——. Evangelisches Gesangbuch. Herausgegeben von der Bezirkssynode Wiesbaden. Wiesbaden. Verlag des Evangelischen Zentralkirchenfonds. Redet unter einander in Psalmen und Lobgesängen und geist⸗ lichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen! Eph. 5, I9. —— Druck vonsKAi. RSEUKde n Wiesbaden. 60e53—— Inhalt. —82—)—— Die mit' bezeichneten Lieder stehen im Ev. Militä ⸗Gesang⸗ und Gebetbuch. J. Lob und Dank. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Decius, 1+ 1541. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. Crasselius, 4 1724. Gott ist mein Lied. Gellert, 4 1769. Großer Gott, wir fallen nieder. Nach Tersteegen, 4 1769. Großer Gott, wir loben dich. Zuerst, 1770. Hallelujah! Gott zu loben. Jorissen, Ich singe dir mit Herz und Mund. Gerhardt, Jehovah, Jehovah, Jehovah. Pfeffel, Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Neander, Lobe den Herren, o meine Seele. Herrnschmidt, Nun danket alle Gott. Rinkart, Nun danket all und bringet Ehr. Gerhardt, Nun lob, mein Seel, den Herren. Gramann, Nun preiset alle. v. Löwenstern, 5.“ O daß ich tausend Zungen hätte. Mentzer, 4 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut. Schütz. 1 Sollt ich meinem Gott nicht singen. Gerhardt, 4 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht. Gellert, Wie groß ist des Allmächtgen Güte. Gellert, Womit soll ich dich wohl loben. Gotter, Wunderbarer König. Neander, 4 & I. 2. 3. 4. 5²— 6. 7. 8. 9 II. Sonntag. „Betgemeine, heilge dich. v. Pfeil, 4 1784. 23. Eins hätten wir von Herzen gern. S urm, 4 1896. 24.* Gott ist gegenwärtig. Tersteegen, 4 1769. 1² 35.* 36. 37.— 38. 39. 40. 41.* 42.* 43.* 44. 45. 46.* 47. 48.* 49.* 50. 51.— 52.“ 53. 54. 55. 56. 57. Verzeichnis der Lieder. Großer Gott von alten Zeiten. Neumann, 4+ 1715. Hallelujah, schöner Morgen. Krause, + 1762. n Jesu Christ, dich zu uns wend. Zuerst, + 1661. omm, heiliger Geist, erfüll die Herzen. Altkirchlich. Licht vom Licht, erleuchte mich Schmolck, 4 1737. Liebster Jesu, wir sind hier. Clausnitzer, 4 1684. O wie freun wir uns der Stunde. Spitta, + 1859. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. Neander, 4 1680. Sieh uns fertig Gerok 4 1890. Tut mir auf die schöne Pforte. Schmolck, 4 1787. III. Feste und Festzeiten. 1. Advent. Auf, auf, ihr Reichsgenossen. Rist, 4 1667. Dein König kommt in niedern Hüllen. Rückert, 4 1866. Gott sei Dank durch alle Welt. Held, 4 1695. Hosianna! Davids Sohn. Schmolck, 4 1737. Hosianna! Zu der Erde. Heydenreich, 4 1858. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden. Homburg, 4 1681. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit. Weissel, + 1635. Mit Ernst, o Menschenkinder. Thilo jun., 4 1662. Nun jauchzet all, ihr Frommen. Schirmer, 4 1673. Warum willst du draußen stehen. Gerhardt, + 1676. Was wär ich ohne dich gewesen. v. Hardenberg, 4 1801. Wie soll ich dich empfangen. Gerhardt, 4 1676. 2. Weihnacht und Epiphanien. Der heilge Christ ist kommen. Arndt, + 1860. Dies ist der Tag, den Gott gemacht. Gellert, 4 1769. Dies ist die Nacht, da mir erschienen. Nachtenhöfer, 4 1685. Empor zu Gott, mein Lobgesang. Krummacher, 4 1845 Fröhlich soll mein Herze springen. Gerhardt, 4 1676 Gelobet seist du, Jesus Christ. Luther, 4 1546. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören. Tersteegen, 4 1769. Ich steh an deiner Krippe hier. Gerhardt, 4 1676 Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude. Nach Allendorf, 4 1773. Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. Hermann, 1 1561. O Liebesglut, wie soll ich dich. Lampe, 4 1719. B 58. 59. 60.* 73.5 Eines wünsch ich mir vor allem andern. Knapp, 1 1864. 74. Ein Lämmlein geht und trägt ꝛe. Gerhardt, 4 1676 75. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken. Gellert, 4 1769. 76.“ Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. Heermann, 1647. 77.* Jesu, deine tiefen Wunden. Heermann, 4 1647. 78.* Jesu, meines Lebens Leben. Homburg, 1681. 79.* O du Liebe meiner Liebe. Elisabeth v. Senitz, 4 1679 80.* O Haupt voll Blut und Wunden. Gerhardt, 4 1676 81.* O Lamm Gottes unschuldig. Decius, + 1541. 82.* O Welt, sieh hier dem Leben. Gerhardt, 4 1676 83. Ruhe hier, mein Geist, ein wenig. Tersteegen, 4 1769. 84. Seht am Kreuz den Mann der Schmerzen. Heydenreich, 4 1858. 85. Sei mir tausendmal gegrüßet. Gerhardt, 4 1676. 86.“ Wenn meine Sünd' mich kränken. Gesenius, 4 1573. 87.* Wir danken dir, Herr Jesu Christ. Fischer, 4 1600. 88. Am Kreuz erblaßt. C. F. Neander, 4 1802. 89. Es ist vollbracht! Er ist verschieden. S. Franck, 4 1725 Verzeichnis der Lieder. Vom Himmel hoch da komm ich her. Luther, 4 1546. Wir singen dir, Immanuel. Gerhardt, 4 1676. Jesu, großer Wunderstern. Neumeister, + 1756. 3. Jahreswechsel. Bis hierher hat mich Gott gebracht. Amilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, 4 1706. *Das alte Jahr vergangen ist. 2 Steuerlein, 4 1613. Das Jahr geht still zu Ende. Fürstin Reuß, 4 1903. Das Jahr ist nun zu Ende. Bähr, 1 1846. Gottlob! Ein Schritt zur Ewigkeit. Franke, 4 1727. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. Rist, 4 1667. Jesus soll die Losung sein. Schmolck, 4 1737. Nun laßt uns gehn und treten. Gerhardt, 4 1676. Segnet uns zu guter Letzt. v. Pfeil, 4 1784. Wir treten in das neue Jahr. Preiswerk, 4 1871. 4. Passion. An des Herren Kreuz zu denken. A. J. Rambach, 4 1851. Der am Kreuz ist meine Liebe. Vor 1676. ——.—..—.7 2———8——... SS—— —sx—— 122.* 123.— Verzeichnis der Lieder. 5 Ostern. Bringt Preis und Ruhm dem Heiland ꝛc. Mudre, 5 Christ ist erstanden. Vor Christ lag in Todesbanden. Luther, Früh morgens, da die Sonn aufgeht. Heermann, Gelobt sei Gott im höchsten Thron. Nach Weiße, 4 Hallelujah! jauchzt ihr Chöre. Funk, + Heut triumphieret Gottes Sohn.? Stolshagius, c. Ich geh zu deinem Grabe. Schmolck, Jesus lebt, mit ihm auch ich. Gellert, 4 Jesu, Todesüberwinder. 7 O Tod, wo ist dein Stachel nun. Gesenius, 4 Triumph, Triumph! der Sieg ist mein. Arndt, Überwinder, nimm die Palmen. Taddel, 4 Wach auf mein Herz! Die Nacht ist hin. Laurenti, * Willkommen, Held im Streite. Schmolck, Zwei der Jünger gehn mit Sehnen. Neunherz, 1 6. Himmelfahrt. Ach wundergroßer Siegesheld. Homburg, 2 Auf Christi Himmelfahrt allein. Nach Wegelin. 4 Ergrünt ihr Siegespalmen. Knapp, 4 Großer Mittler, der zur Rechten. J. J. Rambach, Hallelujah! Wie lieblich stehn. Knapp, Herr, auf Erden muß ich leiden. Neumann, Siegesfürst und Ehrenkönig. Tersteegen, Zeuch uns nach dir. Funcke, 4 7. Pfingsten. Komm heiliger Geist, Herre Gott. Luther, 4 Komm, o komm, du Geist des Lebens. Held, 1 Nun bitten wir den heiligen Geist. Luther, 4 O du allersüßte Freude. Gerhardt, 4 O Gottes Geist und Christi Geist. Arndt, 4 O heilger Geist, kehr bei uns ein. Schirmer, 4 O heiliger Geist, o heiliger Gott. Vor O komm, du Geist der Wahrheit. Spitta, 4 Schmückt das Fest mit Maien. Schmolck, 4 Zeuch ein zu deinen Toren. Gerhardt, 4 6 1810. 1300. 1546. 1647. 1542. 1814. 1591. 1737. 1769. 1673. 1860. 1775. 1722. 1737. 1737. i 1681. 1640. 1864. + 1735. 1864. + 1715. + 1769. 1799. 1546. + 1695. 1546. 1676. 1860. 1673. 16⁵5⁵ 1859. 1737. 1676. 810. 300. 546. 647⁷. 542. 814. 591. 737. 769. 673. 860. 775. 722. 737. 1737. 1681. 1640. 1864. 1735. 1864. 1715. 1769. 1799. 1546. 1695. 1546. 1676. 1860. 16783. 1655. 1859. 1737. Verzeichnis der Lieder. 8. Trinitatis. 124. Gelobet sei der Herr. Olearius, + 1684. 125.* Hallelujah! Lob, Preis und Ehr. Nach Rinkart, + 1649. 126.“ Wir glauben all an einen Gott. Clausnitzer, 4 1684. IV. Kirche und Gnadenmittel. 1. Kirche und Mission. 127.* Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. Selnecker, 4 1592. 128.* Ach bleib mit deiner Gnade. Stegmann, 4 1623. 129. Ach Gott, vom Himmel sieh darein. Luther, 4 1546. 130. Der du in Todesnächten. Barth, 4 1862. 131. Der du zum Heil erschienen. Knapp, 1864. 132. Eine Herde und ein Hirt. Krummacher, + 1845. 133. Einer ists, an dem wir hangen. Knapp, 4 1864. 134.* Eine feste Burg ist unser Gott. Luther, + 1546. 135.* Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Luther, 4 1546. 136. Es wolle Gott uns gnädig sein. Luther, + 1546. 137. Gottes Stadt steht fest gegründet. Spitta, 4 1859. 138. Hier stehen wir von nah und fern. Knapp, 4 1 64. 139. O daß doch bald dein Feuer brennte. Fricker, 4 1766. 140. O Jesu Christe, wahres Licht. Heermann, 4 1647. 141.* Verzage nicht, du Häuflein klein. Altenburg, 4 1640. 142.* Wach auf, du Geist der ersten Zeugen. v. Bogatzty, 4 1774. 143. Wann grünt dein ganzer Erdenkreis? Tersteegen, 4 1769. 2. Wort Gottes. 144. Dein Wort, o Herr, ist milder Tau. Garve, T 1841. 145. Herr, dein Wort, die edle Gabe. N. L. v. Zinzendorf, 4 1760. 146. Nun geh uns auf, du Morgenstern. Sturm, 4 1896. 147. Teures Wort aus Gottes Munde. Schmolck, 4 1737. 148. Wort des Lebens, lautre Quelle. Spitta, 4 1859. 3. Taufe und Konfirmation. 149. Barmherziger, laß deiner Gnade. 150. Bei dir, Jesu, will ich bleiben. Spitta, 14 1859. 151. Guter Hirt, der seine Herde. Sturm, 4 1896. 152.* Ich bin getauft auf deinen Namen. J. J. Rambach, 4 1735. Verzeichnis der Lieder. Ich bleib bei dir. Wo könnt ich's besser ꝛc. Moraht, 4 1884. Lasset die Kindlein kommen. Becker, 4 1604. Liebster Jesu, wir sind hier, deinem ꝛc. Schmolck, 4 1787. 4. Abendmahl. Christe, du Lamm Gottes. Alte Kirche. Herr, du wollst uns vollbereiten. Klopstock, 4 1803. Herr, sei gelobet, daß du hast dein Leben. Nach Luther. Ich komme, Herr, und suche dich. Gellert, 4 1769. Jesu, Freund der Menschenkinder. Nach Lavater, 1 1801. Komm, mein Herz, in Jesu Leiden. Woltersdorf, 4 1761. Kommt her, ihr seid geladen. Arndt, 4 1860. O Jesu, meine Wonne. Rist, + 1667. Schmücke dich, o liebe Seele. Joh. Frank, 4 1677. V. Christliches Leben. 1. Sündenerkenntnis und Reue. Ach Gott und Herr. 7 Rutilius, 4 1618. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. Schneesing, 4 1567. Aus tiefer Not schrei ich zu dir. Luther, 4 1546. Gott der Gnaden, schwer beladen. Puchta, 4 1858. Herr, ich habe mißgehandelt. Joh. Frank, 4 1677. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut. Ringwald, 4 1597(). Hüter, wird die Nacht der Sünden. Richter, 4 1711. Ich erhebe meine Gemüte. Lavater, 4 1801. Ich will von meiner Missetat. 7 Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 4 1667. Mag über uns dein Eifer flammen. Sturm, 4+ 1896. O frommer und getreuer Gott. Vor 1643. O großer Gott, du reines Wesen. Olearius, 1684. O Vater der Barmherzigkeit. Denicke, + 1680. Wir liegen hier zu deinen Füßen. Schmolck, 4 1737. 2. Glaube und Gerechtigkeit. Aus Gnaden soll ich selig werden. Scheidt, 4 1761. Christi Blut und Gerechtigkeit. N. L. v. Zinzendorf, 4 1760. Der Glaube hilft, wenn nichts mehr. v. Pfeil, 4 1784. Es ist das Heil uns kommen her. Nach Speratus, 4 1554. Ewge Liebe, mein Gemüte. J. J. Rambach, 4 1735. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken. Herrmann, 1 1791. 8 &NSIINANNEen 1..0 — SANN SN NIN — Verzeichnis der Lieder. Ich bin erlöst durch meines Mittlers Blut. Wagner, 4 1825. Ich bin im Himmel angeschrieben. S. Franck, 4 1725. Ich habe nun den Grund gefunden. Rothe, 4 1758. Ich weiß, an wen ich glaube. Arndt, 4 1860. Ich weiß von keinem andern Grunde. v. Vogatzky, 4 1774. Jesus nimmt die Sünder an. Neumeister, 4 1756. Mein Heiland nimmt die Sünder an. Lehr, 4 1744. Mir ist Erbarmung widerfahren. Hiller, + 1769. Nun freut euch, lieben Christen g'mein. Luther, 4 1546. 3. Liebe zum Herrn. Ach, mein Herr Jesu, dein Nahesein. Gregor, 4 1801. Ach, mein Herr Jesu, wenn ich dich nicht hätte. Gregor, 4 1801. Ach sagt mir nichts von Gold ꝛe. Scheffler, 4 1677. Allgenugsam Wesen. Tersteegen, + 1769 Dich, Jesum, laß ich ewig nicht. Liebich, 4 1780, Dir will ich danken bis zum Grabe. Knak, 4 1878 Einer ist König, Immanuel sieget. Allendorf, 4 1773 Eins ist not! Ach Herr, dies eine. Schröder, 4 1699. Halt im Gedächtnis Jesum Christ. Günther, + 1704. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Schalling, 4 1608. Ich bete an die Macht der Liebe. Tersteegen, 4 1769. Ich bin nicht mehr mein eigen. Döring, 4 1844. Ich will dich lieben, meine Stärke. Scheffler, 4 1677. Jesu, meine Freude. Joh. Franck, 4 1677. Jesus Christus herrscht als König. Hiller, + 1769. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. Ludämilie Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg⸗-Rudolstadt, 4 1672. König, dem kein König gleichet. Rambach, 4 1735. Liebe, die du mich zum Bilde. Scheffler, 4 1677. Meinen Jesum laß ich nicht. Keymann, 4 1662. O Jesu, Jesu, Gottes Sohn. Heermann, 4 1647. O Ursprung des Lebens, o ewiges Licht. Koitsch. 4 1735. Seelenbräutigam. Drese, 4 1701. Such, wer da will, ein ander Ziel. Weißel, 4 1635. Wenn alle untreu werden. v. Hardenberg, 4 1801. Wenn ich ihn nur habe. v. Hardenberg, 4 1801. 219.* Wie schön leucht't uns der Morgenstern. Ricolai, 1 1608. 220.“ Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. Deßler, 4 1722. —ree:*++.n—..—..—...—..—. 2.E Verzeichnis der Lieder. 4. Wandel im Licht. Ach komm, füll unsre Seelen ganz. v. Strauß, 1 1898. Auf, ihr Streiter, durchgedrungen. Buchka, 4 1752. Auf dich seh ich. Walter, 4 1880. Aus irdischem Getümmel. Asschenfeld, 4 1856. Christen sind ein göttlich Volk. v. Zinzendorf, 4 1760. Dein Wort, o Herr, bringt uns ꝛc. Allendorf, 4 1773. Die Gnade sei mit allen. Hiller, 4 1769, Du, Gott, hast's angefangen. Hiller, 4 1769. Ein reines Herz. Herr, schaff in mir. Neuß, 4 1716. Es glänzet der Christen inwendiges Leben. Richter, 4 1711. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein. Richter, 4 1711. Es kostet viel, ein Christ zu sein. Richter, 4 1711. Es kennt der Herr die Seinen. Spitta, 4 1859. Fahre fort, fahre fort. Schmidt, 4 1745. Geht, ihr Streiter, immer weiter. Tersteegen, 4 1769. Gott, deine Güte reicht so weit. Gellert, 4 1769 Heilger Jesu, Heilgungsquelle. 2 Arnold, 4 1714. Herr Jesu, Gnadensonne. Gotter, + 1735. Herz und Herz vereint zusammen. v. Zinzendorf, 4 1760. Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder. Richter, 4 1711. Himmelan geht unsre Bahn. Schmolck, 4 1737. Jesu, der du bist alleine. Tersteegen, + 1769. Jesu, geh voran. Graf v. Zinzendorf, 4 1760. Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens. Schröder, 4 1699. Kommt, Kinder, laßt uns gehen. Tersteegen, 4 1769. Lasset uns mit Jesu ziehen. v. Birken, 4 1681. Laß mich, o Herr, in allen Dingen. Zollikofer, 4 1788. Mache dich, mein Geist, bereit. Freystein, + 1718. Mir nach, spricht Christus. Scheffler, 4 1677. O der alles hätt verloren. 2 Arnold, 4+ 1714. O Durchbrecher aller Bande. Arnold, 4 1714. Ringe recht, wenn Gottes Gnade. Winckler, 4 1722. Rüstet euch, ihr Christenleute. Arends, 1721. Schaffet, schaffet Menschenkinder. Gotter, 1735. Seele, was ermüdst du dich. Wolf, 4 1754. Sei getreu bis an das Ende. Nach Prätorius, 4 1674. So jemand spricht: Ich liebe Gott. Gellert, 4 1769. Stark ist meines Jesu Hand. Garve, 1 1841. Unverwandt auf Christum sehen. Rothe, 1758. 10 Verzeichnis der Lieder. 260. Wer das Kleinod will erlangen 5. Kreuz und Trost. 263.“ Ach Gott, verlaß mich nicht. 292.“ Was mein Gott will, gescheh allzeit. 293.* Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel. 294.“ Wenn wir in höchsten Nöten sein. 296.* Wer nur den lieben Gott läßt walten. 11 Mentzer, + 1734 261.* Wer ist wohl wie du. Freylinghausen, 1738. 262. Zeuch an die Macht, du Arm des Herrn. Oser, à 1891. S. Franck, 4 1725. 264. Alles ist an Gottes Segen. Vor 1676. 265.“ Auf Gott und nicht auf meinen Rat. Gellert, 1769. 266. Auf meinen lieben Gott. 2 Beurhaus, 1609. 267. Befiehl du deine Wege. Gerhardt, 4 1676. 268. Dennoch bleib ich stets an dir. Schmolck, 4 1737. 269. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Nerreter, 4 1726. 270. Endlich bricht der heiße Tiegel. Harttmann, 4 1815. 271. Gott ist getreu. Liebich, + 1780. 272. Gott lebt! Wie kann ich traurig sein. Schmolck, 1737. 273* Gott will's machen. Herrnschmidt, 4 1723. 274.* Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Bienemann, 4 1591. 275. Ich hab in Gottes Herz und Sinn. Gerhardt, 4 1676. 276. Ich hab in guten Stunden. Gellert, 4 1760. 277. Ich steh in meines Herren Hand. Spitta, + 1859. 278.“* Je größer Kreuz, je näher Himmel. Schmolck, 4 1737. 279.“ In allen meinen Taten. Flemming, 4 1640. 280.“ Ist Gott für mich, so trete. Gerhardt, 4 1676. 281. Laß fahren deine Sorgen. Sturm, 1 1896. 282. Meine Seel ist stille. Schade, 4 1698. 283. Meine Seele senket sich. Winkler, 4+ 1722. 284. O mein Herz, gib dich zufrieden. Strauß, 4+ 1898. 285. O wie fröhlich, o wie selig. Schmolck, 4 1737. 286. Schwing dich auf zu deinem Gott. Gerhardt, 4 1676. 287.* Sollt es gleich bisweilen scheinen. Tietze, 1703. 288. Stille halten deinem Walten. Hagenbach, 4 1874. 289.* Von Gott will ich nicht lassen. Helmbold, 4 1598. 290.“ Warum sollt ich mich denn grämen. Gerhardt, 4 1676. 291. Was Gott tut, das ist wohlgetan. stodigast, 4 1708. Albrecht, Markgraf zu Brandenburg, 4 1557. Schmolck, 4 1737. Eber, + 1569. 295. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut. Magdeburg, 4 1583. Neumark, 4 1681. Verzeichnis der Lieder. Wie Gott mich führt, so will ich gehn. Gedite, 4 1735. Wunderanfang, herrlichs Ende. Stockfleth, 4 1708. IV. Besondere Zeiten und Verhältnisse. 1. Morgen und Abend. Aus meines Herzens Grunde. Zuerst 1592. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh. Um 1582. Die güldne Sonne. Gerhardt, 4 1676. Früh am Morgen Jesus gehet. Stilp, 4 1882. Gott des Himmels und der Erden. Albert, 4 1651. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank. Gellert, 4 1769. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen. Neumann, 4 1715. Morgenglanz der Ewigkeit. Knorr v. Rosenroth, 4 1689. O Jesu, süßes Licht. Lange, + 1744. Wach auf, mein Herz, und singe. Gerhardt, 4 1676. Der Tag ist hin; mein Jesu, bei mir ꝛc. Neander, 4 1580. Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen ꝛc. Herbert, 4 1571 Herr, der du mir das Leben. Gellert, + 1769. Herr, es ist von meinem Leben. Neumann, T 1715 Hinunter ist der Sonne Schein. Hermann, + 1561. Hirte deiner Schafe. Schmolck, 4 1737. Nun ruheu alle Wälder. Gerhardt, 4 1676. Nun sich der Tag geendet hat. Herzog, 4 1699. Nun sich der Tag geendet, mein Herz. Tersteegen, 4 1769. Werde munter, mein Gemüte. Rist, 1667. Wo willst du hin, weil's Abend ist. Zuerst 1674. So ist die Woche nun geschlossen. Neumeister, 4 1756. Der Sabbat ist vergangen. Schmolck, + 1737. 2. Ehe und Hausstand. Gott, Schöpfer, Stifter heilger Eh'. Schlegel, + Ich und mein Haus, wir sind bereit. Spitta. 4 1859. + 1 Nun sprich du, Herr, dein Ja ꝛc. Dieffenbach, O selig Haus, wo man dich aufgenommen. Spitta, 4 1859. Sorge doch für meine Kinder. Schlosser, Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ. Gerhardt, Wohl einem Haus, da Jesus Christ. v. Pfeil, 12 + + —— — KCKrrnnrrn rseen —C e eoes es es e es e es e Verzeichnis der Lieder. 35. 3. Stand und Beruf. 08. 329. Das walte Gott, der helfen kann. 330. Fang dein Werk mit Jesu an. 331. Geh hin nach Gottes Willen. 332. Herr, höre! Herr, erhöre. 333. In Gottes Namen fahren wir. 92. 334. In Gottes Namen fang ich an. Liscom, 4 1698. 82. 335.“ O Gott, du frommer Gott. Heermann, 1647. 76. 336. Was macht ihr, daß ihr weinet. Spitta, 4 1859. 4. Fürst und Vaterland. 69. 337.* Ein Haupt hast du dem Volk gesandt. Sturm, 4 1896. 15. 338.“ Preis, Ehr und Lob sei dir. Grüneisen, + 1878. 89. 339.“ Vater, kröne du mit Segen. Hülsemann, 4 1865. 44. 340. Herr Jesu Christ, der du beweintest. Fröhlich, 4 1865. 76.—— 341.* Gottlob! Nun ist erschollen. Gerhardt, 4 1676. 80. 71. 5. Ernte. 19 342. Herr, die Erde ist gesegnet. Puchta, 4 1858. 4 343. Herr im Himmel, Gott auf Erden. Schmolck, 4 1737. ri 344. O Gott, von dem wir alles haben. Neumann, 4 1715. 20 345. Was Gott tut, das ist wohlgetan! 99 So denken ꝛc. Schmolck, 4 1737. 07 VII. Tod und Ewigkeit. 74. 346.“ Alle Menschen müssen sterben. 2 Albinus. 4 1679. 347. Auf, du priesterlichs Geschlechte. Steinhofer, 4 1821. 56. 348.* Christus, der ist mein Leben. Vor 1609. 37. 349. Die Herrlichkeit der Erden. Gryphius, + 1664. 350. Einen guten Kampf hab ich. 351. Ermuntert euch, ihr Frommen. 353. Es ist noch eine Ruh vorhanden. 354.“ Freu dich sehr, o meine Seele. 356. Herzlich tut mich verlangen. 357.“ Ich bin ein Gast auf Erden. 358.“ Ich habe Lust zu scheiden. 13 355. Geht nun hin und grabt mein Grab. Betichius, + 1722. Vor 1743(2). Möller, 4 1861. Schmolck, 4 1737. Zuerst 1561. Albert, 1651. Laurenti, 1 1722. 352. Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist. Zuerst 1662. Kunth, 4 1779 Vor 16209. Arndt, 4+ 1869. Knoll, 4 nach 1627. Gerhardt, 4 1676. Schmolck, 4 1737. 366.* Verzeichnis der Lieder. Ich sterbe täglich, und mein Leben. Schmolck, f 1737. Jerusalem, du hochgebaute Stadt. Meyfart, 4 1642. Jesus, meine Zuversicht. Luise Henriette v. Brandenburg, 1 1667. In Christi Wunden schlaf ich ein. Eber, 4 1569. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe. Schmolck, 4 1737. Mein Leben ist ein Pilgrimstand. Lampe, 1 1729. Mit Fried und Freud ich fahr dahin. Luther, 4 1546. Mitten wir im Leben sind. Luther, 4 1546. Nun bringen wir den Leib zur Ruh. Liebich, 4 1780. O Ewigkeit, du Donnerwort. Rist, 4 1667. O Ewigkeit, du Freudenwort. Nach Heunisch, 4 1690. O Welt, ich muß dich lassen. 7 Hesse, 4 1547. O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen. Dach, 1659. Valet will ich dir geben. Herberger, 4 1627. Wachet auf, ruft uns die Stimme. Nicolai, 4 1608. Wenn ich in Todesnöten bin. Kempff, 4 1625. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. Hermann, 4 1561. Wer sind die vor Gottes Throne. Schenck, 4 1727. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt, 4 1706. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit. Neander, 4 1680. Du bist zwar mein und bleibest mein. Gerhardt, 4 1676. Gottlob! Die Stund ist kommen. Heermann, 1 1647. Wenn kleine Himmelserben. Rothe, 4 1758. Zeuch hin, mein Kind. Hoffmann, 1 1712. Liturgische Stücke. Verleih uns Frieden gnädiglich. Luther, + 1546. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze. Psalm 51, 12, 13. Ehre sei Gott in der Höhe. Ev. Luk. 2, 14. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Psalm 106, 1. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer. Nach Luther, 1 1546. Ehr sei dem Vater und dem Sohn. Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth. Herr Gott, dich loben wir. Luther, + 1546. Laßt uns lobsingen. 2. Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi. 2. Kor. 13, 13. 14 9* * 3* * Verzeichnis der Lieder. Laß mich dein sein und bleiben. Selnecker, 4 1592. Unsern Ausgang segne Gott. H. Schenk, 1 1681. Die wir uns allhier Hei Anden. „v. Zinzendorf, 4 1752. Der heilge Christ, der segne dich. Mathesius, 4 1565. Zieht in Frieden eure Pfade. Knak, 4 1878. Geistliche Volkslieder. Danket dem Herrn! Wir danken dem Herrn. Herrosee, 1 1826. Lobt froh den Herrn, ihr jugendlichen Chöre. Geßner, 4 1843. O du fröhliche, o du selige. Falk, 4 1826. Du lieber, heilger, frommer Christ. Arndt, 4 1860. Es ist ein Ros entsprungen. Aus dem 15. Jahrh. Herbei, o ihr Gläubigen. um 1819. Ihr Kinderlein, kommet. v. Schmid, 4 1854. Nun singet und seid froh. Zuerst 1748. Stille Nacht, heilige Nacht. Mohr, 4 1848. Tochter Zion, freue dich. Wo ist Jesus, mein Verlangen. Nach Ludämilie 171092. Gräfin zu Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 4 1672. Wollt ihr wissen, was mein Preis. Schwedler, + 170 Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ. Preiswerk, 4 1871. Du Stern in allen Nächten. Krummacher, 4 1868. Wie lieblich ist's hienieden. Wetzel, 4 1819. Wer ist ein Mann? Wer beten kann. Arndt, 1 1860. Darf ich wiederkommen. Grafe, 4 1869. Kehre wieder, kehre wieder. Spilta, 4 1859. Wohin, o müder Wandrer du. J. C. Arndt. Der beste Freund ist in dem Himmel. Schmolck, 4 1737. Ein Gärtner geht im Garten. Schenkendorf, 4 1817. Ich will streben nach dem Leben. Hiller, 4 1769. Meinen Heiland im Herzen. Franz, 4 1843. Merk, Seele, dir das große Want .L. v. Zinzendorf, 1760. Näher, mein Gott, zu dir. Nun, so bleibt es fest dabei. Woltersdorf, 4 1761. Schönster Herr Jesu. Zuerst 1677. So nimm denn meine Hände. v. Hausmann, 4 1901. Tausendmal gedenk ich dein. Flitner, 4 16 8. 15⁵ Anhang. 427. Weil ich Jesu Schäflein bin. v. Hayn, + 1782. 428.“* Harre, meine Seele. Räder, 4 1872. 429. In der Angst der Welt will ich nicht. Spitta, 4 1859. 430. Wenn der Herr ein Kreuze schickt. v. Willich, 4 1873. 431.“ Wie mit grimmgem Unverstand. Falk, 4 1826. 432.“ Geh aus, mein Herz, und suche Freud. Gerhardt, 4 1676. 433. Lieber Vater, hoch im Himmel. 434.“ Der Mond ist aufgegangen. Claudius, 4 1815. 435. Es ist so still geworden. Kinkel, 4 1882. 436. Müde bin ich, geh zur Ruh. Hensel, 4 1876. 437. Wie könnt ich ruhig schlafen. Franz, 4 1843. 438. Der Mensch hat nichts so eigen. Oach, 4 1659. 439. Ein getreues Herze wissen. Flemming, 4 1640. 440. Wir pflügen und wir streuen. Claudius, 4 1815. 441. Auferstehn, ja auferstehn wirst du. Klopstock, 4 1803. 442. Auf, laßt uns fröhlich singen. Arndt, 4 1860. 443. Ich hab von ferne. Hermes, 4 1821. 444. In die Ferne möcht ich ziehen. Schenkendorf, 4 1817. 445. Kennt ihr das Land auf Erden. Harms, 1 1855. 446. Laßt mich gehn. Knak, + 1878. 447. Unter Lilien jener Freuden. Allendorf, 4 1773. 448. Wie sie so sanft ruhn. Roller, 4 1850. 449. Wie wird uns sein. Spitta, 4 1859. 450. Wo findet die Seele die Heimat. Jörgens, 4 1832. auha 1) Gebete. 2) Vor der Eidesleistung. 3) Biblische Kernsprüche 4) Bibel. Lesetafel für die häusliche Andacht 5) Zusammenstellung der Perikopen nach dem Eisenacher Perikopenbuch 6) Verzeichnis der Liederdichter 7) Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. ⁰ —ꝛ.——55—— 10 Seite 459 507 511 523 538 550 569 ——————— J. Lob und Dank. Luk. 2, 14. 1 Aein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß; all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich b5 deine Ehr; wir danken, aß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht; allzeit geschieht, was du bedacht. Wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Vaters, Versöhner derer, die verlorn, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, nimm an die Bitt von unsrer Not: erbarm dich unser aller! 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, mit deinem Heil uns tröste. Vor Satans Macht nimm uns in Hut, die Jesus Christ erlöste durch Marter groß und bittern Tod; wend allen Jammer ab und Not; darauf wir uns verlassen. Nikolaus Decius, 1 1541. 17 2 ——— — — Lob und Dank. 2 Dir⸗ dir, Jehovah, will ich singen; denn wo ist doch ein solcher Gott wie duꝰ Dir will ich meine Lieder bringen; ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es tu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht't und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschieht, durch welchen ich dein Kind und Erbe bin und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 3. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen sing und spiel. 4. Verleih mir, Höchster, solche Güte, o wird gewiß mein Singen recht getan, o klingt es schön in meinem Liede, o bet ich dich in Geist und Wahrheit an, so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 5. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich ein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 6. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlange jederzeit, die gibst du und tust überschwänglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr. ö 18 Lob und Dank. 7. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm it alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir, Lob dir, jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest o che Seligkeit! Bartholomäus Crasselius, 1667—1724. 3. G⁰ ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke. Hehr ist sein Nam, und groß sind seine Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten, und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich. ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, 22 ft, daß ich sicher ruhe; r schafft, was ich vor oder nachmals tue. — er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sitzest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 19 Lob und Dank. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes tu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre; Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Tal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Trutz. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 4 Gurrßer Gott, wir fallen nieder. * Zwar du bedarfst nicht unsre Lieder, uns ziemt und nützt dein Lob so sehr. 20 Lob und Dank. Dir zum Lob sind wir geboren, so teuer erkauft, so 996 erkoren. O Seligkeit, dir geben Ehr! Zu deinem Lob nur ist alle Kreatur. Selges Wesen, zu dir wir nahn und beten an; in Geist und Wahrheit seis getan. 2. Tag und Nacht mit Ehrfurcht dienen dir Seraphim und Cherubinen, der Engel Scharen ohne Zahl. Alle Geister, die dich kennen, dich heilig, heilig, heilig nennen, sie fallen nieder allzumal. Ihr Seligsein bist du; dir jauchzet alles zu. Amen! Amen! Auch wir sind dein und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 3. Droben knien vor deinem Throne die Altesten mit goldner Krone, reuden der Erstgebornen selge Schar, samt den unzählbaren Frommen, die durch den Sohn zu dir gekommen; sie bringen ihre Psalmen dar: Macht, Weisheit, Herrlichkeit, Preis, Dank in Ewigkeit! Amen! Amen! Auch wir sind dein und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 4. Alle preisen deine Werke, die Weisheit, Liebe, Huld und Stärke, die über alles Denken geht. Treue, Langmut, Licht und Segen ist, Herr, in allen deinen Wegen; kein Lob ist, das dich g'nug erhöht. 21 Lob und in alles, was sich regt. Amen! Amen! Auch wir sind dein und stimmen ein: dediß erhebe Geift und Mut. Amen! Amen! Im Freudenschein, in Leid und Pein ö roßer Gott, wir 5. G loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke. ö Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke. Wie du warst vor allerZeit, so bleibst du in Ewigkeit. 2. Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen, rufen dir in selger Ruh: heilig, heilig, heilig! zu. 3. Heilig Herr Gott Ze— Haoth, heilig, Herr derKriegesheere, starker Helfer in der Not! 1779. Nach dem Ambrosianischen 22 Dank. Doch ift es eingeprägt Du, Gott, bist unser Gott allein! 5. Komm, in uns dich zu verklären, daß wir dich würdiglich verehren. Nimm unser Herz zum Heiligtum, daß es, ganz von dir erfüllet und durch dein Nahesein gestillet, in deiner Gottheit Ruhm. Dich, unser höchstes Gut, bleibst du, Gott, unser Gott allein. Nach Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Mel. Hosianna! Davids Sohn. (Eigene Volksliedmelodie.) Himmel, Erde, Luft und Meere find erfüllt von deinem Ruhm alles ist dein Eigentum. 4. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Gib, daß wir von Sünden heut und von Unfall sei'n befreit! 5. Herr, erbarm, er⸗ barme dich; über uns, Herr, sei dein Segen! Leit und schütz uns väterlich; bleib bei uns auf allen Wegen! Auf dich hoffen wir allein; laß uns nicht verloren sein! Lobgesang(Te deum laudamus). Lob und Dank. Psalm 146. 6 Hbrähe n Gott zu koben bleibe meine Seelenfreud. Ewig sei mein Gott erhoben, meine Harfe ihm geweiht! Ja, so lang ich leb und bin, dank, anbet und preis ich ihn. 2. Setzt auf Fürsten kein Vertrauen! Fürstenheil steht nimmer fest. Wollt ihr auf den Menschen bauen, dessen Geist ihn bald verläßt? Seht, er fällt, des Todes Raub, und sein Anschlag in den Staub. 3. Heil dem, der im Erdenleben Jakobs Gott zur Hilfe hat, der sich dem ganz ergeben, dessen Nam ist Rat und Tat! Hofft er von dem Herrn sein Heil, seht, Gott selber wird sein Teil. 4. Er, der Himmel, Meer und Erde mit all ihrer Füll und Pracht durch sein schaffendes: es werde! hat aus nichts hervorgebracht, er, der Herrscher aller Welt, ists, der Treu und Glauben hält. 5. Er, der Herr ists, der den Armen, Unterdrückten Recht verschafft, gibt mit mächtigem Erbarmen Hungernden stets Brot und Kraft, und von Zwang und Tyrannei macht er die Gefangnen frei. 6. Er, der Herr ists, der den Blinden liebreich schenket das Gesicht. O ja, die Gebeugten finden bei ihm Stärke, Trost und Licht. Seht, wie Gott, der alles gibt, immer treu die Frommen liebt! 23 DFFPFP‚PFIFIFI‚IFI‚ꝗF, ‚‚F‚FꝗFFAFFA‚I‚‚ Lob und Dank. 7. Er ists, der den Fremdling schützet, der die Witwen hält im Stand, der die Waisen unterstützet, ja, sie führt an 08 10 Hand. Die ihm ruchlos widerstehn, müssen ratlos irre gehn. 8. Er ist Gott und Herr und König; er regieret ewiglich. ion, sei ihm untertänig, reu mit deinen Kindern dich! Sieh, dein Herr und Gott ist da! Hallelujah! er ist nah. Matthias Jorissen, 1739—1823. Mel. Nun danket all und bringet Ehr. /7 Jâ singe dir mit Herz und Mund, — Herr, meines Herzens Lust! Ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werdꝰ 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Ol und Most zu seinen Zeiten find't? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland? 24 Lob und Dank. 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir; du, du mußt alles tun! Du hältst die Wacht an unsrer Tür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, und f. immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. 10. Wenn unser Daraicht öt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe weint und was sein Kummer sei; kein stilles Tränlein ist so klein, du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut; dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 15. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 2⁵5 Lob und Dank. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? d Wie manchen schweren Unglückslauf 2 hat er zum Heil gekehrt! w 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er tut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. A 18. Ei nun! So laß ihn ferner tun E und red ihm nicht darein, S so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, 1607—1676. 8 Wehovah, Jehovah, Jehovah, deinem Namen sei Ehre, Macht und Ruhm! Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt auf dein Wort in Staub zerfällt, 538 in. Aü ö s as Heilig, Heilig, Heilig! erschallen. ö Hallujahf Hallelujah! Gottlieb Konrad Pfeffel, 1736—1809. Psalm 103. 9 Laun. den Herren, den mächtigen König der Ehren, * meine geliebete Seele; das ist mein Begehren. Kommet zuhauf! Psalter und Harfe, wacht auf; lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, V der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, ö der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Not ö hat nicht der gnädige Gott ö über dir Flügel gebreitet! ů 26Unv.-Sibl. E 6EeSSSeH Lob und Dank. 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren! Was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht; lobende, schließe mit Amen! Joachim Neander, 1650(2)— 1680. Psalm 146. 10 E den Herren, o meine Seele! . Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat. werde gepriesen früh und spat. Hallelujah! Hallelujah! 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Hallelujah! Hallelujah! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jakobs ist der sich vom Glauben durch nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und Tat. Hallelujah! Hallelujah! — 2 Lob und Dank. 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden und, was darinnen ist, gemacht. Alles muß Veiutaat erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der h aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah! Hallelujah! 5. Zeigen sich welche, die unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei, und seiner Gnad ist mancherlei. Hallelujah! Hallelujah! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erhebt, die tiefgebeuget gehn. Wo er kann gläubige Seelen finden, die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufsicht ist des Fremden Trutz; Witwen und Waisen hält er Schutz. Hallelujah! Hallelujah! 7. Aber der Gottesvergessnen Tritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verkehrte Schritte und fallen uist in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich. Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hallelujah! Hallelujah! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder tut. Alles, was Odem hat, rufe: Amen! und bringe Lob mit frohem Mut! Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heiligen Geist! Hallelujah! Hallelujah! 28 Johann Daniel Herrnschmidt, 1675—1723. Lob und Dank. 11. 12 Sirach 50, 24—26. 11 un danket alle — Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jetzund getan. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreiein'gen Gott, wie es anfänglich war und ist und bleiben wird jetzund und immerdar. Martin Rinkart, 1586—1649. Sirach 50, 24—26. 12. Non danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer erhebt im Himmelszelt. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der feine Wunder überall und große Dinge tut; 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält, und, wo kein Mensch mehr helfen kann, sich selbst zum Helser stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf 3 die Schuld vergibt und tut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 29 Lob und Dank. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Tun und Heil in allen Stand. 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und demüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er 10— Heil und bleib auch, wenn wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Psalm 103. 13. un lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein! Sein Wohltat tut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hat dir dein Sünd vergeben, heilt deine Schwachheit groß, erlöst dein ne Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit Trost dich Heraleren verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leid'n in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen; es mangelt an Erbarmung nicht. Den Zorn läßt wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Gnad tut er nicht sparen; den Blöden ist er hold. 30 376. Lob und Dank. Sein Güt ist hoch erhaben ob dem, der fürchtet ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin. 3. Wie Väter sich erbarmen ob ihrer jungen Kindelein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn fürchten kindlich rein. Er kennt uns arme Knechte und weiß, wir sind nur Staub, ein bald verwelkt Geschlechte, wie Gras und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da; also der Mensch vergehet; sein Ende ist ihm nah. Die Gottesgnad alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit; sie bleibt bei der Gemeine, die, stets in seiner Furcht bereit, will seinen Bund bewahren. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engelscharen, lobt ihn mit uns zugleich und dient dem Herrn der Ehren und breitet aus sein Wort! Mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, 1487—1541. 14 Nin preiset alle X+. Gottes Barmherzigkeit! Lob ihn mit Schalle, werteste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden; ,: freue dich, Israel, seiner Gnaden., 2. Der Herr regieret über die ganze Welt; 31 —M.Vͤ.' Lob und Dank. was sich nur rühret, alles zu Fuß ihm fällt. 0 5 tausend Engel um ihn schweben; : Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 2j7 3. Wohlauf ihr Heiden, lasset das Trauern sein; zur grünen Weiden stellet euch willig ein. Da läßt er uns sein Wort verkünden, ,: machet uns ledig von allen Sünden., 4. Er gibet Speise reichlich und überall; nach Vaters Weise sättigt er allzumal. * Er s schaffet Früh⸗ und späten Regen, : füllet uns alle mit seinem Segen. 2, 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit! Sein Lob vermehre, werteste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden; 2,: freue dich, Israel, seiner Gnaden. ,: Miatthäus Apelles v. Löwenstern, 1594—1648. 15. O daß ich tausend Zungen hätte und einen hendrochen Mund, so stimmt ich damit um die Wette vom allertiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir getan. 2. O daß doch meine Stimm erschallte bis dahin, wo die Sonne uchze O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 32 Lob und Dank. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß und stehet munter im Geschäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich. 4. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir; ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben ö und einen Odem in sich hat,* soll sich mir zum Gehilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Dir sei, o allerliebster Vater, unendlich Lob für Leib und Geist, ö für alles, mildester Berater, was deine Güte mir erweist, was du in deiner ganzen Welt. 648. zu meinem Wohlsein hast bestellt. ö + 7. Mein treuster Jesu, sei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz sich mir so hilfreich hat erwiesen und mich durch Blut und Todesschmerz von aller Teufel Grausamkeit zu deinem Eigentum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, ů o heilig-werter Gottesgeist, 4 für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo ich etwas Guts verricht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, du reicher Gott? 16 Lob und Dank. Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sünden Schuld unsäglich gnädige Geduld. 10. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht doch gewahr. 11. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 12. Ich will von deiner Güte singen, so lange sich die Zunge regt. Ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 13. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höchsten Chor viel tausend Hallelujah vor. Johann Mentzer, 1658—1734. 5. Mose 32, 3. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 16 Sẽei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt; gebt unserm Gott die Ehre! 34 134. Lob und Dank. 2. Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohlbedacht; gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott erschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich; gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir. Ach, danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden. Er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her; gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hilf ermangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Aberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh; gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren. Man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. A 30 — Lob ued Dank. Mein ganzes Herz ermuntre sich; mein Geist und Leib, erfreue dich; gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott; gebt unserm Gott die Ehre! 9. So kommet vor sein Angesicht, mit Jauchzen Dank zu bringen. Dehe die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht; gebt unserm Gott die Ehre! Johann Jalob Schütz, 1640—1690. 17 ollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar seinꝰ Denn ich seh in allen Dingen, wie gut ers mit mir mein. Ists doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald vom Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigleit. 36 Lob und Dank. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du unergründ'ter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können! Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, daß er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Reich zerbricht 90 und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not entstehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebet an, seine Kraft mir beizulegen. Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält, Tier und Kräuter und Getreide; in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5 37 .......— —.—— Lob und Dank. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde tut und aus den Bahnen weicht, also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zugut, will mein Fehlen mit der Rut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 9. Seine Strafen, seine Schläge, ob es mir auch bitter scheint,— dennoch, wenn ichs recht erwäge, sind es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die mich hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Das weiß ich fürwahr und lasse mirs nicht aus dem Sinn entgehn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein; also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt sein Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 38 Lob und Dank. 11. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe find't, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht u umfangen Tag und Nacht ier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerhardt, 1607—1676. 18 Wern ich, o Schöpfer, deine Macht, — die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, mit Vorrat uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! 39 —ę——— Lob und Dank. Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Sette ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 19 Wie groß ist des Allmächtgen Güte! 2 Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? Ists nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. 4⁰ 59. Lob und Dank. 20 Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören, den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles Heden und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er; je mehr ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 20 Wonmit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott; denn ich kann mit nichts erreichen deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 41 Lob und Dank. 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen und gehäufet Schuld auf Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen hast getragen voll Erbarmen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, ganz sich zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. Wie ein Vater nimmt und gibet, wie's den Kindern nützlich ist, so hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist und dich meiner angenommen, wenus auch gleich aufs höchste kommen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafsür! 6. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Tälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward doch deiner Hilf ich innen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 42 ob wirschon dich oft verließen. Hilf uns noch; Lob und Dank. 7. Fielen tausend mir zu Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Vater, du hast mir erzeiget lauier Gnad und Gütigkeit, und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend⸗, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die Ewigkeiten; da will ich, Herr, für und für ewig, ewig danken dir. Ludwig Andreas Gotter, 1661—1735. 21 underbarer 2. Himmel, lobe prächtig — König, deines Schöpfers Taten Herrscher von uns allen, mehr als aller Menschen laß dir unser Lob gefallen! Staaten! Deine Gnadenströme Großes Licht der Sonne, hast du lassen fließen, sende deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, stärk uns doch. Mond und Stern; Laß die Zunge singen; seid bereit, zu ehren laß die Stimm erklingen! einen solchen Herren! 43 22 Sonntag. 3. O du meine Seele, 4. Hallelujah bringe, singe, fröhlich singe, wer den Herren kennet, singe deine Glaubenslieder! wer den Herren Jesum liebet! was den Odem holet, Hallelujah singe, jauchze, preise, klinge; welcher Christum nennet, * wirf dich in den Staub dar⸗ sich von Herzen ihm ergibet! nieder! O, wohl dir! — Er ist Gott Glaube mir, ö Zebaoth; endlich wirst du droben ö er ist nur zu loben ohne Sünd ihn loben. +* hier und ewig droben. Joachim Neander, 1650(2)— 1680. II. Sonntag. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. 22. B dch„heilge uund da ist Jesus Christ mit dem bethen Ole. Priester und Versühner Jesu Geist ergieße sich aller seiner Diener. dir in Herz und Seele. 4. Wenn dort 9¹ Laß den Mund und er, alle Stund Enael mit den Kleinen, von Gebet und Flehen Engel, Menschen mit Begier heilig übergehen. alle sich vereinen 2. Heilige der Seele Glut und es geht und ihr heiß Verlangen, ein Gebet dem, der 5 dich gab sein aus von ihnen allen, Blut, wie muß das erschallen! heilig anzuhangen; 5. O der unerkannten heilger Rauch Macht sei es auch, von der Heilgen Beten! der zu Gott aufgehet, Ohne das wird nichts voll⸗ 2 wenn dein Herze flehet. bracht 3. Das Gebet der frommen so in Freud als Nöten. ö Schar, Schritt für Schritt was sie fleht und bittet, wirkt es mit, das wird auf dem Rauchaltar wie zum Sieg der Freunde, vor Gott ausgeschüttet, so zum End der Feinde. Sonntag. 6. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, offenbaret sehe. Stimmet ein insgemein etl daß man Christi Herrlichkeit mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. Christoph Karl Ludw. v. Pfeil, 1712—1784. 6 ins hätten wir von Herzen gern 23. E und wollen unsern lieben Herrn recht innig drum Han dern 1680. ach lieber Gott, in laß uns gesegnet ein und aus als deine Kinder gehen! 2. Es ist doch nirgends in der Welt um unser Herz so wohl bestellt als hier, wo wir erscheinen, den schönen Gottesdienst zu schaun und an dem Wort uns zu erbaun, womit du dienst den Deinen. einem Haus 3. Hier legen wir den Wanderstab und allen Staub der Erde ab dort und alle Mühn und Sorgen; wir halten mit einander Rast 0—— und laden uns bei dir zu Gast gier und fühlen uns geborgen. 4. Da wird das Herz so freudenvoll und weiß nicht, wie es danken soll; da beten wir und singen, um dir mit aller Engel Heer nten demütig Lob und Preis und Ehr als Opfer darzubringen. 5. Ach komm und sei uns Burg und Hort und laß von deinem lautern Wort uns nichts auf Erden treiben und seane gnädig unsern Gang, damit wir unser Leben lang 4⁵ bei deinem Haus verbleiben. Julius Sturm, 1816—-1896. 24 Sonntag. 24 Guehenng 7 dLasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten! Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge! Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlagt die Augen nieder; gebt das Herz ihm wieder! 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen. „Heilig, heilig, heilig“ singen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, vernimm unsre Stimm, wenn auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, die uns Sünd und Welt bereiten. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich wie die Engel immer vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allem. 5. Du durchdringest alles. Wollst mit deinem Lichte, Herr, berühren mein Gesichte! Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. 6. Mache mich voll Einfalt, innig, abgeschieden, sanft und still in deinem Frieden! Mach mich reines Herzens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit! Laß mein Herz überwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 7. Komm in mirzu wohnen, daß mein Geist auf Erden dir ein Heiligtum kann werden! Komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich stets dich lieb und ehre! 2 Wao ich geh, wo ich steh, sch laß mich dein gedenken, E mich in dich versenken. de Gerhard Tersteegen, 1697—1769. re 46 Sonntag. 25. Gdee Gott von alten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt, heute weckt des Tages Lauf 23. mich zu lauter Andacht auf. e, 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; te! denn sie sind des Herren Fest, — das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt ten und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Leben weist. 3. Habe Dank für diesen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, falt, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen betet, singt, nem daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner, als Gott dienen? ens, Was ist süßer, als sein Wort, ö da wir sammeln wie die Bienen und und den Honig tragen fort? Selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht't. 5. O mein Gott, sprich selber Amen; denn wir sind dein Eigentum. Alles preise deinen Namen! ynen, Alles mehre deinen Ruhm, rben bis es künftig wird 16b Pehn kann daß wir dich im Himmel sehn. Kaspar Neumann, 1648—1715. n Mel. Hallelujah! Gott zu loben. ehre! 26. D schöner 2. Süßer Ruhetag der Morgen, ö Seelen, schöner, als man denten mag! Heute fühl ich keine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. Sonntag, der voll Lichtes ist, heller Tag der dunklen Höhlen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit, du vertreibst mir alles Leid. 27 3. Ach wie schmeck ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 2. Tu auf den Mund Sonntag. 6. Herr, ermuntre meine Sinnen und bereite selbst die Brust. die mich führt aus meiner Laß mich Lehr und Trost Hütte gewinnen; — zu des Vaters grüner Au. gib zu deinem Manna Lust, 0*0 Da hat wohl die Morgen⸗ daß mir deines Wortes stund Schall edlen Schatz und Gold im recht tief in mein Herze fall. Mund. 7. Segne deiner Knechte 4. Ruht nur, meine Welt⸗ Lehren; geschäfte! öffne selber ihren Mund. Heute hab ich sonst zu tun; Mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches in dein Herze dringt. 8. Gib, daß ich den Tag err Jesu Christ, dich zu uns wend; 27. H dein heilgen Geist du zu uns send. Mit Hilf und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ. zum Lobe dein; bereit das Herz zur Andacht fein. 5. Ich will in der Zions⸗ aß ich bei tille beschließe, Gn heute voller Arbeit sein; er elne ist. mei denn da sammle ich die Fülle Segne, pflanze und begieße, von den höchsten Schätzenein, der du Herr des Sabbatsbist, daß wenn mein Jesus meinen bis ich einst auf jenen Tag 2 Geist ewig Sabbat halten mag. mit demWort desLebens speist. Jonathan Krause, 1701—1762. laß Den Glauben mehr, stärk den Verstand, daß uns dein Nam werd wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: daß Heilig, heilig ist Gott der Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 48 Sonntag. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, dem heilgen Geist in einem Thron; der heiligen Dreifaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. Zuerst 1651. 28 Koar heiliger Geist! Erfüll die Herzen deiner * Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du aus allerlei Geschlecht und Zungen ein heiliges Volk dem Herrn gesammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Hallelujah! Hallelujah! Nach einem altkirchlichen lateinischen Pfingstliede. icht vom Licht, er. 4. Laß mi eut und 29. L leuchte mich alezeit: bei dem neuen Tageslichte! heilig, heilig, heilig! singen Gnadensonne, zeige dich und mich in die Ewigkeit meinem muntern Angesichte! mit des Geistes Flügeln Wohne mir mit Glanze bei, schwingen. daß mein Sabbat fröhlich sei. Gib mir einen Vorschmack 2. Brunnquell aller Seligg ein, keit, wie es mag im Himmel sein. laß mir deine Ströme fließen! 5. Ruh in mir und ich in Mache Mund und Herz bereit, dir, deiner Gnade zu genießen! bau ein Paradies im Herzen! Streu das Wort mit Segen Offenbare dich doch mir! ein; Sende meiner Andacht Kerzen laß es hundertfrüchtig sein! immer neues Feuer zu, 3. Zünde selbst das Opfer o du Liebesflamme du! an, 6. Dieser Tag sei dir ge⸗ das auf meinen Lippen lieget! weiht; Sei mir Weisheit, Licht weg mit allen Eitelkeiten! und Bahn, Ich will deiner Herrlichkeit daß kein Irrtum mich betrüget einen Tempel zubereiten, und kein fremdes Feuer nichts sonst wollen, nichi? brennt, sonst tun, welches dein Altar nicht kennt, als in deiner Liebe ruhn. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 49 4 Sonntag. 30 Jesu, wir sind hier, * dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wis sen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit hellem Licht erfüllet. Gutes denken, tun und dichten wollst du selbs t in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns allesamt bereit; öffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen! Tobias Clausnitzer, Mel. 31 O wie freun wir * uns der Stunde, da wir dir, Herr Jesu, nahn, um aus deinem heilgen Munde Lebensworte zu empfahn! Laß uns heute nicht ver⸗ gebens Hörer deines Wortes sein; schreibe selbst das Wort des Lebens tief in unsre Herzen ein. 2. Sieh, wir sitzen dir zu Füßen; großer Meister, rede du! sieh, wir hören deiner süßen Rede heilsbegierig zu. Lehr uns, wie wir selig werden; lehr uns, wie wir unsre Zeit, diese kurze Zeit auf Erden, nützen für die Ewigkeit! Herz und Herz 1618—1684. vereint zusammen. 3. Lehr uns, wie wir dem Verderben durch der GnadeKraftentgehn, wie wir, eh wir leiblich sterben, wahrhaft geistlich auferstehn und nach deinem Wohl⸗ gefallen denken, reden, leiden, tun, graden Weges dahin wallen, wo wir nach der Arbeit ruhn. 4. Offne selbst uns das Verständnis, wie den Jüngern du getan; zur lebendigen Erkenntnis trag die Fackel du voran! Licht der Welt, das schon verscheuchte manche dichte Finsternis, Licht der Welt, auch uns er⸗ leuchte; denn im Licht geht man gewiß. Sonntag. 5. Gieß uns aber auch das 6. Nun so lege Licht und & 137 Feuer Liebe, deiner Liebe in das Herz, Kraft und Feuer auf dein daß an dir wir immer treuer Wort; hangen unter Freud und ö laß es mit lebendgem Triebe Schmerz. in uns wirken fort und fort! Keine Last sei uns be⸗ Hilf uns, daß wir treu be⸗ schwerlich, wahren, die von dir uns aufgelegt; was wir in das Herz Alaht⸗ alles sei uns leicht entbehrlich, und laß andre auch erfahren, was mit dir sich nicht verträgt. daß du Lebensworte hast. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. ieh, hier bin ich, Ehrenköni 32. S lege mich Wur Den Thron. Schwache Tränen, kindlich Sehnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Ton. 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich; lenke mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine; dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, laß dich finden, gib dich mir und nimm mich hin. 3. Herr, erhöre, ich begehre nichts als deine freie Gnad, 4 die du gibest, den du liebest, ö und der dich liebt in der Tat. Laß dich finden, laß dich finden; der hat alles, der dich hat. ö 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demütig und wehmütig deines Kindes Stimme klingt. Laß dich finden, laß dich finden; denn mein Herze zu dir dringt. 5. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichtum, Wollust, Ehr und Freud 51 83. 34 Sonntag. sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden, großer Gott, ich bin bereit! Joachim Neander, 1650(2)— 1680. ieh uns fertig, 33. S gegenwärtig, anzubeten, Herr, vor dir. Dir zur Ehre, uns zur Lehre sind wir all versammelt hier. Herr, erscheine! Groß und Kleine, ö deiner Gnade harren wir. 2. Hohe Stille, Segens⸗ ülle weht um uns an diesem Ort. Was zerstreuet und entzweiet, bleibt aus diesen Mauern fort! Mel. Weicht, ihr B Reine Hallen soll durch⸗ allen, Herr, Herr, dein lebendig Wort. 3. Sieh uns fertig, gegen⸗ wärtig, anzubeten, Herr, vor dir. Brich die Wolke, zeig dem Volke offen deine Himmelstür! Laß uns brennen und er⸗ kennen: ja fürwahr, der Herr ist hier! Karl Gerok, 1815—1890. erge, fallt ihr Hügel. 34 Tut mir auf die schöne Pforte; * Gottes Haus mich ein! führt in Ach, wie wird an 9 sein Orte meine Seele fröhlich ein! Hier ist Gottes Angesicht; hier ist lauter Trost 2. Ich bin, Herr, komme du nun au Wo du Wohnung ha da ist lauter Himmel und Licht. zu dir gekommen. zu mir. st genommen, hier. Zieh doch in mein Herz hinein; laß es deinen Tempel sein! 3. Laß in 9.6 Heilge du Lei mich vor dich treten! „Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten dir ein lieblich Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr; zieh das Herze ganz empor! 52 Jeste und Festzeiten. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Saatkorn auf mich fällt. Gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein; laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben; laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben. Halte mir dein Wort stets für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt. Speise mich mit Himmelsbrot; tröste mich in aller Not. Benjamin Schmolck, 1672—1737. III. Feste und Festzeiten. 1. Advent. 2. Auf, ihr betrübten Herzen! 35 A, auf, ihr Reichs⸗ Der König 9 gar nah. 2 genossen! Hinweg all Angst und Der König kommt heran. Schmerzen! Empfahet vaderdrossen Der Helfer schon da. den großen Wundermann! Seht, wie so mancher Ort Ihr Christen geht herfür! hochtröstlich ist zu nennen, Laßt uns vor allen Dingen da wir ihn finden können ihm Heitiger singen in Nachtmahl, Tauf und mit heiliger Begier. Wort. 53 3. Auf, auf, ihr Viel⸗ geplagten! Der König ist nicht fern. Seid fröhlich, ihr Verzagten! Dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen; er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Seid fromm, ihr Unter⸗ tanen! Der König ist gerecht. Laßt uns die Weg ihm bahnen; macht sie zum Einzug rech ürwahr, er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, die er uns schickt, ertragen mit unerschrocknem Mut! 5. Frisch auf, ihr Hoch-⸗ Hetrübten. 285 der König kommt mit Macht. An uns, sein Herzgeliebten hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch ein noch Zorn hinfür uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 36 Feste und Festzeiten. 6. So eilt mit schnellen Schritten, den König selbst zu sehn! Er kommt in unsre Mitten, stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 7. Der König will be— denken die, so er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. O König, hocherhoben, wir alle wollen loben dich freudig hier und dort! 8. Nun, Herr, du gibst 115 reihich, wirst selbst doch arm und chwach. Du liebest unvergleichlich; du gehst den Sündern nach. Drum woll'n wir dir allein dieStimmen hoch erschwingen, dir Hosianna singen und ewig dankbar sein! Johann Rist, 1607—1667. 36 D'r König kommt in niedern Hüllen » sanftmütig auf der Eslin Füllen; empfang ihn froh, Jerusalem! Trag ihm entgegen Friedenspalmen! Bestreu den Pfad mit grünen Halmen; so ists dem Herren angenehm. 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, 9 Krieder Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! 5⁴ 3*— EE 5——4 d . in n, ö höchster Wunsch und Sehnen Adrent. Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren; doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden; doch aller Erden Reiche werden dem, das du gründest, untertan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen; es schweigt der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fesseln Sünd und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört! Not ist es, daß du selbst hinieden kommst, zu erneuen deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert, 1789—1866. 37 G was sie haben prophezeit, * alle Welt, ist erfüllt in Herrlichkeit. der sein Wort beständig hält 33 ö und der Sünder Trost und Rat Hün, * YN I zu uns her gesendet hat. Jakobs Heil, der Jungfrau Was der alten Väter Sohn Schar Friedefürst, Kraft, Rat und Id · 7 war, hat sich treulich eingestellt. 38 Feste und Festzeiten. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte dir auch eine Bahn, Herr, in meinem Herzen an. 5. Zeuch du Ehrenkönig ein; es gehöret dir allein. Mach es, wie du gerne tust, rein von aller Sündenlust. 6. Und gleichwie dein Kommen war voller Sanftmut, ohn Gefahr, 38 HCon Davids * Sohn kommt in Zion eingezogen. Ach, bereitet ihm den Thron, setzt ihm tausend Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir ent⸗ gegen. will sch du ist schon gerüst't, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Toren ein; du sollst uns willkommen sein; 3. Hosianna, Friedefürst, Ehrenkönig, Held imStreite! Alles, was du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibterhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna, lieber Gast! wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwählet hast; 56 also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen . Sinn, weil ich schwach und blöde bin und des Satans schlaue List sich gar hoch und kühn vermißt. 8. Laß mich, wenn du, Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, freudig dir entgegengehn und vor dir gerecht bestehn. Heinrich Held, 4 1695. ach, so laß uns 2r dienit5e⸗ deinem Zepter dienstbar ö ein; herrsche du in uns allein! 5. Hosianna! Komme bald, die Verheißung zu erfüllen! Sollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, o, so kennet Zion schon Gottes und auch BavidsSohn. 6. Hosianna! Steh uns bei! OHerr, hilf, laß wohlgelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht gehorchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Eile, bei uns einzugehen, du Gesegneter des Herrn. Warum willst du draußen stehen? Hosianna! Bist du da? Ja, du kommst, Hallelujah! B. Schmolck, 1672—1737. 4—— *— Advent. Mel. Wer das Kleinod will erlangen. (Eigene Volksmelodie.) 39 H t Zu der Erde 9 lteigt der Friedefürst herab. Ewig hochgepriesen werde Gott, der ihn der Erde gab. Freut euch, Sünder, jauchzt, ihr Frommen! Unsern König, seht ihn kommen! ,: Unser Heil kommt, unser Licht, unsers Herzens Zuversicht., 2. Zu der Erde 45. sich wieder Gottes Vaterhuld herab. Segen taut vom Himmel nieder; Morgenglanz bestrahlt das Grab. Seht, Erlösung wird gefunden; seht, es heilen alle Wunden. : Müden strömet süße Ruh, Sterbenden Belebung zu., 3. Kommt, ihn würdig zu emfangen; macht ihm Wege, macht ihm Bahn! Eilt, in Demut, mit Verlangen euern König zu empfahn! Streut ihm Zweige, streut ihm Palmen; bringt ihm Jubel, singt ihm Psalmen! : Geist und Herz sei ihm geweiht; Preis dem Herrn der Herrlichkeit!, August Ludwig Christian Heydenreich, 1778—1858. 40 Kamt du, kommst du, Licht der Heiden? g Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht. O du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Tür steht dir offen, komm zu mir! 2. Ja, du bist bereits zugegen, du Weltheiland, Gottes Sohn! Meine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 57 Feste und Festzeiten. 3. Adle mich durch deine Liebe! Jesu, nimm mein Flehen hin! Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; denn zu lieben dich, mein Licht steht in meiner Kraft sonst nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte; Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, durch Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hoch erhaben! Dann so will ich für und für Hosianna singen dir. Ernst Christoph Homburg, 1605—1681. Psalm 24. 41 Macht hoch die Tür, die Tor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat. 2. Er ist gerecht, ein Helser wert Sanftmütigkeit ist sein Gefährt. Sein Königskron ist Heiligkeit; sein Zepter ist Barmherzigkeit. All unsre Not zum End er bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von Tat. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! 58 7 —— Advent. Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weitl Eur Herz zum Tempel zubereit't! Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud, so kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad! 5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ! Meins Herzens Tür dir offen ist. Ach, zeuch mit deiner Gnaden ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel, w1590—1635. Vei. 0,½%. 4. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 42 it Ernst, o Men⸗ Macht eben jeden Pfad. * 2 schenkinder, Die Tal laßt sein erhöhet; das Herz in euch bestellt! macht niedrig, was hoch Bald wird das Heil der stehet; der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein liebet der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig. Ein Herz, das richtig ist den Weg dem großen Gast. Macht seine Steige richtig; laßt alles, was er haßt. Sünder, was krumm ist, macht gerad. 3. Ein Herz, das Demut bei Gott am höchsten steht. Ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zugrunde geht. und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten; zu dem kommt Jesus Christ. — SDSDSDSDSD‚i‚i‚iiiiieeteeeeeeeeeee 43. 44 4. Ach mache du mich Armen zu dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Feste und Festzeiten. Zeuch in mein Herz hinein; mach es zu deiner Krippen, so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar sein. Valentin Thilo jun., 1607—-1662. Mel. Auf, auf, ihr Reichsgenossen. 43 Nun jauchzet all, ihr Frommen, in dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit, zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzuch zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, Krone sucht er in dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hie seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht. 3. Ihr Mächtigen auf rden, nehmt diesen König an! Wollt ihr beraten werden, so geht die rechte Bahn, keine die nach dem Himmel führt; denn wenn ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, euch Gottes Zorn gebührt. 4. Ihr—0 und Elen; en in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut! Laßt eure Lieder klingen, dem König zu lobsingen, der ist das höchste Gut. 5. Er wird nun bald er⸗ scheinen in seiner Herrlichkeit, der euer Leid und Weinen verwandeln wird in Freud. Er ists, der helfen kann. Macht eure Lampen fertig! Seid seiner stets gewärtig; er ist schon auf der Bahn. Michael Schirmer, 1606—1673. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 44 arum willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern. Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 6⁰ * Advent. 2. In der Welt ist alles nichtig; nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab 60 Hoheit, die ist flüchtig; hab ich Reichtum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 3. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ. Dein Erfreuen ist die Weide, da man erst recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herke bricht! Laß, Herr, mich an dir erquicken; Jesu, komm, laß dich erblicken! 4. Freu dich, Herh du bist erhöret; ht jetzo kommt und zeucht er ein. Sein Gang ist zu dir gekehret! heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu; gib dich ganz zu seiner Ruh. Offne dein Gemüt und Seele; klag ihm, was dich drück und quäle! 5. Alles dient zu deinem Frommen, 0 auch was bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Paul Gerhardt, 1607—1670. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte. as wär ich ohne dich gewesen? 45. Wé Was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und Angsten auserlesen, stünd ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkles Grab; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wer nähm ihm seinen Jammer ab? 6¹ Feste und Festzeiten. 2. Ach, unser Herz war in die Sünde, wie in ein schweres Joch, gespannt; wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Lust und Reu zugleich entbrannt. Der Friede war der Brust entflohen; wie konnten wir uns Gottes freun? Bang hörten das Gesetz wir drohen; denn, ach! es drohte Tod und Pein. 3. Da kam ein Heiland, ein Befreier, der Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sehen wir den Himmel offen als unser wahres Vaterland; wir können glauben, lieben, hoffen und fühlen uns mit Gott verwandt. 4. Uns hat der Herr sich kund gegeben, des Heils in ihm sind wir gewiß. Nun dringt ein heitres, lichtes Leben in bodenlose Finsternis. Mit ihm bin ich erst Mensch geworden; das Schicksal ist verklärt durch ihn: ein Paradies muß allerorten um mich, als Gottes Kind, erblühn. 5. Nun flieht die Sünde aus dem Herzen; die Furcht vor Straf und Pein entweicht. Der Glaube heilt der Seele Schmerzen und macht die Last der Erde leicht. Durch ihn geheiligt, mag das Leben verschwinden wie ein schneller Traum; der ewgen Hoffnung hingegeben, bemerken wir den Abschied kaum. 6. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein; streckt jedem eure Hand entgegen und ladet ihn zu Jesu ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, die sehn ihn mit uns aufgetan. Friedrich don Hardenberg, 1772—1801. 62 S Mel. 46. Wie soll ich dich empfangen, und wie din. ich dir, o, aller Welt Verlangen o, meiner Seele Zier? O, Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich er göge, mir kund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß. 3. Was hast du unter⸗ — u zu meinem Trost und Freud, als Leib und S Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich ge— nommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden,— du kommst und machst mich los. Ich stand in Spott und Schan— den,— du kommst und machst mich 5 groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdscher Reichtum tut. Advent. 63 Valet will ich dir geben. 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund aus kann sagen so fest umfangen hast. 6. Das schreib dir in dein 9 erze, du hochbe trübtes Heer, bei welchem Gram und Schmerze sich häufet mehr und mehr. Seid uderzagt ihr habe die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be⸗ mühen und sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor euxer Sünden Schuld. Nein, Jesus will sie decken mit seine 2 Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. ../ DE— 47. 48 cgeste und Festzeiten. 9. Was fragt ihr nach dem 10. Er tommt zum Welt⸗ Schreien gerichte, der Feind und ihrer Tück? zum Fluch dem, der ihm flucht, Der Herr wird sie zerstreuen mit Gnad und süßem Lichte in einem Augenblick. dem, der ihn liebt und sucht. Er kommt, er kommt, ein Ach komm, ach komm, o König, Sonne, dem alle Macht und List und hol uns allzumal der ganzen Welt zu wenig zum ewgen Licht und Wonne zum Widerstande ist. in deinen Freudensaal! Paul Gerhardt, 1607—1676. 2. Weihnacht und Epiphanien. Mel. Aus meines Herzens Grunde. (Eigene Vollsmelodie.) 47 Deorist ist 3. Nun sind nicht mehr die * kommen, Kinder der teure Gottessohn; verwaist und vaterlos. des freun sich alle Frommen Gott rufet selbst die Sünder am höchsten Himmelsthron. in seinen Gnadenschoß. Auch was auf Erden ist, Er will, daß alle, rein soll preisen hoch und loben von ihren alten Schulden, mit allen Engeln droben vertrauend seinen Hulden, den lieben heilgen Christ. gehn in den Himmel ein. 2. Das Licht ist aufge⸗ 4. Drum freuet euch und gangen; preiset, die lange Nacht ist 5 ihr Seelen fern und nah! Die Sünde liegt gefangen; Der euch den Vater weiset, erlöst ist Herz und Sinn. der heilge Christ ist da! Die Sündenangst ist weg; Er ruft so freundlich drein Der Glaube geht zum Himmel mit süßen Liebesworten: nun aus dem Weltgetümmel Geöffnet sind die Pforten,— auf einem sichern Steg. ihr Kinder, kommt herein! Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. Psalm 118, 24. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 48 ies ist der Tag, den Ihn preise, was durch Jesum * Christ ö Gott gemacht! Chris Sein werd in aller Welt ge- im Himmel und auf Erden dacht! ist! 64 — ver er e er Weihnacht und Epiphanien. 2. Die Völker haben dein é wirst unser Freund und geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward: da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehr⸗ furcht still. Er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. 5. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, 49 Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freund⸗ lichkeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkel⸗ heit, und dieses Welt⸗ und Him⸗ melslicht weichthunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele; versäume nicht den Gnaden— schein. 6 Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 6. Durch eines Sünde siel die Welt; ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt? 7. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 8. Dies ist der Tag, den Gott gemacht! Sein werd in aller Welt ge⸗ dacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein. Er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Todes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klarenSeligkein Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht in einer kurzen 3il wird dieses Licht mit seinem Schein dein L und dein alles ein. 5 .. 50. 51 Feste und Festzeiten. 4. Laß nur indessen helle 5. Drum Jesu, schöne scheinen Weihnachtssonne, dein Glaubens⸗ und dein kbestrahle mich mit deiner Liebeslicht! Gunst! Mit Gott mußt du es treu- Dein Licht sei meine Weih⸗ lich meinen, nachtswonne sonst hilftdir diese Sonne nicht. und lehre mich die Weih⸗ Willst du genießen diesen nachtskunst, Schein, wie ich im Lichte wandeln soll so darfst du nicht mehr und sei des Weihnachts⸗ dunkel sein. lanzes voll. Kaspar Friedrich Nachtenhöfer, 1624—1685. Mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 50 Enpor zu Gott, 4. Er, der jetzt bei dem meinLobgesang! Vater thront, Er, dem das Lied der Engel hat unter uns, ein Mensch, klang, gewohnt, der hohe Freudentag, ist da; damit auch wir ihm werden lobsinget ihm: Hallelujah! gleich 2. Vom Himmel kam in auf Erden und im Himmel⸗ dunkler Nacht, reich. der uns des Lebens Licht 5. Einst führet er zur gebracht; ö Himmelsbahn nun leuchtet uns sein milder uns, seine Wunter ite hinan Strahl, und wandelt unser Pilgerkleid wie Morgenrot im dunkeln in Sternenglanz und Herr- Tal. ö lichkeit. 3. Er kam, des Vaters 6. Empor zu Gott, mein Ebenbild, Lobgesang! vom schlichten Pilgerkleid Er, dem das Lied der Engel umhüllt, klang, und führet uns mit sanfter der hohe Freudentag, ist da; and, ihr Christen, singt: Halle- ein treuer Hirt, ins Vaterland. lujah! Friedrich Adolf Krummacher, 1767—1845. röhlich soll mein. Hört, hört, wie mit vollen 51. F Herze springen Chören dieser Zeit, alle Luft da vor Freud ö laute ruft: alle Engel singen. 3 tus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zugute; Gottes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute. 3. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: Lasset fahren, lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder! 4. Ei, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, Poß und klein; ommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet! Schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet! 5. Die ihr schwebt in großen Leiden, sehet hier ist die Tür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. Weihnacht und Epiphanien. und mit dir 6. Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfind't seine Sünd und Gewissens⸗Schmerzen, sei getrost, hier wird ge⸗ funden, der in Eil machet heil auch die tiefsten Wunden. 7. Die ihr arm seid und elende, kommt herbei; füllet frei eure Glaubenshände! Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 8. Süßes Heil, laß dich umfangen; laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen! Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 9. Ich will dich mit Fleiß bewahren. Ich will dir leben hier eimfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud, ohne Zeit, dort im andern Leben. Paul Gerhardt, 1607—1676. 5* — ‚eeeeee‚“)‚.‚‚‚.‚t‚.‚‚‚.——————————— 52. 53 52. G'esn Chli du, daß du Mens sch beren bist Heste und wahr, des freuet sich— EngelSchar. Hallelujah! 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippe find't. In unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewge Gut. Hallelujah! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß. Er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Hallelujah! 4. Das 1— Licht geht erein, gibt der Welt ein'n neuen Schein. von einer Jungfrau; das ist — Hestzeiten. Es leucht't wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder ma Hallelujah! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hie ward und führt uns aus dem Jam⸗ mertal, macht Erben uns in seinem Saal. Hallelujah! 6. Er ist auf Erden kom⸗ men arm, daß er unser sich erbarm und uns im Himmel mache reich und seinen lieben Engeln glei Hallelujah! 7. Das hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an. Desfrensch alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Hallelujah! Martin Luther, 1483—1546. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 53. J QJauchzet, Chören! Singet 950 Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da: ihr Hie frohlocket, ihr Engel, i Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren. 68 —.——————— ——Ia .. —.——— in en! Weihnacht und Epiphanien. 53 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden! 3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische. Wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst dich selber, dein Herze voll Liebe mir schenken. Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren! Komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren! Wohne in mir; mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erkoren! 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben. Laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nun leben! Gib mir auch bald, Jesu, die Kindesgestalt, völlig mich dir zu ergeben! Gerhard Tersteegen, 16971769. 60 54 ö 1 . Feste und Festzeiten. 54 Och steh an deiner Krippe hier, — o Jesu, du mein Leben. Ich stehe, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dirs wohl gefallen! 2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich noch war ans Licht gebracht, da hat dein Herze schon bedacht, wie du mein wolltest werden. 3. Ich lag in tiefer Todesnacht; du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind deine Strahlen! 4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann nicht satt mich sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 5. Wenn oft mein Herz vor Leide weint und keinen Trost kann finden, rufst du mir zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden. Was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein; ich zahle deine Schulden. 6. Du fragest nicht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden. Du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer statt zu leiden, 70 Weihnacht und Epiphanien. suchst meiner Seele Trost und Freud durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 7. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein a dichen nicht versagen: daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß mich deine Wohnung sein; komm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel. Einer ist König, Immanuel sieget. (Eigene Volksliedmelodie.) 55 Qesus ist kommen, Grund ewiger Freude! „A und O, Anfang und Ende ist da. Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah! Himmel und Erde, erzählets den Heiden: ): Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden., 2. Jesus ist kommen! Die lieblichste Krone seines erhabenen Vaters ist hier, holet sich Sünder und führt sie zum Throne; o, der erstaunlichen Liebesbegier! Danket der Liebe, ergebt euch dem Sohne! ,: Jesus ist kommen, die lieblichste Krone. ,: 3. Jesus ist kommen! Nun springen die Banden; Stricke des Todes, sie reißen entzwei. Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden; er, der Sohn Gottes, der machet recht frei, bringet zu Ehren aus Sünden und Schanden. ;: Jesus ist kommen, nun springen die Banden. 4. Jesus ist kommen, der König der Ehren! Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt! Dieser Monarche kann Herzen bekehren; öffnet ihm Tore und Türen fein bald! Denkt doch, er will euch die Krone gewähren! „ Jesus ist kommen, der König der Ehren.: 71 Feste und Festzeiten. 5. Jesus ist kommen, der Fürste des Lebens! Sein Tod verschlinget den ewigen Tod, gibt uns— ach hört es doch ja nicht vergebens!* Leben, der freundliche Gott. Glaubt ihm, so macht er ein Ende des Bebens. Tr ist kommen der Fürste des Lebens!, 0 Jesus ist kommen, sagts aller Welt Enden. Eilet, ach eilet zum Gnadenpanier! Schwöret ihm Treue mit Herzen und Händen; sprechet: Wir leben und sterben bei dir! den in eon gürte mit Wahrheit die Lenden! ö ——— sus 42 ronmien, 8 aller Welt 29 . Nach Johann Ludwig Konrad Allendorf, 1693—1773. Lm Gott, ihr Christen allzugleich, in seinem höchsten Thron, 90 Hent schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein. Er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Der Herr begibt sich der Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er wechselt mit uns wunderbar, nimmt Fleisch an, wird uns gleich und beut uns Gottes Klarheit dar in seines Vaters Reich. 72 ————— Weihnacht und Epiphanien. 5. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein! Wie könnte doch sein freundlicher das liebe Christkindlein! 144 6. Heut schleußt er wieder auf die Tür* zum schönen Paradeis; der Cherub 9. 6 nicht mehr dafür. 1 ö Gott sei Lob, Ehr und Preis! 1 Nikolaus Hermann, 4 1561. mit Liebe würdig zieren? In deine Tiefen will ich mich, o volle See, verlieren. ö Es flammet Gottes Herrlichkeit; es brennt die ganze Ewigkeit; ö bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. O Liebe, die Gott seinen Sohn ö aus seinem Schoß genommen! Er ist von dem gestirnten Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtschaft, Kreuz und Grab sind uns ein Bild, zu malen ab, wie stark Gott lieben könne. 3. Hör auf zu grübeln, glaub allein! Kannst du dies Meer nicht gründen, ö so wirf dich blindlings nur hinein ö mit allen deinen Sünden. Laß dem das Herze sein gewährt, ö der dir sein Herz hat ausgeleert; gib Herz für Herz zum Opfer. 4. O liebster Vater, nimm es hin; gib Kraft, um dich zu lieben. Herz und Begierden, Mut und Sinn sei dir hiermit verschrieben. Brenn aus das Feuer böser Lust; laß ewig nichts in dieser Brust als deine Liebe glühen. Friedrich Adolf Lampe, 1683—1729. 7³ 1 ö 1—— 1e en n de 57 Liebesglut, wie soll ich dich ö · 8*9.9....*—9.—.3——.3——533—....3933 Feste und Festzeiten. om Himmel hoch da komm ich her; 58.„V ich bring euch gute, neue Mär. Der guten Mär bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn, von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein; das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führ'n aus aller Not; er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Seligkeit, die Gott der Vater hat bereit't, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun die Eise recht, die Krippe und die Windeln schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt.“ 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast und kommst ins Elend her zu mir; wie soll ich immer danken dir? 8. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein'gen Sohn! Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther, 1483—1546. 74 Weihnacht und Epiphanien. 59 Wir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Sohn der Jungfrau, Herr der Herrn. Hallelujah! aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Hallelujah! 3—;; 1 2. Wir waft! dir mit deinem Heer ö 3. Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht, ö auf dich gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Hallelujah! 4.„Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein!“ Hallelujah! 5. Nun bist du hier; da liegest du,* hältst in der Krippe deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Hallelujah! 6. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid, bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Hallelujah! ö ö 7. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ö ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. ö Hallelujah! 75 Feste und Festzeiten. 8. Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Hallelujah! 9. Und bin ich gleich der Sünde voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, ei kommst du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu dir kehr. Hallelujah! 10. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Hallelujah! 11. Ich will dein Hallelujah hier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Hallelujah! ö Paul Gerhardt, 1607—-1676. 4. Mose 24,17. Matth. 2, 1—12. Mel. Hosiannah! Davids Sohn. 60. Wesu, großer Wunderstern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen. Nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin. Wie ichs von dir selber habe und damit beschenket bin, so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Trübsalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets; laß ihn gnädig dir genügen. 76 Jahreswechsel. Laß mein Herz in Demut stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu. Ach, mich schmerzet meine Sünde, aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister, 1671—1756. 3. Jahreswechsel. 1. Sam. 7, 12. 61 is hieher hat mich Gott gebracht durch seine große Güte. Bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte. Bis hieher hat er mich geleit't; bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für die bisher'ge Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen täglich neue. In mein Gedächtnis schreib ich an: Der Herr hat Großes mir getan, bis hieher mir geholfen. 3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort; hilf mir zu allen Stunden. Hilf mir an all und jedem Ort; hilf mir durch Jesu Wunden, damit ich sag bis in den Tod: Durch Christi Blut hilft mir mein Gott; er hilft, wie er geholfen. Amilie Juliane Gräfin von Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1706. 77 E...— Heste und Festzeiten. 62 Dar alte Jahr vergangen ist; * wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du in Not uns und Gefahr so gnädiglich beschützt dies Jahr. 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, das ist der Seelen höchster Hort. Vor falscher Lehr, Abgötterei, behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn und fromm zu werden fangen an. Der alten Sünden nicht gedenk; ein gnadenreich Neujahr uns schenk. 5. Hilf christlich leben, seligli einst sterben und laß fröhlich mi am jüngsten Tage Smchee und mit dir in den Himmel gehn, 6. Zu danken und zu loben dich mit allen Engeln ewigsich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr! V. 1—2 vor 1568, B. 3—6 von? Joh. Steuerlein, 1546—1613. Mel. Befiehl du deine Wege. 63 as Jahr geht still! 2. Warum es so viel 2 zu Ende; Leiden, nun sei auch still mein Herz. so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? b maucher W. gebrochen In Gottes treue Hände leg ichnun Freud undSchmerz, und was dies Jahr um schlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß. 78 er Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen.— du armes Herz, warum? und man mei 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 4. Hier gehen wir und streuen die Tränensaat ins Feld; dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt. Wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wissens: die geschieden, die ruhen dort schon aus. Jahreswechsel. 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit! Wird uns durch Grabes- hügel der klare Blick verbant, Herr, gib der Seele Flügel, daß sie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz. Geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß, 1835—1903. Mel. Christus, der ist mein Leben. 64 as Jahr ist nun * zu Ende, doch deine Liebe nicht; noch segnen deine Hände, noch scheint dein Gnadenlicht. 2. Des Glückes Säulen wanken; der Erde Gut zerstäubt. die alten Freunde schwanken; doch deine Liebe bleibt. 