ReRn²ααεEe EνHn= SSIDe 3—3 CLau 4.½ Eeme hanön mmnc EVn. SSSeen Bennscdene EV& Cellischen—¹⁰ N ee. Kteie2 SVDC. KRieSCEFCEhe Dieses Buch entstand im Kameradenkreise in gemein⸗ samer Arbeit von deutschen Kriegsgefangenen. Es will der Gemeinde dienen. Es will dir ein treuer Begleiter werden, der dich sondern neu zu erkämpfen und lebendig werden zu lassen. Es will damit Wegweiser auf Ihn sein, den Herrn der Gemeinde. 3 Es will dir eine Waffe des Wortes sein und ein Helfer, auf daß der tiefe Sinn des alten Lutherwortes in fröh⸗ lichen und ernsten Stunden in uns lebendig bleibe: „Ein feste Burg ist unser Gott.“ mahnt, den Glauben der Väter nicht zu vergessen, —————————————————.. —..— Re. — 10. Gottesdienst Das Jahr deiner Kirche Liederverzeichnis Inhalr Kernsprüche Wir singen Wir beten Wir bekennen Leitworte• Gruß⸗ und Segensworte Schriftlesungen des Kirchenjahres. Anhang 143 181 201 219 — Unsere Boerufung Die Welt vorgehet mit ihror Lust wor ober den Willen Bottes tuh dor bleibtin Eun koit. Dabei wind jodermann erkemnen daß ihr meine Jünger seid so ihr Liobe untereinander habt. Nun ober bleibet: Blaube Hoffnung, Liobo, Diose drei, aber die Liobe idio größoste unter ihnen. Wir müsson alle offenbar wordon vor dem Richtorstuhl hristi, auf daß gin joglichor empfange nach dem er gehandolt hat bai Leibes Lebon Os soi gut oder böse. Nach doem, dor 80 Hauch ar. hoiligist, Lid auc Lilig, Wandnl inalleurem Soid unteroinander freundlich. horzlich und vergobet einor denunden oleich mie Bott Luch vorgebon hat in Christus. * Gott mit uns Der horr ist meins Stärke und moin Schild; alif ihn hofft mein Hers, und mir ist goholfen und mein Hesʒ ist fröhlich. Bott der Horr ist donne und Schild, der Horr gibt vnade und Ehre: er Wird kein Butes mangeln lassen den Frommen. Dor Horr ist mein Belfer. ich willmich nicht fürchten wos sollte ein Rlensch mir 1un. EAIEA VDor will uns scheidon vonder Ciebe PVottes: Don allen Seiten umgibst dumich und hülst deine Hand übermir. Wenn ich dich anrufe o erhörst du mich Und gibst moiner Zoelo grohe Kraft. Trüb Mer Ist Bott füruns Wer mag wider uns sein? sal oder Angst Verfolgung oder Bunger oder Blösile oder Fährlichkeit — * 9 =LLges Unsere Kraft Befiehl dem Forrn doine Woge und hoffe auf ihn: Epwirds Wohlmachen. Bott hat uns nicht gegoben den Boist der Furcht, sondorn der Kraft, der Liobe und dor zuht. Ich bin gewiß, doß woder Lod noch Loben mich schoiden kann von der Lirbe Bottes, die in Chrisrus Jesus ist, unserm Horrn. Mismand hat größere Llebe, als daß ersoin Lobon lüsset für soine Freunde. Wir wissen aber, Daß donen, die Gott lioben, alls Dinge zum Besten dienen. Laß dir anmeiner Gnade gonügem. dennmeins lirnst ist in don chwachen mächtig. Es ist ein köstlich Ding. daß das Horz fostwerde doas durchnade. Ich vormag alles durchden, der mich müchtig macht: Christus. Unsere Juflucht „Horr Bott, du bist vnsere zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden, und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Bott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der horr ist muin Hirte mir wird nichts mongeln or weidet mich auf einer grünen undführetmich zum frischen asser. SSSSSSAS Domütigot auch unter die gemalfige hand Pottes dop er euch orhöhe zusoinor Heit. eure Soros worfot auff ihn: denner orgot lir euch. Wir habon einen Bott, der dahilst, und den Herrn, der vom Lodo orrottet. Ich woiß wohl, was ich für dannien über euch habe Ispricht der Herr nümlich Bedanken des Friodens und nicht des Loides. 4 Unsere hoffnung Loebon wir, so loben wir in dem Berrn; storben wir, 8 so sterben wirindem Herrn. Darum: Wir loben odor wir storben. Wir 6 des 33 Dioweil wir num solche Hoffnung hoben, ö sind wi voll 333. n, 23 und dersolbe duch in Luriril.— 2 . EEKEE 14 He Bolobt sei Bott und der Dater unsors Horrn Jesu Christi, dor uns nach soiner groslen Barmhorzigkeit „wiedergeborenhat zu einor lebendiden Hoffnung durch die Holden Lurr Josu Christi von den Loten. Solches hobe ich mit ꝛuch geredet daß ihr in mir Frieden hobet. Indor welt——— ngst aber seid getrost ö ich habe Die Welt Uberwunden. Unsere däter hofften aufdich, und da sie hofften halfst du ihnen aus. EIELE* EEIEA 15 Unser Bobet Rufe mich an in der Mot, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen. — dedenra—* ie ihr ara so könnet Karent indern gute Baben geben wisviel mehr wird der Dater imHimmel ö den hoiligen Beist geben denen, die ihn anrufenl Haltet an am Bebet. Wachet und botet. daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Dor Veist ist willig⸗ aber das Floisch ist 55.65 Der Horr ist nahe allon io ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Wonn ich dich anrufe so erhörst. du mich und gibst moiner Seele große Kraft. So will ich nun, ö daß die Männer boten an allen Orten. Unsore Bewährung Vor allon Dingen ergreifet den Schild dos EPlaubens, mit welchem ihr nuslöschen könnt Allo feurigen Pfeilo dos Gösewichts, und nehmet den Holm des Hoils und das Schwert des Boistos welches ist das Wort Bottes. Wachet, stehet im lauben, soid münnlich und soid stark. Halte was duhast, daß niomaund deine Krone nehme. . Wer im hnen trou ist, dor ist Dmtrimp roßom treu; und wer im Voringsten unrocht ist⸗ dor ist auch im Broßen Uunrocht Sei gotreu bis inden Lnd so will ich dir die Krone des Cebens geben. Leide dich als gutor Streiter Jesu Christi. Juletzt meine Brüder Ieid stark in dem Herrn. Aund indor WRest seiner Stürke, V1 Unser Dank Dankot dom Borrn donn or ist freundlich und seine Büto wöhret ewiglich. Soid dankbar in allen Wofkes donn das ist der Wille Goktes in Christo q̃esu un euch. Das ist ein köstlich Ding, ö dem Berrn danken 20 und lobsingen deinen RNanꝛen du Höchster. N Wovk-Gottesdienst Die intwort der emeimde eefolgt in orolstronen/ da der norol die dem evang. Bottesdienst eigene Form. des Bemeindegesanges ist Gem.: Eingangslied. Pfe.: Lantroitus) Jm Hamen des Laters Unsere Hilse stehet im amen des Fierrn/ der küm/ mel und Erde gemachhFhart.Deibsprilch snach dem fürchenjahr) EKommt lasset uns anbeten! Pem.: aloria patri] n Lob. EHr' und Pꝛeis sei 5OI, dem Da-ter und dem, der bei- den gleich im höch⸗sten and dem Son⸗ ö 5 Rimmels⸗ ul dem drei⸗ei· nigen 6O — 1 + +* —— Der Lsindlich— und ist und EA- 8 ben wird jetʒ· und und 2——— IIEI EKEIE 22 — Ufo.: Bußwort- fiorr eebarmie Dicht Eem.: Kurie) + — s, E Ee Far. Rus tiofer Flot Scwei ich u Div fiers GOyr Dein gnüdig Lhran Reheau Mir und mei⸗ CE— E——— — I 1* Hhös mein Rufen. S. ehitt fie öffne denn sd Du 54.— das Ten A. Ws 81 und E I 0⁴ *— + + + tan, Wer Runn. Hevp, vov Dis bleiben? Pfo. nodenwort— ERoe el Off in der fiöhe. Eem.[glovin in ereelsis! L 1 Alein Eort in der Kön ser Efir Und Dunk darum daß nun und nim- mer⸗ mehy uns ih- 4 N — I +4 L.. 1 + + 2 I.. — —— 1 0 unhardlch ein Bohlgefalln BO an uns Rat. num ist gob Sriedohn IInted EE EEI 23 11*2 +. 4 4 1— 2—.—.—.— 1 L.... 105, all Sehd Hat nun ein Ende Pfo.: KGollekte Sobet vor der Beifrlesung Schulftle su. ¶Epistel oder Sοngeliu¹n) IIth bleib mit Beinem Bonte bel UnS. ———— IUnd Feil escher- Ranzalsagen. Bem.: iod nach der Rredigt. Pfy. Allgemeines Rivehengebet Ife. Sem.: Dater Unser Pf. Der flerr segne Dichund heilte mich. Her fiapo Lafie sin Angesicht Leuuchten über Duu und sei Dir gnadig Der fierr arhebe soin fin. gesicht über Meh und gebe Dir Frieden! Sem.: Schlußlied. Fimen. —ß—ß7—— —ß—ß7—— U◻1 Boichte und Feier des Hl. Abendmahls. LBeichte In der Regel im ʒusammenhang mit dem Wortgottes: dienst, Anschluß andas allgemeine Kirchengebet- Pfr.: Gnode sei mit auch und Friede von Bott un serm Vater und dem herrn Joesu Christol dür Kosdeihrdenherer S Hu r.: So spricht der herr: So ihr mich von ganzen erzen suchon werdet, will ich mich von uch inden lassen. ö Prforscho mich ott, und orfahre mein horz mrüfs mich und erfahro, mis ichs mieine. Und siehe, oh ich auf bů⸗ som Noge bin und loito mich auf ꝛwigem Moge. Schaffe in mir, Bott, ein reines Horʒ und gib mir ei nen neuen, gewissen Boist. Derwirf mich nicht von.— Deinem Angesicht und nimm Dꝛinen Heiligen Beist⸗ nicht von mir. ö Bobet: herr unser bott, wir bitten Dich in dieser Itunde, da Wir uns zum hl. Mahloe rusten, um Deinen Boistand Laß uns die Feier des Leidens und Sterbens unsores ndes gesegnet sein zur Stürkung unseres Glau⸗ ens, zum Trost unserer Bewissen, zur Bewißheit der asdadans. 5 Sünden und zur Bosserung unso⸗ os Lebens. Hilf uns, dap wir aulfs noue mit dir vor⸗ ainigt worden, der Du unsor hoiland bist im Loiden⸗ und Sterben Amen. pfr: Erkennet in den ID Peboten das Gesetz Bottes und prüft euch an ihnen. herlesung der 10 Dobote mit Luthers Erklörungen. Allgem. Beichtgoabet: Numn lasset uns allos, was wir auf dem horzen haben vor den allwissenden und gnüdigen bott bringen: Allmüchtiger Bott, barmherziger Vater! Ah ar⸗ mor elender sündhafter mhensch bekeme Dxealle Sünde und Missetat, die DT mit bodan⸗ ken, Dorten und Dorken, damit ich bich jomals er⸗ Jurnet und Deine Strofe zeitlich und ewi ich ver⸗ dient habe. Sis sind mir aber alle herzlich loid und reuon mich sehr, und ich bitte Dich um Doinor grund⸗ losen Barmhorzigkeit und um des unschuldigen⸗ Hülteren Loidens und Sterbons Deines lioben Soh nes Jesu L Alehe willen, du wolltest mir armen sünd. hafren lenschen gnüdig und barmhorzig soin, mir alle meins Sünden vorgebon und ʒu meiner Bes⸗ serung Deines Boistes Kraft vorleihew. +* Amen. 6bnn e Teiee — Boichtfrage: Ist dies ouer aufrichtiges Bekenntnis und euer ernstlicher Wille, so bezeugt dios vor dem all wissendon bott mit einem inmütigen:„Jn Wachsarsehhrherch eeneeht ie ihr g o geschehe euch und auf Befe unsoros Herrn eishritus vorkündige 195 die Dergebung eꝛwrer Sünden im Homon des Un= ters und des e und dos Heiligen bpeistes. vioede sei mit euch! Amen. 1 Z. Feier des Hl. Abendmahls. Vom. Veise:„Dio schün louchtet der Norgenstern“ Ur diese Seelenspeis und Trank, amit du uns begabet! In brot und Doin Dein Leib und Blut homm uns wahrhaftig sehr zugut und unsre erzen labet, daß wir grad Dir in dem ollen wohl gefallen, heilig leben, solches wollest Du uns geben. fir Jesu, Dir sei Preis und Dank Ach Herr, laß doch uns nohmen nicht Dein wertes Hachtmahl zum Boricht! kin jeder rocht bedenke, daß wir mit diesem kebensbrot im Glaubon stillon unsro Hot, der Fels des Heils uns trünko, züchtig, tüchtig Dich dort obon stehts zu loben. dis wir werden zu dir kommen von der Erden. Pfr.: Einsetz ung) 3 Und mum loaßt uns im lamen unsoros Forrn Je⸗ sus Christus und auf seinen Befehl das Hl. Sakrument also hundeln und brauchen: Unser herr Josus Ihristus, in der Nacht, da er verra⸗ len wourd, nahm er das Brot, dankte und brochs und gabs seinen Jüngern und rach:Nehmot hin und esset, das ist mein leib, der für euch gogeben wird, Del tut zu meinem Bodüchtnis. essolbigengleichen nahm er den Rolch nach dem⸗ Abendmahl, dankte und gab ihnenden und Ralr Mehmet hin und trinket alle doraus; dieser Relt Ist das neue Lostamont in neinem Blut das fiir (und für vielo vorgossen wird Zur Vvergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihrs trinket zu meinem Hedüchtnis.“ V EEE 28 Bem.: lagnus dei) Christi du kamm bottos, der Du trägst die Sünd'der Dolt; erbormo dich unser!l[hristi du Lamm bottes, der Du trügst die Sünd der Wolt; erbarme Bich unser Lhristi du Tamm Bottes, der du trügst die Sünd' der Welt=; gib uns den Frieden Pfr. u. Bem. Vater unser Pfr.: Kommet denn es ist alles bereitet. ů 100 mochet und sehet wie freundlich der Yerraut⸗ Husteilungj: Unsor Herr qesus Ihristus sprichk Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegoben wird. Das tut zu meinem Godüchtnis. Nehmot hin und trinket. Dieser⸗ Rolch ist das nous Lostament in meinem Gluth das für euch vorgossen wird. Solches tut zu moinem bBedüchtnis.“ Dährend der usteilung kanndie Bemeinde.bendmahls⸗ lioder singen. Jode Abendmahls gruppo wird ent lossen mil Sogons mort und dem Pruß:„Pohet hin in Frieden. ank sagung): Danket dem Horrn, denn er ist⸗ freundlich und saine düte wühret 9— Amen Bebet: Horr Josus Ihristus, wir danken Dir, daß Du ums durch Dein Mahl aufs noue Deiner bnade gewiß Rieee hast: Hilf uns, daß wir Dir anhüngen im El ertrauen und willigem behorsam. Tahuns ein eigen soin und bloiben. Schenko ums in der Bo⸗ wißhelt der bemeinschaft mir Dir ein unerschiit⸗ terliches Horz, einen tapforon Mut, Treus im Dienst, Kraft der Liebe und die lobondige Hoffnung— 3 uns weder Lot nach Leben von Dir schoiden. nn. Nmen Pfr.: Sogen bem⸗LSchlußlied): un danket alle Bolt Ordnung des Gottesdienstes o Semn.: S. Bem.: L.: Bebet(iiene. Wir beten“) Amen Eingangslied Wart csiene.Leltworte⸗ Lob, Fhe'und Peis sei OIT... Ccoral 703) +. Lesung-Eangelium srene. omntägliche Schiftworbe für bibellese und Uredigt : Rnoral-Hus oder ähnlicher CHoral Lesung Epistel Blaubensbekenntris(siene. Wir benennen Proedigtiesung .: Died entspr. Hredigt) Boebetund Jürbitte giene. Wir beten Daterunser ö bitte um Segen chene. Segensworte-) Der emigreiche IF. cenoral 70,2) Andachbehibellash fUls Bibellese sind gut verwendbar; die Losungen der Brülber/ gemeinde“, jede asidere Bibellese, α¹πHie,Schristworta fur predigund Bibellese“ im diasem BiIick. Dednung: Das walte SOF. Daber Sohn und fieil. Seist. fmen. Dochensypuch. Siehle Tosunden der rüdergemeinde Lied Noch der zeit des Tages oder WMen man honn es mh en Sefwiftlesung Hene irgendeine pivel TLese Beber müt Fürbitten (sehe„Wir beten) Daterronser Einzelandacht Darum ist's gut, daß man frühe morgens lasse das Gebet das erste und des Abends das letzte Wort sein, und hüte sich mit Fleiß vor den falschen betrüglichen Gedanken, die da sagen:„Harre ein wenig, über eine Stunde will ich beten. Ich muß dies oder das zuvor fertigen.“ Denn mit solchen Gedanken kommt man vom Gebet und die Geschäfte, die halten und empfangen dann einen, daß aus dem Gebet des Tages nichts wird. Dr. Martin Luther. Einteilung 1. Kirchenjahr 2. Gottesdienst Eingang Abendmahl Ausgang 3. Christliches Leben ů Lob und Dank ö Morgen Abend Gottvertrauen und Glaubenstrotz Pflichterfüllung Trost und Ergebung Gebet ö Jesusnachfolge ö 4. Kirche EIEn EEE.. —s.. 1 Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit, all unsfre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freuden⸗ sonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn: Ge⸗ lobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat. 4. Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Her⸗ zens Tür dir offen ist; ach zieh' mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr. Georg Weissel, 1590⸗1635. 37 Eigene Melodie, oder: Valet will ich dir geben. 2 Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei,) damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und sich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud', als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Him⸗ melszelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund aus kann sagen, so fest umfangen hast. 5. Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes 5. Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je 16 mehr und mehr. Seid unverzagt! Ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 6. Er kommt zum Weltgerichte, zum Fluch dem, der ihm flucht; mit Gnad' und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol' uns allzumal zum ew'gen Licht und Wonne in deinen Freudensaal. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. *) erleuchte mich. 38 3 M it Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt, bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Täler all erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht, ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu⸗ grunde geht, ein Herz, das richtig ist, und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz hinein von Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen dir allzeit dank⸗ bar sein. Valentin Thilo, gest. 1662. Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. 4 Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war, und was sie geprophezeit, ist fütt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hilf' und Abrams Sohn, Jakobs Heil, der Jungfrau'n Sohn, der wohl zweigestammte Held, hat sich treulich eingestellt. 39 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach' es, wie du gerne tust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein' Ankunft war voller Sanftmut, ohn' Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch an mir vermißt.“ 8. Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich, aller Ungste frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugetan. 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, prächtig wiederkom⸗ men wirst, ich dir mög' entgegengehn und vor Gott gerecht bestehn. Heinrich Held, 1620⸗1659. »für mich Schwachen zu vermessen und dreist auftritt. Eigene Weise—Andernach, 1608. 5 3 kommt ein Schiff geladen bis an den höchsten 2 Bord, trägt Gottes Sohn voll Gnaden, des Vaters ewges Wort. 2. Das Schiff geht still im Triebe, trägt eine teure Last; das Segel ist die Liebe, der heilge Geist der Mast. 3. Der Anker haft't auf Erden, da ist das Schiff am Land. Das Wort soll Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt. 40 4. Zu Bethlehem geboren im Stall ein Kindelein, gibt sich für uns verloren, gelobet muß es sein. 5. Und wer dies Kind mit Freuden umfangen, küssen will, muß vorher mit ihm leiden groß Pein und Marter viel. 6. Danach mit ihm auch sterben und geistlich aufer⸗ stehn, das Leben zu ererben, wie an ihm ist geschehn. Nach Johann Tauler, 1300⸗1361. von Daniel Sudermann, 1550⸗1631. 6 Nem jauchzet, all Ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig zu verheeren, und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt Ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo Ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn Euch rührt. 4 Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit die Ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt Eure Lieder klingen, dem König Lob zu singen, der ist Eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit, der all Euer Klag und Weinen verwandeln wird in Freud. Er ist's, der helfen kann, halt't Eure Lampen fertig und seid stets gegenwärtig, er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, gest. 1673. 41 . Weinnacuen 7 Fno soll mein Herze springen dieser Zeit, 2 da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute. Gottes Kind, das ver⸗ bindt sich mit unserm Blute. g. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, o liebe Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. 5. Ei, so kommt und laßt uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großen Haufen. Liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet. 42 6. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet, hier ist die Tür zu den wahren Freuden; faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 7. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 8. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir, leben hier, dir will ich abfahren, mit dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. 8 Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr, des freuet sich der Engel Schar. 2. Des ewgen Vaters einzig Kind jetzt man in der Krippe findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. 3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. 4. Das ewge Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jammertal, er macht uns Erben in seim Saal. 1. Strophe, 1370; Die andern Martin Luther, 1483⸗1546. 13 9 obt Gott, ihr Christen allzugleich, in seinem 2 höchsten Thron, der heut schleußt auf sein Him⸗ melreich und schenkt uns seinen Sohn, und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in seinem Krippelein. 3. Er äußert sich all seiner G'walt, wird niedrig und gering und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Heut schleußt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis. Der Engel steht nicht mehr dafür, Gott sei Lob, Ehr und Preis! Niklaus Herman, 1480⸗1561. 10 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren; freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weih⸗ nachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen; freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weih⸗ nachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre. Freue, freue dich, o Christenheit! Johannes Daniel Falk, 1768⸗1826. 11 Sille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar,: schlaf in himmlischer Ruh. ,: 44 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundge⸗ macht; durch der Engel Halleluja tönt es laut von fern und nah::,: Christ, der Retter, ist da. ,: 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund,:,: Christ, in deiner Geburt. Josef Mohr, 1792⸗1848. 12 Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute, neue Mär, der guten Mär bring ich so viel, davon ich singen und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jung⸗ frau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll euer Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not, er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit't, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht: die Krippen, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hir⸗ ten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. Martin Luther, 1483⸗1546. 45 Eigene Weise Johann Sebastian Bach, 1736 auch nach der Weise: Es ist gewißlich an der Zeit. 1 3 ch steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben; Ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dir's wohlgefallen. 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren; eh ich durch deine Hand gemacht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Strahlen. 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht satt mich sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen. 5. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herrlich⸗ keit durch Elend und Armseligkeit, das will ich dir nicht wehren. 6. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Krippe sein, komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. 46 Julues/ Wechsel I 4 Bis hierher hat mich Gott gebracht durch 2 seine große Güte, bis hierher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte, bis hierher hat er mich geleit, bis hierher hat er mich erfreut, bis hierher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bis⸗ herge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewie⸗ sen täglich neue; in mein Gedächtnis schreib ich an: der Herr hat Großes mir getan, bis hierher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all und jedem Ort, hilf mir durch Jesu. Wunden, damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott, er hilft, wie er geholfen. Amilie Juliane Gräfin v. Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1637⸗1706. 15 Nom laßt uns gehn und treten mit Singen 5 und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 47 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern, in schweren Un⸗ gewittern, die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß be⸗ wahret werden. 5. Also auch und nicht minder läßt Gott uns seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 2. 6. Ach Hüter unfres Lebens, fürwahr, es ist ver⸗ gebens mit unserm Tun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue, Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mit⸗ ten in unserm Kreuz und Leiden, ein Brunnen unsrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schließ zu die Jammerpforten und laß an allen Orten auf so viel Blutvergießen die Freudenströme fließen. 11. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, laß Großen und auch Kleinen die Gnaden⸗ sonne scheinen. 12. Sei der Verlassnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 48 13. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedan⸗ ken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwer⸗ mut quälen. 14. Und endlich, was das meiste, füll uns mit dei⸗ nem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. Weise: Befiehl du deine Wege. 16 Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 2. Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen, du armes Herz, warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern ver⸗ gißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Himmels goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Tränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Him⸗ melszelt; wir sehnen uns hinieden dorthin ins Vater⸗ haus und wissen's: die geschieden, die ruhen dort schon aus. 49 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit; nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimat⸗ wärts. Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Renß, 1835⸗1903. Epiphanias Weise: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. Leipzig, 1625. . 17 O Jesu Christe, wahres Licht, erleuchte, die 2 dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner x Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfülle mit dem Gnadenschein, die in Irrtum ver⸗ führet sein, auch die, so heimlich noch ficht an in ihrem I Sinn ein falscher Wahn. ů 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad und ihr verwundt Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör, die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. ö 5. Erleuchte, die da sind verblendt, bring her, die sich von uns getrennt, versammle, die zerstreuet gehn, mach feste, die im Zweifel stehn; 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann, 1585⸗1647. Weise: Unser Herrscher, unser König. Bremen, 1680. 18 Werde licht, du Stadt der Heiden, und du, 8 Salem, werde licht; schaue, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht. Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. 2. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam ö in die Welt, dem kein andres zu vergleichen, welches alle Ding erhellt. Die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern gehen. 51 V 3. Gottes Rat war uns verborgen, seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 4. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Weh aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 5. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl getan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 6. Dein Erscheinung muß erfüllen mein Gemüt in aller Not. Dein Erscheinung müsse stillen meine Seel auch gar im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 7. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, Dein so helles Licht zu sehen, das mir dort schon ist bestellt, wo wir sollen unter Kronen in der schönsten Klarheit wohnen. Johann Rist, 1607⸗1667. Weise: Einer ist König, Immanuel sieget. 19 ist kommen, Grund ewiger Freude; A * und O, Anfang und Ende steht da. Gott⸗ heit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah? Himmel und Erde, erzählet's den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden. 2. Jesus ist kommen, nun springen die Bande, Stricke des Todes, die reißen entzwei. Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden; er, der Sohn Gottes, der machet recht frei, bringet zu Ehren aus Sünde und Schande; Jesus ist kommen, nun springen die Bande. 