab und Gut, mein Kreuz und Leiden, meine Bitten und Seufzer, besonders dieses mein Anliegen N., endlich auch mein Leben und meinen Tod. O schmerzhafte und thränenvolle Mutter! sieh', ich fliehe wie ein dürftiges und verlassenes Waisenkind zum Schoße deiner Barmherzigkeit. O gütige Mutter, o milde Jungfrau, o süße Gottesgebärerin Maria! erhalte mir die Verzeihung meiner Sünden und Vermehrung der göttli⸗ chen Gnade; tröste mich Betrübten, hilf mir Bedrängten, und stehe mir besonders in diesem meinem Anliegen N. bei; behüte mich vor allen Sünden und erlange mir die Gnade der Beharrlichkeit. Laß mich auch sterbend mein müdes Haupt in den Schoß deiner Barmherzigkeit legen, damit meine abgeschiedene Seele von dir zum Himmel vor den Thron Gottes möge getragen werden. Amen. Gebet zur schmerzhaften Mutter Maria um ihren Beistand in der Todesstunde. Ich flehe zu dir, o treue Patronin und Beschützerin Maria, ich werfe mich jetzt vor der Zeit meiner Sterbe— stunde in deinen mütterlichen Schoß, und befehle meine hinscheidende Seele in dein mit dem Schwerte des Schmer— zes verwundetes Herz. O allerbetrübteste Mutter Maria! gedenke doch der traurigen Stunden, da du auf dem Kalvarienberge unter dem Kreuze deines sterbenden Sohnes gestanden bist; ich bitte dich durch jene tödtlichen Schmerzen und durch das schneidende Schwert, welches damals deine Seele durch— drungen hat, steh' mir in meiner Sterbstunde mit deiner mütterlichen Hilfe bei, und stärke mich in meinen tödtlichen 332 Schmerzen. O von Herzen betrübte Mutter! ich bitte dich durch die allerbitterste Todesangst deines am Kreuze hangen⸗ den Jesus, steh' mir bei in dem gefährlichen Todeskampfe, wann ich von Allen verlassen bin, und allein mit der ganzen Hölle werde streiten müssen. O thränenvolle Mutter Maria! ich bitte dich durch das kostbare Blut, welches aus den Wunden deines ge— kreuzigten Jesus geflossen ist, und das du schon damals voll Mitleiden und Liebe zum Heile der Menschheit aufgeopfert hast, erhalte mir durch den unschätzbaren Werth dieses Blutes vor meinem Hinscheiden ein wahrhaft zerknirschtes Herz, die Gnade einer aufrichtigen, vollständigen Beicht, die gänliche Nachlassung aller meiner Sünden und Sünden⸗ strafen, und zur heilsamen Wegzehrung das Fleisch und Blut deines Sohnes im heiligsten Sakramente. O bis zum Tode geängstigte Mutter! ich bitte dich durch die Thränen und das erbarmungswürdige Rufen deines dem Tode nahenden Sohnes, du wollest dein mütterliches Herz durch meine schmerzlichen Todesseufzer bew egen lassen, und mir diese Gnade erbitten, daß meine letzten Worte seien: Jesus! Maria! O Maria, du Mutter der Schmerzen und Königin der Martyrer! ich bitte dich durch die Pein und Marter, welche dein vielgeliebter Sohn Jesus drei Stunden lang am Kreuze gelitten, vorzüglich aber durch die letzte Todes— angst, da er mit geneigtem Haupte seine Seele in die Hände des himmlischen Vaters aufgegeben hat, du wollest deine barmherzigen Augen zu mir wenden, wenn die meini— gen in den Todesnöthen brechen werden; daß ich dann das Bild deines gekreuzigten Sohnes Jesus mit herzlicher Liebe umfangen, und in die seligmachende Wunde seiner Seite meine Seele aufgeben möge. Amen. — dich gen⸗ pfe, der 333 Fromme Uebung zur Ehre des schmerzhaften Herzens Mariä. ö Auf Ansuchen der ehrwürdigen Priester des frommen Vereins zum heilig⸗ sten Herzen Jesu, auch Verein des heiligen Paulus genannt, verlieh Pius VII. mittelst Reseriptes vom 14. Jänner 1815 auf ewige Zeiten einen Ablaß von 300 Tagen, welcher auch den Seelen im Fegfeuer zugewendet werden kann, allen Christgläubigen für jedesmal, als sie zu Ehren des schmerzhaften Herzens der allerheiligsten Mutter folgende fromme Uebung, in was für immer einer Sprache, wenn nur in getreuer Uebersetzung, mit Andacht sprechen würden. Fromme Uebung. V. O Gott, merke auf meine Hilfe! R. Herr, eile mir zu helfen! Ehre sei Gott dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste ꝛc. de. 1. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener Bekümmerniß, die dein zartes Herz bei der Vorhersagung des heiligen Greises Simeon empfunden hat. O liebe Mutter! durch dieses dein betrübtes Herz erbitte mir von Gott die Tugend der Demuth und die Gabe der heiligen Gottesfurcht. Gegrüßt seist du ꝛc. 2. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener Angst, die dein zartfühlendes Herz bei der Flucht nach Aegypten und während des Auf⸗ enthaltes alldort empfunden hat. O liebe Mutter! durch dieses dein geängstigtes Herz erwirke mir die Tugend der Freigebigkeit, besonders gegen die Armen, und die Gabe der Gottseligkeit. Gegrüßt seist du ꝛe. 3. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener Bestürzung, in die dein sorg⸗ 33⁴4 sames Herz gerieth, als dein lieber Jesus in Verlust ge⸗ rathen war. O liebe Mutter! durch dein so sehr bekümmertes Herz erlange mir die Tugend der Keuschheit und die Gabe der Wissenschaft. Gegrüßt seist du ꝛc. 4. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jenes Entsetzens, welches dein mütterliches Herz ergriff, da du Jesu begegnetest, als er das schwere Kreuz trug. O liebe Mutter! durch dein liebendes Herz erbitte mir die Tugend der Geduld und die Gabe der Stärke. Gegrüßt seist du ꝛe. 5. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener Marterqual, die dein stark⸗ müthiges Herz erduldete, als du bei der Todesangst Jesu am Kreuze zugegen warst. O liebe Mutter! durch dein so sehr gepeinigtes Herz erflehe mir die Tugend der Mäßig⸗ keit und die Gabe des Rathes. Gegrüßt seist du ꝛe. 6. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener Schmerzenswunde, die deinem mitleidsvollen Herzen geschlagen ward, als ein Lanzenstich die Seite Jesu öffnete, und sein liebenswürdigstes Herz durchdrang. O liebe Mutter! durch dein so schmerzenvolles Herz erbitte mir die Tugend der brüderlichen Liebe und die Gabe des Verstandes. Gegrüßt seist du ꝛe. 7. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter Maria! wegen jener stillen Pein, die dein lieb— vollstes Herz erlitt, als Jesus in das Grab gelegt wurde. O liebe Mutter! durch dein auf das Aeußerste betrübtes 33⁵ Herz erlange mir die Tugend des Eifers und die Gabe der Weisheit. Gegrüßt seist du ꝛc. V. Bitt für uns, o schmerzhafte Jungfrau! 4. Daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Wir bitten dich, Herr Jesus Christus! du wollest gnädiglich verleihen, daß die seligste Jungfrau Maria, deine Mutter, deren heiligste Seele in der Stunde deines Leidens ein Schwert des Schmerzens durchdrang, jetzt und in der Stunde des Todes bei deiner göttlichen Milde für uns fürsprechen möge. Durch dich, Jesus Christus, Erlöser der Welt, der du mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebest und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Litanei zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes Maria. Diese Litanei hat Papst Pius VII‚ verfaßt, und allen denjenigen, die mit reumüthigem Herzen dieselbe und nach derselben den Glauben, das Salve Regina und 3 Ave Maria zur Ehre des betrübten Her; zens Mariä beten, für jeden Freitag im Jahre nach verrichteter heil. Beicht und empfangener heil. Communion einen vollkommenen Ablaß verliehen.) Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich uuser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! 336 Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Du gekreuzigte Mutter, Du schmerzhafte Mutter, Du weinende Mutter, Du betrübte Mutter, Du verlassene Mutter, Du trostlose Mutter, Du Mutter, deines lieben Sohnes beraubt, Du Mutter mit einem Schwerte durchbohret, Du Mutter von Peinen verzehret, Du Mutter, mit Angst überfüllet, Du Mutter mit dem Herzen an's Kreuz geheftet, Du Mutter voll Trauer, Du Quelle der Zähren, Du Meer der Leiden, Du Spiegel der Geduld, Du Felsen der Standhaftigkeit, Du Anker des Vertrauens, Du Zuflucht der Verlassenen, Du Schild der Unterdrückten, Du Ueberwinderin der Ungläubigen, Du Trost der Unglücklichen, Du Arznei der Kranken, Du Stärke der Schwachen, Du Hafen der Schiffbrüchigen Du Ruhe in den Stürmen, Du Hilfe der Traurigen, Du Schrecken des bösen Feindes, Du Schatz der Gläubigen, Du Auge der Propheten, Du Stab der Apostel, Du Krone der Martyrer, Du Perle der Jungfrauen, Du Trost der Wittwen, bitt für uns! Du Freude aller Gläubigen, bitt für uns! —. sun anl ung O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! U 8un aug ing 337 O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Gebet. Heilige Maria! schmerzhafte Mutter! sieh' uns gnä⸗ dig an, befreie uns, erlöse uns von allen Aengsten und Trübsalen durch die Macht deines göttlichen Sohnes, un— sers Herrn und Erlösers Jesu Christi. Amen. Schmerzensreiche Mutter! mächtige Frau und Him⸗ melskönigin! theile deine Wunden meinem Herzen mit, damit ich in ihnen den Schmerz und die Liebe kennen lerne;— den Schmerz, um durch dich allen Schmerz zu leiden,— die Liebe, um für dich alle andere Liebe zu verachten. Ich glaube an Gott den Vater ꝛc. Salve Regina, 3 Ave Maria. Kurze Tagzeiten von den sieben Schmerzen Mariä. Zur Mette. I. Simeons Weissagung. Gegrüßet seist du, Maria! ꝛc. V. Herr, eröffne meine Lippen! R. Und mein Mund wird dein Lob verkündigen. V. O Gott, habe Acht auf meine Hilfe! RI. Herr, eile mir zu helfen! V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste! R. Wie sie war im Anfang, jetzt und allzeit und zu ewigen Zeiten. Amen. Mar. Gebetb. 22 Lobgesang. Ich begrüße dich in Demuth, Tiefbetrübtes Mutterherz! Und verehre deine Wehmuth, Deinen namenlosen Schmerz. Als in glühendem Verlangen Simeon zum Tempel kam, Und dein Kindlein zu umfangen, Fromm es in die Arme nahm; Dann die Zukunft dir entfaltet, Und das scharfe Schwert dir zeigt, Das dein Herz vor Wehmuth spaltet, Wenn des Sohnes Lauf sich neigt. Ach, vor deinen Augen schweben Sahst du immerdar dies Schwert. Gib, daß dieser Schmerz im Leben Bitterkeit in Trost mir kehrt. Antiphon. Wem soll ich dich vergleichen, wem dich ähnlich achten, o Tochter Jerusalems? Gegen wen soll ich dich halten, auf daß ich dich tröste, o Jungfrau, Tochter Sions? denn deine Drangsal ist groß wie das Meer. V. Ein Schwert wird deine Seele durchdringen, RI. Auf daß die Gedanken vieler Herzen offenbar werden. V. Herr, erhöre mein Gebet, K6. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. O süßester Jesus! der du durch die Hände deiner liebreichsten Mutter deinem himmlischen Vater dich auf⸗ opfern ließest, nimm mein gedemüthigtes und zerknirschtes Herz als ein freiwilliges Opfer für heute und immerdar in Gnaden auf, und verleihe mir durch den Schmerz, der die Seele deiner süßesten Mutter, der allerseligsten Jung⸗ frau, bei der Weissagung Simeons durchdrang, daß ich alle Trübsale dieses Lebens geduldig ertrage und zu deiner Ehre überwinde, der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zur Prim. II. Die Flucht nach Aegypten. Gegrüßt seist du, Maria ꝛc. V. O Gott, habe Acht auf meine Hilfe! RI. Herr, eile mir zu helfen! Ehre sei dem Vater und dem Sohne ꝛc. Lobgesang. Ich begrüße dich in Demuth, ten, Tiefbetrübtes Mutterherz! ten, Und verehre deine Wehmuth, denn Deinen namenlosen Schmerz. Als du auf des Engels Stimme, In der Nacht dein süßes Pfand bar Eilig vor Herodes Grimme Bargest in Aegyptenland. Ach, in Mutterangst und Liebe Gabst du Haus und Heimath frei; Denn wo nur dir Jesus bliebe, War dir Trost die Wüstenei. af⸗ Mutter, durch dies bittre Leiden Droht der höͤllische Tyrann, htes Lehre mich von Allem scheiden, dar Was mir Jesum rauben kann. 22* 34⁰ Antiphon. Sieh', o Herr, wie ich geängstiget werde! Das Innerste meines Leibes ist erschüttert; mein Herz ward umgekehrt in mir; denn ich bin mit Bitterkeit erfüllt; von außen wüthet das Schwert, von innen ist ähnlicher Tod. V. Herr, all' mein Verlangen ist vor dir, RI. Und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. O holdseligster Jesus! der du in der tiefen Nacht von deiner geliebtesten Mutter und deinem zärtlich besorgten Pflegvater dich wolltest nach Aegypten tragen lassen, um der Grausamkeit des Herodes zu entfliehen, und mit deinen hochgeliebten Eltern in Armuth und Dürftigkeit in diesem fremden Lande dich aufhieltest, erleuchte die Augen meines Geistes, daß ich die Wege deines Willens erkenne, und allen Nachstellungen des bösen Feindes glücklich entkomme, der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einig⸗ keit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zur Terz. III. Jesus bleibt im Tempel zurück. Gegrüßt seist du, Maria! ꝛc. V. O Gott, habe Acht auf meine Hilfe! RI. Herr, eile mir zu helfen! Ehre sei dem Vater und dem Sohne ꝛc. Lobgesang. Ich begrüße dich in Demuth, Tiefbetrübtes Mutterherz! W‚AIAKAA—H—Scëg——————————828—7*——2⁰— M erste ehrt Pen von gten um inen sem ines und ime, nig⸗ keit. 341 Und verehre deine Wehmuth, Deinen namenlosen Schmerz Als du in drei bangen Tagen Mit erblaßtem Angesicht Und in thränenschweren Klagen Suchtest deiner Augen Licht. Wer ermißt des Leidens Tiefen, Wer die namenlose Angst, Als ihn deine Seufzer riefen, Und mit Todesschmerz du rangst? Hilf, o Jungfrau! daß die Sünde Jesum nie von mir vertreibt, Und daß immer ich ihn finde, Der getreu den Treuen bleibt. Antiphon. Weinend weinte sie in der Nacht, und ihre Thränen benetzten ihre Wangen; aus allen ihren Theueren ist Kei⸗ ner, der sie tröste. V. Er ließ mich ohne Trost, . Den ganzen Tag bin ich mit Traurigkeit erfüllt. V. Herr, erhöre mein Gebet, N. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. O Jesus, ewige Weisheit, Wort des himmlischen Vaters! der du deinen geliebten Eltern und Verwandten dich entzogest, das Wort Gottes zu verkünden und die Ehre deines himmlischen Vaters zu verbreiten, verleihe mir die Gnade, deine Ehre allein zu suchen und deinem Dienste aus ganzem Herzen mich zu weihen, auf daß ich die Ab⸗ sicht, zu welcher du mich erschaffen, nach deiner Weisheit erfülle. Auch bitte ich dich durch jenen bittern Schmerz deiner innigstgeliebten Mutter, den sie empfand, als sie dich so lange vergeblich suchte, daß ich in allen Verhältnissen meines Lebens immerdar mit aufrichtigem und reumüthigem F Herzen dich suchen und auch finden möge, der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zur Sext. IV. Maria begegnet Jesu mit seinem Kreuze. Gegrüßt seist du, Maria! ꝛc. V. O Gott, habe Acht auf meine Hilfe! R. Herr, eile mir zu helfen! Ehre sei dem Vater und dem Sohne ꝛc. Lobgesang. Ich begrüße dich in Demuth, Tiefbetrübtes Mutterherz! Und verehre deine Wehmuth, Deinen namenlosen Schmerz. Als auf blutbesprengten Pfaden, Von der Dornenkrone wund, Und mit seinem Kreuz beladen Dein Geliebter vor dir stund. O des Jammers und der Wehen, Als dein Auge an ihm hing, Der, ein Lamm, für mein Vergehen, Zu dem Opfertode ging. O laß treu mich dir vereinen, Und im Herzen tief gerührt Ueber meine Sünden weinen, Die ihn in den Tod geführt. dich ssen gem best gen 3⁴3 Antiphon. Sieh', Herr, mein Elend an und den Hohn der Feinde. An alle ihre Lieblichkeit hat der Feind seine Hand elegt. F. Wer gibt meinem Haupte Zähren und meinen Augen Thränenquellen, N. Und ich will weinen Tag und Nacht ohne Un⸗ terlaß. V. Herr, erhöre mein Gebet, I. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. O geduldigster Jesus! der du um unserer Sünden willen gefangen und gleich einem Missethäter vor unge⸗ rechte Richter geführt, verspottet, verspieen, gelästert, ge⸗ scglagen, mit grausamen Geißeln zerfleischt, mit Dornen gekrönt wurdest, und dann mit dem schweren Kreuze beladen den Kalvarienberg erstiegest; ich bitte dich um so großer Barmherzigkeit willen, löse die Bande der Sünden, mit welchen meine arme Seele gefesselt ist; die Erinnerung an deine Schwäche gebe mir Kraft, alle irdischen Mühsale und Beschwerden standhaft zu ertragen, und der bittere Schmerz deiner tief betrübten Mutter erwirke mir die Gabe der Beharrlichkeit, auf daß deine unendlichen Verdienste an meiner armen Seele nicht verloren seien, der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zur Non. V. Die Kreuzigung Christi. Gegrüßt seist du, Maria! ꝛc. V. O Gott, habe Acht auf meine Hilfe! 3⁴4 KI. Herr, eile mir zu helfen! Ehre sei dem Vater und dem Sohne ꝛc. Lobgesang. Ich begrüße dich in Demuth, Tiefbetrübtes Mutterherz! Und verehre deine Wehmuth, Deinen namenlosen Schmerz. Als an's Kreuz, das er getragen, Kraftlos, wundenvoll und blos, Ihn der Bosheit Wuth geschlagen, Und sein Blut in Strömen floß. Ach, versenkt in Angst und Schmerzen, Glichst du einem bittern Meer, Als das süßeste der Herzen Grausam öffnete der Speer. Dieses Blut, das ihm entquellet Zu der Seelen Arzenei, Wasche, was die Schuld entstellet, Daß ich rein und schuldlos sei. Antiphon. O ihr Alle, die ihr auf dem Wege vorübergehet, blicket auf und sehet, ob ein Schmerz ist, wie mein Schmerzl V. Alle, die vorüber wandelten, schlugen die Hände zusammen, II. Und schüttelten das Haupt über die Tochter Jerusalems. V. Herr, erhöre mein Gebet, R. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. O Jesus, Lamm Gottes und wahres Versöhnungs⸗ Opfer für das menschliche Geschlecht! der du bei deinem Austritt aus dieser Welt noch am blutigen Kreuze deiner 3⁴⁵ tief betrübten Mutter uns als ihre Kinder anempfohlen hast, durch die standhafte und starkmüthige Liebe, die Maria, deine geliebte Mutter, dir erzeigte, flehe ich zu dir, verleihe in meinem letzten und gefahrvollen Todeskampfe meiner zagenden Seele Muth und Stärke, alle Versuchungen des Feindes siegreich zu überwinden, in festem Glauben, in standhafter Hoffnung und flammender Liebe aus diesem Lande der Verbannung zu scheiden, und meinen Geist deinen barmherzigen Händen zu übergeben, der du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zur Vesper. VI. Die Abnahme des heiligen Leichnams vom ö Kreuze. Gegrüßt seist du, Maria! ꝛc. V. O Gott, habe Acht auf meine Hilfe! RI. Herr, eile mir zu helfen! Ehre sei dem Vater und dem Sohne ꝛc. 4 Lobgesang. in Ich begküße dich in Demuth, Tiefbetrübtes Mutterherz! Und verehre deine Wehmuth, ter Deinen namenlosen Schmerz. Als die hochgeliebte Leiche Ruhend lag auf deinem Schoß Die in Schmerz, o Liliengleiche! Deiner Thränen Strom begoß. 6⸗ Felsen zitterten vor Schauer, ö Finster stand die Sonne da, em Und die Erde bebt' vor Trauer, 6... Die erblaßt den Schöpfer sah. 346 Durch den Schmerz, den du empfunden, Mutter, bei des Sohnes Pein, Naht die letzte mir der Stunden, Laß mich dir empfohlen sein. Antiphon. Nennet mich nicht Noemi(das ist die Süße), sondern nennet mich Mara(das ist die Bittere); denn der All⸗ mächtige hat mich mit Bitterkeit erfüllt. V. Mein geliebter Sohn ist mir ein Myrrhenbüschlein, RI. Er wird an meiner Brust ruhen. V. Herr, erhöre mein Gebet, RI. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. O gütigster Jesus! dessen heiligster Leichnam vom Kreuze abgenommen, und auf den Schoß deiner tief be— trübten Mutter gelegt ward, verleihe mir durch den bittern Schmerz, der gleich einem Schwert ihre heilige Seele durch— drang, daß ich deinen hochheiligen Leib niemals unwürdig, sondern immerdar mit neuer Liebe und Ehrfurcht empfange; auf daß ich durch diese kräftige Speise erquickt, die Reise in's himmlische Vaterland getrost antreten möge, der du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zur Komplet. VII. Die Begräbniß Jesu. Gegrüßt seist du, Maria! ꝛc. V. Bekehre uns, o Gott, unser Heiland, RKI. Und wende deinen Zorn von uns ab. — l⸗ n, ——— V. O Gott, habe Acht auf meine Hilfe! RN. Herr, eile mir zu helfen! Ehre sei dem Vater und dem Sohne ꝛc. Lobgesang. Ich begrüße dich in Demuth, Tiefbetrübtes Mutterherz! Und verehre deine Wehmuth, Deinen namenlosen Schmerz. Als zur Gruft du ihn geleitet, Die im Felsen ihm zur Ruh' Joseph fromm und treu bereitet, Und, verwais'te Mutter! du Trostlos und allein nun standest Auf der Erde weitem Grab, Und den Sohn nicht wieder fandest, Und kein Wesen Trost dir gab. Dieses Leiden, nicht zu fassen, Tief betrübtes Mutterherz! Bin von allen ich verlassen, Sei mir Trost im tiefsten Schmerz. Antiphon. Darum weine ich, und meine Augen fließen von Thrä⸗ nen über, weil der Tröster, der meine Seele erquicken soll, weit von mir ist. X. Meine Augen haben vor Weinen abgenommen, RI. Ich seufze tief; denn mein Herz ist überaus betrübt. X. Herr, erhöre mein Gebet, Ry. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. O barmherzigster Jesus! dessen heiliger Leichnam in reine Leinwand gehüllt und in ein neues Grabmal ver⸗ ö 34⁸ schlossen ward, durch den tiefen Schmerz, den deine wei— nende Mutter empfand, als sie ohne dich nach Hause kehren mußte, und durch alle deine bittern Leiden verleihe mir die Reinigkeit des Leibes und der Seele, daß dein hei⸗ liges Angedenken immerdar in mir ruhe. Auch flehe ich zu dir, daß ich, wenn alle Menschen mich verlassen, und aller zeitliche und geistliche Trost von mir weicht, in dir und deiner gebenedeiten Mutter süßen Trost finden möge. Laß auch, o gütigster Jesus! so oft du mein Herz in der heili— gen Kommunion besuchest, gleichwie auf jener reinen Lein⸗ wand, in welche dein heiligster Leichnam eingehüllt ward, heilsame Malzeichen deiner heiligen Gegenwart in mir zu— rück, auf daß du nie mehr aus meinen Gedanken und aus meiner Seele weichest, der du mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Schlußßgesang. Mutter, deine sieben Schmerzen, Die in Andacht ich bedacht, Seien Trost dem armen Herzen In der Trübsal banger Nacht. Durch die Pein, die du ertragen, Schenke, daß ich Jesu treu, Und bereit, sein Kreuz zu tragen, Bis zum letzten Ende sei. Harren will ich mit dir Süßen Treu bei ihm, dem besten Theil, Und bei seines Kreuzes Füßen Treffe mich des Todes Pfeil. Endlich wenn ich sterbend weine, Und beschließe meinen Lauf, Süße Mutter, dann erscheine, Nimm dann meine Seele auf. 349 Das Stabat mater oder Trauerlied zu Maria unter dem Kreuze.) (So ost man diesen Hymnus andächtig betet, kann man einen Ablaß von 100 Tagen gewinnen.) 1. Bei dem Kreuz mit nassen Wangen, Wo ihr liebster Sohn gehangen, Stand die Mutter in der Pein; Und im schwer beklemmten Herzen Drangen Trau'r und Todesschmerzen Schneidend wie ein Schwert hinein. 2. Wie so bang an seiner Seite Stand die hochgebenedeite Jungfrau, Gottgebärerin! Sah mit Schmerzen, sah mit Trauer, Sah mit tiesstem Mitleids⸗Schauer Auf den Eingebornen hin. 3. Welcher Mensch wird da nicht weinen, Da er hier in solchen Peinen Jesu Mutter stehen sieht? *) Diesen schönen Trauergesang hat vor mehr als 500 Jahren ein gotiseliger Priester aus dem Franziskaner-Orden, Jakoponus genannt, in lateinischer Sprache, in welcher er viel schöner, lieblicher und wehmüthiger klingt, verfaßt. Er fängt mit den Worten:„Stabat mater“ an, und hat deßwegen insgemein diesen Namen. Der fromme Verfasser ist im Jahre 1306 gestorben. Sein schöner Gesang wurde in das römische Meßbuch und in die priesterlichen Tagzeiten aufgenommen, wo er am Feste der sieben Schmerzen Mariä, insgemein Schmerzenfreitag genannt, gebetet wird. Bete ihn auch, o christliche Seele! an jenem Tage mit besonderer Andacht. Bete ihn auch öfter, besonders an Festtagen oder vor einem Schmerzenbilde der göttlichen Mutter. Bete ihn mit aufrichtiger Theilnahme an den Schmerzen der Schmerzenmutter. 350 Wer kann ohne Schmerzen sehen Sie vor Schmerzen schier vergehen, Da sie mit dem Sohne litt? 4. Jesum sah sie hart gebunden Und zerfleischt mit tausend Wunden Ach, für unsre Missethat! Sah den Sohn geschmäht, verlassen, Alles Trost's beraubt, erblassen, Den sie so geliebet hat. 5. Schmerzenmutter, Quell der Liebe! Daß ich mich mit dir betrübe, Mit dir weine steh' mir bei; Gib, daß ich vor Liebe brenne, Nur nach Jesu Lieb' mich sehne, Und ihm wohlgefällig sei. 6 Drücke deines Sohnes Wunden, Wie du selbst sie hast empfunden, Tief in meine Seele ein. Jesus war für mich in Banden, Hat den Kreuztod ausgestanden, Theile mit mir seine Pein. 7. Laß mich bitter mit dir weinen Ueber Jesu Kreuzespeinen Alle meine Tage hier. Unter's Kreuz mit dir zu eilen, Und den Schmerz mit dir zu theilen, Immerdar, erwähl' ich mir. 8. Jungfrau, Zierde der Jungfrauen! Du mein Trost und mein Vertrauen! Sieh' ich reiche dir mein Herz. Selbes sollen nun zerschneiden Deines Sohnes Tod und Leiden, Seine Aengsten und sein Schmerz. 9. Nichts soll mich von Jesus scheiden, Bei dem Kreuz im Tod und Leiden Bleib' ich ihm in Liebe treu. Daß er nicht zur Höllenflamme Beim Gerichte mich verdamme, Steh' mir, milde Jungfrau, bei. 10. Laß, o Mutter! Gnad' mich finden Und Verzeihung meiner Sünden Durch des Sohnes Kreuz und Tod Wenn die Seel' vom Leib wird scheiden, Hilf mir zu den Himmelsfreuden, Dort bei Jesus, unserm Gott! Amen. Kann wohl eine Mutter ihr Kind vergessen, daß sie sich desselben nicht erbarme? Und wenn sie es auch vergessen könnte, so will doch ich dich nicht vergessen, spricht der Herr. V. O Maria! wende deine barmherzigen Augen zu uns, ö HV. Und zeige uns Jesum, die gebenedeite Frucht dei⸗ nes Leibes. Gebet. O Maria, du betrübteste Mutter! gedenke, wie Jesus, dein liebster Sohn, am Kreuze dir seinen geliebten Jünger Johannes, und dich dagegen ihm empfohlen hat. Ebenso empfehle ich deinem mütterlichen Herzen meine Seele und meinen Leib, meine Verwandten und Freunde, mein Leben und meinen Tod. Ich bitte, o liebste Mutter! durch den 352 bittern Tod Jesu, deines gebenedeiten Sohnes, laß mich wie den heiligen Johannes dir empfohlen sein; stehe mir besonders in meinem letzten Ende bei, wenn ich mit dem Tode ringen werde; dann nimm dich meiner bedrängten Seele an, o Mutter der Barmherzigkeit! beschütze sie vor allen feindlichen Anfällen, und übergib sie in die Hände Jesu Christi, deines Sohnes, unsers Herrn und Heilandes, der mit dem Vater und heiligen Geiste gleicher Gott lebet und herrschet von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Fest Mariä Heimsuchung. Von diesem Feste schreibt Papst Benedikt XIV.:„Wenn einer zweifelt, ob dieses Fest sei rechtmäßig eingesetzt worden, so erinnere er sich, daß die Heimsuchung Mariä ausdrücklich in dem Evangelium angeführt wird, und daß es eine gott⸗ selige und heilige Sache ist, wenn wir das Andenken daran feierlich begehen. Dieses Fest haben die römischen Päpste ausdrücklich gutgeheißen, und der heilige Papst Pius V. hat die Tagzeiten dazu verbessert.“ An diesem Tage besuche eine Kirche, in der Maria besonders verehrt wird. Kann aber dies nicht sein, so bete doch anderswo vor einem Bild⸗ nisse derselben. Beichte und kommunizire entweder am Fest⸗ tage selbst oder einige Tage vor oder nach demselben. Um Maria nachzuahmen, besuche einen, der geringer ist, als du, erweise einem armen Kinde oder seiner Mutter einen Liebes⸗ dienst durch Almosen oder auf eine andere Art, wie Maria dem Johannes und der Elisabeth Gutes that; sprich mit An; dacht das Magnificat, das ist, den Lobgesang Mariä, der mit den Worten anfängt: Meine Seele macht groß den Herrn; erinnere dich im Umgange mit Andern an die Gegen— wart Gottes; rede gerne von Gott und göttlichen Dingen; unterhalte dich überhaupt durch erbauliche Gespräche. Lobt man dich irgendwo wegen des Guten, das du allenfalls thust, so lehne das Lob von dir ab, und gib Gott allein die Ehre. Lobe nie dich selbst; rede deinem Nächsten nicht übel nach. Danke Jesu für die Gnaden, die er seiner jungfräulichen Mutter erwiesen hat; bitte ihn um Vergebung der Sünden 353 und Fehler, die du im Umgange mit Menschen begangen hast; bitte Maria, sie möge dir am Ende deines Lebens beistehen, damit du, gleichwie der heilige Johannes durch Jesum ge⸗ heiligt in die Welt eingetreten ist, auf ihre Fürsprache durch eben diesen Jesus, ihren göttlichen Sohn, geheiligt aus der⸗ selben scheiden mögest. Betrachtung für das Fest der Heimsuchung Mariä. 1. Maria verläßt Nazareth, um sich nach der Stadt Hebron zu begeben, welche nach Brocardus 20 Meilen von dort entfernt war, so daß Maria wenigstens sieben Tage auf dieser Reise zubrachte, indem der Weg über beschwerliche Berge ging; nur der heilige Joseph begleitete die göttliche Mutter. Der heilige Lukas bemerkt, daß Maria ihre Schritte beeilte:„Sie ging eilends über das Gebirg.“ Aber sage uns doch, heilige Jungfrau, warum unter— nimmst du diese lange und mühsame Reise, und warum beeilst du dich so sehr? Ich will eine Pflicht, die mir die Näch⸗ stenliebe auferlegt, erfüllen, antwortet Maria, ich will eine fromme Familie trösten. Wenn es also deine Pflicht ist, o große Mutter Got— tes! Andere zu trösten, und den Seelen Gnaden auszu⸗ theilen, o so tröste, so besuche auch meine arme Seele. Du weißt es ja besser als ich, wie arm und elend ich bin, wie viele Uebel mich bedrohen. Du kannst mein Herz bereichern, o Schatzmeisterin der göttlichen Gnaden! du kannst mich von allen Krankheiten meiner Seele hei⸗ len. Besuche mich also, o meine Mutter! so oft ich in irgend einer Gefahr oder Noth des Leibes oder der Seele mich befinde, besuche mich dann mit deiner Barmherzigkeit und mächtigen Hilfe. Besuche mich aber hauptsächlich in der Stunde meines Todes; denn alsdann wird mir dein Besuch und dein Beistand noch weit nothwendiger sein. 2. Betrachte, wie die heilige Jungfrau in dem Hause der heiligen Elisabeth ankommt. Schon ist sie die Mutter Mar Gebetb. 23 35⁵4 ihres Gottes geworden; aber deßungeachtet begrüßt sie zuerst ihre Verwandte.„Sie kam in das Haus, und grüßte Elisabeth.“ Elisabeth war von Gott erleuchtet worden, und wußte schon, daß der Sohn Gottes Mensch geworden sei, daß er der Sohn Mariä habe werden wollen; deshalb sprach sie auch zu Maria:„Gebenedeit bist du unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!“ Voll Beschämung und zugleich voll Freude rief sie aus:„Woher geschieht mir dies, daß die Mutter meines Herrn zu mir kömmt?“ Wie hätte ich nur eine so große Gnade hoffen dürfen, daß die Mutter Gottes selbst mich besuchen werde? Was antwortet wohl die demüthige Jungfrau auf alle diese Worte? Sie antwortet:„Hoch preiset meine Seele den Herrn,“ als ob sie gesagt hätte: Du lobst mich, Elisabeth; ich hingegen, ich lobe nur meinen Gott, der mich, seine elende Magd, zu der hohen Würde, seine Mutter zu werden, hat erheben wollen:„denn er hat angesehen die Niedrigkeit seiner Magd.“ O heilige Jungfrau Maria! du ertheilst Allen, die dich vertrauensvoll darum bitten, große Gnaden; darum bitte ich dich, du wollest mir wahre Demuth erlangen. Du erkennst, daß du vor Gott nichts bist; aber sieh', ich bin noch elender als das Nichts selbst, weil ich nicht nur nichts bin, sondern weil ich auch zugleich ein Sünder bin. Du kannst es dahin bringen, o Maria! daß ich demüthig werde; thu es also aus Liebe zu Gott, der dich zu seiner Mutter gemacht hat. 3. Was geschah aber, als Elisabeth den Gruß Mariâ vernahm?„Als Elisabeth den Gruß Mariä hörte, da hüpfte das Kind freudig in ihrem Leibe, und Elisabeth ward erfüllt von dem heiligen Geiste.“ Der kleine Johannes sprang auf vor Freude, weil ihm jetzt schon die heiligmachende Gnade, noch ehe er geboren war, ertheilt wurde. Elisabeth ward erfüllt von dem heiligen Geiste, und Zacharias, der Vater des heiligen Johannes, des Täufers, sollte bald darauf dadurch getröstet werden, daß er den Gebrauch der Sprache wieder erlangte. t ihre peth.“ ußte iß er sie und ung mir Wie die portet Sie ph sie lobe sohen denn 35⁵ So hat es sich schon bei dieser deiner Heimsuchung als wahr erwiesen, daß durch deine Vermittlung, o Köni⸗ gin und Mutter! die Gnaden Gottes ausgetheilt und die Seelen geheiligt werden. Vergiß mich also nicht, o meine liebe Mutter Maria! mich, der ich dein armer Diener bin, der ich dich liebe und auf dich alle meine Hoffnung setze. Gott, der eine so große Liebe zu dir trägt, erfüllt alle deine Bitten. Darum, meine liebe Mutter! bitte für mich, und mache, daß ich heilig werde. Am Scapulierfest. (Am dritten Sonntag im Juli.) Das Scapulier war anfänglich ein Bußkleid aus haari⸗ gem Stoffe, welches über den Achseln— in lateinischer Sprache Scapula— getragen wurde; daher der Name Sea⸗ pulier. Dieses Kleid hatte einen doppelten Zweck: es sollte nämlich als Bußkleid beständig zur Buße und Abtödtung des Fleisches auffordern; dann als ein von der seligsten Jung⸗— frau gegebenes, mit ihrem Bilde geziertes Denkzeichen an ihr Beispiel erinnern, und die dasselbe tragen, ermuntern, als wahre Kinder Mariä hienieden zu wandeln.