3. Der Jugend Reiz ver⸗ gehet, des Mannes Kraft wird matt; doch innerlich erstehet, wer dich zum Freunde hat. 4. Mein Tag ist hin⸗ geschwunden, mein Abend bricht herein; doch weil ich dich gefunden, so kann ich fröhlich sein. 5. Das Dunkel ist ge⸗ lichtet, das auf dem Grabe liegt. Das Kreuz steht aufgerichtet, an dem du hast gesiegt. 6. Erheben gleich die Sünden des alten Jahres sich, du lässest Heil verkünden und wirfst sie hinter dich. 7. Du heilest allen Scha⸗ den, hilsst mir aus der Gefahr. Du siehst mich an in Gnaden auch in dem neuen Jahr. Christ. Aug. Bähr, 1795—1846. Feste und Festzeiten. ottlob! Ein Schritt zur Ewigkeit 65. G ist abermals vollendet. Zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fließt und alle Gnade sich ergießt zu meiner Seele Leben. 2. Ich zähle Stunden, Tag und Jahr und wird mir fast zu lange, bis es erscheine, daß ich gar, o Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist an mir, verschlungen werde ganz in dir und ich unsterblich werde. 3. Doch sei dir ganz anheim gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, wenn ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 4. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen und daß ich frei vor jedermann dich meinen Freund darf nennen und daß du dort, o Lebensfürst, dich ganz mit mir vereinen wirst und mir dein Erbe schenken. 5. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich das Jahr geendet und also auch von dieser Zeit ein neuer Schritt vollendet, und freudig schreit ich weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 6. Wenn meine Ben lässig sind und meine Kniee beben, so biet mir deine Hand geschwind, mich wieder zu erheben; 80 Jahreswechsel. erfüll mit deiner Kraft mein Herz, damit ich freudig himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 7.. Geh, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln süßer Liebe. 8. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. August Hermann Francke, 1663—1727. 66 Hish Herr Jesu, laß bu ent * Hilf! Das neue Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann! Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnade geben. 2. Meiner Hände Werk und Taten, meiner Zunge Red und Wort müssen nur durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen und verrichten deinen Willen. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheh in dir allein; wenn ich schlafe, wenn ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein. Geh ich aus, wollst du mich leiten; komm ich heim, so steh zur Seiten! 8¹ 6⁷ Feste und Festzerten. 4. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, laß bereun mich meine Sünd; hilf, daß sie mir nimmer schade, daß ich bald Vergebung find! Niemand sonst, als du, mein Leben tannst die Sünde mir vergeben. 5. Tröste mich mit deiner Liebe; nimm, o Gott, mein Flehen hin, weil ich mich so sehr betrübe, ja voll Angst und Sorge bin. Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 6. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Vu mir heilig sei und ich n ich könne leben sonder Trug und Heucheei, daß ich noch allhier auf Erden fromm und selig möge werden. 7. Jesu, laß mich rhb! ich enden dieses angefangne Jahr! Trage stets mich auf den Händen; halte bei mir in Gefahr! Freudig will 16. dich umfassen, wenn ich soll die Welt verlassen. Johann Rist, 1607—1667. Meinen Jesum laß ich nicht. mache seines NamensRuhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Versühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; Mel. 67 Wesus s die Lo⸗ 2 NXX sung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinen Wegen gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in der Gemeindeschallen, und so oft wir nach dem Ort, da sein Name thronet, wallen, an wird es uns zuteil, wird sich täglich bei uns mehren. Auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. uhm tum. und hren; Jahreswechsel. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; eht uns dieser Leitstern für, 10 wird alles wohl bestehen und durch seinen Gnaden⸗ schein alles voller Segen sein. 5. Alle Sorgen, alles Leid 15 sein Name uns versüßen; o wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesu, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnaden⸗ zeichen, unsres Landes bestes Teil, dem kein Kleinod zu ver⸗ gleichen, Jesus, unser Schutz und Hort, bleibt unsLosung fort und fort. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. 68 un laßt uns gehn * und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen. 3. Durch so viel Angst und lagen, durch Zittern und durchZagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nicht minder wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen. 6. Ach, Hüter unsres Le⸗ bens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Tun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 8. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen kunrer Freuden. 9. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 10. Schleuß zu die Jammer⸗ pforten und laß an allen Orten, wo Krieg und Blutvergießen, läßt Gott uns, seine Kinder, die Friedensströme fließen. 83 6* 68 69. 70 Feste und Festzeiten. 11. Sprich deinen milden den hochbetrübten Seelen, Segen die sich mit Schwermut quälen. zu allen unsern Wegen; 1I14. Und endlich, was das laß Großen und auch Kleinen meiste, die Gnadensonne scheinen. füll uns mit deinem Geiste, 12. Sei der Verlassnen der uns hier herrlich ziere Vater, und dort zum Himmel führe. der Irrenden Berater, 15. Das alles wollst du der Unversorgten Gabe, geben, der Armen Gut und Habe. o meines Lebens Leben, 13. Hilf gnädig allen mir und der Christen Schare Kranken; zum selgen neuen Jahre. gib fröhliche Gedanken Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 3 egnet uns zu guter Letzt 69. S auch noch dieses Jahres Ende; segnet künftig, segnet jetzt, o ihr treuen Jesushände; segnet, daß an Leib und Seele niemand etwas Gutes fehle. 2. Helft, so wir gefallen sind, helft uns wieder aufzustehen; lehrt uns treulich und geschwind in den Wegen Jesu gehen, daß an Weisheit, Gnad und Segen wir 99.— täglich wachsen mögen. 3. Ja versiegelt dieses noch, o ihr treuen Jesushände, am Beschluß des Jahres doch, daß wir alle bis ans Ende Glauben immer fester fassen, nichts von ihm uns trennen lassen. Christoph Karl Ludw. v. Pfeil, 1712—1784. Mel. Ich steh an deiner Krippe hier. 70. Wir in das neue Jahr in Jesu heilgem Namen; in ihm ist, was verheißen war, den Seinen Ja und Amen. 8⁴ Dassion. Die Welt und, was sie hat, zerstiebt; doch wer den Namen Jesu liebt, der hat das ewge Leben. 2. Von dieser Welt, so bunt und arm, was ist uns hier beschieden? Viel falsche Lust, viel echter Harm, viel Täuschung, wenig Frieden! Die Zeit bricht schnell den Faden ab und legt sich Jahr um Jahr ins Grab; wir aber hoffen Bessres. 3. Wir ziehen mit dem Volk des Herrn und seines Reichs Geweihten; wir folgen unserm Morgenstern im Dunkel dieser Zeiten; denn über allen Nächten klar strahlt uns sein Name: Wunderbar, Rat, Kraft und Ewigvater. 4. Wir legen auf des Herrn Altar, in ihm getreu verbunden, das angetretne neue Jahr und alle seine Stunden. Die Tränen alle, die es bringt, die Lieder alle, die es singt,— dem Herrn sei alles heilig! Samuel Preiswerk, 1799—1871. 4. Passion. 71 A⸗ des Herren Kreuz zu denken, * in dein erd es zu versenken, sei, o Christ, dir heilge Pflicht! Wer mit Andacht sener achtet und es glaubensvoll betrachtet, wünschet sich das Eitle nicht. 2. Wie am Abend, so am Morgen, unter Arbeit, unter Sorgen, in der Freude und im Schmerz, 85 Feste und Festzeiten. in der Einsamkeit und Stille, in dem lauten Weltgewühle, überall faß es ins Herz! 3. In des Lebens trüben Stunden, bei der Seele tiefsten Wunden ist es sichre Arzenei. Wenn dich nichts mehr kann erquicken, wenn dich schwere Fesseln drücken, machet dieses Kreuz dich frei. 4. Wer mit Trübsal hier gerungen und durch sie zu Gott gedrungen, dem gab es zum Kampfe Kraft. In ihm wohnet hohe Stärke, die des Glaubens schönste Werke und die größten Siege schafft. 5. Es gewährt uns stete Freude, ist dem Herzen süße Weide und dem Geiste helles Licht.* Alles andre kann dich trügen; überall kannst du erliegen, nur bei Christi Kreuze nicht. 6. Diesem gnadenreichen Kreuze opfre gern der Sünden Reize und der Welt Vergnügen auf; stets entzünd es deine Triebe ö zu der allerwärmsten Liebe, bis sich schließt dein Lebenslauf! 7. Mit der Liebe heißem Sehnen, mit der Wehmut stillen Tränen schaue deines Heilands Bild; schau ihn an, den Mann der Schmerzen, und im tiefgerührten Herzen fühle nach, was er gefühlt! 8. Ach, woher die harten Plagen? Sieh, für uns ward er geschlagen, für der Menschen Missetat; wegen unsrer Sündenschulden mußte Gottes Sohn erdulden, was kein Mensch empfunden hat. 86 Passiou. 9. Unter namenlosen Schmerzen dringet ihm der Tod zum Herzen, und er gibt die Seele auf. Sieh es, Welt, für die er büßet; fließt, ihr Wehmutstränen, fließet; nichts verhindre euern Lauf! 10. Ja, mein Heiland, dein zu denken. ganz in dich mich zu versenken, sei mir immer heilge Pflicht! An mein Herz will ich dich drücken, mich an deinem Kreuz erquicken, bis auch mir das Herze bricht. Nach dem Lateinischen des Bonaventura(4 1274) von August Jakob Rambach, 1777—1851. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 72 er am Kreuz ist[Weh mir, wenmich den betrübe, meine Liebe; der für mich ging ins Gericht! meine Lieb ist Jesus Christ. Kreuzigt ich nicht Gottes Weg ihr argen Sündentriebe, Sohn? Welt und— 65 mit eurer Trät ich Hohnh. Blut mit ist! ohn? EureLieb ist nicht vonott; Der am Kreuz ist meine Liebe, eure Lieb ist gar der Tod. weil ich michim Glauben übe. Der am Kreuz ist meine Liebe, weil ich mich im Glauben übe. 4. Der am Kreuz ist meine 2. Der am Kreuz ist meine Riebe. Liebe Gontarsweitentedesteren Gott aus reinem Liebestriebe Frevler, was befremdet dich, ö daß ichmich im Glauben übe5 bat die Handschriß geran Jesus gab sich selbst für mich; und mi—0 160 ürgen so ist er mein Friedensschild, sie durchstri ö )strichen mir zugut. aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, weilich mich n Glaaben uhe. weil ich mich im Glauben übe. 3. Der am Kreuz istmeine 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Liebe. Sünde, du besiegst michnicht. Keine Trübsal noch so groß, 87 73 Feste und Festzeiten. Hunger, Blöße, Geißelhiebe, Nun ist auch der Tod mein nichts macht mich von Jesus Freund. los, Wenn ich wie ein Staub zer⸗ nicht Gewalt, dei Gold, stiebe, nicht Ruhm wird mein Jesus mir vereint: Engelnicht, Lein Fürstentum. da, da schau ich Gottes Der am Kreuz ist meine Liebe, Rau, weil ich mich im Glauben übe. meiner Seele Wränligam, Der am Kreuz ist meine Liebe, 6. Derae Kreuz ist mine weilichmich im Glauden übe. Vor 1676. 73. Einei wünsch ich mir vor allem andern, eine Speise früh und spät; selig läßts im Tränental sich wandern, wenn dies eine mit uns geht: unverrückt auf einen Mann zu schauen, der mit Ann Schweiß und Todesgrauen auf sein Antlitz niedersank und den Kelch den Sade trank. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er als ein stilles Lamm dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm, wie er dürstend rang um meine Seele, daß sie ihm zu seinem Red nicht fehle, und dann auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld! Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld 9—4 erkauft von dieser Welt. Ich bin dein,— sprich du darauf dein Amen! Treuster Jesu, du bist mein. 88 Passion. 7⁴ Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein! Mit dir alles tun und alles lassen, in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp. 1798—1864. 74 Eir Lämmlein geht und trägt die Schuld 6 der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, verzicht't auf alle Freuden; es nimmt auf sich Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: Ich wills gern leiden. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen: „Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die von Anfang an verdienet Straf und Ruten. Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß; du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.“ 3.„Ja, Vater, ja, von Herzensgrund; leg auf, ich wills gern tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund; mein Wirken ist dein Sagen.“ O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen; o Liebe, Liebe du bist stark; du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 89 7⁵5 75 Feste und Festzeiten. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen; du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. 5. Ich will von deiner Lieblichkeit bei Ai und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zugut getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein; du sollst ein Schatzhaus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den den de dieser Welt und allem, was dem Ileisch gefällt; ich hab ein Bessres funden: Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dein Blut, das geflof ssen ist aus deines Leibes Wunden. Paul Gerhardt, 1607— 1676. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen. err, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. und Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, 90 Passion. an unsrer statt gemartert und zerschlagen die Sünde tragen: 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte; mein Herz erbebt; ich sehe und empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen; dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde.. 6. O Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Das Größt in Gott ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 8. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir bewiesen! Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 9. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O gib du, Herr, zu diesem heilgen Werke mir Kraft und Stärke! Christian Fürchtegott Gellert, 1716—-1769. 76 Hdas man Jesu, was hast du verbrochen, „ daß man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld? In was für Missetaten bist du geraten? 91 76 Feste und Festzeiten. 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und Bal Aeirat du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden! 6. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich genugsam solche Treu ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 7. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebestaten im Werk erstatten? 8. Doch ist noch etwas, was dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 9. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 10. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für gar nichts achten; bemühen werd ich mich, Herr, deinen Willen stets zu erfüllen. 92 Dassion. 11. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz mehr achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 12. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, da will ich dir, wenn alles wohl wird klingen, Lob und Dank singen. Johann Heermann, 1585—1647. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. ö ö 77 Wesu, deine tiefen Wunden, I deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs⸗ und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Pein; die erlaubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen. 2. Will sich denn in Lüsten weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen; bald muß er von dannen weichen. 3. Ja, für alles, was mich kränket, geben deine Wunden Kraft; 41 wenn mein Herz hinein sich senket, ö schöpf ich neuen Lebenssaft. ö Deines Trostes Süßigkeit ö wend't in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 4. Auf dich setz ich all mein Hoffen; du bist meine Zuversicht. ö Dein Tod hat den Tod getroffen, daß er mich kann töten nicht. 93 78 Feste und Festzeiten. Daß ich habe an dir teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 5. Hab ich dich in meinem Herzen, Brunnquell aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich; 555 Feind kann verletzen mich. Wer sich birgt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Johann Heermann, 1585—1647. 78 4 meines Lebens * NI Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben— tausend⸗, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach du hast aus⸗ gestanden Lästerreden, Spott und Hohn, hast getragen Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von den argen Sündenketten. Tausend⸗, tausendmalsei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 3. Wunden ließest du dir schlagen, ließest alle Frevel zu, um zu heilen meine Plagen, um zu setzen mich in Ruh. Ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend⸗,tausendmalsei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, dich mit großem Schimpf belegt und mit Dornen gar gekrönet; was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich er⸗ götzen, mir die Ehrenkron aufsetzen. Tausend⸗,tausendmalsei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Du hast wollen sein geschlagen, mich zu lösen von der Pein, fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte sicher sein. Daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trostgehangen. Tausend⸗,tausendmalsei dir, liebster Jesu, Dank dafür! Passion. 6. Du hast lange Marter- Dein Verspotten, dein stunden Verspeien ausgestanden mit Geduld, muß zu Ehren mir gedeihen. selbst den herben Tod em⸗ Tausend⸗,tausendmalsei dir, pfunden, liebster Jesu, Dank dafür! um zu büßen meine Schuld. Daß ich losgesprochen 8. Nun, ich danke dir würde, von Herzen, trugest du der Qualen Bürde. Herr, für alle deine Not; Tansend⸗, tausendmalsei dir, für die Wunden, für die liebster Jesu, Dank dafür! Schmerzen, für den herben, bittern Tod, 7. Deine Demut hat ge⸗ für dein Zittern, für dein büßet Zagen, meinen Stolz und Ubermut, für die tausendfachen Plagen, em dein Tod meinen Tod ver⸗ deine Angst und tiefe Pein ö süßet; will ich ewig dankbar sein. n. es kommt alles mir zugut. r, Ernst Christoph Homburg, 1605—1681. 79 Odu Liebe meiner 3. Liebe, die mit starkem * Liebe, Herzen ; du erwünschte Seligkeit, alle Schmach und Hohn gehört, ö 17 die du dich aus höchstem Triebe Liebe, die nicht Angst und ö 12 in das jammervolle Leid Schmerzen deines Leidens mir zugute noch der strenge Tod versehrt, u als ein Opfer eingestellt Liebe, die sich liebend zeiget, — und bezahlt mit deinem Blute da der Atem geht zu End, 1* alle Missetat der Welt! Liebe, die sich liebend neiget, 00 2. Liebe, die mit blutgen als sich Leib und Seele trennt! Tränen n an dem Olberg sich betrübt, 4. Liebe, die für mich u, Liebe, die mit heißem Sehnen gestorben unaufhörlich fest geliebt, und ein immerwährend Gut Liebe, die den eignen Willen an dem Kreuze mir erworben, in des Vaters Willen legt, ach, wie denk ich an dein Blut! n. und, um Gottes Zorn zu stillen, Ach, wie dank ich deinen 1 ö treu die Last des Kreuzes Wunden, 7 trägt! schmerzenreiche Liebe du, 80 Heste und Festzeiten. wenn ich in den letzten ach, wie 4500 ich deinem Stunden Schmerz! sanft an deinem Herzen ruh! Habe Dank, daß du ge⸗ storben, 25 Ene zot ge⸗ daß ich ewig leben kann! und für mein erkaltet Herz ewe iehr antpm mich Eut in ein kaltes Grab gesenket, ewg 213 El lisabeth von Senitz, 1629—1679. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 80. O Haupt voll Blut 4. Nun, was du, Herr, und Wunden, erduldet, voll Schmerz und voller Hohn! ist alles meine Last; O Haupt, zum Spott ge⸗ ich hab es selbst verschuldet, bunden was du getragen hast. mit einer Dornenkron! Schau her, hier steh ich O Haupt, sonst schön ge⸗ Armer, krönet der Zorn verdienet hat; mit höchster Ehr und Zier, gib mir, o mein Erbarmer, jetzt aber höchst verhöhnet, den Anblick deiner Gnad! gegrüßest seist du mir! 5. Erkenne mich, mein Hüter; ape dus Rei er Wal mein Hirte nimm mich an! erschrickt und wird zunichte, Von dir, Quell aller Güter, ist mir biel Guts getan. Dwie bist uu so eebleigen Dein Musd dat nich ge⸗ e Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht mehr mit süßer Gnadenkost; dein Geist hat mich begabet gleichet, dl 1t2 mit manchem Himmelstrost. 3 10 zugerich 6. Ich will hier bei dir 3. Die Jarbe deiner stehen; Wangen, verachte mich doch nicht! der roten Lippen Pracht ist hin und ganz vergangen. Des blassen Todes Macht Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird hat alles hingenommen, erblassen hat alles hingerafft, im letzten Todesstoß, und daher bist du kommen alsdann will ich dich fassen von deines Leibes Kraft. in meinen Arm und Schoß. 96 2 Passion. 81 7. Es dient zu meinen 9. Wenn ich einmal soll Freuden scheiden, ge⸗ und tut mir herzlich wohl, so scheide nicht von mir; wenn ich in deinem Leiden, wenn ich den Tod soll leiden, mein Heil, mich finden soll. so tritt du dann herfür. en, Ach, möcht ich, o mein Leben, Wenn mir am allerbängsten n! an deinem Kreuze hier wird um das Herze sein, mein Leben von mir geben, so reiß mich aus den Angsten, wie wohl geschähe mir! kraft deiner Angst und Pein. 8. Ich danke dir von 10. Erscheine mir zum rr, Her Schilde, o Jesu, liebster Freund, zum Trost in meinem Tod, für deine Todesschmerzen, und laß mich sehn dein Bilde jet, da du's—0 gut gemeint. in deiner Kreuzesnot! Ach gib, daß ich mich halte Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wersostirbt, der stirbt wohl! Paul Gerhardt, 1607—1676. ich zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei! 81 Lamm Gottes, unschuldig 2 am Stamm des Kreuzes geschlachtet, er, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet. ge⸗ All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; erbarm dich unser, o Jesu! . 2. O Lamm Gottes, unschuldig 92— ö am Stamm des Kreuzes geschlachtet, dir allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet. All Sünd hast du getragen, en, sonst müßten wir verzagen; 5 erbarm dich unser, o Jesu. 3. O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, en allzeit erfunden geduldig, wiewohl du warest verachtet. Heste und Festzeiten. All Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen; gib uns dein' Frieden, o Jesu! Nikolaus Decius, 1 1541. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Welt, sieh hier 82. O dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben; dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, wie er mit Todesschweiße und Blut ist überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerhörten Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so ge⸗ chlagen, meingeil, und dich mitPlagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder; von Übeltaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und deiner Marter großes Heer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Ban⸗ den, und was du ausgestanden, das hat verdienet mein eSeel. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen; dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen; du läßt dich gar erwürgen für mich und meine Schuld. Mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel ver⸗ mögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. — Passion. 83 9. Nun, 0 nhen nicht und wie ich die soll lieben, viel geben die mich doch sehr betrüben in diesem armen Leben; mit Werken, die Bosheit eins 906* ich tun: ö tut. es soll dein Tod und Leiden, 12. Ich will ans Kreuz bis Leib und Seele scheiden.,mich schlagen te ö mir stets in meinem Herzen mit dir und dem absagen, ruhn. e denh Nuse chassen, ů 9 Was deine Augen hassen, n 10. Wshen vor Augen das will ich fliehn und lassen. 10 mrich stets deran erader so viel mir immer möglich ist. ich sei auch, wo ich sei 13. Dein Seufzen und Es soll mir sein ein Spiegel dein Stöhnen el. der Unschuld und ein Siegel und die viel tausend Tränen,. der Lieb und unverfälschten die dir geflossen zu 258 Treu. die sollen mich am Ende 11. Ich will darin er⸗ in deinen Schoß und Hände ten 7 ö 15⁰1 in. blicken, begleiten zu der ewgen Ruh. zen e e Paul Gerhardt, 1607—1676 n; schmücken Aur ürnt. ein mit stillem, sanftem Mut, ö Uum Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. uhe hier, mein Geist, ein wenig ö 1 83. R und schau an dies Wunder groß, en wie dein Herr und Ehrenkönig 1 n hängt am Kreuze bleich und bloß, d. ů den sein Lieben hat getrieben 1 — zu dir aus des Vaters Schoß.— iil, 2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, 210 kannst du hier am Kreuze sehn; 1 schau, wie bittre Todesschmerzen V er⸗ ihm durch Leib und Seele gehn! 10 Fluch und Schrecken ihn bedecken; höre doch sein Klaggetön! nd 3. Dies sind meiner Sünden Früchte, die, mein Heiland, ängstgen dich; 83 Heste und Festzeiten. dieser Leiden schwer Gewichte zöge sonst zum Abgrund mich; diese Nöten, die dich töten, sollt ich fühlen ewiglich. 4. Doch du hast für mich besieget Sünde, Tod und Höllenmacht, Gottes ewgem Recht genüget, seinen Willen ganz vollbracht, durch dein Sterben mich zum Erben deines Lebens dort gemacht. 5. Ach, ich Sündenkind auf Erden! Jesu, stirbst du mir zugut? Soll dein Feind erlöset werden durch dein eigen Herzensblut? Ich muß schweigen und mich beugen für dies unverdiente Gut. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, alles gibst du für mich hin; sollt ich dir nicht schenken wieder alles, was ich hab' und bin? Ich bin deine ganz alleine; dir verschreib ich Herz und Sinn. 7. Zeuch durch deines Todes Kräfte mich in deinen Tod hinein; laß mein Fleisch und sein Geschäfte, Herr, mit dir gekreuzigt sein, daß mein Wille sanft und stille und die Liebe werde rein. 8. Laß in allen Leidenswegen deine Leiden stärken mich, daß mein Leiden mir zum Segen mag gedeihen stetiglich, daß mein Herze auch im Schmerze ohne Wanken liebe dich. 9. Wenn mich schrecken meine Sünden, wenn mich böse Lust ansicht, ich nicht Kraft noch Gnad kann finden, wollst du mich verlassen nicht! 100 ——42 Passion. 84 Laß dein Sterben mir erwerben Trost im Tod und im Gericht! 10. Jesu, nun will ich ergeben meinen Geist in deine Hand; laß mich dir alleine leben, bis ich nach dem Leidensstand bei dir wohne, in der Krone dich beschau im Vaterland. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Mel. An des Herren Kreus zu denken. (Eigene Volksmelodie.) 8 4 Sese am Kreuz den Mann der Schmerzen; 2 eht mit tiefergrisfnem Herzen, wie er blutet, wie er stirbt! Seht, o seht, des Todes Kinder, seht den Todesüberwinder, wie er Leben euch erwirbt! 2. Wessen Auge kann der Zähren bei dem Kampfe sich erwehren, den der Weltversöhner stritt? Wer kann seine Lieb ergründen, die für uns, für unsre Sünden, willig jede Pein erlittꝰ 3. Für die Sünden seiner Brüder sinkt sein Haupt am Kreuze nieder. Blutend, in des Todes Nacht, schwebt er da; von Gott verlassen muß des Höchsten Sohn erblassen, rufet er:„Es ist vollbracht!“ 4. Herr, an deines Kreuzes Fuße steht dein Volk und bringt der Buße Opfer dir, Gekreuzigter! An dem Kreuze schwört aufs neue dir dein Volk den Eid der Treue, Herr und Haupt, Erhöheter! 5. Laß in Liebe uns entbrennen, ganz für dich in Liebe brennen, der für uns sein Leben gab! 101 Feste und Festzeiten. Stärk uns, deines Heiles Erben, dir zu leben, dir zu sterben, dein zu bleiben bis ans Grab! 6. Ruhe in der Angst der Sünden, Trost im Leiden laß uns finden; gib uns deinen Frieden hier! Nimmt des Grabes düstre Höhle unsern Leib, so nimm die Seele auf ins Paradies zu dir! ů Nach dem Lateinischen des Giacopone da Todi(+E 1306) von August Ludwig Christian Heydenreich, 1773—1858. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. N. 85 ei mir tausendmal gegrüßet, 2 der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt. Ach wie ist mir doch so wohl, wenn ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest! 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden hin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht! Wird, o Arzt, dein Blut mich netzen, 42 wird sich all mein Jammer setzen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 102 Passion. 4. 2 90 Füße will ich halten a auf das est ich immer Nn. Schaue meiner Ran Falten und mich selber reundlich an von dem hohen Kreuzesbaum und gib meiner Bitte Raum; sprich; Laß all dein Trauern schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. 86 enn meine Sünd' * mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schulden⸗ ast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen hast. 2. O Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! Selbstseinen eignen Sohn hat Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden. Die Schuld ist allzumal bezahlt 4.— Christi teures ut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Glut. Paul Gerhardt, 1607—1676. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Leben lang für deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angst⸗ geschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gib, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und treu dem Vorbild folge, das du mir vorgestellt. 87. 88 7. Laß mich an andern üben, was du an mir getan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann ohn Eigennutz und Heuchel⸗ ein und, wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. Heste und Festzeiten. 8. Laß 0 deine Wun⸗ en mich trösten kräftiglich in meinen letzten Stunden und des versichern mich, weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, 1601—1673. Mel. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. ir danken dir, Herr Jesu Christ, 87. Wé daß du für uns Leiden bist und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 3. Wir bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, Schmach und Spott, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand und reich uns deine mä chtge Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, du werdest uns verlassen nicht, du werdest treulich bei uns stehn, daß wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Fischer, 1600. 88 An Kreuz erblaßt, * der Marterlast, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 104 SRER —* 755 Passion. 89 3. Du schützest mich,— und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterden wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts getan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5.„Es ist vollbracht!“ riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge Tat! Des Höchsten Rat will ich in Demut preisen; mein Erlöser wird mir einst seine Tiefen weisen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Toten; sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebens⸗ ürst für sich des Todes Banden. 8. Das finstre Tal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich; erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Christoph Friedrich Neander, 1724—-1802. 89 Eꝰ ist vollbracht! Er ist verschieden. — Mein Jesus schließt die Augen zu. Der Friedefürst entschläft im Frieden; die Lebenssonne geht zur Ruh und sinkt in stille Todesnacht. O großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er hats gesprochen. Das ewge Wort muß sprachlos sein. Das Herz der Treue wird gebrochen; den Fels des Heils umschließt ein Stein. Die höchste Kraft ist nun verschmacht't. O wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Ihr, meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. 10⁵ 1 SSISSS Feste und Festzeiten. Vom Himmel her hör ich verkünden: Des Sohnes Blut erlangt Gehör; am Kreuz hats Frieden uns gemacht. O süßes Wort: es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zie t mich zu deinem Grabe hin; wünschen Engel zu umfangen; ru an 0 meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht. O tröstlich Wort: es ist vollbracht! 5. Es ist vollbracht! Ich will mich legen zur Ruh auf Christi Grabesstein. Die Engel sind allhier zugegen; ich schlummre sanft wie Jakob ein. Die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomo Franck, 1659—1725. 5. Ostern. 90 Brgt Preis und Ruhm dem Heiland dar; * singt ihm in allen Landen! Er, der für uns getötet war, ist siegreich auferstanden. Sei gelobt, 2— Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du unser Heil vollbracht und von des ewgen Todes Macht uns Sünder hast erlöset? Hallelujah! 106 Ostern. 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deines 9 Herr hohen Wert hat er aufs herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Hallelujah! 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrschest, nun auch mir dein ewges Heil zu geben, meiner Seele Trost zu sein, zum Siege Kraft mir zu verleihn und mich zu Gott zu führen. Hallelujah! 5. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Erstorbne zu erwecken. Du rufst einst, und des Grabes Nacht wird Tote nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Hallelujah! 6. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich leben und jederzeit nach deinem Sinn nach Gottes Liebe streben, daß ich, wenn ich aufersteh und dich als meinen Richter seh, nicht angstvoll vor dir bebe. Hallelujah! 7. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, zu deiner Freud erheben. Laß dies auch mein Erbteil sein, so werd ich dein mich ewig freun, du Todesüberwinder! Hallelujah! Johann Friedrich Mudre, 1736—1810. 91. 92 V. hrist ist erstanden 91. C Has der Marter alle. Des solln wir alle froh sein: Christ will unser Trost sein. 14 Hallelujah! Hallelujah! für unsre Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben; ö des wir sollen fröhlich sein, Gott 405 ihm dankbar ein und singen: Hallelujah! Hallelujah! 2. Den Tod niemand be⸗ zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das machte alles unsre Sünd; Davon kam der Tod sobald und nahm auch über uns Gewalt; ö sein Reich hielt uns gefangen. Hallelujah! ( 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, ö an unsrer statt ist kommen und hat die Sünde abgetan, damit dem Tod genommen ů kein Unschuld war zu finden. Feste und Festzeiten. 9½2. 2. Wär ernichterstanden, die Welt, die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, loben wir den Herren Jesum Christ. Hallelujah! 3. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Des solln wir alle froh sein: Christ will unser Trost sein. Vor 1300. all sein Recht und sein Gewalt; da bleibet nichts denn Tods⸗ estalt, den Stach'l hat er verloren. Hallelujah! 4. Es war ein wunder⸗ licher Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben, das behielt den ieg; es hat den 20d verschlungen. Die Schrift uns die Kunde bringt, wie da sein Tod den Tod bezwingt; ein Spott der Tod ist worden. Hallelujah! 5. Hier ist das rechte Oster⸗ lamm, davon wir sollen leben; das ist uns an des Kreuzes Stamm aus heißer Lieb gegeben. den, gen; t, sum Ostern. 93 Des Blut zeichnet unsre mit Herzensfreud und Wonne Tür; das uns der Herr erscheinen das hält der Glaub dem Tode läßt; für; er selber ist die Sonne, nicht rühr'n kann uns der der durch seiner Gnade Würger. Glanz Hallelujah! erleuchtet unsre Herzen ganz; 6. So feiern wir das hohe der Sünd Nacht ist vergangen. Fest Hallelujah! ö Martin Luther, 1483—1546. 93 F'm morgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Hallelujah, Hallelujah! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah, Hallelujah! 2. Nicht mehr als nur drei Tage lang hält meinen Heiland Todeszwang. Hallelujah, Hallelujah! Am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Hallelujah, Hallelujah! 3. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Hallelujah, Hallelujah! Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, allda ich Ruh und Frieden hab. Hallelujah, Hallelujah! 4. In kurzem wach ich fröhlich auf; mein Ostertag ist schon im Lauf. Hallelujah, Hallelujah! Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Hallelujah, Hallelujah! 5. O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Hallelujah, Hallelujah! 109 — —....—.— 56³3⁵⁵33 2 Feste und Festzeiten. Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Tür. Hallelujah, Hallelujah! 6. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Hallelujah! Hallelujah! Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, g'nug, daß ich Christum bei mir hab. Hallelujah! Hallelujah! 7. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Hallelujah! Hallelujah! Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Hallelujah! Hallelujah! 8. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Hallelujah! Hallelujah! Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah! Hallelujah! 94(Garr sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug getan. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! 2. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not, versühnet Sünd und Missetat. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! 3. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleih uns, was uns selig ist. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! 4. Damit von Sünden wir befreit dem Namen dein gebenedeit frei mögen singen allezeit: Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Johann Heermann, 1585—1647. Nach Michael Weiße, 1 1542. 110 Ostern. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. allelujah! jauchzt ihr Chöre, 95. H singt Jesu Christo Preis und Ehre; wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht! ö Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm Sanre sind Kinder und Erben 9 Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, 7. ruhn in Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht das Licht des ewgen Tages ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken,— du wirst ihn herrlich auferwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht erschreckt uns nicht, denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne! Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsers Grabes Dunkel bricht! KKä ss:.:⸗: t/„::ét.. XX.. 4 556655 IAI R.. Feste und Festzeiten. O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden und uns umstrahlt des Himmels Licht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. Gottfried Benedikt Funk, 1734—1814. Mel. Wir singen dir, Immanuel. 96 H triumphieret Gottes Sohn, * der von dem Tod erstanden schon, mit großer Pracht und Herrlichkeit; des danken wir in Ewigkeit. Hallelujah! 2. Dem Teufel hat er seine Macht zerstört und ihn zu Fall gebracht, wie pflegt zu tun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Hallelujah! 3. O lieber Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Hallelujah! 4. Nun kann kein Feind uns schaden mehr, ob er gleich trotzet noch so sehr; im Staube liegt der arge Feind, wir aber Gottes Kinder seind. Hallelujah! 5. Dafür wir danken allzugleich und sehnen uns ins Himmelreich; zum selgen End, Herr, bring uns all, so singen wir mit großem Schall: Hallelujah! 11² Ostern. 9⁷ 6. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Hallelujah! 2 Kaspar Stolshagius um 1591. Mel. 97 ch geh zu deinem 2 Grabe, ö du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub ver⸗ mehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du ruhest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe. Du drückst die Augen zu: so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. Valet will ich dir geben. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, doch brichst du es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod, ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. Ich will mein Lager machen in deine liebe Gruft; da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 113 8 Feste und Festzeiten. 98. Itre lebt, mit ihm auch ich; Tod, wo sind nun deine Schrecken? Jesus lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, lästert 550 und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein,— sein sei auch mein ganzes Leben; reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 114 Ostern. 99. 100 Mel. Alle Menschen müssen sterben. 99 Qesu, Todesüberwinder, auferstandner Siegesfürst, der du einst als Herr und König aller Welt erscheinen wirst! Leiblich bist du uns genommen; doch du willst im Geiste kommen, Leben spendend allerwärts in ein jedes Menschenherz. 2. Herr, mit vielen tausend Brüdern fleh ich nun bei Tag und Nacht: Komm, o komm, laß uns erfahren deine Liebe, deine Macht! Komm, vom lauen trägen Wesen uns allmächtig zu erlösen; nimm hinweg, was uns beschwert und was dir den Zugang wehrt! 3. Tratst du einst zu deinen Jüngern durch verschlossne Türen ein, sollten dann die Menschenherzen dir zu fest verschlossen sein? Siehe, wie sie sich ermüden, ohne Leben, ohne Frieden! Komm, die Riegel brich entzwei, mach lebendig, froh und frei! 4. Mache los von Satans Banden, froh und stark in dir allein! Ach, die Blinden und die Toten führ ins Licht und Leben ein, daß sich alle dir ergeben, dir zu sterben, dir zu leben! Jesu, kommst du, bist du nah? Amen, ja! Hallelujah! 1. Kor. 15, 55—-57. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. 100 O Tod, wo ist dein Stachel nun, 7. wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? 11⁵ 8* Feste und Festzeiten. Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 2. Lebendig Christus kommt herfür; den Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Höllen Schloß und Tür. trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, was in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist der Uberwinder. 3. Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Hölle, Welt und Sünd durch Christi Sieg gedämpfet sind; ihr Zorn ist kraftlos worden. 4. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, erstehn auch wir, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 5. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei; derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen. 6. Das ist die rechte Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 116 Ostern. 7. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Christ gegeben! 7 Justus Gesenius, 1601—1673. Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. riumph, Triumph! Der Sieg ist mein; 101.;N— mein Heiland ist erstanden⸗ Der Held zieht in den Himmel ein aus Grab und Todesbanden. Bezwungen ist die lange Nacht, der ganzen Welt das Licht gebracht, die Finsternis vergangen. 2.„Triumph, Triumph!“ der Himmel klingt; die Erde klingt es wieder. Der Sünde, Tod und Hölle zwingt, ist nun im Himmel wieder. Dort sitzet er in Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit und tröstet seine Brüder. 3. Drob soll'n wir alle fröhlich sein; der Heiland ist erstanden. Aufgangen ist der helle Schein den trüben Erdenlanden. ‚ Das ewge Morgenrot kahe klar, das Wort des Vaters offenbar, das wen'ge nur verstanden. 4. Drob soll'n wir alle fröhlich sein und jauchzen, singen, klingen, daß Gott uns solchen Gnadenschein der Seligkeit will bringen, daß er uns auf dem dunklen Pfad das helle Licht gezündet hat, das Nacht und Graus kann zwingen. 11⁷ Feste und Festzeiten. 5. O süßer Schein, o himmlisch Licht, o Todesüberwinder! Wir zittern nicht, wir zagen nicht,— nun sind wir alle Kinder, sind alle Sieger in dem Sieg; vollendet ist des Todes Krieg; erlöset sind die Sünder. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. 102 berwinder, nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit Wofte Osterpsalmen den erkämpften Sieg besingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und derWürger Mordgeschrei, da des Todes Nacht vorbei und seinStachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da; Gott sei Dank, Hallelujah! 2. Stecke nun dein Sieges⸗ zeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor, laß dir tausend Engel dienen! Denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 3. Teile, großer Fürst, die Beute deiner armen Herde mit, ö die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnadetritt: 118 deinen Frieden gib uns allen! O so jauchzet Herz und Mut, weil das Los uns wundergut und aufs lieblichste gefallen. Denn der Olzweig grünet da; Gott sei Dank, Hallelujah! 4. Laß, o Sonne der Ge⸗ rechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf, rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schatten sind ver- gangen, und der helle Tag ist da; Gott sei Dank, Hallelujah! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weildu denen, die dir trauen, schon die Krone dn, gib uns in den höchsten Nöten, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein. — 04 O so kann der Tod nicht töten, denn die Hoffnung blühet da Gott sei Dank, Hallelujah! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer Über Sarg und Grüften weint, Schlummer dort in voller Krafterscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab ab, Unser Hirte hütet da; Gott sei Dank, Hallelujah! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht, und der Staub ist unverloren. Christian Ludwig Taddel, 1706—1775. wenn der Deinen Asche wieder wie die Schwachheitnach dem in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, mur, was ste buich heißt, 998 und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Hallelujah! Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 103. Woch auf,‚ mein Herz! Die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen; ermuntre dich, mein Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubensl auf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesus sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und strebe nach dem Himmelszelt, wo Jesus ist zu finden. 119 ů 10⁴ Feste und Festzeiten. * 4. Drückt dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; m es kann ein Christ bei Kreuzespein ul in Freud und Wonne leben. de Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Wohlauf, mein Herz, fang an den Streit, so weil Jesus überwunden; ö w er wird auch überwinden weit de in dir, weil er gebunden V der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst V und Gott im Glauben dienest. V 6. Ach, mein Herr Jesu, der du bist vom Tode auferstanden, N rett uns aus Satans Macht und List U N und aus des Todes Banden, il daß wir zusammen insgemein ih zum neuen Leben gehen ein, ö 4 das du uns hast erworben. d· 7. Sei hochgelobt in dieser Zeit u von allen Gotteskindern ut . und ewig in der Herrlichkeit ö von allen Überwindern, die überwunden durch dein Blut; ih Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, si⸗ 118 daß wir au überwinden! Laurentius Laurenti, 1660—1722. ih 1 illkommen, 3. Der Feind wird schau⸗ de 104. Woewdin Stteit, eragen Gol. 21185 d· aus deines Grabes Kluft! und heißt nunmehr ein Spott. f. Wir triumphieren heute Wir aber können sagen: um deine leere Gruft. Mit uns ist unser Gott! ö 2. In der Gerechten Hütten 4. Ach, teile doch die Beute I schallt schon das Siegeslied; bei deinen Gliedern aus! d ö du trittst in unsfre Mitten Wir alle kommen heute ö und bringst den Osterfried. deswegen in dein Haus. si 12⁰ ** Ostern. 5. Laß unser aller Sünden mit dir begraben sein, uns einen Schatz hier finden, der ewig kann erfreun. 6. Wir sind mit dir ge⸗ storben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir dereinst nur selig mit dir auch auferstehn. 8. Der Tod kann uns nicht schaden; sein Stachel ist nun stumpf; wir sind bei Gott in Gnaden und rufen schon: Triumph! Benjamin Schmolck, 1672—1737. Luk. 24. 105. 3 gchnnt hnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Tränen, ihre Seelen voll Verdruß; man hört ihre Klageworte; doch es ist von ihrem Orte 4a85 Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern voller Schmer⸗ zen ihre Not und Ungemach. Manches wandert ganz alleine, daß es nur zu g'nüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei. 3. Oft schon hab ichs auch empfunden, Jesus läßt mich nie allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich mich im Leid verzehre, gleich als ob er ferne wäre, o, so ist er mehr als nah und mit seiner Hilfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bei mir; kommt die Welt, mich an⸗ zufeinden, ach, so sei du auch allhier! Wenn mich Trübsalswetter schrecken, wollst du kräftig mich bedecken. Komm, in meinem Geist zu ruhn; wasbuwilli, daswilich tun. 5. Bin ich traurig und betrübet, Herr, so ruf mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich fester gründen; laß es auch mein Herz ent⸗ zünden, 106 daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt! 6. Tröst auch andre, die voll Jammer einsam durch die Fluren gehn oder in der stillen Kammer tiefbekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt sich trennen, daß sie satt sich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Heste und Festzeiten. 7. Hilf, wenn es will Abend werden und der Lebenstag sich—4—— wenn dem dunklen Aug au LiebesKind, was trauerst du? Erden nirgends sich ein Helfer zeigt; bleib alsdann in unsrer Mitten, wie dich deine Jünger bitten; bis du sie getröstet hast, bleibe, bleibe, teurer Gast! Johann Neunherz, 1653—1737. 6. Himmelfahrt. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 106 A/ wundergroßer Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich gesetzet zur Rechten Gottes in der Kraft, hast deinem Reich den Sieg verschafft, den Feind zum Tod verletzet. Mächtig, prächtig triumphierst du und regierst du; Tod und Leben, alles ist dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, viel tausend hohe Seraphim dich Siegesfürsten loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Pracht zur Freude bist erhoben. Singet, klinget, rühmt und ehret den, der fähret auf zum Throne, zu empfahn die Himmelskrone. 3. Du bist das Haupt, o Herr, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. 122 Himmelfahrt. Trost, Friede, Freude, Licht und Kraft, was dem Gemüt Erquickung schafft, wird uns von dir gegeben. Dringe, zwinge mein Gemüte, ewge Güte, dich zu preisen, Ehr dem Siegsherrn zu erweisen. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir fortan für und für nach deinem Reiche trachten! Laß unsern Wandel himmlisch sein; laß uns demütig, züchtig, rein all Uppigkeit verachten. Unart, Hoffart hilf uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz! Sei unser Ruhm und fester Platz, darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist! Auf Erden wohnet Trug und List; es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron,(Röm. 3, 25.) du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen! Du bist uns allen ja zugut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen. Komm Herr! Hilf Herr! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende jauchzend heben unsre Hände. Ernst Christoph Homburg, 1605—1681. 123 107. 108 uf Christi Himmelfahrt allein 107. A ich meine Nachsahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein hiermit stets überwinde; denn weil das Haupt im Himmel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. Feste und Festzeiten. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen; denn wo mein Schatz gekommen hin, da ist hinfort mein Herz und Sinn; nach ihm mich stets verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Nachfahrt zieren, und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen! Nach Josua Wegelin, 1604 1640. 108 Erdränt, ihr Sie⸗ gespalmen; ihr Himmel, werdet klar! Ihr Herzen, bringet Psalmen und schmücket den Altar! Singt von dem Menschen⸗ sohne und seinem großen Sieg; singt, wie er auf zum Throne der Ewigkeiten stieg! 2. Der einst, von Qual durchdrungen, den Sündern war ein Spott, der unsern Tod verschlungen in seine Todesnot,‚ den sehn wir hoch und prächtig im Siegesglanze ziehn; der schwinget sich allmächtig durch alle Himmel hin. 3. Dort auf dem Olberg stehen die Jünger arm und schwach; hinauf gen Himmel sehen sie dir, o Jesu, nach. Doch sehn sie froh dich scheiden in deinen Sternensaal, weil du mit Licht und Freuden sie tröstest ohne Zahl. 4. Du aber hast nach oben zum Throne dich gewandt und waltest ewig droben zu Gottes rechter Hand. in Richtermajestät. ö Dann jauchzen deine From⸗ dein schönes Lebenslicht; dann zeig uns ohne Hüllen des Vaters Angesicht. O himmlisches Entzücken! O selger Liebeszug! Wenn wir nur dich erblicken hat unser Herz genug. Nach dem Lateinischen des Beda Venerabilis(673—735) deutsch von Albert Knapp, 1708—1864. der Stolzen Hohn vergeht. 5. O Jesu, Heil der Dei⸗ rüst uns auf diesen Tag, eis, daß er heut erscheinen, eis, daß er säumen mag! kommen men; nen, Mel. Alle Menschen müssen sterben. 109 Gedßer Mittler, der zur Rechten * seines großen Vaters sitzt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt, den auf dem erhabnen Throne in der königlichen Krone alles Heer der Ewigkeit mit verhülltem Antlitz scheut! 2. Dein Erlösungswerk auf Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, ist geschehn durch deine Macht. Da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun bist du ja Hort und Hüter in des Vaters Heiligtum, die erworbnen Segensgüter durch dein Evangelium 125 Bimmelfahrt. Wenn dann verklärt entgegen ziehn, dann führe deine Rechte Von dannen wirst du auch uns zum Himmel hin. 6. Dann laß in Strömen Feste und Festzeiten. allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnade eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes teure Namen trägst du stets auf deiner Brust, und die gläubig zu dir kamen, sind und bleiben deine Lust. Du vertrittst, die an dich glauben, daß sie nichts dir möge rauben, bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil das Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, darauf zielt dein Bitten hin. 6. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar und vertrittst vor ihm mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 7. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letzter Not, wenn den Mund verschließt der Tod! Johann Jakob Rambach, 1693—1735. 126 8* Himmelfahrt. 110 110 Hhoch ude Wie lieblich stehn * hoch über uns die Himmelshöhn, seit du im Himmel sitzest, seit du vom ewgen Zion dort aussendest dein lebendig Wort und deine Herde schützest! Fröhlich, selig schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne: meine Heimat ist am Throne! 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, das dir vom holden Angesicht ausgeht mit ewger Wonne! Spende, sende deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, großes Haupt, auf deine Glieder! 3. Verhüllt den Erdkreis düstre Nacht, ich weiß, daß dort ein Auge wacht, das einst um uns geweinet, das einst für uns im Tode brach; es ist dein Aug, es bleibet wach, bis neu die Sonne scheinet. O wer nunmehr nimmer klagte, nimmer zagte, seit du wachest und aus Nächten Tage machest! 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, ein Himmel neigt sich drüber her, dein Himmel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet; da wallt man sicher früh und spät vor Feindeslist und Schaden. Keiner deiner Auserwählten, Geistbeseelten bleibt verlassen; treu will ihn dein Arm umfassen. 127 Feste und Festzeiten. 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, zu dir, wenn sich das arme Herz abhärmt in bittrer Reue. Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, und wenn der Docht sein Ol verlor, so tränkst du ihn aufs neue. Im Licht soll nicht eine fehlen von den Seelen, die zum Leben dir dein Vater übergeben. 6. O selger König Jesu Christ, wie wundervoll und heilig ist, was uns in dir geschenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, bleibt unser Anker, wenn es stürmt, auf ewig eingesenket. Hier, hier sind wir festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile; dann hinauf zum ewgen Heile! Albert Knapp, 1798— 1864. Mel. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. 111 2 auf Erden muß ich leiden und bin voller Angst und Weh: warum willst du von mir scheiden? warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen auch mit dir oder bleibe doch in mir, daß ich dich und deine Gaben täglich möge bei mir haben. 2. Laß dein Herze mir zurücke und nimm meines mit hinauf; wenn ich Seufzer zu dir schicke, tue mir den Himmel auf und, so ich nicht beten kann, rede du den Vater an; denn du sitzt zu seiner Rechten; darum hilf uns, deinen Knechten. 128 Himmelfahrt. 3. Zeuch die Sinne von der Erde über alles Eitle hin, daß ich mit dir himmlisch werde, ob ich gleich noch sterblich bin, und im Glauben meine Zeit richte nach der Ewigkeit, bis wir auch zu dir gelangen, wie du bist vorangegangen. 4. Meine Wohnung mache fertig droben in des Vaters Haus, da ich werde gegenwärtig bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Ruh,— denn der Weg dahin bist du,— und nimm an dem letzten Ende meinen Geist in deine Hände. 5. Komme, wenn es Zeit ist, wieder,— denn du hast es zugesagt,— und erlöse meine Glieder aus des dunklen Grabes Nacht; richte dann die böse Welt, die dein Wort für Lügen hält, und nach ausgestandnem Leide führ uns ein zu deiner Freude. Kaspar Neumann, 1648—1715. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 112 Siegesfürst und Ehrenkönig, du verklärte Majestät, alle Himmel sind zu wenig; du bist drüber hoch erhöht. Sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug' entzückt deine Herrlichkeit erblicktꝰ 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, hör ich, wie der Engel Scharen rufen froh: Hallelujah!— 129 1¹² Feste und Festzeiten. sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert und mein König triumphiert? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, leuchtet deine Herrlichkeit, die mit neuem Glanz und Wonne selge Geister hoch 5—— Prächtig wirst du aufgenommen; jauchzend heißt man dich willkommen. Schau, dein Kind im Staube hier ruft auch Hosianna dir! 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken da ich deine Klarheit seh? Sollte jetzt mein Mut noch sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen,— vor dem Feind soll mir nicht grauen,— nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Herr, dein reicher Geist ergieße über uns sich kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Zepter wende alles bis zum fernsten Ende; mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen untertan! 6. Nun erfüllst du allerorten alles durch dein Nahesein; Heiland, meines Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, komm, bei mir auch einzukehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron! Gerhard Tersteegen, 1697—17609. 13⁰ Pfingsten. Hohes Lied 1, 4. lro mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, Herr Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege, sonst irren wir leicht ab von dir, vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir. so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Weltgetümmel. 4. Zeuch uns nach dir nur für und für, und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Friedrich Funcke, 16421699. 7. Pfingsten. 114 Kemm, heiliger Geist, Herre Gott, erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn; dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zum Glauben du versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. O Herr! behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah, Hallelnjah! 131 113. 114 d u a.u. * I. ö PFPFPFPFPPFPFFFFFFIKKzgͤu— fũí s·c C. ??ꝛ—ðꝛꝰꝛꝛꝰð́ᷓͤ...2 *959—.—— Feste und Festzeiten. 3. Du heilige Glut, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getrost in deinem Dienst beständig bleiben; laß Trübsal uns von dir nicht treiben. Durch deine Kraft uns, Herr, bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah, Hallelujah! Martin Luther, 1483—1546. 11⁵ KKraal o komm, du Geist des Lebens, 2 wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens; sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunkeln Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir andres nicht beginnen, denn was nur dein Wille sucht. Dein Erkenntnis werde groß und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege; was getan ist wider dich, räume ferner aus dem Wege; schlecht und recht behüte mich. Wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß dein Zeugnis uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn 1 5 Not und Drangsal find't; denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; 13² Pfingsten. seufz auch in uns, wenn wir beten, und vertritt uns allezeit, so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: „Ach mein Gott, mein Gott, wie lange!“— o, so mache den Beschluß, sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke. Wenn die Welt uns an sich reißt, schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr uns unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod, noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer: nein, laß dein Wort Lewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr, die Gott gibt durch Jesum Christ und die unaussprechlich ist. Heinrich Held, 4 1695. 116 Non bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein; lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 133 — *α Feste und Festzeiten. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst; laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nimmer verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Erbarm dich, Herr! Martin Luther, 1483—1546. V. 1aus dem 12. Jahrhundert. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 117 du allersüßte Freude, 2 o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchest lässest nicht, Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören alle Dinge, höre, höre, was ich singe. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch je nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach ergib dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserkoren. 3. Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verteilst nach deinem Willen, meine ganze Seel erfüllen! 13⁴ Dfingsten. 1¹⁷ 4. Du bist weise, voll Verstandes,— das Geheimste ist dir kund,— hast gezählt den Staub des Sandes und. O des Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit und vor allem, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und heilig ist, fliehst hingegen Schand und Sünden, weil du lauter Reinheit bist. Mache mich, o Gnadengquell, rein und züchtig, keusch und hell. Laß mich fliehen, was du fliehest; gib mir, was du gerne siehest. 6. Deine Huld hat keine Schranken; du bist fromm und sanften Muts, bleibst im Lieben ohne Wanken, tust uns Bösen alles Guts. Ach! verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe. 7. O mein Hort, ich bin zufrieden, wenn du nur nicht weichst von mir; bleib ich von dir ungeschieden, bin ich stets getrost in dir. Laß mich sein dein Eigentum; ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Allem will ich gern entsagen, was dir deinen Ruhm entreißt, und mein Herz soll immer fragen nur nach dem, was du verleihst. Was der Satan will und sucht, will ich hassen als verflucht, und den schnöden Sündenwegen trete ich mit Ernst entgegen. 135 Feste und Festzeiten. 9. Wohl mir, wenn nur du mich stärkest und mir treulich stehest bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des Fleisches bösen Sinn; nimm den alten Willen hin, daß er sich in dir erneue und mein Gott sich meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab! Wenn ich wieder aufersteh, o so hilft mir, daß ich geh hin, wo du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, 1607—1676. 118 O Gottes Geist und Christi Geist, 2 der uns den Weg zum Leben weist, x der uns die dunkle Erdennacht durch seine Lichter helle macht. ö 2. Du Hauch, der durch das Weltall weht als Gottes stille Majestät, du aller Lichter reinstes Licht, erleucht uns Herz und Angesicht. 3. Komm, leuchte mit dem Gnadenschein bum in die weite Welt hinein; omm, mach uns in der Finsternis des lichten Himmelswegs gewiß. 4. Ach hier ist alles Staub und Nacht, die Wahn und Sünde trübe macht; ach hier ist alles Not und Tod, geht uns nicht auf das Morgenrot, 5. Das Morgenrot der bessern Welt, das wie ein Strahl vom Himmel fällt, als Gottes Macht und Gottes Lust durchblitzt die kranke Menschenbrust. 136 Ofingsten. 6. O Gottes Geist und Christi Geist, der uns wie Kinder beten heißt, der uns wie Kinder glauben heißt, o komm, o komm, du heilger Geist! 7. Komm, Gottes Friede, Gottes Mut; komm, stille Kraft, die nimmer ruht; komm, gieße deinen Gnadenschein in Seele, Sinn und Herz mir ein! 8. Dann wandl' ich wie ein Kind des Lichts im Glanze deines Angesichts schon meinen kurzen Erdenlauf stets himmelein und himmelauf. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 119 O heilger Geist, kehr bei uns ein 2 und laß uns deine Wohnung sein; o komm, du Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Sonne, Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten; zu dir kommen wir getreten. 2. Du Quell, draus alle Weisheit fließt, die sich in fromme Seelen gießt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit auch können alle Christenheit dein wahres Zeugnis lehren. Höre, lehre, daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. 137 Heste und Festzeiten. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir auch leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und beflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4. Laß uns dein edle Balsamkraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schutz begegnen aller Feinde Trutz mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebenshort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen, daß wir uns mögen nimmermehr von deiner weisheitsreichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe; Fried und Liebe müssen schweben; Fried und Freude wirst du geben. 7. Gib, daß in reiner Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sei unsres Geistes Stärke, 138 Pfingsten. 120 daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, 1606—1673. 120 O heiliger Geist, o heiliger Gott, du Tröster wert in aller Not, du bist gesandt vom Himmelsthron von Gott dem Vater und dem Sohn, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. O heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort; zünd an in uns der Liebe Flamm, daß wir uns lieben allesamt, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort; an Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf getan, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort; lehr uns den Vater kennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort; laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich, o heiliger Geist, o heiliger Gott! 6. O heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir sagen dir Lob, Ehr und Dank jetzund und unser Leben lang, o heiliger Geist, o heiliger Gott! Vor 1655. 139 Feste und Festzeiten. Mel. Valet will ich dir geben. 121 O komm, du Geist * der Wahrheit, und kehre bei uns ein. Verbreite Licht und Klarheit; verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer; rühr Herz und Lippen an, daß jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann. 2. O du, den unser größter Regent uns zugesagt, komm zu uns, werter Tröster, und mach uns unverzagt. Gib uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharfgeschliffnen Waffen der ersten Christenheit. 3. Unglaub und Torheit brüsten sich frecher jetzt als je; darum mußt du uns rüsten mit Waffen aus der Höh. Du mußt uns Kraft ver⸗ leihen, Geduld und Glaubenstreu, und mußt uns ganz befreien von aller Menschenscheu. 4. Es gilt ein frei Ge⸗ ständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande erschallt dein kräftig Wort; sie werfen Satans Bande und ihre Götzen fort. Von allen Seiten kommen sie in das Reich herein; ach, soll es uns genommen, für uns verschlossen seinꝰ 6. O wahrlich, wir ver⸗ dienen solch strenges Strafgericht; uns ist das Licht erschienen, allein wir glauben nicht. Ach lasset uns gebeugter um Gottes Gnade flehn, daß er bei uns den Leuchter des Wortes lasse stehn. 7. Du heilger Geist, be⸗ reite ein Pfingstfest nah und fern; mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn. O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 14⁰ Pfingsten. Psalm 118, 27. 122(Snt e * mit Maien! Lasset Blumen streuen! Zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen; machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil er⸗ füllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat, starker Gottesfinger, sanfter Friedensbringer, Licht auf unserm Pfad⸗ gib uns Kraft und Lebenssaft; laß uns deine teuern Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Herzen brennen; wenn wir Jesum nennen, führ den Geist empor. Gib uns Kraft zu beten; wenn vor Gott wir treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Mut, du höchstes Gut; tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld! Lasse Ströme fließen, und verleih, daß es gedeih; hundertfältigg Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, wahre Liebesglut! Laß dein sanftes Wehen auch bei uns geschehen; dämpfe Fleisch und Blut! Laß uns do am Sündenjoch mit der Welt nicht ferner ziehen und das Böse fliehen. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen; führ uns ein und aus! Wohn in unsrer Seele; unser Herz erwähle dir zum eignen Haus! Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht erkennen und Gott Vater nennen. 7. Hilf das Kreuz uns tragen, und in finstern Tagen sei du unser Licht! Trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod die letzte Not, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, will mit uns zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 123 Feste und Festzeiten. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt; dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, QDeuch ein zu dei— 120. 3 Uen Toren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben,— du hast mich gut gemacht. Der Tod durchdrang mein Leben,— du hast ihn umgebracht, mit Segen mich geschmückt, mir schon im Wasserbade versiegelt Gottes Gnade, die mich im Tod erquickt. ö ö B 142 bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmels⸗ maien ewig uns erfreuen. enjamin Schmolck, 1672—1737. 4. Du bist das heilge Ole, dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schützt vom Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret; dein Singen klinget wohl. Es steiget himmelan und hört nicht auf mit Flehen, bis der die Hilf läßt sehen, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden; mit Trauern hältst du's nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freudensaal! els. 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit; der F Feind du ist Hhist, willst, daß in Liebesflammen, sich wieder tu zusammen, was voller Zwietracht ist. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wen⸗ den, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden; verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrig⸗ keiten; bau unsres Fürsten Thron; hilf ihm für Christum streiten. Schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. Trinitatis. 10. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und, was dein Herz ergötzet, aus unserm Herzen reißt. 11. Gib Freudigkeit und Stärke, u stehen in dem Streit, en Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut; hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich. 12. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Arme hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, 1607— 1676. 8. Trinitatis. Mel. Nun danlet alle Gott. 124 elobet sei der * Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir Leib und Seele hat gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir getan. 1²⁵ 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein eben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein ö Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. Feste und Festzeiten. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was durch ihn lebt und webet; gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der werte Geist. 5. Dem wir Hallelujah mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig! Heilig! singen, den herzlich lobt und preist die hende Christenheit, gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Johann Olearius, 1611—1684. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 125⁵ HMfei unser Lob, Preis und Ehr 2 sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, singet: Gnädig, herrlich, heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft und sich mit uns vermählet. Heilig, seli 9 ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 14⁴ bt, bet; ohn ist. ah gen gen, eist 684. aben Trinitatis. 3. Hallelujah! Gott heilger Geist sei ewiglich von uns gepreist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben hat geziert und dem Erlöser zugeführt, der uns sich hat erkoren. Schauet, schauet! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hosianna. 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen. Stimmt an mit aller Himmelsschar und singet nun und immerdar mit Freuden: Amen, Amen! Klinget, singet: Gnädig, herrlich, heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, der Herr Zebaoth! Bartholomäus Crasselius(2) nach Martin Rinkart, 1586—1649. 126 Wir glauben all an einen Gott, 0 Vater, Sohn und heilgen Geist, an Gott, den Herrn Zebaoth, den die Schar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, tut und schafft. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist und uns führt ins Himmels Thron. der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Not. ö 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beistand leist wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist zu aller Zeit! Tobias Clausnitzer, 1618—1684. 14⁵ 10 Kirche und Gnadenmittel. IV. Kirche und Gnadenmittel. 1. Kirche und Mission. 127 A* bleib bei uns, Herr Jesu Christ, w eil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht,„ laß ja bei uns erlöschen nicht. 2. In dieser letzten, trüben Zeit verienh uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament stets rein behalten bis ans End. 3. Herr Jesu, hilf, dein Kirch erhalt; wir sind arg, sicher, träg und kalt. Gib Glück und Heil zu deinem Wort, damit es schall an alem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Den stolzen Geistern wehre doch, die sich mit Macht erheben— und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 6. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; darum so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 7. Dein Wort ist unsres Herzens Trutz und deiner Kirche wahrer Schutz; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts andres suchen mehr. 8. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf gläubig fahren fort von hinnen aus dem Jammertal zu dir in deinen Himmelssaal. V. 3—8 von Nikolaus Selnecker, 1530(2) 1592. SSSI CI 146 Kirche und Mission. 128. 129 Mel. Christus, der ist mein Leben. bleib mit 128. AIdener Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns beid, hier und dorte, sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr; dein Gnad und all's Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht trutze, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott; Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. Josua Stegmann, 1588—1632. Psalm 12. 129 A* Gott, vom Himmel sieh darein * und laß dich des erbarmen, wie wenig sind der Heilgen dein; verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr; der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigner Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist, in Gottes Wort gegründet. Der wählet dies, der andre das; sie trennen uns ohn alles Maß und gleißen schön von außen. 3. Gott woll ausrotten aller Lehr, die falschen Schein uns lehren und sich vermessen hoch und sehr: „Trotz dem, der's uns will wehren! Wir haben Recht und Macht allein; was wir setzen, gilt allgemein; wer ist, der uns soll meistern?“ 1⁴⁷ 10² 1592. Kirche und Gnadenmittel. 4. Darum spricht Gott: ich muß auf sein; die Armen 360 verstöret. Ihr Seufzen dringt zu mir herein; 0 hab 101 Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht't stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem arg'n Geschlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher find't, wo diese losen Leute sind in deinem Volk erhaben. Martin Luther, 1483—1546. Mel. Valet will ich dir geben. 130 er du in Todes⸗ * nächten erkämpft das Heil der Welt und dich als den Gerechten zum Bürgen dargestellt, der du denFeind bezwungen, den Himmel aufgetan, dir stimmen unsre Zungen ein Hallelujah an! 2. Im Himmel und auf Erden ist alle Macht nun dein, bis alle Völker werden zu deinen Füßen sein, bis die von Süd undNorden, bis die von Ost und West sind deine Gäste worden bei deinem Hochzeitsfest. 3. Noch werden sie ge⸗ laden; noch gehn die Boten aus, um mit dem Ruf der Gnaden zu füllen dir dein Haus. Es ist kein Preis zu teuer, es ist kein Weg zu schwer, zu streun dein Lebensfeuer ins weite Völkermeer. 148 S——....„—.. ⁊—22244—5— Kirche und Mission. 131 4. So ziehen deine Flam⸗ men wie Sonnen um die Welt. Getrenntes fließt zusammen; das Dunkle wird erhellt, und wo dein Nameschallet, du König Jesu Christ, ein selig Häuflein wallet dahin, wo Frieden ist. 5. O sammle deine Herden dir aus der Völker Zahl, daß viele selig werden und ziehn zum Abendmahl! Schleuß auf die hohen Pforten! Es strömt dein Volk heran. Wo's noch nicht Tag geworden, da zünd ein Feuer an! Christian Gottlob Barth, 1799—1862. Mel. Valet will ich dir geben. 131 Derie zum Heil * erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhntest ihre Schuld,— 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bautest uns ein Haus. VonWesten und vonSüden, von Morgen ohne Hied sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeits⸗ kleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein, und welchen nichts ver⸗ kündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgesöhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht gestellt. 5. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürsten nach deinem Angesicht. Auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 6. So sprich dein gött⸗ lich„Werde!“ Laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Greueln frönet und vor den Götzen kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. Kirche und Gnadenmittel. 7. Wir rufen,— du willst Wie viele sind zerbrochen! hören; Wiee viele sinds noch nicht! wir fassen, was du sprichst. O du, ders uns versprochen, Dein Wort muß sichbewähren, werd aller Heiden Licht! womit du Fesseln brichst. Albert Knapp, 1798—1864. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 132 CEr Herde und ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wann sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Herde! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden. Blinde Pilger flehn um Licht. Jesus hält, was er verspricht. ö 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, ö daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde! Kleine Herde, zage nicht! Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dürstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht. ö Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren aufgetan; rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn; großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, ö 15⁰ Kirche und Mission. und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Wonne! Mach dich auf; es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. Friedrich Adolf Krummacher, 1767—1845. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 133 Eider ists, an dem wir hangen, * der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen; in deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigentum; bereite dir zum Ruhm deine Kinder! Verbirg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht! 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und keiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn Armut ist Gewinn für den Himmel. Wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. ö 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, die Ernt ist groß, der Schnitter wenig; drum sende treue Zeugen aus. Send auch uns hinaus in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abendmahl im Reich Gottes. 151 Kirche und Gnadenmittel. Da ruht der Streit; da währt die Freud ö 1. heut, gestern und in Ewigkeit. 42 4. Schau auf deine Millionen, ein die noch im Todesschatten wohnen, erh von deinem Himmelreiche fern! die Seit Jahrtausenden ist ihnen kein Evbangelium erschienen, mi kein gnadenreicher Morgenstern. gro Glanz der Gerechtigkeit, seir geh auf, denn es ist Zeit! auf Komm, Herr Jesu; 2 zeuch uns voran und mach uns Bahn; wir gib deine Türen aufgetan! Es 5. Deine Liebe, deine Wunden, die uns ein ewges Heil erfunden, de⸗ dein treues Herz, das für uns fleht ů wollen wir den Seelen Een Er und auf dein Kreuz so lange weisen ö in bis es durch ihre Herzen geht. l Denn kräftig ist dein Wort; das es richtet und durchbohrt ö 8 Geist und Seele; dein Joch ist süß, ö dein Geist gewiß, ö ö und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Dinge beginnest du still und geringe; was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Christ, sein Hüter bist, dem es von Gott vertrauet ist. Albert Knapp, 1798—1864. 15² Kirche und Mission. 134. 135 Psalm 46. 134 CE unser Gott, ein Irt Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alte böse Feind, mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist; auf Erd ist nicht sein'sgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts getan; wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar ver⸗ schlingen, so fürchten 1—5 uns nicht so ehr,— es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht: er ist gericht't; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben! Er ist bei uns wohl auf dem lan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib,— laß fahren dahin! Sie haben's kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Martin Luther, 1483—1546. 135 Clns uns, Herr, bei deinem Wort * und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, stürzen wollen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Gott heilger Geist, du Tröster wert, gib Eintracht deinem Volk auf Erd. Steh bei uns in der letzten Not; leit uns ins Leben aus dem Tod. Martin Luther, 1483-1546. 136. 137 Kirche und Gnadenmittel. Psalm 67. ö 136 Eꝰ wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben; sein Antlitz uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm lieb auf Erden, N und Jesus Christus Heil und Stärk ö bekannt den Heiden werden und sie zu Gott bekehren. I 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, * daß du auf Erden Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich 4 das Volk in guten Taten. Das Land bringt Frucht und bessert sich; dein Wort ist wohl geraten. ö Uns segne Vater und der Sohn, ö uns segne Gott der heilge Geist, dem alle Welt die Ehre tu, vor ihm sich fürchte allermeist. ö Nun sprecht von Herzen: Amen! 6 Martin Luther, 14831546. Psalm 87. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 137 Gettes Stadt steht fest gegründet I auf heilgen Bergen, es verbündet * sich wider sie die ganze Welt; dennoch steht sie und wird stehen; man wird an ihr mit Staunen sehen, wer hier die Hut und Wache hält. 15⁴ Rirche und Mission. ö Der Hüter Israels ist ihres Heiles Fels. Hallelujah! Lobsingt und sprecht: Wohl dem Geschlecht, das in ihr hat das Bürgerrecht! 2. Zions Tore liebt vor allen der Herr mit gnädgem Wohlgefallen macht ihre Riegel stolz und fest, segnet, die darinnen wohnen, weiß überschwenglich dem zu lohnen, der ihn nur tun und walten läßt. 5 Wie groß ist seine Huld! Wie trägt er mit Geduld all die Seinen! O Gottes Stadt, du reiche Stadt, die solchen Herrn und König hat! 3. Große, heilge Dinge werden N in dir gepredigt, wie auf Erden 44 sonst unter keinem Volk man hört. II Gottes Wort ist deine Wahrheit; 140½ du hast den Geist und hast die Klarheit, die alle Finsternis zerstört. Da hört man fort und fort das teuer werte Wort ewger Gnade. Wie lieblich tönt, 546. was hier versöhnt und dort mit ewgem Leben krönt! 4. Auch die nichts davon vernommen, die fernsten Völker werden kommen und in die Tore Zions gehn. Denen, die im Finstern saßen, t wird auch der Herr noch pred'gen lassen, was einst für alle Welt geschehn. Wo ist der Gottessohn? Wo ist sein Gnadenthron?— wird man fragen. 15⁵5 Kirche und Gnadenmittel. Dann kommt die Zeit, wo weit und breit erscheint der Herr der Herrlichkeit. 5. Darum stellet ein die Klagen! Man wird noch einst zu Zion sagen: Wie mehrt sich deiner Bürger Zahl! Voll Erstaunen wird man sHauen, wie Gott sein Zion mächtig bauen und herrlich weitern wird einmal. Erhebet Herz und Sinn! Es ist die Nacht schier hin für die Heiden; es kommt ihr Tag; sie werden wach, und Israel folgt ihnen nach. 6. Gottes Stadt, du wirst auf Erden die Mutter aller Völker werden, die ewges Leben fanden hier. Welch ein Jubel, wie vom Reigen, wird einst von dir zum Himmel steigen! Die Lebensbrunnen sind in dir. In dir das Wasser quillt, das alles Dürsten stillt. Hallelujah! Von Sünd und Tod, von aller Not erlöst nur einer, Zions Gott. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 138 He stehen wir von nah und fern, in einem Geist, vor einem Herrn, vereint zu Dank und Bitte: O Jesu, selge Majestät, gekreuzigt einst und nun erhöht, tritt ein in unsre Mitte. Stimm an, nimm an unsre Lieder, die wir wieder vor dich bringen, deiner Liebe Tun zu singen. 156 Kirche und Mission. 2. Was ein verborgnes Senfkorn war, das breitest du von Jahr zu Jahr nun aus mit mächtgen Zweigen. Zu Tausenden erwächst dein Bund und öffnet Herz und Hand und Mund, für Gottes Heil zu zeugen, deinen reinen Lebenssamen, deinen Namen durch die Weiten aller Länder auszubreiten. 3. Dein ist die Welt, dein sind auch wir, und alle Völker werden dir einst noch zu Füßen fallen. Du weckst sie aus der Todesruh und führst schon Erstlinge herzu zu Salems heilgen Hallen, spendest, sendest Licht und Segen allerwegen deinen Freunden, herrschest unter deinen Feinden. 4. Wir zählen unsrer Toten Zahl; laß, Herr, dies Herz im Pilgertal an Trennung sich gewöhnen. Heil dem, der Seelen für dich warb und sanft in deinen Armen starb! Da soll nur Lob ertönen. Deine Zeugen werden stehen in den Höhen, wie die Sterne leuchtend in des Himmels Ferne. 5. Dein sind wir, dein in Ewigkeit; drum wollen wir, du Held im Streit, an deinem Auge hängen. Wohlauf, mit Macht umgürte dich, du Arm des Herrn, so werden sich die Völker um dich drängen. Alsdann wird man fröhlich singen, Palmen schwingen, wenn man schauet, wie Jehovah Zion bauet. Albert Knapp, 17951864. 139. 140 Uirche und Gnadenmittel. 139 O daß doch bald dein Feuer brennte, * du unaussprechlich Liebender, und bald die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! Zwar brennt es schon in heller Flamme jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West, dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, ein herrlich Pfingst⸗ und Freudenfest. 2. Und noch entzünden Himmelsfunken so manches kalte, tote Herz und machen Durstge freudetrunken und heilen Sünd⸗ und Höllenschmerz. Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. 3. Du unerschöpfter Quell des Lebens, allmächtig starker Gotteshauch, dein Feuermeer ström nicht vergebens; ach zünd in unsern Herzen auch. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. 4. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme als Heiland, Friedefürst und Held. Dann tönen dir von Millionen der Liebe Jubelharmonien, und alle, die auf Erden wohnen, knien vor den Thron des Lammes hin. Johann Ludwig Fricker, 1729—1766. 140 O Jesu Christe, wahres Liche, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 15³⁸ 766. Kirche und Mission. 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrtum verführet sein, auch die, so heimlich Arh ficht an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und ihr verwund't Gewissen heil, laß sie am Himmel haben teil. 4. Den Tauben öffne das Gehör; die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblend't; bring her, die sich von uns getrennt. Versammle, die zerstreuet gehn; mach feste, die im Zweifel stehn, 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich, ier zeitlich und dort ewiglich, ür solche Gnade preisen dich. Johann Heermann, 1585—1647. 141 Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir recht wird angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Des tröst dich nur, daß deine Sach ist Gottes. Dem befiehl die Rach, und laß du ihn nur walten; er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 159 Hirche und Gnadenmittel. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Teufel, Welt und Höllenpfort, und was dem tut anhangen, endlich werden zu Schand und Spott. Gott ist mit uns, und wir mit Gott; den Sieg woll'n wir erlangen. Michael Altenburg, 1584—1640. (Vers 1 u. 3 Gustav Adolfs Feldlied.) Mel. Dir, dir Jehovah will ich singen. 142 Woa auf, du Geist der ersten Zeugen, 2 der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegen gehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt! 2. O daß dein Feuer bald entbrennte; o möcht es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gib doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein; die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O siehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. Herr, gib dein Wort mit großen Scharen, laß sie mit Kraft Evangelisten sein! Laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach daß die Hilf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme; o würd es doch nur bald vor Abend licht! 16⁰ D I-v tehn, Kirche und Mission. Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hilf und mach uns frei! 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen; es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Toren ein; ja wecke doch auch Jsrael bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O bessre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn! Von Mietlingen mach deine Kirche frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 8. Du wirst dein herrlich Werk vollenden, der du der Welten Heil und Richter bist; du wirst der Menschheit Jammer wenden, so dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, ist. Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn; du tust doch über Bitten und Verstehn! Karl Heinrich von Bogatzky, 1690—1774. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 143 Woenn grünt dein ganzer Erdenkreis? * Wann geben dir die Völker Preis und werden untertänig? Wann wirst du groß in mir und all'n, daß, die du schufst, zu Fuß dir fall'n und—5 Der Herr ist König? Gieße süße Geisteskräfte, Lebenssäfte in mich Schwachen, bis du alles neu wirst machen. Gerhard Tersteegen, 16971769. 11 Hirche und Gnadenmittel. 2. Wort Gottes. 