52 3. Jesus ist kommen, der starke Erlöser, bricht dem gewappneten Starken ins Haus, sprenget des Feindes befestigte Schlösser, führt die Gefangenen siegend heraus. Fühlst du den Stärkeren, Satan, du Böser? Jesus ist kommen, der starke Erlöser. 4. Jesus ist kommen, der König der Ehren; Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt. Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren; öffnet ihm Tore und Türen fein bald. Denkt doch, er will Euch die Krone gewähren. Jesus ist kommen, der König der Ehren. 5. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden, komme, wen dürstet, und trinke, wer will. Holet für Euren verderblichen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll. Hier kann das Herze sich laben und baden. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. 6. Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben. Hochge⸗ lobt sei der erbarmende Gott, der uns den Ursprung des Segens gegeben; dieser verschlinget Fluch, Jam⸗ mer und Tod. Selig, die ihm sich beständig ergeben. Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben. Johann Ludwig Konrad Allendorf, 1693⸗1773. Weise: Valet will ich dir geben. Leipzig, 1615. 20 Dee du zum Heil erschienen der allerärmsten * Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am dürren Holze versöhntest ihre Schuld. 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus; von Westen und von Süden, von Morgen ohne Zahl sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 53 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Friede werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt den, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Ange⸗ sicht; auch sie hast du gegraben in deinen Priester⸗ schild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein göttlich Werde, laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn; daß, wo man Götzen fröhnet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 7. Wir rufen, du willst hören, wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! Wie viele sind's noch nicht! O du, der's uns versprochen, werd aller Völker Licht! Albert Knapp, 1798⸗1864. Possionsseit 21 Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen! Wittenberger Kirchenordnung, 1533. 22 Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott, durch deine heilgen Wunden rot, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 8. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns dein allmächtge Hand, daß wir im Kreuz ge⸗ duldig sein, uns trösten deiner schweren Pein. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer, gestorben 1600. 55 23 O Haupt voll Blut und Wunden, voll 5 Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr gleichet, so schändlich zugericht? 3. Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht hat alles hingenommen und alles hingerafft, und daher bist du kommen von deines Leibes Kraft. 4. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last, ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat, gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 5. Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an. Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan, dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. ö 6. Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht, von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden und tut mir herz⸗ lich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir! 56 —— — ———7 8. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Angsten, kraft deiner Angst und Pein. 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in mei⸗ nem Tod und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. Eigene Weise. 2 4 O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des 8 Kreuzes geschlachtet, allzeit funden ge⸗ duldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 2. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit funden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu, o Jesu! 3. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit funden geduldig, wiewohl du warest verachtet; all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein Frieden, o Jesu, o Jesu! Nikolaus Decius, 1529. 57 Eigene Weise. 25 H d e Jesu, was hast du verbrochen, 8 daß man ein so scharf Urteil hat gespro⸗ chen? Was ist die Schuld, in was für Missetaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt, der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen, der Herr gefangen. 6. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich ge⸗ bracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 7. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 8. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmung zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebestaten im Werk erstatten? 9. Weil's aber nicht besteht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten, bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen, stets zu erfüllen. 58 DIIII‚I‚IIFIFI‚III— SSSSI 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wird wohlklingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann, gest. 1647. Weise: Herr Christ, der einig Gotts Sohn. 26 enn meine Sünd mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht, es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein un⸗ schuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden, mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wieviel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 59 6. Laß mich an andern üben, was du an mir getan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz und Heuchelschein und, wie du mir er⸗ wiesen, aus reiner Lieb allein. 7. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich, in meinen letzten Stunden und des versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1601⸗1673. Eigene Weise auch nach der Weise: O Welt, ich muß dich lassen. 27 O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des 5 Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich be⸗ schweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von übeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir er⸗ reget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterheer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißel und die Banden und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel. 60 6. Du setzest dich zum Bürgen, ja läßest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir läßest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 7. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 8. Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. 28 II= da die Zeit sich nähert deiner Leiden, laß mich von allen Eitelkeiten scheiden und laß mich deine Schmerzen nur betrachten, die dich umnachten. 2. Du bist für mich gestorben, und das Leben, das ewge, hast du mir dafür gegeben. Laß mich dein totes Ange⸗ sicht beschauen und dir vertrauen. 3. Laß mich zu deinem heilgen Kreuze eilen, und laß mich deine herben Schmerzen teilen. Du bist für mich geopfert, heilges Wesen, laß mich genesen! Conrad Ferdinand Meyer, gest. 1898. — H- 29 Ii meine Zuversicht und mein Heiland, 8 ist im Leben, dieses weiß ich; sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt, ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt, warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches er nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen, irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen; hier geh ich natürlich ein, dort, da werd ich geistlich sein. 62 6. Seid getrost und hoch erfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder, gebt nicht statt der Traurigkeit; sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, wenn die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 7. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen, denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Ver⸗ druß liegen unter eurem Fuß. 8. Nur daß. ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt sollt werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. Berlin, 1653. 30. J Gesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch 0 von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht: dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht: dies ist meine Zubversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht: dies ist meine 4 Jesus lebt! Sein Heil ist mein; sein sei auch mein Lawees Leben, reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht: dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herr⸗ lichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Hit z. dies ist meine Zuversicht. 63 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert, 1715⸗1769. Eigene Weise Mich. Weiße, gest. 1534. 31 Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt 2 seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug getan. Halleluja, halleluja, halleluja. 2. Des Morgens früh am dritten Tag, da noch der Stein am Grabe lag, erstand er frei ohn alle Klag. Halleluja, halleluja, halleluja. 3. Der Engel sprach: Fürchtet euch nicht; denn ich weiß wohl, was euch gebricht. Ihr sucht Jesum und findt ihn nicht. Halleluja, halleluja, halleluja. 4. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not. Kommt, seht, wo er gelegen hat. Halleluja, halleluja, halleluja. 5. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halle⸗ luja, halleluja, halleluja. 6. Damit von Sünden wir befreit dem Namen dein gebenedeit frei mögen singen allezeit: Halleluja, halleluja, halleluja. Eigene Weise Nikolaus Hermann, 1560. 32 Erschienen ist der herrlich Tag, dran sich nie⸗ 5 mand gnug freuen mag; Christ unser Herr, heut triumphiert, all sein Feind er gefangen führt. Halleluja. 64 2. Die alte Schlange, Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja. 3. Sein Raub der Tod mußt geben her, das Leben siegt' und ward ihm Herr, zerstöret ist nun all sein Macht, Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja. 4. Die Sonn, die Erd, all Kreatur, alls, was be⸗ trübet war zuvor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst danieder lag. Halleluja. 5. Drum wir auch billig fröhlich sein, singen das Halleluja fein und loben dich, Herr Jesu Christ, zu Trost du uns erstanden bist. Halleluja. Nikolaus Hermann, 1480⸗1561. Eigene Melodie. 3 3. Cürist ij ist erstanden von der Marter alle; des soll'n wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis! 2. Wär' er nicht erstanden, so wär' die Welt ver⸗ gangen; seit daß er erstanden ist, so lob'n wir den Herrn Jesum Christ. Kyrieleis! 3. Halleluja! Halleluja! Halleluja! Des soll'n wir alle froh sein, Chrift will unser Trost sein. Kyrieleis! Aus dem 13. Jahrhundert. Weise: O heiliger Geist, o heiliger Gott. 34 O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit, da Jesus lebt ohn alles Leid! Er ist erstanden von dem Tod, wir sind erlöst aus aller Not. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 2. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit, da wir von Sünden sind befreit! Getilget ist nun unsre Schuld, wir sind gerecht aus Gottes Huld. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! ö 3. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Der Tod ist überwunden heut; es darf uns nicht mehr vor ihm graun, wir sind erfüllet mit Vertraun. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 4. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Die Liebe Gottes uns erfreut; des Herren Sieg hat uns erlöst, uns neues Leben eingeflößt. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! 5. O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Erhalt uns, Jesu, diese Freud, zu sagen hier zu aller Stund und dort einmal mit selgem Mund: O herrlicher Tag, o fröhliche Zeit! Cyriakus Günther, 1650⸗1704. Weise: Nun freut Euch, lieben Christen gmein. Auch nach der Weise: Meins Herzens Jesu, meine Lust. Wittenberg, 1524. 35 Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen. Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben, vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 66 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 6. Scheu weder Teufel, Welt und Tod, noch gar der Hölle Rachen; denn Jesus lebt, es hat kein Not, er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 7. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten aufer⸗ standen, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 8. Sei hochgelobt in dieser Zeit von allen Gottes⸗ kindern und ewig in der Herrlichkeit von allen über⸗ windern, die überwunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurenti, 1660⸗1722. 67 Himmelfahrt Weise: Christ ist erstanden. Vorreformatorisch 15. Ihrhdt. Wittenberg, 1545. 36 Cbrist fuhr gen Himmel. Was sandt er uns — hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Christenheit. Halleluja. 2. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Halleluja. 15. Jahrhundert. Weise: Nun freut Euch, lieben Christen gmein. Wittenberg, 1524. 37 Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine »NNachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab emp⸗ fangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonsh nirgends, Ruh erlangen; denn wo mein Schatz ge⸗ kommen hin, da ist hinfort mein Herz und Sinn, nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auf⸗ fahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wann dir's gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre doch mein Flehen! (Nach Josua Wegelin, 1604⸗1640.) Ernst Sonnemann, 1630⸗1670. 68 Pfinasten 3 8 heiliger Geist, kehr bei uns ein und laß 5 uns deine Wohnung sein, o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst auf rechtem Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 3. Laß uns deine edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 69 ö önnnnnnAA 4. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke, daß uns fortan sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, 1606⸗1673. 39 Wab auf, du Geist der ersten Zeugen, die 5 auf der Wehr als treue Wächter stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegengehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte, o möcht es doch in alle Lande gehn. Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn. O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. O siehe, wie in allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig hierum anzuflehn. Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit großen Scharen, laß sie in Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns wider⸗ fahren und brich in Satans Reich mit Macht herein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 70 5. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, der du der Menschen Heil und Richter bist, du wirst der Mensch⸗ heit Jammer wenden, so dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, ist. Drum hört der Glaub nie auf zu dir zu flehn, du tust doch über Bitten und Verstehn. Karl Heinr. von Bogatzky, 1690⸗1774. Strophe 5. von Albert Knapp, 1798⸗1864. Eigene Weise, Vorreformatorisch, Wittenberg, 1524. 40 Nun bitten wir den heiligen Geist um den 8 rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrieleis. 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein, lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Khrieleis. 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht gar verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. Martin Luther, 1483⸗1546. (Strophe 1 aus dem 13. Jahrhundert) 71 IIIIIIECEeeee‚eeeeee-------———.— Eigene Weise Köln, 1623. 41 O heiliger Geist, o heiliger Gott, du Tröster 8 wert in aller Not, du bist gesandt von's Himmels Thron von Gott dem Vater und dem Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, danach zu lieben allesamt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! ů 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauhen immerfort; an Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf getan. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu seinen lieben Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort; laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank jetzund und unser Leben lang. O heiliger Geist, o heiliger Gott! Altenburg, 1651. Weise: Ist Gott für mich, so trete. Augsburg, 1609. 42 komm, du Geist der Wahrheit, und kehre 2 bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, daß jeglicher Getreuer den Herrn bekennen kann. 72 — V 2. Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum, zu preisen und zu loben das Evangelium. 3. Du heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn. O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund. Philipp Spitta, 1801⸗1859. 73 —2———J—————————...---—— 43 Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nim⸗ mermehr uns rühren kann ein Schade; ein Wohlge⸗ falln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlaß, all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich; für deine Ehr wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemess'n ist deine Macht, fortan gschieht, was Du bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner der'r, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not, erbarm dich unser aller. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels Gwalt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod; abwend all unsern Jammr und Not; darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius, gestorben 1529. 74 44 Wir glauben all' an einen Gott, Schöpfer 2 Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren; er sorget für uns, hüt't und wacht, es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren; von Maria, der Jung⸗ frauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den Heil'⸗ gen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n ver⸗ loren, am Kreuz gestorben und vom Tod wieder aufer⸗ standen durch Gott. 3. Wir glauben an den Heil' gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganz' Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hier all' Sünd' vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben. Nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Martin Luther, 1483⸗1546. Mel. Nun danket alle Gott. 45 Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, * mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel' gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick' viel Gut's an mir getan! 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut! 75 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft! 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles lobet, was in allen Lüften schwebet! Gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt: Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der Heil'ge Geist. 5. Dem wir das Heilig jetzt mit Freuden lassen klingen und mit der Engel Schar das Heilig! Heilig! singen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius, 1611⸗1684. 70 Johannesfest(24. Juni) Weise: O Jesu Christ, meins Lebens Licht. 46 O Lämmlein Gottes, Jesu Christ, der du mein 2 Trost und Leben bist, ich armer Sünder komm zu dir und bring viel Missetat mit mir. 2. Ach Gott, ich hab gesündigt sehr und mir gemacht ein Bürde schwer, doch bitt ich, wollst mir gnädig sein und nehmen weg all Schuld und Pein. 3. Wie Sankt Johann der Täufer mich dies alles legen heißt auf Dich, denn du seist da von Himmelszelt, zu helfen mir und aller Welt. 4. Forthin will ich gern bessern mich, deim Wort ge⸗ horchen williglich: Drum, o Herr, bleib allzeit bei mir und nimm mich endlich gar zu dir. Bartholomäus Helder, gest. 1635. St. Michaelis. Eigene Melodie. 47 Hen Gott, dich loben alle wir 8 Und sollen billig danken dir Für dein Geschöpf der Engel schon, Die um dich schweben in deim Thron. 2. Sie glänzen hell und leuchten klar Und sehen dich ganz offenbar, Dein Stimm sie hören allezeit Und sind voll göttlicher Weisheit. 3. Sie feiern auch und schlafen nicht. Ihr Fleiß ist gar dahin gericht, Daß sie, Herr Christe, um dich sein, Und um dein armes Häufelein. 77 4. Der alte Drach und böse Feind Vor Neid, Haß und vor Zorne brennt. Und wie er vor hat bracht in Not Die Welt, führt er sie noch in Tod. 5. Sein Dichten stehet alles drauf, Wie von ihm werd zertrennt dein Hauf, Kirch, Wort, Gesetz, all Ehrbarkeit Zu tilgen ist er stets bereit. 6. Darum kein Rast noch Ruh er hat, Brüllt wie ein Löw, tracht früh und spat, Legt Garn und Strick, braucht falsche List, Daß er verderb, was christlich ist. 7. Indeß wacht der Engel Schar. Die Christo folget immerdar, Und schützet deine Christenheit, Wehret des Teufels Listigkeit. 8. Am Daniel wir lernen das, Da er unter den Löwen saß, Desgleichen auch dem frommen Lot Der Engel half aus aller Not. 9. Dermaßen auch des Feuers Glut Verschont und keinen Schaden tut Den Knaben in der heißen Flamm, Der Engel ihn' zu Hülfe kam. 10. Also schützt Gott noch heutzutag Vor übel und gar mancher Plag Uns durch die lieben Engelein, Die uns zu Wächtern geben sein. 11. Darum wir billig loben dich, Und danken dir, Gott, ewiglich, Wie auch der lieben Engel Schar, Dich preiset heut und immerdar. 78 12. Und bitten dich, du wollst allzeit Dieselben heißen sein bereit, Zu schützen deine kleine Herd, So hält dein göttlich Wort in Wert. 13. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Desgleichen Christo, seinem Sohn, Und auch dem Tröster in der Not, Sind drei Person und nur Ein Gott. (Nach dem Lateinischen des Philipp Melanchthon, 1543.) Paul Eber, 1561. Weise: Wo Gott der Herr nicht bei uns hält. 48 9 us Lieb läßt Gott der Christenheit viel Gutes 0 widerfahren, aus Lieb hat er ihr zubereit viel tausend Engelscharen, darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns gar wohl bewahren. 2. Sie lagern sich, wenn kommt die Not, in Eil gefaßt sich machen und reißen die, so fürchten Gott, aus ihrer Feinde Rachen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die immer für uns wachen. 3. Sie führen auf den Straßen wohl die Großen samt den Kleinen, daß keiner Schaden leiden soll an Füßen oder Beinen. Darum man fröhlich singen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns mit Treuen meinen. 4. Solch Wohltat denen wird erzeigt, die nach dem Herren fragen: die Engel ihnen sind geneigt, den Satan sie verjagen, darum man fröhlich fingen mag: Heut ist der lieben Engel Tag, die uns in Himmel tragen. Georg Reimann, 1598. 49 Ein feste Burg ist unser Gott, eine gute Wehr 2 und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins⸗ gleichen. 2. Mit unsfrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Retter in Not, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. g. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht't: ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein'n Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther, 1483⸗1546. 80 50 Wach auf, wach auf, du deutsches Land, du * hast genug geschlafen. Bedenk, was Gott an dich gewandt, wozu er dich erschaffen. Bedenk, was Gott dir hat gefandt und dir vertraut sein höchstes Pfand; drum magst du wohl aufwachen. 2. Gott hat dir Christum, seinen Sohn, die Wahr⸗ keit und das Leben, sein liebes Evangelium, aus lauter Gnad gegeben: denn Christus ist allein der Mann, der für der Welt Sünd g'nug getan, kein Werk hilft sonst daneben. 3. Du solltest bringen gute Frucht, so du recht gläubig wärest, in Lieb und Treu, in Scham und Zucht, wie du solchs selbst begehrest, in Gottes Furcht dich halten fein und suchen Gottes Ehr allein, daß du niemand beschwerest. 4. Das helfe Gott uns allen gleich, daß wir von Sünden lassen und führe uns zu seinem Reich, daß wir das Unrecht hassen. Herr Jesu Christe, hilf uns nu und gib uns deinen Geist dazu, daß wir dein Wort recht fassen. Johann Walther, 1496⸗1570. Buß⸗ und Bettag 51 A“⸗ tiefer Not schrei ich zu dir; Herr Gott, erhör mein Rufen. Dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne; denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben, es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Ver⸗ dienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. Martin Luther, 1483⸗1546. Weise: Bater unser im Himmelreich. Leipzig, 1539. 52 N von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid. 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht, wir flehn um Gnad und nicht um Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollst nach unserm Tun, so müßt die ganze Welt vergehn und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 82 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Rettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer Tat. Wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. 4. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land. Gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vor's Teufels List und Mord, verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller, 1547⸗1606. ——2———————p—————Ä——Ä———ÄÄ———᷑ꝶꝶF1«k7 5 3 Cbanu der ist mein Leben, Sterben ist mein 5 Gewinn; dem tu ich mich ergeben, mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Ich hab nun überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich ver⸗ söhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mein Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her tut wanken, wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille laß mich, Herr, schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann kommt mein Stündelein. 84 7. An dir laß gleich den Reben mich bleiben alle⸗ zeit und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. 2 Vor 1608. 5 4 Her wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben; allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Er⸗ halt mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst; gib mir Geduld, denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. Kaspar Bienemann, 1540⸗1591. 5 5 Wer weiß, wie nahe mir meine Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken und, wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 4. Laß mich beizeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage frisch in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem End gut! 5. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, wie auch die Todesnot mich drückt, daß mirs mit Jesu glückt: ich bin und bleib in deinen Sorgen. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut! 6. Ich leb indes in dir vergnügt und sterb ohn alle Kümmernis. Mir gnüget, wie mein Gott es füget; ich glaub und bin es ganz gewiß: Mein Gott, aus Gnad durch Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Amilie Juliane Gräfin v. Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637⸗1706. Eigene Weise Wittenberg, 1524. 56 Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gottes Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille; wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast sehen lan und gmacht bekannt, daß er sei das Leben mein und Heil in Not und Sterben. 86 3. Den hast du allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. Martin Luther, 1483⸗1546. Eigene Weise Vorreformatorisch. 