— Das Scapu⸗ lier wurde, wie die Kirchengeschichte erzählt, von dem sel. Simon Stock aus dem Carmeliterorden eingeführt. Als er nämlich einstens vor einem Bilde der seligsten Jungfrau betete, erschien sie ihm, und überreichte ihm das Scapulier, mit der Verheißung, daß sie jene stets besonders schützen werde, vor— züglich in der Todesstunde, welche das Scapulier im Geiste wahrer Buße tragen. Dieses Kleid trugen von nun an nicht nur mehrere geistliche Orden, sondern es entstand auch unter diesem Namen die Scapulierbruderschaft, in der sich die Mit⸗ glieder zur Verehrung und Nachfolge Mariä miteinander ver⸗ einigen. Man muß also, wenn man das Bild Mariä auf dem Scapulier an seinem Leibe trägt, auch das Beispiel und die Tugenden Mariä nach Kräften nachzuahmen sich bestreben, und insbesondere sich befleißen, seinen Leib und seine Seele von jeder, auch der geringsten unreinen Sünde rein zu er⸗ 23* 356 halten. Wer zwar das Scapulier auf seinem Herzen trägt, dabei aber an unkeuschen Gedanken, Gelüsten und Werken seine Freude hat, verunehrt das heilige Scapulier, und macht sich des Schutzes Mariä ganz unwürdig. Gebet. Liebreiche Mutter Gottes! ich will nicht nur dein Bild, das mich so lebhaft an deine wunderbare Reinigkeit erinnert, auf dem Herzen tragen, sondern auch mein Herz und meinen Leib keusch bewahren. Du kennst aber meine Schwachheit. Erflehe mir daher den Beistand deines Sohnes Jesus, damit ich durch Vermeidung alles desjeni⸗ gen, was meine Reinigkeit beflecken und in Gefahr bringen könnte, und durch Abtödtung und Selbstverläugnung dir getreu nachfolge, und so einstens der Anschauung Gottes gewürdiget werde, die dein göttlicher Sohn denen verheißen hat, die eines reinen Herzens sind. Fest Mariä Himmelfahrt. Dieses Fest wird in der Kirche seit vielen Jahrhunder— ten gefeiert. Papst Leo IV. befahl, selbes nicht nur einen Tag, wie es bis dahin längere Zeit gebräuchlich war, son— dern acht Tage hindurch zu feiern. Dieser Festtag ist wegen erhaltener vieler Gnaden der Tag der großen Frau genannt worden. Besonders geschah dies von den Ungarn, wie es aus dem Leben des heiligen Stephanus, welcher der erste König von Ungarn, und ein sehr eifriger Diener Mariä war, welcher zu Ehren er auch eine herrliche Kirche erbaut hat, zu ersehen ist.— Daß Maria starb, geschah, weil Gott wollte, daß sie in allen Stücken Aehnlichkeit mit Jesus, der auch sterben wollte, hätte. Wie aber Jesus in den Himmel fuhr, so ward auch Maria dahin aufgenommen. Jesus that dies aus eigener Kraft; Maria ward durch Gottes Gnade dahin erhoben.— Freue dich heute insbesondere über die große Herrlichkeit Mariä; lies etwas von ihren Tugenden, und üÜber dente es, um ihr hierin nachzufolgen; beichte und kom— 357⁷ munizire; flehe sie in deinen Anliegen um ihre mächtige Für⸗ bitte bei Gott an; sie ist ja auch im Himmel noch unsere Mutter; bete ihr zu Ehren etwas mehr als gewöhnlich: schaue öfter zum Himmel empor, wo sie gekrönt ward, und seufze dabei mit dem heil. Bernard zu ihr: Zieh mich nach dir, o heilige Mutter! Beseitige Alles, was dich hindern könnte, zur Anschauung Gottes zu gelangen, und bitte sie de— müthig, daß sie dir ein glückliches Hinscheiden aus dieser Welt erlangen wolle. Betrachtung für das Fest der Himmelfahrt Mariãä. 1. Maria stirbt; aber wie ist ihr Tod beschaffen? sie stirbt ganz losgeschält von aller Anhänglichkeit an erschaffene Dinge; sie stirbt, verzehrt von jener göttlichen Liebe, von der sie ihr ganzes Leben hindurch beseelt war, die ihr heiligstes Herz ganz entzündet hatte. O heilige Mutter Maria! du verlassest die Erde; aber da du von der Erde zum Himmel auffährst, vergiß uns elende Pilger nicht, die wir in diesem Thale der Thränen mit so vielen und mächtigen Feinden zu kämpfen haben, die aus allen ihren Kräften sich bemühen, uns für die ganze Ewigkeit unglücklich zu machen. Ach, um der Verdienste deines heiligen Todes willen erlange uns die Gnade, daß wir unser Herz immer mehr von der Anhäng— lichkeit an die irdischen, vergänglichen Dinge losreißen, und mit immer größerer Sehnsucht nach den ewig dauernden himmlischen Gütern trachten, die Gott denen bereitet hat, die ihn mehr lieben als alle zeitlichen Güter und Freuden. Erbitte uns, o seligste Jungfrau jene heilige Sehnsucht, von der du erfüllt warst, Jesus zu schauen und ewig zu genießen, und steh' uns bei in unserem Todeskampfe, auf daß diese unsere Sehnsucht auf ewig im Himmel gestillt werde. 2. Maria stirbt, ihr heiliger Leib wird von den Apo— steln zum Grabe getragen und darin beigesetzt; die Engel be⸗ wachen ihn daselbst drei Tage lang, worauf sie ihn in den Himmel tragen. Aber die heilige Seele Mariä eilt, so wie sie vom Leibe getrennt ist, von unzählig vielen Engeln und von ihrem göttlichen Sohne begleitet, in das Reich der Seli⸗ gen. So wie Maria im Himmel angekommen ist, so bringt sie sich ganz Gott dem Herrn dar, betet ihn an, und dankt ihm mit unaussprechlicher Liebe für so viele Gnaden, die er ihr ertheilt hat. Gott der Herr umarmt sie, segnet sie, macht sie zur Königin des Himmels, und erhebt sie über alle Engel und Heiligen, wie uns dies die heilige Kirche lehrt. Wenn nach dem Ausspruche des Apostels der menschliche Verstand die unendliche Herrlichkeit nicht begreifen kann, die Gott im Him⸗· mel seinen Dienern, die ihn hier auf Erden geliebt haben, bereitet, o wie groß mag wohl die Herrlichkeit sein, die er seiner heiligen Mutter ertheilt haben wird, die ihn auf Erden mehr geliebt hat, als alle Heiligen und Engel, indem sie ihn aus allen ihren Kräften geliebt hat, so daß Maria allein, nach⸗ dem sie im Himmel angekommen war, zu Gott sprechen konnte: Wenn ich, o mein Gott! dich auch auf Erden nicht geliebt habe, wie du es verdienst, so habe ich dich doch we⸗ nigstens so sehr geliebt, als dies in meinen Kräften stand. 5 3. Freuen wir uns also mit Maria über die Herrlich· keit, die Gott ihr ertheilt hat. Freuen wir uns aber auch um unsertwillen, weil Maria, da sie eine Königin der Welt geworden, auch zugleich unsere Fürsprecherin bei Gott gewor⸗ den ist. Sie ist eine so mitleidsvolle Fürsprecherin, daß sie gerne alle auch die größten Sünder, die sich ihr mit reu⸗ müthigem, vertrauensvollem Herzen anempfehlen, in ihren Schutz nimmt, und zugleich hat sie eine so große Macht bei ihrem göttlichen Sohne, daß er auch den abscheulichsten Sün⸗ der, dessen sie sich annimmt, nicht von sich verstoßt. Glorreiche Himmelskönigin, liebreiche Mutter! Meine Seele erfreuet sich über die Herrlichkeit, die dir an Leib und Seele heute zu Theil geworden. Ueber alle Chöre der Engel und Heiligen erhöht sitzest du nun zur Rechten dein Fret meit Kin Kle Art Sei ter, du sich deil wel M au mi 4%5.. deines Sohnes, und genießest auf ewig unaussprechliche Freude und Seligkeit. O heiligste Mutter! erhebe auch mein Herz zu dir; denn was ist geziemender, als daß die Kinder seien, wo ihre Mutter ist. Ja in Stunden der Kleinmuth, im Augenblick der Versuchung, in Leiden jeder Art will ich zu dir aufblicken und meiner Seele sagen: Sei ruhig meine Seele; sieh' dort oben wohnt deine Mut⸗ ter, sie sieht die Thränen die du weinst, sie weiß, wornach du seufzest. Bald, ja bald wird sie kommen, und dich zu sich nehmen. Ja, süßeste Mutter! nur mit einem Blicke deiner Mutterliebe sieh' herab auf dieses Jammerthal, aus welchem wir elende Kinder Evens zu dir aufseufzen. Mutter, segne uns, und führe uns recht bald zu dir hin⸗ auf, wo wir dann deine mütterliche Liebe und die Erbar⸗ mung unsers Erlösers ewig preisen werden. Amen. Gebet vom heiligen Alphons Liguori. O süßeste Königin und Mutter! Du hast schon diese Erde verlassen, du bist schon in deinem Reiche angelangt, wo du als Königin über alle Chöre der Engel erhoben bist, wie die heilige Kirche singt. Wir arme Sünder, wir wissen es allzuwohl, daß wir es nicht verdienen, dich bei uns in dieser finstern und traurigen Welt zu haben. Aber wir wissen auch zu gleicher Zeit, daß du ungeachtet deiner Herrlichkeit, zu der du erhoben bist, dennoch uns Elende nicht vergessen, und das Mitleid mit uns armen Kindern Adams nicht verloren hast, sondern daß dasselbe vielmehr in dir gewachsen ist. O heiligste Jungfrau Maria! wende von dem erhabe⸗ nen Throne, auf welchem du jetzt herrschest, deine barm⸗ herzigen Augen auf uns herab und habe Mitleid mit uns. Bedenke, daß du, als du diese Erde verlassen, uns ver⸗ 360 sprochen hast, uns nie vergessen zu wollen. Blicke also gnädig auf uns herab und stehe uns bei. Sieh', in welchen Stürmen, in welchen Gefahren wir uns jeden Augenblick befinden, wie wir denselben bis zum Ende unseres Lebens ausgesetzt bleiben. Um der Verdienste deines seligen Todes willen, o Maria! erlange uns die Gnade der Beharrlichkeit in der Freundschaft Gottes, damit wir dereinst diese Welt im Stande der Gnade verlassen und dazu gelangen, einstens im Himmel deine heiligen Füße zu küssen, und daselbst in Vereinigung mit den seligen Geistern dich zu loben, und deine Herrlichkeit, wie du es verdienst, ewig zu preisen. Amen. Fest der Geburt Mariä. Das Fest der Geburt Mariä fing man an wahrschein⸗ lich nach der allgemeinen Kirchenversammlung von Ephesus, in welcher ihr der Titel: Mutter Gottes gegen die Lehre des Ketzers Nestorius ist bestätiget worden, zu begehen. Zur Zeit des heiligen Leo des Großen hatte die Kirche schon eine Messe von der Geburt Mariä. Die heiligen Kirchenlehrer der spätern Jahrhunderte, der heilige Ildephons, der heilige Jo⸗ hannes Damascenus, der heilige Petrus Damiani haben die Geburt Mariä ungemein gepriesen. Aus ihren Reden zeigt es sich, daß dieser glückliche Tag schon damals in der gan⸗ zen Kirche ein Fest gewesen ist.„Lasset uns, spricht der heilige Petrus Damiani, an diesem Tage(der Geburt Mariä) frohlocken, und vom ganzen Herzen uns in Gott erfreuen, an welchem wir, da wir uns der Mutter unseres Erlösers erinnern, den Ursprung der übrigen Feste feiern.“ Ueberlaß dich über die Geburt Mariä einer heiligen Freude, besonders nach der heiligen Kommunion, da du Jesum besitzest, der aus ihr wollte geboren werden; hüte dich vor jeder Sünde, um die Freude des Himmels und der ganzen Christenheit über die Geburt Mariä dadurch nicht zu stören: verrichte gute Werke, ihr gleichsam zum Angebinde; reinige dein Gewissen von Allem, was dir eine rechtmäßige Traurig⸗ 361 keit verursachen könnte, und erneuere dein Innerstes, damit du durch die Gnade Jesu, den Maria geboren hat, wie neu geboren werdest. Betrachtung für das Fest der Geburt Mariä. 1. Vor der Geburt Mariä lag die ganze Welt in der Finsterniß der Sünde begraben. Mit der Geburt Marià ging das Morgenroth auf, sagt ein Heiliger. Auf Maria wendet die Kirche die Worte der heiligen Schrift an:„Wer ist die, welche wie die aufsteigende Mörgenröthe hervorkömmt?? Alles freut sich, wenn die Morgenröthe erscheint; denn sie ist ein Vorbote des Sonnenaufgangs. So freute sich gleichfalls die Welt, als Maria geboren ward; denn sie war ein Vor⸗ bote der Sonne der Gerechtigkeit, das heißt, Jesu Christi, der, nachdem er ihr Sohn geworden war, uns durch seinen Tod selig machen wollte. Deshalb ruft auch die heilige Kirche aus: Deine Geburt, o heilige Jungfrau und Gottesgebärerin! hat der ganzen Welt Freude verkündet; denn aus dir ist die Sonne der Gerechtigkeit geboren, die den Fluch gelöst und uns den Segen gebracht, den Tod zu Schanden gemacht und uns das ewige Leben wieder gege ben hat. So ward bei der Geburt Mariä das Heilmittel gegen unsere Uebel, unser Trost und unser Heil geboren; denn durch Maria haben wir un · sern Heiland empfangen. 2. Nachdem diese heilige Jungfrau geboren worden war, die Mutter des ewigen Wortes zu werden, so bereicherte Gott sie mit so vielen Gnaden, daß von dem ersten Augenblick ihrer unbefleckten Empfängniß an ihre Heiligkeit die Heilig⸗ keit aller Heiligen und Engel zusammen übertraf; sie empfing nämlich Gnaden höherer Art, so wie die hohe Würde einer Mutter Gottes es erforderte. Sieh, ich armer Sünder begrüße und verehre dich heute, o heiliges Kind, Maria! Wie viele Ursache habe auch ich, mit dem Himmel und der Erde mich zu freuen über deine Geburt, o heilige Jungfrau! denn wie Vieles und Großes habe ich dei⸗ ner Güte zu danken; wie viel Größeres darf ich von deiner Mutterliebe noch hoffen. O Maria, heute an deinem für den Himmel und die Erde so freudenvollen Geburtstage erneuere ich das ernstliche Versprechen, mich in Zukunft mit neuem Eifer deinem und deines göttlichen Sohnes Dienste zu weihen, und alles sorgfältig zu meiden, was dein reinstes Mutterherz betrüben könnte. O mächtige Mutter! hilf mir, daß ich unter deiner Obhut einen guten Kampf kämpfe, damit auch ich zu jener Krone gelange, die Allen hinterlegt ist, die vechtmäßig gestritten haben. 3. Da Maria zur Mutter unsers Heilandes bestimmt ward, so wollte Gott auch, daß sie eine Mittlerin zwischen Gott und uns Sündern werde. Deshalb, sagt der heilige Thomas, empfing Maria so viele Gnaden, als hingereicht hätten, um alle Menschen selig zu machen, und der heilige Bernard nennt Maria eine volle Wasserleitung, an deren Fülle wir Alle Theil haben. O meine Königin Maria! o Mittlerin der Sünder! übe das für uns arme Sünder so tröstliche Amt einer Mittlerin, das dir Gott schon bei deiner Geburt übergeben hat, auch an mir aus. Groß zwar und zahllos sind meine Sünden, aber größer noch ist deine Barmherzigkeit gegen die Sünder, die mit reumüthigem Herzen zu dir ihre Zu— flucht nehmen. Du besitzest schon von deiner Geburt an in so hohem Grade die Liebe und das Wohlgefallen Gottes, daß er dir nichts abschlagen kann. Bitte also deinen göttlichen Sohn für mich, und ich werde gewiß nicht ver— loren gehen. Gebet vom heiligen Alphons von Liguori. O heiliges, himmlisches Kind! das du bestimmt bist, die Mutter meines Heilandes, die große Vermittlerin der elenden Sünder bei deinem Sohne zu sein, erbarme dich meiner! Sieh' hier vor dir einen Undankbaren auf den SISSIIIA 363 Knieen liegen, der zu dir seine Zuflucht nimmt, und dich um Barmherzigkeit anruft. Es ist wahr, daß ich wegen meines Undankes gegen Gott und gegen dich von Gott und von dir verlassen zu werden verdient habe. Aber ich höre, wie du mir zurufest, und ich glaube es fest, weil ich weiß, wie groß deine Barmherzigkeit ist, daß du dich nie weigerst, dem zu helfen, der sich mit Vertrauen dir anempfiehlt. O du erhabenstes Geschöpf der Welt! denn nur Gott ist größer als du, und die Größten im Himmel erscheinen klein vor dir; o Heiligste aller Heiligen! o Maria, du Abgrund der Gnade! die du voll von Gnade bist, stehe mir Elenden bei, der ich durch meine eigene Schuld die Gnade Gottes verloren habe. Ich weiß es, daß du Gott so lieb bist, daß er dir nichts abschlagen kann. Ich weiß, daß es dir lieb ist, wenn du deine große Macht zur Hilfe der elenden Sünder verwenden kannst. Zeige also, wie du bei Gott in Gnaden stehest, und erlange mir eine so große Erkenntniß und eine so brennende Liebe Gottes, daß ich aus einem Sünder in einen Heiligen verwandelt und von allen irdischen Neigungen losgeschält, ganz und gar von der Liebe Gottes entzündet werde. Bewirke dies, meine Königin! denn du kannst es bewirken. Thu' es aus Liebe zu Gott, der dich so erhaben und so barmherzig gemacht hat. Also hoffe ich es, also sei es. Amen. Fest des Namens Mariä. (Am Sonntag nach dem Feste der Geburt Mariä.) Im Jahre 1683 unter Kaiser Leopold I. hielten die Türken die Stadt Wien mit 216,000 Mann und vielen Ge⸗ schützen belagert; furchtbar wurde das Land verwüstet; Tau⸗ sende von Christen wurden auf die grausamste Weise ermor⸗ det, oder zu Sklaven gemacht. Aber in allen Provinzen wurden zur Ehre Mariä öffentliche Bittgänge und Prozes⸗ 364 sionen gehalten, überall wurde der Name Mariä angerufen, und als die Gefahr aufs höchste gestiegen ward, kam auch Maria dem christlichen Volke zu Hilfe. Am 12. September wurden die Türken von dem christlichen Heere angegriffen und von allen Seiten in die Flucht geschlagen. Um für diese Wohlthat ein ewiges Denkmal der Dankbarkeit zu stiften, befahl Papst Innozenz XI., daß in der ganzen Welt am ersten Sonntage nach Mariä Geburt das Fest des glorreichen Namens Mariä feierlich begangen werden soll. Der Name Maria bedeutet: 1) Erleuchterin, sie hat uns nämlich jenes Licht zur Welt geboren, das da er— leuchtet jeden Menschen, und erleuchtet durch ihr heiliges Leben wie eine zweite Sonne die ganze Kirche. Der Name Maria bedeutet 2) Stern des Meeres, so wie nämlich den in stürmischer Wetternacht auf dem Meere Schiffenden das Wiedererscheinen der freundlichen Sterne am Himmel Freude und Trost im Herzen erweckt, so finden auch Alle Trost im Herzen, Hoffnung der Gnade, frohe Zuversicht der baldigen Hilfe, welche in der finstern, stürmischen Nacht dieses Lebens auf Maria hinblicken. Der Name Maria bedeutet 3) Herrscherin, oder wie wir in unserer Sprache sie nennen, unsere liebe Frau. Maria ist Herrscherin im Himmel; denn dort huldigen ihr als Königin Alle Engel und Heiligen. Maria ist aber auch Herrscherin auf Erden; denn sie bringt durch die Macht ihrer Liebe und Fürbitte Wunderbares hervor in der Natur- und Men⸗ schenwelt. Da also der Name Maria so vielbedeutend und Engeln und Menschen so heilig und verehrungswürdig ist, so sprich auch diesen heiligen Namen nie anders aus als mit gebührender Ehrerbietung und Andacht. Gebet. Heilige Maria! mit innigster Ehrfurcht und Freude spreche ich heute deinen heiligen Namen aus, die du in Wahrheit unsere Frau, unser Licht und der Stern des Meeres bist. Wie dieser Name höchst ehrenvoll ist für dich, so ist er auch höchst lieblich, erquickend und heil— —E 2 E — 365 bringend für uns. O Maria! dein heiliger Name ver⸗ breitet Licht in der Finsterniß dieser Welt, Gnade und Segnungen über den ganzen Erdkreis, und er erfüllet alle Herzen mit der süßesten Hoffnung. Wer dich kennt, dich anruft, der kann nicht verzweifeln, nicht kleinmüthig werden. Zeige denn, o Maria! daß du diesen Namen nicht vergeb— lich führest. Leite uns auf dem Wege des Heiles; erleuchte uns auf dem ungestümen Meere dieser Welt. Laß uns leben unter dem Schutze deines heiligen Namens, und laß uns noch im Augenblicke unsers Hinscheidens deinen Namen und jenen deines göttlichen Sohnes Jesus aussprechen, und unser letzter Hauch, unser letzter Gedanke sei— Je— sus! Maria!— Amen. Fest des heil. Rosenkranzes. (Am ersten Sonntag im Oktober.) Der heilige Rosenkranz ist von der jungfräulichen Gottes⸗ mutter Maria selbst eingeführt worden. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts trat der heilige Dominikus als Hauptkämpfer gegen die Albigenser und andere Ketzer auf, die damals be— sonders im südlichen Frankreich großen Anhang fanden. Da aber seine Predigten längere Zeit wenig fruchteten, wandte er sich mit glühender Andacht zur seligsten Jungfrau um Hilfe. Da erschien ihm die Mutter Gottes, lehrte ihn das heilige Rosenkranzgebet, und ermahnte ihn, dasselbe als ein wirksames Gegenmittel wider die Ketzereien zu verbreiten. Dominikus that es mit allem Eifer, und predigte von dort an mit solchem Erfolge, daß in kurzer Zeit über 100,000 Irrgläubige und Sünder sich bekehrten. Sollen wir also ein Gebet nicht lieb haben, das wir aus der Hand der Himmels- königin selbst empfingen? Und dies um so mehr, da es eine wunderbare Kraft hat, uns durch die Fürbitte Mariä die größten Gnaden von Gott zu erlangen. Der heilige Papst Pius V. schrieb den großen Sieg, den das christliche Heer 1571 bei Lepanto über die Türken erfocht, und Papst Cle- mens XI. den Sieg bei Belgrad 1716 der Kraft des heiligen 366 Rosenkranzes zu, weil beide Male die seligste Jungfrau von der ganzen Christenheit um ihren mächtigen Schutz ange— rufen wurde, und zwar durch Abbetung des heiligen Rosen⸗ kranzes. Um uns zu diesem, Mariä so wohlgefälligem Gebete aufzumuntern, haben mehrere Päpste allen, die den heiligen Rosenkranz andächtig beten, besonders den Mitgliedern der Rosenkranz⸗Bruderschaft zahlreiche Ablässe verliehen. Beten wir also recht oft, ja, wenn es möglich ist, alle Tage den heiligen Rosenkranz; aber beten wir ihn allzeit andächtig, in Betrachtung der Geheimnisse des Heils, mit einem Worte, im Geiste der Kirche, und wir werden dadurch gewiß große Gnaden erhalten. Gebet. Liebreiche Jungfrau und Mutter meines Herrn! die du in deinem Herzen Tag und Nacht die Geheimnisse der Erbarmungen unsers Erlösers erwogen hast, erflehe mir die Gnade, daß ich glaube, was die Geheimnisse des Ro— senkranzes mich lehren, und erlange, was sie mir verheißen. Mache durch die Betrachtung derselben mein Herz frei von jeder Anhänglichkeit an die vergänglichen Dinge, um der göttlichen Gnade immer mehr empfänglich und der Ver— heißungen des Herrn einstens theilhaftig zu werden, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gebet vor dem heiligen Rosenkranze. O lobwürdigste Jungfrau und Gottesmutter Maria! du selbst hast beim Besuche deiner heiligen Base Elisabeth von dir vorausgesagt, daß dich alle Geschlechter selig prei— sen werden. Auch ich wünsche dich als meine gütigste Mutter auf eine deiner hohen Würde angemessene Weise zu loben und zu preisen, und da ich dies auf keine bessere Weise thun kann, als durch das heilige Rosenkranzgebet, welches dir besonders wohlgefällig ist, so opfere ich dir den heiligen Rosenkranz, den ich jetzt mit möglichster Andacht ——2—2———„„„ 823 ⏑ SSSSSEN 367 verrichten will, auf zum Lobe der allerheiligsten Dreifaltig⸗ keit, die dich im Himmel zu auf Erden so sehr erhöht und verherrlichet hat, zu deiner eigenen Ehre, um dich dadurch auf eine würdige Weise zu loben und zu preisen, zur Danksagung für alle Gnaden und Wohlthaten, welche ich von deiner mütterlichen Güte erhalten habe; endlich opfere ich dir diesen heiligen Rosenkranz auf, daß du mir durch deine mächtige Fürbitte in diesem schweren Anliegen N. zu Hilfe kommest, und mir diese Gnade N., die mir besonders nothwendig ist, beim Throne deines göttlichen Sohnes erlangen wollest. Ich verlange, jedes Ave Maria den ganzen Rosenkranz hindurch mit eben solcher Ehrfurcht und Andacht zu beten, mit welcher es der Erzengel Gabriel sprach, als er sich in tiefer Demuth vor dir neigte, mit dem Gruße: Gegrüßt seist du, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Ich vereinige mein Gebet mit jener Andacht, mit welcher deine eifrigsten Verehrer und Verehrerinnen dir dieses Rosenkranzgebet dargebracht haben, und bitte dich, o gütigste Mutter! daß du mein, wenn auch un⸗ vollkommenes Gebet gnädig aufnehmen wollest. Amen. Dankgebet nach dem heiligen Rosenkranze. O Maria, Mutter der Gnade, Mutter der Barm⸗ herzigkeit! nimm gnädig an diesen Rosenkranz, den ich jetzt der allerheiligsten Dreifaltigkeit, insonderheit aber dir zum Lob und zur Ehre gebetet habe. Verzeihe mir alle dabei begangenen Fehler der Lauigkeit und Zerstreuung; zum Ersatze meiner geringen Andacht opfere ich dir auf alle heiligen Rosenkränze, welche heute in der ganzen katholi⸗ schen Kirche von deinen eifrigsten Verehrern und Verehre— rinnen gebetet werden, und bitte dich, du wollest in Ver⸗ einigung mit denselben mein unvollkommenes Gebet nicht verschmähen. Sieh nicht auf meine Unwürdigkeit, sondern V VXI SENNNN 368 allein nur auf die Größe meiner Armseligkeit und Hilfs⸗ bedürftigkeit. Erlange auch mir jene Gnaden, welche du schon so vielen, die dich durch das heilige Rosenkranzgebet eifrig verehrten, von deinem göttlichen Sohne erfleht hast; erhöre mich besonders in diesem Anliegen N., wenn es zur Ehre Gottes und zu meinem Heile ist, damit ich nach er— haltener Hilfe vor aller Welt dich als eine Trösterin der Betrübten loben und preisen möge. Amen. Maria, die heiligste Jungfrau mit ihrem milden Kinde wolle uns Alle segnen. Vor einem gähen und unvor⸗ gesehenen Tode und vor allen Gefahren des Leibes und der Seele bewahre uns Gott der Vass ter, der So shn und der heilige Ge r ist. Gebenedeit sei der süße Name unsers Herrn, Jesu Christi, und der Name der allerheiligsten Jungfrau Maria, der Königin des heiligen Rosenkranzes, auch der heilige Dominikus und der ganze himmlische Hof sei gelobt immer und ewiglich! Amen. Fest der Opferung Mariä. In der Bulle des Papstes Sixtus V. vom 1. Septem- ber 1585 heißt es von diesem Feste:„Andern Festen der jederzeit unversehrten Jungfrau, welche die katholische Kirche geheiligt hat, wollen wir, daß auch das Fest der Opferung eben derselben, die ein Tempel Gottes und ein Heiligthum des heiligen Geistes geworden, beigezählt, und wenn es irgendwo ist unterlassen worden, wieder hergestellt, und be— ständig gefeiert werde.“ Gib Gott durch die Hände Mariä das Liebste, was du hast, gib dich selbst ihm ganz zum Opfer hin, vorzüglich nach der heiligen Kommunion. Von ihm hast du Alles, gib es ihm wieder; er füge Alles nach seinem heiligsten Wohlgefallen. Fliehe den Müßiggang; mache dich von der Welt immer mehr los; bete eifrig; betrachte gerne himmlische Dinge; halte fleißig eine geistliche Lesung; höre mit Wohlgefallen fromme Gespräche; übe dich in der 369 Freundlichkeit gegen Jedermann, in der Eingezogenheit, in der Verachtung eitler Freuden, damit du einst in das wahre Heiligthum, in den Tempel der himmlischen Glorie, aufge⸗ nommen werdest. ö Betrachtung für das Fest der Aufopferung Mariä. (Am 21. November.) 1. Als das heilige Kind Maria kaum drei Jahre alt war, da bat es schon seine frommen Aeltern, sie möchten ihm erlauben, sich in den Tempel einzuschließen, und sich ganz dem Dienste Gottes zu weihen, wie sie dies Gott schon vor ihrer Geburt versprochen hatten. Als der dazu festgesetzte Tag gekommen war, da reiste die unbefleckte Jungfrau Maria mit dem heiligen Joachim und der heiligen Anna von Na⸗ zareth ab; eine große Menge Engel begleiteten das heilige Kind, welches bestimmt war, die Mutter ihres Schöpfers zu werden. Begib dich, ruft der heilige Germanus Maria zu, begib dich, o heilige Jungfrau! in's Haus des Herrn, und warte daselbst die Ankunft des heiligen Geistes ab, der dich zur Mutter des ewigen Wortes machen wird. 2. Als die heiligen Reisenden im Tempel zu Jerusalem angekommen waren, da wendet sich das heilige Kind. Maria, zu seinen Aeltern, kniet nieder, küßt ihnen die Hände, und bittet sie um ihren Segen. Darauf steigt das heilige Jung⸗ fräulein, ohne umzublicken, die Stufen des Tempels hinauf, entsagt für immer der Welt und Allem, was die Welt uns bieten kann, bringt sich Gott dar, und weiht sich gänzlich seinem Dienste. Das Leben, welches Maria hierauf im Tem⸗ pel führte, war eine fortwährende Uebung der Liebe Gottes und der Aufopferung ihrer selbst. Jede Stunde, ja jeden Augenblick nahm Maria an Tugenden zu; freilich half ihr die Gnade Gottes auf eine ganz besondere Weise; aber deß: ungeachtet war sie auf's sorgfältigste darauf bedacht, aus all' ihren Kräften mit der Gnade Gottes mitzuwirken. Eines Tages erschien die allerseligste Jungfrau der heiligen Kloster⸗ frau Elisabeth von Schönau und sprach: Meinst du, meine Tochter, daß ich die Tugenden ohne Mühe erlangt habe? Wisse, daß ich keine einzige Gnade von Gott ohne große Mar. Gebetb. 2⁴ 370 Anstrengung, ohne fortwährendes Gebet, ohne eifrige Begierde und ohne viele Thränen und Bußübungen erlangt habe. 3. Im Tempel war eine der vorzüglichsten Beschäfti⸗ gungen Mariä das Gebet. Weil sie erkannte, daß die Men: schen sich in's Verderben gestürzt hatten, und für Gott ein Gegenstand des Hasses geworden waren, so bat sie haupt. sächlich den Herrn, er wolle den Messias senden; damals hätte sie gewünscht, die Magd jener glücklichen Jungfrau zu sein, die bestimmt war, die Mutter ihres Gottes zu werden. Wer hätte es damals gewagt, ihr zu sagen: Heilige Jung. frau, wisse, daß der Sohn Gottes um deines Gebetes willen schon bereit ist, auf die Welt herabzukommen, um die Men- schen zu erlösen; wisse aber auch, daß du die Hochgebenedeite bist, die erwählt worden ist, die Mutter ihres Schöpfers zu werden. Gebet. O heiliges Kind! o geliebtes Kind deines Gottes! du bittest für Alle, bitte auch für mich. Von deiner Kind⸗ heit an hast du dich ganz der Liebe und dem Dienste dei⸗ nes Gottes geweiht; o erlange mir die Gnade, daß ich wenigstens die noch übrigen Tage meines Lebens nur für Gott lebe. Von heute an entsage ich allen sündhaften Neigungen und allen Geschöpfen, an welchen mein Herz mit unordentlicher Liebe hängt, und weihe mich nach deinem Beispiele ganz und ohne allen Vorbehalt der Liebe meines Gottes. Auch dir und deinem Dienste opfere ich mich aufs Neue auf, o meine Königin! und nehme mir ernstlich vor, sorgfältiger als bisher Alles zu meiden, was dir und dei— nem göttlichen Sohne mißfallen könnte. Nimm mich zu deinem Diener an, und erlange mir die Gnade, dir und deinem Sohne treu zu bleiben, damit ich dich eines Tages im Himmel die ganze Ewigkeit hindurch loben und lieben könne. Amen. e erde ein zu den. illen en · peite 37¹ Fest Mariä Schutz. (Am dritten Sonntag im November.) Eines der vorzüglichsten Hilfsmittel, das Himmelreich zu erlangen, ist der Schutz und die Fürbitte Mariä. Groß und zahlreich sind die Hindernisse und Gefahren, welche uns den Weg zum Himmelreich versperren, oder wenigstens uns den⸗ selben beschwerlich machen, und von demselben ablenken. Solche Hindernisse und Gefahren sind die Versuchungen der bösen Geister, die bösen Neigungen, die Einflüsterungen der Welt und der Eigenliebe, die schlechten Beispiele. Wie tröstlich ist es also für uns, daß wir in allen Gefahren der Seele an Maria eine so mächtige Beschützerin haben, die gewiß nicht zu⸗ lassen wird, daß wir den Feinden unseres Heiles unterliegen, wenn wir nur mit festem Vertrauen sie um ihren mächtigen Schutz anflehen. Aber auch in den verschiedenen Leiden des Leibes ist Maria unsere mächtigste Helferin und Beschützerin, welche ein herzliches Mitleid mit ihren leidenden Kindern hat, und überdies die Macht besitzt, durch ein einziges Wort alle diese Leiden zu entfernen. Oder sollte Maria eine geringere Macht besitzen, als die Apostel, denen Jesus, ihr göttlicher Sohn, die Gewalt gegeben hat, alle Krankheiten und alle Schwach- heiten zu heilen? Weit größer noch und allgemeiner und immerwährend ist die Macht unserer heiligsten Mutter, der glorreichen Himmels⸗-Königin Maria. So fasse denn heute den ernstlichen Vorsatz, in jeder Gefahr und Noth des Leibes und der Seele zu Maria deine Zuflucht zu nehmen; bemühe dich aber auch durch Nachahmung ihrer Tugenden, besonders ihrer Demuth und Reinigkeit, ihres Schutzes immer würdiger zu werden. Gebet. O Mutter meines Erlösers, du meine sicherste Zu⸗ flucht! nimm mich und all' das Meine heute und mein ganzes Leben lang unter deinen besondern Schutz auf. Mit vollkommenem Vertrauen werfe ich mich in deine mütterlichen Arme. Sei doch, o gütigste Mutter! meine 2⁴4⁷ 37²2 Hilfe in der Noth, mein Trost in der Betrübniß, meine Stärke in Trübsalen und Widerwärtigkeiten. Weil du, o gnadenreiche Mutter! bei deinem göttlichen Sohne Alles vermagst, so erzeige auch an mir diese deine Macht; gib mir vor Allem ein Herz, das dem deinigen ähnlich ist in der Demuth und Reinigkeit, ähnlich in der Liebe zu Jesus; hilf mir streiten wider die vielen und mächtigen Feinde meiner Seele, und den unendlichen kostbaren Schatz der heiligmachenden Gnade bis zu meinem letzten Athemzuge unversehrt bewahren. Im furchtbaren Augenblicke meines Hinscheidens erzeige dich mehr als je als meine hilfreiche Mutter und mächtige Beschützerin, und führe du mich selbst zum Throne deines Sohnes, meines künftigen Richters, damit ich durch deine Vermittlung Gnade und Barmher— zigkeit bei ihm erlange, und dich mit ihm in alle Ewigkeit loben und preisen möge. Amen. VII. Abtheisung. Andachtsübungen zur Verehrung des heiligsten und unbefleckten Herzens Mariä. Vorerinnerung. Wer immer das Herz Jesu, unsers goͤttlichen Herrn und Erlösers, liebt, muß sich gedrungen fühlen, auch das Herz Mariò zu lieben. Das Herz der jungfräulichen Mutter ist mit dem Herzen ihres Sohnes innigst vereint, es ist der vollkommenste Spiegel, der lebendige Abdruck des göttlichen Herzens Jesu, und nach diesem das reinste, zäͤrtlichste, lieb— reichste, erbarmungsvollste Herz, das jemals war und sein wird, mithin nach demselben der würdigste Gegenstand unserer Liebe und Verehrung. Maria ist„die Mutter der schönen DIDIRIRCFTPn Ind rrn das tter der en eb· ein rer giebe“; zu ihr müssen wir hingehen, wenn wir wollen, daß 373 unser Herz vom heiligen Feuer der göttlichen Liebe entflammt werde. Maria ist die Zuflucht der Sünder; als Mittlerin zwischen ihrem Sohne und dem sündigen Menschengeschlechte empfiehlt sie uns seinem göttlichen Herzen; ihr Herz ist also gleichsam der Eingang zum Herzen Jesu. Niemals bestand daher die Andacht zum göttlichen Herzen Jesu ohne die An⸗ dacht zum heiligsten Herzen seiner hochgebenedeiten Mutter. Schon im Jahre 1668 erlaubte der heilige apostolische Stuhl zu Ehren des unbefleckten Herzens Mariä öffentliche Andach. ten und einen besonderen Gottesdienst zu feiern, und sechs Jahre später gestattete er, zu eben diesem Zwecke Bruder⸗; schaften zu errichten, die er mit verschiedenen Ablässen begün⸗ stigte. Doch erst seit wenigen Jahren gewann diese gnadenreiche Andacht einen außerordentlichen Ausschwung, und verbreitete sich mit dem segenreichsten Erfolge durch die ganze Kirche. Die Entstehung und so schnelle Verbreitung, sowie die wunderbaren Früchte der Erzbruderschaft des heiligsten und unbefleckten Herzens Mariä, wodurch Gott allen Völkern und Nationen eine so reichliche Quelle von Gnaden eröffnet hat, beweisen thatsächlich, daß eben diese Andacht das von ihm bestimmte Mittel ist, durch welches wir die Augen seiner Barmherzigkeit am besten auf uns lenken, und in den unend⸗ lichen Verdiensten seines Sohnes Gnade und Versöhnung finden können. Warum sollten wir denn noch anstehen, diese Wohlthat von der Hand Gottes dankbar anzunehmen, und selbe zu gebrauchen? warum sollten nicht auch wir im Be⸗ wußtsein unsrer eignen und unsrer Brüder geistigen Bedürf⸗ nisse, zu den unerschöpflichen Gnadenquellen des Herzens Mariä unsere Zuflucht nehmen? Tägliche Aufopferung am Morgen zum heiligsten Herzen Mariä. Sei gegrüßt, o heiligstes und unbeflecktes Herz Mariä! Ich opfere dir auf und weihe dir alle meine Gedanken, Worte und Werke des heutigen Tages. Erwirb mir die Gnade, sie alle in Gott wohlgefälliger Absicht und Weise 374 zu verrichten. Durch alle diese Werke verlange ich in Ver⸗ einigung mit deinen Verdiensten und mit deiner Huldigung die allerheiligste Dreieinigkeit und das göttliche Herz Jesu anzubeten, und im Vertrauen auf deine Macht von deinem göttlichen Sohne meine Bekehrung und die Bekehrung aller Sünder zu erlangen. Gegrüßt seist du Maria u. s. w. O Maria, du Zuflucht der Sünder, bitt für uns! Gebet, durch welches man dem heiligsten Herzen Mariaä alle Werke des Tages für die Bekehrung der Sünder anfopfert. Sei gegrüßt, Maria! Beim Anbruche dieses Tages sei gegrüßt. Du bist voll der Gnade: der Herr ist mit dir; du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus! Ich opfere dir auf, o meine heiligste Mutter! alle Gedanken und Begierden, alle Gebete und Almosen, alle Werke der Frömmigkeit, der Liebe und der Abtödtung, die ich diesen Tag hindurch ver— richten werde. Erwirb mir die Gnade, sie alle mit einer so reinen Absicht zu verrichten und mit einer so heiligen Begierde, Gott zu gefallen, daß sie seines Wohlgefallens würdig werden. Ich opfere sie deinem heiligsten und un⸗ befleckten Herzen auf, indem ich dich bitte, sie mit deinen Verdiensten zu bereichern und mir zu gestatten, daß ich mit ihm und durch dasselbe die allerheiligste Dreieinigkeit und das göttliche Herz Jesu anbeten, und durch dasselbe die Gnade meiner Bekehrung und der Bekehrung aller Sünder erlangen möge. O Maria! bewahre mich an diesem Tage vor jeder Sünde. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitt für uns arme Sünder jetzt und in der Stunde unsers Absterbens. Amen. 37⁵5 Gebet an jedem Monatsonntage und an den Festen der Herz⸗Mariä⸗Bruderschaft. Besu nem Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria! daß noch Kei⸗ ller ner verloren gegangen ist, der unter deinen Schutz die Zu⸗ flucht genommen, bei dir Hilfe gesucht, und dich um deine Fürbitte angerufen hat. Von diesem Vertrauen beseelt 51 komme ich zu dir, o Mutter der Gnade und Barmherzig-— keit! Sieh mich gnädig an zu deinen Füßen in Reue über meine Sünden. O Mutter Gottes! verschmähe nicht meine der. Bitten, sondern höre sie gnädig an, und erhöre mich. Er⸗ bitte mir und allen armen Sündern wahre Bekehrung, ges standhafte Besserung und ein glückseliges Ende. Amen. mit Erweise dich auch als eine hilfreiche Mittlerin den deit Bitten derjenigen, die heute ihre besondern Anliegen un⸗ uf, serem Gebete anempfohlen haben. 9 O Maria, du Zuflucht der Sünder, bitte für uns! er —— Eine Viertelstunde zur Verehrung des unbefleckten 101 Herzens Mariä. 90(Besonders an den Monatsonntagen und den andern Festen der Herz ns Mariä Bruderschaft.) m⸗ len 1. nit Das Herz Mariä ein unbeflecktes Herz. nd Herz Mariä! du bist ganz schön, und keine Makel 2. ist an dir, weder von einer persönlichen Sünde, noch von er der Erbschuld, während wir nicht nur in der Sünde ge⸗ boren worden sind, sondern uns noch überdieß mit unzäh⸗ — ligen freiwilligen Beleidigungen Gottes beladen haben. WL8 Darum erbarme dich über unser großes Elend, laß dich . bewegen zum Mitleiden über unser schmerzliches Unglück, und komm uns zu Hilfe durch deine mächtige Fürbitte bei 376 deinem göttlichen Sohne. Erflehe allen Unschuldigen Standhaftigkeit in ihrer Tugend, allen Büßern Beharr⸗ lichkeit in der Bekehrung, allen Sündern Erkenntniß, Reue und Bekenntniß ihrer Sünden, allen Verstockten ein zer⸗ knirschtes Herz, und laß das kostbare Blut Jesu Christi an uns Allen nicht verloren gehen. O unbeflecktes Herz Mariä, mache uns dem Herzen Jesu ähnlich! Maria, denk' an deine Kinder! Wir schmachten hier im Thränenthal, So hat hart gedrängt als arme Sünder Von argen Feinden ohne Zahl. Wirf, Mutter, den Blick Auf unser Verderben, Und führ' uns zum Glück Der himmlischen Erben! Gegrüßt seist du Maria u. s. Iw. 2. Das Herz Mariä ein jungfräuliches Herz. Herz Mariä! du warest es zuerst, wo wir, wie in einem reinen Spiegel, die ganze Schönheit, Würde und Kostbarkeit der keuschesten Jungfräulichkeit erblicken, welche vor dir auf Erden ohne Beispiel gewesen ist. Sieh' nun unsere übergroße Schwäche und Gebrechlichkeit; blicke auf die zahllosen Gefahren, welche uns böse Reden und Bei⸗ spiele, schlechte Bücher, Schriften, Orte und Gesellschaften durch List und Gewalt bereiten, daß es immer schwerer wird, von dieser Pestseuche der Seele nicht angesteckt zu werden; betrachte die Menge, Gewalt und Verschlagenheit unserer Feinde, welche, im Bunde mit der Hölle, Alles aufbieten, um die Unschuld und Tugend zu Grunde zu richten, und erbarme dich unser! Erflehe allen Unschuldi— gen Standhaftigkeit in ihrer Tugend, allen Büßern Be⸗ 9944.. s—.N 377⁷ harrlichkeit in der Bekehrung, allen Sündern Erkenntniß, Reue und Bekenntniß ihrer Sünden, allen Verstockten ein zerknirschtes Herz, und laß das kostbare Blut Jesu Christi an uns Allen nicht verloren gehen. O unbeflecktes Herz Mariä, mache uns dem Herzen Jesu ähnlich! Maria denk' u. s. w. wie oben. 3. Das Herz Mariä ein mütterliches Herz. Herz Mariä! du bist am Fuße des Kreuzes, wo dich das siebenfache Schwert der Schmerzen durchbohrte, für alle Menschen ein Mutterherz geworden, voll Liebe, voll Mitleid, voll Verlangen zu helfen, und voll Gnadenschätze, Alle zu beseligen. Sieh' wir, deine armen Kinder, flehen zu dir in unserer Verlassenheit, in unserm großen Elende; erbitte uns die Gnade eines lebendigen Glaubens, daß wir von der Nichtigkeit alles Zeitlichen und von der Wichtig— keit des Ewigen ganz durchdrungen werden; die Gnade eines unerschütterlichen Vertrauens, daß wir mit Muth und siegreicher Ausdauer den Kampf des Heils bestehen, und die Gnade einer brennenden Liebe zu Gott und zu allen Menschen, daß wir als liebende Kinder deiner wür— dig leben. Erflehe allen Unschuldigen Standhaftigkeit in ihrer Tugend, allen Büßern Beharrlichkeit in der Bekeh— rung, allen Sündern Erkenntniß, Reue und Bekenntniß ihrer Sünden, allen Verstockten ein zerknirschtes Herz, und laß das kostbare Blut Jesu Christi an uns Allen nicht verloren gehen. O unbeflecktes Herz Mariä, mache uns dem Herzen Jesu ähnlich! Maria denk' u. s. w. wie oben. GS — . Das Herz Mariä mit Rosen umwunden. Herz Mariä! der Rosenkranz der dich schmückt, be— deutet die herrliche Krone heldenmüthiger Tugenden, welche du im Leben ausgeübt hast. Königlich groß und erhaben stehst du an jeder Tugend über allen Engeln und Heiligen, du Königin der Engel, du Königin aller Heiligen! Laß doch nicht zu, daß wir, deine Kinder, ausarten, oder dir unähnlich seien. Dein Beispiel sporne uns unablässig und kräftig an, daß wir die Gebote Gottes und die Gebote der Kirche ohne Menschenfurcht gewissenhaft erfüllen, daß wir die Pflichten unseres Standes genau vollbringen, daß wir die heiligen Sakramente, diese Mittel des Heiles, oft und würdig gebrauchen, daß wir das Gebet, die Selbst⸗ verläugnung und den Gehorsam emsig üben, und in allen standesmäßigen Tugenden täglich zunehmen mögen. Erflehe allen Unschuldigen Standhaftigkeit in ihrer Tugend, allen Büßern Beharrlichkeit in der Bekehrung, allen Sündern Erkenntniß, Reue und Bekenntniß ihrer Sünden, allen Verstockten ein zerknirschtes Herz, und laß das kostbare Blut Jesu Christi an uns Allen nicht verloren gehen. O unbeflecktes Herz Mariä, mache uns dem Herzen Jesu ähnlich! Maria, denk' u. s. w. wie oben. 5. Das Herz Mariä mit den Dornen unter den Rofen. Herz Mariä! die Dornen unter den Rosen zeigen uns an, daß dich deine Tugenden viele Anstrengung, in— nere und äußere Abtödtung und Selbstverläugnung gekostet haben. Du weißt es, wie weichlich, wie verzärtelt und wie voll Eigenliebe wir sind; darum hilf uns unsere ⁰ Trägheit bekämpfen, hilf uns den Abscheu vor der Ab— tödtung überwinden, hilf uns die Gemächlichkeit und die allzugroße Sorge für den Leib ablegen, hilf uns unsere bösen Neigungen und unsere sündhaften Leidenschaften be— zähmen, hilf uns die Weichlichkeit in der Nahrung, Klei— dung, Wohnung und in allen Lebensverhältnissen verab— scheuen, daß wir selbst mit christlichem Ernste leben, Nie— manden zum Aergernisse, Allen zur Erbauung sein mögen. Erflehe allen Unschuldigen Standhaftigkeit in ihrer Tugend, allen Büßern Beharrlichkeit in der Bekehrung, allen Sündern Erkenntniß, Reue und Bekenntniß ihrer Sünden, allen Verstockten ein zerknirschtes Herz, und laß das kost— bare Blut Jesu Christi an uns Allen nicht verloren gehen. O unbeflecktes Herz Mariä, mache uns dem Herzen Jesu ähnlich! Maria, denk' u. s. w. wie oben. 6. Das Herz Mariäͤ mit einem Schwerte durchbohrt. Herz Mariä! das Schwert, welches dich durchbohrt, erinnert uns an die vielen und großen Leiden, welche du erduldet hast. Du trankest den Kelch aller Leiden deines göttlichen Sohnes, du littest mit ihm die Leiden der äußer⸗ sten Armuth, die Leiden der bittersten Schmach und Ver— achtung, und die Leiden selbst, die Jesus an seinem heilig⸗ sten Leibe erduldete, hast du mit empfunden; darum bist du auch die Königin der Martyrer. Und wir, o Mutter! fliehen die Armuth, selbst die Armuth des Geistes; wir erschrecken vor Schmach und Verachtung; wir zittern vor allen leiblichen Schmerzen, und fürchten uns sogar nicht, um ihnen zu entrinnen, Gott zu beleidigen, O erbitte uns doch die große Gnade, dir und deinem göttlichen Sohne auch im Leiden gleichförmig zu werden durch Großmuth, * — SNNEN 38⁰ Standhaftigkeit und Liebe; denn diese Gleichförmigkeit ist ein Zeichen der Auserwählung. Erflehe allen Unschuldigen Standhaftigkeit in ihrer Tugend, allen Büßern Beharr— lichkeit in der Bekehrung, allen Sündern Erkenntniß, Reue, Bekenntniß ihrer Sünden, allen Verstockten ein zerknirschtes Herz, und laß das kostbare Blut Jesu Christi an uns Allen nicht verloren gehen. O unbeflecktes Herz Mariä, mache uns dem Herzen Jesu ähnlich! Maria, denk' u. s. w. wie oben. . Das Herz Mariä steht in Flammen. Herz Mariä! du glühest von Liebe zu Gott und zu den Menschen, und sehnest dich aus dieser Liebe so heftig, daß alle deine Kinder Gott lieben, Gott dienen, Gott ver— herrlichen, und zur ewigen Seligkeit gelangen möchten. Darum hörest du so begierig auf alle unsere Bitten; da⸗ rum flehest du unablässig vor dem Throne Gottes für unser Heil; darum spendest du Allen so reichliche Gnaden, als wir nur immer anzunehmen bereit sind; darum bist du um unser Heil mehr besorgt und bekümmert, als wir es selbst sein können. Deshalb rufen wir mit kindlichem Vertrauen zu dir: erflehe allen Unschuldigen Standhaftig— keit in ihrer Tugend, allen Büßern Beharrlichkeit in der Bekehrung, allen Sündern Erkenntniß, Reue, Bekenntniß ihrer Sünden, allen Verstockten ein zerknirschtes Herz, und laß das kostbare Blut Jesu Christi an uns Allen nicht verloren gehen. O unbeflecktes Herz Mariä, mache uns dem Herzen Jesu ähnlich! Maria, denk u. s. w. wie oben. V S— Lr... r 8. Das Herz Mariä die Zuflucht aller Sünder. Herz Mariä! dich hat Gott in unsern Tagen ganz besonders zur Zuflucht aller Sünder bestimmt, und durch Wunder ohne Zahl bestätiget, daß man bei dir niemals umsonst Hilfe sucht. So zahllos, so groß, so abscheulich auch die begangenen Sünden sein mögen; so lange auch der Sünder bisher der Gnade widerstanden haben mag: du stoßest dennoch keinen zurück, der mit aufrichtigem Her— zen zu dir seine Zuflucht nimmt; ja du erbarmest dich sogar auf das Gebet Anderer auch des böswilligsten und verstocktesten Sünders. Darum rufen wir mit erneutem Vertrauen und mit der zuverlässigsten Hoffnung zu dir: Erflehe allen Unschuldigen Standhaftigkeit in ihrer Tugend, allen Büßern Beharrlichkeit in der Bekehrung, allen Sün— dern Erkenntniß, Reue, Bekenntniß ihrer Sünden, allen Verstockten ein zerknirschtes Herz, und laß das kostbare Blut Jesu Christi an uns Allen nicht verloren gehen. O unbeflecktes Herz Mariä, mache uns dem Herzen Jesu ähnlich! Maria, denk' u. s. w. wie oben. Gebet am Feste des heiligsten Herzens Mariä. Wir feiern heute dein Fest, o heiligstes, unbeflecktes, gebenedeites Herz Mariä! Ja, liebenswürdigstes Herz Mariä, dem ich so viele Grüße und Anmuthungen meiner Liebe das Jahr hindurch geweiht habe, zu dem ich so oft mit dem Vertrauen eines Kindes zur Mutter meine Zu— flucht nahm, du bist heute selbst in kirchlicher Feier der Gegenstand meiner Andacht und Festfreude. O sei mir besonders heute gegrüßt im Gruße aller Engel und Hei— ligen, im Gruße aller deiner Andacht und Liebe geweihten 382 Herzen! Ich freue mich aller Vorzüge und erhabenen Tugenden, mit welchen dein so schönes Herz geschmückt ist und nehme Theil an allen Ehrenbezeigungen, welche dir besonders an dem heutigen Festtage auf Erden und im Himmel dargebracht werden. Ich fasse heute auf's Neue den ernstlichen Vorsatz, dein heiligstes und unbeflecktes Herz alle Tage meines Lebens zu verehren; ich weihe dir mein Herz ganz und für immer; verschmähe es nicht, und erfülle es mit deinen Tugenden, damit es dem deinigen immer ähnlicher werde. Ach, liebreichste Mutter! ein einziger Seufzer deines lieberfüllten Herzens, gerichtet an das Herz deines göttlichen Sohnes, kann mir alle nothwendigen Gnaden erlangen. Ich bitte dich, versage mir nicht deine Fürbitte bei dem göttlichen Herzen Jesu, dem du so nahe bist, und erflehe mir von demselben besonders jene Gnade, die du für mich als die nothwendigste erkennest. Amen. Huldigung und vertrauensvolle Bitte zum heiligsten Herzen Mariä. O Maria, du glorwürdigste Mutter Gottes! erlaube mir, deinem unwürdigsten Pflegekinde, daß ich mich deinen auserwählten Dienern beigeselle, welche dein unbeflecktes und reinstes Herz besonders verehren, damit auch ich jener Gnaden theilhaftig werde, welche diese dir und deinem göttlichen Sohne so angenehme Verehrung nach sich zieht. O Herz Mariä, du vortreffliches Werk der allmächtigen Hand Gottes! wegen deiner Heiligkeit, Reinigkeit und höchsten Vortrefflichkeit bist du würdig, das Herz der Mutter Gottes zu sein, und wegen deiner Barmherzigkeit, Demuth, Sanftmuth und Liebe bist du für die Mutter des Erlösers das würdigste Herz. Du bist ein unerschöpflicher Brun⸗ nen der Güte, Süßigkeit Freigebigkeit und Erbarmung. Du bist das vollkommenste Muster aller Tugenden und das SCSS 5 2* EV&e- =—— 88S ⏑ 3838 vollkommenste Ebenbild des Herzens Jesu. Du hast allein Gott mehr geliebt als alle Seraphinen, mehr als alle Engel und Heilige zusammen. Du hast der hochheiligen Dreieinigkeit durch die geringste deiner Anmuthungen mehr Verherrlichung verschafft, als es alle Heiligen durch die heldenmüthigsten Handlungen gethan haben. Du umfängst alle Menschen auf's liebreichste; in ihren Armseligkeiten trägst du mit ihnen ein ganz mütterliches Mitleiden, und es ist dein sehnlichster Wunsch, daß Alle zur ewigen Glück— seligkeit gelangen. Du hast uns so sehr geliebt, daß du deinen eingebornen Sohn mit größter Bereitwilligkeit nach dem Wohlgefallen des himmlischen Vaters aufgeopfert, und in seinem Leiden und Tode zugleich mit ihm unermeß⸗ liche Schmerzen für unser Heil gelitten hast. Wohlan denn, o süßestes, liebvollstes und heiligstes Herz Mariä! das du wegen so vieler Ursachen meiner Verehrung, meiner Liebe und meines Vertrauens höchst würdig bist, nimm diese meine geringe Huldigung, welche ich dir aus Liebe erstatte, gnädig auf. Heiligstes Herz der Mutter der Barmherzigkeit! vor dir niedergeworfen, ver— ehre ich dich mit der tiefsten Ehrfurcht, deren ich fähig bin. Ich verlange, dir allen schuldigen Dank zu sagen, daß du in meinen Armseligkeiten dich so barmherzig gegen mich erzeigt, und mir so viele Gutthaten erwiesen hast. Ich vereinige mich heute mit allen deinen getreuen Pfleg-⸗ kindern, und verlange, dich mit ihnen zu loben, zu ehren und zu lieben; denn du bist der sicherste und kürzeste Weg, zu Jesus zu gelangen; durch dich können wir Jesu alle unsere Pflichten abstatten. Durch dich wollen wir Jesus anbeten; durch dich wollen wir Jesus loben und preisen; durch dich wollen wir Jesus bitten und besänftigen; durch dich wollen wir Jesu alle unsere Werke und auch uns selbst aufopfern, widmen und heiligen, damit wir auf diese 38⁴ Weise unserer eigenen Schwachheit durch dich zu Hilfe kommen, und unserer Armuth durch deinen Reichthum abhelfen. O reinstes, heiligstes und liebenswürdigstes Herz Mariä! von dieser Stunde an bis zum letzten Athemzug meines Lebens will ich dich täglich und beständig ehren und lieben. Du sollst der Weg sein, der mich zu meinem Heiland führt, durch dich auch werde ich seiner Gnade und Barmherzigkeit theilhaftig werden. Du sollst meine Zu⸗ flucht in Gefahren, mein Trost in Leiden und meine Hilfe in allen Nöthen sein. Dich, als den Spiegel der Tugen-— den, will ich beständig vor Augen haben. Du wirst die Schule sein, in welcher ich den Unterricht Jesu, meines Lehrmeisters anhöre; du wirst mir seine göttlichen Aus— sprüche, seine Räthe und Tugenden erklären und begreif⸗ licher machen. Du wirst mir die rechte Weise zeigen, die Tugenden vollkommen zu üben. Durch deine Anleitung, nach deinem Rathe und auf dein Zusprechen werde ich mich be— fleißen, die Reinigkeit, die Demuth, die Sanftmuth, die Liebe und Geduld im Werke zu zeigen, die Welt und alles Erschaf— fene zu verachten, vor Allem aber Jesus, meinen Gott und Erlöser, deinen Sohn, zu lieben. Diese Tugenden will ich mit Vertrauen durch dich begehren. Ich horffe sie auch ganz gewiß durch dich zu erhalten. O Herz Mariä! du bist der Thron der Barmherzigkeit. Deswegen stelle ich mein unwürdiges, mit Sünden und unordentlichen Begier— den verunreinigtes Herz vor dir dar. Ich bitte, du wollest es nicht verachten, sondern da ich es dir übergebe, reinige und heilige es; zieh' es von irdischen Begierden ab, und flöße ihm eine ernstliche Reue über seine Sünden ein; ent⸗ zünde es mit Liebe zu dir und zu Jesus, deinem Sohne; mache es endlich dir ganz gleich, damit es einst im Himmel Gott mit dir ewig loben und genießen könne. Amen. 385⁵ Bittgruß zum heiligsten Herzen Mariä. Sei gegrüßt, o gebenedeitestes Herz Mariä, du Wun⸗ der der Gnade und vollständiger Ausdruck des Herzens Jesu, du Anker der Hoffnung in unserer Sterbstunde! O Herz Mariä, du würdiges Herz der Mutter meines Gottes und Erlösers! ich grüße, lobe, liebe und verehre dich in jener innersten Vereinigung, kraft welcher du dem Herzen Jesu vor allen anderen Herzen das verwandteste bist. Ich vereinige mich mit allen reinen Seelen, welche ihre Freude daran haben, daß sie dich ehren, loben und lieben. O edelstes und vollkommenstes Herz, das die all— mächtige Hand des Schöpfers nach dem Herzen Jesu ge— staltet hat! vor dir liege ich da mit gebeugtem Herzen, um dir alles Lob, alle Ehrfurcht, alles Vertrauen und alle Zärtlichkeit der Engel sowohl als der Menschen aufs voll— kommenste zu bezeigen. Ich sage dir durch das allersüßeste Herz deines Sohnes demüthigsten Dank für die Gesinnun— gen der Barmherzigkeit und des Mitleidens, das dich in Ansehung meiner Armseligkeit jemals gerühret hat. O liebreiches Herz! sei und bleib mir auch in Zukunft meine Zuflucht in allen Nöthen, mein Trost in Betrübnissen, und meine Hilfe in allen meinen Anliegen. O du gutes Herz meiner Mutter! in den Abgrund deiner Erbarmungen und Liebe sei inständig empfohlen all' mein Jammer und Elend, in dem ich seufze. Dir, o mildreiches Herz! klage ich recht vertraulich mein ganzes Anliegen in diesem N. und jenem N. ö (Lege hier in dieses liebende Mutterherz Alles hinein, was dich drückt und ängstigt.) Ich kniee vor dir arm und entblößt an Tugenden. O mache, wie ich von der Quelle deiner mütterlichen Liebe zuversichtlich hoffe, mache doch, daß ich von dir die herz⸗ Mar. Gebetb. 25 EERERRERRDEEE SINENT 36 liche Sanftmuth und Demuth, die standesmäßige Reinig⸗ keit, die vollpjlommene Verachtung der Welt, diese Tugend N. N., und vor allem die Ergebung meines Willens in den Willen meines Gottes erlerne. O Herz Mariä, du Thron der Barmherzigkeit und des Friedens! würdige dich, mein armes und elendes Herz, welches ich dir in dem Blute deines Jesus darstelle, unter deinen ewigen Schutz aufzunehmen. Reinige es, heilige es, reiß es los von allen Geschöpfen, durchdringe es mit einem wahren Schmerzen über seine Sünden, und bilde es gänzlich nach dem Her— zen Jesu. O süßestes Mutterherz! eröffne dich mir alle⸗ zeit, besonders in der Stunde meines Todes, nimm mich alsdann zwischen dich und das Herz meines Erlösers, da⸗ mit ich am Ende meinen Geist in die Hände des himm⸗ lischen Vaters aufgebe. Amen. Ablasigebet zum unbefleckten Herzen Mariä. O süßes, o mildes Herz Mariä, der Mutter Gottes und unserer lieben Mutter! O liebenswürdigstes Herz, Gegenstand des Wohlgefallens der anbetungswürdigsten Dreieinigkeit, würdig aller Verehrung und zärtlichen Liebe der Engel und Menschen! O Herz, welches du am mei⸗ sten dem Herzen Jesu gleichst, dessen vollkommenstes Eben⸗ bild du bist! Herz voll der Liebe, Güte und des innigsten Mitleidens gegen unser Elend! Würdige dich, die kalte Eisrinde unserer Herzen zu zerschmelzen, und bewirke, daß sie ganz umgewandelt werden in das Herz unsers gött⸗ lichen Erlösers. Flöße ihnen Liebe zu deinen Tugenden ein, und entzünde sie mit jenem heiligen Feuer, von dem du beständig entflammt warst. Verschließe in dein Herz die heilige Kirche, beschütze sie und bleibe stets ihre süße Zuflucht und unüberwindliche Festung gegen jeden Anfall ihrer Feinde. Sei du unser Weg, auf dem wir zu Jesus kommen, und der Kanal, durch welchen uns die zu unserm Heile nothwendigen Gnaden zufließen. Sei unsere Hilfe in der Noth, unsere Erquickung in Trübsalen, unsere Stütze in Versuchungen, unsere Zuflucht in Verfolgungen, unser Beistand in allen Gefahren, besonders in dem letzten Kampfe unsers Lebens, zur Zeit des Hinscheidens, wo die ganze Hölle sich gegen uns bewaffnen wird, um in diesem schrecklichen, entscheidenden Punkte, wovon unsere ganze Ewigkeit abhängt, unsere Seele zu rauben. O so laß uns dann, mitleidigste Jungfrau! deines mütterlichen Her⸗ zens Milde verkosten; laß uns erfahren die Größe deiner Macht bei dem Herzen Jesu; öffne uns in dieser Quelle der Barmherzigkeit eine sichere Zuflucht, auf daß wir ein— stens ihn mit dir im Himmel preisen mögen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Lobspruch zu den heiligsten Herzen Jesu und Mariä. Erkannt und geliebt, gelobt und gebenedeit, geehrt und verherrlichet sei allzeit und überall das göttliche Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariä! Amen. Papst Pius VII. verlieh denjenigen, welche vorstehendes Gebet sammt dem beigefügten Lobspruche zu den heiligen Herzen Jesu und Mariaä andächtig sprechen, mehrere Ablässe, und zwar: 1) Einen Ablaß von 60 Tagen, der aber nur einmal im Tage ge⸗ wonnen werden kann. 2) Einen vollkommenen Ablaß, der am Feste Mariä Geburt, Marid Himmelfahrt und am Feste des heiligen Herzens Mariä von denen genommen wird, die dieses Gebet täglich, ein ganzes Jahr hindurch beten, an obge⸗ nannten Festen die heiligen Sakramente empfangen, eine Kirche besuchen und nach der Meinung Sr. Heiligkeit beten. 3) Einen vollkommenen Ablaß in der Sterbstunde für jene, welche ihre Lebenszeit hindurch nicht unterlassen haben, dieses Gebet zu sprechen. Diese Ablässe können auch den Seelen im Fegfeuer zugewendet werden. 25* 388 Abbitte beim heiligsten Herzen Mariä. O Maria, heiligste Mutter meines Herrn und Er⸗ lösers, mächtigste und liebreichste Königin des Himmels und der Erde, die du von aller Ewigkeit her auserkoren wurdest, den Kopf der höllischen Schlange zu zertreten, und der verlornen Menschheit einen Retter zu geben! Du bist nach Gott der würdigste Gegenstand unserer Lobpreisung, Verehrung und Liebe, und nie werden alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden dir hinreichenden Dank für deine Verdienste um unser Heil darbringen können. Dennoch aber warst du von jeher eine Zielscheibe des Hasses und der Lästerungen nicht nur der Hölle, sondern auch so vieler gottlosen Menschen, so vieler Irr- und Ungläubigen, die sich bemühet haben, und sich noch fortwährend bemühen, deinen Ruhm zu vernichten, deine unvergleichlichen Vor— züge und Vorrechte zu läugnen, deinen heiligsten Namen zu schmähen, deine Bildnisse zu entweihen und dein An— denken bei den Menschen zu vertilgen. Erhabenste Mutter meines Gottes, und meine gnadenreichste Gebieterin! hin— gestreckt zu deinen Füßen erweise ich dir meine innigste Theilnahme an allem dem Schmerze, welchen dein mütter— liches Herz über diese Frevel der Menschen empfindet, und bitte dich bei deiner überschwänglichen Milde, du wollest diesen Unglücklichen Gnade und Erbarmung von deinem Sohne erflehen. O wäre es mir doch möglich, durch meine Verehrung, meinen Dank und meine Liebe deinem aller— heiligsten und liebenswürdigsten Herzen für alle erlittene Schmach den vollkommensten Ersatz darzubieten! weil ich aber dieses nicht vermag, so vereinige ich mich nun und für immer mit allen deinen treuen Dienern auf Erden und mit der unzähligen Schaar der Auserwählten und der seligen Geister im Himmel, die unaufhörlich dein Lob ...•„ S———8—922..——.....————4— r— 389 singen, und dich als ihre erhabenste Königin in tiefster Demuth verehren, ja mit deinem göttlichen Sohne selbst, der nebst dem Vater und dem heiligen Geiste, durch die hohe Stufe der Ehre, zu welcher er dich in seinem ewigen Reiche erhoben hat, mehr als alle Geschöpfe deine uner⸗ meßlichen Verdienste anerkennt, und allen deinen Vorzügen Gerechtigkeit widerfahren läßt. Auch ich will mich be— streben, in der Liebe und Verehrung deines heiligsten Herzens immer mehr zuzunehmen, alle Menschen mit mög⸗ lichst größter Hochachtung, Dankbarkeit und Liebe gegen dasselbe zu entflammen, und deine unvergleichlichen Vor⸗ züge, deine unbefleckte Empfängniß, deine ewige Jungfrau⸗ schaft, deine Würde als Mutter Gottes, deine liebliche Aufnahme in den Himmel, deine Krönung als Königin des Weltalls, und die allvermögende Kraft deiner Fürbitte um so eifriger zu ehren und zu vertheidigen, je mehr sie von verblendeten und gottlosen Menschen angegriffen und gelästert werden. O Maria, nimm diese geringe Huldigung deines unwürdigen Dieners gnädig auf, und hilf mir, dieses mein Versprechen treu zu erfüllen. Oeffne mir dein Herz, o Mutter der Barmherzigkeit, und räume mir darin ein Plätzchen ein mit deinen treuen Verehrern. Laß mich die Güte, Liebe und Erbarmung desselben immer besser er⸗ kennen und lebhafter empfinden, und der Nachahmung seiner erhabenen Tugenden immer mehr beflissen sein. Dann werde ich auch nach diesem Leben fortfahren können, dich zu ehren und zu lieben, und die unendliche Macht dessen zu preisen, der dich so groß, so heilig und liebens⸗ würdig gemacht hat, durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. SINEE E* Litanei zum heiligsten Herzen Mariä. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser Heiligstes Herz Mariä, bitt für uns! Du vielgeliebtes Herz der Tochter des himmlischen Vatere⸗ Du hochgebenedeites Herz der Mutter des göttlichen Sohnes, Du auserwähltes Herz der Braut des heiligen Geistes, Du bewundernswerthes Herz der Mutter unsers Schöpfers Du liebenswürdigstes Herz der Mutter unsers Erlösers, Herz Mariä, du Sitz der Weisheit, Herz Mariä, du Spiegel der Gerechtigkeit, Herz Mariä, du Thron der Barmherzigkeit, Herz Mariä, du Inbegriff aller Heiligkeit, Herz Mariä, du Arche des Bundes, Herz Mariä, du Pforte des Himmels, glorreiches Herz Mariä, mächtiges Herz Mariä, gütiges Herz Mariä, getreues Herz Mariä, lobwürdiges Herz Mariä, liebreiches Herz Mariä, sanf tmüthiges Herz Mariä, demüthiges Herz Mariä, O geduldiges Herz Mariä, Herz Mariä, für uns mit siebenfachem Schwerte 2 Herz Mariä, du Licht der Verirrten, Herz Mariä, du Zuflucht der Sünder, Herz Mariä, du Stärke der Gerechten, WWee sun afi ine Herz Mariä, du Trost der Betrübten, x Herz Mariä, du Kraft in der Versuchung, Herz Mariä, du Hoffnung der Sterbenden, 391 Herz Mariä, du Hilfe in allen unsern Trübsalen, Herz Mariä, du Unterpfand der Verheißungen Jesu, Herz Mariä, du vollkommenes Brandopfer der göttlichen Liebe, Herz Mariä, du Freude aller Herzen, Herz Mariä, gekrönt mit himmlischer Glorie und Herr⸗ lichkeit, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Vater unser. Ave Maria. V. Heiligstes Herz Mariä, bitt für uns, RI. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. gun ant ie Gebet. Allgütiger Gott! der du das heiligste und unbefleckte Herz Mariä mit den nämlichen Gefühlen der Erbarmung und der Zärtlichkeit für uns erfüllt hast, von denen das Herz Jesu, deines und ihres Sohnes, stets durchdrungen war, verleihe Allen, welche dieses jungfräuliche Herz ver⸗ ehren, daß sie durch die Verdienste desselben eine vollkom⸗ mene Uebereinstimmung der Gefühle und Neigungen mit dem heiligsten Herzen Jesu erlangen und bis zu ihrem Tode bewahren. Durch denselben Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Achttägige Andacht zum heiligsten Herzen Mariä. Erster Dag. Sei gegrüßt, o liebenswürdigstes Herz Mariä! Ich grüße dich mit jener tiefsten Hochachtung und mit jener 392 großen Freude, womit dich der selige Hermann begrüßte, der täglich zu Ehren deines heiligsten Herzens ein„Gegrüßt seist du Maria“ betete. Ich grüße dich als den Tempel der allerheiligsten Dreieinigkeit und als das Heiligthum des heiligen Geistes, dem es gefiel, in dir auf besondere Weise seine Wohnung aufzuschlagen, und seine unaussprech⸗ lich großen Gaben im Uebermaße über dich auszugießen. Zweiter Dag. Sei gegrüßt, o liebvollstes Herz Mariä! ich sage dir Dank, so viel mein Herz vermag, für Alles, was du in innigster Einigung mit deinem göttlichen Sohne zur Vollbringung des Geheimnisses der Erlösung des men sch— lichen Geschlechtes gethan und gelitten hast. Sei ewig dafür gelobt und gepriesen! Dritter Dag. Sei gegrüßt, o süßestes Herz Mariä! du verdientest, stets mit Trost und Wonne erfüllt zu werden; allein was erblicke ich? Ich sehe, wie dein Herz zur Zeit des bittern Leidens deines Sohnes mit dem Schwerte des Schmerzens durchbohrt wurde. Ich bin die Ursache deiner Schmerzen; deswegen will ich den heutigen Tag damit zubringen, dich deshalb um Verzeihung zu bitten, und dir neue Liebe zu geloben. Sieh' huldvoll herab, gütigste Mutter! auf dein Kind, das die aufrichtigste Reue bezeigt, deinem Herzen so tiefe Wunden geschlagen zu haben, und gewähre ihm die Bitte, welche die heilige Kirche im Namen aller Gläubigen an dich richtet, wenn sie zu dir fleht: Heil'ge Mutter! Jesu Wunden, Wie er sie am Kreuz' empfunden, Drücke mächtig mir in's Herz. zur wig test, vas ern ens en; dich zu ein so die jen 393 Vierter Tag. Sei gegrüßt, o reinstes Herz Mariä! du bist die Kö⸗ nigin der Herzen; deshalb übergebe ich dir das meinige. Du verlangst mein Herz zum Geschenke zu erhalten, auf daß du es deinem Sohne übergeben könnest. Nimm es also hin, und übergib es deinem Sohne, dem König der Könige, damit es ihm diene und ihn liebe. Erflehe mir bei dem göttlichen Herzen Jesu die Gnade, mein Gedächt⸗ niß, meinen Verstand und meinen Willen so mit seiner höchsten Liebenswürdigkeit zu erfüllen, daß ich im Ent⸗ schlusse, ihm bis in den Tod getreu zu sein, nie wanke, sondern standhaft beharre. Fünfter Tag. Sei gegrüßt, o schönes Herz Mariä, stets würdig der tiefsten Huldigung der Herzen aller Menschen! ich ehrte dich nicht, wie du es verdienst, sondern habe in deinem Dienste viele Nachlässigkeiten begangen, mich untreu und undankbar erwiesen. Heute komme ich, diese Fehler gut zu machen, und dir eine Entschädigung anzubieten, die du mit unsäglicher Freude annehmen wirst. Ich will das Beispiel der heiligen Gertrud nachahmen, welche zur Süh⸗ nung der in deiner Verehrung begangenen Nachlässig⸗ keiten vom heiligen Geiste angetrieben ward, dir das edelste und süßeste Herz deines Sohnes Jesu aufzuopfern. Du genehmigtest dieses Opfer als das höchste und theuerste Geschenk, das dir gemacht werden kann; genehmige nun auch in diesem Augenblicke dieses Geschenk, das ich dir wie diese große Heilige darbringe; vergiß meiner Untreue, und erweise dich gegen mich als Spenderin der schönsten Gaben in eben dem Maße, als ich dich durch Uebergabe des gött— lichen Herzens Jesu nun geehrt habe und stets ehren will. — ———— nnrnen. V —* 39⁴4 Sechster Tag. Sei gegrüßt, o verehrungswürdigstes Herz Mariä! du bist der Verehrung aller Engel und aller Menschen würdig. Möchte ich die Herzen aller Engel, aller Men⸗ schen, besonders deiner glühendsten Verehrer haben, um dich würdig ehren zu können! Vorzüglich wünsche ich dich zu ehren, wie der heilige Joseph, der heilige Joachim, der heilige Johannes der Täufer und der heilige Johannes der Evangelist dich geehrt haben. Zum Ersatze meiner Kälte in deinem Dienste opfere ich dir auf alle jene Liebe und Hochachtung, womit diese liebenswürdigen Herzen dich geliebt und geehrt haben. Ich wünsche dich zu ehren, wie einstens ein heiliger Priester, der, nachdem er gewür⸗ digt ward, dich hienieden im herrlichsten Glanze zu sehen, bald nachher vor Sehnsucht starb, deine Herrlichkeit im Himmel ewig zu schauen. Siebenter Tag. Sei gegrüßt, o heiligstes Herz Mariä! der Sohn Gottes hat dich zum schönsten, erhabensten und gnaden⸗ vollsten aller Geschöpfe erhoben, dich mit unaussprechlicher Liebe geliebt, und deinen Thron im Himmel zu seiner Rechten errichtet. Durch eben diese Liebe, womit dich dein göttlicher Sohn liebte, bitte ich dich, mein Herz mit allen Gnaden und Gaben zu erfüllen, wodurch es ein würdiger Gegenstand seines Wohlgefallens werden kann. Zum Beweise meiner glühendsten Liebe zu dir opfere ich dir neuerdings das göttliche Herz meines Erlösers, welches in unendlichem Maße alle Nachlässigkeiten ersetzt, deren ich mich gegen dich, o liebenswürdigstes Herz! schuldig ge⸗ macht habe. r K K 2* K(— 305 Achter Tag. Sei gegrüßt, o gnadenvollstes Herz Mariä! du wün⸗ schest, daß ich nach allen jenen Tugenden strebe, welche dich zum Gegenstande des höchsten Wohlgefallens der aller— heiligsten Dreieinigkeit und der Bewunderung aller himm⸗ lischen Chöre machen. Du wünschest, daß mein Herz, wie das deinige, mit Liebe, Demuth, Reinigkeit und Haß jeder Sünde geschmückt sei, damit du von mir sagen könnest: „Ich habe einen Menschen nach meinem Herzen gefunden.“ Ich will dir nichts versagen, o süßeste Mutter! sieh' ich bin entschlossen, nach den Gesinnungen deines heiligsten Herzens zu leben, zu denken wie du, zu reden wie du, und in Allem zu handeln wie du. Allein wie schwach bin ich, auszuführen, was dir so wohlgefällig ist, und das Glück meines Herzens ausmacht! Steh' mir bei, nimm mir mein Herz, o liebevollste Mutter! und gib mir dafür das Deinige. VIII. Aötheilung. Gebete zu Marin um Erlangung verschiedener Gnaden und Tugenden. Gebet zu Maria um Bewahrung des katholischen Glaubens. Allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria! dein liebster Sohn Jesus ist in die Welt gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Er hat durch seine heilige Lehre die Menschen zur wahren Erkenntniß Gottes und ihrer ewigen Bestimmung geführt, ihnen den 396 Weg zum Himmel gezeigt, und durch sein Leiden und Sterben ihnen Heiligung, Licht und Stärke erworben, da⸗ mit sie tugendhaft leben und sich des Himmels würdig machen können. Durch dich, geliebteste Mutter meines Heilandes! bringe ich ihm für diese übergroße Liebe den herzlichsten Dank dar, insbesondere auch für die unver— diente Gnade, daß er mich in den Schoß seiner wahren, alleinseligmachenden Kirche aufgenommen, in welcher unter dem Beistande des heiligen Geistes alle Worte seiner Wahrheit verkündet, alle Mittel des Heiles ungeschmälert ausgespendet werden, während noch so viele Millionen anderer Menschen in der Finsterniß des Un- und Irr⸗ glaubens und im Schatten des Todes sitzen. O Maria! danke ihm anstatt meiner für dieses unaussprechliche Glück, danke ihm dafür im Namen meines ganzen Vaterlandes, welches der Gnade des römisch-katholischen Glaubens schon seit so vielen Jahrhunderten theilhaftig, und von Irrlehren und Spaltungen so gnädig verschont geblieben ist. Wie gut habe ich es jetzt, wenn ich nur selbst ernst⸗ lich will! Wie sicher kann ich im Lichte und durch die Kraft des wahren Glaubens den Weg der Tugend wan— deln, wie freudig und muthvoll die Beschwerden und Lei— den dieser Zeit ertragen, und wie getrost und zuversichtlich der Ewigkeit entgegensehen! Geliebteste Mutter! vereinige dein allvermögendes Fürwort mit meinem schwachen Gebete, bitte mit mir bei deinem göttlichen Sohne, daß er mich und alle Bekenner der katholischen Wahrheit, daß er besonders unser liebes Vaterland im wahren Glauben bis an's Ende erhalte, von offenen und heimlichen Verführern reinige und behüte, und alle Irrenden und verblendeten Ungläubigen erleuchte und bekehre. Erlange uns aber auch die Gnade, immer treuer nach der Lehre unserer heiligen Religion zu leben, und an 397 Früchten des katholischen Glaubens, an wahren Tugenden und übernatürlichen Verdiensten immer reicher zu werden, damit wir einst von dem demüthigen und werkthätigen Glauben überzugehen würdig werden zum glückseligsten Schauen und Genießen im Himmel. Liebste Mutter! durch deine mächtige Fürbitte hast du schon unzählige Irrthümer ausgerottet, schon so vielen Christen und Völkern das wahre Glaubenslicht erworben und bewahrt; o hilf auch mir und allen deinen Pflege— kindern, dieß köstliche Kleinod unversehrt bis an's Ende bewahren, und sicher zum Ziele unseres Glaubens gelan— gen, zu Jesus Christus, deinem Sohne, dem König der Glorie, der mit dem Vater und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und herrschet in Ewigkeit. Amen. Gebet zu Maria um Vewahrung der Unschuld. O Maria, du engelreine Unschuld und schönstes Muster einer kindlich frommen und jungfräulichen Seele! wie rührend und erbaulich ist Alles, was das Evangelium von dir erzählt! Rein und heiter, lieblich und friedsam war dein ganzes Leben, wie der Himmel an einem schönen Frühlingsmorgen, wo sich kein Wölkchen sehen läßt. Was die schöne, weiße, hohe Lilie in einem Garten ist, das warst du in deiner Umgebung und in deinem ganzen Geschlechte. Keine Makel war an dir; all dein Thun und Lassen gab den lieblichsten Wohlgeruch jeder Tugend. Durch Andacht und Demuth hast du dich von deiner Empfängniß an un⸗ befleckt erhalten, und die Stufe von Heiligkeit und Würde erreicht, die wir an dir verehren. Dein schönes Tugendbild schwebe mir wie ein heller Spiegel vor Augen, und deine mütterliche Fürbitte unter⸗ stütze mich, daß ich meinen Leib und meine Seele mit jungfräulicher Sittsamkeit vor aller Verunreinigung be⸗ S 398 wahre; daß ich demüthig und kindlich festhaltend an Gott, wachsam gegen die Gefahren, die mich umgeben, behutsam gegen die schmeichelnde Verführung und gegen mein eigenes Herz, bewahrt bleibe vor dem Verderbnisse der Welt und meine Seele nie mit einer sündhaften Freude beffecke. Kindliche Furcht und Liebe zu Gott glühe in meiner Seele als eine reine Flamme, und verzehre sogleich jeden auf⸗ steigenden Funken einer unlautern Neigung. Mutter meines Heilandes, sei auch meine Mutter! laß mich als dein treues Pflegekind deinem Schutze em— pfohlen sein! Hilf mir tapfer streiten, und glorreich über⸗ winden, wenn mir die Gefahr droht, den edelsten, kost⸗ barsten Schatz, meine Unschuld zu verlieren, und lasse nie zu, daß ich durch eine schwere Sünde von dir und deinem göttlichen Sohne getrennt werde. Amen. Anrufung der Mutter Gottes zur Bewahrung der Reinigkeit. Unversehrteste Mutter meines Heilandes, die du allzeit die reinste Jungfrau geblieben bist, und niemals durch die kleinste Makel die Reinheit des Leibes und der Seele ver— letzet hast, o sei mein ganzes Leben lang in allen Verhält⸗ nissen und Gefahren mein Vorbild, meine Führerin und Beschützerin! Laß mich nie vergessen, und besonders wenn unreine Gedanken und Neigungen sich erheben, stelle mir lebendig vor Augen, daß ich ein Ebenbild des allerheiligsten Vaters, ein Glied des geheimnißvollen Leibes seines göttlichen Sohnes und ein Tempel des heiligen Geistes bin, daß ich bei jeder Kommunion den Heiligsten aller Heiligen in mei⸗ nem Herzen beherberge, und nur ganz reine Seelen zur Anschauung Gottes gelangen können; erinnere mich, um welchen theuern Preis ich von Jesus erkauft bin, und enes und eele auf⸗ ter! em⸗ ber⸗ kost⸗ nie nem er lzeit die ver⸗ ält⸗ und eine idig ers, chen ich nei⸗ zur um tsam lecke. 399 welcher entsetzliche Undank es wäre, Sünden zu begehen, die er durch so viele Wunden und bittere Schmerzen am Kreuze gebüßt hat. Erbitte mir von deinem göttlichen Sohne die Gnade, o heiligste und allerreinste Jungfrau! jede auch die geringste Sünde wider die Reinigkeit aufs tiefste zu verabscheuen, über meine Augen, Ohren und übrigen Sinne sorgfältig zu wachen, aller Eitelkeit in der Kleidung, allen gefähr⸗ lichen Verbindungen und Lustbarkeiten großmüthig zu ent⸗ sagen, und jeder unreinen Versuchung gleich Anfangs mit allem Ernste zu widerstehen, damit ich weder selbst an meiner Seele Schaden leide, noch meinen Mitmenschen zu bösen Gedanken und Neigungen Veranlassung gebe. O Maria! durch deine unbefleckte Empfängniß und ganz unversehrte Reinigkeit bitte ich dich, hilf mir den kostbaren Schatz der Reinigkeit bis an mein Ende unverletzt bewahren, wende gnädig die Gefahren und Reize zur Sünde von mir ab, oder erflehe mir wenigstens die Gnade, dieselben jederzeit glücklich zu überwinden, damit ich einstens in der Sterbstunde dir und deinem göttlichen Sohne mei⸗ nen Leib und meine Seele als ein unbeflecktes Opfer wieder zurückstellen möge. Amen. Drei kurze Gebete zu Maria, um die TDugend der Keuschheit zu erlangen. (Wer diese Gebete zur Chre Mariä andächtig betet, erlangt jedesmal einen Ablaß von 100 Tagen, und wenn es einen ganzen Monat hindurch geschieht, an einem beliebigen Tage des Monats nach Erfüllung der gewöhnlichen Bedingungen einen vollkommenen Ablaß.) 1. Ich verehre dich aus ganzem Herzen, heiligste Jung⸗ frau! höher als alle Engel und Heiligen des Himmels, 400⁰ als Tochter des ewigen Vaters, und weihe dir meine Seele sammt allen ihren Kräften. Drei Ave Maria ꝛe. 2. Ich verehre dich aus ganzem Herzen, heiligste Jung— frau! über alle Engel und Heiligen des Himmels, als Mutter des eingebornen Sohnes, und weihe dir meinen Leib mit allen seinen Empfindungen. Drei Ave Maria ꝛc. 8. Ich verehre dich aus ganzem Herzen, heiligste Jung⸗ frau! über alle Engel und Heiligen des Himmels, als geliebte Braut des heiligen Geistes, und weihe dir mein Herz nebst allen seinen Neigungen, indem ich dich bitte, mir von der allerheiligsten Dreieinigkeit alle zu meiner Seligkeit nöthigen Gnaden zu erlangen. Drei Ave Maria ꝛc. Gebet zu Maria um Nachahmung ihrer Tugenden. Wie könnte ich ein wahrer Christ sein, o liebvolle Mutter, seligste Jungfrau Maria! wie könnte ich mit Ehr⸗ furcht und Liebe an deinen Sohn Jesus denken, an ihn glauben, ihn lieben und ihn als meinen Erlöser verehren, ohne mich auch zugleich an dich, seine liebvolle, tugend— hafte und jungfräuliche Mutter zu erinnern, und dir meine Hochachtung und Verehrung zu bezeigen? Ja als die Mutter meines Erlösers, der uns zu Brüdern angenom— men hat, verehre ich dich, und darum auch als meine Mutter, meine Beschützerin und Fürsprecherin. Du, o Maria! warst die Reinste, die Beste, und eben darum auch die Gott Wohlgefälligste und die Gesegnetste —. * 401¹ unter den Weibern. Vor Allen erwählte dich Gott zur Mutter seines göttlichen, ewigen Sohnes.— Großes hat der Herr an dir gethan. Der Sohn Gottes, der von Ewigkeit beim Vater auf seinem Throne war, ist in der Zeit auch dein Sohn geworden, und hat in deinem Schoße geruht. Du bist wahrhaft die Mutter Gottes, die Mutter des Königs Himmels und der Erde. Darum verehren und preisen dich alle heiligen Engel und Auserwählten als ihre Königin; darum preiset dich die heilige Kirche und alles katholische Volk selig, und nennt dich ebenfalls die Königin der Engel; darum sind uns deine Festtage heilig, und ver⸗ ehren wir dich nach Gott als die Erhabenste und Heiligste; darum rufen wir so oft zu dir: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir! Bitt für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unsers Todes. Ja, auch ich, o Maria! verehre dich als die Königin des Himmels und der Erde, und preise dich mit freudigem Herzen als die Gnadenvollste selig. Aber wie viel mehr wird mein Herz erfreut, wenn ich bedenke, daß du auch meine Mutter und Fürsprecherin bist. O Maria, mäch⸗ tige, gütige und liebvollste aller Mütter! wirf einen Blick der Liebe von deinem Gnadenthrone auf mich, dein Kind, herab, der ich noch in diesem Thale des irdischen, gefahr⸗ vollen Lebens unter dem Drucke der Leidenschaften und Mühseligkeiten, im Kampfe gegen so mancherlei Leiden und Versuchungen seufze, und laß deine Fürbitte für mich kräf⸗ tig sein, damit ich nicht erliege und ewig verloren gehe. Mit Dank und Freude erinnere ich mich der großen Dinge, die der Herr an dir gethan, der hohen Vorzüge, womit er dich begnadigt hat, und der schönen Tugenden und vortrefflichen Eigenschaften, die dich geziert haben: O Maria, reinste der Jungfrauen! rein von aller Sünde, ganz schön bist du, und keine Makel ist an dir. Mar. Gebetb. 26 40² Aber nicht nur warst du die reinste Jungfrau, sondern auch eine unbefleckte, jungfräuliche Mutter; nach wie vor der wundervollen Geburt deines göttlichen Sohnes reine Jung⸗ frau und die Tugendhafteste unter allen Menschen. Du warst so unschuldig und rein in Sitten, so fromm und gottesfürchtig, so freundlich und wohlthätig, so demüthig, gehorsam und geduldig, so ausgezeichnet und bewunderungs— würdig in der Uebung aller übrigen Tugenden. Sieh', liebevolle Mutter! gerne möchte ich dein Schüler— deine Schülerin— werden, wie ich dein Pflegkind bin. Nach— folgen will ich dir in allen Tugenden, in allem Guten, so viel mir möglich ist. Denken, reden, handeln will ich jederzeit, an allen Orten und bei jeder Gelegenheit, wie du es mich durch dein Beispiel gelehret hast, und wie ich glaube, daß du in meinen Umständen würdest gedacht, ge— redet und gehandelt haben. Auf dich, auf dein schönes Beispiel will ich stets hinsehen und von dir lernen, wie ich leben soll, um Gott zu gefallen, und einst ewig selig zu werden. Als treue, demüthige Magd dientest du, o heilige Jungfrau! Gott im niedrigen Stande und in häuslicher Geschäftigkeit und stiller Tugend. Deine Hand scheute die Beschwerlichkeit der Arbeit nicht; aber während deine Hand arbeitete, war dein Herz bei Gott im Gebete und in hei— liger Betrachtung. In sittsamer Eingezogenheit bewahrtest du deine Seele vor aller Hoffart, Eitelkeit, Ehrsucht und aller Sünde rein. Deinem Nächsten zu helfen und zu dienen war deine Freude, und nur Gott in Allem wohl zu gefallen, war dein einziges Bestreben. Rein sei also künftig auch mein Herz und unsträflich mein Wandel, eingezogen, sittsam und bescheiden mein gan⸗ ges Betragen. Gottes Willen treu befolgen, im Stillen Gutes wirken, die Pflichten meines Standes genau erfül⸗ .......‚‚———— NN auch der ng⸗ Du und ühig, igs⸗ ieh', deine jan⸗ illen fül⸗ 403³3 len, oft im Gebete mein Herz zu Gott erheben, stets keusch leben, alle Hoffart, Eitelkeit und jede Versuchung zur Sünde bekämpfen sei künftig unablässig mein Bestreben. Dann darf ich hoffen, daß dir, liebvolle Mutter! meine Verehrung wohlgefällig und mir an meinem Seelenheile nützlich sein werde, und du mich mit deiner mächtigen Für⸗ bitte unterstützen werdest. ö Heilige Maria, meine liebe, mächtige und gütige Mutter! du kennst meinen guten Willen, wie meine Schwachheit; bitt für mich bei deinem lieben Sohne Jesus um die Gnade, so tugendhaft und gottgefällig leben zu können, wie du lebtest, damit ich auch einst sicher mein Heil erlangen, und an deiner Herrlichkeit und Freude im Himmel Theil haben möge. Amen. Gebet, um den mächtigen Schutz und die Fürbitte M Mariä zu erlangen. (Vom heiligen Alphons Liguori.) Heiligste und unbefleckte Jungfrau, meine liebste Mut⸗ ter Maria! ich der Armseligste, nehme heute meine Zu⸗ flucht zu dir, als der Mutter meines Heilandes, der Köni⸗ gin der Welt, der Fürsprecherin, der Hoffnung und Zu⸗ flucht der Sünder. Vor dir neige ich mich, o große Köni⸗ gin! mit tiefster Ehrfurcht, und sage dir Dank für so viele mir bis auf diese Stunde erwiesene Gutthaten, be— sonders dafür, daß du mich durch deine Fürbitte von der wegen meiner Sünden so oft verdienten Hölle errettet hast. Dich liebe ich, o liebreiche Frau! und aus Liebe zu dir nehme ich mir vor, dir allzeit zu dienen, auch nach Mog⸗ lichkeit zu bewirken, daß dir auch andere dienen. Auf dich setze ich nach Jesus, deinem Sohne, alle meine Hoffnung, das ganze Heil meiner Seele. Nimm mich an zu deinem Diener, und behalte mich unter deinem mächtigen Schutze, 26* 40⁴ o Mutter der Barmherzigkeit! Weil du so viel bei Gott vermagst, so errette mich von allen Versuchungen, oder er— lange mir wenigstens hinlängliche Stärke, dieselben bis an mein Ende immer zu überwinden. Ich begehre von dir eine wahre Liebe zu Jesus; durch deine mächtige Fürbitte hoffe ich auch einstens glückselig zu sterben. Meine liebste Mutter! ich bitte dich durch deine Liebe zu Gott, steh' mir allzeit bei, besonders in dem letzten Augenblicke meines Lebens. Verlaß mich nicht, so lang du mich noch nicht unter den Seligen in dem Himmel siehst. Dort werde ich dich preisen, dort werde ich deiner Barmherzigkeit ewiges Lob singen. Also hoffe ich. Also sei es! IX. Abtheisung. Anrufungen der Fürbitte Mariä für Andere. Aufopferung seiner ganzen Familie an Maria. V O gebenedeite und unbefleckte Jungfrau und Königin, unsere Mutter, Zuflucht und Trost aller Elenden! sieh' mich(mit meiner ganzen Familie) hier vor deinem erhabe— nen Throne auf den Knieen, ich erwähle dich heute zu meiner Gebieterin, zu meiner Mutter und Fürsprecherin bei Gott. Mit all den Meinigen weihe ich mich für immer deinem Dienste, und bitte dich, o Mutter meines Gottes! mich und alle die Meinigen in die Zahl deiner Diener und unter deinen mächtigen Schutz aufzunehmen, und uns im Leben und hauptsächlich in der Stunde unseres Todes beizustehen. O Mutter der Barmheißigkeit! ich mache dich zur Gebieterin und Führerin meines ganzen Hauses, meiner —— 2 ⁵—f-᷑(6,.——— 2 7 ⏑ 4⁰0⁵ Geschäfte, aller meiner Angelegenheiten. Weigere dich nicht, die Sorge für Alle zu übernehmen; verfüge über Alles, wie es dir gefällt. Segne mich und meine ganze Familie, und lasse nicht zu, daß irgend jemand von uns deinen göttlichen Sohn jemals beleidige. Vertheidige uns in un— sern Versuchungen; befreie uns aus allen Gefahren; trage Sorge für uns, wenn wir in der Noth sind; rathe uns in unsern Zweifeln; tröste uns, wenn wir betrübt sind; stehe uns bei in unsern Krankheiten, hauptsächlich in un⸗ serer Todesangst. Lasse nicht zu, daß der Teufel sich rühmen könne, Jemanden von uns, der sich dir geweiht hat, mit seinen Ketten zu fesseln, sondern mache, daß wir zu dir in den Himmel kommen, wo wir dir innigst danken, und mit dir vereinigt unsern Heiland Jesus Christus die ganze Ewigkeit hindurch lieben und loben werden. Amen. Also hoff ich. Also sei es! Verlobung einer christlichen Haushaltung zum Dienste der Gottesmutter Maria. Unbefleckte Jungfrau und Mutter Gottes Maria, Trösterin der Betrübten, Fürsprecherin der Sünder und sicherste Zuflucht aller Bedrängten! Sieh' hier zu deinen Füßen die kleinste und geringste aller christlichen Familien, die sich deiner hochheiligen Macht unterwerfen und gänzlich deinem Dienste weihen will. Ich spreche, o heiligste Jung⸗ frau! im Namen aller derjenigen, welche dieselbe aus⸗ machen, und die nichts sehnlicher wünschen, als auf ewig dein Eigenthum zu sein. Ich opfere, weihe und schenke sie dir, und bitte dich in aller Demuth, du wollest uns annehmen als deine Kinder und Angehörigen, weil wir dich als unsere Königin, als unsere oberste und unum⸗ schränkte Gebieterin, ja, als unsere wahre, einzige und überaus gütige Mutter anerkennen. O Maria, Zuflucht SE 406 und Trost aller Christen! die du niemals diejenigen ver⸗ lassen hast, welche bei dir Schutz und Trost gesucht haben, verschmähe nicht unser demüthiges Vertrauen, bestätige in dem Himmel vor dem Angesichte deines göttlichen Sohnes diese unsere Verlobung, wodurch wir auf immer deinem Dienste gewidmet sein wollen. Genehmige und empfange unser Opfer und unsere Huldigung, o liebvollste Mutter! Nimm im heiligen Namen Jesu das ganze Haus, unsere Personen, unser Leben, unsere Ehre, unsere zeitlichen und geistlichen Güter in deinen Besitz und mütterlichen Schutz, und gib nicht zu, daß auch nur Eines von denen, die zu uns gehören, von dieser Gnade ausgeschlossen sei. Entferne weit von uns das Gift der Verführung, des Lasters und der Sünde, und alles, was deine reinsten Augen beleidigen könnte. O Königin des Himmels! wo du herrschest, da herrscht Gottesfurcht, Ordnung, Friede, Eintracht und thätige Liebe; o laß nicht zu, daß der Feind alles Guten sich in dieses Haus einschleiche, und diese unschätzbaren Güter uns raube, um unsere Seelen in's Verderben zu ziehen: er soll mit Schande zurück⸗ weichen und erkennen, daß du unsere Mutter und wir deine Kinder sind. O liebreichste Mutter! erhalte uns von deinem göttlichen Sohne einen lebendigen Glauben an alle Wahrheiten, die er seiner heiligen Kirche geoffenbaret hat, eine kindliche und unerschütterliche Anhänglichkeit an das sichtbare Oberhaupt der Kirche, unsern heiligen Vater, den Jesus Christus gesetzt hat, seine gläubige Heerde auf dieser Welt zu weiden und zu regieren. Belebe aber ins— besondere unsern Glauben an das hochheilige Sakrament des Altars, in welchem uns Jesus das Andenken an sein bitteres Leiden und Sterben und sich selbst, als die Quelle aller Gnaden, hinterlassen hat. O Maria! bereite unsere Herzen, so oft wir diese göttliche Speise empfangen sollen, 407 damit sie uns unüberwindlich mache wider alle Verführun⸗ gen des Unglaubens, und uns stärken möge in den vielen Gefahren und Prüfungen, die unsern Seelen in diesen schweren und bedrängnißvollen Zeiten bevorstehen. Segne uns, o Himmelskönigin! segne von der Höhe deines Thrones herab diese kleine, vor dir hingeworfene Familie, die einstimmig zu dir ruft:„O Maria! ohne Sünde em⸗ pfangen, bitt für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen, und steh' uns bei mit deinem göttlichen Kinde, jetzt und in der Stunde unsers Absterbens.“ Amen. Gebet christlicher Eltern zu Maria für ihre Kinder. O Maria, du glückselige Mutter des heiligsten Kin⸗ des! sieh', mit bekümmertem Herzen wende ich mich zu dir, voll Vertrauen auf die Kraft deiner Fürbitte und auf die Größe deiner Barmherzigkeit, und bitte dich, du wollest meinen Kindern eine gütige, treue Mutter sein, und sie schützen vor den vielen Gefahren, die ihrer Seele drohen. Ich weiß, daß der himmlische Vater mir die Kinder als kostbares Gut anvertraut hat; ich weiß, daß an ihrer Seele das kostbare Blut Jesu, deines Sohnes, hängt; ich weiß, daß sie Miterben seines Reiches werden sollen, und will sie gerne mit möglichstem Eifer und mit größter Sorgfalt für Gott und den Himmel erziehen; aber ich fühle es, daß ich dieses ohne göttliche Hilfe, ohne höheres Licht nicht vollbringen kann. Deshalb flehe ich denn zu dir, du liebe Mutter und treue Helferin aller bekümmerten Seelen! daß du um der Liebe und der Schmerzen willen, die du für dein göttliches Kind getragen, mir die nöthige Einsicht und Kraft erbitten mögest, um die Seele meiner Kinder vor jeder Sünde rein zu bewahren, ihnen innige Liebe zu Gott und zu dir einzuflößen, und sie zu einem wahrhaft christlich frommen Lebenswandel anzuleiten. Es V PPP **—**. —— 408 ist mein einziges, innigstes Verlangen, daß keines meiner Kinder den Weg des Verderbens wandle, daß vielmehr alle den Weg wandeln, den dein göttlicher Sohn gezeigt hat, und dahin gelangen, wo Jesus dein Sohn, wo du bist, erhabenste Mutter! in den Himmel. O Maria, gütigste Mutter! bewirke durch deine Alles vermögende Fürbitte, daß dies mein sehnliches Verlangen erfüllet werde. Amen. Gebet eines Kindes für seine Eltern zu Maria. O liebreichste Mutter Maria! Dir ist das unaus⸗ sprechlich große Glück zu Theil geworden, daß dich das heiligste Kind, das jemals auf Erden gelebt, daß dich der eingeborne Sohn Gottes selbst Mutter nannte, und dir willig gehorsamte. Sieh', ich, dein armes, hilfloses Kind, möchte meinen lieben Eltern gerne alle die Wohlthaten, alle die Sorgen und Kümmernisse, welche sie auf mich verwendeten, vergelten, und ihnen zeigen, wie sehr ich sie ehre und liebe; allein nie werde ich im Stande sein, ihnen all das Gute zu vergelten, das sie mir erwiesen haben. Deshalb bitte ich dich, liebevolle Mutter! du mögest dich meiner Eltern annehmen, und deinen göttlichen Sohn bitten, daß er sie immer segnen, sie vor allem Uebel des Leibes und der Seele bewahren, und ihnen alle jene Gnaden mittheilen wolle, deren sie bedürfen, um das ewige Leben zu erlangen. Erbitte mir auch die Gnade, daß auch ich das schöne Beispiel deines göttlichen Sohnes nachahme, und meinen Eltern immer unterthänig sei, und daß mir und meinen Eltern von Gott die Gnade gewährt werde, im Himmel einst vereiniget zu werden, und mit dir und allen Heiligen die göttliche Majestät zu loben und zu preisen ewiglich. Amen. 409 Gebet um den Schutz Mariä für die katholische Kirche, das Vaterland und Andere. 1. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o jungfräuliche Mittlerin! die du am göttlichen Throne stehest, bekleidet mit dem Gewande ewiger Herrlichkeit. Dem Regenbogen gleich erscheinest du mit deinen strahlen⸗ den Händen uns sündigen Menschen als ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung zwischen Himmel und Erde. O breite deine Segen spendenden Hände über uns Alle aus, damit wir durch dich zu deinem göttlichen Sohne geführt, und durch ihn versöhnt, zum Vater gelangen mögen. Amen. Ein Vater unser und Ave Maria für die Wohlfahrt der Kirche. 2. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o Himmelskönigin! die du durch deinen wunderbaren Ge— horsam und durch deine tiefe Demuth über alle Chöre der seligen Geister erhoben zu werden verdient hast. Breite deine Segen spendenden Hände über unser Vaterland aus. Erflehe Licht und Gnade unsern geistlichen und weltlichen Obern; Gehorsam, Liebe und Eintracht den Untergebenen, damit Alles befördert werde, was zur Ehre Gottes, zu deiner Verherrlichung, zu unserm Heile und zum Wohl des ganzen Vaterlandes beitragen kann. Amen. Ein Vater unser und Ave Maria für das Vaterland. 3. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o Trösterin der Betrübten und Mutter der Waisen! Breite in deiner unausprechlichen Gütigkeit deine Segen spenden⸗ den Hände über alle deine Pflegekinder aus. Wende be⸗ sonders deine gütigen Augen auf alle die Leidenden, Ar— men, Unglücklichen und Verlassenen, für die wir zu dir 410 flehen. Sei ihnen und uns Allen eine Mutter und süße Trösterin. Amen. Ein Vater unser und Ave Maria für Kranke und Leidende. 4. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, du Zuflucht der Sünder! O breite deine Segen und Gnaden spendenden Hände über uns aus. Der herrliche Glanz deiner jungfräulichen Reinigkeit und Tugend zeige uns die Abscheulichkeit der Sünde. Wende deine barmherzigen Augen, die einst um deines göttlichen Sohnes willen so viele Thränen vergossen, zu uns Armen, und erflehe durch deine Fürbitte mir und allen armen Sündern die Gnade einer wahren Reue über unsere Sünden, einer aufrichtigen Beicht und einer standhaften Besserung des Lebens. Amen. Ein Vater unser und Ave Maria für alle Sünder. 5. Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, du Mutter der Menschen, der Lebenden und Abgestorbenen! Breite deine von Segen und Gnaden überfließenden Hände mit mütterlicher Liebe über uns Alle aus, besonders aber auch über die armen leidenden Seelen im Fegfeuer. O wende deine barmherzigen Auge zu ihnen, erbitte ihnen baldige Erlösung aus ihren Leiden, und führe sie zu der Seligkeit, die sie einst gehofft, und nach der sie jetzt so sehnlichst verlangen. Amen. Ein Vater unser und Ave Maria für die Abgestorbenen. Gebet zu Maria für Kranke und Sterbende. Barmherzigste Jungfrau und Mutter Maria! dich nennt die Kirche das Heil der Kranken und die Hoffnung der Sterbenden, und muntert uns dadurch auf, zu dir in Krankheiten und Todesgefahr unsere Zuflucht zu neh— men. Ich möchte mit eben solchem Vertrauen, wie einst Maria Magdalena zu deinem göttlichen Sohne, zu dir 22„A„— e ·ů—.82 411 selbst sagen: Sieh', den du lieb hast, der ist krank. Ja sieh', o Maria! diese Person N. liegt schwer darnieder! groß sind ihre Schmerzen, groß ihre Leiden; o komme ihr zu Hilfe, gütigste Mutter! und flehe für diese Seele, daß sie, gestärkt durch die Gnade deines göttlichen Sohnes Jesus, ihre Leiden geduldig ertrage, und wenn es Gottes Wille ist, die Gesundheit wieder erlange. Sollte aber dein göttlicher Sohn es anders beschlossen haben; sollte er sie zu sich rufen, o so stehe ihr bei, du mächtige Helferin! in ihrem letzten Streite, tröste sie, verscheuche den Versucher von ihr und hilf ihr, daß sie mit vollem Vertrauen und gänzlicher Ergebung in Gottes Willen sterbe, ein gnädiges Gericht und die ewige Seligkeit erlange. Amen. Gebete zu verschiedenen Heiligen Gottes. Dank⸗ und Bittgebet zum heiligen Schutzengel. O mein heiliger Schutzengel, mein getreuester Freund und sorgfältigster Führer! ich sage dir von ganzem Herzen schuldigen Dank für so große und unzählbare Wohlthaten, welche du mir von der Zeit meines Lebens an bis auf die gegenwärtige Stunde erwiesen hast. Du hast für mich Tag und Nacht gewacht, mich aus vielen Gefahren errettet, mich stets beschützet, vertheidiget und gleichsam auf deinen Händen getragen. Du hast mich so oft zum Guten an⸗ getrieben, vom Bösen abgemahnt und vor dem Falle be— hütet. O mein lieber Schutzengel! was soll oder kann ich dir dafür vergelten? Ich habe nichts anders, als meinen Leib und meine Seele; beide übergebe ich dir zur Bewah— rung. Ich verspreche dir aufrichtig, stets in deiner Gegen— wart zu wandeln und deinen Einsprechungen in Allem schnell zu gehorsamen. Du, o heiliger Engel! fahre unter— dessen fort, über mich Sorge zu tragen und mich vor allem Uebel des Leibes und der Seele zu bewahren. Werde ich betrübt, so tröste mich; werde ich verfolgt, so beschütze mich; bin ich in Gefahr, so errette mich; komme ich in 413 Noth, so hilf mir. In der Unwissenheit lehre mich; in zweifelhaften Dingen unterweise mich; in meinen täglichen Geschäften leite mich, damit Alles zur Ehre Gottes und zum Heile meiner Seele geschehe. O heiliger Schutzengel, getreuester Beschützer meiner Seele! wende ab von mir die Anfechtungen des höllischen Geistes, sowie auch alle sündhaften Einbildungen und Begierden; ermuntere mich stets zur Tugend und zu einem christlichen Wandel; gestatte nicht, daß ich jemals in eine Todsünde einwillige. All mein Gebet, meine Seufzer und Anliegen bringe vor das Angesicht Gottes, und erhalte mir durch deine mächtige Fürbitte dasjenige, was mir und den Meinigen zeitlich und ewig ersprießlich ist. Besonders erwirb mir bei Gott die drei folgenden Gnaden: Erstens, daß ich nicht eher aus diesem Leben scheide, als bis ich mit den heiligen Sakramenten bei gutem Verstande und mit würdiger Zubereitung versehen bin. Zweitens, daß ich im letzten Streite nicht verzage, sondern durch deine Gegenwart und Hilfe gestärkt, alle Seelen⸗ feinde und den Schrecken des Todes überwinde. Drittens, daß ich nach dem Tode im besonderen Gerichte nicht ver— dammet werde, sondern nach empfangenem gnädigen Urtheile von dir in den Himmel zum Throne Gottes geführt werde, ihn mit dir in alle Ewigkeit zu loben und zu lieben. Amen. Gebet zum heiligen Erzengel Michael, Schutzengel der heiligen Kirche. Heiliger Michael, du mächtiger Schutzgeist der heiligen Kirche! sieh' an die namenlosen Leiden der deiner Pflege anvertrauten Braut Jesu Christi, wie sie allenthalben ge⸗ drückt, gelästert, verfolgt und gewaltsam mißhandelt wird; sieh' an die Leiden des Statthalters Jesu Christi, wie er .0 über die Trübsale der ihm anvertrauten Heerde Christi weint. Erhebe dich mit den himmlischen Heerschaaren, wie einst im Himmel, so auch jetzt auf Erden, gegen Luzifer und seinen Anhang; mache zu Schanden ihre feindlichen Anschläge, bändige ihre zerstörende Gewalt, und bringe der heiligen Kirche den Frieden, die Eintracht, die Liebe und die allseitige Wohlfahrt wieder. Zerstöre das Reich des Unglaubens und der Sittenlosigkeit; richte auch das Reich des Glaubens und der Tugend; erbitte dem heiligen Vater, den Bischöfen und Priestern die Erleuchtung und Kraft des heiligen Geistes; erflehe den Königen, Fürsten und Obrigkeiten die Gnade, daß sie im Geiste des Evan— geliums handeln; erwirke dem christlichen Volke, daß es Gottes Gebote halte, daß es kindliche Liebe und Anhäng— lichkeit geistlichen und weltlichen Vorgesetzten erweise, und seine Pflichten in allen Ständen gewissenhaft erfülle. Wir ehren und verherrlichen dich durch die Verdienste der ganzen heiligen Kirche, welche wir dir zu Ehren aufopfern, und bitten dich durch alle diese Verdienste, erhöre unsere Bitten zum Preise und zur Glorie der allerheiligsten Dreieinigkeit. Amen. Gebet zum heiligen Schutzengel des Vaterlandes. Heiliger Schutzengel unseres Vaterlandes! dir hat Gott seine Bewohner, seine Thiere, seine Früchte, seine Gränzen zum Schutze übergeben. Bewache die Gränzen vor des Feindes Wuth, erhalte die Früchte der Erde, be— wahre die Thiere vor Seuchen und Unglück, schütze die Bewohner vor Krankheiten, Hungersnoth und Elend. Aber vor Allem stelle uns sicher vor Zwiespalt und Tren— nung, bring den Segen des Himmels über die Gemeinden und Familien; mache aufblühen die Gottesfurcht, die Un⸗ schuld und Tugend; befestige den wahren Glauben in 4......