144 D Wort, o Herr, ist milder Tau für trostbedürftge Seelen. Laß keinem Pflänzchen deiner Au den Himmelsbalsam fehlen; erquickt durch ihn laß jedes blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, ein Blitz, der Felsen splittert, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchschüttert. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern! 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise; es führt die Toren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch uns nicht und leucht in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Trost und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade. Sie zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schritten bis zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte. Wo wendet ich mich anders hin? Herr, du hast Lebensworte. 16² Wort Gottes. 14⁵ Noch hör ich dein: Komm, du bist mein! Das rief mir nicht vergebens, ein Wort des ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund, dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund, zu preisen deinen Namen. Laß immerfort dein helles Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. 7. O sende bald von Ort zu Ort den Durst nach deinen Lehren, den Hunger aus, dein Lebenswort und deinen Geist zu hören, und send ein Heer von Meer zu Meer, der Herzen Durst zu stillen und dir dein Reich zu füllen. Karl Bernhard Garve, 1763—1841. Mel. Herz und Herz vereint zusammen. 145 2K47— dein Wort, die edle Gabe, 2 diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun. 2. Hallelujah, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beflissen, dir zu dienen früh und spat, und zugleich zu deinen Füßen sitzen, wie Maria tat. Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. 163 11 146. 147 Kirche und Gnadenmittel. 19 ö RWS un 12— uns auf, du Morgenstern, AIM 146. Nodn Lee Wort des Herrn, du Pfand des Heil 3, das uns im Sohn der Vater gab von seinem Thron. 2. Bereitet ist für dich die Bahn; IM die Herzen sind dir aufgetan. INMWN Wir sehnen uns nach deinem Licht und seufzen: Herr, versäum uns nicht! IMNI 3. Du Wort der Wahrheit, lautrer Quell, IWxAI mach unsre Glaubensaugen hell, daß wir die Wege Gottes sehn und in der Welt nicht irre gehn. 4. Du Wort der Buße, füll das Herz uns an mit tiefem Reueschmerz, daß unser Flehn und Seufzen sei: Gott, steh uns armen Sündern bei! 5. Du Wort der Gnade, tröstend Wort, N o bring uns Botschaft fort und fort ö von ihm, der für uns litt und starb WWWZII und uns Gerechtigkeit erwarb. ö 6. Du Wort des Glaubens, gib uns Kraft, V daß wir, der Eitelkeit entrafft, im gnädig dargebotnen Heil begreifen unser ewges Teil. 7. So geh uns auf, du Gottesglanz; N d S uns und verklär uns ganz ö du Wort, das noch in Kraft besteht, I wenn Erd und Himmel untergeht. ö Julius Sturm, 1816—1896. Mel. Gott des Himmels und der Erden. ö V 147. Tiaus Wort aus Gottes Munde, das mir lauter Segen trägt, ö dich alein 5. hab ich 1401 Grunde meiner Seligkeit gelegt. ö In dir treff ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 164 —.. Wort Gottes. 2. Will ich einen Vorschmack haben von des Himmels Seligkeit, so kannst du mich herrlich laben, weil bei dir ein Tisch bereit, der mir lauter Manna schenkt und mit Lebenswasser tränkt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte mich an Gottes Herze legt, öffne mir des Himmels Pforte, daß mein Geist hier recht erwägt, was für Schätze Gottes Hand durch sein Wort ihm zugesandt. 4. Gib dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt; mache mir die Augen wacker und, was hier dein Finger schreibt, präge meinem Herzen ein; laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich tun; wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn, sondern gib, daß auch dabei ihm das Leben ähnlich sei. 6. Hilf, daß alle meine Wege nur nach dieser Richtschnur gehn. Was ich hier zum Grunde lege, müsse wie ein Felsen stehn, daß mein Geist auch Rat und Tat in den größten Nöten hat. 7. Laß dein Wort mir einen Spiegel, Jesu nachzufolgen, sein. Drück darauf dein Gnadensiegel; schließ den Schatz im Herzen ein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 165 — 4 Kirche und Gnadenmittel. Mel. Herz und Herz vereint zusammen. 1 8 ort des Lebens, lautre Quelle, die vom Himmel sich ergießt, Lebenskräfte gibst du jedem, der dir Geist und Herz erschließt, der sich wie die welke Blume, die der Sonnenbrand gebleicht, dürstend von dem dürren Lande zu der Quelle niederneigt. ö 2. Ohne dich, was ist die Erde? Ein beschränktes, finstres Tal. Ohne dich, was ist der Himmel? Ein verschlossner Freudensaal. Ohne dich, was ist das Leben? Ein erneuter finstrer Tod. Ohne dich, was ist das Sterben? Nachtgraun ohne Morgenrot. 3. Wort des Lebens, du erleuchtest doch erwärmst du auch zugleich; eine Hölle offenbarst du,— aber auch ein Himmelreich. Furchtbar schreckest du den Sünder aus der dumpfen, trägen Ruh; doch mit Liebe deckst du wieder jedes Büßers Fehle 110 4. Einen Richter lehrst du fürchten, der mit rechter Wage wä doch auch en Vater üchen, der mit Langmut alle trägt, einen Gott, der den geliebten eingen Sohn zum Opfer gibt, der an ihm die Sünde richtet und in ühm die Sünder liebt. 5. Wort des Lebens, wer 10 höret, dem versprichst du ewges Heil; doch nur dem, der dich bewahret, wird das Kleinod einst zuteil. Nun so will ich dich bewahren, Schwert des Geistes, Gottes Wort! Hilf mir hier auf Erden streiten und die Kron erwerben dort. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 166 Mel. Mir ist Erbarmung widerfahren. 149. Bseht dieses laß deiner Gnade 4 etzt dieses Kind empfohlen sein. das wir im heilgen Wasserbade nach deines Sohns Befehl dir weihn; erfülle, was dein Wort verheißt, an ihm, Gott Vater, Sohn und Geist! 2. Regiere nun das ganze Leben auch dieses Kindes, treuer Gott! Dir sei und bleib es stets ergeben. Sei du mit ihm in Glück und Not! Ach, 52 es selbst auf rechter Bahn; nimm es zuletzt in Ehren an! 3. Laß uns die Wohltat recht ermessen, die uns die Taufe zugewandt, und nie, o Herr, den Bund vergessen, der uns so fest mit dir verband. Uns alle stärk zu neuer Treu, daß über uns dein Friede sei! 150. Bei dir, Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mic von dir vertreiben; deine Wege will ich gehn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit 0 viel tausend Gnadengaben ür mich Armen hat bereit? 10⁷ Taufe und Ronfirmation. 149. 150 3. Taufe und Konfirmation. Kirche und Gnadenmittel. Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden der, was Jesus tat, mir tut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen, teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir iaett ich mich für Zeit und Ewigkeit. Deines Winks bin ich gewärtig, auch des Rufs aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Erden nahe, bis mein Tag sich neigt! Wenn es einst will Abend werden und die Nacht herniedersteigt, wenn mein Aug wird dunkler, trüber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieh hinüber, wie man nach der Heimat reist. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. Mel. Gott des Himmels und der Erden. 151 Gter Hirt, der seine Herde — 2 mit dem eignen Blut erkauft, daß dies Kind dein eigen werde, ward es heut auf dich getauft und im heilgen Wasserbad eingetaucht in deine Gnad. 168 AANX Taufe und Honfirmation. 2. Schaff ihm nun ein Herz, ein neues, und gib ihm gewissen Geist, daß es stets als ein getreues, stilles Lamm dich liebt und preist und, von Weltlust unbetört, stets auf deine Stimme hört. 3. Und wenn sichs von dir verirrte in des Lebens Wüstenei, geh ihm nach, du treuer Hirte, daß es unverloren sei, und am Ende seiner Bahn* trag es selig himmelan! Julius Sturm, 1816—1896. 152 Occh bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christum eingesenkt; ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, mein teurer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch hab ich dir auch Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt. 0. Ich hab, o Herr, aus reinem Triebe, dein Eigentum zu sein, gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab ö der Sünde schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl ei stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan. 169 153 Kirche und Gnadenmittel. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen tut. 6. Laß meinen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt,— so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Johann Jakob Rambach, 1693—1735. 153 ch bleib bei dir. Wo könnt ichs besser haben? „ Mir ist so wohl in deiner Liebeshut. Du schmückest mich mit ewgen Liebesgaben, den du erkauft mit deinem heilgen Blut. O, weich mit deiner Gnade nicht von mir, so weich ich nimmer, guter Hirt, von dir. 2. Ich bleib bei dir. Du lohnst mit ewgem Leben, mit ewgem Sieg nach dieses Lebens Streit. Was kann die Welt dem armen Herzen geben, als kurze Freud und ewges Herzeleid? Für kurze Freuden tausch ich ewge ein; drum will ich nur bei dir, mein Heiland, sein. 3. Ich bleib bei dir. Es kann mit allen Schätzen, mit allen Gaben und mit aller Lust die ganze Welt ja nimmer den ergötzen, dem deine Liebe wohnet in der Brust. Du arme Welt, ich sehn mich nicht nach dir; ich bleib bei Jesu, und er bleibt bei mir. 4. Ich bleib bei dir, der du dich hingegeben für alle Welt in heilgem Liebesdrang. Ach wäre doch mein ganzes, ganzes Leben dir, lieber Herr, ein heilger Lobgesang! Dann spräch ich einst in meiner letzten Pein: Ich bleib bei dir und bin nun ewig dein. Adolf Moraht, 1805—1884. 170 735. ben? n, 1884. Taufe und Konfirmation. 154. 15⁵ Mark. 10, 14. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 154 Li * kommen u mir, spricht Gottes Sohn, sie sind mein Freud und Wonne; ich bin ihr Schild und Kron. Auch für die Kindelein, daß sie nicht wär'n verloren, bin ich ein Kind geboren; drum sie mein eigen sein. 2. Der nich gar freund⸗ ich küsset und herzt die Kindelein, bezeugt mit Worten süße, der Himmel soll ihr sein, dieweil sein teures Blut, das aus sein'n heilgenWunden am Kreuzesstamm geronnen, auch ihnen kommt zugut. 3. Drum nach Christi Verlangen bringet die Kinder her, damit sie Gnad erlangen; niemand es ihnen wehr. Führet sie Christo zu; er will sich ihr'r erbarmen. Legt sie in seine Arme, darin sie finden Ruh. 4. Ob sie gleich zeitlich terben, ihr Seele Gott gefällt; denn sie sind Gottes Erben, lassen die schnöde Welt, sind frei aller Gefahr und dürfen hier nicht leiden; sie loben Gott mit Freuden dort bei der Engel Schar. Kornelius Becker, 1561—1604. 155 Lieiue Jesu, wir sind hier, * deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man Kindlein zu dir führe; denn das Himmelreich ist ihre. 2. Darum eilen wir zu dir; nimm das Pfand von unsern Armen! Tritt mit deinem Glanz herfür und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 3. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede! Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, sei du sein Friede! 17¹ 157 Kirche und Gnadenmittel. Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 4. Nun, wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts 1 erfülle das Verlangen: ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben! Benjamin Schmolck, 1672— 1737. 4. Abendmahl. Joh. 1, 29. 156. Choiste; du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt, gib uns denen Frieden! Amen. Nach dem altkirchlichen Agnus Dei deutsch zuerst 1528. Mel. Wachet auf, ruft uns die Stimme. 157. H zu du wollst uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollen Herzen nahen und srich uns los von Sünd und Tod! Wir sind, o Jesu, dein; dein laß uns ewig sein! Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir. 17² 1737. 1528. Abendmahl. 158. 159 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben das Brot, das euch der Herr gegeben; die Gnade Jesu sei mit euch! Nehmt und trinkt zum ewgen Leben den Kelch des Heils, auch euch gegeben; ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele sei bis in den Tod getreu! Amen, Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl, die dort eingeht zum Abendmahl. Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724—1803. 158 Hsi sei gelobet, daß du hast dein Leben für uns Sünder hingegeben. Stärk unsern Glauben; deine Himmelsspeise heilige uns dir zum Preise. Erbarm dich unser! 2. O, gib uns allen deine Gnad und Segen, daß wir gehn auf deinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß dein Christenvolk dich freue. Erbarm dich unser! Nach Luthers Bearbeitung eines vorreformatorischen Liedes. Mel. Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. ch komme, Herr, und suche dich, 159. NI mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden! Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 173 Hirche und Gnadenmittel. 2. Dich bet ich zuversichtlich an; du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgetan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du hast für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich versühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufst, und er erhört dich schon, spricht liebreich:„Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich Iaan dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen.“ 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen; laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 17⁴4 1769. Abendmahl. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 160 Cesu, Freund der Menschenkinder, 00. V Heiland der verlornen Sünder, der zur Sühnung unsrer Schulden de an hat wollen dulden, wer kann fassen das Erbarmen, das du trägest mit uns Armen? In der Schar erlöster Brüder fall ich dankend vor dir nieder. 2. Ja, auch mir strömt Heil und Segen, Herr, aus deiner Füll entgegen. In dem Elend meiner Sünden soll bei dir ich Hilfe finden; meine Schulden willst du decken, mich befrein von Furcht und Schrecken, willst ein ewig selges Leben als des Glaubens Frucht mir geben. 3. Mich, den Zweifelnden, den Schwachen, willst du fest im Glauben machen, ladest Mlich zu deinem Tische, daß mein Herz sich dort erfrische. So gewiß ich Wein genossen, ist dein Blut für mich geflossen; so gewiß ich Brot empfangen, werd ich Heil in dir erlangen. 4. Ja du kommst, dich mit den Deinen in dem Nachtmahl zu vereinen; du, der Weinstock, gibst den Reben Mut und Kraft zum neuen Leben; durch dich muß es mir gelingen, reiche gute Frucht zu bringen und durch Frömmigkeit zu zeigen, daß ich gänzlich sei dein eigen. 5. Nun so sei der Bund erneuet und mein Herz dir ganz geweihet! Auf dein Vorbild will ich sehen und dir nach, mein Heiland, gehen; was du hassest, will ich hassen, stets von dir mich leiten lassen; 17⁵ 160 Uirche und Gnadenmittel. was du liebest, will ich lieben, nie durch Untreu dich betrüben. 6. Doch ich kenne meine Schwäche; schwer ist, was ich dir verspreche. Werd ich dir auch Glauben halten und im Guten nie erkalten? O, steh du mir bei und stärke mich zu jedem guten Werke; hilf, daß ich die Lust zur Sünde durch dich kräftig überwinde. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zukunft rüsten, daß, wenn heut der Tag schon käme, keinen, Herr, dein Blick beschäme. Schaff ein neues Herz den Sündern; ö mache sie zu Gotteskindern, die dir leben, leiden, sterben, deine Herrlichkeit zu erben. 8. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen, daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich schaun und ewig ehren? Hallelujah, welche Freuden sind die Früchte deiner Leiden! Danket, danket, fromme Herzen, ewig ihm für seine Schmerzen! tach Johann Kaspar Lavater(1741—1801) von Johann Samuel Diterich, 1721—1797. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 161. Konuz, mein Herz! In Jesu Leiden strömt auch dir ein Quell der Freuden. Stille hier dein sehnlich Dürsten an dem Mahl des Lebensfürsten. Daß ich einen Heiland habe, mich in seinem Heile labe und in sein Verdienst mich kleide, das ist meines Herzens Freude. 176 —5—–/ DEE + H iden. Abendmahl. 2. Zwar hab ich ihn alle Tage, wenn ich nach ihm Sehnsucht trage; er ist auf der Himmelsreise käglich meine Seelenspeise; daß ich einen Heiland habe, bleibt mein alles bis zum Grabe, und ich mag nichts andres wissen, als sein Leiden zu genießen. 3. Aber ich will mit Verlangen auch sein Abendmahl empfangen. Hier schenkt er sich ganz zu eigen; nimmer will ichs nun verschweigen, daß ich einen Heiland habe, der am Kreuz und in dem Grabe, wie sein Wort mir sagt und schreibet, mein Erlöser war und bleibet. 4. Ach wie werd ich oft so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann mich verwunden, wenn mir dieses Licht verschwunden, daß ich einen Heiland habe, der mit seinem Hirtenstabe sanft und mild und voll Vergeben mir nichts ist als Heil und Leben. 5. O ich Armer, ich Verlorner, ich in Sünden schon Geborner! Was wollt ich vom Troste wissen, wäre dies mir weggerissen, daß ich einen Heiland habe, dessen Blut mich Sünder labe? Besser wär es, nie geboren, als dies teure Wort verloren. 6. Sei gesegnet, ewge Liebe, daß du mir aus treuem Triebe, da das Mißtraun mich vergiftet, solch ein Denkmal selbst gestiftet, daß ich einen Heiland habe, der den Gang zum Kreuz und Grabe, ja den Schritt in Todes Rachen gern getan, mich los zu machen. 17⁰⁷ 12 16¹1 Kirche und Gnadenmittel. 7. Heilges Brot, sei mir gesegnet, weil mir der in dir begegnet, der mit seinen Todeswunden die Erlösung mir erfunden! Daß ich einen Heiland habe, der erblaßt und tot im Grabe auch für meine Schuld gelegen, will ich schmecken und erwägen. 8. Heilger Kelch, sei mir gesegnet, weil mir der mit dir begegnet, dessen Blut mich lässest finden die Vergebung aller Sünden! Daß ich einen Heiland habe, der die arme Seele labe, muß dies nicht mein Dürsten stillen und mein Herz mit Wonne füllen? 9. Er gebietet mir zu essen, meines Jammers zu vergessen; er gebietet mir zu trinken, und in Freude zu versinken, daß ich einen Heiland habe, der sich selbst zur Opfergabe, ja zur Nahrung und zum Leben mir aus freier Huld gegeben. 10. Gott, was brauch ich mehr zu wissen? Ja was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? Werd ich das nur nie vergessen, daß ich einen Heiland habe! Ich bin frei von Tod und Grabe; wenn mich Sünd und Hölle schrecken, so wird mich mein Heiland decken. 11. Will hinfort mich etwas quälen oder wird mir etwas fehlen oder wird die Kraft zerrinnen, so will ich mich nur desihnen, daß ich einen Heiland habe, der vom Kripplein bis zum Grabe, bis zum Thron, wo man ihn ehret, mir, dem Sünder, zugehöret. Ernst Gottlieb Woltersdorf, 1725—1761. 178 ö Abendmahl. 162. 163 Mel. Kommt, Kinder, laßt uns gehen. 162 K her, ihr * seid geladen! in deinem Blute trinken, vergehen und versinken Der süße Herr der Gnaden, Der Heiland rufet euch. an Huld und Liebe reich, der Erd und Himmel lenkt, will Gastmahl mit euch halten und wunderbar gestalten, was er in Liebe schenkt. 2. Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Angsten weg! Kommt her, versöhnte Kinder; hier ist der Lebenssteg. Himmels⸗ ust, die heilge Gottesspeise, die auf verborgne Weise erquicket jede Brust. 3. Kommt her, betrübte Seelen, die Not und Jammer drückt, mit Gott euch zu vermählen, der wunderbar beglückt. Kommt, legt auf ewig ab der Sünde bange Säumnis; empfanget das Geheimnis, das Gott vom Himmel gab! 4. O wunderbare Treue! So lockst du mich zu dir? O wunderbare Weihe! So nahst du selig mir? 163. O Wonne, du meiner Seelen Sonne, Ich soll der Sünden Tod in deiner Liebe, Gott. 5. O Wonne kranker Her⸗ zen, die mir von oben kam! Verwunden sind die Schmer⸗ zen, getröstet ist der Gram. Was von dem Himmel fleußt, hat lieblich sich ergossen; mein Herz ist gar durchflossen vom süßen Liebesgeist. 6. Drum jauchze, meine Seele, hell aus der Sünden Nacht; verkünde und erzähle die tiefe Wundermacht, die unermeßlich süß, ein Born der Liebe, quillet und jeden Jammer stillet, der fast verzweifeln ließ. 7. Drum jauchze, meine Seele, drum jauchze deinem Herrn; verkünde und erzähle die Gnade nah und fern, den Wunderborn im Blut, die selge Himmelsspeise, die auf verborgne Weise dir gibt das höchste Gut! Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. Jesu, meine 2. Wie kann ich g'nug⸗ sam schätzen dies himmlische Ergötzen du Freundlichster auf Erden, und diese teuren Gaben, laß mich dir dankbar werden! 179 die uns gestärket haben? 12˙ — FIFIIFIFIFIJIJIJIJIJIJ—J————— —..——.———.— 164 Kirche und Gnadenmittel. 3. Wie soll ich dir's ver⸗ danken, o Herr, daß du mich Kranken gespeiset und getränket, ja selbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen; dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden. 5. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reichläßt erben. 6. Du wollest ja die Sünde, die ich noch in mir finde, aus meinem Herzen treiben und kräftig in mir bleiben. 7. Laß mich sie ernstlich meiden; laß mich geduldig leiden. Laß mich mit Andacht beten, von deinem Weg nie treten,— 8. So kann ich nicht ver⸗ derben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rist, 1607— 1667. 164 Somicke dich, o liebe Seele; * laß die dunkle Sündenhöhle! Komm ans helle Licht gegangen; fange herrlich an zu prangen! Denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Dürstend nach dem Himmelssegen eile deinem Herrn entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Säume nicht, ihm aufzuschließen; wirf dich hin zu seinen Füßen; sprich: O Herr, laß dich umfassen; von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Mag ein köstlich Gut auf Erden sonst um Geld erkaufet werden, du, o Herr, für deine Gaben willst nicht Erdenschätze haben, und in allen Bergesgründen könnt ich ja kein Kleinod finden, daß ich bei dem heilgen Mahle, Herr, dein Manna dir bezahle. Abendmahl. 4. Ach, wie hungert mein Gemüte. Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Tränen mich nach dieser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten, daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir vereine! 5. Beides, Wonne und auch Bangen, fühl ich jetzt mein Herz umfangen. Das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise macht, daß ich voll Staunen merke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, der dein Allmacht kann ergründen? 6. Jesu, meines Lebens Sonne, Jent, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen; laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben, dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig hast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergossen, das uns jetzt kann kräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 8. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen; laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Johann Franck, 1618—1677. 181 165. 166 Christliches Leben. V. Christliches Leben. 1. Sündenerkenntnis und Reue. 165. A nte groß nd auf schwer sind mein begangne Sünden! Da ist niemand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit bis an der Erden Enden und wollt los sein des Elends mein, würd ich es doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich; verstoß mich nicht, wie ichs wohl hab verdienet! Ach, geh doch nicht, Gott, ins Gericht; dein Sohn hatmich versühnet. llein zu dir, Herr 166. Jesu Christ, meinHoffnung steht aufErden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden ist kein Mensch geborn, der mir aus Nöten helfen kann. Ich ruf dich an; du bist allein der rechte Mann. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein fSünde folgen müssen, so fahr hier fort; nur schone dort, laß mich nicht ewig büßen. 5. Gib auch Geduld. Vergiß der Schuld; schaff ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Teil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr mit mir, wie's dünket dir, ich will es gerne leiden. Nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Liebe scheiden. Martin Rutilius(2) 1550-1618. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen und nimm dich mein beim Vater an, der du genug für mich getan; so werd ich los der Sündenlast. Herr, halt mir fest, was du auch mir ver⸗ sprochen hast. 3. Gib mir durch dein Barmherzigkeit den wahren Christenglauben, nsdndrene Feunin mög inniglich anschauen, vor allen Dingen lieben dich und meinen Nächsten gleich als mich; am letzten End dein Hilf mir send, damit behend des Todes Graun sich von mir wend. Sündenerkenntnis und Reue. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Christo, seinem lieben Sohn, der uns allzeit behüte, und Gott dem werten heilgen Geist, der uns sew Hui fe alheit leist, damit wir ihm gefällig sein hier in der Zeit und einst auch in der Ewig⸗ keit. Johann Schneesing, 4 1567. Psalm 130. 167 us tiefer Not * schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein gnädig Ohr neig her zu mir und meiner Bitt es öffne! Denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan, Herr, bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Tun um⸗ sonst, auch in dem besten Leben. wer kann, vor dir 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn will ich verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht nochsorgen. So tu das Volk von rechter Art, Vor dir niemand sich rühmen kann; des muß dich fürchten jedermann ö und deiner Gnade leben. das aus dem Geist geboren ward und seines Gottes harre. 183 168 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist vielmehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein iel, wie groß auch sei der Schade. 168 ott der Gnaden, — schwer beladen neigt sich unser Haupt vor dir. Unsre Herzen sind voll Schmerzen, Staub und Asch ist unsre Zier. Hab Erbarmen mit uns Armen! Aus der Tiefe rufen wir. 2. Wir verzagen, denn wir tragen auf uns aller Sünden Last, aller Qualen volle Schalen, die du ausgegossen hast. Hab Erbarmen mit uns Armen! Angst und Not hat uns erfaßt. 3. Wenn du richtest, wenn du sichtest, geht das Zittern vor dir her; wenn uns decken deine Schrecken, dann ist keine Rettung mehr. Hab Erbarmen mit uns ö Armen! Deine Hand ist uns zu schwer. 4. Echafe, trifft die öchafe, deren Ohr nicht Folge gab; Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. Christliches Leben. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. Martin Luther, 1483—1546. vor dem Schwerte bebt die Herde, die nicht hielt dem Hirtenstab. Hab Erbarmen mit uns Armen,; führ uns nicht zum Tod hinab; 5. Wir bekennen, Herr, wir nennen laut vor dir die Missetat; es ist keiner hier ein Reiner, jeder erntet böse Saat. Hab Erbarmen mit uns Armen; sieh auf ihn, der für uns batl 6. Hör uns rufen an den Stufen deines hohen Gnadenthrons; tilg in Hulden unsre Schulden in dem Blut des Menschen⸗ sohns! Hab Erbarmen mit uns Armen; sprich uns los des Sünden⸗ lohns! 7. Herr, verzeihe! Jesu, leihe uns dein priesterlich Gebet! Gott, verschone, wenn vom Sohne das Erbarmen zu dir fleht! 184 irt, Hab Erbarmen mit uns Armen, wenn der Mittler vor dir steht! rette, brich die Kette unsrer Finsternis entzwei, daß der Glaube tief im Staube unser Trost und Zuflucht sei! Hab Erbarmen mit uns Armen; Jesu, mach uns wieder frei! 8. Jesu, 9. Du mußt siegen, wir erliegen; du bist frei, wir sind in Haft; Christ. 169. H u ich habe mißgehandelt; ja mich drückt der Sünden Last; ich bin nicht den Weg ge— wandelt, den du mir gezeiget hast, und jetzt wollt ich gern aus Schrecken mich vor deinem Zorn ver⸗ stecken. 2. Doch wie könnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein. Wollt ich über See gleich ziehen, stieg ich in die Gruft hinein, hätt ich Flügel gleich den Winden, gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum, ich muß bekennen: Herr, ich habe mißgetan, es nur Sündenerkenntnis und 2 Reue. 169 du alleine bist der Reine; wir sind schwach, dein ist die Kraft. Hab Erbarmen mit uns Armen; denk an deine Pilgrimschaft! 10. Wenn du Frieden uns beschieden, fürchten wir die Strafe nicht; dein Versöhnen Pind uns krönen mit Gerechtigkeit und Licht. Dein Erbarmen hilft den Armen; du bist unsre Zuversicht! Rud. Heinr. Puchta, 1808 1858. darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach, nimm mich zu Gnaden an laß die Menge meiner; Sünden deinen Zorn nicht gar ent⸗ zünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen an dem großen weiten Meer, dennoch würd es ihm wohl fehl en daß er meiner Sünden Heer, daß er alle mein Hebrechen sollte wissen auszusprechen. 5. Aber, Christe, deine Wunden und dein teuerwertes Blut machen meine Seel gesunden, bschen meiner Sünden Glut; drum will ich, mein Angst zu stillen, mich in deinErbarmen hüllen. F————— Christliches Leben. 6. Dir will ich die Last Laß dein'n guten Geist mich aufbinden; ö treiben 7 7 wirf sie in die tiefe See. einzig stets bei dir zu sche mich von meinen bleiben. Sünden; Johann Franck, 1618—1677. mache mich so weiß als Schnee. 170 H'di Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sieh doch, wie in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir hab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder quälen. 2. Erbarm dich mein in solcher Last; nimm sie von meinem Herzen, dieweil du sie gebüßet hast am Kreuz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht vor großem Weh in meinen Sünden untergeh und ewiglich verzage. 3. Fürwahr, kommt alles mir zu Sinn, was ich von je begangen, so fällt mir aller Mut dahin und bin mit Furcht umfangen. Ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Jedoch dein heilsam Wort, das macht mit seinem süßen Klingen, daß mir das Herze wieder lacht und froh beginnt zu singen, weil Gnade uns dein Wort verheißt für die, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. So komm ich jetzt zu dir allhie in meiner Not geschritten und will dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: 186 Sündenerkenntnis und Reue. Verzeihe mir doch gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab gesündigt. 6. Vergib mir doch, o Herr, mein Gott, um deines Namens willen! Du wollst in mir die große Not der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinfort zu Ehren leb mit kindlichem Gehorsam. 7. Stärk mich mit deines Geistes Mut; heil mich durch deine Wunden. Wasch mich mit deiner Gnade Flut in meinen letzten Stunden und führ mich einst, wenn dirs gefällt, im rechten Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. Bartholomäus Ringwald, 1530—1597(2). Des. 24, 14. 171 üter, wird die „Nacht derSünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verhüllet bin? 2. Möcht ich wie das Rund der Erden lichte werden! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jesu Liebe, komm, beeile deinen Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten, weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, weil du kommen; aber ich bin lauter Nacht; darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht't. kann ich des Lichtes Werke 5. Wie ohne Stärke in der Finsternis vollziehn? 187 17²2 Christliches Leben. Wie kann ich dieviebe üben, Demut lieben Augen und der NachtGeschäfte fliehn? kann nicht taugen; 6. Ach, daß länger meine seine Klarheit kann nicht ein. Seele Wenn sein helles Licht sich nicht quäle, den Seinen zünd dein Feuer in mir an! soll erscheinen, Laß mich sinstres Kind muß das Auge reine sein. helle werden, Augen, daß ich Gutes wirken kann. die was taugen; 7. Das Vernunftlicht kann rühre meine Augen an! das Leben Denn das ist die größte mir nicht geben; Plage, Jesus und sein heller Schein, wenn am Tage Jesus muß das Herz an⸗ man das Licht nicht sehen blicken kann. und erquicken, Christian Friedrich Richter, Jesus muß die Sonne sein. 1676—1711 —0 49 0 meines Lebens Leben. 14. 5 7 erhebe mein Gemüte sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich ew deine Güte; o, wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir. Daß 100 richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du siehest mein Vertrauen; sicher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht; laß mich Gnade vor dir finden; Reh nicht mit mir ins Gericht. 188 8. Nur die Decke vor den der Erden 9. Jesu, gib gesunde Sündenerkenntnis und Reue. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt; du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen hast. 6. Dir will ich mich denn ergeben, Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach, bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Johann Kaspar Lavater, 1741—1801. 173 ch will von meiner Missetat 176. N zum Herren mich bekehren; du wollest selbst mir Hilf und Rat hierzu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren. 2. Der Mensch kann von Natur doch nicht sein Elend recht empfinden, leibt ohne deines Geistes Licht blind, taub und tot in Sünden; 189 Christliches Leben. verkehrt ist Herz, Verstand und Tun; des großen Jammers komm mich nun, o Vater, zu entbinden. 3. Herr, klopf in Gnaden bei mir an und führ mir wohl zu Sinnen, was Böses ich vor dir getan; du kannst mein Herz gewinnen, daß ich aus Kummer und Beschwer laß über meine Wangen her viel heiße Tränen rinnen. 4. Du hast in Christo mich erwählt tief aus der Höllen Fluten, daß niemals mir es hat gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Vaterruten. 5. Bisher hab ich in Sicherheit fein unbesorgt geschlafen, gesagt: Es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort; es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 6. Dies alles jetzt zugleich erwacht; mein 92 5 will mir zerspringen. Ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen. Es regt sich wider mich zugleich des Satans und der Hölle Reich, die wollen mich verschlingen. 7. Herr Jesu, nimm mich bei dir ein; ich flieh zu deinen Wunden, die du, o Heiland, wegen mein am Kreuze hast empfunden, als unser aller Sünden Müh dir, o du Gotteslamm, ward hie zu tragen aufgebunden. 10⁰ Sündenerkenninis und Reue. 8. Wollst mich durch deines Todes Pein und durch dein heilig Leiden, von allen meinen Sünden rein, in deine Unschuld kleiden. Von wegen deines Kreuzes Last erquick, was du zermalmet hast, mit deines Trostes Freuden. 9. So angetan will ich mich hin vor deinen Vater machen. Ich weiß, er lenket seinen Sinn und schaffet Rat mir Schwachen. Er weiß, was Fleischeslust und Welt und Satan uns für Netze stellt, die uns zu stürzen wachen. 10. Wie werd ich mich mein Leben lang vor solcher Plage scheuen durch deines guten Geistes Drang, den du mir wollst verleihen, daß er von aller Sünden List und dem, was dir zuwider ist, helf ewig mich befreien. 2 Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1627—1667. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 174 Mag über uns dein Eifer flammen, weil wir vor dir nicht recht getan, mag uns das eigne Herz verdammen, wir wagens dennoch, dir zu nahn; wir treten vor dein Angesicht: Verwirf, o Herr, verwirf uns nicht! 2. Du siehst, wie uns die Sünden brennen; wir wissen keinen andern Rat, denn dir von Herzen zu bekennen all unsre Schmach und Missetat; und was vergessen aclen Mund, das lies in unsrer Seelen Grund. 3. Wir können nicht vor dir bestehen; ach, geh nicht mit uns ins Gericht! 191 Christliches Leben. Wir beugen unsre Knie und flehen: Vervirf uns nicht, verwirf uns nicht! Nimm uns um Christi willen an, der auch für uns genug getan. 4. Wir zitterten vor deinem Throne und suchten bebend zu entfliehn, wenn du im eingebornen Sohne nicht den Versöhner uns verliehn, das Lamm, das sich in Tod und Grab für unsre Schuld und Sünde gab. 5. Herr, wollest länger nicht verhüllen dein Antlitz hör auf unser Schrein; um Christi, deines Sohnes, wi illen laß leuchten deiner Gnade Schein! Es floß ja auch für uns zugut vom Kreuz sein heilig Opferblut. 6. Vergib, vergib uns unsre Fehle, ob uns das eigne Herz verdammt, und gieß in unsre bange Seele den Frieden, der vom Himmel stammt, und send uns deinen heilgen Geist, der uns der Sünde Macht entreißt. Julius Sturm, 1816—1896. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten sein. 175. 5 frommer und getrener Gott, ich hab dein Gebot i sehr gesündigt wider dich! Das ist mir leid und reuet mich. 2. Weil aber du, o gnädger Gott, nicht Lust hast an des Sünders Tod, so ist dein herzliches Begehr, 5 ich mich wieder zu dir kehr. 3. Auf dies Wort, lieber Vater fromm, ich armer Sünder zu dir komm Ere bitt durch deines Sohnes Tod: Erbarm dich mein in meiner Not! 4. Verschon, o Herr, laß deine Huld zudecken alle meine Schuld; so werd ich arm verlornes Kind ledig und los all meiner Sünd. 192 —..—————— Sündenerkenntnis und Reue. 5. Ich will, o Herr, nach deinem Wort mich bessern, leben fromm hinfort, damit ich mög nach Hanet Zeit gelangen zu der Seligkeit. Nach Johann Leon(4 1597) vor 1643. Psalm 51, 12—14. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. ö 176 O deron Gott, du reines Wesen, * er du die reinen Herzen dir zur steten Wohnung auserlesen, ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt erhält. 2. Vor allem mache mein Gemüte durch ungefärbte Buße rein und laß es, Herr, durch deine Güte in Christi Blut gewaschen sein; dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, 96. ö der mein getreuer Beistand sei ö und mir erwünschte Hilfe leiste. Gott, stehe mir aus Gnaden bei und gib mir einen solchen Geist, der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht und stoß mich wegen meiner Werke ja nicht von deinem Angesicht. Laß mich hier in der Gnade stehn und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. Auch führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit. 2 Johann Olearius, 1611—1684. 193 13 — Christliches Leben. Vater der Barmherzigkeit, 177⁷. O ich falle dir zu Fuße; verstoß den Lich„der zu dir schreit und tut noch endlich + Was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Wundertat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat in allem, wo mirs fehlet; ib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. O Jesu Christe, der du hast am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen! O Gottes und des Menschen Sohn, erbarm dich mein und mein verschon; hör auf mein kläglich Rufen! 4. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust anficht, laß mich von dir nicht wanken; verleih, daß nun und nimmermehr Begier nach Reichtum, Lust und Ehr in meinem Herzen herrsche! 5. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so hilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Trutz und List durch Christi Sieg mag dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Tür zum Leben. David Denicke, 1603 104 1680. Sündenerkenntnis und Reue. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 178 Wir liegen hier zu deinen Füßen, 2 ach Herr von großer Güt und Treu, und schr d leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach, weh uns, wenn du strafen willt! 2. Doch, Vater, denk an deinen Namen; gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort heißt immer Ja und Amen; dein Eidschwur zeuget selbst davon. Du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns ins Gericht! 3. Wir liegen vor dir in dem Staube, und unser Herz ist ganz zerknirscht; nur tröstet uns allein der Glaube, daß du 60 noch erbarmen wirst. Ja, du hast noch ein Vaterherz; drum sieh doch jetzt auf unsern Schmerz. 4. Das teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 5. Ach laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Hut verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinem Schoß und mach uns aller Plagen los. 6. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit; laß Lieb und Treu sich stetig küssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser 19.5 mit deinem Gut; nimm Kir Haus in deine Hut, 7. So wollen wir dir Opfer bringen, dein eigen sein mit Leib und Seel. 19⁵ Christliches Leben. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel stimm in die Lieder Zions ein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmolck, 1672—1737. 2. Glaube und Rechtfertigung. Eph. 2, 8—9. 179 us Gnaden soll ich selig werden! * Herz, glaubst du's oder glaubst du's nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein! 2. Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen; die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, hat diese Ehre zum Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort:„aus Gnaden“, oft dich deine Sünde plagt, o schwer du immer bist beladen, so oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nötigt ihn, dein Freund zu werden? Sprich, wes du dich zu rühmen hast? Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist Gnade durch des Sohnes Blut. 196 737. ichtꝰ den“, Glaube und Rechtfertigung. 6. Aus Gnaden! Doch, du sichrer Sünder, denk nicht:„Wohlan, ich greif auch zu.“ Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verheißnen Ruh; doch nimmt er nicht zu Gnaden an, der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei; nur wenn der Sünder sich bekehret, dann lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sünd'gen scheint die Gnad gering; dem Glauben ists ein Wunderding! 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Vaters aufgetan, wenns unter Angst und heißen Schmerzen nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, wenn Gnade nicht mein Anker wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich glaube, darum ist mir wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. Christian Ludwig Scheidt, 1709—1761. 180 Coꝛisti Blut und Gerechtigkeit, • das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Das heilige, unschuldge Lamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine Sünd gestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Christ. 3. Ich glaube, daß sein teures Blut genug für alle Sünden tut und daß es Gottes Schätze füllt und ewig in dem Himmel gilt. 4. Drum soll auch Jesu Blut allein mein Trost und meine Hoffnung sein; 181. 182 Christliches Leben. im Leben und in Todesnot bau ich allein auf Jesu Tod. 5. Und würd ich durch des Herrn Verdienst auch noch so treu in seinem Dienst, gewönns auch allem Bösen ab und sündigte nicht bis ins Grab, 6. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern fürs Lösgeld selig wär. 7. So lang ich noch hienieden bin, o ist und bleibet das mein Sinn: ich will die Gnad in Jesu Blut bezeugen mit getrostem Mut. 8. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du ein Mensch geboren bist und hast für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Lösegeld. 9. Du Ehrenkönig, Jesu Christ, des Vaters einger Sohn du bist; erbarme dich der ganzen Welt und segne, was sich zu dir hält. Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700—1760, nach einem schon um 1640 belannten Liede. 181 Der Glaube hilft, wenn nichts mehr helfen kann; 2 der Glaube dringt zu use; sich hinan. Der Glaube sieht durch alle Finsternisse; der Glaube bricht durch alle Hindernisse. 2. Der bloße Glaub ergreifet Christi Kleid; der schwache Glaub lehnt sich an Christi Seit. Der kleinste Glaub tut eitel Wundersachen; wer Glauben hat, kann alles möglich machen. Karl Ludwig v. Pfeil, 1712—1784. Röm. 3, 28. 182 Eꝰ ist das Heil uns kommen her 2 von Gnad und lauter Güte; die Werke helfen nimmermehr, sie mögen nicht behüten. ‚ 198 Glaube und Rechtfertigung. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat genug für uns getan; er ist der Mittler worden. 2. Gerecht vor Gott sind die allein, die dieses Glaubens leben; dann wird des Glaubens heller Schein durch Werke kund sich geben. Der Glaub ist wohl mit Gott daran, und aus der Nächstenlieb sieht man, daß du aus Gott geboren. 3. Die Hoffnung harrt der rechten Zeit, was Gottes Wort 1 sol Wann das geschehen soll zur Freud, setzt Gott nicht 15 Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; das soll'n wir ihm vertrauen. ö 4. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Guttat willen Gott Vater, Sohn und heilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, ö was er in uns begonnen hat 1760, zu Ehren seiner Majestät, e. daß heilig werd sein Name. 5. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd . ö das täglich Brot noch heut uns werd; 4 ann; G'scheh wie im Himmelsthrone, ö wollst unsrer Schuld Schudne als wir auch unsern Schuldnern tun; ö laß uns nicht in Versuchung stehn, ‚ lös uns vom Übel. Amen. ů Nach Paul Speratus, 1484 1554. 184. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 183 Enge Liebe, mein Gemüte ö waget einen kühnen Blick in den Abgrund deiner Güte. Send ihm einen Blick zurück, einen Blick voll Heiterkeit, ö der die Finsternis zerstreut, 109 Christliches Leben. die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. 2. Ich verehre dich, o Liebe, daß dn dich ebnner hast und aus einem freien Triebe den erwünschten Schluß gefaßt, der im Fluch versenkten Welt durch ein teures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. O ein Ratschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hilfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, der in ihrem Schoße wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich der darinnen übe, der am Segen Anteil nimmt: wer nur an den Mittler gläubt und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. 5. Liebe, dir sei Lob gesungen für den gnadenvollen Schluß, den die Schar verklärter Zungen rühmen und bewundern muß, den der Glaub in Demut ehrt, die Vernunft erstaunet hört und umsonst sich unterwindet, wie sie dessen Tief ergründet. 6. Liebe, laß mich dahin streben, meines Heils gewiß zu sein; richte selbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, 20⁰ Glaube und Rechtfertigung. mir zum Zeugnis dienen möge, ich sei auf dem Himmelswege. 7. Laß mich meinen Namen schauen in dem Buch des Lebens stehn; dann so werd ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn. Keine Kreatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können noch von deiner Liebe trennen. Johann Jakob Rambach, 1693—17 184 Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, —* ins weite Jeld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron; in dessen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 4. O Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Vaterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb! 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von wecher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, 201 98 30. Christliches Leben. daß jeder Tag sein Zeugnis gibt: Gott hat mich je und je geliebt! 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hierher gebracht? Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein,— dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Im sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat 2 Siegel: wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht. Da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit; der Glaube schwingt sich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, m s tostlich, cht 1 sch nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Vater, dich erhöhn. 12. Doch nur Geduld! Es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist 202 —⏑— II‚I‚I‚I— im höhern Chor mi dich, schönste Liebe, drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Johann Gottfried Herrmann, 1707—1791. er schloß die Pforte zu. ich bin erlöst 185. IJ durch meines Mittlers Blut und seinen Kreuzestod. Mit Gott versöhnt hab ich nun Trost und Mut und fürchte keine Not. Die Weisheit hat mein Heil erfunden, die Liebe glorreich über⸗ wunden; ich bin erlöst! 2. Ich bin erlöst; es trifft des Donners Spruch vom Sinai mich nicht. Mein Heiland nahm von mir den schweren Fluch; ich komm nicht ins 5 uicht Drum quält mich nicht, bereute Sünden! Der Vater läßt mich Gnade finden; ich bin erlöst! 3. Ich bin erlöst; der Held zerriß das Band der Feinde meiner Ruh. Zur Hölle hat die Schlüssel seine Hand; Joh. Christian Wagner, 1747—1825. Mel. Mir ist Erbarmung widerfahren. ch bin im Himmel angeschrieben; ich bin ein Kind der Seligkeit. Was kann die Sünde mi 186. Glaube und Rechtfertigung. 6 Obner Munde 185. 186 öner preist; Ich trete frei zu Gottes Throne, hab alles Heil in seinem Sohne; ich bin erlöst! 4. Ich bin erlöst; was ists, das mich erschreckt? Licht wird die Todesnacht, ö aus der mich bald* der Herr des Lebens weckt 10 zu seines Himmels Pracht. 1 Werd ich ins stille Grab getragen, so ruh ich nach den Prü⸗ fungstagen; ich bin erlöst! 5. Ich bin erlöst; ö in Frieden fahr ich hin, ist meine Stunde da. Der Tod wird mir zum seligsten Gewinn; mein Retter ist mir nah. 1 Er führt mich in sein selig Leben;* da werd ich ewig ihn erheben; ich bin erlöst! betrüben und alles Leiden dieser Zeit? 203 Christliches Leben. Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Christo auserwählet bin. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in das Lebensbuch und mir erlanget alles Gute: Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, das mein Herze quält? Ich bin zum Himmel auserwählt. 3. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von Anbeginn, daß ich aus Gnaden durch den Glauben an Christi Blut erlöset bin. So leb ich denn und sterbe drauf, auf Christum schließ ich meinen Lauf. Salomo Franck, 1659—- 1725. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 187 Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsre Herzenstür. 4. O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! das heißt die Wunde recht verbinden; da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 20⁴ Glaube und Rechtfertigung. 5. Darein will ich mich gläubig senken; dem will ich mich getrost vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit! ö 6. Bei diesem Grunde will ich bleiben, „ so lange mich die Erde trägt. Das will ich denken, tun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt. So sing ich einst auch nach der Zeit: O Abgrund der Barmherzigkeit! Johann Andreas Rothe, 1688—1758. 2 Tim. 1, 12. Mel. Valet will ich dir geben. 188 ch weiß, an wen es ist der Herr der Geister, ich glaube; auf den der Himmel schaut, ö ich weiß, was fest besteht, vor dem die Seraphinen ö wenn alles hier im Staube, anbetend niederknien, wie Staub und Rauch ver⸗ um den die Heilgen dienen.— ö weht, ich weiß und kenne ihn. ich weiß, was ewig bleihet, 4. Das ist das Licht der wo alles wankt und fällt, Höhe wo Wahn die Weisen treibet das ist mein Jesus Christ, und Trug die Klugen hält. der Fels, auf dem ich stehe, 2. Ich weiß, was ewig der diamanten ist, dauert; der nimmermehr kann ich weiß, was nie verläßt; wanken, auf ewgem Grund gemauert mein Heiland und mein Hort steht diese Schutzwehr fest. die Leuchte der Gedanken, ö Es sind des Heilands die leuchtet hier und dort. Worte, die Worte fest und klar; Hedete. 5 an diesem Dandeldar am Abend einst begrub, halt ich unwandelbar. er, der von Gott erwecket 3. Auch kenn ich wohl sich aus dem Grab erhub, den Meister, der meine Schuld versöhnet, der mir die Feste baut; der seinen Geist mir schenkt, Christliches Leben. der mich mit Gnade krönet und in dem Erdenstaube und ewig mein gedenkt. nicht mit als Staub verweht. Es bleibet mir im Grauen 6. Drum weiß ich, was des Todes ungeraubt; ich glaube; es schmückt auf Himmelsauen ich weiß, was fest besteht mit Kronen einst mein Haupt. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. Mel. Aus Gnaden soll ich selig werden. 189 Och weiß von keinem andern Grunde, A als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rat, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; ö er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Ich bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher sein; Gott sieht auch mich in Christo an,— 8 wer ist, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, ö weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, d sonst dringt ein sichres Wesen ein. e 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben s0 im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der mir noch immer Unruh schafft; dies aber macht mich arm und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. ü 206 Glaube und Rechtfertigung. 6. Und da ich so in Christo bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da kann mein Wachstum vor sich gehn. 5660. 7. Ich bleib im tiefsten Demutsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dies soll mein Grund auf ewig sein! 8. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir! Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir! Laß stets mich fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Karl Heinrich v. Bogatzky, 1690—1774. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 190 Qesus nimmt die N Sünder an! Saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. ö 2. Keiner Gnade sind wir wert; 51 at er in seinem Worte eidlich sich dazu erklärt; sehet nur, die Gnadenpforte ist hier völlig aufgetan: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf ver⸗ loren ist, suchet es ein treuer Hirte; 207 Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, daß es nicht verderben kann; Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden; laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, 191 Christliches Leben. daß dies Wort mich trösten 7. Jesus nimmt die Sün⸗ kann: der an; Jesus nimmt die Sünder an. mich auch hat er angenommen, 6. Ich bin ganz getrosten mir den Himmel aufgetan, Muts; daß ich selig zu ihm kommen ob die Sünden blutrotwären, und auf den Trost sterben ů ö kann: ö i delre Fee Jesus nimmt die Sünder an. E ren 7 da ich gläubig sprechen kann: Erdmann Neumeister, 1671—1756. Jesus nimmt die Sünder an. 191 Mein Heiland nimmt die Sünder an. Die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden, für deren We und Seelenpein die weite Welt ist selbst zu klein, ö weil über sie der Stab gebrochen, der Himmel ihnen abgesprochen, die sehn die Freistatt aufgetan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden. Ihn drang der Sünder Not und Schmerz, an ihrer statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und litt für sie den bittern Tod. Nun, da er denn sein eigen Leben für sie als Lösegeld gegeben und seinem Vater g'nug getan, so heißts: er nimmt die Sünder an. 3. O solltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm tränet! Wie streckt es sich nach Zöllnern aus! Wie eilt er in Zachäi Haus!„ 208 1 Glaube und Rechtfertignng. Wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der heißen Reuetränen und denkt nicht, was sie sonst getan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie freundlich blickt er Petrum an, so tief der Jünger auch gefallen! Nun, dies hat er nicht nur getan, da er auf Erden mußte wallen, nein, er ist immerdar sich gleich, an Liebe, Treu und Gnade reich; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugetan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. So komme denn, wer Sünder heißt, wen seine Sündenschuld betrübet, zu dem, der keinen von sich weist und der zerschlagene Herzen liebet. Wie, willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da, dich zu retten, er erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenngleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch so noch angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht und wie er dir entgegen geht! Wie lang hat er mit vielem Flehen sich brünstig nach dir umgesehen! So komm denn, armer Mensch, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. Sprich nicht: Ich sündigte zu schwer, ich bin zu 25 mit Schuld beladen; für mich ist keine Rettung mehr; mich nimmt der Herr nicht an zu Gnaden. Wofern du's jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, 209 Christliches Leben. so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst dennoch Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Doch muoch auch nicht: Es ist noch Zeit, ich muß erst noch der Welt genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen.— Nein, weil er ruft, so höre du und tritt zum Gnadenstuhl hinzu; wer seiner Seele Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet; ihm wird hernach nicht aufgetan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 9. Ja, zeuch uns selber recht zu dir,‚ holdselger Heiland aller Sünder; erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschlossnes Liebesherz, und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob, auch mich nimmt Jesus an. Leopold Friedrich Lehr, 1709—1744. 192 Mir ist Erbarmung widerfahren, 2 Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren; mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst versühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum geschiehts? Erbarmung ists und weiter nichts.— 21⁰ SS *— Glaube und Rechtfertigung. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen; das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt. ch kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben; dies soll mein einzig Rühmen sein. Auf dies Erbarmen will ich glauben; auf dieses bet ich auch allein. Auf dieses duld ich in der Not; auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen nicht von mir und führe durch den Tod mich Armen, durch meines Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. un freut euch, lieben Christen g'mein, 193. N und laßt uns fröhlich springen, daß wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat; gar teur hat ers erworben. 2. Dem Teufel ich gefangen lag; im Tod war ich verloren. Mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein; es war kein Guts am Leben mein; die Sünd hat mich besessen. 3. Mein gute Werk, die galten nicht; mit srei wars verdorben. Der frei Will haßte Gotts Gericht, zum Guten gar erstorben. 211 Christliches Leben. Die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb; zur Höllen mußt ich sinken. 4. Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen. Er dacht an sein Barmherzigkeit; er wollt mir helfen lassen. Er wandt zu mir das Vaterherz;* es war bei ihm fürwahr kein Scherz, ließ es sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: „Es ist Zeit, zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und laß ihn mit dir leben!“ 6. Der Sohn dem Vater g'horsam ward; er kam zu mir auf Erden ö von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. In meiner armen Knechtsgestalt ging er einher, um die Gewalt des Teufels zu zerstören. 7. Er sprach zu mir:„Halt dich an mich, es soll dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich; da will i i dich ringen; denn ich bin dein und du bist mein, und wo ich bleib, da sollst du sein; ¶ uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles dir zugut; das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein; mein Unschuld trägt die Sünde dein; da bist du selig worden. 212 Liebe zum Herrn. 9. Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister dein; den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten 1 und lehren mich erkennen woh und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich getan hab und gelehrt, 7 das sollst du tun und lehren, daß Gottes Reich hier werd gemehrt zu seinem Lob und Ehren; und hüt dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz; ö das laß ich dir zur Letze.“ Martin Luther, 1483—1546. (Altestes evangelisches Kirchenlied.) 3. Liebe zum Herrn. 194 A, mein Herr Jesu, dein Nahesein 2 bringt großen Frieden ins Herz hinein, und dein Gnadenanblick macht uns so selig, daß Leib und Seele darüber fröhlich und dankbar wird. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; aber unsre Seele kanns schon Dffenbaren du kannst dich fühlbar g'nug offenbaren, auch ungesehn. 3. O, wer nur immer bei Tag und Nacht dein zu genießen recht wär bedacht! Der hätt ohne Ende von Glück zu sagen, und Leib nud Seele müßt immer fragen: Wer ist wie du? 4. Barmherzig, gnädig, geduldig sein, uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, heilen, stillen, trösten, erfreun und segnen und unsrer Seele als Freund begegnen, ist deine Lust. 213 Christliches Leben. 5. Ach, gib an deinem kostbaren Heil uns alle Tage vollkommnen Teil und laß unsre Seelen sich immer schicken, aus Not und Liebe nach dir zu blicken ohn Unterlaß. 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald mit deiner heiligen Todsgestalt; ja, laß sie uns immer vor Augen schweben— und dein wahrhaftiges Inunsleben zu spüren sein. 7. So werden wir bis in Himmel hinein mit dir vergnügt wie die Kindlein sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal netzen, wenn sich das Herz nur an dir stets letzen und stillen kann. 8. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, die so viel Treue an uns gewandt, daß wir beim Drandenken beschämt dastehen,— und unser Auge muß übergehen vor Lob und Dank. Christian Gregor, 1723—1801. 195. A* mein 9al Jesu, wenn ich dich nicht und wenn dein Blut nicht für die Sünder red'te, wo sollt ich Armster unter den Elenden mich sonst hinwenden? 2. Ich wüßte nicht, wo ich vor Jammer bliebe; denn wo i solch ein Herz wie deins voll Liebe? Du, du bist meine Zuversicht alleine; sonst weiß ich keine. 3. Drum dank ich dir vom Grunde meiner Seelen, daß du nach deinem ewigen Erwählen auch mich zu deiner Blutgemeinde brachtest und selig machtest. Christian Gregor, 1723—1801.— en, Liebe zum Herrn. 196 A sagt mir nichts von Gold und Schätzen, 2 von Pracht und Schönheit dieser Welt! Es kann mich ja kein Ding ergötzen, das mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 2. Denn er allein ist meine Freude, mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild. an dem ich meine Augen weide und finde, was mein Herze stillt. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten; des Fleisches Schönheit dauert nicht. Die Zeit kann alles das verwüsten, was Menschenhände zugericht't. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Sein Schloß kann keine Macht zerstören; sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren von nun an bis in Ewigkeit. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Sein Reichtum ist nicht zu ergründen; sein majestätisch Angesicht, und was von Schmuck um ihn zu finden, verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Er kann mich über all's erheben und seiner Klarheit machen gleich; er kann mir so viel öpflich geben, daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will; ich liebe Jesum, der mein Ziel. 21⁵ 19⁷ Christliches Leben. 7. Und ob ichs zwar noch muß entbehren, 1 wird ich wandre in der Zeit, er mirs doch einst gewähren im Reiche 6 Wisa ue Drum tu ich b illig, was ich will, und liebe Jesum, der mein Ziel. Johann Scheffler, 1624— 77. Mel. Jesu, meine Freude. 197. AHr am Wesen, das ich hab erlesen mir zum höchsten Gut, du vergnügst alleine völlig, innig, reine, Seele, Geist und Mut. Wer dich hat, ist still und satt; wer dir kann im Geist an⸗ einer kann nur geben Freude, Ruh und Leben; angen, darf nichts mehr verlangen. 2. Wem du dich gegeben, kann in Frieden leben; er hat, was er will. Wer im Herzensgrunde lebt mit dir im Bunde, liebet und ist still. Bist du da und innig nah, muß das Schönste bald er⸗ bleichen und das Beste weichen. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüter, Trost in aller Pein; was Geschöpfe haben, kann den Geist nicht laben; du vergnügst allein. Was ich mehr als dich begehr, kann mein Seligsein nur hindern und den Frieden mindern. 4. Was genannt kann werden droben und auf Erden, alles reicht nicht zu; eins ist not: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, so mag Leib und Seel ver⸗ schmachten, will ichs 990 nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, das ich mir erlesen, werd mir offenbar; meinen Hunger stille und mein Herz erfülle mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, bis du wirst in Leben dich mir völlig geben. jenem Gerhard Tersteegen, 16971769. 216 ur unn Liebe zum Herrn. ich, Jesum, laß ich ewig nicht; 198. D dir blibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur einem will ich leben. Du, du allein, du sollt es sein du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Elnben 25 Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. ö Der Glaubensbund hat festen Grund; die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest 197 mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest Wich von oben. Auf dir steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir. Wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe! Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur habe! Ich mag der Welt für Gut und Geld, 217 199 Christliches Leben. wonach die Eiteln laufen, den Heiland nicht verkaͤufen. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 7. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken, und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schutz und Tröster, und ich bin sein Erlöster. Ehrenfried Liebich, 1713—-1780. 199 Dir will ich danken bis zum Grabe, * so lang ich atme, leb und bin, für deine teuerwerte Gabe, daß ich durch dich erlöset bin, daß du, Herr, bist für mich gestorben und mir den Himmel hast erworben. 2. An dich nur will ich ewig denken; du sollst mein ein und alles sein. Dir will ich meine Seele schenken, zu dir mich halten ganz allein. Nach dir will ich voll Sehnsucht schauen und dir in Demut fest vertrauen. 3. Du bist ja nichts als lauter Liebe, mein treuer Heiland und mein Hort, und wenn doch nichts mehr übrig bliebe, so gas ich do dein Himmelswort. as wird mich halten und erquicken, wenn mich Versuchung will berücken. 218 Liebe zum Herrn. 4. Die schnöde Welt mit ihren Gaben, wie ist sie doch so arm und leer und kann das müde Herz nicht laben, wenn Reu und Angst es drücket schwer! Durch alle Güter dieser Erden kann ja die Schuld nicht kleiner werden. 5. Nur einer kann uns alle retten und führen aus des Wahnes Nacht; nur einer bricht der Sünde Ketten N und nimmt dem Tode seine Macht: ö vor meines Jesu Gottesblicke erschrickt der Feind und flieht zurücke. 6. Bis in den Tod ist er gegangen für uns, die wir den Tod verdient; am Kreuze hat der Herr gehangen und unsre große Schuld gesühnt. Ja, dort hat er für uns gebeten und uns erlöst aus Furcht und Nöten. 7. Und wenn wir uns mit bittrer Reue zu seinem Gnadenthrone nahn, so nimmt er uns mit Liebestreue, mit Freuden wieder auf und an; und wenn wir fest im Glauben stehen, so werden wir ihn ewig sehen. 8. Nun wohl, ich habe kein Verlangen, als meinen Jesum ganz allein; an keinem andern will ich hangen, zu keinem sonst um Hilfe schrein. Von ihm will ich mich nimmer trennen und nur für ihn in Liebe brennen. 9. Ich bin ja nichts, wenn er mir fehlet; ich sterbe, hab ich Jesum nicht. Wie er weiß keiner, was mich quälet, und wenn er: Friede! zu mir spricht, so mag die Welt mir alles nehmen; der Herr ist mein, mich solls nicht grämen! 10. So nimm denn all mein Sein und Wesen, mein Denken, Glauben, Hoffen hin! 219 200 Christliches Leben. Durch dich nur kann ich ganz genesen, weil ich durch dich erlöset bin. Herr, nimm mich hin mit Herz und Streben in Freud und Leid, in Tod und Leben! Gustab Friedrich Ludwig Knak, 1806—1878. 200 CU ist König, Immanuel sieget; bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen, sei innig vergnüget, labe dein Herze mit himmlischer Frucht; ewiges Leben, unendlichen Frieden, Freude die Fülle hat er uns beschieden. 2. Stärket die Hände, ermuntert die Herzen, trauet mit Freuden dem ewigen Gott; Jesus, die Liebe, versüßet die Schmerzen, reißet aus Angsten, aus Jammer und Not; ewig muß unsere Seele genesen in dem holdseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden fein stille, schlage die Rute des Vaters nicht aus; bitte und schöpfe aus göttlicher Fülle Kräfte, zu siegen im Kampfe und Strauß. Fluten der Trübsal verrauschen, vergehen; Jesus, der treue, bleibt ewig dir stehen. 4. Zion, wie lange hast du nun geweinet? Auf, und erhebe dein sinkendes Haupt! Siehe, die Sonne der Freuden erscheinet tausendmal heller, als du es geglaubt. Jesus, der lebet, die Liebe regieret, die zu den Quellen des Lebens dich führet. 5. Laufet nicht hin und her, eilet zur Quelle; Jesus, der bittet: Kommt alle zu mir! Sehet, wie lieblich, wie lauter und helle fließen die Ströme des Lebens allhier. Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket; hier ist Erlösung für alles, was drücket. 220 Liebe zum Herrn. 6. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone, die euch der König des Himmels anbeut; selber Jehovah wird Siegern zum Lohne,— wahrlich, dies Kleinod verlohnt sich den Streit. Streitet nur unverzagt, seht auf die Krone; selber Jehovah wird Siegern zum Lohne. 7. Droben in Salem, da, da wird man sehen eine gewaltige, siegende Schar seine unendliche Hoheit erhöhen, bringen im Tempel den Lobgesang dar. Sehet, wie Kronen und Throne hinfallen! Höret, wie donnernde Stimmen erschallen: 8.„Reichtum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist!“ Wenn ich da stünde, o wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören; alles, was in mir ist, lobe den Herren! Johann Ludwig Konrad Allendorf, 1693—1773. Luk. 10, 42. 1. Kor. 1, 30. 201 Eine ist not; ach Herr, dies eine 2 lehre mich erkennen doch! Alles andre, wies auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies eine, das alles ersetzt, so werd ich mit einem in allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, suchs bei keiner Kreatur. Laß, was irdisch ist, dahinten; schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendige Teil, mein ein und mein alles, mein seligstes Heil. 221 201 Christliches Leben. 3. Wie dies eine zu genießen sich Maria dort befliß, als sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ,— das Herz ihr entbrannte, nur 0 zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in einem geschenkt: 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen; schenke dich zu eigen mir. Ob viel auch umkehren zum größten Haufen, so will ich dir dennerh in Liebe nachlaufen; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisheit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt; gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, darinnen die Demut und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut; Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilges, teures Blut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben, sei, Jesu, mir einzig bewußt. 222 Liebe zum Herrn. 202 8. R was soll ich mehr verlangen? 39 0 eströmt die Gnadenflut; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung idunder⸗ daß ich nun der Herrschaft der Hölle entbunden. Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt; im kindlichen Geiste das Abba nun klingt. 9. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein; prüf, erfahre, wie ichs meine; tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege; gib, daß ich nur alles hier achte für Spott und Jesum gewinne; dies eine ist not. Johann Heinrich Schröder, 1667—1699. 2. Tim. 2, 8. Mel. Ich steh an deiner Krippe hier. 0 alt im Gedächtnis Jesum Christ, 202. H o Mensch, der auf die Erden vom Himmelsthron gekommen ist dein rgih nicht,. zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zugut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist, und hat dadurch bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod und dich erlöst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Tage siegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. 223 5 Christliches Leben. Bedenke, daß er Fried gemacht und dir das Leben wiederbracht; dank ihm für diese Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel ausgefnpren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du sollst bleiben allezeit und sehen seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wiederkommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O sorge, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jesu, gib, faf ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir getan, mög aus dem Herzen lassen daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Cyriacus Günther, 1650—1704. erzlich lieb hab ich dich, o Herr; 203. H ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hilf und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht; nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben; und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! ASN/ ir Liebe zum Herrn. 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab mein Leib und Seel, und was ich hab in diesem armen Leben; damit ich's brauch zum Lobe dein, zum Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr; des Satans Mord nud Lügen wehr! In allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot! 3. Ach Herr, laß deine Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein, gar sanft ohne ein'ge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr nich, Christ, erhöre mich, erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, 1532—- 1608. Mel. Dir will ich danken bis zum Grabe. (Eigene Volklsliedmelodie.) 204 Och bete an die 2. Wie bist du mir so sehr * Machtderiebe, gewogen, die 1 in Jesu offenbart; und wie verlangt dein Herz ich geb mich hin dem freien nach mir! Triebe, Durch Liebe sanft und stark mit dem auch ich geliebet ward; gezogen ich will, anstatt an mich neigt sich mein alles auch zu zu denken, dir; ins Meer der Liebe mich versenken. ir; du traute Liebe, gutesWesen, du hastmich, ich hab dicherlesen. 225 15 205 3. Ich fühl's, du bist's, dich muß ich haben; ich fühl's, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Leben ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; drum folg ich deinen selgen Zügen. 4. Für dich sei ganz mein Her und Leben, mein süßer Gott und all mein Gut! Für dich hast du mirs nur gegeben; in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren alles, für dich sei ewig Herz und alles! 205 Och bin nicht mehr Imein eigen. Dem hab ich mich geschenkt, dem sich die Welten neigen, der alle Dinge lenkt; dem hab ich mich ergeben, der treu die Seinen liebt, der seinen Sohn gegeben, in ihm mir alles gibt. 2. Ich bin nicht mehr mein eigen; nur Christi will ich sein. Nur Huld will er erzeigen; von Sünden macht er rein. Auch mir ist milderschienen das hohe Krenzesbild; Christliches Leben. 5. Ehr sei dem hohen Jesusnamen, in dem der Liebe Quell ent⸗ springt, von dem hier alle Bächlein kamen, aus dem die selge Schar dort trinkt! Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen — Hände! 6. O Jesu, daß dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz umd Timn gepräget ein Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen! Gerhard Tersteegen, 1697—1769. ihm will ich ewig dienen, der göttlich reich und mild. 3. Ich bin nicht mehr mein eigen. Seit Christus für 3960 starb, will ihm die Knie ich beugen, der Leben mir erwarb. Wenn stets zu ihm ich käme, der tief erquicken kann, aus seiner Fülle nähme, wie selig wär ich dann! 4. Ich bin nicht mehr mein eigen; er, Christus, ist mein Herr. Nie will ichdies verschweigen; mein höchstes Gut sei er! mein arb, gen, me, ch fürchte keine Feinde, nicht Spott und Hohn der Welt; ich leb in der Gemeinde, die sich zu Jesu hält. 5. Ich bin nicht mehr mein eigen; dem Herrn bin ich getauft. Liebe zum Herrn. 206 Laut will von dem ich zeugen, der mich so teur erkauft. Nur er soll mir gefallen er, des ich ewig bin; mit ihm nur will ich wallen zur selgen Heimat hin! Karl August Döring, 1783—1844. 206 Och will dich lieben, meine Stärke, Aich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobter Heiland du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, daß ich so spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht. Ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht. Nun aber ists durch dich geschehn, daß ich dich hab ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz das Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich machst gesund! 227⁷ 207 Christliches Leben. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte Leib nud Seele ganz, du starker Himmelsglanz! 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lieben, meinen Gott. Ich will dich lieben sonder Lohne auch in der allergrößten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler, 1624 1677. 207 Wesu, meine Elend, Not, Kreuz, Schmach * NI Freude, ö und Tod meines Herzens Weide, soll mich, ob ich viel muß Jesu, meine Zier, leiden, ach wie lang, ach lange nicht von Jesu scheiden. ist dem Herzen bange 4. Gute Nacht, o Wesen, und verlangt nach dir! das die Welt erlesen; Du bist mein und ich bin mir gefällst du nicht. dein; Gute Nacht, ihr Sünden! außer dir soll mir auf Erden Bleibet weit dahinten; nichts sonst lieber werden. kommt nicht mehr ans Licht! 2. Unter deinem Schirmen Gute Nacht, du Stolz bin ich vor den Stürmen und Pracht; aller Feinde frei. dir sei ganz, du Sündenleben, Laß von Ungewittern gute Nacht gegeben! rings die Welt erzittern, 5. Weicht, ihr Trauer⸗ mir steht Jesus bei. geister! Ob die Welt in Trümmer Denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. ällt, ob gleich Sünd und Hölle Denen, die Gott lieben, „schrecken, muß auch ihr Betrüben Jesus will mich decken. danter 8 0 sein. 3. Weg mitallen Schätze! Duld ich schon hier Spott Du bist mein Ergötzen, und Hohn, Jesu, meine Lust. dennoch bleibst du auch im Weg, ihr eitlen Ehren! Leide, Ich mag euch nicht hören; Jesu, meine Freude. bleibt mir unbewußt! Johann Franck, 16181677. 1677. Liebe zum Herrn. 208. Christus herrscht als König; alles wird ihm untertänig; alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, ier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Nur in ihm— o Wundergaben!— können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hört's! Das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesus uns zugut. 4. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen; klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen; sagt, ihr Armen, ihm die Not! Wunden müssen Wunden heilen; Reichtum weiß er auszuteilen; Leben schenkt er nach dem Tod. 5. Eil! Es ist nicht Zeit zum Schämen. Willst du Gnade? Du sollst nehmen! Willst du leben? Es soll sein! Willst du erben? Du wirst's sehen! Soll der Wunsch aufs Höchste gehen, willst du Jesum? Er ist dein. 6. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder hier auf kurze Zeit darnieder, und das Leiden geht zuvor. Nur Geduld! Es folgen Freuden; nichts kann sie von Jesu scheiden, und ihr Haupt zieht sie empor. 229 7. Ihnen steht ein Himmel offen, welcher über alles Hoffen, f über alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine weiß, daß eine Zeit erscheine, 50 sie ihren König grüßt. 8. Jau kühntt, und du Schar, die Palmen trägt, v Olendete Gerechte, Christliches Leben. z ihm, Menge heilger Knechte; und ihr Märtrer mit der Krone, und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! ch auch auf der tiefsten Stufen, ich 1 Lanern, reden, rufen, Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König; ob ich schon noch alles sei ihm untertänig; ehret, liebet, lobet ihn! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. 209. Jũâ sol mein Wunsch als Jesus nsch sein und mein Ziel!l Jetzund mach ich ein Verbündnis, daß ich will, was Jesus will; denn mein Herz, mit ihm erfüllt, ,: Herr, wie du willt. rufet nur: 2. Einer ist es, dem; lebe, den ich liebe früh und s Jesus ist es, dem ich 0 was er mir gegeben hat. In dir ist mein Herz gestillt; führe mich,:, 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, und ist doch zuwider dir, ach, so nimm es bald zurücke; Jesu, gib, was nützet mir! Gib di nimm mi dir, 27 mir, mein Jesu mild; Herr, wie du willt. ,: 230 : Herr, wie du willt.: 2* 7* * 7* Liebe zum Herrn. 4. AUnd vollbringe deinen Willen in, durch und an mir, mein Gott; deinen Willen laß erfüllen mich im Leben, Freud und Not, sterben als dein Ebenbild, Herr, wann, wie, und wo du willt., 5. Sei auch, Jesu, stets gepriesen, der du dich und viel dazu hast 10 feöhl und mir erwiesen, daß ich fröhlich singe nun: Es geschehe mir, mein Schild, wie du willt!:,: Herr, wie du willt! Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1642—1672. 210 zönig, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch das Zepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Vaters ein'gem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, aller Kreaturen Heere müssen dir zu Diensten stehen; was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deines Mundes Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen, die durchs Zepter deines Mundes nach dem Recht des Gnadenbundes sich von dir regieren lassen und wie du das Unrecht hassen. 231 21¹ Christliches Leben. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlitz schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ehr und Dienst erweisen. 5. Herr in allen diesen Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schätze, an der Ordnung der Gesetze, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschützest deine Freunde; du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen; laß mich deinen Schutz genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich im Gehorsam üben, Lort mit ringen, dulden, streiten, ort mit herrschen dir zur Seiten! Johann Jaklob Rambach, 1693—1735. Mel. Komm, o komm, du Geist des Lebens. 211 Lieur, die du mich Liebe, die du Mensch geboren zum Bilde und mir gleich wardst ganz deiner Gottheit hast gemacht, und gar, Liebe, die du mich so milde Liebe, dir ergeb ich mich, nach dem bra hast wieder⸗ dein zu bleiben ewiglich. racht, 3. Liebe, die für mich ge⸗ Liebe, dir ergeb ich mich, 0 Iuttenen——1. dein zu bleiben ewiglich. und gestorben in der Zeit, Liebe, die mir hat erstritten 2. Liebe, die du mich er⸗ ewge Lust und Seligkeit, koren, Liebe, dir ergeb ich mich, eh als ich erschaffen war,(dein zu bleiben ewiglich. 232 RFSHN 1735. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort, Liebe, die sich ganz ergeben mir zum Heil und Seelenhort, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich hat ge⸗ bunden an ihr Joch mit Leib und Sinn, Liebe, die mich überwunden und meinHerz at ganz dahin, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 212. Meiren J Jesum laß ich nicht. Weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, nur allein für ihn zu le en. Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jaf.50 ich ewig weil ich s soll anf Erden leben. Ihm hab ich Poul Zoverücht, was ich bin und hab, er⸗ geben. Alles ist auf ihn gericht't; meinen Jesum laß ich nicht. 3. La ß scht. das Ge⸗ sicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen, laß das letzte Tageslicht 233 Liebe zum Herrn. 212 6. Liebe, die mich ewig liebet, die für meine Seele bitt't, Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich einst wird führen aus dem Grab der Sterb⸗ lichkeit, Liebe, die mich dort wird zieren mit dem Kranz der Herr⸗ lichkeit, Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler, 1624—1677. mich auf dieser Welt er- reichen,— der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht unsrer Väter Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meineSeele seufzt und sehnet; D.nch e uatt Gat ve⸗ der mich hat mit Gott ver⸗ söhnet, der mich frei macht vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. wenn 213 6. Christliches Leben. Jesum laß ich nicht Selig, wer mit mir so von mir, pricht: geh ihm ewig an der Seiten; Meinen Jesum laß ich nicht. Christus läßt mich für und für zu den Lebensbächlein leiten. Christian Keymann, 1607— 1662. Mel. Wie schön leucht't uns der Morgenstern. 213 O Jesu, Jesu, Gottes Sohn, mein Bruder und mein Gnadenthron, du meine Freud und Wonne! Du weißt es, daß ich rede wahr; vor dir ist alles sonnenklar 22 azlich als die Sonne. erzli lieb ich mit Gefallen dich vor allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies kränket mich, daß ich nicht g'nug kann lieben dich, wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzünd't; je mehr ich lieb, je rofle ich find, daß ich dich lieben sollte. Von dir laß mir deine Güte ins Gemüte lieblich fließen, so wird sich die Lieb ergießen. 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, daß ich, so viel ich soll und will, dich allzeit lieben möge. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Ehre, Freude, Gut und Geld, wenn ich es recht erwäge, kann mich ohn dich g'nugsam laben; ich muß haben reine Liebe, die tröst't, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, schaffst seinem Herzen Fried und Ruh, erfreueft sein Gewissen. 23⁴ Liebe zum Herrn. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, soll er. dein genießen. Ewig selig, nach dem Leide große Freude wird er finden; alles Trauern muß verschwinden. 5. Kein Ohr hat jemals dies gehört, kein Mensch gesehen noch gelehrt; es läßt sich nicht beschreiben, was denen dort h5 Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit't, die in der Liebe bleiben. Gründlich läßt sich nicht erreichen noch vergleichen Erdenschätzen das, was uns dort wird ergötzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Sorge sein, daß ich dich herzlich liebe, daß ich in dem, was dir gefällt und mir dein klares Wort vermeld't, aus Liebe mich stets übe, bis ich endlich werd abscheiden und mit Freuden zu dir kommen, aller Trübsal ganz entnommen. 7. Da werd ich deine Freundlichkeit, die schon auf Erden mich erfreut, in reiner Liebe schmecken und sehn dein liebreich Angesicht mit unverwandtem Augenlicht ohn alle Furcht und Schrecken. Reichli werd i sein erquicket und geschmücket vor dem Throne mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann, 1585—1647. 235 ——‚tttscTcTcTcc..— SSDDeeeeeeetrelel‚l‚:i..........::....— ——— x E 214 Christliches Leben. 214. O Leb, o ewiges Licht, da niemand vergebens sucht, was ihm gebricht, ebendige Quelle, die lauter und helle sich aus seinem heiligen Tempel ergießt und in die begierigen Seelen einfließt, 2. Du sprichst: Wer be⸗ gehret zu trinken von mir was ewiglich nähret, der komme; allhier sind himmlische Gaben, die kräftiglich laben. Er trete im Glauben zur Quelle heran; hier ist, was ihn ewig be— seligen kann. 3. Mein Hirt und mein Hüter, ich komme zu dir; gewähre die Güter des Heiles auch mir! Du kannst deinVersprechen mir Armen nicht brechen. Du siehest, wie elend und dürftig ich bin; drum gib deine Gaben aus Gnaden nur hin. 4. O Brunnquell, du labest Geist, Seele und Mut, und wen du begabest, hat ewiges Gut; wenn man dich genießet, wird alles versüßet; es jauchzet und singet das fröhliche Herz; es weichet zurücke der bittere Schmerz. 5. Drum gib mir zu trinken, wie dein Wort verheißt! Laß gänzlich versinken den sehnenden Geist im Meer deiner Liebe! Laß heilige Triebe mich immerfort treiben zum Himmlischen Hn; es werde mein Herze ganz selig darin! 6. Wenn du auch vom Leiden was schenkest mit ein, so laß mich mit Freuden gehorsam dir sein; denn alle die, welche mittrinken vom Kelche, den du hast getrunken im Leiden allhier, die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, mein Jesu, erquickt, da, wo deine Herden kein Leiden mehr drückt, wo Freude die Fülle, wo liebliche Stille, wo Wonne, wo Jauchzen, wo Herrlichkeitwohnt, wo heiliges Leben wird ewig belohnt! Christian Jakob Koitsch, 1671—1735. 236 x eelenbräutigam, 21 5.S Jesu, Gottes Lamm, habe Dank für deine Liebe, diefür mich aus reinemTTriebe starb am Kreuzesstamm, Jesu, Gottes Lamm. 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut; wenn du freundlich mich an⸗— blickest und mit deinem Geist er⸗ quickest, macht mich wohlgemut deiner Liebe Glut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch ge— boren, zu ersetzen, was verloren, durch den Kreuzestod, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für; deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob ver⸗ mehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held Stamm, deine Liebesflamm Liebe zum Herrn. aus Davids alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, mich ernähre und verwehre, daß die Welt mich nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm. 7. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen, und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib. 8. Wer der Welt abstirbt, sich mit Ernst bewirbt, dir zu leben und zu trauen, der wird bald mit Freude schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 9. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will nimmermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 10. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und Vertrauen, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenkron folgt auf Spott und Hohn. — 11. Jesu, hilf, daß ich allhier riterlich du gekämpft für mich. werte Himmelsblum, Christliches Leben. wie so ritterlich in mir 6 nun nichts er⸗ challen, 12. Du mein Preis und aleasdis eartornegeallen, Ruhm, werte Himmelsblum, du, mein Preis und Ruhm! Adam Drese, 1620—1701. 216. Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden,— mein Herz allein bedacht den sein, auf Christum sich zu gründen Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund/ all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben,* hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch 19— laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret! 4. Mein Herzenskron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben! Bleib du mein Preis; dein Wort mich speis! Bleib du mein Ehr; dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben! 238 Liebe zum Berrn. 217. 218 5. Wend von mir nicht dein Angesicht; laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier; hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud nach diesem Leid; hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig Lob dir sagen! Georg Weissel, 1590—1635. Mel. Herzlich tut mich verlangen. 217 enn alle untreu * werden, so bleib ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, sankst du in Todesschmerz; drum geb ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durch⸗- drungen, hast du so viel getan, uns ew'ges Heil errungen, und wen'ge denken dran. 218. WWune perr, wenn er mein nur ist, wenn mein Herz bis hin zum Grabe seine Treue nie vergißt, weiß ich nichts von Leide, ts, als Andacht, Lieb und Freude. fühle ni 23 3. Du stehst, voll treuer Liebe, noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst du dennoch treu. Du kamst ja für die Sünder, für der Verlornen Glück; du rufst verirrte Kinder zu ihrem Gott zurück. 4. Ich habe dich gefunden; laß du auch nicht von mir! Laß innig mich verbunden auf ewig sein mit dir! O laß auch die dich finden, die jetzt noch dich verschmähn; laß sie dein Heil empfinden und deinen Ruhm erhöhn! Friedrich von Hardenberg, 177²—1801. 2. Wenn ich ihn nur habe, schlaf ich fröhlich ein; ewig wird zu süßer Labe mir sein treues Lieben sein, das mit sanftem Zwingen alles wird erreichen und durchdringen. 3. Wenn ich ihn nur habe, hab ich auch die Welt, 9 219 Christliches Leben. weil des Himmels schönste 4. Wo ich ihn nur habe, Gabe ist mein Vaterland, meinen Blick nach oben hält; und es fällt mir jede Gabe hingesenkt im Schauen wie ein Erbteil in die Hand; kann mir vor dem Irdischen längst vermißte Brüder grauen. find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedrich von Hardenberg, 1772—1801. Psalm 45. 