57 Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hilfe tu, daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missetat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not. Khrieleison. 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine. Es jammert dein Barm⸗ herzigkeit unsfre Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barm⸗ herziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht ver⸗ zagen vor der tiefen Hölle Glut. Kyrieleison. 3. Mitten in der Hölle Angst unsre Sünd uns treiben; wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison. (Strophe 1: 15. Jahrhundert; Strophe 2 u. 3: Martin Luther, 1483⸗1546.) 87 Eigene Weise Vorreformatorisch, Nürnberg, 1536. 58 O Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dahin 5 mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, sterben ist mein Gewinn; kein Bleiben ist auf Erden; das Ewge muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. 3. Auf Gott steht mein Vertrauen, sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. ö 4. Die Sünd mag mir nicht schaden, erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut. Kein Werk kommt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kommen allein durch christlich Glauben gut. Nürnberg, 1555. Eigene Weise 59 Moech s mit mir, Gott, nach deiner Güt, hilf 7 mir in meinem Leiden; versag mir nicht, was ich dich bitt: wenn sich mein Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ; ist alles gut, wenn gut das End. 2. Ich will, o Herr, dir folgen gern, du läßt mich nicht verderben, denn du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hier muß sterben, verlassen meine lieben Freund, die's herzlich gut mit mir gemeint. 3. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd mir nicht mehr mögen schaden; bei dir, o Herr, ich Rettung find, ich tröst mich deiner Gnaden; dein eigner Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. Johann Hermann Schein, 1586-⸗1630. 88 89 ö ö ö Zum Eingang 60 Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und — in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten, alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder, gebt das Herz ihm wieder! 2. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allem! 3. Du durchdringest alles; laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blu⸗ men willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen! 4. Mache mich einfältig, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden, mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. Gerhard Tersteegen, 1697⸗1769. 61 9 1 Jesu Christ, dich zu uns wend, dein heilgen Geist du zu uns send, mit Hilf und Gnad, Herr, uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Tu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr, stärk den Ver⸗ stand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 9⁰ 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott, der Herr, und schauen dich von Angesicht im ewgen Heil und selgen Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem Heilgen Geist in einem Thron, der Heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Altenburg, 1648. Abendmahl 6²2 D ie wir uns allhier beisammen finden, schla⸗ 5 gen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein; und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen ange⸗ nehm und schöne, sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christian Renatus Graf v. Zinzendorf, 1727⸗1752. Weise: Wie schön leuchtet der Morgenstern. 63 H'es Jesu, dir sei Preis und Dank für diese 2 Seelenspeis und Trank, damit du uns begabet. In Brot und Wein dein Leib und Blut kommt uns wahrhaftig wohl zugut und unsre Herzen labet, daß wir in dir und nach allem Wohlgefallen heilig leben. Solches wollest du uns geben. Bernhard von Derschau, 159 1⸗1639. Zum Ausgang 64 A bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid, hier und dorte, sei Güt und Heil beschert. —.. 2n 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, 1588⸗1632. 65 LV mich dein sein und bleiben, du treuer 2 Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanken, gib mir Beständigkeit, dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker, 1530⸗1592. 66 U Ausgang segne Gott, unsern Eingang 2 gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Tun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schenck, 1634⸗1681. 92 Lob und Dank(Erntedanffest) 67 Geber Gott, wir loben dich; Herr, wir prei⸗ sen deine Stärke. Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Heilig, Herr, allmächt'ger Gott, heilig, Herr der Kriegesheere, starker Helfer in der Not, Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum. 3. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Rett aus Sünden, rett aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott. 4. Herr, erbarm, erbarme dich! Auf uns komme, Herr, dein Segen. Leit und schütz uns väterlich, bleib bei uns auf allen Wegen, Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren sein! Nach Ambrosius von Ignaz Franz, 1719⸗-1790. 68 Och singe dir mit Herz und Mund, Herr, — meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 9⁴ 5. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 6. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 7. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 8. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurückgekehrt! 9. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regi⸗ ment; nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. 69 Le den Herren, den mächtigen König der 5 Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren; kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören. 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich be— reitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet. 9⁵ 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar ge⸗ segnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. Joachim Neander, 1650⸗1680. 70 Nn danket alle Gott mit Herzen, Mund und 7 Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kin⸗ desbeinen an unzählig viel zugut und noch jetzund getan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und dem, der beiden gleich im höchsten Him⸗ melsthrone, dem dreieinigen Gott, als der ursprüng⸗ lich war und ist und bleiben wird jetzund und im⸗ merdar. Martin Rinckart, 1586⸗1649. 71 Sẽei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wun⸗ der tut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfer⸗ macht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 96 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, o Gott, drum dank ich dir; ach danket, danket Gott mit mir, gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden, er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören; mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib, erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott, gebt unserm Gott die Ehre! 8. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen, bezahlet die gelobte Pflicht und laß uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht, gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jakob Schütz, 1640⸗1690. 72 Solit ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ö ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm dedeckt. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort; daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wann der Winter ausge⸗ schneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind; bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. 98 · 7 3 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weis⸗ heit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Be⸗ wundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht, wer kleidet sie mit Majestät, wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf, wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erden auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag: Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert, 1715-1769. 74 Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt, dem will er seine Wunder weisen in Berg und Wald und Strom und Feld. 2. Die Bächlein von den Bergen springen, die Lerchen schwirren hoch vor Lust, was sollt ich nicht mit ihnen singen aus voller Kehl und frischer Brust? 3. Den lieben Gott laß ich nur walten, der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld und Erd und Himmel will erhalten, hat auch mein Sach aufs best bestellt. 99 Eigene Weise 7 5 O daß ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir getan. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht; o daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht; ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis; mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinnig⸗ lich! 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräser in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 6. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinen steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 7. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing ich dir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Mentzer, 1658⸗1734. 100 Eigene Weise Johann Grüger, 1647. 76 Nen danket all und bringet Ehr, ihr Menschen 8 in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, un⸗ serm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hochbetrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz in's Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Volk und Land; er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. Morgen 7 A“ meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Leben lang, o Gott, in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren durch Christum, unsern Herren, dein eingebornen Sohn. 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feuer und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Leib und meine Seele, mein Weib, Gut, Ehr und Kind in dein Händ ich befehle, dazu mein Hausgesind als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, Brüder und Bekannten und alles, was ich hab. ö 5. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding ver⸗ mag. Er segne meine Taten, mein Vornehmen und Sach; ihm hab ich heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben, und was er sonst gegeben; er machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen in Gnaden sehen an; und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott bescheiden in mein'm Beruf und Stand. Georg Niege, 1525⸗1588. 102 70 Die güldne Sonne, voll Freud und Wonne, 2 bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sol⸗ len hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Abend und Morgen sind seine Sorgen, segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wann wir uns legen, so ist er zugegen, wann wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 4. Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wan⸗ ken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 5. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende, nach Meeresbrausen und Windessausen leuchtet der Son⸗ nen gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten, dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. 79 Gett des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und Heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält. 103 *W+.IIIIIIXXIXI 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein. Heinrich Albert, 1604⸗1651. Eigene Melodie. 80 Die helle Sonn' leucht't jetzt herfür, fröh⸗ lich vom Schlaf aufstehen wir. Gott Lob, der uns heut' diese Nacht behüt't hat vor des Teufels Macht! 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt' vor Sünd' und Schand' durch deine Güt', laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein. 3. Daß unser Herz in G'horsam leb', dein'm Wort und Will'n nicht widerstreb', daß wir dich stets vor Augen han in allem, was wir heben an! 4. Laß unser Werk geraten wohl, was ein jeder aus⸗ richten soll, daß unsre Arbeit, Müh' und Fleiß gereich' zu dein'm Lob, Ehr' und Preis! Nikolaus Hermann, 1480⸗1561. Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 81 Woch auf, mein Herz, und singe dem Schöp⸗ fer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter! 104 2. Du sprachst: Mein Kind, nun liege, trotz dem, der dich betrüge! Schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 3. Dein Wort, das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich verneuet. 4. Du willst ein Opfer haben, hier bring' ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr' und Widder sind mein Gebet und Lieder. 5. Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen und weißest, 220 zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 6. So woll'st du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 7. Sprich Ja zu meinen Taten, hilf selbst das Beste raten, den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende! 8. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Him⸗ mel reise! Paul Gerhardt, 1607⸗1676. 105 ——¹⁵WBWWW ʃ.. S3n Eigene Weise Johann Rudolf Ahle, 1662. 82 Morcenglans der Ewigkeit, Licht vom uner⸗ schöpften Lichte, schick uns diese Morgen⸗ zeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Ge⸗ wissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht auf⸗ stehn. 4. Ach du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh und, ent⸗ fernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 5. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr von Rosenroth, 1636⸗1689. Weise: Ich danke dir durch deinen Sohn. Michael Prätorius, 1610. 83 Mern erst Gefühl sei Preis und Dank; erheb' ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 106 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schützt mich vor Gefahren? 4. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mir's jetzt neu gegeben. 5. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 1 6. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber tun nach deinem 1 Wohlgefallen. 7. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele; sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, ö ö wenn ich fehle. Christian Fürchtegott Gellert, 1715⸗1769. Abend 8⁴ Non ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt, ihr aber, meine Sinnen, auf,‚ auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sterne prangen am blauen Himmelssaal; so, so werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal. 4. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich ber⸗ schlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. 5. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht be⸗ trüben kein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. Eigene Weise: 85 Ht ist der Sonne Schein, die finstre 2 Nacht bricht stark herein, leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht. 2. Wir danken, daß du uns den Tag vor Schaden, Gfahr und mancher Plag durch deine Engel hast be⸗ hüt't aus Gnad und väterlicher Güt. 108 23——9.——ꝛ..————— 794. —.——— 3. Womit wir heut erzürnet dich, verzeihe du uns gnädiglich und rechn' es unserer Seel nicht zu, laß schlafen uns mit Fried und Ruh. 4. Durch deine Engl die Wach' bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll, vor Schrecken, Angst und Feuers⸗ not behüte uns, o lieber Gott. Nikolaus Herman, 1480⸗1561. Weise: Lobe den Herrn, alle die ihn ehren. 86 Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen; Gott walt's zu Frommen nach seim Wohl⸗ gefallen, daß wir uns legen, in seim Gleit und Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister; halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr; schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken, laß uns in Züchten unser Tun und Dichten zu deim Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten, pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder. 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset; frist unser Leben, wollst die Sünd vergeben, erlös uns. Amen. Petrus Herbert, gest. 1571. 109 Weise: In dich hab ich gehoffet Herr. 87 Mein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr Jesu Christ, dich will ich lassen. walten und allezeit in Lieb und Leid in meinem Herzen halten. 2. Dein Lieb und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erd so fest besteht, das muß ich frei bekennen, drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von deiner Lieb mich trennen. 3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein, und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben. 4. Der Tag nimmt ab. Ach schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib Du bei mir, es will nun Abend werden, laß doch dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden. Leipzig, 1597. Weise: O Welt, ich muß dich lassen. 88 Nen sich der Tag geendet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich, dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schutz und Herze ein. Die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich stets umgibest, daß du mich herzlich liebest und rufst zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich so reine, laß früh und spät mir wichtig sein. 110 ä—.—...——9—.—— 4. Ein Tag, der sagt's dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, so schöne, mein Herz an Dich gewöhne, mein Heil ist nicht in dieser Zeit. Gerhard Tersteegen, 1697⸗1769. Eigene Weise. Adam Krieger, Dresden, 1667. 89 Numn sich der Tag geendet hat und keine Sonn 5 mehr scheint, schläft alles, was sich abge⸗ matt' und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsterniß ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich, in dieser finstern Nacht, und schenke du mir gnädiglich den Schutz von deiner Macht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; ach, aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich getan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vors Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tem⸗ pel auf. 7. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollt doch traurig sein? Johann Friedrich Herzog, 1647⸗1699. 111 Eigene Weise. Eisleben, 1568. 90 Chbrist, der du bist der helle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag; du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach lieber Herr, behüt uns heint in dieser Nacht vorm bösen Feind und laß uns in dir ruhen fein, daß Leib und Seele sicher sein. 3. Obschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein, halt über uns die rechte Hand, daß wir nicht fall'n in Sünd und Schand. 4. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein teures Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 5. Befiehl dem Engel, daß er komm und uns bewach, dein Eigentum; gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 6. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreifaltigkeit, wir loben dich i in Ewigkeit. Altkirchlich. Weise: In dich hab ich gehoffet, Herr. 91 Fi alle Güte sei gepreist, Gott Vater, Sohn 2 und Heilger Geist, ihr' bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kind— lich bringe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir getan, mir mein Gebet gewähret, hast väterlich mein Haus und mich beschützet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüte, was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 112 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht mein Schutz und Schirm in dieser Nacht, vergib mir meine Sünden, und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Christian Fürchtegott Gellert, 1715⸗1769. Eigene Weise 92 Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Stern⸗ lein prangen am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost verlachen, weil unsre Augen sie nicht sehen. 4. Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen garnicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künfte und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott laß dein Heil uns schauen, auf nichts Ver⸗ gänglichs bauen, nicht Eitelkeit uns freun. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod, und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommien⸗ du unser Herr und unser Gott. 113 7. So legt Euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder, kalt ist der Abendhauch. Verschon uns Gott mit Strafen und laß uns ruhig schlafen, und unsern kranken Nachbar auch. Matthias Claudius, 1740⸗1815. Gottvertrauen und Glaubenstrotz Eigene Weise. 93 Besiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen, es muß erbeten sein. ö 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zu Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern er— sprießlich ist, willst tun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 114 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn, laß tun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wun⸗ dern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wun⸗ derbarem Rat das Werk HRiniigeiithret, das dich be⸗ kümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost ver⸗ ziehn und tun an seinem Teile als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollst du für und für in Angst und Nöten f als frag er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu ver⸗ bleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron. Gott gibt dir selbst die Palmen in. deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. ö 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. 9 4 Ge*t, du bist meine Zuversicht, mein Schirm 2 und meine Waffen, du hast den heilgen Trieb nach Licht und Recht in mir geschaffen; du großer Gott in Not und Tod, ich will an dir mich halten, du wirst es wohl verwalten. 2. Und wenn die schwarze Hölle sich mit ihrem Gift ergösse und trotziglich und mörderlich durch alle Länder flösse, Gott bleibt mein Hut, Gott macht es gut im Tode und im Leben: Sein Recht wird oben schweben. 3. Und wenn die Welt in Finsternis und Unheil sich versenkte, mir steht das feste Wort gewiß, das Ewig⸗ keiten lenkte; das alte Wort bleibt doch mein Hort: Wieviel auch Teufel trügen, die Guten sollen siegen. 4. O großes Wort, o fester Stahl, o Harnisch son⸗ dergleichen! Was Gott versprach, was Gott befahl. das läßt mich nicht erbleichen. Die stolze Pflicht er⸗ zittert nicht; mag Land und Meer vergehen, sie wird mit Gott bestehen. 5. Drum walt es Gott, der alles kann, der Vater in den Höhen! Er ist der rechte Held und Mann und wird es wohl verstehen. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Tode und im Leben: Sein Recht wird oben schweben. 95 Och weiß, woran ich glaube, ich weiß, was V fest besteht, wenn alles hier im Staube wie Sand und Staub verweht; ich weiß, was ewig bleibet, wo alles wankt und fällt, wo Wahn die Weisen treibet und Trug die Klugen prellt. 2. Ich weiß, was ewig dauert, ich weiß, was nim⸗ mer läßt; auf ewgen Grund gemauert steht diese Schutzwehr fest. Es sind des Heilands Worte, die Worte fest und klar; an diesem Felsenhorte halt ich unwandelbar. 116 3. Das ist das Licht der Höhe, das ist der Jesus Christ, der Fels, auf dem ich stehe, der diamanten ist, der nimmermehr kann wanken, der Heiland und der Hort, die Leuchte der Gedanken, die leuchtet hier und dort. 4. Drum weiß ich, was ich glaube; ich weiß, was fest besteht und in dem Erdenstaube nicht mit als Staub verweht; ich weiß, was in dem Grauen des Todes ewig bleibt und selbst auf Erdenauen des Him⸗ mels Blumen treibt. Ernst Moritz Arndt, 1769⸗1860. 96 V allen meinen Taten laß ich den Höchsten 2 raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, mir selber geben Rat und Tat. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem übel schützt. Leb ich nach seinem Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich ent⸗ binden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 117 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wie⸗ der, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden und was mir stößt zuhanden, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unver⸗ drossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Fleming, 1609⸗1640. 97 Ià Gott für mich, so trete gleich alles wider 7 mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 118 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, könnt ich bestehen nicht. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Helden⸗ mut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tut. 5. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut; die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 6. Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewig⸗ lich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Süne soll mir ein Hindrung sein. 7. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herr⸗ lichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 8. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesu Christ; das, was mich singen machet, ist,. 8—— ů‚ was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1607⸗1676. 98 3 meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach wie lang, ach lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir. Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst lieber werden. 119 I.IFI—FF:F:FI—I—————:···· 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor dem Stürmen aller Feinde frei. Laß den Satan wittern, laß den Feind erbittern, mir steht Jesus bei. Ob die Welt gleich bricht und fällt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Trotz dem alten Drachen, trotz dem Todesrachen, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe in gar sichrer Ruh. Gottes Macht hält mich in acht, Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freuden⸗ meister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. Johann Franck, 1618⸗1677. 99 Was Gott tut, das ist wohlgetan, es bleibt 2 gerecht sein Wille, wie er fängt meine Sache an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich nicht betrügen, er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mir genügen an seiner Huld und hab Geduld; er wird mein Unglück wenden, es steht in seinem Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er wird mich wohl bedenken; er als ein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift einschenken für Arznei; Gott ist getreu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 120 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan, muß ich den I Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem II Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan, dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, ö Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz bäterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast, 1649⸗1708. 100 Wer nur den lieben Gott läßt walten und 8 hoffet auf ihn allezeit, den wird er wun⸗ derbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in ö sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, * wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 121 **7E? +++ν⁰:-q 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wirs uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist. Die Folgezeit ver⸗ ändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 4 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 1621⸗1681. 