„22—— 72 41⁵ seiner unbefleckten Reinheit, in seiner ursprünglichen Kraft; ermuthige uns zum offenen, unerschrockenen Bekenntnisse Christi gegen alle Angriffe der Feinde; leite uns mit Klug⸗ heit durch alle Gefahren der Verführung zum Siege des Heiles. Laß nicht zu, daß Selbstsucht, Eigennutz, Eitelkeit und Menschenfurcht uns verleiten, das eigene Wohl dem Besten des Vaterlandes vorzuziehen, oder zeitliche und vergängliche Güter mehr zu lieben, als das himmlische und ewige Erbgut der heiligen Kirche; laß nicht zu, daß äußere oder innere Feinde jemals das geistliche oder bürger— liche Wohl unseres Vaterlandes zerstören, oder gefährden. Wir ehren und verherrlichen dich durch die Verdienste des ganzen Vaterlandes, welche wir dir zu Ehren aufopfern, und bitten dich durch alle diese Verdienste, erhöre unsere Bitten zum Preise und zur Glorie der allerheiligsten Drei⸗ einigkeit. Amen. Gebet zum heiligen Schutzengel des Wohnortes. Heiliger Engel, dem Gott diese Stadt(diesen Markt, dieses Dorf u. s. w.) zum Schutze übergeben hat; sieh', hier wohnen so kostbare Seelen, die der eingeborne Sohn Gottes mit seinem Blute am Kreuze erkauft hat! Darum wache über unser Seelenheil, und halte ab alle Aergernisse, alle schlechten Beispiele, alle Gefahren der Verführung; halte ab allen Unfrieden, alle Ungerechtigkeit, alle Störung der Ordnung und Ruhe, damit Gottes Segen und Friede unter uns wohne; wache über unsere Wohnungen, über unsere Arbeiten, über unser ganzes Thun und Lassen, daß wir in Allem Gott wohlgefällig sein. Erflehe allen geist⸗ lichen und weltlichen Vorgesetzten, allen Bätern und Müt⸗ tern, allen Kindern und Untergebenen genaue Erfüllung ihrer Pflichten, damit Unschuld und Tugend, Glaube und Religion, so wie auch alle zeitliche Wohlfahrt unter uns 416 blühen, und Früchte für das ewige Leben bringen möge; Alles aber, was unserm ewigen und zeitlichen Heile ent⸗ gegen ist, wende ab von uns, und halte es ferne von diesem deinem Schutze anvertrauten Orte. Wir ehren und verherrlichen dich durch die Verdienste dieser ganzen Ge— meinde, welche wir dir zu Ehren aufopfern, und bitten dich durch alle diese Verdienste, erhöre unsere Bitten zum Preise und zur Glorie der allerheiligsten Dreieinigkeit. Amen. Gebet zu den heiligen Schutzengeln der einzelnen Kinder der heiligen Kirche. Heilige Schutzengel aller Kinder der Kirche! euch hat Gott alle diese Seelen anvertraut, damit ihr sie vor allen ewigen und zeitlichen Uebeln bewahret. Darum erhaltet die Unschuldigen in ihrer Reinheit, die Büßer in ihrer Bekehrung, die Sünder aber führet zurück von den Wegen des Verderbens auf die Bahn der Tugend. Seid unser Trost im Leiden, unsere Stütze in den Gefahren, unsere Hilfe im Kampfe; machet uns Muth in den Opfern zur Erfüllung unseres Berufes, und stärket uns zur Stand⸗ haftigkeit und Ausdauer in allem Guten bis an das Ende, damit ihr uns Alle einst dem göttlichen Heilande mit den Worten vorstellen könnet:„Wir haben Keines dei⸗ ner Kinder verloren, die du uns anvertraut hast. Wir ehren und verherrlichen euch durch die Ver— dienste aller Kinder der Kirche, die wir euch zu Ehren aufopfern, und bitten durch diese Verdienste, erhöret unsere Bitten zum Preise und zur Glorie der allerheiligsten Drei⸗ einigkeit. Amen. Gebet zu den heiligen Schutzengeln aller unserer Feinde. Heilige Schutzengel unserer Feinde! sehet, wir ver— zeihen ihnen vom Herzen um Gotteswillen; wir wünschen 54S‚-„.. VIWSIIAIAIAI—IE‚.Sxcxccxcxc DeSN eNRODyD‚D 417 ihnen alles Gute, und besonders ihr ewiges Heil. Ihr wisset, daß diese euerer Pflege anvertrauten Kinder Gottes ewig verloren gehen, wenn sie nicht verzeihen, weil ihnen dann auch Gott nicht verzeihen wird. Darum nehmet allen Haß, allen Zorn, alle Rachsucht, allen Groll, alle Abneigung aus ihren Herzen weg; erfüllet sie mit dem Geiste der Versöhnung und Liebe, und bewirket, daß unser Vater im Himmel durch unsere aufrichtige Vereinigung Freude habe, und uns Allen verzeihe, wie wir ein— ander verzeihen. Besonders aber demüthiget alle Feinde der heiligen Kirche, des heiligen Glaubens, der Tu⸗ gend und Unschuld, damit Keines von den Kleinen Jesu Christi mehr geärgert werde, deren Engel mit euch be— ständig das Angesicht des Vaters schauen, der im Him— mel ist. Wir ehren und verherrlichen euch durch die Verdienste, welche euere unglücklichen Pflegkinder sich er— werben werden, wenn sie mit Gott und mit den Menschen versöhnt sein werden, und diese Verdienste opfern wir euch zu Ehren auf, und bitten euch durch dieselben, daß ihr unsere Bitten erhöret zum Preise und zur Glorie der allerheiligsten Dreieinigkeit. Amen. Gebet zu den heiligen Schutzengeln für die armen Seelen im Fegefeuer. Heilige Schutzengel! gedenket der Schmerzen euerer Pflegkinder in dem Feuer der Reinigung; gedenket ihres heißen Verlangens nach der Anschauung Gottes; gedenket euerer eigenen Mühe, mit der ihr dieselben durch dieses Leben geführet, und als treue Kinder Gottes durch die Pforten des Todes in die Ewigkeit hinübergetragen habet, und lasset nicht ab, bei dem Throne der göttlichen Erbar— mungen zu flehen, daß sie Alle, so bald als möglich, er— löset werden. Mar. Gebetb. 27 418 Wir opfern alle Verdienste Jesu Christi, der seligsten Jungfrau Maria, des ganzen Himmels, der ganzen Kirche für jeden Augenblick des Lebens jeder einzelnen Seele auf, und übergeben dieses Opfer eueren Händen, damit ihr es auf den Altar der Versöhnung leget vor den Augen Got⸗ tes, und dadurch ihre Befreiung erwirket. Wir ehren und verherrlichen euch durch alle diese Verdienste, die wir euch zu Ehren aufopfern, und bitten euch durch diese Verdienste, erhöret unsere Bitten zum Preise und zur Glorie der allerheiligsten Dreieinigkeit. Amen. Gebet zum eigenen heiligen Schutzengel. Sei gegrüßt, Engel Gottes, erhabener Himmelsfürst, mein Schutzgeist und mein liebvollster Begleiter; sei ge— grüßt! Ich freue mich darüber, daß dir Gott eine solche Herrlichkeit verliehen, dich mit seiner Gnade geheiliget, in welcher du ausgeharret, bis du zur Glorie gelangt bist. Ich danke Gott für alle Wohlthaten, die er dir erwiesen hat; dir aber danke ich für Alles, was du mir Gutes gethan hast, und für die Liebe und Sorgfalt, womit du mich beschützest. Ich empfehle dir heute und für immer meinen Leib, mein Herz, meine Seele, mein Gedächtniß, meinen Verstand, meinen Willen, meine Begierden und Gefühle, meine fünf Sinne, mein Leben, alle Schicksale meines Lebens und meinen Tod, daß du mich beschützest, leitest, bewaͤhrest und führest; daß du mich reinigest von aller Sünde, erleuchtest, und vollkommen machest, um so, mit allen Gütern bereichert, in der Gnade Gottes zu ver— harren, bis ich zugleich mit dir meinen Gott von Ange— sicht zu Angesicht schauen, und in seiner Glorie genießen werde. Amen. 419 Betheuerungen vor dem heiligen Schutzengel, um eine glückselige Sterbstunde zu erlangen. (Vom heiligen Karolus Borromäus.) Im Namen der heiligsten Dreieinigkeit betheure ich N. N. ein unglücklicher, elender Sünder, in deiner Gegen⸗ wart, o heiliger Engel Gottes, mein treuer Beschützer: Ersters, daß ich in dem wahren Glauben, welchen die heilige, katholische, apostolische Kirche bewahret und lehrt, sterben will, in welcher heiligen Kirche alle Heiligen, die wir verehren, gestorben sind, und außer der es kein Heil gibt. Zweitens, o mein heiliger Engel! betheure ich, daß ich von dir unterstützt, durch deinen Beistand und Schutz ermuthigt, und von einem großen Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit beseelt, aus diesem Leben scheiden will; denn fest glaube ich ungeachtet der Größe und Menge meiner Sünden, daß ein einziger Tropfen des kostbaren Blutes unsers Herrn nicht nur hinreichend ist, meine Sünden, sondern die Sünden aller Menschen auszulöschen. Drittens betheure ich, o glückseliger Engel! daß ich trotz der Abscheulichkeit meiner Sünden dennoch eifrig ver⸗ lange, an den Verdiensten Jesu Christi, dessen Liebe und Barmherzigkeit Niemand jemals von sich stößt, Theil zu nehmen. O hätte ich doch meinen Gott, den ich über Alles liebe, niemals beleidiget! Es reuet mich dies von ganzem Herzen. Gerne verzeihe ich Allen, die mich beleidiget haben. Ich verberge alle meine Sünden in dem anbetungswürdig⸗ sten Herzen meines Jesus; er möge sich würdigen, sie für immer zu vertilgen. Viertens beschwöre ich dich, o mein treuer Beschützer! bitte für mich die göttliche Güte, sie wolle mich in die Zahl jener Glückseligen aufnehmen, die sie von Ewigkeit 27⁷ SISISISISISIII X 4²⁰ vorherbestimmt hat, und die sich bereits ihrer Herrlichkeit erfreuen. Ich betheure, daß ich, um von Gottes unend— licher Barmherzigkeit die ewige Glückseligkeit zu erlangen, bereit bin, nicht nur alle Plagen dieses elenden Lebens, sondern auch alle Peinen des Fegfeuers zu leiden. Fünftens endlich, o mein liebster und weisester Be— schützer! betheure ich, daß ich dich zum Vollzieher meines letzten Willens bestelle. Erlange mir, ich bitte dich, folgende drei Gnaden von Gott: Die erste ist, daß ich aus diesem Leben nicht scheide, ohne vorher die Sakramente der heiligen Kirche würdig empfangen zu haben; die zweite: daß unser Herr Jesus Christus sich würdigen wolle, die Schmerzen und Aengsten, welche in der Stunde meines Absterbens mein Herz um— lagern werden, um seiner unaussprechlichen Leiden am Kreuze willen, zu lindern und zu besänftigen, und daß seine liebvollste Mutter einen jener zärtlichen Blicke, mit welchen sie auf ihren sterbenden göttlichen Sohn hinsah, auf mich wenden, und mich aufnehmen wolle in die Zahl jener, welche durch ihren mächtigen Schutz am Tage des Gerichtes das ewige Heil erlangen werden. Die dritte Gnade, o mein heiliger Engel und Beschützer! ist: du wollest mir in meiner letzten Stunde, wo meine Seele sich vom Leibe trennen wird, getreulich beistehen, und Jesum Christum, meinen Richter, dessen Herz am Kreuze von dem heißesten Verlangen nach dem Heil der Sünder entflammt war, durch dein Fürwort bewegen, daß er sich meiner armen Seele günstig erzeige. O mein liebvollster Schutzengel! sieh', ganz ist dir meine Seele anvertraut; lege sie also bei dem Austritte aus dem Kerker dieses Leibes in die Hände ihres Schöpfers und Erlösers, damit sie mit dir und allen Heiligen des Himmelreiches seiner Anschauung genießen, ihn vollkommen . 3—8—5———— ⏑⏑— 42¹ lieben, und durch alle Ewigkeit in Fülle besitzen möge. Also sei es! Gebet zum heiligen Joseph, um ihn zum Patrone zu erwählen. O du glorwürdiger Vater, heiliger Joseph! du getreuer Haushalter und Ernährer meines Erlösers Jesu Christi! du keuschester Bräutigam der gebenedeiten Jungfrau und Gottesmutter Maria! ich erwähle dich am heutigen Tag für allzeit zu meinem vorzüglichen Beschützer und Für— sprecher bei Gott, und nehme mir kräftig vor, dich die ganze Zeit meines Lebens andächtig zu verehren und deine Verehrung auch bei Andern nach Kräften zu befördern. Ich bitte dich daher demüthig, du wollest mich zu deinem beständigen Pflegkinde annehmen, in allem meinem Thun und Lassen mein Lehrer und Regierer, in Widerwärtigkeiten mein Trost und meine Hilfe, und endlich in meinem letzten Kampfe mein vorzüglicher Beschützer und Beschirmer sein. Amen. Gebet zum heiligen Joseph, um durch seine Fürbitte vor schweren Sünden bewahrt zu werden. Heiliger Joseph, Nährvater Jesu und keuscher Bräu⸗ tigam der jungfräulichen Mutter Maria! zu dir fliehe ich; deinem Schutze empfehle ich meinen Leib und meine Seele; trage Sorge für mich, wie du bei deinem Leben für Jesus und Maria Sorge getragen hast. Bitte für mich um die Gnade, daß ich mit keiner Sünde Gott beleidige, sondern so⸗ bald du mich in einer Versuchung, oder in Gefahr zu sündigen erblickest, so treibe den Versucher von mir weg, und wende meine Augen zu der Krippe Jesu; laß mich dort meinen Gott als das heiligste, reinste Kind erblicken, welches aus Maria der Jungfrau ist geboren worden. Dieser Anblick SISSSSSI S soll mein kaltes Herz zur Frömmigkeit entflammen, damit ich jedesmal den Entschluß in mir erneuere, meinem Gott getreu zu dienen bis in den Tod. Heiliger Joseph! durch deinen Gehorsam gegen den Befehl Gottes hast du das göttliche Kind Jesus der ihm von Seite des grausamen Herodes drohenden Lebensgefahr entrissen; ich bitte dich um dieses Geheimnisses willen, sei doch auch mein Beschützer, besonders in den Gefahren, welche meiner Seele drohen. O entferne von mir alle Versuchungen und Anreizungen zur Sünde, besonders zu jener Sünde, zu welcher ich am meisten geneigt bin.— Erbitte mir Muth und Entschlossenheit, meiner Sinnen— lust Gewalt anzuthun, weil nur durch Gewalt das Himmel— reich gewonnen wird.— O heiliger Fürbitter! nimm mich als dein Pflegkind in deinen mächtigen Schutz, und wache über mich, bis meine Augen sich im Tode schließen. Amen. Gebet zum heiligen Joseph, um Bewahrung der Ein⸗ heit im römisch⸗katholischen Glauben. O heiliger Joseph, Nährvater Jesu Christi, du mächtiger Beschützer unsers Kaiserreiches und besonderer Patron unsers Vaterlandes Tirol! Blicke gnädig herab auf das gläubige Volk, das im Vertrauen auf deine mäch— tige Fürbitte sich unter deinen Schutz begeben hat. Sieh' seine Bedrängnisse, wende ab seine Befürchtungen, halte ein den rächenden Arm deines göttlichen Pflegsohnes, und er— flehe uns bei ihm Erbarmung und Schonung. Bitte ihn, er möge bei Uebung seiner Gerechtigkeit, seiner unendlichen Barmherzigkeit eingedenk sein. Bewahre uns durch deine Fürsprache den alleinwahren römisch-katholischen Glauben, damit wir und unsere Nachkommen durch den alleinwahren Glauben und durch die aus ihm allein entspringende wahre christliche Liebe hier und dort in Gott mit unsern durch SSI.... LS 423 denselben Glauben seligen Vätern vereint bleiben. Erlange uns Muth und Stärke, um unerschrocken einzustehen bis in den Tod für dieses unser höchstes Gut. Erflehe Er⸗ leuchtung den Verblendeten, damit sie einsehen, daß zum Glück und Heil der Menschen Niemand einen andern Grund legen kann, als jenen, den dein göttlicher Pflegsohn durch seine heilige Glaubens⸗ und Sittenlehre gelegt hat. Erbitte Licht und Kraft unserem frommen Herrscherhause, auf daß unter seiner Leitung deine Pflegempfohlenen hie⸗ nieden in Gerechtigkeit und Heiligkeit wandeln, und einstens im Himmel mit allen Engeln und Heiligen Gott ewig loben und preisen mögen. Amen. Kurze Gebete zum heiligen Joseph um verschiedene Gnaden. Heiliger Joseph! durch deinen heldenmüthigen Glauben an die Menschwerdung des Sohnes Gottes bitten wir dich, bewahre unser Vaterland vor allen Nachstellungen des Unglaubens und des Irrthums, und erhalte in uns Allen den wahren Glauben rein und unverfälscht und un⸗ vermischt mit der gewissenhaften Erfüllung aller Pflichten der heiligen Religion. Heiliger Joseph! durch deinen Gehorsam, der in den Anordnungen Gottes, um das göttliche Kind den grau⸗ samen Händen des Herodes zu entziehen, so hart geprüft worden ist, bitten wir dich, erflehe uns von Gott die Gnade, der heiligen, römischen, katholischen Kirche in allen Stürmen, der Verfolgung, des Kampfes, der Leiden und Opfer unerschütterlich treu zu bleiben. Heiliger Joseph! durch deine wunderbare Reinigkeit und Unschuld, welche dich zum Wächter und Beschützer, zum Bräutigam der jungfräulichen Gottesmutter Maria gemacht haben, bitten wir dich, erhalte die Unschuldigen 42⁴4 und Büßer in der heiligen Gnade, erwirke allen Sündern eine wahre Bekehrung; das Laster aber vertilge aus unserer Mitte, damit wir Gott durch Tugend und Frömmigkeit angenehm und wohlgefällig seien. Heiliger Joseph! bei der großen Gnade, durch welche du der Nährvater Jesu Christi geworden bist, bitten wir dich, mache, daß wir alle Schätze der heiligen Religion durch Gebet, durch oftmaligen und würdigen Empfang der heiligen Sakramente, durch gewissenhafte Anhörung und Befolgung des göttlichen Wortes, durch genaue Erfüllung unserer Berufspflichten, zur geistlichen Nahrung und Stär— kung unserer Seelen und zum ewigen Leben mit Eifer und Aufrichtigkeit verwenden. Heiliger Joseph! du warst das Haupt der heiligen Familie; durch deine treue Verwaltung dieses erhabenen Amtes bitten wir dich, sorge dafür, daß alle geistlichen und weltlichen Obrigkeiten unseres Vaterlandes ihre Aemter als treue Haushälter Gottes verwalten, daß alle Unter— gebenen in Gehorsam, Ehrfurcht und Liebe verharren, daß alle Väter und Mütter in den Familien Tugend und reine Sitten wahren, daß alle Kinder und Hausgenossen in Frieden und Eintracht durch frommes Beispiel einander erbauen, und daß so alle Familien des Landes der heiligen Familie ähnlich werden. Heiliger Joseph! der du durch deine väterliche Für— sorge und durch die Arbeit deiner Hände Jesus und Maria mit allen zeitlichen Bedürfnissen versehen hast; wir bitten dich, blicke auf deine Pflegkinder, tröste die Betrübten, sättige die Hungernden, kleide die Nackten, unterstütze die Wittwen und Waisen, komme zu Hilfe den Verlassenen, beschütze die Verfolgten, stärke die Schwachen, ermuntere die Zagenden, erlöse die Gefangenen, stärke die Kämpfen⸗ den, bringe Linderung den Leidenden, erquicke die Kranken, — ——— liebender und helfender Vater. 4²⁵ und sei uns Allen in den Betrübnissen dieses Lebens ein Heiliger Joseph! du hast das göttliche Kind und seine heilige Mutter vor allen Gefahren bewahrt und beschützt; wir bitten dich, beschütze unser Vaterland und alle seine Bewohner vor innern Spaltungen und vor den äußern Anfällen der Feinde; halte fern alle Unglücke des Krieges, der Krankheiten und der Hungersnoth, und zeige, daß du unser guter, mächtiger und liebvoller Haushälter und Schutzpatron bist; damit Alle Gott loben und preisen, und dich mit Vertrauen und Liebe verehren. Heiliger Joseph! der du das große Glück hattest, in den Armen Jesu und Maria aus diesem Leben zu scheiden, erbitte allen deinen Pflegkindern eine glückliche Sterbstunde; komm Jedem der dir Anvertrauten in der Todesangst mit Jesus und Maria zu Hilfe, damit Niemand aus uns verloren gehe. Heiliger Joseph! um alle diese Gnaden bitten wir dich durch die großen Gnaden, mit welchen dich Gott über— schüttet hat, durch die große Liebe, mit der dir Jesus und Maria in diesem Leben zugethan waren, durch deine großen Verdienste, die du dir auf Erden gesammelt hast, durch deinen mächtigen Einfluß, den du jetzt bei Gott, bei Jesus, bei Maria im Himmel genießest, durch die Verehrung, welche dir unser Vaterland erweiset; wir bitten dich darum als unsern auserwählten, gütigen, mächtigen, wunderbaren Schutzpatron. Amen. Gebet zum heiligen Joseph, in besondern Anliegen neun Tage zu beten. Heiliger Joseph, du von Gott auserwählter Beschützer und Ernährer des göttlichen Kindes Jesu, treuer Gefährte der Mutter unseres Heilandes! Ich komme mit vertrauens⸗ SINN 4²⁶ vollem, kindlichem Herzen zu dir, meinem auserwählten Patrone und Fürsprecher bei Gott, ich ersuche dich in mei⸗— nem Anliegen um deine Hilfe und bitte: Stehe mir mit deiner Fürsprache bei, damit Gott mein demüthiges Gebet in meiner jetzigen Noth erhören wolle. Ich bin ein Sün⸗ der, und nicht würdig, daß Gott sein Angesicht zu mir wende; darum rufe ich dich um deine Fürbitte an. Ach heiliger Joseph! du selbst hattest in deinem Leben viele Leiden, Sorge und Kummer zu ertragen; du weißt es nur allzu wohl, wie einem geängstigten und betrübten Herzen zu Muthe ist; darum bitte ich mit Vertrauen um deinen Beistand bei Gott, um deine Fürbitte bei Jesus, deinem göttlichen Pflegsohne. O großer und mächtiger Fürbitter! du stehest so nahe am Throne Gottes, und deine Fürbitte vermag viel bei Gott; darum sagt mir mein betrübtes Herz so laut und fühlbar: Geh' zu Joseph, dem Gerechten, dem der Sohn Gottes, dem die Braut des heiligen Geistes anvertraut war. Ach, heiliger Joseph! ich hebe meine Hände bittend zu dir empor. O wende dein Angesicht zu mir vom Him-— mel herab, und tröste mein trauerendes Herz. Vor Allem aber erbitte mir eine wahre Reue über meine Sünden, vollkommene Besserung meines Lebens und die Gnade, meinen Gott mit einer so reinen und innigen Liebe zu lieben, wie du selbst ihn allzeit geliebt hast; alsdann er— wirke mir Erhörung in meinem Anliegen, welches ich dir in Wehmuth meines Herzens vortrage. N. N. Heiliger Joseph! du hast schon so Viele sichtbar er— hört, die in ihrer Noth dich um deine Fürbitte angerufen haben; ach habe doch auch Mitleiden mit mir in meiner jetzigen Noth, trage mein Anliegen vor den Thron Gottes, und erlange mir durch deine Verdienste und deine Fürbitte, 427 daß Gott mein Gebet erhöre, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Responsorium zu Ehren des heiligen Joseph. (Wer dieses Responsorium reumüthig und andächtig betet erlangt jedesmal einen Ablaß von einem Jahr, welcher auch den armen Seelen ge⸗ schenkt werden kann. Pius VII. 6. September 1804.) Wer allezeit gesund und froh Zu leben wünscht, und einst am End' Von hier im Frieden scheiden will, Der rufe Joseph treulich an. Er, dem die Jungfrau sich vertraut, Der Jesu Vater ward genannt, Der Mann voll Glauben und gerecht, Was er auch bittet, das geschieht. Wer allezeit ꝛc. Anbetend in der Krippe schon Den kleinen Jesus, pflegt er mild Des Flüchtigen; sucht dann mit Angst, Den er vermißt, und findet ihn. Wer allezeit ꝛc. Der alle Wesen schuf und sie ernährt, Empfängt von ihm den Unterhalt; Des höchsten Vaters ew'ger Sohn Gehorcht, und ist ihm unterthan. Wer allezeit ꝛc. Dem Tode nah, sieht er um sich Die Mutter mit dem Sohne steh'n, Und seelenfroh in ihrem Arm Gibt er den Geist mit Freuden hin. Wer allezeit ꝛc. Dem Vater auf dem Himmelsthron, Und seinem eingebornen Sohn, Wie auch dem Geist der Heiligkeit Sei ewig alles Lob geweiht. Wer allezeit ꝛc. 4²⁸ Antiphon. Sieh', ein treuer und verständiger Knecht, den der Herr über sein Haus gesetzet hat. V. Bitt für uns, heiliger Joseph! R. Daß wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. Gebet O Gott! der du durch deine liebreichste Vorsehung den heiligen Joseph zum Bräutigam deiner heiligsten Mut⸗ ter zu erwählen dich gewürdiget hast; wir bitten dich, ver⸗ leihe, daß wir an ihm, den wir auf Erden als unsern Beschützer verehren, auch im Himmel einen Fürsprecher haben mögen, der du lebest und regierest ꝛe. Gebet zum heiligen Apostel Jakobus. O heiliger Apostel Jakobus, du unermüdeter Verkün⸗ diger des christlichen Glaubens, der du Alles verlassen hast, dem Erlöser nachzufolgen und sein Jünger zu werden! Wir bitten dich durch die Gnade, die dir zu Theil wurde, von Jesus selbst zum erhabenen Apostelamte berufen zu werden, und durch deine Liebe zu deinem göttlichen Meister, mit welcher du alle Verfolgungen und selbst den Marter⸗ tod geduldig und mit Freuden erlittest, erwirb uns von Gott die Gnade, daß wir Alle ihm mit demselben Eifer und eben der innigen Liebe dienen, wie du es gethan hast. Sei unser mächtiger Fürsprecher und Beschützer, wenn uns der böse Feind und die Welt im Glauben wankend machen, im Vertrauen erschüttern, und unsere Liebe zu Gott und den Menschen schwächen wollen. Besonders stehe uns bei im letzten Streite, damit wir die Gnade Gottes bis an's Ende bewahren, und die ewige Seligkeit erlangen. Amen. IA H-- 102 XIXIIAIARIARLIA der 429 Gebet zum heiligen Johannes von Nepomuck. Heiliger Johannes! ich ehre und preise dich wegen des guten Gebrauches, den du von deiner Zunge gemacht hast, und bitte dich durch die Gnade, die du von Gott er⸗ halten hast, deine Zunge sorgfältig zu bewahren, verwende dich durch deine vielvermögende Fürbitte bei Gott für mich, daß ich vor allen Verläumdungen und bösen Nachreden bewahret bleibe, oder selbe mit christlicher Gefinnung, mit Geduld, verzeihender Liebe und fester Zuversicht auf Gott ertragen lerne; erflehe mir auch die Gnade, daß ich meine voreilige, unbändige Zunge im Geiste der christlichen Ab⸗ tödtung bezähme, und durch keine sündhafte Rede meinen Gott oder den Nächsten beleidige. Amen. Litanei zur Ehre des heiligen Johannes von Nepomuck. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre unsl Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, Heiliger Johannes von Nepomuck, Du Gnadenkind deiner betagten Eltern, Du Liebhaber der wahren Weisheit und göttlichen Wissen. schaft, Du besonderer Eiferer für die Verherrlichung Gottes und die Ehre Mariä, Du Verachter der Welt und alles Zeitlichen, Du erbauliches Vorbild der jungfräulichen Reinigkeit, Du Spiegel der Tugenden, Du Tröster der Kleinmüthigen, sun an zne Du Du Du Du 4»430 Stärke der Schwachen, Helfer der Nothleidenden, Vater der Armen, Zuflucht der Verlassenen, Beschützer der Gerechtigkeit, Stifter des Friedens und der Einigkeit, Beschützer der Ehre und des guten Namens, wunderthätiger Erretter von Schmach und Schande, erfahrener Seelenarzt für beängstigte Gewissen, standhafter Vertheidiger und Bewahrer der Beicht- verschwiegenheit, Du sanftmüthiger Richter und Bekehrer der Sünder, Du inbrünstiger Verehrer des Leidens Christi, Ehre und Zierde des Priesterthums, Engel in Vollziehung des göttlichen Willens, Patriarch in wachsamer Seelsorge, Prophet in Weissagung zukünftiger Dinge, Du Apostel in Verkündigung des göttlichen Wortes, Du glorrwürdiger Blutzeuge Jesu Christi, Du wunderbarer Heiliger, Du mächtiger Fürbitter bei Gott in allen Anliegen, Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von Von Von Von Von Von Von Von Von Von Wir Daß Daß allem Uebel, aller Sünde, allen Verläumdungen und bösen Nachreden, Schmach, Spott und Schande, allen Nachstellungen unserer Feinde, allen unvollkommenen und ungiltigen Beichten, schädlicher Angst und Verwirrung des Gewissens, aller Gefahr der Seele und des Leibes, Verschiebung der Buße und Besserung des Lebens, dem ewigen Tode, arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! du uns verschonest, wir bitten dich, erhöre uns! du uns verzeihest wir bitten dich, erhöre uns! isun an] ines aasct o gun 3lonn Daß du uns wahre Erkenntniß unserer Sünden und die Gnade der Buße verleihen wollest, wir bitten dich, erhöre uns! DRRSRSPCPID isun an] nne * — 2 ⁴* E — 2 + + 1 Daß du uns durch die Verdienste und Fürbitte des heiligen 431 Johannes von Nepomuck in deiner Gnade allzeit erhalten wollest, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns nach diesem vergänglichen zum ewigen Leben auf⸗ nehmen wollest, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns erhören wollest, wir bitten dich, erhöre uns! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! · Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Vater unser. Ave Maria. V. Bitt für uns, o heiliger Johannes von Nepomuck! . Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi! Gebet. Unendlich gütiger und barmherziger Gott! der du, auch uns Sündern, wie deinem getreuen Diener, dem heiligen Johannes von Nepomuck, die Schätze deiner All— macht und die Gaben deiner Erbarmungen reichlich mit⸗ theilest, wir bitten dich, du wollest uns in allen unsern Trübsalen und Widerwärtigkeiten trösten, in Noth und Armuth uns helfen, unsere Krankheiten heilen, in Verfol⸗ gungen uns beschützen, unsere Ehre und unseren guten Namen bewahren, und alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde von uns abwenden. Verleihe auch, daß wir alle wider dich, wider den Nächsten und wider das Heil unserer armen Seele begangenen Sünden und Missethaten reu⸗ 43² müthig beichten, durch eine wahre Buße für selbe genug⸗ thun, und endlich nach diesem vergänglichen Leben die ewige Seligkeit erlangen mögen, durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, welcher mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Gebet zum heiligen Sebastian. Heiliger Sebastian! der du die wankenden Christen mit großem Eifer gestärket hast, auch wegen deines helden⸗ müthigen Glaubensbekenntnisses mit Pfeilen durchbohrt, und endlich eines glorreichen Martertodes gestorben bist, sei mein Fürsprecher bei dem barmherzigen Gott, daß er mich in dem Bekenntniß des heiligen katholischen Glaubens durch seine Gnade stärke, das Feuer seiner heiligen Liebe in mir entzünde, und bis an das Ende nie von mir weiche. Laß dir auch meine leibliche Gesundheit empfohlen sein; beschütze mich, die Meinigen und das ganze Vaterland vor der Strafe pestartiger Krankheiten, und erlange mir die Gnade, daß ich nach Gottes heiligsten Willen meinem Dienste ungehindert vorstehen, und endlich in dem Stande, in welchen er mich gesetzt hat, das ewige Leben erlangen möge. Amen. Gebet zum heiligen Alexius. Heiliger Alexius, der du aus Liebe zu Jesus allen Freuden und Ehren der Welt entsagt hast, um ein demüthi⸗ ges, in Christo verborgenes Leben zu führen! du wirst in der Kirche Gottes als ein mächtiger Beschützer vor Erdbeben, dieser so schrecklichen Geißel des Zornes Gottes, angerufen. Auch uns hast du durch deine mächtige Für— bitte schon oft von dieser furchtbaren Strafe errettet. Wir danken dir mit gerührtem Herzen für diese so große Wohl— that, und flehen zu dir, du wollest uns unablässig mit 433 deinem Schutze erfreuen, und auch hinfort alle schädlichen Erdbeben von uns, deinen Pflegbefohlenen, abwenden. Vor⸗ züglich aber rufen wir zu dir, o heiliger Alexius! du wollest uns die Gnade erbitten, daß wir durch dein heili— ges Beispiel angeeifert, Jesum über alles lieben, die Sünde, wie auch die Gelegenheiten zur Sünde fliehen, und dadurch von dieser Strafe befreit zu werden verdienen. Stehe uns bei in der Sterbstunde, damit wir bei allen Anfechtungen unerschütterlich in der Liebe Jesu verharren, und so zur Anschauung dessen gelangen, der mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes lebt und regieret Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Responsorium zur Ehre des heiligen Antonius von Padua. (Vom heiligen Bonaventura.) Du fragst dich um die Wunder an, Die Gott durch Anton hat gethan. Tod, Irrthum, Aussatz, Unglücksfälle Entfliehen mit der Macht der Hölle, Und der Gesundheit süßes Glück Kehrt zu den Kranken schnell zurück. Das Meer bleibt ruhig in dem Strand, Die Fesseln fallen von der Hand, Es heilen die verletzten Glieder, Verlorne Sachen kommen wieder. Ihm singt der Jüngling und der Greis Für seine Rettung Dank und Preis. Er rettet, wo Gefahr uns droht, Und hilft Verlaß'nen aus der Noth; Es rühmen seine Wundergaben, Die seine Hilf' erfahren haben; Ihn preiset dankbar Padua, Das seiner Wunder viele sah. Mar Gebetb 43⁴ Dem Vater auf des Himmels Thron, Mit seinem eingebornen Sohn, Und mit dem Geist der reinen Lehre Erschalle Jubel, Preis und Ehre, Wie Anfangs, jetzt und jederzeit, So durch die ganze Ewigkeit. V. Bitt für uns, o heiliger Antonius! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. O Gott! der du deinen eifrigen Diener, den heiligen Antonius, zum Heile der Menschen auserwählt, und durch sein heiliges Beispiel und eifriges Predigen so viele Seelen aus der Gewalt des Satans befreiet hast, wir bitten dich, du wollest uns auf seine mächtige Fürbitte und in Rück⸗ sicht seiner großen Verdienste deine göttliche Gnade ver⸗ leihen, und der ewigen Freude theilhaftig machen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Allmächtiger und barmherziger Gott! der du deinen getreuen Diener, den heiligen Antonius, mit immerwähren⸗ dem Glanze ausgezeichneter Wunderwerke gezieret hast, verleih uns gnädig, daß wir dasjenige, um was wir dich durch seine Verdienste gläubig und vertrauend bitten, durch seine Fürbitte erlangen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Litanei zum heiligen Martyrer Florian. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! SSlSeS 29992 2 7* gen 43⁵ Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Florian, Heiliger Florian, du starkmüthiger Kämpfer Christi, Heiliger Florian, du glorreicher Blutzeuge Christi, Heiliger Florian, du Verachter der zeitlichen Ehren, Heiliger Florian, du tapferer Kriegsheld, Heiliger Florian, du wahrer Vater deiner untergebenen Soldaten, Heiliger Florian, der du dieselben in dem wahren Glau⸗ ben unterrichtet hast, Heiliger Florian, der du deine Kriegsgefährten zum Be. kenntniß des christlichen Glaubens gebracht hast, Heiliger Florian, der du dieselben zur Errin gung der Marterkrone ermuntert hast, Stimme bekannt hast, Heiliger Florian, der du dich dem heidnischen Landpfleger selbst vorgestellet hast, Heiliger Florian, der du um Christi willen große Marter erlitten hast, Heiliger Florian, der du grausam bist geschlagen worden, Heiliger Florian, der du mit glühenden Hacken bist ge— brannt und zerrissen worden, Heiliger Florian, der du in dem Glauben standhaft ver blieben bist, Heiliger Florian, der du an einem Mühlstein gebunden, und in die Enns bist geworfen worden, Heiliger Florian, der du in dem Himmel mit der Marter: krone bist gezieret worden, Heiliger Florian, dessen Leichnam durch eine unsichtbare Macht den Fluß aufwärts ist geführt worden, Heiliger Florian, dessen Leichnam durch dieselbe Macht Heiliger Florian, der du den heiligen Glauben mit ü sun an] ine auf einen erhobenen Stein ist gelegt worden, 28* 436 Heiliger Florian, dessen Leichnam ein Adler„ beschützt und den Christen angezeigt hat, Heiliger Florian, durch dessen Fürbitte schon so Presthafte ihre Gesundheit wieder erlangt haben, Heiliger Florian, du besonderer Schutzpatron und Helfer bei Feuersgefahren, ö O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! V. Bitt für uns, o heiliger Martyrer Florian! R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. Gebet. O du glorwürdiger Blutzeuge Christi, heiliger Florian! der du im Glauben und in der Liebe zu Jesus so stand— haft geblieben bist, daß du dich auch nicht durch die grau— samen Martern davon abbringen ließest, wir bitten dich, erflehe uns durch deine Fürbitte und großen Verdienste bei dem gütigen Gott Hilfe in Feuersgefahren, Trost in Trübsalen, Schutz in Versuchungen, Beständigkeit im Guten und einen wahren erleuchteten Glaubenseifer, damit wir allen Betrug des bösen Feindes erkennen, seinen Nach— stellungen entgehen, die Wohllüste der Welt fliehen, zeit— liche Ehren verachten, die Versuchungen des Fleisches über— winden, die Tugend beständig lieben, und einst, wie du, die ewige Freude und Seligkeit erlangen mögen. Amen. Gebet zum heiligen Franziskus Kaverius. Heiliger Franziskus Xaverius, du Bekehrer der In— dianer und großer Wunderthäter! ich grüße und verehre dich herzlich, und erfreue mich über deine große Heiligkeit, sun 250 HU den gen 43⁷ Tugend und Gnade bei Gott, wodurch du so viele Un⸗ gläubige zum christlichen Glauben bekehret, und die Welt mit unzähligen Wunderzeichen erleuchtet hast. Deine mäch— tige Fürbitte bei Gott rühmen so viele tausend Bedrängte, welche durch sie aus ihren Nöthen errettet wurden. Darum komme auch ich in aller Demuth und mit vollkommenem Ver⸗ trauen zu dir, als zu einer sichern Zuflucht aller Hilfs⸗— bedürftigen, und klage dir mein Anliegen N. Durch die offene Seitenwunde Jesu, in welche du bei deinem Leben die Nothleidenden zu empfehlen pflegtest, bitte ich dich, empfiehl auch mich jetzt in sein gnadenreiches, von Liebe entzündetes Herz, und bitte für mich, daß mir durch die Kraft des heiligmachenden Blutes, welches daraus geflos⸗— sen ist, und durch die Fürsprache der unbefleckt empfange— nen Gottesmutter Maria, durch welche du so große Gnaden von Jesus erhalten hast, meine Bitte gewähret werde. O du glorwürdiger heiliger Franziskus Xaverius, du be⸗ sonderer Liebhaber des gekreuzigten Jesus! ich bitte dich auch durch deine Mühe und Arbeit, durch die immer— währenden Verfolgungen und Todesgefahren, welche du zehn Jahr lang zu Land und Meer unter den Völkern aus Liebe zu Jesus ausgestanden hast, gewinne auch mir das mitleidsvolle Herz Jesu, und halte mit deiner Fürbitte bei ihm an, daß er mich aus gegenwärtiger Noth N. N.“ erlöse. Sollte es aber Gott gefallen, und meiner Selig⸗ keit dienlicher sein, daß mir meine Bitte nicht gewährt werde, so bitte ich dich, du wollest mir die nöthige Stark— müthigkeit erlangen, damit ich bereitwillig und standhaft dieses Kreuz und alle andere Leiden meinem gekreuzigten Jesus zu lieb übertrage, dir auch in der Keuschheit, in der Liebe Gottes und des Nächsten nachfolge, und endlich nach deinem Beispiele unter Anrufung des süßesten Namens Jesu selig sterbe. Amen. 438 Gebet zum heiligen Aloisius. O glorreicher und mächtiger Fürbitter bei Gott, hei⸗ liger Aloisius! Ich erwähle dich zu meinem Patron und Fürbitter bei Gott, und erfreue mich von Herzen über die große Freude und Herrlichkeit, welche du in dem Himmel genießest. Ich lobe und preise die unendliche Güte Gottes, die dich so sehr verherrlichet hat. O heiliger Freund Gottes! wende doch deine Augen auf mich, deinen unwür— digen Verehrer, und versage mir deine Hilfe nicht, um welche ich dich in tiefster Demuth anflehe. Erlange mir die Gnade, Alles zu verbessern, was den reinsten Augen Gottes an mir mißfällt. Ich wünsche, o heiliger Aloisius! dir in deinen Tugenden getreu nachzufolgen; sei du mein Lehrmeister und Vorbild in denselben, und erflehe mir bei Gott einen recht tiefen Abscheu vor jeder Sünde und eine beständige Wachsamkeit über mein schwaches Herz, damit ich von keiner Versuchung mich überwinden lasse. O heiliger, unschuldiger Jüngling, erbitte mir besonders die Gnade, daß ich meine Sinne, vorzüglich meine Augen, nach deinem Beispiele sorgfältig im Zaume halte, jeder unreinen Begierde sogleich im Anfange widerstehe, und so mein Herz beständig rein erhalte. O heiliger Aloisius! steh' mir auch in meiner Sterbstunde mit deiner trostreichen Gegenwart zur Seite; beschütze mich wider alle Versuchun— gen des bösen Feindes, und flöße mir heilige Gedanken ein, damit ich in der Gnade und Liebe Gottes dahin— scheiden, und so an Jesus einen gnädigen Richter finden möge. Amen. Ablaßgebet zum heiligen Aloisius. Auf das Ansuchen mehrerer Bischöfe, damit die Andacht zu dem heiligen Aloisius von Gonzaga, welchen Benedikt XIII. schon bei seiner Heiligsprechung der Jugend als ihren beson— S S. SE t 439 dern Schutzpatron empfohlen hatte, immer mehr verbreitet würde, verlieh Pius VII. mit Dekret Urbis et Orbis der heiligen Kongregation der Ablässe vom 6. März 1802 allen Christgläubigen auf ewige Zeiten, für Einmal des Tages, einen Ablaß von 100 Tagen, welcher auch den Seelen im Fegfeuer zugewendet werden kann, wenn sie reumüthig und mit Andacht folgendes Gebet nebst einem Vater unser und Gegrüßet ꝛe. sprechen werden. Dir, o heiliger Aloisius! der du an Sittsamkeit den Engeln gleich warst, empfehle ich, dein unwürdigster Ver⸗ ehrer, die Reinigkeit meiner Seele und meines Leibes, und bitte dich durch deine englische Reinigkeit, du wollest dem unbefleckten Lamme Jesus Christus und seiner heiligsten Mutter, der Jungfrau aller Jungfrauen, mich empfehlen, und vor jeder schweren Sünde mich bewahren. Laß nicht zu, daß ich durch irgend eine Makel der Unreinigkeit mich beflecke, sondern wenn du mich in einer Versuchung und in Gefahr zu sündigen siehst, so verscheuche aus meinem Herzen alle unreinen Gedanken und Neigungen; erwecke sogleich in mir das lebhafte Andenken an die Ewigkeit und an Jesus den Gekreuzigten, und präge das Gefühl der heiligen Furcht Gottes tief in mein Herz ein, damit ich, wieder entzündet in Liebe zu Gott, durch Nachahmung deiner Tugenden auf Erden würdig werde, einst im Him— mel mit dir mich ewig in Gott zu erfreuen. Amen. Vater unser ꝛc. und Gegrüßet seist du ꝛe. Sechs kurze Gebete zur Verehrung des heiligen Aloisius. (Diese Gebete können besonders bei der sechssonntäglichen Andacht zur Ehre des heiligen Aloisius, aber auch zu anderer Zeit zum großen Nutzen der Seele verrichtet werden.) 1. Heiliger Aloisius! du bist Gott dem Herrn geheiliget worden, ehe du vollkommen geboren warst. Du hast an⸗ 4⁴⁰ gefangen, Gott zu lieben und ihm zu dienen, sobald du den Gebrauch deiner Vernunft erlangt hast. Bitt für mich, damit ich wenigstens jetzt Gott dem Herrn mich ganz und gar aufopfere, ihm eifrig diene, und ihn auf das Inbrünstigste liebe. Vater unser ꝛe. 2. Heiliger Aloisius! du hast deine englische Unschuld und jungfräuliche Reinigkeit unversehrt bis an das Ende bewahrt. Bitt für mich, damit ich unter so vielen Ge— fahren nicht das Mindeste freiwillig begehe, wodurch die Unschuld und Reinigkeit verletzt werden kann. Bitte, da⸗ mit ich allzeit wider alle Feinde derselben tapfer und un⸗ erschrocken streiten möge. Vater unser ꝛc. 5. Heiliger Aloisius! du hast jederzeit die Sünde mehr als eine giftige Schlange geflohen; du hast den größten Abscheu gehabt gegen den bloßen Schatten der Sünde. Mit der Unschuld, die dir Gottes Gnade schenkte, deine Treue bewahrte, vereinigtest du auch die ernsteste Buße, weil du fühltest, wie die menschliche Natur zur Sünde und zu allem Bösen geneigt ist, und die wenigen und geringen Fehltritte deiner Kinderjahre nie vergessen konntest. Bitt für mich, damit ich die von mir bisher begangenen Sünden herzlich bereue und abbüße; künftighin aber nichts so sehr hasse, fliehe und meide als die Sünde. Vater unser ꝛc. 4. Heiliger Aloisius! du hast von deinen ersten Jahren an allzeit eine besondere Neigung und Liebe gezeigt zum Gebete. An dem Gebete hattest du allzeit deine Freude 4⁴4¹ und dein Vergnügen. Du hast dasselbe, besonders in der Kirche, jederzeit mit größter Eingezogenheit und Ehrerbie⸗ tigkeit verrichtet. Bitt für mich, damit mir Gott Gnade verleihe, mein Gebet allzeit gerne, freiwillig und mit geist⸗ licher Freude, wie auch mit Andacht und Ehrerbietigkeit zu verrichten. Vater unser ꝛe. 5. Heiliger Aloisius! du hast die heiligen Sakramente der Beicht und Communion niemals anders, als mit langer und sorgfältiger Vorbereitung, mit aller möglichen Andacht und größtem Eifer empfangen, um dich in der Gnade Gottes zu stärken. Bitt für mich, daß ich mich allzeit zu eben diesen heiligen Geheimnissen gebührend bereite, und dieselben mit aller möglichen Andacht empfange, damit sie mir nicht zur Verdammniß, sondern zur Seligkeit gereichen mögen. Vater unser ꝛc. 6. Heiliger Aloisius! du hast dein ganzes Leben hindurch die zarteste Liebe gegen Jesus und Maria getragen; deß⸗ wegen hast du auch die Gnade gehabt, in brennender Liebe gegen Gott und unter dem Schutze Mariä zu sterben. Bitt für mich, damit ich jetzt in meinem Leben eine wahre Liebe gegen meinen Jesus und ein kindliches Vertrauen zu der seligsten Jungfrau beständig trage, einst aber in der Gnade meines Heilandes Jesu Christi und unter dem mütterlichen Beistande Mariä aus dieser Welt scheiden möge. Vater unser ꝛe. Gebet zum heiligen Namenspatron. Heiliger Namenspatron N., du bist mir bei der heili⸗ gen Taufe von der Kirche zum besondern Vorbilde, Be⸗ — schützer und Fürsprecher gegeben worden. Ich erfreue mich herzlich wegen aller Freude und Glorie, die du schon so lange im Himmel genießest, und wünsche aus dem Grunde meiner Seele, daß du auch von den Menschen auf Erden geliebt und geehrt werden mögest. Ich empfehle dir mit kindlichem Vertrauen meinen Leib und meine Seele, und übergebe mich dir als einen beständigen Diener, mit dem kräftigen Vorsatze, dich mein Leben lang kindlich zu ver— ehren und zu lieben. So nimm mich denn zu deinem Pflegkinde an, o hei— liger N.! setze mich in die Zahl derer, die du vorzüglich liebest, und bitte ohne Unterlaß für mich, daß ich durch Nichts den von dir erhaltenen Namen entehre, und den heiligen Beispielen, die du mir hinterlassen hast, getreu nachfolge. Dein so sündenreines heiliges Leben soll mir ein Spiegel der Reinigkeit sein, dein Starkmuth im Leiden ein beständiger Antrieb zur Geduld in meinen Leiden, dein Eifer im Gebete ein Vorbild der Andacht, deine zärtliche und brennende Liebe zu Gott eine fortgesetzte Aufforderung, Gott, das höchste Gut, über Alles zu lieben. Bewahre du, mein auserwählter Patron, meinen Leib und meine Seele vor aller Gefahr, tröste mich in der Betrübniß, stärke mich in der Anfechtung, steh' mir besonders in der gegenwärtigen Noth N. bei. Wenn ich endlich werde sterben müssen, o so komme mir zu Hilfe in meinem letzten Streite; beschütze mich wider die Anfälle des bösen Feindes, und hilf mir einen guten Kampf kämpfen, auf daß ich einst mit dir in der ewigen Glückseligkeit mich erfreuen möge. Amen. Drei Gebete zur heiligen Mutter Anna. O Gott! der du der seligen Anna die Gnade zu er— theilen dich gewürdiget hast, daß sie die Mutter der Ge— —— bärerin deines eingebornen Sohnes zu werden verdiente, verleih gnädig, daß uns, ihren Verehrern, durch ihre Fürbitte geholfen werde, durch eben denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Heilige Mutter Anna! ich grüße und ehre dich durch Jesus, meinen Gott und Heiland, dessen Großmutter zu sein du bist gewürdiget worden. Ich armseliger Sünder werfe mich zu deinen Füßen, und rufe voll des Vertrauens zu dir, daß du als eine gütige Mutter deine heiligste und gebenedeiteste, dir allzeit gehorsamste Tochter Maria be— wegen wollest, daß sie mir in allen meinen Anliegen und Nöthen Hilfe bei ihrem göttlichen Sohne Jesus erlangen möge. Ich bitte, o heilige Anna! verlaß mich nicht, son— dern behüte mich vor allem Uebel; wende von mir ab alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde, und erhalte mir durch deine Fürbitte die Gnade, daß ich in der Liebe Jesu und Mariä stets zunehme, alle meine Werke nur zur Ehre Jesu und Mariä verrichte, und alle Kreuze und Wider— wärtigkeiten um der Liebe Jesu und Mariä willen ge⸗ duldig ertrage. O heilige Mutter Anna! gnadenvolle Mutter! erwirb mir, den Meinigen und allen Menschen noch eine Gnade von Jesus, eine Gnade an der Alles gelegen ist, eine Gnade, die alle vorigen Gnaden krönt, nämlich die Gnade, daß wir in der Gnade Gottes bis zum Ende verharren, und in derselben sterben. Erlange mir auch, daß, wofern es dem Willen Gottes und meinem ewigen Heile nicht zuwider ist, durch die Fürbitte deiner allerliebsten Tochter Maria und durch die allvermögende Macht ihres göttlichen Sohnes Jesus dieses mein Kreuz N. mir abgenommen, und ich in dieser meiner Bitte N. erhöret werde. Deine große Hei⸗ ligkeit und glorreichen Verdienste, o heilige Anna! flößen — mir das feste Vertrauen ein, daß mich Gott auf deine Fürbitte gewiß erhören werde. Amen. Sieben Bitten zur heiligen Barbara. 1. Heilige Barbara! gnadenreiche Jungfrau, die du schon in deiner Jugend der Welt, ihren Freuden und Eitelkeiten entsagt, und der christlichen Vollkommenheit dich ganz hingegeben hast, bitte für mich, daß auch ich mein Herz von allen irdischen Ehren und Gelüsten abwende, und dem Dienste Christi mich ganz ergebe. Amen. 2. O geliebte Braut Christi, heilige Barbara! die du deine jungfräuliche Reinigkeit Christo zu seinem ewigen Wohlgefallen aufgeopfert hast, bitte für mich, daß auch ich ihm mit keuschem Leibe und reinem Herzen jederzeit zu gefallen suche. 3. O du kluge und weise Jungfrau, heilige Barbara! die du durch besondere Gnade Gottes zur Erkenntniß des wahren Glaubens gelangt bist, bitte für mich, daß auch ich in der Erkenntniß und Liebe Gottes zu seiner Ehre und zum Heile meiner Seele täglich mehr und mehr zu— nehme. Amen. 4. O du tugendreiche Martyrin, heilige Barbara! die du gestärkt von Gott, in dem Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe standhaft bis in den Tod verharret bist, bitt für mich, daß ich von der Uebung dieser heilsamen Tugen— den niemals ablasse, bis ich endlich aus diesem stürmischen Leben zur dir in das Land des ewigen Friedens gelange. Amen. ne 4⁴⁵ 5. O liebe und wertheste Freundin Christi, heilige Bar⸗ bara! deren Wunden der liebe Gott auf eine wundervolle Art geheilet hat, bitte für mich, daß er die gefährlichen Wunden meiner Seele heilen wolle. Amen. 6. Starkmüthige Heldin, heilige Barbara! die du mit männlicher Stärke um Christi willen Schmach und Peinen bereitwillig ausgestanden hast; bitt für mich, daß auch ich alle Trübsale und Widerwärtigkeiten dieses Lebens mit ruhigem Gemüthe hinnehme, und Gott zu lieb geduldig ertrage. Amen. 7. Heilige Barbara! Trost der Kranken und Helferin⸗ aller derer, welche in Todesgefahr sich befinden, dir hat Gott die besondere Gnade verliehen, in Krankheiten und Todesgefahren den Menschen beizustehen; hilf auch mir in solchen Nöthen, vorzüglich aber in meinem Todeskampfe, daß ich die heiligen Sterbsakramente würdig empfangen, und so trostvoll aus diesem Jammerthale zu Christus ge— langen möge. Amen. V. Bitt für uns, o heilige Barbara! R(. Auf daß wir theilhaftig werden der Verheißungen Christi. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! wir bitten dich durch die Verdienste deiner heiligen Jungfrau und Martyrin Bar⸗ bara, daß wir, die wir uns wegen ihrer standhaft für den wahren Glauben und die jungfräuliche Reinigkeit erlittenen Marter erfreuen, jetzt und allzeit, vorzüglich in der Stunde des Todes, vor allen schweren Anfechtungen bewahrt bleiben, 44 und nicht ohne würdigen Empfang der heiligen Sterb— sakramente und herzliche Uebung der göttlichen Tugenden aus dieser Welt scheiden mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum, deinen Sohn, der mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewig— keit zu Ewigkeit. Amen. Gebet zur heiligen Philomena. Glorreiche Jungfrau und unbesiegte Martyrin, heilige Philomena! ich freue mich mit dir über die große Macht, die dir Gott zur Verherrlichung seines Namens und zur Belohnung der großen Verdienste, die du im Leben und im Tode dir erworben hast, ertheilet hat, wie es die unzähl— baren Wunder beweisen, die der allmächtige und allbarm— herzige Gott täglich überall wirket, wo dein süßer Name angerufen wird. Er hat nach seiner allweisen Vorsehung dich ganz besonders auserwählt, uns in unseren Leiden und Drangsalen bei seinem göttlichen Throne Trost und Hilfe zu erlangen.— Entflammt von unermeßlicher Liebe zeigst du Tausenden und abermal Tausenden dich auf besonders wunderbare Weise gütig und hilfreich. O große Wunderthä— terin! ich bitte dich mit der ganzen Innigkeit meines Herzens, auf mich Armseligen, als auf eines deiner Pflegkinder, gnädig herab zu sehen, und mich wider die Anfälle der Feinde meines Heiles zu beschützen, die meine durch das kostbare Blut Jesu erkaufte Seele in das ewige Verderben zu stürzen suchen. Angezogen durch dein herrliches Tugend— beispiel nehme ich mir ernstlich vor, dir in deinem stand— haften Glauben in deiner stets unversehrten Reinigkeit des Leibes und der Seele, in deiner heldenmüthigen Liebe zu Gott, die stärker war als der Tod, und in deiner unüber⸗ windlichen Geduld in allen Leiden nachzufolgen. Da du aber meine Schwachheit kennest, so erbitte mir die Gnade, meine Seele nicht blos von jeder schweren, sondern auch von jeder geringern Sünde, besonders gegen die englische Tugend der Reinigkeit, rein zu erhalten, Gott, das höchste Gut, über Alles zu lieben, und alle Leiden dieses Lebens im Geiste der Buße standhaft zu ertragen. Insbesondere komm mir durch deine mächtige Fürbitte in diesem meinem Anliegen N. N. zu Hilfe, wenn es dem Willen Gottes gemäß und zu meinem Heile ist. Amen. Litanei von allen Heiligen. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbame dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heiliger Michael, Heiliger Gabriel, ö Heiliger Raphael, Alle heiligen Engel und Erzengel, bittet für uns! Alle heiligen Chöre der seligen Geister, bittet für uns! Heiliger Johannes der Täufer, bitt für uns! Heiliger Joseph, bitt für uns! Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet für uns! Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Jakobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, sun anl ingd Heiliger Jakobus, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Mathäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Mathias, Heiliger Barnabas, Heiliger Lukas, Heiliger Markus, Alle heilige Apostel und Evangelisten, bittet für uns! Alle heilige Jünger des Herrn, bittet für uns! Alle heilige unschuldige Kinder, bittet für uns! Heiliger Stephanus, bitt für uns! Heiliger Laurentius, bitt für uns! Heiliger Vinzentius, bitt für uns! Heiliger Johannes und Paulus, bittet für uns! Heiliger Fabianus und Sebastianus, bittet für uns! Heiliger Kosmas und Damianus, bittet für uns! Heiliger Gervasius und Protasius, bittet für uns! Alle heilige Martyrer, bittet für uns! Heiliger Silvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrosius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronimus, Heiliger Martinus, Heiliger Nikolaus, Alle heilige Bischöfe und Beichtiger, bittet für uns! Alle heilige Lehrer, bittet für uns! Heiliger Antonius, Heiliger Benediktus, Heiliger Bernardus, Heiliger Dominikus, Heiliger Franziskus, Alle heilige Priester und Leviten, bittet für uns! Alle heilige Mönche und Einsiedler, bittet für uns! Heilige Maria Magdalena, bitt für uns! 4. Igun an nig saun in] nued gun ans ung — GEESE V N ̃CDPDPDRASAD e C Heilige Agatha, Heilige Lueia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, Heilige Katharina, Heilige Anastasia, Alle heilige Jungfrauen und Witwen, bittet für uns! Alle Heilige Gottes, bittet für uns! Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, Von aller Sünde, Von deinem Zorne, Vom gähen und unversehenen Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Vom Zorn, Haß und allem bösen Willen, Von dem Geiste der Unlauterkeit, Von Blitz und Ungewitter, Von der Geißel des Erdbebens, Von Pest, Hunger und Krieg, Von dem ewigen Tode, Durch das Geheimniß deiner heiligen Menschwerdung, Durch deine Ankunft, Durch deine Geburt, Durch deine Taufe und heilige Fasten, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung, Durch deine wunderbarliche Auffahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns verschonest, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du uns verzeihest, wir bitten dich, erhöre uns! +... sun anl nne —— ausc o dun ihn Daß du uns zu wahrer Buße bringen wollest, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, wir bitten dich, erhöre uns! Mar. Gebetb. 29 4⁵⁰ Daß du den apostolischen obersten Hirten und alle Stände der Kirche in deiner heiligen Religion erhalten wollest, Daß du die Feinde der heiligen Kirche demüthigen wollest, Daß du unsern Kaiser beschützen wollest, Daß du den christlichen Königen und Fürsten Frieden und wahre Einigkeit geben wollest, Daß du dem ganzen christlichen Volke Frieden und Einig⸗ keit verleihen wollest, Daß du uns selbst in deinem heiligen Dienste stärken und erhalten wollest, Daß du unsere Gemüther zu himmlischen Begierden er— hebest, Daß du alle unsere Gutthäter mit den ewigen Gütern belohnest, Daß du unsere und unserer Brüder, Freunde und Gut⸗ thäter Seelen vor der ewigen Verdammniß bewahrest, Daß du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest, Daß du allen abgeschiedenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, Daß du uns erhören wollest, Sohn Gottes, sun daggae„01 uoing aigd O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Vater unser. Psalm 69. O Gott, merke auf meine Hilfe! Herr, eile mir zu helfen! Sun gagqas„ie uein argz den 45¹ Schamroth und zu Schanden sollen werden, die mei⸗ ner Seele nachstellen. Sie sollen zurück weichen und in Schanden stehen, die mir Uebels wollen. Sie sollen bald schamroth abtreten, die mir sagen: da, da recht auf ihn! Aber alle, die dich suchen, sollen frohlocken, und sich in dir erfreuen, und die dein Heil lieben, sollen immerdar sagen: Hochgelobt sei der Herr! Ich aber bin bedürftig und arm: O Gott! stehe mir bei! Denn du bist mein Helfer und Erlöser, o Herr! ver⸗ weile nicht zu lange. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Wie sie war im Anfange, jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten. Amen. Priester. Mache selig deine Diener, Volk. Die auf dich hoffen, mein Gott! „Sei uns, Herr, ein starker Thurm Wider unsere Feinde. „Laß den Feind nichts vermögen wider uns, Und das Kind der Bosheit schade uns nicht. Herr! handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Und vergilt uns nicht nach unsern Bosheiten, Lasset uns beten für unseren obersten Hirten N. „Der Herr erhalte ihn, mache ihn lebendig und selig auf Erden, und übergebe ihn nicht in die Hände sei⸗ ner Feinde. P. Lasset uns beten für unsern Kaiser N. N. B. Herr, erhalte unsern Kaiser, und erhöre uns an dem Tage, an dem wir dich anrufen. P. Lasset uns beten für unsere Wohlthäter. 29* xWxCRRRRRRTRRRRRRRRNNEEE 4⁵² V. O Herr! würdige dich, allen unsern Wohlthätern um deines Namens willen das ewige Leben zur Vergeltung zu geben. P. Lasset uns beten für alle abgestorbene Christ⸗ gläubigen. V. Herr! gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. P. Lasse sie ruhen im Frieden. V. Amen. P. Lasset uns auch beten für unsere abwesende Brüder. V. O mein Gott, mache deine Diener selig, die auf dich hoffen. P. O Herr! sende ihnen Hilfe von deinem Heiligthum, V. Und von Sion beschütze sie. P. Herr! erhöre mein Gebet. V. Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. O Gott! dessen Eigenschaft ist, sich allzeit zu erbar⸗ men und zu verschonen, nimm an unser flehentliches Gebet, auf daß uns und alle deine Diener, die wir mit Ketten der Sünden stark gebunden sind, die Erbarmung deiner Gütigkeit gnädig auflöse. Wir bitten dich, o Herr! nimm an unser demüthiges Gebet, und verschone derer, die ihre Sünden bekennen, auf daß wir zugleich Verzeihung und den Frieden nach deiner Güte erlangen. O Herr! erzeige uns gnädig deine unaussprechliche Barmherzigkeit, auf daß du uns zugleich von allen Sün— den auflösest, und von den Strafen, die wir für solche ver— dienen, errettest. O Gott! der du durch die Sünde beleidiget, und durch die Buße versöhnet wirst, sieh' gnädig an das Ge— 45⁵3 bet deines demüthigen Volkes, und wende ab die Geißel en deines Grimmes, welche wir für unsere Sünden verdienen. 19 Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme dich deines Die⸗ ners N., unsers obersten Hirten, deines Statthalters auf t⸗ Erden, und leite ihn nach deiner Milde auf dem Wege des ewigen Heiles, damit er durch deine Hilfe, was dir ge⸗ ge fällig ist, begehre und kräftigst vollbringe. Wir bitten dich, allmächtiger Gott! daß dein Diener, unser Kaiser N. N., welcher durch deine Gnade die Re⸗ gierung des Reiches übernommen hat, auch in allen Tu⸗ er. genden zunehme, auf daß er mit solchen wohl geziert, die uf Gräuel der Sünden vermeiden, die Feinde überwinden, und zu dir, der du der Weg, die Wahrheit und das Leben u, bist, reich an Gnade gelangen möge. O Gott! von welchem die heiligen Begierden, guten Anschläge und gerechten Werke entspringen, gib deinen Dienern einen solchen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, auf daß unsere Herzen deinen Geboten ergeben, und die gegenwärtigen Zeiten durch deinen Schutz von des Fein⸗ 13 des Furcht versichert und friedsam seien. et, O Herr! entzünde unsere Nieren und Herzen mit dem sen Feuer deines Geistes, auf daß wir mit keuschem Leibe dir EET dienen, und mit reinem Herzen gefallen mögen. O Gott! du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, 6s verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Ver⸗ ùnif zeihung aller ihrer Sünden, auf daß sie die gnädige Nach⸗ 491 lassung, welche sie allezeit gewünschet haben, durch die gottselige Fürbitte erlangen. che O Herr! wir bitten, du wollest unserem Thun und 106 Lassen mit deiner Gnade zuvorkommen, und dasselbe durch ů='k deine Hilfe fortsetzen, damit alle unsere Gebete und Werke 30 von dir jederzeit anfangen, und durch dich angefangen, 5⸗ geendiget werden. *— mv rr=e en i Allmächtiger, ewiger Gott! der du herrschest über die Lebendigen und die Todten, und dich aller erbarmest, welche du aus dem Glauben und den Werken für die Deinen erkennest; wir bitten dich demüthig, daß sie, für welche wir uns vorgenommen, unser Gebet auszugießen, die entweder noch in dieser Welt im Leben, oder davon schon abgeschie— den sind, durch die Fürbitte aller deiner Heiligen nach deiner Gütigkeit Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen mögen, durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für den Landesfürsten. O Gott! du Beschützer aller Reiche und besonders des christlichen Kaiserthums, verleihe deinem Diener unserm Kaiser N., daß er deine Macht, durch welche er sieget, er— kenne und verehre, damit, weil er durch deine Anordnung Landesfürst geworden ist, er auch durch deinen Schutz all⸗ zeit mächtig sei, durch unsern Herrn Jesum Christum deinen Sohn, der mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für die allgemeinen Anliegen der ganzen Christenheit. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Vater, sieh' an mit den Augen deiner grundlosen Barmherzigkeit unsern Jammer, Elend und Noth. Erbarme dich über alle Christgläubigen, für welche dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland, Jesus Christus, in die Hände der Sünder willig gekommen, und auch sein kostbares Blut am Stamme des heiligen Kreuzes vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, o gnädigster Vater! die 45⁵⁵ wohlverdienten Strafen, gegenwärtige und zukünftige Ge— fährlichkeiten, schädliche Empörung, Kriegsrüstung, Theu⸗ rung, Krankheiten und betrübte, armselige Zeiten. Erleuchte auch und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Obersten und Regenten, damit sie alles befördern, was zu deiner göttlichen Ehre, zu unserem Heile und zum gemeinen Frieden und Wohlfahrt der Christenheit gedeihen mag. Verleihe uns, o Gott des Friedens! rechte Vereinigung im Glauben ohne alle Spaltung und Zertrennung. Bekehre unsere Herzen zu wahrer Buße und Besserung unseres Lebens. Zünde in uns an das Feuer deiner Liebe. Gib uns einen Hunger und Eifer zu aller Gerechtigkeit, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben dir an⸗ genehm und wohlgefällig seien. Wir bitten auch, wie du willst, o Gott! daß wir bitten sollen, für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübte und elende Christen, für Lebendige und Abgestorbene. Dir sei einmal empfohlen, o Herr! all unser Thun und Lassen, unser Handel und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur deine Gnade hier genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in der ewigen Freude und Seligkeit dich loben und ehren mögen. Das verleihe uns, o Herr, himmlischer Vater! durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. *3*.J.