219 Wis schön leucht't uns der Morgenstern * voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, aus Juda aufgegangen. Du Davidssohn aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, du hast mein Herz umfangen, lieblich,‚ freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben. 2. O meine Perle, werte Kron, Sohn Gottes und Marien Sohn, du hochgeborner König, mein Herz ist voll von deinem Ruhm; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Herr, dich preis ich; Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du Gottesglanz und Himmelsschein, die Flamme deiner Liebe und stärk mich, daß ich ewig bleib, o Herr, ein Glied an deinem Leib in frischem Lebenstriebe! Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet. 240 habe ind; ber inen Der. 801. errn, Liebe zum Herrn. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn ich dein holdes Angesicht seh freundlich aus mich blicken. O Jesu, du mein höchstes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme; Herr, erbarme dich in Gnaden! Auf dein Wort komm ich geladen. 5. Gott Vater, o du starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat sich mit mir vertraut; mein Herz auf ihn mit Freuden schaut,— was ists, das mich betrübet? Preis dir! Heil mir! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Spielt unserm Gott mit Saitenklang und laßt den süßesten Gesang ganz freudenreich erschallen. Ich will mit meinem Jesus Christ, der mir mein ein und alles ist, in steter Liebe wallen. Singet, klinget, jubilieret, triumphieret; dankt dem Herren, ihm, dem König aller Ehren! 7. Wie freu ich mich, Herr Jesu Christ, daß du der erst und letzte bist, der Anfang und das Ende! Du wirst mich einst zu deinem Preis aufnehmen in das Paradeis; froh falt ich meine Hände. Amen, Amen! Komm, o schöne Freudenkrone; bleib nicht lange! Deiner wart ich mit Verlangen. Philipp Nicolai, 1556—1608. 241 20 Christliches Leben. 220 Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen, * wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermutshöhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag schmähen oder preisen, es sei also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht, Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich der Sünde Last erdrücken, blitzt auf mich des Gesetzes Weh, nur du kannst mich dem Fluch entrücken; ich schaue gläubig in die Höh und flieh zu dir und deinen Wunden; da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du durch Wüsten meine Reise, ich folg und lehne mich auf dich. Du gibst mir aus den Wolken Speise und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; sie enden sich in Lieb und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 212 Wandel im Licht. — 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verlässest keinen, o allerliebstes Leben, ruht. Wen macht des Weges End erzittern. wenn aus Gefahr und Ungewittern er eingeht in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O, reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler, 1660—1722. 4. Wandel im Licht. 221 A ö * re Seelen ganz, du gnadenreicher Liebesglanz, du väterlich Erbarmen; von deiner Glut laß Herz und Mut recht inniglich erwarmen! 2. Du willst den Tod des Sünders nicht; du gehst mit uns nicht ins Gericht,— wie dürften wir denn richten? Laß immer mild des Bruders Bild durch unser Wort sich lichten! 3. Das ist der Liebe freundlich Amt, daß sie zurecht bringt, nicht verdammt. Ach, wer steht unbescholten! Und was sind wir, Herr Gott, vor dir, daß wir verdammen sollten? *0 16 222 Christliches Leben. 4. Herr, leucht in uns mit o hilf das Herz erschließen! deiner Gnad, Laß sie gemein wenn uns des Nächsten Wort durch Liebe sein und Tat und reich der Armut fließen! bringt Kränkung, Leid und Schmerzen; 6. Ach komm, füll unsre laß ganz und rein Herzen ganz, uns ihm verzeihn du gnadenreicher Liebesglanz, in Wahrheit und von Herzen! du väterlich Erbarmen; · 5. Du reicher Geber aller von deiner Glut laß Herz und Mut Hab, all unser Gut ist deine Gab; recht inniglich erwarmen! Viltor von Strauß, 1809— 1898. 222 A ihr Streiter, durchgedrungen! — Auf, und folgt dem Heiland nach, der durch Marter, Hohn und Schmach 0 sich auf Zions Burg geschwungen. Nach!— das Haupt hat schon gesiegt; weh dem Glied, das müßig liegt! ů 2. Fort, nur nach mit Wachen, Beten, f fort!— was seid ihr so verzagt? Christus hat den Sieg erjagt und der Schlange Kopf zertreten. w Rufet laut im Siegeston: d⸗ „Schwert des Herrn und Gideon!“ 3. Kein Erlöster müsse sprechen: „Ich bin elend, arm und schwach, und durch so viel Ungemach kann kein armer Sünder brechen“; denn der Herr ists, der uns heilt und den Schwachen Kraft erteilt. 4. Sind wir schwach,— bei ihm ist Stärke; 0 sind wir arm,— der Herr ist reich. Wer ist unserm König gleich? Unser Gott tut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem der Himmel untertan? Wandel im Licht. 223. 224 5. Niemand kann zu Salem thronen, der nicht recht mit Jesu kämpft und des Fleisches Lüste dämpft, weil wir noch im Fleische wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit kommet man zur Sicherheit. 6. Nun so wachet, kämpfet, ringet, streitet mit Gebet und Flehn, bis wir auf der Höhe stehn, wo das Lamm die Fahne schwinget! Ist der Erde Werk getan, Wht des Himmels Sabbat an. Johann Simon Buchka, 1705—1752. Mel. Gott wills machen. 223. Auf. dich seh i 3. Starke Waffen mit dir gehi wirst du schaffen Jesus Christus, starker Held, und ins Herz getrosten Mut. der durch Kriege Statt des Schwertes führt zum Siege wird dein wertes über Sünde, Tod und Welt. Wort mir dienen treu und gut. 2. Auf dem Plane 4.8.R Sei im Streite winkt als Fahne mir zur Seite, deines Kreuzes Zeichen mir; kämpfe für mich, wo es gilt! zu der schwör ich. Wie's dann gehe, Dir gehör ich; ich bestehe; auch 3920 10.—— folg ich denn Schild August Hermann Walter,‚, 1817—1880. Joh. 14, 6. Mel. Ich bin nicht mehr mein eigen. 224. Al annn Wer leitet unser Streben, Getümmel, wenn es das Ziel vergißt wo nichts das Herz erquickt, Wer führt durch Tod zum wer zeigt Huun 44—— zum Lebenꝰ Der Weg heißt Jesus dahin die Hostun blickt? Christ. 245⁵ 225 2. Hier irren wir und fehlen, gehüllt in tiefe Nacht; durch wen wird uns ern Seelen ein wahres Licht gebracht? Von oben kommt die Klarheit, die alles uns erhellt; denn Christus ist die Wahrheit; er ist das Licht der Welt. Christoph Karl 225.(Ce sind ein göttlich Volk, aus dem Geist des Herrn gezeuget, ihm gebeuget und von senier Flammenmacht angefacht; vor des Bräutgams Augen schweben, das ist ihrer Seelen Leben, und sein Blut ist ihre Pracht. 2. Königskronen sind zu lei enge Tür, blei für der Gottverlobten Würde; eine Hürde wird zum himmlischenPalast, und die Last, drunter sich die Helden plagen, wird den Kindern leicht zu tragen, die des Kreuzes Kraft gefaßt. 3. Ehe Jesus unser wird, ehe wir uns selbst vergessen und gesessen zu den Füßen unsers Herrn, sind wir fern Christliches Leben. 3. Wer gibt uns hier schon Freuden, die niemand rauben kann ꝰ Wer zeiget uns im Leiden den Himmel aufgetan? Wenn vor dem Tod wir beben, wer gibt dem Herzen Ruh? Heil! Christus ist das Leben, führt uns dem Vater zu. Julius Asschenfeldt, 1792—1856. von der ewgen Bundes⸗ gnade, von dem schmalen Lebens⸗ pfade, von dem hellen Morgenstern. 4. Fidet ite n bleibet ammadar beschwerlich, ja gefährlich, bis man ringt und dringt zu dir, ein geUrsach der Vergebung, Glut der göttlichen Belebung, Jesu, unser Liebspanier! 5. Zeuch mich hin, erhöhter Freund, zeuch mich an dein Herz der Liebe! Deine Triebe führen mich, du Siegesheld, durch die Welt, daß ich deine Seele bleibe und so lange an dich gläube, bis ich lieb i im innern Zelt. 246 Wandel im Licht. + 6. Da ist meine Hand und 7. Nun, ihrKronen, fahret* Herz! hin; IN Du hast deine Seel gewaget, fahre hin, erlaubte Freude! I unverzaget, Meine Weide und das alles blos allein, sei des Herren letztes Mahl 4 d wir daß ich dein vor der Qual, N„ und du meine heißen könntest. meine Ehre seine Schande, Ruh? Wenn du nicht von Liebe meine Freiheit seine Bande, 1½ Tben, brenntest, meine Zier die Ros im gu. hätte das nicht können sein. Tal! IXII Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. N 1856 V ndes · 1. Joh. 1, 3. I „ ein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, VI — 4 226. daß wir in der Genenschaft ehn⸗ IN stern es läßt an uns die heilgen Flammen NA ö des Glaubens und der Liebe sehn. I Wir werden durch das Wort der Gnaden Swig⸗ x auch zur Gemeinschaft jener Schar, UN die bei dem Herrn ist immerdar, UWIN erlich, gelockt und kräftig eingeladen. V ringt 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, W die unter einem Haupte stehn, WN die hat der Herr sich auserkoren, IN bung, die läßt er Wunderliebe sehn; 04 bung, Gemeinschaft mit dem Vater haben r! und mit dem Sohn im heilgen Geist, 10 das ist, was ihre Seelen speist; öhter nur das kann sie vollkommen laben. z der 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, + ist Christus und sein teures Blut; +* das ein'ge Ziel, darauf wir sehen, held, ist Christus, unser höchstes Gut, ö sein Wort die Regel, die wir kennen, 1 leibe sein Geist das Band, das uns verbind't; ö iube, die Seelen all, die er gewinnt, II Zelt. sind, was wir heilge Kirche nennen.* 247 44 — —. —hiiiieieie-ieieetetetete.e.e‚ee Christliches Leben. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und heilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott verheißt! itshuter in da die selgen Triebe! Gott schüttet in sein geistlich Haus die ganze Gnadenfülle aus. Hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und trägt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der heilge Geist tritt mit dem Ole ö des Friedens und der Freude zu. Die Herzen schmecken Gottes Ruh; die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die eines Herren Leib gegessen, die stehen auch für einen Mann; macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an. Sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das Kleinste missen. 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Tränental ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand. Sie wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß bis zu dem völligen Genuß des großen Guts:„Ich, ich in ihnen.“ Johann Ludwig Konrad Allendorf, 1693—1773. Off. 22, 21. Mel. Christus, der ist mein Leben. wallen 227 Die Gnade sei des Herrn, dem wir hier 2 mit allen, die Gnade unsers Herrn, und sehn sein Kommen gern! 248 NN ——— 2. Auf dem so schmalen Pfade gelingt uns ja kein Tritt, es gehe seine Gnade denn bis ans Ende mit. 3. Auf Gnade darf man trauen; man traut ihr ohne Reu, und wenn uns je will grauen, so bleibt der Herr doch treu. 4. Wird stets der Jammer größer, Wandel im Licht. 228 denn sie flößt zu dem Siegen Geduld und Glauben ein. 6. So scheint uns nichts ein Schade, was man um Jesum mißt; der Herr hat eine Gnade, die über alles ist. 7. Bald ist es überwun⸗ den nun durch des Lammes Blut, das in den schwersten Stunden so glaubt und ruft man noch: Du mächtiger Erlöser, du kommst,— so komme doch! 5. Damit wir nicht er⸗ liegen, muß Gnade mit uns sein; die größten Taten tut. 8. Herr, laß es dir ge⸗ fallen, noch immer rufen wir: Die Gnade sei mit allen die Gnade sei mit mir! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. Phil. 1, 6. Mel. Zeuch ein zu deinen Toren. 228 u, Gott, hast's 2 angefangen, das gute Werk in mir. Mein erstes Heilsverlangen war, Vater, schon von dir. Das ganze Werk ist dein; du prüfest Herz und Nieren. Du wirst es auch vollführen; ich darf's versichert sein. 2. Du, Herr, hast's an⸗ gefangen; du hast mich Gott versühnt, bist in den Tod gegangen, hast mir mit Blut gedient. zum Pfande hab ich dich. Dein Leben ist in mir; du wirst es auch vollführen. Du wirst mich nicht verlieren; der Vater gab mich dir. 3. Du, Geist, hast's an⸗ gefangen; den Glauben wirktest du. Ich kann an Jesu hangen; du gibst mir Kraft dazu. Das Abba lehrst du mich; du lehrst mich Freude spüren. Du wirst es auch vollführen; 229. 230 Christliches Leben. 4. Hast du es angefangen, mein Gott, i6 führ es fort! Du bist's, auf den ich's wag; o Herr, du wirst's vollenden. So werd ich auch erlangen Ich bin in deinen Händen das Ziel nach deinem Wort. bis an den letzten Tag. Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. Mel. Christi Blut und Gerechtigleit. 229. Eis reines Herz, Herr, schaff in mir; schleuß zu der Sünde Tor und Tür; vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh! 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Tür; ach, komm und wohne du bei mir; was unrein 525 das treib hinaus aus deinem Tempel, deinem Haus. 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angesicht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt, 4. Und mache dann mein Herz zugleich an Himmelsgut und Segen reich; gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenhand,—— 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Eigentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ergeben bin. Heinrich Georg Neuß, 1654—-1716. Kol. 3, 3—4. 230. Eꝰ glänzet der Christen inwendiges Leben, obgleich sie von außen die Sonne verbrannt; was ihnen der König des Himmels gegeben, ist keinem als ihnen nur selber bekannt. Was niemand verspüret, was niemand berühret, hat ihre erleuchteten Sinne gezieret und sie zu der göttlichen Würde geführet. 250 BSI ich's nden. nden 9. 1769. 1716. 7 nunt; Wandel im Licht. 2. Sie gleichen im Außern den Kindern der Erde und tragen auch an sich des Irdischen Bild; sie fühlen wie andre der Menschheit Beschwerde, oft sehn sie die Sonne der Freude verhüllt. Sie stehen und wandeln, sie reden und handeln, wie jeder es treibet in zeitlichen Dingen; doch kann sie die weltliche Lust nicht bezwingen. 3. Denn innerlich sind sie aus göttlichem Stamme, geboren aus Gott durch sein mächtiges Wort, ein Funke und Flämmlein aus göttlicher Flamme, entzündet von oben, genähret von dort. Die Engel sind Brüder, die ihre Loblieder mit ihnen gar freundlich und wonniglich singen; das muß dann ganz herrlich, ganz prächtig erklingen. 4. Sie wandeln auf Erden und leben im Himmel; sie bleiben ohnmächtig und Ie die Welt. Sie schmecken den Frieden bei allem Getümmel; sie kriegen, die Armsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden,— sie bleiben in Freuden; sie scheinen ertötet den äußeren Sinnen und führen das Leben des Glaubens von innen. 5. Wenn Christus, ihr Leben, wird offenbar werden, wenn er sich einst, wie er ist, öffentlich stellt, so werden sie mit ihm als Herren der Erden auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren, mit ihm triumphieren, den Himmel als prächtige Lichter auszieren; da wird man die Freude gar offenbar spüren. 6. O Jesu, verborgenes Leben der Seelen, du himmlische Zierde der inneren Welt, laß deinen verborgenen Weg uns erwählen, wenngleich uns die Schmach deines Kreuzes entstellt. Hier übel genennet und wenig gekennet, hier heimlich mit Christo im Vater gelebet, dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet! Christian Friedrich Richter, 1676—1711. 251 Christliches Leben. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 231 Eꝰ ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; zwar der Natur r es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit ,: den schweren Streit., 2. Du darfst ja nur ein Kindlein sein; du darfst ja nur die leichte Liebe üben. O blöder Geist, schau doch, wie gut ers mein! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; ,: es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle. Der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz; die Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergib ihn willig in den Tod,— 2: so hat's nicht not. ,: 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, schau mein Elend gnädig an! 2 so ist s getan.. 5. Faß nur dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest! Versiehst du's oft und fehlst aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest, so gilt dein Fehl und kindliches Versehn 2,: als nicht geschehn., 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir tun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken. Ja, siehst du endlich ferner keine Spur, ): so glaube nur. 7. So wird dein Licht aus Nacht entstehn, und wirst dein Heil mit größrer Klarheit schauen. 252 eben; Wandel im Licht. 232 Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sieh doch, wie ein wahrer Christ 2„ so selig ist:, 8. Auf, auf, mein Geist! Was säumest du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und kühn allein auf ihn.: Christian Friedrich Richter, 1676—1711. 232 Eꝰ kostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht't, ): das macht's noch nicht.: 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; da kostet's Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn man's versucht, so spürt man mit der Zeit : die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, daß man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, : daß mans nicht acht't.): 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird man da so stark, so hell und rein, so herrlich sein, verklärt im Angesichte, dieweil uns da die wesentliche Pracht )? so schöne macht!, 5. Da wird das Kind den Vater sehn; im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden. 253 —— ——3—————— —::e 233 Christliches Leben. Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn? : Wer mag's verstehn?: 6. Was Gott genießt, genießt es auch; was Gott besitzt, wird ihm in Gott gegeben. Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch; wie lieblich wird es dort mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, „m als Gott allein., 7. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht? Bedenke, was für Krast uns Gott verheißen. Wie gut wird sich's doch nach der Arbeit ruhn; ,: wie wohl wird's tun! ,: 7** Christian Friedrich Richter, 1676—1711. 2. Tim. 2, 19. Mel. Ich bin nicht mehr mein eigen. 233 E 5 die Seinen und hat sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land; er läßt sie nicht verderben; er führt sie aus und ein; im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein. 2. Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut, der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 25⁴ 3. Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem einen, daß er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn, die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht, die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt, die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt. wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen Laß nichts die Hoffnung in jedem Volk und Land ö rauben! am Werk der Gnaden⸗ Die Liebe herzlich sei! durch seines Geistes Stärk, da dich die Welt wird sehn, an Glauben, Hoffnung, Liebe, so laß uns als die Deinen als seiner Gnade Werk. Zu deiner Rechten stehn! 1711. — 5. So kennt der Herr die 6. So hilf uns, Herr, zum Seinen, Glauben und halt uns fest dabei! triebe Und wird der Tagerscheinen 5 Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. Off. Joh. 3. 234 Fgie fort, fahre fort, *. Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle! Laß die erste Liebe nicht; suche stets die Lebensquelle! e dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu; siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, wenn sie dich sucht groß zu machen! Achte nichts ihr Gut und Geld, nichts ihr Dräuen, nichts ihr Lachen! Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten! Tue nicht, was er dich heißt; laß nur deinen Stern dich leiten! 25⁵ Wandel im Licht. 234 —.———m—‚:w-w:wee‚e‚e‚eteee‚eeeeee —.eeeeeeeee Christliches Leben. Zion, das, was gut scheint oder schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben! Sei nicht wie die andern tot; sei du gleich den grünen Reben! Zion, in die Kraft statt in den Schein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet. Zion, durch die dir gegebne Tür ö brich herfür, brich herfür! 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu; laß nicht lau und träg dich finden! Auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Johann Eusebius Schmidt, 1669—1745. 235 G'edi, ihr Streiter, immer weiter durchs Verleugnen zum Genuß! Auserkorne, Hochgeborne! Standsgemäß man wandeln muß. Wenn ihr Jesu Braut wollt werden,— werft den Kindern dieser Erden ihren armen Tand zu Fuß! 2. Wir verlachen eure Sachen, stoßen weg, was ihr begehrt. Euer schönes Dies und Jenes achten wir nicht sehenswert. Euer Herrlich, Groß und Wichtig ist für uns zu schlecht und nichtig. ö euer Ballast uns beschwert. V 256 1745. Waͤndel im Licht. 236 3. Geld und Güter— der Gemüter güldne Strick und Fesseln sind. Lobt und schmeichelt, bückt und heuchelt, lästert auch,— es ist nur Wind. Süßes Gift sind eure Lüste; auf dem Staats⸗ und Ehr'ngerüste man nur glänzend Elend find't. 4. Unser Sehnen, unsre Tränen trösten mehr, als eure Freud. Könnt't ihr sehen und verstehen die verborgne Seligkeit, ihr würd't euerm Kram entlaufen und mit dem verschmähten Haufen wandern nackt zur Ewigkeit! Gerhard Tersteegen, 1697—1769. Mel. Es ist das Heil uns lommen her. 236 G' deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken gehen; du krönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schätze dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden! Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe! 25⁷ 17 Christliches Leben. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 237 Heiger Jesu, Heilgungsquelle, mehr als Kristall rein, klar und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit, aller Glanz der Cherubinen die Heiligkeit der Seraphinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein Vorbild bist du mir; ach, bilde mich nach dir, du mein alles! ö Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich mag heilig sein wie du! 2. Stiller Jesu, wie dein Wille dem Willen deines Vaters stille und bis zum Tod gehorsam war, also mach auch gleichermaßen mein Herz und Willen dir gelassen; ach stille meinen Willen gar! Mach mich dir gleichgesinnt, wie ein gehorsam Kind, stille, stille! 2 Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich fein stille sei wie du! ö 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, in großer Arbeit, Müh und Kummer bist du gewesen Tag und Nacht, mußtest täglich viel ausstehen; des Nachts lagst du vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gewacht. 5 258 1769. Wandel im Licht. Gib mir auch Wachsamkeit, daß ich wie du allzeit wach und bete! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich stets wachsam sei wie du! 4. Gütger Jesu, ach, wie gnädig, wie liebreich bist du und guttätig doch gegen Freund und Feind gesinnt! Deine Sonne scheinet allen; dein Regen muß auf alle fallen, ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Herr, ach, lehre mich, damit auch hierin ich dir nacharte! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich auch gütig sei wie du! 5. Sanfter Jesu, ganz unschuldig ertrugst du alle Schmach geduldig und uͤbtest niemals Rache aus. Wer kann deine Sanftmut messen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer um des Vaters Haus! Mein Heiland, ach, verleih mir Sanftmut und dabei guten Eifer! Hilf, Jesu, du auch mir dazu, daß ich sanftmütig sei wie du! 6. Hoher Jesu, Ehrenkönig, du suchtest deine Ehre wenig und wurdest niedrig und gering, wandeltest einher auf Erden in Demut und in Knechtsgebärden, erhobst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demut lehr mich auch je mehr und mehr stetig üben! 259 Hilf, Jesu, du auch mir dazu, Christliches Leben. daß ich demütig sei wie du! 7. Liebster Jesu, liebstes Leben, mach mich in allem dir ergeben und 90n wihdnn eert drre 0 gib, daß mi dein Geist dur dringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir; behalt mich für und für, treuer Heiland! Hilf mir dazu, daß ich wie du, und wo du bist, einst finde Ruh! Nach dem Holländ. des Jod. v. Lodenstein(4 1677) von? Gottfried Arnold, 1666—1714. 238. wahrhaftges Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist erneuen; mein Gott versag mir's nicht! 2. Vergib mir ů Sünden und wirf sie hinter dich; laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich! 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin meine 260 und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkennt⸗ nis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch dein heilsames Wort, damit ich an dich gläube und in der Wahrheit bleibe zu Trutz der Höllenpfort. 5. Ach zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 6. Nun Herr, verleih mir Stärke,x verleih mir Kraft und Mut; zu deinem Dienst ergebe V 67⁷ ebe nut⸗ 1, dnis ort, iube eibe Et. iebe iebe llen mir dut; V* denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und tut; hingegen all mein Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 7. Darum, du Gott der Gnaden, du Vater aller Treu, 239 awen * eint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh; lasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zu! Er das Haupt, wir seine Glieder, er das Licht und wir derSchein, er der Meister, wir die Brü⸗ Er, er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach kommt, ihr Gnadenkinder, und erneuert euren Bund; Wandel im Licht. 239 wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu. Gib, daß ich deinen Willen stets suche zu erfüllen, und steh mir kräftig bei. Ludwig Andreas Gotter, 1661—1735. Denkt doch, wie es ihn betrübet, wenn ihr selbst euch Eintrag tut. 4. Ach, du holder Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie es so herzlich meine, wie's dein letzter Wille war, und daß, wie du eins mit ihnen, also sie auch eines—4 sich in wahrer Liebe dienen und einander gern erfreun! schwöret unserm Uberwinder Lieb und Treu von Herzens⸗ grund! Und wenn eurerLiebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, o, so flehet um die Wette, bis sie Jesus wieder stählt! 3. Legt es unter euch, ihr Glieder, auf so treues Lieben an, daß ein jeder für die Brüder auch das Leben lassen kann! So hat uns der Herr ge⸗ liebet; so vergoß er dort sein Blut. 5. Friedefürst, laß deinen rieden stets in unsrer Mitte ruhn! Liebe, laß uns nie ermüden, deinen selgen Dienst zu tun! Denn wie kann die Last auf Erden unddes GlaubensRitterschaft besser uns versüßet werden, als durch deiner Liebe Kraftꝰ 6. Liebe, hast du es ge⸗ boten, daß man Liebe üben soll, o, so mache doch die toten, trägen Geister lebensvoll! ————— D— Christliches Leben. Zünde an dieLiebesflamme, bis schon hier auf dieser Erden daß ein jeder sehen kann: kein getrenntes Glied mehrist; wir, als die von einem und allein von deinem Stamme, Brennen stehen auch für einen Mann. nehmeunser Licht den Schein; 7. Laß uns so vereinigt also wird die Welt erkennen. werden, daß wir deine Jünger sein. wie du mit dem Vater bist, 5 Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 1700—1760. 240 Sier legt mein Sinn sich vor dir nieder; 2 H mein Geist sucht seinen Ursprung wieder. Herr, dein erfreuend Angesicht auf meine Armut gnädig richt. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in Christi Tode sterben; o möchte doch in seiner Pein die Eigenheit ertötet sein! 5 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; ö jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden. Der Sinn muß tiefer in dich gehn; der Fuß muß unbeweglich stehn. 5. Ich weiß mir zwar nicht selbst zu raten; hier gelten nichts der Menschen Taten. Wer macht sein Herz wohl selber rein? 5 Es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch kenn ich wohl dein treues Lieben: du bist noch immer treu geblieben.„ Ich weiß gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber srei. 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und aus der Sünde Netz mich ziehst. 262 Wandel im Licht. 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen; Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorge meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen. Ach, drücke tief in meinen Sinn, 5 daß ich in dir schon selig bin! 60. Christian Friedrich Richter, 1676—1711. 241 S iren geht unsre Bahn; * wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir hin nach Kanaan durch die Wüste kommen werden; hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; 6 denn du bist ein himmlisch Wesen ö und kannst das, was irdisch heißt, ö nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott erleucht'ter Sinn kehrt zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu, wenn ich ihn im Worte höre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 5 4. Himmelan denk ich allzeit, wenn er mir die Tafel decket und mein Geist hier allbereit „ eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammertal ö folgt des Lammes Hochzeitsmahl. ö 5. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; 203 Christliches Leben. denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach himmelan! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht mir mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmolck, 1672—1737. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 242 Qesu, der du bist alleine V Haupt und König der Gemeine, segne mich, dein armes Glied! Wollst mir neuen Einfluß geben deines Geistes, dir zu leben; stärke mich durch deine Güt. 2. Ach, dein Lebensgeist durchdringe, Gnade, Kraft und Segen bringe deinen Gliedern allzumal, wo sie hier zerstreuet wohnen unter allen Nationen, die du kennest überall. 3. O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie köstlich sind sie mir! Du weißt, wie michs oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir. 4. Ich umfasse, die dir dienen; ich verein'ge mich mit ihnen, und vor deinem Angesicht 264 Wandel im Licht. wünsch ich Zion tausend Segen; stärke sie in deinen Wegen, führe sie in deinem Licht. 5. Die in Kreuz und Leiden leben, stärke, daß sie ganz ergeben ihre Seel in deine Hand; laß sie dadurch werden kleiner und von allen Schlacken reiner, ganz allein in dich gewandt. 6. Laß die Deinen noch auf Erden ganz nach deinem Herzen werden; mache deine Kinder schön, abgeschieden, klein und stille, sanft, einfältig, wie dein Wille, 737. und wie du sie gern willst sehn. 7. Sonderlich gedenke deren, die es, Herr, von mir begehren, ö daß ich für sie beten soll. Auf dein Herz will ich sie legen; gib du jedem solchen Segen, wie es not; du kennst sie wohl. ‚ 8. Ach, besuch zu dieser Stunde ihre Herzen, und im Grunde sie erfreu in dir allein; zeuch mit deinen Liebeszügen ihre Lust und ganz Vergnügen wesentlich in dich hinein. 9. Ach, du hast uns teur erworben, da du bist am Kreuz gestorben; denke, Jesu, wir sind dein! Halt uns fest, so lang wir leben und in dieser Wüste schweben; laß uns nimmermehr allein, 10. Bis wir einst mit allen Frommen dort bei dir zusammen kommen und, von allen Flecken rein, dort vor deinem Throne stehen, uns in dir, dich in uns sehen, ewig eins in dir zu sein. Gerhard Tersteegen, 16971769. 265 1 Christliches Leben. Mel. Seelenbräutigam. 243 Jesu, geh voran »ANauf derLebens⸗ bahn, und wir wollen nicht ver⸗ weilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Soll's uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o, so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf. Rikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, 1700—1760. 244 Cesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsternis dringet herein, wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Schau, wie sie sinnet auf allerlei Ränke, daß sie mich sichte, verstöre und kränke. 2. Jesu, hilf siegen! Ach, wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für! Ach, laß mich schmecken dein kräftig Versühnen und dies zu meiner Demütigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Last der Begierden empfinde und sich mein tiefes Verderben darlegt. Hilf dann, daß ich vor mir selber erröte und durch dein Leiden die Sündenlust töte. 4. Jesu, hilf siegen und lege gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß in mir lebe des Geistes Verlangen, aufwärts sich schwingend durch heiligen Trieb. IFFR Wandel im Licht. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, nerz so 3 1 mein Geist, Leib und Seele genesen. 5. Jesu, hilf siegen, damit auch mein Wille dir, Herd, sei gänzlich zu eigen geschenkt Den“ und ich mich so in dein Wollen verhülle, daß sich die Seele zur Ruhe hinlenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, daß ich mich zählen darf unter die Deinen. 6. Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrheit sie schminken, laß doch viel heller dann deine Kraft 5—5 6ae Steh mir zur Rechten, o König und 9 Meister; Ege⸗ lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten; Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du versprochen, Santirt zu sein. * Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf siegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seh; wenn kein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein äte en dae Reh, ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 9. Jesu, hilf siegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang; ˙ will ich ewig d dir Lob und Dank sing gen, — Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! ung, ruhe Johann Heinrich Schröder, 1667—1699. 245. Kumnl, Kinder, Kommt, stärket euern Mut, la ßt uns gehen, zur Ewigkeit zu wandern von einer Kraft zur andern; der Abend 29— herbei; es ist gefährlich stehen es ist das Ende gut. in dieser Wüstenei. 2. Es soll uns nicht ge⸗ reuen der schmale Pilgerpfad; wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem! Ein jeder sein Gesichte Christliches Leben. 6. Ist gleich der Weg sehr enge, so einsam, krumm undschlecht, der Dornen in der Menge und manches Kreuze trägt, es ist doch nur ein Weg, laß sein, wir gehen weiter; wir folgen unserm Leiter mit ganzer Wendung richte fest nach Jerusalem. 3. Geht's der Natur ent⸗ der Vater gehet mit; er selbst will bei uns stehen Die Fleisch und Sinne pflegen, gegen, so gehts gerad und fein. noch schlechte Pilger sein. Verlaßt die Kreatur binden; und brechen durchs Geheg! 7. Kommt, Kinder, laßt uns gehen; bei jedem sauren Tritt. Er will uns machen Mut mit süßen Sonnenblicken, und was euch sonst will ach ja, wir haben's gut. laßt gar euch selbst dahinten, es geht durchs Sterben nur! 4. Man muß wie Pilger wandeln, frei, bloß und wahrlich leer; vielsammeln, halten, handeln macht unsern Gang nurschwer. Wer will, der trag sich tot; wir reisen abgeschieden, mit wenigem zufrieden; wir brauchen's nur zur Not. 5. Schmückt euer Herz aufs beste, sonst weder Leib noch Haus; wir sind hier fremde Gäste und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach; ein Pilger muß sch schicken, sich dulden und sich bücken den kurzen Pilgertag. uns locken und erquicken; 8. Sollt wo ein Schwacher fallen, so greif der Stärkre zu. Man trag, man helfe allen; man pflanze Lieb und Ruh. Kommt, schließt euch fester an; ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern der Reinste auf unsrer Liebesbahn. 9. Kommt, laßt uns munter wandern; der Weg kürzt immer ab. Ein Tag der folgt dem andern; bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Mut; nur noch ein wenig treuer, von allen Dingen freier, gewandt zum ewgen Gut! Wandel im Licht. 246 10. Es wird nicht lang 11. Drauf wollen wirs mehr währen,— denn wagen,— halt noch ein wenig aus,— es ist wohl wagenswert,— es wird nicht lang mehr und gründlich dem absagen, aat währen, was aufhält und beschwert. —10 so kommen wir nach Haus. Welt, du bist uns zu klein; — Da wird man ewig ruhn, wir gehn durch Fale Leiten wann wir mitallen Frommen hin in die Ewigkeiten; daheim zum Vater kommen; es soll nur Jesus sein. hbeg! ö 0 wie wohl, wohl wirds Gerhard Tersteegen, 16971769. R. Joh. 11, 16. hen Mel. Sollt ich meinem Gott nicht singen. asset uns mit Jesu ziehen, Mut 246. L seinem Vorbild dulnen Narch in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, her glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; en; geh voran, ich folge dir. uh. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, ter seinem Vorbild werden gleich! Nach dem Leide folgen Freuden; x Armut hier macht droben reich. der Tränensaat, die erntet Lachen; Hoffnung tröstet mit Geduld; es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. ter Jesu, hier leid ich mit dir; dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben! 5 Sein Tod uns vom andern Tod it; ö rettet und vom Seelverderben, 5 von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, 269 Christliches Leben. so wird er uns aus dem Grab in des Himmels Leben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben! Weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist; wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, für deine Brüder. Dir, o Jesu, leb ich hier ů und dort ewig auch bei dir. Sigismund von Birken, 1626—168t. Mel. Herr Jesu Christ, der du beweintest. 247 La mich, o Herr, in allen Dingen + 4* auf deinen Willen sehn und dir mich weihn! Gib selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin! Gib meinem Glauben Mut und Stärke und laß ihn in der Liebe tätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein! Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampfe Sieg und Kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum besten alles weislich fügt! Gib Furcht und Demut, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickst! 4. Ach hilf mir beten, wachen, ringen! Einst werd ich noch, wenn ich den Lauf vollbracht, im Himmel ewig Dank dir bringen, dir, der du alles hast so wohl gemacht; dann werd ich heilig, rein, ganz dir geweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. Georg Joachim Zollikofer, 1730—1788. 27⁰ 681. Wandel Matth. ache dich, mein 248. M Geidberein, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst rechi auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden unvermutet finden. 3. Wache auf, sonst kannst du nicht Christi Klarheit sehen. Wache, sonst wird dir sein Licht ewig ferne stehen; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. im Licht. 26, 41. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge oder, wenn sie sich verstellt, wieder an sich bringe; wach und sieh, es fehlt nie hier an falschen Brüdern unter Christi Gliedern. 6. dazu auch für ich, für dein Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei mitten in dem Wachen; denn der Herr, der muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibest und sein Werk nicht treibest. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weil's ihm sonst ein Leichtes ist, heimlich dich zu binden, und Gott gibt, die er liebt, oft in seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er was soll geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. Christliches Leben. 9. Drum, so laßt uns denn die Zeit immerdar iist nicht weit, wachen, flehn und beten. da uns Gott wird richten weil die Angst, Not undGesahr und die Welt vernichten. immer näher treten; ö Johann Murthord Freystein, 671—1718. 249 M ir nach!“ spricht Christus, unser Held, *„„mir nach, ihr Christen alle; verleugnet euch, verlaßt die Welt; folgt meinem Ruf und Schalle. Nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach! 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg; ich 10610 wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte. Mein Mund, der fleußt zu jeder Zeit von Sanftmut und von Güte. Mein Geist und Wille, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden und euer Herz von arger List zu rein gen und zu scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh voran; ich steh euch an der Seite. Ich kämpfe selbst und breche Bahn, bin alles in dem Streite. Ein Kriegsmann darf nicht stille stehn, sieht er voran den Feldherrn gehn. 6. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie ohn mich verlieren: 272 2 Wandel im Licht. 250. 251 wer sie hier zu verlieren scheint cht wird sie in Gott einführen. 1½ Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier.“ 7. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit Leib und Seel nachgehen Held und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im Leiden stehen; wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Johann Scheffler, 1624—1677. 250 O der alles hätt verloren, ,/ auch sich selbst, der allezeit nur das eine hätt erkoren, so Herz, Geist und Seel erfreut! 2. O, der alles hätt vergessen, der nichts wüßt als Gott allein, dessen Güte unermessen macht das Herz still, ruhig, rein! 3. O, der alles könnte lassen, daß er, frei vom Eiteln all, wandern möcht die Friedensstraßen durch dies dunkle Tränental! 4. O, wär unser Aug der Seelen stetig nur auf Gott gewend't, so hätt auch das bange Quälen im Gewissen ganz ein End! 5. O du Abgrund aller Güte, — zeuch durchs Kreuz in dich hinein Geist, Seel, Herz, Sinn und Gemüte, ewig mit dir eins zu sein! 2 Gottfried Arnold, 1666—1714. ten. ehstein, ö Mel. O du Liebe meiner Liebe. Durchbrecher aller Bande, ö 251. O der du immer bei uns bist, ö der da Schaden, Spott und Schande ‚ uns mit Himmelslust versüßt, 27³ Christliches Leben. übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis dein treues Angesichte uns führt aus dem Kerker hin. 2. Ist's doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk; hierzu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, x was er dir geschenket hat, ö und es aus dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, 13 mußt du uns vollenden, willst und kannst 2 anders nicht; denn wir sind in deinen Händen; dein Herz ist auf uns gericht't, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht't, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns der Welt zum Spott gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, ringen, schreien, beten um Erlösung von Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, ungeacht't der Geist zuzeiten sich auf etwas Bessers schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, sich einmal zu reißen los und durch alle Weltgeschäfte durchzubrechen frei und bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! Weich, Vernunft⸗Bedenklichkeit! Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! Fort des Fleisches Zärtlichkeit! 6. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch in Ewigkeit; wie du's nötig findest, tue noch vor unsrer Abschiedszeit; 27⁴ Wandel im Licht. aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 7. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reiches Kriege! Mach der Sklaverei ein End! Ach die Last treibt uns zu rufen; alle flehen wir dich an: Zeig uns nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 8. Ach wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein; drum, so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, nach dem besten Bild gebild't; der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll sich füllt. 9. Liebe zeuch uns in dein Sterben; laß mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan! Du wirst nicht säumen; laß uns nur nicht lässig sein. Werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold, 1666—1714. 252 Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Gedränge, was nicht zielt zum Himmelssaal. 27⁵ 18² Christliches Leben. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich! Will der Satan widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien; halte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wär's auch Tag und Nacht getan. 6. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halte deine Krone feste; halte männlich, was du hast! Recht beharren ist das beste; Rückfall ist ein böser Gast. 8. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 9. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollustpflege, hält sich selber nichts zugut. 10. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schatz doch in dem Himmel; drum ist auch ihr Herz allda. 11. Dies bedenket wohl, ihr Streiter: streitet recht und fürchtet euch! Geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. Johann Joseph Winckler, 1670—1722. 276 Wandel im Licht. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. üstet euch, ihr Christenleute! 253. R Die Feinde suchen euch zur Beute; ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch an jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt! Ist euch der Feind zu schnell? Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt ch von euren Lüsten; besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft! Stärket euch in Jesu Namen, daß it nicht strauchelt, wie die Lahmen! Wo ist des Glaubens Ritterschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel! Da 10 Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eh ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird die Toten wecken und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gottlob! wir sind versöhnt! Daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Ich stärke deine Kinder und mach aus denen Uberwinder, die du erkauft mit deinem Blut. 277 Christliches Leben. Schaff in uns ein neues Leben, daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns aatsalen will der Mut. Geuß aus 1209 uns den Geist, dadurch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilhelm Erasmus Arends, 1677—1721. Phil. 2, 12. chaffet, schaffet Menschenkinder, 254. S schr eure Seligkeit; bauet nicht, wie sichre Sünder, nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch; ringet nach dem Himmelreich und bemühet euch auf Erden, wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, so bekämpfet Fleisch und Blut, und der Welt zu widerstehen, rüftet euch mit 43 und Mut; Gottes Wille soll allein eures Lebens Richtschnur sein, mag es eure schwache Herzen nun erfreuen oder schmerzen. 3. Ihr habt Ursach zu bekennen, daß in euch noch Sünde steckt, daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt und daß Gottes Gnadenkraft nur allein das Gute schafft, ja daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet; selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet; selig, wer die Welt verschmäht! 278 1721. Wandel im Licht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach. Wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und lässig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; nur den Siegern wird die Krone beigelegt zum Gnadenlohne. 6. Mit der Welt nach Lust zu jagen, hat bei Christen keine Statt. Leichtsinn bei der Welt Gelagen schwächt den Geist und macht ihn matt. Unter Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, mich man noch mit 5scher Herzen sicher wollte tun und scherzen. 7. Furcht muß man im Herzen tragen, Furcht vor dem, der Leib und Seel kann zur Hölle niederschlagen; Gott ists, der des Geistes Ol, und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzuflehen. 8. Und dann zähmet eure Glieder, drin die Sündenlust ch regt; kämpft den alten Menschen nieder, bis ihm seine Macht gelegt. Was euch ärgert, hauet ab; was euch hindert, senkt ins Grab und denkt immer an die Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. 27⁰ Christliches Leben. Ach mein Heiland, geh doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gib mir deines Geistes Waffen, ö meine Seligkeit zu schaffen. ö 10. Amen, es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen meinen Kampf zu Ende führ! Er, er gebe Kraft und Stärk ö und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludwig Andreas Gotter, 1661—1735. 255 Seele, was ermüdst du dich 5 in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn; laß ihn sich zu Gott aufschwingen. Richt ihn stets zum Himmel hin; laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu; da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets einher; laß dir nichts das Ziel verrücken. Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 28⁰ 1735. Wandel im Licht. 5. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren, bist erlöst durch Christi Tod und zu seem Reich erkoren. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 6. Schwinge dich nur oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, unter deinen Füßen stehen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 7. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 8. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet sich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 9. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf, 1684 1754. Off. 2, 10. Mel. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. ei getreu bis an das Ende, 256. S daß nicht Marter, Angst und Not dich von deinem Jesu wende; sei ihm treu bis in den Tod. 281 Christliches Leben. Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 2. Sei sen se in deinem Glauben! Laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben; halte treulich deinen Bund, den dein Gott durchs Wasserbad fest mit dir geschlossen hat. Ach, du gingest ja verloren, wenn du treulos ihm geschworen! 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! Auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich auch oft betrübt. Denke, was dein Heiland tat, als er für die Feinde bat. Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! ö Lasse dich kein hon Jefu laß dich nichts von Jesu scheiden; murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer nur durch Ungeduld; leichter trägt, wer aufet träget, was sein Gott ihm auferleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Traue fest auf Gottes Wort! Hat dich Kreuz und Not betroffen und Gott hilft nicht alsofort,— hoff auf ihn doch festiglich; ein Wit bricht ihm gegen dich; eine Hilf ist schon vorhanden; Hoffnung machet nie zuschanden. 6. Nun wohlan, bleib im Leiden, Glauben, Liebe, Hoff nung fest! Ich will treu sein bis zum Scheiden, Weil mein Gott mich 23 verläßt. Wandel im Licht. Herr, den meine Seele liebt, dem sie sich im Kreuz ergibt, sieh, ich fasse deine Hände: hilf mir treu sein bis zum Ende! Nach Benjamin Prätorius, 1636—1674(2), Mel. Mir nach! spricht Christus, unser Held. 257 So jemand spricht: Ich liebe Gott, 2 und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güter hat und sieht die Brüder leiden N und macht den icht Rleiden nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden,* der übertritt die erste Pflicht ö und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Wir haben einen Gott und Herrn,* sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; ö denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich,— mein Nächster ist sein Kind wie ich. 4. Ein Heil ist unser aller Gut; ich sollte Brüder hassen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? ö Daß Gott mich schuf und mich versühnt, hab ich dies mehr als sie verdient? 5. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen,— dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 283 Christliches Leben. 6. Was ich den Frommen hier getan, den kleinsten auch von diesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 7. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. Mel. Seele, was ermüd'st du dich. 5 tark ist meines Jesu Hand, 258. S und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht; das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmut auch Gefahr, fürcht ich auch zu unterliegen, Christus beut die Hand mir dar; Christus hilft dem Schwachen siegen. Daß mich Gottes Held verficht, das ist meine Zuversicht. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten; wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, das ist meine Zuversicht. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, daß ich keinen Ausgang wüßte und mit ungewissem Tritt ohne Licht verzagen müßte, Christus ist mein Stab und Licht; das ist meine Zuversicht. 28⁴ Wandel im Licht. 5. Mag die Welt im Mißgeschick beben oder ängstlich klagen, ohne Halt ist all ihr Glück; wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht mich nach seinem Bild gestalten, dennoch will ich ohne Flucht seiner Hand nur still halten. Er übt Gnad auch im Gericht; das ist meine Zuversicht. 7. Seiner Hand entreißt mich nichts; wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst verspricht's; sollt ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht; das ist meine Zuversicht. Karl Bernhard Garve, 1763—1841. Mel. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. 259 A auf Christum sehen 2 bleibt der Weg zur Seligkeit. Allen, welche zu ihm flehen, ist gewisses Heil bereit't. Siehet man im Herzen an, was er für die Welt getan, und man glaubt daran mit Beugen, so bekommt man es zu eigen. 2. Wenn doch alle Seelen wüßten, wie es dem so wohl ergeht, welcher in der Zahl der Christen, wahrer Glieder Jesu, steht! Da geht man in seinem Glück immer fort und nie zurück; man ist auf dem Lebenspfade und nimmt immer Gnad um Gnade. 3. Aber freilich kann nichts taugen, als nur das, was Jesus tut. Lassen wir ihn aus den Augen, finden wir was anders gut, 285 Christliches Leben. so erfahren wir gewiß, unser Licht sei Finsternis, unser Helfen sei Verderben, unser Leben lauter Sterben. 4. Wären wir doch völlig seine! Regte sich doch keine Kraft, da der Heiland nicht alleine, was 0 wirkete, geschafft! Jesu, richte unsern Sinn lediglich auf dich nur hin, so lebt's Herz in deiner Wahrheit, und das Auge wird voll Klarheit! 5. Bring uns völlig in die Schranken, die dein Liebesrat gesetzt! Weder Worte noch Gedanken werden sonst für gut geschätzt. Eine arme Kreatur kann allein auf dieser Spur deines Namens Ruhm erhöhen und in deine Freud eingehen. Johann Andreas Rothe, 1688— 1758. 1. Kor. 9, 24. 260 Wer das Kleinod will erlangen, 2 der muß laufen, was er kann; wer die Krone will empfangen, der muß kämpfen als ein Mann. Dazu muß er gic inzeiten auf das beste zubereiten, alles andre lasen gehn, was ihm kann im Wege stehn. 2. Herzens⸗Jesu, deine Güte hält auch mir ein Kleinod für, das entzückt mir mein Gemüte durch den Reichtum shön Zier. O wie glänzt die schöne Krone von dem hohen Ehrenthrone, die du in der Herrlichkeit deinen Streitern hast bereit't! 286 Wandel im Licht. 3. Mich verlangt von ganzem Herzen, daß sie mög mein eigen sein; ja ich sehne mich mit Schmerzen nach dem freudevollen Schein. Doch das Ringen macht mir bange, und der Kampf währt mir zu lange. An der Erde hängt mein Sinn; bald sinkt meine Kraft dahin. 4. Drum, mein Jesu, steh mir Armen in so großer Schwachheit bei; laß dich meine Not erbarmen; mache mich von allem frei, was mir will mein Ziel verrücken; komm, mich selbst recht zuzuschicken Gib mir Kraft und Freudigkeit; fördre meinen Lauf und Streit. 5. Es verlohnt sich wohl der Mühe, ob mirs gleich oft sauer wird, wenn ich mich der Welt entziehe, die mich stets zurücke führt. Denn der Treue Gnadenkrone ist mir überg'nug zum Lohne: wirst du nur mein Beistand sein, so ist sie in kurzem mein. Johann Mentzer, 1658—1734. Mel. Seelenbräutigam. 261. Wed wohl wie Jesu, süße Ruh? Anter vielen auserkoren, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not hat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Uunfer uns geschenket und in unser Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt hast du mächtig überwunden und ein ewges Heil erfunden durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 26²2 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Zepter will ich küssen, mit Maria dir zu Füßen sitzen früh und spät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm, als dein Eigentum, durch des Geistes Licht er⸗ kennen, stets in deiner Liebe brennen, als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner SanftmutSchild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir sonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleibe in den Schranken. Sei du mein Gewinn; gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortsetze und mich nichti in seinem Netze Christliches Leben. Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlitz treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand aus⸗ strecken; habe auf mich acht, Hüter in der Nacht. 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Zleisches Lüste hasse, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todestal be⸗ gleiten und zur Herrlicheit bereiten daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Johann Anastasius Freylinghausen, 1670—1739. Mel. Bis hierher hat mich Gott gebracht. 262 15. K. an die Macht, du Arm des Herrn! Wohlauf! und hilf uns streiten! Noch hilfst du deinem Volke gern, wie du getan vorzeiten. Wir sind im Kampfe Tag und Nacht; 288 D Kreuz und Trost. o Herr, nimm gnädig uns in acht und steh uns an der Seiten. 2. Mit dir, du starker Heiland du, muß uns der Sieg gelingen; wohl gilt's zu streiten immerzu, bis einst wir dir lobsingen. Nur Mut! Die Stund ist nimmer weit, da wir nach allem Kampf und Streit die Lebenskron erringen. 3. Drängt uns der Feind auch um und um, wir lassen uns nicht grauen; du wirst aus deinem Heiligtum schon unsre Not erschauen. Fort streiten wir in deiner Hut und widerstehen bis aufs Blut und wollen dir nur trauen! 4. Herr, du bist Gott und keiner mehr, auf den allein wir trauen. Wie gnädig wolltest du zur Wehr der Berge Wall uns bauen! Laß deine Güte, deine Treu behüten uns und stets aufs neu 988 deine Hilfe schauen! Herr, du bist Gott! In deine Hand o laß getrost uns fallen! Wie du geholfen unserm Land, so hilfst du fort noch allen, die dir vertraun und deinem Bund und freudig dir von Herzensgrund ihr Loblied lassen schallen. Friedrich Oser, 1820— 91. 5. Kreuz und Trost. Psalm 38, 22. 263. A* Gott, verlaß zu meiner Seligkeit; mich nicht; sei du mein Lebenslicht, gib mir die Gnadenhände. mein Stab, mein Hort, mein Ach führe mich, dein Kind, Schutz; daß ich den Lauf vollende ach Gott, verlaß mich nicht. 289 19 26⁴4 nicht; regiere du mein Wallen. Ach, laß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen. Gib mir den guten Geist; gib Glaubenszubersicht; sei meine Stärk und Kraft; ach Gott, verlaß mich nicht. 3. Ach Gott, verlaß mich wf nicht, ich ruf aus Herzensgrunde; ach Höchster, stärke mich Mn in jeder bösen Stunde; wenn michVersuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gott, verlaß mich nicht. einen und noch und ganz un 2. Ach Gott, verlaß mich Christliches Leben. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht; ach, laß dich doch bewegen! Ach Vater, kröne doch mit reichem Himmelssegen die Werke des Berufs, die Werke meiner Pflicht, zu tun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht. 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht. Salomon Franck, 1659—1725. 264 As ist an Gottes Segen — und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut. Wer auf Gott sein Hoffnung setzet, der sei ganz unverletzet reien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der 606 wunderbar geführet eitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viele mühen sich um Sachen die nur Hun und Unruh machen eständig sind; ich begehr, nach dem zu ringen, was den Frieden pflegt zu bringen, und was man gar selten find't. 29⁰ was i — Kreuz und Trost. 4. 0 wünsc kann das Herz erquicken; wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben gen hab ich seiner Gnad ergeben 8, und ihm alles heimgestellt. icht, 5. Er weiß schon nach seinem Willen 1 mein Verlangen zu erfüllen; nicht. es hat alles seine Zeit. mich Ich hab ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, ich bin bereit. ott, 6. Soll ich länger allhier leben, leben will ich ihm nicht widerstreben; b, ich verlasse mich auf ihn. . Ist doch nichts, das lang bestehet; Tod; alles Irdische vergehet nicht. und fährt wie ein Strom dahin. Vor 1676. 1725. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 265.Acdereet will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewig⸗ eit, wieviel mir nützen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 291 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein unge⸗ störtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst ihte Ge⸗ 1 I bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt einst der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Reichtum, Ehr und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. Christliches Leben. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeitꝰ Wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; dergerr hilft seinenKnechten! Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 266 Ameinen lieben * Gott trau ich in Angst und Not; er kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten; mein Unglück kann er wenden; es steht in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt in, ist Sterben mein Gewinn, und Christus ist mein Leben; dem will ich mich ergeben. Ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er versorgen. 4. O mein Herr Jesu Christ, der du geduldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, uns allen auch beschieden den ewgen Himmelsfrieden.— 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich; hilf mir am letzten Ende; nimm mich in deine Hände, daß selig ich abscheide zur ewgen Himmelsfreude. ö ö 292 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund. Du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ohn Ende preisen. Amen. 2 Friedrich Beurhaus, 4 1609. ——— 2— Lebens itꝰ hunden! 1 dieser Hunden! rrn! rechten; iechten! 1769. norgen, sorgen. r Jesu torben, dorben, chieden eden.— mich, ch dich; Ende; Hände, ide reude. Stund grund. leiten, Zeiten, Ramen men. 1609. ——— Ureuz und CTrost. 26⁷ Psalm 37, 5. 267. D Re, ö und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; anf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott sich gar nichts nehmen; es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg hast du aller⸗ wegen; an Mitteln fehlt dirs nicht. Dein Tun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern; dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun. 5. Und ob gleich alle Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er sich vorgenommen und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken. Erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn derschönsten Freud. 7. Auf, auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was dein Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß tun⸗ und walten; er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat das Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und tun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und sollt'st du für und für in Angst und Nöten schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich be⸗ finden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. Christliches Leben. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron; Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singstFreudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr mach Ende mit aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein Paul Gerhardt, 16071676. Psalm 73, 23 f. Mel. Himmelan geht unsre Bahn. 268 Denene) bleib ich stets an dir, 10 wenn mir alles gleich zuwider; keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der Tat nur auf meine Wohlfahrt siehet; denn du führst es wohl hinaus, . sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an; wenn ich ausgekämpfet habe, 20⁴ Hreuz und Crost. führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe; endlich zeige mir das Los in der Auserwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, aheh bleib ich stets an dir; dennoch bleib ich feste stehen; ich muß, Trotz sei aller Pein, dennoch, dennoch selig sein. Benjamin Schmolck, 16721737. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. in Christ kann ohne Kreuz nicht sein; 269. E drum laß dichs nicht betrüben, ö wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, n je ernster sind 1676 des frommen Vaters Schläge. —. Schau, das sind Gottes Wege. 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; Gott will's nicht anders haben. Auch dieses Lebens Not und Pein sind deines Vaters Gaben. Soll's denn so sein, so geh es ein; es kommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses senden. 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das Kreuz lehrt fleißig beten, zieht ab vom eitlen Trug und Schein und lehrt zu Jesu treten. Drum wirf's nicht hin mit schnödem Sinn, wenn's nun zu dir gekommen; es soll der Seele frommen. 4. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; das muß uns immer wecken; 29⁵5 Christliches Leben. wir schliefen sonst in Sünden ein. Wie müßten wir erschrecken, wenn unbereit die Ewigkeit und der Posaune Schallen uns würde überfallen! 5. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein; es lehrt die Sünde hassen und lieben Gott allein ‚ mit rechter Lieb umfassen. ö Die Welt vergeht,— nur Gott besteht; bedenk's und laß dich üben, das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein; was Gott schickt, will ich tragen. Schickt's doch der liebe Vater mein; sind's doch nur kurze Plagen und wohlgemeint. Wer gläubig weint, lebt dort in steten Freuden; ich will mit Christo leiden. David Nerreter, 1649—1726. 270 Eund bricht der heiße Tiegel, und der Glaub empfängt sein Siegel gleich dem Gold, im Feur bewährt. Zu des Himmels höchsten Freuden werden nur durch tiefe Leiden Gottes Lieblinge verklärt. 2. Unter Leiden prägt der Meister in die Herzen, in die Geister sein allgeltend Bildnis ein. Wie er dieses Leibes Töpfer, will er auch des künftgen Schöpfer auf dem Weg der Leiden sein. 3. Leiden bringt empörte Glieder endlich zum Gehorsam wieder, macht sie Christo untertan, 296 1726. Siegel Kreuz und Trost. daß er die gebrochnen Kräfte zu dem Heiligungsgeschäfte sanft und still erneuern kann. 4. Leiden sammelt unsre Sinne, daß die Seele nicht zerrinne in den Bildern dieser Welt, ist wie eine Engelwache, die im innersten Gemache des Gemütes Ordnung hält. 5. Leiden stimmt des Herzens Saiten für den Psalm der Ewigkeiten, lehrt mit Sehnsucht dorthin sehn, wo die selgen Palmenträger mit dem Chor der Harfenschläger preisend vor dem Throne stehn. 6. Leiden fördert unsere Schritte; Leiden weiht die Leibeshütte zu dem Schlaf in kühler Gruft; es gleicht einem frohen Boten jenes Frühlings, der die Toten zum Empfang des Lebens ruft. 7. Leiden macht im Glauben gründlich macht gebeugt, barmherzig, kindlich; Leiden, wer ist deiner wert? Hier heißt man dich eine Bürde; droben bist du eine Würde, die nicht jedem widerfährt. 8. Im Gefühl der tiefsten Schmerzen dringt das Herz zu Jesu Herzen immer liebender hinan, und um eins nur fleht es sehnlich: Mache deinem Tod mich ähnlich, daß ich mit dir leben kann. 9. Endlich mit der Seufzer Fülle bricht der Geist durch jede Hülle, und der Vorhang reißt entzwei. Wer ermisset dann hienieden, welch ein Meer von Gottesfrieden droben ihm bereitet sei! 297 Christliches Leben. 10. Jesu, laß zu jenen Höhen heller stets hinauf uns sehen, lie bis die letzte Stunde schlägt, 2. da auch uns nach treuem Ringen heim zu dir auf lichten Schwingen so eine Schar der Engel trägt. se Nach Karl Friodrich Harttmann, 1743—1815. ist Mel. Es ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist. er ott ist getreu; sein Herz, sein Vaterher 271. G ist voller Reblicheit— 33 + Gott ist getreu bei Wohlsein und bei Schmerz, 9 in gut und böser Zeit. el * Weicht, Berge, weicht! fallt hin, ihr Hügel! e: Mein Glaubensgrund hat dieses Siegel: ,: Gott ist getreu. ,: U + 2. Gott ist getreu; er ist mein treuster Freund; 4* dies weiß, dies glaub ich fest. Ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind d zu hart versuchen läßt. 0 Er wiegt bei jeder Prüfungsstunde d 11 die Kraft von meinem Glaubenspfunde. ö 2, Gott ist getreu. ,. 3. Gott ist getreu. Er tut, was er verheißt; er hält, was er verspricht. Wenn mir sein Wort den Weg zum Leben weist, so gleit und irr ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen; ö sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. ů: Gott ist getreu.: ö 4. Gott ist getreu. Er handelt väterlich, ö und was er tut, ist gut. Sein Liebesschlag erweckt und bessert mich; die Strafe meint es gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter; der Kampf macht mich zum guten Streiter. x ,: Gott ist getreu., ö 5. Gott ist getreu. Er gibt der bösen Welt den ein'gen Sohn dahin; der Heiligste bezahlt das Lösegeld, damit ich selig bin. 15. Kreuz und Trost. Um uns zu retten vom Verderben, ließ er den Eingebornen sterben. ,: Gott ist getreu., 6. Gott ist getreu. Mein Vater, des ich bin, sorgt für mein Seelenwohl; sein Will und Wunsch, sein Zweck und sein Bemühn ist, daß ich leben soll. Er reinigt uh von allen Sünden; er läßt mich Ruh in Christo finden. ,: Gott ist getreu. ,: 7. Gott ist getreu. Sein göttlich treuer Blick gibt sorgsam auf mich acht; er sieht mit Lust, wenn mich ein zeitlich Glück erfreut und dankbar macht. Was uns zu schwer ist, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. ,: Gott ist getreu. ,: 8. Gott ist getreu. Mein Herz, was fehlt dir noch, dich stets im Herrn zu freun? Sei Gott getreu! Sei unverzagt, mag doch die Welt voll Falschheit sein. Der falschen Brüder Neid und Tücke gereicht am Ende mir zum Glücke. ,: Gott ist getreu.: 9. Gott ist getreu. Vergiß, o Seel, es nicht, wie zärtlich treu Gott ist. Gott treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, so lang du denkst und bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben; laß dir den starken Trost nicht rauben: ,: Gott ist getreu. Ehrenfried Liebich, 1713—1780. Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan. 272 ä zott lebt. Wie kann ich traurig sein, als wär kein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz und meinen Schmerz; so darf ich nicht verzagen und ihm nur alles klagen. 209 Christliches Leben. 2. Gott hört, wenn niemand hören will. Wie soll ich lange sorgen, mein Seufzen dringe nicht zum Ziel und bleibe Gott verborgen? Schrei ich empor, so hört sein Ohr, o steigt die Hilfe nieder, so schallt das Amen wieder. 3. Gott sieht. Wie klaget denn mein Herz, als H. er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar erscheinen. Kein Tränlein fällt, das er nicht zählt, darauf sein Aug nicht blicket, bis er uns hat erquicket. 4. Gott führt. So geh ich ruhig fort auf allen meinen Wegen; und wenn die Welt, bald hier, bald dort will ihre Stricke legen, so pflegt er mich zwar wunderlich, doch selig auch zu führen, daß mich kein Fall kann rühren. 5. Gott gibt. Und wär ich noch so arm, doch soll ich nicht verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt ich Hungers sterben? Er hat ja Brot, und wenn die Not uns nach der Wüste weiset, doch werden wir gespeiset. 6. Gott lebt, wohlan, ich merke das; Gott hört, ich wills ihm sagen; Gott sieht, er setzt den Tränen Maß; Gott führt, ich darf nicht klagen; Gott gibt und liebt; nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. Benjamin Schmolck, 16721737. 37. Kreuz und Trost. 27³ ott will's machen, daß die Sachen 23. G gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen immer schwellen, wenn du nur bei Jesu bist. 2. Wer sich kränket, weil er denket, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter, Gott dein Wächter schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen wäre deine Glaubenspflicht. 4. Im Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz. Laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 7. Gottes Hände sind ohn Ende; sein Vermögen hat kein Ziel. Ist's beschwerlich, scheint's gefährlich: deinem Gott ist nichts zu viel. 8. Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein, und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 9. Nun, so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden will vermeiden, häufet seiner Sünden Schuld. 10. Aber denen, die mit Tränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone vor dem Throne ihres Heilands werden noch. 30¹ 274. 275 Christliches Leben. 11. Amen, Amen! In dem Namen meines Jesu halt ich still; es geschehe und ergehe, ö wie und wann und was er will. Johann Daniel Herrnschmidt, 1675—1723. 27⁴4 0 wie du willst, so schicks mit mir 2 im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier; laß mich, Herr, nicht verderben! Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst wie du willst! Gib mir Geduld; denn dein Will ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein selig End gib mir durch Jesum Christum! Amen. Kaspar Bienemann, 1540—1591. Mel. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 275 Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn; der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein 2097 des, der vom Thron des Himmels wohl regieret, der, ob er schlägt und Kreuz auflegt, doch stets mit Liebe führet. 302 * —— Ureuz und Trost. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen, fest zu stehen; halt ich dann stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Bei ihm ist Weisheit und Verstand zu finden ohne Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu tun und auch zu lasten Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er tut, ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 4. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret, hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschieht, gescheh zu deinem Frommen. 5. Fürwahr, der dich erschaffen hat und ihm zur Ehr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur tu nach seinem Wohlgefallen. 6. Wenns Gott gefällt, so muß es sein; zuletzt wird's dich erfreuen. Was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld; die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden. All Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Rauch verschwinden. Christliches Leben. 7. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände. Nimm mich und mach es so mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Heil entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 8. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; bols aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Tür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 9. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straßen reisen, wohlan, so geh ich Bahn und Steg, den deine Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. 270. I S des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qualꝰ 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. 304 Paul Gerhardt, 1607—1676. Sollt ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich er⸗ geben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn; dir, Gott, will ich ver⸗ trauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst und du errettest gern. ————————2 ——————— 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod?ꝰ Kreuz und Crost, 277 Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. 277 Och steh in meines Herren Hand V und will drin stehen bleiben; nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben; wer sich an ihm und wen er hält, und die ganze Welt, wird wohlerhalten bleiben. 2. Er ist ein Fels, ein sichrer Hort, und Wunder sollen schauen, die sich auf sein wahrhaftig Wort sse verla n und ihm trauen. Er hat's gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt und läßt sich gar nicht grauen. 3. Und was er mit mir machen will, ist alles mir gelegen; ich halte ihm im Glauben still und hoff auf seinen Segen; denn was er tut, ist immer gut, und wer von ihm behütet ruht, ist sicher allerwegen. freu i 305⁵ 4. Ja wenn's am schlimmsten mit mir steht, 0 mich seiner Pflege; 20 Christliches Leben. ich weiß, die Wege, die er geht, sind lauter Wunderwege. Was böse scheint, gut gemeint; er ist doch nimmermehr mein Feind und gibt nur Liebesschläge. 5. Und meines Glaubens Unterpfand ist, was er selbst verheißen: daß nichts mich seiner starken. Hand soll je und je entreißen. Was er verspricht, das bricht er nicht; er bleibet meine Zuversicht; ich will ihn ewig preisen. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 278 Ce größer Kreuz, je näher Himmel; Awer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod. O selig ist der Mann geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. 2. Je größer Kreuz, je bessre Christe; Gott prüft uns an dem Probestein. Wie mancher Garten lieget wüste, fällt nicht ein Tränenregen drein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube; die Palme wächset bei der Last. Die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast. Am Kreuze wächset uns der Mut wie Perlen in gesalzner Flut. „4». Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Ol im Feuer tut. 306 Kreuz und Trost. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; geriebne Kräuter duften wohl. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Tale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, find't es hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben; 5 stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das Christengräber ziert, bezeugt: sie haben triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gott den Seinen beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein. Daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 279 QIn allen meinen 2. Nichts ist es spät und * Taten frühe laß ich den Höchsten raten, um alle meine Mühe; der alles kann und hat; ö mein Sorgen ist umsonst. ö er muß zu allen Dingen, Er mag's mit meinen soll's anders wohl gelingen, Sachen uns selber geben Rat und nach seinem Willen machen; Tat. ich stell's in seine Vatergunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist; ich nehm es, wie er's gibet; was ihm von mir beliebet, das hab ich willig auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schützt; leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nützt. 5. Er wolle meiner Sünden Christliches Leben. in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und haben noch mit mir Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, und Widersacher Rott? was kann mir tun der Feinde 308 in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zuhanden, so tröstet mich sein heilig Wort. 7. Hat er es denn be⸗ schlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird mir zu harte fallen; mit Gott will ich ihn überstehn. 8. Ihm hab ich mich er⸗ geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß ja wohl die rechtegeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe der weiß zu allen Sachen Rat. Paul Flemming, 1609—1640. Röm. 8, 31—-39. Mel. Valet will ich dir geben. * Ost Gott für mich, 280.J so trete 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm's auch ohne Scheu, daß Gott, der höchst und beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Wellen, und was mir bringet Weh. Sturm und Kreuz und Trost. 280 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das„Abba“ schreien aus aller meiner Kraft. 5. Und wenn an meinem Orte sich Furcht undSchrecken find't, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust. 6. Sein Geist spricht mei⸗ nem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 309 7. Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht't; wenn ich gleichfall undsterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 8. Die Welt, die mag zer· brechen,— du stehst mir ewiglich; keinBrennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn des großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 9. Kein Engel, keine Freu⸗ en, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden. kein Angst, kein Herzeleid, was man nur kann er⸗ denken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 10. Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, 1607—1676. Christliches Leben. 281 Laß fahren deine Sorgen, * du änderst nicht dein Los! Das Heut ist dein; das Morgen trägt Gott in seinem Schoß. 2. Und wie er's wird gestalten, ergründen kannst du's nicht; doch glaubst du an sein Walten, so gehst du auch im Licht. 3. Und was er dir mag senden, du trägst es still und gern; kommt es doch aus den Händen des besten aller Herrn. 4. Nie kann dein Morgen trübe, dein Abend dunkel sein; denn deines Gottes Liebe gibt ihnen hellen Schein. Julius Sturm, 1816—1896. Psalm 62, 2. Mel. Jesu, meine Freude. 282 Meine Seel ist * stille zu Gott, dessen Wille mir zu helfen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wie's Gott füget, nimmt an, wie es geht. Geht es nur dem Himmel zu und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr rede ein; von der Welt, Ehr, Lust und Geld, wonach so viel sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt. Jesus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege sanft in seinen Schoß: 5 be Kreuz lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Ruh so groß, die da fleußt aus stillem Geist; wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie kränket, tief in se Brust. und Crost. 283 fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; endlich kommt das Beste. 6. Amen, es geschiehet; wer zu Jesu fliehet, wird es recht erfahrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich Sie wird stark durch Hoffen; wend't was sie je betroffen, träget sie mit Lust, das zuerst geschmeckte Leiden, und gehn an die Freuden. Johann Kaspar Schade, 1666—98. 6 eine Seele senket sich 283. M hin in Gottes Herz und Hände und erwartet ruhiglich seiner Wege Ziel und Ende, legt sich still und sorgenlos in des liebsten Vaters Schoß. 2. Meine Seele murret nicht, ist mit allem wohl zufrieden; was der eigne Wille spricht, ist zum Tode schon beschieden; was die Ungeduld erregt, ist in Christi Grab gelegt. 3. Meine Seele sorget nicht, will vielmehr an nichts gedenken, was gleich spitzen Dornen sticht und den Frieden nur kann kränken. Sorgen kommt dem Schöpfer zu; meine Seele sucht nur Ruh. 4. Meine Seele grämt sich nicht, liebt hingegen Gott im Leiden; Kummer, der das Herze bricht, trifft und ängstet nur die Heiden. 311 Christliches Leben. Wer Gott in dem Schoße liegt, bleibt in aller Not vergnügt. 5. Meine Seele klaget nicht; denn sie weiß von keinen Nöten, hängt an Gottes Angesicht auch alsdann, wenn er will töten. Wo sich Fleisch und Blut beklagt, wird das Freudenlicht verjagt. 6. Meine Seel ist still zu Gott, und die Zunge bleibt gebunden; also hab ich allen Spott, alle Marter überwunden, bin gleich wie ein stilles Meer voll von Gottes Preis und Ehr. Johann Joseph Winckler, 1670—1722. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 284 O mein Herz, gib dich zufrieden; o, verzage nicht so bald! Was dein Gott dir hat beschieden, nimmt dir keiner Welt Gewalt. Niemand hindert, was Gott will; harre nur, vertraue still, geh des Wegs, den er dich sendet; er begann und er vollendet. 2. Hüllt er dich in Dunkelheiten, so lobsing ihm aus der Nacht; sieh, er wird dir Licht bereiten, wo du's nimmermehr gedacht. Häuft sich Not und Sorg umher, wird die Last dir allzuschwer, faßt er plötzlich deine Hände und führt selber dich ans Ende. 3. Wär die ganze Welt dir feindlich, rottete sich wider dich, dank ihm; o, der Herr ist freundlich; seine Huld währt ewiglich. 31² 1 Kreuz und Trost. Sind auch Trauer, Angst und Leid seines Segens dunkles Kleid, dank ihm; er schickt seinen Segen auf geheimnisvollen Wegen. 4. Endlich wird dein Morgen grauen; kennst du nicht sein Morgenrot? Darfst du zagend rückwärts Dtrt⸗ wenn dich Glut und Sturm bedroht? Denn auch Feuerflamm und Wind Boten seines Willens sind, und kann's nur ein Wunder wenden, auch ein Wunder kann er senden. 5. O so laß denn alles Bangen; wirke frisch, halt mutig aus. Was mit ihm du angefangen, führet er mit dir hinaus; und ob alles widersteht, im Vertrauen und Gebet bleib am Werke deiner Hände, so führt er's zum schönsten Ende. Viktor von Strauß, 1809—1898. Mel. Zwei der Jünger gehn mit Sehnen. 285 O wie fröhlich, o wie selig * werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dorten wird die Sonne scheinen; dort ist Tag und keine Nacht, dort, wo man nach Tränen lacht. 2. Ach, wer wollte sich nicht sehnen dort in Zion bald zu stehn und aus diesem Tal der Tränen an den Freudenort zu gehn, wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Lust verkehrt und das Jauchzen ewig währt! 313 Christliches Leben. 3. O, wie werden wir so schöne bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne seiner Engelschar erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen bei so vielen Siegeskränzen! Wie wird unser Kleid so rein, heller als die Sonne sein! 4. Ach, wann werd ich dahin kommen, daß ich Gottes Antlitz schau? Werd ich nicht bald aufgenommen in den schönen Himmelsbau, dessen Grund den Perlen gleichet, dessen Glanz die Sonne weichet, dessen wundervolle Pracht alles Gold beschämet macht? 5. Nun, so stille mein Verlangen, o du großer Lebensfürst! Laß mich bald dahin gelangen, wo du mich recht trösten wirst. Unterdessen laß auf Erden schon mein Herz recht himmlisch werden, bis mein Los in jener Welt auf das allerschönste fällt. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 286 Schwing dich auf zu deinem Gott, * du betrübte Seele; warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Feindes List?ꝰ Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen. 2. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz hinein mit dem bittern Leide, 314 Kreuz und Trost. laß es dringen; kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 3. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen? 4. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen; wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. Wem hier Christus recht bewußt, hat in Gottes Garten droben die vollkommne Lust endlich zu gewarten. 5. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Tränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 6. Ei so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen; wirf sie fröhlich hinterwärts; laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr! Gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr! Er wird helfen. Amen. Paul Gerhardt, 1607—1676. 31⁵ Christliches Leben. 287 Sollt es gleich bisweilen scheinen, * als ob Gott verließ die Seinen, o, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich noch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nötig ist. 3. Gleichwie Väter nicht bald geben, wonach ihre Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel; er gibt, wem und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Will mir Satan bange machen, ich kann seine Macht verlachen; drückt mich schwer des Kreuzes Joch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Laß die Welt nur immer neiden; will sie mich nicht länger leiden, ei, so frag ich nichts darnach; Gott ist Richter meiner Sach. 7. Will sie gleich mich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; ist der Himmel mein Gewinn, geb ich alles andre hin. 8. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, frag ich nicht nach andrer Gabe; legt man mich gleich in das Grab, g'nug, Herr, wenn ich dich nur hab. Christoph Tietze, 1641—1703. 316 703. Kreuz und Trost. Mel. Großer Gott von alten Zeiten. 288 Stille halten deinem Walten, * stille halten deiner Zucht, deiner Liebe stille halten, die von je mein Heil gesucht, ja, das will ich, wie's auch geh, wie's auch tu dem Herzen weh. 2. Stille halten ohne Klage, ohne Murren, ohne Trotz,— was dazu die Welt auch sage, ich will spotten ihres Spoits. Weiß ich doch, wie gut mir war, still zu halten immerdar. 3. Wo ichs selber wollte zwingen und es wagen ohne dich, ach, da sanken mir die Schwingen meines Mutes jämmerlich; aber wo ich stille hielt, hast du stets mein Heil erzielt. 4. Ward es anders auch gewendet, gings durch banges Dunkel oft, immer hat es gut geendet, besser, als ich je gehofft, besser, als bei Tag und Nacht ichs im Herzen ausgedacht. 5. Darum will ich stille halten Tag und Nacht, Jahr ein und aus, bricht auch neues zu dem alten Kreuz und Leid herein ins Haus. Weiß ich nur, es kommt von dir, nun, es sei willkommen mir! 6. Du, o Herr, gibst Kraft den Deinen und den Schwachen allermeist; darum gib mir deinen reinen, deinen guten, stillen Geist, daß, es gelte wo und wann, ich dir stille halten kann! 7. In der wellenlosen Stille überm tiefen Meeresgrund 317 Christliches Leben. tut sich mir dein Gotteswille in dem klarsten Spiegel kund; da nur kann dein Odem wehn, wo die Stürme schlafen gehn. 8. Wie das Weltmeer seine Masten sicher trägt auf stiller Flut, so, Herr, laß mich deine Lasten tragen mit ergebnem Mut! Kehr mit deinem Frieden ein; laß mich stille, stille sein! Karl Rudolf Hagenbach, 1801—1874. 289 B aa darlen nicht lassen; denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich ging in der Irr. Er reicht mir seine Hand; den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Auf ihn will ich ver⸗ trauen in meiner schweren Zeit, so kann mir gar nicht grauen; er wendet alles Leid. Ihm sei es mu Seei ane mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er mach's, wie's ihm gefällt. 3. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist; gut meint er's mit uns allen, schenkt uns den HerrenChrist, sein'n eingebornen Sohn. Durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret. Lobt ihn im Himmelsthron! 318 4. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Verlorn ist alle Zeit, ohn ihn vollbracht auf Erden; wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. 5. Darum, ob ich schon dulde hie Widerwärtigkeit, wie ichs auchwohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freuden voll, die, weil ich Christum kenne und meinen Herrn ihn nenne, mir widerfahren soll. 6. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat: aus seines Sohnes Fülle wir nehmen Gnad um Gnad,. auch Gott der heilge Geist im Glauben uns regieret, zumReichdesHimmelsführet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludwig Helmbold, 1532—1598. Baters 92 ülle Bnad; ö Geist eret,‚ ühret. Zreis! 1598. arum sollt i 290. Wé mich—2— grämenꝰ Hab ich doch Christum noch! Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, nehm er's hin; ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 3. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 4. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft ů mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. Kreuz und Crost. 5. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier tun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zuschanden machen. 6. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 7. Kann uns doch der Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Tor der bittern Leiden und macht Bahn, daß man kann gehn zu Himmelsfreuden. 8. Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß im Nu verschwinden. 291 9. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 10. Herr, meinHirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein; Christliches Leben. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hin⸗ gelangen, da du mich und ich dich niemand kann uns scheiden. as Gott tut, 291. W̃ das ist wohl⸗ getan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan; er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf Leter Bahn so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan; ewig werd umfangen. Paul Gerhardt, 16071676. Er als mein Arzt und Wundermann wird mir nicht Gift ein⸗ schenken für Arzenei. Gott ist getreu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Gnade trauen. 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. er wird mich wohl bedenken. 320 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan; muß ich den Kelch gleich schmecken, il ich hin⸗ eben, nnen ben der bitter ist nach meinem Ureuz und Trost. 292 dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, Bahn weil doch zuletzt ich werd ergötzt mit süßem Trost im Herzen; ganz väterlich da weichen alle Schmerzen. in seinen Armen halten; 6. Was Gott tut, das ist drum laß ich ihn nur walten. Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich wohlgetan; Samuel Rodigast, 1649—1708. 0 as mein Gott will, gescheh allzeit, 292. Wé sein Will, der ist der beste; zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir geschieht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr; denn all mein Haar er selber hat Wdihlens ö er schützt und wacht und hat wohl acht, auf daß uns ja nichts fehlet. 3. Drum, muß ich Sünder von der Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott,— wann's ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl in meiner letzten Stunden. O frommer Gott, Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mir's nicht versagen; wenn mich der böse Geist anficht, laß mich, Herr, nicht verzagen! 321 Christliches Leben. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, zu Ehren deinem Namen. Wer das begehrt, dem wird's gewährt; drauf sprech ich fröhlich: Amen. 2 Albrecht, Markgraf zu Brandenburg, 1522—1557. Jes. 54, 10. eicht ihr Berge, fallt ihr Hügel, 293. Wẽ brecht ihr Felsen alle ein! Gottes Gnade hat das Siegel; sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn, Gottes Gnade wird bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort versprochen; Gott hat einen Bund gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. ‚ Er, die Wahrheit, trüget nicht; es geschieht, was er verspricht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt, sondern ihren Zweck erreichen, bis sie mich zufrieden stellt. Gott ist fromm und gut und treu, sei die Welt voll Heuchelei. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen. So fällt aller Zweifel hin, als wär er nicht immerdar, was er ist und was er war. 5. Laßt sein Antlitz sich verstellen, ist sein Herz doch treu Alen und bezeugt in allen Fällen, daß ich sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 322 Kreuz und Trost. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn die Welt sich auch empört. Ihre Liebe mag erkalten, achtet doch mein Gott mich wert. Ob auch Sturm und Donner brüllt, bleibt er mir doch Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genannt. Das ist Trost, so werd ich Armer immer als sein Kind erkannt. Sein Erbarmen läßt nicht zu, daß er mir was Leides tu. 8. Nun, so soll mein ganz Vertrauen ankerfest auf ihm beruhn. Auf ihn will ich Felsen bauen; was er sagt, das wird er tun. Erd und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn. Benjamin Schmolck, 1672— 1737. 294 enn wir in höchsten Nöten sein * und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, obgleich wir sorgen früh und spat, 2. So ist das unser Trost allein daß wir zusammen insgemein dich rufen an, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung, 4. Die du verheißest audrglich all denen, die drum bitten dich Wir flehn im Namen Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, Herr unser Gott, und klagen dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 323 21˙ Christliches Leben. 6. Sieh nicht an unsre Sünden groß; sprich uns davon in Gnaden los. Steh uns in unserm Elend bei; mach uns von allen Plagen frei, 7. Auf daß von Herzen wir dafür hernach mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. Paul Eber,‚, 1511—1569. 295 er Gott vertraut, hat wohlgebaut im Himmel und auf Erden; M“ wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden; ö darum auf dich all Hoffnung ich will fest und sicher setzen. Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todesnot und Schmerzen. 2. Und wenn's gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zuwider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz ernen, errette Leib und Seele. Ach höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. Str. 1 von Joachim Magdeburg, 1525—1588. Str. 2 und 3 späterer Zusatz. 32⁴4 Kreuz und Crost. 296 Wer nur den lieben Gott läßt walten * und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen 569. beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsres Gottes Gnaden-Wille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden; er weiß wohl, wann es nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wir's uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshitze, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße sitze, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und setzet jeglichem sein Ziel. 6. Es sind ja Gott geringe Sachen und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen arm und klein zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der a Wundermann, 1583. der bald erhöhn, bald stürzen kann. 325 Christliches Leben. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen; verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, 1621—1681. Mel. Was mein Gott will, gescheh allzeit. 157 ie Gott mich führt, so will ich gehn 29 ·. Wẽ ohn ales Eenwnhten;* geschieht, was er mir ausersehn, wird mirs an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit und folge willig Schritt vor Schritt in kindlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und 12 e seinem Leiten, ob g eich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. ½ Wie Gott mich führt, bin ich bereit 1 in Zeit und auch in Ewigkeit, stets seinen Rat zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt; ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, wie er's will kehrn und wenden, sei ihm hiermit ganz heimgestellt; er mach es, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich ö in seinen Vaterwillen. Scheint's der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich hat ans Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden; 326 81. Kreuz und Crost. steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest; was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken; kann ich's auch anfangs nicht verstehn, zuletzt wird er's aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat; dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gedike, 1683—1735. Mel. Jesus Christus herrscht als König. underanfang, herrlichs Ende, 298. Wẽ wo die Dndeen Hände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Taten, und du sprichst: Wo wills hinaus? 2. Denke doch, es muß so gehen, was Gott weislich heißt geschehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das End doch gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Gottes Weg ist in den Flüssen und in großen Wassergüssen, und du spürst nicht seinen Fuß;(Psalm 77, 20) so anch in dem Meer der Sorgen hält Gott seinen Pfad verborgen, daß man nach ihm suchen muß. 4. Kein Besinnen mag ersinnen, wo man Hilfe kann gewinnen; die Vernunft ist hierzu blind; ihre halbgebrochnen Augen nicht für das Verborgne taugen, weil sie allzu blöde sind. 327⁷ 299 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 5. Gott muß man in allen Sachen, 4 weil er alles wohl kann machen, End und Anfang geben frei. meit Er läßt, was er angefangen, so zum Ende stets gelangen, 8 daß es wunderherrlich sei. azt 6. Drum laß dir noch nimmer grauen; a lerne deinem Gott vertrauen; die sei getrost und guten Muts. Ges Er, fürwahr er wird es führen, und daß du wirst am Ende spüren, 5 wie er dir tut lauter Guts. der 7. Deinem Glauben wird's nicht fehlen; er du wirst noch der Welt erzählen, ö aue was die blinde Welt nicht kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, daß du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlichs End! Heinrich Arnold Stockfleth, 1643—1708. VI. Besondere Zeiten und Verhältnisse. 1. Morgen und Abend. 299 Ae * zens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde und all mein Leben lang, Herr Gott, auf deinem Thron, zu Lob dir Preis und Ehren durchChristum unsernHerren, dein'n eingebornen Sohn, 2. Daß du mich hast aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor Not und allem Schaden behütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd ver⸗ geben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vor Satans List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur und Wassersnot, vor Armut und vor Schan- den, vor Ketten und vor Banden, vor bösem, schnellem Tod. 4. Mein Leib und Seel, mein Leben, mein Weib, Gut, Ehr und Kind 0 dir, Herr, übergeben, azu mein Hausgesind, als dein Geschenk und Gab, Morgen und Abend. Ihm hab ich heimgestellt Leib, Seele, Gut und Leben, und was er sonst gegeben; er mach's, wie's ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, die Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Gott will ich lassen raten, der alle Ding vermag; er segne meine Taten auch an dem heutgen Tag. Gott nimmt in Jesu Namen mein Flehen 5530 an. Nun streckich aus dieHand, greif an mein Werk mit reuden, was Gott mir will bescheiden in meinem Amt und Stand. Zuerst 1592. es Morgens, wenn ich früh aufsteh, 300. D und abends, wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, err, auf dich; Herr Jesu, dir befehl ich mich. 2. In den heilgen fünf Wunden dein, da kann ich ruhn und si cher sein mit Leib und Seele, Hab und Gut; mein Schutz ist nur dein heilges Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heilges Blut die Sünd hinnahm; drum ich wach oder schlafe ein, wollst du, Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halten Wacht; drum ich nicht Tod, nicht Teufel acht; denn wo ich bin, bist du bei mir; mein Glück und Kreuz kommt alls von dir. 5. Leb oder sterb ich, bin ich dein; darum ich dir die Seele mein befehle jetzt und auch im Tod: nimm sie zu dir, o treuer Gott. 329 Um 1582. 300 Besondere Zeiten und Verhältnisse. ie güldne Sonne voll Freud und 301. D Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. 3. Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben, was wir nur haben; alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter sind 11. Gemüter; Lieder der Frommen, von Herzen gekommen, sind Weihrauch, der ihn am meisten ergötzt. 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen. Segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ö II ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehen den Segen den du wirst legen in meines Bruders Hand, Güter und Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus. 330 Morgen und Abend. 7. Menschliches Wesen, was ists? Gewesen! In einer Stunde geht es zugrunde, sobald die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in allen muß brechen und fallen. Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet I ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. ö Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, ö heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone vergib und schone; III laß meine Schulden in Gnad und Hulden IN vor deinen Augen sein serne gewandt. IN Sonst Herr, regiere mich, lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet ö alles in deine Beliebung und Hand. 111 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ö ich kann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: 1 Gott ist das Größte, das Schönste und Beste; I Gott ist das Süß'ste und Allergewiß'ste aus allen Schätzen der edelste Hort. 11 11. Willst du mich kränken, mit Galle tränken und soll von Plagen ich auch was tragen, V wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. I. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig* meinem Gebeine, das weißt du alleine, N hast niemals einen zu sehr noch betrübt. 12. Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende;* nach Meeresbrausen und Windessausen* leuchtet der Sonne erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht't. Paul Gerhardt, 16071676. 331 302. 303 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 302 rüh am Morgen Jesus gehet 1 und vor allen Türen stehet, klopfet an, wo man geflehet: Komm, Herr Jesu, unser Gast! 2. Nun, so lasset ihn nicht dorten! Tut ihm auf des Herzens Pforten und ruft ihn mit süßen Worten: Eile, Jesu, kehre ein! 3. Wollest täglich bei uns bleiben, alle Feinde von uns treiben, uns ins Buch des Lebens schreiben und der gute Hirte sein, 4. weiden uns auf grünen Auen, daß wir deine Fülle schauen und auf deinen Reichtum bauen, mit dir gehen aus und ein. ö ö 5. Amen, ja, es soll geschehen! * Jesus wird heut mit uns gehen, und wir werden fröhlich sehen, ö daß er uns nicht läßt allein. Gerhard Stip, 1809—1882. 303 Gi des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält, 5 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; 332 Morgen und Abend. o Herr Jesu, laß dich finden und dein Herz mir offen stehn, da alleine Hilf und Rat ist für meine Missetat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort; nirgends als bei dir allein, kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, samt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr, mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende und mich halt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, 1604—1651. 304 Mein erst Gefühl sei Preis und Dank; erheb ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 333 Besondere Seiten und Verhältnisse. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, * mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß 0 und schützt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht! Gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber tun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig tue, 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, ö gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe, 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und prer Tugend freue, 33⁴ Morgen und Abend. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. Mel. Ich bin getauft in deinem Namen. 305 M ein Gott, nun ist es wieder Morgen; * die Nacht vollendet ihren Lauf. Nun wachen alle meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin; ich sehe wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Elend hat, wo ich nur immer älter werde und häufe Sünd und Missetat. O Gott, von dessen Brot ich zehr, wenn ich dir doch auch nütze wär! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen; regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mir's heut wird gehen; mach alles so, wie dir's gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich tot und lebend sein. 4. Vergib mir, Vater, meine Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden; erhöre, was ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steh, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten; denn ich bin selber mir nicht klug. Behüte mich vor Missetaten, vor böser Menschen List und Trug. Laß mich den Tag wohl legen an und Gutes schaffen, wo ich kann. 306 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 6. Behüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre tut; hilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es tun, ich zweifle nicht. Kaspar Neumann, 1654—1715. 306. schick uns diese Morgenzeit deine Strahlen zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre kalten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eh wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Schmück uns mit Gerechtigkeit als mit einem weißen Kleide, das, von Sünden unentweiht, nie an seinem Glanze leide. Laß uns hell und sündenrein alle sein. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leib verklärt ersteh und, entfernt von aller Plage, sich auf jener Freudenbahn freuen kann. 336 orgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschaffnen Lichte, Morgen und Abend. 307. 308 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Tränenfeld in das Land der süßen Wonne, wo die Lust, die uns erhöht, nie vergeht. Christian Knorr v. Rosenroth, 1636—1689. Jesu, süßes 307. O Nct nun ist die Nacht vergangen; nun hat dein Gnadenglanz aufs neue mich umfangen; nun 1 was an mir ist, vom Schlafe aufgeweckt und hat sich, Herr, nach dir verlangend ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun, mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnade senken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag; das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Mein Jesu, schmücke mi mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld durch deines Geistes Triebe; ach auf, mein 308. Woerundsinge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter! auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohl geschmückt und köstlich angetan. 4. Gib, daß mir diesen Tag stets vor den Augen schwebe, daß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgebe, auf daß mein ganzes Tun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund! 5. Ach segne, was ich tu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib dein Eigentum. Joachim Lange, 1670—1744. 2. Heut Nacht, als dunkle Schatten mich ganz umfangen hatten, hast du, o Gott, gewehret, daß mich kein Leid versehret. 309 3. Dusprachst: Mein Kind, nun liege, mein starker Schutz dir gnüge! Schlaf wohl, laß dir nicht rauen; du sollst die Sonne schauen! 4. Dein Wort, Herr, ist geschehen ich kann das Licht noch sehen. Von Not bin ich befreiet; dein Schutz hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben,— ier bring ich meine Gaben; in Demut fall ich nieder und bring Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht ver⸗ schmähen; Besondere Feiten und Verhältnisse. du kannst ins Herze sehen, und weißt wohl, daß zur Gabe ich ja nichts Bessres habe. 7. So wollst du nun voll⸗ enden dein Werkan mir undsenden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Taten; hilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten wende. 9. Mit Segen mich be⸗ schütte; mein Herz sei deine Hütte; dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise. Paul Gerhardt, 1607—1676. 309. Deo Seten, mein Jesu, bei mir bleibe; der Sünden Nacht vertreibe. Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit; erleuchte mich, o Herr; denn es ist Zeit. 2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen; dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen nach deinem Rat, ob ich's gleich nicht versteh; du bist gerecht, es gehe, wie es geh. 3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigkeit im Guten mir noch fehlet; das weißt du wohl, o Herzenskündiger, ich strauchle noch wie ein Unmündiger. 4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen: Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen; es ist mir leid, ich stell mich wieder ein; da ist die Hand, du mein und ich bin dein. 338 Morgen und Abend. 5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte, u meinem Trost dein siegreich Schwert umgürte; 580088 mich durch deine große Macht, wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht't. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen; Naach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen. je. O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn; IA inen dich laß ich nicht, mein Fels; der Tag ist hin! Joachim Neander, 1650(2) 1680. II 310 Di Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen. 5* Gott walt's zum Frommen nach sein'm Wohlgefallen, daß wir uns legen, in sein'm G'leit und Segen der Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister; halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Adeh schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel; e; send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von dir nicht wanken; ö‚ laß uns in Züchten unser Tun und Dichten Neiz zu dein'm Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten; hilf den Gefangnen, tröste die Betrübten; pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder; des Feinds Neid hinder. 5. Vater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zukomme, dein Will werd beweiset; frist unser Leben, wollst die Sünd vergeben, erlös uns. Amen. Petrus Herbert, 4 1571. 311. 312 Besondere Seiten und Verhältnisse, Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 3 1 De der du mir * das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir getan. 2. Mit dankendem Gemüte reu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, é auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinenGeist deinem Christian Fürchtegott Gellert, 1716—1769. Mel. Werde munter, mein Gemüte. 312 Hwi es ist von meinem Leben 7 wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht getan, und hilf jetzt in allen Sachen guten Feierabend machen. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen hat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und Tat, und zu jeder Tagesstund pfleget Herze, Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ich's selber nicht kann zählen. 340 Morgen und Abend. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld! Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld! Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu, so will künftig deinen Willen ich noch mehr als heut erfüllen. 4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte; auch dein Engel steh mir bei. — Licht und Feuer aus und bewahre selbst das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück müsse weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses tun; sollte man gleich was bereiten, uns zu ihue dr wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die Tat; wend auch allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht; darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich dann gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, 1648—1715. 313. 314 Besondere Zeiten und Verhältnisse. Mel. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 313 Hdee fin ist der Sonne Schein: 5 die finstre Nacht bricht stark herein. Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht; laß uns im Finstern wandeln nicht. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Not, Gefahr und mancher Plag durch deine Engel hast behüt't aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir heut erzürnet dich, das, Herr, verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; laß schlafen uns in Fried und Ruh. 4. Der Engel Wach um uns bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüte uns, o lieber Gott! 31 4 Hder den Lnn der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hütte den vergangnen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vaterhuld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhekissen; drum vergib die Schuld; denn dein Sohn hat mich davon 342 Nilolaus Hermann, 7 1561. durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen wohlgeborgen ein. Du bei mir und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein. —3* 61. gnen ieben rmen * Deck uns zu mit Schutz und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich meinBette Morgen und Abend. 31⁵ gerne, weil ich dich gefunden, sterb ich alle Stunden. 6. Nun wohlan! ich tue in vergnügter Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht! Nimm mich in acht, heut 9310 Grabe hätte? Wie bald rot, bald tot! Doch, hast du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; Mel. O Welt, ich muß dich lassen. wirst du weiter sorgen. 315 Nuen ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Jelder; es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du Sonne blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin! Ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen; die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus; dagegen wird Ehristus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit. 3⁴3 und erleb ich ja den Morgen Benjamin Schmolck, 1672—1737. 5. Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, daß nun zu Ende die Arbeit kommen sei; Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sündenarbeit frei. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, Lebt hin und legt euch nieder; er Ruhe ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd. 7. Mein Augen loser verdrossen; im Nu sind sie geschlossen. Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden; sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein; will Satan mich verschlingen, so laß die Engel singen: Dies Kind soll unverletzet sein! 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall, noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar! Paul Gerhardt, 1607—1676. 316 Nomn sich der Tag geendet hat * und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was da müd und matt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, du schläfst noch dnehe nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 2⁴⁴ Besondere Zeiten und Verhältnisse. Morgen und Abend. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser Ihern Nacht und schenke du mir gnädiglich den Schinm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat g'nug für mich getan. 5. Den setz ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf tu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh; wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf; ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Jammertal, so führ mich, Herr, im Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du Herr Gott Zebaoth; im Tod und Leben hilfst du mir aus aller Angst und Not. Johann Friedrich Herzog, 1647—1699. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 317. Nun erndet, Tag 2. Ich schließe mich aufs neue mein Herz zu dir s si 0 wendet in deine Vatertreue und danket inniglich. Dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte; erleuchte und entzünde mich. und Schutz und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstren Kräfte vertreibe durchdein Nahesein. Besondere Zeiten und Verhältnisse. 3. Daß du mich herzlich 4. Ein Tag der sagt's dem iebest, andern, daß du mich stets umgibest mein Leben sei ein Wandern und rufst zu dir hinein, zur großen Ewigkeit. daß du vergnügst alleine O Ewigkeit, du schöne, so wesentlich und reine, mein Herz an dich gewöhne! laß allezeit mir heilig sein. Mein Heim 36 nicht in dieser eit. Gerhard Tersteegen, 1697—1769. 318 erde munter, mein Gemüte, x und ihr Sinne, geht herfür, daß ihr preiset Gottes Güte, die er hat getan an mir, da er mich den ganzen Tag Duwan mancher schweren Plag durch sein gnadenreiches Walten hat beschirmet und erhalten. M 2. Lob und Dank sei dir gesungen, —1 Vater der Barmherzigkeit, daß mir ist mein Werk gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich hast bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unversehrt geblieben. 3. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich doch mich wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen meine Schuld durch seine Pein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 4. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit, dir will ich mich ganz befehlen ö diese Nacht und allezeit. 34⁴6 Morgen und Abend. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkel hier; daß kein Unfall mich betrübe, tröste mich mit deiner Liebe. 5. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh; alles ÜUbel laß verschwinden; decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen sei'n in deinen Schutz geschlossen. 6. Ach, bewahre mich vor Schrecken; schütze mich vor Überfall. Laß mich Krankheit nicht aufwecken; halte fern des Krieges Schall. Wend ab Feur und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben noch an Leib und Seel verderben. 7. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, höre doch mein aeich Flehen! Amen, ja, es soll geschehen. Johann Rist, 1607—1667. Luk. 24, 29. Mel. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ. 319 Wẽo willst du hin, weil's Abend ist, 9 o liebster Pilgrim Jesu Christ? Komm, laß mich so glückselig sein und kehr in meinem Herzen ein. 2. Laß dich erbitten, liebster Freund, dieweil es ist so gut gemeint; du weißt, daß du zu aller Frist ein herzenslieber Gast mir bist. 347 Besondere Seiten und Verhältnisse. 3. Es hat der Tag sich sehr geneigt; die Nacht sich schon von ferne zeigt; drum wollest du, o wahres Licht, mich Armen ja verlassen nicht. 4. Erleuchte mich, daß ich die Bahn Dam Himmel sicher finden kann, amit die dunkle Sündennacht mich nicht verführt noch irre macht. ö 5. Vornehmlich aus der letzten Not hilf mir durch einen sanften Tod. Herr Jesu, bleib; ich halt dich fest; ich weiß, daß du mich nicht verläßt. Zuerst 1674. Mel. Ich bin getauft auf deinen Namen. 320 S ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht. Wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterhin ergießt ö und unerschöpflich auf mich fließt. 2. Ich preise dich mit Hand und Munde; ich lobe dich, so hoch ich kann. Ich rühme dich von Herzensgrunde ö für alles, was du mir getan, und weiß, daß dir durch Jesum Christ ö mein Dank ein süßer Weihrauch ist. 3. Hat mich in diesen Wochentagen das liebe Kreuz auch mitbesucht, so gabst du auch die Kraft zu tragen; zudem ist es voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich auch dafür. 4. Nur eines bitt ich über alles,— ach du versagst mir solches nicht,— gedenke keines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufgericht't, mein Jesus, der die Missetat auf ewig schon gebüßet hat. ‚ 348 ö Morgen und Abend. 321 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen,— du brichst ihn nicht in Ewigkeit— da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünde leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube hält an diesem Segen und will also den Wochenschluß vergnügt und en zurückelegen, da der Trost mich ergötzen muß, daß ich ja soll in Christo dein und schon in Hoffnung selig sein. . 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigkeit um eine Woche näher kommen und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja, da teilt dein Wort und Haus den allerbesten Segen aus. 9. So will ich das im voraus preisen, was du mir künftge Woche gibst. Du wirst es in der Tat erweisen, daß du mich je und immer liebst und leitest mich nach deinem Rat, bis Leid und Zeit ein Ende hat. Erdmann Neumeister, 1671—1756. Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 321 Der Sabbat ist vergangen; ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt. Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot gespeiset und meiner Seele Durst gestillt. 34⁴9 Besondere Seiten und Verhältnisse. 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmerzen auch meinen Leib zur Ruhʒ denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit seinem Purpurmantel zu. 3. O du dreieinig Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin. Ich habe Licht vom Lichte; dein leuchtend Angesichte treibt alle Finsternisse hin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen ö auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist erschienen, der alle Nacht zuschanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört kein Weltgetümmel; es träumt mir nur vom Himmel. Ach, wer doch nur bald droben wär! Benjamin Schmolck, 1672—1737. 2. Ehe und Hausstand. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend. 322 Geit Schöpfer, Stifter heilger Eh, schau auf dies Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den Ehebund zu schließen jetzt mit Hand und Mund. 2. Mit Gnade— 3 auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab geduldig, liebreich, fromm gesinnt, in Christo dir gefällig sind. 35⁰ 22 — öh, Ehe und Hausstand. 3. Laß sie einander inniglich sich lieben, doch nie mehr als dich, von Untreu fern, im Herzen rein, auch recht in Wort und Wandel sein. 4. Und wenn ein Kreuz sie niederdrückt, laß sie dabei nicht unerquickt; gib heitre Tage nach dem Leid und segn es für die Ewigkeit. 5. Laß uns zusammen dir vertraun, zusammen unsre Seel erbaun, zusammen deine Hilf erflehn, zusammen auch dein Lob erhöhn. Johann Adolf Schlegel, 1721—1753. Josua 24, 15. Mel. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ. 323 Och und mein Haus, wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gib deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; er leucht uns wie das Sonnenlicht, damit's am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Serleusbeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus; 351 Besondere Zeiten und Verhältnisse. im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hilfe schaun mit kindlichem Gemüte, selig, fröhlich, selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns fassen. 5. Gibst du uns irdisch Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, stille Gnadenfülle, die mit Schätzen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geist regiere,— daß er, der alles wohl bestellt und gute Zucht und Ordnung hält, uns alle liebreich ziere. Sende, spende ihn uns allen, bis wir wallen heim und droben dich in deinem Hause loben. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 352 Inn N *— Ehe und BHausstand. 324. 325 32 4 N sprich du, Herr, dein Ja und Amen! * Wir sind vereint in deinem Namen und wollen's ewig, ewig sein. Du wollest selbst das Haus uns bauen, der Hüter sein, auf den wir trauen; o, kehre täglich bei uns ein! 2. Sei du der Herr im kleinen Reiche; dein Lieben nimmer von uns weiche,— das ist, o Jesu, unser Flehn. Wir wollen an dein Herz uns schmiegen, vor dir im Staube betend Reden, daß nimmer du magst von uns gehn. 3. In Trübsal und in Sturm hienieden sei 05 Trost und unser Frieden; laß leuchten uns dein Angesicht. O leite uns mit treuen Händen; gib deiner Gnade reiche Spenden; sei unsers Hauses Hort und Licht! Georg Christian Dieffenbach, 1822—1901. 325 O selig Haus, wo man dich aufgenommen, 2 du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ, wo unter allen Gästen, die da kommen, du der gefeiertste und liebste bist, wo aller Herzen dir entgegenschlagen, und aller Augen freudig auf dich sehn, wo aller Lippen dein Gebot erfragen, und alle deines Winks gewärtig stehn! 2. O selig Haus, wo Mann und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, keiner im Glaubengrunde anders ist gesinnt, wo beide unzertrennbar an dir hangen in Lieb und Leid, Gemach und Ungemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten, wie am bösen Tag! 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, 353 326 Besondere Zeiten und Verhältnisse. du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt, wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh dein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland, du! 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissend, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn, als deine Diener, deine Oe an. in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen, froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu! 5. O selig Haus, wo du die Freude teilest, wo man bei keiner Freude dein vergißt! O selig Haus, wo du die Wunden heilest und aller Arzt und aller Tröster bist, bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Karl Johann Philipp Spitta, 18011859. Mel. Schaffet, schaffet, Menschenkinder. 326 Sorge doch für meine Kinder, Bater, nimm dich ihrer an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, sind sie dir doch zugetan und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschützen und beraten. 2. Sie sind dir von Kindesbeinen und von ihrer ersten Stund übergeben als die Deinen, und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauf väterlich genommen auf, daß sie, wenn sie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. 35⁴ 850. Ehe und Hausstand. 8. Du hast sie bisher ernähret und so manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehrer, der sie hier und überall hätte leichtlich umgestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Vatertreue bleibt bei ihnen täglich neue. 4. Sammeln andre große Schätze, daß ihr Haus in solchem Heil sich an Geld und Gut ergötze, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott; lasse sie in keiner Not und in keinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben. 5. Schütze sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß sie ihre Lebensjahr in der Tugend bringen zu, bis du sie wie mich zur Ruh wirst ins kühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. 6. Können sie in gesalt Leben hier, und wo es dir gefällt, was zu deinen Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Tun und Lassen stets in ihre Herzen fassen. 7. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag nach so vielem Kreuz und Leide ich mit Jauchzen sagen mag: Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret; ewig sei dein Nam geehret! Ludwig Heinrich Schlosser, 1663—1723. 35⁵ 25* Besondere Zeiten und Verhältnisse. 327 Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heilgen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und Hand in Hand durchs Leben gehn im Bunde reiner Treue, da blüht das Glück von Jahr zu Jahr; da sieht man, wie der Engel Schar im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3. Sei gutes Muts! Wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht't, es ist ein höh'rer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 4. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Tränen lässet fließen; doch wer sich still und in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig! Unser König wird behende machen, daß die Angst sich wende. 356 5. Wohl denn, mein König, nah herzu; gib Rat in Kreuz, in Nöten Ruh, in Angsten Trost und Freude! 40 Des sollst du haben Ruhm und Preis; AI wir wollen singen bester Weis und danken alle beide, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen! Mel. Nun geh uns auf, du Morgenstern. 98 ohl einem Haus, da Jesus Christ 328. W/ allein das all in allem ist! Ja wenn er nicht darinnen wär, wie elend wär's, wie arm und leer! 2. Wohl, wenn da Mann und Weib und Kind ö im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot! 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! 4. Wohl, wenn der Weihrauch im Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand mit fleißiger, getreuer Hand es nach seiner Art 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück, leibet ihrer keins zurück! Ehe und Hausstand. Paul Gerhardt, 1607—1676. Jos. 24, 15.( seine Pflicht bewahrt! 35⁷ Besondere Zeiten und Verhältnisse. 7. Wohl solchem Haus! Denn es gedeiht; die Eltern werden hoch erfreut, und ihren Kindern sieht man's an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn! 1 Christoph Karl Ludwig v. Pfeil, 1712—1784. 3. Stand und Beruf. ö 329 Dos walte Gott, der helfen kann! 2 Mit Gott fang ich die Arbeit an; mit Gott nur geht es glüclich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Tun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk. Mein Herz sucht Gottes Angesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: Das walte Gott! 3. Zo Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebricht's. Gott gibt und dut mir alles Guts; drum spreh ich nun auch gutes Muts: é Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; ö 901 sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nützlich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 358 — Stand und Beruf. 6. Jegt Gott mir seinen Segen bei nach seiner großen Güt und Treu, so g'nüget's mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: Das walte Gott! 7. Crifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Tun ein Ende hat; er gibt und nimmt, macht's wie er will; drum sprech ich auch fein in der Still: Das walte Gott! 9. Gott steht mir bei in aller Not und gibt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch tut er mir Guts; drum pörech ich auch: Das walte Gott! 10. Ohn ihn ist all mein Tun umsonst; nichts hilft Verstand, Witz oder Kunst. Mit Gott geht's fort, gerät auch wohl, daß ich kann sagen glaubensvoll: Das walte Gott! 11. Ceilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid, lass hassen, wer's nicht lassen kann, und stimme doch mit Freuden an: Das walte Gott! 12. Cu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! Johann Betichius, 1650—1722. 359 ang dein Werk 330. mit Jesu an; Jesus hat's in Händen. Jesum ruf zum Beistand an; Jesus wird's wohl enden. Steh mit Jesu morgens auf; geh mit Jesu schlafen. Führ mit Jesu deinen Lauf; lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der An⸗ fang sein, daß er anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in allen Nöten. —5 abends und bei tacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und Macht dich sucht zu bestreiten. 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List schützen und behüten. 331. Grs Wilen in Demut und Vertraun; lern das Gebot erfüllen, sein großes Feld zu baun! Frag nach der Ernte nicht; du darfst denLohn nicht messen, mußt Freud und Lust ver⸗ gessen, nur sehn auf deine Pflicht. 2. Willst du nur sein ge⸗ borgen 330. 331 Besondere Seiten und Verhältnisse. 360 Setz nur das Vertrauen dein in sein Allmachtshände und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. 4. Wenn dann deine Sach mit Gott also angefangen, ei, t hat es keine Not, wirst den Zweck erlangen. Es wird 5eu Glück und ei hier in diesem Leben; endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sa sei dir übergeben; es nach deinem Willen mach auch im Tod und Leben. All mein Werk greif ich jetzt an, Herr, in deinem Namen; laß es doch sein wohlgetan; darauf sprech ich Amen. Vor 1734(2). Mel. Zeuch ein zu deinen Toren. und vor der Welt geehrt, so kannst du nicht besorgen, was deinem Herrn gehört. Sieht jemand auf Gewinn und trachtet hier auf Erden nur glücklicher zu werden, der hat den Lohn dahin. 3. Doch hast du deine Gaben dem Dienst des Herrn geweiht, so wirst du Augen haben, zu sehn, was er gebeut. — Stand und ein Das tue still und gern; du darfst nicht zaudernd ein wählen, ö nicht rechnen und nicht zählen; ach er ruft,— du folgst dem Herrn. 4. Nur frisch an allen Enden die Arbeit angefaßt! Mit Enwerdrosnen und sei 48 ul d ohne Rast; das ist der rechte Mut. Streu aus den edlen Samen; Johann änden dein Wüns Beruf. 332 arbeit in Gottes Namen,— so keimt und wächst es gut. 5. So wird von Stund zu Stunde das Feld des Herrn gedeihn und bald auf seinem Grunde kein Unkraut sichtbar sein. Schlag alles aus dem Sinn, was sonst dich hielt gefangen, Hhen und Ver⸗ langen, und gib dich gänzlich hin. Friedrich Möller, 1789—1861. Mel. Ich hab in guten Stunden. err, höre; Herr, rach 332. H ehnet 5 Breit deines Namens Ehre 8 an allen Orten aus! Behüte alle Stände 41 durch deiner Allmacht Hände; —j beschütze Kirche, Land und j Haus. uns allen 2. Ach, laß dein Wort noch ferner reichlich schallen , zu unsrer Seelen Nutz! gen, Bewahr uns vor denRotten, rt. die deiner Wahrheit spotten; hbinn;. beut allen deinen Feinden den Trutz. rn, 3. Gib du getreue Lehrer und hnperdrosswe Hörer, eine die beide Täter sein. AufPflanzen und Begießen laß dein Gedeihen flieben und Früchte reichlich ernten ein. 361 4. Laß alle, die regieren, ihr Amt getreulich führen; schaff jedermann sein Recht, daß Fried und Treu sich müssen in unserm Lande küssen; ja segne beide, Herrn und Knecht. 5. Erhalt in jeder Ehe beim Glücke wie beim Wehe rechtschaffne Frömmigkeit. InUnschuld und in Tugend gedeihe unsre Jugend, zu deines Reiches Dienst bereit. 6. Gedenke voll Erbarmen der Leidenden und Armen; Verirrte bring herein. Die Witwen und die Waisen wollst du mit Troste speisen, wenn sie zu dir um Hilfe schrein. 333. 334 Besondere Seiten und Verhältnisse. 7. Hilf als ein Arzt den daß sie in Frieden fahren zu Zions Freud und Herr⸗ Kranken, laß nich im Lede wanken, ichkeit. aß nicht zugrunde gehn. Die Alten heb und trage, 9. 23 mällen du wirst amit sie ihre Acge was wir nach deinem Willen geduldig mögen überstehn. in Demut jett begehrt. 8. Die Reisenden beschütze; Wirsprechen gläubigAmen bleib der Verfolgten Stütze; in unsers Jesu Namen; die Sterbenden geleit so ist gewiß der Wunsch ge⸗ mit deinen Engelscharen, währt. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 33 In Gottes Namen fahren wir; sein Hilf und Gnad begehren wir. Bewahr uns heut des Vaters Güt und unsre Seel und Leib behüt. Erbarm dich unser! 2. Christus sei unser Geleitsmann, bleib stetig bei uns auf der Bahn und wend von uns des Feindes List, auch was seinm Wort zuwider ist. Erbarm dich unser! 3. Der heilge Geist auch ob uns halt mit seinen Gaben mannigfalt; er tröst und stärk uns in der Not und führ uns wieder heim mit Gott. Erbarm dich unser! Zuerst 1561; nach einem alten Wallfahrtsliede a us dem 13. Jahrhundert. 33 In Gottes Namen fang ich an, 5. Vwas mir zu tun gebühret; mit Gott wird alles wohlgetan und glücklich ausgeführet. 362 pirst llen men 91. 37. pir. etsliede Stand und Beruf. Was man in Gottes Namen tut, ist allenthalben recht und gut und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt uns Segen, Mut und Kraft und läßt das Werk gelingen, läßt einen reichen Zug uns tun, Gedeihn auf unsrer Nahrnaz ruhn, daß wir die Fülle haben. 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht't und bleibt auf seinen Wegen, der wird gar leichtlich reich gemacht durch Gottes milden Segen. Da wird der Fromme froh und satt, daß er von seiner Arbeit hat, auch Armen Brot zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnaden. Der bösen Welt Haß, Neid und Hohn kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand; er segnet ihre Stadt, ihr Land und füllet sie mit Freuden. 5. Drum komm, Herr Jesu, stärke mich, hilf mir in meinen Werken; laß du mit deiner Gnade dich bei meiner Arbeit merken. Gib dein Gedeihen selbst dazu, daß ich in allem, was ich tu, erfahre deinen Segen. 6. Regiere mich durch deinen Geist, den Müßiggang zu meiden, daß das, was du mich schaffen heißt, gescheh mit lauter Freuden, auf daß ich dir mit aller Treu auf dein Gebot gehorsam sei und meinem Nächsten diene. 30³ Besondere Zeiten und Verhältnisse. 7. Nun, Jesu, komm und bleib bei mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, liebster eiland, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines Namens Herrlichkeit, und gib, daß ich zur Abendzeit erwünschten Lohn empfange! 335 O Gott, du from⸗ * mer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande ald gib, daß ich's tue bald zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's tu, 0 gib, daß es gerate wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen, und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Find't sich Gefährlich⸗ keit Salomon Liscow, 1640—1698. Gib einen Heldenmut; das Kreuz ich selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben anReichtum, Gut undGeld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt Rto a ins Alter dringen, so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir so laß mich nicht verzagen. hinauf zu deinen Freuden; 364 agen. Feind ind, darf, d. mann schaft 1. geben Geld, i, zut . r Welt ingen, Tritt ingen, Sünd wahr, nag aar. ieinem heiden; dir euden; dem Leib ein Räumlein gönn bei frommer Christen Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seite hab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, 330. Wdahhene und brechet mir mein Herz? Im Herrn sind wir vereinet und bleiben's allerwärts. Das Band, das uns ver⸗ bindet, löst weder Zeit noch Ort; was in dem Herrn sich findet, das währt in ihm auch fort. 2. Man reicht sich wohl die Hände, als sollt's geschieden sein, und bleibt doch ohne Ende im innigsten Verein. Man sieht sich an, als sähe man sich zum letztenmal, und bleibt in gleicher Nähe dem Herrn doch überall. 3. Man spricht: Ich hier, du dorten; Stand und Beruf. du ziehest, und ich bleib,— und ist doch allerorten ein Glied an einem Leib. 336 so tu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwählten Hauf. Johann Heermann, 1585—1647. Man spricht vom Scheide⸗ wege und grüßt sich einmal noch— und geht auf einem Wege in gleicher Richtung doch. 4. Was sollen wir nun weinen und gar so traurig sehn? Wir kennen ja den einen, mit dem wir alle gehn in einer Hut und Pflege, geführt von einer Hand, auf einem sichern Wege ins eine Vaterland. 5. So sei denn diese Stunde nicht schwerem Trennungs⸗ leid, nein, einem neuen Bunde mit unserm Herrn geweiht. Wenn wir uns ihn erkoren zu unserm höchsten Gut, sind wir uns nicht verloren, wie weh auch Scheiden tut. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 337. 338 Besondere Seiten und Verhältnisse. 4 Fürst und Vaterland. de un Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. dich 337 Ein Haupt hast du dem Volk gesandt — und trotz der Feinde Toben da⸗ in Gnaden unser Vaterland—— geeint und hoch erhoben. mi Mit Frieden hast du uns bedacht 7 den Kaiser uns bestellt zur Wacht auf zu deines Namens Ehre. der 2. Wir danken dir mit Herz und Mund, des du Retter aus Gefahren, und flehn aus tiefster Seele Grund, un du wollest uns bewahren, ihn Herr aller Herrn, dem keiner gleich, uihn den Kaiser und das deutsche Reich in zu deines Namens Ehre. 3. Verwirf, Gott, unser Flehen nicht! Laß auf des Kaisers Wegen in dein huldvoll heilig Angesicht ihm leuchten uns zum Segen und salbe ihn mit deinem Geist, daß er sich kräftiglich erweist zu deines Namens Ehre. 4. Ach, komm, wie zu der Väter Zeit ein Feuer anzuzünden, daß wir im Frieden und im Streit fest auf dein Wort uns gründen,— ö ein frommes Volk, das dir vertraut und dir zum Tempel sich erbaut ö zu deines Namens Ehre. Julius Sturm, 1816—1896. Mel. Nun danket alle Gott. 338 Praot Ehr und der auch zu jeder Fristt R ö Lob sei dir, allmächtig nah und fern wa pis zur Stund enhrer ein Herr und Helfer ist wir bis zur Stund allhier des Fürsten, unsers Herrn! viel Heil zu schmecken hatten, 366 2. Du hast ihm lebenslang den Odem treu bewahret und auf manchstrengem Gang dich huldvoll offenbaret; du hast in seiner Hand das Zepter stark gemacht und unser Vaterland mit reichem Gut bedacht. 3. Du wollest deinen Geist auf seine Stirne legen, der klar ihn unterweist, des hohen Amts zu pflegen; du wollst Gerechtigkeit und milder Gnade Lust ihm stellen an die Seit, ihm pflanzen in die Brust. 4. Du wollest allezeit in deinem Gleis ihn lenken und Zucht und Frömmigkeit in ihm dem Lande schenken, Fürst und Vaterland. auf daß er Vorbild sei von jeder Tugendart und Hilf und Schutz verleih, wo man den Glauben wahrt. 5. Du wollest seine Treu vergelten durch die Treue, womit ihn täglich neu ein gutes Volk erfreue, daß dein Gebot im Bund von ihm und uns gescheh und seines Thrones Grund in unserm Herzen steh. 6. O segne, was wir flehn an seinem Jahresfeste, und gib zum Wohlergehn ihm deiner Gaben beste! Gib, daß er's nie vergißt, noch wir, wie du so gern ein Herr und Helfer bist des Fürsten, unsers Herrn! Karl v. Grüneisen, 1802—1878. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 339 Vater⸗ kröne du mit Segen 2 unsern König und sein Haus; führ durch ihn auf deinen Wegen herrlich deinen Ratschluß aus. Deiner Kirche sei er Schutz; deinen Feinden biet er Trutz. Sei du dem Gesalbten gnädig; ö segne, segne unsern König! — 85 2. Rüst ihn mit des Glaubens Schilde; reich ihm deines Geistes Schwert, daß Gerechtigkeit und Milde hrist ihm des Friedens Heil gewährt. rn Mach ihm leicht die schwere Last, die du auferlegt ihm hast. Sei in Jesu du ihm gnädig; schütze, segne unsern König! 36⁷ Besondere Zeiten und Verhältnisse. 3. Sammle um den Thron die Treuen, die mit Rat und frommem Flehn 12 in deiner Streiter Reihen ür des Landes Wohlfahrt stehn. Baue um den Königsthron eine Burg, o Gottessohn. Sei du ihm auf ewig gnädig; leite, segne unsern König! 4. Nähre du die heilge Flamme, 5 die das Herz des Volks erneut, daß es unserm Königsstamme Liebe bis zum Tode weiht. In der Zeiten langer Nacht hast du über ihn gewacht; du erhieltest ihn uns gnädig; segne, segne unsern König! 5. Fürchtet Gott, den König ehret! Das, o Herr, ist dein Gebot, ö und du hast es selbst bewähret, warst gehorsam bis zum Tod. 5 Wer dich liebt, der folget dir; drum, so beten alle wir: Vor dem Bösen schütz uns gnädig; Gott, erhalte unsern König! 6. Gib uns Mut in den Gefahren, wenn der Feind uns ernst bedroht, daß wir Treue dann bewahren, gehen freudig in den Tod. Du bist unser Siegspanier; Gott mit uns! so singen wir. Deine Treuen krönst du gnädig; segne, segne unsern König! 7. Breite, Herr, dein Reich auf Erden auch in unserm Lande aus, daß wir deine Bürger werden, ziehen in dein Vaterhaus. Frieden und Gerechtigkeit gib uns, Gott, zu aller Zeit. Sei du deinem Volke gnädig; segne, segne unsern König! Wilhelm Hülsemann, 1781—1865. 368 Fürst und Vaterland. 2 err Jesu Christ, der du beweintest 340. H Jerusalem und deines Volkes Fal, der du's so wohl und herzlich meintest, versammelt hättest gern die Kinder all, wie nur die mütterliche Liebe tut, du Herr und König, sei uns Schirm und Hut! 2. Auf allen 1 in allen Gründen, in allen Hütten kehr du heute ein! Weck uns, bestrafe unsre Sünden; I von ihrer Knechtschaft kannst nur du befrein. In alle Herzen rufe:„Eins ist not! Durch mich seid einig, wie ich eins mit Gott!“ 3. Kehr ein bei allen, die regieren, II ö verwalten, richten, lehren und erziehn; ö lehr sie ihr Amt mit Demut zieren ö und Stolz und Heuchelei und Selbstsucht fliehn; denn wider dich ist, wer sich dein nicht freut, b und wer nicht mit dir sammelt, der zerstreut. 4. Kehr ein bei allen, die da leiden, so nehmen willig sie dein Kreuz auf sich; flöß ein uns allen dein Mitleiden, daß wir in Brüdern nähren, kleiden dich. O lehr uns, daß wir alle, arm und reich, vor Gott und dir sind hilfsbedürftig gleich. 5. Kehr bei uns ein und laß uns beten in Geist und Wahrheit und der Liebe Sinn, daß immer einiger wir treten durch dich, den Sohn, zu Gott, dem Vater, hin. Dann wird zum Tempel unser Vaterland; uns segnet deine Hohepriesterhand. Abraham Emanuel Fröhlich, 1796—1865. —— =e=er de Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. 341 G Nun ist erschollen das edle Fried⸗ und Freudenwort, daß nunmehr ruhen sollen die Spieß, die Schwerter und ihr Mord! Wohlauf, und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich. 2. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein bei uns Wohnen in sich hab. In dich hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 3. Ach laß dich doch erwecken; wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als das letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: das Ende naht herzu; da sollt ihr bei Gott leben in Fried und ewger Ruh. Besondere Seiten und Verhältnisse. Paul Gerhardt, 1607—676. *—:.——— von dem Wohltun deiner 5 Hand. Güt und Milde hat geregnet; dein Geschenk bedeckt das Land. Auf den Hügeln, in den Gründen ist dein Segen ausgestreut. Unser Warten ist gekrönet; hoben, Herr, auf dich zu jeder Stund, daß du Speise gibst von oben und versorgest jeden Mund. festdeineHände; dein Vermögen wird nicht AUnddub matt. ö DeineHilfe, Gab und Spende machet alle froh und satt. 3. Du gedenkst in deiner Treue an dein Wort zu Noahs Zeit, daß dich nimmermehr gereue deiner Huld und Freund⸗ lichkeit; und so lang die Erde stehet, über der dein Auge wacht, soll nicht enden Saat und Ernte, Frost und Hitze, Tag und Nacht. 1670, Erute. unser Herz hast du erfreut. 2. Aller Augen sind er⸗ 5. Ernte. Mel. Herz und Herz vereint zusammen. 342. dre—. ist 4. Gnädig hast du aus⸗ egossen deines Überflusses Horn, ließest Gras und Kräuter sprossen, ließest wachsen Frucht und däch hastdn Mächtig hast du abgewehret Schaden, Unfall und Gefahr, und das Gut steht unversehret, und gesegnet ist das Jahr. 5. Herr, wir haben solche Güte nicht verdient, die du getan; unser Wissen und Gemüte klagt uns vieler Sünden an. Herr, verleih, daß deine Gnade jetzt an unsre Seelen rührt, daß derReichtum deiner Milde unser Herz zur Buße führt. 6. Hilf, daß wir das Gut der Erden treu verwalten immerfort. Alles soll geheiligt werden durch Gebet und Gotteswort. Alles, was wir Gutes wirken, ist gesät in deinen Schoß, und du wirst die Ernte senden unaussprechlich reich und groß. Christian Rudolf Heinrich Puchta, 18081858. 371 24 Besondere Seiten und Verhältnisse. Mel. Hilf, Herr Jesu, laß gelingen. 2 err im Himmel, Gott auf Erden, 343. H Herrscher dieser ganzen Welt, laß den Mund voll Lobes werden, da man dir zu Fuße fällt, für den reichen Erntesegen Dank und Opfer darzulegen. ö 2. Vater, du hast aus Erbarmen uns Unwürdige genährt; du hast Reichen, du hast Armen milder Gaben viel gewährt. Sei gelobt und hochgepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. 3. Du 12205 Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, und 10 hat man allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Täler, Tiefen, Höhen„ sahen wir im Segen stehen. 4. Ach, wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares Gemüte für die große Wohltat an! Alle Felder sollen schallen: du machst satt mit Wohlgefallen. 5. Gib nun, daß wir deinen Segen, den Reren uns hast beschert, ö also suchen anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 6. Schenk uns auch zufriedne Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein. Laß den Undank nichts verscherzen; streu das Samkorn wieder ein, daß wir jetzt und künftig haben, auch die Dürftigen zu laben. 97646 372 Ernte. 7. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man reichlich ernten kann, so wird man hier jährlich singen, wie du uns so wohl getan. Gib uns nach dem Tränensamen ö Freudenernt im Himmel. Amen! ö Beniamin Schmolck, 1672—1737.* Mel. Aus Gnaden soll ich selig werden. 2 Gott, von dem wir alles haben, I 344.—O die Welt ist ein sehr großes Haus; 19609 du aber teilest deine Gaben ö recht wie ein Vater drinnen aus.* Dein Segen macht uns alle reich; ach lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Tische gehn? Doch darf die Notdurft keinem fehlen; ö denn du weißt allem vorzustehn„ und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot empfängt aus deiner Hand. ö 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt; ö der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, so das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonnenstrahl sind deine Diener allzumal. ö 4. Und asso wächst des Menschen Speise; ö ö der Acker selbst wird ihm zu Brot. Es mehret sich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, wer kann's genug bedenken? der Wunder sind hier gar zu viel. So viel als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert als wir zusammen alle wert. 373 Besondere Zeiten und Verhältnisse. 6. Wir wollen es auch nie vergessen, was uns dein Segen träget ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein, und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, 1648—1715. —— Mel. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Es bleibt ꝛc. 345 Was Gott tut, das ist wohlgetan! r So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz nur himmelwärts, wenn er uns läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und gibt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demut küssen. 3. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Er zeigt uns oft den Segen, und ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schatz will sein, so nimmt er andre Güter zum Heile der Gemüter. 4. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Es geh nach seinem Willen, und läßt sich's auch zum Mangel an, so weiß er ihn zu stillen. Obgleich das Feld nicht viel enthält,— 37⁴ — Tod und Ewigkeit. man kann bei wenig Gaben satt werden und sich laben. 5. Was Gott tut, das ist wohlgetan! Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getrost auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft; es nennt uns Gottes Erben; wie können wir verderben? 6. Was Gott tut, das ist wohlgetan! So wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, er, unser Gott, weiß, was uns not, und wird es gern uns geben. Kommt, laßt uns ihn erheben! Benjamin Schmolck, 1672—1737. VII. Tod und Ewigkeit. 346 9 lle Menschen müssen sterben; * alles Fleisch vergeht wie Heu. Was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu. Dieser Leib, der muß verwesen, wenn er anders soll genesen zu der großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, weil es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 375 Tod und Ewigkeit. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben; drum fahr ich mit Freuden hin, hin aus diesem Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, da ich werde allezeit schauen Gottes Herrlichkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon sind mit Himmelsglanz umgeben, dienen Gott vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen: „Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist.“ 5. Da die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren Ehrenthronen sitzet der zwölf Boten Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen hingefahren, wo dem Herrn, der uns versöhnt, ewig Hallelujah tönt. 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! Ach der großen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne; jetzo gehet an der Tag, der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket alle diese Herrlichteit jetzo werd ich schön geschmücket mit dem weißen Ehrenkleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, 1624—1679. 376 —— 1679. —— Tod und Ewigkeit. Mel. O du Liebe meiner Liebe. uf, du priesterlichs Geschlechte, 3⁴7. A das den Bund des Herrd Ledaher, und ihr, unsers Gottes Knechte, schaut auf eure Himmelfahrt! Suchet doch nur das, was droben; es verdient's ja ganz allein! Sollt ich das nach Würden loben, müßt ich mehr als Engel sein. 2. Die ihr sonst die Harfen hinget an die Weiden Babylon, nehmt sie wieder ab und singet Zions Lied im Siegeston! Sollt uns unser Jammer hindern, der da nur zur Welt gehört, uns, ein Volk aus Königskindern? Wer ist, der die Feinde stört? 3. Droben seht zur Rechten sitzen Jesum Christ, voll Glanz und Licht! Sehet seine Augen blitzen und sein Sonnen-Angesicht! A und O, Anfang und Ende, erst und letzter nennt er sich; er beherrscht die Höllenschlünde als ein Sieger 5 Hoch 4. Droben und doch immer nahe, wo ein Herz zu ihm sich naht, er ist, den Johannes sahe, der die sieben Sterne hat. Wandelnd unter den Gemeinen reinigt er sein Tempelhaus, tröstet, straft, warnt, lobt die Seinen und gießt Geist und Leben aus. 5. Droben, wenn wir überwinden, wird im Paradiese schon sich das Holz des Lebens finden und die goldne Ehrenkron; himmlisch Manna, neue Namen, die nur der weiß, der sie trägt, gutes Zeugnis: dies zusammen wird den Siegern beigelegt. 377 Tod und Ewigkeit. 6. Droben sind sie angeschrieben in dem Lebensbuch des Herrn alle, die den Heiland lieben und bei aller Schmach sich gern doch nach seinem Namen nennen; diese ziert das weiße Kleid, und er wird sie laut bekennen auf dem Thron der Herrlichkeit. 7. Droben soll in Salems Höhen, wo der Tempel Gottes prangt, als ein Grund und Pfeiler stehen, wer den Siegeskranz erlangt. Wessen Streiter er gewesen, dessen Namen wird man hell einst auf seiner Stirne lesen: Zion, Gott, Immanuel! 8. Droben sind 3uzähg Namen, Palmenträger, weiß gekleid't, die aus großer Trübsal kamen, und nun singen sie erfreut: Heil sei Gott und unserm Lamme, das in Gnaden uns erwählt und aus jedem Volk und Stamme uns den Seinen zugezählt! 9. Droben schickt sich neu zu werden schon der weite Himmel an; dann wird Himmel, Meer und Erden als veraltet abgetan. Bald wird sie hernieder kommen, Neu⸗Jerusalem, die Braut, als die Königsstadt der Frommen, die Gott ihnen selbst erbaut. 10. Droben ruft er voll Verlangen: Höre Braut, ich komme bald! Selig, wem ihn zu empfangen schon das Herz entgegenwallt! Er wird nimmer lang verweilen und bringt seinen Lohn mit sich. Komm, dein Zion heißt dich eilen; meine Seel erwartet dich! Ludwig Christian Steinhofer, 1746—1821. 378 1821. — hristus, der ist 348. Cbmein Leben und Sterben mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben; mit Fried fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich über⸗ wunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Kräfte ů mich bleiben allezeit brechen, mein Atem geht schwer aus und kann kein Wort mehr sprechen, Herr, nimm meinSeufzen auf. Tod und Ewigkeit. 348. 349 5. Wenn Sinne und Ge⸗ danken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, wenn ihm die Flamm ge⸗ bricht, 6. Alsdann fein sanft und stille laß, Herr, mich schlafen ein nach deinem Rat und Willen, wann e mein Stünde⸗ ein. 7. An dir laß gleich den Reben und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. Vor 1609. Mel. In allen meinen Taten. 349 Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden; kein Fels, kein Erz kann stehn. Was uns hier mag ergötzen, was wir für ewig schätzen, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein faslcher Wahn; sobald der Geist gewichen und dieser Mund erblichen, fragt keiner, was man hier getan. 3. Es hilft nicht Kunst und Wissen; wir werden hingerissen, der morgen, dieser heut. 379 Tod und Ewigkeit. Was nützt der Güter Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 4. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besitzen, kann vor dem Tod nicht schützen; dies alles stirbt uns, wenn man stirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ist's, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, die nicht in Hohn und Schmach verfällt? 6. Was pocht man auf die Throne, da keine Macht noch Krone kann unvergänglich sein? Es mag vom Totenreihen kein Zepter dich befreien, kein Purpur, Gold noch Edelstein. 7. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne siehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag sich neiget, eh sich der Abend zeiget, verwelkt und unversehns abfällt,— 8. So wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 9. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indessen wird die Bahre uns vor die Tür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eh wir uns besinnen, der Erde sagen gute Nacht. 380 Tod und ESwigkeit. 10. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist als ein Strom verflossen; was künftig,— wessen wird es sein? 11. Verlache Welt und Ehre, der Menschen Gunst und Lehre und geh den Herren an, der einzig König bleibet, den keine Zeit vertreibet, der immer ewig machen kann. 12. Wohl dem, der auf ihn trauet! Er hat recht fest gebauet, und ob er hier wird er doch 9518 fällt, ort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. Andreas Gryphius, 1616—1664. 4, 7—8. 2. Tim. inen guten 350. Ecgamf hab ich auf der Welt gekämpfet; denn Gott hat so gnädiglich all mein Leid gedämpfet, drum ich mi daß ich meines Lebens ietzt in lauter Freuden; denn e dienßt lein Reiden. Lauf seliglich vollendet und die Seele Hert Christo zugesendet. mein Verdienst 2. Forthin ist mir bei⸗ ihr, o meine Lieben! Alle, die ihr um mich weint, gelegt der Gerechten Krone, die mir wahre Freud erregt vor des Himmels Throne. Forthin meines Lebens i in die Erde nieder; schaut, die Sonne geht zurRuh, kommt doch morgen wieder. Licht, dem ich hier vertrauet, meines Gottes Angesicht meine Seele schauet. 381 3. Dieser bösen, schnöden Welt jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt; ergeben meinem Jesu, da ich bin sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund, laßt euch nicht betrüben diesen Schritt, den ich nun tu Heinrich Albert, 1604—-1651. Tod und Ewigkeit. Matth. 25, 1—13. 351 E euch, * ihr Frommen; zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen; die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht. Auf, betet, kämpft und wachet! Bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet sie mit Ol und seid des Herrn gewärtig; bereitet Leib und Seel. DieWächterZions schreien: Der Bräutigam ist nah. Begegnet ihm in Reihen und singt Hallelujah! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, hebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor! Die Tür ist aufgeschlossen; die Hochzeit ist bereit. Auf, auf, ihr Reichsgenossen! Der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen; drum schlafet nicht mehr ein! Man sieht die Bäume blühen; der schönste Frühlingsschein verheißtErquickungszeiten; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weitem, davor das Dunkel weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt! Es sind die Freudenstunden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld ge⸗ tragen und mit gestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mitleben und regieren und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, wo die Erlösten weiden; hier ist die sichre Pfort. Hier sind die güldnenGassen. Hier ist das Hochzeitsmahl; hier soll sich niederlassen die Braut im Freudensaal. 8. O Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf! Geh auf, ersehnte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir heben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurenti, 1660—1722. —— S»AOAX treit; zände 1722. ——— ———— Tod und ESwigkeit. 1. Kön. 19, 4. 352. Eꝰ ist genug; so nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern hin! Lös auf das Band, das allgemach zerreißt; befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich kränet! Es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt. Die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast ganz umstrickt; nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich mich von Gott abtrennet, was täglich im Gewissen brennet, es ist genug. 3. Es ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich 2—— manche Nacht die harte Lagerstatt mit Tränen; wie 1ug, wie lang muß ich mich sehnen? Es ist genug. 4. Es ist genug, wenn nur mein Jesus will; er kennet ja mein Herz. Ich harre sein und halt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der an der siechen Brust mir naget, abnimmt und endlich zu mir saget: Es ist genug. 5. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus. Mein Jesus kommt; nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmels Haus. Ich fahre sicher hin in Frieden; mein großer Jammer bleibt danieden. Es ist genug. Zuerst 1662. 383 Tod und Ewigkeit. Hebr. 4, L9. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen. 353 Eꝰ ist noch eine Ruh vorhanden; 2 auf, müdes Herz, und werde Licht! Du seufzest hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht. ö Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden dort wird vor seinem Stuhle weiden; wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, bald, bald der saure Lauf vollendet; so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat, da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Der gute Hirte wollte sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er ruft, er locket weit und breit: ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichteit! 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt; eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen; geht nicht mehr traurig und gebückt. Ihr habt des Tages Last getragen; dafür läßt euch der Heiland sagen: Ich selbst will eure Ruhstatt sein! Ihr seid mein Volk, gezeugt von oben; ob Sünde, Welt und Hölle toben, seid nur getrost und gehet ein! 4. Da wird man Freudengarben bringen; denn unsre Tränensaat ist aus. O, welch ein Jubel wird erklingen und süßer Ton im Vaterhaus! Schmerz, Seufzen, Leid wird von uns weichen, es wird kein Tod uns mehr erreichen; wir werden den Erlöser sehn. 384 pt! en, Tod und Ewigkeit. Er wird beim Brünnlein uns erfrischen, die Tränen von den Augen wischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 5. Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen; denn die Erquickungszeit ist da. Die Sonne wird uns nicht mehr stechen; der Herr ist seinem Volke nah. Er selbst will über ihnen wohnen und ihre Treue wohl belohnen mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen; der große Sabbat ist erschienen, da man von keiner Arbeit weiß. 6. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden! Legt euch dem Heiland in den Schoß! Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen; dort wartet schon die frohe Schar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren; auf, gürte dich zum Triumphieren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Johann Sigismund Kunth, 1700—1779. 354 reu dich sehr, o meine Seele, 2 und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal! Aus der Trübsal, Angst und Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinem Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann nach dem Ende seiner Bahn, 385 Tod und Ewigkeit. so hab ich gewünscht, mein Leben hin in Gottes Händ zu geben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornenspitzen gar, also auch die Christen gehen durch viel Angst, Not und Gefahr. Wie die Meereswellen sind und der ungestüme Wind, also ist allhier auf Erden unsre Wallfahrt voll Beschwerden. 4. Welt und Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag; reich an Kreuz sind unsre Tag. Gleich, wann wir geboren werden, find't sich Jammer g'nug auf Erden. 5. Wann die Morgenröt aufgehet und der Schlaf sich von uns wend't, Sorg und Kummer uns umfähet; Müh sich find't an allen End. Unsre Tränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn aufhört zu scheinen, hört doch nicht auf Klag und Weinen. 6. Drum Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehst, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil dein Blut mich hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von hinnen fahren heut; ach, sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse! 7. Ob mir schon die Augen brechen und mir das Gehör verschwind't, meine Zung nicht mehr kann sprechen, mein Verstand sich nicht besinnt, 386 — Tod und Ewigkeit. bist du doch mein Licht und Hort, Leben, Weg und Himmelspfort. Du wirst mich in Gnad regieren, mich die Bahn zum Himmel führen. 8. Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich Christus nun, dein Herre, ruft aus diesem Jammertal. Seine Freud und Herrlichkeit sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubilieren, ohn Aufhören triumphieren. Vor 1620. Mel. Meine Seele senket sich. 355 Geht mu uch o und grabt mein Grab; 5 denn ich bin des Wanderns müde. Von der Erde scheid ich ab; denn mir ruft des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunkeln Tale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wenn die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl; laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, deine Freuden selber Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 387 Sonn und Mond 356. H nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübsal und Elend. Ich hab Lust abzuscheiden von dieser argen Welt, sehn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald! Tod und Ewigkeit. 5. Darum letzte gute Nacht! und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht; der denn ich reis in weite Ferne, wil reise hin zu jenem Glanz, zu worin ihr erbleichet ganz. 6. Die ihr nun in Trauern geht, da fahret wohl, ihr lieben Freunde; des was von oben niederweht, Ste tröstet ja des Herrn Gemeinde. 4 Weint nicht ob dem eitlen Schein; droben nur kann ewig sein. zun 7. Weinet nicht, daß ich nun will doc von der Welt den Abschied nehmen, dur daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus den Schemen, w aus dem Eiteln, aus dem Nichts und hin ins Land des ewgen Lichts. ino 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, was meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil 56 in den warmen Herzenswunden, ů. woraus einst sein heilges Blut und floß der ganzen Welt zugut. Ehr 9. Weint nicht, mein Erlöser lebt!. Hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, s u und der Himmelsheld, der Glaube, nad und die ewge Liebe spricht: das Kind des Vaters, zittre nicht! 6 Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. erzlich tut mich 2. Du hast mich ja erlöset von verlangen von Sünde, Tod und Höll! für es hat dein Blut gekostet, doch drauf ich mein Hoffnung stell. da Warüum sollt mir denn zusa grauen wo vor Hölle, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, dort bin ich ein selig Kind. 388 3. Wenn gleich süß ist das eben, ö der Tod sehr bitter mir,. will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, da meine Seel fährt hin⸗ des freu ich mich gar eben; Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib zwar in der Erden zum Staube wiederkehrt, doch auferweckt wird werden durch schön ver— ärt wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not inHimmelsfreud undWonne; was schadet mir der Tod? 5. Ob mich die Welt auch reizet, ö zu bleiben länger hier, ö und mir auch immer zeiget Ehr, Gut und all ihr Zier,‚ Tod und Ewigkeit. er ihr Bielgellebt 7. Muß ich auch hinter⸗ lassen betrübte Waiselein, der'n Not mich über Maßen jammert im Herzen mein, will ich doch gerne sterben und trauen meinem Gott; er läßt sie nicht verderben; er hilft aus aller Not. 8. Gesegn euch Gott, der re, en mein! Trauert nicht allzusehre über den 0 Pleibt mein! Beständig bleibt im Glau⸗ ben! Wir werdn in kurzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. 9. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Christ, allein. Gib mir ein selig Ende, doch ich das gar nicht send mir die Engel dein; achte; es währt nur kurze Zeit: nach Himmlischem ich trachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Wenn ich auch gleich 1eh. nun scheide ö erlöset von meinen Freunden gut, Höll; kotet, doch tröstet meinen Mut, ö ig stell. daß wir in größernFreuden denn zusammen kommen schon, wo nichts uns mehr wird Sündꝰ scheiden, dort an des HDimmels Thron. 389 führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, als du dich hingegeben für meine Sündenlast. 10. Hilf, daß ich ja nicht wanke von dir, Herr Jesu Christ; für mich und sie zum Leide, den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist! Hilf ritterlich mir ringen; dein Hand mich halt mit Macht daß ich mög fröhlich singen: Gottlob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, 1563—1627(2) 356 357⁷ Tod und Ewigkeit. 35 6 ch bin ein Gast 5. Ich habe mich ergeben 90. Wauf Erden in gleiches Glück und Leid; und hab hier keinen Stand; was will ich besser leben? der Himmel soll mir werden; Hier gilt es Müh und da ist mein Vaterland. Streit! Hier wall ich bis zum Grabe; Es muß ja durchgedrungen, dort in der ewgen Ruh es muß gelitten sein; ist Gottes Gnadengabe, wer nicht hat wohl gerungen, die schließt all Arbeit zu. geht nicht zur Freude ein. 2. Was ist mein ganzes 6. So will ich zwar nun Wesen treiben von meiner Jugend an mein Leben durch die Welt; denn Müh und Not gewesen? doch denk ich nicht zu bleiben So bich ich denken kann, in diesem fremden Zelt; hab ich so manchen Morgen, ich wandre meine Straße, so manche liebe Nacht die zu der Heimat führt, mit Kummer und mit Sorgen da mich ohn alle Maße des Herzens zugebracht. mein Vater trösten wird. Len Wih deden 7. Mein Heimat ist dort ben manch harterSturm erschreckt; Eüun Blitz, Donner, Wind und da aller Engel Schar ů Regen den großen Herrscher loben, hat mir oft Angst erweckt. Win sedden e inden wrage Versolgung Haß und Nei⸗und f. 105 ür 0 ob ich's gleich nicht verschuld'et. und alles hebt und leget, hab ich doch müssen senden nachdem's ihm wohlgefällt. und tragen mit Geduld. 8. Dorthin steht mein Ver⸗ 4. So ging's den lieben langen; Alten, da wollt ich gerne hin. an deren Fuß und Pfad Die Welt bin ich durch⸗ wir uns noch täglich halten, gangen, wenn's fehlt an gutem Rat; daß ich's fast müde bin. sie zogen hin und wieder; Je länger ich hier walle, ihr Kreuz war immer groß, je wen'ger find i Freud, bis daß der Tod sie nieder die meinem Geist gefalle legt in des Grabes Schoß. das meist ist Herzeleid. 390 t dort 9. Die Herberg ist zu böse; der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende mit meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 10. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, alsdann tret ich hinaus und, was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wann ich ausgehauchet, Tod und Ewigkeit. so legt man mich ins Grab. 358 11. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne mit andern leuchten soll. 12. Da will ich immer wohnen— und nicht nur als ein Gast— bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Tun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, 16071676. Mel. Ich bin ein Gast auf Erden. ch habe Lust zu 358. Ji eiden; mein Sinn geht aus der Welt. Ich sehne mich mit— 0 ö nach Zions Friedenszelt. Weil aber uns die Stunde zum Abschied keiner nennt, so hört aus meinem Munde mein letztes Testament. 2. Gott Vater, meine Seele bescheid ich deiner Hand; aus dieser dunklen Höhle führ sie ins Vaterland. Du hast sie mir gegeben, so nimm sie wieder hin, daß ich in Tod und Leben nur dein alleine bin. 3. Was werd ich, Jesu, finden, das dir gefallen kann? Ach nimm doch meine Sünden als ein Vermächtnis an; wirf sie in deine Wunden wie in ein Meer hinein, so hab ich Heil gefunden und schlafe selig ein. 4. Dir, o du Geist der Gnade, laß ich den letzten Blick; zieh ich des Todes Pfade, so sieh auf mich zurück. Ach fleh in meinem Herzen, wenn ichkein Glied mehr rühr, und stell in meinen Schmerzen mir nichts als Jesum für. 391 359 5. Ihr Engel, nehmt die Tränen von meinen Wangen an; ich weiß, daß euer Sehnen sonst nichts erfreuen kann. Wenn Leib und Seele scheiden, 10 5 mich in Jesu Schoß, so bin ich voller Freuden und aller Tränen los. 6. Euch aber, meine Lieben, die ihr mich dann beweint, euch hab ich was verschrieben: Gott, euren besten Freund. Drum nehmt den letzten Segen; es wird gewiß geschehn, daß wir auf Zions Wegen einander wieder sehn. Tod nund Swigkeit. 7. Zuletzt sei dir, o Erde, mein blasser Leib vermacht, damit dir wieder werde, was du mir zugebracht. Mach ihn zu Asch und Staube, bis Gottes Stimme ruft; denn dieses sagt mein Glaube: Er bleibt nicht in der Gruft. 8. Dies ist mein letzter Wille; Gott drückt das Siegel drauf. Nun wart ich in der Stille, bis daß ich meinen Lauf durch Christi Tod vollende; so geh ich frendig hin und weiß, daß ich ohn Ende des Himmels Erbe bin. Benijamin Schmolck, 1672—1737. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 2 Och sterbe täglich, und mein Leben 359. XVeilt Iumertont zuun Grabe hin; wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht hin, der Tod kommt her; ach, wer nur immer fertig wär! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeld't und fordert uns ins Land der Toten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewges Unglück oder Glück hängt oft an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren, Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. 392 — racht ma, de, . hund uft; aube: GBruft. Tod nud Swigkeit. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; den einen Juß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr; ein kleiner Schritt ist nur dahin, wo ich der Würmer Speise bin. 5. Ein einzger Schlag kann alles enden, und Fall und Tod beisammen sein; doch schlage nur mit Vaterhänden und ließ in Christi Tod mich ein, daß, wenn der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz sich hält. 6. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt; drum bet ich bei gesunden Tagen: „Herr, dir befehl ich meinen Geist!“ Verschließen meine Lippen sich, so bitte Jesu Blut für mich! 7. Kann ich nicht segnen mehr die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich; und wenn sie bittre Tränen weinen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlassnen Schrein durch deinen Trost erhörlich sein. 8. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließ mir, Herr, den Himmel auf; verkürze mir die Todesschmerzen und hole mich zu dir hinauf; so wird mein och felis keine Pein, zwar eilig, dennoch elig sein. Benjamin Schmolck, 1672—1737. 393 360. 361 Qerusalem, du N hochgebaute 360. Stadt, wollt Gott, ich wär in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir; weit über Berg und Tale, weit über ich 3 Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag und noch viel schönreStund, wann wirst du kommen schier, daß ich mit Lust und freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Vaterlandꝰ 3. O Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir; tu auf der Gnaden Pfort! Wie manchezeit hat mich ver⸗ langt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit! Nun hat mir Gott gegeben das Erb der Ewigkeit. Tod und Ewigkeit. 4. Was für ein Volk, welch eine edle Schar kommt dort gezogen schon! Was in der Welt von Aus⸗ erwählten war, trägt nun die Ehrenkron, die Jesus mir entgegen vom Himmel hat gesandt, da ich auf fernen Wegen noch war im Tränenland. 5. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen insgemein, die weiland trugen ihres Kreuzes Joch und der Tyrannen Pein, schau ich inEhren schweben, in Freiheit überall, mit Klarheit hell umgeben, mit sonnenlichtem Strahl. 6. Wenn dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Paradeis, von höchster Freud erfüllet wird der Sinn, der Mund von Lob undPreis. Das Hallelujah hallet dort rein in Heiligkeit; das Hosianna schallet ohn End in Ewigkeit. Johann Matthias Meyfart, 1590—1642. 361 Qesus, meine Zuversicht Iund mein Heiland, ist im Leben. Dieses wich ich; sollt ich nicht darum mi zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 394 ein, peben, geben, rahl. tzt ich bin Tfüllet zinn, Ereis. let ; yfart, Tod und ESwigkeit. 2. Jesus, er mein Heiland, lebt; ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden: meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Fleisch und muß daher auch aal zu Ahe Wiarn das gesteh ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan. 6. Was hier kranket, seufzt und flehe, wird dort frisch und herrlich gehen. Irdisch werd ich ausgesät; himmlisch werd ich auferstehen. Hier geh ich natürlich ein; nachmals werd ich geistlich sein. 7. Seid getrost und hoch erfreut; Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht statt der Traurigkeit; sterbt ihr,— Christus ruft euch wieder, wenn einst die Posaune klingt, die auch durch die Gräber dringt. 8. Lacht der finsteren Erdenkluft; lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch aus der Gruft 395⁵5 —.—.—.— —..—.. — s!:' 362. 363 Tod und Ewigkeit. euerm Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß liegen unter euerm Fuß. 9. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr wollt vereinet werden. Schickt das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein! 2 Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 1627—1607. 362 Qn Christi Wunden schlaf ich ein; die machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Mit Fried und Freud fahr ich dahin; ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, mein Tod, du förderst mich; ins ewge Leben wandre ich durch Christi Blut von Sünden rein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein! 2 Paul Eber, 1511—1569. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 363 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig in der Welt besteht; drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe; wie kann die Blume schnell verblühn! Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 396 Rburg, n. t, Tod und Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dieweil der Tod viel Wege hält. Dem einen wird das Scheiden herbe; ein andrer sanft in Schlummer fällt. Doch wie du willst; gib daß dabei mein End in dir nur selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe und welche Erde mich einst deckt; doch wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm ich jede Stelle ein; die Erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster Gott, wenn ich einst sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir, auf daß ich dort mit Christo erbe; hab ich nur den im Glauben hier, so gilt mir's gleich und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Benjamin Schmolck, 1672—1737. ein Leben ist ein Pilgrimstand; 364. M 10 reise nach dem Vaterland, nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt auf Bundesblut gegründet hat; da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; ich reise nach dem Vaterland. 2. Es rinnet ohne Unterlaß hin meines Lebens Stundenglas, und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit und öffne meine Augenlider, daß ich, was zeitlich ist, veracht und nur nach dem, was ewig, tracht! 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach; der Lebensweg hat auch sein Ach; man wandelt nicht auf weichen Rosen. 397 Tod und Ewigkeit. Der Steg ist eng, der Feinde viel, die mich wegreißen von dem Ziel. Ich muß mich oft in Dornen stoßen; ich muß durch dürre Wüsten gehn und kann selbst keinen Ausweg sehn. 4. Der Sonne Glanz mir oft gebricht, der Sonne, die mit Gnadenlicht in unverfälschte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu; mein matter Geist find't nirgend Ruh; doch alle Müh ist schon bezahlet, wenn ich das güldne Himmelstor mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 5. Israels Hüter, Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch hast angenommen, zeig mir im Worte deine Tritt; aß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach eile du und komm mit Gnad und Hilf herzu! 6. 6579 deinen Geist mich heilig leit; gib in Geduld Beständigkeit; vor Straucheln meinen Fuß beschütze! Ich falle stündlich,— hilf mir auf; zeuch mich, damit ich dir nachlauf; sei mir ein Schirm in Trübsalshitze! Laß deinen süßen Gnadenschein in Finsternis nie ferne sein! 7. Wenn mir mein Herz, o Gnadenfüll, vor Durst nach dir verschmachten will, so laß mich dich zum Labsal finden, und wenn ich schließ die Augen zu, so bring mich zu der stolzen Ruß, da Streit und alle Mühe schwinden; laß mich da sein in Abrams Schoß dein Liebling und dein Hausgenoß. 