101 Wie Gott mich führt, so will ich gehn ohm alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt für Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 122 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will kehren und wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt: er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunder⸗ lich, sein Rat wird doch erfüllen, was ihn in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glau⸗ ben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken. Sein Antlitz lässet Gott nicht sehn, zuletzt wird ers aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanker. Lambert Gedicke, 1683⸗1736. 102 W' mit grimmgem Unverstand Wellen sich bewegen! Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen! Einer ist's, der in der Nacht, einer ist's, der uns bewacht. Christ in der Höh', du wanderst auf der See. 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, wo dann Rettung finden? Keine Hilf als bei dem Herrn, er ist unser Morgenstern. Christ in der Höh', erschein uns auf der See! 3. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob er⸗ schallen. Lobet ihn mit Herz und Mund, lobet ihn zu jeder Stund. Christ in der Höh; ja, dir gehorcht die See. 4. Einst in meiner letzten Not, laß mich nicht ver⸗ sinken; soll ich vor dem bittern Tod Well auf Welle trinken, reiche mir dann liebentbrannt, Herr, Herr, deine Glaubenshand! Christ in der Höh', komm zu uns auf die See! Joh. Daniel Falk, 1768⸗1826. 103. Bnt meine Seele, harre des Herrn; alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Früh⸗ ling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott. 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn; alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! Friedrich Räder, 1815⸗1872. 124 Pflichterfüllung 10⁴4 O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell — guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tun ge⸗ bühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ichs tue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs tu, so gib, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verza⸗ gen, gib einen Heldenmut, das Kreuz hilf selber tra⸗ gen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmut über⸗ wind und, wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freund⸗ schaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts unter⸗ menget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter drin⸗ gen, so gib Geduld; vor Sünd und Schaden mich be⸗ wahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abschei⸗ den; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freu⸗ den; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. — 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so tu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Johann Heermann, 1585⸗1647. 105 Ai bleibet treu und haltet fest, so wird euch mehr gelingen, wer sich von Gott nicht scheiden läßt, der kann die Hölle zwingen. Der alte Gott, der treue Gott, läßt sich noch immer schauen und macht des Teufels List zu Spott unnd seinen Stolz zu Grauen. 2. Auf! bleibet treu und haltet aus, wie Lug und Trug auch schnauben, der Herrgott droben hält noch Haus und schirmt den rechten Glauben; den Glauben, daß die Welt vergeht, wenn Männertreue wanket, den Glauben, daß wie Sand verweht, was um die Lüge ranket. 3. Denn Treue steht zuerst, zuletzt im Himmel und auf Erden: Wer ganz die Seele dreingesetzt, dem soll die Krone werden. Drum mutig drein und nimmer bleich! denn Gott ist allenthalben: Die Freiheit und das Himmelreich gewinnen keine Halben. Ernst Moritz Arndt, 1769⸗1860. 106 Urd wollte alles wanken und alles bräche 0 ein, So sollen dein Gedanken in ihn verwurzelt sein. Wenn auch von deinen Wänden der letzte Pfeiler fällt: Er hat dich doch in Händen, der alle Himmel hält. 126 2. Und mußt du alles missen und ganz in Trümmern gehn Und könntst vor Finsternissen den hellen Tag nichts ehn— Es muß doch alles enden, wie er sich's vorgestellt; Er hat dich doch in Händen, der alle Himmel hält. 3. Und müßte Treue lügen und Glauben spräng wie Glas, Wenn alle Schrecken schlügen und Unglück wüßt kein Maß Wie Windstoß wird sich's wenden, noch eh dein Herz zerschellt: ö ö Er hat dich doch in Händen, der alle Himmel hält. 4. Er wird dich nicht versäumen, er weiß die rechte Zeit, Wie auch die Wasser schäumen in wilder Mächtigkeit, Wenn gleich vor Gischt verschwänden das Leben und die Welt: Er hat dich doch in Händen, der alle Himmel hält. Gustav Schüler, geb. 1868. 107 Wer ist ein Mann? Wer beten kann und Gott dem Herrn vertraut; wann alles bricht, er zaget nicht; dem Frommen nimmer graut. 2. Wer ist ein Mann? Wer glauben kann inbrünstig, wahr und frei; denn diese Wehr bricht nimmermehr, sie bricht kein Mensch entzwei. 3. Wer ist ein Mann? Wer lieben kann von Herzen fromm und warm; die heilge Glut gibt hohen Mut und stärkt mit Stahl den Arm. 4. Dies ist der Mann, der streiten kann für Weib und liebes Kind; der kalten Brust fehlt Kraft und Lust, und ihre Tat wird Wind. 5. Dies ist der Mann, der sterben kann für Freiheit, Pflicht und Recht; dem frommen Mut deucht alles gut, es geht ihm nimmer schlecht. 127 6. Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland; er läßt nicht ab bis an das Grab mit Herz und Mund und Hand. Ernst Moritz Arndt, 1769⸗1860. Trost und Ergebung. 108 Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch; wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 3. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 4. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 5. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben. 6. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen. ö Paul Gerhardt, 1606⸗1676. 128 * Gebet 1009 J5 bete an die Macht der Liebe, die sich in 2 Jesu offenbart, ich geb' mich hin dem freien Triebe, mit dem ich selbst geliebet ward; ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken. Gerhard Tersteegen, 1697⸗1769. 110 Wir treten zum Beten vor Gott, den Ge⸗ rechten; er waltet und haltet ein stren⸗ ges Gericht. Er läßt von den Schlechten die Guten nicht knechten, sein Name sei gelobt, er vergißt unsen nicht. ö 2. Im Streite zur Seite ist Gott uns gestanden, er wollte, es sollte das Recht siegreich sein. Da ward, kaum begonnen, die Schlacht schon gewonnen. Du,. Gott, warst ja mit uns, der Sieg, er war dein! 3. Wir loben dich oben, du Lenker der Schlachten, und flehen, mögst stehen uns fernerhin bei, daß deine Gemeinde nicht Opfer der Feinde. Dein Name sei gelobt; o Herr, mach uns frei! Nach einem niederländischen Dankgebet. 11¹ W' ir harren Christ, in dunkler Zeit, ö 2 Schick Deinen Stern uns zum Geleit Auf winterlichem Feld. Du kamest sonst doch Jahr um Jahr Nimm heut auch unsere Armut wahr In der verworrenen Welt. 2. Es geht uns nicht um bunten Traum Von Kinderlust und Lichterbaum; Wir bitten: blick uns an, Und laß uns schaun Dein Angesicht 129 Drin jedermann, was ihm gebricht Gar leicht verschmerzen kann. 3. Es darf nicht immer Frieden sein; Wer's recht begriff, der gibt sich drein. Hat jedes seine Zeit. Nur Deinen Frieden, lieber Herr, Begehren wir, je mehr und mehr, Je mehr die Welt voll Streit. Rudolf Alexander Schröder. Eigene Weise. Leipzig, 1539 112 Valer unser im Himmelreich, der du uns alle heißest gleich Brüder sein und dich rufen an und willst das Beten von uns han, gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geh von Her⸗ zensgrund. 2. Geheiligt werd der Name dein, dein Wort bei uns hilf halten rein, daß wir auch leben heiliglich, nach deinem Namen, würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, das arm, verführet Volk bekehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort her⸗ nach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Gewalt zerbricht, vor ihm dein Kirch erhalt. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erdem wie im Himmelreich. Gib uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steur allem Fleisch und Blut, daß wider deinen Willen tut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot und was man darf zur Leibesnot; behüt uns vor Unfried und Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, daß wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 130 6. All unsre Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht; wenn uns der böse Geist anficht, zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst't und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem übel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. Bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist: es werde wahr! Stärk unsern Glau⸗ ben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort in dem Namen dein; so sprechen wir das Amen fein. Martin Luther, 1483⸗1546. Jesusnachfolge. 11 3 geh voran, auf der Lebensbahn, und 7 wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, küm⸗ mert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf. Nach Nikolas Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700⸗1760. 11 4. Mi nach, spricht Christus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet, was nicht Gott gefällt, folgt meinem Ruf und Schalle! Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt mei⸗ nem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für den Weg zum wahren Leben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite, ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Mann, der still mag stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn! 132 4. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen! Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler, 1624⸗1677. Strophe 4 Zusatz, 1695. 133 Eigene Weise. Erfurt, 1524. 11 5 A5 Gott, vom Himmel sieh darein und laß 2 dich des erbarmen. Wie wenig sind der Heiligen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verlo⸗ schen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz er⸗ findet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten alle gar, die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trotz! Wer will's uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, das gilt gemein; wer ist, der uns sollt meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feuer siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll des⸗ gleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird sein Kraft, erkannt und Schein und leucht't stark in die Lande. 6. Was wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen Gschlechte und laß uns dir befohlen sein, daß sich's in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in deinem Volk er⸗ haben. Martin Luther, 1483⸗1546. 135 Eigene Weise. 116 E uns, Herr, bei deinem Wort und 8 steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron! 2. Beweis dein' Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm' dein' arme Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit! x 3. Gott Heil'ger Geist, du Tröster wert, gib dein'm Volk ein'rlei Sinn auf Erd', steh bei uns in der letzten Not, g'leit' uns ins Leben aus dem Tod! 4. Ihr' Anschläg', Herr, zunichte mach', laß sie treffen die böse Sach' und stürz' sie in die Grub' hinein, die sie machen den Christen dein! 5. So werden sie erkennen doch, daß du, uns'r Herr⸗ gott, lebest noch und hilfst gewaltig deiner Schar, die sich auf dich verlassen gar. Martin Luther, 1483⸗1546. V.Au.5 Justus Jonas 1493⸗1555. Eigene Weise. Straßburg, 1524. 117 Eꝰ wolle Gott uns gnädig sein und seinen 5 Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden über⸗ alle, und alle Welt, die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 136 SISIII 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Taten; das Land bringt Frucht und bessert sich, dein Wort ist wohlgeraten. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre tu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Martin Luther, 1483⸗1546. Eigene Weise. 118 A bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil MWMes nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht! 2. In dieser letzt'n, betrübten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein b'halten bis an unser End'! 3. Herr Jesu, hilf, dein' Kirch' erhalt, wir sind gar sicher, faul und kalt! Gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall' an allem Ort! 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr' des Teufels Trug und Mord! Gib deiner Kirche Gnad' und Huld, Fried', Einigkeit, Mut und Geduld! 5. Ach Gott, es geht gar übel zu, auf dieser Erd' ist keine Ruh', viel Sekten und viel Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr'. 7. Die Sach' und Ehr', Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei! 137 8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders suchen mehr! 9. Gib, daß wir leb'n in deinem Wort und darauf ferner fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelssaal! Nürnberger Gesangbuch, 1611. Nach Nikolaus Selnecker. Eigene Weise. 119 Versage nicht, du Häuflein klein, ob schon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu zerstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst and bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten. Er wird durch einen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen. schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort und was dem tut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott; Gott ist mit uns und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. Michael Altenburg, 1584⸗1640. Weise: Nun komm, der Heiden Heiland. Erfurt, 1524 alte, walte nah und fern, allgewaltig 120. Wé Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat; 138 *—————·—9——— —9—9—9—9————————— ——8——79..—.— ——8—————— 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes Tat ewig weggenom⸗ men hat; 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft; 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein; walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. Jonathan Friedrich Bahnmaier, 1774⸗1841. Weise: Wachet auf, ruft uns die Stimme. iner ist's 3, an dem wir hangen, der für 121. Ei uns in den Tod gegangen und uns er⸗ kauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigentum, bereite dir zum Ruhm deine Kinder. Verbirg uns nicht das Gna⸗ denlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet, du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat; unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn, denn Armut ist Gewinn für den Himmel; Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig, drum sende treue Bashen aus. Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzu⸗ laden zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem. den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Got⸗ tes! Da ruht der Streit, da währt die Freud heut, gestern und in Ewigkeit. 139 4. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, dein treues Herz, das für uns fleht, wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz solange weisen, bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort, es richtet und durchbohrt Geist und Seele; dein Joch ist süß, dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. Albert Knapp, 1798⸗1864. Eigene Weise. 122 Lꝰ Gott getrost mit Singen, frohlock, du christlich Schar! Dir soll es nicht miß⸗ lingen, Gott hilft dir immerdar. Ob du gleich hier mußt tragen viel Widerwärtigkeit, doch sollst du nicht verzagen, denn er hilft dir aus allem Leid. 2. Kann und mag auch verlassen eine Mutter je ihr Kind und also gar verstoßen, daß es kein Gnad mehr findt? Und ob sich's möcht begeben, daß sie sogar ab⸗ fiel; Gott schwört bei seinem Leben, daß er dich nicht verlassen will. 3. Darum laß dich nicht schrecken, o du christgläubge Schar! Gott wird dir Hilf erwecken und selbst dein nehmen wahr. Hat er dich doch gezeichnet, gegraben in sein Händ. Dein Nam stets vor ihm leuchtet, daß er dir seine Hilfe send. 4. Es tut ihn nicht gereuen, was er vorlängst ge⸗ deut't, sein Kirche zu erneuen in dieser gfärlich Zeit. Er wird herzlich anschauen dein Jammer und Elend, dich herrlich auferbauen durch sein rein Wort und Sakrament. 140. / rr A 5. Gott solln wir billig loben, der sich aus großer Gnad durch seine milden Gaben uns kundgegeben hat. Er wird uns auch erhalten in Lieb und Einigkeit und unser freundlich walten hie und auch dort in Ewigkeit. (Gesangbuch der Böhmischen Brüder) Johann Horn, gest. 1547. Weise: Lobet den Herrn, ihr Heiden all. 123 Zeuch an die Macht, du Arm des Herrn, wohl auf und hilf uns streiten, noch hilfst Du deinem Volke gern, wie du getan vor Zeiten. Wir sind im Kampfe Tag und Nacht, o Herr, nimm gnädig uns in acht und steh uns an der Seiten. 2. Mit dir, du starker Heiland du, muß uns der Sieg gelingen; wohl gilt's zu streiten immerzu, bis einst wir dir lobsingen. Nur Mut! Die Stund ist nimmer weit, da wir nach allem Kampf und Streit die Lebens⸗ kron erringen. 3. Drängt uns der Feind auch um und um, wir lassen uns nicht grauen, du wirst aus deinem Heiligtum schon unsre Not erschauen. Fort streiten wir in deiner Hut und widerstehen bis aufs Blut und wollen dir nur trauen. ö Friedrich Oser, 1820⸗1891. Weise: Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Heinrich Molck, 1828. 12 4 Licht. das in die Welt gekommen, Sonne voller Glanz und Pracht, Morgenstern, aus Gott entglommen, treib hinweg die alte Nacht! Zieh in deinen Wunderschein bald die ganze Welt hinein. ö 141 2. Gib dem Wort, das von dir zeuget, einen recht gepriesnen Lauf, daß noch manches Knie sich beuget, sich noch manches Herz tut auf, eh die Zeit erfüllet ist, wo du richtest, Jesu Christ. 3. Geh, du Held, aus deiner Kammer, laufe deinen Siegespfad, strahle Tröstung in den Jammer, der die Welt umdunkelt hat. O erleuchte, ewges Wort, Ost und West und Süd und Nord! 4. Komm, erquick auch unsre Seelen, mach die Augen hell und klar, daß wir dich zum Lohn erwählen; vor dem Argen uns bewahr; ja, laß deinen Himmelsschein unsres Fußes Leuchte sein! Rudolf Stier, 1800⸗1862. 142 — ———— Vom rechten Beten. — In schweren Zeiten lehrt uns die Not wieder, dort Hilfe zu suchen, wo allein richtig Hilfe ist. Indem Du betest, öffnest Du Dein Herz für Gott. Wenn Du selber nicht nur redest, sondern stille wirst vor Gott, dann wird es geschehen, daß er mit seinem Wort zu Dir spricht. Du sollst nicht nur in den hier gedruckten Worten beten, sondern noch vielmehr aus Deinem eigenen Herzen. Mit allen Anliegen darfst Du vor Gott treten. Was heißt beten? Beten heißt: 1. Mit Gottes Wirklichkeit rechnen: d. h. an ihn glauben. 2. So wie man ist und wie einem zumute ist, vor Gottes Angesicht hintreten und ihm sein Herz öffnen. 3. Gott suchen(Matth. 7, 7). 4. Gott zu sich reden lassen.(Apg. 10, 1—9; Luk. 1, ‚ 26—38). 5. Sich von Gott beschenken lassen(Psalm 50, 153 Matth. 7, 7, Tuk. 11. 9). 6. Gott danken(Luk. 1, 46—55; Luk. 2, 20). 7. Gott anbeten(Joh. 4, 24; Joh. 1, 7). Warum sollen wir beten? 1. Weil es Gottes Wille ist(Matth. 6, 9). 2. Weil wir nur durchs Gebet mit Gott in Verbin⸗ dung bleiben(Joh. 17, 20 f.). 3. Weil wir Gottes Kinder sind, und als solche mit dem Vater über alle Anliegen sprechen(Röm. 8, 44 f.). 144 4. Weil das Gebet der von Gott vorgesehene Weg ist, auf dem wir Gottes Gaben, insbesondere die des heiligen Geistes empfangen.(Mark. 11, 24; Luk. 11, 13). 5. Weil das Gebet in Jesu Namen der Weg zur ech⸗ ten Freude, ist(Joh. 16, 24; Psalm 16, 110. 6. Weil Jesus gebetet hat und wir in allen Dingen seine Nachfolger sein sollen.(Joh. 12, 26; Matth. 14, 23). 7. Weil Jesus seine Jünger beten lehrte(Matth. 6, 9—13). 8. Weil die Apostel uns zum Gebet ermahnen(Röm. 12, 12; 1. Thess. 5, 17). 9. Weil Gott uns im Gebet ein Kampfmittel gegen den Teufel, den Fürsten der Finsternis in die Hand gibt(Matth. 17, 20 f.; Eph. 6, 11—18). 10. Weil wir täglich Grund zum Loben und Danken haben(Eph. 5, 20; Psalm 107, 1.6.8.). 11. Damit Gott zu uns reden kann(Apg. 10, 9—18). Wie sollen wir beten? 1. Im Namen Jesu(Joh. 16, 23). 2. Wie ein Kind zum Vater(Matth. 6, 9). 3. Voll Vertrauen und ohne Zweifel(Jak. 1, 5—7; Mark. 11, 243 Luk. 11, 13). 4. Ernst und unaufhörlich(Röm. 15, 30; 8, 26; 12, 12; Luk. 22, 44; Apg. 12, 5). 5. Allein(Matth. 6, 5 u. 6). 6. Gemeinsam(Matth. 18, 19; Apg. 2, 42). 7. Im Geist und in der Wahrheit(Joh. 4, 24; Eph. 6, 18; Röm. 8, 26; Jud. 20). 8. Entsprechend dem Willen Jesu(1. Joh. 5, 14). 145 9. Voll Freudigkeit(Psalm 108). 10. Im Bekennen unserer Sünden(Luk. 18. 13; Psalm 51, 3—6; 11—14; Luk. 15, 10; 21—24). 11. In fürbittendem Denken für Obrigkeit, Voll und Reich(1. Tim. 2, 1 und 3). 12. In fürbittendem Denken für unsere Lieben (Matth. 15, 21—28; 17, 14—17). 13. In fürbittendem Denken für die Gemeinde und ihre Diener(Apg. 12, 5; Apg. 4, 29 ff.; Röm. 1. 83 Phil. 1, 3—4; Phil. 1, 27; Eph. 6, 18; Röm. 15, 30 ff.; 2. Kor. 1, 14. 14. In fürbittendem Denken für die persönlichen Feinde(Luk. 23, 34; Matth. 5, 44b; Apg. 7, 59). Wann sollen wir beten? 1. Am frühen Morgen(Mark. 1. 35). 2. Am Abend und in der Ruhe der Nacht(Luk. 6. 12). 3. Vor großen Entscheidungszeiten des Lebens(Luk. 6, 12 ff.; Mark. 3, 21 ff.; Mark. 1, 35—38; Luk. 22, 39—46; Apg. 10, 9—20; Apg. 13, 3; 14, 23; 6. 67 1, 24). 4. Vor und nach bedeutenden Ereignissen(Matth. 14, 23; Joh. 6, 15). 5. Bei vieler und schwieriger Arbeit: je mehr Arbeit, desto mehr Gebet(Luk. 5. 15 ff.; Mark. 6, 41—46). 6. Vor großen Proben(Prüfungen des Lebens) (Matth. 26, 36) 7. Betet ohne Unterlaß(1. Thess. 5, 17). Gebetshindernisse 1. übles Bitten(Jak. 4, 3; Psalm 66, 18). 2. Gedankenloses Herunterleiern irgendwelcher Gebete Matth. 6, 7). 146 DI— . 3. Sünden, die wir Gott noch nicht bekannt haben und darum unvergeben sind(Jes. 59. 1 ff.). 4. Alles, was wir mehr lieben als Gott, d.h. zu unse⸗ rem Götzen machen(1. Gebot; Hesek. 14, 3). 5. Geiz(Spr. Sal. 21, 13; Eph. 5, 5; 1. Tim. 6, 10). 6. Unversöhnlichkeit(Mark. 11, 25; Matth. 5, 238 ff.). 7. Zügellosigkeit in und außer der Ehe(1. Petr. 3,. 7 Gal. 5, 19; Hebr. 13, 4). Erhört Gott jedes Gebet? Ja, aber auf seine Weise und zu seiner Zeit. Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in dem Schwachen mächtig(2. Kor. 12, 9). Alles was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubt, werdet ihr's empfangen(Matth. 21, 22). Wenn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben; wieviel mehr wird euer Vater im Him⸗ mel seinen Heiligen Geist geben denen, die ihn darum bitten(Luk. 11, 13). Was ist beim Beten zu bedenken? 1. Immer muß hinter all deinem Beten die demütige Bitte stehen: Vater, nicht wie ich will, sondern wie Du willst(Matth. 26, 39). Dein Wille geschehe (Matth. 6, 10). 2. Jesus spricht: Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet(Matth. 26, 41). 3. Paulus mahnt die Gemeinde des Herrn: Betet ohne Unterlaß; tut Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen. 147 * 4. Huldreich Zwingli schrieb an seine Brüder: Wenn ihr euch sündig, schwach und elend fühlt, so rufet Gott um Hilfe an, um Gnade und Vergebung. Waget mit ihm zu reden, wie wenn ihr bei ihm ganz nahe wäret. Das ist das wahre Gebet. 5. Martin Luther sagt: Ein Christenmensch soll un⸗ aufhörlich beten.— Wir kämpfen mit Gebet und wir werden siegen durch Gebet.— Du mußt das Amen allewegs stark machen und nicht zweifeln, Gott höre dir gewißlich zu mit allen Gnaden und sage Ja zu deinem Gebet; und denke ja, daß du nicht allein da kniest und stehst, sondern die ganze Christenheit und alle frommen Christen bei dir und du unter ihnen in einmütigem, einträchtigem Gebet, welches Gott nicht verachten kann; und gehe nicht vom Gebet, du habest denn gesagt oder gedacht: wohlan, dies Gebet ist bei Gott erhört, das weiß ich gewiß und fürwahr; das heißt Amen.— Wo irgendein frommer Christ bittet: lieber Vater, laß doch Deinen Willen geschehen, so spricht er droben: ja, liebes Kind, es soll so sein aller Welt zum Trotz. 