—... Andachtsübungen zur Zeit der Krankheit und für die armen Seelen. Christliches TDestament. (Kann sehr nützlich an Sonn- und Feiertagen, nach empfangener heiligen Kommunion, nach dem Abendgebete, und soll besonders zur Zeit der Krankheit öfters andächtig gebetet werden.) Da wir alle sterbliche Menschen sind, und keinen Augenblick wissen, wann wir von dieser Welt abgerufen werden, so mache ich hiermit vor den Augen Gottes, der heiligsten Jungfrau Maria und der heiligen Engel mein Seelentestament gerade so, als wenn der heutige Tag der letzte meines irdischen Lebens wäre. Im Namen der heiligsten und untheilbaren Dreieinig⸗ keit, Gottes des 4 Vaters, und des 4 Sohnes, und des + heiligen Geistes. ö Ich übergebe meine Seele in die Hände ihres Schöpfers und Erlösers; den Leib lasse ich der Erde zurück, aus der er gebildet ist. Allen zeitlichen Gütern, Ehren und Er— götzungen entsage ich mit bereitwilligem Herzen. Nach dir allein, o mein Gott und Herr! sei mein Verlangen ge— richtet. Ich erwecke herzliche Reue über meine Sünden, und zwar allein deßwegen, weil ich dadurch dich, meinen Gott, den ich über Alles liebe, beleidiget habe. Ich ver— spreche ernstlich Besserung und Genugthuung, und vertraue dazu gänzlich auf deine Hilfe. Ich verzeihe gerne Allen 4⁵5⁷ jede Beleidigung, und bitte demüthig, daß auch mir von Allen verziehen werde. Ich glaube fest und ungezweifelt, was die katholische Kirche, diese Säule und Grundveste der Wahrheit, glaubt und lehrt. Ich hoffe, o Herr! durch die Verdienste Jesu Christi und deine unendliche Barmherzigkeit vollkommene Verzeihung meiner Sünden und das ewige Leben. Dich, meinen dreieinigen Gott, mein höchstes Gut, liebe ich aus meinem ganzen Herzen. Freud oder Leid, Gesundheit oder Krankheit nehme ich von deiner Hand mit Dankbarkeit an. Deiner göttlichen Vorsehung, deinem heiligsten Urtheile überlasse ich mich gänzlich. Ich bitte dich, mein lieber, heiliger Schutzengel, du mein himmlischer Freund! stehe mir bei in meiner letzten Stunde; und wenn ich vielleicht nicht mehr im Stande sein werde, etwas zu sprechen, oder auch nur zu denken, so sage du anstatt meiner meinem lieben Heilande, was ich gerne sagen möchte, daß ich alles glaube, was die heilige Kirche glaubt; daß ich verdamme alle meine Sün⸗ den; daß ich auf seine unendliche Barmherzigkeit hoffe; daß ich willig sterbe, weil es sein heiligster Wille ist; daß ich ihm anempfehle meine arme Seele und die Seelen aller meiner Mitbrüder; daß ich ihn über alles liebe und ver⸗ lange, ihn ewig zu lieben, zu loben und anzubeten. Um diesen meinen Willen durch Zeugniß und Bei⸗ stand zu bekräftigen, rufe ich euch an, o seligste Jungfrau Maria! o heiliger Joseph! o mein heiliger Schutzengel! und ihr alle meine himmlischen Beschützer! Nehmet die Wünsche und Vorsätze eures Verehrers auf, und bringet sie vor das Angesicht meines Gottes, meines Erlösers und zukünftigen Richters. Besonders du, o Mutter der Barm⸗ herzigkeit! verlaß mich nicht im letzten Streite. Amen. —ee..eg...e 4⁵⁸ Gebete um Abwendung eines plötzlichen Todes. (Wer diese Gebete reumüthig und andächtig verrichtet, gewinnt jedes⸗ mal einen Ablaß von 100 Tagen. Papst Pius VII. 2. März 1816.) Gebete und Antiphonen. 1J. Erhöre uns, o göttlicher Erlöser! und lasse nicht zu, daß unsere Tage früher enden, als du unsere Sünden getilget hast, und weil in der Hölle die Buße eine verlorne Mühe und keine Zeit mehr zur Besserung ist, so bitten wir dich inständig und flehen in Demuth, daß, wie du uns Zeit lassest zur Bitte, du uns auch die Nachlassung unserer Sünden verleihen wollest, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 2. Herr! wir bitten dich, nimm gnädig hinweg alle Mängel und Schwachheiten von deinen Getreuen, und ent— ferne die schnelle Tödtlich keit bösartiger Krankheiten, damit du jene, die du mit Recht auf ihren Irrwegen züchtigest, als Gebesserte durch deine Barmherzigkeit wieder zu Gna— den aufnehmest, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3. Antiph. Meine Seele! höre doch auf zu sün— digen, gedenke an den gähen Uebergang zu den ewigen Peinen; denn dort wird die Buße nicht mehr angenommen, und Thränen haben dort kein Verdienst. Jetzt, da es noch Zeit ist, bekehre dich und rufe: Mein Gott, erbarme dich meiner! ö 4. Antiph. Mitten im Leben sind wir im Tode. Bei wem sollen wir Hilfe suchen, wenn nicht bei dir, o Herr! der du zürnest wegen unserer Missethaten? Heiliger Gott, heiliger starker, heiliger barmherziger Gott, unser Erlöser! dem bittern Tode übergib uns nicht. —5* 5. V. Damit wir nicht, vom Tage des Todes schnell übereilt, erst dann Zeit zur Buße suchen, wo wir sie nicht mehr finden können. R. Merke auf, o Herr! und erbarme dich unser; denn wir haben wider dich gesündiget. 6. Wir bitten dich, o Herr! du wollest dein Volk, welches, vor deinem Zorne fliehend, seine Zuflucht zu dir nimmt, mit väterlicher Milde aufnehmen, damit jene, welche in einem gähen Tode die Geißel deiner göttlichen Gerech— tigkeit fürchten, sich deiner gütigen Verzeihung erfreuen mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 7. Wir bitten dich, allmächtiger Gott! du wollest die Versammlung deiner Gläubigen mit gnädigen Augen ansehen, und in deiner Barmherzigkeit deinem gerechten Zorne zuvorkommen; denn wolltest du unsere Missethaten ansehen, so würde kein Geschöpf vor dir bestehen können; aber durch die wunderbare Liebe, womit du uns erschaffen hast, verzeihe uns Sündern, und laß die Werke deiner Hände nicht durch einen gähen Tod zu Grunde gehen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 8. Herr! erhöre unser Gebet, und gehe nicht ins Gericht mit deinen Dienern; denn, obgleich in uns keine Gerechtigkeit gefunden wird, worauf wir uns stützen könn⸗ ten, so erkennen wir doch dich als die Quelle der Erbar⸗ mungen, durch welche wir hoffen dürfen, von unsern Sün— den gereiniget, und von allen Nöthen und dem gähen Tode befreit zu werden, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 9. O Gott! vor dessen Angesicht jedes Herz erzittert, und alle Gewissen erschrecken, lasse deine Barmherzigkeit auf uns Flehende herabfließen, damit wir, mißtrauend auf den Werth unserer Verdienste, bei einem unvorgesehenen Eeliili. 460 Tode nicht dein strenges Gericht erfahren, sondern Ver— zeihung erlangen mögen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gebet. O barmherzigster Jesus! durch deine Angst, durch deinen blutigen Schweiß und durch deinen Tod bitte ich dich, bewahre mich vor einem gähen und unvorgesehenen Tode. O mildester Jesus! durch deine grausame und schmachvolle Geißlung, durch dein Kreuz und bitteres Leiden und durch deine Güte bitte ich dich demüthigst, gestatte nicht, daß ich gähe dahinsterbe, und ohne heilige Sakra— mente von dieser Welt scheide. O mein geliebtester Jesus! mein Herr und Gott! durch alle deine Mühe und Schmer⸗ zen, durch dein kostbares Blut, durch deine heiligsten Wun— den und diese deine letzten Worte am Kreuze:„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ und:„Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!“— bitte ich dich inständigst, mich vor einem gähen Tode zu bewahren. Deine Hände, o mein Erlöser! haben ganz und gar mich so gemacht und gestaltet; lasse doch nicht zu, daß ich un— versehens vom Tode überrascht werde. Ich bitte dich de⸗ müthigst, schenke mir Zeit zur Buße; verleihe mir einen glücklichen Hingang in deiner Gnade, damit ich von gan⸗ zem Herzen dich lieben, loben und preisen könne in Ewig— keit. Amen. Fünf Vater unser und Ave Maria ꝛc. zu Ehren des Leidens Jesu Christi. Drei Ave Maria zu Ehren der schmerzhaften Mutter. Anempfehlung an Maria um Bewahrung vor Krankheit. (Für reumüthiges und andächtiges Beten dieser Anempfehlung sind 200 Tage Ablaß verheißen. Pius VII. 1804, Leo XII. 11. August 1824 und 10. Mai 1828.) Per⸗ ern urch ich nen und iden atte kra⸗ us! ler⸗ un⸗ ott, ter, ich en. nich un⸗ de⸗ nen m⸗ ig⸗ ind 24 461 Allerheiligste Jungfrau, Mutter des Mensch gewor⸗ denen Wortes, Spenderin der Gnaden und Zuflucht für uns elende Sünder! wir flehen mit festem Vertrauen zu deiner mütterlichen Liebe, und bitten dich um die Gnade, jederzeit den Willen Gottes und den deinigen zu vollziehen. Wir legen unser Herz in deine heiligsten Hände, und bit⸗ ten dich um das Heil der Seele und des Leibes. Indem wir zuversichtlich hoffen, daß du, liebvollste Mutter! uns erhören wirst, sprechen wir mit lebendigem Glauben: 3 Gegrüßt seist du ꝛe. Wir bitten dich, o Herr, daß du deine Diener auf die Fürbitte der heiligen Jungfrau Maria vor jeder Krankheit bewahren, und weil sie sich mit demüthigem Herzen vor dir neigen, vor allen Anfällen der Feinde gnädigst beschützen wollest, durch Christum, unsern Herrn. Amen. Gebet um Wiedererlangung der Gesundheit. Barmherziger Vater im Himmel! heilig und gerecht ist, was du anordnest; dein Wille geschehe auch an mir. Aber dieser Wille wird oft erst offenbar, wenn wir beten; du erlaubest uns, daß wir zu dir flehen dürfen, ja du befiehlst uns zu beten, damit du erhören könnest. Es ist vielleicht dein Wille, daß ich bald wieder ge⸗ sund werde, wenn ich nur deine Barmherzigkeit gläubig anrufe. Das will ich voll Vertrauen thun. Mein barm⸗ herziger Vater! wenn es dir wohlgefällig ist, so nimm dies Leiden von mir; du kannst es, sprich nur ein einziges Wort, so wird mein Leib und meine Seele gesund. Mit meinem Erlöser, der am Oelberg zu dir flehte, bitte auch ich:„Abba, lieber Vater! alle Dinge sind dir möglich, nimm doch diesen bittern Leidenskelch von mir. Aber nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ 462 Gütigster Vater! ich bitte dich mit dem dreimaligen Gebete Jesu am Oelberg, durch den blutigen Angstschweiß, den dein geliebter Sohn auch für mich vergoß; erlöse mich von der Gefahr des Todes, und verleihe mir die Gesund— heit des Leibes, damit ich dir noch länger diene, mein Seelenheil wirke, meine Sünden büße, und in dieser Gna⸗ denzeit noch mehr Gnade von dir erlange. O mein gütigster Heiland! du hast noch immer die Macht gefund zu machen, die du, als du auf Erden wan⸗ deltest, an so vielen Kranken, die an dich glaubten, aus⸗ geübt hast. Ich rufe in eben diesem Glauben zu dir: Jesus! du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Du darfst nur wollen, und ich stehe auf und bin gesund. Erhöre mich nach deiner unendlichen Barmherzigkeit und schenke mir meine Gesundheit wieder. Ist dies aber nicht dein heiliger Wille, so unterwerfe ich mich deiner allzeit weisen Anordnung im Geiste der Buße. Entziehe mir nur deine Gnade nicht; laß mich hier mit dir leiden, damit ich mich im Himmel ewig mit dir erfreue; laß mich mit dir sterben, auf daß ich ewig mit dir lebe. Amen. Gebet nach überstandener Krankheit. Lobe den Herrn, meine Seele, und Alles, was in mir ist, preise seinen heiligen Namen!— Ja— ich will den Herrn loben allezeit; denn er hat das Gebet seines Knech— tes nicht verschmähet. Schmerzen des Todes hatten mich umgeben; ich aber rief in meiner Noth zum Herrn, ich flehete zu meinem Gott, und er hat aus seinem Heiligthume meine Stimme erhöret. Herr, mein Gott! ich habe zu dir gerufen, und du hast mich gesund gemacht. Ja, barmherzigster Vater! daß ich von meinem Kranken— lager wieder aufgestanden bin, daß ich mein Leben gefristet sehe, und der so edlen Gesundheit wieder zu genießen an⸗ 2 2 463 fange, dies habe ich einzig deiner Vatergüte zu danken. Anbetung, Preis und Ehre sei dir dafür aus meiner gan⸗ zen Seele! Hättest du nur Gerechtigkeit an mir ausüben wollen; o wahrlich! eine noch größere Züchtigung hättest du dann über mich verhängen müssen. Was— o was hätte ich zu erwarten gehabt, wenn du mit mir in's Ge⸗ richt gegangen wärest! Aber du bist gnädig und barm⸗ herzig und von großer Güte und Treue. Du züchtigest uns zwar, aber du übergibst uns dem Tode nicht, sondern willst uns durch die Züchtigung bessern und selig machen. Du verwundest und heilest wieder; du schlägst, und deine Hände machen wieder gesund. Dies habe ich an meinem Leibe und an meiner Seele schon mehrmal erfahren. Meine leibliche Gesundheit ist wieder hergestellt, und die überstandene Krankheit hat meine Seele geheilet. Denn durch sie zogst du, mein Gott und Vater! mich von der Welt, an der ich mit unordentlicher Liebe hing, freundlich zurück, und brachtest mich näher zu dir, da ich mich von dir entfernt hatte, und meinen bösen Neigungen und Begierden gehorchte. Du schwächtest den Körper, um die Seele zu stärken. Du lehrtest mich öfter und kräftig beten, und brachtest mich zur Erkenntniß, wie eitel und zur Seligkeit unnütz alle Güter und Freuden der Welt, wie nichtig aller Reichthum und alles Ansehen vor den Menschen sind, da sie nicht einmal vor Krankheit schützen, oder die verlorne Gesundheit wiedergeben können. Kurz, du lehrtest mich der Welt absterben, um ein neues, dir geheiligtes Leben anzufangen. So danke ich dir denn, o mein Gott! aus ganzem Herzen für deine väterliche Heimsuchung, und bitte dich, du wollest sie zum Heile meiner Seele gedeihen lassen. Stärke in mir die guten Vorsätze, die ich auf meinem Krankenbette für die Zukunft gefaßt habe, damit ich, was ich dir feier⸗ lich angelobte, auch erfülle. Laß mich die Welt, ihre Güter und Freuden immer so ansehen, wie sie mir auf meinem Krankenlager erschienen sind, damit ich gegen ihre Reizun— gen mehr als zuvor auf meiner Hut, und vor ihren Ver⸗ führungen sicher sein möge. Ich bin fest entschlossen, o mein Gott!— unterstütze meinen schwachen Willen mit deiner mächtigen Gnade;— fest bin ich entschlossen, dich inniger zu lieben, dir eifriger zu dienen, meinem Berufe emsiger obzuliegen, meine Ge— sundheit höher zu schätzen und sorgfältiger zu bewahren, als bisher. Mein jetzt wieder gesunder Leib, meine Sinne, mein Geist, mein Herz und alle meine Kräfte sollen künftig nur deinem Dienste geheiliget sein. Segne diese Entschließ— ungen, o du mein gütigster Vater! auf daß ich mit jedem Tage besser und dir wohlgefälliger lebe, in deiner Gnade sterben und ewig bei dir selig werden möge, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Gebet für einen Kranken. Jesus Christus, liebreichster Freund und Erlöser der Menschen! der du es so bitter erfahren hast, was Schmerz und Elend sei, um deiner Liebe, um deiner Leiden und Todesschmerzen willen erbarme dich dieses armen Kranken, und komme ihm durch deine Gnade zu Hilfe. Verleihe ihm standhafte Geduld in seinem Leiden; stärke seinen Glauben und sein Vertrauen auf dich; erfülle sein Herz mit inniger Liebe zu dir; laß die Prüfungen, mit denen du ihn heimsuchest, seine Sünden austilgen und seine Ver— dienste mehren; und wenn es deinem heiligsten Willen ge— mäß ist, so schenke ihm wieder die vorige Gesundheit. Willst du aber, daß er sein Lager nicht mehr verlassen soll, so ertheile ihm eine standhafte Ergebung in deine väterlichen Fügungen; laß ihn ein recht erbaͤuliches Beispiel des gläu— — bigen Muthes und der frommen Gelassenheit sein, die der wahre Christ in den letzten furchtbaren Stunden seines Lebens zeigt; laß ihn Theil nehmen an den gnadenreichen Sakramenten der Sterbenden, und wenn sein Geist die Erde verläßt, so nimm ihn in deine Hände auf. Amen. Vater unser ꝛc. Ablasigebete für Kranke und Sterbende. (Wer diese Gebete andächtig verrichtet, erlangt täglich einmal einen Ablaß von 40 Tagen. Gregor XVI. 21. August 1837. Barmherzigkeit meines Gottes! befreie uns von jeder Drangsal.— Ehre sei Gott ꝛc. Ewiger Vater! bezeichne uns mit dem Blute des un— befleckten Lammes, wie du die Häuser deines Volkes be— zeichnet hast.— Ehre sei Gott ꝛe. Kostbarstes Blut Jesu, unserer Liebe, rufe zum gött⸗— lichen Vater um Barmherzigkeit für uns, und errette uns! — Ehre sei Gott ꝛc. Wunden meines Jesus, Wunden der Liebe und Barm⸗ herzigkeit, sprechet gnädig für uns zum himmlischen Vater; verberget uns in euch und errettet uns!— Ehre sei Gott ꝛc. Ewiger Vater! Jesus ist unser, und unser ist auch sein Blut und seine unendlichen Verdienste; wir opfern dir dies Alles auf. Da du ihn so sehr liebtest, und ein solches Geschenk dir das wertheste ist, so mußt du uns erretten, wir hoffen es zuversichtlich.— Ehre sei Gott ꝛc. Ewiger Vater! du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe; mache in deiner Barmherzigkeit, daß wir leben und dein sein.— Ehre sei Gott ꝛc. O rette uns, Christus, Heiland, durch die Kraft des heiligen Kreuzes! Der du den Petrus auf dem Meere gerettet hast, erbarme dich unser! Mar. Gebetb. 30 ———ͤ—————ͤ——ͤ 466 Maria, Mutter der Barmherzigkeit! bitte für uns, und wir werden befreit. Maria, unsere Fürsprecherin! bitte für uns, und wir werden gerettet. Der Herr züchtiget uns mit Recht wegen unserer Sünden; du aber, o Maria! entschuldige uns; denn du bist die mitleidigste Mutter. Maria! auf Jesus deinen Sohn und auf dich haben wir unsere Hoffnung gesetzt; lasse nicht zu, daß wir zu Schanden werden. Gegrüßt seist du Königin u. s. w. Gebet um Geduld in der Krankheit. O du Spiegel der Geduld, Jesus Christus! aus Liebe zu uns hast du unsere Schwachheiten auf dich genommen, und deine Todespeinen mit Freuden ausgestanden; laß auch mich mit deiner Gnade diese Krankheit dankbar von deiner liebreichen Hand annehmen, und mit standhafter Geduld bis an's Ende ertragen. Stärke mich, daß ich dich nicht etwa durch Ungeduld beleidige, daß ich nicht im mindesten von deinem göttlichen Willen abweiche. Ich nehme mir kräftig vor, alle meine gegenwärtigen und zukünftigen Schmerzen mit vollkommener Geduld zu leiden; unterstütze aber meine Entschließung mit deiner Gnade, damit ich treu darin verharre bis zu einem glückseligen Ende. Amen. Uebung der Ergebung in den göttlichen Willen. O göttlicher Herr und Heiland, Jesus Christus! du hast die menschliche Natur und ihre Mühseligkeiten und Leiden angenommen; du bist deinem himmlischen Vater gehorsam geworden bis zum Tod am Kreuze, und hast uns ein Bei⸗ spiel hinterlassen, das wir in deine Fußstapfen eintreten, tebe ten, lIuch ner uld uld hen ine ner mit sem ast den am ei⸗ en, 467 und dir nachfolgen sollen; ich vereinige daher meine Er⸗ gebung mit der deinigen, und überlasse mich dir ganz, daß du Alles mit mir nach deinem Wohlgefallen fügest. Dir, o mein Gott! opfere ich meinen Leib und meine Seele; handle mit mir, wie du willst; dein Wille soll auch der meine sein. Ich bin überzeugt, daß du es in allen Dingen väter⸗ lich mit mir meinst. Deine heilige Weisheit hat mir diese Krankheit zugeschickt; deswegen glaube ich fest, daß sie zu meinem Besten sei. Mit dankbarem Herzen nehme ich sie von dir an, und dir zu lieb und zum Danke für alles, was du für mich gelitten hast, will ich sie geduldig ertra⸗ gen. Gib mir nur deine Gnade, daß alle meine Leiden zu deiner Ehre und zu meinem Heile gereichen. Amen. Vater der Erbarmungen! segne dein krankes Kind; ich nehme jedes Leiden gerne aus deinen Händen an, nur verleihe mir auch Geduld; vergib mir meine Missethaten; erfülle mein Herz mit lebendigem Glauben, festem Ver⸗ trauen und treuer Liebe zu dir. Amen. Gebete um den göttlichen Beistand an unserem Lebensende. (Wer diese Gebete reumüthig und andächtig verrichtet, erlangt einen Ablaß von 100 Tagen, und wenn sie einen Monat hindurch alle Tage verrichtet werden, einmal im Monat einen vollkommenen Ablaß. Papst Pius VII. 2. Mai 1802.) Herr Jesus Christus! Gott der Güte! Vater der Barmherzigkeit! mit demüthigem Herzen, ganz zerknirscht und beschämt erscheine ich vor dir, und empfehle dir meine letzte Stunde und Alles, was mich nach derselben in der Ewigkeit erwartet. Wenn meine erstarrten Füße mich erinnern werden, daß mein Lebenslauf in dieser Welt zu Ende gehe, dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! 90* 5595.59—99——— 468 Wenn meine zitternden und schwachen Hände nicht mehr im Stande sein werden, das Kruzifix zu halten, sondern es unwillkürlich auf mein Schmerzensbett werden zurück—⸗ sinken lassen, dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn bei dem Schauer des bevorstehenden Todes meine verdunkelten und krampfhaft sich wendenden Augen nur matte und sterbende Blicke mehr auf dich werfen, dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn meine kalten und zitternden Lippen zum letzten Male deinen anbetungswürdigen Namen aussprechen wer— den, dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn meine bleichen und entstellten Wangen die An⸗ wesenden mit Wehmuth und Schauer erfüllen, und die vom kalten Todesschweiße befeuchteten Haare auf meinem Haupte sich sträuben, und mein baldiges Ende verkünden werden, dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn meine Ohren schon anfangen werden, sich der Ansprache der Menschen zu verschließen, und sich eröffnen werden, deine Stimme zu vernehmen, die das unwiderruf⸗ liche Urtheil sprechen wird, womit mein künftiges Schicksal für die ganze Ewigkeit wird entschieden werden, dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn meine Einbildungskraft von schauerlichen und entsetzlichen Bildern geängstiget, in tödtliche Betrübniß ver— senkt sein wird, und mein Geist, in Vergegenwärtigung aller meiner Bosheiten, von den Schrecken deines Gerichtes in Furcht versetzt, angstvoll mit dem Engel der Finsterniß ringet, der sich bemühen wird, mir den trostreichen Hin— blick auf deine Erbarmungen zu entziehen, um mich in die Arme der Verzweiflung zu stürzen, dann, barmherziger Jesus erbarme dich meiner! 469 Wenn mein schwaches Herz, entkräftet von den Schmer⸗ zen der Krankheit, vom Todesschauer wird überfallen wer⸗ den, und von Kraftlosigkeit wegen des mühsamen Kampfes, den es gegen die Feinde meines Heils wird bestehen müssen, verschmachten wird, dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn meine letzte Thräne, das Zeichen meiner nahen Auflösung, fließen wird, nimm sie auf als eine Sühnungs⸗ gabe, damit ich als ein Opfer der Buße entschlafe, und in diesem fürchterlichen Augenblick, barmherziger Jesus, er⸗ barme dich meiner! Wenn meine Verwandten und Freunde mich umrin⸗ gen, und wehmuthsvoll über meine mitleidenswerthe Lage dich um Hilfe und Gnade für mich anrufen werden, dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn ich den Gebraͤuch meiner Sinne werde verloren haben, wenn mir die ganze Welt wird entschwunden sein, und ich schwer aufathmen werde in der Angst des letzten Kampfes und in den Schrecken des Todes, dann, barm⸗ herziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn die letzten Herzens⸗Seufzer meine Seele nöthi⸗ gen werden, vom Leibe zu scheiden, nimm sie auf als Aus⸗ druck heiligen Verlangens nach baldiger Vereinigung mit dir, und dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn meine Seele mir schon auf den Lippen schwe⸗ ben, und dann für immer von dieser Welt scheiden, und meinen Leib bleich, kalt und leblos zurücklassen wird, nimm die Zerstörung meines Leibes als ein Opfer an, welches ich deiner göttlichen Majestät darzubringen komme, und dann, barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Wenn endlich meine Seele vor dir erscheinen, und das erste Mal den unsterblichen Glanz deiner Majestät erblicken wird, verwirf sie nicht von deinem Angesichte, sondern wür⸗ 470 dige dich, mich in die liebevollen Arme deiner Erbarmungen aufzunehmen, damit ich dein Lob ewiglich singen möge. Barmherziger Jesus, erbarme dich meiner! Amen. Gebet. O Gott! der du unsern Tod verordnet, aber den Augenblick und die Stunde desselben uns verborgen hast, gib, daß ich alle Tage meines Lebens in der Gerechtigkeit und Heiligkeit wandle, und in deiner heiligen Liebe von dieser Welt zu scheiden würdig befunden werde, durch die Verdienste unsers Herrn Jesu Christi, welcher mit dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Vier Bitten zu Jesus um ein glückseliges Ende. 1. O süßester Herr Jesus Christus! um der Ehrwürdig— ö keit deines heiligsten Leibes willen, den du aus der reinsten Jungfrau Maria angenommen, verleihe mir armseligen Sünder, daß bei meinem Tode dein kostbarer Leib die letzte Erquickung meiner Seele sei. Amen. Vater unser. Ave Maria ꝛc. 2. ö O liebreichster Herr Jesus Christus! um deines heilig⸗ sten Namens willen verleihe mir armseligen Sünder, daß dieser dein heiligster Name, Jesus, mein letztes Wort im Leben sei. Amen. Vater unser. Ave Maria ꝛc. 3. O allergütigster Herr Jesus Christus! um deines bittersten Leidens willen verleihe mir armseligen Sünder, daß dein heiligstes Leiden mein letzter Gedanke sei. Amen. Vater unser. Ave Maria. —.— 4. O Herr Jesus Christus! durch die Bitterkeit deines Todes, den du für mich am Kreuze erduldet hast, vorzüg⸗ lich, als deine heiligste Seele von deinem Leibe geschieden ist, erbarme dich meiner Seele, wenn sie vom Leibe scheiden wird. Amen. Vater unser. Ave Maria. Andacht des heiligen Rosenkranzes für die armen Seelen im Fegfeuer. Nach dem ersten Vater unser. O gütigster Jesus! wir bitten dich durch deine heilige Angst und den blutigen Schweiß, welchen du für uns arme Sünder am Oelberge vergossen hast, du wollest den armen Seelen im Fegfeuer, vorzüglich unserer lieben Eltern, Geschwister, Verwandten und Gutthäter, ihre Thränen abwischen, und die ewige Ruhe verleihen. Nach dem zweiten Vater unser. O gütigster Jesus! wir bitten dich durch deine schmerz⸗ hafte Geißlung, welche du für uns arme Sünder erlitten hast, erlöse die armen Seelen, besonders unserer lieben Eltern, Geschwister, Verwandten und Gutthäter, aus der Pein des Fegfeuers, und führe sie zur ewigen Er⸗ quickung. Nach dem dritten Vater unser. O gütigster Jesus! wir bitten dich durch deine schmerz⸗ liche Krönung, welche du für uns arme Sünder ausge⸗ standen hast, errette die armen Seelen, insonderheit unserer lieben Eltern, Geschwister, Verwandten und Gutthäter, aus den Flammen des Fegfeuers, und gib ihnen die Krone der ewigen Glorie. 47² Nach dem vierten Vater unser. O gütigster Jesus! wir bitten dich durch deine kläg⸗ liche Kreuzziehung, welche du für uns arme Sünder duldig übertragen hast unserer lieben Eltern, thäter, aus dem Fegfe Anschauung gelangen. ge⸗ „ziehe die armen Seelen, besonders Geschwister, Verwandten und Gut⸗ uer, und laß sie zu deiner ewigen Nach dem fünften Vater unser. O gütigster Jesus! wir bitten dich durch deine erbärm⸗ liche Kreuzigung, welche du für uns arme Sünder erduldet hast, erledige die armen Seelen, besonders unserer lieben Eltern, Geschwister, Verwandten und Gutthäter, von aller Marter und Pein, und erhöhe sie in die ewige Glückseligkeit. Nach dem sechsten Vater unser. O gütigster Jesus! wir bitten dich durch deine heiligen fünf Wunden und alle Blutstropfen, welche du in deinem bittern Leiden und Sterben für uns vergossen hast; erquicke die armen Seelen, besonders unserer lieben Eltern, Ge— schwister, Verwandten und Gutthäter; erlöse sie von ihren Peinen, und laß sie die Früchte deines Leidens genießen in der ewigen Seligkeit. Litanei für die armen Seelen. Herr, erbarme dich unser! Christe, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme dich der armen Seelen im Fegfeuer! 473 im Fegfeuer! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich der armen Seelen Gott heiliger Geist, erbarme dich der armen Seelen im Fegfeuer! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich der armen Seelen im Fegfeuer! Heilige Maria, Heilige Mutter Gottes, Du Mutter unsers Herrn Jesu Christi, Du Mutter des Welterlͤsers, Du Mutter der Barmherzigkeit, Du Trost aller Betübten, Du Hilfe der Christgläubigen, Du Erretterin der Nothleidenden, Du Erlöserin der Gefangenen, Du Stab der Büßenden, Du Stütze der Elenden, Du Stärke der Schwachen, Du Labsal der Kranken, Du Linderung der Leidenden, Du Patronin der Sterbenden, Du Schutzfrau der Verstorbenen, Du mächtigste Fürsprecherin, Sei ihnen gnädig, verschone sie, o Herr! Sei ihnen gnädig, Von den Peinen des Fegfeuers, Von den noch nicht erlassenen Strafen ihrer Sünden, Von der schmerzlichen Beraubung des Himmels, Durch deine gnadenreiche Geburt, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und Begräbniß, Durch deine heilige Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Trösters, Durch die Verdienste und Fürbitte Mariens, Durch die Verdienste und Fürbitte aller Heiligen, Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Se e e Teh an ind Daß du die leidenden Seelen im Fegfeuer vberschonen wollest, wir bitten dich, erhöre uns! 47⁴ Daß du ihnen gänzlich verzeihen wollest, Daß du unsere Aeltern, Geschwister, Freunde und Gut; thäter von der zeitlichen Strafe befreien wollest, Daß du dich insbesondere jener Seelen annehmen wollest, deren sonst Niemand gedenket, Daß du dich aller abgeschiedenen Christgläubigen erbarmen wollest, Daß du sie mit himmlischem Troste erquicken wollest, Daß du ihre Trübsale und Schmerzen lindern wollest, Daß du ihr Flehen erhören und ihre Buße vollenden wollest, Daß du sie zur Anschauung deines göttlichen Angesichtes zulassen wollest, Daß du allen Verstorbenen die ewige Ruhe verleihen wollest, ö O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone sie, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erlöse sie, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich ihrer, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Vater unser. Ave Maria. V. Herr gib ihnen die ewige Ruhe; RI. Und das ewige Licht leuchte ihnen. V. Lasse sie ruhen im Frieden. RI. Amen. Ssun dagqae ie uemq g Gebet. O Gott, du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen aller Abgestorbenen vollkommene Ver— zeihung und Nachlassung der verdienten Sündenstrafen, damit sie von den Peinen des Fegfeuers befreit, dich als ihr letztes Ziel und Ende anschauen, lieben und loben mögen in alle Ewigkeit. Amen. 47⁵ Dankbares Andenken an verstorbene Eltern, Ver⸗ wandte, Wohlthäter und Freunde. O ihr lieben, werthen Seelen meiner Eltern, Ver⸗ wandten, Wohlthäter und Freunde! empfanget noch über dem Grabe meinen innigsten Dank für Alles, was ihr für mich gethan, und was ihr mir an geistlichem oder zeitlichem Gute hinterlassen habet. Der allgütige Gott vergelte jen⸗ seits euere Liebe und Treue ewiglich, und belohne eure Mühe und Sorgfalt tausendfach. Er gebe euch die ewige, himmlische Ruhe, er lasse euch leuchten das ewige Licht seiner Herrlichkeit, und im süßen himmlischen Frieden ruhen. Ihr sollt eure Wohlthaten an keinem Undankbaren ver⸗ schwendet haben. Ich will mich befleißen, durch gute Anwendung derselben, durch Befolgung eurer schönen Lehren und Beispiele und überhaupt durch ein gottesfürchtiges Leben euch Freude zu machen; meine Fehler, die euch so oft betrübt haben, ja auch dasjenige, was ihr aus zu großer Liebe gegen mich oder aus menschlicher Schwachheit gefehlet oder versäumet haben möget, will ich, so gut ich kann, zu ersetzen und zu verbessern suchen, und alles thun, so viel es in meinen Kräften ist, was euch zum Troste und Frieden gereichen kann. Ihr habt euere Liebe zu mir auch in jene Wohnungen hinüber genommen. Ihr bittet noch für mich. Ich will Eurer in meinem Gebete, und wenn ich sonst für euch ein gutes Werk thun kann, in meinem ganzen Leben nie vergessen. Der liebe Gott wolle uns einst zum frohen Wiedersehen und zur ewigen glück⸗ seligen Gesellschaft zusammen führen. Amen. O Herr! gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. O Herr! lasse sie ruhen im Frieden. Amen. 476 Bitten für unsere im Herrn entschlafenen An⸗ verwandten. „Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke für die Verstorbenen zu beten, damit ihnen ihre Sünden ganz verziehen werden.