398 Tod und Swigkeit. 8. Bin ich in diesem fremden Land der blinden Welt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen; dort werd ich mit der Himmelsschar dir jauchzend dienen immerdar und in der reinsten Liebe brennen. Mein Heiland, komm, o, bleib nicht lang! Hier in der Wüste wird mir bang. Friedrich Adolf Lampe, 1683—1729. Luk. 2, 29—32. 365. Mi: FIried und Freud ich fahr dahin I in Gottes Wille; I getrost ist mir mein Herz und Sinn, I. sanft und stille. ö Wie Gott mir verheißen hat, der Tod ist mein Schlaf worden. ö 2. Das macht Christus, wahr'r Gottes Sohn, ö der treue Heiland, den du mich, Herr, hast lassen schaun und g'macht bekannt daß er mir das Leben sei und Heil in Not und Sterben, 3. Den du hast allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für alle Heiden, zu'rleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Martin Luther, 1483—1546. 399 866. 367 366. M. o mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hilfe tu, du ewiger Gott! Das bist du, Herr, alleine. vor der tiefen Hölle Glut. daß wir Gnad erlangen? Uns reuet unsre Missetat, die Al Herr, erzürnet hat. Heiliger r Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Hei-⸗ unsre Sünd uns treiben; and, du ewiger Gott! Laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not. Erbarm dich unser! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Rachen. Wer will uns aus solcher Not frei und ledig machen? Das tust du, Herr, alleine. Es d Barmherzig⸗ it e unsre Sünd und großes Leid. Tod und Ewigkeit. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Hei⸗ and, Laß uns nicht verzagen Erbarm dich unser! 3. Mitten in der Hölle Angst wo solln wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das g'nug für die Sünde tut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Hei⸗ land nd, du ewiger Gott! Laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Erbarm dich unser! Martin Luther, 1483—1546 V. 1 nach dem Latei nischen des Notker d. Alt.(+912). un bringen wir den Leib zur Ruh 367. N und decken ihn mit Erde au, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt endlich noch zuletzt der Tod. 400 —3—8 9———— Tod und Ewigkeit. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick,; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In allem, was du denkst und tust, bedenke, daß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich—— Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seiner Seele wahr! 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ; mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seele zu dir hin! 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlitz ewig sehn! Ehrenfried Liebich, 1713—1780. 368 O Ewigkeit, du Donnerwort, * o Schwert, das durch die Seele bohrt, 0 Ewdiar⸗ sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, wenn mir dies Wort im Sinne schwebt. 401 Tod und Ewigkeit. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, nicht endlich muß Siarert nur die unselge Ewigkeit ist ohne Maße, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; ja, wie mein Heiland selber spricht, ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. O Ewigkeit, du machst mir bang! O ewig, ewig 0 zu lang; hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich, als die Ewigkeit. 4. Ach, Gott, wie bist du so gerecht! Wie strafest du den bösen Knecht so 81 mit ewgen Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt 1 hast du so lange Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen, ach, merke drauf, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und bessre bald dein Leben! Wach auf, es ist sehr hohe Zeit; es kommt heran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; 5 wer weiß doch, wie er sterben mag? ö 6. O Ewigkeit, du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Eid sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt! Johann Rist, 1607—1667. 402 Tod und Ewigkeit. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. 369 O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, 0 Etae sonder Ende! O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß vor HDur ertetende nichts mehr vom Weltelende, das uns in diesem Leben quält, weil ich die Ewigkeit erwählt. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, die endlich mit der Zeit nicht fällt und gänzlich muß vergehen; allein die selge Ewigkeit bleibt ohne Jahre, Ziel und Zeit, bleibt unverändert stehen; ja, wie das Wort des Herren spricht, sie welket und vergehet nicht. 3. O Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, weiß ich, daß dies aufhöret; drum wenn ich diese lange Zeit erwäge samt der Seligkeit, die ewig nichts zerstöret, so 1 ich alles Leiden kaum als einen ängstlich bösen Traum. 4. Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausend, tausend Jahr und werden des nicht müde; sie haben mehr als Sonnenlicht; sie haber Gottes Angesicht; sie haben goldnen Frieden, wo Christus gibt, wie er verheißt, das Manna, so die Engel speist. 5. Ach, wie verlanget doch nach dir mein mattes Herze mit Begier, du überselig Leben! Ach, bringe mich, mein Gott, dahin, wonach jetzt Seele, Mut und Sinn mit allen Kräften streben. 403 Tod und Ewigkeit. Der schnöden Welt vergeß ich ganz und sehn mich nach des Himmels Glanz. 6. O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, ö 0 uwran sonder Ende! e O Ewigkeit, Freud ohne Leid, ich weiß von keiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende. Herr Jesu, gib mir solchen Sinn, bis ich dort ewig bei dir bin. Nach Kaspar Heunisch, 1620—1690. Welt, ich muß dich lassen; 370. O ich fahr dahin mein Straßen ins ewge Vaterland. Mein'n—.— will U0 aufgeben, dazu mein Leib und Leben setzen in Gottes gnädge Hand. 2. Mein Zeit ist nun vollendet; der Tod das Leben endet. Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden; das Ewge muß mir werden; mit Fried und Freud fahr ich dahin. 3. Ob mich gleich hat betrogen die Welt, von Gott gezogen durch Sünden mancherlei, will ich doch nicht verzagen, sondern mit Glauben sagen, daß mir mein Sünd vergeben sei. 4. Auf Gott steht mein Vertrauen; sein Antlitz will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben; mein Mittler er auch worden ist. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden; erlöst bin ich aus Gnaden umsonst durch Christi Blut.* 404 1690. Tod und Ewigkeit. Kein Werk kommt mir zu Frommen, will ich zu Gnaden kommen; der wahre Glaub allein es tut. 6. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mir's hat bereit't. Hier mag ich nicht mehr bleiben; der Tod tut mich vertreiben; mein Seele sich vom Leibe scheid't. 7. Damit fahr ich von hinnen. O Welt, du mußt zerrinnen; darum besinne dich. Auf! Dich zu Gott bekehre und von ihm Gnad begehre, daß er auch dein erbarme sich. 8. Die Zeit ist schon vorhanden; hör auf von Sünd und Schanden und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst alle irdschen Sachen sollst du gutwillig geben dran. 9. Das schenk ich dir am Ende: Leb wohl, zu Gott dich wende! Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmerzen! Nimm mein'n Abschied zu Herzen; meins Bleibens ist jetzt hier nicht mehr. 2Johann Hesse, 1490—1547. 371 wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, * die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man doch hier wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hie kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer; 40⁵5 37²2 kein Kreuz und Leiden Tod und Ewigkeit. ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab all eure Tränen; ihr habt schon, wonach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm uns auszuspannen; lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. 372. Vm 10 5 dir du arge, falsche Welt! Dein fündlich böses Leben durchaus mir nicht gefällt. Imhimmel ist gut wohnen; 58 5 steht mein Begier; a wird Gott herrlich lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, 0 Pitw Gottes Sohn; soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon; verkürz mir alles Leiden; stärk meinen blöden Mut. Laß 1¹ mich abscheiden; schenk mir dein ewig Gut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde; drauf kann ich fröhlich sein. 406 Simon Dach, 1605—-1659. Erschein mir in dem Bilde, zum Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, so milde geblut't dich hast zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden bei dir vor allem Leid; rück sie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer erbt das Himmelslos, und 1115 ist genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 5. Schreib meinen Nam'n aufs beste ins Buch des Lebens ein; bind meine Seele feste ins Lebensbündlein ein der'r, die imHimmel grünen und vor dir leben frei; so will ich ewig rühmen, wie treu dein Herze sei. Valerius Herberger, 1562—1627. * Tod und Ewigkeit. ö Matth. 25, 1—13. 373 Wochet auf! ruft uns die Stimme ö* der Wächter sehr hoch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Jerusalem! ö Mitternacht heißt diese Stunde. Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt; 7 steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegen gehn! 2. Zion hört die Wächter singen; das Herz tut ih vor Freuden springen; sie wachet und steht eilend auf. ilde, Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, Not, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ilde ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. od. Nun komm, du werte Kron, aus Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir Nend all zum Freudensaa saden und halten mit das Abendmahl. 108* 3. Preis und Ruhm sei dir gesungen —5. mit Menschen- und mit Engelzungen, mit Harfen⸗ und mit Zimbelton. 25· Von zwölf Perlen sind die Tore üm'n an deiner Stadt; wir stehn im Chore ö ö der Engel hoch um deinen Thron. n; Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat je gehört solche Freude. ünen Drum jauchzen wir und singen dir „ das Hallelujah für und für. Philipp Nicolai, 1556—1608. 407 ỹPpPpPpP‚pPpssssss T 374. 37⁵5 Tod und Ewigkeit. 37 4 Wenn ich in Todesnöten bin 2 und weiß kein'n Rat zu finden, so nehm ich meine Zuflucht hin zu Christi Tod und Wunden; darinnen find ich Hilf und Rat für meine Schuld und Missetat, auch wider Tod und Hölle. 2. Es ist kein Schmerz, kein Leid, kein Not, kein Angst so groß auf Erden, so nicht Rhent Christi Wunden rot könnte geheilet werden. Sein Tod— mein Leben und Gewinnst, mein Hoffnung, Zuflucht und Verdienst, mein Schatz, mein Ehr und Krone. 3. O Vater, hoch in's Himmels Thron, laß mich von hinnen scheiden; o Jesu Christe, Gottes Sohn, du wollest mich geleiten; o heilger Geist, tu auf die Tür und mich zum Baum des Lebens führ und zu dem Brunn der Gnaden! 4. Nun fühl ich Schutz, Trost, Ruh und Freud in deinen heilgen Wunden; nun ist all Leid und Traurigkeit aus meinem Herz verschwunden. Fahr hin, mein Seel; Gott wartet dein mit seinen lieben Engelein, führt dich zum Himmelssaale. Johann Kempff, 1 1625. 375 Weenn mein Stündlein vorhanden ist . und ich soll fahrn mein Straße, geleit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse! Mein Seel an meinem letzten End befehl ich dir in deine Händ; du wollst sie mir bewahren! 408 —— 4 id 1625. 7 Tod und Ewigkeit. 2. Mein Sünde wird mich kränken sehr und mein Gewissen nagen; denn ihr ist viel, wie Sand am Meer. Doch will ich nicht verzagen, will denken in der letzten Not, Herr Jesu Christ, an deinen Tod; der wird mich wohl erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib; des tröst ich mich von Herzen. Von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewig Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben; mein höchster Trost dein Auffahrt ist, kann Todesfurcht vertreiben; denn wo du bist, da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. Nikolaus Hermann, 1 1561. Off. Joh. 7, 13—17. Mel. Hallelujah! Gott zu loben. 376 Wer sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Jeder träget eine Krone, glänzet gleich den Sternen klar; Hallelujah singen all loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, wenn er seinen Feind erschlagen, hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg hat erzeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide göttlicher Gerechtigkeit, 409 Tod und ESwigkeit. angetan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo sind diese kommen her? 4. Es sind die, so wohl gerungen für des großen Gottes Ehr, haben Welt und Tod bezwungen, folgend nicht dem sündgen Heer, die erlanget auf den Krieg durch des Herren Arm den Sieg. 5. Es sind die, so viel erlitten, Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestritten mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewend't. 6. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen Leib und Seel geopfert gern. Nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 7. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet zu dir ich wende, der ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit. Treibe, Herr, die Feinde weit! 8. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht danieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt; führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott, 9. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind und aus großer Trübsal kommen; hilf, daß ich auch überwind alle Trübsal, Not und Tod, bis ich komm zu meinem Gott. 410 Tod und Ewigkeit. 10. O wie groß wird sein die Wonne, wenn ich mit der heilgen Schar in dem Strahl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinrich Theobald Schenck, 1656—1727. 377 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende? Hin geht die Zeit, her kommt der Tod; ach wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnot! ,: Mein Gott, ,: ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. ,: Mein Gott, ,: ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und wenn ich einstens sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. ,: Mein Gott, ,1 ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und a und sage stets in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir. ): Mein Gott, ,: ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 5. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! ,: Mein Gott,: ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 411 Tod und Ewigkeit. 6. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; du bist mir auch daher gewogen, hast mich zum Kind genommen auf. ,: Mein Gott,:,‚: ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 7. Ich habe Jesu Leib gegessen; ich had sein Blut getrunken hier. Nun kann er meiner nicht vergessen; ö ich bleib in ihm und er in mir. : Mein Gott, ,: ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 8. So komm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, wie auch die Todesnot mich drückt. ,: Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Mach's nur mit meinem Ende gut. 9. Ich leb indes in ihm vergnüget und sterb ohn alle Kümmernis; es gehe, wie mein Gott es füget,— ich glaub und bin des ganz gewiß: Durch deine Gnad und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. Amilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg⸗Rudolstadt, 1637—1706. ie fleucht dahin der Menschen Zeit; 378. Wé wie eilet man zur Ewigkeit! 7 Wie wenig denken an die Stund von Herzensgrund; wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht, wie ihr dies täglich vor euch seht. 412 Tod und Ewigkeit. 3. Nur du, Jehova, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin; mir ist's Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütte wohn so lehre mich, o Gottes Sohn! ö Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not, Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du länft dem Schatten zu. Das merke du;. du kommst sonst nicht zu wahrer Ruh. II 6. Weg, Eitelkeit, der Toren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! 7. Was wird das sein, wenn ich dich seh und bald vor deinem Throne steh? Du unterdessen lehre mich, daß stetig ich mit klugem Herzen suche dich. adt, Joachim Neander, 1650(2)—1680. (Weim Tode von Kindern.) 379 D bist zwar mein und bleibest mein, wer will mir's anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir; der fordert und erhebt von mir dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. 413 Tod und Ewigkeit. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen; ich wollte sagen:„Bleib bei mir; du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben.“ 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meint's noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr,— Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, daraus die Jungen und Alten sind entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn, und, der mir ihn gegeben, will, daß er nah an seinem Thron im Himmel solle leben. Ich sprech:„Ach weh, mein Licht verschwind't!“ Gott spricht:„Willkommen, liebes Kind, dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben.“ 5. O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, dürft ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Tränen gießen. 4¹⁴ Tod und Ewigkeit. 380 7. Nun denn, es sei und bleib also! Ich will nicht um dich weinen; du 12 und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh; da leb und bleib nur immerzu. Will's Gott, will ich mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, 1607—1676. Mel. In allen meinen Taten. 380 G Die Stund ist kommen, da ich werd aufgenommen ins schöne Paradeis.* Ihr Eltern dürft nicht klagen; mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! 2. Kurz ist mein irdisch Leben; ein bessres wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, in keiner Not verderben; mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, läßt sie nicht lange weinen in diesem Tränental. Ein schnell und selig Sterben ist schnell und glücklich erben des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie oft wird hier verführet manch Kind, an dem man spüret ein Herz voll Frömmigkeit! Die Welt voll List und Tücke legt heimlich ihre Stricke bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 41⁵ 380 Tod und Ewigkeit. 5. Ihr Netze mag sie stellen,— mich wird 8 Mün i t fällen; sie wird mir tun kein Leid; denn wer kann den verletzen, den Christus jetzt wird setzen ins Schloß vollkommner Sicherheit? 6. Zuvor bracht ich euch Freude; jetzt, nun ich von euch scheide, betrübt sich euer Herz. Doch wenn ihr's recht betrachtet und, was Gott tut, hoch achtet, wird sich bald lindern aller Schmerz. 7. Gott zählet alle Stunden; er Ichlägt und heilet Wunden; er kennet jedermann. Nichts ist jemals geschehen, das er nicht vorgesehen, und was er tut, ist wohlgetan. 8. Wenn ihr mich werdet finden vor Gott, frei aller Sünden, in weißer Seide stehn und tragen Siegespalmen in Händen und mit Psalmen des Herren Lob und Ruhm erhöhn, 9. Da werdet ihr euch freuen; es wird 00 10 delt reuen, daß ihr eu 6 etrübt. Wohl dem der Gottes Willen gedenket zu erfüllen und ihm sich in Geduld ergibt. 10. Ade! Nun seid gesegnet! Was jetzo euch begegnet, ist andern auch geschehn. Viel müssen's noch erfahren. Nun, Gott woll euch bewahren! Dort wollen wir uns wiedersehn. Johann Heermann, 1585—1647. 416 6⁴⁷. Tod und Ewigkeit. Mel. In allen meinen Taten. 381. W kleine Himmelserben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie werden nur dort oben vom Vater aufgehoben, damit sie unverloren sei n. 2. Sie sind ja in der Taufe zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was soll es ihnen schaden, daß er nun über sie gebeut? 3. Wie leichtlich geht bei Kindern, wie bei erwachsnen Sündern das fremde Feuer an! O Glücke, wenn wir wissen, daß nichts mehr einzubüßen, daß sie kein Tod mehr töten kann. 4. O, uich auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu sind. Johann Andreas Rothe, 1688—1758. Mel. Es ist genug, so nimm, Herr, meinen Geist. 382. Zld Gon 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir 381. 382 selber fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit ftilem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist aus; darum be⸗ fiehlt er dir, nun wieder fortzuziehn. Zeuch hin, Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! 2⁷ 383. 384 Liturgische Stücke. 3. Zeuch hin,meingind! Im Wer lange lebt, steht lang Himmel findest du, im Leide; was dir die Welt versagt; wer frühe stirbt, kommt bald denn nur bei Gott ist wahrer zur Freude. Trost und Ruh, Zeuch hin, mein Kind! kein Schmerz, der Seelen plagt. 5. Zeuch hin, meinKind! Die dierffenirinemasten Engel warten schon schweben; auf deinen frommen Geist; dort kannst du ewig fröhlich nun Hsen du, 25— Gottes leben. ieber Sohn Zeuch hin, mein Kind! dir selbst die Krone weist. Nun wohl, die Seele ist 4. Zeuch hin, mein Kind! enibunden; Wé nalle nac ö 79 7 sobald es Gont gesall, du hast durch Jesum über⸗ wunden. bn e dir das Zeuch hin, mein Kind! verbittert diese Welt. Gottfried Hoffmann, 1058—1712. Liturgische Stücke. Zum Sündenbekenntnis. 383. VB uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, in unsern Zeiten! Es ist doch ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott alleine. Martin Luther, 1483—1546. 384. S Schaffe in mir Gott ein reines Herze und gib 10 einen neuen, gewissen Geist! Ver⸗ wirf mich nicht„ von deinem Angesicht 3 und nimm deinen heilgen Geist nicht von mir! Psalm 51, 12. 13. 418 2..........——— 61 6 ist; 7 ottes eist. le ist iber⸗ 171². nimm 15. „———— +— Liturgische Stücke. 385—389 Zur Gnadenversicherung. 385 Ebe sei Gott in der Höhe ,: und Friede auf * Erden ,: und den Menschen ein Wohl⸗ gefallen! Amen. Ev. Luk. 2, 14. 386. Dr dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. ö Psalm 106, 1. Der Glaube. 387 Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich durch Jesum, seinen Sohn, uns zum Vater hat gegeben; er will uns allzeit ernähren, uns zur Seligkeit bewahren durch den heilgen Geist im Glauben. Kein Leid soll uns widerfahren. Die heilige Dreifaltigkeit sei hochgelobt in Ewigkeit! Amen. Nach Martin Luther, 1483—1546. Nach dem Glaubensbekenntnis. 388 Ebr sei dem Vater und dem Sohn und dem * heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 389 HAlle heilig, heilig ist der Herr Zebaoth. Alle Lande sind deiner Ehre voll. Hosianna in der Höh! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höh! 419 390—393 Liturgische Stücke. Nach dem Preisgebet. 390 H's Gott, dich loben wir; 3 Herr Gott, wir danken dir! Dich, Vater, in Ewigkeit ehrt die Welt weit und breit; all Engel und Himmelsheer, und was dienet deiner Ehr, auch Cherubim und Seraphim singen immer mit uober Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Martin Luther, 1483—1546. Nach dem Ambrosianischen Lobgesang(Te deum laudamus). aßt uns lobsingen! 391. L Lasset uns dankend frohlocken! Lasset uns rühmen, lasset uns von Herzen preisen den Herren, unsern Gott! Zum Ausgang. 392 ie Gnade Iepe Herrn Jesu Christi 5 und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit uns allen, mit uns allen! Amen. 2. Kor. 13, 13. Mel. Herzlich tut mich verlangen. oder: Valet will ich dir geben. 393 Lab mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß nichts mich treiben; halt mich bei deiner Lehr! Herr, laß mich nur nicht wanken; gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nikolaus Selnecker, 1530(2)—1592. 4²2⁰ Liturgische Stücke. 394—397 Psalm 121, 8. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 394. Uun ern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen. Segne unser täglich Brot; segne unser Tun und Lassen. Segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben! Hartmann Schenk, 1634—-1681. Mel. Eines wünsch ich mir vor allem andern. 395 Die wir uns allhier beisammen finden, schlagen unsre Hände ein, uns auf deine Marter zu verbinden, dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne deinem Herzen angenehm und schöne, sage: Amen! und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christian Renatus Graf v. Zinzendorf, 1727—52. 396 Dae. heilge Christ, der segne dich, bewahr dich allezeit; sein heilger Nam behüte dich, schütz dich vor allem Leid! Johann Mathesfsius, 1504—1565. Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 397. J in Frieden eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade und seiner heilgen Engel Wacht. Wenn euch Jesu Hände schirmen, gehts unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern spät und frühe! Vergeßt uns nicht in seinem Licht, und wenn ihr sucht sein Angesicht! Gustav Knak, 1806—1878. 398—400 Geistliche Volkslieder. Geistliche Volkslieder. 309. Den Wir danken dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währetewiglich. 2. Lobe den Herrn! Ja lobe den Herrn auch meine Seele; vergiß es nie, was er dir Guts getan. 399 Lobt froh denHerrn, »ihr jugendlichen Chöre! Er höret gern ein Lied zu seiner Ehre. Lobt froh den Herrn; lobt froh den Herrn! 2. Es schall empor zu seinem Heiligtume aus unserm Chor ein Lied zu seinem Ruhme. Lobt froh den Herrn; lobt froh den Herrn! 3. Vom Preise voll laß unser Herz dir singen! 3. Sein ist die Macht! Allmächtig ist Gott; sein Tun ist weise, und seine Huld wird jeden Morgen neu. 4. Groß ist der Herr! Ja groß ist der Herr, sein Name ist heilig, und alle Welt ist seiner Ehre voll. C. F. Herrosee, 1 1826. Das Loblied soll zu deinem Throne dringen. Lobt froh den Herrn; lobt froh den Herrn! 4. Wir stammeln hier; doch hörst du unser Lallen zum Preise dir mit Vaterwohlgefallen. Dir jauchzen wir; dir singen wir. 5. Einst kommt die Zeit, wo wir auf tausend Weisen — o Seligkeit!— dich, unsern Vater, preisen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Georg Geßner, 1765—1843. Weihnachtszeit! 400 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende * Welt ging verloren; Christ ist geboren; freue, freue dich, o Christenheit! nde Geistliche Volkslieder. 400 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen; freue, freue, dich o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Lönig der Ehren, dich wolln wir hören. Freue, freue dich, o Christenheit! O du fröhliche, o du selige, anadenbringende Osterzeit! Welt lag in Banden; Christ ist erstanden; freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröblr o du selige, gnadenbringende 20 zeit! Tod ist bezwungen, Leben errungen; freue, freue dich, o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Osterzeit! Kraft ist gegeben; ihm laßt uns leben! Freue, freue dich, o Christenheit! O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingsten⸗ eit! Christ, unser Meister, heiligt die Geister; freue, freue dich, o Christenheit! 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingster Heit! Führ, Geist der Gnade, uns deine Pfade! Freue, freue dich, o o Christenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Pfingstenzeit! Uns, die Erlösten, Geist, willst du trösten; freue, freue dich, o Chrift enheit! Johannes Daniel Falk, 1768— 1826. 423 401. 402 Geistliche Volkslieder. damit wir sollen weiß und rein und rechte Kinder Gottes sein! in unser dunkles Erdenland, du Himmelskind und Himmelsschein, damit wir sollen himmlich sein! weil heute dein Geburtstag ist, drum ist auf Erden weit und breit bei allen Kindern frohe Zeit. o, mache mir das Herze rein; o, bade mir die Seele hell in deinem reichen Himmelsquell! 40 91 Du lieber, heilger, frommer Christ, 5 der für uns Kinder kommen ist, 2. Du Licht, vom lieben Gott gesandt V 3. Du lieber, heilger, frommer Christ, 4. O, segne mich, ich bin noch klein; 4 5. Daß ich wie Engel Gottes sei, in Demut und in Liebe treu, daß ich dein bleibe für und für,— du heilger Christ, das schenke mir! Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. 402 ist ein Ros —. entsprungen aus einer Wurzel zart, als uns die Alten sungen; von Jesse kam die Art und hatein Blümein bracht mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht. 2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. 42⁴ Aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht. 3. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammertal laß deine Hilf uns leiten hin in den Freudensaal in deines Valers Reich, da wir dich ewig loben. O Gott, uns das verleihl Vor 1600. Geistliche Volkslieder. 403. 404 40 3 555 o ihr Gläubigen, fröhlich triumphierend, * o kommet, o kommet nach Bethlehem! Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren! O, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten den König! 2. König der Ehren, Herrscher der Heerscharen, du ruhst in der Krippen im Erdental. Gott, wahrer Gott, von Ewigkeit geboren! O, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten den König! 3. Kommt, singet dem Herren, o ihr Engelchöre! Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen! Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! O, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten, o, lasset uns anbeten den König! 4. Dir, der du heute bist für uns geboren, Jesu, Ehre sei dir und Ruhm, dir, fleischgewordnes Wort des ewgen Vaters! O, lasset uns anbeten, o, nstt uns anbeten, o, lasset uns anbeten den König! Um 1819. 404 EIhr Kinderlein kommet, o, kommet doch all, Vzur Krippe her kommet in Bethlehems Stall und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht. 2. O, seht in der Krippe, im nächtlichen Stall, seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl in reinlichen Windeln das himmlische Kind, viel schöner und holder, als Engel es sind. 3. Da liegt es, ihr Kinder, auf Heu und auf Stroh; Maria und Joseph betrachten es froh. Die redlichen Hirten knien betend davor; hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. 42⁵ 405 Geistliche Volkslieder. 4. O, beugt, wie die Hirten, anbetend die Knie; erhebet die Händlein und danket, wie sie; stimmt freudig, ihr Kinder,— wer wollt sich nicht freun?— stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein! 5. O, betet: Du liebes, du göttliches Kind, was leidest du alles für unsere Sünd! Ach, hier in der Krippe schon Armut und Not, am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod. ö 6. So nimm unsre Herzen zum Opfer denn hin; wir geben sie gerne mit fröhlichem Sinn. Ach, mache sie heilig und selig, wie deins, und mach sie auf ewig mit deinem in eins. ö Christoph von Schmid, 1708—1854. ö un singet und seid froh, 405. N jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippe bloß und leuchtet als die Sonne in seiner Mutter Schoß. ,: Du bist A und O.: 2. Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Gemüte, o, Kind voll Mildigkeit, durch alle deine Güte, du Fürst der Herrlichkeit! ,: Zeuch mich hin nach dir! 3. Groß ist des Vaters Huld; der Sohn tilgt unsre Schuld; wir warn all verdorben durch unsre Missetat, so hat er uns erworben himmliche Freud und Gnad, ,: daß uns nichts mehr schad't. 4. Dir schallt Hallelujah jetzt hier und einstens da, 4²6 554. Geistliche Volkslieder. 406. 407 wo die Engel singen das Heilig allzumal, und wo die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal. : Wären wir doch da!: Zuerst 1648. (Nach dem lateinisch-deutschen IIn dulei jubilo“ aus dem 14. Jahrh.) 406 Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar, ,: schlaf in himmlischer Ruh. 2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kund gemacht; durch der Engel Hallelujah tönt es laut von fern und nah: ,: Christ, der Retter ist da.: 3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund, ,: Christ, in deiner Geburt! ,: Joseph Mohr,‚, 1792—1848. 407. ren Zion, freue dich; jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir; ja, er kommt, der Friedefürst. 2. Hosianna, Davids Sohn sei gesegnet deinem Volk! Gründe nun dein ewges Reich. Hosianna in der Höhl 3. Hosianna, Davids Sohn, sei gegrüßet, König mild! Ewig steht dein Friedensthron, du, des ewgen Vaters Kind. 427 408. 409 Geistliche Volkslieder. o ist Jesus, mein Verlangen, 408. Wẽ mein Geltebter und mein Freund? Ach, wo ist er hingegangen? Wo mag er zu finden sein? Meine Seel ist sehr betrübet mit viel Sünd und Ungemach; wo ist Jesus, den sie liebet, den sie suchet Nacht und Tag? 2. Ach, ich ruf vor Pein und Schmerzen: Wo ist denn mein Jesus hin? Keine Ruh hab ich im Herzen, bis ich endlich bei ihm bin. Ach, wer gibt mir Taubenflügel, daß ich kann zu jeder Frist fliegen über Berg und Hügel, suchen, wo mein Jesus istꝰ 3. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen; er vertreibt mir Sünd und Tod. Quält mich was in meinem Herzen, er hilft wiederum aus Not. Darum will ich nicht ablassen, will ihn suchen hin und her, in den Wäldern, auf den Straßen, will ihn suchen mehr und mehr. 4. Liebster Jesu, laß dich finden! Meine Seele ruft nach dir. Ach, vergib mir meine Sünden! Heiland, zieh mich ganz nach dir! Stille, Jesu, mein Verlangen; sei und bleibe du doch mein! Laß mich einzig dir anhangen und auf ewig bei dir sein! Nach Ludämilig Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburg⸗ Rudolstadt, 1640—72. 409 ollt ihr wissen, was mein Preis? 92 Wollt ihr lernen, was ich weiß? Wollt ihr sehn mein Eigentum? Wollt ihr wissen, was mein Ruhm? Jesus, der Gekreuzigte! V* 5 * V 9· Geistliche Volkslieder. 410 2. Wer ist meines Glaubens Grund? Wer stärkt und erweckt den Mund? Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer schafft mir des Vaters Huld? Jesus, der Gekreuzigte! 3. Wer ist meines Lebens Kraft? Wer ist meines Geistes Saft? Wer macht fromm mich und gerecht? Wer macht mich zu Gottes Knecht? Jesus, der Gekreuzigte! 4. Wer ist meines Leidens Trost? Wer schützt, wenn mein Feind erbost? Wer erquickt mein mattes Herz? Wer verbindet meinen Schmerz? Jesus, der Gekreuzigte! 5. Wer ist meines Todes Tod? Wer hilft in der letzten Not? Wer versetzt mich in sein Reich? Wer macht mich den Engeln gleich? Jesus, der Gekreuzigte! Johann Christoph Schwedler, 1672—1730. ie Sach ist dein, Herr Jesu Christ, 41 0. D die Sach, an der wir stehn, und weil es deine Sache ist kann sie nicht untergehn. Allein das Weizenkorn, bevor es fruchtbar sproßt zum Licht empor, muß sterben in der Erde Schoß, zuvor vom eignen Wesen los, durch Sterben los, vom eignen Wesen los. 2. Du gingst, o Jesu, unser Haupt, durch Leiden himmelan und führest jeden, der da glaubt, mit dir die gleiche Bahn. Wohlan, nimm uns allzugleich zum Teil am Leiden und am Reich; 429 Geistliche Volkslieder. führ uns durch deines Todes Tor samt deiner Sach zum Licht empor, zum Licht empor, durch Nacht zum Licht empor! 3. Du starbest selbst als Weizenkorn und sankest in das Grab; belebe denn, o Lebensborn, die Welt, die Gott dir gab. Send Boten aus in jedes Land, daß bald dein Name werd bekannt, dein Name voller Seligkeit! Auch wir stehn dir zum Dienst bereit in Kampf und Streit, zum Dienst in Kampf und Streit. V. 1 u. 2 von Samuel Preiswerk, 17909—1871. V. 3 von Felician Graf von Zaremba, 1794—1874. 411 Du Stern in allen Nächten, du Schild in jedem Streit, du Mann zu Gottes Rechten in purpurfarbnem Kleid, verlaß die ewge Hütte und deiner Engel Reihn und trag in unsre Mitte heut deinen Stuhl hinein! 2. Du hast vom Marter⸗ hügel uns huldreich angeblickt; du hast dein fürstlich Siegel uns an die Stirn gedrückt. Drum wagen wir's und laden dich ungescheut herbei; die Allmacht deiner Gnaden macht uns den Mut so frei. 3. Es ist ein froh Getöne ringsum im Land erwacht, das hat uns, deine Söhne, vom Schlafe wach gemacht. 430 Weinlese-Lieder schwingen sich durch die öde Welt, und Sens und Sichel klingen in deinem Erntefeld. 4. Das klingt so wunder⸗ süße; das dringt durch Mark und Bein. Ei, ständen unsre Füße auch bei den Schnittern dein! Ei, wär dein Garbenacker auch unser Arbeitsplan! Herr Jesu, mach uns wacker; nimm unser Helfen an! 5. Ob wir gleich, kaum geboren, noch wie im Wieglein ruhn, auch mit zerstoßnen Rohren kannst du, Herr, Taten tun. Sieht man auch kaum uns glimmen in deines Vaters Haus, mit Blitzen, Donnern, Stimmen kannst du uns rüsten aus. 6. Das war ja so dein Wesen von alten Tagen her, daß du dir hast erlesen, was schwach, gebeugt und leer, daß mit zerbrochnen Stäben du deine Wunder tatst und mit geknickten Reben die Feinde untertratst. 7. Zeig's denn in dieser Stunde durch deine Taube an, Geistliche Volkslieder. ob dir aus unserm Bunde ein Bruder dienen kann, die noch in Wüsten schlafen, zu rufen in dein Schloß; zeig's an, wer soll im Hafen sein Schifflein binden los! 8. Wer soll die Ruder schlagen wohl übers weite Meer? Wer deine FJahnen tragen ins blinde Heidenheer? Zeig's an, wen du erkoren, greif in die Schar hinein!— Wir haben's all geschworen: Dein sindwir, Amen,—dein! Friedrich Wilhelm Krummacher, 1796—1868. 41 2 Wis lieblich ist's hienieden, * wenn Brüder treu gesinnt „ in Eintracht und in Frieden vertraut beisammen sind! 2. Wie Tau vom Hermon nieder auf Gottes Berge fließt, : also auch auf die Brüder der Segen sich ergießt.: 3. Und einstens wird erneuet durch sie die heilge Stadt; : was Knecht ist, wird befreiet und rein, was Flecken hat,, 4. Und alles Volk der Erde geht nun zum Lichte ein; : dann wird nur eine Herde und nur ein Hirte sein.: Karl Friedr. Gottlieb Wetzel, 1779—1819. 413. 414 Geistliche Volkslieder. 413 Wer ist ein Mann? Wer beten kann und Gott dem Herrn vertraut. Wann alles bricht, er zaget nicht; dem Frommen nimmer graut. 2. Wer ist ein Mann? Wer glauben kann inbrünstig, enr und frei; denn diese Wehr bricht nimmermehr; sie bricht kein Mensch entzwei. 3. Wer ist ein Mann? Wer lieben kann von Herzen fromm und warm; die heilge Glut gibt frohen Mut und stärkt mit Stahl den Arm. 4. Dies ist der Mann, der sterben kann ö für Weib und liebes Kind; ö der kalten Brust fehlt Kraft und Lust, und ihre Tat wird Wind. 5. Dies ist der Mann, der sterben kann für Freiheit, Pflicht und Recht; dem frommen Mut deucht alles gut; 0 es geht ihm nimmer schlecht. 6. Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland; er läßt nicht ab bis an das Grab mit Herz und Mund und Hand. 7. So deutscher Mann, so, freier Mann, mit Gott dem Herrn zum Krieg! Denn Gott allein kann Helfer sein; von Gott kommt Glück und Sieg. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. arf ich wieder 2. Wenn ich so dich frage, 414. D kommen und ich seh dich 0, mit derselben Schuld? o, wie hat dein Herze Hast du nicht verloren sich mir aufgetan! endlich die Geduld? Liebe, nichts als Liebe Ist denn deine Gnade ist's, die mich umfängt, also täglich neu, ach! und eine Liebe, daß du willst vergeben, wie kein Mensch es denkt. auch so oft es sei? Hermann Grafe, 4 1869. 432 ann Geistliche Volkslieder. 415 K ehre wieder, kehre wieder, (der du dich verloren haft! Sinke reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen; kehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsamkeit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Geistes Mahnen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme; kehre wieder, fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Kehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmut und Geduld. Faß ein Herz zu seinem Herzen; er hat Trost für alle Schmerzen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flecken rein; darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 433 416. 417 Geistliche Volkslieder. 5. Kehre wieder, endlich kehre in der Liebe Heimat ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein, aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch, was Gott dir heut wird geben, nimm auch heute,— kehre gleich! Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 416 Wobin, o müder Wandrer du? 5 Kehr heim ins Vaterhaus; du findest nirgends sonst auch Ruh, läufst du die Welt gleich aus. Kehr heim, kehr heim! 2. Kehr heim mit deiner wunden Seel zum Samariter dein; kein Arzt hat für dich Wein und Ol, als Jesus nur allein. Kehr heim, kehr heim! 3. Kehr heim mit deinem Heimwehschmer in seinen Frledensschoß; hens wer nicht zu Haus am Heilandsherz, bleibt ewig heimatlos. Kehr heim, kehr heim! J. C. Arndt. 417 D beste Freund ist in dem Himmel. Auf Erden sind die Freunde rar; denn bei dem falschen Weltgetümmel ist Redlichkeit oft in Gefahr. Drum hab ich's immer so gemeint: Mein Jesus ist der beste Freund. 2. Die Menschen sind wie eine Wiege; mein Jesus stehet felsenfest, daß, wenn ich gleich darniederliege, mich seine Freundschaft doch nicht läßt. Er ist's, der mit mir lacht und weint; mein Jesus ist der beste Freund. 434 D Doch hier ist es nicht so Geistliche Volkslieder. 3. Die Welt verkaufet ihre Liebe dem, der am meisten nützen kann, und scheinet dann das Glücke trübe, so steht die Freundschaft hinten an. gemeint; mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich töten, vergießt für mich sein eigen Blut. 859. mein 5. mein D Er steht mir bei in allen Nöten, er spricht für meine Sünden gut. Er hat mir niemals was verneint; Jesus ist der beste Freund. Mein Freund, der mir sein Herze gibet, Freund, der mein und ich bin sein, mein Freund, der mich beständig liebet, mein Ach, hab ich's nun nicht Freund bis in das Grab hinein. recht gemeint? Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar; und hätt ich hunderttausend Feinde, so krümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind; mein Jesus ist der beste Freund. Benjamin Schmolck, 1672—1737. ndt. 418 Ein Gärtner geht .im Garten, wo tausend Blumen blühn, und alle treu zu warten, ist einzig sein Bemühn. 2. Der gönnt er sanften Regen und jener Sonnenschein; das nenn ich treues Pflegen; da müssen sie gedeihn. 3. In liebenden Gedanken sieht man sie fröhlich blühn; 435 sie möchten mit den Ranken den Gärtner all umziehn. 4. Und wann ihr Tag gekommen, legt er sie an sein Herz, und zu den Selgen, Frommen trägt er sie himmelwärts, 5. Zu seinem Paradiese, zu seiner schönen Welt, die nimmermehr, wie diese, in Staub und Asche fällt. 28* 419 Geistliche Volkslieder. 6. Hier muß das Herz 7. Du Gärtner, treu und das Weizenkorn verdirbt; dort oben gilt ein Blühen, das nimmermehr erstirbt. verglühen; milde, o, laß uns fromm und fein zum himmlischen Gefilde, zum ewgen Lenz gedeihn! Max von Schenkendorf, 1783—1817. 419 QOch will streben nach dem Leben, A wo ich selig bin. Ich will ringen, einzudringen, bis daß ich's gewinn. Hält man mich, so lauf ich fort; bin ich matt, so ruft das Wort: Fortgerungen, durchgedrungen bis zum Kleinod hin! 2. Als berufen zu den Stufen vor des Lammes Thron, will ich eilen; das Verweilen bringt oft 3 san Lohn. Wer auch läuft und läuft zu schlecht, der versäumt sein Kronenrecht; was dahinten, das mag schwinden, ich will nichts davon. 3. Jesu, richte mein Gesichte nur auf jenes Ziel; lenk die Schritte, stärk die Tritte, wenn ich Schwachheit fühl! Lockt die Welt, so sprich mir zu; schmäht sie mich, so tröste du; deine Gnade führ gerade mich aus ihrem Spiel! 4. Du mußt ziehen; mein Bemühen ist zu mangelhaft. Wo ihr's fehle, spürt die Seele; aber du hast Kraft, weil dein Wort ein Leben bringt und dein Geist das Herz durchdringt. Dort wird's tönen bei dem Krönen: Gott ists, der es schafft! Philipp Friedrich Hiller, 1699—1769. 436 9. Geistliche Volkslieder. 420. 421 42⁰. Menen ;da träum ich so ig vom Paradies.: 2 Meinen Heiland im Auge, da schreckt mich kein Jeind; : er bleibet dem betenden Kinde vereint. 3. Meinen Heiland im Sinne, 735 Böses mir fern; : die Sünde entweichet vor Gott, meinem Herrn. ,: 4 Drum will ich ihn halten fest, fest und getreu; : mein Vater im Himmel, o, stehe mir bei!, Agnes Franz, 1794—1843. — 20 421 Meru Seele, dir das große Wort: · Wenn Je sus winkt, so geh; wenn er dich zieht, so eile fort; wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so mh wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauch's, Herr, schl lage zu! 3. Wenn Jesus seret Gnadenzeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor⸗ wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Heiland zugetan. Nikolaus Ludwig Graf v. Zinzendorf, 1700—1760. 437 Geistliche Volkslieder. äher, mein Gott, zu dir, 422. N näher zu dir! Drückt mich auch Kummer hier, drohet man mir, soll doch trotz Kreuz und Pein dies meine Losung sein: Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 2. Bricht mir wie Jakob dort Nacht auch herein, find ich zum Ruheort nur einen Stein, ist selbst im Traume hier mein Sehnen für und für: Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 3. Geht auch die schmale Bahn aufwärts zu steil, führt sie doch himmelan zu meinem Heil. Engel so licht und schön winken aus selgen Höhn: Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 4. Ist dann die Nacht vorbei, leuchtet die Sonn, weih ich mich dir aufs neu vor deinem Thron, baue mein Bethel dir und jauchz mit Freuden hier: Näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! 5. Ist mir auch ganz verhüllt dein Weg allhier, wird nur mein Wunsch erfüllt: Näher zu dir! Schließt dann mein Pilgerlauf, schwing ich mich freudig auf näher, mein Gott, zu dir, näher zu dir! W Geistliche Volkslieder. 423. 424 zun, so bleibt es fest dabei, 423. N daß ich Ri eigen sei. Welt und Sünde, fahret in! Nur nach Jesu steht mein Sinn. 2. Jesus ist mein höchstes Gut; denn er gab sein teures Blut auch für mich verlornes Kind, daß mein Glaube Gnade find. 3. Herr, ich hang allein an dir; nimm nur alles selbst von mir, was dir nicht gefällig ist, weil du doch mein alles bist. 4. Amen, ja du hörest mich, und ich Armer lobe dich; ja, zum voraus werd ich schrein: Jesus wird mein Helfer sein. 42⁴4 Sodaster Herr Jesu, Herrscher aller Enden, Gottes und Marien Sohn, dich will ich lieben, dich will ich ehren, du meiner Seele Freud und Kron. 2. Schön sind die Felder; schöner sind die Wälder in der schönen Frühlings⸗ zeit. Jesus ist schöner; Jesus ist reiner, der unser traurig Herz erfreut. 3. Schön leucht't die Sonne schön leucht't der Monde und die Sternlein allzumal. Ernst Gottlieb Woltersdorf, 1725—1761. 439 Jesus leucht't schöner; Jesus leucht't reiner, als all Engel im Himmels⸗ sanb. 4. Schön sind die Blumen; schöner sind die Menschen, die in frischer Jugend sein. Sie müssen sterben, müssen verderben; Jesus lebt in Ewigkeit. 5. Alle die Schönheit Himmels und der Erden sind verfaßt in dir allein. Keiner soll werden lieber auf Erden als der schönste Jesus mein. Zuerst 1677. 425—427 42⁵5. und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt; wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit. 2. In dein Erbarmen Geistliche Mel. Wie könnt ich ruhig schlafen. ö o nimm denn ülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz! 42 Tausendmal ge⸗ ö denk ich dein, mein Erlöser, und begehre dich allein, mein Erlöser, sehne mich, bei dir zu sein, mein Erlöser, Jesu, mein Erlöser. 2. Weide mich und mach mich satt, Himmelsspeisel Tränke mich, mein Herz ist att 2 il ich 427. We über meinen der mich wo der mich und bei me guten Hi liebet, der meine Hände Lebensquelle! freu ich mi inem Namen nennt. Volkslieder. Laß ruhn zu deinen Füßen ö dein armes Kind; ö es will die Augen schließen und glauben bünd. 3. Wenn ich auch g nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele ö auch durch die Nacht. ö So nimm denn meineHände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich! Julie v. Hausmann, geb. 1826. leich I ö Seelenweide! Sei du meine Ruhestatt, Ruh der Seelen, Jesu, Ruh der Seelen. 3. Ich bin krank, komm stärke mich, meine Stärke! Ich bin matt, erquicke mich, Wenn ich sterbe, tröste mich, du, mein Tröster, Jesu, du, mein Tröster! Johann Flitner, 16181678. Jesu Schäflein bin, ch nur immerhin rten, hlweiß zu bewirten, mich kennt Geistliche Volksl'eder. 2. Unter seinem sanften Stab üßen geh ich ein und aus und hab x unaussprechlich süße Weide, eßen ö daß ich keinen Mangel leide, und so oft ich durstig bin, führt er mich zum Brunnquell hin. leich ů 3. Sollt ich denn nicht fröhlich sein, ich beglücktes Schäfelein? 1 Denn nach diesen schönen Tagen iele werd ich endlich heimgetragen in des Hirten Arm und Schoß.* nde Amen! Ja mein Glück ist groß! 4 Luise von Hahn, 1724—1782. 428. H Alle meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle; hilft er doch so gern. Sei unverzagt! Bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not 20 wird er dich beschirmen, der treue Gott. ö 2. Harre, meine Seele, harre des Herrn! Alles ihm befehle; hilft er doch so gern. Wenn alles bricht, Gott verläßt uns nicht; im größer als der Helfer ist die Not ja nicht. ů Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott! 326. ch, Friedrich Raeder, 1815—1872. ch ö QIn der Angst der Welt will ich nicht klagen, 429. Uwill hier keine Ehrenkrone tragen, wo mein Herr die Dornenkrone trug,— will hier nicht auf Rosenpfaden wallen, wo man ihn, den Heiligsten von allen, an den Stamm des Sünderkreuzes schlug. 2. Gib mir, Herr, nur für die Lebensreise deine Wahrheit, die den Weg mir weise, und den Geist, der diesen Weg mich führt! Gib ein Herz, das gern sich führen lasse auf der graden, schmalen, steilen Straße, die dein heilger Fuß einst selbst berührt. 441 — 430 Geistliche Volkslieder. 3. Mache mich im Glauben immer treuer, und des Glaubens Frucht, das heilge Jeuer Liebe, schenke mir! Ohne sie könnt ich nicht weiter schreiten; zu der Liebe kann nur Liebe leiten; sie nur führt mich durch die Welt zu dir. 4. Freundlich hast du mich zu dir gerufen, lieber Herr; doch sind noch viel der Stufen, die zum Himmel ich ersteigen muß. O so reiche deinem schwachen Knechte aus dem Himmel deine GnadenRechte; unterstütze, leite meinen Fuß, 5. Und recht hoffnungsvoll in deinen blauen schönen, fernen Himmel laß mich schauen, wenn ich von der Wallfahrt müde bin, daß ich hier im tiefen Tal der Schmerzen einen festen Frieden hab im Herzen, einen klaren, himmelsfrohen Sinn! 6. Ja, ich bin ein Fremdling hier auf Erden, 2 muß hier tragen mancherlei Beschwerden, bin ein Pilger, arm und unbekannt, und das Kreuz ist meiner Wallfahrt Zeichen, bis ich werd mein Kanaan erreichen, das ersehnte, liebe Vaterland. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 2 Zenn der Herr ein Kreuze schickt 4. 0. Wé laßt s geduldig kraßenl Betend zu ihm aufgeblickt, 0 wird den Trost er nicht versagen. Drum, es komme, wie es will,— in dem Herren bin ich still. 2. Ist auch oftmals unser Herz schwach und will wohl gar verzagen, wenn es in dem stärksten Schmerz keinen Tag der Freud sieht tagen, sagt ihm: Komm es, wie es will,— in dem Herren bin ich still. 1 442 Geistliche Volkslieder. 3. Darum bitt ich, Herr, mein Gott, laß mich immer glaubend hoffen! Dann, dann kenn ich keine Not; Gottes Gnadenhand ist offen. Darum komm es, wie es will,— in dem Herren bin ich still. Ernst v. Willich, 1860—1873. ie mit grimmgem Unverstand 431. W̃ Wellen sich Dewenen Nirgends Rettung, nirgends Land vor des Sturmwinds Schlägen. Einer ist's, der in der Nacht, einer ist's, der uns bewacht: Christ in der Höh, du wandelst auf der See! 2. Wie vor unserm Angesicht Mond und Sterne schwinden! Wenn des Schiffleins Ruder bricht, wo dann Rettung finden? Wo sonst, als nur bei dem Herrn? Sehet ihr den Abendstern? Christ in der Höh, erscheine auf der See! 3. Nach dem Sturme fahren wir sicher durch die Wellen, lassen, großer Schöpfer, dir unser Lob erschallen. Lobet ihn mit Herz und Mund, lobet ihn zu jeder Stund! Christ in der Höh ja, dir gehört die See! 4. Einst, in meiner letzten Not, laß mich nicht versinken! Soll ich von dem bittern Tod Well auf Welle trinken,* reiche mir dann liebentbrannt,* Herr, Herr, deine Glaubenshand!* Christ in der Höh, komm zu uns auf die See! Johannes Daniel Falk, 17681826. 443 Geistliche Volkslieder. 432 Geh aus, mein Herz, und suche Freud ö in dieser schönen Sommerzeit ö an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben. 2. Die Bäume stehen voller Laub; ö das Erdreich decket seinen Staub 5 mit einem grünen Kleide; ö Narzissen und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft; das Täubchen fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder. Die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus; der Storch baut und bewohnt sein Haus; das Schwälblein speist die Jungen. Der schlanke Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen. 5. Ach, denk ich bist du hier so schön und läßt du's uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden, was will das doch nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden! 6. O, wär ich da! O stünd ich schon, ach, treuer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen, so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen! Paul Gerhardt, 1607—1678. 75. Geistliche Volkslieder. 433 Vater, hoch im Himmel, 7 merk auf deines Kindes Flehn! Laß mich heut und alle Tage, Herr, in deinem Segen stehn. Meine Sonn ist deine Gnade und dein Wort der Himmelstau, der mich nähret und erquicket, gleich der Blume auf der Au. 3. Alles hast du ja in Händen, und du weißt, was mir gebricht; o, so gib aus deiner Fülle, gib mir, Herr, von deinem Licht! 4. Laß mich deinen Geist regieren; lehre mich gehorsam sein; führe mich auf deinen Wegen Herr, in deinen Himmel ein! er Mond ist aufgegangen; 434. D die goldnen Stermtein prongen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön! So sind wohl manche Sachen, die wir getrost verlachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolzen Menschenkinder sind doch recht arme Sünder und wiffen gar nicht viel. 445⁵ 433. 434 Geistliche Volkslieder. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs bauen, nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein. 6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kühl ist der Abendhauch. Verschon uns Gott mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch! Matthias Claudius, 1740—1815. 435 Es ist so still geworden, V. verraͤuscht des Abends Wehn; nun hört man allerorten der Engel Füße gehn. Rings in die Tale senket sich Finsternis mit Macht; wirf ab, Herz was dich kränket und was dich bange macht. 2. Es ruht die Welt im Schweigen; ihr Tosen ist vorbei, stumm ihrer Freude Reigen und stumm ihr Schmerzensschrei. Hat Rosen sie geschenket, hat Dornen sie gebracht,— wirf ab, Herz, was dich kränket, und was dir bange macht. 446 . * 1815⁵. Geistliche Volkslieder. 3. Hast heute du gefehlet o schaue nicht zurück. Empfinde dich beseelet von freier Gnade Glück. Auch des Verirrten denket der Hirt auf hoher Wacht; wirf ab, Herz, was dich kränket, und was dir bange macht. 4. Nun stehn am Himmelskreise die Stern in Majestät; in gleichem, festem Gleise der goldne Wagen geht. Und gleich den Sternen lenket er deinen Weg durch Nacht; wirf ab, Herz, was dich kränket, und was dir bange macht. Gottfried Kinkel, 1815—1882. 436 M bin ich, geh zur Ruh, 2 schließe beide Auglein zu. Vater, laß die Augen dein über meinem Bette sein! 2. Hab ich Unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an; deine Gnad und Chensti Blut macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand. Alle Menschen groß und klein sollen dir befohlen sein. 4. Kranken Herzen sende Ruh; nasse Augen schließe zu. Laß den Mond am Himmel stehn und die stille Welt besehn. Luise Hensel, 1798—1876. 447 Geistliche Volkslieder. 437 Wis könnt ich ruhig schlafen 2 in dunkler Nacht, ö wenn ich, o Gott und Vater, ö nicht dein gedacht? Es hat des Tages Treiben mein Herz zerstreut; bei dir, bei dir ist Friede und Seligkeit. 2. O, decke meine Mängel mit deiner Huld; du bist ja, Gott, die Liebe und die Geduld. Gib mir, um was ich flehe, ö ein reines Herz, das dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 3. Auch hilf, daß ich vergebe, wie du vergibst, und meinen Bruder liebe, wie du mich liebst; so schlaf ich ohne Bangen im Frieden ein 4. und träume süß und stille den und denke dein. Doch Agnes Franz, 1794—1843. steh 438 er Mensch hat Mit diesen Bundsgesellen sch —5 nichtssoeigen, verlach ich Pein und Not, und so wohl steht ihm nichts an, geh auf den Grund der Höllen als daß er Treu erzeigen und breche durch den Tod. Wu und Freundschaft halten kann, 8 wenn er mit seinesgleichen g. Ich hab, ich habe Herzen, ko soll treten in ein'n Bund, so treu, wie sichs gebührt, verspricht sich nichtzu weichen die Heuchelei und Scherzen mit Herzen, Hand und Mund. nie wissentlich berührt. 2. Gott stehet mir vorallen, Ich bin auch ihnen wieder die meine Seele liebt; von Grund der Seelen hold; dann soll mir auch gefallen, ich lieb euch mehr, ihr Brüder, der mir sich herzlich gibt. als aller Erden Gold. Simon Dach, 1605-1659. Geistliche Volkslieder. Fin getreues Herze wissen, 439. E hat des höchsten Schatzes der ist selig zu begrüßen, der ein solches Kleinod weiß. Mir ist wohl bei Freud und Schmerz; denn ich weiß ein treues Herz. 2. Läuft ein Glücke gleich zuzeiten anders, als man will und meint,— ein getreues Herz hilft streiten wider alles, was ist feind. Mir ist wohl bei Freud und Schmerz; denn ich weiß ein treues Herz. 3. Seine Freude steht alleine in des andern Redlichkeit, hält des andern Not für seine, weicht nicht auch in böser Zeit. Mir ist wohl bei Freud und ohlel Schmerz; denn ich weiß ein treues Herz. 439. 440 Preis; 440 Wibrflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand; der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem von Gott k der Herrn; „: drum dankt ihm, dankt:, und hofft auf ihn! 2. Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein ö Paul Flemming, 1609—1640. und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot; es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn; : drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn! 3. Was nah ist und was ferne, ommt alles her, Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst, von ihm das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm. 29 4⁴1 Geistliche Volkslieder. Alle gute Gabe Er schenkt uns soviel Freude; kommt her von Gott dem er macht uns frisch und rot; errn; er gibt dem Viehe Weide Herrn; ,: drum dankt ihm, dankt:,: und seinen Menschen Brot. und hofft auf ihn! 4. Er läßt die Sonn auf⸗ Herrn; Alle gute Gabe kommt her von Gott dem ,: drum dankt ihm, dankt, stel gehen; f er stellt des Mondes Lauf; ö er läßt die Winde wehen und gosft arf Mn und tut die Wolken auf. Matthias Claudius, 1740—1815. 441 Aferstehn⸗ ja, auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblich Leben wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Hallelujah! 3. Tag des Danks, der Freudentränen Tag du, meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein; mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Richt Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt ich im Heiligtume zu deines Namens Ruhme. Hallelujah! Friedrich Gottlieb Klopstock, 1724—1803. 45⁵⁰ sein; 1803. Geistliche Volkslieder. 442. 443 442 A uf, laßt uns fröhlich singen ein Lied von Tod und Grab! Gar herrlich soll es klingen ins letzte Bett hinab. Des Friedhofs stiller Hügel, kein Leben deckt er zu; der Geist schwingt frohe Flügel und fliegt der Heimat zu. 2. Er sagt der grünen Erde die letzte gute Nacht; denn Arbeit, Not, Gefährde, sie sind mit Gott vollbracht, die Freuden und die Mühen der armen Sterblichkeit;— nun sieht er Kränze blühen im Lenz der Ewigkeit. 3. Nun sieht er hell im Lichte, was hier so dunkel war, des Herzens Traumgesichte, des Lebens Rätsel klar; nun kann er ganz verstehen, was Gott, was Christus ist. Wie wohl ist ihm geschehen, daß er gestorben ist! 4. Drum wolln wir fröhlich singen ein Lied von Tod und Grab; ein Himmelslied soll klingen ins Erdenbett hinab! Die Seele hat gewonnen das ewge Morgenrot und Dauf aus heitern Wonnen hinab auf Grab und Tod. Ernst Moritz Arndt, 1769—1860. Eigene Melodie oder Mel. Nun preiset alle. 443 Och hab von ferne, ö * Herr, deinen Thron erblickt und hätte gerne mein Herz vorausgeschickt und hätte gern mein müdes Leben, : Schöpfer der Geister, dir hingegeben! 45⁵¹ Geistliche Volkslieder. 2. Das war so prächtig, was ich im Geist gesehn. Du bist allmächtig; drum ist dein Licht so schön. Könnt ich an diesen hellen Thronen ) doch schon von heut an ewig wohnen! ½ 3. Noch bin ich sündig, der Erde noch geneigt; ö das hat mir bündig dein heilger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, „1: noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. ½ 4. Doch bin ich fröhlich, daß mich kein Bann erschreckt; ich bin schon selig, seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben : und dich zeitlebens inbrünstig lieben., 5. Ich bin zufrieden, daß ich die Stadt gesehn, und ohn Ermüden will ich ihr näher gehn und ihre hellen, goldnen Gassen „ lebenslang nicht aus den Augen lassen. 1821. Johann Timotheus Hermes, 1738 444 En die Ferne möcht ich ziehn, 0 weit von meines Vaters Haus. Wo die Bergesspitzen glühen, wo die fremden Blumen blühen, „ ruhte meine Seele aus.:: 2. Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, flög ich auf zu meinem Stern; über Meere, Täler, Hügel ö sonder Schranke, sonder Zügel ) folgt ich immer meinem Herrn.: 452 821. Geistliche Volkslieder. 3. Still und selig mit Marien ihm zu Füßen säß ich da; immer möcht ich vor ihm knieen, in mich seine Worte ziehen, ): hätt ihn immer hold und nah., 4. Ach, das war ein schöner Segen, wenn er mit den Jüngern ging; auf den Feldern, auf den Wegen jedes Herz wie Maienregen „: seinen Trost, sein Wort empfing. ,: 5. Ander Los ward uns bereitet; wie auch blühet rings das Land, wie sich rings die Ferne breitet,— der uns rufet, der uns leitet, „: unser holder Freund verschwand. 6. Aufgehoben, aufgenommen in den Himmel ist er nur; herrlich will er wiederkommen; seine Treuen, Stillen, Frommen ,: folgen immer seiner Spur.: 7. Will mich denn zufrieden geben, fassen mich im stillen Sinn; all mein Denken, Sehnen, Streben, meine Lieb und auch mein Leben ,: geb ich meinem Freunde hin. ,1 8. Seinen Schwestern, seinen Brüdern will ich mich in Treue nahn; an den Armen, Blöden, Niedern will ich dankend ihm erwidern, : was er liebend mir getan. ,: 9. Einst erklingen andre Stunden, und das Herz nimmt andern Lauf; Erd und Himmel ist verschwunden; in den selgen Liebeswunden : löset aller Schmerz sich auf.: 45⁵³ 444 ——. V I 445. 446 Geistliche Volkslieder. 10. Meine Seele, gleich der Taube, die sich birgt im Ee nm e wird der Erde nicht zum Raube; in den Himmel dringt mein Glaube, : meine Lieb und Sehnsucht ein.: 11. Dort ist Gnade, dort Erbarmen, ewge Füll und reiche Lust. All ihr Kranken, all ihr Armen, zum Genesen, zum Erwarmen : kommt an eures Heilands Brust!, Max von Schenkendorf, 1783 1817. 445 K ihr das Land,—auf Erden liegt es nicht,— * von dem das Herz in bangen Stunden spricht, wo keine Träne, keine Träne fließt, der Gute glücklich, stark der Schwache ist? Kennt ihr es wohl? Dahin, dahin laßt fest uns richten Herz und Sinn! 2. Kennt ihr das Land, wo ewger Friede wohnt, wo treuen Herzen Gottes Liebe lohnt, wo irdsche Lust und Erdensorge schweigt und Himmelswonn ins Herz herniedersteigt? Kennt ihr es wohl? Dahin, dahin laßt fest uns richten Herz und Sinn! 3. Kennt ihr das Land, das noch kein Auge schaut, dem nur der Glaube hoffend still vertraut, und alle zieht dahin ein mächtig Band, doch nur dem Reinen öffnet sich das Land? Kennt ihr es wohl? Dahin, dahin laßt fest uns richten Herz und Sinn! Klaus Harms, 1778—1855. 446 Laßt mich gehn, laßt mich gehn, 0. daß ich Jesum möge sehn! Meine Seel ist voll Verlangen, ihn auf ewig zu umfangen und vor seinem Thron zu stehn. e 81⁷. icht, ————— Geistliche Volkslieder. 2. Süßes Licht, süßes Licht, Sonne, die dur Wolken bricht! O wann werd ich dahin kommen, daß ich dort mit allen schau dein holdes Ang rommen esicht? 3 Ach wie schön, ach wie schön ist der Engel Lo getön! Hätt ich Flügel. 27 ich Flügel, flög ich über Ta und Hügel heute noch nach Salems Höhn. 4. Wie wird's sein, wie wird's sein, wenn ich zieh in Salem ein, in die Stadt der goldnen Gassen! Herr mein Gott, ich kann's nicht fassen, was das wird für Wonne sein! 5. Paradies, Paradies, wie ist deine Frucht so süß! Unter deinen Lebensbäumen wird uns sein, als ob wir träumen. Bring uns, Herr, ins Paradies! Gustav Friedrich Ludwig Knak, 1806—1878. 447 1 nter Lilien jener Freuden sollst du weiden; Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleuch behende; Jesu Hände öffnen schon das Perlentor. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen zu dem Haufen derer, die des Lammes Thron nebst dem Chor der Sera⸗ phinen schon bedienen mit dem reinsten Jubelton. 3. Löse, erstgeborner Bruder, doch die Ruder meines Schiffleins, laß mich ein in den sichern Friedens⸗ hafen zu den Schafen, die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, süßes Leben, was die Erde in sich hält. Sollt ich in der Wüste weilen und nicht eilen? Rein, ich eil ins Himmelszelt. 4⁵5⁵ Geistliche Volkslieder. 5. Herzensheiland, laß den 7. Du hast Sünd und Glauben Straf getragen; mir nichts rauben, Furcht und Zagen Glauben, der durch alles muß nun ferne von mir gehn. dringt. Tod, dein Stachel liegt Nach dir sehnt sich meine darnieder; Seele meine Glieder in der Höhle, werden fröhlich auferstehn. bis sie sich von hinnen schwingt. 7 6. O, wie bald kannst du 8. Gottes Lamm, dich will es machen, ö ich loben daß mit Lachen hier und droben unser Mund erfüllet sei. mit der herzlichsten Begier. Du kannst durch des Todes Du hast dich zum ewgen Türen Leben träumend führen mir gegeben; und machst uns auf einmal frei. hole, Heiland, mich zu dir! Johann Ludwig Konrad Allendorf, 1693—1773. 448 Wie sie so sanft ruhn, alle die Seligen, von ihrer Arbeit, die sie in Gott getan, und ihre Werke folgen ihnen nach in des ewigen Friedens Hütten! 2. Von ihren Augen wischt er die Tränen ab, sie kommen freudig, bringen die Garben ein, die weinend gingen edlen Samen trugen in Hoffnung, in Lieb und Glauben. 3. Wenn einst die Stimme wieder sie auferweckt 5 des Menschensohnes, die durch die Gräber dringt, dann wird, was irdisch und verweslich, himmlisch und jugendlich auferstehen. 4. Preis, Ruhm und Ehre sei dir, o Gott, gebracht für deine Werke, die du an uns getan daß, wie in einem alle sterben, also in einem sie wieder leben. Samuel David Roller, 1779—1850. 4⁵6 t 850. Geistliche Volkslieder. 449 Mel. O selig Haus, wo man dich aufgenommen. Neiie wird uns sein, wenn endlich nach dem 449. Wẽ schweren, doch nach dem letzten ausgekämpften Streit wir aus der Fremde in die Heimat kehren und einziehn in das Tor der Ewigkeit, wenn wir den letzten Staub von unsern Füßen, den letzten Schweiß vom Angesicht gewischt und in der Nähe sehen und begrüßen, was oft den Mut im Pilgertal erfrischt! 2. Wie wird uns sein, wenn wir vom hellen Strahle des ewgen Lichtes übergossen stehn und— o der Wonne!— dann zum erstenmale uns frei und rein von aller Sünde sehn, wenn wir durch keinen Makel ausgeschlossen und nicht zurückgescheucht von Schuld und Pein als Himmelsbürger, Gottes Hausgenossen, eintreten dürfen in der Selgen Reihn. 3. Wie wird uns sein, wenn wir mit Beben lauschen dem höhern Chor, der uns entgegen tönt, wenn goldne Harfen durch die Himmel rauschen das Lob des Lammes, das die Welt versöhnt, wenn weit und breit die heilge Gottesstätte vom Hallelujah der Erlösten schallt und dort der heilge Weihrauch der Gebete empor zum Thron des Allerhöchsten wallt! 4. Wie wird uns sein, wenn jeder Blick zur Erde, ins dunkle Tal, das uns zu Füßen liegt, und jeder Blick auf jegliche Beschwerde, die wir, im Glauben wallend, einst besiegt, die Herrlichkeit des Himmels uns verkläret und den Genuß des Friedens selger macht, die Freude würzet und die Liebe nähret zu dem, der herrlich uns hindurch gebracht! 5. Wie wird uns sein! O, was kein Aug gesehen, kein Ohr gehört, kein Menschensinn empfand, das wird uns werden, wird an uns geschehen, wenn wir hineinziehn ins gelobte Land. 45⁵⁷ Geistliche Volkslieder. Wohlan, den steilen Pfad hinangeklommen! Es ist der Mühe und des Schweißes wert, dahin zu eilen und dort anzukommen, wo mehr, als wir verstehn, der Herr beschert. Karl Johann Philipp Spitta, 1801—1859. 450 Nos findet die Seele die Heimat, die Ruh? 7 „Wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu? Ach, bietet die Welt keine Freistatt uns an, wo Sünde nicht herrschen, nicht anfechten kann? ): Nein, nein, ,: hier ist sie nicht; die Heimat der Seele ist droben im Licht. 2. Verlasset die Erde, die Heimat zu sehn, die Heimat der Seele, so herrlich, so schön! Jerusalem droben, von Golde erbaut, ist dieses die Heimat der Seele, der Braut? ): Ja, ja, ,: dieses allein kann Ruhplatz und Heimat der Seele nur sein. 3. Wie selig die Ruhe bei Jesu im Licht! Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht. Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang bewillkommnet die Seele mit süßem Gesang. ,: Ruh, Ruh,: himmlische Ruh in Schoße des Mittlers, ich eile dir zu! Ludwig Jörgens, 1791—183 2. Anhang. Gebete. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine 1 Wahrheit verkündigen. Ps. 92, 2. 3. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr sinden; llopfet an, so wird euch aufgetan. t. Matth. 7, 7. J. Morgen⸗ und Abendgebete. — 1. Luthers Morgensegen. Das walte Gott Vater, Sohn, heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum Chriftum deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Abel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 45⁵⁰ Gebete. 2. Luthers Abendsegen. Das walte Gott Vater, Sohn, heiliger Geist. Amen. Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesum ö Christum deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädig behütet hast, und bitte dich, du wollest mir ver⸗ geben alle meine Sünden, wo ich unrecht getan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. 3. Morgengebet am Sonntag. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu betrachten. Ps. 27, 4. Barmherziger, getreuer Gott, du ewiger Vater unsers Wa Jesu Christi, der du mit deinem Sohne und dem heiligen Geiste regierest in Ewigkeit! Wir sagen dir Lob und Dank für alle Wohltaten, die wir ohne Unterlaß von deiner milden Güte empfangen, daß du uns die ganze Zeit Lenne⸗ Lebens, wie auch die vergangene Nacht, so väterlich behütet und uns den heutigen Tag gesund hast lassen er⸗ leben. Insonderheit danken wir dir, daß du bei uns das helle Licht deines Evangeliums hast lassen aufgehen, bei welchem wir dich und deinen Willen recht erkennen und lernen mögen, wie wir christlich leben und selig sterben sollen. Wir bitten dich, gütiger Gott, du wollest solch Guadenlicht des Evangeliums uns und unsern Nachkommen erhalten; und damit wir dein angenehmes Volk sein und bleiben können, so vergib uns alle unsere Sünde und Missetaten um deines lieben Sohnes, unsers Heilandes Jesu Christi willen und heilige uns durch deinen heiligen Geist je länger je mehr, daß wir der Welt und allen welt— lichen Lüsten von Herzen entsagen und unsere Freude und Lust darin suchen, daß wir dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Offne unsere Ohren und Herzen, daß wir dein heiliges Wort mit Freuden hören, mit Fleiß erwägen und in reinem Herzen behalten, dich 460 Amen. Jesum 1. Tag Ir ver⸗ e, und e mich, Dein Macht e, daß lang, seinen unsers dem r Lob 5 von e Zeit terlich n er⸗ 3 das „ bei und erben solch imen und und ndes igen velt⸗ und und und ren, dich Morgen- und Abendgebete. getrost anrufen und nicht allein diesen Tag, sondern auch alle übrigen Tage unseres Lebens von allen bösen Werken seiern, bis wir endlich zu dem ewigen Sabbattag gelangen, da wir mit allen Auserwählten deine großen Taten rühmen und preisen werden in aue Ewigkeit. Amen. 4. Gebet beim Eingang des Gottesdienstes. Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des Herrn; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Psalm 84, 2 u. 3. 1. Lieber Vater im Himmel, hilf mir, dein Wort recht hören und bewahren, und mache es fruchtbar in meinem Leben. Segne mir dazu den heutigen Gottesdienst um Jesu Christi willen. Amen. 2. Herr, öffne mir die Herzenstür; zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir! Laß mich dein Wort bewahren rein; laß mich dein Kind und Erbe sein! Amen. 5. Gebet beim Schluß des Gottesdienstes. 1. Mein Gott und Vater, ich danke dir, daß du mir dein Wort gegeben hast, das ich heute hier in deinem Hause habe hören dürfen. Hilf mir, daß mein Herz dem guten Ackerland gleiche, wo die Samenkörner reiche Früchte tragen. Bewahre mich vor weltlicher Zerstreuung, wenn ich jetzt in mein Haus zurückkehre, und halte mein Herz fest in deiner Gemeinschaft. Dir befehle ich mich, o Gott, für Zeit und Ewigkeit. Amen. 2. Lied Nr. 393. 6. Abendgebet am Sonntag. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lob⸗ singen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Pf. 92, 2. 3. Herr, allmächtiger Gott und himmlischer Vater! Wir danken dir von Grund unserer Herzen für deine Güte und 461 Gelele. Wohltat, die du uns an diesem heiligen Tag so väterlich erzeigt hast. Insbesondere sagen wir dir Lob und Dank für dein göttliches Wort welches du uns auch heute hast verkündigen lassen, und bitten dich, du wollest uns solches allezeit rein und lauter erhalten, auch dasselbe immer weiter ausbreiten und deine Kirche mehren und gnädiglich schützen und bewahren. Wir bitten dich auch, du treuer Gott, als deine lieben Kinder, du wollest uns bei deinem allein seligmachenden Wort bis an unser letztes Seufzen erhalten und unsere Herzen mit deinem heiligen Geist er⸗ leuchten, daß wir mögen erkennen, was gut und böse ist. Du wollest auch alle Sünden, die wir heute wissentlich oder unwissentlich getan haben, auch die verborgenen Fehler, durch deine Barmherzigkeit uns vergeben und in der kommenden Nacht uns ruhig und sicher schlafen lassen, daß wir frisch und gesund zu deinem Lobe morgen wieder auf⸗ stehen. Hilf endlich, lieber Vater, daß wir durch deine Gnade ein neues, dir wohlgefälliges Leben anfangen zu unserer Seelen Seligkeit, in Christo Jesu, deinem lieben Sohn, unserem einzigen Helfer. Amen. ö — 7. Morgengebet am Montag. Der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja das Werk unserer Hände wolle er fördern! Ps. 90, 17. O Herr! Durch deine Güte fangen wir mit diesem Morgen unsere Wochenarbeit von neuem an. Laß deshalb deine ewige Liebe und Treue, die uns mit deinem Segen bisher überschüttet hat, auch heute uns abermals aufgehen. Wer sind wir, o Gott, daß du uns bis hierher gehracht hast? Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. So gedenke denn auch heute unser nach deiner großen Barmherzigkeit und nach deiner Verheißung, daß alle, die an den Sohn glauben, nicht sollen verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Verlaß uns nicht und ziehe deine Hand nicht von uns ab, Gott unser Heil! Lehre uns heute und die ganze Woche tun nach deinem Wohlgefallen; dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Wir wissen nicht, was uns in dieser Woche begegnen kann. Behüte uns vor allem 462 —— ‚— 28nl erlich Dank hast olches mmer higlich reuer einem eufzen st er⸗ e ist. oder ehler, der daß auf⸗ deine en zu ieben rdere serer iesem shalb zegen ehen. racht hms, auch nach iben, eben von anze Beist uns llem Morgen⸗ und Abendgebete. Ubel; behüte unsere Seele und unseren Leib, unseren Ein⸗ ang und Ausgang. Wehre allem Bösen. welches uns das Hiet unseres Christenlaufs verrücken könnte. Laß uns auf⸗ sehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens damit alles, was wir tun, in dir getan sei! Gib zu unserer Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Herzen Frieden, und erhalte uns den Segen, den du seither uns hast zufließen lassen. Ernähre, versorge, be⸗ schütze uns. Gib uns Weisheit, unsere Zeit wohl anzu- wenden. Legest du uns eine Last auf, so hilf sie uns auch tragen und laß uns allezeit erfahren, daß du ein Gott seiest, der uns von allem übel erlösen will. Sei mit uns und zeige uns dein Heil. Und wie alles auf dich wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle dir wohlgefällige Arbeit und gib, daß ein jeder sich red⸗ lich nähre und mit gutem Gewissen vor dir wandle. Ja, denke an uns und segne uns. Segne, die dich lieben, beide, Große und Kleine. Segne uns je mehr und mehr um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen. 8. Abendgebet am Montag. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, daß ich sicher wohne. Ps. 4, 9. Wir loben und preisen deinen heiligen Namen, ewiger Gott, daß du uns erhört und unser Gebet nicht ver— schmäht hast, das wir heute in der Morgenstunde vor dein Angesicht gebracht haben. Wir preisen dich mit Herz und Mund für alle Wohltaten, die wir heute wieder von dir empfangen haben. Wir preisen dich auch für das Kreuz, welches du uns, als Jüngern Jesu, täglich auflegst, um unsere Seele von den Lüsten dieser Welt zu entwöhnen und zu dir zu ziehen. So nimm uns denn jetzt zur Ruhe, lieber Vater! Wir legen uns in deine Arme, in gläubigem Vertrauen auf deine Gnade. Schließe du uns mit deiner segnenden Vaterhand die Augen zu und bleibe indessen vereinigt mit unserm Geiste. Behüte uns gnädiglich Leib und Seele und alles, was du uns gegeben hast. Behüte insbesondere auch alle unsere Lieben und laß niemand sie aus deiner Hand reißen. Erbarme dich aller Hweßern in der Welt, vornehmlich unserer Brüder und Schwestern in Gebete. Christo Jesu.— Morgen aber öffne wieder unsere Augen und erfülle unsern Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit wir so lange dich preisen und dir zur Ehre leben, bis der Abend unseres zeitlichen Lebens herankommt. Dann nimm uns zu dir und laß uns immerdar in Wahr⸗ heit und Klarheit vor dir leben. Amen. 9. Morgengebet am Dienstag. Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht. Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen. Ps. 36, 10. 11. Allmächtiger Gott und Vater des Lichts, der du wohnest in einem Lichte, da niemand zukommen kann, der du aus der Finsternis den Morgen machst und die Sonne dem Tage zum Lichte gibst, dir bringen wir das Dank⸗ opfer unserer Herzen dar, weil du uns das Licht nach der Finsternis wieder hast erblicken und den Tag gesund hast antreten lassen. Ach, Herr, laß mit dem Tageslicht uns und den Unsern, allen Christen und allen Menschen, unsern Freunden und auch denen, die uns feind sind, deine Gnade neu aufgehen. Gib allenthalben neues Licht, neue Freudig⸗ keit, neues Leben und neue Seligkeit! Laß unser Glück und unsere Wohlfahrt hervorbrechen, wie die schöne Morgenröte. und wenn du uns einen dunklen Weg führen willst, so sei du unser Licht. O Herr Jesu Christe, du Sonne der Ge⸗ rechtigkeit, gehe auf mit deiner Gnade in unsern Herzen. Erleuchte, erwärme und erfreue dieselben. Lehre uns denken an dein Gericht; bewahre uns vor den Werken der Finsternis; laß uns in deinem Lichte wandeln, dir folgen, immer frommer werden und dereinst zu deiner himmlischen Klarheit gelangen. Amen. 10. Abendgebet am Dienstag. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Ps. 143, 2. Herr, du Hüter Israels, der du nicht schläfst noch schlummerst, wir danken dir für alle deine Wohltaten, die du uns heute wieder erwiesen, und bitten dich, gedenke 464 — ¶· ugen Lobe, eben, ümmt. Bahr⸗ Licht men. r du „der onne ank⸗ der hast und nsern nade üdig⸗ und röte,‚ o sei Ge⸗ rzen. uns der (gen, schen vor noch die enke — Morgen- und Abendgebete. unser und wache über uns mit deinem Vaterauge auch in dieser Nacht. Erhöre in dieser Abendzeit, o barmherziger Vater, aller frommen Christen Abbaruf. Schone nach deiner großen Güte unser, die wir wider dich gesündigt haben. Laß niemand unter uns vergessen, daß wir offenbar werden müssen vor dem Richterstuhl Christi, auf daß ein jeglicher empfange, nach dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse. Laß uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden; denn es ist uns gesetzt, einmal zu sterben und dann das Gericht.— Gib, daß alle, die heute uneins mit einander geworden sind, die Sonne nicht über ihrem Zorn untergehen lassen. Erbarme dich auch derer, die ohne Andacht und Gebet sich niederlegen. Erquicke mit sanfter Ruhe alle Menschen, welche diesen Tag über müde ge⸗ worden sind. Stärke die, welche aus Not auch in dieser Nacht arbeiten müssen. Hilf den Reisenden zurecht, die jetzt noch auf der Straße wallen. Schaffe denen ihr Unter— kommen, welche heute keine Herberge fanden. Labe, die sich hungrig niederlegen müssen. Wache selbst über den Kranken, pflege der Kinder und Säuglinge, kürze die Zeit denen, die nicht schlafen können, und stehe mit deinem Trost allen Notleidenden bei.— Behüte unsere ganze Gemeinde in dieser Nacht vor Not und Gewalt, vor Feuers⸗ und Wassersgefahr, vor Mord und Totschlag, vor allem Schaden und Unglück. Hilf, daß alle, die für uns wachen, treulich auf ihrer Hut stehen, und erhalte einem jeden das Seine in Ruhe und Frieden, bis wir endlich aus der Finsternis dieser Welt kommen zu deinem ewigen Licht. Amen. 11. Morgengebet am Mittwoch. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. Ps. 143, 10. Lieber himmlischer Vater! Durch deine Gnade sind wir wieder in die Mitte einer Woche eingetreten und preisen dafür deinen heiligen Namen. Deine Güte ist's, daß wir nicht gar aus sind; deine Barmherzigkeit ist alle Morgen über uns neu, und deine Treue ist groß. So laß auch an diesem neuen Morgen und immerdar das rechte geistliche 465 30 Gebete. und himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnade in uns neu werden. Dir ergeben wir uns aufs neue, o Vater; tue mit uns, wie es dir wohlgefällt. Reinige, läutere und bewähre uns, daß wir rechtschaffene Christen seien; denn wir begehren keine Ehre, als deine Kindschaft, keinen Reichtum, als die Gerechtigkeit Christi, keine Freude, als die gnadenreiche Einwohnung deines heiligen Geistes. Für unsere leibliche Notdurft wirst du wohl sorgen; denn du hast gesagt: Ich will dich nicht verlassen hil ver⸗ säumen. Doch bewahre uns vor Müßiggang und hilf uns, daß wir treulich arbeiten, nicht aus Habsucht, sondern weil es dein Wille ist, und aus herzlicher Liebe gegen unsern Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen. Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Haupte, Jesu Christo. Laß unser aller Gebet ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du eine ewige Vergeltung denen, die uns Liebe beweisen. Unsere Beleidiger siehe mit erbarmendem Auge an und vergib ihnen, gleichwie wir ihnen von Herzen vergeben. Alle unsere Anverwandten legen wir in deine Liebesarme. Kirchen und Schulen, Obrigkeiten und Untertanen befehlen wir dir, Herr, unser Gott. Siehe an das Sündenesend in allen Ständen; mache dich auf und hilf uns, daß deine Ehre gerettet und des gottlosen Wesens ein Ende werde. Hilf den Armen und Elenden, die zu dir schreien. Herr, unser Gott, verschmähe unser Gebet nicht, sondern erhöre uns um Jesu Christi willen! Amen. 12. Abendgebet am Mittwoch. Gott, höre mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen; merke auf mich und erhöre mich. Ps. 55, 2.3. Barmherziger Gott, lieber himmlischer Vater! Wir sagen dir Lob und Dank für alles Gute, das du uns in unserem bisherigen Leben erwiesen hast, für allen Segen, mit welchem du uns im Leiblichen wie im Geistlichen gekrönt, für alle Hilfe und allen Beistand, den du uns 466 Geist 5 aufs efällt. haffene deine 5Thristi, deines orgen; h ver⸗ uns, ondern gegen Morgen⸗ und Abendgebete. ohne unser Verdienst und Würdigkeit hast zuteil werden lassen. Insbesondere danken wir dir von ganzem Herzen für deine Gnade und Wohltat, die du uns, o Gott, an dem vergangenen Tage erzeigt, für die Freude, die du uns geschenkt, für den Schutz gegen alle Abel des Leibes und der Seele, den du uns gewährt, und für die Langmut und Geduld, womit du unsere Fehler getragen hast. Wir sind zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an uns getan hast, und bitten dich mit herzlicher Reue um Ver⸗ gebung aller Sünden, die wir begangen und womit wir bis heute und auch diesen Tag dich beleidigt haben. Herr, gehe nicht ins Gericht mit uns, sondern erbarme dich unser und laß deine Güte und Treue uns auch diese Nacht und ferner behüten. In deine Hand befehlen wir Leib und Seele, unser Gut und Vermögen, unser Wachen und Schlafen, unser Leben und Sterben. Decke uns mit deinem Schilde und bewahre uns vor allem Übel und vor aller Gefahr. Laß uns morgen wieder fröhlich erwachen, damit wir aufs neue dir die Opfer unseres Dankes bringen und unsern Christenlauf zu deinem Preise fortsetzen. Und wenn einst die Nacht auch für uns kommt, da niemand mehr wirken kann, dann reiche uns deine allmächtige Hand a nimm uns auf zu dir in dein himmlisches Reich. men. 13. Morgengebet am Donnerstag. Herr, höre meine Worte, merke auf meine Rede, ver⸗ nimm mein Schreien, mein König und mein Gott; denn ich will vor dir beten. Herr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken und auf⸗ merken. Ps. 5, 2—4. Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater, der du uns bis auf diese Stunde lebendig erhalten hast, wir kommen vor dein heiliges Angesicht an diesem Morgen und preisen dich für alle deine Barmherzigkeit, die du wiederum in dieser Nacht an uns erwiesen hast. Du hast uns sicher ruhen lassen, unseren Leib und alle unsere Kräfte neu erquickt und uns fröhlich gemacht im Anschauen deines freundlichen Lichtes. Du, unser Gott und Herr, erforschest und kennest uns; du merkest auf unsere geheimsten Ge⸗ 467 36² ———— n Gebete. danken; wir aber müssen mit herzlichem Leid bekennen, daß wir nicht also vor dir wandeln, wie sichs gebührt, und des Ruhmes mangeln, den wir vor dir haben sollten. Wir sündigen oft und mannigfaltig in Gedanken, Worten und Werken. Ach, Vater, vergib uns doch um deines Namens willen unsere Übertretungen! Gedenke der Für⸗ bitte deines Sohnes, unseres gekreuzigten Heilands, und nimm uns wieder zu Gnaden an. Du bist ja unser Vater; von alters her ist das dein Name. Dein heiliger Geist regiere uns zu allem Guten. Siehe, o Herr, unseren Leib und unsere Seele und alles, was uns deine Gnadenhand gegeben hat, befehlen wir in deine treuen Vaterhände. Sei du unser Licht und Heil. Sei mit uns in all unserem Tun; gib, daß wir mit aller Treue warten des Berufes, in den du uns gesetzt hast. Laß alles wohlgelingen! Laß uns auch heute unser täglich Brot nach deiner Zusage von deiner Hand mit Danksagung empfangen. Ach, Herr, be⸗ wahre unsere Zunge und alle unsere Glieder vor dem Bösen. Laß uns diesen Tag in deiner Furcht zubringen, dir zur Ehre und uns zur Seligkeit, um Jesu Christi, unseres Heilands willen. Amen. 14. Abendgebet am Donnerstag. Behüte mich, wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Ps. 17, 8. Lieber, barmherziger Gott und Vater! Wir kommen vor dein Angesicht, um dir zu danken, daß du uns auch diesen Tag wieder durch deinen Schutz vor Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast. Wir sind nicht wert aller der Güte und Treue, die du auch heute wieder an uns getan hast. So du, Herr, willst Sünde zurechnen, wer wird bestehen? Aber du bist langmütig und freundlich und lässest dich gnädig finden denen, die dich suchen. Darum bitten wir dich, du wollest uns alle Sünden vergeben, welche wir in Gedanken, Worten und Werken begangen haben, und uns auch jetzt in dieser Nacht und alle Zeit unseres Lebens vor aller Gefahr und allem Schaden des Leibes und der Seele gnädiglich beschirmen. Zu dir steht unsre Hoffnung; denn du bist unser Gott, der Hort, auf den wir bauen. Darum laß deine Augen offen stehen über 168 . · ührt, pllten. orten deines Für⸗ „ und Pater; Geist Leib hand hände. serem rufes, Laß e von c, be⸗ dem ngen, hristi, — Morgen⸗ und Abendgebete. uns und decke uns mit deinem Schilde. Laß uns heute in Frieden schlafen und morgen fröhlich zu deinem Preise wieder erwachen. Führe uns durch Nacht zum Licht, bis endlich der letzte Tag unseres Lebens kommt und ein Tag anbricht, der kein Ende nimmt; dann führe uns gnädig in die ewigen Hütten. Amen. 15. Morgengebet am Freitag. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. Ps. 51, 3—5. Gnädiger Gott und Vater! Wir erheben in dieser Morgenstunde unsere Herzen und Hände zu dem Thron deiner göttlichen Majestät, von welchem uns zeit unseres Lebens und auch wieder in der vergangenen Nacht so viele Wohltaten zugeflossen sind. Du warst unsere Stärke und unsere Burg, unser Schutz und Schirm. Darum danken wir dir und preisen deinen heiligen Namen; du hast Großes an uns getan, des sind wir fröhlich. Sei, o gnädiger Gott, auch heute unser Beistand; leite uns nach deinem Rat und nimm uns endlich mit Ehren an. Gib uns heute und allezeit ein, was wir reden sollen, daß wir nichts Ables reden; lehre uns, was wir tun sollen, daß wir nichts Böses tun. Laß deines Geistes Zucht unsere Herzen wecken und mahnen, wenn unsere Gedanken sich von dir verirren wollen. Und da der heutige Tag ein Gedenktag des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilands ist, so stelle sein Kreuz vor unsere Augen, damit wir schauen, was er für uns gelitten hat, und alle Lust unserer Herzen zur Sünde erlösche. Gedenke auch im Leiblichen an uns und segne uns; laß uns aber auch alles Irdische als ein vergängliches Gut ansehen, daß wir unsere Seelen nicht daran hängen, sondern nach dem Ewigen trachten. Wenn wir arbeiten, so stärke uns; wenn wir beten, so erhöre uns; wenn wir ausgehen, so begleite uns; wenn wir heimkehren, so weiche nicht von uns. Umgib uns und die Unseren mit deinem Schutze, daß wir den Abend fröh⸗ lich erleben mögen. Amen. 469 ͥI Gebete. 16. Abendgebet am Freitag. Herr, auf dich traue ich; laß mich nimmermehr zuschanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit. Ps. 31, 2. Wir danken dir, Herr, unser Gott, für die wunder— bare Liebe, mit welcher du uns Unwürdige durch deinen geliebten Sohn errettet hast. Also hast du die Welt ge— liebt, daß du deinen Eingebornen dahin gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. O unermeßliche Liebe, du gabst den Sohn dahin, um uns Sünder zu erlösen und der Ge⸗ walt des 0 zu entreißen. Wie sollen wir dich loben und dir Dank sagen für diese deine Barmherzigkeit? Laß dir wohlgefallen das Stammeln unseres Mundes und den kindlichen Dank unseres Herzens. Vernimm die schwachen Seufzer unserer Seelen, die wir dir darbringen für alle Erbarmungen, womit du uns in deinem Sohne, unserem Heiland, zu Hilfe kamst. Er starb für miert Sünden und stand auf zu unserer Gerechtigkeit und herrschet nun in Ewigkeit zu deiner Rechten und bittet für uns. Du hast ihm alle Macht gegeben, daß in seinem Namen sich unsere Kniee beugen und alle Zungen bekennen sollen, daß er der Herr sei zu deiner Ehre. Gott, allmächtiger Vater, gelobet sei dein heiliger Name in Ewigkeit! Erfülle auch an uns, himmlischer Vater, die große Verheißung deines Sohnes, daß wir in ihm Leben und Seligkeit haben sollen. Vollende, was du begonnen hast, und laß uns immer reichlicher zum Genusse deiner Gnade gelangen. Schenke uns immer tiefere Blicke in das Ge⸗ heimnis deiner Erbarmungen und zerstreue alle Finsternisse unseres Herzens durch die Strahlen deines ewigen Lichtes. Stärke, kräftige, gründe uns durch die helle Erkenntnis unseres Erlösers. Siehe, wir lieben ihn; hilf uns inniger an lieben. Siehe, wir glauben; hilf unserm Unglauben. Amen. 17. Morgengebet am Samstag. Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt ge⸗ 470⁰ scha mehr gkeit. nder⸗ einen 0 a ddenn gabst Ge⸗ loben indes n die ingen ohne, Rere eschet uns. amen ollen, tiger roße und hast, nade Ge⸗ nisse htes. tnis liger ben. Ehe ge⸗ * Morgen⸗ und Abendgebete. schaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Pf. 90 1. 2. Barmherziger Gott und Vater! Auch in dieser Nacht hast du uns wieder geholfen und lässest uns heute unter deinem Schutze den Schluß einer Woche erleben. Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Darum danken wir dir für alle deine Gnade und lobsingen deinem Namen, du Höchster. Ach, gib doch, daß wir ohne Unterlaß deiner Treue gedenken und des Morgens deine Gnade, des Nachts deine Wahr⸗ heit verkündigen. Und hilf uns, daß auch all unser Wandel dich preise und unser Tun und Lassen dich ehre. Heilige du uns zu Opfern, die dir angehören und die da lebendig, heilig, unsträflich und dir wohlgefällig sind. Dazu erwecke uns alle Morgen; wirke beständig in unseren Herzen durch deinen heiligen Geist und mache uns zu neuen Menschen, auf daß wir in dir bleiben und einen Fels des Heils haben mögen, wenn auch eine Woche um die andere dahinflieht. Es ist ja alles eitel; alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab; du allein bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Darum nehmen wir unsere Zuflucht zu dir und bitten dich: Sei unser allmächtiger Schutz und leite uns an deiner Hand, daß wir nicht von deinen Wegen abweichen. Hilf uns zu einem gesegneten Schlusse dieser Woche; segne uns zu ernstlicher Selbstprüfung, damit wir unsere Gedanken und Werke dieser Woche überschauen und merken, wo wir gefehlt haben, und uns demütigen vor dir. O Herr, wirke du selbst in uns wahre Buße. Bereite uns zu, daß du unter uns wohnen könnest; mache uns den heutigen Tag zu einem Vorsabbat unserer Seelen, damit wir morgen deinen heiligen Sabbattag im rechten Segen feiern mögen. O treuer Vater, schenke uns auch heute deine Hilfe und laß nichts Böses über uns herrschen. Sei uns gnädig und erfülle an uns deine Verheißung: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen. Ja, offenbare an uns deine Treue, Vater, Sohn und heilger Geist. Hilf, 47¹ Gebete. o Herr, und laß alles wohlgelingen. Erhebe dein Angesicht über uns und gib uns deinen Frieden! Amen. 18. Abendgebet am Samstag. Herr, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sie gehen daher wie ein Schemen und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es einnehmen wird. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 5—8. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat! Ja Lob und Preis und Dank sei dir gesagt, Herr unser Gott, daß du uns diese ganze Woche über so gnädiglich behütet und bewahret hast! Bis hieher hat uns der Herr geholfen! so rühmen wir mit dankbarem Herzen. Nun befehlen wir uns auch getrost für diese Nacht in deine treuen Hände und bitten dich, du wollest uns unter deinem gnädigen Schutz und Schirm sicher ruhen lassen. Ach Herr, wir haben solche deine Güte und Treue nicht verdient; denn wir sind abgewichen von deinen Rechten und Geboten, haben auch in dieser ver⸗ gangenen Woche dich oftmals betrübt mit unseren Sünden. Du aber bist gnädig und barmherzig und deckest unsere Abertretung zu um Jesu Christi willen. Darum kommen wir getrost zu dir und bitten dich um Vergebung aller unsrer Sünden. Wir flehen dich an, du wollest uns in dieser Nacht gnädiglich behüten vor Gefahr und Schaden, wollest deine Hand halten über diesem Hause und allen unseren Lieben in der Nähe und in der Ferne, daß kein Unfall uns schrecken mag. Laß uns in Frieden ruhen und schlafen; du bist bei uns, dein Auge wachet über uns. Gib heiligen Frieden und Ruhe allen Menschen, insbesondere allen Betrübten, Elenden, Kranken und Sterbenden, und sende deine lieben Engel aus, daß sie mit himmlischen Waffen gerüstet stehen um alle die Deinen. Laß uns morgen mit Freuden erwachen, daß wir deinen heiligen Tag recht feiern mögen und in deinem Hause dich anbeten mit allen Gläubigen. Walte über uns bei Tag und Nacht, 472 esicht aben iehe, beben chen, emen und soll was Ddank anze Bis mit t für du hirm Hüte von ver⸗ den. isere men Uler — ßXß7ðyꝛ ͤ5 Morgen- und Abendgebete. daß wir verharren in deiner Liebe und Gemeinschaft. Laß uns dereinst in Frieden zur letzten Ruhe eingehen und darnach mit Frohlocken auferstehn zum ewigen Sabbat deiner Heiligen im Himmel. Das wollest du uns ver⸗ leihen aus lauter Gnade und Barmherzigkeit durch Jesum Christum! Amen. 19. Kindergebete. Lieber Gott, mach mich fromm, daß ich in den Himmel komm! Amen. Ich bin klein; mein Herz ist rein. Soll niemand drin wohnen als Jesus allein. Amen. Morgengebete. Wie fröhlich bin ich aufgewacht; wie hab ich geschlafen sanft die Nacht! Hab Dank, du Vater im Himmel mein, daß du hast wollen bei mir sein. Nun sieh auf mich auch diesen Tag, daß mir kein Leid geschehen mag. Amen. Des Morgens, wenn ich früh aufsteh, und Abends, wenn ich schlafen geh, sehn meine Augen, 4 auf dich; Herr Jesu, dir befehl ich mich. Nimm du dich deines Kindleins an und führ mich auf der rechten Bahn, auf daß ich freudig diesen Tag in deinem Frieden schließen mag. Amen. Ach lieber Gott behüte mich und meine Eltern gnädiglich; auch mein Geschwister vor Gefahr mit deinem starken Arm bewahr. Und alle, die uns sind verwandt, beschütz durch deine Vaterhand. Behüte mich vor aller Sünd; hilf, daß ich werd ein frommes Kind. Amen. 473 Gebete. Abendgebete. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr. Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar. Amen. Gott, der du heute mich bewacht, beschütze mich auch diese Nacht! Du wachst für alle, groß und klein; drum schlaf ich ohne Sorgen ein. Amen. Müde bin ich, geh zur Ruh, s. Nr. 436. II. Cischgebete. Vor dem Essen. 1. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Diese Speise segne uns Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist! Amen. 2. Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn! Amen. Luther. 47⁴ 2828 * Tischgebete.— Festgebete. 3. Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast! Amen. 4. Speis uns, o Gott, deine Kinder, tröste die be⸗ trübten Sünder; sprich den Segen zu den Gaben, die wir jetzs vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich zu den Frommen an die Himmelstafel kommen. Amen. Nach dem Essen. 1. Danket dem Herrn; denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum unsern Herrn, für alle deine Wohltat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen. 2. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hat's nicht not; du bist das wahre Lebensbrot! Amen. 3. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten unsern lieben Herrn, er woll auch ferner sie beschern und speisen uns mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Amen. ————— III. Festgebete. 1. Advent. Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Matth. 21, 9. Barmherziger, ewiger Gott! Mit Dank und Freude gehen wir ein in die Tore, die du uns heute auftust. Deine Liebe will wieder neu werden; deines Volkes willst 47⁵ Gebete. du dich von neuem annehmen und herzlich erbarmen. Ein neues Kirchenjahr ist angebrochen; die liebliche Adventszeit ist gekommen. Zions König kommt gezogen sanftmütig und von Herzen demütig, um zu besuchen und zu erlösen sein Volk, um unter uns zu wohnen, zu wirken und zu walten, uns zu lieben und zu segnen, damit uns auf der Pilgerschaft das Brot des Lebens nicht mangele, damit wir gewinnen die Wasser, welche in das ewige Leben fließen. Wir wollen mit Freuden auftun unsere Herzenstüren. Wir wollen rufen und bitten: Komm herein, du Gesegneter des Herrn; wo sollte ich Trost und Frieden, Leben und Selig⸗ keit finden, wenn du draußen bliebest? Schenke uns die Kraft deines Geistes, neu zu werden, unsrer Seelen Selig⸗ keit zu schaffen mit Furcht und Zittern. Hilf Herr, damit dein Feigenbaum, welchen du gepflanzet und so treulich ge⸗ pfleget hast, dir reichliche Früchte bringe. Du dreieiniger Gott, segne uns das neue Kirchenjahr. Segne alle, welche zu Dienern am Wort bestellt sind, samt allen Gliedern der Gemeinde und deiner ganzen Kirche. Segne jeden Gottesdienst und alle kirchlichen Anstalten. Segne unser Gebet und den Gebrauch deiner heiligen Sakramente. Wirke, o Gott, mit deinem Geiste in allen Herzen, in allen Häusern, in allen Gemeinden, daß alle sich aufmachen, dem Heiland entgegen zu gehen und ihn aufzunehmen mit Freuden. Mache dich auf, Zion, denn dein König kommt. Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Amen. 2. Weihnachten. Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Luk. 2, 11. Ewiger und allmächtiger Gott! Du hast also die Welt geliebt, daß du deinen eingebornen Sohn gabst, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wir danken dir dafür von Grund unserer Herzen und loben deine große Barmherzigkeit, daß uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, dein Sohn Jesus Christus, und. Fleisch und Blut angenommen, damit er durch sein Leben unser Leben heilige und durch 476 seine unve bitte unse erker zur alles 2iin Heil willt ihn Her: und Festgebete. seinen Tod dem Tode die Macht nehme und Leben und unvergängliches Wesen an das Licht bringe.— Wir bitten dich herzlich, verleihe uns die Gnade, daß wir dir unser Leben lang danken und von Tag zu Tag mehr erkennen, wie uns dein Sohn gemacht ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und Erlösung, daß wir alles für Schaden achten gegen die überschwängliche Er— kenntnis Jesu Christi. Gib, daß wir an ihn, unsern Heiland, aufrichtig glauben, uns ihm gänzlich ergeben, ihm willig dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit und durch ihn deine Kinder und Miterben sein mögen deiner ewigen Herrlichkeit. Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Amen. 3. Jahreswechsel. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Ps. 121, 1. 2. Allmächtiger, ewiger Gott, barmherziger Vater! Wir haben jetzt abermals ein Jahr unserer Pilgerschaft auf Erden zu Ende gebracht und fangen in deinem Namen ein ieues an. Ach, Herr und Gott, wie groß ist deine Gnade, die du uns seither erzeigt hast, da wir doch durch unsere Sünden so viel Strafen verdient hätten. Wir rühmen und preisen deine große Barmherzigkeit und danken dir für alle deine Güte und Treue.— Wir bitten dich aber auch durch deinen Sohn, unsern Heiland, gehe nicht mit uns ins Gericht und vergilt uns nicht nach unserer Misse⸗ tat, sondern vergib uns unsere Sünden und führe uns auf deinen Wegen. Fange an, o Vater, uns aufs neue zu segnen. Gib uns rechte Zuversicht und Freudigkeit, rechten Glauben, rechte Liebe und rechte Werke. Sei unser Trost und unsere Hilfe in aller Trübsal, und weil wir im neuen Jahre, wie in unserer ganzen Lebenszeit, vor allem deines Schutzes bedürftig sind, so halte deine Gnadenhand väter⸗ lich über uns.— Getreuer Gott, erhöre unser Gebet und erbarme dich aller Menschen; erhalte uns dein reines Wort; heilige alle Lehrer und Prediger; erbaue Kirchen und Schulen; behüte uns vor falscher Lehre; stärke alle Re⸗ genten; fördere jeden guten Rat und jede gute Tat. Segne 4⁷⁷ —.. —...— Gebete. Väter und Mütter; regiere Kinder und Gesinde. Bewahre uns vor Krieg und Blutvergießen, vor Feuers⸗ und Wassersnot, vor Teurung und Krankheiten. Kröne das Johr mit deinem Gut. Gib Frieden im Lande, unseren Herzen Frieden, unserem Leibe Gesundheit. Segne unsere Nahrung und fördere das Werk unserer Hände. Bekehre die Sünder, stärke die Frommen, bringe zurecht die Irrenden, erleuchte unsere Feinde, wehre allen Verfolgern, schütze Witwen und Waisen, versorge die Armen, tröste die Elenden, errette die Bedrängten, pflege die Kranken, sei bei den Sterbenden, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unseren Heiland und Erlöser. Amen. 4. Karfreitag. Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Joh. 1, 29. Herr Gott, heiliger, barmherziger Vater, der du kein Gefallen hast an unserem Tode, sondern willst, daß wir uns bekehren und leben, in tiefer Demut preisen wir deine Gnade, daß du deines eingebornen Sohnes nicht verschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hast zum Opfer und Lösegeld für unsere Sünden.— Herr Jesus Christus, du Mittler des neuen Bundes, demütige uns heute durch den Anblick deines Leidens und Sterbens. Wir haben dir Arbeit gemacht mit unsern Sünden und Mühe gemacht mit unsern Missetaten. Fürwahr, du trugst unsre Krank⸗ heit und ludest auf dich unsre Schmerzen. Du bist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf dir, auf daß wir Frieden hätten, und durch deine Wunden sind wir geheilet. Treuer Heiland und Versöhner! Du hast das große Werk unserer Erlösung vollbracht. O laß dein Sterben unser Leben, deine Gerechtigkeit unser Heil, deinen Todeskampf unsern Sieg und ewigen Frieden werden. Erareife uns mit der Hand deines heiligen Geistes und versetze uns in die Gemeinschaft deines Lebens, daß unser alter Mensch samt dir gekreuzigt und begraben werde in den Tod und wir zu einem neuen Leben mit dir auferstehen. Entzünde unsere Herzen durch die Liebe, damit du uns geliebt hast bis in den Tod, daß wir dich wiederum lieben 478⁸ ahre und das seren usere kehre die jern, edie „so eben ünde kein wir eine ont, pfer tus, urch üben acht ank⸗ um inde wir ilet. Zerk nser mpf uns uns nsch Tod hen. uns ben Festgebete, mit rechter Inbrunst des Geistes und dir dein Kreuz nach⸗ tragen im Glauben und in Geduld. Herr Jesu, wie du selbst deinen Geist befohlen hast in die Hände deines himm⸗ lischen Vaters, so befehlen auch wir im festen Vertrauen auf die Kraft deiner Erlösung unsern Geist ganz samt Seele und Leib in deine allmächtige Hand.— Laß, Herr, das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft und Friedensbot⸗ schaft werden bei allen Menschen und unter allen Völkern, damit auch die, welche noch ferne stehen, erlöst werden von ihren Sünden und samt uns deine Gnade und Herrlichkeit rühmen. Denn du, Herr, hast uns erkauft mit deinem Blute; du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 5. Ostern. Gelobet sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder⸗ geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auf⸗ erstehung Jesu Christi von den Toten. 1. Petri 1, 3. Wir loben und preisen dich, barmherziger Gott, und danken dir von Herzen, daß du deinen Sohn, Jesum Christum, den großen Hirten der Schafe, ausgeführt hast von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, welche er hatte, ehe denn die Welt war. Und dir, du großer Siegesfürst, sei ewig Ehre und Preis gebracht für deine unaussprechliche Liebe und den Segen deiner Auferstehung. Stärke und mehre unseren schwachen Glauben, daß wir gewiß werden, du seiest um unserer Sünden willen ge⸗ storben und um unserer Gerechtigkeit willen auferweckt. Wirke in uns durch deine Gnade, daß wir die Frucht und Kraft deiner herrlichen Auferstehung recht an unseren Seelen erfahren und den beständigen Trost empfinden, daß weder Tod noch Hölle uns schrecken können. Erwecke uns durch deinen Geist zu einem neuen Leben in dir und stärke uns, die Lüste des Fleisches zu besiegen und die Werke des Geistes zu vollbringen. Erhalte uns und unsern Nach-⸗ kommen die Predigt von deiner Auferstehung. Sei mit allen, die für dein Reich arbeiten, damit das Reich dieser Welt seine Macht verliere auf Erden. Kehre ein mit dem Segen deiner Auferstehung in alle Häuser und gib, daß 470 Gebete. in unserem Lande deine Ehre wohne, Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Komme zu Hilfe deiner bedrängten Kirche und erwecke auch sie zu neuem Leben und neuer Kraft; gib ihr Sieg gegen ihre Feinde. Tröste mit deiner Osterbotschaft alle betrübten Herzen und errette alle, die in Not und Gefahr sind. Beschere uns durch die Kraft deiner Auferstehung einen seligen Heimgang zu, deinem und unserem Vater und gib, daß wir mit dir in' himmlischer Freude und Herr⸗ lichkeit ewig leben mögen. Amen. 6. Himmelfahrt. Seid ihr nun mit Christo auferstanden, so suchet, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, das auf Erden ist. Kol. 3, 1. 2. Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesu Christi! Wir sagen dir von Herzen Dank für deine große Gnade, die du uns armen Sündern erzeigt hast durch deinen Sohn, unsern Herrn, welcher auferstanden ist von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzet zu deiner Rechten und ver⸗ tritt uns. Wir bitten dich, du wollest auch uns erwecken aus dem Grabe aller Sünden und zu dir hinauf ziehen, daß wir allein Lust, Liebe und Verlangen haben nach den himmlischen Gütern. Laß unsern Leib auf Erden leben und seines Berufes warten, unser Herz aber, Gedanken und Sinne laß bei dir im Himmel sein. Behüte und bewahre uns vor Sünden und allem Übel. Erhalte uns in deiner wahren Erkenntnis, so lange wir noch hier auf Erden zu leben haben, bis wir einst ganz zu dir kommen, dich von Angesicht zu Angesicht sehen und ewig bei dir bleiben in deiner Herrlichkeit. Amen. 7. Pfingsten. Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Ps. 51, 12. 13. O Gott, der du die Herzen deiner Gläubigen so gnädig und reichlich mit deinem heiligen Geist am Feste 48⁰ ——— Treue üssen. wecke Sieg t alle efahr hung und Herr⸗ was ottes. „das risti! nade, Zohn, oten, ver⸗ ecken ehen, )den leben mwund hahre einer n zu von n in mir mem mir. nso Feste Festgebete. der Pfingsten besucht und begabt hast, gieße diesen deinen Geist auch über unsere dürren, verschmachtenden Herzen aus; erquicke doch dein Erbteil und labe die Elenden. Komm, o heiliger Geist, und ziere uns mit deinen so viel⸗ fältigen Gaben, daß wir die großen Taten Gottes, welche durch Jesum Christum geschehen, wahrhaftig erkennen und preisen und mit neuen Zungen dein Wort reden, rühmen und ausbreiten. Erfülle deine Kirche, welche durch dich gegründet ist, und laß sie immerdar deine Wohnung sein. Entzünde uns mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe und verzehre allen sündlichen Willen. Zünde an das Licht deiner Wahrheit, daß wir inbrünstig mit rechtem Ernst und Eifer unserm Gotte dienen. O du Geist des Friedens, verbinde unsere Herzen mit deinem Bande des Friedens, daß wir in Sanftmut und Demut, in Friede und Einigkeit bei⸗ einander bleiben und leben. O du Geist der Geduld, gib uns Geduld in Leidenszeit und bis ans Ende Be⸗ ständigkeit. O du Geist des Gebets, erwecke unsere Herzen, damit wir sie zu Gott erheben und ihn in allen Nöten anrufen. Und da wir nicht wissen, was wir bitten sollen, noch wie es sich gebührt, so vertritt du uns mit unaus⸗ sprechlichem Seufzen. Sei unser Schutz in der Not, unsere Hilfe in Trübsal, unser Trost in aller Widerwärtigkeit. Komm, du starker Gott, und stärke die Schwachen, lehre die Elenden deinen Weg, hilf den Gefallenen auf, bringe die Irrenden zurecht und erhalte sie bei deiner treuen Hand. Komm, o du ewiges Licht! Sei unser Licht im Finstern, unser Heil im Leben, unser Trost im Sterben und führ uns auf ebner Bahn zum ewigen Leben, damit wir dich, heiliger Geist, samt dem Vater und dem Sohne mit allen Engeln und Auserwählten dort in deinem Reiche rühmen und preisen immer und ewiglich. Amen. 8. Erntefest. Bei reichlicher Ernte. Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und er⸗ füllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Ps. 145, 15. 16. Herr unser Gott, du treuer und allgütiger Vater, unser Mund soll heute deines Lobes und Preises voll 481 — 3—3.——3 — —— Gebete. werden. Deine allmächtige Hand hat sich segnend über unsere Fluren ausgebreitet. Du hast unsern Feldern Früh⸗ regen und Spätregen zu seiner Zeit gegeben und hast das Gewächs des Landes so reich gemacht, daß bei des Segens Menge die Räume zu enge werden. Das danken wir, o Herr, deiner großen Güte.— Wir bitten dich, laß uns nicht vergessen, daß alle 40. Erntegaben dein Eigentum sind. Du hast sie uns gegeben, daß wir als deine Haus⸗ halter nach deinem Willen und Wohlgefallen sie genießen und anwenden sollen. So behüte uns vor Geiz und Hab⸗ gier, Uppigkeit und Verschwendung.— Was du an uns getan hast, das laß uns auch an anderen üben und bei dem reichen Segen der Dürftigen nicht vergessen, weil wir wissen, daß solche Opfer dir wohlgefallen. Laß uns des großen Erntetages stets eingedenk sein, an welchem die ganze Erde das Feld und alle Völker der Erde die reife Ernte sein werden, und deine Engel, die Schnitter, werden kommen und die Sichel anschlagen und werden das Unkraut in Bündlein binden zum Verbrennen, den guten Weizen aber in die himmlischen Scheunen sammeln.— Du großer Herr der Ernte, du Gewaltiger und Barmherziger, hilf uns, daß auch wir dann als edle gute Garben in deinem Reiche gesammelt werden. Amen. Bei kärglicher Ernte. Sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. Ps. 62, 6. Herr Gott Zebaoth, du Schöpfer Himmels und der Erde, du hast nach deinem unerforschlichen Ratschluß unsere Erntehoffnungen vernichtet und große Heimsuchung über uns gebracht. Wir beugen uns in Demut unter deine ge⸗ waltige Hand. Gib nur, daß dein Liebesrat an uns er⸗ füllt werde und der Mangel an irdischen Erntegaben uns antreibe, um so eifriger nach dem zu trachten, was ewigen Gewinn bringt. Behüte uns vor allem Murren und aller Unzufriedenheit mit deinem Tun und Walten. Stärke unsern Glauben an deine fürsorgende Liebe und das Ver⸗ trauen auf deine Hilfe. Der du die Vögel unter dem Himmel ernährst und die Lilien auf dem Felde kleidest, wirst auch uns nicht verlassen noch versäumen. Du bist 482 Fuch⸗ Früh⸗ Uda⸗ zegens vir, o 3uns entum Haus⸗ nießen Hab⸗ na uns i dem wir sein, er der I, die n und ennen, eunen Utiger 3 edle Amen. meine d der unsere über ne ge⸗ 18 er⸗ na uns wigen aller Stärke Ver⸗ dem eidest, uU bist Festgebete. der ewig reiche Gott, der allem Mangel steuern kann. Gib uns den Geist des Gebets, täglich vor dich zu bringen, was unser Herz bekümmert und beschwert, und laß es uns täglich erfahren, daß es dir an Mitteln niemals fehlt, dich uns mit Trost und Hilfe zu beweisen. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarme dich auch über uns. Es kommt die Zeit, in welcher alles Darben auf ewig ein Ende hat und alles Seufzen und Klagen sich in ein Lob deiner wunderbaren Güte verwandeln wird. Deine Güte, o Herr, sei über uns, wie wir auf dich hoffen. Amen. 9. Reformationsfest. Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 1. Kor. 3, 11. O heiliger wahrhaftiger Gott und Herr! Wie können wir Lob und Dank genug gegen dich aussprechen, daß du nach so langer Finsternis dein seligmachendes Evangelium aus großer Barmherzigkeit wieder ans Licht gebracht und durch treue Zeugen und Bekenner desselben unsere Kirche von verderblichen Irrtümern und Menschensatzungen so herrlich gereinigt hast. Gib ferner Gnade, daß wir dein untrügliches Wort, wie es dein Geist den Propheten und Aposteln gegeben hat, samt den heiligen Sakramenten lauter und unverfälscht behalten. Wende unsre Herzen ab von unnützer Lehre, von Irrtum und Verführung. Wehre allen Feinden unseres Glaubens, daß keiner mit List oder Gewalt deine Schafe zerstreue und uns der gesunden und erquickenden Weide deines Wortes beraube. Bring auch die herbei zu deiner Herde, die noch in Unwissenheit, blindem Eifer, Unverstand und Irrtum dahingehen. Suche die Verlorenen, heile, die an ihrer Seele Schaden ge— nommen haben. Heilige uns alle in deiner Wahrheit, daß wir nicht durch gottloses Leben deiner Kirche zur Schande gereichen, sondern würdiglich wandeln dem Evangelium und dasselbe in aller Widerwärtigkeit mit Worten und Werken bekennen. Siehe mit Gnade an den Weinberg, den du durch Jesum Christum gepflanzt und bisher ge⸗ segnet hast. Herr, du wollest uns vorbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Dir sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Gebete. 10. Bußtag. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir; Herr, höre meine Stimme, laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens. So du willst, Herr, Sünden zurechnen, Herr, wer wird bestehen? Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte. Ps. 130, 1—4. Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, der du vergibst Misse⸗ tat, Übertretung und Sünde, wir treten vor deinen Thron und bekennen mit demütigem Herzen, daß wir alle mannig⸗ fach wider dich gesündigt haben. Wir haben dich, unsern Gott und Herrn, oftmals verlassen, haben der Welt und unserm Fleische gedient und deine heiligen Gebote vielfältig übertreten. Wenn du gerufen, haben wir nicht geant⸗ wortet; wenn du gedroht, haben wir vom Bösen nicht ab⸗ gelassen; wenn du uns gezüchtigt, haben wir uns nicht ge— demütiget. Ja wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an dir haben sollten. Darum kommen wir jetzt zu dir und bitten im Namen Jesu, deines lieben Sohnes: Vergib uns unsere Schuld und mache uns rein von allen unseren Sünden. Sieh uns an mit den Augen deiner Barmherzigkeit, nicht als die Ge⸗ fallenen, sondern als die Erlösten in Jesu Christo, deinem Sohne. Schenke uns deinen heiligen Geist, daß er uns erleuchte, reinige und erneuere. Hilf uns den guten Kampf des Glaubens kämpfen und laß uns unsträflich erhalten werden bis ans Ende. Nimm dich deiner Kirche gnädig an und schütze sie wider alle Macht und List des Feindes. Segne die Predigt deines Wortes an allen Seelen und bewahre uns, daß der gute Same nicht wieder von unsern Herzen genommen werde. Laß deine Hilfe widerfahren unserm Vaterlande, unserm teuren Kaiser samt seinem ganzen Hause, allen Obrigkeiten unsers Landes und unsern Gemeinden. Laß unter den Unruhen und Stürmen dieser Zeit unser Vater⸗ land deiner gnädigen Obhut befohlen sein. Sei unserm Volke eine starke Schutzwehr gegen alle Feinde und Ge⸗ fahren, die ihm drohen; bewahre uns unter dem Schatten deiner Flügel in rechter Einigkeit, Liebe und Treue. 484 eine eines wer man uldig Risse⸗ hron nnig⸗ nsern t und fältig eant⸗ ot ab⸗ t ge⸗ In des tamen d und ns an e Ge⸗ einem r uns dampf halten tze sie redigt ß der mmen lande, allen Laß zater⸗ nserm Ge⸗; hatten Festgebete. Erbarme dich eines jeden, der heut mit bußfertigem Herzen zu dir aufblickt. Und wer noch verhärtet ist in Unbußfertigkeit, den erwecke du, o Herr, so lange es noch Zeit ist, und treibe ihn kräftig an, rechtschaffene Früchte der Besserung zu bringen. Alle Kranken und Notleidenden, alle Betrübten und Angefochtenen befehlen wir deiner treuen Vaterliebe. Laß in jeder Anfechtung deinen heiligen Geist die Herzen regieren, 21. und trösten, und jede Trübsal laß geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet werden. Welche du aber abberufen willst aus diesem Leben, in denen verherrliche deine Macht und Gnade, daß sie in getrostem Glauben von hinnen scheiden und die Seligkeit erlangen, die du uns bereitet hast durch Jesum Christum. Amen. 11. Schluß des Kirchenjahres und Totenfeier. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach. Offenb. 14, 13. Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für; der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommet wieder, Menschenkinder! Wir gedenken heute unsrer teuren Ent⸗ schlafenen, insonderheit derer, welche du im vergangenen Kirchenjahre aus diesem Leben abberufen hast. Wir danken dir, daß du dich an keinem unter ihnen, so lange sie auf Erden wandelten, unbezeugt gelassen hast, und befehlen sie deiner Barmherzigkeit. Wir gedenken auch derer, die zurück⸗ geblieben sind. Tröste sie mit dem Worte des Lebens. Sei du ihre Stütze und erquicke sie durch dein Nahesein. Lehre auch uns bedenken, daß es ein Ende mit uns haben muß und unser Leben ein Ziel hat und wir davon müssen. Ja, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Verleihe, barmherziger Vater, daß keiner unter uns ohne Buße sterbe und ohne den seligmachenden Glauben an Jesum Christum, der sein Leben zum Lösegelde für uns gegeben hat und unser Friede ist. Reinige uns durch deinen deingen Geist von allen Werken des Fleisches und stärke uns täglich zu neuem Eifer in der Heiligung, auf daß wir, 48⁵ Gebete. wenn du uns rufest, bereit sein mögen. Dein Licht erleuchte uns, deine Barmherzigkeit führe uns, deine Hand schütze uns, deine Gnade heife uns und schenke uns den Eingang zu deiner Herrlichkeit. Sei mit uns, o Jesu, wenn der letzte Augenblick nun da ist, und erscheine unsern Seelen, wie du für uns gelitten und unsre Sünden getragen hast. Hilf uns, daß wir einen guten Kampf kämpfen und Glauben halten, auf daß wir die Krone des Lebens er⸗ langen. Erhalte uns im Glauben an dich und in der Liebe zu dir und stärke uns, gern um deinetwillen in der Welt zu leiden, so wirst du uns auch mit dir zur Herrlichkeit führen. Mache uns treu und erfülle dann an uns die Ver⸗ heißungen, die du den Deinen gegeben hast, daß sie sein sollen, wo du bist, und deine Herrlichkeit sehen! Amen. IV. Beicht und Abendmahlsgebete. 1. Beichtgebet. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Ps. 51, 19. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater! Ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, die ich begangen mit Gedanken, Worten und Werken, damit ich dich jemals erzürnet und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner unergründlichen Barmherzigkeit und um des unschuldigen bittern Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesu Christi willen, du wollest mir armen sünd⸗ haften Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und mir zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Amen. 486 steter Bott, mer, ünde und trafe aber dich des ieben ünd⸗ alle rung Beicht⸗ und Abendmahlsgebete. 2. Vor dem heiligen Abendmahl. Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele; er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Ps. 23,1—3. Herr Jesus Christus, mein getreuer Hirte und Bischof meiner Seele, du hast gesagt: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. 911670 ich komme zu dir und bitte dich, du selbst wollest mich recht bereiten und zum würdigen Gast deines himmlischen Mahles machen. Bewahre mich davor, daß ich unwürdig von diesem Brote esse und von diesem Kelche trinke und damit mir selbst esse und trinke das Gericht. Gib rechte Reue über meine Sünden in mein Herz und festen Glauben an dein heiliges Verdienst zum Trost in meine Seele. Gib mir auch einen demütigen und versöhnlichen Sinn, daß ich meinen Feinden vergebe, und tilge in mir die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze in mein Gemüt herz⸗ liche Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Bruder und Nächsten, ja alle Menschen, wie mich selber in dir lieb habe. Ach, Herr, reinige mich, erleuchte mich; mache meine Seele reich in dir. Erfülle mein Herz mit Gottseligkeit, Heiligkeit und Gerechtigkeit; erfülle es mit deiner Gnade, mit deinem Geiste, deiner Liebe, deiner Demut und Sanft⸗ mut, deiner Geduld und deinem Frieden. Du wahr⸗ haftiges Brot des Lebens, speise mich zum Unn Leben. Nur in dir habe ich volles Genüge; darum bleibe ewig in mir und laß mich ewig in dir bleiben, wie du gesagt hast: Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm, und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage. Amen. 3. Vor dem Hintritt zum Tisch des Herrn. O Gott, sei mir armen Sünder gnädig; gib deinen heiligen Geist in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärken, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben bessern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jesu Christi willen. Amen. 48⁷ —3 ————— V K !—;— Gebete. 4. Nach dem heiligen Abendmahl. Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich. Ps. 86, 12. Barmherziger Gott und Vater, ich lobe und preise deinen heiligen Namen und danke dir für deine unaus⸗ sprechliche Güte, daß du mich armen, unwürdigen Sünder mit deinem Leibe und Blute deines Sohnes Jesu Christi gespeist und getränkt hast. Ach, Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir getan hast. So hilf mir denn, getreuer Gott, daß mir dieses Mahl gedeihen möge zur Stärkung meines Glaubens und meiner Liebe gegen die Brüder, zum Wachstum in der Gottselig⸗ keit, zur Geduld im Leiden und dereinst zu einem freudigen seligen Sterben. Mache mich halten in Hoffnung, ge⸗ duldig in Trübsal, laß mich anhalten am Gebet, auf daß ich die guten Vorsätze, welche ich durch deine Gnade gefaßt I habe, durch deine Kraft nun auch ins Werk setzen und alle ““ Anfechtungen der Welt und des Fleisches überwinden moöge. Erhalte deine Kirche im rechten Glauben und in wahrer Einigkeit des Geistes und hilf uns allesamt aus zu deinem himmlischen Reiche, das du aufgerichtet hast durch Jesum Christum, welchem samt dir und dem heiligen Geiste sei Dank, Lob, Ehre, Preis und Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. V. Gebete für besondere Tage des häuslichen Lebens. 1. Am Trauungstage. Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen. 0 Jos. 24, 15. Herr, unser Gott! Nun ist der Tag gekommen, an welchem wir vor deinen Altar hintreten wollen, um in deinem heiligen Namen uns miteinander für unser ganzes 488 E SE —. derzen preise naus⸗ ünder vinden ind in aus zu durch eiligen it von ienen. en, an im in zanzes Gebete für besondere Tage. Leben zu verbinden und uns von dir segnen zu lassen. Du warst bis dahin unser Gott und Vater und hast uns freund⸗ lich geführt; du willst auch ferner mit uns sein. Mit dir haben wir es begonnen; du wirst uns Gnade schenken, es mit dir auszuführen. Siehe uns huldvoll an und schenke uns einen frohen gesegneten Hochzeitstag. Vergib uns alle unsere Sünden und laß uns mit getrostem Herzen vor dein Angesicht treten. Versage uns, lieber Gott, deinen Segen nicht. Gehe du mit hinein in den heiligen Stand, welchen du selbst gestiftet hast. Regiere uns mit deinem Wort und Geist, leite uns an deiner Hand, sei und bleibe bei uns früh und spat. Hilf uns, daß wir beständig vor deinem Angesicht wandeln, einander zu allem Guten ermuntern, im Kreuze aufrichten, im Glücke an dir bleiben und so unser Leben im Frieden und Segen zubringen. Lege du selbst, Herr Jesu, in uns den wahren Grund in Glauben und Liebe und gib uns untereinander Geduld im Leiden, Sanftmut und Nachsicht bei allen Schwachheiten und Gebrechen. O hilf uns und laß es uns wohl gelingen. Wir harren deines Segens und getrösten uns deiner Hilfe. Segne uns, o Herr; hilf uns. Segne unsern Ausgang, segne unsern Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 2. Nach der Geburt eines Kindes. Lieber Herr Gott, himmlischer Vater! Wir danken dir, daß du unser Haus gesegnet und uns ein Kindlein geschenkt hast uns zur Freude und dir zur Ehre. Du hast gnädig⸗ lich gewacht über der Mutter bost Kindleins, hast sie bewahret vor allerlei Schaden, hast sie getröstet und ge⸗ stärkt in ihren schweren Stunden, und nun, da das Kind zur Welt geboren ist, freuen wir uns und sind fröhlich und sagen dir, Barg unser Gott, Dank für solche deine Gnade und herzliches Erbarmen, befehlen dir auch dies Kindlein in deine Vaterhände; denn du bist ja der rechte Vater über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Du wollest ihm Leben und Odem bewahren und dein Angesicht über ihm leuchten lassen, es aufnehmen in deine heilige Kirche und Gemeinde, es zu deinem Kind und Erben machen, es treulich führen und leiten durch dies arme Leben und dereinst eingehen lassen zur Herrlich⸗ 489 Gebete. keit der Kinder Gottes in deinem seligen Himmelreiche. Dazu hilf, o Gott der Gnade, diesem Kindlein und uns allen. Amen. 3. Vor der Taufe eines Kindes. O Herr Jesu Christe, unser einiger Heiland, Trost und Seligmacher, du hast ein herzliches Wohlgefallen an den Kindlein, die zu dir gebracht werden, und nimmst sie gern an zum ewigen Leben. Denn du hast gesagt: Lasset die Kindlein zu mir kommen; denn solcher ist das Rei Gottes. Auf dies dein Wort bringen wir dies Kind dur unser Gebet zu dir und bitten: Nimm es an und laß es deiner Erlösung, die du uns am Kreuz durch dein bitteres Leiden und Sterben erworben hast, durch die heilige Taufe teilhaftig werden; zeichne es in deine Hände und laß es dein sein und bleiben zu seiner Seelen Seligkeit um deines heiligen Namens willen. Amen. 4. Nach der Taufe eines Kindes. Allmächtiger, ewiger Gott, lieber himmlischer Vater. der du der rechte Vater bist über alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden, wir sagen dir von erzen Lob und Dank, daß du dieses Kindlein uns geschenkt und bisher behütet und nun verliehen hast, daß es durch die heilige Taufe der Gemeinschaft deines lieben Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi einverleibt worden ist. Wir bitten dich herzlich, du wollest dieses Kind, welches nunmehr dein Kind und Erbe geworden ist, bei der empfangenen Wohltat erhalten und Gnade geben, daß es nach allem deinem Wohlgefallen zur Ehre deines Namens treulich auferzogen werde, im wahren Glauben bis zum seligen Ende beständig verbleibe und endlich das verheißene Erbteil im Himmel mit allen Heiligen empfange durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 5. Am Konfirmationstag eines Kindes. Allmächtiger Gott, du Vater der Barmherzigkeit! Wir befehlen an diesem Tage unser Kind, das heute sein Be⸗ kenntnis ablegen und sich dir zum Eigentum angeloben 490 Gebete für besondere Tage. will, in deine treuen Vaterhände. Lenke du selbst seinen Sinn vom Eitlen und Vergänglichen auf das Ewige und Himmlische hin. Schenke ihm ein aufrichtiges, heils⸗ begieriges Herz, das im Glauben an dich und in der Liebe zu Jesu den Frieden findet, den die Welt nicht geben und N rost auch nicht nehmen kann. Hilf ihm wachen, fest und stark an sein in den Versuchungen und Kämpfen dieses Lebens. Lege t sie muu, treuer Heiland, unserem Kinde deine Hand segnend auf ase das Haupt; segne es in Freud und Leid, in Zeit und in 19 Ewigkeit. Amen.* 6 es 6. Gebet eines Kindes am Tag der Konfirmation. eres Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir aufe einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem 5ß es Angesichte und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. eines Psalm 51, 12 u. 13. Lieber himmlischer Vater! Von Herzen danke ich dir, daß du bis hierher mit mir gewesen bist und hast mich diesen Tag, den Tag meiner Konfirmation, erleben lassen. ater. Meine Seele lobet dich, und was in mir ist, deinen heiligen heißt Namen. Du hast Großes an mir getan, getreuer Gott erzen und Vater. Schon in der heiligen Taufe hast du mich und als dein Kind angenommen. Du hast mich unterweisen 9di lassen in dem Worte der Wahrheit und des Lebens. O Gott hnes und Vater, segne mir nun den heutigen Tag meiner Kon- Wir firmation. Gedenke nicht meiner Sünden und Uber⸗ lches tretungen,— gedenke meiner nach deiner großen Barm⸗ der herzigkeit. Stärke mich mit deinem heiligen und guten ß es Geist. Hilf mir, die Sünde zu überwinden, die böse Lust mens zu bekämpfen und dir zu dienen in einem geheiligten zum Lebenswandel. Gib mir Kraft, mein Gelübde zu halten. ißene Segne mich, o Gott und Vater für Zeit und Ewigkeit. durch Amen. 7. Am Geburtstag. O Gott, Schöpfer und Erhalter meines Lebens! ö Groß ist deine Barmherzigkeit und Treue, die mich heut Wir abermals den Tag erleben läßt, an welchem ich das Licht Be⸗ dieser Welt erblickt habe. Bis hierher hast du mir ge⸗ loben holfen; o mein Gott, wie kann ich all das Gute aufzählen, 491 Gebete. womit du mich von Kindesbeinen an so väterlich gesegnet ast, und dir würdig dafür danken? Ich will dich preisen, o lange ich lebe, und deinem Namen Lob sagen, so lange ich hier bin. Mit dem heutigen Tage fängt ein neuer Abschnitt meines Lebens an. Ach Herr, versenke alle Verschuldungen meiner bisherigen Jahre und Tage in das Meer der Ver⸗ gessenheit. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner vielfachen Ubertretungen; gedenke aber meiner nach deiner großen Barmherzigkeit um Jesu Christi willen. Hilf mir, mein Gott, wie ich dir's heute gelobe, mein Leben ferner ganz nach deinen Geboten Anden, n 70 Mein einziges Bestreben soll es sein, so zu denken, zu reden und zu handeln, wie es dir wohlgefällig ist. Allwissender Gott, du hörst mein„Gebrechlich du kennst aber auch meine Schwachheit und Gebrechlichkeit. Herr, ohne dich kann ich nichts Gutes vollbringen. Darum stärke mich durch deinen Geist, meine guten Vorsätze auszuführen. Verborgen ist es mir, welche Schickgale in diesem Jahre und in aller Zukunft meiner warten. Du allein weißt es, der alles, was mir begegnen soll, von Ewigkeit her beschlossen hat. Unter deiner gnädigen Leitung müssen alle Dinge zu meinem Besten dienen. Du wirst es gewiß wohl mit mir machen. Vater, dein Wille geschehe. Amen. VI. Gebete in allerlei Not. 1. Bei großem Ungewitter. O du großer und allmächtiger Gott, dem Sturmwinde und Feuerflammen dienen müssen, der du auf den Wolken fährst wie auf einem Wagen und deinen Donner mit Hagel und Blitzen auslässest,— wir armen Menschen müßten ja in einem Augenblick verderben, wenn du deine vernichtenden Strahlen auf uns fahren hießest. Denn die Erde bebt und 492 egnet eisen, ange chnitt ngen Ver⸗ und nach Hilf Leben ein und Gott, meine n ich beinen en ist aller alles, hat. e zu t mir Gebete in allerlei Not. wird bewegt, die Grundfesten der Berge regen sich und er⸗ ittern, wenn du deine gewaltige Hand erhebst. Herr, wir ehen und hören deine große Macht und entsetzen uns vor dem erschrecklichen Rollen deines Donners. Ach gedenke nicht muserer Sünden und Missetaten, sondern sei uns gnädig um deines Sohnes Jesu Christi willen. Vernichte uns doch nicht mit deinem Wetter und zerschmettere uns nicht mit deinen Schlägen; bewahre uns Leib und Seele, Haus und Hof und die lieben Früchte des Feldes. Behüte uns vor grausamem Schrecken und einem bösen, schnellen Tode. Nimm von uns alle Kleinmütigkeit und ängstliche Furcht. Erhalte und stärke in uns den wahren Glauben, herzliche Bußfertigkeit, fröhliche Hoffnung und Geduld, damit wir bereit seien, wenn es dein Wille ist, aus diesem Leben selig abzuscheiden. Nimm uns, o Herr, unter den Schatten deiner Flügel, bis das Unwetter vorüber gehe, und behüte uns, daß wir die Donnerstimme deines heiligen Zorns, womit du die Gottlosen einst in das ewige Feuer weisen wirst, in Ewigkeit nimmermehr hören müssen, sondern nimm uns auf in dein Reich, daß wir dich, Vater, Sohn und heiligen Geist, einigen wahren Gott, in Ewig⸗ keit preisen mögen! Amen. 2. Nach dem Unwetter. Allmächtiger Gott, der du gesagt hast: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen! Wir sagen dir von Grund unsers Herzens Lob und Dank, daß du unser Gebet gnädiglich erhöret und dies böse Wetter also hast vergehen lassen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit hast du abermal dein ge⸗ treues Vaterherz zu erkennen gegeben, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln und uns nicht nach unserer Missetat vergelten willst. Verleihe uns, barmherziger Vater, daß wir uns bei solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen be⸗ ständig bessern, in deiner Furcht hinfort leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes, da diese Erde vergehen wird, uns gefaßt und bereit machen. Hilf uns wachen und beten, damit wir ihm mit Freuden entgegengehen und den neuen Himmel, in welchem Gerechtigkeit wohnen wird, mit 493 ——————..... .— — DH‚.‚I‚‚.. Gebete. Jauchzen und Frohlocken einnehmen und mit dir in deinem seligen Anschauen ewiglich besitzen mögen, durch deinen lieben Sohn, Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. 3. In Kriegszeiten. Heiliger und barmherziger Gott, erzeige uns deine Gnade und hilf uns. Schwere Wetter steigen auf, Kriegs⸗ geschrei ist rings um uns her. Ach daß wir unter dem Toben der Völker deine Stimme hörten und deinen Geist uns strafen ließen! Mit Langmut hast du uns geschont und Geduld mit uns gehabt; aber wir sind über deine Güte allzu sicher geworden, haben dein Wort vergessen, viel wider einander gemurret, aber wenig für einander gebetet, haben auf unsere Weisheit, unser Vermögen und Werk vertraut, statt allein auf dich unsere Hoffnung zu setzen. In tiefer Demut kommen wir zu dir, Herr unser Gott. Laß uns eins werden in Erkenntnis unserer Sünde, daß wir auch eins werden im Vertrauen auf deine Erbarmung. Deine Gnade sei unser Trost, dein Friede unsere Kampfes⸗ rüstung. Sei eine feurige Mauer um unser Vaterland her und erzeige dich herrlich darinnen. Wächst die Not, so mache die Liebe brennender, daß sie rastlos einhergehe und den Verwundeten und Kranken Pflege bringe, den Armen und Hungernden Obdach und Speise. Knüpfe durch die Trübfal neue Liebesbande führe uns durch Kampf und Sieg zu neuen Siegen deines Reiches und laß über unserm Vaterlande einen Frieden aufgehen, der deines Namens Ehre ist. Herr Gott, sei uns gnädig, erbarme dich über uns und erhöre unser Gebet um Jesu Christi willen. Amen. 4. Bei Seuchen und in Sterbenszeiten. Ach Herr Gott, gnädig und barmherzig, von großer Güte und Treue! Wir demütigen uns unter deine ge⸗ wallige Hand, die so schwer auf uns liegt. Ach schone unser, lieber Vater, um deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Ach Herr, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsre Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Wende deine Plage von uns, daß wir nicht verschmachten von der Strafe deiner Hand. Wende 404 einem deinen . deine riegs⸗ dem Geist eschont e Güte „ viel ebetet, Werk setzen. Gott. e‚ daß mung. mpfes⸗ nd her ot, so he und Armen rch die pf und unserm amens er uns Amen. großer ne ge⸗ schone Christi ge uns g nach großen wir Wende Gebete in allerlei Not. dich, o Herr, und errette uns. Hilf uns um deiner Güte willen. Heile, Herr, alle Kranken und Schwachen. Sei bei ihnen in der Not, reiße sie heraus und zeige ihnen dein Heil. Nimm dich ihrer Seelen herzlich an und vergib ihnen alle ihre Sünde. Lehre hierbei uns alle bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden und mit Furcht und Zittern unsre Seligkeit schaffen. Laß uns, wenn unser Stündlein kommt, an deinem Worte festhalten, in Frieden hinfahren und den Tod nicht sehen ewiglich. Erhöre uns, erhöre unsre Bitte, Gott Vater, Sohn und heiliger Geist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen. (Danach lies Psalm 90 und 91.) 5. In teurer Zeit. Herr Gott, himmlischer Vater! Du siehst, daß jetzt schwere Zeiten sind in unserem Lande und viel Sorge und Not um des täglichen Brots willen, so laß dich den Jammer der Armen und Hungernden erbarmen und wende die Züchtigung, die wir ja wohl verdient haben, um deiner Barmherzigkeit willen von uns. Ach lieber Gott, wir hätten ja längst verschmachten und verderben müssen, wenn du mit uns hättest handeln wollen nach unsern Werken. Du aber bist gnädig und barmherzig gewesen, wirst dich auch künftighin also erweisen. Ach Herr, gib es uns doch zu er⸗ kennen, daß du es bist, der uns heimsuchet, damit wir unsere Herzen wieder zu dir kehren, damit wir lernen dich anrufen, auf dich schauen und dir allein vertrauen. Lege deine Hand nicht allzuschwer auf uns, sondern erbarme dich unser. Du wirst uns aushelfen aus aller Not, du wirst uns nicht verderben lassen. Du gibst ja den Raben ihre Speise, wenn ihre Jungen zu dir schreien, und ernährest die Vögel unter dem Himmel. Du wirst auch noch Mittel und Wege haben, uns unser täglich Brot darzueichen mitten in dieser Teurung. Nun, du treuer Gott, so laß uns deine Gnade und Barmherzigkeit schmecken und sende uns Hilfe und Er⸗ lösung in dieser schweren Zeit um deiner Liebe und Barm⸗ herzigkeit, um deines Namens Ehre willen. Amen. 40⁵ Gebete. VII. Gebete für Kranke und Sterbende. 1. ö 1. Hilf, Herr Gott, hilf in dieser Not! An meine Tür klopft an der Tod. Steh du mir bei zu dieser Frist, Herr Jesu Christ, ö der du des Todes Sieger bist! 2. Ist es dein Will, zieh aus den Pfeil, der mich verwundet, hilf und heil! Rufst du zum frühen Tode mich, der Ton bin ich; mach ganz ihn oder ihn zerbrich! 3. Nimmst du den Geist von dieser Erd, tust du's, daß er nicht böser werd und daß er frommen Herzen nicht mit falschem Licht entwende Trost und Zuversicht. an 4. Tröst, Herr Gott, tröst! Die Krankheit steigt, mit und Seel und Leib dem Schmerz 1 neigt. lasse Nach deiner Gnad steht mein Begehr; Ma zu mir dich kehr; und denn außer dir ist Hilf nicht mehr! mäg 5. Hin rinnt mein Leben, es ist um; 408 still wird es bald; mein Mund ist stumm, bitte mag nicht mehr stammeln nur ein Wort. mir Die Kraft ist fort; Hoff all meine Sinne sind verdorrt. wo 6. Darum, so bitt ich, es ist Zeit: mei führ, Herr, du selber meinen Streit! den Ich bin gar schwach, du stärke mich; ern fest halt ich dich, Leei wie grimm der Feind auch stelle sich. Gebete für Kranke und Sterbende. 7. Gesund, Herr Gott, ich bin gesund! Wie preiset dich mein Herz und Mund! Ins Leben kehr ich wieder her; dein Lob und Ehr will ich auskünden immer mehr. 8. Wie es auch geh, dein ist mein Herz, bis einst mich rafft des 2056 Samern ö Wohl muß ich einmal ihn bestehn, I mit schwerern Wehn* vielleicht, als jetzo wär geschehn.* 9. Doch trag ich Feindes Hohn und Trutz getrost, Herr, unter deinem Schutz. Du hast die Kraft mir angefacht; dein ist die Macht, und ohne dich wird nichts vollbracht! Nach Huldreich Zwingli, 1484—1531. 2. Auf dem Krankenbette. Herr sei mir gnädig, heile meine Seele; denn ich habe an dir gesündigt. Ps. 41, 5 Es hat dir gefallen, mein Schöpfer und Vater, mich teigt,. mit Krankheit heimzusuchen. Meine Kraft hat mich ver⸗ lassen, mein Odem ist Irah meine Heiterkeit dahin; Mattigkeit und Schmerzen haben meine Glieder befallen, und mein leibliches Leben ist dem Grabe nahe. All⸗ mächtiger, der du gesagt hast:„Ich bin der Herr, dein Gott“, zu dir nehme ich meine Zuflucht, auf dich setze ich auch in dieser Prüfung mein Vertrauen. Vor allen Dingen bitte ich dich, daß du dich gnädig meiner Seele annehmen, mir um Christi willen meine Sünden vergeben und mir Hoffnung und Glaubensfreudigkeit im Tode schenken wollest. Laß die Krankheit meines Leibes zur e meiner Seele gereichen, daß das Gefühl meiner Schwachheit den Glauben an dich stärke und meine Buße aufrichtig und eernsthaft mache. Sei mir freundlich, mein Gott, in diesem Leiden, und laß die Gebeine, die du zerschlagen hast, wieder Freude und Wonne fühlen; denn ich habe niemand im ö Dernae und auf Erden, der mir helfen, mich stärken und eruhigen könnte, als dich, den treuen Helfer in der Not. 8² 497 Gebete. O mein Vater, du hast mir eine Last auferlegt, hilf sie mir auch tragen; lindere meine Schmerzen; erquicke meine matte Seele mit deinem himmlischen Troste; schenke mir christliche Geduld und Gelassenheit; läutere meinen Glauben in der Hitze der Trübsal und segne den Gebrauch der Arzneimittel zur Wiederherstellung meiner verlorenen Ge⸗ sundheit. Herr, du Allmächtiger, bei dir ist kein Ding unmöglich; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Bin ich noch nicht bereit zum Sterben, noch nicht reif für die Ewigkeit, o, so verlängere noch meine Gnaden⸗ zeit. Reiß mich nicht weg aus dem Lande der Lebendigen sondern stärke mich noch ferner durch deinen Geist, daß ich künftig als ein fruchtbarer Baum dir wohlgefällige Früchte bringen möge. Ja, Herr, ich gelobe es, daß ich mit Leib und Seele mich dir heiligen will, wenn du mich wieder aufkommen lässest. Sollte aber in deinem heiligen Rat mein Ende beschlossen sein, so bitte ich dich flehentlich um die Gnade, selig sterben zu dürfen. Ach, nur selig, welchen Ausgang auch die Krankheit nehmen wird; sie mag zum Leben oder zum Tode sein, laß sie nur zu deiner Ehre und zu meinem wahren Besten dienen. Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Herr, dir lebe ich; Herr, dir sterbe ich; Herr, dein bin ich tot und lebendig. Amen. 3. Auf dem Krankenbette. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten. Ps. 25, 17. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater! Weil du uns geboten hast und gesprochen:„Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen“ des⸗ wegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Not, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, und bitte dich, du wollest mich armen, sündhaften Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir erfahre und verkündige. Wo es mir aber nützlicher ist, bald zu sterben, denn allhier in diesem Leben zu bleiben, so geschehe, Herr, dein göttlicher Wille! Verleihe mir nur Gnade, daß ich mich in deinen Willen, der allezeit der beste ist gänzlich 498 ilf sie meine e mir auben ch der uGe⸗ Ding gesund 9 nicht naden⸗ digen aß ich früchte t Leib vieder 00 0 um belchen g zum Ehre mein, rr, dir Amen. aß ich änzlich Gebete für Kranke und Sterbende. ergebe. Erhalte mich fest im christlichen Glauben und wahrer Erkenntnis bis an mein Ende. Laß mich von dir nimmermehr geschieden werden, sondern nimm meine Seele zu dir in dein Reich, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Amen. 4. Auf dem Krankenbette. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir guädig und erhöre mein Gebet. Ps. 4, 2. Mein Gott, es hat dir nach deinem heiligen Rat und Willen gefallen, mich auf dieses Krankenbett zu legen und dadurch mich an meinen Tod zu erinnern, mich aufmerk⸗ sam zu machen, daß ich ein sterblicher Mensch sei. Siehe, meine Tage sind eine Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir; ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Ich weiß auch, daß dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach das Gericht; doch vergesse ich's nur zu leicht wieder. Darum bitte ich dich: Ach Herr, lehre mich doch, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Ich weiß auch, daß ich alles muß verlassen, meine Habe, Gut, Ehre, Glück, und was ich in der Welt besitze. Ich habe hier keine bleibende Statt, sondern die zukünftige suche ich. Daran möge mich meine Krankheit erinnern, damit ich mich mit Gebet, mit aufrichtiger Prüfung meines bisherigen Lebens, mit Buße und Glauben zum seligen Sterben bereite und also von Welt und Sünden abgezogen und mein Leben, Geist und Seele dir geheiligt werde. Siehe, mein Gott, hier bin ich, nimm meine Seele hin; aber bereite mich zuvor recht in der Zeit, daß, wenn ich sterbe, ich in deiner Gnade und selig sterben möge. Amen. 5. Morgengebet eines Kranken. Ich komme in der Frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich. Ps. 119, 147. Herr, du Vater des Lebens, dessen Güte alle Morgen neu ist, sei gelobt und gepriesen, daß du mich armen 409 32˙ 1 Gebete. Kranken in dieser Nacht so gnädig bewahrt und erhalten Vate 14 hast. Noch kann ich das Licht schauen im Lande der erwe I Lebendigen und deine über mich erneuerte Güte preisen. kann Sollte aber dieser Tag mein letzter auf Erden sein, ach, daß so bewahre doch in meinem Herzen das Licht des Glaubens allm und laß Jesum Christum, das ewige Licht, mit seiner Gna Gnade mir leuchten bis ans Ende, daß ich selig einschlafen der möge in seiner seligmachenden Erkenntnis. Nun, Herr, selig ½0 dein Wille geschehe! Nimm dich meiner Seele treulich an, dich daß sie nicht verderbe. Mein Gott und Vater, erbarme es i H* dich über mich! Mein treuer Heiland, Herr Jesu, erbarme hinz dich meiner! O heiliger Geist, du Tröster in aller Not, was erbarme dich über mich und gib mir deinen Frieden! Amen. an äng ö 6. Abendgebet eines Kranken. ür Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem 612 sollte ich mich fürchten? Ps. 27, 1. und Deinem Namen, mein treuer Gott und Heiland, sage gesc ich von Herzen Dank und Lob, daß du mir diesen Tag das +V hast überwinden helfen und daß deine Kraft in mir Mu Schwachem mächtig war. Aber siehe, hier liege ich noch gib ( ö unter deiner Heimsuchung und seufze zu dir: Ach, Herr, treu * mein Gott, wie lange verziehst du mit deiner Hilfe? Siehe gef ö doch an meinen Jammer und mein EClend: vergib mir Her ö alle meine Sünden und errette mich! Dir befehle ich wol meinen hinfälligen Leib und meine so teuer erkaufte Seele. MIII Laß meinen Leib ruhen, die Seele aber stets zu dir wachen, ö damit ich deine herrliche Ankunft mit Verlangen erwarte. Stärke mich im Glauben und in der Geduld also, daß W ich vor dir bestehen und das himmlische Erbe durch deine keit Wi Gnade erlangen möge. Dazu hilf mir, mein Heiland und erhi Erlöser, um deines bitteren Leidens und Sterbens willen. Amen. wel 7. Fürbitte für ein krankes Kind. uns. Hilf du uns, Gott unser Helfer, um deines Namens 96 Ehre willen. Ps. 79, 9. den Herr Jesu, du treuer und barmherziger Heiland, er⸗ wir ö barme dich unser und dieses kranken Kindleins. Du hast so einst das Kind des Königischen gesund gemacht, da sein gen 500 halten e der „ „ach, ubens seiner hlafen Herr, ch an, barme barme Not, Imen. wem d, sage Tag mir h noch Herr, Siehe b mir le ich Seele. hachen, warte. „ daß )deine d und willen. amens nd, er⸗ zu hast da sein Gebete für Kranke und Sterbende. Vater dich bat, du hast des Jairus Töchterlein vom Tode erweckt; so wissen wir, daß du auch hier gnädiglich helfen kannst. Und wir wenden uns flehend an dein Erbarmen, daß du uns deine Herrlichkeit offenbaren wollest durch deine allmächtige Hilfe. O lieber guter Hirte, nimm dich in Gnaden an dieses deines elenden Schäfleins. Du Freund der Kindlein, der du die Kleinen liebst und ihnen das selige Erbe deines Himmelreiches verheißen hast, erbarme dich dieses Kindleins; es ist ja dein Eigentum. Du hast es in der heiligen Taufe angenommen und zu den Deinen hinzugetan. So ziehe doch die Hand nicht ab von dem, was dein ist! Herr, unser Heiland, wir möchten wohl dies Kindlein noch behalten. Ist es ihm und uns gut, daß es länger lebe, so schenke es uns noch einmal und verleihe ihm wieder Kraft und Gesundheit, so wollen wir dich loben für deine Gnade. Hast du aber beschlossen, das Kindlein aus dieser Welt abzurufen und zu deinem ewigen Frieden und zur Schar deiner Auserwählten heimzuführen, so geschehe dein Wille. Wir weigern uns des Kreuzes nicht, das du uns auflegen willst. Hilf nur, daß wir ohne Murren die Last tragen. Stärke unsern Glauben und gib uns den Geist der heiligen Stille, daß wir aus deinen treuen Händen alles dahinnehmen, es gefalle uns oder gefalle uns nicht. Herr, erbarme dich unser! An dein Herz und in deine Hände legen wir dies Kindlein, so ist's wohlgeborgen und selig in Zeit und Ewigkeit. Amen. 8. Fürbitte für ein krankes Kind. Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtig⸗ keit, der du mich tröstest in der Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet. Ps. 4, 2 Barmherziger, gnädiger Gott und Vater, du siehst, welcher Jammer unser Herz erfüllt. Die Freude an unserem lieben Kinde ist in schwere Sorge und großes Herzeleid verwandelt. Wir möchten gern helfen und können doch nicht. Darum erbarme du dich allmächtiger Helfer; denn bei dir ist kein Ding unmöglich. Gebiete du, dann wird die Krankheit weichen; laß es dein Wohlgefallen sein, so werden wir die heißersehnte Freude haben, unser Kind genesen zu sehen. Doch ist es dein Kind, du bist sein 501 Gebete. rechter Vater; denn du hast es geschaffen und in der heiligen Taufe als dein Kind aufgenommen. So hast du ein Lelarese Anrecht an es, als wir. Deshalb, dein Wille geschehe. Wir wollen nicht murren, wenn du es uns nimmst aus unseren Armen in deine treuen Vaterarme. Vor dir liegt ja alle Zukunft, wie ein aufgeschlagenes Buch, und du weißt am besten, was unserem teuren Kinde heilsam ist, Leben oder Sterben. Gedenkst du es zu versetzen als Pflanze in dein Paradies, dann wollen wir uns trösten, daß du es auch bewahrst vor den Sünden dieser Welt und es frühe führest zu deinem ewigen Heile. Willst du unser liebes Kind uns aber noch lassen, dann, o Herr, wollen wir es von neuem freudig aus deiner Vaterhand nehmen als lebendigen Zeugen deiner Macht und deiner Gnade. Dann aber schenke uns auch Kraft und Weisheit, es für dich und dein himmlisches Reich zu erziehen. Endlich, getreuer Gott, laß uns wieder vereinigt werden in dem Himmelreich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi, da, wo kein Leid, kein Schmerz, kein Tod mehr unsre Freude stört und wo wir in vollkommener Seligkeit dich ewig loben und preisen werden. Amen. 9. Fürbitte für einen Kranken. Hilf uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Ps. 79, 9. Vater, wir flehen zu dir für den Kranken, der uns so wert und teuer ist. Kann es nach deiner Weisheit, die höher ist als alle Weisheit dieser Welt, geschehen so laß ihn genesen und erhalte uns ihn, den wir so innig lieben. Doch wir unterwerfen uns mit Demut deinem heiligen Willen, wenn auch mit banger Besorgnis und mit Tränen. Ach, verwandle unsre Angst und Traurig⸗ keit durch Erhörung unseres heißen Gebetes in Freude und Wonne. Hilf, Helfer, hilf! Denn wenn du willst, so kannst du uns wohl helfen. In deinem heiligen Worte hast du uns ja gesagt: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, 10 sollst du mich preisen. Vater, wir rufen dich an. Ist es möglich, so laß uns den bittern Kelch der Trennung nicht trinken, gib vielmehr, daß wir 502 östen, t und unser vollen hmen nade. 5 für dlich, dem risti, unsre dich mens uns Sheit, en so innig einem und zurig⸗ freude lst, so Worte owill wir ittern ß wir 5 Gebete für Kranke und Sterbende. für Rettung und Erhaltung dich preisen und dir danken tönnen. Mildere, o Gott, die Schmerzen unseres lieben Kranken und tröste, beruhige, stärke ihn durch deinen Geist. Und soll, o Herr über Leben und Tod, nach deinem väterlichen Ratschluß seine Todesstunde herannahen, ach, so mache sie ihm sanft und selig. Stärke dann mit Kraft aus der Höhe den Scheidenden und uns, die Zurück⸗ bleibenden. Laß ihn und uns im Geiste hinüberblicken in die ewigen Wohnungen, wohin diejenigen, die vor uns sterben, vorangehen und wohin wir ihnen folgen werden. Laß ihn und uns alle feststehen im Glauben an unsern Erlöser und Heiland, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat. In solchem Glauben laß uns leben, leiden und sterben. Amen. 10. Dankgebet nach der Genesung. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat; der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöset; der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ps. 103, 1—4. Ich preise dich, Herr, denn du hast mich erhöret; da ich rief zu dir, machtest du mich gesund. Du ast mein Leid in Freude verwandelt. Herr, mein Gott ich will dir danken in Ewigkeit. Siehe, um Trost war mir sehr bange; aber du, Herr, hast dich meiner Seele angenommen, daß sie nicht verdürbe. Stricke des Todes umfingen mich, und ich dachte: Nun bin ich gar dahin. Aber du hast mein Flehen erhört und mich vom Tode errettet. Herr, mein Gott, wie groß sind deine Wunder, die du an mir bewiesen hast! Ich will sie verkündigen, so lange ich lebe. Gelobt seist du, Herr, täglich, und gerühmt sei dein herrlicher Name immer und ewiglich. Getreuer Vater, wende nun deine Barmherzigkeit nicht von mir, sondern vollführe das gute Werk, das du in mir ange⸗ fangen hast, und stärke mich von Tag zu Tag mehr und mehr; leite mich durch deinen guten Geist, daß ich Aalen dir mein Leben lang diene in Heiligkeit und Gerechtigkeit, 503 Gebete. die dir gefällig ist. 150 deine Güte und Treue allewege mich behüten und befiehl deinen heiligen Engeln, deinen starken Helden, über mir, daß sie mich auf meiner Lebens⸗ reise begleiten und auf den Händen tragen, damit ich meinen Fuß nicht an einen Stein stoße. Verlaß mich nicht, Herr, mein Gott; sei nicht fern von mir, eile, mir immerdar beizustehen, Herr, meine Hilfe, auf daß ich allezeit deinen heiligen Namen lobe und deine Erbarmung und Gnade preise. Herr mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Amen. 11. Auf dem Sterbelager. Ach Herr, erlöse mich von allem Übel und hilf mir aus zu deinem himmlischen Reiche. Amen. Du frommer und getreuer Gott und Vater unseres lieben Herrn Jesu Christ! Ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Not nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntnis erleuchten, daß ich in demselben aus dieser Finsternis zu dir, dem ewigen Licht, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben soll; stehe du mir zu meiner rechten Hand, wenn ich soll meinen Geist aufgeben, errette mich aus der Hand des Feindes; tröste und stärke mich; erhalte mich in deiner Erkenntnis und in festem, starkem Vertrauen auf deine große Gnade und Barmherzigkeit. Ach Herr Gott, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein letztes Wort sein, daß ich mit starkem und gläubigem Vertrauen im Herzen darf sagen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Schwere meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht könnte ausreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. 12. Auf dem Sterbelager. „Barmherziger, gnädiger Gott, hilf mir in meinem Leiden und in meiner Todesstunde. O mein Gott, du bist ja allezeit mein gnädiger Gott und mein Beistand gewesen; 504 Gebete für Kranke und Sterbende. ach, bleibe es auch jetzt. O Jesu, bleibe bei mir; es will Abend werden, und der Tag meines Lebens hat sich ge⸗ neiget. O heiliger Geist, du Tröster, stärke mich; erhalte mich im festen Glauben bis an mein Ende; erleuchte mich zum ewigen Leben. Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn. Herr Jesu, ich verlasse mich auf dich. Amen. 13. Fürbitte für einen Sterbenden. Heiliger Gott! barmherziger Gott! Siehe in Gnaden an diesen unsern Miterlösten, wie er mit dem Tode ringt! Erbarme dich über ihn in seiner Angst! Sei ihm gnädig im Gericht!— Nimm dich der geängsteten Seele an, die du zum ewigen Leben berufen hast. Erlöse sie aus den Stricken des Todes und hilf ihr aus zur ewigen Ruhe! Herr Jesu Christ! Auch für diesen Sterbenden hast du dein Blut vergossen, auch für ihn hast du mit dem Tode gerungen. Stehe ihm bei im Todeskampf, daß er über⸗ winden möge!— Führe die scheidende Seele zu dir in die Heimat, daß sie deine Herrlichkeit schaue! Heiliger Geist, du allerheilsamster Tröster, sei dem Sterbenden Licht, Trost, Kraft in seiner Not. Stärke ihn in seiner Ohnmacht und hilf ihm hindurchdringen durch die enge Pforte zum ewigen Leben. Amen. 14. Sprüche, dem Sterbenden vorzusprechen. Ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Ps. 23, 4. Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Ge⸗ winn. Phil. 1, 21. Fürchte dich nicht; denn ich habe dich erlöset; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Jes. 43, 1. Der Herr wird mich erlösen von allem Ubel und aus⸗ helfen zu seinem himmlischen Reich; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 2. Tim. 4, 18. Herr, ich warte auf dein Heil. 1. Mose 49, 18. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Joh. 16, 33. 505⁵ Gebete. Verlaß mich nicht, Herr! von mir! Eile mir beizustehen, Ps. 38, 22. 23. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn, Herrn, der vom Tode rettet. Ps. 68, 21. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöset, Herr, du treuer Gott! Ps. 31, 6. Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Apostelgesch. 7, 58. Mein Gott, sei nicht ferne Herr meine Hilfel 15. Gebet, wenn der Kranke verschieden ist. Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. Ps. 39, 8. Herr, allmächtiger Gott und Vater, verleihe unserem Entschlafenen um deines lieben Sohnes willen die ewige Freude und Ruhe; laß ihm leuchten dein ewiges Licht und gib ihm das ewige Leben! Uns aber, die wir hinieden bleiben und dem Ent⸗ schlafenen nachschauen, tröste aus der Fülle deiner Barm⸗ herzigkeit! Sei unser aller Pfleger, Helfer und Beistand und laß uns deine Güte und Gnade reichlich erfahren, bis auch unser Stündlein kommt und wir selig dahinfahren. O getreuer Herr und Heiland, geleite die Seele unseres Entschlafenen, die du selber so teuer erkauft hast, in die Herrlichkeit Gottes um deiner Liebe willen. Amen. 16. Gebet nach dem Tode eines Kindes. Barmherziger Gott, bei dir suchen wir Trost und Frieden. Du hast uns durch den Tod unseres lieben Kin⸗ des tief verwundet; du wirst uns auch wieder heilen. Wir wollen nicht klagen und fragen: Herr, warum hast du uns dies getan? Wir wollen vielmehr durch deine Gnade lernen, mit Ergebung in deinen heiligen Willen zu sprechen: Haben wir das Gute von Gott empfangen, sollten wir nicht auch das Böse hinnehmen? Der Herr hat's gegeben; der Herr hat's genommen; der Name des Herrn sei gelobt!— Sprich du selbst uns den Trost ins Herz, daß unser liebes Kind bei dir wohl aufgehoben ist, da, wo es keinen Schmerz, kein Leid, keine Sünde und keinen Tod mehr 506 gibt. die Lieb Blie nach bei Chri Vor der Eidesleistung. gibt. Herr, dein Wille ist heilig und gut. Schenke uns die Gnade, daß wir auch im bittersten Leide an deiner Liebe nimmermehr zweifeln, und laß unsere Herzen und Blicke um so treuer und fester dahin gerichtet sein, wo wir nach kurzer Trennung unser teures, entschlafenes Kind bei dir in der ewigen Herrlichkeit wiederfinden werden. Dazu hilf uns, barmherziger Gott, durch Jesum Christum. Amen. Vor der Eidesleistung. Eidesvermahnung. Einen Eid schwören ist ein ernstes und heiliges Tun. Da stehst du vor dem lebendigen Gott und sprichst:„Ich schwöre einen Eid zu Gott dem Allmächtigen und All⸗ wissenden“, und bekräftigst deinen Schwur mit den Worten: „so wahr mir Gott helfe!“ Du rufst ihn an zum Zeugen der Wahrheit und zum Rächer der Unwahrheit. Das wird von dir gefordert, auf daß Wahrheit, Gerechtigkeit und Treue geschützt werden, daß nicht die Lüge, Ungerechtigkeit und Untreue den Sieg gewinnen. Es wird von dir gefordert, damit der Unschuldige zu seinem Recht komme, daß des Haders ein Ende werde. Du rufst Gott zum Zeugen an. Das ist der all⸗ gegenwärtige und allwissende Gott. Er ist allerorten nahe und sieht in das Verborgene. Ihn kannst du nicht täuschen. Alles ist bloß und aufgedeckt vor seinen Augen. Er verstehet deine Gedanken von ferne. Er weiß die Wahrheit. Du rufst Gott zum Zeugen an. Das ist der heilige, gerechte und allmächtige Gott. Er ist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor ihm. Er ist ein verzehrend Feuer allen, die mit argem, unwahrhaftigem Herzen zu ihm nahen. Er ist der eifrige Gott, der die Sünden heimsucht an den Sündern. Was wird er denen tun, die frevelnd seinen Namen zum Deckel ihrer Lüge machen? Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten— sagt sein heilig Wort. 507 Gebete. Du rufst Gott an zum Rächer der Unwahrheit. Sagst du die Unwahrheit, so soll Gott dich strafen. Du spricht dir selbst das Urteil. Gott soll dir nicht helfen, weder im Leben, noch im Sterben,— du willst keinen Anteil haben an der Gnade Jesu Christi und an seiner teueren Erlösung, keinen Segen seines heiligen Wortes und Sakra⸗ mentes,— ja du willst nicht selig werden, sondern ewig verdammt sein und der Hölle Pein und Marter leiden, ů— 3 beim Eide lügst und nicht die volle reine Wahr⸗ heit sagst. Der Meineid ist eine große Sünde, ein schweres Ver⸗ brechen. Der Meineidige versündigt sich an Gott; denn er ruft den Namen Gottes an, um seine Lüge damit zu decken. Er versündigt sich an seinem Nächsten; denn er bringt über den nteen oft das größte Unglück. Er versündigt sich an sich i am denn er ruft Gottes Gericht über sich herab. Darum kann der Meineidige nicht mehr seines Lebens froh werden, weil sein Gewissen ihm Tag und Nacht keine Ruhe läßt. Das Elend, das er über seinen Nächsten gebracht, die trostlose Zukunft, der er entgegen geht, die Todesstunde, die ihn in die Hände des lebendigen Gottes liefert, das alles muß ihn quälen. Er hat Gott verloren; was hilft ihm alles andere? Was hülfe es dem Menschen, so er die Ceße Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? Weil es sich nun beim Schwören um so große und heilige Dinge, um zeitliches und ewiges Heil handelt, so dränge dich nicht zum Eid, am wenigsten, wo es sich um deinen eigenen Vorteil handelt. Du weißt, wie leicht der eigene Gewinn das Auge blendet und das Urteil trübt. Schwöre nicht, wo deine Erinnerung nicht ganz sicher, wo ein Irrtum nicht ausgeschlossen ist. Leide lieber einen Schaden an irdischem Gut, als daß du Gefahr läufst, Schaden an deiner Seele zu leiden. Solches alles bedenke, du Menschenkind. Ist dein Herz lauter und warhaftig vor deinem Gott, dann wird dir der Eidschwur ein heiliger Gottesdienst sein. Ist dein Herz aber unwahr und ohne Furcht des Herrn, dann wird dir dein Eid zu einem Richterspruch zur Verdammnis. Davor behüte dich der barmherzige Gott in Gnaden. Amen. 508 einen gegen digen Gott dem doch densch und lt, so um t der rübt. „ wo einen äufst, Herz rder Herz d dir avor Vor der Eidesleistung. Gebet vor der Eidesleistung. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ichs meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Ps. 139, 23. Mit dieser Bitte, du heiliger Gott, trete ich vor dich hin, um mich vorzubereiten, einen Eid vor der Obrigkeit, die du, Herr, verordnet hast, abzulegen. Ich soll Zeugnis geben und dabei nach meinem besten Wissen und Gewissen die lautere Wahrheit aussagen und solches zuletzt mit dem Worte:„so wahr mir Gott helfe!“ bekräftigen. Ja, so wahr du, Herr, mir helfen sollst im Leben und im Sterben, soll auch ich wahr erfunden werden in allen meinen Aussagen. — Laß mich bedenken, daß dein Ohr die Worte meines Eidschwurs hört und dein Auge bis in die Tiefe meines Herzens schaut, damit sich dort keine Unwahrheit verstecke, die danach wider mich zeugen könnte hier in meinem Ge⸗ wissen, dort vor deinem Angesicht, du ewiger Richter.— Laß deine Furcht alle Menschenfurcht von mir fern halten, dein Wohlgefallen alle Menschengefälligkeit, deine Gunst alle Menschengunst, also daß ich von dem Wege der Wahr⸗ heit weder zur Rechten noch zur Linken weiche. O Herr, hilf mir ein unbefleckt Gewissen von der Stätte, da ich den Eidschwur ablegen werde, heimtragen. Hilf mir dazu nach dem Reichtum deiner Gnade in Christo Jesu, deinem einigem Sohn, unserm Herrn. Amen. Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. G6 2. Und wenn ich schwörend bist, vor dir steh, dem Falschheit stets ein dir feierlich ins Antlitz seh, Greuel ist die Hand zum Himmel hebe; und Lügen ein Verbrechen! wenn ich dich selbst zum Kein Wort spricht je ein Zeugen ruf, falscher Mund. zum Rächer dich, der mich Allwissender, dir ist es kund; erschuf, du, Heilger, wirst es rächen! durch den ich bin und lebe: Laß jederzeit mein ja und Dann sei von Trug und nein, Heuchelei wie's Christen ziemt, auf⸗ mein Herz und meine Zunge richtig sein! frei! 509 3. Wenn Frevler da auch Gott nochschmähn, mit Lügen frech noch vor ů ihm stehn, dann laß meinHerz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht zum Siegel seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, der Leib und Seel verderben kann! 4. O Seele, wenn du dich noch liebst, denk, was du da zum Pfande gibst: Dein Heil, dein ewig Leben! Verlier nicht mit Verwegen⸗ heit dein Teil an Gott und Seligkeit! Wer kann dir's wiedergeben? Gott und sein Evangelium, wie kostbar ist diesEigentum! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, deinHimmelnicht mein Erbe; Gebete. wenn mich beim Leiden dieser erfreut, kein Trost mehr, wenn ich die teure Zusag brechen. sterbe; ist Gott und Jesus nicht mehr mein, dann besser, nie geboren sein! 6. Irech ist die Zunge, die noch spricht: „Gott siehet's nicht, Gott achtet's nicht!“ So lästern Spötterrotten. Herr, deine Langmut ist bekannt; du lähmest nicht die falsche and; doch du läßt dich nichtspotten. Zum Richten hast du lang noch Zeit, zum Strafen noch die Ewigkeit. 7. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstentum und keine Welt soll mich so weit verführen! Um alle Leiden dieser Zeit will ich doch Gott und Seligkeit mutwillig nicht verlieren! Wie klein mein Glück auch immer sei: Nur reines Herz und Gott dabei! 8. Gott, lehre mich bei jedem Eid, t eit, die Wahrheit pünktlich sprechen! Zeit Beschwör ich heilig Amt und kein Trost vom Himmel mehr flich Pili 9t, so laß mich auch im kleinsten nicht Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein, erhalt mich ewig, ewig, dein! 510 So e, die Gott t!“ en. t ist alsche otten. lang gkeit. nicht eld, keine hren! Zeit und ren! kauch Gott h bei eilig⸗ lich t und insten n. ur ich — dein! 9. Der du mein Trost im Tod noch bist, Gott, dessen Wort wahr⸗ Biblische Kernsprüche. ich hörs mit voller Seelenrußh: Ich soll nicht sein verloren. O Seele, halt Gott deinen chafti Eid! du hast auch mir geschworen. Dann freu dich seiner Gütig⸗ So wahr du Gott bist, sagst keit! u's zu; Joh. Daniel Karl Bickel, 1737—1809. Biblische Kernsprüche. 1. Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Micha 6, 8. 2. Du aber bleibe in dem, das du gelernt hast und dir vertrauet ist, sintemal du weißt, von wem du gelernt hast. Und weil du von Kind auf die heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum Jesum. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt. 2. Tim. 3, 14—17. 3. Selig sind, die Gottes Wort hören und be⸗— wahren. Luc. 11, 28. 4. Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. Psalm 119, 105. 5. Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und laß deinen Augen meine Wege wohlgefallen. Sprüche 23, 26. 6. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ichs meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Psalm 139, 23. 24. 511 Biblische Hernsprüche. 7. Lehre mich tun nach deinem Eer maur denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Psalm 143, 10. 8. Weise mir, Ruite deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Psalm 86, 11. 9. Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen. Psalm 92, 2. 3. 10. Der Herr erhält alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf, und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen. Psalm 145, 14—16. 11. Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast. 1. Mos. 32, 11. 12. Herzlich lieb hab ich dich, Herr, meine Stärke, Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz. Psalm 18, 2. 3. 13. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht mögen töten. Fürchtet euch aber viel⸗ mehr vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle. Matth. 10, 28. 14. Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Verstand. Hiob 28, 28. 15. Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruhet die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. 1. Mose 4, 7 512 Füre walt Gott Wer Gott ein 1 Herr derz als Chri guter diene sie w gebe mit woh leidi Vate Gere aller denn pener Biblische Rernsprüche. 16. Aus einem Munde gehet Loben und Fluchen. Es soll nicht, lieben Brüder, also sein. Jak. 3. 10. 17. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist billig. „Ehre Vater und Mutter“, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat: „auf daß dir's wohl gehe und lange lebest auf Erden“. —— Eph. 6, 1—3. 18. Tut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. 1. Petr. 2, 17. 19. Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Ge— walt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo Obrigkeit aber ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfahen. Röm. 13, 1. 2. 20. Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo, nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes tut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen. Ephes. 6, 5—7. 21. Gehorchet euren Lehrern, und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. 22. Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch be⸗ leidigen und verfolgen, auf daß ihre Kinder seid eures Vaters im Himmel. Matth. 5, 44. 45. 23. Fliehe die Lüste der Jugend; jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen von reinem Herzen. 2. Tim. 2, 22. 3³ ———— Biblische Kernsprüche. 24. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht 3 * in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, ich ha nicht in Hader und Neid, sondern ziehet an den Herrn daß si V Jesum Christ und wartet des Leibes, doch also, daß er So be nicht geil werde. Röm. 13, 13. 14. 25. Alles, was in der Welt ist, des Ileisches Lust 3 und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom gewön Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergehet mit was ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibet löse? in Ewigkeit. 1. Joh. 2, 16. 17. —— 3 26. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern einge arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß nicht er habe, zu geben dem Dürftigen. Eph. 4, 28 27. Leget alles ab von euch, den Zorn, Grimm, Bos⸗ heit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde. Name Lüget nicht untereinander. Kol. 3, 8. 9. wir se i die Lüge ab und redet die Wahr⸗ heit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter⸗ Vort, einander Glieder sind. Eph Sünd 29. Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von dener Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand, sondern ener ö ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizet und gelocket wird. Jak. 1, 13. 14. Sand 30. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten; denn dund was der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein heh Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben Wen ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Gal. 6, 7. 8. Mens da 31. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und 192 meiner Übertretungen, gedenke aber mein nach deiner die se Barmherzigkeit, um deiner Güte willen. Psalm 25, 7. große *— selbst 514 Biblische Kernsprüche. „nicht 32. So wahr, als ich lebe, spricht der Herr Herr, ö uzucht, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern Herrn daß sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe. paß er So bekehret euch doch nun von eurem bösen Wesen! 14. Ezech. 33, 11. 8 Lust 33. Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt t vom gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder* het mit was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder. bleibet löse? Matth. 16, 26. 14 10.—— 34. Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen* ondern eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, tuf daß nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. „P28. Joh. 3, 16. ——————————————** Bos⸗ 35. Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein andrer N Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darinnen 0 Nunde. ö 8. 9. wir sollen selig werden. Apostelgesch. 4, 12. 4 Wahr⸗ ö 36. Das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes 0 r unter. Vort, daß Christus Jesus kommen ist in die Welt, die 1. 25. Sünder selig zu machen. 1. Tim. 1, 15. r ou 37. Des Menschen Sohn ist nicht kommen, daß er sich veruch dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu sonden einer Erlösung für viele. Matth. 20, 28.* 1400 38. Es ist hie kein Unterschied; sie sind allzumal — Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie an Gott haben* 1—. sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner I Ni den Gnade durch die Erlösung, so durch Christum Jesum ge⸗ auf sein schehen ist. Röm. 3, 23. 24.. erderben—.* don dem 39. Es ist erschienen die heillame Gnade Gottes allen 7. 8. Menschen und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, end und gerecht und gottselig leben in dieser Welt und warten auf ö Tdeiner die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des 25, 7. großen Gottes und unfres Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von Biblische Hernsprüche. aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Tit. 2, 11—14. 40 Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben. Röm. 1, 16. 41. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Matth. 11, 28. 42. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Joh. 14, 6. 43. Was soll ich tun, daß ich seli werde? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig. Apostelgesch. 16, 30. 31. 44. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. leugne 44 sich ur geplag Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5 sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Ge⸗ rechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barm⸗ herzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens Gott schauen. ind; denn sie werden Kinder Hahänt Se 0 den; denn das Himmelreich ist ihr. Matth. 5, 3—10. 45. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ö ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis ab⸗ führet, und ihrer sind viele, die drauf wandeln. Und die 516 ig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolget wer⸗ Aber unsrer liebet. 5 ist, se Blut aller Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes 5 an eu — — Jünge plk zum 14. Christo machet „10. lig und „28. ich. 4, 6. Sie so wirst 0. 8 enn das getröstet den das der Ge⸗ 1Barm⸗ werden Gottes get wer⸗ 10. ie Pforte nnis ab⸗ Und die Biblische Hernsprüche. Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben fü ihret, und wenig ist ihrer, die ihn finden. Matth. 7, 13. 14. 46. Trachtet am ersten nach dem Reich Gotes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. nd das an eurem Leibe und in eurem Geiste, wel ——— Matth. 6, 33. 47. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist mein nicht wert. Matth. 10, 38. 48. Wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich belennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch ver⸗ leugnen vor meinem himmlischen Vater. Matth. 10, 32. 33. 49. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Friede hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Jes. 538, 4. 5. 50. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst ge⸗ liebet. 1. Joh. 4, 19. 51. So wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, machet uns rein von aller Sünde. 1. Jyh. 1, 7. 52. Ihr seid teuer erkauft. fie wege preiset Gott he sind Gottes. 1. Kor. 6, 20. 53. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt. Joh. 13, 35. Biblische Hernsprüche. 54. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, * sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht das e 2. Tim. 1, 7. 55. Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, ö Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, alles ö Keuschheit. Gal. 5, 22. empfe 56. Seid untereinander freundlich, herzlich und ver⸗ gebt einer dem andern, gleich wie Gott euch vergeben hat in Christo. Eph. 4, 32. Pfeil —.— ei 57. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch und ꝛ durch und durch, und euer Geist ganz, samt der Seele und Leib, müsse bewahret werden unsträflich auf die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi. 1. Thess. 5, 23. 58. Lieben Brüder, ich ermahne euch als die Fremd. auch linge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, 1. Petr. 2, 11. welche wider die Seele streiten. ö Kron 59. Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nüßlich zur Besserung ist, da es not kut, daß es holdselig sei zu hören, und betrübet nicht den nehm 4 heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den ö Tag der Erlösung.———— Eph. 4, 29. 30. 1 60. Wachet, stehet im Glauben, seid männlich, und so so ö seid stark! 4——— 1. Kor. 16, 13. 61. Seid nüchtern, und wachet; denn euer Wider⸗ die i +* sacher der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe 1 und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest ö im Glauben. 1. Petr. 5, 8. 9. komr 62. Wachet und betet, daß ihr nicht in Ansechtung— jallet. Der Geist ist willig, aber das Feeisch ist, schooch. er I Matth. 26, 41. 63. Leide dich als ein guter Streiter Jesu Christ. ihr 2. Tim. 2, 3. 518 Furcht, 4 Friede, nftmut, „28. d ver⸗ den hat „32. ge euch ele und Zukunft 7 Fremd⸗ Lüsten, 2, 11. Munde es not icht den auf den 9. 30. ich, und 6, 13. Wider⸗ er Löwe ehet fest 8. 9. fechtung hristi. . 2, 3. schwach. 6, 11. Biblische Kernsprüche. 64. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, dazu du auch berufen bist. 1. Tim. 6, 12. 65. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine unvergängliche. 1. Kor. 9, 25. 66. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurige Pfeile des Bösewichts, und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Eph. 6, 16. 17. 67. Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu, und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. Luk. 16, 10. 68. Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Offenb. 2, 10. 69. Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme. Offenb. 3, 11. 70. Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen. Psalm 50, 15. 71. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Psalm 145, 18. 72. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Jat. 1, 17. 73. Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Matth. 7, 7. 519 Biblische Kernsprüche. 74. So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kin⸗ dern gute Gabe geben, wie vielmehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Luk. 11, 15. 75. Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Phil. 4, 6. 76. Sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigne Plage habe. Matth. 6, 34. 77. Kaufet man nicht zween Sperlinge um einen Pfennig? Dennoch fällt derselbigen keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählet. Matth. 10, 29. 30. 78. Er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf den Händen tragen und du deinen Juß nicht an einen Stein stößest. Psalm 91, 11. 12. 79. Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hin⸗ fallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer. Jes. 54, 10. 80. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn, Herrn, der vom Tode errettet. Psalm 68, 21. 81. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen. Klagelieder 3, 26. 82. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. Röm. 12, 12. daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorget für euch. 1. Petr. 5, 6. 7. 83. Demütiget euch unter die gewaltige Hand Gottes, 520 Kra ich Her dich Ene wär keir Go dre daf bre wa Ri der ab Biblische Kernsprüche. Kin-⸗ 84. Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine er im Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Kor. 12, 9. ö 85. Welche ich lieb habe, die strafe und züchtige ich. f 2 lasset Offenb. 3, 19. vor 1 16 366. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. ie ch n ich euch, wie die Welt gibt. Euer n der Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Joh. 14, 27. genug,—* 57. Ich habe dich je und je geliebet, darum hab ich 34. dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jerem. 31, 3. einen ö Erde 88. Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder re auf Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegen⸗ 30. wärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe daß sie Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. 