148 Der du bist im FimmellGe DTmeichkonmnel 2 Dein keich komme Deiri Ville geschehe/ wie im Himmel/also ichauf Erden. Uinser tũglich brot gib uns 1 O Urid vergib uns umsere Schnild/wiẽ wir vergeben unsern Schul⸗ Digern· Iund führe uris nicht mpersuchung lvn dern erlösẽ uns von dem Lnch ddr ist das Neich urid die Hraft und die⸗ Fjerrlichkeit in Ewigkeit⸗ Nlinen J Hur uner 149 Tagesgebete Sonntag Morgen. Herr Jesu Christe, der Du dem Tode die Macht ge⸗ nommen und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht gebracht hast, wir freuen uns in Deiner Kraft und preisen Dich, Licht vom ewigen Lichte, Sonne dieser Welt und der Welt, die da kommt. Herr wir bitten Dich: Komme zu uns mit Deiner Wahrheit, mit Deiner Liebe, daß wir Finsternisse und Angst unsere Seele nicht anfechten lassen, sondern, in Dir geborgen, den Angriffen des Versuchers wider⸗ stehen, Dir allezeit folgen auf dem Wege zur Frei⸗ heit der Kinder Gottes, und als Erben Deiner Ver⸗ heißungen getrost und gehorsam leben mögen. Amen. Sonntag Abend. Herr, wir danken Dir für Deinen Tag. Wir bitten Dich: mache alle Hörer Deines Wortes zu Tätern, laß Frucht tragen, was Du heute gesäet hast. Erhalte in wahrer Gemeinschaft, die Gäste an Deinem Tische waren. Laß den Glanz dieses Tages leuchten über Arbeit und Mühe der Woche. Führe den Tag der Freude herauf, da wir Dich loben und preisen in Ewigkeit. Amen. Heiliger Gott, der Du segnest, die Dich preisen und Leben schenkst denen, die Dir vertrauen, wir bitten Dich: erhalte uns in der Gemeinschaft Deines Geistes, verbinde uns immer inniger mit Dir, daß wir, ge— stärkt und erleuchtet, Macht gewinnen über den Ver⸗ sucher, Geduld zum Dienste der Liebe; und schenke uns den Frieden, den die Welt nicht kann empfangen. Erfülle mit Deinem Leben alle Herzen, die sich Dir auftun mit aufrichtigem Verlangen. Dir befehlen wir unser Volk: verlaß uns nicht, wir hoffen auf Dich! Amen. 150 Montag Morgen. Herr, unser Gott, Du König des Lebens, da aufs neue beginnt die Arbeit der Woche mit ihren Mühen und Sorgen, mit ihrer Versuchung, hilf, daß wir Dir dienen in allem Beginnen. Führe uns auf rechter Straße. Laß uns gewisse Tritte tun. Lehre uns tun, was zu unserem Heile ist. Hilf uns lassen, was Dir nicht gefällt. Segne unser Werk. Segne alle, die mit uns verbunden sind auf den Wegen dieser Woche. Gib uns Frucht, die bleibet. Herr, wir glauben, hilf un⸗ serm Unglauben. Amen. Montag Abend. Gelobet seist Du, Gott, allmächtiger Herrscher, der Du den Tag erleuchtest durch Deiner Sonne Licht und die Nacht durch der Sterne Strahlen erhellst, der Du uns gnädig hast die Bahn des Tages durchwandeln lassen und hast uns zur stillen Nacht gebracht. Höre auf unser Gebet und auf das Gebet Deines ganzen Volkes. Nimm an unser Abendgebet und schütte über uns aus die Fülle Deiner Barmherzigkeit und Deiner Siege. Rüste uns aus mit den Waffen der Gerechtigkeit, um⸗ schanze uns mit Deiner Wahrheit, behüte uns vor allem Unfall, rette uns in aller Anfechtung. Gib, daß wir, in Deiner Gnade geborgen, unverzagt und ohne Wanken leben mögen. Amen. Dienstag Morgen. Herr, Du sendest uns in den Kampf. Du kennst unsere Schwachheit, Du weißt, wie leicht wir verzagen in den Versuchungen und Schrecknissen des Lebens. Hilf, daß wir einander beistehen mit Geduld und wacher Liebe. Gib uns Deinen heiligen Geist, daß er uns bewahre, daß wir ritterlich streiten und siegen. Sei 151 Du unsere Kraft. Festige unseren Sinn. Richte uns durch Deine Wahrheit. In Deinem Frieden laß unser Herz sich stillen und Klarheit finden. Herr, wir glau⸗ ben, hilf unserm Unglauben. Amen. Dienstag Abend. Herr, höre unser Gebet. Neige Dich unserm Rufen. Mächte der Finsternis und Gewalten der Bosheit, Geister der Lüge bedrängen uns. Von allen Seiten gehen sie wider uns an, daß sie uns verschlingen. Aber Du, Herr, bist sehr mächtig in der Höhe. Du bist unsere Burg, ein starker Hort wider unsere Feinde. Herr, laß unsere Seele frei hindurchgehen und Trost haben in Dir. Amen. Mittwoch Morgen. Herr, Du sendest uns zu einem jeden Menschen, den Du zu unserem Nächsten gemacht hast. Gib uns für⸗ einander den Blick der Liebe, das rechte Wort, die helfende Tat. Hilf uns einander zu geben, was wir bedürfen, einander zu dienen, wie das tägliche Brot. Wir bitten Dich für unsere Kinder und alle, die uns verwandt und vertraut sind. Wir bitten Dich für alle Nahen und Fernen, die unserem Herzen teuer sind. Wir bitten Dich für die Menschen, die mit uns den Weg der Arbeit gehen. Wir bitten Dich für alle Glie⸗ der unserer Gemeinde: für die Gesunden und für die Kranken, für die Fröhlichen und die Traurigen, für die Guten und für die Unguten, für die Starken und für die Schwachen, und für ihr Heil. Herr, wir glau⸗ ben, hilf unserm Unglauben. Amen. ö Mittwoch Abend. Herr, wir bitten Dich in dieser Abendstunde für die Häuser in unserer Gemeinde, für die Eltern und für 152 die Kinder: Heilige unsere Liebe. Behüte die Kinder vor allem Argernis. Beschütze ihren Frieden, ihre Fröh⸗ lichkeit. Wehre allen Versuchern. Bewahre die Jüng⸗ linge und Jungfrauen, laß sie wachsen und reifen in Keuschheit und Zucht. Lehre die Jungen wahrhaftige Ehrfurcht vor dem Alter, neige die Herzen der Alten in Ehrfurcht zu allem jungen Leben. Behüte die Schwachen, behüte die Zweifelnden, behüte die Sor⸗ genden und Verzagten, errette die Gefallenen und Verstrickten. Laß ihnen allen Dein Antlitz leuchten, Du unser Heiland und Erlöser. Amen. Donnerstag Morgen. Herr, wir warten auf Dich. Füge zu neuer Gemein⸗ schaft, was unter uns zerrissen ist. Heile, was krank ist. Belebe, was tot ist und unfruchtbar. Gib uns Kraft und Zuversicht, Dir zu dienen. Laß Deine Ge⸗ meinde zum Segen werden für unser Volk. Baue Deine Kirche zur Stätte des Friedens, zum Haus der Gnade. Geist des Lebens, ergreife uns. Herr, wir glauben, hilf unserm Unglauben. Amen. Donnerstag Abend. Herr, wir danken Dir in dieser Abendstunde für die Wunder und Geheimnisse, für die Offenbarung Deines göttlichen Geistes. Du bist den Deinen das Brot des Lebens, Du bist der lebendige Weinstock. Wir bitten Diech für das Leben und die Zukunft unseres Volkes, für seine Freiheit und für seinen Frieden. Laß Deine Wahrheit wirken in Ratsstuben und Schulen. Laß Deine Wahrheit aufleuchten und siegen in aller Er⸗ kenntnis und Wissenschaft. Laß Treue und Mannes⸗ mut, laß lautere Güte unter uns wohnen, und er⸗ wecke Dir gehorsame Diener und Boten in allen Stän⸗ 153 den. Herr, wir wissen: Dein Licht siegt über alle Finsternis. Deine Wahrheit endet allen Wahn. Deine Liebe befreit von aller Furcht. Wir bitten Dich: vollende Deine Offenbarung, mache uns zu Erben Deines Reiches. Amen. Freitag Morgen. Herr, Du führest uns in Tiefen und ersparst uns keine Not. Du lässest uns den Weg des Leidens gehen. Laß uns nicht ausschauen nach trügenden Zielen, noch uns halten an Hilfe, die nicht befreit. Laß uns mit Deinem Sohne den Weg des Gehorsams gehen, so wirst Du uns helfen, und Deine Gnade wird unser Trost sein. Herr, wir glauben, hilf unserm Unglau⸗ ben. Amen. ö Freitag Abend. Herr, wir bitten Dich: Laß unter dem Kreuz Deines Sohnes die Strauchelnden sich aufrichten und die Ver⸗ irrten sich finden. Unter dem Kreuz Deines Sohnes erquicke alle Mühseligen und allen, die in Todesnot sind, gib Zuversicht und Kraft zum Überwinden. Gib Deinen hellen Schein in unsere Dunkelheit. Sei un⸗ sere Burg in allem Grauen der Nacht, bis Dein Tag anbricht und wir Dich schauen von Angesicht zu Ange⸗ sicht. Amen. Sonnabend Morgen. Herr, unser Gott. Du hast uns voll Unruhe geschaffen. Du hast uns zu Fremdlingen gemacht in dieser Welt. Laß uns unruhig sein über unser geringes Werk, laß uns unruhig sein über die Größe Deines Befehls, la uns unruhig sein über die verrinnende Zeit und jede verlorene Stunde, laß uns unruhig sein, daß wir 154 unheilig sind und ungeschickt zum Gehorsam. Laß uns unruhig sein über unsere Sünde; über die Sündennot aller Menschen. Laß uns unruhig sein und Dein Ge⸗ richt erwarten in jedem Augenblick. Laß uns unruhig sein und in der Unruhe Glauben halten. Amen. Sonnabend Abend. Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. Bleibe bei uns und bei Deiner ganzen Kirche. Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt. Bleibe bei uns mit Deiner Gnade und Güte, mit Deinem heiligen Wort und Sakrament, mit Deinem Trost und Segen. Bleibe bei uns, wenn über uns kommt die Nacht der Trübsal und Angst, die Nacht des Zweifels und der Anfechtung, die Nacht des bitteren Todes. Bleibe bei uns und bei allen Deinen Gläubigen in Zeit und Ewigkeit. Amen. Advent Lieber Herr Gott, wecke uns auf, daß wir bereit seien, wenn dein Sohn kommt, ihn mit Freuden zu empfangen und müt reinem Herzen dir zu dienen durch denselben deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Barmherziger, ewiger Gott und Vater! Du lässest uns wieder ein neues Kirchenjahr anfangen und diese Fest⸗ zeit erleben; wir danken dir. Laß dein Wort auch fernerhin Frucht unter uns bringen. Rüste treue Zeu⸗ gen aus, die in Lauterkeit und Kraft dein Evange⸗ lium verkünden zur Erbauung deiner Gemeinde. Gib uns mit dem neuen Kirchenjahr auch neue Herzen und neuen Gehorsam; hilf uns, immer fester an dich glau⸗ ben, im Geist und in der Wahrheit dir dienen und 155 deiner Gnade, die uns in Christo erschienen ist, immer zuversichtlicher uns getrösten. Bewahre uns durch deine Macht zum ewigen Leben. Amen.(Psalm 24) Heiliger, barmherziger Gott. Große Freude willst du uns schenken im Kommen deines lieben Sohnes. Wir bitten dich: Erleuchte und reinige uns durch deinen. heiligen Geist, daß dein Sohn, wenn er bei uns an⸗ klopft, offene Türen finde, wir ihn dankbar aufnehmen und im Glauben an ihn selig werden mögen. Amen. Herr, unser Gott! Wir dürfen Weihnachten entgegen⸗ gehen— und uns dessen freuen, daß du in Jesus Christus das große Licht hast aufgehen lassen, das alle Erdenfinsternis erleuchten soll. Nun laß es Licht werden in unseren bekümmerten Herzen. Laß es Licht werden in der finsteren Sorge der Völker um Leben und Zukunft. Vertreibe mit deinem Licht alle Finster⸗ nis der Lüge, der Gewalt, des Unrechtes und des Todes. Herr, wir warten auf den Sieg deines Reiches. Amen.(Joh. 1, 14) ö Wir sagen Dir Dank, Herr, unser Gott. Du läßt auf⸗ leuchten Dein ewiges Licht in dieser Welt, und Du läßt uns jetzt aufs neue s eine Strahlen schauen. Dafür danken wir Dir. Aber wir wissen es wohl: Oft lieben wir die Finsternis mehr als das Licht, oft achten wir nicht auf Deinen Ruf, oft widerstreben wir Deinem Kommen. Deshalb bitten wir Dich: Hilf Du selbst durch Deinen Geist unsere Seele recht zu bereiten in dieser freundlichen, erwartungsvollen Zeit des Advent, daß sie gern und ganz sich öffnen dem, durch den Du zu uns kommen willst, Jesus Christus. Hilf Du allen Einrichtungen und Unternehmungen, durch die Dir die Bahn bereitet werden kann in unserm Volk. Führe herzu, die noch ferne von Dir sind; laß zurückkehren, 156 die sich verloren haben; schenke uns und allen Deine Gnade, Deinen Frieden, Dein Licht jetzt und allezeit! Amen. Christabend Herr, unser Gott, in Ehrfurcht und Anbetung stehen wir vor Deiner unergründlichen, unaussprechlichen Liebe. Du thronst nicht weltenfern,— nein; Du bist bei uns und um uns; Du kommst in Deinem Sohne in die Welt, die Verlorenen zu suchen, die Traurigen froh, die Armen reich, die Schwachen stark, die Sünder selig zu machen. O hilf uns zu dem einen: daß wir Deine Güte recht verstehen können, Deine Gnade willig annehmen, Deiner Liebe gern uns öffnen! Laß Weih⸗ nacht wahrhaft gnadenbringend sein für jedes Haus, für jeden Menschen, jung und alt, für arm und reich, für hoch und nieder, vor allem aber für die Einsamen und Verlassenen, Müden und Verzagten, Gebeugten. und Geplagten! Laß uns das heilige Christfest dieses Jahr ganz tief erleben; laß es uns zum Segen werden jetzt und für alle Zukunft! Herr Gott, ewiger Vater.— erscheine uns in Jesus Christus! Amen. Christfest Lieber Vater im Himmel! Du hast das Wunder voll⸗ bracht, daß das Wort in Jesus Christus in Menschen⸗ gestalt erschienen ist. Dafür danken wir Dir von Her⸗ zen. Denn nun schauen wir in ihm Deine Herrlichkeit, hören aus seinem Mund Dein Wort, erfahren in dem Wort seiner Vergebung Deine Gnade, vernehmen von ihm Deine Wahrheit. Du schenkst uns in ihm alle Freude, allen Trost und alle Seligkeit für Leben und Sterben. Gib uns auch seine Lieb in unser Herz, damit aller Haß und alle Feindschaft überwunden und Frie⸗ den werden auf Erden. Amen.(Psalm 121, 7 ff.) 157 44 Wir bitten Dich, Herr, unser Gott: laß uns immer tiefer eindringen in das gottselige Geheimnis Deiner Offenbarung auf Erden, laß uns immer gewisser wer⸗ den Deiner Güte und Huld; laß uns immer eifriger sein in der Nachfolge dessen, den Du gesandt hast auf die Erde als Führer auf unserm Weg. Herr, unser Gott, gib in unser Wesen Geist von seinem Geist, in unsere Herzen Liebe von seiner Liebe! Führe herzu, die noch ferne stehen und mache uns selbst zu Boten des Christus, daß wir den Elenden, Armen, Ver⸗ stoßenen und Bedürftigen helfen dürfen und sie füh⸗ ren durch ihn zu Dir! Herr, unser Gott, Dein Heil komme über unser Vaterland, daß es Dich, der Du allein wahrer Gott bist, erkenne und Dir diene durch Jesus Christus. Dein Heil komme über die Christen⸗ heit, daß sie nicht nur dem Namen nach, sondern in Wesen und Tat Deinem Sohne angehöre. Dein Heil komme über die Welt. Hilf, Herr, daß allenthalben Dir die Ehre gegeben werde! Hilf, daß Frieden werde in den Herzen, unter den Volksgenossen, zwischen den Völkern! Hilf, daß wir Menschen werden Deines Wohlgefallens! Herr, unser Gott, laß Weihnacht sein in unseren Seelen, nicht nur heute, sondern immer! Herr, laß Weihnacht werden auf Erden! Amen. Herr, unser Gott. Wir preisen dich, daß Du uns deinen eingebornen Sohn geschenkt hast, damit er uns von der Gewalt des Bösen erlöse und in dein Reich bringe. Hilf, daß der helle Schein Deiner Gnade, den Du am Christfest in unsre Herzen gegeben hast, nicht in den Sorgen und Stürmen dieser Zeit untergehe. Herr, unser Gott, Deine Ehre werde groß unter allen Völ⸗ kern. Gib der friedlosen Erde Deinen Frieden. Laß Deinen Wohlgefallen auf uns ruhen, wenn wir im. Glauben an Jesus Christus zu Dir aufschauen. Er⸗ halte uns Dein seligmachendes Wort. Sei mit unserem 158 —„ʃ———— 5 9 ER& r Volk und Vaterland und mit allen, denen seine Lei⸗ tung anvertraut ist. Gib der Obrigkeit guten Rat und weise Tat nach Deinem Wohlgefallen. Wir befehlen Deiner Obhut unsere Wehrmacht, unsere verwundeten und kranken Kameraden und alle, denen der Krieg Opfer auferlegt hat. Laß den Angefochtenen und Not⸗ leidenden, den Verirrten und Bekümmerten Dein Licht und Deine Liebe leuchten. Dir sei Ehre und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Jahresende Herr, unser Gott. Du bist uns in den vergangenen Jahren nahe gewesen mit Deiner Liebe und Treue. Du warst uns Schutz und Hilfe, Sonne und Schild. Dafür danken wir Dir in dieser Stunde, da wir zum letzten Male in diesem Jahre gemeinsam vor Dich treten. Wir bitten Dich, bleibe auch ferner bei uns mit Dei⸗ nem Segen und mit Deiner Kraft, und laß Dein Wort in unser Herz dringen, damit Ausgang und Eingang nach Deinem Rat und Willen geschehe zu unserem Heil und zu Deinem Preis durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen. Neujahr Barmherziger Gott, der Du segnest alle, die auf Dich hoffen, wir bitten Dich, sei mit uns und verleihe zu allem, was wir in Deinem Namen anfangen und vollbringen, Dein gnädiges Gedeihen. Mache uns fer⸗ tig in allem guten Werk, zu tun Deinen Willen, und schaffe in uns, was vor Dir gefällig ist. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Herr, unser Gott! In Deinem Namen wollen wir das neue Jahr beginnen. Wir wissen nicht, was es 159 b uns bringen wird, aber wir glauben, daß Du immer bei uns sein wirst mit Deiner Gnade und mit Deinem Segen. Und Du hast uns Jesus Christus gesandt, damit er bei uns sei alle Tage mit seinem Licht der Wahrheit und mit seinem Geist. Darum fangen wir getrost und freudig an, bereit zu allem, was Du vom uns forderst, ergeben in alles, was Du uns schickst. Eins aber bitten wir Dich: wenn wir wiederum irren und fehlen, so bringe uns wieder zurecht, und aus der Not der Welt bring Du uns zum Frieden.(Joh. 11, 16—2; Tim. 2, 11—13) Herr, zu Dir wenden sich jetzt unsere Gebete in den ersten Stunden dieses neuen Jahres. Dir vertrauen wir jetzt uns selbst an und unsre Kinder, alle unsre Werke und alle unsre Sorgen für das kommende Jahr; Dir vertrauen wir uns an im Glück und im Unglück, im Licht und in der Finsternis, in gesunden und in kranken Tagen, im Leben und im Tod. Bewahre uns vor allen Sünden, und laß Deine Gnade mächtig werden über uns und über alle Welt! Ja, laß sie jeden Morgen neu sein, auf daß Dein heiliger Wille geschehe und Dein Reich komme! Amen. Epiphanienzeit Allmächtiger Gott, Vater des Lichts! Wir danken Dir, daß Du uns durch Dein Wort aus der Finsternis in das Licht, aus der Nacht des Bösen in die Freiheit, aus dem Tod in das Leben berufen hast. Hilf uns, daß wir Deinem Rufe folgen und in Zeit und Ewig⸗ keit das Heil erlangen, das Du uns bereitet hast durch Deinen Sohn, unseren Herrn und Heiland. Amen. Ewiger Gott, Vater des Lichts, von welchem alle gute und vollkommene Gabe komunt, wir sagen Dir Lob und Dank, daß Du Deinen eingeborenen Sohn, unsern 160 EE Herrn Jesum Christum, das wahrhaftige Licht, in diese Welt gesandt und durch Dein heiliges Evange⸗ lium auch uns von der Finsternis zu Deinem wunder⸗ baren Licht berufen hast. Wir bitten Dich, Du wollest dies himmlische Licht durch Deine Gnade allezeit bei uns und in uns scheinen lassen und durch treue Zeugen der Wahrheit diese finstre Welt erleuchten, daß alle Augen Dich und Deinen Sohn erkennen. Mache Bahn Deinem Worte, daß aller Orten die Herzen sich ihm öffnen und dadurch erneuert und geheiligt, getröstet und selig werden. Herr aller Herren, Dein Reich komme. Amen.(Psalm 96) Vater im Himmel! Es ist Dein Wille, daß allen Men⸗ schen geholfen werde, und daß allen Völkern das Evan⸗ gelium verkündet werde. Wir danken Dir, daß trotz allen Widerständen der Menschen Dein Licht zu uns gekommen ist und uns noch immer leuchtet. Wir anbe⸗ fehlen Dir das Werk der Mission unter den Heiden in aller Welt. Gib all denen Kraft und Weisheit, die in dieser Arbeit stehen. Gib uns bußfertige Herzen um der eigenen Untreue willen. Gib uns opferfreu⸗ dige Hände, damit wir freudig mithelfen am Bau Deines Reiches auf Erden. Amen.(Apg. 14, 17) Ewiger, heiliger Gott, wie gütig bist Du. Du hast den Jüngern und Aposteln unseres Heilands die Kraft gegeben, die Botschaft von Deiner Gnade in die Welt hinauszutragen. Du hast unserm Volke das Evange⸗ lium erscheinen und es auch über unserm Leben er⸗ strahlen lassen. Du willst, daß das Licht, das Dein Sohn auf Erden entzündet, allen Menschen scheine. Daß wir diesem Licht uns öffnen und andern es brin⸗ gen helfen— dazu gib uns Deine Gnade, Herr Gott! Amen. O Gott, Vater aller Gnade und Barmherzigkeit, wir 161 loben Dich, daß Du den Heiland der Welt auch uns geoffenbart und uns erleuchtet hast zu erkennen, daß er ist das Licht der Heiden und Dein Heil bis an der Welt Ende. Wir bitten Dich, verleihe uns Deine gött⸗ liche Gnade, daß wir würdiglich wandeln des himmli⸗ schen Berufes, und unserm König Jesus Christus opfern reines Gold des Glaubens, lieblichen Weih⸗ rauch des Gebets, und der Danksagung, auch köstliche Myrrhen der Geduld im Leiden und Sterben, ihm, der mit Dir und dem heiligen Geiste lebet und herr⸗ schet ewiglich. Amen. Passionszeit Barmherziger Gott, himmlischer Vater. Wir danken Dir, daß Du uns bisher gnädig erhalten, unser Vater⸗ land in Not und Gefahr beschützt, und nach Deinem Rat und Willen freundlich geführt hast. Wir danken Dir, daß wir die heilige Zeit wieder erleben dürfen, in der uns die Botschaft vom Kreuze Deines Sohnes, unseres Heilandes, verkündigt wird. Wir bitten Dich: Gib uns gesammelte Herzen und segne uns das Ge⸗ dächtnis des Leidens und Sterbens unseres Herrn Christus. offne unsere Augen, daß wir erkennen, was Du für uns getan hast. Erwecke in uns lebendigen Glauben, dankbare Liebe, und treuen Gehorsam gegen Deinen Willen. Offenbare den Segen des Kreuzes am unserem Volke und aller Welt zum Preise Deines gro⸗ ßen Namens. Amen. Herr Jesu, der Du am Kreuze für uns gestorben bist, damit unsere Seelen in Dir Ruhe finden, ziehe ein bei allen, die Dir ihr Herz öffnen. Laß Dich finden von denen, die Dich suchen. Schweige nicht zu den Sorgen derer, die nach Dir verlangen und tröste uns alle mit Deiner Hilfe. Du, Herr, bist unser Leben, und Dir wollen wir leben heute und in Ewigkeit. Amen. 162 Vater im Himmel! Du führst uns auf den Todesweg Deines lieben Sohnes. Du willst, daß wir mit ihm gehen und Anteil haben an seinem Leiden und Ster⸗ ben, damit wir geläutert werden in der Trübsal; da⸗ mit wir der Sünde absterben; damit wir durch den Tod hindurch zu einem neuen Leben auferstehen. O Gott, unsere Schwachheit ist groß, unserer Sündem sind so viele, unser Herz ist so mutlos, wir sind so feige zur Tat. Du aber bist treu in allen Deinen Ver⸗ heißungen und willst uns vom Tode erretten zum Leben. Amen.(Phil. 2, 8—11) Allmächtiger Vater, ewiger Gott, der Du für uns hast Deinen Sohn des Kreuzes Pein lassen leiden, auf daß Du von uns des Feindes Gewalt treibest: verleihe uns also zu begehen und zu danken seinem Leiden, daß wir dadurch der Sünden Vergebung und vom ewigen Tode Erlösung erlangen, durch denselben Dei⸗ nen Sohn Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Herr Gott, heilig und gnädig, wir kommen aus dem Lärm der Welt, der den Frieden unserer Herzen im⸗ mer aufs neue stört, wir kommen aus der eilenden Hast des Tages, die uns von Deiner heiligen Lebens⸗ tiefe fernhält, wir kommen, Herr, aus großer Trübsal über unsere Schuld, die unser Gewissen quält und uns vor Deinem Blick erschrecken läßt. Herr, hilf uns, zeige uns Deinen ewigen Trost in Deinem Wort, stärke unseren Glauben zu freudigem Bekenntnis Dei⸗ nes Namens vor der Welt, die Dich nicht kennen will. Amen. Ewiger Gott, lieber himmlischer Vater. Wir sagen Dir von Herzen Dank, daß Du Dich unser gnädig erbarmt und Deinen Sohn Jesus Christus für uns in den Tod gegeben hast. Laß sein Leiden und Sterben an keinem unter uns verloren sein, sondern gib, daß wir durch 163 seine Macht über alle Schwachheit Herr werden, in allem Leid Trost und Heil finden und in allen Käm⸗ pfen überwinden. Amen. Herr Gott, wir danken Dir für den Segen Deines Wortes, das Du heute wieder neu und eindringlich zu uns gesandt hast. Herr, wir bitten Dich, bewahr uns vor dem Verrat unsrer Liebe zu Dir und Deinem Sohne, laß das stille Leuchten Deiner Wahrheit in un⸗ serem Herzen anheben wie einst in der Seele Marias; gib, daß wir der demütigen Hingabe an Dein Wort und Wollen die fürsorgende Tat in der Welt verbinden. Herr, laß uns Jesus folgen. Amen. Gründonnerstag Allmächtiger, ewiger Herre Gott, der Du uns bei Deinem wunderbarlichen Sakrament Deines Leidens zu gedenken und davon zu predigen befohlen hast. verleihe uns. daß wir Deines Leibes und Blutes Sa⸗ krament also mögen gebrauchen, daß wir Deine Erlö⸗ sung in uns täglich fruchtbarlich empfinden, der Du lebst und regierst mit dem Vater und dem heiligen Geist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Karfreitag Herr Jesus Christus, Du Sohn des lebendigen Gottes, höre das Gebet Deiner Gemeinde, die sich hier und an allen Orten, im Feld und in der Heimat unter Deinem Kreuze versammelt hat. Wir preisen Dein Erbarmen, daß Du Dich selbst für unsere, unseres Volkes und der ganzen Welt Sünde gegeben hast. In den Nöten und Kämpfen dieser Zeit trägt und tröstet uns Deine ewige Liebe, mit der Du uns geliebt hast bis zum Tode. Laß uns darin Zuflucht finden in aller Gefahr, starken Trost im Leiden und lebendige Kraft im Kampf. Amen. 164 Herr Gott, himmlischer Vater. In tiefer Demut beten wir Dich an als unsern ewigen Erbarmer; denn Du hast den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir würden in ihm die Ge⸗ rechtigkeit, die vor Dir gilt. Vater, erbarme Dich unser, nimm gnädig unser Flehen an. Du hast Deines eingeborenen Sohnes nicht verschonet, sondern ihn für uns alle dahingegeben, wie solltest Du uns mit ihm nicht alles schenken? Darum bitten wir Dich, Du wollest unser Herz ganz auf ihn richten, der am Kreuze für uns gestorben ist und mit seinem Blute uns Versöhnung und Heil erworben hat. Preis und Dank sei Dir, Herr Jesu, Heiland der Welt, der Du uns geliebet bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz. Wir beten Dich an, der Du uns mit Deinem teuren Blute Dir zum Eigentum erworben und uns zu Kin⸗ dern und Erben Gottes gemacht hast. Du warst dem Vater gehorsam auch im schwersten Kampfe auf Gol⸗ gatha und hast am Kreuze siegreich vollbracht das Werk unsrer Erlösung. Gelobet seist Du, o Herr, Du einiger Mittler zwischen Gott und den Menschen. Ge⸗ lobet sei Dein heiliger Name für alles, was Du um unsertwillen erduldet; für jede Last, die Du ge⸗ tragen; für jeden Kampf, den Du gekämpft; für jede Träne, die Du vergossen; für jede Marter, die Du erlitten; für jedes Trost⸗ und Segenswort, das Du am Kreuze gesprochen hast. Ja Dank, ewiger Dank sei Dir für den Sieg, den Du sterbend errungen hast; denn im Glauben an Dich ist Dein Sieg unser Sieg. Vergib uns unsere Sünden, um derentwillen Du so schwer leiden miußtest, und stärke unsern Glauben, damit wir zu Deiner Ehre leben mögen. Amen. Ostern Allmächtiger Gott und Vater. In Dank und Anbetung preisen wir Dich, daß Du unsren Herrn Jesus Christus 16⁵ von den Toten auferweckt und dadurch vor aller Welt zum überwinder des Todes gemacht hast. Wecke in unsren Herzen die rechte Osterfreude, daß wir von ganzem Herzen glauben und bei diesem Glauben be⸗ ständig bleiben. Amen. Allmächtiger Gott, der Du durch den Tod Deines Sohnes Sünde und Tod zunichte gemacht, und durch Sein Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wieder⸗ gebracht hast, auf daß wir, von der Gewalt des Teu⸗ fels erlöset, in Deinem Reiche leben; verleihe uns, daß wir solches von ganzem Herzen glauben und in solchem Glauben beständig, Dich allezeit loben und Dir danken durch denselben Deinen Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Allmächtiger Gott. Die Menschen haben Christus ge⸗ kreuzigt und umgebracht. Aber Du hast ihn nicht im Tode gelassen, sondern zu Deiner Rechten erhöht und ihn zum Herren des Lebens gemacht. Um der Sünde der Welt willen ging er in den Tod, und sein Kreuz ruft uns zur Buße; Du aber schenkst uns durch ihn die Vergebung der Sünde. Dir sei Ehre und Dank und Lob für dieses Wunder Deiner Allmacht und Deines Erbarmens. Denn Du willst auch uns nicht dem Tode verfallen lassen, sondern hast uns alle zum Leben berufen. Amen.