“ Dieses sagt uns dein heiliges Wort, o Gott der Gnade und Barmherzigkeit! Im festen Ver— trauen auf dieses Wort richte ich mein demüthiges Gebet für meine verstorbenen Lieben an dein huldvolles Vater— herz; denn es ist dir ja wohlgefällig, wenn wir uns gegen⸗ seitig deiner Liebe empfehlen. Sieh', o mein Gott! ich rufe zu dir für meine theueren, redlichen Eltern, denen ich Leben, Erziehung und so viele Wohlthaten verdanke, die mich so herzlich liebten, und so innigen Antheil an meinem Wohl und Wehe ge— nommen haben. Du hast sie mir entzogen, und so kann ich ihnen meine dankbare Liebe nicht anders vergelten, als daß ich dich bitte, o Herr! vergilt ihnen mit deiner Gnade, mit deinem Erbarmen in der Ewigkeit alles Gute, was ich von ihnen empfangen habe, und unterstütze mich durch deine Gnade, daß ich sie durch einen rechtschaffenen, gottes— fürchtigen Lebenswandel im Grabe noch ehre, und einst mit ihnen in deiner Himmelsseligkeit vereinigt, deine Er— barmungen ewig anbeten und preisen möge. Amen. Ich rufe auch zu dir, o Vater der Erbarmungen! für die Seelen meiner Anverwandten, Freunde und Wohlthäter. Sie sind heimgegangen in's Land der Vergeltung; ach, ich habe ihre Liebe nicht vergelten können. Mit stiller Weh— muth erinnert sich mein Herz an diese so innig geliebten Personen. Mache sie selig, o du Erbarmer der Menschen! Laß sie ruhen in deinem Frieden; sende ihnen deinen Engel, der sie tröste, wenn sie noch einer fernern Reinigung bedürfen. SCxJJI„. C....·..eKA„e466——— — 22* &S—— 27 S R H 477 Ich bitte dich auch für alle diejenigen, die ich in ihrem Leben kannte. Vielleicht sind einige unter ihnen, die mich etwa wie immer beleidiget haben; herzlich verzeihe ich ihnen, wie ich hoffe, daß auch du mir verzeihen werdest. Viel⸗ leicht sind auch einige unter ihnen, die ich beleidiget, denen ich Aergerniß gegeben habe; segne sie für das, was sie von mir erlitten, und laß mein herzliches, mein aufrichtiges Gebet für sie einige Vergütung sein. Segne alle meine Brüder, deren Gebeine im Grabe ruhen. Sei du ihr Trost, ihr Helfer und ihre Seligkeit. Um Jesus willen mache sie Alle recht selig, Alle, für die ich bitte. Sie hatten Schwachheiten an sich; aber sie liebten dich, sie bereueten ihre Verirrungen; sie schieden in deiner Liebe aus diesem Leben. Sie mußten auf Erden manche Trübsal dulden; o vergilt ihnen nun mit dem ewigen Frieden. Vereinige Alle rings um dich, und empfange von ihnen die unaussprechlichen Gefühle des Dankes und der Liebe. Das kostbare Blut unsers göttlichen Erlösers, die Verdienste seines Leidens und Todes sollen euch reinigen, ihr theuren, geliebten Seelen! Gottes Huld, der Friede und die Liebe des himmlischen Vaters sei über euch! Eure Gebeine ruhen im Schoße der Erde; ein gleiches Schicksal wird auch mich früher oder später treffen. Der All⸗ mächtige erbarme sich über euch und über mich; er rufe euch zu sich, und heiße auch mich einst in's selige Vater⸗ land kommen, wo wir die Wonne des Wiedersehens empfin⸗ den, und ewig in dir, o Heiland! und mit dir und durch dich selig sein werden. Amen. 478 Das Vater unser für die leidenden Seelen im Fegfeuer. (Von der heiligen Mechtilde.) 1. Vater unser, der du bist im Himmel! Ich bitte dich demüthig, gütigster Vater! vergib den leidenden Seelen, die deiner seligen Anschauung jenseits noch beraubt sind, vergib ihnen, daß sie dich, ihren heiligen liebenswürdigsten Vater, der du sie durch deine Güte zu deinen Kindern angenommen, nicht immer, wie sie sollten, geliebet, sondern sich manches Undankes und Ungehorsames gegen dich schuldig gemacht haben. Zur Genugthuung für ihre Sünden opfere ich dir jene Liebe und Verehrung auf, welche dein theuerer Sohn auf Erden dir allzeit erwiesen, und durch die er für alle unsere Nachlässigkeiten so reichlich genug gethan hat. Amen. Vater unser ꝛe. 2. Geheiliget werde dein Name. Vergib, o ewiger, barmherziger Vater! allen Ver⸗ storbenen, die noch gereiniget werden von ihren Mängeln und Fehlern, wie das Gold im Glutofen, vergib ihnen, daß sie deinen Namen nicht immer würdig geehrt, nicht stets in heiliger Furcht vor dir gewandelt und sich durch öftere Verirrungen des christlichen Namens unwürdig gemacht haben. Zur Genugthuung für diese Sünden opfere ich dir die vollkommene Heiligkeit deines Sohnes auf, mit der er deinen über Alles gepriesenen Namen durch Lehre und Beispiel so sehr erhöhet, und in allen seinen Hand— lungen verherrlichet hat. Amen. Vater unser ꝛe. + E&WNIM 479 3. Zukomme uns dein Reich. Vergib, o Gott des Friedens! allen Verstorbenen, die noch nicht eingegangen sind, in die seligen Wohnungen des Friedens, vergib ihnen, daß sie sich nach dir und nach deinem Reiche, worin allein wahre Ruhe und ewige Freude ist, nicht immer mit solcher Inbrunst sehnten, noch mit so sorgfältigem Eifer darnach strebten, als es ihre Pflicht gewesen. Für alle ihre Trägheit im Guten opfere ich dir die reinen Wünsche deines Eingebornen auf, mit denen er so liebvoll die Herzen der Menschen zu gewinnen suchte, damit sie seine Miterben werden möchten. Amen. Vater unser ꝛe. 4. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Vergib, o gütigster Jesus! allen Verstorbenen, die noch fern von dir sich nach deiner väterlichen Nähe sehnen, vergib ihnen, daß sie nicht allzeit deinen heiligen Willen „dem ihrigen vorgesetzt, demselben nicht immer gehorcht, sondern sich öfters von ihren Begierden haben hinreißen lassen. Zur Ersetzung ihres Ungehorsams opfere ich dir die kindliche Ergebenheit Jesu und seinen tiefen Gehorsam auf, den er dir in den härtesten Prüfungen erwiesen, und durch den er dir gehorsam war bis zum Tode am Kreuze. Amen. Vater unser ꝛe. 5. Gib uns heute unser tägliches Brod. Vergib, o liebreichster Vater! allen Verstorbenen, die noch nach der himmlischen Mahlzeit schmachten, und fern von dir nach dir hungern, vergib ihnen, daß sie das gnaden⸗ reiche Geheimniß des Altars nicht allzeit mit jenem Glauben, mit jener Andacht und Liebe empfangen haben, mit der sie es hätten genießen sollen, und dadurch ihren 48⁰ göttlichen Erlöser manchmal in ein unwürdiges Herz auf— genommen haben. Für diese Vergehungen opfere ich dir jene innige Liebe und jenes unaussprechliche Wohlwollen auf, mit dem er dieses allerheiligste Sakrament zu unserm Troste und zu unserer Heiligung eingesetzet hat. Amen. Vater unser ꝛe. 6. Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir ver⸗ geben unsern Schuldigern. Ich bitte dich demüthigst, o unendlich langmüthiger Vater! vergib allen Verstorbenen ihre Missethaten, die sie je in ihrem Leben begangen, und für die sie nicht hin— reichend genug gethan haben; vergib ihnen alle zornmüthi— gen Empfindungen, die sie je gegen ihre Mitmenschen im Herzeu getragen haben. Ich opfere dir dafür auf das großmüthige göttliche Gebet, welches dein allerliebster Sohn am Kreuze für seine Feinde an dein liebendes Vaterherz gerichtet hat. Amen. Vater unser ꝛe. 7. Und führe uns nicht in Versuchung. Ich bitte dich, o gnädigster Vater! der du keinen über seine Kräfte versucht werden lassest, vergib unsern ver⸗ storbenen Mitchristen, daß sie den Versuchungen und bösen Neigungen nicht immer widerstanden, sondern sich öfters durch die Reize der betrüglichen falschen Freuden, durch Augenlust, Fleischeslust und Hoffart des Lebens haben hinreißen lassen, und dadurch ihre Tugend verloren oder befleckt haben. Für alle diese Sünden opfere ich dir den glorreichen Sieg unsers göttlichen Erlösers auf, mit dem er die Welt und den bösen Feind überwunden hat; ich opfere dir dafür seinen ganzen heiligen Lebenswandel, seine Liebe zur Armuth, Reinheit, Demuth, alle seine Mühe und Arbeit, sein ganzes bitteres Leiden und Sterben auf. Amen. Vater unser ꝛc. NVVV.&&Æ⁰hn& V V¶ S. Sondern erlöse uns von dem Uebel. O Gott, voll der Liebe und Barmherzigkeit! der du nicht den Tod des Sünders willst, sondern daß er sich bekehre und lebe, erlöse alle Mitglieder der leidenden und streitenden Kirche von allem Uebel und aller Strafe durch die Verdienste deines Eingebornen, und führe uns zu dem Reiche deiner ewigen Herrlichkeit, in deine seligen Wohnungen. Amen. Ich glaube an Gott Vater ꝛe. Gebet zu Maria für die armen Seelen. Du Mutter aller Gnaden, heilige Jungfrau Maria! betrachte die hilflosen Armen, die in dem Fegfeuer leiden, und erbarme dich über ihren traurigen Zustand durch deine mütterliche Güte. Kann wohl auch eine Mutter ihres Kindes vergessen, daß sie nicht sollte Mitleiden haben mit dem Lieb⸗ ling ihres Herzens? Nein, o Maria! du erbarmest dich ihrer; denn sie sind durch deinen Eingebornen auch deine Kinder. Durch Jesum bist du die Mutter der Gläubigen geworden. Mit diesen Leidenden und in ihrem Namen rufe ich zu dir: Erinnere dich an deine Kinder, o heiligste Mutter! die im Elend schmachten; sende ihnen Trost durch deine Alles vermögende Fürbitte; rede für sie bei deinem Sohne, ihrem Wohlthäter, ihrem großmüthigem Erlöser; erwirb ihnen Gnade und Erlösung dadurch, daß du ihn erinnerst, wie mütterlicht du ihn auf Erden geliebt, wie sorgfältig du ihn in seiner Kindheit gepfleget hast; erinnere ihn besonders an die namenlosen Schmerzen, die du, unter seinem Kreuze stehend, gelitten hast. Er wird dir gewiß uichts versagen; um was, du ihn für diese deine in Fegfeuer leidenden Kinder bittest; erzwird sich ihrer erbarmen, sie erlösen, und sie werden ihn und dich ewig lieben und preisen. Amen. Mar. Gebetb. 31 4 x 77 . N * 48 Gebet zum heiligen Josef für die armen Seelen. Heiliger Joseph! du getreuer Haushalter Gottes und Nährvater Jesu Christi, du würdiger Bräutigam Mariä, der reinsten Jungfrau, du liebreicher Helfer und Vater aller Nothleidenden! voll Vertrauen wende ich mich zu dir, und bitte dich um Hilfe für die armen Seelen, welche in den schmerzlichen Flammen des Fegfeuers mit so großer Be⸗ gierde nach der Anschauung Gottes und dem Genusse der ewigen Glückseligkeit sich sehnen. Ach erbarme dich dieser armen Seelen, welche in der äußersten Verlassenheit deiner Hilfe so bedürftig sind; höre ihre kläglichen Seufzer barm— herzig an, und erhöre ihr rührendes Bitten. Wie du einst Jesu und Maria in allen Nöthen beigestanden bist, so errette jetzt auch diese Seelen, welche um den unendlichen Preis des Blutes Jesu Christi sind erkauft worden, und die Maria als eine mitleidige Mutter so zärtlich liebet; erlange ihnen Barmherzigkeit und kürze ihre Peinen ab, damit sie in der ewigen Glückseligkeit mit dir und allen Heiligen Gott ohne Unterlaß durch die ganze Ewigkeit oben und preisen mögen. Amen. Gebete auf jeden Tag der Woche für die Seelen im Fegfeuer. „Wer an jedem Wochentage eines der nachfolgenden Gebete nebst einem Vater unser und Ave Maria und den Psalm: Aus der Tiefe ꝛc. andächtig betet, kann einmal im Tage einen Ablaß von 100 Tagen gewinnen.“ Leo XII. 18. November 1826. Am Sonntag. Herr, allmächtiger Gott! ich bitte dich durch das kost— bare Blut, welches dein göttlicher Sohn im Oelgarten vergossen hat, erlöse die leidenden Seelen des Fegfeuers, S.....—‚——— ———————— ——...———.— 48³ insonderheit aber die verlassenste von Allen, und führe sie in deine Herrlichkeit ein, damit sie dich dort loben und preisen könne in Ewigkeit. Amen. Vater unser, Ave Maria, und: Aus der Tiefe ꝛc. Am Montag. Herr, allmächtiger Gott! ich bitte dich durch das kost⸗ bare Blut, welches dein göttlicher Sohn Jesus in seiner schmerzlichen Geißlung vergossen hat; erlöse die leidenden Seelen des Fegfeuers, insonderheit aber jene, welche die nächste zum Eingange in die ewige Herrlichkeit ist, damit sie sogleich beginnen könne, dein Lob anzustimmen, und dich zu preisen in Ewigkeit. Amen. Vater unser, Ave Maria, und: Aus der Tiefe ꝛc. Am Dienstag. Herr, allmächtiger Gott! ich bitte dich durch das kost— bare Blut, welches dein göttlicher Sohn Jesus bei seiner grausamen Krönung mit Dörnern vergossen hat; erlöse die leidenden Seelen des Fegfeuers, insonderheit aber jene, welche am längsten in dieser großen Pein hätte bleiben müssen, damit sie nicht länger säumen müsse, dich in deiner Herrlichkeit zu loben und ewig zu benedeien. Amen. Vater unser, Ave Maria, und: Aus der Tiefe ꝛc. Am Mittwoch. Herr, allmächtiger Gott! ich bitte dich durch das kost⸗ bare Blut, welches dein göttlicher Sohn Jesus bei seiner Kreuztragung in den Gassen Jerusalems vergossen hat; erlöse die leidenden Seelen des Fegfeuers, insonderheit aber jene, welche vor dir die reichste an Verdiensten ist, damit sie auf der hohen Stufe der Herrlichkeit, die sie erwartet, dich ewig loben und preisen möge. Amen. Vater unser, Ave Maria, und Aus der Tiefe ꝛc. 31* 48⁴ Am Donnerstag. Herr, allmächtiger Gott! ich bitte dich durch den kost⸗ baren Leib und das kostbare Blut deines göttlichen Soh⸗ nes Jesus, womit er am Vorabende seines Leidens sich selbst seinen geliebten Aposteln zur Speise und zum Tranke darbot, und dies als ein reines, ewiges Opfer und als eine lebendigmachende Nahrung der Gläubigen der ganzen Kirche hinterlassen hat; erlöse die leidenden Seelen des Fegfeuers, insonderheit aber jene, welche die größte Andacht zu diesem Geheimniß der Liebe trug, damit sie dich mit deinem göttlichen Sohne und dem heiligen Geiste in deiner Herrlichkeit ewig dafür loben und preisen möge. Amen. Vater unser, Ave Maria, und: Aus der Tiefe ꝛe. Am Freitag. Herr, allmächtiger Gott! ich bitte dich durch das kost⸗ bare Blut, welches dein göttlicher Sohn Jesus an diesem Tage am Stamme des Kreuzes aus den Wunden seiner heiligsten Hände und Füße vergossen hat; erlöse die leiden⸗ den Seelen des Fegfeuers, insonderheit aber jene, für welche ich am meisten verpflichtet bin, zu beten, damit sie nicht aus meiner Schuld aufgehalten sei, bald von dir in den Himmel aufgenommen zu werden, um dich in deiner Herr⸗ lichkeit ewig zu loben und zu preisen. Amen. Vater unser, Ave Maria, und: Aus der Tiefe ꝛe. Am Samstag. Herr, allmächtiger Gott! ich bitte dich durch das kost— bare Blut, welches aus der Seite deines göttlichen Sohnes Jesus in Gegenwart und zum größten Schmerzen seiner heiligsten Mutter geflossen; erlöse die leidenden Seelen aus dem Fegfeuer, insonderheit aber jene, welche unter allen die meiste Liebe und Andacht zur schmerzhaftesten Mutter gehabt hat, damit sie bald zur Herrlichkeit gelange, —‚——99———J————————————— 48⁵ um dich in ihr und sie in dir zu loben und zu preisen in alle Ewigkeit. Amen. ö Vater unser, Ave Maria, und: Aus der Tiefe ꝛc. Psalm 129. Aus der Tiefe habe ich zu dir gerufen, o Herr! Herr! erhöre meine Stimme. Laß deine Ohren Acht haben auf die Stimme meines Flehens. Wenn du, o Herr! an die Missethaten gedenken willst, Herr! wer wird vor dir bestehen? Aber bei dir ist Versöhnung, und deines Gesetzes wegen harre ich auf dich, o Herr! Meine Seele verläßt sich auf sein Wort; meine Seele hoffet auf den Herrn. Von der Morgenwache bis in die Nacht hoffe Israel auf den Herrn; Denn bei dem Herrn ist Barmherzigkeit, und bei ihm ist überreiche Erlösung, Und er selbst wird Israel erlösen von allen seinen Sünden. „Herr! gib ihnen die ewige Ruhe, „Und das ewige Licht leuchte ihnen. Lasse sie ruhen im Frieden. Amen. (Man kann mit folgendem Gebete schließen.) Herr! erhöre mein Gebet. „Und laß mein Rufen zu dir kommen. S Gebet. O Gott, du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen! verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen Ver⸗ 48 zeihung aller ihrer Sünden, damit sie die gnädige Nach⸗ lassung, welche sie allzeit gewünschet haben, durch die gottselige Fürbitte erlangen, der du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. . Amen. „Herr! gib ihnen die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihnen. „Lasse sie ruhen im Frieden. Amen. S Verzeichniß von Ablässen, die man leicht gewinnen kann, und gerne gewinnen soll. Unvollkommene Ablässe, die man mehrere Male des Tages gewinnen soll. *) Ablaß von 25 Tagen, so oft man die heiligsten Na⸗ men Jesu und Mariä andächtig anruft. Ablaß von 50 Tagen, so oft man reumüthig betet: Süßester Jesus! sei mir nicht Richter, sondern Erlöser. Ablaß von 100 Tagen. 1) So oft man einen Andern mit: Gelobt sei Je⸗- sus Christus! grüßt, oder auf diesen Gruß mit: In Ewigkeitl antwortet. *) Wer die mit 1 bezeichneten Gebete einen ganzen Monat hindurch alle Tage wenigstens einmal verrichtet, kann an einem beliebigen Tage des Monats einen vollkommenen Ablaß gewinnen, wenn er an denselben die heiligen Sakramente empfängt, und nach Meinung der Kirche betet. 487 2) So oft man folgendes Schußgebetlein mit Reue und Andacht betet: Mein Jesus! Barmherzigkeitl 3) So oft man das Aufopferungsgebet verrichtet: Ewi⸗ ger Vater! ich opfere dir auf das kostbare Blut Jesu Christi zur Tilgung meiner Sünden und für die Anliegen der heiligen Kirche. 4) + So oft man, um der heiligen Dreifaltigkeit für die durch die Verdienste des kostbaren Blutes Jesu erhaltenen Wohlthaten zu danken, ein Vater unser, Ave Maria und Ehre sei ꝛc. betet nebst folgendem Aufopferungsgebet. Aufopferung. Ewiger Vater! wir opfern dir auf das allerkostbarste Blut Jesu Christi, welches er aus so großer Liebe zu uns und mit so großen Schmerzen aus der Wunde seiner rechten Hand vergoß, und durch das Verdienst und die Kraft dieses Blutes bitten wir deine göttliche Majestät, du wollest uns deinen heiligen Segen ertheilen, damit wir mit dessen Hilfe gegen unsere Feinde geschützt und von allen Uebeln befreit werden, indem wir sprechen: Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des— Sohnes und des heiligen 1 Geistes komme auf uns herab, und verbleibe bei uns allzeit. Amen. 5) So oft man eines von den drei Schußgebeten spricht: Jesus, Maria und Joseph! euch schenke ich mein Herz und meine Seele.— Jesus, Maria und Josephl stehet mir bei in meinem letzten Streite. — Jesus, Maria und Joseph!l laßt meine Seele im Frieden mit euch verscheiden. 6) So oft man das Flammengebet spricht: Gebene⸗ deit sei die heiligste und unbefleckte Empfäng⸗ niß der allerseligsten Jungfrau Maria! 488 7) 1 So oft man, um eines gluckseligen Todes zu sterben, die drei folgenden Aufopferungen zur allerheiligsten Dreieinigkeit sammt drei Vater unser, drei Ave Maria, drei Ehre sei ꝛe. andächtig betet. Hingabe an den dreieinigen Gott, um die Gnade eines glückseligen Todes zu erlangen. Wir opfern dir auf, heiligste Dreieinigkeit! die Ver⸗ dienste Jesu Christi zur Danksagung für das kostbare Blut, welches Jesus für uns im Oelgarten vergossen hat, und bitten durch diese seine Verdienste deine göttliche Majestät um Verzeihung unserer Sünden. Vater unser, Ave Maria und Ehre sei ꝛc. Wir opfern dir auf, heiligste Dreieinigkeit! die Ver⸗ dienste Jesu Christi zur Danksagung für seinen kostbarsten Tod, den er für- uns am Kreuze erlitten hat, und flehen durch diese seine Verdienste zu deiner göttlichen Majestät um Nachlassung unserer schuldigen Sündenstrafen. Vater unser, Ave Maria und Ehre sei ꝛc. Wir opfern dir auf, heiligste Dreieinigkeit! die Ver⸗ dienste Jesu Christi zur Danksagung für seine unaus⸗ sprechliche Liebe, die ihn vom Himmel auf die Erde herab— zog, um Mensch zu werden, für uns zu leiden und am Kreuze zu sterben, und bitten durch seine Verdienste in⸗ ständigst deine göttliche Majestät, daß du unsere Seelen nach diesem Leben zur himmlischen Glorie führen mögest. Vater unser, Ave Maria und Ehre sei ꝛc. 8) + So oft man folgendes Gebet um den Frieden mit Liebesreue verrichtet: ö 489 Gebet. Schenke Frieden, o Herr! in unsern Tagen; denn es ist kein Anderer, der für uns kämpfet, als du, unser Gott. V. Es werde Friede in deiner Kraft, R. Und Ueberfluß in deinen Thürmen. O Gott! von dem die heiligen Begierden, guten An⸗ schläge und gerechten Werke entspringen, gib deinen Dienern jenen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, auf daß unsere Herzen deinen Geboten ergeben, und die Zeiten nach verscheuchter Furcht vor den Feinden durch deinen Schutz ruhig seien. Durch Christum unsern Herrn. Amen. 9) So oft man zur Zeit der Wandlung in der heiligen Messe, oder beim Glockenschalle zum heiligen Segen, oder beim Stundengeläute in den Kirchen, wo das allerheiligste Sakra— ment ausgesetzt ist, zur Ehre desselben das Schußgebetlein spricht: Gelobt und gebenedeit sei ohne End' das heiligste und göttlichste Sakrament. 10) So oft man, wenn das allerheiligste Sakrament zu einem Kranken getragen wird, und man verhindert ist, es zu begleiten, ein Vater unser und Ave Maria nach Ab⸗ sicht des Papstes betet. 11) So oft man den Hymnus: Stabat Mater betet. (Marianisches Gebetbuch.) 12) + So oft man das Gebetlein betet: Engel Got⸗ tes! mein Beschützer! dem die göttliche Güte mich anvertraut hat, er leuchte, behüte, leite und re⸗ giere mich. Amen. Einen Ablaß von 300 Tagen kann man gewinnen: 1) So oft man folgendes Schußgebet reumüthig und andächtig betet: O süßes Herz Mariä! sei meine Zuflucht. 490 2) + So oft man die lauretanische Litanei betet. 3) 1 So oft man für die Sterbenden drei Vater unser zum Andenken an den Todeskampf Jesu Christi, und drei Ave Maria zum Andenken an die Leiden Mariä ver⸗ richtet, und zudem noch für die Sterbenden betet. Einen Ablaß von einem Jahre kann man gewinnen, so oft man folgende Lobsprüche zum Ersatz für die schweren Beleidigungen, die Gott durch Gotteslästerungen zugefügt werden, andächtig betet: Gott sei gelobt! Hochgelobt sei sein heiliger Namel Hochgelobt sei Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch! Hochgelobt sei der Name Gottes! Hochgelobt sei Jesus im allerheiligsten Al⸗ tarssakrament! Hochgelobt sei die erhabene Mutter Gottes, die heilige Maria! Hochgelobt sei der Name der Jungfrau und Mutter Maria! Hochgelobt sei Gott in seinen Engeln und Heiligen! Einen Ablaß von fünf Jahren und fünf Quadra⸗— genen kann man gewinnen, so oft man das Sakrament zu einem Kranken begleitet. Einen Ablaß von sieben Jahren und sieben Quadragenen kann man gewinnen: 1) + So oft man die göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Lie be erweckt. 2) + So oft man folgende Bittgebete reumüthig und andächtig verrichtet. 491 Gebet. Schau herab, o Herr, heiliger Vater! von deinem Heiligthume und von der erhabenen Wohnung der Himmel, und sieh' an dieses hochheilige Opfer, welches unser großer Hohepriester, dein heiliger, unschuldiger, geliebter Sohn, unser Herr Jesus dir für die Sünden seiner Brüder dar⸗ bringt, und laß dich versöhnen über die Menge der Bos⸗ heit der Welt. Sieh', die Stimme des Blutes unseres erstgebornen Bruders Jesu ruft zu dir vom Kreuze. Er⸗ höre sie, o Herr! laß dich versöhnen, o Herr! merke auf und thue es; um deiner selbst willen zögere nicht, unser Gott! denn dein Name ist angerufen worden über dein ganzes Volk, und verfahre mit uns nach deiner unend⸗ lichen Barmherzigkeit, durch denselben Christum unsern Herrn. Amen. V. Daß du dich würdigen wollest, uns zu wahrer Buße zu bringen, R. Wir bitten dich, erhöre uns. V. Daß du dein Haus, deine Stadt und dein gan⸗ zes Volk, o Herr! vertheidigen, mit Frieden beglücken, be⸗ hüten, erhalten, und in deiner mildreichsten Barmherzigkeit ansehen wollest, R. Wir bitten dich, erhöre uns. V. Durch die hochheiligen Geheimnisse unserer Er⸗ lösung R. Lasse uns, o Herr! deine Erbarmungen eilends zuvorkommen, und schone deines Volkes. V. Durch die Verdienste und Fürbitte deiner seligsten Mutter und aller Engel und Heiligen RI. Lasse uns deine Erbarmungen, o Herr! eilends zuvorkommen, und verschone dein Volk. 492 V. Heilige Maria, ohne Makel der Erbsünde em⸗ pfangen, und alle Engel und Heilige, bittet für uns bei dem Herrn! RI. Damit uns die Erbarmungen des Herrn eilends zuvorkommen, und er sein Volk schone, auf daß wir mit ihm uns alle erfreuen können in alle Ewigkeit. Amen. Allmächtiger und barmherziger Gott! es geschehe immer und in Allem dein heiligster Wille nach deiner unendlichen und ewigen Barmherzigkeit, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Unvollkommene Ablässe, die man einmal des Tages gewinnen kann. Einen Ablaß von 100 Tagen gewinnt man einmal des Tages: 1) + Wenn man das englische Lobgebet verrichtet: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Heerschaaren! Himmel und Erde sind seiner Herrlichkeit voll. Ehre sei Gott dem Vater, Ehre dem Sohne, Ehre dem heiligen Geiste. 2) + Wenn man das Schußgebet andächtig betet: Ge⸗ lobt und gebenedeit sei ohne End das heiligste und göttlichste Sakrament. 3) Wenn man den Hymnus: Komm Schöpfer, oder die Sequenz: Heiliger Geist! komm, betet. In der Pfingstoktav kann man sogar 300 Tage Ablaß gewinnen, wenn man sie betet. Hymnus zum heiligen Geist. 1. u Komm, Schöpfer, Geist der Heiligkeit! Mach dir zur Wohnung uns bereit, 493 Komm, kehr' in unsere Herzen ein, Die du erschufst, sie dir zu weihn. 2. Des Lebens Quell, der Seelen Ruh Des höchsten Gottes Gab' bist du, Du bist's, der Lieb' und Licht beschert Und Salbung unser'm Geist gewährt. 3. Du bist's, der uns zum Guten lenkt, Und seine sieben Gaben schenkt; Der uns vom Vater zugesagt, Die Zungen Wahrheit reden macht. 4. Zünd' an in uns dein Gnadenlicht, Gieß' Lieb' in's Herz, die ihm gebricht. Gib unser'm schwachen Körper Kraft, Die ihm zum Wohlthun Gnade schafft. 5. Treib' fern der Feinde Macht und List, Gib Frieden, hebe Neid und Zwist. Sei unser Führer, laß uns treu Dir folgen, mach' uns sündenfrei. 6. Lehr' uns erkennen jeder Zeit Die heiligste Dreifaltigkeit, Den Vater, Sohn und dich, o Geist! Der uns den Weg zum Himmel weist—⸗ 494 7. Preis sei dem Vater, der dich sandt, 5 Preis sei dem Sohne, der erstand, Preis sei dir, Geist der Heiligkeit! Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Sequenz zu Ehren des heiligen Geistes. Heiliger Geist! komm, sende vom Himmel Deines Lichtes Strahl herab! Vater der Armen, Gnadenverleiher, Komm, o komm, du Herzenslicht! Bester der Tröster, süße Erquickung, Komm, du süßer Seelengast! Ruhe in Arbeit, Kühlung in Hitze, Trost, wenn Noth das Auge trübt. Seligstes Licht! erfülle das Inn're Derer, die dir gläubig trau'n. Nichts ist im Menschen, Alles beflecket, Fehlt es ihm an deiner Kraft. Wasche, was unrein, heile, was wund ist, Und befeuchte, was verdorrt. Wärme, was frostig, leite, was irrig, Was unbiegsam, beuge du! Schenke die sieben heiligen Gaben Deinem Volk. das auf dich hofft. Tugend⸗Verdienst, ein seliges Ende, Ewige Freude schenke uns. Amen. 4) Wenn man folgendes Schußgebet der Ergebung in den Willen Gottes andächtig betet: Es geschehe, werde gelobt und in alle Ewigkeit erhöht der gerech— teste, höchste und liebenswürdigste Wille Gottes in allen Dingen! Amen. ——————— —————————— —————.——— 49⁵ 5) 7 Wenn man vor einem Bilde des heiligsten Herzens Jesu das Aufopferungsgebet verrichtet: Ich N. N. schenke dir, o liebenswürdigster Jesus! mein Herz, um dir dankbar zu sein und für meine Untreuen Ersatz zu leisten; ich opfere mich gänzlich dir auf, und nehme mir mit deinem Beistande vor, nicht mehr zu sündigen. 6) Wenn man zum heiligsten Herzen Jesu folgendes Gebet verrichtet: Gebet zum heiligsten Herzen Jesu. O mein liebreichster Jesus! wie weit ist deine über⸗ fließende Liebe gegangen! Um dich mir ganz zu schenken, hast du mir von deinem eigenen Fleische und kostbarsten Blute ein göttliches Mahl bereitet. Was bewog dich doch zu solch einer übermäßigen Liebe? Nichts anders fürwahr, als dein liebvollstes Herz. O anbetungswürdiges, stets göttliche Liebe strahlendes Herz meines Jesus! nimm meine Seele in deine heilige Herzenswunde auf, damit ich in dieser Schule der Liebe lerne, jenen Gott hinwieder zu lieben, der mir so wunderbare Beweise seiner Liebe ge⸗ geben hat. 7) Wenn man, um jene Unbilden in Etwas gut zu machen, die Maria und den Heiligen zugefügt werden, Mor: gens das Salve Regina und Abends: Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, betet, mit folgendem Zusatze am Schlusse jedes dieser Gebete: V. Mache mich würdig, o heilige Jungfrau! dich zu loben, R. Gib mir Kraft gegen deine Feinde. —ͤjꝛ— ͥ P—ęãᷣñ———P ͤ ä— 496 V. Gepriesen sei Gott in seinen Heiligen. RI. Amen. NB. Wenn man diese zwei Gebete auf oben angedeutete Weise an Sonntagen verrichtet, kann man sieben Jahre und sieben Quadragenen, und wenn es alle Tage des Monats geschieht, sogar an zwei Sonntagen des Monats einen vollkommenen Ablaß gewinnen, wenn man an den⸗ selben die heiligen Sakramente empfängt, und das gewöhnliche Ablaßgebet verrichtet. 8) Wenn man für die Länder in Asien, in denen das Christenthum verfolgt wird, betet: Heiligstes Herz Jesu, erbarme dich unserl Heiligstes Herz Mariä, bitt für uns! Heiliger Joseph, Bräutigam der seligsten Jungfrau Maria, bitt für uns! 9) Wenn man Abends, sobald nach dem englischen Gruß mit der zweiten Glocke geläutet wird, knieend für die in dem Herrn Verstorbenen den Psalm: Aus der Tiefe, oder falls man diesen nicht weiß, ein Vater unser und Ave Maria, und dazu: Herr gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen, betet, kann man einen Ablaß von 100 Tagen für die armen See⸗ len gewinnen. Einen Ablaß von 300 Tagen kann man einmal des Tages gewinnen: 1) Wenn man das Pange lingua sammt Versikeln und Gebet betet: Hymnus: Pange lingua, zur Ehre des allerheiligsten Sakraments. 1. Preis't ihr Lippen das Geheimniß Jenes Leib's voll Herrlichkeit, Jenes unschätzbaren Blutes, 497 Das zum Lösegeld der Welt Er, der holden Mutter Sprosse, Er, der Völker Herr, vergoß. 2. Uns geschenket, uns geboren Aus der reinen Jungfrau Schoß, Wandelt er voll Huld auf Erden, Streu't des Wortes Samen aus, Und mit wunderbarer Stiftung Schließt er seinen Lebenslauf. 3 In der Nacht des letzten Mahles. Von der Brüder Kreis umringt, Ißt er, treu dem alten Bunde, Das bestimmte Ostermahl; Reicht den Zwölfen dann zur Speise Sich mit eignen Händen dar. 4. Von dem Wort, das Fleisch geworden, Wird durch's Wort das Brod in Fleisch, In sein Blut der Wein verwandelt. Zwar erreicht der Sinn es nicht: Doch ein redlich Herz zu stärken, Hat blos Glaube Kraft genug. 5. Groß ist, Christen, dies Geheimniß, Knieend bet' es Jeder an! Hiedurch sind des alten Bundes Opfer gänzlich abgethan. Herr! dein Wort stärk uns, zu glauben, Was kein Sinn begreifen kann. Mar. Gebetb. ö 32 498 6. Ehre sei dem ewigen Vater, Preis, Anbetung jeder Zeit, Preis, Anbetung dem Erzeugten, Seinem Sohn von Ebwigkeit; Der von Beiden ausgegangen, Dem sei gleiches Lob geweiht. V. Du hast ihnen, o Herr! Brod vom Himmel gegeben, Ri. Welches alle Süßigkeit in sich enthält. Gebet. O Gott! der du uns in dem wunderbaren Sakra⸗ ment das Gedächtniß deines Leidens hinterlassen hast; wir bitten dich, verleihe, daß wir die heiligen Geheimnisse dei⸗ nes Leibes und Blutes so verehren, daß wir die Früchte deiner Erlösung allezeit an uns erfahren mögen, der du lebest und regierest ꝛ. Amen. NB. So oft man die zwei letzten Strophen dieses Lobgesanges mit Versikeln und Gebet verrichtet, kann man 100 Tage Ablaß gewinnen. 2) + Wenn man dreimal des Tages, des Morgens, Mittags und Abends zum Dank für die Gnaden, welche die heiligste Dreifaltigkeit der seligsten Jungfrau verliehen hat, drei Gloria Patri betet. 3) + Wenn man zur Ehre der schmerzhaften Mutter Maria sieben Ave Maria betet, und zu jedem hinzusetzt: Heilige Mutter! Jesu Wunden, wie er sie am Kreuz empfunden, drücke mächtig mir ins Herz. 4) T Wenn man das Gebet: O heiligste Mutter Gottes Maria, und dreimal das Salve Regina betet. (Es ist das vierte Gebet von den sieben Gebeten des heil. Alphons, welche im marianischen Gebetbuche vorkommen.) 499 Einen vollkommenen Ablaß kann man gewinnen in jedem Monat an einem beliebigen Tage, wenn man täg⸗ lich während des Monats eine halbe, oder wenigstens eine Viertelstunde dem innerlichen Gebete, oder der Betrachtung widmet, wenn man an demselben die heiligen Sakramente empfängt, und das Ablaßgebet(sieben Vater unser, sieben Ave Maria und sieben Gloria Patri) verrichtet. An jedem Tage kann man einen vollkommenen Ablaß gewinnen, wenn man nach dem Empfange der heiligen Sa— kramente nebst dem Ablaßgebet folgendes Gebet vor einem Bilde des gekreuzigten Heilandes verrichtet: Sieh', o mein gütigster und liebreichster Jesus: vor deinem allerheiligsten Angesichte liege ich auf den Knieen, und bitte dich aus dem innersten Grunde meiner Seele, du wollest mir in das Herz einprägen die Gesinnungen des Glaubens, der Hoffnung und Liebe, eine wahre Reue über meine Sünden und einen festen Vorsatz, mich zu bessern, indem ich mit ungetheilter Liebe und dem innigsten Mit⸗— leid deine heiligen fünf Wunden betrachte, und im Geiste erwäge, was der heilige König David von dir, o mein Jesus! geweissaget hat:„Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt, sie haben alle meine Gebeine gezählt.“ Anmerkung. Wenn man am Sonntage gebeichtet hat, ist es nach der Erklärung des Papstes Clemens XIII. nicht nothwendig, daß man wieder beichte, um unter der Woche einen Ablaß zu gewinnen zu dem der Empfang des heiligen Bußsakramentes vorgeschrieben ist; aber der Stand der Gnade und ein wahrer Bußgeist ist nothwendig. 0 Oem ———— i—————————— SSIIII————————————— ————2 2*.———————