1 Stein—ͥ ꝑü565 12. 89. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. I hin- 1. Kor. 13, 13. n, und——* 2405 90. Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Psalm 90, 12. id den. I ö 21. 91. Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn id auf warten. Luk. 12, 35. 36. 26. 4 92. Wir müssen elle offenbar werden vor dem rübsal Richterstuhle Christi, auf daß ein jeglicher empfahe, nach— 12. dem er gehandelt hat bei Leibes Leben, es sei gut oder böse.* 2. Kor. 5, 10. Bottes,— werfet 93. Das Gedächtn's der Gerechten bleibt im Segen, . 7. aber der Gottlosen Name wird verwesen. Spr. 10, 7. V Biblische Kernsprüche. 94. Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden die Stimme des Menschensohns hören und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber Ubels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts. Joh. 5, 28. 29. 95. Wer überwindet, der wird's alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Offenb. 21, 7. 96. Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe, und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Joh. 11, 25. 26. 97. Es wird gesäet verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesäet in Unehre und wird auf— erstehen in Herrlichkeit. Es wird gesäet in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesäet ein natür⸗ licher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. 1. Kor. 15, 42—44. 98. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähn⸗ lich werde seinem verkläreten Leibe nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge sich untertänig machen. Phil. 3, 20. 21. 99. Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sen; denn das erste ist vergangen. Offenb. 21, 4. 100. Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach. Offenb. 14, 13. 522 GHUESSGO Bibel⸗Lesetafel. Nach dem Bibel-Lesezettel der Preußischen Hauptbibel⸗ gesellschaft.) 1. Advent. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Matth. 21, 1.9. Ep. Römer 13, 1 1—— Montag I. Mose 9, 815. 1., s 12, Dienstag 49, 8-12. 4. 24, 15. 17. Mittwoch 5. Mose 18,.2. Samuelis 7, 778 Donnerst. Jesaia 7, 4. Jesaia Freitag 11, Samstag 5 25, 10 Pf alm 2. Advent. Sonntag Ev. Lukas 21, 25-36. Ep. Römer Montag Jesaia 35, 1-10. Jesaia 42, Dienstag 1·9. 7 Mittwoch 1., Donnerst. 7·•13.„ Freitag„14-21. Samstag„ 6-12. Psalm 3. Advent. Sonntag Ev. Matth. 2-10. Ep. 1. Kor. Montag Jeremia 3 Lukas Dienstag„ 31, 31.34.„ Mittwoch„ 3„14.26.„ Donnerst. Hesekiel 11.16.„ Freitag„ 34, 23.31. Matthäus Samstag 36, 22.27. Psalm Bibel-Lesetafel. 4. Advent. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Joh. I, 19-28. Ep. Phil. 4, Montag Daniel 7, 13-18. Daniel 9, Dienstag Hosea 2, 14-23. Hosea 14, Mittwoch Joel 3, 1-5. Amos 9, Donnerst. Micha 4, 1-5. Micha 5, Freitag Zephanja 3, 14.20. Haggai 2, Samstag Sacharja 9, 8.10. Psalm 113. 1. Weihnachtsfeiertag. 25. Dezbr. Ev. Lukas 2, 1-14. Ep. Titus 2, 2. Weihnachtsfeiertag. 26. Dezbr. Ev. Lukas 2, 15-20. Ep. Titus 3, 27.„ Johannes 1, 1-18. 1. Johannis 3, 28.„ Eppheser 1, 3.6. Psalm 2. 29.„ Kolosser 9, 917., 45, 30.„ Hebräer 1, 14.„ 90. Sonntag nach Weihnachten. Ev. Lukas 2, 33-40. Ep. Galater 4, Jahresschluß. 31. Dezbr. Hebräer 6, 11-20. Psalm 103. Neujahr. 2 Lukas 2, 21. Ep. Galater 3 Matthäus 3, 1-12. Matthäus 3 Johannes 1, 29m 34. Johannes 1j„ 2, 13· 25. 17 13 4 4, 1-14.„ 7* 1. 2. 3. 4. 5 XR8S „ Epiphanias. 6. Januar Ev. Matthäus 2, 1-12. Ep. Jesaia 60, 7 Johannes 4, 27.42. Psalm 126. 5²⁴ 11·14. 1·7. 1-6. SEO IGODSDSO I Bibel⸗Lesetafel. Sonntag nach Neujahr. zu kehehen. 52⁵ Morgens. Abends. 7. Sonntag Ev. Matthäus 2, 13-23. Ep. 1. Petri 4, 12.19. 27. Montag Psalm 8. Psalm 19. 10. Dienstag 5 27.„ 80. 15. Mittwoch* 46. 40. 3. Donnerst.„ 112.„ 32 10. Freitag 85. 5 Samstag„ 111.„; 1. nach Epiphanias.“) 14. Sonntag Ev. Lukas 2, 44 900 Cp. Römer 12, 1-6. ann Lukas 4, 1 Matthäus 4, 12.25. Dienstag 4, 31 44. 5, 119. Mittwoch Matthe äus 5, 27-48. 6, 1-18. + Donnerst.„ 7, 114.„ 7, 15-29. 8. Freiteg„ 8. 28.34. 9, 9.17. ö Samstag 9, 27-38. Psalm 29. 2. nach Epiphanias. Sonntag Ev. Joh. 2, 111. Ep. Römer 12, 7.16. ö Montag Matthäus 10, 1-15. Lukas 7, 36-50. 7. Dienstag„ 13, 31.35.„ 9, 57.62. Mittwoch„ 13, 44.52.„ 10, 38.42. ö Donnerst., 15, 53-58.„ 11, 37-54. Freitag Johannes 5, 1-16. Johannes 5, 17-30. ö Samstag„ 5, 31-47. Psalm 8. ö 3. nach Epiphanias. 29. ö Sonntag Ev. Matthäus 8, 1-13. Ep. Römer 12, 17-21. 17. Montag Jesaia 1, 1-18. Pfalm 73. 51. Dienstag 5 2, 1-19.. 84. 52— Mittwoch 0 5, 1-7.„ 86. 26. Donnerst. 6. 1.18.„ 87. ö Freitag 26. 12.„ 89, 1-19. Samstag„ 26,1321..„ 18, 1.20. 6. 7 Werche Epiphanien⸗Sonntage ausfallen, ist aus dem Kalender Bibel-Lesetafel. 4. nach Epiphanias. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Matthäus 8, 23-27. Ep. Römer 13, 810. Sor Montag Jesaia 41, 14. Pfalm 68, 1-12. Mo Dienstag„ 45, 1-13.„ 100. Die Mittwoch„ 44, 18.„ 123. Mit Donnerst.„ 45, 1-11.„ 124. Dor Freitag 45, 12.25.„ 125. Fret Samstag„ 49, 8-18.„ 12. San 5. nach Epiphanias. Sonntag Ev. Matth. 13, 24.30. Ep. Kolosser 3, 12-17. Sor Montag Jesaia 58, 7.14. Jefaia 33, 7-16. Mo Dienstag 64, +12. 65, 17.25. Die Mittwoch„ 66, 13.24. Hesekiel 31, 1-19. Mi Donnerst. Hesekiel 36, 22.X 28. Jona 1. Dor Freitag Jona 2. 3. EFre Samstag„ 4. Psalm 116. Sar 6. nach Fg Sonntag Ev. Matth. 17, Ert 2. Petri 1, 16-21. Sor Montag Sprichwört. 8 121. Sprichwört. 9, 1-18. Mo Dienstag Prediger 2, 1-11. Psalm 119, 1.24. Die Mittwoch Pfam 119, 25-48.„ 119, 49.1a2. Wi Donnerst.„ 119, 73-⸗96.„ 119, 97.120. Dor Freitag„ 112, 121.144. 119, 145-160. Fre Sauzta„ 119, 1016„ 14. Sar Septuagesimä. Sonntag Ev. Matth. 20, 1-16. Ep. I. Kor. 9,24-10,5. Soꝛ Montag Markus 6, 7-13. Matthäus 14, 1.12. Mo Dienstag Matthäus 14, 22·-33. Johannes 6, 22·34. Die Mittwoch Johannes 6, 35.51. 6, 52-60. Mi Donnerzt. 6, 61-71. Matkhäus 15, 1-20. Dor Freitag Matihäus 16. 1.12. 16, 13.28. Fre Samstag 17, 14:27. Psalm 138. Sat 526 Bibel⸗Lesetafe Sexagesimä. Morgens. Abends. 10. Sonntag Ev. Lukas 8, 4.15. Ep. 2. Kor. 11,19-12,9. 12. Montag Matthäus 18, 1-11. Matthäus 18, 12,22. Dienstag Johannes 7, 1-10.Lukas 9, 51-56. Mittwoch„ 7, 11·-24. Johannes 7, 25-36. Donnerst.„ 7, 3.33. 7„ S, I=IK. Freitag„ 5, 12.„ 8, 2.30. Samstag„ 8, 3145. Psalm 141.* Estomihi. .17. Sonntag Ev. Lukas 18, 31-43. Ep. 1. Kor. 13, 1-13. 16. Montag Johannes 9, 1-9. Johannes 9, 10-23. ö . 25. Dienstag 9, 24-41... 19. Mittwoch Matthäus 10, 24.42. Lukas 10, 21.24. 140 Donnerst. Lukas 11, 1-13. Matthäus 11, 16-24. Freitag, 11, 37-54. Lukas 12, 1.12. ö Samstag„ 12, 13-31. Psalm 91. Invokavit. 321. Sonntag Ev. Matth. 4. 1-—11. Ep. 2. Kor. 6, 1-—10 118. Montag Lukas 12, 32.40. Lukas 12, 41.48 124. Dienstag„ 12, 49-59.„ 13, 10.17 ö 9.72. Mittwoch„ 13, 22.35.„v 14, 25.35 120. Donnerst.„ 15, 11-24.„ 15, 25-32 160. Freitag 17, 116., 17, 20.37 ö Samstag 18, 1-8. Psalm 13. Reminiscere. 10/5. Sonntag Ev. Matth. 15, 21-28. Ep. 1.Thessal. 4, 1.7. ö 112. Montag Johannes 10, 22-42. Markus 10, 116. 2-34. Dienstag 0 11. 1-16. Matthäus 19, 16.-30. 2-60. Mittwoch Matthäus 20, 17-28.„ 20, 29-34. 1·20. Donnerst. Lukas 19, 1-10. Lukas 19, 11.28. 4 3·28. Freitag Johannes 11, 17-31. Johannes I1, 32.-46. Samstag 11, 47.57. Psalm 121. 527 Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst Freitag Samstag O kuli. Morgens. Abends. Ev. Lukas 11, 14-28. Ep. Epheser 5, 1-9. ö„ 19, 29-40. Matthäus 21, 12-17 Markus 11, 11-19. Johannes 12, 20-33 Johannes 12, 34.50. Matthäus 2ʃ, 23-33 Matthäus 21, 33-46. 22, 23-33 23, 1-12. 5 23, 13-28 , 23, 29.39. Psalm 145. Lätare. Ev. Joh. 6, 1-15. Ep. Galater 4, 21-31. Markus 12, 41-44. Matthäus 24, I.14. Matthäus 24, 29-36. 5 25, 14.:30. 295 26, 1-5. Lukas 22, 1-6. Lukas 22, 7.13. Matthäus 26, 20-29. 1 22, 24-38. Johannes 13, 12-30. Johannes 13, 31-38. Psalm 26. IJudika. Ev. Joh. 8, 46-59. Ep. Hebr. 9, 11-15. Johannes 14, 1-21. Johannes 15, 1-15. 15, 165.„ 17, 1.26. Matthäus 26, 30-46. Matthäus 26, 47-56. 26, 57.75. 27, 110. Lukas 23, 1-7. Lukas 23, 8-H2. Matthäus 27, 11-23. Psalm 69, 1-21. Matthäus Lukas Johannes Bibel⸗Lesetafel. 1-9. Palmarum. Ev. Matth. 21, Ep. Philipper 2, 5.11. 3, 2 27, 24-31. Lukas 23, 33-38 19, 19-29 2* Psalm Gründonnerstag. ECv. Joh. —2 13, 119. Cp. 1. Kor. 11, 2. Am Karfreitage. Ev. Matth. 27, 45-54. Ep. Jes. ů Matthäus 27, 55.66. Pfalm 528 23, 39-43. 22. 52,13.53,12. 16. Bibel⸗Lesetafel. 1. Ostertag. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Markus 16, 1-8. Ep. 1. Kor. 5, 6-8. 2. Ostertag. Montag Ev. Lukas 24, 13-35. Ep. Apostg. 10, 34.41. Dienstag Lukas 24, 36-47. Apostelgesch. 13, 26-33. Miittwoch Johannes 20, 1-10. Johannes 20, 1118. Donnerst.„ 21, 1.14. 21, 15-—19. Freitag„ 21, 20.25. Matthäus 28, 16-20. Samstag Lukas 24, 48-53. Psalm 133. Quasimodogeniti. Sonntag Ev. Joh. 20, 19.31. Ep. I. Joh. 5, 4•10. 0 Montag Abpostelgesch. 1, 12.26. 5 Hiob 19, 23.27. Dienstag„ 2, 14.28. Psalm 48.*0 Mittwoch„ 2, 29.47.„ 72. 0 Donnerst. 0 5, 11 0 93. 11.15. Freitag 3, 12-26.„ 95. ů 1.15. Samstag„ 4. 118.„ 23. — N 47.90 ö Miserikordias Domini. 110. Sonntag Ev. Joh. 10, 12.16. Ep. 1. Petri 2, 21.25. V 8N12. Montag Apostelgesch. 4, 19.31. 75f alm 98. 1-21. Dienstag 4,32.5,11.„ 99.* Mittwoch„ 7 12.24.„ 110. Donnerst.„ 5, 25-42.„ 118, 14.29.. 5-11. Freitag„ 6, 1.15.„ 122. 26.32. Samstag„ 7, 44.55.„ 66. 3943. Jubilate. Sonntag Ev. Joh. 16, 16-23. Ep. 1. Petri 2, 11-20. 53.39 Montag Apostelgesch. 8, 1-25. Psalm 132. 23.32. Dienstag 8, 26-40.„ 139. Mittwoch Lukas 13, 1·9. 102. Donnerst. Apostelgesch. 9, 1·22. Apostelgesch 9, 23·31. 53,12. Freitag 9, 32.43. 10, 1.16. Samstag 10, 17.33. Psalm 147. 529 Bibel⸗Lesetafel. Kantate. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Joh. 16, 5-15. Ep. Jakobus 1, 16-21. Montag Apostelg. 11, 1-18. Apostelg. 11. 19-30. Dienstag 12, 1-25. 13, 1.12. Mittwoch 15, 4452.„ 14,. 118. Donnerst. 14, 19-28.„ 15, 1.20. Freitag 16, 9.24.„ 16, 25-40. Samstag ö 17, 1-15. Psalm 77. ö Rogate. Sonntag Ev. Joh. 16, 23-30. Ep. Jakobus 1, 22-27. Montag Apostelg. 17, 16-34. Apostelg. 18, 1-28. Dienstag, 19, 1-20. 3 19, 21.40. Mittwoch 20, 1-16. Psalm 47. Am Tage der Himmelfahrt Christi. Donnerst. Ev. Markus 16, 14.20. Ep. Apostelg. 1, 111.1 Freitag Apostelg. 20, 17-38. Apostelg. 21, 1-16. Samstag 3 21, 17-39. Psalm 61. Exaudi. Sonntag Ev. Joh. 15,26-16/4. Ev. 1. Petri 4, 8.11. Montag Apostelg. 21,40-22,22. Offenbarung 1, 1-7. Dienstag„ 22,23.23,11. 1. 8.20. ö Mittwoch 23, 12.35. 2, 1.7. ö ö Donnerst. 5 24. 2, 811. Freitag„ e 2. 12.17. Samstag 1 25, 13-27. Psalm 51. 1. Pfingsttag. Sonntag Ev. Joh. 14, 23-31.] Ep. Apostelg. 2, 1-13. 2. Pfingsttag. Montag Ev. Joh. 3, 16-21. Ep. Apostelg. 10, 42-48. + Dienstag Apostelg. 26. Offenbarung 2, 18-29. 1 Mittwoch 0 27, 1-20.„ 3, 1-6. 4 Donnerst. 27, 21-44. 3, 7-13. Freitag„ 2. 5. 3, 14.22. Samstag 1 28, 16-31. Psalm 67. I 530 Sont Mon Dien Mitt Don Frei Sam Son Mor Dien Mitt Don Frei Sam Son Mor Dier Mitt Don Frei San Son Mor Dier Mit Don Frei San Bibel⸗Lesetafel. Trinitatis. 6.21 Morgens. Abends. 9.30. Sonntag Ev. Joh. 3, 1-15. Ep. Römer 11, 33-36. 1.12. Montag 1. Mose 1, 1-31. Römer 1, 1-12. 1.18. Dienstag„ D„ 1. 13.23. 1.20. Mittwoch 3.* 2, 1-16. 5-40. Donnerst.„ 4, 1216.„ 2, 17·29. Freitag„ 6,6 55•22„ 3. 1.20. Samstag„ 7 Psalm 49 12200 1. nach Trinitatis. 140. Sonntag Ev. Lukas 16, 19-31. Ep. 1. Joh. 4, 16-21. ö Montag I. Mose 8. Römer 3, 21.91. Dienstag„8.29. 4, 1-8. Mittwoch„ 11, 1.9. 6 4, 9.25. 111. Donnerst., 13, 118..„ 3,(II. N 1-16. Freitag„ 14, 8.24.„, 5, 12.21. Samstag„ 15, 1-18. Psalm 104.„ M 8.11. 2. nach Trinitatis. 17. Sonntag Ev. Lukas 14, 16-24. Ep. 1. Joh. 3, 13.18. ö 8.20. Montag I. Mose 17, 1-16. Römer 6, 12-18. 11. Dienstag„ 19, KIL„ 2, 115. + 5811. Mittwoch„ 16,1499.„ 7, 14.25. 217. Donnerst.„ 19, 12.29.„ 5, Ei. Freitag 0 21, 2. 8, 24.30. Samstag„ 22, 1-19. Psalm 6. 1·13. 5 0 3. nach Trinitatis. 2.48 Sonntag Cv. Lukas 15, 1-10. Ep. 1. Petri 5, 6-1I. 8.29 Montag 1. Mose 23. Römer 8, 31-39. — Dienstag„ 24, 114.„ 9, 113. 1.6, Mittwoch„ 24, 15-28.„ 9. 14.21 1920 Donnerst.„ 24, 29.49.„ 9, 22.33 4.22. Treitag 24, 50-67.„ 10, 111. Samstag„ 27, 1-17. Psalm 63. Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag Samstag Bibel⸗Lesetafel. 4. nach Trinitatis. Morgens. Abends. Ev. Lukas 6, 36-42. Ep. Römer 8, 27, 18-29. Römer 10, 27, 5045.„ 11, 28, 10-22.„ 11 25, 1⸗0„ 14, 31, 1-18. 13, 32, 1.21. Pfalm 44. 5. nach Trinitatis. Ev. Lukas 5, 1-11.] Ep. 1. Petri 3, 1. Mose 32, 22-32. Römer 14, 14 959, 1.17 ö 35, 115. 1. 29.5 1, 37, 2—36 1. 97, I8.55...„ ö 39. Psalm 43. 6. nach Trinitatis. Ev. Matth. 5, 20-26. Ep. Römer I. Mose 40, 1·23. 1. Korinth. 41, 1-24. 41, 25.43. 41,49.. 42, 1-17. 42, 18-38. Psalm 33. 7. nach Trinitatis. Ev. Markus 8, 1-9. Ep. Römer 1. Mose 43, 1-15. 1. Korinth. 10, 43, 16-34. 12, 44, 1-13. 15, 44, 14:34. 0 15, 45, 1-15. 15, 45, 16.28. Psalm 55. 532 8. nach Trinitatis. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Matthäus 7, 15-23. Ep. Römer 8, 12-17. Montag I. Mose 46,1- 7. 26-34. 2 Korinther 1, 1-11. Dienstag„ 27,I.12. 27.51. 1. 12.22. Die 48, 1.20. 4 Donnerst. 1 49,29.50,14. 5, 1-10. Freitag 50, 14-26. 5 5, 11-21. Samstag 2. Mose 1, 6-22. Psalm 17. 9. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 16, 1-9. Ep. 1. Kor. 10, 6-13. Montag 2. Mose 2, 110. 2 Korinther 6, 11-18. Dienstag„ 22, 11.25.„ 7. Mittwoch i 5, 115. u 8, 115, Donnerst. 5 4, 1-17. 9. Freitag 5. 10. Samstag 0 6, 1-13. Psalm 79. 10. nach Trinitatis. Sonntag 235 Lukas 19, 41-48. Ep. 1. Kor. 12, 1-11. Montag 2. Mose 7. Galater 1, 1-10. Dienstag 11. 7 1, 11.24. Mittwoch 12, 1.19., 2, 16-21. Donnerst., 12, 29.-42. 3, 114. Freitag 13, 17.22. 4, 11.20. Samstag 14, 1-14. Psalm 25. 11.r nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 18, 9-14. Ep. I. Kor. 15, 1-10. Montag 2. Mose 14, 15-31. Galater 5, 1-15. Dienstag 15, 20.-26. 1 6, 11-18. Mittwoch„ 16, 1-14. Epheser 1. 114. Donnerst.„ 16, 15-35.„ 1, 15-23. Freitag 0 17, 1-16. 2, 1-10. Samstag 7 19. Psalm 94. Bibel⸗Lesetafel. Bibel⸗Lesetafel. 12. nach Trinitatis. An Abends. Sonntag Ev. Markus 7, 31-37. Ep. 2. Kor. 3, 4-11. Soꝛ Montag 2. Mose 20, 1·19. Epheser 2, 11·22. Me Dienstag„ 24. 35, 112. Die Mittwoch„, 32, 114.„. 4, 7-14. Mi Donnerst. 0 32, 15-35. 4, 15-21. Do: Freitag„ 30, 12.23.„ 5, 10-14. Fre Samstag„ 34, 1-10. Psalm 1 Sa: 13. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 10, 23·37. Ey. Galater 3, 15-22. Soꝛ Montag 2. Mose 34, 27.35. Epheser 6,(le9. Mo Dienstag 3. Mose 10, 1-1..„ 6, 18.24. Die Mittwoch 4. Mose 12. Philipper 1, 12-21. Mi Donnerst.„ 13, 17-34. 0 1, 22-30. Do⸗ Freitag 1 14, 1.2. 2, 12-18. Fre Samstag„ 14, 26-45. Psalm 30. Sa 14. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Lukas 17, 11-19. Ep. Galater 5, 16-24. So Montag 4. Mose 16, 1-19. Philipper 3, 1.16. Me Dienstag„ 16, 20-40. 4, 8-23. Die Mittwoch 0 16, 41-50. Kolosser 1, 1.8. Mi Donnerst. 17, 111. 1, 15-29. Do Freitaas„ 20, 1-13. 2, 1.15.Fr Samstag„ 20, 14.29. Psalm 39. Sa 15. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Matth. 6, 24-34. Ep. Galater 5, 25-6, 10. So Montag 4. Mose 21, 1-9. Kolosser 2, 16-23. Mi Dienstag 23, 16-24., 111. Di ö Mittwoch 5. Mose 31, 14.23. 3, 18. 4, 1. N 1 Donnerst. 34, 1-12. 4, 2-18. Do 1 Freitag Jofua 1. 1. Thessalon. 1. Fr Samstag„ 3. Psalm 28. Sa Bibel⸗-Lesetafel. 16. nach Trinitatis. Morgens. Abends. 4.11. Sonntag Ev. Lukas 7, 11-17. Ep. Epheser 3 13·21. 122. Montag Josua 6, 1.21. 1. Thessalon. 2, 1-8. 1·12. Dienstag„ 7. 2, 9.20. 164. Mittwoch„ 23. 3. 15-21. Donnerst.„ 24, 1-18.„ 4, 8-12. 10-14. Freitag 24, 19-33. 5, 12.28. Samstag Richter 2, 8.23. Psalm 75. 17. nach Trinitatis. 5-22. Sonntag Ev. Lukas 14, 1-11. Ep. Epheser 4, 1-6. 19. Montag Ruth 4. 2. Thessalon. 2, 1-12. 8:24. Dienstag„ 2. 2, 13.17. 2.21. Mittwoch„ 3. 3. 2·30. Donnerst. 4. 1. Timoth. 1, 1-—11. 70 2·18. Freitag 1. Samuelis 1, 1-20.„ 1, 12-20. Samstag„. 21 2, 11. Psalm 36. V 18. nach Trinitatis. 0 16-24. Sonntag Ev. Matth. 22, 34.46. Ep. 1. Kor. 1, 4•9. 1.16. Montag 1. Samuelis 3. 1. Timoth. 2. 8-23. Dienstag 4, 1-18.„ 3. 18. Mittwoch 5. 0 4.* 15-29. Donnerst. 7, 3.13. 5, 17.25. 1.15.ͤ Freitag 8. 0 6, 1-11. Samstag 9 9, 1-17. Psalm 143. V 19. nach Trinitatis. 6, 10. Sonntag Ev. Matth. 9, 1-8. Ep. Epheser 4, 22.-28. 16·23. Montag I. Samuelis 10, 1-16. 1. Timoth. 6, 12-21 1.11. Dienstag„ 10, 17.27. 2. Timoth. 1, 17. 3. 4, J. Mittwoch 7 12. 0 1, 8.18. 2·18. Donnerst. 13, 1-14. 2, 110. Freitag 15, 7.29. 2, 11.21. Samstag; 16, 1-13. Pfalm 34. Bibel⸗Lesetafel. 20. nach Trinitatis. Morgens. Abends. Sonntag Ev. Matth. 22, 1-14. Ep. Epheser 5, 15-21. Son Montag I.Samuelis 16, 14.23. 2. Timoth. 2, 22.26. Moꝛ Dienstag 0 17, 1.19. 3 3. Diet Mittwoch„ 17, 20.31. 4, 1.8. Donnerst. 0 17, 32-51. Titus 1. Freitag 18, 1-14. 2, 1-10 Mit Samstag 19, 1.18. Psalm 20. 10 San 21. nach Trinitatis. Sonntag Ev. Joh. 4, 47.54. Ep. Epheser 6, 10-17. Sor Montag I. Samuelis 24. 1 Pz Mo Dienstag, 26. 1. Petri 1, 1-12. Dier Mittwoch 31.„ 1, 13.25. Mit Donnerst. 2. Samuelis 1, 17.27. 2, 1-10. Dor Freitag— 5, 17.25. 3, 15-22. Frei Samstag 6. Psalm 130. Sar 22. nach Trinitatis. 99 0 Sonntag Ev. Matth. 18, 23-35. 16— Philipp. 1, 3M-11. Die Montag 2.Samuelis 12, 1-14. 1. Petri 4, 1-7. Mit Dienstag„ 12, 15-23. 5, 1-5. Don Mittwoch 15, 1-14. 2. Petri 1, 1-14. Fre Donnerst.„ 16, 5-15. 1 1, 15-21. Sa Freitag 18, 1-17. 1 2. Samstag„ 24. Psalm 71.— Sor 23. nach Trinitatis. 10 Sonntag Ev. Matth. 22, 15.22. Ep. Philipp. 3, 17.21. Mi Montag 1. Chronika 29, 1-10. 1. Johannis 1. Do Dienstag 1. Könige 3, 3·15., 2, 1-14.— Mittwoch„ 8, 1.21. 2, 1529. Sa Donnerst.„ 8, 22.30. 3, 112. Freitag„ 8, 54-66.„ 4, 1-16. wer Samstag 9, 1-9. Psalm 42. ang 536 Bibel⸗Lesetafel. 24. nach Trinitatis.“) Morgens. Abends. 5-21. Sonntag Ev. Matth. 9, 18.26. Ep. Kolosser 1, 9.-14. 26. Montag I. Könige 10, 1-13. 1. Johannis 5, 12-21. Dienstag 17, 1-16. Hebräer 2, 1=18. ·8. Am Bußtage. 1.10 Mittwoch Psalm 102. Johannes 12, 35-48. Dionnerst. 1. Könige 18, 1-16. Hebräer 3. Freitag 15 18, 17.29. 4. Samstag 30 18, 30-46. Psalm 76. ö 25. nach Trinitatis.“) 017. Sonntag Ev. Matth. 24, 15-28. Ep. 1. Thess. 4, 13-18. Montag I. Könige 19. Hebräer 5. 1-12. Dienstag 21, 1-19,„ 6. 3.25. Mittwoch 2. Könige 2, 114. 10, 1-18. 110. Donnerst. 1 4,., 10, 19-39. 5·22. Freitag 7 5, 1-14. 1 12, 1.1I. Samstag„ 6, 8-23. Psalm 138. 26. nach Trinitatis.“) Sonntag Ev. Matth. 25, 31-46. Ep. 2. Thess. 1, 3.10.( Montag 2. Könige 17, 1-23. Hebräer 12, 12-29. 3·11. Dienstag„ 18, S.„ 13, 1.14. 17 Mittwoch„ 20. 13, 15.25. 1.5. Donnerst.„ 22. Jakobus 1, 1215. 1·14. Freitag„ 25, 1.22.; 2, 12ls. 5-21 Samstag Klagel. Jer. 3, 22-39. Psalm 149. 27. nach Trinitatis.“) Sonntag Ev. Matth. 25, 1-13. Ep. 1. Thess. 5, 1N11. Montag Offenbarung 5. Jakobus 2, 14-26. Dienstag 7, 217.„ 3. 7.2¹ Mittwoch 19, 1-9. 1 4. Donnerst. 0 20, 11-25., 5. ö 1.14. Freitag 21. Judas I. 5.29. Samstag 22. Pfalm 150. 112.*) Von dem Sonntage ab, an dem das Totenfest gefeiert wird, 116. werden die Lektionen gelesen, die für die 27. Woche nach Trinitatis angegeben sind. 537 Zusammenstellung der Perikopen Deutsch⸗evangelische Zeit im Kirchenjahr Altkirchliche Perikopen Evangelium Epistel 1. Advent 0 Matth. 211—97 sei, Gelobet der da kommt im Namen des Herrn! Röm. 13 11—11: Die Stunde ist da, aufzu⸗ stehen vom Schlaf. 2. Advent 3. Advent 4. Advent 1. brimtag Sonntag nach Weihnachten E. Ebrinttag Luk. kunft des Herrn. 21 25—36: Die Zu⸗ Peiß 154—13: Die Ver⸗ heißung, den Vätern geschehen. Matth. 112—10: Bist du, der da kommen soll? * Joh. 119—28: Das Zeugnis Johannes des Luk. 21—14: heute der Heiland Täufers. Euch ist geboren! Luk. Luk. 2 15—20; Die Anbetung der Hirten. 233—10: und Hanna. Neujahrsfest Sonntag nach Neu ijahr Epiphanienfest Luk. 2 21: Der Jesus⸗ name. à ‚ 1* + 1 xC — Simeon Kor. 41—5: Richtet nicht vor der Zeit! —— Phil. 447: Freuel en ch in dem Herrn alle⸗ ö wege!— Tit. 211—14: Es ist rschienen die heilsame ö Gnade! Tit. 34- 7: Die F aunb⸗ lichkeit und%eligteit Gottes. Die Er⸗ Zeit. Gal. 41—7: füllung der Gal. 3 23—29: Wir sind alle Gottes Kinder. Matth. 2 13—23: Die Flucht nach Agypten. Die Weisen aus dem —2 Fhucht uach Aai ö Matth. 21—12: Morgenlande. 538 . Petr. 4 12—19: Mit 635 leiden! Jes. 601—6; Mache — 6 werde licht! — 09 en nach dem Eisenacher Perikopenbuch. che Herikopen⸗Cafel. Ei isenacher Perilopen Evangelium Epistel Altes Testament Die Luk. 165—79: Der Lob. Vebr. 1 10 25. Der Jer. 31 31—34: Der ö ufzu⸗ 8 Eingang in das 9 r *3.— 2. Petr. 13—11: Tut e Ver⸗ Luk. 1720— 30: Das 3 Mal. 4: Der große und itern Reich Gottes ist in⸗ r schrecklihe Tag des wendig in 225— machen“ ö Herrn. 7 Matth. 31—11: Die 2ꝛ. Tim. 45—8: Ich habesa f V Je—— ichnt Predigt Johannes des einen guten Kampf Shöstet mem Doltt zeit!— Säufers. 222— gekämpfet!—. +4— Leuch SFoh. I16. 16. Gnade I. Joh. 11—4: Das 5 Mose 1815—19: Der ö alle⸗ und Wahrheit durch Wort es Lel 75 er eiße Pr phe I Jesus Christus. 25—.— .I½½ Matth. 118—23: Er I. Joh. 31—5: Sehet, I ane wird sein Volk selig welch eine Liebe hat Jes. 8 485 Leboren ein machen! uns der Vater erzeiget! 6665400 ennd⸗ Soh 11. 8 o Hebr. 11—6: Gott hat Micha 513 .—5 Joh. 11143 Das rt icha 51 ligkeitt am letzten Sohn wanch 7— Lul. Joh. ö Dort, Run u —8 ö Ce ist das 2. Kor. 5 1—9: Wir gef 63. Bi Er⸗ 3 4 Licht noch haben ein Haus, das Idoch unter Buterl eit. Diener im eine kleine ewig ist, im Himmel. ann! Fricd Zeit bei ö ö Frieden euch. VI x I—— V1 — 98—— aini P.901—. Ps. 1211: Luk. 4 16—21: Das an⸗Röm. 824—32: Ist Gott! Herr, Gott, Eingan ö V sind genehme Jahr des für uns, wer mag du bist und 9 der. Herrn. wider nus sein? unsere„Ausgang qRCRRSRSRRII‚I‚ Zuftuchtt di— Jak. 413—17: So der Ps. 7323—28: Herro Mit Mac Si. Herr will und wir* wenn ich nur dich H 4 ö leben. habe! —.—— 1 Matth. 3 13—17: Die Kor. 43—6: Das Fes, 2 22— Von Zion* Taufe des Herrn. Leichtaus der Finsternis. geht d das Geseh a aus.* —— Zeit im Altkirchliche Perikopen Kirchenjahr Evangelium CEjpistel. 1. nach Lnk. 241—52: Der Röm. 12 1—8: Das Epiphanien zwölfjährige Jesus. lebendige Opfer. ö 2. nach Joh. 21—11: Die Röm. 127—16: Die é ů Hochzeit zu Kana. Liebe ohne Falsch. piphanien ö 3. nach Matth. 81—13: Der Röm. 1217—21: L E Hauptmann dich nicht das Böse piphanien von Kapernaumm. überwinden— 4 nach Matth. 8 2·—27: Die Röm. 131—10: Die I 15 Liebe ist des Gesetzes Epiphanien Stillung des Sturms. Erfüllung. ö Matth. 1324— Kol. 372—17: Das ö. nach Unkraut unter den Band der ö Epiphanien Weizen. Vollkommenheit. ö Di 2. Petr. 119—21: Wir Cdr, e n Epiphanien 9 dröphelisches Wort. é— Matth. 20-16: Die 3 I. Kor nr HAIAIi Arbeiter Lauf na em Septuagesimae im Weinberge. I Kleinod. 2. Kor. 121—10: Laß ö Luk. 84—15: Vom* Sexagesimae Säemann. dir an Weangerd Estomihi Luk. 16—4a. Sehet. 1. Kor. 13: Das Lob Ps. 713 wir gehen hinauf nach Jerusalem! der Liebe. Invocavit Pf. 9¹ 15 Ps. 256 Reminiscere Oculi Ps. 25 15 Matth. 41—11: Christus wird versucht. 2. Kor. 6 1-10: In allen Dingen Diener Gottes! Matth. 15 21—28: Das der Wille Gottes, kananäische Weib. 1. Thess. 41—12: Das ist eure Heiligung! Luk. 1114—28: Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich. Eph. 5 1—9: Er hat sich selbst dargegeben für uns. 540 Eisenacher Perikopen — Evangelium Epistel Altes Testament —— 2. Kor. 6 14— 71: Ihr Ps. 122: Wir werden 8— —9— Joh. Antd enh seid der Tempel des in das Haus des Herrn lebendigen Gottes. gehen. ö Die Joh. 143—51: Philippus 1. Kor. 26—16: Die Jes. 611—6: Der Geist sch. und Nathanael. verborgene Weisheit. 1966 Herrn ist über mir Las— 3 Joh. 4 5—14: Jesus und Röm. 113 0 Ich 2. Kön. 5 1—19: 35 die Samariterin. schäme mich des Naeman S. Evangeliums nicht!— Die Joh. 121—42: Dieser ist Röm. 77160: Das 93 ö etzes Wahrlich Chrifus, der Gesetz 2 11. und. 3 K önig Herr ist Welt Heiland!——— 7 5 das Röm. 325 Nichts— 6 Matth. 9 Sand Fels Verdammliches an e n 70 pa Dem it. ö und Sand. denen, die in Christus 8 ö Jesus sind! 66 Tode des Gottlosen. 5 5 2 Joh. 5 39—47: Suchet 2. Kor. 3 12—18: Des 2. Mose 31—6: Die ort. in der Schrift! Herrn Klarheit. Berufung des Mose. Der 97.— 242 Wandelt?“ 3—5 WMer st n Lul. Lurehe. Eins t. wardin bs Wüdihnel. Der Kähmne sich — 3289 Evangeliums! des Herrn! Laß ob 112—2 II 2—21 N 1 S. Joh. II 20—27: Ich bin Phil. I12—21: Daß nur9 81— 8 ö nade die Auferstehung und Christus verfündigt. Aen d 597½ — das Leben. werde! mach dem Wort— Mark. Joh. ö. 19. Lob 10 35—45: 11 47— 7; 1. Kor. 1 21—1: Wir Die Söhne Der Rat predigen den Jer. 8— Wern Volt des ö des gekreuzigten Christ. geht irre! — Zebedäus. Kaiphas. E Iu„Matth. Lut. ener x 4 reer er Hebr. 415—16: Der I. Mose 221—14: schone dich Kampf in mitleidige Hohepriester. Isaaks Opferung. selbst! Gethsemane SDDIIRI.—.— ö Lur. é 65*K*—.V-& 10 17—20: Luk. as ist Freuet euch, 22 54— 2:— aure daß eure Die Ver⸗I. Joh. 2 12—17;: Habt 2. Mose 36—m 9 1Wem ich gnädig bin, Namen im leugnung nicht lieb die Welt! dem bin ich gnädig. Himmel des x geschrieben Petrus. — D.— Fru. Tut. hat—56. 2255—72 Jer. 26 1—15: Ob sie eben D Christus sout Lenne einn aehten hören wollen Donners⸗ wird getlig und sich bekehren? — tinder— verppottet. 0 541 Zeit ir im Laetare Sach. 214 Altkirchliche Perikopen Evangelium Epistel Joh. 61—15: Die Röm. 51—u1: wunderbare Speisung. Der Friede mit Gott. h. Ps. 431 Joh. 8 40—59: Wer kann mich einer Sünde zeihen? Hebr. 9115: Der Hohepriester der zukünftigen Güter. Palmsonntag Joh. 12 12—18: Erniedrigung und Matth. 211—9 oder Phil. 25—11: Der Palmenzug. Er ann des Gründonnerstag Joh. 131—15: Die 1. Kor. 112—82 Fußwaschung. Des Herrn Abendmahl. Karfreitag N sih Jes. 5 53: Der leidende Die Leiden geschichte. Knecht Gottes. 1. Ostertag 2. Ostertag 1. Kor. 5 7—8: Wir haben auch ein Osterlamm Apg. 1031—41: Gott hat Christum auferweckt! Mark. 16 1—:2: Die Auferstehung des Verrn. Luk. 24 13—35: 590965 424 45 — Quafimodogeniti 1 Petr. 22 —3 Joh. 5 1—5: Was von Joh. 161 ũ. Aarie Gott det die ist, x überwindet die Welt. Matth. 77 Ri 17 ö I. Petr. 221—25: Ihr Misericordias Dom. Der Ute Hirte waret wie die irrenden Ps. 892 DDII Schafe. Jubilate„Joh. 16 16—23: I. Petr. 211—20: Fremd⸗ Pi. 661 Über ein Kleines! linge und Pilgrime! Joh. 165—15: Es ist Jak. 116—21: Alle gute Cantate euch gut, daß ich Gabe kommt von oben Pf. 981 hingehe. herab. ö Rogate Joh. 16 23—33: Bittet, Jak. 122—27: so werdet ihr nehmen! Seid Täter des Wortoh — Himmelfahrtsfest Mark. 16 14—- 20: Er Apg. ward aufgehoben gen Himmel. 11—11: ö Die Himmelfahrt. Eins ö Dei Mal — 2— ott. Der üter. n-nd rrn. mahl ende — Vir tt hat eckt! oben Eisenacher Peritopen ö Evangelium Epistel Altes Testament —— 25—— HHHHHHñ‚‚‚‚‚——— ö 943 Matth. dnn in 215—31: 7410 D/ Jes. 527—10: bas Prot Christus göttliche Tranriateit Die Boten, die Frieden des und verkündigen. Lebens Barrabas. —— Joh. Luk. 1331—35:2, Joh. 121—s: Die Salbung. 7Vuk. 22 14—20 Einsetzung des heiligen Abendmahls. Ein neu I.—51:I. Petr. 1 7—25: 4. Mose 214—9: Die Gebot Vater, Das teure Blut des Erhöhung der Schlange ebe ich vergib Erlösers. in der Wüste. Heuch⸗ ihnen! Hebr. 121—6: Sach. 98-12: Dein Jesu Lasset uns Esl en auf König kommt zu dir sus sanftmütig! 1. Kor. 10 16—17: Der gesegnete Kelch. Ps. I11: Der Herr hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder. Luk. 23 39—46: Der Tod des Herrn. Malth. nicht hier, Ner ist auferstanden! Joh. 20 11—18: Maria am Grabe. é Joh. 2115—19: Simon Johanna, hast du mich lieb? 3 Joh. 141—62 In des Vaters Hause sind viele IE Soh. 12 20— Das Weizenkorn, das in die Erde fällt, pbringt viel Früchte. Joh. 6 60—69: Wollt ihr auch weggehen? Luk. 115—13: Anhaltendes Gebet! fuhr er gen liche Himmel. Gebet. 28 1—10: Er ist Lut. ö Joh. 24 50—53: 1711—286: Da er sie Das hohe⸗ segnete, priester⸗ 2. Kor. 5 14—21: Einer für alle gestorben! Ps. 22 2—20: Warum hast du mich verlassen? 1. Kor. 15 12—20: Christus, der Erstling — derer, die da schlafen. I. Kor. 1554—58: Gott sei Dant, der uns den Sieg gegeben hat! geboren zu einer Hoffnung. uns samt Christus lebendig gemacht. I. Petr. 13—9: Wieder⸗ Eph. 24—10: Gott hat ar Ps. 118 14—24: Die Rechte des Herrn behält 4 den Sieg! Ps. 16 8—1: Dein Heiliger wird die Ver⸗ wesung nicht sehen! 1. Mose 32 22—31: —4———— Kampf. — ßꝛ iß7ßi—— Pf. 23: Der Herr ist mein Hirte. 1. Joh. 49—14: Daran ist Lerschienen die Liebe Gottes. 2. Tim. 28—13: Halt im Gedächtnis Jesum Christ! 1. Tim. 2 1—6: 1— alle Menschen! Fürbitte Jes. 4025—: Die auf den Derrr harren, ö kriegen neue Kraft. Singet dem Herrn ein 9 Lied! —— 55 6—11: ̃ Meine Gedanken sind icht eure Gedanken Kol. 31—4: Trachtet nach dem, das droben ist! s. 110 1—4: Setze dich zu meiner Rechten! Zeit im Altlirchliche Peritopen Kirchenjahr Evangelium Epistel Erxaudi ö Joh. 15 20—16 4: Der anz; Petr. 411: f Mäßig und nücht ö Pf. 277 Geist der Wahrheit. Saum Ottatt ern 23—64 Apg. 21—13: ö 4. ti i Der Troster. Die Ausgießung des heiligen Geistes. Apg. 10 42— 48: Auch Joh. 3 16—21: au fdie Heiden ward 2. Pfingsttag Also hat 6nndi 290 die Gabe des heiligen geliebe Geistes ausgegossen. ö 7 Joh. 31—15: Gespräch Röm. 1133—36: Trinitatisfest mit Nikodemus. O welch eine Tiefe! Luk. 16 19—31: Der 1. nach Trirttatts reiche Mann und der arme Lazarus. Joh. 4 10—21: Gott ist Liebe. 1. Joh. 3 13—18: Laßt Luk. 1414—21: Ume lieben mit der Tat T tis D— Das große Abendmahl. und mit der Wahrheit! E.Luk. 15 1—10: Jesus 1. Petr. 55—1: Valtet 2 nach Trinitatis nimmt die Sünder an! fest an der Demut! Röm. 818—27: 4* ˙4 Luk. 6 36—42: ü⸗ seufzende Satun nach Trinitatis Seid barmherzig! Petr. 38—15: Heiliget Gott den Herrn in euren Herzen! Luk. 5 1—11: Der Dee 5. nach Trinitatis Fischzug des Petrus. Röm. 63—11: In Christi Tod Letanft. Matth5 935—38: Die Röm. 6 19—23: 7. nach Trinitatis Ernte ist groß und der Die Gabe Gottes ist — Arbeiter wenig.: ↄ das ewige Leben. 8 ch Trinitati satth. 7 13—23: Von Röm. 8 12— 17: Welche 8. nach Trinitatis dri ensnnner der Geist Gottes treibet,) é den falschen Propheten.die sind Gottes Kinder· I. Kor. 101—13 ö Luk. 161—12: Der 7 2 ö 4 ö 9. n9 66 Trinitatis ungerechte Haushalter. des Wüftenzuge. —— — Matth. 5 20—26: Di 6. nach 5ü. bessere Gerechtigkeit. Luk. 19 41—48: 1. Kor. 12 1-11: Der Herr weint über Mancherlei Gaben und W Ein Geist! 10. nach Trinitatis 544 ö iligen ossen. 36: Liefe! 21: be. Laßt der Tat ihrheit! Haltet emut! 27 Wreatur Beiliget In tauft. 1s ist ö ben.— Welche treibet, Kinder. en und CEisenacher Perikope U Evangelium 45 Epistel Altes Testament Joh. 735—39: Wen da dürstet, der komme zu mir und 2— Eph. 115—23: Gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles. Ps. 42: Meine Seele dürstet nach Gott. Joh. 14 15—21: Ich will Eph. 2 19—22: Hes. 36 22—28: euch Aeher ifen Sottes Hausgenossen. Das neue Herz. Eph. 411—16 —— Jes. 44 1—6: Ich will Toheine Freunde. seid Die Erbauung des Wasser gießen auf das Leibes Christi. Durstige. Eph. 3-14:2. Kor. Jes 4. Mose Der geist:13 1—13:6—6: 6—2½: Matth. 28 16—20: Der liche Segen Der aposto⸗ Das Der Taufbefehl. in himm⸗ lische dreimal Aaroni⸗ lischen Segens⸗ Heili iische Gütern. wunsch. 19. Segen. Matth. 13 31—35: Gleichnisse vom Senf⸗ korn und Sauerteig. Apg. 432—35: Die Liebe in der Gemeinde. 5. Mose 64—-13: Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen. Matth. 99—13: Die Berufung des Matthäus. Röm. 10 1—185: Christus des Gesetzes Ende. Sprüche 91—10: Das Mahl der Weisheit. Luk. 15 11—32: Apg. 31—16: Die Der verlorene Sohn. Heilung des Lahmen. Jes. 12: Das Danklied der Erlösten. Matth. 5 13—16: Das Apg. 4489121 Es ist in Saupict Ler Welt dasteinem andern Heil. Jes. 65 17—19, 24—25: Die neue Erde. Klagel. 322—32: Die Luk. 9 18—26: Apg. 5 34—42: SGüte des Herrn ist, Die Nachfolge Christi. Gamaliel. daß wir ünd. gar aus Ind. Apg. 826—33: Psf. 1: Der Weg der Die n( Sbne Der Kämmerer aus Gerechten und der Weg 16 0—— Mohrenland. der Gottlofen. Mark. 426—29: Die selbstwachsende Saat. 1. Tim. 66—12: Gott⸗ selig und genügsam! Jes. 626—12: Wächter auf den Mauern Jerusalems. Matth. 12 46—50: Wer Apg. 16 16—32: Gottes Willen tut, der Der Kerkermeister in ist mein Bruder. Philippi. Jer. 28 16—29: Das Wort Gottes ist Feuer und Hammer. Matth. 1344—46: Die ů Apg. 1716—34: 31 chatz im Adler 3 Paulus in Athen. Sprüche 16 1—9: Des Menschen Weg und Gottes Weg. Apg. 2017—38: Der R er Abschied des Paulus Jerusalem! Jerusalem! von den Altesten aus Jer. 71—11: Die Predigt am Tor des Ephesus. Tempels. 545 IZeit im Altkirchliche Perikopen Evangelium Evpistel Whn Luk. 189—14: I nach Trinitatispparisäer und Zöllner. 1. Kor. 15 1-10: Nicht ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. 4— — nach Luntat 13. na0 Tunie Mark. 731—857: Hephata! 2. Kor. 3 4—9 Das Amt des Geistes. Luk. 10 23—37: Der barmherzige Samariter. Röm. 321—28: Allein durch den Glauben. 14 K Trinitatis Luk. 1711—19: Die zehn Aussätzigen. Frucht des Geistes. ö Gal. 5 16-24: Die * 15. nach Trinitatis Matth. 624—34: Sorget nicht! Gal. 5 25—6 10: Was der Mensch säet, das wird er ernten. 16. nach Trinitatis Luk. 71—1t: Weine nicht! Eph. 313—21: Der rechte Vater über alles, was da Kinder— 18. nach Trinitatis vornehmste Gebot und die vornehmste Frage. Durch Christus reich an allen Stücken. 19. nach Trinitatis Matth. 91—8s: Der Gichtbrüchige. Eph. 422—32: Ziehet Matth. 22 1—14: 20. nach itttt. königliche Hochzei Eph. 5 15—21: Luk. 141—11: 35 4 E Eph. 41—6: Ein Leib 17. nach Trinitatis a. und Ein Geist. Matth. 2 2 34—46: Das Kor. 14—9: den neuen Menschen an! Sehet zu, wie ihr 10„ . +* sichtig wandelt! 21. Ealach Trinitats Joh. 4 47—54; des Sohnes des Königischen. Heilung Eph. 6 10—17: Des Christen Waffenrüstung — 22. nach Krni 2 th. 18 21— Zinsmünze. Ph Der Erfüllt il. 13—11: der Gerechtigkeit. .ß———jꝛß— Phil. 3 17—21: ö Matth. 22 W—ea: Die Unser Wandel ist im ö Himmel. — nach Trinitatis 2 24. nach Trinitatisrochterkein des Jairu 546 M Matth. 9 18—26: Das Kol. 19—14: Tüchtig gemacht zum 8. Erbteil der Heiligen im Lit ht. mit Früchten ö ö ö Des ligen ö Eisenacher Perikop Evangelium en Epistel Altes Luk. 786—50: Die große Sünderin. Röm. 8 33—39: Wer will die Auserwählten Auf deine große Barm⸗ Gottes beschuldigen? Dan. 915—18: herzigkeit. Joh. 831—36: Apg. 169—15: 2218.—5 Vom Bleiben an der Die Purpurkrämerin Did E. uden 2 Rede Jesu. Lydia. ie Tauben hören. Mark. 12 4—4: Das Scherflein der Witwe. 1. Petr. 21—10: Jesus Christus der Eckstein. Joh. 51—14: Sündige hinfort nicht mehr! 1. Tim. 112—17: Mir ist Erbarmung widerfahren. Sach. 74—10? ndie Didr gegen Brüder. Ps. 50 4—23: Opfere Gott Dank! Joh. 111—u1: Siehe, den du lieb hast, der liegt krant. 2. Theff. 3 6—13: Mit stillem Wesen arbeiten! Matth. 1125—30: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid! 1. Kön. 176—16: Elias und die Witwe. Hebr. 12 18—24: Ihr seid gekommen zu der Stadt des lebendigen Gottes. Matth. 121—8: Des Menschen Sohn ist ein Herr auch über den Sabbat. Hebr. 4 9—13. vorhanden dem Volke Gottes. Es ist noch eine Ruhe Hiob 5 728: Er schlägt und heilt. Ps. 75 5—8: Gott erniedrigt und erhöht. Mark. 10 17—27: Der reiche Jüngling. Jak. 2 10—17: Das Gesetz der Freiheit. Joh. 924—41: Der Eimog Durene. Jak. 5 13—20: Das Gebet des Glaubens. 2. Chron. 17—12: Salomos Gebet um Weisheit. Ps. 32 I: Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind! Joh. 15 1—87 Röm. 14 1—9: Der Weinstock und 2 Reben. Mark. 1013—16: mir kommen! Laßt die Kindlein zu Cph. 61—9: Haustafel. 4— keiner lebt ihm 44.— selber. Sprüche 21—8: Laß dein Ohr auf Weisheit acht geben! 2. Sam. 75729: Wer bin ich und was ist Testament mein Haus? Luk. 957—62: Wer ist geschickt zum Reiche Gottes? Hebr. 131—9: Es ist Sprüche 2414—20: Der ein köstlich Ding, daß Gerechte fällt und stehet das Herz fest werde. wieder auf. Der Jünger ist nicht ö Matth. 10 2—33: 9— über seinen Wnen⸗ Tim. 44—11: Die Dingen nütz. Ps. 85 9 74: Got ottseligkeit ist zu allen Treue, Gerechtigkeit Güte und Joh. 1025—597 Meine Schafe hören und Friede. 1. Thess. 5 14—24: 5 395—14: Lehre doch Unsträflich auf die mich, daß es ein Ende meine Stimme. Zukunft unseres Herrn! mit mir haben muß! 547 35 Zeit im Kirchenjahr Altkirchliche Perikopen Evangelium Epistel 25. nach Trinitatis Matth. 24 15—28: Greuel der Verwüstung. 1. Thess. 413—18: Von denen, die da schlafen. 26. nach Trinitatis Maith. 25 31—46: Das Endgericht. 2. Thess. 13—10: Er wird herrlich erscheinen mit seinen Heiligen. Buß⸗ und Bettag Luk. 13 1—9: Der unfruchtbare Feigenbaum. Röm. 2—n;: Ver⸗ achtest du den Reichtum seiner Güte? Matth. 25 1—13: 2. Petr. 33—14: Der Kirchweihfest Totensonntag Gleichnis von den zehn neue Himmel und die 27. nach Trinitatis Jungfrauen. neue Erde. rl Wüet b. Offb. 211—5: Das Jesus kehrt bei Zachäus ein. neue Jerusalem. Erntedankfest Luk. 12 15—21: Der reiche Narr. Ps. 145 21: Aller Augen warten auf dich. Reformationsfest Matth. 5 1—12: Gal. 51—18: Bestehet in der Freiheit! Die Seligpreisungen. Eisenacher Perikopen Evangelium Epistel Altes Testament Joh. 5 19—29: Welche die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, die werden leben. Hebr. 10 32—39: Werfet euer Vertrauen Mensch, vom Weibe nicht weg! Hiob 141—5: Der geboren, lebt kurze Zeit. Luk. 19 11—27: Die anvertrauten Pfunde. Offb. 28—½: Sei getreu bis an den Tod! Tränen saien, werden Matth. 1116—24: Wem soll ich dies Geschlecht vergleichen? Ps. 126: Die mit mit Freuden ernten. und die müden Kniee! Hebr. 12 12—17: Richtet auf die lässigen Hände Ps. 130: Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Luk. 12 35—43: Selig die Knechte, die der Herr wachend findet! „Offb. 79— 7: Die große Schar in weißen Kleidern. Jes. 35 5—10: Die Erlöseten Zions werden kommen mit Freuden. Joh. 421—24: Die An⸗ betung im Geist und in der Wahrheit. 2. Tim. 3 14—17: Die Unterweisung zur Seligkeit. Ps. 84: Wie lieblich sind deine Wohnungen! Joh. 6 24—29: Die unvergängliche Speise. 2. Kor. 96—½: Säen und ernten im Segen. Ps. 34 2—9: Schmeckt und sehet, wie freund⸗ lich der Herr ist! Joh. 2 13—17: Die 1. Kor. 3 123: Einen Tempelreinigung. anderen Grund kann niemand legen. Pi. 46: Die feste Burg. 549 Verzeichnis der Lirderdichter. ——— Albert, Heinrich, geb. 1604 zu Lobenstein im sächs. Voigt⸗ lande, Organist am Dom zu Königsberg i. Pr., Freund von Simon Dach, 4 1651. 303. 350. Albinus, Joh. Georg, geb. 1624 zu Unternessa b. Weißen⸗ fels, 7 1679 als Pfarrer zu Naumburg. 346(2). Allendorf, Joh. Ludw. Konr., geb. 1693 zu Josbach b. Marburg, Schüler A. H. Franckes, Hosprediger in Köthen, Konsistorialrat in Wernigerode, 1 1773 als Pfarrer in Halle. 55. 200. 226. 447. Altenburg, Joh. Michael, geb. 1584 zu Alach b. Erfurt, 1 1640 als Pfarrer zu Erfurt. 141. Arends, Wilh. Erasmus, geb. 1677, 4 1721 als Pfarrer in Halberstadt. 253. Arndt, Wlen Moritz, geb. 26. Dez. 1769 zu Schoritz auf der Insel Rügen, der kühne Vorkämpfer der deutschen Freiheit zur Zeit der Befreiungskriege, als Professor der neueren Geschichte zu Bonn. 47. 101. 118. 162. 188. 355. 401. 413. 442. Arndt, J. C. 416. Arnold, Gottfried, geb. 1666 zu Annaberg im sächs. Erz⸗ gebirge, Anhänger S fessor der Geschichte in Gießen, + 1714 als Pfaxrer und nspektor(Dekan) zu Perleberg. 237(7). 250(7). 251. Asscheufeldt, Christoph Karl Julius, geb. 1792 zu Kiel, seit 1824 Propst in Flensburg, daselbst 1856.— 224. Bähr, Christian August, geb. 1795 zu Atterwasch b. Guben, 1846 als Pfarrer zu Weigsdorf b. Zittau. 64. Barth, Christian Gottlob, geb. 1799 zu Stuttgart, 1824 farrer in Möttlingen, seit 1838 in Calw als Volks · schriftsteller und Förderer der Heidenmission tätig, 4 da⸗ selbst 1862.— 180. 550 1 29. Jan. 1860 peners, 1697 ein Jahr lang Pros s. Erz⸗ g Pro⸗ rer und Verzeichnis der Liederdichter. Becker, Kornelius, geb. 1561 zu Leipzig, 7 64. 1604 als Professor der Theologie u. Pfarrer zu St. Nikolai. 154. Beda Venerabilis(d. h. der Ehrwürdige), ein Angelsachse, geb. 673 im Bistum Durham in England, Mönch im Kloster Jarrow, wo er 735 f. Wurde ebenso als Meister in allen Wissenschaften seiner Zeit wie als Muster der Anspruchslosigkeit bewundert.(108.) Betichius, Joh., geb. 1650 zu Stöckby in Anhalt, 4 1722 als Pfarrer in Zerbst. 329. Beurhaus, Friedrich, 4 1609 als Prorektor des Gym⸗ nasiums zu Dortmund. 266(7). Bickel, Joh. Daniel Karl, geb. 26. Juni 1737 zu Wies⸗ baden als S. des Kantors(späteren Pfrs. zu Altweilnau u. Dörsdorf) Joh. Chr. B., 1758 Lehrer am Waisen⸗ haus u. Vikar der luth. Gemeinde zu Wiesbaden, 1763 Kaplan und 1777 Hofprediger zu Biebrich, 1787 Pfr. zu Mosbach, wo er 28. Juni 1809 als Nassau-Usingen'scher Konsistorialrat, Superintendent u. Hofprediger starb. Verf. des Nass. Gesangbuchs von 1779 u. des Nass. Spruchbuchs von 1793.(S. 509.) Bienemann(Melissander), Kaspar, geb. 1540 zu Nürn⸗ berg, Erzieher am Hofe zu Weimar, 4 1591 als General⸗ superintendent zu Altenburg. 274. Birken(Betulius), Sigismund von, geb. 1626 zu Wilden⸗ stein b. Eger, flüchtete mit seinen Eltern des Glaubens wegen aus Böhmen, Erzieher am Wolfenbütteler und Mecklenburger Hof, von Ferdinand III. geadelt, zuletzt Privatgelehrter zu Nürnberg, dort T 1681.— 246. Bogatzky, Karl Heinr. von, geb. 7. Sept. 1690 zu ser zahl⸗ in Schlesien, studierte in Halle Theologie, Verfasser zahl⸗ reicher, weitverbreiteter Erbauungsschriften, 4 15. Juni 1774 als Privatmann im Waisenhaus zu Halle. 142. 189. Bonaventura(Joh. v. Fidanza), geb. 1221 im Toskanischen, Franziskaner, Prof. zu Paris, Kardinal, 1274 zu Lyon; scholastischer Theologe und zugleich einer der besten Mystiker seiner Zeit.(71.) Brandenburg, Luise Henr. von, geb. 27. Nov. 1627 im Haag als Tochter des Prinzen Heinr. Friedr. von Oranien-⸗Nassau, seit 7. Dez. 1646 Gemahlin des Großen Kurfürsten, 18. Juni 1667 zu Berlin. Die ihr gewöhn⸗ lich zugeschriebenen drei Lieder werden zwar„ihre Verzeichnis der Liederdichter. Lieder“ genannt, jedoch wahrscheinlich nur im Sinne von Lieblingsliedern. 173(2). 361(7). Brandenburg⸗Kulmbach, Albrecht d. Jüngere, Markgraf von, geb. 1522 zu Ansbach 7 1557 zu Pforzheim. 292(7). Buchka, Joh., geb. 1705 zu Arzberg b. Bayreuth, Kon⸗ 222. und Hifsprediger zu Hof i. V., daselbst 1752.— 222. Clandins, Mathias, der„Wandsbecker Bote“, geb. 15. Aug. 1740 zu Reinfeld b. Lübeck, privatisierte zu Wandsbeck, 1 21. Jan. 1815 zu Hamburg als Revisor der Schles⸗ wig⸗Holsteinschen Bank zu Altona. 434. 440. Clausnitzer, Tobias, geb. 1618 zu Thum b. Annaberg im Erzgebirg, schwedischer Feldprediger, 4 1648 als kur⸗ pfälzischer Kirchenrat u. Inspektor zu Weiden, Ober⸗ pfalz. 30. 126. Crasselius, Bartholomäus, geb. 1667 zu Wernsdorf bei Glauchau i Sachsen, T 1724 als luth. Pfarrer zu Düsseldorf. 2. 125(7). Dach, Simon, geb. 1605 zu Memel, 1659 als Professor der Dichtkunst zu Königsberg i. Pr. 371. 438. Decius(Hovesch), Nikolaus, anfangs Mönch im Kloster Steterburg b. Braunschweig, seit 1523 evang. Pfarrer zu Stettin, daselbst 21. März 1541.— 1. 81. Denicke, David, geb. 1603 zu Zittau, 1 1680 als juristisches Mitglied des Konsistoriums in Hannover, seit w1646 mit Justus Gesenius Herausgeber des Hannoverschen Ge⸗ sangbuchs, in welchem zuerst die ältern Lieder grund⸗ iaßen dem Zeitgeschmack angepaßt wurden. 177 Deßler, Wolfgang Christoph, geb. 1660 zu Nürnberg, T 1722 als Konrektor der Schule zum hl. Geist da⸗ selbst. 220. Dieffenbach, Georg Christian, geb. 4. Dez. 1822 zu Schlitz in Oberhessen, Oberpfarrer daselbst; hat u. a. in mehrere Sprachen übersetzte„Krankenblätter“ heraus⸗ gegeben, T 1901 als Geh. Kirchenrat zu Schlitz. 324. Diterich, Joh. Samuel, geb. 1721 zu Berlin, 7 daselbst 139 als Oberkonsistorialrat u. Pfarrer an St. Marien. 160. Döring, Karl Aug., geb. 1783 zu Mark⸗Alvensleben bei Magdeburg, 4 1844 als Pfarrer der luth. Gemeinde zu Elberfeld; Förderer der innern Mission. 205. 552 —.... — —2 ——9—7ʃ—53—— Verzeichnis der Liederdichter. inne Drese, Adam, geb. 1620 in Thüringen, 4 1701 zu Arn⸗ stadt als Schwarzburgischer Kapellmeister. 215. kgraf Eber, Paul, geb. 1511 zu Kitzingen in Franken, Gehilfe 47). Luthers, 1569 als Professor der Theologie, General⸗ Kon⸗ superintendent u. Pfarrer zu Wittenberg. 294. 362 46 2.— Falk, Johannes Daniel, geb. 1768 zu Danzig, T 1826 als Legationsrat zu Weimar; Begründer eines der ersten Aug. Rettungshäuser für verwahrloste Kinder. 400. 431. sbeck, Fischer, Christoph, geb. zu Joachimstal in Böhmen, 1600 les⸗ als Hofprediger u. Generalsuperintendent zu Celle. 87. Flemming(Fleming), Paul, geb. 5. Okt. 1609 zu Harten⸗ g im stein in Sachsen, 1633—39 Teilnehmer einer Gesandt⸗ kur⸗ schaftsreise nach Rußland u. Persien, bei deren Antritt ber⸗ er das Lied 279 dichtete und durch welche seine Gesund⸗ heit Wen wurde, 5 daß er schon 25. März 1640 fbei starb, als Arzt zu Hamburg. 279. 439. er zu Flitner, Joh., geb. 1618 zu Suhl, Prediger zu Grimmen b. Greifswald, als solcher 41678 während des branden⸗ fessor Iund e Kriegs auf der Flucht zu Stral⸗ und. 20. loster Franck, Joh., geb. 1618 zu Guben in der Niederlausitz, als arrer Student zu Königsberg Schüler S. Dachs, 1677 als Bürgermeister seiner Vaterstadt. 164. 169. 207. tisches Franck, Salomo, geb. 1659 zu Weimar,— 1725 daselbst 6 mit als Oberkonsistorial⸗Sekretär und Bibliothekar. 89. Ge⸗ 186. 263. rund⸗ Francke, Aug. Herm., geb. 12. März 1663 zu Lübeck, Be⸗ . gründer des berühmten Waisenhauses zu Halle, da⸗ nberg, selbst 8. Juni 1727 als Professor der Theologie und st da⸗ Pfarrer der Vorstadt Glaucha. 65. Franz, Agnes, geb. 1794 zu Militsch in Schlesien, 4 1843 Schlitz zu Breslau. 420. 437. a. in Freylinghausen, Dchr Anastasius, geb. 1670 zu Ganders⸗ eraus⸗ heim in Braunschweig, A. H. Franckes Schwiegersohn 324. u. Gehilfe, 41739 als Pfarrer zu St. Ulrich u. Birektor daselbst der Franckeschen Stiftungen zu Halle. 261. arien. Freystein, Joh. Burchard, geb. 18. April 1671 zu Weißen⸗ fels, seit 1709 Hof⸗ u. Justizrat(für Bausachen) in en bei Dresden, 7 daselbst 1. April 1718.— 248. nde zu Fricker, Joh. Ludwig, geb. 1729 zu Stuttgart, 4 1766 als Pfarrer zu Dettingen in Württemberg. 139. 553 * Verzeichnis der Liederdichter. Fröhlich, Abr. Emanuel, geb. 1796 zu Brugg im Kanton Aargau, seit 1817 zu Brugg, seit 1827 zu Aaxau in verschiedenen Lehr⸗ u. Kirchenämtern tätig, Jabeldichter. 4 1865 zu Gebensdorf(zu Baden?) b. Aarau. 340. Funcke, Friedrich, geb. 1643 zu Nossen im Erzgebirg, Kan⸗ tor in Perleberg und Lüneburg, seit 1694 Pfarrer zu Römstedt b. Lüneburg, dort 4 1699.— 113. Funk, Gottfr. Benedikt, geb. 1734 zu Hartenstein i. Sachs., + 1814 als Konsistorialrat u. Rektor des Domgym⸗ nasiums zu Magdeburg. 955. Garve, Karl Bernh., geb. 1763 zu Jeinsen b. Hannover, 1816—36 Prediger der Brüdergemeinde zu Neusalz a. O., 1 1841 in Herrnhut. 144. 258. Gedicke, Lampertus, geb. 1683 zu Gardelegen in der Alt⸗ mark, 1709 Feldprediger, 1735 als Feldpropst in Berlin. 297. Gellert, Christian Fürchtegott, geb. 4. Juli(nach Gödeke:) 1716 zu Großenhayn in Sachsen(nach früherer An⸗ nahme: 1715 zu Hainichen bei Freiberg im Erzgebirg), seit 1751 Professor der Dichtkunst, Beredsamkeit und Sittenlehre zu Leipzig, daselbst 13. Dez. 1769.— 3. 18. 19. 48. 75. 98. 159. 236. 257. 265. 276. 304. 311. Gerhardt, Paul, nach Luther unser größter Kirchenlieder⸗ dichter, geb. 12. März 1607 zu Gräfenhainichen bei Wittenberg, 1651 Propst in Mittenwalde, 1657—67 Prediger an St. Nikolai in Berlin, aus welcher Stellung er infolge konfessioneller Streitigkeiten schied, seit 1669 Oberpfarrer zu Lübben a. d. Spree, daselbst 7. Juni 1676.— 7. 12. 17. 44. 46. 51. 54. 59. 68. 74. 80. 82. 85. 117. 123. 267. 275. 280. 286. 290. 301. 308. 315. 327. 341. 357. 379. 432. Gerok, Karl, geb. 1815 in Stuttgart, daselbst seit 1849 Pfarrer, zuletzt Oberhofprediger u. Prälat, 1890.— 33. Gesenius, Justus, geb. 1604 zu Esbeck in Hannover, Pfarrer in Braunschweig u. Hildesheim, 1673 als Gen.⸗Sup. und Oberhofprediger zu Hannover.(Vergl. Denicke.) 86. 100(2). Geßner, Georg, geb. 1765 zu Dübendorf, Kanton Zürich, T 1843 als Pfarrer am Großmünster zu Zürich. 399. 554 Verzeichnis der Liederdichter. Giacopone da Todi(Jacoponus, Jacobus de Benedictis), geb. zu Todi in Oberitalien, Franziskanermönch, vom Papst Bonifazius VIII., dessen Sittenlosigkeit er geißelte, in den Kerker geworfen und wie ein wildes Tier gefangen gehalten, aber vom Volke selig gesprochen; 7 25. Dez. 1306.—(84.) Gotter, Ludwig Andreas, geb. 1661 zu Gotha, Jurist, 1 daselbst 1735 als Hofrat. 20. 238. 254. Grafe, Fabrikant zu Elberfeld, Mitbegründer der freien evang. Gemeinde daselbst, 4 1869.— 414. Gramann(Graumann, Poliander), Johann, geb. 1487 zu Neustadt in Baiern, Sekretär des Dr. Eck bei dessen Disputation mit Luther 1519, seit 1522 Anhänger Luthers, Rektor der Thomasschule zu Leipzig, 1541 als Pfarrer der Altstädter Kirche zu Königsberg i. Pr. 13. Gregor, Christian, geb. 1723 zu Diersdorf in Schlesien, Herausgeber des Brüdergesangbuchs von 1778, 4 1801 zu Berthelsdorf als Bischof der Brüdergemeinde. 194. 195. Grüneisen, Karl, geb. 1802 zu Stuttgart, 4 daselbst 1878 als Oberhofprediger und Prälat. 338. Gryphius(Greif), Andreas, geb. 1616 zu Großglogau in Schlesien, Jurist, 1636—46 als Flüchtling i. d. Fremde, 1647 Syndikus des Fürstentums Glogau; 4 1664 in einer Versammlung der Glogau'schen Landstände am Schlagfluß. Gekrönter und geadelter Dichter; Haupt⸗ dramatiker seiner Zeit. 349. Günther, Cyriakus, geb. 1650 zu Goldbach b. Gotha, 1 1704 als Gymnasiallehrer zu Gotha. 202. Hagenbach, Karl Rudolf, geb. 1801 zu Basel, Professor der Theologie daselbst, F 1874.— 288. Hardenberg, Friedr. Ludw. Freiherr von,(Novalis), geb. 1772 auf Gut Oberwiederstedt b. Mansfeld, + 1801 als Bergassessor in Weißenfels. 45. 217. 218. Harms, Klaus, geb. 1778 zu Fahrstedt in Holstein, 1816 Pfarrer in Kiel, 1835 Hauptpfarrer an St. Nikolai und Kirchenpropst daselbst. 4 1855.— 445. Harttmann, Karl Friedr., geb. 1743 zu Adelberg in Württemberg, an der Karlsschule Schillers Lehrer, bis 1812 Pfarrer u. Dekan zu Lauffen, 1815 in Tübingen 27⁰0. 555 Verzeichnis der Liederdichter. Hausmann, Julie von, geb. 1826 zu Riga, Erzieherin an verschiedenen Orten, seit 1870 Musiklehrerin an der St. Annenschule zu Petersburg, 2. August 1901 zu Wösö in Esthland. 425. Hayn, Henr. Luise von, geb. 22. Mai 1724 zu Idstein, wo ihr Vater Fürstl. Nassauischer Oberjägermeister war; seit 1746 Mitglied der Brüdergemeinde, 1 27. Aug. 1782 als Pflegerin der 1aeh Schwestern in Herrnhut. 427. Heermann, Johann, geb. 11. Okt. 1585 zu Raudten bei Wohlau in Schlesien, 1611 Pfarrer zu Köben bei Glogau, legte 1634 sein Amt nieder, weil seine Gesund⸗ heit infolge der Drangsale des 30 j. Kriegs und vielen Hauskreuzes erschüttert war, 4 17.(27. 2) Febr. 1647 zu Lissa in Polen. Der bedeutendste Liederdichter zwischen Luther und P. Gerhardt. 76. 77. 93. 140. 213. 335. 380. Held, Heinrich, war 1643, in welchem Jahr er seine Ge⸗ dichte herausgab, Rechtsanwalt in seiner Vaterstadt Guhrau in Schlesien, 1695.— 37. 115. Helmbold, Ludwig, geb. 1532 zu Mühlhausen in Thür., Pfarrer u. Superintendent daselbst, 4 1598.— 289. Hensel, Luise, geb. 1798 zu Linum b. Fehrbellin als Tochter eines evang. Pfarrers, Erzieherin der Kinder des Kon⸗ vertiten Grafen Leopold Stolberg, nachdem auch sie (1818) zur kath. Kirche übergetreten war, während ihre 1894 im 92. Lebensj. gest. Schwester Wilh., gleichfalls Dichterin, dem evang. Bekenntnisse treu blieb; 1876 zu Paderborn. 436. Herberger, Valerius, geb. 21. April 1562 zu Fraustadt in Posen, f als Pfarrer am Kripplein Christi daselbst 18. Mai 1627. Verfasser vieler Erbauungsschriften. Lehrer des Joh. Heermann. 372. Herbert, Petrus, 1571 als Konsenior der böhmisch⸗ mährischen Brüderunität zu Eibenschütz; Mitarbeiter am au, Nithlans. 1566.— 310. Hermann, Nikolaus, Kantor zu Joachimstal in Böhmen, hochbet seines Pfarrers Joh. Mathesius, 3. Mai 1561 ochbetagt. 56. 313. 375. Hermes, Joh. Timotheus, geb. 1738 zu Petznik b. Star⸗ gard in Pommern, 1821 als Oberkonsistorialrat und Oberpfarrer in Breslau. 443. 556 man der L zu wo var; 1782 427. bei bei und⸗ ielen 1647 chter 213. Verzeichnis der Liederdichter. Herrmann, Joh. Gottfr., geb. 1707 zu Altjeßnitz b. Bitter. feld, 1746 Oberhofprediger und Ober onsistorialrat zu Dresden. 1791.— 184. Herrnschmidt, Joh. Daniel, geb. 11. April 1675 zu Bopfingen in Württemberg, 1712—16 Fürstl. Nass. (General⸗) Superintendent u. Konsistorialrat zu Idstein, dann Professor der Theologie und Mitdirektor der Franckeschen Stiftungen zu Halle, 4 5. Febr. 1723 zu Glauchau(Vorstadt von Halle). 10. 273. Herrosee, C. F. 1 1826.— 398. Herzog, Joh. Friedr., geb. 1647 zu Dresden, 5 daselbst 1699 als Rechtsanwalt. 316. Hesse, Johann, geb. 1490 zu Nürnberg, 7 1547 als Pfarrer zu Breslau, wo er die Reformation hatte einführen helfen. 370(7). Heunisch, Kaspar, geb. 1620 zu Schweinfurt, 7 daselbst 1690 als Pfarrer und Superintendent.(369.) Heydenreich, Aug. Ludw. Christian, geb. 25. Juli 1773 u Wiesbaden, Pfarrer u. Inspektor(Dekan) zu Dotz⸗ Beun, als solcher 1817 Mitglied der Idsteiner Unions⸗ Synode, 1818 Kirchenrat, Professor am Prediger⸗Semi⸗ nar u. Pfarrer zu Herborn, 1837—58(41) der 2.(3.) Bischof der ev.-christl. Kirche im Herzogtum Nassau, Haupt⸗-Verfasser des Gesangbuchs v. 1841 u. der Agende v. 1843, 4 26. Sept. 1858 zu Wiesbaden. 39. 84. Hiller, Phil. Friedr., geb. 6. Jan. 1699 zu Mühlhausen a. d. Enz in Württemberg, 1748 Pfarrer zu Steinheim, verlor drei Jahre später die Stimme u. mußte deshalb sein Amt niederlegen, wirkte aber noch segensreich als Liederdichter und Verfasser vieler Erbauungsschriften; 1 24. April 1769.— 192. 208. 227. 228. 419. Hoffmann, Gottfried, geb. 1658 zu Löwenberg i. Schlesien, 1 1712 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 382. Homburg, Ernst Christoph, geb. 1605 in Mihla b. Eise⸗ nach, Rechtsanwalt zu Naumburg u. Zeitz, 4 1681.— 40. 78. 106. Hülsemann, Wilh., geb. 1781 zu Soest i. Westfalen, 1865 zu Elsey als Pfarrer u. Superintendent i. R. 339. Jörgens, Ludwig, geb. 1791 zu Gütersloh, c. 1820—30 Reiseprediger in Kanada, 1831 nach Deutschland zurück, 557 U7 Verzeichnis der Liederdichter. gab in Barmen„Stimmen der Erquickung v. Angesichte des Herrn“ heraus, worin das Lied„Wo findet die Seele“ ꝛc.; nach moralischem Schiffbruch 4 in Amerika (St. Louis 2) 183 2.— 450. Jorissen, Matthias, geb. 1739 zu Wesel, 1823 als deutscher reformierter Prediger im Haag. Trefflicher Psalmenübersetzer. 6. Kempff, Johann, geb. zu Staffelstein in der Gegend von Würzburg, 4 1625 als Prediger zu Gotha. 374. Keymann, Christian, geb. 1607 zu Pankraz in Böhmen, + 1662 als Rektor des Gymnasiums in Zittau. 212. Kinkel, Gottfried, geb. 1815 zu Oberkassel b. Bonn, 1836 Privatdozent der Theol. zu Bonn, dann Prediger und Lehrer in Köln, 1846 Professor der Kunst⸗ u. Kultur⸗ geschichte zu Bonn, infolge der w1848/49r Ereignisse Nov. 1850 9000 Amerika, Prof. am Westbourne⸗College in London, 1866 am Polytechnikum zu Zürich, 7 daselbst 1882.— 435. Klopstock, Friedr. Gottlieb, geb. 2. Juli 1724 zu Quedlin⸗ burg, längere Zeit in Kopenhagen, später in Hamburg, wo er 14. März 1803 als dänischer Legations⸗ u. badi⸗ scher Hofrat starb. Der Sänger des„Messias.“ 157. 441. Knak, Gustav Friedr. Ludw., geb. 1806 zu Berlin, Pfarrer zu Wusterwitz in Pommern, seit 1850 Goßners Nach⸗ folger an der Bethlehemskirche zu Berlin, 1878 auf einer Reise zu Dünnow in Pommern. 199. 397. 446. Knapp, Albert, geb. 25. Juli 1798 zu Tübingen, Pfarrer in Kirchheim, seit 1836 an St. Leonhard in Stuttgart, wo er 18. Juni 1864 starb. Herausgeber des„Evang. Liederschatzes“ mit(in 3. Aufl.) 3130 Kirchenliedern. 73. 108. 110. 131. 133. 138. Knoll, Christoph, geb. 1563 zu Bunzlau, f nicht vor dem 25. Sept. 1627 als Prediger zu Sprottau nach mehr als 36 j. Amtsführung daselbst. 356. Knorr von Rosenroth, Christian, geb. 1636 zu Altrauden bei Wohlau in Schlesien, 4 1689 als pfalzgräflicher pfaf. 30. u. Kanzleidirektor zu Sulzbach in der Ober⸗ pfalz. 306. Koitsch, Christian Jakob, geb. 1671 zu Meißen, Inspektor am Pädagogium zu Halle, 1705 Rektor des Gymnasiums zu Elbing, daselbst 1735.— 214. 558 — — o 20 — 2 2 2 D — — Verzeichnis der Liederdichter. Krause, Jonathan, geb. 1701 zu Hirschberg i. Schl., 4 1762 als Pfarrer u. Superintendent zu Liegnitz. 26. Krummacher, Friedr. Adolf, geb. 1767 zu Tecklenburg in Westfalen, in verschiedenen Lehr⸗ u. Kirchenämtern tätig, zuletzt Pfarrer zu St. Ansgarii in Bremen, wo er 1845 starb. Parabeldichter. 50. 132. Krummacher, Friedr. Wilh., ältester Sohn des vorigen, geb. 1796 zu Mörs a. Rh., Prediger in Frankfurt, Ruhr⸗ ort, Barmen(Gemarke), Elberfeld(1835), Berlin(47) 1 1868 als Hof⸗ u. Garnisonprediger in Potsdam. 411. Kunth, Joh. Sigismund, geb. 1700 zu Liegnitz, seit 1743 Oberpfarrer und solmsischer Superintendent zu Baruth i. d. Niederlausitz, 4 daselbst 1779.— 353. Lampe, Friedr. Adolf, geb. 18. Febr. 1683 zu Detmold, reformierter Pfarrer zu Weeze u. Duisburg, Prof. zu Utrecht, zuletzt Pfarrer an St. Stephani in Bremen, 1 daselbst 8. Dez. 1729.— 57. 364. Lange, Joachim, geb. 1670 zu Gardelegen i. d. Altmark, Freund und Amtsgenosse A. H. Franckes, 1 1744 als Professor der Theologie in Halle. 307. Laurenti, Laurentius,(Lorenz Lorenzen), geb. 1660 zu Husum i. Schleswig, 1722 als Domkantor u. Musik⸗ direktor in Bremen. 103. 351. Lavater, Joh. Kaspar, geb. 15. Nov. 1741 zu Zürich, 1 das. als Kirchenrat u. Pfarrer an St. Peters Münster 2. Jan. 1801 infolge eines bei der Einnahme der Stadt durch die Franzosen empfangenen Schusses.(160.) 172. Lehr, Leopold Friedrich(nach dem Kirchenbuch nicht: Leop. Franz Friedr.), geb. 3., get. 5. Sept. 1709 zu Kron⸗ berg g. Taunus, wo sein Vater Kurfürstl. Mainzischer Oberkeller(Rentmeister) war, als Prediger an der luth. Kirche zu Köthen 27. Jan. 1744 zu Magdeburg auf einer Reise. 191. Leon, Johann, geb. zu Ohrdruf i. Thür., Feldprediger, dann Lehrer in Königssee u. bis 1575 in Groß-Mühl⸗ hausen, zuletzt Pfarrer in Wölfis bei Ohrdruf, wo er Ostern 1597 starb.(175.) Liebich, Ehrenfried, geb. 1713 zu Probsthain b. Liegnitz, 1 1780 als Pfarrer zu Lomnitz(und Erdmannsdorf) b. Hirschberg; Mitherausgeber der Hirschberger Bibel. 198. 271. 367. 559 Verzeichnis der Liederdichter. Liscow, Salomo, geb. 1640 zu Niemitzsch i. d. Niederlausitz, 1 1689 als Prediger zu Wurzen i. Sachsen. 334. 230. Jodokus von, Prediger zu Utrecht, 1677.— Löwenstern, Matthäus Apelles von, geb. 1594 zu Neustadt b. Oppeln, 1648 in Breslau als Kaiserlicher Rat und Staatsrat des Herzogs von Münsterberg⸗-Ols. 14. Luther, D. Martin, der deutsche Reformator, zugleich der Begründer und Meister des deutschen evang. Kirchen- gesangs, geb. 10. Nov. 1483 zu Eisleben, seit 1508 Professor der Theologie zu Wittenberg, 4 18. Febr. 1546 zu Eisleben. 52. 58. 92. 114. 116. 129. 134. 135. 136.(158.) 167. 193. 365. 366. 383.(387.) 390. Magdeburg, Joachim, geb. 1525 zu Gardelegen i. d. Alt⸗ mark, evang. Prediger, zuletzt zu Efferding in Osterreich, von dort 1583 vertrieben. 295. Mathesius(Mathe), Joh., geb. 1504 zu Rochlitz i. Sachsen, als Student Luthers Haus⸗ und Tischgenosse, wirkte als Rektor, dann als Pfarrer zu Joachimstal i. Böhmen, wo er 1565 f. Hier die vorletzte Str. aus dessen Wiegen⸗ lied:„Nun schlaf mein liebes Kindelein.“ 396. Mentzer, Johann, geb. 1658 zu Jahma i. d. Oberlausitz, 1 1734 als Pfarrer zu Kemnitz b. Bernstadt(Lausitz). 15. 260. Meyfart, Joh. Matthäus, geb. 1590 zu Walwinkel b. Gotha, + 1642 als Professor der Theologie u. Pfarrer an der Predigerkirche zu Erfurt. 360. Möller, Joh. Friedr., geb. 1789, zuletzt Gen.⸗Superinten⸗ dent zu Magdeburg. 4 1861.— 331. Mohr, Joseph, geb. 1792 zu Salzburg, kath. Priester, 1818 n Laufen b. Salzburg, wo er„Stille Nacht“ dichtete, 1 1848 zu Wagrein im Salzkammergut. 406. Moraht, Adolf, geb. 1805 in Hamburg, dort neun Jahre im Dienst der innern Mission, 1838 Hilfsprediger zu Mölln in Lauenburg, 1846 Pfarrer daselbst, T 1884.— 153. Mudre, Joh. Friedr., geb. 26. Dez. 1736 zu Lübben i. d. Niederlausiß, Gellerts Schüler, 4 zu Marienberg in Sachsen, als pensionierter Pfarrer von Mittelsaida bei Freiberg, 30. Mai 1810.— 90. 560 einten⸗ „1818 ichtete, Jahre ger zu 84.— 4i. d. rg in da bei Verzeichnis der Liederdichter. Nachtenhöfer, Kaspar Friedr., geb. 1624 zu Halle, T 1685 als Pfarrer in Koburg. 49. Neander, Christoph Friedr., geb. 1724 zu Eckau in Kur⸗ land, 1750 Propst zu Gränzhof in Kurland, 7 daselbst 1802.— 88. Neander, Joachim,„der Psalmist des neuen Bundes“, geb. 1650 zu Bremen, 1674 Rektor an der reformierten Schule zu Düsseldorf, 1679 Prediger an St. Martini zu Bremen, 7 daselbst 31. Mai 1680.— 9. 21. 32. 309. 378. Nerreter, David, geb. 1649 zu Nürnberg, 1709 Gen.⸗Sup. des Herzogtums Hinterpommern und des Fürstentums Kammin u. Kons.⸗Rat zu Stargard, das. 1726.— 269. Neumann, Kaspar, geb. 1648 zu Breslau, Hofprediger zu Altenburg, 1678 Oberpfarrer zu St. Elisabeth, theo⸗ logischer Professor am Gymnasium u. Kircheninspektor zu Breslau, 1 n 1715.— 25. 111. 305. 312. 344. Neumark, Georg, geb. 16., get. 17. März 1621 zu Langen⸗ salza(in der St. Stephani-Gemeinde), seit 1651 Biblio⸗ thekar u. Archivsekretär zu Weimar, 7 daselbst 8. Juli 1681.— 296. Neumeister, Erdmann, geb. 1671 zu Uchteritz b. Weißen⸗ fels, zuletzt Hauptpfarrer zu St. Jakobi in Hamburg, + 1756.— 60. 190. 320. Neunherz, Johann, geb. 1653 zu Waltersdorf i. Schlesien, + 1737 als Oberpfarrer in Hirschberg. 105. Neuß, Heinr. Georg, geb. 1654 zu Elbingerode a. Harz, Pfarrer in Wolfenbüttel, 4 1716 als Kons.⸗Rat und Superintendent zu Wernigerode. 229. Nicolai, Philipp, geb. 10. Aug. 1556 zu Mengeringhausen in Waldeck, zuerst Gehilfe seines Vaters daselbst, 1583 Pfarrer zu Herdecke a. d. Ruhr, 1586 an der heimlichen luth. Gemeinde zu Köln, 1587 Hofprediger in Wil⸗ dungen, 1596 Pfarrer in Unna i. Westf., wo er seine beiden berühmten Lieder veröffentlichte, deren Melodien „der König und die Königin der Choräle“ heißen, 1601 Hauptpfarrer an St. Katharinen u. Senior zu Ham⸗ burg, das. 26. Okt. 1608.— 219. 373. Notker d. Altere(balbulus, d. Stammler), geb. um 850 zu Heiligau, Benediktinermönch zu St. Gallen, 4 6. April 912.—(366). 561 36 Verzeichnis der Liederdichter. Olearius, Johann, geb. 1611 zu Halle, Herzogl. Sächs. Gen.⸗Sup. u. Hofprediger zuerst in Halle, wo Herzog August als Administrator des Erzstifts Magdeburg resi⸗ dierte, nach dessen Tod zu Weißenfels, wo er 1684 starb. 124. 176(7). Oser, Friedr. Heinr., geb. 1820 zu Basel, 1845 Pfarrer zu Waldenburg(Baselland), 1866 Prediger an der Straf⸗ anstalt zu Basel, 1 1891 als Pfarrer zu Benken(Basel⸗ land). 262. Pfeffel, Gottlieb Konr., der bekannte Fabeldichter, geb. 1736 zu Kolmar, seit seinem 21. Jahre völlig erblindet, + 1809 als Präsident des Konsistorinms zu Kolmar. 8. Pfeil, Christoph Karl Ludw. von, geb. 1712 zu Grünstadt i. d. Grasschaft Leiningen, unfern Worms, württemb. Geh. Legationsrat, später in preußischen Diensten, + 1784 als Geheimerrat auf seinem Gute Deufstetten b. Dünkelsbühl. 22. 69. 181. 328. Prätorius, Benjamin, geb. 1. Jan. 1636 zu Obergreißlau b. Weißenfels, 4 1674(2) als Pfarrer in Großlissa bei Delitzsch.(256.) Preiswerk, Samuel, geb. 1799 zu Rümlingen b. Basel, Pfarrer u. Antistes zu Basel, 7 das. 1871.— 70. 410. Puchta, Christian Rud. Heinr., geb. 1808 zu Kadolzburg in Mittelfranken, wirkte zu München, Erlangen, Speier, Eib. b. Ansbach teils im Kirchen⸗, teils im Lehramt; + 1858 als Pfarrer zu Augsburg. 168. 342. Räder, Joh. Friedr., geb. 1815 zu Elberfeld, Kaufmann daselbst, 1 1872.— 428. Rambach, Aug. Jak., geb. 1777 zu Quedlinburg, + 1851 als Hauptpfarrer zu St. Michaelis u. Senior zu Hamburg. 71. Rambach, Joh. Jak., geb. 1693 zu Halle, daselbst 1723 Adjunkt als Herrnschmidts, 1727 Professor der Theologie als Franckes Nachfolger, 1731 Professor u. Superinten⸗ dent zu Gießen, wo er 1735 starb. 109. 152. 183. 21⁰0. Reuß, Eleonore Fürstin von, geb. Gräfin zu Stolberg⸗ Wernigerode, geb. 1835 zu Gedern in Oberhessen, zu Ilsenburg am Harz am 18. Sept. 1903. 63. Richter, Ehristian Friedr., geb. 1676 zu Sorau i. d. Niederlausitz, Arzt am Waisenhaus zu Halle, 4 das. 1711. — 171. 230. 231. 232. 240. 562 Verzeichnis der Liederdichter. Ringwald, Bartholomäus, geb. 1530 zu Frankfurt a. O., 17000(od. 99) als Pfarrer zu Langfeld i. d. Neumark. Rinkart, Martin, geb. 23. April 1586 zu Eilenburg an der Mulde, seit 1613 Pfarrer zu Erdeborn b. Eisl., 1617 Pfarrer in seiner Vaterstadt, wo er 8. Dez. 1649 starb. Verfasser von nahezu 100 Schriften lauch des ersten Lutherfestspiels:„Der Eißlebische Ritter“ 1613] und von mehr als 600 Kirchenliedern, die fast alle in den Stürmen des 30j. Kriegs vernichtet worden sind. Er teilte die Drangsale dieses Kriegs treulich mit seiner Gemeinde, dichtete jedoch sein„Nun danket alle Gott“ nicht nach Beendigung desselben, sondern schon 1630, als Tischgebet. 11.(125). Rist, Johann, geb. 1607 zu Ottensen b. Hamburg, 1667 als Pfarrer zu Wedel a. d. Elbe i. Holstein. 35. 66. 163. 318. 368. Rodigast, Samuel, geb. 19. Okt. 1649 zu Gröben b. Jena, Freund Speners, 1 19. März 1708 als Rektor des Gymnasiums zum grauen Kloster in Berlin. 291. Roller, Sam. David, geb. 1779 zu Heynitz b. Meißen, 7 1850 als Pfarrer zu Lausa b. Dresden. 448. Rothe, Joh. Andreas, geb. 1688 zu Lissa b. Görlitz, 1722—37 Zinzendorfs Patronatspfarrer zu Berthels⸗ dorf, 1758 als luth. Pfarrer zu Thommendorf bei Bunzlau. 187. 259. 381. Rückert, Friedrich, geb. 16. Mai 1789 zu Schweinfurt, Pro⸗ fessor der morgenländischen Sprachen 1826 zu Erlangen, 1841—49 zu Berlin, lebte dann auf seinem Landsitz zu Neuseß b. Koburg, wo er 31. Jan. 1866 starb. 36. Rutilius(Rüdel), Martin, geb. 1550 zu Salza b. Magde⸗ burg, 4 1618 als Pfarrer in Weimar, gilt allgemein (doch erst seit 1726) als Verf. des Liedes„Ach Gott und Herr“, welches zuerst 1613 mit einer von dem Professor Johannes Major(Groß) zu Jena(4+ 1654) aus Ver⸗ anlassung der„Thüringer Sündflut“(29. Mai 1613) gehaltenen Predigt erschien und wohl von letzterem her⸗ rührt. 165(7). Schade, Joh. Kaspar, geb. 1666 zu Kühndorf b. Meiningen, Freund A. H. Franckes, 1691 Prediger an St. Nikolai in Berlin u. Amtsgenosse Speners, 7 das. 1698.— 282. 563 36⁷ IP‚PI—=— ö ö‚ Verzeichnis der Liederdichter. Schalling, Martin, geb. 1532 in Straßburg, 1576 Hof⸗ prediger u. Superintendent zu Amberg, 1585 Pfarrer an St. Marien in Nürnberg, das. 1608.— 203. Scheffler, Johann, geb. 1624 zu Breslau, seit 1649 Leib⸗ arzt des Herzogs von Württemberg⸗Ols zu Ols, trat nach Lösung dieses Verhältnisses 12. Juni 1653 zu Breslau unter dem Namen Angelus Silesius zur römischen Kirche über, wurde Geistlicher Rat des Fürst⸗ bischofs und starb im Kloster zu St. Matthias daselbst 9. Juli 1677.— 196. 206. 211. 249. Scheidt, Christian Ludw., geb. 1709 zu Waldenburg bei Schwäbisch⸗Hall, 41761 als Geh. Hofrat u. Bibliothekar zu Hannover. 179. Schenck, Heinr. Theobald, geb. 10. April(1. Apr. a. St.7) 1656 zu Heidelbach a. d. Schwalm b. Alsfeld i. Ober⸗ hessen, 1 11. April 1727 als Pfarrer zu Gießen. 376. Schenk, Hartmann, geb. 1634 zu Ruhla b. Eisenach, 7 1681 als Pfarrer zu Ostheim vor der Rhön. 394. Schenkendorf, Gottlob Ferd. Max von, geb. 1783 zu Tilsit, einer der Sänger der Befreiungskriege, 1817 als Regierungsrat zu Koblenz. 418. 444. Schirmer, Michael, geb. 1606 zu Leipzig, Freund P. Ger⸗ hardts, 4 1673 als Konrektor am Gymnasium zum grauen Kloster in Berlin. 43. 119. Schlegel, Joh. Adolf, geb. 1721 zu Meißen, 1 1793 als Pfarrer u. Gen.⸗Superintendent in Hannover. 322. Schlosser, Ludw. Heinr., geb. 1663 zu Darmstadt, 1 1723 als Pfarrer zu St. Katharinen in Frankfurt a. M. 326. Schmid, Joh. Christoph von, geb. 1768 zu Dinkelsbühl, 1791 Priester, 1826 Domkapitular zu Augsburg, 1 1854. Verfasser vieler Jugendschriften. 404. Schmidt, Joh. Eusebius, geb. 12. Jan. 1670 zu Hohen⸗ felden im kurmainzischen Amte Tondorf bei Erfurt, 1 21. Dez. 1745 als Pfarrer in Siebleben b. Gotha nach 48 j. Amtsführung daselbst. 234. Schmolck, Benjamin, geb. 21. Dez. 1672 zu Brauchitschdorf im Fürstentum Liegnitz, 1701 Gehilfe seines Vaters im Pfarramt daselbst, seit 1702 in Schweidnitz, 4 daselbst 12. Febr. 1737 als Oberpfarrer u. Inspektor. Verfasser 564 u 7— ANVu Verzeichnis der Liederdichter. weit verbreiteter Erbauungsschriften. 29. 34. 38. 67. 97. 104. 122. 147. 155. 178. 241. 268. 272. 278. 285. 293. 314. 321. 332. 343. 345. 358. 359. 3638. 417. Schneesing, Johann(Chiomusus), geb. zu Frankfurt a. M., 1567 als Pfarrer zu Friemar b. Gotha. 166. Schröder, Joh. Heinr., geb. 4. Okt. 1667 zu(Haller⸗) Springe b. Hannover, seit 1696 Pfarrer zu Meseberg b. Magdeburg, 1 100 30. Juni 1699.— 201. 244. Schütz, Joh. Jakob, geb. 7. Sept. 1640 zu Frankfurt a. M., 7 das. 22. Mai 1690 als Rechtsanwalt u.„verschiedener (Reichs⸗)Stände Rat.“ 16. Schwarzburg⸗Rudolstadt, Amilie Juliane Gräfin zu, geb. Gräfin von Barby, geb. 19. Aug. 1637 zu Rudolstadt, Gemahlin des Grafen Albrecht Anton, 7 das. 3. Dez. 1706.— 61. 377. Schwarzburg⸗Rudolstadt, Ludämilie Elisabeth Gräfin zu, geb. 7. April 1640 zu Rudolstadt, 4 12. März 1672 als Braut des Grafen Christian Wilh. zu Schwarzburg⸗ Sondershausen. 209.(408.) Schwedler, Joh. Christoph, geb. 1672 zu Krobsdorf in Schlesien, T 1730 als Pfarrer zu Niederwiese i. d. Ober⸗ lausitz. 409. Selnecker, Nikolaus, geb. 1530(32 7) zu Hersbruck b. Nürn⸗ berg, Schüler Melanchthons, Pfarrer in Dresden und Jena, 1 1592 als Professor der Theologie, Superinten⸗ dent u. Pfarrer an St. Thomas in Leipzig. Mitver⸗ fasser der Konkordienformel. 127. 393. Senitz, Elisabeth von geb. 1629 zu Rankau i. Fürstentum Brieg i. Schlesien, früh verwaist, Hoffräulein an den Höfen zu Brieg u. Ols, 1 1679.— 79. Speratus(Spret), Paul, geb. 13. Dez. 1484 zu Röthlen bei Ellwangen i. Schwaben, 1516 Pfarrer zu Salzburg, predigte schon 1522 das lautere Evangelium im Stephansdom zu Wien, 1523 in Wittenberg, 1524 auf Luthers Empfehlung Hofprediger des Herzogs Albrecht von Preußen, Reformator des Herzogtums Preußen, + 12. Aug. 1554 zu Liebemühl als evang. Bischof von Pomesanien. Er zuerst dichtete(1523) auf Luthers An⸗ regung evangelische Kirchenlieder.(182.) Spitta, Karl Joh. Phil., geb. 1. Aug. 1801 zu Hannover, 1 28. Sept. 1859 als Superintendent und Pfarrer zu 565 Verzeichnis der Liederdichter. Burgdorf b. Hannover. Der Dichter von„Psalter und Harfe“. 31. 121. 137. 148. 150. 233. 277. 323. 325. 336. 415. 429. 449. Stegmann, Josua, geb. 1588 zu Sulzfeld b. Meiningen, 1 3. Aug. 1632 als Professor der Theologie u. schaum- burgischer Superintendent zu Rinteln. 128(7). Steinhofer, Ludw. Christian, geb. 1746 zu Tübingen, 1 1821 als Pfarrer zu Welzheim i. Württemberg. 347. Steuerlein, Johann, geb. 1546 zu Schmalkalden, 1613 als Stadtschultheiß zu Meiningen. 62. Stip, Gerhard, geb. 1809 zu Norden in Ostfriesland, Herausgeber des„Unverfälschten Liedersegens“(1851), f 1882 zu Potsdam als Privatgelehrter. 302. Stockfleth, Heinr. Arnold, geb. 1643 zu Alfeld i. Hannover, + 1708 zu Mönchsberg b. Bayreuth als brandenbur- gischer Kirchenrat, Oberhofprediger u. Gen.⸗Sup. 298. Stolshagius, M. Kaspar, 1583 Pfr. zu Stendal, ließ als „Pfarrherr zur Igel(Iglau) im Lande zu Mehrn“ (Mähren) 1591 zu Eisleben„Kinderspiegel, Oder Haus- zucht, vnd Tischbüchlein, Wie die Eltern mit den Kindern singen und beten sollen“ ꝛc. drucken, worin das Lied„Heut triumphieret Gottes Sohn“ zuerst erschien. 96(2) Strauß, Viktor Friedr. von, geb. 1809 zu Bückeburg, 1840 Archivrat das., 1850 Kabinettsminister, auch Bundes-⸗ tagsgesandter des Fürsten zu Schaumburg-Lippe; + 1. April 1898 zu Dresden. 221. 284. Sturm, Julius Karl Reinhold, geb. 1816 zu Köstritz im Fürstentum Reuß, seit 1857 Oberpfarrer u. Kirchenrat daselbst. Verf. der„Frommen Lieder“ u. a., 2. Mai 1896 zu Leipzig. 23. 146. 151. 174. 281. 337. Taddel, Christian Ludw., geb. 1706, in Mecklenburg⸗ Schwerin, 4 1775 als Hofrat u. Justiz⸗Kanzlei⸗Direktor zu Rostock. 102. Tersteegen, ehöheree geb. 25. Nov. 1697 zu Mörs a. Rh., machte die höhere Schule seiner Vaterstadt durch, erlernte die Wale d. Muhr, und dann das Bandwirken zu Mül⸗ heim a. d. Ruhr, wo er von rni 15. Jahre bis zu seinem Tode, 3. April 1769, lebte.„Ein reformierter Mystiker mit reichem inneren Leben, durch Wort und Schrift vielen ein Seelsorger u. geistlicher Führer.“(4). 24. 53. 83. 112. 143. 197. 204. 235. 242. 245. 317. 566 Verzeichnis der Liederdichter. Thilo, Valentin, geb.1607 zu Königsberg i. Pr., 7 das. 1662 als Professor der Beredsamkeit. 42. Tietze(Titius), Christoph, geb. 1641 zu Wilkau b. Breslau, + 1703 als Pfarrer zu Hersbruck b. Nürnberg. 287. Wagner, Joh. Christian, geb. 1747 zu Hildburghausen, Amtmann zu Heldburg, dann Regierungs⸗ und Kon⸗ sistorialrat zu Hildburghausen, daselbs 1825. Heraus⸗ geber des„Hildburghäuser Gesangbuchs“. 185. Walter, Aug. Herm., geb. 1817 zu Leipzig, 1843 Katechet u. Nachmittagsprediger an St. Petri daselbst, trat 1849 wegen Ohrenleidens in den Ruhestand, am 5. April 1880 zu Leipzig. 223. Wegelin, Josua, geb. 1604 zu Laner Prediger daselbst, f 1640 als Pfarrer in Preßburg.(107.) Weiße, Michael, geb. zu Neiße i. Schlesien, deutscher Pfarrer zu Landskron u. Fulneck i. Böhmen, gab 1531 das erste deutsche Gesangbuch der böhmischen Brüder heraus, + 1540(42 7) als Vorsteher der Brüder in Neutomischl. Bearbeitete meist böhmische Hussitenlieder.(94.) Weissel, Georg, geb. 1590 zu Domnau i. Ostpr., 4 1635 als Prediger zu Königsberg i. Pr. 41. 216. Wetzel, Karl Friedr. Gottlieb, geb. 1779 in Bautzen, Literat. 4 1819 als Redakteur des„Fränkischen Mer⸗ kur“ in Bamberg. 412. Willich, Ernst von, Stiefenkel Schleiermachers, geb. 25. Febr. 1860 zu Breslau, 4 4. Febr. 1873; dichtete im Alter von 12 Jahren das Lied 430, das Lieblingslied Kaiser Friedrichs in seinen Leidenstagen. 430. Winckler, Joh. Joseph, geb. 1670 zu Lucka i. Sachsen⸗ Altenburg, 1722 als Kons.⸗Rat u. Domprediger zu Magdeburg. 252. 283. Wolf, Jak. Gabriel, geb. 1684 in Greifswald, 1754 als Professor der Rechte zu Halle. 255. Woltersdorf, Ernst Gottlieb, geb. 1725 zu Friedrichsfelde b. Berlin, 1748 Pfarrer zu Bunzlau i. Schlesien, Stifter des dortigen Waisenhauses, 4 das. 1761.— 161. 423. Zaremba, Felician Graf von, geb. 1764 zu Zaroy in Litthauen, 56 Jahre im Dienste der Baseler Mission; 1821—38 zu Schuscha in Rußland, 1839—64 als Reise⸗ prediger in Deutschland und der Schweiz; 1874 im Missionshause zu Basel. 410. Verzeichnis der Liederdichter. Zinzendorf, Nikolaus Ludw. Graf von, geb. 26. Mai 1700 zu Dresden, Schüler A. H. Franckes, 1721 Hof⸗ und Justizrat, stiftete 1727 auf seinen Gütern die evang. Brüdergemeinde, als Bischof derselben 9. Mai 1760 zu Herrnhut. 145. 180 225. 239. 243. 421. Zinzendorf, Christian Renatus Graf von, Sohn des vorigen, geb. 1727 zu Herrnhut, 4 1752 als Presbyter der Brüdergemeinde in London. 395. Zollikofer, Georg Joachim, geb. 1730 zu St. Gallen, Pre⸗ diger 1754 in Murten, 1758 in Leipzig, T 1788.— 247. Zwingli, Huldreich, der Reformator der deutschen Schweiz, geb. 1. FJan. 1484 zu Wildhaus in Toggenburg, 1 11.Okt. 1531 in der Schlacht bei Cappel.(Seite 496.) Von unbekannten Verfassern:(4.) 5. 27. 28. 72. 91. (94.) 99.(107.) 120. 149. 156. 158.(175.)(182.) (256.) 264. 299. 300. 319. 330. 333. 348. 352. 354. (369.)(387.) 402. 403. 405. 407.(408.) 422. 424. 433.(S. 496.) 508 SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS SSSSS Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. ——.— (Die eingeklammerten Zahlen sind die Nummern des Militär⸗ Gesangbuchs.) Ach bleib bei uns, Herr Jesu En(6 Ach bleib mit deiner Gnade 7 Ach Gott und Herre. 8 Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott vom Himmel sieh darein Ach komm, füll Fen Seelen ganz Ach mein Herr J‚ u, dein Nahesein Hi mein Herr Jesu, wenn ich dich nicht hätte 9 sagt mir ute von Gold und. Ach wundergroßer Siegesheldd(58) Allein Gott in der Höh sei Ehr 00 Allein zu dir, Herr Jesu Chrissst...(89) Alle Menschen müssen sterben 429 Alles ist an Gottes Segen. Allgenugsam Wesen. Am Kreuz erblaßt An des Herrn Kreuz zu denken Auf, auf, ihr Reichsgenossen 22) Auf Christi Himmelfahrt alleein..(659) Auf dich seh ich Auf! du priesterlichs Geschlechte Auferstehn, ja auferstehn wirst ttn —— Gott und nicht auf meinen Rat...(116) Auf, ihr Streiter, durchgedrungenI...(88) Auf, laßt uns fröhlich singen Auf meinen lieben Gott. Aus Gnaden soll ich selig werden Aus irdischem Getümmel Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Not schrei ich zu dir..(82) 569 Nr. 127 128 165 263 129 221 194 195 196 106 1 166 346 264 197 88 32— 3⁵ 107 223 347 441 265 222 442 266 179 224 299 167 Befiehl du deine Wege. Betgemeine, heilge dich Christe, du Lamm Gottes. Christi Blut und Gere Christ ist erstanden Christ lag in Todesbanden Christus, der ist mein Leben Darf ich wiederkommen Das Fahr ist nun zu Ende Das wa Dennoch bleib ich stets an dir Der du in Todesnächten Der du zum Heil erschienen Der heilge Christ, der segne d Der Mond ist aufgegangen Der Sabbat ist vergangen Die Gnade sei mit allen. Die Gnade unsers Herrn Jes 57 Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Barmherziger, laß deine Gnade Bei dir, Jesu, will ich bleiben Bis hierher hat mich Gott gebracht*— Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar. Christen sind ein Wuich Wolt htigkeit Danket dem Herrn, denn er ist Danket dem Herrn! Wir danken Das alte Jahr vergangen ist Das Jahr geht still zu Ende. te Gott, der helfen kann Dein König kommt in niedern Hüllen. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen Dein Wort, o Herr, ist milder Tau. Der am Kreuz ist meine Liebe Der beste Freund ist in dem Himmel Der Glaube hrist, wenn nichts mehr he ich Der heilge Christ ist kommen. Der Mensch—4 nichts so eigen (117 14² lfen kann Der Tag ist hin; mein Jesu, bei mir bleibe Des Moͤrgens, wenn ich früh aufsteh Dich, Jesum, laß ich ewig nichh. u Christi 149 267 15⁰0 22 6¹1 90 156 22⁵ 18⁰ 91 92 348 386 398 414 6²2 63 64 329 36 226 144 268 72 417 130⁰ 131 181 396 47 438 434 32¹ 309 300 198 2²27 392 Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Die güldne Sonne 494 301 Die Herrlichkeit der Erden 349 Die Sach ist kommen, drin wir ruhen sollen 3* 10 22„Die Zach ist dein, Herr Jesu Christ. 410 6¹ Dies ist der Tag, den Gott gemacht.(28) 48 ⁰ Dies ist die Nacht, da mir erschienen.„(29) 49 Die wir uns allhier beisammen findeen. 395 156 Dir, dir, 5 dt will ich singen 2 2 25 Dir will ich danken bis zum Srabe 11 ö 180⁰ Du bist zwar mein und bleibest mein.379 91 Du, Gott, hast's angefangen. 28 92 Du lieber, heilger, frommer Chrift 348 Du Stern in allen Nächtenn 412 Ehre sei Gott in der Hoh=Ꝙ/⁰e 38585 586 Ehr sei dem Vater 12 388 798 Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein 65 14 Eine Herde und ein Hirt 132 6² Einen guten Kampf hab ich— 3850 63 Einer ist König, Immanue sieget 200 6⁴ Einer ists, an dem wir hangen. 133 39 Eines wünsch ich mir vor allem andern..(43) 73 58 Ein feste Burg ist unser Gott(71 154 226 Ein Gärtner geht im Gartrenn 418 144 Ein getreues Herze wissen 439 268 Ein Haupt hast du dem Volk gesandt„ 1503) 337 Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld. 74 —47 Ein reines Herz, Herr, schaff in min. 229 130⁰ Eins hätten wir von Herzen gen. 28 131 Eins ist not! Ach Herr, dies eine.(090) 201 181— Empor zu Gott, mein Lobgesaag 50 396 Endlich bricht der heiße Tiegee. 270 4⁵ ö Ergrünt, ihr Siegespalmen.. 108 138 Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort(72) 135 434 Ermuntert euch, ihr Frommen 351 321 Es glänzet der Christen inwendiges Leben. 230 309 Es ist das Heil uns kommen her 3 182 300 Es ist ein Ros entsprungen. 402 —50 Es i genug; so nimm, Herr, meinen Geist 352 227 Es ist 100 schwer, ein Ehrist zu sen 231 392„Es ist noch eine Ruh vorhandddnn353 571 Es ist so still geworden.. Es ist vollbracht! Er ist verschieden Es kennt der Herr die Seinen Es kostet viel, ein Christ zu sein Es wolle Gott uns gnädig sein Ewge Liebe, mein Gemüte Fahre fort, fahre fort!— Fang dein Werk mit Jesu an Freu dich sehr, o meine Seele Fröhlich soll mein Herze springen Früh am Morgen Jesus gehet. Früh morgens, da die Sonn aufgeht Geh aus, mein Herz, und suche Freud. Geh hin nach Gottes Willen. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken. Geht, ihr Streiter, immer weiter Geht nun hin und grabt mein Grab Gelobet sei der Herr.. 23 Gelobet seist Du, Jesu Christ Gelobt sei Gott im höchsten Thron. Gott, deine Güte reicht so weit. Gott, der du Herzenskenner bist. Gott der Gnaden, schwer beladen Gott des Himmels und der Erden. Gottes Stadt steht fest Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu Gott ist mein Lied Gott lebt. Wie kann ich traurig sein? Gottlob! Die Stund ist kommen Gottlob! Ein Schritt zur Ewigkeit. Gottlob! Nun ist erschollen Gott, Schöpfer, Stifter heilger Ehe Gott⸗ sei Dank durch alle Welt Gott will's machen Großer Gott von alten Zeiten Großer Gott, wir fallen nieder Großer Gott, wir loben dich. Großer Mittler, der zur Rechten Guter Hirt, der seine Herde 572 Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. 605 Seite 509 21 149 Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Halleinant Gott zu loben Hallelujah! jauchzt, ihr Chöre. in Lob, Preis und Ehr. Hallelujah! Schöner Morgen Hallelujah! Wie lieblich stehn Halt im Gedächtnis Jesum Harre, meine Seele. Heilger Jesu, Heiltungsauele Heilig, heilig, heilig. Herbei, o ihr Gläubigen Herr, auf Erden muß ich leiden. Herr, dein Wort, die edle Gabe Herr, der du mir das Leben Herr, die Erde ist gesegnet ů Herr, du wollst uns vollbereiten. Herr, es ist von meinem Leben Herr Gott, dich loben wir. Herr, höre, Herr, erhöre Herr, ich habe mißgehandelt Herr im Himmel, Gott auf Erden. Herr Jesu Christ, der du beweintest. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr J desu Christ, du höchstes Gut Herr Jesu, Gnadensonne Herr, sei gelobet, daß du hast dein Leben Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr Sertliet tut mich verlangen. ů Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen Herz und Herz vereint zusammen Heut triumphieret Gottes Socs Hier legt mein Sinn sich vor dir nieder Hier stehen wir von nah und fern Hilf, Herr Gott, hilf in dieser Not Hilf, Herr Jesu, laß gelingen Himmelan geht unsre Bahn Hinunter ist der Sonne Schein Hirte deiner Schafe Hosianna! Davids Sohn (145) —————— — —1 0⁰ D‚— (4) eite 496 3 5 —19 (93 Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Hosianna! Zu der Erde Hüter, wird die Nacht der Sünden bete an die Macht der Liebe h bin ein Gast auf Erden 3Uin erlöst durch meines Mittlers Blut bin getauft auf deinen Namen bin im Himmel angeschrieben bin nicht mehr mein eigen bleib bei dir. Wo könnt 230 8 besser erhebe mein Gemüte —.— ch geh zu deinem Grabe. habe Lust zu scheiden. abe nun den Grund gefunden hab in Gottes Herz und Sinn. ch bab in guten Stunden ab von ferne. komme, Herr, und suche dich stede dir mit Herz und Mund. steh an deiner Krippe hier steh in meines Herren Hand Ich sterbe täglich, und mein Leben und mein Haus, wir sind bereit weiß, an wen ich glaube Ic0 weiß von keinem andern Grunde will dich lieben, meine Stärke Ich will streben* ch will von meiner Missetat hr Kinderlein, kommet, o kommet doch all allen meinen 23 1 In Gottes Namen j0 ren wir In Gottes Namen fang ich an Ist Gott für mich, so trete Jauchzet, ihr Himmel, Eder Hum ihr Je größer Kreuz, je näher Himmel Jehovah, Jehovah, Jehovah Jerusalem, du hochgebaute Stadt 57⁴ (120) (135) ee EEEDERERRDERERDERE SSeS Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Jesu, deine tiefen Wunden Jesu, der du bist alleine. Jesu, Freund der Menschentinder Jesu, geh voran. 238* Jesu, großer Wunderstern 8 esu, hilf siegen, du Fürste des Lebens esu, meine Freude 9 esu, meines Lebens Leben(4 esus Christus herrscht als König esus, Jesus, nichts als Jesus 2 esus ist Düde Grund ewiger Freuden esus lebt, mit ihm auch ich 686 esus, meine Zuversicht 136 esus nimmt die Sünder n 69 Jesus soll die Losung sein. Jesu, Todesüberwinder Kehre wieder, kehre wieder. Kennt ihr das Land— auf Erden liegt es nichi König, dem kein König gleichet. 10 Komm, heiliger Geist, erfüll die Herzen 4(615 Komm, heiliger Geist, Herre Gott(614 Komm, mein Herz, in Jesu Leiden(79 Komm, o komm, du Geist des Lebens 662 Kommft du, kommst du, Licht der Heiden. Kommt her, ihr seid geladen ‚ Kommt, Kinder, laßt uns gehne(101) Lasset die Kindlein kommen Lasset uns mit Jesu zieznun.(638) Laß fahren deine Sorgeee Laß mich dein sein und bleiben 17 Laß mich, o An in allen r 4— Laßt mich gehn Laßt uns lobsingen Licht vom Licht, erleuchte mich E Liebe, die du mich zum Bildee 7⁴ Tieber Vater, hoch im Himmel ö Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte ö Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort(18 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren(6) 575 Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Lobe den. o meine Seele Lobt froh den Herrn, ihr jugendli ichen Cybre Lobt Gott, ihr Christen, allzugleich. ö Mache dich, mein Geist, bereit Macht hoch die Tür, die Tor macht weit Mag über uns dein Eifer flammen Meinen Heiland im Herzen Meinen Jesum laß ich nicht. Mein erst Gefühl sei und Dank Meine Seele senket sich Meine Seel ist stille Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe Mein Gott, nun ist es wieder Morgen. Mein Heiland nimmt die Sünder an Mein Leben ist ein Pilgrimstand Merk, Seele, dir das große Wort Mir ist Erbarmung widerfahren Mir nach! spricht Christus, unser Held. Mit Ernst, o Menschenkinder. Mit Fried und Freud ich fahr dahin Mitten wir im Leben sind. Morgenglan, der Ewigkeit Müde bin ich, geh zur Ruh. Näher, mein Gott, zu dir Nun bitten wir den heilgen Geist Nun bringen wir den Leib zur W Nun danket alle Gott.. Nun danket all und bringet Ehr 4Z—— Nun freut 1. lieben Christen g'mein Nun geh uns auf, du Morgenstern Nun jauchzet all, ihr Frommen Nun laßt uns gehn und treten Nun lob, mein Seel, den Herren. Nun preiset alle* Nun Faaned alle Wälder Nun sich der Tag geendet hat Nun sich der Tag geendet, mein Herz ꝛc. Nun singet und seid froh Nun so bleibt es fest dabei Nun sprich du, Herr, dein Ja und Amen 576 555955νον88 ———— 8——.— 28838— 5 0 28— — Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. daß doch bald dein Feuer brennte daß ich tausend Funden hätte. der Iler hätt verloren du allersüßte Freuden. du fröhliche du Liebe meiner Liebe. Durchbrecher aller Bande Ewigkeit, du Donnerwort Ewigkeit, du Freudenworte. frommer und getreuer Gott Gott, du frommer Gott Gottes Geist und Christi Geist Gott, von dem wir alles haben großer Gott, du reines Wesen. Haupt voll Blut und Wunden. heilger Geist, kehr bei uns ein. heilger Geist, o heilger Gott Jesu Christe, wahres Licht Jesu, Jesu, Gottes Sohn Jesu, meine Wonne Jesu, süßes Licht— komm, du Geist der Wahrheit Lamm Gottes, unschuldig „Liebesglut, wie soll ich dich mein Herz, gib dich zufrieden selig Haus, wo man dich au fgenommen Tod, wo ist dein Stachel nun. Ursprung des Lebens Vater der Barmherzigkeit Welt, ich muß dich lassen Welt, sieh hier dein Leben wie freun wir uns der Stunde wie Lie en o wie selig wie selig seid ihr doch, ihr Fromm ꝛen Preis, Ehr und Lob sei dir Ringe recht, wenn Gottes Gnade Rüstet euch, ihr Christenleute Ruhe bier, mein Geist, ein wenig —60 37 Alphabetisches Verzeichuis der Lieder. Schaffe in mir Got. Schaffet, schaffet, Menschenkinder S hunicke dich, o liebe Seele Schmückt das Sel mit Maien Schönster Herr Jesu Schwing dich auf zu deinem Gott Seelenbräutigam Seele, was ermüdst du dich Segnet uns zu guter Letzt Seht am Kreuz den Mann der Schmerz zer in Sei getreu bis an das Ende Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut Sei mir tausendmal gegrüßet Siegesfürst und Ehrenkönig Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig Sieh uns fertig. So ist die Woche nun geschlossen So 111 8 spricht: Ich liebe Golt Sollt es gleich bisweilen scheinen Sollt ich meinem Gott nicht singen So nimm denn meine Hände Sorge doch für meine Kinder Stark ist meines Jesu Hand Stille halten deinem Walten Stille Nacht, heilige Nacht Such, wer da will, ein ander Ziel Tausendmal gedenk ich dein Teures Wort aus Gottes Munde Tut mir auf die schöne Pforte Tochter Zion, freue dich. Triumph! Triumph! Der Sieg ist mein überwinder, nimm die Palmen Unsern Ausgang segne, Gott Unter Lilien jener Freuden Unverwandt auf Christum sehen Valet will ich dir geben Vater, kröne du mit Segen Ver! eih uns Frieden di 578 V‚ 528 * SI/ Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. Nr. Verzage nicht, du Häuflein klein.(148) 141 Vom Himmel hoch da komm ich her...(32) 58 Von Gott will ich nicht lassen.(124) 289 Wach auf, du Geist der ersten Zeugen(75) 142 Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin(56) 103 Wach auf, mein Herz, und singe 144). 308 Wachet auf! ruft uns die Stimme(140) 373 Wann grünt dein ganzer Erdenkreis? 143 Warum sollt ich mich denn grämen(125) 290 Warum willst du draußen stehen.. 44 Was Gott tut, das ist wohlgetan! Es bleibt(126) 291 Was Gott tut, das ist wohlgetan! So denken.. 345 Was macht ihr, daß ihr weinet 336 Was mein Gott will, gescheh allzeit..„(127 292 nn wär ich ohne dich gewesennn 1443 Weicht ihr Iu Ce fallt ihr Hügel.(113) 293 Weil ich Jesu Schäflein bin 14 Wenn alle untreu werden.. 27 Wenn der Herr ein Kreuze schickt 1 430 Wenn ich ihn nur habe 218 Wenn ich in Todesnöten bn.374 Wenn ich, o Schöpfer, deine Machhk.. 18 Wenn kleine Himmelserbtten381 Wenn meine Sünd mich kränkeen(85) 86 Wenn mein Stündlein vorhanden istser. 375 Wenn wir in höchsten Nöten sein...(86) 294 Wer das Kleinod will erlangnen.O2060 Werde munter, mein Gemüte 318 Wer Gott vertraut, hat wohlgebaut 295 Wer ist ein Mann? Wer beten kann4»13 Wer ist wohl, wie dyu. 400 261 Wer nur den lieben Gott LAäßt walten(128) 296 Wer sind die vor Gottes? Throne 32340 Wer weiß, wie nahe mir mein Ende..(141) 377 Wie fleucht dahin der Menschen Zeiit 378 Wie Gott mich führt, so will ich gehn... 297 Wie groß ist des Allmächtgen Güte...(13) 19 Wie könnt ich ruhig schlafeen 1337 Wie lieblich ist's hinieden Wie mit grimmgem Unverstad 4»431 570 37 Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christe. Wie schön leucht't uns der Morgenstern Wie sie so sanft ruhn, alle die Seligen. Wie soll ich dich empfangen*** Wie wird uns sein, wenn endlich. Wie wohl ist mir, o Freund der Seelen Willkommen, Held im Streite. Wir danken dir, Herr Jesu Christ Wir glauben all an einen Gott, Schöpser. Wir glauben all an einen Gott, Vater. Wir liegen hier zu deinen Füßen Wir pflügen und wir streuen. Wir singen dir, Immanuel Wir treten in das neue Jahr. Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh 20 Wohin, o müder Wandrer, du Wohl einem Haus, da Jesus Christ. Wo ist Jesus, mein Verlangen Wollt ihr wissen, was mein Preis Womit soll ich dich wohl loben Wort des Lebens, lautre Quelle. Wo willst du hin, weil's Abend ist. Wunderanfang, herrlichs Ende Wunderbarer König Zeuch an die Macht, du Arm des Herrn Zeuch ein zu deinen Toren Zeuch hin, mein Kind 3euch uns nach dir*** Zieht in Frieden eure Pfade Zwei der Jünger gehn mit Sehnen. —p— Alphabetisches Verzeichnis der Lieder. —.— Oem