(Kol. 3, 1—3) Himmelfahrt Herr, allmächtiger Gott. Wir danken Dir für den großen Sieg, den Du unserm Heiland durch die Auf⸗ erstehung und die Himmelfahrt geschenkt hast. Er wan gehorsam bis zum Tode am Kreuz, darum hast Du ihn erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Hilf uns durch Deinen heiligen Geist, 166 daß wir das von ganzem Herzen glauben und mit Freuden vor der Welt bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Deines heiligen Namens. Amen. Pfingsten Allmächtiger Gott. Du hast Deinen heiligen Geist aus⸗ gegossen in die Herzen der Jünger. Du willst ihn auch in unser Herz hineingeben, uns zur Kraft, zur Liebe und zur Zucht. Wir danken Dir für dieses gnadenreiche Erbarmen und für alle Deine Liebe, die mehr an uns tut, als wir bitten und verstehen könnten. Gib, daß Deine Liebe an uns nicht vergeblich sei, sondern daß sie auch stark und kräftig in uns werde, um uns in herzlicher Treue zu verbinden mit allen unsern Men⸗ schenbrüdern, besonders mit denen, die es schwer haben. Amen. O Gott, der Du die Herzen deiner Gläubigen durch Erleuchtung des heiligen Geistes gelehrt, und eine christliche Gemeine versammelt haft, gib auch uns, daß Dein guter Geist unsre Herzen gnädiglich reinige, uns in alle Wahrheit leite, uns heiligen, mutigen Sinn, und in jeder Not seine Tröstung verleihe, auf daß Deine Gemeine die Verheißung Deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, empfange und wider alle Pforten der Hölle den Sieg gewinne. Amen. Herr Gott, unser Vater, wir loben Dich, wir preisen Dich, wir rühmen Dich, wir danken Dir. Du hast Deine Verheißung wahr gemacht, Du hast Deinen Geist ausgegossen, Du hast eine Gemeinde gegründet, in der Dein Geist weitergeströmt ist bis in unsere Zeit und bis zu uns. O, auch wir könnten Menschen des Geistes sein. Aber wir haben nicht gewollt, weil er uns aus der behäbigen Ruhe bringt, weil er unsere Sündigkeit aufdeckt, weil er uns umwandeln will. 167 Vater, vergib unsere Lauheit. Wir sehnen uns nach Dir. Wir brauchen Dich. Heut wollen wir von Herzem und bitten Dich, gib uns Deinen Geist und schaff Du selbst alle Hindernisse aus dem Wege, die in uns selbst ihm entgegenstehen. Vereinige Du alle, die mit Ernst Christen sein wollen, durch Deines Geistes heili⸗ ges Band. Belebe, erwärme und entzünde durch Dei⸗ nen Geist immer mehr Menschen, und laß uns selbst seinen Boten, Künder und Mittler sein. Rausche mit Deines Geistes Wesen durch die ganze Welt und führe sie Deinem Reiche zu. Dein Geist komme. Amen. Himmlischer Vater. Du hast nach Deiner Verheißung die Schar Deiner Jünger mit Deinem Geiste erfüllt und die sieghafte Kraft geschenkt, Jesus Christus recht zu erkennen, als ihren Herrn vor den Menschen zu bekennen und todesmutig für ihn die Welt zu gewin⸗ nen. Wir danken Dir, daß Du auch uns in die Ge⸗ meinschaft solchen Glaubens rufst. Gib auch uns einen willigen Geist, ein furchtloses Herz, tapferen Glauben, feste Hoffnung und rechte Liebe, daß wir in dieser Gemeinschaft bleiben, Deinem heiligen Wort gehorchen und unser Leben getrost und freudig in Deine Hände befehlen. Amen. Trinitatis Ewiger, unergründlicher, geheimnisvoller Gott, der Du allein wahrer Gott bist, dreifältig im Gnaden⸗ werk Deiner Schöpfung, Erlösung, Heiligung, wir bit⸗ ten Dich: laß uns die Tiefen Deines Wesens immer voller ermessen, Deine Heilandskraft immer reicher erfahren, Dein ewiges Leben immer eifriger suchen und finden, durch Christum, Deinen Sohn, im Heili⸗ gen Geist. Amen. 168 Johannes der Täufer (24. Juni) Wir danken Dir, lieber Herre Gott, und loben Dich, daß Du uns Johannes gegeben, und durch ihn das fröhliche Wort und den seligen Finger hast kommen lassen, welcher auf Christum, das Lamm Gottes, ge⸗ wiesen, daß wir wissen, wo wir Seligkeit und ewiges Leben finden sollen, daß wir wider die Sünde und den Tod Trost und Erlösung haben, und Gottes Güte und Gnade uns in Ewigkeit trösten mögen. Das ver⸗ leihe Gott uns allen. Amen. Michaelis (29. September) Lieber Gott, ich danke Dir, daß Du uns also mit Deinen lieben Engeln versorget und beschützet hast, und solche himmlische Fürsten über uns gesetzet. Du weißt, was der böse Feind im Sinne hat, wie er um uns hergehet wie ein brüllender Löwe und versuchet, daß er uns verschlinge; darum sende Deine heiligen Engel und wehre ihm. Amen. Erntedank Allmächtiger Gott. Jede gute und vollkommene Gabe kommt von Dir, dem Vater des Lichtes. Du hast uns bis heute Deine Güte gezeigt und uns unser Brot geschenkt jeden Tag. Vergib uns, wenn wir Deine Gaben ohne Dank genommen haben. Offne uns Augen, Herz und Hände für die Not derer, die es schwer haben im Leben. Laß uns nicht vergessen, daß unsere Seele lebt von jenem Wort, das aus deinem Munde geht. Herr, segne auch fernerhin das Werk unsrer Hände, und speise uns mit dem Brote des Lebens. Amen. 169 Erntedankfest Gütiger Gott und Vater. Du hast auch dieses Jahr reichlich mit Deinem Gut gekrönt und uns aufs neue gegeben, was wir für diesen Kampf zu unseres Leibes Nahrung und Notdurft brauchen. Du hast das Wort Deiner Verheißung wahrgemacht, daß, solange die Erde steht, nicht aufhören soll, Samen und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Die Arbeit auf unseren Feldern ist durch Deine Güte gesegnet. Du hast den Plan der Feinde, daß wir im Mangel an äußeren Gütern erliegen, zunichte ge⸗ macht. Gib, daß wir dies schuldigen Dankes erkennen und Dir die Ehre geben. Wir bitten Dich, Du treuer Gott, Du wollest uns ferner bescheren, was zu unseres Leibes und unserer Seele Nahrung dient, und uns speisen mit Deinem Mut, daß wir satt werden hier und dort. Amen. Reformationsfest (31. Oktober) Großer, heiliger Gott. Dankbar freuen wir uns heute mit der ganzen evangelischen Christenheit. Du hast Großes getan an unsern Vätern. Durch die Tat der Reformation hast Du sie Dein Evangelium wieder neu erkennen lassen und ihnen den fröhlichen Glauben ge⸗ schenkt, der stark und gewiß macht im Kampf gegen die Mächte der Finsternis. Unserm deutschen Volk hast Du damit Großes anvertraut: Dein heiliges Evan⸗ gelium, die Wahrheit und das Leben, den Zugang zu Deiner Gnade in Jesus Christus. Hilf uns, daß wir uns dieser Deiner Gabe würdig erweisen, Dich über alle Dinge fürchten, lieben und Dir vertrauen, uns treu zum Evangelium bekennen, wenn es Dein Wille ist, tapfer dafür streiten und den Sieg behalten. Amen. 170 Bußtag Allwissender, allmächtiger Gott und Vater. Mit unse⸗ rem ganzen Volk kommen wir heute vor Dein Ange⸗ sicht und bekennen Dir unsere Sünde. Du hast uns zu Dir gezogen aus lauter Güte. Du hast uns durch alle Sorgen und Gefahren dieser Zeit bisher gnädig ge⸗ führt, damit wir Deinen väterlichen Willen erkennen und Dir mit reinerem Herzen und willigerem Gehor⸗ sam dienen. Wir aber haben den Reichtum Deiner Güte, Geduld und Langmut gering geachtet. Herr, gehe nicht mit uns ins Gericht. Vergib uns um Deiner Barmherzigkeit willen und rüste uns aus mit einem freudigen Geist, und hilf, daß wir aufs neue Mut fassen dürfen für unseres Volkes Zukunft und Heil. An Deiner Gnade ist alles gelegen. Das laß uns er⸗ kennen durch Dein heiliges Wort um unseres Herrn Jesus Christus willen. Amen. Fürbitte vor dem Vaterunser Alles, was wir von Gott erbeten haben, und wofür der ewige Gott gebeten sein will, schließen wir ein in das Gebet des Herrn. Insonderheit unsere Bitten für: (die nachstehenden Fürbitten sind zur Auswahl be⸗ stimmt) unser geliebtes Vaterland, Volk und Obrigkeit, die Wehrmacht zu Wasser, zu Lande und in den Luft, gute Kameradschaft und treue Pflichterfüllung, ö Befehl und Gehorsam in Verantwortung und Got⸗ tesfurcht, für alle treue Arbeit der Heimat, die uns zum Kampfe rüsten soll. ö die Verwundeten, Kranken und Sterbenden, die Vermißten und Gefangenen, die Unsren in der Heimat, alle Trauernden, denen der Krieg Opfer auferlegt hat, die Witwen und Waisen, die Bekümmerten und Notleidenden, Kirche und Schule, Ehe und Hausstand, die Wohlfahrt aller Stände und das Gedeihen ihrer Arbeit, die Früchte der Erde und alles, was zu des Leibes Nahrung und Notdurft gehört, alle Werke der brüderlichen Liebe, alle, die der väterlichen Fürsorge und Hilfe be⸗ dürfen. Gott wolle sie und uns alle erhören, wenn wir im Namen und mit den Worten unsres Heilandes beten: Volrer uüun jer Kirche O Vater aller Barmherzigkeit, der du Dir eine heilige Gemeine und Kirche auf Erden durch Dein Wort und Deinen heiligen Geist sammelst und erhältst: wir bitten Dich, Du wollest Deine kleine Herde, das arme 172 Häuflein, das Dein Wort durch Deine Gnade ange⸗ nommen hat, ehrt und fördert, bei der rechten, er⸗ kannten, reinen und alleinseligmachenden Lehre, auch bei rechtem Gebrauch der hochwürdigen Sakramente stetig und fest erhalten wider alle Pforten der Hölle, wider alles Wüten und Toben des Satans, wider alle Bosheit und Tyrannei der Welt. Erhalte Dein Schiff⸗ lein samt Deinen Christen mitten auf dem ungestümen Meer, unter allen Wellen und Wasserwogen, daß es nicht sinke und untergehe. Laß Deine Kirche fest und unbeweglich stehen auf dem Grundfels, darauf sie er⸗ baut ist. Laß Dein Wort, das helle und unwandelbare Licht, das uns jetzt scheint, nicht unterdrückt noch aus⸗ gelöscht werden; sondern tue Hilfe durch Deinen gro⸗ ßen ausgereckten Arm und erhalte Deine Kirche und Ge⸗ meine unter so vielen Anstößen, auf daß Du unter uns hier auf Erden auch habest ein Volk, das Dich erkenne, ehre und anbete. Ach Herr, laß uns nicht entgelten. unsre Sünden, der Du die Missetat vormals vergeben hast Deinem Volk und alle ihre Sünde bedeckt, der Du vormals hast allen Deinen Zorn aufgehoben und Dich gewendet von dem Grimm Deines Zorns. Tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von Deiner Ungnade über uns. Beschütze Deine Christenheit, die sich auf Dich verläßt. Tue es um Deines Namens willen, auf daß er nicht entheiligt werde. Tue es um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes willen. Amen. Persönliche Bitten Lieber himmlischer Vater. Du hast uns berufen zu Deinen Kindern, Du willst auch mein Vater sein in Ewigkeit. Dafür danke ich Dir von ganzem Herzen. Ich danke Dir für alle Deine Gnade, die Du mir geschenkt hast von Jugend an, durch meine Eltern, durch meine Lieben, durch alle gnädige Führung mei⸗ 173 nes Lebens. In Deiner Hand steht meine Zeit. Laß sie mich ausfüllen mit der rechten Liebe zu meinen Men⸗ schenkindern, mit dem getrosten Glauben an Dich und den Sieg Deines Reiches in Jesus Christus. Herr, lehre mich erkennen, daß mein Leben ein Ziel und ein Ende hat. Dein Reich soll mein Ziel sein, und mein Le⸗ ben und Ende in Deinen Händen. Amen.(1. Joh. 3, 1) Gebet um Vollkommenheit Herr mach aus mir ein Werkzeug Deines Friedens. Wo Haß herrscht, laß mich Liebe bringen, wo Kränkung, die Vergebung, wo Zwietracht, die Versöhnung, wo Irr⸗ tum, die Wahrheit, wo Zweifel, den Glauben, wo Ver⸗ zweiflung, die Hoffnung, wo Finsternis, Dein Licht, wo Traurigkeit, die Freude. O Meister, mehr verlange ich zu trösten, als getröstet zu werden, zu verstehen, als verstanden zu werden, zu lieben, als geliebt zu wer⸗ den; denn Geben macht reich und im Selbstvergessen liegt das Finden. In Verzeihen erlangen wir Verge⸗ bung und im Sterben ist Auferstehung. Amen.(Franz von Assisi) Bitte um Bekenntnisfreudigkeit Herr Jesus Christus. Dir anzugehören ist die wahre Ehre und das größte Glück. Darum bitten wir Dich um Mut, daß wir Dich jederzeit mit Freudigkeit be⸗ kennen. Gib uns Kraft und Weisheit, für Dein Wort und Werk entschieden aufzutreten. Vor allem aber hilf uns, daß wir Dich auch in der Tat bekennen und unser Wandel Dir Ehre mache vor der Welt. Ich auch auf den tiefsten Stufen, ich will glauben, zeugen, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König. Alles sei ihm untertänig. Ehret, liebet, lobet ihn. Amen. 174 Abendgebet eines Kranken Ach, Du barmherziger Gott, ich habe nun wieder einen Tag überlebt. Herr, Herr, Du hast nach Deiner Güte bis auf diese Stunde mir mein Leben gefristet, dafür sei Deiner Vatertreue herzlich Lob und Dank gesagt. Sonderlich preise ich Deinen Namen, daß Du diesen Tag meine Schmerzen und Krankheit mir hast tragen helfen. Ach Herr, Du legest eine Last auf, aber Du hilfst auch tragen; wir haben einen Gott, der da hilft, und einen Herrn, der vom Tode errettet. Der Herr betrübt wohl, aber er erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte. Der Herr ist gnädig, gütig und freundlich allen denen, die ihn anrufen. Er hört das Schreien der Elenden und weigert nicht, was ihr Mund bittet. Ach, großer Gott, die Nacht bricht herein, darum wende ich mich zu Dir mit meinem Gebet und spreche: Mein Vater, ach, bleibe bei mir und weiche diese Nacht nicht von mir. Ja, befiehl dem Engel, daß er komm und uns bewach, Dein Eigentum, gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh; so schlafen wir im Namen Dein, dieweil die Engel bei uns sein, o heilige Dreieinigkeit, wir lobent Dich in Ewigkeit. Wende diese Nacht von mir alle gefährlichen und plötzlichen Zufälle, lindere meine Schmerzen, bewahre mich vor Schrecken, Angst und Unglück. Ach, himmlischer Vater, bleibe doch bei Dei⸗ nem kranken Kinde; wenn Du mit Deiner Gnaden⸗ gegenwart bei mir bist, so fürchte ich mich nicht. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? O Jesu, die Sonne gehet unter und weichet von uns, aber Du, o Sonne der Gerechtig⸗ keit, weiche nicht von mir. O mein Jesu, fasse mich diese Nacht in Deine Arme, Deine Linke liege unter meinem Haupt, Deine Rechte decke mich. O du werter 175 heilger Geist, Du Tröster der Betrübten und Beistand der Elenden, bleibe bei mir, stärke mich, erhalte mich im wahren Glauben und christlicher Geduld. O Du heilge Dreieinigkeit, nimm mich auf in Deinen Schutz. Der Herr segne mich und behüte mich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über mir und sei mir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf mich und gebe mir Frieden. Amen.(Aus Starks Gebetsbuch) Gebet in schwerer Krankheit Vater im Himmel. Du hast mich ganz in Deiner Hand, auch in Krankheit und Leiden. Es wird mir nichts ge⸗ schehen, als was Dein Wille ist. Und Du wirst mir Kraft geben, zu tragen, was Du mir auferlegst. Wenn Du willst, so werde ich wieder gesund werden, und hast Du es anders beschlossen, so geschehe auch da Dein Wille. Dir anbefehle ich mich mit Leib und Seele. Laß mich schauen auf Jesus Christus am Kreuz, daß ich von ihm lerne, mein Kreuz und mein Leiden zu tragen im Gehorsam und Glauben. Amen.(Psalm 73, 26—28) Dank für Genesung Lieber Gott und Vater. Du hast Großes an mir getan, des bin ich fröhlich. Du ließest mich krank und schwach werden, und schenkst mir das Leben aufs neue. Ich kann Dir nur danken von ganzem Herzen. Laß mich nicht vergessen, was Du an mir getan, und gib mir die rechte Freudigkeit, es zu bezeugen, was Du getam hast. Nun hilf Du mir, Du treuer Gott, daß ich alle weiteren Tage meines Lebens getreu in Deinen Dienst stelle und meine Zeit und mein Leben ausfülle in treuer Erfüllung meiner Pflicht, mit Liebe zu meinen Menschenbrüdern, mit Gehorsam gegen Dein Wort. Amen.(Psalm 9, 2 f.) 176 Bitte um Ergebung in Gottes Willen Herr, was Du tust, ist stets wohlgetan. Du irrst nie, wenn Du uns strafst, und Du betrübst nie von Herzen, wenn Du uns züchtigst. Du bleibst die Liebe, auch wenn wir sie nicht sehen. Laß uns demütig Dir still⸗ halten, wenn Du uns schlägst, und mache uns frei von unserer Sünde und tüchtig zu Deinem Dienst. Was Gott tut, das ist wohlgetan. Er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. Amen. In Todesnot Allmächtiger Gott und Vater. Mein Leben ist in Dei⸗ ner Macht, und wenn ich sterben muß, so hältst Du meine Seele in Deinen Vaterhänden. Meine Ohn⸗ macht ist groß, und meine Kraft vergeht. Deine All⸗ macht hält mich, und Deine Kraft und Gnade wird mich erretten und erlösen. Ich anbefehle mich Deinem Erbarmen. Ich bitte um Vergebung aller meiner Sün⸗ den. Ich lege alles in Deine Hand, meine Lieben und mein ganzes Volk und alles, was ich versäumte und verfehlte. Herr, erbarme Dich meiner, um Christi wil⸗ len. In Deine Hände befehle ich meinen Geist. Amen. (Röm. 14, 8) Gebet, einem Sterbenden vorzusprechen Ach Gott, himmlischer Vater, der Du mich erschaffen und Leben und Tod in Deiner Hand hast; Herr Jesus Christus, der Du mich erlöset hast; Herr Gott Heiliger Geist, der Du mich zur Kenntnis meines Erlösers gebracht hast: ich bitte Dich, verzeihe mir alle meine Sünde, tröste mich wider alle Anfechtung, verkürze 177 mir des Todes Qual, beschere mir ein seliges Ende und gib mir das ewige Leben um Deiner ewigen Erbarmung willen. Amen. Vater ich befehle meinen Geist in Deine Hände. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf. Amen. Gebet für einen Sterbenden Heiliger, barmherziger Vater. Siehe in Gnaden an unsern Miterlösten, der mit dem Tode ringet. Er⸗ barme Dich seiner in der letzten Angst. Erbarme Dich seiner im Gerichte. Wir befehlen Dir seine Seele, die Du zum ewigen Leben erschaffen hast; erlöse sie von allem übel und nimm sie auf in Deine treuen Hände Jesus Christus. Auch für diesen Sterbenden hast Du Dein Blut vergossen, auch für ihn die heißen Todes⸗ kämpfe gekämpft. Stehe ihm bei in seinem letzten Kampf. Du hast seine Seele erlöset zum ewigen Leben. Rufe den scheidenden Geist in die Heimat zu Dir, daß er Deine Herrlichkeit schaue. Heiliger Geist, göttlicher Tröster. Sei Licht, Trost und Kraft diesem Sterben⸗ den, dessen Auge bricht. Stärke ihn in seiner letzten Schwachheit. Hilf ihm hindurchdringen durch die enge Pforte zum Leben. Bringe seine Seele zum ewigen Frieden. Amen. Tischgebete Aller Augen warten auf Dich, Herr, und Du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, Du tust Deine Hand auf und erfüllest alles, was lebt, mit Wohlgefallen. Amen. Segne, Herr, uns diese Gaben, die wir von Dir em⸗ pfangen haben. Amen. Segne, Vater, diese Speise, uns zur Kraft und Dir zum Preise. Amen. 178 Segne unser täglich Brot, lindre gnädig alle Not. Amen. Wir wollen danken— für unser Brot; wir wollen helfen— in aller Not; wir wollen schaffen— die Kraft gibst Du; wir wollen lieben— Herr, hilf dazu. Amen. Wir danken Dir, Herr, denn Du bist freundlich, und Deine Güte währet ewiglich. Amen. Herr, hab Dank für Speis und Trank; Du wollest, fromm zu leben uns Deine Gnade geben. Amen. Wir danken Dir, Herr Jesu Christ, daß Du unser Gast gewesen bist. Bleib bei uns, Herr, so hat's nicht Not; Du bist das wahre Lebensbrot. Amen. Nachtgebet (aus Gebet der Tageszeiten) Lieber himmlischer Vater, höre uns, wenn wir zu Dir rufen, höre uns in der Stille der Nacht. Du allein hast Leben, hast unvergängliches Wesen. Du allein stillst unser Verlangen. Dein ist das Licht des Tages, Dein ist das Dunkel der Nacht. Leben und Tod sind in Deiner Hand. Dein sind auch wir und beten Dich an. Du erkennst unser Herz, Du weißt unser Geheimnis, Du trägst uns in Deiner Hand, Du führest uns alle zu Deinem Ziel. Amen. 191 Der kleine Katechismus von Dr. Martin Luther Das erste Hauptstück Die c zehn Gebote Das erste Gebot: Ich bin der Herr Dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben, und vertrauen. Das zweite Gebot: Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnützlich führen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen; sondern denselbigen in allen Nöten an⸗ rufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten; sondern das⸗ selbige heilig halten, gerne hören und lernen. 182 Das vierte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe, und du lange lebest auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen; sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. Das fünfte Gebot: Du sollst nicht töten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun; sondern ihm helfen und fördern in allen Leibes⸗ nöten. Das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren Das siebente Gebot: Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen; sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. 183 Das achte Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen ö Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, afterreden, oder bösen Leumund machen; sondern sollen ihn ent⸗ schuldigen, Gutes von ihm reden, und alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechts an uns bringen; sondern ihm dasselbige zu förder⸗ lich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde, oder Vieh abspan— nen, abdringen, oder abwendig machen; sondern die—⸗ selbigen anhalten, daß sie bleiben, und tun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte 184 — Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl in tausend Glied. Was ist das? Gott dräuet zu strafen alle, die diese Gebote über⸗ treten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote tun. Er ver⸗ heißet aber Gnade und alles Gutes allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben. und vertrauen, und gerne tun nach seinen Geboten. Das zweite Hauptstück Der Glaube Der erste Artikel: Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat, samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren, und alle Glieder, Vernunft, und alle Sinne gegeben hat, und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh, und alle Güter; mit aller Notdurft und Nahrung die⸗ ses Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet, und vor allem übel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väter⸗ licher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit. Das alles ich ihm zu danken, zu loben, und dafür zu dienen, und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. 185 Der zweite Artikel: Von der Erlösung Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, un⸗ sern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Him⸗ mel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, und gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heili⸗ gen, teuren Blut, und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewig⸗ keit. Das ist gewißlich wahr. Der dritte Artikel: Von der Heiligung. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christ⸗ liche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches, und ein ewiges Leben, Amen. Was ist das? 186 —. Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben, oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammelt, erleuchtet, heiliget, und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt, und am jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird, und mir, samt allen Gläubigen in Christo, ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. ö Das dritte Hauptstück Das Vater Unser Vater Unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder; auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte. Geheiliget werde dein Name. Was ift das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig, als die Kinder Gottes, danach 187 leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Davor behüte uns, lieber himmlischer Vater. Die zweite Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet, von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen Heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. 188 Die vierte Bitte. Unser täglich Brot gib uns heute. Was ist das? Gott gibt täglich Brot, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß ers uns erkennen lasse, und mit Danksagung empfangen unser täglich Brot. Was heißt denn das tägliche Brot? Alles, was zur Leibesnahrung und Notdurft ge⸗ hört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Ober⸗ herren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesund⸗ heit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn, und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden, und um derselbigen willen solche Bitte nicht versagen; denn wir sind der keines wert, das wir bitten, habens auch nicht verdienet; sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben; denn wir täglich viel sündigen, und wohl eitel Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohltun denen, die sich an uns versündigen. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in 189 diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und er⸗ halten, auf daß uns der Teufel, die Welt, und unser Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster, und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen, und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem übel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in der Sunmna, daß uns der Vater im Himmel von allerlei übel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammertal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herr⸗ lichkeit in Ewigkeit. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind Denn Vater im Himmel angenehm, und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Das vierte Hauptstück Das Sakrament der heiligen Taufe Zum ersten. Was ist der Taufe? Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset, und mit Gottes Wort verbunden. 190 Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes. Zum andern. Was gibt oder nützet die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten. Welches sind solche Worte und Verheißungen Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig wer⸗ den; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Zum dritten. Wie kann Wasser solche große Dinge tun? Wasser tuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser, und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist, ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im Heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zum Tito im dritten Kapitel: Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er aus⸗ gegossen hat über uns reichlich, durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. 191 Zum vierten. Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch täg⸗ liche Reue und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. ö Wo stehet das geschrieben? St. Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod; auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Das fünfte Hauptstück Das Sakrament des Altars, oder das heilige Abendmahl Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas, und St. Paulus: Unser Herr, Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot dankte und brachs, und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. 192 Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, dankte, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches tut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis. Was nützet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns die Worte: Für euch gegeben und vergossen, zur Vergebung der Sün⸗ den: nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird. Denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge tun? Essen und Trinken tuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament, und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sakrament würdiglich? Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Verge⸗ bung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zwei⸗ felt, der ist unwürdig und ungeschickt. Denn das Wort, Für euch, fordert eitel gläubige Herzen. 193 Der Morgensegen. Des Morgens, so du aus dem Bette fährest, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz, und sagen: Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, Amen. Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vater Unser; willst du, so magst du dies Gebetlein dazu sprechen: Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem übel, daß dir alle mein Tun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde, Amen. Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen, und etwa ein Lied gesungen, als: Die zehn Gebote, oder was deine Andacht gibt. Der Abendsegen. Des Abends, wenn du zu Bette gehst, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz, und sagen: Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, Amen. Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vater Unser; willst du, so magst du dies Gebetlein dazu sprechen: 194 Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast; und bitte dich, du wollst mir vergeben alle meine Sünden, wo ich unrecht getan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde, Amen. Und alsdann flugs und fröhlich geschlafen. Zeugnis aus dem Heidelberger Katechismus Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben? Daß ich mit Leib und Seele, beides im Leben und im Sterben, nicht mein, sondern meines getreuen Heilands Jesu Christi eigen bin, der mit seinem teuren Blut für alle meine Sünden vollkommlich bezahlet und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöset hat und also bewahret, daß ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupte kann fallen, ja auch mir alles zu meiner Seligkeit dienen muß. Darum er mich auch durch seinen heili⸗ gen Geist des ewigen Lebens versichert und ihm forthin zu leben von Herzen willig und bereit macht. Was ist wahrer Glaube? Es ist nicht allein eine gewisse Erkenninis, dadurch ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort hat offenbart, sondern auch ein herzliches Vertrauen, welches der heilige Geist durchs Evangelium in mir wirket, daß nicht allein anderen, sondern auch mir Vergebung der Sünden, ewige Gerechtigkeit und Se⸗ ligkeit von Gott geschenkt sei, aus lauter Gnaden, allein um des Verdienstes Christi willen. 195 Macht aber diese Lehre nicht sorglose und verruckte Leute? Nein, denn es ist unmöglich, daß die, so Christo durch wahren Glauben sind eingepflanzt, nicht Frucht der Dankbarkeit sollten bringen. Die Taufe In der Taufe hat Gott Dich als sein Eigentum in Anspruch genommen. Durch Menschenwort und Men⸗ schenhandlung hat Gott gesprochen und gehandelt. Durch die Kirche, die Gemeinde Jesu Christi ist das Wort„Gotteseigentum“ über mich gesprochen wor⸗ den; durch die Handlung der Kirche hat mich Gott für sich in Anspruch genommen. Was heißt„Gotteseigentum“? Gotteseigentum sein heißt: Ich bin durch die Taufe auf den Namen Jesu Christi in eine persönliche Beziehung zu Christus und Gott getreten und durch seine Gabe des heiligen Geistes aus dem Machtbereich der Sünde in den Machtbereich Gottes versetzt worden. Heiliger Geist ist Lebensan⸗ schluß an Gott und Christus.(Apg. 2, 38— 22, 16 — Eßh. 5, 26— Joh. 3, 5— Tit. 3, 5) Ich bin durch die Taufe mit Christus begraben in den Tod und der Sünde gestorben— aus der Gottesferne erlöst— und werde einst auferstehen wie er.(Röm. 6, 4— Col. 2, 12) Ich bin durch die Taufe ein neuer Mensch geworden, der„Christus angezogen“ hat.(Gal. 3, 27— Eph. 4, 5) Ich bin durch die Taufe ein Glied der Gemeinde Christi geworden und habe damit Lebensverbindung mit 196 Christus, dem Haupt der Gemeinde erhalten.(1. Kor. 12, 1 Gotteseigentum sein heißt: Ich glaube, daß ich Gott gehöre durch den Glauben an ihn und seinen Sohn Jesus Christus, der für mich gestorben und auferstanden ist. Daher muß ich alles ablegen, was mich von Gott trennt. Jeden Tag muß der alte Mensch in mir aufs neue ersäuft werden, wie Luther sagt. Jeden Tag muß ich aufs neue untertau⸗ chen in die göttliche Vergebung, indem ich Gott um seine Verzeihung bitte. Die Taufe geschieht nur ein⸗ mal. Aber glauben muß ich immer wieder aufs neue, und nur durch den Glauben wird die Taufe mir zum Heil. Denn Christus sagt: Wer da glaubet und ge⸗ tauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. „Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Das heilige Abendmahl (auch Herrenmahl genannt) 1. Sakrament: Ist eine heilige Handlung Gottes, in der uns unter sichtbaren Zeichen unsichtbare Gnaden⸗ güter zuteil werden. 2. Der Herr hat es eingesetzt. Mit, in und unter dem Brot und Wein erhalten wir Anteil an unserem Herrn und Heiland Jesus Christus.(Einsetzungsworte) 3. Im Abendmahl reicht Christus sich uns dar und kommt zu uns. 4. Seit der Taufe leben wir im Herrschaftsbereich Christi. Wer leben will, muß Nahrung haben, sonst verhungert er.(Joh. 15, 5) 197 Hier reicht uns Christus geistliche Nahrung für den inwendigen Menschen, denn wir haben Christum an⸗ gezogen.(Gal. 3, 26 f.) ö 5. Damit wir nicht geistlich eines Hungertodes ster⸗ ben, und als lebendige Leichname leben, reicht uns der auferstandene Herr im Sakrament des Abend⸗ mahls das Brot des Lebens, d.h. sich selber. In, mit und unter diesem Brot haben wir das ewige Leben. (1. Kor. 11, 24— 26) 6. Dieses neue Leben schenkt er uns durch seinen Tod und seine Auferstehung. Darum ist das Abendmahl gestiftet: a) zum Gedächtnis Seines Leidens und Sterbens und b) für unser Leben, weil der Mensch nicht nur vom Essen und Trinken lebt.(Matth. 4, 4) 7. Im heiligen Mahl schenkt sich Christus uns von Neuem und hat Gemeinschaft mit uns. So wahr wir das Brot brechen und den Wein trinken, so wahr ist 30 bei uns unter diesem Zeichen. 8. Ohne diese Nahrung sind wir zum Verhungern ver⸗ urteilt. Darum feiert die Gemeinde dieses Mahl, weil sie in Christus das Leben hat. 9. Wir leben durch dieses Mahl mit Ihm und durch Ihn. D.h.: Der erhöhte Herr tauscht alles mit uns.— „Siehe, wir treten mit Ihm in eine Gemeinschaft seiner Güter und Er in eine Gemeinschaft unserer Güter. So flicht sich denn ineinander, daß Seine Ge— rechtigkeit mein wird, meine Ungerechtigkeit Sein; Sein gutes Leben mein, mein böses Leben Sein; Er nimmt sich alles unseres Dings an wie des Seinen, und wir nehmen uns wiederum des Seinen an wie der unseren. Siehe, wenn du dahin kommst, was willst du mehr? Da bist du schon selig“.(Luther) 198 Geist, +. 2. 8. 15. 10. Er tauscht alles mit uns, d.h. Er gibt uns Seinen daß wir aus Ihm leben, wie die Rebe vom Weinstock;(Joh. 15) daß wir stark sind gegen alle Mächte des Bösen, die uns aus seinem Herrschaftsbereich heraus⸗ holen wollen;(Röm. 6, 13; Eph. 6, 10—17) daß wir uns ihm angeloben und ihm die Treue bewahren, denn das heißt„An Ihn glauben“; (2. Kor. 5, 15) daß wir für ihn offen sind;(Offenbg. 3, 20) daß wir zu ihm beten, loben und danken;(Kol. 3, 17) daß er in uns lebendig wird;(Gal. 2, 20) daß durch uns die Klarheit des Herrn scheint; (Phil. 3, 20 ff.) daß wir Gottes Kinder bleiben durch ihn;(Gal. 3, 26) daß wir unsträflich leben bis zu seiner Wieder⸗ kunft, denn es ist ein Mahl auf die Zukunft unseres Herrn;(1. Thess. 5, 283 ff.) daß wir mit ihm der Sünde absterben;(Röm. 6) daß wir durch Christus in dem anderen den Nächsten sehen;(Matth. 25, 40) daß uns Christus im Mitmenschen begegnet; daß wir vergeben können;(Eph. 6, 32) daß wir den Nächsten speisen, tränken und kleiden;(Matth. 25) daß wir für ihn da sind;(1. Joh. 4, 20) daß wir ihn achten und auf ihn eingehen; (Röm. 12, 15) 199 17. daß wir für den Nächsten leben, streiten und sterben können, so wie es der Herr für uns tat. (Joh. 15, 13) 11. Weil es um die Kräfte zum Leben in diesem Mahle geht, muß es im Glauben und in der Treue gegen den Herrn genommen werden, daß Er in uns lebendig ist und wir wiederum durch Ihn lebendig werden.(1. Kor. 11, 26—30) 12. Auf diesem Glauben baut sich das Leben der Kirche und Gemeinde auf; denn sie lebt von dem Leben, das ihr der erhöhte Herr täglich durch seinen Tod und durch seine Auferstehung schenkt. 13. Durch dieses Mahl baut sich der Herr seine Ge⸗ meinde:„Die Frucht dieses Sakramentes ist Gemein⸗ schaft und Liebe, dadurch wir gestärkt werden wider den Tod und alles übel, sodaß die Gemeinschaft zwei⸗ fach sei: eine, daß wir Christi genießen, die andere, daß wir alle Christenmenschen lassen unser genießen, worinnen sie und wir mögen, daß also die eigennützige Liebe unser selbst durch dies Sakrament ausgerottet werde und einlasse die gemeinnützige Liebe zu allen Menschen und also durch der Liebe Verwandlung ein Brot, ein Trank, ein Leib, eine Gemeinde werde. Das ist die rechte christliche Einigkeit“.(Luther vom Abendmahl) „Ich glaube an eine heilige christliche Kirche“, so lautet das christliche Glaubensbekenntnis. Heilig ist sie, weil sie zu Gott gehört und in seinem Herrschaftsbereich steht. Warum kann sie das? Weil sie Christus, den Heiland, als Ihren Herrn hat. Kirche, das ist nicht einfach das Bethaus mit Glockenturm. Hier ist die Gemeinschaft derer gemeint, die Christus herausgeru⸗ fen hat, aus dem Herrschaftsbereich des„Bösen“. „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und bela⸗ den seid“ d.h. wo man zu ihm kommt, ihn als Herrn, Gottes Gesandten und Sohn erkennt und ihm ver⸗ traut, dort ist Gemeinschaft der Christgläubigen, dort ist„Kirche“. Sie hat als begründende Tatsache den Willen Gottes, der in den Sakramenten der Taufe und des heiligen Abendmahls Gestalt gewinnt: Sie sind Feiern der Gemeinschaft, nicht des Einzelnen. Wir werden nur in dieser Gemeinschaft im Glauben stark bleiben. Wir wollen diesen Glauben miteinander tei⸗ len und einander mitteilen. Wenn du ein Kohlenfeuer hast, wird die Flamme hochzüngeln und Wärme und Glut ausstrahlen, solange die Kohlenstücke zusammen sind. Lege jedes Stück für sich, verteile sie in größerem Umkreis, so wird das Feuer erlöschen und jedes Stück für sich verglüht bald. Nur in der Gemeinschaft ist die Flamme der Liebe lebendig. Dieser Gemeinschaft schenkt Christus sich immer von Neuem:„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Daher ist der Glaube nicht „Privatsache“. Er bleibt nur in der Gemeinschaft mit Christus und in Christgläubigen lebendig. Solche Gemeinschaft will unsere Kirche sein. In ihr soll nicht nur Sonntags gesungen, gebetet und das Wort verkündet werden, sondern sie will unser ganzes Leben vor Gott stellen und unter seinem Schutze und unter seiner Gnade gedeihen lassen. Darum umfaßt 202 die Botschaft von dem Heiland der Welt auch den ganzen Jahreslauf. Das„Jahr“ ist uns allen bekannt. Wir zählen unser „Lebensjahr“. Das„Kalenderjahr“ beginnt am 1. Januar, das„Geschäftsjahr“ am 1. April. Im„Na⸗ turjahr“ finden wir die vier Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Dieses Jahr kündet das Werk des Schöpfers, den ewigen Kreislauf des Wer⸗ dens und Vergehens in der Natur. In ihm vollzieht sich unser natürlicher Lebensablauf. Was ist das„Kirchenjahr“? Die Kirche feiert ihr Jahr— das Kirchenjahr—. Mit der Botschaft Christi an die Welt beginnt etwas neues: Gott zeigt sich den Menschen in seinem Sohn, sie zu erlösen aus der Einsamkeit von Schuld und Gottesferne. Dies kann das Naturjahr uns nicht kün⸗ den. Darum verkündet das Kirchenjahr jetzt die frohe Botschaft, das Evangelium:„Christ ist erschienen, uns zu versühnen, freue dich o Christenheit“. Das Kirchen⸗ jahr hat seinen Rythmus, seinen Kreislauf. Es predigt von der Erlösung durch Christus in der„festlichen Hälfte“, von Gottes gutem, gnädigen Willen an uns. In der„festlosen Hälfte“ spricht es fordernd über uns, was wir nun vor Gott tun sollen und müssen. Der Grundgedanke der Kirchenjahrespredigt ist:„Christus kommt zu uns“. Im Jahr der Kirche wird die einmalige und einzig⸗ artige Erdenzeit Christi nacherlebt. Dieses Jahr er⸗ hält seine dauernde Bewegung vom auferstandenen und gegenwärtigen Christus her. Es ist der irdische Abglanz der Gotteswirklichkeit, die mit Christus in unser Leben kommt. Es wird damit zur sichtbaren Verkündigung der frohen Botschaft, wie sie in unseren Gemeinden erlebt wird und Gestalt gewinnt. 203 Frohe Botschaft: Der Mensch in Freud und Leid, Schuld und Tod, bleibt gebunden an Gott und hat durch Christus, den Heiland, sich zu seinem Vater, zu seinem Ursprung zurückzufinden,„dem Schöpfer aller Dinge“. Diese Gewißheit wird uns durch Christus gegeben. Darum feierten schon unsere Väter das Kir⸗ chenjahr als das Jahr, in dem die Erlösung lebendig und kräftig wird. Das Kirchen jahr A. Festliche Hälfte 1. Der Weihnachtsfestkreis. Advent(— Ankunft des Herrn) weil sie die Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft Christi zu Weih⸗ nachten ist. 1. Advent: Wie er gekommen ist als Jesus von Nazareth. 2. Advent: Wie er kommen wird am Ende der Tage. 3⸗4. Advent: Wie er zu uns kommt als Gottes Sohn, als Mensch. Advent ist Wartezeit und Vorbereitungszeit und trägt Bußcharakter. Farbe: violett. Johannes der Täufer: Wegbereiter und Vor⸗ läufer Jesu— Vorfreude auf Weihnachten. Das Christfest: Feier der Geburt des Gottessohnes (Farbe: weiß) in der dunkelsten Jahreszeit. In diese Welt Licht zu bringen durch seine Erlösung von der Macht der Dunkelheit, soll hiermit ausge⸗ drückt werden. 204 Sylvester, als Ende⸗des Kalenderjahres, steht im Aufblick zu Gott dem Vater. Neujahrstag ist der Tag der Namensgebung Jesu. Natürlich steht der Beginn des neuen Kalender⸗ jahres im Vordergrund, er erhält aber besondere Bedeutung für den Christen, weil der Name Jesu über das Neue Jahr geschrieben wird. Epiphaniasfest, am 6. Januar. Epiphanias— „Erscheinung Jesu Christi.“ Es wird mit der Er⸗ scheinung des Sterns von Bethlehem in Verbindung gebracht, die den ersten Heiden, den drei Weisen aus dem Morgenlande gegeben wurde. Die Zahl der Epiphaniassonntage richtet sich nach der Lage des Osterfestes, das am ersten Sonntag nach Frühlings⸗ vollmond gefeiert wird.(Frühlingsanfang 21.3. Ostern: 22.3.— 25.4.) 2. Der Osterfestkreis. Passionszeit: Die Vorbereitung auf die Passions⸗ zeit umfaßt die drei Sonntage: Septuagesimae, Sexagesimae, Quinquagesimae(der 70., der 60. u. 50. Tag vor Ostern). Farbe: grün.— Der Sonntag Quinquagesimae heißt auch Estomihi(Sei mir ein starker Hort. Psalm 71, 3.) Mit den nun folgenden Sonntagen beginnt die Passionszeit.(Farbe: Violett) Sie ist die stille Zeit, in der wir des Leidens unseres Herrn gedenken. Sie beginnt am Mittwoch nach Estomihi(Aschermitt⸗ woch). Die bürgerliche Stille in dieser Zeit bleibt den Gewissen der Christen überlassen.(Festlich⸗ keiten im Hause, usw.) Im Gottesdienst kommt die Stille dadurch zum Aus⸗ druck, daß das Gloria Patri zu Beginn des Gottes⸗ 205 dienstes fortfällt. Die Passionszeit umfaßt 6 Sonn⸗ tage, diese haben lateinische Namen, die den An⸗ fängen der Schriftabschnitte entnommen sind, die in der alten Kirche an diesem Sonntag verlesen wurden. 1. Invocabit—„Er hat mich angerufen, so will ich ihn erhören“(Psalm 31, 15). 2. Reminiscere—„Gedenke Herr, an Deine Barmherzigkeit“(Psalm 25, 6). 3. Okuli—„Meine Augen sehen stets zu dem Herrn“(Psalm 25, 15). 4. Lätare—„Freuet Euch“(Jes. 66, 10). 5. Judica—„Richte mich Gott und führe meine Sache wider das unheilige Volk“(Psalm 43, 1). 6. Palmarum— Evangelium der Palmen(Ein⸗ zug in Jerusalem— Matth. 21, 1—9). (Merkvers: In rechter Ordnung lerne Jesu Passion) Der 7. Sonntag ist Ostern. Die symbolische Sieben⸗ zahl wird solchen Zeiten zugemessen, in denen Gott allmählich nacheinander sein Werk zum Ziel führt: Ziel der Passionszeit ist Ostern. Der Palmsonntag ist der 1. Tag der Leidenswoche, Kar⸗ oder Stillen⸗Woche. In ihr hat jeder Tag seine besondere Lesung. Die Woche gipfelt im Gründonnerstag(Einsetzung des heiligen Abend⸗ mahls). Karfreitag ist der Todestag des Herrn. (Kar— groß, still, altdeutsches Wort). Osterfest. Es hat seinen Namen von der Göttin Ostera, der Frühlingsgöttin. Es fällt zusammen mit dem Früh⸗ lingsfest, das ein Sinnbild ist für das neuerwachende 206 Leben. Christus überwand den Tod— darum ist Ostern für den Christen das Fest der Auferstehung Christi— während das Frühlingsfest seinen Platz im Ablauf des Naturjahres hat und behält.(Farbe: weiß) Die nachösterliche Zeit reicht bis zum Himmelsfahrtsfest. Sie ist Freudens⸗ zeit, weil der auferstandene Herr noch 40 Tage lang sich den Jüngern zeigte. Darum liegt Himmelfahrt genau 40 Tage nach Ostern. Diese Sonntage haben wieder lateinische Namen nach den Anfangsstellen der Lesungen im Gottesdienst. 1. Quasimodogeniti:„Und seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch, als die neuge⸗ borenen Kindlein“— 1. Petr. 2, 2. 2. Misericordias Domini: Barmherzigkeit des Herrn—„Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich.“ Psalm 89, 2. 3. Jubilate: Jubelt—„Jauchzet Gott, alle Lande.“ Psalm 66, 1. 4. Kantate: Singet—„Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ Psalm 98, 1. 5. Rogate: Bittet—„Bittet, so wird euch ge⸗ geben.“ Matt. 7, 7. Himmelsfahrtstag— 40 Tage nach Ostern. 3. Der Pfingstfestkreis. Der Weihnachtskreis und der Osterkreis künden das sichtbare Kommen Christi im Fleisch von seiner Ge⸗ burt bis zur Himmelfahrt. Der Pfingstkreis— bis in die späte Trinitatiszeit— kündet das unsichtbare 207 Kommen Christi im Geist und in der Gemeinde, in der Christenheit, in seiner Kirche. Sein Kommen zu allen Gläubigen geschieht vom ersten Pfingstfest ab. Kraft des Heiligen Geistes in Wort und Sakrament. Exaudi(Sonntag vor Pfingsten)— Erhöre— „Herr höre meine Stimme, wenn ich rufe, und erhöre mich.“ Psalm 27, 7. Merkspruch für die Sonntage zwischen Ostern und Pfingsten: Quelle meines Jubels, Christe reicher Erlöser. ö Pfingstfest— Fest des Heiligen Geistes, der über die ersten Christen ausgegossen wurde und sie zur Gemeinde Christi(Kirche) berief. Der Name kommt her von dem griechischen Wort„Pente⸗ koste“— 50, d.h. der 50. Tag— nach Ostern. Farbe: rot. Trinitatis— Dreieinigkeit ist Abschluß der fest⸗ lichen Hälfte und umfaßt die drei großen Feste der Liebe des Vaters(Weihnachten), der des Sohnes (Ostern) und des Geistes(Pfingsten) noch ein⸗ mal in sich zusammen. B. Festlose Hälfte. 1.— 5. Sonntag nach Trinitatis— Farbe: grün. Sie reden davon, wie unser Christenleben durch Predigt, Buße, Glaube und Bekehrung Gestalt ge⸗ winnt. Am 24. Juni feiert die Kirche das Fest Johannis des Täufers. Farbe: rot. Zeit der Sommersonnenwende— Joh. 3, 30: Zeug⸗ nis des Johannes: Christus muß wachsen— ich aber 208 muß abnehmen— wie die Sonne. Aus der Dunkel⸗ heit des Jahres steigt Christus herauf, auf den Johannis hingewiesen hat. 6.— 45. Sonntag nach Trinitatis— Farbe: grün. Christus mit uns im Alltag. Wir müssen Frucht tragen wie die kommende Ernte. Ernste sittliche Forderungen! Siehe die Evangelien für diese Sonn⸗ tage. 16.— 27. Sonntag nach Trinitatis bilden das Ende des Kirchenjahres und sind in Lesung und Predigt auf die Endzeit und das Wiederkommen Christi zum Gericht eingestellt. In diese Tage fällt das Michaelis⸗ fest(29. September— Farbe: rot). Kampf Mi⸗ chaels mit dem Drachen und sein Sieg(Offen⸗ barung Johannes 12, 7—9.) Die letzten Sonntage schildern, wie der Christ durch Leibestod und End⸗ gericht zur Ewigkeit eingehen soll. In diese Zeit fallen Erntedankfest— Farbe: grün— und Re⸗ formationstag am 31. Oktober— Farbe: rot— Anschlag der 95 Thesen durch Luther an die Schloß⸗ kirche zu Wittenberg. Der Mittwoch nach dem letzten Trinitatissonntag ist Buß⸗ u. Bettag— Farbe: violett. Der letzte Sonntag ist Totensonntag— Farbe: schwarz— Ausklang mit der Ewigkeitsgewißheit, die wir durch Christus haben:„Christus der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn.“ Acht Tage später klingen die ersten Adventsklänge auf:„Wie soll ich Dich empfangen und wie begegn' ich Dir?“ 209 Die Kirchenfarben Paramente:(Bekleidung für Altar und Kanzel) weiß: Farbe des Glanzes, der Freude und unseres verklärten Herrn: 1. Weihnachtstag—Epiphanias — Gründonnerstag—Ostern—Himmelfahrt. rot: Farbe des Märtyrerblutes—siegende Kirche: Farbe des Feuers—Symbol des Geistes: Pfingsten— Stephanus(2. Weihnachtstag)— Johannis—St. Michael—Reformationsfest. violett: Farbe der Einkehr— Beugung— Buße Vorbereitungszeiten: Advent— Passionszeit— Bußtag. schwarz: Farbe der Trauer: Stille Woche—Karfrei⸗ tag—Totensonntag—Heldengedenktag. tagen. Passende Symbole als Schmuck der Altarbekleidung in den 5 Kirchenfarben findest Du in den vielen, in diesem Buch gezeigten Kreuzesformen. Sie sind schnell ange⸗ fertigt. Richtet eueren Gottesdienstraum, den Altar und die Kanzel würdig her. grün: Farbe der Hoffnung: an allen anderen Sonn⸗ Leitworte des Kirchenjahres Advent: 1. Saget den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich komme und will bei euch wohnen, spricht der Herr. Bereitet dem Herrn den Weg.(Jes. 35, 4) 2. Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll geoffenbaret werden. (Jes. 40, 3) 3. Der kommende Herr: Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.(Sach. 9, 9) 4. Der Vorläufer des Herrn: Bereitet dem Herrn den Weg, und machet richtig 5— Steige.(Matth. 8,. 3 Weihnachten: 1. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab.(Joh. 3, 16) 2. Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns/ und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater voller Gnade und Wahrheit.(Joh. 1, 14) Neujahr: 1. Unser keiner lebt ihm selber, und keiner stirbt ihm selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.(Röm. 14, 7⸗8) Epiphaniaszeit: 1.(Der Gottessohn)— Wir sahen seine Herrlich⸗ keit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.(Joh. 1, 14) 212 ———————3IIIIIItHI‚‚.‚‚‚——— — 2. Mache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Lobet den Herrn, alle Heiden; preiset ihn, alle Völker.(Jes. 60, 15 Passionszeit: 1. Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern, daß er diene und gebe sein Leben zur Erlösung für viele.(Matth. 20, 28) 2. Jesus Christus spricht: Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde.(Joh. 15, 13) 3. Das ist gewißlich wahr, und ein teuer wertes Wort, daß Jesus Christus kommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen.(1. Tim. 1, 15) Karfreitag: 1. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.(Jes. 53, 4⸗5) 2. Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat ver⸗ schonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn.(Röm. 8, 31⸗32, 38⸗39) 213 Ostern: 1. Fürchte Dich nicht; spricht der Herr. Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot; und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit.(Offb. 1, 17⸗18) 2. Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum.(1. Cor. 15, 55. 57) 3. Gelobet sei der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder⸗ geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.(1. Pet. 14, Himmelfahrt: 1. Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich sie alle zu mir ziehen.(Joh. 12, 32) 2. Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Und siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.(Matth. 28, 18. 20) Pfingstzeit: 1. So spricht der Herr: Ich will ausgießen meinen Geist über alles Fleisch, den Geist der Gnade und des Gebets.(Joel 3, 1) 2. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe— der Zucht.(2. Tim. 1, 7 3. Schaffe in mir Gott ein reines Herz, und gib mir einen neuen gewissen Geist.(Ps. 51, 12) 214 Trinitatis: 1. Heilig, Heilig, Heilig ist der Herr Gott; alle Lande sind seiner Ehre voll.(Jes. 6, 3) 2. O welch eine Tiefe des Reichtums, beide, der Weisheit und Erkenntnis Gottes. Wie gar unbe⸗ greiflich sind seine Wege. Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewig⸗ keit, Amen.(Röm. 11, 88. 36) Trinitatiszeit: 1. Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoff⸗ nung eurer Berufung. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch allen und durch euch alle und in euch allen. (Eph. 4, 3) 2.(Wort von der Versöhnung) Des Menschen Sohn ist gekommen zu suchen und selig zu machen, das verloren ist.(Luc. 19, 10) 3.(Die Gemeinde) Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.(Eph. 6, 2) 4.(Nachfolge) Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes.(Luc. 9, 62) 5.(Taufgedächtnis) Fürchte dich nicht; denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein.(Jes. 43, 1) 6.(Früchte des Geistes) Wandelt wie die Kinder des Lichts; die Frucht des Geistes ist allerlei Gütig⸗ keit und Gerechtigkeit und Wahrheit.(Eph. 5, 9) 215⁵ 7.(Gott und Volk) Gerechtigkeit erhöhet ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben.(Spr. 14, 34⁴ 8.(Barmherzigkeit) Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.(Matth. 25, 40) 9.(Dankbarkeit) Lobet den Herrn meine Seele, und ö vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat.(Ps. 103, 2 ö 4 10.(Irdische Güter) All eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sorget für euch.(1. Petr. 5, 7) 11.(Von der Freiheit eines Christenmenschen) Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein.(Mich. 6, 8) 12.(Das vornehmste Gebot) Dieses Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, der auch seine Brüder liebe.(1. Joh. 4, 21) 4. Johannis(24. Juni): 1. Ihr seid teuer erkauft, darum so preiset Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes. (1. Cor. 6, 20) 2. Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Er⸗ leuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes ö im Angesichte Jesu Christi.(2. Cor. 4, 6) Michaelis(29. Sept.): 1. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht ge⸗ 216 kommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. (Matth. 10, 34) 2. So jemand auch kämpfet, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.(2. Tim. 2, 5) Erntedank: ö 1. Alle gute und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts.(Jac. 1, 17) 2. Die Güte des Herrn ist's, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, ö sondern sie ist alle Morgen neu und seine Treue ist groß.(Klagel. 3, 22) 3. Gott hat sich nicht unbezeugt gelassen und hat uns viel Gutes getan und vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, und unsere Herzen er⸗ füllt mit Speise und Freude.(Apg. 14, 17) Reformationsfest: 1. Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben.(Röm. 1, 16) 2. So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht werde nicht durch des Gesetzes Werke, sondern allein durch den Glauben.(Röm. 3, 28) ö 3. Herr, unser Gott, sei mit uns, wie Du gewesen bist mit unsern Vätern.(1. Kön. 8, 57) ö Bußtag: 1. Schaffe in mir Gott ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist.(Ps. 51, 12) 217 Weltgericht: 2. So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr.(Jer. 29, 13) 1. Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richt⸗ stuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange nach dem er gehandelt hat bei Leibesleben, es sei gut oder böse.(2. Cor. 5, 10) 2. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten, was der Mensch sät, das wird er ernten.(Gal. 6, 7) 3. Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen; und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, auf daß, wenn er kommt und an⸗ klopfet, sie ihm alsbald auftun.(Luc. 12, 35⸗36) Totensonntag: 1. Selig sind die Toten, die im Herrn sterben. Sie ruhen von ihren Mühsalen, und ihre Werke folgen ihnen nach.(Offb. 14, 13) 2. So spricht der Herr: Siehe, ich will eure Gräber auftun und euch aus denselben herausholen.(Hes. 37, 12 Kameradengedenken: 1. Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde(Joh. 15, 13) 2. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.(Offb. 2, 10) 3. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu, und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht.(Luc. 16, 10) ö 218 Grußworte In gewöhnlichen Zeiten Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater, und dem Herrn Jesu Christo.— Röm. 1, 7. Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.— 2. Kor. 13, 13. Gnade sei mit allen, die da liebhaben unsern Herrn Jesum Christum unverrückt. Amen.— Eph. 6, 24. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch allen. Amen.— Röm. 16, 24. Ein jeglicher sei gesinnet wie Jesus Christus auch war.— Phil. 2, 5. Gott gebe euch viel Gnade und Frieden.— 1. Petr. 1. 2. Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott unserem Vater, und unserm Herrn Jesus Christus.— 1. Tim. 1, 2. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stär⸗ ken, kräftigen, gründen. Ihm sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.— 1. Petr. 5, 10—11. Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Er⸗ kenntnis Gottes und Jesu Christi, unseres Herrn.— 2. Petr. 1, 2. Darum so begürtet die Lenden eures Gemütes, seid nüchtern und setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jesu Christi.— 1. Petr. 1, 13. Der Gott aber des Friedens sei mit euch allen.— Röm. 15, 33.— 220 An Festtagen Advent: „Macht die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe.“— Psalm 24, 7. „Freuet euch in dem Herrn allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch!“— Phil. 4, 4. Weihnachten: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“— Luk. 2, 14. „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“— Joh. 1, 14. „Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen ein⸗ geborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glau⸗ ben, nicht verloren werden, sondern das ewige Le⸗ ben haben.“— Joh. 3, 16. „Kündlich groß ist das Geheimnis: Gott ist offen⸗ bart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt vor der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.“— 1. Tim. 3, 16. Neujahr: „Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt.“— Offenba⸗ rung 1, 4. „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“— Hebr. 13, 8. 22 1 „Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Fahre wie ein Tag.“— 2. Petr. 3, 8. Passion: „Des andern Tages sieht Johannes Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.“—Joh. 1, 29. „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, daß er uns errettete von dieser gegenwärtigen argen Welt nach dem Willen Gottes und unseres Vaters.“— Gal. 1, 3—4. „Jesus Christus entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz.“— Phil. 2, 7a und 8. „Lasset uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete das Kreuz und ach⸗ tete der Schande nicht und hat sich gesetzt zur Rechten auf den Stuhl Gottes.“— Hebr. 12, 2. „Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.“— Offb. 5, 12. Ostern und Osterzeit: „Wer will verdammen? Christus ist hier, der ge⸗ storben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.“ — Röm. 8, 34. 222 „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum.“— 1. Kor. 15, 55 u. 57. „Gelobet sei Gott und der Vater unsres Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ — 1. Petr. 1, 3. „Gottes Willen ist offenbart durch die Erscheinung unseres Heilandes Jesu Christi, der dem Tode die Macht genommen hat und das Leben und ein unver⸗ gängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.“— 2. Tim. 1, 10. Himmelfahrt: 2 „Es sind die Reiche der Welt unsers Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“— Offb. 11, 15. Pfingsten: „Die, welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“— Röm. 8, 14. „Denn der Herr ist der Geist, wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“— 2. Kor. 3, 17. Trinitatis: „Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren und allein Weisen sei Ehre und Preis in Ewigkeit. Amen.“— 1. Tim. 1, 17. „Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.“— 2. Kor. 13, 13. 223 Erntedank: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“— Psalm 106, 1. Reformationsfest: „Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.“— Psalm 46, 2. „Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein.“— Psalm 118, 24. „Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.“— Psalm 126, 3. ö „Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?“— Röm. 8, 31. Bußtag: „Herr, neige deine Ohren und erhöre mich, denn ich bin elend und arm.“— Psalm 86, 1. „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die ö Stimme meines Flehens. So du willst Sünden zu⸗ rechnen, Herr, wer wird bestehen?“— Psalm 130, ö 1—3. ö Totenfeier: „Gelobet sei Gott und der Vater unsres Herrn Jesu Christi, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, der uns tröstet in aller unsrer Trübsal, daß auch wir trösten können, die da sind in allerlei Trübsal, mit dem Trost, damit wir ge⸗ tröstet werden von Gott.“— 2. Kor. 1, 3⸗4. 224 öů———rrreeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee „Gottes Gnade ist jetzt geoffenbaret worden durch die Erscheinung unseres Heilands Jesu Christi, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen an das Licht gebracht hat durch das Evangelium.“— 2. Tim. 1, 10. „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.“ — Offb. 14, 13. Segensworte Am Morgen: „Lasset uns mit dem Segen Gottes gehen und unser Tagewerk erfüllen! Alles was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen! Es segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Hei⸗ lige Geist.“— aus: Gebet der Tageszeiten. „Es segne uns heute und alle Zeit Gott der Vater, der uns erschaffen hat! Es segne uns Gott der Sohn, der uns erlöset hat! Es segne uns Gott der Heilige Geist, der uns geheiligt hat.“— Löhe. „Gott sei uns gnädig und barmherzig und gebe uns seinen göttlichen Segen! Er lasse sein Antlitz leuch⸗ ö ten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege! Es segne uns Gott, unser Gott! Es segne uns Gott und gebe uns seinen Frieden.“— Löhe. Am Abend: „Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige, Vater, Sohn und Heiliger Geist.“ ö„Eine ruhige Nacht und ein heiliges Ende verleihe ö uns der allmächtige und gnädige Gott.“ „Es segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.“ 225 n gewöhnlichen Tagen: „Der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu.“— Phil. 4, 7. ö „Liebe Brüder, ich befehle euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und zu geben das Erbe unter allen, die geheiligt werden.“— Apg. 20, 32. „Lasset das Wort Christi unter euch reichlich woh⸗ nen in aller Weisheit; lehrt und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Herzen.“— Kol. 3, 16. „Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“— Joh. 1, 16. ö „Gott aber kann machen, daß allerlei Gnade unter euch reichlich sei, daß ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Wer⸗ ken.“— 2. Kor. 9, 8. „Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit eurem Geist, liebe Brüder. Amen.“— Gal. 6, 18. „Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.“— Eph. 6, 10. „Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz samt Seele und Leib müsse bewahrt werden unsträflich auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. „Getreu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.“ — 1. Thess. 5. 24. „Er aber, der Herr des Friedens, gebe euch Frieden allenthalben und auf allerlei Weise. Der Herr sei mit euch Allen.“— 2. Thess. 3, 16. 226 „Der Gott aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Ihm sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen.“— 1. Petr. 5, 10 u. 11. „Friede sei mit allen, die in Christo Jesu sind! Amen.“ 4. Petr. 5, 14. „Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den Herrn sehen.“— Hebr. 12, 14. „Heil und Preis, Ehre und Kraft sei Gott, unserem Herrn.“— Offb. 19, 1. An Festtagen Advent: „Gesegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn ver⸗ läßt, und 853 Zuversicht der Herr ist.“— Jer. 17, 1 „Wandelt wie die Kinder des Lichtes— die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit und prüfet, was da sei wohlgefällig dem Herrn.“ Eph. 5, 9—10. Weihnachten: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit als des einge⸗ borenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“— Joh. 1, 14. „Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen.“— 1. Joh. 4, 9. 227 Neujahr: „Seid getrost und unverzagt alle, die ihr auf den Herrn harret.“— Psalm 31, 25. „Wohl dem Volk, dem es also gehet. Wohl dem Volk, des Gott der Herr ist.“— Psalm 144, 15. „Erhaltet euch in der Liebe Gotes, und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesu Christi zum ewigen Leben.“— Judas 21. Passion: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Haus⸗ genossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.“— Eph 2, 19⸗20. „Der Herr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu der Geduld Christi.“— 2. Thess. 3. 5. „So seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kin⸗ der und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebt und sich selbst dargegeben für uns als Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch.“ — Eph. 5, 1—2. Ostern: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesus Christus.“— 1. Kor. 15, 57. Himmelfahrt: „Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus.“— Eph. 4, 15. 228 Pfingsten: „Gelobet sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geist⸗ lichen Segen in himmlischen Gütern durch Chris⸗ tum.“— Eph. 1, 3. Trinitatis: „Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergängli⸗ chen und Unsichtbaren und allein Weisen, sei Ehre und Preis in Ewigkeit. Amen.“— 1. Tim. 1, 17. Erntedank: „Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“— Eph. 3, 20—21. Reformationsfest: „Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie bei Gott haben sollten; und werden gerecht ohne Verdienst aus seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christum geschehen ist.“— Röm. 3, 23— 24. „Dem aber, der nicht mit Werken umgehet, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube zugerechnet zur Gerechtigkeit.!— Röm. 4, 5. „Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.“— Röm. 5, 1. Bußtag: „Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so er⸗ barmt sich der Herr über die, so ihn fürchten.“— Psalm 103, 13. 229 „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“— Jer. 31, 3. „Ich bin in guter Zuversicht, daß, der in euch ange⸗ fangen hat das gute Werk, der wird's auch voll⸗ führen bis an den Tag Jesu Christi.“— Phil. 1, 6. Totenfeier: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. 4 Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen ö und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“ — Psalm 126, 5—6. V „Der Gott aber des Friedens, der mache euch fertig in allem guten Werk, zu tun seinen Willen, und schaffe in euch, was vor ihm gefällig ist, durch Jesum Christum; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewig⸗ keit. Amen.“— Hebr. 13, 21.* Am 1. Advent Röm. 13, 11⸗14 Matth. 21, 1⸗9 Hebr. 10, 19⸗25 Luk. 1, 68⸗79 Jerem. 31, 31⸗34 Am 2. Advent Röm. 15, 4⸗13 Luk. 21, 25⸗36 2. Petr. 1, 3⸗11 Luk. 17, 20⸗30 Maleachi 3, 19⸗24 Am 3. Advent 1. Kor. 4, 1⸗5 Matth. 11,2⸗10 2. Tim. 4, 5⸗8 Matth. 3, 1⸗11 Jes. 40, 1⸗8 Am 4. Advent Phil. 4, 4⸗7 Joh. 1, 19⸗28 1. Joh. 1, 1⸗4 Joh. 1, 15⸗18 5. Mos. 18, 15⸗19 1. Weihnachtstag Tit. 2, 11⸗14 Luk. 2, 1⸗14 1. Joh. 3, 1⸗5 Matth. 1,1823 Jes. 9, 5⸗6(6⸗7) 2. Weihnachtstag Tit. 3, 4⸗7 Luk. 2, 15=20 Hebr. 1, 1⸗6 Joh. 1, 1⸗14 Micha 5, 1⸗3 Sonntag nach Weihnachten ö Gal. 4, 1⸗7 x‚ Luk. 2, 33⸗40 2. Kor. 5, 1⸗5 Luk. 2, 25⸗32 Jes. 63, 7⸗16 Jahresschluß Sylvester Röm. 8, 31⸗39 Luk. 12, 35⸗40 Psalm 103 Neujahrstag Gal. 3, 23⸗29 Luk. 2,21 Röm. 8, 24⸗32 Luk. 4, 16⸗21 Psalm 90, 1⸗17 (Psalm 121) Sonntag nach Neujahr 1. Petr. 4, 12⸗19* Matth. 2, 13⸗23 Jak. 4, 13⸗17 Matth. 16, 1⸗4 Psalm 73, 23⸗28 232 Epiphaniastag Jes. 60, 1⸗6 Matth. 2, 1⸗12 2. Kor. 4, 36 Matth. 3, 13⸗17 Jes. 2. 2⸗5 1. Sonntag nach Epiphanias Röm. 12, 1⸗6 Luk. 2, 4152 2. Kor. 6, 14⸗7, 1 Joh. 1, 35⸗42 Psalm 122 2. Sonntag nach Epiphanias Röm. 12, 7⸗16 Joh. 2, 1⸗11 1Kor. 2, 6⸗16 Joh. + 43⸗51 Jes. 61, 1⸗6 3. Sonntag nach Epiphanias Röm. 12, 17⸗21 Matth. 8, 1⸗13 Röm. 1, 13⸗20 Joh. 4, 5⸗14 2. Kön. 5, 1⸗19a 4. Sonntag nach Epiphanias Röm. 13, 1(8) ⸗10 Matth. 8, 23⸗27 Röm. 7, 7⸗16 Joh. 4, 31⸗42 Psalm 93 233 5. Sonntag nach Epiphanias Kol. 3. 12.17 Matth. 13, 24⸗30 Röm. 8, 1⸗9 Matth. 7, 24⸗29 Hesek. 33, 10⸗16 6. Sonntag nach Epiphanias 2. Petr. 1, 16⸗21 Matth. 17, 1⸗9 2. Kor. 3, 12⸗18 Joh. 5, 39⸗47 2. Mos. 3, 1⸗6 Sonntag Septuagesimae 1. Kor. 9, 24⸗27 Matth. 20, 1⸗16 Phil. 1, 27⸗2, 4 Luk. 10, 38⸗42 Jer. 9, 23⸗24 Sonntag Sexagesimae 2. Kor. 12, 1⸗10 Luk. 8, 4⸗15 Phil. 1, 12⸗21 Joh. 11, 20⸗27 Amos 8, 11⸗12 Sonntag Estomihi 1. Kor. 13 Luk. 18, 31⸗43 1. Kor. 1, 21⸗31 Mark. 10, 35⸗45 (Joh. 11, 47⸗57) Jer. 8, 4⸗9 Sonntag Invokavit 2. Kor. 6, 1⸗10 Matth. 4, 1⸗11 Hebr. 4, 15⸗16 Matth. 16, 21⸗26 (Luk. 22, 39⸗46) 1. Mos. 22, 1⸗14 Sonntag Reminiscere 1. Thess. 4, 1⸗12 Matth. 15, 21⸗28 1. Joh. 2, 12⸗17 Luk. 10, 17⸗20 (Luk. 22, 54⸗62) 2. Mos. 33, 17⸗23 Sonntag Okuli Eph. 5, 1⸗9 Luk. 11, 14⸗23 1. Petr. 1, 12⸗16 Luk. 9, 51⸗56 (Luk. 22, 63⸗71) Jer. 26, 1⸗15 Sonntag Laetare Röm. 5, 111 Joh. 6, 1⸗15 2. Kor. 7, 4⸗10 Joh. 6, 47⸗57 (Matth. 27, 15⸗31) Jes. 52, 7⸗10 Sonntag Judika Hebr. 9, 11⸗15 Joh. 8, 46⸗59 1. Petr. 1,. 17.25 Joh. 13, 31⸗35 (Luk. 23, 27⸗34a) 4. Mos. 21, 4⸗9 234 Palmarum Phil. 2,. 5⸗11 Matth. 21, 1⸗9 (Joh. 12,12⸗18) Hebr. 12, 1⸗6 Joh. 12, 1⸗8 Sach. 9, 8⸗12 Gründonnerstag 1. Kor. 11, 23⸗32 Joh. 13,115 1. Kor. 10, 16⸗17 Luk. 22, 14⸗20 Psalm 111 Karfreitag Jes. 53 Die Leidensgeschichte 2. Kor. 5, 14⸗21 Luk. 23, 39⸗46 Psalm 22, 2⸗20 1. Ostertag 1. Kor. 5, 7b⸗8 Mark. 16, 1⸗8 1. Kor. 15, 12⸗20 Matth. 28, 1⸗10 Psalm 118, 14⸗24 2. Ostertag Apg. 10, 34⸗41 Luk. 24, 13⸗85 1. Kor. 15, 54⸗58 Joh. 20, 11⸗18 Psalm 16, 8⸗11 — Sonntag Quasi⸗ modogeniti 1. Joh. 5, 1⸗5 Joh. 20, 19⸗31 1. Petr. 1, 3⸗9 Joh. 21, 15⸗19 1. Mof. 32, 22⸗31 Misericordias Domini 1. Petr. 2, 21⸗25 Joh. 10, 12⸗16 Eph. 2, 4⸗10 Joh. 14, 1⸗6 Psalm 23 Sonntag Jubilate 1. Petr. 2, 11⸗20 Joh. 16, 16⸗284 1. Joh. 4, 9⸗14 Joh. 12, 20⸗26 Jes. 40, 26⸗31 Sonntag Kantate Jak. 1. 16⸗21 Joh. 16, 5⸗15 2. Thim. 2, 8⸗13 Joh. 6, 60⸗69 Psalm 98 Sonntag Rogate Jak. 1. 2227 Joh. 16, 23b⸗33 1. Tim. 2, 1⸗6 Luk. 11,5⸗13 Jes. 55, 6⸗11 235 Himmelfahrtstag Apg. 1, 1⸗11 Mark. 16, 14⸗20 Kol. 3, 1⸗4 Luk. 24, 50⸗53 (Joh. 17, 11⸗26) Psalm 110, 1⸗4 Sonntag Exaudi 1. Petr. 4, 8⸗11 Joh. 15, 26⸗16,4 Eph. 1, 15⸗23 Joh. 7, 33⸗39 Psalm 42 1. Pfingsttag Apg. 2, 1⸗13 Joh. 14, 23⸗31 Eph. 2, 19⸗22 Joh. 14, 15⸗21 Hesek. 36, 22⸗28 2. Pfingsttag Apg. 10, 42⸗48 Joh. 3, 16⸗21 Eph. 4, 11⸗16 Joh. 15, 9⸗16 Jes. 44, 1⸗6 Trinitatisfest Röm. 11, 38⸗36 Joh. 3,1⸗15 Eph. 1, 3⸗14 (2. Kor. 13, 11⸗13) Matth. 28, 16⸗20 Jes. 6, 1⸗8 (4. Mos. 6, 22⸗27) 1. Sonntag nach Trinitatis 4. Joh. 4, 16⸗21 Luk. 16, 19⸗31 Apg. 4, 32⸗35 Matth. 13, 81⸗35 5. Mos. 6, 4⸗13 2. Sonnag nach Trinitatis 1. Joh. 3, 138⸗18 Luk. 14, 16⸗24 Röm. 10, 1⸗15 Matth. 9, 9•13 Spr. Sal. 9, 110 3. Sonntag nach Trinitatis 1. Petr. 5, 5b⸗11 Luk. 15, 1⸗10 — Apg. 3, 1⸗16 110 Luk. 15, 11⸗32 Jes. 12 4. Sonntag nach Trinitatis Röm. 8, 1827 Luk. 6, 36⸗42 Apg. 4, 1⸗12 Matth. 5, 13⸗16 Jes. 65. 17⸗19 (und 24⸗25) 5. Sonntag nach Trinitatis 1. Petr. 3, 8⸗15 Luk. 5,121 1 236 Apg. 5, 34⸗42 Luk. 9, 18⸗26 Klagel. Jer. 3, 22⸗32 6. Sonntag nach Trinitatis Röm. 6, 311 Matth. 5, 20⸗26 Apg. 8, 26⸗38 Matth. 21, 28⸗32 Psalm 1 7. Sonntag nach Trinitatis Röm. 6, 19⸗23 Matth. 9, 35⸗38 1. Tim. 6, 6⸗12 Mark. 4, 26⸗29 Jes. 62, 6⸗12 8. Sonntag nach Trinitatis Röm. 8, 12⸗17 Matth. 7, 13⸗23 Apg. 16, 16⸗32 Matth. 12, 46⸗50 Jer. 23, 16⸗29 9. Sonntag nach Trinitatis 1. Kor. 10, 1⸗18 Luk. 16, 112 Apg. 17, 16⸗34 Matth. 13, 44⸗46 Spr. Sal. 16, 1⸗9 D EVEEEEE 10. Sonntag nach Trinitatis 1. Kor. 12, 111 Luk. 19, 41⸗48 Apg. 20, 41⸗48 Matth. 23, 34⸗39 Jer. 7, 1⸗11 11. Sonntag nach Trinitatis 1. Kor. 15, 1⸗10 Luk. 18, 9⸗14 Röm. 8, 33⸗39 Luk. 337 3650 Dan. 9, 15⸗18 12. Sonntag nach Trinitatis 2. Kor. 3, 4⸗0 Mark. 7, 31⸗37 Apg. 16, 9⸗15 Joh. 8, 81⸗86 Jes. 29, 18⸗21 13. Sonntag nach Trinitatis Röm. 3, 21⸗28 Luk. 10, 23⸗37 1. Petr. 2, 1⸗10 Mark. 12, 41⸗44 Sach. 7, 4⸗10 14. Sonntag nach Trinitatis Gal. 5, 16⸗24 Luk. 17, 11⸗19 1. Tim. 1, 12⸗17 Joh. 5, 1⸗14 Psalm 50, 14⸗23 15. Sonntag nach Trinitatis Gal. 5, 25⸗6, 10 Matth. 6, 24⸗34 2. Tess. 3, 6⸗13 Joh. 11, 1⸗11 1. Kön. 17, 8⸗16 16. Sonntag nach Trinitatis Ephes. 3, 13⸗21 Luk. 7,11217 Hebr. 12, 18⸗24 Matth. 11,25⸗30 Hiob 5, 17⸗26 17. Sonntag nach Trinitatis Ephes. 4, 1⸗6 Luk. 14, 1⸗11 Hebr. 4, 9⸗13 Matth. 12, 1⸗8 Psalm 75, 5⸗8 18. Sonntag nach Trinitatis 1. Kor. 1, 4⸗9 Matth. 22, 34⸗46 Jak. 2, 10⸗17 Mark. 10, 17⸗27 2. Chron. 1, 7⸗12 19. Sonntag nach Trinitatis Eph. 4, 22.32 Matth. 9, 1⸗8 Jak. 5, 13⸗20 Joh. 9, 24⸗41 Psalm 32, 1⸗7 20. Sonntag nach Trinitatis Eph. 5, 15⸗21 Matth. 22, 114 Joh. 15,1⸗8 Spr. Sal. 2, 1⸗8 21. Sonntag nach Trinitatis Eph. 6, 10⸗17 Joh. 4, 47⸗54 Eph. 6, 1⸗9 Mark. 10, 13⸗16 2. Sant. 7, 17⸗29 22. Sonntag nach Trinitatis Phil. 1,3⸗11 Matth. 18, 21⸗35 Hebr. 43, 19 Luk. 9, 57⸗62 Spr. Sal. 24, 14⸗20 23. Sonntag nach Trinitatis Phil. 3, 17⸗21 Matth. 22, 15⸗22 1. Tim. 4, 4⸗11 Matth. 10, 24⸗33 Psalm 85, 9⸗14 24. Sonntag nach Trinitatis Kol. 1, 9⸗14 Matth. 9, 18⸗26 1. Thess. 5, 14⸗24 Joh. 10, 23⸗30 Psalm 39, 5⸗14 25. Sonntag nach Trinitatis 1. Thess. 4, 13⸗18 Matth. 24, 15⸗28 Hebr. 10, 32⸗39 Joh. 5, 19⸗29 Hiob 145,„ 1425 26. Sonntag nach Trinitatis 2. Thess. 1,3⸗10 Matth. 25, 31⸗46 Off. Joh. 2, 8⸗11 Luk. 19, 11⸗27 Psalm 126 27. Sonntag nach Trinitatis (Totensonntag) 2. Petr. 3, 3⸗14 Matth. 25, 1⸗13 Offb. Joh. 7, 9⸗17 Luk. 12, 35⸗43 Joh. 11, 17⸗27 Jes. 35, 3⸗10 Erntedankfest Psalm 145, 15⸗21 Luk. 12, 15⸗21 2. Kor. 9, 6⸗11 Joh. 6, 24⸗20 Psalm 34, 2⸗9 Reformationsfest Gal. 5, 1⸗15 Matth. 5, 1⸗12 1. Kor. 3, 11⸗23 Joh. 2, 12⸗17 Psalm 46 Buß⸗ und Bettag Röm. 2, 1⸗11 Luk. 1,. 19 Hebr. 12, 12⸗17 Matth. 11, 16⸗24 Psalm 130 Johannistag Luk. 1, 39⸗56 Michaelstag Offenb. Joh. 12,7⸗12 Der Sonntag Nun legt den Hammer nieder, die Arbeit ist getan. Den Sonntag kündet wieder die Feierglocke an: Das ist der Tag des Herrn, der uns zu unserm Werke gab Freudigkeit und Stärke und segnet uns auch gern. Nach allen Werktagslasten in Staub und Sonnenglut laßt Pflug und Schaufel rasten und feiert frohgemut. Gott will mit seinem Geist Herz und Gemüt erfüllen, in seinem Wort enthüllen die Wahrheit allermeist. Kommt aus dem Weltgedränge, kommt auch von Herd und Haus; Gott zwingt nicht in die Enge, er führt zur Freiheit aus. Sagt ihm nur euer Leid und was das Herz beschweret, was an der Seele zehret und was euch heimlich reut. 241 Er weiß ja, wo wir wohnen, und sieht auf jeden Stand; die Schwachen will er schonen, wir stehn in seiner Hand. Von ihm kommt täglich Brot, denn Arbeit gibt nur einer, ö und mächtiger ist keiner als unser Herr und Gott. Dann heilen auch die Wunden, die Zwietracht schlug und Neid; in heiligen Feierstunden erstarkt die Einigkeit. So kommt zu Gottes Ruhm als treu verbundne Brüder, als der Gemeinde Glieder und Christi Eigentum. Joh. Tillich, geb. 1857. 18 Gebet* Send Deinen Geist hernieder und lindre unsren Schmerz und schenk uns immer wieder ein stilles, starkes Herz. Mach uns in Hoffnung fröhlich, schenk uns in Leid Geduld, Mach uns im Glauben selig und decke unsre Schuld. Martin Jentzsch, geb. 1879. Aus:„Volk vor Gott“ Tischgebet Wir trinken Wasser und versinken drein, Wir essen Erde, und sie schlingt uns ein. Nur einer war, der Wasser trank und nicht versank, ihm ward es Wein. Nur einer, den das dunkle Land ö nicht unterzwang, der auferstand; der Leib und Blut gab, Brot und Wein, soll Gast und Herr am Tische sein. Hermann Burte. elenuunurinis Meine Väter und Mütter von alters⸗her Beteten zu dem heiligen Christ, — Nun tausend Jahre lang. Es war ihnen manchmal bitter schwer, Wie all Bauernwesen ist, Wenn er mit ihnen rang. Sie beugten niemals gern Vor keinem Herrn Ihre harten Bauernknie Und bogen die Rücken nie, Bis der Tod sie niederzwang. Ihr Beten war wie Hämmern am Tor, War wie ein Fäustedrohen empor Und wie ein Schlachtruf ihr Bittgesang. Sie daren gewöhnt mit Gott zu ringen Und in das Unsichtbare Wie mit dem Schwert zu dringen. Daß es sich offenbare. Doch so himmelweit In der Ewigkeit Stand sein unnahbarer Thron. Da kam zu ihnen im Menschenkleid Zu Menschenlos und Menschenleid Des Vaters einziger Sohn, Und trat in ihre Bauernwelt Als einer, der auch seinen Acker bestellt Und AÄhren sammelt auf seinem Feld. — Und war die Hütte noch so klein, Er klopfte an und drang herein In ihres Herzens Einsamkeit Und ließ sie nie mehr allein. 243 Wohl hörten sie manchmal, er sei von weit Aus fremden Osten gekommen. Aber sie hatten ihn längst bereit In ihr eigen Geschlecht In Brauch und Recht In ihr Herzblut aufgenommen. Seine Mutter war aus ihrer Sippe. In eisiger deutscher Winternacht 5 Hatte sie ihn der Welt zu Licht gebracht. In deutschem Stalle stand seine Krippe. Auf deutschen Wegen ging seine Not. In deutscher Kammer hing sein Tod. Durch ihres ganzen Lebens Lauf War er bei ihnen in Wort und Tat. In seinem Namen fiel ihre Saat. In seinem Segen ging sie auf. In seinem Zeichen buk ihr Brot. In seiner Gnade lag ihr Tod. Er war ihres Weges Weiser Und Himmelszeiger, Nie irrender Berater. Ihre Seele am Ende Gaben sie in seine Hände, Daß er sie führe zum Vater. Wen haben sie geliebt wie ihn? Wer war den Besten so vertraut? Sie haben in Stein und Melodien Ihm ewige Dome aufgebaut. Er trug dem deutschen Geiste ein Honig wie eine Imme. Aus Meister Eckehart sprach er rein Mit einer deutschen Stimme, Aus Luther mit Heldengrimme. 24⁴⁴ —— Und tausend Meister malten schlicht Gut deutsch sein Wesen und Gesicht. Von ihm sang Sage und Gedicht. Die deutsche Orgel von ihm spricht. Ewig mit Engels Munde. So brunntief sank er in uns ein In tausend Jahren: wie ein Stein Liegt er auf unsrem Grunde, In Wesen und Sein Und Sprache. Wo er nicht wirkt, ist Brache. — Wie meine Väter von alters⸗her Bet' ich mit Kindern und Kindeskind Zu ihm, dem wir verwachsen sind, Der uns umflutet wie ein Meer: Heiliger Christ, Der du bist Meinem Volk und Land Der Heliand, Heilig Dein Namen. So wie bisher, in Ewigkeit. Amen. Will Vesper. Neujahrslied Der du die Zeit in Händen hast, Herr, nimm auch dieses Jahres Last und wandle sie in Segen. Nun von dir selbst in Jesu Christ die Mitte fest gewiesen ist, führ uns dem Ziel entgegen. 245 Da alles, was der Mensch beginnt. vor seinen Augen noch zerrinnt, sei du selbst der Vollender. Die Jahre, die du uns geschenkt— wenn deine Güte uns nicht lenkt— veralten wie Gewänder. Wer ist hier, der vor dir besteht? Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht;* nur du allein wirst bleiben. Nur Gottes Jahr werd für und für; drum kehre jeden Tag zu dir, weil wir im Winde treiben. Der Mensch ahnt nichts von seiner Frist, du aber bleibest, der du bist in Jahren ohne Ende. Wir fahren hin durch deinen Zorn, und doch strömt deiner Gnade Born in unsre leeren Hände. Und diese Gaben, Herr, allein laß Maß und Wert der Tage sein, die wir in Schuld verbringen. Nach ihnen sei die Zeit gezählt, was wir versäumt, was wir verfehlt, darf nicht mehr vor dich dringen. Der du allein der Ewige heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt im Fluge unsrer Zeiten: Laß— sind die Tage auch verkürzt, wie wenn ein Stein in Tiefen stürzt— uns dir nur nicht entgleiten. (Psalm 102, 24—28) Jochen Klepper. Lobgesang Wer kann der Treu vergessen, Die du an uns getan, Der Gaben unermessen, Die wir von dir empfahn? Ging keins auf keinem Pfade Der kurzen Erdenfahrt, Dem du nicht deine Gnade Tagtäglich offenbart. Lang, ehe wir geboren, Hast Du uns angesehn: „Sie sind's, die vor den Toren Des Lebens wartend stehen. Gebt ihnen Raum, bringt, Geister, Sie her vor meinen Tag, Daß des Geschöpfs der Meister Sich billig freuen mag.“ So bin ich Dein geworden, Eh' ich mich selbst gewann; Du nahmst mich in den Orden Der Söhn und Brüder an. Weil ich noch kaum vom Weiten Durch Dunst und Nebel sah, Warst über meinem Schreiten Du wie die Sonne nah. Bist's noch zu allen Tagen, Auch wo ich Dich nicht spür', Und mein', ich ging durch Plagen Und Angste für und für, Und wähn', ich müßt in Sünden Und Finsternis versenkt Mich in der Hölle gründen, Die Dein mit Schrecken denkt; 247 Dein, der die Welt bereitet dach unbegriffenem Plan, Die Strauchelnden geleitet, Den Müden hilft voran, Der hinter Zeit und Maßen, Davor der Geist erschrickt, Gebahnt die schönen Straßen Zur Herrlichkeit erblickt; Zum Vorhof Deiner Wahrheit, Zur ewigen Gegenwart, Da die vollkommene Klarheit Sich allen offenbart, Da alles Seufzen mündet In einen Lobgesang, Und Stern den Sternen kündet Fried, Freude, Preis und Dank. Rudolf Alexander Schröder. 248 26 ů ö I Osterlied „Siehe, das ist Gottes Lamm, Das der Erde Sünde trug. Blutend an dem Kreuzesstamm, Tat es Gottes Zorn genug. In dem Felsengrabe liegend, Hat es uns zur Ruh gebracht. über Tod und Sünde siegend, Drang das Lamm durch unsre Nacht. „Siehe, das ist Gottes Held, Der aus dunklem Grabe stieg. Herr des Himmels und der Welt, Bringt er uns den ew'gen Sieg. Uns hat er dem Tod entnommen, Uns, die sterben und vergehn! Gottes Held wird wiederkommen, Und wir werden auferstehn. „Siehe, das ist Gottes Sohn, Der in Stall und Krippe lag. Nach der Marter, nach dem Hohn Strahlt sein heller Freudentag. Alle Zeit, die wir noch leben, Ist von seinem Glanz erfüllt. Die dem Sohn die Ehre geben, Werden einst sein Ebenbild. „Ihm sei Ehre, Lob und Preis Und Gewalt in Ewigkeit. Und ihn rühme, wer es weiß, Daß er uns vom Tod bereit. Wer da atmet, soll bezeugen, Was ihm Gott geoffenbart. Wer da glaubt, soll sich ihm beugen, Der ein Fürst des Lebens ward. Jochen Klepper 249 —m—mc.c.T — ——.— ———PPFFTF DPꝑI‚I‚I‚I‚IIee..... —— Uederverꝛeichnis Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ 118 Ach bleib mit deiner Gnade 64 Ach Gott vom Himmel sieh darein 115 Allein Gott in der Höh sei Ehr 43 Auf, bleibet treu 105 Auf Christi Himmelfahrt allein 37 Aus Lieb läßt Gott der Christenheit 48 Aus meines Herzens Grunde 77 Aus tiefer Not schrei ich zu dir 51 Befiehl du deine Wege 93 Bis hierher hat mich Gott gebracht 14 Christ, der du bist der helle Tag 90 Christe du Lamm Gottes 21 Christ fuhr gen Himmel 36 Christ ist erstanden 33 Christus, der ist mein Leben 53 Das Jahr geht still zu Ende 16 Der du zum Heil erschienen 20 Der Mond ist aufgegangen 92 Die güldne Sonne. 78 Die helle Sonn leucht jetzt herfür— 80 Die Nacht ist kommen 86 Die wir uns allhier beisammen finden. 62 Einer ist's, an dem wir hangen 121 Ein feste Burg ist unser Gott 49 Erhalt uns Herr bei deinem Wort Erschienen ist der herrlich Tag Harre meine Seele Herr, wie du willst Es kommt ein Schiff geladen Es wolle Gott uns gnädig sein Fröhlich soll mein Herze springen Für alle Güte sei gepreist Gelobet sei der Herr, mein Gott Gelobet seist du, Jesus Christ Gelobt sei Gott im höchsten Thron Gott des Himmels und der Erden Gott, du bist meine Zuversicht Gott ist gegenwärtig Gott sei Dank durch alle Welt Großer Gott wir loben dich Herr Gott, dich loben alle wir. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herzliebster Jesu, was hast du Hinunter ist der Sonne Schein Ich bete an die Macht der Liebe Ich singe dir mit Herz und Mund Ich steh' an deiner Krippen hier Ich weiß woran ich glaube In allen meinen Taten Ist Gott für mich Jesu geh voran Jesu meine Freude Jesus lebt, mit ihm auch ich Jesus meine Zuversicht Jesus ist kommen Jetzt, da die Zeit sich nähert 251 Baß mich dein sein und bleiben 65 Licht, das in die Welt gekommen 124 Lobe den Herren 69 Lobt Gott getrost mit singen 122 Lobt Gott ihr Christen allzugleich 9 Mach's mit mir Gott nach deiner Güt. 59 Macht hoch die Tür 1 Mein erst Gefühl sei Preis 83 Mein schönste Zier und Kleinod bist 87 Mir nach, spricht Christus 114 Mit Ernst o Menschenkinder 3 Mit Fried und Freud ich fahr dahin 56 Mitten wir im Leben sind 57 Morgenglanz der Ewigkeit ů 82 Nimm von uns, Herr 52 Nun bitten wir den heilgen Geist 40 Nun danket alle Gott 70 Nun danket all und bringet Ehr 76 Nun laßt uns gehn und treten 15 Nun jauchzet all ihr Frommen 6 Nun ruhen alle Wälder 84 Nun sich der Tag geendet hat 88 Nun sich der Tag geendet hat 89 O, daß ich tausend Zungen hätte 75 O du fröhliche 10 O Gott du frommer Gott 104 O Haupt voll Blut und Wunden.25 O Heilger Geist, kehr bei uns ein 38 O Heilger Geist, o heilger Gott 41 O herrlicher Tag 34 O Jesu Christe, wahres Licht 17 O komm, du Geist der Wahrheit 42 O Lämmlein Gottes Jesu Christ 46 252 * X *.*— SSS O Lamm Gottes unschuldig O Welt, ich muß dich lassen 58 O Welt, sieh hier dein Leben 27 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut 7 Sollt ich meinem Gott nicht singen 72 Stille Nacht, heilige Nacht 11 Und wollte alles wanken 106 Unsern Ausgang segne Gott 66 Vater unser im Himmelreich 112 Verzage nicht, du Häuflein klein 119 Vom Himmel hoch da komm ich her 12 Wach auf, du Geist der ersten Zeugen.. 39 Wach auf, mein Herz, die Nacht 35 Wach auf mein Herz und singe 81 Wach auf, wach auf, du deutsches Land.. 50 Walte, walte nah und fern 120 Warum sollt ich mich denn grämen 108 Was Gott tut, das ist wohlgetan 99 Wem Gott will rechte Gunst erweisen. 74 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 7 Wenn meine Sünd mich kränken 26 Werde licht, du Stadt der Heiden 18 Wer ist ein Mann 107 Wer nur den lieben Gott 100 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende 55 Wie Gott mich führt 101 Wie mit grimmgem Unverstand 102 Wie soll ich dich empfangen 2 Wir danken dir, Herr Jesu Christ 22 Wir glauben all an einen Gott 44 Wir treten zum Beten 110 Wir harren Christ, in dunkler Zeit 111 Zeuch an die Macht. ö 123 253 Zusammengestellt von kriegsgefangenen deutschen Pastoren. *+** Herausgegeben von der Oekumenischen Kommission für die Pastoration der Kriegsgefangenen, (Oekumenischer Rat der Kirchen) Genf: und der lutherischen Kommission für Kriegsgefangene, New Nork, St. Louis. *** Anerkennung wird ebenfalls der Evangelisch⸗Reformierten Kirche für ihre geleistete Hilfe ausgesprochen. *** Issued by the Beumenical Commission for Chaplaincy Serries to Prisoners of War, (World Council of Churches) Genera; and the Lutheran Commission for Prisoners of War. New Lork, St. Louis *** ngelical and Reformed Churen Acknowledgment is herewith made to the 1 5 ook. for its contribution in the preparatlon of this * * 2 CENSORED 254